erschei»t täglich Zugleich Abendausgabe de«»DorwSttS�. Bezugspreis beide Ausgabe« SsPf. pro Woche, s,«oM. pro Monae. «edakti»« und Expedition; Berlin SW 68, Zindenstr. s (i Anicigenprei«: Die einspaltige Nonrareillezeil« so Pf.. Reilamezeil« b M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b.H.» Berlin Nr. S7&3& Fernsprecher: Dönhoff sssbisss? 3m Tordergrund: 3>cler graßmann vor dem Tflikrophon. BERLIN Zreitag 2. Mai 1930 10 Pf. Nr. 203 Bioi 47. Jahrgang Der Aufmarsch der Soglaldemokrakie nach der vewerk» schaftr» a» L. Mal zeigte iur ganze« Reich, soweit dar- über Meld»«gen vorliege«, imponierende Geschlossenheit und eindringliche Wucht. Das kam besonders auch bei der grosse» Berliner Kundgebung zum Ausdruck, die in de» frühen NachmitagSstunden im Lustgarten un- übersehbar« Menschenmengen vereinigte. Räch stunden- langem Marsch durch die Straße» Berlins, öfter und länger als erwartet zurückgehalten durch Berkehrsmaß- nahmen und durch die notwendige Trennung von den kommnuistische« Demonstranten, rückten die geschlossenen Kolonne« aus dem Norden»ud dem Süden, aus Ost und West in musterhafter Ordnung an. Die leuchtenden Banner der Partei, der Gewerkschaften und der Jugend- organisation gaben den Zügen festliches Gepräge. In ihrer stillen Selbstverständlichkeit wirkt die Kundgebung gemeinsamen sozialistischen Wolleus um so wuchtiger, je lärmender die Kom- mu nisten ihre» Aufmarsch mit Schmährufen und Schmäh- ichrifteu gegen Gewerkschaften und„Sozialfaschiften" gestalte« müsse«, um überhaupt Anhänger sammeln z« können. ,v�#. hotte Stund« vor dem festgesetzten Beginn der Demon- stration waren immer noch Anhänger der Moskauer im Lustgarten. Nicht daß ihnen der Weg verstellt warz sie gehörten offenbar zu den„standfesten Leuten" der Zentrale, die den Befehl hatten, Unruhe, Provokation, in die Reihen der Sozialdemokraten zu bringen. Die berüchtigten Diskutiergruppen bildeten sich, die Polizei ließ die Leutchen gewähren, es war gut so, unsere Kolonnen gingen über sie zur Tagesockmung über. Um 1 Uhr war die Feier der Partei angesetzt, ober erst eine Viertelstunde später kam als erster Zug der Bezirk Kreuzberg an. Wie sich später herausstellte, waren die Demonstrationszüge überall durch den Berkehr, der selbst- verständlich respektiert wurde, a u s g e ha l t e n worden, so daß sich schließlich der Beginn eine ganze Stunde hinauszögert«. An der Spitz« die Roten Falken, die Kinderfreunde, die Sozialistische Arbeiterjugend, mit der Musik und dem tAesang der Internationale und Hochrufen aus Partei und Gewerk- schasten, so marschierte die Taufcnderkolonne auf den Platz! Roch scheint'«, als seien die großen Zufahrtsstraßen, die über Spree und Spreearm zum Lustgarten führen, versperrt— da öffnen sie sich schleusengleich, fast gleichzeitig und aus die weite Asphaltflöche strömen die Zehntausende der organisierten Arbeiterschaft. Die Bezirke Mitte und Friedrichshain treten von der Kaiser-Wilhelm- Straße her an, von den Linden und der Schloßfrccheit her kommen die westlichen. Schöneberg. Zehlcndorf. Steglitz. Charlottenburg. Und nun quillt's, bricht's aus allen Straßen heran: Neukölln m unübersehbarem Zug, vereinigt mit den Massen der organisierte» Metallarbeiter vom Sportpalost her, andere Parteibezirke mit anderen Kewerkschaftszügen vermengt— das Auge kann', nicht so schnell soffen. Hier Parteigenossen mit Frauen, Kindern. Jugend- vchen i» Aeierngsklaide. Freude«od Ernst des Tages Mleuh Bachs Jnbelouvertür«. v»« Arbeite«ro« ch e st c meisterhaft vorgetragen» eröffnet«ach einleitende» War» te» des Genoffen Franz K ü n st l e r die große kund- gebung. Di« Arbeitersänger g-jben im Männerchor den schon vor 40 Jahre« gesungenen„Gruß an den Maf von Borgt und Uthmanns„Ich warte dein". Das Wort»ahm der Vorfitzende des ATGB., Z�eichstagSabgeordueier Peter Sraßmann: .,W«m ich haute diesen Platz überschaue, so denke ich an einen der größten Deutschen, an Johann Wolf gang Goethe, Lee in seinem Faust dm ringenden Menschen schilderte und ihn sagen ließ:„Solch ein Gewunmel mächt' ich skh'n, mit freiem Volk aus freiem Grund zu stehn." Noch stehen wir nicht auf freiem Grunde, aber das freie Volk ist da, sich diesen freien Grund zu er- käiinpfen. Die Arbeiterschaft, organisiert in der Sozialdemoe kratie und dm frei en Gewerkschaften, ist heute zur Stelle, um für Freiheit, Arbeilerrccht und Völkeofricden zu deinen- strierm: Die Grauhaarigen, die schon vor 40 Jahren Leib und Lebe« «insetzten für dm großen Gedankm des Sozialismus, die Männer der Faust neben dm Männern, die an der Universität studiert haben, und die bühmde, herauskommende, zukunftsträchtige Jugend, wer diese» Bild unserer Berliner' Kundgebung sieht, der weiß «od fühlt, daß allem INaulheldmwm zum Trotz die Sozialdemokratie die Zukunft aus ihrer Seile Hai. Zum hundertsten Gedenktag der französischen Revolution wurde 1889 die Schaffung eines Weltfeiertages der Arbeit vor, gesehen. Ein Jahr später wurde dieser Tag in Paris auf de« 1. Mai festgelegt, Vertreter der Industriestaaten der ganzen Welt beschlossen, an diesem Togeffnr die Ziel« der internationalen Arbeiter« Bewegung zu demonstrieren. Der Kongreß beschloß, für die Ab, schossung der stehenden Heere, für die Erhallung des Weltfriedens, für einen ousreichendm Schutz der Arbeitenden und für dm Acht- ftündentag die internationale Arbeiterschaft aus den Plan zu rufen, Wer den 1. Mai 1890 miterlebt hat, der weiß, daß damals da» Bürgertum am Rande einer Revolution zu stehen glaubie. Staat und Gesellschaft drohten kopfüber zu gehen, Polizei und Militär warm in Alarmbereitschaft. In Preußen demonstrierte« die Arbeiter gleichseitig auch am 1. Mai für ein freies Wahl- recht, und wir wollen uns daran erinnern, daß unfern des Lust, gartens, am Frledrichsgracht, die Polizistm auf die Wahlrecht?» dsmonftranten cinfchdrgen. Heute ist ein freies, gleichcs, allgemeines und direktes Wahlrecht Wirklichkeit, und auch in ihren sozial- politischen Forderungen hatte die Sozialdemokratie Erfolge zu verzeichnen. Je mehr aber ihr Einfluß zunahm, um so größer wurde der Widerstand! Der Rücktritt des Kabinetts Müller-Franten ist auf die Gegnerschaft der bürgerlichm Parteien in den Fragen der Sozialpolitik, die von der Sozialdemokratie immer in den Dorher- grund Aller Erwägunge« und Handlungen gestellt wurden, zurück« zusühren: Die Errungenschaften de r Sozialdemo- kratie sollten beseitigt und aufgehoben werden. 2n der Frage der Arbeitslofenoersicherimg mußte es zum Bruch kommen. Der» logen fft der Schrei der bürgerlichen Prcffe nach einer Arbeits- moral, die das deutsche Volk beseelen solle. Eine Moral dieser Art wird von den Großpensionären und Großverdienern nicht gefordert, aber es wird frech behauptet, daß Dreiviertel des deutsche» Bolke» faulenzen wallen und schon von der Wiege aus Staatsrentner fein möchten. Kein Sozial ist hat. je bchauptet, daß der sozialistische Staat ohne Arbeit austomn«. aber Arbeit soll Freude Massenaufmarsch am 4. Mai. Auf der Freitreppe des Alten Ulnfeums: 3)ie Ulanen der Arbeiterlänger. tßlick von der Freitreppe des Ulufeiunz. demonstrierend, dort GewerkschastsmitgliSder mit Emblemen und Tafeln; /Arbeiterjugend im blauroten Kittel, rote, feierlichroie Fahnen schwingend, Sportler im Dreß und mit Abzeichen. Beamtengruppen des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes, Studierende der Hochschulen. Dazwischen Reichsbannerzuge mit Tainbour- und Hornmusik. Weiter und weiter strömt's herzu, noch ist kein Ende. noch drücken Tausende und aber Tausende nach. Und immer wieder das Rot der Internationale in Fahnen, Flaggen, Bannern— ein Meer von Menschen und Fahnen schaut das Auge, es fft die Mai- demoifftration der Partei und der Gewerkschaften. An der großen Museumsfreitreppe ist Platz reserviert für den Riesenchor des Arbeitersängerbundes, das Orchester vom Musiterverband und das Podium, auf dem — Symbol der einigen Front— der Vorsitzende der Gewerkschaften zu den Massm sprechen soll. Großlautsprecher sind montiert, vor dem Denkmol inmitten des Platzes steht der Flaggenmast, der die Rissenfahne tragen wird, die über allen Häuptern schwebe. Jetzt geht dieroteFahnemitderschwarzrotgoldenenGösch hoch. Fanfarerfftöße brausen über den Platz. Künstler eröffnet die Feier. j« ri en. Wer den OötDcwnteil der Arbeit und des Risikos hat. oarf auch Anspruch erhoben auf den Löwenanteil des Verdienstes. Unser« Forderungen sind über das Programm von Paris aus dein Jahr« 1890 weit hinausgewachsen. Wir verlangen'heute«ine Ar- beitszeit, die unter Beseitigung einer unvernünftig betriebenen Wirt- schoft die Arbeitslosen unterbringt. Wir verlangen eine Ratio- »alisierung der Wirtschaft, in der die Lebensmittel nicht nur vorhanden sind, sondern auch von allen Schaf sende wäg e k a u f t roetden können. Wir verlangen einen stärkeren Einfluß der Arbeitenden auf die Wirtschaft, wir verlangen die Umwandlung der Spekulations- wir schwt in eine Bedarsswirtfchaft. Mir stehen zum Staat, zur deutschen Republik. Dieses Gelöbnis ist aber nicht nur«in Bekenntnis zmr Staats- iorni schlechtweg, sondern die Aufstellung der Forderung, daß diese Republik»vahnhaft volkstümlich ausgebaut werden rund mit dem Geiste des Sozialismus erfüllt sei. Hier demon- strieren Zchntausende, in der Welt demonstrieren Millionen. Es schmerzt uns, daß noch nicht alle Arbeitenden sich zu uns, zur Sozialdemokratie, bekemien. Ein Teil läuft den National- s o z i a l i st e n nach, die in phrasenhafter Umkleidung aljte sozialistische Forderungen in ihre progrannnatifchen Erklärungen auf- genommen haben, in Wirklichkeit aber Knechte des Unter- nehmertums sind und darüber hinaus allen wahren Änteresien des inteGiaüanalcn Proletariats zuwider einen neuen Krieg propagieren.. Rur Toren können dieser Gruppe nachlaufen.(Leb- Haft« Zustimmung.) Aus der anderen Seite stehen di« K o nzm mu» n i st e n, die heute die Arbeit des Röichs verbände? zur Bekarnpfung der Sozialdemokratie aus der Vorkriegszeit verrichten. Die Diener Moskaus maßen sich an, die Sozialdemokratie zerschmettern zu wollen. Sie haben in diesem Bestreben einen Vorgänger: Er sitzt l�ut« in Doorn. Wir wissen nicht, wo in vielleicht nicht allzu ferner Zeit die Gewalthaber des Kreml sitzen werden. Aber wir wissen ans der bürgerlichen Press«, aus der„Deutschen Allgemeinen Zeitung", daß di« Kommunisten nach Ansicht des Unternehmertums cii»«„nützlich« Funktion" vollziehen, indem sie den Einfluß der Sozialdemokratie zu brechen versuchen. Unsere Gegner beißen auf Granit. Wir haben im Reiche di« Regierung des Bürger- blolts, wir haben doneben die Nationalfozialisten und die Kommu- nisten, es stehen Feinde ringsum. Aber die Sozialdemokratie ist nie so gesund gewesen, wie In den Zeiten, da sie von allen Seiten berannt wurde. Arbeite jeder von uns für di« Parkhi und für die freien Gewent- schaslen, nicht mit Schießprügeln und Domben und der rohen Gewalt .d»r Faust, soichern mit den Waffende» Gel st es. Haben wir immer im Auge und im Sinne die Wort« aus dem Soziatisten- nnirsch, daß wir nicht mit dem Rüstzeug der Barbaren kämpfen. I« schwerer und herber die Tag« sind, um so stärker und größer wollen wir dastehen, in Einigkeit geschart um dos rote Banner de» Sozialismus, um das gelobt« Land der be- sreitcn Arbeit zu erreichen, das Endziel unseres Weges ist. E» lebe die internationale Sozialdemokratie, es lebe die in den freien Tewerkschasten organisierte ArbeiterschaftÜ Die Ausführungen des Redners wurden mit stürmischer Au- stimmung ausgenonunen. Das Orchester der Arbeiter spixtie dann dl« Romanze in I'.vur von Kahnt. Die Anbeitersänger trugen unter der Leitung von Georg Oskar Schumann Nabels„M orgen- r o t" und liessens„W e ck ru f" vor. Der gemeinsam« Gesang des Soziali st enmarfches fchtoß di« riesig« Kundgebung der Ver> liner Sozialdemokratie. Ausklang und Abmarsch. Di« Maidemonstration 1930 war beendet, nur langsam wie er sich füllte, leerte stchderLu st garten. Es war nicht wenig, was man von unseren Maifeiernden gestern verlangte: Viele waren seit 8 Uhr unterwegs, besuchten erst ihre Gewerkschastsversämmlungen, traten von dort aus den Morsch in den Lustgarten an oder eilten nach den Stellplätzen der Partei, um sich dort in Reih und Glied zu stellen. Di« Sonne meinte es gut an Arbeiters Feiertag, aber nicht einer wich/ all« hielten aus, der weißhaarige Genosse, der als junger Kämpfer bereits den ersten Aufruf zur Maifeier befolgte, wie der Jungfolke, der für den Tag der Schul« fernblieb. Die Mahnung Künstler», nicht zu provozieren und sich nicht provozieren zu lassen, sondern ruhig und geschlossen, so wie eben organisierte Arbester marschieren, in die Wohnbezirk« zurückzukehren, wurde felbstver- ständlich überall befolgt. Meist rückten di« Züge unter Musik ge- schlössen ab, aber selbst wo man einzeln ging, war ein Zug nicht zu oermeiden: es waren eben unendlich viele, die dem Ruf der Sozial- demokratischen Partei und der Gewerkschaften gefolgt waren. Oer Arbeiter-Gamariterbund hat wie stet», so auch diesmal sein« geschulten Helfer in den Dienst unserer Maifeier gestellt. Glücklicherweise wurde seine Tätigkeit nicht allzu sehr in Anspruch genommen: allein, die ArbeitersamariM mußten dennoch vom frühen Morgen bis zum späten Abend in Bereitschaft s«in und hier und dort helfend eingreifen. Für ihre selbstlose Wirksamkeit im Dienste unserer Sach« sei ihnen Dank und Anerkennung gezollt. Die Demonstration der Kommunisten. Um 10�! Uhr demonstrierten die Kommunisten im Lust- garten. Der Plag war gefüllt, wenn auch die Zahl der Teilnehmer nicht ganz an die sozialdemokratische Demonstration heranreichte. Es sprachen Thälmann, Neumann und Pieck. Auch am Maifelrrtag brachten sie nicht das Mindestmaß von Takt und prole» tarischer Solidarität auf, ohne sinstlose Beschimpfungen der Sozial- demokrati« auszukommen. Die bürgerlichen Gegner der Arbeiter- schast hatten wieder einmal Gelegenheit, sich über die kommu» nistischen Schrittmacher zu freuen. Mr-IS Personen sistiert. Der l. Mai ist in Berlin, abgesehen von einigen geringfügigen Zwischenfällen, völlig ruhig verlausen. Zm taufe des Tages wurden insgesamt lS perfonrn festgenommen— zum große« Teil handelk es sich um Kommunisten— die sich den polizeilichen Anordnungen widersetzt hallen. * In der vergangenen Nacht wurde» mehrere Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterjugend, die von der Maifeier heimkehrten, in der Wichertstraße von einem größere» Trupp Nationalsozialisten überfallen und mißhandelt. Mehrere Passanten, die diesen Roheitsakt beobachtet hatten, riefen di« Polizei herbei. Es gelaikg den Beamten, drei der Angreifer fest- zunehmen: st« wurden der Abteilung I» im Polizeipräsidium vor- geksihrt. blutiger Mai in Südamerika. Buenos Aires. 