BERLIN Mittwoch 30. April 1930 10 Pf. Tit. 2bl Bioo 47. Jahrgang erscheiattSglichaottrE-olltsz«. Zugleich Abeodausgad« de«.DorwSrtt'. Bezuztreei« beide Zlll«gabeu SS Pf. pro Woche, 3,603R. pro Monat. Viedaktioo und Expedition; BcrlinSWöS.Lindenstr.S „ibwasfa »»IttgenpreittDie einspaltige Nonpareilleieil« « Pf., Neklameieil«» M. Ermäßigungen nach Tanf. Postscheckkonto- Dorwättt-Verlag G. m. b.H� Berlin Nr. S7dza. Fernsprecher: Dönhoff 2vs bis sv? Frick unter �epublikfchuh. Cr verbietet Zeitungen.- Thüringen vor dem Reichsgericht. Aus Weimar wird berichtet: Das thüringische Staatsmini st«rium des Innern hat die„Neue Zeitung" in Jena, das Organ der KPD. für Mittel-, Nord. und Südihllringen, und die„Ostthüringer Arbeiterzeitung" in Gera aus die Dauer von drei Wochen, vom 29. Aprii bis 19. Mai dieses Jahres, auf Grund des Z 5, Ziffer 1, 13 und UdesGesetzeszum Schutze der Republik oerboten. Die beiden Zeitungen hoben in ihrer Nummer 98 vom 28. April unter der Ueberschrift „Nazi-Minister Frick der Lüg« überführt" de- schimpfende Und verleumderisch« Behauptungen gebracht, die sich gegen den thüringischen Innenminister Dr. Frick als Mitglied der Landesregierung richten. Gleichzeitig ist St ra fontrag wegen Vergehens gegen dos Gesetz zum Schutz der Republik gestellt worden. Wie man sieht, weiß der„Staatsminister" Frick sich sehr schnell in seine Rolle als Gesetzeshüter zu finden, nachdem er als national- sozialistischer Abgeordneter im Reichstag die heftigsten Schmähreden gegen das Gesetz gehalten und mich gegen seine Annahme gestimmt hat. * lieber die Besprechung des Staatssekretärs Zweigert vom Reichs- Innenministerium niit der thüringischen Regierung wird amtlich mit- geteilt, daß in Weimar-zunächst erörtert wurde, ob§ 3, 1 des thüringischen Ermächtigungsgesetzes mit Artikel 129 der Reichsver- fossung vereinbar sei. wonach die wohlerworbenen Rechte der Be- amten unverletzlich sind. Eine Einigung darüber wurde nicht erzielt. Die Frage wird deshalb gemäß Artikel 13, 2 der Reichsoerfassung dem Reichsgericht zur Entscheidung mit Gesetzeskraft unterbreitet werden. Beide Parteien haben die Form, in der ihr« Auffassungen dem Reichsgericht vorgelegt werden, im einzelnen festgelegt und aus die Abgabe weiterer Erklärungen sowie auf mündliche Verhandlung ver- zichtet. Die Entscheidung des Reichsgerichts dürste deshalb bald erfolgen. Bis dahin bleibt es bei der Zusage der thüringischen Re- gierung, Versetzungen in den Wartestaich, die nur mit§ 3, 1 des thüringischen Ermächtigungsgesetzes begründet werden, nicht vorzu- nehmen. Ferner bracht« Zweigert Mitteilungen zur Sprache, die dem Reichsinnemninisterium von verschiedenen Seiten und aus der Presse bekanirt geworden sind und politische Strömungen in der thüringischen Landespol ig ei betvefsen. Soweit Auf- flärung der einzelnen Fälle noch nicht möglich war. hat die thürin- gische Regierung Nachprüfung.zugesagt, deren Ergebnis sie dem Reiehsinnenmintsterium mitteilen wird lieber Veränderungen in der thüringischen Schutzpolizei hat die thüringisch« Regierung nochmals auf ihre dem Reichsminister Dr. Wirth ab- gegeben« Erklärllng verwiesen, daß seit dem Dienstantritt des Ministers Dr. Frick irgendwelche Neuanstellungen oder Entlassungen von PolizeibeanUen nicht vorgenommen worden sind, mit Aus- nähme derjenigen, die schon vor seineck Amtsantritt in Aussicht ge- nommen waren. Cr drängelt sich wieder herein. Staatssekretär Schmidt verbringt Urlaub im Oienstzimmer. Der Staatssekretär tm Reichsministerium für die besetzten Gebiete, Dr. Schmidt, der als Mitglied der volksparteilichen Reichstagssraktion für einen Mißtraucnsantrag gegen das Kabinett Hermann Müller gestimmt hatte und deshalb von seinem damaligen Minister Dr. Wrch in Urlaub geschickt wurde, hält sich jetzt in seinem Dienstzimmer aus. Man entschuldigt dos damit, daß auch Beamte im Urlaub das Recht hätten, ihr Dienstzimmer auf- zusuchen. Schmidt soll sich von seinem Urlaub zurückgemeldet haben. Da das aber kein gewöhnlicher Urlaub, sondern«ine politische Maß- regelung war, bedürste es eines« Kabihiettsbeschlusscs, damit Herr Schmidt sein Amt wieder ausnehmen könnte. Dieser Kabinettsbeschluß ist noch nicht gefaßt: Minister Treviranus scheint vielmehr Herrn Schmidt unter. Nichtbeachtung der Rechte des Kabinetts wieder eingesetzt zu, haben. Auf diesen Einwand wird offiziös erklärt, daß das Kabinett sich auch damit zu besassen haben würde._ Dänemarks Außenminister in Berlin. Der Außenminister der sozialdemokratischen Regierung Däne- warks Dr. Münch ist auf der Durchreise von Genf in Berlin ein- getroffen und hat in der dänischen Gesandtschaft Wohnung gc- jwmmeit Heute mittag gibt Rcichsaußenminister Dr, Curtius zu Ehre» Dr. Armchs et» Frühstück, In Reih und Glied gilt es am 1. Mai zu marschieren und zu demonstrieren für die unzerstörbaren Ideale der Arbeiterklasse: Frieden, Freiheit, Menschenwürde! Niemand fehle bei den Kundgebungen der Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Partei (Lustgarten 1 Uhr mittags). � Fahnen heraus! 1. Mai- argentinischer Gtaatsfeiertag. Erlaß des Staatspräsidenten infolge des Aufstiegs der Arbeiterpartei. • Buenos 21 i res. 30. April.(Eigenbericht.) Der argentinische Staatspräsident Zrigoyen hat mit Erlaß vom gestrige« Tage den 1. Mai in ganz Argentinien zum Staat»- seierlag bestimmt. Der Erlaß ist aus den starken Aufstieg der sozialistischen Arbeilerschaft Argentiniens zurückzuführen. Mobilmachung in Paris. Pari», 30. April.(Eigenbericht.) Di« französisch« Regierung hak anläßlich der kommunistischen Drohungen zum 1. Mai alle Polizeitruppen und die Garnison von Paris mobilisiert. Außerdem sind einige Regimenter Kavallerie und Tanks zum 1. Mai von Versailles nach Paris besohlen worden. Als am Dienstagabend etwa 100 Kommunisten versuchten, eine Bersammlung des sozialistischen Gewertschostsbundes in der Arbeiter- börfe zu stören, wurden sie nach einem kurzen Handgemenge vor die Tür gefetzt. Weiße gegen Farbige in England. Aluttge Zusammenstöße von Matrosen. London, 30. April. Seit langem herrscht in den Dock- und Hasenvierteln der britischen Hosenstädte«in erbitterter Streit zwischen weißen und farbigen Seeleuten, weil die Weißen empört daüber sind, baß in einer Zeit allgemeiner Arbeitslosigkeit auf den britischen Schissen immer noch farbig« Seeleute angestellt werden. Nunmehr kam es in North Shields(Northumberlanb) zwischen farbigen und weißen Matrosen zu blutigen Zusammenstößen. Di« Farbigen gingen mit Toschenniessern und Rasiermessern vor. V i e r W e i ß e erhielten Stichwunden, zwei von ihnen wurden schwer verletzt..Die Polizei griff mit Gummiknüppeln ein und ver- hastete 17 Farbige. Kommunistische Plakatausgabe Vie Daten wechseln, die Parole bleibt stets die gleiche. Abbau in der Riesenbank. Zusammenstöße in der Generalversammlung der DO. Di« erste ordentliche Generalversammlung der Deutschen Bank und Diskontogesellschast nach der Fusion hat statt- gefunden, und die Aktionäre haben der Leitung dieser Riesenbonk di« Entlastung für die Geschästssührung im Jahre 1929 erteilt. In dieser Generalversammlung, die zuletzt ziemlich stür- misch verlief, hat sich die Praxis der freigewerkschastlichen Bankbeamten, als Aktionäre Kritik zu üben, wieder sehr de. währt. Die Interessen der Beamten wurden in sachlicher und ein- drucksvoller Weise vom Genossen Benno Marx, dem Borstqnds- Mitglied des Allgemeinen Verbandes, wahrgenommen. Direktor Wassermann vom Vorstand der D-D-Bank war gezwungen, ausfuhr- lich zu der Kritik des Genossen Marx Stellung zu nehmen. Es fei unverständlich, so sagt« Marx, daß die D-D-Bonk in der gegenwärtigen Zeit Lohnsenkung und Verlängerung der Arbeitszeit Hab« fordern können, viel besser hätte es die D-D-Bank gekleidet, wenn sie für einen Abbau- der Kartell- und Monopolpreise eingetreten wäre. Bis April seien 3117 Beamte abgebaut worden—. Wassermann sagte 3153—. was eine Untostensenkung von 10 bis 11 Millionen bedeute. Der Zlbbau gehe unberechtigterwetze noch weiter. Wassermann gab das zu und nannte als definitive Ab ba u zifser 4000 Beamte. Rund 14 Millionen würde nach. Marx dieser Gesamtabbou an ersparten Gehältern der Bank einbringen. Bei der Rationalisierung geschehe des Guten z ib viel; Berbitterung des Personals müsse die Folg« sein, wenn schließlich noch mit Gehaltsreduktionen bei Bestguolifizierien und mit Gruppenrück Versetzungen gespielt werde. Wassermani« legte sich darauf fest, daß das nicht geschehe. Das Personal sei sehr überlastet: in der Zentrale betrage die Krankenziffer 4� Proz., gegen den Normalsatz von 214 Proz. Noch immer werde an|hen Abbau in der Spitze uno höheren Leitung sehr zaghost herangegangen. Tantiemen der Direktoren aus der Verbuchung der Bank bei Unternehmungen gehörten in die Bank. Der Kopfzahl nach müsse der Aufsichtsrat verringert, die Tantieme solle halbiert werden. Direktor Wassermann gab dann noch einige interi essante Zahlen über den Abbau. Vom 30. September bis zum 1. April hätte sich die Gesamtzahl der Beamten von. 24 679 (darunter 22 100 Tarisangestelltc) auf 21 526(darunter 19 372 Tarif« angestekkte) verringert. E- seien abgebaut worden 24.8 Proz. vom Bestand der Direktoren, 24,6 Proz. vo n Bestand der Prokuristen und 14,2 Proz. vom Bestand der Tarifbea ixten. Natürlich ist hierbei die unvergleichlich geringere absolute Zahl der Leitungsbeamten zu berücksichtigen und die sehr viel größere Härte, die beim Abbau den kleinen Beamten trifft. Von den Abgebauten waren 14 Proz. unter 20 Jahren, 42 Proz. von 20 bis 30 Iahren, 28 Proz. von 30 bis 40 Iahren, 16 Proz. über 40 Jahre: 6? Proz. waren ledig, 14 Proz. waren Verheiratete ohne Kinder, 21 Proz. waren Verheiratete mit Kinde rri. Sensation in der Versammlung machten schwere Angriffe des früheren, ebenfalls abgebauten Börfendirektors Philippi gegen das Vorstandsmitglied Fehr. Fchr habe 'persönliche Estektengeschäfte über ein Geheimkonto der Bank geführt, um Spekulationsgeschäfte nicht oersteuern zu müssen, und zum eigenen Nutzen seien auf Rechnung der Bank von Fehr zu höchsten