BERLIN Dienstag 6. Mi 1930 10 Pf. Nr. 209 B 104 42. Zahrseng erfchei»ttS»lichaaßerT»»at«g<. Zugleich Adeodausgabe de«.VorwürtsV BezugSpreit beide Ausgaben«s Pf. pro Woche. 8,6nM. oro Monat. Redaktion und Aexedition; Berlin SW 68, Lindenßr. s SfuUaukQaße xiel„Vjfi&cifih Aatetgensrei«: Dle elnsraltige Nviipareilleieil« «o Pf.. Reklamezeile b M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto! DorwärtS-Derlag G. m.b.H., Berlin Nr.»7SZ6. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis LS? Kritik am Wehretat. Leber greift an, Groener verteidigt. Heule vomütlag waren im Haushaltsausschuß des Reichstages die Plätze der Regierungsvertreter zahlreich von Uniformen besetzt. Der Rcichswehretat wird beraten. Abg. Slücklcn(Soz.) gab als Berichterstatter einen kritischen Gesamtüberblick. Die Reichswehr berechnet, daß sie„eigentlich" 523 Millionen Mark laufenden Zuschuß benötige, da sie„nur" 502 Millionen erhalte, müsse sie also 21 Millionen Mark einsparen. Me Ersparnisse des Vorjahres, über die soviel gesprochen war- den sei, sind in Wirklichkeit unwesentlich: jetzt werden jene da� malz gestrichenen Summen zumeist wieder angefordert. Wirk- liche Ersparnisse wären nur möglich, wenn man z. B. die Zahl der Kavallerieregimenter— heute 18— in ein gesünderes Verhältnis zu der Zahl der Jnfanterieregimenter— heute 21— brächte, also um die Hälfte kürzte. Erfreulich sei der An- sang eines Abbaues beim Wehrmini st erium selbst. In der Reichswehr sind jetzt 7200 ständige und 1300 nicht- ständige Arbeiter und Arbeiterinnen beschästigt. Daß die Reichswehr jetzt aber schon ihre Waffen nicht mehr selb st bewache, wie der Leipziger Fall zeige, das gehe denn doch zu weit, diese Be- wachung sei Angelegenheit der Soldaten, die dazu noch nicht zu vornehni seien. Besonders notwendig sei es, eine ausreichende Anzahl Ossi- ziers stellen für aufrückende Leute aus dem Mann- s ch a s t s st a n d e zur Verfügung zu stellen. So käme frisches Blut in den Ossiziersstand, der jetzt nationalsozialistisch« Zellen zeige. Hierauf eröffnete der Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion Abg. Dr. Leber die Diskussion. Seine Ausführungen beschäftigten sich zunächst mit den verschiedenen Vorkonunnissen des letzten Jahres, der nationalsozialistischen Zellen- b i l d u n g usw. Er fragte den Wehrminister, ob es mög- lich sei, daß heute noch(entgegen den Informationen des Wchrministeriums) in den Mannschastsräumen der Reichswehr und auch in den Offizierskasinos fast ausnahmslos Hugen- berg-Blätter ausliegen. Er kritisierte ferner den außerordent- lich hohen Pferdebestand, die Tatsache, daß für Uebungen wieder drei Millionen Mark mehr angefordert sind und kündigte hier Streichungsanträge an. Dann aber ging er zu dem ominösen Kapitel 15(Waffen und Munition) über, kritisierte dieses Kapitel als außerordentlich bedenklich und unübersichtlich. Es sei, so sagte der Redner, jenes Kapitel, das am meisten Zweifel hervorrufen müsse an der Richtigkeit des Etats. Denn die rund 75 Millionen Mark, die die deutsche Reichswehr für Waffen und Munition ausgebe, stünden in gar keinem Der- hältnis zu den Ausgaben anderer Mächte. Sogar die alte kaiserliche Armee habe nicht so große Summen gebraucht. Und gerade diese Zweifel berechtigten zu einer außerordentlich wichtigen Frag«. Seit Monaten gehe in der Oeffentlichkeit Haupt- sächlich außerhalb Deutschlands die Behauptungen um, daß Deutschland an illegalen Rüstungen betelligt sei. Der frühere sranzöfisch« Ministerpräsident P o i n c a r 6 habe nun vor«inigen Tagen in einem Zeitungsaufsatz diese Behauptung als eine positive Tatsache hingestellt. Es sei dechalb die Frage berechtigt, wie sich die Reichsregierung zu diesen fortwährenden Behauptungen stellt. Für den Fall, daß irgend etwas Wahres daran fei, wäre herbste Kritik notwendig. Wie wolle die Reichswehr rechtfertigen, daß sie irgend einen Matrosen deswegen entläßt, weil er mal in einer angeblich kommunistischen Wirtschast«in Glas Bier getrunken habe, während ihre Generäle in kommunistischen Hauptquartieren Feste seicrken. Aber ernster noch sei die Frage, wie würde sich«ine solche Tatsache zu dem wichtigsten und vornehmsten Recht des Reichstages, dem Etats recht, verhalten? Beinahe das Bedenklichste wäre die Schlußfolgerung, daß ein wesentlicher Teil der deutschen Außenpolitik nicht im Auswärtigen Amt liegt, sondern in den Händen der Generäle. Die soziafdeirwkratische Reichstagsfraktion habe schon im letzten Jahre durch ihren Sprecher, de» Abg. Schöpflin. angekündigt, daß sie diese. Dinge rücksichtslos durchprüfen und eventuell be- kämpfen wird. Die Zeit hierfür sei jetzt gekonunen, die sozialdemo- tvatische Fraktion muH allen illegalen Dingen den schärfsten Kampf anjagen. In der fortgeführten' Debaite nahm ein kommunistischer Redner das Wort, ohne auf die sogenannten Rußland- rüstungen einzugehen. Der Volksparteiler Dr. Eremer wunderte sich etwas dar- über, daß im Reichswehretat alle Ausgaben gleichmäßig wachsen. Abg. Schöpflin(Soz.) oerlangt eine Beantwortung der von Dr. äeber gestellten Fragen. Dr. Köhler(Z.) behält sich die Stellungnahme seiner Fraktion bis zur Beantwortung der sozial- demokratischen Fragen vor. Reichswehrminister Groener meinte, er müsse den Etat in seinem bisherigen Umfang unter allen Umständen auch für die Zukunft halten. Es sei selbstverständlich, daß der Wehrminister. seine Arbeit, soweit sie politisch sei, nur in vollem E i n v e r- nehmen mit dem Reichskanzler und dem Außen- m i n i st e r leiste. Das sei auch mit dem Reichskanzler Müller immer der Fall gewesen. Die Verhetzung in der Reichswehr— nach der Abg. Stückten gefragt Hobe— würde rücksichtslos bekämpft. Groener erklärt«, daß er keine Mittel scheuen werde, um Zerstörung des Gehoriams aus- zumerzen. Groener hofft, in Zukunft den Weg zu finden, auf dem Leute aus dem Mämrschaftftande zum Offizier aufrücken könnten. Man bemühe stch darum. Die sozialdemokratische Reiche tagsfraktion hat bei einer ganzen Anzahl Titel des Heeresetats Streichungen im Betrage von über 60 Millionen Mark beantragt. Im Jahre 1929 hatten wir 120 000 Bewerbungen, mehr als die Hälft« der Bewerber war untauglich, im besonderen wegen der Augen. Wir wollen keine Brillenträgerin der Reichs- wehr. Angenommen wurden rund 10 000 Mann. Bei den O f f i- ziersanmeldungen waren 800 tauglich, ebenso viele untaug- lich, nur 130 wurden angestellt. 1500 Häuser niedergebrannt! Die ungeheueren Waldbrände in LllSA.— 35000 Mann zur Äelämpfung. New Hork, v. Mai. Tie Waldbrande i:n Staate New Jersey haben an Ausdehnung weiter zugenommen. Bisher sind> S Ii 0 Häuser niedergebrannt. 35 000 Mann sind mit der Bekämpfung des Feuers beschäftigt. L a k e h u r st ist rings von Waldbränden eingeschlossen und be- findet sich, falls nicht bald Regen einseht, in großer ® e s a h r.— In den anderen Staaten haben die Wald- brande nachgelassen. Erdbebenkaiastrophe in Zr dieit. 50 Personen unter Häusern begrab, o. R a n g o o n, 0. Mai. Ein heftiges Erdbeben, das beträchtliche Verluste an Menschenleben zur Folge hatte, ereignete sich im Bezirk von Rnngoon in Birma(Hinterindien). Etwa 50 P e r» s o n e n wurden durch den Einsturz von Häusern getötet und mehr als l00 verletzt. Ter Sachsclptden ist ebenfalls erheblich. Unttr den Einwohnern von Rnngoon herrscht infolge des Erdbebens große Panik, zumal noch weitere starke Erdstöße befürchtet werden. Den Kölschen gehängt. Weil man es in Mexiko zu eilig hatte. New Jork, K. Mai. Associated Preß meldet aus Mexiko(Stobt): Während einer Banditenjagd im Staate Ialisco wurde ein Mann gefangen, den man allgemein für den Schuldigen hielt, und den man deshalb noch in der gleichen N a ch t in der Stadt Tala aufhing. Am nächsten Morgen entdeckten jedoch die Einwohner mit Schrecken, daß sie ihren Mitbürger Eanuto Garcia, den Vorstand der lo loten Agrar- komnüssilm, gehängt hatten. Die neuen Regierungspräsidenten. Rrandenburgischer provinzialausschuß stimmt zu. Der Provinzialausschuß für die Provinz Brandenburg nahm heute Stellung zu den Borschlägen des Staatsministeriums, für den Regierungsbezirk Frankfurt a. d. O. den Regierungsvizepräsl- denken Dr. Fitzner-Gumbinnen und für den Rcgierungs- bezirk Potsdam den Regierungspräsidenten Iänicke- Breslau zu Regierungspräsidenten zu ernennen. Der Provinzialausschuß stimmte gegen vier Stimmen dem Vorschlage des Staatsministeriums zu. Dr. Fitzner ist Sozialdemokrat, Iänicke gehört der Demakrati- schen Partei an._ Treviranus und Gchmid. Herr Treviranus bestreitet, daß er in Essen die Wiederein- setzung des Staatssekretärs Schmid bereits fest an- gekündigt habe. Nach seiner Angab« hat er dort den Presseoer- trcterii erklärt, daß wegen' der bevorstehenden Auslösung des Reichsministeriums für die besetzten Gebiete die Wiederbesetzung des Staatssekretärpostens erforderlich sei. Er werde im Einvernehmen mit dem Kabinett und im Laufe der Woche das nötige veranlassen. 3)as neue Funkhaus in der WaSureuaüee ifi im Stohbau fertig, der fchon deutlich da»1Tlonumentate des Qeb&udes erkennen läßt. 3>ie Vorderfront des .Standbaues' hat eine JCäage von 156 STletem Oer Llntergang der„Lousir Beispiele stillen Heldenmutes, die unvergeßlich sein werden, solange der Name„Lousitania" lebt. Alfred G. Vand:rbilt gab seinen Schwimmgürtet einer Frau. Vowring sah ihn kurz vyr dem Unter- gang, wie er gefaßt in einem Gang stand. Er ertrank und seine Leiche wurde�nie gesunden. Im letzte« Augenblick drängten sich die Fahrgäste zweiter und dritter Klasse auf die oberen Decks und die Heizer krochen aus den Luke». Als das Schiff schließ. ich ganz in die Flut eintauchte, erscholl ein Schrei—, ein langes, langes Stöhnen,... i Der Kapitän blieb auf der Kommandobrücke und sank mit dem Schiff,'doch wurde er ausgesischt und kam mit dem Lebe» davon. (Später wurde chm die„Iverma" unter den Füßen torpediert.) Bon der Besatzung der„Lousitania" 702 Mann) wurden nur 289 gerettet. Unter den Aerlusten der Fahrgäste befanden sich«3 Kinder. Nur 4 von 3Z Säuglingen überlebten das Unglück. Pon einer Familie von acht Personen wurde niemand gerettet. Nach dem ersten Unglauben bei der Nachricht von der Torpsdisrnng der„Lousitania" ohne Warnung ging«ine Welle desGrauens durch die ganze Welt. Es wird behauptet, daß manche der eigenen Kameraden dem Kapitänleutnant Schwieger die kalte Schulter zeig- ten. Admiral van Müller, Chef des Marinekabinetts, soll bei der Nachricht ausgerufen haben:„Las ist ja schändlich! Ich habe nur Berachtung für Sie!" Selbst die eiste Note der deutschen Regierung in der Angelegenheit sprach den zivilen Opfern ihre tiefste Teil- nähme aus, doch rechtfertigte sie die Tat mit der alliierten Blockade Deutschlands und der Behauptung, das Schiff hät e M u n i t i o n g e l a d e n. Die Untersuchung vor der Abfahrt er- gab, daß die„Lousitania" kein Geschütz führte und 4299 Kisten Patronen. 