Nr. 75. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Viertel: jährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Poft Beitungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. Vorwärts 13. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Grpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Jr. 1508 Telegramm- Adresse: nozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 28. März 1896. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3: Die Haftung wegen Verletzung mäßiger Ausübung dieser Aufsicht geiftestrante oder sonst uneiner Amtspflicht Entwurf arg enttäuscht sehen. Jedes dabei begangene Versehen, welches bei gehöriger Aufmerksamkeit und nach den Kenntnissen, die bei der Ver waltung des Amtes erfordert werden, hätte vermieden werden können und sollen, muß er vertreten." ihnen bleibt nichts er aus Im nur kontrollirt, der daher auch die Möglichkeit besißt, bei ordnungs geeignete Richter zu ermitteln und für die Gesammtheit unschädlich zu machen. Wo er dies unterläßt, hat er für den tach dem Entwurfe eines bürgerlichen Gesetzbuches. dadurch verursachten Nachtheil dem davon betroffenen Bürger Der Beamte, der den Schaden zugefügt hat, soll also bis zu Das natürliche Rechtsgefühl und die Würde des Staates aufzukommen, er tann ihn nicht an jenen Richter mit einem gewissen, von der Praxis zu seinen Gunsten ermäßigten erheischen, daß das durch die Organe des Staates begangene feinen Ansprüchen verweisen, denn das Publikum hat es Grade haften und auch dies erst, wie später bestimmt wird, wenn Unrecht durch den Staat selbst gefühnt werde." Dieser Say, nicht in seiner Wahl, vor diesem oder jenem Richter jeder andere Weg, zum Echadensersaße zu gelangen, erfolglos welcher einer Refolution des neunten deutschen Juristentages Recht zu geben und zu nehmen, sondern ist hierbei beschritten war. Wie aber, wenn er nichts besitzt oder aus sonst entnommen ist, fennzeichnet eine Forderung, deren Berechtigung von Einrichtungen und Anordnungen abhängig, auf die einem Grunde nicht vorgegangen werden kann? In Preußen so unbestreitbar ist, und deren Erfüllung daher so selbstverständ- es nie einen Einfluß haben kann. Ein solcher Anspruch gegen fühlt der Staat alsdann prinzipiell nicht die Verlich erscheint, daß man glauben sollte, jeder Staat, der darauf den verlegenden Beamten wird sehr häufig auch unrealifirbar pflichtung, seinerseits einzutreten ganz aus Anspruch erhebt, für einen Kultur- und Rechtsstaat zu fein, indem in den wenigsten Fällen das Vermögen deffelben zur nahmsweise übernimmt auf grund positiver Bestim gelten, müsse es als Ehrenfache betrachten, sich zu dieser Befriedigung ausreichen wird. Auch eine subsidiäre Haftung mung und in engen Grenzen eine subsidiäre Haftung. die auch selbst Pflicht zu bekennen. Und doch ist dies so wenig der Fall, daß des Staates, d. h. eine solche, die erst dann eintrete, wenn der Aber den angeführten Gesetzeses für fast jedes Landesrecht in Deutschland zweifelhaft ist, nicht betreffende Beamte den Schaden nicht zu ersetzen vermag, fann stellen sich ergebende Verantwortlichkeit der Beamten für die aus nur ob und wie weit der Staat für seine Beamten hafte, sondern als genügend nicht erachtet werden, zumal dem Geschädigten ihren rechtswidrigen Amtshandlungen sich ergebenden Vermögensauch wie weit diese selbst für das Unrecht und den Schaden ein- nicht zugemuthet werden kann, jahrelange Prozesse durch sämmt nachtheile finden nach feststehender Praxis auf den erkennenden zustehen haben, den sie in Ausübung oder in Mißbrauch ihrer liche Instanzen zu ziehen, bis er endlich, nachdem er wirthschaftlich Richter keine Anwendung, er haftet nur im Falle einer vorAmtsgewalt einem dritten zugefügt haben. Um so näher lag es vielleicht unheilbar ruinirt ist, an einen solventen Gegner fommt, fäßlichen Rechtsbeugung. Alle jene Beklagenswerthen also, für die Kommission zur Ausarbeitung des Entwurfes eines bürger- der wiederum, da der Fistus Gebührenfreiheit genießt, erst die die zahllosen ruinirten Existenzen, deren Unglück auf die Geisteslichen Gesetzbuches, eine geeignete Lösung des Problems zu suchen, Entscheidung des Reichsgerichts abwarten wird, bevor er auch frankheit des verstorbenen Brausewetter zurückzuführen ist, als übrig, allein wer in dieser Richtung auf Erfüllung seiner berechtigten nur einen Heller zahlt. Gnade zu bitten, Wünsche hoffte, wird sich durch den dem Reichstag vorliegenden Sehr einsichtsvoll ist nach dieser Richtung hin das öster ob vielleicht aus Barmherzigkeit ein kleiner Theil des Elends unrecht heraufbeschworen hat! Die Haftung des Beamten, die ,, Wenn ein richterlicher Beamter in der Ausübung feiner in einem solchen Falle ja auch völlig versagt wäre, tann selbst, richterlichen Wirksamkeit durch Uebertretung seiner Amtspflicht wo sie vom Gesetze statuirt ist, nicht genügen, denn eine einzige einer Partei eine Rechtsverlegung und dadurch einen Schaden ungefeßliche Polizeiverfügung, auch wenn sie nachträglich wieder zugefügt hat, gegen welchen die in dem gerichtlichen Verfahren aufgehoben wird, fann mehr Schaden anrichten, als sämmtliche vorgezeichneten Rechtsmittel eine Abhilfe nicht gewähren, Polizeipräsidenten des preußischen Staates aus ihrer eigenen so ist die beschädigte Partei nach Maßgabe dieses Gesezes Tasche wieder gut machen können. Der Staat ist es, der jene berechtigt, den Ersatz des Schadens mittelst Klage gegen den Beamten auf ihren Plah berufen, mit ihrer Machtvollkommen schuldtragenden richterlichen Beamten allein, oder gegen den heit ausgestattet und ihnen gegenüber die Bürger zum GeStaat allein, oder gegen beide zu beanspruchen." horsam verpflichtet hat. Er ist diesen letzteren für die Der österreichische Staat, der seine Verpflichtung zum Erfaße Auswahl der geeigneten Persönlichkeiten verantwortlich und auch des von den nicht- richterlichen Beamten durch rechtswidrige Amts- für den Schaden, welchen sie zu unrecht verursachen! Er hat handlungen begangenen Schadens schon früher anerkannt hatte, für diesen Schaden daher unmittelbar aufzukommen, und es kann dehnte diese mit der vorstehenden Vorschrift nun auch auf die von ihm überlassen bleiben, auf jenen schädigenden Beamten Rückihm angestellten Richter aus; es wird auch nicht verlangt, daß griff zu nehmen. zunächst, bevor er selbst belangt werden kann, jede andere Mög- Der Entwurf eines Bürgerlichen Gefehbuches enthält nun in lichkeit, den Schaden zu beseitigen, erfolglos erschöpft fei, den§§ 823 und 824 ein paar wunderschöne Bestimmungen über sondern er erklärt sich für haftbar, wenn die ordentlichen die Haftung der Beamten wegen Verlegung einer Amtspflicht, Rechtsmittel also bei uns Berufung und Revision wobei er sich im wesentlichen an das anschließt, was oben versagen. Im Falle Brausewetter wäre der zu unrecht Ber- als geltendes Recht in Preußen dargelegt worden ist. Aber urtheilte und Bestrafte in Desterreich wenigstens noch im stande, darüber, was unseres Erachtens die Hauptsache ist, nämlich über den Vermögensschaden wieder einzuholen, den er erlitten, indem die Haftung des Staates aus solchen Amtsverlegungen, schweigt er eine entsprechende Klage gegen den Staat anstrengt, und oft er vollkommen, und das Einführungsgesetz verweist im Artikel 75 find ja die pekuniären Nachtheile, welche sich an eine gerichtliche dieserhalb einfach auf die Landesgeseße, das heißt also, es bleibt Strafe indirekt knüpfen( Versäumnisse in der Erwerbstbätigkeit, alles beim alten! Die Materialien zu dem letztgenannten Ges Berluß der Stellung, Einbuße an geschäftlichem und gesellschaft setze meinen, über die Haftpflicht des Einzelstaates könne die betreffenden Landess lichem Ansehen, Benachtheiligung der Gesundheit) viel größer und das Reich ohne Eingriff in viel empfindlicher als die mit der Verbüßung einer Freiheitsverfassungen nicht bestimmen. Aber erftens hat die Reichsstrafe selbst verknüpften Uebel. gefeßgebung in zahlreichen anderen Fällen fein Bedenken Wie liegt nun aber die Sache gegenwärtig bei uns? Bei getragen, auch das öffentliche Recht der Einzelstaaten zu be der Antwort auf diese Frage werden wir uns füglich auf das rühren, sodann aber ist die hier vorliegende Frage ganz eminent preußische Recht im wesentlichen beschränken können, zumal seine eine zivilrechtliche und fast nur nebenher eine öffentlich rechtliche Bestimmungen für eine Reihe von Kleinstaaten vorbildlich ge- Seite und endlich auch wäre das Bedenken der Kommission, wesen sind. Das Allgemeine Landrecht schreibt in Theil II, selbst wenn es berechtigt wäre, sehr einfach zu beseitigen, inTitel 10, wo„ von den Dienern des Staates" gehandelt wird, in dem im Wege der Gesezgebung die Kompetenz des Reiches §§ 88 ff. vor: eine entsprechende Erweiterung erführe. Jezt, wo auf lange Wer ein Amt übernimmt, muß auf die pflichtmäßige Beit hinaus die Rechtszustände festgelegt werden sollen, tann Führung desselben die genaueste Aufmerksamkeit wenden. in feinem Falle aus rein Bedenken formalen bewahrt, rücksichtsvoll und mit feinem Takte schweigt, das nie berührt, was offenkundig und kein Geheimniß ist, weil dies andere verlegen und betrüben könnte, ja weil Sie mit Edelmuth durch Anhänglichkeit und thatkräftigen Beistand das zu verwischen suchen, was nicht ungeschehen zu machen ist. Sie haben mir mein verlassenes ödes Dasein oft zu tragen erleichtert, schenken Sie mir Ihren Schuh und Bei stand auch noch für die nächste Stunde." reichische Gesetz vom 12. Juli 1872, dessen erster Paragraph beseitigt werde, welches ein Organ des Staates über sie au lautet: The wir jedoch auf die in letzterem enthaltenen Bestimmungen über unser Thema eingehen, wird es sich empfehlen, den Kern diefer ganzen Frage selbst zunächst darzulegen und sodann den Standpunkt zu fennzeichnen, welchen das geltende Recht und im Anschlusse hieran die maßgebende Judikatur einnehmen. Dann erft läßt sich beurtheilen, welchen Werth das im Entwurfe Gebotene besigt, und welche Verbesserungen und Ergänzungen man wird verlangen müssen. Noch hat die Kommission des Reichstags, deren Beschlüssen voraussichtlich das Plenum in allen wesentlichen Punkten beitreten wird, zu den einschlägigen Bestimmungen des Entwurfs nicht Stellung genommen, so daß berechtigte Wünsche noch immer auf eine entsprechende Berücksichtigung werden hoffen dürfen. Das Problem Selbst besteht darin, daß der Staat verpflichtet sein soll, für allen rechtswidrigen Schaden, welchen seine Beamten im Dienste einem Dritten zugefügt haben, aufzutommen. Die innere Begründung dieses Verlangens ist in dem Umstande zu erblicken, daß der Staat dafür zu sorgen hat, daß die von ihm mit einer Amtsgewalt bekleideten Personen ihren dienftlichen Obliegenheiten sowohl in Hinsicht auf ihre Fähig teiten und Kenntnisse, als auch auf ihre fittlichen Eigenschaften gewachsen seien, um so mehr, als er ja durch seine Gefeße die Bürger zwingt, jenen Beamten unbedingt Folge zu leisten, ihren Verfügungen nachzukommen und ihre Entscheidungen über sich ergehen zu lassen. Ein unbilliges Verlangen freilich wäre es, wenn man den Staat zur Entschädigung heranziehen wollte wegen eines an sich erklärlichen und verzeihlichen Frrthums, denn einem solchen ist jeder Mensch unterworfen. Wohl aber muß verlangt werden, daß der Staat stets dann einzutreten habe, wenn seine Organe rechtswidrig gehandelt, wenn sie ungesetzliche Verfügungen erlaffen, ungerechte( nicht nur unrichtige) Urtheile gefällt oder sonst irgend eine Maßnahme getroffen haben, die sich dem Gesetze gegenüber als unzulässig er weist. Ob der schädigende Beamte der Verwaltung oder dem Richterstande angehört, muß dabei gleichgiltig bleiben, denn wenn auch die lettere Kategorie gefeßlich unabhängig ist und feine Weisungen über die Art der Rechtsprechung erhalten soll, so ist es doch der Staat wiederum, der sie einsetzt und 91 Clotilde. man heute war er noch nicht weiter als damals, aber heute ( Nachdruck verboten.) wollte er, mußte er reden mit ihr, wie es ihm ums Herze Große Neugierde erzeugt Selbstbeunruhigung," sagte stand. Theodor, blickte dann stumm, aber wie mit innerer Als er sie damals erkannte, erkannte er in ihr die an sicherer Zuversicht zum Fenster hinaus. einen anderen gebundene, abgehärmte, fast sterbende Frau, Wir müssen Clotilden von hier fortzubringen die er sofort verlassen und fliehen mußte, hente saß sie vor suchen, wenn wir sie nicht ganz verlieren wollen," ihm, ein schönes üppiges Weib, das frei und ledig war, erklärte die Oberförsterin. Baden erinnert sie immer entzückend durch den Schmuck prächtiger Gewänder, die frischen wieder an trübe Erlebnisse. So umständlich es für mich gesundheitsstrogenden Wangen und lebensfrohen Mienen, Da hielt der Wagen vor dem Hotel d'angleterre, ist und so schwer es mir wird, mich von hier eine mit weiblichen Tugenden so reich Begabte, die geliebte Rürdorf saß da wie vom Blitz getroffen. Er bewunderte zu trennen, so will ich doch noch heute mit den Zu theure Jugendfreundin, die ihn immer mehr fesselte, die er die tiefe Innerlichkeit seines schönen Gegenübers und ihre rüftungen zur Abreise beginnen, damit Clotilde sieht, ihr fürs Leben gern beständig ansehen könnte und möchte. Er Unnahbarkeit. Erst als der Portier den Wagenschlag geöffnet Vorschlag wird in Wahrheit von uns gewürdigt und aus wollte reden, aber in ihrem Anblicke ganz verfunken, ließ und er vor Clotilde herausgesprungen war, erwachte er, bot geführt. Auch ich habe jetzt eine unwiderstehliche Sehnsucht ihn die Verlegenheit nur das eine Wort finden: Clotilde! Clotilden seinen Arin, in den diese den ihren legte und nach dem Elternhause, vielleicht wird dort alles noch gut" Sie schien zu ahnen, was in ihm vorging, was er beide betraten das mit Pracht und Luxus ausgestattete damit blickte ste theilnahmsvoll auf ihren Lieblings- sagen wollte und unterbrach ihn mit den Worten: Entree des Hotels. Vom Chef des Hauses wurden sie in bruder. " Wie bin ich Ihnen dankbar, daß Sie in diesem Wagen den Speisesaal geführt. Clotilde und Theodor ließen " Da kommt schon der Wagen", rief Theodor und nun schon zum zweiten Male mein schützender Gefährte sind sich durch ihre Bisitenkarten bei Frau Palavi anmelden. wandte sich vom Fenster zurück, wie aber erstaunte er über und sich nicht von einer Verlassenen abwenden, deren Ver- Indeß hing Jedes von ihnen seinen eigenen die statliche Erscheinung, die plötzlich still eingetreten war. gangenheit jedem andern Schaudern abnöthigt." Gedanken nach. Theodor, der so gründlich Abgewiesene Clotilde in ausgewählt kostbarer Besuchstoilette stand vor ihm wie eine Fee, bezaubernd durch ihren geschmackvollen Anzug wie durch die schöne jugendliche Gestalt und rief ihm mit lächelnder gewinnender Miene zu: Ich bin bereit, tommen Sie." Theodor folgte sprachlos mit einer fast ungeschickten Verbeugung und half dann einer behende dahinschwebenden vornehmen Dame in den Wagen, die er wohl für seine Jugendliebe Clotilde Brambach, nicht aber für die verwittwete Frau Dr. Langenberg ansah. Clotilde," erwiderte er, ich trenne ja vollständig konnte in seiner Zerknirschung doch dieser hartherzigen diese Vergangenheit von Ihrer Person, ich habe Sie ja Clotilde eine gewisse Hochachtung über die feine Art, wie vorher gekannt, ich liebe Sie wie damals noch heute, sie seine wiederholte Werbung abgelehnt, nicht versagen, ja erinnern Sie sich doch an den herzlichen Blick, den ihr inniges Bekenntniß, daß sie ihn als ein Jdeal echter Sie mir damals auf der Eisbahn schenkten." Männlichkeit verehre und liebe, erhob und schmeichelte " Dringen Sie nicht in mich, Herr von Rürdorf, Sie ihn wieder, tröstete über die Niederlage und ließ ihn gingen in unserm Hause aus und ein, Sie kannten meine hoffen. Eltern, ich will nicht immer an die Sünden derselben er- Clotilde hingegen fühlte sich umkreist von banger innert sein, ich will feinem Manne mehr angehören, denn Furcht vor der Zukunft. Es war ihr, als sähe sie dort an er müßte mir ein Opfer bringen, wenn er verspräche, diese der Tafel das graue Gespenst des buckligen Franzosen Wieder saß er mit ihr in demselben Wagen, der einst Vorgänge zu vergessen. Zerstören Sie nicht das schöne sizen, der aus seiner blauen Brille die stechenden eine Ohnmächtige aufgenommen, wieder saß er jetzt ihr deal in mir, ich verehre Sie Sie u und liebe in Blicke grollender Augen auf sie warf. Hier in stumm gegenüber, damals konnte sie nicht sprechen, er Ihnen die echte Männlichkeit, die in unwandelbarer diesen Räumen, an dieser Tafel, war sie einst wußte ja auch nicht, wen er in den Wagen gehoben, und Treue dem einmal Erwählten Liebe und Anhänglichkeit auf ihrer Hochzeitsreise so überaus glücklich gewesen, allgeweln als unzulänglich Anerkanntes weiter fort- bestehen lassen. Auch Erwägungen finanzieller Art, wie sie bei der Diskussion unseres Themas nicht selten geäußert werden, können hier einen Einfluß nicht ausüben, dennZauch im bürgerlichen Leben kann niemand sich einer Rechtspflicht deshalb entziehen, weil die Erfüllung viel Geld kostet, am allerwenigsten darf dies aber der Staat, der ja dazu berufen ist, die Interessen seiner Bürger zu schützen und ihr Wohl zu fördern.— Die ftonsevoerkioe Vavkeileikung als AnKlÄgerin Das ist der thatsächliche Kern der jetzt erschienenen Broschüre des Obersten v. K r a u s e, der ausdrücklich bei Erwähnung der Protokolle des Partei-Ausschusses erklärt: „Die Einsicht in die Protokolle und die Benutzung derselben ist uns unter den obwaltenden Umständen freundlichst gestattet worden." Auf grund dieser Protokolle erhebt nun der Vorsitzende des Wahlvererns der Berliner Deutsch-Konservativen gegen Elöcker die Anklage, daß er in der Sitzung des Elfer-Ausschusses vom 18. Juni 1895 allein den Freiherrn von Hammerstein vertheidigt habe. Es heißt da: In der Sitzung des Elfer-Ausschusses vom 18. Juni 1395 lagen zwei Anträge vor, der eine von Herrn von Kröcher,„daß Freiherr von Hainmerstein bis zur Beendigung der Untersuchung ans den konservativen Fraktionen des Reichstages und des preußischen Abgeordnetenhauses auszuschließen sei"; der andere von Herrn von Levetzow,„daß der Freiherr von Hammerstein durch die Parteileitung zu veranlasse» sei, sobald als möglich aus der Partei auszuscheiden". Als hauptsächlichste Anschuldi- gungspunkte gegen Herrn von Hammerstein wurden angeführt: 1. Verwendung des Penstonsfonds der„Krenz- Zeitung"; 2. der Papierkontrakt mit dem Lieferanten Flinsch; 3. das Verhältniß zu der Flora Gaß; 4. das Verhalten gegenüber den Redakteuren der„Kreuz-Zeitung", insbesondere gegenüber dem Professor Dr. Kropalscheck. Nach dem vom Hofprediger a. D. Stöcker mit unterzeichneten Protokoll hat kein Mitglied des Elfer-Ausschusses die vorstehend genannten Anträge so lebhaft bekämpft wie gerade Herr Hosprediger a. D. Slöcker..... Er hielt einen Beschluß, avie er von Herrn v. Kröcher und Herrn v. Levetzow beantragt fei, noch für verfrüht. Seinen Informationen zufolge habe Herr v. Hammerstein den Pensionsfonds der„Kreuz- Zeitung" nicht in seinem persönlichen Interesse, sondern zum Ankan des„Deutschen Tageblatts" verwendet und hierzu die nachträgliche Zustimmung des inzwischen verstorbenen Ober- Präsidenten a. D. Freiherrn von Kleist-Retzow erhalten. Auch die Abmachungen mit dem Papierlieferanten Flinsch seien für Herrn v. Hammerstein nicht gravirend, da derselbe aus eigener Initiative eine Herabsetzung des Papierpreises, und zwar bereits zu einer Zeit erzielt habe, zu welcher das Kuratorium der „Kreuz-Zeitung" noch ohne Kenntniß von dem Vorgange gewesen. Er wünsche daher, daß ein Beschluß im Sinne der Anträge der Herren v. Kröcher und v. Levetzow jetzt noch nicht gefaßt werde, sondern daß man zunächst das Ergebniß des von Herrn v. Hammerstein gegen die Franksurler„Kleine Presse" an- gestrengten Prozesses abwarten möge." Nachdem andere Theilnehmer der Sitzung dem widersprochen hätten,„trat nochmals Herr Hofprediger a. D. Slöcker für Herrn v. Hammerstein ein und erklärte es für nicht richtig, Beschlüsse von feiten der Parteileitung gegen denselben zu fassen, so lauge nicht das Kuratorium der„Kreuz-Zeitung" gegen ihn vor- gegangen fei." „Gleichwohl wurde zum Schluß der Antrag des Herrn von Levetzow in der später von ihm verschärsten Form,„daß der Freiherr von Hammerstein durch die Parteileitung aufgefordert werde, binnen acht Tagen aus den konservativen Fraktionen der Parlamente auszuscheiden", von der Mehrheit angenommen.(Der Austritt erfolgte auf wiederholtes Drängen hin unter dem 5. Juli.) Zugleich wurde auf Antrag des Freiherrn v. Man- t e u f f e l«instimmig der Beschluß gefaßt:„Das Kuratorium der„Kreuz-Zeitung" ist aufzufordern, den Freiherrn v. Hammer- stein sofort von der Redaktion der„Kreuz- Zeitung" zu fuspendiren, widrigenfalls der Elfer-Anschuß gezwungen sein würde, seinerseits diejenigen Schritte zu ergreifen, welche derselbe für erforderlich hält, um die Scheidung zwischen der konservativen Partei und der von dem Freiherrn v. Hammerstein redigirten „Kreuz-Zeitung" herbeizuführen."(Die vorstehend verlangte Suspension erfolgte unter dem 4. Juli.)" Nach dieser Darstellung der Vorgänge in der Ausschußsitzung kleidet Herr v. Krause daS Ergebniß seiner Betrachtungen in die Worte:„Es gereicht der Parteileitung zur Ehre, daß sie sich durch die Einsprüche und Bedenken des Herrn Hofpredigers a. D. Stöcker nicht zu einer Verzögerung in der Stellungnahme gegen Herrn von Hammerstein hat bestimmen lassen. Wie es möglich war, daß Herr Etöcker überhaupt noch für Herrn von Hanmwr- stein eintrat, obwohl ihm die auch am 18. Juni wiederholt zur Sprache gebrachten Beschuldigungen wegen des Ver- hältnisses desselben mit der Flora Gaß bekannt waren, ist unS rälhselhaft. Schon im Februar vorigen Jahres bat er, wie er selbst in der„Deutschen Evangelische» Kirchenzeitung"(Jahrgang 1894, Nr. 47) geschrieben hat, Gerüchte darüber gehört und dann sofort Aufklärung gefordert. „Aber auch da", sagt er,„war nicht hinter die Wahrheit zu kommen, da alles schroff abgeleugnet wurde. Erst im Sommer habe ich erfahren, daß Freiherr v. Hammerstein seine Schuld ein- ohne zu ahnen, daß eine Treppe höher schnell ein furcht- bares Unglück über sie kommen könne und sich eine Gerichts- szene abspielen würde. Was hatte sie alles seit dieser Zeit erfahren? Was konnte die nächste Stunde noch dazu bringen? Ihr Gatte, ihre Eltern todt, ja selbst ihr Verfolger und Peiniger Palavi— oder war er nicht todt— ein Schauder durchrieselte sie— hörte sie nicht eben seinen Namen?„Signora Palavi erwartet Sie!" gellte es ihr nochmals in die Ohren, sie blickte auf, als wäre sie von einem beängstigenden Traume erwacht und befreit; Pepo, der junge Italiener, stand vor ihr, seine Meldung zu Theodor von Rüxdorf nochmals wiederholend. Dieser, als wäre er ebenfalls abwesend mit seinen Ge- danken und Plänen gewesen, ermannte sich, bot Clotilden seinen Arm, indem er leise zum Aufbruche mit den Worten mahnte!