Morgenausgabe Nr. 206 Ä 104 47. Jahrgang OocheaUlch SS Pf, monatlich 5.6V TL l»n voraus zahlbar. Postbezug AJS2 M. einschließlich 60 Pfg. PostzeitungS- und 72 Pfg Postbestellgebühreu. Ausland»« abonnemem 6.— M. pro Monat. Der„Vorwärts' erlchetm wochentäg« lich zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mtt dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilaoen„Volk und Zeit" und„Linderfreuno". Ferner „Unterhaltung und Wissen"„Frauen- stimme"„Technik"„Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Dorwärts" tr■v A osaeOrnttt Soissvlatt Sonntag 4. Mai 1930 Groß-Äerlin 15 Pt- Auswärts 20 pf. Die« t n t p o m g t Nonpareillezeae 80 Pfennig. Reklame eile 5— Reichs- mark.„Kleine Aazeigeu� das ettge« druckte Wort 2ö Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte),»edes weitere Wort U Pfennig. Stellengesuche das erste Wort IS Pfennig, jedes weitere Moi»' 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte Arbeitsmaitt Zeile 60 Pfennig. Famillenanzeigen Ze.!e 40 Pfennig. 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Für das Jahr 1930 sollten 30 Millionen als erste Rate zur Verfügung gestellt werden. Run gibt es aber bekanntlich nicht nur eine Ofthilfe, sondern auch ein« W e st h i l f e, das heißt eine Hilfe für das besetzte Gebiet. Für sie waren im Rachtvagsetqt 10 Millionen, im Etat für 1930 4 Millionen, insgesamt also 14 Millionen Mark vorgesehen. Im Kabinett Müller fand man nun, daß der Westen zu mager, der Osten zu fett bedacht war. Es wurde Parität gefordert und durchgesetzt. Dem Westen wurden 8 Millionen Mark zugelegt. Dem Osten wurden gegen den entschiedenen widerstand de» federführenden Innenministers Severing 8 Willionen wark gestrichen. Es darf hinzugefügt werden, daß der Widerstand gegen den zu hohen Aufwand für den Osten und seine Herabsetzung von 30 auf LZ Millionen ausging von Ministern, die noch heute der Regierung angehören. Wer diese Vorgänge kennt, kann sich eines Lächelns nicht er- wehren, wenn er jetzt in der„Pommerschen Tagespost" liest, man werde alle Minen springen lassen, um die Ersetzung des Schieleschen Oltprogramms durch ein Seoeringsches Surrogat zu verhindern. Im Kabinett Müller, dessen Mitglieder— ausgenommen d�e vier Sozialdemokraten— auch im Kabinett Brüning sitzen, war gerade der Sozialdemokrat Severing der Vorkämpfer einer aus- reichenden Osthilse, sein Plan schciderte an dem Widerstand bür- gerlicher Minister. Wenn jetzt nicht der Plan Severings wieder hergestellt, sondern sein Sinn in» Gegenteil verkehrt und der Aufwand um viele Dutzende Millionen erhöht werden soll, so ist das nicht möglich, ohne eine katastrophale Gesinnungsänderung einiger wiiglieder de» Kabinetts Brüning. Statt von einem Zehnjahrplan ist jetzt von einem Fünfjahrplan, statt den für zu hoch befundenen 30 Millionen, ist jetzt von 80 Millionen und mehr die Rede. Und hier ist nun der Punkt, an dem die offenbar« Erpressung einsetzt. Die deutschnationale Presse schlägt über diese 80 Millionen einen Höllenlärm, sie steht darin etwa„nur ein Drittel" des angeblich notwendigen und im Schiele-Programm ur- sprünglich vorgesehenen Betrages. „Schwere Niederlage Schiele s" plakatiert die „Deutsche Zeitung".„Perfide Lügen!" antwortet die„Deutsche Tageszeitung". Ihr ist um ihren Freund Schiele bang, den die Hugenbergleuie mit Hunden hetzen werden, wenn er statt der de- fohlenen 240 Millionen nur 80 nach Hause bringt. Auch die„Pommersche Tagespost" ist der Meinung, daß man den Dukaten spendenden Esel nur fester prügeln muß, wenn er mehr Goldstücke herauslassen soll. Sie findet die Sache ungeheuer einfach: „Da die parlamentarische Existenz der Regierung Brü- ning nach wie vor von der Denlschnatioualeu Volks- p a r l e i abhängt, verfügen die Deutschnalioaalcn auch durchaus über die entsprechenden Zwangsmittel. Sie zur Anwendung zu bringen, sind alle in Frage kommenden Stellen bei den Deutschnationalea jedenfalls fest entschlossen." So wörtlich das deutschnationole Hauptorgan Pommerns. Ein schamloseres Bekenntnis zur politischen Erpressung ist wohl noch niemals ausgesprochen worden. Und das muß sich die Regie- rung Brüning bieten lassen! Infolge ihrer Schwäche ist sie tatsäch- lich allen Erpressungen hilflos ausgesetzt— sie kann sich ihnen mtr entziehen, indem sie selber verschwindet. Und daß sie das schleunigst tut. muß in der Tat von ihr verlangt werden. Au» unsachlichen Gründen, bloß um ihre parlamentarische Exi- stenz zu fristen, hat die Regierung Brüning die soeben erst neu fest- gesetzten Lebensmrttelzölle noch einmal erhöht, die Arbeiterkonsum- vereine mit einer erhöhten Umsätzsteuer gedrosselt, den Panzerschiff« beschluß des Reichsrots widerspruchslos hingenommen. Sie ist jetzt bereit, im laufenden Jahr an die 100 Millionen für eine großagra- rische Osthilfe auszugeben, obwohl ihrer Mehrheit kurz zuvor noch 30 Millionen zur Behebung wirklicher Notstände als zuviel er. schienen waren! Aber die 100 Millionen genügen nicht. Die „Nationalen" wollen mehr und haben„alle Zwangsmittel" in der Hand, um sich gegenüber diesem schwachen Kabinett durchzusetzen. Es ist Zeit, daß dieses Spiel ein Ends nimmt. Sich eine solche Regierung zu leisten, ist das deutsche Volk nicht reich genug. Wie weit geht der Osten? Bayerns Osthilfe-Forderungen. Herr Held, der bayerische Mimsterprästdent, weilt dieser Tage wieder längere Zeit in Berlin. Der Zweck dieser Dienstreise nach Berlin ist die Absicht, in das Programm für die Oschilse auch die „n otleidenden östlichen Grenzgebiete Bayerns" einzuschalten. Wenn nach bayerischem Muster verfahren wird, dann gibt es in Deutschland überhaupt nur noch«in einziges Ostgebiet, oder jedes Land und jede einzelne Provinz meldet Ostforderungen an. Die Steuerzahler, die zur Aufbringung der erforderlichen Mittel nötig sind, kann man sich dann aus dem Monde holen. Die Konsumvereinssteuer. Sand in die Augen der christlichen Arbeiter. Der„Deutsche" teilt mit: „Die Arbeiterabgeordnet«« der Zentrums- f r a k t i o u des Reichstages haben beschlossen, mit allem Nachdruck darauf zu dringen, daß die erhöhte Umsatzsteuer, durch die insbesondere auch die Konsumvereine betroffen werden, durch eine völlige Reform der Umsatzsteuer wieder beseitigt wird. Die in diesem Sinne erfolgten Ausführungen des Abgeordneten Ersing bei seiner Etatsrede wurden von der Fraktion einmütig ge- billigt." Es ist noch keine drei Wochen her. seitdem die Zentrumsfraktjon des Reichstags die Konsumvereinssteuer mitbeschlossen hat. Warum hat das Zentrum die Steuer be- schlössen, wenn es sie für verwerflich hältl' Vor drei Wochen beschlossen— heute schon abbaupeif! Rin in die Kartoffeln, raus aus den Kaitoffeln! Aber was wird Herr B r e d t sagen? Die Abstimmung für die Steuer war der Preis für die Stimmen der Wirtschaftspartei— die Ersingfche Erklärung gegen die Steuer ist die Beruhigungspille für die deutschen Arbeiter, um von dem Schackschen Wort vor der reaktionär- sten Regierung seit der Revolution" herunterzukommen. Die Steuer ist eine Tatsache, das Versprechen ein Pa- pier mit unbekannter Laufzeit. Die schönstea Versprechungen können die reaktionäre Tat des Zentrums nicht aus der Well schaffen! Wenn das Zentrum die Steuer gegen die Konsumvereine abschaffen will, genügt ein Initiativantrag. Die Mehrheit für einen solchen Antrag ist sicher— wenn das Zentrum ernstlich will. Man wird also mit Spannung nach der Erklärung von Ersing nach Taten Ausschau halten! Wir werden uns erlauben, in angemessenen Zeiträumen zu erinnern! Rur kompliziere man die Sachlage nicht durch eine „völlige Reform der Umsatzsteuer", über die Sachverständige erst jahrelang beratenl Die Steuer gegen hie Konsumvereine ist im Schnellzugstempo gemacht worden— sie kann im gleichen Tempo beseitigt werden. Sie ist ein Prüfstein für den Einfluß der Arbeiterabgeordneten des Zentrums und für den Wert ihrer Erklärungen! Schwarzes Weekend in Aew Nork. panikartiger Kurssturz in Wallstreet. Rem Vork, 3. Mal. Zufolge ungeheurer Abgaben an der Börse sanken dle Wert- paplere und Aktie» allgemein um ein bis vierzehn Punkte. Gegen Schluß der Börse ergriff das Publikum ei« unbegreifliche Bestürzung. Aus Angst vor einem neuen krach suchien die Besitzer von Wertpapiere» diese noch schnell zu verkaufe». Achtung, Abbau! Mobilisierung der Abwehr. Von S. Aukhäuser. Als die Sozialdemokratie am 27. März das Kom- promiß Brüning-Meyer zur Arbeitslosenversiche- rung als Gefahr für die Arbeiterklasse abgelehnt hatte und darauf die damaligen bürgerlichen Regierungsparteien die Große Koalition zum Scheitern brachten, versuchte die bürgerliche Presse den Gegenstand des Konfliktes als eine Bagatelle hinzustellen. Die Sozialdemokratie hätte, wie es damals hieß, erst einmal abwarten müssen, ob jenes Kom- promiß wirklich zum Leistungsabbau für die Erwerbslosen führt. Für die sozialdemokratische Reichstagsfraktion war be» reits damals kein Zweifel, daß die im Kompromiß vorgs- sehene Drosselung der notwendigen Ein» nahmen für die Reichsanstall alsbald den Reichstag vor die Entscheidung stellen müßte, Ersparnismöglichkellen auf Kosten der Erwerbslosen vorzunehmen. Man konnte an- nehmen, daß die Folgen der im März in Verbindung mit der Reichsfinanzreform absichtlich �unterlassenen Sanierung der Arbeitslosenversicherung schon im Spätsommer eintreten würden. Die Befürchtungen der Sozialdemokratie haben sich schneller als erwartet wurde, bestätigt. Die Etatsrede des Reichsfinanzminifters Moldenhauer vom 2. Mai hat unter Darlegung des neuen sozialreaktionären Kurses jetzt schon die Ankündigung des Leistungsabbaues der Arbeitslosenversicherung gebracht. Der Minister sprach wohl von der vordringlich gewordenen' Sanierung der Reichskasse und meinte, daß dank der Verabschiedung der Deckungsvorlagen durch den Reichstag der Ausgleich des Haushalls in einer Weise gesichert sei, die das Auftreten eines neuen Fehlbetrags als ausgeschlossen erscheinen lasse. Er hat im Zusammenhang damit wieder einmal die Steuer- senkung für die Besitzenden für das Jahr 1931 garantiert. Herr Moldenhauer weiß heute, wie es ihm auch am 27. März bereits bekannt war, worauf seine Finanzkunst beruht. Er läßt die sicher zu erwartenden Ausgaben für die Arbeits- losenversicherung ungedeckt, um so vom Ausgleich des Reichs- etats sprechen zu können. Während er im ersten Teil seiner Rede stolz verkündete, gegen jeden Fehlbetrag im Etat ge- schützt zu sein, erklärte er im zweiten: Auf der Ausgabenseite sind von der Konjunkturentwicklung be- sonders die beiden Posten für die Arbeitslosenversiche, rung und die Krisenfürsorge bedroht. Welche Maßregeln zur Abwendung dieser Gefahr zu ergreifen sind, kann im einzelnen noch nicht gesagt werden. Sicher aber ist, daß diese Maßregeln mit größter Beschleunigung durchgeführt werden müssen, damit nicht durch eine zeitliche Verzögerung ein« Gefährdung des Etats- ausglelchs eintreten kann. Anschließend führte der Abgeordnete E r s i n g vom Zentrum zur Arbeitslosenversicherung aus: Im Hinblick darauf bitten meine Freunde die Reichsregierung dringend, möglichst bald, inöglichst noch vor dem 1. Juli, dem Reichstag diejenigen gesetzgeberischen Maßnahmen vorzulegen, die notwendig sind, um eine sozial gerechte und wirtschaftlich tragbare Lösung herbeizuführen. Damit ist das Signal zum Leistungsabbau gegeben, und es wäre für die Sozialdemokratische Partei wie für die freien Gewerkschaften eine nicht zu verantwortende Versäumnis, wollten sie etwa auf mögliche Umgruppierungen der heutigen Regierung warten, statt den Abwehrkampf gegen den in unmittelbare Nähe gerückten Abbau der?lr- bellslosenversicherung aufzunehmen. Die Bürgerblockregierung hat bereits die konsumfeindlichen Agrarzölle verabschiedet, die Reichszuschüsse zur Familienwochenhilfe von 29 auf 15 Mil- lionen Mark gekürzt, die für die Invalidenversicherung be- stimmten Mehrerträgnisse aus der Lohnsteuer auf etwa 19 Millionen Mark vermindert, die Zollüberweisungen an die Invalidenversicherung von 49 auf 29 Millionen Mark herabgesetzt, und sie ist jetzt dabei, ihre sozialreaktionäre Aktion durch den unmittelbaren Abbau der Erwerbslosen- Unterstützung zu krönen. Im Etat 1939 ist der Reichszuschuß auf 159 Millionen Mark begrenzt, von den für den Notstock vorhergesehenen 89 Millionen fließen 59 Millionen aus der Industrieauf- bringungsumlage, während die restlichen 39 Millionen erst aus einem 1425 Millionen Mark übersteigenden Lohnsteuer- aufkommen zu erwarten wären. Es sind also nur etwa 299 Millionen Mark Reichsbeihilfen in Rech- uung zu. stellen, die noch nicht einmal ausreichen, den Bedarf doc Reich sanstalt bei der durchschnittlichen Erwerbslosen- zisfer von 1,2 Millionen Unterstützungsempfängern zu decken. Am 15. April hat die Zahl der Arbeitsuchenden 2 937 VOO betragen. davon entfielen auf die Unterstützungsempfänger der Arbeitslosenversicherung 1859 999, auf die Unterstützten der Krisenfürsorge 392 00!). Das Untcrstützungsnioeou ist um etwa eine halbe Million höher als 1929. Die Regierung Brüning hat den Beitrag auf 3� Proz. begrenzt, das entspricht einer Jahreseinnahme von 1015 Mil- licinen Mark, die zuzüglich der Reichshilse von 200 Millionen Mark gerade ausreichen würden, um durchschnittlich 1 170 000 Hauptunterslützungsempfänger zu befriedigen. Herr Moldenhausr hat in seiner Etatsrede bereits an- gedeutet, dag der geschätzte Erwerbslosendurchschnitt von 1,2 Millionen durch die Aonsunkturentwicklung erschüttert ist. Ergidt sich, daß die tatsächliche Zahl der Hauptunterstützungs- empfängcr im Jahre 1930 über 1 2 Millionen liegt, so werden j c 190 000 Köpfe ein«Vermehrung der Aus- gaben um etwa 100 Millionen Mark zur Folge haben. Die Vrüningsche Reichspolitik vermindert durch ihre Agrarmaßnahmen die Konsummöglichkeit der breiten Massen, läßt der Ausbeutung durch Rationalisierung freien Lauf und vermehrt schließlich mit der Durchkreuzung der Handelsver- träge auf jede Weise die bereits bestehende Massenerwerbs- losigkeit. Es ist nur zu verständlich, daß deshalb dem Finanz- minister das Feuer aüf den Nägeln brennt und er schleunigst Einsparungen der Reichsanstalt zu erreichen hofft. Es kommt hinzu, daß die Etatsanjätzs für die Krisen für sorge ebenfalls vollkommen unzureichend sind. Das angeblich Harm» lose Kompromiß vom März wird jetzt zu einer sozial- reaktionären Gefahr von größter Bedeutung. Der Finanz- minister hat zwar offen gelassen,„welche Maßregeln" er zu ergreifen beabsichtigt, doch ist gieichzeitig an den Vorstand der Reichsanstalt die Aufforderung ergangen, Borschläge für eine Reform des Arbeitslosenversichcrunsgesetzes zu machen. Es ist also heute nicht mehr von Beitragserhöhung oder von Einnahmen aus Steuern, sondern nur noch von der Reform des Arbeitslosenversicherungsgesetzes, d. h. vom Abbau Ätzr Leistungen die Rede. Diese Ausgabe wird die Re- gierung, wie die„Germania" schreibt,„herzhaft und mit sozialem Sinn anpacken und lösen müssen". Der Reichsarbeitsminister Steg erwald hat sich seit seinem Amtsantritt zum Arbeitslosenproblem ausgeschwiegen. Da auch Herr Moldcnhauer nicht sagt, was er eigentlich will, so bleibt zunächst nur die Ankündigung des Zentrumsorgans als Auskunft übrig, und man geht wohl nicht> fehl In der - Annahme, daß die herzhafte und soziale Zentrumslösung der Erwerbslosennot auf den altbekannten AntragRiesener zurücksühren wird. Es ist jener Vorschlag, den die Sozial- Demokratie bei den Kämpfen 1929 abgewehrt, und der darin bestanden hat, daß künftig die Unter st ützungs- Höhe abhängig gemack/t werden soll von der a u r.ü cf.g e.l e g t e n A.n w a r t.s ch g stt s ze i t. Die � vollen Unterstützungssätze würden nur noch, solche. Arbeitsloss«r- halten, die vorher clne Beschäftigung von. 52 Wochen zurück- gelegt haben. All die Tausende von Arbeitern und Ange- stellten, die gezwungen sind, kurzfristige Beschäftigung anzu- nehmen, um überhaupt Arbeit zu finden, würden nur noch Teilfätze der Erwerbslosenunterstützung beziehen, da ihre Veschäftigungszeit unter einem Jahr liegt. Eins solch„herz- Hafte und soziale" Lösung wäre eine Bestrafung der Aermsten unter den Erwerbslosen. Die Gefahr eines solchen Leistungcabbaues steht vor uns, und es wäre eine Illusion, heute noch auf die arbeiterfreund- lichen Kräfte im Zentrum oder auf die Opposition bei den Demokraten hoffen zu wollen. Die hinter der Regierung "Brüning stehenden Kreise haben zwar, soweit es sich um egoistische Vorteile einzelner Gruppen der Besitzenden hau- ' dclt. eine wahre Atomisierung des politischen Lebens ge- bracht: sie sind aber in einem einig, in der Angst vor der aufstrebenden Arbeiterklasse. Die Regierung Brüning wird deshalb nach der ersolgten Verabschiedung der Liebesgaben /an die Agrarier auch jetzt bereit sein, dem Scharfmachertum in der Industrie das seinige zu geben, und die Zerschlagung der Arbeitslosenversicherung zu versuchen. Es gilt, den Ernst der Lage zu erkennen. Die Arbefterschaft muß sich bewußt sein, daß im heutigen Reichstag eine Mehrheit für den Abbau der Arbeitslossnver- . sicherung Zustandekommen kann, um so eher, als die Kom- - m u n i st e n auch heute noch lediglich gegen die Sozialdemo- kratie kämpfen. Die politischen und gewerkschaftlichen Or- ganisationen werden darum alles, was in ihrer Macht steht, tun müssen, um in den breitesten Volkskreisen Aufklärung zu schaffen und die Arbeiter ohne Unterschied der bisherigen Gewerkschafrs- und Parteirichtung zu einheitlicher, wirkungs- voller Abwehr zusammenfassen. Mo!deKhauers Sisuerftnkung. Der Wortlaut t>(4 Ermachtigungsg efetzes. Ar? Gesetzentwurf über die Ermächtigung zu st euer- lichen M a tz n a h m c n zwecks Erleichterung und Berbilligung der Kreditverstrxung der deutschen Wirt schuft, der am Sonnabend dem Reichstag zugegongen ist, H.U folgenden Wortlaut: „Die Rcichsregierung wirb ermächtigt, mü Zustimmung des Reichsrats inxd eines Slusfchusses des Reichstags zur Erleichterung und Berbilligung der Kreditversorgung der deutschen Wirtschaft auf den Gebieten des Steuerabzugs vom Kapitalertrag«, der Kopitalverkchrssteucr. der Grunderwerbs st euer, der 22 c rtz u wach s stc u er und der Besteuerung inländischer A.tiengcsellschnften, deren Zweck in der Verwaltung, dem Erwerb und der Beräuszerung von Aktien, Kuxen» Anteilen und Genuß- scheinen anderer Erwcrbsgesellschasten oder von Schrildverschreibun- gen in geringen Posten besteht(Kapitaloermalwngsgesellschaften), steuerliche Erleichterungen zu treffen." Termin der Bomüenprozesie mchcskiniml. Wie von nnicnich- teter Seile rerlantet. ist die Meldung, der groß«- Bombenprozeß werde sogleich nach Pfingsten beginnen, unzutreffend. Der Termin -ur dep Prozeß ist weiter durchaus unbestimmt und mit seinem Beginn kurz nach Pfingsten ist keineswegs zu rechnen. i Der künstige Staatssekretär. Eine Reminiszenz. MTB. tekkt mit: Wir erfahren von unterrichteter Stelle: In der Presse sind in letzter Zeit wiederholt Nachrichten über Personaloeränderungen im Dienste des Auswärtigen Amtes erschienen. Diese Nachrichten be- ruhen auf Komb inationen. Zutre ffeN.d ist lediglich, daß 'im Zusammenhang mit diesem Revirement Staatssekretär Dr. v. Schubert für die llebernahine eines Botschafterpostens und als sein Nachfolger der Nortragende Lcgationsrat Dr. v. 2 ü l o w in Aussicht genommen ist. Des weiteren hat Mimsterialdrrekior Dr. Schneider gebeten. ihn spätestens bis zum Herbst von der Leitung der Personal» abteilung des Auswärtigen Amtes zu entbinden, um zu feiner Gelehrtentätigkeit zurückzukehren. Als sein Nachfolger ist der Ge» sandte K ö st e r- O s l o in Ausstcht genommen. * Die Bllrgerblockregierung, die auf allen Gebieten versagt, ist anscheinend nicht einmal imstande, ein reguläres diplomatisches Revirement vorzunehmen. Man designiert einen neuen Staats- fekretär des Auswärtigen Amtes, ohne auch nur zu wissen, was mit dem jetzigen geschehen wird: Herr von Schubert soll einen Bot- schafterposten übernehmen. Gemeint ist London oder Rom. Nun gibt es einflußreich« Kreise, die einerseits Schubert von der Zentrale wegbringen möchten, die aber ihm den wichtigen Londoner Posten nicht recht gönnen. Deshalb schickt man den SMHrigen jetzigen Botschafter in Rom von Neuroth für London vor, ob- wohl er selber keineswegs den Wunsch hat, Rom gegen London einzutauschen. Anstatt aber die Klarstellung dieser Frage abzu- warten, verkündet man die bevorstehende Ernennung Bülows. Letzterer Ist der Derfosser jener vor vier Jahren von Amts wegen an die deutschen parlamentarischen Völkerbundsdelegierten iibergebenen— später allerdings zurückgezogenen—„Richtlinien" für ihr Wohlverhalten in Genf. Darin gab er einig« wirk- lich geniale hochpolilssche Winke, z. B. daß gegenüber der öfter- r e i ch i f ch e n Delegation Vorsicht am Matze fei, daß aber hingegen mit der chinesischen Delegation in der Frage Her Ratssitze engstes Zusammenarbeiten vereinbart worden fei. Am fiöstlichsten wqx aber die Mahnung, daß es sich empfehlen würde,„in Genf demo» kratifche Gesinnung" zu bekunden. Dabei ist der künftige Staatssekretär von Bülow sicherlich keines- wegs ein«ingefleischtcr Reaktionär. Aber dieses Beispiel zeigt, daß er ein Diplomat alten Stils ist, von jener etwas zynischen Skepsis. die ohne innere Ueberzeugungskraft das rein Zweckmäßige üb« alles andere stellt. Vielleicht erschien er gerade deshalb geeignet, unter der jetzigen Bürgerblockregierung Staatssekretär zu werden: um nämlich, schlecht oder reckst, die bisherige vernünftige Außen- Politik des Reiches auch unter einer Koalition fortzusetzen, an der die unvernünftigen Elemente maßgebend beteiligt sind. Oufoor-Kerence tritt zurück. Dem„Soz. Pressedienst" zufolge dürste der deutsch« Unter« Generalsekretär beim Bölkerbund, D u f o ü r- F e r e n ce. in nächster Zeit seinen schon lange gehegten Entschluß wahnnachen und sein Amt zur Verfügung stellen. „Ornly Herald" bedauert Wertheimers Scheiden. Der„Daily Herald", das Platt der Arbeiterpartei, schreibt anläßlich des bevorstehenden Abgangs'des langjährigen Londoner Korrespondenten des„Vorwärts" und des.