2. Mai(Eigenbericht) Zu San Martin kam es im verlause der Maidemoastrationei. zu biuligeuAuseinandersehungen mit der Polizei. Sin Polizeibeamler und zwel Arbeiter wurden getötel, zahlreiche Personen zum Teil, schwer oerwundet.| Die Feiern am Abend. Am Abend des l. Mai veranstallele die Sozialdemotrokie in allen Sladiteilen Berlins wohlgelungene Feiern. Die veranstallun. gen wiesen einen starken Besuch auf. Leider gestattet uns der Raum nicht, über jede einzelne der Kundgebungen zu berichten. Mir geben folgende Einzelberichke wiede« Der Bezirk Mitte versammelte sich am Abend zu einer überaus stimmungsvollen Feier im„C l o u", der bereits vor Be- ginn der Veranstaltung überfüllt war. Nach Darbietungen der Berliner Liederfreunde hielt Kultusminister Dr. H. Grimme eine ticfangelegte, wirkungsvolle Festrede über den Sinn der Arbeit. Er betonte, daß es neben der Arbeit auch noch andere wichtige Werte gebe, die unter keinen Ilmständen in den Hintergrund gedrängl werden dürften. Während auf der einen Seite Mangel an Vjuße herrsch«, was gleichbedeutend sei mit einem Verbrechen am keimenden Leben der Kultur, herrsche auf der anderen Seite Mangel an Arbeit. Es sei oberste Pflicht aller Sozialisten, alles daran zu setzen, um einen Ausgleich zwischen Arbeit und Freizeit zu schössen. Es gebe ein Recht auf Arbeit und ein Recht auf Freude, beide zu- fammen seien gleichbedeutend mit Recht auf Lebensstnnersüllung. Mit einem flammenden Ausruf, mitzuarbeiten an Weltgestaltung schlichten, eindrucksvollen Worten sprach Landtagsabgeordnete Ger» trud'H a n na über die Bedeutung des Tages. 40 Jahre find vcr- gangen, seitdem die Internationale der Arbeiterschaft diesen Tag festlich begeht, 40 Jahre sind es, daß auf dein Pariser Kongreß be- schlössen wurde, für di« körperliche und geistige Entwicklung des Proletariats zu kämpfen. Und über diesem Kampseswillen schwebt der große Vcrbrüderungs- und Verständigungsgedank« der Völker. Tanzvorführungen der Kindcrfreundc und Freiheitslieder beschlossen die stimmungsvolle Feier. Die Neuköllner Organisation veranstaltete ihre Maifeier in der Neuen Welt, die ein ausgezeichnetes Programm bot. Die Sprechchor- und Spielgruppe der Sozialistischen Ardeiterjugend, die Kindersreundc, der Neuköllner Sängerchor, die Freie Turnerschaft und ein Orchester des Deutschen Musikerverbandes brachten eine Revue zur Aufführung. In einzelnen Szenenbildern wurden dos Lehrlingswesen aus vergangenen Tagen und der Militarismus gegeißelt und diesen Bildern die Lebensformen der heutigen sozio- listischen Jugend gegenübergestellt. Die Kinderfreunde, die Jungen und Mädel der Arbeiterjugend und der Freien Turnerschaft zeigten ein frisches, lebendiges Spiel, daß reichen Beifall fand. Genosse ä)ie ITlaffen im JCufigarlen. und Menfchenformung schloß der Redner seine Ansprache.— Der zweite Teil des Programms würbe durch Rezitationen Alfted Beierles und rhythmtsche Uebungen der Freien Turnerschast aus- gefüllt. In Wilmersdorf sprach bei der Abendfeier Genosse Arwr C r i s p i e n vom Parteiovrstand. Er gab einen Ueberblick über das Zeitalter der kapitalistischen Entwicklung und die bürgerlichen Revolutionen, in denen die Arbeiter bereits als handelnde Kraft der Geschichte mit eigenen Organisationen und Zielen austraten. Aber zum vollen sozialistischen Klassenbewußtsein begann die Arbeiterklasse erst in der Mitte des vorigen Jahrhunderts zu kommen. Versuche der Verwirklichung de» Endziels sind mehrfach unternommen worden, aber ihre Arbeit ist heut« noch nicht beendet. Kühn vorausgesehen van Marx und Engels, erleben wir noch jetzt das jahrzehntelange Ringen der selbständigen Arbeiterorganisationen, das einhergeht mit dem Machtgewinn durch Agitation und Aufklärung der noch Beiseite- stehenden. Der notwendige, immer vielseitiger werdende Kampf hat viel Hindernisse beseitigt, die un» das Endziel nahe sehen lassen. Sinnbild des Tageskampses und des dahinterliegenden Endziels ist der Wortlaut des Beschlusses über die Maifeier vom Jahr» 1889. Internationalität und Solidarität der Arbeiter über die ganze Welt wurde als Vorbedingung des Äampferfalges erkannt. Arbeiterschutz und Sozialpolitik als Recht der Arbeitenden waren die ersten Forderungen, deren Erfolge heute vom Bürgertum aufs heftigste angegriffen werden. An diesem Kamps und der Treue der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften gegen dieses Prinzip ist di« letzte Regierung zusammengebrochen. Die Unvereinbarkeit der Arbeiterforderungen mit den reaktionären Ausbeuterwünschen des Bürgertums wird jetzt klarer denn je und wirkt aufrüttelnd auf die Massen der noch die bürgerlichen Parteien unterstützenden Werk- tätigen. Auch der 7. Kreis Charlottenburg, der seine Feier an die Peripherie seines Bezirks in das Restaurant Spandauer Berg verlegt hatte, gestaltete seine Maifeier sehr eindrucksvoll. Unzählige rote Fahnen wehten von den Bäumen des ausgedehnten Gartens. Das Programm war vielseing, so daß für Unterhaltung für jung und alt gesorgt war. Die Festrede hielt der Landtags- abgeordnete Otto Meier, der ein flammendes Bild von der Ge- schichte des Maifeiertags entwarf. Der Maigedanke ist heute nach 40 Jahren stärker als je. Gerade in unserer Zeit, wo di« Angrisse auf die Sozialpolitik nicht enden wollen, bedeutet der 1. Mai nicht nur«inen Festtag, sondern stellt eine Kampfdemonstration der internationasen Arbeiterschaft dar. Um dem Endziel der Schaffung einer neuen sozialistischen Gesellschaft näherzukommen, gilt es gerade auch am 1. Mai wieder und wieder dem Bekenntnis zum Sozialis- mus die Treu« zu halten. Bei der Abendfeier in T r« p t o w im 2IIten Eierhäuschen sprach Genosse Adolph H o f f m a n n. Bor 41 Iahren war er als Delegier- ter auf dem Sozialistenkongreh in Pari», auf dem der Maifeier- beschluß gefaßt wurde. Nun erzählt er frisch und lebendig- von den Kämpfen und Schwierigkeiten früherer Maifeiern. Di« Wort« dieses Veteranen der Arbeiterbewegung bildeten«ine ernste Mahnung an die jüngere Generation, Im alten Geiste den Kampf um das groß« Maiziel: den Sozialismus weiterzuführen. Im Saal des..Sanssouci", Nordend, beging die Sozial- demotratle Niederschönhausens ihre Maifeier. Musikalische Borträge leiteten di« Feier«in, dann folgten Rezitationen prole- tarischer Dichtungen und Gesänge, die dem 1. Mai, dem Tag der Ar- bester, gewidmet waren.„Weltmai" von Henck-ll.„Sieg der Freude" von Zerfaß und andere Gedicht kamen zum Vortrag. In Friedrich Bartels fastd in einer Fdercmsprachs da. Gehör der Taufende, die den ganzen Saal der Neuen Welt füllten. Mit einem Schlußwort des Genossen Schneider und dem Sang der International« fand die Feier ihr Ende. Der 10. Kreis Zehlendorf, Dahlem. Wannsee hatte diesmal seine Maifeier nach dem äußersten Westen Berlins, nach Wannsee. verlegt. Den Partei- und GewerkschaftsmttgNedern, die mit ihren Familien zahlreich erschienen waren, wurde ein umfang- und abwechselungsreiches Programm geboten, besten Höhepunkt die Festrede des Reichstagsabgeordneten WilhelmDittmann war. Im künstlerischen Teil erfreut« wieder das Cbert-Manz- Quartett durch- seinen gepflegten Gesang. Den größten Beifall fanden die Darbietungen der Mitglieder des Arbeitersport- k a r t« l l s Z e h l e n d o r f. Di« Vorführungen der jungen Männer am Reck und die rhythmische Gymnastik der Mädchen und jungen Frauen ließen erkennen, daß auch in diesem entlegenen Vorort die proletarische Körperkulwr ausgezeichnete und verständnisvoll« Pflege findet. Auch die TAI. und Kinderfreunde betätigten sich mit hübschen Darbietungen. Der Verlauf der gesamten Feier war vollkommen harmonisch. Die III. Abteilung Bohnsdorf beging ihr« Maiseier im festlich geschmückten Lokal von Heimann. Genoste K u t t n e r hielt die Festrede. Er gab einen historischen Rückblick über den 1. Mai und kennzeichnete die sozialpolitschen Forderungen, die ihm zugrunde lagen, di« heute bereits teilweise durch die wirtschaftliche Entwick- lung überholt seien. Zum Schluß wandt« er sich an die junge Generation und forderte sie auf, den stolzen Bau des Sozialismus weiterzuführen bis zu seiner Dollendung. Reicher Beifall lohnte den Redner. Hieraus fand eine Ehrung der Jubilar« statt, deren Treue zur Fahne des Sozialismus in schwerer Zeit Genoste D o r n e r in seiner Ansprache besonders betonte. Umrahmt wurde die Feier durch Gesangsoorträge des Gemischten Ehors Bohnsdorf sowie durch Darbietungen der Kinderfreunde, der Iungsozialisten und der freien Turner.____ Mandatsgeschäste im Zentrum. Treviranus auf der Zentrumsliste. Köln, 2. Mal(Eigenbericht.) Die„Rheinische Zeitung" enthält in ihrer Rümmer vom 2. Mai folgende Mitteilung von besonderer Seile:„Zn den letzten Tagen haben zwischen wirlh, Brüning und zwischen Borstandsmitgliedern der Zeakrumsparlei und Zentrumsfraktion Besprechungen stallgefunden mit dem Ziele, bei den kommenden Reichs- lagswahlen, die nunmehr in allernächster Zeit bestimmt bevorstehen, süns bisherige Mitglieder der deutschnationalen Reichstagssraktion alt Spitzenkandidaten aus die Reichslisle de» Zentrums zu übernehmen, und zwar handelt es sich um folgende süns bisherige deutschnaiionale Abgeordnete: M a l l r a s. Klönne. Behrens. Mumm und Treviranus. 2n dieser Reihenfolge sollen di« Abgeordneten vom Zentrum aufgestellt werden." Die„Rheinische Zeitung" bemerkt hierzu:„Diese Nachricht wird Deutschlands politische Welt aufs höchste überraschen. Läge sie nicht vollkommen in der Richtung der Anschauungen, die von der führenden Zentrumsprcsse ständig vertrelen werden, so wäre man aus den ersten Augenblick versucht, ein Fragezeichen über die Mitteilung unsere« Vertrauensmannes zu sehen. An ihrem Wahrheitsgehalt besteht aber nicht der mindeste Zweifel" Weltgeld immer noch billiger. Drei Oiskontermäßigungen an einem Tage. Am gestrigen 1. Mai hat das internationale Finanz- kapital nicht gefeiert. An einem Tage wurden die Diskont- sähe aus den drei entscheidenden Kapital- markten der Welt ermäßig«. London hat den Diskont von 3'A aus 3 Proz. gesenkt, gleich- zeitig ermäßigte Paris von 3 auf 2A Proz., und wenige Stunden darauf kam aus New Dort die Meldung, daß die New°Torker Bundesreferoebonk den Ankaufspreis für Wechsel ebenfalls von 3!� auf 3 Proz. ermäßigt hat. Es ist jetzt n-ur noch ein« Frage der Zeit, daß auch Holland, die Schweiz, die beiden nächftwich- tigen europäischen Kapitalmärkte, ihr«n Diskont von 3 auf Z'A Proz. herabsetzen. Für die Weltkonjunktur, von der ja auch ein Wiederanstieg der Wirtschaftslage in Deutschland abhängig ist. ist diese neue Welle von Diskontennößigungen leider kein gutes Zeichen. Die schlechte Lage in der Weltwirtschaft dauert an, und die Unternehmer sind in der ganzen Welt noch nicht bereit, in die Produktion neue Kapitalien zu stecken. Dos wird natürlich auch für Deutschland nicht günstig sein. Um so verderblicher muß sich unter diesen Verhält- nissen die Politik der jetzigen Bürgerblockregierung auswirken, die die wenigen Chancen, die Deutschland bei seiner weltwirtschaftlichen Lage noch hat. systematisch zu zerstören bemüht ist. Allerdings darf man nicht übersehen, daß die neu« Diskont- fenkungswelle noch einen besonderen Gruttd hat. In Brüssel waren gestern die Vertreter des wt«rnational«n Finanzkapitals ver- sammelt, um den Zinssatz und die Bedingungen jür die Unter- lningung der Reparationsanleihe auf den Weltkopital- Märkten festzusetzen. Statt des bisher erwarteten Zinssatzes von 3 Proz. soll die Anleihe Slf.-prozentig werden, was begrüßenswert sein würde, da sich der Kapitolpreis der Welt in Zu- k u n f t wahrscheinlich ziemlich stark nach dem Zinssatz für die Rcparationsanleihe richten wird. Die Deutsche Reichsbank hat ihren Zentralausschuß noch nicht einberufen. Da ober die Golükäuf« der Reichsbank in den letzten Wochen nicht eingestellt werden konnten, wird die Deutsche Reichs- dank aus der jür sie gegebenen Zwangslage sehr bald ebenfalls ihren Diskont aus 4% Proz. ermäßigen müssen. Das wäre der n i e d r i g st« Diskontsatz, der seit der Vorkriegszeit in Deutschland zu verzeichnen war. Di« Berliner Börse hat auf die allgemeine Diskontsenkung in der Welt mit ziemlich kräftigen Kurssteige- r u n g e n geantwortet, nachdem schon gestern— die Burgstraß« hat natürlich nicht gefeiert— die Börse sehr f« st geworden war. Di« Banken scheinen ollmählich wieder selbst Aktien zu kaufen, um die beginnende Kauflust des breiteren Publikums stärker anzuregen. Kapitän Lohmann gestorben. Oer Stinnes des Reichswehrministeriums. Der frühere Kapitän Lohmann, dessen Filmgefchäfl« im Reichswehrminislerium zu seiner Enlsernung au» dem Amte führten, ist nach einer Meldung aus Rom dort am Herzschlag verstorben. Mit Lohmann ist ein Stück der schwarzen Geschichte der Reichs- wehr verknüpft. Loh mann arbeitete schon während des Krieges in den geheimen Abteilungen der Wehrmacht- Man erzählt« sich viel davon, wie er während der russischen Revolution in Moskau die Vorgänge aus der Nähe betrachtete/ Nach dem Zusammenbruch gab man Lohmann sogenannte kaufmännische Funktionen, weil er auf diese Art nach dem für die deutschen Militärs im wesent- lichen abgesperrten Ausland kam. Mit dem Ruhrkampf kam ftiue „große Zeit". Die von ihm ausgebaute„Seetransportabteilung" im Reichsmarineamt weitete sich zu einer großzügigen Deck- organisatton aus. Lohmann galt bei dem Militär, da er aus Bremer Verhältnissen stammte, als erfahrener Kaufmann. Des- wegen gestattete man ihm gern, daß er seine unterirdisch« Organisatton in der Form von Aktiengesellschaften und sonsti- gen Gründungen aufbaute. Die wirtlichen Kaufleute haben Loh- mann immer für einen Militär gehallen, von dem man reuhlich Neichsmittel in die eigene Tasche überleiten könne. So kam es dahin, daß der Kapitän Lohmann End« 1927 auf einem riesenhaften Jndustriekonzern festsaß. Die Apparatur reichte vom Film(Phoebus 21.»