Kursen Essetten verkaust worden. Philippi forderte die Entlastung von Direkwr Fehr und protestierte mit seiner Stimme gegen die Entlastung der Verwaltung. Ein Antrag von Benno Marx zur Geschäftsordnung führt« zur Erklärung der Verwaltung, daß die Verwaltung diesen neuerlichen Angriffen gegen Fehr nachgehen werde.. Gegen die Ergänzung de» Aufsichtsrates wurde vom Allgemeinen Verband der Bankangestellten deshalb gestimmt. weil der Aussichtsrot ohnehin zu stark besetzt sei. Zungdeuisches Märchen. Zur Krise der Demokraten schreibt der„Jungdeutsch«': Tantzen ist also der zweite Reichstagsabgeordnete, der die Demokratische Partei verläßt. Er wird nicht der letzte sein. In wenigen Wochen werden andere folgen. Schon jetzt wird bekannt, daß die Sozialdemokratische Partei einigen demokratischen Abgeordneten Angebote gemacht hat. ihnen Mandate zu sichern, loenn sie zur SPD. übertreten. Und es ist schon jetzt sicher, daß einig« demokratische Abgeordnete diesem Ruf der Sozialdemokratie folgen werden. Die Behauptungen des.Lungdeutschen" über Angebote der Sozialdemokratie an demokratische Abgeordnete sind völlig frei c r- futtdes, VerfehlungeueinesGiaö�obennspekiors provisionSgefchäste bei der Lieferung von Schulbüchern. In bei* Schulverwaltung hatte der Stadtoberinspektar Albert B o r ch a r d t seit 1902 das Dezernat der Lernmittel- b e s ch a f f u n g, das Bücher und Lehrmittel für die Kinder minder- bemitelter oder erwerbsloser Eltern beschafst, zu verwalten. Wie jetzt bekannt wird, hat«s Borchardt verstanden, sich nach und nach bei der Abschließung der Lieferungsoerträge persönliche Bor- t e i l e z u v e r s ch a f f e n. Er soll sich von den Liesersinnen Prooi- sionen haben zahlen lassen, die eine Summe von über 189 090 211. erreicht haben sollen. Der Berliner Magistrat erfuhr von den Geschäften Borchardts zum erstenmal im Janua-j: dieses Jahres. Daräujhin wurde sofort eine Prüfung der Angelegenheit vorge- nommen. Da sich der dringend« Verdacht ergab, daß die Beschuldig gungen tzegen Borchardt zu Recht bestanden, wurde die Angelegen- heit'der Staatsanwaltschaft zur weiteren Verfolgung übertragen. Gleichzeitig wurde beim Oberpräsidenten die Einleitung eines Disziplinarverfahrens, das Ende Mörz eröffnet wurde, beantragt. Bei den Vernehmungen hat nun ein Zeuge bekundet, daß Stadtschulrat Nydahl um die Provisionen Borchardts gewußt habe und nicf)t dagegen eingeschritten sei. Aus diesem Anlaß werden In einem Teil der Presse und in einem deutfchnationalen Antrag, der in der gestrigen Stadtverordneten- Versammlung eingebracht wurde, schwere Vorwürfe gegen den Stadtschulrat, der sich vor einigen Tagen einer schwierigen Operation unterziehen mußte, erhoben. Man spricht dabei auch von intimen Beziehungen, die der Stadtschulrat zu einer Gräfin Z. angeblich unterhalten haben soll. Eine Erklärung des Gtadifchulrates. Wir haben uns daraufhin mit unseren! Parteifreund Stadt- schulrat Nydahl in Verbindung gesetzt, der uns von seinem Krankenlager folgende Erklärung gibt: „Ich habe in der ganzen Angelegenheit nicht das geringste zu scheuen. Bei der Erkeilung der Aufträge für die Lehrmstlelbeschosfung habe ich das alte System ohne jede Abänderung übernommen. Die Lieferfirmen, die mit Aufträgen bedacht worden sind, haben bereits seit dem Jahre 1304 für die Sladt gearbeitet. Alle von mir gegengezeichneten Aufträge sind mir ordnungsgemäß vorgelegt worden. Don irgend welchen Bereicherungen und persönlichen provijons- geschüften des Herrn Borchardt habe ich niemals eine Ahnung gehabt. Erst nachdem gegen Borchardt auf Grund von Beschuldigungen eine Antersi/chung eingeleitet worden war, habe ich von den Verfehlungen B.'s Kenntnis erhallen. 2Nir ist bekannt, daß ein Denunziant erklärt hat. ich habe mit einer Gräfin Z. intime Beziehungen unterhalten. Ich erkläre, daß an diesen Behauptungen kein wahres Wort ist. Durch meinen Rechtsanwalt werde ich gegen den Verleumder S t ra f- a n l r a g stellen lassen." Selbstmordversuch eines Gefangenen. Slnfz über das Geländer in die Tiefe. Der Unlersuchnngsgesangene, Kaufmann tvalter Behl- mann, der vom Schössengerichl Schöueberg am 7. April d. J. wegen gemeinschaftlichen Einbruchdiebslahls im Rück- falle zu zwei Jahren zwei Blonalen Gefängnis verurteilt worden war. hat am Dienstag noch der freistünde, als er in seine Zelle zurückgeführt wurde, einen Selbstmordversuch unternommen, indem er sich über das Geländer des zweiten Stocks in die Halle hinabstürzte. Mit schweren Berlehungen wurde Behrmann in dos Lazarett de» Unlersuchungsgefängnisses übergeführt. Es besteht jedoch keine Lebensgefahr. Behrmann. der im 39. Lebeosjahre steht. ist bereits vielfach vorbestraft und war erst Ende 1929 ans dem Zuchthaus in Sonnenburg enllassen worden. Vom Zug zu Tode geschleist. Schwerer Llnfall auf Vahnhof Auch. Bei der Ausfahrt eines Vorortzuges aus der Station B u ch an der Strecke Slettiuer Bahnhof— Bernau ereignete sich ein entsetzlicher Unglücksfall. Di« �jährige Heimarbeiterin Minna harte, die offenbar versäumt hatte, rechtzeitig auszusteigen, sprang euis dem bereits wieder anfahrenden Zug und kam hierbei so unglücklich zu Fall, daß sie zwischen B a h n st e i g und Trittbrett geriet. Di« llnglückliche wurde noch etwa zwölf bis fünfzehn Meter mitgeschleift, ehe es gelang, den Zug durch Ziehen der Notbremse zum halten zu bringen. Die Verunglückt« konnte nur als Leiche geborgen werden. Mtfelhaster Tod eines jungen Kaufmanns. Bei B: e se n t h a l wurde heule früh auf dem Ferngleis die bis zur Unkenntlichkeit zerstückelte Leiche eines jungen Mannes gefunden Wie die polizeilichen Ermittlungen ergeben haben, handelt es sich um den 24jährigen Gerhard Geppar, der in Frantjurt a. d. Oder als Kaufmann in Stellung war. Geppar hatte am Dienstag feine in Biesenthal wohnenden Eltern besucht und sich abends nach dem Bahnhof begeben, um die Rückfahrt nach Frankfurt anzutreten. Ob Selbstmord oder Unglücksfall, vielleicht gar ein Verbrechen vorliegt, bedarf noch der weiteren kriminal- polizeilichen Ermittlungen. Kener in einem Tanzlokal. (Sa wird Brandstiftung vermutet. In der vergangenen Rächt brach im Tanzsaal des R e i ch s k a s I n o s in der Renen Königstraße 26 Feuer aus. das schweren Schaden anrichtete. Kurz vor iiji Uhr, als der Betrieb bereits1 lange geschlossen bemerkt. Die Einrichtung des Saales o- w.e die Buhne brannten lichterloh, von hier griffen die Flammen au das zweite Stockwerk über. Die Feuerwehr war auf den Alarm �"gea der Brandstelle erschienen und durch starkes Wassergeben gelang es. den Brandherd einzudämmen. Wegen Einsturzgefahr mußten die Löschmannschaften bei ihrer schweren Arbeit besonders vorsichtig zu Werke gehen Bon der Kriminalpolizei sind noch im Laufe der Nacht Ermittlunaen über die Entstehungsurmche des Feuers eingeleitet worden Mokr scheinlich liegt Brand st iftung vor. Ivegeo des 1. Mai sind u. a. in Lettland. Litauen, Polen, Un- garn, Rumänien, Griechenland und China zahlreiche Kommunisten verhastet worden. Rielter für Berlin: Zeitweise heiter bei frischen nordöstlichen Winden, weiterhin sehr kühl.—Für Deutschland: Ueberall kühl, im Südosten und äußersten Süden noch meist wolkig, sonst ziemlich heiter. Nachtfrostgefahr. Grimms Honorare. Ltnd die„Aaiionale Solidarität" für Fememörder. Zu dem unter der Ueberfchrist„Rationale Solidarität" im „Vorwärts" in Nr. 131 vom Donnerstag, dem 24. April, erschienenen Artikel übersendet uns Herr Rechtsanwalt Professor Dr. Grimm, Essen, folgende„B e r i ch t i g u n g": „1. Es ist unwahr, daß Herr Lt. z. S. a. D. Eckermann gegenüber Herrn Oblt. a. D. Paul Schul,;„bescheiden zurücktreten muß". Wahr ist vielmehr, daß die Nationale Nothilfe, wie mir als Verteidiger von Schulz und Eckermonn persönlich bekannt ist, sich fÜ! Herrn Ecker- mann ideell und niateriell mit dem gleichen Interesse eingesetzt hat und einsetzt wie für Oberleutnant Schulz. 2. Es ist unwahr, daß für ein von mir erstattetes Gutachten, sowie für�meine sonstigen Bemühungen von den diversen Rochilfen Beträge gezahlt wurden, di« rm Einzelsalle mehrer« 19 000 M: ausmachen und insgesamt eine sechsstellige Ziffer ergeben. Wahr ist vielmehr, daß ich für das Gutachten überhaupt kein Honorar erhalten habe und mir für mein« übrige anwaltliche Tätigkeit für die ver- schiedenen Femegefangenen nur von einer Rothe k, nämlich der „R a t i o n a l e n N o t h i l f«", Honorare gezahlt worden sind, welche aber in keinem Einzelfalle eine Summ« von 10 000 M. erreicht haben und die zusammengerechnet nur einen Bruchteil einer sechs st elligen Ziffer ergeben. 3. Es ist unwahr, daß das von mir erstattete juristische Gutachten in Sachen Schulz in einem unerhörten Luxusdruck heraus- gekommen ist. Wahr ist vielmehr, daß dieses Gutachten in einer einfachen broschierten Ausstattung erschien und daß der Nationalen Nothilfe irgendwelche Unkosten dadurch überhaupt nicht erwachsen sind. 4. Es ist unwahr, daß ich deutschnationaler Professor bin. Wahr ist vielmehr, daß ich der Deutschen Volkspartei seit dem Tag« ihrer Gründung angehöre." * Sowohl Herr Grimm selber wie die Pressestelle der Nationalen Nothilse, die durch Hugenbergs Korrespondenzen Erklärungen gegen den.�Vorwärts" verbreiten läßt, vermeiden sorgfältig, die wirk- l i che H ö he der Honorare anzugeben, die Herr Rechtsanwalt Grimm erhatten hat. Mit gutem Grund. Wir haben nicht behauptet, daß die Honorare des Herrn Grimm eine sechsstellige Zahl ausmachen, sondern daß sie zusammen mit den Kosten der Druck- fachen, die schon eine ganze Spezialbibliothek bilden, eine sechs- stellige Ziffer erreichen. Herrn Grimms„Bruchteil" hiervon ergibt immerhin eine hohe fünfstellige Ziffer, und wir fordern Herrn Rechtsanwalt Grimm hiermit össenllich auf, sein in Sachen der Fememörder erhaltenes Gesamthonorar zu nennen. Dann wird sich eine Summe ergeben, gegen die sich die 650 M. für Ecker- mann geradezu als lächerliches Trinkgeld ausnehmen. Was die Drucksachen anbetrisst, so stellen wir fest, daß nicht nur das Rechtsgutachten des Herrn Grimm, sondern auch sein Antrag auf Begnadigung des Schulz an den Rechtsausschuß des preußischen Landtags in luxuriösester Ausstattung als Drucksachen neben andern der Herren Lütgebrune usw. erschienen sind. Derartige Anträge au den Rechtsausschuß werden sonst mit Schreibmaschine hergestellt. Herrn Grimms Antrag ist in Quartformat 36 Seiten stark, auf holzfreiem Papier Zedruckt, außerdem gebunden und enthält in einer besonderen Tasche noch zirka 20 gedruckte Anlagen. Das Rechtsgutachten, aus dem wir ein« Seite mit wenig Druck faksimiliert wiedergeben, hat wegen feiner luxuriösen Ausstat- Durch Urttirbt» außerordentlichen Schwurgerichts Serlin IU vom 16. 