Morgenausgabe Nr. 204 A 103 47.Itchrgang ♦ Wöch«Sch SSPf�»vnatSch 8/0«. Un voraus zahlbar. Postbezug 4/2 M. atuschließlich 60Pfg.Postzeitungs» u»d 72 Pfg. Postbestellgebühreu. Auslanb»» aboonemem 6.— TL pro Monat. Ta.Vorwärts' erlchetnt«ochentS�. Vch zweimal, Sonntags und Montaas einmal, die Ubendausaaben für Berlr» und im Handel mit dem Titel.D« Abend". Illustrierte Beilagen.Boll und Zeit" und.Äinderfreund". Ferner �Unterhaltung und Wissen"..Frauen- stimme".-.Technik".Blick in die Bücherwelt" und.Iugend-Lorwärt»' Berliner vottsblati Sonnabend S.Mai 19Z0 Groß'Äerlin 1V Pf. Auswärts 15 Pf. Bit»tafpaktige ss�mpareillezev« 80 Pfennig. RevamezeU» ft.—«Reift»- mark.„5Uewe Anzeigen� da» iettge- druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erit« Wort IS Pfennig» jedes wettere Won' 10 Pfennig. Worte über IS Buchstabe» Rühlen für zwei Worte. Arbeitsmarlt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. 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Herr Dr. Moldenhauer, dessen Ausführungen wegen ihrer Länge und der wenig anziehen- den Art des Vortrages im Reichstag nur geringe Äufmerk- samkeit fanden, hat Anschauungen oertreten und Absichten angekündigt, die den Gegensatz zwischen der Finanzpolitik der alten Regierung und der Regierung Brüning noch deutlicher erkennen lasten. als das bisher der Fall war. Wie schon früher, so hat sich. auch diesmal Herr Dr. Moldenhauer auf das Finanzprogramm der Regierung Müllei- vom Dezember 1929 berufen und es als einen Weg- weiser für die künftige Finanzpolitik bezeichnet. Er will es aber nur als einen Wegweiser betrachtet misten' in jeneg Teilen, die chm und seinen besitzfreundlichen Freunden passem und picht in jenen, die der Erleichterung der Steuerlasten der G breiten Massen des Voltes dienen sollten. Deshalb wird die Behauptung, die jetzige Regierung führe das Finanzpro- gramm der früheren Regierung durch, auch durch ihre Wiederholung nicht richtiger und beweiskräftiger. Selbst wenn man davon absteht, daß- durch die Verschlechterung der Wirtschaftslage und. der öffentlichen Finanzen, die Grundlagen für das Dezemberprogramm ins Wanken gekommen sind, so bleibt doch die Tatsache bestehen, daß die frühere Reichsregierung mögliche Steuersenkungen allen Gruppen der Steuerzahler gleichmäßig zunutze kommen lassen wollte, während die jetzige Regierung nur an einem Abbau der Besitz st euer« denkt, trotzdem die sogenannten Mastensteuern noch in der letzten Zeit haben wesentlich er- höht werden müssen. Daß Herr Dr. Moldenhauer sich dieser Schwäche seiner Argumentation durchaus bewußt war, zeigt die Tatsache, daß er erst durch sozialdemokratische Zwischenrufe gezwungen werden mußte, dem Reichstag mitzuteilen, daß der seit vielen Monaten dem Reichsrat durch die Reichsregierung vorgelegte Gesetzentwurf über die Senkung der Einkommensteuer nicht an den Reichstag weitergeleitet werden soll. Man will also die Lohn- und Gehalts- empfänger um die ursprünglich ihnen zuge- sagte Senkung der Lohn st euer bringen! Selbst wenn diese Senkung der Einkommensteuer gegen- wärtig nur unterbleiben soll, well eine Senkung der Real- steuern für vordringlicher gehalten wird, so muß man doch verlangen� daß die Regierung die Verantwortung dafür offen übernimmt und nicht mit dem unwahren Hinweis auf die Haltung der früheren Regierung zu vertuschen sucht. Roch klarer trat der antisoziale Charakter der Bürger- blochregierung in den Ausführungen hervor, die Herr Moldenhauer über die Arbeitslosenversicherung machte. Si« waren geeignet, denjenigen recht zu geben, die in dem umkämpften Kompromiß mehr als eine Verhältnis- mäßig geringfügige Angelegenheit erblickten. Denn in Kon- sequenz dieses Kompromisses, das von den Sozialdemo- traten abgelehnt, aber vom Bürgerblock angenommen worden ist, kündigte Herr Moldenhauer in kaum noch mißzuver- stehenden Worten den Leistungsabbau an. Da nun einstwellen sowohl die Leistungen der Arbeits- losenversicherung als auch die Darlehnspflichten des Reiches gesetzlich festgelegt sind, kann die Ankündigung des Mi- nisters nur so verstanden werden, daß die Einbringung eines Gesetzes bevorsteht, das den Abbau der Arbeits- losenversicherung zum Gegenstand haben wird. Ueberflllsstg zu sagen, daß eine solche Gesetzesvorlage die heftigsten innerpolitischen Kämpfe zur Folge haben müßte. Kämpfe, wie sie feit vielen Jahren nicht mehr erlebt worden sind. Indes haben wir die Absicht, uns, in dieser Angelegenheit mindestens ebenso an Herrn Steger wald zu halten, wie an Herrn Moldenhauer. Das Zentrum hat in diesem Reichs- tag die Schlüstelstellwig. und Herr Stegerwald ist Arbeits- minister. Herr Stegerwald soll zeigen, ob er die Interessen der Arbeiter mit derselben Energie zu verteidigen gewillt ist wie sein Vorgänger im Amte, der Sozialdemokrat Wissell. Moldenhauers Finanzrede fand erfreuliäic-weise sofort eine schlagkräftige und rhetorisch wirksame Entgegnung in einer großen Rede unseres Genosse» Hans Vogel. Seit Grillenberger, Auer und Richard Fischer ist im Reichstag nicht mehr so gut bayerisch-sozialistisch gesprochen worden wie gestern. Im Zentrum spitzte man die Ohren— und es war ganz gewiß kein Zufall, daß alsbald dem sozial- demokratischen Bildhauer aus Franken der chrislliche Schreiner aus Baden Joseph E r s i n g entgegentrat. Dieser hatte so viel damit zu tun, die Angriffe Vogels abzuwehren, daß er weder in der Frage der Arbeitslosenversicherung, noch in der des Panzerschiffes L zu einer klaren Erklärung kam. Genosse Vogel hatte übrigens nicht von Herrn Ersing, sondern von Herrn Brüning und dem Kabinett eine Er- klärung über das Panzerschiff B verlangt. Herr Brüning mag überlegen ob er die im Namen der sozialdemokratischen Fraktion gestellte Frage beantworten will oder nicht. Auf alle Fälle darf er überzeugt sein, daß nicht nur sein Reden, sondern auch sein Schweigen politische Wirkungen haben müßte. In der folgenden Debatte bemühte sich der Volksparteller C r« m e r, zu den vielen schon oorhandeiien Scherben wenigstens nicht noch neue hinzuzufügen, während sich der Kommunist Torgler, Weltrevolutionär, der er ist. desto munterer als politischer Topfschläger betätigte. Possierlich, dieses Bemühen der Kommunisten, ihren Kampf gegen die sozialdemokratische Opposition weiter zu führen, ohne dabei indirekt zur Hilfstruppe der Regierung zu werden. Die regierende bürgerliche Mitte sieht schmunzelnd zu. Heute soll noch im Plenum geredet werden, und dann will man im Haushaltsausschuß den Stier gleich an den Hörnern packen und schon am nächsten Dienstag den Wehr- etat vornehmen. Und wie dann weiter? Im Lager der drittstärksten Regierungspartei, der Demokraten, rollt man schon die Mäntel. Die um Westarp stehen in Opposition zu Hugenberg, aber auch, so oersichern sie, zu Brüning. Keiner fühlt sich gebunden, jeder will die andern bmden. Arbeits- losenversicherung, Panzerschiff, Osthilfe stehen als drohende Wolken am Himmel, und im Reichstag unterhält man sich über die Frage, ob die Regierung Brüning erst im Herbst am Ende sein wird oder schon früher. Etaisdebatte im Reichstag. Moldenhauers Ctaisrede- Vogels Antwort. Der Reichstag hat am gestrigen Freitag nachmittag seine Vollsitzungen wieder aufgenommen und die 1. Lesung des Halts» Halts 1930 begonnen. Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer: Im Jahre 1929 sind 50 000 neue Ansprüche aus Dersorgungs- renten erhoben worden. Das-st sicher«in« Folg« der schlechten Wirtschaftslage: die Betroffenen versuchen, ihre Krrnkheiten auf den Krieg zurückzuführen und eine Rente zu erlangen. Dl« steuerliche Ueberlastung war eines unserer Hauptargumente im Kampf um die Reparation, um so unerläßlicher ist die Steuersenkung, deren Rot» wendigkeit bereits die vorige Regierung anerkannt hat. Der Haus- halt 1930 muß völlig in sich gedeckt sein, um die Steuersenkung zu ermöglichen. Seit 1926 hatten wir ständig Defizite. Die Wirkung der neuen Steuern ist noch nicht bekannt. Die Großunlemehmen versuchen, die erhöhte Umsaßsteuer aus die cieseranken abzuwälzen. (Hört, hört! rechts.) Die schwebende Schuld des Reiches soll durch Umwandlung in längerfristig« Schatzanweisungcn konsolidiert werden. Es wird dann 1931 möglich sein, mindestens 600 M'llionen Aus. gaben zu Steuersenkungen zu sparen. Die Jnduskriebelaskung kann trotz dem goung-Dlaa noch nicht sorlsallen,. das Finanzprogramm vom Dezember 1929 will diese Belastung erst nach 5 Iahren beseitigen. Die Botschaft des Reichspräsidenten strebt die Heranziehung der IndustGbelaslung zur Hilfsaktion für die Landwirtschaft an. Es soll angestrebt werden, die Arbeitslosenversicherung spätestens 1931 frei vom Reichs. Zuschuß zu machen oder zumindest den Zuschuß auf 100 Millionen jährlich zu be- grenzen. Dann soll de« Realstcuersentung beginnen. lAbg. Keil (Soz.): Wo bleibt die versprochene Einkommensteuersenkung») In dem Kampiamiß, dem die Sozialdemokratie zugestimmt hat, war vereinbart zunächst einen Gesetzentwurf über die Senkung der G-- werbesteuer auszuarbeiten. Die jetzige Regierung hat die Grundlagen dieses Kompromisses beibehollen.(Abg. Keil(Soz.): Ich kenne dieses Kompromiß nicht!) Wenn die So zialdc-no traue emeai Kompromiß zunächst zugestimmt und es dann abgelehnt hat. kennt sie doch seinen Inhalt!(Gelächter bei den Regierungsparteien.) Mit den Läicherregierungen zusammen soll versucht werden, die Kreditnahme der Kommunen aus die Günstigkcit der Kretytoerbin- düngen hm zu prüfen und zu veranlassen, daß die Privatwirtschaft- l'.chcn Kreditnehmer nichl benachteiligt werden. Steuersenkung und endgültiger Finanzausgleich find unsere wichtigsten Aufgaben.- d:- natürlich nicht in einem Jahre gelöst werden können. Die Auffassung hat viel zu weit« Kreise ergnsfen daß die Fürsorge für den einzelnen Sache des Schates ist. Der einzeln« muß zum Gedanken der Selbst- Hilfe erzogen werden.(Zwischenrufe bei den Sozialdemokraten) Der Minister geht dann auf einzelne Etatpositionen«in. Ein« Be» schlechterung des Etats von der Ausgabonseite her darf auf keinen Fall stattfinden, Di« von der.Konjunktur abdänolgzn Knsgaben für Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge, die sich zuletzt sehr ungünstig entwickelt haben, zwingen zu einer endgültigen Sanierung der Reichsanstall für Arbeitslosenversicherung. Das Osthilfe- Programm, da» in den Grundzügen von der alten Regierung ge- schaffen worden ist, liegt noch nicht fertig vor. Es hält am Gedanken der Siedlung fest und stellt somit produktive Fürsorge dar. (Sehr richtig! rechts.) Seine Grenzen findet es an der unbedingten Notwendigkeit der Balancierung des Etats. Das Problem der Äus- gabensentung ist am dringendsten. Eine Einschränkung der Zahl und des Ilmsangs der Reichs- behörden und ihres Perfonalstandes. die auch aus Länder und Kommunalbehörden ausgedehnt werden muß, soll begonnen werden. Alle Sparmaßnahmen sind Flickwerk, wenn nicht das große werk der Reichsresorm endlich kommt. (Sehr richtig! b. d. Regierungpart.) Auch der Sozialetat muß noch Möglichkeit dem Prinzip der festen Begrenzung der staatlichen Aus» gaben unterworfen werden. Der Etat ist unverändert von der vorige,, Regierung übernommen, Abweichungen entsprechen nur Reichstags- beschtüssen.(Zurufe der Kommunisten: über das Panzerschiff B.) Auch die vorige Regierung war mit der Aufstellung eines Flotten- bauprogramms einverstanden. Abg. Vogel(Soz.): Da kurz vor den Osteiferien«in« finanzpolitische Auseinander- sctzung geführt worden ist, sieht meine Fraktion im Augenblick von einer mehr zahlenmäßigen Besprechung des Etats ab, die sie im Aus- schuß vornehmen wird. Dringend notwendig ist aber die Betrachtung der allgemeinpolitischen und besonders der innerpolitischen Lage. Die Gegenwart erinnert an die Zeit von 1923/24. Damals kämpften die Deutschnationalen, wenigstens SOprozentig. gegen die'Annahme des Dawes-Planes, und im letzten Jahr sind sie gemeinschaftlich mit Hitler, Seldte und Düsterberg gegen den Paung-Ptan angerannt. Jetzt wie damals handelte es stch um die Neuregelung der Repa- rationsleiftungen, mit der diesmal allerdings die Befreiung der be- setzten deutschen Gebiete verbunden ist. Diese Ausgabe war ohne Mitwirkung der Sozialdemokratie nickt zu lösen, damals wie heute ist die Sozialdemokratie die stärkste innerpolilische Macht, die hinter der Dolstik der TZölkerocrständi- gung und damit auch der Reparalionserleichleruog und der Desremiuz steht. (Sehr wahr! bei den Sozioldemokraten.) Wir sind hinter dieser Politik auch gestanden, als wir Oppositionspartei waren. Wie wir überhaupt gewöhnt sind, auch als Opposition rein sachlich Stellung zu nehmen.(Lärm rechts.) Daran können sich andere Parteien ein Beispiel, nehmen!(Sehr gut! links.) Die Annahme des Dawes-Planes hat den Wea frei gemacht für die erste Bürgerblockvegierung. Der Drang nach Koalition mit den Deutschnationalen war damals beim Zentrum und bei der Volks- parte! so stark, daß selbst tne Dezemberwahlen von 1924 mit ihrem starken Ruck noch links diese Partelen nickt von dem Bündnis mit den Deutjchnationalen abhalten konnten. Auch ietzt wieder handelt es sich um die Berteklung der Lasten aus dem Weltkrieg, jetzt aber darum, zu wessen Gunsten die Entlastung erfolgen soll, und schließ- lich um die Berteilunq der Soziallasten. Schon längst vor der Beschlußfassunq über das Poung-Gefetz wurde die Solidarität aller bürgerlichen Parteien und ihre gemein- same Gegnerschait gegen die Sozialdemokratie immer deutlicher. Daiür zeugen alle die heftigen Auseinandersetzungen auf winichaft- lichem, finanzpolitischen, und sozialpolitischem Gebiet, wobei Sie das Schlagwort von der Produktivität der Wirtschast als Kulisse tze- nufecn- Sic wollen die Erleichterung der Reparakionslasien nur der Neubildung des Kapitals, aber wieder nur des Großkapitals, dienst- bar machen. Die Politik der bürgerlichen Varleien in den leisten 2 Iahren hat nicht der Annäherung zwischen den bürgerlichen Parteien uerd der Sostaldemokratie gedient, sondern weit eher die Klassen- gegensähe verstärkt: sie waren es. die Sie iur Zerschlagung der Regierung Müller veranlaßt haben. Die bürgerlichen Parteien entrüsten sich über den Klassenkampf. Aber was die Regierung Brüning bereits in den wenigen Wochen getan hat, das war Klassenkampf in ausgeprägtester Form— ein Klassenkampf, der auch dem letzten proletarischen Wähler bürgerlicher Parteien das Klassenbewußtsein erwecken muß.(Zustimmung der i�ostaldemokraten.) Diese Politik muß die Erkenntnis reifen lassen, daß �>er Klassenkampf keine Erfindung der Marxisten'ist, sondern eine erchgebundene Tätsache, die gan� besonders die kapitalistischen Partcion ausgezeichnet zu handhaben verstehen. Kaum hatte die Regierung Brüning ihre 4 oder 5 Stimmen Sicherheit, da wurde sie in einem Teil der Presse als kühner Retter und ols Verkörperung der Staatspolitik und der festen Führung bezeichnet. Die Entwicklung der Deutschnationalen Volkspartei zeigt besser wie alles andere, wohin das Regieren der starken Hand sichrt. chugcnbspg hat sich die Leitung seiner Partei vorgestellt wie die Direktion eines Konzerns: Der Generaldirektor drückt aus den Knopf, die Angestellten nehmen seine Befehl« entgegen, die Bele* (chast führt sie aus, und wer nicht pariert, der fliegt. So ähnlich hat sich auch Ludendorsf das Regieren vorgestellt, und so wie chugen- berg die stärkste bürgerliche Partei zertrümmert, so würde jede Diktatur aus Deutschland einen Trümmerhaufen machen. Nur Leute, die mit ihrem politischen Denken sehr zurückgeblieben sind, können nach der Lehre Hugenberg noch auf die Segnungen einer Diktatur chrtffen. Wie stehen nun die hinter der Regierung stehenden Parteien zueinander? In einem vertraulichen Rundschreiben sagt der Landes. Vorsitzende der Deutschnationalen Volkspartei im Kreise Merseburg, Dr. Wilhelm Schiele, u. a.: „In der antiHeck Welt kannte man den Bogrisf d«r B a» Nausen. Das Wort heißt eigentlich Handwerker. Es wurde aber zu dem Begriff der Engstirnigkeit und rein materieller Einstellung gegenüber der vaterländischen Politik. Diese Erscheinung haben wir in unserer Zeit wieder. Die städtische Wirtschastspartei ist eine Partei der Banausen. Engste materielle Geschäftsinteressen sind bei dieser Partei entscheidend, dagegen Nationalpotitik, Kulturpolitik und Staatspolitik nur Handelsobjekte. Run findet sich auch eine bäuerliche Banausenpartei. Sie nennt sich christlich» national, obwohl weder das Ehristlich« noch das Nationale die wirklich bewegende Kraft ist. Das einzige, was eine große Partei zusammenhalten kann, ist der marxistische Klassenkampf, wenn auch mit falschen Lehren. Gegenüber der skaatspolilischen Einstellung des Marxismus aber werden sich die beiden Daaansenparleien ausnehmen wie zwei alle Regerweiber gegenüber einem Krokodil. Das Krokodil hebt sie bis zuletzt aus.*(Stürmische Heiterkeit s Von einer anderen Regierungspartei, nämlich der Bayerischen Volkspartei, gibt die.�kölnische Volkszeiturig" aks Organ der Deut- scheu Vokkspärtei die Kennzeichnung, daß engste persönliche Inter essen bei ihr maßgebend seien. Auch die Nabon. illiberale Kor respondenz hat sich ähnlich über die Bayerische Volkspartei geäußert. Um mit der Hugenberg-Presie zu sprechen, Speckzoll ging vor Nattonalpolitik, das engste Interesse der ostclbischen Großgrund- besitzer war stärker als die Ideologie der Nation.(Sehr richtigl rechts.) Ich stelle mit Vergnügen diese Zustimmung der Rechten sest. Di«„Äreuzzeitullg* hat offen zugegeben, daß die Landwirlschaslshilfe für die Deustchnationalen nichts als ein politisches Geschäft ist, nämlich die nationalkonscroativen Kreise vor dem Ruin be- wahren soll, auf denen die Stärke der Deutschnationalen Partei be- ruht. Rumpelstilzchen Hot im„Tag" geschrieben, daß bei einigen Abgeordneten die Angst vor einer Reichstagsauflösunq bestimmend war, für die Regierung zu entscheiden.(Hört, hört! links.) In der Regierungserklärung vom 1. April hat der Reichstan.zler betont, daß das Kabinett den Etat der früheren Regierung in allen Teilen übernehme. Das bezog sich auch auf den Wehretat. Das Kabinett Müller hat den Bau des Panzerschiffes B einmütig zurückgestellt. auch Groener, Curtius. Moldenhauer, Wirth, Guerard und all« bürgerlichen Minister stimmten zu. Begründend war die Fi- nanznot. Obwohl die Finanzlage seither noch ernster geworden ist und man daher den Bau des Panzerschiffs noch weniger vsr» antworten kann, will man die nächsten drei bis vier Etats mit jähr- sich 70 und 80 Millionen dafür belasten und setzt schon 2,9 Millionen ein. Wahrscheinlich haben sich ' wieder einmal die zivilen Minister unier den Druck des Mililäc» gestellt. Die Regierung will aber die Verantwortung allein de.n Reichstag zuschieben. Deshalb frage ich, wie steht die Regierung zu dem törichten Beschluß des Reichsrats, der übrigens nur zustande gekommen ist, weil die Regierung sich selbst für ihn eingesetzt hat. Sowohl der„Deutsche" wie auch die„Germania" oerlangen ange- sichts der breiten Masseisstimmung vom Reichstag, daß er den Parxzerschiffbau ablehne. Können Sie sich nicht vorstellen, wie es wirken nmß, wenn sie für ein Panzerschiff denselben Betrag oer- wenden, dessen Nichtausbringunq für die Arbeitslosenversicherung zur Zerschlagung des Kabinetts Müller geführt hat!(Lebhaste Zu- stimmung der Sozialdemokraten.) Der Etat 1929 enthielt ein starkes, ja glühendes Bekenntnis des Finanzininisters Hilferding zur Sozialpolitik. Im Etat 1930 sind alle solche Gedanken sorgfältig ausgemerzt und statt dessen wird die Entlastung der Wirts chast durch Steuersenkung gefordert/ was nichts anderes als das Bekenntnis zum Zlbbau der sozialpolitischen Leistungen des Reiches bedeutet. Minister Stegerwald hat kürzlich im Reichsarbeilcrrat des Zentrums erklärt:„Die wahrst« und tiefste Ursache des Koalitionszerfalls ist die große Gegensätzlichkeit zwischen Sozialdemokratie und Deutscher Volkspartei in der Beurteilung der Ausgaben und Möglichkeiten der Wirtschafts- und Sozialpolitik. (Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Hölle der Reichstag im Mal vorigen Jahres unserem Antrag aus Erhöhung der Beiträge zur Arbeitslosenversicheruna auf 4 Proz. zugestimmt, dann wäre die Sanierung möglich gewesen. Jetzt aber will man die Leistungen abbauen und treibt eine Agrar- und Zollpolitik, die unsere ganze Handelspolttik gefährdet. Der Reichsarbeiterrat des Zentrums hat am 8. April d. I. Forderungen zur Arbeitslosenversicherung ausgestellt, die sich zum großen Teil mit den unseren decken. Die Unternehmer aber und der Bürger- block wollen durch wütgehenden Leistnngsabbau die Arbeitslosen zu Lohndrückern machen. Freilich bestehen unter den Regierungs- Parteien auch wirtschaftlich die schärfften Gegensätze, und was der Richsoerband der Industrie gegen die Agrarpolitik des Herrn Schiele einwendet, deckt sich zum großen Teil mit unserer Stellungnahme. Bichl den Bauern, denen das Kabinett Müller wirksam zu Helsen im Begriff war. sondern den Großgrundbesitzern aus Kosten der Bauern will die Regierung auch mit ihrer Osthllse beistehen. Während man Sparsamkeit und Leistungsabbau proklamiert, gibt man den Großgrundbesitzern Kredite und Subventionen. Diesen Widerspruch bürgerlicher Wirtschaftspolitik hat Marx schon 18ö7 in einem Brief an Engels festgestellt. Wir als grundsätzliche Gegner der Politik des freien Spiels der Kräfte wollen eine Hilfsaktion, die nicht den natürlichen Auslöse- pro.zeß der Wirtschaft verhindert, sondern produktive Verwendung des Grtdes sichert. In der jetzigen KoaWon oersucht jeder, das ihm Denehme durchzusetzen. Industrie und Handel in der Steuer- und Sozial- Politik, die Landwirtschaft in der Zollpolitik und der Mittelstand im Kampf gegen die Warenhäuser und vor allem gegen die Konsum- vereine. Alle liegen auf der Lauer gegeneinander, ob der eine nicht dem anderen alle Geschästshosfnunqen und Wünsche.zertrümmert. Um so mehr werden wir es unsere Sorge sein lassen, dafür zu wirken, daß die Republik, die heute kapitalistisch beherrscht ist, erfüllt wird mit sozialem Geist und daß in ihr herrschen die Gesetze wahrer Demokratie. Kmnpferprobt und kampsentschlossen sieht die Sozialdemokratie Ihrer Regierungsarbeit entgegen— auch der schon bis zum Ueberdruß angekündigten Reichstagsauslösung. Was Sie auch an Anschlägen auf die Interessen der breiten Volksmassen beginnen mögen, wir werden dafür sorgen, daß Ihr Streben sich immer erweist als ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und doch das Gut« schafft!(Lebhafter anhaltender Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Ersing(Z.): Wir wollen keinen neuen Bürgerblock gegen die Sozialdemokratie bilden. Die Sozialdemokratie ist oft genug in den schwersten Stunden aus der Regierung ausgeschieden und hat die Verantwortung den anderen Parteien überlassen. Wäre das Zentrum in Thürinaen so stark wie die Sozialdemokratie, so würde es einen Frick als Minister nicht dulden. Hättsn Sie(zu den So- zialdemokraten) mit uns die Probleme zu lösen versucht, an denen die vorige Regierung gescheitert ist, dann wäre der Radikalismus links und rechts nicht so stark geworden. wären im vorigen(srühjahr die Varleien dem Vorschlag der Regierung gefolgt, so wäre das Reich nicht in die schmähliche Abhängigkeil der Großbanken geraten. (Zurufe der Sozialdemokraten.) Wir haben die Fähigkeit, über die Grenzen der Partei hinaus Leistungen anzuerkennen. Die vorige Regierung hätte die Entscheidung im Reichstag suchen sollen, anstatt die Koalition aufzugeben. Nicht Sie, Herr Keil, sondern der Reichskanzler Brüning hat dem Parlanientarismus einen Dienst erwiesen. Die gehässige Polemik der sozialdemokratischen Presse ist verwerflich. Dos Zentrum sieht die Asozialen Röte, aber noch wichtiger ist die Gesundung der Wirt- schaft. Die Osthllse will tausendjährige deutsche Kultur erhalten. Ich begrüße den Abbau von 310 Beamten des Reichswehrministeriums: das be- weist, daß bisher zuviel Kräfte dort beschäsligt waren. Die anderen Ministerien sollten diesem Beispiel folgen, besonders das Finanzministerium. Die Sozialdemokratie ist gegen Industrie- subventionen, in Kiel und sonst tritt sie aber für die Erhaltung der Werften ein und schreibt sich sogar das Berdienst der Auftrags- bsschafftmg durch Reichsmarinebauten zu. Der Reichsratebeschluß für den Panzerkreuzer B hat uns über- rascht. Wir glauben, daß Beschlüsie von so weittragender Be- deutung nur vom Kabinett gesaßt werden sollten, wir lehnen den Reichsralsbefchloß ab. mett wir der weknuog sind, daß s angesichts der großen Rotlage gegenwärtig andere Ausgaben dringender sind. Andererseits brauchen wir aber Arbeit für die Werften m Kiel und Wilhelmshaven. Wir ersuchen darum die Regierung um baldige Vorlegung eines allgemeinen Marincbauprogramms. Abg. Torgler(Komm.): Der jetzige Etat ist kein anderer als der der Regierung Müller, den die„Leipziger Volkszeitung" am 2S. März auf das schärfste kritisiert hat. Heute gibt sich die Sozial- demokratie wieder die proletarische statt der staatsmännischen Note. Wo sind die Erleichterungen im Etat.zu finden, die der Poung-Plan bringen sollte? Der Finanzminister hat ein Besoldnngssperrgesetz angekündigt, da es unerträglich sei. daß Gemeindebeamte höher bezahlt wer- den als Reichs- und Staatsbeamte: die Ricsengehälter der Oberbürgermeister werden natürlich nicht eingeschränkt werden, wohl aber die Bezüge der kleineren Beamten. Kampf gegen Zoll» und Sleuerraub. gegen Abbau der Sozialversicherung und für den Sozialismus. Abg. Dr. Eremer(D. Vp): Wenn ein so anerkannter Wissen- schaftler wie Dr. Hilfevding hier wiederholt die Notwendigkeit der Steuersenkung zur Gesundung der Wirtschaft betont hat, so kann man uns doch nicht vorwerfen, daß wir durch die Steuersenkung den Unbemittelten schaden wollten. Nicht wir, sondern Sie(zu den Sozialdemokraten) haben das Tischtuch zerschnitten, wohl in einem Augenblick, wo Sie die Folgen Ihres Peschlusses nicht übe'sahen. Statt Entlastung durch den Poung-Plon haben wir eine Mehr- belastung durch Steuern und Zölle von mehr als 70 Millionen. Das ist also noch nicht die Finanzreform von Grund auf zur Eni- lostung der Steuerzahler und zur Sicheruno zweckenssprechender Verwendung der Reichseinnahmen. Unsere Forderung, die Ein» nahmen zu vermehren und die Ausgaben zu senken, ist besonders bei der Sanierunq der Arbeitslosenversicherung vernack'lässiqt wor- den. Der Minister hat den Finanzberichten des Reparations- agenten hohe Anerkennung gezollt und ihre Fortsetzung durch eine Kommission des Ministeriums in Aussicht genommen. Zur Objekt!- vität einer solchen Kommission habe ich nicht das volle Vertrauen. könnte man nicht Herrn Parker Gilbert aus Privatdienstvertrag anstellen? (Große Heiterkeit.) Die Enwueruna der veralteten Kriegsschiffe. muß im Interesse des deutschen Ansehens geschehen. Halten wir unsere Seemacht nicht aufrecht, so werden wir zu Seeabrüstungs- konferenzen und dergleichen nicht zugezogen. Das Ministerium für die besetzten Gebiete wird demnächst überflüssig werden, man sollte es nicht künstlich aufrechterhalten, denn die Bürokratie muß oer- mindert werden. Um 19.20 Uhr oertagt das Haus die Weiterberatung auf heute 10 Uhr. Arbeitslosenschuh geht alle an! Präsident Syrup über die Lage der Reichsansiali.