„Gehen wir". Clotilde nahm bereitwillig die ihr so willkommene Stütze an und schmiegte sich fest an den einzig ihr gebliebenen, jetzt so lieb und werthen kräftigen Beschützer; und Freund. Erst schwankte sie und wollte ihn bereden, garnicht da hinauf zu gehen, wo doch nur Unheil sie und ihn erwarten könne, aber Theodor suchte ihr diese Befürchtungen auszureden und gebot ihr, Muth zu fassen, ihrem Wahlspruche, stark zu sein, getreu zu bleiben. Das gab Clotilden ihre volle Fassung wieder. Sie folgten Pepo, dem Italiener, der ihnen die Thüre zu dem wohlbekannten Zimmer öffnete. Gleich darauf kam ihnen eine Dame entgegen, die sich in geläufig deutscher Sprache als Frau Apotheker Palavi vorstellte und die Eintretenden bat, Platz zu nehmen. Clotilde erinnerte sich, diese Dame beim Tode Palavi's in dessen Zimmer gesehen zu haben und jene Erinnerungen, wo sie noch an der Seite ihres Mannes Kranke besucht hatte, traten wieder lebhast vor ihre Seele, nicht ohne ein geheimes Bangen zu erzeugen, das aber durch die gefällige feine Art, gestanden hatte." Ob letzteres vor oder nach dem 18. Juni war, können wir nicht sagen. Es thut dies übrigens auch weiter nichts zur Sache. Jedenfalls waren die Beschuldigungen auch in diesem Stück gegen Freiherrn v. Hainmerstein am 18. Juni schon so stark, daß gerade der einzige Geistliche, der im Elfer- ansschnß saß, schon allein mit Rücksicht aus diese Beschuldigungen nicht für Herrn v. Hammerstein hätte eintreten dürfen. Zum mindesten hätte er. wenn er sich nicht entschließen konnte, gegen Herrn v. Hammerstein zu reden und dem Antrage des terrn von Kröcher oder von Levetzow zuzustimmen, in dieser ngelegenheit schweigen und sich nicht gegen diese Anträge er» klären müssen. Allerdings hat er(das Protokoll enthält nichts davon, wir haben es aber als selbstverständlich angenommen, und es ist uns auch bestätigt worden) das Verhältniß des Herrn von Hammerstein zu Flora Gaß— für den Fall, daß es auf Wahrheit beruhe— auch seinerseits auss allerschärsste ver- urtheilt. Aber er hat doch— in für uns unlösbarem Wider- spruch— trotz dieser und trotz der anderen Beschuldigungen Herrn von Hammerstein noch als Mitglied der konservativen Fraktionen der Parlamente erhalten wollen zu einer Zeit, da die Majorität des Elfer-Ausschusses die sofortige Entfernung desselben aus der konservativen Partei schon für unbedingt nölhig hielt." Anderes in der Broschüre—- die Brecher-Sache— ist daneben unwichtig. Gravirend sind diese Ausführungen sicher für Herrn Stöcker. Sie haben aber doch den Beigeschmack, als er- greise die konservative Parteileitung die günstige Gelegen- heit, einen christlich- sozialen Sündenbock für ihre eigenen Unterlassungssünden zu schlachten. Ein Vorwurf trifft Herrn Stöcker sicher in Sachen Hammerstein. Aber dieser Vorwurf unterscheidet sich doch nur durch eine wenig dunklere Nüance von dem. das aus allen den konservativen Parteiführern lastet. Zu spät haben sie sammt und sonders den Hammerstein abzuschütteln versucht; Herr Stöcker nur am allerspätesten. Aber daß diese Ordnungssäulen sich jetzt wieder den Hammerstein an die Frack- resp. Talarschöße zu hängen suchen— denn Adolf wird sicher mit einem tu quoguo herauspoltern— das ist der Humor von der Geschichte. ** Das Vorgehen der Konservativen gegen Stöcker hat übrigens schon in den eigenen Reihen eine Spaltung be- wirkt. Wie das„Volk" meldet, hat der konservative Bürgerverein„Friedrich- Wilhelm st adt" nach Anhörung seines Vorsitzenden Ehrecke am 26. März 1896 einstimmig beschlossen, ans dem deutsch- konservativen Wahlverein auszuscheiden, „da er sich dem Vorgehen eines Theiles des Vorstandes dieses Vereins gegen den Hosprediger a. D. Herrn Stöcker nicht anzuschließen vermag." Nebenbei ist diese Thatsache wieder ein interessanter Beweis für die Richtigkeit von Herrn Schönstedts Rechts- grundsatz:„Wenn zwei dasselbe thun, ist es nicht dasselbe." Ein sozialdemokratischer Verein sollte sich einmal unter- fangen, einem Wahlverein als Unterabtheilung beizutreten resp. aus ihm auszutreten.— z�olikifiche Berlin, 27. März. Das Herrenhans setzte am Freitag die B e r a t h u n g des Staatshaushalts-Etats fort. Die meisten Etats wurden ohne Debatte bewilligt, nur bei denjenigen Etats, bei denen ihre eigenen Interessen in Frage kommen, brachten die Junker, wohl weniger in der Hoffnung auf Berücksichtigung ihrer Wünsche, als weil sie ihrer alten Gewohnheit nicht untreu werden wollten, die bekannten Klagen vor. Der Hanptrnfer im Streit war auch heute wieder Graf Mirbach. Beim Etat der direkten Steuern beschwerten sich die Agrarier hauptsächlich über die Veranlagung des Grundbesitzes zur Vermögenssteuer und über die Veranlagung zur Ein- kommensteuer auf dem platten Lande. Eine gelegentliche Bemerkung des Grafen K l e i st gab dem Finanzmiuister Gelegenheit, einige interessante Daten mitzutheilen. Dr. M i q u e l führte aus, daß der Staat das Recht der Be- anstandung der Deklarationen haben müsse: allein im Jahre 1893 94 wären 70 pCt. aller Beanstandungen in Berlin begründet gewesen. Da bisher bereits 2500 Unter- suchungen wegen wissentlich unrichtiger Deklaration vor- gekommen seien, so habe er keinen Grund, die Zügel in dieser Beziehung lockerer zu lassen. Einen treff- lichen Beweis für seine parlamentarischen Fähigkeiten lieferte heute Graf P ü ck l e r- B u r g h a u s, der die Nothlage der Landwirthschaft von den großen Kommunikationsmitteln herleitete, die seit 50 Jahren geschaffen seien. Vielleicht stellt der Herr Graf demnächst einen Antrag auf Abschaffung der Eisenbahnen.— Beim M ü n z e t a t gab es insofern eine kleine Ueberraschung, als Gras Mirbach erklärte, er wie die Dame sie empfing, verscheucht wurde. Man sah der letzteren ihre große Weltkenntniß und hohe Bildung aus all' den kleinen Bewegungen und Bemerkungen an, mit der sie austrat. Zur Heilung körperlicher Leiden war sie viel gereist, in Deutschland, Frankreich, längere Zeit in Bädern gewesen und hatte endlich ihr Geburtsland England mit Italien wegen ihrer Verheirathung vertauscht, jetzt suchte sie in Baden- Baden Linderung für ihre Krank- heit. Die Wittwe Palavi, geborene Lady Sherman, die Schwester des Sir John Sherman war eine abgehärmte, schwächliche Gestalt, deren Körper der Auflösung enrgegen- Mgehen schien. Sie empfing das Paar mit überaus freudigen Rienen und erklärte, daß sie viel früher schon Clotilden benachrichtigt haben würde, wenn das Testament ihres Bruders nicht besondere Vorschriften bestimmt hätte. Dieses Testament besage, Sir John Sherman habe einst auf Drängen seiner Familie von der Ver- heirathung mit Georgine Boheimb zurücktreten müssen, weil dieselbe den Adel verloren hätte. Ihr Bruder John habe versichert, alles zu unternehmen, was Georgiuen's Familie den Adel wieder bringen müsse, und dazu sein Vermögen von 10 000 Pfund ausgesetzt, welches Georginen gehören sollte, wenn sie neu geadelt würde. Damals wären ihres Bruders John Bemühungen rundweg abgelehnt worden, weil der regierende Herzog in jenes un- glückliche Duell verwickelt war. Derselbe hatte sich als Prinz mit dem Lieutenant v. Boheimb, dem Großvater Georgine's, einst gezankt, diesen gefordert und war von diesem mit einer Armwunde abgeführt worden, was die Hofkamarilla sich nicht gefallen lassen konnte, sondern todt- schweigen mußte, und deshalb dem Lieutenant die Wahl zwischen lebenslänglicher Kasemattenstrafe oder Verbannung aus der Armee unter Verlust des Adels stellte. (Schluß folgt.) wolle trotz der günstigen Gelegenheit keine WährnngSrede halten. Aber auch die wenigen Ausführungen des Redners waren nach unserer Meinung überflüssig, da er nur all- gemeine Tiraden vorbrachte.— Beim E t a t d e r all- gemeinen Finanzverwaltung erläuterte de: Finanzminister Dr. Miquel unter einigen Sticheleien auf den von der Budgetkommission des Reichstages angenommenen Antrag Dr. Lieber nochmals seinen Lieblingsplan einer Finanz- reform, die eine reinliche Scheidung zwischen Reich und Einzelstaaten ermögliche. Er stellte eine Vorlage behufs dauernder Schuldentilgung in Preußen durch Schaffung eines sogenannten Ausgleichsfonds in Aussicht. Die Be- rathung des Etats, die heute noch nicht beendet wurde, wird am Sonnabend fortgesetzt. Außerdem stehen kleinere Vor- lagen auf der Tagesordnung.— Das Zeugnisszwangsverfahren gegen die„Saale- Zeitung" zeichnet sich durch besondere Eigenthümlichkeiten aus. Der Richter erklärte dem Redakteur Paulus: Der Herr Reichskanzler werde darüber zu bestimmen haben, ob und wann die Haft in Anwendung kommen solle. Am 21. sei dann dem Redakteur folgende amtliche Zuschrift zu- gegangen: In der Disziplinar-Untersuchungssache�wider einen noch un- bekannten Reichsbeamten wird Ihnen eröffnet, daß der Reicks- kanzler uns unterm 16. März 1896 ersucht hat, die gegen Sie durch diesseitigen Beschluß vom II. März 1896 angeordnete Haft zur Erzwingung Ihres Zeugnisses zu vollstrecken. Sie werden deshalb aufgefordert, die Haft bis zum 23. März 1396 im hiesigen Gerichtsgesängniß, Kleine Steinstraße 7/8, anzutreten, Halle a. S., den 19. Mär, 1396. Königliches Amtsgericht Vlll. gez. Wege. Wie die Verhängung der ZeugnißzwangShaft, steht auch die Vollstreckung lediglich dem Richter zu, der Reichskanzler hat dabei gar nichts zu sagen. Eine zweite noch größere Eigenthümlichkeit deS Ver- fahrens ist, daß der Reichskanzler aar nicht zur Vornahme der Disziplinaruntersuchung zuständig war, da der Beamte, der der„Saale-Zeitung" das Material geliefert, nicht Reichsbeamter, sondern Beamter eines kleinen Bundesstaates sein soll. Wir begreifen deshalb garnicht, wie man den Redakteur Paulus noch weiter in Zwangshaft belassen kann.—.„ Die„Köln. Ztg." dementirt, daß gegen sie em Zeugmß- zwangsverfahren eingeleitet ist. Warum wird das Ver- fahren gegen die„Saale-Ztg." mit der vollen Strenge des Gesetzes geführt und nicht gegen die„Köln. Ztg.", die doch weit mehr und weit wichtigere vorzeitige Veröffentlichungen auf ihrem Konto hat als die„Saale-Ztg."? Wohl des- halb, weil sie oft zu offiziösen Mittheilungen verwendet wurde. Auch hier wieder zweierlei Maß! Treffend sind die Bemerkungen der„Saale-Ztg.", die sie an die Feststellung des Thatbestandes anknüpft: „Fragt man sich nun, warum der Herr Reichskanzler die ganze Strenge des Gesetzes gegen die„Saale-Ztg." aufrufen zu müssen glaubt, so findet sich keine befriedigenve Antwort. Die Mittheilungen aus dem Etat waren richtig. Daß irgend ein Unglück dadurch angerichtet worden wäre, daß die- selben einige Wochen, bevor sie offiziell bekannt gegeben wurden. in der„Saale-Zeitung" erschienen, wird doch wohl niemand behaupten wollen. Es ist ja kein Geheimniß. daß die Mi- nifterien selbst sehr häufig Nachrichten in die offiziösen Blätter lanciren, ja daß verschiedene Blätter, z. B. die„Berl. Polit. Nachrichten", von diesen „vorzeitigen" Veröffentlichungen geradezu leben. Das bat der Herr Reichskanzler stets geduldet. Nie ist hier ein Zeugnißzwangsverfahren eingeleitet wor- den, obwohl es oft sehr folgenschwere Mittheilungen waren. Warum nun so gegen die„Saale- Zeitung" bei einer so irrelevanten Sache? Wie vom praktischen Standpunkte«in nutz- loses, ist dieses Verfahren vom moralischen Standpunkte ein sehr bedenkliches. Würde die „Saale-Ztg." diesem Zwange nachgeben, so würde sie dadurch vielleicht einen Beamten, der diese MittheUungen damals in gutemGlauben gemacht hat— und er konnte es ja auch, da f»>keine Geheimnisse enthielten— in eine arg bedrängteLage bringen, ihm möglicherweise seine Existenz gefährden. Es wäre das ein schwerer Ver- trauensbruch, dessen sich die„Saale-Zeitung" nie schuldig machen wird. Auch die Anwendung der äußersten gesetzlichen Zwangsmittel, die der Gesetzgeber in dieser Weise sicher nicht beabsichtigt halte, wird an diesem Entschlüsse nichts ändern." Herr von Stumm veröffentlicht im„Schleifstein" folgende Drohworte an Volk und Regierung im Deutschen Reich: „Der Führer der freikonservativen Fraktion im Reichstage wird, falls die seit langem in sozialpolitischen Dingen an ausfallender Schwäche krankende Reichs- regierung nicht endlich, und zwar gerade in der Frage der gewerblichen Berufsvereine sich fest und zuverlässig erweist, aus dem Reichstage ausscheiden und der weiteren Ent- Wickelung der Dinge von Hause aus in Ruhe zuschauen." Das ist ja ein fürchterlicher Schlag für das Deutsche Reich! Achilles zieht sich grollend in die Zelte zurück und die Umsturzmänner, die er bisher allein in Schranken gehalten hat, werden nunmehr bald die Schiffe der Ordnungs- stützen bestürmen. Aber lange wird's nicht währen, dann ruft die geängstigte Ordnungsschaar kniefällig ihren Helden zurück. Wir freuen uns schon darauf, wenn er, ihrem Flehen nachgebend, vom Walle des Halberges aus mit der Kraft von tausend Stieren wieder seinen Schlachtruf durch die deutschen Gauen gellen läßt!— Ein Helfershelfer des Peters hat sich als Eides« Helfer für den Mädchenhenker gemeldet— ein Freiherr von Pechmann. Er wisse alles, was Peters gethan und sei sein Helfershelfer in Afrika gewesen. Herr von Pechmann war nämlich Beisitzer des aus drei Kolonialbeamten gebildeten Peters'schen Schiedsgerichts, das am Kilimandscharo den Diener und die Freundin des Peters hängen ließ. Das erklärt völlig, daß Peters ihm ebenso unschuldig erscheint, wie er selbst dastehen möchte. Aber der Pechniann— er wohnt in Lüneburg— wird nun wohl m i t dem Peters zusammen sich über den Hänge- sport zu verantworten haben.— Ter österreichisch- ungarische Nusgleichsvertrag, der seit 1867 stets für 10 Jahre abgeschlossen wird, muß bis Ende dieses Jahres erneuert sein. Noch niemals stießen die Verhandlungen auf so große Schwierigkeiten wie diesmal. Bei den früheren Verhandlungen verstanden die Ungarn die Oesterreicher stets zu übertölpeln und denselben 7/io der Lasten zur Bestreitung der gemeinsamen Angelegenheiten, daS ist des Budgets der auswärtigen Angelegenheiten, des Kriegs- Ministeriums wie der Verwaltung von Bosnien und der Herzegowina zuzuweisen. Jetzt wollen die Oestmeichcr " tammern wird heute vom Reichs- Anzeiger" publizirt, - Der Gefeßentwurf betreffend dieHandelstammern wird heute vom Reichs- Anzeiger" publizirt. P Wien, 27. März. Abgeordnetenhaus. Der Eisenbahnminister legte einen Gefeßentwurf vor, betreffend den Anauf der Nordwestbahn und der füdnordWien, 27. März. Das Abgeordnetenhaus hat sich bis zum 14. April vertagt. Ungarn. Budapest, 27. März. Das Geschworenen- Gericht verurtheilte den Priester Fuß zu vierzehntägigem Arrest und zu einer Geldstrafe von fünfzig Gulden, weil er den Kaufmann Adler in böswilliger Weise des Ritualmordes beschuldigt hatte. Schweiz. Fabrikanten und Behörden wurde er unbequem und deshalb erKläusler lebte in Basel und arbeitete im Elsaß. Den dortigen folgte die Ausweisung. Frankreich. Antananarivo, 12. März.( Reuter"-Meldung.) Bon der französischen Regierung find Verfügungen eingetroffen, welche die Erlaubnißscheine zur Ausbeutung der Minen in Madagascar, welche im vorigen Monat ertheilt worden sind, für ungiltig er= tlärten. Solche Erlaubnißscheine würden nur an Franzosen ertheilt. Viele englische Minenarbeiter, welche erst an d. Blos 58 pet. Bezahlen, fo baß die Ungarn 42 pt. 1 Ausprägungen der Reichs- Gold- und Silbermünzen wurde Kennt wohl im eigenen Intereffe, wie auch im Interesse der Allzu zahlen hätten. An diesem Vorschlage tönnen niß genommen. Außerdem wurde über die dem Kaiser wegen gemeinheit. Der beabsichtigte Zweck ist erreicht worden. die Verhandlungen scheitern, was eine weitere Trennung Besetzung einer Senats- Präsidenten und einer Rathsstelle beim Hoffentlich ziehen die Militärverwaltungen, und auch die der beiden Reichshälften bedeuten würde, denen nur der Reichsgericht zu unterbreitenden Vorschläge sowie über die Ver- föniglich preußische, aus diesen Borgängen die fich von selbst ergleiche Souverän als gemeinsames Band verbliebe. gebung von Arbeitsplägen bei der zoologischen Station in gebende Konsequenz, daß Mittheilungen über Mißstände in der Militärverwaltung für sie nicht blos dazu da find, Strafanträge Hierzu wird es freilich nicht kommen. Der Kaiser Rovigno und über verschiedene Eingaben Beschluß gefaßt. - Organisation des Handwerks. Die dem zu stellen, sondern in erster Linie als Anregung dafür zu dienen wird alles baran setzen, daß der Ausgleichsvertrag zu stande Reichstage zugedachte Vorlage betreffend die Organisation des haben, daß die gerügten Uebelſtände beseitigt werden. Allein tommt und wahrscheinlich wieder die von der Krone ab- Sandwerks wird, wie man meldet, frühestens Ende April dem an die Unfehlbarkeit eines Menschen oder einer Berwaltung hängigen Desterreicher zwingen, zu gunsten des stärkeren Reichstage zugeben. Die Ausarbeitung im Handelsministerium glaubt heute fein Bernünftiger mehr, selbst wenn sämmtliche ungarischen Parlamentarismus nachzugeben. ist durch die Erkrankung des Referenten, Geheimen Ober. Staatsanwaltschaften diefes Dogma au stüßen bereit wären.Frankreich. Das Ministerium Bourgeois hat in der Regierungsrath Dr. Sieffert, verzögert worden. Bon anderer München, 27. März. Die Kammer der Abgeord Einkommensteuerfrage einen Siegerfochten. Seite wird in Frage gestellt, ob die Vorlage überhaupt noch in neten hat sich heute bis auf den 18. April vertagt.Allerdings nur mit geringer Majorität, aber, wenn schon dieser Session eingebracht werden dürfte. Desterreich. in dieser Kammer sich eine Majorität gefunden hat, so wird in der nächsten Kammer die Majorität eine weit größere sein, denn im Lande wird die Bewegung zu gunsten der gemplin wird uns aus Templin geschrieben, daß die Kon- Deutschen Verbindungsbahn für den Staat. -8ur Reichstags Grfahwah! in Ruppin. Einkommensteuer von Tag zu Tag stärker. Die Boffische fervativen große Mühe hatten, einen Durchfallstandidaten auf Beitung" meint, das Kabinet habe seinen Sieg nur durch zutreiben. Nachdem die Herren Landtags- Abgeordneten Lamprecht Preisgabe aller Einzelheiten" erreicht, und nichts ge- und Quast- Radensleben die ihnen angebotene Kandidatur ent wonnen, als daß sie den platonischen Grundsatz der Ein schieben abgelehnt hatten, erklärte sich endlich Herr von Arnimtommensteuer rettete". Aber wir dächten, das wäre die Wellenau in einer am 26, d. M. abgehaltenen Bersammlung der Hauptsache. Auf den Grundsah" kommt doch konservativen Vertrauensmänner des Wahlkreises bereit, bei der mehr an als auf die Einzelheiten. Und der Spott über bevorstehenden Ersatzwahl als Durchfallskandidat aufzutreten. den platonischen Grundsatz" ist echt national- Erminister und Oberpräsident Butttames liberal. Die Konzession der Regierung bestand darin, daß in Opposition. Unfer alter Buttkamer, ein Verfechter der Bern, 27. März. Der Nekurs des von der deutschen Refie die Frage der Einkommen- Abschägung( Selbsteinschäßung Autoritätsprinzips wie fein zweiter, so lange er Minister war, gierung wegen agitatorischer Thätigkeit in der Arbeiterbewegung oder amtliche Schäßung) der Budget- Kommission überwies. für die Provinz Pommern eine Ansprache gehalten, in der er einen Antrag des Bundesrathes abgewiesen worden, da eine Verlegung bat am 24. d. in der ersten Sigung der Landwirthschaftskammer aus Elsaß- Lothringen ausgewiesenen Schweizers Kläusler ist auf Der Antrag Guillemet, die Einkommensteuer zu verbiretten Angriff gegen den landwirthschaftlichen des Niederlaffungsvertrages nicht vorliegt. werfen, wurde gestern unter großer Aufregung mit 288 minister v. Hammerstein unternahm. Nach dem Bericht gegen 272 Stimmen abgelehnt, worauf der Antrag der N. Stett. 3tg." fagte Oberpräsident v. Puttkamer:" Der auf Einführung der Einkommensteuer, nebst einem jene jezige Augenblick sei für das landwirthschaftliche Gewerbe ernst Konzession enthaltenden Amendement mit 285 gegen 276 und trübe. Der Druck wolle noch immer nicht weichen. Es be Stimmen angenommen wurde. Eine sehr knappe fänden sich diejenigen, die diesen Druck leugnen Majorität, jedoch ausreichend, jedoch ausreichend, um dem Ministerium oder ihn für einen vorübergehenden halten, in das Weiterregieren zu ermöglichen. Es wird jetzt einem verhängnißvollen Frrthum." die baldige Bertagung der Rammer herbeizuführen suchen Aussprache des aktiven Landwirthschafts- Ministers.Selbstverständlich bezieht sich diese Kritik auf die bezügliche und bei den bevorstehenden Gemeindewahlen den Herren Reaktionären das Spiel verderben. Gelingt v. Wagdorf hat in der Sitzung der Ersten Kammer vom 25. d. M. 3ur Reichsfinanzreform. Der Finanzminister dies- fitzen die Radikalen und Sozialisten in den Ge- gelegentlich von Grörterungen über das finanzielle Verhältniß meindevertretungen fest, dann kann das Ministerium Sachsens zum Reich mit Befriedigung erklärt, daß die finanzielle unbesorgt die Kammer auflösen. Lage Sachfens zum Reich günstig sei. Er müsse das gegenüber so oft gehörten gegentheiligen Behauptungen besonders betonen. Für die bevorstehenden Rammerwahlen Diese Erklärung verdient in anbetracht der gar nicht zur haben die Sozialisten Brüssels mit den Radikalen ein Bündniß Huhe kommenden Miquel'schen Finanzphantasien besondere Be- abgeschlossen, dessen Kosten die Liberalen zu tragen haben. In anderen Theilen des Landes gehen die Sozialisten ganz auf eigene achtung. Faust vor. Wenn einige optimistische Sozialistenfresser hieraus Donau Ober- und Donau- Elbe Kanal. den Schluß ziehen, es sei zu einer Spaltung" gekommen, so An die sächsische Regierung ist, wie wir dem Berliner Tage- wollen wir den Herren diesen tröstlichen Glauben nicht blatt" entnehmen, die Verständigung gelangt, daß auf grund nehmen, Denkfähige aber daran erinnern, daß die belgische Monats Mai eine technische Konferenz in Dresden über die be- ben verschiedenen Landestheilen stets in taktischen Fragen den einer Vereinbarung zwischen Berlin und Wien im Laufe des Sozialdemokratie, bei der Ungleichartigkeit der Verhältnisse in fannten Bauprojekte des Donau- Oder- Kanals und Donau- Elbe- lokalen Bedürfnissen Rechnung getragen und von straffer ZenKanals zusammentreten wird. Zur Konferenz werden außer den tralisation abgesehen hat. Auch die Hoffnung, welche unfere staatlichen Delegirten und den hervorragendsten Wasserbau- Gegner auf einige„ Junge" in Lüttich seßen, ist auf Sand ge Technikern auch Autoritäten auf zollpolitischem Gebiete zugezogen baut. Die fraglichen Jungen" sind zwei oder drei Schwadroneure werden. ohne jeglichen Einfluß. Vor 10 Jahren waren die Schwadroneure Altona. Wegen Vergehens gegen§ 130 des Strafgesetzbuchs in Lüttich noch obenauf sie sind aber nachgerade so gut wie ( nreizung zu Gewaltthätigkeit) ist gegen die Ge- ausgestorben. noffen Heinrich und Ludwig eine Untersuchung eingeleitet worden. Italien. Des ihnen zur Laft gelegten Vergehens sollen sie sich dadurch Rom. Der aus Afrika zurückgekehrte General Ellena er Zur egyptisch- fudanefischen Frage. In England schuldig gemacht haben, daß sie die letzte Nummer des flärte, noch niemals habe eine so schlecht organisirte, disziplinirte trägt die Regierung große Gemüthsruhe zur Schau. Jm Süddeutschen Postillon" vertauft haben, in welcher und genährte Armee wie die italienische bei Adua eine FeldUnterhause erklärte der Unterstaatssekretär Curzon, die angeblich ein aufreizender Artikel steht. schlacht aufgenommen. Die Leitung des Heeres sei so jämmerRegierung habe von der Pforte keinen Protest gegen die Die Bremische Bürgerschaft hat mit Ausnahme lich gewesen, daß man weder Karten noch irgendwelche TerrainNilexpedition empfangen. Der Sultan habe sich über den der Einkommensteuer alle Steuergefeße in dauernde verwandelt fenntniß hatte. Daß es nicht noch schlechter gegangen, sei ein Charakter der militärischen Operationen gegen die Derwische und so dem Senat gegenüber auf die Rechte der alljährlichen Wunder. erfundigt, es feien infolge dessen Aufklärungen gegeben Steuerbewilligung verzichtet. Vernünftiger ist der Beschluß der worden. Von dem beabsichtigten Vormarsch sei der Bürgerschaft, St. Sedan nicht mehr öffentlich zu feiern, sondern türkischen Regierung vorher feine Anzeige gemacht zuzuwenden. die hierfür alljährlich bestimmten Gelder künftighin den Veteranen worden. Es sei nichts unternommen oder in Aussicht Erfurt. Wieder eine verkrachte Zeitungsgründung. Der genommen, was die Kompetenz des Khedive überschritte. evangelische Arbeiterverein hat in seiner Generalversammlung be Die Regierung habe keine Information über die Abstim- schlossen, die sogenannte Arbeiterzeitung" mit dem 1. April d. J. mung der Kommissare der egyptischen Schuldenkasse. Bei eingehen zu lassen. Das ist ein übles Zeichen für die versuchte den bisherigen Entscheidungen über Ausgaben aus dem Propaganda der Chriftlich- Sozialen unter den Arbeitern. Reservefonds sei aber nie angeregt worden, daß die Mehrheit nicht hinreiche. Es gebe verschiedene Präzedenzfälle für die Majoritätsabstimmung, was als das gewöhnliche Berfahren anerkannt sei. Aber das heißt ja die Wahlen beeinflussen!" ruft hier vielleicht irgend ein Reaktionär. Nein: nicht die Wahlen beeinflussen, sondern blos verhindern, daß die Reaktionäre fie beeinflussen, wie sie es bisher in der schamlosesten Weise gethan haben. Jedenfalls war der gestrige Tag ein bedeutsamer Triumph der Demokratie in Frankreich. Die Herren Reaktionäre werden sich natürlich nicht für besiegt geben. Allein die Niederlage, welche sie Tags zuvor in dem Prozeß Dupas erlitten, hat ihnen zwei ihrer Häupter gekostet. Ribot und Loubet, zwei Panamisten Ministerchefs, sind in diesem Prozeß auf der Strecke" geblieben. Herr Bourgeois, der sich als sehr guter Taktiker erwiesen hat, wußte was er wollte, als er Arton sich ausliefern ließ er hat dadurch die Panamisten ihrer Hauptführer beraubt. " kürzlich dorthin gekommen feien, verließen infolge dessen das fürzlich dorthin gekommen feien, verließen infolge dessen das Belgien. Die im Senat zur Sprache gekommene Affaire ber angeblich verschwundenen Dokumente über die Rapitulation von Matalle( bekanntlich behaupten die Gegner Crispi's, derselbe habe für die Freilassung Galliano's und seiner Leute ein be deutendes Lösegeld bezahlt), rust peinlichste Sensation hervor. Spanien. Madrid, 27. März. Die Blätter ermahnen die Regierung, trotz der günstigen Wendung der Stimmung im amerikanischen Kongreß die nöthige Flottenstärke bereit zu halten, um die Rechte Spaniens quf Kuba eventuell nachdrücklich vertheidigen zu tönnen. Türkei. Kreta. Nach in Athen eingegangenen Privatdepeschen hat Stellen soll angeblich voller Aufruhr herrschen. Es sind sich die Lage auf Kreta wieder verschlimmert. An mehreren bereits mehrere Kriegsschiffe und starke Truppentransporte nach dort abgegangen. Eschwege, 25. März. In der Klage des Abgeordneten straut gegen 48 nationalliberale Wähler und Bürger unserer Stadt wegen Beleidigung entschied das hiesige Amtsgericht nach eingehender Verhandlung, daß sämmtAndererseits wird aus Paris berichtet: Das Pariser freizusprechen seien; der Privattläger Abg. Jstraut hat die liche Angeklagte nichtschuldig und deshalb von Strafe und Kosten Syndikat der Inhaber egyptischer Schuldtitres hat Kosten und die den Angeklagten erwachsenen Auslagen zu tragen. sofort beschlossen, die Kommission und die Minister für Die Beleidigung sollte in einem von jenen 48 Herren mit unter diese Bewilligung verantwortlich zu machen. Der Minister zeichneten Flugblatt enthalten gewesen sein, das im letzten Wahldes Auswärtigen Berthelot soll am Montag in der kampfe, Februar 1894, von nationalliberaler Seite verbreitet Tientsin, 25. März.