3. ,»-7 sind der Gberleutnaut a. D. Friy Fuhrmann aus Potsdam und die ehemaligen Feld» wcbcl Peter Umhofer und(Erich Alapproth wegen«Er» mordung de» Feldwebel» tvilin» und der chberleutnant Paul Schulz aus Serlin wegen Anstiftung zu diesem Morde zum Tode verurteilt worden Dieser Fall ist mit anderen Ähnlichen Fälle» unter jem Stichwort„Fememorde" Gegenstand zahlreicher -mlitischer(Erörterunzen in der presse geworden, brson. der» auch parteipolitischer(Erörterungen. Ich bin beaustragt worden, zu dem vorerwähnten dlrteil ein Rechtsgntachtr» abzugeben, und betrachte meine Ausgabe lediglich al» darin bestehend, unter Ausscheidung aller politischen«Erwägungen de» Fall ret» rechtlich zu betrachten. Dabei sind e» hauvtsächllch zwei Xechtssrage». die mir gestellt sind: l. Reichen die tatsächliche» Feststellungen de» He- teil» au», um ein- Schuld de» Dberleutx'it» a. D. Schulz im Sinne de» Urteils zu begründen»(Datsäch- lich« Schlüssigkeit des Urteil».} II. Würde, wenn die tatsächliche» Unterlagen für eine Verurteilung ausreichend wären, eine Verurteilung des Schulz wegen Anstiftung zum Morde rechtlich begründet sein,/» Uhr madame hat Ausgang Komödie in 6 Bild. Vorverk.ununterbr. Norden 281 u. 1141 Lesslng-Tlieater »eidendjua 119?g.O!46 Täglich 8V. Uhr Übte torsteltoogsii Flamme Freitag, Premiere Frau Peters hat einen Geliebten Residom-Ihoatei KQnstl. Leitung Gasion Briese «'/. Uhr Beats nun lelzL Male Ab morgen tägl. 8'/« Das Land des Lhchelns Ernst ptimppbaar Gegründet 1888 Gardinen Dekorationen Polstermöbel Gediegen, doch prelsvcri Roscnthaler Strohe 40-41 llisatei d. Wetleos Täglich SVi Uhr: Paganini T. Sdiwin, Beidori Triaoon-Tlieater Täglich 8V. Uhr Ein galantes Abenteuer I Beiien FürsM Gegründet 1908 BctHedern, Inletts Eiserne Bettstellen, Kinderwagen, Fabrik für slmllidse Polstermöbel Bctlenreinlgong erfolgt eni modernster eleklrlsttser Maschine Berlin-NeMköiln, Hermannstr. 31-33 Tel.; F 2 Neukölln 1424 Filialen: Berlin-Tempelhof, Berliner Ztr. 132 Britz, Chansseestr. 30 a. 3 Musketiere uerahsciueden sich heute abend B Uhr im GroBen Sctiauspieiniusl GESCHÄFTS-ANZEIGER DREIFUSS& Co. AM DÖNHOFFPLATZ iMMiiiifiiffiiiiiiiuuMiiiimNMnniiiMimiittiitiiiiiuiiMiiiiiiniiiiimiuimiMi nniNiiifiHU Bürobedarf Jeder Art- Packmaterialen Kartothek- und Registraturbedarf .........— rr....... HTurummiminniimuiiiiiiiiiiiaiiiiiiiiiiiimiMiwiiiiiwuiiiiiiiiiiiii Kommandantonntr.1.2» Tel.; A4 Zontr. 7520 QroBdampfwaocherel Alexander Michel Haus- und Lelbwöschs Spozialilöl: Berufskleidung von der einfachsten bis zur besten Stoffart Bei soliden Preisen sorofältlgsto Behandlung SO, Mariannanstr.31, Tel.i Moritzpl.551 Ii Franz Mitzut konz. Buchmacher Centrale C 25. Alexandersir. 51/52 Telephon E 2, Kupfergraben 0802/03 Nebenstellen: Charlotfenbnrg, Berliner Strafe 74 Berlin, Koppentira�e 1 „ Greifswalder Straße 209 m Dorotheenstraße SS Obersdiönewelde, WUhelminenholstr. 22 Ptiarussäle und Bierhallen N 65, MUllerstrahe 142- Hansa 643 SBle fflr Versammlungen u. Vereine bis im Pinnig futeod In den Bicrhallen feden Abend Unlerhalttmgsmasih 5 Vertiands-Kegelbahnen, vollständig renoviert Autobereifung* Wilhelm Grabs Vertrieb In- nnd atulSndlscfaer Reifen Autoreifen- nnd Scfalaudi-Reperatur- WerkslSHe/ Autozubehör stzz Berlin SW 48, Frledrichstr. 249 Nahe Belle-Alliance-Platz- TeL F 5 Bergmann 4730 C. n. b.H. H. Winter& Co. Uerlin 0, 34, Königsberger StraBe 7, Teleph. Künlgstadt 536 Bauschlosserei /Eisen- U.Bronzearbeiten/ Eisenkonstruktionen/ Scherengitter-Treppen. VOLCK& GNÄDIG Reparatur- Werkstatt mit eigener Schweißanlage für graph. Maschinen Rotations-, Tiefdruck- und Offsetmaschinen Umzüge kompletter Druckereien Berlin SW 61, Gitschiner Str. 15, Tel.: P 1, Mpi. 153 89.— Nachtanruf: G 5, SOdring 323 und F 2. Neukölln 46 59. (dll PlClSdl fiBtlarSancr Haus- u. KUchengerSte— Werkzeuge SW68, Lindenstraße 107 Tel.: Dönhoff 3070 EIcelcErlsciae Anlagen erstklassiges Material G langjährige Garantie D auch In 10 bis 12 Monatsraten ohne Anzahlung# 1 Zimmer KM 55.— G 2 Zimmer KM 65—# 3 Zimmer RM 85.— 4 Zimmer RM 105.— einschließlich Küche,' Korridor, Toilette oder Badezimmer, sowie kompl. Zähleranlage. Für Steigeleitung bezw. Zuleitung billigste Berechnung. Vertreterbesuch und Kostenanschläge unverbindlich. Kankgrrenzlos billige BelemmongskOrper etc. Gas G Wasser D Sanitäre Anlagen# Klempnerei GaJohSa Reincke« konzessioniert bei sämtl. Werken Bln.-Scbfinchcrg, Maxstr. 6. Stephan«270. G&slsiäHe vormals.Zum Xackespechl' Inhaber: Mathias Schröder TTIaueratr.«7 8» Ze nirum 8964 ©a« Jiims der guten tKüche ti�ene Hausschlachteret Geoossefll Oaterstttm Eure eioenen Betriebe! Deckt Euren Bedarf a. Urnen u. Grabdenkmälern nur in der Steinmetzhütte, aS.e,"0J" I [168 P I August Wollschläger& Co. S h; Tenipcllial. OnlsasaitCtentniBe 52«« Fernrnl: sadriog 1855, 1958, 1957 Großhandlung in Elsenwaren, Werkzeugen, ROhren. Flanschen, Kanallsattonsartlhein und Armaturen. GERMANiA-PRACHTSÄLE CARL RICHTER Berlin N 4, Ciiausseesir.110:: Norden 473 u.bO&O Säle für Festlichkeiten, Kongresse nsw. bis 1200 Personen lassend zu den günstigsten Bedingungen iR 126 Gute Küche:: OepHeate Blere Solide p reize ißetYage Mittwoch, 30. April 1930 SivAbmÄ SfiälcuikQajSe �o1]/o*h>>os4L Die Geschichte des t. Mai 4-in historische« Rückblick von Watter Auerbach Am 14. Juli 18 8 9, 100 Jahre nach Erstürmung d«r Bastille durch die französische Revolution, trat in Paris eins inte r- nationaler Kongreß zusammen. Es war der erste be- deutende iirteroationale Arbeiterkongreß, der nach dem Zusammen- druch der von Karl Marx begründeten Ersten Internationale. statt- fand, und er nahni deren Forderung wieder auf: Beschränkung der Arbeitszeit auf acht Stunden. Zur Durchsetzung dieser Forderung rief der Kongreß die Arbetter aller Länder zu einer gemeinsamen Kundgebung auf: am gleichen Tage, zur gleichen Stunde, sollten in ollen Ländern, in allen Städten die Arbeiter für die Herabsetzung der Arbeitszeit demonstrieren. Anfänge Di« Tage, die die Arbeiterschaft in vergangenen Jahrzehnten festlich begangen hatte, waren Gedenktage gewesen. Zahlreich« Arbeitervereine hotten den 14. Juli gefeiert, den Siegestag der W. Bock' W. Werner Fr. Geyer Französischen Revolution, andere den 18. März, den Tag der Barrikadenkämpfe in Paris, Berlin und Wien. Anfangs wurden diese Feiern gemeinsam mit dem Bürgertum veranstaltet, doch früh schon gedachten die Arbeiter in eigenen Kundgebungen der Kämpfer . der Revolution. Das Gedächtnis vergangener Kämpfe wurde ihnen zum Streitruf kommender Zeiten. Später kamen in deutschen Arbeitervereinen am 31. August noch Losialle-Feiern hinzu, zum Gedächtnis des toten Führers. Und nach der Niederlog« der Pariser Kommune von 1871 zogen die Pariser Arbeiter alljährlich am Sonittage jeder blutigen Maiwoche zur„Fövderierten-Mauer* des Pcre-Lachaise, an der die gefangenen Kämpfer von der siegreichen Reaktion standrechtlich erschossen worden waren. Diese Feiern fanden Sonntags statt oder abends, wenn die Arbeiter aus den Fabriken kamen und die Handwerker aus ihren Werkstätten, und sie wurden fast nur von einer Generation bewußt erlebt. Für die nochfolgenden Geschlechter wurden sie Tradition, die nur ge- legentlich durch den Tageskompf neues Leben erhielt. Als die Märzkämpfer gestorben waren, als nur wenig« noch lebten, die Lassalle persönlich gekannt hotten, verloren die Gedenkfeiern an Bedeutung.. Schon im Jahre 18S6 hotten We Bauarbeiter in Australien. im Staate Viktoria, sich den Achtstundentag erkämpft, und sie hotten olljährlich den Tag ihres Sieges, den 21. April, als Arbeitertog, als Fest des Achtstundentages, mit großen Demonstrationen in der Hauptstadt Melbourne und durch Arbeitsruhe gefeiert. An den Umzügen beteiligten sich alle Branchen, die den Achtstundentag bereits erkämpft hatten. Voran schritten die Bauarbeiter mit der kampferprobten Fahne von 1836, aus der in leuchtenden Buchstoben zu lesen war: Stunden Arbeit, 8 Stunden Erholung, 8 Stunden Ruhe!" Di« greisen Vorkämpfer der Bewegung beschlossen in Wagen den Zug. Es war ein Siegeszug, keine zum Kampf rusende Demonstration. Dem Generalgouvcrneur wurde eine Loyalitäts- adressc unterbreitet, am Festbankett am Abend nahmen die Spitzen der Behörden und Vertreter der Unternehmer teil: Reden wurden gehalten, in denen Unternehmer, Politiker und Arbeiter ihrer Freude über das Gelingen des Experiments Ausdruck gaben,- das einst so viel Besorg»� erregt habe. Die Regierung erkannte Jen 21. April offiziell als Feiertag der Arbeit am In den Vereipigten Staaten von Amerika hatten die deutschfprcchenden Arbeiter in den achtziger Jahren begonnen, den ersten Montag im September zu feiern. Ausflüge wurden gemacht, Vergnügungen veranstaltet und später wurde der Tag zum Tag der Werbung für die Arbeiterbewegung. Auch die englisch- sprechenden Arbeiter verlegten immer häufiger ihre Demonstrationen für den Achtstundentag auf diesen ersten Septembermontog und im Jahre 1885 erklärte die„Zentrale Arbeiter-Union" diesen ersten Montag im September zum Arbeitertag, an dem jegliche Arbeit zu ruhen habe. Seit dem Jahre 1887 ist dieser labor day(Arbeitertag) in fast allen Staaten Nordamerikas gesetzlicher Feiertag. In den achtziger Jahren liefen in den Industriestädten Amerikas am 1. M a, zahlreiche wirtschaftlich« Verträge ab. Di« Arbeiter hatten sich daher in ihren Lohnkämpfen auf diesen Termin eingestellt und wiederholt begannen am