— Ersparnisse nur durch Leistungsabbau. Die Rcichsanstalt für Arbeitslosenversicherung und Ar bellslosenvermittlung hat soeben ihren Bericht für das Ka- lenderjahr 1929 veröffentlicht. In einer Presfebe- sprechung gab der Präsident der Anstalt, Dr. Syrup, zu dem Bericht wichtige und lehrreiche Erläuterungen. Dr. Syrup schilderte zunächst die wenig rosigen Aus- sichten der Versicherung infolge der noch immer anhalten- den Depression auf dem Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitsuchenden habe sich am 13. April bei den Arbeitsämtern auf rund 3- Millionen belaufen. Bei Berücksichtigung der Familienangehörigen ergebe sich eine Millionenziffer von Menschen, deren Lebensunterhalt schon aus staatspolitischen Gründen gesichert werden müsse. Von der Arbeitslosenversicherung seien am 13. April rund 1839 000 Hauptunterstützungsempfänger unterstützt worden und aus Mitteln der Krisenfürsorge 302 000. DiesFrühjahrsentlasiung seit dem Höchst. stand Ende Februar betrage nur rund eine halbe Million Haupt- Unterstützungsempfänger. Das Untersiützungsniveau siege also gegenüber dem Vorjahr zur Zeit um eine halbe Million höher. Aus den Beitragseingängen, die beim jetzigen Satz von Pro;, auf 1015 Millionen zu schätzen seien, käme die Reichsanstalt im Jahresdurchschnitt etwa 980 000 Hauptunter- stützungsempfänger versorgen, lieber weitere 200 Millionen könne die Reichsanstalt nach dem Gesetz vom 28. April d. I. mit Sicherheit verfügen, nämlich über 150 Millionen Reichszuschüsse und 50 Millionen aus der Industrieaufbringungsumlage, dagegen sei der weitere mögliche Zuschuß von 30 Millionen aus dem Lohnsteuer- aufkommen ein unsicherer Posten. Insgesamt würden die aufgezählten Mittel der Ver- sorgnng von 117()00V Hauptunterstiitzungsempfänger im Jahresdurchschnitt sichern, also fast die Zahl, die bei den letzten Haushaltsberatungen zugrunde gelegt worden sei. Nun erhebe sich gjber die Frage, ob eine Durchschnittszahl von 1,2 Millionen Hauptunterstützungsempfänger in diesem Jahr nicht überschritten werde, da die FrühjHhrsbelastung und die Situation auf dem Baumarkt sehr unbefriedigend seien. Man könne wohl hos- fen, daß der Tiefftand der Konjunktur jetzt erreicht sei, allein irgend- welche Anzeichen einer Besserung der Lage auf dem Arbeitsmarkt feien noch nicht festzustellen. Trete eine Besserung nicht ein, dann müsse die Verschuldung der Reichsanstalt beim Reich, die am 31. März 020 Millionen betragen habe, weiter steigen. Die Erwartungen gewisser Kreise, mit Hilfe von Er- fparniSmaßnahmen die Kosten des Arbestslosersschutzes zu senken, bezeichnete Syrup als trügerisch. Die gesamten Ver- waltungskosten machten nur 4,2 Proz. der Gesamtausgaben aus, ein Satz, mit dem sich die Arbeitslosenversicherung im Vergleich zu an- deren Versichevungzzweigen sehr gut sehen lassen könne. Namhafte Ersparnisse könnten— das müsse offen ansgesprochen werden— höchstens dnrch Leistungs» abbau hereingebracht werden. Nun sei aber durch die Novelle vom 12. Oktober 1929 die reine Unter st ützungsausgabe bereits gesenkt worden. Vocher habe sich der reine Unterstützungsaufwand im Durchschnitt pro Monat und Kopf des Hauptunterftützungsempfängers auf 80,80 M., der Gesamtaufwand auf 91,10 M. belausen. Durch die Novelle fei die reine Unterstützungsausgabe von 80,80 auf 70,04 M. pro Kopf und Monat gesenkt worden. Ein Unterstützungsempfänger kost« pro Jahr etwas mehr als 1030 M. Bei der Aufbringung der Arbeitslosenkosten müsse oberster Grundsatz sein, daß die Allgemeinheit die Arbeitslosigkeit zu vertreten habe; denn bei den Ursachen der Arbeitslosigkeit spielten eine Reche von Momenten mit, für die unmöglich nur die Wirtschaft im engeren Sinn haftbar gemocht weiden könne. Di« Gestallung der Verhall- nisse auf dem Arbeitsmarkt sei nicht allein auf konjunkturelle und technologische Gründe zurückzuführen. Es wirkten auch erheblich strukturell« Ursachen mit: Zunahme der Gesamtbevölke- rung, veränderter Allersaufbau(7 Millionen Menschen mehr im erwerbstätigen Alter), Umordnung der sozialen Schichten(Zuwachs der Arbestnehmerzahl in vier Iahren um 2.8 statt um 1 Million), insbesondere starker Andrang von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und schließlich Wegfall der alten Armee. Zum Schluß kam Präsident Syrup auch noch mit einem Wort auf die Frage der gesamten Autonomie der Reichsanstalt zu sprechen. Er betonte: Eine solche Slutonomie könne nurinncr- halb eines fest gezogenen Rahmens bestehen. Höchst- satz der Beiträge und Mindestgrenze der Leistungen müßten vom Gesetzgeber festgelegt sein; ebenso die Verpflichtung der Allgemein- heit zur Hilfe m Krisenzeiten. Innerhalb dieses Rahmens könne vielleicht die Entfchedung über Einzelheiten der steien Verantwor- tung der Selbswerwolwngskörper überlasten bleiben. Die Arbeits- lpfenoersicherung hänge nicht im lustleeren Raum, sondern sei mehr wie irgendeine andere Einrichtung auf? engste mit fast allen staats- und wirtschaftspolitffchen Problemen verknüpft. Man könne daher unmöglich grundlegende Neuerungen, wie die Ein- führung einer Autonomie in Zeiten politischer Hoch< spastnung vornehmen. Es bleibt beim Giahlhelmverboi. Wirth verzichtet auf die Besprechung. Der Reichsminister des Innern Hot— wie der „Soz. Pressedienst" erfährt— dem preußischen Ministerpräsidenten und dem preußischen Innenminister durch Schreiben vom 2. Mai mitgeteilt, daß er auf die für den 9. Mai in Aussich« genommene Besprechung über die eventuelle Aufhebung des Stahlhelmverbots für Rheinland und West- falen verzichtet. Reichsinnenminister Dr. Wirth begründet diesen Verzicht u. a. mit einer Rede des Stahlhelmführers Düster- berg in Magdeburg. Immerhin wäre das Verbot auch ohne den Verzicht Wirths auf die Besprechung nicht aufgehoben worden, da die preußische Regierung einschließlich der Zentrumsminister ge- schlössen gegen die Aufhebung ist. Eine Lüge der„Roten Kahne". Otto Braun stellt Strafantrag. Die„Rote Fahne" vom 1. Mai dieses Jahres brachte«m Rahmen eines Rückblicks auf die Vorfälle bei Ler Maifeier von 1929 unter der Ueberschnst:„Otto Braun wünscht Tot« auf Repa- rationskonto" die Behauptung, daß Otto Braun auf einer Tagung sozialdemokratischer Führer erklärt habe:„Wenn es am 1. Mai auch ein paar Tote gibt, so ist das in Anbetracht der Reparationsoerhand- lungen gar nicht so übel." Hinzugefügt wird, daß Otto Braun das niemals zu dementteren gewagt habe. Eine solche Aeußerung des preußischen Ministerpräsidenten ist selbstverständlich niemals und bei keiner Gelegenheit gefallen. Es handelt sich um eine infam« Agitationslüge der„Roten Fahne". Der preußische Ministerpräsident wird Strafantrag wegen dieser Notiz stellen. Haubachs Rachsolgcr. Zum Pressechef im Rcichsinneitministe- rium ist der bisherige Pressechef des Reichsministeriums für die besetzten Gebiete, Dr. B roermann, ernannt worden. LMfiein kontra Ullstein. Um den Spionageverdacht gegen die Frau Franz Ullstein. Der Familienstreit im Hause Ullstein beschäftigt wegen der po- litischen Bedeutung des Ullstein-Verlages seit einiger Zeit die Oeffent- llchkeit. Gestern wurde er zum ersten Male im Zivilprozeß vor dein Einzelrichter ausgetragen. Dr. Franz Ullstein und Frau klagten gegen die drei übrigen Brüder Ullstein, den Chefredakteur der„Bossischen Zeitung", Georg Bernhard, und den Pariser Korrespondenten des Ullstein-Verlages, Stahl, auf Unterlassung der Behauptung vom Spionageverdacht gegen Frau Ullstein(geborene Rosi Grävenberg) und auf Schadenersatz: das Verfahren wegen Enthebung Dr. Franz Ullsteins vom Generaldirektorpostcn schwebt an anderer Stelle. Aus dem wirren Durcheinander der zweieinhalbstündigen Ber- Handlung, in deren Verlauf sich die vier Anwälte der Beklagten und die Zwei Anwälte der Kager unendlich wiederholten, kristallisiert« sich nur ganz allmählich der Tatbestand heraus: manche bisher unbekannte Einzelheit zeigt«, mit welcher Leidenschaft von beiden Seiten gekämpft wurde. Noch vor der Verheiratung Dr. Franz Ullsteins mit Frau Rosi Grävenberg wurden Gerüchte laut über ihre angeblich« Spionage- tätigteit. Niemand nahm sie ernst. Georg Bernhard empfing Frau Grävenberg bei sich, machte sie mit verschiedenen Persönlichkeiten bekannt, da sie sich mit der Absicht trug, einen politischen Salon zu gründen, sie war überall gern gesehen und angesehen. Dann ver- dichteten sich aber die Gerücht« gegen sie. Dos französische Blatt „Aux Econles" brachte einen scharfen Artikel, in dem«s gegen Frau Grävenberg, jetzt Frau des Dr. Franz Ullstein, den Vorwurf der Spionage erhob. Iustizrat Dr. Löwenstein begab sich nach Parts und erhiell vom Separatisten Mathes die Abschrift eines aus der Abteilung für Gegenfpionage stammenden Dokuments, das den Spionageverdacht zu bestätigen schien. In Berlin setzten Verhandlungen zwischen den Anwälten beider Parteien«in. Als- berg fuhr nun seinerseits, ausgerüstet mit einem Brief von Dr. Paul Levi an Leon Blum nach Paris und bot ihn, Feststellungen über Frau Rosi Grävenberg zu treffen. Leon Blum setzt« sich mit Tardteu in Verbindung, dieser ließ Pch die in Frage kommenden Akten vorlegen: es ergab sich, wie Rechtsanwalt Dr. Alsberg in der Gerichtsverhandlung behauptete, rein gar nichts. Auch die Aus- kunst tn der deutschen Gesandtschaft war günstig. Die Berhandlungen in Berlin wurden fortgesetzt. Georg Bernhard richtete an die Gegen- parte! emen Brief, in dem er all die Sachen als untragbar für ein politisches Blatt bezeichnete, Dr. Franz Ullstein wurde vom Posten eines Generaldirektors enthoben, gewisse Blätter wie der„Deutsche Herold",„Das klein« Journal",„Die Welt am Abend",„Berlin am Morgen" hatten sich des Falles bemächtigt, der Streit im Hause Ullstein war zu emer öffentlichen Angelegenheit geworden. Jede Partei verdächtigt« die airder«, die Presie informiert zu haben: der Schwager von Louis Ullstein war übrigens hervorragender Mit- arbeiter des„Keinen Journals". In der gestrigen Verhandlung erklärten die Anwälte der Be- klagten, daß sie nie den Verdacht der Spionage gegen Frau Ullstein ausgesprochen hätten: sie hätten bloß behauptet, daß Akten existierten, in denen dieser Vorwurf entHallen sei. Mehr behaupten sie auch heute nicht. Daß solch« Akten vorhanden seien, unterliege doch keinem Zweifel. Erst heute morgen sei ihnen«in umfangreiches Aktenstück zugegangen, aus dem hervorgehe, daß Frau Rosi Grävenberg während ihres Ausenthalles in Paris, wo sie drei Wohnungen inn« gehabt Hab«, ununterbrochen beobachtet worden fei und im Verdacht gestanden habe, Spionage für einen oder selbst für zwei Staaten betrieben zu haben. Auch im Reichs- wehrmini st erium sei ein« Akt« vorhanden. Da die Beklagten nie den Verdacht der Spionage ausgesprochen haben, so sei eine Be- «eiserhebung überhaupt nicht erforderlich, die Klage könne ohne weiteres abgewiesen werden. Die Anwälle der Käger waren anderer Ansicht. Sie erklärten, daß der Verdacht der Svionage von der Gegenpartei wohl ausgesprochen sei, daß eben durch diesen Verdacht sowohl Dr. Georg Bernhards Brief als auch die Enthebung vom Posten eines Generaldirektors bedingt, und daß dieser Verdacht auf Grund des von Iustizrat Löwenstein aus Paris mitgebrachten ge- fälschten Dokuments, hergeleitet worden sei. Beide Parteien erklär- ten, die Presie nlchtinformiertzu haben. Der Richter beschloß Beweiserhebung. Es soll u. a. die Akte aus dem Reichswehrministe» rium eingefordert, respektive ein Beamter des Ministeriums vernommen werden. Di« Sensationen in diesem Bruderstreit des Hauses Ullstein stehen noch bevor. Wechsel in der Wilhelmstraße? v. Bülow Staatssekretär, v. Schubert Botschafter in London? Der„Sozialdemokratische Pressedienst" teilt mit: Der gegenwärtige Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Schubert, soll in allernächster Zeit durch den Ministerialdirigen- ten im Auswärttgen Amt v. B ü l o w ersetzt werden. Bülow leitete vor Iahren das Völkerbundsreserat. Unter seiner Leitung bezeich- net« man diese Abteilung als Referat gegen den Völker- b u n d. Staatssekretär Schubert ist als Botschafter in London ausersehen. Wiking geschieht nichts. Sin bemerkenswerter Freispruch. kiel, 2. Mai.(Eigenbericht.) Das Kieler Gericht sprach am Freitag fünf ehemalige An- gehörige des Witing-Bundes frei, die in dem Verdacht standen, den aufgelösten Wiking-Bund fortgeführt zu haben. Die Witing-Leute wurden im Mai 1928 verhaftet und bereits in der ersten Instanz freigesprochen- Gegen dieses Urteil legte der Staats- anwall Berufung ein. In der Berufungsoerhandlung erklärte Kapitän a. D. Ehr- Hardt, daß er die Unterführer des Wiking nach dessen Auflösung wiederholt ermahnt habe, die Auflösung restlos durchzuführen. Zuletzt Hab« er im Dezenttier 1927 in besonders dringendem Ton« die Auflösung nochmals befohlen. Von einer Fortsetzung des Wiking-Bundes in Kiel sei ihm nichts bekannt geworden. Obwohl die Aussagen der Angeklagten für eine Fortsetzung des Wiking- Bundes sprachen und einer der Angeklagten in einem Brief an den Rathenau-Mörder schrieb, daß sie„unter einem Decknamen weller- arbeiten"— den Decknamen hätten sie in dem Verein„Sturm- fahne" gefunden— und trotzdem der Staatsanwall schließlich gegen den Hauptangeklagten sechs, gegen die übrigen vier An. geklagten je vier Monate Gefängnis beantragte, erklärte sich das Gericht von der Schuld der Angeklagten nicht über. zeugt und sprach sie frei._ Severins spricht im Rundfunk. Genosse Severins spricht im Rahmen des Arbeiter- funk«an Spnncrbend, dem 3. Mai(17,55 bis 18,20 Uhr) vor dem Mikrophon der �D« atsch«» Welle" über Staat und Volt", Ein Angstiraum des Ministers Krick. Oer Vorkämpfer gegen die ,Vernegeriing� Deutschlands träumt, daß er bei Äemalung eines Hottenkotkentrals mit Hakenkreuzinschristen von Eingeborenen erwischt und»wegen Hinein» tragens fremdrassiger Einflüsse in die nationale Negerkultur� zum Bratspieß verurteilt wird. -100 Prozent Schiele-Kabinett. Schieles Einfuhrscheinprogramm unverändert geschluckt. Utbet die gestrige Sitzung des Reichsrcfrinetts, in der u. a. die Frage der Einfuhrscheine zur Debatte stund, liegt folgendes klommuniquL vor: Das Reichskabinett hat unter dem Vorfitz des Reichs- kauzlers in Ausführung des von ihm geschaffene« Ge- setzes zum Schutze der Landwirtschaft vom IS. April 1030 die Anträge des Reichsministers für Eruäh» ruug und Landwirtschaft auf Neuregelung der Einfnhrscheine für Roggen, Gerste. Hafer und Erzeug- nisse daraus sowie für Müllereierzeugnifie aus Weizen genehmigt. Ferner sind die Einfuhrscheine für Schweine und Schweinefleisch geändert und für Rindvieh. Schafe und Fleisch daraus neue Einfnhrscheine geschaffen worden: Bei der ganze« Regelung ist darauf Bedacht ge- nommen, daß entsprechend dem vorstehend genannten Ge- setz die Belastung der Reichskasse durch die Einfuhrscheine nicht über diejenige des Jahres 1020 hinausgeht. Die entsprechende Verordnung wird Anfang nächster Woche erlasse« werden. * Eine neue Tat des Brüning-Kabinetts! Was die Vier- Stimmen-Mehrheitskoalition am 14. April in Ausführung der Befehle der Grünen Fxont in einem Ermächtigungs- gefetz dem Brüning-Kabinett aufgetragen hat, das hat das Brüning-Kabinett hundertprozentig ohne jeden Abschlag, ohne jedes Abhandeln Herrn Schiele in der gestrigen Ka- binettssitzung«o bloc bewilligt. Schamhaft werden d i e Sätze, um die die Einfuhrscheine erhöht werden, noch verschwiegen, wahrscheinlich um die Spekulation des Getreide- und Viehhandels nicht sofort ins Kraut schießen zu lassen. Aber es ist vergeblich. Schieles Forderungen find bekannt, und der spekulative Handel weiß, daß Spekulation a In Hausse zu dieser Iunkerpolitik des Brüning-Kabinetts gehören und sich auch bezahlt machen. Es geht ja auf alle Fälle nach oben. Wenn in der nächsten Woche die Verord- nung bekanntgegeben wird, dann sind die Einfuhrfcheine für Roggen und Hafer auf 6— 9 M. erhöht, für Gerste von 6,50 M. auf 9 M., für Mllllereierzeugnisse einschließlich der Weizenprodukte auf die volle Zollhöhe, und nur die Höhe der Cinfuhrscheinsätze für Vieh und Fleisch bleiben noch un- bekannt. Es ist„darauf Bedacht genommen", daß bei diesen Maß- nabmen die Belastung der Reichskasse nicht über dieienige des Jahres 1929 hinausgeht. So erklärt die Re- gierung entsprechend dem Wortlaut der Ermächtigung. Im Jahre 1929 hat das Einfuhrscheinsystem rund 75 Mill. M. gekostet. Es ist wohl selbstverständlich, daß die Erklärung der Reichsregierung in dem Sinne irreführend ist, daß man die erhöhten Zolleinnahmen des Reiches aus den neuen Agrarzöllen, die besonders beim Weizen sehr ins Geld gehen,' bei diesem„Bedachtnehmen auf die Einfuhr- scheinkosten des Jahres 1929" in absolut unzuverlässiger Weise bereit's einkalkuliert hat, denn sonst würde die Erhöhung der Einfuhrscheine der Grünen Front ja nicht den gewollten Nutzen bringen. Wir verlangen Aufklärung darüber, ob die Reichs- regierung wirklich nach dem Wortlaut des Gesetzes vom 15. April verfahren will, daß die Belastung der Reichskaste nicht über die Belastung hinausgeht, die die Einfuhrfcheine im Jahre 1929 gebracht haben und zwar ohne Anrechnung der Mehreinnahmen aus den erhöhten Zöllen. Schacher ums Ostprogramm. Osthilfe auch für Hausbesitzer. Da» Kabinett brütet noch immer über da» Subvention»» Programm für die Ostjunker und e» scheint, als ob die Lage immer schwievrger und der Ostknoten immer unentwirrbarer würde. Au» den bisherigen sechs sind jetzt bereits neun Ost- g e s e tz e geworden, zu denen das Rahmengesetz und noch eine besonder« Moraioriumsvorlage hmzukoinmen. Reu ist der Dorschlag eines Gesetzes über die Errichtung einer deutschen Ablösungsbant, die vor allem zweitftellige Hy- xochrten beschaffen und gewähren soll. Zur Kapitalbeschaffung soll diese unter Reichsaufsicht stehende Bank Schatzanjoei- jungen unter Reichsgarantie ausgäben. Hier droht ' ein« neu« Verlustquelle für das Reich, denn mit Reichsgarantien sollen Kapitalkredite eröffnet werden, die auf normalem Wege offendar nicht zu beschaffen sein würden. Gm weiteres Gesetz will die Funktionen der Rentenbank-Kreditanstalt, die eigentlich schon längst hätte verschwinden sollen, noch erweitern. und zwar soll einmal die bisherig« Beschränkung der Bant bei der Perfonalkreditgewährung beseitigt und sodann die Möglichkeit cr- i öffnet werden, sich an der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse ! zu beteikgen und weitere Anleihen aufzunehmen. Die Mittel- j standspartei hat auch diesmal offenbar wieder noch besondere Zugeständnisse für die Hausbesitzer des Ostens ver» langt. Für die Instandsetzung verfallender Altwohanngen in Stadt und Land sollen nach dem dritten neuen Gesetz besondere haushalkmlttel verlangt werden. Also eine neue Belastung des Reiches und auch des Ansehens der Brüning-Regierung durch einen neuen Str«ich der Mittelstandspartei. Vor dem Generalmoratorium für den Osten hat man Angst bekommen. Man will jetzt ein befristetes Mora- torium auf S Monate, das offenbar dazu dienen soll, die Durch- führung des Ostprogramms sicherzustellen, ohne daß in der Zwischenzeit Versteigerungen durchgeführt werden dürfen. Nach alledem wird das Ostprogramm ein immer g e f ä h r- licheres Monstrum. Man muß die Rechtsparteien dieses Bürgerblocks bewundern, mit welcher naiven Selbjwerständlichkeit sie der Oeffentlichteit immer wieder neue Unmöglichkeiten vor- zusetzen wagen. Gesetz über den Polenvertrag. Das Reichskabinett oerabschiedet« in feiner gestrigen Sitzung ferner den Entwurf eines Gesetzes über das deutfch-polnische Wirtschaftsabkommen und über den Beitritt der freien Stadt Danzig zu diesem Abkommen, der unocrzügtich dem Reichsrat zugeleitet wird. Ermächtigung zur Steuersenkung. Oer Beichsrat stimmt zu. Der R e i ch s r a t stimmte am Freitag dem Gesetz über die Ermächtigung zur Ergreifung von steuerlichen Maß- nahmen zur Erleichterung und Berbilligung der Krediwevsorgung der deutschen Wirtschast zu. Dieses Gesetz ermächtigt die Reichs- regierung, mit Zujtimmung des Reichsrats und des Steueraus- fchusses des Reichstags Erleichterungen der Kapital» ertrags- und der Kapitalverkehrssteuer vorzu» nehmen und auch steuerliche Erleichterungen für die Kapitalver- wattungsgefellschaften, die sogenannten I n v e st me n t- T r u st zu schaffen. Bei der Ausschußberatung im Reichsrat hotte die Reichsregierung noch einen Antrag nachgereicht, wonach sich diese Steuer» erleichteruTigen auch auf die Grunderwerbs- und Wertzuwachs» steuern der Länder erstrecken sollen. Eine Reche von Ländern hotten Bedenken, die Mehrheit der Ausschüsse stimmte jedoch dieser Er- mächtigung zu. unter der Borvussetzung, daß dann eine Beriänge- rung des sogenannten Steuermilderungsgesetzes nicht mehr in Frag« kommt. Das Plenum des Reichsrats schloß sich dem Votum der Ausschüsse an. Ferner stimmte der Reichsrot dem Gesetz zur Liquidierung der Bant für deutsche Industrieobligationen zu, die allmählich abge- baut werden kann, da mst dem Inkrafttreten des Voung-Planes die Industrieobligationen selbst in Fortfall kommen. Zum Vorsitzenden der Berusungskammer tn Börsen-Ehren- gerichtssachen wurde Staatssekretär Dr. Trendelenbnrg ernannt. Schwarzrotgold nach ttebersee. Beichspostflagge auf den großen Vampfern. Im Derwoltungsrctt der Deutschen Reichspost war von sozial» demokratischer Seite bemängelt worden, daß die großen deutschen Postdampfer auf den Ueberseelinien nicht die schwarz rot- goldene Reichsslagge mit dem goldenen Posthorn führen. Daraufhin hat der Reichspostminister mit der Hamburg-Ammka- Linie, dem Norddeutschen Lloyd, der Hamburg-SUdamerika-Linie und der Woennann-Llnie vereinbart, daß die Reichspostftagge fort- ab am Großmast zu hissen ist. Die Maifeier im Zieich. Der Tag der Arbeiiersolidariiäi. Im GrcH.tzermburgcr StSWegebid war dis Beleiligimg an den Demonstrationen und Kundgebungen zum 1. Mai stärker als in den Vorjahren. In Hamburg, wo der 1. Mai gesetzlicher Feiertag ist, fanden den Tag über in den verschiedenen Stadtteilen Konzerte und feierliche Veranstaltungen statt. In der ersten Nachmittagsstundc bewegten stch 48 Dcnwn- strationszüge zum Stadion des Stadtparles, wo sich gegen 15,30 Uhr, als der Aufmarsch beendet war, etwa 100 000 Teil- nehm er versammelt hatten. Auch in den preußischen Nachbor st ädten Homburgs war die Arbeitsruhe ziemlich allgemein. In den Großbetrieben ruhte die Arbeit vollständig. In Altona hotten auch die städtischen Dienststellen geschlossen. Di« Altonacr Sozialdemokratie marschierte am Vormittag in einem Dcmon- strationsumzug von rund 15 000 Teilnehmern durch die Stadt. In Wandsbek beteiligten sich an der Maikundgebung etwa 4000 Arbeiter. In Hannover herrschte in der I n d u st r i e fast völlige Arbeitsruhe. An den Demonstrationszügen beteiligten sich etwa 40 000 Personen. Die Kommunisten brachten zu ihrem Demonstrationszug kaum 900 Personen auf dl« Bein«. Sechzehn kommunistische Demonstranten, die in Rot-Frontkämpfer-Uniform erschienen waren, wurden aus dem Zug heraus oerhaftet. Im Ruhrgebiet sind die Maifeiern würdig und ruhig verlaufen. In Essen beteiligten sich an den Kund- gedungen der SPD. und der KPD. ungefähr je 4500 Personen. In Bochum waren es 2000 Sozialdemokraten und 1400 Kam- munisten, in Duisburg auf beiden Seiten je 3500 bis 4000 Per- sonen. In Dortmund marschierten etwa 2500 Sozialdemokraten und 1200 Kommunisten in getrennten Zügen auf. In Düffel- darf waren die Züge mit etwa 2000 Personen ungefähr gleich stark. Wie der bergbauliche Verein mitteilt, sind von 165 468 Mann Belegschaft der Morgenschicht 19 9 80 oder 12,7 Proz. wegen Beteiligung an den Maifeiern nicht eingefahren. 25 000 Mann oder 15,50 Proz. mußten wegen Absatzmangels feiern. Die Essener Betriebe der Firma Krupp be- teiligten sich an den Maifeiern nur mit 5,4 Proz. der Beleg- schaft gegen' 7.2 Proz. im Vorjahre. Im Regierungsbezirk Merseburg ist die Maifeier o h n e i Zwischenfälle verlaufen. Di« Belegschaft des Leuna- Werkes hat im Gegensatz zu den Vorjahren gearbeitet. In München nahmen an der Maidemonstration, rund 25 000 Personen teil. In allen Großbetrieben ruhte die Arbeit. Kommunistisch« Kundgebungen, auch in geschlossenen Räumen, waren in ganz Bayern verboten. Etwa 200 Münchener Kom» munisten, die am Donnerstogvormittag zu demonstrieren versuchten, wurden von der Polizei auseinandergertiebcn. In Karlsruhe herrschte in den meisten Betrieben völlige Arbeits- ruhe. Die Beteiligung an d«m Deinonstrotionszug der SPD. war stärker denn je. Eine kommunistische Gegendemonstration verschwand dagegen völlig. Am Ab«nd wurde in der überfüllten Festholle Beethovens IX. Symphonie vom Volksakademie- und dem Landeztheotcr-Orchester aufgeführt. Der Andrang war so stark, daß die Aufsühnlng durch Lautsprecher in das Gewerkschoftshaus übertragen werden mußte. Am Borabend veranstalteten die religiösen Sozialisten in der Stadtkirche eine sehr stark besuchte religiöse Maifeier. Dem Organisten war von der Kirchenbehörde das Spielen des Liedes: „Brüder, zur Sonn«, zur Freiheit!" oerboten worden. Di« Kirchen- besuch« fangen darauf das Lied ohne Orgelbegleitung. Die Sluttgarfer Maifeier, deren Deranstaltung in den Händen der freien Gewerkschaften und Angcstelltenoerbände lag, ist pro- grammäßig und unter sehr starker Beteiligung verlaufen. Dem nach Berufsorganisationen geordneten Demonstrationszug schloß stch die kommunistische Opposition als besonder«, aber recht schwache Gruppe an. Die Gesamtteilnehmerzahl wird auf 6000 bis 7000 geschätzt. Die Linkskommunisten hatten zu einer besonderen Demonstration aufgerufen. Sie brachten etwa 3000 Teilnehmer auf die Beine. In Dresden wurde die.Maifeier am Borabend des 1. Mai auf dem Wilhelmsplatz durch eine Jugendkundgebung des proletarischen Iugendkartells«ingeleitet, zu der Reichstagsprästdent Lobe als Redner gewonnen war. Die Haupttnndgebung fand am 1. Mai' auf dem Theaterplatz statt, der dicht gefüllt war. Nach Musik- vortrügen zind einer Ansprache formierte sich ein gewaltiger Zug nach dem Stadion. Prügelszenen im prager Parlament. Zwischen deutschen Sozialdemokraten und Kommunisten. Prag, 2. Mal. Am Schluß der heutige» kawruerfilzung kam es zu eluew wüsten Handgemevge. wie ihn das Parlamenl noch nicht erlebt hat. Bei der Abstimmung über eine Vorlage, die die V e r- befsernng der Arbeitsloseufürsorge vorsieht, de« Sozialdemokraten aber von seilen der Sommuniste n den vor- wurs des Verrates cingekragen hakte, entwickelten sich Tat. l i ch k c l t e n. Als über einen Paragraphen abgestimwk wurde, machte« die Kommunisten großen Lärm und warfen Druck- schristcn auf die deutschen Sozialdemokraten. Daraus stürzte sich der Sozialist Käß ans einen Kommunisten. woraus es zu einem Handgemenge kam, in dessen verlaus Kah einen schweren Schlag ins Ge ficht erhielt. Daraus sprang ein anderer Sozialdemokral hinzu und ohrfeigte den Kommunisten. Es entwickelte sich ein furchtbarer Tumult. Mich Beendigung der Abstimmung kam es zu neuen Raufszenen zwischen den verschiedenen Abgeordneten. Es entstand eine allgemeine Schlägerei, so daß die Sitzung abgebrochen werden mußte. Die Lärmszenen setzten sich aber in den Wandelgängen fort. Moskauer Mililär-Mai. Ziote Truppenparade. Während in beinahe alle europäischen Ländern am 1. Mai führende Sozialdemokraten auch im Rundfunk für den Weltfrieden und für die Abrüstung sprachen, konnte man am Radio hören, wie die Moskauer Maifeier unter dem Bonner des Militarismus stand. In hohen Tönen beschrieb der Moskauer Sprecher das Bild der Feier. Hurra, unsere Armee marschiert! schrie er, und Fanfaren erklangen, kriegerischer Trommelwirbel war in den Straßen Mos- haus. Der Sprecher erzählte die vorbe-imarschierenden Regimenter her. Kanonen, Panzerautos, Flugzeug«, Giftgosabtcilun- gen, die Luft schwirrte nur so von militärischen Bezeichnungen. Hetzplakate wurden abgelesen, die geradezu nach Blut schrien. Es war bezeichnend, wie kurz und. umpichtig die Reden der zivilen Kreml- Herrscher im Rundfunk marin, wie lang und scharf dagegen der Kriegsminister W o r o s ch i l o ff, von Aufopferung, im Kriegsfalle sprach. Als dann die Kommandos der Ofji- ziere im Lautsprecher erklangen, da war es einem ganz so, als wäre man inmitten einer Zarenparade. Mit Stolz wurde in Mos- kau der Ruf aus dem polnisch-russischen Kriege registriert:„Her mit Warschau!" Ain Schluß stammelte am Mikrophon der wieder in Gnaden von Stalin aufgenommene B u ch a r i n ein« Rede an das Ausland, die in den Worten ausklang: Kein Opfer ist für die Komintern vergebens. Das sollte wohl eine Entsck�'di- gung für die vielen Geopferten vom vorigen Jahre sein! Gandhi sott verhastei werden. Ebenso die englischen Journalisten, die es vorzeitig meldeten. London. 