„Soz. Pressedienstes", Dr. Egon W e r t h e i m e r, unter anderem: „In die Glückwünsche zur Berufung Egon Wertheimers in den Völkerbund wird sich lebhaftes Bedauern darüber mischen, daß er London oerläßt. Er hat sich während der.Jahre, die er In London verbrachte, viel Freunde in der Arbeiterbewegung unter seinen journalistischen Kollegen und in der liierarischen Welt geschaffen. Sein Buch über die Arbeiterpartei ist �in glänzen» des Stück beschreibender Politik." probeentscheid über die Prohibition Schwere Niederlage der Alkoholgegner. Washington, im Mai.(Eigenbericht.) Mit der Unterzeichnung des Londoner Flottenprogramms ist eine Frage der amerikanischen Außenpolitik erledigt, die seit Jahr und Tag im Brennpunkt der öffenllichen Erörterungen stand. Zur Zeit ist die amerikanische Außenpolitik gewissermaßen tomplika- tionslos, wenn man von der friedlichen Durchdringung Latein- amerikas nach dem Muster Morrows in Mexiko absehen will, die sich in aller Stille und Lautlosigkeit vollzieht. Dafür gibt es aber ein« ganze Anzahl i n n c rji c Iii Vsich tf r Probleme, bon denen die Pröhibitlsn llberhällpt nicht' mehr«bw der'.Tages-' ördnüng verschwinden will. So hat Äe Wochenschrift �Silerary Digest" eine national« Abstimmung über die Prohibi- tionsgesetzgebung veranstaltet, die bereits heute ungeheure Wirkungen ausübt und deren Folgen für die nahe Zukunft schlechterdings nicht zu übersehen sind. Die Zeitschrist hat sich das Wahlexperiment mindestens 599 000 Dollar kosten lassen und dafür nicht weniger als 20 Millionen Fragebogen und Wahlzettel verschlckt, die augenblicklich nur zu einem Teil« beantwortet sind. Dag bisherige Wahlergebnis der übrigens ganz auf Prohibltton eingestellien Zeltschrist zeigt 41 Proz. gegen die Prohibilionsgesehe. 30 proz. für eine Abänderung dieser Gesetze und nur 2g proz. für die Ausrechlerhaltung der Prohibition in Ihrer gegenwärtigen Form. Das ist für die Anhänger der Prohibition«ine vernichtende Niederlage, zumal nicht behauptet weiden kann, daß die Probewahl von Propaganda beeinfldßt ist. Für die Gegner des trockenen Experiments ist die Abstimmung von um so größerem Werte, als sie zum ersten Male das/a l l g e m e i n e Gefühl der Nation gegenüber der Prohibition zum Ausdruck bringt. Das oer» nichtende Urteil über die Prohibition, das bisher nur im lokalen Sinne übersehen werden konnte, hat seine nationale Bestätigung gefunden. Es gibt wohl nichts Groteskeres als die Tatsache, daß die überwiegende Zahl der amerikanischen Parlamentarier aus Der- teidigery der Pryhibition tzesteht» ryährend.nach dem Absiiinnlungs- ergebni« des.Lttcrary' Digest" 47 Bundesstaaten gegen dle prohlbtklon sind und nnr einer, der hinlänglich bekannt« alkoholfeindkiche Bundesstaat Kansas, für Beibehaltung der Prohibition«in- tritt. Um die Abstimmung der Zeitschrift zu prüfen. hr erreichten, das hat dieser fampse Bericht- «rstatter natürlich nicht bemerkt. Es wäre jedoch schade um jedes Wort der ernsten Widerlegung eines so frechen Schwindels, wie er sich in den Zahlen: 120 000 Komminten, 4000 Sozialdemokraten offenbart. So etwas kann man den Pariser Kommunisten ungestraft erzählen. Die hoben es allerdings sehr nötig, denn sie befanden sich seit geraumer Zeit in voller Auflösung, von dem Debakel oer sranzösijchcn Ko:n- �mMeryt In der Tkyp.ui» aar. ui.cht._zu.reden----------------------_ Hoffentlich zeigt sich Moskau auch dankbar und«s verleiht dem tüchtigen Zeitungskorrespondenten für seine Rekardleistung einen der neugeschaffenen Sowjetorden. Vier Sowjeiorden. Erweiterung des Klempnerladens. Aus Moskau rord gemeldet, daß der Zentraluollzugs-msschuß in Uebereinstünmung mit dem Rat der Volkskommissar« ein neues Ordensgesetz geschaffen hat, nachdem die Zahl der Orden auf vier erhöht wird. In Zukunft wird es außer den bereits bestehenden Orden des Roten Bonners und des Roten Banners der Arbeit einen Lenin-Orden und«inen Orden des Roten Sternes geben. Jeder Träger eines Sowjetordens soll künftig für den ersten Orden 30 Rubel im Monat, für jeden weiteren 23 Rubel neben den sonstigen Emkünsten an Gehalt oder Lohn erhalten. Darüber hinaus erhält«in Ordensträger mit der Z5«rleihung des Ordens automatisch das Recht aus un- entgeltliche Eifenbahnfahrteu, Befreiung von der Einkommensteuer, ltzermiuderung der Wohnungsmiete usw. Bea mienschub in Krankreich. Tardieu belohnt seine?icchtsmehrheit. Paris, 3. Mai.(Eigenbericht.) Ministerpräsident Tardieu hat sich von der Fcstroise zur Jahrhundertfeier in Algerien entbinden lassen unter dem Vor- wand, daß ihn die Regierungsarbeit in Paris allzu sehr belaste. Tatsächlich hat er die Parlamentsferien abgewartet, um einen großen Beamtenschub in der öffentllchen Berwoltung zu unternehmen. Er hat eine ganze Reihe von Präfetten vorzeitiz fn den Ruhestand versetzt und an ihre Stell« ausschließlich Leute seines besonderen 35«rtrauens gesetzt. Die Präfekten hoben als höchst« Venvaltungsbeamte der De- pariements nicht nur wicht gc 35erwe.llungsarbeit zu leisten, sondern ihnen fällt auch die schwierige Aufgabe zu, die politischen Wahlen vorzubereiten. Da das Innenministerium bisher drei Jahrzehnte lang in der Hand der Radikalen gelegen halte, waren die Präfektcnposten mit Beamten von ausgesprochen republikanischer Ueberzcugung besetzt worden. An dieser Tatsache hat sich auch unter den Kabinetten Poincares nichts geändert. Tardieu hat es gewagt, die politische Struktur des Verwaltungskörpers zu ändern, und zwar ausgesprochen i m Sinne seiner reaktionären Mehrheltsparteien. Es liegt die Vermutung nahe, daß er seinen Parteigängern von der Reaktion' bei der Bildung seines Kabinetts irgendwelche Ve r- sprechung e st hat geben müssen. Ob«r aber mit seiner neuen Taktik die Gegensätze zwischen se'ner Regierung und den Radikalen wird mildern können, scheint mehr alz zweifelhaft. Aufsallend ist übrigens, daß Tardieu auch den Präfekten des Unter- elsaß, Borrtmöe, den Poincore einst zum Kampf gegen den ?lntonomismus nach Siraßburg entsandte, von seinem Posten ent- hoben hat. Vielleicht will er damit den endgültigen S ch l u ß st r i ch unter die Autonomlstenverfolgungen ziehen. Papstflagge auf dem ZNeer. Papst Pius XI. hat von einer stalieniichen Schiff ahrtsaesellsthoft ein Schiff gechartert, mit dem die päpstliche Abordnung für den eucharistifchen Kongreß in Cartagena die Ueb erfahrt von Neapel nach Tun!» machen wirb. Es wird das erst- Schiff fein, dos wieder mit« päpstlicher Flagg« i» See sticht. Brünings Wachsfigm enkabmeit. »Diese alten Parteipuppen ziehen nicht mehr beim Publikum, wir müssen sie zu einer neuen Kolossalstatue zusammenschmelzen." »Zn den Schmelztiegcl mit Euch." »Wohl, nun kann der Guß beginnen!" „Das ist die neue Einheitspartei?— Na, stellen wir'« in unserer Abnormitätenobteilung aus." Elektrifizierung undKolonialpolitik Elekirowerk Gahes in anderem Q'chi. Der Berliner Vertrauensmann der Georgischen Sozial- dcmokratle. Genosse TL Zmaischwlll, sendet uns folgende Zellen zu der letzthin veröffentlichten Schilderung A. X. wegucrs: ■ Es wäre nicht verwunderlich, wenn die JBolschcmij'tcn gerade in Georgien, wo. iie das ich l echte st e Gewissen haben müßten, zu ihren Propagandazwecken wirklich« Wunderwerk« errichtet hätten. Leider aber haben auch ihr« besten Propagandazwecke recht böse Schattenseiten. Die Schattenseiten der bolsche- wistischen„Tlektriflzierungspalitik" in Georgien hat kein anderer als der Vorsitzende der georgischen Sowjetregierung Philip Maeharadze auf dem georgischen Sowjetkongrcß im April 1029 in folgender Weis« enthüllt: Oh haben die Unternehmungen, deren Ausrichtung ein« be- stimnue Summe kosten sollte, im Bauprozesse doppelt so großen Betrag verschlungen... Für das Kraftwerk am Fiusse Adscharis-Tskoli waren 1,3 Millionen Ru b e l veranschlagt. Während des Baues jedoch stiegen die Kostenbeträge bis auf 8 Millionen. Bisher sind 0,6 Millionen verbraucht. Gegenwärtig ist der Bau ein- gestellt, hauptsächlich weil der Standort falsch ge- wählt worden ist. Dabei war auch kein ordentliches Projekt im voraus ansgearbeiiet... Der Bau aller in Georgien seit seiner Eowjetisierung. errichicten Elektrizitätswerke(darunter Lahes N. I.) hätte 5 980 000 Rubel erfordern sollen, hat jedoch 19 343 000 Rubel gekostet. Solche Beispiel« sind zahlreich... Sahes Hot 16,6 Millionen Rubel gekostet.(„Kommunisti" von Tislis, 11. April 192V.) Die Haupterklärung dieser ungeheuerlichen Kostenüberschrei- tung finden wir in dem von Bolschewisten mit großem Pomp ver- ösfcntilchten Buche„Sahes". Hier heißt es: Somit hat die Frage nack� den Bestellungen für die clettro- mechanische Ausstattung des Sahes prinzipielle und allgemein- slaatiich« Bedeutung erhalten.� Einerseits war es möglich, von I.) F i rm e n zu sehr fcill den fremden(deutschen. N. J.Z :men zu sehr villigen Preisen erstklassige und erprobte Materialien zu erlangen. Andererseits stand die Frage nach der Vertcilungder Bestellungen in der Sowjetumon selbst, damit in dieser Weise die Arbeit unserer wiederausgerichteten, die große Maschinerie bauenden Werke sichergestellt werde. Der Bejchlujz wurde zugunsten des --Tnrsts-ver �SmchNnnhiii gefaßr.~ Eins Itnmr a H mr ismtrr zugelassen, um für die Hauptturbmen der Zentralstation, deren Herstellung speziell einArichtste und erfahrene Werk««rfordein. deeclaichen in Rußland nicht vorhanden stich. Auf Grund k je» Beschlusses hat dos Komitee für Sahes nach der» Vertrag vom 22. März 1023 mit der hauptsächlichen elektrotechnischen Aus« stattung der Sahes die Maschinen�autrusts von Leningrad beauftragt. Zugleich wurde der Maschinentruft beaustragt, die Wasserturbinen in speziellen Turbinenwerken des Auslandes zu bestellen. Nach dem bringeirden Verlangen des Trusts wurden statt dreier Turbinen(jede 450V PS. stark) vier derselben Stärke bestellt, mit der Bedingung, daß die vierte nach der Modell- Zeichnung der mtsländtschen Werke in der Sowjetunion hergestellt werden mußte."(„Sahes" S. 61.) Aus diesen höchst offiziösen Geständnissen sieht, man klar genaq. wie das Vermögen des georgischen Volkes zur„SichersteyAnz" der russischen Industrie ausgewiichert wird. Seit der berühmt gewordenen Bertiner„Naphtharede" Rädels war es- klar, daß der Haupttrieb des sowjetrussischen Erobernngszuges gegen Georgien und ander« kaukasische Staaten in der.Untere jsiertheu" Rußlands für die kalikasijchcn Rohstoffe(Naphta, Manganerz usw.) log. Die oben angeführten Geständnisse zeigen noch dazu, wie Georgien als Ztbsahm.arkt für die enorm teueren Erzeugnisse der russischen Industrie au-genuhl wird. Diese rein imperialistischen Beweggründe der Sowfetpolitik müssen der poetische,: Schilderung hinzugefügt werden. Die georgisch« Bevölkerung ist sehr wenig begeistert von dem„tech- nischen Wunder", dessen untaugliche Maschinen(nissische Fabrikate) jeden Monat verdorben werden, obwohl das Werk nur etwa zur Hälft« ausgenutzt wird. Oer Mangtl an Sowjeiingenienren. Ein brennendes Problem der Eowjetwirtschast. Die Aussichten des Fünfjahrplanes werden von Tag zu Tag geringer. Die obersten Wirtschaftsorgan« haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Scheitert schon der sogenannte sozialiscischs Auf» bau an der Disziplinlosigkeit des russischen Arbeiters, dem Ehaos im Transport, dem Mangel an Maschinen, so tritt zu all dem noch der Rkangel an Technikern hinzu. Das Zentralorgan der russischen Gewerkschasien„Trud" weih darüber sehr interessant zu berichten. So lzat z. B. eine Konferenz, vom„Staatsplan"«inberufen, festgestellt, daß die Durck/führung des Fünfjahrplanes einen Ve- darf von 435 000 Ingenieuren und Technikern erfordern wird— Gegenstand der Beratung war nämlich die Möglichkeit der Durchführung des Fünfjahrplanes in vier Jahren. Da im Augenblick in der gesamten russischen Industrie nur 100 000 Techniker und Ingenieure beschäftigt sind, so müßte diese Zahl, um den Fünfjahrplan übrrhcu'pt durchführen zu tonnen, Gchiller-Theater: „Der Traum ein Leben." Do» schöne, singende Sinnspiel Grillparzers von der Wichtig- keit des friedlichen Gemüts. Inszeniert vom Sparintendanten Legal, henxntcrgedonnert mit viel Deklamation. M. H. mehr als verviersacht werden. Dann erst, sogt das Blatt, wird Rußland das gleiche Verhältnis der technischen Kräfte zu den Arbeitern ausweisen wie Deutschland, nämlich sie werden dann 7 Proz. aiismachc». Die bestehenden technischen Schulen find aber im Lause der fünf Jahr« nur in der Lage, 69 000 Ingenieure und Ivo ovo Techniker auszubilden. Wo den Rest hernehmen? Roch deutlicher wich dieser Mangel, wenn man sich die Durch. dringung des Moskauer Industriegebiets mit technischen Kräften anschaut. Von den 5033 Technikern und Ingenieuren am 1. Oktober 1928 hatten nur 24 Proz. eine höhere Ausbildung, 28 Proz. eins mittlere technische Bildung, während 48 Proz. ein- f a ch P r a k t i k a n t e n waren. Zum l. Januar 1930 hat sich die, Verhältnis noch zu Ungunsten der wilsensilzasilich vorgebildeten Krähe verschoben. Die Zahl der P r a l t i I a» te n macht nun 52 Proz. aus. Die�Zahl der Techniker mit Hochschulbildung nur 21 Proz. Es gibt asser ganze Industriezweige, in denen der wissen» schafllich vorgevildete Techniker fast vollkommen fehlt. So zählen die Nähmaschinensabriken 87.7 Proz. Praktikanten, das Drnckereigewcrbe 81 Proz., die Holzindustrie 57 Proz. Diese Zahlen. jagt das Blatt, zeigen mit abjoluter Klarheit dos ganz« Ausmaß der Krise an wissenfchastlich vorgebildeten technischen Kräften. Zum Ende des Funsjahrplanes würden z. B. die Nähmaschinenindustrie statt 7 cmgenbücklich vorhandenen Spezialisten 874 bedürfen, das Druckereigewerbe statt 13 vorhandenen 421, die Textilindustrie statt 14 232. Für den sozial-killturellen Aufbau des Moskauer Gebiets fi'id bereits im Augenblick 6724 qualifizierte Spezialisten erforderlich, di« Hochschulen werde» aber nur 757 ausbilden können. Die Land- Wirtschaft bedarf 13 026 Spezialisten, vorhanden sind aber mir 2400 und 5164 befinden sich in den Lehranstalten. und Staat. Kar! Severins spricht auf der Oeutschen Wette. ileber das Thema„Volk und Staat" sprach gestern im nahmen der Veranstaltungen des Ardeiter-Runvfunks der Reichs- minister a. D. Genosse S e v e r i n g. Severing führte aus:.Ln den innerpolitischen Kämpfen ist letzthin oft das Wort gesallcn. daß die Angriffe gegen den Staat nicht diestln selbst, sondern der S t a a t s f o r m gelten. Andererseits wurde angekündigt, dah der Kampf nur einen Systemwechsel zum hsiel habe, der in der Befreiung des Volkes von den gegenwärtigen Wachthabern im Staate bestehen solle. Die Staatcform selbst bliebe unberührt. Allen diesen Kampsrufen ist gemein e i n c fundamental« Unkenntnis des Verhältnisses vom deutschen Volk zum deutschen Staat wenn man nicht die unklaren Formulierungen der Kampfparolen als b e w u ß i, als gewollt unterstellen will. Nach dem deutschen Staatcgrundggsetz der Reichsverfassung geht die Staats- gewalt vom Volke aus. Darum ist jeder Kamps gegen die Staatsgewalt auch ein Kampf gegen den Staat selbst und schlietzlich auch ein Kampf gegen das Volk. Staatsgebiet, Staatsvolk, Staats- gewalt und Staatsordnung zusammen erfüllen erst den Begriff des Staates. Das gilt für alle Staaten, gleichgüUig, ob die Staats- gewalt von einer Person ausgeülu oder repräsentiert wird oder ob im Gegensatz der Monarchien zu den Republiiken die Staatsgewalt bei mehreren Personen oder einem Perjoneiiverbande liegt. Da» Deutsch« Reich ist eine Republik. Die Staatsgewalt geht vom Volke aus. Dies» Lapidarsätze bilden den ersten Artikel der Weimarer Verfassung. Der Lorsvruch der Verfassung sagt, daß sich das d e u t s ch e Volk diese Verfassung gegeben hat. Glieder des deutschen Volkes wohnen zu vielen Mil- lionen in Oesterreich und in Polen, zu Tausenden in der Schweiz, in Rußland, in den östlichen Randstaaten und in den anderen Ländern der ganzen Erde. Im Rechtcstnne deckt sich der Begriff„Volk" nicht dem Volt im natürlichen Sinne, im Arndtschen:„Soweit die deutsch« Zunge klingt". Der öfter- reichische Bundeskanzler Schober hat die Verbundenheit der öfter- reichischen und der reichsdeutfchen. andererseits aber auch die Tren- nung im Rechtssinne in die trefsenden Worte gefaßt:„Ein Volk und zwei Regierungen." Schon der Wortlaut des Artikels 1 der Reichsverfasiung besagt. daß in Deutschland die höchst« Staatsgewalt nicht bei einer Person liegt. Die Verfassung erklärt den deukschen Staat zum Volks- st a a t, in dem der Wille des gesamten Volkes ohne Bsoorrechtung einer Klasse oder eines Standes auf allen Gebieten der staatlichen Ordnung, der Gesetzgebung, der Rech.sprechung und der Verwaltung entscheiden soll Es mag in unseren Zeitläuften der parteipolitischen Zersplitierung ein Wagnis sein für die Parteien, für die Sammelbecken des Volkswillens, ein Wort zu sagen. Ich sage es:„Wer den Volks st aat will, muß auch die Parteien wollen." Reue Porteibildungev werden gewiß zur Gesundung d«z politischen Lebens ebensowenig beitragen, wie neue Apotheken zur Verringerung der Erkrankungszissery. Wir müssen aber erkennen, daß die Porteistondpunkte die verschiedenen Auf- sassungen vom Wohl des Staates bedeuten, kein« von ihnen beweisbar, jede bekämpfbar und— das ist das wichtigste— jede von jeder anderen zu achten. Um dos letztere aber ist es sehr schlecht bestellt. Ich verweis« auf die B«l)aup!ungen von der Staatefeind- schaft, von der Baterlandslosizkeit der Sozialdemokratischen Partei. Die Sozialdemokratische Partei erstrebt in der Tat neben internationaler Schiedsgerichtsbarkeit und internationaler Verständr- gung Vereinbarungen auch auf Gebieten, die alle Kulturländer be- rühren, in Forschung, Wissenschaft, Technik und Kunst Ihre Ein- stellung zu internationalen Fragen schließt aber Nationalbewußtsein. das heißt das Gefühl der Zusammengehörigkeit des deutschen Volkes, in keiner Weife aus. Wenn Karl Marx 1847 sagte: ,Di« Arbeiter haben kein Vaterland", so hatte er damals rechi: Der Staat, dessen Bürger ja auch die Arbeiter nach dem geschriebenen Gesetz waren, war«in Staat der Reichen und der M ä ch t i g e n. L a s s a l l« riet den Arbeitern, durch emsige Betätigung im Staatsleben um den Staat selbst und um seine Fortbildung zu einer freiheitlichen Organi- sation zu kämpfen. Lassalle behielt recht. Gewiß wird niemand den Staat von heute für den Gipfel der Vollkommenheit lzalten. Wo man aber zu gewaltsamen Erhebungen gegen den Staat und seine Einrichtungen schreitet, da wird nur dem Rück- schritt der Weg freigemacht cherein in den Kampf um den Staat, herein m das Ringen um seinen sozialen Inhalt und dadurch näher dem Ziel« eines menschenwürdigen Daseins für alle, dos die Reichsoerfassung von Weimar verheißt." sGowrrkschaftlichcs siehe 3. Beilage.) Abonmeriden„Vonväris", das Vlatt der Kopf- und Handarbeiter! Es gibt in Berlin nur e i n Blatt, das die Interessen der Arbeiterschaft rückhaltlos und zielklar vertritt, das ist der „Vorwärts". Treue um Treue. Wer noch nicht Abonnent des„Vorwärts" ist. der holt diese Versäumnis jetzt nach. Ich abonniere den„Vorwärts"«und die Abend- ausgab? für Berlin„Der Abend") mit den illustrierten Bei lagen„Volk und Zeit" und„Kinderfreund"'owie den Beilagen„Unterhaltung und Wissen".„Frauenstimme".„Technik" „Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Vorwärts" in Groß Berlin täglich irei ins chaus. SonLiac« Sri* Rat stöbt: Znieiaen: Tb Stock«: löitttlich in Boitin. Verlag: Vorwärtz-Verlag ffi. m d. S Berlin Druck: Sorwärts-Buchdruckerei und Berlaaeanstalt Paul Singer o. To., Berlin SW SS. Linbrnstrahe t. Stenn 4 Beilagen nnb.Unlerbaltnn« nnb Bissen* f £1*4, ille, 1• w--- --äT 19- REO R u C � e i BE(WB!.R° IÄ�75 I CrT„tu. bedtucW 7/3 5 E � B Ku*Sd*.Vvor�nch* 1 bedShrt9QucUI.,l««le9- /90 1 b::.a«M«..u »v i M D JACKE tzjdrucki«1", f\ .tnnodf«" Ay.- uckwu»"'" [ D U N G lorbtgT I elenneJ-B"0'1 0-" 1 1° 4- [ ou««orblfl»" 1 195| "•"•rn."'"'" U..ch1«.9. V— .AgfoTrovi» 1 95 NV« 1-\ WSSENGARHltU�I St'.u'.", 2— ifUR oen garten lZUG �3 U- t.'-r-a«-'9£ RücVlS«!!®» i D WANDECKE q50 I �TOURNAY-BRO�Ei 292 I b Ob cU-FF p, st- 79.- 108. indonroro�i»— ?!r.» 47. Jahrgang Gomtfag, 4. Mai<930 l/fM Iii JiiJ-t�ii Im KaHeehaas an der Gedächtniskirehe sitzen sie von morgen» 9 Uhr bis zum anderen Morgen 3 Uhr vor der einzigen, längst getrunkenen Tasse Kaifee. Debattieren, bauen Loifsrhlösser, haben die„besten" Engagemrntsaxussichten, stehen angeblich.Mutz vor dem Abschluß" ihres Bcmberwerirages mit dem X-Film, der Y-Böhne, dem Z-Verlag. Sind alle«in wenigen Wochen gemachte Leute" und— wissen kaum mehr, wie ein warmes Mittagessen schmeckt. Versteigen sich in Utopien und oerpassen den Anschluß an die Wirklichkeit, an das Lehen.— Einige junge Leuie: ein Geiger, ein Parleneakrobat, ein Tenor und ein Zeichner, erwerbslos, haben die Gefahr des Verschlampens im Kalleehaas erkannt. Uaben das Leben angepackt, wie es sieb ihnen bietet. Freitags, Fonnaber.ds und Sonntags ziehen sie, einzeln oder tu zweien, im II orden and Osten des großen Berlins, von Kneipe zu Kneipe. Bielen ihre Kunst oder ihr Können den Gästen der Kneipe und lassen sich mit gespendeten Sechsern and Groschen belohnen. Wir wollen sie einige Standen auf ihrem wahrhediig nicht leichten Arbeitsweg begleiten. Bnmnsnstreße. Sonnaftenö, gegen 9 Uhr akonds. Der Gelger,«r hat sechs Lahre Sonier«rtottuin hnter sich. Hot sich für Heine mit dem Tenor zufammenzetan. Eine einfache?