Morgenausgabe 47.Iahrgang Wöchentlich 8SP� monatlich 3.60 M. im voraus zahlbar. Postbezug«L2 M. einschließlich 60 Pfg.Postzeitungs- und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Ausland«» abonnemem 6,— M. pro Monat. t)tT..DonvLrts� erscheint wochentög» lich zweimal. Sonntags und Moniug» einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Volk und Zeit" und..Kiuderfreuno*. Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen» stimme"..Technik".Blick in die Dücherttelt" und.Iugend'Dorwärt«* NerUner Solksvla« Mittwoch 30. April Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Di««tafpalttge Nonpareillezeil» 30 Pfennig. Reklame'>eile 5.— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen� das«ettge. druckte Wort 2S Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch» das erste Wort IS Pfennig» jedes weitere Won' 1V Pfennig. Worte über IS Buchstabf« "lhlen für zwei Worte. Arbeitsmoikl ieile 60 Pfennig. Familienanzeigen Ze.l« " Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt» Geschält Lindenstraße 3. wochentäglich von 3»/, bis 17 Uhr. Aentvawvsan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Kedaktion und Verlag: Berlin SW ö8. Lindenstraße 3 .Fernsprecher: Dönbos» 292—297 Telegramm-Adr.: Soualdemotrat Berlin. Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin Z7S3S.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten. Wallftr 65. Dt. B u. Diit.-Ges.. Depositenkasie Lindenstr. 8. Die Ostmilliarde. Verlegenheiisausreden der Negierung. Die Veröffentliäiung des sogenannten Osthilfegesetzes ist dem Kabinett Brüning außerordentlich peinlich. Die Regierung hat gegenüber der Veröffentlichung zu einem in letzter Zeit sehr beliebten Ausfluchtsmittel gegriffen, sie läßt dementieren. Es soll sich bei den Veröffentlichungen— so lautet das Dementi— nur um einen veralteten Entwurf handeln. Das Kabinett Brüning aber hat kein Glück mit seinen Dementis! Gestern abend tobte die„Deutsche Allgemeine Zeitung:„Illoyale Beamte? Referentenent- wurf in der oppositionellen Presse. Strenge Untersuchung und Strafe notwendi g." Das Blatt beschwert sich über„Minierarbeit illoyaler Beamten" und stellt fest: „Der neuest« Fall auf diesem Gebiet betrifft die Veröfsent- lichung eines Entwurfes für«in O st h i l f e g e f e tz, das, ckaum fertiggestellt, in«inem Linkeblatt erschien, bei dessen Tendenz auf einen unfreundlichen Kommentar von vornherein zu rechnen war." Damit läßt stch die Regierungserklärung nicht verein- baren: denn sie spricht von„einem veralteten Ent- w u r s", während die„DAZ." von einem„kaum fertig- gestellten Entwurf" redet. Das Dementi hat un- recht, und die„DAZ." Hot recht. Nicht um einen vcr- alteten, sondern um einen ganz neuen Entwurf handelt es sich. Er wurde am Freitagabend ab- geschlossen und dem Inhalt nach am Sonntag in der „Frankfurter Zeitung" veröffentlicht� Wirtr man nun erklären. damit sei der Beweis erbracht, daß das Regierungs- dement! richtig fei, weil bei dem Tempo 5er Regierung Brüning ein Entwurf vom Freitag am Dienstag bereits veraltet fei? Das Dementi der Regierung wird in einem zweiten wesentlichen Punkte von der„Deutschen A l l g e» meinen Zeitung" entkräftet. Die Regierung ließ er- klären: „Entgegen anderen Nachrichten wird ausdrücklich festgestellt, daß die Mittel, die vom„R c i ch s f i n o n z m i n i st e r i u m" für di« Durchführung des Ostprogramms zur Verfügung gestellt werden, sich durchaus im Rahmen des Etats für 1930 halten. Eine weitergehende Steuerbelastung ist also nicht beabsichtigt." Gegenüber diesem Beschwichtigungsversuch stellt die „Deutsche Allgemeine Zeitung" kühl fest: „In der Sache würde der angebliche Entwurfstext der Versicherung der Reichsrcgicrung, daß dos Ostprogramm keine wesentlichen, den Etat belastenden Zuschüsse er- fordern dürfe, vor ollem wegen der Höhe der Bürg- schaften nicht entsprechen." Also: es ist kein veralteter, sondern ein ganz neuer Entwurf, er bewegt sich nicht im Rahmen des Etats, sondern wird ganz beträchtliche Zuschüsse erfordern. Wenn die Regierung ihn für sachlich berechtigt und not- wendig hält— warum dann die Verlegenheitserklärungen? Hält.sie ihn nur für notwendig, um dpr eigenen Existenz willeiv dann ist freilich ihre Taktik der Oeffentlichkeit gegen- über nur ein Ausfluß des bpsen Gewissens! Gebrüder Gaß verhastet! Auf frischer Tai beim Einbruch erwischt. Gestern tn später Abendstunde wurden die Gebrüder Crich undFranz Saß. die längere Zeit in verdacht standen, den verwegenen Raub auf die Disconto-Gesellschaft am wittenbergplah verübt zu haben, bei einem Einbruch in Moabit überrascht nnd ver- hastet. Der Inhaber eines ZIgarrcngcschästes im Haufe Flemming- straße 1 hörte gegen 22 Uhr im Keller unter seinem Laden verdächtige Geränsäie. Cr benachrichtigte sofort das zuständige Polizei- revler, und mehrere Beamte erschienen alsbald, um den Keller zu durchsuchen. Uli die Beamten den Hausflur bclralen, sahen sie zwei Männer über den hos lausen, die sich über die Mauer schwangen und das Weile suchten. Die Beamten ellten hinterher, und in der werststraße gelang es ihnen, die Flüchtlinge einzu- holen. Beide wurden zum Polizeirevier� gebracht, wo zur Ueber- raschung der vernehmenden Kriminalbeamten sesigeftellt wurde, daß es sich um die Gebrüder Erich und Franz Sah handelte. Die Festgenommenen wurden nach dem Polizeipräsidium gebracht. Lei der Durchsnschung im Keller des Hauses Flemmingstraße 1 wurde festgestellt, daß die Einbrecher versucht hatten, die Decke zum Laden zu durch'lemmen. Modernste» Einbrecherwerkzeug wurde vorgesunden und beschlagnahmt. Zusammeniriii des Reichstags. Freitag Deginn der Etatsberatung. Nach der Osterpause tritt der Reichstag am Freitag dh�er Woche, 3 Uhr nachmittags, wieder zusammen, um den Etat für 19 3 0 in erster Lesung zu erledigen. Die Beratung beginnt mit einer Rede des Reichsfinanzminffters Dr. M o l d e n h a u e r. Nach Beendigung der Aussprache soll dann am Sonnabend der Etat dem Haushaltsausschuß übergeben werden, der bereits am Montag seme Arbeiten beginnt. Das Reichstagsplenum wird sich am Sonnabend, »m dem Ausschuß Zeit für seine Arbeit zu lassen, nochmals für eine Woche vertagen.> Egon Wertheimer ernannt. Troh aller Treibereien der Konkurrenten. Genf, 29. April.(Eigenben cht.) Der Generalsekretär de» Völkerbundes l/0t den langjährigen Vertreter des„«oz. Pressedienst" und de«„Vorwärts" in London Dr. Egon W« x t h e i m« r am Dienstag zum Mitglied der Informationsabteilung des Völkerbundes ernannt. Wertheimer wird sein Amt voraussichtlich am 1. Juni antreten. * Damit ist dos Kesseltreiben endgültig gescheitert, das nament- lich gewisse Konkurrenten von Wertheimer in den ihnen nahe- stehenden Blättern inszeniert hotten, um dessen Kandidatur zu- gunsten der eigenen zu Fall zu bringen. Nichtsdestoweniger wird man stch dieses Verhalten, das ebenso taktlos wie schädlich war, für die Zukunft merken. Was müssen aber dabei die führenden, sich aus der ganzen Welt rekrutierenden Beamten des Völlerbundes, die solche Intrigen und Raufereien immer nur bei solchen Stellen erleben, die von Deutschen zu besetzen sind, für einen Eindruck von Deutschiland und seiner politischen Presse gewonnen hoben! Nechter ZLp.-Flügel wehrt sich. London, 29. April.(Eigenbericht.) In der Grafschaft Linlithgowshire(Schottland) haben 19 Orts- gruppen der Unabhängigen Arbeiterpartei ein« Sonderkonfe- renz einberufen, um die durch den Birminghamer Parteitag ge- schaffen« neue Lage innerhalb der ILP. zu erörtern. Die betresfen- den Ortsgruppen zählen zu dem rechten Flügel der ILP. Die Betn'ebsrätewahlen. Die Niederlage der Kommunisten. Der Kampf der Kommunisten um die Betriebsräte wurde bis zum vorigen Jahre vorwiegend innerhalb der Ge- werkschaften geführt. Im Namen der Verbände wurde in einem jeden Betrieb eine einheitliche freigewerkjchaft- liche Liste aufgestellt, auf der die Kommunisten entsprechend ihrem Einfluß unter den organisierten Betriebsangehörigen vertreten waren. Im vorigen Jahre hat die KPD. beschlossen, mit dieser Tradition allgemein zu brechen. Entsprechend der„neuen Taktik", die im Sommer 1928 vom 6. Kongreß der Komintern und dem 4. Kongreß der RGJ. beschlossen wurde, haben die Kommunisten versucht, den freigewerkschastlichen Listen „rote E i n h e i t s l i ft e n" entgegenzusetzen, auf denen als Kandidaten neben den Kommunisten insbesondere„r e v o- lutionäre Unorganisierte" vertreten sein sollten. Die Wahlen sollten unter der Parole geführt werden: der Hauptfeind sind die Sozialdemokraten und die„reformisti- schen" Gewerkschaften. Die unmittelbaren Ergebnisse der vorjährigen Wahlen waren für die Kommunisten— wenn man das Gesamtbild betrachtet— äußerst unbefriedigend. Noch bedeutender waren die mittelbaren Folgen der„neuen Taktik". Sie hat wesentlich den Prozeß der Isolierung(vorwiegend der Selbst- isolierung) der Kommunisten von den organisierten Arbeitermassen gefördert, der das eigentliche Kennzeichen der neuesten Entwicklung der deutschen Arbeiterbewegung bildet. In diesem Jahre ist der Versuch wiederholt worden, und seine Ergebnisse für die Spaltungsfanatiker sind noch ungünstiger, wenn auch die kommunistischen Blätter sich noch so sehr bemühen, nach bekanntem Muster Siegesberichte über Siegesberichte zu veröffentlichen. Die Mechanik dieser systematischen Irreführung der Oeffentlichkeit kann am besten an einem Beispiel erläutert werden. Anfang April brachten die kommunistischen Blätter folgendes Telegramm aus Düsseldorf: „In 102 Betrieben im Bezirk Niederrhein stellte die revolutio- näre Gewerkschoftsopposition rote Listen auf. Di« Gesamtbelegschaft in diesen Betrieben beträgt 45000 Arbeiter. In 60 Betrieben mit 32 000 Mann fand die Wahl bereits statt. Das Ergebnis ist folgen- des: rote Listen 14 319 Stimmen und 329 Mandate, Reformisten 6079 Stimmen und 79 Mandate, Christen 3700 Stimmen und 38 Mandate." „Aus der aufgemachten Meldung muß der unbefangene Leser den Eindruck gewinnen, daß im hochindustriellen Be- zirk Riederrhein die KPD. mit ihren roten Listen die Mehr- heit der Arbeiter hinter sich hat und in großen Siegen Re- formisten und Christen vernichtend geschlagen hat", schreibt der rechtskommunistische„Gegen den Strom":„Die Wirtlich- keit aber ist eine jämmerliche Pleite der KPD. bzw. der roten Listen. Denn bei nur 45 009 Arbeitern gibt es rote Listen. Für den Bezirk Niederrhein kommen aber rund eine Million Arbeiter in Frage. In früheren Iahren hatte die KPD. gerade in diesem Bezirk auf freigewertschaft- lichen Listen die Mehrheit der Betriebsräte in fast allen wichtigen Betrieben. Heute ist sie durch ihre wahnsinnige Taktik in neun Zehntel aller Betriebe ganz- lich ausgeschaltet." Die niederrheinischen Zahlen sind somit ein Beweis nicht der Stärke, sondern einer schweren Niederlage der KPD.. ein Beweis, der um so mehr ins Gewicht fällt, als es sich um ein Gebiet handelt, das auch den einzigen Reichstags- Wahlkreis umfaßt(Düsseldorf-Ost), in dem die KPD. bei den letzten Reichstagswahlen wesentlich mehr Stimmen als die Sozialdemokratie bekommen hat*). Gesamtergebnisse für ganz Deutschland oder für ganze Industrien liegen noch nicht vor. aber das Bild der Betriebs- rätewahlen ist in den Hauptzügen bereits klar. Der„Erobe- rung" der Metallarbeiter widmet die KPD. ihre Hauptkräfte. Wesentliche Erfolge bei den Betriebsräte- wählen zu erringen, gelang ihr aber im vorigen Jahre nur in den Metallbetrieben Berlins, wo die„roten" Listen •) Im Wahlkreis Düssekdorf-Ost hat die KPD. bei den Reichs- tagswahlen am 20. Mai 1928 238 728 Stimmen, di« SPD, 202 503 Stimmen bekommen, d. h. entsprechend 22.3 und 18,9 Proz. der Ge- samtzahl der abgegebenen Stimmen. Im ganzen Reiche gab es ins- gesamt Nur drei Wahlkreise(unter 35), in denen die KPD. stärker mar als die SPD. Dies waren— außer Düsseldorf-Ost— Merseburg(Mitteldeutschland), wo die KPD. 24.4 Proz., die SPD. 23,9 Proz. und Oppeln(Oberschlesien), wo sie entsprechend 12,7 und 12,6 Proz. aller abgegebenen Stimmen bekommen haben. Am 1. Mai: Fahnen heraus! in einer Reihe von Großdetrieben bedeutende Stimmenzahlen auf sich vereinigten. Für die Metallindustrie als Ganzes haben allerdings diese Berliner Erfolge der„roten" Listen n'enig zu bedeuten. Es genügt, zu erwähnen, daß nach der Statistik des Metallarbeiteroerbandes von insgesamt 35 600 in den deutschen Metallbetrieben gewählten Betriebsratsmit- gliedern ganze 288, d. h. noch nicht einmal 1 Proz., auf die „roten" Listen entfallen. Aber selbst in der Berliner Oase sind diesmal die Kom- munisten wesentlich zurückgeschlagen, wie wir an tsand der Ergebnisse in den Riesenbetrieben der AEG., des Siemens� Konzerns, von Borsig, Lorenz usw. seinerzeit hier aufgezeigt haben. In den wichtigsten bergbaulichen Bezirken(Ruhr, Mitteldeutschland, Oberschlesien) gelang es den Kommunisten seit Jahren, in den politischen Kampagnen große Arbeiter- mafsen um sich zu scharen. Im Ruhrgebiet hatten sie nach vor S bis C Jahren die Mehrheit der Betriebsrats- Mitglieder(zu einem nicht unbedeutenden Teil als Frei- gewerkschafter, zu einem Teil auf den Listen der inzwischen vorstorbenen Union gewählt) hinter sich. Diesmal wurden hier die„roten" Listen fast in allen Betrieben aufgestellt und durch eine wüste und äußerst energische Agitation gegen den „sozialfaschistischen" Bergarbeiterverband unterstützt. Die KPD. schien ihres Sieges sicher zu sein. Das Ergebnis der Wahlen laute: aber: S13 Freigewerkschafter(keine Kommunisten!), 613 Christen, 404„rote" Betrievsratsmitglieder, 72 sonstige. Es gelang den Kommunisten noch nicht einmal, die Hälfte der Mandate zu gewinnen, die diesmal von den freien Gewerkschaften erobert wurden, und selbst die Christen, die von der Spaltung der Klassenbewegung der Bergarbeiter profitieren, haben sich wesentlich stärker als die Kommunisten erwiesen. Wenn im Ruhrgebiet die KPD. sich noch auf eine beachtliche Zahl von Betriebsratsmitgliedern stützen kann, so ist sie im mitteldeutschen Bergbau, wo sie vor Iahren entschieden vorherrschte, heute so gut wie erledigt. Es wurden hier 523 Freigewerkschafter gewählt, 27„Rote", 19 Christen und 29 Gelbe. Kommunisten sind hier schwächer als selbst die Gelben! Roch ungünstiger für sie liegen die Berhältnisse in dem stark links orientierten sächsischen Bergbaubezirk Zwickau-Plauenscher Grund. Trotz aller Be» mühungen gelang es hier den Komunisten in keinem einzigen Betriebe, eine„rote" Liste aufzustellen. Die freien Gewerk- fchaften beherrschen hier unumschränkt das Feld. 9tur in Oderschleften, wo die Ardeiter zum Teil nur drei Tage in der Woche arbeiten, wo die wirtschaftlichen Aussichten äußerst ungünstig sind und der Verband g e schwächt ist, gelang es den Kommunisten und den E h r t st e n auf Kosten des freigewerkschaftlichen Verbandes bedeutende Gewinne zu buchen: nach den vorläufigen An gaben baben hier die freigewerkschaftlichen Listen nur 12 300 Stimmen bekommen gegen 19 376 im Vorjahre, die „roten" Listen aber 14 700 gegen 8877, die christlichen 8200 gegen 6790. Dies ist hier aber nicht der Sieg der Organt fation und des Klassenbewußtseins, sondern der Hoffnung� losigkeit und der Verzweiflung. Für die chemische Industrie feien nur zwei Riesen� betriebe angeführt, die jährÄang von den Kommunisten be- herrscht wurden, die Werk« m- Leverkusen und in Leuna. In Leverkusen oermochten die Kommunisten nicht einmal eine eigene Liste aufzustellen. In Leuna ist ihre Lage noch nicht so schlecht, aber auch hier sind die Wahlen für sie zu einer Katastrophe geworden. Die Sozialdemo- traten sind jetzt— zum ersten Male seit 10 Jahren— stärker in dem Betriebsrat als die Kommunisten(13 gegen 11). Selbst die kommunistische Presse mußte die Schwere dieser Niederlage zugeben. Noch entschiedener ist die Niederlage der Kommunisten bei den V e r k e h r s a r b e i t e r n. Der vorjährige kommunistische Sieg in der Berliner'Berkehrsgefell- s ch a s t wurde zu einem bedeutenden politischen Ereignis. Die freigewertschaftliche Lifte hatte von insgesamt 30 Man- baten nur 9, die„rote" Liste 17 gewonnen. Diesmal sind auf der freigewerkschaftlichen Liste 15 Betriebsratsmitglieder gewählt, auf der„roten" 9. Noch vollständiger ist der Sieg der Gewerkschaften in Hamburg, wo noch vor wenigen Jahren der kommunistische Einfluß bedeutend war. Bei den Hamburger Straßenbahnern hat die freigewertschaft- liche Liste 6273 und die„rote" 182 Stimmen bekommen. Im Hamburger Hafen sind die Kommunisten erledigt. Die kommunistische Presse sucht noch ein freudiges Ge- ficht zu wahren. In den führenden kommunistischen Kreisen herrscht aber völlige Ratlosigkeit. Deren sichtbaren Ausdruck bildet der Ansang April erfolgte— für die Außenwelt völlig unerwartete— Sturz des Leiters der Gewerkschaftspolitik der KPD.. M e r k e r, des Haupteinpeitschers der Taktik der „roten" Listen. Die freien Gewerkschaften und die Sozial- demokratie erscheinen nach den Wahlen stärker als zuvor, gestützt auf das wachsende Vertrauen der breiten Massen der Arbeiterschaft. Koniroll- oder Zrühstücksreise? - Was tut Staatssekretär Zweigert in Weimar? Am Mittwoch weilt der Staatssekretär im Rcichsmimstcr'ium bes Innern im Auftrage der Reichsregierung und in Ueberein- flimmung mit der thüringischen Staatorcgierung in Weimar. An sich eine überslüsstge Reise, nachdem der Reichsmiwister des Innern die seinerzeit von Severiirg angeordnete Sperre der 'Zuschüsse sür die thüringische Polizei in seltsamer Eile oufgehoben und damit entgegen seinen Versicherungen den gegen Thüringen cingeschlagcnm Kur» seines Amtsvorgängcrs ohne triftigen Grund offensichtlich verleugnet hat. Wenn man der thüringischen Staatsregicrung Glauben-schenken darf, ist diese Reise des Staatssekretärs Zweigert überhaupt nicht zur Kontrolle gewisser Akten oder bestimmter Zustände in der ihüringischen Polizei, sondern al» Erwiderung der Reise des thüringischen Staatcministers Baum nach Berlin oder, wie die thüringische Staotsrcgierung dieser Tag« offiziell oerlautbaren ließ, al»..Gegenbesuch" gedacht. Dr. Wirch hat diese Darstellung der Frick-Regierung bisher nicht dementieren lassen. Wir müssen deshalb bis zum Beweise des Gegenteils annehmen, daß Herr Wirch de in Putschisten Frick durch Herrn Staatssekretär Z weigert seine Referenz erweisen lassen will und der Fall Frick so zu einem sür das Reich geradezu beschämen- den Abschluß gebracht wird. Immer noch Abrüstungssabotage! Die bevorstehende Tagung der �brüstungskommission soll wieder um ei« halbes Jahr verschoben werden. Pvograrrnngemäß soll die Borbereiteich« A b rtfwngskotTVn ission des BöKerbunbes Mitte Juni in Genf nach längerer Pause wieder zusan-nwnlreten. Bisher hatte es immer geheißen, es habe keinen Zweck, sie zusmnmentretm zu lassen, solange eine Einigurig in der F l o tte n f ra g e zwischen den großen Seemächten nicht erreicht sei. Das war insbesc-ndere das französische Argument feit dem Scheitern der Ge.rset Dreiländerlonferenz zwischen England, Amerika und Japan ton Jahre 1927. Run ist die Einigung auf der Londoner Konfererrz er» zielt worden, urch Macdvnald, dem dieses Teilergebcns in der Hauptfache zu verdanken ist, hat unverzüglich das Gerreral- sekretariat von diesem Resultat in Kemünis gesetzt, offenbar uni die Einberufung der Vorbereitenden Kommission zu beschleunigen. Jetzt aber wird, und zwar wieder von französischer Seite, z B. in einem Genfer Bericht des.Journal des Debats". Stirnnmng gegen einen Zusammentritt der Kommission„schon" nn Juni und für ihre Vertagung bis auf Oktober, November oder Dezember dieses Jahres gemachtl Als neue„Argumente" für diesen aber- maligen Verschleppungsversuch wird einmal angeführt, daß man den Regierungen Zeit lassen müsse, die Londoner Ergebnisse zu prüfen, anderseits, daß man Frankreich und Italien die Möglichkeit lassen müsse, jene Einigung auf direktem Wege herzustellen, an deren Fehlen das Zustandekommen eines Fünfmächtepaktes in London gescheitert ist. Aus diese Ar» kann man allerdings die allgemeine Abnistungs- konferenz, deren Voraussetzung der Abschluß der Arbeiten in der Vorbereitenden Kommission ist. immer wieder hinaus- schieben; Frankreich und Italien haben es in der Hand, indem sie sich nicht einigen, die ganze übrige Welt in Schach zu halten. Und wenn sie sich sogar einigen, wird man immer einen neuen Vor- wand finden, jene Tagu«g zu verschleppen, auf htc«ndtlch all« Mächte werden Farbe bekqpnen müssen. Wir meinen ober, daß dieses kaum mehr neckisch« Spiel lange genug gedauert hat. Frankreich und all« jene, die mehr oder minder plump die Abrüstung hintertreiben, sollten sich hüten, die Geduld der Völker aus allzu harte Proben zu stellen und sich, vor feierlichen internationalen Verpflichtungen zu drückcul Die Tagung der Abrüstungskommisswn de» Völkerbünde« muß zu dem— ohnedies schon reichlich späten— Iunitermin stattfinden, insöpsondere damit die Jahresversammlung des Völker- bundez im September zu ihren Ergebnissen endlich Stellung nehme» und mit den Saboteuren der Abrüstung Fraktur reden, kann. Di« Abrüstungskommission d«r Sozialistischen JnterNiotionale, die am 5. Mai in BerSn, am Borabend der hiesigen Tagung der Exekutive, zusammentritt, wird nicht verfehlen, im Zusammenhang mit der ollgemeinen Lage nach der Londoner Konferenz auch zu dieser wichtigen Datumsfrage Stellung zu nehmen. Siimsons Rückkehr. Feierlicher Empfang in Tkev Herl New Jork. 29. April.