2. Mal. s Eigen berichbi Auf Grund der Meldung, daß die Arbeilcrregierung die V c r» Haftung des indischen Freiheilsführers Gandhi befchlosseu habe, hat die Londpner Polizei am Freitag bei verschiedenen Re. dqttioneu Erkundigungen eingezogen. Die Meldung von der bevorstehenden Verhaftung Gandhis wird von de» Behörden als V« r- lehung de» Gesetzes betrachtet, das wichtige Slaak». geheim niffe vor Veröfsenlilchnng zu schützen sucht. Es ver- lautet, daß Verhaftungen von englischen Zonrna- listen unmittelbar bevorstehen, Schober in London. Unterredung mit Heuderson. London, 2. Mai.(Eigenbericht.) Bundeskanzler S cho b e r, der am Freilag vormittag seine erst« Unterredung mit Außenminister Herders ov hatte, gab den Ver- tretern der Pvesse in englischer Sprache«ine länger« Darstellung der Gründe seines Besuches und seiner Politik. Er bezeichnet« seinen Besuch als einen Akt der Höflichkeit und als Ausdruck der Dank- barkeit für die Hilf«, die England Oesterreich auf der H a a g e r Konserenz geleistet hat. lieber seine Unterredung mit Außenminister Henderson, dessen freundliche Haltung gegenüber Oesterreich Schober wiederholt be- sonders unterstrich, hüllte sich Schober in S ch w«igen. Er erwähnte lediglich, daß er mit dem britischen Außenminister eine längere Unterredung über die österreichische Situation gehabt hätte und fühlt sich berechtigt, diese Aussprach« als sehr befri«diZend zu bezeichnen. Er habe Henderson die inner« Lage Oesterreichs er- klärt und glaube feststellen zu dürfen, daß der britische Minister ihn völlig verstanden habe. Nach Schobers Darstellung ist bei der Unter- redung die Frage der inneren Abrüstung noch nicht ge- streift worden. Ein Londoner Korrespondent fragt« den Bundeskanzler, ob es Tatsache sei, daß die Regierung eine„Legalisierung" der ver- schiedenen Verbände im Rahmen einer Milizorgan isaticn plane. Der Bundeskanzler antwortete wörtlich:„Es kann sein, daß es Leute gibt, die diesen Plan fördern. Di« Regierung weiß jedoch nichts davon."_ Verneutl im Lessing-Theaier. Frau Peters hat einen Geliebten. Vernsuil als Hauptdarsteller und gern begrüßter Gast im eigenen Stück. Die Pointen, die er erfindet, sind pikant. Sein« Schauspieler- tunst ist schwerfälliger und trotzdem interessant. M. H. (Gewerkschaftliches siehe 2. Beilage.) LerantwortNch«Bi Politil:?r. Curt Seq»: Wirtichaki!®. BlinncIS-fn; VewerkschaU-beweaung: Z. etcin«; SmiEtlon: Jt 6. DSschcr: Lotali» und Sonlliaee isril, ttarflädt! älnjciocn; Sil. Slock«' lamtlick in Berlin. Berlage Borwärls-ZZerla« S. m d. L. Berlin Druck: BorwSrls-Bullidruckcril und BerlaasaiistaU Bau! Singer u. Co., Berlin SW SS. Lindcnstratii t ftlmn S Btiloaca..Untrihalt-ng und Wisse-' und �Ztadtb-ilogc' Reichseisenbahmat für Tanserhöhmg. Erhöhung der personeniarife.— Die Regierung hat das Wort. -. Der Reichseiseichahnrät befaßt« sich in den letzten beiden Tagen mit der Forderung der Reichsbahn, die Personen- und Frqchttarise abermals zu erhöhen. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hatte die Reichsbahuverwaltung den Antrag auf Tarif- erhöhung gestellt, war jedoch von der Regierung Hermann Müller abgewiesen worden. Im Februar dieses Jahres erneuerte die Reichsbcchnverwaltung ihren Antrag, der in der gesamten Oeffent- lichkeit auf stärksten Widerstand stieß. Die Entschließung des Reichsbahnrates empfiehlt der Re- gierung, die beantragte Tariferhöhung für Stückgüter, Expreßgut und Gepäck zu genehmigen. Außerdem sollen die personeukiirife des allgemeinen Verkehrs erhöht werden, um der Reichsbahn mit der Frachtoerteuerung zusammen insgesamt eine Mehrewnahme von 150 Millionen zu sichern. Ferner empfahl der Reichseifenbahnrat in Anbetracht der wachsenden Konkurrenz des Kraftwagcnverkehrs eine gleich- mäßige Belastung aller im Wettbewerb stehenden Verkehrsmittel zugunsten der Reichsbahn. Schließlich sollen der Reichsregierung Borschläg« unterbreitet werden, um die Reichsbahn von der B e- sörderungssteuer und den politischen Pensionen zu e n t l a st e n, um aus diese Art der Reichsbahn eine künftige Herab- setzung der Tarife zu ermöglichen. Wenn sich also die Reichsregierunz nicht noch in zwölster Stunde eines besseren besinnt, wird di« schon fast unerträgliche Teuerung der Person ensohrten und Güterfrachten abermals eine Mehrbe- lastung von etwa 7 bis 9 Prozent«rsahreu. Herr von Guerard übertrieb in seiner Beiratseds unseres Erachtens die Derschlechte- rung der Wirtschastlage bei der Reichsbahn im vergangenen Jahr erheblich Der erst vor wenigen Tagen veröffentlicht« Jahresabschluß der Reichsbahn für 1929 zeigt, daß das Unternehmen nach Erfüllung seiner Rcparationsverpflichtungon sogar noch«inen höheren Ueberschuß aufweisen tonnt« als 1928. Wenn der Minister ferner tont«, daß zur Zeit an eine finanzielle Entlastung der Reichs- bahn aus dem Ertrage der Beförderungssteuer nicht zu denken sei. aus der anderen Seit« aber die unbedingte Notwendigkeit finan- zieller Leistungsfähigkeit der Reichsbahn hervorhob, so lassen diese Ausführungen bereits«rkeimeu, daß der Reichsoerkehrsminister an seiner früheren ablehnenden Haltung gegenüber einer Verteuerung der Tarif« einfach nicht mehr festhält. Es hieße aber den Teufel durch Beelzebub austreiben, wenn man glaubt, di« Verlust« aus dem jetzt rückgängigen Güterverkehr durch ein« Verteuerung der Tarif« ausgleichen zu können. Wie war es mit der legten Tariferhöhunz im Herbst 1928? Die Reichsbahn oerjprach sich Millionen Mehreinnahmen aus der Herauffchrauhung der Personentarise, und das Ergebnis war, daß sich im letzten Jahr di« Einnahmen aus dem Personen- verkehr von 1,44 aus 1,42 Milliarden verringert haben. Bei der durch die anhaltend groß« Arbeitslosigkeit so stark geschwächten Massenkaufkraft wird die Reaktion auf«ine nochmalig« Herauf- schraubung der Personentarife sich noch weit stärker auswirken. Wir haben bereits bei der Besprechung des Jahresabschlusses der Reichsbahn daraus hingewieosn, haß die Frage von der Reichs- regi«rung sehr ernsthaft zu prüsen sei, ob die 5 00 Millionen aus der Ausgleichsreserve, die von der Reichsbahn in Bankguthaben flüssig gehalten werden, nicht zur Behebung der Finanzschwierigkeiten des Unternehmens herangezogen werden sollen. Es ist ein Unding, daß die Reichsbahn nach der Neu- regelung der Reparationsfrag««ine derart enorme Summe ihrem Betrieb entzogen hat und andererseits der schwer daniederliegenden Wirtschaft neu« Belastungen auserlegen will. Max Maureubrecher gestorben. Stilles Ende eines Wandelbaren. Dar einigen Tagen erkrankte der evangelische Pfarrer eines kleinen thüringischen Waldortes Mengersgereuth an Blinddarm- «ntzündung. Man bracht» ihn noch Arnstadt zur Operation, aber es war zu spät— und so meldeten gestern abend die Telegraphen- agenturen, daß Max Maurenbr«cher, der einst vielgenannte Nationalsoziale, Sozialdemokrat, Alldeutsche. Theologe, freireligiöse Prediger und dann wieder Pfarrer, gestorben ist. Unter den Jüngern Naumanns war Maurenbrecher— feit 1899 Redakteur der.Hilfe"— di« glänzendste oder wenigstens di« blendendste Erscheinung. Den ausgezeichneten Schriftsteller, den bezwingenden Redner nahm nach dem Zerfall der Nationalfoziakn die Sozialdemokratische Partei gerne auf, und es war k«in Ge- ringerer als August Bebel, der den Neuankömmling lebhast för- derte. In jener ersten Zeit seiner Partestätigkest schrieb er sein« berühmt gewordene.Hohenzollernlegende", die man heute als eines der grundlegenden Bücher der deutschen republikanischen Literatur bezeichnen kann. In den Richtungskämpfen der Partei warf sich Maurenbrecher später auf die Rechte, und sein Te:n- perament trieb ihn über diese hinaus. Er entdeckte nun 1913 den alten marine« und kolonialfreundlichen Natwnglsozialen in sich und verließ die Partei. Während des Krieges schloß er sich dann der Daterlandspartei und den Alldeutschen an, er wurde wieder Monarchist und übernahm im Jahre 1921 di« Redaktion der „Deutschen Zeitung" Doch gab es auch dort Meinungsverschieden- Helten und Streitigkeiten» di« drei Jahre später zu seinem Aus- scheiden führten. Von da ab verzichtete Maureubrecher auf politisches Hervor- treten. Der einstige freireligiöse Prediger von Nürnberg war schon 1919 wieder zur Kirche zurückgekeht und vorübergehend in Dresden Pfarrer gewesen. Jetzt nahm er eine kleine Pfarrstelle in Thüringen an. und sechs Jahre lang war in der großen Oeffentllch- lest von ihm nicht mehr die Rede. Diese politische Resignation, die ein verworrenes Leben abschließt, wirkt einigermaßen versöhnend. denn in ihr scheint ein Stück Selbsterkenntnis zu liegen, die Er- kenntnis, daß große Gelehrsamkeit und glänzend« formal« Ta'em« fehlend« Charaktereigenschaften in der Politik nicht»r- setzen können. Ein Hallloser, van innerer Unrast Getriebener hat mm die letzt« Ruhe gefunden. Jtr. 204» 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Sonnabend, 3. Mai 1930 Dachstuhlbrand in Tempelhof. Ein Keuerwehrbeamter durch Rauchgase betäubt. Die Feuerwehr wurde iu den gestrigen frühen Nachmittags- ftunden»ach der Ringbahn st ruhe 42 in Tempclhos alarmiert, wo im Dachgeschoß eines Fabrikgebäudes aus bisher noch unbekannter Ursache ein großes Feuer ausgebrochen war. Ms die Gefahr bemerkt wurde, hatten die Nammen schon so weit tan sich gegriffen, daß gleich vier Löschzüge an die Brand- stelle beordert werden mußten. Das Feuer fand an cholzkisten, Verpackungsmateriat und dem ausgetrockneten DachgebäU reich« Nahrung. Es bedurfte großer Anstrengungen, um den Brand- Herd einzudämmen. Aus vier Rohren wurden die Wassermengen in das N«mmertm«er geschleudert. Leider ist im Verlauf« der Lösch- attton auch wieder«in Feuerwehrmann erheblich zu Schaden gekommen. Der Feuerwehrbeamte Bös« von der Wache Tempel- Hof erlitt eine schwere Rauchvergiftung. Samariter ließen ihm die erste chits« zuteil werden. Bis in die späten Abendstunden blieb noch ein« Brandwach« in der Ringvahnstrahc zurück. Der Schaden ist erheblich. Ein zweites Feuer rief die Feuerwehr knapp eine Stunde später nach dem Güterbahnhof Tempelhof. Hier war ein mit Tyrf beladener Waggon in Brand geraten, dessen Ab- loschung infolge der starken Verqualmung einig« Schwierigkeiten bereitete. Ws Entstehungsursache wird Funkenflug vermutet. Wieder eine Nugzeugnottandung. Apparat schwer beschädigt, Pilot und Begleiter unverletzt. Gestera nachmittag mußte ein S portflugzeug im Grunewald eine Rotlandung vornehmen, wobei der Apparat schwer beschädigt wurde. Der Pilot und sein B e g l e i- ler blieben glücklicherweise unversehrt. Es handell sich um den Doppeldecker V 1291, ein Uoet- Flamingo, der dem preußischen Handelsministerium gehört. Wegen eines Motordefektes mußte das Flugzeug unweit des Stadions niedergehen, wobei sich die Maschin« überschlug. Die beiden Flugzeugführer Leopold und Thiede kamen, außer einigen Abschürfungen, mit dem Schrecken davon. «7 , An der Maiseier hatten auch wieder mehrer« Flugzeuge des „Sturmvogel", Flugverband der Werktätigen, zu Propagandastügen teilgenommen. Ein« der Maschinen,«in K l e m m- S p o r t f l u g- zeug, das von dem Piloten Gärtner gesteuett wurde, erlitt in großer Höhe über der Stadt plötzlich einen Motorschaden. Der Führer hatte die Geistesgegenwart, in einem sehr langen und flachen Gleitflug nach einem geeigne ein Landungsplatz zu suchen. Er er- reichte noch glücklich den Polizeisportplatz in der Chaussee st raße, die Maschin« setzte aber so hart aus, daß das Fahrgestell zertrümmert wurde und der Motor heraus. brach. Gärtner, der erstaunlicherweise nur leichte Verletzungen er- litten hatte, erhielt aus der Polizeisanitätsstelle erste Hitfe. Vriiüer Saß vor dem Vernehmungsrichier. Sie denken: Schweigen ist Gold! Die bei dem Einbruch in der Flemmingstr. 1 in Moabit aus frischer Tal seslgenonunenen Brüder Franz und Erich Saß sind gestern dem Bernehmungs- richler im Polizeipräsidium vorgeführt worden. Bei ihren bisherigen polizeilichen Vernehnumgen haben sich die Festgenommenen beharrlich in Stillschweigen gehüllt und es besteht wohl auch wenig Aussicht, daß sie ihre Taktik ändern werden. Ob das gegen die beiden Saß' vorliegende Material zum Erlaß eines Haftbefehls beweiskräftig gemig ist, scheint immer- hin etwas fraglich. So viel kann wohl schon jetzt mit Bestimmtheit angenommen werden, daß ihr«„u n t« r i r d i j ch« Arbeit" nicht dem Müllerschen Zigarrengefchäft, sondern anderen Zwecken und Zielen gegolten hat. Solche Anfangerarbeit ist diesen gewiegten Leuten nicht zuzutrauen. Wie weiter mitgeteilt wird, ist der sonst scharf« Wachhund des Zigarrenhändlers fest Tagen vor dem Einbruch völlig teilnahms» los. Es soll nun ein« Untersuchung des Tieres vorgenommen wer- den, da vermutet wird, daß dem Hund Gift gereicht worden ist. Selbstmord auf hoher See. Ein Passagier per„Europa" ins Meer gesprungen. Wie erst jetzt bekannt wird, hat sich aus der„E u r o p a" wäh- rend ihrer letzten Fahrt von New Aork nach Bremerhaven aus hoher See ein S e l b st m o r d ereignet. Ein Pastagier der dritten Klaste namens Karlg sprang plötzlich über Bord und ertrank, obwohl der Dampfer sofort Rettungsboote aussetzte. Entgegen anders lautenden Nachrichten soll es sich nicht um einen Beamten des Norddeutschen Lloyds handeln. Das Motiv des Selbstmords ist noch unbekannt. Die„Europa" traf gestern Mittag in Bremerhaven«in, wo den Behörden Meldung erstattet wurde. Tornado über Amerika. Viele Todesopfer.— Häuser massenweise zerstört. New Jork, 2. Mal. Durch einen Dirbelsturm wurden am Donnerstag nenn Staaten de» mittleren Westens heimgesucht. 2 6 Personen kamen ums Leben, während zahlreiche verletzt wurden. Der Schaden geht in die Milllauen. Bon dem Wirbelsturm, der in Nebraska wütete, wurde auch das nordöstliche Kansas und die Umgebung von Milwaukee heim- gesucht. Im Staate Nebraska wurden durch den Tornado, der eine 120 Kilometer lange Zickzackbahn riß, zahlreiche Häuser völlig zerstört, so daß genaue Angaben über Verluste an Menschenleben und Vieh erst allmählich eintreffen werden. In Tekamah wurden nach den bisher vorliegenden Meldungen sechs Personen getötet und eine große Anzahl schwer verletzt, in Tecnmsey wurden drei Personen getötet und hundert verletzt. Im Staate Kairsas ist besonders die Stadt Winchester schwer mit- genommen worden. Um Mitternacht sind Aerzt« und Rettungswagen aus den umliegenden Städten dorthin abgegangen- Nach heute früh vorliegenden Meldungen beträgt die Zahl der Toten in Kansas und Nebraska 17, die der Vermißten sechs. Auch andere Staaten des mittleren Westens haben durch Wo lkenbrüche und schwere Stürme großen Schaden erlitten. In Minnesota wurden fünf Personen getötet._ Blutige Maifeier in Havanna. vjlew Jork. 2. Mai. Meldungen aus Havanna zufolge verursachten die Kommunisten am gestrigen 1. Mai schwere Unruhen. Zwei Personen wurden getötet und 14 schwer verletzt, darunter zwei Frauen. Der Zeppelin von seiner Schweizer Fahrt zurückgekehrt. Heute nachmittaa landete das Lustschiff„Graf Zeppelin" aus seiner Rück- kehr von der Schweizer Fahrt glatt aus dein Werftgelönde in Friednchshasen. Immer wieder Giftgas. Zwei Arbeiter erstickt.- Gasmasken unwirksam. Amsterdam, 2. Mas. Zu einer chemischen Fabrik in hei mond ereignete sich ein Unglück, dem zwei Arbeiter zum Opfer fielen. Durch das Springen einer Röhrenleitung füllten sich die Räume plötzlich mit einer großen Menge der erstickenden Trichlortetreleen- Gase. Die Belegschaft flüchtete. Ein Arbeiter halle jedoch bereits so viel Gas eingeatmet, daß er tot zusammenbrach. Ein anderer Arbeiter, der ihn retten wollte, kehrte ebenfalls nicht mehr lebend zurück. Bei den Reltungsoersu6)en für die beiden verunglückten spielten sich dramatische Szenen ab. Mehrere Arbeiter, die selbst bereits bei den versuchen, in das Gebäude wieder einzudringen, dem Er- stickungstode nahe gekommen waren, hielten den Direktor der Fabrik. einen Arzt und einen Polizeibeamten mit Gewalt vom Betreten des Gebäudes ab. Die drei wagten sich trotzdem vor. brachen aber in den giftigen Dämpfen alsbald bewußtlos zusammen. Die Gasmasken der Feuerwehr erwiesen sich als unzureichend. Erst nachdem die Feuerwehrleute Sauerstoffapparate genommen hatten, gelang es. die drei Ohnmächtigen in Sicherheit zu bringen und wieder ins Bewußtsein zurückzuführen. Die Fabrik muß vorläufig stillgelegt werden. Stadtschulrai gegen Verleumdungen. Das Kesseltreiben gegen Tlydadl. Die üblen P ro v ist o nsg e schä ft e des schwer belasteten Stadtoberinspektors Borchardt sind der Rechtpresse Anlaß zu einem systematischen Kesseltreiben gegen den sozialdemo- kratischen Stadtschulrat. Man schreckt dabei vieder einmal selbst vor den Mitteln niedrig st er Verleumdung nicht zurück. So spricht ein Rechtsblatt davon, daß sich Nydahl bei der Be- stellung vou Reliefs- und sonstigen Landkarten persönliche Vorteile verschafft Hab«. Der Stadtschulrat, dessen Befinden sich etwas ge- bessert hat, erklärt uns hierzu, daß alle diese Behauptungen erlogen seien, er werde nunmehr durch Rechtsanwalt Genosten Lands» berg mit Stellung von Strafanträgen gegen die Ver» leumder vorgehen. Di«„Deutsche Zeitung" hatte davon gesprochen, daß der Stadt- schulrot für seine Beamten niemals zu sprechen gewesen sei. Tat- jache ist, so erklärt uns Nydahl, daß er für jedermann stets zu sprechen war. Die Lehrerschaft Hab« von dieser Möglichkeit auch reichlich Gebrauch gemacht. Die Behaupttmg, daß er an der Be- stellung von Landkarten persönlich beteiligt gewesen sei, weist Nydahl e n t r ü st c t zurück. Die Reliefkarten, die er aller- dings für gut und zweckmäßig halt«, sind bereits bestellt worden, als noch Stadtrat De nicke die Geschäft« des Stadtschulrates führte. Ihre Lieferung geschah gemäß eines Beschlusses der Deputation des Magistrates. Der Stadtschulrat erklärt uns, daß er nicht eine einzige Landkarte persönlich habe anschaffen lasten; mit der Beschaffung dieser Karten habe er überhaupt nichts zu tun gehabt. Die An- schasfung fei Aufgabe der einzelnen Schulen, die dafür die Mittel überwiesen erhalten. Bewag-Zlnleihe auch in Holland untergebracht. Der 1 Million Dollar bettagende holländische Abschnitt ber Kprozentigen Obligationsanleihe der Bewag— Berliner Städtische Elektrizitätswerke AG.— ist in Holland v o l k o m m e n untergebracht worden. „Das Reichsgericht als Scherbengericht gegen den deutschen Städtebau." Stadtbaurat Dr.-Jng. Martin Wagner hat zu dem Reichsgerichtsurteil über die Entschädigungspslicht bei Ausweisung von Freiflächen eine Denkschrift herausqe- bracht. Die Broschüre, die als Anhang den genauen Wortlaut des bedeutsamen Urteils enthält, ist im Selbstvcrlaa des Berfasiers erschienen und kann zum Preise von 4 M. im Stadthaus erworben werden. Wir werden auf die Denkschrist noch ausführlich eingehen. v0* EstherGrenen „Fällt mir nicht ein. Mette Fredriksen ist keine alte Schwatzliese, und wenn das Mädel nicht selbst einen Zu- namen unter den Brief setzt, dann wird es wohl seine Gründe dazu haben." „Gründe, die keinesfalls ehrenhafter Natur fein können." „Jetzt paffen Sie mal auf, Jakoben. Alles laß ich mir denn doch nicht gefallen. Meine Gedurd hat auch einmal ein Ende. Wenn Sie mir jetzt auch noch das Mädel verun- glimpfen wollen, dieses liebe, gute arme Mädel, das sich die Augen ausgeweint, weil Ihr alle nur darauf aus seid, ihr das Lebensglück zu zerstören, jawohl, ihr das Lebensglück zu zer- stören und dann— den Jungen habt Ihr mir schon ganz ruiniert— verhungern muß er— man liest's ja im Amts- avis—" „Um Gottes willen, Frau Fredriksen, jetzt sangen Sie mir auch noch an zu weinen!" „Ich wein' nicht leicht, bei Gott, und Ihr seid es auch gar nicht wert, ganz anders reden müßte man mit Euch— o Gott, o Gott, das arme Mädel— ihr Lebensglück habt Ihr zerstört und das Bild— nicht einmal mir hat er es recht zeigen wollen— das Bild habt Ihr durch alle Z?'tuni"N geschleift. damit es von lüsternen Blicken—" Die Einvernahme wird abgebrochen Kgl. Amtsgericht Sandrup. 9. Juli 1929. gez. fj. G. Jakob en. ProtnhoU aufgenommen mit dem Zeugen Dr. Karl Henrik Manke.(Der Zeuge suchte selbst um seine Einoernahme an.) „Sieben eilige Eide Hab ich geschworen, diesen Raum hier nicht mehr freiwillig zu betreten. Und zu jedem andern war ich lieber gekommen, als gerade zu Ihnen, Iakobsen—" „Was ist denn los? Was ist denn schon wieder ge- lchehen?"> „2003 los ist Was geschehen ist? Nette Geschichten.> Doktor Manke geht zu Gericht, um vor Untersuchungsrichter H. G. Iakobsen ein Geständnis abzulegen. Doktor Karl Henrik Manke, der in seinem Leben noch nichts verschuldet hat. als ein paar kleine Autozusammenstöße. Doktor Manke kommt mit einem Geständnis." „Herr des Himmels, was haben Sie denn angestellt. Sicher haben Sie Fräulein Hasting—" „Den Kragen umgedreht, wollten Sie wohl sagen. Nein. Leider nicht. Aber das kommt noch. Verlassen Sie sich drauf, wenn Sie dem Unfug nicht bald ein Ende machen. Aber heut ist was anderes an der Reihe. Ein Geständnis. Schreiben Sie es nur auf, Fräulein Nielsen. Ihnen kann ich als Patientin wohl auch jetzt Lebewohl sagen. Sie werden nicht mehr zu einem so verworfenen alten Subjekt in Be- Handlung kommen wollen. Sie werden sich denken—" „Donnerwetter. Doktor Manke, lassen Sie doch meine Schriftführerin in Frieden. Es ist gang und gar unzulässig." „Ja, ja. ich rede ja schon nicht weiter. Warten Sie doch einen Augenblick. Sie gestatten doch, daß ich mir erst eine Zigarette... danke schön... also das Geständnis. Es fällt mir nicht leicht. Zu jedem andern wäre ich lieber gegangen, als gerade zu Ihnen Obwohl jeder andere— nehmen Sie es mir nicht übel— wahrscheinlich längst schon von selber drauf gekommen wäre—" „Zur Sache!" „Zur Sache, na schön. Meine Frau hat ihren Jungen, vorgestern entbunden, gute Geburt, da kann nichts mehr passieren. Ich will Ihnen also sagen—" „So schießen Sie doch schon endlich mal los!" „Ich will Ihnen sagen, wer mit � der Ossipowna im Badehäuschen von Aaresund gewesen ist." „Wer denn zum Teufel? .Herrgott, jetzt fragen Sie noch immer! Ich natürlich." „Sie?" ,Ja ich. Da ist nun einmal nicht? mehr zu wollen. Und ich bin auch der Mann im schwarzen Mantel, den Fährmann Hansen um �12 Uhr nachts mit der Fähre übergesetzt hat. Ich besitze nämlich auch einen schwarzen Mantel, und die Mode mit dem Gürtel in der Mitte machte ich leider Gottes auch mit. Weiß der Kuckuck, warum die Narren alle gleich überzeugt waren, es gäbe nur einen schwarzen Mantel aus der Insel." „Sie sind ja ganz sprachlos. Fassen Sie sich doch. Da bin ich. Und wenn Sie Lust haben, so lassen Sie mich gleich auch als Lustmörder verhaften." „Nein, Doktor Manke, das werde ich nicht tun. Sie sind kein Verbrecher." „So, woher wissen Sie das? Und woher wissen Sic. daß Torben Rift einer ist?" „Reden Sie keinen Unsinn. Sagen Sie mir lieber, was wollten Sie eigentlich dort mit dem Mädchen?" „Iakobsen, Sie sind wirklich ein Engel Gottes. Was will man mit einem jungen Mädchen, mit dem man nachts in einem luxuriösen Badehäuschen ein Rendezvous hat! Hören Sie weg, Fräulein Nielsen, oder nein, Sie können getrost auch zuhören. Die Ossipowna, die verfluchte kleine Range— ich hoffe immer noch, daß ihr nichts passiert ist. die Ossipowna also ist gar nicht so schrecklich verdorben, Die alle ihr nachsagen, mit mir war sie es einmal bestimmt nicht, leider, denn wie ich chr einen richtigen Kuß geben wollte. da schreit sie auf einmal: pfui, pfui, Sie riechen ja nach Wein. und gibt mir einen Tritt in den Bauch, diese Gans." „Doktor Manke!" „Lassen Sie nur, so was läßt sich eben nicht im Amtsstil erzählen. Ich ziehe also ab wie ein begossener Pudel, mache noch einen kleinen Krankenbesuch in Sändrup, wo. muß ich doch hoffentlich nicht auchjwzählen—" „Schon gut. Haben Sie eine Ahnung, wie die Ossipowna in den Besitz des Badehausschlüsscls gekommen ist?" „Fabelhaft! Ob ich keine Ahnung habe! Den hatte sie natürlich von mir." „Von Ihnen?" .,Ia, Sie heilige Unschuld. Wie lange leben Sie eigent- lich schon in unserer Stadt. Gewisse Gerüchte sind wohl nie an Ihr Ohr gedrungen?" „Ich interessiere mich nicht für Gerüchte." „Das ist aber nicht das rechte für einen Unterfuchungs- richter. Interessieren Sie sich nächstens mehr für Gerüchte, dann werden Sie weniger fragen müssen." . Woher hatten Sie also den Schlüssel?" „Den Schlüssel hatte ich von der Gräfin Aaresund, und die hatte ihn mir natürlich gegeben damit ich, der ich ein großer Freund der Einsamkeit bin, nach Herzenslust in dem stillen Badehäuschen allein baden oder allein aus chinesischen Täßchen Tee trinken kann. Sind Sie nun zufrieden?" „Ich muß wohl. Aber warum kommen Sie erst heute mit diesen Eröffnungen?"'Fortsetzung folgt.) wochmtä tndi Ausflüge tu die weitere Umgebung Ln das Nhinluch. Die Berlin— Homburger und die Ncuruppiner Bahnen um- schließen jene ireite Fläche des nördlichen Teils unserer Mark, die den Rainen Rhin- und 5)avelländlsch«s Luch trogen. Di« das Luch durchquerende Bahn Paulinenaue— Fchrbellin— Reurnppin macht sich das Lorhandcnsein des Ländchens Bellin zunutze, von den, einst, als dos Luch um diese trocken« Stell« noch eine Wasserfläche mar, die Fähr« ins Ruppinsche ging— daher de» Rain« Fehrbcllin für den vom Burgfiecken zur Stadt sich erhebenden Ort. Diese obere Luchfläche: das Rhinluch— wurde schon im IL. Jahr- hundert trockengelegt; die Fähre durch den Damm ersetzt. Der südliche Teil wurde zu Ansang des 18. Jahr- Hunderts entwässert. Einen W«rt hatte dos Luch für Berlin dadurch, daß er den vor zwei Menschenoltern üblichen Hansbrandtorf lieferte. Heute erlabt der Tors vielleicht eine Auferstehung durch die modernste Technik; Elektrizität— aber andere Kräslc sind am Werk, um das wegen feiner schlechten Grasarten und seiner spärlichen Ernten einst berüch» tigte Luch zur Kornkammer zu machen: die Moorsiedtung ist cneogtsch in Angriff genommen. Jetzt weidet Rindvieh ostpreußischer Edelrost« auf den wohlgcpslegten Wiesen und an Stelle der alten bescheidenen Gehöfte erheben sich stattliche Wirtschaften mit modernen Siloanlagen. Auch die Stadt Berlin hat sich dieser Entwicklung liebevoll angenomnwn. Zutritt zu dem Rhin- luch bieten die Station Damm trug nördlich von Iehrbellin, und Rodensleben, auf der Strecke nach Reuruppin. Der beid« Ort« oerbindende Weg(S Kilometer) berührt ab Radsnslcben gerechnet Alt-Friesack(nur ein Dorf und zwischen Ruppincr und Aütz- Tce gelegen— 1 Kilometer) und Wustrau(mit Park am Ruppiner See und Zieten-Erinnerungen— 3 Kilometer). Von Wustrau geht von Norden nach Süden durch das Luch eine Straß«, welche die von Westen nach Osten verlaufend« Straße Fehrbelli»— Kreminen kreuzt(13 Kilometer) und im nahm Flatow Anschluß an die Bahn Nauen— Kremmen bietet. Halbwegs geht von dieser Nord-Ost- Gchdil im Wustmucr Luch Straße links ein Weg zur Station Wall(5 Äilomciec) der Neu- ruppincr Bahnstrecke, jetzt ein« Hauptstalle der Moorkultur. Ein Zill sf lug hierher in der frischen Frühlingsluft mit Borttoß ins Luchgebiet und Abschluß in Wustrau oder in dem 2 Kilometer rechts von der Station gelegenen Rodeuslebcn, den, der 1877 verstorben« Ferdinand v. Quast— der„Jfeunst'-Ouast, ein« im preußischen Adel nicht häusig vorkommende Erscheinung— entstammte, oder gar mit Endpunkt in Reuruppin wird manches "Interessante Mtcir.