üÄeiterkncipe. Mich? ist nicht vorhanden. Amvefend sind etma zwanAig Gäste. Mufilcr und Sänger bitten den Wirt, spielen und singen ju dürfen. La. Noch sind die beiden kaum von den Gästen bemerkt. Die ersten Töne der Geige gehen unter in der Unteripchtung. Dorm wird es— fast mit einem Schlag— st'll. Konzessionen muffen gemacht Verden. Der Wirt würde keine ernste Musik dulden...Mädchen, mein Mädchen, wie lieb' ich dich...* Der betararfe Sckilagsr wird dankbar aufge» nommen. Ebenso der unvermeidliche„Treue.Husar''. Klewe Pause. Dann ein Geigcnsalo„Eroßmütterchen', das vornehmlich beim weiblichen Geschlecht Än klang findet. Nun das Peinlichstet dos Einsammeln. Mit einem Notenblatt gehen die. beiden ob- wechselnd herum.. Siebzig Pfennig beträgt die Einnahme. Bott sei dank, der Amang wäre gemocht. Der Wirt spendiert sogar ein« Molle und ein belegtes Brötchen. Guter Anfang— gutes End?. hoffentlich. In die nächste Kneipe. Der Akrobat und der S ch n e l l z e ich n e r gchen seder für sich ihr«„Tour". Der Mrobat arbeitet am Schlesischen Bahn- hos. Breslauer Straße. Ln dem Lokal sind ausschließlich Straßen- inädchen, Zuhälter und verwandte„Gewerbe". Brechend voll lst es. Em Lautsprecher bemüht sich mit geringem Erfolg, die allgemeine Unterhaltung zu übertönen. Trotzdem kriegt der Mrobat die Er- laubnis, seine„Kroftwimmsr" zu zeigen. So etwas interessiert in diesen Kreisen. Kraft erzeugt Lntereffc und— Respekt. Es gelingt dem Artisten, zwei Stühle, sein?lrbeitsgerät, zu bekommen. Die Gäste werden aufmerksam und scharen sich— eine große Familie— um den Artisten. Die„Nummer" beginnt, lsand stand mit einem Arm oui der Stuhlkaute.• Ein Besoffener grölt von hinten:„Det is jonisch!, da sollst« mir mal sehn.. Der Artist betätigt sich als „Schlangenmensch". Verschlingt und verrenkt den Körper, bis das Gesicht rotbraun anläuft. Das imponiert.„Brcwo,"„Iut femacht, Kleener." Fast alle Anwesenden stehen um den Artisten. Sogar der Wirt und der Kellner. Letzt kommt der.Lahnokt". Mit den Zähnen hebt der Artist erst einen Stuhl hoch und beschwert ihn dann noch mit dem zweiten Stuhl. Das ist der Clou seiner Leistung. Und sie imponiert gewaltig- Beste Gelegenheit für den Artisten zum Einsammeln. Erfolg: bare 2,10 Markl Für bewiesene Kraft hat man hier immer einen Groschen übrig. Für den Akrobaten ist der Schlesische Bahnhof die beste Gegend. Allerdings, wenn er allst- bis zehnmal seine.Krasinummern" absolviert hat. ist er ausgepumpt bis zum letzten. Das Zahnfleisch ist zerrissen von der stundenlangen Anstrengung und die Muskeln schwellen an von der„Schlangen- menjchnummer". Was der Artist auf der Vorietebühne in einer Viertelstunde einmal macht, muß unser Akrobat auf der„Kneipen- iour" während fünf, sechs Stunden immer und immer wiederholen. Und der Verdienst an den drei Arbeltsabevden? Wenn er sehr gut ist, dann sind es zehn, zwölf Mark pro Wend, also für die Woche dreißig bis sechsunddreißig Mark. In der Knutschkondiiorei. Leichter hat es der Schnellzeichner. Allerdings wüK er es nie auf zehn Mark für den Abend bringen. Für jedes„Porträt" fordert er 0,50 Mark. Höchstens fünf bis sechs Mark ist sein Ver- dienst. Cr arbeitet heute in der Müllerstroße. Für ihn kommen außer den Kneipen auch kleinere von Liebespärchen besuchte Konditoreien als Arbsitsseld in Frage.— Ln einer„Kmiischecke" der Konditere: sitz, ein Pärchen. Die Kleine soll„porträtiert" werden. Kerzengerade, steif, mit spitzem Mund sitzt sie neben ihrem Kavalier, der gönnerhost dem arbeitenden Moler zuguckt. Kleine Geschäftstricks vermögen marchmal das geforderte.Honorar" van OJiO Mark in eins freiwillig gespendete blanke Mark zu verwandeln.„Gott. gnädiges Fräulein, haben Sie ein entzückendes Proill." sagt der schlaue Maler zum Beispiel, und wenn dos Stubsnäschen auch noch so antigriechisch ist. Oder,„Wirklich, mein Fräulein. Sie möchte ich rasend gern in Oel malen." Das Kleinchen wird puterrot vor Freude und der Kavalier ist auch ob seines guten Geschmackes ge- schmeichelt. Die Zeichnung ist fertig..Hat st« mich aus dem Gänschen einen Schwan gemacht: sie ist„sprechend ähnlich". Und wirklich, der galante Maler hat eine Mark»erdient. Schwierigkeiten im Beruf. Nicht immer geht alles so glatt und freundlich zu. Weder bei dem Geiger und Sänger noch beim Artisten und Zeichner. Manche unfreundliche, sa grobe Absuhr des Wirtes oder auch angetrunkener Gäste muffen sie widerspruchslos einstecken. Der Zeichner ist in eine Äroßdestillotion. Es ist bereits elf Uhr abends. Mit Gewalt will ein Betrunkener„abgemalt" werden. Schwer- fällig setzt«r sich in Posstur. Der alkoholisierte Körper schwankt nach links und rechts, nach vorn und hinten. Der Zeichner beeilt sich mit der m'.angcnehmsn Arbeit und gibt sie dem Betrunkenen zur Ansicht. Die Augen stieren auf die Zeichnung.„Wer soll denn dei sind?"„Na. Siel"..Ick?, det soll icke sind? Mist ist det. dafor bezahl ick nischtl" und zerreißt die Zeichnung.— Dem Geiger zum Beispiel passiert es sehr häusig, daß Zlngeheiterle unbedingt„mal spielen." wollen. Um sich den Wirt und die Gäste mch: zu verderben, gibt der Musiker mit Zittern und Zagen sein Kleinod aus der Hand. Der Angehesterte„spielt". Saiten springen, der Bogen wird zerkratzt und der Musiker nuiß zu allem lächeln und froh sein, wenn ihm der Spieler einen Groschen in die Horch drückt. Lm Verkehr mit dem Publikum, also den Gästen, hat es der Akrobol am leichtesten. Seme.Lraftnummern" erzeugen immer den nötigen Respekt, um von Anrcmpelungen verschont zu bleiben. Am trau rigsten ist es eigentlich für den Sänger. Drei Abend? in der Woche fünf und sechs Stunden in rauchigen Lokalen zu singen. hält auch die stärkste Stimme nicht aus. Dabei muß die Kehle alles an Kraft nnswende», um überhaupt die Unterhaltung einer großen Anzahl Gäste zu übertönen und sich bemerkbar zu machen. * Trotz des nicht glänzenden Verdienstes, der großen Anstren gungen, um überhaupt die Erlaubnis zur Arbeit vom Wirt zu erhallen. geben die vier ihre bescheidene Verdienstquelle nicht au?. Ziehen unermüdlich von Lokal zu Lokal. Hier werden sie freundlich ausgenommen. Bier und Brötchen werden ihnen spendiert. Und im nächsten Lokal behandelt man sie als Hausierer. als Bettler und weist ihnen barsch die Tür. Ein schweres und bitteres Brot, ober wenigstens—'lgrof. Das Waffenlager im Marineklub. Waffen zu Instrukiions- und Ltebungszwecken. Zu de« Daffeufund in den Booten des Deutschen Tllarlnesporttlub» und In der Vohnung seines Lcilcrs. des Regierungsrats Dr. ll ü b b e n. heißt es. daß bisher sowohl vr. llübben wie die beiden anderen Vereinswilgliedcr, die mit ihm festgeuommen worden waren, bestritten haben, daß die gesnudevc« Waffen mit der dazugehörigen ZNoniliou hoch- verräterischen Zwecken dienen sollten,(was ja bei diesen Herren schon fast seibstversiändllch ist. v. Red.) Die Polizei nimmt ganz richtig an, daß es sich um Uabungs- «äffen handelt, zumal die Gewehre und Revolver sich in aus- gezeichnetem Zustande befanden, fachmännisch gereinigt und eingefettet waren. Da der Marinespartklub in der Hwiptsoche iiingere Milgl-ieder, zum Teil sogar Jugendliche haste, liegt der sehr begründete Verdacht nahe, daß die in dem Berein tätigen ehemaligen Offiziere mit diesen Waffen und dem übrigen Heeresgerät die jungen ftlubmitglieder ausgebildet haben. Es verlautet auch weiter, daß in dem Sportverein militärische Disziplin innegehalten und sogar Urivurnjen durchgeführt wurden. Die Polizei ist zur Zell bemüht, noch näher sestzustellen, zu welchem Zweck die Instruktion im Waffengebrauch dienen sollte. Uebrlgens waren die gefundenen Eierhandgranaten durchweg mit Zünder versehen, also scharf gemacht. Ob sich dar Kreis der Beteiligte» über die drei festgenommenen Personen hinaus noch vergrößern wird, steht noch nicht fest. Ins- besondere bemüht man sich, zu ernüsteln, ob es sich bei dem Deutschen. Marinesportklub um eine geheime Fortsetzung des m Preußen verbotenen und dann von seinem Führer ausgelösten Bundes„W i k i n g" handelt, worauf die Auffindung von etwa 600 Abzeichen die j es Bundes hindeutet. Taifunkataffrophe über Japan. Man befürchtet Hunderte von Todesopfern. T o k i o. 3. Mai. Man befürchtet, daß der Taifun, von dem gestern der südliche Teil der Insel Sachalin und die Insel Hol- k a i d o helmgesucht wurden, den Tod zahlreicher Fischer verursacht hat. Hunderte von Personen werden vermißt. Mehrere Leichen wurden ans Ufer getrieben. Der Sachschaden wird auf 5 Millionen Pen geschäht. Der Sturm brach gerade in dem Augenblick aus, als Tauscmdc von Fischern, durch das Erscheinen eines riesigen Herings- schwarmes gelockt, sich in See befanden. lOLttk-JWÖfoGl Wäscheschrank 95 cm breit, 160 cm hoch, 3 durch geh. B3d«n, länge Schal ban m. 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Im crsteren Falle sprang der erwähnte Fluggast nach Abschluß eines Rundfiuges. als dos Flugzeug bereits wieder vor dem Chemnitzer Flughafengebäude anhielt, unvorsichtigerweise beim Aussteigen nach vorn und wurde dabei von dem im Leerlauf befindlichen Propeller getroffen und gelötet. Im zweiten Fall- lies die genannte Dame, nachdem sie mit einen, Schulflugzeug von Dessau kommend, in Tempelhof gelandet war. anstatt hinten um die Itfaschine herumzugehen, ebenfalls nach vorn und kam in den Bereich des leerlaufenden pro- p e l l e r s. Die Frau wurde gelrossen und war sofort tot. Den Flugzeugleitungen kann man aber trotzdem den Vorwurf der Fahrlässigkeit nicht ersparen. Es ließe sich z. D. denken, daß man Beamte postiert, die die aussteigenden Fahrgäste auf die drohende Gefahr im Bereich der Propeller aufmerksam machen und ihnen den richtigen Weg weisen. Hauskiaisch mit Todesfall. Von oicker Freundschaft zur äußersten Feindschaft. Die Sache, über die das Lairdgedcht I gestern unter dem Rubrum „Totschlags verhandelte, begann mit einer dicken Freund- I ch a f t. Dos Ehepaar Zucker konnte ohne das Ehepaar Löffel gewisjennatzen nicht leben. Die Zuckers hatten ein Milchgeschäft im gleichen Hause, in dem die Löffels wohnten. Di« beiden Frauen steckten immer zufmmnen. Man munkelte von einer Frenndschost besonderer Art. Bis eines Tages Frau Zucker bei Herrn Löffel erschien und ihm witieitte, daß zwischen ihrem Mann uird seiner Frau etwas im Gonge fei. Herr Löffel stellte Beobachtungen an und fand nichts. Fra-u Zucker erklärte aber, der Ehennmn Löffel ließ« sich gewisser. maßen von, Ehemann Zucker aushalten und� drücke deshoilb ein Auge zu. Die Angelegenheit Zucker-Lösfel wurde zu einer öffent- lichei, Angelegenheit des ganzen Hauses. Ein jeder wußte etwas dazu zu sagen. Die einen nahmen die Partei der(Ehefrau Jucker, die anderen die Partei der Ehefrau Löffel: die beiden Frauen waren einander spinnefeind, sie wußten nicht mehr was einander an den Kopf, zu werfen, und schließlich hieß es: Frau Löffel habe Frau Zucker beftohlen. Das konnte jene nicht auf sich sitzen lassen, sie lief zum Richter. Die beiderseitige Feindschaft harre den Höhepunkt er- reicht, ollein schon der bloße Anblick des oerhaßten Gegners löste automatisch Schimpfworte aus. So war es auch am 12. Oktober vorigen Jahres, als Herr Zucker Herrn Löffel auf der Straße er- blickte. Nur das Dazwischentreten des Zuckerschcn Sohnes vereitelte .Handgreiflichleiten. Am nächsten Tage, also am 13. Oktober, war Herr Zucker gerade im Begriff, aus der Hintertür seines Mich- ladens zu treten, als Herr Lössel sich mit einem Topf voll Milch auf dem Wege zu seiner Wohnung befand. Es entstand zwischen beiden ein Wortwechsel, Läffei versetzt« Zucker von der zweiten Stufe aus mit der Stiefel spitz« einen Schlag ins Auge und st a ch oitf ihT, mit einem Messer ein. Frau Zucker holte die KlopfpMche, Löffel entriß sie ihr und bedrohte auch ki« mit dem Messer. Zucker kam ins Krankenhaus, wurde einige Tage später entlassen, am 30. November ober plötzlich von einem Unwohlsein l>esallen. Am nächsten Tage starb er im Krankenhaus an einer Hirnhautentzündung als Folge einer Eiterung der Kiefernhöhle. So entstand gegen Herrn Löffel die Anklage wegen Tot- s ch l a g s. Di« Sachverständigen erklärten aber vor Gericht, daß ein fimfalcr Zusammenhang zwischen dem Schlag mit der Stiefel- spitze ins Auge und der Hinchantentzündung nicht mit absoluter Sicherheit festzustellen sei. Der Staatsanwalt beantragte daraufhin I r e i s p r u ch und das Gericht entschied dem Antrage gemäß.., J9 Gewinnsucht und Habgier Begründung des Freisprudies im«Falke"- Prozeß. €€ Vorsicht beim Genutz von Morcheln. Wie alljährlich sind auch in diesem Frühjahr mit Beginn der Pilzsaison Fälle von Vergiftungen nach dem Genuß von Morcheln beobachtet worden. Es fei daran erinnert, daß Morcheln, Me bereits im gestrigen Abendblatt kurz mitgelellt, wurden die Angeklagten im„Falk«"-Prozeß frei- gesprochen. Die Soften de» Versahrens trägt die Staatskasse. Aus der Urteilsbegründung, die sich außerordentlich scharf gegen die Angeklagten wendet, ist folgende» zu erwähnen: Das Gericht ist zu einem Freispruch gekommen, aber die An- geklagten dürfen sich nicht etwa einbilden, daß sie nun mit weißer Weste und hocherhobenen Hauptes aus dem Saale gehen könnten. Das Gericht stellt ausdrücklich fest, daß der Erwerbssinn der Angeklagten so stark ausgeprägt ist, daß sie auch vor an- rüchigen Geschäften nicht zurückschreckten. Fest- gestellt ist weiter, daß sich die Angeklagten zu einem hochverräterischen Unternehmen gegen das befreundete Venezuela zusammengetan haben. Aber da kein diesbezüglicher Strafantrag vorliegt, kann deswegen auch kein« Strafverfolgung eintreten. Die Angeklagten haben da» Leben der Schiffsmannschaft in höchste Gefahr gebracht. Die von der Verteidigung erhobenen Dorwürf«, die Erhebung der Anklage wegen Menschenraubes fei unbegründet gewesen, muß das Gericht energisch zurückweisen, denn bei dem vorliegenden dringen- den Tatverdacht hatte die Staatsanwaltschaft die Pflicht, die Ange- klagten in An klag ezu stand zu versetzen. Bei§ 234 handelt es sich um«in verkümmertes zweiaktiges Delikt. Einmal muß List an- gewendet werden und zweitens eine Bemächtigung erfolgt sein. Nach Anficht des Gerichts scheitert die Anklage an dem Begriff„List". Richtig ist. daß den Matrosen nicht die Wahr- heit gesagt worden ist, aber es konnte doch den Leuten auch nicht verborgen bleiben, daß Munition und Waffen geladen werden sollten. Alz die Mannschaft erkannte, daß«s sich um einen Waffentransport Handelle, stellte sie besondere Forderungen al» Entgell für etwaiges Risiko. Bei der Gelegenheit ist zwar gesagt worden, es fei alles in Ordnung und keine Gefahr. Die Ladung soll« an einer Insel ge- löscht werden. Die Leute wußten ja auch, daß der„Präsident" des »maep-MLNss asi'mnovpfrsimfls BroB-Bepim I Wir treflen uns heute. Sonntag. 11 Uhr, Fontanepromenade und marschieren zur Demomstration im V oikspark Neukölln, Bisgang Columbia- Ecke GoICener Straße. die in den Pilzbüchern auch vielsach als Lorcheln bezeichnet werden, zwar wohlschmeckende und eßbare Pilze sind, daß aber bei der Zubereitung gewisse Dorsichtsmaßregeln beobachtet werden müssen. Zunächst sind möglichst nur frische zu verwenden: so. dann ist das Kochwasser in jedem Fall« fort zu- gießen, ferner ein zu reichlicher Genuß— etwa mehrere Pflz. Mahlzeiten am Tage— zu vermeiden. Falls Ucbelkeit. Erbrechen oder sonstig« Beschwerden noch Pilzgenuß auftreten, ist sofort ein Arzt zu Rate zu ziehen.____ Falsche 50, Mark-Scheine. Neuerdings ifPoon den im Lmlauf besinMchen Reichsbank nofen über 50 211., mit dem Ausgabedatum des t l. Oktober 19 2 4, eine Fälschung mit nachstehenden Kennzeichen festgestellt worden: Papier: Weicher, gering dicker: es besteht aus zusammen- gefügten Blättchen. Pflanzenfasern: Durch falsche, zwischen den Blättchen gelagerte Fasern vorgetäuscht. Wasserzeichen: Mehr linienartig auf der Innenseite der Blättchen durch Aufdruck nachgebildet. K o n t r o l l st« m p el: Der Kontrollstempel hat auffallend dünne Schriften. Vorderseite: Im männlichen Bildnis ist das linke Ohr(vom Beschauer aus gesehen) gänzlich mißraten. Im Worte„Berlin" des Ausfertigungsdatums ist der Buchstabe„l" oben mit dem Punkt des nachfolgenden„i" verbunden. auf echten Noten freistehend gezeichnet. Rückseite: Im linken unteren Felde fehlen im Blaudruck zwischen der Wertzahl..50" die auf echten Noten gut sichtbaren, knotigen Verdickungen. Für die Ausdeckung der Falschmün.zerwerkstatt zahlt die Reichs. dank eine Belohnung bis zu 3000 M. Bestimmungslandes mitfuhr. Sie mußten also alle auf Zwischen- fälle unangenehmer Art vorbereitet sein. Wenn sie auch nicht wußten, was geplant war, so mußten sie doch wissen, daß sie sich auf ein durchaus nicht ungefährliches Unternehmen einliehech List liegt also nicht vor, aber auch die B e m ä ch t i g u n g i st z w e i f e l° Haft. Koch hat das Schiff verlassen, die anderen hätten es auch gekonnt. Fremde Kriegsdienste mußt« das Gericht auch verneinen. Im Gegensatz zu Tricpcl hält das Gericht nicht das Schiffsregister für maßgeblich, die Nationalität eines Schiffes fest- zustellen, sondern es hält sich an den Besitzer. Nicht die juristischen, sondern die tatsächlichen Verhältnisse sind entscheidend. Man muß damit rechnen, daß Zipplitt trotz seiner Freundschaft mit bei Gada und trotz des ihm geleisteten Treueides die Befehlsgewalt über dos Schiff nie aus der Hand gegeben hat. Die tatsächliche Gewalt lag bei ihm. Zu verkennen ist auch nicht die Veränderung der Verhält- niss«, die dadurch eintrat, daß in Negroes Point plötzlich 150 schwer- bewaffnet« Rebellen aus dem Schiff verblieben. Das Ereignis von Cumana war eine K ri eg s ha n dlu n g aller- ernstester Art. Das können alle Verkleinerungsversuchc der Verteidigung nicht aus der Welt schaffen. Juristisch müssen die Angeklagten zwar freigesprochen werden, moralisch sind sie jedoch schwer zu verurteilen. Waffenlieferungen dieser Art sind immer vom llebel, ganz besonders, wenn sie zur Vorbereitung einer Revolution dienen, denn dann sind sie ein schweres Verbrechen. Hier waren Gewinnsucht und Habgier die Triebfedern. Wer den Damm durchsticht, ist verantwortlich für die Flut; und das tut man, wenn man einem Revolutionär Schiff und Mannschaft zur Verfügung stellt. Moralisch sind die An- geklagten gar nicht schwer genug zu brandmarken. „Mögen sie ewig behalten, wie schlecht das Gericht von ihnen denkt. Nicht mit dem sanften Paukenschlag einer Haydnschen Symphonie werden sie hier entlassen, sondern mit einem, on den sie lange denken werden. Das Gericht hat den denkbar schlechtesten Eindruck von den Angeklagten. Mögen sie sich hier nie wieder sehen lassen!" v-Zug fährt in Arbeiterkolonne Drei Arbeiter auf der Stelle getötet. Hannoder. 