(Eigenbericht.) Die amerikanische Delegation auf der Lon» doner Flottenkonferenz traf am Dienstag in New Pork ein und wurde von zahlreichen Beamten der amerikanischen Regie- rnng sowie dem stellvertretenden Bürgermeister von New Dort f« i e r l i ch« m p f a n g e n. Den Führern der Delegation wurde im Rathau» da» Ehrenbürgerrecht der Stadt New Jork erteilt. Nachmittags reiste die Delegation nach Washington weiter. Oer Krach bei Hilgenberg. Oeuischkonservaiive gegen Reichslandbund. Nachdem der Reichstagsabgeordnete F r e y t a g h- Loringhooen im Vorstand des schlesischen Landbundes gegen den Reichstagsabgeordneten R i ch t h o f e n unter- legen ist, hat Hugenberg den Deutschkonservativen Verein für die Provinz Schlesien gegen den Landbund mobil gemacht. Der Deutschnationale Pressedienst berichtet über die Versammlung der schlesischen Konservativen: '„Von besonderem Interesse war die Stellungnahme i der konservativen Landwirte. Es ist bekannt, daß der niederschlesische Landbund unter Führung des deutschnationalen Reichstagsabgeordneten Freiherr von Richthofen— bis vor kurzem einer der entschiedensten Anhänger Hugenbergs!— am heftigsten die Politik Dr. Hugenbgrgs gegenüber dem Kabinett Brüning bekämpft und aus die Annahme des„Junktims" gedrängt hatte— weil die Landwirtschaft sonst zugrunde gehen müsse! Wie die„Schlcsische Tagespost" nun berichtet, ist von den konseroativen Landwirten Schlesiens an der Haltung des Reichsland- b und es und besonders des niederschlestschcn Landbundes schärfste Kritik geübt worden. Es wurde dabei unier anderem betont, daß die schlcsische Landwirtschast ihre politische Anschauung nicht für winschostliche Vorteile preisgeben wolle und bedauere, daß der Landbnnd als wirtschastspolitische Vereinigung in die weltanschaulich bestimmie Politik«ingegrissen hat. Den konser- vativen Landwirten erwachse hier die Aufgabe, eine Aenderung der politischen Haltung des Relchslandbu-ndes-herbeizuführen. Df- Hugenberg. so hieß iS' weiter,'-hrachte-zutn ersten Mal« ein«-breit« nationale Front im Abwehrkämpf'ßegen" den Dömig-Plän-zusammen. Hugeu- berg' war e»'' auch,' der die sofortige Beratung de? Agtarvvelägen mit den Steuervorlagen erzwungen hat. Zun: Schluß brachte Gras Seydlitz-Sandreczki den Dank der schlesischen Konseroativen zum Ausdruck. Die Ja-Sag«r seien über die wirk» liche Stimmung auf dem Lande nicht unterrichtet, die Haltung des Landbundes aber werde lediglich durch die Ein- ftellung der Berliner Führer bestimmt." Es kracht also nicht nur in der Hugenberg-Partei, sondern auch im Landbund. Hugenberg revanchiert sich für die Spaltung, indem er sie selbst in den Landbund trägt! Krach überall! Die Demokraienkrise. Neue Proteste.— Parteivorstand einberufen. Der demokratische P a r t« i v o r st a n d ist auf Montag einberufen worden. �Voraussichtlich wird an diesem Tag beschlossen werden, daß der P a r t e i a u s s ch u h am 24. Mai in Berlin zu- sammentntt, um sich mit den inneren Auseinandersetzungen zu be- fassen, die in der jüngsten Zeit schärfere Formen angenommen und zu der Forderung der Einberufung aines außerordentlichen Parteitages geführt haben. Der Vorstand der Demokratischen Partei Berlin- Mitte veröffentlicht folgenden Beschluß: „Der Vorstand der Demokratischen Partei Bcrlin-Mitte hat mit Bedauern und Befremden von den Vorkommnissen Kennt- nis genommen, welche sich bei der Bildung des K a b i n s-t t s B r ü n i ng abgespielt haben: Er erblickt in der Unterstützung dieser Regierung durch die Demokratische Partei einen Mangel an zielbewußter Führung und einen Bruch mit Grund- sätzen und Forderungen der Partei sowie eine Gefahr für ihren Fortbestand. Er ersucht den Berliner Parteitag, die sofortige Einberufung eines außerordentlichen Reichsparteitages zu fordern mit der Parole, die B e- Ziehungen der Partei zu der Regierung zu lösen. Diese Forderung ist das Gebot der Stunde." Die demokratisch« Fraktion des Hessischen Landtages hat beschlossen, an die demokratische Reichstagsfrak- tion das dringende Ersuchen zu richten, den Panzerkreuzer B abzulehnen. Nur stille, kein Geräusch gemacht? Der Geschäftsführer der demokratischen Fraktion des Preußischen Landtages veröffentlicht im„Demokratischen Zeitungsdlenst" rnm I.Mal spricht der zweite Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes Genosse PETER GRASSMANN über: »Vierzig fahre erster Mal" im Berliner Rundfunk um 7.30 Uhr. eine Solida ritätserklärung mit der demokratischen Reichstagsfrattion. Die Veröffentlichung schließt mit dem folgenden klassischen Satz: „Für die Deutsche Demokratisch« Partei besteht nicht der ge- ringst« Anlaß, durch unnötige Erregung besonderer Aufmerksamkeit die Auseinandersetzung zwischen Zentrum und Sozialdemotratte abzuschwächen." Die nach rechts drängenden Demokraten möchten im Dunkeln munkeln'— aber die„Erregung besonderer Aufmerksamkeit" macht sich eben von selbst, und ein rettendes Mauseloch ist nicht zu ent- decken! Wofür die Gpalipilze demonstrieren. Der 1. Mai als kommunistischer Kampftag gegen die So» zialdemokratie. istosklM, 29. April.(Ost-Cxpreß.) Mit den: Herannahen des 1. Mai wächst auch die Zahl der Artikel in der Sowjetpresse, die diesen Tag, abgesehen von seiner sonstigen Bedeutung als proletarischer Weltfeiertag. als einen Kampftag gegen di« Sozialdemokratie ausgestaltet wissen wollen. In einigen dieser Artikel treten sogar alle übrigen Maiparolen gegenüber dieser einen zurück. Es ist oor allem die„Prawda" als Zentralorgan der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, die die Notwendigkeit einer„Zerschmetterung" der Sozialdemokratie predigt. Llmzugsverboi für Nazis. Eine Anordnung des badischen Innenministeriums. Karlsruhe, 29. April. Der Minister des Innern hat sich, da es anläßlich eines van den badischen Nationalsozialisten in Durlach am 27. April veranstalteten sogenannten„Deutschen Tages' zu schweren Aus- schreitungen gekommen ist, an denen hauptsächlich uni- formierte Nationalsozialisten aus der Pfalz beteiligt waren, veranlaßt gesehen, mit sofortiger Wirkung Im gesamien Land« alle offiziellen Kundgebungen, Umzüge. Aufzüge, Durch. Märsche und Versammlungen unter freiem 5)immel oder in ge- schlössen en Räumen, zu verbieten, o» denen sich Mitglieder aus badischen nationalsozialistischen Organiso- tionen in Uniform beteilige», außerdem sind die Bezirks» ämtcr ermächrigt, alle Kundgebungen usw. zu verbieten, sofern durch die Beteiligung von Notionatsoziolisten in Bundeskleidung die Gefahr einer Störung de» öffentlichen Friedens gegeben ist, Das böse Gewissen. Oer„Deutsche" als Protektor der Sozialreaktion. Das Organ der christlichen Gewerkschaften, der„Deutsch fühlt sich in legier Zeit in erster Linie alz Organ zur Ke- kämpfung der Sozialdemokratie und zur Berteidigunz sozialreaktionorer Zlbsichten der Regierung Brüning. Vor wenigen Tagen bracht« das Blatt einen Aufsag gegen den früheren Reichs- arbeitsminister W i s j e l l< der vor Unwahrheiten trieft. In ihm wird Wijsell u. a. zum Vorwurf gemacht, dag das Arbeits' schutzgeseg, das Geseg über die Berufsausbildung, über den Reichswirtschaftsrat noch nicht erledigt sind, ob- wohl in Wirklichkeit ausschließlich der Reichstag die Schuld trägt. Ihm sind diese Gesegentwürfe bereits vor Jechr und Tag zugeleitet worden, ohne dag er sie bisher verabschiedst hätte. In bezug auf das Arbeitefchutzgeseg ist es außerdem, wenn man über- Haupt von einer Schuld sprechen will, die Schuld des Zentrums- abgeordneten Esser, der als Vorsigender des Soziolpol!» tischen Ausschusses weit mehr die Verantwortung für die Nicht- erledigung des Arbeitsschuggesetzes trägt, als der früher« Reichs- arbeüsminister. Noch unbegründeter aber sind die Vorwürfe, daß bisher das Klcinrentnergcsetz noch nicht vorgelegt worden ist und an- gekündigt« Verbesserungen für die Kriegsbeschädigten unterblieben sind. Das Zkleinrentnerverforgungsg«i«tz ist vom Ar- beitsministerium feit langem fertiggestellt, es wird aber nicht vorgelegt, weil alle bürgerlichen Parteien wegen der damit verbundenen Belastung der Reichstass« g e g e n ein solches Gefeg sind. Und was schließlich die Kriegsbeschädigten anbelangt, so ist es der Reichsarbeitsminister Wissell gewesen, der gegen die Kürzung der Bezüge der Kriegsbeschädigten den hefligsten Kamps geführt hat, dabei aber durch die bürgerlichen Minister, auch die des Zentrums, niedergestimmt wurde. Di« Haltung des„Deutschen' ist lediglich von Haß und Per- blendung bestimmt. Man fürchtet, daß die unsoziale Politik der jeßigen Regierung die Stellung der christlichen Gewerkschaften schwächen könnte und glaubt dem durch«inen Haßseldzug gegen die Sozialdemokratie vorbeugen zu können. Deshalb fei sestgestell-, daß die jetzigen Angriffe des„Deutschen" gegen die Sozialdemokratie und die Verteidigung der Bürgerblockregierung wider besseres Wissen erfolgen. Unmittelbar nach dem Rücktritt der Regierung Müller hatte das Blatt eine ganz andere Auffasiung, sah es ebenso wie die Sozialdemokratie die Urßache für den Sturz der Großen Koalition in antisozialer Gesinnung. Damals schrieb das Blatt: „Allerdings das, um was es zuletzt und setzt noch geht, das begreift man durchaus. Es gehl darum, wo gespart und reformiert wird, und hier möchten Kreise der Finanz und Wirtschaft wie immer die Lasten arm die Schultern der Vi a s s e n abwälzen und mit dem Sparen und Abknapsen bei der Sozialversicherung beginnen. Wir haben, als die ersten Versuche erkennbar waren, und sväter. als Moldeichauer mit seinen Vorschlägen herauskam, keinen Zweifel darüber gelasien, daß die christlichen Arbeiter eine solche Politik mit aller Schärfe be- kämpfen. Man saniert am falschen Ende, man versucht am falschen Ende zu sparen und abzubauen. Keine Regierung wird es wagen dürften, die Sozialversicherung abzubauen, im besortdyren mchtv die Leistun- Hen d«r ArbeitslchenvsrjicherunZ hsrabzüfMen." - Obwohl trotz dieser schönen Wort« die Regierung'Brüning die Zbllmittel der Invalidenversicherung um järhstch 20 Millionen v e» kürzt hat, obwohl sie die Zuschüsse der Invalidenversicherung aus der Lex Brüning weiter herabgesetzt hat, kämpft man nicht gegen diese Regierung, sondern gegen die Sozialdemokratie. Wenn diese Kampfesweise überhaupt«inen Sinn hat. so nur den, daß man der Regierung Brüning bei der Verwirk- lichung ihrer unsozialen Absichten Vorschub leisten will. Tut man das, so wird man auch die Verant- wo r t ll n g dafür tragen müssen. Oer Hochverrai in der Reichswehr. Das Verfahren gegen die Hakenkreuzosfiziere. Leipzig. 2S. April. In hem Verfahren gegen die Reichswchroffiziere S ch e r i n g e r und Ludin. sowie den Oberleutnant o. D. Mendt wegen Vor- bereitung zum Hochverrat wird vor dem 4. Strafsenat des Reichs- gerichts unter Vorsitz von Senatspräsident Lorenz voraussichtlich in der erstell Hälfte des Monats Mai Haftprüfungstermin stattfinden, da sich die Angeschuldigten dann zwei Monate in Haft befinden. Bayern und die Osthilfe. Die bayerische Ostnot schon wieder entdeckt. Dem deutschen Osten will die Brüning-Regierung mit einem ganz besonders reichlichen Ostprogramm„helfen". Klar, daß auch Bayern wieder entdeckt, daß es eine Oftgrenze hat. Und man wird sich nicht wundern dürfen, wenn hinter den Kulissen beim Kuh- Handel der Parteien über da, Osthilsegefetz auch Bayern sein Pfund Fleisch oerlangen wird. Man hat ja fein« Ersahrungen von srüheren Osthilfen. Jedenfalls dürfte es kein Zufall fein, daß die ..München-Augsburger Abendzeitung", der„Lokal- anzeiger" von München, entdeckt, wie entsetzlich viel Zwangsversteige- rungen das Jahr 1323 für die Oberpfalz gebracht hat. Es seien noch einmal soviel Bauernhöfe wie im Jahre 1328 versteigert war- den und gor siebenmal mehr als im Jahre 1327. Dann wird«ine Rechnung aufgemocht, und in dieser Rechnung erscheinen neben den versteigerten Landgütern Schlösser, K rastzentralen, Hotels, Gastwirt- ichaften, Metzger, Bäcker, Sägewerk«, Apotheker, Bankiers, Bauunternehmer und sogar ein Oberingenieur, die im vergangenen Jahre alle pleite gegangen sind. Di« Notlage des bayerischen Ostens ist also schon festgestellt. Wann werden die Ansprüche an das Reich zur Beseitigung dieser Notlage und zur Besitzbefestigung bekannt werden? Der Nechksaosschuh des preußischen Landlags lehnte einen An- trag der Wirtschoitspartei für«ine sogenannte Rdeinlandomnesti« (Fememörder) gegen die Stimmen von Wirtschaftspartei und Deutschnationalen ab. Professor Butler in Berlin. Zu Ehren von Proieslor Butler veranstaltete die Deutsche Hochschule für Politik«>>' Frühstück, an dem Reirbsauhenministzr Dr. Curtius, der amerikanische Bat- lchmter, Reichsminister a. D. Dr. Hilserding und lsteichsgeriästs- Präsident a. D. Dr. Simon» teilnahmen. Prosestor Butler ist der Präsident der Columbia-llniversität in New Park, an der jetzt 40000 Studenten eingeschrieben find, und Leiter der Carnegie- Stiftung. Am Nachm nag sprach Professor Butler über die poli« tische Blldungsarbest tu de» Bereinigten Staaten von Amerika. Gchieles Danaidenfaß. Schiele:»Ehe das hier nicht bis zum Rande gefüllt ist, werdet Ihr mich nicht los?'' Schobers pariser Verhandlungen. Bedingungen französischer Anleihegewährung. Part», 23. April.(Eigenbericht.) Der Pariser Besuch des Bundeskanzlers Schober, der weiteren Besuchen in London, Budapest und Prag vorangeht, rückt das Pro- blem Dsutschösterreich wieder in den Vordergrund, hinter den sieundlichen und unverbindlichen Phrasen, mit denen Schobere Pariser Besuch motiviert wird, verbergen sich Probleme, die Schicksalsfragen für die Zukunft der ö st erreicht- schen Republik und damit für das politische Gleichgewicht in Zentraleuropä bedeuten. Die Tatsache, daß der französisch« Plan, Oesterreich im Rahmen einer Föderation der Donau st apten wirtschaftlich lebens- fähig zu machen und die Anschlußbewegung zu vertilgen, wohl für absehbar« Zeit als gescheitert betrachtet werden kann, hat die französischen B e s or g n i s s« über die zukünftige Entwicklung Oesterreichs vertieft und verschärft. Der Quai d'Orsay gibt sich keinerlei Illusionen darüber hin, daß OesfefrÄch in seiner gegen Markig en Form rrnt Mv seht geringem Maße lebensfähig und in sehr hohem Maße anlehnungsbedürftig ist. Öb dieses Anlehnüngsbedürfni» sich'nun oIs'Änschluß„gefahr" an Deutschland auswirkt oder in die von den Heimwehren tatkräftig gefördert« Richiung eines engeren Bedürfnisses mit Rom gedrängt wird, sicher ist, daß Frankreich in beiden Möglichkeiten ein« schwere Gefahr für seine mitteleuropäische Politik erblickt. Damit sind die Richtlinien der französischen Polit'k für Oester- reich gegeben und zugleich die Erklärung dafür, warum die g e. s a in t e französisch« Press« dem Besuch Schobers einmütig so außer- ordentliche Bedeutung zuschreibt. Die Richtlinien dieser Politik lassen sich wie folgt zusammenfassen: Oesterreich muß— um jeden Preis— feine absolut« staatliche und politische„llnabhäng-gkeit" bewahren. Der Preis dafür: weitestgehende Stützung der österreichischen Wirtschaft und Finanzen, selbst auf die Gefahr hin, daß man ein objektiv nicht lebensfähiges t Oeslerreich durch sorlgeschke kreditkampserinjeklionen künstlich am Leben erhallen muß: Verminderung des inneren Druckes und der dadilrch gegebeneu außenpolitischen Gefahren durch möglichst weitgehend« K r ä s t i« gung der Zentralgcwalt. Das ist zugleich das Geheimnis der starken Beliebtheit des Herrn Schober in Paris: die Derfosiungs- reform Schobers hat, wie man sich hier ausdrückt, die„politische Kreditwürdigkeit" Oesterreichs gehoben. Man sieht in dieser Per- fasiungsreform«ine Entmündigung Oesterreichs, das politisch zum Spielboll einer Regierung werde, die ein I n st r u- ment ihrer Kreditgeber, der Finanziers darstellt, auf die Oesterreich in seiner gegenwärtigen Form auf Gnade und Ungnade angewiesen ist. Das ist somit der eigentliche Inhalt der Pariser Verhandlungen Schobers. D« französische Presse spricht das unumwunden und mit einer Deutlichkeit aus, die nichts zu wünschen übrig läßt: Frank- reich ist bereit, in den Verhandlungen um eine neue österreichisch« Anleihe Schober im weitesten Maß« entgegenzukommen: Frank- reich wünscht sogar aus den oben skizzierten Motiven, Oesterreich finanziell zur Seite zu stehen, wenn Schober al» Gegenleistung enksprechende Garantien in der Anschlußsrage. der inneren Abrüstung und seiner italienischen Politik gibt. Wie weit Schober auf diese Bedingungen eingeht, läßt sich heut« noch nicht lagen. Die Oessentlichkeit wird«5 voraussichtlich auch nachher lange Zeit nicht erfahren! Schobers Befriedungsplan. Eine Oenkschrist an den Völkerbund. Durch eine Beröffentlichuilg des Londoner sozialistischen„Daily Herald" erfährt man den Inhalt einer Denkschrift, die die österreichisch!! Bundesregierung vor einiger Zeit durch den General- sekretär des Völkerbundes an den Präsidenten des Rates gerichtet hat. Dieses Schreiben ist gewisierinaßen die Annvort aus die Be- merkung, die B r i a n d zu dem Bericht über die Aufhebung der Militärtontrolle in Oesterreich gemacht hat, daß nämlich di« Ab- rüstungsvorschristen von St. Germain nicht erfüllt seien! Wie oerlautet, werden in dem Schreiben nähere Mitteilungen über die in Oesterreich vorgesehenen gesetzlichen Mahnahmen zur Entwaffnung der privaten, militärisch ausgerüsteten Dcrbände gemacht. Die Kot« soll einen ausschließlich informatorischen Cha- lakter tragen. Man hat hier den Eindruck, daß dl« Note den Zweck verfolgt, Bedenken, die hinsichtlich des Standes der militäriichcn Rüstungen der privaten Verbände aufgetaucht find, entgegenzutreten und besonders auf die von der österreichischen Regierung bereits er» grissenen(!) und geplanten Maßnahmen aufmerksam zu machen. Das He.denstück von Honabrunn. Wien. 23. April.