••—-■......—---- Rechenschaft OberdieGrundstOckskäufe Gesamtvoriage des Magistrats.— Was wird die Bilanz ergeben? Al, die ersten Gerüchte von Unregelmäßigkeiten bei den aus Anlatz der Unlergrundbahnbaulm getätigten städtifchm Grund st ücksankäufen laut wurden, hat die sozialdemokratische Stadlverordnelensraltton den Atcglskral um Einbringung einer Gcsamlvorlage über die getäligtm Geschäfte ersucht. Diesem Erjuäzen kommt der Magistrat jetzt nach. indem er der Stadtverordnetenversammlung in einer V o r l o g e ein genaue» Bild des gesamten Komplexe» gibt. Uebcr die Entwicklung der Grundstuckskäuse gibt die Vorlage das folgende Bild: Die Stadt Bert in hatte in der Vorkriegszeit gemeinsam mit der Stabr Neukölln den Bau der Nordsüd- bahn begonnen, der während der Kriegszeit zum Stillstand kam. Sie übertrug die Fortführung dieses Beines im Jahre 1922 der zu diesem Zweck von ihr gemeinsam mit der Genieinschastsgruppe deiuschcr Hizpothekenbanken, der Hochbahngesellschast und dem Staate Preußen geg?ülck>eten Berliner Nordsüdbahn- Aktiengesellschaft. Diese Gesellschaft wurde als Eigentums- gesellschaft gegründet: auf sie ging die Bahneiicheit der Nordsüdbahn mit allen Anlagen, Grundstücken usw. über. Bereits bei der Her- stellung der Norüsüdbahnanlagrn, insbefouiere bei ihrer Durchführung nach Neukölln, stellte sich die Notwendigkeit Heraus, neben der Herstellung des reinen Bahntunnels auch grundstücksmählge Borbereitungen für den Bahnbau zu treffen. In den Jahren 1924 bis 1SZS hat deshalb die Nordsüdbahn selbständig am Hermann» platz große Hä:,serkomvlexe erworben, weil die Unterfahrung cieför Komplexe bei der Anlage der Untergnmdbahncn unwirtschafv- lich gewesen wäre und well außerdem gleichzeitig mit der Nieder- legung dieser Häuser die städtebauliche Neugestaltung an dieser Stelle in Angriff genommen werden konnle. Die Stadtver- o r d n e te n o e r sa m inlu n g hat im Jahre 1926, nach Zlbschluß dieser Kaufverträge,«ine Nachprüfung der dort vorgenommenen (Bruiiöstilcksaklionei, durchgeführt und beschlossen, daß gegen sie Einwendungen nicht zu erheben seien. Bei der weiteren Jortfichrung und Projektierung der Unter- gruichbahnbauten, die sich unter anderem aus den Beschlüssen der städtischen Körperschaften in den Jahren 1923—1926 über den Bau der ebenfalls während des Krieges zum Erliegen gekommenen so- genannten AEG.'BaHn(Gesundbrunnen— N-utöllnl und der Be- schÄsse eus den Jahren 1927—1928 über den Bau der Bahn Fried. drichsfelde— Lichtenberg— Wcxonderplotz«nlwlckeltsn. ergaben sich in Verbindung mit dau Erfordsrntiseu städtebaulicher Neugestaltung salgend« Gruppen von Grundstücksgeschästeu: A. Schnellbahn Gesundbrunnen— Neukölln. B. Schnellbahn Alexanderpwh— Friedrtchsfelde. C. NordsüddahnNntem D. Grundstücke am Zllolkenwärll. E. Slrnßendurchbruch GrunerstrichK— Zägerstraßc. F. Schnellbahn Alexanderplah— Steglitz. G. Grundstücke für verschiedene Zwecke. Di« Borlage geht dann aus d« einzelnen sich als notwendig er. inM«n*n AnkäÄfe ein und pellt dann fest: Der gesamte Buch, und Anschaffungswerl einschl. der zu einem Teil erheblichen Steuern belänst sich für sämtliche in den letzten Jahren erworbenen Grundstücke auf rund 14 4 ZK i l l i o. neu Mark. Davon sind durch Hypotheken gedeckt rund 30 Alillia- ncn; neue Investierungen ciaschllehlich Zinsen und Steuern sind in den letzten Jahren in höhe von rnnd 100 Millionen Mark ersolgt. Ihre Realisierung wird beschleunigt zu betreiben sein. Den Abschluß der Vorlage bildet ein genaues Verzeichnis sämtlicher Grundstücke, geordnet nach den oben angogebenci: ver- schiede nen Gruppen. E» sind jedesmal die Größe, der Eigentümer, Tag, Art und Zweck des Erwerbs, der Käufer, der Kaufpreis, Steuern, Notariats-, Gerichts- und Schiedsgerichtskosten, Provisionen, Gcstchungs-, Rauinuugs- mrd Abbruchskostei, detailliert angegeben. Von den Gesamtkosten in Höhe von 144476539,86 M. übernimmt die BVG. 67 794 464.79 M. und die Stadt 76 662 066.07 Mark. Hierzu treten noch die Kosten für Wirtschaft und Zinsen, die für den von der Stadt zu üb«rnehmend:n Teil 19 449 279,26 2K. betragen. Als Tag der Verrechnung gilt der 1. April 1939. Der Magistrat hat bereits bei der Einbringung des Haushalts angeküichigt, daß er eme sorgfältige Neuordnung des Grunderwerbs stock» nach wirtschaftlichen G«stchtspunttan unter Aufstellung einer ordnungsmäßigen Bilanz mit Gewinn- und Verlust rech mmg voniehinen wird. Beratung des Polizeietats. Der Haushaltsausschuß der Stadtverordnetenoersamm- lnng stimmte in seiner gestrigen Sitzung über die zum Polizei- etat vorliegenden Anträge ab. Sämtliche Anträge der kommu- nistischcn Fraktion auf Streichung der Mittel für die Polizei wurden abgelehnt. Annahme fand ein Antrag, durch den der Magistrat ersucht wird, bis zur zweiten Lesung zu prüjen, ob eine Steuer- ordnung für Ausnahniegenehmigunge» über fünf Stockwerke(Auf- slockunZsstcuer) von der Stadt eingeführt werden kann und welcher Ertrag hierbei zu erwarten wäre. Der Ansatz für die Baupolizei- gebühren wurde von 21 999 M. auf 40090 M. erhöht, die Ansätze für die Woliimngspolizei wurden gestrichen. Der Ausschuß beendet« dann die Beratung des Etats der Tiesdauverwaltung und trat in die Beratung des Hochbau etat» ein. Beschlüsse hierzu werden erst in der nächsten Sitzung gefaßt werden. Urteil im Prozeß Hackebeil. In dem Rechtsstreit, den die Hacksbell tb(3. gegen ihren früheren Aufsichtsratsvorsitzenden. Herrn Guido Hackebeil, angestrengt hat, ist nunmehr eine C n t- scheidung z-igunsten der Gesellschalt gefallen. Das Land- geeicht II, 6. Kaemner(für Handetsfochen). hat in seiner Sitzung vom I.Mai d. I. den durch Nechlsanwalt Dr. Gruner seinerzeit in oas Vermögen des Herrn C�iido Hackebeil ausgebrachten Arrest über«n« Million Reichsmark bestätigt. Jiiälirijt«»vchö«tt«ii».z>>lülän». gräillnn M-raatttZe «trag» 20, laruztt sefttes auf*üu siähri,» Tatigirit als tmai Bsv» SckMibe, B-rN« Zw. IS, vtidHMtJi. Buna in m Ganoven gegen Schupo. Oer Streit im Tanzlokal.— Gefängnis für die Ziowdys. Züns Schnpowachtmelster vergnügten sich in Zivil in einem Tauzlokal. Dort war auch der Kellner t~, der in einem Ganovcnlokal tätig ist. Er hatte die Beamten anscheinend erkannt und wollte sich au ihnen reiben. Ohne Anlaß begann er mit einem der Beamten, der gerade tanzte, einen Streit und gab dem Wachtmeister«in« O h r s c- g e. Di« Folge war, daß der Raufbold hinausgeworfen wurde. L. eilte in«ine gegem'tberliegende Wirtschaft und rief einen besreundeten Ganovenoerein an. Kurz daraus fuhren Zw«! Autos ppr dem Tanzlokal vor und 10 bis 12 Personen stürmten herein, die sich unter Zlnsührung von L. aus di« Polizeiwach:- meister stürzten und aus die-se einschlugen. Ein Bcantter er- hielt«in« erheblich« Stichwunde im Gesicht. Wegen dieser 'Ausschreitungen waren gastern vier Personen vor dem Schössen- gericht Berlin-Mitte wegen gefährlicher Körper- Verletzung angeklagt. Unter der Anklag« befand sich auch der Zirkusathlet M., der aber nicht erschienen war. er soll ougenblick- lich in Polen austreten. Das Verfahren gegen ihn wurde daher abgetrennt. L. erhielt sechs Monate Gesängnis, der mstan geklag!« B. drei Monat« Gesängnis, walzrend ein weiterer Angeklagter freigesprochen werden mußte, da er nicht einwandfrei wieder- erkannt worden war._ Nrauereiarbeiier durch Gas betäubt. Ammoniakgasrohrbruch in Brauerei Löwen-Döhmisch. Bei Reparakurarbeilen in den Eisbereikungsaulagen der Brauerei Löweu-Bähmijch in der Landsberger Allee 11 wur- den gestern früh vier Arbeiter durch ausströmende Ammoniakgafe betäubt. Die Verunglückten wurden durch die Feuerwehr in das Krankenhaus am Fricdrichshoin gebracht. Aus noch ungeklärter Ursache brach bei den Arbeiten ein Z u- l e i t u n g s r o h r, das zur Arnmouiakpresse führt. In wenigen Augenblicken strömten so starke Mengen des gefährlichen Ammoniak- gases aus der Bruchstelle, daß die vier Arbeiter, der 29jährige Artur Erdmann aus der Kleinen Augiiststraße, der HSjährige Hermann Schmiedicken aus der Landsberger Allee 11, der 53jährig« Willi Kunkel aus der Tilsiter Straße und der ö2jähnge Max Galle aus der Berliner Straße in Pankow, bewußtlos zu Boden sanken. Die Feuerwehr wurde alarmiert und die Feuerwehrleute, die mit Speziolmaslcn ausgerüstet waren, holten die Verunglückten ins Freie. Die Wiederbelebungsversuch« waren glücklicherweise von Er« folg, doch muhten alle vier ins Krankenhaus gebracht werden. Lungvöltischer Bilderstürmer. Sin Potsdamer Schüler zerstörte das Ebert-Mld. Per einigen Tagen wurde, wie wir berichteten, das Bild des verstorbenen Reichspräsidenten Eberl, das im großen Potsdamer Waisenhaus hing, in der Spornstroß« in Potsdam zerrissen aufgefunden. Als Täter ist jetzt ein Schüler de» Waisenhauses festgestellt worden, der unumwunden zvgal', daß rechtsradikal eingestellt« Freunde, und zwor Schüler höherer Potsdamer Schulen, auf ihn einge- wirkt hatten. Wi« man weiterhin hört, sollen recht eig-nartig« Zu- stände in den höheren Potsdamer Schulen herrschen. Die Schüler haben sich damit gebrüstet, daß sie Unterricht an Maschinenge wehren nehmen und Handgranaten in ihren Schlaszimnien, haben. Eine Untersuchung wird hoffentlich bald volle Klarheit schaffen. Bei der allbekannten Feigheit der völkischen Kreise ist es durchaus wahrscheinlich, daß zukünftige Retter Deutschlands einen anderen zu«tner Missetat angestiftet haben, zu der st« selber kein« Traut« hatten-, ob diele selben jungen Menschen, die später einmal Gcstitiche. Juristen und Lehrer werden, tatsächlich sich an Maschinengewehren und mit Handgranaten ausbilden lassen, wird dann hoffentlich auch festgestellt werden. Goldfunde bei Kassel. Äor der Entstehung eines Golvbergbaues? In einem Eisenbergwert in der Gegend zwischen dem am ver- gaugencn Soimtag von einer Unwetterkatastrophe heimgesuchten Eovbach(Waldeck) und Kassel wurden erhebliche Mengen Berg- g o l d geschürst. Es fall die Ansicht bestehen, daß sich an dieser Stell« ein regelrechter Goldbergbau eruwickelt. Regierungspräsident Dr. Friedensburg schenkte dem Noturkundemuseum Kassel ein wertvolles Stück des in diesen Tagen gewonnenen Goldes, das ihm von dem Leiter der ersten Mutungen zur Verfügung ge- stellt worden ist. Die weiteren Mutungsarbeiten werden mit komplizierten Maschinen, wie sie in Kalifornien in Gebrauch stich, vor- genommen.___ Zm Auto verbrannt.- Zusammenstoß.— Oer ganze Wagen sofort in Klammen. haderslebev, 2. Mai. Das Auto des Vertreters einer nordschleswigschen Finna Holger Gammelgoard aus Wayens. Kreis Hadersleben, der sich auf einer Geschäftsreise in Jütlond befand, stieß zwischen Aarhu» und Dkauier- borg mit einem entgegenkommenden L a u st a u t o Hammen und wurde gegen einen Bamn geschleudert. Der ganze Wagen stand sofort in Flammen, da sich das Benzin entzündete. Gammelgaard, der sich nicht aus dem Auto zu retten vermochte, verbrannte. Tamtam um Hitler. Di« Nationotsozlolisten hielten gestern eine Versammlung im Sportpalast ab. zu der man sich Adolf Hitler lzochstpersöiüich ver. schrieben hatte. Herr Hitler ließ sich denn auch im Scheine riesiger Jupiterlampen emsprechenh„feiern". Di« neu« Parol, der nattonolscalattstischtn Bewegung ist nach ihm.Maum für unser Volk!" Nach bekanntem Vorbild seines großen Meisters erklärt» Hitler pathetisch: Es gebe kein Land, besten Boden Ewigieilsbesitz bleiben müsse- Wer viel habe, müis« dem Bedürftigen abgeben. Das deutsche Volk Hab« mehr Anrecht auf größeren Raum. als alle anderen Rationen in der Welt. Wenn die Forderung er- füllt werden sollte, bedürfe es der Zusammenballung der gesamten Nation. Der Nationatsoziolismus stelle«In Lokk aus, das das dritte Jahrtausend gestalten werde. Und das all« unter de« glorreiche« Zldolj! DORTMUND ESSEN DUISBURG MAGDEBURG FRANKFURT'Ym tFahr�anQ IdSO de-wid-XKiel allezi freuxMien ixnseres Ha.xjLses ixxid. clexieanL, die es-werden,-wollen. CopuriQht by Kurt Liaser Reklame 1930 Nachdruck von Wort und Bild verboten! N«%3staxi.dr 15 „Die Weite Welt", die Sonntags- Beüage des Berl. Lokal-Anzeigers, brachte neulichdiesen netten Witz: „ Warum werden eigentlich Goldene Hochzeiten so gefeiert, die Jubilare sind doch meist dann schon recht alt?*' „Ja, Junge, der Grund dazu ist die Freude, daß sie dann meist mit den Abzahlungen für ihre Möbel fertig sind!" Es ist nicht der einzige Scherz seiner Art Im Gegenteil:„Stottern", wie es im Volksmund heißt, ist ein sehr beliebtes, weil so dankbares Objekt aller Witzereisser. Allerdingsbeschäftigen sich die. se Witze nur mit der Dauer des Abzahlens und mit der Qual, des immerund immer zahlen müssen. Mit dem eigentlichen Einkauf beim„Stottern" beschäftigen sie sich nicht, wahrscheinlich, weil es dabei nichts zu lachen gibt! Immerhin, in dieser ernsten Zeit ist Lachen sicherlich der gesündeste Sport, und man sollte eigentlich den Erfindern des„Stot- terns" dankbar dafür sein, daß sie den Witzemdehern ein so reiches Feld derßetätigung geschaffen haben. Doch- leider-(das ist in den kaufmännischen Büros der ganzen Welt so üblich) beim Kalkulieren und beim Festsetzen der Preise hört das Witzemachen meistens auf. Das sollte jeder bedenken, der im Begriff steht, sich neue Kleidung zu kaufen. Es bleibe dahingestellt, wie hoch der Aufschlag auf den normalen Preis ist, der für Verzinsung, Risiko-Prämie und ähnliche Fakto- ren vom„Stotterer" verlangt wird. Unsere Kalkulation kennt jeden- falls solche verteuernden Momente nicht Und wir wissen, daß es unmöglich wäre, unsere so viel Geld sparenden, niedrigen Preise beizubehalten, noch auch annähernd so niedrige, würden wir von unserem System des Barzahlens abweichen. Barseid lacht 1 Das gilt nicht nur für den Verkäufer-- nein- es wirft seine beruhigenden, beglückenden Strahlen auch zurück auf den Käufer! plettc» sportliches Säckchcnlleld aus gutem Popeline. Da» elgeut- lich««leid ist ärwel. loa und in weiß ge» Halten, die einfarbige Jack« dagegen gibt's i» bleu, rot, körn und marine. 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Sie bekommen solche Mütze schon ab Oelr) isf mein ganzes Herzt feiert Ende dieses Monats seinen sechzigsten «Geburtstag. Wie oft haben wir uns an seinen herrlichen Melodien erfreut, und zum Herbst ist uns die Auferstehung einer älteren Operette unter dem Titel:„Schön ist die Welt" ver- sprechen worden. Aber um das festzustellen, brauchen wir wirk- lich nicht bis zum Herbst zu warten. Schön ist die Welt schon heute, und bis dahin wird sie noch schöner mit jedem Tag. Auch wir sind emsig bemüht, an diesem „schöner werden" mitzuhelfen. Die duftigen. bunt getupften Sciden-Kleidchen, die wir für Sie bereithalten, wirken selbst wie ein lustiger, fröhlicher Sommertag, und die leichten Mäntel werden Sie an kühlen Abenden wärmen, ohne lästig zu werden. Vor alle« trage» aber unsere Preis« dazu bei, Ihnen da« Leben immer leichter und da- durch schöner zu gestalten. Den» von unsere» Preise« kann man wohl mit vollem Recht sagen: sie sind zauberhaft nieöng. Bar... und wahr? j| Bar kauf heißt Spar kauf! Willst Du am I. Geld und Ruh? Stimm' nie der„Natenzahlung" zu! Was ist paradox? Wenn man zum Kapital noch Zinsen zu zahlt und das dann Abzahlung nennt. Sei sßarsam!! Wer wird denn fein Geld mit Selbstschneidern vergeuden — sich quälen und sich sorgen? Fertig kaufen! Das sitzt— das paßt— das kleidet— und das ist, wenn Sie es sich be! uns besorgen, viel, viel vorteilhafter �.eaneii Sie Jen? „... hm, hm, glauben Sie aber bitte nicht, daß ich meiner Tochter die ganze Mitgift gleich in bar mitgeben kann." „Das macht nichts, ich heirate Ihre Tochter auch aus Ratenzahlung." tHumor M auJIanMj Alle in dieser Seite enthaltenen Angebote stehen Ihnen ad Douuer»- tag früh bei uns zur Verfügung! Oranlenttr.40 Am OrtfilfeDlett Chauneettr.ll 3 königttraße 33 Belm Sutllncr tc.1nf-.of Ameanntiofi'qMndcrpuu Siarcs- twfe SPibm'WdrtBitf io de» bddes tioddtiten; Kfaifatr.» rbemicntr Zm Kahengebirge. Ein schlesisches Kleinod. Schlesien besitzt außer-den Sudeten, die mit dem Riesen-gebirge die zweithöchste Gebirgskette Deutschlands bilden, und seinem reiz- vollen Vorgebirgpland noch verschiedene interessante Äeingebirge. Eins der schönMr ist das Ka tzengebirge, das sich von der polnischen Grenze bis zur Oder nördlich von Breslau hinzieht. Ein Hügelland, mit Höhen bis zu 2K0 Meter, kaum Vergland zu nennen, reich an Denk- und Sehenswürdigkelten. Von früher Besiedlung zeugen viele Funde, die man aus prähistorischer Zeit gemacht hat, aus der Gennanenzeit und aus der späteren Slawenzeit Schlesiens. Ani Fuße des Katzengebirges fand man z. B. den prächtigen alt- germanischen Goldschmuck, der im Altertums- und Kunstgewerbemuseum von Breslau die Aufmerksamkeit des Besuchers erregt. Die machtvollen Eichen und die schönen Buchenwälder, die nameiitüch in den Tälern und an den Berglehnen zu finden sind, beispielsweise in Trebnitz oder in Skarsine, zeugen von der Urwüchsigkeit der Gegend. Meist ist der jetzige Forstbestand des Katzengebirges Mischwald: Eichen, Buchen und Fichten. Aber es finden sich auch Strecken meilenweiten Fichtenwaldes, so namentlich bei O b e r n i g k. In den Wäldern liegen kleine Städte vergraben, wie Groß- Wartenberg, dicht an der jetzigen polnischen Grenze mit Schloß und Park des Prinzen Biron von Kurland. Die Stadt selbst liegt dicht zusammengeschart mit Stadt mau-er rmd dem wuchtigen alten Stadtturm. Weiter ist Festenberg zu nennen, das durch seine handwerksmäßige Möbelherstellung bekannt geworden ist. Am Rande des Katzengebirges locken die alten Städte O e l s mit seinem wohlerhaltenen Renaissanceschloß aus dem 16. Jahrhundert, Nainslau und Bernstadt, ebenfalls mit alten Schlössern, zum Besuch. Der Mittelpunkt des Katzengebirges ist die Badestadt Trebnitz, bekannt durch ihr« Moorbäder und stark eisenhaltigen Quellen. Trebnitz liegt, umrahmt von den Höhen des Kleingebirges, anmutig in einem Tal gebettet. Ueber der Stadt erhebt sich ein altes Kloster mit schöner Kirche. Ein reizendes Neines Bad im Katzengebirge war einmal Skarsine. Vor hundert Iahren war es„demicr cri" und wurde begeistert von Poeten gefeiert. Heute sind die Badeanlagen ver- fallen und es ist nur noch Sommerfrische. Aufwärts entwickelt hat sich in den letzten Iahren als Luftkurort und Bad O b e r n i g k, das von Breslau wie von Trebnitz in kurzer Zeit zu erreichen ist. Als Luftkurort mit dem Bad Sitten ist Obernigk sehr geschätzt, zmnal der Ort gute Sanatorien besitzt. Prächtig ist eine Wanderung von Trebnitz nach Obernigk oder umgekehrt, namentlich zurZeit der Kirschblüte, etwa Anfang bis Mitte Mai. Dann steht das Katzengebirge ganz im Zeichen des Frühlings. Die Landstraßen sind gesäumt von duftenden, �weißen Blütenkronen! Eine Fahrt durch das Katzengebirge über Skarsine, Trebnitz, Obernigk ist gerade in dieser Frühlingszeit besonders lohnend. Von Obernigk rur Oder hinüber zieht sich dichter Wald, so nach Dyhernfurth, einer kleinen Stadt, in der sich ein Schloß mn Ufer der Oder mitten im Oderwalde erhebt. In der Nachbarschaft Au ras gibt es eine alte Wasserburg. Das Katzengebirge endet an der Oder bei Leu b u s. Hier steht inmitten prächtiger Waldungen ein im 12. Jahrhundert gegründetes Kloster, lieber den Wäldern der Umgebung des Klosters steigt der Weinberg von Leubus, die letzte Höhe des Katzen- gebirges, auf. Sein Gipfel trägt eine alte Kirche mit künstlerischen Skulpturen und Gemälden. Bon der Höhe des Berges blickt man hinab auf den breiten Strom, die weit sich dehnenden Wälder und über sie hinweg auf die schlesischen Gebirge, die man vom Glatzer- bis zum Riesengebirg« überschauen kann. Kneippbad und Luflknrork Berneck i. F. Dort, wo am West- rande des Granitmafsivs des Fichtelgebirges der Main ans dem reizvollen Goldinühletole, das auf beiden Seiten von Nadel- und Laubwäldern tragenden Höhen eingeengt wird, durch das höhen- flankierte Tor h-maustrttt in weite Wiesenauen und m einem ge- waldigen Bogen sich seinen Lauf bahnt, um zwischen der Frän- tischen Schweiz, ,chem Iurakalkstcinlaird mit seüien wildprächtigen Spaltentälern" und dem Frankenwald, mit seinen Schiefergesteinen, langen Engtälcrn und endlosen Fichtenwäldern, bis Bamberg und weiter.zu den Reblwngen, Main- und Wcinfrankens zu eilen, da liegt Berneck. Doch den unausschöpflichen Reichtum Bernecks an landschaftlichen Reizen bietet ein Seitental des Mains,„das perler»- reiche Oelschnitztal", das von keiner anderen Parti« des Fichtel- gebirges an Schönheiten übertroffen wird. In Berneck gibt es eine Kneippkurbadeanstalt, die von einem Facharzt getreis- (ich nach den Grundsätzen des Begründers dieser natürlichen Heft- weise geleitet wird. Wer Sommerfrischen- oder Kneippkurausent- hast plant, verlange kostenlos ausführliche Prospekte von der städti- schen Kurverwaltung Berneck i. F. Das Sol- und Moorbad Lüneburg nimmt unter den Bädern, die der Heilung der Erkrankungen der Luftwege dienen, eine hervor- ragende Stellung ein. Die natürliche Sole wird neben dem Gs- brauch zu heilkräftigen Bädern durch neuzeitliche Apparate in den Einzel- und Gesellschaftsinhalatorien zerstäubt und für erfolgreiche Jnhalationskuren verwendet. Für Freiluftinhalation befinden sich im Kurpark die Gradierwerkanlagen. In diesem Jahre werden besonders Jod-Solbäder mit gutem Erfolg verabreicht, deren An- Wendung in Verbindung mit dem Lüneburger Jod-Billungbrunnen eine vorzügliche Wirkung ausüben. Der ausführliche Prospekt des Bades mft Wohnungsliste wird allen Interessenten kostenlos durch die Badeverwaltung. Lindenstr. 45, übersandt. Verkehr in Rübeland. Wider alles Erwarten war der Ver- kehr in Rübeland trotz der wenig versprechenden Witterung wäh- rend der Ostertage derart lebhaft, daß die Vorjahre wiederum um ein Erhebliches überschritten worden sind. Die weltberühmten Rübeländer Tropf st einHöhlen üben eben immer wieder ihre Macht als Anziehungspunkt auf das wander- und reiselustige Publikum aus. Daß Rübeland überhaupt in den letzten zwei Jahren diesen Auffchwuna nehmen konnte, soll insbesondere wiederHoll der Direktion der Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn gedankt sein, die alle die Verbesserungen und Erweiterungen durch dm Ankauf und Abbruch des alten Hüttenbollwerkes erst ermöglichte. Der neue Bahnhof Rübeland-Tropfsteinhöhlcn ist zweifellos einer der schön- sten Bahnhöfe des Har.zgebietes geworden und wir können nur ledem Reise- und Wanderlustigen für die bevorstehende Reisezeit zurufen:„Auf nach Rübeland!" mustSkgllltigs Xursnstslten clsk' SÄcisvsnvsItimg Altheide Sanatorium mit eigenen Sprudelbädern. 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Mark erhöht: das Reich hat die Gesamtheit der neuen Aktien übernommen, nominell 23,2 Mill. Mark sind ober noch nicht eingezahlt und er- scheinen noch als Aktivum in der Viog-Bilanz. Gegenüber dem Vorjahr ist die gesetzliche Rücklage von 12,0 mn die über pari hinaus erzielte Kursdifferenz(agio) auf 30,8 Mill. Mark erhöht worden, und die Sonderrücklage ist mit 3,0 gegen 1,0 Mill. Mark im Vorjahr ausgewiesen. Dieser Steigerung des verantwortlichen Kapi» tals und der Reserven entspricht die Vermehrung des Postens Beteiligungen und Wertpapiere von 185,71 auf 240,22 Mill. Mark. Sie erklärt sich aus neu hinzugekoimnenen 30 Mill. Mark Aktien des erhöhten Kapitals der Reichs-Elektro- werke, ferner' aus der 12 Mill. Mark Kapitalerhöhung der Deutschen Industriewerke A.-G. Das Konto erhält außerdem noch 2.7 Mill. Mark festverzinsliche Wertpapiere. Verkauft wurde die klein« Betclligung an der ATG./Deutschc Werke A.-G., die jetzt Europa- Schreibmaschinen A.-G. heißt. In diesem Konto stecken— nach dem guten Stand der Tochterwerle— erhebliche stille Reserven. Zu den hauptsächlichen Tochtergesellschaften noch folgende Be- merkunge'n: Die Reichskredit A.-G. gehörte mit ihren 1323 von 66 auf 74 Milliarden gesteigerten Umsatz zu den rentabelsten deutschen Banken. Die R e i ch s- E l e k t r o we r k e sind— die angeschlossenen Unternehmungen eingerechnet— im Jahre 1929 der größte deutsche Stromerzeuger geworden. Die Er- zeugung stieg von 3,03 auf 3,44 Milliarden Kilowattstunden und übertrifft damit auch die des Konzerns der Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerke mit nur 3l4 Milliarden. Mit einer installierten Maschinenleistung von 730 000 Kilowatt ist die Elektrowerke A.-G. heute das größte Kraftwerk Europas überhaupt. In der Aluminium industrie ist das Reich mit seinen Werken heute noch in Deutschland und in Europa führend. Die etwa löpro- zentige Beteiligung bei der Berg-Heckmann-Selve A.-G. blieb nach 60 Proz. Dividende im Borjahr sür 1929 ohne Dividende. Die drei K a l k st i ck st o f f werke der Viag— die 47 Mill. Mark Aktien sind fast voll im Reichsbesttz— sind die Dividenden von 8, 6 und 6 Proz. gegen das Vorjahr unverändert. Die Deutsche Industrie-Werke A.-Gi in Spandau hat ihr neues Hütten- werk mit einer Stabeisenquote von 90 000 Tonnen mit Schmiede- preßwerk, Kleinpresscrei und Gießerei in Betrieb genommen. Eine Dividende für Spandau fehlt auch 1929 noch. Das O-Rad wird mit Erfolg wefter abgesetzt. Bei der Rheinischen Metall- waren- und Maschinenfabrik— 54 Proz. des 20.Mlll.