126 Kisten Schrapnells und 189 Kisten Iiifanterieans- r(istung geladen hatte.. Falls sich doch noch weitere Mengen an Bord defanden, so waren sie nach ainentanijcher Darstellung geschmuggelt. und das Geheimnis ging mit dem Schiff verloren. Mochte der Eintritt Amerikas in den Krieg von den amerika- nischen Machthabern auch längst beschlossen sein, so besteht doch kein Zweifel, daß die Torpedierung der„Lousitania" die Gefühle der amerikanischen Beoölkemng ungeheuer aufpeitschte und für die spätere Kriegserklärung eine überaus günstige Stimmung schuf. Hermann Hoss«, New York. Licht in das Düppel- Geschäft? Meineidsverfahren gegen Hiller. Gestern ist der Grundstücksmakler h i l l e r. der bekanntlich— wie schon aus den Verhandlungen im fandtagsaus- schuß hervorging— eine Hauptrolle in dem Düppel- Geschäft spielk, als Beschuldigter von der Staatsanwalt- schafl acht Stunden lang vernommen worden. Busch, der zu dem gleichen Thenm von Staatsanwaltschastsrat Weißenberg vernommen worden ist) hat auch hier geleugnet, sich irgendwie strafbar gemacht zu haben. Busch befolgt dabei die Taktik, daß er grundsätzlich alles bestreitet und erst, wenn ihm un- widerlegbare Tatsachen vorgehalten werden, Schritt für Schritt zu- rllckweicht und sie damit entsclmldigt, daß durch die lange Krankheit Moskauer Gystemwechsel „Hallo, neuer Aefehl! V«i Strase des Er- fchießenS: Ihr Bauern habt sofort zur Individuol- Wirtschaft zurückzukehren!" „sein Gedächtnis erheblich gelitten habe". So hat Busch auch ganz entschieden geleugnet, daß er. von Sachs 75 990 M. bekommen habe, die nach Angabe des S. sür die W i r t s ch a f t s p a r t c i bestimmt waren. Die Staatsanwaltschaft dürfte Busch jedoch Material dar- über vorlegen, daß diese Summe tatsächlich an ihn gezahlt worden ist. Busch gehörte damals jedoch schon über zwei Jahre nicht mehr der Wirtschaftspartei an und bisher hat der früher« Stadtrat keine Erklärung darüber abgeben können, auf welche Weise er die Summe seiner früheren Partei übermittelt haben will. Es besteht der dringendste Berdacht, daß Busch diese» Betrag lediglich sür sich vcrwendel hak. Die Ausdehnung des Verfahrens auf den Grundstücksmakler Hiller ist darauf zurückzusühren, daß bei der Staatsanwaltschaft der Verdacht bestand, daß an dem Hillerschen Zwischenver- dienst bei dem Düppel-Geschäst andere Personen, so auch der frühere Stadtrat Busch, profitiert hätten. Hiller hat aber bei seiner gestrigen Bernehmung ganz energisch bestritten, irgend- welche Personen bestochen zu haben. Er habe dem Vertreter der Staatsanwaltschaft gegenüber erklärt, daß dieser Zwischenverdienst lediglich die Steuerbehörde etwas anginge, nicht aber die Staats- anwaltschaft. Wie wir zuverlässig erfahren, hat die Staatsanwaltschaft gegen den Grundstücksmakler Hiller jetzt auch das Ermittlungsverfahren wegen Meineids eingeleitet. Hiller ist seinerzeit bekanntlich schon von Obcrregierungsrat Tapolski vernommen worden, als in< dem Verfahren gegen Oberbürgermeister Böß und mehrere Ma-' gistratsmitglieder die Grundstücksgeschäfte gestreift worden waren. Hiller hat damals in seiner eidlichen Vernehmung bestritten, irgend- welche Bestechungen oder Provisionen an Busch oder andere Mit- glicder der Stadtverwaltung gezahlt zu haben. Di« Staatsanwalt. jchaft glaubt jedoch, Unterlagen dafür zu haben, daß diese Aussagen Hillers objektiv falsch gewesen sind, und hat deshalb ein Ver- fahren wegen F a l s ch e i de s eingeleitet. Millionendefizit Bayerns. Furcht vor der staatlichen Katastrophe. München, 6. Mai.(Eigenbericht.) Mit einem Fehlbetrag von 21,8 Millionen Mark km ordentlichen Haushalt legte der bayerische Finanzminister dem Landtag heute den Etat für 1939 vor. Die Ausgaben weisen wiederum eine Steigerung um rund 3 Praz. gegenüber 8 Proz. im Vorjahre auf. Erheblich größer ist jedoch die Erhöhung der Ein- nahmen, nämlich 7,8 Proz., die aber ausschließlich aus die Mehr- Überweisungen an Reichs steuern zurückzuführen ist, während die L a n d e s st e u e r n im allgemeinen mit den gleichen Sätzen(168 Millionen) peranschsogt sind. Bemerkenswert an den Ausgaben ist noch, daß Bayern nach wie"vor den weitaus größten staatlichen Aufwand sür die Kirchen- gesellsch asten macht, nämlich 37,7 Millionen, wieder eine Steigerung um 25 999 Mark, die ausschließlich dem katholischen Kultus zugute kommen. Roch der Behauptung des Finanzministers ist der Haushalts- Voranschlag in höchstem Maße angespannt, ohne daß noch irgendwo Reserven enthalten sind. Wenn trotzdem wieder ein Defizit von sast 22 Millionen gegenüber 44 Millionen im Vorjahre vorhanden ist, so ergebe sich daraus zur Abwendung der staatlichen Katastrophe die absolut« Notwendigkeit, den Fehlbetrag aus eigener Kraft zu decken. Dazu schlägt die Regierung eine weiter« Belastung der Verbraucher durch die Einführung einer sogenannten Schlacht st euer vor, ferner eine zwanzigprozcntige Erhöhung der Stenipelungsgebührensätz«. die Hinaufsetzung der Dienstaltersgrenze sämtlicher Beamten um 3 Jahre ui»d schließlich noch eine sünfzigprozeirtige Erhöhung des Schulgeldes bei höheren Lehranstalten. Als eine stille Reserve wird offenbar die Summe betrachtet, die Bayern vom Reich als Post- und Eisenbahnabfinduirg erhält. Der Minister erklärte hierzu daß dt� M>ftnd«»g für die Post demnächst ihre Erledigung findet, während die Verzinsung der tzisenbahnabsindung vom Reich wenig- stens ab 1931 wieder aufgenommen wird. Litaven und Bolen haben endlich den„kleinen Gren.zverkchr" eröffnet. Am ersten Tag machten 799 polnische und 329 litauische Bauern davon Gebrauch. IirtsrnstSm. Kundgebung der Berliner Sozinldemokraiie, anläßlich der Tagung der Exekutive der Sozialistischen Arbeiter-'nternationale In Bertin am Kentas,«fem ia. Mal 1930, tS'/s Uhr. in den Getamlranmen und im Garten der Nenen Weit, Hasen- heide 108 1U II Die Führer der aiullnd«fern Ornderparteicn werden zu den Berliner Genossen sprechen;: Alle Obri-en Partei- veransiaitunoen fallen an diesem Abend aus. Die Genossen werden fflr Massenbesuch sorgen. Oer Bczlrksrorstand. Gelbstmord eines Kammergerichisraies In seiner Wohnung erschossen aufgefunden. Gestern hak der 58jShrige Kammergerichtsrai Dr. Ernst G 0 l d m a n n In seiner Wohnung in Eharloltenburg, Witz- lcbenslrahe 3, Selbstmord durch Erschießen verübt. Man glaubt, daß Dr. Goldmann unter dem Einfluß eines Ne r ve«a n f a l l e s Hand an sich gelegt hat. Er hatte sich bereits zum Fortgang aus seiner Wohnung fertiggemacht und auch mehrere Akten für einige am Montag angllsttzte Termine aus dem Kaipmergericht zurechtgelegt. Der Gedanke, aus dem Leben zu scheiden, muß ihm danach ganz plötzlich gekommen sein. Dr. Goldmann war ein überaus befähigter Richter, und er genoß in Juistenkreisen großes Ansehen. Der Verstorbene hinterläßt Frau und eine Tochter. » Gestern wurde aus der Havel am Stöße nfe« die Leiche eines Mannes gelandet. Die polizeilichen Ermittlungen nach der Persönlichkeit des Toten haben bereit» heute vormittag zum Erfolg geführt. Es handelt sich um den 35jährigen Bankier vr. jur. Ernst Oppenheim aus der Altonaer Straße 3. O. war Mitinhaber des Bankgeschäftes Oppenheim und Rvsenbaum. Auch in diesem Falle sprechen alle Anzeichen dafür, daß Oppenheim wegen Nervenzerrüttung den Tay gesucht hat. Die Barbarei des Giierkampfes. Wildgewordener Stier spießt seinen Peiniger auf. Paris, ö. Mai. Bei einem Stierkamps in der Arena von Mouries bei Marseille wurde ein 40jähriger Stierkämpfer von einem wildgewordenen Stier regelrecht ausgespießt. Er verschied wenige Minuten daraus an seinen fürchterlichen Berlehnngeu. Ein viertes Opfer. Jolgen der Leipziger Kommunistenkrawalle. Leipzig, 6. Mai.(Eigenbericht.) Die O st e r k r a w a l l« der Kommunistin i» Leipzig haben jetzt ein viertes Todesopfer gefordert. Der Arbe ter Zahnte, der bei den kommunistischen Ausschrcitungzn auf dem Augustusplatz verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert woid.n war, Ist inzwischen an den Folgen der erlittenen Verletzungen ge- storben. Unruhen in Kalkutta. kalkulka, 6. Mai. Der Bersuch der Inder, den Trauerkag aus Anlaß der Ber- haflung Gandhis durchzuführen, hatte Unruhen an vielen Stellen der Stadt zur Folge. Mehrere Bolizeibeamte und Aufruhrer wurden verletzt. Panzerwagen und Polizei patrouillieren in den Straßen. Die Polizei ist durch 409 europäische Freiwillige verstärkt worden. Der sranzöslich-italienische Flotienstreil. In Erwiderung aus sranzösische Angriffe gegen das neue italienisch« Schisfsbauprogcamm veröffensticht Giornale d'Italia eine vergleichenSe Tabelle italieni- scher und französischer Schiirsbauten in der Zeit von 1924 bis 1939. Italien habe in dieser Zeitspanne 205 879 und Frankreich 823 523 Tonnen gebaut. Der Kavalier wirst kein Papier. KinSer propagieren Naturschuh. Um den Naturschutzgedanken wahrhast volkstünilich zu machen, gab der Direktor der staatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen, Pros. Dr. Walter Schönichen, die Anregung, Ber- liner Kinder Naturschutzplakate zeichnen zu lassen. Lehrer und Schiller aller Bertiner Schulen kamen dieser Aufforde- rung dereitwilligst nach, und aus über tausend Einsendun- g e n ist jetzt in der K l o st e r st r a h e 7 S eine Ausstellung zusammengestellt. Die plakatmäßige Erfassung des Naturschutzgedankens ist sehr schwer, und manchem Künstler von Ruf ist sie bei eifrigstem Be- mühen nicht gelungen. Aber einige Kinder haben tatsächlich eine plakatmähige Lösung gefunden. Viele Kinder haben mit offenen Augen und empfänglichem Sinn die Natur erlebt. Selbstverständlich steht bei ihnen meist der Tierschutz an erster Stelle; denn das Tier mit seinem Seelenleben ist dem Kinde näher und loicht verstand- licher als die Pflanze. Da ist z. B., ganz in Blau gehalten, ein abgetriebenes Pferd, dem der Kopf kraftlos bald bis auf die Erde hängt, mit der Unterschrift„Ich bin so müde". Was in diesem Plakat an Empfindung und Eindruckestärke liegt, ist einfach bewundernswert und unvergeßlich. Ferner bemerkt man ein energisches Eintreten für die Hunde, und mehr als einmal lieft man„Hunde find keine Zugtiere". Selbstredend nehmen stch die Kinder auch mit für- sorgender Liebe der im Winter Not teidenden Rehe und Hirsche an. Da läßt man ein bittendes Reh den Ausspruch tun„Ihr habt Wohnung und auch Brot,/ Und ich, ich leide bitter« Not." Ferner ärgern sich die Kinder mit Recht über eine Verunreinigung lUahtilmn Gandhi, der jetzt verhaftete indische Führer, bei einer Ansprache an seine Anhänger, des Waldes, und ein Schüler schreibt:„Niemals wirft der Kavalier/ In den grünen Wald Papier", während ein anderer sich drastischer wusdrückt und dichtet:„Haste Grips, dann merke Dir,/ In die Körbe komint Papier." In der Abteilung Baumschutz aber sieht man eine» Schupohelm, und darunter steht:„Alle Kätzchen sind geschützt." Die Ausstellung ist also wirklich dazu angetan, allen Besuchern nicht nur Freude zu machen, sondern auch Anregungen mancher Art zu bieten._ Vereinfachie Gierbefallanmeldung. Erleichierungen für die Hinterbliebenen. Der bisher in Berlin vorgeschriebene Gang der Anmeldung von Todesfällen machte bekanntlich für die Angehörigen Verstorbener eine Reihe von Wegen erforderlich. Sie mußten in der Regel zu- nächst erst zum zuständigen Polizeirevier, dann zum Arzt, wieder zum Polizeirevier, zum Standesamt und noch einmal zum Polizei- revier gehen, um endlich einen Beerdigungsschein zu erhalten. Eine wesentliche Erleichterung bringt nun die am 1. M a i :n Krast getretene Pokizeiverordnung über das Ber- iahren bei Sterbefällen. Ein einziger Bordruck vereinigt den bisherigen Totenschein, den bisherigen polizeilichen Bserdigungs- schein und die Bescheinigung des Standesamtes in einem Stück. Diese Vordrucke werden den nachsuchenden Personen auf dem Polizei- revier unausgesüllt und kostenlos ausgehändigt. Sie werden auch den Aerzten auf Aorsangen von den Revieren kostenlos zur Ber- fügung gestellt, um es den Aerzten zu ermöglichen, sie vorrätig zu halten. Der vom Arzt ausgesüllte Totenschein wird setzt vom Polizeirevier hinsichtlich der Personalien ergänzt zind der zugleich dem Totenschein anhängende Becrdigungsschein ausgefertigt. Der Beerdigungsschein erlangt mit dem rückseitigen Permerk des Standes- amles über die erfolgte Eintragung des Sterbesalles in die Standes- amtsregister Gültigkeit. Das Verfahren bei der Anmeldung von Sterbefällen ist somit wesentlich vereinsacht worden und den Angc- hörigen der Verstorbenen wird eine Reihe von Wegen erspart. Nach- dem der Arzt den von ihm bereitgehaltenen VorlKuck uusgefülli hat, ist nunmehr nur noch ein Weg zum Polizeircmer und ein Weg zum Standesamt notwendig. Aon dem neuen Berfahrsn sind alle be- teiligten Stellen benachrichtigt worden. Füufiavsend Sänger in den AutoHallen. Das Bundesfest d«s Berliner Sängerbundes, das in diesem Jahre wieder in Berlin abge- halten wird, bringt am Sonntag, dem l. Juni, ein großes Kon- zert in den Auto hallen(Auestcllungsgelänibef. da? von-twq bßflÖ aktiven Sängern aus den dem Berliner Sängerbünde ange- schlösse:, en Aereine» ausgeführt wird. Die Eintrittspreise sind aus % Mark und 2 Mark fnumericrte Plätze) festgesetzt. „Christoph Kolumbus." Gtaaisoper Unter den Linden. Man sollte dies Werk nicht, wie es gestern fchließlich ge- schah, ablehnen. Der hohe Geist her Dichtung, der ernste Wille der Autoren, einen großen Stoff mit den Kräften des Operntheaters auf neue und kühne Art zu bezwingen, beides fordert unbedingten Respekt. Doch freilich, das Interesse, das erregt— aber nicht bis zum Schluß wachgehalten wird, ist wesentlich artistischer Art, ein Interesse für neue Wege und Methoden der Oper, die hier versucht werden. Das U ob erzeug ende, das Entscheidende, das künstlerische Erlebnis bleibt aus. Christoph Kolumbus entdeckt Amerika— das könnte Begeben- heil eines großen Dramas sein. Paul C l a u d e l s Dichtung ist kein Drama; noch weniger ein Operntext in irgendwie herkömm- lichem Sinn. Sondern halb Bericht, halb fromme Huldigung; Mischung aus epischem Theater und Mysterienspiel. Das Wort des Erzählers hält die Teile und Bestandteil« zusammen; er ist, ähnlich bei Strawinsky um„Oedipus Rex" oder in der„Geschichte