(Eigenbericht.) Angesichts der Erregung, die sich der Arbeiterschaft wegen des Verbots der Marseier in Hollabrunn bemächtigt hat, wird ange- nommen, daß der niederösterreichische Landeshauptmann am Mittwoch das Verbot aufheben wird. Der sozialMiiokratische Bürgermeister von Sankt Pölten hat gegen das Verbot der sozialdemokratischen Kundgebung am Sonnabend in Sankt Pölten beim Landeshauptmann protestiert. Der Landeshauptmann kündigte seine endgültige Entscheidung für Mittwoch an. Aber selbst wenn die sozialdemokratisch« Bersamm» lung verboten bleiben sollte, werden sich am Sonnabend Tau- sende Schutzbündler aus Wien und Niederösterreich nach Sankt-Posten begeben'- uniK�er dortigen Arbeiterschaft einen Besuch abstatdm"Das kabit ihnbr iirenfayb verwehren: Die Warschauer ltntersuchung. Allen bei petl;ura-Leuen« zfatast. äiiärlottenburq. Koiscr-griedrich-Slr. 24. Monlaci, J. fflai, 20 Uhr. cdinrMs G-sellsSott-chau«, �cuchtflr. 36«. 6. Moi. 20 Uhr. Vraurrei, Chalissccstt. 04. Mi-twoch, 7. Mai. 20 Uhr, S!at on-lhok.»i-lowslr. 37. gr-i-oq, 0. Mai. 20 Uhr.«iirdl-Drauerci. Nrukelln. Hrrmannsrrabe. Eisentahncrl Kollegen! Besucht die Ber- samnclungen eurer Dienststellen. Kampf um die Bettiekis-räte drifft hie Tagesordnung. Referent ii't der Genoffe Cmil Barth, ehemaliger Boik»- heauftragter/ Der Betrict-srittewahlkampf hat begonnen. In trauter «Semeinschast finden sich Elemente ron link« und recht«, um die ÄrdcU der freien Deroerktchaften herabzusetzen und deren gunktionürc und Mitglieder auf« schiindlichfte' zu nerleumden. Kollegen, erscheint zahl- reich E« mutz endlich der Weg frei gemacht werden. Wir organi- sterten Arbeiter Müllen die Leute, da unsere lbewerkschaftsarbeit bindern wollen, gründlich abschütteln. Ohne Eisenbahnerausweis kein Zutritt. Die Parteigenossen sorgen für Saalkontrolle. Der Lcrdeauifchutz der SPD.-Eisenbahner. ? ci sh; 1 rl n Zentralverband der Zimmerer Dents�lanZ»«, Zahlstelle Berlin und Umhegend. Maiversammlung! Die Kameraden der Bezirke 22, 23, 33, 38, 39, 42, 43 und 46 nehmen an der Versammlung des Ortcausirlmffes des ADäB. ihre» Bezirkes teil. Vlle übrigen Kameraden der Zahlst?«« Berlin urb Umqeye,'d Settilipe« sich an d?r Bersammlung im Böhmische» Brauhaus, Landsberger Vllee 1t bis 13, um 10 Uhr.__ Der vorstand. frreie �ewerkschafts-�uoend�erUn Ingen l>b«rat>i»g»stelle im cOcwrrkschaftshou», ckngrlufcr 24—25, Z. 26. Lvrechstunde von l3'4 bis 20 Uhr.— chsut«, Mittwoch. IStj Uhr, log-n " die Truppen: Baumfchnlenweg: Iugendhrim Ernststr. 16. Kritik an drr Oftcrsahrk.— Rordring: Jugendheim. Schule Sonuenburger Str. 26. Bir'-aq: ..Ueber den Kapp-Vustch".— Schönhaufee lor: Jugendheim Zehdenickcr Straf« 24—26. 2. Abend d-v Arbeitsgemeinschaft:»Die lbemcinschaft der Sc- schlechter".— Weifiensee: Gruppenhcim Deißensc«, Barkstr. 36. Sine Reichs- togsfitzuna.— Reuköln: Trupvenheim Bergstr. 20 Barrrag:„Was lind di- Ursachen der Arbeitslosiqkeitl"— Süden. Südwesten: S'ädt. Iugendhe m, Bvrckslr. U. sZairikgidLude). Bortrag:„Moderne Technik".— zUechafent IugendhelM Neukölln, sslughgfenslr. KS. Vortrag:»Da» Lehrlingsrecht". .�uaensipruvve �es?e»'es sier Nnoe�ettten zK» Leute. Mittwoch, finden folgende Bcranstattungen statt: Eesunbdrnnnen: � Jugendheim Drthstr. 10, pt. Vortrag:..Unser« Forderungen zum kam- Menden Berussausbildungsgetetz". Referent: Erwin Bunzel.— Rordivrft: Jugendheim Danziger Str. 62 i Baracke 3) Ausspracheabend:„Wir und die Berufsschule".— Osteu: Jugendheim der Schule Litauer Str. lS. Schallpiatten. vortragt„Arbeiterdichrungen".— Schönhauser Vorstadt: Jugendheim der Schul« gasrairenallee 81. Lustig'« Aprilende.— Stralau: Jugendheim der Schule ctohlerstr. 61. Bunter Abend.— Reukölln: Jugendheim Behmisch« Str. l— t. Ecke Kanncr Straße. Leteabend:„Soziale Märchen".— Südsst- Jugendheim Wrangcsstr. 128. Ausspracheabend:„Die Bedeutung de« 1 Mai".— Spandon: Jugendheim Lindenufer I. Vortrag:„Die'Jugend im ZdA." Referent: Seinz Mann.— Potsdam-Rowaw«»: Jugendherberge in Nowawes. Vriestcrflratze. Lichtbildervortrag:„Wilhelm Busch". Referent: Georg Heilbrunn. Verantwortlich lür Politik: Dr. Dutt Seger: Wirttchatt: U». Ktixgelhöler: kew-rkschaltsbewegung: 3. Steiper; ftzeuilleton!». S. Döscher: Lokale» und Sonstioes: Aritz Karstadt: Anzeigen: Id. Slock«: sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärts-Berlag S. m. b. Berlln Druck: Vorwärts-Buchdrucker-s und Berlaasanstalt Paul Singer u. E».. Berlin ED 68. Llndenlkrah» 8. Hierzu 8 B-ilagea,.UuterhaUuag»ad Wissen" Up».Iugend-vorwärt«'. Ik. 290» 47. Jahrgang Mittwoch, ÄS. April-t930 ............ i*~a—*m*mmmmmmmmmammmmmmmMmmBmmm*mum__________________________________________ itedfparlameiil wieder ai der Arbeii Für den Sdiuiz der Säuglings-' und Wöchnerinnenfürsorge. Die Stadtverordnekcu traten gestern zu ihrer ersten SHung«ach tef Öfter pause zusammen. Die Bet- fammlung beschäftigte sich in erster Linie mit der Erledigung kleinerer Vorlagen, die noch ans früheren Sitzungen znrückgeblZebeu waren. Auf Antrag der Sozialdemo. traten wurde die Einschränkung der Sparmatz. nahmen in der Säuglings- und Wöchnerinnenfürsorge be- sckstosten. Die Sitzung begann mit kleinen ReÄeMnkeleien: einige An- fragen der Kommunisten und ihrer nationalsozialistischen Gegen- spie'er lieferten das Material dazu. Die Anlässe waren allerdings recht bescheiden: Bei Schuloutn�neprufungen für das Sophiengyninasinm sollen einig« jüdische Kinder durchgefallen sein. worüber such die— Nationaliozialisten ausregten Sie dehnten diese Zlusregung aus auf das Verbot des national sozia- listischen Schulerbundes an einem Gumnasiun,, dessen Direktor Demotrat ist. Ein Mitglied dieses S«chül«rbundes war eil der Mordkolonn« in Röntgental beteiligt, stellte der Stadtinedizina'rat Professor Dr.' n. Drigalskq in Per- trewng des erkrankten Stadtschulrates fest. Die Schließung des schwach in Anspruch genomnienen Obdacklasenasrzls in Charlotten- bürg begründete Stadtrat Orkmann(Soz.) aus eine kommunistijche Llnsrage hin mit Sparsamkeitsrücksicht«i. Einen von 7» Asrstisten eingelegten Protest gegen die Schließung hatten nur 4 Tharlosten- burger Asististen unterschrieben, die anderen waren aus der Fröbel- ftratze.— Einstimmig zuzestirmnt wurde der Vorlage des Magistrats wegen der Auslösung und Verlegung mehrerer Schulen in Ehar- laktenkmrg. Es handelt sich um die Auflösung der chindettburg- Realschule, der Lerlegung�des früher Klokewschsn Lyzeums in die Räum« der chindenburg-Schule und die Ueberlasiung der bisher vom VI. Lyzeum benutzten Mieträum« an die Hilisberufsschule. — In einer Anzahl Bezirke sind die Bewohner von Lauben zur Räumung ihrer provisorischen Wohnungen aufgefordert worden. Die Versammlung beschloß einstwwrog, die Bezirikömter zu er- suchen, die Räumungsbesehle zurückzuziehen, bis den Lauben- bewohnern Wohnungen zugewiesen sind. In einem Dringlichkeitsantrag hatte die fozialdemokrati- sche Fraktion gegen die Härten protestiert, die durch die Sparmaßnahmen in der Säuglings, und Wöchnerinnen- fürsorge hervorgerufen sind. Räch dem Antrag, der mit großer Mehrheit angenommen wurde, soll der Satz von M Liter Milch für Säuglinge überschritten werden, wenn der Arzt es bofürworiet. In der Wöchnermnentüriorg« sollen die Leistungen nach den alten Grundsätzen wiederhergestellt werden. Schließlich soll die Stadt bei besonderer Bedürftigkeit der Unterstützten einmalige Zuwendungen an Wäsche usw. geben, wenn die Leistungen der Famiiienhilfe der Krankenkassen germgcr sind als die Leistungen der Wochcnfüvsorgc. — Dann �entlarvten" die Kommunisten wieder einmal die Sozial- denwkraten. Na 6, einem kommunistischen Antrag sollt« der Magistrat am l. Mai alle Betriebe und Büros schüetzeu: dieser Antrag sollte nach dem Willen der Kommunisten vorweg beraten werden. Die sogizi demokratische Fraktion lehnte gegen Kommunisten und Nationalsozialisten die vorzugsweise Behandlung ab, weil sie den 1. Mai mrmer noch als«inen Kampftag be- trachtet im Gegensatz zu den Kommunisten, die die stadtischen Ar- bester, Angestellten und Beamten auf Befehl feiern lassen wollen. Sozialdemokratische Freigewcrksckattler lasten sich zur Feier des 1. Mai nicht durch Stadkerordnetenbeschlüste kommandieren! Merkwürdige Ding« haben sich im Bezirk Pankow beim Bau des Altersheims In der Schönholzer Heide abgespielt. Für den ver- höltnismätzig einfachen Bau wurde ein Preisausschreiben«vlassen, der Preisträgerin, einer de.r teuersten Architektensirmen in Berlin, wurde dann nicht nur die Bauausführung, sondern auch die Bau- ansticht über die ganze Anlage übertragen. Allein sür Entwürfe wurden z.B. 68000 Mark berechnet. Jedenfalls haben bisher bei solchen Profanbauten stets die st ä d t i s ch« n B a u ä m t e r Ent- rourf, Ausfuhr! mo und Bauaufstcht übernomnren. Ein Unier- fuchnngsausfchutz der Stadtverordnetenversammlung hat jetzt ver- sucht, in die dunkle Angelegenheit Licht zu bringen, das ist aber nicht in wünschenswertem Unnange möglich gewesen. Gesterir nahm nun die Versammlung einen Bericht des Ausschusses entgegen: dabei tenn, zeichnete Stadt veroroneter Sleicder(Soz.) noch einmal die Vorgänge.— Für die benachleiligkcn Beamten der Spar-» kasie wurden mir großer Vtehrheir bessere Vesärderungsmöglich- testen beschlossen.— Eine Reihe kleinerer Vorlagen wurde ohne Debatte verabschiedet, danunter die Nachbewilligung von 83 000 Mark aus Vonbehaltsmitteln für den Verwaltungshaus- neubau im Bezirk W e d d i n g.— An den Haushnltsaiisschutz und an«inen Sonderausschutz wurde ein« so große Anzahl von Anträgen überwiesen, daß sür die Tagesordnung der nächsten Sitzung„nur" noch 25 übrig bleiben. Mit 103 Tagesordnung«- punkten hatte die Versmrmlustg begonnen. * An die Stelle des ausgeschiedenen Stadtverordneten Dr. Kawerau kSoz.) ist nunina!)r der sozialdemokratische Lezirksoerordn«te Simon K a tz« n st« i n- Charlotte nburg in die Stadtverordnete nocrlannnlung j eingetreten. Todessturz auf einen Zaun. * Entsetzlicher Tod eines jungen Bauarbeiters. Aus enksehlichc Weise ist am Dienstag nachmittag der Wjährige Bauarbeit« Mllt Alaudie, aus der Rüge- ftratze 4 in Sieglitz ums Lcchen gekommen. Der junge Arbester war auf dam Neubau in der Arndts trotze 3 'n Steglitz in der Höh« des Zwesten Stockwerke? beschäftigt. Beim Ueberklettern ein«« Gerüstes verlor Klaudiu» plötzlich das G laich- gewicht und stürzte kopfüber aus die Stratz« hinab. Der An- glückliche sauft« auf den mit taugen Spitzen versehenen Garkenzauv und wurde buchstäblich aufgespießt. Aus die furchtbaren Schmerzensschrei« des D«u«glückte» eilten Arbeitskollegen hinzu, dt« sofort die Feuerwehr alarmierten. Der Bedauernswert«, k« trotz s«mcr schweren Verletzungen noch lchwach«'Leben�eichen von sich gab, wurde aus seiner furchcharen Lag« befreit und in das Lichterfelder Kreiskrankenhaus gebracht. Hier ist er kurze Zeit nach feiner Einliefen! ng gestorben. * Ein Einsturzunglück hat sich gestern vor dem Postamt N. öS in der Eberswalder Straße 10/12 im Noichen Berlins er- eignet. Dort werden zur Zest Aucschachbutgs-arbeiten für Postkabel vorgenommen. Der etwa drei Meter tiei« Schacht ist mit Bohlen Überdacht. Aus noch ungeklärter Ursache gab das Erdreich plötzlich nach und der Bohlenbelag brach zusammen. Drei Pasianten, zwei Frauen und«in Arbester, wurden mit hinuntergerissen. Die 64 jährig« Frau Minna E ö s i ck« aus der Schrvedter Strotz« 30 erlitt bei dsm Sturz so schwer« innere Verletzungen, daß sie in? Krankenhaus am Friedrichshain gebracht werden mußte. Di« beiden anderen Verunglückten kamen mit leichteren Verletzungen davon.— Gestern nachmittag»wurde der 3jährige Fred G e itke aus der Rüdersdorfer Straß« 21 beim Ueberschreiten des Fahr- dmnmes in der Fruchtstratz« von einem Lieferauto überfahren und schwer verletzt. Dos unglückliche Kind starb auf dem Trans- pmt zum Krankenhaus.' Berlin erhält ein neues Hochhaus. Di« Reichsvers ichernngsanstalt errichtet« neben ihrem großen Hause am Fehrbellincr Platz einen zehn- stöckigen Erweiterungsbau, der das erste Hochhaus Wilmers- dorfs werden wird. Die Reichsversicherungsachtalt braucht den Neubau vor allem für das Archiv und die Kartothek mit 2 4 M i l l i o- n e n K a r t e n, die in den bisherigen Räumen nicht mehr Übersicht- lich untergebracht werden können. Das Hochhaus, das sich von der Konstanzer Straße bis zur Ruhr- und Westfälischen Straße erstreckt. wird sich in seiner äußeren Fassade und in seiner Struktur den, schon bestehenden Gebäude anpassen. Die Arbeiten am Haupstsil des neuen Hauses sind bereits sowest vorgeschritten, daß voraussichtlich im September mit der Inneneinrichtung begonnen werden kann. Im Oktober sollen die neuen Räurn« bereits bezagen werden. GroßsrWaldbrand bei Bernau Stundenlang wütete ein Ziiesenfener. («st» Großfeuer wütete gestern nachmittag stunde»- lnng mit großer Heftigkeit in dem zur Försterei Uetzdorf bei Bernau gehörenden Forst. Als das Feuer bemerkt wurde, stand bereits eine etwa 20 Moc- gen große Kiesernschonung in Flammen. Der starke Wind trieb das Feuer auf das angrenzende Waidgebiet. Die freiwilligen Feuerwehren standen dem Graßscuer. das inzwischen ein Gelände von etwa 40 bis 50 Margen ergriffen hatte, völlig machtlos gegen- über. Schugpoliz«!! wurde deshalb zur Hilfeleistung aufgeboten und die Löschzüge aus der Stockholmer Straße, Pankow, Niederschön- hausen und Buch an d!« Brandstelle entsandt. Mit vereinten Kräften wurde nun das Graßseuer bekämpft. In aller Eile wurden Gräben ausgeworfen und in stundenlanger angestrengter Arbeit gelang es, den Brandherd einzudämmen. Noch in den späten Abend- stunden waren die Wehren an der Brandstätte tätig. * Im Jagen 311 des Köpenicker Forste» in der Nähe der Raven- steiner Muhle entstand gleichfalls ein SÄaldbrand. 2S00 Quadratmeter Waldgebiet brannte nieder. Die Feuerwehr konnte eine größere Ausdehnung noch rechtzeitig verhindern. Explosion im Kampf gegen Ratten. Da« verhängnisvolle Karbid unter dem Fußboden. Bei einer Ungeziefervertilgung ereignete sich gestern nachmittag im Hause Alt« Schönhauser Straße 4 ein« folgenschwer« Explosion. In einer Kellerwohnung des alten Hauses hatten sich unter den Dielen Ratten eingenistet. Um die Schädlinge zu ver- tilg««, hatte der ZOjöhrig« Kurt Waberski. der im selben Hause wohnt, an mehreren Stellen Karbid unter den Fußboden gelegt. Durch dl« F«uchtigk«st«ntwickelten sich jedoch in kurzer Zeit stark« Karbiddämpf«. die durch«in« offen« Ftomin« plötzlich zur. Explosion gebracht wurden. Unter großem Krach flog der Fußbodenbelag in die Ätzt. Die Fenster wurden zertrümmert und mehrere Wände zum Einsturz gebracht. Der junge Mqnn erlitt erhebliche B ra nd v« rl« tz u n g e n: er erhielt von Feuer- wehrsamaritevn hie erste Hilf«. Di« Feuerwehr hatte nahezu ein« Stund« an der Unglücksstiitt« mit den Aufräumungs- und Ab steifungsarbeiten zu tun. Der Sachschaden ist groß. Das ,Lreiflachen"4lrteil. Sine Anfrage der sozialdemokratischen Balhovsfraktion In der gestrigen Stadtverordnetenversammlung brachten die Sozialdemokraten folgende Anfrag« ein: Da» Reichsgericht hak tu dem Prazeß Briefe gegen die Stadt Berlin am 26. Februar 1030 ein llrieil gefällt, das geeignet ist, die städtebanllche Entwicklung nicht nur von Berlin. sondern aller deutschen Großstädte aufs schwerste zu bedrohen nvd Eatschödtguvgsansprüche des privaten Grundbesitzes herbei- zuführen, die von der äjjentlichen Hand nicht zu erfüllen sind. Wir fragen an. was der ZNagiflrak zur Abwendung der wirkschask- tichen und kulturellen Schäden, die dieses Urteil zur Folge haben muß, getan hat oder zu tun gedenkt. „Also was ist es denn?" „Torben Rist ist dumm. Strohdumm. Er ist so dumm, wie überhaupt nur ein Mensch sein kann, der immer ichweigt. Dann merkt man es nümüch nicht." „Sie scheinen Rist ja genau zu kennen." .Leider. Ich gab mir alle Mühe, ihn zu verführen.- „Und weshalb wollten Sie mickz unter vier Augen sprechen?"' „Herr Untersuchungsrichter, für ein« Frau, die liebt, ist es nicht leicht zu sagen, wie dumm der Gegenstand ihrer Leidenschast ist." „Sie sind sehr aufrichtig, Fräulein Kamma." „Ich bin sicher aufrichtiger als Herr Lund, der mit ge- radezu kindischer Verehrung an Torben Rist gehangen hat und vor ein paar Tagen vor Ihnen alles abgeleugnet hat. Er hat es mir erzählt, dieser Feigling, und ich habe darauf meine Verlobung mit ihm aufgelöst." „Sie waren verlobt— mit Herrn Lund?" „Jawohl, mit Ole Lund. Was tut man nicht alles aus unglücklicher Liebe. Jetzt muß ich aber nach Hause/' „Ihre Aussage mar sehr— sehr merkwürdig. Fräulein Schmitt. Es ist vielleicht sehr wichtig, daß Sie sie gemacht hoben. Das wird sich noäz zeigen. Jedenfalls bilden Sie eine Ausnahme unter den Frauen von Lynö." „Das kommt nur. weil ich keine Phantasie habe." „Was sagen Sie da— Sie, Sie haben keine— keine weibliche Phantasie?" „Nicht die Spur." „Ich danke Ihnen, Fraulem Schmitt. Und wenn Sie irgend was zu erzählen haben, was Ihnen von Bedeutung scheint, so kommen sie wir jederzeit wieder." Kgl. Amtsgericht Sandrup, ö. Juli IstZO. gez. Kamwa Schmitt. H. G. Jakodfe». Sandrups Amfiaoii, 8. Juli 1929: D i e Sensationsblamage aufgedeckt. Der Brief eines liebenden Mädchens. Mit der gestrigen Abendpost wurde unserer Redaktion ein Brief zugestellt, der wohl den unwiderleglichen Beweis erbringt, wie unsterblich sich unsere Behörden blamierten, als sie auf das Betreiben gewissenloser Kreise yin einen edlen und unschuldigen jungen Menschen unter fürchterlichstem Ver- dacht verhaften und ins Gefängnis werfen ließen. Wer Torben Rist ist, wissen wir noch nicht, doch besteht die berech- tigte Vermutung, daß hier ein junger Dichter und Träzer eines vornehmen Namens, der sich eine Zeitlang in die ein- same Natur zurückgezogen hatte, um ganz seiner schöpferischen Arbeit zu leben, eben diesen seinen Namen und sein altes Geschlecht schonen wollte und deshalb ein so rätselhaftes Schweigen beibehielt. Wer aber Moria mit den blonden Zöpfen ist, wissen wir nun. das geht aus folgendem Brief, aus den Zeilen eines reinen keuschen Mädchens, wie sie heute ach so selten geworden sind, klar und deutlich hervor. Wir lassen diesen Brief für sich selber sprechen: Sehr geehrte Redaktion, vor allem will ich Ihnen von Herzen danken, daß Sie sich von allem Ansang an meines armen lieben Bräutigams annahmen und ihn gegen die schändlichen Verdächtigungen, mit denen man ihn überschüttet, zu verteidigen suchten. Ich bin nämlich die?Naria mit den blonden Zöpfen, deren Blld durch alle Zeitungen wandert, um. wie sie so schön schrieben. von lüsternen Blicken verschlungen zu werden. Nie hätte ich gedacht, daß dieses Bild, das ich meinem Bränligcnn in einer stillen Stunde schenkte, zu so gräßlichen und unwahren Vermutungen mißbraucht werden würde. Nem, mein lieber Bräutigam hat mir nie was Bo.cs getan, im Gegenteil, immer nur Gutes imd Edles, zwijchcn uns herrschte stets nur die schönste Harmonie, und so wäre es auch geblieben, wenn ein düsteres Geschick uns nicht für lange getrennt hätte. Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie mein Bräntigam in eine so häßliche und grausige Geschichte verwickelt werden konnte, aber eines weiß ich: ich bin dos erste Mädchen, das er in fem Herz schloß, und er hat mir Treue geschworen bis in den Tod. Ein Mann wie mein Bräutigam bricht seine Schwüre nicht. Dann wollte ich Ihnen noch eines mitteilen und Sie bitten, es in Ihrem geschätzten Blatt zu bringen. Das blaue Band, das er in weißes Seidenpapier gewickelt aufbe- wahrte, gehört bestimmt nicht diesem Fräulein Ossipowna. das gehörte mir, und ich hatte es an jenem Tage an meinem Kleid, als wir uns auf einer Landpartie verlobten. Bitte, sorgen Sie dafür, daß man das auch bei Gericht erfährt. Auch hat er nie Gedichte gemacht, nicht einmal für mich. wo er mich doch über alles geliebt hat,-und auch nie etwas Unanständiges gesagt, nicht einmal einen Witz. Ich danke Ihnen nochmals für Ihr hochherziges Ver-» halten und schließe mit dem Ersuchen, sich auch weiterhin meines armen, über alles gellebten und bestimmt unschuldi- gen Bräutigams anzunehmen. Hochachtungsvoll� Maria. Bedarf es noch erklärender Worte? Kann noch jemand an der Unschuld dieses armen Verfolgten zweifeln? Wir glaubten nichts Besseres tun zu können, als diesen Brief allen unseren Lesern zugänglich zu machen. Und bei dieser Gr- lcgenhett möchten wir. die wir ja leider nichts anderes für den leidenden jungen Dichter tun können, noch eine besondere Bitte an unsere Leser richten: Torben Rist hat, wie wir von Doktor Manke, der ihn anläßlich einer bösartigen Halsentzündung zn behandeln Gelegenheit hatte, erfahren konnten, eine schwache Lunge. Daß die letzten Ereignisse seine Krankheit nicht eben günstig beeinflußt haben dürften, steht zu befürchten. Auch ist die Kost eines Gefangenenhauses nicht immer schmackhaft und leicht verdaulich. Wir wollen deshalb eine Sammlung für den Unglücklichen einleiten, durch die ihm das harte Leben eines 5)äfUings erleichtert werden soll. Wer also den alberenen und aufgebauschten Sensationsnachrichten, die unsere Stadt verpesten, keinen Glauben schenkt, der beweise dies, indem er sich an unserer Samm- lung beteiligt.. Spenden sind zu senden an die Redaktion von Sandrups Amtsavis. Möllergadc 6...... (Fortsetzung folgt.) Wieder pilgern die Berliner... Der fröhliche Pllgerjug gen Werder ist fast schon zum ehr würdigtraditionellen Begriff geworden: im vorigen Jahr war es ein halbes Jahrhundert, daß die.