- Kapital» sind beim Reich— wurde die Dividende van 6 auf 7 Proz. erhöht. Bei der Ilseder Hütte— 23 Proz. Rerchsbeteiligung von 64 Will. Mark— liegt der Abschluß noch nicht vor(im Vor- jähr 5% Proz.). Die Spinnereimaschinenfabrik und die Präzistons- werkzeugeiabrit in Bayern(Gesamtkapital 5 Mill. Mark, davon beim Reich 3,46 Mill. Mark) waren auch jetzt noch nicht rentabel zu machen, da besonders die Textilindustrie als Käufer noch nicht wieder austritt. Gegen das Vorjahr haben sich die D i v i d e nd e n e i nn ah- m e n der Biag aus den Beteiligungen van 15,13 auf 16,07 Mill. Mark erhöht: die Unkosten einschließlich Steuern sind mit 0,78 Mill. Mark gleichgeblieben, der vermehrte Zinsendienst hat 3,31 gegen 2,29 Mill. Mark verlangt, der Reingewinn ist mit 12,36 gegen 12,38 Mill. Mark gegen das Borjahr fast unverändert. Die vorgenommenen Kapitalerhöhungen bei den Tochtergesellschaften haben den Kapitalbedarf bisher noch nicht befriedigt, und die Viag hat infolgedessen noch Kapitalbedarf, der wohl demnächst befriedigt werden wird, sobald der Anleihemarkt sich voll übersehen läßt. Aus dem Reingewinn erhält das Reich ein«Dividende von 8 Proz. Der entsprechende Betrag von 10,4 Mill. Mark wird dan Rüich aber nicht ausgezahlt, sondern auf die noch aus- stehende Kapitaleinzohlung des Reiches angerechnet. Die Reserve erhält einen Betrag von 1,2 Mill. Mark und steigt damit auf volle 20 Proz. des 160-M!llioncn-Kapitals. Reichsbank wartet auf Arbeit. Wird die neue OiSkonifenknng sie bringen? Nachdem London, Paris und New Aork, die drei wichtigsten Kapitalmärkte der Welt, den Diskont noch ciiunal ermäßigt haben — in Frankreich ist er mit 2% Proz. der niedrigst« fest 1898— und nachdem Holland und die Schwefz bald folgen werden— Brüssel ging voran unh, Kopenhagen ist gestern gefolgt— wird auch die Reichsbank ihren Diskont bald auf 4!4 Proz. senken müssen. Jedenfalls gehört auch die Reichsbank gegenwärtig zu den Banken, die ihr Geld nicht los werden: als Notenbank kann sie nicht entfernt ihre Kreditmöglichkeiten ausschöpfen. Das zeigt auch der Reichs- bankau'Swe'is zum Aprilende. Die Inanspruchnahme der Reichsbank zum 30. April war verhältnismäßig minimal. Vom Reich wurden 77 Mill. Schatzwechsel auf- genommen: das ist der interessanteste Posten der April-Schluß- bilanz. Das Reich dürfte auch Kreugcrgeldsr abgezogen haben, die sich bei der Reichsbank noch befanden, so daß sich die Abnahme der Devisenbestände und zum Teil auch die Verringerung der sonstigen Aktiven um insgesamt 72 Mill. Mark daraus erklären dürften. Der Bestand an Handelswechseln stieg um nur 308,6 auf 1333,1 Mill.. das sind fast 800 Mill. weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Die Lombarddarlehen nahmen um nur 80,1 auf 135-5 Millionen zu, das sind 127 Millionen weniger als zur gleichen Zeit des Vorjahres. Wie i�imer zum Monatsschluß zeigten die unverzinslichen Gelder aus Girokonto ein« Abnahme um 195.9 auf 536,5 Mill. Der Notenumlauf stieg um 554,3 auf 4664,2 Mill.— ungefähr derselbe Stand wie im Vorjahr— die Goldbestände haben sich aber weiter um 8,4 aus 2565,5 Mill. erhöht, das sind 700 Mill. Mark mehr als zur gleichen Zeit des Vor- jahres. Mit 327,4 Mill. liegt der Devisenbestand vergleichsweise um eine Bertelm illiarde höher. Die Deckung der um- lausenden Noten ist mit 62 Proz. zum Manatsschluß rekordmäßig hoch und zeigt, wie stark die Reichsbank in normalen Geschäfts- zeiten ihre Kreditgewährung ausdehnen können. Daß es jetzt nicht geschieht und daß es auch bei einer wefteren Diskontsenkung viel- leicht mach nicht in dem wünschenswerten Maße geschieh«! wird, ist ein Zeichen dafür, wie stark die rückgängige Welttonjunk» tur eine neue Aufwärtsentwicklung der deutschen Wirtschaft h$mmt. Umso toller muß sich das auswirken, was die gegenwärtige Bnlning-Regierung Wirtschaftspolitik nennt. Alle Kräfte, die jetzt aufwärts führen könnten, Ausdehnung des inländischen Absatzes, Stärkung der deutschen Konkurrenzfähigkeft im Auslande, werden durch die Junker- und Mittel st andspolltik tot- geschlagen, die dieses Kabinett treiben muß, weil es den Ehrgeiz hat zu leben! �_ Ausländsanleihen der Industrie. Die deutsch« Industrie nützt die günstige Loge auf dem mterngtionalen Kapitalmarkt wieder zur Hereinnähme von g r ö h e- reu Auslandsanleihen aus. Die Phönix A.-G. für Berg» bau und Hüttenbetrieb läßt in Holland eine Oprozemig« Anleihe (Kurs 92 Proz.) über 20 Millionen holländische Gulden— rund 34 Millionen Mark auslegen und das Eisenwerk Maxnnilianhütt« nimmt ebenfalls in Holland eine Anleihe auf, und zwar über den Betrag von 10 Millionen Gulden— 17 Millionen Mark. Konsumvereine im März. Arbeitslosigkeit senlt den llmsah. Die Absatzentwicklung der Konsumvereine litt im Monat März wieder recht stark unter der Arbeitslosigkeit. Der durchschnittlich« Umsatz pro Kops und Woche ging gegenüber Februar von 8,80 W auf 8.76 M zurück und blieb gegenüber dem März vorigen Jahres, in den allerdings auch dos Ostersest fiel, so- gar um 82 Pf zurück Aus'diesen beachtlichen Rückgängen ergibt sich der Nachweis, wie stark Konjunkturrückgang und Arbeitslosigkeü auch ine Ernährung der Arbeiterschaft oerschlech- tym« der gmq überwiegend« HauptteS der Konfumumiätze fällt auf Lebensmittel. Dennoch wird man vorsichtig sein müsien mit der Annahme, daß die Konsumvereinsumsätz« überhaupt rück- gängig seien. Die fünft« Märzwoche(vom 31. März bis 5. April) brachte nämlich wieder einen Umsatz von 9-30 M. pro Mitglied. Das ist der höchste Wochenumsatz im Jahre 1SS0. Wie empfindlich der Konsum durch die Wirtschastsentwicklung betroffen wird, zeigt die Auswirkung in Sachsen. Dort ist vom Februar zum März ein Rückgang des wöchentlichen Mitgliedsumsotzes von 12-38 M. auf IIB?'M. eingetreten gegenüber einem Stande von 13,33 M. im März 1929. Daß die Ausnahmebesteucrung .der Krmsuwvereim in' �r.�Tat..ein..Derb.rach ewÄ.uch an der. V o l k s e'r ü ä h ru n g ist, das zeigen diese Daten in aller Deut- lichkeit. Llmschuldung der Kommunen. Anleihen der Deutschen Girozentrale. Die immer günstigere Entwicklung des deutschen Kapitalmarktes kommt der Um wa ndlungderkurzfristigenG e mei n de- schulden in langfristig« Anleiheschulden sehr zugute. Die Anfang April dieses Jahres zum Verkauf aufgelegte 10-Millionen- Anleih« des Deutschen Sparkassen, und Girooerbandes. die aus- schließlich Verwendung für die Konsolidierung kurzfristiger Kam- munalkredite finden wird, wurde im Inland« ausverkauft. Zur weiteren Förderung der Umschuldungsaktton legt die Deutsche Girozentrale nunmehr den Restbetrag von 10 Millionen Mark der vom preußischen Staatsministerium früher genehmigten 50-Millionen- Anleihe zur Zeichnung auf. Auch diese 8prozentig« Anleihe kann zum Kurs« von 96 Proz. erworben werden, so daß die Verzinsung noch etwas über 8 Proz. liegt. Warenhäuser gegen Industrie.- Die Abwälzung der Ausnahmesteuer. In der Vorstandssitzung des Verbandes deutscher Waren- und Kaufhäuser wurde bedauert, daß mit dem Beschluß über die Sonder. st euer für Großbetriebe des Einzelhandels die wirtschoftspolftifche Einsicht der parteipolikschen Konstellation geopfert wurde. Sei es auch betlagenswert, so müsse die Sonder st euer doch auf die Lieferanten, das heißt auf die Ind u strie ab- gewälzt werdep, da bei der gegenwärtigen Wirtschaftslage der Konsum der breiten Massen nicht weiter belostet werden könne und die Gewinnspann« der Warenhäuser das eigen« Tragen der Sonder- steuer nicht erlaub«.(Jedenfalls sind die Warenhäuser wohl die Stärkeren!— D. R.) Der Verband hat seinen Mitgliedern empfohlen. neve Geschäfte nur unler Lerücksichliguvg dieser Abwälzung avf die llndvsirse abzuschließen. Den Bestrebungen zur Bildung einer Interessengemeinschaft, der von der Sonderstauer betrvftenen Betriebe, stehe der Verband sympathisch gegenüber. Trotz der schwierigen Abbauverhällnlsse in den Betrieben dieses Unternehmens sind auch hier die Leistungen je Mann und Schicht erheblich gestiegen. Während 1928 eine Gesamtbelegschaft von 1400 Mann 1,61 Mill. Tonnen Rohkohle förderte und 0,62 Mill. Tonnen Briketts produzierte, hat diesmal die um 100 Mann v« r- ringerte Belegschaft die Brikeltproduktion auf 0,64 und die Rohkohlenförderung auf 1,62 Mill. Tonnen g« st e i g e r t. 42 proz. Farbendividende. Weitere 2 proz. aus amerikanischen Freigabegeldern. Der deutsche Chemietrust, die Z. G. Aarbenivdusirie in Frankfurt a. die mit einem Gesamtkapital von über 1 Milliarde Mark das sioonzlell stärkste Ankernehmen in Denisch- lond darstellt, zahlt noch dem Beschluß des Aussichlsrals wie in den beiden Vorjahren wieder 12 Prozent Dividende. Nach den bisher vorliegenden Gewinnzifsern stellt sich der ans- gewiesene Reingewinn aus 104,5 gegen 118,4 Millionen Im Vorjahr, während 1927 sich der Reingewinn ans 100,8 Millionen Mark belirs. Für Abschreibungen sind diesmal rnnd 70.l gegen 71,7 Millionen abgesetzt worden. Dieses vorläufige Ergebnis läßt also bereits erkennen, daß der deutsche Chemietrust von der Vor- schlechterung der Wirtschaftslage im letzten Zahr nicht betros. sc» worden ist. Die deutschen Börsen, die bereits mit einer Di- nidendensenkung bei der 3. G. Forbenindustric gerechnet hatten, werden also sehr angenehm enttäuscht sein. Dies um so mehr, als die Verwaltung des Farbenlrusts aus den im letzten 3ahr ein- gegangenen amerikanischen Freigabegeldern in höhe von 2t Mil- lioncn Mark eine zusätzliche Dividende von Z Prozent zahlt, so daß sür 1929 insgesamt 14 Prozent viuideudc zur Verteilung gelangen. Diese etwas überrascheude Großzügigkeit des sonst nicht so sfeigiebigcn Farbcnlrusks ist zweifellos auf die starken Erschütterungen, denen der Kurs der Farbenakllen zeitweise ausgesetzt war. zurückzuführen. Weiter steigende Kaligewinne. Die deutsche Kaliindustrie Hot im Jahr« 1929 von der Verschlechterung der Wirischoiltslage noch fast nichts verspürt. Der 1928er Rekordabsatz von 14,01 Millionen Doppelzentnern ging 1929 nur um 1,4 Proz. zurück. Bei den führenden Kalikonzernen ist dennoch eine neue Gewimrsteigernng feffzuftellen. So konnte der Salzdethfurt- Aschersleben- Westeregeln. Kon- ze rn mit feinen rund 25 Prag, der deutschen Kaliproduktion seinen schon 1928 von 17,1 auf 22,7 Millionen gesteigerten Betriebsgewinn im Jothr« 1929 weiter auf 24-5 Millionen erhöhen. Der ausgewiesene Reingewinn stieg trotz verstärkter Zlbjchreibungen nach mehr. Mit 9-3 Millionen Mark im Jahre 1929 ist gegenüber 19 2 7 eine Reingewinn st eigerung von mehr als 50 Proz. zu verzeichnen. Salzdethfurt zahlt feinen Aktionären wieder 15 Proz� Aschersleben und Westeregeln zahlen wieder je 10 Proz. Dividende. Wie VraunkohZenherren abschreiben. Die Kapiialbildvng bei den peti'chekunternehmungen. Welchen Umfang die Kapitalbildung bei den o st e l b i s ch e n Braunkohlenkonzernen angenommen hat. beweist der jetzt verösfentlichte Abschluß der Phönix A.-G. für Braun- tohlenverwertung. Diese Gesellschaft, die als letztes Unter- nehmen der Petschekgruppe jetzt ihren Gcwinnabschluß für 1929 veröffentlicht, hat ihre Dividende mit 6 Proz. auf dem Stand der beiden vorhergehenden Jahre gelassen, obwohl auch dieses Unter- nehmen von der Braunkohlenkonjunktur sehr stark profitiert hat. Dafür sind die Abschreibungen, die schon in den Vorjahren fortgesetzt gesteigert wurden, diesmal weiterhin von. 0,83 auf 0,90 Mill. herausgeschraubt worden. Während sich der Ab schrei- bungssatz je geförderte Tonne Rohkohle 1927 noch auf 4 8,4 Pf. stellte, sich im folgenden Jahr sodann auf f a st 5 2 P f. erhöhte, ist er bei dem Abschluß sür das letzte Betriebsjahr quf 65,5 Pf. je Tonne angewachsen. Die schon sehr hohen Abschreibungssätze von 1927 sind also in den letzten beiden Jahren um rund 15 Proz. erhöht worden. Rentable Gtaaiszechen. Wie dem Amtlichen Preußischen Pressedienst mitgeteilt wird, bat die' dem■' Staat gehörende B e rgl-w e r t s g e f e l l s ch a f t HIbernia im Jahre 1929 einen Betriebsgewinn von 8,6 Degen 5,1 Mill. Mk. erzielt. Noch Absetzung von 5,1 Mill..Mk. für W- schrelbungen und 200 000 Mk. für den Reservefonds wird eine Divi- dende von 5 Proz. ausgeschüttet. Der Abschluß für 1928 blieb dioidendenlos. Die gleichfalls ftaotseigene Bergwerks A.-G. R c ck l i n g- hausen nimmt gleichfalls die Dividendenzahlung für das letzte Betriebsjahr mit 6 Proz. wieder auf. Bei diesem Unter- nehmen hat sich der Betriebsgewinn von 11,4 auf 12,7 Mill. Mk. gesteigert, während der Reingewinn bei stark heraufgesetzten W- schreibungen dem des Vorjahres in Höhe von 0,52 Mill. Mk. entspricht. Sarolli wieder 10 Proz. Dividende. Aus einem von 1,19 auf 1,30 Millionen erhöhten Reingewinn gibt die Sarott i AG. auf das erhöhte 11-Millionen-Kapital ihren AKionären eine Dwi- dende von 10 Proz. Radiokonzern Philips zahlt 21 Prozent Dividende. Der große holländische Elektro- und Radiokonzern Philips, der auch in Deutschland starke Interessen besitzt, kann für das Ge- schäftsjahr 1329 wieder ein« Dividende von 21 Prozent ausschütten. Der Konzern hat im vergangenen Jahr sein« Gewinn- steigerung sortgesetzt. Der Rohgewinn steigerte sich von 29,2 auf rund 43 Millionen Gulden, während der Reingewinn sich trotz sehr höher Abschreibungen auf die Beteiligungen von 18,7 auf 21,4 Millionen Gulden erhöhte. Im letzten Jahr hat der Konzern seinen Besitz an fremden Unternehmungen mehr als verdop- p e l t. Der Wert der Beteiligungen erscheint in der Bilanz dies- mal mft 29,5 gegen 14,9 Millionen Gulden im Vorjahr. Die wich- richten Beteiligungen des Philipskonzerns bilden Radio-, Glüh- lampen- imd Glasfabriken. Auf dem Höhepunkt der vergangenen Herbstsaison wurde die Produktion so gesteigert, daß sämtliche Be- triebe bis zur äußersten Leistungsfähigkeit beschäftigt waren. Zur Zeit belauft sich die Gesamtzahl der Angestellten und Arbeiter in den Stammwerken aus 20 500 und bei den Tochter- gesellschaften aus 18500, insgesamt also auf rund 30 000 Personen. Die Funkslnnde zieht Bilanz. Die Funkstunde A.-G. konnte ihre Gebühreneinnahmen im Jahre 1929 von 8.47 auf 9.51 Millionen Mari steigern. Demgegenüber erhöhen sich die Unkosten, die im einzelnen nicht angegeben werden, von 7,9 auf 8.4 Millionen. Trotz beträchtlich erböhter Abschreibungen blieb der anegewiesene Reingewinn mit 780 000 Mark wesentlich über dem Ergebnis öes Vorjahres. Die Dividende bleibt mit zehn Prozent unverändert. Di« T e i l n e h m e r za h l erhöhte sich im letzten Jahre ganz bedeutend: sie betrug zum Jahresbeginn 711752 und zum Jahresende 808 354 Personen. Die schwere Dlrlschaslskrise in den Bereinigten Staaten wird auch durch salgende Ziffern über die Bankenentwicklung illustriert Von End« Dezember 1329 bis Ende März 1930 sind bei 12 großen Banken die Depositen von 8,33 auf 7,27 Milliarden Dollar oder um nuid 12 Prozent zurückgegangen, nachdem noch von Ende März bis End« Dezember 1929 eine Steige- nrng von 6,15 auf 8,33 Milliarden Dollars oder um 30 Prozent eingetreten war. Sollen die Göricke-Merke In Bielefeld unter den Hammer? Di« G'äubiger des zusammengrirrochenen Fahrradunternehmens, G ö r i ck«- W e r k«- 21.•®. in Bielefeld hatten sich Ansang Apri! dahin geeinigt, daß der Konkursoerwalter einer Intexessentengrupp« das Werk zum Verkauf anbietet. Es schien also damit die Aus» r e ch t e r h o l t u n g des Betriebes in Bielefeld gesichert. Jetzt sind die Bankengläubiger überraschend mit einer Verdoppelung ibrer Forderung hervorgetreten, so daß damit hie Uebernahmc der Göricke-Werke und damit die Weiterfüchrung des Betriebes in Frage gestellt find. Oer rationalisierte Mensch. Arbeiterschicksal im Spiegel der Zahlen. Nach txmi Bericht dller deutschen Krankenkassen sind im Lause eines Jahres 45 Praz. Bersicherten krank: bei den All- gemeinen Ortskrankenkassen sollt dieser Satz ans 44,6. Bei einer Betriebskrankentasse dagegen steigt die Zisfer aus 85,58! Dabei ist hier unter Krankheit nicht etwa eine kleine IIn� paßlichkeit zu verstehen, sondern es werden nur die Fälle gezählt, „für die Krankengeld, Krankenhauspflege oder Ersatzleistungen an Dritt« für Krankenhitfe gewährt wurden" und nicht mit ein- begriffen sind, wenigstens bei der Bctriebskasse, die Fälle, in denen Wocheichilfe gewährt werden mußte. Wie sehr die Nerven in diesem rationalisierten Betried her- genommen werden, geht aus der Angabe hervor, daß von den 61981 ZMlgkicdern 6286„nervenleidend" Im Berichtsjahr gewesen sind! Und wie steht es mit der Möglichkeit, zu essen und zu verdauen? Bei 6525 Mitgliedern handelte es sich um Erkrankungen der verdanungsorgane, namentlich um Magenleiden. 5496mal sind die A t m u n g s o r g a n e krank gewesen. 9475 waren grippetrank. Aber diese Zahlen sind gleichgültig gegenüber der auch in diesem gang nüchternen Bericht uns unheimlich anschauenden Zahl: 649 Lebendgeburten— 777 Fehlgeburten— 55 Totgeburten! 3t wird der„rationalisierte" Mensch schon im Mutterleibe gemordet. Die U n f ä l l e sind gegenüber 1927 von 3091 auf 4318 gestiegen! Das hängt nur zu einem Teil damit zusammen, daß die Betriebs- lasse einen erheblichen Mitglieder� uwachs hatte, 123S neue Versicherte, demr mau sieht ja, daß die Zahl der Unfälle absolut etwa gleich zugenommen hat! In die Unfälle sind nicht eingerechnet, was nicht mit der Arbeit zusammenhängt, denn in den Uebersichten über die Art der Erkrankungen erscheinen mehr„Verletzungen" als Unfälle, nämlich 6 8 6 4. Müssen diese unheimlichen Zahlen nicht untersucht werden? Was stimmt in diesem modernen Betriebe nicht. Weshalb wird hier das einzige Kapital, das der Arbeiter hat, so viel schneller ans- gezehrt als in anderen Betrieben? Zur Entschuldigung wird vielleicht der Hinweis versucht, daß der Betrieb besonders viele ältere Personen beschäftige. Weit gefehlt! An ollen Erkrankungen sind immer vorwiegend die Lebensalter 20 bis 35 beteiligt! Was stimmt hier nicht, trotz Sportplätzen, trotz Tagesheimen, trotz Lungenfürsorge, trotz Gesundheitsberatung? Einer der Direktoren des Werkes gehört zum Reichskuratorrum für Wirtschaftlichkeit. Kommt ihm beim Bericht seiner Krankenkasie nicht einmal die Ueberiegung, ob in die Wirtschastlichkeitsbestrebungen nicht auch der Mensch einzubeziehen sei? Oder verstehen wir unter„Wirtschaftlichkeit" in der Betriebssnhrung nur die Steigerung des Ertrages, auch auf kosten der Gesundheit der Arbeiter? In welchem Umfange rst in den Siemcnsbetricben.um dereit Kasse es hier geht, falsch rationalisiert worden, wie weit hat man Menschen in einen unmenschlichen Arbeitsprozeß hinein- gezwungen? Bei Siemens wird die Monotonie der Arbeit mit Musik- begleitung erlitten. Solch« Einrichwngen machen vielleicht aus Besucher den Eindruck besonderer Fürsorge, besonderer Menjch- lichkeit. Alle Zahlen der Kmnkentass« sprechen g e g e n die Betriebs- führung. Was verstehen die Mitarbeiter, die dein Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Geaverbehygiene angehören, unter Gewerbe» Hygiene im eigenen Haus«? Was sagt das Institut für Konjunkturforschung zu solchen Zählen? Vielleicht ist das ja der einzig« Weg zur Abhilfe, daß man auf die Unwirlschaftlichkeit eines solche« Grades des ZNenfchenver- schlelßes hinweist. Das Internationale Arbeitsamt und das Internationale Ratio- nalisierungsinstiwt mögen sich solche Zahlen ansehen und sie als Antwort auf die Frage noch dem Grunde der instinktiven Opposition der Arbeiterschaft gegen Rationalisierung hinnehmen! Berlin als llniernehmer. Arbeiterlöhne noch immer nicht vereinbart. Der Gesamtverband hat bekanntlich die L o h n t a r i f e für die K ü m m e r e i- und W e r I s a r b e i t c r der Stadt Berlin zum 31. März gekündigt und auf BeMuß der vereinigten Tarifkommissionen eine Erhöhung der Stundenlöhne um 10 Pf. gefordert. Da die Verhandlungen zu einen, Ergebnis nicht geführt hatten, wurde die tarifliche Oberschiedsstelle angerufen, die am 19. April einen Schiedsspruch fällte, wonach sich die Löhne der städtischen Arbeiter um drei Pfennig je Stunde und die der Frauen und Jugendlichen im gleichen prozentualen Verhältnis erhöhen sollen. Mit dieser Abänderung der Lohnsätze soll der Tarifvertrag der städtischen Arbeiter bis zum 31. März 1931 verlängert werden. Der Kommunale Arbeitgeberverband Groß-Berlin hat gegen diesen Schiedsspruch beim Zentralausschuß für Tarifsachen, der höchsten tariflichen Schlichtungsmstanz, Berufung eingelegt. Der Zentralausschuß hat nunmehr am 30. April getagt, ohne jedoch zu einer positiven Entscheidung zu kommen. Nach vierstündigen Verhgndlungen verkündete der Dorsitzende, daß ein Schiede- spruch nicht zustandegekommen sei. Die Tarifparteien, d. h. der Kommunale Arbeitgeberoerband Groß-Berlin bzw. der Magistrat und der Gesamtverband, werden zu der neugeschaffenen Situation unverzüglich Stellung nehmen. Der Tarifstreit ist schon seit mehr als vier Wochen in der Schwebe. Die Arbeiter den Stadt Berlin wollen endlich wissen, wie sie daran sind. Eine schnelle und direkte Verständigung der Parteien scheint uns ebenso dringend wie geboten. Stahlhelmexpori nach Krankreich. »Nur kür Sta-Kameradeni Vertraulich!" In großer Aufmachung bringt die„Berliner Arbeiter-Zeitung", Amtliches Wochenblatt der Nationalsozialistischen Deutschen Ar- beiterpartei, Gau Berlin, ein Schreiben, das ein Arbeiter von der Firma Harazim u. Co. vorm. F. Harazim A.-G., Zwickau i. Sa.. Goethestr. 33(Architektbüro), erhalten hat, nachdem dieser Arbeiter sich auf Grund einer Anzeige im„Stahlhelm" bei der Firma um Arbeit beworben hat. Mit„Front Heill" schreibt ihm darauf ein Werner M i n ch, Filialleiter, einen langen Schreibebrief, aus dem hervorgeht, daß die Stahlhelmfirma gegen 20 M. Kontrakt» spesen und 0,45 M. Ueberweisungsspejen Arbeiter nach Frankreich vermittelt.„Kameraden mit speziellen Stahlhelmempfeh- l u n g e n", heißt es in dem Schreiben,„werden bei der Vergebung der Stellen bevorzugt berücksichtigt." Das Schreiben schließt:„Nur für Sta-Kameradenl Vertraulich l' Das nationalsozialistische Blatt schreibt dazu unter anderem: „Wir fordern von der Stahlhelmführung eine umgehende, eindeutige Erklärung zu diesem schamlosen Skandal, der eine Hunds- föttifche Beleidigung und Verhöhnung und eine infame Ausbeutung und Zerstörung des ehrlichen Deutschlands darstellt!!" Wir hätten dazu folgendes zu bemerken:„Falls es stch bei der Stahlhelmfirma nicht um ein Schwiichelunternehmen handelt, drängen sich zwei Fragen auf: die Einwanderung nach Frankreich ist für Deutsche, die dort arbeiten wollen, aufs äußerste be» schränkt. Im Austauschverfohren werden jährlich nur 500 Ar» beiter und Angestellte aller Berufe insgesamt zugelassen. Wenn sonst ein Deutscher in Frankreich in Arbeit treten will, dann muß er — falls er nicht auf Reparatlonskonto bei einer deutschen Firma beschäftigt ist— außer der Genehmigung der Behörden, die er nur sehr schwer erhäll, die Bürgschaft eines Unter» nehmers vorweisen können, der ihn dringend anfordert. Wie kommt nun ausgerechnet ein Stahlhelmingenieur, wie es in dem Schreiben heißt, dazu, einen derartigen Menschen- Import in das französische Lothringen betreiben zu können?(An- geblich handelt es sich um ein französisches Unternehmen in der Nähe von Nancy.) Die französischen Unternehmer in Lothringen sind für ihre reaktionäre und nationalistische Gesinnung bekannt. Daß sie sich Stahlhelmingenieure halten und durch diese Stahlhelmer aus Deutsch. land beziehen, ist vielleicht gar nicht so paradoxal. wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Stahlhelmer sind billige und unterwürfige Arbeiter. Und sie sind den französischen nationalistischen Unternehmern ebenso willkommen wie ihren Ge- sinnungsgenossen im deutschen Unternehmerlager. Immerhin: M en j ch en exp o rt nach Frankreich durch den Stahl- Helm, der eben erst in seinem Volksbegehren mit Zuchthaus den Ministern wegen der Unterzeichnung des Boung-Planes drohte— man kann die Entrüstung des nationalsozialistischen Blattes verstehen. Kamps drohi im Nraugewerbe. Gegen die Sonntagsarbeit der Bierfahrer. Vom Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearbeiier wird uns geschrieben: Die Berliner Brauereien haben noch 170 Niederlagen— sogenannte Bievdepots—, die zum größten Teil in der Provinz Brandenburg liegen, von wo aus ihre Kundschaft mit Bier beliefert wird. 2n der letzten Zeit Hot sich die Anzahl der Niederlagen in Berlin selbst ans 26 erhöht. Obwohl in Berlin selbst Sonntags kein Bier ausgefahren wird, verlangt man es von den in den Nieder- logen beschäftigten Biersahrern. Schon in der Woche können die in den Niederlagen beschäftigten Bierfahrer wegen den ihnen auf- erlegten weiten Touren von einer geregelten Arbeitszeit nicht sprechen. Das Sonntagsbierausfahren war bis zum 10. Nooember 1929 fast zur Regel geworden. Durch Anwendung der schärfsten Mittel gelang es, die Brauereien zu veranlassen, von stch aus ein Verbot herauszugeben, wonach dos Bierausfahren bis zum 16. Mai d. I. an den Sonntagen nicht gestattet ist. Ab 16. Mai soll nach den Be- stimmungen der Brauereien des Sonntags wieder Bier ausgefahren werden. Auch die Brauereien der Provinz Brandenburg, wo die Berliner Brauereien zum Teil Hauptaktionäre sind, wollen dasselbe machen. Die Organisation hat die Brauereien durch Schreiben nicht im unklaren gelassen, was geschehen wird, wenn die Niederlagen bzw. die Provinzbrouerejen wieder des Sonntags Bier ausfahren sollten. Wir haben die Beobachtung gemacht, daß sich die Polizei- behörden nicht nur in Berlin, sondern auch in der Provinz Brandenburg ziemlich passiv gegenüber den Brauereien betreffs der Ueberschreitung der Sonntagsruhe verhielten. Warum solche Rücksichtnahme in diesen Fällen? Mit Stolz können wir feststellen, daß der größte Teil der rund 800 Niederlagsarbeiter organisiert ist. Das gibt uns auch die Gewähr, ohne sonstige Hilfe den Kampf fllrdie Sonntags- ruhe allein zu Ende zu führen. Wer immerhin wollen wir durch diese Veröffentlichung feststellen, daß zu große Rücksichtnahme seitens der Behörde nicht das alleinige Recht eines einzelnen Berufes sein darf. Achtstundentag für deutsche Seeleute. Durch Tarifvertrag vereinbart. Für die Seeschiffahrt ist durch freie Vereinbarung ein neuer Manteltarif geschaffen worden, der am 1. Mai in Kraft trat und erstmalig zum 1. Oktober 1931 kündbar ist. Danach beträgt die Arbeltszeit im Hafen grundsätzlich täglich a ch t Stunden. Für das Deck- und Maschinenpersonal ist der Dienst auf den größeren Schiffen in drei, aus den kleineren in zwei Wochen eingeteilt. Dazu kommen noch einige Derbesserungen für Urlaub, Freizeit im Hafen und Versicherung der Effekten. Die neue Arbeitszeitregelung bedeutet für die Mehrzahl der deutschen Seeleute de« achtstündigen Arbeitstag auf See. Forderungen der Gelderheber der Bewag. Veraniworiung groß, Gehalt Nein. Die im Zentrawerband der Angestellten und im Gescrmtverband organisierten Gelderheder der Bewag nahmen in einer stark he« suchten Versammlung im„Hockeschen Hof" Stellung zu dem bis» herigen Verlaus der Verhandlungen über ein« Umgruppierung der Gelderheber. Genosse Zeitz vom Zenttaloevband der Angestellten berichtet«, daß alle anderen am Tarifvertrag beteiligten freigewerffchasttichen Organisationen und die Funktionäre der übrigen Angestelltmgruppen mit Rücksicht auf die besonders ungerechte Eingruppierung der Gelderheber ihr« Forderungen zurückgestellt hätten. Trotzdem hätten die drei Direktionen der Werk«, insbesondere aber die Di- rektion der Bewag, jede Umgruppierung der Gelderheber a b- gelehnt. In der sehr erregten Aussprache wurde vor allem daraus hin- gewiesen, daß die Ungerechtigkeit bei der seinerzeit erfolgten Ein- gruppierung wieder gutgemacht werden müsse, daß aber insbesondere l ine feit IX Jahren erfolgte orgmffotortsche Umstellung der ArdeSs» Methoden und die dadurch bewirkte Mehrleistung von 3 5 P r o z. die Berechtigung der bescheidenen Forderung der Geld- erheber beweisen. Die Versammlung beschloß einstimmig eine Entschließung, in der es heißt: „Die Forderung ist gemessen an der Mehrleffwng bestimmt nicht unbescheiden. Die Gesamtbelastung der Bewag würde pro Jahr 120 000 M. betragen, also gewiß nicht ein Betrag, der untragbar ist. Im Laufe der letzten zwei Jahre mußten 10 Prag, der Gelderheber wegen Unregelmäßigkeiten in der Geldablieferung entlassen werden. In der Regel nur lächerlich geringe Beträge, die verspätet abgeliefert oder veruntreut wurden. Diese Tatsache müßte den Direktionen eben- falls zu denken geben. Ist es nicht«in Zeichen, daß es falsch ist, eine