Morgenausgabe Nr. 202 A 102 4?. Jahrgang Wöcheotlich SS Pf. monawch Z.S0M. . tm voraus zahlbar. Postbezug<22 M einichltehlich 6V Pfg.PostzeitunZ»- und 72 Pfg Pofwestellgebühren. Auslands- adonnemem 6.— M. pro Monat. Per„Sonrörts* erldjetm wochentSg- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und tm Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilogen.Volk und Zeit" und �inderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen".Frauen- stimme"..Technik"..Blick in die Bücherwelt" und»Jugend« Vorwärts" Nevttnev Vottsvlatt Donnerstag 1. Ma> 1930 Groß-Äerlin 10 Pf. Auswärts 15 pf. Die e» n i p alti ge Nonparelllezeile SV Pfennig. Reklame'>eile 5.— Reichs. moil„Kleine Anzeigen' das ettge- druckt» Wort 25 Pfennig lzulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch» das erst» Wort IS Pfennig, jedes weitere Won 1V Pfennig. Worte Ober 15 Buchstabe» Ihlen für zwei Worte Arbeitsmaitt leite 60 Pfennig. Familienanzeigen Ze.l« l> Pfennig. 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Im Achtstundentag errichtete das Volk der Arbeit eine Forderung als Monument, um das die werdende Welt sich sammeln, die Achtung vor der menschlichen Arbeitskraft und der Schutz des Menschenlebens seinen Ausdruck finden sollte. Es war ein Akt von symbolischer Größe, der sich auf dem Internationalen Sozialistischen Kongreß des Jahres 188S zu Paris vollzog. Als solcher wurde und Wird er /'empfunden all die Jahrzehnte hindurch. Das Volk der Ar- best zu einen, es aus der Hörigkeit, der politischen und ökonomischen Knechtschaft herauszuführen, war das Ziel. „Die Internationale, erkämpft das Menschenrecht!" Dieser Gedanke erlebte auf dem Kongreß des Jahres 1889 feine Auferstehung. Die erste Internationale war ver- gangen. In sich versunken an innerer Schwäche und im Widerstreit der Meinungen. Nun war die Internationale neu erstanden und gab sich im Maigedanken Leben und Inhalt. In allen Industrieländern gärte und brodelte es. Das Proletariat wuchs an Zahl Und der Erkenntnis seiner Kraft. Klassenbewußtsein begann es zu erfüllen, und es setzte dem Klassenkampf der Bourgeoisie, der Bürokratie und des Feuda- lismus den organisierten Abwehrkampf der unterdrückten Klaffen entgegen. In Deutschland herrschte noch das Sozialisten- g e s e tz, von der Arbeiterschaft innerlich bereits überwunden. Am 29. Februar 1890 erfocht die verfolgte Partei den glänzendsten Wahlsieg ihrer Geschichte. Sie besiegte das Sozialistengesetz und seinen Urheber, Bismarck. So fand die erste Maifeier im Jahre 1890 Deutschlands Arbeiterschaft in einer Stimmung, deren Hochgefühl, nun mit den Arbeitenden aller Welt an einem Tag zu gleichem Zweck verbunden zu sein, in fieberhafter Arbeit ihren Ausdruck fand. Die unterdrückte Organisation, die verbotenen Zeitungen, sie stiegen wieder empor. Neue wurden gegründet. Langsam aber erst fand das Beispiel der einheitlich organisierten Arbeitgeber Nachahmung bei der Arbeiterschaft, die in jener Zeit die Zersplitterung der gewerkschaftlichen Organisationen als ihren größten Feind erkennen und bekämpfen lernte. Der Streit um die Form der Organisation, ob„lokal" oder„zen- tral", zog auch die Partei in seinen Bann, und erst im Jahre 1906 fanden gewisse Gegensätze zwischen Partei und Gewerk- fchaften auf dem Parteitag zu Mannheim ihren Ausgleich. August Bebel, Karl Legten, Ignaz Auer, ihr und vieler anderer Gedenken zwingt sich uns auf, wenn- jene Erinne- rungen wach werden. Eine ähnliche Hochspannung wie zur Zeit der ersten Maifeier erlebte in jenem Jahre 1906 die Welt und in Deutschland vor allem das preußische Proletariat. In Preußen herrschte das Dreiklassen Wahlrecht. „Lernet, ihr seid gewarnt", so tönte es den Herrschenden jener Tage entgegen; ums gleiche Wahlrecht ging der Kampf. Oesterreichs Arbeiterschaft hatte es sich im mächtigen Ringen erobert. In Belgien wurde um des gleichen Wahl- rechts willen der politische Massenstreik proklamiert.„Wir müssen belgisch reden", das war der Gedanke, der die Massen erfaßte. Es geht ums.,M e n> ch e n r e ch t". Das war das Wort, das die Arbeiter Preußens zu ihren ersten großen Straßendemonstrationen auf den Plan rief. Ueber all dem aber lag der Gluthauch der ersten russischen Revolution. Das Proletariat war in Maßregelungen und Aussperrungen kennzeichnen den Weg. den der Maigedanke marschierte. Er ist jetzt hinausgewachsen über den Aufgabenkreis, den seine Väter ihm wiesen, und er wird es weiter tun, bis der Schlußsatz des Liedes zur Wahr- heit geworden ist, unter dessen Klängen die Maifeier einst geboren wurde: „Die Internationale wird die TItenschheik sein!" /iMAp Bewegung. In allen Landen. Seine Kraft durfte nicht unnütz verbraucht werden. Die Reaktion, die, übermächtig noch, gleich Rußlands Zaren nach der Gelegenheit suchte, die Arbeiterbewegung im Blut zu ersticken, durfte ihr Ziel nicht erreichen. Stärkt die Organisationen! Ihr werdet unwiderstehlich sein, wenn ihr einig seid! das war die Parole. Die Kadres der politischen, der gewerkschaftlichen und auch der genossenschaftlichen Organisationen stärkten sich um das vielfache. Der Vormarsch begann. Klughest ud Mut, nicht Aberwitz und herostratrscher Größenwahn konnte die Quadern legen, auf denen sich heute das Gebäude der Arbeiterbewegung erhebt. Es gehörte Mut dazu, in jenen ersten Jahrzehnten am 1. Mai der Internationole zu huldigen. Mut und Opfersinn. Dem Ziel entgegm! Von L mi I V» i» e rv e I e- Krüssel, Vorsitzender der Exekutive der Sozialistischen Arbeiterinternationale. Die tnictnotional« sozialistische Demokratie erlebt gegenwärtig schwere Zeiten, und doch vcrschosst uns dieser 1. Mai 1930 trotz alledem mehr Gründe, mehr Anlaß zur Genugtuung als zur Un- Zufriedenheit und zur Besorgnis. Die Diktaturregierungen bcsinden sich in der Defensive. Die österreichischen Heimwehren imd die polnische Oberstenclique werden im Schach gehalten. Die Arbeitcrregierung Großbritanniens hält sich gut. Die deutsche Sozialdemokratie mit ihrer Million erprobter Kämpfer- bleibt in der Opposition, was sie in der Regierung war, nämlich die stärkste politische Macht des Reiches. In zwei Monaten wird es keine fremden Besatzungstruppen mehr am Rhein geben. Was wir schon 1922 auf unserer Frankfurter Konserenz für die Liquidierung des Krieges forderten, verwirklicht sich schlecht oder recht unter dem Einfluß, den die Internationale auf die öffentliche Meinung und auf die Regierungen zu gewinnen vermochte. Wer aber die Dinge�so sehen will, wie sie sind, und nicht, wie man wünscht«, daß sie seien, erkennt, daß, wenn auch die intcr- nationale �Sozialdemokratie stark genug war, ein« gewisse Liquidierung des Weltkrieges zu erzwingen, sie noch lange nicht soweit ist. die Keim« neuer Kriege zu zerstören und die Gefahr neuer Kriege zu bannen. Das Thema der Vereinigten Staaten van Europa ist zur großen Mode geworden. Die bürgerlichen Politiker konnten nicht umhin, einzusehen, daß ein verzetteltes Europa, dessen einzelne Teile durch protektionistisch« Schranken voneinander streng gesondert sind, das aus der Seite der Siegerstaaten unter der Last erneuter Rüstungen seufzt, die wiederum bei den Besiegten zur Verletzung der Abrüstungsbcstimmungen anreizen, das aus rivalisierenden und feindseligen Rationen besteht, daß ein solches Europa seinem eigenen Untergang entgegenschreitet. Die Ergebnisse der Konserenz für einen Zollwassenstillstand sind ein Trugbild. Die Seeabrüstungskonferenz stellt einen kaum ver- schleierten Mißerfolg dar, und wer würde es wagen, sich hinsichtlich der allgemeinen Abrüstungskonserenz gegenwärtig optimistisch zu Zeigen? Bereits vor mehr als 199 Iahren. bald noch der Völkenchlacht von Leipzig, setzte Saint-Simon, der nicht mir ein Vorläufer des Sozialismus, sondern bezüglich der Vereinigten Staaten von Europa ein Schrittmacher Aristid« Briands war. die unbedingte Voraussetzung auseinander, die«s ermöglichen würde,„die Völker Europas zu einem einzigen Gesamtkörper zu- sommenzufasien unter Beibehaltung ihrer einzelnen nationalen Un> abhängigkett". Für ihn war das notwendige Vorspiel zu jener Organisation, die einen wirklichen europäischen Palriolismus schassen würde, ein Bündnis und ein« Staatengemeinschaft der beiden ein- zigen Nationen Westeuropas, die zu jener Zeit die verfassungs- mäßigen Freiheiten errungen hatten, Frankreich und England. Aber er hiell die Vereinigten Staaten von Europa für eine absolute Unmöglichkeit, solange Europa nicht politisch homogen wäre, d. h. solang« alle Naltonen nicht gleichgeartete, auf der Grundlog« der Freiheit beruhende Institutionen besäßen. Leider sind wir noch sehr weit von der politischen Homogenität entfernt, die eine not- wendige Vorbedingung bildet für die Schaffung eines politischen Körpers in Europa, ähnlich wie die Vereinigten Staaten in der Neuen Welt. Solange es entgegen der ausdrücklichen Bestimmung des Völker- bundftatuts in Europa Völker geben wird, die sich nicht frei regieren, solange man sehen wird, wie sich um den grünen Tisch der Konserenzen neben Vertretern demokratischer Staaten die Be- oollmächtigten von offenen oder verschleierten Diktaturregierungen setzen, für die Aufpeitschung des Nationalismus eine Lebensnot« wendigkeit ist, solang« werden die pazifistischen Glaubensbekenntnisse eine Heuchelei bleiben, und die Versuche zur Schaffung der Ver- einigten Staaten von Europa werden unrettbar fehlschlagen. Wir haben das Recht, zu erklären, weil es eine klare Wahcheit ist, daß die einzige politische Macht, die wirklich, auf- richtig und ohne Hintergedanken von Beherrschung und Hegemonie für den Frieden und für die Völkerver- söhnung arbeitet, die sozialistische Demokratie ist. Ihre Fort- schritte werden maßgebend sein für die Fortschritt« Europas und der Welt auf dem Weg zur politische» Homogenität, auf der Arund- lag« der Freiheit und der sozialen Gleichheit, die die breiten Massen der Völker immer stärker erstreben. Heute vor 49 Iahren, am 1. Mai 1899, erlebte die erstaunte Welt eine spontane Mobilisierung der Kräfte der Arbelterschast, die sich ein doppeltes Ziel gesetzt hatten: die Eroberung des Rechtes auf Erholung durch den Achtstundentag und die Eroberung des Friedens durch die Annäherung zwischen den Völkern! In der Richtung auf dieses doppelte Ziel hat die sozialistische Demokratie schmerzhafte Niederlagen und glänzend« Siege erlebt. Sie hat sich weder durch ihre Sieg« berauschen noch durch ihr« Niederlogen entmutigen lassen. Sie erkennt klarer denn je die Hindernisse, die sie noch überwinden»mß, und die immer wieder auftauchenden Gefahren, denen sie sich noch wird aussetzen müssen. Aber sie ist sich dessen bewußt, daß letzten Endes ihr Weg aufwärts führt, und festen Schrittes schreitet sie durch alle Fährnisse ihrem Ziel entgegen! GegmwartSarbett und Uukunstsziel. Oer zur Macht. Von Fritz Tarnow Vorsitzender des Deutao&en Holzarbeiter-Verbandes. Im Anfang der sozialistischen Arbeitetbemegimg war noch nicht die g e w e r k s ch a f t l i 6) e, sondern mir erst die politische Idee. Für eine Gewerkschaftsbewegung fehlte nicht nur die einfachste Voraussetzung, das Koalitionsrecht, auch die Ideologie der im Entstehen begriffenen politischen Arbeiterbewegung stand ihr zunächst entgegen. Damals erschien noch jeder Versuch, sich den sozialökono- mischen Gesetzen des kapitalistischen Systems entgegenstemmen zu wollen, als von vornherein zum Scheitern oerurteilt. Im Rahmen der kapitalistischen Gesellschaftsordnung, so n Der internationale Bedanke. Von �rtkor Crispicn, Mitglied der Exekutive der Sozialistischen Arbeiter'Internationale. Freund und Feind sinid sich über die Int er Nationalität des Sozialismus einig. Doch schon über das Wie und Warum gehen die Meinungen auseinander. Nationalistische Demagogen beschimpfen Sozialdemokraten als vaterlandslos« Gesellen in dem Sinne der Bereitjchaft zum Landes- verrat. Andere sehen in. der Betonung der Internationalität bestenfalls eine phamastifche Ideologie, die sich nienschentieberrde Schwärmer zurechtgemacht haben. In Wirklichkeit ist die Internationalität längst Vorhänden. Sie bestand schon, als es noch keine Sozial- demotrati« gab. Sie wurde geschaffen von der wirtschaftlichen Entwicklung. Die ftulwrmeuschen brauchen zur Aufrechte rhallung, ihres Sellens, rwSl ihres.Lorsschritts.. Rohst o-f«..�nd�.Fertig Von L£on Blum-Paris Führer der sozialistischen Karnmerfraktion. Ich übermittele unseren deulfchea Genossen die brüderlichen Grüße des französischen Proletariats. Seil zehn Jahren bemühen wir vn» mit derselben Glaubenstrast um dasselbe Werk: die Wiederannäherung unserer beiden Völker, jene nolwendlge voraussehung des wellfriedens. Insofern haben wir wirksam für den inlernolionalcn Sozialismus gcarbellel, den» die Eroberung des Friedens ist ein erster Sieg für die Arbeilertlasie und das Unterpfand ihres endgültigen Sieges. Wir wollen hassen, daß wir bis zum i. Mai de, nächsten Jahre» neue Fortschritte auf diesem Weg« erzielen werden. wir wollen hoffen, daß wir bi, dahin, in Deutschland wie in Frankreich, über alle Kräfte des Lösen, die uns den weg zu versperren versuchen, neue Erfolge errungen haben werden. Wtt hoffen Insbesondere, daß ihr, deutsch« Genossen, endlich den entscheidenden Sieg über die nalionalistische Reaktion und die kapitalistische Bedrückung erfochten haben werdet. Da» sind die Wünsche, die ich au, tiefstem herzen an jenem Festtage ausspreche, der jetzt der Fe st tag des kämpfeaden Sozialismus ist und der einst der Festtag des siegreichen Soziallsmus sein wird.* 1 �_ sabrikat« aus allen Ländern. Das gilt auch für den verbohrtesten Nationalisten. Und es fällt schwer, sich jemand vorzustellen, der [o dumm wäre, dos nicht zu wissen. Der moderne Kapitalismus hat die Internationalität immer erkannt. Er bemüht sich, die Intcrnotionotüät mit seinen Profit- interesscn in Einklang, zu bringen. Mit Mitteln von furchtbaren Wirkungen, für die Menschheit.... Die.Äapitalistcnklasse jedes Lande,, in dem sie die Macht besitzt, möchte, die anderen Länder ebenjolls ihrer Macht unterwerjcn. Da, nennt man Eroberung des Weltmarktes. Das vornehmst« Mittel ist die Gewalt, der. Krieg. Der Krieg mit Minen- wersern, und Maschinengewehren, mit Unterseebooten und Flug- .zeugen und Giftgasen. Solche Tobsuchtsorgien enden in umchsendein Motze, mit allgemeiner Erjchöpsung. Die. Schäden sind ftir alle, ob Sieger oder Besiegte, ja. ungcizeueriich. dah sie den Einsatz nicht mehr lohnen. Hinterjedem Krieg lauert die Revolution. Dadurch wird das Risiko sür.die Kriegstreiber vergrötzert. Der verschleierte Krieg, mit wirtjchaftlichen Mitteln, wie Anleihen und Zöllen, steigert ebenfalls die Not und die Empörung der LeMragendem'........ Die Anwendung aller dieser Mittet fördert nicht nur nicht die Lösung des Problem, vom internationalen Zusammenleben der Menschen, sie macht die Lösung überhaupt unmöglich Das Problem Heute ist uns dieser Zusammenhang zwsschen Gegen» 1 mutz aber gelöst werden. Sonst geht alle Kultur zugrunde. Sind die Mittel der Gewalt wieder einmal erschöpft, dann loerde'n friedlichere Mittel versucht: Völkerbund, Abrüstungs- konferenzen, Wirsschoftstagui'geii, internationale Uebereintomme» und Vereinbarungen und dergleichen mehr. Nur fehlt hier der Mut zur Konsequenz. Darum gibt es mehr Mißerfolge als positive Resultate. Verträge koinmen schwer zustande und werden -desto leichter gebrochen, wenn dos iin Augenblicksinteress« eines Partners zu liegen scheint..' Nicht minder lehrreich und beweiskräftig für die Jnternatio- nalität der Welt ist alles das, was mit der gegenwärtigen Agrar» kris« zusammenhängt. Die einzelnen Länder tun so, als könnten sie allein auf- sich gestellt der Kr'�e Herr werden. Und doch handelt ■es sich um'eme Agrorkrif« in den Dereiniglien Staate«, m Kanada, in Südamerika, Iii Europa, um ein« international« Agrsr- ttise. Es wächst' zuviel Brat. Anstatt einer internationalen pten- mäßigen Regelung der Produktion und des Verbrauchs wiften einzelne national bogrenzte Teil« elucr großen internatwnolen Wirtschaft mit Zöllen und Ausfuhr oerboten gegeneinander. Mit dem Resultat, daß die Krise vertieft und verlängert wird. Warum diese Konfusionen, dieses Umherrennen im Kreis?> Die Vereinigten Staaten von Europa sind nicht zu bilden, wenn die einzelnen Staaten nickst bereft sind, auf Kosten chrer Souveränität in eine größere Einheit aufzugehen. Die intcr- nationale P r o d u kt i o n sg« s« l l schaft der Völker oller Länder ist nicht.möglich unter Ausrechterhaltung, der kapita- listischen Privatwirtschaft. Die Herrschaft weniger PrivotkapitaUsteu über zwei Milliarden Menschen wäre unerträglich. Sie wird schon immer unerträglicher in jedem einzelnen Lande. Immer osseu- barer werden die Widersprüche der kapitalistischen Wirsschaft. Die wachsende Entwicklung der Produktivkräfte steigert die Ergiebigkeit der Produktion, erhöht den Reichtum. Zugleich steigen Arbeitslosigkeit und Massenelend. Ohne privatkopitalistisch« Prositinteressen wäre jede Verbesserung des Produktionsprozesses ein Segen für die Menschen. So wird sie zmn Fluch für die breiten Massen. Damit kommen wir zur geschichtlichen Aufgabe der Sozialdemokratie. Die Kapitalisten müßten sich selbst auf- geben, als dienendes Glied im Ganzen sich einfügen, wollten sie das friedliche Zusammenarbeiten der Menschen der Erde herbei- führen. Das ist nur außerhalb des Kapitalisnms möglich. Im Sozialismus. Von Land zu Land müssen die Sozialdemokraten die Macht«robern. Wenigstens, in den großen kapitalistsschen Staaten. Die anderen werden dann rascher folgen können. Die Aktionen in jedem Laird« müssen als Teilhandlungen des inter- nationalen Klasscnkampses verstanden und geführt werden. Es ist nicht möglich, in einem Laude, sei es noch so.groß, eine sozialistische Oase imnitten der kapitalistischen Weit zu bilden: Ein solches Land müßt« im Innern an Stelle der privat« beherrschten die gesellschaftlich geleitete Produktion, an Stell- des Kanss und Verkaufs die Derieilung der Produkt« durchführen und zugleich im unbedingt notwendigen Berkehr mit den anderen Ländern sich eiyer kapitalistisch orientierten Außen- und Wirtschaft-- Politik unterwersc'n. Eine auf die Dauer unmögliche Derkoppclung sozialistischer Innen- und kapitalistischer Außenwirtschost. Wer den Sozialismus will, muß ihn international wollen. Oder, besser gejagt, er muß mit ollen Kräften dastir wirken, daß die schon vorhandene Jnternationolität von ihren Hemmungen und Störungen befreit wird. Ohne Vorbehalte. Innerhalb der Nassensreien Internationalen Gefellsckzast wird kein Anlaß und kein Raum mehr vorhanden, sein sur Auseinander» setzungen mit Mitteln der Gewalt. Der Krieg wird tot sein. Der Völterkrieg. der Rassentrieg, der Bürgerkrieg, der Krieg zwischen den Geschlechtern, der Krieg in jeder Form. Daran denken wir, wenn wir am 1. Mai für die V er» brüderung der Völker demonstrieren! /h�r fäfV)kie\ Werk der deutschen Sozialdemokratie Sieg der Idee. Von Karl Renner-Wien. Die Standarten, die unser« Alten am 1. Mai 189«) im Meien- fcstzug trugen, entzündeten rasch die Herzen aller Proletarier, die in den Straßen und Plätzen unserer Städte und Industrieort« den neu- artigen, kühnen Aufzug bestaunten. Dem Äampseswillen des ar- beitenden Volke: war ein weltweites, gemeinsames, konkretes, nahes Ziel gesetzt. Die Rückschau auf diese vierzig Jahre unaufhörlicher Kämpfe, begeisterter Vorstöße und erschütternder Rückschläge erweckt in uns ein zweifaches Gefühl: Freude ergreift uns— denn es ist ge- wältig vorwärtsgegangen und das Proletariat der Welt hat einen mächtigen Fortschritt vollzogen! Unmut mischt sich in diese Freude: Wie langsam, wie mühselig sind diese Fortschritt« errungen! Welch leidvolle Umwege hat die Entwicklung genommen! Wie schwer ist das Errungen« noch heute sicherzustellen! Wie oft haben die Wechsel- fälle dieses Kampfes die kämpfenden Hirne gespalten und Herzen zerrissen! Wahrlzaftig, sein geschichtlicher Kampf ist dem Proletariat nicht leicht geworden! Ueberlesen wir noch einmal die vier Hauptforderungen des 1. Mai:' Kampf um die Demokratie! Die deutsche Arbeiterklasie hat die Republik erkämpft und gegen unaufhörlichen offenen Ansturm und geheime Wühlereien eines Jahrzehnts behauptet! Reben ihr haben dies die Arbeiter Deslerreichs, die Arbeiter vieler Länder vermocht! Aber um welchen Preis! Ein verheerender Weltkrieg mußte vorher den Reichtum der bürgerlichen Gesellschaft Europas, der unser Erbe sein sollte. zum großen Teile vernichten! Der Sozialismus soll und kann, so unterrichteten uns unsere Lehrmeister, aus der Reife des Kapita- lismus, aus der Krise seiner lleberprvdliktion, aus der nicht mehr beherrschbaren Fülle seiner Probuktionskräfte entspringen,— die Eroberung der Staatsgewalt, die Begründung der Republik rief uns an die Macht zur Ordnung eines Trümmerfeldes der Wirtschaft! � Kampf gegen Militarismus und Krieg! Die deutsche Arbeiterklasse stand nach dem Pariser Kongreß wie vor ihm unter allen proletarischen Parteien der Welt im Vorder- treffen gegen den Militarismus und gegen den Krieg. Der Mili- tarismus ist in Deutschland zertrümmert und die großen Mächte der Erde haben einen Pakt geschlossen, der den Krieg ächten soll! Eine umralische Ilmstellung ist in der öffentlichen Meinung der Welt voll- zogen, die den Sieg der Ideen des 1. Mai ausdrückt. Siegreich sind ohne allen Zweifel unsere Ideen ge- worden, siegreich beinahe bis zur Selbstverständlichkeit. Und dennoch ist dieser Sieg der Idee erkaust durch die Erfahrung des Gegenteils, durch Millionen und Millionen Soldatenleichen in den Schützengräben dreier Erdteile! Erbitterung weckt diese Er- fahruiig: Warum habt ihr uns Sozialdemokraten üichi rechtzeitig gehört! Worum habt ihr die ernste War- bung so vieler Malesttage, warum habt ihr die jeierliche Stimme des P a f el e r S o z i a l i st« n k o n g r« f f« s vo n 1 9 1 2 nicht ge- lört? Welcher Jammer, wieviel Tränen der Mütter und Kinder, welches Unheil war« der Welt erspart geblieben- wen» uns die Welt i«chtzeitig gehört hätte! Wir erkeitnen aus den Erfahrungen, wie un- erläßlich es ist, daß das Proletariat eines jeden Landes ganz oder teckweis«, in jedem Fall« soweit«s möglich ist, das Ruder des Staates in die ergene Hand nimmt, weil auf anderem Wege der Fried« nicht zu sichern ist. Gesetzlicher Ärbeiterschutz und Achtstundentag! Die Männer und Frauen von 1899, die zum erstenmal Standarten mit diesen Aufschriften vor die Oeffentlichkcit trugen, genossen damals«inen spärlichen, in manchen Laiwern überhaupt keinen Schutz der Gesetz« in ihrer Arbeit, sie waren allesamt meilenweit vom Achtstundentag entfernt. Wieder ist es ein geipaltiger Sieg der vierzig Maientog«. die hinter uns liegen, daß«ine.Internationale Organisation der Arbeit"' geschaffen, daß der gesetzliche Arbeiter. schütz eine Weltselb st Verständlichkeit geworden, daß der Achtstundentag durch die Washingtoner Konserenz in einer inter- »otionalen Konvention sanktioniert ist. Gewitzt— die vierzig Maien waren auch darin nicht vergebens. Und dennoch— mit welch bornier- ter Zähigkeit widerstrebt die kapitalistisch« Reaktion der endlichen, der vollen Verwirklichung des«Aedaniens! Wie schwer wird es dem internationalen wie Sem Proletariat unseres Landes, die Durch- sührung zu erzwinge»! Und wieder stößt uns die Ersahrung darauf hin, daß es nur einen sicheren Weg zum Ziele gibt, durch die sozialdemokratische Parteien die Regierungen>nöglick)st vieler und bald aller Staaten entscheidend zu beeinflussen. * In Paris beherrschte ani Iahrhunderttage des Bastillensturmes nicht die Erinnerung an dieses Ereignis das öffentliche Denken. Das französische Volk, mit ihm die ganze deutsche Ration, mit beiden zusammen Europa und die Welt war krank durch den Haß der zwei ersten Kulturvölker des Festlandes, durch die deutsch-französifche Erbfeindschaft. Ein Jahrtausend »i-echselvoller Kriege hat dies« Feindichost erzeugt und gesteigert. All- Einsichtigen der Erde wußten damals schon, daß die Well nicht gc- vcsen kann, wenn dies« offene Wunde nicht geschlossen wird und vernarbt. Aber von der Versöhnung dieser beiden Kulturvölker öffent- lich zu reden, war den Besten beider Rationen schier unmöglich. Da genügte es nicht, von der Bölkerversöhnung und dem Weltsrieden im allgemeinen zu reden: Im Interesse der Welt. Europas, der beiden Länder selbst war es nötig, daß Deutsche und Franzosen selbst und persönlich, vor der Tribüne der ganzen Welt den DersöhnungswUlen bekundete» — ungeachtet aller Schmähungen und Verfolgungen tn beiden Ländern. Und daher war es ein feierliches Symbol von geschichtlicher Bedeutung, als angesichts der Welt, aus der Tribüne des Kongresses, Liebknecht und Da i l l a» t Handschlag und Bruderkuß tauschten: Sie besiegelten damit eine besondere Sendung, welche den Pro««- tarioten just dieser beiden Länder in den kommenden Jahrzehnten zufiel: Im Interesse des Weltfriedens treu und opferbereit an der Verstänoigun« gerade dieser beiden Nationen ohne Unterlaß zu arbeiten. � Von jenem Pariser Weltkongreß an hat die deutsche Sozialdemo- krati« redlich und mutig an diesem Werke mitgetan, bis der kapita- listische Imperialismus und militärisch« Monarchismus aller Staaten dar Erde— in keinem saß ein Sozialdemokrat in der Regierung— jenen allgemeinen Wcltbrand entzündete, in dem das noch allzu jua*, at» schwache Friedeaswerk tac Sozialdemotvad« mite» 3)er Viersbigiährige brach dem gortfchriU ffiahn, iiniiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiinnimiiiiiiiininiiiinniiiiiiinimiiiiniHiniiinniiminininimmimnninniuniiiiiiniiiimiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiinuiiiiiiiiiniiiiiiiiniiiiiiMinmiiiiniiiiimiitiinniiiiiiiiiiiiiiiniiniiiii Diese deutsche Nation ist nach außen frei und Herrin ihres Bodens, wlader geachtetes und gleichwertiges Mitgliod. der Völker- gsmeinschaft geworden— vor allem unter der Führung der deutschen Sozialdemokratie! Das deutsche Volt, durch ein Jahrtausend in wechseloollen Be- Ziehungen cm die Nachbarschaft Frankreichs gebunden und darum trotz allen Gegensätzen mit ihm tn eine Schickjalsgemeinschaft zu- sommangekettet, ist unerachtet der ollertiefsten Entfremdung der beiden Nachbarn durch den allerschrecklichsten Krieg diesem Rochbar wieder bis zur Möglichkeit friedlicher geistiger und ökonomischer Zusammenarbeit nahegebracht— vor allem unter der Füh- rung der deutschen Sozialdemokrat iel Mit stolz erhobenem Haupt geht der deutsche Sozialdemokrat!n dies«» 1. Mai. geht er allen künstigen Maien entgegen: Durch tausendfältige Wechselfälle kommender Geschichte hindurch schreitet er dem endlichen Siege entgegeni- brennen sollte. Der neue Krieg riß die olle Wund« noch tiefer auf und völlig unheilbar erschien nunmehr das Hebel. Das ist nun die Großtat der deutschen Sozialdemokratie noch dem Kriege, die Großtat jür ihre Nation, für Europa, für die ganze Well, die Großtat, die ihr geschichtlich unvergessen bleiben wird, was immer der nationale Ehauvi- nismus an Schmähungen aus sie häufen möge: Jetzt, wo die Regierung Hermann Müllers dieses Werk voll- endet hat, wo die vor einen, Jahrzehnt in aller. Welt infolge der Kriegsverhlendung als geächtet behandelte deutsch« Ratia» von der Armensünderbarrk des entehrten Besiegten als gleichwertiges, freies, von allen hochgeachtetes Volt an den gemein. samen Berotmigstisch oller Rationen der Erde zurückgeführt, die Schmach der Reparationen gemildert und der Kri«ggtr,but in ein« privatrechtltche Staatsschuld verwandelt ist, wo alle Abrechnungen der Vergangenheit, die zwischen Deutschland und Frankreich zu pflegen waren, zwischen diesen Rationen abgeschlossen sind, jetzt ist es an der Zeit, das Ergebnis dieser zwölf- jährigen Politik der deutschen Sozialdemokra- t i e zusammenzusasien und in das helle Licht der Geschichte zu rücken! Drei große Tatsachen springe» in die Augen: Das deutsche Volk, zersplittert in Stämme, in Splitter- und Zwergstaaten, veruneinigt durch seine Fürst«» und ihr« Lakaien, ist erst eine Nation, ist einig und im Innern frei und vermittels der Weimarer Verfassung auch Herrin ihres eigenen Geschicks ge- worden— vor allem unter der Führung der deutschen Sozialdemokratie! Sozmlpolitischc Maigedanke«. Von S. Aufhäuser Vorsitzender des AfA-Bundcs. Arbeiterschutz und Achtstuickientag waren vor 49 Jahren Gegenstand des Kampfrufes, zu dem sich die internationale Arbeiterklasse vereinigt halle. Das Proletariat war sich bewußt, daß die für seine politische Besreiung«rfordertiche Kompskrast nur erzeugt und gestaltet werden kann, wenn