„Werderschon ihre Nachbarn aus der Großstadt offiziell zur Schau und Kostprobe ihrer prächtigen Blüten und Früchte, vor allem aber wegen des„Weiterfagens" einladen. Mit dem ersten Weiß und Rosa auf den Obstbäumen, dos sich in wenigen sonnigen Tagen zu ungeahnter Blütenpracht entfaltet, wird es stets beendig in der Obstkammer Berlins. Züge. Dampfer und Autos bringen Tausend« und aber Taufende— am vergangenen Sonntag erreichte der Besuch die stattliche Zahl von 7ä(t00— schau- und trink lusfiger Berliner. In den Straßen und aus den Plätzen wimmelt es von„Ortsfremden". Zu beiden Seiten der Weg« grüßen und winken schneeweiße dicke Blütenkerzen, schlanke zartrosa Blutenzweige. umrahmt und eingebettet in junges saftiges Grün. Silberne Reflexe wirft die Sonne auf das Wasser, und ein Meer strahlenden Lichtes ergießt sich auf die blühende Szenerie. Was oben auf sonniger Höh der Frucht«ntgcgcnrei't, das wird unten in den Straßen feilgeboten. Da ist ein lebhafter Handel mit Blüten- zweigen und Obstwein, und weil die Menschen olle fröhlicher Laune sind, hat sich zwischen den Verkaufsbuden Werderscher Erzeugnisse auch ein kleiner Rummelplatz etabliert, mit Schießbude und Würfel, stand, Karussell und Gummitieren. Der Verkehrsschnpo auf er- höhtem Podium hat alle Hände voll zu tun. den Strom der Fahrer und Fußgänger ins richtige Reit zu leiten. ,F)eut ist heut" ist die Devise von Werder. Eine fidele Brüderschaft unifaßt alle Gäste, der Gnmmistorch steckt seinen langen Schnabel sogar tief in den, Flaschen- hals. Musik spielt und Tanzlustige drehen sich unter Lachen und Allotria. Wenn es Abend wird, dann zieht eine fröhliche Prozession singend nach dem Bahnhof..._ Polizei und 1. Mai. Man hofft, nicht einschreiten zu brauchen. Ms Polizeipräsident Genosse Zärgiebel einer Presiekome- renz mitteilte, in der sich der neue Prcssereferent Genosse Dr. Theodor Haubach vorstellte, ist die Polizei für den l.Mai gerüstet. Der Polizeipräsident beurteilt die Lage sehr zuversichtlich und glaubt, daß es am I.Mai zu keinerlei Zusammenstößen und Aus- schreitungen kommen wird. Falls aus irgendwelchen Gründen mit der Gefahr zu rechnen ist, daß die Züge einander kreuzen könnten, sollen die Veranstalter von der Polizei benachrichtigt und die an» marschierenden Züge zurückgehalten werden, um so ein Zusaimnen- prallen zu verhindern.. Zörgiebcl betonte, daß die Polizei sonst olle Vorkehrungen getroffen habe, um die össenuiche Ruhe und die Sicherheit aufrechtzuerhalten. Cr gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Polizei so wenig wie möglich eiuziigreiscn brauche. Bürgermeisterwahl in Bernau. Mit den entscheidenden Stimmen der Kommunisten, die im ersten Wahlgang ihren eigenen Kandidaten gewählt hotten, wurde gestern bei der Stichwahl.zwischen dem sozialdemo- kratischcn Kandidaten Genossen Hill ig und dem bürgerlichen Kandidaten Dr. Höhn aus Weilburg o. d. L. der letztere als Bürgermeister von Bernau gewählt. Lm ersten Wahlgang lzotten beide Kandidat cii die gleiche Stimmenzahl erzielt. Die Kommu- nisten können ou' ihren neuen„Erfolg" stolz sein! Auch der Konsum feiert am 1. Mai. Am l.Mai bleiben sämtliche Abgabestellen(einschließlich Warenhäuser) der K o n s u m- G e n o s s e n s ch a j t B e r l i n und Um- gegend geschlossen: damit entspricht die Berliner Verbraucher- vrganisation den Forderungen ihrer mehrtonienokäpfigen Belegschaft. Bon den Genossenschaftsmitgliedern wird erwartet, daß sie ihren Bedarf, r c cht z« i t i g vor dem l.Mai in den genossenschast- liehen Abgabestellen decken: kein Pfennig des Wirtschaftsgeldes der konsumgenossenschaftlich zusammengeschlossenen■ Berbroncher- samiften darf infolge Gleichgültigkeit der genossenschaftlichen Be- darfsversorgung verlorengehen. Oer Mord am Finow-Kanal. Vor der Aufklärung des Verbrechens? Eberswaldc, ZS. April.(Eigenbericht.) Am 13. Februar wurde in der sogenannten Hölle am F i no w t a n a l bei Kupferhannner-Eberswckkdc die Leiche eines jüngeren unbekannten Mannes mit einer Schußverletzung am Hinter- köpf gesunden. Die Leiche hatte monatelang an einer schwer zu- gänzlichen Stell« im Erlenbusch unentdeckt gelegen. Aus der Tatsache, daß Papier«, Wertsachen und dergleichen bei der Leiche fehlten, wurde der Schluß gezogen, daß es sich um einen Raubmord lzandelle. In einzelnen Teilen der Kleidung war mit nicht auslöschbarer Tinte der Name Anutti geschrieben. Die Nachforschungen der Landeskrimi nalpolizeibehörden in ganz Deutschland und auf dem rtolienischcn Konsulat nach einem Manne dieses Namens blieben erfolglos. Jetzt nt es gelungen, dos Dunkel einigermaßen zu lichten. Die Person des Toten konnte einwandfrei festgestellt wenden. Die Berliner Mordkommission komite an Hand der bei der Leiche gefundenen Schlüssel sofort nachpriisen. daß der Inhalier der SchfflfsA tatsächlich in einer Wohnung in der Nähe des Alexander- Platzes gewohnt hat. Es handelt sich in Wlrtlichkeit um den am 8- Dezember 1907 in Graz in Oesterreich geborenen Arbeiter Josef Brumeck. Brumcek war von Graz nach Wien gezogen, hatte dorr als Waffcübäcker gearbeitet und war auch wegen kleinerer Ver- fehlungen mit der Polizei in Konflikt geraten. Er halte seinen Freunden erzählt, daß seine Mucker Italienerin gewesen sei. Sein Wandertrieb hatte ihn zweimal nach Italien geführt. Hier hat er en Nordböhmen einen Wondcrburschen kennengelernt, der Anutti hieß und mit dein.er Blutsbrüdcrschait geschlossen hafte. Borher war Brumcek mit Anufti über den Balkan gewändert und ist dabei an der serbischen Grenze angeschossen worden. Nach Art der Weltreisenden der Jnslationszeit vertrieben Brumcek und Anutti unterwegs Kanon mit Bildern und fristeten damit ihren Umerhall.?llisgang 1028 kam Brumcek allein über München und Mitteideutschland nach Berlin. Bei einer Metallfirma in der Großen Frantsurter Sftaße hafte er durch Vermittlung seines Freundes Arbeit gefunden. In der Zeit zwischen dem?4. und 28. Oktober 1920 ist er dn>m spurlos oerschwuuden. Wie er in die Gegend von Eberswaldc gekommen ist und.wo er sich während der Zeit aufgehalten hat, ist noch nicht festgestellt. Vor dem Llrieil im„Kalke"-prozeß. Verteidiger plädiert für Areispeuch. Hamburg. 29. April. Der heutige Verhandlungstag im Falke-P-pzeß brachte das Plädoyer des ersten Verteidigers Rechtsanwalt Dr. Alsberg. Er bemängelte zunächst den gegen Prenzlan und Krairvrsky beantragten Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, damit verbunden aber auch den ötrajaiftrog an" sich. Noch seiner Auffassung sind die Tatbestands- Merkmale des Sj 234 nicht gegeben. Es müßte also unter ollen Umständen Freispruch erfolgeit. Dr. Asberg bemängelte dann die Ausführungen der Staats- anwälle in den einzelnen Punkten. Fortsahrand rügte der Ber. Leidiger die Tatsache, daß seinen Anträgen nicht staitgegabcu und in eine Vernehmung der sogenannten Pariser Zeugen, die beim Vertragsabschluß zugegen waren, nicht eingetreten, worden ist. Man hat hier nicht alles getan, um den ganzen Sachverhalt aufzuklären. Was juristisch für den Begriff Menschenraub in Frage kommt, ist in der Verhandlung nicht aufgeklärt worden. Als Verspiel zog Dr. Alsberg den bekannten Hauptmann von Köpenick heran, der sich so auch mit List einiger Soldaten bemächtigt habe, um mit ihnen den An-sang einer kriegerischen Handlung, nämlich die Ver- Haftung des Bürgermeisters durch Militär, durchzuführen, um sich in den Besitz der Stadl lasse zu setzen. Es hätte damals, und noch nie seitdem jemand daran gedacht, seine Tat als Menschenraub zu bezeichnen. Der Verteidiger nannte es ein U n r e ch t, zu behaupten, die Angeklagten Höften deutsche Seeleute wie ein« Handelsware oerschachert. Ein neuer Zyklus„Die Erzählung der Woche" wurde von Walter von Holl and er mit feingejchliifenen, gntgesehcnen Menschenschild« rungen begonnen. Es wäre erfreulich gewesen, wenn diesem Zyklus ein« kurze Mitteilung über die Absichten der Veranstaltung vorausgeschickt worden wäre. Aber man geht wohl nicht iehl, wenn man annimmt, daß hier j u n g e« ch r i s i st e l l« r regel- mäßig zu Gehör kommen sollen. Das Rachmiftagskonzert wurde von einem Soxaphonorchestcr bestritten, das betont vom"Jazz ob- rückte und die Instrumente so harmlos verwandte, als lebten wir noch in der Zeit ihres Erfinders Adolphe Sar um die Milte des vorigen Jahrhunderts. Am besten wirkte flotte, marschmäßige Musik: man verstand die Borliebe des sranzesischen Militärs für diese verhäUnismößig klaiigwärmen Instrumente. Die Orchester- Wirkung war natürlich ein bißchen monaton. In der„Stunde i:üt Büchern" bohandellc Heinz Monzel„Bücher für Eltern und Er- zieher". Man spürte, daß der Vortragende mit dein Herzen bei der Sache war. Er ordnete«ine Fülle von Neuerscheinungen über Er- ziehlingssepgen so geschickt, daß nian wirklich einen Ueberblick über Inhalt und Einstellung der Schriften bekam. In der Jugend- stunde stellte sich den kleinen und größeren Hörern ein neuer Freund vor. Klug, lebendig, für die verschiedensten Altersstufen verständlich und anregend waren die Bilder, die„Dr. Overall" aus dem groß-en Buche Weit aufschlug.— lieber„Arbeiter- b ildu ng" sprach Lothar Erdmann über die Deutslste Welle. Er zeigte die beiden wichtigsten, grundsätzlich auseimmderftrebenden Richtungen: die Arbeiterbildung, wie sie von der Unternehmerschaft heute am betontesten durch dos Dinta, durch das„Deutsche Institut für technische Zlrbcitsschulung", angestrebt wird, und jene, die die Gewerkschaftsbewegung, d. h. die Arbeiterschaft aus sich heraus, ichofft. Erdmann arbeitete die wesentlichen Unterschiede sihorf, auch den Fernstehenden eiickcuckftend, heraus. Für das Dinta ist der Arbeiter der Soldat, der dazu erzogen werden soll, unter der Leitung der Industrieoffiziere, seiner Lorgesetzten, willig und mit Berständnis feine Aufgab? zu erfüllen. Di« Ärbeiterichaft ist aber nickst jene dumpfe, lebensstumpfe Masse, die sich mit dem Geftihrt- werden begnügt und zufrieden ist. ohne eigenen Willen zu sein,«ine Menschenjchicht minderen Ranges. Die mächtig aufstrebende Ge- wertschaftÄiemegung hat den Boden für wahre Arbefterbildung, für Men sche n bi ldu ng geschaffen. Gründliche Lehrzeit und Arbeitsschulung ist gerade von den Gewerkschaften stets gefordert wordeiz: doch wichtiger ist die Bildung und Eiftiwicklunq der Person- lichkeit des Arbeiters, der als Mensch und Staatsbürger der Gegen- wgrt und der Zukunft verantwortlich sein soll. Nur der dafür' ge- schlllte Arbeiter steht selbstbewußt, arbests- und lebensfroh im Dasein und nur er kann erfolgreich für bessere, gesunde Lebens- Verhältnisse kämpfen. � Tes,. Lteberfall im Zuwelierladen. Oer Räuber und der Inhaber getötet. Hamburg, 29. April. Am Dicnelag uachmillog, kurz vor 1b Ahr, betrat ein Mann das in der Großen Theaterftr. 22 gelegene Juweliergeschäft von Teller u. Co. Er verlangte die Vorlegung eines wertvollen Ringes und zog gleich daraus einen Revolver, ans dem er drei Schüsse abgab. Der Inhaber, der Z2iShrige Kaufmann Erwin Teller, wurde durch eine« Kopfschuß g e t ö l e l. Der Täler flüchtete unter Mitnahme eines wertvollen Vrlllontringcs. ver- folgt von der Im Laden anwesenden Fron Veters. Ordnungs- polizeibcamtc eilten dein Täter nach, der in das Haus Büfchtlr. 7 flüchtete. Aus dem Boden versuchte der Verbrecher aus seinem Trommelrevolvcr noch zwei Schüsse abzugeben! doch versagte die Masse.?n höchster Rotwehr gaben die Polizeibcamten mehrere Sch ü ffcTabl durch die der Räuber so schwer verletzt wurde, daß er bald nach seiner Eiulicserung in» Srankenhans starb. Es handelt sich um den mn 9. April 1902 in Hamburg geborenen ledigen St«. ward Ernst Koppclhoff. Im' gleichen Juweliergeschäft wurde bereits am 8. Mörz d.I. ein Raubüberfall verübt, wobei Ser damalige Inhaber Neuner e r> schössen worden war. Auf der Flucht hafte sich der Räuber, als er sah, daß ein Efttkommcu unmöglich war, dann selbst durch einen Schuß in den Kopf getötet. Schweres Bergwerksunglück in Aftika. Körderkorb sauft in die Tiefe.- Elf Arbeiter getötet. B u l a w a y o(Afrika). 29. April. Zu einem Bergwerk in Anlclopc(Distrikt Gwando) brach ein« Slahlstangc in der Srcmsvorrlchtong des Förderkorbs. Dadurch wurde zunächst der Bremser, ein Eingeborener, gelötet: außerdem stürzte der(fördcrkorb. der m't zehn Ein. geborenen besetzt war, aus den Grund des 480 ZNcter liefen Schachtes. Sämtliche zehn Insassen wurden gelökct. dem Todessall in seiner Familie vor der Ociientlichleit äußern würde. Di« Meldung hat sich als irrig erwiesen: Der Künstler nahm weder vor, während noch nach der Ausiührung in persönlicher Angelegenheit das Wort/ Er war am Schluß der Vorstellung Gegen- stand einer lebhasten Ovation. Sprcchchor für Proletarische Feierstunden. Donuerstog� den 1. Mai, abends 6 Uhr, treffen sich all? Mitglieder im Saale Märchenbnnmen zur Mitwirkung bei der Maifeier. Rlaiseier der Arbeiterbank. Wie uns die Bank der Ar» b e i tc r, A n g e ft c l l t c n'u nd B ea m i e n A.-G, Berlin S. 44, Wallstraße Sö, mitteilt, bleiben am 1. Mai d. I. ihre Kassen und Büros geschlossen. Unglücksfall und keine verzwüslungstal. Bor einigen Tagen berichteten wir. über die Berzweislmigstat einer jungen Frau, die mit ihren. Kindern in der G n e i f e na u st r a ße in den Tod-gehen wollte. Wie wir■ inznstschen ersnhren haben, handelt es sich jedoch um"einen bedauerlichen II n g lück s j a l l. Allgemeine Wetterlage. Wanderberatungsstelle im Rundfunk? Wir uxrden um die Aufnodme des folgenden gebeten: Zu der Notiz im Dienslag-Varwärrz„omnmer im Rundfunk" erhalten mix folgende Zuschrift eines allen Wanderers: Zugegeben, daß der Rundfunk den Wnchenendgedanken stark gefordert ljot: ob das aber gerade durch die Wochcnendvortroge geschehen ist, ve- zw-ifele ich Sic waren meist so langatmig, wie es di« Reiseführer sind die laqor noch den Vorzug haben, daß sie Miftcitenswertes«ür immer oedruckt festhalten, io drß man sie bei Wanderuncen jederzeit zu Rare ziehen kann, während das flüchtige Rundiunkwoxt schnell entschwindet. Für die Wochenendvorträge sollte der Rundfunk besser eine Wanderberatungsstelle nach Art der Wetterberatung einführen: Im Rohmen des Nachrichtendienstes werden z. B. immer Donnerstags abends zwei oder drei längere und kürzere Wander- touren im Telegrammstil mit den Eifenbohnabsahrt� und-rückfahrtzeiten bekanntgegeben. Der Aissager sollte dabei die Marschrouie ganz kurz benennen, vielleicht noch einmal wiederholen, der Hörer noriert sich die Ortschaften'chnell und stellt sich dann seine Wanderungen an Hand der Karte schnell zusammen. Was dem Hörer sonst der Wochenendvortragende lang und breit erzählt hat, nimmt er. im Führer durch den Druck für immer kon- serviert, mit aus seine Rundfuuktour und— freut sich dann wirklich des Rundfiinkwochenendes! An die Konsumenten der Bewag? Die fast restlos sreigewerkschastlich organisierte Auge- sielllcnjchaft der Bewag beleitlgt sich aus Grund ihrer gewcrk- schasltichen Ueberzeuguna an der M a i s e i e r. Die Büros der Bewag find daher nur für einen R o I b e l r t e b bcscht. Schwerer Berkehrsunfall in Frankreich. In der Rue de Rennes in Paris stieß ein v o l l b e s e tz t e r A u t o b u s mit einem in vollem Tempo fahrenden Lieferwagen zu- sammen. 13 Fahrgäste wurden ziemlich'schwer verletzt, einer davon liegt im Sterben, Ter Tod der Frau Paula ttrauff. Ein nationalistisches-Bl-ut teilte mit, daß sich Werner K r a u ß im Verlause der gestrigen Aufführung von Hasenclevers„N a- poleou greif,*•eitt* in, Themer nt der etafentannjirofze zu. 29.Appii 4930,abds. wo!!«alos.3 heiter,!VTLö.Tjae± allen üfreimden unseres rmd. cienen, die es-werden,-wollen. Copyright bjj Kurt Lisser Reklame 1930_ Nachdruck von Wort und Bild verboten! LÄzrÄCjnura Aus der guten alten Zeit, da ein wesentlicher Teil aller„Artikel des täglichen Bedarfs" mittels Handarbeit hergestellt wurde- eine Art der Herstellung, die naturgemäß recht kostspielig war- rührt wohl die bei uns so tief eingewurzelte Ansicht; etwas, was billig sei, könne nicht gut sein. Die wunderbare Entwicklung der Technik und der Fabrikations- Methoden, die ein viel sauberes, genaueres Ergebnis gewährleisten als Handarbeit, haben einer solchen Ansicht v natürlich jede Berechtigung genommen. Aber doch treibt dieses Vorurteil noch sein Unwesen in den Köpfen von Hunderttausenden- sehr zu ihrem eigenen Nachteil. Wir, die wir wohl überall als ganz besonders preiswert gelten, begegnen diesem Vorurteil na-- türlich auch ganz besonders oft. Aber wer trotzdem einmal zu uns kommt, um zu sehen, was an unseren Angeboten dran ist, der gebraucht nicht lange dazu, uirTsein altes Vorurteil über den Haufen zu werfen, und um voller Freude einzusehen, daß es bei uns tatsächlich möglich ist. sehr gute Kleidung für sehr wenig Geld zu bekommen. Davon zeugt auch recht an schaulich der folgende Brief, de uns zugegangen ist: "Obwohl kh rtcte tin Gegner im Bmkaiif billiger, guisiizendrr dungsstückc gewesen bin und mich sieis dafür gesdieui hatte, auf Grund der Peklamc in Tages- Zeitungen und An* prehungen— Wohlfeile Woche, Inven* lur- Ausverkauf- midi von der Wahr- heit günstiger Einkauf sgelegenhciien zu überzeugen, hatte ich doch mal Gelegenheit, meine Ehefrau und mich davon zu überzeugen. Ich sagto derselben, wir wollen uns doch mal hei C.& A. Brenninkmcyer die in den.' Zeitungen angepriesenen Waren ansehen, und glaubten, nur gani minderwertige Sachen, da es sich um Sp-otiprelse ha n de He, anzuschaffen. Wer beschreibt aber unser Erstaunen? Meine Ehefrau kaufte sich ein Kostüm und einen Sommer- fiantel, welche beiden Gegenstände wir anderweitig mindestens doppelt teurer hätten bezahlen müssen, und war die Qualität des Stoffes derartig gut, daß derselbe nach dauerndem Tragen, fast täglich, beim Kostüm und Mantel unverwüstlich ist. Die Zeiten sind schwer— der Existenzkampf ist hart.— Jeder einzelne von uns will und mub gut gekleidet aussehen— jeder einzelne von uns will und mub aber gleichzeitig aufs äuberste sparen. Und was ist wohl besser? Ein altes Vorurteil, das Geld kostet, oder eine moderne Ueber- zeugung, die Ihnen das Dasein erleichtert? Was Ihr wollt! Willst D« ei« u«ue»5Utid»og»stLck Willst Du t» schön, sch» «oder» u»d Zugendlicher Mantel au« unl Stoff in bester Lerarbeltuug.» Der Mantel zeigt dl« wo» derne Zscherkeflenfor» und ist halb aus gute» Futter. Er ist in oleleu Farbr» oorrZtig� ftf» und kostet nur|«r Elegante» Zöckchenkleid aus kunstseidene« Ma- roeaiu mit einer reizen- den Ehwette-BIuse. Auch die Seiteutaschen sind mit Ehinettepaspeln verziert. Der fabel. Haft« Prvis -st«2 Willst Do, daß e» Dich»ieklich klei- det Willst Du. daß«au Dich de«« de- neidet Willst Du, daß e» Dir gut gefällt Willst Do es auch für wenig Deld Such nicht- öas Gute liegt so nah Du fingest es bei m Eleganter Fl«»« de latne-Mantel in der de- liebten Tscherkessensorm. ganz aus ttunstseiden- Tn che sie. Blume u. Rük- kenschleife betonen die Eleganz des Mantel». Er ist der«M«S0 Zhr. für 34 DHE SCHÖNE..'