I.Mai groß« Arbeits- kämpfe. Am 1- Mai 1883 hatten die Holzarbeiter San Franziskas sich den NeunstundcMag erkämpft, am 1. Mai des folgenden Jahres errangen ihn die Holzarbeiter von Los Angeles. Das Jahr 1884 brachte für Amerika wieder eine industrielle Krise und damit groß« Arbeitslosigkeit. Ein« mächtige Bewegung setzte unter den Arbeitern kür den Achtstundentag ein. für eine Arbeitszeiwerkürzung. die zu. gleich den Arbeitslosen neue Arbeitsmöglichkeiten schaffen sollte. Es wurde befchlosien, a m 1. M a i 18 8 6 die Fabriten nach acht Stpnden zu verlassen. An diesem 1. Mai kam es in Ehikago zu blutigen Zusammenstößen. Noch im Dezember des gleichen Jahres entstand die amerikanische Arbetter-Föderatton, und im Dezember 1888 entschloß sie sich auf ihrem Kongreß zu St. Louis zum oerschärften Kampf für die Verkürzung der Arbeitszeit. Am 1. M a i 1 8 9 0 sollte eine verstärkte Propaganda für den Acht- swndentag beginnen. Unabhängig von dem Vorgehen der amerikanischen Arbeiter hotten die vereinigten Gewerkschaften Frankreichs(die „Federation Nationale des Syndicats et Croups Corporatils Ouvriers de France*) im gleichen Jahre 1888 auf ihrem Kongreß zu Bordeaux beschlossen, am 10. Februar des kommenden Jahres Delegationen zu den Behörden zu senden mit der Forderung des Achtstundentages. Diese Maßnahme hatte in der Arbeiterschaft ganz Europas Beachtung gefunden und auf Antrag der Führer der französischen, deutschen und österreichischen Sozialdemokratie wurde auf dem Pariser internationalen Arbeiterkongreß beschlossen: „Es ist für einen bestimmten Zettpunkt eine große i n t« r- national« Manifestation(Kundgebung) zu organisieren, und zwar dergestalt, daß gleichzeitig in allen Ländern und in allen Städten an einem bestimmten Tag« die Arbeiter an die öffentlichen Gewalten(Behörden) die Forderung richten, den Arbeitstag auf acht Stunden festzusetzen und die übrigen Beschlüsse des internationalen Kongresses von Poris zur Ausführung zu bringen. Itt Anbetracht der Tatsache, daß«ine solche Kundgebung bereits von dem Amerikanischen Arbeiterbund(.American Federation ol Labor) auf seinem im Dezember 1888 zu Saint Louis abgehaltenen Kongreß für den 1. Mai 18 90 beschlossen worden ist, wird dieser Zeitpunkt als Tag der internationalen Kundgebung angenommen. Die Arbeiter der verschiedenen Nationen haben sie in der Art und Weise, wie sie ihnen durch die Verhältnisse ihres Landes vorgeschrieben wird, ins Werk zu setzen.* Dieser Beschluß hatte erheblich größere Wirkung als der Kongreß erwartet hatte: der neue Tag, den die Internationale der Arbeiter- fchaft gesetzt hatte, wurde zum Kampftag. . Oer 4. Mai 1890 Vor vierzig Jahren, am 1. Mai 1890, lag in den Hauptstädten der Welt dos Militär in Alarmbereits cha f t. In den Straßen von Paris, in den Alleen Wiens jähren Kanonen auf: in den Villenvierteln, in den Geschäftsstraßen ließen die reichen Bürger die Rolläden herab und auf den Stsaßen sah man nur Arbeiter Soldaten und Polizei. In den Hauptstädten kam es zu kleineren Zusammenstößen, in der Provinz zu heftigen Kämpfen. Als die Arbeiter in ihrer Arbeitskluft durch die Straßen zogen, die Fahnen voran und die Mädchen mit Maien in der Hand, schritt dos Militär mit entsicherter Waffe neben ihnen. Aus geringfügigen Anlässen erwuchsen S t r a h e n k ä m p f e. Der Kampf in der kleinen nordfronzössschen Industriestadt Fourmi.ers(an der belgischen Grenz«) ist von kriegsgeschicht- lichcr Bedeutung geworden. Zum'ersten Male wurde dort das Lebe l'- Gewehr und das rauchlose Puloer verwandt. Neun ll�ote blieben im Kampf: am 2. Mai ließ der Kommandeur noch einen Zehnten erschießen, eilten Soldaten, der sich geweigert hatte, aus die Menge abzudrücken, in der er seine Mutter sah. Noch heute nennt der Bolksmund den Marktplatz von Fourmiers de» Lebel-Platz. Die deutsche Arbeiterschaft stand noch unter dem Sozialtstengesetz. Zwar hatte im Februar 1890 die unterdrückte Sozialdemokratie bei den Reidistagswahlcn na he, zu 1)4 Millionen Stimmen erhalten und war damit die stärkste Partei ge- worden, doch die Regierung rechnete mit Zusammenstößen am l-i| W L V?' *) Unsere Bilder zeigen die noch lebenden deutschen Genössen. im an dem Sozlaüsteotoagretz vom Juü 1889 teilnähme». A. Hottmann Th. Glocke Ed. Bernstein 1. Mai und hoffte dann von dem erschreckten Bürgertum eine Ver- längerung des Ausnahmegesetzes zu erreichen. Im Jubel über den Wahlsieg hatten die deutschen Großstädte Demonstrattonen aus den Vormittag des 1. Mai angesetzt. Der Rat der Reichstagssraktion, sich unter dem Ausnahmegesetz mit Abendfeiern zu begnügen, kam zu spät. Die Feiern im Reich verliefen daher uneinheitlich und nicht in dem Ausmaße, das der WoWeg vom Februar erwarten lieh. Die Folgen Durch die Maifeier wurden olle früheren Arbeiterfeste in den Hintergrund gedrängt. Für zahlreiche Länder, so für Spanien, für Polen, für Argen- tinien, für Bolivien, war der Maitag Anlaß zur e r st e n O r g a n i- sation der Arbetterschaft: der Bewegung anderer Staaten gab er neuen Aufschwung. Di« Massen der Arbeiter Belgiens und Englands, Oesterreichs und Frankreichs kamen durch die Maiagitation in Bewegung. Der Maigedanke drang in die entlegensten Gegenden. Den 1. Mai hatte die Arbeiterschaft sich selbst gesetzt. Darin lag ihr Anspruch, selbst zu bestimmen, wann Feiertag sein solle und wann gearbeitet würde. Durch die Niederlegung der Arbeit wollten die Arbeiter zeigen, daß sie im Bettiebe unentbehrlich seien, daß alle Räder stillstünden, wenn sie es wollten. Das widersprach aber der Auffassung der Unternehmer, daß sie Herr im Hause seien. Um die Maifeiern zu verhüten, schlössen sich die Unternehmer zu festen Organisationen zusammen. In den Jahren 1882 bis 1888 waren in Deutschland nur zwölf Uniernchmerverbändc ge- gründet worden. Aber als dann die Internationale den Maitag beschloß, entstanden mit einem Schlage im Reiche 43 neue Unternehmerverbände. Die erste Tat vieler der neu- gegründeten Verbände war die Aufforderung an die Industriellen, alle Arbeiter auszusperren, die am Maitag nicht zur Arbeit erschienen. In Hamburg, in Berlin, in Leipzig kam es zu schweren Arbeitskämvfen. Die Unternehmer tauschten mit den staatlichen Werkstätten schwarz« Listen der Mevseiernden aus. Im Jahre 1905 drohten sie mit einer ABC.- Aussperrung, einer Aussperrung oller Arbeiter, deren Namen mit bestimmten Buchstaben begannen. Mit Arbeitslosigkeit wollten sie die Mai- feiernden strafen. Auf beiden Seiten verschärften sich die Go�en- sätze. Im Jahre 1906 ließen die Unternehmer die ersten„gel den" Karl Frohme Ad. Geck Fr. Kunert Gewerkschaften oiganisicren, um ihre Betriebe trotz Aus- sperrung der MaifcieriOen weiterführen zu können. Zumeist wurden die Maifeiernden erst einige Tage später wieder eingestellt, lim ihnen durch den Lohnausfall nachdrücklichst klar zu machen, wer Herr im Haufe sei. In manchen Industrien fiel der Mai in die Zeit der Hochkonjunkttir: die Unternehmer trugen sich daher mit dem Gedanken, die Strafauespcrrvng in die stille Zeit zwischen Weih- nachten und Neujahr zu verlegen. Die alljährlich wiederkehrenden, immer umfangrcidieren Mol- aussperruitgen belasteten die Gewcrkschaftskassen erlzeblich. Ost mußten einzelne Gewerkschaften auf Durchführung omp Lphn- kämpfeu verzichten, weil die Kasse durch die Unterstützung der Mai- fejernden erschöpft war. In den Gewerkschaften kam es--daher zu langwierigen Auseinandersetzungen, ob die Niederlegung der Arbeit am 1. Mai die Opser lohne. Di« Arbeits- ruh« war eine Demonstration und man stritt darüber, ob einer Demonstration wegen ivlnBndige Lohnkämpse zurückgestellt werden sollten. Eine Reihe Gewerkschaftsführer sprach sich für Be- schränkung der Maifeiern auf Abendfeiern aus oder gor für Ver- legung der Demonstration auf den 1. Sonntag im Mai. Die Gewerkschaftsmitglieder aber hielten an der Feier am«1. Mai fest. Heerschau des Proletariats Der Maitag war nicht eine Demonstration neben anderen, er wurde zum Tag der Heerschau des Proletariats. In Oesterreich, in�Bclgien und Preußen, in Italien und Schweden, in Rumänien und Holland marschierte die Arbeiterschaft für gleiches Wahlrecht. Am 1. Mai begannen überall die riesigen Demou- strationdstreits für politische Gleichberechtigung. Die Arbeiterschaft, die unbeachtet im Land« verstreut war, konzentrierte ihre Macht in einer einheitlichen Aktion. Urplötzlich hatten die Arbeiter eine Form gesunden, in der sie dem Bürgertum ihren An- spruch auf politische GleichberechtigunH zeigen konnten. Die deutsche Arbeitersdzaft hotte schon in den Iahren vorher an Wahltogen im Reiche ihre Stärke erweisen können: doch in den Ländern des Drei- klassenwahlrechts erreichte der Kampf am 1. Mai seinen Hölzepunkt. Das freie Wahlrecht war das Zeichen, in dem am 1. Mai 1906, am I. Mai 1910 in Preußen Hunderttausende demonstrierten.. Unter dem Belagerungszustand der Kriegs zeit wurden die Maifeiern zumeist verboten oder wurden aus Soalscicrn beschränkt. In den neutralen Ländern konzentrierte die Arbeiterschaft ihre An- strengungen, einen Eingriff ihres Landes in den Krieg zu verhindern, auf den 1. Mai. Wohl kaum eine Demonstration hat nachhaltigeren Eindruck hinterlassen als der Zug von 5000 sozialistischen K i n d e r n, die a m 1. Mai 1915 durch die Straßen New Yorks Aufrufe gegen den Krieg trugen. In der Nachkriegszeit hat die Maifeier vielerorts tief- greifende Wandlungen erfahren. In vielen Staaten— in Deutsch- land, in Oesterreich, in Italien— in zahlreichen Gemeinden wurde der 1, Mai zunächst gesetzlicher Feiertag. Doch nach dem Abebben der revolutionären Wlle wurde dem Maitag außerhalb Ruhlands zumesst die staatliche Anerkennung genommen. Nur in Oesterreich und in der Tschechoslowakei, in Sachsen, in Hamburg und Lübeck, in Braunschweig und Schaumburg-Lippe ist auch heut« der 1. Mai gesetzlicher Feiertag. Am Maitag wird es den Feiernden klarer als jemals im Jahr, daß der Kampf um wirtfchaftliche Freiheit nicht Selbst- zweck ist, daß er nur notwendige Vorbedingung ist füt freies Menschentum. Die Feiernden demonstrieren