di« Arbeiter ein Mindestmaß von sozialpolitischem gesetzlichem Schutz er- reichen. Die Arbeiter oller Länder hatten auch Anlaß, gemeinsam und international vorzugehen, um den kapitalistischen Unternehmern der einzelnen Staaten den Äonkurrenzeinwand zu nehmen, der inmier wieder joder Forderung aus den, Gebiete des Arbeitsschutzes entgegengesetzt worden war. Immer wieder Hot die Arbeiterklasse zum 1. Mai ihre Sehnsucht zur sozialen Befreiung, ihren Willen zur Tat bekundet. Der 1. Maj 1989 aber wird im großen Ringen um den Arbeiterschutz seine erhöhte historische Bedeutung haben. Hat in den zurückliegenden Jahren seit Beendigung des viereinhalb- jährigen Völkermordens der Gedanke des Weltfriedens die Mai- seiern aller Länder beherrscht, so stcht diesinal für das deutsche Proletariat die innere Liquidierung des Welt- k r i e g e s, die Lastenverteilung m, Mittelpunkt einer verschärften potttischen Auseinandersetzung zwischen Kopital und Arbeit und ihren politischen Exponenten. Das organisierte Unternehmertum will die Kosten aus dem verlorenen Krieg den Besitzlosen auferlegen und die Dasitzenden zum Nutznießer der sozialen Not des Volkes, zum Nutznießer der Finan zuot des Reiches machen. In monatalangen harten politischen Kämpfen ist der Arbeiterschaft von der Gegenseite zugemutet worden, die notwendigen neuen Steuer« gu tragen, durch Abbau der«Sozialpolitik die Profitquote der Unternehmer zu vergrößern und ein« Zerschlagung derjenigen Errungenschasten aus der Nachkriegszeit z» dulden, die dem Lohnfchutz dienen. Der Abwehrkamps, den die deutsche Sozialdemokratie gegen dieses Programm der Soziatreaktion in den letzten Wachen bis zur äußersten politischen Zuspitzung geführt hat, wird am 1. Mai die Herzen und die Hirne von Millionen der Proletarier erfüllen, die in gewaltigem Aufmarsch ihren unbeugsamen Willen zur Macht demonstrieren. Abwälzung der Kriegskosten auf die Besitzlosen durch«Sozial- abbau und Lohirdruck ist die Parole der Arbeiterseind«. Ihr Ansturm auf die alleren Zweig« der Sozialoersicherung ist abgeschlagen. Dafür glaubten sie, ihr« ganze Kraft aus diejenigen Einrichtungen des neuen. Valksstaates konzentrieren zu müssen, die bestimmt sind, dem Lohndmck entgegenzuwirken. Als Auftakt dieses Angriffs hatten die nordwestlichen. Eifenindustriellcn im Herbst 1928 eine» brcitangelegten Vorstoß gegen das staatliche Schlichtungswesen unternommen. Reichs- regierung und Arbeiterschaft hoben die Scharsmacher zurück» geworfen; das staatliche Schlichtungswesen ist erhalten geblieben. Mit um so größerem Haß ging von nun an der Kampf gegen die Arbeitslosenversicherung, die es oerhindert, die Erwerbslosen zum Lohndrücker des. in Arbeit befindlichen Kameraden werden zu lassen... Der eisige Winter 1928/29 erschien als willkommener Anlaß, die Arbeitslosenversicherung zu zerschlagen. Di« Finanz- not des Reiches, wie sie bereits im Frühjahr 1929 als Erbschaft eines oerflossencu Bürgerblocks in die Erscheinung getreten war, muhte herhalten, um die Rcichsanstalt für Ülrbeiisloscnversicherung Sunt Objekt der Sparsamkeit zu machen. Die deutsche Arbeiter- schoft hat in einem siebenmonatlichen Ringen unter vollster Ent- foltung ihrer politischen und gewerkschaftlichen Organisationskrast auch diesen Ansturm abgeschlagen. Die Unterstützungsleistungcn der Arbeitslosenversicherung sind aufrechterhalten geblieben. Aber wiederum oerschärfte sich die Finanznot des Reiches: eine neue Offensive gegen die Arbeitslosenversicherung setzte ein. Alle Kräfte des Bürgertums sammelten sich zum Angriff auf die Lebenshaltung der werktätigen Massen: die Feindschaft gegen die Arbeitslosen- Versicherung wurde schließlich über alle staatspolitischen Erwägungen gestellt: das Ende war die Spreirgung der Reichskoalition. Durch brutale Drosselung der Einnahmen für die Arbeitslosenversicherung sollt« der Leistungsabbau erzwungen, sollten die Erwerbs- losen an die Grenz« des Hungers getrieben werden. Die dringliche Sanierung der Reichsfinanzen ist unterblieben, indem die Sozialreaktion bewußt un>d absichtlich ein Defizit in der Arbeitslosenversicherung ohne jede Deckung belassen hat. der Weimarer Derfasiung, um der Sozialreaktion kollektiv zu begegnen. Dos Schicksat des Arbeiters und des Angestellten ist das Schicksal seiner Stasi«. In ihr ruht die Macht, di« wir zu emfalten haben, um di« kapitalistisch« Güterökonomie durch Menschenökonomie zu ersetzen. Der t. Ma> ist bestimmt, unseren Willen zur Macht zu bekunden! Kampf gegen die Malfeier Erinnerungen aus vier Jahrzehnten. Von Victor Noack. Der Kampf gegen die Sozialpolitik war schließlich Ziel und In- hall der sogenannten Reichsfinanzresotm geworden. Alle Steuerlast den Besitzlosen, Aushöhlung des Arbeiterschuges sind zur Grundlage eiiier neuen Rechlsregierung geworden. Kein Geld für die Erwerbs- losen, aber Vergeudung von Hunderten von Million«« für die ost«lbischen Großgrundbesitzer, Zerschlagung der Handelsverträge, Zollwucher und Teuerung der Lebensmittel kennzeichnen dos Programm einer arbeiterfeindlichen Regierung. Eine Sondersteuer der genossenschofttichen Selbfthitseorganisationen vervollständigt das Bild der politischen Situation. Hie Bürgerblock— hie Sozialdemokratie, Kl als« gegen Klasie. jo sehen wir vom Standort des Arbeiters Deutschland am 1. Mai 1930. Die politische Zuspitzung weist in die Tiefen der sozialen Gegensätze, an denen sich der große politisch« Konflikt der letzten Wochen entzündet hat. Die innere Lasten. verteiwng fällt zeitlich zufanmien mit dem Rotionalisterungsprozeß der deutschen Industrie. Die technische Kultur, die geeignet wäre, durch Maschin« und Produktionsersparnis den Wohlstand der Massen zu heben, ist mißbraucht worden, Menschen zu Sklaven technsicher Betriebseinrichtungcn zu machen. Einer unerhört gesteigerten Produktion stehen gelichtete Käufcrmosscn«mg«gen. Es liegt mehr denn je an der Arbeiterklasse der modernen Industrieländer, den sozialen Einbau in den rationalisierten Betrieb zu erzwingen. Der Ausgleich einer entseelten Arbeit und der geschädigten Dolksgesundheit muß durch die Verkürzung der Arbeits- zeit erkämpft werden. Fortschreitend« Rationalisierung ist nur bei fortschreitender Erweiterung der Freizeit zu ertragen. So wie vor 30 Iahren muß auch heute der anbrechende Mai die Proletarier aller Länder um die Fahne des Arbeiterschutzes vereinigen. Der neu« deutsche Volksstaot muß den Händen seiner Feinde entrissen, der sozialen Erfüllung zugeführt werden. Den Erfolg jedoch kann allein echte international« Solidarität aller Kops- und Handarbeiter verbürgen. Nutzen wir die Arbeiterrechte aus Jener Aufruf der sozialdemokratischen Fraktion des Dcurschen Reichstags, der 1890 eindringlich vor übertriebenen Erwartungen auf die erste Maifeier warnte, trug die besten Namen der deutschen Arbeiterbewegung, Namen wie Auer, Bebel, Liebknecht, Molkenbuhr, Singer, Stadthagen, Vollmar.„Ein allgemeines Ruhen der Arbeit läßt sich unter den gegenwärtigen Arbeitsverhältnissen unmöglich erwirken"', riefen sie den Massen zu. Der Aufruf kam zu spät. In vielen Versammlungen, durch viele Bcschlüsie hatten die Arbeiter sich bereits festgsiegt auf Arbeits» ruhe am 1. Mai. Diese Beschlüsse hatten di« II n i e r n« h in e r Kn o b i l i s i e r t. Der„verband deutscher Metallindustriellea" wurde gegründet, desien erste Maßnahme gewesen ist, alle Unternehmerkräste— die Privatbetriebe mit den �aatsbehörden zu einer einheitlich geschlosienen Front gegen die Arheitertchost zusammenzuschweißen. Auf Grund des zwischen Pr'watindustri« und Staatsbehörden geschlossenen Paktes wurden bald darauf auch in den Werkstätten der Staats- eiienbahn Bekanntmachungen angeschlagen, wonach „jeder Arbeiter, der unentschuldigt am 1. Alai feiert oder die Arbeit vorzeitig ausgibt, aus den Staatswerkstätten entlassen wird". Der preußische Minister der öffenlichen Arbeiten verfügte, daß den Mitgliedern des„Vereins verliner Gießereien und Maschinen- sabriken und verwandter Betriebs" die Nomen der am 1. Mai vor- schristswidrig feiernden und deshalb entlaflenen Berliner Arbeiter der Staalseisenbahuverwaltung bekanntzugeben seien und daß die Staatseisenbahnverwaltung wegen vorschristswidriger Feier des 1. Mai von den Mitgliedern des Vereins entlassen-' Arbeiter vor dem g. Mai nicht zur Arbeit einzustellen Hobe. Zwischen Privat- und Staat-industrie wurde der regelmäßige Austausch der Schwarzen Listen vereinbart. In den Pakt waren auch eiirbegrisfen die dem Sriegs- minister unterstellten militärischen Fabriken und die Be- triebe der Hamburger, Braunschweiger und Berliner Metall- industriellen. Als Agitatoren bekannte Arbeiter wurden beobachtet und für die Schwarze Liste voraotlert. Einige Tage vor dem 1. Mai prangten in den Betrieben rot« Plakat«, mit denen Arbestern, die am 1. Mai feierten, die Entlassung und dt: Schwarz- schreibung angedroht wurde. Aber das rollende Rad war nicht aufzuhallen: Der 1. Mai wurde geseiert. uud die Arbeiter wurden ausgesperrt, und die Ber- solgung der Arbeiter dauerte nicht nur Wochen. Es gab welche, die jahrelang auf der Schwarzen Liste standen, nur weil sie den 1. Mai feierten und für diese Feier Propaganda machten. Im November 1890 wurden zwar 118„Maioecbrecher" durch einen„Amnestieerlah" der Industriellen amnestiert und gleichzeitig wurde zwar bekannt- gegeben, daß neue Listen nicht mehr gedruckt, di« Kontrolle einzig und allein durch die Arbeitsnachweisstellcn der Industrie geübt und alle bestehenden Listen für aufgehoben erklärt werden sollten: aber die Listen haben doch weiterhin ihre verhängnisvolle Bedeutung behalten. Die Erfahrungen des Sommers 1890 hatten die Arbeiter dar- über belehrt, d.ih die Wanningen in dem Aufnif der sozialdeino- kratischcn Froktton des Deutschen Reichstags nur zu gut begründet gewesen waren, und schon im Oktober desselben Jahres beschloh der sozioldemokralische Parteitag in Holle, daß der 1. Mai wohl als Feiertag der Arbeiter entsprechend dem Beschluß des internatio- nalen Pariser Arbeitertongresses den Einrichtungen und Verhältnissen des Landes gemäß dauernd zu feiern fei, daß aber, wenn sich der Arbeitsruh« an diesem Tag« Hindemisic m den Weg stellte-!, Umzüge, Feste, Feiern und dergleichen erst am daraussolgen- den Sonntag veranstaltet werden sollten. Erfolg: Hamburg z. B. sah einer, Moiseierumzug von 100 000 festlich gcklcideteu Mensche«. Dies« Regelung der Maiseiertage durch die Deutschen fand aber nicht den Beifall der anderen Nationalitäten, und aus dem i n t e r- nationalen Kongreß 1891 in Brüssel waren es wieder die Franzosen und nächst diesen die O e st e r r« i che r, die darauf bestanden, die Arbeit am 1. Mai selbst ruhen zu lassen. Der Kongreß beschloß dennoch ausdrücklich, daß der 1. Mai wohl als „gemeinsamer Festlag der Arbeiter aller Länder" auch ein Ruhetag sein solle, jedoch nur,„soweit dies durch die Zustände in den ein- zelnen Ländern nicht möglich gemocht" sei. Dabei ist es nun geblieben. Allmählich gewöhnten sich auch die Unternehmer an die Tatsach«, daß die Arbeiter den 1. Mai als ihren Festtag feierten. (Gewerkschaftliches siehe 3. Beilage.) Vtrantwortlich v!r Politik: Pr. Suirr: ZSirllchaft: 9.!Ui»a«lt»I«»! Sewerischatlobkwkgung: Z. eieixt; RfutDt.'on: ft. K. Doicher; totale» und conniats Sri* Äorftäbt: Zlnieiain: Ib. Slotf«: lämtlich in Zirli». Cttlaa: Porrnärts-itcclag®. m b. H. Berlin Druck: Lorwärti-Buchdruckerrt und Brrlaaoanftal! Poul Tingrr u.!!o.. Berlin SD«Z Linbcnlkob« b. Kirrz» 6 Skilagts und �lukcrbaltuoa sab Sifitn'. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt) Königstraße Rosenthaler Str. Moritzplatz (Oennerstai, Freitag, Sonnabend htlftge Jßehensnrittel Smaeü Dorrat. mEngcnabiabe aorbehallnL Ohl t Oemflse raenirn nldd ninandL Frisches Querrippe...... pf«nd 0.85 Liesen 0.70 Gehacktes 0.85 Guiasch........ piund 0.96 Kaibskamm o. Brn.t, pm. 0.86 Kalbsnierenbrafcn 0 94 Kalbsschnitzel.. nu-d 2.20 Hammel vor derfl. pm. 1.04 Frische Bratwurst.» 120 Fleisch Rinderkamm""'pSSd 0.88 Schmorfleisch"• K"Ä 1. 1 0 Roastbeef ml' Knochen, Pfd. 1.10 Fr. Rinderzungen Pfd. 1.25 Schwcincrücken„ a. Baach, mit Beilage, Pfund*«VO Schwcincschinkcn.. Kamm o. Blatt, mit Beilage, Pfd. Kavier nlld getalien, Pfund 1.36 Wurstwaren Dampf' und Rotwurst 0.96 Leberwurst iftaBSBum«) Pfd. 1.20 Flcischwurst...Pfund 1.20 Wiener Wursteben 1.25 Mettwurst ,Br>ur'5Chw' Xm 140 Jagdwurst...... riuod 1.40 Bierwurst...... Pfund 1.50 Sdiweiiiefleisctistiizeo.62 Filciwurst...... pfund 1.70 ScfainkcnpolniscfaepfiL 1.70 Tee- u. Leberwurst km 1.80 Zcrvelat u. Salami 1.80 Speck feil, Pfund 1.10 mag« 1.40 Schinkcnspcck'.V' 1.90 Königstr., Rosenthaler Str.. Moritzpl.: Blut' und Lcberw. Ä 0.72 Berliner Mettwurst 1.20 Käse und Fett Ramadou...... stac* 0.20 Limburger 0.48 0.82 Edamer pid. 0.70 v$£d 0.98 Tllsücr volllctt, Pfuno von 0.80-u Schweizer""• Vd 0.80 CanMberl ä 0.18 0.30 Steinbus di er"°'�d 085 Holländer. votif�». pfund 0.94 Schweizer""-"UÄ 135» Margarine ptunc 0.50 0.58 Molkcreibuttcr piund 1.34 Tafelbutter piund 1.48 1 56 Dan. Butter u ��d 1.72 Kclönlaiwasfen Haferflocken.. p um. 0.25 Tafcircis m 0 20 PHuora 0.32 Erbsen gran....... nun. 0.18 Erbsen 0.30 0.44 Makkaroni Bp,uund 0.50 Makkaroni Eier Bruch Pfund 0.52 fdmittnud. 0.48 0 62 iialit. Birnen id. 0.82 0.98 Katit Aprikosen 0.82 0.98 itingäpicl"°1'�°d.0.82 0.98 Puddingpulver Ä 0.55 Scbok-Pudding 0.80 1,10 Tauben 85� frisch geschlachtet Stück von Suppenhähne Pfund von 85 p«. an Wolgahühner Pfund von 90 pi. an Masthühner frisch ge-___ schlachtet � 05 tttund von an Puten Pfund von 1.05 an Enten Pfund von 1.20 an Gebr. Kaffee eigene Rösterei Konsum-Mischung Sorte U 2.00 dorte. 2.40 Hausbalt'Misch. 2.S0 Sonder-Mlsch. 3.20 Olympia-Mlsch. 3.60 Obst und Gemüse Kalif. Aeptel Pfund von 0.48«n Zitronen.. Dulrmd von 0.33»n Apfelsinen Dutzend von 0.55 U Jaffa-Orangen 5 0.45.□ Frische Ananas pl»"o 0.80» Imiger Spinat 5.... 0.2$ Fische Kabeljau A?'Ä«" 0.14 Sdicllfiscfa.. Pfund von 0.20 m Roizungen. Pfund von 0.24« Kabeljau-Filet p,r.n 0.25.° Zander gefroren. Pfund von 0.60 an Hechte p�ron 0.25 M-Ch 0.45» an Weißkohl. Möhren ptt 0.06 Rot« u. Wirsingkohl 0.12 Junger Salat Kopi von 0.1 5» Radieschen... 4 Band 0.20 Rhabarber... 3 pfund 0.28 Blumenkohl Kopi von 0 30 o Friscber Spaniel� 6.42.. Räucherwaren Fcttbücklinge p,aaJo« 0.30« Flundern— Pfund von 0.30» Seelachs In Stucken. Pfand 0.45 Dorsch u. Rogen m 0.45 Räucheraal �vwn/vo? 2.60» leU. Aale SM 0.9$ an Konserven Vi Dose Karotten geachaitt».... 0.35 Spinat............ 0.50 Br.- u. Schnittbohn. 0.58 Br.- u. Schnittbohn. I 0.80 Jg. Erbsen■/» Do« 0.45 0.70 Jg. Erbsen 0.20 1.20 Kaiserschoten a 0.90 1 60 Leipziger Allerlei. 0.80 «h Dose Gem. Gemüse mmeiwn l.io Apfelmus s* oo» 2.20 0.54 Pflaumen.. 0.60 0.25 Mirabellen hDo» 0.58 0.95 Kirsdicns»re 1.40 sul' 1 35 Aprikosen 1 65 Pflaumcn-Konfit. 0 90 Aprikosen-Konflt. emU 1 16 1929 Oberhaardter n Tisch- u. BoÄlcnwfein v.xO Wöllsteiner nclU 0 80 Obrrmoseler.. 1.00 1928 1918 1924 Wein 1928 Piesport er Gold- tropf chen»priu g.... 1.80 Fruchtschaumwein. mit ilouer und Flasche Z Zw Chat. Rcignae � milder oi deaux Liebtraumilch. schästssührung ohne Auftrag" bezeichnet. An Stelle des ausgetretenen Abgeordneten T a n tze n tritt Frau Dr. E m i l i e K i e p- A l t e n l o h in den Reichstag ein. IfieiKie: f alineii iiercius? Bürgerkrieg, eine schöne Sache Frick-Leute und Thälmänner stimmen darin überein. Auf Grund des Gesetzes zum Schutz� der Republik verbietet der nationalsozialistische Innenminister Thüringens, Frick, kommunistische Zeitungen. Indessen stellt das Verliner Organ seiner Partei„Der Nationalsozialist" seine weitgehende Uebereinstimmung mit den Kommunisten fest, indem er eine Auseinandersetzung mit den Rot-Front-Leuten folgendermaßen beginnt: „Bürgerkrieg ist eine schöne Sache, und Barrl- k a d e n sind es auch, und Laternenpfähle ebenso, zumal loenn einige Bankdirektoren daran baumeln. Das behauptet wenigstens die„Rote Fahne" und mit ihr die ganze KPD.-Presse. Und sie hat recht damit;, wir stimmen da vollkommen überein. Im weiteren Verlauf wird dann dargetan, daß der Bürgerkrieg Kampf ist:„grausamer und oerbisse- ner, erbitterter und opferreicher Kamps". Diesen Kampf zu führen sei Rotfront unfähig, weil der rich- tige militärische Geist fehle. Vor dieser Truppe, heißt es zum Schluß, braucht sich keiner zu fürchten, es sei denn, er ginge allein und im Dunkeln und unbewaffnet über die Straße. Das Privileg, den Bürgerkrieg richtig als„grausamen und verbissenen Kampf" Deutscher gegen Deutsche zu führen, nehmen demnach die Nationalsozialisten für sich in Anspruch. Denn darin, daß das gegenseitige Hälseabschneiden„eine schöne Sache" ist, stimmen sie ja mit den Kommunisten voll- kommen llberein. Inzwischen verbietet �err Frick, weil sie des richtigen Bürgerkriegsgeistes ermangeln, kommu- nistfsche Zeitungen-- auf Grund des von den National- sozialiften im Reichstag abgelehnten Gesetzes zum Schutze der Republik. Das Gesetz enthält einen Paragraphen, der die Mi- nister der Republik besonders schützt— wer schützt die Re- publik vor den Ministern?.— und dieser Paragraph ist es ja gerade, den Herr Frick zu Selbstschutzzwecken angewendet hat— wenn wir nicht irren, als der erste von sämtlichen Ministern der Deutschen Republik und sämtlichen Freistaaten! Goebbels predigt den Schweden. Der nationalsozialistische Abgeordnete Goebbels hat eine Osterfahrt nach Schweden unternommen, über die er den Lesern seines„Angriffs" ausführlich berichtet. Er beginnt mit der Schilde- rung der Eindrücke, die er auf der zehnstündigen Fahrt von Trelle- borg nach Stockholm gewonnen hat: „Die Menschen sind blond und hoch gewachsen. Man fühlt sich wie ein Liliput unter Riesen. Die Frauen schlank uu!» aufgeschossen, und je näher man Stockholm kommt, desto schöner werden s i e. Bei den Märmem fällt ein gewisser Zug verdrossener Gleichgültigkeit ans. Die Geschichte hat diesem edlen Volk feit langem keine Aufgabe mehr gegeben. Es gehl ihm zu gut! Und die Folgen eines sorglosen Daseins prägen stch UFvefkkeWhar in den Gesichtern der Wänner aus. Das fällt um so mehr äüf, als sie groß Und imponierend von Gestalt sind. Aber es fehlt chnen die Kraft, die Zucht, die Sammlung. Zucker- wasser nennt man solche Typen in Schweden. Limonade statt Blut. Dagegen sind die FfiwW von einer- Sicherheit und Grazie des Auftretens, daß man trotzdem keinen Augenblick vergißt, daß man in einem urgermanifchen Land weilt." Den Schweden fehlt alles, was uns glücklich gemacht hat, der Weltkrieg, der Bürgerkrieg und die Nationalsozialisten. Es ist Zeit, daß sie das schleunigst nachholen, sonst werden sie ewig schlappe Kerle bleiben. Goebbels war zwar auch nicht im Wellkrieg, aber in seinen Adern kreist Heldenblut und es kreist offenbar desto stürmischer, je näher er an Stockholm kommt und je schöner infolge- dessen die Schwedinnen werden. Bor ihnen erscheint er nun: Lili- put unter Limonadenriescn. klein aber oho! Zuckerwasser-Schweden hütet eure graziösen Urgermaninnen! Goebbels kommt! Schobers pariser Erfolg. Oesterreich bekommt Geld, er die Ehrenlegion. Paris, 30. April.(Eigenbericht.) Der Pariser Besuch des Bundeskanzlers Schober scheint sich, wenn man das Fazit der Pressestimmen von rechts und links zieht, zu einem diplomatischen Erfolg auszugestalten, d. h., in Laiensprache übersetzt, daß Schober aller Voraussicht nach in Paris ditjenige finanzielle Hilse sinden wird, die er sucht. und die seit Jahren das hauptsächlichste Objekt der diplomatischen Bemühungen Oesterreichs darstellt. In Frankreich besteht aus mehrfachen politischen Erwä- gungen der ernste Wille. Oesterreich beizustehen, soweit Schober hin- sichtlich der außen- und innenpolitischen Orientierung Oesterreichs ausreichende Garantien als Gegenleistung bieten kann. Was Oesterreichs Innenpolitik betrifft,, so scheint Schober es an Beweisen seines guten Willens„zur strafferen Orientierung der Zentralgewalt" nicht haben fehlen lassen. Ein offizielles K o m- munique über die Unterredung zwischen Briand und Schober weist sogar gegen jedes diplomatische herkommen zwischen Vertretern zweier souveräner Staaten ausdrücklich daraus hin, daß der Bundeskanzler dem französischen Außenminister„über die innerpoiitischen Verhältnisse in Oesterreich ausführlich Bericht erstattet habe."• Auch auf außenpolitischem Gebiet verstand es Schober durch die glatte und geschickte Formel„von der engen Kultur- und Schicksals- gemeinfchaft Oesterreichs und Deutschlands, die zwei Staaten, aber» eine Nation bilden, sich jedoch ihren Verpflichtungen zur Auf- rechterhaltung ihrer vollen Souveränität bewußt s c i an", die gewünschte Beruhigung über die Anschluhsrage zu geben. Damit hat Oesterreichs Bundeskanzler das politische Terrain für den eigentlichen finanziellen Zweck seiner Reise geklärt und wird, nachdem er noch die Gelegenheit benützt hat, mit dem Pariser Polizeipräfrkten Chiappe eine innige Aussprache zu pflegen— vermutlich über die neuesten Errungenschaften„zur Abwehr der roten Gefahr"— beruhigt und mit dem Großtreu z der Ehrenlegion geschmückt, das ihm Herr Doumergue am Mittwoch verabreichte. nach London abreisen können. Der langjährige Presseattache der österreichischen Gesandtschaft in Berlin. Dr. Wasserbäck, ist zum Settumsrat(Ministerialrat) ernannt worden. / Fabrikant Pinke will am 1. Mai Mhe haben. »t,] IS Me'5f-R,Vb-'S.t" hj>.crJes. rocht nicht. Hulda,, ans Uberfe// O Abschied im Generalrai. Luthers Rede an die ausscheidenden ausländischen Mitglieder. Gestern fand nach einer Sitzung des Gencralrats der Reichs- dank in Anwesenheit des Reichskanzlers eine Abschiedsfeier für die ausscheidenden ausländischen Generalratsmitglieder statt, bei der R e i ch s ba n t p r ä s i d e n t Dr. Luther die Arbeit der Ausscheidenden ehrte und etwa ausführte: Die Arbeit des Gcneralrats habe einstmals seinen Einzug in die Reichsbank durch das Tor des Mißtrauens gehallen. 1924, Jei sogar der Gedanke aufgetaucht, die. Emisssonsabteiluiig der neu zu gründenden Notenbank im Auslände zu errichten. Aber von den ersten Tagungen an hätten die ausländischen Mitglieder des Generalrats mit Deutschland ihre Verantwortung gerade gegenüber der Reichsbank gefühlt und betätigt. Die sachliche Mitarbeit der aus- ländischen Herren habe sich so in ihrer Wirkung als eine aufbauende Kraft der Reichsbant selbst bewährt. Für Deutschland sei es eins Erlösung von schwerer Last, daß durch die Almahine des?)oung-Planes die auslärchischen Kontrollbefugnisse wegfallen. Nachdem aus dem Mißtrauen des Dawcs-Planes einstmals das Vertrauen geboren worden sei, solle nun aus dem Vertrauen des Doung-Plones auch das Vertrauen auf Deutschlands Zukunft einen neuen Antrieb erfahren. Das gemeinschaftliche Beraten und Beschliehen im Gcneralrat sei für den deutschen Kredit im Ausland sehr wichtig gewesen. Auch die mit der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich ver- bundenen Absichten einer wachsenden Zusammenarbeit der Noten- danken und Bewältigung großer Probleme der Weltwirtschaft durch solche Zusammenarbeit haben einen Teil ihres Ursprungs ohne Zweifel in den Erfahrungen des Generalrats. Am wichtigsten erscheint heute das Problem des Kapital« Verkehrs zwischen den Nationen. Daß Deutsch- land der befruchtenden Wirkung eines Kapitalstroms besonders bedarf, in erster Linie zur Umwandlung des kurzfristigen Kredits in langfristigen� Kredits fei der Weit bekannt. Die.S k a u w e h,i�e �" die die wirtfchäftlich zweckmäßige Äüsbrcttung chte Kapitalstromes verhindern, feien zuni Teih p o l i Ii f ch e r Är ki Zur Niederlegürig dieser Stauwehre gehöre das wachsende Lerirauen der Völker zü- einander. Die Erfahrung des Generalrats werde weiter dahin wirken, daß auch in der breiten Masse der Kapitalisten des Auslandes das Zutrauen zum deutschen Volke und seiner Wirtschaft noch gefestigt und erhöht werde. Deutschland stehe unter dem Druck einer sehr großen Arbeitslosigkeit. Auf die Dauer hänge das deutsche Wirt- schaftslebcn und damit die Fähigkeit Deutschlands, seine inter- nationalen Verpflichtungen zu erfüllen, von nichts mehr ab als von der Bereitwilligkeit dcrou ständischen Märkte, deutsch« Waren und Leistungen aufzunehnren. Der Generalrat möge sich die Ucberzeugung erhallen, daß es der Wille des dcuifchen Volkes ist, Deutschland wieder aufzubauen und die übernommenen Ver- pflichtungen zu erfüllen. Deutscher Protest in Warschau. Segen ständiges tleberfliegen deutsche« Bodens durch polnische Miliiärflngzeug« Das Auswärtige A m t hat die deutsche Gesandtschaft in Warschau angewiesen, bei der polnischen Regierung mit allem Nach- druck auf die in letzter Zeit sich wieder häufenden Fälle von Grenz- Verletzungen durch polnische Militärflugzeuge Beschwerde zu führen und darauf hinzuweisen, daß die deutsch« Regierung uMer keinen Umständen eine s y st e m a t i s ch e Ueberfliegung der deutschen Grenze, wie das bereits im vorigen Jahre festzustellen gewesen sei, dulden werde. Der Gesandte wird gleich- zeitig an das im vorigen Jahre von der polnischen Regierung ge- geben« Versprechen erinnert, die Schuldigen unnachsichtig zu bestrafen. Dazu bemerkt die offiziöse„Deutsche diplomatisch-polistsche Korrespondenz": In der Tat sind derartige Vorkommnisse, die in einem E i n.z e 1- fall als ein Versehen entschuldigt werden mögen, in der jetzt beobachteten Häufung geeignet, die deutsch-polnischen Beziehungen aufs ernsteste zu stören, um deren Verbesserung und Ausgleichung man sich in jüngster Zeit mit einigem Erfolg bemüht hat. Deutschland besitzt auf Grund der. Veksailler Bestimmungen keine eigenen Militärflugzeuge und keine Abwehr- mittel: derartige Grenzverletzungen sind also eine sehr billige ein- s e i t i g e Demonstration, die in den deutschen Grenzgebieten notwendig außerordentlich böses Blut machen muß. Das sollte man sich nachgerade auch in Warschan sagen und entsprechende Vor- kehrungcn treffen. Wir schließen uns den Bemerkungen dieser Korrespondenz an in der Annahme, daß tatsächlich Grenzverletzungen durch polnische Militärflieger in so verdächtig häufiger Weise vorgekommen sind, daß man auf böse Absicht der Piloten schließen muß. Amtliche Feststellungen. Die amtlichen Untersuchungen, die die Fälle von Grenzverletzungen durch polnische Militärflieger in den letzten acht Tagen zum, Gegenstand hatten, hatten bisher folgendes Ergebnis: Am 23. April ist bei Deutfch-Eylau einwandfrei ein pol- nifches Militärflugzeug festgestellt worden. Am 29. April wurden drei polnische Militärflieger in den Kreisen Neidenburg und Ortelsburg festgestellt. Darüber hinaus liegen noch einige nicht ganz eimvandfrei geklärt« Fälle vor. Am 2S. April hat ein polnisches Flugzeug, bei dem es sich ausnahmsweise nicht um ein Militärslugzeug handelt, einen Teil des Kreises Neidenburg überflogen. Am 23. April ist der Kreis Ortelsburg von einem polnischen Flugzeug überslogen worden, von dem man noch nicht genau weiß, ob es sich um ein Militärflugzeug handelt. Die Zeugenvernehmung hierüder ist noch im Gange. Von zuständiger Stelle wird in diesem Zusammenhang auf ein« Verordnung des Reichsverkehrsministeriums hingewiesen, die die Ueberfliegung von fremden Gebietsteilen behandelt. Danach müssen, falls ein frenides Flugzeug festgestellt wird, Signalschüssemit Rauchentwicklung abgegeben werden, um das Flugzeug zum Landen zu veranlassen. Im Falle der Nichtachtung dieser Forderung können die Flugzeuge zur zwangsweisen Lan» d u n g veranlaßt werden. Die Frag«, was hierunter zu oerstehen ist, ist in der betreffenden Verordnung offen gelassen. Das Auswärtige Amt hat bereits vor einiger Zeit bei allen deutschen Missionen im Auslände nachgefragt, was in den fremden Län- dern geschieht, wenn ein Flugzeug eines anderen Landes die Grenz« überfliegt. Die Antwort ist allgemein dahin ausgefallen, daß die Frage der zwangsweisen Herunterholung der Flugzeuge in den be- treffenden Verordnungen der Länder in unbestimmter Form behandelt wird. Der Kaibar-Paß gesperrt. Die Regierung von Indien hat t«n K a i b a r- P a ß sür den Touristenverkehr gesperrt und be- gründet diese Maßnahm« damit, daß im Falle von Unruhen in diesem Gebiet kriegerische Stämme von jenseits des Passes durch dieses„Tor nach Indien" auf indisches Gebiet eindringen könnten. — Wie aus Neu-Delhi gemeldet wird, ist der Sohn Gandhis, Defi Das Gandhi, der vor einiger Zeit wegen Verletzung der Salz- gejetze verhaftet worden war, heute zu einem Jahr strenger Gefängnishaft verurteilt worden.