Gruppe von Angestellten, durch deren Hände viel Geld geht, in der niedrigsten kaufmännischen Gruppe zu entlohnen? Darf c- da Verwunderung auslösen, wenn verhältnismäßig häuftg die Hände nicht rein bleiben?" Lohnerhöhung in der Zigarettenindustrie. Schiedsspruch von beiden Parteien angenommen. Die Lohnbewegung in der Berliner Zigaretten- Industrie ist jetzt zum Abschluß gekommen. Die im Tabak- kartell zusammengeschlossenen Tarisorganisationen hatten das vor einem Jahr abgeschlossene Lohnabkommen zum 31. März gekündigt und eine angemessener« Erhöhung sämllicher Arbeiter- und Arbeite- rinnenlöhne gefordert. Da in den Parteiverhandlungen infolge der ablehnenden Haltung der Zigarettenfabrikanten eine Einigung nicht zu erzielen war, muht« der Schlich�ungsausschuß ou- gerufen werden. Er hat nunmehr einen Schiedsspruch gefällt, wonach stch die Männerlöhne ab 1. April um 2 Mark je Woche und die der Frauen um 1 Mark erhöhen. Das Lohn- abkommen soll bis zum 30. Juni 1931 gelten. Der Schiedsspruch ist von beiden Parteien angenommen worden. Konflikt im Stuckgewerbe. Llndiskutable Entscheidung des Tarifamts. Diö Berliner Stukkateur« und Gipser nahmen in ihrer Fach- gnippenversammlimg am Montag in den Rejidenzfestsälen zu der Entscheidung des Tarifamtes Stellung. Der Fachgruppenleiter Ge- nosse Scheck schilderte eingehend die Verhandlungen, die vor der Sitzung des Tarifamtes zwischen den Parteien geführt worden sind. Das örtlich« Lohnabkommen der Stukkateure und Gipser war zum 51. März gekündigt worden. Gefordert wurde neben einer Erhöhung der Stundenlöhne der Stukkateure und Gipser um 15 Pf. die Derrmgerung der Verdienstjpanne zwischen den Stukkateuren und Spannern, sowie die Gleichstellung der Putze rtröger mit den Stukkateuren in der Entlohnung. Genau wie im übrigen Baugewerbe setzten die Unternehmer dieser Forderung das Verlangen noch einem Abbau sämtlicher Löhne entgegen. Sie begründeten Ihre Gegenforderung mit den bekannten Redensarten über die schlechte Geschäftslage, die geringen Verdienstmöglichkeiten usw. Dem wurde von der Derhandlungs- kommission entgegengehalten, daß die Neugründung von Stuckfirmen und die Geschäftsabschlüsse das Gegenteil beweisen. Eine Ein,- gung war nicht zu erzielen. So ging man vor das Tarifamt, das unter Vorsitz des Amtsgerichtsrot Dr. Schlichting zu der Eni- scheidung kam, das Lohnabkommen auf ein Jahr, also bis zum 31. März 1931 unverändert zu verlängern. Die Fachgruppenversammlung lehnt« es ob, über diesen Schiedsspruch überhaupt zu diskutieren. Er wurde einstimmig abgelehnt, so daß stch nunmehr das 5) a u p t t a r ifa m t mit dem Lohnstreit zu befassen hat. Sireik in der Grabmalbranche. Wie bereits berichtet, stehen di« Steinmetzen und Hilfsarbeiter des Berliner Grabmalgewerbes seit dem 16. April im Streik, um Anerkennung eines Tarifvertrages. Bereits in der ersten Streik- wache haben 30 Firmen bewilligt, indem sie unterschristlich mit der Zahlstelle Berlin des Zentroloerbandes der Steinarbeiter Deutsch- lands ein neues Tarifabkomiyen abschlössen. Da sich unter diesen Firmen etwa 15 Arbeitgeberoerbandsmitglieder befinden, macht der Arbeitgeberverband krampfhaste Anstrengungen, damit diese Unter- schriften wieder zurückgezogen resp. für ungüitiq erklärt werden sollen. Den betreffenden Firmen wird mit hoher Konoentionasstraie gedroht. Nachdem die leitenden Personen des Ardeitgeberoerbandes jede Aussprache Über die Forderungen der Arbeiterverbande» sabotierten, ohne ihre eigenen Mitglieder zu fragen, möchten diese Herrschaften durch willkürlich festgesetzte Strafen sich den einsichtsvollen Arbeit- gedern gegenüber als Diktator aufspielen. Obendrein lassen diese Heeren einen Handzettel verteilen mit dem Vorwurf, die Arbeiter seien ohne die Anrufung der eriorder- lichen Instanzen in den Streik getreten. Dabei haben die Herren jedwede Verhandlung abgelehnt. Durch Plakate vor den bestreikten Geschäften wird das kaufende Publikum darauf aufmerksam gemacht, wo die Schaff- macher des Arbeitgeberverbandes sitzen. Interessenten erhalten auf Wunsch von der Streikleitung Firmen nachgewiesen, wo unter tarij- lichen Verhältnissen gearbeitet wird. Da stch leider einig« Arbeitnehmer.zum Streikbruch verleiten ließen, ersuchen wir die organisierte Arbeiterschaft, strikt« Solidarität zu üben und sich in jedem Falle die Arbeitsberechtigungs- karten zeigen zn lassen._ f Freie GewerkfÄafts-Zuqend Berlin Heut«, 18Vi Utn. Sleltere»- u»d SiWt.fl.in.iBfä'oft im Iugcndbeim __ btf Wamtvicbanbci, Vemertlchaftehau». Engelufer 31—28, Äui- � gang B, vt. Um I91,; Udr Eprechchorvrad« im Saal U ins Dcwerk. schastshous«,,«ngtlufet 31—28.—«m eomitog, dem 1. Mai. MaijugenStaa in der Wuhlhiid« auf der großen'.kiese de, Siestauronts..Sanssouci", um 1d Itt>r Eröffnung der iluntgedung, IS Uhr bzw. IS Uhr Schluhkundgebung. Pfarrer Heumann's Heilmittel bewihrtbei rablreichen Krankheiten. 1 180000 Dankschreiben./ Das Pfarrer Heumann-Bucb (272 S, 150 Abb.) erhält jeder, der«ich auf diese? Inserat berult, völlig umsonst und portofrei durch Ludwig Heumann& Co., Nürnberg S 10 Die Pfarrer Heumsnn-HeNrni»teß>>-f"»N„r, Sie In allen Apotheken Berlins beetimint Ziona-Apotheke. Berlin N 31. An- klamer Straße 30, JCäho RosenthaJer Platz. Adler-Apotheke, Berlin-Friodenau. Kbeinstr. 10. Heoges-Apotaek«, Berlin 0. Gubener Str. 33, Nähe Warschauer Brücke. Schweiler- Apotheke, Berlin W 8, Friedrichstr. 173. Friedrieh-Wllhelm-Apotheke, Charlottenburg, LeibnisstraBe 108. Krohnen-Apetheke, Spandau, Scbonwaldox Straße 26, Roden-Apotheke, Eiohwalde-Berlin. Sonnabend 3. Mai 1930 Unterhaltung unü AAssen Beilage des Vorwärts John QalsnorÜnfi JlpOilWOfß ,,M>, das ist aber gut!" sagte der Kahlköpfige mi Parkett, und der Menschenseind neben ihm bekam den Schlucken. ,„Haha!' brüllte der Dicke mit dem Monokel. „Donnerwetter!' rief der Vierte naiv. Auf der Bühne des.Paradieses' lag«in Elefant auf dem Rücken, von einem Plüschrahmen umschlossen. „Schaut euch nur sein Aug' an!' lacht« der Kahlkopf,„haha!' Alle vier blickten hin. Das winzige Auge de» umgekehrten Elefanten— der einzige bewegliche Punkt in jener grauen Mass«— wanderte suchend durch das Publikum und heftete sich sodann er- gebungsvoll aus seine vier Bein«, die wie Säulen in die Lust rag» ten. Cs war eine Welt für sich, dieses Auge, ein« klein«, wunder- liche Walt für sich— in dem großen Theater unter der vergoldeten Kuppel, mit der Flut von Lichtern und den zahllosen Gesichtern, die sich all« nach einer Richtung wandten. „Haha! Schaut euch nur sein Auge an!' Der Blick de» Elefanten war wieder durch da» Publikum gewandert und der Raioe murmelte: „Donnerwetter! Fabelhaft komisch!' „Kolosial gescheite Biesterl' sagte der Dicke und klemmte sein Glas fest. „Glaubt ihr', fragte der Ra'we', daß sich sowa, durch Güte er» reichen läßt?' Der Kahlkopf drückte sein Tlaque zusammen. „Kann man unmöglich sagen', gab er zurück.„Seht euch nur den Rüsiel dieses Halunken an!' Der Elefant, der müde war, feinen Rüstet nach dem Publikum auszustrecken, hotte Ihn auf seine Brust zusammengerollt. „Wie'ne aufgeblähte Raupe!' murmelt« der Menschenhasser. Zwei ängstlich dreinschauende Angorakatzen und zwei rotbrüstige Papageien, an deren Beinen dünn«, vergoldet« Kettchen befestigt waren, kamen von verschiedenen Seiten hervor und setzten sich auf je ein«, der Bein« des umgedrehten Elefanten. „Ganz famos!' sagte der Kahlkops. Nach einem Augenblick des Zögern» hatten die Katzen und die Papageien angefangen, von einem Fuß zum anderen zu hüpfen; der umgekehrt« Elefant rollte fein kleine» Auge und krümmt« den Rüssel. „Alfa, das heiß« ich einfach großartig!' rief der Kahlkopf.„So 'ne Intelligenz!' „Ich Hab' einmal«m Katze gekonnt', beschwerte stch der�Mison» throp, �die so intelligent war, wie«in menschliche» Wesen.' „Ra, na!' ließ stch der Dick« hören. „Was sagt ihr nur dazu!' unterbrach ihn der Kahlkopf eifrig. Der Elefant hatte nämlich seinen Rüssel, auf dessen Spitz« ein Papagei saß, erhoben und hi"'» ihn langsam dem Publikum hin. „Nicht übell' schrie der ke.„t)oha!' .Beinah' alle Katzen', fuhr der Misanthrop eigensinnig fort. „sind geradeso gescheit wie menschliche Wesen.' .Was!' sagte der Dicke.„Sic wollen mir vielleicht weismachen. daß ein Haus voll Katzen für so etwas Verständnis hätte? S'.e wollen behaupten, daß ein Haus voll Katzen etwa» Komisches an dem Elefanten da finden könnte?' Der Kahlkopf unterbrach chn:„Bewundernswert— dies« Dressur! Da sieht man, wo» sich durch Ausdauer erreichen läßt; ein starker Wille gehört dazu, Katzen und Papageien zusammen abzurichten.' .La. wahrhaftig!' sagte der Dicke.„Ich schau mir gern so eine Dressur an. Ich bin nämlich«in großer Tierfreund. Es gibt zwar Leute, die scheinen sich keinen Pfisserling um sie zu scheren. Gc- lungene» Biest, so ein Elefant, wenn er auf dem Rucken liegt!' .Meinen Sie, daß es ihm Spaß macht?' fragte der Naive nachdenklich. Die Katzen und Papageien verschwanden von der Bühne, und ein kleines Kätzchen, das leise miaute, kroch hervor und rollt« sich in dem Rachen des großen Tieres zusammen. „Alle Wetter!' ries der Mcnschenhasser mit plötzlich erwachtem Interesse.„Verdamme natürlich! Was für ein reizender Schlingel, eh?' lind auch er klatscht« Beifall. Das winzige Auge des Elefanten schien zu fragen, was dieser Beifallssturm bedeute. „Soviel gebe ich für die Intelligenz einer Katz'!' crvärie der Dicke.„Zeigen Sie mir mal ein Baby, das so dumm wär', sich in den Rachen eines Elefanten zu legen!' „Das beweist gar nicht-!' gab der Misanthrop zurück.„Mit der Intelligenz der Katzen, damit Hab' ich nur gemeint, daß die Menschen Dummköpfe sind—, de meisten wenigsten»!' Der Tierbändiger hatte das Kätzchen entfernt, stellte sich auf die Brust de» Elefanten und warf dem Publikum Kußhände zu. Dann befahl er dem Tier, seinen Rüssel auszustrecken und steckte ihm eine angezündete Zigarette zwisihen die Lippen. „Bravo!' schrie der Kahlkopf,„das heiß' ich aber ein kluge» Biest! Bravo!' „Ich will Ihnen etwas sagen', bemerkte der Dicke,„ich Hab' genau hingesehen—, es scheint ihm gar nicht zu gefallen.' „Was scheint ihm gar nicht zu gefallen?' erkundigte sich der Menschenfeind. „Nur sehr wenige Tiere können Rauch vertragen', sagte der Dicke.„Obzwor ich einst ein Pony hatte, das mit Vergnügen Rauch «ingesogen hat.' Der Elefant steckte seinem Herrn die Zigarette zwischen die Lippen:«in Zittern lief durch seine massige Gestalt. „Schauen Sie sein Auge jetzt an", sagt« der Kahlkopf.„Ist es nicht verdammt komisch?' „Ach wo»!' gähnt« der Menschenfeind,„ich Hab' sck)on genug von diesem langweiligen Elefanten.' Und wie in Ucbereinstimmung mit diesem Gefühl fing der Dresseur an, die Bänder de» Plüschrahmen» etwa» hastig zu lösen, und plötzlich stieß das Tier«inen Trompetenton aus. „Ahoi Er will wieder ausstehen!' keuchte der Dicke.„Sie können sagen, was Sie wollen, ich sind««» ausgezeichnet. Es ist alles so natürlich! Es gibt freilich Leute', fügt« er ärgerlich hinzu. „die sich den Henker um Tiere scheren!' „Mir scheint, e, wird gar verdrießlich', sagte der Kahlkopf „Seht euch nur sein Aug« jetzt an!' „Jawohl!' erwiderte der Dicke,„in dem Punkt versagen halt die Tiere;«» fehlt ihnen eben der Humor. Das können Sie beut, lich an seinem Auge sehen; wenn'» auch verdammt klug aussiehi, es fehlt ihm doch der Humor!' Und jene kleine, wunderliche Welt für sich—, das winzige, runde Auge de» Elefanten, das traurig den Blick hin und her schweifen ließ, schien zu antworten:„Ach sa! Un» fehlt der Humor!', „Wenn ich nur wüßt, ob es ihm auch gefällt!' murmelt« der Naive, als wäre ihm der Gedanke zuwider, über ein« Vorstellung im Zweifel zu fein, die ihm fo höchlich amüsierte. „Ob es ihm auch gefällt? Natürlich gefällt es ihm! Diese Biester sind ja erstaunlich inlelligent!' meinte der Dick« und lieh sein Monokel aus dem Aug« fallen, als sich der Vorhang senkte. „So'ne Schaustellung heiß ich die Apoth— die Apotheose der Intelligenz. Nicht jeder kamr so was würdigen, und auch nicht jedes Tter Hot Sinn für so was. Es gibt ja genug Esel und Schweine!' setzt« er hinzu, und zerstreut blickte«r durch sein Monokel um sich. „Was soll man zu. denen sagen?' Frühlingstag im Dachauer Heute morgen, nach der kokten Nacht, als ich vom Ampcrwald ins �Himmelreich' hinaustrat, blieb ich lange stehen. Grau war der Himmel und grauer der dunkle, tiefe Wald; aber über der weiten Fläche vor mir. mit den fellfamen Büschen und silbernen Ver. schwammenhelten, glänzte«in wundersame, Licht. Das Moor schlief, doch«in zarter Duft von erwachender Erde fuhr eben auf und brachte sehnende Gefühle. Zag erhellte sich der Himmel. Lockere Nebel stiegen auf den weiten Tiefen. Weiße Blitze zuckten, und ganz allmählich verschwand die Landschaft wieder, wie hinter den Schlelern eines beweg«n Traumes. Es war ganz still. Kein Vogel rief und unter den Tritten des feldwärts wechselnden Wilde« brach kein Reis. Das silberne Gras, durch da, ich schritt, war unberührt und seder Fährt« bar. Ich wollte mich selbst nicht hören und ging leiser wie«in Tier. denn ich horcht« auf da» Feine in mir, da» wie ein silberner Vogel war. der die Federn schüttelt« und sang-«r hatte«inen goldenen Schnabel und-pfiff so hold, bi» die Günding«? Frühgiocken sein letztes Singen verläuteten. So kam ich sachte in den Morgen hmäin. Spielhähne wollte ich verhören. Aber lm Grahlsinger Moor war nichts los. Vielleicht war«» noch zu früh für dt« Bakz. Um eins wandert« ich schon wieder auf der glatten Echleißheimer Chaussee dem vbergrashof entgegen, zweigt« link» ab und schlug mich durch die Kiefern und Birkenständ« in die Schlelßheimer Hege hinüber. Das war so im ganzen gut an die acht Stunden Weg». Wenn einer nun außerdem eine schwere Kamera schleppt, dl« Augen bald da. bald dort über einem Farellenbach oder droben In der Luft zu hängen hat, den ganzen Tag angestrengt beobachtet, darf er abend» wohl müde sein. Ich habe ja soviel gesehen. La» Rehwild ist heuer gut durch» gekommen,«» ist seist und die Ricken und jungfräulichen Schmolreh«. mit dem dichten, weißen Spiegel und der feinen, glatten Deck«, sehen wirklich zum verlieben au». Gegen Vbend fand ich dann auch die Spielhähne, an di, fünfzig Stück, aber ich glaube nicht, daß sie dort. wo ich sie sah. im Erdmoos, nah« der Straße zum Hockenhof, auch balten werden. Es ist viel Raubzeug da. und ich tonnt« wichtige Brutbeobochtungen machen. Wenn der Frühling erst richtig los» legt, muh man wissen, wo alles liegt. Auf den Dungfeldern hockten Hunderte von durchziehenden Saat, und Rebelträhen. Die Enten Hab«, sich schon getrennt«ld die Erpel buddeln überall in den schmalen Wassergräben herum. Dann und wann hört man ein« Haubenlerche mch mich die Zaunkönige sind merkwürdig schwatzhaft geworden. Es blüht der Huf» lattich, und In den Amperauen, zwischen wachestäubigen Erlen» und Haselstauden brannte heute morgen der Kellerhals. Jedes Ding hiirterUißt ein Bild in meinem Herzen, will erfühlt. erfaßt und liebend registriert werden. Nur keine Bergleiche darf man ziehen, sonst wird man traurig. Da wird entwässert und do t gegraben, hier fällt eine der letzten Kiesern im Karlsfelder Moor, die letzten, die wir dort noch haben. Ueberall wie Pilze schießen die Baracken aus dem Boden, erdbeworfenc Maulwursshügel, in deren Feuchte Menfchon wohnen miissen. Ja, ja, fo ist es. Die Welt wird bald zu Nein sein. Wo dl« letzten Spielhähne balzen, wo die letzten Reiher anbetend in der Morgenfonne stehen,'werden einmal Fabriken sein. Keiner Landschaft töte Naturschutz mehr no! als dieser. E» gibt aber noch viele«, was das Herz erfreut. Diesen Blick zum Beispiel, von der Kiefer, auf deren breiten, tragfählgen Aestcn ich llege, über das Moor. Ich sehe dies: Eine Veite, hufeisenförmige, von Kiefern, Fichten und Birken umrahmt« Fmhlingswiese. Mitten drinnen steht eine grau« Krähen- Hütt« und hinter dieser beginnt der Birkenwald. Mtt graugrün- seidenen Wellen«ntbrettet sich die Fläche vor mir bis zum Rand de, Walde», der mtt seinen weißen, runden Leibern und dunklen Zwei. gen aus einer Wirrni, rostroten Unterholzes entspringt. Den lich. ten Wald bekennen mit gewaltigen Sätzen di« beiden Klesernreihen. Sie sind wie Troll«, mit wildem Kopffchmuck versehen: �schwer«. kupferrote Schlangen winden sich aus dem verhängten Grün. Die Wurzeln mancher Bäum« sind vom letzten Mvorbrond her noch schwarz verkohlt, manchmal ganz ou» dem Erdreich gehoben. �Hinter dieser Umrahmung weiß ich da» Moor: Röhricht, Schiff, Seggen» länder. klar« oder eisenhaltige, braun« Bäche, schwarze Gräben, Torfstich«, um die alt«, graue Hütten weiden. Me dies« Dinge könnt« Ich auch in einer anderen Gegend haben. Nie aber in solchem Licht! Diese Beleuchtung gibt es nur hier! Dazu gehören die feinen, wasserreichen Dünste des Moores, der goldene Föhnhauch, der von den Bergen her weht, und dahinter muß der Herrgott fein edelstes Gewand, einen unendlich reinen und fleckenlosen Abendhimmel«ntbreitet haben. In diesem Licht« ist jede Kiesernadel wi« von blitzenden Strahlen pmjprüht, ist jed«. Dinglichkeit über sich selbst hinaus ins Wesenlose, Märchenhafte eyt- rückt. Also ist nur Tiefe, uferloses Verschwimmen, freudig empfangendes Schauen, hinter dem keine Wirklichkeit mehr steht. Nun will es nachten.... Auf der Wiese und hinter den Stämmen äsen Rehe. Vier Rudel kann ich von hier aus sehen und darunter«in paar gute, starke Böcke. Wenn es nur jo bliebe, muß ich denken. In einer nahen Ficht« ist ei» Schwärm Meisen und Goldammer» eingefallen. Das ist ein wildes Flattern, Znnischern und Geklingel ums Geäst, bis endlich alle sich gefunden haben. Wie ein lebendiger Christbaum— über und über mit den kleinen, golde- nen Vögclchen besteckt— schimmert die Fichte im blaugrünen Licht. Steif streckt sie ihre Aeste hinaus und wagt sich kaum zu rühren. Aus jedem Zweiglein, jedem Ast ein paar liebe, wandermüde Piep- mätze sitzen zu haben; hundert feine Sümmchen, die immer leiser den scheidenden Tag versingen, dafür muß man schon dankbar sein. Langsam geht die Sonne unter. Es ist ein Nebel aufgestiegen, der die weichen Gründe oerhüllt, es kühlt und ist still und feierlich— wie in einem Traum. Otto INvtwrt.Dacttau. 3)as furcMbartfe Qifl Viele Jphr« lang galt der sogenannte Bazillus B o t u l i n u s. der die furchtbare Fleischvergiftung, den Bottrlismus, hervorruft, für das furchtbarste aller Gifte. Dieses Gift, das sich in Speisen und Getränken bildet, ist so ungeheuer wirksam, daß ein Teelössel voll genügen würde, um sämtlich« Bewohner unsere, Erdballs zu töten, wenn das Gift in geringsten Mengen jedem eingeflößt werden könnte. Aber jetzt Hot man gesunden, daß das Schlangen- gist in gewisser Beziehung doch noch furchtbarer ist. Das Lotulimis- gist steht zweiselios in seiner konzentrierten Tödlichteit an erster Stelle. Es gibt kein anderes Gift, da« in fo winzigen Mengen vernichtet. Aber das Schlangengift hat auf di« lebenden Gewebe. sowohl auf die der Muskeln wie auf di« der Nerven, einen noch stärkeren Einfluß. Es scheint das einzige Gift in der Welt zu fein, das die Todeswirkung durch den ganzen Körper hin auf einmal hervorbringt. Die meisten Gifte greifen mir einen Teil de» Körpers auf einmal an, so der Botulinus die Nerven. Das Opfer dieses Giftes bricht nicht etwa plötzlich zusammen wie vom Blitz getroffen oder stirbt sofort wie das unbehandelt« Opfer eines Schlangenbisses, sondern der Vergiftete wird zunächst von starkem Schwindel er- grisfen und kann sich schwer bewegen. Eine teilweise Lähmung der Kehl« macht ihm das Sprechen schwer und dann unmöglich. Andere Erscheinungen im Nervensystem folgen. Diese» wirkungsvollste aller bekannten Gifte greift eine Stelle im Nervensystem nach der anderen an, und wenn keine Gegenmittel angewendet werden, so werden die Zellen des Körpers, die des Blutes, der Muskel» und der anderen Organe erst ganz allmählich zerstört. Ebenso ist bei dem anderen Gistbazillus, den man nach dem Botulinus für den schlimmsten HAt, dem T e t o n ri s, der den Starrkrampf hervorruft. Auch er gehört wie die Gist« der meisten Bazillen zu denen, die sehr viel' stärker wirken als alle chemischen Gifte, z. B. Slrychnin»der Arsetük-■ Aber er kann ebensowenig wie der Diphtheriebazillus selbst' in den Körper eindringen. Er ist Nicht' M>st schädlich, sondern ndr i das Gift, das er erzeugt und in das Blut des Opser« bringt. Man kann das Tetanusgist einem Tier einspritzen ohne einen einzigen lebendigen Bazillus und so an diesem Tier alle Erscheinungen des Starrkrampfes hervorrufen. Der Diphtheriebazillus lebt mir aus den Schleimhäuten der Kehle und erzeugt dort das chemische Gist, da» in das Blut dringt und den Kranken ohne rechtzeitige Vorkehrungen tätet. Ebenso ist es mit dem Erzeuger des Bowlismus. der dos lebend« Gewebe des Körpers nicht durchdringen kann. Ganz anders aber oerhäit sich das Schlangengift. Es richtet seine Angriffe nicht gegen einzelne Organe und unteriocht ganz langsam den ganzen Organismus, sondern es stürzt sich sofort, fast gleichmäßig aus all« lebenden Zellen im Körper und wirkt öhn- lich wie ein Gistgos, das, über eine ganze Stadt verbreitet, alle Bewohner zu gleicher Zeit himvegrasft. Diese Eigenart des Schlongengistes, die es zum ftirchtborften aller Gifte macht, ist von dem Professor an der Wafhitigton-Universität von St. Louis Charles H. Philpott durch lange und schwierig« Untersuchungen nachgewiesen worden. Natürlich hat er seine Proben nicht an Menschen, ja auch nicht an höheren Tieren durchgeführt, sondern an einem der ein- fachsten Eeschöpie, das die Naturgeschichte kennt, eirum Infusorien- tierchen. das mit dem lateinischen Namen Parnnrecium heißt. Diese winzigen Geschöpfs bestehen nur aus einer'einzigen lebenden Zelle. Magen. Nerven,'Augen, Verdauungskanal usw. stnd zusammen- gedrängt in dem einzigen Tröpfchen Protoplasma, aus dem dieses Wesen besteht. Nach den Untersuchungen Philpotts beeinflussen g«- wohnliche Gift« diese einzelligen Kreaturen gar nicht Blausäure, Slrychnin, selbst das Gfft des Botulinus, von dem ein unsichtbares Tröpschen Tausend? von Menschen dahinraffen kann, können den Paromäzien nichts anhaben. Aber jede» Schlangengift töter die Tierchen verlMtiiismäßig ebenso schnell, wie dasselbe Gist einen Menschen töten würde. Man erklärt die Wirkungslosigkeit auch der stärksten Gift«' dadurch, daß diese Tierchen kein Nervensystem habe». E» gibt daher auch sür das Fleischgift und die anderen Gistarten keine Möglichkeit, den Tterör, beizukoimmm, beim es fehlt der Ai»- grrffspunkt, eben das Nervensystem, durch das sie den tödlichen Schlag siühren. Das Schlangengist aber wirkt ganz anders: es ergreist mit einem Schlag« die Gesamtheit der Zellen. Es ist brich- stäblich wahr, daß das Gift der Brillenschlange, das in einer de- stimmten Menge in das Menschenblut kommt, dieses Blut sofort in eine Flüssigkeit auflöst, die wie gefärbtes Wasser aussieht. Andere Wirkungen folgen ebenso schnell der Einspritzung vo» Schlanger»- gist, weil der Giftstoff die anderen Lebenszellen ebenso zersetzt und verflüssigt wie die roten Blutkörperchen. Dos Schlangengift ist ein universeller Zerstörer der lebenden Zellen, und es scheint, daß die Natu? dasselbe Gift auch noch andern Geschöpfen verliehen hat, wie einigen Seequollen. Ein Riesenwerk über ein Nieseatter. Der bekannte ameritanilcho Paläontologe Pros. Henry Fairchild Osborn verössentlicht jetzt«in zweibändige» Werk von SÄ Seiten mtt über 1000 Abbildungen, das «n riesiges Tier der Vvrzett, da» Tita n o the rtu m, zum Gegenstand hat. Di« Arbeit von 7ö Iahren, di« von verschiedenen Gelehrtengenerationen geleistet wurde, ist hier verarbeitet. Osborn vertrttt dre Ansicht, daß das Tttanotherium,«ine fossile Huftier- aattung, vor 600 000 bis einer Million Jahren in den westlichen Ebenen Nordamerikas weidete. Die meisten Arten dieser Tier- grupp« wurden in dem westlichen Teil der nördlichen Halbkugel gefunden. Drei Arten sind aus Fossiliensunde» in Osteuropa be- könnt, und«ine große Sammlung von Tieren dieser Gattung wurde durch die neuesten Expeditionen nach der Wüst« Gobi in der Mongolei zusammengebracht. Alle diese vorgeschichtlichen Arten des Tttanotherium» werden in dem Werk beschrieben und abgebildet. üüSeHtK gv-tSS&tv Der gute Kapftan Kflll Damen-Strümpfe 495 .Beanberg■ Gold*- Enutselde oder 1 prüne Kunstseide plattiert..... Pur> Herren-Socken ui oder cemnetert............ Pur Herren-Socken�c Flor oder Make mit Kunstseide, neue Muster................... Paar MF Ö�Pt Herren-Socken i95 Flor, moderne Fantaalemastar, Fair I Kinder- Strümpfe Baum trolle........... 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Bohnsttz Oels, einen Llnterbezirlssekretär für den Ilnterbezirk Beleg, umfassend die Streife Btteg und Ohlau. Wohnste Btteg, einen Vlldungs' und Zugendselretär für den Pedirk, mn'ossend den Regie» rungsbettr. Breslau, Wphnstst Breslau Perrnngl werden: Rednerische und or. ganr atart ch bervai ragende Beiähi. gittige». siintjährige Mitgliebschatt in ■Partei und Freien Gewert! chatt. Die Einstellung erfolgt nach den Bedingun- gen de» Hereins Arbeiterpresse Be» Werbungen, deren Lebenslauf und eine kur.-e Abhandlung über die Auf- gaben eines Sekretärs b ugesiigi werden müssen, bitten wir dt» dÜM>5. Mai 198 an Bedirlsfetretär Paul Lehmann, Breslau I, Maigar eteustr 17. Zimmer 172. Gattenhans mit der Anfichiist .Bewerbung" einzureichen. Die Gesetzestechnik des Selbstverwaltungsgesetzes. Kritische Bemerkungen von Dr. Karl Herz. £aä Interesse für die groZe Rcugcswltung der Sroß-Berliuer Der- naliunz Hot in dtr Ocffentlichtcit geoeniiber den ersten Wochen noch Vekonnt-wcrden des Zicoierungsentivurfes stork nackigclasscn. Es wird ober rvahrscheinlich bald wieder aufleben, da noch in diesem Monat der Preußische Landtag an die Bearbeitung des Entwurfes herangeht. In dem nachstehenden Artikel geht Earl Ker, auf die Widersprüche und Unklarheiten ein, die der Entwurf in seiner jetzigen ffassung ausweist. Das„Sclbswerwaltungsges«tz für die Hauptstadt Berlin" hat in der Partei einmütige Ablehnung erfahren. Die Kritiker haben sich aber bisher fast ausschließlich mit der politischen Ziel- setzung des Regierungsentwurfes besaht. Bei dieser Gelteirdmachung allgemeiner Gesichtspunkte darf es aber nicht bleiben. Wer auf ver- waltun-gsorganisatorifchem Gebiete schöpferisch wirken will, kann sich nicht mit einigen bequemen Schlagwörtern begnügen, sondern muß den Gegner im eigenen Lager aufsuchen und die gesetzestechnische Unhaltbarkeit des Entwurfs auch vom Standpunkt der vom E n t- wurssverfasser eingenommenen Grundeinstellung beweisen. Es macht keinen Eindruck auf die politischen Instanzen, wenn man sich nur moralisch über die schlechte Behandlung Berlins entrüstet. Aber es zwingt auch die Regierung zur Stellungnahme und Nach- Prüfung ihres eigenen Standpunktes, wenn der Nachweis geführt wird, daß der Entwurs zahlreiche Widersprüche und U n- klarheiten ausweist und daher kein brauchbares Mittel ist, um an die Stelle der jetzt bestehenden Unsicherheit die für das reibungs- lose Funktionieren der Verwaltungsmaschinerie notwendige Klarung und Vereinsachung zu schassen. In diesem Sinne soll hier aus der Fülle der Bedenken, die sich bei näherem Studium des Entwurfs ergeben haben, auf einige Zweifelsfragen hingewiesen werden, die ein allgemeines Interesse beanspruchen. Zunächst ist ausfällig, daß der Entwurf an zwei Stellen in Widerspruch gerät mit der R e i ch s o e r s a s s u n g, trotzdem ja das Gemeinderecht nicht in den Vereich der Reichsverfassung ein- bezogen ist. Der eine Punkt beansprucht nur ein geringes Interesse und wird kaum praktische Bedeutung erlangen. Die Bezirks- b u r g e r m e i st e r werden nach§ 88 unter bestimmten Boraus; sctzungen zur Annahme einer Wiederwahl verpflichtet, andernfalls sie ihren Anspruch auf Ruhegehalt verlieren. Die Bestimmung ist sachlich in vollem Umfange gerechtfertigt, aber sie ist kaum vereinbar mit der neuesten, sehr scharf aus den Schutz wohlerworbener Be- amtenrechte abzielenden Rechtsprechung des Reichsgerichts. Das Reichsgericht hat noch neuerdings aus dem berühmten Beamten- artikel lZ9 der Reichsverfassung den Rechtssatz entnommen, daß ein Wahlbeamter nur unterden zurZeitder Wahl gelten- den Bedingungen entlassen werden kann. Damit dürste die genannte Bestimmung kaum vereinbar sein. Sehr viel bedeutsamer und auch interessanter ist der zweit« Widerspruchssall, weil sich von ihm aus ein sehr aufschlußreicher Einblick in die UnHaltbarkeit des organisatorische» Aufbaus des Entwurfs eröffnet. Der Katalog, der im ij 37 das Aufgabengebiet der Stadtoertretung umreißt, nennt unter Ziffer 4„die Vornahme der Wahl zum Staatsrat". Es kann auf den ersten Augenblick aus- fällig erscheinen, weshalb die Wahl zum R e i ch s r a t hier nicht genannt wird. Das hat aber seinen guten Grund. Nach der Reichs- Verfassung werden nämlich die Vertreter der preußischen Provinzen im Reichsrat von den Provinzial v e r w a l t u n ge n bestellt, nicht von den Provinzial l and tagen. Wahlkörper soll nicht das parlamentarische Beschfußorgan, sondern die leitende Verwaltung!