( Times".) Nach aus Peking einKammer über die Konsequenzen der Abstimmung in der worden war. Die Urtheilsbegründung sicherte in erster Linie gegangenen Nachrichten widersetzen sich die französische Regie Kommission für die egyptische öffentliche Schuld interpellirt Straf- Gefehbuches zu und hob hervor, daß die beanstan- Lihungtfchangs, ben Arzt Irwin als Leibarzt nach Europa mit. den Angeklagten den Schub des§ 193 des Reich 3. rung und der russische Gesandte energisch der Absicht deten Aeußerungen die Grenzen der Wahrung berechtigter Inter- zunehmen, weil derselbe englischer Unterthan ist. Sie drohen, sie effen nicht überschritten hätten und eine Absicht der Beleidigung würden demselben nicht gestatten, französisches oder russisches nirgends vorliege. Es sei nur klar und deutlich gesagt worden, Gebiet zu betreten. wir wollen keinen Antisemiten mehr haben". werden. Die Matabili, der Sulustamm, deffen Gebiet den Haupttheil des Spekulantenreiches des Herrn Cecil Rhodes in Südafrika bildet, haben sich, wie bereits gestern eine Depesche meldete, gegen die sie ausbeutende Gesellschaft erhoben. Ueber den Fortgang der Sache liegen folgende Meldungen vor: " Die Kontrolle in den Oftafien. Amerika. Washington, 27. März. Der neuernannte Ronferenz- Ausschuß, aus je drei Mitgliedern des Senates und des Repräsen tantenhauses bestehend, hat in der gestrigen Nachtsihung die vom Senat bereits angenommene und wiederum an den KonferenzAusschuß zurückverwiesenen Beschlüsse betreffs Anerkennung der tubanischen Republit als triegsführende Macht end giltig bestätigt. Jetzt ist die Stellungnahme des Präsidenten Cleveland zu diesen Beschlüssen abzuwarten. Afrika. Dresden, 25. März. Der sozialdemokratische Antrag auf Das englische Kolonialamt erhielt ein Telegramm aus Abschaffung des Schulgeldes wurde, wie alljährlich, auch heute Buluwayo, der Hauptstadt des Matabili- Gebietes, vom vom sächsischen Landtage abgelehnt. 26. März, in welchem mitgetheilt wird, daß sieben Weiße im Der Werth der Presse bei der Aufdeckung Schangani Distrikte getödtet und verwundet worden von Mißständen in der Militärverwaltung find, vier werden vermißt. Die Eigeborenen haben nicht geht aus der folgenden Mittheilung der Münchener Poft" flar viele Gewehre. Die in Schangani verbliebenen Weißen in hervor: Diverse Küchen- Unteroffiziere und Röche Stärke von 25 Mann haben sich in einem Lager verschanzt. sind direkt nach dem( Menage) Prozeß abgelöst worden; einer Eine Abtheilung von 50 englischen Soldaten ist auf dem Anzahl bisheriger Lieferanten wurden die Verträge Marsch mit dem Befehl, wenn möglich, den Medizinmann, get ündigt und die Geschäftsverbindung mit denselben innerEnglische Nachrichten aus Pretoria be. Gwelo werden Vertheidigungsmaßregeln getroffen. Es ist Küchen ist jetzt ganz vorzüglich und die Menage gegen ein neues Truz- und Schuhbündniß mit dem welcher den Aufruhr angestiftet hat, gefangen zu nehmen. In halb vierzehn Tagen gelöst. zeichnen die Lage dort als sehr ernst. Präsident Krüger habe nicht wahrscheinlich, daß Buluwayo von den Aufrührern jetzt früher ausgezeichnet. Beim Infanterie- Leib- Regiment find Dranjefreistaat geschlossen. die Fleisch portionen mertlich größer geworden, die Der Präsident des legtangegriffen werden wird. genannten Staates, Steyn, sowie der transvaalische Kapstadt, 27. März. Der Forschungs Reisende Suppen und Gemüse schmecken nun Jedermann. Es Selous begiebt sich sofort von Buluwayo aus mit zahlreichen war auch die höchste Zeit, daß durch den Menageprozeß ein Vollzugsrath riethen Krüger angelegentlich an, nicht nach Streitkräften in das aufständische Gebiet. Zwischen den Auf- Anstoß gegeben wurde, der Mannschaftsverpflegung größere von England im Berein mit anderen Mächten verbürgt haben. England zu reifen. Transvaal wolle seine Unabhängigkeit ständischen und einer gestern von Buluwayo aufgebrochenen Beachtung zu schenken, denn zurzeit des sensationellen von England im Verein mit anderen Mächten verbürgt haben. Batrouille hat 25 Meilen von Buluwayo entfernt ein Zu- Schwurgerichts. Prozesses lagen von dem ge- Man muß indeß diese Schwarzmalerei der englischen Chauvinisten. Die Buren rüsteten sich im Freistaate wie in der Kapkolonie. sammenstoß stattgefunden. Cecil Rhodes ist gleichfalls nach einem Tage furz vor der Verhandlung hatte das Lazareth einen nannten Regiment ca. 400 Mann im 2azareth. An blätter nicht zu ernst nehmen. Buluwayo abgereift. 3ugang von 150 Mann; eine Kompagnie lieferte über 40- Das Schiedsgericht für die Entscheidung des Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. In Batienten. Mit Ausnahme der Scharlach franken flagten fast alle englisch portugiesischen Delagoabay Ronflitts tritt am Hannover wurde die Haushälterin Bitime Helene Batienten über Unterleib 3. und Magenbeschwerden 31. März in Lausanne zusammen. Schlacht von der Straffammer des Landgerichts in der und wurde die Ursache der Massenerkrankung von den Sigung vom Montag, den 23. d. M., zu 4 Monaten Ge Mannschaften der Menage zugeschrieben. Dies ist fängniß verurtheilt. Die Verhandlung fand bei verschlossenen um mit dem Schwurgerichtspräsidenten zu reden Thüren statt. * felbft % Parlamentarisches. verständlich„ Laienmeinung" und werden die Autoritäten sicher Der Antrag Lenzmann zur Gewerbenovelle gegen noch einen anderen Krankheitserreger entdecken. Darum tons das Feilbieten durch Kinder an öffentlichen Deutsches Reich. statiren wir lediglich die Thatfache und überlassen es unseren Orten wird in der dritten Lesung die nachfolgende Fassung Der Bundesrath hat in der am 26. d. M. ab- Lesern, über den Vorgang sich ein Urtheil zu bilden. Die Haupt- erhalten: gehaltenen Plenarsizung, abgesehen von den in der letzten sache ist, daß mit einem Schlage infolge des Menage- ,, Kinder unter 14 Jahren dürfen, auch wenn eine Bestimmung Nummer erwähnten Beschlüssen, die Gefeßentwürfe über die Fest- prozesses die Kost besser wurde und neue Er nach Absah 1 nicht getroffen ist, nicht auf öffentlichen Wegen, stellung des Reichshaushalts- Etats für 1896/97 und über die trantungen nicht mehr vorgekommen sind. Straßen, Blägen oder an öffentlichen Orten oder ohne vorAufnahme einer Anleihe für Zwecke der Verwaltungen des Das Blatt theilt weiter mit, daß Untersuchung eingeleitet gängige Bestellung von Haus zu Haus feilbieten. Reichsheeres, der Marine und der Reichs- Eisenbahnen, sowie ift, wenigstens wurde ein im Menageprozeß als Zeuge aufgetretener Die Ortspolizeibehörde ist befugt, soweit in bestimmten den Gesezentwurf über die Feststellung des Haushalts- Etats Mann dieser Tage nach dieser Richtung hin kommissarisch vernommen. Gegenden ein derartiges Feilbieten durch Kinder herkömmlich ist, für die Schutzgebiete für 1896/97 in der vom Reichstag beschloffenen Die Situation hat sich also wesentlich verändert und der gegen für diese Gegenden und für bestimmte Zeitperioden, welche in Faffung angenommen. Von den vorgelegten Uebersichten über die Münchner Post" inszenirte Prozeß eine von den Anklägern einem Kalenderjahr zusammen 4 Wochen nicht überschreiten die auf den deutschen Münzstätten im Jahre 1895 erfolgten nicht erwartete Wendung genommen. Wir freuen uns dessen so- dürfen, die vorstehende Bestimmung außer fraft zu sehen." " ( Parket- Nachrichten. Bei der Gemeinderathswahl im Dorf Borne im Kreis Calbe erhielt in der dritten Wählerklaffe unser Genosse Brüning 38 Stimmen, sein Gegner blos 10 Stimmen. Der Neuen Wurzener Zeitung" ist von den Parteigenossen in Wurzen in öffentlicher Versammlung mit allen gegen fieben Stimmen der Charakter als Parteiorgan entzogen und dafür beschlossen worden, am 1. April die„ Leipziger Volkszeitung" als Parteiorgan des 11. fächsischen Reichstags- Wahlfreises einzuführen. Ursache sind Differenzen, die zwischen dem Inhaber der Buchdruckerei der„ Neuen Wurzener Zeitung" und dessen Gehilfen entstanden sind. Gewerkschaftliches. Ifigen jest ba mit bidem Brummschädel; bie Rundschaft brängt, das Wetter ift großartig zur Ausführung all der Arbeiten, die zurückgestellt werden mußten, und die Gehilfen haben Zeit zum Warten. An die Tabakarbeiter Berlins und Umgegend. Nachdem die am Sonntag stattgehabte Versammlung der Tabatarbeiter beschlossen hat, in eine Lohnbewegung einzutreten, In Erfurt ift die Malerbewegung fiegreich beendet. Nur Aus Sachsen. In Wurzen faßte eine Parteiverfamm- und gleichzeitig die Kommission mit den vorbereitenden Schritten der Meister Gerlach hat nicht bewilligt. Die Dekorationsmaler und Anstreicher Düsseldorf 3 bes Tung des 11. fächsischen Reichstags- Wahlkreises nach dem Vortrag beauftragt hat, wird diese Kommission in der VersammSchoenlant's aus Leipzig folgende Resolution: Die ung am Sonntag, den 29. März, im, Schweizer schlossen, nachdem die Innung alle Forderungen abgelehnt hat, 2c. Versammlung erklärt sich mit dem Referat des Genossen Garten" Bericht erstatten und den Minimal- Lohntarif daß mit den Meistern einzeln verhandelt werden soll. Hilft Schoenlant Leipzig für Mandatsniederlegung der Genossen im zur endgiltigen Beschlußfassung unterbreiten. Wir ersuchen des- auch das nicht, so soll in den Streit getreten werden. In Bielefeld haben 5 Meister mit 14 Gehilfen die fächsischen Landtage einverstanden und wünscht, daß ihre Dele- halb sämmtliche Zabatarbeiter und Zabatarbeite. girten eine dem entsprechende Haltung auf der Landestonferenz rinnen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Ganz be- Forderungen bewilligt. 28 Maler erhielten auswärts Arbeit, 6 jüngere einnehmen." sonders ersuchen wir die Zigarrenfortirer und sind freiwillig abgereift, 12 zugereifte gingen ebenfalls wieder Im Lefeverein in Raiz, einem Dorfe bei Dresden, waren Sortirerinnen, in dieser Versammlung ihre Stellungnahme fort; Bahl der Streitenden am Orte: etwa 30. In Dresden haben bis jetzt 43 Prinzipale die Forde fämmtliche bei der Besprechung anwesende Parteigenossen darin zu dieser Lohnbewegung fundzugeben. Die Kommission. einig, daß unsere Abgeordneten auf ihrem Poften auszuharren An die Maler und Berufsgenossen Berlins! Bei der rungen bewilligt. Streitbrecher sind nur ganz vereinzelt vorhätten bis zum letzten Augenblick. Die Delegirten zur Landes- Firma J. Bodenstein haben am Freitag zirka 40 Mann, die gekommen. konferenz sollen aufgefordert werden, für Beibehaltung der Man in der Ausstellung„ Kairo" beschäftigt waren, die Arbeit eingegebruckten Lohntarif vorgelegt, worin der Behustundentag und Die Maler in Blauen i. V. haben den Meistern einen date und fernere Wahlbetheiligung einzutreten. stellt. Bis jetzt sind unsere Forderungen von rund 200 Firmen mit 1600 Arbeitern bewilligt. Um ben Sieg vollständig zu für jeden ausgelernten Gehilfen ein Minimallohn von 35 Pf. machen, ist es nöthig, daß sich auch die Kollegen der Bewegung pro Stunde gefordert wird. Der Tarif soll am 15. April in traft anschließen, die das bisher noch unterlassen haben. Es ergeht treten und ein Jahr Giltigkeit haben. In 3 wickau hat der Obermeister der Innung der Lohn deshalb an die in den Werkstätten von Gilers, Röhn, Hafenplay, Edler, Friedrichstraße, Boguth u. Geul, tommission der Gehilfen betreffs deren Forderung nach 35 Pf. Lange, Elfäfferstraße, 3 a ch memsty u. Sobotta, F. G. Minimal- Stundenlohn ausweichend geantwortet. Man wolle Becker, Kappstein, Gräf, Lehmann, Mauerstraße, erft abwarten, wie sich die geschäftlichen Verhältnisse gestalten. und Bodenstein beschäftigten Maler und Berufsgenossen das Da jetzt durchschnittlich blos 27-30 Pf. pro Stunde bezahlt Der Militärboykott ist in alte a. G. über das Ronzert bringende Ersuchen, dem in der öffentlichen Versammlung werden, wollen fich die Gehilfen bei dieser Antwort nicht behaus verhängt worden. E3 fann, fagt das Boltsblatt", für Die Situation wird jetzt derartig günstig für uns, daß alle am Mittwoch gefaßten Beschluß unverzüglich nachzukommen. ruhigen, sondern ihre Forderung nochmals bei der Innung Diese Maßregel fein anderer Grund ausschlaggebend gewesen sein, Machinationen der Herren Innungsvorstandsmitglieder nicht Eine Konferenz der Werftarbeiter ist zum 3. April nach als daß in dem Lokale unsererseits einige Bersammlungen und Bergnügungen abgehalten worden sind, insbesondere eine ziehen. Ein kräftiger Vorstoß seitens der Kollegen und unsere Bremen einberufen zwecks Gründung eines deutschen WerftArbeitslosen- Versammlung und ein Bergnügen zum beñen der Forderungen müssen überall anerkannt werden! Beigt, Kollegen, arbeiter- Verbandes. In Bremerhaven hat sich ein Werftarbeiter streifenden Konfettions- Arbeiterinnen. Daß dem Militärverbot daß Ihr für die Erringung einer befferen Lebenshaltung bereit verein gebildet, der bereits 160 Mitglieder zählt. seid, auch selber mit in die Schanze zu treten. Laßt Euch nicht Zur Brauerbewegung in Mainz. Eine stark besuchte die heitere Seite nicht fehlt, dafür ist gleichfalls gesorgt worden; födern dadurch, daß man Euch einen halben Thaler Lohn zulegt. Versammlung lehnte infolge des Eingreifens des Reichstags= denn am Tage, nachdem das Verbot verhängt worden ist, ließ Ist die jetzige Periode vorüber und Ihr habt Euch nicht der Abgeordneten Jöst, des Vorſizenden der sozialdemokratischen dieselbe Militärbehörde beim Wirth des Konzerthauses anfragen, Zarifbestimmungen versichert, so wird unsere soziale Lage noch Partei Göbel und des Vertreters der Gewerkschaften Schube den ob er bereit sei, im Mobilifirungsfalle sein Lokal zur Unter- weit schlimmer werden, als sie jemals war. Daher Antrag ab, gegen die Rheinische Bierbrauerei den Boykott zu bringung von Verwundeten u. f. w. herzugeben. Kollegen, tretet überall noch am heutigen Tage für unsere verhängen. Ein weiterer Antrag, die von den vereinigten Forderungen geschlossen ein und gebt nicht eher nach, bis man Brauereien abgelehnten Forderungen nochmals zum Gegenstand Euch dieselben bewilligt hat. Die Lohnkommission der Maler von Verhandlungen zu machen, wurde mit großer Mehrheit anBerlins. J. A.: G. Lint. Der Ausstand der Klempner in Verlin wurde am Die Lohukommiffion der ftreikenden Lederarbeiter Donnnerstag in einer gut besuchten Versammlung für beendet Durlach's i. B. theilt den Kollegen des In- und Auslandes erklärt. Die Forderungen der Arbeiter: neunstündige Arbeitszeit mit, daß ein gewisser H. Helwig umherreift, um billige Ar und prozentuale Lohnerhöhung, sind in 120 Betrieben mit beitskräfte für die Firma Hermann u. Ettlinger anzu1400 Arbeitern bewilligt worden. Bei der Firma Baer u. Stein fiel die Bewegung zu ungunsten der Arbeiter aus, weil genügender werben und dadurch den Ausstand illusorisch zu machen. Die Ersatz für die Ausständigen zur Stelle war. Betreffs einiger Arbeiterpresse wird gebeten, hiervon Notiz zu nehmen. Betriebe bleibt der Ausstand bestehen. 0 Todtenliste der Partei. In Weißenfels ist der Parteigenosse Dr. Paul Schönweiler nach kurzem Krankenlager gestorben. Bolizeiliches, Gerichtliches 2c. Zu 300 Mark Geldstrafe oder einem Monat Haft wurde in Harburg vom Landgericht Genosse Kaufmann, Redakteur des„ Volksblatts" wegen Beleidigung des Dr. med. Bimmermann und der Verwaltung des dortigen Krankenhauses verurtheilt. Die Bewegung genommen. Der Böttcherstreik in Hannover ist zu gunsten der AusAn die Zinkgießer und Stürzer Berlins! Da in diesem ständigen beendet. Der geforderte Attorblohn ist ganz bewilligt in der Konfektions- Induftrie. Jahre die Geschäftslage günstig, ist es unsere Pflicht, in allen und an ſtelle der bisherigen willkürlichen Lohnzahlung ist ein Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts. Zu der ist, dieselbe jetzt zur Durchführung zu bringen. Wir fordern Werkstellen, wo die neunstündige Arbeitszeit noch nicht eingeführt Minimallohn von 18 M. festgefeßt. Streitbrecher find gar nicht Hermann, Kurstraße, erschienen. Als Vertreter der Firma war Rautenberg's Festfäle, Oranienstr. 180, tagenden öffentlichen michelis u. Ko. in Hamburg sind durch einen vorläufigen Donnerstag Sizung war eine Anzahl Arbeiter der Firma Hugo baber sämmtliche Kollegen dringend auf, in der am 2. April in 3u verzeichnen gewesen, auch nicht von außerhalb. Die Lohndifferenzen in der Ballschuh- Fabrik von Herr Hirsch anwesend. Verhandelt wurde über die vom Versammlung pünktlich zu erscheinen, wo über die zu stellenden 20. Februar bis zum 2. März nicht gezahlten Lohnzuschläge an Forderungen Beschluß gefaßt werden soll. Siehe Inserat in die Arbeiter. Es wurde direkt nachgewiesen und von der Dienstag- Nummer. Die Agitations- Kommission. J. A.: Otto dem Vertreter der fraglichen Firma bestätigt, daß Volgemann. auf grund ber Vereinbarungen Dom 19. Februar 5 Arbeiter noch einen Restlohn von je 4,85, 5,38, 2,30, 2,- und Die Korbmacher Berlins haben ihren für die Peddigrohr1,20 M. zu fordern haben. Der Vertreter von Hugo Hermann Branche aufgestellten Tarif von dem Unternehmer Frante, gab die Erklärung ab, daß die Firma die Differenzen an die Blücherftr. 64, immer noch nicht bewilligt bekommen. Bekanntlich Arbeiter begleichen werde, und verpflichtete sich ferner, bei den haben alle übrigen den Tarif anerkannt. Stücken, wo aus den Lohnbüchern nicht ersichtlich war, daß der vereinbarte Lohnzuschlag den Arbeitern gezahlt ist, bis zum nächsten Mittwoch den Nachweis zu liefern, daß die Prozente in den gezahlten Löhnen einbegriffen sind; andererseits verpflichtete er sich, die etwaige Differenz nachzuzahlen. Fast allen Arbeitern der Firma sind jetzt neue Lohnbücher ausgestellt und die alten Lohnbücher von der Firma eingezogen worden. Befragt, aus welchem Grunde dies geschehen ist, verweigerte der Vertreter der Firma die Antwort, erklärte aber, daß die Firma dazu ihre bestimmten Gründe habe. Bei einer Anzahl der Arbeiter konnte in der Sigung wegen Behinderung des Vertreters feine Regelung der strittigen Punkte stattfinden. Die Angelegenheit wurde deshalb bis zum nächsten Mittwoch vertagt. In Kottbus scheinen die Fabrikanten endlich die Hand ernstlich zum Frieden bieten zu wollen. Zu gestern abend 9 Uhr war eine Konferenz der Fabrikanten mit den Arbeitervertretern angesetzt, woran auf Einladung der Fabrikanten auch unser Ge noffe v. Elm theilnahm. Das Ergebniß der Verhandlungen wird in der heute morgen 9 Uhr tagenden Versammlung der Ausständigen mitgetheilt werden. Bergleich erledigt. In Bielefeld hat der Streit in der Mechanischen Weberei mit einem theilweisen Siege der Arbeiterinnen und Arbeiter geendet. Die Fabrikleitung hat 10-12 pCt. Lohnzulage bewilligt, ferner versprochen, Üebelstände im Betriebe befeitigen zu lassen und keine Maßregelungen vorzunehmen. Die Forderungen der Ausständigen hatten gelautet: 10stündige Arbeitszeit( 11/2 Stunden Mittagspause), Lohnerhöhung von 15 pt., Einführung von Lohnbüchern, Aushängung des Tarifs in der Fabrit, teine Maßregelungen stattfinden zu lassen. Sämmtliche Zwicker und Auspußer der Schuhfabrik von Eichbaum u. Co. in Mainz haben die Arbeit eingestellt, weil die Berhandlungen gescheitert sind, die mit den Fabrikanten über einen vom Arbeiterausschuß ausgearbeiteten Lohntarif für Während so die Dinge sich zum befferen zu wandeln scheinen, Arbeit an der neuen amerikanischen Einstech- Doppelmaschine ist von seiten der Behörde neue Erbitterung in die Voltsmassen( System Goodyear) gepflogen wurden. Die Zahl der Streifenden getragen worden dadurch, daß ausständige öst er beträgt 25, davon sind 18 verheirathet. reichische Zertilarbeiter ausgewiesen wurden. In Heilbronn streiken 120 3immerleute und Man schreibt uns darüber: Säger. „ Freitag, den 27. März, wurden die streikenden Die Stuckateure Prag's stehen in einer Bewegung um den Arbeiter österreichischer Nationalität in öffentlichen Lokalen Neunstundentag, zehnprozentige Lohnerhöhung und Abschaffung Der Westenzwischenmeister Leutner hat von den Firmen, für die fiftirt und zur Polizei gebracht, dort erhielten sie die Ausweisung. der Akkordarbeit. Wenn diese Forderungen nicht bis 5. April er arbeitet, vom 20. Febr. an den vereinbarten Lohnzuschlag bekommen. Unter den Ausgewiesenen befinden sich auch Familienväter. Es bewilligt sind, foll in den Ausstand getreten werden. Da viel Nachdem er in einer früheren Sigung des Einigungsamts belehrt wurde ihnen nicht einmal Zeit gelassen, die allernothwendigsten Arbeit an Monumentalbauten vorhanden ist, ist der Sieg wahrworden, daß der vereinbarte Lohnzuschlag voll an die Arbeiter Angelegenheiten zu regeln. Einer, namens Heinrich Hund, der scheinlich, sofern fein Zuzug fremder Arbeitskräfte eintrifft. zu zahlen ist, hat er dies zwar vom 10. März ab gethan, nicht sich noch gar nicht an irgend welcher Agitation betheiligt hat, Jn Wien haben 60 Sdneider der Firma Ludwig aber die Differenz vom 20. Februar bis zum 10. März beglichen. wurde mittags 12 Uhr fiftirt und erhielt den Be- 3 wiebac u. Bruder durch einen Ausstand eine Lohn Es handelt sich um Beträge von 6,12, 3,45, 2,93, 1,97 und 3,10 m. fehl, bis 2 Uhr nachmittags abzureisen. Seine Frau und erhöhung erreicht. Den Arbeiterinnen hat Herr Leutner erklärt, wenn sie nicht die drei Kinder müssen bis 4 Uhr die Stadt verlassen. Diese Aus Basel wurde gestern telegraphirt: Die Details Sachen zu den von ihm festgesetzten Löhnen anfertigen wollen, Härte ist um so merkwürdiger, als unter den Fabrikanten, die verhandlungen zwischen der Direktion der„ Schweizer Zentralkönnten sie aufhören. 5 Arbeiterinnen haben gegen diesen durch die Aussperrung den allgemeinen Streit provozirten, bahn" und dem Komitee der Angestellten wurden heute beendet. Zwischenmeister vor dem Gewerbegericht die Klage eingereicht. selber Ausländer sind. Diese ausländischen& a- Es wurde vereinbart, daß Beamte mit mehr als 20 Dienstjahren Troß eingehender Belehrung will fich Leutner nicht entschließen, britanten bleiben unbehelligt, die auslän vom 1. Januar 1897 ab eine Gehaltserhöhung um 11/2 Lohns den Betrag nachzuzahlen. Der Vertreter der Arbeiter, dischen Arbeiter aber weist man aus." stufen, Beamte mit mehr als 30 Dienstjahren eine solche um J. Timm, und der Vertreter der Zwischenmeister, Wald. Das Verfahren ist zwar nicht neu, aber im vorliegenden 2 Stufen erhalten. An der Klassifikation des Personals wird heim, stellen den Antrag, nach den Vereinbarungen vom Falle doch ganz unverständlich. Denn bekanntlich haben, was im übrigen nichts geändert; die Lohnverhältnisse bleiben, wie sie 19. Februar Leutner den Konfektionären als tontraktbrüchig be- die für den Kreis Kottbus zuständigen Behörden sicherlich wissen, in dem Gehaltsschema festgestellt sind. Das Protokoll wird heute fannt zu geben. Die Konfektionäre haben sich bekanntlich ver- die Streifenden das Ministerium des Innern ersucht, abgeschlossen werden. pflichtet, keinen Zwischenmeister zu beschäftigen, der die Ver- auf die für den Kottbuser Kreis zuständigen Beeinbarungen nicht hält. Nachträglich giebt jedoch Leutner zu hörden seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß diese in dem Protokoll, daß er innerhalb 14 Tagen die Beträge nachzahlen Lohnkampfe endlich ein ,, objektives Einigungsverfahren" einund dem Einigungsamt die Quittungen einreichen werde. Timm leiten. Wir können nicht annehmen, daß die Ausweisung der ausund Waldheim ziehen darauf ihren Antrag zurück. Alle Ar- ländischen Textilarbeiter die erste Frucht jenes Gesuchs an das beiterinnen des Herrn Leutner sollen von dem Inhalt des Pro- Minifterium des Innern ist, sondern möchten glauben, daß man im Ministerium des Innern gerade jetzt, wo EinigungsverhandDas Gewerkschaftskartell in Stettin faßte in seiner Ausweisungen lungen zwischen Fabrikanten und Arbeitern im Gange sind, die selber al3 höchst peinlich Sizung am 20. März einstimmig eine Resolution, worin es sich empfindet und sie deshalb rückgängig machen mit den streikenden Schneidern solidarisch erklärt und sich ver- wird. pflichtet, bei der Bevölkerung dahin zu wirken, daß in den Ge- Die gesammte Arbeiterschaft Deutschlands aber ersuchen wir, schäften nicht getauft wird, die von der Lohnkommission der den ausständigen Kottbuser Klassengenossen auch ferner mit Schneider als solche bezeichnet sind, welche die Forderungen der finanzieller und moralischer Unterstützung aus voller Kraft zur Seite zu stehen, bis der Friede geschlossen ist. tokolls in Kenntniß gesezt werden. Schneider nicht bewilligten. deutscher Schneider und Schneiderinnen in der„ Fachzeitung für Die Verwaltung hat nach allen Pimmelserien. Einige as Aus Holland berichtet die„ Köln. 3tg." In welch' unverbroffener Weise seitens der ultramontanen Partei daran gearbeitet wird, das ganze öffentliche Leben, namentlich wo es sich um Vertretung und Geltendmachung rein materieller Interessen bandelt, fonfessionell abzuscheiden, mag daraus hervorgehen, daß jetzt die Errichtung eines Bundes römisch- katholischer Eisenbahnbediensteter geplant wird; auch hier wird ein vom Bischof zu ernennender geistlicher Adviseur" die Leitung in die Hand nehmen. beinahe kein Gewerbe oder Handwerk namhaft gemacht werden, Wie bei allen Bestrebungen dieser Art- es kann jetzt schon welches nicht als katholischer Fachverein organisirt ist- steht auch hier der Vorwand im Vordergrund, die sozialdemokratische Propaganda mit Hilfe der Kirche einzudämmen. Die Arbeiter der großen Porzellanfabrik von Guérin in Limoges in Frankreich haben den Ausstand erklärt. Sie verlangen Gleichstellung der Lohntarife mit denen der anderen Fabriken. Depeschen und lehte Nachrichten. Als zweite Rate des Schweizerischen Schneider- Ver Achtung, Fakbinder! Seit dem 14. März d. J. befinden bandes, bestimmt für die Konfektionsarbeiter- und Arbeiterinnen sich sämmtliche Faßbinder des Bürgerlichen Brauhauses Bewegung Deutschlands, quittirt der Vorsitzende des Verbandes in Pilsen in Böhmen im Kampf mit dem Unternehmerthum. Agenten Schneider" die Summe von 400 Franks. ausgesandt, um neue Arbeiter anzuwerben. FaßDie Pariser Schneider haben der Berliner Fünfer- binder aus Bayern und Sachsen sind auch nach Pilsen ges Kommission nachträglich 200 Frants für den Kampf der Kon- kommen und müssen nun wieder abreisen. Weißenfels, 27. März.