— In L a h o r e sind heute von der Polizei zwei führende Kongreßmitglieder, Dr. Allum und Dr. Satyabal, verhaftet worden. Niederlage der Todesstrafe! Ein kommunistischer Fememord. Im Rechtsausschuß des Preußischen Landtages wurden am Mittwoch eine Reihe von Anträgen behandelt, die bei der Abstim» mung über den Justizhaushalt an den Ausschuh verwiesen waren. Hervorzuheben ist namentlich das Schicksal eines deutschnatio» nalen Antrages, der den Einsluß der Preußenregierung dafür ernjeßen will, daß bei der Neuschassung des Strafgesetzbuches b i e Todes st ras« aufrechterhalten bleibt. In dem ZI Köpfe starken Ausschuh fanden sich erfreulicherweise für diesen Antrag nur 6 Stimmen, so daß er mit groher Mehrheit abgelehnt wurde. Nicht einmal die Partei der Antragsteller stimmt« geschlossen für ihn, sondern der deutschnationale Senalspräsident am Kammergericht Dr. Deerberg enchielt sich der Stimme, nachdem er die mann- hafte Erflärung abgegeben hatte, auf Grund seiner eigenen richter- lichen Erfahrung nicht für den Antrag eintreten zu können. Er schildert« sodann einen Fall aus seiner eigenen Praxis, wo ein Geisteskranker zum Tode verurteilt worden war und um«in Haar hingerichtet worden wäre, wenn nicht durch Zufall im letzten Mo- ment feine Geisteskrairkheit oftenbar geworden wäre. Für das Zentrum gab der Abg. Riehl die diplomatische Erklärung ab, daß die Frage der Todesstrafe im Reich auf Grund viel ausführlicheren Materials und rnel eingehenderer Erörterungen entschieden werde. Seine Parte wolle nicht von Preußen aus in diese Entscheidung eingreifen und lehne aus diesem Grunde den deutschnationalcn Antrag ab. Als Verteidiger der Todesstrafe traten der deutschnationale Abgeordnete Kaufmann und der oolksparteiliche Abg. Kriege mit den herköimnlichen fadenscheinigen Argumenten auf, daß man mehr Mitleid mit den Opfern haben müsse als mit den Tätern. Herr Kaufmann glaubte sogar einen moralisch läuternden Einslutz der Todes st rase auf den Delinquenten feststellen zu können. Ihm entgegnete Genosse Kuttncr mit Recht, daß es aller- dings die Krone der sittlichen Läuterung sei, wenn dem Geläuterten der Kopf abgeschlagen und damit ein Fortleben nqch seiner Besse- rung unmöglich gemacht werde. Der Hinweis auf die Qualen der Ermordeten fei verfehlt, denn der Vollzug der Todesstrafe könne den Tod und die Qualen der Opfer auch nicht zu einem Hundertstel ungeschehen machen. Ausschlaggebend aber ist die Tatsache, daß in den letzten Jahrzehnten ni-Ä nur einzelne, sondern Dutzende von Todesurteilen gegen Unschuldige ausgesprochen und zum Teil auch vollstreckt worden find. Die Abstimmung hatte das oben angegebene Resultat. Interessant ist, daß die Kommunisten sich an der Beratung nicht beteiligten.(Siehe die Hunderte von Todesurteilen in Rußland!) Der Ausschuß beriet weiter über eine Große Anfrage der S o- zialdemo�atischen Partei, die sich mit dem rSkselhaskeu verschwinden des deutschen Kommunislea Fridolin L eulner m Moskau beschäftigt. Leutner war Mitglied der Kommunistischen Bezirksleitung Niederrhein. Nach Streitigkeiten mit der Düsseldorfer Bezirksleitung Stoecker, Helen« Obcrlach usw. wurde Leutner angeblich im. ehrenvollen Auftrag nach Moskau geschickt. Dort wurde er am Tage vor der Heimreise auf de rBIVa ß t ermordet. Die russisch« Regierung behauptet zwar, daß Anarchisten die Tat verübt hatten, sie hat aber nichts getan, um den Fall irgendwie zu untersuchen und aufzuklären. Nach Mitteilungen deutscher Kom- nnnnsten, die inzwischen der KPD. den Rücken gekehrt haben, ist Fridolin teulner, weil man ihn für einen Verräter hielt, aber in veukschland nicht zu erledigen wagte, aus Villen der deukschen kommuoislischen Führung von der Moskauer GPU. beseitigt worden. Auf Befragen des Berichterstatters Kuttner gab der Regierungs- Vertreter an, daß dos-deutsche Auswärtig« A m t im Jahre 1923 die russische Regierung um Auskunft über die Ermordung Leutners und die zur Ermittlung der Tater unternommenen Schritte ersucht hat, daß aber die russische Regierung jede Auskunst verweigert hat. Der Berichterstatter K u t t n e r bezeichnete als unglaublich fowohl das Derhalten der nissischen Regierung wie des Auswärtigen Amtes, das sich bei dieser Derweigerung der Auskunft beruhigt hat. Jedenfalls müsse man aus dem Verhalten der russischen Regierung seine Schlüsse zieheir. In Deutschland schwebt ein staatsanwalt- liches Ermitlelungsverfahren, das noch nicht abge- schloffen ist. Der Ausschuß nahm einen Antrag an, daß nach Abschluß dieses Versahren» die Preußenregicrung das Auswörltge Amt veranlassen möge, erneute Schrille um Auskunst bei der russischen Regierung zn tun. Erwähnt sei schließlich noch, daß ein voltsparteilicher Antrag' auf Herauffetzung der Altersgrenze der Richter von tzö auf 68 Jahre mit Stimmengleichheit abgelehnt wurde. Columbia-Rektor im Reichstag. Butler über den Propheten des Völkerbundes. Bor dem Komitee für internationale Verständigung sprach gestern abend im Reichstag der amerikanische Professor Butler über „Imponderabilien". Er ging von seiner Studienzeit in Deutschland vor 43 Jahren aus und führte zu den. internationalen Problemen der Gegenwart aus: „Die Antwort auf die heutigen Probleme gibt eine deutsche Stimme und eine deutsche Feder. Die Antwort gibt Immanuel Kants unsterbliche Schrift Zum ewigen Frieden, erschienen in Königsberg Anno Siebzehnhundertfünftmdneunzig, als Napoleon noch ganz am Ansang feiner Lausbahn stand, als das Amewka der Vereinigten Staaten noch in der Wiege lag, als niemand noch von einem einigen Italien träumte, als die Politik Talleyrands und Metternichs, die den Geist des achtzehnten Jahrhunderts weit in das neunzehnte hineintragen sollte, noch Autunftspolitik war. Der ge- bieterische Intellekt und die hohe Sehergabe des Philosophen von Königsberg haben mit einfacher Bestimmtheit und ohne Umschweife auf den Pfad des Fortschritts gewiesen, den die zivilisierten Bölker der Welt jetzt, und eben jetzt erst, zu belrcten sich angeschickt haben. Welch ungeheuerlicher Zoll an Menschenleben und menschlichen Gütern, an menschlichem Leid, an Glück und Glückseligkeit von vier Generationen hat dasür gezahlt werden müssen, daß die ferne Stimme des Philosophen so lange ungehört blieb. Es ist buchstäblich überraschend, wieviel von der tiefsten und wahrhaft besten Philosophie des modernen Bolkerlebens bereits von Kant vor so langen Iahren in dieser Schrift aufgebracht worden ist. Er legt den Grundsatz fest, daß kein Friedensvertrag gültig erachtet werden soll, der„mit dem geheimen Vorbehalt des Stoffs zu einem künftigen Kriege gemocht" worden fei. Er dringt darauf, daß kein Staat, klein oder groß, jemals unter die Oberherrschaft eines anderen Staates gezwungen werde, denn der Staat sei eine G c- s c l l s ch a f t von Menschen, über die niemand anders als er selbst zu gebieten und zu disponieren habe.„Stehende Heere(milcs pcrpctuus)", sagt Kant,„sollen mit der Zeit ganz aufhören." Denn dank ihrer immerwährenden Angrifssbereitschoft bedrohen diese Armeen unaufhörlich andere Staaten und reizen sie dazu, die Zahl der gerüsteten Mannschaften ohne Ende zu vermehren. Wer hat im zwanzigsten Jahrhundert das lieber und die Gefahr des Wettrüsten» zu wafler und zn Lande in bessere oder klarere Worte gebracht? „Kein Staat soll sich in die Verfassung und Regierung eines anderen gewalttätig einmischen," ist ein anderer Grundsatz, den Kant auf- gestellt hat, und der beinahe als ein Vorläufer der Monroe Doktrin betrachtet werden darf. Wenn ein Zustand des Friedens hergestellt werden soll, dann muh die bürgerliche Verfassung eines jeden Staates republikanisch sein, und es ist Kants Argument, daß die einzig sichere Regierung diejenige ist, die gegründet ist„erstlich noch Prinzipien der Freiheit der Glieder einer Gesellschaft als Menschen, zweitens nach Grundsätzen der Abhängigkeit aller von einer einzigen gemeinsamen Gesetzgebung als Untertanen, und drittens nach dem Gesetz der Gleichheit als Staatsbürger." Als der Philosoph von Königsberg diese prophetischen Satzungen niederschrieb, lernte das Volk der Vereinigten Staaten von Amerika Sätze gleichen Inhalts von der Feder Thomas Jeffersons, und Frankreichs Volk hörte ihre Auslegung in höchster Emphase von den Bildnern der französischen Revolution in einer Periode stärtston Aufruhrs. In England war dcr jüngere Pilt Premierminister, und George Cannings Laufbahn bereitete sich vor. Kant lehrte die wahrhaft moderne Doktrin, daß es die Staats- bürger selbst sein sollten, die darüber zu beschließen hätten, ob Krieg sein solle oder nicht, womit jene Macht allen anderen Kräften entzogen wurde, den Monarchen sowohl wie anderen Staatslenkern, den gesetzgebenden Körperschaften sowohl wie auserwählten Gruppen, die sich leicht von Gefühlsüberschwang, Leidenschaft oder Ehrgeiz hinreißen lassen. Aber Kants Gedanken beschränkten sich nicht auf die Politik einer Nation allein.„Das Völkerrecht," fährt er fort,„soll auf einem Föderalismus gegründet sein." In diesem Satz steht die Prophezeiung des Völkerbundes und der Anwendung eines internationalen Rechtes..Ein Vöikerstaat (dvius gentium), der zuletzt alle Völker der Erde befassen würde, war das ideale Ziel des großen Philosophen, dem die Nationen unserer Tage mit wachsendem Vertrauen und wachsender Hoffnung stetigen Schrittes entgegenmarschieren. Was aber fall die Gewähr für eine solche Abmachung leisten, Frieden herzustellen und zu erhalten?„Nichts Geringeres," an:» wartet Kant,„als die große Künstlerin Natur(natura äaeäala: renun)." Mit einer einzigen, erhabenen Geste stößt Kant den Ge> danken beiseite, daß Individuen oder Rationen durch die Furcht vor wirtschaftlichen Repreffalien oder Waffengewalt gezwungen werden müssen. Kant hat es mit der Wirklichkeit zu tun. Er sieht den Tat- fachen ins Auge. Er weiß, daß wenn Männer oder Nationen ch? gegebenes Wort nicht darum halten, weil sie es gegeben haben. keinerlei Versicherung bestehen kann, daß sie es je halten werdeit. Da Moral die Grundlage und das Ziel oller Zivilisation ist. kommt Kant zu dem Schluß, daß der„Zustand eines össenttichen Rechtes," daß„der ewige Friede, der auf die bisher sälfchiich söge- nannten Friedensschlüffe, eigentlich Waffenstillstände, folgt, keine leere Idee ist, sondern«ine Zkusgabe, die nach und nach aufgelöst ihrem Ziele(weil die Zeiten, in denen gleiche Fortschritte geschehen, hoffentlich immer kürzer werden), beständig näher kommt." Kann mehr als das gesagt werden? Diese große deutsche Stimme aus dein Jahre 1793 spricht zu dcr Well von 1936 in Worten gebietender Führerschaft und höchster praktischer Weisheit. Die Stimme' Im- manuel Kants ist eine ungreifbare Mach!." Aeuwahl oder Beackienregierung. Ose sächsische Regierungskrise. Dresden. 36. April. Der Vorsitzende der demokratischen Landtagsfraktion, Minister a. D. Dr. Dehne, hat unter dem heutigen Datum ein Schreiben an den Führer der v alksparteilichen Fraktion, Oberbürgermeister Dr. B l ü h e r, gerichtet, in dem er darauf hinweist, daß die Wochen- langen Verhandlungen die Unmöglichkeit der Bildung einer wie immer gearteten Koalitionsregierung ergeben hätten. Er habe die feste Ueberzeugung, daß auch eine La nd t ag s neu w a hl, die als letzter Ausweg vorgeschlagen werde, die gewünschte Klärung nicht bringen werde, und daß beim Zusammentritt des neuen Landtags dieselben Schwierigkeiten vor- liegen würden. Bei dieser Sachlage schlage er vor, die gegenwärtige Krise durch Bildung eines unpolitischen Beamten- tabinett» zu lösen, etwa unter Führung eines der bisherigen Beamtenminister Dr. Richter oder Dr. Mannsfeld. Zun, Schluß richtet Dr. Dehne an Oberbürgenneister Dr. Blüher die Bitte, diesen Vorschlag den in Frag« kommenden Parteien zu unterbreiten. Oer russisch-polnische Konfliki. Scharfe Zurückweisung der russischen Rote in der polnischen presse. Warschau, 36. April.(Eigenbericht.) Aus die im Zusammenhang mit dem in Warschau auf- gedeckten Bombenattentat von der Sowjetregierung an Polen gerichtete Rot« erwidert die offiziöse polnische Presse mit außerordentlich scharfen Worten. Anläßlich der Be- hauptung der Sowjetregierung, daß dos Attentat als ein Der» such zum Abbruch dcr rurssrjch�cholnischen Be. Ziehung e n zu bciröchten sei, spricht der' regierungsofsiziöse „Mkakaue? Kurier" von der Möglichkeit, daß der Täter des an- geblichen Attentats ein« der Ge s a n d t s ch a s t nahe- stehende Person sein könnte, die ihre persönlichen ober fraktionellen Gegner habe kompromittieren wollen. Auch sonst werden die Behauptungen der russischen Regierung entschieden zurückgewiesen, gleichzeitig aber wird die Einleitung einer euer- gi scheu Untersuchung zur schnellen Klärung der geheimnis- vollen Umstände des Attentats gefordert. Oie grüne Front in Rußland. Aufhebung der Kreditsperre über die Sowjetbauernschafien beabsichtigt. kowno, 36. April.(TU.) Wie aus Moskau gemeldet wird, sind nach den amtlichen An» gaben des Landwirtschaftskommiffariats der Sowjetunion gegen» wärtig in der ganzen Sowjetunion 27 697 666 Hektar mit tten verschiedenen Getreidearten bebaut. Bon der bebauten Fläche entfallen 13 367 366 Hektar auf die Kollektivwirtschaften, die restlichen aus die einzelnen Bauernwirtschaften. Der Aentraloollzugsauschuß der Kommunistischen Partei beab- sichtigt, weitere erleichterte Bestimmungen zu erlassen, wonach die Kreditsperre für die Lieferung von landwirtschaftlichen Maschinen und Düngemitteln an die einzelnen Bauermvirlfchafte» sofort auf- gehoben wenden soll. Die Bauernwirtfchaft'en sind durch die letzten Verfügungen Stalins nicht befriedigt worden und verlangen eine weitere Mäßigung der kommunistischen Politik gegenüber dem Dorfe. 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Briekäse voutett......... pia 72pt Blockkäse Tii8iUit,2C/„,pfd. 74pt. Tilsiter volltett.... Ptd. von SOPf.an Dan. Schweizer 3o»/0..ptd, SOpt. Sleinbuschervcu�ptdvon 85pt.su Edamer 40%..... ptd. von98ptan Margarine......... ptA 50, 62pf. Griebensdimalz....... ptd. 82pt Molkereibulter........ pia 1,34 Tafelbutter.............. pia 1,56 Dänische Butter I....pia 1,72 Frische grosse Eier 10 Stück Ton Matjes-Herinse 2*$31 Stack Pt Neue Kartoffeln aus indische«n MW 5 Pfund HAchA 'Pf. Konserven Stangenspargel extra stank 3,00 Slangenspargel»ehr stark 2,90 Stangenspargel stark..... 2,80 Slangenspargel mittel..... 2,70 Stangenspargel dann...... 2,20 Junge Erbsen teiu.......... 1,20 Junge Erbsen.............. 70pf. Gemüseerbsen............ 55pf, Junge Karotten............ 78pt. JungeErbsen mitW, mit Karotten 95Pf. Sellerie in Scheiben......... 1,10 Aprikosen halbe Prucht..... 1,25 Sauerkirschen mit stein... 1,30 Preisseibeeren............. 1,20 Kalif. Pfirsiche halbe Fracht 1,45 Obst und Apfelsinen blond. 4 PIA 78. 8Sph Blutapfelsinen......, pia 72pl Zafka Apfelsinen z �.98?.. I) afeiäpfei........... PIA von 48pt.an Zitronen.........Dutzend von 38pf.an SaSat............................ Kopf 15pt Rhabarber............. 3PtA28pL Möhren.......................... mfipt. Blattspinat.........-�.28?!. Bowlen- u.Tischweine 1Z2Sar Treiser Sretchen.............\ 1 1CMgNBO 1923er Cppenhe.mer................./ I IV 1924 er Artlsan« Blaye...............) Keiner alter Tarragona............... 1929 er Ueaerer( iederberg..........> I g � 1929 er Usdtruuwlleh, debUcber I _ Kheinheese............)_ 19Z9er EdenKQüener j�joo voreögL Bowlen- n. klein. Tischwein Maitrank, aus Apfelwein....... 75 Pf., 7,00 Röthaer Apfelsaft, albholfrai und naturrein 95 Pf., 9fOO 1927er Winke'er Hasenaprung, Bhaingaii 2,50 22,50 ipezinl-Apfelii/ein ao01*™ herb, für Bowlen nnd Knrrweckc■♦Opf.«'» RheinpfOlzer U/eisswein bekannt gute Onalität............ 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Die Affäre des Stodtoberinspektor» V o r ch e r t beginnt sich durch das Eingreifen der Staatsanwaltschast und des Oberpräsidenlcn in ihren Einzelheiten zu klären. Stadtoberinspektor Borchert ist 69 Jahre alt und war in der Schulocrwaltung seit lS02 tätig. Er hatte die Lernmittel, die den minderbemittelten Schülern und Schülerinnen der Volks- schulen zur Verfügung gestellt werden, zu beschaffen. Es besteht der begründet« Aerdocht, daß bei der Beschaffung dieser Lernmittel erhebliche Summen von den Lieferanten an Borchert persönlich gezahlt wurden. Der Magistrat hat, unmittelbar nachdem im Januar Gerüchte über Unregelmäßigkeiten aufgetaucht waren, den Fall Borchert durch die Hauptprüfungsstell« untersuchen lassen und die Angelegenheit aus Grund des Unterstichungsergebmsses Anfang März der Staatsanwaltschaft zur weiteren Bersolgung übergeben. Gleichzeitig ist lxim Oberpräsidenten der Antrag auf Einleitung des förmlichen Disziplinarverfahreirs vom Magistrat gestellt worden. Der Oberpräfident hat am 24. März 1930 das förmliche Diszipkinarverfahren eröffnet und die Suspension Borchert? angeordnet. Wer ist Baeßler und wer ist Helfferich? Oer Streit um die Forschungsreise Or. Baeßlers. Der Streit um den Forschungsreisenden Dr. Ado Baeßler. gegen den von namhaften Wissenschaftlern der Vorwurf erhoben worden ish daß er bei seiner Forschungsreise in Südamerika sich lediglich in einigen Küstenorten aufgehallen, nicht ober unbekanntes Land betreten habe, beschäftigte am Mittwoch vormittag das Amts- gericht Charlottenburg im Rahmen eines Beleidigung?- Prozesses. In dem Streit um den wissenschaftlichen Wert der Baeßlcrschen Tätigkeit spielte bekanntlich die Erklärung des Berliner Schrift- stellers Helfferich eine Rolle, daß die unter dem Namen von Dr. Baeßler erschienenen Artikel gor nicht von diesem selbst, sondern aus der Feder Helfferichs stammten. Zwischen Helfferich und Dr. Baeßler waren Streitigkeiten entstanden, da sich Helfferich, der schon seit dem Jahre 1926 seine literarischen Qualitäten Herrn Baeßler zur Verfügung gestellt hatle, während der Südamerikareise Dr. Baeßlers weigerte, weiter tätig zu sein. Da Helfferich, der ein Buch für Dr. Baeßler schreiben wollte, die Urheberrechte na diesem Wert ebenso wie dos Recht der lSerfibmmg und darüber hinaus noch einen Betrog von 8000 M. forderte, kam es zu Auseinandersetzungen, in deren Verlaus Dr. Baeßler Helfferich als Erpresser bezeichnete. Dr. Baeßler, der ebenfalls gegen Helfferich eine.Klage eingeleitet hat. hatte sich nun wegen dieses Borwurfes als Angeklagter vor dem Amtsgericht Charlottenburg zu verantworten. Eine Klärung des Hauplvor- wurfs, ob D r. Baeßler überhaupt in den unwirt- lichen Gegenden Südamerikas gewesen ist, wurde noch nicht erzielt. Der Schriftsteller Helfferich bestritt aus das energischste den Borwurf der Erpressung, für den Dr. Baeßler den Wahrheitsbeweis anbot. Er gab allerdings zu, daß er seit dem Jahre 1926 für Dr. Baeßler auf Grund von Matcrial, das dieser ihm lieferte. Artikel verbreitet habe. Er habe Dr. Baeßler aber nie für einen Forschungsreifenden gehalten, sondern lediglich dessen literarischen Ehrgeiz unterstützen wossen und sich aus d'efein Grunde damit einverstanden erklärt,"däß die von ihm verfaßtes Ärtilei unter dem Namen Baeßlers verössentlicht wurden. Erst als Dr. Baeßler im August 1929 in der Oesfentlichkeit als Forschung:- reisender hervorgetreten sei. habe er sich geweigert, weiter seine Arbeit dafür zur Verfügung zu stellen. Auf Grund eines Ver- träges habe er«in Buch Baeßlers für den Verlag Köhler in Minden in Arbeit gehabt, habe ab« dabei festgeskellt, daß dos von Baeßler gelieferte Material nicht eigene Erlebnisse, sondern Zum Teil Uebersetzungen aus englischen Zeit- schriften und Auszüge aus der einschlägigen Literatur dar- stellten. Der Loftitzende machte den Schriftsteller Helfferich darauf aufmerksam, daß seine Aussagen seine Position sehr ungünstig gestaltet hätten, da seine Rolle in der Angelegenheit auch nicht ganz einwandfrei sei. Der Prozeß wurde schließlich ____________________________ Sandrups Afleubludei, 8. Juli 1929: Eine plumpe M y st is i k at i o n. Heute in den frühen Nachmittagstunden gelang es bereits einem unserer Vertrauensleute, den geheimnisvollen Brief in die Hand zu bekommen, den Maria, das„reine, keusche Mädchen" an eine Zeitung unserer Stadt gerichtet hatte und den naive Gemüter natürlich sofort für bare Münze nahmen. Unser Verdacht, daß es sich hier um einen groben Schwindel handelt, rechtfertigte sich auf der Stelle. Der Brief dieser rätselhaften Maria ist, wie aus dem Poststempel beim ersten Blick ersichtlich ist, in Sandrup aufgegeben! Nun sind wir zwar eine ganz ansehnliche kleine Stadt, aber doch nicht Paris oder New Jork, daß sich ein junges Mädchen mit heutzutage so sehr auffälligen blonden Zöpfen und einem das muß man ihr lassen— charakteristisch geschnittenen edlen Gesicht unerkannt unter uns herumtreiben ,"Ii /■. r�er das vorstellen kann, ist entweder sehr leichtgläubig, oder hat seine Gründe, es glauben zu wollen. Wir haben uns natürlich nicht auf die faule Haut gelegt oder uns an die zuständigen Behörden gewendet— was un- gefähr das gleiche bedeuten würde—, sondern sind mit dem Briefumschlag, den wir uns geschickt zu verschaffen wußten. sofort auf die ouche losgegangen. Noch sind unsere Leute nicht zurück, noch können wir unfern Lesern keine Nachricht geben. Aber es wird unserer lleberzeugung nach bestimmt nicht lange dauern, bis wir mit zwei Schriftproben bewaffnet in dem Haus in der Brogade. das uns so lange seine Pforten streng oerschloffen hielt, unfern siegreichen Einzug halten. Herr Jatobsen wird sich uns auf die Dauer nicht vom Leide halten können. Wenn Sandrups Aftenbladet seinen Lesern über den grauenhaften Sensationsfall in den letzten Tagen fo wenig zu berichten wußte, so ist das keineswegs Schuld unserer Lässigkeit, sondern einzig und allein Schuld des Amtsgerichts. in dem seit Herrn Niels Wessels Erkrankung Zustände und iMMllMlie MMkiliMll firnli- Berlin Mal- Jugend tag am Sonntag, dem 4. Mai ab 15 Uhr, Splalwlas« bat Sadowa an Stadlbahnitatlon WuhlhaMa Eröffnungs- und SchluBIcundgabung unter Mitwirkung Fanfarenchor» Sprechchöre Streichorchester» Gesang Ansprachen Redner cur Schi ubkundgab ung: DR. KURT IOIWENSTIIN Außerdem Spiel und Sport i. d. Nachmittagsstunden Parteigenossinnen u. Parteigenossen beteiligt Euch! vertagt, ohne daß die Hauptfrage, ob Baeßler wirNich ein« For- schungsreife unternommen hat. geklärt werden konnte. Den Proz.ß- Parteien wurde ausgegeben, ihre Behauptungen näher zu begründen. Wer ke«ut die Frau? Am 28. April brach in der Hosen hei de eine Frau aus der Straße plötzlich bewußtlos zusammen und wurde nach dem Urban-Krankenhaus gebracht, wo sie v e r st o r b e n ist, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Es ist noch nicht gelungen, die Persönlichkeit festzustellen. Die Tote, die nach dem Schauhause gebracht worden ist, ist etwa-1 Z bis 50 Jahre alt, 1,55 Meter groß. Hot dimkelbwndes langes Haar, lückenhafte Zähne und an der rechten Wade Krampfadern. Bekleidet war sie mit einem hellgrauen Sommermanlel, grauem Waschkleid, blauwollenem Unterrock mit I Sitten eingerissen sind, die zu schildern wir uns für ein anderes Mal vorbehalten. Für heute fei nur bemerkt, daß Herr Untersuchungsrichter Jakobsen, der sonst immer so un- erhört streng auf seine Vohschriften bedacht ist. nicht das gs- ringste dagegen einzuwenden hat, wenn gewisse Leute den allem Anschein nach perversen Geschmack zeigen, einen überführten Lustmörder und Mädchenschänder mit b e s o n- deren Leckerbissen aufpäppeln zu wollen. Der Skandal nimmt immer weitere Kreise an. Sänd- rup kann sich noch auf vieles gefaßt machen. Wie wir knapp drei Minuten vor Redaktionsschluß er- fahren, i st die M i f s e t ä t e r i n. die die Oeffentlichkeit durch einen gefälschten Brief irrezuführen versuchte, bereits durch unfern Vertrauensmann eruiert war- den. Wir wollen den Ereignissen nicht vorgreifen und den Namen der alten Frau, die nach einem vorbildlichen Lebens- wandel in späten Iahren den Herenkünsten eines gewissen- losen Verführers zum Opfer fiel,"nicht eher als unbedingt nötig in die Oeffentlichkeit bringen. Sicher ist nur, daß diese einfache Person gar nicht von selbst auf diese komplizierte Idee kommen konnte, sondern von Torben Rist selbst dazu angeleitet worden ist. Wie aber gelang es ihr, sich mit ihm in Verbindung zu fetzen? Das fragen wir Herrn H. G. Jakobsen. Prolokoll auf Senommen mit der Zeugin Mette Fredriksen.(Die Zeugin mußte von zroei Polizisten zur Einoernahme geholt werden.) „Ich weiß schon, weshalb Sie mich herschleppen ließen. Alles nur wegen dieser Schweinezeitung, dem Aftenblad. Eine Schande, wie man hier mit einer alten Frau verfährt." „Frau Fredriksen, wenn Sie schon eine alte Frau sind und deshalb besonders Rücksichten verlangen, so dürfen Sie doch auch nicht so dumme Geschichten machen. Was ist das nun wieder mit diesem Brief?" „Mst was für einen Brief?" „Tun Sie jetzt nicht nur. als ob Sie von nichts eine Ahnung hätten. Sie wissen ganz genau, was ich meine." „Natürlich, die Mystifikation oder wie diese Schweine- zeitung schreibt. Und dabei ist das alles nur die Rache, weil ich das Abonnement aufgegeben habe und mir jetzt das Amts- aois halte. Ich werde diese Kerl«—" „Frau Fredriksen—" „So lassen Sie mich doch zu Ende sprechen. Oder habt Ihr mich vielleicht deshalb rübergefchleppt, daß die Leute grüner Borte, weißer Unterwäsche, braunen Strümpfen und schwarzen halben Spangenschuhen. Bei sich hatte sie in einer Tasche ein Paar 5)olzpantosse1ir._ Die Vei-teidiger im„Kalte"- Prozeß. Hamburg. 30. April. Im„Falke"-Prozeß hatten heute die Berteidiger das Wort. Rechtsanwalt Dr. Alsberg fuhrt« aus, daß es sich zwar nach den Aussagen der Zeugen um eine Schmuggelfahrt gehandelt habe; aber jeder denkende Mensch müsse sich ohne weiteres jagen, daß soviel Gewehre und Patronen nicht zum Spatzenschießcn, sondern für ein kriegerisches Unternehmen initgenommmen wurden. Nicht wegen der Explosionsgefahr hätten die Monnfchaften des„Falke" die doppelte Heuer verlangt, sondern well sie sich über den wahren Zweck der Reise durchaus im klaren waren. Je länger die Fahrt, desto besser: um so mehr Geld war zu verdienen. Alsberg beleuchtete sodann den operetteichaften Aufzug bei der Lan- dung in Cumana, wo albern« Geschützattrappen erstellt waren und die venezolanischen Krieger Zg linder und Panamahüte aus dem Kopt hatten. Der Verteidiger schloß mit den Worten, daß eine Anklage� die auf p s y ch o l ifg i s ch c n Unmö gl i 6, l e i t e ist aus- gebaut sei, nicht aufrechterhalten werden könne. Er beantragte, ebenso wie der Rechtsanwalt Lcvi. die Freisprechung der An- geklagten. Das Plädoyer Dr. Levis wurde unterbrochen. Die Berhandlung wurde auf Freitag vertagt._ Pflege und Ernährung des Säuglings. Am Donnerstag, dem 6. Mai 1930. beginnt im Kaiserin-Augustc-Biktoria-Haus, Charlotten- bürg, Fronkstr. 3 lStrahenbahichof Westend), ein Kursus für Mütter und Mädchen, in dem alles das praktiich und theoretisch gelehrt wird. was eine Frau von der Pflege und Ernährung des Säuglings wissen muß. Der Kursus umfaßt vier Doppclstunden, jeweils Domierstags von 3 b's 5 Uhr. Die Einschreibegebühr von 8 M. ist im Auf- nahmebüro der Anstalt zu entrichten. auf der Straße Maulasfen seilbieten, damit ich jetzt hier schweigen soll. Ich sag's wie's ist: der Brief war nicht von mir." „Frau Fredriksen, das Gericht hatte leider schon mehr- mals Gelegenheit, Ihre Wahrheitsliebe zu bezweifeln.� Dies- mal aber halten wir den Beweis in unseren Händen." „Den Beweis? Was für einen Beweis?" „Sehen Sie sich doch mal die beiden Briefumschläge hier an. Sie werden sie wohl wiedererkennen. In diesem einen da steckte der Brief, in dem Sie dem Aftenblad in übrigens höchst unflätigen Worten das Abonnement kündigten, und in dem andern steckte der Brief des geheimnisvollen Fräulein Maria. Das werden Sie doch nicht leugnen wollen?" Nein" ''.Also'sehen Sie?" „Der Brief war aber trotzdem nicht von mir." „Was soll das wieder heißen?" '„Haben Sie den Brief selbst gelesen?... Nein, natürlich nicht. Immer nur gleich den Verleumdern glauben. Wenn Sie den Brief selbst in der Hand gehalten hätten, sie hätten es an ihin gerochen, daß das echt ist und nicht erfunden sein kann, und noch dazu von mir. Ich kann gar nicht so schön schreiben. Und außerdem hätten wie bemerkt, daß der Brief mit Maschine geklopft ist. Wie soll denn ich Maschine schrei- den können." . Sie behaupten also, daß Sie den Brief nicht selbst ver- faßt hahen. sondern daß Sie lediglich das Schreiben einer andern, nicht genannten Person zur Post beförderten." „Ja, ja. ganz richtig. Das Schreiben einer andern, nicht genannten Person." „Wer ist denn aber nun diese Person?" ,Na wer denn anders als die Maria." „Was für eine Maria?" „Herrgott, die Maria mit den blonden Zövfsn natürlich. Das weiß doch heut schon die ganze Stadt. Die Braut von Herrn Rist und nicht das unglückliche Opfer, wie Fräulein Hosting es gern haben möchte. Ein junges Mädel und keine ermordete Leiche." „Frau Fredriksen, entweder haben Sie es darauf an- gelegt, die Behörden auf raffinierteste Art hinlers Licht zu führen oder Sie kennen wirklich eine solche Maria. Dann ist es Ihre Pflicht und Schuldigkeit mit der Geheimnistuerei ein Ende zu wachen und uns den vollen Namen und die Adreffs dieses jungen Mädchens anzugeben,"(Forts, folgt.)