®.) bis zu einer Speck- Verwertungsgesellschaft. Dazwischen steckten Bantbeteiligungen. Hausbesitz. Patentaufkäufe und verschiedener anderer Unsinn. Der ganze Konzern hatte d«n naiven Zweck. Europa auf geschäftlicher Basis mit einer Spionageorgatrifation zu durchsetzen- Das kostete dem Deutschen Reiche rund 30 Millionen Mark. Der Reichswehrmimster Geßler leugnet«, als die Oesf«ntlichkeit auf die politisch« Gefahr und den geschäftlichen Unsinn der Arbeiten des Kapitäns Lohmann hinwies, alles ob. Unter sozialdemokrati- jchem Druck kam es dann nach dem Rücktritt Geßlers zu einem B e- k« n n t n i s des Reichswehrministers Groener, daß die Angriffe der Sozialdemokratie gegen das Reichswehrministerium in allen ihr«n Teilen aus Wahrheit beruhten. Es kam dann zu einer Sonderuntersuchung d«s Falles Lohmann Der Bericht d«s Haus- Haltsausschusses an den Reichstag über dies« Untersuchung zeigte, daß das Reichswehrministerium feit Iahren das Haus- haltsrecht In der gröbsten Weis« verletzt hatte. Di« von sozialdemokratifcher Seite vorgeschlagenen Beschlüsse wegen dies«? Mißwirtschaft fanden im Reichstag niemand, der sie abzu- lehnen wagte. So kam et zur Liquidation der Lohmann-Untern«h- mung«n. Der äußerlich Schuldige wurde in die Wüste geschickt. Ihm folgt« bald sein höchster Vorgesetzter. Im übrigen kam damit das verpulverte G«ld des Reiches nicht zurück. Die Untersuchung selbst hat ergeben, daß Lohmann kein Schieber oder®«triiger war, der sich selbst bereichert Halle. Er war nichts anderes als der Braus- tragte, der an seine eigenen Naivitäten glaubt« und dem die Kon- spiration in Verknüpfungen mit geschäftlichen D«ckgründungen zur Lebensaufgabe geworden war. Bei der Beratung über den Bericht des Unterausschusses über die Lohmann-Unt«rn«hmungen wurden zum erstenmal die K o m- munisten recht klein. Von sozialdemokratischer Seite wurde b«i jeder Gelegenheit darauf hingewiesen, daß die Schwarz- arbeit de» Acichswehrministeriums in starker Solidarität mit Rußland vorgeh«. Man kann annehmen, daß sich hieran trotz aller Lohmann-Llquidationen nichts geändert Hot Aöß-Termin am 20. Mai. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, ist in der Disziplinarsache gegen den Oberbürgermeister Böß nun- mehr Termin zur mündlichen Verhandlung auf Dienstag, den 20. Mal, anberaumt wckrden. Eine Erweiterung der Anklage hat nicht ftallgsfundcn. Der Porsitzend« des Disziplinargerichts, Prä- fident Mooshake, hofft, die Verhandlung an einem Tage isu Ende führ«, gu können. Westarp-Aktion gegen Hugenberg. Geheimsihung am 1. Mai. Für Donnerstagabend Halle Graf W e ft a r p fein« engeren Freunde aus der deutschnationalen Reichstagsfraktion, die totsächlich wohl ihre Mehrheit bilden, zu einer Sonderkonserenz in ein Ber- liner Weinlokal in der Iögerstroße berufen. Die Beratung erfolgte zu dem Zwecke, ein« klare Abgrenzung zu den diktatorischen Wsichten Hugenbergs und den sie deckenden Beschlüssen des deutschnationalen Porteivorstandes herbeizuführen. Die Verhandlungen dehnten sich bis noch Mitternacht aus. Das Ergebnis wurde ebenso wi« die Aussprache selbst für vertraulich er- klärt. Jedenfalls soll zunächst Hugenberg offiziell die Stellungnahm« der Westarp-Leutc erfahren, dann erst die Oeffentlichkeit. An ein« Unterwerfung Westarps und der Seinen ist jedoch nicht zu denken. Vielmehr wird man dem„Parteiführer" eine neue Ruß zu knack«n geben. Dos Spiel der beiden Gruppen dreht sich deshalb im Kreise, weil jede von ihnen der anderen die Schuld an der inner- lich längst vollzogenen Spaltung überlassen möchte. Das Alibi. Der„Soz. Pressedienst" erfährt über di« Sitzung noch folgende Einzelheiten: In der Sitzung der deutschnotionalen Fraktionsmehrhell, die am Donnerstagabend in Berlin unter dem Vorsitz des Grasen Westarp stattfand und an der von 36 Abgeordneten der Me h r h e i t 28 teilnahmen, gab es seit Anbeginn zwei Strömungen: di« eine unter Führung d«s Grafen ZLestarp war für den sofortigen Austritt aus der Deutschnationalen Partei, während di« andere unter gewissen Voraussetzungen für ein Verbleiben ist, um auf diese Art die Verantwortung für eine Spaltung der Gruppe um Hugenberg zuzuschieben. Man einigte sich schließlich auf einen Brief an den deutsch- nationalen Parteioorsitzenden, der von Graf Westarp in der heute mittag um 12 Uhr beginnenden Sitzung der deutschnationalen Reichs- tagsfraktion verlesen werden wird. Dieser Ausgang der Sitzung war nach dem Gang der Dinge in den letzten Tagen zu erwarten. In den letzten 48 Stunden haben hinter den Kulissen Dutzende von Derhand- l u n g e n über die Pläne und Absichten der Mehrheit, insbesondere auch mit maßgebenden Persönlichkeiten des Landbundes statt- gefunden. In diesen Besprechungen sordcrte der Landbund von der deutschnationalen Fraktionsmehrheit vor allem, sich«in Alibi zu verschaffen, durch das nach außen die Veranrwortung für die aus die Dauer unabwendbare Spaltung der Deutschnationalen Partei offensichtlich auf Hugenberg fällt. Wi« weiter verlautet, hoben auch bereits Besprechungen des Grasen Westarp mit Vertretern anderer Partei«» stattgefunden. Oer Brief an Hugenberg. Graf ZVestarp hat heute an den Parteioorsitzenden Dr. Hugen- berg und an den Fraktionsvorsitzende» Dr. Oberfohren iolgendes Schreib«» gerichtet: Im Auftrage der in der Anlage verzeichneten 28 Mitglieder der deutschnationalen Reichstagssraktion erlaube ich mir Ihnen folgende Mitteilung zu machen: Wir können nicht anerkennen, daß die Abstim- mung der Fraktionsmehrhell vom 12. und 14. April gegen die Parteigrundsätze oder das Parteiinteresse oerstoßen hat, zumal da di« Fraktionsmehrheit in Fortsetzung des einmütigen Fraktions- beschluffes vom 3. April das von der bürgerlichen Reichsregierung unternommene nach ausdrücklicher Feststellung der berufen«» Verbände der Landwirtschaft unbedingt erforderliche Werk zur Rettung dieser Grundlage der vaterländischen Wirtschaft endgültig sichergestellt hat. Deshalb sehen wir uns genötigt, das in dem Beschluß des Parteioorstandes vom 2S. April der Fraktions- Mehrheit ausgesprochene Bedauern abzulehnen. Ferner müssen wir uns im Hinblick darauf, daß der letzt« Satz des Vorstandsbeschlusses in die einzelnen Abstimmungen eingreift und deshalb in dem durch die Parteisatzung dem Vorstand bei- gelegten Befugnisse nicht begründet ist und in Wahrung der durch die Reichsverfassung den 2lbgeordn«ten auf- erlegten eigenen Verantwortung auch für die Zukunft die Freiheit unseres Handelns vorbehalten. Unterzeichnet ist das Schreiben von den Abgeordneten Bach- mann, Sozille, Dingler, Domfch, Dr. v. Dryander, Fromm, Hampe, Hartmann, Dr. Haßlacher, Hemeler, Iändrey, Koch, Leopold, Lind. Mentzel, Ohler. Dr. Philipp, Dr. Rademacher, Dr. Reichert, Freiherr v. Richthofen-Stettin, Schröter, Licgnitz. Schultz-Bromberg, Stoffehl, Dr. Straßmann, Vogt, Wallraf, Graf Westarp. Brüning in der Zwickmühle. Etatkämpfe beginnen heute.— Oie Pflicht gegen die Arbeitslosen. Der R e i ch s t a g wird heule die erste Lesung de» Reichs. etal» für das Zahre 1930 beginnen. Sie still in Zwei Tage» beendet fei«, so daß der haushaltsau sschuß, dem die Vorlage überwies«» wird, am Moniag mit ihrer Leraiung beginnen kann, während der ersten Zeit dieser Beratungen des Haus- Hallsausschusses werden keine Vollversammlungen des Reichs- tags stattsinden. wie der Äeltestearat heule beschlossen hal, wird der wiederzusammenlritt de» Reichskags am 15. Wal erfolgen. Die heutige Beratung des Etats wird mit einer Rede de» Reichsfinanzministers Dr. Moldenhauer eingeleitet werden, von der lleberraschungen oder Reuigkeiten kaum zu erwarten find. Herr Dr. Motdenhauer dürste sich daraus beschränken, die Zahlen de»(Ekal« zu erläutern. Für die Sozialdemokratie spricht der Abg. hon« Vogel. Das Organ des Zentrums, die„Germania", beschäftigt sich in einem sehr beachtenswerten Aufsatz mit den alten und neuen Aufgaben des Kabinetts Brüning. In seinem ersten Teil setzt sich der Artikel kritisch mll den jüngsten Beschlüssen des Reichstags zu den Steuer- und Agrarfragen auseinander. Diese Kritik ist um so bemerkenswerter, weil sie mit dem Ergebnis endet, daß die unter dem Druck der Bayerischen Volkspartei und der Wirtschaftspartei erzwungenen Äbänderungen außerordentlichzu bedauern seien. Die Erhöhung der Umsatzsteuer, die Einführung der Groß- ladensteuer, bedeuten eine Verschlechterung des ursprünglichen Pro- gramms, die wirtschastspotitisch bedenklich sei, die Re n t a b i l i- tat der Betriebe beeinträchtige und die Kopital- bildung erschwere. Die Beschlüsse über die Agrarzölle wer- den bezeichnet als«ine„Notlösung, die zwar nicht schön, aber kaum vermeidbar gewesen ist". Sie enthalte Bestimmungen, die man lieber nicht gesehen hätte, wie die Ermächtigung zur weiteren Erhöhung der Weizenzölle, die Aufhebung des Gefriersleischkontin- gents sowie die Cierzölle und sie berge Gefahren für die bieherige Handelspolitik, di« zwar nicht überschätzt werden dürfen, die sich aber auch nicht vollkommen in Abrede stellen lassen. Zusammen- fassend wird gesagt: „Immerhin wird man nicht leugnen können, daß die Maßncchmen der Regierung, die in ihrer Gesamtheit den Willen zur staatspolitlschen Führung erkennen ließen und dadurch in der Oeffentlichkeit wieder Vertrauen schassend gewirkl haben, trotzdem in ihren wirtschaftspolitischen Einzel» heiten teilweise Beunruhigungeki hervorge- rufen haben." In einem zweiten Teil sordett der Arttkei gerade wegen der Unzulänglichkeit der bisherigen Handlungen der Regierung„Re- formpläne aus einheitlichem Guß und von klarer Durchsichtigkeit". Aber man scheint doch selbst angesichts der bisherigen Erfahrungen der jetzigen Regierungskoalllion. di« nichts von Staatspolitik, dafür aber um so mehr von Interessentenpolllik bestimmt gewesen ist. große Zweifel zu hegen) ob sich solch« Ziele mit den jetzigen Bundesgenossen erreichen lassen. Um so bemerken-- werter sind di« positiven Vorschläge. Neben der jetzt schon sagenhaft gewordenen Ausgabensenkung, die angesichts Panzerkreuzerbau und Milliardenhilf« für den Osten schlechi ernst genommen werden kann, findet sich die'Ankündigung, daß man zur Gewinnung größerer Mittel für die Senkung der die Kapitalbildung hemmenden Steuern auch„vor einer weiteren Belastung der Massenluxuskonsumgüter nicht zurückschrecken dürfe". Denkt man dabei an neue Belastung des Bieres und hat man schon den Kaufpreis für die Zustimmung zu einer Biersteuererhöhung mit den bayerischen Partikularisten aus- gehandelt? Am wichtigsten aber dürste jener Teil des Artikels sein, der sich mit der Sanierung der Arbeitslosenversicherung be- schäftigt. „Es bleibt daher die Pflicht der OeffentLchkeit. den schuld- loz Untätigen aus öffentlichen Mitteln ein menschenwürdiges Dasein zu gewährleisten. Nicht aber Ist es Pflicht der Allgemeinheit, Unzweckmäßigkeiten und Fehler der Arbeitsloscnversiche- rung bestehen zu lassen. Heute ist die M-hrhell des Volkes davon überzeugt, daß der gegenwärtigen Regelung der 2lrbeits!olen- Unterstützung solche Fehler anhaften, di« im Interesse der Arbeits- inoral sowie im Interesse der ösfentlicken Finanzen beleiiigt norden müssen. Deshalb wird di« Regierung auch diese wirtlich nicht neue Aufgabe herzhaft und mit sozialem Sinn anpacken und lösen müssen. Schon aus politis+en Gründen wird sie dies tun müllen, nachdem gerade diese Frage zum Anlaß für den Sturz der Regierung Müller wurde."- Der letzt« Satz dieses Zitats leidet zwar nicbt an übermäßiger Deutlichkeit. Aber man begeht wohl kaum ein Unrecht, wenn man ihn als eine Aufforderung zur Vollstreckung der Pläne ansieht, die die Arbeitslosenversicherung durch den Abbau der Leistungen In Ordnung bringen wollen Zwar steht tas im schroffsten Widerspruch zu den heiligsten Versicherungen des Zentrums, aller seiner führenden Vertreter und der christlichen Ge» werkschaften: im schroffsten Widerspruch auch zu den Beschsüssen de» Arbeiterbelrats des Zentrum« vom 6. April d. I. Aber nachdem man, um sich von der Sozialdemokratie loszulösen, den In» teressenpolltlkern des Bürgertums so weltgehende Zugeständnisse gemacht hat, daß einem fast angst und bange deswegen wird, scheint man nun auch den letzten Schrill zur Gefährdung der In- teressen der Arbeiterklasse in ernsteste Erwägung zu ziehen. Motorrad stürzt in V-Bahneingang Zwei Tote und 3 verletzte. 3n der Rächt zum Donnerstag ereignete sich am Hermann- platz in Neukölln ein schweres INoiorradunglück. Der 21jährige Herbert Müller aus der Vodestraße 19 fuhr mll seinem Motorrad ia raseudem Tempo in den A-Vahnelagaag zum Bahnhof Hermannplatz hinein. TNüller und eine Ilführlge Buch- hallerin Gertrud Vvlchow aus der 0ranl'"flraße 1?S. di» vor dem herabfaufeaden Miolorrad erfaßi wurden, erlitten so schwere Verletzungen, daß sie wenige Minuten später gestorben sind Außerdem wurden drei«eitere Personen, die im Begriff waren, den A-Bahahos zu verlassen, erheblich verletzt. Müller befand sich gegen 1H Uhr nachts aus dem Stadtinnern auf der Heimfahrt nach der Wohnung seiner Eltern in der Bode- straße. In rasender Geschwindigkeit fuhr er, wie NKhrcre Zeugen übereinstimmend bekundeten, den Kollbuffer Damm hinunter. Am Hermannplatz, unmittelbar vor dem Kaufhaus Karstadt, be- schreibt der Fahrdamm einen Bogen. An dieser Stelle verlor Müller, der das Tempo nicht herabminderte, die Gewalt über fein Motorrad- Er fuhr auf den Bürgersteig und raste zum Schrecken vieler Passanten die Treppen zum Eingang des U-Bahn- hose s, hinunter Etwa sechs bis acht Personen, die gerade den U-Bahnhof betreten oder verlassen wollten, wurden von der herab- stürzenden Maschin« mit hinuntergerissen. Der Motorradfahrer kam so unglücklich unter sein Fahrzeug zu Kegen daß der Tod wenige Minuten später eintrat. Die 31 jähr»? Bn�bolterin G'rtrud Bu sch o w wurde gleichfalls tödlich verletzt. Die übrige., Ber- unglückten wurden durch die Feuerwehr und das Städiisch« Rettungsamt Ins Krankenhans am Urban gebracht. Nach Anlegung von Not- verbänden konnten sie in ihre Wohnungen entlassen werden. rn Der Bundesvorstand der Lhristlich- Sozialen parle! ist 8. Mai nach Wien einberufen worden. Er fall sich mit der Rächfs�e Dr. Seipels beschästigen. Llm die Gonderabteilungen. Von Itnrl Herae Martin. JTirf di« letzten Vorgänge in der Volksbühne muh endlich einmal kurz und bündig, ohne Rücksicht auf Empfindlichkeiten und Verbind- lichkeiten gesagt werden: 1. W e r den Kampf gegen die Volksbühne und ihren künstlcr«- sehen Leiter führt. 