( B. H.) Ueber die Roßbacher Höhe Die Streifenden fettionsarbeiter übersandt. In einem Schreiben drücken die halten sich mannhaft. Unterstützung ist nothwendig und ist ein- Das Wasser ergoß sich auf das Dorf Reichartswerben und ist gestern Nachmittag ein schwerer Wolkenbruch niedergegangen. Pariser den deutschen Berufsgenossen die Versicherung der zusenden: Redaktion„ Posel Lidn" in Pilsen. überschwemmte die Hauptstraßen. Der angerichtete Flurschaden Solidarität und festesten Freundschaft aus. Wiederum ein er- Zur Buchdruckerbewegung. Wie die Buchdruckereibefizer ist groß. freuliches Zeichen der internationalen Solidarität der Arbeiter! Straßburgs i. E., so haben auch die von Kolmar und Mezz Kapstadt, 27. März.( Meldung des Reuter'schen Bureaus.) T. A. Flynn, Sekretär der englischen Schneider: den Neunstundentag und die geforderte Lohnerhöhung bewilligt. Mittwoch Mitternacht verbreitete sich in Bulawayo das falsche Die Frautf. 3tg." meldet aus Mülhausen( Elsaß): In Gerücht, daß aufständische Eingeborene gegen die Stadt vorgewerkschaft( Amalgamated Society of Tailors) ersucht in einem Aufruf, alle Resolutionen und Anträge, welche auf die vier Buchdruckereien, darunter zwei mit Zeitungsverlag, brach rücken. Es entstand eine Panik und man schaffte die Frauen Tagesordnung der Internationalen Schneiderkonferenz in London ein theilweiser Streit aus, weil die Forderungen der Gehilfen und Kinder nach dem Rathhaus. Ein Trupp Holländer begab tommen sollen, bis spätestens 1. Mai an seine Adresse( 7 Corton nicht bewilligt wurden. sich nach Schangani, wo eine holländische Familie erschlagen Buildings Boothstreet, Piccadilly, Manchester) einzusenden. Zur Malerbewegung. In Essen streifen noch 146 Maler worden war. Von Bulawayo aus wurden Streitkräfte nach Die Sigungen der Konferenz sollen einen oder zwei Tage( 68 Berheirathete mit 116 Kindern), abgereist sind 124, bewilligt allen Richtungen entsandt; in der Stadt ruht der Geschäftsverkehr nach Schluß des internationalen Arbeiterkongresses abgehalten haben 46 bekommen. vollständig. Ein in Bulawayo eingetroffener Bergarbeiter erwerden. Bezugnehmend auf die Konfektionsarbeiter- Bewegung Der Ausstand in Barmen- Elberfeld dauert unzählte, er habe unterwegs zwei furchtbar verstümmelte Männer Deutschlands, wird in dem Aufruf der Hoffnung Ausdruck verändert fort. Die Freie Presse" berichtet darüber: Die angetroffen. Die Bergleute in Schangani haben ein befestigtes gegeben, daß bei der nächsten Internationalen Schneider- Kon- Meister sind bisher noch nicht in die Verlegenheit gekommen, Lager bezogen; zu ihnen sind Hilfsstreitkräfte gestoßen. ferenz in London eine Grundlage dafür geschaffen wird, wie im von ihrem Beschluß, jeden Gehilfen, der bis zum 23. Februar ds. London, 27. März. Wie das Reuter'sche Bureau" erfährt, Schneidergewerbe eine bessere und menschenwürdigere Existenz zu feine Arbeit nicht wieder aufgenommen habe, überhaupt nicht ist das neuerdings aufgetauchte Gerücht pon einem Ankauf der erringen ist. mehr in Arbeit zu nehmen, Gebrauch zu machen. Die Meister' Delagoabai seitens Englands unbegründet. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Truck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 75. Das Reichsgericht und die richterliche Burechnungsfähigkeit Brauseweffer's. " Sonnabend, den 28. März 1896. 13. Jahrg. -, die nur ein durch Erfahrung geschultes Auge und Ohr zu einsegnen", oder„ Wir gehen anderswo hin" und andere erfassen und von anderen ähnlichen Symptomen zu unterscheiden Ausdrücke mehr. Es war ein Lärm entstanden, wie er in einer Kirche nicht vorkommen soll. Der Pastor schritt vermag. " Gelingt so die Erkenntniß, daß eine Geisteskrankheit besteht, an den Küster heran und flüsterte ihm einige Worte ins schon den nächsten Angehörigen nicht, so natürlich noch viel Ohr, worauf dieser sich aus der Kirche entfernte, offenbar um weniger solchen Laien, die den Kranten vorher nicht tannten die Polizei zu benachrichtigen. Inzwischen war doch die Ueber die Entscheidung des Reichsgerichts in der Revisionssache oder die ihn nur selten oder nur vorübergehend zu sehen Gelegen- Ruhe wieder eingekehrt und die Eltern fügten sich schließlich der Genoffen Baate und Lux, die von der Brausewetter- Kammer heit haben, vor allem auch denen nicht, die nur in Ausübung widerstrebend dem ergangenen Verbot des Pastors. Zuerst zu drei Monaten Gefängniß verurtheilt wurden, hat der Psychiater seines Berufes mit ihm verkehren. Denn es ist eine falsche An- wurden die Mädchen eingesegnet. Dann kamen die Knaben Dr. S. Landsberg in der Zukunft" sich eingehend geäußert. schauung, daß im Berufe sich die geistige Störung am ehesten heran, aus deren Schaar der Pastor zwei beiseite stellte, die Er meint, daß jene Entscheidung vom 18. Februar von jedem dokumentiren müsse; gewöhnlich ist das Gegentheil der Fall, wie entgegen seinem Verbot doch das Blumen Frrenarzt nur mit Kopfschütteln hätte gelesen werden können und gerade das Anfangsstadium der Paralyse beweist. Die beruf- bouquet im Knopfloch trugen. Schon dachten begründet dieses abfällige Urtheil folgendermaßen: liche Thätigkeit bewegt sich eben auf einem durch jahrelange die immer noch aufgeregten Anwesenden, daß die beiden " Zwei Schriftsteller waren am 7. Dezember 1895 von einer Uebung festhaftenden Gebiete, die dabei in betracht kommenden jungen Sünder" überhaupt nicht eingesegnet würden, als unter dem Vorsitz Brausewetter's tagenden Straftammer wegen Assoziationbahnen des Gehirns sind, wie der technische Ausdruck der Seelenhirte sie doch herbeiholte mit den Worten: Preßvergehens verurtheilt worden. Sie hatten Revision ein- lautet, ausgeschliffen und werden am längsten von der Krankheit Nun sollt Ihr auch Euren Segen haben und ich gelegt und diefe, nachdem die Geisteskrankheit des vorsitzenden verschont. So tommt es, daß derartige Krante häufig ihrem will Euch auch Euren Spruch geben, der da lauten soll: Richters bekannt geworden war, nachträglich noch durch die Be- Beruf als Richter, Beamte, Kaufleute, Aerzte, Offiziere noch eine Frret Guch nicht, Gott läßt sich nicht spotten! hauptung zu stützen gesucht, die Krankheit habe schon am Tage Zeit lang ohne merkbaren Defekt obliegen können, wenn bei dem Als diese Worte ausgestoßen waren, fiel eine der Mütter der Verhandlung bestanden. Das Reichsgericht hat sich nun auf Arzt über die verhängnißvolle Krankheit schon längst kein Zweifel in Schreiträmpfe und ihr Geschrei ertönte durch eine Erörterung der Frage, wie weit die Erkrankung Brauses mehr besteht. die Kirche. Die beiden Kinder weinten ebenfalls laut, wetter's zurückzudatiren sei, gar nicht eingelassen, mit der Be- Ich habe mich über den Beginn der progressiven Paralyse und eine große Anzahl Frauen und Männer ergingen sich gründung, daß die jest geltend gemachte hat etwas ausführlicher verbreitet, um an diesem Beispiel einmal zu in harten Worten gegen den Pastor. Unter Lärmen sache, daß der Vorsitzende des Instanzgerichts zeigen, daß die Geisteskrankheiten in Wirklichkeit denn doch etwas und Aufregung verließ die Menge die Kirche; während ver geistestrant gewesen sei, von den Angeklagten anders aussehen, als sich viele Laien es auszumalen pflegen. Um schiedene Männer sich bemühten, die immer noch ohnmächtige und ihrem Vertheidiger bereits während der die Entscheidung des Reichsgerichts zu widerlegen, dürfte ich Mutter zur Besinnung zu bringen. Vor der Kirche hatte Verhandlung, bei der sie zugegen waren, schon zu viele Worte gemacht haben. Der oberste Gerichtshof ein Schuhmannsaufgebot von zehn Personen hätte wahrgenommen werden und hat ein Urtheil gesprochen, gegen das es eine Berufung nicht, Spalier gebildet. müssen, falls sie wirklich bestanden haben giebt, das Forum der Wissenschaft aber entscheidet anders; hier follte". Das ist eine überraschende Verkündung. heißt der Nichterspruch genau umgekehrt: wenn Brausewetter am Tage der Verhandlung sich in dem Anfangsstadium einer progressiven Paralyfe befunden hat, dann war es für die Angeklagten und ihren Vertheidiger geradezu unmöglich, die Geistesfrankheit wahrzunehmen." nimmt". " D Normalfolls. = Tokales. In die Alte Post" ist jetzt das Einwohner- Meldeamt " eingezogen. Mit dem Durchbruch der Fußgänger- Paſſage hat man noch nicht begonnen. In der Urania wird heute, Sonnabend, Herr Dr. Naß seinen Vortrag über„ Moderne Gasbeleuchtung" halten; am Sonntag wird Herr Dr. Schwahn über„ Die Gletscherwelt" und am Donnerstag über„ Kosmische Bilder" reden; am Montag, Mittwoch und Sonnabend trägt Herr P. Spies über„ Photographie mit unsichtbaren Strahlen" vor, während am Mittwoch Herr G. Witt über" Himmelsphotographie" sprechen wird. Freitag bleibt die Anstalt geschlossen. Im Zirkus Busch findet heute ein Ehrenabend für Frau Direktor Busch statt. Der materielle Inhalt des Prozesses ist mir fremd; auch die Frage, ob Brausewetter am Tage der Verhandlung noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen ist, steht hier nicht zur Distussion. Hierüber fann man sich wohl, in Analogie mit ähnlichen Fällen, eine Wahrscheinlichkeitsmeinung bilden; eine bestimmte Ansicht aber aufzustellen, halte ich nicht für angängig, bevor auf dem Wege, den ich vorhin angab, mehr Klarheit ge= schaffen ist. Auch ob das Reichsgericht formell im Rechte war, Die Abonnenten des ,, Vorwärts" im Often werden die Erörterung der ganzen Frage a limine abzulehnen, bin ich für den Fall, daß sie die Wohnung wechseln, gebeten, ihre neue zu beurtheilen nicht befugt; die Motivirung jedoch, mit der dies Adresse dem Zeitungsboten oder einer der unterzeichneten Pergeschehen ist, läßt auch eine ärztliche Kritik zu, ja bedarf dringend sonen frühzeitig mitzutheilen, damit alle Unregelmäßigkeiten in einer solchen. Denn hier ist die Anschauung, gegen die wir der Besorgung des Blattes vermieden werden. An den nach Frrenärzte schon seit Jahren ankämpfen, daß in der Beurtheilung stehend verzeichneten Stellen werden auch Neubestellungen einer ftrittigen Geistesstörung die Auffassung eines Laien zu auf den Vorwärts", Vorwärts", den„ Wahren Jakob", den Süd- Das Zentrum macht mobil. Am Mittwoch fand eine treffend und ausreichend sei, direkt auf die Spitze getrieben. deutschen Postillou" und die sonstige Arbeiterliteratur entgegen große Versammlung katholischer Wähler im Saale der Brauerei Die Einwände und Beweismittel gegen diesen verhängniß- genommen: Alb. Böhl, Rüdersdorferstr. 8; W. Lock, Grüner Friedrichshain statt, in welcher Dr. Lieber, einer der Führer vollen Frrthum sind schon häufig vorgetragen worden Weg 46; D. Frante, Friedrichsbergerstr. 11; W. 2orenz, der Zentrumsfraktion, den Kampf gegen die Berliner Sozialund ich würde das oft Gesagte nicht wiederholen, wenn Koppenstr. 49; D. 3abel, Frankfurter Allee 90; G. Böhl, demokratie proklamirte. Die erste Sozialistenrede hielt der es sich hier nicht um eine Aeußerung des obersten richter- Frankfurter Allee 72; Aug. Vogel, Elbinger- und Cothenius- Reichstags- Abgeordnete Rechtsanwalt Trimbor aus Köln, lichen Forums handelte, dessen Entscheidungen für die Straßen- Ecke; Baumgarten, Königsbergerstraße 7; Wiede der als Agitator für den Volksverein für das katholische Deutschniederen Gerichte maßgebend zu sein haben. Da halte mann, Blumenstr. 38: Rob. Wengels, Fruchtstr. 30. land, welcher in Berlin bereits 1000 Mitglieder haben soll, eifrig ich es für die Pflicht jeden Jrrenarztes, Protest einzulegen. Denn wohin soll es führen, wenn der Grundsatz des Reichs, hat in seiner heutigen Schlußsizung die Etats der Steuer- traten, welche gegen die Säulen der heutigen Gesellschaftsordnung Der Etatsansschuß der Stadtverordneten- Versammlung eintrat. Seiner Meinung nach sollen die autoritätslosen Sozialdemo gerichtes sich im Gerichts- und Verwaltungsverfahren einbürgert? Familie und Privateigenthum- Sturm laufen, mit ihren eigenen Wozu dann in Strafprozessen noch eine sachverständige Begut- verwaltung festgestellt und empfiehlt der Versammlung, für das Waffen- Opfermuth und Zähigkeit bekämpft und auch achtung des Geifteszustandes des Angeklagten, wenn dazu auch a) Gemeindegrundsteuer 146 p& t. des voraussichtlichen natürlich überwunden werden. Rechnungsjahr 1. April 1896/97 zur Erhebung zu bringen: Der Volksverein für das die Richter befähigt sind, denn was in den Augen der Reichs Staatssolls oder 5,6 pCt. des Nußertrages der steuerpflichtigen fatholische Deutschland soll nach dem Ausspruche des Redners gerichtsräthe den Angeklagten und ihrem Bertheider recht ist, ist Grundstücke, b) Gewerbesteuer 146 pt. des Normalsouls, Gottes Rechte im öffentlichen Leben wieder herstellen. Die doch gewiß den Richtern billig? Wozu noch fernerhin im Ent: mündigungsverfahren die Mitwirkung eines psychiatrisch geschulten) Gemeinde Einkommensteuer 971/3 pet. des allgemeine Ordnung könne nur auf chriftlich- sozialen Grundlagen erhalten werden. Das„ Recht der Mehrheit" erkannte der Herr Arztes, wenn Laien dasselbe leisten können? Wozu bedarf es zur Reichstags- Abgeordnete nicht an, denn vielleicht sei nur eine Aufnahme in eine Privat- Frrenanstalt des Zeugnisses eines Die Fälle, in welchen die überwachenden Polizei Stimme die Mehrheit und diese eine Stimme gerade ein dummer Physikus oder des Leiters einer öffentlichen Frrenanstalt, wenn beamten sich nicht darauf beschränken, eine öffentliche Verfamm- Kerl(!). Der Volksverein hat nach Befundung des Rebners sein diese Sachverständigen nicht eben das voraus haben, daß sie lung aufzulösen, sondern wo sie den Redner von der Tribüne Heil schon in antifozialdemokratischen Flugblättern versucht, er die Geisteskrankheit auch da erkennen, wo der Zaie nichts wahr herab verhaften, ohne daß seine Ausführungen soweit hat die Zukunftsstaats- Reden" Bachem's in 1/2 Millionen wenigstens der beschränkte Unterthanenverstand" es zu beurtheilen Exemplaren verbreitet mit welchem Erfolge vers Freilich, wenn der Kranke tobt und alles kurz und klein vermag genügenden Anlaß dazu bieten, mehren sich dergestalt, schwieg der Herr Rechtsanwalt vorsichtigerweise. Dringend schlägt, wenn er sich für den Kaiser von China oder den Apostel daß es von neuem geboten erscheint, hiergegen Verwahrung einwünschte derfelbe, daß die Protestanten im gleichen Paulus ausgiebt, dann wird auch der Lnie merken, wie es steht. zulegen. Wir bemerken ausdrücklich, daß wir dies nicht zum Sinne und mit gleichem Erfolge(?) an der Bekämpfung des Das ist jedoch die weitaus geringere Zahl der Fälle; gewöhnlich Schuhe und zu gunsten unserer speziellen Parteifreunde thun, Umsturzes arbeiten möchten, wie der Volksverein. Dieser Verein sieht das Bild ganz anders aus. Bunächst machen es sondern in Ausübung einer publizistischen Pflicht, welche bedeute für das katholische Bolt eine Erziehungsanstalt für das uns die Kranken feineswegs immer so bequem, daß sie uns gebietet, für Aufrechterhaltung und Wahrung der öffentliche Leben. Dr. Lieber hielt Berlin für den gefährdetsten uns ihre Wahnideen auf dem Präsentirbrett entgegen- verfassungsmäßig gewährleisteten staatsbürgerlichen Posten. Der Kampf habe sich lediglich gegen die sozialdemo bringen, fie tragen, wie Westphal sagte, Erst vorgestern haben wir ihr Herz einzutreten. fratischen Verführer zu richten, die hier leichter tenntlich sind nicht in der Hand, es bedarf vielmehr oft einer Kunst der sammlung berichtet, welche damit endete, daß der Redner ver- wie im Lande, weil sie hier ohne Maste auftreten. Man müsse Fragestellung, die nur in der Schule der Erfahrung erworben haftet und erst anderen Tages mit dem Bedeuten entlassen nach sozialdemokratischem Muster agitiren und immer sich vor wird. So kann z. B. in dem Entmündigungstermin der Richter wurde, er habe sich einer Aufforderung zum Ungehorsam gegen Augen halten, daß in Berlin einstmals der Zentrumszuweilen trotz einer halbstündigen Unterredung mit dem Kranken die Gesetze u. s. w., also eines in§ 110 des Strafgesetzbuchs in thurm gegründet wurde. Recht scharfe Worte gebrauchte nichts Abnormes entdecken, während der Sachverständige durch erster Reihe nur mit Geldstrafe bedrohten Vergehens schuldig Herr Lieber gegen ein hiesiges fatholisches Blättchen, die wenige Fragen im stande ist, ein ausgebildetes Wahnsystem gemacht. Ob die thatsächlichen Voraussetzungen für die Anwend-" Märkische Volts- Zeitung", das die Zentrumsfraktion wegen zu demonstriren. Aber auch wenn die Kranten offenherziger barkeit dieses Strafgesetzes in der betreffenden Rede enthalten waren, ihrer liebedienerischen Haltung scharf getadelt hatte. Dr. Lieber find, scheitert an der richtigen Beurtheilung ihrer Aeußerungen bleibe hier unerörtert. Jedenfalls darf mit aller Entschiedenheit be empfahl schließlich den regulären Boytott gegen die widerspenstige und Handlungen oft genug die Laienweisheit. Wo sie stritten werden, daß diese und ähnliche Fälle einen genügenden Anlaß Beitung. Ein Herr Dr. Stille erklärte, daß die Berliner auf nur Eigenthümlichkeiten oder etwa eine Veränderung dazu bieten, den Redner seiner Freiheit zu berauben. Naturgemäß feiten der Fraktion stehen würden. Er preist das Zentrum als des Charakters zugiebt, erkennt der Sachverständige die tann die Polizei zu einer Verhaftung nur schreiten, wenn analog Träger der Sozialreform und läßt es hochleben. Zur Erbauung frankhafte Basis; Basis; und umgekehrt: 100 die Umgebung die Verhängung einer gerichtlichen Untersuchungshaft gerechtfertigt der Gläubigen mußte ein Sängerchor zum Schlusse einige Lieder Berrücktheit" wittert, sieht er eine noch in der Breite des wäre, also dann wenn Fluchtverdacht oder die Gefahr der Ver- vortragen. Eröffnet wurde die Versammlung mit einem Hoch Gesunden liegende Bizarrerie. Der Geist der Psychiatrie ist eben dunkelung des Thatbestandes vorliegt. Letzteres erscheint völlig auf die höchsten Autoritäten: Papst und Kaiser. nicht so leicht zu fassen, wie die Laien sich einbilden, vielfach ausgeschlossen, da ja der überwachende Polizeibeamte die an auf die höchsten Autoritäten: Papst und Kaiser. auf den Spruch einiger ärztlichen Pseudoautoritäten hin, deren geblich strafbare Rede gehört und über ihren Inhalt als Zeuge Weisheit eben nur auf Einbildung beruht. genügende Angaben zu machen in der Lage ist. Aber auch die Ist somit der Grundsay, daß auch Laien eine Geisteskrankheit Besorgniß, daß der für firafbar erachtete Redner fich der wahrnehmen müssen, unhaltbar, so widerspricht er unter den Untersuchung durch die Flucht entziehen werde, um einer speziellen Verhältnissen des Falles Brausewetter ganz besonders Strafe zu entgehen, fann als begründet der Polizei selbst wohl jeder wissenschaftlichen Erfahrung. Ich weiß nicht, ob es nachträglich nicht erschienen sein, denn sie hat den Inhaftirten gerichtsnotorisch geworden ist, jedenfalls ist es in den berliner selbst wieder frei gelaffen. Ob Fluchtverdacht vorliege oder nicht, unangenehmen Prozesse geführt habe; daß er als Freund mehrerer ärztlichen Kreifen offenes Geheimniß daß Brausewetter fann der die Versammlung überwachende Beamte überhaupt so bei Hofe verkehrender hochstehender Personen vieles erfahren habe, an progressiver Paralyse( Gehirnerweichung) gelitten hat. Diese ohne weiteres gar nicht beurtheilen; hierzu bedarf es der ge- was den bürgerlichen Kreisen sonst geheim bleibe; daß ihm die Krankheit hat einen eigenen, von vielen anderen Psychosen ab- nauen Kenntniß der persönlichen Verhältnisse desjenigen, der Familiengeſchichten des höchsten Abels ebenso geläufig feien, wie weichenden Verlauf. Sie entwickelt sich schleichend und allmälig einer solchen Maßnahme zu unterwerfen ist. die intimsten Vorgänge in jenen Kreisen, welche man die um und beginnt gewöhnlich mit einem Prodromalstadium, das allerdings an gewiffen Stellen zu glauben, das Gesetz kenne noch stürzlerischen nenne; daß er die Wege genau fenne, welche aus Wochen und Monate dauert uns Symptome höchst un- einen dritten Grund zur Verhängung der Untersuchungshaft, den geheimst en Bureaus in die Redaktionen sozial bestimmter Art aufweist. Es macht sich nämlich zunächst nämlich die Zugehörigkeit zu einer bestimmten politischen Partei demokratischer Blätter führen; daß endlich seine Kenntniß weniger eine Abnahme des Urtheilsvermögens also der in der Strafprozeß- Ordnung aber steht hiervon nichts! der Kotze- Affäre ihn zu einer politisch gefährlichen Person stempele Intelligenz im engeren Sinne geltend als eine Veränderung Außerordentlich peinliche Szenen spielten sich am Das ist ja ein Teufelskerl, der brave Fritz! des Charakters, der Sitten und Neigungen. Der vorher Sanft Donnerstag Vormittag während der Konfirmation in der Die Sachfengänger in ihrem Elende beginnen Berlin müthige wird reizbar und heftig, der Lebhafte apathisch und Nazarethkirche ab. Eine große Anzahl Kinder, Knaben gleichgiltig, der Ernste sorglos und leichtlebig zc. Diese Er- und Mädchen hatten sich, meistens von ihren Eltern begleitet, bereits zu passiren. Bei dem günstigen Wetter fängt die Rüben fcheinungen tönnen natürlich nur solchen Personen bemerkbar in dem Gotteshause" eingefunden, um die ja noch vielfach fampagne früh an. Auch unsere Parteigenossen in den in betracht werden, die den Kranten auch vorher genau fannten, besonders geübte Beremonie an sich vornehmen zu lassen. Es ist Brauch kommenden Gegenden werden entsprechend früh ihr schwieriges denen, die beständig um ihn sind und ihn auch in Augen- in Berlin, daß zur Einsegnungsfeier den Kindern ein Blumen: Agitationswerk unter den Sachsengängern beginnen, damit auch blicken zu sehen Gelegenheit haben, in denen er, wie man bouquet angesteckt wird, und mit diesem herkömmlichen Schmuck aus diesen Proletariern brave Soldaten im großen Befreiungszu sagen pflegt, fich gehen läßt. Aber da die geschilderte Ver- waren auch am Donnerstag sämmtliche Kinder versehen. Aus tampfe werden. Ein schweres Unwetter ging am Donnerstag gegen Abend " Rechte von einer Ver Man scheint aber änderung nicht von einem Tag auf den anderen eintritt, sondern irgend einem unersichtlichen Grunde aber hatte der amtirende Die Pferdebahnwagen in Berlin sollen im Laufe dieses Jahres sämmtlich elektrische Beleuchtung erhalten. Zur Frage der Auslieferung des Rechtsanwalts Dr. Frik Friedmann wird aus Paris gemeldet: Das Memorandum Lainé's ist fertig. E3 hebt auf Wunsch Friedmann's hervor: Daß er seit 16 Jahren alle für die maßgebenden Kreise sich langsam und unmerklich entwickelt, so wird sie auch von der Paftor, ein Herr Rothe, an die Kinder die Aufforderung ge- über die nördlichen und nordöstlichen Vororte Berlins hernieder, nächsten Umgebung des Kranken nicht richtig gewürdigt. Man richtet, den Blumenschmuck abzulegen und ihn den ein Gewitter, wie man solches nur im Hochsommer beobachtet. hört dann oft flagen, das betreffende Familienglied sei anders Eltern einzuhändigen. G3 ist begreiflich, daß diese auf das Das Unwetter setzte in der sechsten Nachmittagstunde mit einem geworden als früher, es sei zerstreut, abgespannt, nervös; daß höchste betreten waren über einen Befehl, der bisher wohl noch furchtbaren Sturm ein, der in den Waldungen von Hermsdorf, aber bereits eine schwere geistige Störung vorliegt, entgeht fast kaum bei einer solchen Gelegenheit gegeben worden ist. Birkenwerder, Bernau viel Windbruch verursachte. Bald darauf und da immer auch den nächsten Angehörigen. Diese Verkennung der Es entstand hier ein Wortwechsel zwischen folgte unter gewaltigen elektrischen Entladungen ein Regenguß, progressiven Paralyse selbst in der Familie erstreckt sich gewöhn- den Eltern und ihrem Kinde und verschiedentlich erging welcher Wege und Stege an vielen Stellen unter Wasser setzte. lich noch weit über den Anfang hinaus bis in ein Stadium, wo das väterliche oder mütterliche Gebot, ruhig das Eine Stunde später zog das Gewitter über den äußeren Norden der fachverständige Arzt schon beim Anblick des Kranken, oder Bouquet wieder zu sich zu nehmen und damit vor den Pastor zu Berlins und es mußte infolge dessen der Telephonbetrieb auf den sobald dieser den Mund aufthut, im stande ist, die tödtliche treten. Solches hörte der Küster der Kirche, der sich nun eifrig Aemtern III, IV, VII und Moabit eingestellt werden. Krankheit zu erkennen. Es kommen für den Arzt nämlich eine bemühte, dem Befehle des Geistlichen Geltung zu verschaffen. bis jetzt bekannt, hat der Blitz in der Nähe Berlins nicht einReihe förperlicher Merkmale zur Kennzeichnung der Erkrankung Der versammelten Eltern bemächtigte sich darob eine große Auf- geschlagen. hinzu, Veränderungen z. B. in den Pupillen, den Gesichts- regung, und vielfach hörte man jetzt deren Rufe an die nur 1 Soweit Nachstehende Polizei Revierbureaus find verlegt zügen, den Mustelbewegungen der Extremitäten, in der Sprache zc. Kinder:„ Komm' zurück, wir laffen Tich überhaupt nicht worden: Dievier 26 nach Melchiorfir. 