., Verleumdung um jeden preis. Aus welcher Quelle die ,/�ote Zahne" Nachrichten bezieht. Llm die Bausparkaffen. Vor den Abteilungsmieterrxrtretcrn der sozialdcnrokratischen Partewrganisatwn Groß-Verlin sprach Dr. B r o ck s ch m i d t über di« Bauspartassenberoegung. Der Referent gab Beginn seines Referates eine eingehende Darstellung über diese Bewegung. In den letzten zwei Iahren sind ungefähr 19ki Bausparkassen gegründet worden. Nichts ist auch leichter, als eine Bausparkasse zu gründen. Di« Bau- sparkasjen geben in ihren Prospekten an, daß jeder Bausparcr, wenn er Glück hat, schon nach wenigen Monaten in den Besitz einer .Vtreditsuinme gelangt, die zum Äufbou eines Eigenheimes genüge. Aber einmal kommt nur ein ganz geringer Prozentsatz der Bau- sparcr schon nach kurzen Wartezeiten in den Genuß eines Kredits und zum anderen genügt ja.zum Bau eines Eigenheimes nicht nur der Kredit. Der Erbauer muß auch noch einen Teil Eigen- kapital beisteuern, da nie«ine lOvprozeittige hypothskarijche Belastung des Grundstücks und Hauses möglich sein wird. Zliso, selbst wenn ein Bausparer schon nach dem günstigsten Termin eine Hypothek erhält, wird ihm diese Hypothek dach nicht eher aus- bezahlt, als bis er ein Eigenkapital nachweisen kann. Der Referent, der über eine große Sachkenntnis der Finanzierungssystem« der Bausparkassen verfügt, hat ausgerechnet, daß ein Arbeiter oder An- gestellter mit weniger als 30 der fürchter- lichen Bvandratastrozche zuteil gewordenen Behandlung die sofortige Amtsenthebung des Direktors. Irrsinusiat eines Bäckers. Seine 19 jährige Frau ermordet, dann sich selbst umgebracht. Paris. 30. April.(Eigenbericht.) Eta pariser Bäcker crmordele am Dienstag seine ltyährigx ?iau, mit der er erst vier Monate verheiratet war. Zn der ersten Aufregung über feine furchtbare Tat suchte der Mörder die Deiche seines Opfers in einem Wandschrank zu verbergen. Er schnitt daher die Leiche in Stücke, trennte stopf und Beine vom störper und verschnürte die Stücke in einen Sack. Als die Frau von Hausbewohnern vermißt wurde, floh der Mörder in einen Wold vor den Toren von Paris und schnitt sich dort die stehle durch. 3n einem Schreiben an seinen Bruder und seine Schwieger. multcr hat er die grausige Tat eingestanden. Abonnementsgemeiuschast mit den Staatstheatern. Wie der Amiliche Preußische Pressedicisit mitteilt, sind die Verhandlungen zwischen dem Generalintendamen der Staatstheater und den Reiuhordt-Bühnen und den im Abonnement angeschlossenen Bühnen nunmehr zum Abschluß ge- kommen. Damit ist zwischen der Stoatsoper Unter den Linden und dem Staatlichen Schauspielhaus am Gendanncnmarkt einerseits und den genannten Bühnen andererseits eine Abonnements- g c m e i n f ch a f t z u st a n d c g e k o m n, e n. die den Abonnenten turnusmäßig den Besuch an ollen angeschlossene,» Bühnen verschafft. Das Abonnement beginnt mit der neuen Spielzeit. Schadhaste Balkone. Ein Einzelsall gibt Veranlassung, die Hauseigentümer aus die Konstruktion der Ballone aufmerksam zu inachen. I» vielen Häusern d e r 70er und 90er Jahr« des vorigen I.chr» Hunderts find Balkondecken mit Wellblech als lrogcnd-s Konstruktionsmaterial ausgeführt worden. Das Wellblech' wird häufig sehr st a r k durchgerostet sein, so daß ohne äußere Ver- anlassung die Konstruktionen plötzlich nachgeben und herunter- st ü r z e n können. Den Hauseigentümern wird empfohlen, die Balkon« auf ihre Trogiähi gleit � untersuchen oder untersuche» zu lassen und bei Schadhaftigkeit die alte Konstruktion zu entfernen. staslcnlose gartenbauliche Vorträge. An dem im östlichen Peil des Tempelhofer Feldes gelegenen städtischenMustergarteii der Kolonie„Reu-Tempelhof". Parzelle 26S,»erben im Sommerhalbjahr vom Bezirkskleingartenamt in Tempelhof folgende Vortrage und Sprechstunden kostenlos abg«. halten: Sonntag, 4- Mai: Grünschnitt. Sonnabend, 7. Juni: Grün- schnitt. Sonnabend. 21. Juni: �Lkkulation. Sonntag, 17. August: Sommerichnitt. Sonntag. 28. September: Pflanzen von Obstge- holzen. Die Borträge finden Sonnabends jeweils von 18 bis 20 Uhr abends und Sonntags von 11 bis 13 Uhr statt. »Der Zunge Thor-(Wilol. d. A.SB.). itäiiung; Wir singen am l.Aiai von 19.10— 10,30 Uhr im fflaubfunf. Treff pünktlich 18,4i Uhr Zunk- haaS, Potsdamer Straß«. Alles muß da sein. Die„Rote Fahne" kennt in ihrer zur Manie gewordenen Verlcumdungssucht kein« Grenzen: selbst am Bombenatteittot gegen den Reichstag hatte niemand anders schuld als der Präsident Zör- giebel. So verkündete dieses seltsame Blatt seiner Leserschaft am 27. Oktober v. I.„ZörgieÄcl war Mittv-isier der Bowbenleger", hieß es in der Ueberjchristi„Di« Polizei ist zwel Wochen vor dem Attentat unterrichtet gewesen", hieß es im Text. Der Pöiizeipräsi- dent brachte im„Vorwärts" ein Dementi dieser blöden Behaup- tung: die Polizei l>obe selbswerstondiich von dem beabsichtigten Attentat nicht die leiseste Ahnung gehabt. Die„Rote Fahne" hält aber ihre Derleirmdung ouirecht. Am 29. Oktober erklärt sie:„Zör- giebel hat wieder einmal frech und unverschämt geschwindelt" So blieb nichts anderes übrig, als«in« Klag« wegen öffentlicher Be- kidigung zu erheben. Bor dem Schöffengericht Perlin-Mitte lernte man auch den Gewährsmann der„Roten Fahne" kennen:«inen ehe- maligen Nationalsozialisten, wegen mehrfacher Eigen- tumsdelikte vorbestraft und übel beleumundet. Es war derselbe Mann, der unmittelbar nach dem Bombenattentat gegen den Reichstag die Gruppe Timm als Atientatocrursachcr bc- zeichnet hatte. Die Abteilung IA konnte damals bereits diesen Herrn. Er war bei ihr im Juni vorigen Lahres mit aufgeschlagenen Lippen, sich mühsam an Krücken aufrechthaltend, erschienen, hatte erklärt,«r sei von seinen Genossen, den Nationalsozialisten, ver- prügelt worden und wolle fein Recht haben: er erzählt« von seiner früheren Zugehörigkeit—- im Jahre 1927— zum„Bunde der Freund« Echlageters", der nn gegebenen Falle Zeitungs- Häuser, wie das„Vorwärts"-, Ullstein, oder Mosie-Haus. die Reichs- bonk, die Börse und dergleichen mehr, in die Lust zu sprengen beabsichtigt hätte und erwähnt« unter anderem, daß ein gewisser Roßdemscher verdächtige Fahrten nach auswärts unternehm«. Die Abteilung I A macht« ihm den Vorschlag, die Veziehungen zu seinen früheren Gesinnungsgenossen wieder aufzunehmen, erhielt aber weiter kein« Imormationen. Erst nach dem Attentat erklärte der frühere Nationalsozialist, die Timm-Gruppc sei es gewesen. Timm und Genossen wurden verhaftet. Aber keine Spur führte zum Reichstagsatte ntat. Man sah sich die Persönlichkeit des Herrn näher an. 20 Personen wurden über ihn vernommen: ein Leumund schlechter als der andere. Monatelang währte die Untersuchung gegen die angeblichen Reichztogsottentäter. Keine Spur ließ man unverfolgt, selbst die sinnloseste nicht; Timm und Genossen mußten freigelassen werden. Der angeklagte Redakteur der„Roten Fahne" Firl und sein Verteidiger Rcchtsaiuralt Dr. Apfel schienen aber selbst jetzt noch auf diesen Gewährsmann schwören zu wollen. Ter Staatsanwalt beantragte«ine Geldstrase von 800 Mark. Das Gericht verurteilte den Redakteur Firl wegen Beleidigung und übler Nach- rede in zwei Fällen zu insgesamt 000 Mark Geld- strafe. Sechs Wochen Gefängnis wegen Beleidigung. Wegen Beleidigung des Polizeipräsidenten Zör- giebel hatte sich gcstent der nationalsozialistische Schrifleiter Marzakowski vor dem Schöffengericht Verlin- Mitte zu verantworten. In einer notionalsozialistischcn Versammlung in den„Arminius-Sälen" hatte der Angeklagte als Redner schiverbeleidigsude Ausdrücke gebraucht. Das Schössengericht hielt eure Geldstrafe mit Rücksicht auf die Schwere der Beleidigungen, die weit über das zulässige Maß des politischen Kampfes hinaus- gehen, für nicht ausreichend und erkannte gegen den Angeklagten auf 0 W o ch e n G c f ä n g N i s mit Bewöhrungssrist. Die alkoholfreien Gaststätten des Deutschen Arbeit er- Abstinentenbundes, Skalitzer Straße 0 und Pank- straße 12, bleiben während der Demonstration der politischen Parteien und der Gewerkschaften am 1. Mai geschlossen. Noch den Demonstrationen sind die Gaststätten wie alle Tage geöffnet und auch die warme Küche ist in Betrieb. siva« sagt 6er B�r? kom. / mm ß rr m'ä 'ft 'M Neue Lebensfreude der Lenz, und von den Blumenständen am Leipziger Platz grüßen seine lieblichen Boten. Jeder hemmi bezaubert seine Schritte, gleich dem Raucher, wenn ihm aus dem Schaufenster seine Liehlingsmarke winkt: JloseitifXano Berlins meistgerauchte Cigareite Schuh dem Kinde! Künfundzwanzig Jahre Sauglingssürsorge der Gtadi Berlin. Die Säuglingspflege der Stadl Berlin befiehl jetzt, wie im „vorwärls" schon erwähnt wurde, fünfundzwanzig Zahre. Am 1. M a i 130 5 wurden die ersten vier Säuglingssür- sorge stellen, die die Stadt einrichtete, in Betrieb genommen. Bis dahin hatte die Gemeinde, ungeachtet der erschreckend hohen Säuglingssterblichkeit, zum Schuh der Säuglinge nichts getan. Eine Fürsorge der Stadt hatte sich nur aus die von der städtischen Waisenpflege in Obhut genommenen Säuglinge erstreckt, aber auch da war kaum da» Bötigste getan worden. Säuglingsschuh für die Gesamtheit des Bachwuchses der Bevölkerung wäre nach den Entscheidungen, die bisher in der Berliner Kommunalverwaltung geherrscht holten, über den Rahmen der Gemeindeaufgaben hinausgegangen. Es ist das Verdienst der S o z i a l d e m o t r a t i e, im Rathaus anderen Anschaungen die Bahn gebrochen zu haben. Von ihr kam die Anregung zu einer allgemeine» Säuglings für- sorge, von ihr die Forderung eines planvollen Säug- lingsschutzes. Zögernd gab die damalige Mehrheit der Stadt- verordnetenversammlung ihren allen Standpunkt auf, langsam entschloß sich der Magistrat zu bestimmten Maßnahmen. Als im Jahre 1892, vor jetzt bald vier Jahrzehnten, der sozialdemokratische Stadtverordnete Dr. Zadek in der Beratimg des Stadthaushalts auf die Notwendigkeit städtischen Eingreisens zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit hinwies, stieß er bei der bürgerlichen Mehrheit noch auf kalte Gleichgültigkeit. Die Säuglings- fürsorgestellen waren erst die Frucht eines Antrages, mit dem im Jahre 1991 die sozialdemokratische Stadtverordnetenfraktimr die Einsetzung einer gemischten Deputation zur Herbeiführung von Maßnahmen gegen die Säuglingssterblichkeit verlangte. Den Antrag begründete der sozialdemokratische Stadt- verordnete Dr. Freudenberg: aber gegen seine Forderungen wandte sich im Rainen des Magistrats der damalige Dezernent des ftädti- schien Gesundheitswesens, der als Magistratsoertreter meist in Fragen der öffentlichen Gesundheitspflege ein hohes Maß von Einsichislosthkeit zeigte. Cr„erwartete nicht allzuviel" von den Beratungen, die der Antrag forderte. Aber der Antrag drang durch. Nach langer Wartezeit wurde auch die Deputation eingesetzt, utt/das Ergebnis ihrer Beratungen veranlagte dann den Magistrat, gegen Ende 1994 die Schaffung van Säuglingsfürsorge stellen zu beschließen, wozu die Stadtverordnetenversammlung in, März 1995 ihre Zustimmung gab. Bier Jahre vorher hatte gegen jenen sozialdemokratischen Antrag von. 1991,. der zu Maßnahmen gegen dgs Säuglingssterben aufrief, der Magistratsvertreter noch darauf hinweisen zu dürfen geglaubt, daß„einer der hervorragendsten Kinderärzte der Neu- zeit" in seiner Schrift über Säuglingsernährung und Säuglings- jpitäler erklärte:„Die Säuglingssterblichkeit in unserem Vater- lande und in unserer Großstadt gehört zu denjenigen Problemen, denen gegenüber der Fonschritt sowohl der öffentlichen wie der privaten Hygiene machtlos gewesen ist und denen er bisher nicht hat bsitommen können." Die Säuglingsfürsorgestellen haben in Berlin wie überall sich als eine wirtsame Waffe im Kamps gegen die Säuglingssterblichkeit erwiesen. In diesem Kamps sind wir— dank dem planvollen Säuglingsschutz, den die letzten Jahr- zehnte uns gebracht haben— heute nicht mehr so machtlos wie damals. Die Berliner Säuglingsfürforgestellen haben in einem Umfang«, den man damals kaum für möglich gehalten hätte, ihre Aufgabe zu erfüllen vermocht: die Bevölkerung über die richtige Pflege des Säuglings auszutlären. Durch unermüdliche Werbearbeit(die besonders der„Vorwärts" betrieb) wurde erreicht, daß die Erkenntnis des Segens der Säuglings- fürsorgestellen in immer weiteren Kreisen sich verbreitete. In den ersten Iahren nach Einrichtung der zunächst wenigen Säuglings- fürsorgestellen wurden ihnen mir 19 bis 15 Proz. aller in Berlin geborenen Kinder zugesührt: heute aber sind die Mütter von über 79 Proz. aller in Berlin geborenen Kinder bemül)r, sich Rat bei den Aerzten der Säuglingsfllrsorge- stellen zu holen. Vor fünfundzwanzig Jahren nahm in der Zweimillicmcnstadt die Säuglingssürsorge ihren Betrieb mit zunächst vier Fürsorgestellen oui, heute aber hat die Viermillionenstadt ein» undachtzig. Säuglingssürsorgestellen. Inzwischen ist auch ihre Arbeit erweitert und die Fürsorge über die Säuglinge hinaus auf die Kleinkinder(bis zum 6. Lebensjahr) ausgedehnt worden. Wer möchte heute die Säuglingsfürsorgestellen wieder ab- schaffen? Und von denen, die vor Jahrzehnten sich für diese Neuerung nicht einsetzten, wollte heute aus sie verzichien? Vor fünfundzwanzig Jahren gehörten sie in Berlin zu de,, Dingen, von denen man argwöhnte, sie seien„ein Schrilt auf dem Wege zum sozialistischen Znkunstsstaat". So pflegte man ehedem im Berliner Rathaus beinahe alles zu bekämpfen, was Sozialdemokraten an- regten und forderten. Heute wollen wir uns daran erinnern, daß die Sozialdemokratie in unserem Sladtparlament auch auf dem Gebiete des Säuglings schutzes bahn- brechend gewirkt hat. Taufend Krokodile werden ausgepackt. Aus dem Gelände der Zoo-Arena herrschte am Mit!- wach von mittags bis spät in di« Abendstunden hine.n allmegstes Leben: wurden dort doch nicht weniger als tausend Krokodile aus- gepackr. Diese Tiere, die jetzt genau ein Jahr iin Besiiz der Firma Ruh« sind, wurden in Florida erworben. Von da aus kamen sie nach Nizza, wo sie, die sich dort im Akklimaiionegarten der Firma aufhielten, ohne daß sie«s wollten, das Tagesgespräch dieser mondänen Stadt waren. Run haben sie von Marseille aus die Reise nach Berlin angetreten, um hier als echte Bertr.tt.'r einer Krokodilfarm bis zum Herbst zu verweilen. Die hier gezeigten wertvollen Lieferanten von Krokodstleder sind allesamt Alliga- toren, die sich von dem Krokodil durch ein breiteres Maul ui.ier- scheiden. Da sie als Kaltblüter gar kein« eigene Körperwärme zu produzieren haben, können sie verhältnismäßig primilio verpackt werden. Hle logen in einfachen, strvhgefMten Kisten. Den größten Alligatoren hatte man freilich das Mau! mit einem Bindfaden zu» gebunden, damit sie für ihre Kollegen angenehme Reisegefährten wurden. Denn während einer so langen Reise kann der eine dem andern immerhin mal aus Langerweile ein Bein abbe ßen. Das wird weiter nicht übel genommen, wie man es an ein paar munte- ren Krüppeln der hiesigen Schau beobachten kann Anders ist es, wenn zwei sich feindlich gesonnen« Tiere aufeinander losgehen und sich derartig verbeißen, daß sie Kieferverletzungen davontragen. Beim Auspacken fauchten alle Tiere ziemlich erheblich, doch beruhigten sie sich, sobald sie in das. für sie immer auf 28 G'ad erwärmt« Wasser kamen. In den Becken muß man sie wohlweiclich nach Größen eingeteilt halten: denn bei den Alligatoren ist immer der Größere des Kleinen Feind. Besonders zusagend ist der muntere Jahrgang der Vierjährigen: die Aelteren sind nämlich aufreizend faul. Nacktem die Berliner für sich das Beste von diesen K okodilen abgesehen haben, werden diese Modetiere nach London reisen, wo sie schon jetzt für eine Schau engagiert sind. Maikundgebung der Sozialistischen Lugend. Die Sozialistische Arbeiterjugend marschierte am gestrigen Borabend des Weltfeiertages der Arbeiterschaft durch den Berliner Osten. Am Helsingsorser Platz trafen die Berliner Gruppen zusammen Mit Fahnen und Musik rückten die einzelnen Bezirke an und formierten einen eindrucksvollen Zug, der bald das Straßenbild im Osten beherrschte, vierzig Minuten dauerte der Abmarsch. Immer neue rot« Fahnen, von der Jugend getragen, inmier neue Transparente, die den unbesiegbaren Willen der Jugend für Sozialismus, gegen Krieg und soziale Reaktion verkündeten. Durch Lichtenberg bis nach Friedrichsfelde marschierte der Zug. Dort sprach Ludwig Diederich aus dem Viktoriapiatz zu den Tausenden, die den Platz umsäumten. Neue Verbindung Berlin— Teupitz und Halbe. Die Peichsbahn wird an Werktagen versuchsweise einen neuen Personenzug zwischen Königswusterhausen »nd Halbe einlegen, der Anschluß an die Vorortzüge von und nach Berlin hat. Der Zug jährt im'Anschluß an den Vorortzug ab Berlin Görlitzer Bahnhof 5,52 Uhr, ab Königswnsterhausen 6,19 Uhr. und trifit in Groß-Besten 6,17 Uhr, in Teupitz-Groh-Köris 6,59 Uhr und Halbe 7,98 Uhr ein. Die Rückfahrt ersolgt ab Halb« um 7,17 Uhr, ab Teupitz-Groß-Köris 7,26 Uhr, ab Groß-Besten 7,37 Uhr. an Königswusterhausen 7,15 Uhr und weiter mit Vorortzug an Berlin Görlitzer Bahnhos 8,31 Uhr. Die Bereinigung Reichsdeutscher Republikaner zu Riga beendete die Veranstaltungen der diesjährigen Wintersasson in der vorigen Woche mit einem Vortragsabend, bei dem der ge- ichäslssührende Vorsitzende des Deutschen Republikanischen Reichs- bundes, Bürgermeister a. D. H e ß l« i n- Berlin über das Thema „Ter Weg zum deutschen Eiichcitsstaat" sprach. Der Lorsitzende Bernhard Lamey konnte u. a. den deutschen Gesandten Dr. S t i e v e und den bekannten Führer der deutschen Minderheit in Lettland Dr. Schi«mann begrüßen. Bürgermeister Heßlein trat im Sinn« des Programms des Deutschen Republikanischen Reichs- bundes für die Schasfung des dezentralisierten Einheitsstaates ein; an den Dortrag Motz sich ein« sehr reg« Aussprache. 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Die Erhöhung der Tarife trifft die arbeitende Bevölkerung in vngleich stärkerem Maße als die besitzenden Schichten. Wahrschein- lich werden sich die bürgerlichen Parteien mit der Herauisetzung der Grundvermögens st euer ohne große Bedenken einverstanden erklären. Denn die Steigerung dieser Steuer wird ja sofort durch eine Mietssteigerung um 4 Proz. auf die breiten Massen abgewälzt. Diese tragen also direkt den Hauptanteil der neuen Lasten. Um so gerechtfertigter sollte eine Erhöhung der Gewerbesteuer als Veitrag der bürgerlichen Schichten erscheinen. Aber die einzige Antwort der Gegenseite lautet: trägliche Belastung der Wirtschaft!" .llner- Wie steht es denn in Wahrheit mit dieser„unerträglichen' Belastung und mit der„Ungerechtigkeit" dieser Steuer überhaupt? Die Gewerbesteuer ist eine Abgabe der Gewerbetreibenden für die Verursachung besonderer Lasten.und den Genuß besonderer Vorteile. Die Errichtung eines Gewerbebetriebes gieht Arbeiter an einem Ort zusammen und führt ollein dadurch zu einer Belastung der Stadt, zu neuen Ausgaben im Schulwesen und in der Jugendpflege, in der Arbeitslofenfür» sorge, bei der Arbeitsvermittlung und im Verkehrs. wesen(wenn die Stadt nicht für die Beförderung der Arbeiter und Angestellten sorgen kaim, müsien die Betriede selbst große Auf- Wendungen nwchen— Beispiel: die Siemensbahn). Wer damit ist die Reihe der Ausgaben, die von den Gewerbe- treibenden verursacht und von der Allgemeinheit getragen werden. durchaus nicht geschlosien— man denke mir an die steigenden Kosten der Straßenunterhaltung wegen des steigenden Kraft» wageiwerkehrs. Und wenn die Stadtverwaltungen über diesen vom Gesetz und vom Stand der Kultur als notwendig bezeichneten Kreis von Aufgaben hinaus Veranstaltungen treffen, so Hoden häufig die Gewerbetreibenden direkt den Nutzen davon. Dahin gehören Hafenbauten in Seestädten, die Bertehrsretlame von Bade- und Kurorten, die Veranstaltungen von Messen und Fest- spielwochen 11.«. m,(das Defizit der„Preffa" hat den Etat Kölns arg belastet). Leistung und Gegeuietstuag— die svmmensteuer. „gerechte" Lohn- Daß für all diese Leistungen der Städte die Gegenleistung der Gewerbetreibenden in Gestalt der Gewerbesteuer gerechtfertigt und notwendig ist, bestreitet auch heut« kein ernsthafter Finanzcheoretiter. Da die Lasten für die Städte unabhängig vom Geschäftsgang gleichmäßig hoch sind und bei schleck)tem in der Regel noch steigen, so muß auch das Steueraufkommen einigermaßen unabhängig vom Geschästsergebnis sein. Deshalb können die Städte auf die Gewerbesteuer in der Form der Kapital, und der Lohnsummcnsteuer nicht verzichten, da deren Aufkommen nahezu unabhängig ist vom Gewinn. Damit aber die Gewerbe- steuer nicht aus der„Substanz" gezählt werde, hat man als dritte Form die Ertrags steuer eingeführt: sie wird(mit einigen Be- sonderheiten) nach der Höhe des Gewinns berechnet: eine zweite Einkommensteuer ist sie damit aber noch long« nicht. Es ist behauptet worden, die Lohnsummen steuer sei am besten geeignet, dem„Prinzip von Leistung und Gegenleistung' zu entsprechen, da ja ihr Aufkommen wie auch die Lasten von der Arbeiterzahl abhängig seien. Wenn diese Wstassung auch an maßzebeicher Stelle Anklang gesunden zu haben scheint, so ist sie doch falsch. Wenn nämlich ein Unternehmen„rationalisiert', so oer- mehrt es sein Kapital, d. h. es kaust arbeitsparende Maschinen und setzt die entsprechende Anzahl von Arbeitern auf die Straße. Jetzt hat also die Stadt für diese Arbeitslosen zu sorgen(soweit d.« Arbeitslosenversicherung mcht ausreicht), ihre Ausgaben im Wohl- fahrtsetat nehmen entsprechend zu. Daz Uirternehmen aber, das setzt mst größerem Kapital und größerem Gewimr arbeitet, zahlt weniger Lohnsummen steuer. Es kann also keine Rebe davon sein, daß die Lohnsummensteuer allein dem„Prinzip von Leistung und Gegenleistung' genügte. Nur wenn jenes Unternehmen entsprechend seinem höheren Kapital und einem größeren Ertrage mehr Kapital- und Crtragssteucr entrichtet. kann man von einem gewissen Ausgleich sprechen. Besonders die kleinen und die Mittelstädte, die häusig von einem oder nur sehr wenigen Betrieben abhängig sind, können nur existieren, wenn wenigstens zwei der drei Gewerbesteuerarten zwingend vorgeschrieben sind(wie heute in Preußen). Die Vorliebe der bürgerlichen Parteien für die Lohnsummen. steuer hat aber auch ihren Grund: sie ist sehr leicht zu kalkulieren, kam, also durch einen entsprechenden Preisaufschlag sofort wieder abgewälzt werden. Die Abwälzung der Ertragssteuer ist schwie- riger, weil ihre Höh- sich von Jahr zu Jahr mit dem Gewinn ändert — gerade darum kann die Arbeiterschaft an ihr festhalten. Da die heutig« Gewerbebesteuerung in der Pre.sbildung weitgehend berück- sich ti gl ist, so könnte die plötzliche Abschaffung der Ertragssteuer bei Erhöhung der Lolinsummensteuer(wie von bürgerlicher Seite vorgeschlagen) nur Verwirrung aus dem Markte stiften: denn dann würde in Berlin ein Warenhaus etwa 12 Proz., ein Großbetrieb der Elektroindustrie aber 47 Proz. und«n Großhandelsbetrieb sogar 72 Proz. Gewerbesteuer weniger als heute zahlen. In Berlin soll die Gewerbesteuer um 16 Proz., d. h. die Zuschläge zur Ertrag- steuer sollen aus 500, zur Lohw'ummensteuer auf 11.>l> Proz. ge- lieigert werden. Auch nach der Erhöhung werden d'>« Berliner Steuersätze nichtungewöhnlichhoch sein: Es wurden bisher erhoben: Es wurden bisher erhoben: Zuschläge in Prozent zur Ertragsteuer zur Lohnsuinmensteuer Durchschntit in ganz Preußen... der preußischen Städte über Ivo 000 Einw.. d. Städte d Ruhrreviers über 100 000 Einw.. in Berlin..... Wie die Tabelle zeigt, betrugen schon im vorigen Jahre die Zu- schlage in den preußischen Städten über 100 000 Ernwohner durch- schnistlich für die Ertragstcuer 518. zur Lohnsuinmensteuer 1657 Prozent: bei den Städten des rheiiusch-westfälischen Industrie» bezirks sogar 572 bzw. 2450 ProZt! ' Die Lohnsummen st euer würde in Berlin nach der Er- höhung 1,15 Proz. der Summe der tatsächlich gezahlten Löhne be- tragen. Bei der Ertragsteuer bleiben 1500 Mark frei(ausgenommen bei Aktiengesellschaften). Di« tatsächliche Belastung wird bei einem Ertrag von 3000 Mark etwa 1,2 Proz., von 5400 Mark etwa 3,5 Proz., von 10 000 Marl etwa 6,5 Proz. ausmachen und all- mählich bis annähernd 10 Proz. steigen. Für die freien Berufe, die ja seit April dieses Jahres auch Ertragsteuer zahlen müssen, wird die Betastung bei 10 000 Mark ungefähr 2 Proz., bei 15000 Marl etwa 4,6 Proz. ausmachen. Diese Sätze können angesichts der Tat- fache, daß di.« Gewerbetreibenden stets die Möglichkeit der Ab- wälzung der Steuern hoben, gewiß nicht zu hoch genannt werden. Was dazu veracilaßt, die Ertragsteuer«ine Steuer„speziell auf den Mittelstand' zu nennen, ist unerfindlich. Die obengenannten Sätze zeigen, daß die kleinen und mittleren Erträge durchaus bessergestellt sind, als die hohen: gleichwohl ist die Sozial- demokratisch« Partei stets für eins Erhöhung der Freigrenze«ingetreten. Wenn der Mitelstand glaubt, die Steuer weniger leicht als die Großbetriede abwälzen zu können, so liegt das an seiner allgemeinen wirtschaftlichen Unterlcgenheit: der For t-> fall der Gewerbesteuer würde seil« Stellung höchstens noch schwächen, weil eben die Großbetriebe durch die Steuer st ä r k e r als die kleinen Betriebe betastet sind. Die unerwünschte Verschiedenheit der Steuersätze. Wie auch aus der oben angeführten Tadelle hervorgeht, ist die Verschiedenheit der Steuersätze der einzelnen Gemein- den in letzter Zeit sehr stark geworden. Diese Ungleichmäßigkeit in der Belastung durch die Gewerbesteuer ist aber volkswirtschaftlich unerwünscht, weil sie die Konkurrenzverhältnisse unter den Produzen ten beeinflußt. So haben vielfach Unterneh- mungen ihre Betriebe nach Orten mit besonders niedriger Gewerbe- steuer(sog. Steueroasen) verlegt, obwohl andere Orte prodirk- tionstechnisch günstiger gewesen wären. Es wird Aufgabe des kam- Menden Finanzausgleichs und des Stcuervereinheitlichungs- gesetzes sein, den Städten eine Ungleichung ihrer Steuersätze an bc- stimmte Durchschnittssätze zu ermöglichen. Wenn also ein Vorgehen gegen die stellenweise erfolgte Uebcrspannung der Gewerbe- steuer verständlich. ist, so muß doch entschieden Front gemocht werden gegen eine allgemeine Herabsetzung— die ja die Ungleich- Mäßigkeit der Belastung nicht beseitigen würde!— und gegen die Versuche, die Gewerbesteuer überhaupt zu beseitigen. Aber im Grunde richtet sich ja der ganze Kampf gegen die Ge° werbesteuer nicht gegen ihre„Ungerechtigkeit" oder ihre „Unerträgsichkeit". fanden, man will sie durch eine bewußt u n- sozial gewählt� Steuer, etwa den Verwaltungskostenbei- trag, ersetzen, um den Einfluß der Arbeiter auf die Koikttnunal» Politik zurückzudrängen. Man will„verhindern, daß die Steirenr, die von wenigen Zahlungsfähigen getragen werden, von denen, die sie nicht tragen, beschlossen werden". Deshalb verlangt man nach einer Steuer, dce auch der Aermste zahlen muß, nach der Kopfsteuer. Aber ein solches mittelalterliches Steuerargunwnt hol nnt Sachlichkeit nichts mehr zu tun. Es ist schlechthin pluto- kratisch. Mit unserer Diskussion über die Berechtigung der Gc- werbesteiwr und ihrer eventuellen Erhöhung Hot es nichts mehr zu tun. ll. Zuhli. Noch gutes Neichsbahnjahr. Oer Abschluß für 1.929.- Was geschieht mit der Ausgleichsrücklage? Früher als gewöhnlich legt die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft diesmal ihren Jahresabschluß vor. Trotz der ungünstigen Einwir. kungen der Kältewelle im vergangenen Winter en, spricht der Ge- samtertrag liits' Bstklidsstchrs?" ISN dem' Finanz-Voranschlag der Derwaltunz. Die gesamten Betriebseinnahmen erhöh» ten sich im Berichtsjahr von 5,14 auf 5Lö Milliarden Mark. Auf den Güterverkehr entfallen hiervon 3,48 gegen 3,27 Milliarden Mark, während die Einnahmen aus dem Personenverkehr nur 1.4? gegen 1.44 Milliarden im Vorjahr ergaben. Die rückgängigen Aus» nahmen bei dem Personenverkehr stellen zweifellos eine Reaktion auf die Fohrpreisverteuerung im Herbst 1328 dar. Insgesamt aber kann die Reichsbahn, wie die folgende Tabelle zeigt, mit der Eni- wicklung ihrer Betriebseinnahmen im letzten Jahr durchaus zu- frieden sein. Die Einnahmen stellten sich: 1925...... auf 4669 Millionen Mark 1926..