2. Worum er geführt wird. Z W i e er geführt wird. Zu 1: Den Kampf führt ein« kleine parteipolitisch radikal eingestellte Gruppe innerhalb der Sonderabteilungen, die etwas über 2 Pro z. der gesamten Mit- gliederzahl der Voltsbühne ausmacht. Zu 2: Der Kampf geht keineswegs um den Begriff der„Sonder- obtoilungen", die vom Borstand der Volksbühne selbst gegründet wurden, um Aufführungen politisch und künstlerisch experimenteller Art ermöglichen zu können. Der Kamps geht dieser Gruppe— wie aus klaren, in beispiellos anmaßendem Ton gehaltenen Forderungen der letzten Zeit hervorgeht— um möglichst sofortig«, völlige Radi' kalisierung sämtlicher Organe der Volksbühne(Organisation, Ver» woltung, Regie, Dramaturgie, Ensembles, Konzerte, Vorträge usw.) im parteipolitisch-revolutionären Sinne mit dem Ziel, Piecator an die Spitz« zu setzen. Nicht ich habe meine„Versprechungen" nicht gehalten, sondern die Wortführer dieser Gruppe, die mein« Ziele und Wünsch« sehr gut kennxn, haben in dem Augenblick, als Piscator wieder das Wallnerthcater eröffnete(Notabene konnte er das nur tun, indem die Volksbühne für ihn ein« Kaution hinterlegte), Forderungen gestellt, d!« ich als für die Gofamt-Volksbühn« verantwortlicher künft- lerischer Leiter nicht erfüllen konnte. Sie haben mich gerode nach Aufführungen von Stücken, in denen ich deutlich genug glaubt«, meine Gesinnung zum Ausdruck gebracht zu hoben, im Stich gelassen und in pöbelhaftester Weife öffentlich beschimpft. Sie haben, als ich mit ihnen gerade die Möglichkeiten der Gründung eines kleinen Nebentheoter» für experimentelle Stück« besprach, die Verhandlungen und Vorbereitungen dazu durch ihr plötzliches Verlangen, das Piscator-Theater zu unterstützen, inhibiert. Der„Kampf" geht eben nicht um Erhaltung oder Stärkung oder Erfüllung des Begriffes ..Sonde,.bteilung", auch nicht um«ine Gesamtspielplanänderung im auch nur entfernt Möglichen der Volksbühne, sondern um Unter- grabungdes Bestandes der Volksbühne von innen her. Der Spielplan stand zu Anfang der Spielzeit bereits fest und wurde auch ursprünglich von dieser Gruppe durchaus anerkannt- (Folgende Stücke feien genannt:„Danton".„Die Unüberwindlichen", ..Frühlings Erwachen",„Dreyfus",„Amnestie",„Gerücht",„Rost". „Cäsar".) Die Unzufriedenheit äußerte sich erst, als andere Kräfte ihnen die Direktiven gaben. Diese Direktiven, wie nicht scharf genug ollen Verschönerungen und literarischen Bemäntelungen gegenüber bewnt werden muß, sind eindeutiger Art, sind: Herstellung eines revolutionären Partei- und Kompftheaters, ohne Rücksicht auf den wirtschaftlichen Bestand der Volksbühne. Zweideutiger, demagogi- scher Art aber ist die Kampfmechode. Zu 3: Denn obwohl ich mit den Führern der Gruppe des imeren in kamerodschaitlicher Weise über Möglichkeiten, über Lage mch Pläne der Volksbühnenleitung gesprochen habe, haben sie es nicht für nötig gehalten, in ihrem plötzlichen Kampf geg k r Artu>hof-Lichtspiclc Mim- und Bühneaschan .r karger Str 29 und Stendaler Str König Ludwig IL :(iU Wilhelm Oicicrie Das wlide"/»Int iAfibnesadtaa Schlüter-Theater SchlQlerstr. 17 W. 6 30. 9 Uhr. Sonnt, ab 3 Ubr. Der Meitze Teofrl mit Ivan MoefaldB, LH Dagorer Tor kalb, der grole Russen iilm Jugendliche haben Zutritt W WHrnaraOor«> Atrium Beba-Pala*i Kaiserau ee. Ecke Berliner StraEe Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Die Fra« an* Cblkago(Unser täglich Brot) Filmeck Beginn W. 6J0 U ------- S. ab 3 U. Skalitzer StraEe, am Cörlitzer Bahnhof Die beUidca 3 Bruno em lalero. Bdbanwöia» (ugendliche haben Zutritt SllomoMKo-m Sonnsb 5,7,9 Uhr AinamDra sonnt ab 3 um Schöneberg. Hauptstr. 30 100 prozenli ger Tonfilm; Der Ucbetwalaer mit LH. Harre}-, W. Frllsdi, Alexander ToafilmopereHe Welt-Kino Ali-Moabit 99 Der Detektiv de» Kalter» mit O to Q' bfihr Die Uebetlalle Titania(uu»dl&berg) -lauptstraBe 49 Woch. 5, 7, 9 Uhr Sonntags 3. 5, 7. 9 Uhr Der tCOprozemige Tonfilm: Der nnsterblidie Lomp mit Liane Haid. Gast, fröhlldt Kroncn-Lichtspielc Rheinstr. 65 Beg, Woch. 6.30, 9, S. 3 U. Schaldlg mit ▼. Scfalefiow, SastVi Die kentebe Sosanne mit Harvey. FrtlMb a Sfaiit« V Titania-Palast Steglitz, SchloEstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Beginn der Vorstellung 630. 9 Uhr. Sonnab und Sonnt. 4. 630, 9 Uhr. Vorverkauf II— 2 und ab 3 Uhr Wien, da Stadl der Lieder d M (VIa VI rtanendoner Sonnt 3 l IQ— lel udtlxplele lus.-VorSL ChausseestraBe 106 W. 7, Stg. ab 6. Liebe und Champagner Oer r rote Oiamaalendiebatnbl mit Tom Hlz Füm-Paiast Kammersäle Teltower Str. 1 W. 6, Sbp. 5, Stg. 4 Uhr Da* MI de! an* USA. m A» Ondrn der lUmlg der Tiara SMes«*n Luisen-Theater s�Jt�u! Reichenberger Str. 34 Bfthnen*A* Redü auf Liebe mit Erclya Holl Bühne: SehwerarbeUer mit Leo MorgeaaleTn Stella-Palast£££�2 Köpenicker StraEe 11—14 Wochentags 5.30, Sonntags 3 Uhr Die groSe Tonfilmposse: Wien, da Stadt der Lieder mit f. Morgan, S. Arno, P. Orlla Tönende* Beiprogramm Jugendliche habep Zutritt Sternwarte— Treptow Sonnabend 8, Sonntag 4, 6 und 8 Uhr: Grönland, die Eskimos, ihre Musik und Tänze Polarforashang(Chr. Leden) Primus-Palast w. 7, u Am»ermannplatz Stg. 4.45, 7, 9.15 U. Gefahren der Brnnlzeii mit Marlene Dletrid», Willy Font Aul der Bühne: Plattler Broa, Muslkal-Clowns ICiilmlr Wochent. 5, 7, 9 U. 1VUKUK Sonnt. 3. 5. 7. 9 U. Kottbusser Damm 92 Toniilm I Der Lieberwalzer(T onf il moperette; njif Iii. Harrey, Fritadi, Alexander Fvre-lai/ai- Wochent 8. 7. 9 U exccmor Sonntag 3. 8, 7. 9 U. Kaiser-Friedrich-StraEe 191 CUly, der erst« Farben-Tonfilm in Deutschland mit Marilyn Miller Jugendliche haben Zutritt Stern* Hermamutraße 49 Vochemags 6 15 Sonntags ab 4 Uhr Tilly der erste Farben-Tonfilm in Deutschland mit Marylin Miller Jugendliche haben Zutritt Flvciiim" FUm and Stg. 3.15 •t C,iy51UUl Bühne Jug.- V. 'renzlauer Allee 56 W. 515. S 3 15 U Tonfilmposse: Wien, da Stadl der Lieder Jugeagiicfe« bobon imtna Oatan Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochent 5, 7, 9 U. Sonnt ab 3U. Der groBe Sprech- und Tonfilm: Zwei Herzen Im Oreirlcrlellakt mit Walter.Tan—m, Paul Morgan Gute* Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 ino prozent. Sprechtonfilmoperette Zwei Herzen bn Drelriertellalrt Concordia-Palast Andreasstraße 64 Beginn Woch. 5, 7, 9 U., Sonnt ab 3 U Eheztretk mit Maria Paudler, G. Alexander Aufruhr de» Btnle* BühaenMbaa Comcnius-Licfatspiclc Memeler StraEe 67 W. 6, SA'i, S ab5U Die Siratze der verlorenen Seelen mit Pola Negrl Menicbea Im Feuer mit Harry Plel W Nau-lUhtanbara M Kosmos-Lichtspiclc Lichtenberg, LQckstraEe 70 D. Kampf am d. Erde mltElaendeln Vonieht, Zwangtfadte mit Talmagde Grote B Ohncn* cbau > Frin«lrict»»Fn4»ln> Kino Busch Alt-Friedrichsfelde i Spielereien einer Koiaerln mit LH Öagover I Tage«of Leben and Tod Beiprogramm Elysium(hi2!pS-m) Hasselwerdcr Straße 17 Masken mit Siiiari Webbi Mein Herz gehOrt dir mit Camilla Horn Variet�schau M Wciocntc# Schloßpark FUm- Bühne Berliner Allee 205—210 Wiener Herzen mit lillan Etil* Sdiülzet_---- Eure Töditcr BOIwe: Alhambra Müllerstraße 136, Ecke Seestraße Tarakanova, die fakdie Zaren- lothler Beiprogramm BühnenKfaau Pharus-Lichtspiclc Müllerstraße 1 42 W. SV« U. Stg. 4 U Drei: Großfilme: Oer König der Sen*aüonen mit W. Fairbankz Gefangene Nr. T mit Li— i Ana Erfahrene Frnn gcndii Marga-Lichtsplele Schuistraße 29 Der große Ufa-Ton- u. Sprechfilm. Melodie de* Herzen* m.Dll* Parlo und Willy Fritadt Freiwild mit Er. Holl Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. ab 6, Stg. ab 4 U. Der große Tonfilm: Melodie de* Herzen* m. Dlta Parin und Willy Friluh Pratcr-Lkhtspiel-Palast Kastanienalle* 7-8 ' Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhr Da* Rätsel Im Weibe mit Tain Tanmlg* Magazin-Revue(verl.) Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W. 6, Sbd. 5. Stg. ab 4J0 U. Frauenarzt Dr. Schäfer mit Ivan Petrovida Bell und Sofa(Russenfilm) w Colosseum M aW uw Schönhauser Allee 123 100 prozenti«er Tonfilm: Liebcswalzer mit Lilien Harvey, Willy Fvündi � aezundbrunmn p -Alhambra" Badstraa« v 2 Qfoßfilmer pefeÜiT des Kaisen mit O. Gcbdhr und O. Ttdiedbowa Madame Im Scklafwadea Revue: Laote keiner rran nach Ballschmicdcr- Lichtsp Badstraße 16 Gefahren der Brantzclt mit Marlene Dietrich Wiener Herzen m. Wem. Fflttercr und LtUan 6IIU Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Woch. 5, 7, 9, Stgs. 3, 5, 7, 9 U Tonfilm: The•inglng Fool mit AI JoUon(Der singende Karr) Bühne: Die ßentaHon von eerlin Pank« EZ3 Stg. ab 4 U. Palast-Theater w � Breite Straße 21 a Tonfilmoperette: Der Licbeawalzer m L. Harvey, Frltadi u Alexander Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Beg. 7. b U; Sbd. u. Stg. ab 5 UL E* gibt ein* Frau, die Dich nie mal« vergltzl mit U Dagorer Beiprogramm Film-Palast ühÄ�än«. Blankenburger Straße 4 W. 6.30, 9 U. Stg. 4.30, 6.45, 9 U. Die Lady von der Straße The Pilgrlm mit Charlie Chaplin (Der Pilger) Feine Lente ■'_ P Filmpalast Tegel Bahnhofs tr. 2 W. 6, S'/j, Stg. 4,f»,6«*,Wi Sonnt. 2 Ubr(ugendvorstellung Da* Lied vom allen Markt Fran Im Tatar mit Frii* Koriner Bühne Hollywood-Siar, Girl-Jazz. Revue -Kosmos" FflmbQhne Hauptstraße 6 Tonfilmoberet'e: Lieb«walz er Mit LUtan Harvey, WUly FrUacch und Alexander Auf der Bühne: Greiel Harimann Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg.«."'IjU. Stg. 2 U. Jugendvorst. Stg. i'/c, 6"i 8' i U. Sdinlsloae Mödcben(Roman eines unehelichen Kindes, 6 A-i Grotze* Beiprogramm Nannlgzdorf> Filmpplast Stg. Berliner Straße 59 Stg. 2 U. jug.-Vorst. Ero* In Ketten mit Maly Delacbatt tot hiaevan m. EUco Richter föeilogc Freiing, 2. Mai 1930 / LprMpkiN ShUauUaißeJa\io+u>vsb Die Heerschau der Arbeit! Zielklarheit und Entschlossenheit der Gewerkschaften Die Vormittagsfeiern Für das Heer der freigewerkschafMch Organisierten hatten die verbände am vormittag des t. vlai Feiern in den gröhten Sälen Berlins angesetzt. In musikalisch und künstlerisch hochwertigen ver- anstaltungen boten die Berliner Ortsverwaltungea ihren Mitgliedern die Gelegenheit, der würde de» Tage» entsprechend den 1. Mal zu feiern. Meist leiteten erste Soazertorchester die Feier mit entsprechenden Musikstücken ein. Chöre des Arbeilersängerbunde» trugen alte und neue Chore und Lieder vor. die Mitglieder der Orlsverwal- tungen oder hauptvorstandssunktionäre hielten kurze Ansprachen und dann formierten sich ausnahmslos vemonslrationszüge. die zur grohen Kundgebung der Sozialdemokratischen Partei in de« tust- garten zogen. Oer Zug der Zehntausende Der Gesamtoerband, die größte freigewerkschastliche Organisation Berlins, veranstaltete seine Maiseier im P o st stadi o n in der Lehrter Straße. Bereits ein« Stunde vor Beginn der Kund- acbung strömten»nablässig Tausend« von Menschen durch die Zugangsstraßen zum Poststadion, das sich Zusehens in ein riesiges Heerlager verwandelte. lieber dem Stadion zogen zwei Flug- zeuge des Sturmvogel ihre Kreise, geführt von Piloten, die der Lustsahrtgruppe des Gesamtverbandes angehören. Bon dem Tr.igdeck des einen Stahlvogels leuchtete weithin sichtbar der Titel des Gesamtverbandes, von dem des anderen die Tageslosung: l. Mai lS3l>. Als um 9410 Uhr ein Trompetcnstgnal den Beginn der Feier verkündet«, war die Zahl der Besucher auf etwa 30 000 an- gewachsen. Erhebend war das Bild beim Einzug der unzähligen Banner der Organisation sowie der jo�olistische» und Gewerkschafts- fugend. In zündenden Worten schilferte der Bevollmächtigte des Gesaintverbandes, O r t m a n n, die Bedeutung diese» Weltfeier- tage», der nur ein alljährlicher Haltepunkt ist auf dem klar oorge- zcichnctcn Weg der klassenbewußten Arbeiterschast in eine bessere Au- kunst. Die Feier, zu deren Gelingen das groß« Orchester des Deutschen Musikeroerbandcs und der Neuköllner Sängerchor ihr Bestes beisteuerten, verlief ohne jede Störung. Nicht absehbar war der Zug der 30 000 Staats- und Genieindearbeiter, Transportarbeiter, Postler, Berkehrsarbeiter, Feuerwehrmänner usw., der sich noch Beendigung der Kundgebung nach dem Lu st garten hin in Bewegung setzte. An seine Spitze setz!« sich noch ein mehrere Tausend Köpfe zählender Zug, der sich gleichfalls vor dem Post- stadion gesaminelt hatte. Als die Spitze dieses kjlomeier- l a n g c n.-Z» g e s in den Lustgarten einschwenkte, war. er bereits derart überfüllt, daß nur noch ein Bruchteil, der demanstricreudeu Mitglieder den Platz betreten konnte. Die Mctallarbeittr,' neben Km neueti„Gesomtoerband", Berlins stärkste Arbeitergruppc, füllten den Riesensanl des Sport» Palastes bis unter das Dach. Mit Verdis Triumpfmarsch aus „Aida" zog die Metallarbeiterjugend in den Saal, frische, srohe Jugend, die.jetzt schon das Organisationswert mit den Alten gemeinsam hütet. Wogners wuchtige„Nienzi�-Ouvertüre, vom Sinfonieorchester gespielt, leitete über zu Sprechvorträgen Alfred Beierles. In die Festrede teilten sich Bevollmächtigter Urich niid Hauptvorsitzender Brandes. Arbeiter-Männerchör« und der gemeinsame Gesang der Internationale bildeten den Schluß der schöne» Feier. In der Neuen Welt in der hasenheide hatte der Deutsche holzarbeilerverband seine Gewertschastskundgebung, die eben. falls Massenbesuch auswies. Nicht nur der groß« Saal des Re- staurants war überfüllt, auch im Garten sammelten sich Tausende. Gesangsvorträge umrahmten die Veranstaltung, auf der Reichstags- abgeordneter Dittmann die Ansprache hielt. Noch einem kurzen geschichtlichen Rückblick rief der Redner aus zur Sammlung aller arbeitenden Volksschichten, mn den soziapolitischen Forderungen der Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Partei einen noch stär- leren Rückhalt zu geben. Im großen Saal des Orpheum in der hasenheide hotte der Einheitsverband der Eisenbahner sein« Kundgebung abge- halten, d!