für Ver- kürzung der Arbeitszeit und für den Weltfrieden, doch chr« Demsn- stration ist zugleich Symbol des Kampfes um Befreiung des von der kapakalistifchen Wirtschaft gebundenen Menschen Au-- den Herzen der Maifeierndcn und für sie hat es Richard Dehme! in einem Gedicht für den»Vorwärts* in Wone gekleidet: „Gs war wohl elnp am Sr/7ea Wal Viel Rindet langten In einet TtelQ firme und reiche Und hatten die gleichen Vielen Stunden tue tfceude fiel Gs Ifl auch Ijeute'Geflee Wal Viel Wannet fdftelten In einer Tlelfj Vumpf fdjallt Oft Watfchgeßampf tjeut hat man ohne Rampf Reine Stunde gut Sfeeude fteU Doch tommt wohl elnft ein heftet Wal Da tritt alles Veit In eine Tielh Wit einem Schlage Rats alle läge Cin paae Stunden gut Utende freL" (17. Fortsetzung.) Marin überlegte lang«, entschloß sich scheinbar widerwillig und bedrängt. Ließ sich nicht sogleich von Duval überrumpeln. Der sollte wissen und spüren, was es hieß, ihn zum Komplicen zu haben. Endlich war es so weit, daß Marin sich seiner Aufgab« verpflichtete. Jetzt habe er gutes Spiel, dachte er. Spürte es in seinen fänden trabbeln. Gedanken durchschossen im Kreuzfeuer sein Gehirn/ Er zog die Stirn« bedenklich in Falten, ein feines ironisches Lächeln. Er wünschte von Duval Anhaltspunkte. „Anhaltspunkte?" erwiderte Duval. „Ich meine bestimmte Anhaltspunkte," verdichtete Marin seine Frage. „Ich lebe doch jetz� schon Jahre unter diesem gelben Gesindel, aber ich habe noch nie etwas Bestimmtes hier erlebt." Der Polizei- chef zog kräftig an seiner Virginierzigarr«.„Die Unbestimmtheit in diesem Land« geht so weit, daß man sich ununterbrochen in Irr- tümern ergeht." Der gut« Herr hatte gewiß etwas sehr Bestimmtes im Aug«. Aber er dachte es zu umgehen und setzte seine Erklärung fort:„Es ist für mich sehr schwer, Behauptungen oder auch nur Vermutungen auszustellen, die ich letzten Endes nicht vertaten kann. Man lebt hier wie auf einer Schaukel." Duval litt offenbar an Besorgnissen. Ihnen auf den Grund zu kommen, war Marius feste Absicht. Cr drang auf ihn«in. Der Widerstand Duvals war gemacht. Sein Bedürfnis, zu sagen, was ihm schon lang« auf dem Herzen lag, war zu groß. Er gab also dem Drängen Marins gerne nach. Erhob sich, ging zu ihm und klopfte ihm vertraulich auf die Schulter.„Schauen Sie, mein Freund, wenn wir schon von Anhallspunkten sprechen— da erzählt man sich in der Gesellschaft, in der man auch Sie nicht selten trifft, ein« sehr drollig« Geschichte." Marin horchte auf. „Aber es dürfte peinlich für Sie fein," wandte sich aalglatt der Polizeichef,„zu hören, was man hinter Ihrem Rücken spricht. Man sagt— Sie stünden in intimer Beziehung zu Miß Lilllan Blyth." Ohne die Wirkung seiner Worte abzuwarten, stürzte er sich in ein Meer von Erklärungen unh Entschuldigungen: Er sei natürlich von der Unrichtigkeit solcher Behauptungen, die man nur als gemeine Sensationslust bezeichnen könne, vollkommen überzeugt. Und überdies Miß Lillian.— Sein Gesicht verzerrte sich vor Wut und Haß. Per Chevalier verlor seine Haltung. „Was wollten Sie von Miß Lillian sagen?" trat ihm Marin energisch entgegen. „Wer Miß Lillian kennt, wie ich, muß die Lächerlichkeit eines solchen Klatsches einsehen," stottert« der Polizeichef. Marin witterte«ine Falle. War schlau genug, sie zu um« gehen. Pflichtete Duval bei. Fügte aber hinzu: ,sWir sprachen von Anhaltspunkten." „Sie sehen, wie weit Irrtümer reichen können." In Marin tauchte heimlich ein Gedanke auf: Will ihn dieser glatt«, biegsame Chavmcur nicht in eine dunkle Akton stürzen, um ihm dann den Hals zu brechen? Der Polizeichef hatte seinen Zweck nicht erreicht. Löste daher seine Unbefriedigung darüber in kühle, gemessene Freundlichkeit auf. Gab schließlich sein mißlungenes Spiel auf.„Wir sprachen von Anhaltspunkten," sagte er bestimmt. Stellt« die Frage:„Haben Sie schon von einem Mister D. gehört?" Und sah ihn forschend an. Marin schüttelte kaum merklich den Kopf. Mr. A? Eine dunkle Ahnung beschlich ihn. Er wurde unruhig. Mr. 5).? Sollle er den sellsamen Namen nicht schon einmal gehört haben? Es war ihm trotz allem, als müsse er den Namen— die. Person kennen, als stünde er ihm gar nicht so fremd gegenüber. „Wir wisien eigentlich alle nicht, wer Mister D. ist. Aber er existiert. D. ist überall und nirgends. Wir wissen jedoch, daß dieses im Augenblick noch problematisch« Wesen die Seele der revlutionären Bewegung ist. Vielleicht steht er eines Tages als Führer eines Iung-China auf. Dann werden wir ihn kennenlernen. Das hintan- zuhalten ist unsere vorläufige Aufgabe, ihn zu entdecken, die Ihnge." „Ist das alles?" antwortete in Gedanken versunken Marin. ..Bis auf Vermutungen." „Und die sind?" „Vermutungen können vom richtigen Wege abbringen. Es ist daher bester, sie besteite zu losten." „Nicht immer." suchte Marin weiter.„Warum sträuben Sie sich, näljfsr darauf einzugehen?" Der«chweiß tropfte Duval van der Stirne. Sein Kragen war gänzlich durchweicht.„Ich glaube—" brachte er mit stockender Stimme hervor„— Mister Y. zu kennen. Das glauben natürlich einige, aber ich— ich kenne ihn bestimmt." „Das bildet doch für Sie bloß einen Lorteil." „Ich glaube nicht." Duval sprach immer unsicherer. „Ich wollte, ich wäre bereits so weit, wie Sie, mon Chef." Der Polizeichef warf einen kurzen, aber eindringlichen Blick auf Marin. � Marin hielt die Unterhaltuttg bereits für geschlossen. Wollte aufbrechen. Duval sah sehr ermüdet aus. Er machte den Eindruck, als zerfiele er im Augenblick zu einer Jahrtausende alten Mumie. Gelb und wächsern hing die Haut an seinen Knochen. Die Finger waren gespreizt und dürr, die Knie haltlos und weich. Ein leises Zucken ging durch den ganzen Körper. Mit letztem Aufwand ersterbender Kräfte und einer Stimme, die hohl und heiser tlang, bat er Marin, »och kurze Zeit zu verweilen. Dasin schleppte er sich in einen JLufdnefaj* Nebenraum. Marin kannte diesen Zustand an Menschen, nur an Duval war er ihm bisher fremd geblieben. Sieht dieser über- kullioierte Mensch, dieser von Natur aus vorbestimmte Repräsentant der Zivllisotion nicht wie ein Kuli aus, dachte er. Einige Minuten oerstrichen. Marin hatte unterdessen Zeit gefunden, genau zu überlegen und sich einen Plan zurechtzulegen. Mr. D.— das wollte ihm nicht aus dem Kops«. In seinem Unter- bewußtsein dämmerte es. Di« letzten Worte Mr. Smiths sprachen wieder laut und eindringlich aus ihn ein. Die unsichtbar« Stimme verstärkt« sich. Die Gedanken wurden dichter und dichter, begannen Form, ein« ganz klare Form anzunehmen. Da kam der Polizeichef zurück: frisch, gesund, mit dem lebenstrunkenen Antlitz eines Welleroberers. Sein Gang war elastisch, die hochgewachsene Gestalt ausrecht, imponierend. Obwohl Marin diese jähe Verwandlung vorausalinte, war er dennoch verblüfft. Duval sprach mit außerordentlicher Lebhaftigkeit Er bat Marin, mit ihm zu kommen. Vor dem Polizeipräsidium in der Futschow-Road stand das Auto. Der Polizeichef bot Marin den Platz zu seiner Rechten an. Es ging saufend durch die Stadt. Marin war nahe daran. Duval mit dessen eigenen Worten zu begegnen:„Die Unbestimmtheit in diesem Lande reicht so weit, daß man sich unuirterbrochen in Irrtümern ergeht." Und:„Man lebt hier wie auf einer Schaukel." Er hätte ihn oerstanden, der Mann, dessen Aeußerlichkeit— das, was sein Leben bestimmte— den größten Irrtum für seine Umgebung bildet«. Marin wäre be- friedigt gewesen von dieser Art Genugwung. Doch er war bedacht- sinn, zielbewußt. Duval hatte seine Gedanken erraten. Mit leiser, aber fester Stimme fragte er Marin:„Glauben Sie nun, daß ich Mr. D. kenne?" Marin verstand nicht.„Ich habe nicht daran gezweifelt." „Sie hiellen diese Bekanntschaft für einen Dorteil—* Jetzt erst begriff Marin den Sinn der Worte Duvals. China, der menfchenverzehrende Ichthyosaurus. Und B? Natür. licht lcb-t P. In mehr als Millionen Menschen. Und sein Atem streicht giftig über das Land. Ein gefährlicher Feind. Denn er kämpft mit den Waffen seiner Gegner, l Vor den beiden Männern tauchten die Ist— 15 Stock hohen Pagoden der Ehinesenstadt auf. t Schwindelhaft bizarr, gigantisch stellten sie sich gegen den blau- schwarzen Nachthimmel. Hatten die Form vieler aufeinander ge- stülptcr Chincfenhüt« zu einer Pyramide. Unter den Hüten waren die Gesichter versteckt. Die grinsten satanisch. Es war still. Aus der Ferne kam Wiehern. Es waren Gongschläge. Die vielfältigen Ge- sichter schichteten sich zu einer», zu einenr einzig großartigen grauen- voll schönen gelben, Gesicht. Der Wagen hatte auf Duvals Wunsch gehalten. Die Wicke der beiden waretf den seltsamen Bauwerken zugekehrt. „Sehen Sie das Gesicht," schrie wie besessen Duval und ballte die Muste gegen die kühn aufstrebenden Pagoden.„Sehen Sie das gelbe Gesicht— das Gesicht Mister Z.s?!" Aus Marin rief eine erstickende Stimme:„J.—" Seine Augen starrten geisterhaft nach den Pagoden— und nach innen.„Ja— ich sehe." keuchte er, griff sich an den Kopf, schloß die Augen, riß sie wieder auf. War das eine Fata Morgans? Ging der heiße Wind, der sein Hirn leer brannte? Das Gesicht D.s— war das nicht das Gesicht Mr. Smiths?!!(Fortsetzung folgt.) eBuch Sin Grundriß des Itcllhriegs Werner Beumelburg: Sperrfeuer um Deutschland. (Verlag Gerhard Stelling, Oldenburg, 542 Seiten.) Beumelburgs Werke sind von einer tiefen Leidenschaft durchglüht. Sein« Sprache steigert sich stellenweise zu einer grandiosen Wucht, die nicht nur früheren Mitkämpfern schlaflose Nächte bereitet. Sicherlich ge- hören seine bekannten Werke„Douaumont" und„Flandern" mit zu dem Besten, was die Kriegsliteratur hervorgebracht hat. Dabei liegt Beumelburgs Stärke nicht so sehr in der hin- reißenden Sprach«, als vielmehr in der Kunst, das wahre Gesicht des Krieges an den Brennpunkten der Westfront zu enthüllen. Nicht wie der Krieg dem einzelnen seinen Stempel aufdrückte, also etwa Renn. R�marque, Köppen und andere, sondern wie er sich in das Antlitz unddieSeelenderMasse hineinfraß, wie er sie in seinem Schmelztiegel innerlich und äußerlich um- schmolz. Mit seineiy neuen Buch ist Beumelburg einen Schritt weiter- gegangen.