vom Soldaten", zugleich Erklärer des Spiels und Ordner, Seinen Bericht illustrieren die Vorgänge der Bühne, die durch Film ver- deutlicht und ergänzt werden. Und wiederum Erzählung, Bühnen- geschehen und Sinnbild erscheinen beinahe nyr als Nebensache, als Mittel zum Zweck, als. Gegenstand der Betrachtung und Erläute- rung, der Anteilnahme, des inneren und äußeren Miterlebens für die überpersönliche Hauptperson: für den Chor, der zu Anfang seinen Platz zu beiden Seiten des. Erzählers einnimmt und bis zum Schluß inne hat. Chor in Gruppen und einzelnen Stimmen, Sprech- chor, Singchsr... Chor und Erzähler im Vordergrund; in der Mitte das Figurenspiel der dramatischen Handlung: Film im Hinter- grund—; Bühnenraum und geistiger Rann, sini» klar gegliedert. Wer die Sphären bleiben nicht geschieden, sie pcrryischen sich auf vielfältige Art.' Chor uich Erzähler greifen in wechselnder Bedeutung in die Handlung ein. mit der Bühne vermengt sich der Film und vertauscht ihre Funktion. Wir sehen gleichzeitig Kolumbus auf der Leinwand, sehen und hören den leibhaftigen Kolumbus auf der Bühne und dazu, im Vordergrund, fein zweites Ich, das sich, über- zeitlich geworden, aus dem Spiel der Bühne gelöst hat— und dazu noch den Chor, in dessen Singen das Seelische sich spiegelt. Das ist ein bißchen verwirrend. Ifnd, als hätte es den Dichtex gereizt, den kmnplizierten Mechanismus, den er in Bewegung fetzt, in all seinen Möglichkeiten spielen zu lassen, treten zwischendurch die Mitwirkun- gen des Vordergrunds— Ehor und Erzähler— aus den dargestellten Rollen—, um diese und dos Werk des Dichters und das Theater in piraridellesket Art ironisch zu kritisieren. Die geistigen Zusammenhänge, deutlich und eindringlich beim Lesen der Dichtung, verwischen sich in der szenischen Wiedergabe. Im ersten Teil gibt es ein paar starke Situationen und eindrucks- volle Bilder: Kolumbys am End« der Welt, fehnsüchtig den Blick in die geträumto Ferne gerichtet: vor der Ausreise im Hafen von Cadiz; Auflehnung des alten Amerika gegen das eindringende Europa; die Revolte der verzweifelnden Matrosen; und, ein tyea- tralischer Moment von unfehlbarer Wirkung: Kolumbus pslanzt das Banner Kastiliens in den Bode» Amerikas. Damit schließt, Beifall auslösend, der erste Teil. Im zweiten wächst mit der Uedeutlichkcit ber Vorgänge die Langeweile, je mehr Bericht und Handlung sich aus dem Real-Tatsächlichen in mystisch-religiöse Reflexion verlieren. Der siegreiche Kampf gegen den Unglauben der Welt, der uner- schütterliche Glaube des Entdeckers an seine Mission erfüllt und belebt den ersten Teil. Im zweiten sandelt sich dieser männlich- starke Glaube mehr und mehr in eine vage Stimmung frommer Gläubigkeit unb Gottergebenheit; aber nicht mehr Kolumbus, son- dern die ganze Bühne, das ganze Theater wird sozusagen Gesäß dieses Glaubens. Di« Oper wird zum religiösen Spiel. Hier im Religiösen ist der stärkste Punkt der Anknüpfung für die Musik. Ein wenig tritt die Musik Dqrius M i l h a u d s in der Gesamtwirkung zurück, in inanchen Szenen nur illustrierend Wort und Bild begleitend, eine Art anspruchsvoller Filmmusik gewisser- maßen, und nur in einzelnen Partien sich steigernd zu größeren Formen und großen Entwicklungen. Doch gerade die großen Eni? scheidungen, die von der Musik kommen müßten, bleiben aus; es fehlen die Augenblicke der starken Inspiration, und gerade in der Musik sind es vor allem technische und artistische Werte, die uns zu fesseln vermögen. Das Werk stellt an die Opsrubühne neue und unerhörte Ansprüche. Die Aufführung der Lindenoper ist zu bewundern als groß- artige Leistung der künstlerischen Organisation. Der vielgliederige Apparat des Thealers' funktioniert mit erstaunlicher Präzision. Und nicht weniger als die Arbeit Franz Ludwig H ö r t h s, des szenischen Leiters, ist die musikalische Gesamtleistung, die unter Kleibers Führung vollbracht wird, anzuerkennen. Nicht hoch genug kann der Anteil des Chors gerühmt werden. P. A r a v a n- t i n o s hat Bühnenbilder von außerordentlicher Schönheit ge- schaffen. Noch vermag das Operntheatcr nickst alle Ansprüche der neuen Aufgabe ohne Borbehalt zu erfüllen. Für die Bühne sind fast alle solistischen Kräfte des Hauses aufgeboten, verstärkt durch Mitglieder der Städtischen Oper. Theodor Scheid! als Kolumbus entspricht nickst allem und versagt als Sprecher; starke Momente hat Max Roth in der Rolle des anderen, zeitlosen Kolumbus. In einer Episode tritt Fritz S o o t groß und stark bedeutisam hervor. Aber überragend, unvergleichlich die Jsabella der Delia Rhein- Hardt, sie hat den To» milder Verklärtheit und Aerzücktheit, zu dem die Musik stch nicht ausschwingt, Klaus Pringsheim. Unsere Münzen, ein Reichsgreuel. Unsere Reichsntünze.n haben einen Grad künstlerischer Form- lofigkclt erreicht, der kaum mehr zu überbieten ist. Man sehe sich unser« sämtlichen Qfcldstüfiks genau an— alle, vielleicht mit einziger Ausnahme der Einmarkstück« von 1Ü24, sind ein uferloser Greuel von schlecht verteilter Heraldik, schludriger Schrist. monströsen Zahlen. Kein anderes Land auf der Erde besitzt Münzen von jo Minderwertiger Prägung! Sogar die außer der Reihe liegenden Denkmünzen, wie die aus die Verfassung, auf das Marhurger Iü- biläum, auf die Tausendjahrfeier des Rheinlandes, sind künstlerisch undiskuwbel. Sie erwecken den Eindruck, daß Deutschland noch immer das Lgnd barbarischer Geschmacklosigkeit sei: denn Münzen. Bnesmaxken und Geldschein«(yherl die man auch ein ernstes Wärtckzen zu reden hätte!) kommen am weitesten herum und dienen der Welt als Gradmesser für die Kultur ihres Ursprungslandes. Die Numismatischen Gesellschaften Deutschlands, als herusene Hüter unserer Münzkultur, halten den Zeitpunkt für ge- kommen, das öffentliche Gewissen wachzurütteln. Unter der Fllh- rung der Bayerischen Numismatischen Gesellschaft haben sie ein- slitnmig eine Eingabe an das Reichsfinanzministerium gemacht, in der sie auf qlle die Unleidlichkeitsn unserer Münzforme» einzeln hin- weisen und als Mittel zu deren tünstlerischer Hebung eine Kam- Mission von Fachleuten vorschlagen, Dieser Kom, nission— zu zwei Fünfteln aus Numismatikern, zu zwei. Fünfteln aus Künstlern und zu einem Fünftel aus Technikern zusammengesetzt— müßte die Vergebung von Neuaufträgen, deren Prüfung und die Bestimmung der Ausführung nebst deren Ueberwachung mit gewichtiger Boll- macht anvertraut werden. Im Reichsknnstwart besitze» wir längst das Organ, an das sich diese Kommission angtiedern könnte. Dieser Borschlag verdient im Interesse des deutschen Ansehens unbedingt unsere Zustimmung: er müßte schleunigst in die Tat über- tragen werden.'__ P- k. scb. Ein Dichter über das Weltall. Der flämische Dichter Maurice Macterlink hckt eine dichterische Kosmolagie, Beschreibung des Welt, alls, erscheinen lassen. Darin sucht er. anscheinend als erster ernst zu nehmender Dichter, Anschluß a» die Einsteinjchen Vorstellungen. Die Welt ist dem Dichter eine zwar unendlich, aber in sich(wie denn aber?) geschlossene und harmonische Sache. Außer dem, was uns erkennbar wird, gibt es Kräfte(Strahlen), die uns beeinflussen, ohne daß wir sie feststellen könne». Die Erde reist durch Sterneninselu und trisst vselleicht einmal ein Gebiet höherer menschlicher Lebens- formen.... Lärmszenen im Duisburger Stadtthealer. Bei der Aufführung von Alfred Neumanns„Hgus Dan.eli" im Duisburger Stadttheater kam es am Montag zu starken Lärmszenen. Bereits bei der ersten Szene wurde» Pfuirufe laut, die sich vom Parkeit bis zur Galeric fortsetzten. Als ein Schauspieler in der Erregung die Ruhestörer „Idioten" und„Feiglinge" nannte, steigerte sich der Larm so stark, daß das Uederjallkommarido eingesetzt lverdc» mußte. Verschiedene Natlonalsozialisten, darunter em Stadtverordneter, wurden oerhaftet. Ein„Wuseum der Revolution" in Moskau. Das stattliche Ge- bände des früheren englischen Klubs auf der Twerfkaja in Moskau behsrbergt seit kurzem eist Museum der Revolution, in dem durch Gemälde, Photographien, alte Zeitungen, P'akgte und geschichtliche Relicfu,«» die Entwicklung der revolutionären Bewegung von den frühesten Zeiten des 16. und 17. Jahrhunderts bis zur Gegenwart gezeigt werden soll. Das Museum zeigt ganz besonders auch in den Dokumenten aus der Zeit vor der Reoelution die Tendenz, in der es errichtet wurde. Zwei öder drei Räum« schildern die Tätigkeit der kommunistischen Internationale: man findet hier be- sonders Zeitungen in fast allen Sprachen der Welt Die AriPIadrsGUsstellmig In ber Aladencke der Sßnlie, die auch Ludwig KnnuZ.GcdSchinis-AuSftedung cnthäch wird HoWabend, inittztgS lg Uhr, eröffnet., Oas höchste Vauwerk der Meli. Der Eiffelturm in Paris mit seine» 300 Meter hat aufgehört, das höchste Bauwerk der West zu sein; ex ist durch das kürzlich sertiggestMe Chrgsker- Zehaude 1,1 N. kW B ör k um. Ii Meter überholt. Das bis dahin höchste Gebäude New Jorks, das Woplworth-Building. blieb sogar um 61 Weier zurück. Der neue Wolkenkratzexturm hat an seiner Grundfläche«in« Seitenkänge von 60 Meter und ist in der Höhe terrassenförmig abgesetzt, so daß di« Seltenlänge im 53. Stockwerk nur noch 2? Meter beträgt. Es gfht zusammen 71 Stockwerke; daran schließt sich ein mit nicht rostendem Stähl gedeckter, 11 Meter hoher, schön geschwungener Dom und endlich«ine 63 Meter hohe Nadel einer Antenne. Diese wurde in Höhe des 63. Stockwerks!,» Gehäudeinnern zusammen- gebaut und dann hochgeWUnden. Di« nutzbare Fläche im Gebäude beträgt 112060 Quadratmeter. Der Bau wurde vom Architekten W. van Al«n im Oktober 1328 begonnen, dauert« also nur Mengst mehr als ein Jahr. Freilich waren 2500 bis 3000 Arbeiter dauernv an der Baustelle beschäftigt, doch gab es dank den ausgezeichneten Sicherheitsvorrichtungen nicht einen«inyigen tödlichen Unfall. Im Innern sargen 28 Personen- und zwei Lastenaufzüge fii-x den Berkehr. Die Personenamfziige haben«ine Tragkraft von 2200 Pfund; sie eisen mit einer Geschwindigkeit von 303 Meter in der Minute nach oben. Sie arbeiten automatisch, bleiben in der genauen Ebene des Stockwerks stehen, die Türen össtien sich von selbst. Besonder« Schwierigkeiten bot die Herstellung der 3000 Meter langen Zug- kabcl mit ihrem riesige» Gewicht. Die innere Versteifung des G«- böudes mit Hilfe von durchgehenden Säulen ist'jo gut gelungen, daß man auch ganz ob«,, keine Schwingungen durch den Wind ver- spürt. In d«n beiden Kellergeschossen sind Wertstätten, Schaltwerke, Speicher und die Telephonzentrale untergebracht. Im ganzen 30. sowie im 60. Stockwerk findet man nur Rohre und Drähte, das 68. dient für Besbachtungszwecke, das 63. für Wasserbehälter, das 70. beherbergt das Transsormatorwsrk. Hochspannungsstrom wird in vier Stationen auf Gebrauchsstrom transforinisrt. Zur Heizring dient von einer Fernheizanlage bezogener hochgespannter Dampf, der auch im Gebäude selbst entspannt wird. Es gibt auch direkte unter- irdische Gänge zur llntergrui�bahn und zur Grand-Eentral-Bcchn. Vor 33 Jahren stand an dieser Stelle noch ein Ziegenstall. Eine Milliarde in einem 3ahr für Kunstwerke. Die Kunstver- kauf« in den Bereinigten Staaten Hobe» im Jahre 13Z3 den Wert von etwa einer Milliarde Maxk erreicht. Diese Zahl beruht auf den Schätzungen des Prüsideiüen der amerikanischen Kunsthändlerver- eimgnng Newlin Price, der alle bekanntgewordenen Berkäuse zu- samniengestellt hat. lieber ein Drittel der Gesamtsumme wurde sür alt« Meister ausgegeben, und die Mehrzahl dieser Werke wurde von Händlern in New Jork, Boston und Ehikago gekauft, um in Museen und Privatsammlungen überzugehen. Zu den wichtigsten Werten dieser Gruppe gehörte Picro della Francescos„Kreuzigung", die für IV» Million verkauft wurde, und ein« Madonna von Fra Filippo Lippi, die eine halbe Million kostete. Das vielbesprochene Porträt der Elisabeth, Herzogin von Sutherland, von Nomnetz, das von Howard Jpung für die Fishersammlung in Detroit gekauft wurde, brachte dem bishe»jgen englischen Besitzer eine Million'. Der große Börsenkrach hat das Kunstgeschäft nur in zwei Monaten, De- zember und Januar, beeinflußt: der Aussall wurde jedoch durch den äußerst regen Geschäftsgang im Winter und Frühling 1323 und den ersten Wschnitt der gegenwärtigen Perkausszeit mehr als weck gc- wacht, so daß das Gesamtgeschäst all« Jahre?srgebvisse seit 1318 übertrifft. Auch in den Preisen wurde keine Senkung bemerkbar. Berlin tau» kein« Sunbwcrk« wehr. Tic«iadt Berlin hat beschiosien, aus iöv Ma»enalent»m liinstig«an, ,» verzichten. Im BzUaus dcr EfalS- beiauinaen ist der Polten zum Anlauf von Annlprzllcn ftollftändjg gc- strichen worden. Tiefer kunstsondS betrug im Jahre ISSS»roch 80000 SR. Der Lteberfatt auf den-t4iähr«gen. Wie zwei junge Menschen sich ins Unglück stürzien. „Angeklagter Bölsche. Sic haben da» letzte Wort, was wollen Sie zu Ihrer Verteidigung sagen?"