-«S? NEFRETETE deren 3300 Jahre alte Büste ein Meisterwerk des ägyptischen Bildhauers Thutmosis ist, geht jetzt iin Austausch gegen andere Kunstwerke nach Ägypten zurück. Bewundernd standen viele Tausende vor den liebreizenden und doch so geheimnisvoll lächeln- den E>esichtszUgen und dem ebenso kostbaren wie eigen- ortigen Kopfputz der schönen ägyp- tischen Königin. Aber olle Frauen werden aufgeatmet haben in dem Se- danken, daß fie selbst kein solches Ungetüm auf dem Kopf zu tragen brauchen. Für Sie, gnä- dige Frau, hält die Mode 1930 die feschen kleinen Kap- pen und vor ollem die traumhaft schö- nen großen Glok- ken bereit— entzückend leicht und beglückend billig; wie z. B. diese elegant« große Glocke aus geflochtene« Krim»!«lt breite« Atlasband gar- utert und elegant gefüttert, die Sie bei»»» für he» fabelhaften Preis von Mk. 6 bekomwen. Aen? Kennen Sie GU:„Ich bin durch das ewige Herumlaufen im Kaufhaus schon ganz kopflos geworden." Er:„Wozu hast T�Dir dann drei Hüte gekauft?" Wie außerordentlich vorteilhaft Sie bei uns kaufen, das fehe» Sie schon an diesen Bei- spielen. Ganz besonders, wenn Sie dabei be- denken, daß die gute Quolltät, die Sie dafür bekowmeu, erst de« billigen Preis feine«ick- Nche Bedeutung gibt! Reizendes Kln- dertleid ans Ccepc.Eaid mit bestickte« Uber- kragen n.Man- schetteu. Der Preis ist in Sr.S0 asozO nur f Der brüeble Kieler» Anzog aus dankbarem tragfLhige« Stöfs und ganz gefütterter Hose kostet in St.« j|TS nur mf Fesches Kleid au» gutem Sri- kot-Eharmeuse, tadellas accat- bettet: tu verschiedenen Far. de» vorrätig. Es kostet nur Ein Deiner Rechenkünstler Lehrer(in der Rechensrunde):„Fritzchen, wenn Mr Deine Mutter einen Anzug kaust fijr. 18 Mark und einen Mantel für 27 Mark— wieviel muß sie dann ausgeben?" Fritzchen(verschmitzt):„Wenn sie schlau ist, Herr Lehrer,«oß sie überhaupt nicht solch« horrenden Preise bezahlen! Dann geht sie zü C.& A.— und dann kostet's totsicher bloß die Hälfte!" Hai Fritzchen recht? Da können Sie sich selbst von der Richtigkeit dieser verblüffenden Weisheit eines&BC- Schützen überzeugen! Bierprelserhdhuni ab 1. Mal Deswegen auf den (oder diel) gewohnten � Schoppen verzichten, «eine Herren? Oh, durchaus nicht! Roch sind„Hopfen und Malz' nicht verloren! Denn es bietet sich Ihnen die glückliche Sc- legenheit, die Mehrausgabe hierfür auf einer anderen Seite— ohne die geringste Einschränkung— wieder einzusparen: Kaufen Sie de» neue» Anzug oder Mantel, den Sie ohnehin brauch«», bei uns. Und Sie werden in Zukunft Ihren Schop- pen nicht nur getrost beibehalten— sondern seelenruhig verdoppeln können!— Prost! •k Wieso Sie bei uns sparen können? Schon unsere Schaufenster werden's Ihnen deutlich klar machen; aber je genauer Sie Preis und Qualität vergleichen, um so mehr werden Sie davon überzeugt sein. «in Anzug j. B., der Ihne» gut gefällt, gut sitzt, und so veearbeitet ist und aussieht, daß Sie ihn ohne«eitere» ans 80 bis 100 Mark schätze» würden, kostet bei»a» nur 68 Mark. Und so vorteilhaft kaufen Sie jeden Anzug und jeden Mantel, den Sie bei uns finden. I Alle in dieser. Seite enthaltenen Angebote stehen Ihnen ob Mittwoch früh bei uns zur Verfügung. Oraniemtr.sO Am Oranitftpieti Chauiieeitr.11 3 Könlgitraße 33 W Seist Vetiintt SeMSet antSalnhelS'eMndtreltti tor. Kaabcn-Klrirtgnt tn dca bddoa OadWiftm: Känigstr./ ChaawccRr Mittwoch, za. 4 Staats-Opsr Unter d. Linden Tdl-flb. L Mi. So. 9 bVK-Hii.-*. Do. IIS 20 t'hi Der M»! Ende 22' a Uhr staats-oper tm Platt tu IbtiUik Vorst. 73. 20 Uhr m« verkaufte Braut Ende n. 22> a U Mittwoch, 30 4. Stadl opar Bisrtiirekätr Turnus IV 20 Uhr Madame Butterfly Enden- 221'iUhi Staad. Sdiausph. «i» SndanMnmirt SM. 3 Mi. Nu. 7 !ährBJ-AU.»tlJ2 20 Uhr Liebes Leid und Lust Enden. 22", Uhr Staati.Sdiiller-Iiieater.niarlllig. 20 Uhr Das Friedensfest Ende 22 Uhr Tägl.» u B 3 Bart. 0558 Pr. t-6 M. Wochantg. S U. 50 PL 3 M HtenfeletetraT«!! ▼äSä Amerikas I wKO berühmtester Clewn und 9 wehere VarleM-NeuheKen INTERNAT. Tdgi. 9 u. Ol» sum.i..si 8" Alex. E ♦. SO«. VARIETE Voiusouune Thutv SB BülmlKr. » Uhr oasüedvon Hoboitan Ein NeaerstOck v. Oold-Weisenborn Musik: W. Qrosr Doli; Htiit Slefridilnt» ZtaaN. Miliar- ld. 8 Uhr Du Friedensfest Staatsoper AmPl.d Republik 8 Uhr Oleverkaofte Braut (Vi'.lnu. Ttauer) S Uhr §218 Frauen in Not Metropoi-lh. TsgliCh 8V« Uhr Der Bettelstodent Alpar.Sehatzendorf, Jöken, Petttera Seoisdi» meaipi 0 2 Weidenknia 52BI S»/4 Uhr Oer Kaiser v. Amerika von Bernard Shaw Red.: Mex Reinhtrdi Kammersplelc e 2 ffiUntoui 5201' SV« Uhr Die liebe Feindin llizUe r« L P. iohlM Ibsk; Cutil GrlUgees Die Komödie II Blsmck.24H/T5ir 8'/. Uhr Die Krealor SOnsplal»M Perl liadoti Hagle:«ax Beinardi Freitag, den 2. Mai 7ih Uhr Zum I. Male: Soll man heiraten! MüiniüeniMtSlii« GENOSSENSCHAFT BERLIN U. UMGEGEND E.G. M- B. H. Die Konsrnn-Genossensdiafi Berlin und ümdedend hau aml. Mal ihre sämtlichen Abgabestellen geschlossen Die Mitglieder der Konsum-Genossenschaft Berlin werden ersucht, ihren Warenbedarf recltfzelffid den konsumgenosscnschaftlichcn WarenabgabestcIIcn zu decken. in ..* fgj• Tlieater d. Westeos Täglich 8V. Uhr: Paganini T.Sdiwarz. Rddnti *v.üfcT CÄSINO-THEATFR LothfinUer Strohe 37. Thealer am Sdiitfbauerdamffi Gastspiel d. kleinen Theaters «>.- Uhr Madame hat Aesgang Komödie in 6 Bild. Vorverk ununterhr Norden 281 u 1141 Lessing-Theater WrldndifniB US1-.R4I Täglich SV« Uhr Uhti Vontellunp FSamme Freitag, 2 Mai, V i FpaTpSSSha! ainen ßeiiehten ßtsidenr-Thaafei KQnstl. Leitung Gasten Brie« 8!,'« Uhr Brat*»um Itat Meie Frötueinparitoi) Ab mö gen tlgl 8V, Das Land das Lächelns «kPta ■>C' CRÜtgtS iCUAVSPlBIMAXJS 5 SenaebtBd. dea S. Mal. I'h Uv Premlere Nur no<ä> bis 30. April Der wahre Jakob Joniiersta� den 1. Hai mm U Male Die Berliner Posse Rentler Mudicke Gutschein tar l—« Personen Fauteuit nur 1.25 M., Sessel 1.75 M., Sonstiee Preise- Parkett u. Ran» IVSO M rfbiX-' Reichshallen•Theater Abeads D Sooniao aaflira. El (zo halben Preisen) mll TrudsHestsrbsrgAaaxHsnssn Sleolrlad Arno« Paul Morgan, edltn Scholiwer, H. Wolder Bf rteia, Berper, Hardon, Kali per, Kotanyl Merlanna Wlnkalatern, Tamara Oesnu u Slanläu/lwanOrllk/ThetwoJaiier» eesamUuMtatLi Prot. Ernst Stsm Muflkal. Loltung: Erna« Hauke Ost Vonrarkauf hat bsgonneo WWW Direktion; Cr. Part in Ziskel WWW Komische Oper FriHricInlr.tH. Utrkai 1481«Po. TSglich 6'U Uhr Heule tarn 35. Male Majestät lässt bitten Musik von Walter Kollo, Lustspielhaus FriedrkhJtr. 236. Berjmatui 2922/23. SV« Uhr; Geschäft mit Amerika. Vorverkauf in baidon Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. ZUVi&Hpheii- di&Tdtußhitu IW;r*5-ltMrTt».* 3 Ufr- VM WlitM W O-ta 8.15, Sonntaes 515 und 9 Uhr H au p td Ars tal I er; tnu Rmsipn«, Trau« Rtu. tul etllio tdjar RaalsA, Bus Rom i.«. Benui 0. Sroft» rranktirttr Sir. 183 AI». 3423 u. 3464 3 MuSkctiere DirabwhiegM sicii Heute sfiwd 8 Dir im firoeu scbauspidbausi Theater l.d.Be&renstr. 33-54 8V. Uhr A4 Ztntrum 924-927 8V« Uhi Olrcklion Ralph Arlbar Kobrrfa aar zum letzten Meie: ... Vater sein, dagegen sehr Fratiag«om 1. Male. VSAnl, die am Morgen singen! Lustspiel In 3 Akten von Lonsdale. 3. Kreis- Wedding. Dnjör langjähriger Kreistassiersr, Genosse Otto Uckert ist nach kursem Krankenlager plötzlich und unenrartet verschieden. In ihm verlieren wir eine außerordentlich tüchtige und hingebende Kraft, der bei allen siih bietenden Oo- legenheitan in den vorderen Reihen stand. Wir werden seiner immer in Ehren gedenken. jjer Vorstand, Die Einäscherung Ppdet am Sonnabend, dem S. Mai, 18>;, Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Saroowskj- Bohnen Tttiier in der Slrtsenaonilr. droh«. Uirjjrthn Sir.) räglieh 8V4 Uhr Napoioon prallt ein vm Viliv nunclem Komtidtanhaus Tigllch 8i/t Uhr: Meine Sdirester mdidi WÄtLlIchdhuW Im-Tlteslet Täglich 8<1< Uhr Ein galantes Abenteuer! Operettenhans Alte Jakobstr. 30/32 (Zentral. Thealer) Döflh. 2047 Täglich 8'n Uhr Das Land des Lächelns von Lchar REVUE iSERVUS 1930' Berliner SflkTrlO M a a k 0 1 1 B. wEalu)St». 78/7U Direktion Dr. Robert Klein Cestsehes RlDiller-ThtRl Barbarossa 3937 8>, Uhr Sex Appeal U>ha.T.Fi«4tfll[UMMi «MM: f.ntir lanißiw uiwrt MsunMu», Msflv(«rislKDs Berliner IBeater Dönhoff 170 »>/« Uhr Ber TeuteisschOiert KomMi» v Bemard Shaw Hein Regle Ii rill perl. Kleines Theot. Merkur 1424 Täglich 8>4 Uhr Gastspiel Gisela Wer bezirk In iM lelJitw« Schwank von Fritt fmdmw-fniridi: Br. Dr. Mirfli Zidel Nomtscha Oper Pritdrichstr. 104. Merkur 1401/4830. Täglich S'/« Uhr Hall OD 25. Msit Majestät iäfit bitten,.. Mwik»n Viltn lolla Lustspiel! 83 J Priednchstr..v>. Bergmann 292�/33 Täglich 8V% Uhr Geschäft mll Amerika Lustsoiäl vor Frank und Hirschfeld Tust. c. R8ia.il» Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr Sonntags Mck ZÜIll i» mdilflN Ft. Elitesanger. IWRllkWMlIl Ssljraraniira� ml) i. MIM 52#!Mf Kurt Wanger Degtidier Hetailarlieüer-Verliaoii Vtriraltanpsstel!« Berlin Todesanzeigen DtN.Milgliebern»ut Nqchricht, boß unser Aollegc, der Tchipsser Auxust Schudotk geh 2». Revemter 1888, am 28. April gettorden ist. Die EinijschTrung findet am Freilag. dem 2. Mai 1880, vorm 8>-, Uhr. im KMmatorlam Serichtstr. statt. Tim 28. April starb unser RaSege, ber(Etirlln Paul Haase geb. 18. Februar 1881. Die üiniisditrung findet am Frei tag. pur. 2. üÄstt, lO1! llstr. t« Ate. maiarium Gcrichiftr statt. Ziege Beteiligung wirb erwartet. MacHrul Am 17. April stirb unser Retlegr. dir Schlosser Albert Lange g-d. 30 Dezember 1881. Dil Einäscherung Hot bereis« statt» gefiinben Ehre ibrev» Anbentev' Die Urtsverwalte»»«. Am Montag, de« 28 April. Der. schieb plötzlich unser lieber Kollege und langiLhriger Mitarbeiter, ber Schrtsl setze» Mar kiedledenstein im 00. Lebensjahr«. Sein stets tolleaiates und hilf»- bereue« Wesen fichrrt ihm bei UN» allen ein threndes Detenten. DleZeitnagsoandsciree.Abteilang der UiUiriei.A. G.. Berlin Di« ffi'mäsdriung finbet am Freitag. bemZBSaL IT/t Uhr. tmRrematorium Derichtfiratze stall. Verkäufe Tstppichbsta»»wir Zelwr». seit 1882 nur OrCnienstrcki lungseelstichierun« ahnst Aussch Satstl»« teiituire! Bstrlin. 158. Rad- schlag. Neuer Webiehler-Teppich«. Websebler-Teppich« ZV« 18.— Mark ZX8 21-— Mari I I«ISf* ZÄ Sb-rbach. Friedrichfirast« 183. I Dtage. Sit Bedrenstrast».„??otae3tta".2«.«ntzück�d» Modell-. mit Seibenvolsterstühlen. mir 445.—. Speisezimmer mit Bitrine 835.— Serrenzimmer 285.—. Küchen, lästert uob emailliert nur 72.—. SranbuhieN. Rust. baum»Schrank« 58�--. Mit Spiegel 98.— Sämtlich« Craäazunasnujbel ,a Spott» »roiken. Ztrsn dillia«r Preii» Teir. zahluna gestattet. Besichtigen e;«»eine bedeutend erweiterten Ausvellunas. räum«." Musikinstrumente Linkplauos. Oberaus onissect. Piano- 'ebtif Link. Brnnnenfirast» IE* Sosfmaun Piano». Stammhaus ae- gründet 1887. Pianos. Flügel Har- monium». 100 Instrument». AusivaV anerkannf« Tonschönheit. Preiswürbig- k-it. günstige Teilzahlungen. Reue Piano« 900 Mark, gebrauchte 400 Mar? an. ftcl» Gelegenheitskäufe. Alte In- Krumen!- Gegeurecknung. Pinnoforte- fabrik Geara Hoffmann G.m.b.H.. Berlin LW. 53. Leipzigerstraste 57 tSvittelmarktp______ Piano», neu und gebraucht, mit herrlicher Tonfüll«, kleine Raten, sehr preiswert Langiährtg« Garantie. Screr. Stresimannstroste 14 und Brun- nenstrost« ISL____' Saranitepiano» 750,—, aedrauch!« 500.—. Monatsrafen 20.— an. Piano- lehr:?. Brunnenecke. Invalidenfirast« 1». Pracht» i-no» 750,—. gebraucht? 300.—. Monatsraten 20,— an. Piano- fabril. Ernst- Kirchdurckaana. Frankfurterstraste 48a. Psdie Avode», Aceunäiaee 4,�0. SundeeLe: 4.9),. SparcöTireu 2.50. Avporate T6Ü- wituiifl. Schönleinstraße 2. lOresdsncrstr�ße 118.* Laternen 1,50. Fahrrabb ecken 2.20. Schlauch» ILO. Pedalen 1». Borber- eäber 8,50. Schönleinstrast« 2. Filiaie Dresben erstraste 118.__* 380 gebrauchte Fahrräder 15-—. 20,— 25,—, 80.—. 35,—. Machnow. Bern- meisteistraf.» 14. fiahaaebifi». Zfei, Äueckstl .». Platinabfälle. Lötzinn, Blei, 2u«cks>lber. Silberfchmelz«. Gold. fchmelzerei Christionat. Käpenicker- straste 39 lLaltestclle Adalbertkrastel 4 Privatzirlel. iujl..., a.iu ui.ii.-iiuiCeiben. Buchli» Bücheraeviior Aulich, Sepbelstra Schuellfördcende lrift, Maichi bücheraeviior SoittelMarit schritt. Ägich.nenschreiben.�uch'baltung ---- �' ist» 1, Wäschereien Käpenicker Dampfwäfcherei.Charlotte". Grllnauerstraste 33-, Telex gan t&'. wäscht ohne Anwendung fcharie/ Mittel, trocknet im Freien Billigste Preisberechnung. Adholung täglich. Arbeitsmarkt mrwmm Abiturient(22). beste Erziehung, sucht sofort Stellung al» Hauslehrer, Dciell- lschaftcr. Kellner oder Lotelportier. Eil- 'o'fcrten unter R. lz8 Haupter.pebition des„BorwärtS". Stellenangebote Rott Selten billig. Lauterbach. Neukölln. Lepkestr 17. * 3tr, 200. 47. Jüfcrflon« 2» Mittwoch. Z». April �»30 Aufmarschplan zur Demonstration am 1. Mai, 13 Uhr, im Lustgarten. 1. Kreis. Sammelplatz: Engelufer 2�/ZZ. Abmarsch 12 Uhr. Marsch: Engelufer, Annenstr., Dresdner Str.. Neue Roßstr., Roßstr., Breite Str.. Lustgarten. 2. Kreis.») Sammelplatz: Lehrter Str., vor dein Poststadion, Zlbmarsch WA Uhr. Marsch: Perleb crger Brutfe, Fenn-, Müller-, Chaussee-, Kessel-, Scharnhorst-, Invaliden-, hessische, Han- noversche, Elsässer, Artilleriestraße Am Kupfergraben, Museumstr, Lustgarten.— b) Sannnelplotz: Steinmetzstr.. zwischen Gäben- und Großgönchenstr., Abmarsch 11 Uhr. Marsch: Gäben-, Uorck-, Gncisenau-, Zojsener, Alte Jakob-, Neuentiurger, Linden-, Ierusalemer Straße, Hausvogceiplatz urÄ weiter wie 7, 9, 19, 11, 12. Lustgarten. 3. und 20. Kreis, a) Sammelplatz: Lindower Str., Spitze Nettelbeckplatz, Abmarsch 11� Uhr. Marsch: Roinickendorfer. Müllcrstr. und weiter wie 2 a.— b) Sammelplatz: Behmstr. Hertha-Sportplatz). Abmarsch 11Z-1 Uhr. Marsch: Millionen- brücke, Swinemünder Str., Gleinistr.. Schwedter Str., Sene- felderplatz, dann weiter wie 4. und 19. Kreis. 4. und 19. Kreis. Sammelplatz: Metzer Str., Spitze Richtung Prenzlauer Allee. Abmarsch 1214 Uhr. Marsch: Prenzlauer Allee, Weydingerstr.. Kaiser-Wilhelm-Str.. Lustgarten. 3.» 17. und 18. Kreis. Sammelplatz: Landsberger Platz, Abmarsch 1114 Uhr. Marsch: Friede nstr., Prenzlauer Berg und Prenzlauer Allee und woiter wie 4. Kreis. S. Kreis. Sammelplatz: Baruther Str.. Spitze Zossener Str., Abmarsch 12 Uhr. Marsch: Zossener Str. und weiter wie 2 b. 7.. 9., 10., 11. und 12. Kreis. Sammelplatz: Hausvogteiplatz, Abmarsch 1214 Uhr. Marsch: Oberwallstr., Platz am Zeugh m», Lustgarten. 13. kreist Sammelplatz Fidicinstr., Abmarsch 12 Uhr. Marsch: Belle-Alliance-Str.. Gneisenoustr. und weiter wie 2 b. 14. Kreis. Sammelplatz: Iohmtr.-Schönleinstr., Richtung Hohen- staufenplatz, Zllnnarsch 11?4 Uhr. Marsch: Kottbusscr Damm, Mariannenstr., Oranienstr., Dresdener Str., Neue Roßstr.. Roßstr., Breite Str., Lustgarten. 13. und 1K. Kreis. Sammelplatz: Köllnischer Park, Abmarsch 1214 Uhr. Marsch: Köpenicker Str., Neue Iakobstr., Neue Roßstr. und weiter wie 14. Kreis. Sozialistische Studentenschaft. Alle Mitglieder treffen sich um 13 Uhr, Universität, Haupteingang. Aus dem Programm: Fanfaren!— Die Fahne geht hoch. Iudelonoertüre(Orchester) Doch Gruß an den Mai(Männerck�or).... Voigt Ich warte Dein(Männerchor)...-. Uchmann Vierzig Jahre Maifeier. Ansprache: Peter Graßinann, Dorf, de? ADSB. Rpmaiye in?-Dur(Orchester).,,,« Kahnt Morgenrot(Gewischter Chor).,,». de. Nobel Weckruf(Gemischter Chor).,,.,. Tießcn Sozialiftctm>alfch. V...,»,.. Gramm Leitung der Chöre des Arbeiter-Sängerbundes: -- Georg Oskar Schumann. ?«» rtei vera nsta Itungen am Donnerstag, 1. Mai, nachmittags und abends Künstlerische und sportliche Vorführungen, Gesang, Musik, Rezitationen, Fackelzüge, Kinderbelustigungen, Tanz usw. Mitte. 18 Uhr in den Gesamträumen des„Clou", Mauerstr. 82. Redner: Dr. Grimme. Tiergarten. 1514 Uhr im SchützeNhaiis Plötzensee. Redner: Adolph Hofsmann und Otto Meier.— S. Abteilung. 1814 Uhr im Nationalhof, Bülowstr. 37. Redner: Dr. Helmuth Klotz. Wedding. 15 Uhr in der Hochschulbrauerei, Amrumer Str. Ecke Seestraßc. Redner: Friedrich Bartels. 4. und 3. Kreis— Prenzlauer Berg und Friedrichshain. Ab 17 Uhr in den Gesamträumen des Saalbau Fricdrichshain. Redner: Johannes Stelling.— Ab 29 Uhr in den Prachtsälen am Märchenbrunnen. Redner: Alfred Henke und Erich Schmidt. Kreuzderg. 15 Uhr im Orpheum, Hasenheid«. Redner: Carl Litte. Charlottenburg. 15 Uhr im Etablissement„Zum Spandauer Berg". Redner: Otto Meier. Wilmersdorf. Viktoriagarten, Wilhelmsaue 114/115. Redner: Artur Crispien. Tiemcnsstadt. 19 Uhr im Lokal„Zum Heidekrug", Nonnen« dammallee 89. Außerdem Fahnenweihe der SAI.-Gruppe Siemensstadt. Rednerin: Minna Todenhagen. Neukölln. 16 Uhr in der„Neuen Welt", Hasenheid«. Redner: Friedrich Bartels. Schöneberg. 16 Uhr in der Schloßbraucrei, Hauptstraße. Redner: Dr. Löwcnstcin. Zehlendorf. 15 Uhr im„Reichsadler", Wannsee, Königstr. 25. Redner: Wilhelm Dittmann. Steglitz, Lankwitz, Lichterfelde. Lichterfelder Festsäle, Zehlen- dorfer Str. 5/6, in Lichterfcld«. Redner: Siegsried Hermes. Treptow. Gemeinsamer Abmarsch mit Musik von der Wiener Brücke um 1514 Uhr. Anschließend Feierstunde im Paradies- garten, Alt-Treptaw. Redner: Robert Breuer. Tempelhof. Waldrestaurant Lichtenrade, Inhaber Rohrmann, Lichtenrade, Hilbertstr. 19 und Lokal Birkenwäldchen, Tempelhof, Manteuffelstr. 11/12. Redner: Dr. Kurt Löwenstein. Lberschöneweide. 17 Uhr im Blunrengarten, Ostendstr. Redner: Carl Mermuth. Altglienicke-Falkenberg. Gemeinschastshaus der Gartenstadt Falkenberg(Alter Gutshof). Redner: Herbert Kriedemann. Adlershof, Johannisthal. Niederschöneweide. 19 Uhr im Lokal„Kyffhäuser", Nisderschöneweide. Berliner Straße. Köpenick. 15 Uhr Beranstalrung auf dem Sportplatz des Turn- verein?„Eiche", am Wasser gelegen, Achenbach-, Ecke Wenden- schloßstr.— Um' 29 Uhr, Einlaß 19 Uhr, Abendveranstaltung in den Gesamträumen des Stadttheaters, Fried richftr. 6. Redner: Dr. Julius Moses, ,,, c....., ,•,.• Friedrichshagen. 19 Uhr im Lokal„Wilhelmshof", am Bahnhof HirMgarten. Rednerin: Köche Fröhbrodt. Wil�lmshagen. 1914 Uhr bei Sturm. Redner: Dr. Strecker. Bohnsdorf. Heimann, Waltersdorfer Str. 199. Redner: Erich Kuttner. Lichtenberg. 16 Uhr im Lokal Reu-Seeland, Inh. Hirschfcld. Kpnaststraße(früher Schonert). Karlshorst. 19 Uhr im Deutschen Haus, Stolzenfelsstr. Redner: Erich Ollenhauer. Kaulsdorf-Süd. 19 Uhr im Iägerhsim. Rsdnerin: Luise Köhler. Mahlsdorf. 18 Uhr bei Anders, Bahnhofstr. 37. Redner: Dr. Fritz Schönherr. Mahlsdorf-Siid. 19 Uhr im Hubertus, Käpcnickcr Allee 199. Redner: Max Heydemann. Biesdorf. 18 Uhr in den Schillersälen. Redner: Franz Stimminz. Weißcnsee. 19 Uhr in der Stadthallc, Pistoriusstr. Redner: Richard Barch. Pankow. In den Gesamträumcn des„Bürgerpark". Redner: Dr. Ostrowski. Niederschönhausen. In de» Gesamträurnen des Lokals Sanssouci-?tordend. Rednerin: Gertrud Hanna. Blankenburg. 29 Uhr bei Klug. Dorfstr. 2. Redner: Gottlicb Reese. Karow. 29 Uhr im Lokal„Zum Pankgrafen", Pankgrafenstr. Redner: Dr. Hermann Schützingcr. Buch. 19 Uhr bei Göpfert, Am Bahnhof. Redner: Genosse Rochowski. Rosenthal. 19 Uhr im Lokal„Paulinenhos", Hauptstr. 1. Rednerin: Dr. Käthe Frankenthal. Reinickendorf-Ost. 19 Uhr im Schützcnhaus, Residenzstr. 1. Rsdnerin: Paula Kurgaß. Reinickendorf-West. 1914 Uhr im Ala-Filmpalaft, Scharnweber- straße Ecke Antonienstraße. Rednerin: Käche Kern. Waidurannslust, Hermsdorf-Glienicke. 19 Uhr im Lokal Scsschloß Hermsdors, Iunostraße. Redner: Wilhelm LaNda. Be° ginn des Konzerts 16 Uhr. Tegel. 