„S p e r r f e u e r u m D« u t s chl a n d" ist ein auf großer Linie durchgeführter Grundriß des Weltkrieges. Kein fachhistorisches, auch kein fachstrategisches Werk, sondern« t w a s N e u e s. Es ist hier ein Gemälde entstanden, das in kühnen Zügen die entscheidenden strategischenOperationen wiedergibt, dessen Kern jedoch in dem Festhalten des �jährigen Kampfes an den Fronten, so wie ihn der Soldat erlebte, besteht. Der Versuch, das lebendige Antlitz des Krieges nicht in dem Gewirr der strategischen Probleme untertauchen zu lassen, ist Beumelburg ausgezeichnet gelungen. Dabei wird die große strategische Linie der Generalstäbe hüben und drüben kristallklar herausgearbeitet. Ueberslüssig etwas über die Sprache zu sagen. Es ist, wie bei Beumelburgs früheren Werken. ein besonders starker Eindruck, daß hier«in Mann, der den Krieg nicht verneint, der aus eigenem schwerstem Erleben nicht die letzte Konsequenz zieht, die Ding« so ein- drucksvoll gestalten kann, daß jeder Leser vor diesem Anblick des Krieges zurückschreckt. Das erst« Kapitel ist schlecht, weil es die entscheidenden acht Wochen vor dem Ausbruch des Krieges einseitig darstellt. Die Rückenstärkung Wiens durch den deutschen Kaiser bis es zu spät war. die plumpe und zugleich brutale Demarche des Herrn von Schön in Paris, die Frankreich alle Trümpfe in die Hand spielte, hätte ein so guter Ouellenkenner wie Beumelburg nicht sortlossen dürfen. Dies um so weniger, als die Forschungsergebnisse der strategisch-militärischen Kriegsgeschichte mit anerkennens- werter Objektivität benutzt worden sind. Dr. Rolf Bathc. Rät sei= Ecke des„Abend". «llUllUIUIUIIIllllllUIIlllttlllNIIllMttlllttMIMMMIIMNMwNNMMNIwUNIMtUwIMMtllMUIUUUlwUiUl Spiralen-Kreuzworträtsel. Waagerecht: 2. Französischer Artikel: 3. Gutschein: 5. Sitz- gelegenheil: 6. norddeutsche Sladt: 8 Wort für„allein": 9.»er- storbcner Wiener Komponist: 11. modernes Fahrzeug.— Senkrecht: 1. Fürwovi: 2. Auszeichnung: 4. Wasserfahrzeug: 5. Ge- birgshütt«: 7. Kindertnmkheit: 8. vornehmes Aeiissere; 10. Wüstentier: 11. Dachstube. ♦ Städte-Rätsel. --------- Stadt in'Preußen, ----------- Stadt in Holland, -------- Stadt in Bayern, —-i----- Vtadt in Preußen, ---«tadt in Württemberg, -------- Stadt in England, ---- Stadt in der Schweiz. An Stelle der Striche sind Buchstaben zu setzen, welche Städte- namen ergeben. Die Städte liegen in den danebenstehenden Staaten. Sind die Namen richtig gefunden, so ergeben die Answngsbuchswben den Namen einer deutschen Hafenstadt.* Zahlenrätsel. 123456789- 10 Druckschrift: 2 2 4 6 10 deutsche Stadt: 3 4 7 10 2 Staat in Asien: 4 2 4 10 Nutzoogel: 5 7 6 11 6 Haus- tier: 6 16 9 Äletterpflanze: 7 10 10 9 10 11 gewerbliche Vereinigung: 8 2 11 Zeitmaß: 9 4 9 Nachtraubvogel: 10 2 3 4 6 10 Beförderungsmittel: 11 6 7 5 unschöne Eigenschaft.— Die Anfangsbuchstaben der richtig gefundenen Worte lauten gleich dem Wort in de? ersten Zecke.* Austauschrätsel. Aus nachstehenden Wörtern sind durch Austausch der Anfangs- buchstaben neu« Wörter zu bilden: Hose, Egel, Leder, Tenne, Güte, Keller. Art. Geier, Angel, Hase. Die Anfaugsbuchstaben dieser Wörter ergeben dann den Namen eines bekannten deutschen Kampf- stiegers.* Rösselsprung. (Die Auslösung ergibt ein Gedicht von Anw Höh.) (Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auflösung der Rätsel aus voriger Rummer. Silbenrätel: 1. Wandsbek: 2. Esperanto: 3. Rotation: 4. Dualismus: 5. Enjeu: 6. Telegramm: 7. Mecklenburg: 8. Znter- nationale: 9. Tschiiicherin: 10 Guano: 11. cassalleanismus: 12. 3ns; 13. Exekutive: 14. Deputation; 15. Engels: 16. realistisch: 17. Diana: 18. Eingriff: 19. Rezensent.—„Werdet Mitglieder der Konsum- genossenschaft!" Rösselsprung: Der Berqwald./ Du warst mein tröstlich kühles Wanderziel./ Du grüner Wald in jugendheißen Tagen./ Ich hatte dir von meinem Glücke viel,/ Von meinen Schmerzen hatt' ich mehr zu sagen./ Und wieder such' ich dich, mein dunkler Hort,/ Und deiner Wipfel sangesmöchtig Rauschen./ Heut' rede du Ich lasse dir das Wort,/ Ich habe nichts zu sagen— ich will lauschen. C. F. Meyer, Veränderung: Einigkeit.— Kleinigkeit. Spiralen- Kreuzworträtsel. Waagerecht:' 2. da: 3. Uri: 5. Beil; 6. David: 8. Kirmes: 9. General: 12. Karwnade: 13.Tischdame; 15. Galanterie.— Senkrecht: 1. 21; 2. du; 4. Lei: 5. Band; 7. Spund: 8. Koenig: 11. Einfall: 12. Kehricht; 14. Eber- ejche: 15. Gasometer. ~ tJhorfvncldfiLei 1. Mai Brüder, laßt die Hand vom Schwert. Brecht den Schergen die Gewehre, Unser Recht und unsre Ehre Schützen wir am eignen Herd. Brüder sind wir allesamt, Heisge Liebe uns entflammt. Flammend leuchten die Fanale, Brüder, schließet fest die Reih n: Unsjre Internationale wird der Völkerfrühling sein! In diesem Jahre kann die deutsche Arbeiterschaft das M a i f e st zum vierzltzsten Male in brüderlicher Einmütig- keit begehen. Der Gahrungsprozeß, der stets einer Revo- lution zu folgen pflegt, und auch der von 1918 nicht erspart blieb, ist zum Abschluß gekommen, die gesamte politisch denk- fähige Arbeiterschaft marschiert wieder unter dem Banner des demokratischen Sozialismus. Der Kreis derer, denen der Sozialismus mehr ist als ein Mittel wüster Propaganda und blutiger Bruderkämpfe, ist wieder geschlossen. Die Arbeiter- schaft wendet sich ab von den falschen Propheten, die glauben, mit dem Rüstzeug der Barbaren um Freiheit und Menschen- recht des Proletariats kämpfen zu können, die, verblendet von Haß und Herrschsucht, nichWiur die Macht der Arbeiter- schaft, sondern auch jedes Gefühl echter Menschlichkest brutal zerstören. So wird der Maigedanke die alte Reinheit und Klarheit wieder gewinnen, die er sich bis zum Weltkriege bewahrt hatte. Reiner und geläuterter werden nun die Arbeiter aller Länder, die durch das Feuer des großen Bölkerkrieges ge- gangen sind» den weltversöhnenden Gedanken der Maifeier wieder im Herzen tragen und über alle Hindernisse hinweg zu verwirklichen suchen. Der internationale Arbeitersport steht ganz im Banne dieses Maigedankens. In vielen glanzvollen Masjenveranstaltungen hat er immer wieder den Gedanken der Bölkerversöhnung im Zeichen des demokratischen Sozia- lismus machtvoll betont. E r marschiert auch heute in den Maidemonstrationen Schulter an Schulter mit den Massen der sozialdemokra» tischen Arbeiterschaft, und er kämpft mit ihr um die alten Forderungen, die schon.vor 40 Jahren in Paris auf das Panier geschrieben wurden. Vor allem fordern die Arbeitersportler mehr Freizeit, denn die sportliche Arbeit ist nur dann von Nutzen, wenn sie in Licht und Sonnen- schein ausgeführt werden kann. Wir fordern bessere Wohnungen, damit nicht die durch den Sport erwor- denen gesundheitlichen Werte in dumpfen, lichtlosen Räumen wieder zunichte gemacht werden. Wir. kämpfen für Ju» gendschutz und Jugendwohlfahrt und erheben unsere Stimme gegen jede Ausbeutung menschlicher Arbeits- kraft. Wir erheben aber auch flammenden Protest gegen die Verhetzung der Völker, gegen die Wiederauf- r.üstungzuneuenKriegenundneuemVölter- mord. Es ist heilige Ueberzeugung der Arbeitersportler, daß die Welt nur durch den demokratischen Sozialismus er- löst werden kann, und daß die Arbeiterschaft der ganzen Welt im Sozialismus vereinigt werden muß, wenn das große Werk gelingen soll. So heben wir denn am heutigen Maijubiläumstage unsere roten Freiheitsfahnen stolz und zukunftsgläubig empor und marschieren im gleichen Schritt und Tritt in dem großen Massenheer des Proletariats! Hebt die Fahnen in den Wind, Laßt sie hoch zu Häupten wehen, Unsre Brüder sollen sehen. Daß wir freie Sportler sind! Unsrer Fahnen heilig Rot Leuchtet uns durch Nacht und Not! Flammend leuchten die Fanale, Brüder, schließet fest die Reihen: Unsre Internationale wird der Freiheitsmorgen sein! Auswärtige Handballer in Berlin beim Werbeiag im Süden Wie alljährlich, so veranstaltet auch dieses Jahr wieder der Bezirk Süden der Freien Turnerschaft Groß-Berlin einen Werbetag seiner Spielmannschaften auf dem Urbanplatz. Es finden Spiele gegen die Mannschaften von Wittenberge, Frank- furt a. d. Oder, Landsberg a.£>. Warthe und Sprciftberg statt. Fast all« Spiele sind Rückspiele, wobei Süden die besten Spiele über- legen gewinnen tonnte. Die Reihenfolge der Spiele ist folgend«: Um 9 Uhr 2. Jugendmannschast gegen Nowawes 2; um 19.10 Uhr 2. Frauenmannschaft gegen Nowawes 1; um 10.SS Uhr 4. Männer- Mannschaft gegen Bernau 2: um 12 Uhr Wittenberge 1(Männer) gegen Hennigsdorf; um 13.10 Uhr Süden 1(Frauen) gegen Hennigs- darf 1: um 13.55 Uhr die 3. Männermannschaft gegen Witten- berge 2; um 13 Uhr die 2. Männermannschaft gegen Landsberg 1: uni 16.10 Uhr die 1. Jugendmannschast gegen Frankfurt und um 17.13 die 1. Männermannschaft gegen Spremberg 1. Schon immer l)at die starke Besucherzahl bei diesen Veranstaltungen bewiesen, daß der Bezirk Süden eine große Anhängerschaft hat. Das beim dies- jährigen Werbetag zu bekräftigen, werden sich die FTGB.-Hand- baller angelegen seien lassen._ Neues„Dirt Trade"? Am Sonnabend wieder Abendrennen Für gestern hatte die„GesellsHaft Berliner Dirt- Track- Bahnen* zu einer Besprechung eingeladen, bei der der in Motorsportkreisen bestens bekannte Fachmann V i e r e g g über neue Richtlinien im„Dirt Track" einige bemerkenswerte Ausführun- gen machte. Vieregg hat draußen in Plötzensee die sportliche Leitung übernommen und wenn das, was er gestern versprochen hat, auch gehalten wird, sollte es nicht schwer scheinen, ein größeres Publikum für diesen jüngsten deutschen Sportzweig zu. interessieren. Ju erster- Linie will man die ganze Angelegenheit sportlich seriöser gestalten. In Zukunft sollen in stärkerem Maße als bishs» ausländische Klasiefahrer herangezogen werden und dann. was besonders wichtig erscheint, soll Unfairnis ohne Rücksicht auf die Person des Fahrers schwer geahndet werden. Schon für den kommenden Sonnabend haben die Veranstalter ein buntes Programm zusammengestellt. Um 20 Uhr wird aus der Olympia- Dirt-Track-Bahn(Nähe Bahnhof Beusselstraß«) bei elektrischer Be- leuchtung eine Veranstaltung geboten werden, die durch ihre Be- setzung mit bester in- und ausländischer Klasse von allergrößtem Interesse für alle Freunde des Motorsports sein wird. Reben den Berlinern Gebrüder Heck, Ziemer, Tennigkeit sowie Heinrichs(Ham- bürg), Krons(Hamburg), Schauer(Lüneburg) sind die berühmten Ausländer Wood(England), Sverensen und Engström(Dänemark) und der neu« Dirt-Track-Stern Skid Pleoin(England) verpflichtet. Die besten Fahrer werden einen Rekordversuch über 1 Kilometer unternehmen und in einem internationalen Match ihre Kräfte messen. Der zweite Lauf um den„Goldenen Bären" wird die deutschen Fahrer am Start sehen, während sich im„Internationalen Handicap" und im 30-Rund«n-Mannschaftsrennen auch wieder die Ausländer beteiligen werden. Alle Rennen, mit Ausnahme des Mannschaftsrennens werden über sechs Runden gehen. Die I>AC.