—„Ich bitte um ein« Bewährungsfrist. Wenn ich eine Freiheitsstrafe bekomm«, so ist mir die Rückkehr ins bürgerliche Leben erschwert. Meine Eltern haben mir geschrieben, daß sie mich aufnehmen würden."— „Und Sie Angeklagter Grawe?"—„Ich bitte höflichst um eine milde Strafe: ich bitte auch um eine Bewährungsfrist. Ich bin schon so schwer bestraft. Meine Eltern haben sich mit mir verkracht." Beide Angeklagte wischen sich die Augen. Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück. Zehn Minuten später verkündet der Vor- sitzende das Urteil. Jeder der Angeklagten wird wegen gemein- schaftlichen Raubes zu je einem Jahr Gesängnis verurteilt. Ein Monat und eine Woche Untersuchungshaft werden auf die Strafe angerechnet. Die Aufhebung des Haftbesehls wird abgelehnt. Mit Rücksicht auf die Schwere der Tat kann eine Be- lvährungsfrist nicht zugebilligt werden. In der Begründung des Urteils hieß es: Die Angeklagten haben sich zum Postscheckarnt be- geben in der Absicht, in irgendeiner Weise zu Geld zu kommen. Sie sind dem vierzehnjährigen Büroboten R., der 8 Mark ab- gehoben hatte, gefolgt, haben mit ihm denselben Autobus bestiegen, haben ihn zu gleicher Zeit verlassen, und während Grawe durch den Wagenverkehr ausgehalten wurde, betrat Bölsche unmittelbar nach dem Büroboten das chaus, in dem sich dessen Firma befand, vcr- setzte Sem Jungen einen Stoß in den Rücken, entriß ihm die Aktentasche mit dem Gelde und eilte davon. Vor der Haustür übergab er die Aktentasche Grawe, und während es diesem zu ent- kommen gelang, wurde Bölsche gefaßt. Bon dem Gelde beglich Grawe seine Schuld in Höhe von ZW Ätark; 280 Mark wurden bei ihm gefunden. Beide haben in gemeinsamem Einverständnis gehandelt. Sie waren auf Raub ausgegangen und find wegen Raubes zu bestrafen. Bei der Strafzumessung war zu erwägen, daß die Ueberfäll« auf Kassenbaten in erheblicher Weise überhand geiwmmen haben. Die Notlage, in der sich die jungen Leute befanden, bietet keine Entschuldigung für die Dreistigkeit ihrer Tat. Ein Jahr Gefängnis war als Sühne für dieselbe erforderlich. Eine Bewährungsfrist wird nur in Erwägung gezogen werden können, wenn die Angeklagten durch einwandfreie Führung im Gefängnis die Möglichkeit einer Besserung gezeigt haben. Dies ist das Urteil und seine Begründung. Man hatte gerade von diesem Vorsitzenden erwartet, daß er sich sagen würde, die Tat war ein Dummcrjungenstreich, ausgelöst durch Ret und Auswcgslosigkeit zweier Thüringer Jungen, die sich in die Großstadt verirrt hatten: daß das Gesängnis in diesem Falle keine Stätte der Besserung, das Erlebnis der Untersuchungshaft und der Gerichtssitzung dagegen von genügend nachhaltiger Wirkung sein würde. Man hatte scrner erwartet, daß das Gericht, wie in ähn- lichen Fällen, an Stelle des Raubes auf Diebstahl erkennnen würde, um den jungen Leuten den Weg durchs Leben nicht unnötig zu er- schweren. Die soziale Eerichtshilfe war erst im letzten Augen- blick hinzugezogen worden und deshalb nicht in der Lage, Jnsjr- mationen einzuholen. Man erfuhr nur, daß Grawe das Gymna- sium und später drei Semester das Technikum besucht hatte, daß er in Berlin bis zum Februar bei einer Automobilfirma eine Stcl- lung inne hatte, die er durch Krankheit verlor: daß er seinen Freund Bölsche nach Berlin kommen ließ, nachdem er auch für ihn eine Stellung gefunden hatte: daß jener aber durch eine längere Krankheit zu Hause in Thüringen zurückgehalten worden war, nach seiner Ankunft in Berlin die Stellung bereits besetzt fand. Das Geld war beiden ausgegangen. Grawe borgt« sich bei seinen Bekannten 300 M., um sie als Kaution für«ine Vertretung einzu- zahlen, nahm später bei demselben Bekannken weiter« 150 M. und als dieser auf die Rückgabe des Geldes, das«r zur Hochzeit braucht«, drang, kamen die jungen Leute auf die unglücklich« Idee, sich auf irgendeine Weise Geld zu verschaffen. Wie sie«s getan, ist bereits bekannt. Als Grawe von der Verhaftung feines Freundes er- fuhr, stellte er sich selb st der Polizei und dies« hatte mit beiden jungen Leuten Mitleid. Sie führte ihre Ermittlun- gen unter der Rubrik„Diebstahl" und machte auf den Akten die Notiz, daß es sich eher um einen Dummenjungenstreich als um eine Tat verbrecherischer Gesinnung handelt. Staatsanwalt und Gericht waren aber anderer Ansicht. Zwei junge Leute haben sich ins Unglück gestürzt. Ihre Tat reut sie. Das Gericht glaubt« aber leider aus Gründen der A b- s ch r e ck u n g über die Eigenart der Angeklagten hinwegsehen zu müssen.... Oer Ning der Kokainschieber. Sieben Schieber verhaftet /Ein Kilo Kokain beschlagnahmt. In ihrem Kampf gegen die Rauschgiftschieber hat die Kriminalpolizei jetzt sieben Schieber dingfest gemocht. Die nach und nach erfolgten Festnahmen gestatten einen Blick in eine eigenartig zusammengewürfelte Gesellschaft, der Männer au» verschiedenen Kreisen und aus verschiedenen Völkern angehören. Gesucht wird noch der Führer der Schiebergesellschast, dank dessen Beziehungen das Geschäft überhaupt erst in Fluß kam. Dieser Mann hatte Beziehungen zu der Tschechoslowakei und brachte es fertig, von dort ein Kilogramm reines Kokain über die Grenze zu schmuggeln. Daß eine größere Sendung der gefährlichen Dr ge angekommen sein mußte, merkten die Kriminalbeamten an der erhöhten Betriebsamkeit der Straßenhändlcr. Man ging diesen Spuren weiter nach und ermittelte, daß ein 33 Jahre alter Buchhalter Walter B e rnd t aus der Flensburgcr Straße und ein 44 Jahre alter Martin Simon an den Schiebungen beteiligt waren. Berndt gab das Geld her, für das der Führer an Simon das Rauschgift besorgen sollt«. Da sowohl dem Buchhalter wie Simon die Verbindung zu den Straßcnhändlern als den Detaillisten fehlte, so suchten und fanden sie Mittelsleute in der Person eines Juwelenhändlers H. und eines russischen Emigranten, eines Barons B a s i l v on K. Der Mittelsmann wurde bald gefunden in einem Mann namens Ru ck c n st c i n, der feit 1920 in Deutschland lebt, obwohl man ihn bereits dreimal ausgewiesen hak. In der vergangenen Woche gelang einem Kriminalbeamten des 127. Reviers ein guter Fang. Er sah in einem Cafe Berndt, Simon und den Baron traulich beisammen sitzen und nahm alle drei so überraschend fest, daß sie weder zum Widerstand noch zur Flucht Gelegenheit fanden. Bon der Revierwach« aus wurden die Ertappten dem Polizeipräsidium eingeliefert. Inzwischen hatte Ruckenstein, nach dem die Fahndung weiterging, einen ebenfalls ausgewiesenen Polen namens I l i t, der sonst mit Goldrubeln und „Brillanten" Neppgeschäfte macht und einen bekannten Wohnungs- einbrecher als Helfershelfer engagiert. Mit ihrem Beistand sollte das Kilogramm Kokain an einen türkischen Arzt, der auch mit Teppichen handelt, für den anständigen Preis von 10 000 Mark verkauft werden. Der Preis für ein Gramm wurde also auf ö M. festgelegt. Am vergangenen Freitag zur Mittagszeit- gelang es dann, weitere Mitglieder des„Konzerns" zu fassen. Durch die Kant st ratze in Charlottenburg bewegte sich eine seltsame Prozession. Voran gingen'd«r türkische Arzt und Teppich- Händler und Jlik, ihnen folgte in einem Abstand von etwa ISO Metern in der Maske eines harmlosen Spaziergängers der Wohnungs- einbrecher, der das Paket mit dem Kokain trug und als letzter der vorsichtige Ruckenftein. Alle wollten nach der Wohnung des Türken, wo der Verkauf abgeschlossen werden sollte. Ruckenstein rechnet« so, daß ihm die Flucht immer noch gelingen werde, selbst wenn eine der vorangehenden Gruppen gefaßt würde. Seine Rechnung erwies sich als falsch. Die Beamten«ahmen den Türken. JEk und den Wohnungseinbrecher zu gleicher Z�it fest und Ruckenstem sah seinen Weg oersperrt, als er flüchten wollte. Das Kokain, das beschlagnahmt wurde, ist nachweislich von einer Prager Firma geliefert worden. Aushebung einer 2V-Markschein-Kabnk. Die Hauptschuldigen geflüchtet. Duisburg.hamboru. 8. Rlar. Nach Durchführung langwieriger Beobachtungen und Ermitt- langen ist es der Polizei gelungen, im Stadlteil Osterfeld eine vollständige Fabrik zur Anfertigung falscher Zwanzigmarkscheine auszuheben vorläufig konnten fünf Personen festgenommen werden. Dem Hauptschuld!- gen Hubert Bügele aus Osterfeld und einem gewissen Engel- Hardt gelang es, in einem Auto die Flucht zu ergreifen. In ham- dorn wurde der Wagen von einer Polizeistreife gesichtet, als er sich in schneller Fahrt in Richtung Dinslaken befand. Den Beamten gelang es jedoch nicht, die Verbrecher festzunehmen. Nach Buckow elektrisch. Nach etwa einjähriger Bauzeit wird am 13. Mai, also zwei Tage vor Inkrafttreten des Sommerfahrplans, die nunm«hr auf Normalspur umgebaut« und«lettrifiziert« B u ck o w e r Kleinbahn ihren Bertehr wieder aufnehmen. Nach der Elektrifizierung werden zwischen Dahmsdorf-Müncheberg und Buckow an Werktagen 13 und an Sonn- und F«sttagen 18 Zugpaare verkehren. Die neuen Wagen der Kleinbahn sind ähnlich wie die modern«» Staotbahn- wagen eingerichtet und mit Quersitzen versehen. Der elektrische Be- trieb ermöglicht eine Verkürzung der Fahrz«it von 18 auf 12 Mi- nuten: für später ist noch«ine weitere Beschleunigung geplant. Oer Austritt aus der Regierung. Die Rolle der Opposition.— Maihest der„Gesellschast" Die politsschen Ereignisse der letzten Wochen, die zum Austritt aus der Reichsregierung geführt haben, bilden den Gegenstand des Maiheftes der„Gesellschaft", und zwar kritisiert H i l s e r d i n g aus politischen Motiven den Entschluß der Fraktion, der zum S.urz des Kabinetts Müller geführt hat, und versucht vorsichtig und vor- ausschauend die Entwicklung anzudeuten, die aus diesem Ereignis folgt. Die materiellen Probleme, die sich an den Austritt aus der Regierung anschließen, sind vor allem die Fragen der Arbeitslosig- keit, denen drei Aufsätze gewidmet sind. Aufhäuser gibt eine Darstellung der Geschichte des Kainpfes um die Arbeitskosenversiche- rung seit Bestehen der Republik bis zu den Ereignissen des letzten Monats. R a w i c z bringt ein überwältigendes Material bei, um die finanzielle Organifalion der Arbeitslosenversicherungsanstalt und die möglichen Wege der finanzieljxn Sanierung aufzuzeigen. Mendels ohn behandelt die ökonomischen Probleme der Ar- beitsmarktkrise und die verschiedenen Elemente konjunkiu- reller und struktueller Art, die diese Krise bedingen. Für die beginnende Etatberatung steuert Gerhard Breitscheid einen kritischen Aufsatz zum Reichsetat 1930 bei, der über die konkrete Analyse zu grundsätzlichen Problemstellungen durchdringt und be- merkenswerte Feststellungen trisst. Ferner enthält dos Heft zwei Entgegnungen auf Deckers Oppositionsaufsatz im Märzheft'von Vertretern der Opposilion. P e t r i ch und Düwell suchen sich mit Decker auseinanderzusetzen und zu der Frage, welche Stellung die Opposition im Rahmen der Partei sattisch einnimmt und ein- nehmen soll, zu äußern. Decker antwortet ihnen in einem Schluß- wort. Das Problem der Polilifierung der Intelligenz wird von Walter Benjamin in einem Aufsatz, der sich mit Kracauers Buch über die Angestellten beschäftigt, behandelt und damit die Reihe der Aufsätze zur Soziologie der Intelligenz fortgesetzt. Vcronlwortl.'llr die Redaktion: Soliaang i.. � Berlin. Lerlaii: Vorwari» Berla« G. m b S.. Berlin. Druck: Borioaris Buck». druckere! und Berlagsanltalt Paul Singer& Co.. Berlin SW KS, LludenitraKe 3. Lierliu 1 Veilaae. \, Berlin: anzeigen: Zh.»locke, Druck: B»rn> Theater,< Lichtspiele usw. h Voutsbllluie Thtiltr in BDIovpUti. 8V« Uhr Rost von Kirchon und Ouspensky Regie: GDnthei Stark Staat). SAiller-Tb. 8 Uhr Florian Geyer Staatsoper Arn PI. d. Republik 8 Uhr Die FledeiiDaDS Pistaior-lüliBe (ValUtr- Ttsattr) 8 Uhr §218 FraaeDinNot Wer d. Westens Täglich SV. Uhr: ionntag auch 4Uhi Das Land des Lächelns von Franz Lehar. SarnowsltT Ttner la in Slnscnausir. Irthrr Kliijsiatnr Slr.l Täglich eV« Uhr Napoleon r rolfl ein «n Walte: fUsentiever Komödienhaus Täglich SV« Uhr: Meine Sdiwester und ich Mnsiki.lilllilluahk] Dir. Dr. Martia Zickel Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich SV- Uhr Majestät läBI bitten... Musik von Walter Kollo. Lustspteihaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23- Täglich SV- Uhr Gescbfillmil Amerika Lustspiel von Frank und Hirschfeld Direktion Dr. Robert Klein Deutsches KOnstier-Tbetl. Barbarossa 3937 SV, Uhr Sex Appeal laihp. r.fmhrik Unsäile ben; Fintir larrinzi Albert Basstnunn. Mady Cbtlsitani Berlioef TDeater Dönhoff 170 SV. Uhr Der leuteisscüüieri Komödie v Bernard Shaw Regie ileinz Hilpert. Operettentiaus Alte jakobstr 0/32 (Zentral-Theater) Dönh. 2047 Täglich SV« Uhr Fröhlingsmadel Operette von Lehar mit Lilly Flohr, Ilse Mutti. Lukas, Hoenselaers. Rundfunkhörer UlUt Preise. 