3. Mai. Am Sounabendnachmittag, 13,13 Uhr, fuhr, wie die Pressestelle der Reichsbahn direktion Hannover mitteilt» der D-Zug 14 1 tHamm— Hannover— Berlin) beim Block 132 zwischen den Bahnhöfen Rheda und G ü t e r s» loh in eine am Gleise arbeitende Rotte. Drei Arbeiter wurden sofort getötet. Tie Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Wieder ein Eberi- Denkmal geschändei. Wir meldeten in diesen Tage», daß in Potsdam ein Bild des verstorbenen Reichspräsidenten Friedrich Eberl zerrissen wurde. Der Ruhm der jugendlichen Gymnasiasten, die einen Zögling des Potsdamer Waisenhauses zu dieser törichten Handlung v e r- führten, hat andere Radikalinskis nicht schlafen lassen. Wir erhallen diese TNeldung aus Berllnchen i. d. Neumark. Hier wurde zum Gedächtnis an Friedrich Ebert ein D e n k � mal aufgestellt. Heimlicherweise wurde die Statue des verstorbe- nen Reichspräsidenten ans dem Sockel herausge risse it. Man nimmt an, daß die Tat von Rechtsradikalen ausgeführt wurde und das Erinnernngsmal in den in der Röhe liegenden Kopf- s c e geworfen wurde. Die Ermittelungen der Polizei haben bis- her zu keinem Ergebnis geführt. Die Hakenkreuzler tu» gut. durch ihr unflätiges Betragen das deutsche Voll darüber aus- zuklären, daß sie ihren programmatischen Verkündigungen zuwider Feinde der Arbeiterschaft sind. „Warum ich erst heute komme! Ihre Fragen könnten einen wirklich zum Rasen bringen. Glauben Sie, daß es für einen verheirateten Mann und Familienvater, der hier trotz seiner kleinen Amouren immer noch den besten Ruf genießt, ein Vergnügen ist, auf einmal zum Lustmörder gestempelt zu werden. Ich wußte ja, daß Torben Rist unschuldig war. Und ich sagte es Ihnen auch, das werden Sie mir nicht ab- streiten können. Und wenn diese verdammte Zeitungsvettel nicht über uns gekommen wäre, die uns alle Weiber verrückt gemacht hat— ich habe übrigens mein Fräulein Tochter gleich mitgebracht. Meine Betten wartet draußen. Sie hat Ihnen auch ein Geständnis zu machen. Und wenn Sie dann diese elende Schmierantin, diese Kinderverderberin. nicht des Landes verweisen oder wenigstens von Lynö hinaus- schmeißen, dann, dann gibt es noch einen Mord, einen echten Mord, aber keinen Lustmord/ „Doktor Manke, ich weiß schon nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Toben Sie doch nicht so. Ich kann das nicht aushalten. Wenn Sie wirklich mit Ihrem Geständnis die Wahrheit sagen— sehen Sie sich mal dies Aktenbündel da an. Das sind lauter Protokolle, aus denen hervorgeht, daß Torben Rist ein gefährliches Individuum ist. Frau Delius, die Gräfin Aaresund, Dyveke Madsen, Witwe Jensen, alles Frauen, die nicbt das geringste miteinander zu tun habem— die können doch nicht auf einmal toll geworden sein!" „Alle Weiber sind toll, mein guter Iatobsen, man merkt es nur nicht immer. Und ich habe Ihnen gleich so ein tolles kleines Weibsbild mitgebracht. Betten! Betten!" „So schreien Sie doch nicht so. Wir holen uns das Kind selbst herein. Sie können überdies bei der Einvernahme keinesfalls dabei sein." „Was soll das wieder heißen?" „Das soll heißen, daß Sie mir Ihre Erziehungsmethoden zu deutlich geschildert haben, als daß ich die Kleine in Ihrer Gegenwart verhören könnte." „Da soll doch der Donner—' „Ich schließe das Verhör. Kgl. Amtsgericht Sändrup, 11. Juli 1929. . gez. Karl Henrik Manke. H. G. Jakobfen. Protokoll aufgenommen mit der Zeugin Elimbelh Manke, geb.'1916 in Sändrup, eoangelisch, Tochter von Doktor Karl Henrik Manke, (Die Zeugin hat sidi telbst gemeldet.) „Nun mein Kind, was hast du uns denn mitzuteilen/ „Daß alles nicht wahr ist." „Was denn?" „Das mit dem Köpfchen in den Schoß legen und dem Schmerz anvertrauen." „Du hast aber doch Fräulein Birgit Hosting gewisse Dinge erzählt." „Ja, das schon." „Nun sag mal, Kind, wie bist du denn auf den Einfall gekommen. Du weißt doch, daß Fräulein Hosting leicht etwas in die Zeitung schreibt." „Ja, eben deshalb." „Was soll das heißen?" „Ich war noch nie in der Zeitung, und da wollte ich auch gern mal in die Zeitung kommen. Ueberhaupt, wo sie jetzt alle drin"find." „Es ist also alles nicht wahr, was du Fräulein Hosting gesagt hast." „Nein." „Wie hast du dir denn so was erfinden können?" „Ich habe es doch gar nicht erfunden." „Ja wer denn sonst?" „Fräulein Hosting natürlich. Die hat mich doch das alles gefragt." „So... und du hast dabei gar nicht daran gedacht, daß du einen unschuldigen Menschen verdächtig machst?" „Aber er ist doch gar nicht unschuldig." „Und daß du deinen Eltern durch solche Angaben Kum- mer und Sorge bereitest?" „Nein, an die Eltern habe ich nicht gedacht. Ich dacht« dabei �— Papa hat gefegt, hier muß ich alles gestehen und nur die Wahrheit sagen— ich dachte dabei nur an Kai." „An was für einen Kai?" „An Kai Aaresund. Sie kennen ihn doch. Er war ja auch bei Ihnen. Ich bin nämlich mit ihm verlobt. Heimlich. Nicht wahr, Sie werden doch Papa nichts davon sagen." „Nein. nein. Aber ich verstehe dich nicht. Wolltest du ihm damit eine besondere Freude machen?" „Kai war so furchtbar aufgeregt wegen seiner Mama, der Gräfin, das war so spannend, und da dachte ich, wie schön es wäre, wenn er sich auch für mich ein wenig aufregen wollte. Ich hatte ihm schon gleich gewisse Andeutungen gemacht." „Aber Mädchen!" „Ich weiß, daß das alles nicht richtig war, und ich werde es auch gewiß nicht wieder wn. Es war nur so—" „Was war nur so?" „Alle haben sich doch gemeldet, jede hat was zu erzählen gehabt. Und ich bin doch beinahe schon ein erwachsenes Mädchen, im Januar werde ich vierzehn, und da dachte ich, wenn der Herr Rist, der doch jeder was getan hat, gerade mich nie angesehen hat, so ist das doch, so ist das doch eigentlich— „Na was denn? Sprich doch weiter." „So ist das doch eigentlich eine Schande. Natürlich ist Kai jetzt furchtbar böse auf mich: er will sogar unsere heim- liche Verlobung auflösen. Aber das macht mir gar nichts. Furchtbar wäre nur eines—" „Mach rasch, mein Kind, wir haben nicht viel Zeit." „Wenn Kai erführe, daß ich hier alles widerrufen habe. Nicht wahr, Herr Untersuchungsrichter, das ist bestimmt nicht möglich. Papa hat mir sein Ehrenwort gegeben, daß alles, was ich hier sage, sicher nicht in die Zeitung kommt: er sagt, so was dürfen Sie nicht, da werden Sie gleich abgesetzt und Fräulein Nielsen ist nicht mehr wie eine Maschine. Ist das auch sicher wahr?" „Ja. ja. natürlich. Uns kommt es nur darauf an. daß du uns bestätigst, daß du mit Herrn Rist gar nichts zu tun hattest. Hast du ihn überhaupt gekannt?" „Natürlich, den kannten wohl alle auf der Insel. Er war so schön und so traurig und so interessant." „Hast du öfters mit ihm gesprochen?" „Nein, leider nie." Kgl. Amtsgericht Sändrup, 11. Juli 1929. gez. Elisabeth Manke. H. G. Iakobsen. (Fortsetzung folgt.) V NranöenburgSscher Siäöieiag. Die Gründung erfolgt.- 33 sozialdemokratische Vertreter. Brandenburg a. H.. 3> Mai.(Eigeickericht.) Gestern wurde im S t ä d t e h a u s der Brandenburgische Städte- tag gegründet. Aus 18 brandenburgischen Stcdrcii waren 73 Vertreter anwesend. Da arm gehören 33 der S o z i a l d e m o k r a t i- schen Partei an. Die Absicht der Dcutschnatioiialen, zunächst einen praoisorischcn Vorstand zu wählen und im gerbst die cnd- gültige Beschlußfassung über die Statuten norzunehmen, wurde a b- gelehnt. All« sozialdemokratischen Anträge auf Abänderung des Satzungsentwurjes wurden mit großer'Mehrheit a n- genommen. Danach setzt sich der nach dem Verhältniswahl- system zu wählende Borstand aus 6 besoldeten und 6 unbesoldeten Mitgliedern der städtischen Körperschaften zusammen. Der Vor. sitzende wurde in einem besonderen Wahlgang als 13. Vorstands- Mitglied gewählt. Di« Wahl fiel auf Oberbürgermeister Dr. Kinne- Frankfurt a. d. O. Der deutschnationale Gegenkandidat Oberbürger- meister Gerlosf-Landsberg a. d. W. unterlag. Zur Borbereitung der Kandidatenliste für die übrigen Vorstandsposten wnrde die Sitzung unterbrochen. Es ist damit zu rechnen, daß die Sozialdemokratie 6 von 12 Vorstandsmitgliedern erhält. Oas neue Kleist-Oberlyzeum. In der Levetzowstraße, an der Gotzkowskybrücke, wurde gestern im Beisein zahlreicher Bertreter der Schul- und städtischen Landesbehörden das Klei st-Oberlyzeum und das Städ« tische Filmseminar eingeweiht. Der stattliche Klinkerbau, der sich zwischen der cheilandskirch« und der Synagoge befindet, ge- hört zu den modernsten Schulbauten. In hellen Farbtonen ge- halten, zitronengelb mit karminrot, enthält das Gebäude in der Mitte eine große schöne Halle, um die herum sich in sämtlichen Stock- werken Lehrer- und Klassenräume anordnen. Der linke Baukörper hat einen großen Dachgarten für gymnastische Zwecke, Im Mittelbau liegt«ine mächtig« Turnhalle und die Aula. In der Schule tonnen 20 Klassen untergebracht werden. Der Entwurf zu diesem bemerkenswerten Bau stammt vom Oberbaurat Frcibcrg. Reichsfischwoche 4. bis 10. Mai. Zur Ausklärunq über den Wert und Rußen der Seefisch. nahvung ist vom Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft ew Reichsausschuß für Seesischpropaganda ins Leben gerufen worden, der die Ausgabe hat, die breiten Schichten der Bevölkerung aus die Seefischnahrung aufmerksam zu machen. Zur Zeit wird in Berlin und in 103 größeren Städten in Deutsch- land eine besondere Reichsfischwoche veranstaltet. Der Seefisch soll mehr als bisher für die zweckmäßige Ernährmrg des deutschen Lölkes nutzbar gemacht werden, vor allem im Hinblick aus die unbestreit- bare Möglichkeit der Forderung der Volksgesundheit durch ver« mehrten Seesischgenuß. Es steht nicht nur fest, daß ein« weise Ab- ivechselung in der Ernährung der Gesundheit sehr dienlich ist, son- dem, daß gerade der Seefisch«s ist. der, wenn er iiock) dazu mit Gemüse als Mahlzeit eingeschaltet wird, der Ernährungsweise aus- gezeichnete Dienste leistet. Zur Zeit sind die Seefischzuflchren sehr reichlich Sowohl die frischen Fische als die Fischwaren sind in der Werbewoche von besonder, guter Qualität am Markt. 4S. Mastviehansstellunq in Berlin. Am Sonnabend wurde iinZ« ntr al tue h h osf die 43 Masi- viehausstellung eröffnet. Di« diessährigb Ausstellung, hat mit Rück- sicht-auf die Klarstellung der Qualitätsbewertung eine neue Aus- machung erhatten. Durch zahlreiche Kommissionen mit etwa tbü Sachverständigen werden verschiedene Prüfungen der- Most. tieve in lebendem und geschlachtetem Zustande vorgenommen, um für eine neuzeitliche Fleischkunde weitgehende Unterlagen zu sammeln. Die Ergebniste werden künftig verwertet und kommen so der Per- braucherschaft zugute. Die Ausstellung bleibt bis zum 5. Mai ein- schließlich von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends geöffnet. Steuererklärung für die Gewerbesteuer. Die Vorsitzenden der Berliner Gewerbeiteucrausichüfse vcrösfentlichen in der beuligen Ausgabe eine Oessentliche Aufforderung betreff. Abgabe einer Steuererklärung für die Gewerbesteuer nach dem Gewerbeertrag für 1330. Hausse in Meineidsprozeffen. Viel Lärm um sechs Mark Brennholz. Die Schuld daran, daß in diesem nichtigen Falle die teure „Schwurgerichts�maschinerie in Bewegung gesetzt wurde, trifft die De schltt ß ka m m er. Die Staatsanwaltschaft war für Ein- st eilung des Verfahrens. Um das Urteil sofort vorwegzunehmen: die Gerichtsverhandlung endete mit einem Freispruch. Das Ehepaar W. baut stch in Mahlow ein Häuschen. Es fehlen ihm 500 W., es leiht sie beim Ehepaar A. Als Gegenleistung erhält dieses das Recht, das Häuschen mitzubewohnen. Zwischen den beiden Frauen kommt es bald zu Streitigkeiten. Frau A. hat die übte Angewohnheit, nicht in der Waschküche, fondern in ihrem Zimmer zu waschen. Frau W., eine schwer hysterische Psychopathin— Mutter und Bruder haben Selbstmord begangen, auch sie selbst drei Selbst- Mordversuche— verpetzt Frau A. bei dem Nachbor K.: sie Hobe stch monatelang aus seinem Akazienwäldchen Holz geholt K. strengt gegen Frau A. eine Schadenersatzklage an, Frau W. beschwört, daß das Ehepaar fast täglich Bäumchen ausgerissen, Kronen abgeschlagen, dagegen Kohle als Heizmaterial überhaupt nicht gebraucht habe. Ob sie nicht etwa auch selbst das Akazienwäldchcn geplündert habe— das tat nämlich die ganze Rachbarschast, auch die Frau A.—, wurde sie Nicht gefragt. Hätte st« die Frage besaht, so wäre sie vielleicht unvereidigt geblieben.!Z!un aber wurde gegen sie ein Strafversahren wegen Meineides eingeleitet. Eine Voruntersuchung wurde ge- führt, die Beschluß kämme r eröffnete, wie bereits erwähnt, trotz Ein- stcllungsantrags der.Staatsanroaltsch-ast, die Hauptoerhandlung. Der Werk des entwendeten Reisigs macht nicht mehr als b Iii. aus. Der Kohlenhändler konnte nicht mit Bestimmtheit sagen, ob Frau A. zur fraglichen Zeit Kahlen gekaust habe. Die medizinischen Sachverständigen waren der Ansicht, daß Frau W. sür den Fall, daß sie einen Meineid geleistet haben sollte, sür ihre Tat über- Haupt nicht verantwortlich sei. Der Staatsanwalt beantragte auf Grund dieses Gutachtens Freispruch. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Heinz F r ä n k e l, tat dies aus sachlichen Gründen, das Gericht schloß sich ihm an: Es sei nicht erwiesen, sagt« es, daß die Angeklagte etwas Falsches unter ihrem Eide ausgesagt habe. Hätte dieses Metneidsperfahren nicht vermieden werden können? Sowohl aus sachlichen Gründen als auch angesichts der Persönlichkeit der Angeklagten? Die Seuche der Meineidsverfahnen grassiert unentwegt weiter... In Warschau verhastei. Festnahme einer Berliner Zuwelendiebin. ZNik Schmucksachen im Werke von etwa 1 S 0 0 0 0 W. verschwand vor kurzem die 24 Jahre alte Hausaugestellle Frieda Rothe, die bei einem Vankdirektor In der Hohen- zollernstraß« 2 in Stellung war. Das Mädchen war au» einer früheren Stellung wegen Unredlichkeit entlassen worden. sie war noch unbestraft. Das Mädchen muß erst in Berlin in schlechte Gesellschaft und auf Abwege geraten sein. Besonders die Bekanntschaft mit einem .Paul" muß ihr zum Verhängnis geworden sein. Er Hai sie auch ohne Zweifel zu dem großen Diebstahl veranlaßt. Hier war es nicht gelungen, den.Paul" festzusetzen, er war mit dem Mädchen verschwunden. Da festgestellt werden konnte, daß sich das Mädchen und ihr ILegleiter mit Auslandspässen versehen hatten, so wurden die internationalen Polizeibehörden in Kenntnis gesetzt und um Milfahndnng ersucht. Jetzt ist aus Warschau die Miteilunz eingegangen, daß dort Frieda Rothe in Begleitung eines Oester- reicher? namens Solomon S t r a f f m a n n festgenommen worden ist. Man spürt« das Pyrchen in einem Hotel auf und machte st« vor einem Theater dingfest. In dem Hotel erschien etwas später noch ein Pole Asricl Becker, der wahrscheinlich ein Freund Straff- manns ist. Auch er wurde in Haft genommen. Die Identität des Mädchens ist einwandfrei festgestellt, sie hat zugegeben, die gesuchte linier dem. Titel..T reu l j ch F.e s"L r.t— Heiteres um die Hochzeit" stand Berlins h est eres Wochenende. Es war ein«! vergnügliche, anspruchslose Angelegenheit. Känigswustephausen über- nohm von Leipzig die Posse«Bob und Bert". Weshalb eigent- lich? Das Hanmmikaspiel war übrigens wirklich hübsch. Mit dem Vorttag des Rcichsministers Genossen S t o c r i n g auf der Deut- schen Well«, über den an anderer Stell« berichtet wird, überschnitt sich sür 5 Mimiten eine Berliner Sendung im Rahmen des ZiMus .Das Gesicht der Zeitschrift", die zum Teil als«ine Art Ergänzung angesehen werden konnte. Mar Hochdorf und Fei st Slössinger sprachen über die sozialistischen Monatshefte, und Stossinger gab dabei einen Ueberblick über die Einstellung dieser Zeitschrtst, die den Geist des Revisionismus, des zur Mitarbeit am Staat bereiten Sozialismus vertritt. Tes. Rothe zu sein. Die Personallen der beiden Männer stehen noch nicht fest. Ein großer Teil der in Berlin gestohlenen Schmuck- stück« wurde noch gefunden, einiges hatten sie bereits versetzt. Die Auslieferung der Verhafteten wird beantragt werden. Alligatorfarm im Zoo. Was vor Wochen angekündigt wurde, ist jetzt Wirklichkeit: Dos Fveilus�- Ansstellungsgebiet des Zoo ist jetzt zu eurer ganz besonderen tuchau verwendet worden, aus die schon ein rissiges über dem Eingang placiertes, vom Bildhauer Roch gestaltetes Krokodil hinweist. Die hannoversche Tierhandlung Ruhe hat hier an die 10011 jüngste, junge und alte Alligatoren lnordamerikamsch« Krokodilart) sarmmäßig untergebracht. Man sicht die kleinsten eidechsenähnlichen Tierchen, nachdem sie ans den Eiern geschlüpft sind, man sieht die Allig atorsünglmge und-sungsranen sich im Sand« räkeln und man sieht die attcn Herren und Damen so bc- wegungslos verharren, daß man glaubt, sie seien ohne Leben. lind da 1000 ein« so hübsche runde Zahl ist, hat man auch noch 1000 hübsch« kleine Wasserschildkröten nebst einer Anzahl R i es c ns child k r o t« n ausgestellt. Damit nun aber niemand auf den verwegenen Gedanken komm«, daß man das alles etwa aus Idealismus und reiner Liebe zu den Tieren tut, kann man in einem Ausstellungskiosk sehen, was aus der Haut der Alli- gatoren und dem Panzer der Schildkröten hergestellt wird. Wie dem nun auch sei: Die Ausstellung ist sehr sehenswert. Die nächste Sladlverordnelenvcrsammlunq findet am Don- nerstag, dem 8. Mai, statt. Beginn der Beratungen um lk?!i. Uhr. Auf der Tagesordnung steht u. a. die 2. Beratung der Vorlage über die Neufestsetzung der Bäderpreise. Limd Tnlschiedener Scholresormcr. Dienstag, den S. Mai. abends?>/, Uhr, in der Aula des Werner-SiemenS-RealgymnasiumS, Hohcnstaufenstr. 47/48: Oeffcntllche Disputation über Religion: Gottesleugner und Gottesankläger. Es debattieren: Dr. Paul Krisch« und Pfarrer HanS Franckc. Der nächsi« sexnalwlffcvschoftliche Fragcabeud beS Instituts für Sexual- Wissenschaft findet unter der persönlichen Leitung von Sanilätörat Dr. Magnus Hirichfcld am Montag, dem S. Mai, abends 8 Uhr. i m ErnsN.hacckcl-Saal, In den Zelten 9a, Eingang Gartcnportal, statt. Unkostenbeitrog LO Pf, Erwerbslose frei. M. i. Freitag-STOFFE Der reinwollene Kammgarn-Anzugstoff«UM 59 Schneidsr-Maß-Ware, p. m für nur RM. 9■■ olkenmarfet ile.14 Gegen Wanzen Tod und Teufel Wanzenfluib»Martial" tötet jede Wanze auf der Stelle und zerstött die Ärulnester restlos. Nicht fleckend, überall anwendbor. Flasche Mk.-.SS, Mk. 1.50 und Mk. 2.40. Fn Drogerien erhältlich, sonst durch Otto Reichel, Derlin SO, Eisenbahnstr. 4. Spritipipeii im SelWuiitcta rilhraejer, SälMi Tik.» Krüger. * Lathan Pamptnfibril He» Friedridistf. 107 2 Sin. f. 8hl. 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ZflietpSsn unserer RtUtarabfeilaag. In bor Wndie oom 5. bt» IL SRofc I. S 173. B(al(tfjat>öe. 2 Konictbenlabntaiuin. a gu niel Eunlt Ja her Woche vom II. bis 18 Rai: L Beooltc.ra«xrziehaagsheiim. i öltogenremigultg. S Onntbttele An bex-Bodie nom 19. bi» 25. Mol: 1.«Aar«- Gart(Cicbe oab(EcoHt im Oantlcn CrSIoil). 2 Sosverdrauch. a �ucuitsie. Lnlrageu mccitn Ucbetiailung und$r- such Oer Abteilung fmii Ulepi.omich aber ichriititch an die stuUucaoietiung (Büro Ltnieustt. Ks. Zimmer 20/ zu richten. Oie CrpvcTTpaltung. fc>eKär.n.ic.ac»unä Arn Sotuecstag, den 6. Stal 1030. werben un Wege Der Zwaitgsoallib eckung affelUItch metiUnelenb gegen Vaizat)iung vetiteigett. 10 Ahr, Llaaltiche ptaaAtauunar, Jagorpr. 84 l großer Pmleg ba> Lacke und Forden �Ottg:nailannen>, t) Alanen. 2 Ächte, d» u.aiajuten, 2 SttUaitltalite.», SJubunt- aizrrut, e. i Palten Uchun. Stuge, Oyr. ttng« und lonmge Echmuck.ucke. niegrera Fluge,. A:aou:re unaHatnwnteu. 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Jedes Jahr pilgernd Tausende von Menschen nach diesem schönen Ort. Einen Tag nur im Jahre nimmt der Berliner alle Unliequemlichkeiten auf sich. Er fährt schweißtriefend, halb zu Brei gequetscht, im voll- besetzten Waggon, sogar im Güterwagen, nur um während der Daumblüte in Werder zu sein. Cr fährt mit dem Rade In dickem Staub, eingeklemmt in eine schmale Rinne zwischen Fußgänger und Auto auf der Chaussee. Durch einen Schleier von Staub und Benzingestank leuchten dann die blühenden Gärten. Das ist es, was man sehen will. Das ist es, woraus man sich schon viele Mona'e freut. Man stampft in dichtem Gedränge Schritt für Schritt durch die Stadt Werder und bestaunt die Llütenpracht Doch kein Mensch hält es aus, bei der glühenden Hitze nur zu staunen und nichts zu sich zu nehmen. Auch dasür ist rührend gesorgt. Alle paar Schritte kann man echt Werderschen Wein bekommen.(Natürlich nur flaschemvcise.) Dadurch gerät ein großer Teil des Trostes in gehobene Stimmung und nicht lange darauf sieht man an allen möglichen und unmöglichen Stellen der Stadt einen Betrunkenen, der schnarcht oder sich wälzt. Wein fließt in den Rinnstein und bildet mit dem Staub eine dicke Masse. Wahrlich, ein«„Naturschönheit". Nachdem man dieses alles „genossen" hat, bewegt sich der Menschenstrom wieder zum Bahnhof. Eine halbe Stunde wird nach Fahrkarten angestanden, dann drängt man sich in ein volles Abteil und erträgt ruhig die Schimpfereien betrunkener Reisegefährten darüber, daß man selber noch herein- gekommen ist. Schwer und ächzend knarrt und rattert jede halbe Stunde ein Eisenbahnzug nach Berlin. Zurück in den Alltag von dem„schönsten Frühlingserlebnis". Jedes Jahr ist es dasselbe. Jedes Jahr strömen Tausende hinaus nach Werder, bewundern die Baumblüte und berauschen sich an Natur und Wein. Baumblüte in Blantenburg. Auch im Norden Berlins, an dar Stettiner Bahn, liegt ein BlütengMet. Es ist sehr bequem mit dem Vorortzug nach Bernau in 15 Minuten zu erreichen, und mit dem Autobus 42 ab Prenzlauer Vromenade, Ecke Wibyerstraß«, ist man in 13 Minuten mitten im Dorf Blankenburg. Das städtische Lbstgut Blankenburg, dessen Rieselfelder von ganzen Alleen blühender Obstbäume um» säumt sind, lohnt die Fahrt. Das schönst« an Blüten- pracht haben jedoch die Gärtender Siedler aufzuweisen. Es ,st«in Genuß, die mit sehr viel Mühe angelegten und mit besonderer Sorgsalt gepflegten Gärten zu schen. Man darf dabei nicht oer- gessen, daß es sich bei den Besitzern dieser Gärten fast ausschließlich um Menschen handelt, die als Arbeiter und Angestellt« in ihrem Berufe tätig sind, und zum Teil unter großen Entbehrungen es ermöglichen konnten, sich hier ein eigenes Stückchen Semd zu erwerben. Der Berliner Bevölkerung ist also em Ausflug nach Blankenburg zur Zeit der Baumblüte durchaus zu empfehlen. Di» Unkosten sind nicht sehr erheblich, da der Fahrpreis nur 20 bzw. 25 Pf. beträgt. Einige fchän« Gartenlokal« sind auch vorhanden. Auch können Familien Kaffee kochen. Also, auf zur Baumblüte nach Blankenburg. Allgemeine Wetterlage. J.�si 4930, abds. 0 wolkenlos® hetrtir.® halb bedeckt 3 wolkig,•bedeckr.'ffegen�.Graupeln - wtvf Mahlom.— Monwfl, 3. Mai. Sterqavlcn. Iungcanner. 19 Uhr B flicht- antreten Bahnhof Pullizstra�..«reis Weste». Sämtlich- Orisvercine nehmen an der Sundgeduna in(Spandau teil. Treffpunkt 19% Uhr Hauptbahnhsf Spandau mit Kähnen und Mustl. Mitte. Jungbanner. 20 Uhr Jugendheim Tieckstr. 1». Äamcrad Leipziger spricht stder„Weg und Slidjtung". Eharlotte». bürg. Treffpunkt fstr Lcranftaltun« in Spandau 19% Uhr Hauptbahnho! Span» dau. Kameradschaft Spree. Äameradschastsversammlung fällt aus. Spandau» ISVj Uhr Antreten Krcihett, Hauptbahnhof, zur Kundgebung auf dem Rathaus- vorplah. Wilmersdorf(Örtsvereinl.?iur Kundgebung in Spandau um i9 Uhr Ningbahnhof Lohenzoller.idanrm. Nachzügler ISVH Uhr Spandau, Hauptbahnhof. Schöaeterg-Kricdenan. Pslichtvcranslajtuiig in Spandau. 19 Uhr Abfahrt Bahn» Hof Ebersstrahe. Nachzügler 1SH» Uhr Spandau, Zauptbahnhof, Sicglih tOrts» rcreinl. Antreten 1914 Uhr Bahnhof Wilmersdorf. Nachzügler 1991 Uhr Span» dau. tdauptbahnhof. Pflichtantreten. Lichtcrfeldc-Lankutifi(Kameradschaft). Die heutige Äamerad'chaftsvcrsammlung fiiüt aus, Beteiligung an der Demonstration tn Spandau, Bilicht.— Dienstag. 3. Mal. Mitte. 1. und 0. Kameradschaft. 20 Uhr Nestaurant Kuhn. Borftqstr, 14, Versammlung. Vortragt„Volkpfitr- sorge in der Nepublil'. Ärcnzhtra. Jug 5. 19's Uhr Versammlung im Meß- Palast. Alte Jakob- Ecke Nilterstraße. Bortrag, Neuwahl des Kugleiters. Kug 9. 20 Uhr Sccfanunlung bei Leuschner, Diesfentachstr. S4. Paniow-Nord. 29 Uhr Kameradschaftsoersanimlung im„Ttirkischen Zelt". Breite Str. 14, Willen«» fKameradschaft). 20 Uhr Monatsversammlung im Wittenauer Berelnshau». Oranienburger Straße. Erscheinen Pflicht.— Mittwoch, 7. Mai. Tiergart«». 20 Uhr dsfelltliche Versammlung in den Arminiussälen, Bremer Str. 72. Refe» reut: Samerad Westphal. M. d. R. Antreten aller aktiven und passiven Kameraden um 19 Uhr auf dem Arminiusplaf! in Bannerkleidung. Pflichtveran- ftaUung. Kreuzberg. Bersammlungen: Zug 2 bei Krepp. B'anufer 7!>— 7S. Jug S um 19 Uhr bei Grohl, Wartenburgstr. 