28, Revier 40 nach Beuthstr. 4, Revier 44 nack Vroße Franksurterfir. 17. Revier 28 nach Alle Jakobstr. 108. Revier 3 nach Mittelstr. 37. Revier 7 nach Novalisstr. 3. Revier 2 nach Oberwallstr. 20a. Bis zum April d. I. werden verlegt: Revier 49 nach Manteuffelstr. 100. Eingang S.. Revier S9 nach Ufedomstr. 18b, Revier 72 nach Tellomerstr. 10. Vom 1. April ab wird an den Nachmittagen der Sonn- tage und gesetzlichen Feiertage der S ch a l t e r d i e n st für de» Verkehr mit dem Publikum beim Hauptpostamt. Vriefpostamt, Packelgostamt, bei den Postämtern 4—21. 23—31, 33—05, 07. 08 und 87 hier nur in der Zeit von 5—0 Uhr nachmittags statt» finden. In den übrigen Schalterdienststunden tritt eine Aende- rung nicht ein. Großes Aufsehen erregt in Spandau der Selbstmord des Kaufmanns Kaiser, der am Donnerstag bei Schildhorn erschossen ausgesunden worden ist. Er war Rendant der um. fangreichen Krankenkasse Spandau-Land und einiger kleinerer Jnnungskassen. Die sofort vorgenommene Revision hat bereits jetzt bedeutende Fehlbeträge ergeben. Kaiser lebte weit über seine Verhältnisse: er war auch ein eifriger Ahlwardt-Antisemit. Er läßt seine Familie in der traurigsten Lage zurück. Ueber den gestern gemeldeten Duellmord erfährt die „Voss. Ztg." folgende Einzelheilen:„Rechtsanwalt Zenker war vor etwa vier Fahren nach Potsdam gekommen und hatte dort die Praxis deS jetzt verstorbenen Jnstizraths Stöpel übernommen. Er stand im Alter von 35 Jahren und war sowohl als Mensch wie als Rechtsanwalt sehr beliebt. Mit einer vom Niederrhein gebürtigen Dame war er mehrere Jahre in glücklicher Ehe ver- heirathet, und es sind dieser Ehe zwei Kinder, ein Knabe und ein Mädchen, entsprossen. Dies Verhältniß erfuhr vor einiger Zeit eine Trübung durch die Bekanntschaft, die Frau Rechts- anmalt Zenker im Seebade Labö mit dem Lieutenant z. S. von KeUelhodt von S. M. S.„Hohenzollern", zur Zeit in Kiel, machte. Rechtsanwalt Zenker beschul» digte v. Kettelhodt unlauterer Beziehungen zu seiner Frau, und diese verließ vor etwa dreiviertel Jahren Potsdam, um in Detmold Wohnung zu nehmen, wo sie auch jetzt noch mit den beiden Kindern weilt. Zenker leitete gegen seine Gattin die Ehescheidungsklage ein, die noch in der Schwebe ist. Er glaubte inzwischen vollgiltige Beweise dafür erhalten zu haben, daß Lieutenant v. Kettelhodt mit seiner Frau sträflichen Umgang gehabt habe, während dieser ehrenwortlich die Sache in Abrede stellte. Nunmehr ließ Rechtsanwalt Zenker, der Premierlieutenant im 11. Landwehr-Regiment ist, dem Lieutenant v. Kettelhodt eine Forderung auf Pistolen zugchen. Das Duell hat in der Nähe der Jäger-Schießstände bei Liefelds Grund stattgefunden. Lim- tenant v. Kettelhodt war dazu von Kiel nach Potsdam gekommen in Begleitung mehrerer Marine-Offiziere, die zum theil als Sekundanten fungirten. Rechtsanwalt Zenker, der Uniform angelegt hatte, hatte den Lieutenant v. Tschepke vom 20. Infanterie-Regiment zum Sekundanten. Als Arzt war der Bruder des Rechtsanwalts Zenker bei dem Duell zugegen. Bestimmung des Duells war Kugel Wechsel bis zur Kampfunfähigkeit des einen oder des anderen. Bei dem vierten Kugelwechsel erhielt Rechtsanwalt Zenker von seinem Gegner einen Schuß in die Lunge» der ihn sofort tödtete. Er hatte vorher ohne jede Erregung dagestanden und starb in den Armen seines Bruders. Dte Leiche wurde später mittels Wagens nach der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Potsdam gebracht. Lieutenant v. Kettelhodt fuhr nach Berlin zurück und stellte sich seiner vorgesetzten Dienstbehörde." Der„Germania" wird in der Angelegenheit noch berichtet: Rechtsanwalt Zenker hatte seine Wohnung sowohl wie sein Bureau im Hause Nauenerstr. 20. Beide Räumlichkeiten sind nunmehr polizeilich geschlossen worden. Auch die Telephon. leitung ist auf eine höhere behördliche Verfügung gesperrt worden. Lieutenant von Kettelholdt ist einstweilen in Haft ge- nommen worden. Wie verlautet, hat derselbe den Verkehr mit der Gattin des Rechtsanwalts selbst zugegeben. Z» dem Bericht über den vorgestrige» Ducllmord bringt das„Berliner Tageblatt" noch folgenden auffälligen Nachtrag:„Von dem Duell, in welchem der Rechtsanwalt Zeuker getödtet wurde, erhielt der Kaiser sofort telegraphischen Bericht. Der Marine- Osfizier, Lieutenant v. Kettelholdt, welcher seinen Gegner erschoß, gehört nämlich zu der Besatzung der„Hohenzollern" und sollte eigentlich die gegenwärtige Reise des Kaisers mitmachen, blieb aber, um d i e D u e l l- angelegenheit zum Austrag zu bringen, zurück." Der rechtlich denkende Theil der Bevölkerung, der durch die ab- scheultche That an sich schon äußerst erregt ist, kann wohl er- warten, daß diese überaus auffällige und befremdliche Meldung dös„Berliner Tageblattes" von berufener Stelle aus in der bestimmtesten Form dementirt wird. Kein Tilg ohne Duellverbrechen! Es scheint, daß die vornehmsten Kampfer für Ordnung, Religion und Sitte sich dies Wort zur Parole erkoren haben. Im vorigen Jahre wurde be- kanntlich zur„heiligen" Osterzeit das berüchtigte Duell zwischen v. Kotze und v. Schräder ausgefochten; in diesem Jahre scheint man die Losung ausgegeben zu haben, diese Musterchristen in der Verhöhnung der Religion, die dem Volke ja immer noch von dieser Stelle aus erhalten werden soll, mit aller Kraft zu über- trumpfen. Ueber das am Freitag verübte Rohheitsdelikt meldet das„Verl. Tagebl.«: „Ein neues Duell hat, wie uns seitens eines in Plötzensee wohnenden, anscheinend zuverlässigen Augenzeugen des Vorgangs mitgetheilt wird, heute Vormittag 10 Uhr in der Jungfernhaide nahe dem Winkel, den der Tegeler Weg und der Spandauer Schifffahrtskanal bilden, stattgesunden. Die Gegner waren ein jüngerer Garde-Kürasfieroffizier und ein Herr in Zivil, denen ein weiterer Kürassierofsizier sowie ein Major von den» Ziethen- oder dem Gardehusaren-Regiment als Assistenten hur Seile standen. Als Unparteiischer fungirte ein Kürassierrtttmeister. Beim vierten Kngelwechsel brachte der Kürassierofsizier seinem Gegner einen Schuß in den Unterschenkel bei, der diesen kampfunfähig machte.— Wie von anderer Seite mitgetheilt wird, war einer der Kämpfenden ein R i t t m e i st e r v. H ü h n e r b e i n. Er erhielt einen Schuß in den linken Unterschenkel. Zwei Aerzte brachten ihn schon um 8 Uhr früh(?) nach Berlin in ein Krankenhaus. Ueber die Ver- anlassung zu dem Zweikampfe verlautet noch nichts." Dieser Gesellschaftsklasse scheint der sittliche Versall, zu dem die Weltgeschichte sie verdammt hat, in der That noch nicht schnell genug vor sich zu gehen. Ein Ehedrama fand am Donnerstag Abend durch ein trauriges Ereigniß einen vorläufigen Abschluß. Bis vor acht Tagen lebte der Tischler P. mit seiner Frau zusammen in der gemeinsamen Wohnung Swinemünderstr. 29. Die Ehe scheint nicht besonders glücklich gewesen zu sein, wer aber an den Zer- würfnissen die Schuld trägt, ist nicht bekannt. Frau P. wandte schließlich ihre Neigung dem 23 Jahre alten Klavierarbeiter Max H. zu, der ihre Liebe auch erwiderte. Am 18. d. M. ver- ließ sie ihren Mann und fand bei einer Wittwe in der Ackerstr. 2 in einer Dachkammer des Seitenflügels Auf- nähme. Einige hundert Mark baares Geld und ein Sparkassenbuch über 1000 M. hatte sie mitgenommen. Der junge Klavierarbeiter wollte mit seiner Geliebten nach Amerika reisen und sich dort mit ihr vereinigen lassen. Er war schon nach Eisenach gefahren, um sich von seinen Eltern und anderen An- gehörigen zu verabschieden. Obwohl man aber den Plan ziemlich geheim gehalten halte, so war doch der verlassene Ehemann da» hinter gekommen, dieser suchte nun seine Frau und fand sie gestern in ihrem Unterschlupf. Frau P., die ihm den Einlaß verweigerte, aber wohl fürchten mochte, daß er sich nnt Gewalt Zutritt verschaffen werde, suchte durch ein Nebcn.grundstück zu entfliehen. Sie kletterte aus einem Giebelfettster auf das Dach eineS nebenan gelegenen Stallgebäudes und hoffte von hier aus den zum Walterschen Ballsaale in der Elsasserstraße gehörigen Hintcrgarten erreichen zu können. Dicht am Stalle steht nämlich ein Lindenbaum. Auf den wollte Frau P. vom Dache aus springen und dann in den Garten hinabklettern. Sie sprang jedoch zu kurz, ergriff einen Zweig, der sie nicht tragen konnte, und fiel in den Garten hinab. Hier fand sie ihr Mann, der schnell von der Ackerstraße herumgelaufen war, schwer verletzt am Boden liegen; sie hatte sich beide Beine und das Rückgrat verstaucht. P. ließ die Verunglückte, die das Geld und das Sparkaffenbuch bei sich behalten hatte und aus Furcht, daß der Mann es bekommen könnte, auch der Polizei nicht aushändigen wollte, durch einen Schutzmann des 12. Reviers in ein Krankenhaus bringen. Nach Eisenach telcgraphirte er, man möge seinen Nebenbuhler dort festhalte», damit er ihm nicht doch noch seine Frau entführe. Der interessante Unbekannte. Ein hiesiges Blatt weiß folgende charakteristische Geschichte zu erzählen: In einer adligen Familie im Thiergarienvierlel war neulich die einzig« Tochter erkrankt. Es wurde ein Buch aufgelegt, in das alle ihre Namen eintnigen, die sich pflichtschuldigst nach dem Befinden der Patientin erkundigten. Es waren stolze, klangvolle Namen, die da neben- einander standen, und von denen der immer wiederkehrende schlichte Name eines Bürgerlichen seltsam abstach. Dieser Unbekannie zog täglich als erster über das Befinden Erkundigungen ein und schien von der langwierigen Krankheit der jungen Dame am peinlichsten berührt zu sein. Kein Wunder also, daß die Millionärstochter, als sie wider Erwarten genas, in ihrem Glück und ihrer Freude nach dem Unbekannten zu forschen begann, der sich durch den Standesunterschied nicht abhalten ließ, für ihr Leben zu zittern! „Er ist gewiß ein Künstler", sagte sie,„der unsere Vor- urtheile nicht gelten läßt; ein heimlicher Verehrer, der in der Angst seines Herzens jede Zurückhaltung ablegt!"— Armes Kind, wie hattest Du Dich getäuscht! Wie spätere Nach- forschungen ergaben, war der interessante Unbekannte der— unl sichtige Vertreter eines großen Trauer- magazins. Für den ermordeten Nachtwächter Withan und dessen Hinterbliebene, Ehesrau und drei Kinder, war von der Wirth- schaftsgenoffenschaft der Berliner Hauseigenlhümer eine Samm- lung veranstaltet, zu der i» erster Liuie die hiesigen Hausbesitzer- Vereine beitrugen. Die Sammlung hat ein Ergebniß von zirka 2000 M. gehabt, die der Familie des Withan zur Verfügung gestellt werden sollen. Die Wirthschaftsgenossenschaft, in deren Dienst W. stand, hatte sich vergeblich bemüht, diese Privatbeamte bei der Unsallversicheruug zu versichern; ihre Anträge waren mit der Begründung abgelehnt worden, daß Personen in solcher Stellung(Privat-Nachtwächter) bei der gesetzlichen Unfall- Versicherung weder versicherungspflichtig noch versicheruugs- berechtigt seien. Ans Anlaß des Withan'schen Falles ist die Wirthschaftsgenossenschaft mit Prival-Versicherungsnnstalten wegen Versicherung der in ihrem Dienst stehenden Wächter in Unterhandlungen getreten. Während vor einiger Zeit für die Versicherung von 220 Wächtern eine Jahresprämie von 8000 M. gefordert wurde, sollen jetzt bereits Angebote gemacht sein sür einen Jahresbeitrag von 0,80 M. pro Person. Gegenwärtig stehen etwa 800 Wächter im Dienste der Genossenschast. Der Fall Withan selbst ist noch völlig unaufgeklärt. W.. der gegen Weihnachten am Bethanienpark mit tödtlichcn Kopfverletzungen aufgesunden wurde, ist vermuthlich von den nächtlichen Herum- treibern in jener Gegend, denen er öfter entgegentreten mußte, erschlagen worden. Der Platz vor dem Schlesssche» Thor zwischen der Skaliyer- und Schlesischenstraße wird wegen Asphaltirung bis ans weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Das verschwundene Cape. Vor einigen Tagen berichteten wir von einem im Konzert des Stern'schen Gesangvereins ver- lorenen Cape, das der Besitzer plötzlich am Potsdamer Bahnhof auf den Schultern einer angeblich adeligen„Dame" wieder ent- deckt habe. I» dieser Angelegenheit theilt die„Voss. Ztg." jetzt mit, daß die Tiebin sich auf dem Polizeibureau, wohin sie sistirt wurde, Fräulein Elsa v. T. genannt habe. Weiter meldet das Blatt:„Da diese Angabe auf dem Polizeibureau von ihren Begleitern, einem Avantageur und einem Referendar. als richtig bestätigt wurde. trug der betreffende Polizei- lieutenant kein Bedenken, das Frl. v. T. nicht nur zu ent- lassen, sondern ihr auch— nicht aber der B e st o h l e n e n — das Cape auszuhändigen. Jetzt hat die Bestohlene die Mittheilung erhalten, daß die Diebin weder unter der von de» beiden Herren bestätigten Adresse, noch überhaupt auszu- finden sei." Wie einem unserer Berichterstatter mitgetheilt wird, stimmt diese überaus auffällige Meldung; nur ist dem Gatten der Dame, welcher das Cape gestohlen worden ist, bis- lang noch nicht die Meldung zugegangen. daß die Diebin nicht aufzufinden sei. Der Eigenthümer hat aber weder von der Polizei den Namen der Diebin erfahren, noch ist er, was wohl am auffälligsten bis jetzt, in den Besitz seines Eigenthums gelangt. Der Bestohlene will für den Fall, daß er sein Eigenthum nicht wiedererlangt, den Polizeilieutenant des Reviers in der Schöne- bergerstraße, in dein der geschilderte Vorfall passirte, regreß- pflichtig inachen. Selbstmord eines Soldaten. Weil er nachexerzieren sollte, hat sich gestern. Freitag Mitlag, der Grenadier Greifs von der 7. Kompagnie des Kaiser Franz- Garde- Grenadierregiments das Leben genommen. Greiff, der aus dem Rheinlande stammt und im ersten Jahre diente, hatte sich beim Exerzieren aus dem Kasernenhose die Unzufriedenheit des Koinpagniechefs Hauptmanns v. Rllville zugezogen, und als Strafe Nachexerzieren zudiklirt erhalte». Dieser entzog sich der Grenadier, indem er nach Beendigung des regelmäßigen Dienstes um 11�/» Uhr sich aus der Kaserne entfernte. Greiff ging von der Kaserne zu der nahe gelegenen Bärwaldbrücke und stürzte sich von dieser in den Landwehrkanal hinab. Obgleich Schiffer sich bald an die Rettungsarbeiten machten, gelang es doch nicht, den Lebensmüden noch rechtzeitig den Fluthen zu entziehen; er war sofort unter- gegangen und kam nicht mehr zum Vorschein. An dem Absuche» des Kanals nahmen bald außer den Schiffern noch Soldaten vom Franz-Regiment theil. Erst um 4 Uhr fand man den Grenadier nicht weit unterhalb der Bärwaldbrücke todt auf. Seine Leiche brachte man in die Halle des Garnisonlazareths I in Tempelhof. Ter Kaufmann Enge» Friedmann ist einem Lokalblatt zufolge in das Untersuchungsgefängniß in Moabit eingeliefert worden. Es ist dies ebenfalls ein Vetter der verhafteten Fritz und Herrinann Friedmann. Eugen Friedmann wohnt in Schöne- berg; bei ihm befinden sich die Kinder des in Bordeaux in Haft gehaltenen früheren Rechtsanwalts Fritz Friedmann. Der Ver- haftete war früher Direktor der hiesigen Jmmobilienbank in der Leipzigerstr. 135 und ist aus Antrag der Nachfolger im Direktorium wegen Unterschlagung verhaftet worden. Er ist am 13. De- zember v. I. aus der Verwaltung der Jmmobilienbank aus- geschieden, deren Aufsichtsrath Dr. Fritz Friedmann noch vor einigen Monaten war. Eine» tödtlichen Ausgang hat ein Unfall genommen, der sich am Dienstag in der Lampenrabrik von Nickel». Fleischmann in der Oranienstr. 187 zutrug. Dort nahm der 45 jährige Arbeiter Johann Prüfer aus der Wrangelstr. 10 gegossene Messingstücke aus einem Beizbehälter heraus und athmete dabei giftige Gase in solcher Menge ein, daß er sofort in ärztliche Behandlung ge- bracht werden mußte. Diese vermochte jedoch sein Leben nicht zu retten; Prüfer ist vielmehr an der Vergiftung gestorben. Selbstmord hat der Weinhändler S., Potsdamerftr. 22, am Mittwoch degangen. Tie Feuerwehr wurde Freitag früh 5 Uhr nach dem Grundstück des Fabrikanten Kunitz, Mariannenplatz 12, gerufen. Dort brannte das dritte und vierte Stockwerk des Quergebäudes, wo sich mehrere Metallwaaren- Fabriken befinden. Erst nach längerem Wassergeben konnte das Feuer auf seinen Herd be- schränkt werden. Die Entstehungsursache des Brandes ist bis jetzt nicht ermittelt worden. WitterungSiiberficht vom 27. Marz 1896. Wetter-Prognose für Sonnabend, den 28. März 1896. Etwas kühleres, zeitweise heiteres, vielfach wolkiges Wetter mit Niederschlägen und frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. NunPt nnd MMenfchafk. Ueber die Junafrau-Bahn hielt Herr Professor Koppe auS Braunschweig gestern Abend in der freie» pholographischen Vereinigung zu'Berlin mit Vorführung von Lichtbildern einen Vortrag, welchen er in der letzten Zeit auch öfter in der Urania gehalten hat. Die Jungfrau ist einer der höchsten Berge in der Schweiz, fast 4200 Meter hoch, dessen Ersteigung zu den schwierigsten Unternehmungen gehört. Seit 1839 sind eine Reihe von Projekten zur Erbauung einer Bahn bis auf ihren Gipfel aufgetaucht, von denen das des Ingenieurs Gnyer-Zeller kürzlich die Zustimmung der eidgenössischen Regierung gefunden hat. Herr Gnyer-Zeller will sich an die Wengern-Alp-Bahn an- schließen und von ihrer Station Scheidegg aus. die bereits in beträchtlicher Höhe liegt, die Bahn weiter führen bis zu dem der Jungfrau vorgelagerten Berge Eiger. Der Berg soll dann von der Bahn in einem Tunnel durchquert werden, der bei der Station Mönch auf dem Mönchberge, also schon mitten im Hochgebirge, zu tage tritt. Der Tunnel wird dann weiter in die Jungfrau bis zum sogenannten Jungfraujoch geführt werden, so daß er im ganzen eine Länge von 10,5 Kilometern hat. Von da soll man dann die letzten 70 Meter bis zum Gipfel der Jungfrau in einem Schacht, der im Innern des Berges in die Höhe führt, durch einen Auszug emporgehoben werden. Die ganze Landschaft wurde von dem Vortragenden, welcher an der Vermessung hervorragenden Antheil genommen hat, in prachtvollen Photographien veranschaulicht. Auch machte er aus die besonderen Schwierigkeiten aufmerksam, die einer Vermessung im Hochgebirge entgegenstehen; doch dürste es ihm kaum ge- lungen sein, die Methode der„Photogrammetrie". durch welche diese Schwierigkeiten überwunden werden, klar zu machen; das ist eine Aufgabe, die vor einem mathematisch nicht geschulten Publikum wohl überhaupt nicht möglich ist. Die Weitersührung der Bahn von der Station Mönch bis zum Jungfraujoch und von da bis zum Gipfel der Jungfrau liegt vorläufig noch in weiter Ferne; ihre Herstellung jedoch bis zur Station Mönch wird bereits energisch in Angriff genommen und liegt, wie der Vortragende an der Hand seiner Darstellungen stark hervorhob, durchaus im Bereiche des Wahrscheinlichen. Darin besteht aber auch die Hauptbedeutung der Bahn; denn durch diese Station würde das Hochgebirge bereits erschlossen sein. Von ihr breitet sich ein ewiges Schneefeld meilenweit aus, auf dem sich ein gesunder Schneesport entwickeln könnte. Ueber dieses Schneefeld würde dann eine bequeme Touristen- straße zum Aleischgletfcher und zum Rhonethal führen. Gerade in dieser Erschließung des Hochgebirges liegt, so hob Herr Prof. Koppe mehrfach hervor, das Eigenartige und Anziehende des Projektes.denn dadurch werde es allen Menschenmöglich, auch wenn ihr körperlicher Zustand ihnen das Erklettern der Berge unmöglich macht, und sie auch die großen Kosten einer Gebirgsersteigung nicht aufwenden können, doch für verhältnißmäßig wenig Geld sich den erhabenen und gesunden Genuß zu verschaffen, welchen das Hochgebirge gewährt. Wie freilich im Zeitalter des Kapitalismus, wo der kleine Beamte, der Postkuli z. B., fast gar keinen Erholungsurlaub bekommt, und wo der Arbeiter nur dann Ferien hat, wen» er arbeitslos auf dem Pflaster liegt, ein solcher Genuß auch nur eine». Zehntel aller Menschen zu theil werde» soll, ist uns unerfindlich; diese Aufgabe kann der Kapitalismus nicht lösen. Hoffen wir, daß ihm die Erbauung des geplanten Riesenwerkes gelingt, wie er schon so manches große Kultckrwerk, den Gott- hardtunnel z. B., zu stände gebracht hat. Die weitere Aufgabe, diese Werke dem schaffenden Volke nutzbar zu machen, allen Menschen die Möglichkeit zu gewähren, an den Genüssen der Kultur in angemessener Weise theil zu nehmen, wird dann sein Erbe, der Sozialismus, bewältigen. Sklnvcnlebeu ans einer königlichen Biihne. Vor einigen Wochen kam es auf der Bühne der königlichen Oper in Buda- pest zu einer peinlichen Szene zwischen dem Intendanten Baron Nopcfa und der Opernsängerin Gräfin Jdalia Vasquez. Die Sängerin, von einem Unwohlsei» befallen, wollte ihren im Theater anwesenden Galten zu sich rufen, was der Intendant aber nicht gestattete. Als die Künstlerin sich erholt hatte und von dem Verbote Kenntniß erhielt, schleuderte sie dem Inten- bauten nicht wiederzugebende Jnvektiven ins Gesicht. Dieser Tage hatte sich die Gräsin vor dem Theatergerichte— einer in Budapest befiehenden Behörde— zu verantworten und wurde zu einem Pönale in der Höhe einer Monatsgage, d. i. über 1000 fl., verurtheilt. Die Künstlerin soll entschlossen sein, falls das Urtheil zur Ausführung kommt, im Opernhause nicht mehr auszutreten. GeviiZzks �Seikung. Ein Mordanschlag, welcher seinerzeit bedeutendes Aufsehen erregte, gelangte gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts II zur Verhandlung. Aus der Untersuchungshaft wurde der 21 jährige Buchhalter Wilhelm R ö d l i n g dem Gerichte vor- geführt. Er hat sich auch„Oekonomie-Adjunkt" Friedrich Fort- heim genannt, versichert aber dem Vorsitzenden, Landgerichlsrath Renkhof, daß sein wirklicher Name Rödling sei. Tie Anklage lautet gegen ihn aus Betrug in vier Fällen, ver- suchten Betrug in einem Falle und versuchten Mord. Der Angeklagte, eine kräftige Gestalt mit glattrasirtem Gesicht. macht einen ganz Vertrauen erweckenden Eindruck. Bei Be- fragung über seine persönlichen Verhältnisse behauptet er, daß er aus wohlhabender Familie stamme. Er habe das Gymnasium be- sucht, sei dann ein Jahr lang auf einer K a d e t l e n a n st a l t gewesen, dann aber entlassen worden, weil er dienstunlauglich geworden sei. Dann sei er auf eine Handelsschule gegangen, habe sich der Komptoirlaufbahn gewidmet und sei Buchhalter in der Fahrrad-Fabrik von Lustig u. Lösch in Prag geworden. Von dort sei er geflüchtet, weil er Unterschriften des Chefs gefälscht und 8000 Gulden unterschlagen halte. Er ist dann ans einem Fahrrad durch die weite Welt gereist und schließlich hier in feinen Kopf. " " Versammlungen. wurde Berlin angelangt. Hier logirte er erft einige Tage im Hotel Der Angeklagte befand sich am 12. Januar d. J. in der Restauration Der Pfarrer Klosen zu Nigdorf. Unter der Anklage, du Nord und lernte das Berliner Leben kennen, wobei von Schmidt, Wilmersdorfer- und Pestalozzistraßen- Ecke, woselbst einen ihm anvertrauten Gegenstand vorsätzlich vernichtet und er sehr viel Geld ausgab. Dann 8pg er au einer auch der Maurermeister Gullnick anwesend war. Lehterer batte theilweise