8.15 Ubr Zenir.2819 Bandieii er aubl| Bestes internatlonaies uartete I Theater 1. d. Behrenstr. 53-54 9 Uhr A 4 Zentrum 926-927 9 Uhr Direktion Ralph Arihar Robert« Vögel, die am Morgen singen! Komödie in 3 Ak.en von Lonsdale. mm Vorletzt« Woche I 3hheHoheä- dteTartzetun, Oioße Operet e in 3 Akten [WoM. B.15, jedeg Souct. 5.15 1. 9 Uhr Voronzeiges Ab'8. Mai „Jenny fle/gl empor" Uraufführung von H A. Kinn (Autor von„Mciscken'*) 10 17. 6roB< Pianhlntter Str. 132. 1 Iii IUI asse; Al.-x. 3422 U..3494 Deotsdies Tdeater D Z Wcidonta 5201 8V. Uhr Der Kaiser V.Amerika von Bernard Shaw Rege Max Reinhard) Kamnierspiele D Z Wiidendaimn 5201 «V. Uhr Die liebe Feindin XonMie m 1. P. Intimi Rtqii: Ontif Grüuttg-ni Die Komödie |l Bismck.24I4/7SI6 SV. Uhr Soll man heiraten I KofflödiivoiBtnuniSlia« liuiidK EiiritUiug: Karl Heinz Marlin Tnm. a. Kottd.Toi % Koltb. Str. 6 rf) Tägl. 8 Uhr M Elite- IfiDsanger. in M*i- Festspiele Dusclli ohrfeigt Minister Vo'Zciger dieses Inserats Voizugs- preise. Theater am Sdiilfhauerdamm Gastspiel d. kleinen Theaters SV- Uhr Madame hat Ausgang Komödie in 6 Bild. Vorverk.ununtcrbr Norden 281 u 1141 mimm 281EM nreisweüle u.imJ 1// uhr V rr Lessing-Theaier Utidtouan 2131 Täglich SV. /pau Peters na.l MMWM einen beueuten. Berlins v. Louis V.rneuii mit Erika von Toallmann Louis(ernouil Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich SV, Uhr Gastspiel GUela Werbezirk in SSM'! SEI. WitWß Schwank von Fritz Fricdiiuiiu-Fredriii BETRIEB /fK KEHPiNSKit� ßesidonz-XiiBatei Tägl. SV. Uhr Der Herzog und die Sünderin Berliner(IlkTriO Neukölln, wLahnstr. 74275.1 Tägl. 5 u.S'f, Uhr. B 5 Darb. 9258 Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pf.-3 M. Oscar Sabo o. Lotte Ulerhnieister in der Szene BelmS-Tarje-Rennwn Rlgoletto Brothera A Swan.on Sisters und 8 Internation, Ncuheilen. Trianoii-Tlieater Täglich«V. Uhr Ein galantes Abentener! Metropol-Th. Täglich 8V. Uhr Der Bettelstudent Alpar, Schützendorf. Patticrn. Arnold PtAZA Tägl. 5 u. 815 Soant. 2.5a 8» Alex. E 4. 8066 Tägl.»15 und Sonntags 5 Uhr nachm. Grone internationale Ringkample and etsiklassige Varlete-Noutieiiei. Wochent. s Uhr u Sonnt 2U nachm. lOVan ic-AtiraKtlonan ohne B'nuhBnipte »v. uhr CASINO-THEATER 81 � Lothringer Strafte 37. Die Berliner Posse Rentler Mudlcke und das Kiesen- Variete-PiOgramm. Billig) Billig! Sommerprebe; 50 Pfg. 1.- Mark 1.50 Mark Sonnabend u. Sonnta kleiner Aufschlag Direktion: Or. Mertin Zicke. Komische Oper fl /nedncbstr.fOf Merkur 1401.4330 Täglich 8V. Ubr Ma Majestät lässt bitten Musik von Waltor Kollo. Lustspleihaus F nedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. «V, Uhr Geschäft mit Amerika. Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr uTmnterbrochen. AG ntv /'I£**•£* wirksam sind dfe Dcauiiuer� Kleinen Anzeigei in der Gesamt« Auflage des Vorwärts und trotzdem****"&• Reichshallen-Theater jtbends CH Sonntag nadim. CD Das gioüe Mai-Programm der «„Stettiner" *20 Hatfun. halbe Prtist.Ztirt:.llZ 63. L w Dönhoff- Brettl: Das lästige»ai-pM. Kapelle Bans Falkner, Tan: Was Ist Wir wisse Bewegung mid Atmung smÄ die öitesten Kennzeichen des Lebens. Was sich beivegt, ist lebendig, so lehrt die primitive Logik der Naturvölker, und dieses Argument gilt mit gewissen Variationen auch im Bereich der modernen Biologie. Bon der bewußten Muskel- bewegung des Menschen bis zu den Flimmerbewegungen, mit denen das Propellertierchen sich fortbewegt oder zu den Piasmaströnumgen der Pflanzen führt eine reiche Skala von Bcrvegungserscheinungen, deren Vorhandensein immer ein untrügliches Merkmal des Leben- digen ist. Ebenso zahlreich sind aber die Fäll«, in denen das Bewegungs- kriterium versagt, wo Leben vorhanden ist, ohne daß es sich in „spontanen" Bewegungen äußert. Der schlafende Mensch, der be- täubte, der bewußtlose, die Pflanz« in gewissen Stadien, einzelne Zellen und ganze Zellenverbände leben, ohne irgendwelche Be- wegung-erscheinungen zu zeigen. Zum Nachweis des Lebens dient dann ein anderes Merkmal, die Atmung. Sie ist eine Eigen- schaft, welch« an einfachsten wie kompliziertesten Organismen beobachtet werden kann. Der Verbrauch von Sauerstoff und die Er- zeugung von Kohlensäure bildet einen wichtigen Teil des Stoff- Wechsels der Zelle. Das Enderzeugnis der Atmung muß nicht unbedingt Kohlensäure sein. Es gibt auch lebendige Wesen, Orga- nismen allerdings von sehr seltsamer Art, welche anorganischen Stoffen Sauerstoff entnehmen und dabei Schwefelwasserstoff, Schwefelsäure, ja Wasser der sein« Farbe wie ein Chamäleon verändert«, war bestrebt, Mister Kead zu einer Koirserenz unter pior Augen zu bewegen. Mari» stellte sich abseits, machte sich unaussällig. Kead sah an Duval scharf vor- bei und zu Marin hinüber. Di- Verlegenheit upd Nervosität des Pasizeichass standen im grellsten Widerspruche zu der eisige» Men- talität des Engländers. Marin, leicht an das Fenster gelehnt, die Beine übereinander geschlagen, die Hände in den Hosentaschen, gelongweitt die Zigarette aus dem Munde hängen lassend, erwiderte ruhig den Blick des mächtigste« Mannes der Stadt Duval suchte nach einem geräuschlosen Abgang, Er täuscht« sich! Mr. Kead war gegen jeden Abgang. Wer konnte seinem Ansuchen, das eher einem Befehle glich, ausweichen oder sich ihm gar entgegenstelle». Duval war vorläufig unbrauchbar. Marin ergriff das Wort, das he'ßt, er erklärte sich zu einer Unterredung bereit, führte Mr. Kead und Dumtl in ein abseits gelegenes Zimmer. Die doppelten Türen schlössen hier noch besser als irgendwo im Hasts«, '(Fortsetzung fosgt.) eMudk Joachim Vlaaß:„äSoheme ohne Wlimi" Der Roman, im H. Fischer-Verlag erschienen, ist außerordentlich geistreich geschrieben. Die Entwicklung eines iungen Schriftstellers, der nach allerlei Abwechslung auf gesellschastlichem, erotischem und alkoholischem Gebiet zu konzentrierter Arbeit kommt und einen er- spigreichen Roman aersaht. wird ironisch belichtet und auch mit verhaltener Melancholie untermalt. Eine Reihe persönlich geprägter Köpf« umgibt den Helden. Hie Oberfläch« ist belebt, oekorativ ausgestaltet, aber unter einen engen Horizont eingespannt. Oberflächen- tultur, doch diese genügt Nicht. Die Menschen schweben frei im Raum. Sie sind nicht Exponenten esner großen Gesellschastsschicht, gewissermaßen Schlaglichter aus einem monumentalen Freskogemälde. Es fehlt der Hinlergrund, mit dem der einzelne verbunden ist. Darum genüge» die Bemerkungen nicht, daß her Schrsttsteller Anker Trojan einen Roman ichreibt, denn er ist gar nicht ein Exponent eines bestiinmten Kultnrkreises. Es kommt also aus etwas anderes an. De? Roman ist psychologisch orientiert, deshalb sind Fragen etwa in dieser Art berechtigt: Wie spiegeln sich die Erlebnisse in der Seele, wie gestallen sie sie um,»der wie werden sie absorbiert. Der Leser erfährt, daß das Werk heranreift, es wird aber nicht gezeigt, unter welchen Einflüsse» dieses Werk steht, wie«s allmählich Form gewinnt und welche Erlebnisse diese sormbildenden Kräfte ausstrahlen. Leider geht der Verfasser daran vorüber. Er umkast lieber kapriziös die Oberjläche. Allerdings werden die zwischenmenschlichen Geschehen sehr zart gegeben, meistens in Andeutungen, die er- schöpfender wirken als photographisches Beschreiben. „Boheme ohne Mimt" ist der«rste Roman von Joachim Maatz, «r beweist ein« seltene und erwählte Kultur von Sprache, Denke» und Gefühl. Mreü Ania. tk Aus Ansrage teilen wir mit, haß Ir. Siegfried Weinberg, der Autor der gestern qn dieser Stell« besprochenen Erkenntnigthesrie mit dem Genossen Stadirat Si«gsried Weinberg nicht idemisch ist. WAS DER TAG BRINGT. ■iliuimiuifiiiminuiiimuiuiiiiii|iiiuiiiiiiiuu»iiiiiflwriiiwimiiiiiiiiimiiuiiuiNiwiuiu»iiiiiiHiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiii;HiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiniiuiiuiiiiHtiiiiiiiiiumiim Elf Jahre naeh der Revolution. Wir erhalten folgende Zuschrift: Lieber Genosse Schriftleiter, Die Nstgemeinschast der Deutschen Wissenschaft schreibt mir mit Brief' vom 29, April wegen einiger Bemerkungen, die im „Borwärts" vom 22. April unter dem Kopf„Elf Jahre»ach per Revolution" gestanden haben. Es wird da im Anschluß an Himalayaangelegenheiten von mir gesagt: „Auch die deutsch-russische Alai-Pamir-Expedition 1 9 28 unter Rickmer», ausgerüstet zum erhebliche» Teil von der Notaemeinfchast der Deutschen Wissenschast trug als Zeichen an den Zelten Schwarzweißrot, wie beim Lichtbildervortrag in derselben Seftio» deutlich zu erkennen pxir," Unter meine» Augen hätte ich dergleichen nie geduldet. Im Reisegepäck befand sich k a i n e F t a g g e. Der Berichterstatter spricht auch nicht vg» einer Flagge der Alai-Expehitionn, sonder» yo» einem„Zeichen" an den Zelte». Wahrscheinlich find die„Schwarzbauptzelt«" des Hauses Enes u- Co. in Köln gemeint, die große schwarze Flecke an den Giebelenden als Warenmarke tragen. Daher das Mißverständnis. Die N o t g« m e i n s ch a f t ist über jeden Zweifel erhaben. Sie schärst ihre» Reisenden stets die größte politische Bprsicht ein. Ich habe«uj meinen Reisen niemals die Flagge ge° zeigt,»ich zwar aus dem einfachen Grunde, weil man nie weiß, wie es aufgesaßt wird. Das hgt mit Stalz oder Bekenntnis nicht vis geringst« zu tun. Die Erfahrung hat mich gelehrt, haß tzi« Wirkung fremder Hoheitszeichen aus Herrscher und Beherrschte ganz unberechenbar ist, Das Zeigen der Flagge im Ausland ist Sache hes Staates(Bstschaft, Konsulat. Flotte) und nicht des Privat? mannes, Kag Farhenhissen der Handelsschiss« heruht aus besonderen Vereinbarungen. Warum sollte sich ausgerechnet der Mann im Zelt so laut he- merkbar mache»? Ich empfehle die Reisetoschenfahne, die man aus dem Hotelsenster in London, Paris, Rom oder Prag hinaushängt. Ausrufen und Farbebekennen sind zweierlei. Als anständiger Gast, gebetener oder ungebetener, wart« man bis man gefragt wird. Dann ist immer noch Zeit, den Mut zu beweisen, den das Be- kenntnis zum Baterland, zur Partei oder zzjr eigenen Meinung häufig ensordert. Mit freundlichem Gruß, W. R. Rick m« r S. Ein Dickschädel. Bon der GaweindeperValtusts«ines Dorfes im snwrikanischen Bundesstaat Montana war vor einiger Zeit ein Hehrer auf mehrexe Jahre verpflichtet worden, als sich wenige Woche»»och seinem Amt»- antritt fysraussteMe. daß schulpflichtige Kinder in seiner Gemeinde überhaupt nicht mehr vorhanden waren. Seit über Jahresfrist besucht der Lehrer nun pünktlich die Schule und sitzt darin die vor- geschriebenen stunden, allein ad. Ave Einigung»- und AbsindungS? vorschlage van secken der Gemeinde hat er abgelehnt. Auch die ersten Geric�sinstanzen habe» sich Ms den Standpunkt des Lehr«» gestellt, daß sein Engagementsvertrag V»d seine Pflicht. d>« Schule zu be- suchen, unabhängig von dem Zweck seine» Lehrauftrags aufrecht- erhalten bleiben. Der Roman einer Insel, Kürzlich tauchte in der Nähe der britischen Inselgruppe Bahama in Westindien eine neue Insel aus dem Meere aus. Nur natürlich, daß England aus der Insel sofort seine Flagge hißte. Die übrigen Mächte ließen diese Besitzergreifung ruhig geschehen. Box 99 Iahren spielte sich«in ähnlicher Fall ab. Im Monat Just des Jahres 1831 tauchte an Siziliens Ufer eine kleine Insel mit Bergen, Tälern und Wannwasserquellen auf, Ei» englischer Schifssknpiiä», der gerade vorbeifuhr, pflanzte auf dem höchsten Punkt der Insel die eiiglische Flagge aus und erklärte sie für englischen Besitz. Der Kapitän war kaum abgefahren, als sin Neapel gehöriges Schiff vor der Insel erschien. Der Kommandant des Schiffes beschloß, angesichts der englische» Flagg« einen kleinen Staatsstreich zu� spiele» und lieh die englische Flagge herunterholen, um an ihrer Stelle di« neapolitanische Flagge zu hissen, woraus ihm sein König hocherfreut zum Admipal ernannte. Als England von dem.