11. Zug 7 um A> Uhr im Reichenberger Löf. Reichenberger Etr. 47. Vortrag:»Das wahre Gestcht im Nat'onalsozialis» MUS". Kug 8 um 20 Uhr bei Adam. Lübbener Etr. 30. Vortrag Kamerad Dr. Reichmann:„Die nationalsozialistische Bewegung". Eharlottenbnrg. 19% Uhr in Bannerkleidung„Am Knie" zur Beranstaltuna de» Ortsvereins Tiergarten. (Ohne Fahnen, ohne Mulik.) Wilmersdorf. Kameradschaft Nord. Kameradschaft� abend um 20 Uhr bei Benzin, Sohenzollerndamm 2. Wichtige Tagesordnung, Erscheinen B flicht. Pankow. Jungkameraden und ESA. 20 Uhr Turnabcnd in der Turnhalle Wollankstraße. Iungbanner. 20 Uhr Eißung der Iungdannersührer im Eaubüro.— Mitte. Dienstag, 6. Mai, 20 Uhr, 5. Kameradschaftsversamm» lunq Rosenthaler Haf. Referent: Kamerad Soltau.„Reichswehr und Nepublil." Säfte willkommen.— Versammlung der 1. und 3. Kameradschaft findet nicht am Dienstag, dem 3. Mai, Borstgstr. 14, sondern ffestsäle Brunnenstr. 184, statt. Internationale Kranenliga für Kricden nad Freiheit. Montag, 12. Mai, A Uhr, spricht Frau Dr. M. E. Lüders. M. d. R., über:„Die internatwual« Zollwell«", im demokratischen Klub, Biktoriastr. 24. Gäste sind milllommen. Bund rellglöier Sozialisten. Montag, 5..Mai, 20 Uhr, in der Kindl, Brauerei, Neukölln, Hermannstr. 214, Vor'rag des Genossen Unwersstätsprofesspr Dr. Ewald. Wien, über:„Religion, Freidenlertum und Sozialismus". Anschließend Ausiorach«. Eintritt frei. Bereiaignng der sozialistischen Stodentenschatt. Beranftakwnaen vom 4. bi« U. Mai. S. Mai, 1914 Uhr, im Bund, Sektion Landwirtschaft. 7. Mai, 20 Uhr, Im Bund, Mitgliederversammlung der Sektion Kandclshoässchijle. 8. Mai, 20 Uhr, Bcranstal'unq der medizinischen Gruppe. Thema: Reform des Medlzinswdiums. Stellungnahme zum Fragebogen des Rtichsinnen» Ministeriums. Referent: Eoldstein. Tri vi He SCr&iutertee tan<9 gesiwicleT Nu1 ein« KrinierVnr, wie sie echon seit JahrtaTuenden von der lebende» klenscddelt nr he wendet wird, Ist das einzig Bleibende im lor-v ährenden Wechsel medizinischer Systeme gewesen. Die giftfreien Heilkräuter führen dem Organismus diejenigen Substanzen zu. die unbedingt zur Ausscheidung kranker $ nfte no'wendig sind— Aus diesem Grunde sollte jedermann, der das Blut seines Körpers den Hauptsahstrom— gesund erhalten will, in seinem eigenen Interesse in jedem Jahre im Frühjahr eine Blut» elnIgDnstsitnrvorneninen und sieh zu diesem Zwecke des beiühmicn Kwielchcn Urlversa'.-Tecs bedienen. dessen segensreiche Wirkung er alsbald am eigenen Körper verspüren wird.— In fast allen Apotheken seit>0 Jahren käust eh i M i.'O.(Kur- paekurg 10 Kartons M 13,—) E n Büchlein ü er Krankheitsbilder und Outachten gratis durch H. Kwlets Pflasterfabriken. 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Anschließend Mlgnon- Lieder. 15.30: Technik und Knast. 16: Uriterhaltungsniusik. 17.23: Programm der Aktuellen Abteilung. 18.20: Emst Trmklcr erzählt sein Leben. 18.50: Schlager und Chansons. 19.30: Tagesglossen. 20:„Funkhaus iu Berlin", ein beweglicher Sonntagabend. Danach Tanzmusik. Montag, 6, Mai: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkouzerl. 12.30: Wettermel Jungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Hedwig Heyl zum 80. Geburtstage. 15.40: Von Stnesc zur kultureilen Wanderbühne,- 16.05: Der Sternhimmel im Mai und Juni. 16.30: Konzert 17.30: Jugendstunde. 18: Der Angestellte einst und jetzt 18.25: Zum 70. Geburtstage E. N. v. Reznlceks. 18.40 1 Reiseeindrücke aus Australien, Tasmanien und Neuseeland. 19.05: Unterhal- tangsmusik. 19.55: Vom Arbeitsmarkt. 20.15:„Berliner Typen." 20.45: Zum 70. Geburtstage des Komponisten:„Satuaia", Oper von Emil Nikolaus von Reznicek. Danach Tanzmusik. Dienstag, 6. Mai: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert 9: Schulhmk. 12-30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Die Frau am Schreibtisch. 15.40: Kleine Fälle In Moabit. 16�5: Sport Im Ausland. 16.30; Unterhaltungsmusik. 17.30: Jugendstunde, 17.55: Klavier-Improvisationen über gegebene Themen 13.10: Stande mit Büchern. 18.40: Von der Deutschen Welle. Französisch(flr Anlänger. 19.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 19.25; Vom Arbeitsmarkt. 19.30: Tanzabend. 21.20: Konzert. Mittwoch. 7. Mai: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert 12.30: Wettermeldungen ior den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Da» ungefährliche Alter. 15 40: Unbekanntes Filmland. 16.05: Technische Wochenplauderei. 16J0; Zum Andenken an Karl Bleyle. Lieder. 16-50: Volkstümliche Unterhaltung. 17.20: Programm der Aktuellen Abteilung. 17.40; Jugendstunde. IS: Was verlangt das Publikum vom jungen Dramatiker? 18.33: Recbtslragen des Tages. 19: Unterhaltungsmusik. 19.55: Vom Arbcitsraarkl. 20: Das Interview der Woche. 20-Z0: „John D. erobert die Welt", Hörspiel von Wolf. 22.30: Kartenspiele. Danach Tanzmusikl Donnerstag, 8. Mai: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert»i Schulfunk. 12-30; Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Zum deutschen Mutterlag.. 15.40: Arzt und Leibesübungen. 16.05: Kampf gegen Gartenschädlinge. 16.30; Bläser-Kammermusik. 17.30: Jugendstunde. 17.55: Gustave Flan- bert zum 50. Todestage. 18.20: Zeitberichte. 19: Programm der nächsten Woche. 19.25: Schlager. 19.55: Vom Arbeitsmarkt 20: Wovon man spricht 20.30: Dem Andenken Peter Tschaikowskys: Konzert. Danach Tanzmusik. Freitag, 9. Mai: 6.30: Funkgyranastik. Anschließend Frühkonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 144: Schallplattenkonzert. 15.20: Wochenende der Fabrikarbeiterin. 15.40: Unfreiwillige Komik. 16; Jugendbühne. 17: Violinvorträge. 17.20: Organe der ölfentlichen Meinung in der Demokratie. 17.40: Die norddeutsche Tiefebene— ein Erdölgebiet? IS: Zeitgenössische Lieder. 18.25: Das neue Buch. 18.35: Programm der Aktuellen Abteilung. 18.55: Unterhaltungsmusik. 20,:„Qroßstadtlyrik." 20.30: Populäres Orchesterkonzert. 22.30: Kartenspielt. Anschließend Internationales Marschprogratnm. s Berliner Rundfunks. Sonnabend. 10. Mai; 6.30; Funkgymnastik. Anschließend Frühkcmzert. 10.15; Ans München- Festakt zum 700. Todestag Wajthers von der Vogel u-eide in Würzburg. 14; Schallplattenkonzert. 15.20; Jugendstunde, 15.45; Bei deutschen Pflanzern in Kamerun. 16.05: Medizinisch-hygienische Plauderet 16.30: Unterhaltungsmusik. 18.23: Länderkanv.jf England— Deutschland. 19.05:„Punks kommt aus Amerika'4 von Ludwig von Wohl. 19.30: Chikago— die Atmosphäre einer Stadt 19.55: Vom Arbeitsmarkt. 20: Die Erzählung der Woche. 20.30; Lustiger Abend. Danach Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag. 4. Mai: Ab 6.30 Uebertragung aus Berlin. 18.30; Das Gesicht des Gartens im Mai. 19: Von führenden Geistern in der modernen Literatur. 19.30: Reden berühmter Männer. 20; Deutschlandsender: Aus Hamburg:„Die Rose von Starabul'4, Operette von Leo Fall, Anschließend Uebertragung aus Berlin. Montag, 5. Mai; 16: Volksschule und höhere Schule. 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30:„Mai." 17.55: Die Abendvolkshochschule. 15.20: Zweck und Ziele der Internationalen Jagdausstellung in Leipzig. 18.40: Englisch für Anfänger. 19.05; Dichterstunde. 19.30: Landwirtschaftsfunk. 20; Deutschlandsender; Aus München: Unterhaltungskonzert. 21; Aus München: Anekdoten aus dem alten Wien. 21.15; Aus München: Schubert-Stunde. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 6. Mai; 16.30; Aus Leipzig: Nachmittagskonzert, 17.30; Die schöpferische Persönlichkeit in der Technik. 17.55: Ein Kind geht durch die Straßen. 18.20: Viertelstunde für che Gesundheit. 18.40: Französisch für Anfänger. 19.05; Prüfung, Nutzen und Mißbrauch der Heilmittel. 19.30: Internationalismus als begriffliches Problem, 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 20: Deutsch» landsenderr Aus Leipzig: Konzert 20.30: Aus Leipzig: Abendmusik aus dehi Dom zu Bautzen. 21.20: Aus Leipzig:„Magnet Pol44, sechs Szenen von Scbiro- kauer- Anschließend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 7. Mal: 16: Englisch(kulturkundlich-literarlschje Stunde). 16,30; Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Das Chanson in alter und neuer Zeit. 17.55; Aufgaben und Stand der Landarbeitsforschung und-Lehre. 18.20: Unterhaltende Stunde. 18.35: Uebertragung aus Berlin. 19.05: Deutschland im Völkerbund. 19.30; Beamtenfunk. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 20: Deutsch: landsender: Direkte oder indirekte Steuern. 29.40: Aus Köln: Abendmusik. 21; Aus Köln:„Noch einmal Lausbübereien.'4 Anschließend Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 8. Mai: 16: Schulfunkerfahrungen vor dem Mikrophon und in der Klasse. 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30; Dichterstunde. 17.55; Neue deutsche Eindrücke aus China. 18.20: Unterhaltende Stunde. 18.40: Spanisch für Fortgeschrittene. 19.05; Landwirtschaftsfunk, 19.30; Deutschlandsende�: Aus de? Krolloper. Am Platz der Republik:„Der Freischütz44, Oper von Weber. Anschließend Uebertragung aus- Berlin. Freitag, 9. Mai: 16: Bericht über die Tasunt der internstionalea Lehrerverbände In Praj. 16.30: Aus Leipziz: Nachmittagskonzert. 17.30: Die Bedeutung des Rundfunks für das Ansfaltsw�SH. 17-88: T?axta der BauftciBTterBM. tSJßr Untarha?- tende Stunde, 18.40: Englisch für Fortgeschrittene. 19.08: Wahre und falsch» Sachlichkeit 19.30: Wissenschaftlicher Vortrag für Zahninzte. 19-85: Wetterbericht für die Landwirtscnaft 20: Deutschlandsender: Aus Breslau: Wie kan« Ich Rundfunkvorträge für mich nutzbar machen? 20.30: Ans Stuttgart: Gedenkfeier am 125. Todestage Friedrich Schillers. Anschließend Uebertragung ans Berlin. Sonnabend, 10. Mai: 16: Schüleraustausch. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17-30: Genie und Zähigkeit. 17.85: Der Jugendliche in der Arbeiterfamilie. 18.20: Unterhaltende Stunde. 18.40: Französisch für Fortgeschrittene. 19.08: Der Franzose im. Spiegel der französischen Dichtung und Sprache. 19,85: Vvettei- bericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschlandsender: Aus Breslau: Was beeinträchtigt den Rundfankempfang? 70.30: Aus Breslau:„Bilanz", die Revue des Monats von Ophflls. 21.20: Aus Breslau; Da Capo. Die Schlager des Abends. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Tue beotfde TeppidHous mit Sefcnw. feil 48 Jahren nur fczamcnflz. ISS, Nähe Sioiisplati, ist belannr buttb seine Riesenläger in Teppichen. Krücken. Lausezstofsen. Eazb'ntn, Stores. Bettbecken, Tisch,. Dipan- und Supphcckttt usw., b'e stets das Neueste der Saisnn zu anerkannt billigen Preisen bringen. Strengste Neellität und gröstte«nlan* perschafsten dem Sause-seinen Welt- ruf. Auf Wunsch Zahlungserlkichterung ahne iegliHsn Pneisaufschlag. 8u> feitbung des neuen Spezialka'alnges erfolgt kostenlos. Arbeitserleichternng. Man sieht endlich ein, bejj hie Kaushaliarbeitan enorm niel rfdt und die ganze Kraft der ffrau in Anspruch nehmen.� Technik und Chemie sind daraus bedacht, der Saussrau die Brbe't nach MLgsid-keit zu erleichtern. Maschinen aller Art, Apparate, zweckmösiig gebau'e Woh» nungen usw. sind erdacht und der Trau zur Berfsigung gestellt worden, damit auch sie nickt„Nur-kausfrau" zu sein braucht, damit auch sie andere Interessen pflegen und sich einmal am Tage eine kleine Pause gimnen kann.— Auch auf dem Gebiete der Wäschrreimgunq hat man eine glänzende Lösung gefunden. Heule hat es die Hausfrau nickt mehr nötig, mit Waschbreit und Bllrsie ihre Kräfte zu pergeuden, sie wäsckt nack der anerkannten Perlii. Methode, wodurch sie nicht nur Kraft, sondern auch Zeit und Geld spare. aber.drein ihre Wäsche schont und sie immer in tadellosem, blendendwe.Zem Zustande erhält. Teapick-Pnrsck. Ihrem Kauserkrei» beratend dienlich zu sein, ist de? tbrundsaft der ssirmg Tenpick-Pnrsck. Mit grossem Berständnis für das Publikum wird das Cescknft in der Spardauer Str. 83 geführt. Sine große Aus- mahl ron Qualitätswaren wird dort getoten. Tie Epez'al-Gartnneu-� uüh DeknraLonsabteiluna bedeutet eine Sehenswürdigkeit. Neu« Modelle und Muster erfreuen, den Beschauer. Der große Kundenkreis bezeugt die Beliebtheit der ssirma. Winterftsiem« weichen dem Wonnemond— da ist es gut. auch alle Winter, kleidung nunmehr In Schrank und Truhe zu tun und an leichte Kleidung zu denken. Cs ist nun besser, gleich zu Beginn der Saison, wenn die Sesckötte mit allen Sommerartikeln sortiert und zum Cmp'ang der Kundfchaft wabl gerüstet sind, seine Einkäufe zu tätigen. Di« Wahl ist dann leicht und der Kauf geht dann schnell pon statten. Die ssirma Wertheim br-ngt in dirser Woche einen großen Sommerperkauf, ein Angebot von Stoffen, Kleidern. Mänteln. Sitten. Strumpfwaren usw., kurz alles, was die Dame für ihre Snmmerkseidung braucht. Das Nenommee der sslrma birat dafür, daß man feine Kleidung bei ihr nicht nur- gut, sondern auch billig kauft. Alle, neu wackt der Mai— und hinaus in» sstete heißt die Losung! Rur zu leicht vergißt man. daß der Ausflug, daß Spiel und Sport erst dann zur wahren Erholung werden/ wenn mau im guten Bett die müden GTedtr wohltuend ausruhen kann. Daher Federbetten reinigen und aufarbeiten lass-n! Matratzen Und Daunendecken erneuern! Die Bettfedernsabrik Gustav Luftig nimmt Bestellungen zur Peinigung und Aufarbeitung und zur Ergänzung von Inletten in ihren 8 GeschBten Berlin S. 74. Prinzen. Ecke Sebastanstrnsse, Char'ottenburg 1, Wilmersdorfer Str. 158(an der DismarckstraßeJ, und Ber» litt£3. 112, ssrankfurler Alle? 304, telephonlsch unter F 7 Iannowiß Kell. C 4 Wilhelm 759# und E 3 Äönigstadl 9194, an. In allen 8 Geschäf.en die gleichgroße Auswahl. ÄSr Siedlee. Jeden Sonntag, 13 Uhr. Autofreifahrt POM Schlesischen Bahn. Hof nach Fredersdorf. Sieh« heutiges Inserat. Oeffeniliche Aufforderung zur Abgabe einer Steuererklärung für die Gewerbe- fteuer nach dem Gewerbeertrog für 4930. Eint Steuererklärung ist abzugeben:-■. 1. für alle gePJerbefteuerpfllchttgen Unternehmen, deren semerheeptpag im Kalenderjahr 1929 den Betrag von 6990 M. überftitgen hat! 2. ohne. Zütcksicht auf die Sähe des Gtwerbegrtrages für all» gemerb«. -sieueupflichiig-n Unternehmen, bei denen den Gewinn aiit. SrmsidlaN 'de,-Abschlusses ber-Tücker zu-ermitteln ist:- z. für alle gewerbesteuenpflichtigen Unternehmen, für die nomBorsitzenben■ des Sewerbcsteuerausschusset eine Steuererklärung bnondet« verlangt wirb.. Steirererklärung ist von bem Znkzaber bes Betritbes abzugeben. •r-nv-vve. � � vr v Dill. Die hiernach zur Abgabe der Steuererklärung BerpfNdfteten werben auf. gefordert, die Steuererklärung unter Benutzung des für ste porgeschriebei.en SOCbCUCfä .Muster Sem. 1(für Einzelgewerbttreibende, freie Berufe, offene Sandels, gesellsckapen,- Kommanditgesellschaften und Gesellschaften, bei denen' der Gesellschafter als Unternehmer iMitunternehmer) des Gewerbebetriebes anzusehen ist. z. B. für Reedereien und Gesellschaften des bürger- lichen Rechts):. Muster Gew. 2 ifür juristische Personen): Muster Gew. 4 sals Einlage zu Muster Gew. l oder 2 für Unternehmen mit Betriebsstätten' in perschitbinen Gemeinden)� in der Reit vom 12. bis 31. Mai 1939 bei dem Borsitzenden des Gewerbe- fteucranstchusses, in dessen Bezirk sich die Leitung des Unternehmens befindet, einzureichen. Liegt der Ort der Leitung außerhalb Preußens, so ist der Wohn- sitz des bestellten Vertreters, hilfsweile die preußisch« Betriebsstätte, maßgebend, iti der die höchste Lohnsumme gezahlt ist. Bordrucke für die- Steuererklärung können vom 11. Mai 1930 ab von dem zuständigen Vorsitzenden des Gewe�bcaussckusses bezogen werben, soweit sie den Steuerpflichtigen bis dahin nicht zugesandt worden sind. Auch werden Vor. drucke ro'm u. Mni 1939 ab non den städtischen Bezirkssteuerämtern und den städiischen Bezirkssteuerkassen während der Dienststuuben abgegeben. Die Steuer» erklärung ist schriftlich— zweckmäßig eingeschrieben— einzureichen oder münd. lich dem'Borsitzenden des zuständigen Gewerbesteuerausschusses gegenüber ab» zugeben..- Die Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung ist com Empfang eines Vor- drucks zur Steuererklärung nicht abhängig. lll. Wer die ftzwst Sur Abgabe der ihm obliegenden Steuererklärung versäumt. kann mit Geldstrafen zur Abgabe der Steuererklärung angehalten werden! auch kann ihm ein Ruschlag bis zu 19 Proz. des festgesetzten Steuergrund- bctrages auferlegt werden. IV. Die Linterzithung oder der Versuch einer Sinterziehung der Gewerbesteuer nach dem Ertrage wirb bestraft. Auch ein fahrlässige« Bergehen gegen die Steuergesetze sSteuergefährdung) wird bestraft. Berlin, den 22. Ap-il 1330. Sie Vorsitzenden der Verllner GewerbesieveranSschüsse. »f. Ii. tal!S praklniert wieder in Bad Kßdowa. DIESES FAHRRAD I Nur•T m BlnnieRsoenüeD l-de: Art liefert preiswerl Paul Golletx norm. Roben Meyer Martanncnstraßc 3 Ecke Nannynstrnße Amt Motltzpl 19393 iK] WDC1ENRRTE.- yvuwicnrvni i_ CJAHRE UGRRRNTiE FUERNERKie MOBIL Windhorst 1@2 Brunnenstr. 1 62 20& Zifnrfrer ständig am Lager■ Speexesimmer■. von 4S0. 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ÄrSeißsssBiDsd'aft liedBitafel Eenn-ffes!- SitMerp Mäniiertfor Fremilstiiaft(M.d-O.JLS.) Am Donnerstag, dem 1. Mal, Isf unser hochverehrter Chormeister. Herr Fritz Stempel im öö Lebensjahre sanft verschieden. Wir verlieret in dem Entsch'afenen einen vorbildlich«»- Ghaiakwr, einen-treuen Freund . und StTi er»,..„....... - L Mamm«dtUfh der SSager 1- ■ Die Einäscherung erfolgt am Mittwoch, demc 7. Mal, nachmittags 5' Uhr. im Krematcrium'- Wilmersdorf, Berliner Straße -»' t y Allen Freunden, Kollegen und Genossen, die meiner lieben Mutter. Frau Anna MeiiM ■ die letzte Ehra erwiesen, und mir in go reichem Maße ihre Teilnahme bezeugten, danke ich aufs herzlichste. Frilr Poschmann. Nach kurzem schwerem Leiden entschlief am! 2. Mai unsere liebe Mutier, Groß- und Schwiegermutter j ww. Ida Dörre, geb. Mauer im Alter von 72 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen Hermann Dürre und Free Hedwig Dörre Albert Dörre oed Frau Ell! Dörre, als Enkelin. Cbarlorfenburg, Danckelmannstr. 18. Die Trauerfeier findet am Mittwoch, d. 7 Mal. 13 Uhr, 1 im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Str. 101, statt 1 Am 2. Mai verstarb. nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Louis Martini Im 58 Lebensjahr. In tiefer Trauer Bln.-Waidmannslust, Ahornsir. 19. Hulda Martini und Kinder Die Einäscherung findet am Mittwoch, dem 7. Mai 1930 nachm. S'/j Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statu mit natürlichen Heilquellen im Zoo(Waldschänke)/ im UefienSeepark(nahe Kaiserdamm am Königsweg) Täglich wiedervon 7-10 Uhr morgens NMM»tUltl»UIllNUMU«UttUlNNINlIUIM«NIIlUlsIUUUNaUttUUllUiIINttttIMttilUilUU>lNlUIM«l»>aUllMMMM0MlU»»MlNMU>Ul0MUMllttMM1MMMUMW»WIMIUUM»llÜll>WUU»N»UllUu!!�MMlUUllMllUUtvUUUN Auskunft durch dte Brunnenvertriebs-AG.(Hauptniederlage für sömtliche natürlichen in- und ausländischen Heilquellen) Berlin SW., YorckstraBe 59, Telephon: Bergmann 3536-38, 6177. BERLIN HAMBURG ALTONA KÖLN HANNOVER DÜSSELDORF DORTMUND ESSEN DUISBURG MASDEBURö FRANKFURT"/m tfaZur�ax� 19S0 Cxewid.x»e± allen freunden unseres SCairses und. denen, die es-werden-wollen. Copyright by Kurt Lisser Reklame 1930_ Nachdruck von Wort und Bild verboten! WiaaaKxs&eif Iß Es allen Menschen recht zu machen, ist eines der schwersten Dinge im Leben— das wissen alle, die es je versucht haben. Auch bei bestem Bemühen ge- (ingt es nicht Immer, allen gerecht ru werden— davon zeugt auch der hier zum Abdruck gelangende Brief. Nach einigen freundlichen Worten über unsere C&A- Seite heißt es darin wörtlich: m,. nur ebu vermisse idi, and des isf eine.�drarere" Unieriassung Ihrer- teiist Wo bleiben Ihre Anregungen für die„voW'sdilonken Damen? Audi Sie wissen je, daß besonders die„mitiel- alierlidien" Damen ihre früher einmal so beliebte, und(troiz aller liebenswürdigen gegenteiligen Behauptungen) s. Zt. immer noch so hochmoderne Schlankheit mit der Zeit leider opfern mußten. Aber auch sie möchten gern möglichst schlank wirken. Und da fehlt es eben! Zwar bringen Sie in den Größen 49—50 entzückende und euch schlankmachende Modelle, aber leider auf Figuren 42—44. Infolgedessen getrauen sich sehr viele Damen nicht von Ihren Angeboten Gebrauch zu machen, da sie von der Kleldsamkeit gerade für sie nicht überzeugt sind. IWe wdre es also, wenn Sie recht bald mal eine C.SlA.-Seiie nur für die �miUelaUerlidien. vollschlanken" Damen erscheinen ließen?«,," Wenn ein Wunsch in einer so netten Weise vorgetragen. wird, dann müssen alle, sonstigen; ge- schäftlichenöedenken schweigen: Hier ist die Seite für„Vollschlanke" Wir möchten dem hinzufügen, daß Kleidung in außergewöhnlichen Größen für Damen ebenso wie für Herren zwar von jeher mit besonderer Liebe bei uns gepflegt wurde, und daß man in solcher Kleidung bei uns stets eine sehr große Auswahl in sehr großer Mannigfaltigkeit vorfindet Nur ist die Nachfrage nach solchen außergewöhnlichen Größen im Verhältnis zu unseren gewaltigen Umsätzen doch so minimal, daß wir ihnen nur einen ganz winzigen Teil unserer Propaganda widmen können. Wir hoffen, Sic sind mit uns zufrieden, sehr verehrte Frau K... n, und ebenso alle die anderen Damen und Herren, die Frau K...n„Leidensgefährten" nennt Und wir hoffen, daß alle, die bisher„gelitten" haben, zu uns kommen. Sie werden sichdannschneildavon Oberzeugen, daß ihre„Leidenszeit" endgültig vorbei ist. fCftEIDUfiO MADAME Madame»5t' gern schön— Madame»5r* gen» schick— Madame könnt' verzweifeln— Den» Madame ist— so—(parbon) vollschlank. N ad an»« Ist es satt, stets znm Schneider zn lanfen— Madame möcht' gern„fertigt und„billigt kaufen. Alle Anzeigen las Madame gleich in der Früh, Aber Madame dachte immer, das wSr' nicht» für sie! Was hat Madame nicht alles probiert: Madame ward' schon morgens um 8 Uhr «asstert— Madame Hot nach strenger Diät diniert— Madame hat gymnastisch sich abstrapaziert. Kurz: Madame hat beinah' ihre Gesundheit ruiniert! Gestern nun hat Madame mir ihr Leid geklagt, Und da habe ich lächelnd zu ihr gesagt: „Oh, Madam«, Sie haben so viele Opfer gebracht, Aber an da« einfachste, da haben Sie nicht gedacht. Denn auch hier, wie stets, liegt das Gute so nah, Gehen Sie doch einfach zu C.