-Talirer am Ziel Wieder in der Heimai München, 30. Aprtl.(Eigenbericht.) Der„ewig blaue Himmel" Italiens hatte sich wieder einmal bewölkt— wohl um den Fahrern des Deutschen Auto-Elubs den Abschied von dem in voller Blüte stehenden Meran zu erleichtern. Di« schwarzrotgoldenen Wimpel an den Kühlern sind heimatwärts gerichtet, es geht zum Refia-Patz, Italiens Grenze. Die Wolken Höngen so niedrig, daß man nach kurzer Steigung bereits im Wolkenmeere schwimmt, daß man in den Tälern nicht die nahen Berge sehen kann, daß die Linien des Vorderwagens In ver- schwommenes Grau gehüllt sind. Und dann geschieht das Wunder: die deutschen Automobilisten, die auszogen, den Frühling zu finden, sehen hinter der Wetterfcheide am Finstermünzpaß in Tirol plötzlich den wundervollsten blauen nordischen Himmel. Wohl gab es auch in Italien an manchen Tagen blauen Hinmiel, aber am Abend kehrten immer wieder die Wolken von den Bergen zurück, und die Menschen hüllten sich fester in die Mäntel. Die letzte Etappe führt uns noch einnial durch das schöne Nord- tirol, hart an der Schweizer Grenze vorbei, die mächtigen Berge des Ortler-Mafsivs liegen seitlich— und auch hier wieder, wie überall in den Alpen, werden gewaltige Straßenarbeiten ausgeführt: die Alpenwelt wird dem Verkehr erschlossen, ge- 'wältige neue Brücken wölben sich Uber Abgründe, Tunnel an Tunnel ist in die Felsen gesprengt— es sind keine Straßen für Autoroser, die Kilometer schlucken wollen: diese nicht ungefährlichen, serpentinenreichen Wege muß man langsam befahren, damit man Muße hat, die vielen Naturschönheiten, die am. unter und über dem Wege liegen, zu genießen. Die Fahrt geht weiter, und vor den Fahrern ragt das letzte große Gebirge der Alpen auf/ die Zugspitze. Bis zur Hälfte ist sie nur sichtbar, denn dann kommen schon wieder hie Wolken und hindern den Blick in die Höhe. Damit den Fahrern auch keine Eigenheit dieses wetterwendischen Aprils erspart bleibe, setzt nach Schnee und Regen und Nebel hinter Garmisch-Partenkirchen als Begrüßung auf deutschem Boden ein „Inarie"/ Eine Eurl Aiging, der große parlcigenössische Land- und Wasserwanderer, ist mlk seinem FaltboolinLapplavd gewesen, ist besonders auf dem riesengroßen Tnarisee kreuz und quer gefahren und hat Geschautes und Erlebte» in seinem Luch„Znari", das im Verlag der.Büchergilde". Verlin. Drei» bundstraße. erschien, in humorvoller weise nicdergeschriebea. Unseren Wassersportlern im Arbeitersport wird die Reisebeschreibung viel Anregendes bringen: wir verössentiichen einen kurzen Auszug. In meinen Stiefeln steht das Wasser bis obenhin, es läuft aus der Weste, aus den Rocktaschen, nasser kann ich nicht mehr werden. Ich lasse den Regen trommeln, reiße das Zelt vom Verdeck, diesmal geht es schnell mit dem Ausbauen, Rock, Weste und Gummijacke werden ausgewrungen und stiegen unters Dach, und dann wird ausgeladen. Als alles geborgen ist, ziehe ich mich Im Freien aus, gieße das Wasser aus den Stieseln, aus Hemd und Hose läuft es wie ein Schwamm. Dann springe ich ins Zelt, reibe mich ab, schlüpfe in den Trainingsanzug und kuschele mich in den Schlafsack. Der Appetit ist mir vergangen, ich äußer« ehrenrührige Dinge über die finnischen Volksvertreter, die das Alkoholverbot beschlossen hohen. Ein guter Kognak wäre jetzt ein willkommener Trost des Leibes und der Seele. Aber ich muß mich mit einer Zigarette begnügen. Kurz nach ftchs Uhr morgens schlafe ich ein. Am späten Nachmittag wache Ich aus. Der Regen ist vorüber, wenn auch der Himmel noch bedeckt ist. Es wird Zeit, die nassen Sachen zu trocknen. Zwischen zwei Bäumen spanne ich zwanzig Meter Bootsleine aus, dicht am Zelt vorbei, und stütze die Mitte der Leine durch ein Paddel, daß ich in den Sand stecke. Dann hänge ich den ganzen nassen Kram auf. Es sieht aus.wie große Wäsche, jede Hausfrau würde ihr« helle Freude daran haben. Auf dem Strand liegt viel Treibholz, zerbrochene Boofsteile,' Stücke von Rudern, ausgebleichte Aeste. Ich schäle Rinden von einer jungen Birke und mache«in Feuer an. Holz kann so naß sein, wie es will, mit der zarten, harzigen Birkenrinde bekommt man immer Feuer, sie flammt auf wie Benzin. Das feuchte Zeug qualmt und stinkt, aber das tut nichts, der Oualm vertreibt d>e Mücken. Dicht hinter dem Zelt beginnt niedriger Buschwald, der Boden ist bedeckl von Blallbeerkraut. und als Ich einmzl aus Ver- sehen hineintret«, fallen die Mücken in Wolken über mich her. Es sind Mücken mit einer besonderen Geschmacksrichtung: obwohl ich mir meine Delikateßlörperteile mit Zitronenöl eingeschmiert habe, daß ich rieche wie der Teig zu einem abgeriebenen Napfkuchen, lassen sich die Mücken bei ihrem Diner nicht stören. Vielleicht lieben sie abgeriebenen Napfkuchen. Wer will das Seelenleben einer Mücke ergründen? Ich hocke mich so neben das Feuer, daß ich vom Qualm umhüllt bin, ich muß weinen und husten, ich komme mir vor wie ein Räucherschinken: aber besser geräuchert als aufgefressen. 2lls das Feuer ausgebrannt ist, sind die Mücken fort, sie sind schlafen gegangen. Es ist das Gut« an den Mücken, daß sie ihre pünktliche Tagsseinteilung haben. Es gibt bestimmte Stunden, in heftiges Gewitter ein: neben einem Wagen schlägt der Blitz ein, zündet in einer Scheune, und in wenigen Minuten steht der ganze Bau hell in Flammen. In München ist Schluß der großen Fahrt. Die Orts- gruppe München des Deutschen Auto-Cliebs entbietet den Heim- kehrern«in frohes Willkommen, denn diese Fahrt des jungen republikanischen Klubs war ein guter Erfolg, sowohl in gefellschaft- licher wie auch sportlicher Richtung. Keine einzige größer« Panne ist trotz häufig schwierigster Wege zu verzeichnen, oft war es für die bergungewohnten Herrenfahrer nicht leicht, die Berge hinauf und wieder herunter zu kommen. Aber in Verbindung mit den guten Wagen wurde durch diese Fahrt bewiesen, daß das Auw, von richtiger Hand gesteuert, ein absolut sicheres Verkehrsmittel ist. Erwähnt sei noch, daß der Fahrtleiter Dr. M i s ch l e r mir seiner Gattin die ganze schwierige Fahrt über manche tausend Kilometer durch Regen und Schnee auf einem Motorrad mit Beiwagen be- wältigte— eine schöne sportliche Leistung! Ocico-.«. Filmabend in Köpenick Am Sonnabend, 3. Mai, veranstaltet der Turn- und Sport- verein Eich« 1896 e. B. Köpenick einen F i l m a b e n d. Es werden zwei Großfilme gezeigt:„Die Arbeiterturn- uns Sportstl)ule, ihre Bedeutung und chr« Entstehung" und das„2. Arbeiter-Tuni- und Sportfest in Nürnberg 1929." Es ergeht an olle Arbeitersporiler von Köpenick und Umgegend die Bitte, recht zahlreich den Film- abend zu besuchen. Besonders aber sind all« Partei- und Gewerk- lchoftsmitglieder herzlichst eingeladen. Die Veranstaltung findet im großen Saal« des Stadttheaters in Köpenick, Alter Markt, 20 Uhr. statt._ gr-i« StubcRtoncimguna 1913. grcitag, 2. Mai, 201 2 Uhr, im Strand» schloji Oberschönnvcid«, Sitzung. Jeden Dicnstaq und Freitag Uebungsabcnd im Bootshaus. In der Frauen-, Jugend- und Männerabtrilung werden noch Mitglieder aufgenommen. Anfchrist: Herm. Madsack, Berlin N. A, Swine- Münder Str.-90. Arbeiter-Rad- und«rastfahrer-Bund„Solidarität", Motorradfahrer. Abt. Äreuzberg: Am 1. Mai, 14 Uhr, Fiel am Start Reichenbcrger Str. SU Abt. Tdarlottcnburg! Am 1. Mai, I? Uhr. Fiel am Start Wilmers» ietfet Str. A.— Versammlungen: Abt. itreuzbcrg: 2. Mai, Hindi-Quelle, Reichcnberger Str. 91. Abt. Norden: 2. Mai bei Winkclsefscr, Sparrstr. 3. Abt. Oberfchöueweibe: 2. Mai bei Emmerich, Wiihclmincnhosstr. 94.— Toure« für Sonntag, 4. Mai. Abt. ltreuzdeeg: Nauen. 8 Uhr Schlcsischc» Tor. Abt. Norden: Werneuchen— Freienwaldc— Falkenberg— Bernau— Berlin, 71b Uhr Sparrstr. Z. Abt. Friebrichshai»: Storkow-Bugt. 8 Uhr Landsberger Platz. Abt. NcukSlln: Schorfhcide, 7 Uhr Sohen�>Ilernplatz. Abt. Oberlchönewcide! Ziel am Start 7 Uhr Wilhelminenhofstr. V4. Abt. Pontow: Ziel am Start g Uhr Bornholmer Str. 88. Abt. Sharlottenbveg: MUnchederg— Lxincrsdori— Fürftenwalde— Storkow— Wusterhausen— Berlin. 8 Uhr WUmcrsdorfer Str. A. Abt. Lichtenberg! Luckeniwalde— Berkenbrllck, 7 Ubr Oder» Ecke Finowstratz«. FZSB. Die MitteUungsblätter sind heute von der Geschäftsstelle abzuholen.— Zum Film- und Vortragsabend �Leichtathletik� im Vortraasfaal bei Bezirksamtes Kreutberg. Porckstr. 11. sind noch Karten an der Abendlaise erhältlich.—?TSB.. Jngend. Auch die Jugendmitglieder der Freien Turner- schaft Grotz- Berlin beteiligen sich vollMlig am Sonntag, 4. Mtlli. an der Kundgebung aller sozialistischen Jugendorganisationen Berlin». Treffpunkt 12 Uhr Bahnhof Sirfchgarten., chinzelmitglikde, im A.-r.«. Sp.-V., 1. ttrrt». Di« Maifeiern finden statt: Sruppe Ost: vberspree. Birkenschlaq am Langen See. S«»»»e West: Tegel, Insel Lasselwerdcr, Tegeler See.»Nlppe West: Untcrhavel, Ba dewies, Lindwerder. Ansang lv Uhr. E» ist Ehrenpflicht, an den Veranstaltungen teilzunehmen. Maimarken sind auf den Plätzen zu haben. Ruder- und Kanu-Berein 1924 t. V. Bootshaus Rahnsdorf, Müggelwerder. Monatssitzung heute. Mittwoch, 20 Uhr, Sportshaus Dircksenstr. 1. Aufnahmo neuer Mitglieder. Arbeiter. Lichtbild-Bulid. Photogemeinschaft Naturfreunde, Abt. Neukölln lnicht Norden). Mittwoch, 30. April, 20 Uhr. Jugendheim Bergstr. 