19 Uhr im Strandschloß. Redner: Bernhard Göring. Tegelort. 19 Uhr im Lokal„Zum Schwan", gemeinsam mit dem Männerchor Tegelort. Borsigwalde. 19 Uhr in den Borsigwaldcr Festfälen, Redner: Eduard Zochcrt. Freie Scholle. 18 Uhr im Schollenkrug. Rednerin: Marie Kunert. Schulzendorf. Heiligensee. 16 Uhr im Lokal Beck, am Flugplatz. Wittenau. 1914 Uhr im Wittenauer Vcreinshaüs� Oranienburger Schaßc 88/89. Redner:' Kurt Kietzmann. ;.....• 3d-■."/■':■ t Wannsee. Vormittags 19 Uhr im Reichsadler, Königstr. Redner: Hermann Lempert. Sinfenbnnofn fOt diese NudrU find », r I> m<9««. Liade-str-ß« 3. parieinachnchien fürGroß-Berlin stet» a» da» BezirtOsekeetariai 2. Hos, Z Treppea rech«», ja richte» I. ttrei» Zlcrgarte». Alle Eevossinaen and tienolsen der 9.; 19., Tl., 12. und 33 Ältteiluna treffen sich«iti Demonsrrat'on am 1. Mai INN 11 Uhr ätfli'tz cltaf,« vor dem PestNadion. Die Eenoffen der 8. Adteiiuna um 11 Uhr Sieinineditra�e, zwischen Diideii- und Giobodrschenstrahe. Da alles nach 3eir einqeicilt ist, ist pünktliches Erscheinen dringend erforderlich. 3. Äreio Weddina. Die siet ÄilS-chmiiekun» der Säle der Hochschuld rauerei bestimmten Genossen der 11, und 2Z. Abtrilunq melden sich am l, Mai um 12 Ubr in der„Dorwärts-Spedition, Miillerstr, Z4a. Die Eintritts- karten zum 1. Mai sind am 1. Mai mit dem Biidungsausschuß ab- zuezchnen. t. steels Prenzlaaer Berq. Nach der Jemonshci'on wüsten alle Danner und llahnen sofort nach dem Saalbau ffriebtiefjsfeam arbracht werden. Z. arei« ssriedrich«dain. Die Ableilunaotassterer rechnen die Maifeierkarten im Saalban Zeiedrichsbain mit dem streislassterer ab. Alle nicht zurück- gegebenen Karten besten al» oerkauft. ».«eei, Aeeuzber«. Änireten zur Demonstration I1>S Uhr Baruther Ecke Delle-Alliance-StraZe. Abteilungsbanner und Transparente find mit- 19. steeio" ilipeaick. Alle stenosten sind oeroflickitet, an dee Demonsteatisn im Lustgarten teilzunehmen. Treffpunkt 12 Uhr«öllnifcher stZark. Ainnarsch 12% Uhr. heule. Mittwoch. 30. April: H. Abt.»I»?-»lnlrnssiina, «04 Uhr Sidung der Bezirkewhrer mit den Elfernbeiräten der List« Schulavfbaa. Sie»useändigen Bez'rf-tiihrer laden da»n besondees ein. 429.«Ä. Tegel.« Uhr bei' Scherbe, Berliner Sir. 17, FuntiionZrsissuiea. elta-mheioattmitglled« mW«» auch erschrinor. Jungsozialisken. Greeppe Tempethoi-Marieaderi. Li: beteiligen eins geschlossen an der Iuqendiemonstration. Treff puiekt IS Uhr Kaiscrin-Augusta-Strasse oder Ist Uhr Helsingsorfer Pia». Werbe bezirk.Norde»-. Heule, IS Uhr, Treffpunkt zur Demonstration Hel- stngforser Plass 1 Warschauer Strasse). Ersckieenen aller Mitglieder ist Pflicht. Schoneberg. Die Genossen«»erden gebeten, sich gelchiossen an der Deinoee» st Nation der 53«. und SAI, 0111 Mittwoch, dem 30. April, eem 19 Uhr. Helstnaforser Pia«, Warlcheueer Strasse, zu beteiligen. Wer marschiere» hinter der SAA. mit Weebebezirk Westen. Gruppe Mitte. Wir be'eiligen uns an der SAI.-Demonstration. Jeder Ge- eeosse eeetm pünktlich erscheinen.- Gruppe Neukölln. Heute. Mitteovch, 30. April, beteiligen wir un» an be- SA?-Demonsirat on in Lichtenberg. Treffpunkt 19 Uhr Helstngsorsec- Platz lWarlchauer Brücke). Pankow. Am Mittwoch, dem 30. April. 13 Uhr, Treffpunkt zue Demon- stra'ion Mühlen. Ecke Berliner Strasse. Nachzügler 19 Uhr Kelstng'orsee Plag. Gruppe Sieden. Alle Genossen müssen st» heute um 19 Uhr am Helsengforler Platz mr Deeeeanseratioee mit der SAZ. rinfieeten, Steiner darf fehlen. Ebenso ist es Pflicht jedes Genossen, morgen an der Demonstration und den Per- anstaltungen. teilzunehmen, Entschnlbigungen für das Wegbleiben an den Mai- veeanstaltungen feeed in keinem Salle geltend. S Arbeiisgemeinschaft der Kinderfreunde. Am U Mai— sckmlfrei. folgend« Vormit�aqevcranstnlwug«» findeu statt: Krei» Mitte. Kindcrmaife'er im Jugendheim Daisenirr. 18- S'? Uhr. Äm 1. Mai findet eine Kinderfeierstunde mit£i«HbUdern statt. Die Kruppen Pappi�platz, S'rnst Tollt? und Mattcolti treffrn sich um 8'� Uhr im Jugend- heim stehdenicker 2�. Kreis Tiarrartrn. Mai fpa ziergang nach der Spielwiese PlBtzeufee. Trefs- puntt k'ii-Ilhr Otto-Park. «reis Vedding. Maispazicrgang nach der Iungfernheid«. Treffpunkt um Uhr Zeppelinplas;.., Ä Kreis Pranzlave? Beeq. Kindermalfeier im S«ral des Bezirksamts, Dan- ziger Str. M. um 10 Ahr. Kreis �riedrichshaia. Kindermaifeier in der Gchulaula Diestekmeyerstraße um 0�? Uhr. Kreis Are»zbe?a-?empelbof. Tindermaifeier in der Äula der 4. weltlichen Schule, Dieffen iachstraße. um 10 Uhr. Kreis Ebarlsttenbura- Spar bau. Aindermaifet« auf dem Spielplan West- cnd uM 0 Uhr. Anfchl'ehend Spiele. Jtirff Schöneberg. Maispjele auf der Stadtparkwiefe van 18 bis 18 Uhr. Kreis Neukölln. 5tint»ermaife'er im Saasdau Bcraftt. 147. 10 Uhr. Kreis Lichtenberg, gindermaifeier im Iuaendheim Hauptstraste. Treff- Punkt 9' 2 tu« Pkarrstraste Ecke Frankfurter Allee. Kreis Weistensc«. Maifpiele am Taulcn See. Treffpunkt 0 Uhr Anionplast. Hohen schänhausen 0 Uhr Dingelstadter Ekrastc<£df Wistenhausener Straße, 01 2 Uhr Berliner Ecke Scherandtstraße. Kreis Narkow. Kindcnuaiseicr 9 Uhr auf der?or7s«'ik''e im' Bvlkspar?. Anschließend dik»!2 Uhr Sp'ele. Die TreffpunAc: Pankow 8'.� Uhr Markt- plaß. Niedersckönha'ffen 8� Uhr Bismarckvlast. Are�a Nelvickendori trifft sich am 1. Mai um OH Uhr am Bahnhof Ben- nigsdorf und geht nach Meißncrshof. Neinick�ndors-Ost trifft sich�um 8 Ullr am Iuye.ndhe'm, Lindauer Straße. Wir fahren mit dem Zuge 8,52 Ullr von S'ofen�hal Eltern sind ber-lich roillkommsn. Darte'venossen werden gebeten, uns ihre K�nber m't�ufch'cken. Nst.chkehr aeaen 17 Uhr. strchs Ckilircn doef» Äindermaifeier im.Viktor'aaarten um V Uhr. stindermaistst Sonntag, 4. Mai. im Volksvaek Neukölln. Beg'nn 1.? Uhr. Mmarsch aller Sruppen 14 Uhr Neukölln, s�onianepromenade Ech Blücher- straße(U-Bahn 5asenhe?de). kiomm"? Es gibt viel?,u sehen, was Freude macht. Unter anderem Zeltlager, lustiger Zirkus und.stasve?le. Spiel und Snor: Dieses Dest beginnt mit einer ernsten �eier und' schließt ahends ad mit eine? o�entl'che". Sinesti'nde. S-upve Marita Demmning. Treben 9 Uhr Petersburger Plast(?df Straß- mangstrrße-ur �ei nähme an der Maifeiev in der Schu�» Diestelmeyerstraße. t�rei« TemnrlHai. Wir treffen uns um 9 Ubr am Ullstein- Aavs. N'ar-ek-darf. Sämtliche l�ruvpen treffen sich am 1. Mai um v Uhr Teltow- sta-efbrücke. vor d-m Ullstein-.�aus. Gruppe?ebie' dor�. Wir treffen uns»ur Teilnahme an der Maifei/r um 1? Ubr an der No-dftfvle �Pats�amer Straße) 50 Pfennig Fahrgeld find mitH' br'ngen. Dir'ehren m't der Dannkeebabn bis Dannsee und laufen ge- ine'n'am zum..�e'ch-adler"(Danr/ce. poniostr. R) Die sseier dauert für d'e Kinder von 111 Uhr bis gegen 20 Ubr. Alle Kinder müssen da kein und auch die Eltern m'türingen Sie sind alle herzlich eingeladen. Nchtuvg,.�avntnrob< ffi? Ging, wrd Sp�chchor am Freitag, dem**. Mel'er, d's in den Sinakrcifcn' gestbt baden, msssstv vss''ff"'ich erschsin-n. Pxris brich ftaii*. Gruppe Sard? berger Plost. Mittwochs 80. April, S vielen auf dnr Spcr� plast im �riedrichshain. Treffen YIV* Uhr vor dem �ugevdheun. Freitag, 2. Mai. Alle erscheinen. Mcktttch IL Uhr i» Heim zwecks Bekanntgabe der Veranstaltungen innerhalb der Werbewache. Ueben des Sprechchors. Rezitationen und Theaterstück. Sonntag, 4. Mai. Maikindertag im Volkspark Neukölln. Treffen der Gruppe 121-4 Ubr Falkenecke. 20 Bf- ssahrgkld mitbringen. Ende gegen 20 Uhr. Achtung. Eltern! Wir er. warten alle Eltern am 1. und 4. bei den Veranstaltungen des Kreises �ried» richshain.— Voranzeige! Am 11. Mai Waldfest in Wuhlhetde. Ärc!« Eharlottenbnrg. Sonnabend, 8. Mai. sind die Nestfalken. Jung» falkengemeinschaft I und II auf dem Spielplast. Die Iungfalkengemein- schaft II ist am Dienstag im Jugendheim. Die Ä�vten slalken sind am Mitt- rnoch. dem 30. April, und Sonnabend, dem 3. Mai, im Jugendheim. Geburlstage. Jubiläen usw. 13. strei, Weissensee. Am dentipen Tom ist unser Genosse Keeenaee» starow, W«clckr>eomenade 23, 40 Zechre Miiglied dee Partei. Wie»«ainliere» herzlickst und nunschen dem Jubilar»och eine» lanpeu ionnigen Leben»- 24. Abt. Am heutiqen Tage begebt unser perehrter Genosse Sanenel Zosel, Gabitzst«. 51, mit seilte« lieben Gattin das Zsest der Silberne» Hochzeit, wozu wir el>m die besten Gliickirtinicke barbeinpr». 117. Abt. Lichtenberg. Unserem Abteileinft»le>t«r ttael Hinrich die herz- lichften Slültwiinlch« zum ZSjährigen Partei.'ubiläum. Gferbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation � 139. Abt, Teprl. Am Soeerefaa veefchied unser langi-ihriger Genosse I»f"is Hernnann, Iiidob-r des Lofals„Zum Sckuoan". Tegelort, Ehre seinem An- denken, Einssfcherunfl am sireiton, dem 2, Mai, 13',» Uhr, im strematoriunr Gerichtstrasse. Wir bitten um rege Beteiligung. HSozialistischeArbejterjugendGr..Verllu Einsendungen für diese 31ubrft nur ab das Zusendsekretariat Derlin SW68. Ladenstraße s Heute Demonstration durch Lichtenberg- Trefspeurlt de» Seloortoroonisatio»»m 19 Uhr»m Helflmzsoefo, Vlach kam Bahnhos W-esch-euer Brücke). Treffpunkte der Abteilungen und Iverbebezirke: Aekvnaplatzi 18), Uhr vor dem Keim,— ktdhnischee Paek> 18� Uhr a» Strausberaer Platz,— Kumbolbthaie': ttz Übe.Rote-SturM-Ecke�.— ssali- platz I: Iff'i Uhr„Eolosseirm", Schssnhaufer Allee Ecke Gleimstrasse.-- Ehar» lotteeibnrg.Rord: l8 Uhr Tauraaieener Ecke Osnabrücker Strasse,— W'lmer»» doef: IT'ö'lIhr„Sozialisten-Ecke", Rachzünler 19 Uhr Svelftnjforfet Platz,— fehlen bat)•Dahlem; 18 Uhr ll-Bahnhaf Onkel Toms Külte,- rempelho«: ll!Zf, Ubr U-Bahnhos Rinadobeistrasse,-»arlshorsti 18'b Ubr am Bahnbof starlshoest," Moabit: IN Uhr Kleiner Tieraarien,— West«»: 13 Uhr Hoch. bahnhoi Bülowstrasse,— Renkella XI: 18'.» Uhr Selehawer S'rosse, SSG. Rentelln:!">: Uhr Bahnhof Neukölln. 18 Uhr üunktionärsttzuna wr Heim Berastr. 29, Schellersprechftunde ewn 17 bis>8 Uhr, Werbebeziek Sckiioebero: 18 Uhr Hochbahnhof Diilowslrasse. Rachzünler 19 Uhr Helstnaforser Blatz Werbebezirk Neukölln: 18ll Uhr Bahnhof Neukölln. veebebezir« Lichfenbeep: 18>� Uhr a» der Iugrndbsthne. Sahnen und Wimpel nicht«erp essen! Morsten, cm 1. Mai, beteiligen sich alle Genossinnen und Genossen an den Gewerkschaslsvcrsommlunsten nnd Parfeiveranstallungen. Brlonapl»»: 13 Uhr Lustaarten, 13 Ubr„Clou". Mauerstrosse,— SGÖU- bieusee Beeflodt: Wi- d-teileeen i-n»(««schlössen an dir steier im„Märchen- brunnen�— Zehlerdorf-Dahleen: 19 Uhe Waienlee, Restaurant„Reichsadler". Ehausseestrasse,— kh«rlottenbe-er-er Greeppen: Treffpieukt lull Uhr anf dem Spandauer Bock, Eintritt für Lehrlinpe»nd un'er Ibjährjae frei, lM>alieds> buch der SAI, rorze'oen,)— Wilmered-rf: 12 Uhr Lausroateip'atz Bahnhof — jk-rlsborst: 8'� Uhr Bahnhof Lar'shorst. 19 Uhr»Deutsches Haus".- Neuktzlln XI: 9'/i Uhr Selckawer Strasse, Wert«b«zirk Tierganen: 8 Uhr Kleiner Tiergarten oder 8'4 Uhr Post- stadion, Werbebezirk JSiföneb«»: 15 bis 18 Uhr Spielen mit den stiiedrrfreunden auf der Stadtraekw-ese, 18 Uhr Abmarsch zur Sch'ossbrauerei. W«rbeb«z!rl Neukölln: lila Uhr Mittelvromenade Saiser-ssrietrich-Strasse, Spitze Hermannplatz, Ab 19 Uhr»Neue Welt". Sonntag. 4. Mal, Maisugendtag in Saulsdors-Süd! 15 Uhr Er. Sffluwgiseier aus der großen Spielwiese(Resiauravl Sanssouci). Vorstoß des Mansfeld- Konzerns. Die Kumpels sollen für Kupferverluste büßen. Den deutschen Unternehmern ist die gegenwärtige Arbeits- lofigkeit ein« willkommene Gelegenheit, mit oller Macht auf «inen Lohndruck hinzuarbeiten. Das Schlichtungssystem über den Haufen zu rennen, haben sie aufgegeben. So versuchen sie unter Mißbrauch der Not der Arbeitslosen und der Angst vor dem Arbeitsloswerden bei großen Stillegungen, die sich im Zusammen- hang mit Kartellbildungen oder der Konjunkturverschlechterung er» geben, systematische Einbrüche in das Lohnniveau an bestimmten Stellen mit dem besonderen Ziel, durch lohnsenkende Werksverein- barungcn dos Tarifoertragssystem aus zu höhlen. Der erste klassische Fall dieser Art war derdesStahlwerksBecker. wo erfreulicherweis« vom Deutschen Metallarbeiterverband und auch von den Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften der großzügig verbreitet« Schwindel aufgedeckt wurde, daß nur von einer Reduktion der Lohn- höhe Tod oder Laben des Werkes abhängig sei. In Wahrheit war die Stillegung des Stahlwerks Becker ein« im Zuge der Neubildung der Cisenoerbiinde längst beschlosiene Sache. Ein zweiter Versuch wird jetzt gemacht, und zwar beim Maus- feldtonzern in E i sl ebe n> der in der Hauptsache Kupfer produziert. Der Mansfeld gehört zum Internationalen Kupfer- kartell, das von den großen amerikanischen Kupsergesellschaften beeinflußt wird. Das Kartell hat vor einem Jahre die Snpferpreise auf eine schwiudelhafle höhe getrieben und viel länger auf dieser Höh« gehalten, als es nach dem feit etwa dreiviertel Iahren eingetretenen scharfen Rückgang der Weltwirtschastskonjunktur gerechtfertigt war. Das Preis- gebäude des Kartells ist jetzt zusammengestürzt. Der Mansfeldkanzern muß infolgedessen jetzt mit weniger aus- koimnen. Was tut er in dieser Lage? Er beschließt ein Not- Programm, bei dem 800 Bergleute der Mitteldeutschen Kupfer- jchiefergruben zunächst auf die Straße fliegen sollen, 800 Mann jener Kumpels, die immer die niedrigsten Bergarbeiterlöhn« bezogen haben, seit es in Deutschland einen Bergbau gibt. Sodann verlangt die Manzfeldverwaltung von ihren Belegschaften eine Lohnkürzung vou nicht weniger als 12 bis 18 Prozent und zwar unter Berufung darauf, daß der Mansfeld A.-G. ja im vergangenen Frühjahr ein« l'Zprozentige Lohnerhöhung„auferlegt" worden fei. Der Kampf in der öffentlichen Meinung wird jetzt darum gehen, ob das Vorgehen von Mansfeld gerechtfertigt werden kann. Die Arbeiter fagen mit vollem Recht nein und sie können sich dabei in der Tat auf ausgezeichnete Argumente berufen. Man braucht sich heute nur daran zu erinnern, daß da, amert- kanifche Kupferkart«ll, dessen Gesellschafter Mansfeld ist, vom August 1928 bis zum April 1929 den Kupferpreis für ein englisches Pfund(458 Gramm) von 15 Cents auf 24,3 Eents(1 Cent gleich 4,2 Pf.), also uni rund 60 Proz. hinaufgeschraubt hatte. Die dabei von den Kupfererzeugern erzielten Sonderprofite waren«norm: Da sich bei den großen amcrikanijchenn Kupferminen die rohen Selbst- kosten nur auf 6 bis 7 Cents je Pfund stellen, wurde im ersten Bierteljahr 1929 das Dreifache der Selbstkosten ver- dient. Wenn man die Selbstkosten bei Mansfeld auch auf mehr als das Doppelte ansetzt, so bleibt auch für Mansfeld noch«in ge- waltiger Gewinn. -Für Mansfeld insbesondere ist folgendes zu berücksichtigen (die Bilanz für 1929, wo man dewonstrotw die Dividende ausfallen lassen will, ist noch nicht oeröffenLicht): Don 1926 bis 1923 ist das G esamtertrSgnis vou 9L auf 15,3 Million« gestiegen, die Genercckunkosten such aber nur von 4,1 auf 6,1 MWoneu Mark erhöht. Da auch bei Mansfeld die„Bilanzen von hinten" aufgemacht werden, mußten die stillen Reserven und auch die offenen Abschrei- bungen stetig erhöht werden. Die Abschreibungen sind von 1926 bis 1928 von ZD auf 4,3 Millionen, also um fast 50 Proz. gesteigert worden. In den drei Iahren von 1926 bis 1928 hat der MansfcLrfonzern— die versteckten Gewinn« natürlich nicht eingerechnet— jährlich 7 Proz. Dividende verteilt. Es ist ihm also alles weniger als schlecht gegangen. Es ist nun aber sehr bezeichnend, daß der'chon hohe Gewinn von 1927 und auch die damalige 7prozentig« Dividend« bei einem durchschnittlichen Kupferpreis von nur 18,54 Eents erzielt wurde, während im Jahre 1928 die im Spätherbst einsetzende Kupferhausse den Preis auf 16,09 Cents erhöht«. Im Jahre 1929 hat sich aber bei Mansfeld die Kupferhauffe erst im vollen Ausmaß ausgewirkt, denn vom 2. Januar bis zum 24. März sprang der Kupferpreis auf 24,75 Cents und erst in den allerletzten Wochen wurde der dann allmählich auf 18,3 Cents herabgefetzte Preis weiie- empfindlich heruntergedrückt. Wenn asso Mansfeld in den Iahren 1927 und 1928 bei Preisen von 13 bis 15 Cents trotz großer stiller Reserven 7prozentige Dividenden verteilen konnte, so konnte bei einem noch bedeutend höheren Preis im Jahre 1929 die von den Gewerkschaften endlich durchgefetzte, seit Iahren fällige Lohnerhöhung für den Mansfeldkonzern kein« Einschränkung des normalen und berechtigten Gewinnes bedeuten. Mit Leichtigkeit könnte Mansfeld für 1929 wieder die 7prozentige Dividende vertellen, wenn es dem Konzern nicht eben gerade darauf ankäme, durch die Unterlassung der Dividevdenzahluag einen Scheinbeweis für die behauptete Notlag« zu erbringen. Bei Mansfeld liegt also der typische Fall vor, daß man die Sonderrente, die ein straffes Kartell bei guter Konjunktur bringen muß, mit Bergnügen einsteckt, im Augenblick schlechterer Kon- junktur aber, wo das Preisgebäude zusammenbricht, von den früher erzielten Sondergewinnen und gebildeten Sonderreserven nichts mehr wissen und dafür die Belegschaft mit Lohntürzungen bestrafen will! Das ist die Situation, die gegenwärtig vom Mansfeldkonzern miß-- braucht wird, wogegen die Mansfeldkumpels sowie die dahinter stehenden Gewerkschaften sich zur Wehr setzen müssen. Mit vollem Recht wurde auf der sofort nach der Ankündigung de» sogenannten Notprogramms einberufenen Funktionäroerfammtung der Gewerkschaftsvertreter der einstimmige Beschluß gefaßt, daß die Ge- wertschaften sich zu einem Abbau der Tariflöhne nicht hergeben können, und daß die jetzigen Löhne von der organisierten Arbeiter- sä?aft verteidigt werden müssen. Die Funktionäre haben nur wirt» schaftliche Tatsachen ausgesprochen, wenn sie es ein Un» ding nannten, daß die Mansfeldverwaltung jetzt die ganze Last einer verschlechterten Konjunktur auf die Zlrbeikerschaft abwälzen will, nachdem sie bisher von der Kupferhausse so stark profitiert habe. Es werden jetzt sehr bald, da der Mansfeldkonzern die Lohn» vertrag« gekündigt hat,. Staatsstellen zur Schlichtung in Funktion treten. Die.'Mansfeldkumpels und ihr« Gewerkschaften dürfen da, Bewußtsein haben, daß sie bei den nun zunächst folgenden Kämpfen am runden Tisch eine gute Sache verteidigen, wen» sie sich gegen den AÄaü der Lohne zur Wehr setzen. Gchuhausfuhr verdoppelt. Im 1 Quartal 6,6 Millionen Mark Ausfuhrüberschuß. Der Bericht der dsutschen Schuhindustrie über die Entwicklung de, Außenhandels im Monat März zeigt, daß sich der deutsche Schuhaußenhondcl weiter in der Richtung der wachsen» den Ausfuhr entwickelt. 3m März wurden 96 289 Paar Lsderfchache eingeführt gegen- über 396 796 Paar im März vorigen Jahres. Dies entspricht einem Rückgang der Ciufuhr von 76 Proz. gegenüber dem Ver- glcichsmomit 1929. Dagegen Hot sich die Ausfuhr von Leder- schuhen im März gegenüber dem entsprechenden Monat des Vor- jahres mehr als verdoppelt. Sie erreichte rund 469 000 gegenüber 231 103 Paar. Wertmaß g stellte sich die Einfuhr im Berichtsmonat auf 1.08 Millionen, dagegen die Ausfuhr von Lcder- schuhen auf 4,95 Millionen Mark, so daß sich im Berichtsmonat ein Ausfuhrüberschuß von 3,87 Millionen ergibt. Die sehr günstige Entwicklung des Schuhaußenhandels in den ersten drei Monaten dieses Jahres ergibt sich aus der Senkung der Einfuhr von 859 569 Paar Januar-März 1929 auf 195.308 Paar im ersten Quartal dieses Jahres. Die Abnahme der Einfuhr beläuft sich auf rund 77 Proz. Dagegen stieg die Ausfuhr gegenüber dem ersten Vierteljahr 1929 von 531 829 auf 1 041 272 Paar, also um 96 Prog. Während im eisten Quartal 1929 noch ein Einfuhr- Überschuß von 327 740 Paar Ledcrschuhen in einem Werte von 1.37 Millionen zu verzeichnen war, ergibt sich für die Zeit vom Januar bis März dieses Jahres ein Ausfuhrüberschuß von 845 964 Paar im Werte von 8,64 Millionen Mark. Natürlich ist der Reichsvsrband der deutschen Schuhindustrie weit davon entfernt, mit diesem Ergebnis zufrieden zu fein und weist darauf hin, daß im Jahr« 1924 im Schuhaußcnhandel ein Aus- fuhrüberfchuß von 21 Millionen Mark erzielt wurde. Mit diesem Hinweis werden aber auch die deutschen Schuhfabrikantcn die iin Dezember vergangenen Jahres durchgesetzte Zollerhöhung für Lederschuhe nicht rechtfertigen können. Abgesehen davon, daß die Schuhzollerhöhung Deutschlands handelspolitische Lage gegenüber einem so wichtigen Abnehmerland wie der Tschechoslowakei sehr erschwert hat, muß auch der eigensinnigste Interessent zugeben, daß das Anziehen der Zollschraube in einer Zeit, in der sich die Aus- fuhr von deutschen Schuhfabrikaten in einer ununterbrochen steigenden Linie entwickelt, volkswirtschaftlich völlig unsinnig ist.