�Handstreich" er- fuhr, forderte e» die Zurücknahme der Annettion und sandle zugleich ein Kviegsschiss aus, um, wenn es not tut, mit einigen Kanonenschüssen seinem Willen Rachdruck zu verleihen. Inzwischen vergingen aber drei Monate und der Konfliltstofs, die Insel, war spurlos verschwunden. Und so blieben auch die kriegerischen Verwicklungen ans, Idioten rauchen Havanna'Zigarren. In, englischen stnterhaus« erkundigte sich dieser Tag««in Abge- prdfleter nach den, Bechleib«» eines großen Postens von Havanna- Zigarren, che bei einem Schtziuggelyersuch beschlagnahmt worden und seitdem verschwunden waren. Der Schatzkanzler gab zur Ant- wort, daß wie jede beschlagnahmte Tabatscndung auch die ermahnten Havanna, Zigarren den Irrenhäusern überwiesen würden, wo sie als Entgelt für leichtere Arbeiten den Insassen zum Geschenk ge- macht werden, Der Todessprung ins— Auto. Ein Arbeitetoser namens Wisniewjki in der polnischen Htadt Kalisch sprang i» sebstmörderischer Absicht aus dem Fenster der dritten Etage«Ines Hauses. Er fiel jedoch auf ein Auto, da» unten eben zur Türe herausjuhr, brach durch das Dach und I«v plötzlich »eben dem Ehaujseur. der nicht wußte, wie ihm geschah. Bis aus eure Beule oi» Kaps des Chauffeurs hat=■* bis auf den Besitzer de; Autos! niemand bei der Angelegenheit Schapen erlisten.. Diamanten im Müll. - Wie der Direktor der Rsw-sjorser Mülloekwkktungsanstcht kürz- lich erklärte, hat man in den sttzten drei Jahren ungefähr doppelt soviel Ringe, Edelstein» usw. im Müll gesunden wie früher. Er führt die» aus die Einführung des Staubsauger? zurück, der die Möglichkeit des zufälligen Wiederfindens verlorener Gegenständ« WsjenUich vermindert..,. � Für das Kleinkraftrad! Süll der Orisflruppc Berlii, des Arbeiter-Rad- und Kraitfahrer- lniiides Hülidaritat wird uns gelchriebe»: 25 deutschnalional« vi« ch« ja g sa b�e o rduere, darunter vor allein eine ganze Anzahl Ritter- Mtsbesit-«r, traten a,n 5, Oktober v. I. im Reichstag mit der bisher durch nichts bewiesenen Behauptung heroor, daß die Berkehrsunfälle sich iiifctge der starken Zunahme der sleuer- und siihrerscheinsrcien Krafträder Cmit einem Motor bis zu 200 Kubikzentimeter chubraum) immer inehr gehäust hätten; es wurde die Beseitigung der Führer- scheinsreihcit und außerdem die Verschärfung der hastpsllchl, ch I). (Reichstellung der Aieinkrastfahrzeuge mit den großen, schweren und schnellen Personen- und itastkrastsahrz-ugen gefordert. Der Ber- kehrsonsschuß hat leider diesem deulschnationaien Antrage, der sich offensichtlich gegen die neuerdings immer stärker zunehmende Zahl .der 2lrbeiter-Krastradfahrer richtet, grundsätzlich zugestimmt. Die Reichsregierung soll entsprechende Gesetzesänderungen vorlegen. Das Kleinkraftrad wird„automobtl-hgftpflichtig'', allerdings soll es auch weiterhin steuer- und führerscheinsrei bleiben. Daß der Besitz eines Führerscheins für die allgemeine Eichzrheit und Förderung des Fahrzeug Verkehrs irgendein« entscher- deiche Bedeutung hat, ist ein weit verbreiteter Irrtum, der bereits durch verschiedene Entscheidungen höchster Gerichte klargestellt wurde. Was nun die angeblich besonders große Gefährlichkeit des Ktsinkraft- rades anbetrifft, so haben längst polizoibehördlich? Berkehrsunsöll- Statistiken gezeigt, daß gerade die Benutzer van steuer- und sichrer- schsinsr«i?n Motorrädern un Berhältnts zur Zahl aller übrigen Fahr- zeugführer auffallend selten an Unfällen beteiligt sind und auch hei diesen wenigen Fällen nur geringen Schaden anrichten. Im Arbeiter- Rad- und Krastsahrbtmde Gosidarität sOssenbach a. Main) ist diese Dalsach« längst bekannt, da dieser zurzeit rund 320 000 Rad- und Kraftrabsahrcr zählende Arbeiter-Sportverband eigene Unter- stützungs-Einrichtungen besitzt und in vorkommenden Berkehrs- nnföllen in Anspruch gengmmen wird.> Ferner haben wiederholte Umfragen bei Motorradhandlungen und Reparaturwerkstätten er- geben, daß auch in diesen gewerblichen Fachkreise» ausgejaileu'st, wie außerordentlich selten Kleinkrasträder van Unfällen betroffen und beschädigt werden. Di« gleich« Beobachtung machen die behörd- lichen und gerichtlichen Sachverständigen. So berichtete z. B. der Sachverständige des Verbandes Deutscher Motorrad-chändler, Ober- Ingenieur Otte Lüders, daß der Prozentsatz der bei Gelegenheit von Berkehreunsällen zu Schaden gekommenen Kleinkrafträder so gering fei. daß er fast ganz gegenüber der Zahl andersartiger Fahrzeug« verschwindet. Folgende Gründe«rslgren diese sehr bemerkenswerte Tatsache: Zunächst hat die Ulotorradlechnit beim Bau von klcinkraslrädern außerordentliche Forlschritle gemacht. Infolge her j)crauss«tzung der zulässigen Hubraumgrenze des Motors aus 200 Kubikzentimeter— die Sachverständigen hatten seinerzeit 250 Kubikzeniimeter steuer- und führerscheinsrei gefordert tonnte die Elastizität der schwachen Maschinen gesteigert werden, so daß diese jetzt auch bei y erlang so mtem Tempo zuverlässig arbeiten und bei schneller Fahrt nicht mehr so unbändigen Lärm zu verursachen brauchen wie früher, als die Hub- räumgrenze viel tiefer lag. Weiter sind die Zwischcngetniebe und Kupplungen, namentlich aber die Bremsen so erheblich verbessert worden, daß der Fahrer mühelos in der Lage ist, hie verhälwismäßig leichte Maschine sehr schnell zum Stillstand zu bringen. Das geringe Gewicht des Fahrzeugs, ferner dle ineist absichtlich sehr tiefe Lage des Schwerpunkts, gestatten in Fällen der Rot ein viel schnelleres Ausdiegen, als das bei schweren und breiten Fahrzeugen möglich ist. Somit ist das Kleinkraftrad in der Tat fachtechnisch be- trachtet das am wenigsten„gesährlühe" Krastsahrzeug. Die befragten Motorradhändler und-reparateure erklärten sast übercinstnnmend, daß Kleinkrafträder vorzugsweise von solchen „kleinen Leuten", Arbeitern, Angestellten, Beamten gekaust iverdcn, die für de» sogenannten„Automobil- und Motorradsport" kein Inter- esse haben und auf besonders hohe Fahrgeschwindigkeilcu keinen größeren Werl legen. Di« Kleinkrastradßihrer sind im übrigen sast durchweg altersahrene Tretradsahrer, die die Berkehrsporschisten in- und auswendig kennen und insolge jahrelanger Radsahrpraxis hohe Aerkehrsgewandtheit besitzen. Weiter kommt in Betracht, daß der Kleinkraftradfahrer im allgemeinen nicht über große Geldmittel ver- fügt, ja mitunter aus Ersparnisgründen ein Kleinkraftrad zu be- nutzen gezwungen ist. Das gerade trägt dazu bei, daß der Besitzer eines solchen Verkehrs- oder Transportmittels bemüht sein muh, Kosten sür Beparakuren und Schad«,, aller Art zu sparen und sein wertvolles Fahrzeug möglichst schonend zu behandeln. Auch die für Kteinkrasträder viel zu hohen Bersichcrungsbeiträge können nur selten aufgebracht werden: aber gerade darum sahreu die unversicherten Kteinkrr.stradbesitzer besonders vorsichtig und rücksichtsvoll, während sich die vorsicherien Krastsahrzeugbesitzer häusig aus die„Der- sicherung" verlassen und leichtsinnig werden! Es lag, wie man aus Gesagtem erkennen kann, t«in zwingender Grund vor, den Verkehr mit steuer- und sllhrsrschoinsreicn Klein- krafträdern und Dreiradsahrzeugen zu belasten. Es ist be.zeichiwnd, daß der verkehrrseindlich? Antrag von deulschnalionalen Volksvcr- lretern ausging, die offenbar der Arbeiter- und Singestelltenschast, di« sich eines sortjchritllichen Gebpauchesahrzeugs im Interesse eines „heiseren Fortkommens" bedienen, einen bösen Schlag versetzen wollten. Internationale 8olidarität ktardamerilca beim 1. ArbeiteivOiynipia Der Aerwattungsrat d«r ,.N c w- N o r k e r B o t k s Z e i t a n g" führt 1031 ein« großzügig vorbereitete Europarcije von mehreren Hundert Volkszeitungsl«sern durch. Zweck der Reise ist, hie persönlichen Berbindungen mit den mitteleuropäischen Zlrheiter- Kulturorganisationen aufzunehmen, deren Errungenschaft. ui zu würdigen und geschichtliche Stätten der Zlrbcllerbswegung Mitteleuropas aufzusuchen, Die Reese sieht auch eine» Besuch in Wien vor, Der Vorsitzende vom Rordamerikanischen Arbeiler-Turiz- und-Sport- verbagd, Keinath, hat an den Bcrwaltungsrat der„New-Dorker Volkszeitung" ein Schreiben gerichet mit dem Ersuch«», die Reise so stattfinden zu lassen, daß sich die nordamerikanischen Lly>npiateilnehin«r ihr anschlich«» könne» und daß das Wiener Reiseziel in die Tage des Oiympias fällt, um allen Fahrtteilnehmern den Besuch dieser großen sozialistischen Kultur- Veranstaltung zu ermöglichen. Die„Rew-'Aorker Bolksz«itunn" hat dieses Schreiben veröffentlicht und Ihm zugestimmt. Jedenfalls ist es nun möglich, bei der Olympiqde in Wien rund 500 amerikanische Arbeitersportler und ihre Freunde mitmarschieren zu lassen. FerienwandernnLen im Mai und Juni Ein« leichte Gebirgswanderung geht über 5 Tax« in die Sä chfisch- Böhmische Schweiz, vom 25. bis 29. Mai. Die Fahrt führt von Berlin mit D-Zug nach Schandau, daran anschließend mit dem Lampser elbaufwärts nach Teilchen. Im weiteren Verlauf dieser Reis« werdeii noch berührt: Königswaid, Tyssaer-Wänd«. Waldesrnh, Ottomühle. SchweizertrühU. Autofahrt durch das Bielatal nach Königstein zum vtmurfreund-haus. Eisen- bahnsahrt nach Tebnitz, Tanzplan, Hinter-Hermsdors. zur oberen Schleuse sBootsfahrt). Hinter-Dittersbach. Rainwiose. Gabrielensticg. Prebischlor. Aord«res Raublchisß. Lichtenhainer Wasserfall. Au- schließend mit der Straßenbahn nach Schandau. Bon hier Rückfahrt mit D-Zug nach Berlin. An den P s i n g st t a g« n führt ein« Gesellschaftsfahrt zur Kreldeinsel Rügen, und zwar vom 8. bis 10. Juni. Abfahrt Sonntag nach Saßnitz. Anschließend kurze Wanderung nach .Hagen. Montag i Wanderung nach Stni>h«nkamn>er, Känigsstuhl und weiter am Strande entlang nach dem Ostseebad Lohme und Hagen. Dienstag: Wanderung zum Herthasee und weiter nach Saßnitz, Rückfahrt mit Dampfer nach Stettin, anschließend Eisen- bahnfahrt nach Berlin. Ein« Stägige Mittelgebirgswanderung jührt vom 8. bis 15. Juni durch den Taunus an den Rhein. Der Bahnfahrt von Berlin noch Fxanksurt a, Main schließt sich eine Besichtigung von Frankfurt und llmgedung an. Weiter werden folgend« Orte berührt: Oberursel, Hohe Wart«, Altkönig(98 Meter) römische Ringwälle, Feldberg(900 Meter), Riederreisenberg, Weiltal, Pferde- köpf, Schmitten. Rote» Kreuz, Kröstel, Idstein, Päd Lnngeiischwal- bach, Platte, Wispertal, Lorch, Dampfersahrt aus dem Rhein nach Koblenz und n,il der Bahn nach Berlin. In das Reich Rüdezahl», ins Riefe ngcbirge, führt eine Fahrt vom 15. bis 22. Juni. Fahrt nach Schreiberhau, Kochelsoll, Agnetendorf,.Höllengrund, Kynast, Quirltal, Schreiberhau, Stricker- Häuser, Harrachsdors, Mummeltall. Mummcltal. Pantschesall, Messel- kopp«, Goldhöhe. Spindelmuhle, Elbgruiid. Eibjallbaude. Elbguell, Schnecgrubenbaude, Große»turmhaubc, Spindelmühle, Weihwasser- grund. Schneekoppe, Langer Grund. Spindelmühle. Geiergucke, Pctzer, Riejeubaude. Zum Schluß durch den Meltzcrgrund nach Wolf-Hau, Autosahrl nach Hirschberg. Unsere Märkischen Seen tt» d Wälder werden voni 22, bis 29. Juni auf einer Ferienreise besucht. Reuruppin, Dampfer-. fahrt Ruppiner See, Alt-Ruppin, Neue Mühle, Zermützels««, Teetzen, see, Tornows Idyll, Teufeifee, Bincnbach, Binenwalde, Rheinsderg, Besichtigung des Schloßgartons, Zechliner Hüite Jagdhaus Preb«- low, Wanderungen in die nähere Umgebung. Weiter zum Slechlin- see, Fürstenberg-Mecklenburg. Dampferfahrt über den.«totpsee, vorbei ä» Kiosterruin« Himnrclpfvrt, durch den Woblitzkanal und über den Großen Lychsnse« nach Lychen: Rundgang durch den Ort. Weitersnhrt mit der Bahn nach Templin. Dann Joachims- thgl, Wanderung durch die Schorfheide und an den Werbellinsee, Zlltenh�f, Werbellin. Diese Fahrt kostet 30 Mark. Darin sind ent- Halle»- Eisenbahnsahrten, Dainpsersahrten, Ucbernachtung. Mittag- essen und Frühstück. Nähere Äluskunst durch das Reisebüro de» Touristenvereins „Die Ratursrennde", Berlin N. 21, Iohannisstraße 15(Laden). Geöffnet Montags bis Freitags von 9 bis 19 Uhr. Sonnabend» von 9 bis 13 Uhr. Telephon Norden 1177. Städtekampf im MnZen Berlin— Brau deubtirg 11:11 Der in Brandenburg qusgetragene Städtekampf im Ringen cndete mit einem Unentschieden. Alle Kämpfe standen aus technisch hoher Stufe und wurüen mit großem Elan durchgeführt. Im Baniamgewicht rang Mohn mit seinem alten Rivalen S p l i e t- st ö ß e r(Berlin) im ersten Gang uneirtschled«,,, ig der Wieder- 'holungsrunde mußte der Brandenburger nach 30 Sekunden eine Schulterniederlage hinnehmen. Die beiden starken Federgewichte Hamich und H ü s s» e r(Berlin) trennten sich tn belden Runden unenlschieden. Die Leichtgewichte R e ck z e h und B u r k h a r d t (Berlin) gingen stürmisch los: im ersten Gong mußte R. aus die Schultern, der zweite Gang endete unentschieden. Das Treffen im Mittelgewicht zwischen Dettmann und Höh man>1 ergab in beiden Runden keine Entscheidung. Wolschendars konnte im erste» Gang B r ö ck e r(Berlin) entscheidend besiegen, mußte sich aber in der andere» Runde mit einem Uiientschisoci, begnügen. Die beiden Schwergewichte Fischer und Krccklom(Berlin) schienen eben- falls ohne ein Resultat voneinander.