---- 4541 1927........ 5039 1928....... 5140 1929........ 5353,8 Die Ausgaben der Betriebsrechnung stiegen ondererfeits von 4,29 auf 4,49 Milliarden. Bemerkenswert im Hinblick auf die bei der Reichsbahn durchgeführte Rationalisierung ist, daß trotz einer Steigerung des Gesamtpcrsonals um rund 12500 auf 713119 Perjonen die persönlichen Ausgaben nur un, 66 Mill. auf insgesamt 2,41 Milliarden stiegen, während sich die Sachausgaben um fast 110 Mill. auf 1,41 Milliarden Mark steigerten. Wenn di« so- genannte Betriebszahl, das Verhältnis der Betriebsauegaben zu den Betriebseinnahmen, sich mit 83,93 gegenüber 83,24 im Vorjahr etwas verschlechtert hat, ist sie dennoch immerhin bei weitem günstiger als im Jahre 1925, wo sie sich aus 85,5 belief. Außerdem sind in die Betriebsausgaben die Kosten für Erneuerung der Anlogen in Höhe von rund 660 gegen 648 Mill. eingesetzt. Der ausgewiesene Betriebsüberschuß hält sich mit 860 Mill. soft auf der Höhe des Borjahres. Hiervon werden 658.7 Mill. für die Verzinsung der Reparationsschuldverschreibungen abgesetzt und weiter« 91,8 Mill. der gesetzlichen Ausgleichs» r ü ck l a g e überwiesen. Da diese Aucgleichsrücklage nunmehr die im Reichshahngesetz vorgesehene Höhe von 500 Mill. erreicht hat, somit also in der Bilanz für 1930 keine Rückstellungen vom Be- lriebsüberschuß mehr zu erfolgen hoben, ergibt sich für den Wschluß des taufenden Jahres ein« bedeutende Erleichterung. Bon dem mit 254 gegen 249 Mill. ausgewiesenen Reingewinn wird eine 7prozeniige Dividende auf di« Borzugsaktien gezahlt, die 7(5,6 Mill. beansprucht. Der Rest des Gewinnes von rund 179 Mill. wird auf neue Rechnung vorgetragen. Die Verwaltung weist jedoch in ihrem Geschäftsbericht darauf hin, daß dieser Betrag nicht mehr flüssig sei, da sie bereits zur Deckung von Erneuerungskosten auf diese Mittel zurückgegriffen habe. Der Zuwachs an Neuonlagen ist im Berichtsjahr duräz die Drosselungsmaßnahmen der Reichsbahn von 285 auf 186,4 Mill. zurückgegangen. Daß die Reichsbahn in der Hoch- konjunktur von 1927 rund 350 Mill. Mark an Aufträgen in die Wirtschaft pumpte, im vergangenen Jahr bei der wachsenden' Ver- schlechterung der Wirtschaftslage jedoch nur noch die Hälfte, zeugt nicht gerade von weitsichtiger Konjunkturpolitik bei diesem größten deutschen Unternehmen. Insgesamt hat di« Deutsche Reichsbahn- Gesellschaft seit ihrer Gründung im Jahre 1924 Neuonlagen im Werte von 1,46 Milliarden geschaffen. Für diese Neuanlagen hat di« Reichsbahn auch im Berichtsjahr wiederum 25 Mill. an Ab- schveibungen zurückgestellt, die sich damit aus insgesamt 390 Mill. erhöhen. Di« Reichsbahn hat also im sechsten Jahr ihres Bestehens bereits 26.5 Proz dieser Neuanlagen abgeschriebsn. Die Höh« dieser Abschreibungen muß bei einem Unternehmen, dessen Verwaltung seit Jähr und Tag über Finanzschwierigkeiten plagt, zweifellos als überspannt angesehen werden. Es erhebt sich ferner die Frage, wie sich die angebliche Finanz- katanüät der Reichsbahn stiit der Tatsache verträgt, daß chre flüssi- gen Mittel den hohen Stand von 838 gegen 775 Mill. im Vorjahr erreicht haben Ferner sollte di« Frag«, vom Reich sehr ernsthaft geprüft werden, ob die 800 Mill. aus der Ausgleichsrück» lag«, welche die Reichsbahn wegen des bisher besteheichen Sonder» Pfandrechts der Reparationsgläubiger in.ihren Bankguthaben an« sammelt und flüssig hält, jetzt nicht zur Finanzierung der Anlage- erneuerung herangezogen werden kann. Jedenfalls würde dadurch die Anspannung der Reichsbohnfinanzen und der„Zwang" zur Tariferhöhung beseitigt. Mansfeld als Kartellrentner. Skillegung des Bergbaues— weil Derlvstbetrieb„nicht verantwortet" werden kann. Die Mansfeld AG. hat vorsorglich die Stillegung des gesamten Kuvferschteserberglwues zu beantragen beschlossen. Bor der Still» legpng soll keine noch offene Möglichkeit unversucht blechen, eins .Lohnreduktion von mindestens 15 Prozent" herbeizuführen. Das sei die Boraussetzung zur Berhinderung„eines Verlustbetriebes, den die Derwaltung mcht verantworten kann. Wenn wider Erwarten die Einsicht m die Notwendigkeit der Lohnbewegung und der sonst angestrebten Erleichterung sich nicht durchsetzen sollte, so wü.rde dia Mansfeld AG. in die Zwangstage kommen, die beantragte Still- legung nach Ablauf der gesetzlichen Fristen in Kraft zu setzen." Wir wollen hierzu nur wenige Worte sagen. Wir' haben gestern noäjgewiefen, daß Mansfeld auch bei dem jetzigen Kupferpreis noch mindestens ohne Verlust arbeiten könnte. Wahrscheinlich wäre sogar noch di« Erziebmg-einer kleinen Divi« deiche. Wenn aber Mansfeld das bestreitet, so hat Mansfeld den Beweis ftir ein« unvermeidliche Berlustwirtschaft zu führen. Bis da- hin ist der„vorsorgliche' Stillegungsantrag ein zielbewußter Er- pressllngsoersuch; di« Not der Arbeitslosen dient als Hebel, einen«n- geheuerlichen Lohnabbau zu erzwingen- Staatsbehörden, die nicht erst nach allcrgründlichster Prüfung der Berhältn-isse ihre Entschei- düngen treffen, würden an diesem Erpressungsversuch mitschuldig werden. Ein anständiger Kaufmann sagt nicht bei einer Erlössenkung durch einen Kanjunkwrwechsel oder durch eine verfehlte Kartellspeku» lation. bei der er mitgewirkt hat und nachdem er große Konjunktur. gewinn« aus üb-chöhlen Preisen nach Hause gebracht hat, ich kann jetzt keine Berlustwirtschaft verantworten, meine Lieferanten müssen mich entsprechend billiger beliefern und meinen Gewinnaussall bezahlen. Das tut die Mansfeld AG. gegenüber ihrer Belegschaft, der Lieft-- raittin der Arbeitskraft. So handelt nicht ein anständiger Kaufmann, sondern ein Kartellrentner, der vergessen hat. daß auch noch in einer zunehmend kartellierten Wirtschaft gute und schlechte Jahre mitein- ander wechseln. Wir beneiden weder die Presie noch irgendeine behördliche Stelle, die dieses Verhalten der Mansfeld-Verwaltung unterstützen würde. Einmonatliches Zwangssyndikat. Das Reichswirtschai,»« mimstcrium hat durch Verordnung für den Monat Mai das Rheinisch-Westsälischc Kohlensundikar trotz der kürzlichen»reiwilligen luntaung zur«in neues Syndikat zwangsweise verlängert, um für den Reich-kohlenrat die gesetzlichen Voraussetzungen für eine«in» gehende Prüfung der jetzigen Sachlage zu schassen. Der Reichsindex für die Lebevshaltungskoste« im April. Die Neichsindexzifssr für die Ledenshallungskoslen beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Neichsamts für den Durch!chnrtt des Monats April aus 147,4 gegenüber 148,7 im Bor» monat, Llnser Kampf. Von L, JouhauXi Generalsekretär des Französischen Gewerkschaftsbundes. Wieder einmal ruft der 1. Mai die Arbeiter aller Länder auf, für ihr gemeinsames Ideal zu demonstrieren. Noch leben wir in einer so trüben Zeit, daß es in erster.Linie die Sehnsucht noch dem Frieden ist und der Wille zur Völkervcr- fiäudigung. von.denen. unsere brüderlichen Kundgobungcn beseelt und geleitet sind. 'Bei dieser Gelegenheit schicken die französischen Arbeiter den deutschen Arbeitern ihren Gruß. Der Friede kann sich mir aus der Zusammenarbeit aller Völker ergeben, aber wir haben die ticsc lieber, Zeugung, daß Deutschland und Frankreich-dos Fundament dieser Znsmmnenarbeit bilden müssen, daß aus ihren Schultern diese Arbeit und damit der Friede ruhen muß. Der Allgemeine Deutsche Gcwerkschoftsband und der Französische Gewerkschaftsbund können sich heute mit Stolz an chre bisherigen Bemühungen erinnern, die darauf gerichtet sind, einen gerechten Ausgleich jener vom Krieg hinterlosfenen Probleme zu erreichen und damit zugleich die Wiederversöhwmg der beiden Böller. Wir wissen aber ebeniogut, daß die Organisation eines, wahren Friedens die restlose Hingabe der Arbeiter verlangt, und daß es die arbeitenden Klassen sind, die ihre letzte Kraft hergeben müssen zum Kamps gegen den Krieg! In Frankreich wie in Deutschland und wie überoll: es ist dieses Ideal der Brüderlichkeit, das die Organisationen der arbeitenden Klassen an diesem 1. Mai neu bekräftigen. Gleichzeitig gaben- sie wiederum ihren u n e rs chü t t e r l i ch e n Willen kund, trotz aller und jeglicher Widerstände, die sich ihnen entgegenstellen: den Kamps fortzusetzen für die allgemeine mili« tärischc und wirlschofllichc Abrüstung! | England Witt ratifizieren. i Wirt» Oeutschland folgen? Paris. 3V. April. J« der Schlußsitzung des Berwaltüngsrats des Internationalen Arbeitsamts am Dienstag nachmittag wicsder Direktor Thomas darauf hin, daß die englisch« Regierung am 16. April einen Ge- ietzentwurf zur Ratifizierung des Washingtoner Achtstundentag- Abkommens im Unterhaus eingebracht hat. Genossin B o n d f i e l d, die Leiterin des englischen Arbeits« Ministeriums erklärte hierzu, die englische Regierung habe den Wuns-V die. Ratifizierung des Abkommens Oind die Entwicklung der internationalen Arbeitergesetzgebung zu beschleunigen. Die frühere Regierung Englands hat dafür gesorgt, daß in dieser Ratifizierungssrag« keine Ucberstürzung erfolgt«. Wenn die Widerstände in England gegen die Ratiftzie- rung endlich beseitigt sind, wird hoffentlich auch die deutsche Regierung keine Schwierigkeiten mehr machen, um die allge- meine Zustimmung zu dem Washingtoner Abkommen vom Fahre ISIS durchzuführen. Zum bedingien Achtstundentagschuh. Vorschläge des Sozialpolitischen Ausschusses zu H 2. r Der Sozialpolitische Ausschuß des Reichswirtschasisrots beschloß, der Reichsrcgierung für die Untcrslelluug unter die Bestimmungen des K 7 der Arbeitszeitnerorduung(sanitärer Achtstundentag) fol- gcnde Arbeitergruppen vorzuschlagen: Sortiererinnen in Lumpensortioran st alten und Lumponhandlungen, soweit nicht einwandfrei Staubsaugungsein- richtungen vorhanden sind: die Arbeiter in A b d e ck e r c i c n: die Müllabfuhrarbeiter, soweit auch hickr keine geeigneten Maßnahmen gegen Staübgefahr getroffen sind, ferner die mit Mülljortierung, Verladung und in den Mülvexbremuings anstalteil beschäftigten Arbeiter., I Bei den Betrieben der Sie i n g e w i n n u wg/ u n d Stein- bcärbeitung sind vom Ausschuß ebenfalls eine Reihe von Arbeitergruppen vargeschkagen, deren Gesundheit besonders gesähr- der ist, so z. B. die Arbeiter, die mit dem Brechen des Sandsteins und seiner, Bearbeitung als Bildhauer, Schleifer, Säger usw. be- jchäftigt sind. Für die Arbeit mit Sandstrahlgebläse, Prehlustwerkzeug sowie in Schottcrwerken, in der Grisselindustrie und den Spallhäusern der Schiejerinduftrie soll die Unterstellung nur dann erfolgen, wenn die in Frage kommenden Betriebe nicht nach Feststellung des Ge- wsrbeaufsichtsberamten mit Staubsaugungsoarrichtungen versehen sind, die den Forderungen des Gesundheitsschutzes voll entsprechen. Man Hölle die aufgezähllen Arbeitergruppen ruhig allgemein dem sanllären Achtstundentag unterstellen dürfen, auch in den Be- trieben mit Staubsaugungsapparaten. Es bleiben ohnehin noch reichlich Ausnahmen vom Achtsivndenlag übrig. Maifeier der Aaiionalsozialifien. „Lluter AVolf Hitlers Jahnen." Die Nallonalsozialistischc Betriebszellen-Orgamsation. Gau Groß-Berlin, gez. M u ch o w. richtet an ihre Getreuen und Sympäthisierenden einen ihrer Gcistcsrichtung entsprechenden M a i a u f r u f. .Der Zustand muß ein Ende haben", dekretieren sie, daß „Hunderttausend e verblendeter Arbeiter wie in einem hypnotischen Banne" den Ausrufen ihrer Gewerkschaft und Partei zur Maifeier tolgen.,, unter. den. allen verstaubten Läsungen' des Dölkerfriedens, Abrüstung, Beibehaltung des, AchtsllindentagS: und Errichtung einer sozialen Republik". „Die Nationalsazialistisäi« Deutsche Arbeiterpartei, die radikalst« politische Gruppe für eine nationalistische und sozialistische Reuord- nung von Staat und Wirtschast der Deutschen, hält die Zeit für gekommen, um die Führung der Hand- und Kopfarbeiterschaft zu übernehmen." Sie will die Seele des arbeitenden deutschen Menschen erobern— durch restlose Vernichtung des Vlarrismus. „Unser Kamps um die Berliner Betriebe... soll vom heutigen Tage ab, dem Tage marxistischer„Wsltfeicrtags"duselei, mit ver> doppellcr Kampskraft und Energie ausgenommen werden. Dem marxistischen 1. Mai stellen wir Nationalsozialisten den 1. ZNoi als Festtag der nationalen Arbeit entgegen, als Kampfruf und neues Symbol einer laugsam erwachen- den und sich vom Marxismus loslösenden deutschen Arbeiterschaft der Stirn und der Faust." Der bombastischen Bcrkündung der Einführung des 1. Mai als „Festtag der nationalen Arbeit" fehlt die Ausforderung zur Arbeil». ruhe am l. Mal und damit die Konsequenz. Da die Herrschaften den Mut zur Konsequenz nicht aufbringen, darf man von lhnen nicht erwarten, daß sie sich darum bemühen, den Marxismus kennen- zulernen, bevor sie ihn„restlos"— selbstverständlich!— vernichten. Das mitleidige Lächeln, das die Einführung einer Hitler« Maifeier bei unseren Genossen auslöst, muß zu dem Entschluß sichren, den Leutchen entgsgenzuwirken, wo irgend sie sich in den Betrieben bemerkbar machen. Dem„Nationassozsaliemuz" der Hitler-Leut«. die„gegen den Wopllalisntus als brutal« und ausbeuterische Unterdrückung,, und Wkrtfchastssorm de» Liberalismus" zu kämpfen vorgeben,«chite zu (Bissen, mit welch« OMten dies« JteüoMflozwfisums*. der-Sa« zialismus" des Bauernfangs, gefördert wird, müssen wir unser- „alten verstaubten Losungen" eillgegenstellen. Schon die Tatsache ollein, daß der Kapitalismus internatio- n a l ist, müßte die Leutchen davon abhalten, in„National- sozialismus" zn machen, der in Wirklichkeit inlernalionaler Faschismus ist. Der Feind, den wir am tiefsten hassen..., der ll n v c r st a.n d, muß bekämpft werden, wo wir ihn treffen. .. Zreyer abgewiesen. Das Ende einer kommunistischen Aktion. Bekanntlich hatte die Berliner Berkehrs-Gesellschafr Mille Za- nuar eine Anzahl von Arbeitern entlassen. Ein großer Teil der Entlassenen har mit Erfolg Einspruch beim Arbeiterrat erhoben und der damalige Borsitzcnde des Arbeitcrrats, Frey er, erschien vor dem Arbeitsgericht als Vertreter der Entlassenen, um die Klage gegen die Entlassungen als„unbillige Härte" zu vertreten. Mehrere Termine wurden abgehalten, da die Verhandlung innner wieder vertagt wenden muhte, hauptsächlich desliakb, weil Freyer, der keine Ahnung hat, wie man einen Prozeß führen muh, die ein- fochsten Formoliläten nicht erfüllt hätte. Inzwischen wurde am 16. März der Betriebsrat neugeWähtt. Freycr mit seinem kommumstischen Aichong blieb dabei in der Minderheit. Am 24. Mörz wurde in der konstituierenden Sitzung des neuen Betriebsrats Genosse Flieger �um Vorsitzenden des Arbciterrats gewählt. Damit war Frcyers Amtsperiodc beendet und auch sein Mandat zur Vertretung der Klage vor dem Arbeitsgericht erloschen. Aber mit dieser einfachen Tatsache lomüe sich Freyer nicht abfinden. Er wollte den Prozeß wcitcrlühren und unterlieh es, seinem Amtsnachfolger Flieger die Prozeßakten zu Wergeben,, so daß dieser-in der Klagesache nichts nnft.e-rn eImc n konnte. Als. r ey er vom Gericht klargemacht wwH� Mß.er als vertrclcr der Entlassenen nicht mehr angesehen werHen: könne,.da stellte er beim Arbeitsgericht den Antrag, die Wahl.Fliegers zum Arbeiterrals- Vorsitzenden für ungültig zu erklären, weil die konstituierende Per- sammlung nicht von ihm. Freyer, als- Vorsitzender des Wahloor- standes, sondern vom Betrieberatsmitglied Flieger einberufen worden ist. Freyers Antrag wurde vom Gericht zurückgewiesen mit der Begründung, das Bctriebsrätegefctz schreibe vor, daß der Wahl- vorstand innerhalb einer Woche nach der Wahl die konstituierende Sitzung einzuberufen habe. Freyer habe das unterlassen, obgleich ihn Flieger auf die Folgen der Unterlässimg ausdrücklich hingewiesen habe. Durch diese Unterlassung sei eine Notlage entstanden, die Flieger b e-rechtigt. habe, die Äonsttmiernng der Betriebs- Vertretung zu veranlassen. Die Wahl' Fliegers Zum Arbeiterrats- Vorsitzenden bestehe zu Recht. Nachdem diese'Entscheidung des Gerichts ergangen war, kam die Klage der Entlassenen— es find einige siebzig— erneut zur Ber- l>andtung. Der Vorsitzende wies wiederHoll darauf hin, daß Freyer nicht mehr berechtigt ftiZals Vertreter aufzutreten. Wenn Freyer trotzdem darauf bestehe,' die Klage unter seiner Vertretung weller- zuführen, dann mache er sich einer groben Fahrlässigkeit schuldig, und das Gericht' sei- durch die'Zivilprozeßordnung gezwungen, ihm die Kosten des Verfahrens aufzuerlegen. Durch die Aussicht auf Kosten in beträchtlicher Höhe wurde Freyer schwankend. Da trat ein Mann aus den Rechen der Zu- Hörer an ihn heran, flüsterte ihm etwas zu und Freyer bestand auf der Klage. Das Gericht erkannte aus den schon angeführten Gründen aus Abweisung der klage urtd belastete Freyer mit den Kosten, die 506 Mark betragen Eine moralische Ohrfeige. Di«: sich ein„revolutionärer" Rezitator verdiente. Eine interessante Verhandlung mit politischem Hintergrund vor dem Arbeitsgericht. Der Schauspieler Ernst Busch verklagt den verband der Lithographen und Steindruckcr auf Zahlung von Hono- rar. Auf einer Jug-ndveranstaltung des Verbandes sollte Busch einige vorher genau bezeichnete Rezitationen vortragen. Nachdem Busch gegen den Willen der vcranstallcr bereits einige Programm- punkte willkürlich geändert hatte, brachte er ein Lied, das sich scharf gegen die Sozialdemokralie richtete und das einen Sturm der Eni- rüstung auslöste. Genosse L a n d a verhindert« darauf das weitere Auftreten Büschs und verweigerte ihm die Auszahlung des Hono- rars. In der jetzigen Verhandlung erklärte der Vertreter des beklagten Verbandes, daß es der Gewerkschaft nicht darauf ankomme, dem Kläger dos vereinbarte-Honorar vorzuenthalten. Der 5iläger werde, wie das Urteil auch ausfalle, fein Geld bekommen. Die Gewirk- schall lege aber Werl darauf� dos verhallen des Klägers gerichtlich beurlcilcn zu lassen, um ihm ein- für allemal die Lust zu solchcn Streichen zu nehmen. .Dos Urteil sprach dem Kläger zwar den eingeklagten Betrag zu, doch kommt es zu ein-r moralischen Verurteilung des Klägers: denn es stellte ausdrücklich fest, daß Herr Busch seinen Vertrag gröblich verletzt- hohe, und daß der Verband berechtigt sei, Schaden- ersatzfordsrungen geltend zu" machen und sie gegen die eingeklog'e Sutnm» auszurechnen. Da ober die Gewerkschaft nicht nachweisen könne, daß TU einen Ewnohmeausfall durch da» Auftreten des Kläger» gehabt habe, müsse dUsem der volle Betrag zuerkannt metchen. WiederhergesteNie Einheiisfrout. Mißlungene Spaltung bei den Eisenformern. Sa bedauerlich an sich die von der KPD. herbeigeführte Spal- tu ng einiger Gewerkschchlen oder ihrer Branchen ist, läßt sich doch von allen diesen Experimenten sagen, daß sie die gegenteilige Wirkung von dem erzeugt haben, was die Spalter bezweckten. Die KPD. hat wsdcr nennenswerte Teile der Arbeiterschaft von den Gewerkschaften losgelöst, noch in den Wnbänden oder Branchen, in die sie ihre Sprengminen legte, Verwirrung anstrfteu können. Der„Evsolg" der Spaltungsaktion besteht lediglich darin, daß sich einige Oucrtreiber mit ihrem geringen Anhang selbst außerhalb der Organisation gestellt haben, die übrige Arbeiterschaft geschlossener deim je dasteht. Das zeigte sich wiedermn in aller Deutlichkeit in der Branchen- Versammlung der Eisens armer und Berufsgenossen am Dienstag in den Sophienfälen, der ersten Mitgliederversammlung nach der Spaltung dieser Branche. Man sah in dieser Versammlung zwar vornehmlich ältere, gewerkschaftlich geschulte Männer, do�vischen aber auch einen nicht unbeträchtlichen Teil jüngerer Berufs- angchöläger, die im allgemeinen leichter auf die kommiMistsschen Leimruten gehen als lsbensersahrene Menschen. Man sah aber auch viele Former und Berufsgenossen, die seit längerer Zeit keine Branchenoersannnlung mehr besucht hoben, weil sie das Treiben der früheren„revolutionären" Branchenleitung anwiderte. Ganz im Gegensatz zu den bisherigen Versammlungen konnte der Vertreter des Metallarbeitewerbandes Koch I ungestört die Ursachen der Spaltung und das systematische Kesseltreiben der so-- genannten oppositionellen Branchenleitung gegen die Ortsverwal- tung schildern Es war eine vernichtende Kritik, die er an den Personen übte, die ihre Funktion dazu mißbrauchen v-allien. die Brcmci»« zu spalten. Es iaud sich niemand, der auch nur«in Wort der Verteidigung für dies« organisationsschAngenden Elemente vorbrachte. Genau so einmütig verurteilte die Versanmckimg auch die wilde„Aktion" bei Härtung» in der die kommunistische Forrae rvereimgung unter Führung des ausgeschlossenen Branchen- lellers K r ü g e r k« und des kommunistischen Reichstagsabgeordne- ten Hein ihre Hände im Spiel hat. Die Versammlung bekundete ihre Zustimmung zu der Aufforderung des Orga-nfattons- Vertreters und des. Branchenleiters, diese sinnlose Bewegung von größtenteils, unorganisierten Berussanqehöriyen mit keinem Pfennig zu unterstützen. Gegen nur eine Stimme bestätigte schließlich die Versammlung die von den Vertrauensleuten gewählle provisorische Branchen- leitung, die unter der Führung des ehemaligen Branchenleiters Schröder steht, den der Bannstrahl der KPD. getroffen hat, weil er seine gewerkschaftlichen Pflichten über die Parolen dieser Anti- gewcrkschastspartei gestellt hat... Die Ernstlichen ianzen aus der Neihe. Sic kündigen den„Nordwestlichen" nicht. Essen, 30. April.(Eigenberichl.) Wie dcrichtcl. hat der Deutsche Metallarbeiterverband uyd mit ihm der Hirsch-Dunckersche Geiverkverein beschlossen, den Kähmen- taris mit der Nordwestgruppc der deutschen Eisenindustrie am>. Mai zu kündigen. Der Ehrisilichc Melallarbeilerverband hat nun beschlossen, ssch an dieser Kiinöignng nicht zu beteiligen. WcshaU' nicht, ist nicht gesagt.-. ~ Achtung, Bauarbeiter! . Die. aus Anlaß der Beteiligung an der Maifeier von der Firma Boswau u. Knauer ausgosperrten Kollegen des Baugewerts» bundes treffen sich morgen, Freitag vormittag 11 Uhr, im Gewert- schaftshaus, Engelufer, Saal 5. Die Berbandsbüchcr, versehen ch.lt Maimarke und Maistempel, sowie Entlassungsbescheimgung bitten wir mitzubringen. Ohne Mitgliedsbuch kein Eintritt. Baugcwcrkschast Berlin. Der Vorstand. Hugo Dresiel. der Redakteur des Organs des Deutichen Text,!- arbeiteroerbandes, kann am 1. Mai auf Jahre Arbeit im Textilarbeiterverbano- zurückblicken. Als Sohn eines Webmeisters in Schönfeld bei Greiz.geboren, wurde er nach feiner «chulentlasiung Fabrik weder, achon als jugendlicher Arbeiter nahm Dreisel mit Hingabe, und Leidenschaft Anteil an den Kämpfen der Tertilarbellerbemegima.. Nach vielen Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit wurde er am 1. Mai lllOö zum Geschäftsführer der Verband:-- filiale Greiz gewählt. Schon ein Jahr später berief man ihn. an die «pitz« des Gaues Sachsini-Vögtland-Oberftanken, den er bis zu seiner Wahl zum Redakteur des„Textilarbeiter" und Zinn Hauptoorstands- mitglied des Deutschen Tertilarbeiterverbandes im Jahre 1919 führte. Das Berbandsorgon ist von ihm mit Umsicht und großem Geichick geleitet und ausgebaut worden; es ist heute eine der besten deutschen Dewerkschostszertungen. Dem wackeren Kämpenzu seinem Jubiläum unser« herz. lichsten Glückwünsche! Eine gediegene Maisestnummer hat die„Gewerkschaft" das Organ des Gesamtverbandes der Arbeitnehmer der öffentlichen Betriebe und des Psrfonen- u>id Warenverkehrs, unter der Leitung von Emil Dittmer herausgebracht. Dem ansprechend«? Titel- blld von K l i m e s ch folgen die Bedeutung der Maifeier würdigende Beitrag« des Haupischnilleiters. des Verbandsvorsitzenden Lswal» öhurnarin, von A. Reißner, Karl Polenske. I. Scherff, D.«tetter, Lindow, ein Aufsatz unsev-s im- vergeßlichen Kurl Sisncr u. a., sowie Gedichte von Max Barkhel, Alexander Knoll, Karl Bröger. kurzum, eine prächtig; Ge- werkschasts-Maisestnummer. Ein kleiner Teil der Auflage ist in be- sonders festlicher Ausstattung herausgegeben worden.' �reieGewerkschafis-ZuaendVrrlin All-©rupritn ikl-ilig-n«ich an t>«n Mais«icr» d-r««Silitl«— Sic im?eursch«n Mktollarbcrt-rverband or«los«eol 3. Mal Premlere! Die lustige Witwe 20 Uhr G'wissenswurm Ende fl. 22 Uhr 0.15 Ohr Zeiir. 281 S Raudieü er au&i I Bestes iRiernationales uarietfi| �'.Uhr CASINO-THEATEH Lolhr fairer Strafe 37. VolKsbflline Mer an Buiraplat:. 8'). Uhr Rost von Kirchon und Ouspensky sie; GBoiiier Stark StaatUihilieT-Tli. 8 Uhr Der fi'wissEDtwünii mm meaiet 0 2 WeMendans MI S>. Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw ReS�MaJ Relnhardi Ttgl. 5 u.»'h Uhr— BS, Berti.»268 Pr«l8«1-6H. Wochen». SU. 50 P).-3M Heute Premler« t Oscar Sabo um Lotte Werkmeister io der Berliner ßtimmungsszene »Belm 6-T3ö€'Hcuuen", mit jjOrlfirl n a 1- K r fl cüe" i vom Sportpalast Rigroletto Brothers and Swanson Sisters tmerik. UnivM-saSakt Sund Intern. Varletö-Xeulielten Kemmerspiele B 2 Wiidendann 5201 N/« Uhr Die liebe Feindin ItiJji» vm A. P. Irtsiu Kqii: 0 jrfif G-So7. Uhr Der TeuteisschQier Komödie v Bernard Shaw Hein Regie. iz Hil pert 3aniowsk!- Sühnen TOeater Io der Stmeiaaiustr. ÜrähirlUtlsjrfhir Str.) Täglich 8V» Uhr Napoleon p reift ein M Valfei Basentlewi Komödienhsus TSglich PU Uhr: Keine Sdiwester Qfiä itii lUv.ltaliiblleiisIity Die Berliner Posse Rentier Mud.icke... and das Rlesen-Varlete-Pi ogramm. Billig i Billigl Sommerprelaet SO Pfg. 1.— Mask l.SO Mark Sonnabend u.Sonnta° kleiner Aufschlag Metropol-lh. Täglich 8V« Uhr Der Bettelstudent AIpar.SchBtsendorf, Paitlera, Arnold Kletues TUeat. Merkur 1624 Täglich 8Vj Uhr Gastspiel Gisela Werbezlrk in Um'! seUitwE Schwank von Fritz Fritlmann-FiBilridL TiieaLB.Koini.Tai Kottb. Str. 6 Tägl.SUhr Sonntags a'jdr 3 ihr m emäiijta Pr. Elite- Sänger. Dsphänoiiieiiale Mai- Programml Thefitfiram smiffDanerdaiiun Gastspiel d. kleinen Theaters 8'.1 Uhr madame hat Ausgang Komödie in 6 Bild. Vorvetk ununterbr. Norden 281 n 1141 ■ oo speis! man< ggf ona PiUlgT Nur Gross- Berlin Al&xa.d.rpl.t; I AM BAHNHOF FRlEDPICHStR-JJ iMUhr'm miTSUDTKABASeTT 1 KASINOu BAYERNKELLFB 6Wj3Uh» Trianon•Tlieater Täglich 8>7« Uhr Ein galantes Abenteoert Theater hil.Bebrenstr. 53-54 3?m Uhr A 4 Zentrum 926-927 8� Uhi Dlrckiioo Ralph Arthur Roberto Benfe gesdnosssn! Frelfag 8 Uhr zum ersten Male: Vögel, die am Morgen singen! ahhefiohßii- disiTanzehiru 1 Poble-Opinlti Ii 3 itt» wn Watin«. Gwha (8.15, Sonntags SIS und 9 Uhr | Hauptdarsteller: Erna Keistens. Traoto Boso. Carl GSIIidi. Edgar Raoism. Hau Rosa o. l Barlia 8. Grone fpinMarier str, isj 1 Akx. 3422 u. 3494 E513] Reichshallen-Theater Aößnfls(T) sonniag naöun. OD ßai SlÖßf U1-?WW „Stettiner" Ibäin. halte Nu. lutr.DZSl OönHo4f-Bret»|; IslB&pBil-PngL Szjalla Haas Faiher. Tau Dii. Dr. Martin Zickel Komische Oper ! Friedrichstr. 104. 1 Merkur 1401/4330. Täglich S-» Uhr Majestät läBt bluen... Musik im Waltif Kulte. Lustspiel; ajs Friednchsti.-» Bergmann 2922/23 Täglich SLI Uhr Geseh<inll Ameriha Lustspiel von Frank und Hirschfeld Operettenhaus Aite Jakobstr. 30/32 (Zentral- Thealer) Dönh. 2047 Täglich 8>.« Uhr FrQhiingsmädel Operette von Lehar mit Lilly flohr, Ibe M.tb, Lukas, Hoenseiacrt. Rundfunkhörer tlOlBB Fraise Große 43. Berliner Mastvieh Ausstellung Sannabent). b. 3. bl» Montag, b. 5. Mal Slttbllfcki-r Zenlralolahhof. Eingang Sibenaer Straße unb R»ri>- ringbahnhoi ZeniralviehhoT WWW Bafuch sehr lohnend! WWW 2000 Mosttiere nun 300«nssteUcrn, QualitLlsv eh I Rangcd aa» all Teilen Deuüdiianb»> Gllnfi Einfani and, für Ausfuhr nach all. Stabten Deuffchfanbs. Die Prämienkarfon» erhalt die Aiiufer, Alle prämiierten Tier» werbe» mit Preisplomden verlehen. Gr.«etlbewerd f an-o«schlachl. Tiere Snnberansirellnng ber Beritner iTieiicher.Sunit.FachichnIe. Sr. fochgewerdlirhe Anostellnng für Lunbwirlfcha t. Mölleret, Schlächter- gewerde, Berkeb:»wefen, Kanswirtfchast. Staatspreise. Goldener Poial. Sold. Medaillen, Ehrenpreise. 20 000 Mark für priUniiernng. Eintritt: S.Mai Z.— M., 4. u 5. Mai 1.- M., Kinder SO Pf. An allen SrtmoM der Reichswehr. Taaen TU/llzLi t lapelle unter per» fänlicher Seitnngn MustldireNarPippeL Straßenbabnserbmbg.r Lwie 05 a. iSS/ Hochbahnlinie r Varichaner Brücke. Siadt-Rardring: Station Aentralviehhof RDiiSeHZ-ldeDlei Tägi.8>/»Uhr S»s Lsn«f«Des Lächelns Der Wefterfolg von Franr Lehar Donnerstag, 1. Hai caduniltags Uhr. Heute Donnerstag Riesen- Feuerwerk bei 60 Pffg. Eintritt Grosses Konzert Frei-Variet6 100 Attraktionen Interessante Neuheiten Ab 3 Uhr in vollem Betrieb Lichterfelder Festsäle Zeblen«fl«»rCer StfraOe S OeKononm OttBo Sdeilllntf Telephon: Lichterfelde G 3 1445 Sonuneniaditstiälle e Cartenfeste• für Vereine, Verbände ständig frei Tierpark• Kinderspielplätze• Märchenweit Festsäle ig: 1500 Personen mit modern eiMidifefen Sota für Venn- staitungen jeder irt/ Hodizeitssäle/ Vereinszimmer für 20 bis 300 Personen Orofier säattiger Hatorgarien für 3000 Personen mit tfaldspielpiätzen Bicn's Fcstsälc Krcuzbcrgstrafte 48— an der Katzbadwtra�e Täglich au her Oientfag und Frellag Großer alidcutschcr Ball B"v"trklrrii- Zwei Kapell cn-- Lude 3 Uhr iR 14b Auch wer sich nicht so viel um die Mode kümmert wie dieser Herr, freut sich, wenn sein Anzug für schön befunden wird. Wollen Sic gut beraten werden, so kommen Sic zu uns! Leineweber-Anzüge haben die elegante Linie und eine kluge Zweckmäßigkeit. Sie sind Muster gediegenster Fertigklcidung. 