> Merkwürdige Querverbindungen. Was die Debatte bei Smil Heinicke ergab. Auf der Generalversammlung des bekannten Berliner Bau- Unternehmens Emil Heinick« A.-G., die den größten Teil ihres Aktienkapitals im letzten Jahr verloren hat, kam es zwischen der Aktionärsopposition und der Derwoltung zu recht lebhaften Auseinandersetzungen. Die Debatte brachte höchst merkwürdige Tatsachen, ans Licht. So wurde von einem Aktionär darauf hingewiesen, daß der Generaldirektor K o r y t p w f k i von der Emil Heinicke A.-G. zugleich auch Teilhaber und Direktor bei der Gourmenia war, deren Zusanimenbnich bekanntlich auch die Emil Heinicke A.-G. schwer in Mitleidenschaft gezogen hat. Der Aktionär geißelte die Leichtfertig- keit der Finanzierungspolitit von Emil Heinicke, die einem Unter- nehmen wie der Gourmenia, das irnr 500 000 M. Kapital besessen habe, einen Baukredit in vierfacher Höhe zugestanden habe. Auf diese Weise habe bei den merkwürdigen Queroerbiiidungen de» Herrn Korytowski di« Heinicke A.-G. ihrem eigenen fflenercfirirck- tor auf dem Ulnwege über die Gourmenia«inen ungesicher- tsn Millionenkredit gegeben. Der Vorsitzende mußt« ziem- lich kleinlaut zugeben, daß im Aufsichtsrat über die Personalunion zwischen der Emil-Heinicke- und der Gourmenia-Direktwn nichts bekannt gewesen sei. Der Aufsichtsrat von Emil Heinicke kann sich also der gleichen rührenden Sl h n u n g sl o s i g ks it über wichtige Vorgänge rühmen wie der famose Aufsichtsrat der zusammengebrochene� Frankfurter Allgemeinen Versicherung. Der van den Aktionären mehrfach erwähnt« frühere Generaldirektor Ka.ytowski legte Wert auf die Feststellung, daß er als Teilhaber und Direktor der Gourmenia mir Treuhänder gewesen und an dem Geschäft selbst mehrere hunderttausend Mark verloren habe. Im ganzen konnten die Ausführungen der Verwaltung und besonders des Aussichtsratsvorsitzenden darüber nicht hinwegtäuschen, daß bei Emil Heinicke«ine äußerst leichtfertige Geschäfts- Politik getrieben wurde, deren Ergebnis schließlich auch der Der- lust von 97 Proz des Aktienkapitals ist. Auch die Entlassung der früheren Direktion zeigt einwandfrei, daß bei dieser Gesellschaft eine ziemlich« Mißwirtschaft eingerissen war. Spartassen-Sondergeseh. Ott Räume wachsen nicht in den H mmel. Seit Herr F r i ck in Thüringen den Deutschen zeigen will. was regieren heißt, sind die nationalsozialistischen Machthaber be- sonders darauf bedacht, jür den„Staat" Thüringen eine möglichst groheKasfe.zur Verfügung zu hoben. Schon die frühere Rechts- regiemng hat nach reaktionärem bal)«rrschsn Vorbild die finanziellen „Belange" eures möglichst � starten unabhängigen Thüringen mit Energie zu wahren versucht. Man hat ine Thüringer Staatsbank zü einer starken Staotsbastion auszubauen versucht, möglichst überall Filialen der Staatsbant gegründet, den thüringischen Sparkassen aus das gründlichst« Konkurrenz gemacht und auch die thüringische Giro- zentrale au» dem Feld zu schlagen versucht. Der Haupt st reich zur Stärkung des thüringischen Kriegsschatzes sollte mit einem Gesetz geführt werden, das die thüringischen Sparkassen zwingt, nicht weniger als 50 Proz der gesamten Einlagen dem thüringischen Staat zur Verfügung zu stellen. Die thüringischen Sparkassen hatten sich nämlich bisher an die Ucbung gehalten, den größeren Teil ihrer Einlagen in Hypotheken imd Kommunalkrediten anzulegen und nur den kleineren, wie über- oll im Reich, für dl« Anlage in Staotepapieren bereitzuhalten. Da Thüringen bisher noch kein eigenes Anlagegcsetz für Spartassen- gclder hatte, wollt« man bei der Schaffung eines solchen Gesetzes die Situation gründlich ausnutzen und gleich 50 Proz. für den Stäat beschlagnahmen. Es ist freilich anders gekommen, als man es sich ge- träumt hat. Selbst unk-r dem nationalsozialistischen Heros Frick, dem starken Menne, war nur ein Gesetz möglich, das im wesent- lickvn die in Preußen geltenden Anlagebeslimmungen übernahm. Di-.ses Ecs'tz wurde jetzt im Thüringischen Landtag gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Komm il nisten und des einen Demokraten angenommen. Aber selbst dieses verbesserte Gesetz stieß noch auf eine Verwahrung der Deut- schen Volkspariei, die darauf hinwies, daß das Gesetz mißbraucht werden könnte und geeignet sei, die Rechte der Selbstverwaltung stark zu beeiiiträchtige». Die Bierverteuerung an der Ruhr. Die westdeutschen Brauer wälzen Bier«, Umsatz- und Kraft- stoffsteuer ob. Die Brauereiunternehmer in Rheinland-Westfalen begnügen sich nicht damir, die voll« Höhe der Biersteuer auf die Konsumenten ab- zuwälzen, sondern haben noch ein Mittel ausgetüftelt, um nebenbei noch etwas für sich herauszuschlagen. So nehmen sie die gleichzeitige Erhöhung der Umsatzsteuer sowie der Venzinsteuer zum Anlaß, um auf di« 3,85 Mark, um di« das Bier durch die Biersteuer verteuert wird, noch einen Zuschlag von 15 Pfennig zu erheben, so daß sich die Preiserhöhung bei den west- deutschon Brauereien ouf4Markimganz«n(ohne Gemeinde- steuern) stellt. Bei dieser famosen Konsumentenpolitik verfehlen die Unternehmer nicht, voller Stolz darauf hinzuweisen, daß sie auch diesmal die Steuererhöhung nicht zu einer Abwälzung der sonstigen stark erhöhten Unkosten gebraucht hätten. Die west- deutschen Brauer, die im Geld« schwimmen, sorgen also dafür, daß der Konsument neben dem Schaden auch noch den Spott zu trogen hat. Orenstein& Koppel 6 proz. Dividende. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung des großen Maschinen- Unternehmens Orenstein u. Koppel, das in leinen Berliner und westfälischen Betrieben eine Belegschaft von annähernd 8000 Mann beschäftigt, wurde beschlossen, für das Geschäftsjahr 1929 wieder eine Dividende von 6 Proz. auszuzahlen. Da die Gesellschaft erst im vergangenen Jahre ihre Aktionärsgewinn« von 5 auf 6 Proz. erhöhte und den Satz vom Vorjahr auch für 1929 aufrecht erhalten kann, muß das Unternehmen, dessen vor. sichtige Reservepolitik bekannt ist, auch im letzten Betriebsjahr trotz der Konsunkturverfchlechtcrung im Maschinenbau recht gut ab» geschnitten haben. Schwerindustrie gegen Tariferhöhungen. Die Schwerindustrie Hot jetzt gegen die neuen Tariferhöhungs- plane der Reichsbahn ihre sämtlichen großen Organisationen mobil gemacht. So wenden sich neben dem Langnamverein di« Industrie- und Handelskammern des Ruhrgebietes, die Gruppe Nordwest der Eisen- und Stahlindustriellen, das Rheinifch-West- fölische Kohlenjyndikat, der Stahlwerksoerband. sowie andere Organisationen der Montanindustrie in einer Eingabe an den Reichsoertehrsminister, in der gegen«ine erneute Erhöhung der Frachttarife scharfer Protest erhoben wird. In der Eingabe wird zum Ausdruck gebracht, daß bei dem gegenwärtigen Stand der Wirtschaft«in« Verteuerung der Gütertarife unerträglich sei. Sie sei zugleich in An- betracht des Kanturrenzkampses der Rcichsbahn mit anderen Der- kehrsinitteln ein durchaus untauglicher Versuch, aus die Dauer Mehreinnahmen zu erzielen. Im Gegenteil wurde ein weiteres Zusa m m ens ch r u m p s c n des Verkehrs auf der Reichsbahn die notwendige Folge der Erhöhung der Tarife sein. Im einzelnen wird darauf hingewiesen, daß ein« neunprozentiHS Tariferhöhung bei Kohlefrachten auf Entfermingen von ISO bis 300 Kilometern«ine Verteuerung von 4 bis 7 M. nach sich ziehen würde und damit die Stellung der deutschen gegenüber der ausländischen Kohle weiterhin erschwert würde. Zur Besserung der Reichs- bahnfinanzen werden in der Eingabe sodann Vorschläge gemacht, die eine Vereinfachung und Zusammenlegung des Verwaltungs- apparates fordern und auf die Erzielung einer besseren Wirt- schaftlichkeit bei den Nebenstrecken sowie Möglichkeiten einer Ein- nahmesteigerung aus den der Zollverwaltung und der Reichspost geleisteten Diensten hinweisen. Generalversammlung derVolksfürsorge Am Mittwoch, dem 4. Juni 1930, findet in den Räumen der Derlogsgeselljchaft deutscher Konsumvereine m. b. H., Hamburg, die 17. ordentliche Generalversammlung der Volks- f ü r s o r g e, Gewertschoftlich-Genossenschoftliche Versicherung soktien- gefellschaft, Hamburg 5, statt, die über die Ergebnisse des Geschäfts- jahres 1929 beschließen wird. Die Aktien der Voiksfürsorge befinden sich im festen Besitz der freien Gewerkschaften und der dem Zentral» verband deutscher Konsumvereine angeschlossenen Genossenschaften. die ihre Vertreter zur Generalversammlung entsenden. Dividendenloflgkeil rentiert sich. Der Abschluß der H a r» burger Gummiwerk« Phönix A.-G. lieiert den Beweis, daß ein Unternehmcn durch vorsichtig« Finanzpolitik während der Umstellung der Betriebe sich sein« Reniabditöt schnell wicdererringen kann. Die Gesellschaft stellte in den Iahren 1927/28 unter lebhaftcm Protest der Aktionäre die Dividendenzahlungen«in Sie ist dajür in der Lage, für 1929 die Zahlung von Äktionärsgewn'.r.en mit dem ansehnlichen Satz von 6 Prozent wieder ouszuneh-men. Das Unternehmen hat die Zeit der Dividendenlosi gleit zu einer gründlichen Bilanzreinigung und damit zu einer inneren Stärkung der Betriebe benutzt. So sind im letzten Jahr die zinsensressen- den Schulden um mehr als 1,2 Millionen Mrrt auf 6,7 Mil- lionen Mark zurückgezahlt worden, während die Forderungen und Bankguthaben zu gleicher Zeit um l Million Mark aus über 8 Millionen Mark stiegen. Die Neuorganisation der Be- triebe hat dazu geführt, daß trotz weiterer Un.satzsteigerungcn aus annähernd 40 Millionen Mark di« Vorrät« sich von 4,7 aus 3,7 Millionen verringerten.— Der Betnebsgewinn stellt sich iür 1929 auf rund 85 gegen 8,0 Millionen Mark, währen« der Rein- gewinn mit 0,46 Millionen Mark sich gegenüber dem Vorjahr um 80 Prozent erhöht hat. ?»al-unasn von UK. 1.55 nn In Apolhokon und Drogorien,»on»t durch OTTO REICHEL, Berlin SO, Eisenbahnttre6c 4, Verlnngon Sie koetnnloe de« reich liluetrlerte Buch„Guter Ret In»eeunden und kranken legen". 7lr. 200* 47. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Mittwoch, 30. April iS30 irrrmrmrrrnnrTrT ii in ir i1 i t if■flffff;wwr Die Not der Oberharzer. Drohende Verrlenduna der Arbeiterschaft. In den stillen Dörfern des Obttharzes lämpf feit Iahren die Arbeiterschaft gegen Not und Verelendung. Seit mehr ol» vier» hundert Jahren sind die Dorfbewohner eng verbunden mit dem Oderharzer Bergbau. Die Förderung der Erz« und ihre Verarbeitung sind ihre einzigen Arbeitemöglichkeiren. Generationen von Arbeitern haben hier in beispielloser Genügsamkeit ihren Bergmannsberuf ausgeübt. Nachdem in Tanne der Hütten» betrieb säst zusammengebrochen war und nur durch Aufopferung der Arbeiterschaft heute noch in be» schränktem Maß« weitergeführt wird, soll jetzt auch in E l o u S t a l dos Hüttenwerk stillgelegt und damit 70t> Bergleuten der Verdienst vollkommen entzogen werden. Di« Direktion der Ober» harzer Verg- und Hüttenwerk« hat.bereits den Antrag auf Still» legung der Betriebe gestellt. Ohne die Verhandlungen mit der Bc- Hörde abzuwarten, sind 7l>l> Arbeiter mit Kündigung bedroht worden. Die Stillegung dieser Betriebe würde sich für den gesamten Oberharz verhängnisvoll auswirken. Keine Industrie ist dort neben den Bergwerken angesiedelt. Die arbeitslos ge- wordenen Bergleute können nirgends übernommen werden. Die wenigen Betrieb«, die im Obcrharz bestanden, sind durch ein mittelalterlich wirkendes Wasserrecht zur Abwände» rung gezwungen worden. Ob es den Gewerkschaften nock, gelingen wird, die Abboumahnahmen zu verhindern oder wenigstens hin- zuzögern, ist fraglich. Der sozialdemokratisch« Landrat Curtz« hat tatkräftig eingegriffen. Aber das Gespenst der Arbeitslosigkeit geht immer noch um. Es niuß im Interesse der notleidenden und schwer kämpfenden Arbeiterschaft verlangt werden, daß der Staat eingreift. Darüber hinaus können aber auch viel« Partei» und Gewerkschafts- Mitglieder ihren Arbeitsbrüdern im Oberharz Helsen. Wer seine Urlaubstage fern der Großstadt verbringen will, der lenke seine Schritt« zu diesen reizvoll gelegenen Dörfern des Oberharze», er wird dort Nuhe und Erholung finden und dabei gleichzeitig ein menschenfreundliches Werk tun. In Claustal-Aellerfeld, Wtldemann-Lauthentol, Tanne, Sorge, überall gibt es gute Unterkunft und Pension. Die Arbeiterschaft in diesen Harzorttn wird es den Brüdern und Schwestern im Reich und in Berlin danken, wenn sie auf diese Weis« dazu beitragen, den Be» drängten zu Helsen. Jahresversammlung städtischer Presseämter. Die Arbeitsgemeinschaft städtischer Nachrichten» und Presseämter hhlt ihr« biesjflhrig« 0. Jahreshauptversammlung in der Zeit vom 26. bi« 29. Mai in M a g d« b u r g ab. Am 23. Mai findet eine bf-fcntllche Kundgebung statt, in deren Rahmen Ober» bürgevmeister Dr. H e i m« r i ch- Mannheim über„Die Notwendig» keit der Publizität in der öffentlichen Verwaltung" und Professor Dr. Dovifat über„Kommunalpolitik und Presse im Ausland« und ihre Nutzanwendungen für Deutschland" sprechen werden. Vor» her geht eine geschlossene MiiN'iÄerixrsommIung. in der von Dr. L o h m o n n« Berlin JW« politisch« Aufgabe städtischer Press«. ämttr behandelt wird. Do« Korreferat hält Dr. L>« b o u» Hagen. Auf der diesjährigen Tagung der kommunalen Presseämter wird auch der Deutsch« und d»r Preußische Stadtetog offiziell durch seinen Präsidenten Dr. Mulert und den Leiter seiner Pressestelle Dr. B e n« ck« oertreten sein. Am 30. und 31. Mai sind« eine Vorstandssitzung des Deutischen urd Preußischen Stödtetoges in Königsberg statt. »«dkitigemetstcheft fL» Citttni«, tan 31. April, tOH Uhr. finf-rn im Audiisr'lim»«limum der UnivrrkiUlt, Uni« htn i'nbtn. jmei gilmnorMbrunaen statt!.r>» LiWjnHeittn Hp» titu:'d)«n fidpn»". »Di« Sicht enn Mor«pn.' S«u rnteittnht Perle von Mppft».5ennpr.6ct4 und Srich ftozet, Siegieninzshaumpisttr c D. schein-ti MNH. Ste1«iS!»»«s sprlsxttiN). Äntr«ttn zum Schub der 9$P. v« U Uhr am R-tt?IhprkpIah iLiudüüieii Steabe). ttameraoschäft West Äntvleu MWMMr �.... Sport. Rennen zu Grunewald am Dienstag, dem 29. April. t. R e n n« n. t. Echweichlenn(Wtumot), 2. ülratflf, 3. Ftnelert. Toto: 19:10. Platz: 12. tS: 10. Ferner lies: Seroatrir. S.Rennen. 1. La Margna(Aikermann), 2. �anvlust. Toto: 11:10. Zwei iieirn. S. Rennen. 1. Indra sSasdith 2. Liliewe«. 3. Jiidica. Toto: 137: 10. Platz: öS, 33: lO. Ferner lies««: Leaende. Runkler. i-Ji enn tn. 1. Normanner«nHinartkhrl de» Ortnvrrein» Beriin-Mirie btleiligm coBen, wollen sich umaehenfc bei ftametahen Mariin.#tunn;nftt. 137, — Mittw-ch, Sl».«pril. ßriehnchahaln. Alle<3 parlier treffen sich um« Uhr auf dem Sporiplatz Nr. 4 im griedrichahain.— Eonner»«-«. 1. Moi.«reit Beste«, samilid» Sri-vereine treten UVi Uhr am Hautooateiptatz an ohne ?ahnen in fBcnnerflciduna. Pflichtveranstaftuna für all« Reinerahcn. Sief Harte». Antreten Moabit t0»i Uhr Lehrter Straße, Westen lO*; Uhr bei Rickert. Steinwetzstr. SCa, Bannerkleiduna eh"« ifahnen. Sharlattrnbur».«nlcelen des Or'-were!ns 11«4 Uhr Hausnogieipla». FrieSrichshai». ivfl Uhr Antreten fttmtticher«ameraden in den Kameradschaft»lokalen in Bannerfleiduug. Steglitz(Ortseeteinl. Antreten IIH Uhr Hausvoliieiplaß.«»»l-l-.iZriz. Urs Uhr Pflichtantreten ohne Fahnen in jdunhesfleHmnfl Jahn. Stfe Schpn. ItinftteSc.«äpenirf. Antreten Übt Berlin. Rdllnlfchen Park,»ldsadrt Bahnhof Friedrichohaaen l i 4 Uhr, Bahnhos Rüpeitilk UJ4 Uhr, Bahnhof Srllnau U\ Uhr. Wettzenfee(örtSBetein). 1h Utzt sdmtlickie«flinen Korne. roden ohne Fahnen in Bundeskreidung. Antreten Tpitze. Lichtender«(Ori> verein». Antreten IWH Uhr bei Stjbe.r. Inn« Crft Oderftraße. Rachtttaler im Uhr Öanbsberaet Plast. Rafentkal fKameradfckaft». UH Uh- Abfahrt Kirchplast»ur Pflichbetonstottunfl. MM«. UH Uhr«emettfebaftsbau», Enael- Ufer,»unbealfeibun« ohne Fahnen und SvinNeute.«»»»Ixeft. 11 V Udt An. treten firntticher aktiven Kamerad«« in Bunde aileidung ohne Fahnen. Er. « geK Erscheinen Pflicht. Eharlottenhura. Kameradfo'aft tiattau». SU Uhr Kaoieradfchaltsoerfamntlung bei Gerlach. Svreeftr. 12. Rrinicke udorf fvrtew-r» em). 20 Uhr S'stunß des Orisvereinevorsiandeo. Kameradschaft Bist Die iut Freitag, 2. Mai,«ngtsestie Kqmeradschas sverlsminiuNN muß ausfallen, und findet erst am Fteilag, dein S. Mal, statt.— Kreuwern. Sportler jeden Dtens- tast und Freitag ad 18 Uhr Spdetplast an der Katzbachstraße. ?.eich«l»r,Ichriftveretn Berlin-M-abit. Donnerntaq, 20 di» 22 Uhr, Anfänger-, Fortgefidritlenen-. AedeschriftlehrpSnae, Ziaihenower Str. 8«. Auskunft bei S>. Sägern, Berlin NW. 21, Wiefefstr. Ä. L-rdsmanufchast der Schleswig. ltvlsteinet 1882. Geschäftsstelle S. 14. Prin. senstr. 61. Donnerstag. 1. äOla1. 20 Uhr. im.Dresdener Gar en., Dresdener Straße 4Z. Ma'.llnterhaltnng».A!>end. Mai-Lieder lowie Vorträge in platt» deutscher Mundart von unseren Landsleuten. Gelchilftliche Mliteuungen. Auf- nähme neuer Migl eder. «sin tird Oanvee.e.I�iie! C!vi fo-nd-'C 1 78." MecUngs«very FrMov 8 P. m Csl« Scdnttenhaml Bellevuestraßc IIa. Lecurer M'. Frielrfch on: .nie Laieon Hosiery Marleet" öues's, Ladies t Oentlemen Ire welcome. Feuerfchutzausstettung m Warenhaus. Die Feuerschutzwoche wird ii, Berlin um«ine Feuerschutz» Ausstellung ün Warenhaus A. Wert he im in der Leipziger Srraße bereichert, die mit vielem Fleiß und großer Sachkenntnis zusammengestellt wurde. In gemeinverständlicher Darstellung wird ein Rückblick auf Feuerlöscheinrichtungen früherer Zeilen gegeben U. a. sieht man eine alte Dorf spritz«, in die dos Löschwasser erst hinein» geschüttet werden mußte. Dann haben die neuesten Errungen» schaften zur Verhütung und Bekämpfung des Feuers das Wort, ins» besondere die Apparate des Kleinlöschwesens. Es gibt Einrichtungen von Feuermeldern, die sich felbsttälig bei einem bestimmten im Raum herrschenden Hitzegrad auslösen. Weiler siehi man sehr kam- plizierte Feuermelder der Firmen Mix u. Genest, Lorenz und Siemens. Unter den Feuerlöschern der verschiedensten Größen und �sür die vsrschicdenslen Zwecke verdienen auch die Schaum» 'l ö s ch e r genannt zu werden, die jeden Brand mit einer Schaum- lösung ersticken, die der Apparat im Augenbiick der Inbetriebsetzung erzeugt. Eine Feuerschutzausstellung erfüllt jedoch ihre eigentliche Bestimniung erst in ihrem Hinweis auf FeuerverhütunfL An allen nur denkbaren Gegenständen und Vorkommen wird dieser Grundgedanke klargelegt, sei«z dos clektnsche Bügeleisen oder die sehlerhast« Schallung, der schlechiangeschraubte Gaeschlauch oder die mangelhafte Armatur am Gaskocher. Dann find die vielen Schutzeinrichtungen, Gasmasken usw., zu sehen, die den Feuerwehrmann in der Ausübung seine» lebensgefährlichen Berufs selbst vor der zu bekämpfenden Gefahr bewahren sollen. Am inter» «ssantcften sind jedoch die Beiträge Berliner Schul- k i n d e r, die sich zum Thema Feuerschutz in Zeichnungen und Sprüchen geäußert hoben. Ihre ungehemmte Phantasie hat u. a. den schönen Spruch geprägt:„Gieß Petroleum nich in n Ofen. sonst kannst« gleich'nen Sgrch dir koofen!" Dies« Kernfrage der Feuerverhütung, die Erziehung zur Vorsicht schon bei den Kindern, sollte vor allem die Schulen veranlassen, dies« interessante Ausstellung zu besuchen. �> I I. ,.1... Hl...'1 BSBg Olympia-Korrespondenz-Schreibmaschine Buchungsmaschine mitRechenwerk»SaldomaU BÜROS« BERLIN N 24 Friedrichstraße 110-11 2 Slr.23-31, HANNOVEg. Am ttuffgeaben IS, KÖLN. (Haut der Technik) WeMeeliWOStr,?»;&*• 8»iehempero»fplol»; LEIPZIG. V NieolosttrertJ. 