-- instanz sein. Für Berlin, das ja in dieser Beziehung als Provinz gilt, ist daher nach einem preußischen Sondergesetz der Magistrat als Wahlkörper bestellt, weil der Magistrat und nicht die Stadt- verordnetenversammlung das leitende Verwaltungsorgan Berlins ist. Der Entwurf beseitigt den Magistrat und muß daher dessen Zu- ständigkeit, soweit es sich um die Vornahme von Wahlen handelt, nach§ 86 auf den Stadtgemeindeousschuß überleiten. Die Wahl zum Reichsrat wird also künftighin, wie auch in den Verhandlungen des Staatsrates hervorgehoben ist, vom Etadtgemeindeaus- s ch u ß bewirkt werden. Das ist aber nach der Reichsverfassung. gerade nicht zulässig. Denn der Stadtgemeindeausschuß ist kein Verwaltungsorgan wie der Magistrat, sondern wie Z 40 ausdrücklich hervorhebt, eine Vertretungskörperschaft, hat also p a r- lamcntarischen Charakter. Die Uebertragung der Wahlen auf das kommunale Parlament wollte aber der Verfassungsgesetz- geber, wie der führende Kommentator der Reichsverfassung Anschütz bemerkt, ausdrücklich ausschließen. Der Reichsverfassung wird der Entwurf nach seinem Aufbau daher nur gerecht, wenn er die Wahl der Berliner Reichsratsbevollmächtigten auf den Oberbürgermeister als das oberste Verwaltungsorgan überträgt. Das hat selbst der Entwurfsverfasser offenbar als untragbar einpfunden, hat sich aber nicht vergegenwärtigt, daß die Vermeidung dieser Untragbarkeit nur eine andere Untragbarkeit, nämlich die Kollision mit der Reichs- Verfassung, nach sich zieht. Hier rächt es sich, daß man alle Ver- waltungsbefugnis auf die Person des Oberbürgermeisters konzentriert und sich ängstlich dagegen gesträubt hat, wenigstens in den grundsätzlichen Verwaltungsfragen eine kollegial gegliederte Spitze zuzulassen. t Dem Stadtgemeindeausschuß gilt offenbar in besonderem Maße die stille Liebe des Entwurfs. Ich stehe nicht an, zu erklären, daß in ihm ein gesunder Gedanke liegt. Mit Recht hat Genosse Haß im Staatsrat hervorgehoben, daß für Berliner Verhältnisse ein Bedürfnis dafür besteht, die großen politischen Entscheidungen nn breiten Rahmen der Stadtvertretung zu treffen, daß aber die reine Sachverwaltung in einem kleineren Gremium vorberaten werden muß. Aber diese Ausgabenverteilung ist leider, namentlich in ihrem Verhältnis zur Stadtoertretung, im Entwurf nicht klar herausgearbeitet. Eine solche.Klarheit ist aber um so notwen- d i g e r, als der Entwurs die Stadtvertretung mit unverkennbarem Mißtrauen behandelt. wird der Entwurf in der jetzigen Gestalt Gesetz, so kann eine geschickte Verwaltungssührung die Stadtvertrewng fast bis zur leeren Dekoration entwerten. Sie ist nämlich in ihrer Wirksamkeit nicht nur vom Qberbürger- meister her bedroht, sondern sie kann von ihrem eigenen Kinde, dem Stadtgemeindeausschuß, sozusagen totgeschlagen werden. Das läßt sich, wie ich an einem praktischen Beispiel darlegen will, auf dem Wege über den Z 38 des Entwurfs erreichen, trotzdem die mit dieser Bestimmung verbundene Absicht nach einer anderen Richtung hinzielt. Nach§ 38 beschließt, wenn die Stadtoertretung nicht zu einer Beschlußfassung kommt, für sie der Stadtgemeindeausschuß, „falls die Angelegenheit nicht auf sich beruhen bleiben kann". Wer über die Notwendigkeit der Erledigung zu befinden hat, ist nicht gesagt, der Zusatz ist wegen seiner Unbestimmtheit inhaltsleer. Der Stadtgemeindeausschuß wird dadurch faktisch nicht gehindert, der Stadtvertretung Befugnisse ihres Aufgabengebietes zu entziehen und beispielsweise im Laufe des Haushaltsjahres die Schaffung einer neuen Anstalt, die er im Gegensatz zur Stadtvertrewng für un- erläßlich erachtet, zu beschließen. Wer aber soll dann über die Kosten befinden, die durch Gründung und Betrieb dieser im Haushaltsplan nicht vorgesehenen Anstalt entstehen? Die Feststellung des Haushalts- plans und die Bewilligung außerplanmäßiger Ausgaben ist aus- drücklich der Stadtvertretung zugewiesen. Die Stadtoertretung als oberstes parlamentarisches Organ kommt also in die unmögliche Lage, Kosten decken zu müssen, die es selbst nicht beschlossen, ja vielleicht ausdrücklich abgelehnt hat. Wie die Vorschriften über die Zuständigkeit, so sind auch die Vorschriften über die Zusammensetzung des Stadtgemeindeausschusses lückenhaft. Soll der Stadtgemeindeausschuß ein Spiegelbild der Stadtvertrewng sein, so muß er natürlich nach dem Grundsatz der Verhältniswahl gewählt werden. Eine Bestimmung darüber, ob die Stadtvertretung den Stadtgemeindeausschuß tzn Mehrheitswahl- verfahren oder im Verhältniswahlverfahre» wählt, ist im Entwurf nicht enthalten. Die mangelhafte Vertrautheit des Entwurfs mit den tatfäch- lichen Verhältnissen der Berliner Verwaltung tritt mit besonderer Deutlichkeit im Kernpunkt des organisierten Aufbaus zutage, nämlich in der Regelung des Verhältnisses der Zentrale zum Bezirk. Ich habe bereits in einein fricheren„Vorwärts"-Artikel die hier auf- lauchenden Bedenken berührt, will aber nochmals von anderen Ke- sichtspunkten hierauf zurückkommen, weil ein Versagen der neu- geschaffenen Regelung gerade in diesem Punkte das Gelingen des ganzen Werkes in Frage stellt. Die Lösung, die der Entwurs vor- schlägt, birgt, wie nähere Nachprüfung ergeben hat, so viele und so starke Widersprüche in sich, daß die Unsicherheit in der Zu- ständigkeitsabgrenzung nur noch größer werden muß wie jetzt. Dabei macht es, wie ich zur Vermeidung von Mißverständnissen nachdrück- lich hervorheben will, gar keinen Unterschied, ob man zentralistisch oder dezentralistisch orientiert ist, die vorgeschlagene Lösung ist rein technisch schlechtweg unhaltbar. Der Entwurs macht nämlich bei Aufteiwng der Lerwaltungs- ausgaben auf Zentrale und Bezirk ein« Unterscheidung, die in Wirk- lichkeit der Verwolwngspraxis überhaupt nicht besteht. Er trennt die von den Bezirken wahrzunehmenden Selbstverwaltungs- angelegenhciten in solche, die„nach Grundsätzen und Richtlinien" und in solche, die„unter eigener Verantwortung" wahrzunehmen sind. Die hier zwischen den beiden Verwaltungsgruppen angenom- mene Gegensätzlichkeit ist zunächst unlogisch. Denn auch«ine Ver- waltung nach„Grundsägen und Richtlinien" schließt nicht aus, daß innerhalb dieser Grundsätze und Richtlinien die einzelne Ange- lcgenheit unter eigener Verantwortung übernommen wird. Die Reichsversassung sagt z. B. im Artikel S6, daß jeder Reichsminister innerhalb der vom Reichskanzler bestimmten Richtlinien„selbständig und unter eigener Verantwortung" seinen Geschäftszweig leitet. Der Gegensatz ist aber auch in dem bestehen- den Verwaltungszustande nicht begründet. Denn Derwaltungs- gebiete, die nicht von einer Regelung durch Grundsätze und Nicht- linien erfaßt werden, gibt es nicht. Mir jedenfalls ist kein Geschäfts- zweig der Bezirksämter bekannt, der nicht— sachlich selbstverständ- lich mit Recht— zur Wahrung der Einheitlichkeit von der Zentrale allgemeinen Verwaltungsvorschriften unterworfen ist. Auch die hier zum ersten Male austretende Unterscheidung zwischen Grund» s ä tz e n und Richtlinien wird nicht klargestellt. Wenn man etwa annehmen sollte, daß Richtlinien im Gegensatz zu den Grundsätzen nicht bindend, sondern lediglich als elastisch anwendbare Leitsätze ge- dacht sind, wird man sofort durch Z 49 widerlegt, der ausdrücklich von einer„Bindung gemäß den Richtlinien und Grundsätzen" spricht. Mit diesem Z 49 hat es nun aber eine eigene Bewandtnis. Cr wirft nämlich das ganze System des Entwurfs über den Haufen. Bezirksrat und Vezirksbürgermeister unterliegen danach auf dem durch Grundsätze und Richtlinien gebundenen Verwaltungsgebiete „den Weisungen des Oberbürgermeisters" Das bedeutet praktisch, daß die gesamte Verwaltung des Bezirkes dem Kommando des Oberbürgermeisters unterstellt wird, Da auch die Zentralverwaltung im engeren Sinn«, also die zentralen Fachverwaltungen, diesem Kommando in gleicher Werse unterstehen, so besteht praktisch im Endergebnis gar kein Unterschied zwischen Zentraloerwaltung und Bezirksoerwaltung. Zuständigkeitsabgrenzung, Aufgabenverteilung, Berwaltungsgliederung, Schaffung beson« derer Rechtsmittel für Streitigkeiten zwischen Zentrale und Bezirk können in Wegfall kommen, alle Ausführungen über Dezentralisie- rung und Dekonzentralifterung sind reine Theorie. Am Anfang und am Ende steht immer der Oberbürgermeister, er ist, um ein Wort im„Faust" anzuwenden: Der Allumfasser, Der Allerhalter, Faßt und erhält er nicht, Dich, mich, sich selbst? Doch halt, ein aktiver Vezirksbürgermeister läßt sich nicht unterdrücken. Er sucht also auch dem Allgewaltigen gegenüber, um noch einmal Goethe zu zitieren: Durch Taten zu beweisen, daß Manneswürde nicht der Götterhöhe weicht. Dafür braucht er natürlich eine rechlliche Begründung— auch die liefert derselbe Entwurs, der eben dem Gegenspieler eine schier überwältigende Macht verliehen hat. Beruft sich der Oberbürger- meister für seine unbeschränkte Souveränität auf ij 49, so kann der Bezirksbürgermeister sich darauf berufen, daß er nach§ 28 als Vorstand des Bezirks die Stellung einer Gemeindebehörde für seinen »» aber Ssiite, mit Ihrer Gattin 7 Frauen haben von Natur aus den guten Geschmack und den richtigen Blick für gute Qualität. Von uns bedient, von Ihrer Gattin beraten— dann sind Sie bestimmt vorbildlich gut angezogen! Wir erwarten Sie! Hern-Sakko-Anzüge BlaueSakko-Anzüge Herr.-Sport-Anzüge 1-u.2-reihig, moderne flotte Cheviots und kammgam artige Stoffe. M 79.- 55 te_ 35.- 2- reihig, unsere Stammqualität, rein Kammgarn ...... M 125,- 98.- 82 :;65.- mit 2 Hosen, la Sitz, erst klassige Verarbeitung ...... M 125.- 98.- 78 •62.- iBcjir! hat. wie denn auch Z 65 Abs. 2 ausdrücklich von den„? e» Hörden der Bezirke" spricht. Er kann dann weiter geltend machen, dag nach allgemein anerkannter Rechtoausfassung, die dos Reichsgericht in dar bekannten Poststrossache gegen den Oberbürgermeister zur Einwendung gebracht hat, und die gerade jegt wieder der R e i ch s f i n a n z h a f in einem Gutachten zur Grundlage seiner Entscheidung gemacht hat, das Wesen einer össentlichen Behörde— im Gegensatz zu einer nachgeordneten Dienststelle— gerade darin besteht,„unter össentlicher Autorität nach eigenem Ermessen" tätig zu sein und dag daher ihm— dem Bürgermeister— als dein leitenden Vertreter der Bchärde die Selbständigtcil eigenen Ermessens nicht eingeengt werden dort. Dasselbe Spiel kann sich wiederholen. wenn der Oberbürgermeister aus irgendeinem nicht erkennbaren Grund« vermittels seines unbeschränkten Weisungs« rechtes einen Beschlug des Bszirksrates aufheben will. Der Bezirksbürgermeister als Vorsitzender des Bczlrksrnts wird dem Oberbürgermeister erklären, dag seine allgemeine Weisungsbesngnis durch§ 50 eingeschränkt sei, dort stehe ausdrücklich, dag ein Beanstaudlingsrecht des Oberbürgermeisters nur bestehe, wenn das Interesse der Stadtgemeindc verletzt sei, in allen sonstigen Fällen habe der Oberbürgermeister also kein Bsanstandungsrecht und dürfe deshalb auch non seinem Weisungsrecht nicht unbeschränkt Gebrauch machen usw. usw. Der Zweikampf mit den Waisen der juristl- sch«n Logik kann also frisch und fröhlich losgehen. Eine solche Mensur mag ganz interessant\än, aber fruchtbringende Vcrwal» tungstätigkeit ist sie wahrhaftig nicht. Der Faden lägt sich natürlich weiter spinnen. Meine Aus- führungen werden aber ausreiche�, um die fachliche B c r e ch t i« gung der für diesen Artikel gewählten Uebcrschrift zu beweisen. Daraus ergibt sich aber di« Schlugfolgerung: Tticht nur die allgemeine Grundcinstellung des Entwurfs ist abzulehnen, sondern auch seine gesehlechnische Brauchbarkeit, der Entwurf ist verwaltungsmäßig kein geeignetes Instrument zur Verwirklichung des der Regierung oorschnxbenden Zieles. Tritt er in der vorgelegten Form in Kraft, werden die Spannungen, unter denen die Berliner Verwaltung leidet, nicht gelöst, sondern nur noch verschärft werden. Der Landtag, der in diesem Monat an die Beratung des Gesetz- entwurfes herantritt, wird sich also der Ausgabe nicht entziehen können, den Entwurf weitgehend umzuarbeiten. Vor einer überstürzten Beratung kann nicht dringend genug gewarnt werden, die Folgen wären geradezu verhängnisvoll. Darüber hinaus wird es aber die Aufgabe der Sozialdemokratie sein, nun- mehr auch positiv« Vorschläge zu wachen, die«inen Ausweg aus den gegenwärtigen Irrungen und Wirkungen zeigen. In der ölsent- lichen Diskussion tritt unverkennbar eine stark« U n f i che r h e i t bei der Ausstellung konkreter Rcsormvorschlägc zutage, flat nun einmal die Entwicklung über dos gegenwärtig geltende Gesetz hinausgeführt— ob mit Recht, will ich unerörtert lassen—, so muß auch«ine klare Zielsetzung und eine Linie zu diesem Ziele gesunden werden. Diese Arbeit drängt, drängt viel stärker als manche führenden Parteigenossen annehmen. Da» Problem der Berliner Verwaltung?. reform ist mit einem falschen Vorzeichen aufgerollt workvn, trat zunächst aus als Sampsgeseh gegen die Selbst» Verwaltung Berlin». Das Vorzeichen ist umzukehren und aus einem Gesehentwurs gegen die Selbstverwaltung ein Gesetz. entmurf zu machen, der für die Selbstverwaltung weg. weisend die Bahn sreimacht�-sür die Selbstverwaltung Berlins und darüber hinaus für die Selbstverwaltung als die Grundlage unserer Demokratie. Der BerNncr Partei. organisation cröfsnet sich hier eine große historische Ausgabe. Rodfahrwege und Verkehrssicherheit. Gefährden die neben den Vürgcrsteigeu angelegten Radsahr- we g e im Stadtinnern die Derkehrssiäzerheit? Diese Frag« hat das Bezirksamt Friedrichshain aus Gruud der gesammelten Erfahrungen bejaht. Es werden hierfür folgende Gründe an- geführt. Spielende Kinder und nicht selten auch erwachsene Fußgänger benutzen den Weg als Laufbahn; die an Bordschwellen hallenden Ärastwogeiz bringen beim Ocsstlen der Wagentüren den Radfahrer in Gefahr oder sperren ihm zumindest den Weg; Passanten, Kusschor oder Straßenrciniger, die die Straßenbrunnen benutzen, behindern die freie Fahrt des Radfahrers; auch che Waren abliefernden Gefährt« sind vielfach gezwungen. Kisten, Bierfässer usw. zunächst aus den Radfahrweg abzusetzen. Alles das bedeutet eine Hemmung des Radfachrverkehrs, häufig sogar ist das die Ursache zu lins allen. Aus allen diesen Gründen hat das Bezirksamt Friodrichshain sich gegen die Schaffung der bereits vorgefelzenen Radfahrwege in der Großen Frankfurter Straße und der Frank- furter Allee ausgesprochen, zumal der gesamte Straßenzug der ver- kehrsreichste des Ostens ist. Aus der Arbeit der Bezirke. Es geht nicht ohne Radau. 2. Bezirk- Tiergarten. Ein in der vorigen Sitzung eingesetzter Ausschuß lwtte die in der„Raten Fahne" erhobenen Vorwürte gegen dos W oh l ia h r t s- amt geprmt und war zu dem Schluß gekommen, daß in den an- geführten Fällen wohlwollend ver'ahren war. Bei der Bericht- erstattung begannen die zahlreich erschienenen kommunistischen Tribünenbesuchcr zu randalieren. Der Lärm steigerte sich, als die Deutichnotionalen Schluß der Debatte beantragten und ein kommu- nistischer Redner sich gegen den Antrag wandte. Der Vorsteher Granaß unterbrach die Sitzung und ordnete Räumung der Tribüne an. Der Aufforderung wurde von selten der Kommu- nisten nicht Folge geleistet. Die Tribüne wurde dann durch das l>erbcig«r>isene Uebevsallkammands geräumt. Die kommunistischen Bezirksvcrordneten schlössen sich den Tribünenbesuchern an und auf der Straße hielt der Kommunist Koska eine Brandrede. Nach WlederainnoKme der Sitzung wurde von der bürgerlichen Mehrheit Schluß der Debatte beschlossen. Der Slusschußantrog Äurde ango- Nammen. Vor leerer Tribüne verhallten die üblichen Schimpfereien eines kommunistischen Redners wirkungslos. Genosse H ä d i ck e er- widerte den Kommunisten, daß man unmöglich mehr Unsinn in wenigen Zeilen zusammenschreiben kann als sie es hier getan haben. Uisser Antrag, der verlangt, daß allen Arbeitern. Angestellten und Beamten, die sich an den Maifeiern beteiligen wollen. Urlaub er- teilt wird, wurde gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. Die Verhehung in den Schulen. Z. Bezirk— Wedding. Zu Beginn der Sitzung wurde ein Antrag angenommen, der eine Verbesserung der K i n d e r s p« i s u n g und Kinder- läge überwiesen. Eine treffende Abfuhr bereitete der Demokrat Rektor Lange den Kommunisten indem er an Hand van miige- brachten S ch ü l e r z e i t u n g e n die abgrundtiefe V c r- Heizung aufzeigte, in die die Jugend durch solche Druckblätter, für' die der Landtazsabgeardnete Gohlke verantwortlich zeichnet, hineingetrieben wird. An Stelle des zum unbesoldeten Stadlrat gewählten Gen. R i« ck tritt Gen. Walter Zisowski in die Bezirksversammlimg ein.__ Falsche Anwürfe gegen Wohlfahrisbeamten. 15. Bezirk- Treptow. Zu Beginn der Sitzung fand die Einführung der bestätigten unbesoldeten Stadträte durch den Genossen Mermuth statt. Der kommunistisch« Kandidat ist durch den Oberpräsidenten nicht bestätigt. Bezirksverordneter Strieder(Soz.) begründete eingehend einen Amraa seiner Fraktion hetr. Aenderur.g des Gesetzes Groß-BeNin. Alle Fraktionen traten den Ansfühnmgen unseres Redners bei, mit Ausnahme der Komnrunssten, die malst auch in diesem Geletzcntwurs eine„Attacke gegen Sowsetrußland" vermuten. Gleichsolls stimmte die Bersaunnlung nach Begründung durch den Genossen Reu- mann einem Antrage unserer Fvaktion wegen der Kürzung der Richtsätze für Umerstützungsempsänger zu. Di« Koimnunisten be- anträgten, allen Arbeitern. Angestellien und Beamten am 1. Mai dienstfrei zu geben»nd sämtlich« städtischen Gebäude und Schulen rot zu flaggen. Stadtverordneter L e m p e r t(Soz.) erklärte, daß seine Fraktion keine Ursache habe, dein Antrag« zuzustimmen, da die Begründung durch den koinmuniftischen Redner bewiesen Hab«, daß die Kaimnunisten noch ünmer den wahren Sinn der Maifeier nicht verstanden hätten. Der Antrag verfiel der A b l e h n u n g. Ein Antrag der Kommunisten b«tr. Amtsenthebung des unbesol- dcten«tadtrots Schwarz, gegen den ein vtrafoeriahren schwebt, wurde gegen die Stimmen der Antragsteller abgelehnt. Genosse Strieder stellte lest, daß selbst die Kommunisten für Schwarz lein Interesse haben, denn bei dem neuen Walstoorschlag für die nnbesoldetev Stadträte fehlt dieser Name. In der letzten Sitzung hatten die Kommunisten gegen einen Beamten des W o h l s a h r t s- a m t e s schwere Beschuldigirnacn erhoben. Im Personalqusschuh wurde festgestellt, daß diese Beschuldigungen in keiner Beziehung mit den Tatsachen übereiisstimmen. Diese Fessstellung des Vor- sitzeichen des Personalausfchusses bracht« selbst die Kommunisten zum schweigen. Schließlich protestierten die Kommunisten nach gegen die Nlchtbestätigung des von ihnen vorgeschlagenen Uistnsioldeten Stadtrats. Der Sozialdemokrat Strieder tröztete sie damit, daß ja wohl wahrscheinlich ihr nächster Kandidat, der sattsam bekannte Sitzredakteur Firl,„bestätigt" werden würde. In nichtöffentlicher Sitzung beschäftigt« sich die Versammlung noch mit dem An- kauf eines Gruichstücks. Oer Kriedrichshain in Gefahr! Tiefbrunnen würden den Baumbestand vernichten. Seit längerer Zeit schwebt beim Bezirksausschuß ein vom Be- zirksamt Friedrichshain geführter umfangreicher Verwaltung»- streit, an dessen Ausgang groß« Teile der arbeitenden Bevolke- rung des Berliner Ostens stark interessiert sind. Ein« m unmittelbarer Nähe des F r i c d r i ch s h a i n s gelegene Brauerei f ordert die grundbnchliche Sicherstellung des Rechtes der Wasser- entnähme durch Tiefbrunnen. Rund ein« Million Kuhik- meter Wasser sollen dem Boden entzogen werden. Hiergegen hat das Bezirksamt Friednchshain, wie uns Bürgermeister Genosse M i e- l j tz mitteilt, eniichicdcn Einspruch erhoben, da die Gefahr besteht, daß die einzige größere Erholungsstätte des Bezirks in ihrer natürlichen Schönheit vernichtet wird. Schon heute krankt der Baumbestand in den höher gelegenen Teilen des Hains an W i p f e l- dürr«. Nach einem Gutachten des Direktyrs der Pflanzenschutz- stelle, Professor Dr. Ludwig, Dahlem, sind diese Befürchtungen gerechtfertigt. Die Brauerei steht jedoch nicht allem mit ihrer Forde- rnng aus Wasserentnahme durch Tiefbrunnen da. Auch«nie Selterwassersabrik. die ihren Betrieb am Rande des Friedrichshains führt, verlangt«ine jährliche Wasserentnahme von 1600 Kubikmeter. Das Bezirksamt hat auch dagegen Einspruch er- hoben. Im Interesse der erholungsbedürftigen Bevölkerung des prole- tarischen Ostens ist zu hassen, daß der Prozeß zugunsten der Stadt Berlin entschieden wird.___ Fachunierrickt für Hacker. Die 13. Berussschule für Jünglinge hat erireulicherweise für un- gelernte Arbeitskräfte eilten Fachunterricht für Pocker eingerichtet. Der Unterricht fall in erster Linie ungelernten Jugend- lichcn, die als Boten, Arbeitsvursche» oder Mitfahrer beschästigt sind. Gelegenheit bieten, sich für den späteren Berus als Pack er vorzubereiten. Der Lehrgang umfaßt in der Hauptsache das Der- zKirten von Glas, Porzellan. Spielwaren, 5lonsekt!on, Möbel, elektrischen Artiteln, lleberseegut usw. Er dauert ein halbes Jahr und siitdel Montags und Donnerstags in der Zeit von 19 bis 21 Uhr in der Berufsschule, Berlin N., Ackerstr. 67, statt. Die Kosten sind verhältnismäßig gering; sie betragen für den gesamten Lehrgang 8 Mark, welche gegebenenfalls in Raten abge- führt werden können. Jugendliche Mitglieder des Gesamt- V e r b a n d e s. die den Unterricht regelmäßig besuchen, erhalten nach Beendigung des Kursus die Hälfte der Gebühren zurück. Anmeldungen haben in der Ackerstr. 67. in der Zeit von 5 bis 16 Uhr. oder Montags und Donnerstags, abends 7 Uhr, zu er- folgen. Es können jetzt noch Schüler aufgenommen werden. Eine rege Beteiligung liegt im Interesse aller jugendlichen Arbeiter der erwähnten Berufe.___ Das Verfahren gegen Benccke. In dem Disziplinarverfahren gegen Stadtrat B« necke, das im Zusammenhang mit der Sklarek-Assäre«ingeleitet worden ist, steht demnächst der Abschluß der Untersuchung bevor, doch ist kaum damit zu rechnen, laß es zur mündlichen Verhandlung noch vor den Gcrichtskericn kommen wird. Während sonst Im ollge- meinen die Dsszipllnorversahren bis zur Erledigung gkeichzeitig schwebender Strasoerfahren ruhen, wird das hier dem Vernehmen nach nicht der Fall fein, da die Einleitung eines Straf ver- f a h r« n s gegen Stadtrat Beneck« wegen passiver B«- stechung erst erkolgte, als die disziplinarische Untersuchung schon geraum« Zeit im Gang« war. Severing spricht heute im Rundfunk. Reichsminsste? a. D. Genosse Earl Severing spricht heute im Rahmen des Arbeiter- funts um 17.55 Uhr vor dem Mikrophon der„Deutschen Welle" über„Staat und Volk". Der Vortrag wird keine staatsrechflkche Definitionen und Theorien geben, sondern sich mit de» aktuellen Seiten der Untersuchungen des Verhältnisses von Volk und Staat beschäftigen. Reichsbohupräsidcol Stapff gestorben. Gestern früh 7 Uhr ist der Präsident der Reichsbahndirektion Berlin, Dr. jur. Paul Stapff, im Lazaruskranienhaus an den Folgen eines Schlaganfalls gestor- ben. Dr. Stapff hatte am 1. Mai sein 62 Lebensjahr vollendet; er war seit Juli 1VZZ Präsident der Reichsbahndiretlion Berlin. Opci. MOIOCLUB... JETZT NOCH BILLIGER »• . vollkommen ausgerüstet! 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Wir Siliert, Sit SKuifeictloritn möglichst beute, fvätesters oder Moirtag, b. SHai, bt* 18 Uhr. beim Seuossen Uchati t.Borwörts�» Spei, ilian Lousiher Ptob) ob, zurechnen. 7. Arei, Ehorlbtteuburg und Spandau. Iuristnü)- Sprechstuiche findet am Sonnabend, dem z. Mai. von 17 bis 18 Uhr. im Lugendheim Rosinen, f trogt 4, flott.©«IcgcnljcU jum Airchenanstritt. heute. Sonnabend. Z. Älai: LI. Abt. Sie Genossen werden ersucht, sich an der heute um 1S',4 Uhr statt. findenden Lwäfcherung des Genossen Otto Uckert ira Ärematariuia öo richtstrahe recht zahlreich gu beteiligen, SS. Abt. Sie Ketietzfuhrer müssen bis spätestens am 4, Mai mittags die Billetts der Maifeier im Eaalbau ifriadrichshain und Miirdienbrunneu beim Abteilungskafsterer abrechnen, da später zurückgegebene Billett» de- zahlt werde» vutsscn. 48. Abt. 18' 3 Ubr Abrechnung der Bezirksführer bei Keller, Mrstenstr. 1. IM. Abt. Riederschäneweibe. Heute Besuch des Wallner-Thcatcrs„Z 218". 19 Uhr Treffpunkt am Haupteinganz Bahnhof Schonewride. Beginn der Bor» ftellung um WU Uhr. SSI. Abt. Riedenfckdnhaufcn. Pünktlich ZV Uhr bei Klindt. Aar Friede nsvlah. wichtig« Funktionärs! t-nng. td SJ. Seweirdeichul« Reu lila, Rüttlistrahe. Montag. 5. Mai, IS'H Uhr. im Lokal von Mar Brandt, Neukölln. PfMgerftr. 19. Bersanunluirg aller SPS.- Gltero. Parteibuch legitimiert. Sumpathisserenda könne n eingeführt weiden. Zahlreiches Grfcheinrn wird erwartet, Iungsozlalisien. Grupp« Reulöll». Morgen, Sonntag, 4, Mai, Matjugenütag d» DZlZ. in Raulodorf. Treffpunkt 7 Uhr Bahnhof.laiser-FricdrichSrroße. Dar 1. Mai war wieder ein Funktag mit sehr befriedigendem Programm, das seine Krönung in der Uebcrtragung von Beethovens ,.F i d e l i o" aus der Krolloper fand. Sonst gab es mancherlei schone und nette Musik. Eindrucksvoll wirkten die Gesänge, die der„Junge Chor" unter Leitung von heiru Tiessen zum Vortrag brachte.„4 0 Jahre E r st« r Mai" hieß das Thema, das sich der Reictfstagsabgeordnele Peter Grah- mann, 2. Borfigcnder des ADGB, gestellt lzatte. Er schilderte. wie in der unwürdigen Lage der Arbeiterschaft in jener Zeit, da in Deutschland noch dos Sozialistengesetz regierte, der gemeinsame Wille der internationalen Arbeiterschaft nach Befreiung und Welt- frieden den Weltfeiertag der Arbeit schuf.' Die Unter-. nehmcr bekämpiten ihn mit allen Mitteln, aber gegen olle linier- drückung setzt« sich der Maiseiergcdanke unwiderstehlich durch. Di« Maifeier wurde der deutlich sichtbare Ausdruck der Macht der Arbeiterschaft, die die Grundlagen für eine bcsicre Zukunft, für eine sozialistische Gesellschaftsordnung nicht erst noch dem Kriege legte, sondern damals, in jenen Tagen, als sie die Maifeier bo gründet«.