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Je 250-Qramm-Paket in drei Monaten eine Verdoppelung des Preises durch Zölle und Steuern! Ausgerechnet der billigste Tabak muB die stärkste Erhöhung erfahren, Verbraucher, wehrt Euch! Unterstützt keine Gegner der Konsumvereine. Sprecht über diese Dinge mit den Berufskollegen. Werdet Mitglied der Konsum-Genossenschaft Berlin und Umgegend! Soweit dar Vorrat reicht, können wir an unsere Mitglieder noch abgeben: 260 Gramm 1,60 M k., 50 Gramm 30 Pf. Die Abgabe der Waren erfolgt in der nur an Hitglieder Die Mliglirdjdvaft kann von Jedermann erworben werden Aufnahmegebühr 50 Pfennig Mitglieder«Au nahmen werden in slmtlichen Abgabestellen der Konsum-Genossenschaft Berlin vollzogen BANK UND SPASKASSl ALLE# ARBEITNEHMER SPAF FILIALEN; BOCHUM> BRAUNSCHWE1Q BR»EN x BRESLAU ORcSPEN/ ESSEN FRANK URTA.M.> HAMBURG HANNOVER/ MAGOEBURQ MÖNCHEN X SAARBRÜCKEN M VB7 BANK DER ARBEITER, ANGESTELLTEN UND BEAMTEN, 8 BERLIN S14, WALLSTRASSE 65 Die zuständige Organisation alier in der Nahrungsmittel- u. Getränke' Industrie beschäftigten Arbeitnehmer ist der Zur gewerkschaftlichen und beruflichen Schulung gibt der Verband die nachstehend verzeichneten Zeitschriften heraus: 1. Das Verbandsorgan„Die Einigkeit"; erscheint allwöchentlich in 190000 Exemplaren. 2. Dia Fachzeitschrift„Technik und Wirtschaftswesen". 3. Die Fachzeitschrift„Verkehr und Technik", ein besonders für das Fahrpersonal äußerst wichtiges Organ. 4. Die„Fleischer-Fachzeitschrift". Oer Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiter umfaßt in über 400 Ortsgruppen rund 180000 Mitglieder. Der Verband bezweckt die Wahrung und Förderung der geistigen und materiellen Interessen seiner Mitglieder unter Ausschaltung aller parteipolitischen und religiösen Fragen. Der Verband gewährt seinen Mitgliedern! Unterstützung bei Arbeitslosigkeit, Krankheit, Streik, Aussperrung, auf der Reise, in Todes- und dringenden Notfällen. Bei Eintritt von Invalidität sowie nach dem 65. Lebensjahr leistot der Verband Alters- und invalidenunter- Stützung.— Außerdem gewährt der Verband Rechtsschutz in allen Streitigkeiten aus dem Lohn- und Arbeitsverhältnis, dem Fahrpersonal bei Karambolagen und Vergehen gegen die Verkehrsordnung. Durch das ungeheure Anwachsen des Verkehrs In den Großstädten und die ungeahnte Vermehrung des Kraftfahrverkehrs in Stadt und Land ist das Pahrpersonal, gleichviel ob Pfferda* oder Kraft" ffahrer, in erhöhtem Maße der Gefahr ausgesetzt, für den durch Verkehrsunfälle entstandenen Schaden haftbar gemacht zu werden. Der Verband gewährt in solchen Fällen— ohne daß ein besonderer Beitrag erhoben w i r d, Rechtsschutz in der Weise, daß bei ergangenen Strafmandaten sowie bei Verurteilungen auf Schadenersatz die Strafmandate sowie die Zahlungsverpflichtungen aus Schadenersatzurteilen bis zum Höchstsatze von 2500 M. vom Verband übernommen werden. Bis zum Betrage von 100 M. gelangt die Summe in voller Höhe zur Auszahlung und bis zu 2500 M. zu vier Fünfteln der Höhe des Strafmandats oder Zahlungsverpflichtung aus dem Schadenersatzurteil. Es kommen also im Höchstfalle 2000 M. zur Auszahlung. Außerdem werden vergütet die Anwalts- und Gerichtskosten. Kollegen vom Fahrpersonal alier Berufsgruppen! Beachtet dies! Das Hauptbüro des Verbandes befindet sich in Berlin NW 40, Reichstagsufer 3. Die Geschäftsstellen des Gaues III Berlin-Brandenburg-Pommern und der Ortsgruppe Berlin haben ihren Sitz Berlin N 54, Neue Schönhauser Straße 4-5, Fernruf D 1 Norden 7046 Zweigbüro auf dem Städi Schlachthof, Berlin O 34, Thaerstraße 31, Aufbau A, Zimmer 7, Fermuf Königstadt 2470 DerVerban(lderNalirungsmittel-u.Getränk8arl)8it8rl)atinäl]3r400ileü}scIiBnStä(ltenOrtS8rupp8n Zlr. 702- 47. Jahrgang 4. Oonnerskag, il. Mai 1930 Parteiveranstaltungen am Donnerstag, 1. Mai, nachmittags und abends Künstlerische und sportliche Vorführungen, Gesang, Musik, Rezitationen, Fackelzüge, Kinderbelustigungen, Tanz usw.' Mitte. 18 Uhr in den Tefamträumen des„Etou*, Mauerstr. 82. Redner: Dr. Grimme. Tiergarten. 15K Uhr im Schützeichaus Plötzensee. Redner: Adolph chonmcmn und Otto Meier.— 8. Abteilung. 18>i Uhr im Nationalhos. Bülowstr. 37. Redner: Dr. chelmuth Klotz. Wedding. 15 Uhr in der Hochschulbrauerei, Zlmrumer Str. Ecke Seestraße. Redner: Friedrich Bartels. 4. und S. Kreis— Prenzlauer Berg und Frledrichshai«. Ab 17 Uhr in den Gesamträumen des Saalbau Friedrichshain. Redner: Johannes Stelling. Ab 20 Uhr in den Prachtsäien am Märchenbrunnen. Redner: Alfred Henke und Erich Schmidt. Kreuzberg. 15 Uhr im Orpheum, Hasenheide. Redner: Carl Litte. Nharlottenburg. 15 Uhr im Etablissement..Zum Spandauer Berg*. Redner: Otto Meier. Siemensstadt. IS Uhr im Lokal..Zum Heidetrug', Nonnen. dammallee 89. Außerdem Fahnenweihe der SAJ.-Gruppe Siemensstadt. Rednerin: Minna Todeichagen. Wilmersdorf. 17 Uhr im Mktoriagarten, Wichebnsau« 114/116. Redner: Artur Crispien. Tchöneberg. 16 Uhr in der Schloßbrauerei, Hauptstraß«. Redner: Dr. Löwenstein. Steglitz. Lankwitz, Lichterfelde. Lichterfelder Festsäle, Zehlen- dorfer Str. 5/6, in Lichterfelde. Redner: Siegfried Hermes. Zehleudorf. 15 Uhr im„Reichsadler', Wannfe«, Känigstr. 25. Redner: Wichelm Dittmann. Tempelhof. Waldrestaurant Lichtenrade, Inhaber Rohrmann, Lichtenrade, Hilbertstr. 19, und Lokal Birkenwätdchen. Tempechof, Manteuffelstr. 11/12. Redner: Dr. Kurt Löwenstein. Neukölln. 16 Uhr in der„Neuen Welt', Hasenheid«. Redner: Friedrich Bartels. Treptow. Gemeinsamer Abmarsch mit Musik von der Wiener Brücke um 15/4 Uhr. Airschließend Feierstunde im Paradies- ganen, AldTreptow. Redner: Robert Breuer. Baumfchuleuweg. Altes Eierhäuschen, Inhaber Dieler. Rckner: Albert Grzcfinski. Qberfchöneweidc. 17 Uhr im Blumengarben, Osiendstr. Redner: Carl Mermuth. Altglienicke- Falkeuberg. Gemeinschaftshaus der Gartenstadt Falkenberg(Alter Sutshöf). Redner: Herbert Kriedemann. Ädlershof. Johauuisthal. Niederschöneweide. 19 Uhr im -- Lokal.Lynhsuler�. Niederichöneweide. Berliner Straße.- Köpenick. 15 Uhr Veranstaltung auf dem Sportplatz des Turn- verein?„Eiche', am Wasser gelegen, Achenbach-, Eck« Wenden- fchloßstr.— Um 20 Uhr, Einlaß 19 Uhr. Abendveranstaltung in den Gesamträumen des Stodttheaters, Friedrichftr. 6. Redner: Dr. Julius Moses. Friedrichshageu. 19 Uhr im Lokal„Wichel tnshof', am Bahnhof Hirfchgarten. Rednerin: Käthe Fröhbrodt. Wilhelmshagen. 1914 Uhr bei Sturm. Redner: Dr. Strecker. Eichwnlde. Motleier abends 18,30 Uhr in Wittes„Waldschlößchen' Bohnsdorf. 1514 Uhr bei Heimann, Waltersdorfer Straße 100. Rodner: Erich Kuttner. Lichtenberg. 16 Uhr im Lokal Reu-Seeland, Jnh. Hirschfeld, Kynaststraße(früher Schottert). Redner: Paul Mielitz. Karlshorst. 19 Uhr im Deutschen Haus, Stolzenfelsftr. Redner: Erich Ollenhauer: Kaulsdorf-Tüd. 19 Uhr im Jägerheim. Rednerin: Luise Kahler. Mahlsdorf. 18 Uhr bei Anders, Bahnhofstr. 37. Redner: Dr. Fritz Schönherr. Mahlsdorf-TLd. 19 Uhr im Hubertus, Köpenicker Mee 100. Redner: Max Heydemann. Biesdorf. 18 Uhr in den Schillersälen. Redner: Franz Stimming. Weißense«. 19 Uhr m der Swdtholle, Pistoriusstr. Redner: Richard Barch. Pankow. 17 Uhr, Beginn der Abendfeier 18 Uhr. In den Ge- samträumen des„Dürgerpark'. Redner: Dr. Ostrowski. Niederschönhausen. In den Gesamträumen des Lokals Sansfouci-Rordend. Rednerin: Gertrud Hanna. Blankenburg. 20 Uhr bei Klug. Dorfstr. 2. Redner: Gottlieb Reese. Karow. 2V Uhr im Lokal ,Lmn Pantgrvfen', Pankgrafenflr. Redner: Dr. Hermann Schützinger. Buch. 19 Uhr bei Göpfert, Am Bahnhof. Redner: Genosse Rochowski. Rosenthal. 19 Uhr im Lokal..Poulmenhof'. Haupfftr 1. Red- nerin: Dr Köche Fronkenthal, Reinickendorf-Ost. 19 Uhr im Schützenhaus, Restdenzstr. 1. Rednerin: Paula Kurgoß. Reinickendorf-West. 1914 Uhr im Ala-Filmpalast, Schormocber- straße Ecke Antonienstraße. Rednerin: Käthe Kern. Waidntannslnst. Hermsdorf-Glienicke. 19 Uhr im Lokal Seeschloß Hermsdors, Iunostraße. Redner: Wilhelm Landa. Be- ginn des Konzerts 16 Uhr. Tegel. 19 Uhr im Strmtdschloß. Redner: Bernhard Göring. Tegelort. 19 Uhr im Lokal ,Lum Schwan', gemeinsam mit dem Männerchor Tegelort. Borsigwalde. 19 Uhr in den Dorstgwalder Festsälen, Redner: Eduard Zachert. Freie Scholle. 18 Uhr im Schollenkrug. Rednerin: Marie Kuncn.' Schnlzendorf, Heiligensee. 16 Uhr im Lokal Beck, am Flugplatz, Wittenau. 1914 Uhr im Wütenauer Dereinshaus, Oranienburger Straße 88/89. Redner: Kurt Kietzmann. * Wannfe«. Vormittags 10 Uhr im Reichsadler, Königstr. Redner: Hermann Lempert. Aufmarschplan zur Demonstration am 1. Mai, 13 Uhr, im Lustgarten. 1. KreiS. Sammelplatz: Engeluser 24/25, Abmarsch 12 Uhr. Marsch: Engeluier. Annenstr., Dresdener Str., Reue Roßstr., Roßstr., Breite Str., Lustgarten. 2. Kreis, s) Sammelplatz: Lehrter Str.. vor dem Poststadion, Abmarsch 1114 Uhr. Marsch: Perleberger Brücke, Fenn-, Müller-, Ehaussee-, Kessel-, Scharnhorst-, Invaliden-, Hessische, Han- nooersche, Elsässer, Artilleriestroße Am Kupsergraben, Museumstr,, Lustgarten,— b) Sammelplatz: Steinmetzstr., zwischen Göben- und Großgörschenstr,, Abmarsch 1114 Uhr. Marsch: Gäben-, Uorck-, Gneisenou-, Zostener, All« Jakob-, Reuenburger, Linden-, Jerusalyner Straße, Hausvogteiplotz und weiter wie 7, 9, 10, 11. 12. Lustgarten. 3. und 20. Kreis, a) Sammelplatz: Lindower Str.. Spitze Nettelbeckplatz, Abmarsch 1114 Uhr. Marsch: Reinickendorfer, Müllerstr. und weiter wie 2 a.— b) Sammelplatz: Behmstr, (Hertha-Sportplatz), Abmarsch 11 If llhr. Marsch: Milliotren- brücke, Swincmurrdcr Str., Gleimstr., Schwodtcr Str., Sene- selderplatz, dann weiter wie 4, und 10. Kreig. 4. und 10. Kreis. Sammelplatz: Metzer Str., Spitze Richtung Prenzlauer Zlllee, Abmarsch 1214 Uhr. Marsch: Prenzlauer Allee, Weydingerstr., Kaifer-Wilhclm-Str.. Lustgarten. 3.. l7. und 18. Kreis. Sammelplatz: Landsberger Platz, Ab- marsch 1114 Uhr. Marsch: Friedeustr.. Prenzlauer Berg und Prenzlauer Allee und weiter wie 4. Kreis. 6. Kreis. Sammelplatz: Baruther Str., Spitz« Zossener Str., Abmarsch 12 Uhr. Marsch: Zossener Str. und weiter wie 2 b. 7., 0.. 10.. II. und 12. Kreis. Sammelplatz: Hausoogteiplatz, Abmarsch 1214 Uhr. Marsch: Oberwallstr., Platz am Zeughaus. Lustgarten. 13. kreis: Sammelplatz Fidicinstr.. Abmarsch 12 Uhr. Marsch: Belle-Alliance-«tr., Gneisenaustr. und weiter wie 2 b. 14. Kreis. Sammelplatz: Iahnstr.-Schönleinstr., Richtung Hohen- siausenplatz, Abmarsch 11% Uhr. Marsch: Kottbusser Damm, Mariannenstr., Oranienstr., Dresdener Str., Reue Roßstr., Roßstr., Breite Str., Lustgarten. 18. und 1k. Kreis. Sammelplatz: Köllnischer Park. Abmarsch 1214 Uhr. Marsch: Köpenicker Str., Reue Iakobstr., Reue Roßstr. und weiter wie 14. Kreis. Sozialistische Studentenschaft. Alle Mitglieder treffen ssch um 13 Uhr, Universität, Haupteingang. Aus dem Programm: Fanfaren!— Die Fahne geht hoch. Iubelouvertüre(Orchester)...... Bach Gruß an den Mai(Männerchor)..«. Voigt Ich warte Dsin(Männerchor)..... Uthmonn Vierzig Jahre Maifeier. Ansprache: Peter Grahmann, Bors, des ADGB. Romanze in P-Dur(Orchester).«,,. Sahnt Morgenrot(Gemischter Chor).».,. de Nobel Weckruf(Gemischter Chor)...... Tießen Sozialistenmarsch.......... Gramm Leitung der Chöre des Arbeiter-Sängerbundes: Georg Oskar Schumann. SoziaMcheArbeiterMeNdGr.-Verlin Einsendungen für diese Rubrik nur an das Iugendselretarta» Aeriin GW 68. �tndenstroke 3 Alle Genossinnen und Genossen beteiligen sich heute an den Gewerk- schastsverfammlungen und Parleiveranstaltungen. ArlonKplal!: 13 Uhr ßuftgortcn. Ii Uhr„Clou", Mauerstrahe.— Sctwtl. 11% Uhr am Ecwlrtschast-Haus. SüzSühailser Vorstadt! Be- teiligung an der geier im Märchendrunnen.— Charlotirnduraer Gruppen: IStu Uhr Epandaucr Vock. Gintritt fitr Lchrlinze und unter Achtzrhnjähriae frei. Mitgliedsbuch der&3!Z. voriieig-u.— Wilmer-dors: 12 Uhr Vahnhof Saus. vogteiplati.— gehler. dorf.Clldlcm: 15 Uhr Nordschule gchlcudorf zur Maifeier in Wannsee. Nochiiialer IS Uhr„Reichsadler", Ndniaftr. 25.— Rculhlln XI: SM. Uhr Eelchow.'r Straße.— Karlohorst: 8\i Uhr Bahnhof Karlshorst. 19 Uhr „Deutsches Haus". Werbrbezir! Mitte: 17 Uhr am Köllnischen Park zur Maifeier im.Clou". ZLcrbebezirl Tiergarten: 6 Uhr Kleiner Tiergarien oder SU Uhr Post- stadioir. Werbebezirt Schöreberg: lö bis 18 Uhr Spielen mit den Kinderfreunden auf der Etadtparkwicse. 18 Uhr Abmarsch iur Schloßdrauerci. Werbebezirt Scnlölln: 1114 Uhr Jahn, Ecke Schönleinstraße. Richtung Hohen stanfenplaß. Werbe bewirk Lichtenberg: lg Uhr Restaurant„Neuseeland" sfrlther Schonert), Rummelsburger See. W Werbe berirk Bebblng: Treffpunkt tur Maifeier der SA?., Kinder- M !?? freund«, Iungfoilalisten und Arleitersportlcr um ILM Uhr am Zeppelin- r-i D platz. Die Feier findet ans dem Waslersportplätz Plötzenset slait. Schluß|3 der geirr um l9lr Uhr. Dann Abmarsch inr Versuchs- und Lchrbraucrei. Der Sprellniipr wirkt hier auf der Partcivcransialtung mit. Abteilungsleiter! Don M Abteilungen stehen noch immer die Abrechnungen der Karten von der Lichtburg-Vcranstaltung aus. Rechnet schnellstens ab. SSE.-Seui«, rechnet umgeheiti den„Roten Schitier" Nr. 2 ab. Ableilungsmitgliederversammlungen morgen, 1314 Uhr: Arlanaplatz: Seim Glisabeihkirchstr. 19.— Sans«: Heim Bockiumer Str. 8K. — Moabit T: Schule Waldenserftr. 20.— Moabit N: Heim Lehrter Str. 18/19. — Arnimplatz: Heim Sonnenliuraer Str. 20. Arnswalder Platz Ii Heini Rastenbnrger Str. 0.— Arnswalder Platz II: Heim Rastenbwrger Str. 18.— Halwholtzplatz: Heim Danziger Str. 82, Baracke 2,— Hahenschiinhansea: Heim Freienwalder Str. 8.— Sumaanplatz: Sckmle Scherenbergsir. 7.— ZIard, Osten Ii Heim DaNliger Str. 82.— Wärther Platz: Schule Kastanienallee 82. — Andreasplatz: Heim Brommnstr. 1.— Baltrnnlatz: Heim Tilsrter Str. 4.— Stralau«« Viertel: Seim Gaßlerstr. 81.— Warschauer Birrtcl: Seim Litauer Straße 18.— Warickauer Viertel sR.-stz): Heim Litauer Str. 18.— Schöne berg I: Heim Haupistr. 15.— Schäueierq IV: Heim Hauv'slr. 15.— Ghar. latteubnrg: Seim Rostnenstr. 4.— Chailotteuburq-Süd: Heim Koethcstr. ll. — Lichterseide: Heim L!chierfelde-W«st, Altrechtstr. 14o.— Waricudors 11: Daheim 1S9— 130.— Neukölln XI: Schule Mariendorfer W«a, Zimmer 88.— Baumschnlenweg: Heim Ernftstr. 18.— Zohanuisthal: Rathaus.— Ren, Lichtenberg: Heim Hauffslraßc.— Lichteabrrg-Rord: Heim Guntersir. 4t. •k S«M«rrschakt»haui: Schule Köpenicker Str. 125. Heiniabend. Mitglieder- Versammlung fällt aus.— Rasenthalcr Vorstabt: Heim Zehdenicker Str. 24 25. „Warum ftnd wir gegeu die Todesstrafe?"— Weißens««: Heim Rarkitr. 08. Maifeier.— Zranlsnrter Viertel: Heim Frankfurter Wee 007. Funktionär- Versammlung.— Schöncberg 17: Heim Hauvtftr. 15. Draanisa'orlsches.— Schöneberg V: Heim Hanpistr. 15.„Die Bedeutung des 1. Mai."— Wilmers- dors(Aeltere): Heim Wilhclmsane 123.„Zaaespolit!? im Sviegcl der Zei- tuugen."— Marieafelbe-Lichtcurade: Heim Zn Marienselde, Dorfstr' 58(Sdiult), „Was ist Sozialismus?"— Britz 1 und Ii: Schul« Parchimer Allee. Funk. tionärfitzunq.— Neukölln Uli Heim Ziethenstr. 58.„Der 1. Mai. Weltkampf- tag ber Arbeiterschaft."— Reutöllu VI: Heim Treptower Str. 95—98.„Forde. ruugen zum 1. Mai.'— Rentölln VII: Karl-Marr-Schnle. Arbcitsgem-'N- schasr.— Neukölln X sR.-F.): Heim Lahn straße. Arbeitsgemeinschaft.— Neu, köllu XI: Heim�.Flstghafevstr. 88.....Ars>ei!sakM?!.nschoki.—.Nöpinick�i Heim Dahlwitzer Str. 15(Gaeanstolt).„Die Fstusorgeeizlehnng."— Rieberschöne- wltde: Schule Berliner Str. 81. Funkilonärurrsammlung.— Fried rtchssrlbe: Seim Karlshorst, Tleskowallee 44..,W!» kam ich zur SAJ,?"—. Kanlsdarf: Schirl- Adolfsir, 24...Natwnalsozialismus."— Bnchhalz: Heimabend fällt aus. — Pankow in sR-Fl: Heim Kifstugenstr. 48. Heimabend. Abonniert den„Vorwärts", öas Blait der Kopf- und Handarbeiter! Es gibt in Berlin nur e i n Blatt, das die Interessen de? Arbeiterschaft rückhaltlos und zielklar vertritt, das ist der „Vorwärts". Treue um Treue. Wer noch nicht Abonnent des„Vorwärts" ist, der holt diese Versäumnis jetzt nach. Ich abonniere den.Vorwärts"«und die Abend- ausgäbe für Berlin„Der Abend") mit den illustrierten Bei- lagen„Volk und Zeit" und„Kindersreund". iowie den Bei- lagen„Unterhaltung und Wissen".„Frauenstimme".„Technik". „Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Vorwärts" in Groß- Berlin täglich frei ins Haus. (Monatlich 3,60 Mk„ wöchentlich 85 Pf.) Namet Wohnung: -— Straße Nr.. von,_ Hof— Quergeb.— Seilenfl.— Tr. links— rechts bei- Ausfüllen und einsenden an den Verlag des„vorwärts". Berlin STD 68, Liadenstratze 3. dazu erstaunlich niedrige Preise, die jedem den Kauf unserer schönen Modelle in den Preislagen von Mk. 890 bis 1650 gestatten Uwera-Strumpfe»ehr preiswert Bitte besichtigen Sie unsere Schaufenster 130 eigene VerkauiuteiUn, davon 22 in GroO-Bedin und Potsdam Deutsdier Holzarbeifcr Verband Verwaltung Berlin Ist die alleinige wirtschaftliche Interessenvertretung aller Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen in der Bau-, Möbel- u. Modellfabrikation, der Musikinstrumentenindustrie, im Karosserie- und Wagenbau, der Kisten-, Koffer-, Stock- und Schirmfabrikation, der Bürsten- und Korbindustrie, in Sägewerken, Parkettfabriken und dem Vergoldergewerbe, der Knopf-, Kamm- und Haarschmuck-Industrie.— Der Deutsche Holzarbeiter-Verband hat über 28000 Mitglieder im Berliner Gemeindegebiet Im Büro und in 72 Zahlstellen, die über Berlin verbreitet liegen, kann Aufnahme neuer Mitglieder und Beitragszahlung erfolgen.— Die Beitragsklassen sind gestaffelt nach Verdienst. jeder werde raf�Ued! Büro: Berlin 80.16, Rungcstra$e 30 Telephon: F. 7(Jannowilz) 3578 Der Deutsche Werkmeister-Verband Sitz Düsseldorf ist die einzige Organisation der Werkmeister aller Berufe in Deutschland. Der Deutsche Werkmeister-Verband ist angeschlossen an den Allgemeinen freien Angestelltenbund(AfA). Der AfA-Bund und der Allgemeine Deutsche Gewerkschaftsbund haben sich durch einen Organisationsvertrag verpflichtet» alle Arbeiter in den dem ADGB. und alle Angestellten in den dem AfA-Bund angeschlossenen Verbänden zu organisieren. Demnach gehören alle Werkmeister in den Deutschen Werkmeister- Verband, Sitz Düsseldorf. Im Bereiche des Landesarbeitsamtes Brandenburg befindet sich die Bezirksgeschäftsstelle Berlin W62 Kurffürstenstr.111' Tel.; B 5, Barbarossa 2542. mm ZENTRALVERBAND DER MASCHINISTEN UND HEIZER SOWIE BERUFSGENOSSEN DEUTSCHLANDS Sitz Berlin SO 36, Skalitzer Straße Nr. 47-48 EIGENE VERBANDSHÄUSER IN BERLIN, CHEMNITZ, ERFURT, DUISBURG UND SENFTENBERQ Unser Zentrafverband, der im Jahre 1892 gegründet worden ist, stellt die organisatorische Zusammenfassung aller in der Krafterzeugung und Kraftverteilung tätigen Arbeiter, Angestellten und Beamten dar Die kulturellen u. sozialen Belange unserer 55 000 Mitglieder werden durch 505 T arlf Verträge gesichert ile Ausgaben unserer de t r..u g e n im J.ahre 1928 für Kampfmaßnahmen.................... 850000 RM. Soziale Unterstützungen................. 360000 RM. Invalidenunterstützung................... 93000 RM. NdtfcJisuhterstOtzung.................... 48000 RM. Die Interessenvertretung wird y. 48 hauptamtlich angestellten Funktionären durchgeführt IM Z E I TA LT E R DER ELEKTRIZI TAT darf unsere Organisation als die wirtschaftlich wichtigste angesehen werden BEI Feierst du den i. Mal- mach Dich von der Kirche(reu öl�OOOMitgHeder Fünfundzwanzig- jähjige�JBestehen Du mußt der Freldenkerbewe9ung mehr als oisher Deine Aufmerksamkeit widmen. Dia Freidenker wollen die freiheitliche Entwicklung auf allen Gebieten der Kunst und Wissenschoft. Sie stehen auf dem Boden der freigeistigen Weltanschauung und führen den Kampf für Trennung der Kirche vom Staat und der Schule von der Kirche. Außerdem fördern die Freidenker die Feuerbestattung. Der unterzeichnete Verband ist die größte Feuerbestattui.�sorganisation in der deutschen Republik. Durch Erwerbung der Mitgliedschaft sicherst Du Dir kostenlose Feuerbestattung.- Verlange kostenlose Zusendung der Aufnahmebedingungen. völlig kostenlose Warte nicht länger und vollziehe sofort Deine Aufnahme Aufnahm. geleg.nh.iten bei allen Hauskassierern, in den Zahl- und Geschäftsstellen DEUTSCHER FREIDENKERVERBAND E.V., BERLIN SW 29, GNEISENAUSTR. 41 Freigewerkschaftliche MUSIKER fordert man beim Musiker- Nachweis Weidendamm 0017 an Am 28. April entschlief sanft nach schwerem Leiden meine liebe Frau. unsere xufe Mutter. Schwiegermutter und QroßmHttor Lina Beck im Älter von 64 Jahren. In tiefer Trauer: August Eeck und Kinder Eio&scherung: Sonnabend, den S. Mai. 16 Uhr. im Krematorium Baomschulenweg. DiitnlnRttallaMMiliaiiö Verwaltungsmitglleder! Am Frriläg, dem 2. Mai 1930, keine Sitzung der Mittleren Ort-aerwaliang Oie-Ortsverwaltaiiff. ». ,n."*> rriHnnir«im i Sdionen Sie Ihre Kteidnngl Cherdron Goldfleßel � Sdilnne Cr. 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Di« SinSsckiernns findet am Sonn» abend, dem R. Mai 1990, 14V, Uhr, im flicmatochun S-richtstr. statt. Am 29. April starb unser Kollege, der Dreher pelix Qroth geb. 10. MSrz ISSa Di« Swisscherung findet am Dien». lag. dem 6. Mal. 16 llhr. im See- motorium Wilmersdorf stall. Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung wird ermarlct. Die OrbTerwaUmn«. Sport-Restau Kochbahnhof Deurfßrr » n Hwmhcldi 0560 nähme beim Hinscheiden meine» lieben Manne? untere» guten Danksagung. die Beweise herzlicher TeU- seiden meine» ll' guten Vater» Max Lampe sagen wir allen Kollegen.dem Deutschen Meiallardeileroerban» und der SPD. unseren herzlichsten Dank Martha Lampe and Kinder. 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Rai, 11 Ilde, Beriammlnng der erwerbziosen Mitglieder der SPD. im Jugendheim ziofinenstr. t. zz eiere nt! »arl Dr-ffel. Ritgliedsaumnei» ist am Sa» leinganz vorMzeige». Der Sreimirrstond. !>. Kreis Wilmersdorf. Trsffpunkt zur Devwnstratwn um 11 Uhr am Hau» vozteiplaß. Heule, Donnerskag, L Mai: Alle Genossinnen und Genossen, die nicht an den Kundgebungen der Gewerkschaften teilnehmen,»reffen sich an den«achstehend angegebenen Stellen: 7. Akt. Alle Genossinnen und Genossen sammeln sich am Gemerklchaftohou» um 11 Uhr. 1». und 20. Abt. Behmstraße gm Hertha-Soortplaß(nicht Retieldeckploß). Almarsch 11 lr Uhr. Alle isahnrn mitbringen. 43. Abi. II Uhr bei Siersdorfs, Urbanftr. 8. Nachmittag« im Orpheum. Saienbeide. 43. Abt. Die Maileierkarten müssen heute bestimmt im Sricheum abgerechnet werden. Sir bitten nochmals um regen Bertrieb der starten. Treff- puntt im Uhr Zarnther Straße. 82. Abt. Steglitz. Alle Genossen treffen sich zur Demonstration anschließend an die Gemerksckaftsieiern um IllU Uhr Hausvogteiplatz(U-Bahnhof). Nachmittags 4 Uhr zur streismaiieier in Schillings ffestfillen lfrüher Hertels). Lichterfelde. Zehlendorfer Straße. III. Abt. Bohnsdorf. Alle Genossen beteiligen sich an der Versammlung des llnterousichusscs in stöpenick. Stad'theate.r, fsriedrichstr. 6, um S Ubr. SammelpIaN in Berlin am stöllniichen Bark. Abmarsch 121, Ubr. 137. Abt. Reinickendorf, West. II Uhr Lindower Straße. Nach Schluß der Ge- werkschastspersommlung schließen sich die Genossen mSzlichst ihrem streife an. Sonnabend, Z. Mai: 48. Abt. 18'h Uhr Bei stellet, ffitrstenstr. I, Abrechnung der Bezirksssthrer. Jungsozialisten. Gruppe Wedding. Eeinndbrnonen. Heute, Donnerstag. 1. Mai, ISlh Uhr, Treffpunkt zur Demonstration Zeppelinplatz. Jreitag. 2. Mai. Isi'u Uhr. im Jugendheim Pank- Ecke Wiesenstraße, Bortrag:„Sozioliftische Jestkultur". Re- siren'in: Anna Hartoch. Pankow. Am Donnerstag, dem 1. Mai. 8'h Uhr, Treffpunkt Mühlen. Ecke Berliner Straße zum Besuch der folgenden Beranftaltunqen. 1. 10 Uhr Sport. platz. 2. 13 Uhr LuNaarten, 3. 16 Uhr Maifeier in Pankow, Bürgrrpork. Gruppe Südost. Morgen. Jrcitag, 20 Ubr, im Jugendheim Wrangelsir. 126, Bortrag:„Sozialdemokratie und Außenpolitik". Referent: Genosso Konz Waldmann.» Arbeitsgemciuschafk der Siuderfreunde. Die peromtworkliche» Helfer für die Veranstaltung de, stindermaltaqe, treiteu sich am ffreitag. dem 2. Mai. 17 Uhr, in der Aula der Schule Dein» meisterstraße. Daselbst die Hauptprobe aller Helfer, Rot- und Junafalken, eben- falls 17 Ubr. Zum stir.derwaitog am Sonntag, dam 4. Mai, sind Trinkbecher uritzu- bringen. Bitte nicht vergessen. M. E. Freitag-STOFFE Der reinwollene Kammgarn-Anzugstoff s»M 50 Schneider-MaB-Wara, p. m für nur RM. IIa l�folkanmarkt N914 �»DfJbDf. Die Gritypen Tempelhss unb Mzriendorf treffen sich om S�nntaA um 13 lOzr Dorfstraße, Temveüiof. Ikxtit yttntMn** Berg,-.ur"OTcifctor im Bezirksamt treffe« sich alle Äiuder um 8�4 Uhr in ikzrom Heim, um �4 Uizr alle Kinder, iu den Baracken. Bahnen und Mai schmuck sind mitzubringen.— Krnpvc Freibeit. Uht Arnim- dla�. j�alkenecke. Nach der?eier Spiele und Kämpfe auf dem Barackenllof, Danziger Str. iL. ssreitag� 2. Mai. 17 Uhr, alle Heiter und Anten Fairen zur Weinrneistcrstr. 13. Generalprobe zum Maikindertast'. Gruppe Weihense«. Wir. treffen uns heute um 9 Uhr am Antonplaß zum Maispiel am Faulen See. Alle Kinder bringen ihre Freunde mit. Alle. Eltern beteiligen sich an den Veranstaltungen der Gemerkschaft und Partei, und holen dann um 16 Ubr ihre Kinder vom Jugendheim, Pistoriusstr. 25, ab. Kreuzberg Su.dmest. Die Kinder.mnifeier tst nicht Dieffendachstraße. sondern im Heim Belle-Alliancer Plast 1. Wir treffen uns ttm 013 Uhr Porch llcke Belle�Alliance-Straße. Kur Feier am Nachmittag treffen mir uns um 14� Ubr an derselben Ecke. Blaue Kleid« oder Kutten anz'chen. Am Freitag, dem 2. Mai, treffen sich Nest, und FungfalZken zur Probe im Jugendheim Porck- straße um bis 16 13 Uhr. Die Iungfalken haben anfchlietzettd Probe der Lieder, Zur Hauptprobe treffen mit uns am Sonnabend, dem Z. Mai, an der Gcke. Kitte. Heute, 1. Mai, Kindlxrfeierfwnde um 8'? Ubr. Die Gruppen Hugo Haafe. Liebknecht und. Engelufcr sind im Heim Waifeuftr. 18. Die Gruppen Pappelplast, Ernst Toller und iviatteotti im Heim.�ehdenicker. Str. 24. fttei» Neukölln. Gruppe Frist Reuter fBrist). Wir treffen uns zur Mai. seier Bergstraße um 814 Uhr an der Franz-Körner-Straße. Am Nachmittag zur Maifeier der Partei sind wir alle um 15' 2 Uhr am Rochowpark zum Treffpunkt. Gruppe Lichtkämpser.?ur Maifeier der Partei treffen mir uns alle um Isis? Uhr an der U-Bahn Bergstraße. Geburistage. Jubiläen usw. Z. treit Webiung. Heute, am 1. Mai, gehören die naibstehenb eorsgefjiheteu Genosse» 28 Iah« der Partei a»: Otto Buchholz, Schönwalb« Str. 12. Richard Herker, Wiefenftr. 11. Wartha Heque. stölbeeger Str. 14. Wir gratuliere» herzlichst»od wünschen, uustre tapferen Mikstpeiter»och la»«e i» »»iere.» Reihe» z» finden. Intendant Dr. �) o n S F l e s ch gab einen„Rückblick auf Platten' über vom Rundfunk übermittelte Ereignisse im April. Es war ein« kurzweilige Monatsschau, klug zurechigeschnitten, unter weiser Berücksichtigung der Grenzen, die solchem lieberblick gezogen sind. und gerade deshalb mehr als nur eine unterhallende Hörbilderfolgs: Berücksichtigung der Grenzen, die solchem lleberblick gez> sind, ein Slückchen zurückgeblätterte Zeitgeschichie. Darius M i l l> a u d der iranzösifche Komponist, brochlc am Abend mit dem Funkorchester eigene Kompositionen, die einen guien Einblick in sein»chofsen ge- wahrten. Große Inbrunst und Innigkeit sprach aus den„Ebauls populaires bedraiaue", die der Bariton Fred Driften sang. Ueber- daupt stand das Programm des ganzen Tages umer einem guten Stern. Lehars KV. Geburtstag bestunnire die Unterhaltunzs- musik. Ali Pach spielte mit seinem Orchester selten gehörte Lehar- Kompositionen, meist ältere Werke, die den Meister der Operette nach nickt aus der Höhe der musikalischen Gestaltungskraft, aber von" überraschenden Einfallsreichtum zeigen. Gertrud Barrison. die jüngste der einst gefeierten Tänzerinnengruppe„tbe iiie sisters Barrisons", sprach über„Meine Begegnungen mit Peter Altenberg", Man spürte, wie liebevolle Dankbarkeit die Vorkragende zwang, über Altenberg auszusagen, und sein Bild möglichst vielen so hell und strahlend zu zeigen, wie es ihr lebendig ifr P. A. wäre mit dem Vorlrag zufrieden gewesen; er hatte das. was Altenberg ewig in Menichen und Dingen suchte.