&: A. Sehr beliebt ist der praktische Mantel an« bestem Herrenstoss. Er ist elegaat verarbeitet und natürlich ganz ge- füttert, und Sie bekam- wen ihn besonder» preiswert me M für«nr 24." Oder bevorzugen Ei« de» Fraueumaatel au» gutem Rips w prima Terarbeitung, ganz auf gutem Futter? Sie de- komme» ihn auch»och in de» größte» Weite». und er kostet »ur 33.- Kennen Sie Jen? Dick.„Also weißt Du, was ich jetzt alles tue. um meinen Bauch los zu werden, ist fabelhaft. Ich führe jetzt überhaupt ein ganz anderes Leben: ich turne— laufe. bis ich nicht mehr kann— esse nur ganz wenig und trinke überhaupt nichts mehr." Dünn:„Donnerwetter! Das ist ja furchtbar. Seit ivann machst Du denn das?" Dick:„llbermorgen wcrden's drei Tage." Didke Freunde möchten wir mit all' denen werden, denen wir diese Seite gewidmet haben. Und wir haben „das Zeug" dazu, uns beliebt zu machen. Denn wenn Sie hören, daß Herren-Konfektton in mehr als 40 verschiedenen Größen hergestellt wird, so ist das wohl der beste Beweis dafür. daß kein Herr mehr gezwungen ist, flch Kleidung nach Maß anfertigen zu lassen. In jedem Falle liegt es auch kn Ihrem Interesse, einmal zu uns zu kommen. Sie können sich dann persönlich ganz eingehend davon überzeugen, in wie„umfangreicher Auswahl wir ungewöhnliche Größen führe»». Eine Aus- wähl von Kleidung jeder Art und jeder Preislage, die auch jedem Geschmack Rechnung trägt. Und wenn Sie einmal bei uns einen der leichten Kammgarn» Anzüge anprobieren, die ge- rade für die wärme- ren Tage so bequem sind, dann werden Sie erstaunt sei»». eine wie tadellose Figur Sie darin habe»». Der, de» wir hier zeige», ist, wie gesagt. aa»„garantiert r«I- nem Kammgarn"»ab natürlich tadellos verarbeitet. Zn sei- ne» gra» melierton.. Farbe» eignet er sich besonder» für de» stärkere» Herr»,»nd et kostet bei» h nn» wir§9mm Sie sehen also, mein» Herren, bei uns kommt auch nicht das„dicke Ende" nach. Auch die „magerste Geldbörse" kann unsere Preise oer- tragen. E» gibt also wirklich keine» Grund, warn» nicht auch S l e Ihre Kleidung bei mr» kaufen könne».— Und danua nochmals: mir hoffen aus eine „dicke Freundschaft!" Früh übt sich-- Die untenstehende Zeichnung wurde NN» von einem IvjShrigen Jungen zugesandt! Komm' mit Deiner Mutter z» nn«, Walter M.., und hole Dir eine» schönen Anzug ab! Hier z.B. haben Sie ein hübsche» sugend- liche» Franenkleib a»o schön gemusterter Wasch- Knnstseide, vorrätig in den Größen 44—54, zu dem unglaublich nie- drige» Preis E'S von S Dos elegante Frauen- Neid au, kunftseidenem Marocam, reich verziert. gibt's auch in vielen Größen. Di« moderne Flügelgarui- tnr ist sehr fesch,»üb bei uns kostet#|A50 e» nur»SV Beim letzten SchönheltS- Wettbewerb in Berlin wurde als Siegerin die Filmschauspielerin Daisy d'Ora gewählt— eine bildschöne Blondine mit langem Haar. Sie sehen also, wie irrig es ist. wenn man annimmt, die Zopf-Frisur nur noch in alten Familien-AIben vorzufinden.— Der Zopf behauptet* nach wie vor seinen Platz, und wie kleidsam er ist, beweist die obige Wahl- Ebenso irrig ist ober die Annohme, daß die Mode die bezopften Häupter vollkommen außer acht läßt. Nein! Sie schafft für sie genau die feschen, schicken Hüte wie für die Bubi-Köpfe. Wenn Ihre eigenen Erfahrungen in dieser Beziehung andere sind, dann kommen Sie auf schleunigstem Wege einmal zu uns. Kein mit- leidiger oder gar verächtlicher Blick wird Ihren Knoten treffen— höchstens ein bewundernder — und blitzschnell ist ein passender Hut für Hi« gefunden. 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Nach dem Programm der Reichsregierung sollen hierfür 200 Millionen Mark durch die Mobilisierung der in den Vorfahren gewährten Siedlungskredite bereitgestellt werden. Daneben werden dringend die SO Millionen Mark, die im Reichsetat für 1930 für den gleichen Zweck vorgesehen sind, und preußische Mittel be- nötigt. Gleichzettig wird es erforderlich sein, die bürokratische Kontrolle des Siedlungswerkes elastischer zu gestalten und von vornherein auf die produktive Ausgestaltung der Siedlung größeren Wert zu legen als bisher. Dies gill insbesondere für eine Verbesserung der Qualität des lebenden Inventars der Neusiedlungen. Die Praxis, zugunsten des SiMungsunternehmens den oftmals hochwertigen Viehbestand zusammengebrochener und vom Siedlungsunternehmen übernommener Großbetriebe zu ver- kaufen und die Siedler für ihre Stellen mit weit schlechterem Vieh beziehen zu lassen, muß aufgegeben werden. Außerdem ist ein Ab- bau der von den Siedlern verlangten Anzahlungen für die Siedlungsgüter erforderlich. Daneben muß, den Wünschen des süd- und westdeutschen Bauerntums entgcgenkdmmend, als neue Form der Siedlung die Pachtsiedlung entwickelt weiden, die mtt erheblich ge- ringerem Kapitalaufwand als die bisherige Siedlung betrieben werden kann. Die von der früheren Reichsregierung vorbereitete Pachtrechtsreform gewinnt in diesem Zusammenhang besondere Be- deutung und Dringlichkeit. Daneben muß eine großzügige Umstellung der Pro- duktionsweife des Ostens durchgeführt werden. Di« ostdeutsche Milchwirtschaft bedarf der Hebung von der Seite des Viehbestandes her, der vielfach mangelhaft zusammen» gesetzt ist und insofern die Wirtschaftlichkeit der Rindviehhaltung be- «inttächtigt; das Mittel hierfür ist die staatliche Förderung de» Milchviehkontrollvereinswesens sowie staatliche Unterstützung aller Bestrebungen zur Rassenverbesserung des Rinder» bestandcs. Die Molkerei organifation bedarf der Konzentratton und der Rationalisierung; Voraussetzung hierfür ist eine Stillcgungs- aktion und«ine Ausbauaktion, die vernünftig dosierter Zuschüsse und verbilligter Ankuvbelungskredite bedürfen. Die ostdeutsche Schweinemast bedarf ähnlicher Förderung: denn Roggen und Kartoffeln werden auf lange Sicht in Ostdeutschland durch den Schweinemagen am besten verwertet werden. . Durch eine großzügige Förderung der ostdeutschen Hühner- Haltung, die mit einer Verbilligung des Futtergetreides— Mais und Gerste können in der Geflügelhaltung nicht entbehrt werden— verbunden werden muß, muß insbesondere für die ostdeutschen Vauernwirlschaften ein«'wichtige zusätzliche Einnahme» quelle geschaffen werden. Der überhöhe Fuitergerstcnzoll und das verunstaltete Maismonopol ebenso wie der unsinnige Zoll auf Roggenkleie müssen im Zuge dieser Aktion beseitigt werden. Schließlich bedarf das landwirtschaftliche Schulwesen eine» Ausbaues, der nicht von den Landwirtschaftskammern bestritten werden kann, fondern staatlicher Unterstützung bedarf. Aröell— nicht Subventionen. Ein solches Ostprogramm, dos nicht ein Füllhorn unfruchtbarer Subventionen über die ostdeutsche Großlandwirtschaft ergießen würde, sondern von vornherein darauf angelegt wäre, in zäher, zielstrebiger Kleinarbeit den deutschen Osten neu aufzubauen, läßt sich nur durchführen, wenn in erster Liliie Preußen daran bedeiliHt ist. Ms Vorbild für eine Zusammen- arbeit zwischen Preußen und Reich kann die sachliche und ersoltz- reiche Arbeit des Staatskommissars in Ostpreußen dienen. Demokratische Preiskontrolle. Oer Verbraucherausschuß in ßnciland. Di« englische Arbeiterregierung hat jetzt den Gesetzentwurf eingebracht, nach dem ein Ausschuß von Verbrauchern große Vollmachten zu einer wirksamen Kontrolle der Preisbildung erhalten fall. Diese Preiskontrolle durch einen Verb raucherrat ist für England nichts Neues; aber der bisher be- stehende Ausschuß war wenig wirksam, da er nur die Möglichkett hatte, Preisuntersuchungen zu machen, Kritik an den Preisen zu üben und Vorschläge zu machen. Der jetzt vorgesehen« Ausschuß von sieben Mitgliedern, darunter mindestens zwei Frauen, soll erheblich größere Vollmachten haben. Sein« Untersuchungen sollen sich auf die Erzeugung, Verteilung und Preis- bildung, vor ollen Dingen von Nahrungsmitteln. Kleidern, Brennstoffen und weiteren Artikeln, die das Parlament zu bestem- men hat. erstrecken."Erzeuger" und Händler können zur Vorlage o'vn Büchern und Unterlagen gezwungen werden; die Geheimhaltung der Grundlagen wird durch die Androhung von Gefängnisstrafen bis zu zwei Monaten gesichert Vor allem soll der Ausschuß die Dollmacht erhalten, Höchstpreise fest zu- setzen. Die Kosten der durchzuführenden Untersuchungen werden auf jahrlich 409000 Mark geschätzt. Sehr interessant Ist die Stellungnahme der englsschen Parteien zu diesem bemerkenswerten Gesetzentwurf. Die Konservative Partei bekämpft ihn scharf, dagegen ist die liberal« Partei durch- aus dafür. Sowohl die liberale„Dolly News"— sie will den Eni- wuvf mit aller Schnelligkeit zürn Gesetz erhoben wissen— als auch der einflußreiche liberale„Manchester Guardian" sind mit dem Ge- setzentwurf zufrieden. Der„Manchester Guardian" bemängelt nur die Festsetzung van Höchstpreisen mit dem Einwand, daß darin die Gefahr der praktischen Festsetzung von Mindestpressen lieg« und er tritt deshalb für eine ständig« Prüfung der Preise durch den Ausschuß ein.„Dolly News" meint, daß schon das bloß« Bor- handenfein eines Ausschusses mit solchen Befugnissen zur Verhinde- rung einer offenen und schamlosen Gewinnsucht genüg«. Für Deutschland ist angesichts dieses englsschen Beispiels freilich zu beachten, daß England sehr viel weniger monopolistische Kartelle als Deutschland hat, und daß in Deutschland die Staats- gewalt sehr wirksam neben einem derartigen Verbraucheraus- schuß tätig sein müßte._ Komödie der Irrungen. Oer Kampf um die Eonderumsatzsteuer. Der Krach um die Abwälzung der Warenhaus- sonder st euer wird immer grotesker. Vci der gegenwärtigen schlechten Wirtschaftslage sind die Wareichäuser als Einkäufer gegen- über der sie beliefernden Industrie natürlich besonders stark, und sie hatten es für ein« Selbstoerftändlichkett, daß sie das halbe Prozent Sondersteuer und dazu noch das zehntel Prozent allgemeiner Erhöhung der Umsatzsteuer einfach aus jene Industriellen abwälzen, bei denen sie kaufen. Ms das ruchbar wurde, hat sofort die Textilindustrie Helm Reichsverbond der Deutschen Industrie ihren Protest an- gemeldet. Daraufhin hat der Verband der Waren- und Kaufhäuser ein« offiziell« Erklärung seines Vorstandes in die Welt geschickt mtt der Aufforderung an seine Mitglieder, in Zukunft von der Industrie überhaupt nur dann zu kaufen, wenn bei den Lieferverträgen di« Vergütung der Sondersteuer von den In- dustriellen ausdrücklich anerkannt wird; andernfalls sind die Auf- träge ohne weiteres zu annullieren. � Der Waren- häuserverband hat das damit begründet, daß ssin« Geschäfte zurückgehen müssen, wenn man die ohnehin geschwächte Kaufkraft des Inlandes, besonders der arbeitenden Massen, durch Proisaufschläge wegen der Sondersteuer noch weiter verringert. Den Tertilindustriellen sind jetzt di« S p i tz« n v e r b ä n d e der Steingut-, Glas-, Porzellangeschirr-. Kunstpor-ellan-, Eisen- und Stahlwaren.. Metallworen-, Blechwaren-. Emaillewaren, und Spiel- roarenindustvien mit ihren Protesten und ihrem Sturmlauf beim Reichsverband der Deutschen Industrie gefolgt, und der Reichs- verband der Deutschen Industrie hat auch nicht anders gekonnt, als offiziell in der veffentkichkeit und bei der Reichs- regierung zu intervenieren. In der Kundgebung des Präsidiums des Reichsverbandes der Deutschen Industrie heißt es sogar, daß die War«,- und Kaufhäuser den Boykott solcher Firmen angedroht hohen, d« den Sonderrabatt für die erhöhte Umsatzsteuer" nicht übernehmen wollen. Der Reichsverband rät jetzt allen cmaeschiossenen Verbänden, stch den Versuchen der Rückwälzung mit all« gebotenen Mitteln zu widersetzen. Merkwürdig sst freilich die Bemerkung des Reichs Verbandes der Deutschen Industrie, daß der„Reichsverband als solcher" die Er- Hebung einer Sondersteuer stets scharf bekämpft habe. Was Demo- kraten und Volkspartei im Reichstag beschlossen haben, war also offener Aufruhr gegen die Industrie. Nachdem nun der Reichsoerband geschossen hat, durfte Herr Moldenhauer nicht länger untätig bleiben. Er hat im Reichstag eine Nachprüfung der gegen die Großbetriebe des Einzelhandels erhobenen Vorwürfe angekündigt und mtt gesetzlichen Maßnahmen gedroht, falls stch dies« Vorwürfe bewahrheiten. Dies« von der Mittelstands parte! ms Werk gesetzte Komödie der wirtschaftspolitischen Irrungen hat so zu einem frisch-fröhlichen Kampf im Lager der Kapttalisten geführt, auf dessen Ausgang man gespannt sein darf. Iniernaiionales KaJkstickstoMndikai. Jy Berlin ist in den letzten �gtn, und zwar überraschend schnell, ein iitternattonals» Kalkstichit- Syndikat zustande gfk mmen, an dem die Industrien Deutschlands, Frankreichs, Italieits. Bslgiens, Jugoslawiens, der Tschechoslowakei, Norwegens, Schwedens, der Schweiz und Polens imt einer Jahresproduktion von 250 000 Tonnen Reinstickstoff beteiligt sind, was etwa 92 Pro z. der gesamten Weltproduktion entspricht. Das Kartell, das sich natürlich in allererster Linie ein•mhes Preisniveau sichern will, wird an- gesichts der hohen Beteiligung ziemlich wirkungsvoll arbeiten können. Bemerkenswert sst, daß die hauptsächlichen Produzenten in Deutsch. land die drei Kalk st ick st offwerk« des deutschen Reiches sind, wozu noch die Aktiengesellschaft für Sttckstoffdünger in Knapsack(I. G. Farben) und die Lonzq-Gruppe(tchlweüe schweizerisch) tritt. Kalkstickstoff(elektrisches Verfahren) steht in Konkurrenz mtt dem künstlichen L u f t st i ck st o f f und dem natürlichen E h i l«- s a l p e t« r. Di« Ursach« der Kartellbildung ist die zunehmende Ueberproduktton m der Welt. Das neue Kohiensyndikai. Nachdem der Reichswirsschaftsm, nister zwangsweise das Rhek» nssch-Westfälische Kohlensyndikat bis Ende Mai dieses Jahres ver» löngert hat, hat eine Zechenbesitzerversammlung dar» über beraten, was ab 1. Juni d. I. geschehen soll. Es wurde ein neuer Vertrag zur Unterschrift vorgelegt, der gegenüber dein bisherigen die Asnderung enthält, daß das Syndikat am 31. März 1931 sein Ende haben soll, wenn nicht bis zum 31. Dezember mit den Stimmen sämtlicher Mitglieder(gegen bisher nur neun Zehntel) der neue Vertrag unterzeichnet sein wird. Mit den bisher außenstehenden Zechen des Rheinisch-Wcstfälisck'en Elektrizitätswerks, der Stinnee-Gruppe sowie der Bergbau AG. Lothringen ist in- zwischen eine Einigung erzielt worden.'Wenn die Stumm-Gruppe ihre Unterschrift gibt, deren Aufsichtsrat am 6. Mai tagt, würden über 90 Prvz. der Mitglieder(gegen bisher 82 Proz.) freiwillig zu- sammengeschlosien sein._ Schweizer Prokeste gegen amerikanische Zollerhöhung. In der Stadt Biel, dem Zentrum der schweizerischen Uhren- industri«, fanden D'.enstag zum Protest gegen di« Herauf» lchraubung der amerikanischen Einfuhrzölle groß« De man» st r a t i o n e n statt, an denen über 13 000 Personen teilnahmen. Es wurden Vergeltungsmaßnahmen geg-n die amerika. nische Einsuhr von der Regierung gefordert. Zugleich- wird in schweizerischen Industriekreisen die Absicht vertreten, zum Protest gegen die amerikanischen Prohibitcvzölle amerikanisches Benzin zu boykottieren. Dies sei für d« Schweizer Verbraucher um so leichter, alz ihr Bedarf von der Anglo-Persischen Oelgcsellschaft allein vollständig gedeckt werden könne. Te'lzahlungsverluste In Amerika. Die Rew-Yorker Handels- kamwer hat interessante Daten über die Bedeutung des Kredtt- absatzes im amerikanischen Einzelhandel gesammelt. Di« von der Kammer durchgeführte Untersuchung erstreckt sich auf rund 24 000 Handelsfirmen mit einem Gesamtabsatz von jährlich S Milliar» den Dollar. Von dem Gejamtabjatz der berichtenden Geschäfte ent- sollen S8,6 Proz. auf Verkäufe gegen Kasse. An dem K redlt- a b I a tz, der somit 41,4 Proz. des Gesamtabsatzes ausmacht, ist der eigentliche Teilzahlungsabsatz jedoch mit nur 22,2 Proz. beteiUgt, während 77V Proz. offene Kredite an die Kunden darstellen. ni um Bei verdorbenem ZNaoen. Darmpanmgen, üblem Mundge» schmeck. Siirnkopf schmerz, Fieber, StuhlverhÄtunch, oder Durchfall oirkt schon ein Glas natürliches„3'tan�3cjc|-V fter» wasser sicher, schnell und criTflenehm. Namdafte Mag-enArzte bezeus aen, daß sicb ttv Gebrauch des /sram-Ioses-Wasfers für den durch Cllsn und'Trinken überladenen Verdauunflswefl als �ne wahre Wohltat erweist. Es ist in Apotheken und Drogerlen erhaWch. Heerschau der Angestellten. Oer ZdA. berichiei seinen Mitgliedern. In der frekgewerkschastllchen Organisation der Handlungsgehilfen und BarocngesicDen im Zentraloerband der Angestell- ten find heute rund 210 CM Zlnzesiellle zusammengefaßt. Ein Rück- blick auf die Entwicklung des ZdA. lehrt uns, daß diese Mitglieder- zshl. gemessen an den Aorrriegsverhält nissen und der zahleimräßigen Stärke der einzelnen L o r l ä u f« r des heutigen Hinheitsverbandes, einen ungeheuren Forts chritt darstellt. Hunderttausende van Angehörigen einer Berufsschicht, die von Bor- urteilen gegen den Gewerksck>aftsgedankcn durchsetzt ist und die, wie keine andere, den Einfluß des Nationalismus aufweist, ge- hören heut« durch das unermüdliche Wirken der Gesamtorganisation und die emsige Kleinarbeit der Mitarbeiter des Verbandes zu der großen Bewegung der Hand- und Kopfarbeiter. Als ständig wach- sende Macht formt und bildet sie den Willen der Millionen. der gegen die Ordnung der Erwerbslosigkeit, Bedrückung und so. zials Ungerechtigkeit gerichtet ist. Welchen Fortschritt nun die gc- rvcrkschaftliche Organisation für die Angestellten darstellt, das be- weisen die Zahlen im Geschäftsbericht 1329(herausgegeben vom Zentraloerband der A»»gestellten, Berlin TO. 3li; Preis 2 M. für Mitglieder). Um das aktuellste Thema herauszustellen, wirt» im Bericht besonders eingehend die Arbeitsmarktlage derSlnge stell- t e n behandelt, löl 220 toufmännische Angeslellle und 27 006 Büro- angeskellle suchten im Dezember 1923 Arbeit. Diese Zahlen be- richten über ein Massenelend, das vsrsclzärst wird durch die Tatsache von nur 46,0i Prozent unterstützten kaufmännischen und 58,65 Prozent Büroangestellten. Bon den kaufmännischen An- gestellten sind rund 98 000 der Mildtätigkeit der Oeffentlichkeit über- lassen. Berücksichtigt werden müssen dabei noch die außerordentlich bedenklichen G e ha l t s v e r h ä l t n! s s e, die In unzähligen Fällen weit unter dem Lohnniveau schiecht bezahlter Zlrbellergrup- pen liegen. Daß diese Voraussetzungen dem Wirken der Gewerkschaft be- sonders förderlich sind, wir» niemand behaupten wollen. Sie sind auch ein« Erklärung dafür, daß bisher noch nicht einnial 10 Prozent sämtlicher vorhandenen fwfmätrnischen und Büroangestellten dem srcigewerksäzaftlichen ZdA. angehören. Da nimmt es nicht wunder, wem im Bericht von den Bemühungen des Verbandes gesprochen wird, gerade di« freigewerkschastlich orientierten Arbeiter- eitern besonders auf die Ziele des ZdA. hinzuweisen. In den Berufsgruppen der Zlngestelllen spielt die Derussarbeit her Frau ein« besondere Rolle. Eine eingehende Betrachtung des Berichtes ist der erwerbetätigen Frau gewidmet. An unzähligen Beispielen wird Li« besoiidere Lage der Frauen und Mädchen ge- schildert, di« gerade in Angestelltenbel'ufsn von den Arbeitgebern als minder zu bewertende Kraft geschätzt werden, obwohl die Ent- iblckliing des letzten Jahrzehntes sehr deutlich gezeigt hat, wie viel- fach die männlichen Arbeitskräfte durch weibliche ersetzt werden können, da Geschicklichkeit. Wendigkeit und Befähigung diesen zu manchen Arbeiten größere Befähigung geben. Diese Voraussetzungen mußte der ZdA. in seinen umfangreichen Gehalts- und Tarifbewegungen besonders berücksichtigen. Daß diese Arbeit namentlich in den Iahren nach dem Kriege von unzweifel- haften Erfolgen begleitet ist, ist am besten aus der Gesamtzahl der Tarifverträge.zu erkennen, die seit dem Jahre 1919 abgeschlossen worden sind. 1919 gab es IS7 Tarifverträge. 