« ein künstlerisches Programm aufwies: Die Ouvertüre des„Freischütz* war der Auftakt, ihr folgten Wolthers Preislied aus den Meistersingern und die Marseillaise. Theo Maret sprach den ersten Ausruf zur Maifeier, der im Jahr« 1889 erlassen wurde. Bürgermeister Dr. O st r o w s k i hielt die Festansprach«. Im Zeit- alter der Rationalisierung haben nicht nur die Arbeiter, sondern auch die Angestellten uird Beamten einen festen gewerkschaftlichen Zu- sammenhalt notwendig. Der 1. Mai als Wettfeiertag muß zugleich ein Werbetag für die Organisationen der Arbeiterschaft werden. Oas Graphische Kartell Die im Graphischen Kartell vereinigten verbände der Vuch- drucker. Buchbinder. Steindrucke? und graphischen HUssarbeiler ver- sammelten sich in der B o ck b r a n e r e i. Fidicinstraße. Mehr als 3000 Angehörige des Gewerbes, Männer und Frauen, waren dem Ruf ihrer Organisation gefolgt. Im überfüllten Saal sprach der zweite Dorsitzende des Buchdruckerverbandes. Genosse Richard Barth, über die Bedeutung des 1. Mai, während in der Parallel- Veranstaltung im Garten Genosse Großmann von der Berliner Ortsverwaltüng des Verbandes der graphischen Hilfsarbeiter referierte. „Und wieder ward es Maientag. sein wird in aller West gedacht*, so Lang es aus den Ansprachen der Redner. Noch einem Rückblick auf die Kämpfe und Erfolg« der Arbeiterschaft in der vergangenen Zeit formulierten die Redner die künftigen Ausgaben insbesondere der graphischen Organisationen. Di« Kapitalisten suchen heute eine Produktions st eige- rung mit weniger Arbeitskräften durchzuführen. In der großen Zahl der Arbeitslosen z�igt sich der Widersinn de, ganzen kapitalistischen Systems. Wir müssen kämpfen um eine weitere Verkürzung her Arbeitszeit bei auskömmlichem Lohn. um Frieden und soziale Gerecht gkett. Die Einigkeit der Arbeiter- schas' wird uns zur sozialistischen Gemein»jrtschait führen, die allein wirklich- Besserung der wirtschaftlichen Lcrhällnisse bringen kann. Umrahmt tmwbev hk Anfpvachc« durch pummmgsvollc Sc- sangsvorträge des Vuchdruckergesangvereins„T y p o g r a p h i a* und des Gesangvereins„Solidarität* der graphischen hilfs- arbeiter sowie durch Rezitationen. Oie Bauarbeiter Bon acht verschiedenen Sainnielpunkten inarschierten schon in den frühe» Morgenstunden die im Deutschen Bauge werte- b u n d organisierten Bauarbeiter nach dem Saalbau Friedrichshain. Lange vor Beginn war der Ricsensaal überfällt, so daß sich die Massen n» Garten und im gegenüberliegenden Hain stauten. Di- Veranstaltung selbst nahm einen glänzenden Verlauf. Nach Orchester- inusik und Gesangsvorträgen des Meinecke'schcn Männer-Chors sprach der Vorsitzende der Vaugewprlschast Berlin, D r ü g g«- inüller. Bernerkensivert war seine von der Versammlung durch lebhasten Beifall unterstrichene Zurückweisung des scharfmache- rischen Vorstoßes der Banfirma Boswau u. Knouer, die olle Mai- feierirden kurzerhand ausgesperrt hat. Auch der Syndikus dieser Finna wird das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen lönnen und sich einbilden, den Fortschritt der Arbeiterklasse hemmen zu können. Auf der Maifeier der Zahlstelle Berlin des Zentral- Verbandes der Zimmerer, die im Böhmischen Brauhaus stattfand, dessen Räunie nicht ausreichten, alle Kollegen auf- zunehmen, sprach Dr. L ö w e n st e i n über die Bedeutung der diesjährigen Maifeier. Di« ohn« jede Störuirg verlaufene Feier klang aus i» dem'Appell des 1. Vorsitzenden, Genossen Frach, alles daran- zusetze», um die so verheißungsvoll begonnene Arbeit zur Wiederherstellung der Einheit der Berliner Zimmerer weiter sortzusetzen. Die Maifeier der Maler im Gewerkschaftshaus bot wie immer das Bild eindrucksvoller Einigkeit Fritz Klotz k.un in seiner Festred« auf die Zustünde im Berus zu sprechen, die i» den Lohnverhältnisten ui»d i.r hygienischer Beziehung»och viel zu wünsche» übrig lassen. Nur ein fester organisatorischer Zusammen- halt der Kollegen kann hier zur Besserung führen. Die Kundgebung schloß mit einem hoch aus Völkerverständigung und Frieden. Die Steinarbeiter waren, wie im vergangenen Jahr, in haverlands Fcstsälen versammelt. Gesangsvorträgen des' Vereins „Berliner Liederfreundc* folgte die Festrede des Genassen Litte, die von der Versammlung mit starkem Beifall ausgenommen wurde. Nachdem dos„Tord Foleson* verklungen, mahnte der Barsitzcnde Ritsch«, der Organisation auch ferner die Treue zu bewahren. Die Teilnehmer schlössen sich zu einem Domonstrationszug zusammen und marschierten unter dem roten Banner des Lerbandes zum Lustgarten. * »ei den Maschinisten im Gewerkschaftshaus sprach vor überfüllt« Versammlung Genosse S chl i cht i n g, der einen Rück- blick auf die Entwicklung der Bewegung gab. Aus der Geschichte der Arbeiterbewegung könne man lernen, daß die Arbeiter ihre Fordeningen immer zum Siege führten, wenn sie sich einig waren. Die Arbeiterklasse hat es in der Hand, durch festen politischen und gewerkschastttchei, Zusammenschluß die Reaktion zu besiegen. Die labakarbeiier hatten zum erstenmal unternommen, eine eigen« Mais«!« im Deutschen Hof in d«r Lucka»« Straße zu oeransiattcn. Em reiches künstlerisches Programm unter Mitwirkung des Neuen Toukünstlerorchcsters und des Volkschors Moabit ver» schönte die Feier. Der Sprecher Georg Fischer richtete sei»«'« Appell an die Solidarität der Kollegen, die gerade in'den jetzige,? schweren Zeiten zusammenhalten müssen, um sich nicht die Früchte der Sozialerrungcnschafte» aus der Hand winden zu lassen. Die Bekleidungsarbeiter feierten wie sonst den 1. Mai zusammei, mit den hutmochern und Friseuren in den Germanio-Prachtsälen. Genosse Plettl betont« in seiner Festrode. daß heute der Acht- siundeniag schon zu lang ist, und der bevorstehende internationale Gewerkschaftskongreß in Stockholm sich mit dem Vorstandsbeschluß des IGB. befassen werde, die 4 2 st ll n d i g e Arbeitswoche zu fordern. Wie alle bisherigen werde auch diese Forderung nicht ohne Kampf und nicht ohne Opfer durchzuführen sein. Der Redner konnte auch mit dem Hinweis auf den jüngste»? M a ß s ch n e i d e r st öe i k die Verdächtigungen der„Opposition* gegen die Gewerkschaften zurückweisen, sie hätten den Kampf aus». gegeben. Die Gegenüberstellung zwischen all den Versprechungen die den„braven Feldgrauen" gemacht wurden und den heutige«? Bedrohungen der sozialpolitischen Errungenschaften wie die Lohn- Niveaus wirkte aufklärend. Der Verband der Saltl«, Tapezierer und Porkefeuill« hatt« seine Mitglieder nach dem großen Saal der Kammersäle in de? Teltower Str. zusammenberufen. Der Saal, der etwa 1500 Personen faßt, war gefüllt. Der Reserent, Genosse Z i s k a, legte besonderes Gewicht auf den Hinweis der Verbundenheit der freien Gerverk» schaften mit den Ideen und der Parte! des Sozialismus. Der Männerchor Lichtenberg unterstützte die Feier wirksam durch den Vortrag stimmungsvoller Gesänge.' Am Schluß der glänzend verlaufenen Feier forderte der Be» vollmächtigte, Genosse O st e n, die Mitglieder, die aus dem Boden der Amsterdamer Internationale stehen, auf. sin geschlossenen Zuge nach der Baruther Str. zu marschieren und sich dort dem Zuge des 0. Kreises anzuschließen. Die Fabrikarbeiter hielten in be/t überfüllten Musikersälen in der Kaiser-Wilhelm-Stroße ihre Maifeier ab. Die Feier wurde stimmungsvoll durch Borträge der Sängeroereinigung Norden umrahmt. Die Festrede hielt Genosse Emil Barth, der von der allgemeinen Hoffnung in der Natur sprach, die jetzt auch die Brust des Menschen erfülle. Aber wir wollen nicht nur den Mas in der Natur, wir wollen den Bölkermai. Zu ihm gehört der Dölker» frieden und iipi, den das Christentum nicht geschaffen Hot, ihn muh d« Sozialismus bringen. Durch die Einheit der Ausgebeuteten gegen die Einheit der Ausbeut« müssen wir zur Dölikerfrecheit kommen. Als 1889 der Achtstundentag oerlangt wurde, war ei«in« utopische Forderung. Jetzt könnten wir den Dierstundentag ver- langen, mn zunAusnutzung aller Arbeiiskräfte zu kommen. 33 Milliarden Kilowattstunden elektrischer Strom wurden im vergangenen Jahr in Deutschland erzeugt. Wenn wir noch die Verhältnisse des alten Rom hätten, wäre zu dieser Krafterzeugung ein Heer von 400 Millionen Arbeitssklaven erforderlich gewesen. Wir erzeugen so viel maschinelle 5trast, daß diese der Arbeitsleistung von 800 Mil» lioncn Arbeitssklaven in Deutschland gleichkommen würde. Ausbau der gewerkschaftlichen Organisation, Einigung und Geschlossenheit ist notwendig. 3)ie Massen im Xuslgarlen Oben: Torbeimarfch der Züge am Sehloßporial Unten: Augenblicksbild ton der Slraße (18. Fortschung.) „Kennen Sie nun?).?* Duval hauchte bloh d!« Worte. „Ja/ kam die Antwort von Movins Lippen.„Aber ich kenne nicht allein dos wesenlose Schema D., ich kenne auch den Menschen A., in dem es �sich repräsentiert/ Er sprach mit erschreckender lieber. zeugung. Duval wagte kein Wort des»Einwands oder Zweifels. Der Motor wurde angetrieben. Sein Rattern übertönte jeden Laut� Gegen Morgen ward die Fahrt beendet. In Marin stand es fest: Der Kampf ist eröffnet. * Als er sein« Wohnung betrat, fand er Lillian im festen Schlaf, lässig hingefallen auf dem Sofa. Marin wollt« sie berühren. Etwas lieh ihn ihr nicht näher kommen. Er befaß sie. Unter diesem Bewußtsein fühlte er sich stark. Durch sie hatte er Ueberlegenheit gewonnen. Dachte an Duoal, dessen Empfindungen für diese Frau ihm so klar geworden waren. Hatte bloß ein ironisches Bedauern für den Mann. Glich sich nun mit ihm restlos aus. Küßte das schlafende Weib. Betrachtete lange ihr Antlitz, das an ein künstlerisch geformtes Wachsbild gemahnte. Welche verborgen gehaltenen Wünsche ihres Unterbewußtseins mochte sie jetzt erleben, einzig allein durch den Willen zum Erleben? Er erinnerte sich an die Erzählung eine» großen französischen Dichters: Ein Mann, der die geheimsten Gedanken der von ihm geliebten Frau wissen will, spaltet ihr mit einer Axt den Schädel, um sich so vollends in den Besitz ihres Gehirns zu setzen. Wahnsinn, urteilte Marin. Irrsinnige Eifersucht. Ich lieb« sie doch nicht. Aber immer deutlicher hob sich ein Gedanke aus der Wirrnis seines Kopfes ab. Er gedacht« der Begegnung zwischen Lillian und Mr. Smith. Und er sah die Pagoden und das gelbe Gesicht I.s. Der Kampf ist eröffnet, hämmert« es wieder an seine Schläfen. Welcher Kampf? Und dem er noch vor Stunden so verständnislos gegenüber gestanden hatte, das begann sich nun vor ihm auszu- breiten und überwältigend auf ihn zu wirken. $.! Marin wollte Lillian wachrütteln. Besann sich, ließ davon ab. Er hatte den Kampf begonnen. * Es war der Juli des Jahres 1925. Tausende Bauern wanderten barfuß und zerlumpt hundert und aberhundert Meilen von ihren Dörfern nach der Stadt Kanton, wo die große Bauernkonferenz stattfand. Todmüde, ermattet, vollständig erschöpft kam diese Armee vor die Tore der Stadt. In den ausgemergelten backenknochigen Gesichtern klebte eine dicke Schicht von Schweiß und Schmutz. Die Füße waren zerschunden, wundgerieben und bluteten, die Hände schlenkerten kraftlos an den mageren Körpern. Das war das chine- fische Volk, das das Fundament und die Kraft des neuen China werden sollte. Die Agrarrevolution, die Grundlage der sozialen Revolution. Ungefähr zehn Minuten vom Hwangpu entfernt, in einer der vielen seit Jahrhunderten übelriechenden Gassen, die so eng sind, daß man die Häuser auf dem Kopse fühlt, lesen wir an einem Holz- gebäude die Aufschrift„Hotel Kanton" in vier Sprachen. Zahl- reiche, in allen Farben spielend« Fähnchen schmücken auch hier das zwar niedere, aber sehr bizarr gestaltete Portal. Di«„Hall", über. einander genagelte Bretter, bespannt mit buntem Papier und rissiger Seide. Einiges modernes Mobiliar täuscht über den Eindruck einer alten chinesischen Bude hinweg. Der Portier, ein« Kreuzung zwischen einem kreolischen Matrosen und einer chinesischen Dirne„ trägt ein Käppi, das er irgendeinmal einem Bankboy samt Geld abgenommen haben dürste. In diesem ,F)otel" geht es sehr laut und aufdringlich zu; verkehren doch hier durchweg Chinesen. Wer aber glaubt, daß er es mit einem Derbrecherasyl zu tun habe, irrt sich gründlich. Der Hausherr wacht mit puritanischer Strenge über der Ehrbarkeit seiner Gäste. Es ist nur dem typisch chinesischen Geruch zuzuschreiben, daß man hier als Mann von Zivilisation nicht absteigt. Diese Gedanken mochten auch dem Manne, der unter seinen schiesgestellten Schlitzaugen listig hervorblinzelfx und den Namen W»-Tschek-Li führt«, in den Sinn gekommen fein, während er wie einer der unzähligen müßigen Pslastertreter des Orients, stets nach einem Opfer spähend, vor diesem Hotel auf und ab ging. Mit philosophischer Würde trat er den Dreck der Straße breit. Man hätte seiner nicht weiter geachtet, wäre er nicht plötzlich ausgeglitten und von einem vorbeifahrenden Rikscha knapp am Fuße erwischt worden. Er stimmte ein ohrenbetäubendes Geheul an. War sofort von einer dichten Menschenmenge umringt, die sein Leid auf das höchste interessiert beklagte und lebhaft diskutiert«. Bei dieser Ge- legenheit arbeiteten die Taschendieb« iij meisterhafter Weise. Man brachte den Verwundeten in das Hotel. Der Portier rückte sein Käppi tiefer in die Stirn. Dieser Zwischenfall schien ihn peinlich zu berühren. Da aber der Derunglückt« noch immer jämmerlich schrie und zetert«, blieb ihm nichts anderes übrig als Samariter- dienst« zu verseheu Die Menschenmenge schwoll bedenklich an. Da kamen aber auch schon im scharfen Galopp berittene indische Po- lizisten, hieben mit Knütteln fest auf die dünn behaarten Schädel der Chinesen ein. Der Platz vor dem Hotel war gesäubert bis auf die wenigen, die sich noch rechtzeitig in die Tor« drückten, um dann wieder die Straße zu bevölkern. Der Verwundete aber war in der allgemeinen Derwirrung zum größten Erstaune» des Portiers verschwunden Jedes Suchen'war vergebens. Der Portier war froh, den lästigen Gast losgeworden JLtchfrteÄes* zu sein. Dennoch verriet, seine Miene Bedenken. Cr war der Ueberzeugung, daß er und die vielen anderen einem Schwindler aufgesessen waren. Was der Mann damit bezweckt hatte?