- Seele, Die.Lustige Jugendstunde brachte Erich Kestners Erzählung„Emil und die"Detektive" funk- lechnisch bearbeitet von Gert Frick«. So viel begeisterte Kinder wie diesmal hat es sicher festen an den Radioapparaten gegeben. Tex. 24. Alst. Unserem liehen Gedofleii Wilhelm Winker, Straße 38, Rr. 24. z» seinem heutigen 28iöheigen ParteijuhNänni hie herzlichste» Slückwönlcke. 31. Atzt. Unserem Genossen Wilhelm Hau». Absenstr. 17. und vtto Schmidt, Stolpilcke Str. 18. die heften Glnetwünsche zum 28jährige» Parteijubiläum. 38. Alst. Unterem Genossen Sari Lntzin, Höchste Sir. 48. zum 7.8. Geburt»- tage nach Ujijhtiger Parteimitgliedlchaft die herzllchfien Glückwünsche. 108. Abt. Sdlershos. Unser Genosse Wilhelm Sternberg lau» am z. Mai ans eine 2,8jährige Zugehörigkeit zur Parte, zurückblicken. Wir übermitteln nistere herzkicksten Glückwünsche und Haffe», daß der sehr tätige Jubilar»och recht lange für die Partei wirken möge. Vorträge, Vereme und Versammlungen. # Reichsbanner..Schwarz-Rot-Gold' E o f ch S k t s Ii e 1 1»: Berlin E 14. Cebgftianstr 37-38 Hol 2. Tr. Donneretag, 1. Mai. Srei, Westen. Sämtliche vrizvereine treten. 11'? Uhr am Housvogteiplatz an. Ohne Zahnen in Bannerkleidung. Pflichtperanfialtung für alle Kameraden. Tiergarten. Antreten: Moghit 108» Uhr Lehrter Straße. Westen 108» Uhr. bei Richert, Steinmetzstr. Z8e. Bonner» kleidnng ohne. Fahnen, Charlottenbnrg. Antreten des Qrtsvereins ll'/ä Uhr, Hausvogteip.'otz, Friedrichghain. 10',? Uhr Antreten sämtlicher gamerade» in den Kameradschaftslokalen in Bannerkleidung, Stealitz lDrtsvereinl. An. treten lila Uhr Hausnogteiplotz, Das Mufikkorps ist aufgelöst. Wir bit'en, keinerlei Dereinbarungen mehr mit diesem zu treffen, Reukclln-Britz. 1181 Uhr Pflichlantreien ohne Fahnen in Bundeskleidung Jghn, Ecke öchönleinstrgße. zum Schutz des SPD,-Zuges, Köpenick. Antreten 12V- Ulu Berlin. Köllnilchen Bork. Abfahrt Bghohof Friedrillwhggen 11'.? Uhr, Bahnhof Köpenick 11'8> Uhr. Bahnhof Grünau U?1 Uhr. Weißenfee'Ortancteml. 10 Uhr sämtliche gklinen Kameraden ohne Fahnen in Bundeskleidung Antreten Spitze. Erscheinen Pflicht, Lichtenberg sOrtsverein), Antreten 10>o Uhr bei Stüber, Jung. Ecke Antonplatz. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt, Pankow-SLb. 20 Uhr Kamerad- lchafrsoersammlung bei Ander. Berliner Str. 88.— Sonnabend, 3. Mai. Rosenthal lKameradichgft). 20 Uhr Kameradschaftssitzung bei Türke, Riedel. ikraßr.— Sonntag, 4. Mai. Kreuzber«. 128« Uhr Badnhos Borckltraße zur. Fadrt nach Blankenseide mit Fahnen und Tambourkarps. Neinickeudorf'Orts, verein). Alle Zunqkameraden be'eiligen sich an dem Äreisausmarsch, Treffpunkt pünktlich 7 Uhr Bahnhof Aleranderplatz.— Tempelhas sOrtsverein), Donners. tag. 1. Mai, UVj Uhr, Pflichtantreten Bockbrauerei, Fid'einstraße. Bundes- kleidnng, ohne Fahnen,— Wasserjportabtrilnng. Zug Havel. Sonnabend. 3. Mai. Besichtigung de, Flughafens(Flugmaschinen usw.. für Kameraten und Angehöriael. Treffpunkt pünktlich 18 Uhr Haupteingang, Untergrund- bahnhof Flughafen. Borbestellungen auf Karten, pro Stück 38 Pf,, nimmt der Kamerad Boromsfi), Berlin W. 13, Pfalzbnrger Str. 3, entgegen. Arbeiter-Abstinenten-Pnud, Gruppe Lichtenberg. Am Donnerstag, dem 1. Mai, 19'? Uhr, im früheren Rotskeller, Stodthausstr, 1(neues Lokal), Zu- fammenknnft, Beratung Alkoholkranker jeden Freitag von 17 bis 19 Uhr. Ge. nosse Wenzlaff, Borhagener Str. 47, v. 18', bei Sleeberg. .Sturmuogel", Flug verbard der Werktätige» e. P., Bezirksqruppe Neukölln. Britz. Sonnabend, Z Mai.»Sturmpogel-Weihe" in Kliems Festsälen, Der lin S. 59, Hasenhe'de 13—15 iGaRensaal). Festprogramm: Konzert, Segel- flugzeugweihe, Madellfluazengausstellnng, Tombola. Tanz. Eintritt 1 R. Be> ginn 30 Uhr. Ende 5 Uhr. Oetrüder Sckmidt G. rru b. H. Druclcfarten JatriL :en Berlin«-HcfneTsJorf Frankfurt a. /M.�West Sämtliclic F arten für Jas Srapfiiscfie OewerFe Export nacfi allen Ländern MZVf«! � Bebel H Aus meinem Leben // Kinderzeit- Arbeiterbewegung Parlamentarier— 1870/71 Schandgesetz Das Buch erscheint in diesem Sommer als Volksausgabe Bebel 1 000 Seiten Gutes Papier Ganzleinenband Preis wegen hoher Auflage nur Mk* 8-50.(Für Parteimitglieder nur Mlc.6.75.] Sie können schon fetzt bei unterzeichnetem Verlag bestellen I Bebel InternationalesHandbuch des Sozialismus und der Arbeiterbewegung Biographien von rund 9000 Politikern, Gelehrten, Gewerkschaftern, Geschichte der sozialistischen Bewegung aller Länder einschließlich Gewerkschaften, Genossenschaften, Jugendbewegung u. a. m., umfangreicher theoretischer Teil. Drei Laxikonbtinde, ja lOOO Seiten. Preis Mk. 35.-, bei Subskription nur Mk. 30.- jeder Bond. Der erste Band erscheint nochln diesem Jahr. Ein lefler loM ille„Prauenwell" es sieM viel drill. 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Jeder schaffende Techniker kann nur durch gewerkschaftliche Selbsthilfe— überzeugt von dem unüberbrückbaren Gegensatz zwischen Kapital und Arbeit— den Ausnutzungsversuchen eines rücksichtslosen Unternehmertums begegnen. J eder noch außenstehende Kollege stelle sich deshalb durch Seine Mitgliedschaft unter den Schutz des Bundes. Techniker, Ingenieure, Chemiker, Architekten tretet ein in den Bund der technischen Angestellten und Beamten! Auskunft und Material sind kostenlos erhältlich durch die Ortsverwaltung Berlin des Bundes, NW40, Werftstraße T1'. Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands (Keramischer Bund) Berlin SO 16, Engelufer 24-25, Aufg. C., 1 Tr. Der Verband der Fabrikarbeiter ist als Gewerkschaft aufgebaut auf der Grundlage der gegenseitigen Hilfe, dem Fundament aller sozialen und kulturellen Entwicklung. Der Verband gewährt seinen Mitgliedern Unterstützungen bei Arbeitslosigkeit, Krankheit und Not und hilft damit die größten Feinde der Arbeiterfamilie bekämpfen. Der Verband kämpft für die Verbesserung des gesetzlichen Arbeitsschutzes, für bessere sozialpolitische Gesetze. Der Hauptzweck des Verbandes aber ist, die wirtschaftliche und soziale Lage seiner Mitglieder zu verbessern durch den Kampf um Erhöhung der Löhne und Verkürzung der Arbeitszeit Arbeiterinnen und Arbeiter der chemischen, Papier- und keramischen Industrie werdet Mitglieder im Verband der Fabrikarbeiter! Warenliaiis S BERLIN N. 94, BrunnenstfraBe 188/190 L�iF ii MW Anzug Frühjahr 1930 Sommer-Ulster u.-Paletots in großer Auswahl» Anzüge In allen Größen und Preislagen, beste Verarbeitung, guter Sitz Einzelne Hosen aus guten Stoffen zu billigen Preisen» Trenchcoats, Loden- und Gummi-Mäntel, Windjacken, Lumberjacks, Trainings-Anzüge | Elegante Maßanfertigung| zu soliden Preisen illilMlillilM Herren-Artikel: Oberhemden, Kragen/i Krawatten, Hüte, Strümpfe usw in guten Qualitäten. 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Die sozialdemokratische Presse ist in ganz Deutsddand weit verbreitet. Sie ist zu einer Madit geworden, die im öffentlichen Leben nicht übergangen werden kann. Sie hat einen gewaltigen Stab von Mitarbeitern— im Inland und im Ausland—, die allesamt die größten und kleinsten W eltgesdiehen beobaditen, um den Lesern und Leserinnen der sozialdemokratischen fresse davon zu berichten. In der engsten und weiteren Heimat, in'Stadl und Land, vor allem in der Reidishauptsladt, sind unzählige Köpfe tätig, die alle politischen, wirtsdiaf llidien, kulturellen und sportlidien Vorgänge verfolgen, um den Lesermassen der Presse der mächtigsten Partei Deutschlands davon Kunde zu geben. Es gibt kein allgemein interessierendes Ereignis, das nicht durch die sozialdemokratische Presse gewürdigt würde. Unsere Zeitung setzt nicht nur ihren Ehrgeiz darein, mit der anderen Presse erfolgreich konkurrieren zu können. Sie bemüht sich täglich neu, besseres zu bieten. Die Presse links und rechts von uns vermag bei allen Anstrengungen nicht das zu bieten, was die sozialdemokratische Presse bietet. Das liegt in der Natur der Sache. Die Politik, die unsere Zeitung vertritt, will den breiten Volksmassen helfen. Diese Politik ist gut und einwandfrei. Sie will hohes und reines Menschentum. Sie will, daß alle Menschen genug zu essen haben, sie will in sachlicher und ernster Arbeit die Not des ganzen Volkes überwinden. Die sozialdemokratische Politik bekämpft vor allem jede Ungerechtigkeit und will seit jeher gleiches Recht für alle. Ob es sich da um Arbeitskämpfe handelt, ob es sich um die Arbeitslosenfürsorge oder um den Schutz des täglichen Brotes handelt, die Politik der Sozialdemokratie und ihrer Presse zielt darauf ab, den breiten notleidenden und bedrohten Volksmassen zu helfen. In unserem Zeitalter, in dem Zeitalter der Demokratie, hat die Presse eine ganz gewaltige Bedeutung. Sie ist nicht mehr nur Kritikerin. sie ist berufen, Gestalterin zu sein. Sie gestaltet durch ihre Haltung die öffentliche Meinung und die öffentliche Meinung wiederum ist es, die heute in allen Fragen des Lebens entscheidet. Es ist durchaus nicht gleichgültig, ob die Arbeiter eine Zeitung lesen und unterstützen, die ihnen feindlich gegenübersteht. Die kommunistische und die sogenannte bürgerliche Presse stehen den Arbeitern feindlich gegenüber. Man darf solche Zeitungen nicht lesen und abonnieren. W er das dennoch tut, der begeht Verrat an sich selbst, an seiner Klasse, und was das Sddimmste ist— auch an seinen Kindern. Ein solcher Verrat rächt sich früher oder später bitter, In den gegenwärtigen politischen Kämpfen haben mir sehen müssen, wie die nichisozialdcmokraiische Presse wie auf Kommando die Sozialdemokratie dafür verantwortlich machen wollte, daß die Reichsrcgierunj; des Kanzlers Hermann Müller, zerfiel. Man verschwieg einfach die Wahrheit. Allein die Diese Zeitung ist deine Zeitung! sozialdemokratisdie Presse hatte die Aufgabe, der Wahrheit zum Siege zu verhelfen, l11- kleineren Dingen hat die sozialdemokratisdie Presse die Aufgabe, für die Wahrheit zu streiten. Die bürgerlidie und kommunistisdie Presse, die eine sdiledite Sadie, eine sdiledite Politik zu vertreten hat. kann nidit in der Weise für die Interessen des ganzen Volkes kämpfen, wie es die sozialdemokratisdie Presse tut. Es ißf ßanz natürlich, daß sidi in der sozialcfemokraiisdien Presse der reine sozialistisdie Geist widerspiegelt, von dem der Sozialismus beseelt ist. Keine Partei und keine Presse in Deutsddand kann etwas Ebenbürtiges entgegenstellen. Die Sozialdemokratie, ihre Presse und ihre vielfältigen Organisationen aller Art sind vom allumspamienden Zukunftsglauben erfüllt, der durdi nidits erschüttert werden kann. Deine geistigen und materiellen Interessen sind so am besten in der Sozialdemokrat isdien Presse aufgehoben. Wer sdion Leser und Leserin ist, der wird es auch auf alle Zeit bleiben. Sie alle aber müßten sidi auch verpflichtet fühlen, für die Presse der Partei, für ihre Zeitung, zu werben. Das alte Gebot der Solidarität, der gegenseitigen Hilfe, besteht nodi und wird immer bestehen bleiben, solange Menschen leben und denken. So müßten alle unsere Leserinnen und l.eser in dieser Zeit der politischen Hochspannung für ihre Zeitung werben. Der Abonnementspreis deiner Zeitung trägt vielfach Früchte. Du hast großen geistigen Gewinn, ja, sogar materiell verzinst er sich. Denn wenn du durch deine Zeitung nidit erfährst, wo du deine zuviel gezahlten Steuern zurückbekommen kannst, wenn du nicht weißt, wie es um deinen Lohnkampf steht, dann bist du materiell geschädigt. Du mußt audi wissen, welche Parteien dir, deiner Frau und deinen Kindern das Brot verteuern, welche Parteien den ganzen großen Zollraub jetzt durdiführen. Je grösser die Abonnentenzahl, um so grösser der Einfluss deiner Zeitung Das muß jeder einzelne Freund unseres Blattes wissen. Wir werben nidit aus Eigennutz für unsere Zeitung, wir werben für sie im Interesse der Allgemeinheit. Wir wollen nur nicht, daß das Gift jener Presse, die volksfeindlidi wirkt, audi noch vom Volke selbst bezahlt wird. Wir wollen, daß die Arbeiter. Angestellten und Beamten, ihre Frauen und Familien in ihren Wohnungen einen täglidien Freund haben. Dieser tägliche gute Freund ist die sozialdemokratisdie Presse, Das darf nie und nimmer vergessen werden! Auch in den kommenden Sommermonaten gilt es, für die sozialdemokratisdie Presse zu werben, ihr die Treue zu halten. Mandl- mal denken Leser und Leserinnen, sie braudien ihre Zeitung nur in den langen Winterabenden zu lesen. Nein, auch im Sommer geht die Weltge schichte weiter und gerade der kommende Sommer kann die folgenschwersten politisdien Entscheidungen für ganze Generationen bringen. Nodi ist nicht abzusehen, wie sich die politisdien Gesdücke gestalten. Das eine aber steht fest: Die breiten Volksmassen gehen sehr schweren Zeiten entgegen. Ob die Sozialdemokratie als stärkste Partei in der Regierung ist, ob sie durch die Verhältnisse gezwungen, in Opposition steht, immer kämpft ihre Presse für die Interessen des Volkes, für den Aufstieg der Millionen Mühseligen und Beladenen, Ob die jetzige Regierung den M assenzollraub durchführt, ob si» gestürzt wird und das Volk früher oder später zu Reidistagsneuwahlen aufgerufen wird— die Presse der millionenstarken Sozialdemokratie wird in all diesen Kämpfen führend sein, sie wird jedem einzelnen Volksgenossen, jeder Volksgenossen, die ihr vertrauen, sein ein Führer und Kampf geführte. Hattet eurer Zeitung die Treue Werbt für sie! — Große Traarfnß-f abrlk— r e r k o u f t fafenlote Trauringe direkt an Priraie Ges. geschüät. 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GESAMTVERBAND DER ARBEITNEHMER DER ÖFFENTLICHEN BETRIEBE UND DES PERSONEN- UND WARENVERKEHRS ANGESCHLOSSEN DEM ALLGEMEINEN DEUTSCHEN GEWERKSCHAFTSBUND UND ALLGEMEINEN DEUTSCHEN BEAMTENBUND KONZENTRATION D E R K R Ä F T E 125000 Mitgliedern in Berlin ie größte freigewerk- schafNicheOrganisation~ Der Gesamtverband ist DIE GROSSORGANISATION für das gesamte Personal der Reichs-, Staats-, Provinzial-, Kreis- und Gemeindebetriebe und-Verwaltungen, Gas-, Elektrizitäts-, Wasserwerke und sonstigen der öffentlichen Versorgung dienenden Betriebe sowie des Gesundheitswesen und der Berufsfeuerwehr für das in privaten Handels- und Transportbetrieben und in den Handels-, (Versand-) und Transportabteilungen industrieller Unternehmungen beschäftigte Personal für das Personal in den Kraft- und Luftverkehrsbetrieben bei den Straßen-, Klein-, Hafen-, Werksbahnen usw. für das Personal der Post und Telegraphie für das Personal in den Schiffahrts-, Fischerei- und Hafenbetrieben, des Lotsenwesens und beim Wasserbau für das Personal der Hauswirtschaft einschl. der Wach- und Schließgesellschaften für das gesamte Personal der Gärtnereibetriebe An alle Berufskollegen ergeht der Ruf: Organisiert euch im Gesamtverband 1 Anschrift für die Bezirks- und Ortsverwaltung Berlin; BERLIN N 24 Johannisstraße Nr. 14—15• Telefon: Norden(Dl) Nr. 2635-36, 2655-57 Bürozeit von 3—16 Uhr, Sonnabends von 8—13 Uhr ?lr. 202* 47. Jahrgang 6. Beilage des Vorwärts Donnerstag, 1. Mai 1930 Konsumenienprolesi gegen Stenemillkör. Die Generalversammlung der Berliner Konsumgenossenschast. Die c»n 28. April adgehaliene Generalversammlung der Kon- suin-Genossenschast Berlin und Umgegend tagte im neuen Wohl- fahrtsgebände der Genossenschaftszentrale in Lichtenberg. Das Ge- nossenschaftsparloment. nach der neuen Satzung 300 Vertreter rmfassertd, trat erstmalig nach den Ansang April vollzogenen Neu- lvohlen zusommeit. um eine Reihe wichtiger Beschlüsse zu fassen. In den einleitenden Worten widmete der Verhandlungsleiter, Paul Lange, den in der Zwischenzeit verstorbenen Mitarbeitern Worte des Gedenkens, dabei die Verdienste der dahingeschiedenen Genossin Gertrud L o d a h l hervorhebend, die in 2üjährigcr uner- niüdllcher Tätigkeit in ausopferndster Weis« ihre Kräfte der genossenschaftlichen Organisation Berlins und darüber hinaus der Konsum- genvssenschaftsbewegung ganz Deutschlands gewidmet hat. Geschäftsführer M i r u s erstattete anschließend als Zentral- Wahlleiter Bericht über die Neuwahlen der Abgabestellendelegierten und Generalverfammlungsvertreter. Gegen einige Stimmen der konrmurristischen Opposition" wurden sämtlich« Wahlen für gültig erklärt. Zuni nächsten Punkt der Tagesordnung unter- breitete der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Paul Lange, der Ver- sammlung die Mitteilung, daß das Vorstandsmitglied Andreas M i r u s von seinem Amt zurücktrete, um, einem ehrenvollen Ruf« der Großeinkaufs-Gesellschaft Deutscher Consumvereine folgend, am l. Juli in die Direktion der zentralen Genossen- schaftsorganisation einzutreten. In herzlichen Worten ge- dachte der Redner der großen Verdienste, d-e sich Mirus in seiner langjährigen Tätigkeit um das Werk der Berliner Verbraucher erworben hat. Die Versammlung sprach in einer Erklärung dem Ge- nossen Mirus für lein erfolgreiches Wirken in der Berliner Ge- nossenschast v o l l st e Anerkennung aus. Genosse Mirus dankte allen Funktionären für die ihm gewährte Unterstützung in wannen Worten. Anschließend unterbreitete das Aufsichtsratsmitglied K u tz n« r der Generalversammlung den Vorschlag des Aufsichtsrats, die frei- gewordene Stell« eines Vorstandsmitgliedes''dem Genossen Paul Lange zu übertragen. Nach einer Aussprache, in der mir einige kommunistische Vertreter sich gegen den Vorschlag wandten, wurde Genosse Paul Lange nahezu einstimmig zum Vor- standsmitglied gewählt. Der Gewählte versicherte, daß 4 es nicht daran fehlen lassen werde, seipcm Vorgänger nachzueifern und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es ihm beschieden sein möge, die Genossenschaft weiter aufwärts zu führen. Sodann erstattet« Geschäftsführer Schreiber den Halbjahres- bericht, dem zu entnehmen ist, daß trotz aller wirtschaftlichen Be- drängnisse, hervorgerufen durch übergroße Arbeitslosigkeit in den breiten Verbroucherfchichten, die Genossenschaft eine gün- st i g e Entwicklung aufweist. Der Umsatz hat sich in den Monaten Iuli-Dezembcr 1929 gegenüber der gleichen Zeit des Vor- jahres van 32 288 223 aus 49 2238 3 9 Mark— 24 Prozent gesteigert: die Mitglicderzahl erhöhte sich von 170 985 am 1. Juli 1929 au f 192 87 6 am 31. Dezember 1929. Die Sparkasse vermacht« ihren Einlngcnbcstand von 35 auf 4 1 Millionen Mark zu vermehren: die Spareinlagen verteilen sich auf 128 5 55 Konten. Von den einzelnen Warengruppen Hot besonders der Artikel Butter sich wesentlich im Urnsatze erhöht(33 Prozent): die Kaffeerösterei steigerte ihren Absatz um 27)7 Prozent: in der eigenen Schlächterei winden 9489 Schweine, 1999 Rinder und 788 Hammel geschlachtet. Die stärkste Aufwärtsentwicklung zeigt Oberpostsekretär E. ist im Dienste ergraut, aber beute noch genau so frisch, wie vor SO Jahren. Mag vor Schalterschluß das Publikum drängen, er verliert nie seine Ruhe. Irrtümer gibt's bei ihm nicht. Er ist eben ein Mann, der seine Nerven und Gedanken beherrscht. Beim Nachtdienst ist er genau so wadi wie beim Tagesdienst. Die Müdigkeit überfällt ihn nicht, wenn die Arbeit ruft, und der Schlaf meidet ihn nicht, wenn er ihn sucht. „Ich brauche- pflegt er zu sagen- Anregung beim Arbeiten, aber ich brauche auch völlige Ncrvcnruhc zum Schlafen. Beides Finde ich, wenn ich Kaffee Hag trinke. Er ist coffeinfrei und völlig unschädlich. Er regt an, aber verursacht keine Schlafstörungen. Deshalb mag ich Kaffee Hag» daheim wie zum Dienst- nicht mehr missen. „Machen Sic selbst einen Versuch, Sic werden sehen, wie gut Kaffee Hag Ihnen bekommt und wie gut er Ihnen schmcdct!" die Mineralwassersabrik, deren Produktion sich aus 2 779 569 Flaschen(1928: 1455 999 Flaschen) belief: hier ist ein« 59prozentige Umsatzsteigerung festzustellen. In seinen Dar- legungcn ging der Redner auf die Zoll- und Steuergesetze der neuen Reichsregierung ein, die eine unoerontwort- liche Belastung der Verbraucher und ihrer Organisationen, der Kon- sumgenossenschasten, darstellen. In einer Entschließung, die die tiefe Entrüstung der Versammlung über die unmoralischen und un- sozialen Maßnahmen der Regierung und des Parlaments und ihren Kampfeswillen gegen die Veranlasser der Sondersteuer, gegen die Händler und Mittelständler, zum Ausdruck bringt, wird gegen die gewaltigen Belastungen der Verbraucherschast, die durch die neuen Hochschutzzoll- und Steuergesetze eintreten, protestiert. Dann heißt es in der Entschließung weiter: „Die Generaloersammlung betrachtet es als ein schreiendes Unrecht, daß der ärmsten Schicht der Bevölkerung große Lasten auserlegt werden, um Teilen der besitzenden Klassen Profite zu sichern. Nicht minder wendet sich die Generalversammlung gegen die S o n d e r u m s a tz st e u e r, die den Einzelhandelsbetrieben mit mehr als 1 Million Mark Jahresumsatz auferlegt worden ist. In diesem Sonderumsatzsteuergesetz hat ein unsauberes Konkur- renzmanöver gewisser Mittelstandskreis« gegen die Konsumver- eine einen gesetzlichen Niederschlag gefunden. Dieses neue Steuer- »nrecht ist um so empörender, als die Konsumvereinsmitglieder sich vornehmlich aus den Kreisen der werktätigen Bevölkerung, aus Arbeitnehmern, rekrutieren, die gerade in der gegenwärtigen Wirtschastskris« zum großen Teil arbeitslos sind oder doch von der Arbeitslosigkeit bedroht werden. Die Generalversammlung kann nicht anders, als diese Ausnahmebesteuerung der ärmsten Verbraucher als einen Schand st reich zu bezeichnen. Die Generaloersammlung fordert die Berliner Verbraucher aus, den gegen das Genossenschaftswesen ver- übten Schlag durch verstärkten Beitritt zurKonsum- Genossenschaft Berlin und Umgegend zu beantworten. Vor- stand und Aufsichtsrot der KGB. werden beauftragt, das Erfor- derliche zur Zlufklärung der Berliner Bevölkerung zu tun und die erforderlichen Schritte einzuleiten, damit die Belastung der Verbraucher durch die neuen Hochschutzzoll, und Steucrgesctze so- wie die Zlusnahmcbestcuerung der Konsumvereine wieder rück- gängig gemacht wird." Die Generalversammlung erteilte in ihrem weiteren Verlauf die Zustimmung zum Ankauf von Grund st ücken in Sperenberg für Schaffung einer größeren' Spielwiese für das Kinder-Erholungsheim, ferner in Birkenwerder, Bies- dorf-Süd, Hohenneuendorf und Mahlsdorf-Nord. Den Abschluß der Versammlung bildeten die Wahlen zu den Ver- bandstagungen: zum Unterverbandstag in Swinemündc wurden entsandt die Genossin Lohrengel und die Genossen S t e p o- n a t und Heinrich. Zum Zentralverlxindstag in Lübeck wurden delegiert die Genossin T r e st e r und der Genosse� H e m p c I; sämtliche Delegierte gehören zur Gruppe Gcnolsenschäftsäuibau. Die größte Schleuse der Welt. Im Vorhafen von Amsterdam.— Länge 400 Meter. Amsterdam, 39. April. In A m u i d e n, dem Vorhafen von Amsterdam, wivd heute die feierliche Eröffnung der neuen großen Nordsee-Schlcusc vor sich gehen, die zur Unterscheidung von den anderen in Pmuldeit bereits bestehenden Schleusenwerken den Namen„Norrders- luis"(nördliche Schleuse) tragen wird. Diese Schleuse stellt die zur Zeit g r o ß t c der Welt dar. Ihre Erbauung, zu der man erst nach langwierigen, bis in das Jahr 1999 zurückgehenden Vorbercitungs- arbeiten überging, erwies sich als notwendig, weil die bisher bestehenden älteren Schleusenwcrke, durch die Amsterdam seit den Iahren 1876 bzw. 1896 im Wege über den zwischen Amsterdam und Nmuiden geschaffene» Nordseekanal mit der Nordsee verbunden ist, allmählich von der sich rasch entwickelnden Schiffahrt übecholt wurden. Während die seit dem Jahre 1999 bestehende bisherige Schleuse Dimeirsioncn von 225 X 25 X 19 Meter ausweist, betragen die Ab- mesiungen der jetzigen neuesten Schleuse in der Länge 499 Meter, in der Breite 59 Meter und im T»r s g a n g 15 Meter. Sie sind also bedeutend größer als die des Panama- Kanals(395 X 33,59 X 13 Meter) und des Kaifer-Wilhelm-Kanals (339 X 45 X 13,77 Meter). Der Nordfeckanal wird vorläufig bis auf 12,59 Meter ausgebaggert. Durch die neue Schleuse werden die größten Schiffe der Welt Amsterdam erreichen können. Der Dampferverkchr auf Spree und Havel. Ain kommenden Sonntag, dem 4. Mai, wird die Stern- und Kreisschiffahrt: ihren täglichen fahrplanmäßigen Dampfer- verkehr auf allen Strecken wieder aufnehmen. Auf der O b e r- s p r e e finden zweimal täglich Fahrten nach Woltersdorf und Schmöckwitz statt. Werktäglich wird eine weitere Fahrt durch die Löcknitz nach Sl l t- B n ch h o r st und Möllenhorst durch- geführt. Außerdem verkehrt Sonntags ein Dampfer durch die Dubrow nach Tcupitz. Auf der Havel wird ein stündlicher Verkehr zwischen Wannsce, Potsdam, Ferch, durch den Kleinen Wannsee sowie von Potsdam nach Schloß Babelsberg und Bürgers- hos durchgeführt. Sonntags werden wieder die Strecken Span- dau— P f a n e n i n f e l— Wannsce sowie Polsdam— Nedlitz— Machnower Schleuse befahren. lieber Werder hinaus führt eine Linie' nach A l t- T ö p l i tz und Phöben. Von Tegel aus werden wieder die Sondcrjahrten nach dem Werbellinsee aufgenom- men. Accf der Oberhavel und im TegelerSee beginnen am 4. Mai die täglichen Fahrten zwischen Tegel und Tegeiort— Spandau— Heiligensee: die Schiffe fahren in etwa stündlichen Zwischen- räumen. Sonnenfinsternis in San Krancisco San Francisco. 39. April. Da im allgemeinen gute Sichtoerhältnisie herrschten, war die gestrige Sonnenfinsternis sehr eindrucksvoll. Sie begann um 9.39 Uhr morgens pazifischer Zsit. Ein schätzungsweise ein Kilometer breiter Schattenstreifen kam vom Stillen Ozean mit einer Ge- schwindigkeit von etwa 2999 Kilometer in der Stunde heran. Genau in der Mitte des Schattens war die Sonne für den dritten Teil einer Sekunde völlig verdunkelt. Allgemeine Wetterlage. 30Apoil>l930�bds.[-l� ©wolkehlos.0 heiler.® halbbedeckr Äwolkig.Obedeckt'RegeivAGraupelfl hMt�fcW.ltCewiriertcijWindstill« Am Mittwoch herrscht« in ganz Deutschland, das innerhalb eines kalten nordöstliche» Luststromes lag, recht kühles und windiges Wetter. Die Tenrperaturen stiegen nirgends über 15 Grad Celsius. Im Süden und Südosten des Reiches kam es dabei auch zu mäßigen Regensällen. Mit kräftig steigendem Lustdruck über Mitteleuropa scheinen jetzt die kühlen und böigen Winde allmählich abzuflauen. Gleichzeitig dehnt sich das nördliche Hochdruckgebiet nach Zeutsch- land aus, wodurch das europäische Tiesdruckgebiet nach Rußland abgedrängt' wird. Dttmü-nbiften- wir fÜM die nächsten Tag« mit langsamer Beruhigung und Besserung des Wellers rechnen. Arn Donnerstag dürfte" es im ganzen noch recht kühl sein, jedoch wird es am Tage wieder eiwas wärmer wyrde» als am Vortage. •* Wetter aussichlen für Berlin. Zeitweise heiter, Temperaturen am Tage wieder«in wenig höher, nachts sehr kühl, abflauende aber noch ziemlich frische Winde ans nördlichen Richtungen.— Für Deutschland. Am Tage meist wieder ein wenig wärmer, nachts jedoch sehr kühl, stellenweise leichl« Nachtfröste: im«üdcn und Südosten noch vielfach bewölkt, im übrigen Reiche wieder vielfach heiter. K&mste!!Raici3L vona. &aßr'i*adwthki!fä&*litz~JtlcJ3J&tarxiclc, da* fß&vefHscßaßeKL < e*�. �Niederlage mit Reparaturwerkstätte in Berlin: Oranienslraße 127. Steppdecken K.SDomasr,, volleurdf Monior 5*M.' UbS." •�89.- WoliplüschTeppiche hochfloriij« QuallMr Perser- musrer m. Franse SST5?0! 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Geöffnet»?n S— N Uhr, IS'/z— IS Uhr Iuöustritorgonifation aller ia öer Metallindustrie befchastigte« Personen Der Verband gewährt seinen Mitgliedern: 1. Streikunterstützung während der Dauer eines Arbeitskampfes. 2. Maßregelungsunterstützung bis zu einer Dauer von 18 Wochen. 3. Erwerbslosenunterstützung auf die Dauer von 2l) Wochen. 4. Krankenunterstützung auf die Dauer von 20 Wochen. 5. Reisegeld bis zu einer Höchstdauer von 40 Tagen und durch- reisenden Mitgliedern vorübergehend Unterkunst. 8. Sterbegeld an die Hinterbliebenen verstorbener Mitglieder. 7. Sterbegeld an die Mitglieder beim Ableben der Ehefrau. 8. Umzugsunterstützung bei Veränderung des Wohnortes, bedingt durch Wechsel der Arbeitsstelle. 9. Jnvalidenunterstützung bei eintretender Invalidität. 10. Notlagenunterstützung bei außerordentlichen Notlagen. 