39, Zimmer 1: gebrauch des Gelbfilters. Gälte willkommen. Arbeiter-Sportverei» Neukölln. Bercinsviertrljahresverfnmmlung Sonn- abend, z. Mai. 19 Uhr. Vereinshaus Hermanuftr. 11. Jeden Mittwoch Sport- betrieb aus dem städtischen Sportplatz Grenzallee.— Alle Abteilungen turnen von 29—22 Uhr Walter-Rathenau-Schulo. Boddinstratze; männlich« Jugend Mo» tags. Iungmädchen und Frohen Donnerstags, Männer Freitags. 1. Rnel», Arbetter-Turn. und Sportbnnd, Altrrsriegen. Laut Defchlutz des Sitzung vom 27. April Ist der Tag der dsesjährigen Altersriegensohrt nach Neu- Ruppin— Rnppiner Schweiz vom S. bi» 7. September auf den 39. und 31. August vorverlegt worden. Am 29. Mai um 9 Uhr nächster Spieltag in Schöne- derg, Domiuicusplatz. 29. Juli Bade- und Echwimmabend der Frauen mit Männer der Altersriegcn im Bootsbau» Borwärt». Kassierer der Altersrtegen ist jetzt Reinhold Seitzt vom»Verein für Körperkultur Prvles". Lapplandfahrt denen sie nicht zu sprechen sind, möglicherweise fasten sie aus«Zc- fundheiterücksichten, alles ist tn der Natur ausgeglichen. Ich esse eine Schildlrötensuppe mit Gulasch und trinke ei n Tee hinterher. Der Tee schmeckt miserabel, obwohl es ein sehr guui Tee ist, den ich aus Deutschland mitgebracht Hab«. Man hat inii schon vorher gesagt, daß Tee in Lappland nicht schmeckt, daß ma« in Lappland Kaffee trinken muß.' aber ich hob« nicht hären wollen Sicher hängt es vom Wasser ab wie beim Bierbrauen. Derselln Kaffee schmeckt in Karlsbad und Wien anders als in Berlin od«> Hinterposemuckel. Tee in Lappland ist Tanninbrühe, weiter nichts. Wenn man überhaupt etwas schmecken will, muß man soviel T«, nehmen, daß auch die stärkste Zuckerzugabe den unangenehme» bitterlichen Geschmack nicht verdrängen kann. Manchmal ist es doch gut, wenn man auf das hört, was die Leute sagen. In der Nacht wache ich davon auf, daß der Regen aus» Zeltdach prasieit. Er schlägt einen schönen Trommelwirbel, die Sachen, dit draußen zum Trocknen hängen» werden gründlich gereinigt. Daz« geht ein starkeq Lüstchen: die Zeltwände, so strasf sie gespannt sind flattern hin und her. Plötzlich gibt es einen Patsch aufs Zelt, irgeni etwas hat draufgeschlagen, und dann schabt dieses Etwas am Zeil entlang. Ich Hab« so das Gefühl, als wenn eine große Tatze imm.i hin und her jährt. Allerhand schöne Geschichten von Bären falle« mir ein, und obwohl Ich aus dem statistischen Atlas von Finnlani weiß, daß die Bärengrenze weiter südlich verläuft, zweisle ich dock daran, ob die Bären etwas von diesem Atlas wissen und sich na� ihm richten. Es kratzt immer noch gm Zelt hin und her, jetzt wir» mir die Geschichte brenzlig. Leise, wie ein Indianer auf dem Kriegs, pfad, krabbele ich aus dem Schlassack, mache ebenso leise«in paai Drnckknöpfe am Zelteingang aus und stecke erst den Pistolenlmi> und dann die Nase durch die Oeffnung. Bor dem Zelt ist nichts z, sehen, aber an der Seite kratzt«s weiter. Do Hilst nun nichts, ich muh hinaus. Mit einem Ruck reiß, ich den Eingang ganz auf und springe vor, den Finger am Abzug seft entschlossen, mich wie ein ganper Held zu benehmen. Herui» um die Ecke, die Pistole im Anschlag—, da steht das Biest. Es iß das Paddel, das der Wind umgerissen hat: es ist aufs Zelt gefallen es hängt an der Leiste soft, und der Wind segt es hin pnd her. Et ist nichts mit d«m Heldentum, aber im Grunde bin ich. doch froh daß die Bären sich so korrekt nach dem statistischen Atlas von Finn- land richten. Auf zwei Schritt Entfernung mit einer kleiner Browningpistole steht man doch lieber einem wildgewordenen Paddel als einem zahmen Meister Petz gegenüber. Selbst in Lappland kann es nicht ewig regnen. Am nächster Tage ist das Wetter klar, die Sonn« scheint mit einem Eifer, alt wenn sie alles wieder gutmachen wollte, was sie verabsäumt hat und meine Wäschegalerie ist in kurzer Zeit trocken. Um das schwer- beladen« Boot nicht über die Steine schurren zu lassen, die in de, Sand eingebettet sind, setze'ich es leer Ins Wasser, treib« zwanzft Meter vom Ufer coifernt einen Pfahl in den Grund und binde dm Boot daran fest. Fünfzehnmal muß Ich zwischen Lagerplatz uni Boot hin und her laufen, dann ist alles oerstaut, die Fahrt kan«« weitergehen. � töefchäfis-Jtn&iger �=> Unsere Reformschuhe befreien den FuBi LandsgemeindeHaus Berlin-Mitte, Neue Schönhauser Str. 8 Berlin-Spandau, Potsdamer Str. 38-39 meiernotte Berlin G.in.B.H. VORMALS MALEREWCHOSSENSCHAFT GEQRÜNDET ,911 N018, LANDSBERGER ALLEE38-39 FERNSPR.: E 4 ALEXANDER 3628—30 ALLE MALERARBEITEN 186 MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG Optiker. Ziem WMmr Tor 1-2 IR.,6, Nur die fiem«cerd-£lecMre Schallplatte bringt die Aufnahmen der Chöre des Deutschen Arbeiter-SSngerbundes.— Bczu�jqneUen-Nachweit ficmcFliciv CumpanY PeriinSWeö Verlangen SicSpc2lal-Pro«pcktc über Arbeiter chor-Platlcn In allen einscfallgigen Gesdififien crhälllich. RestanranlzorPosl Otto Troge IIIS. Boro tolmersir.g Jeden Sonnabend und Sonntag Unterhaltungsmusik Vcreintzlmmer- Franz. Billard SIwE Elienwarenhandlnog Berlin- Weißensee Berliner Allee 20[B. 164 mmSXct BERLIN SW 68/ WILHELMSTRASSE 106 TELEFON: ZENTRUM 3205-3207/3284 Hermann Hussack TapetengroBhandlung. HeukOiln, BeNiner Str.27 Neue Muster 1930 von 25 Pfennig an rm yttcrRcn Sic sitSk bitte: eineAdresse für Ihre Wäßxe, es ist die besonders bevorzugte S>amvt~'Wästber€i Westend Charlottenburg, Wallstraße 22. Telephon: Wilh. 6693 [| Wir lief ern Qualitätsarbeit und sind billig Asphalt-Fabrik F. Schiesing Nachf. Akt.-Ges. Asphalt-Arbelten aller Art Spezialität: Hartgußasphalt Isolierungen und Dacharbeiten Berlin NW 87, Kaiserin-Augusta-Allee 104— 106 Fernsprecher: Hansa 940 und 2181 tm ii Roggenmehi„Tivoli garantier! Termahlca am bestem, gesundem, märkischem Roggen« bock« and lagerfähig Zu bezieh ea dordi feden Großhändler Berliner Hermannmühle Berthold Rothholz Berlin SO Z», KOpenicker Slrnbe 16-17— Telephon: Moritzplais 10520-21 «C Kennst du schon den neuen Heraband-Irllä Öl*? erhältlich nur Großdestillation Hermann Raband HEINRICH SCHMITZ Restaurant zum Dortmunder Schmitz Industrie-Kasino 138] Kommandantciuirafte 72- Krorfenstrafic 12 HUZI GROSSDEST I LL ATI O N Prlnzessinnenstrasse 17 invaliden- Ecke ackarstrasse Ritter- Ecke Brandenburgstr. Johannes Buchweitz Bln.-Nieders chönhausen,Treskowstr. 23 FeruproeMr: Pankow 2840 Kunstschmiede u. Bauschlosserei ■■Ausführung sämtlicher Beschlag-ll Harbeiten In Eisen und Brenze|| Verlande in Horzköse „fiarDolznmßrlst das Bester „M. S. tadellos!" C.Xaeske g.m.b.3t. Berlin O, Peleriburgcr Platz 7 empfehlen täglich: Schinkenhinterbeine Schweinerippen SchwelneschwSnse und Stnochenfleteth FriizWilhens Köpenick, LandjSgerttr. 4 Ban-n. Nöbeillsdileret Tel.: Köp. 1538 [R. 141 Man verlange kostenfreie Zusendung 'eines Prospekts oqjßr Vertreterbesuch Raupt- GeachRftsatelle; Berlin N. 4, Invalidenstr. 110 Fernruf Horten 3885-8«, 5044 bietet jedem Auto Schulst gegen Unfall sowie stoßfreie weiche Federung! Verlangen Sie Prospekte: TAfn" Bln.-CIUbä- SdiioSftrafic 69, Krall- telflvU lahrzeng-WerKfi. Tei.;Wiih.9o23.9223 24 Berliner Ratskeller Bierabteilung» uieinabteiiung Königstr. 15-18 RjE Künstierkonzert Uorzligllche Küctie Beinridi FalküDberg Gegen Infektion In allen einschlägigen Geschäften erhältlich rar Wäsche, Küche und Haushalt das Billigste!!! Wäsche nach Gewicht bodenfertig— getrocknet— gemangelt von 20 Pfund an. Feine Herrenwäsche/ Gardinenreinigung Damplwisdierei„Sophie Charlotte* Gcar 1897. ClaarloMrienburtf. Saprce- stfrane 3». Fernruf: C 4. W i I h e I m Nr 313 Fritz Muth Buttergroßhandlung Filialen in allen Stadtteilen KonKnirenzlos Klappkamera mm a- sehr stabil. Lederbalgen rt m. I a Aplanat 1:8 i. Vario 6X9 16.-, 9X12 19.- Prima 9 X 12 Kamera, vguiBr Triebeinstellung, Rah- '\r mensucher mit Meycr- Trioplan, 4L in Vario nur 47.50.— dito, jedoch Doppelauslug mit dem erstklassigen Steinheil D.-A Unolocai 6,8 in Vario nur 50,—. Verlang. Sie Liste S kostenfrei. Muster unserer Papiere 0,25. Foto-Hühns�ö� ChatuoeesiraAc 69. IB. 28 GenrOder Huth Sahne- Großhandlung ' OegrOndet 1861[145 Berlin 50. Oranlenslr.195 Lieferant erster Konditoreien Eigene Dampfmolkereien �entspr. Moritzplatz 9889 u, 16792 Stempel- Frert Hecht inh.: Alfred Schnellet Berlin S 14, Annenetr. 10 Fernruf F 7 Jonnowltzaeie liefert Stempel jeder Art Bevor Sie PfiflEid kaufen besichtigen Sie meine Ausstellung Zahiungserleichterung ohne Aufschlag, bei Kassa 50/o [R. 129 BERLINER ELEKTRO HÖTTEH G.M.B.H. Unser gemelnwlrt- schaftllches Unternehmen bietet die gröBten Vorteile bei Installationen u.dem Bezüge von Beleuchtungskörpern und sonst, elektrotechn. Bedarfsartikeln BERLIN SO 36, Elisabeth-ufer s s TELEPHON: F 1 MORITZPLATZ 976 GEBRUDER GROH Gegründet 1882 Butter/ Käse/ Eier Kolonialwaren aller Art 60 eigene Verkaufsstellen in allen Stadtteilen Groß-Berlins 10 eigene Dampfmolkereien Ich offeriere: la frischeste Vollmilch in bester, fettreichster Qualität die auf dem schnellsten Wege vom Erzeuger zum Verbraucher ohne Lagerung und Stapelung(dadurch l— 3 Tage älter) gebracht wird. Außerdem offeriere: I a. II. Melereibqtter(keine Mischware), sowie I a.Bnttrrinllcli und wcIUcd Käse. —— Achten Sie bitte beim Einkauf auf meine Firma.—— r i93i Meierei Friedrichshagen, Adft� Viower. wasche nach Gewicht Dampfwäschcrei Merkur, Berlin O 4 1 Z* Frankfurier Allee 307 Fernspr.: Andrea» 2S20 0 n inh. Aug. Bachmann Mitgl. d. SPD Bindfaden Kordel, Padulrlcke, Pack- n. Seidenpapiere, Pappen Billige Elnkaoltqoelle KarlDaub 514, WalUtrafce 7S/ Telephon: Hasenheide 13—15 Tel. Baerwald 6565[148 3Säleu.Vereinsziiniiier zu kulanten Bedingungen. Greil Camcmbcrl die führende Harke Erhältlich in allen Leben»- mittel- und Felnkostgcsdsäften Wangrin& Butz Elektr. umt-, Kral!- a.Rlinoelanlaoen Konzess. für sämfl- elektrische Werke Bln.-Neukölln r Q Hobreehtitr. 59- 60 T J Telephon: Neukölln 5157" W E3 Pill BIJC KIWI J1 sch|ermeister «K MlA BwE wRK B Berlin H, Chausseestr. 60 Das reine Roggenbrot'SahSLd««'ag«1* V#% DGG MfV■ 1� Berlin-Schmargendorf.Saizbrunner EwllSe59 HkWIlililiS—P—■ WA* Straäe 18 20. Fernspr. Brabant 1418