vernichtet au haben, stand gestern der katholische Pfarrer Frau Bielmeier in der Hedemannstraße, wo er sich als mit einigen anderen Gästen ein politisches Gespräch. S. mischte Nicolaus Klofen aus Rixdorf vor der zweiten Straffammer Defonomie- Adjunkt Friedrich Fortheim von Forting vorstellte. sich hinein und soll bierbei sich eines beleidigenden Ausdrucks des Landgerichts II. Zwischen dem Angeklagten und dem ihm Er erzählte bort viel von seinen reichen Eltern und feinen guten gegen den Kaifer bedient haben. G. rief einen Schußmann hinzu unterstellten Hauptlehrer Renelt besteht seit längerer Beit Verhältnissen, die ihm gestatteten, vornehm zu leben. Das that und ließ die Personalien des S. feststellen, worauf nun gegen S. eine gereizte Stimmung. Jm vorigen Jahre er denn auch. Er bummelte beschäftigungslos in Berlin herum, Anklage erhoben wurde. Die Verbandlung, welche unter Auss auf Gemeindekosten für die katholische Schule in Rigdorf Enüpfte Verhältnisse mit Frauenzimmern an und machte ihnen schluß der Deffentlichkeit stattfand, ergab, daß außer dem ein Schrant mit physikalischen Instrumenten Instrumenten angeschafft. werthvolle Geschenke mit feidenen Kleidern, Schmucksachen 2c. Denunzianten niemand die inkriminirten Aeußerungen gehört Während der Hauptlehrer Renelt den Wunsch hatte, daß dieser Das nach Berlin mitgebrachte Geld hatte er sehr bald verpraßt hatte. Der Gerichtshof hielt die Bekundungen des letzteren nicht Schrant in dem gemeinsamen Konferenz- und Amtszimmer des und hat sich dann die weiteren Mittel zu seinem Bummelleben für ausreichend, um eine Verurtheilung aussprechen zu tönnen Schulgebäudes Aufstellung finden sollte, behauptete Pfarrer durch Betrügereien verschafft. Zunächst hat er Frau Bielmeier und erkannte auf Freisprechung. Klosen, daß der Schrank dort zu viel Platz einnehmen würde und Renelt hatte unter dem Vorgeben baldiger Zurückgabe des Geldes um fleinere Ift es immer rathsam, die Polizei zu holen? Eine ordnete dessen Aufstellung auf dem Flur an. Summen angeborgt und schließlich um 1000 Mart gefchädigt. Antwort auf diese Frage giebt vielleicht ein Prozeß mit tragi- wiederholt wahrgenommen, daß die Schulkinder den Schrank durch Er trat nämlich eines Tages mit der Frage an fie heran, fomischem Beigeschmack, der sich in letter Instanz am 26. März Riffe u. f. w. beschädigten und am 14. Oftober v. J. bemerkte er, daß ob sie ihm 1000 m. wechseln tönne. Er behauptete, daß er kein vor dem Reichsgerichte abspielte. Wegen schweren Haus: unbefugte Hände den Schrank geöffnet und einen Theil des Inkleines Geld mehr besize, sondern erst in einigen Tagen von friedensbruches war der Brauer Friedrich Hohbach am halts herausgenommen hatten. Er richtete darauf am folgenden seinen Eltern Geld erwarte. Frau Bielmeier ließ sich dazu her- 4. Februar vom Landgericht Dresden neben einer großen Zahl Tage an den Kreis- Schulinspektor, Schulrath Kopp, ein Schreiben, bei, dem Angeklagten die 1000 m. zu geben und empfing dafür anderer Angeklagter zu Gefängnißstrafe verurtheilt worden. Er worin er auf die Uebelstände in betreff des ungünftigen Standvon diesem einen Check auf ein österreichisches Geldinstitut. Frau behauptete, er habe nur aus empörtem Rechtsgefühl gehandelt punktes des Schulschrankes hinwies und dabei hervorhob, B. ging mit letzterem zu ihrer Mutter, um zu fragen, ob die und der gesetzlichen Ordnung zum Siege verhelfen wollen. daß der Pfarrer Klosen die Schuld daran trage. Dieses Schreiben Sache wohl in Ordnung sei und diese Zeit benutte der An- Der Sachverhalt war folgender. In Bieschen hatte der that Renelt in einen Umschlag, den er mit der Adresse feines getlagte, um zu verschwinden und nicht wieder zurückzukehren. Fuhrhalter Liebenau einen feiner Angestellten nächsten Vorgesetzten, des Pfarrers Klofen, verfah. Als der Auch andere Personen hat er in betrügerischer Weise um Geld gebracht. mit Gewalt Gewalt aus seinem Hause entfernt und ihm Schulrath Ropp nach etwa 14 Tagen aufällig mit dem Haupts So hat er eine Zeit lang im Franziskaner gegeffen und einem auf dem Hofe noch mehrere Siebe mit der lehrer Renelt zusammentraf, brachte dieser das Gespräch auf den Herrn, dem er sich als„ Graf Bolzani" vorgestellt hatte, veranlaßt, Beitsche berabfolgt, so daß er bewußtlos au Schulschrank und erfuhr bei dieser Gelegenheit, daß der Schulzu verschiedenen Malen seine Zeche im Gesammtbetrage von zirka Boden gesunken war. Vorübergehende machten sich, rath bas erwähnte Schreiben gar nicht erhalten habe. 50 M. zu bezahlen. Ein anderes Mal hat er mit mehreren während Liebenau fich in seine Wohnung zurückzog und sich ein- Renelt fchickte die Schuldienerin Galle zum Angeklagten und ließ Herren im Franziskaner eine Champagnerzeche gemacht. Er schloß, mit dem Daliegenden zu schaffen. Das Schauspiel zog feinen Brief zurückfordern. Er erhielt die Nachricht, daß der Brief wollte die Beche bezahlen, verschwand aber im geeigneten Augen- auch andere Personen, die vorübergingen, herbei und insbesondere zerriffen fei. Thatsächlich hatte der Angeklagte den Brief blick und die Gäste des Herrn Grafen" mußten wohl oder übel eine Anzahl junger Leute, die von der Arbeit tamen. Diese beim Lesen des Inhalts zerrissen, er hatte sich besonders darüber in ihre eigene Tasche greifen. Am 18. Januar erschien der An- machten in ihrer Erregung Anstalten, dem Brügel beleidigt gefühlt, weil er darin den Berdacht ausgesprochen geklagte in der Gerb'schen Weinstube in der Kantstraße in Char helden Liebenau eine empfindliche Lektion für seine un- wähnte, daß er selbst den Schrank geöffnet babe, um dem Haupt lottenburg. Er hatte auch dort schon als Baron Bolzani erhörten Rohheiten zu theil werden zu lassen und zwar in lehrer, ber für denselben und feinen Inhalte verantwortlich mehrere Male eine größere Beche gemacht. Am Sonn- demselben Augenblick, als die Polizei erschien und zwar herbei- war, Verdruß zu bereiten. Während die Staatsanwaltschaft bas abend, den 18. Januar, nachmittags, erschien er wieder dort, geholt von eben dem Brauer Hohbach, der, wie oben erwähnt, Beschwerdeschreiben als ein amtliches Schriftstück anfab, beftritt verzehrte theuere Weine und ausgewählte Speisen und mit verurtheilt worden ist, weil er sich an dem gewaltthätigen Pfarrer Klofen, daß es ein solches gewesen sei. Bei einem amtlichen machte eine Beche von etwa 100 M. Nachts war er mit dem Hausfriedensbruche" betheiligt hat. In dem Urtheile heißt es u. a.: Schriftstück hätte der Absender dasselbe mit der laufenden Geschäftsführer Friz Bormann allein und suchte ihn zu über- Sämmtliche Angeklagten haben sich an dem Borgange betheiligt; Journal- Nummer und mit einem Begleitschreiben versehen müssen, reden, noch mit ihm nach Berlin zu fahren und die Blumenfäle" nur Hohbach mag nicht mit in die eigentliche Wohnung gelangt wie er es in früheren Fällen gethan. Der Angeklagte legte auch zu besuchen. Zugegebener Maßen hatte er die Absicht, den Bor fein. Sie alle wußten, daß Liebenau hervorgezogen ein solches Begleitschreiben, welches den Wortlaut hatte, Ew. Hochmann betrunken zu machen und die Geschäftstasse zu plündern. und förperlich gezüchtigt werden follte, und dieses würden bitte um Weiterbeförderung dieses Schriftstückes", vor. Es war schon in der vierten Morgenstunde, als Bormann sich Vorhaben hatte ihren Beifall. Hohbach ist zwar Jedenfalls habe ernicht das Bewußtsein gehabt, daß er sich durch Zers anschickte, die eiserne Roll- Jalousie herabzulassen. Da hörte er zur Polizeiwache gegangen und hat den Schuhmann H. zum Ein- reißen des Briefes einer strafbaren Handlung schuldig machen könne. mit einem Male einen Knall und spürte Pulverdampf um schreiten aufgefordert, aber er ist dann zurückgekehrt und hat sich Der Staatsanwalt gewann doch aus der Beweisaufnahme die Unsicht, halten, der ihn ein wenig betäubte, aber ihm doch nicht er im Gegensatz zu den übrigen Mitangeklagten auf dem Vor- schuldig gemacht habe, er beantragte das zulässig niedrigste StrafEr hatte einen Schuß in den Kopf er wieder in das umfriedigte Besigthum Liebenau's begeben. Wenn daß der Angeschuldigte sich der Vernichtung einer Urkunde ganz seine Willenskraft raubte. Er hatte noch soviel faale Halt gemacht hat, so ist das nur in der begreiflichen Furcht maß einen Tag Gefängniß. Der Gerichtshof folgte den AusKraft, den angeblichen Grafen zurückzustoßen, die Rolllade wieder vor den Folgen seiner Handlungsweise geschehen, und das Herbeiführungen des Vertheidigers, Rechtsanwalts Wronker und sprach aufzuziehen und laut Mörder" zu rufen. Der Angeklagte ent- holen der Polizei hat nur den Zweck gehabt, ihn den Angeklagten frei, weil nicht angenommen werden wischte durch die Thür, der Verwundete verfolgte ihn aber unter als den harmlosen Menschen erscheinen zu lönne, daß derselbe sich der Rechtswidrigkeit Lauten Hilferufen und herbeieilenden Nachbaren gelang es, ben lassen, fals welcher er Mordgesellen festzunehmen. In der Polizeiwache ist er sehr frech ben möchte. gern angesehen wer seiner Handlungsweise bewußt gewesen sei.!!! Als er wieder in das Haus eintrat, war aufgetreten und hat sich auch dort zunächst Graf Bolzani Edler er wieder eines Sinnes mit der tumultuirenden Menge. Soweit von Kronstedt" genannt. Der Angeklagte giebt die Betrugs- das Urtheil, gegen welches Hobbach Revision eingelegt hatte. fälle zu, bestreitet aber den Mordanschlag. Präs.: Aber, An- Er war zu der Verhandlung vor dem Reichsgericht persönlich er- Die Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker nahm getlagter, sollte es nicht am besten für Sie fein, ein offenes Geschienen. Das Reichsgericht mußte die Revision verwerfen, in ihrer Versammlung am 20. d. M. den Bericht des Arbeitsständniß abzulegen? Angetl.: Ich kann nichts eingestehen, da der Thatbestand des schweren Hausfriedensbruchs in rechtlich nachweis- Vorstehers für das 1. Quartal 1896 entgegen. Danach denn ich habe nichts gemacht. Präf.: Wollen Sie behaupten, einwandfreier Weise festgestellt war. liefen 102 Mustkaufträge ein, von welchen bis zum 15. D. M. daß Sie überhaupt nicht geschoffen haben? Angetl.: Das Strafverfahren gegen den Gattenmörder, früheren 83 Aufträge mit einem Gesammtlohn von 2699,70 M. erledigt Ich habe nicht geschossen.- Präs: Seien Sie doch nicht so Schuhmann Schmidt, der seine Frau am 8. Februar d. J. im waren. Beschwerden sind nicht eingelaufen. Bräutigam wurde thöricht, dem Gerichtshofe dies glauben machen zu wollen." Der Ungeflagte leugnet in der Verhandlung konsequent, den Bette durch Beilhiebe erschlug, dürfte aller Wahrscheinlichkeit als Bertreter des Arbeitsnachweises für das 2. Quartal wiederMordverfuch begangen zu haben, es babe wohl eine andere, un nach noch in diesen Tagen eingestellt werden. So unerklärlich gewählt. Beschlossen wurde, das Stiftungsfest am 12. Mai im bekannte Person geschossen. Alle Zeugenaussagen lauten zu es jetzt nach dem Gutachten des medizinischen Sachverständigen für die Familienmitglieder die Blutthat damals erschien, so steht Lokal von Hente, Naunynftr. 27, abzuhalten. Die Gold- und Silberarbeiter beschäftigten sich in ihrer feinen Ungunften. Der Staatsanwalt pläbirte auf schuldig im vollen Umfange der Anklage. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Professor Dr. Straßmann fest, daß Schmidt in geistiger Um- Mitgliederversammlung am 23. März mit den Anträgen zum Heimbach, gab den Geschworenen anheim, ob sie auf grund nachtung die Wahnsinnsthat begangen hat. Die Beobachtungen Gewerkschaftskongreß. Der Vorsitzende machte zunächst bekannt, des Bestreitens des Angeklagten die Möglichkeit für ge sich Schmidt seit dem Tage der Mordthat befindet, sowie die von Meyerheim anerkannt find. Hierauf besprach Faber die auf der Unfallstation des städtischen Krankenhauses Moabit, wo daß die Forderungen der Arbeiter in der Silberwaarenfabrik daß durch einen sonderbaren Zufall boch Wahrnehmungen des Wärterpersonals und der anderen Kranken Anträge der Generalfommiffion. Redner empfiehlt die Gründung ein anderer, als der Angeklagte, den Schuß abgefeuert haben haben zu dem Resultate geführt, daß das Nervensystem des des Streitfonds. Die erhöhten Lasten müsse die Organisation tönnte. Pflichtgemäß stellte der Bertheidiger die Frage nach Schmidt vollständig zerrüttet und derselbe zweifellos geiftestrant burch einen größeren Beitrag decken. Sodann plädirt Redner Zum Schluß ermahnt der Vorsitzende den Angeklagten noch ist. Demnach dürfte die Untersuchung wegen Mordes nicht sehr warm für den Fortbestand der Generalfommission. Seineeinmal, ein Geständniß abzulegen, dieser aber verbleibt dabei, weiter verfolgt, sondern in Stürze geschlossen werden. mann wandte sich in der Diskussion gegen den Streitfonds. daß er von nichts wisse. Die bekannte fchamlose Ausbeutung der Kellnerinnen Derselbe wolle nur etwas Leben in das tobtgeborene Rind, die Nach erfolgter Rechtsbelehrung ziehen sich die Geschworenen wurde gestern vor der 182. Abtheilung des Amtsgerichts 1 auch Generalfommission, bineinbringen. Desgleichen spricht Redner zur Berathung zurück, welche nur wenige Minuten dauert. Der einmal durch den Staatsanwalt festgenagelt. Eine Beugin, gegen eine Erhöhung der Beiträge, die dem Verband nicht zum Schuldigspruch fällt ganz im Sinne der Anklage aus. welche durch einen Schwindler um ihre Ersparnisse betrogen Nugen fei. Nach einer längeren Debatte wird ein Antrag Der Staatsanwalt beantragte eine Gesammtstrafe von worden war, fragte der Staatsanwalt, ob sie denn nun eine Faber, der die Einführung des Streitfonds befürwortet, abgelehnt. fieben Jahren Buchthaus, Ghrverlust und Buläffigteit neue Stellung babe. Beugin: Jawohl, die habe Bei der Wahl der Delegirten erhielten Faber 22, Brückner 24 von Polizei- Aufsicht. ich aber heute aufgeben müssen. Staatsanw. und Heinemann 1 Stimme. Der Gerichtshof erachtete die That des Angeklagten für so Warum denn? 8eugin: Nun, weil der Termin In einer Versammlung der selbständigen Bildhauer roh und frech, daß er weit über das beantragte Strafmaß fo lange dauert, da darf ich nicht wiederkommen. Berlins, die am 24. März tagte, wurde folgende Resolution hinausgehen zu müssen glaubte. Er verurtheilte den Angeklagten Wenn hier die Sache eher aus gewesen wäre, dann wäre es angenommen: Die Versammlung beschließt, von ihren Kunden, zu zwölf Jahren Buchthaus, zehn Jahren Ehrverlust wohl gegangen. Staatsanwalt: Haben Sie denn infolge der an die Gehilfen höher zu zahlenden Arbeitslöhne, und Zulässigkeit von Polizei- Aufsicht. teine Kündigung? 8eugin: Nein. Staats- eine Preiserhöhung von 20 pCt. für wiederkehrende Arbeiten zu anwalt: Nun, Sie bekommen aber doch leicht eine Stellung fordern." Grober Unfug. Ein für unsere Zeitverhältnisse bezeichnendes wieder?- 8eugin: Da müssen wir zum Agenten gehen und Urtheil hat vorgestern vom Straffenat des Kammergerichts die 1 m. bezahlen; wenn wir dann eine Stellung haben, zahlen wir letzte Weihe empfangen. Die Rehe'schen Eheleute zu Magdeburg noch 2. für die Vermittelung nach. Staatsanwalt: hatten den 22. September des vorigen Jahres dazu benußt, fich Der Wirth muß wohl auch den Agenten bezahlen? 3eugin: in einem Vergnügungslokale zu ergößen und ihren Kindern auch Nein, nur die Mädchen. Es giebt ja auch Agenten, die mit einmal die Welt da draußen" zu zeigen. Bevor sie den Heim- 1 M. für die Vermittelung zufrieden sind und sich mit 50 Pf. weg antraten, befestigten sie einen Stock an dem mitgeführten Anzahlung begnügen; aber die haben keine guten Stellen. Kinderwagen und verzierten die Spike desselben mit einem Staatsanwalt: Bekommen Sie denn Gehalt?-3eugin: in eller's Fefträumen, Koppenstraße 29: Feier der Jugendaufnahme. Die fünfzig Quadratzentimeter großen rothen Tuche, das Nein, wir sind nur auf Trinfgelder angewiesen und auf Luftig zur Freude ihres Kleinen im Winde flatterte. die Prozente. Staatsanwalt: Ach so, für das, was So steuerten sie dem Heim zu. Doch das Unglück schreitet schnell Sie den Gästen bringen, bekommen Sie wenigstens die harmlose Spielerei hatte eine Anklage zur Folge. Es Prozente? 3eugin: Das nicht. Nur wenn uns ein wurde ihnen vorgeworfen, nicht nur groben Unfug verübt, Gaft Gräber spendirt, bekommen wir für das Glas sondern auch gegen eine Regierungs- Polizeiverordnung vom April 5 Pf. Bekommen wir aber anderes Bier spendirt, dann 1891 verstoßen zu haben, welche das Führen von rothen haben wir keine Prozente. Staatsanwalt: Das sind Fahnen verbietet. Die Angeschuldigten gaben zu, fozial- ja recht nette Verhältnisse. Damit war das Gespräch zu Ende. demokratischer Gesinnung zu sein, bestritten aber, Sollte die Staatsanwaltschaft, die in politischen Dingen ja so einen politischen 8 wed 8 wed bei der Befestigung des manches zu leisten im stande ist, in diesem Falle nicht einmal Zuches im Auge gehabt zu haben: das Ganze hätte den Versuch wagen können, die erpressenden Wirthe und Agenten nur ein Spielzeug für ihren Sohn sein sollen. Schöffen beim Wickel zu nehmen? gericht wie Straffammer verurtheilten jedoch die Der an der Stadtbahn angestellte Bahnwärter Lamprecht Angeklagten, den Mann zu drei Wochen, die Frau zu zwei Wochen Haft. Das Landgericht hielt für ents war wegen thätlicher Beleidigung eines weiblichen Fahrgastes der Stadtbahn, eines Fräulein Naumann, zu 4 Monaten Gescheidend, daß sich die Leute nach dem Aufpuz des Wagens umfängniß durch das Schöffengericht verurtheilt worden. Sowohl gesehen hätten, und daß dessen Farbe diejenige des Blutes und des Aufruhrs sei. Die Fahne errege Anstoß und Un- der Angeklagte wie die Staatsanwaltschaft legten Berufung ein. ruhe.( Hu bu!) Bei der Gesinnung der Verurtheilten wäre feiner lichkeit vor der sechsten( Berufungs-) Strafkammer am Land: Freitag Nachmittag 21/2 Uhr die im Bau begriffene Ehrenpforte Die erneute Verhandlung fand unter Ausschluß der Deffents Aus Stuttgart wird berichtet: Gin heftiger Windstoß riß Auffaffung nach fein Zweifel, daß es sich um eine öffentliche gericht I. statt. Die Urtheilsverkündung ergab, daß der Demonstration handelte. Ihre Rechtsbeschwerde beim Kammergericht begründeten die Angeklagten damit, daß eine Beunruhigung des Angeklagte, der verheirathet und Vater von 8 Kindern ist, zur Festhalle des diesjährigen deutschen Sängerfestes im Stödach Publikums nicht erwiesen, Artikel 27 der Verfaffung verlegt und über an den Tag gelegt hatte, als er auf einer Fahrt von der begraben; drei derselben wurden schwer, awei leicht verlegt. ein äußerst schamloses Gebahren der vorerwähnten Zeugin gegen Stadttheil um. Fünf Zimmerleute wurden unter den Trümmern die betreffende Regierungs- Polizeiverordnung rechtsungiltig sei. Aus Linz wird der Frankf. 3tg." telegraphirt, daß durch Die Revision ist nunmehr unter folgender Begründung zurück Station Friedrichstraße nach dem Lehrter Bahnhof mit dieser die Leichtfertigkeit eines Bauern, der in einem Gasthause in gewiesen worden: Die fragliche Polizeiverordnung stehe mit allein in einem Wagenabtheil der Stadtbahn gefeffen hatte. Der Garleinsbach ein größeres Quantum Bulver unter eine Bank 86b und d des Gesetzes über die Polizeiverwaltung im vollsten Gerichtshof hielt es nicht für angebracht, der Bitte des Angeklagten des dicht mit Gästen besetzten Gastzimmers gelegt hatte, durch Ginklange, und mit bezug auf die dort aufgeführten Gegenstände folgen und unter das verhältnismäßig hohe Strafmaß des die Explosion des Pulvers achtzehn Personen leicht und drei Schöffenrichters herunterzugehen, da der Angeklagte als Familienvater fönnten nach§ 12 dieses Gesetzes auch die Bezirksregierungen und als Beamter härter zu bestrafen sei, als ein gewöhnlicher Schwer verletzt wurden. Polizeivorschriften für ihren Verwaltungsbezirt( Regierungs: Fahrgast, der sich einer derartigen Schamlosigkeit schuldig machte. welche große Beunruhigung hervorriefen. In Laibach find wiederholt Erdbeben verspürt worden, bezirt) erlaffen. Das öffentliche sichtbare Führen einer rothen Andererseits lag aber auch keine Veranlassung vor, dem Antrage Fahne sei eine Demonstration, die sicherlich als grober Unfug des Staatsanwalts gemäß die Strafe auf 9 Monate Gefängniß berichtet: Wie das" Neuter'sche Bureau" aus Wellington von Grubenunglück. Aus London wird vom 26. März angesehen werden könnte, denn unstreitig tönnten sich Leute, die nicht zur Sozialdemokratie gehören, durch die rothe Fahne wohl wie der Anklagehehörde verworfen und somit die 4 Monate heute meldet, erfolgte in der Kohlengrube zu Brunnertown eine nicht zur Sozialdemokratie gehören, durch die rothe Fahne zu erhöhen. Es wurden somit die Berufung des Angeklagten sc- berichtet: Wie das" Reuter'sche Bureau" aus Wellington von belästigt fühlen. Und eine Demonstration sei keine Meinungs- Gefängniß bestätigt. Explosion schlagender Wetter, durch welche 5 Bergarbeiter geäußerung im Sinne des§ 27 der preußischen Verfassung, eine Die Rettung letterer scheint Verlegung desselben sei deshalb in der Vorentscheidung nicht tödtet und 60 verschüttet wurden. mildernden Umständen. zu finden. Wegen Majestätsbeleidigung mußte sich am Mittwoch der Tischler Carl Eduard Simrich aus Charlotten burg vor der ersten Straftammer des Landgerichts II verantworten. tampjes wurden am 26. März die beiden Kandidaten der Medizin Wie das Duellverbrechen bestraft wird. Wegen Zweiv. Moser aus Görlig, der Sohn des Lustspieldichters, und Düssel aus Augsburg von der Strafkammer in Würzburg zu je vier Monaten Festung verurtheilt. Düssel hatte in dem Duell eine Verwundung am Fuße erhalten. Arbeiter- Bildungsschule. Unterricht am Sonnabend, Südost- Schule, waldemarstr. 14: Nationalötonomie. Nordschule, Müllerstr. 179a: Rebe übung. Beginn abends 9 Uhr, Schluß 10% Uhr. Die Schulräume find aur Benugung der Bibliothek und des reichhaltigen Zeitschriftenmaterials schon on a demokrati Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Reichstags- Wahlkreis Stralsund- Franzburg- Rügen. Conntag, den gate lommen. 7 Uhr, bei Linte, Jüdenstr. 36: Außerordentliche Gigung. Gäfte Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 29. März, vormittags 11 Uhr, geftrede hält Herr Dr. Bruno Wille über: Die Religion der Freude. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 29. März cr., abends 6% Uhr, bei Soffmann, Alexanderstraße Nr. 27c: Versammlung. Vortrag des Ingenieurs berrn Grempe über: Die Stlaveret des Weibes. Nachdem: Geselliges Betfammensein und Tanz. Nr. 29, Samburg). Filiale Berlin 7. Sonntag, den 29. März, vormittags Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. H. s uhr, bei Scheps, Gerichtstr. 10: Außerordentliche Mitglieder- Bersammlung. Tagesordnung: Wahl der Delegirten zur diesjährigen General- Versammlung. Verein Schäftebranche. Sonnabend, den 29. März, abends 9 Uhr, bet Wernau, Rosenthalerstr. 57: Versammlung. Extra- Unterstützungskaffe der Buchbinder. Sonntag, den 29. März, vormittags 10 Uhr, bet Stehmann, Melchiorftr. 15: General- Bersammlung. ane Sufchriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, find Bund der geselligen Arbeitervereine Berline und Almgegend zu richten an: Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177c. Sonnabend: Bergnügungsverein„ Selgoland", Grüner Weg 20 bet Rudolf( während des ,, Bavaria", Lychenerstraße 2/8 bet Winters alle 14 Tage Sonntags.) " Allezeit Fibel", Pafewalterstraße 3 bet Neumann. Schmidt. hoffnungslos. Vermischtes. Briefkasten der Redaktion. Gustav Fauft. Köllnisches Rathhaus, ie Straße. Adolph Ernst- Theater. Urania Deutscher Für den Zuhalt der Juferate über. Charlen's Tante. Anstalt für volksthümliche Metallarbeiterverband nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Schwant in 3 Akten von Brandon Thom a 3. Repertoirstück des GlobeTheaters in London. 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Todesanzeige. Verband aller in der MetallIndustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Am Donnerstag, den 26. März, vers starb unser Mitglied, der Dreher Robert Gruss. tauft man in der Norddeutschen Schuhfabrit von W. Hitschke, gegründet 1872, Ehre seinem Andenken! Die Beerdi Skalitzerstr. 13, Ecke Admiralstraße, gung findet Sonntag Nachmittag 3 Uhr am Rottbuser Thor. 42702* vom Trauerhause, Ackerstr. 110, aus Möbel, Spiegel, Polsterwaaren, nach dem Johanneskirchhof, Seestraße, Plüsch- Garnituren, Paneel- Sophas, statt. Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. Teppiche, Portièren, Gardinen, ganze Wohnungseinrichtungen, auch auf Theilzahlung, mit geringen An- u. Ratenzahlungen bei 2. Silberstein, Rosenthalerstr. 49, 1 Tr. Muschel- Wirthschaft 41502 verkaufe sofort spottbillig, vollständige Wohn- u. Schlafzimmer- Einrichtungen, darunter 8 Fenster neue Gardinen, Brautleuten geeignet. Frau Büttner, Röpnickerstr. 141, Borderhaus 1. Etage. 