— Der Portier schob das Käppi noch tiefer ins Gesicht. War sehr ver- ärgert, auch mißtrauisch. Da» Leben und Treiben vor dem„Hotel Kanton" nahm den gewohnten Verlauf. Während dem guten Manne noch immer nicht der sonderbare Zwischenfall aus dem Kopf wollte, lief der„Ver- unglückte", Wu-Tschek-Li, treppauf uiid treppab im ,�atel Kanton". Gelangt« unbehelligt über ein« offen« Veranda, die einen düsteren quadratsschen Hos umrahmte, in einen kurzen, schmalen Gang. Atmete sichtlich erleichtert auf, als der hochherrliche Zimmerkellnsr namens Fa auf ihn zutrat, ihn durch«ine Geste verstehen ließ, sich unauffällig zu oerhalten. Sie flüsterten«in paar Worte mit- einander, woraus Fa Herrn Wu-Tschet-Li rasch und unsanft in eine Zelle verfrachtete. Er selbst ging auf die Tür zu, die am Ende des Ganges log, trat devot ein. Das Zimmer, das der Oberkellner Fa betrat, war eher klein als groß und mit Menschen angefüllt. Ein langer Tisch, der von einer Wand zur andern reichte, schnitt diagonal das Zimmer. An Ihm saßen auf Stühlen dicht nebeneinander durchweg Männer mit ernsten, vielsagenden Gesichtern. Wohl hatte jeder vos sich seinen Drink und rauchte. Doch an ein Gelage war nicht im entserntesten zu denken. Es ging sehr ruhig und würdevoll zu. Die Herren, die westliche Kleidung trugen und größtenteils mit Hornbrillen be- waffnet waren, machten den Eindruck einer hochgelehrten Gesell- schaft, die sich aus den besten Söhnen des Landes zusammensetzt«. Ihr Benehmen war so respekteinflößend und vertrauensvoll, daß man es kaum gewagt hätte, die solenn« Sitzung zu stören. Sie stand im auffallenden Widerspruch zu dem von ihr gewählten„Hotel Kanton". Fa, der nach den Wünschen der Herren fragte, bestimmt« man, das Zimmer zu verlassen, und versicherte ihm in der Höflichkeit des Landes, daß man seine Dienste bis auf weiteres nicht brauche. Fa schlich mit tiessten Ehrenbezeugungen hinaus Nun waren die Herren allein, sozusagen unter sich. Davon waren sie überzeugt. Kurz nach dem Abgange des Kellner» trat«ine Pause eisigen Schweigens ein. All« Augen waren auf einen Mann gerichtet, der den Vorsitz der bedeutungsvollen Versammlung inne hatte.— Ruhig und gelassen erhob sich P. Seine schlanke Figur richtete sich hoch auf. Sein Auge ruhte einflußstark und dennoch milde auf der Schar älterer und ältester Männer, die vertrauensvoll und beinahe ehr- fürchtig feinen Blick erwiderten. Er sprach ohne jedes Pathos, ohne Geste und äußere Erregung, sachlich, eindrucksstark, überzeugend. Nur in seinen Augen glomm ein Funke echtester Begeisterung. In kurzen Umrissen entwarf ex«in Bild des sozialen Elends m China, ohne sich dabei in Parteidogmcn zu verrennen. Seins Worte waren Zahlen und wieder Zahlen, die sich zu einer erschütternden Statistik des Landes jormten. Mehr nicht. Kein Wort von Haß oder Urteils- loser Kritik. Die Herren zollten ihm mit einem leichten Nicken Beifall. Kurze prägnante Ansprachen folgten der seinen. Es sprachen Herren wie Feng, Tschangsolin und andere. Ztur einer hüllte sich in srostiges Schweigen. Er saß am äußersten End« des Tisches Sem Benehmen war so befremdend, daß man es nicht länger übergehen konme. Man scheuchte ihn aus seine Zurückhaltung aus, erteilte ihm unge- wünscht das Wort. Em protestierender Verzicht half nichts. (Fortsetzung folgt.) e Buch Stirb und Iterde A n d r 6 Gide, ein großer französischer Dichter, hat in mehre- ren wundervollen Büchern dem modernen Frankreich«in« neue Klaffizitiit gegeben und ist der deutschen Kultur. Heine, Schopenhauer. Nietzsche und deutscher Musik mnerlichst verbunden. Durch Bereinigung seiner zerstreut erschienenen Bücher bei der Deutschen Verlagsanstalt ist die Doraussetzung geschaffen worden, sein Werk breiten Kressen zuzuführen. Da Gide wie jeder große Dichter auch auherhalt, seiner Kunst ein« groß« Persönlichkeit ist, ist seine Selbstbiographie ein guter Zugang zu seinem Werk. In Frankreich vor 10 Iahren erschienen, liegt sie unter dem Titel„Stirb und werde" nun auch deutsch vor, wirklich in deutscher Sprache, denn obgleich Gide ein Künstler ist,'- bei dem jeder Prosasatz ein wundervoll klingendes Kunstwerk ist. hat er in Ferdinand Hardekops einen Uebersetzer gefunden, durch den jeder Satz Gide» auch deutsch ein Wunder an Schönheit ist. Hardekopss Uebertragung ist bewundernswert. Gide erzählt, wie er als Sohn einer protestantischen Familie der Pariser Unwersitätskreise ausgewachsen ist und welch«» geistigen Zustand er in den ersten 25 Jahren seines Lebens«rkämpst und erreicht hat. Auch diese Autobiographie ist oft so berauschend schön wie ein Kunstwerk, aber noch bedeutender als ihr künstlerischer Wert ist ihr bekennerhaster. Gide scheut vor keiner Wahr- heit zurück und übertrifft Rousseaus berühmte Offenheit durch die merkwürdig kühle Objeitioität und di« klassische Schönheit, in der selbst das Peinlichste geläutert wird. So erhalten selbst die söge- nannten häßlichen Dinge etwas Bestrickendes und man lernt nicht nur das Gefühl verstehen, arw dem sie stammen sondern auch die Verwirrung und die Klärung,'die sie hinterlassen Das Wesentliche dieser Entwicklung besteht darin, daß Gide in eurem bürgerlich asketischen Milieu erwachsen und zu einer religiösen Askese strebend. sehr frühzeitig wegen„schlechter Gewohnheiten" einem Nerven- leiden verfällt und auch aus einer Privatschul« verwies«» wird. Durch besondere Urnstände entwickelt sich unerwartet bei ihm«ine leidenschaftliche Homosexualität, während gleichzeitig die Lieb« zu einer Kusine sein Leben durchsticht. Ob er die Liebesasfekte zu seiner Kusine, die er als 7jähriger hatte, schildert, oder den Taumel einer Leidenschast, die ihn jahrelang mit einem jungen Araber oerband, stets weiß er die Ding« so darzustellen, daß sie schön und ergressend, krankhaft und natürlich zugleich, erscheinen. Sie werden für ihn gleichzeitig moralssche Probleme, mit denen er ringt, und die schließlich sein Wettges ichl ensscheidend besttmmen. Es wird nicht an Versuchen fehlen, dieses Buch moralisch zu verurteilen, b-- sonders bei denen, die die Höhe von Gides moralsscher Haltung nid begreifen können. Das Buch gehört zu den großen Doku- m e n t« n der menschlichen Leidenschaft und ist'besonders für Psycho- logen, Pädagogen, Schulreformer von Bedeutung. Darüber hinaus gibt es dos Bild jener französischen Generation wieder, die sich vor 30 Jahren aus bürgerlicher Enge befreite, um eine neue Schönheit zu finden und der Welt eine neu« Güte zu schenken. Lelix Stös singer. FÜR DEN KLEINGÄRTNER. Empfehlenswerte Aptelsorten. Der Sartenreichtum im Obstbau namentlich beim Apfel ist bekannt und jeder Versuch, eine Auswahl zu treffen und zu be- gründen, muß dankbar anerkannt werden. In den von uns schon erwähnten Merkblättern der Landwirtschaftskammer Niederschlesien werden 13 Aepfel als die für Erwerbsobstbau und für Hausgärten „wirtschaftlichsten" charakterisiert. Es sind: Für jeden Boden: Baumann» Renette, reist Dezember bis April.— Großer Bohnapfel, spät fruchtbar, Dezember bis Mai.--- Ontario, Dezember bis Mai.— Apfel aus Croncels. September bis Oktober.— Manks- oder Eve-Apfel, August bis Sep- tentber.— Hagedorn-Apfel, in geschützten Lagen, Küchenapfel, Sep- tenrber bis Oktober. Für nicht zu schweren Boden und freie Lage: Lands- berger Renette, November bis Januar. Für nicht zu feuchten Boden: Jakob Lebet, reist Oktober bis Dezember. Für jeden nicht zu trockenen Boden, Schöner von Boskoop,. Blüte etwas frostempfindlich, daher nicht für Gebirgslagen über 300 Meter, reift Dezember bis Mai.— Grahams Inbl- löumsapfel, trägt unregelmäßig, reift Oktober bis Januar.— Lord Suffield, in trockenem Boden schwachwüchsig, reift September bis Oktober. Für besseren und guten Boden: Weiher Klarapfel, reift Juli bis August.— Kaiser Wilhelm, reift November bis März. Wie man sieht, ist für jeden Bedarf gesorgt und man wird von diesen süx das uns benachbarte Niederschlesien bestimmten Rasschlägen auch in anderen Gegenden Gebrauch machen können. Eine Ergänzung finden die Mitteilungen durch die Angabe der für Straßenobstbau geeigneten Sorten. Dies sind: Baumanns Renette, Großer Bohnapfel, Landsberger Renette, Schöner von Boskoop, Ontario und Kaiser Wilhelm, deren Charakteristik oben gegeben wurde.?. V. Selleriekultur. Beim Anbau von Sellerie spielt der Boden und seine Düngung eine sehr große Roll«. Ein m aller Kultur stehender Acker muß im Herbst tief umgegraben werden(bis auf 50 Zentimeter gelockert) und dann versehe man ihn reichlich mit Stallmist. Wenn aber im Mal die pikierten Pflänzling« untergebracht werden, sehe man von einer neuen Stallmistdüngung ab. da«ine solche nur«in starkes Blatt- wachsmm erzeugt,'' aber di« Knollenbildung nicht fördert. Wohl aber ist es angebracht, später, wenn die Pflanzen angewachsen sind, nach dem ersten Hacken gute Komposterde auf das Land zu bringen und diese gut anzufeuchten. Sellerie verlangt überhaupt viel Feuchtigkeit, wa---Kensalls bei der Wahl des Bodens in Betracht gezogen werden mutz. Namentlich gill dies für die erste Zeit. Werden mit Ende des Sommers die Nächte kühler, so entwickell er sich erst richtig, wie dies ja auch beim Kohl der Fall ist. An Kunstdünger gebe man pro 100 Quadratmeter 4 Kilogramm schwefelsaures Kali, 5 Kilogramm Superphosphat und 6 Kilogramm schwefelsaures Ammoniak. Dem leider weit verbreiteten Sellerierost entgeht man am ehesten durch starke Gaben wasserlöslicher Phosphorsäure. Auch«ms die Güte und Haltbarkeit der Knollen ist letztere von Einfluß.?. V. Die Buschbohne. Für den Kleingärtner kommt die Buschbohne mehr in Betracht, als die viel Platz erfordernd«, wohl ertragreichere, aber später reifende Stangenbohne. Nach dem bereits über die Saatzeit der Böhne Gesagten wird man gut tun, Bohnen In Papp- oder Mist- topfen heranzuziehen. Man pslanzt dann in der zweiten Hälfte des Mai die Töpfe aus in gegenseitigem Abstand« von 40 Zentimeter. Wählt man direkt« Aussaat, so macht man 5 Zentimeter tiefe Löcher und legt in diese 6 bis 6 Samen. Wird Rechensaat beliebt. so gehen auf ein Beet drei Rechen und die Bohnen werden in 8 Zentimeter Enssernung von einander gelegt. Nach der Keimung wird gehackt und später, wenn die Pflanz«» 4 bis 5 Blätter ge- trieben haben, wirt> gehäufelt. Eine zweite Aussaat ist zu empfehlen: wer im Herbst frisch« grüne Bohnen aus den Tisch bringen will, hat Ende Juni, spätestens Anfang Juli zu säen Daß den Bohnen frischer Dung nicht behagt, ist bekannt. Durch die Dorkultur in Töpfen ist man in der Lage, der jungen Pflanze«in« besonders nahrhaft« Erde zu geben. Stickstoff nehmen die Bohnen mit Hisse der Wurzelknöllchen aus der Lust auf, aber während der Bildung der Wurzelknöllchen ist es gut, das Wuchstum der Pflanze durch Düngung zu fördern. Geringe Gaben an Stickstoff— Chilssalpeter — während dieser Zell wirken auch auf Berfrühirng des Eintritts der Ernte ein. Versuche haben gezeigt, daß Kalk, Kali und Phos- phvrsäure gute Wirkung haben— auf den Quadratmeter rechnet man 35 Gramm Superphosphat und 30 Gramm 40prozentig«s Kali- salz. Das Pflücken der Bohnen muß dann geschehen, wenn die Bildung der Bohneniern« beginnt: es gilt gut aufpassen, damit die Schoten noch zart und weich sind.?. O. Wie man Ausschlag bei Hunden beseitigt. Den häßlichen Ausschlag, an dem unser» Hund« so hämig leiden, kann man sehr gut selber beselligen, we-m man das befallen« Tier zunächst einmal gründlich mit Seifomvasier wäscht und danach mit L�prozentigem Kreolinwasser abreibt Nach drei Tagen wäscht man dann wieder mit Seifenwaffer nach Hat man diese Prozedur— während der man den Hund vot Erkältung schützen und möglichst in einem warmen Raum halten muß— dreimal wiederholt, so wird der Ausschlag in den meisten Fällen behoben sein. G. B, MuYidJooJLSU Nowawes gegen Süden 4:13 Wie alljährlich, so hatte auch diesmal Wieder die Freie Sportvereinigung Nowawes im Rahmen 0er Maifeier Werbespiele veranstaltet. Zum Handballspiel hatte man sich FTGB.-Süden ver- pflichtet, die leider eine aus ollen vier Mannschaften kombinierte Mannschaft aufstellen muhte. Süden konnte in zehn Minuten zwei Tore buchen, erst dann gelang es Nowawes durch Verwandeln einer Strafecke das einzige Tor der ersten Halbzeit zu erringen, während Süden bis zur Pause noch sünfmol erfolgreich war. Einige Minuten nach der Pause sandte dann Nowawes zum zweiten Tor ein: Süden konnte dos Endresultat noch auf dreizehn Tore erhöhen, während Nowawes noch zweimal erfolgreich war. Trotz des hohen Torresultats war Süden nicht so sehr über- legen, konnte aber doch trotz der vielen Ersatzleute ein gutes Zu- jammenfpielen zeigen. Der Sturm, der in der Mehrheit von der ersten Mannschaft war, konnte durch seine bessere Schuhsreuvigkeit und durch gute Kombination dieses Resultat bringen. Das Feld- spiel selbst war sehr verteilt, nur konnte Nowawes nicht zu höheren Erfolgen kommen, denn in der Mannschaft wurde viel durch ichlechtes Stellungsspiel und etwas Eigensinnigkeit verdorben. Die Verteidigung und der Torwächter machten alle Anstrengungen, dos Schlimmste zu oerhüten, doch vergebens. -ARBEITER. TUSSBALL Werbespiele im 1. und 3. Bezirk Durch den großen Erfolg, den der I. Bezirk mit seinen Werbe- spielen in Storkow hatte, angespornt, werden am kommenden Sonntag in K a g e l bei Herzselde vom 1. Bezirk und in Nauen vom 3. Bezirk derartige Werbespiele veranstaltet. In Kogel stehen sich Herzfelde und Eiche-Köpenick im Hauptteil gegenüber. Beide Mannschaften verfügen über eine beachtenswerte Spielstärke. Bor- her spielt Kogel 1 gegen Herzfelde 2. Diesem Spiel voran geht ein Treffen zweier Iugendmannschaften. Ein großes Programm ist für Nauen ausgestellt. Nicht weniger als sechzehn Mannschaften, davon sieben erst« Männer-, fünf zweit« Männer- und mer Iugendmannschaften, stehen sich in acht Spielen gegenüber. Lichtenberg I und Brandenburg-Havel, zwei alte Rivalen der I. Klass«, treffen sich nach fast einjähriger Trennung. Bisher standen sich die beiden Mannschaften in drei Spielen gegenüber: zwei davon-gewannen die Lichtenberger, ein» die Brandenburger.