11. Rechtsschutz bei Streitigkeiten aus dem Arbeitsverhältnis. Die„Metallarbeitcr-Zeitung" wird allen Mitgliedern unentgeltlich zugestellt; die .Jugend-Zeitung" den jugendlichen Mitgliedern. Den Funktionären des Verbandes wird außerdem zum Studium, zur Information und zur Forlbildung ausreichendes Material zur Verfügung gestellt. Ferner wird jährlich eine Anzahl Funktionäre nach der Wirtschaftsschule Dürren- be rg(Eigentum des Verbandes) geschickt, um sich in einem eingehenden Kursus ihr Rüst- zeug für ihre Tätigkeit in den Betrieben und an anderen Stellen zu schaffen. Auch andere Kurse, die vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund errichtet, werden mit einer größeren Anzahl von Funktionären beschickt, um sich die Kenntnisse zu erwerben, die für einen durchgebildeten Gewerkschaftsfunktionär notwendig sind. Das Eintrittsgeld beträgt: Für männliche Personen über 18 Jahre alt— 1.— RM., für weibliche Personen über 18 Jahre alt — 50 Pf., für jugendliche Personen beiderlei Geschlechts unter 18 Jahren sowie für Lehrlinge— 30 Pf. A n e i t r ä g e n werden erhoben: In der l. Klasse......... 1,50 RM. In der I V. Klasse.......... 0,35 RM- In der II. Klasse......... 1,15 RM. In der V. Klasse.......... 0.10 RM. In der III. Klasse......... 0,80 RM. Für weibliche Mitglieder, die keinen Anspruch auf Jnvalidenunterstützung erheben, ist eine Klasse a geschaffen und betragt der Beitrag: In der IIa. Klasse......... 0,90 RM. In der Iiis. Klasse......... 0,60 RM. A* Pflicht eines jede« Metallarbeiters ist es, sich der �ständigen freie« Industrie- orgaassatio«, dem Deutsche« Metallarbeiter-Verband, aufschließe« Donnerstag 1. Mai 1930 Unterhaltung unö Wissen Beilage des Vorwärts Max tBarihel: 3)ie frei i r fln jenem Tag, ex stieg vor vierzig Jahren wie eine Flamme durch die llacht, va haben viele, die mit in der Marschfront waren, Ün jenen März von achtundvierzig wohl gedacht. Sie hörten auch zerfetzte Fahnen flattern. Sie hörten Sturmgeschrei und Schüsse knattern. Und Pe marschierten, Frau und klind und Mann, Die Straße frei Hm ersten Mai, Und sahen sich mit Siegerblicken an. ?n London und potis war eine Marschkolonne, Verlin und Wien vereinte sich im Schritt, Und in dem Vormarsch nach der roten Sonne Sing eine Welt der Sehnsucht mit? vorbei an einem Tag des Werktags Rattern! Sie sahen vor sich rote Fahnen flattern, Ja, sie marschierten, Srau und Rind und Mann, vie Straße frei Hm ersten Mai, Und eine neue Seit begann! vie neue Seit, sie ging durch Uanonoden! vie neue Seit, sie starb in Mut und Krieg! Vie neue Zeit: wo sind die Lameraden? vas Volk verkam, vie Herren brüllten: Sieg! va hörten wir in Kampf und Flinteuknattern hoch in der Luft die alten Fahnen flattern. va löste sich der blutige vann Trotz Blut und vlei Und Tyrannei, Und die Novemberzeit begann! ... In London und Paris geht eine Marschkolonne, verlln und Wien vereinigt sich im Schritt, Und in den Vormarsch in die rote Sonne Seht eine Welt der Arbeit mit! Nie mehr soll Krieg mit den Seschützen rattern! vie neue Seit! Vie Fahnen flattern! Vort liegt das Siel! Zerbrecht den vann! vie Straße frei Hm ersten Mai! Hrbeitervolk! Marschiert! Sreist an! JielaStereis: MkMpf«tlll Wie ist das Gedairkentind gewachsen, wie hat es sich ver- ändert!... Die Phantasie taucht in der Vergangenheit unter, denn nur so kann sie e» erreichen---- Damals— wie lallte es noch, wie tappte es noch um sich herum... wie muhte man noch um sein« kleinen Schritte zittern... seine Zaghaftigkeit, wie sie immer stockte... Wie es herodes belauerte!... Jetzt geht es an uns ooran, aus seiner Stirn düstert der Fabriksquolm, seine Schultern reiben an den über die Gewässer führenden Metallbrücken, sein Stamm gleicht seiner Goliath- Lokomotive und wo es vorbeizieht, erzittert ringsumher das Böse____ Als es losging.... Der erste Schritt des ersten Maizuges.... Als sich die ArbettshiPcn zum erstenmal össneten, die hütenden Dor« der Fabriken aufsprangen, der Gruben geiziger Auszug nicht das Erz. sondern die Parias bediente und im Sonnenschein Lumpen, Blässe und Elend ausklitztcn____ Erwachende Proleten betraten ihren Weg.... Wer sieht das Dickicht, dos aus der Tiefe vergangener Zeiten emporsteigt— das aus ihm rollendes gigantisches Meirschenbond, dos durch die Generationen marschierend die Armen der Proletarier über uns hinweg vor die wirklichkeitsbergcnde Fota Morgana hinreißt?... 3. Einundvierzig Maizüoe bemessen den Wog des Proletariats und das Marschieren will kein Ende nehmen... An Jahres- tagen des ersten Mai setzt sich der Tag wieder und immer wieder in Bewegung.... Wie blitzte nur das erst« Mailicht.... Wie sich das Blinzeln verdorbener Augen zum mutigen Blick weitete, wie sich zentnerschleppende Schultern aus dem müden Ber- fallen ausrossten, wie sich die fahlen Gesichter, von Sonnenglut de- schämt, röteten, wie sich gebeugte Köpfe von dem in ihnen sich er- hebenden neuen Gedanken aufrichten.... So geht es auch?... Di« chaspel kann stehen bleiben?... Der Keisel ruhen?... Den Rauch der Schlote kann man unterbinden?... Das Schlagwetter erreicht uns nicht?... Der Schweiß ölt nicht den Schwungradriemcn?... Mit der abgelisteten Sonne in seinem lzerzen betrot der Prolet zu Beginn des Großen Marsches den Weg.... Ilm zu leben, zu glauben, zu wissen!... Mit seinem zu Tage geförderten Groll vermehrte sich der Prolet wie das erste Gras auf der Wiese, und so oft die Scholle austaut und mit ihrem Duft, mit chrer Kraft, mit ihrer Verheißung daK Gesicht der Welt anfaucht, zieht wogend sein Zug inmitten des chachzeitsseftes der Maierde____* 5. So oft ich dem Maizug begegne, gewahre ich den großen um- sassenden Reif des Proletenschicksals, der dort feinen Anfang Hot, wo der Prolet unter Auflehnung und Demonstration geboren wurde und dort fein Ends findet, wo die beleidigte und verhöhnte Hülle des Proleten sich in dos Gewand des Menschen Neidet____ 6. Das Achtstundendasein?... 2lixj dem Schöße der Leiden entsprossenes erstes Gedanken- kind?... damit das vom Feuer des Kessels geblendete Aug« sich ein wenig abwenden kann, die vom Mehlstoub der Mühlen an- genagte Lunge sich ein wenig befreien kann.... Welch andere Dinge beschäftigen uns schon heute'.... 7. Ihren Kelch schwingend, läuten Maiblumen zur Prozession.... Und der Maizug. dessen Anfang du schon nicht mehr siehst und dessen Ende du nicht kennst, flutet über dich hinweg.... Wie der Zug der Kometen, wie das Wahrsagen selbst, so schauderhast ist dieser Maizug, der plötzlich am Firmament des Staunens auflouchic mrd es seither mit seinem Strahlen immer mehr überflutet und wer weiß, wohin fein die Vergangenheit be- rührender, das Schicksal fühlender Weg führt? 8. Stach nie gab es solch einen Zug!... Die Flut jetzt erstandener, sich entwickelnder und auferstehender Völker reißt die heutige Welt«in.... Die heutige... deren Herz mit dem Beil des Unglücks gespalten, deren Sinne man mit dem Geheul der bestürmten Gipfel auf- polterten, und was da �geblieben, heult vor Schmerz, verlangt schonend nach Rechenschaft.... S. In den Stamm, in den lebendigen Leib marschierender Völker wächst die neue Mass« hinein____ Di« Klage, vre bisher ihre Stimme gesucht, wie wird sie durch diesen Donner beflügelt.... Die Sehnsucht, die ihre Scheinwerfer auf den Weg wirst, wie sprengt sie die Dämme mit ihrer Forderung!... Aus dem Glimmen des blaffen Wortes, wie die Flamme auflodert.... Jetzr weiß es schon, was es will!... Das traumoerwobenc Gefühl, wie zischt es mit feiner Kraft auf..! denn es ernüchterte sich schon vom Rauschgift der Lüge.... Der Schweif des Kometen breitet seinen gefürchteten Fächer über die Welt aus____ zciix xinke: ffiawimüclüung Jeder weiß es, der sein Stückchen Land bepflanzt oder gar sein Siedliungshäuschen mit ein paar Bäumen umgeben will, die seinem Anwesen erst recht den Eindruck eines Helms geben. Aber davon ist hier nicht die Rede, sondern von den ungeheuren Massen der Bäume, die jeden Augenblick als Druckpapier durch die Rotarions- walzen gequetscht werden. 8ls Millionär Raummeter Holz im Werte von 16-5 Millionen Mark werden jährlich von der deutscheck Papierindustrie verbraucht. 93 Proz. davon sind Fichtenholz. Trotz des riesigen Woldreichtums ist Deutschland nicht in der Lage, diesen Bedarf zu decken. So führen wir zwei Fünftel unseres Bedarss aus Polen, ein Viertel aus Finnland und ein Zehntel aus der Tschechoslowakei ein, um die 2 Millionen Tonnen Papier zu er- zeugen, die wir selber verbrauchen und ausführen Allerdings ge- hören dazu noch 189 MO Tonnen Stroh und 99 099 Tonnen Lumpen: ober die stammen ja nicht von den Bäumen, die für die Popierherstellung ihr Leben lassen müssen. Das Lumpenpapier ist das seinere: in die Zeitungen kommt davon nichts. Dir' fressen il wesentlichen Holzschliff, ebenso wie das meiste Verpackungspapier (wozu übrigens noch mehr verbraucht wird als für die Zeitungen). Jedoch auch für die Zeitschriften, Bücher, Bilder, Drucksachen, sogar für Schreib, und Zeichenpapier wird viel Holzschlist oerbraucht. Selbst in einem so ungeheuren Lande wie den Vereinigten Staaten von Amerika sind die Wälder in vielen ihrer Einzel- slaaten längst nicht mehr in der Lage, das nötige Holz für den Papierverbrauch zu liefern. Charles P. Steinmetz, ein hervorragen- der Elektriker, der aus Deutschland nach der Union ausgewandert ist, hat schon vor fast einem Jahrzehnt den Gedanken ausgesprochen, daß die jetzt vorhandenen Holzpslanzen nicht mehr genügen, sondern, daß man daran gehen müsse, schnell wachsende Bäume zu züchten, wenn man dem Bedarf nachkommen wolle. So war es gerade Amerika, das in dieser Hinsicht vorangegangen ist und Forschungen angestellt hat. Der Grund dafür war, daß der Staat New Port in den letzten 15 Jahren nicht weniger als 12909 holzverbrauchende Industrieanlagen verloren hatte, die zum Teil in andere Staaten ausgewandert sind, wo das Holz für ihre Betriebe noch wächst. Abgeholzte. Flächen im Umsanze von 2 Millionen Hektar liegen brach, weil sich das Aufforsten nicht gelohnt hat. Vor 80 Jahren war New Park der führende Staat in der Holzerzeugung Nordamerikas. Aehnlich ist es Pennsylvania ergangen. Die Brachländer werden nicht aufgeforstet, aber auch nicht als Ackerland verwendet, weil die Aufbereitung.zu teuer wäre. Der vom Staate New Pork eingesetzt« ILüersuchungsausschuß hat sich mit der Angelegenheit besaßt und eine planmäßig« Züch- tung von 125 verschiedenen Pappelarien in die Wege geleitet. 1< 000 Sämlinge sind gezüchtet und gekreuzt worden, und es ist Professor Me. Äee schließlich gelungen, eine>wue Bastardpappel zu züchten, die ganz außerordentlich rasch wächst und in fünf Monaten schon zwei Meter hoch wird. Da» Holz dieser Pappel hat wenig Astfehler, sehr lange Fasern und soll gegen Laumtrankheiten außerordentlich widerstandsfähig sein. Wöhrend bei den gewöhn- lichen amerikanischen Bäumen«in Hektar jährlich nur 250 Kilo. gramm Holz liefert, soll die neue Pappelart im Mittel 18 009 Kilo- granun Hoiz liefern, das euva die Hälfte Zellstoff hergibt. So haben die Loraussagungen von Steinmetz eine bemerkens- wert schnelle Erfüllung gefunden. V',1, £rfle Begegnung mit dem lUai Das ist nun einige 29 Jahre her. Ich war elf oder zwölf Jahre alt und ging in die Quinta oder Quarta'des Realgymnttsiuans zu Leipzig. Eine große Rolle spielte die Politik in meinem und meiner Mitschüler Leben gewiß noch nicht: aber unsere Grundeinstellung war natürlich durchaus rechts, das war einfach eine Selbstverftänd- lichkeit. Heutigentags kann man vielleicht jagen, daß auf den Eym- nasien die Reaktion dominiert. In der Vorkriegszeit„dominierte" sie nicht bloß dort: Gymnasiast sein und kaisertreu sein war schlecht- hin identisch. Wir hielten uns, bis auf ganz wenige, für feine Jungens, denen ein fröhlich-ungebundenes Studentenleben bevorstand und die späier einmal die Elite des Staates darstellen würden. Sozialdemokraten: das waren die anderen, von denen wir nicht viel wußten, über die etwas in Erfahrung zu bringen aber auch gar nicht nottat. Sozialdemokraten: das waren fchlechtgekleidete Gestalten, die nach Schweiß rochen und deren Kinder uns früh- morgens die Zeitung brachten. Später würden wir über sie zu be- fehlen und ihnen die Vaterlandslosigkeit auszutreiben haben. Immer- hin war es wohl nicht Haß, den wir gegen die Sozialdemokraten empfanden: dazu waren sie uns ja viel zu entrückt, viel zu fremd, es war reservierte Gleichgültigkeit, mißtrauischer Hochmut, dunkel- Einmol geschah da etwas Merkwürdiges. Es war Pause und wir befanden uns auf dem Schulhof. Von frühmorgens an war es überaus stürmisch gewesen und jetzt hatte die Unfreundlichkeit des Wetters einen Höhepunkt erreicht. Plötzlich wirbelt ein scharfer Windstoß ein Stück Tuch über das Gitter, läßt es auf den Sand niederfallen, fegt es auf der Erde entlang, bauscht es dann noch einmal auf und hebt es auf einen Baum hinauf, in dessen Aesten cs sich verfängt und hängen bleibt. Jetzt können wir es alle sehen, worum es sich handelt: um ein Stück roten Fahnentuchs, das der schwere Sturm von einer Stange, an der es nur unzulänglich be- festigt gewesen war oder von einem Wagen, den es drapieren ge- hoffen, losgerissen und zufällig hierher gewirbelt hatte. Der Baum wird zum Mittelpunkt des Interesses. Woher kommt das Tuch? „Das hat mit dem 1. Mai zu tun", sagt einer. Allmählich hellen sich die Zusammenhänge auf. Eine Strahcnbreite von unserem Schulhaus entfernt ist das Volkshaus. Dort treffen sich heute die Arbeiter zu einem Maiumzug. Das Stück rot« Tuch wird von diesem Maiumzug stammen. Eine kuriose Sache, aber es bleibt dabei: In das Geäst eines unserer Schulhofbäume hat sich eine rote Fahne verirrt und flattert nun, nicht sehr korrekt, nicht sehr bannermäßig... aber es ist eine rote Fahne. Cs werden giftige Späße gemacht, es werden resignierte Betrachtungen angestellt. Ich kann es nicht sagen, was sich der«ine oder andere im Innersten bei der Sache gedacht hat: aber dessen erinnere ich mich, daß es mir beim Anblick des Tuches doch ein wenig seltsam zumute war. daß ich nachdenklich wurde. Maiseier... Sozialdemokratie: das waren bis dahin für mich eigentlich nur sehr abstrakte Dinge ge- wesen, etwas durchaus Ungegenständliches, und die so oft zitierte rote Fahne hatte ich doch immer nur sehr aus der Ferne gesehen. Jetzt befand sich ein Exemplar davon unmittelbar über mir, hatte sich auf dem Schulhof eingenistet, der durchaus mein, Mcincö Mit- fchüler.Herrscherbezirk war, aus dem ich, auf dem wir heimisch waren. Sie flattert« und flatterte, und es war ihr im Augenblick nicht be! zukommen. Man mußte sie gewähren lassen, bis der Hausmeister kam und sie herunterholte. Wenn jetzt der Arbeiter käme, dem sie gehörte, der Anspruch auf sie hatte: wie müßte man sich wohl zu ihm stellen? Erstensmal war er natürlich ein verachtenswürdigor Mensch, ein„Staatsscind". hatte jetzt mal im Blatt gestanden, aber zweitens würde man, trotz des Lateins, in dem man ihm voraus war, bei einem politischen Gespräch mit ihm vielleicht dennoch heillos den kürzeren ziehen. Wieso? Warum? Woran lag das? Di« Glocke schellte. Es war Zeit, in das Schulgebäude zurück- zugehen, Zeit, etwas» Neues zu lernen. Oben von einem Fenster des Flurs im zweiten Stock schaute ich»och einmal herab auf den Hos. Er stand leer und verlassen. Bloß die Fahne wehte noch... In dem kaisertreuen Gymnasialschulhos die rote Fahne des 1. Mai! Ilans Lauer. Heberheilung Der berühmte Chemiker und Philosoph Wilhelm Ostmald sprach in der„Internationalen Gesellschaft für empirisch« Philosophie" in Berlin über ein von ihm entwickeltes biologisches Gesetz. Alles Leben bedeutet Verbrauch: um weiter besteh«, zu können, muß der Organismus die Verluste durch Abnutzung dauernd wieder aus- gleichen: es müssen„Reparaturwerkstätten" vorhanden sein. The»- retisch sind drei Fälle denkbar: entweder wird die Schädigung nur annähernd ausgeglichen, das ist das Zeichen des Greiscimlters, wo deshalb der Körper„schwächer" wird, oder der Verlust wird genau wieder ersetzt oder endlich die Schäden werden„überrepariert", d. h. es wind mehr oder besser repariert, als es vor der Bean» spruchung war. Der zweite Fall des genauen Ausgleichs ist bei- nahe unmöglich, da der Organismus sehr komplizierte Regulations- einrichtungen besitzen müßt«, um den Prozeß der Wiederherstellung gerade dann einstellen zu können, wenn der ursprüngliche Zustand erreicht ist. Daher kömien Lebewesen nur bestehen, wenn die dritte Möglichkeit verwirklicht wird, wenn also jedes Lebewesen nicht nur bei jedem Verbrauch den Verlust ersetzt, sondern darüber hinaus noch einen Ueberschuß schafft. Diesen Vorgang nennt Ostwald die Ueber Heilung, durch die das Organische vom Anorganischen ausgezeichnet wird. In der unbelebten Natur gibt es nirgends ein«. ähnliche Erscheinung, während alle Lebensvorgänge unter dem Prin- zip der Ueberheilung stehen. Die Tatsache der UeberheUung kann schon der Laie in vielen Fällen beobachten. Wenn man etwa beim Sport einen Muskel anstrengt, so wird er ermüdet, also zeitweffe geschädigt. Der Körper bringt dann neues Blut an die ermüdete Stelle, so daß der Muskel nicht nur feine ursprüngliche Arbeits-- fähigkclt zurückgewinnt, sondern noch kräftiger wird. Auf dieser Ucberliellnng beruht also die körperliche Ertüchtigung durch Sport und Turn«,. Bei der Serumtherapie wird der kranke Körper in einen künstlichen Fieberzustand versetzt, der Organismus überwindet dann nicht nur das Fieber, sondern auch die Ursprung!! che Krankheit. Viele Pflanzen gedeihen besser, wenn man sie umpflaiizt: das limpflanzen ist zwar eine Schädigung, die Pflanze muh neue Wur.zetn aussenden, aber sie ersetzt dann nicht nur den Verlust, sondern wird kräftiger. In Indien wird seit vielen Jahrhimberten der Reis in Gärten großgezogen, die jungen Pflänzchen werden dann erst aus die Feld«? gesetzt. Der Roggen, aus diese Weise behandelt, bringt ein Mehrfaches des normalen Ertrages. Die„Reparaturmöglich' leiten" haben natürlich Grenzen. Wenn der Muskel anhaltend überanstrengl wird, kann er dauernd geschädigt werden: eine Arz- nei, die in kleinen Mengen die Ueberheilung hervorruft, wird in zu großen Mengen schädigendes Gift. S. W, V M«.>©oriu; Weine treue pfeife Ich bin an Bord der viert« Maschinist— und dies hier ist meine Pfeife: sie ist mir treu wie das Unglück. Ich habe sie vor drei oder vier Jahren in Valparaiso gekaust— sie ist aus Birn- txmmholz, braun wie die Mädchen von Samoa. Die Mädchen sind nirgends treu— aber treu ist mir meine Pfeife: habe ich Aerger, bin ich innerlich zerrissen, tue ich anderen Leuten Unrecht— dann: schnell: Vierter: Zündholz an— blitzefunk, blau quillt der Rauch— die Zunge tanzt im Munde— und hastenichgesehen: bin ich wieder ein anderer Mensch— seelisch ausgeglichen, das Blut klopft wieder vernünftig— und wer mich dann sieht, der sagt sich: Godver- dunnnich! unser Vierter ist mal wieder gut gelaunt. Jawohl, ich bin an Bord der vierte Maschinist, der unterste vom Generalstab des Schiffes— das Bindeglied zwischen Messe und Mannschaft! Und weil ich dieses Bindeglied zwischen Offizieren ui»d Mannschaft bin, darum avanciere ich nicht— trotzdem ich das Patent als erster Meister habe. Die Mannschaft, meine Heizer— offen und ehrlich gesprochen: die sind mir lieber als die Messe! In der Messe ist immer so ein bißchen von Dünkel zu finden, von Ucberhobenheit gegen die von Vorne— das ist notwendig, sagt der Olle, wir müssen uns für uns halten, wir Herren Offiziere— von wegen der Disziplin! Und dabei wirst mir der goldlitzige Kapitän so'nen schiefen Blick zu— als ob er sagen wolle: Merke dir's, Vierter! Ich aber— Pfeife heraus— ich hülle mich in Wolken— Kapitän, such mal meine Seele! Meine Seele ist vorn bei der Mannschaft, bei der Crew— wie oft sitze ich auf Freiwache im Heizerlogis— wir all« schmauchen, keiner redet ein Wort: aber alle fühlen wir: diese Raucherstunde, sie ist eine Swnde des Friedens, der inneren Beschaulichkeit, der Kameradschaft! Unsere Pfeifen verbinden die Herzen. Was mich so zu den Heizern hinzieht? Erstens, weil ich selbst fünfzehn Jahre als ganz gemeiner Stokcr die bunten Meer« der schönen Welt durch- tanzt habe— und dann dieses: unten ist mehr Ehrlichkeit als oben! Wenn der Mann von unten spricht— dann ist das ungeschminkt, dann poltert das wohl'n bißchen grob aus dem Herzen herauf— aber hinter jedem Wort steht der ganze Mensch, ungefüge Wortsätze ivohl— aber doch Bilder, Gestaltung! Sagt mal, Jungen?, habt ihr keinen Kessel? Sure, knurrt Bob Sörensen, der lange Schwede — und schon schiebt er mit dem schwarzen Kessel ab: in die Korn- büse: heiß Wasser holen— Boys, das gibt was! Und Plum-Backy, der kleine Nigger, der kleine Nigger von New-Orleans: der huscht wie'ne schwarze Maus— er hat den Schlüssel von meinem Spint, der in meiner Kabine nebe» der Koje steht— und mit dem Schlüssel wird Plum-Backy'ne kleine Zauberei vornehm«»-- er hat's schon vollbracht— er ist schon zurück, unter dem schnnerigen Jumper holt er'ne Flasche Gcnever 'raus: in Amsterdam hotte ich'n Dutzend Buddels von dem guten Stoff überholt, Gcnever ist gut für Rheumatismus und Grillen- gezirpe. Helfe dir— wie du kannst! Und steck dir die Pfeife an— freu« dich deines Lebens: übers Jahr bist du vielleicht abgesoffen? Bob Sörensen bringt gleich drei Zitronen mit, dafür gab«r dem Koch'ne Rolle Stift— und das Wasser im schwarzen Kessel ist kochend heiß-- so, go ahead: Plum-Backy— grinsend schlägt er der Geneverbuddel den Hals ab— dann: glucks-glucks, das Fenerwasser springt ins Magerwasser-- und dann: Dai, jolly fellows, yungens riecht ihr's, der Punsch ist fertig: Zitrone, Genever, Zucker, Wasser und Freude! Wir trinken— aus großen rostigen Blechbechern, dicker Nebel kam hoch— blauer Nebel wie um Madagaskar— wir rauchen und schmauchen, wir räuchern uns selber ein: der vierte Maschinist und seine Heizer! Und die Mäuler gehen nun wie die Winschen, die Schnäbel quasseln und rasseln nur so— alles schwätzt durcheinander— See-Englisch, internationale Sprache— jeder legt sein Herz auf den Punschtisch— jeder nimmt das lange rostige Brot- und Zitronenmesser: jeder schneidet sein Herz sprachlich auf: da, haue a look: gucke hinein— so bin ich! Selbst Pipi-Green, der gelbe Asiate von der Jsle of Fvrmosa, auch der wird gesprächig— wie ein junger Affe. Um was fchwägen wir denn eigentlich— wir schwätzen um den Menschen: wir reden von der Union, von der Einigkeit aller Seeleute— unsere Sprache ist Zauberei, von allen Schiffen der Welt flattern plötzlich rote Banner— wir Arbeiter der See, wir wollen Gemeinschaft— Gemeinschaft aller Mensche» der Erde! Es glast: vier Uhr— auf Wache: hinab vor die Feuer, hinein in die Bunker zur Maschine. Der Dampf steht tief— die Maschine gibt nicht viel her— na, meine Pfeife, du meine Getreue— dich stecke ich erst mal an— nachher wird das stählerne Gliederwcrk hier unten schon besser wirbeln! Wir fahren durch böses Wasser, durch die Riffe der Malediven— auf Fahrt von Suez nach Fremantle in Australien— der wilde Monsum treibt das Schiff von Kompaß und die Strömung versetzt uns noch dazu— und dann keinen richtigen Steam—. Nach einer Stunde kommt«in Donnerwetter von oben runter, der Olle selbst steht am Sprachrohr: Vierter, da haben Sie das mal wieder mit Ihrer Verbrüderung von Vorne— die Kerle beißen ja nicht ins Feuer: los, mehr Um- drehungen: sonst reißen wir uns am Riff den Bauch auf! Na, Beerter: stäck di man wedder noch mol de Pip an Den Niedern Druck hat die andere Wach« hinterlassen— die Gencver- wache ist nicht schuld dran. So, de olle Smöker qualmt wedder— meine treue Pfeife pfeift auf dem Ollen sein dusseliges Sprachrohr -- ich lasse meinen Schmierer für«inen Augenblick allein-- dann ich bin zu den Stokern: Well bo>-8, stesm-op, ckallx—. Ha, wie sie sich freuen, meine Jungens, meine Heizer, daß ich zu ihnen kam— sie reißen die Feuertüren auf» die langen Schlsußenstangen da hinein— die Feuer aufgerührt, Fettkohle von Cardiff druff -- und dann, nach einer halben Stunde, da bläst der Kessel oben über der Kommandobrücke zischend und blütenweih seinen über- schüssigen Dampf ab. Und der Olle quasselt nun herunter: So löpt he gcd! Jawohl, Certainly, die alte Karre läuft wie auf Gummi- schuh— und gestoppt wird nicht! Ich bin von Bord der vierte, der letzte Maschinist, der knall- disalldirote, der von der Union— das Bindeglied zwischen Messe und vorn— was keiner aus der Mannschaft herausholt, das hole ich heraus: durch gute Behandlung: durch Kameradschaft, durch Menschlichkeit. Rauche, schmauche, meine treue alte Pfeif«— ich habe sie vor drei oder vier Jahren in Valparaiso gekaust. Meine Pfeif« ist treu wie das Unglück— du darfst dich nur nicht vom Unglück unter- kriegen lassen, aus jedem Sumpf rettet mich min Pip! Ich bin von Bord der vierte. Und in Fremantle-Perth will ich mooen— mit Bob Sörensen und Krischon Smolt will ich aus die Goldfelder— da woll'n wir mal'n bißchen suchen— und haben wir in Australien kein Glück, da fahren wir dann wieder zu See. Es gibt Schiff« genug— und stök di de Pip an! Sine Sinlagsrepublih Am 30. April des Jahres 18S5 ging es in den sonst so stille» Siraßen von Rocca di Papa ungewöhnlich lebhaft zu. Rocca iA Papa ist ein kleines Landstädtchen der Provinz Rom. Das Land ringsum aber gehört dem Fürsten Colonna, und als alleiniger Grundherr kann er die Pachtplätze für die Bauern nach eigenem Gutdünken bestimmen. Darüber war also wieder einmal Streit entstanden, und«s drehte sich besonders um die Macchie, das Busch- land, das erst der Rodung bedurste, um nutzbar gemacht zu werden. Der Fürst hatte, um seinen Wünschen Nachdruck zu verleihen, de» Jutritt in seine Ländereicn gesperrt: einzelne Bauern hatten, da die Frühjahrsbestellung drängte, trotzdem die Grenze überschritten. Die Regierung drohte, eine„iinposante Macht" würde nach Rocca di Papa entsandt werden, um die Ordnung aufrechtzuerhalten. So stand die Sache am 30. April. Einzelne rieten zu einer Klage gegen den Colonna, aber was sollte das helfen? Am Nachmittag zog eine Deputation zum Bürgermeister und verlangte sofortige Oeffnunz der Felder. Jener lehnte ab, unter den gewöhnlichen Ausflüchten, er sei nicht zuständig, habe bei der vorgesetzten Behörde alle erforder- lichen Schritte getan. Natürlich, er gehörte ja zu den Nobili, de» Honoratioren, was kümmerten ihn die Nöte der Bauern! Nach am selben Avend fand eine allgemeine Volksversammlung statt, und nach Vorbringung aller Beschwerden wurde einstimmig beschlossen, eine Republik zu errichten. Es fanden sich einige in der Gemeinde, die die Kunst des Schreibens verstanden, uyd so kam ein flammendes Manifest zustande, dos die Rechte der Bauern feststellte. Der Bürgermeister und der Stadtpsarrer, alle Behörden und Be- amten—..Schurken und Halunken" werden sie hier tituliert— werden abgefetzt. Dann folgt ein Satz von monumentaler Einfachheit: „Die ganze öffentliche Gewalt muß totgeschlagen werden, besonders aber der Polizist Miraculo!" Nachdem so di« Verfassunqsgrundlage geschaffen war. wollte man das frohe Ereignis gebührend feiern. Noch in der Nacht errichtete man einen Frciheitsbaum— man kannte aus den Erzählungen der Väter die Ereignisse von 1708— und umtanzte ihn mit den Rufen:„Glücklich wollen wir sein!" und „Gott und das Volk!" Dann begoß man das freudige Erlebnis mit rotem Wein. Darüber wurde die Stimmung gemütlicher, und in einem am Morgen veröffentlichten Dekret wurden die Behörden nur noch ausgefordert, eilends die Stadt zu verlassen, dann sollte ihnen nichts geschehen. Andererseits steigerte man die Forderungen bis z» einer Art primitiven Kommunismus. Inzwischen war aber der Vorfall nach Rom gemeldet worden, wo er zunächst große Heiterkeit erregte. Aber da doch etwas ge- schehen nmßte, sandte man ZI Gendarmen aus Frascati, Albans und anderen nahegelegenen Orten, die„die Ruhe wi«iderherstellen und Widerspenstige verhasten" sollten. Gegen Mittag kamen sie in Rocca di Papa an— und fanden nichts zu tun. Niemand wurde verhaftet oder gar angeklagt. Aber die Sache hatte noch ein Nach- spiel: Die Unterbringung und Verpflegung der S2 Gendarmen, zehn Tage lang, hatte 33.07 Scudi Kosten verursacht. Die sonst zuständige Provinzialkass« in Albans weigerte sich, die Zahlung zu übernehmen, da die Gendarmen in außerordentlichem Dienst verwendet worden seien. Schließlich, Ende August, fiel die Entscheidung zuungunsten der Stadt. Und da die armen Bauern selbst nichts hatten, mußten di« Nobili in die Tasche greifen und die Kosten der Republik vom 1. Mai bezahlen: wodurch die Bauern wenigstens noch ein Ver- gnügen hatten. Die Leute von Rocca di Papa sind heute noch so arm wie jez aber sie unterstehen nicht mehr den Launen übermütiger Grund- Herren. A. K. H, üt Tdielgesdiirr und Silbersachen (3) nur®! Alle Fcn�, Saucen- und Speisenreste nimmt es im Nu von Platten, Schüsseln, Tellern, Bestecken/ einfach herrlich in wundervollem Glanz strahlt alles wieder wie neu! 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