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Die Beleidigung gegen Frau Schoch nehme hiermit zurück und erkläre sie für eine ehrenhafte Frau. Frau Bolle. Schloft. f. 2 Herr. Prinzenstr. 110. Wald. Schlafstelle f. 1 Herrn zu verm. Frau Wander, Wriezenerstr. 8, Stfl. III. 47042 Arbeitsmarkt. Achtung! Metallarbeiter! Sämmtliche Arbeiter der Eisenmöbelfabrik von Carl Schulz, Hafenhaide Nr. 9, haben die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Tischler auf gute Möbel n. Zeichn. verl. Feldmann u. Wegner, BelleAlliancestr. 84. fucht 536b Auswärtige Dachpappenfabrit titig. Vorarbeiter. an 39/1 Offerten sub J. Z. 7966 Rudolf Muse, Berlin SW, Schriftmaler verl. Heckert, Prinzenstr. 32. Glasschleifer verl. Heckert, Prinzenstr. 32. Ein geübter Pappenzuschneider, sowie welcher lange in Kartonfabriken ge arbeitet, findet dauernde Stelle bei M. Wolff, Neue Friedrichstr. 48. tige Rabitzputzer werden eingestellt bei 559b Rabitz, Scharnhorststr. 7. Vergolderin, die auch farbige Leisten macht, verlangt Spiegelfabrik Frankfurter Allee 197. Frauen 553b zum Häutchen Fragen verlangt Schachthick, Lynarstr. 3( Wedd.) Ein tücht. Silberschleifer sofort verl. 554b Weichhardt, Ritterstr. 73. Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 75. Gewerkschaftliches. % Sonnabend, den 28. März 1896. 13. Jahrg. worden ist. Die dadurch gemachten Erfahrungen Kommission von 3 Mitgliedern treten. Dieselbe hat sofort sind zufriedenstellend und sind wir daher der Ansicht, Marken à 15, 20 und 25 Pf. für den Generalfonds der Töpfer der Augenblick sei gekommen, eine entsprechende Aenderung Berlins und der Umgegend drucken zu lassen und zu verausgaben, Die Brauerei- Arbeiter in Speyer wurden vor einiger auch in unseren übrigen Betrieben vorzunehmen... Nach unserer sowie eine sofortige Revision des Tarifs vorzunehmen für den Zeit gezwungen, aus dem Verband auszutreten und sich einer Ansicht soll der Verdienst unserer Arbeiter nicht vermindert Fall einer Lohnbewegung. von den Brauerei- Verwaltungen protegirten Krankenkasse anzu- werden. Um zu diesem Ziele zu gelangen, rechnen wir auf die Verbands- Filiale nunmehr auch sich aufzulösen gewillt sei(? Red.), Die aufgeworfene Frage, ob die schließen, die auf tonfessioneller Grundlage beruht. Gerade diese erhöhte Geschwindigkeit der Maschinen und blieb unbeantwortet. Beschränkung ihrer persönlichen Freiheit hat aber das Klassen- auf den Fleiß unseres Personals, denn nach den Beier, Nickel und Riemer. Zum Schluß nimmt Hopp In die Kommission wurden gewählt bewußtsein der Brauerei- Arbeiter, das die Brauerei- Verwaltungen in Belfort gemachten Erfahrungen genügen Veranlassung, eine Mittheilung im Bericht der Vertrauensmännerersticken wollten, erst recht gestärkt. Sie ließen vorige Woche den diese zwei Fattoren vollkommen Brauerei- Verwaltungen durch die Gewerkschaftskommission eine reichung dieses 3 wedes. zur ErSigung dahin zu ergänzen, daß der größte Uebelstand bei dem Da Wo Reihe von Forderungen überweisen, welche u. a. Erhöhung des Geschwindigkeit der Maschinen den entstandenen Zeitverlust die Schuld des Meisters hervorgerufen wird, sondern durch den die verstärkte Töpfermeister Herzog, das Warten auf Material, nicht durch Lohnes, Regulirung der Arbeitszeit, geheime, unbeeinflußte nicht auszugleichen vermag, wird das Gleichgewicht der Löhne Bau- Unternehmer. Wahl eines Arbeiter Ausschusses in jeder Brauerei, durch eine Tarif Erhöhung wieder hergestellt."- Die vierzehntägige Kündigungsfrist und freies, unbeschränktes Aktiengesellschaft für Textilindustrie vorm. Dollfus- Mieg u. Cie. Die in der Fabrik von Schwarzkopf beschäftigten Arbeiter Koalitionsrecht betreffen. Die Brauerei Verwaltungen erklärt also, gestützt auf mehrjährige Erfahrung, daß die Einführung waren am Mittwoch fast vollzählig der Einladung zu einer Vers lehnten die Forderungen rundweg ab"( wörtlich!) und erklärten, des Behnstundentages ohne Lohnherabsehung zu zufriedenstellenden sammlung nach dem Colberger Salon gefolgt. Das Referat daß sie gegebenenfalls mit den schärfsten Gegenmitteln" ant: Ergebnissen führe, und führt den Zehustundentag faktisch in ihren hatte Nather übernommen, der, anknüpfend an die letzte Berworten würden. Das werden sich die Herren aber wohl noch Etablissements ein; wie können die übrigen Herren Fabrikanten sammlung, den Anwesenden auseinandersetzte, daß auch sie, die überlegen, denn die Arbeiterschaft der Rheinpfalz und der be- demgegenüber im Gruste versichern wollen, jede Verminderung alten ergrauten Arbeiter, nicht nur berechtigt, sondern auch vernachbarten Konsumtionsgebiete der Brauereien Speyers läßt die der Arbeitszeit" habe für sie den Ruin im Gefolge? Den Arbeitern pflichtet seien, in den Kampf um bessere Lohn- und ArbeitsBrauerei Arbeiter selbstverständlich nicht schutzlos. Was in Speyer leuchtet diese Beweisführung nicht ein. gefordert wird, das ist übrigens, wie die Pfälzische Presse" schreibt, den Brauerei- Arbeitern in anderen Städten, wie Frank Drudfabrik( Textilbranche) sämmtliche 500 Arbeiter in den In Neunkirchen in Desterreich sind in der f. t. privilegirten furt, Mainz, Mannheim, Frankenthal ze. längst gewährt. Ausstand getreten. Sie fordern: 1. Entlassung des Bizedirektors Und die Speyerer Aktienbrauereien verdienen ebenfalls so viel, daß sie die Forderungen ohne große Ginbuße Brunner und Wiederaufnahme der entlassenen Arbeiter; 2. die des Profits ganz gut bewilligen können. Die Herren Direktoren sehnstündige Arbeitszeit; 3. Freigabe des 1. Mai. wollen blos nicht, weil sie dadurch in ihren Pascharechten eingeschränkt werden. Bei der strittigen Angelegenheit sind betheiligt: die Brauerei- Gesellschaft zum Storchen vorm. Christian Sick, die Bayerische Bierbrauerei- Gesellschaft vorm. H. Schwarz, die Brauerei zur Sonne vorm. H. Welz in Speyer( Bayern), und das Speyerer Brauhaus vorm. Gebr. Schultz Aftiengesellschaft. " Die Agitationskommiffion der Steinmeßen Münchens hat beschlossen, eine Landestonferenz einzuberufen, die während der Pfingstfeiertage in Regensburg tagen und über die Aufstellung eines gemeinsamen Tarifs berathen soll. Die Steinmetzen Bayerns werden ersucht, dazu Stellung zu nehmen und die Konferenz mit zahlreichen Delegirten zu bechicken. In der Fabrik mechanisch- optischer Spielwaaren von G. Carette u. Komp. in Nürnberg sind am Mittwoch Flaschner, Dreher, Metalldrücker, zufammen 49 Mann, ferner 9 Schreiner und 51 Arbeiterinnen in den Streit getreten, weil die Firma die 56stündige Arbeitszeit nicht bewilligte. Nur wenig Arbeiterinnen sehen die Arbeit fort. Versammlungen. 2 Wenn augen bedingungen einzutreten. Mehr als 30 000 Berliner Arbeiter haben in diesem Frühjahr den Neunstundentag errungen und Kampfe anzuschließen. Nachdem der Appell des Herrn Ingenieur auch die Metallarbeiter fangen bereits an, sich diesem Beiz an die alten Männer von Schwarztopff in der letzten Versammlung so ungehört verhallte, habe dieser Herr heute den besseren Theil der Tapferkeit erwählt und sei nicht erschienen. Redner kommt hierauf auf die Verhältnisse in dem Etablissement zu sprechen und bezeichnet Löhne von 21, 18 und 15 M., die für einzelne Arbeiter als Durchschnittsverdienste in dieser Fabrit gelten, als in einer gut besuchten Versammlung in Sanssouci über die lichste geleistet, so daß 94-95 Stunden pro Woche gearbeitet wird. Die Musikinstrumenten- Arbeiter verhandelten am 23. März Hungerlöhne. An Ueberstundenarbeit wird ebenfalls das unglaub Stellung zur Maifeier. Der Referent, Blogis, plädirte für eine Die Heizer und Maschinisten haben sogar wöchentlich 100 Stunden strikte Durchführung der Arbeitsruhe am 1. Mai und befürwortete Arbeitszeit. Seit 1889 sind die Löhne um die Hälfte herabverhältnißmäßigen prozentualen Lohnerhöhung zu stellen. Redner der Arbeiter seitens der Meister eine so unwürdige ist, haben gleichzeitig, die Forderung einer achtstündigen Arbeitszeit und einer gesunken. Daß in der Schwarzkopf'schen Fabrik die Behandlung glaubt, daß bei der günstigen Geschäftskonjunktur diese Forderungen sich die Arbeiter ganz allein zuzuschreiben. In feiner anderen durchgeführt werden können. In der Diskussion warnten mehrere abrit Berlins Redner vor übereilten Schritten, da herrscht das Denunziantenthum so wie man die günstigen bei Verhältnisse Schwarzkopf. Unter diesen Umständen ift es nur als vorübergehende bezeichnen. fönne. Dagegen vertraten auch durchaus nicht wunderbar, daß die die Uebelstände übrigen Redner die Anschauung immer mehr überhand nehmen. Die hygienischen Zustände, des Referenten. Schließlich gelangte folgende Resolution besonders die Ventilationsvorrichtungen im Montagegebäude und zur Annahme:" Die Versammlung beschließt, den 1. Mai der Lackirerei sind außerordentlich ungenügende. Die Gesellschaft unter allen Umständen durch Arbeitsruhe zu feiern und scheint ihr Hauptaugenmerk nur darauf zu richten, daß möglichst verpflichtet sich, für Gemaßregelte mit allen Mitteln einzutreten. hohe Dividenden erzielt werden; für das Vorjahr ist eine so hohe Ferner ertheilt die Versammlung einer Kommission von fünf Dividende vertheilt worden, daß jeder in der Fabrik beschäftigte Mitgliedern den Auftrag, Berathungen darüber zu pflegen, welche Arbeiter den Aktionären 685 M. erarbeitet hat. Selbstverständlich ist es Forderungen in bezug auf die Verkürzung der Arbeitszeit und auch, daß in der Fabrik kein Arbeiter angenommen wird, der nicht von Ein bekannter Unternehmerkniff ist es, dem Publikum die für eine eventuelle Lohnerhöhung geeignet erscheinen. Zu dem Röffemann u. Kühnemann eine Bestimmung bringt, daß er ein Aussperrung von Arbeitern als Streit der Arbeiter vor- 3weck ist ein regelrechtes Sammelwesen zum Streitfonds zu verartiger braver Arbeiter ist. Redner zählte noch eine Reihe zuspiegeln. Auch in Fürth, wo das Unternehmerthum viele anlassen." von Mißständen auf u. a. das Fehlen genügender Waschvor= hunderte von Arbeitern aussperrte, weil diese auf ihre Forderung Die Sattler verhandelten am Mittwoch über den richtung, dürftige Beleuchtung, äußerst mangelhaft gereinigte nach einer längeren Mittagspause nicht verzichten wollten, ist Stand des Streits der Treibriemen Arbeiter. Pörsch er- Aborte, ungenügende Reinigung der Fenster, schlechte Werkzeuge, dasselbe Manöver versucht worden. Jetzt ist aber durch geflärte den Erschienenen die seitens der Lohnkommission unter- Unordnung in den einzelnen Werkstätten 2c. 2c. richtliches Urtheil festgestellt, daß die Arbeiter nicht frei- nommenen Schritte, die leider bis jetzt ohne Erfolg waren, da blicklich die Metallindustrie einen Aufschwung zu verzeichnen hat, willig ausgetreten sind, sondern entlassen wurden. Herr der Fabrikantenring jede Unterhandlung abwies. Dabei gedachte so ist es Pflicht der Arbeiter, diesen Augenblick nicht Ammersdörfer hatte die Kühnheit, gegen 14 seiner Arbeiter beim Redner des antisemitischen Stadtverordneten Pretzel, der sonst verstreichen zu lassen, ohne in den Kampf um bessere Gewerbegericht Klage auf Fertigstellung des Affords anhängig nicht genug auf die Juden schimpfen kann, gegenwärtig aber, da Lohn- und Arbeitsbedingungen einzutreten. Bon mehreren zu machen. Er wurde abgewiesen und in die Kosten des Ver- sein Geldbeutel in Mitleidenschaft gezogen werde, mit den Rednern wurden die Ausführungen Näther's noch ergänzt. Ein. fahrens verurtheilt. Durch dieses von dem Vorsitzenden des Ge- jüdischen Großkapitalisten Arm in Arm gegen die Arbeiter auf stimmig gab die Versammlung durch Annahme einer Reſolution werbegerichts als Einzelrichter gefällte Urtheil ist, so bemerkt die tritt. Der Stand des Streits darf als günstig bezeichnet ihr Einverständniß mit dem Referenten zu erkennen, indem sich " Fränk. Tagespost", die Phrase der Herren Unternehmer, daß sie werden, da nur 48 Streikende vorhanden sind. Einige die Anwesenden verpflichteten, der Organisation anzuschließen, ihre Arbeiter garnicht ausgesperrt haben, auf ihren wahren Werth der Ausständigen find abgereift, andere Be um so die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Arbeiter der zurückgeführt. schäftigung gefunden haben. Sämmtliche Redner sprechen Echwarzkopf'schen Fabrik bessern zu können. Mit einem Hoch In Hof haben von 84 dort beschäftigten Holzarbeitern in der Diskussion für Weiterführung des Streits. Hierauf wurde auf die Berliner Metallarbeiter- Bewegung wurde die Versamm79 unterschriftlich den Neunstundentag und 25 pet. Lohnerhöhung folgende Resolution einstimmig angenommen: Die Versammlung geschlossen. gefordert. Falls die Unternehmer nicht bewilligen, soll die Arbeit lung beschließt, unter allen Umständen den Streit der Treib- Die Metalldrücker nahmen in einer Versammlung, die am niedergelegt werden. riemen- Arbeiter aufrecht zu erhalten und nicht eher nachzugeben, 25. März im Louisenstädtischen Konzerthaus tagte, den Bericht Aus Mülhausen im Elsaß wird uns gefchrieben: Die bis die Fabrikanten sich zu Verhandlungen mit der Lohn- ihres Vertrauensmannes Lit fin entgegen. Derselbe hat in der Beim zweiten Punkt der Tages: Beit vom 1. November v. J. bis jetzt insgesammt 376,40 M. eins Ausstandsbewegung der Textilarbeiter nimmt fommission bereit erklären." ordnung, den Streit der Eisenmöbelfabrik von Schulz betreffend, genommen. immer größeren Umfang an. Bereits steht Mülhausen theilt Pörsch mit, daß der Ausstand zu ungunsten der Arbeiter Kollegen, die auch bei der Ausführung des Beschlusses, eine Der Berichterstatter flagte über die Lauheit der nicht mehr allein: in Bühl bei Gebweiler haben die Weber der Firma Ch. Rogelet( Rammgarn), ca. 400 an ber beendet ist. Die Organisation der Sattler hat dadurch 2 Gemaß Statistit zu veranstalten, zu tage getreten sei. Von 600 ansZahl, die Arbeit niedergelegt, weil fie unaufhörlichen regelte zu unterstützen. gegebenen Fragebogen wären nur 230 wieder in seine Hände geLohnreduktionen ausgesetzt waren. In Münster und Eine gut besuchte Sigung der Werkstatt Vertrauens: langt. Sei es bei diesem Resultat auch unmöglich, ein allMartirch friseit es und in Thann gewann das Gespenst männer des Deutschen Holzarbeiter Verbandes gemeines Bild der Verhältnisse in der Branche zu gewinnen, so ter Arbeitseinstellung vorläufig jedoch blos in der Phantasie tagte am 25. März in Cohn's Festfälen. Der Vorsitzende Glocke gehe doch daraus schon hervor, daß gegen das Vorjahr die Lohnder Fabrikherren- so bestimmte und anscheinend bedrohliche gab einen Bericht über den Verlauf des Streits in einzelnen und Arbeitsbedingungen fich verschlechtert hätten. Die Drücker Formen, daß dieser Tage in aller Frühe die 12. Kompagnie noch nachträglich hinzugetretenen Werkstätten. Außer der Garten- des Baufachs haben, wie Redner feststellte, mit ihrer Bedes Infanterie- Regiments Nr. 112 sowie ein Zug der 1. Eskadron möbelfabrik von Schulz, wo die Mehrzahl der Beschäftigten wegung in mehreren Betrieben Erfolge erzielt und die des Dragoner Regiments Nr. 22 von Mülhausen dahin ab- Metallarbeiter sind, wurden in allen Werkstätten die Forderungen neunstündige Arbeitszeit errungen. An den Bericht gefahren ist zur Unterstützung der dortigen Polizei- Organe", wie durchgeführt. Im Ausstand befinden sich noch die Tischler der schloß sich eine längere Debatte, nach deren Beendigung Rola d es im amtlichen Polizeibericht hieß. Als die Soldaten jedoch in Thann Maschinenbaufabrik von Petzold u. Co., ferner bei Frifter u. Roß- zum Vertrauensmann gewählt wurde. Derfelbe erhielt den Aufantamen, war von Ausständigen keine Spur. Ernster stehen die mann, Nähmaschinenfabrik. In letzterer Fabrik werde die Durch trab, in fürzester Zeit eine öffentliche Drückerversammlung mit Sachen in Mülhausen. Der Ausstand hat bis jetzt 6 Woll- führung der Forderung erschwert durch die ungenügende Kontrolle, die der Tagesordnung einzuberufen:„ Wie stellen sich die Drücker Baumwollspinnereien theilweise ergriffen, während die seitens der Streifenden geübt werden konnte, auch scheinen die in der zur Einführung der neunstündigen Arbeitszeit?" Unter BerWebereien mit 2 oder 3 Ausnahmen noch intatt sind. Fabrik arbeitenden Metallarbeiter sich ihrer Klassenlage nicht schiedenem" wurde mitgetheilt, daß auch die Firma Spinn u. Sohn Es sind in der Wollbranche die Firmen: E. Bertrand, bewußt zu sein, sonst würden sie etwas mehr Solidaritätsgefühl die neunstündige Arbeitszeit und die entsprechende Erhöhung Engel u. Cie., Glück u. Cie., Heilmann- Köchlin- Kuneyl u. Cie., gegen die streikenden Tischler an den Tag legen. Jedenfalls des Stundenlohnes zum 1. April bewilligt habe. In einer Laederich u. Cie und Schwarz u. Cie.; in der Baum müsse die größte Aufmerksamkeit dieser Fabrik zugewendet Resolution forderte die Versammlung die Werkstatt- Vertrauenswollbranche: Dollfus u. Manz, Dreyfus- Canz u. Cie., werden, da bereits Mittheilungen gemacht wurden, daß die leute auf, beffer ihre Pflicht zu erfüllen. Die Adresse des neuRaphael Dreyfus u. Cie., Frey u. Cie., Ch. Mieg u. Gie., Gebr. Firma Tischlerarbeiten bei Lufat u. Weißelberg anfertigen laffen gewählten Vertrauensmannes Rolack ist Rigdorf, HerrmannNaegely, Ed. Vaucher u. Cie. und S. Wallach u. Cie. Un- wolle. Die Anwesenden verpflichteten sich sodann, für eine regel- straße 231. betheiligt ist bis jetzt in Mülhausen nur nur noch eine mäßige Bahlung von 10 Pf. pro Woche für den StreitEine fehr gutbesuchte Versammlung der Schrauben größere Fabrik der die Textil Branche, Baumwolle fonds einzutreten. Die Vertrauensmänner Versammlungen und Façondreher tagte am 25. März im Konzerthaus Sansspinnerei und Weberei Schluteberger fils u. Cie., und sollen in Zukunft für die Bezirke Mittwoch nach souci. Auf der Tagesordnung stand: Berichterstattung über den zu Mülhausen- Dornach die großen Etablissements der Aktien dem ersten jeden Monats und die Gesammtfißungen im Stand des gegenwärtigen Streits. Wie der Referent mittheilte, gesellschaft für Textilindustrie vorm. Dollfus- Mieg u. Cie., welche Zentrum am Mittwoch nach dem 15. jeden Monats fann der Erfolg der Lohnbewegung als ein äußerst zufriedenFirma bekanntlich den Zehnstundentag vor Beginn der Aus- stattfinden. Eine längere Besprechung zeitigten die Streits der stellender bezeichnet werden. Von den in betracht kommenden standsbewegung aus freien Stücken einführte. Tischler in einer Anzahl Städte Deutschlands, insbesondere die 25 Spezialwerkstellen haben beim ersten Ansturm sofort 19 alle am = Die Fabrikanten haben in den Mülhauser Lokalblättern eine Aussperrung in Fürth, weil von dort der hiesigen Forderungen, nämlich neunstündige Arbeitszeit und 45 Pf. Bekanntmachung erlassen, worin sie behaupten, man bezahle Spiegelbranche eine sehr fühlbare Konkurrenz gemacht wird. Minimallohn pro Stunde, bewilligt. In der Werkstätte von heute in Mülhausen höhere Löhne als im ganzen übrigen Es sei deshalb Pflicht der Berliner Tischler dafür zu sorgen, Marzahn kam es zur Niederlegung der Arbeit, doch konnte von Deutschland, der Arbeitstag sei daselbst der kürzeste aller deutschen daß neben dem Anschluß an den Holzarbeiter- Verband auch der der Streitkommission die Angelegenheit im Laufe des Tages beis Fabrikzentren, wozu noch tomme, daß die Mülhauser Fabriken 10 Pfennig- Beitrag von jedem gezahlt werde, um die Kollegen im gelegt werden. Ein eigenthümliches Verfahren hatte Herr infolge ihrer entfernten Lage von den tonfumirenden Gegenden" Lande in ihrem Streben nach fürzeren Arbeitszeiten unter. Reichelt eingeführt. Dieser Herr nahm unter seinen Arfür ihre Waaren höhere Frachten zu entrichten hätten, als zum ftüßen zu können. Von einigen Vertraueusmännern wurden am beitern eine Abstimmung vor, wie sie wohl einzig in Beispiel ihre Konkurrenten in Sachsen und Bayern. Unter Schluß noch mehrere Werkstätten namhaft gemacht, in denen der Geschichte der Arbeiterbewegung dafieht. Er ließ sämmt. diesen Umständen", heißt es weiter, würde jebe Berminderung Ueberstunden üblich sind. Um solchen Unregelmäßigkeiten vorzu- liche Arbeiter in einen Saal kommen, schloß diesen 24 Stunden der Arbeitszeit die Konkurrenz unmöglich machen und in der beugen, will man die Namen der Obmänner der Werkstatt- ab und während dieser Zeit mußten die Arbeiter einzeln durch nächsten Zeit zu dem Untergange der Industrie und der Ein- Rontrollkommission bekanntgeben, damit derartige Vorkommnisse das Komtoir gehen, wo den Arbeitern zwei Liſten vorgelegt stellung der Fabriken führen." Das Schreckgespenst von dem sofort dem betreffenden Obmann gemeldet werden. wurden. In Gegenwart des Chefs mußte nun jeder Arbeiter demnächstigen Untergange unserer Industrie malen aber die Die Einigung der Töpfer Berlins bildete den Ver- unterschreiben, ob er für Beibehaltung der alten 10stündigen Herren Fabrikanten regelmäßig an die Wand, wenn die Ar- handlungsgegenstand der öffentlichen Töpferversammlung, welche Arbeitszeit oder für eine 9stündige Arbeitszeit sei. beiter etwas für sich verlangen. Machen dann die Arbeiter am 25. d. M. bei Fen in der Brunnenstraße tagte. In einer 101 Arbeitern erklärten sich 30 für die 9ftündige und die übrigen dennoch Ernst und siegen sie, so zeigt sich später ebenso vorhergegangenen öffentlichen Versammlung war eine Kommission für die alte Arbeitszeit. Das Resultat für Herrn Reichelt war regelmäßig, daß die Industrie auch unter den veränderten eingesetzt worden, um mit den Vertrauensmännern auf den günstig und großmüthig gab er hierauf die Erklärung, daß Arbeitsbedingungen vortrefflich gedeiht und daß die großen Eta einzelnen Bauten über beffere Gestaltung der Arbeitsverhältnisse, er als Ostergabe den Arbeitern freiwillig eine 91/ 2ftündige blissements sich immer weiter und weiter ausdehnen. Wie lächer- sowie über Mittel zur Erzielung einer Einigkeit zu berathen. und vom 1. Oktober ab die 9stündige Arbeitszeit bes lich die Behauptung der Fabrikanten ist, zeigt das Vorgehen der Das Ergebniß der Kommissions- und Vertrauensmänner- Sigungen willigen werde. Dieser Bericht rief nun eine leba Aftiengesellschaft für Textilindustrie vorm. Dollfus- Mieg u. Cie. lag nunmehr der Versammlung zur Berathung vor. Demselben hafte Debatte hervor, in der die Meinung zum Durchbruch Diese Weltfirma, welche zur Zeit 3-4000 Arbeiter und Arbeiterinnen gefellte sich eine ganze Reihe von Anträgen aus der Versammlung fan, daß die Arbeiter der Firma Reichelt nicht eher in die beschäftigt und mit dem vom Streit betroffenen Fabrikantenring heraus zu. Ueber das vorgelegte Material fand eine stundenlange Fabrit eintreten mögen, bis alle Forderungen anerkannt seien. nichts gemein hat, ließ vor einigen Wochen in ihren Arbeitssälen Debatte statt, die mit der Annahme eines Antrages endete, welcher, Die Arbeiter der genannten Firma schlossen sich diesen Aus eine Bekanntmachung anschlagen, worin es wörtlich heißt:„ Es um ein geschloffenes Vorgehen fernerhin zu ermöglichen, dieErwartung führungen an und verpflichteten sich, die Arbeit am 26. d. M. find 3 Jahre verflossen, seit in unserer Belforter Fabrik und in einigen ausspricht, daß sich beide am Orte bestehenden Organisationen nicht wieder aufzunehmen. Einem Antrage gemäß sollen die unferer Dornacher Werkstätten der 10 stündige Arbeitstag eingeführt auflösen, An stelle derselben soll zur Leitung der Geschäfte eine Sammlungen zum Streit fortgescht werden, damit man im " Briefkasten der Redaktion. ir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Zahl) anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von Die juristische Sprechstunde findet am Montag, bekannt. 2. Krot, Ottenfen- Altona. Die Beschwerde über das von Ihnen genannte Blatt gehört vor dessen Preßkommission. Wienerstr. 12. Bebel vertrat Dresden- Altstadt von 1877 bis 1881 im Reichstage. ftande ist, den Streifenden eine Unterstützung von 18 M. pro nächst die Bauflempner zum Anschluß an die Organisation Schöneberg. In einer öffentlichen Metallarbeiter- Versamms Woche zu gewähren. Einstimmig gelangte sodann folgende Re- zu bewegen, um im Herbst überall, wo die Geschäftslage es er- lung, die am 14. März hier tagte, gelangten die Zustände in solution zur Annahme: Die Versammlung verpflichtet die möglicht, für den Neunstundentag einzutreten. Bis dahin müssen einer Reihe von Fabriken zur eingehenden Besprechung. Am Kollegen der Firma Reichelt, sich stritte an die am Sonntag ein- die Sammlungen für den Streitfonds fortgesetzt werden." Schluß der Versammlung ließen sich 45 Mitglieder in den Metallftimmig angenommene Resolution zu halten." In einer zweiten Bon mehreren Rednern wurde verlangt, daß alle Ausstehenden arbeiter- Verband aufnehmen. Resolution versprechen die Anwesenden, die Bestrebungen der unterstützt werden sollten. Nach längerer Diskussion, in der Adlershof. Am 19. d. Mts. fand die ordentliche GeneralOrganisation zu fördern. Mit einem Hoch auf die Lohnbewegung einige Redner meinten, daß die Unverheiratheten gar keine versammlung des Sozialdemokratischen Arbeiter= erreichte die Versammlung ihren Schluß. Unterstüßung nehmen sollten, gelangt ein Antrag Nather zur Bildungsvereins für Adlershof und Umgegend" Annahme, wonach die Unverheiratheten pro Woche 10 M.