— Einen interessanten Verlauf verspricht auch das Treffen Sparta-Nauen und Spandau 25 zu nehmen, das als Serienspiel gewertet wird. B«ide Mannschaften gehören zur Spitzen- gruppe des 3. Bezirks.— Folgende Treffen sind noch vorgesehen: Ketzin gegen Knoblauch: Spandau 2 gegen Grebs 1: Lichtenberg 12 gegen Brandenburg 2: Nauen 2 gegen Spandau 3; Lichtenberg I (Jugend) gegen Brandenburg: Nauen(Jugend) gegen Potsdam. In Weißensee, im Stadion„Fauler See", begegnen sich der dortige Fußballverein und Hertha-Luckenwald«. Die Herthaner haben am letzten Sonntag gegen Luckenwalde II stark enttäuscht. Haben sie sich von ihrer Schwächeperiode erholt, so werden sie für die Weißens«« einen schwer zu schlagenden Gegner abgeben.— In der Normannen st raße in Lichtenberg treffen sich Lichten- berg II und„Unwn�-Tempelhof. Ein unentschiedenes Resultat dürfte hier zu erwarten sein.— FTGB.-Neukölln und Britz 88 spielen um 12 Uhr auf dem Platz 6 des Neuköllner Stadions.— Luckenwalde 1 und Luckenwalde II, die beiden führenden Mannschaften der Kreisklasie, treffen sich in der Hetz- Heide in Luckenwalde.— Woltersdorf und Trebbin stehen sich in Woltersdorf gegenüber.— Rathenow spielt gegen Butab und Char- lottenburg gegen Rathenow 2.— Lichtenberg II 2 gegen Hoppegarten 2 um 12.15 Uhr. Beginn der Spiele: 1. Männermannschaften 16.30 Uhr: 2. Männermannschaften 14.45 Uhr. Die Resultate werden jetzt ab 18 bis 20 Uhr an die Ge- schäftsstelle, C. 0 Frvuenhofer 1682(Scheller), oder sofort nach Spielschchch Neukölln 2200 angegeben. Auswahlspicl im 1. Bezirk Um zu den kommenden Bezirksspielen gerüstet zu sein, findet morgen, Sonnabend, auf dem städtischen Sportplatz Kynast- st raße(am Bahnhof Stralau-Rummelsburg) um 17X Uhr ein Spiel zweier Auswohlmannschaften des 1. Bezirks statt. Es stehen sich folgende Spieler gegenüber: Mannschaft A: Schmidt lNmtölln) Spitkemann (Lichtrnderg I) Harber 3«a«J (Lichtenberg(Eichel Seiner Bener Aschenbrenner (Eiche)(Zieuliilln) S-bmidt Dam cht Dege (Neulölln)(Oberspree) 7 11 Becker (Union)(Eiche) Neuleib (Oberspree) gudrian Mannschaft 0:(Lichtenberg I) gaustmann (Neulölln) Braun (Neukölln). Weidauer Meiber (Lichtenberg I) Ragge flönig (Silbe)(Lichtenberg II' Tdama« (Schweisfiern) 7 7 7 (Eiche) Arbcifer-Hodccy Morgen, Sonnabend, 3. Mai, treffen sich zu einem Freund- schaftsspiel die Bezirke Nordring 1 und Neukölln 1 der Freien Turnerschast Groß-B«lin. Nordring, die spieltüchtigste Mannschaft des 1. Kreises, wird gegen die stark verbesserten Neuköllner einen schweren Stand haben. Dieses interessante Spiel findet auf dem Sportplatz an der Schönhauser Allee um 17 Uhr statt.— Am Sonntag spielen anläßlich einer größeren Werbcveranstaltung die Bezirks Ostring 1 Und Mariendors 1 in Nauen ein Propagandaspiel. — Der Bezirk Mariendorf ist weiter gut nach vorn gekommen. Konnte er doch am Sonntag die sehr gute Mannschaft des Sport- Vereins Moabit 7: 3 bezwingen. Besonders ist die stark« Berbesse- rung im Sturm aufgefallen. Ostring hat längere Zeit pausiert, dürste aber doch infolge ihrer größeren Erfahrung der Spiel- stärkere sein. �_ Maiwanderunö in die Uckermark Der wahre Naturfreund sucht für seine Fahrten gern Wälder. die noch abseits vom großen Ausflüglerstrom die Natur in ihrer Ursprünglichkeit und Unbzrührtheit zeigen. Zu einer solchen Wände- rung ladet die Naturfreundeabteilung des Touristen- verehts„D i e Naturfreunde* alle Genossen, die ein paar Stunden abseits der„Kultur* und des Menschengewühls verbringen wollen, ein. Die Abfahrt erfolgt Sonntag, 4. Mai, 5.50 Uhr, mit Sonntogskarte nach Chorin: Fahrpreis 3 M.(nicht Ehorinchen). Bon dort auf Feldwegen nach dem schon in Bergen liegenden Orte Buchholz und weiter nach Groß-Ziethen. Wir erreichen den im schönen Laubwald«ingebetteten Schwarzsee, dem eine halbe Stunde später der Dabusee folgt. Dann geht's in die Blocks-, Telegraph«»- und Pfingstberg«, die Zeugnis ablegen von der Eiszeit, die unsere Gegend so maßgebend oerändert hat. Bon hier ist in einstündiger Wanderung aus schönen Wegen bald der Haltepunkt Herzsprung er- reicht, von wo die Heimsahrt beginnt, die gegen 22 Uhr in Berkin endet: Weglängcr ungefähr 25 Kilometer. Proviant mitbringen, da nach Möglichkeit unterwegs nicht eingekehrt wird. „Plaza"— Ringerwettstreit um den goldenen Gürtel In der„P l a z a" begann gestern die internationale Ringkampfkonkurrenz der Berufsringer. Die groß« Larietebühn« im Ostbahnhof erscheint den Ringern als der beste Weg, um das Vertrauen der Berliner Sportgemeinde wieder zu erlangen. Di« Kämpfe werden nach den vom IRV. festgesetzten Regeln ausgetragen und stehen unter der Leitung von Iaenecks. Siebzehn der besten Vertreter des griechisch-römischen Ringkampfes stellten sich dem Start«, außer hier schon bekannten Ringern be- teiligen sich auch verschieden« für Berlin neu« Leute. Der erste Kampfabend gefiel durch seine schnellen Entscheidungen. Den Reigen der Kämpfe eröffneten zwei ausgesprochen« Schwer- gewichte der alten Schule, der ehemalige Wiener H. Kawan (Berlin) und d« Budapester C z o n t o s. Kawan ergriff sofort energisch die Führung und siegte bereits nach 6:52 Minuten durch Eindrücken der Brücke. Der hervorragend« Schweiz« R. Grün- eisen rang mit dem überaus starken Bayern Vogtmann, erst in der 17. Minute vermochte er seinen Gegner mit einem Aufreißer für die Zeit am Boden festzuhalten. Dem großen und schweren P e n e tz k i(Deutsch-Polen), der fest drei Iahren nicht' mehr in Berlin startete, vermochte der Hamburger Stange nicht zu wieder- stehen: nach 10:25 Minuten mußte er durch den immer gesürchteien Doppelnelson die erste Nieterlage hinnehmen. Den Abschluß des Premierenabends bildete das Treffen des mit einer mächtigen Muskulatur beladen«» amerikanischen Negers Thomson gegen den leichteren O p i tz- Sachsen: bereits nach der 9. Minute beendete der Neger seinen«sten Berliner Start erfolgreich.— Die Kämpfe beginnen allabendlich nach Absolvierung des bunten Variete- Programms im zweiten Teil der„Plaza*. Heute ringen: Cziruchin— Grünberg: van Niel— Pilipp: Seint- Marz— Dose und Stange— Equatore.' G. M. «Konig Macombes" Glück und Ende Am ersten Ostertag, nachmittag um 5 Uhr, sollte die einstige Ringerkoriphäe, der Neger Max Bambule, noch einmal auf die Matte gehen. In keinem Riesenzirkus mehr, sondern draußen im hohen Norden Berlins, auf einem Rummelplatz in der Kastanien- alle«. Dem bärenstarken, drei Zentner schweren Neger strömt Plötz- lich der Schweiß aus allen Poren, er schleppt sich noch bis zur Garderobe und bricht zusammen. Am nächsten Morgen stirbt er in der Charite unter den Händen des Arztes. Bombula, der weltbekannte Professionalringer, ist 49 Jahre alt geworden: in Chikago stand seine Wiege. Als er 14 Jahre all ist, will man ihn lynchen, er entkommt in die Prärie, taucht um die Jahrhundertwende in Rotterdam auf, Stepptänz« ist er damals, und wird von einer Äerufsringertruppe auf eine Rußlandstournee mitgenommen. Mit der Blüte des internationalen Professional- ringertums steht auch Bambula obenan, als der Krieg aus ist, heißt die neu« Sportreligion Boxen. Bambula geht zum Film, spielt den König Macombe in dem Film„Die Herrin der Well*. Ab« nicht ist unsicherer als das Brot des Films, Bambula klopft wieder bei den Unternehmern der Ringkampfkonkurrenzen an, jedoch kleine Tourneen nach Güstrow. Dessau oder Kottbus sind alles, was man ihm gibt. In dem wackligen Zell eines Berliner Vorstadtrummels bricht er schließlich zusammen. Dieser Tage haben seine übrig- gebliebenen Kollegen aus der Koch- und Eberle-Zeit die Chikago« „Schlächtereiche* auf dem Neuköllner Gemeindefriedhof beerdigt. Das Schicksal Bambulas war das Schicksal des Berufsringertums. Schwierigkeiten in Lettland Keine Uebungssiatten, keine Unterstützungen! Am 8. Bundestag des Arbeitersport- und Schutz- bundes Lettlands beteiligten sich 148 Delegiert« sowie Vertreter der größten Arbeiterorganisationen des Landes und Oinas-Rcval vom Bundesvorstand des Arbeitersportoerbandes Estlands. Aus den Berichten ist zu entnehmen, daß der Arbeitersport in Lettland zur Zeit schwer gegen den Mangel an Sportplätzen und Sporthallen zu kämpfen hat. Bon den 95 Bundesvereinen haben nur 9 Bereine eigene Sportplatz«: die meisten Städte aber haben aus Geldmangel kein« kommunalen Sportplätze und Turnhallen erbaut. Der größte Teil der Schulen ist fü>r den Arbeitersport geschlossen, lediglich 14 Vereine haben die Möglichkeit, einige Stunden in der Woche die Schulhallen benutzen zu können. Der Staat und die Gemeinden unterstützen den Spart sehr wenig, nur in drei Städten haben die Vereine Unterstützungen erhalten. Der Staat selbst hat dem Bunde nur eine 5000 Lat(etwa 4000 M.) betrogende Unterstützung zugesprochen. Auf Grund dieser Schwierigkeiten war es dem lettischen Bund nicht möglich, seine Mitglied« zahl zu erhöhen. Der Bundestag besprach die Borbrni- tung zum diesjährigen Bundesfest, das vom 30. Juli bis 3. August in Riga stattfinden wird. Das Fest soll eine große international« Deranstaltung des Arbeitersportes im Norden werden. Von den ausländischen Berbänden haben Deutschland, Oesterreich, Tschecho» slowakei, Polen, Litauen, Estland und Finnland Ihre Teilnahm« zu- gesagt. Beschlossen wurde, zum 2. Arbeiter-Olympia 1931 eine größere Expedition zu entsenden. Zum Bundesvorsitzenden wurde Bruno Kalnin- Riga und zum Bundessekretär L a p i n wieder- gewählt. Sonntags-Radrennen Sieben Sieker auf der Olympiabahn Ein Aufgebot von sieben Dauerfahrern bringt am Sonntag die O l y m p i a b a h n. Deutschlands Stchermesster, Walter Sawall, der sich am letzten Renntag wieder einmal als Matador der Olympiabohn gezeigt hat, wird diesmal vor ein« recht schwere Auf» gab« gestellt. Sa walls Gegner sind Bröau. Möller, Leddy, Hille, Lewanow und L o h o f f. Der schnelle Franzose war in dieser Saison bereits mehrfach siegreich. Im Borjahre hat Bröau im„Ausgleich* über 100 Kilometer aufregend« Kämpfe mit Sawall geliefert. Der Deutschs siegte damals in Bahnretordzeit, und Bräau wäre in ein und- derselben Sekunde mit dem Sieger eingekommen, wenn ihn nicht«in Reifenschaden zurückgeworfen hätte. Von großem Interesse ist auch Möllers erster diesjähriger Start in B«l!n. Der Hannoveraner war neben Grass!» der erfolgreichst« Dauerfahrer des vergangenen Winters und hat auch äuf offenen Bahnen mehrere eindrucksvolle Siege feiern können. Hollands Stehermeister Leddy liegt die Oiympiobahn und die 40-Kiiomete: Rolle ausgezeichnet. Mit Hill« kommt der zweijach« Sieger der Eröffnungsrennen an den Start. Lewanow, der ebenfalls am Er- öffnungsrenntag einen Lauf gewinnen konnte, ist einer der kampses- freudigsten Dauerfahrer. Sehr zu begrüßen ist die Verpflichtung des jungen Lohoff, der sich am letzten Renntag so hervorragend bewährt hat. Zum Austrag kommt das Memorial über 100 Kilo- meter. Der erste Lauf ist dem Andenken Robls, der zweite dem Krupkats gewidmet. Dif Direktion ist bemüht, den Rennverlauf recht kampfreich zu gestalten und läßt daher den ersten Lauf mit einer neuen Punktwertung, den zweiten mit Vorgaben ohne Punkt- wertung ausfahren. Bundesamateure bestreiten drei Fliegerrennen. Beginn 16 Uhr. Du oder Sie* Ein Kapitel über die Anrede Es gibt Kleinigkeiten, die nicht ohne Bedeutung sind. Nach einem bekonnten Spruch besteht überhaupt die große Well aus lauter Kleinigkeiten. Andererseits gibt es wirklich bedeutungsvolle Fragen, die von ganz kleinen Gesichtspunkten aus behandelt werden. Zu einer von diesen beiden Kategorien gehört auch die Frage nach der Anrede:„Du oder Sie?* Wenn zum Beispiel ein junges Paar zum erstenmal das Du in der Anrede anwendet, so wird das für wichtig gehalten. Vierzehn Tage später ist manchmal die Freund- schuft schon wieder zu Ende und damit die Streitsrage gegenstands- los geworden. Die Dichter sagen zu jedem Menschen du. Danach kann man annehmen, daß das Sie nur eine gekünstelt« Form der Anrede ist. Kleine Kinder jagen ebenso wie die Dichter zu jedem du, sie müssen das Sie erst mit viel Müh« lernen. Mit der Schul- enttassung gelangen die jungen Menschenkinder ebenfalls in den hohen Genuß, mit Sie ang»sproch«n zu werden. Aber nun wird die Sache kurios. Wenn der neugebackene Sie- Kandidat«in Handwerk erlernt, io sagt jeder Meister und Ge- st-lle weiterhin du zu ihm, weil das noch von den Zünften aus dem Mittelalter her fo Mode ist. Wird der Schulenilassene ober Kauf» mannsstift, ja muh jeder Sie zu ihm sagen, well das„standes- gemäß* ist. Im behördlichen Verkehr wird die direkte Slnrede durch die Charge ersetzt: Wünschen der'Herr Geheimrat... oder: Haben Herr Magsstratshilfsschreiberstellvertreter... Wir sehen daraus, für wie wichtig die Form der Anrede gehalten wird. Sie ermöglicht uns, D i st a n z zu halten. Deshalb tragen die„höheren Schüler* auch Mützen, damit sie nicht mit Volksschülern verwechselt werden können. Distanz muß sein, das betonen auch diejenigen, die sonst die„Gleichheit alles, mos Menschenantlitz trägt", propagieren. Im Arbeitersport soll laut Bundesbefchluß das„Du* angewandt werden. Der Anfang datiert von 1924 her. Bis dahin wurden die Mitglieder der Iugcndabterlungen, von Ausnahmen ab- gesehen, mit du angeredet, während sie selbst zu den einige Jahr« älteren Turnwarten und den Mitgliedern der Männcrobteilungen (die teilweife auch nur«in oder zwei Jahr« älter waren) Sie sagen mußten. Auf dem Bundestag des Arbeiter-Turn- und Sportbundes 1924 in Kassel stand die Jugendfrage zur Debatte. Es wurde die Forderung der aktiven Mitarbeit und der Gleichberechtigung der Jugend erhoben. Der Arbeitersport sollte zu einer großen ideellen Gemeinschaft werden, die sich eins fühlt. Daraus entstand der Wunsch, dies auch äußerlich, und zwar durch allgemein« Einführung des Du in der Anrede, zum Ausdruck zu bringen. Zwanzig Delegierte stellte» den Antrag:„Der Bundesvorstand wolle die Anregung geben, daß unter den Bundesgenossen ohneAlters- unterschied mehr als bisher das oertraulich«„Du* Platz greist und das entfremdende„Sie* verschwindet.