— Anläßlich der Feuers chutzwoche hörte man im Programm der Aktuellen Abteilung eine sehr anschauliche Reportage aus der L hl d e n w ach«, die eine beruhigend« Vorstellung gab von der Sicherheit und Schnelligkeit, mit der unsere Berliner Feuerwehr arbeitet. Einen Einblick in ein anderes Gebiet des Berliner Arbeits! cdcns brachte der Graphiker chelinut Strom wer, der eindrucksvoll und sachlich Bilder aus Maichinensälen entwarf. „Hygiene im chaushalt", und zwar das sehr wichtige Kapitel der Wohnunqsdesinsektion bei Krankheitsfällen, wurde von General- jekretär Paul Leo?, Carola Wcde und Otto Dobbermann diskutiert, um all« unbegründete Furcht vor Sachschäden und sonstigen Un- cnnehrnfichleiten durch die Desinfektion zu zerstreuen. ■• Der Freitag brachte einen„Opereitenabend zum 60. Geburtstag .von Franz L e h a r". eine Auswahl seiner nettesten und bekam- testen Melodien. Ein Aufgebot von tüchtigen Kräften setzte sich dafür ein. Dr. Erich Fortner, der die verbindenden chono.o- gischen Erläuterungen gab, nett mit Anekdoten gewürzt, berichtete einleitend, daß einst«ine feierlich« Prüfungskommission Lehor zwar DerstSndnis für klassisch« Werke, aber gänzliche Verständnis- lofigkeit dem Walzer gegenüber attestiert habe-, für das KOjahrioe Keburtstagslino und fein Publikum gewiß eine erhei- ternd« Erinnerung.— Prof. Dr. Emil D o v i f a t schilderte in dem Zyklus JBi« deutsch« Presse im Ausland" den Stand der deutschen Presse in A m e r i t a. der leider im Durchschnitt nicht sehr hoch ist. Sprache und Aufmachung der Zeitungen entstammen der Auswandererzeit gegen End« des vorigen Jahrhunderts-, Am«. rlkanisierung der Umgangssprache und dos Vorbild amerikanilchcr Zeitungen übten nicht gerade«inen günstigen Einfluß auf das Gesamtbild der deutschen Press« in USA. aus.'Dez. Sozial, AiDeUeriogenfl Gr*Brrilsi* zaiL'jüäem Freie GeirersdiaUslodead**** Sporfieilndend Mal• JuaencBtaa am SoDBlaf, dem 4. Mai ab 15 Uhr, Spielwiese beim Restaurant Sanssouci (früher Sadowa) Stadtbahnstation Wuhlheide» Eröffnungs- und SchluS- kundgebung unter Mitwirkung» Fanfaren dior» Sprech cfcdre» Streich» ordbeder» Gesaa«• Aniprethen»»» Redner zur Schlußkundgebung: DR. KURT LOEWEMSTEl.M• Außerdem Spiel und Sport in den Nach» tnittagsstundeu» Parteigenossinnen und-genossinnen beteiligt Euch! Treffpunkt rur Demonstration d. Köpenick 13'/, Uhr Bhf. Spindiersfeld Gutppc Schöne beee. Auf bem hcutfqen Gruppeuabenb von 29 bis 22 Ubr werben bic Zntercstcnten des Sartoch-Äursusses, in dem über bns bürgerliche und proletarische Bewußtsein der Geschlechter in ibren Beziebungen znein- ander gesprod)«» werden wird, das bierbei von unserer Gruppe zu beitrei» tende Teilreserat.Wohnung und Saushalt* bei Borträge»»nd Aussprache gemeinsam vorbereifen. Wer morgen in der Jugendherberge Zlvwawes über- nachten will, wird einen Schlafsack oder ein ähnliches Bettzeug benutzen müssen. Rerbebezirk Westen, beufe, Sonnabend, beginnt der Wodienendkursus in Nowawes. Brieiieuvea(Zugcndherberge). pünktlich S9V, Uhr. Fortietzuna morgen, Sonntag, 9 Uhr, Thema!„Proletarisches und bürgerliches B-wuhrsein im Verhältnis der Geschled>ter zueinander", Reierentin: Genossin Anna dartoch. Genossen von anderen Gruppen und Wcrbebezirken sind eingeladen. Grnpre Sharloitenburg. Heut«. Sonnabend, 1 9'! Uhr, Treffpunkt zum Wochenendkursiis in Nowawes am Bahnhof Charlottenbneg, Sonntag Beginn NM 9 Uhr. Montag Diskussion: Wer Bmiisionismus. Leiterin: Tora ssabian. Boginn 20 Uhr. Zunge Parteigenossen und SAZ. willkonimen. Prenzlauer Berg. Sonntag fiahri zum Jugendiag. Treffpunkt 7 Uhr Ring- bahnhof Schönhauser Aller. Gruppe Paokow. Heute. 19>z Uhr. im Jugendheim Aifsingenstraß«, Ueben zur ZÜ-Zahr-sseier der SAZ. Gin jeder InngloziaNst nrutz erscheinen. Am Sonntag, dem 4. Mai. 8 Uhr, Treffpnnk� Ringbahnhos Schönhauser All« zur flahri. Aufchlletzeid Beietligung am Maijugendiag der SAZ. in. Satvwa. Arbeiksgemcinschasi der kinderfreunde. Alle Helfer von Groh-Berli» kommen heute. Sonnabend. 19'/i Uhr. Neu. kMn. Äaver.ssrjedricy.Str, 4 lam Hermannplotzl, zu- einer bringenden?«. fprechnng zusammen.— Aus Anlaß der Werbewoche fallen alle Bezirksver- ansioliungen aus. zeltlagerausschuh, Helfernerfammlung, Aassicrerkonferenz. Die Borstandssitzung findet jedoch statt. U Anf zum Sindermaitag! Volkspark Zleutöllu. Terffpantt all« ssD n Gruppen um 14 Uhr au der Aontanepromenabe, Eisgang zu» Bolls- ss- � i pari, Eolumbia- Ecke Eoltzcncr Strahe. strei» Deitzcnsee. In der Bloche vom 4. bis 11, Ahl! findet in nnferem .»reis eine Wcrbcwoche statt. Gz ist Pflicht aller siinder, sich an allen Ber- anstallungen zu beteiligen. Ebcnkalls bitten wir untere Eltern, auch an allen Vcranstaliungen teilzunehmen. Achtet auf die Notizen in der Zeitung. Die Zalkentradsi ist in der ganzen Woche zu zeigen. Lim Sonntag, dem 4. Mai, treffen wir uns um 12i» Uhr am Bnwnplatz»nd fahren z.nn Äinderireunde» Maijug-ndtag nad» Neukölln. 30 Pf, Fahrgeld. Essen»nd Trinlbedter sind mitzubringen. Alle Eltcrn kommen mit, Gäste sind herzlid) willkommen, Montag, 3. M ri, Spielen Siedlung HohenschLnl-aufen. Grnppe Weitzenjee. Montag, 3, Mai. treffen wir uns um 18 Uhr am Antonpiatz und beteilige»»ns a» den Werbrspielen der Gruppe HohensdM- hänfen. Unkosten M Pj. ssalirgeld, filtern nelnnen daran teil. Dienstag. 8. Mal, Heimabend, Spielen ab 17 Uhr Planfchwiese. Alle Eltern und Rinder achten auf die Notizen am Dienstag. st reis Prenzlauer Berg. Hont». 18 Uhr, treffen sich die Mitwirkenden an der Bölkcrfchan in den Baracken Danziger Str. ,82. die der Gruppe Freiheit schon nm 15 Uhr. Morgen, Sonntag, trifft sich der Kreis um 13 Uhr Hoch. bahnhol Danzigrr S'ratzc. dir einzelnen Gruppen ein« halb« Stunde vorher an den ssalkenecken(Danziger Ecke Greiiswalder Strasse, ffalkplatz und Arnim. vlatzl. g» Pl, Fahrgeld. 10 Pf. für Saffcc und Trinkbecher nicht vergessen. Bringt olle eure Eltern und Freunde mit. SSeebeiczlrl Tiersart«: 28 Uhr Bahnhof Bellevue. Werbebezirk Schöncberg: Sitzung bes Wandoransfchusscs bei Willp Rennau. Luitpoldftr. 1ö, 19'� Uhr. Wer de bezirk Reukälln: Tambourlanelle. Alle Spieler 19 Uhr mit Instrumenten im Heim Lahnstr. 3 erscheinen. Morgen 13 Uhr Bahnhof Neukölln, Treffpunkte znni Mai-Jugcndtag morgen in Kaulsdorf-Süd auf der Spielwiese beim Rcstauronk „Sanssouci"(Bahnstation wuhlheide). Alle Gruppen»nd Werbebezirke müssen ihr« Fahne» und Wimpel mitbringen. Humboldt Hain: 7 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen,— Fallplatz 1: 7 Uhr Bahnhof Schönhauser Allee,— Zfalkplatz U: 7 Uhr Bahnhof Schönhauser Mee.— Westend: 8 Uhr Bahnhof Westend(nidsi 14 Uhrf,— Lankwitz: 7 Uhr Pabnhof Lankwitz. Nachzügler 13U Uhr Bahnhof Spindleroseld. Tie Fahne mutz nm diese Reit ebcndort sein.— Mariense>de:Lichtenrade: Marsenlclde 19 Uhr an der Schrante. Lichtenrade 19 Uhr Bahnh. Lichtenrade.— Zchlendarf-Dahlem: llih Uhr Bahnhof Iehlendorf.Mitte,— Neukölln XI: siz Ubr Bahnhof Reu» kölln.— Rledrrschänkweib«: izth Uhr Lahnhof Niederschöneweide,— Van- low III sR..F.>: 11 Uhr Marltplatz„Roter Ums". Auto-Agisahrt Öurd) Pankow nnd Nicderschönhansen. Anichlirsscnd Fahrt zum Mailugcndtag. An- kunft in Pankow 29 Uhr lEssen mitbrinaen).— Werbebezirk Miste: 14',-: Uhr Bahnhof Wuhlheide,— Werbebezirk Webdinq: Arbcitsgemcinschafi der Iüngr. ren. Treffpunkt 9 Uhr Bahnhof Wedding. Müllerstrasse.— Werbebczirk Brenz- Inner Barg: Sämtliche Gruppen beteiligen sich am Maijugendtag. Um 13 Uhr müssen alle zur Stelle sein.(Fahren bis Wuhlheide.)— Werbe bezirk Schöne. berg! 1218 Uhr Bahnhof SdÄneberg.— Werbcbezirk Reukölln: 13 Uhr Bahn. Hof Neukölln.— Werbebezirk Lichtenberg: 10 Uhr Bahnhof SuuTsdor'. * Treffpunkt zur Demonstration bnrch Köpenick W,:. Uhr Bahnhof Spinbictsielv. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation I Ii. Abt. Unter langjähriger Abteilungs. und ckreiskassserer, der Genosse Stio Uckert. ist am Sonnabend, d-m 28. April, vrrslvrbrn Wir verlieren in Ost» Uckert einen guten und pflichttreuen Sompfgefährl: Wer den Ber» storbenen näher aekannt Hai, wird ihn nur als einen aufrechten nnd recht» schoifeuen Genossen schätzen. Wir, werden ihm ein dauernde» Andenken b«. wahren. Die Einäschcrung findet heute um Iblll Uhr im Krematorium Ec- richtftraZe statt. Wir strwaribn reche B-tbiUgitng, SS SozialistischeArbeiLerjllgendGr.-Nerlin tkinfendungen für diese Zknbril nur an da« Zugendselreiariat Berlin 63363, Ckrteitkrate 3 Da» Skreicharcheftar übt beute um 17 Uhr in Baracke U. Danziger Sir. 62. Neimnmelbiwgen von Mitgliedern daselbst. Vorfitze» benkonferenz Montag, 5. Mal. 19' i Uhr. in der Aula der Schule ssochsst, 13. Alle Vorsitzenden(1. und 2.) und Iugendbeiräte müssen erscheinen. Ohne Ausweis kein Zistrist, heule. Soauabeud. Z. Mal: WUnrerederf: Heim Wilhelmsauc 123. Mitgliedcrvcrsanuirluug ura 30 Uhr, - Lankwitz: 19 Uhr Widdig« Funitionärsitzung bei Fienz. Frobenftr, SS.— Pankow M(R.-F.): 20 Ubr Seim.stissingenftr. 48. Aussprache mit teil RF. der Kinder freunde. Anschürtzend ssunltionärsitzung. Allgemeine Wetterlage. •.. i. i~».. i■., i Deutschland log am Freitag weiterhin in einem Gebiet äußerst geringer Lustdruckgegensätzc. Bei schwacher Luslbewegung und kräftiger Sonneustrahlung herrschte überall heiteres und warmes Wetter. In Milteldeutschland stiegen die Temperaturen vielfach über 21 Grad. Zur Zeit geht über ganz Mitteleuropa, besonders über Polen, Druckfall vor sich. Damit dürfte die b-sieheude Wetler- loge eine allniähliche Umgestaltung erfahren: zunächst ist jedoch in unserem Bezirk noch keine wesentliche Verschlechterung des Wetters zu befürchten. 1e Wetteccmsjichten für Berlin. Ermas Bemöltititgszunahm«. warm, schwache Lustbewegung.— Für Deutschland. Ueberall ziemlich warmes und trockenes Wetter: jedoch im ganzen wolkiger als bisher, besonders im Osten und Süden. Elegante, graziöse Form... tadelloser Sitz... feinstes Leder... Lei einem EEess-Schnk ist das selbstverständlich! Nur der niedrige Preis wird Sie überraschen. In den neu eröffneten Hess�Schuh-Gescbäften kostet jedes Paar, sei es Chevreau, ßoxcalf oder echt Schlange mit Nuhuck, rm. 16.60. Unser 10. Geschäft ist eröffnet, und bald wird es auch in Ihrer Nachbarschaft ein neues Hess«Schuh-Geschäft geben. I.IZETTE,«öl graxiöatr Schuh in«cht Schlang» und Nubudtledtr „JTaa,«Al Schlang*— und Kai Heat nur 16.60 f— Ich muß mir unbedingt auch ein Paar kaufen f JEDER DAMENSCHEH KOSTET HERREN-SCHUHEN ZU EINEM PREIS Karfaratendamm 220 Jerasalemer Straße IS Warschaiier Straße 31 Hauptetr. 20(Scfcöneberg) Bläeherstraße 6 Friedrichstraße 89/89a* Oranienstraße ISO Kottbnser Damm 76_ Reinickendorfer Straße 33* Wil mered orfer Str. 33(Charl.) Verträge, Vereine und Versammtungen. Reickisbauner„Schwarz-Rot-Gold". Eekchäktsstelle:»erlin U. Eedaftianllr. 37-ZZ. S-l Z. Tr� Saiiirabenl». 3. Mtti. Treptow(Kameradschaft). 20 Uhr bei ff. DSH. Elsen str. 100, flomcrodsdiaftsnerfammlunn, Dislussioneabend. Wafferlportabteilunp. Zug Havel. Besichtigung des Flughafens Ifflugmajchincn usw.) filr Kameraden und Angehörige. Treffpunkt pllnktlich 10 Uhr Haupt- eingang U-Bahnhof fflughafen. Vorbestellungen auf Karten, pro Etück 35»f., nimmt der Kamerad Boromskn. Berlin W. 15, Psi�lAurger Str. Z, ent. gegen.— Sonntag, 4. Rai. Wedding. Nadfahreralidtiknitg. 8 Uhr Start bei Böndtkc. Schulstr. 74, zur ffahrt noch Bernau(Ztotl). Prenzlauer«erg. Zungbanncr. Ausmarsch. Treffpunkt k)-> Uhr Sencfclderplah. Rachgllgler Bahn- Hof Alexanderplah. Kreuzberg, Uhr Bahnhof Borcksirasi« zur Fahrt nach Blankenfelde mit ffahnen und Tambourkorps. Zieinickeadorf(Ortsvcrein). Alle Iungbanncrkameraden beteiligen sich an dem Kreisausmarsch. Treffpunkt viinktlich 7 Uhr Bahnhof Alexanderplah. Dawitätsabteilnug. Pflichtantrcten sämtlicher Sanitatskamcraden 8 Uhr Bahnhof Heerstroße.— Montag, 5. Mai. Kreis Westen. Säurtlickic Ortsvercine beteiligen sich an der Kundgebung. Treffpunkt 19% Uhr Spandau, Hauptbahnhof. Tiergarten, ltreisveranstaltuug in Spandau. Antreten in Bannrrklcidung: Moabit 19 Uhr Bahnhof Putlih- ftrasie. Weite» 18% Uhr Bahnhof Bülowstrasie. Friedrich» Hain. Kameradschaft Petersburg. 18'4 Uhr bei Busch in Zivil. Lichtenderg. Iungmannschaft und Schuhsportlcr. Trainingsabcnd 19)h Uhr in der alten Turnhalle, Rummels» burger Str. 04. Sanitätsdienst Kamerad Iänicke. Achtunal Erster Sportabend auf dem städtischen Sportplatz in ffriedrichsfeld«, Treskowallec Ecke Uppftall- weg. Handbälle und Wurfspeer sind zur Stelle. Alle Iungkameraden haben unbedingt zu erscheinen. fDonncrstag, 8. Mai, 18 Uhr.)— Krei» Zlotden. Zungbanncr. Sonntag. 4. Mai. 7 Uhr. Ant'esen»um Pflichtansmorsch Bahn. Hof Alcxandcrplatz. Bundesile düng.— Schöneberg-Friedena«. Kameradschaft Rubens. Sonnabend. 3. Mai. 20 Uhr. Buntrr Abend mit Tanz in der Menzel- tlanfc, Menzel- Ecke Zhorwaldfenflrosie. Kameraden mit Angehörigen sind herz» lich eingeladen.— Tempelhos(Ortsvcrein). Sonntag. 4. Mai, Aufmarsch zur Uuterstiltzung in Blankenfelde. Antreten 13% Uhr Bahnhof Maricndorf.— Blankenfelde, Kreis Teltow. Sonntag, 4. Mai, Antreten zur Gründungsfeier um 14% Uhr am Dahnhof Mahlow. Reichslartcll Republik. Sporkplatz Fri»drich»feld«. Sonnabend, 3. Mai. ab 15 Uhr Arbeitsdienst aller abkömmlichen Kameraden. Sonntag. 4. Mai. von » bi- 12 Uhr schieben die Ortsoereine Lichtenberg und Treptow, von 12 bis 17 Uhr Mitte und ffriedrichshoin. Die folgenden Tag« bis«infchlicglich ffrei- tag bleiben den genannten Ortsvereinrn gleichfalls frei. Die aktiven Lichten- bcrgcr Kameraden beteiligen sich unbedingt an der technischen Ucbung des Ortsvcrcins und fchiesicn dafür am Nachmittag.— Neukölln-Britz(Ort» verein). Montag. 5. Mai, 20 Uhr, Sencralpcrfaimirlung bei Schabeikow, Weichfelftr. 5, Ecke Dvnausirasie. Efperanto-Gesellschaft Eharlottenbnrg. Montag, 5. Mai, 20 Uhr, Konditorei Wolter, Eharlottenburg, Bi-marckstr. 114(Knie), Klubzimmer. Kouvrrsatwns- und Ucbungsabend. Deutich« Gesellschaft für Pilzkunde, Ortsgruppe Berlin. Morchelexiursion in die Wünsdorfcr Wälder am Sonntag, dem 4. Mai. Abfahrt ab Potsdamer Ringbahnhof 8,21 Uhr, Maricndorf SB5 Uhr, an Wilnsdorf 9,22 Uhr. ffüh. rung: Studienrat Hennig. Gäste willkommen. Zleichooereinignng eham. Kriegsgefangener t. B. Ortsgruppe Berlin, Norden II. Versammlung jeden 1. Sonnabend im Monat bei Hemverich, Born- holmer Ecke Malmöer Strohe. Nächste geschäftliche Siung am Z. Mai, 20 Uhr. Reichobund der Kricgsbef-bädigie», Krieexkeklnehneer nutz KriearrhinI» bliebenen. Ortsgruppe Westen. Sonnabend, 3. Piai, 20 Uhr,»Großes Billteu» fefck' mit Tanz und sonstigen Darbietungen im Schubertsoos, Bülomltr. 101.-> Ortsgruppe Oberspree. Versammlung am Dienstag, dem 0. Mai, 20 Uhr, Ii!» Restaurant Krüger, Nicdcrschöncwcide, Berliner Str. 110. Bund Entschiedener Schulrrformer. Oeffcntliche Monatsvcrsotumlung an» Dienstag, dem 0. Mai, Ig� Ubr. in der Aula des Werner-Siemens-Real» gnmnastunis, Hohenfwufcnstr. 47-48. Disputation über das Thema:»Gottes» leugner und Gottcsanklägcr". Acducr: Dr. Paul Krischc und Pfarrer Hau» ffrancke. Berliner Esperanto-Berband. Dienstag, 8. Mai, 20 Uhr, Klubhcim Char- leltenburg. Kantstr. 12n lTheater des Westens). Portrag des Herrn ffranck über:»Der Kampf des Lebens"(Dickens Samenhof). Gäste willkommen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 11 Uhr, Pappclallee 15, Vortrag de» Herrn W. Richter: Ernst Höckel. Harmonium: Einsam bin ich, nicht allein« (Weder). Gäste willkommen. Hau» Daterland im Mai. Am 12. Mai geht die erfolgreich« Renn« »Servus 1930" im Palmensaal mit Alice Hcchg, Curt Fuß und der übrigen erfolgreichen Premierenbcfeßung zum hundertsten Male in Szene. Bor der Revue gastieren zwei iänzrrifä:« Attraktionen, und zwar das Claudia Isiai» schenko-Balleit, welches Charaktertänze von hoher Kultur darbietet, und di« IVi Oorrburns, das lustige Tanzductt, die Attraktion größter Internationaler Barietltheatcr. In den Sälen sind verschieden« neue Kapellen zu hören, und zwar!n d«r Osteria Leonardis Mandolincn Eerrnaters mit dem hervor- ragenden italienischen Tenor Marchetto, in der Wildwesthar Mc. Allenz Niggcr-Band. deren Saxophonist ein Künstler von absoluter Konzcrtklaste ist. SCAtÄ Tigl. 5 U.81;. Uhr. U 5 Barh. SZii« Pr. l-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pf.-3 M. Oscar Sato u. Lotte Uierüntsisier in ckerSrene Balm 6»Tage»Rennen Rigoletto Brothers t Swenson Slsiers und 8 internation. Neuheiten. PJCASA TSgl. 5 u. S16 »o.inl, 2,5u.rs __ E 4. AI«. 9066 T»»l.»'■- und Sonnlagi S Uhr nachm. OraDs internationale RlwUtompl- KonKaiTenz und aritkl. Varioto■ Ncuhaiten. WochentagtS U. u. Sonnig«. 2 U. nachm. 10 Inttrnatlooilt Varleti- Attritticiin ahn« Ringkampf- Konkurrtnx. ' CAS1N0-TBEATER»'.uh, Lothringer Strohe 37. Die Berliner Posse Rentier Mudicke und das Kiesen-Variete-Programm. Billig! Billig! SommcrpreUe; 30 Pitz. 1.- Maik 1.30 Mark Sonnabend 14. Sonntag kleiner Aufschlag ZthheHohßä- dhTdnzehi/v I Stkolt-Opeitit« ig 3 tttea top Willtr W. Cuta 18.15, Sonntags 515 und 9 Uhr 1 Hauptdarsteller: jna«ikBWtz. Tränte Base. Carl GlillB. Etztzar Ranlsib. Haas flos« a. 1. Berlin 0. Brote Franktnner Sir. 132 Alex. 3422 u. 3494 v�?theater Reichshallen-Theater Abends OD Sonnioo nndia.(U Das große Mai-Pnm der „Stettiner" Nsdim. halbe Preise. 2eotr.ll263. Dönhoff- Brottl: Bs intigelai-Pnigr. lapeBe Baus Filter, T«z Win Ter * Qarren* 8.13 nur Zenir. 2810 Baadien eriantt Bestes internationales Variete Sennabend u. Sonstig]a 2 Vorstellungen 4 und 8" Uhr. 4 Ohr kleine Preise 8'/, Uhr Rost m Kirchon und Ouspensky Regie; SOirther Stark 8 Uhr Deotsdies Tüeater 1 2 Weidnlanni 5201 8'.'« Uhr Der Kaiser v.Amerika von Bernard Shaw Reg.:MaxRelnbardl Kammerspiete 0 2 VeUetRinin 5201 «>/. Uhr Die liebe Feindin KtoiUi« m 1. P. AaMat Knie: Cntil üiiidgas Die Komödie 1 Bi»ITiCk.2414/7516 8V« Uhr Soll man heiraten} RomödieroaBernanlShaw Sitoni« Giriditu»: Karl Heinz Martin. Barsovskj-BehDRi TDeater In der StreseieannsiT. «rübtr Kdiiigrälin Iii.) Täglich 8'T Uhr Napoleon greift ein von Walter Raiuciiver Komödienhaus Täglich«Vt Uhr: Meine Schwester uDd ich Musik i.RalghReiiatik) Ttianon-Tliealer Täglich«'/, Uhr Ein galantes Abenteuer! Direktion Dr. RobCTi Klein Deutsches lOnstler-Theat Barbarossa 3937 Vh Uhr Sex Appeal Laslij. i. Ffriirik Untilt idzie: FinirUrriBig« Udert Dassermann. Mau? Chris tlnns Berlioer Tiieater Dönhoff 170 8>/. Uhr Der leuteissctioier! Komödie v. Bernard Shaw Regie: Heinz Hilpert LICHT Gesuiiclbrunnen si>.30| PSl|».M»| DER RIESEN. ERFOLG I 2. Woche Rfdnri Onralfs 100% Spredi-Trafilra Ulien, du Stadl der Lieder niniiiiiiiiiiMininimiiiinniiiniiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiniii und AMBERG— SCHAU 15 stmalmlliUir. Tmpo-HuDior-iesdatlimg Vorverkauf täglich von 11—22 Uhr Metropol-Tb. Täglich 8'/« Uhr Der Bettelstudent Alpar.Schützendorf, Pattiera, Arnold Lessiog-Tbeater WiidtofHin 2197 l.Aii Heute 7>k Uhr Premiere USoBiilagtigUVtD. Frau reters hat einen Beliebten v. Louis Verneuil mit Erika vou Thdounii l Ui THneuil Theater am Sdiilfbaaerdamm Gastspiel d. kleinen Thealers «>/- Uhr Madame hat Ausgang Komödie in 6 Bild. Vorverk.ununterbr. Norden 281 u. 1141 'SllOO ■4-J�Ri".rrTr< QulttuiigS'.Raball- B.Rekiamemarkeo gegen Nachahmung Sesetzl. gesch. gtseit 45 Jab« als Spezialität. Conrad Möller Leipzig- Schkeuditz Operettentmus Alte Jakobstr. 30/32 (Zemtral-Thealer) Dönh. 2047 Täglich 8«/» Uhr Frütilingsmädei Operette von Lehar mit Lilly Flohr, Ute Muth, Lukas, tlocaselaers. Rund funkhöre r halbe Preise. Tbmi. a. koiid.Tui Kottb. Sir. 6 Tägl. 5 Uhr Elite- Sänger. ■ai- Fosispiele RUttiii obrfeigl Minister Vorzeiger dieses Inserats Votzugs- preise. Dir. Dr. Kartin 2ickel Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich S1'« Uhr Majestät läßt bitten... Musik von Walter Rollo. Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 8-1- Uhr Gescnafinül Amerika Lustspiel von Frank und hirschfeld ■ainiiwiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiminiiiinuniini tyafpnismfe Ügnugungy- Restaurant Berlins Kleines Tbeat Merkur 1624 Täglich 8-.> Uhr Gastspiel Gisela Wer bezirk in Meyers sei. Witwe Schwank von Fritz Friedmaun-FridritfL LMN/I | Nordost-flfrikanischeVölkerschau| baut« eröffnet Costiea Nora, CS Todesbalance in KU IN HUht| Grosses Feuerwerk „Der Iröbltetae Weinberg4* erOffneL Da, Hauptrestaurant(Wain- und Biar-Tarratsa) in vallem Batrieb rar die wcrklsiilgc BevSlKcrunö Berlins V0RZUGS6UTSCHEIK Der Vorzeiger dieses Scheines erhält zu den AuftOhrungen der Piscafor-BOhne täglich L Uhr abends im Wallner-ThcAtcr fast 50% #218 von Carl Credä PreisermäOi�unO Der Umtausch dieses Vorzugsgutscheins, gültig für' auch Sonntags, täglich von 10 Uhr ab ununterbrochen.... Telephonische Vorbestellungen: Alexander 4292. 1—4 Personen, an der Kasse. SsMIMinMUiiMiler 30000 Morgen BlütenmeerV DEUTSCHE BANK UND DISCONTO-GESELLSCHAFT Aktienkapital und Rtserve 44} Millionen Reichsmark Bilanz am 31. Dezember 1929 Aktiva Kasseg fremd© Geldsorten und fällige Zins- und Dividendenscheine................... 81,559,587.07 Outhaben bei Noten- und Abrechnangebanken........................111.457,474.27 Wechsel und unverzinsliche Schatzanweisungen.... Nostroguthaben bei Banken und Bankfinnen...... Reports und Lombards gegen börsengängige Wertpapiere.......................................... Vorschüsse auf verfrachtete oder eingelagerte Waren Eigene Wertpapiere............................... Beteiligungen an Gemeinschafts-Geschäften........ Dauernde Beteiligungen bei anderen Banken ond Bankfinnen»»»»»»»»»......»..»...a.............. Schuldner in laufender Rechnung................ Langfristige Dollar-Vorschüsse. Bankg("~ rebäude Sonstiger Gnmdbesilz.. Mobilien•«•••■•........i RM Passiva Aktienkapital...................................... Allgemeine Reserve»«lAZ�OO.OOO.-- Besondere Reserve.................... 17,600,000.— Gläubiger in laufender Rechnung................. Akzepte........................................... 6®/« Doilar-Darlehn. fällig 1.9.1932................ ünerhoben© Dividende Dr. Georg von Siemens-Wohlfahrtsfond 3,782,820.-— David Hansemann-Wohlfahrtsfond,.... 3,000,000.— Sonstige Wohlfahrtsstiftungen......... 298,812.03 Obel ergangsposten der eigenen Stellen untereinander r Verteilung verbleibender Überschuß........... RM RM 193.017,062 24 1,249,890,924 ,31 431,927.341.80 152,413�68 27 699,975,744 35 78.665,268 89 73,558.788 19 85,014,387 2,403,001�57 104,450,000 99�75,663 12�361 1 5,533,830 ,068 83 285,OOo!oOO— 160,000.000- 4.728.636,949 28 213,158340 34 105,000,000- 273,593 02 7,061.632 497,418 84,182.135 Gewinn- nnd Verlustrechnung am 31. Dez. 1929 SoU Handlungs-Unkosten........................... Steuern und Abgaben............................. Wohlfahrtseinricntungen, Pensionen und Abfindungen sowie Versicherungsbeiträge für die Beamten Abschreibung auf Mobilien...................... Zur Verteilung verbleibender ÜbergchnS».......... Haben Vortrag aus 1928.. Zinsen und Wechsel.......... Gebühren Sorten und Zinsscbelne........ Dauernde Beteiligungen........ RM RM RM 155,036,440 12 24�92,501 87 15.167,248 985,443 81182,135 231,163,859 98 RM 2,027.686:91 101,756,718! 10 119,887,231 79 1�96,494 55 5.596.728163 231,163.8S9lfi6 lllilllilllllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllll Grones Sdiaaspielhaus Heoie Premlere Die lustige Witwe Theater Ld.Beiirenstr. 53-54 A 4 Zentrum 926-927 Dlrektioa Ralph Aribor Robert. 9 Uhr Vögel, die am Morgen singen! Komödie in 3 Ak en von Lonsdale. MM, Direktion: Dr. Hirtin Zickd MU. Komische Oper Fricdrichstr.llM. Merkur 1401/4330. Täglich 8'/» Uhr Majestät lässt bitten Mnsü von Walter Kollo. Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bcrgmuin 2922/23. S'.s Uhr: Geschäft mit Amerika. Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen.% Resideoz-Theater Tägl.8'/« Uhr Das Land des LSchelns Der Welterfoltz von Franz Lehar Theater d. Weitem Täglich S'.i Uhr: Paganini Alltnuann. Riidori Sonntag 4 Uhr Das Land des Uehelns Bennenzo Karlshorst Sonnabend, den J, Mai 1930 nachmittags 3 Uhr, Orcadian-Jagdrennen. Rp«nndpr« wirb««« sind ai* DCSUUUCr»«leinen Anzeige« in der aeiamt' Auflag.|%3 II Jo*! de» Vorväns und trotzdem 1,1,1• DeQlidier Metallarheiter-yerbantl Verwaltunssstelle Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur NochtichL daß unser Kollege, der Former Max Wildenheim geb 21. Januar 1887, am 30. Apml gestorben ist. Die Einäscherung findet am Mon. tag. dem S.Mai, vormitlags S-» Uhr, im Krematorium Gerichtstr. statt. unser Kollege. Am 1. Mai starb der Silberarbeiter Otto Juptner geb II. April 1884. Die Einäscherung findet am Dien: tag. dem 6. Mai, 19 Uhr. im Krematorium Ge:ichtstraß« statt. Rege Betetiigung wird erwarteL Nachruf Am 23. April starb unser Kollege, der Arbeiter WilliMeischeider geb. 18. August 1883. Die Beerdigung hat bereit» stattgefunden._ Am A. April starb unser Kollege. der Graveur Hans Oettinger geb. 8. November 1872. Die Beerdigung hat bereits statt- gefunden. Ehre ihrem Andentenl Ute OrisTerwaUrmg. Verband der Bodibinder und Papierverarbeiter Ueutsdilands OnsTerwaUuog Berlin Todesanzeigen Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Kollegin, die Falzerin Luise Bilse Frankfurter Allee 111 verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag. dem 5. Mai. nachm. 3»/, Uhr. auf dem Zenttalfriedhof Friedrichsfeide statt. Ferner verstarb unser Kollege, der Kartonardeiter Sigismund Bayer gorudorfer Straße IG. Die Beerdigung findet am Montag. dem 5. Mai, uachm. 3 Uhr, auf dem Zeutralfriedhof Friedrichsfeide statt. Ehr« Ihrem Andenken! Rege BeleUigiing erwartet Die Ort-ivcrwalfanj Spritzpumpen am Silntuhtillio filtcnaiigtr, Sdliada tu. Krilgar SLathan Pampntilink Heg, Fritindsir.lin1 2 Ii«, t. Bhf. Jigntihbridu Für die herzliche Teilnahme bei der Einäsche- rungsfeier meines lieben Mannes und Vaters allen Verwandten, Bekannten, dem Verband der Maler, der SPD. Pankow, dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund und den Arbeitgeberverbänden unseren herzlichsten Dank. Johanna Jaeizubmaiw, Hanna JaeketduBS Berlin-Pankow, den 30. April 1930. BinzstraBe 461. Nachruf. Am Mittwoch, dem 30. April, abendä 9 Uhr, verstarb nach kurzem, schwerem Leiden unser hoch- «resehätzter Mitarbeiter, der Aoßendienstleiter Herr Friedrich ToilHOhn im 54. Lebensjahre. Fast ein Jahrzehnt diente er aufopfernd der Firma. Gern erkennen wir seinen Anteil an dem Aufbau und der Ausgestaltung unseres Betriebes. Wir verlieren mit ihm einen unserer treuesten Mitarbeiter. Die Geschäftsleitung der Berliner Brennsloff-Geselischaft m. b. H. Nachruf. Am Mittwoch, dem 30. April, abends 9 Uhr. verstarb nach kurzem, schwerem Leiuen'unser verehrter Ko,lege und AuHendienstleiter, Herr Friedrich ToiiKühn im 54. Lebensjahre. Wir verlieren in ihm einen liehen Kollegen und gerechten Vorgesetzten, welcher dem Betriebe aufopfernd diente und uns als Mensch stets das Beste gab. \\ ir werden ihm ein dauerndes Andenken bewahren, Die Arbeiter und Angestellten der Berliner Brennstoff-Gesellschaft ra. b. H.