1924 wurden 734 er- zielt und dos letzte Jahr schloß mit einer Gesamtzahl von 1055 ab. Davon sind 11 Reichs- oder Landestarifverträge und 262 Bezirks- tarifoerträge und die übrigen verteilen sich auf Orts- und Finnen- vertrüge. Eine unverkennbare Verbesserung in den Arbeits- und Lebensverhältnissen der Angestellten konnte hierbei durchgesetzt werden. In 754 Ortsgruppen, von denen 149 eine besondere Geschäfts- stelle aufweisen, wurde die vielfältige Kleinarbeit bewältigt. Ein umfangreicher Stab von besoldeten Mitarbeitern ermöglicht dem Verband ein rasches und gründliches Arbeiten. Auf dem Verbands- tag in Stuttgart, der«n 18. Mai eröffnet wird, wird sich erweisen, daß die Organisation noch der Umstellung die«ruf dem letzten Derbandstog in Köln beschlosien wurde, sehr gut« Fortschritte gemacht hat. Rein zahlenmäßig wirkt sich das dahin aus, daß ollein 47 220 neue Mitglieder in rwei Jahren oewonnen wurden. Außer- dem belief sich im ersten Vierteljahr 1930 die Zahl der Ncugewor- denen bereits aus 16 300. Der Vermögens zuwachs der Hauptkass« Im Jahne 1929 beträgt 528 96203 M. Die Einnahmen aus Beiträgen sind von 5133 732,76 M. im Jahre 1928 auf. 5 952 353,46 M. im Jahre 1929, also um 15,8 Prozent, gestiegen. Au- dem Alters- und Aussteuerbeihilfefond», der getrennt von. dem sonstigen Vermögen des Verbandes geführt wird, sind 76098 M. im Jahre 1929 zur Auszahlung gelangt. Di« Stellenlosenunterstützung im Jahre 1929 betrug ollcift 419185 M. gegen 277 888 M. im Vorjahre. Diese Unterstützung wurde an 6386 Mitglieder ausgezahlt. Die Steige- rung betragt hier allein 50 Prozent. Sonst werden noch erheb- liche Beträge für Kranken Unterstützung, Sterbegeld und Sterbegeld beim Tode durch U nsall auegegeben. Außerordentlich interessant ist eine Betrachtung der Summen, die vom Verbände aus dem Klagewege für die Mitglieder erstritten wurden. Durcb Vergleich wurden erstritten 880 034 M. und durch Urteil 508 930 M. Der Verbandsvorstand tritt sedensolls nicht mit leeren Händen vor den Verbartdstag. Dieser kann sich auf Grund der vorliegen- den Leistung eingehend mit den Zukunstsaufgaben beschäftigen, um den Zentralverband der Angestellten noch leistungsfähiger, noch um- foffender und stärker zu machen, damit«r bald die stärkste Dewerk- schaft der Handlungsgehilfen und Bürvangestcllten genannt werden kann. Georg Ucko. Nachlese. Selbfti«ttaevung Oer KpO. Die KPD. hat ihr« Maidemonfftritien so eingerichtet, daß ihren Anhängern und Rachläuseyi der Besuch der Maikundgebungen der Geiperkschzften unmöglich gemacht wurde. Die Gewcrlschafts- fetndlichkeit, die aus dieser Tatsache spricht, ist weder neu noch über. ras che nd. Die Boykottierung der gewcrlschafllichen Maikundgabungen hat diesen allerdings nicht gescyadet. Man könnte«her das Gegenteil qnnehmen. Denn seit Jahren waren die Maikundgebungen der Ge- werffchasten nicht so stark besucht, ron einem solchen Geist der inneren Einheit getragen wie in diffem Jahre. Wir haben schon viele gewertschastliche DemoMrationszüg: gesehen. Wir glauben ober nicht zu irren, daß diese Züge in den letzten Jahren, als noch hie Kommunisten mitmarschierten, eine erl>sblich geringer« Teil- nehinerzahl aufwiesen alz die kvmmunistenreincn Kundgebungen der G-Swerkschaften am Donnerstag. Die kommunistische Presse feiert in überschwenglichen Schlag- Zeilen und unverdaulicher Breite die kommunistische Demonstration. Die sozialdemokratische Demonstration versucht man gleichzeitig in gestellten Bildern und lächerlichen Verzerrungen abzutun. Das ist nur in der Ordnung. Es überrascht uns auch nicht, daß die„Rote Fahne" trotz der Länge des Berichts— sechs Seiten!— nicht ein einziges Wort der„Velegschast der Gasanstalt Schmargendors" wid- met, deren Beteiligung sie so großzugig angekündigt hatte. Man hat also nicht gewagt, diese alten Transparente aus der Rümpel- tammer hervorzuholen. Aber es überrascht uns doch, daß das offizielle Organ der KPD. die Riesenkundgebungen der Scwerkschaflea auch nicht mit einem Wort erwähnt. Wenn ein paar hundert Nazis oder Stahlhelmcr spazieren gehen, macht dos Sowjetorgan eine Bombenreklame für sie. Wenn aber— gering geschätzt— 70 000 bis 80 000 Gewerkschaftler demonstrieren, dann hält man es in dem offiziellen Organ der KPD. nicht der Mühe wert, davon auch nur einen kleinen Teil der Druckzeilen zu verwenden, die man in großer Fülle an den lang- weitögeii Neben der Thälmann und Heinz Neumann verschwendet. Dieser lächerliche Versuch, die glänzenden Kundgebimgen der Ge- werkschasten dem enge» Kreis ihrer Leser zu verheimlichen, ist be- zeichnend für die„Rote Fahne", bezeichnend für die Gewertschaste- Kindlichkeit der KPD. Die Remmel«, Heinz Neumann und wie die im Augenblick sich der russischen Geldsendungen erfreuenden„Führer" der KPD. sonst heißen mögen, wissen, daß sie bei den Gewerkschaften ausgespielt haben. An uns aber liegt es, durch unermüdliche Ausklarunosorbeft dafür zu sorgen, daß di« deutsche Sektion der russischen Machthaber auch bei d-en heute noch Unorganisierten und nur nach den, Gefühl Urteilenden ausgespieft hat. „Christliche" Gewerkfchastspoliiik. Sie Einheit im Bürgerblock. Es erscheint zwar p-rador, ist aber durchaus natürlich, daß das Berliner Organ der christlichen Gewerdschaften dos einzige Blatt ist, das rückhaltlos, fanatisch für den Bürgerblock eintritt. Die christlichen Gewerkschaften haben in fast allen bürgerlichen Parteien nicht nur Anhänger, sondern auch namhaft« Vertreter. Sin« Koalition der Sozialdemokratie mit den bürgerlichen Mittel- porreien bedeutet für die christlichen Gewerkschaften immer eine schwere Belaslungsprobe, denn es stehen dann Vertreter dar christ- lick)en Eewerlschasten in zwei Lagern«inander gegenüber. Daraus erklärt sich, daß der.Deutsche" jetzt eifrig bemüht ist, alles herunterzureißen, was unter der letzten Regierung geschehen oder nicht geschehen ist. Er geht dabei mit der Wahrheit sehr kühn mn. Besonders hat es ihm der frühere Arbeitsminister Wisfetl angetan. In einem Artikel»Zwei Jahr« Wissell" hat sich der .Deutsche"«ine selten« Häufung von Uwvahrheftev. und Verdrehungen geleistet. Wir haben diese Unwahrheiten richtiggestellt. Nicht mit einem einzigen Wort hat das christliche Organ davon Notiz genommen. Ws wenn nichts passiert wäre, setzt er sein« be- wüßt unwahren Anzapfungen fort. Die christlichen Gewerkschaften müssen ja wissen, wie ihr« Politik gemacht werden kann. Wir haben nie erwartet, daß diese Politik mit der unseren übereinstimmen würde. Aber öde Sozialistenhetze im Stil« des seligen Reichsverbande« ist noch kein« Politik. Jeden. falls keine Politik, die man als christliche Arbeiterpolitik betrachten könnte. Man kann begreifen, daß die christlichen Gewerkschaften be- müht sind, sich von den freien Gewerkschaften und der Soziaidemo- kratie zu distanzieren. Man kann verstehen, daß die christlichen Ardeitervertreter, die aus Rücksicht auf die Arbeiterstimmen von den bürgerlichen Parteien an aussichtsreiche Stelle gestellt wurden, die Poliiik ihrer Fraktionen mitmachen imd also erleichtert aus- atmen, wenn sie in einer Reg ieru»gsk oal i ti cm endlich vereint sind. Die christlichen Arbeiter werden ab« erstaunt sein, daß das praktische Ergebnis dieser parlamentarischen Einheit die Preisgabe der Sozialpolitik und eine verlogene Hetze gegen die Sogialdemo- kratie ist. Oie Schwerindustriellen provozieren. Maßregelung wegen Maifeier. Düsseldorf, 3. Mai.(Eigenbericht.) Die Bereinigten Stahlwerke und mehrere andere industrielle Werke des Düsseldorfer Bezirks haben Arbeiter, die am 1. Mai gefeiert haben, auf Grund der Bestimmungen der Gewerbeordnung fristlos«nttassen. Insgesamt handelt es sich um 500 bis 800 Arbeiter. Die Entlassung ist widerrechtlich erfolgt.' Es wird den betreffen- den Werken infolgedessen im Belauf der m zwischen eingeleitete» Verhandlungen mit den Arbeiterorganisationen nichts anderes übrig bleiben, als ihre diktatovrsche Maßnahme zurückzuieehmen. Im anderen Falle könnte ihre Handlungsweise weittrageirde Wirtschaft« liche Folgen nach sich ziehen. Oer Gireik der partetileger. I« der Abwehr. In der siebenten Woche streiten nun schon die Parkettleger um den Abschluß eines Tarisvertrages. Die verständnisvolleren unter den Inhabern der Parkettgeschäfte haben bereits mit dem Deutschen Holzarbeiterverband eine Vereinbarung getroffen, so daß dort die Arbeit teilweise schon seit vier Wochen wieder ausgenommen ist. Die anderen Unternehmer versuchen jetzt durch gegenseitige Hilse und Anwendung der schäbigsten Mittel ihre dringendsten Auftröge sertlg- zustellen. Dabei bedienen sich diese Unternehmer solcher Personen, die sonst von ihnen— gelinde gesagt— als die ärgsten Rauhbeine bezeichnet werden. Als Hilfsbereite, die das Tageslicht zu scheuen haben, üben diese Kräfte ihre Tätigkeit während der Nacht aus. an Sonn- und Feiertogen, in möglichster Abgeschlossenheit, um ihren Auftraggebern gerecht zu werden. Als im Herbst vorige» Jahres bei Ablauf dos alten Tarifs ohne Störung des Zlrbeitsfriedens von den Parkettlegern ein neuer, den veränderten Verhältnissen entsprechender Tarif angestrebt wurde, waren es einige Firmen, die durchaus nicht tarisgebunden fein wollten; darunter die Firma Paul Elbinger, Uhlandjtr. 187. XRifer Unternehmer, stet» mvgedea inst dem Mantel der christliche« Nächstenlieb«, verstand e» meisterhast, die Löhn« und Atkordpreise zu drücken. Abzüge wurden bi» zu 40 Pf. pro tohastvnde gemacht. Dieses Vorgehen der Firma erzeugte«ine berechtigte Empörung und trug dazu bei, daß der Streit al» Ab wehrmaß nahm« angewandt wurde. Die Parkettleger streiten um Wahrung berech- ttgter Interessen und rechnen dabei auf di« moralisch« Unterstützung der Bauhandwerter und der Berliner Bevölkerung. Parkettleger, die bei Firmen arbeiten, wo durch Vereinbarung di« Verhältnisse geregelt sind, haben Ausweiskorten. Wer nicht im Besitze einer solchen Ausweiskarte ist, verrichtet Judasdienste, um den im Kampfe stehenden Parkettlegern in den Rücken zu fallen. Die Ge» fchlosienheit der streikenden Parkettleger wird dazu beitragen, wieder tarifliche Verhältnisse für dieses Gewerbe zu schaffen. Maschinisten und Heizer in der Krise. Die Organisation hilft in der Not. Am Sonntag tagte im Berliner Gemerkschaftshaus die zweit» orbcntlichf Delcgiertengencralversammlung 1930. Genosse R u ck st u h l erstattete den Kassenbericht für das erst« Ouartal Infolge der großen Arbeitslosigkeit, rund 700 Kollegen im Wirtschaftsbezirk, ist leider eine Mindereinnahme gegenüber dem v crten Ouartal 1929 zu verzeichnen Die Ausgaben für Erwerbs- lose», uttd Krankenunter st ützung steigerten sich auch gegenüber dem vierten Quartal 1929 ebenso die Invaliden» unter st ützung, die eine Steigerung dadurch erfährt, weil durch Rationatisierung und Abbcnnnaßjtahmen viel« alte Kollegen betroffen werden. Trotzdem konnte noch über die Häfste der Einnahme für die Hcniptkasse in bar abgeliefert werden. Im letzten Quartal sind annähernd 5000 Mark Sterbe unter st ützung gezahlt worden. Für den Wirtschaftsbezirk gab Genosse R e i n e f e l d den Ge- schästsbericht. Er betonte, daß migenblicklich die Lohn- und Tarisoerhandlungen sehr schwierig seien, da in den meisten Industrien die jetzt bestehenden Lohnverträge durch Schiedssprüche verlängert würden, daß andererseits mit Zustimmung der in Frage kommenden Kollegen auf eine schnelle Erledigung der Loh»-» bewegungen nicht gedrängt werde, weil die wirtschaftliche Loge und die des Arbeitsmarltcs nicht dazu angetan sei, nennenswert« Erfolge zu erzielen. Dadurch fei. hauptsächlich bei einem Teil der E l e k- trizitätswerke, ein tarifloser Zustand eingetreten. Dieses ist sür die Arbeiter tragbar, nachdem die Unternehmer er» klärten, daß sie Lohnabzüge sowie eil« Aenderung der jetzt bestehen- den tariflichen Verhältnisse nicht herbeiführen wollen. Für die Oelmühlen erhöhte sich der Lohn für Handwerker, Maschinisten und Heizer um 1 Pf. pro Stund«, bei den Eisfabriken um 3 Pf. pro Stunde. Di« bereits V/i Jahr« währenden Loh»Verhandlungen für die nichtkvmmunalenKrankenan st alten wurden dadurch beendet, daß den außerhalb der Anstalt Wohnenden der Mietszuschuß von 15 M. auf 30 M., die Frauen, und Kinder- zulag« von 8 M. auf 10 M. pro Monat erhöht wurde. Die Wahl der Beisitzer zum Dezirksvorstand ergab die Wieder- wähl der bisherigen Beisitzer._ Konflikt im Tabakgewerve. Brinkmann, Bremen, will die Löhne drücken. Im Rauchtabakgewerbe stich die Lohn- und Arbekts- bedingungen seit dem Jahre 1920 durch einen Reichstarisv er- trog geregelt. Di« Firma Martin Brinkmann, Bremen, versucht seit einiger Zeft, die tariflich vereinbarten Löhne Willkür. sich herabzusetzen. Eingeleitete Verhandlungen vertiefen er- gebmslos. Das von der Belegschaft beantragt« tarifliche Schlich- turrgsverfahven sucht di« Firma durch allerlei Winkelzüge zu ver- zögern. Es hat ganz den Anschein, als ob der Rauchtabakverband als Tarifkontrohent in diesem Fall« n i ch t in der gewohnten Weis« auf die Durchführung der eingegangenen tariflichen Berpflrchtungeq drängt. Sei der Jlrrna Hofer n.!f!>.ullgstur.dj>eduug. irviel � und cootl. IS dcm. 19 Uhr Sckilulltundgebung.— Am Mouia». dem S. Mai, IPIi Uhr. vrranslaltet der cdcsamturrband im Sau« der SXfmi?. iZried- liitftr. HO— tl2. einen ssilrn» und Lichchiidadrud. 1. ssifm: r» X Teruier Wal. 2. Llch kildervartrag:..fTlitfljnj« adrr Luftschiff-, Zieferent: Walter Binder. z. zum:.Bon der Echulbani»um Slerkehrssiieaer-. Mjtafirdcr der Be, rts» luaendsruvveu ldunen gegen Bovigung de« H«!U!au»weise» kosceulo» teil- nehmen. �.�uvenßpruvve deS?en(ralperbonde«> der Anae�eW-n Kaute, Sonntag, 4. Mai, Mai uoerhtag in der Wuhlbeide.?" eftanrant Unsere Truppen treffen um 19 Uhr au! dem sfes-oloh«in. Wimr-l und fZahnen mitbringen,— Morgen, Montag, finde d to'qende Vera». siaitungen statt: Wedd'ng: Iuqenbh-'m Turiner Scke«eefirasi-, Bd'.trag:.Die Zuoeud im itirf'ren': Sein, Manu.. Urban: lluoendhrim IZfugdafen- ilrade 68. Lortrag:.Me Bcd-utnn, de- I. Mai". Sicterent: Dr. Mar?(■«>>-,. — Tempeldos! Iugcudheim der Schule Ecrmauiastr. 4-6. Eingang Tdgft-ahe. Srnppenbesprcchung, anschlich« nd Liederabend.— eharlollendurg: Jugendheim Ziognenstr. 4. Heimabend. Nicht abgefahrene«trasicnbahn fahr scheine und auch zur zweiten Fahrt nicht ausgenutzte Autobus- und U-Bahn-Fahrscheine nicht weg werten! Die bekannte Margarinesabrik Alba nimmt in allen Lebens mittelgelchäften je einen nur einmal benutzten Au'obus-, Straßenbahn- oder U-Bahn-Fahrschein mit 15 Pf. auf je 1 Piund Albo-Fahrschein-Margarin« In Zahlung. Also solche Schein« sorg» fältig aufheben. Uebrigen» ist diese Albo-Fahrschesn-Margarin« völlig tntsqr« und gehört zu den qualitativ besten Marten! Theater, Lichtspiele usw. 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Barlin 8, 6ron« FranBarer Sir. 132 AL-x. 3422 u. 34M v�?-theater Hei Regie. nz Hilpert Raiden-Tliuttf Tdgl.E'/iUhr Der Herzog ond die Sünderin Niestet d. WKteni Täglich 8'f« Uhr: Sonntag auch 4 Uhr Das Land des Ucbelns von Franz Lehar. Kleines Tlieat. Merkur I6Z4 Täglich gVi Uhr Gastspiel Gisela Werbeslrk In Mem'i sei. Witwe Schwank von Fritz rnnbin-FmiridL Baraowsh-BlhBeii IDsater la der stmemaaDitr. ifrSkt Khigjiätar Sb.| täglich Vit Uhr Napoleon groltt ein im Wilttr terodnir Komödlephaua Täglich Vit Uhr: Heine Sttofer BDdidj Wiiilir. Ralph tmirtr? Operettenhaus Alte Jzkobstr. 30/31 (Zentral- Thealer) Dörth. 2047 Täglich 8h« Uhr Frotillnosmadel Operette von Lehat ..mit UHjFJohr.. Ilse Muih, Lukas, Hoenselaers. Rundfunkhörer Halbe Fraise. TUMterBiu SAnibaaerdamiit Gastspiel d. kleinen Theaters 8-5 Uhr Madame hat Ausgang Komödie in 6 Bild. Vorverk ununterbr Norden 281 u 114t ß§sfaiiffint mmm 8ES Lessing-Tbeater (ekadana Nil l Nti Täglich Vit Uhr: Frau Peters het einen Geiiehten v. 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Führen uie Ihrem Körper die 1 ebene wlehllpm Test)*- und Hrpopbreen-Hortcone, die in den „TI n»-Peri«n" zum ersten Mole In /eskbertcr etnndardislericT rorm enlhallrn»Ind. zu.Titus- Perlen sind das Wissenschaft Ich anerkannte unschädliche Kombinattonspräpara', das alle Möglichkeiten medikamentöser Poienrs elgerung berücksichtigt Sie sind das Ergebnis ja rzehntelanger Forschung des bekann en Sexuaiwlssenschasiters San-Rat Or Megmu Hindbield..Titus-Perlen' werden hergestellt un'er ständiger klinise er Kön: olle des Berliner Ins-iiot» lür 5-xufil- wtsKaidiafl. Lassen Sie sich zunächst Ober die Funktionen der menschlichen Otr'ane durch die zahlreichen 5 farbigen BMder der wissenschaftlichen Abhandlung umetrichten, die Sie sofort kosten'os erhalten Versand durch die Friedrich, Wr.helmsttdll-die Apo.heke. Berlin NW. 193, Lottenstrafte 19, Zu haben in allen Apotheken GraakUcr« Dauleliur.a der v«i>eki«d»nsn Bcelardlens und dar-lalsalligen»nzriiizpuatztt <--»litus-portso- öestejlRZdew: Senden Sie mir: I wissenschaM. Broschüre kostenlos(verschl.) > Packung 100 S Uckrü RM 9.80 per Nachnahme 1 Probe für 8 Pfg. in orielm.rken I eigtiOat, (Nicht Gewünschtes Streichern Name;.__ r.—________ Ort StraBos_____________________..... Nr. 706* 47. Jahrgang 4. Beilage des Vorwärts Sonntag, 4. Mai-1930 CiafeKbintgeii für diese Rubrik fiud v e r l i a ES bZ, Liudenstraße Z, partemachnchteu für Groß-Berlin stet, an du» Bezirk»sekretari« 2. Hof. 2 Stepp» rechte, zu richte». 2. Srer, Tierpurt». ia.. U.. 12.. IZ. Akt. SSmiÜche Mulfeieriarte» ptillTut bis Moutaa, 5. Mai, abperechuet sein, sonst zwecklos. Z. iueis Sebdiaa. Micteroertreter, Mieterbeififier und Mieterl chöffeu! Dienen tau, 6. Mai. ISH U5t, Sei Wende, Sokoiieftr. U7. Vortrags- Und Dis- kussionsabend. Referent: Swdtnat Carl ssadiunke.— Erscheineu aller tutet. «liierten Genolsen ist Pflicht. t. strei» Prenzlauer Berg. Sidunu d«, erweiterten Breisvorliand«, um Montag. 5. Mai. 19 Uhr pünktlich, bei Klus, Dasziger Str. 71._ Dir Maifeicrkarten müssen bis lpätesteus Montag, d. Rat, evtl. in der Siitung mit dem»afliercr abgerechnet werden. Rickit zurückgegebene Barten müssen bezablt werden. 7. Ztrei, Charlotteuburg. Bszitcksnerordneienfraktio» mit sämtlichen Bürger- deputierten Montag, 5. Mai. 19H!lk>r pünktlich, im Ziatbous Lcharlottcn- biulg,>öittungz.tiittmer 1.— Mittwoch. 7. Mai. A Ubr. im Iugendbeim. Roünenstr: i. Versammlung der Vertrauen sperlbnen an den einzelnen Volksschulen für die Borbereitung und Durchfllbrung der Glternbeiraro» wableu. Wegen AusSändigung der Materialien ttmst sede Volksschule unbedingt vertreten sein.— Dienstag, li. Mai, 19'u Ubr, erweiterte»reis- noriiandssttutug im Ratbaus. ssimmer l. 13. fttei, Tempelbos. Donneretaa. 8. Mai. 19 Ubr, Gidung des stieisbildungs- ausfchusses iut Lokal EörliU, Mariendorf. Cbausseesli. 19. Es wird gebeten, bis dabin alle Maikarten bei der Genossin Bätbe Eolembiewili, Tempelbof, Kaiscr-Wilbelm-Gtr. 74, Gartenbaus l Tr.. abzurechnen. lg. Brei, Köpenick. Vildnngsausschuß. Montag. 2ü Ubr. in der Bibliotbek Cönenick, Echloßstr. 27, dringende Sigung. All« Krcisausschubmitglieder müssen unbedingt erscheinen. 17. Kreis Lichtenberg. Mittwoch. 7. Mai. III? Ubr, Sreisporsiandsstfmnz W Tempel, Gudrunstrasse. 18. Zirci» Wcisscnfee. Dienstag. 8. Mai. 19 Ubr. Borsiandslissung.— 20 Ubr Kreisfunkttopärkonserenz bei Gallos. Lcbderlrrasse, Ecke Berliner Allee. 19.»reis Pankow. Montag, s. Mal, ssraltlonsüruna mit den Bürger- deputierten im Rathaus Pankow, Zimmer US. um 18>4 Ubr. 20. fttct, Reinickendorf, strelsdild-nas-ttsschnss. Sissunq am Montag. 5. Mal. 20 Ubr. in Reinickcndors-Osl. Baracke.— Reuer jtnrsu, Dr. Echlesluaer! Wie lese ich den aolkswirtschoftljchen Teil einer Zeitung?� Beginn Donners- tag.«. Mai. 19>.o Uhr. in dem Lehrerzimmer der 5. Schule, Reinickendorf, West. Augustc-Viltoria-Allce 37. heule, Sonntag. 4. Mal: 24. Abt. Die Kruppenfübrer weichen arfucht. Ulnser Weg" vom Abteilungs- kassterer abzuliolen. 108. Abt. Köpenick. Die Parteigenossen werden ersucht, sich am Moijugenchtag in Kanlsdorf-Süd. Reswurant»Sanssouci", zu beteiNgcn. Treffpunkt zur Demonstration durch Köpenick um ISl, Ubr Babnbof Spindlersfeld. Ilde. Abt. Bittevau. Di« beporftebenden Elternbeiratswablen machen die Bildung einer Ortsgruppe der»Tiden Echulgefelllchaften" besoitders notwendig. Mir bitten imeressterte Genossen, ihre Adresse baldigst dem Ge- noste» Wiele, Elsenvfubl 23. mitzuteilen. Morgen. Moukag. Mai: f. Abt. 19 JTfit in der Schuloula, Demo tiner Strosse. Bersammluna aller SPD�Eltewt der weltlichen Schule. Putbusser Strasse. Stellungnobme zur Dahl de« Wahlvorstandes. Alle Genossinnen und Genossen, deren Kinder die weltliche Schule besuchen» müssen erscheinen. 7. Akt. ssunckrionarststung bei Barwalbe. Schlegelstr. 8. 19 Ubr. Wichtig« Tagesordnung. 33. Abt. 20 Üb« Elternversammlunz bei Werialla, Aolienlobeslr. 8. Smnpatbi- stersndo sind mitzubringen. 43. Abi. 20 Ussr bei Ehemann, Brandenburg str. 1, flunkiionörstttung. Er- scheinen dringend erforderlich.— Die Borstandsmitglieder treffen sich bereits um 19 Uhr ebendort. 87. Abt. Grunewald. 20 Ubr Borstaudsssssung mit den Bszirksfllbreru und der Zeitungskomwissson im Lokal Wurzbacher. Babnbofsreslaurant. 81. Abt. Triedenan. Die streic Turnerschaft Friedenau bat«in Werbespielfest auf dem Schulsportplajt, Offcntachci! Str. ca. E» ist Pflicht i-dez Partei. aennssen. dte» skreie Turnersckiokt in ihren Beranstaltunocn zu unteistüchen. 83. Abt. Tempelhol. 20 Uhr Mitgliederoersamniluaa bei Pi-ger. Dorsttr. 30. Partragc»Die lesste» Dorgäoae im Reichstag." Res..- Rndoli Wissest, W. d. R. Iii. Abt. Rosenthal und Riederschönlunisen-West. 191.2 Ubr bei Türk. Krön. prinzenstrass« Gcke Ziiederstrasse, wichtige Tunktionorssssung mit den Eltern- d eirotsm itgli e de rir. Dionstag, 6. Mai: 8. Abt. 20 Ubr Tmlktionärstttung bei Zllckrrt, Steinmessstr. 3ft). 32. Abt. 30 Ubr in Schmidts Gefellschastshaus, Truchtstr. Z0r, Tunkt ton är- ststuna. Alle SPD�Lcbrec.und Elterubetröfe oebweu daran teil. Di« . Funknoaäie werde.n««beton, dt« Lehrer«inruladen. fal» Wt. Treotow. lL'plUir IN der ,Vorwörts"»SpÄ»ftio«. Graeiistr. 30, Etchunz de, Vorstandes mit allen Bezirkslubrern... igst. Abt. Köpenick. 20 Ubr Sitzung des Adteilungr-norstanbe» und der Bezirks. Mbrer Schloßitr. 271. itOe. Abt.. Trete Echollr". Vü-ttlich 20 Uhr Sitznng mit den Tnoktioräre, der Ab- ilnnq an bekannter Eteste. Erschewrn aller Zunktionöe« deingeub er- sacderlich. Eching «rbeit»aemeknsSast sozialdemokratischer Lehrer, uvg am Montag, 3. Mai. 20 Uhr, Borckstr. 11. vrt»grnpp« Krenzberq. Frauenveranstaltungsn. 12. Drei» Steglitz- Ächterselte— Lankwitz. Trcltog, 9. Mai. 18 Uhr. Tllbrung durch da« Museum für Trouenkunde, Eharloltenburg. Berltner Str. 137. Treffpunkt püuktlich 17.4ö Uhr o«r dem Museum. 20. Krei» Rciaickendars. Di« Kressfunktwnärinnensitzung fällt am Dienstag. 6. Mar, aus....... 103. Abt. vberschilneweid». Den Genosssarien zur Kenntnis, dass dl« beiden Tübritngen am 7. und am 13. Mai durch das Trauengefängn!», Barnim- strasse. nufit Itottsinden können. Morgen, Monkag. S. Mai: 1. Abt. 20 Ubr im»Sackcschen Hos", Ro''-Nlhaler Str. 40/41» Vereins, immer 2. Vortrag:»Sozialistische Dirtschoftsvolitik". Ref.: Mar Ditzel. 83. Abt. Lichterielde. 20 Ubr bei Tritsch. Lichterfelde, Berltner Str. 12Sd. Bebel- ff ei er, Ansprache: Gottlieb Reese. 83. Abt. Renkiilln. 11 Uhr vorm. treffen stch dr« ffunkfionärinnen tm Konsirm- Waranbaus, Oraniensrrasse, im Erfrischungsraum. Besprechung der Trauen. Werbewochen. Dienstag. 