10, H, MAGDEtzUKO, OI!e YOfi Gireeid»• .......... Sn-a, II, /AAttdÜtElest. Q7. 22, MÖNCHEN, Km-flna». F�pr., DlWAidisdomm 5421 Seeeei BQso Aölgobo dos fpr Ao 99ttQcUdoA Iiouoskniokoiiftflsso der Tis® ist isnono zn Berlin Berits SO. 14,.Mlcfeatikirchetr«8« 18. Einladung zur ordentliche» Ausschuß-Sitzung ha Sectrtia her KeffetUBttfltebcx sab de, SuBSMmUgUeber SwmaiMmUal »»«»»,-«. bem 1Z.»«IISSO, ebbe. sstattL« Ilde.r- 1 1.............. ohne spritzung. ohne Beruf,stZru»g erztett sind destätig t. Referenzen pp. gegen M »«lt»» Mchpotto.�— Speechstund« unse-e? Ä. 8. ttSM, Attlshof*, SeiDissenhqfl auf künstlicher Landstraße wird die Gummiabnutzung geprüft für den SICHERHE1TS-REIFEM Mittwoch 30. April 1930 Unterhaltung und �Nissen Beilage des Vorwärts 8MoiericMer:9lälienifcheSpughelti Monte Cassino. Zwischen Rom und Neapel stiegen wir oOlZ Meter über das Meer«mpor. Auf Monte Cafstno wurde der Jahrestag des heiligen Benedikt gefeiert. Den steinigen lffelweg entlang zog mein Freund aus Gründen der Sparsamkeit die Schuhe aus und betrat so un- msttelbor den heiligen Boden. Oben. wurden geistliche Fürsten ms allen Windrichtungen Italiens empfangen. Der Vatikan sandte als Abordnung hohe Würdenträger, und am Abend wimmelte es an der genieinsamen Tafel von Kardinälen, wie in den profanen Niederungen von Kooperatoren und Ministranten. Mein habgieriger Freund saß neben dem Patriarchen von Napoli und versuchte bei ihm sein fein vernickeltes Italienisch aus den Markt zu bringen. Ich verstand die Sprache nicht und vernahm nur so viel, daß der Patriarch als Antwort immer eine Ladung Schweinebraten hinunterwürgte. s Da brachte ich heraus, wie mein Freund andeutet«, daß er deutscher Arzt fei und sich besonders für das Grabgewölbe des heiligen Benedikt interessiere. Nach einer kleinen Weile wurde der Patriarch lebhaft und erwachte aus seiner Gleichgültigkeit. Plötzlich sperrte er den Mund aus, so weit,— daß ich am Gaumen noch die Krautreste herunterhängen sah; ich dachte mir, sie sprechen noch vom Grabgewölbe und der hohe Geistliche deutet dadurch die Höhlung an, da scheinbar mein Freund die Sprach« nicht genügend beherrschte. Dieser Vorgang wiederholte sich noch einmal, und ich fragt«: „Sprecht ihr noch iinmer von dem Gewölbe?". Für die Nacht wurden wir in einer Zelle einquartiert, und nie in Freund bestellte stch noch aus eigene Rechnung einen Liter Roten. Und im Grübeln über diese ungewöhnliche Verschwendung schlief ich-ein. Am Morgen, da wir wieder die SOQ Meter hinunterstiegen, zog er nicht mehr die Schuhe von den Füßen. Am Bahnhos lief er den Zug ob: Richtung Napoli— obwohl wir doch noch Rom fuhren: kurz vor Abfahrt steckte der Patriarch von gestern seinen Kopf zum Kupeefenster heraus und sperrte wieder den Mund auf. Und so breit, daß ich Angst bekam, er wird ihn nicht mehr schließen können, wenn der römische Schnellzug«infährt. Mein Freund sah tief in die Oeffnung des Patriarchen hinein, überreichte ihm«in Rezept und sagte:„Sisisisi... Angina..!". Erst als der Zug nach Napoli jäh anfuhr, schloß der hohe Geistliche gleichzeitig Mund und Kupeefenster und rief noch„Oaeic taute.. I" Mein Freund lies wie ein Hausierer mit Erfrischungen noch lange neben dem Waggon her, klopfte an das Fenster und schrie: „Onorario..! Oncaano..!??" Der Zug bog leicht ein, und ich sah, wie der Patriarch durchs geschlossene Fenster einen Segen schnitt, indes mein Doktor inmier noch die Hand aufhielt und schwitzte... „Geblitzt..? Wenn er dir wenigstens für die Konsultation 100 Tage Ablaß gegeben hätte..?" fragte ich. „Aber gestern, im Augcirblick, da er seine Brille verlegte, hat er mir nach den falschen Zy-Lire Schein gewechselt.. Beim sizilianischen Photographen. Unten, vor dem Haustor hingen in einen: Auslagekasten mit zersprungener Glasscheibe Photographien lächelnder Brautpaar«, glattrasierte Brustbilder, Jungfrauen mit einem Gczöpf so schwarz— als hätten sie Tinte gesoffen, und ebenso schwarz« Kleriker, denen ein Abglanz Savonarolas im Gesicht lag... In diesem Hause muß ein Photograph sein Atelier haben! Ich hatte ein Dutzend Aufnahmen von engen Gaffen und Höfen mit interessantcm Dreck zum Entwickeln bei mir. Eine Hühnerleiter führte zur Behausung dieses Schwarzkünstlers hinauf. Die Tür glich eher einem Parallelogramm als einem Rechteck. Durch Schlagen mit dem Stiefelabsatz an die Füllung.zeigte ich meine Ankunft an. Der Meister selbst öffnete,«ine Hand am Schloß— die andere an der Hose, die jeden Augenblick in die Tiefe sinken wollt«. Dos Wartezimmer hatte das Aussehen einer Schuttablade- stelle. An der Wand entlang standen Polsternröbel, die in ihrer Jugend entweder rot oder blau waren. Seegras und Roßhaare hingen aus den wunden Stellen des Sofas hervor, das umnittelbar von einem Stierkampf zu kommen schien. Auf den Sesseln führten die Wanzen ein Kaisermanvver auf, uird am steinernen Fußboden spielten die elf Kinder des Photographcn mit dem Objektiv de? Atelierkamera. Und als ein sizilianischer Limonenhandler zu einer Brustbildphotographie anrückte, mußte erst unter dem Sofa mit dem Schrubber die Optik gesucht werden. Die Dunkelkammer war zugleich Speisekammer. Unter dem Arbeitstisch hatte der Lichtbildkünstler feinen Hosenstall eingebaut. Bon oben herab rußt« die Oellampe, von unten herauf mochte sich die Landwirtschaft bemerkbar: beide Gerüche trafen sich gerade in Nasenhöhe, und diese Gcruchssynthese überragt- sogar noch den Eindruck modernster Modeporsüms. Mit dem Entwickeln der Platten mußte ich warten, bis die Familie des Photogrophen zu Mittag gespeist hatte-, denn die Firierschaleu waren zugleich auch Suppenteller. Und in der Sitz- badewanne seiner Frau wurden die Aufnahmen g-wässerj. Während von Nordafrika herüber— noch Anfang März— mit heißen Nadelstichen die Sonne brannte, entwickelten wir ans meinen Platten den Golf von Napoli, die getrockneten Kapuziner von Palermo und den Klostergarten von Mon Role... wozu von unten herauf das eintönige Nagen an die Stolltür« tickte, und die Photographenfrau eine Frühgeburt in jenes Licht gebar, das für Momentaufnahmen geeignet ist. Wir mieten ein Zimmer. Zerschlagen von der Nachtfahrt 3. Klasse kamen wir in Palermo an. Mit der letzten Kraft Lebensbejahung schleifren wir die Koffer vor eip Hotel, das in der Mittagssonne brütete und nicht überfüllt aussah. Die ausgemalt Schrift verkündete, daß hier billige Zimmer zu vermieten sind. Der Wirt saß wie ein Möbelwagen mit Radbruch an der Kasse. „Wir wünschen ein Zimmer mit zwei Betten." Er spricht im sizilianischen Dialekt wie geistesabwesend und ohne Interesse. „Haben Sie kein Zimmer frei..?" „Doch— aber es hat keinen Sinn...' und unverständiich« Worte folgen.„Jetzt n&llcn wir erst recht hier bleiben..!" Und bezahlen voraus. Mißmutig fuhxt er uns in ein Zimmer, das in den Hof hinaus mündet. Seit Tagen scheint hier kein Fenster geöffnet worden zu sein. Frische Luft strömt jetzt wie ein Wasserfall..! Mein Freund und ich weisen uns auf die Betten und schlafen in den warmen Nachmittag hinüber. Durch meinen Traum rollt ein Wagen in den Hof. Es klopft an die Tür... zweimal... immer wieder... Tritte gehen um mein Bett. Aus der Schlaftiefe heraus ver- suche ich Traum und Wirklichkeit zu trennen. Möbel poltern... ein Kosten schiebt sich über die Fliesen des Bodens... mein eisernes Bettgcstellt wackelt... krach... „Erdbeben..!" schreic ich— und erwache aus Traum. und Schlaf. Mein Freund liegt schon auf dem nackten Steinboden... Das Zimmer ist ausgeräumt... die Tür steht offen. Soeben kommen zwei Männer und�heben das Fußende meines Bcttgestells ab... Ich frage..? Sie zeigen mir ein amtliches Schriftstück. Ah, das gspfäirdete Mobiliar wird abgeholt..! Nach einer kleinen Weile stehen unsere beiden Koffer und wir allein im Zimmer— unfd konnten»ns jetzt mit den herabhängenden Tapetenfetzen bedecken. Und haben vorausbezahlt..! SßgewolmheHen undSftregeln Die regelmäßige Nahrungsoufiiahme hängt von der Gesamt- kultur eines Volkes ob. Primitive Völker kennen keine regelmäßigen Mahlzeiten. Sie suchen sich ihre Nahrung, wenn sie der Hunger dazu treibt. Ist die Beute ergiebig, so verzehrt der Naturmensch soviel er bewältigen kann und überläßt sich dann der Ruhe, bis ihn der Hunger von neuem zuui Aufsuchen von Nahrung zwingt. Geregelte Mahl- zelten finden wir erst bei ackerbautreibenden Völkern mit guter Vor- ratswirtschaft. Bei uns ist die Frage der Mahlzeiteneinjeilung eng mit. der Frage der Arbeitseinteilung verknüpft. Wieweit diese Ver- teilung und die Zusammensetzung der einzelnen Mahlzeiten rcform- bedürftig sind, kann hier nicht näher erörtert werden.- Unsere übrigen Eßregeln sind z. T. dem reichen Schatz der Volks- erfahrung, z. T. klinischen und cxpcriinciitellcn Beobachtungen cnt- nemmcn. Der Berdauungsvorgang wird von den verschiedensten Momenten beherrscht und es ist nachgewiesen, daß er unfer der Kontrolle des Rervensystems siebt und seelische Einflüsse eine wichtige Rolle dabei spielen. Wir wissen auch aus Erfahrung, daß uns das Essen in freudiger Erregung, heiterer Gesellschaft und gehobener Stimmung nicht nur besser schmeckt, sondern diese Momente auch auf unseren Berdauungsvorgang und damit auf die Bekömmlichkeit äußerst günstig wirken, während Ekel, Kummer und Trauer lins nicht nur die Mahlzeiten verleiden, sondern auch die Motilität, die Saftabsonderung und damit die Bekömmlichkcit sehr beeinträchtigen können. Schon die heilige Schrift verlangt, iß dein Brot mit Freuden und besser ein Gericht mit Liebe, denn eincii fette» Ochien nni Haß. Das Essen selbst fall nicht etwa als etwas Nebensächliches, schnell zu erledigendes Gcjchäst, sondern als teilen die Berufsarbeit nn- genehm unterbrechenden abschließenden Festakt betrachtet werden. den wir darum auch mit einer gewissen Feierlichkeit begehen sollen. Zu verurteilen ist ferner auch das Essen in Arbeitsräumen, umgeben von Dingen, die keine frohe Eßlust aufkommen lassen. Wer einmal Gelegenheit hatte, im Freien zu essen, umgeben von dem frischen Treiben der Natur, weiß wie trefflich es da mundet und es ist schade, daß so wenig Menschen sich diesen Genuß verschoffrn bzw. ver- schassen können. Nervöse und vielbeschäftigte Leute haben die Gewohnheit, ihr Essen hastig zu verschlingen, deshalb gelangen die Bissen ungenügend eingespeichelt und zerkleinert in den Magen, verursachen, wie. wir es von hartem Eidotter und Kartoffeln her kennen, Drücken, liegen wie Steine im Magen, werden von der desinfizierenden und peptonifie- renden Magcnfäiirc mangelhaft durchdrmlgei,, verlassen viel später den Magen und fallen im Dorm der Fäulnis onhcim, werden schlecht ausgenutzt ausgeschieden. Uebcrall bei chemischen Vorgängen sehen wir ja, daß die Auslösung fester Stoffe um so langsamer verlquft, je größer die. Stücke sind. So finden wir denn auch im ganzen Zustande verschluckte Kartoffeln und Fleischbrühstücke noch nach Stunden un- verändert im Magen vor, ein Beweis für die Wahrheit des Sprich- wertes: Gut gekaut, ist halb verdaut. Was den Schleimhäuten in bxzug.auf Temperaturextremc zu- gemutet wird, ist unglaublich. Wenn wir uns einmal Gelegenheit nehmen wollten, die Temperatur voü dampfender Suppe, die anstandslos vcrjchlungcn wird, mit dem Finger zu prüfen, wir würdest erstaunt sein, und wenn maiiche Leute daran dächten» welch bedroh- liche Folge» djese üble Ehgewohnheit in sich birgt, sie würden ihr Essen langsam und weniger heiß ausnehmen. Bei den sogenannte» Heißessern ist eine Gewöhnung an hohe Temperaturen eingetreten, so. daß sogar Temperaturen oo» 60 bis 80 Grad nicht mehr als un- aiigenehm cinpfundci, werden. Klinische Beobachtungen lassen keinen Zweifel, dgß Magenkatarrhe und Magengeschwüre durch heißes Essen hervorgerufen werden könnei,. Köchinnen, die häufig heiße Speisen versuchen, stellen einen große» Prozentsatz und auch bei Tieren kmmteii durch breiige Flüssigkeit mit über 60 Grad Magen- gcschwüre hervorgerufen werden. Eisgekühlte Speisen und Getränke werden dann gefährlich, wenn große Mengen schnell den Magen er- reichen. Gefrorenes langsam und schluckweise aufgenommen gelangt nie mit der tiefen Temperatur in den Magen. Anders dagegen, wenn schnell ein kalter Trunk in den Magen gelangt. Sein Einfluß auf die Gefäßneroen ist oft von schockartiger Wirkung begleitet. Der Ablauf der sekretorischen und motorischen Tätigkeit des Magens wird gestört. Durch reichliche Mengen kalten Wassers wird die Blutfülle der Magendarmgefäße zurückgedrängt und weder die verdauende noch bakterienvernichtende Wirkung kann sich entfalten. Eine allgemeine Regel, ob zum Essen getrunken werden soll oder nicht, laßt sich aus der Erfahrung am Menschen nicht ableiten. Der eine behauptet, nicht essen zu können, ohne zu trinken, bei anderen machen sich bei Aufnahme größerer Flüfsigkeitsmengen während des Cssens Beschwerden geltend. Im allgemeinen ist doch vor größeren Flüssigkeitsmengen während des Essens zu warnen, wie verursachen durch Spannung der Magenwände Völlegefühl und dadurch Appetit- lcsigkeit. In anderen Fällen können sie bei ganz bestimmten Speisen nicht unbedenklichen Gärungen Borschub leisten. Besonders werden auch fette Speisen bei gleichzeitiger Aufnahme von kaltem Wasser schlecht vertragen. Wer ober nach den neuen Ernährungsgrundsätzen scharf« Gewürze vermeidet, hat auch kaum das Bedürfnis zum Essen viel zu trinken. Es bleibt zum Schluß noch die viel umstrittene Frage zu er- örtcrii, ob es vorteilhafter ist. nach dem Essen zu ruhen oder sich zu betätigen und spazieren zu gehen. Im Tierexperiment konnte gezeigt werden, daß Hunde nach dem Essen herumgetrieben viel schlechter verdauen, als bei ruhigem Verhalten. Bon anstrengender körperlicher und geistiger Tätigkeit nach dem Essen muß daher abgeraten werden. Pawlow hat schon vor vielen Jahren feststellen können, daß bei der Dcrdouung sich die Gefäße des Mogendarmes erweitern, während die des Muskels und des Gehirns sich verengen. Umgekehrt fließt dem arbeitenden Gehirn und dem Muskel während der Arbeit viel Blut zu, das den Mogendarmgesäßen entzogen wird. Daraus ergibr sich die Gesundheitsregel, daß man zur Zeit der Verdauung keine nennenswerte schwere Arbeit verrichten soll. Allgemein gültige Vor- schriften lassen sich aber auch hier nicht geben. Es hängt vieles von der Gewohnheit und der täglichen Arbeitseinteilung ab. Während sich der eine nach einem kleinen Spaziergang wohlsühlt, zieht ein anderer ein kurzes Ausruhen oder gesellige Unterhaltung und leichte Lektüre vor. Für Leute mit anstrengender körperlicher oder geistiger Tälig- keit hält Noordcn ein halbstündiges Sichhinlegen auf der Höhe des Tages für das Beste, namentlich für Menschen jenseits des mittleren Lebensalters,„sie gewinnen dadurch wesentlich an Frische und Lei- stungsfähigkeit für die Nachinittagsstunden, ohne daß die Nachtruhe irgendwie leidet. Es dient zur Schonung und beugt frühzeitiger Ab- nutzung der Kreislanforgane und des Nervensystems vor". W. Weitzel. QeSchicliteu, die Wilhelm tßode erstähll Die Erinnerungen des Schöpfers der Berliner Museen Wilhelm Boi>e, deren erster Band unter dem Titel„M ein Leben" soeben bei Hermami Reckendorf in Berlin erscheinst ist der bedeutendste Bei- trag, der zu der Geschichte der Berliner Sammlungen in dem In- biläuinsjahr ihres hundertjährigen Bestehens gestiftet wird. Bode erzählt hier aus der Zeit seiner Anfänge von den großen Schwierig- keilen, mit denen er zu kämpfen hatte, besonders durch die tziach- läjfigkeit des Generaldirektors Grafen Usedom, und von den vielen verpaßten Gelegenheiten, bei denen man die berühmtesten Kunst- werke zu billigsten Preisen hätte haben können, und die durch die „Bummeligtett" und den Eigensinn des Grafen verhindert wurden. Schier unglaubliche Dinge hören wir von den Intrigen, die damals in den Hofkreisen und Ministerien spietten iinid die sich auch gegen den«i'.ergischen jungen Mann richteten, der in der schlichten und schlecht bezahlten Stellung eines Assisteiiten neues Leben in diesc ver- schlafene Untätigkeit bringen wollte. Selbst der„Kladderadatsch" n Richte sich zum Sprachrohr seiner Gegner und brachte den Witz: „Die Zustände in den Berliner Museen sind ganz bodenlos: si: könnten erst wieder Boden gewinnen, wenn sie Boden los wären." Höchst lebendig werden wir aber auch eingeführt in die Wege und Schliche des damaligen Kmifthandels, in die Tricks der Falscher, in die wunderliche n Schicksale kostbarer Bilder, in die Ansänge eines zielbewußten deutschen Prioatkunstsammelns. Bode berichtet auch, wie ein echter van Eyck für 25 Pfennige verkauft wurde. Gauner und Stromer kamen vom Lustgarten aus, vor allem im Sommer, massenhaft ins alte Museum, und im Frühjahr benutzte ein solcher Strolch die günstige Gelegenheist um die kleine Madonna in der Kirche von Jan van Eyck abzunehmen und unter seinen, Rock wegzutragen. Trotz aller Bekanntmachungen hörte man durch Wochen nichts von dem Bild, bis es eines Tages von einem Handwerker ins Büro gebracht ickurde. Er konnte sich als recht- mäßiger Käufer des Bildes legitimieren. Ein Mann hatte in einer Kneipe ein paar Bilder angeboten, das Madonnenbild und«ine obszöne Photographie. Die Wirtin gab schließlich für beide„Bilder" 75 Pfennige, wobei der fffeine Eyck aus 25 Pfennige gerechnet wurde. Beim Fortgehen erstand der Handwerker das. Bild für 30 Pfennige, legte es in einen Kasten und hatte es schon vergessen, bis die Abbildung auf dem Anschlag der Litfaßsäule es ihn in Erinnerung brachte. Bode war froh,.gegen einen Finderlohn von 300 Mark wieder in den Besitz des kostbarisn Juwels zu kommen, aber der treffliche, vom Künstler selbst bemalte Rahmen war dabei cingcbüßst denn der Dieb, der nicht cnddeckt wurde, hat ihn fori- geworfen.« Ein häufiger Besucher der Sammlungen war der alte Groß» Herzog von Weimar, der einmal mit feinem Sohn kam, der die Schwärmereien seines Baters für die Weimarer Klassik nicht teilte.„Wir waren noch in» ersten Räume' der Galerie, als der Großherzog den Namen Goethe bereits wiederholt aussprach. Aerger- lich rief ihm sein Sohn zu:„Aber Dater, den ollen Goethe hättest du auch einmal zu Hause lassen können!" Ein stummer, ticstrauriger Blick traf den verlorenen Sohn, während in den ent- letzten Mienen der zahlreichen Hofgesellschaft ein eigentümlicher Zug spielte, den ein boshafter Beobachter wie unterdrücktes Lachen hätte deuten können." Als Bads nach Petersburg kam, hörte er allerlei von dem Galeriedirektor Waagen, der dort sehr beliebt gewesen war. Der Kaiser hatte ihn alle paar Wende bei sich gehabt. Als seine Schwester, die Großfürstin Marie, sich über dieses plötzlich erwachte Kunstinteresse des Zaren wunderte, antwortete er ihr, das sei weniger der Grund, aber Waagen erzähle zu schöne Geschichten: „Nie habe er so unanständige Witze gehört— und er könne doch auch einen tüchtigen Puff vertragen"— und dazu das faunische Gesicht des Alten!" Ein Arpil, vor MLioncn Jahren. Eine Sandsteinplatts, die von emsr deutschen Expedition auf Spitzbergen gefunden wurde, enthält Wdrücke devonischer Pflanzen in guter Erhaöung, die also aus dem Altertum der Erde herstammen.' Von besonderer Bedeutung darunter ist, wi? in der„Unssckrn" mitgeteilt wird, ein Pilz. der die Urform der Pilzgruppe öcr Melanosphaenttn darstellt. Er tonnte sich vermöge seiner kleinen Sporen weil mbrdten. weist also knie Eigenart auf. die noch jetzt viele Schimmelpilze mit staubartigsn Sporen haben. Auch besaßen seine Sporen schon das Bermögen, sich nach Art der Hefezellen durch Sprossung zu oermehren. Diese Erscheinung stellt also eine DererbiMg durch unttmeßliche Zeiträume hin dar