* Dieser Antrag wurde angenommen. Seine Durchführung begegnet abci noch hier und da einigen Schwierigkeiten— auch der Arbeitersport klebt an Tra» ditionen! In der„Arbeiter-Turnzeitung* ruft Walter Simon zur„Re- o o I u t i o n g e g e n d a s S i e" auf. Im Harz und im Zugspitz- gebiet begegnete er Bundesgenossen, die ihn mit ,/)crr* und„Sie" titulierten. Er aber jagte du und Genosse— da ist er böse angehaucht worden. Und in Herlin? Bei den Männern hat sich all- gemein das Du eingebürgert. Die Jugendlichen beiderlei Geschlechts sagen ebenfalls untereinander du. Aber der Jugendliche getraut sich oft nicht, zum Männermitglied du zu sagen. Das gibt lächerliche Situationen. Es braucht sich schließlich niemand etwas darauf ein- zu bilden, daß er«in paar Jahre älter ist. Bei den Frauen(über 25 Jahre) ist es noch kritischer. In der einen Abteilung„sietzen* sich alle Mitglieder, in der anderen ist Halb-und-Halb beliebt, in der dritten wird nur du gesagt. Auf der Tagung der Arbeitersport- internationale in Prag verwandten die führenden Genossen auch das Halb-und-Halb. Wir sehen: Führer und Masse kleben noch stark an der überlieferten bürgerlichen Tradition.„Distanz muß sein?" Die„Gleichheit* ist in weiter Ferne. Mit reichlichem Sarkasmus tritt in der„Arbeiter-Turnzeitung* «in Anhänger von Nietzsche für das„Sie*«in. Er sieht alles von der„subjektiven* Seit«. Das Du will er nur denen zuerkennen, die er bewundert, mit denen er sympathisiert, die er liebt.„Es kamr sehr l.eicht vorkommen, daß man einen politischen Gegner mehr achten und bewundern kann als irgendeinen Dreckkerl von Genossen.* Er will sich nicht von jedem per du„anpöbeln* lassen. Deshalb beruft er sich auf den Philosophen Nietzsche, der das Wort von dem„Pathos der Distanz* prägte. Nietzsche aber war nicht nur für die persönliche Distanz, sondern Anhänger eines autokratischen Uebermenschentums und Verächter der Demokratie? Er prägte auch das Wort von der „dekadenten Moral* der Demokratie. Der Arbeitersport huldigt«nt- gegengesetzten Tendenzen, wie sie beispielsweise Fichte vertrat: „Bleich sei alles, was M e n s ch e n a n t l i tz trägt* S» diesem Sinne ist mich der Kasseler Bundestagsbeschluß zu verstehen. Die Distanzierung war von jeher ein Mittel der herrschenden Klassen, um das Volk In d« Dummheit zu erhalten. Räumt auf mft der bürgerlichen SIetzere!. Das Sie gehört dorthin, wo von Herren Und Damen gesprochen wird. Zum Genossen gehört die Anrede„Du*i Arbeiter-Radsahreroerein Groß. Berlin. Sonntag, 4. Mai, 5 Uhr.©treifzüge durch die Dubrow. 13 Uhr Eichwalde, Wichert» Gesellschaftshaus. Start Waldemarstreße Ecke Mariannenplatz. Gäste willkommen. Solidarität. Tauren für Sonntag. 4. Mai. Jugend. SBintliast Iupend- abt eilungen der Or'sgruppe Graß.Zicrlin beteiligen(ich an ber Maitund» gcbung ber SAI. in Sa.ilsdarf. Sammclftart U>>-z Ul,r Bahnhof Treptow, Parkeinfahrt.— I. Abt. JUuUlMtf: Start Vitlowstr.— 2. Abt. JUuiU- twrf: Statt 6 und 13 Uhr Dieefenbachstr. 3«.— S. Abt. flaulsbotf: Statt 12 llbr Landsberger NIafi.—(I. Abt. Sckml»«»d»rf(am Baduhof): statt 9 und 12(4 Uhr Harnbaimer Strafie Eck« Schönhauser Allee.—«. Abt. SlanU- ! darf-Vserde bucht: Statt 7 Uhr Tcif'ftr. 63.— Rennsahrer-Abieilung Mitte: [!?l»irlantelfterschaften. Start 5 Uhr»nie.— Abt. Eburlottenburgt Raulsbotf. ! Statt 8 Uhr Wilmer-darfer Ecke Raualstrahe.— Abt. Lchänelerg: tgauls- darf. E'art Stubenrauckstr. d.— Abt. Neutälln: Tiefensee. Start 6 Uhr Hohen- tallernplatz.— Abt. Zreptow-Bauaschulentreg: Schönwaldcr gorst. Start 7 Uhr Bahnhof Baumi'chulenwea.~ Abt. Weisteniee-Heiueredarf: Brieselang. Start 7 Uhr Antanpiafc.— Abt. Reinickendars: Kellsee. Start 8 Uhr Bro- vingstr. 168.— Vittsammlunge». 1. Abt.: 2. Mai bei Rickcr-, Steinmetz. straße Z«».— 2. Abt.: 7. Mai bei Lock. Schönleinstr. 6.— 6. Abt.: 7. Mai Strausberg« Str.».— 6. Abt.: 3. Mai bei Kalmaun. Scknvedlrr Str. 24.— ». Abt.: 7. Mai bei Schreiber, Trift str. 63.— Abt. Eharlattcnburg: 7. Mai bei Reimer, Wiimerodorser Sir. 21.— Abt. Sckäaeberg: 7. Mai bri Miggr, Swbenrauchstr. d.— Abt. Weitzeasee-Kei-eradarf: 2. Mai bei Nagel, Lothringe». (trotze Sä.— Abt. Sleiaickendars:?. Mai Provinsstr. 106. Die Maifeier des AfA- Bundes. Der AfZl-Lund veranstollete für feine Berliner Mitglieder auf dem Hertha-(BSE.)-Sportplatz beim Bahnhof Gesund- brunnen eine wirkungsvolle Maifeier. Di« rund 3V 000 Personen fassenden Zuschauerplätze waren voll besetzt. Prachrvoll vorgetragene Kampf- und Mailieder des„Cendvai-dhores* unter Leitung von G. O. Schumann umrahmten die Demonstrationsvcranstaltung. In diese waren außerdem die proletarische Not« betonnende Bor- sührungen der ,.F r e i e n T u r n e r s ch a f t G r o ß- B e r l i n" ein- gerügt. Einleitung und Ausklang hatte ein Reichsbannertambour- korps übernommen. Den Mittelpunkt bildete die Festansprache Fritz Schröders vom ZdA., der anschaulich die politische Lage zeichnete und auf die Notwendigkeit der Steigerung der gewerk- schostlichen Arbeit, vor allem auf sozialem Gebiet, hinwies. Noch Schluß der Beranftoltung formierten die Teilnehmer einen Riesen- demonstrationszug und marschierten nach dem Lustgarten Oer Beamienbund. Grzesinsti sprach. In den überfüllen Festsälen von Kliem hielt der Allgemeine Deutsche Beamtenbund seine Maifeier ab. Das Berliner Tontünstler-Orchester umrahmte die Feier musikalisch. Di« Feier- red« für den plötzlich verreisten Minister Severing hielt der frühere preußische Innenministüer Grzesi ns ki. Er begrüßte es, daß nach dem Kriege auch die Massen der Beamten sich dem Gedanken der gewerkschaftlichen Solidarität angeschlossen haben. 40 Jahre alt ist de? Gedanke der Manifestion der brüderlichen Verbundenheit aller Arbeitenden. Die Schwierigkeiten der Durchführung der ersten Mai- seiern sind uns heute fast unvorstellbar: In Hamburg und Berlin flogen 1800 nach dem 1. Mai Tausende von Arbeitern aufs Pflaster, weil sie die Arbeitsruhe eingehalten hotten. Der eine Tag Arbeits- ruhe ist nur Sinnbild aller von der Masse der Arbeitenden geforder- ten Rechte: Sozialpolitik, Achtstundentag, Weltfriede, ja— Sozialismus. Alle bürgerlichen Parteien, die sich heute Massenanhang sichern wollen, müssen Anleihen bei diesem Programm machen. Wenig von dem Gesarntziel ist noch verwirklicht; ober gegen früher ist ein gewaltiger Fortschritt durch die Kraft der sozialistischen Be- wegung erzielt worden. Besonders sinnfällig ist dieser Fortschritt für die Beamten, für deren Menschevium Sozialdemokratie und frei« Gewerkschaften das Entscheidende geleistet haben. Nicht Ra- dikalismus im Wort, sondern in der Tat ist notwendig, um die Biel- fältigkeit der sozialistischen Ziele zu oerwirklichen. Der eiserne Wille in allen Arbeitenden muß erwachen, die ganz« Macht zu erringen! Keine Maifeier-Maßregelung! Bei Boswau und Knauer wird weitergearbeitet. Die Firma Boswau u. Knauer hatte, wie im„Vorwärts" mitgeteilt wurde, angekündigt, daß sie die ihrer Arbeiter, die den 1. Mai durch Arbeitsruhe feiern, fristlos entlassen würde. Diese Maßnahme ist jedoch nicht durchgesührt worden. Die Beleg- schasten aller Baustellen von Boswau u. Knauer haben heute früh ihre Arbeit fortgesetzt. Die Maßnahme war offenbar von einem übereifrigen Angestcll- ten angekündigt worden. Sie hat jedenfalls nicht die Billigung der Direktion gesunden. Es wäre auch sinnlos gewesen, nun noch ein- nial zu versuchen, den Bauarbeitern die Arbeitsruhe am 1. Mai streitig machen zu wollen, nachdem dieser Strejt wenigstens im Bec- liner Baugewerbe seit mehr als zwei Jahrzehnte begraben ist. Wetter für verlin: Heiter und am Tage warm, schwache Luft- bewegung.— Für Deutschland: Ueberall beständiges Wetter m:: weiteren ansteigenden Temperaturen. kreitas. 2. Mai. Berlin, 16.05 Dr. A. Kantorowicz; Quartier Latin. 16.30 Unterhaltungsmusik. 17.30 Paul Kronfcld: Plädoyer für die Klassiker. 18.00 Alice Ehlers: Das Ccmftalo bis Bach und Händel. j 18.25 Das neue Buch. 18.35 Prof Dr. Dovifat: Die deutsche Presse in den Vereinigten Staaten. 19.00 Bayerische Volkskunst,> 20.00 Wovon man spricht. 20.30 Operettenabend zum 60. Geburtstag- von Franz Lchärl 22.30 Dr. F. Anders: Bridge. 23.00 Von Budapest: Zigeunermusik. � Königswusterhausen. 16.00 Schulrat Albert Bornemann: 25 Jahre Berliner Berufsschule. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. 17.30 Dr. Abb: Das Kloster Lehnin 750 Jahre. 17.55 Direktor Dr. Platzer. Einkommen und Verbrauch. 18.20 Marcuse: Ebbe und Flut. 18.40 Englisch für Fortgeschrittene. 19,05 Dr. Külz: Hygieneausstellung in Dresden. 19.30 Wissenschaftlicher Vortrag für Aerztc. 20.25 Oesangsquartett. 20.45 Von Stuttgart:..Hunde, Katzen und Käuze". Beranttoortl. für die RedaHion: Wolfgang SchwarH, Berlin: Anzeigen: Th. Glock«. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch« druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin S2B 58. Lindenstraße 3. Kierzu 1 Beilage. Freitag. 2. 5. Staats-Oper Unter d. Linden Teil-Iii. C. Fr, Hü. S Ja!ifes-äb.-T. Nu. 118 20 Uhr Bohftne Ende 22 Uhr Staats-Oper tu Plati dir RemiWik Vorst 74 20 Uhr Spaiiisdie Stunde. Der arme Matrose. inglliqoe. Ende n. 22V, U Freitag, 2. 5. staut. Oper Bismarckstr. Turnus IV 20 Uhr Die ZaiMite Ende 22"» Uhr Staatl. Utaasph. in(nUirninmirtt St. I J fr. de. 7 JaliR5-ib.-T.lg.tOI 20 Uhr Musik Ende 22 Uhr llzzll.ldtillet'iaMMtlU 20 Uhr Florian Geyer Ende geg. 22", Uhr SCAJ-S Tlpl. S U,«v, Uhr— BS, Bark.»264 PrMwI SM. Wochanl. SU.SOPt.-SII Oscar Sabo und Lotte Werkmeistor in der Berliner Stimmungssrene „Belm e-Taäe-nenneB" mit„Or lg: 1 a*l*-Kr ttclce" vom Sportpalast Rigroletto Brothers und Swanson Sisters amerik. Unlv«mltkt Sund Intern. VarlntC-ReakaltaK PLAZA Tlgl. S u.•" Sonnt. 2, S u.»s E 4«fei. BOM Allab.edliih OroB. iBterantioaalo Ringkampf-Konkurrenz und«in•ntkUoslfn Variete- Programm. Keine erhöhten Preise. Wochanlags nachm. 5* lOVarietch-Attrakt. ohne llingkampf-Konktirresz «uni Preise ven 50 Pf. hia 1 M. 1 AM DAHNHOF FR I E DP I CH STR 94 thaUhrüAS WILTSUDTKABADETT | KASINOu BAVERNKEUEB 6bis3Uhr ZJhh&fioh&U- dJalanzehiro Rototi'Qpintti Ii 3 tttn no Vahir T. Goetn 8.15, Sonntags 515 und 9 Uhr Hauptdarsteller; In» Kctsiens, Tianla Rosa. Carl GBIIIS. Edgar Kaalsdt. Hans Rosa u. i. Berlin 0, Graue Franhlaner Sir. 132 Als*. 3422 u. 3494 VS�-THEATER Reichshallen-Theater Abends(H Sonntag nadun. DD Das groDe Mai-Prograrara der „Stettiner" lladiiii.hgllitPRia, teitr.11163. O ö n h off■ B reit I; Dn lastige Mai-Piogr. Kapelle Hans Falkner, Tanz ■■ Direkttan: Br. Martla aDekll WWW Koenische Oper fn.dncmir.in« Merkur 14ai/433B. . Täglich 8V» rirr Musik von Walter Kollo Lustspielhaus Eciedricbstr. 236. Bergmana 292�23, 8'A Uhr: Geschttt mit Amerika. Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. 8',. uhr CAS1N0-TBEATER b�uh» Lothringer 6 trage»7. Die Berliner Posse Rentier Mudlcke und das Riesen-Variete-Piogramm. Billig! Billig! Sommerprelset S* Pfg. 1.- Ma*k 1.16 Mark Sonnabend u. Sonntag kleiner Aufschlag Grolles SdiaospleUiaas Heute geschlossen 1 3. Hat Premlere: Die lustige Witwe IheaterLd. Behrenstr. 53-54 S'/iUhr A 4 Zentrum 926-927 SV» Uhr OlrekttOB Ralph Artfanr Roberto. S Uhr zum ersten Male: Vögel, die am Morgen singen! Binuvsky-BQhDen Tnaater m der Slraseinaddstr. (IrlbirthlHiitnr Str.) täglich S'lt Uhr Napoleon greift elaa nn Wallar Hasenclevti KomSdlanhaua Täglich 8Vi Uhr: Meise Schwester ond ilh Hosilir.KsIlih Benalzky TDeater d. Westens Täglich 89. Uhr: Paganini Klfiraann. Xiidsari Sonntag 4 Uhr Das Land des Lächelns Operettenhaus Alte Jakobstr. 30/32 (Zentral- Theater) Dönh. 2047 Täglich 8V. Uhr Frühlingsmädel Operette von Lehai mit Lilly Flohr, Ilse Ruth, Lukas, Hoenselacrs. Rundfunkhörer halbe Preise Total, a. Rettb.Tof Kottb. Str. 6 Tägl. 8 Uhr Sonntags nA 3 Ubr |tD iinätiipn Pt. Elite- Sänger. Das phänomenale Mai- Programm! Lessing-Theater Wilteuiimn 2731 i.nMC Heute geschlossen. Sonnabend 7>,2U Premiere Frau Peters hat einen oeiiehten VolKsbUbne rfaaater am BOlovplatz. 8". Uhr Rost von Kirchon und Ouspensky Regie: Günther Start Staatl. Sdiiller-Oi. 8 Uhr Florian Geyer Staatsoper Am PI. d Republik 8 Uhr Spaoisdie Stmde Der arme Matrose ABgeliqDe Piscator-BSluie (Wallner- Tbaaiar) 8 Uhr §218 FraoeninNot Kammerspiele 1 2 Weidendimm 5201 S'U Uhr Die liebe Feindin KnmNit von A.?. Antoin« Rtgie: Gutaf Crflndgins Deotsdies Theater 0 2 WetiteaUnim 5201 8'/. Uhr Der Kaiser v. Amerika von Bernard Shaw Reg.: Max Reinhardt Die Komödie II Bismck.24I4/7Slt Vk Uhr Zum I. Male: Soll man heiraten! Knmöfie vonBfmariStia* Direktion Dr. Robert Klein Oeutsehes KOnsller-Tbsat Barbarossa 5957 8-- Uhr Sex Appeal Ushj, v. f rtkrik Ucitoli Rigi.: Fontif Uninigi Ulbert Bassarnuna. HadT CbrlsUans Berliner Theater Dönhoff 170 8V« Uhr Dar Komödie v. Bernard Shaw Regie; Heinz Hilpert Theaieran Sdüffhaaerdainm Gastspiel d. kleinen Theaters 8'A Uhr ffladama hat Ausgang Komödie in 6 Bild. Vorverk. ununterbr. Norden 281 u. 1141 JUERGEM5 Alaxandsrplatz Neu« Königair. 4-3 Dir. Or. Mirtii 2ickil Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich SV. Uhr Maiestät läßt bitten... Hiisik im Walter Rolle. Lustspieifaus Friedrichstr. iJO. Bergmann 2922 23 Täglich 8'-» Uhr Geschfillmlf Amerika Lustspiel von Frank jnd Hirschfeld Große 43. Berliner Mastvieh Ausstellung Sonnobenb, d. 3. bis SRontsp, d. 5. Mal SiahHIdiec Zentralolehhof. Eingang ClbrNacc Slrage und Nord- ringdahnhot Zentralviehhob WWW Besuch sehe lahuend! WWW 2000 Masttieee von ZOO Ausstellern Qualitäten eh I Sange? aus oll. Seilen Dentichlanv»>©iinft. ffitnfoui auch fllc Slusfuht nach all. Stadien Deutlchlands. Die Peämienkartnn» erhalt, die stäufee. Alle prämiierten Tier, werden mit Preisplnmben verlehen. cht. Wettbewerb f ausgeschlachl. liste. SonberausitcIIung Der Berliner Fletscher-RunstFachlchule. De. tachgeioerdllche AnssteNung fiir Laichwirlscha«. Malferel. Schlächter- grwerbe. Derfedi»Wesen, Sauswirlschast. Staatspreise. Goldener Pokal, Gold. Medaillen, Ehrenpreise. -so ovo Mark ffic JSeämiicrung. Eintritt: 3. Mai 2.- M. 4. u 5. ätioi t.-M..«Inder 50 Pf. 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