— Zur Austragung der Bor- runde um die ostdeutsche Meisterschaft im Ringen weilte der Meister des I.Kreise»(Luckenwalde) am Sonntag bei dem Meister des Niederlaufitzer Kreises zu Gast. Die Luckeiiwalder gewannen gegen Senftenberg 9: 2. 8er!entcämpke im �rdeiter-l'eVn!» Die Serienspiele der Arbelter-Tennisiportler am vergangene» Sonntag brachte» mis allen Plätzen einen guten Sport. ÜBic zu erwarte», setzten sich hie spielstärksten Mannschaften gut durch. Die F r a ,1 e n s p>i e sl« zeigten durchweg auherovdentlich gute Fort- schritte. Mehr als bisher müssen aber auch die Frauen vom Grund- linien- zum Netzspiel übergehen. Die Männer sind noch nicht zur vollen Fgrm gelangt, Bon den Ansängergruppe» wäre besonders Köpenick zu erwähnen, die, als jüngste an den Spielen beteiligte Abteilung, herestö Puntle mit»ach Hause nahm. FTGL.-Wodding wurde hoch von Tennis-Rot Prenzlauer Berg geschlagen, desgleichen Tennih-Rot Lichtenberg von Tennis-Rot Friedrichshain. Lichtenberg wird aber im Laus« der Serie bestiiinul d>« Scharte auswetze» und es an Ueberraschungen nicht fehlen lasse». Ohne Punkte ging i» her MäunerzZ-Gruppc Tennis-Rot Weddigg aus, diese Slbteiiung wurde von Tennis-Rot Gesundbrunnen einfach überrannt. Nach- stehend geben wir die Einzelrcsultate: Frauen. v.Sriippc. TliNNS-giat Friedrickslw'.» ll'Sen tgchlen drrq Trunis.jtot Prei>zle"cr Ncrg aegc» FT'SV. Wtdd'iii, t:Z! Tennis. « ot wefiNidlik, aeiieu Inini'-D'nl ffSeddina 0:6.- Mänuer-� lHs-ape: T.'unjK Rot FricSriitisluetn geqen?k:,»l».Rvt UllStnWeri, 5:1; Tennls-Ro» Preoziauer Berg gegen FTSB. WedSing SN, Ue»»is»R»t Eefundbrun»«» gegen Tennis-Rot. WcSblna i:1.— Frauea.N.Trupp«: Tnmlo-Slst KSpenick Segen T»unis-S>»t ______... Kövenig... Rot Weddtiig gegen Tennis-Rot Reukgll» 0:6. Die nächsten Treffen in der Serienrunde finden am 18. Mai statt, bei ungünstiger Witterung acht Tags später. lARBEJJEd mSBÜLL Guter Erfolg der Werbespiele Der 1. und der 3. Bezirk veranstalteten am Sonntag Werbe- spiel«. In Kagel hate der 1. Bezirk bestimmt nicht mit einem so guten Besuch der Veranstaltung gerüchnet, sonst wären noch mehr Spiel« angefetzt worden So tonnten mir zwct Treison vor sich geh». Kogels 1. Mannschaft hatte Herzfelde 2 zum(Ücgner. Die Herzselder konnten knapp mit 1:0 das Spiel sür sich entscheiden: eine unerwartet hohe Niederlage erlitt dg gegen die crstc Eis. Mir nicht weniger als 0:7 geschlagen, mußte sie die Ueherlegenh.'it Elches anerkennen. Ein i» sportlicher Hinsicht zu großes Programm wurde in Nauen abgewickelt. Wenn auch drei Sportplätze zur Verjügu. g standen, so wirkte es doch auf die zahlreichen Besucher crmiideüd. Lichtenberg I konnte gegen Brandenburg hoch mit 7: 2 gewinnen. Bis zur Pause(2: 2) leisteten die Brandenburger noch starken Widerstand: dann war es damit vorbei.— Die weitere» Resul- täte sind: Wansdorf 1 gegen Lichtenberg I 2 1: 11. Lichtenberg I Jugend gegen Brandenburg 6:1.— FTGB.-Neutöll» gegen Britz 88 0:6. Neukölln 2 gegen Karow 2 2:0. Weißens«: gegen Hertha-Luckenwalde 1:0(1:0). * Am kommenden Sonnabend sindet aus dem Sportplatz Kynast- straße, Stralau-Ruminelsburg, wieder ein Spiel statt. Die K r e i e- auswahl Mannschaft spielt gegen die Vereiiisinaniischast des freien Fußballvereins Neukölln I. Wenn Neuköllns Mittel- ftürmer i» seiner Mannschaft und nicht in der Städtemannschait spielt, dann sollte» die Neuköllner de» Sieger stellen. Die Parole aller Anhänger der Arbeitersußballbewegung wird also am Stmn- abend lauten: A u f zum Sportplatz Kynast straße am Bahnhos Stralau-Rummelsburg um 171b Uhr. �rdeiter-�asserdall ebarloiteuburg— Union 4: 1 Charlottenburg»ich Union waren die letzten Gegner int Serie n wasserballspiel de r A r be i t e es chw i mm e r im L u n ab ad. Während Union mit voller Mannsch-, st antrat, mußte Charlottenburg im Tor Ersatz einstellen. Union hak AnMurf und bringt ben Ball in Ehorlottenburgs Hälfte. Der Ball geht mehr- mals hin und her. Union'hat etwas mehr vom Spiel. Einen guten Wurf des Union-Mittelstürmers kann der Charlottenburger Tor- Wächter nicht halten. Der Ball bleibt aber aus der Torlinie liegen. Union so um das 1. Tor bringend. Union bleibt weiter im An- griff, bis sich Eharlottenburg freimacht und Union zurückdrängt. Charlottenburg erhält Freiwurf, der Ball kommt zum freistehenden Charlottenburger Verbindungsmann. Dieser wird von Unions Ver- teidigyng a»gegrifse-ii»ich gibt den Ball zum Mittelstürmer, der au» 3 Meter für Unions Torwächter unhaltbar einsendet. Ehar- lottenbnrg wird setzt etwas llberlegei,, da Unions recht« Seite>den Ball nur feiten weiterbekommt. Wieder verpaßt Unions rechter Stürmer den Ball, den nun der Charlottenburger Berbindungs- mann erhält, er bricht durch uich kommt bis dicht vors Uniontor. Noch geschickter Täuschung lenkt er den Boll über Unions Tor- wächter ins Tor. 2:0 für Eharlolt«nburg. Unions Amnutf sängt Eharlottenburg ab und wieder liegt Charlottenburg vor Unions Tor, der Halbzettpsiss verhindert aber einen weiteren Erfolg Ehar- lottenburg«. Mit 2:0 für Eharlottenburg werden die Seiten ge- wechselt. Nun auf beiden Seiten verteiltes Spiel. Wieder ist Ehar- lottenburg im Angriff und es fällt bald das 3. Tor durch den rechten Stürmer. Union» rechter Stürmer fchasff kurz darauf das 1. Tor. Jod« Mannschaft kann dann noch einmak erfolgreich sein und mit 1:2 Toren für Eharlottenburg endet das Spiel, llnions rechter Berteidiger und rechter Stürmer waren schwach und gingen oft nicht»ach, wenn«in Charlottenburger mit dem Ball fort- schwamm, während Charlottenburgs Verteidigung auf der Höhe war, wenn auch manchmal etwas mit unfair«» Mitteln gearbeitet wurde; dies taten auch die Spieler von Union. Trainer G. Walker gestarben, Aue New Hork kommi die Nach- richt, daß der ehemalig« Weinbergsche Trainer G. Walter hoch- betagt einem Herzschlag«rlegen ist, Walker«wr der erste, der in Deulichland streng nach amerikaiiischem System trainierte und damit große Erfolge hatte. Sein« Tätigkeit am Ställe von„Blan-Weiß" fiel in die Zeit der berühmten Festasprossen Festino, Fels, Faust, Fabula und Horizonr II, die zumeist von«W. O'Connor zu ihre» großen Erfolgen gesteuert wurden. Kartell AUte. Mittwoch. 7. Mai. 2« Ahr. im Zilgcndbcim Waisenstralie, � 11 1'ju bei In". SchwimmNub.»!«», Mit" Weifienf». Am Donnerstag, dem ü, Mai, Ai Uhr. Mr»eralu«ela»»»iiuig>»> Vereinsloisl„iZöngcrtirliii, AerUnrr Allee, (Sctc ßchbcrftrc�c S«IC tili,» Ül>i-a SroH-Bctlin 9. Abtrilung Spandau. Doglsliaus m Spandau,«(Wcftraftc, B-ai-werlt ffletscher. Nootsfiand- foid nach freu Cihung am Nienstag. dem 6. Mai.«o Uhr. de. Reimet,«harlottenburg, AZilm-rsdark-r Ecke«analslrahe. Msie wlllkomme». M.igl.eder werden auf. genommen. Anickrifi: Alfred Rclmgnn,«harlasfenkutg« ä'allstr. 7Ut Äful Beer. Spaudau. S'.agkener H>r. A.~... ?rci« Gcdwimu.ee«darlattcadura»t». B.,«aauabt«,lll»g. Monalsver- sammluna 7. Rtu!. 30 Uhr. Naiser glriedrich-Str. 13. Rcua.unavn.c mm Mit. alieder». Wichtige Taacsardnuiig._ SS®®., Re»l»ll»-Brii,. Ke»te. Tjensiag. 6. Ma., ab ,6 Uhr. 2. Männer-, 2. grauen. UN» 2. Zu!is>.>«dche.:abteil.i»g. Trefsburger Ufer. Alles gur Llellc. Training»um A..f»rn«>f, Autflellcn der Ma.inschaffen usw. Arbeiter- Li ättbild-Pu»d:.»!»turf««undr".Phvtogcm«>»sch«s«, Abt. Rculölln. Mittwoch, 7. Mai, 20 Uhr. Jugendheim Bergstr. 29. Li.lici.fiihrnnq>::> Phoio. — Abt.«arbrn. S-ounerstag, 6. Mai. 29 Uhr. im Pdiililgimmer her 2!ö,«weit- lichcui Schuir. Pant. Ecke Wlrfrutlrahe. Vom Biidnutkau— Abt. Osten. Ius-»i>b«tl» Frantttister Allee Mi?, Frirdri«>.lib-rl-Saal. ttreitag.«. Mai, 20 Uhr. Vom amwtmla.— StammgrupPc. Moniaa, ,3. Mai. 2i> Uhr,->o- hannisstr, fö. Untere Sfsahrungei. mit orthochromatiichcm Maierial. iSgsio zu alle» Pcra.iltaltui.geii willtonime». Zouiistenocrcin.Tie Ratursreiiado", gentral» Wien. Ortaqruppe Berlia: Saiintas, Ii. Mai, Maientest auf der groke» geftwies« des Lqnhhein.s Meihiierghat bei Hennigsdorf. Tcili.chmcriarte!i0 Pf. Bsgli... 13 Uhr, Tie.,»tag. Ii. Mai. 3>i Uhr. Abt. Arledsichshaip: Franttnrl-e Äiiee!-.)?: L.cdrr- abend. Ad«, är.sd-»--. vfftttdacher SN.«rfchäftliä-es. Abt. Rorden: Spnnenbnrger Str, 20: ,. Untere Sttcrtahrte»" tLicktdiideri. Ab«. Arntfilln. Inq°n»g-»pa«! Mugh-, tenst r.«6:..MaigeNihte". Abt.«cddii.g: Turiner Geff Seeftrah-:.Kack-Londoil-Adend'. Abt. Lumbaldthain: vrthiir. ig:..Der Ä?.' G K'k»mmen". Ziigendgenpoe Sudast- Wrangeitir. 126: tbeschlifiiichee. Abt. L.chtenrahei Iii'? Uhr bri Tehiqi». Vahnhaf, Säe Eoihttrabe:».»fschichie der'Rniurfr-undedewegu..«'-,- Mittwoch.?.«a>. Ri Uhr. A»«codgn>i>pe äffhlcrsir.«I:„Ana Vebris Leben f?r. M. Schütte). T°nprr?taa. K Mai, 30 Uhr. Abt. Kefunbbrunoc»: Pank, äche Äiefrnstrghe: Kefchätniäns. Raturkundlube Rbteilvng! tzoha>i„>»ftr. 16:..Wir wird das Wettert" Abi. ««azlaner Ver«! Tan.Uger Str. 62: Setchäfiljchea. Ab». Zi-raarten: Lehrter wtrah? 1?-fh! tzahrieiirriebnisse.- Abt. Sichtend«»»: tb.mtrrstr tt:..Was ist SoUaiismus?" Abt. Südwest: Porttstr. Ii: Geichätii.chcs. Ab«,«eihenw: Pistar.usstr 2t!..Loziaiittengeseb". Abt. Reutölln: Zlergstr. 29 iKetckatUiches. z««ie Wattertahrer Köpenick,«. B. fahrten jm Mai. it. Spree Erl. Start 7 Uhr.>8, Seddipsee«Vade'ckri. Start 7 Uhr. 3ö. Besuch öcr ötrgalta drr Fitll,, Mar« 12 Uhr.?!>. cherreupartje Hohenbinde. Siar, 6 Uhr. Ao ig. llNai jeden ftreilag Schv'immu.tterrichl im Boa.sdau». IN Uhr. Miigliederpertamm. Inng SO. Mai. 20 Uhr. Sparireftaurant„Sich»". Köpenick, Sartrosirahe, Säi!! herzlich willkomme», AnschrtÜ: Rudaif Krüger, Bahnhosstr, 16. Oer Arbeitsmarkt in Oeutschland. Den besten Gradmesser für die ungesunde Entwicklung der Wirt- schastslage in Deutischland stellen die Unterlagen für die Arbeits- l o s i g k e i t dar. Leider herrscht noch keine Uebereinstimmung über ein einheitliches System zur statistischen Erfassung und Ver- nrbeitung der Arbeitslosenzahlen. Das Institut für Konjunktur- iorschunz bezieht die Arbeitslofenzahlen auf die Einwohnerzahl, der Die' Ai»l>eitslosi«|ke i t ir» D e ti t s c Klan, d 199S- 19301 Saison�ruppe Art e i t sl o s« Kriseriartei t er Konjunktupfr uppe J MMJ SNJHMJ SNJM FAJ AODFAJAODF 194a 1949 1930 ZlDGB. aber auf seine Mitgliederzahl. Ein getreueres Vild von der Arbeitslosigkeit in Deutschland wäre jedenfalls notwendig. Immerhin zeigt unsere aus Grund der Ergebnisse des A D G B. angefertigte Graphik, doch der Arbeitsmarkt in Deutsch- lond sich immer mehr verschlimmert und das; selbst während des überaus stengen und so ausgedehnten Winters 1928/29 die Arbeits- losigkeit in Deutschland geringer gewesen ist als jetzt. In den Monaten Januar, Februar, März 1928 betrug in der Konjunkturgruppe bei den Arbeitslosen der Durchschnitt 6,2 Proz.. bei den Kurzarbeitern 4,2 Proz., in derselben Zeit für 1929 sind die entsprechenden Durchschnittszahlen 19,8 und 9,5 und für 1930 be- reits 14, S und 14,1, also ein Anwachsen gegenüber dem Vorjahre mit seinem den Arbeitsmarkt in hohem Maße hemmenden strengen Winter um 37.0 proz. bei den Arbeitslosen und um 4S,4 proz. bei den Kurzarbeitern. Auch bei der Saisongruppe sind in demselben Vierteljahr die entsprechenden Durchschnittszahlen bemerkenswert: 1928 bei den Arbeitslosen 29,6 Proz., bei den Kurzarbeitern 9,5 Proz., 1929: 36,6 Proz. und 2,6 Proz. und 1930: 55.1 proz. und 1,9 proz., also eine Verminderung von nur 2,9 Proz. bei den Arbeitslosen und 5,3 Proz. bei den Kurzarbeitern. Erweitert man indessen bei der Saisongruppe den Durchschnitt noch auf die dazugehörigen Mouche November und Dezember, so ergibt sich für die Zeit November 1928 bis März 1929 bei den Arbeitslosen 47,6 Proz. und bei den Kurzarbeitern 2,2 Proz., wäh- rend in der Zeit November 1929 bis März 1936 die entsprechenden Zahlen 53,6 Proz. und 2,2 Proz. sind, also bei den Kurzarbeitern unverändert, bei den Arbeitslosen aber eine nicht unwesentliche Stei- gerung. Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich demnach wesentlich ver- schlechtert, und die Aussichten für eine Besserung sind unter den ob- waltenden Verhältnissen und bei den solgenschwere» Entschlüsien der jetzigen Regierung besorgniserregend. Z. Die KpO. braucht Streiks. Wilde Streiks als„unentbehrliche Ttotwendiqkeit". Es ist nicht neu, daß die KPD. großen Bedarf an Streiks hat. Weil ihr in Zeiten schlechter Konjunktur zumal zu wenig gewerkschaftliche Arbeitseinstellungen bekannt werden, sucht sie ihre Am Hänger und die mit ihr sympathisierenden„klassenbewußten Un- orgnisierten" zur Inszenierung von wilden Streiks anzufeuern. Das Moskaublatt schreibt: „Die Arbeiterschaft müßte Selbstmord begehen, wenn sie die „T a r i f t r e u e" der R e f o r m i st e n auf ihr Panier schreiben wollte. Im Gegenteil: Die revolutionäre Gewerkschaftsopposition muß und wird in das Bewußtsein der Massen die Lehre einhämmern: Wilde Streiks, das heißt Streiks trotz und gegen bestehende Tarifverträge, sind eine unentbehrliche Notwendigkeit, wenn die Arbeiterschaft selbst die bestehenden Nominallöhne verteidigen, ge- schweige den wirklichen Kampf um höhere Löhne aufnehmen will!" Wilde Streiks mögen eine„unentbehrliche Notwendigkeit" für die parteipolitische Agitation und Aktion der KPD. sein, für die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter ist jeder wilde Streik von vornherein verfehlt, da ihm die Zustimmung der Gewerkschaft und damit deren moralische und finanzielle Unterstützung versagt bleiben muß. Die kommunistische Gewerkschastsopposition erklärte sich vor nicht langer Zeit für Tarisoerträge. Wer aber für vertragliche Regelung von Loh» und Arbeitszeit ist, muß den eingegangenen Vertrag wohl oder übel hallen. Es mag„revolutionär" sein, Tartt- vertrüge abzuschließen und sie je nach Belieben zu brechen. Doch ganz abgesehen von den rechtlichen Folgen würde dies das Ende des Tarifvertrags bedeuten. Eine tarifliche Bindung mag in Zeiten der Hochkonjunktur recht hemmend wirken, doch dasselbe gill für die Unternehmer in Zeiten der Krise. Wenn gesagt wird,„die deutschen Arbeiter griffen zum wilden Streik, schon damals, als die reformistischen Gewerkschaftsführer noch in den Kinderschuhen des Arbciterverra's steckten", so ist an dieser kommunistischen Torheit richtig, daß die Arbeiter damals nicht schon, sondern noch wilde Streiks führen muhten, als ihre Gewerkschaften noch ziemlich bedeutungslos, vom Unternehmertum nicht anerkannt wurden, an Verhandlungen der Unternehmer mtt den Gewerkschaften rmd erst recht an TarlfoertrSge noch nicht zu denken war. die Gewerkschaften noch in den Kinderschuhen steckten. Von gelegentlichen betrieblichen Differenzen abgesehen, ist die deutsche Gewerkschaftsbewegung längst über die wilden Streiks hin- aus. Weil die wilden Streiks der Unorganisierten erfolglos waren. selbst wenn sie mit einem Augenblickserfolg endeten, wo der Unter, nehmer sich aus der momentanen Verlegenheit retten wollte, des» halb reifte die Erkenntnis von der Notwendigkeit der gewerkschofl. lichen Organisation. Mag die KPD. die Streiks der klassenbewußten' Unorganisierten anzetteln, leiten und finanzieren, in die Angelegenheiten der tüe- werkschasten hat sie sich nicht einzumischen. Selbst wenn man die Redensart von der Gewerkschaftsbürokratie einmal gelten lassen wollte, wäre es denn doch ein übler Tausch, wenn Gewerkschafts- Mitglieder sich in ihren eigenen Gewerkschastsangelcgenheiten dem Taubenschlag der kommunistischen parfeibürokralie unterwerfen wollten, die ihnen zwar mit allerlei Parolen kommt, aber für Streikunterstützung nichts übrig hat als IAH.-Bettelsuppen. Wilde Streiks als Verzweislungsausbrüche von U n o r g a n i- s i e r t e n sind zwar nutzlos, werden aber nicht zu verhindern sein, wilde Streits organisierter Arbeiter aber— gegen ihre eigenen Gewerkschasten— sind unsinnig und selbstmörderisch, Ist der Streit für die Gewerkschaften auch nicht das erste, son- dern das letzte Mittel des gewerkschasten Kampses. wo er notwendig und aussichtsreich ist, wird ihn die Gewerkschaft führen, ihn mit allen Kräften unterstützen und ihn zum Erfolg verhelfen. Die aufdringlichen Versuche der KPD., Gewerkschaftsmitglieder in irgendeinen wilden Streik zu treiben, müssen im Interesse der Arbeiterschaft mit allem Nachdruck zurückgewiesen werden. weller für Berlin: Größtenteils bewölkt, einzelne leichte Regen. fälle wenig veränderte Temperaturen.— Jät Deutschland: 9tach westostwärts fortschreitende Regenfälle, ün Westen wieder etwa- Besserung. vleustas, S. dlai. Berlin. 16.05 Dr. Willy Meisl: Sport im Ausland. 16.30 Unterbaltungsrnusik. 17.30 Wilhelm Sollmann: Arbeiterschule und Staat. 17.55 Dr. Alt Nestmann: Klavier-Improvisationen über gegebene Themen. 18.10 Stunde mit Büchern: Exotische Romane und Abenteuer.(Am Mikrophou: Dr. Erich Franzen.) 19.05 Aktuelle Abteilung. 19.25 Vom Arbeitsmarkt. 19.30 Tanzabend. 21.20 Joseph Szigüti. Joh. Bralims(geb. 7. Mai 1833): Konzert für Violine und Orchester D-Dur, op. 77(Berliner Funkorchesler. Dir.: Bruno Seidler- ' Winkler). Anschließend; Dr. Josef Räuscber: Politische Zeitungsschau. KSnlgswusterhausen. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. 17.30 Dr. W. Kochmann: Die schüpierischc Persönlichkeit in der Technik. 17.55 Dr. Paul Zucker: Ein Kind geht durch die Straßen. 18.20 Dr. Holzlöhner; lieber Riechen und Schmecken.' 18.40 Französisch für Anfänger. 19,05 Prof. Dr. Rießer; Prüfung, Nutzen und Mißbrauch der Heilmittel. 19.30 Dr. Hugo Preller: Internationalismus als begriffliches Problem. 20.00 Von Leipzig: Konzert. 20.30 Von Leipzig; Abendmusik. 21.20 Von Leipzig:„Magnet Pol". PROGRAMM für die Zeit vom 6. bis S. Mai K I N O-T A F E L PROGRAMM für die Zeit vöm 6. bis 8. Mai oa Potsdamer Strafe 35 Atlantic(ein Tonfilm in deutscher Sprache) mit F. Korlner, Lade Mannhelm Rheinstrage 14 k�-eIcU Götz von Serlicfaingcn(7 Akte) mit Lncie Höflich, Grefe Rcinwald, Erna Morena, Engen Klöpfer, Paul Harimann, Theodor Loot, Fritz Kampers, Albert Steinrade Odeon, Potsdam er Sir. 75 Tagebuch einer Verlorenen (7 Akte) mit L. Brooks, K. Gerron Der Schrei aus dem Tunnel (Abenteuer in 7 Akten) Turmstrahe 12 Die Sfinde einer sdiönen Frau (6 Akte; mit Marcella Alban!. Walter Rilla Das Panzer aoto mit Carlo Aldlnl Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Die Herrin und ihr Knecht mit Henny Porten Drei Leidenschaften(6 Akte) mit Ivan Pctrovifch U Friedrichstadt � Die Kamera z. 1%%� Unter den Linden 14 Uraufführung: Tala, das RSisel im Weibe Das treibende Ftob Sonntag UUhr: Erwacben der Seele H Moabit B Artushof-Lichtspiele Film- and BtUmensdiaa Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Sklavin einer Ehe mit Dol. del Rio Weibergesdhiditen d. Captatn Lash Welt-Kino Alt-Moablt 09 Die tellsame Vergangenheit der Thea Carter mit ciga Brink Atlantik Ctt? W Cliarlottenburg fc Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 5 30. 9 Uhr- Sonne ab 3 Uhr. In Werder blOh'n wieder die BSame 18 lustige Akte) Erotik mit Olaf Fjord, IIa Rina W WilmersctorF M Atrium Beba-Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Die Fran ans Chikago(Unser täglich Brot) BQhnenscfaau AITiJimhrA Sonnab 5,7,9 Uhr ftinamora Sonm ab z Uhr Schöneberg. Hauptstr. 30 Der große Erfolg jetzt als Tonfilm: Das brennende Herz mit Mady Christians, G. Fröhlich Beiprogramm Titania(ut. Äeberg) Hauptstraße 49 Woch. 5, 7, 9 Uhr Sonntags 3, 5, 7, 9 Uhr Flein Herr gehört dir mit Camilla Horn Erfahrene Frau gesalbt Kronen-Lichtspicle Rheinstr. 65 Beg. Woch. 630, 9. S. 5 ü. Die wci£e Hölle von Piz Palü Das wilde Blut Jugendliche haben Zutritt m steaitt.» Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Outsmuthsstr. Beginn der Vorstellung 630. 9 Uhr. Sonnab. und Sonnt. 4, 630, 9 Uhr. Uraufführung: 100 prozentiger Sprech- u. Tonfilm; Das Rhelnlandmldel MariendorF p Mjm_ I i Marlendorfer Sonnt. 3 U. � 1*1 Lichtspiele(ug.-VorsL Chausseestraße 305 W. 7. Stg. ab 5. Die heiligen drei Bronnen mit Lais Trenker Das Geheimnis von Irapar Bühnenschaa Südwesten Film-Paiasi Kammersäle Teltower Str. 1 W. 6, Sbd. 5, Stg. 4 Uhr Ehe In Not m. Evelyn Hott, W. Rilla Fat and Patachon in Pelikanlen > Südosten> Filmeck Beginn SÄ Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Erfahrene Frau gesucht m. C.Moore Im Schatten von Paris Infern. BQhnenschan Luisen-Theater sönmz'u: Reichenberger Str. 34 DOhnenschan Lord A1dini# der Schrecken der Verbrecher Erfahrene Frau gesucht m. C.Moore Stella-Palast SÄ.*« Köpenicker Straße 11—14 Wochentags 5.30, Sonntags 3 Uhr Cllly der erste Farben-Tonfilm 100 Proz Farbe, Ton, Revne Tönendes Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Ostan Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochent. 7 U. Sonnt, ab 5 U. Der große Sprech- und Tonfilm; Zwei Herzen im OretTicrteliakt mit Waller Janssen, Paal Morgan Gates Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 100 prozent Sprechtonfilmoperette Zwei Herzen Im DreiTierieltaki Concordia-Palast Andreasstraße 64 Panzerkreuzer Potemkin Ero» In Keilen mit Maly DcUchaff Grofje Variel&diaa Sternwarte— Treptow Sonnabend 8, Sonntag 4, 6 und 8 Uhr: Dienstag 8, Donnerstag 8 Ulm Die Wunder Asiens(Film) W Neukölln j ir.sleisL- Wochent 6.45, 9 U. tVUKUK Sonnt. 5, 7, 9 U. Kottbusser Damm 92 Tonfilm I Cilly, der erste Farben-Tonfilm in Deutschland mit Marilyn Miller C»—— Wochent. 6 45, 9 U. CXCClSlOr Sonntag 5, 7. 9 U. Kaiser-Friedrich-Straße 191 Cllly, der erste Farben-Tonfilm in Deutschland mit Marilyn Miller Jugendliche haben Zutritt Stern, Hermannslralje 49 Wochentags 6.45, 9, Sonntags 5, 7, 9 Uhr Tonfilmposse; Wien, da Stadl der Lieder Jugendliche haben Zutritt > Nordosten™-�� „Elysium" �n»nd Prenzlauer Allee 55 W. 5.15, S. 3 15 U. Tonfilmposse: Wien, da Stadl der Lieder Jugendliche haben Zutritt Comenius-Lichtspicle Memeler Straße 57 W. 6, 8'., S abSU Polizeisplontn mit Ellen Richter Unschuld mit K. v.Nagy, H.Hardt Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Ehestreik mit Maria Paudler Etappe 19 IS Bühnenschaa Kinn Rncrh w- b-'ü. 8.45 Uhr mno DUSCn L j.?U. 8.45 Uhr. Alt-Friedrichsfelde 3 Der Erzieher meiner Tochter mit Harry Licdtkc, Ernst Vcrebes Weib In der Wüste mit Irene Rieh Beiprogramm Elysium(nu£pSmi) Hasselwerder Straße 17 Die Tochter Napoleons mitL-Mora Mann aas d. Jenseits mitP.Wegener Variettschaa W Weiaensea> Schloßpark Film. Bühne Berliner Allee 205— 210 Helden der Nacht mitFalrbanks Jr. Die Liebestalle mit Laura la Plante BQhnrnschan Norden Alhambra Müllerstraße 136. Ecke Seestraße Mein Herz gehfiri Dir m. Cam Horn Große Revue: Schlag auf Schlag Pharus-Lichtspiclc Müllerstraße 142 W.S'/cU. Stg. 4 U 3 Qroßfilme: Der König der Sensationen mit W. Falrbanks Gefangene Nr. 7 mit Llssi Arna Erfahrene Frau gesucht Marga-Lichtspidc Schulstraße 29 Der große Ufa-Ton- u. Sprechfilm: Melodie des Herzenz m.DilaParlo und Willy Fritsch Freiwild mit Ev. Holt Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. ab 6, Stg. ab 4 U. Mfidel aus USA. mit Anny Ondra Die Prlriefalle Bühnenschaa Prater-Lichtspiel-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhr Ludwig II mit Wilhelm Dielerle LoLpaironiUe AasgewShlle Bühnenschaa Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W. 6, Sbd. 5, Stg. ab 430 U. Der Anwalt des Herzens mit LU Dagover Beti and Sota(gr. Russenfilm) Colosseum �-7-u9-�r Schönhauser Allee 123 Stgs. 5,7 u. 9 Uhr Tonfilm: Es gibt eine Frau, die Dich niemals rergibi mit LH Dagover Beiprogramm „Alhambra" Badstraße 58 2 Großfilme: Die heiligen 3 Bronnen mit Lais Trenker Försterchrlst*! mit Lya Mara und H. Liedtkc Revue: Berlin muH lachen Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Woch. 5, 7. 9, Stgs. 3, 5. 7, 9 Tonfilm: The einging Fool mit AI Jolson(Der singende Narr) Bühne: Die Sensation von U erlin ■ Pankow M Palast-Theater s�-'a Breite Straße 21 a Wegen Riesenerfolges verlängert; ICOprozeniige Tonfilmoperette: Der Liebeswal- er m L. Harrcy, Fritsch u. Alexander Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Beg 7, 9 U-, Sbd. u. Stg. ab 5 U. Tonfilm: Wenn da einmal dein Herz ▼ersthenksi mit Lillan Harrcy Beiprogramm Film-Palast JÄicue. Blankenburger Straße- W. 6.30, 9 U. Stg. 430, 6.45. 9 U. Geld, Geld, Geld m Brigilie Helm Liebe macht blind m LU Dagover � Tcaei> Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 Stg.4,/4,6,Ait83/4 Sonnt 2 Uhr Jugcndvorstellung Napoleon auf St. Helena Das groHe lustige Beiprogramm „Kosmos" Fümbühnc Hauptstraße 6 Tonfilmoperet'e: Llebeswalzer mit Lilian Harrcy, Willy. Fritsch und Alexander Auf der Bühne: Gretel Hartmann Ballschmieder- Lichisp Badstraße 16 Großer Sittenfilm: Messallna HOiei Euch vor leichten Frauen Cro$e Bühnenschaa Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6 8>> U. Stg. 2 U. Jugendvorst. Stg. 4>/c, fi'cs, Mc U. Der Deiektir des Kaisers Lastige Beiprogramm Hennigsdorr PilmnAljac# Beg. W. 6, 830 riimpaiasi stg. 4>/.. 6>>-. s* u. Berliner Straße 59 Stg. 2U.|iig.- Vorst. Sturmflut der Liehe Ja, Ja, die Frauen sind meine schwache Seite