6. Mai: 1«. Abt. 19-4 Uhr bei Krüger. Sussttenstr. 34. Vortrag:.5 218*. Sief.: Dr. S Letoin. 82. Abt. 20 Uhr B« Krompbardt, Paul-Einger-Str. 49, Baitrag: Erziehung zum Sozialismus in der ffamilie". Ref.: GottUeb Reese. 89. Abt. Srossstedluvg Britz. 20 Uhr in den Schulbarocken. Parchimer Alle«, Vortrag: Ernstes und Heiteres von Kindern und Müttern". Vortragend«: Martha John. Schauspielerin. Mittwoch, 7. Mai: 2L Abt. 19% U&r Bfti ftrtin, lltrfidjtcr<5tt. 21. I. Por-traa:«StrafwÄtsrefbcrn". Nef.: LandgerikbtsmrLNor Ernst Rüben. H. Neuwahl der Leiterin. 86. Abt. MaricvlZor?» 20 Ubr bei Vörlik. M�rieirdorf, Lbansseestr. 19, Vortrag: »RDsa Luxemburg". Ref.: Matoitbe Wurm, M. d. R. mmmmMmmmmmmmmmasamEmmMBBmBmmmmsaBammmmmmmaaaa Sozial, amelfcriadcnd Gr-Bfrlin ♦ ZöA.-jGßenö Freie GeversdsallsSiidena ♦ ♦ ♦ ♦ Sportlerln�end Mal-Jusendtag beule, Soontass,«Tem 4. Mal ab ISUhr, Spielwiese beim RestanrantSanssouci (früher Sadowal Stadtbahnstation Wuhlhelde» trfltfnungs- und Schlutz- kundgebang unter Mitwirkung. Fanlarcndior. SpredtdtOre. Steetdi- ordtesier• Cesenp• Arrpracbcr»»» Redner rur SchluSkundgcbung: DR. KURT LOEVVE\STEK• Außerdem Spiel und Sport in den Nach- mittagsstunden» Parteigenossen und-genossinnen, beteiligt Euch! T reffpuakt rur Demonstraüon d. Köpenlclc 13-/, Uhr Bhfc Spindlersfeld 105. Abt.«dlershof. 19% Uhr bei Schmidtbauer, Vismarckstr. 74. Vortrag: »August Bebels Bedeutung für die ffrauendewsgung". Ref.: GottUeb Reese. 184. Abt. Buch.-20 Uhr bei Soepfert. am Bahuboi Buch, Boptsag:»ffrauen- liankheiten". Ref.: Dr. ffrida Aterander. Donnerstag. S. Mai: 27. Abt. Die Genossinnen treffen stch zur Dampserfohrt nach»Mssgaelschlässchen" mit dem Danrpsrr„Wintermärchtn" pünktlich 12 Uhr Hochbahnhos Rord» ring, Ausgang Kopenhagener Strotze. Vezirksansschuß für Arbeiterwohlfahrt. 11. Krei, Schäaeberq. Dienstag, tz. Mai, 20 Uhr. im Rathans Schöneberg. Zimmer 144, Sitzung der Helfer und Helferinnen der Arheiterwohlfahrt. Vortrog des Genossen Hans Bergas itbcr:»Arbettsloseimerstcherung". Wir bitten um zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Interessierte Genossen und Genossinnen sind herzlich eingeladen. Zungsozialistische Dcreimguog Groß-Lerli«. Der wirtschaftspolitische Teil de» Reserentenknrius legt am Dienstag. 8. Rai, 28 Uhr. in der Alkoholfreien Gaststätte. Eioiitzer Etr. 0. Die TrUnrhwer werden um geätzte Pünktlichkeit gebeten. * Gruppe Tempelhos.»: i r v ubors. ffm Inj waniaste. 4—0(Eingang von der Götzstrassei, uaetm LnzvtM Temvelbof, Gerte um 30 Ubr: Bortnag:»Seidel. berger unb Linzer Programm". Ref.: Gregor Bienstock. Gruppe Lichtenberg. Morgen, Montag, 20 Ubr. im ffuaendhoim, Gunter. steatze. 44. Vortrag:»Das Arbeitslosen Problem". Ref.: Triedrich Hering. Säfte freundlichst wistlommen. Gruppe Milte. Am Moniag. ö. Mai. folgen alle Genossen einer Einladung des Aitgendheim» Mitte zu cinent Ausspracheabend über die polittsdic Lage, 30 Uhr im Jugendheim Ticckfir. 18. Gruppe Weddtng-Gesnndbruuue». Di« Genossen, die nicht am Wochcnend- kursu» tetlneomen. treffen sich um 14-4 Uhr om Bahnhof Wuhlheide. Gruppe Reiuiikendors. Tegel, Schöneherger des Genossen ffsmer».._________________ I. W» erwartet. Aelter« Parteigenossen und SA?.-MitgUeder stnd eingeladen Arbsitsgemeiafchaft der Aiadcrfreuade. Drei» Mitte, Gruppe Matteptti. Mir treffen ans heute zur ffohri zum Moienfest idton um 18 Uhr om H'jnt. Trinkbecher N'ch: vergessen. Wit'moch, 7. Mai. Turnen von 17-h bis 19-4 Uhr in der Schule Ruppener Str. 48 (Arkonaplatz). Roffalken. Montag, ö. Mai. Gtuppenmaifeier. ffreiiag. g. Mai. Spielen. Zungfalken. Dienstag. 0. Mai, Basteln, ffreiiag, 9. Mai. Spielen. Resffalkeit. Montag, 5. Mai,/ Singen und Sptele». Helstckei,. ffreitog. 9. Mai, IK'i Ubr, Sei fers, tz-tng. Alle Peransigl'ttngcn von 17-,j bis 12'? Ubr im Keim GlKchhcthkitchstr.-l«. Gr-rore Pappelpbatz trifft stch um 13-4 Uhr am Pappelplatz. Gruppe Gugelustr um 13-4 Uhr. am Neubau Gngelbecksn. Tiergarten.?Str treffen uns heut« um 12-4 Uhr im Kleinen Tiergarten (DenkwaN,-um Mailindertag nach dem Neuköllner Volksparck. 30 Pf. Fahr. geld und Trinkbecher mitbringen. Rote ffolken. Dienstag. 8. Mai. von 17-4 bis 19V4 Uhr, im Seim Waldenserstratze Tolkennollversammlung.?unff- falken. Dienstag ebenda Tanzabend. Reftfalken. Mittwoch, 7. Mai, von 17 bis 1» Uhr, ebenda Heimabend. Krei» Gharlottenburg. Am Donnerstag findet die Ilniersuchung unserer Zungf»-ken um 19 Uhr im ssuoendhe in Postnenstr, 4 statt. (lhariottenburg. Alle Restsalken, Iungfalken und Rotsalken treffen stch um 18 Uhr am Wilhelmplatz. 80 Pf. ffahrg-Id find mlhmbtingen. Dienstag, Don» ncrsiag und Sonnabend sind die Ro'-. Zung' und Nestfalken, soweit st« keine Gruppe haben, auf den Platz. Die Gruppenabende der issotfalken finden om Mittwoch und Sonnabend im Heim Rostnenstr. 4 statt. Die Hungsalkengemein. schakt I ist om Donnirstag im Jugendheim Rostnenstr. 4. Am Dien-.tag. dem 6. Mal, findet der Gruppenabend der ffungfaltcnaemeü-.diaff 17 statt. toei» Web ding, ftum Kmderfreimdcinaitag fahren wir 13-4 Ahr vom Un tergrundbahnhof Reinickendorfer Strotze. Die Gruppen müssen pünktlich ankommen. Trinkbecher und 20 Pf. ffahrgeld stnd mitzubringen. Eltern sind eingeladen, ffür die Nestfallen ist in der Lüneburger Scibe ein vierwöchiges Lager. Dfe Anmeldungen werden schnellstens erbeten. Die Zeltlager. anmeldung ist abgeschlossen. Gruppe Binnuenplatz. Treffpunkt zum Kinder- freundemattag 13 Uhr Leopokdplotz. Elternoersammlntig am Montag, dem 12. Mai, 30 Uhr, im Jugendheim Uirrchter Str. 81. Tagesordnung: 1. Die katholische Kinde t-freundcarbeit. 2. Di« große ffahrt. Z. Gruppenaugelegen. Helten. Gruppe Schillerpart. Wir treffen un» 13 Uhr am Leopoldpsatz zur ffahrt noch Neukölln»um Kinberfreundemaitag. Gruppe Moni ha Demmuing. Treffpunkt ITw Uhr Peiorsburger Platz Jim Maifeier nach dem Volkspark Neukölln. Trinkbecher mitbringen. Gllern und Gäste stnd herzlich willkommen. Krei, Prenzlauer Berg. Wir beteiligen uns am Witttvoch an der Werbe» peranitaltimg von Weltzenfee. Treffpunkt 17-4 Uhr Prenzlauer Promenade. — Gruppe Freiheit. Montag. 17 Uhr, im Leim Sonnenburger Str. 20, Fallen» onlloerfammlung(Maiprogramm, Zeltlager 1980, Abrechnung der Baustein« und ffilmkarten). Krei« ff«!«drtch»haiu. Heute. Sonntag. Kiniwrmaikest im Volkspark Neu- kölln. Es lreffen sich all« Gruppen des Kreises um 13....... schauer Brücke. 30 Pf. Fahrgeld und Trink S. Mai, spielen wir auf dem Rudolfplätz.». � dem Forckenbeckplatz von 18 bis 19 Uhr. Kreishelfersitzung Dienstag. 8. Mai, 20 Uhr, Dtestelmeoerstratze. Mitgliedsbuch der Partei oder SA?.. Ausweis sind vorzuzeigen. Krei» Nenkölln. Maikindertag. Der Treffpunkt für unseren Kreis ist heut«, 13 Uhr,.im Znnplatz. Alle Gruppe» bringen Fahne» und Wimpel miü Trink» becher nicht pergessen. Pameigenossen. und Freunde unserer Bewegung stnd gern gesehen.— Gruppe Fritz Reuter. Britz, trifft sid> heut« pünktlich um 12 Uhr am Buschkrug. Wartehalle, zum Anmarsch zum Maikindertag. Alle Eltern sind dazu eingeladen. Lahenschönhause«. Sonntag. 4. Mai, Beginn unterer Werbewoch«. Maien- tag der Kinderfreunde im Volkspark Neukölln. Treffen auf der Siedlung un» 12 Uhr. Abfahrt 12-4 Uhr Hohenschönhauten. Berliner Eck« Orankestratz». Trinkbecher und 30 Pt. Fahrgeld sind mitzubringen. Wir ersuchen all» Gite-n und Freunde, sich an dieser Veranstaltung zu beteiligen und kräftig für unsere� Bewegung zu werben. Montag,.>. Mai. Spielen am Birnbaum auf der Siedlung von 17 bis 19 Uhr. Die Wcitzciisrcr kommen zu UN». Dienstag. 8. Mai, Turnen in der Rödernstrotzc(FTGB.l von 1b his 20 Ubr. Mittwoch, 7. Mai. zur Wcrhcperonstoltunq nach Wcitzcnsce. Treffen zum Abmarsch 17-4 Uhr� Suermondtstrotze. Donnerstag, 8. Mai. nach Weltzenfee. Spielen mit den Treffen zum Umzug mit den Falken ans Mitte um 18 Uhr Weitzenfeer Weg. Wir bitten olle Eltern und Freunde, mit ihren Verwandten und deren Kinder daran teilzunehmen. Geburlskage. Jubiläen usw. 3. Abt. Unserer allbewährtcn Genossin und früheren langjährigen Fronen- lecker in Elisabeth Krasst, Eugelufer 13, zu ihrem 80. Geburtstag« die herz. llchften Glückwünsche. 41. Abt. Unserem langjährigen Genossen nnb Funktionär Rlatz Bolzmann zu seinem 83. Geburt atag« die herzlichsten Glückwünsche. 43. Abt. Unserem Genossen Albert Fahldieck zum 80. Geburtstag« die herzlichste» Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation� 7. Abt. Unser« Genossin Paula Klatt. Strelitzstratze. ist verstorben. Ehr« ihrem Andenken. Beerdigung am Montag, dem 5. Mai, 18-4 Uhr, von der Leichenhalle des Gltfadcthfriedhofcs. Wollankstratze, aus. �DSoziaWscheArbeiterjugendGr.-Verlm I Sinsendungen für diel«.Kr'eckt nur an da« Sugetidstlreterlat | Derlin 63568. Tinder.steaie» S�orfl�mbcttfonfcxcnj ..'■ Montag, pünktlich 19- 8 Uhr, in der Ania d-r Schul« Kochltr. 18. Allo sitzenden(1. und 2.) und Jngendbeiröle müssen erscheinen. Odo« Ausweis und Mitgliedsbuch kein Zutritt. Treffpunkte zum Zllai-Zugendkag heute in ßaulsdorf-Süd auf der Spielwiese beim Refiaurauk «Sanssoucl- fSahuslakion Vuhlhelde). Alle Gruppen vnd Werbebezir?« müsse» ihre Fahnen Gewerkschastshan«: 9 Uhr»Faikenedle".— Westend:$ 11 eud(nicht 14 Uhch.— Warienselde-Lichtenradc: Marienfeld« 10 Uhr an den Schrank«. Lichtenrade um 10 Ilbr am Bohnhof Lichtenrode. Nieder- fchönetveidet 13-4 Uhr Bobnliof Niederfchöneweid«.— Pankow UI(R.-F.l: El Udr Marktplatz»Roter Kreis". Aute-Agifahrt durch Pankow und Nieder- -dtönhanfen. Anlchlietzend Fahrt zum Waijvgendtag. Ankunft in Pankow um 20 Uhr(Essen mitbringen).— Werbebezirt Milte: 14-4 Uhr Babtihof Wubl- hoide.— Werbebezirk Wcdding: Ardkitsgemeinfchaft der Jüngeren. 9 Uhr Bahnhof Wedding, Mllllerstraße.— Werbebezirk Prenzlauer Berg- 18 Uhr müssen alle Gruppen auf der Spielwiese sein.— Werbebezirk Schöneberg: 12-4 Uhr Bahnhof Schiiitebera.— Werbebezirk Neukölln: 13 Uhr Bahnhof -—-'■ LiHrnberg,—-----" Neukölln.— Werbebezirk 10 llhr Bahnhof Kaulsdorf. Morgen, Montag, S. Mai. 13�- Uhr:''i Gesundbrunnen U: Helm Orthstr. 10. Mitglled-rnerfammlung. anschlietzettd Portrog:„Warum feiern mir den 1. Mal?"— Arn»walder Platz Iii Heim Rastenburger Str. 18. Vortrag: �-as bedeutet der 1. Mai?"— Falkplatz I: Schule Sonnenburacr Str. 33. Heimabend.— Fallplatz U: Schul« So'tiren. burger Str. 20. Lichtbilder:„Erinnerungen an Wien".— Hnmaunplotzr Edpite Scherendergste. 7. Dortr.:.Leben und Wirken von Karl Mari".— Nordosten Ot Heim Donziger Sir. 82. Baracke 3. Bvr.irag:»Di« Arbeirerbewegung in Ei gland".— Schnnhanser Borftndt: Schul« Sonnenburger Str. 33. Bor- trag:„Geschichte her. politischen Parteien".— Andreoeplatz: Heim Btommg- siratz« l. Vortrag:»Di« Presse".— Haiesche» Tor: Heim Porckstr. u. Mit. tliederrensantuilunz.— Lindenhof t Funktionarsitzung.— Ehaelotterburg-Noed: itim Olberostrotze. Vortrag:»Soziales Wandern".— Siemeu, steht: lt. Volk»- -chule, Schulstratze. Funktionärsitzung.— Neukölln I; Heim Lander. Ecke. Hodrechistratze. Funktionärsitzung.-- Nenkölln IN: Ueben der JnstruMeniÄ- ka pelle im Heim Flughafeustr. 88.— Pankow IN(R.-F.): Heim Kissingen- strotze 48. Mitgliederoersammlung. Aus Anlost seines ZOjährigen Vestehens verschenkt der Verein Berliner Konfitürenhändler von IM) E- V.— auf dessen heutiges Inserat wir desanders hinweisen— zum Muttertag einige Tauient» Tafeln Tchokolade an einsame Mitter in Berliner Krankenhäusern und Spitälern. Der Verein veranstaltet im gerbst d. 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Jeder katml« ihn, jeder wußte, daß er ein Levantiner mit höchst unsauberer Vergangenheit sei, der aber im Krieg durch Heercslicserungen viele Millionen Pfund verdient hatte. Die im Saal anwesenden Damen waren durch nichts von den Kokotten zu unterscheiden, die ihre Schönheit hier zu Markte trugen. Unter diesen ein ausfallend schönes Schwestern- paar, zwei russisch« Gräsim'rn. Auch von den Konserenzteilnechmern waren einige da� der bekannteste darunter,«in junger Außenmini- ster, war vor einigen Jahren noch Operettensänger. An einem Tisch in der Nähe des Eingangs faß Franklin, neben ihm Luciani,«in junger Legationssekretär mit einem Cherubsgesicht. Franklin schlürfte still für sich diverse Schnäpse, indessen sein junger Freund unruhige Blicke nach der Tür warf. Draußen war ein« süße, weiche Sommernacht. Unter den Palmen sah man viele Spaziergänger. Gegen 11 Uhr aber öffnete der riesenhafte, goldbetreßt« Reger vor dem Entree die Tür und lieh mit grinsender Unterwürfigkeit den Prinzen Robert und seine Gattin, die Prinzessin Beatrix, eintreten. Der junge Legalionssekre- tör zuckte sichtbar� zusammen, und das bitter-melancholijche Lächeln auf dem Gesicht Franklins wich einem sellsmnen Ernst. Der Prinz trat an einen Tisch und bot der Prinzessin einen Sessel, sie aber übersah dos und setzte sich so, daß ihr Gesicht zur Tür gewendet war. Franklin lächelte schon wieder auf seine seltsame Art, aber es war etwas lebhafter geworden und er sagte seinem Freund, er soll« jetzt mrr ein wenig Geduld haben und gut aufpassen, dann würde er bald von den Qualen einer unwürdigen Leidenschaft be- freit sein. Prinz Robert beugte den grauen Kopf über seinen Drink, die Prinzessin aber hob das Haupt mit der blonden Hoarkron« und wandte es nach rechts und links. All« sahen nach ihr hin, si« aber schien niemand zu sehen, es war, als ob sie nur ihr eiskaltes Mo- donnengcsicht zeigen wollte. Die Jazzband heulte und kreischte, Prinzessin Beatrix aber saß regungslos und sah auf niemand und nichts. Jetzt legt« Franklin seine Hand schnell auf den Arm seines Freundes. Die Prinzessin halte den Blick gehoben und sah einen Augenblick au» weit gcössneten Augen ins Ferne: dann senkten sich gleich wieder die langen Wimpern auf die großen Augen. Das konnte ein Blick ins Nichts gewesen sein, es konnte aber auch einen Wink, ja ein« vielsagende Derhcißung bedeutet heben. Wenn jemand in der Nähe der Tür scharf aufpaßte, so konnte er glauben, dieser Blick hätte dem riesigen Neger dort in der galdbetreßten Livree gegolten. Luciani wehrt« sich gegen diesen Gedanken selbst dann noch, als diese Blicke sich wiederholten. Er konnte es nicht glauben, daß die Prinzessin diesen Neger anders betrachten könnt« als irgendein exotisches Tier. Franklin setzte ihm ärgerlich ausein- ander, wie unberechtigt und sinnlos dieses Dorurteil fei, das auch im übrigen von weißen Frauen selten gctesit würde. Die Unterhaltung wurde von einem amerikanischen Journa- listen unterbrochen, der einen todblassen und vor Ausregung zitier» den 5)«rrn zu Franklin führte. Das Auffallendste an dein Mann nxiren die brennend großen, tiefschwarzcn orientalischen Augen. Der Amerikaner stellt« ihn auch Luciani vor, aber der Blasse achtete gar nicht darauf, sondern sprach stotternd vor Ausregung auf Frank- lin ein. Luciani verstand soviel, daß dieser Herr Adobian, der Abgeordneter des Karelischen Notionalkomitees war, der die drin- gcndcn Bitten des karelischen Volkes um Hilfe und Intervention überbracht hatte. Drüben im Hotel„Atlantik" entschieden die führenden Männer der Konferenz gerade jetzt auch über dies« Frag«, und unter den Korrespondenten ging da, Gerücht, Franklin hätte, ohne das Ende der Sitzung abzuwarten, an seine Blätter in Lon» don und New Port telegraphiert, daß die Konferenz eine Jnter- vcntion in der Karelischen Frag« abgelehnt habe. Ob das wahr fei— mn des Himmels willen— ob das wahr fei? Die Jazzband tobte und brüllte und Franklin mußte feine Stimme erheben, um sich verständlich zu machen.„Das ist ein Irrtum," sagte«r,„davon kann gar keine Rede sein. Ich weiß in dieser Sache noch nichts und konnte daher auch noch nichts darüber berichten." Adebian sah ihn zweifelnd an, aber Franklin wiederholte nachdrücklich, er habe nach keinerlei Informationen erhalten können, hn Gegenteil, er warte gespannt aus den Beschluß der vier, um so mehr, als Cra» well und Montauban, die beiden Ministerpräsidenten, auf die es schließlich allein ankommt, sich immer sehr wolstwollend über die Sache geäußert hätten. Adobian hörte gequält zu. Tränen standen ihm in den Augen.„Es wäre auch furchtbar, Herr Franklin," sagte er bebend,„es wäre furchtbar." Unvermittelt wandte er sich an Luciani.„Ein Volt von zwei Millionen aufzuopfern," rief er ver- zweifelt,„ein altes Volk mit reicher.Kultur der Vernichtung preis- zugebe». Selbst die Säuglinge würden nicht verschont!" Luciani war bewegt, er wallte etwas Tröstliche» sagen, aber Adobian hatte sich abgewendet und sah wirren Blickes umher. Jetzt erblickte er den jungen Außenminister und eilte auf ihn zu. Der Amerikaner folgte ihm: bald darauf verließen beide den Saal. Luciani sah Franklin fragend an. Dieser senkte den Kaps.„In London und New York weiß man es schon," sagt« er leise,„eine Intervention kommt gar nicht in Froge." Lucioni meint« erschrocken, die vier Ministerpräsidenten ver- handelten doch noch darüber. Franklin sah ihn mit seinem seltsamen Lächeln an.„Sic verhandeln über Petroleum und darüber, wie sie den Preis für dos Nichtintervenieren untereinander verteilen.. Di« karelische Frage wird einer Unlerkommission überwiesen." Luciani starrte ihn an, wandte sich ob«r schnell wieder ob. Di« Prinzessin Beatrix hatte sich erhoben. Lueioni betrachtete si« mit bebender Ausmerdsamkeit. Sie ko-rn langsam auf die Tür zu, hinter ihr Prinz Robert. Im Hinausgehen erhob sie den Blick und sah dem Reger voll ins Gesich«. Der Neger verbeugt« sich grinsend. Luciani starrte ihr mit verzerrtem Gesicht nach.„Unmöglich— un- möglich— unmöglich!" stotterte er jetzt zu FronNin gewandt. D-e- ser zuckte die Achseln und stand auf. Sie verließen zusammen den Saal. mrö: Jummmu Draußen auf der Straße wandten sie sich zum Hotel„Atlantik" hinüber. In dem kleinen Konf«renzsaal wurden eben die Lampen verlöscht und sie kamen gerade zurecht, um das Kommunique zu hören, dos in der Halle van einem Sekretär der Konferenz vor den verfammellsn Korrespondenten eben verlesen wurde. E» ergab sich daraus, daß die Petition der Karelischen Minderheilen der dritten Subkommissian zur Untersuchung überwiesen wurde. Die Kom- Mission habe der Konserenz in der nächsten Sitzimg. also In einem Jahre, Bericht zu erstatten. Unter den Journalisten sahen si« auch Adobian.„Das ist unmöglich— da» ist unmöglich," keucht« er fassungslos,„meine Herren, dos ist der Tod, das bedeutet jetzt dort den Tod!" Di« Journalisten, die seine verzweisekten Anstrengungen schon seit Wochen oersolgt hatten, versuchten vergeblich, ihn zu be> ruhigen. Franklin ergriff den Arm Lucionis und zog ihn rasch mit sich fort. Si« schlenderten«in Stück durch die Straßen und kehrten dann langsam zum Hotel zurück. Franklin wählte einen Platz, von dem aus das Entres mit dem goldbetreßten Neger gut zu sehen war. Luciani wurde ungeduldig, aber Franklin rührte sich niiÄ- Eine öftere Dame von ehrwürdigem Aeußcren näherte sich jetzt dem Eingang und gab dem Reger einen Wink. Dann wechselte si« rasch ein paar Worte mit ihm und entfernt« sich unauffällig. Franklin machte Luciani darauf aufmerksam, daß diese Dame die Kammerfrau der Prinzessin sei. Luciani widersprach immer noch, aber nun führte ihn Franklin hinaus in den Garten, in«ine abseits gelegene kleine Gloirctt«, von der man einen Teil der Porterreloggien über- blicken konnte. Es dauerte kaum eine halbe Stunde, da sahen sie die ältere Dame wieder. Sie sühne den Neger durch den Garten und über die Treppe in eine der Loggien hinauf. Sie öffnet« die nach innen führende Tür mit einem Schlüssel und ließ den Neger eintreten, dann machte sie sofort kehrt und entfernte sich. Di« Tür schloß sich nicht sogleich, man sah durch einen Spalt in einen er- leuchteten Raum. Eine hohe Gestalt in Weiß, eine blonde Haar- kröne, bewegte sich aus den Neger zu. Dann schloß sich d-e Tür. „Der Vorhang ist gefallen, die Komödie geht an," sagte Franklin. Luciani schüttelte sich vor Ekel, ein kurzes, heiseres Schluchzen brach aus ihm heraus. Franklin saßte ihn unter und zog ihn energisch mit sich. Gerade als sie auf die Straße hinaustraten, hörten sie einen Schutz von der Palmenpromenad« her. Sie eilten hin, ein paar nächtliche Spaziergänger umstanden erschrocken einen Mann, der auf dem Rasen lag. Es war Adobian. Franklin beugte sich über ihn, er sah, daß alles vorbei war. Er nickte Luciani zu, der er- schüitert auf den Toten starrte. Sie warteten noch so lange, bis die Leiche weggebracht wurde. Dann wandten sie sich wieder langsam dem Hotel zu. Di« Bar war noch immer überfüllt, nur der Neger am Eingang fehlte. Die Jazzband tobte und heult«, es war, als ob Teufel spielten für Irrsinnige. �Berechtigte Ueb?rsctzung von Clcfan Zur.) Wkolas ,/lranyo}i: tWJf CftJ Wenn große Ereignisse der Menschheit, die Meilensteine der Entwicklung von dem Staub der Kulturgeschichte bedeckt werden, was mag sie wieder zu neuem Leben erwecken?— Ein blasser Schimmer der..dankbaren" Erinnerung, den Jubiläen, Jahrzehnt- und Jahrhundcrtscicrlichkeiten von sich ausstralstcn, das ist olles. Und auch das verschwimmt in Tagen und Wochen. Entschwindende, ferne Kometen der Menschheitsgeschichte, sie haben dann wieder«in Jahrhundert zu warten, bis ihr einstiges Gleißen in unserem Gedächtnis aufdämmert. Es gibt wohl nicht viel« Jahrhundertfeiern, die 25 Jahre anhalten. Ein solches seltenes Zentencmuim soll in diesem Jahre zu End« gehen. Seit einem Biertel Jahrhundert seiern wir dieses Jubiläum. Im stillen nur, kaum bemerkbar, ja, kaum daß es jemand wüßte. Gab es ddch viel wichtigere Dinge, die der Menschheii in dieser Zeitspanne den Atem raubten.... Allerdings, als vor 2Z Jahre» die Feier onfin& galt sie dem Entdecker und nicht der Entdeckung. Sie galt dem jugendlichen, 22 Jahre alten P')arnio»