( organisirte statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung machte der Vorsitzende Die Agitationskommiffion des deutschen Metallarbeiter: 12 M.), Berheirathete 12 M.( organisirte 15 M.) als Streifunter- von dem Ableben des Mitgliedes Gentsch Mittheilung und Verbandes hatte zum 26. d. eine öffentliche Versammlung nach stüßung erhalten; die unorganisirten aber nur in Höhe bis ehrte die Versammlung das Andenken an denselben durch ErRabe's Salon einberufen, um die Berichterstattung der Kom 30 m. pro Person. Die erste Unterstüßung wird am Grün- heben von den Plähen. Bei der hierauf folgenden Vorstandsmission über die Verhandlungen mit der Firma Seidel( Reinickendonnerstag ausgezahlt. Ein Antrag, auch die nur einige Tage wahl wurde Genosse Wadepuhl zum ersten, Lindecke zum dorfer Messingwerke) entgegen zu nehmen. Die Kommission bisher Streifenden zu unterstützen, wurde abgelehnt, dagegen zweiten Vorsitzenden, Hildebrandt zum Schriftführer, Neumann batte wenig zu berichten. Nachdem sie sich durch die Gendarmen zum Schluß ein Antrag angenommen, daß jeder Klempner und zum Kassirer, Thiele zum Beisiger, Hempel und Steffien zu fette, welche die Fabrit bewachte, hindurchgeschlängelt und in Bilssarbeiter bis auf weiteres pro Woche 50 Pf. zum Streit- Revisoren gewählt. Die Bücherausgabe der von Casper dem die Fabrit Einlaß gefunden hatte, mußte sie sich durch den fonds zu zahlen hat. Verein zur Verfügung gestellten Bibliothek haben Bufelde und Portier sagen lassen, daß Herr Seidel mit ihr nicht zu verBlöger übernommen. Unter Vereinsangelegenheiten wurden dem handeln geruhe. Unter sicherer Bedeckung trat die Kommission Die englischen Damenschneider und Schneiderinnen der Genossen Casper aus der Vereinskaffe 30 M. für die im Streif wieder ihren resultatlosen Ginigungsversuche blieb der Rotate totümbranche waren infolge einer Ginladung der Agitations befindlichen Textilarbeiter in Kottbus überwiesen. Kommission nichts anderes fommission am Donnerstag in Cohn's Saal versammelt, um übrig, als die ausständigen Arbeiterinnen und Ar über die Regelung der Verhältnisse in dieser Branche zu be Kommunalwähler- Bersammlung, in der Reichstags- Abgeordneter Weißensee. Am 25. März tagte hier eine gut besuchte beiter aufzufordern, die Fabrik zu meiden und auf rathen, bie, wie alle Redner hervorhoben, dringend der Auf ubeil die Bestrebungen der Partei auf dem Gebiet der ihren minimalen Forderungen zu beharren unter dem befferung bedürfen. Es wurde ferner betont, daß Hinweise darauf, daß der Verband sie nach Kräften unterstützen die früher fo günstigen Lohn- und Arbeitsbedingungen Diskussion gestaltete sich zu einer äußerst regen, da wiederholt kommunalen Verwaltung in eingehender Weise schilderte. Die so werde. Namentlich wurde den Streifenden davon abgerathen, der englischen englischen Damenschneider in den legten Jahren einzeln mit der Firma, Herrn Seidel, oder dem Obermeister sich in Gegner zum Wort tamen; erst gegen Eintritt der Polizeistunde, fühlbarer Weise verschlechtert haben, und Schlichting zu verhandeln, sondern dies der Kommission zu über zwar infolge der in diesem Beruf immer mehr Platz greifenden um 12 Uhr, erlangte die Debatte ihren Abschluß. laffen, welche jederzeit zu Unterhandlungen bereit ist. Bedauert weiblichen Arbeitskräfte. Während im Jahre 1889 bei zehnwurde allgemein, daß die Dreher sich am Streit nicht betheiligen. stündiger Arbeitszeit noch Wochenlöhne von 40-42 M. erzielt Leider haben auch verschiedene von denen, welche am Dienstag wurden, seien dieselben für männliche Arbeiter bis auf 27-30 den Streit beschlossen haben, die Arbeit bereits wieder auf: Mart für 10-11stündige Arbeitszeit gesunken. In manchen genommen. Die Streifenden sind fest entschlossen, die Arbeit Werkstellen sei die Akkordarbeit eingeführt, deren Beseitigung nicht wieder aufzunehmen. Gewählt wurde aus der Versammlung im Interesse der Schneider und Schneiderinnen unbedingt heraus eine Streitkommission, welche die Kontrolle über die gefordert werden müsse, ebenso wie die Abschaffung 6-7 Uhr statt. Streitenden auszuüben hat. Der mitunter jebes Maß übersteigenden Ueberstunden- S. J. Nowawes 50. Uns ist ein derartiger Verein nicht In einer öffentlichen Versammlung der Klempner, die arbeit. Die Geschäfte von Oppenheimer u. Com p., am Donnerstag stattfand, referirte Nät her über den gegen Schnurmacher, Gradnauer wurden als solche bezeichnet, wärtigen Stand der Lohnbewegung. Nach dem Beschluß der wo besonders ungünstige Verhältnisse herrschen. Nach Angabe Versammlung im Feenpalast haben sofort eine Anzahl Firmen einer Schneiderin werden bei Oppenheimer u. Co. den besten bewilligt und wenn die Klempner einmüthig gewesen wären, Taillenarbeiterinnen in der Saison 16 M., außer der Saison würde gewiß weit mehr erreicht worden sein. Daß die Arbeiter 12 M. Wochenlohn gezahlt, auch würden den Arbeiterinnen, die Krater. Wenn Sie, wie Sie mittheilen, während der verin der Lampenfabrikation dem Lohnkampf gegenüber unthätig laut Gewerbeordnung des Sonnabends 2 Stunden früher taufsfreien Sonntagszeit verkauft haben, so sind Sie nicht strafwaren, liegt an der ungünstigen Konjunktur, da nicht nur in Feierabend machen müssen, für diese Zeit je 60 Bf. ab bar.- S. 17. Vor dem Gewerbegericht fann als Vertreter dieser Branche eine Ueberproduktion vorhanden, sondern gezogen. Es wurde allseitig anerkannt, daß die Be- ein Arbeitsgenosse nicht aber ein Rechtsanwalt zugelassen auch die flotte Geschäftszeit erst im Herbst zu erwarten sei. feitigung all dieser Uebelſtände nur möglich sei durch eine werden. Persönliche Anwesenheit oder Anwesenheit eines Ver Bis jetzt haben über 120 Betriebe mit ca. 1400 Arbeitern be- starke Organisation; diese sei allerdings von den englischen treters ist erforderlich. Wenden Sie sich an das Gewerkschaftswilligt, so daß der ganze Streit einen verhältnißmäßig Damenschneidern bisher sehr vernachlässigt worden und es wäre bureau Annenstr. 16. Täglicher Leser in Wien. Sie können günstigen Verlauf genommen hat. Leider haben sich die nun hohe Zeit, das Versäumte nachzuholen. Namentlich sei es bereits zu Geldstrafe verurtheilt sein. Wenden Sie sich an die Gewerkvereinler" zumeist entweder nicht betheiligt oder gar als nothwendig, auch die weiblichen Arbeitskräfte in die Organi hiesige Erfagkommission unter Klarlegung ihrer Verhältnisse. Streitbrecher gezeigt. Am schlechtesten steht es mit der Firma fation mit einzubeziehen und diese nicht etwa als unlieb- 23. K. Die Kinder werden als zur Kirche zugehörig erachtet. Baer u. Stein, wo der Streit deshalb als beendet betrachtet fame Konkurrentinnen, sondern als gleichberechtigte Kolleginnen Ein Austritt für diese giebt es nicht. P. R. N. Ja. werden mußte, weil die Streifenden sofort durch andere ersetzt anzusehen, deren Konkurrenz am besten dadurch aufgehoben G. R., Emil Schi. Nein. A. 2. 100. 1. Ja. 2. Ja. wurden. In der Lampenfabrik von Schulze in würde, daß man auch für sie bessere Arbeitsbedingungen festsege. 3. Nein. R. G. 50, K. B. 35. Ja. E. K. B. der Fehrbellinerstraße suchte man die Arbeiter an das zu empfehlen wäre, im Wege der Verständigung eine Besserung der tönnen auf Rückgabe der Sachen und eventuellen Ersatz des Gewerbegericht als Einigungsamt zu verweisen. Die drückendsten Uebelstände herbeiführen. Als Resultat dieser Debatte Werthes flagen. Zenghofstraße. 1. Ja. 2. Zur Veranstaltung Bedingungen waren jedoch derartig, daß Nät her im gelangte folgende Resolution zur Annahme: Die Versammlung eines Bergnügens, das lediglich auf einen ganz bestimmten Kreis Interesse der Arbeiter auf jede Ginigung verzichtete. Wenn man erklärt sich für die Durchführung der 9 stündigen Arbeitszeit beschränkt ist, ist polizeiliche Anmeldung oder Genehmigung nicht aber, so bemerkt Redner, wie gewöhnlich in allen Lohnkämpfen, und verpflichtet die Kollegen, diese Forderung überall erforderlich. 3. Nach Ansicht des Oberverwaltungsgerichts erdarüber murre, daß man nichts oder zu wenig erreicht habe, so zu stellen und für deren Durchführung auf dem Wege der Ver- streckt sich die Polizeifiunde auch auf Vereine, falls diese nicht halte er dem gegenüber, daß nicht nur zumeist der Neunstunden- ständigung mit den Arbeitgebern hinzuwirken. Ferner verlangen etwa das Lokal ausdrücklich für sich gemiethet haben und nach tag, sondern auch eine 12-15 prozentige Lohnerhöhung erreicht die Versammelten Abschaffung der Stückarbeit und Bezahlung Eintritt der Polizeistunde nicht mehr vom Wirth schänken sei, jedenfalls ein großer Erfolg im Berhältniß zur Zahl der nach Wochenlohn. Arbeiter auf Paletots dürfen nicht unter laffen. 4. Ja.- S. Sch. Weider. Beim Umtausch der Karten. organisirten Kollegen und der Dauer des Streits. Da nun in einem Mindestlohn von 36-40 M. arbeiten. Ueberstunden 1000 W. R. Unverständlich.- A. Schulz. Wegen der gegenwärtigen Periode nach der allgemeinen Geschäftslage vor- find mit 1 M., nach 10 Uhr abends mit 1,50 M. zu bezahlen. geringfügiger förperlicher Fehler vorläufig auf ein Jahr zurückläufig nichts zu erreichen sei, schlage er vor, den Streit im Sämmtliche Zuthaten sind vom Geschäft zu liefern. Weil gestellt. R. 1853. Rostocker. Wie wiederholt an dieser allgemeinen für beendet zu erklären, ihn aber für einzelne Betriebe aber alle Forderungen nur durch Organisation errungen Stelle mitgetheilt, ist es während der Parlamentszeit unmöglich, bis zur endgiltigen Bewilligung der Forderungen aufrecht zu er- und erhalten werden können, so verpflichten sich die Anwesenden, sofort die Antwort zum Abdruck zu bringen. Für die in Berlin halten, um mit vereinten Kräften und ausreichenden Mitteln im der Zentralorganisation, dem Deutschen Schneider- und Schneide- wohnhaften Genossen ist bei schleunigen Sachen eine Inanspruch Herbst den Kampf von neuem aufzunehmen. Es wird, um die rinnen- Verband, beizutreten." nahme der Sprechstunden, die auch zur Zeit von mehr als 50 Agitation rege im Fluß zu halten, nothwendig fein, alle 14 Tage die in den einzelnen Werkstellen Beschäftigten sich mit ihren Arbeit wegen Beleidigung muß innerhalb drei Monaten beim Gericht Ueber die in der Resolution gestellten Forderungen sollen durchschnittlich benutzt wird, das gerathenste.- Eine Privattlage Vertrauensmänner Versammlungen abzuhalten. Bei Bufe wird es schwer fallen, etwas zu erreichen. Beim Kommerzien gebern verständigen. Der Ausfall dieser Unterhandlungen wird eingereicht sein; der Einreichung muß ein Sühneversuch voranrath Pietsch mußten die Arbeiter, welche die Forderungen in einer am nächsten Montag in demselben Lokal stattfindenden gehen.-101. 2. R. K., R. S. Sie wollen in der juristischen unterzeichnet hatten, den ganzen Unwillen des gestrengen Herrn Versammlung bekannt gegeben und besprochen werden. Sprechstunde vorsprechen. Bergessen Sie nicht, die Papiere mitüber fich ergehen lassen, indem er weiblich auf die zubringen. Schramm, Krebs, Paulfe. Nicht zu ermitteln, ,, Agitatoren, die blos von den Arbeitergroschen leben", wetterte. Die Maurer hatten sich am Donnerstag im Louisen- wiederholen Sie die Anfrage. Kottbus, A. F. Die Stadt Redmer empfiehlt zum Schluß, daß nicht nur die Agitation, son- städtischen Konzerthaus versammelt, um den Bericht der Lohn- tann auf Erstattung flagen. Ein Mädchen fann zu einer Unterdern anch die Sammlungen für den Streitfonds unermüdlich tommission entgegenzunehmen und über weitere praktische Vor- schrift, sich durch Prostitution zu nähren, nicht gezwungen werden. fortgesetzt werden. Es entwickelte sich, wie zu erwarten, eine schläge zu berathen. Die Kommission unterbreitet zunächst der Solch Wisch wäre selbstredend ungiltig. Uns scheint, es liegt ein sehr lebhafte Diskussion, in der einige Redner die wenigen Er- Versammlung einen Vorschlag, auf allen Bauten Vertrauens- Irrthum vor und wäre eingehendere Mittheilung uns erwünscht. rungenschaften und die allzufrühe Beendigung des Streits be- männer oder Baudeputirte zu wählen, wie sie in letzter Zeit die H. Sch. Nur für Arbeiterinnen.- A. S. 59. Genehmigung mängelten, während andererseits von der Mehrzahl und den Töpfer und Buzzer ebenfalls eingeführt haben. Die ist nicht erforderlich. B. H. 80. Der Gerichtsvollzieher ist, Besonneneren die immerhin erheblichen Erfolge hervorgehoben Rommission gedenkt hierdurch eine genaue Kenntniß über falls ihm nicht geöffnet wird, berechtigt und verpflichtet, durch und die Beendigung des Streits empfohlen wurde. Ein Redner die Zustände auf den einzelnen Bauten zu erhalten. einen Schloffer öffnen zu lassen.- N. S. Die legten 5 Jahre erwähnt, daß bei Bugte gestern ein Anschlag am schwarzen Diesem Antrag stimmte die Versammlung zu und wählte, einem und die zukünftigen sind nach Ansicht einiger noch nicht verjährt. Brett erschienen sei, wodurch alle etwaigen Streifenden mit so- Antrag Megte gemäß, für die einzelnen Bezirke Beitragssammler. Die allgemeinere Ansicht geht aber dahin, daß der Anspruch völlig fortiger Entlaffung bedroht wurden. Der Meinung eines Redners, Mehrere eingelaufene Resolutionen, welche die von den Bimmerern verjährt sei. G. E. 1. Falls Kündigungsfrist nicht ausdrücklich, daß bei den Bauklempnern zu wenig oder nichts jezt errungenen Forderungen auch für die Maurer aufgestellt mündlich oder schriftlich, ausgeschlossen war: ja. 2. Ja, sie bes erreicht sei, traten Näther und Müller entgegen, wissen wollen, wobei theils 55 Pfennige, theils 60 Pfennige deutet: Ausschluß der Kündigungsfrist. 3. Nein. 4. Nein. da nicht nur für diese der Neunstundentag, sondern auch Minimallohn gefordert werden, überwies man der Lohntommission 5. Nein, dann kann er nur auf 9 Tage tlagen. Franz Franz. Lohnerhöhungen erreicht worden seien. Einige Redner verlangen, zur Berücksichtigung. Ein Antrag, den Unternehmern die In welchen Wahlbezirken die Gewählten Hausbesizer sein müssen, daß jezt alle Ausstehenden als Streifende unterstützt werden Forderung zu stellen, den 1. Mai frei zu geben, wurde bis zur wird bei Ausschreibung der Wahl bekannt gemacht. R. 100. mögen, worauf Nät her erwidert, daß leider sich viele ge- nächsten Bersammlung vertagt. Silberschmidt macht noch be- H. muß sich an die Gerichtsschreiberei des Landgerichts zu Berlin weigert haben, die Arbeit wieder aufzunehmen, auch wenn die tannt, daß die Kommission einstimmig beschlossen hat, alle in mit dem Antrag auf Zustellung des Erkenntnisses und Auskunft, Bedingungen erfüllt oder deren Erfüllung aussichtslos war. Mit dieser Woche gesammelten Gelder zu dem Streitfonds der Ber- ob dasselbe rechtskräftig ist, wenden. 101 Fragen. allen gegen 4 Stimmen gelangte alsdann nachstehende Resolution liner Maurer abzuführen. Ein Redner theilt ferner mit, daß Unbestimmt viel. Paul. Durch Unterschrift unter zur Annahme: Die Versammlung erklärt die Lohnbewegung der auf der Gewerbe- Ausstellung die Polizei den Palmsonntag und eine Versicherungspolice werden Sie den statutarischen Klempner für beendet und beauftragt die Lohnkommission, zu den 2. Osterfeiertag zur Arbeit frei gegeben hat." Bestimmungen der Gesellschaft entsprechend verpflichtet. Zum süddeutschen Emil Restaurant Haidepark 46829* Friedrichshagen, Seestraße 1 früher Berlin, Frankfurterstr. 39. Allen Freunden und Bekannten bestens empfohlen. Schönster Familienaufenthalt herrlich am Wald u. Waffer gelegen. Großes Vereinszimmer mit Piano. Speisen und Getränke in be: bekannter Güte. Spezialität: ff. Weißbier. Emil Jost. Mart. 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Bezirks- Versammlung 276| 12 für die Rosenthaler- und Schönhauser Vorstadt gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen. Morgen, Sonntag, den 29 März, von 9-1 Uhr, finden die Delegirten Nachwahlen in der 1, 3 und 4. Abtheilung statt und zwar in der 1. Abtheilung bei Hence, Naunynstraße 27, Süden und Südosten. Montag, den 80. März, abends 8/2 Uhr, bei Mörschel, Schönhauser Allee 28. Die Kandidatenliste der Dreizehner- Kommission fängt mit folgenden Namen an: Ernst Tschernig, Fr. Anna Jäger. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht jedes Rollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Auch Nichtmitglieder haben Zutritt. Die Ortsverwaltung. Achtung, Holzarbeiter III. Abtheilung bei Schröder, Müllerstr. 178, Norden und Nord- Westen. Die Kandidatenliste der Dreizehner- Kommission fängt mit folgenden Namen an: Theodor Kleemanu, Friedrich Kopras. IV. Abtheilung bei Haase, Große Frankfurterstr. 117, Often und Nord- Often. Die Kandidatenliste der Dreizehner- Kommission fängt mit folgenden Namen an: Karl Doft, Friedrich Bachert. Die Eintheilung der Abtheilungen geschieht nach den Postbezirken und hat jeder dort zu wählen, wo seine Arbeitsstätte liegt. Die II. und V. Abtheilung, also Zentrum, Westen und Süd- Westen, sowie Einzelzahler wählen nicht. Niemand vergesse, sich heute Abend sein Mitgliedsbuch geben zu laffen. Diejenigen Mitglieder, denen daran gelegen ist, eine Generalversammlung zu bekommen, welche die Interessen erscheinen und den im Auftrage der öffentlichen Mitglieder- Versammlung von der„ Dreizehner- Kommission" aufgeftellten Kandidaten ihre Stimme zu geben. Die Dreizehner- Kommission. In folgenden Werkstellen sind unsere Forderungen der Kaffenmitglieder nach jeder Richtung hin vertritt, werden hierdurch aufgefordert, zahlreich an der Wahlurne zu bis jetzt nicht bewilligt: Ladeneinrichtung und ähnliche Arbeit: Keutel, Stralauer- 265/ 1 fraje 35. Mühlbauer, Andreas- Blaj 3. Dohse, Maifeier 1896. Verband der Sattler u. Zapezirer. Grüner Weg 2. Filiale Zentrum. Nähmaschinen: Frister& Rossmann, Stalizer- 6 Sts. pro Stüd. Größere Aufträge Sonnabend, den 28. d. Mts., abends 8%, Uhr, bei Pasch, Alte Jakobstr. 83: ftraße 134135. Golbleiften: Methlow& Co., Köpniderftr. 109. Feftabzeichen, bis zu 500 Stück, bedeutend billiger, je nach Uebereinfunft. Muster stehen zu Diensten und werden franto zugesandt. Bestellungen erbitten wir bis 10. April 1896. Es empfiehlt sich bestens 2ugusmöbel: Bad, Gitschinerstraße 75. Fritsche, Posamenterverein Basel. Oranienftr. 36( treiten die Drechsler). Eisenmöbelfabrik von Schulz, Hasenhaide 9. Mühlenbaumaſchinen- Fabrit: Pätzold& Co., traße 33-35. Telephon: Trumpke, Holzmarktstr. 48. Buzug fernhalten. NB. Briefe und Bestellungen aus Deutschland oder Osterreich sind an Albert Baumgartner in Grenzach Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Der gegenwärtige Stand des TreibriemenarbeiterStreifs. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 158/19 Achtung! Der Vorstand. Achtung! Horn( Baden) zu richten. 5535 Koppenstr. 29. Keller's Festsäle Koppenstr. 29. Wald- Achtung! Achtung! Gewerkschaften! Unterzeichneter empfiehlt den Gewerkschaften sein Bayrisch- Bierlokal zu Vorstandssitzungen für 30 bis 40 Personen. Daselbst befindet sich auch der Arbeitsnachweis der organis 5576 Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. firten Barbiere Deutschlands. Montag, den 30. März 1896, abends 8½½ Uhr, bei Henke, Naunynstr. 27: Mitglieder- Versammlung. = Tages Ordnung: 1. Bortrag.( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 8. Vereinsangelegenheiten und Aufnahme neuer Mitglieder. Um zahlreichen Besuch bittet 14415 Der Vorstand. NB. Die Rollegen werden ersucht, sich den§ 6 des Statuts durchzulesen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Verband der Möbelpolirer. Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß die Vorstellung am 6. April und auch vorläufig in der neuerbauten Urania" aus bautechnischen Gründen nicht stattfinden kann. " Unser Arbeitsnachweis befindet sich nur bei Schibilski, Anklamerstraße 32, Mohn, Oranienstr. 197, Wiedemann, Blumenstr. 38( Fernsprech Anschluß Amt VII Nr. 3760) und nicht, wie fälschlicherweise die hiesige Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiter Verbandes durch Zirkular verbreitet, wir hätten uns mit dem ihrigen vereinigt. Ferner wird jeder Kollege ersucht, am Montag Abend 8 Uhr bei Joël, Andreasstr. 21, in der öffentlichen Versammlung zu erscheinen. Tagesordnung fehr wichtig.( Siehe gestriges Inserat.) 148/9 Der Vorstand. Tabakarbeiter und Tabakarbeiterinnen. Sonntag, 29. März, vorm. 10, Uhr, im Schweizergarten, Am Königsthor: Große öffentliche Versammlung. Zages Ordnung: Berichterstattung der Lohnkommission und Vorlegung des Minimal2ohntarifes. Fritz Preuss, Neue Friedrichstr. 20. Soeben erschien: Der sozialistische Akademiker. Märzheft. Preis für das Einzelheft 50 Pf., für das Vierteljahr 1,30 M. Aus dem Inhalt sei hervorgehoben: Aktenstücke der Commune. Wie ich mit Marx bekannt wurde von Wilhelm Liebknecht. Der Anarchismus eine Richtung des Sozialismus von A. Hamon. Entwicklung des Strafrechts von Dr. jur. A. Berthold. Kunst und Volk von H. E. Schmidt. Bergpredigt von Bruno Wille. Brotstudium und Wissenschaft von Prof. E. Reclus. Zur Debattè über das sexuelle Problem von Dr. med. Bergmann. Reichhaltige Rundschau. Revue der Revuen. Dem Heft ist ein bisher unbekanntes Portrait von Karl Marx aus dem Jahre 1867 beigegeben. Man abonnirt bei allen Postanstalten u. Buchhandlungen, sowie beim Verleger Zentralverband Deutscher Brauer. Sonnabend, den 28. März: IX. Stiftungs- Fest= bestehend in Konzert und komischen Vorträgen. Nachher: Ball. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Feftrede, gehalten von einem Reichstags- Abgeordneten. Anfang 8 Uhr. Programm 30 Pf. Gäste willkommen. 42/13 Das Komitee. Belle- Alliance- Theater. Morgen, Sonntag, den 29. März, nachm. 3 Uhr: Rothe Zettel. 283/3 Schwank in 4 Aften von Julius Türk. Beginn der Vorloosung 2 Uhr. Eintrittskarten à 60 Pf. find in folgenden Geschäften zu haben: Norden: Beyer, Veteranenstr. 13; Mehnert, Diedenhofenerstr. 3; Winkelmann, Ackerstr. 153; Diecke, Lothringerstr. 67; Hinze, Pantstr. 13; Vogel, Demminerstr. 62. Nordosten: Niemeyer, Weberstr. 19; Reul ( fr. Gumpel), Barnimstr. 42. Osten: Wilke, Andreasstr. 26; Kothe, Roppenstr. 90; Böhl, Frankfurter Allee 74; Hoffmann, Blumenstr. 14. Südosten: Nicolas, Staligerstraße 107; Böhlert, Mariannenstraße 5; Tolksdorf, Sorauerstraße 17, Ecke Görligerstraße; Moritz, Manteuffelstraße 68; Scholz, Wrangelstraße 32. Süden Gädicke, Gräfeftraße 93; Schulz, Admiralstr. 40a; Börner, Hitterstraße 15; Baake, City- Bassage, Dresdener= straße 52-53. Südwesten: Ochs, Lindenstr. 59; Windthorst, Junkerstr. 1; Böttger, 3offenerstr. 21; Schröder, Kreuzbergstr. 15. Westen: Faller, Pallasstr. 16; Behrend, Blumenthalftr. 5. Nordwesten( Moabit): Reddemann, Brißwalferstraße 3. Centrum: Löwenberg, Neue Schönhauserstr. 18; Horsch, Gipsstraße 27; Scheithauer, Rosenthalerstr. 64. X- Strahlen. Sonntag, den 29. März( Palmsonntag), in Nieft's Saal, Weberftr. 17: Hans Baake, Experimental- Vortrag des Hrn. Dr A. Ludwig. 18719 Berlin S. 14. City Passage. -O DF Die Sortirer und Sortirerinnen werden dringend ersucht, dort zu erscheinen und ihre Stellung tund zu geben. Die Kommission. Klempner! Montag, 30. März, abends 8, Uhr, in Cohn's Festsälen, Beuthstr. 20-21: Oeffentliche Versammlung. Zages Ordnung: 1. Unsere Lohnbewegung und welche Aufgaben erwachsen uns nunmehr. 2. Stellungnahme zum 1. Mai. 3. Verschiedenes. Das Streikbureau befindet sich Annen str. 16 und ist geöffnet von 12-8 Uhr mittags. 280| 13 Der Vertrauensmann der Klempner. F. Zimmermann, Bücklerstr. 55. Konzertanfang 4 Uhr. Des Vortrages 72 Uhr. Nachher: Tanzkränzchen. Entree 15 Pfennig. 552b Die Hälfte des Ueberschusses ist für Kottbuser Textilarbeiter bestimmt. Brauerei- Ausschank Pichelsdorf Telephon: Amt Spandau No. 198.( Oekonom: Otto Starck) Telephon: Amt Spandan No. 198. hält sich dem geehrten Publikum, namentlich Vereinen, angelegentlichst empfohlen. Im Garten findet an den Sonn- und Feiertagen anfangend am Palmsonntag Großes Concert bei freiem Entree Berband der in Buchbindereien, statt, im nenerbauten Riesen- Pradillaal der Papier- u. Ledergalanteriewaaren- Industrie beschäftigt. Arbeiter und Arbeiterinnen. Montag, den 30. März, abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Bolh, Alte Jakobstr. 75: Mitgliedschafts- Versammlung. Tages- Ordnung: Großer Ball von zwei Orchestern. Is Garderobe frei. 4698L* Die Kaffeeküche ist vom nächsten Sonntag ab geöffnet. Die Verbindung nach Bichelsdorf ist sehr bequem, mittelst Stadtbahn 1. Berathung über die Anträge zum Gewerkschaftskongreß. 2. Mit. oder Lehrter Bahn bis Bahnhof Spandau für 20 resp. 30 Pf., von da ab mittelst der elektrischen Bahn bis zur Brauerei 10 Pf. Dampfer legen an der Brauerei an. gliedschafts- Angelegenheiten. 25/15 Der wichtigen Tagesordnung halber ersucht um zahlreiches Erscheinen Der Vorstand. Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin,