Morgenausgabe Nr. 212 �, A ioy �l.Iahrgang Wöchentlich monatlich M0 9L tm voraus zahlbar. Postbezug 4IZ M. einschließlich 60 Pfg. Poftzeitungs- und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Lusland»« abonnement 6.— M. pro Monat. Der«Sonoftrts* erscheint wochentZg» lich zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berka und tm Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Volt und Zeit" und. Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen"..Frauen» stimme"..Technik"..Blick in die Büchenvelt" und.Iugend-Borwärts" P- Nevliner voltsblatt vonnersiag 8. Mai 19)0 Groß-Äerlin 10 pf. Auswärts 15 pf. vi» e t n f p a Itt g e Nonparetllezeile 80 Pfennig. Reklame eile 5.— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen� das lettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), ledes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Won' 10 Pfennig. Motte über 15 Buchstabe» "hlen für zwei Worte. Arbeitsmarti >eile 60 Pfennig. Familienanzeigen Ze.l« ' Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt» gejchäft Lindenstroße 3. wochentäglich von 8'/, bis 17 Uhr. Jentralorsan der Sozialdemoörattfchen Partei Deutschtands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönbof! 292—297 Telegramm-Adr.: So,ialdemokrat Berli». Vonvärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonio: Berlin 97696.— Bankkont»: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten. Wallstr 66. Dt. B u. DUc.-Ges.. Deposttenkalle Andenstr. 3. Ostpwgramm im Werden. Die Refforts sollen Entwürfe vorlegen. Amtlich wird mitgeteilt: Das Reichskabinett fechte gestern nachmittag unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Brüning und in Anwesenheit des Reichsbant- vrLsidente« Dr. Luther die Erörterung über das Osthilfe- gesetz fort. Die Beratungen führte» zu einer g r n« d- sächlichen Einigung, auf Grund deren die end- gültigen Gesetzentwürfe von de« Ressorts unter F2H- rang de s Reichsmiuisterinms des Innern in der nach st en Tagen vorgelegt werden sollen. Das Reichskabinett wird alsdann am u S ch st e u Mittwoch über die endgültige Gestaltung des Ge- samtprogramms Beschluß fassen. • Die amtliche Mitteilung spricht von einer g r u n d s ä tz» lichen Einigung. Es wäre interessant zu erfahren, w o r üb e»: eine grundsätzliche Einigung erfolgt ist. Es ist bekann:,>daß nach wie vor sehr erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen Reichs- innenwiniste rium, Reichsfinanzministerium und Reichs- ernährungsnginifterium bestehen. Jedes Ressort hat ein Ost- progrimm silr sich ausgearbeitet— die Zügel schleifen in dieser Regierung der Führung wieder einmal am Boden. Nun sollen di London, 7. Mai.' Wedgwood Benn, Staatssekretär für Indien, erklärt« im Unterhaus, abgesehen von einigen Teilen der Präsidentschaft Bombay und einem einzigen Dsstrikt der nordwestlichen Grenzprovinz, seien keine Unruhen aus ländlichen Bezirken gemeldet. Di« mohamme- danische Bevölkerung halte sich von der Bewegung der Gehorsams- Verweigerung fern. demselben Zweck, zu dem sie bestimmt war, und hat sie un- besehen als wahr unterstellt. Käseladen Held-Schiele. Preistreiberei mit Reichsmitteln. München, 7. Mai.(Eigenbenckft.) Die praktische Auswirkung der Bayernfahrt des Reick, sernäh- rungsministers Schiele besteht in der Durchführung einer sogenannten Käseaktion. Schiele hat einig.m Milchner» wertungsgenossenschaften In Bayern mehrere Millionen Mark aus Reichsmitteln zur Verfügung gestellt, mit denen dieser Tage im oberbayerischen und im Algäuer Produktionsgebiet große Mengen von Weichkäse aufgekauft wurden, die in den nord- deutschen Magazinen aufgestapelt wurden. Sie werden erst wieder aus den Markt geworfen(spätestens in einem Vierieljahr), wenn der durch die Austaufaktion hervorgerufene künstliche Mangel on Weichkäse die Preise erheblich in die Höhe geschraubt hat. Begründet wird dieser echt kapitalistische Raubzug auf die Taschen der kleinen Leute mit der Behauptung, daß der Markt gegenwärtig unter einer großen Ueberproduttion an bayeri« schon Weichkäse leidet, wodurch die Preise so gedrückt seien, daß die Produktion völlig unrentabel geworden und die Existenz vieler Kösefabrikanten gefährdet sei. Sevcring Ehrendoktor. Reichsminister a. D. Karl Sevenng. ist in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Förderung der deutschen Wissenschast und Forschung von der Technischen Hochschule in Braunschweig zum vr. ing. c. b. ernannt worden. 3n tilauen besteht noch immer der Kriegszustand. Das Repieruugsblatt schreibt nun, die Autorität sei so gefestigt, daß man on Aufhebung des Kriegszustandes denken könne. Schon wird alter für diesen Fall ein Gesetz zum Schutz des Staates angekündigt. Regierungswechsel in Sachsen. Wie aus einem Rechtskabinett... ... ein unpolitisches Beamtenkabinett wird. Keine Ruhe in Oesterreich. Reaktionäre Provokationen.— Kampf um die Alters- und Lnvalidenversichemng. Am vergangenen Sonntag haben sich in der niederSsterreichischen Industriestadt St. Pölten, eine Schnellzugstund« westlich von Wien, Ereignisse abgespielt, die schars gezeigt haben, wie weit das Land von der„Konsolidierung' entfernt ist, die seine Regierung so häufig oerkündet. Da die Heünwehrsaschisten in ihrem steten Proookations- drang sich gerade diese Stadt mit ihrer Arbeitern, ehrheit und sozial- demokrattschen Verwaltung zu einem Aufmarsch ausgesucht hotten. mußte die Arbeiterwehr des Republikanischen Schußbundcs auf den Plan treten: die werktätigen Masten können einfach nicht zalosten, daß der Anschein erweckt werde, die Republik sei in der Hand der Faschisten. Je weiter K« proletonsche Revolution entschwindet, di«»ÖF 11 Jahren die Republik aufgerichtet hat, desto mehr erstarkt der Angriff des vereinigten Bürgertums auf di« sozialen Errungen- schasten: zuletzt noch war die Durchsetzung des„Antiterrorgesetzes" ein Beweis dafür und soeben Hot die Regierung den wirtschaftlichen Körperschaften und Verbänden erheblich« Verschlechterung«» der Arbeitslosenversicherung zur Begutachtung zugeschickt. Obwohl ein genaues Programm für die St. Pöltener B«r- anftaltungen mit dem christlichsozialen Landeshauptmann Dr. Buresch vereinbart worden war, um Zusammenstöße auszuschließen, obwohl ihn nicht zuwidergehandelt wurde und obwohl darin auch ein Ab- schied der Schutzbündler von ihren St. Pöltener Genossen auf dem Rathausplatz vorgesehen war. folgte»uresch dem Befehl der Faschisten, ließ dieses Treffen durch einen Bajonettangriff der Gendarmen auf die Arbeiter verhindern. Militär aus Wien und anderen Garnisonen auf Lastautos herbeiholen, „spanische Reiter' und schußfertig« Maschinengewehre aufstellen— alles, damit die 15 000 Schutzbündl«r. die statt der angekündigten 7000 gekommen waren, nicht durch dos Stadtinnere zum Bahnhof ziehen. Einwohner, die dem Schutzbund zugewinkt haben, wurden mit Karabinern bedroht usw.! Dab«i war der Heimtvehraufmarsch ein wahres Fiasko und es log ein« gewisse Symbolik darin, daß di« Lastauto» der l) ahnen- schwänzler die Firma einer— Leichenbestattung trugen. Aus der Heimfahrt konnten dann die Faschisten unter dem Schutz von Wiener Staatspolizei wieder frech werden, z. B. sich zur Durchsuchung eines' Hauses anschicken, aus dem das— Kinderfreundelied erklungen sein soll. Auch ließen sie in Mödling einen Arbeiter verhaften, mit dem einer der Hahnenschwänzler mal«inen Zusammenstoß gehabt haben wollte. An der Wiener Stadtgrenze notierte man die Rum» mern der 94 Lastautos, auf denen Schutzbündler heimkehrten, man lenkte sie vor der Ringstraße ab, konnte freilich ihre jubelnde Be- grüßung dem Volk nicht verwehren. Unter dem Schutz der Waffen hatten sich ein paar Gelbe erlaubt, die Massen zu verhöhnen: kein Wunder, daß man es ihnen später heimzahlte. Das hat nun der Landeshauptmann zum Anlaß ge- nommenz: dem VSegeemeistee. unserem Genossen Schnösel, auf Gnmd der Derfassungsrefärm dic'PolizeigÄpalt zu entzsehen. St. Pölten Hot vor kurzem die Verstaatlichung der Polizei abgelehnt. nun wird sie einfach diktatorisch verländert. Während mau die Mieten erhöht, die Persasiung..reformiert'. das Antiterrorgesetz durchgedrückt hat und die Arbeitslosenversiche- rung abzubauen vorbereitet, tritt die Arbeiterschaft in neuen Kampf um ein« Einichtung, die in anderen Ländern, besonders im Deutschen Reich längst besteht: die Alters- und Invalidenversichc- rung, die Witwen- und Waisenoersorgung. Das betreffende Gesetz ist längst beschlossen, sein Geltungsbeginn aber von der Steuer- senkung abhängig gemacht, di« der Wirtschaft die Tragung der neuen Last ermöglichen soll. Die Steuersenkung wieder hängt von der Erlangung der Anleihe ab und Schober hat bei seiner Heimkehr wieder versichert, daß die Anleih« so gut wie sicher sei. Darum fordert die Arbeiterschaft die Inkraftsetzung der Versicherung sofort nach Sicherung der Anleihe, zumal die Vorbereitungen für die Arbeit der Versicherung«in halbes Jahr brauchen. Sollte diese Forderung nicht erfüllt werden, so will unsere Bruderpartei mit den freien Gewerkschaften ein Volks- begehren einleiten, was durch die Verfassungsänderung er- möglicht P. Direkte oder indirekte Steuern Sin Zwiegespräch auf der Deutschen Welle. In der Vortragsreihe„Gedanken zur Zeit' sprachen sich auf der Deutschen Welle di« Reichstagsabgeordneten Genosse Dr. Hertz und Dr. Rademacher(Deutschnationale Dolkspartei) über dos Thema „Direkte oder indirekte Steuern' aus. Dr. Hertz sagte einleitend, daß die Unterscheidung zwischen direkten und indirekten Steuern überholt sei. Heute sind die Steuern nach ihrer sozialen Wirkung zu beurteilen, ob sie eine Be- lastung des Besitzes oder der Massen darstellen. Gegenüber dem Einwand Dr. Rademachers, daß Besitz und Roichtum heute nicht mehr identisch seien, führte Dr. Hertz aus, daß in einer Zeit schwerster wirtschaftlicher Belastung mit drei Millionen Arbeitslosen die Pro- duktion-in den letzten Jahren mit Ausnahme von 19?9 immer im Ansteigen gewesen sei. Die Ausfuhr habe di« Ziffer von 1913 erreicht, die Produktion habe die Ziffer des gleichen Jahres überschritten. Demgegenüber sei die steuerliche Gesamtbelastung in den Haupt- konkurrenzländern, so in England, nicht niedriger als b« uns. Dabei aber habe England ein größeres steuerfreies Mindesteinkommen und keine Umsatzsteuer. Di« Löhne seien in England höher ols bei uns. Man müsse zu dem Schluß kommen, daß, wie es auch die Zahlen erwiesen, die direlten Steuern dort höher sind als m Deutschland. Dr. Rademacher betont« die Notwendigkeit, die Lohnsteuer nicht wegfallen zu lasten, wi« es Hilferding erstrebt hätte, worauf Dr. Hertz erwiderte, daß die verantroorwngsbewußten Kreise im deutschen Volke, die den neuen Staat erhalten und stärken wollen, sich um die Lasten nicht gedrückt hätten und die Klogen um die Lohnsteuer gering gewesen wären trotz aller Härten, die 1923 zum Beschluß der nachträglichen Erstattung geführt hätten. Der Stand- piinkt der Kreise um Dr. Rademacher erinnere aber an die Aeuhevung des früheren konservativen Führers von Heydebrand, daß über das Portemonnaie des Besitzenden nicht durch das Parlament des all- gemeinen Wahlrechts entschieden werden dürfe. Kapitalbil- d u n g sei not, doch es fei eine Illusion, daß durch starke Massen- steuern die Kapitalbildung gefördert werde. Bei jeder Kapital- bildung sei das wichtigste die Verwendung. Wenn Dr. Rade- macher sage, daß zuviel Geld für Wohlfahrts- und Massenzwecke un- verantwortlich ausgegebeil werde, so erwidere er, daß dieses Geld zur Erhaltung des arbeitenden Menschen, der die Grundlag« der Wirtschaft bilde, nutzbringend angelegt sei. Die Steuerbelastung sei kein Hindernis gewesen, daß 1924 bis 1928 sich in imme--.steigendem Maße aus eigener Kraft in Deutschland Kapital gebild� ibe. Das Wort: Wir leben von der Substanz! sei irrig. Ein 25- � ich zwischen den Mitteln, die heute und im alten Staat für un�stÄüiktioe Zwecke ausgegeben wurden, beweise, daß in den ösfenttichen Vertretungen keineswegs unverantwortlich gehandelt werde. Die Behauptung Rade machers, daß die Steuerbelastung des Besitzes Kapitalabwanderung und Steuerflucht bedinge, sei durch den tatsächlichen Beftind der deutschen Wirtschast widerlegt. Macht Reinhardt Opernfilme? Max Reinhardt kaust die Terra-�ilm-A.-G./ Staatstheater im Aufsichtsrat. --Das Rätfelrecken�-s» wen- die I. G. Farben ihre Terra Film- Aktien, vereausen.wird�.ist beeret. Das Ergebnis ist«nie Heber- raschung. Käufer der Aktien ist Prof. Max Reinhardt', der erfolgreiche Theaterdirektor, nnd«in Herr Eurtis Melnitz, der frühere Direktor der Künsttervereinigung United Artist». Im Aufsichtsrat der Terra Film A. G. werden neben Reinhardt und Melnitz auch Raimund von H o f ma n n st h a l. der Sohn des oerstorbenen Dichters, und Generalintendant Tietjen von den preußischen S taa t s t h e a t« r n vertreten fein. Di« welchselreiche Laufbahn der Terra Film A. G.. neben der Ufa : nd der Enwlka der größte deutsche Filmproduzent, ist damit um ein interessantes Glied reicher geworden. 1926 ging die Terra Film au das Haus Ullstein über, dann trat di« I. G. Farben in die Terra Film ein, um sie später ganz von Ullstein zu übernehmen. Für dos Ende Juni 1929 schließende Geschäftsjahr wird wohl«in erheblicher Verlust zu erwarten sein: das und die Tatsack)«, daß I. G. Farben ihre Studien für die Rohfilmfabrikation bei der Terra Film A. G. nun wohl beendet hoben werden, dürste der Zln- laß für den iverkauf der Terra-Aktien durch die I. G. Farben ge- wesen sein. Die neuen Erwerber haben sich übrigens oerpflichtet, ihren Rohfilmbedars weiterhin bei der I. G. Farben, und zwar auch sür den Auslandsabsatz zu decken. Die Dorsührungsapparate sollen von der Tobis geliefert werden. Beide Bindungen sollen den deutschen Charakter der künftigen Terra Film A. G. unterstreichen. Was Professor Reinhardt mit der Terra Film A. G. will, ist noch nicht ganz heraus. Die Vermutung wird aber richtig sein, daß er Theaterfilme und Opernsilme unter seiner Regie entstehen und ausführen lassen will. Di« starke Initiative Max Reinhardts zeigt sich hier in einem neuen Licht. Da dies« Initiativ« auch die Interessen der großen Spieltheater, nicht zuletzt auch hin- sichtlich der Sicherung erster Kräfte, berührt, ist es zu begrüßen, daß von vornherein eine gewisse Verbindung zwischen den preußischen S ta a t s t h c a t e r n und Reinhardts Terra-Absichten durch den Generalintendanten Tietjen im Aussichtsrat der Terra Film A.-G. hergestellt ist. Preußen ist an dem Aktienkouf nicht beteiligt; das preußische Kultus- Ministerium hat ober der Aussichtsratstätigkeit des General- intendanten Tietjen auf Ansuchen Reinhardts fosort seine Zustim- mung gegeben. Man wird«in bißchen auspassen müssen, inwieweit das billig erworbene Einflußrecht Preußens hier nicht der Vor- läufer von Krediten oder gar Subvention»» werden mag. Oie Reichsvertreiung in München. Eine Erinnerung an bayerische Spionagemethoden. Der Haushaltsausschuß des Reichstags hat beschlossen, de» Etattitel..Reichsvertretung in München' als..künftig wegsollend' zu bezeichnen. Wenn die Vertretung des Reiche« in München wirklich „künftig wegfallen' sollte, so würde damit«ine höchst überflüssige und kostspielige Institution verschwinden und gleichzeitig auch einem mürdelvsen Zustand ein Ende bereitet werden. Es ist bekannt, daß di- Münchener Reichsoertretung im Roven�er 1923 die Reichsregierung nicht rechtzeitig über de» Hitler-Putsch unterrichtet hat. Dagegen ist bis heute noch nicht aufgeklärt worden, in welch unwürdiger Weife der Vertreter des Reiches in München von den damaligen Machthabern in Bayern s Y st e- matifch hintergangen und von allem jerngehalten wurde. was in unmittelbarem Zusammenhang mit den Vorgängen steht. die schließlich zum Hitler-Putsch führten. Aus amtlichen Dokumenten jener Jahre geht einwandfrei hervor, daß alle Briese von und an die Zieichsvertretoag ta München ooo dex Post der politi- s ch e n Polizei(Abteilung V. 8.) d«r Herren Pöhner und F r i ck ausgehändigt wurden, allerdings auch alle Briefe an fremde Bchörden. Gesandte und Konsuln, die damals in München ihren Sitz hatten. Ein gewisser Kriminal- kommissar Werner rühmt sich heute noch, aus die geschilderte Wesse viel Interessantes erfahren zu haben, was Bayern sehr von Nutzen gewesen sei. Darunter fällt auch eine Korrespondenz des preußischen Staatssekretärs Weismann. Die der Polizei von der Post ausgehändigten Briefe wurden im Münchener Polizeipräsidium mit Dampsapparaten ge- öffnet Man nahm von ihrem Inhalt Kenntnis, verschloß sie dann kunstgerecht und stellte sie schließlich der Post wieder zur Verfügung. Auf diese Weise fiel den Urhebern des Hochoerrats von 1923 viel wichtiges Material in die Hände, ohne daß es in den Archiven der Polizei bzw. der Funktionäre der Kahr-Regierung ver- blieben wäre. Auch die Putschisten, wie Hauptmann Röhm, gelangten in seinen Besitz. Röhm scheut« sich nicht einmal, solche- Briese, die etwa von München aus an den Oberreichsanwall gerichtet waren, in seinem vor einigen Jahren erschienenen Erinne- rungsbuch über den Hitler-Putsch abzudrucken. Bauern als Bergwerkssttavett. „Kulaken" im tlral und im hohen Rorden. Wie der.Lstexpreß' meldet, liegen aus den Turins kl- Bergwerken im Uralbezirk Tagitsk briefliche Rachrichten dar- über vor, daß ein Teil der aus der Sowjstu k rät n« als„Ku- laken' angesiedelten deutschen Bauern dort zur Bergwcrksarbei» verwendet wird. Ein anderer größerer Teil dieser Bauern muß schon seit einiger Zeit in den nördlich von Wologda gelegenen Wäldern Holzhauerarbeit verrichten, so beispielsweise beim Dors Tschurilowo«nd bei der Statt«, Lonojcha em der Rord-E isenbahn. „Soziale Kunstpflege." Lösung des Vertrags zwischen Volksbühne und Krolloper. Der Preußische Landtag nahm am Mittwoch gezen di« Sozial- demokraten und Kommunisten einen gemeinsamen Antrag der bürgerlichen Parteien an, der das Staatsministeruim beauftrazt, alsbald mit der Stadt Berlin in iBerhaudlunge» zwecks Uebernohme der sozialen Kunstpslege der Kralloper auf die Berliner Städtische Oper einzutreten. Es soll weiter versucht werden, den Ziertrag zwsschen der Krolloper und der Volksbühne zu lösen. Wie wir dazu aus zuverlässiger Quell« mitteilen können, denkt die Volksbühne nicht daran, auf ihre v«r. traglich fest gelegten Rechte bezüglich der Kroll- oper zu verzichten. Solange dieser Verzicht ober nichr er- folgt ist. ist die Stadtverwaltung außerstand, mit der Regierung in ZZcrhandlui'.gen wegen„Uebernahme der sozialen Kunstpslege" durch die Städtische Oper einzutreten. Diese Tatsack;«» waren den bürgerlichen Parteien des Landtags bekannt, als sie ihren Beschluß faßten. Eine Karl-Marx-Aüste. Der„Salon", die Kunstausstellung, die die Poriser Sodite nationale des Beaux arts, wie olljährlich am 1. Mai eröffnet hat, zeigt eine interessante P o r t r ö t b ü st e von Karl Marx. Im tevessant alz Kunstwerk, das den großen Vorkämpfer und theore» tischen Wegbahner des Sozialismus mit überzeugender Herzens- wärme gestaltet. Interessant aber auch durch ihren Schöpser, der kein anderer ist als Carl L o n g u e t, Urenkel von Karl Marx, rin junger Plastiker von großer Begabung. Die Büste wird wahr- schemlich in Frankreich bleiben. Es wäre aber zu wünschen, daß Abgüsse des Werkes auch nach Deutschland gelangten und hier Auf- slellung fänden, Menschenexport nach Frankreich. Hunderiprozentiger Nationalsozialist rühmt sich dessen. Wir haben auf Grund einer Veröffentlichung der.Berliner Arbeiterzeitung", dem Berliner Wochenblättchen der Nationalsozia- listen, von dem höchst sonderbaren Menschenexport berichtet, den«in gewisser Werner Münch durch Inserate im„Stahlhelm" betreibt. Das nationalsozialistische Organ war darüber höchst cnt- rüstet und forderte von der Stahlhelmzeitung, sich wegen dieses Menschenexports zu rechtfertigen. Darauf schreibt ihr nunmehr be- sagter Münch folgenden Brief: „Durch einen Berliner Bekannten erhielt ich die Mitteilung, daß Sie mich in einer ganz unglaublichen Art und Weise oerun- glimpst baben, indem Sie in provo-ierender Weise einen Artikel über„Stahlhelmexport nach Frankreich" losließen, den natürlich der „Vorwärts" und das„Sächsische Bolkeblatt" ebenso veröfsen lichten. Ich möchte von vornherein bemerken, daß Ich einer der ersten Ballanalsozialisten war. die bereits beim Hitfer-Dulsch mit dabei waren. Amt) heule noch bin ich hundert- pcozentiger Idationalsoziali.t, wenn ich auch im„Stahlhelm bin. und ich bin nicht der einzige da- von, der darin ist. choien Sie bitte darüber bei der Geschäftsstelle der NSDAP, in Z w i ck a u Auskunft. Schon lange wäre ich wieder bei der SA.(Sicherheitsabteilung, der Stoßtrupp der Nationalsozialisten), wenn es nicht die Ansein- düngen gäbe und dergleichen mehr. Wer weiß, ob nicht einmal 10 Proz. bei Ihnen in der Redaktion sitzen, die heute große Töne schwingen und seinerzeit, wo die schwerste Zeit 1923 für die Nazis war, daran überhaupt nicht dachten und bei Mut- tern saßen. Heute ist es keine Kunst mehr, auf dem großen Pferd zu fitzen. Ich entschuldige dies jedoch, da Sie nicht wußten, mit wem Sie es zu tun hatten. Sie können ruhig davon überzeugt sein, daß mindestens 50 Proz. der Stahlhelmer Nationalsozialisten sind. Wenn die Führung Fehler begeht, so können Sie den ganzen Bund nicht gleich mit Kot beschmeißen, wie Sie es belieben. Osten gesagt. wenn ich auch Nazi bin so widert mich diese üble Hetze zwischen Nazi und Stahlhelm an. Wenn das in sachlicher Form geschehen würde, dann wäre es immerhin angebracht. Sie tun ja gerade, als wenn der Stahlhelm die größte kommunistenbande ist. die es gibt. Mit diesen Hetzartikeln erreichen Sie aber gerade das Gegen- teil und viele Nazis sind keinesfalls damit einverstanden. Also bitte, mein-- Herren, in Zukunft etw«? mehr Sachlichkeit Auf die Sache selbst zurückkommend, wollen Sie bitte«ine Be- richtigung einsetzen, die in jsder Beziehung mich rehabilitiert, denn nur ich bin dafür allein verantwortlich. Der Stahlhelm hat mit der Sache nichts zu tun. Durch Ihre Schreibereien wird mir eventuell meine Stellung gekündigt und wollen Sie daher nichts unversucht lassen, um die Sache ins Rein« zu bringen und nicht wieder ein wüstes Geschimpfe loszulassen. Wenn der dämliche Arbeiter, der Ihnen den Artikel aufgab, nicht kapiert, daß nur ich als Berantwor- licher zeichne und nicht die Firma Harozim u. Co.. so kann ich ni i.t dafür. Gegen Dummheit kämpfen selbst Gölter vergebens. Sie wissen doch selbst, daß es strafbar ist. wenn die Sache öffentlich getrieben wird. weshalb ich unbedingt den Ausdruck„Nur für S a.-Kameraden" bringen mußt«. Solche kommen auch nur in Frage, denn ich frage sowieso bei den jeweiligen Geschäftsstellen an. ob der betr. dem Sta. angehört. Di« Arbeiter verdienen jedenfalls drüben sehr gut und stehen sich b e s s e r als wie hier. Ich bin mir immer noch selbst der Nächste und ich wollte doch einmal sehen, wenn Sie, meine Herren, oer- heiratet mit Kindern kiber ein Jahr arbeitslos wärcn, ob Sie da nicht«ine derartige Gelegenheit wahrnehmen würden? Doch ganz bestimmt! Dabei brauchen Sie keinesfalls Ihre Gesinnung preis- geben. Daß ich selbstverständlich zuerst einmal Kameraden und keinen xbeliebigen Stellen nachweise, wenn ich das erfahre, liegt wohl auf der Hand. Der mir bekannt« Ingenieur ist. nebenbei be- merkt, kein Stahlhelmer und weiß nicht, daß die Leute, die dort hin- kommen, Stahlhelmer sind. Ich will Ihnen aber verraten, daß er Nationalsozialist ist und sein Sbhn bei der SA. ist. Wenn Sie mir die Zusicherung geben, daß Sie die Sache nicht ver- öffentlichen, dann gebe ich Ihnen auch den Namen bekannt. Am besten ist es. wenn Sie mir durch die NSDAP..-Geschäftsslelle Mit- teilung zukommen lassen, bei denen Sie— wie bemerkt— auch über mich Auskunst einholen können." Das Schreiben bedarf kaum eines Kommentars. Der Stahl- helmer und hundertprozentige Nationalsozialist rühmt sich, daß er und der nationalsozialistische Ingenieur Arbeiter nach Frankreich exportieren. Herr Werner Münch o e r d i e n t dabei sehr gut.„Jeder ist sich selbst der Nächste." sagt er zynisch. Da«r dabei verdient, warum soll dieser Hi:l«r-Mann nicht Menschenexport nach Frankreich betreiben? Diese„Gesinnung" ist zwar weder national noch sozialistisch, sie ist aber echt„national- sozialistisch". Konflikt in Mitteldeutschland. Ilm die Arbeitszeit in der Metallindustrie. Halle, 7. Mai.(Eigenbericht.) Die Schlichlungsverhandlungen wegen der Arbeitszeit in den Tarlsgebieten der mitteldeutschen Metallindustrie, die am Dienstag bis spät abends gepflogen wurden, brachten, wie zu erwarten war, keine Einigung der Parteien. Die Gewerkschaslen unker Führung des Deutschen Metall- arbeiterverbandes fordern die 4 b- S tu n den- M o che. Die tägliche Arbeitszeit soll an den Tagen von Montag bis Freitag acht, am Sonnabend sechs Stunden beiragen. Menn eine Betriebsleitung aus besonderen Umständen llcbcrstunden leisteu lassen will, soll sie die Zustimmung des Betriebsrats einholen. Die Unternehmer beantragten beim Schlichlungsausschuß, daß die Mehrarbeit„im Benehmen" mit dem Betriebsrat über die grundsätzliche 4Z-Stunden-Woche auf 53 Stunden verlängert werden kann. Der lleberstundenzuschlag soll nach dem Millen der Arbeitgeber nicht mehr 20, sondern nur noch zehn Prozent betrogen. In bestimmten Fällen, z. B. Ausgleich von Feierschichten usw„ wollen dl« Unternehmer überhaupt keinen Zuschlag mehr zahlen. Die Unternehmer kündigen Lohnabbauanträge an. wenn ihre« Wünschen nicht Rechnung getragen würde. Die Entscheidung liegt nunmehr in den Händen der Spruchkammersitzung, die der Bor- stand de» Schlichtungsausschusses aus Montag, den 12. Mai. ein- berufen hat._ Eine kommunistische Aktion. Und ihr kläglicher Ausgang. Wie schnell kommunistische Komödianten und Maulhelden vor den Schwierigkeiten praktischer Gewerkschaftsarbeit t a p i t u- l i e r e n, hat die„llZereinigung der Reichs- und Slaatsangestelltcn und-arbeiter" überzeugend gezeigt. Die Bereinigung war vor einem halben Jahr im Bereich des preußischen I u sti z m i n i st e- riums von einer kleinen Gruppe Unzufriedener, denen das Beirragszahlen schon längst ein Greuel war. gegründet worden. Sie berief einige Versammlungen ein und versprach der Kollegenschast, unverzüglich eine Lohn- und G e h a l t s b e w e g u n g einzuleiten, die mit Erfolg durchgeführt werde. Die Vereinigung, so hieß es in ihrem von der kommunistischen Gewerkschaftszsntrale zusammengeschusterten Organ„Einheit", sei kein G e w e r k« schaftserjatz, sondern eine Kampfgemeinschaft aller Staatsangcstellten und-arbeiter ohne Rücksicht darauf, ob organisiert oder nicht.„Mo r g e n früh", kommandierte der Auf- ruf der Vereinigung,„hält jeder 10 Pf. bereit, um unser neues Organ, die„Einheit", zu erwerben. Alles Nähere ist darin ent- halten. Jeder muh es gelesen haben." Nun sind seit jenem„morgen früh" bereits Monate ins Land gezogen und noch immer merkt man nichts von der Wirksamkeit dieser Bereinigung der Unorganisierten. Ihr einziger positiver„Erfolg" besteht in der Durchbrechung der Front der freien Gewerkschaften bei den Hau�tbetriebsrais- vxihlen im Bereich des preußischen Justizministeriums. Wie überall, so war auch hier der Ejsekt der kommunistischen Gewcrkschastsaktion eine Schädigung der Arbeitnehmer. Schade um jeden Groschen, den die in den Reichs- und Staatsbetrieben beschäftigten Arbester und Angestellten den kommunistischen politischen Hoch- st a p l e r n gegeben haben. Während diese mit großen Worten um sich warfen, haben die Gewerkschaften gearbeitet. Schon jetzt steht fest, daß der Reichs- und der preußische Mantel- tarifvertrag nach ihrem neuen Abschluß gegenüber dem bisherigen Zustand soziale Derbesserungen ausweisen werden. Vor dem Meiallarbeiter-Verbandstag. „Revolutionäre" Anträge. Eine außerordentliche Generalversammlung der Berliner Metallarbeiter befaßte sich am Montag mit den Anträgen, die dem 19. ordentlichen Derbandstag— der im August m Berlin abgehalten wird— unterbreitet wenden sollen. Don den 33 in einer gedruckten Dorlage zusammengefaßten Anträgen waren bereits fünf in der letzten ordentlichen Generalversammlung erledigt worden. Acht Anträge ausschließlich„revolutionären" Inhalts standen gleich- falls nicht zur Diskussion, weil sie von den Antragstellern dem Haupt- vorstand bereits direkt übermittelt worden sind. Während die Kommunisten sich damit begnügten, ihre Partei- parolen als Anträge vorzubringen, haben die„Sozialfaschisten" es sich angelegen sein lassen, für den Verbandstag praktische Vorschläge auszuarbeiten. So sind von der Vorsitzenden der Arbeiterinnenkommission Genossin G i a d o s ch gut durchdachte Forderungen zum Ausbau der Arbeilerinuenschuhbestimmungen erhoben worden, die besonders aus den straff rationalisierten Betrieb, die Nachtarbeit und den fliehenden Arbeitsprozeß zugeschnitten sind. Der Iugenüsekretär Genosse H e l i w i g unterbreitet« der Generalversammlung mehrer« Anträge, die auf«ine wirklich verantwor- kungsbewußle Lehrlingsausbildung, die Wahrnehmung der Recht« der Lehrlinge vor dem Arbeitsgericht, die Beseitigung jeder lehr- vertraglichen Einschränkung der Koalitionsfreiheit usw. hinzielen. Ebenso wie die vorstehend skizzierten Anträge wurde u. a. auch ein Antrag angenommen, der vom Verbandstag die Zustimmung zur Errichtung eines Ferienheimes durch den Haupworstand verlangt. Genosse U r i ch gab mm Schluß der arbeitsreichen General- Versammlung bekannt, daß nunmehr olle angenommenen Anträge als Anträge der Ortsocrwaltung gelten und von den Delegierten, gleichviel welcher politischen Richtung sie seien, aus dem Derbandstag mit allem Nachdruck vertreten werden müssen. Die Aufstellung der Kandidaten für die Wahl der Del«. gierten zum Derbandstag findet in der nächsten außerordentlichen Generalversammlung am 2. Juni statt. Me Nauarbeiter fackeln nichi. Kurzer Prozeß mit Spaltern, Vertrauen zur Leitung. Di« M gestern abend noch Kliems Fcstsälen einberufen« Generaloersammlung der Daugewerkschaft Berlin des Baugewerks- bundes beschästigte sich zunächst eingehend mit einem Ausschluß- a n t r a g gegen den Fochgruppenleiter der Glaser Karl Schulz, wegen Fraktionsarbeit und organi sations schädige nde n Verhaltens. Schulz hatte, ohne die gesamte Fach- gruppenleitung und den Vorstand der Vaugewerkschast in Kenntnis M setzen, dem Agitationsredner der kommunisfischen Gewerkfchafts» oppositton, Friedrich, für ein« Fachgruppenversammlung der Glaser ein Referat übertragen. Friedrich war zur Zeit seines Referats bei den Glasern Mitglied des Baugewerksbundes. Dem Borstand der Organisation war jedoch nicht bekannt, daß es sich bei dem Mitglied Friedrich um den Agitator der kommunistischen„Ge- wertschastsopposstion" Handell«. Dieses Verhallen des Fachgruppen- leiters der Glaser war aber nicht der Hauptgrund für den Aus- fchlußantrag. Schulz hatte ferner als Gast cm einer Obleute- konferenz der Baugewerkschaft Berlin teilgenommen und war von dieser Versammlung in ein« Versammlung der unter Rep- s ch l ä g« r stehenden„Bauarbeiteropposition" gegangen, um dort gegen die eigene Organisation vom Leder zu zichen und über die Beschlüsse der Obleute des Baugewerksbundes brüh- warm Bericht zu erstatten. Schulz versuchte sein organisationsschädigendes Verhalten der Generalversammlung als völlig harmlos darzustellen. Die von 270 Delegierten besuchte Generaloersammlung konnte für dieses „harmlose" Verhalten eines Fachgruppenleiters kein Verständnis aufbringen und beschloß gegen etwa 15 Stimmen seinen Ausschluß. Die Generalversammlung nahm dann zu den Borschlägen der Bezirke hinsichtlich der Neuwahl des Borstandes der Baugewerk- fchaft Berlin Stellung. Bon 56 Bezirken hatten nur die drei Bezirk« Lichterfelde, Süden und Hennigsdorf„oppositionelle" Vorschläge zur Neubesetzung der Borstandsämter gemacht. Alle übrien Bezirke brachten den bisherigen Vorstand in Vorschlag. Einzeln« Bezirke hatten beantragt, dem Vorstand das volle Vertrauen auszusprechen Diese Vertrauensanträge machte sich die Generalversammlung gegen ganze 13 Sttmmen zu eigen, so daß der alte Borstand der Bau- gewerkschoft Berlin mit erdrückender Mehrheit wieder- gewählt worden ist. Er setzt sich zusammen aus den Genossen Drügemüller als 1. Vorsitzenden, Bruno Krause als 2. Vorsitzenden, Wartenberg alsl. Kassierer, B e r g e r als 2. Kassierer und Schuhmacher als Schriftführer. Oer Konflikt bei der Mansfeld AG. Anruf des Schlichters. Eisleben, 7. Mai.(Eigenbericht.) Bon der Mansfeld A.-G. ist, nachdem alle Berhandlungcn über Lohnkürzungen zur Vermeidung der Stillegung keine gütlich« Einigung herbeigeführt hoben, nunmehr der zuständige S ch l.i ch t e r angerufen worden. Er wird wahrscheinlich bereits für i znncrs- tag die Parteien laden. Organisationsarbeit des ZGB. Defchlüsse der Vierländerkommission. Luxemburg, 7. Mai.(Eigenbericht.) Di« vom Internaiionalen Gewerkschastsbund eingesetzte Bier- länderkommission, die ein« straffere Organisierung der Ar- beiter im Industriegebiet Saar-Lothringen-Luxemburg in die Wege leiten soll, nahm auf ihrer jüngsten Sitzung von der Ernennung zweier Propagandasekretär« durch den sranzösifchen Gewerkschaftsbund Kenntnis und beschloß, ihren Arbeitsausschuß zu einer Tagung am 9. Mai nach Metz einzuberufen. Dort werden Richtlinien für die beiden Sekretäre aufgestellt. Die Bierländer- kommijsion selbst tritt am 8. August in L o n g w y wieder zu- saminen. Internationale Eisenbahnerkonferenz. Madrid, 7. Mai.(Eigenbericht.) Auf der Eisenbahnkonferenz der Transportarbeiierinternotio- nale wurde auch der Personalabbau bei den Eisenbahnern infolge von Rationalisierungsmaßnahmen eingehend besprochen. Die Konserenz nahm einen von den Engländern eingebrachten Antrag an, der Einschränkung der Entlassungen und die Gewährung aus- reichender Entschädigung bei Kündigungen fordert. Da die Unfall- statistik in den verschiedenen Ländern nach sehr unterschiedlichen Gesichtspunkten ausgebaut ist, beschloß die Konferenz, den Verkehrs- ausschuh des Völkerbundes und des Internationalen Arbeitsamtes um eine größere Einheitlichkeit in der Unfallstatistik zu ersuchen. Freie Gewerkfchafts-Jugend Verlin Sonntag, 11. Mai, Besichtigung des iZlughafens Tempelhof. Treffen um IdSi Uhr vor dcm iaupteingang. Teilnehmcrlarten sind noch in den Be�irk.jugcndgruvpen ,u hadcn.— Leute. Tonnerstag, 19� Uhr, tauen folgende Gruppen: Äcpcnick: Jugendheim Grünauer Str. 5. Sofcmann drinyt lustigo Lieder ,>,r Lauie.— Tchöneweid-! Jugendheim Nicderschöneweide, Berliner Sir. 31. Leimdefprechung. Buchkontrolle. Unsere Ostersahrt.— Ge- fundbrunnen: Jugendheim Tote Schule, Eotendurgcr Str. 2. Seimbefpreckiung. Bcrbandsbuchkontrolle. Wohin trollen wir Pfingsten?(fZahrtbefprechung).— Südosten: Gruppen heim Rcichenberger Str. 63 lfseuerwehrhaus). Leunbe. fprcchung. Dcrbandsbuchkontrolle. Wir singen Kampflieder.— Tempelhos: Gruppenhcim Lmeum Eermaniastr. t— S. Lelmbefprechung.— Moabit: Jugend» heim Lehrter Str. 18— l». Heimbefprechung. Boiks'anA.— Lichtenberg und Ren-Lichtenberg: Jugendheim Laufs- an der Lessinaftrasie. Vortrag:„Die Ab» rüslungekonferen�".— Zugendgruppe de» Deutschen Belleidungsarbeiterverbande», Zugendheim, Sebastionstr. 37—33. Vortrag:»Die grau in der Gelellschaft".— Iugendgrnppe des Bertaude» der Rahrungsmittel- und Setränlearbeiter: Im Sihungzfaal der Ortsoerwaltung, Reue Schönhauser Str. 4—5. Seimabend.— Oftlreis: Um 18Vb Uhr Besichtigung der Ausstellung der Gesomtwerke— Lan» Valuschek— unter Leitung de, Genossen Friedrich Wendel, ün Haus des Ver- ein» Berliner Künstler, Berlin. Belleouestr. S. 0Iuaendc!ruppe Pes?en Uhr nahm der Himmel eine unheilverkündende, schweflig gelbe Färbung an. Dem Donnerrollen folgten gewallige Regenmengen. die minutenlang wolkcnbruchartigcn Charakter trugen. Die Gullys vermochten die ungeheuren Wasicrmengcn nicht mehr aus- zunehmen und so bildeten sich in den tiefergclegenen Straßen nnd besonders an Bahnunterführungen Stauseen. die stellenweise eine Wassertiefc von bis 2 Meter erreichten. Die Straßen in der City waren wie ausgestarüen. Messungen, die vom Amtlichen Wetterdienst vorgenommen wurden, haben ergeben, daß gestern in der Zeit von 16 bis 19 Uhr 18/4 Millimeter Regen gefallen ist. Eine ungeheure Menge, wenn man bedenkt, daß diese Zahl den Niederschlagsdurchschnitt eines normalen halben Monats bedeutet. Hinzu kommt, daß nach den Feststellungen des Wetterdienstes die größten Mengen im Zeitraum von knapp einer halben Stunde niedergegangen sind. Am stärksten waren die Niederschläge— Regen und Hagel— in den nördlichen, süd> und südwcst- lichen Bezirken. Nach dem Gewitter trat merkliche Abkühlung ein. Das Thermometer, das mittags eine Höchsttemperatur von 21 Grad Wärme angezeigt hatte, fiel auf 13 Grad. 300 Jeuerwehralarme. Das Unwetter hatte kaum eingesetzt, als bei der Berliner Feuer- wehr auch schon die ersten Alarme über Wasserschäden und Ueberschwemmungen einliefen. Allein in etwa ISO Fällen wurden Keller, zum Teil Wohn kell er und Lagerräum«, mit Lebensmittelvorröten, überflutet. Besonders arg sah es an der Bahnunterführung Schönebergcr Ufer und Flott- wellst roß« aus. Die Unternlhnlng bildet an dieser Stelle eine richtig« Mulde. Ein großer, etwa 1H bis 2 Meter tiefer See hatte sich in kaum 19 Minuten gebildet, so daß der gesamt« Berkehr Augenblick lahmgelegt war. Ein Straßenbahnwagen blieb 'm Wasser stehen: das Wasser umspüll« bereits den Elektromotor. Die Feuerwehr war 5» Stunden an der Ueberschwemmungsstätte mit mehreren Saugpumpen angestrengt beschäftigt. Aehrrlüb, ober nicht ganz so schlimm, war die Situation am B a h n h o s Friedrich st rahe. Fahrdamm und Bürgersteige waren zu beiden Seiten der Unterführung überschwemmt, so daß die aus dem Bahnhaf ankommenden Fahrgaste zum unfreiwilligen Bcrwcilen gezwungen waren, bis auch hier die Feuerwehr helfend cingrifs.— Auch unter den vielen Unterführungen der Reichsbahn im Zuge der Norckstraße hatten sich Wafserstauungen gebildet. Die Polizei sperrte den ganzen Straßenabschnitt, bis die Feuerwehr nach über ciustündigcr Tätigkeit die Gefahr beseitigt hatte. Aus Lichterfelde, Mohlsdorf, Zehlcndnrf. Pankow, Steglitz, Tegel usw. werden gleich- falls starke Ueberschwemmungen und Verkehrsstockungen gcincldct. Zn zahlreichen Gärten hat der Hagel, dessen Schlössen 7 bis 19 Millimeter im Durchmesser stark waren, die Blüten von den Obst- bäumen abgeschlagen. Besonders tiefliegende Laubenkolonien bildeten eine einzige Wasserfläche, auf der Bretter, Kisten und allerlei Gerät umhcrschwammen. Verheerungen durch Alihschläge. In der S t u b e n r a u ch st r a ß e 7 in Karolinenhof, im Norden Berlins, schlug der Blitz in das Dach eines Wochenendhauses ein und zündete. Die Flammen griffen so schnell um sich, daß die Feuerwehr, die mit zwei Löschzügen zur Stelle war, nur noch wenig retten konnte.— In der Körnerstraße schlug der Blitz in eine Antennenanlage ein, die zerstört wurde. Wenige Minuten später erfolgte in nächster Nähe in einem Hause der Potsdamer Straße ein weiterer Blitzeinschlag. Der Blitz fuhr in den Giebel des Vorderhauses und riß große Mauerstücke her- aus, die auf den Bllrgcrfteig stürzten. Glücklicherweise war die Gchbahn völlig menschenleer, so daß niemand verletzt wurde. Außer- dem waren noch mehrere„kalte Blitzschläge" zu verzeichnen, die keinen nennenswerten Schaden angerichtet haben. Der Wirbelfiurm über Texas. Man rechnet mit 90 Todesopfern. N e w Y o r k. 7. Mai. Der Wirbelsturm in Texas hat, wie ergänzend ge- meldet wird, mehrere Städte vollständig ver- w 2 st e t, wobei bisher Sv Personen ums Leben gekommen sind, während die Zahl der Verletzten mehrere Hundert beträgt. Tie Behörden haben umfang- reiche Hilfsmaßnahme« ergriffen. Soweit sich bisher feststellen ließ, beträgt der Schaden einige Millionen Dollar. Oer Bilderfäischerskandal in Paris. Der Enkel Millets verhastet Paris, 7. Mai. Der in den kürzlich aufgedeckten Riesenbilderfälschungsskandal verwickelte Enkel des großen französischen Malers Mittet sowie der Maler Paul E a c e a u. sind auf Anordnung des Ilnlersuchungsrichlkrs am Mittwoch vormittag vcrhastcl und in das Gefängnis eingeliefert worden. Millet, der bereits vorbestraft ist und dem man nachweisen konnte, daß er auch ungedeckte Wechsel in Umlauf gebracht und verschiedene betrügerische Geschäfte begangen hatte, gab die Schernsieili eis Aussieiiungsresi. Zwischen den Lauben des Südgeländes, Ausstcllungsbauten zeichnen sich manchmal durch besondere Zäh- lebigkeit aus. Der eckige Rundbau am Lehrter Bahnhof, eine Cr- inncrung an die Kolonialausstellung, bildete durch seine verwahr- loste Häßlichkeit einen üblen Eckpunkt an der Moltkebrück« in Alt- Moabit. Den Vogel aber schießt jedenfalls der 39 Meter hohe, voll- kommen isoliert stehende S ch o r n st e i n ab, der inmitten der LaubendesSüdgeländes steht: eristdasletzteUebev- bleib fel der großen landwirtschaftlichen Aus» st e l l u n g, die im Jahre 1996 einen Teil des Südgeländcs bedeckte. Der Schornstein gehörte zu einem ansehnlichen Maschinenhaus, das die ganze Ausstellung mit elektrischem Licht und Wasser(sür das zahlreiche Vieh) belieferte. Heute noch sieht man die massiven Fuuda- mente, auf denen das Maschinenhaus stand. Dem Schornstein selbst konnte man nichts anhaben. Als man auf die Idee kam, ihn zu sprengen, war die Nachbarschaft der Lauben bereits viel zu dicht geworden. Die Kosten für das Abtrogen ersckzicncn dem Magistrot zu hoch. Also lieh man ihn einfach stehen. Ein findiger Lauben- kollmist stieg auf den Steigeisen im Innern des Schornsteins hob, und befestigte an der Spitze eine Riessnontenne. Als schmucker Antenneinnast, Symbol der Radiotechnik, ist dieser ausrangierte Schornstein weit und breit über dem Laubengelände sichtbar. Serade in diesen Mastagen ist ein Spaziergang zwischen den Blütenbäumen des Südocländcs ein besonderer Gemß. Aus friedlich-unpolstischen Gassen, die noch nicht gepflastert sind, dringt man immer tiefer in das Laubenidyll: von der Selleriegasls kommt man zur Tomaten- gajje. von der wiederum die Kürbisgasse und die Gurkengasse al>° zweigen. Tiefer Frieden liegt über den Gärten. Keine Spur mehr. vom Großstadtlärm. Ueber bunten Blumenstauden schaukeln Schmetterlinge, Amseln singen und der Wind bringt den Dust der blühenden Sträucher. Mit einigem Schaudern denkt man daran, daß ein amerikanisches Konsortium beinahe dies« Blüteninsel im Süden des Steinmeeres zur Berbauung erworben hätte. „Sind Sie geständiG, Thorwald Stirre aus Oslo identisch zu sein?" „Ja." „Sind Sie geständig, defraudiert zu haben und dann nach Dänemark geflüchtet n- sein, um hier bei Frau Mette Fredriksen unter falschem Namen Aufenthalt zu nehmen?" „Ja." „Wie kamen Sie gerade zu Frau Fredriksen?" „Frau Fredriksen ist meine Tante- Sie kannte mich noch als Jungen. Ich war mit ihrem Sohn sehr befreundet ge- wesen. Frau Fredriksen ist ganz unschuldig. Sie wollte mich dann nur nicht verraten. Tun Sie ihr nichts." „Und wie stellten Sie sich das dann weiter vor? Wie lange wollten Sie überhaupt bei Frau Fredriksen bleiben?" "„Bis November. Dann wollten wir, Maria und ich, uns in Homburg treffen und nach Kanada auswandern." „Dann hat Fräulein Sandel also auch von der De- fraudation gewußt?" „Ja, aber erst nachher, nachher. Man kann doch nicht von einem jungen Mädsten verlangen, daß es seinen Bräu- liaain verrät. Nicht wahr, das kann kein Mensch verlangen?" Wie kamen Sie denn überhaupt auf so einen Einfall?" '/Wir waren so arm. Und wir liebten uns schon seit vier"Jahren. Und dann kam die Versuchung, die Lockung des Augenblicks. Fünftausend Kronen— das ist eine große Sache für zwei junge Leute, die heiraten wollen." „Und was ist nun mit diesen fünftausend Kronen?" „Ich habe viertauscndfünfhnndcrt davon. Ich brauchte Kleider, Gepäck. Ich hatte keine ganzen Schuhe mehr. Glauben Sie, daß. wenn ich der Bank das Geld zurück- erstatte— müssen Sie mich dann auch noch ausliefern?" „Ich muß Sie und Fräulein Sandel selbstverständlich «af jeden Fall ausliefern." „Mich und Maria! Maria und ich zusammen per Schub nach Norwegen. Nein, nein, das überleben wir nicht. Ist es denn ganz unmöglich, daß ich hier verurteilt und be- ft/aft werde?" „Reden Sic doch nicht so kindisches Zeug. Sie werden doch selber wissen, daß man für ein in Norwegen begangenes Delikt nicht in Dänemark zur Verantwortung gezogen werden kann." „Sie wissen nicht, was das für mich bedeutet. Nach Nor- wegen zurück! Und mein Vater und mein Onkel und die Herren Direktoren aus der Bank und dazu noch alle die Vor- gesetzten. Das ist ja entsetzlich, das ist ja unmöglich!" „Weinen Sie doch nicht schon wieder. Vor allem einmal wird es nicht schon heute oder morgen sein. Sie haben Zeit, sich an diesen Gedanken zu gewöhnen. Denn wenn auch Ihre Unschuld an der Explosion von Aarejund, an dem Verschwin- den der Ossipowna und alle deil übrigen Weibergeschichten beinahe erwiesen, wollen sagen, höchst wahrscheinlich ist, so müssen doch noch einige wichtige Zeuginnen, wie zum Beispiel—" „Wenn ich hier schuldig wäre, müßte ich also nicht zurück?" „Natürlich nicht." „szerr Untersuchungsrichter, ich will Ihnen ein Geständnis machen." „Was denn?" „Herr Untersuchungsrichter, ich habe alles getan, was die Leute hier mir vorwerfen. Ich habe das Mädchen, wie heißt sie doch, auf offenem Feld vergewaltigt und bin der Vater ihres Kindes. Ich habe die Gräfin Aarcsund im Wald überfallen, ich habe mich an Frau Delius vergangen und an iraende.iner dreizehnjährigen Betten, ich habe Fräulein Jensen in den Tod getrieben und habe die Ossipowna in dem Badehaus von Aaresund in die Luft gesprengt, mit Ekrasit. Ich gestehe alles, alles, was man nur verlangt. Nur schicken Sie mich um Gottes willen nicht per Schub nach Norwegen zurück!" „Mensch. Sie sind ja des Teufels! Sie werden doch nicht aus lauter Feigheit, aus lauter Angst vor den Leuten in Oslo auf einmal hier die fürchterlichsten Missetaten ein- gestehen." „Ich gestehe alles, alles. Ich bin ein Ungeheuer. Und Maria, meine Braut, muß es bezeugen. Sie können sie auch nicht sofort nach Oslo schicken. Sie müssen sie anhören. Sie müssen mich anhören. Alle Tage werde ich Ihnen was er- zählen. Ich werde nie mehr schweigen. Sie werden sich be- stimmt nicht mehr über mich ärgern müssen." „Herr Rist— Herr Stirre, so was Idiotisches ist mir in. meinem Leben noch nicht untergekommen. Denken Sie doch einmal nach. JDas hat doch keinen Sinn. Ich weiß ja, was Sie wollen, Sie gaben sich ja nicht einmal Mühe, es mir zu verheimlichen. Das Ganze ist nichts als eine weitere Ver- zögcrung. das Ganze gibt nur entsetzliche Scherereien. Diese vielen Frauen—" „Diese vielen Frauen können doch nicht alle gelogen haben. Das sagten Sie doch selbst, Herr Untersuchungs- richter. Ich werde Ihnen alles bestätigen. Ich werde sogar noch viel mehr bestätigen. Es kommt mir schon gar nicht mehr daraus an. Ich werde—" „So schweigen Sie doch endlich, Sie Unglückswurm. Oslo ist am Telephon. Ich schließe das Verhör." Kal. Amtsgericht Sandrup, 15. Juli 1929. gez. Thorwald Stirre. H. G. Iakobscn. Protohcll aufgenommen mit der Zeugin Kamma Sdunitt.(Die Zeugin suchie selbst um ihre Einocrnalnne an) „Herr Untersuchungsrichter Iakobsen, ich komme nur, um zu fragen— auf Lynö geht das Gerücht, daß Sie Frau Mette Fredriksen verhaften lassen wollen— und da dachte ich—" „Da soll doch der Donner! Deshalb kommen Sie her! Glauben also auch schon an jeden Weiberquatsch. Und ich, der ich mich schon freute, als ich Sic zur Tür reinkomnren sah. Endlich einmal ein Mensch mit Vernunft, ein Mensch, mit dem man reden kann. Und dann— nichts anderes als wieder ein neuer Unsinn. Frau Fredriksen soll ich verhaften lassen? Ja, warum denn, zum Teufel? Vielleicht, weil sie keine guten Manieren hat. Oder weil ich, wie diese Person schreibt, von geradezu sadistischer Grausamkeit bin. Immer wieder nichts als neue Unannehmlichkeiten—" „Aber Herr Untersuchungsrichter!"_ „Lassen Sie mich. Unterbrechen Sie mich nicht,«ie ahnen ja nicht, was hier vorgeht. Sie ahnen ja nicht, was dieser Idiot, Ihr geliebter Torben Rist, einem zu schaffen macht. Wenn das so rvester"(Fortsetzung folgt.) Büschs Gedhchlnisschutöche. Sozialdemokratische Fraktion forderte schon 1926 durchgreifende Untersuchung. Vckmmllich erklärt Herr S u{ rf) troh fdjrocrffet Bclaffuug jeden Tag von ncuein, dah in seinem Dezernat alles..in bester Ordnung gewesen sei", weist num dann atfcnvnäszig und durch Belege nach, dah früher von ihm aufgestellte Behauptungen und gemachte Ausgaben nicht stimmen, so erklärt er die Widerspruche einfach mit Gedächtnisschwäche, an der Herr Busch zeit- wcilig auch schon während seiner Amtszeit litt. Achnlich scheint es seinem..freunde" 5icrrn tz i l l e r zu gehen, der allein an der Bermiltlung des Gutsaukaufcs Düppel ungeheure Summen verdient hat. Bei einer seiner letzten Vernehmungen stellte nämlich tjiller als Beweis für die völlige Korrektheit seiner Geschäfte die Behauptung auf, keine Iraktion der Stadtverordnetenversammlung habe seinerzeit an dem Ankauf etwas auszusetzen gehabt. Wir wollen das Gedächtnis des Herrn hillcr ein wenig auf- frischen, indem wir an Hand der amtlichen st c n o g r a p h i- scheu Berichte der S tadlvccordnckcnvcrsammlung uachtv eisen, dah die sozialdemokratische Fraktion schon frühzeitig auf die Möglichkeit einer Korruption bei den Grundstück sgeschästen hingewiesen Hot. Der Oberpräsident hotte seinerzeit die Einleitung eines Disziplinarverfahrens gegen Busch ab- gelehnt, weil nach seiner Ansicht das vorhandene Material dazu nicht ausreichte. Die Sozialdemokraten haben dann schlichlich dem Ankauf des Gutes Düppel zugestimmt, weil das Interesse der Gesamtheit dos erforderte. Es galt damals eine großzügige Abrundung städtischen Grundbesitzes vor den Toren der Stadt vor. zunehme» und der privaten Spekulation nicht ivenigcr als 75g Hektar zu entziehen. Dip Sozialdemokratie hat aber schon damals— In» Dezember 1926— eine umfassende Untersuchung aller Grundstücksgeschofte gefordert. In der Sitzung der Stadtverordneten am 16. Dezember 1 9 2 6 führte im Auftroge der sozialdemokratischen Fraktion Dr. Lohmann aus:„Dieses Projekt ist leidenschaftlich u m � fehdet worden in der Presse und in der Oefsentlichkcit und hat «ine Kritik herausbeschworen, wie wir sie seit Jahren nicht mehr erlebt hoben. Der Grund dafür lag in den seltsamen Peglcit- umständen, die diese kommunalpolitisch wertvolle Angelegenheit zu einer S k a n d a l a f f ä r e umzugestalten drohten, Pegicitumständen, die dazu geführt haben, daß dem Dezernenten der städtischen Grund- stücksvcrwaltung mit mehr oder weniger Ossenheit der Vorwurf der Korruption gemacht worden ist. Herr Stadtrat Busch hat sich im Ausschuß gegen diese Vorwürfe verteidigt und verwahrt. Er hat dargelegt, daß keinerlei freundschaftliche Beziehungen zwischen ihm und dem fetzigen Besitzer dieser großen Grundstücke bestehen. Er hat unter feierlicher.Berufung auf seinen auf die Per- sassung geleisteten Eid erklärt, daß keinerlei juristisch oder moralisch anfechtbare Transaktionen bei diesem Kauf vorgekommen seien. Wir haben von dieser Erklärung„Kenntnis g e- n o m m e n". Diese Kenntnisnahme entbindet uns aber nicht der P f l i ch t, ganz klar und ganz offen auszusprechen, daß weder von feiten der Grundstücksvcrwoltung, nach von feiten des Herrn Dezernenten selbst irgend etwas unternommen worden ist, u m diesem Verdacht von vornherein den Boden zu entziehen. Die Methode ganz unnötiger Unklarheiten und Ver- dunkelungen hat sich bei den Grundstllcksgcschäften der Stadt in der letzten Zeit nahezu eingelebt. wenn der verantwortliche Dezernent des Wagistrats eine solche Politik der Unklarheiten belreibt, so ist keine vertrauensvolle Zusammenarbeit mehr möglich, so kann meine Fraktion zu diesem Dezernenten kein Vertrauen mehr haben. sZurus Adolph Hoffmanns:„Der Busch muh ausgerodet werden!"> Der Redner zitierte dann einen Brief, den der Kämmerer des Kreises Teltow, Heiß, an Busch am 8. Dezember gerichtet hatte und den Busch am 11. Dezember noch nicht erhalten haben wollte, und fährt dann fort: Mit einem Dezcrncnteir mit solcher katastrophalen Gedächtnisschwäche gtaubi meine Fraktion nicht länger zusammenarbeiten zu können, zu solch einem Dezernenten glaubt sie kein Vertrauen haben zu dürfen. Ich habe im Austrage meiner Fraktion ossizicll zu erklären, daß wir eine weitere Vertretung der Grundstücksontäusc der Stadl durch den jetzigen Dezernenten aus Grund dieser Vorkommnisse und Tatsachen schlechterdings für unmöglich halten. Wir erwarten, daß der Herr Vertreter des Oberbürgermeisters von dieser unserer Erklärung dem Herrn Oberbürgermeister Kenntnis geben wird. Ars diese Rede des sozialdemokratischen Redners sah sich Herr Busch genötigt, zu erklären:„Es ist ganz selbstverständlich, daß ich gegen mich das Disziplinarverfahren einleiten lasse und daß ich selbst den Antrag hierzu sofort stellen werde." In den nächsten Tagen muß jedoch Herr Busch wiederum von einer Gedächtnisschwäche befallen worden sein, denn zur Ausführung seines vor dem Stadtparlament gegebenen Versprechens ist es niemals gekominen... j Die Vorwürfe gegen Gtadirat Kah. Koh und die„Galerie j-afayette." Den ersten Anlaß zu der plötzlichen Einleitung eines Disziplinar- Verfahrens gegen den demokratischen Stadtrat Katz scheinen die Ermittlungen der Staatsanwaltschast in der Assärc Busch ge- geben zu haben, die sich auf eins Reihe von Zeugenaussagen stützten. Es handelt sich dabei zunächst um die Zusammenarbeit zwischen Busch und Katz zu der Zsit, als Busch noch Bor- sitzender der Grundstücksdeputation war und Katz glaichsalls in diesen Angelegenheiten sich betätigte, well er als früherer Grundstücks- dezernent des Bezirksamtes Schöneberg als Fachmann auf diesem Gebiet galt. Schon im Untersuchungsausschuß des Prem ßiichen Landtags find in diesem Zusammenhang sehr belastende Aus- sagen gegen Katz gemacht worden, die dieser aber energisch in Abrede gestellt hat. In der Hauptsache handelte es sich dabei um Pro- Visionen, die bei den viel erörterten Grundstückskäuseil gezahlt worden sein sollen und die Katz angeblich nicht mir mit Busch zusammen in dessen Transaktionen, sondern in einzelnen Fällen mich für eigene Geschäfte erhallen haben soll. Es wird neuerdings in Verbindung hiermit der beabsichtigte Verkauf des Schöne- bcrger Südgciändes an die Finna Shapman genannh es wird von einer Zusammenarbeit zwischen Busch irnd Katz bei dem Ankauf von Düppel-Dveilmden gesprochen, von den Beziehungen des letzteren zu einem Warenhauskonzcrn, der sich für Schöncbcrgcr Gelände interessierte, Dinge, die sich vorläufig noch nicht in ollen Einzelheiten nachprüfen lassen und deshalb in der Hauptsache nur als Gerüchts aus eingeweihten Kreisen wiedergegeben werden können. Anders scheint es dagegen bei den Vorwürfen zu liegen, die jetzt gegen Stadtrat Katz im Zusammenhang mit der Angelegenheit des Galerie Lafayette erhoben werden und die wohl im Augenblick die Hauptgrnndlage für das Vorgehen des Oberpräsidenten gegen den jetzigen Berliner Grundstücksdezernenten bilden. In dieser An- Gelegenheit sollen die Angrllfe gegen'Katz auf recht kairkretcn Einzel- holten basieren. Der: valkspartoiliche Stadtoarordnete'Dr. Faltz, gegen den der Berliner Magistrat wegen Derleumdimg des Staotrats Katz Strafantrag gestellt hotte, hat vor cnrigen Wochen bei seiner Vernehmung durch den llnterfuchungsrichtcr diesem von Bc- Häuptlingen Kenntnis gegeben, die il>m, Faltz, in seiner Eigenschnt als Mitglied der Stadtverordnetenversammlung aus unterrichteten Kreisen zugetragen worden nxiren, Dr. Faltz hat durch Bcnemmng von Zeugen das Gericht ersucht, diese Dinge, die er selbst nickst nach- prüfen kömie, aufklären zu lassen. FäkFchlllrge» 50. Gacemr behauptete dagegen, allerdings Kopten' berühmter Meister angefertigt und zu niedrigen Preisen verkauft, aber nicht die Adstcht gehabt zu haben, di« Bilder als echt auszu- goben....... Gräfliche Freundschaft. Die Wechselfälfchung eines Hochstaplers vor Gericht. Zn woabiker Gcrichlssälcn ist der adlige Herr kein Un- bekannter. Alexander Gras von Tarnowski! Alles. kleinrusfischcs Geschlecht. Vor dem Kriege in Kiew zu Hause. Auch in Petersburg vertreten. Die Vluttcr des Grafen— so behauptet er wenigstens—. Hofdame bei der Zarin; seine Frau persische Prinzessin. Fünf Vorstrafen. darunter solche von 4, 6, und 12 Monaten Gefängnis wegen Betruges, zeigt fein Straftezister. Ein Gentleman dieser Gras, gut gekleidet, gut« Manieren. Jetzt Empfangschef in einem österreichischen Hotel. Vor Gericht wegen Wechsclsälschungen und Zechprellerei; sozu- sagen standesgemäße Verbrechen. Den Weltkrieg verlebte er außer- Zzalb Rußlands. Er befand sich zu Kriegsansang gerade in Marien» bad— mit seiner Frau. Und nach dem Kriege, nach der Revolution verkaufte er zunächst den Familienschmuck, bclieh ihn und... be» ging zwischendurch Betrügereien. 1924 lieh er ein chiffriertes Inserat erschemen, er wolle Schmuckstücke beleihen. Es meldete sich der Fabrikbesttzer G. Die Beziehungen zwischen beiden wurden immer sreündschaftlickzcr, sie duzten sich schließlich. Brauchte der Gras Geld, so ging er zu C. Bedurste er eines neuen Anzuges, so ging er zu G. Hall« er Schulden, so war es wieder G., der sie bezahlte.„60 000 Mark habe ich von ihm während der vier Jahre crhattcn", sogt der Gras, 22000 gibt G. zu. Schließlich stcllle der Gras Wechsel auf den Namen seines Freundes aus und bediente sich des Fabrikstempels.„Ich hatte die Vollmacht zum W e chselauss teilen", sagt der Graf,„auch vom Stempel machte ich mit Wissen meines Freundes Gebrauch." Eines Tages verlangt« der muntere Graf, G. möge feine Fahrt nach Oesterreich finanzieren. G. ging Km Schein daraus ein, holt« die Polizei und ließ den Grafen vcrhasien.:„Wcsholb hat G. Ihnen soviel Geld gegeben", fragt der Vorsttzcndc,„was waren das für Beziehungen zwischen Ihnen und Der Graf verweigert die Aussoge. Herr G. be- streitet rrgendwelch« Beziehungen. Bloß aus Freundschaft l?abe er das viele Geld hergegeben, bloß, weil er Alex auf eine redliche Bahn habe bringen wollen. Em anderer Zeuge, dem der Graf die gefälschten Wechsel zur Einlösung gegeben hatte, nennt ihn kurzer Hand- Schwindler und H 0 chsta p l e r; er schulde ihm 5000 Mark, einem anderen 10 000 Mark. Die Verhandlung muß schließlich vertagt werden. Der Vorsitzende erklärt bei der Verkündung des Gerichtsbeschlusses, daß die bisherige Verhandlung nicht mit Klarheit ergaben habe, aus welchen Motiven heraus G. den Grafen mit Geld unterstützt lzabe. Es sei nicht ausgeschlossen, daß G. einfach das Opfer der gräflichen Erpressungen geworden war, und daß er auch jetzt noch fürchte, über ihn die Wahrheit aus- zusagen. „ Der Graf: begibt sich im Auto zurück in das österreichische Hotel, wo er als Empfangschef, wie er behauptet, ein neues Leben be- gönnen hat. Ein neues Laftfahrzcug. Einem Kreis von Vertretern der Tages- und Fachpress« wurde ist der�HHäuburg" in einem kurzen Werbeftlm ein neues Losten- raHr�N�porgeiuhrt, das.von eincx Berliner Firma konstruiert, und vor Ktni�cr Alt fertiggestellt worden ist,. Es handelt sich um«in so. genWes R a u p e n f ah r z« u g. Aehnliche Transportmittel gibt es schon seit Jahren; die wesentliche Neuerung bei diesem Raupenfahrzeug"besteht in der rei bu ng slo senL en kb ar k e i t ohne Beschädigung der Erdoberfläche. Der Vorläufer dieses Fahr- zeuges ist der aus dein Kriege her bekannte Tank. Das zu beiden Saiten lausende Transportband war in gcwislem Sinne starr, d. h. die Maschine köimte nur in derselben Richtung vorwärts oder rück- wärts bewegt werden. Bei den Raupenschleppern ist es nun mög- l ich, durch Lenkbarkeit der Kette, die mit starken Gummi- ktötzen versehen ist,.jede beliebige Richtung einzu- schlage n. Das. Fahrzeug ist besonders zu Transporten auf schwie- tigern Gelände sehr geeignet. Die Herstellungsfirma hat bereits die Zulassung für di« Benutzung der Straße erholten. An den Film schloß sich eine Fahrt nach Heinersdorf cm, wo das Raupenftchrzetig praktisch vorgeführt wurde: Chorkonzert der Arbeitersänger Adlershof. Im Lustgarten Adlershos gab der Männer- und Ge- mischte E h 0 r'Adlershof(Mitglied des WsB.) ein Konzert, das rnr außerordentlich interessantes Programm bot. Mit schönem Vortrag und guter San gesleistung brächte der Ehar viller seinem Führer Ludwig Belitzer Volkslieder ans aller Herren Länder.zmn Vortrag. Neben dem Lied der eigenen Heimat hörte man böhmische, russische und sibirische Gesänge und es war ein vielfarbige: musika- ltsches Gemälde,' das sich den Zuhörern durch die Verschiedenheit der Lsedcharakter bat. Laimig. ein wenig sentimental das alte dsutschs Lied, tief im Empfinden und fest in der Schicksalsorderung das Lied unserer Tage; wcichwcrträumt, voll heimlichen Schnens nach Licht und Freude das Lied-der Slavm. In ihrer modernen Lsarbsitung(Molden,.Gutmann usw.) klangen di« Lieder sehr wir- wpgiboll;' es gab reichen Beifall utid die Hörer«zwangen sich mehrere Zugaben. «Ueberwiudung der Kriege." Zu einer Kundgebung gegen den Krieg gestaltete sich dieser ösienttiche Abend der„Arbcitsgerveinscholl der Kon- '«fsiouen für den Frieden" im Saale der Hochschule sür Musik in Charlotenburg. Es war der zweit« Abend dieser Alst, dm die Religio nsgenternschasteit, insbesondere der Friedensbund deutscher Katholiken und der Jüdische Friedensbutrd gemeinsam veranstalteten. Man Halle es mit Pazifisten zu tun, die in verschiedenen Redner- garnituren und Nuancen die Aechtung des Krieges sor- dertcn. Pfarrer W i e l a n d t von der Lutherkirch« forderte aus dam Glauben heraus ein größeres S elb s tbestiimnu 11 gsrecht der Völker über Krieg und Frieden, der Krieg müßte aus der Sphäre der. Kabrnelle und des interessierten Großkapitals, sowie entzclner Mäch- llger entrückt werden, das Wettrüsten müßt« aufhören, die Erziehung der Jugend müßte deren Neigung zum Abemeuerlichen mit ge- hrnden Mitteln begegnen. Kein Volk dürfte glauben, daß es allein das„auserwählte" fei, stall BoXtswirtchaft müßte Wellwirtschaft gelehrt werden. Rechtsanwalt Dr. Klee zeichnete in treffenden Worten die furchibare Satire des Wortes„Stahlbad", dieses sonderbare Bad. dessen vcreleitdcte Wirkungen bis heute noch nicht überwunden werden konnten. Der päpstliche Geheimkämmerer Mfgr. V, Lichtenberg macht««in sehr ivler«siailles Rechenexempel auf: wenn dis.13 Willionen Juden, 158 Millionen orthodoxe Christen, 220 Milkiomm Protestanten und 365 Millionen Katholiken auf der Well nur zu'50 Proz. den Frieden wollten, so wären sie unstande. sehe Friedensstörung im Keims zu ersticken.— Aber leider hat dies« Rechnung h«i der Kirche noch nie gestimmt. Diesjähriger Scosonatzsaerkaut erst im August. Wie im Amts- blall für die L-andespgflzsi. Pezftk Perftn. vom 3. Mgi 1930. Gelle 164. vsröftsnÄicht wirk findet der dissjähage drellpöchige Saftonansv�rkanf«ft in der Zeit.zmchha» de« h. ewd SL Allgust ftatt" Oie Gourmema-pleiie. Glaubigcrtranen an der Kaiser-Wilhelm-Gedä'chtniskirche. Bei der Gounnenia-Pleite— Tanz-, Schlemmerei- und Cafe- Komplex um di« Ka:s«r-Wilhelttt-Gedächtniskirche herum— werden Millionen verloren. Bei der ersten Gläubigerversammlung vor dem Amtsgericht Eharloftcnburg wurde festgestellt, daß den 3,6 JUif. lioneu Schulden nur 53 000 2U. greifbares Vermögen gegenüber- stehen. Die Ober- und Utftergesellschaften sind so gut„konstruiert", daß der Konkursverwalter niemanden herausbekain, der die Glau- bigerquote über das jetzige S-iobzigstcl hätte erhöhen können. Um die Gedächllriskirche herum wird nicht nur geschlemmt und getanzt, es werden auch Gläicbigertränen vergossen. Das waiprogratnm des Alkazar bringt wieder eine Fülle tänzerischer und artiftischer Neuheiten. Di« ägyptische Truppe Hassan Khair.zeigt gut« Leistungen aus dem Gebiet« der Egutlibristik; der Tanz, das A und O des Abends, ist durch Groziclla Glassüs u. Mac Jsoamin einem ftott und rassig getanzteti Originaltango und in einer Tanzstudie„Kämpfer"— sie als weiß schillernde Amazone, er als rauher Arbsftsmonn— in guten Händen. Lotte Dnwero und Genia Barry huldigen dem Phantasietenz, während dos Marrison-Ballell funkwmki W> Uraufführung des Hörspiels von Friedrich Wolf„I 0 h 11 D. erobert di« Welt". John D.— das ist der alte Rackcsellcr, der Typ des Wirtschaftseroberers, der mit Genialität alle Möglich- leiten der Technik, aber auch alle Möglichkeiten in den Meirschen erspäht und der deshalb für seine Arbeit immer die geeigneten Helfer findet. W«< ist von der Gestalt gepackt, die er erlebt als eine Art Noinrkrast, die vorstößt, weil sie vorstoßen muß. Er skizziert die Entwicklung John D.'s in knappen, klaren, bitdlMieu Szenen. Man wird von dem Strudel dieses Machtwillcns uiitgenssen, dar unwiderstehlich die tote Materie, die die lebendigen Meitsthen zwingt, die Materie mit dem Geist— die Menschen mit dem ollmächtigen Dollar. Der Ausklang des Werkes in einem Diskurs zwischen John D. und einem Zeitungsrcporter ist von einhämmernder Wucht: Abrechnung mit dem Wirtschaftsdillator von gestern durch eine tmuc Generation, die in di« Rechnung John D.'s chnen gewaltigen Faktor stellt— den Arbeiter, der bisher ihm nur ein« Kelanglols Nummer war, die er noch Belieben auslöschte. Den John D. sprach Heinrich George, gebändigte Ervlosions kraft in der Stimm«, dm nur anfangs, bei dem 22jährigen John D. nicht ganz eckst klang, aber wunderbar lebendig das Zerbrechen des Alternden gab. Als Partner hatte er Erwill Faber und Hervmnn Valleillin, zwei Sprecher und Gestalten aller- ersten Ranges. Sehr eindrucksvoll auch Helmuth Kassing als ewig- getreuer Hefter seines Herrn Job« D und der Journalist. Alfred in einem süßen Weaner Walzer mit anschließender Damenwahl die anwesende Männerwelt ganz besonders erfreut. Rudi Stechly, der Stimmungssänger und Confercitcicr des Abends, zeigt sich im Verein mit Friede! Mendels auch noch als flotler Tänzer. Ferner eine unermüdlich spielende und Schlager singende Hauskapclle. Mehr ver- langt niennrnd._ Das Vergleichsverfahren der Beamtenbank. Erste Auszahlung ob 20. Mai. In dem Vergleichsverfahren der in Liquidation besindlichen Lank für Deutsche Beamte, durch deren Zusammenbruch zahlreiche Gläubiger und Genossen schwer geschädigt morden sind, sollen, wie eine Korrespondenz meldet, ab 2 0. VI 0 id. 3. die ersten Auszahlungen an die Inhaber von Forderungen er- folgen. Es sollen sür Forderungen unter 100 Mark als erste Bote 30 Proz., für Forderungen über 100 Mark 10. Proz. ausgeschüttet werden. Die Einzahlungen der Genossen, die auf Grund des'-Vcrgleichs- Vorschlages ihren Anteil beträchtlich erhöhen mußten,.. also neben dem Verlust der Einlagesumme noch wellere Gelder zuschießen mußten, sind nur sehr spärlich eingegangen. Die Härtekommftsion, die zur Linderung der Not der minderbemittelten Genossen eingesetzt worden war, ist in Hunderten von Fällen angerufen worden und in Tätigkeit getreten. Die S cha d e n se rs a tz p r 0 z c ss c, die von den Liquidatoren des Unternehmens gegen die früheren Direktoren Alois und Joseph Weber und gegen Mitglieder des früheren Aussichtsrates angestrengt wurden, sind noch in der Schwebe. Lcdig- lich Direktor Alois Weber ist zur Wiedergnttnachung- des Schadens in Höhe von 10 000 Mark oerurteilt worden, während der Prozeß gegen Joseph Weber, gegen den ein Arrest in Höh« von 300 000 Mark erwirkt worden war, zur Zeit vor dem Kommergericht schwebt. Auch die 5Uage, die von einer Gruppe der Genossen gegen die Rechts- gültigkcit der Beschlüsse der Vertretervcrsamnllung bezüglich der Erhöhung der Genossenschaftantcilc erhoben worden ist, koimte bis- hcr vom Gericht nicht cillschieden werden. Die Fcuerschuh.Aussicllung bei wertheim, die sich eines außer- ordenttichen Zuspruches erfreute, zeigte u. a. auch einen Zkusfchnill der von Rektor Eichhof s ins Leben gerufenen„verhüterften und erzieherischen Rechtskunde". Seine Schuirlassen hallen interessantes textliches und zeichnerisches Material zum Feuerschutz und Feuers- gefahr beigesteuert, so daß di« Ausstellung auch durch diese prak- llsche Mftwirkung der Jugend wesentlich bereichert wurde/ Bei der Plünderung eines Münzfernsprechers wurde in P a n- kow wieder ein junger Mann erwischt, da die'von der Post an- gebrachte A l a r m v 0 r r i ch t ü n g in Tätigkeit trat. Die Nach» sorschungen ergaben/ daß außer-iinn noch drei seiner Freunde sich auf demselben Wege Geld verschafft Hollen.--Alle'««'sind setzt kwc KstwinlstpolZz«? Eingeliefert mnrden. DORTMUND ESSEN DUISBURG. MAGDEBURG FRANKFURT tFatargaztg 1930 de-widmei allen ficeuxiden. vmsexGS ItL&jjlsgs vixiö. dexxesn.. die es-werden wollen, Copyright bp Kurt Lisser Reklame 1930 Nachdruck von Wort und Bild verboten! .er IX Einer unserer Kunden berichtet uns über ein kleines Erlebnis, das er auf der letzten Leipziger Messe hatte Es ist interessant für alle, aber besonders lehrreich für die, denen unsere niedrigen Preise wohl gefallen, die aber vergeblich gegen ihr Vorurteil ankämpfen, man könne für so wenig Geld nichts Gutes bekommen. Herr L"e" erzählt- aber lassen wir ihm selbst das Wort: ,./m Laufe eines Gesprächs hörnen wir auf die niedrigen Preise in der Tschechoslowakei zu sprechen. Ein mir befreundeter Fabrikant aus Nord böhme.n behauptete, daß er seinen erstklassigen Ulster für$60 Fronen. d, s. also 70 Mark, gekauft habe. (Darauf nahm ich das Wort und fragte, auf meinen Paletot(schwarz mit Steppfutter) zeigend:.. U'as, glauben Sie, muß man in Berlin für solches Stück bezahlen?" Darauf allgemeines Preisreten: 120. 160. 200 R.Mk. , /cht„49, 50 Mark bei C&A. Brrnnlnk* meyer in Berlin". Allseitiges Staunen, Befühlen des Stoffes usw. war die Folge. Und hätte ich nicht zufällig den Fassen-Zettel hei mir gehabt, um den Wahrheitsbeweis anzutreten, ich fürchte, man hätte es mir nicht geglaubt/* Herr L,.. e schließt seinen Brief dann mit den Worten: ,.lch nehme an. daß die Herren aus dieser Funde bei Urnen die Probe aufs Excmpel machen werden" Auch wir hoffen, daß die Herren zu uns kommen werden, aber mehr rvoch als das wünschten wir, daß jeder die Probe auf das Excmpel macht, den unsere so sprichwörtlich niedrigen Preise reizen. Herr L... c hat richtig erkannt, dah es nur des Entschlusses bedarf, die Probe aufs Exempel zu machen, um jeden davon zu überzeugen, daß man für unsere niedrigen Preise Kleidung bekommt, die überall weit teurer geschätzt wird, als sie wirklich ist, und in der man sich überall und voll Stolz sehen lassen kann. .Ich trüichc propper die Stellung geben. Eäffig sieht nicht gut genug aus'" -Wie oft entscheidet ein solches Ärgnment bei der /frage des Olufnitfcuj in eine höiiere, besser b.-jolilic Position über das Schicksal zweier Menschen sonit oielleicht gleich bronchbor, gleich tüchtig, ober verschieden in ihrem Aussehen. lsiute Kleidung iit heute mehr denn je unerläßlich'im Existenzkampf.?Ibrr sie brauch! nicht etwa teuer zu sein. Unseren Bemühungen und unserem Berkaufs-System ist es gelungen. Ibnen heute gute und beste Kleidung zu sndcl hast niedrigen-Preisen zu schaffen. -gier iü rin tnpisches-Beispiel dafür: Da» ist der Prel» für diesen ganz und gar modernen, sehr statt wirkenden An- zug au» reinem Kammgar». Sie kSunc» ihn in den moderneu Farben bei un» bekommen. »ad e» Ist bei diesem Anzug besandrrer Wert aus«inwand- sreie Paßform und eleganten Schnitt gelegt. sAuch diese» An,ug übrigen« werden Sir und jeder andere bebe». iend höher rin- schäize», ni« sein tatsächlicher Preis ist-) Seien Sie..Propper' und mcht„Lassig7 Sic felpn, c? kostet Sie nur sehr wenig— wenn Sie zu uns kommen Hüte, Sie Sex Mm bringt' sind natürlich schon ganz auf warme, strahlende Lonnentoge eingestellt: die hellen Töne, die ganz neutral gernähll sind, möchten in der Farbe gern mit oll' Ihren bunten Sommerkleidchen harmo nieren die größere sonst oeichwungene Krempe ist emsig darauf bedacht die Sonoenstrahlen ob- zuwehren, die Sie etwa an der Nase kitzeln wollen das Geflecht wird immer leichter und feiner. Auch die Preise werden in Ihnen den Ein- druck erwecken, als ob sie bereits im Strahl der Mal-Sonne zusammengeschmolzen wären. Dieser elegante Sammerhut aus einer weihen Erotenstumpr, den«in leuchtender Blütentuff und zarte», elegantes Dand zieren, ist schon für•SSfr der Ihre, l'ockt Sie nicht die dustige Schön- licit und vor allem der fabelhaft niedrige Kleider sehen Dich an! UND SAGEN: Du hast nicht nötig, Dich zu plagen. Brauchst nicht über Schnitt- musterbrütend zusitzen, Auch nicht an der Nähmaschine zu schwitzen. Hast nicht nötig, in X Geschäfte zu laufen, Um all' Deine Zutaten einzukaufen, Mach' es Dir leicht— nimm's nicht so schwer, KOMM HER! Kauf Dir ein fesches, fertiges Kleid, Das ist die richtige Sparsamkeit! Dann hast Du eins, das Dir wirklich gefällt, Und bist besser gekleidet- für weniger Geld! ' ★ Diese? flotte Sport- Heid au» dem de- liebten g e st r« i s t e» Ztnnstseideu- Toilc wird Ihnen sehr getanen. Im Rock volle Ialtevpartie, an der Blui« Ripsdandschlel- ft In Wwttsrt Stret. stndcsfin?.*57» viel zu niel Aerger und Sorgen um die Kleidung Ihrer Kinder machen. Sie werden ebenso über- rascht wie erfreut sein, wenn Sie sehen, wie wenig dazu gehört, um Ihren Kindern gute. moderne und zweckmäßige Kleidung zu taufen. Die nebenstehend absebildeten Sleidnnß,- stücke z. B. kosten bei uns: 'iDas elegan- t e Glockrnkleid «u» bedruck- t e m. ZI K-oiiisq Sic den? Am Stammtisch will einer mit seinen Kcak- teu renommieren, läßt üch eine Zitrone brin- gen. und— indem er sie auspreßt— saßt er zu seinen Freunden: ..Seht Ihr, jetzt ist die Zitrone ausgepreßt. und wenn einer von Euch noch einen Tropfen herausbringt, bekommt er von mir Lll Mark'/' Alle versuchen— alle vergebftch. Da meldet sich ein kleines, hageres Männchen vom Rebentisch:„Verzeihen Sie, darf ich mal versuchen?" Nimmt die Zitrone, und, sieh« da. klick, klick, klick, 3 Tropfen entguillcn ihr. ..Dos ist ja fabelhaft" ruft unser Freund. „Hier sind Ihre 20 Mark. Aber sagen Sie nur. was sind Sie denn von Beruf?" „Kassierer in einem Abzahlungigeschift� antwortet der schüchtern. s Alle in dieser Seite enthaltenen Angebote stehen Ihne» ab Donner»- tag früh bei uns zur Verfügung. ' 0ranlen5tr.40 Am Orenicnpiett Chauiieeftr.113 Königttraße 33 � Selm Steüfnsr ftshnhof Am&3hnhof A'extnderDiati i» bsnr-ttsebcs-KleldtiRp in tkc Jrevdcc üciüiäHca. üeuffür«* CbeoMadr Tägl. 5 ij.81;, Uhr. B 5 B«r».«ZI« Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U. SO Pt.-3 M. Osser sa&o u. Lotte UierHmeister inderSreneBalmS-Taga-Rannen Rigolatto Brothara& Swanson Sistcrs und 8 intcrnation. Neuheiten. Tägl.» u.«tü Sonnt. 2 ,5 n 8" Alex. E ♦,«066 Tägl. 8.15 uid Sonntags 5 Uhr nachm. Croße imernaiionale Rlngliämpie not) eisihlnssigii Varteie-NPuDehen. Wochent. 5 Uhr u Sonnt 2U nachm. lOVarl le-AttraKUnnen ohne RinoxBaipl« Reichshallen-Theater AllaßenüliO) IaI Uhr SieUlner SSoger »Eine Hochzeit in de Müllerstraße" Til. Znti. 11 2 H,1 Blsmck.2414r75I6 t"« Uhr Soll man heiraten T Keiödie von Bernard Slii« Smisän Einrichluafl; Karl Heinz Martin Tägl.«Vi Uhr Der Herzog und die Sünderin Direktion Dr. Robert Klein Oeatsches IPnsller-Ttieat. Barbarossa 3937 SV- Uhr Sei Appeal Lmlrj. t. Fnfiriit Inreal« Rajii; Forstar Linlaaji ilhert BasserEiann. UidT Cbiisiians Mim Theater Dönholf 170 «Vi Uhr »er Teuieissctiüieri Komödie v Bernard Shaw Regie; Heinz Hilpert Kir. Dr. Martin lirtel Nomtscna opar Friedrich«tr.l04. Merkur 1401/4330. Täglich S'b Uhr Hajestät läßt bitten... tfiM Ton Wa!w Bnün. Lustspielhaus Fried richätr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich«Vi Uhr Gescilfilfmii Amerika Lustspiel von Frank und Hirschleld D R A 9t», 5». Gegen Wanzen Tod vnd Teufel Donzenfluid.Martial" tötet jede Wanze auf der GteNe und zerstört die Zirutnester restln«. Nicht steckend, überall anwendbar. Flasche Ml.-.85, Mt. 1.50 und Mt. 2.40. In Drogerien erhältlich, sonst durch Otlo Reichel, Serlin GO,(Zisenbahnstr. 4. TL 288/3».«dich- ist. 3m Slontcn de» Seid». Setlünfcci am 14. Sldiü 1930. gez.: Machulc, Regie ruttasinT pevor, els Urrtmoenbeamter der Seschiiflsstelle. 3n Sachen 1. hrz gcRuSücrbenbc» her beutfchrn Ronseraen. Industrie e. B.. Nrauirschweig, 2. des Vereins Deutsche» Stonsccnenfebciiantcn c. B.. Brauniduveig. 3. dos Reichsvczbande, des Deutsche» Zieh,»ngswittel-S« Rhaude i» e, SS., Berlin. 4 des Zteichsnerbande« Deutsche» sscinlostlausleute e. B.. Berlin. 5. des SIeichsoerbande« Deutsche» Kausleute de» Relonioluaaren-Zaniest' und Lebensmittel-Eiuzelhaudel« e. SB.. Berlin, fi, des Relchsuerbande» de» Knnserven-Srnhhandel» e. B., Berlin, 7. des Reichsneedandes Deutschee ssweiggeschäst», Betriebe im Lebeu»in!ttcl. baudel e. B., ftranifurt o. Main, 8. der ffidcCn-gcntrale, Berlin. 9. de» Szukeintaussgcsetlschast Deutsche» Rnnsumnereine, vomdurg. 10. der Sroßeinkauf», und Praduttion».«. S. Deutscher Ztvusnmueueiue, Sidtn, ftliiacr und Renisiensllliger, 11. des Verbandes Sächsischer Obst unb Semüs« vemebcitende-e Fabniken und verm. Betrieb« in Leipzig, vertreten durch seinen Bnrsland, Nebenintervenient. Vrozeßbevollmachtizter: RcHlsanwalt Iustizrat Dr. Mittelste edt in Leipzig, gegen 1. die ffitma Steuer&«a-, Jlft. M- l» Berlin 9?. 31. Mattste. 11—12. 2. den iloufjnaitn Sari A rüger. Älleininhabcz der gleichnamigen sfiima in Berlin C. 2, Neue ssriedrichsir. 7«, Betlagte und Revisldnsberiagte. Brvzchbaoollmächtigtir der Erstbetlagten: Rechtsanwalt Dr. Fuchslochee in Leipzig. hat das Reichsgericht, II. szwilsenat. auf die mündliche Verhandlung»am 14. Marz 1930. unter Mitwirkung des Eenatspriiiidenten Dr. Mansfeld und der Reichsgerichts, ritte Dr. Pieot. BclNnann, Helbcr, Kalb für Recht erkannt:, Auf die Revifian der Kläger und des Nebenintervenienten wird das Urteil des 10. Zivilsenats des Kommergcrichts zu Berlin vvm 29. April 1920. soweit es die Berufung der Kläger und des Nebenintervenienten zurückweist und :m Kostenpunkt aufgehaben. In der Each« selbst wird aus die Beruning der. selben das Urteil der 1. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Nl in Berlin vom 7. Juni 192«, soweit c- die Beklagten(früher zu 2 und 3) de- trifft, dahin abgeändert: Diesen Beklagten wird verboten, Eeniüsekovscrven aus geguollene» reifen oder getrockneten grünen krbsen zu vertreiben, anzupreisen oder in den Kandel zu bringen, die 1. ein» Beimischung von frischem Gemüse enthalten, oder 2. in znlindrischen Blechdosen enthalten sind oder 3. die Aufschrist„Gemüseerbsen" oder„Gemischtes Gemüse" oder„Leipziger Allerlei" oder Abbildungen von frischem Gemüse tragin. sofern sie Vicht ans den Dosen einen in der Größe der Buchstaben mit der übrigen Ausschrift üdereinflwimenden Vermerk anbringen, daß es sich nicht um irische gritn« Erbsen, sondern um getrocknete oder daß es sich um Külseusrücht« handelt. Mit ihrem weitergebenden Antrag werden die Kläger obgewiesen. Den Klägern wird die. Bcsugni» zugesprochen, den entscheidenden Teil des Urteils innerhalb 4 Machen nach Zustellung aus Kosten der BeLfagten sc ein- mal in den im londgerichtliche» UrlcT angegebenen Scitungcn zu vcrössent- lichen. Dies' Beklagten(früher zu 2 unh 8) Haien die Soften der Revisionsinstanz einschließlich derjenigen des Nebenintervenienten zu zwei Dritteln und den gleichen Teil der duc" 2. Instanz tiirfä das Verfahren gegen sie entstandenen Soften 1. uud jlich der des Nebenintervenienten ,n tragen, während den Klägern und dem Rebeniutervenienten je ein Drittel der Kosten der Revisions- instant bzw. der Neben intervention in der Revisionsinstanz und den Klägern ein Drittel den durch die Klag« gegen die Beklagten zu 2 und 3 entstandenen Kosten erster und, weiser Instanz und dem Neoeniniervenleivte» der aleiche Deil der durch die Rtbenintervoution IN. dem Verfahren gegen diese BeÜagl'N entstandenen Kosten auferlegt wird. Das Urteil ist, soweit ts den Beklagten zu 2, Sausauuun Sari Krüger. MI. urteilt, VersSumntsurteil und wird insmvett für vorläufig vollstreckbar erklärt. Bon Rechts wegen. " MIM-MWEI! Lothringer Strafe 37._ Die Berliner Posse Rentier Mudicke und das Rlesen-Varietc-Piogramm. Billig.' Billig! Somroerpretsei 50 P£g. 1.- Mark J.50 Mark Sonnabend u. Sonntae kleiner Aufschlag Moderne Anzüge und Herrenmäntel Theater i.(I. Behrensfr. 53-54 0 Uhr A 4 Zentrum 926-927 9 Uhr Oircktlon Ralph Arthur Roberl» Vögel, die am Morgen singen! Komödie in 3 Akten von Lonsdale. MW Vorletzte Woche! ZlhXefioheä- di&TcUizetiJuv Große Operette in 3 Akten. Wmlient. 8.15. jede» Sonnt. 5.15 l 9 Mir Voraoxcige: Ab 18. Mai .,3enny flefgl empor" [Uraufführung von H. A. K i n n (Autor von ,Mei$eken") |o 17, Brote naiUfsner Str. 132. | Bllletikasse; Alex. 3422 u. 3494 V��-THEATER Vorbildlich In Güte und Pabforra» Niedrig ImPrals« Mustcrlcistungcn unserer Betriebe Hauptpreislagen für Anzüge und MSntsI m. 48.� 58.* 68." 78." 88." 98." HO." 1BERLIN, GERTRAUDEN-STRASSE 25-27 beipofsdam yerkauft Wald- und Garten- Parzellen für Dauerwohnung und Wochcncnd in landschaftlich herrlidier Gegend, den O m von Mk. 1 50 an. Balinstation Michendorf, 4 Stationen hinter Wann- scc(V ororthahn Beelitz- Hellstdtten). Pur Siedler 35 Pfg- Gute Autostrassen über Wannsee, Potsdam oder Zehlcn- dorf— Saarmund. Fertige Strassen, Wasserleitung, clektr. 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Lessiog-Tbeater '.teifandimn 7791 a.0116 Täglich SVa Uhr: Frau Peters bat einen Beliebten v. Louis Verneuli mit Eriki von TWImam lnuis Yineiiü fheaiüram SdütlbBuerdamm Gastspiel d. kleinen Theaters 8Vs Uhr Manama hat Ausgang Komödie in 6 Bild. Vorverk. ununferbr Norden 281 u 114! Unser« liab«, gut«, allezeh rsm uns besorgte Mutter Augiisfe Hengs! geb. Btederstaedl Schöneberg, FeurigstraCe 66, ist nach schwerem, tapfer und geduldig getrogenem Leiden in der Nacht zum 7. Mai im 74. Lebensjalire verstorben. Gestfiwtster Hengst nnd Familien Von Beileidsbesuchen bitte abpuaehen. Die Beisetzung findet am Sonnabend, 10. Mai, 13>/, Uhr, suk dem alten Schöne- beiger Friedhof, Hauptstraße, statt. Operettenhaus Alte Jakobsu. 30/32 (Zentral-Theater) Dönh. 2047 Täglich SV« Uhr| Fruhlingsmädel Operette von Lchar mit Lilly Flohr, Ilse Muth. Lukas, Noeosclaers. Ru n d fu n khöre i Neide Preis«. r~Grünau— Bohnsdorf — Klrchplasi— (mtt Omnihns 36 auch von Rudow nnd AltgUenide leicht erreichdar) weller« lOOParzclleB qml.20M. an Berkau f täglich a d. Gelände Schönefeld LHausie > d Min. vomSeeld Mmx Mewe«. Bin.•Altglienicke Siedlung' „Eigenheim II" F 3 Grstnau 6405. Pro speit gratis! Franz SchltUer Berlin- Rad o w WM M'.IMMMZüö t'emaltungsstclle Berlin Tod«sanB«isen Den Mitgliedern zur Nachrid)t. dab unser Kollege, der Schleifer Ernst Koppen geb. 22. Februar 1865, om 5. Mai gestorben ist. Die(Einäscherung sind et amFreiiag, dem s. Mai, IN/, Ubr. im Krematorium Eerichtstza«! statt. Am 5. Mai starb unser Kollege, der S-n' osser uniter Sendgreoe g.„. 10. Mai 1898. Die Einäscherung findet am Sonn- adend. dem 10. Mai, 174,', yihir im Krematorimn Serichtsirotze ftoiL Ehre ihrem Andenken! Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortivcrw«!hinc Metropol-Th. Täglich SV, Uhr Per Beiteistutieoi Camla. SdiDfleinlorf, Pattkra. Lkklnsleiii Trlaoog-TlieatEf Täglich 81/# Uhr Ein galantes Abenteuerl mciL i. KurauTot Kottb. Str. 6 Tägl. S Uhr Elite- Sänger. Kai- Festspiele Kiisslli ohfiBigtNüiislBf Voizeiger dieses Inserats Voizugs- preisc. ■ im wetat man> gut«nd«»i,7 Nur Brösa-Berlin Alaaandarplats Dem Boden macht das Wasser nichts sr ist mit LOBA- Balze, dar wasssrechtan, behandelt, und sogar ein pudalnaassr Rogen- schirm hlnterlSBt auf Ihm kelna Flecken. LOBA- Beize dringt sofort In .das Holz ein, nährt es, färbt und gibt Hochglanz, Ist tatsächlich naß wischbar und dabei sehr sparsam Im Gebrauch. Nehmen Sie allein das Farbbohnerwachs Nr. 212* 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Donnerstag. S Mai 1930 muri dtudon ueuberi: Sin Man konnte sie jeden Abend in einer eleganten' Tanzbar des Berliner Westens treffen. Das nette, adrette Figürä)en nn schwarzen Kleid, ein« weiße Schürze darüber und auf dem dunkelblonden Kopf ein weißes Häubchen, dieses Figürchen mit einem großen Tablett be- laden und zwischen Stühlen und Tischen wandelnd, diskret„Zi- garren! Zigaretten! Zigarren! Zigaretten" anpreisend, war An'vt. Vorher war sie als Kontoristin, Kindersröulein, Wirtschafterin tätig gewesen, sie war auch schon in die Fabrik gegangen. Ann! hatte ein Verhältnis mit Karl, sie gingen lchon drei Jahre zusammen, hotten sich unverändert lieb, nur heiraten konnten sie nicht. Karl war ein kleiner Angestellter, der vorläufig gar nicht daran denken konnte,«inen so bedeutungsvollen Schritt wie eine Heirat in die grau«, Ungewisse Zukunft zu wogen. Er hatte Meßt auch nichts mehr dagegen einzuwenden gehabt, als Anni nach langer Stellungslosigkeit die weiße Schürze über ihr Klsid band und den Zigorettenkasten anschaffte. Es war egal, wie nkm fein Brot verdiente, nur ehrlich mußte inan es verdienen. So schleppte sie nun ihren Kasten von acht Ilhr abends bis drei Uhr nachts. Sie oerdiente wenig, aber es war doch— etwas. Im Ansang verwirrte sie die Atmosphäre ihres neuen„Berufes", es gab klein« Demütigungen, und es lockten klein« Abenteuer, aber ihre Treue blieb bei Karl. Sie brachte ihm nranchrnal einen fremden Duft mit aus jener Atmosphäre, in der sie min von acht Uhr abends bis drei Uhr nachts lebte, als Zigarettenmädchcn. Es war eine Sehn- sucht nach Wohlleben, die sich in ihr« Kleider gehangen hatte. Karl hatte dann ein« Falte aus der Stirn... Es gab bald Tage, wo Anni erst gm späten Nachmittag das Bett verließ und mit Unbehagen an ihren Zigarettenkasten dachte. Eigentlich mußt« sie sich doch sehr quälen. Der Verdienst war gering. Und die Nachtarbeit bekam ihr gar nicht. Ach, wenn man Glück hätte... Wenn sie dann spät ihre kleinen Prozente berechnete und der Trvggurt des Kostens ihre müden Schultern drückte, dann sah sie wohl auf die nackten Schultern der Frauen dort an der Bar und hörte Stimmen rechnen von anderen Prozenten, viel größeren Barfrau! dachte st« und erschrak. Gleich schob sie dieses Bild weit von sich. Sie löschte es gewisser. maßen mit dem Gedanken an Karl aus. Aber txjs Bild tauchte immer wieder auf. Sie sah sich amder Bar, ihre Schultern warm entblößt,«in Lächeln stand in ihrem Gesicht, dos sie jeßt noch nicht lächeln konnte, und sie wechselte Hunderter..; Karl fühlt«, daß sie sich mit etwas schleppt«, aber sie mochte ihm nichts sagen. Sie wurdm sich manchmal ganz fremd, und dann fielen st« sich wieder um so leidenschastlicher in die Arme.„Sie«nt- rinnt dir!" dacht« Karl nach solchen Aufwallungen.„Mehr verdienen!" grübelte er.„Mehr verdienen!" ..... Komm doch zu uns!" sagte eines Aoends das Barmädchen Lotte zu Anni, die müde ihren Kasten auf den Tisch stellte und ihr Geld nachzählte,„willst du dich noch lang« mit dem Kasten qualm?" „Ich weiß nicht," sogt« Anni geistesabweisend. Sie empfand emen Schmerz. Im Herzen und mehr noch an der Stelle, wo der Traggurt des Kastens sie drückt«. Dies« Stelle drückte von Woche zu Woche mehr, ihre Schultern Merten immer müder, sehnsüchtiger... Nachts dacht« sie über Lottes Worte nach. Wäre es so schlimm, wenn sie mal«in Jahr oder zwei zur Bar ginge, um mehr zu»er- dienen? Mußt« man deshalb gleich so werden wie Lotte? Sie könnte mehr oerdienm und das Leben märe leichter, lustiger. Lu- stiger sein! dacht« sie oft. Es war ja alles so schwer. Wenn sie bei Karl war, erschrak sie, daß ihr solch« Gedanken kamen. Sie hatte Angst und war jetzt oft demütig. Aber eines Tages, als sie für den Abend Vertretung in der Bar gefunden hatte und mit Karl srnen Ausflugsort vor Berlin besuchte, da sagt« sie es ihm. Sie lagen irgendwo im Walde. Karl hatte vorsorglich eine Decke mitgenommen und Proviant in einein kleinen Koffer. Er bot ihr gerade ein Wurstbrötchen an, als sie zu reden begann. .Karl, sei mir nicht böse, ich denke oft, wenn wir so Pläne machen und rechnen und doch nicht wissen, wann wir heiraten werden..." Karl hiell immer noch das Brötchen in der Hand. Als sie vom Nichtheiratenkönnen anfing, legte er sich lang hm und streckte die Hände unter den Kopf.„Jetzt kommt etwas," dachte er,„jetzt..." Sein« jähe Bewegung hatte Anni verwirrt. Sie atmete tief: Mut!„Ich meine, daß ich mehr verdienen muß, Karl. Ich könnte es auch, ich Hab' es mir lang« überlegt, jetzt muß ich mit dir darüber sprechen.. „Und?" fragt« Karl leise. Sie hatte erst long« Umwege machen, ihm olles ausführlich erklären, ihn gewissermaßen schonend vorbereiten wollen. Jetzt, wo er neben ihr lag, die Arm« unter dem Kopf und die Augen irgend- wo in den Baumwipfeln. als sähe er nur einem Eichhörnchen zu. jetzt fand sie die Worte nicht, sie hatte nur dos Verlangen, sich an ihn zu pressen, ihn zu küssen, aber da sagte sie plötzlich aus diesem Verlangen heraus:„Ich will zur Bar, Karl." Schweigen neben ihr. Sprachloses Grauen. .Fkarl!" Karl schwieg noch immer. Da begann sie zu reden. D,« Wort« strömten ihr jetzt nur[0 zu: Sie würde mehr verdienen, sie könnten zusammen bleiben, er dacht« doch nicht etwa, daß sie... daß sie... „Karl!" schrie sie aus.„Ich Hab' dich noch nie betrogen!" Karl richtete sich auf. Sein Gesicht sah wie nach einer langen Nacht aus, wie nach einem Besuch beim Sechstagerennen oder bei einem Boxkampf, zerrädert, zerkämpft, müde— „Es kommt, wie's kommen muß," msint« er resigniert,„ich habe es manchmal geahnt... Aber... wenn du meinst... daß... du... dort dein Glück machst, Anni, dann... geh..!" „Wirst du mix oertrouen?" fragt« sie. sich ängstlich über ihn neigend. „Das sit alles aus, Anni." Sie hatte Tränen in den 2lugen und beschwor ihn:„Aber du tust mir Unrecht, Karl!" Er lächelt«, und er machte eine ihr fremde Geste, er tippte los« über ihr verweintes Gesicht:„Barmädel!" ... Nun war Anni Vavdom«. Sie lernt« Lottes Lächeln und scharfe Liköre vertrogen. Auch ander« scharfe Sachen.„Rem äußer- lich!" dacht« sie im Ansang,„es kommt nichts an mich heran." Sie hotte die ehrlichste Absicht. Kein Mensch durste daran zweifsln. Auch Karl nicht. Aber der war verschollen. Sie trug es und hoffte aus später. Die neue Tätigkeit half ihr darüber hinweg. Es war alles so anders. Es gab Situationen, die sie früher nicht gekannt hatte. Sie mußt« etwas sein, das sie früher nie gewesen war, ein stets lächelnder, sprungbereiter Mensch, der auf Beut« lauerte. Sie mußte dabei noch aufpassen, daß sie nicht selber Beut« wurde. Sie mußt« sich auf die Männer stürzen und sie locken:„Einen Eherry- Cobbler vielleicht?" Sie mußt« mit den Augen locken und mit den Schuttern. Sie muht« ihre Bein« gebrauchen und schlüpfrige Reden». arten. Sie trank mit Schauspielern. Bantleuten, Rechtsanwälten, Industriellen, Reisenden, Kaufleuten, größeren und kleineren. Sie saß auf ihren Zdnien und nahm Einladungen entgegen für später. Und dann entwischte sie mit großer Mühe durch rrgendemen Neben- ausgong. Bisher gab es immer noch«inen Nebenausgang, eine Ausred«...(Schluß folgt.) JIndröWaurois: SlCll CVilSli 01*11 Antr« Maurais, der berühmte franzSsisch« Dichter. Verfasser eines aianjenticn Buches über Disracli und des Nomons„Waudlunften der Liebe", der auch in Deutschland Aufsehen erregt«, befindet ssck seit einigen Tagen in Berlin. Wir gehe» unseren Lesern hier ein« rleine Prob« seiner Kunst al» Plauderer. Die Gründe, aus denen eine Frau schon bei der ersten Be- gegnung gefällt, sind geheimnisvoll und verschieden. Manchmal ist es ihre Schönheit, manchmal ihr Geist, manchmal ihre Häßlichkeit. Oft bleiben die Zuschauer, die von außen her die Geburt einer großen Liebe sehen, erstaunt.„Warum." fragen sie.„sie hat nichts Bemerkenswertes. Er ist hundertmal mehr wert als sie. Wie fesselt sie ihn?" Das liegt daran, daß in der Liebe die Begleit- umstände noch wichtiger sind als die Personen. Ein Frühlingsabend, ein gut geschnittenes Kleid, der Klang einer Stimme, ein« Geste können für zwei Leben entscheidend sein. Aber einen Abend gefallen ist nichts. Es muß von Dauer fein. Doch das Gesetz von der Abnutzung der Erregungen ist ein strenges und starkes Gesetz. Es rst möglich, daß man das Gesicht, das einem als das schönste erschien, nach drei Iahren, fünf Iahren, zehn Jahren mit Gleichgültigkeit betrachtet, vielleicht sogar mit Langewelle.„Wie schön ist Ihre Frau!", sagen dl« Fremden zu einem Ehematin.—„Ja," antwortet er mit einer stolzen Gleich- gMigkeit, aber er selbst sieht nicht mehr, daß sie schön ist. Sogar die Intelligenz hört auf, uns zu überraschen. Jodes Wesen hat seine Reichtümer, seinen Geheimschatz, den es während eines ganzen Lebens aufgehäuft hat. Zu Beginn einer Lieb« gibt es ihn mit prachtvoller und unvorsichtiger Großzügigkeil aus. Schließ- lich sind alle Erinnerungen erzählt, alle Gedanken ausgedrückt, alle Kenntnisse ausgebreitet. Ein großartiges Feuerwerk wird von einem leidenschaftlichen Feuerwerker abgebrannt, der nicht sieht, daß seine Magazin« schon leer sind. Nach soviel Glanz überraschen Lange- weile und Stillschweigen noch mehr. Mann und Frau sind noch voll guten Willens und wünschen noch zu gefallen, aber sie stellen alle beide mit Ueberraschung fest, daß sie sich nichts Großes mehr zu sagen haben. Ohne Zweifel bleibt noch das tägliche Leben, die Neuigkeiten des Hauses, die Kinder, die Bücher, die man gelesen, die bösen Zungen, die man gehört hat, die Zeitungen. Aber der Geist lebt von Tag zu Tag wir noch von dem, was er einnimmt: das Kapital sit verschwunden. Mühseliges, gefährliches Leben. Nun kommt der Fremde vorüber, dos neu« Wesen, so reich an unbe- kannten Möglichkeiten. Wie soll man ankämpfen gegen seinen Zauber? Das Rezept ist zugleich einfach auszusprechen und schwierig auszuführen. Man muh sich um jeden Preis erneuern. Keine Frau, so schön, so glänzend sie auch sein mag, kann für immer gefallen, zoerm sie unbeweglich ist. Wenn sie vermeiden will, baß eine andere an ihr« Stelle tritt, so muß sie selbst diese andere werden, lieber eine Ehe, die in sich eingesponnen lebt, in ihre Lieb« eingeschlossen, ist das Urteil schon gesprochen. Bei den Ehepaaren, die zu sehr für sich allein sind, schießt die Langeweile hervor wie Pilze auf einem feuchten Anger. Das Heilmittel besteht darin, selbst bei der leidenschaftlichsten Liebe eine gewisse geheime Unabhängigkeit� des Geistes und persönliche Handlungsfreiheit zu bewahren. Wenn Mann und Frau immer die gleichen Leute, die gleichen Dinge sehen, wenn die Frau in ihrer gefftigen Nahrung völlig von ihrem Manne abhängt, was können sie sich dann gegenseitig bieten? Ich habe viele glücklich« Ehen gesehen, wo Mann und Frau arbeiteten, jeder an seiner Stelle, und sich am Abend darin gefielen, Bericht« anzuhören und zu geben. Das ist die eine Methode. In den Ehen, in denen beide Teil« keiner Beschäftigung nachgehen, muß man den Mut aufbringen, sich manchmal zu trennen. Eheferien sind ebenso notwendig wie Schulferien. Der Gatt«, der das leere Haus kennen gelernt hat, die Trostlosigkeit einsamer Abende, kommt schließlich dahin, die Rückkehr derjenigen zu wünschen, auf deren Abreise er sich gefreut hatte. Uebrigens ist es nicht immer nötig, daß die Abreise taffächlich ist. Es gibt vorgetäuschtes Entweichen und eingebildete Reisen. Di« Frau soll dann aus ihrer Lektüre oder ihren Träumen die Erinne- rung an eine neu« Welt mitzubringen wissen. Sie soll lernen, mit Worten zu malen, was sie gesehen hat. Dann wird sie die Freude haben, die Augen, die seit langer Zeit zerstreut und gleichgültig geworden waren, plötzlich wieder mit einer Regung von Auftnerk- samkeit aus sich geheftet zu finden. Sie wird dann den größten Feind der Liebe besiegt haben: die Gewohnheit. Sich erneuern, das ist das erste Gebot der schwierigen 5dunst zu gefallen. (Autorisserte Ucbcrscgung au» dem lsramSssschcn von Rudols Sniai.) S)agmar Sperh: 3) CT Ich stehe auf der Straße vor dem Theater. Jetzt weiß ich es endlich: ich werde auf meine Beschäftigung noch«inen bis zwei Monate warten müssen. Ich habe keine Wohnung und in meiner Tasche fast kein Geld. Noch fünf oder sechs Nächte im Schlafraum eines Mossenquartiers, dann... Die Straße ist etwas feucht, besonders im Schatten, aber der Himmel ist blau und diese bezaubernde Märzsonne, die ich wenig, nur ganz wenig durch meine Kletder spüre. Der Wind streicht mir um die Wangen und spielt mit meinen Haaren und das olles erfüllt mich so mit Entzücken wie Zärtlichkeit von sehr geliebter Hand. Das ist ein herrlicher Tag. Ich fühle alles wie durch eine ganz feine, dünne Haut. Meine Sinne sind wunderbar wach, wie pe's sonst nicht sind. So spüre ich Sonn« und Wind nicht cm allen Tagen und die Gedanken sind leicht und froh. Ich bin auch nicht sehr bekümmert meiner Lag« wegen. Die Gedanken hüpfen und tanzen nur so dahin.„Wenn man kein Geld hat, kann man keins verlieren... Ist die Tasche leer, hat man leichter zu tragen.. Die Gedanken haben eine eigene Melodie und meine Füße gehen danach, ein wenig tänzelnd, und dazu singt es weiter in mir. Ja einmal, och das ist schon lange her, nein nicht einmal nur 114 Jahre, abr« was alles dazwischen liegt, da hatte ich auch dieses herrliche Gefühl der volllommensten Wachheit. Damals war's an einem trüben Tag, Ende August oder Ansang September. Es regnete nicht gerade, aber es rieselte den ganzen Tag. Ich war von Hause davongelausen und saß nun da, beinahe ohne Geld, fast wie heute, ja... Irgendwohin war ich gegangen, um mich wegen einer Berdienstmöglichkeit zu erkundigen, erfolglos. Ich sollte nun zu Freunden, mich mit ihnen zu beraten. Mein Weg geht über den Naschmarkt.(Es war in Wien.) In den Buden fft herrliches Obst ausgestellt. Ich bleibe bei jeder zweiten, dritten Bude stehen und betrachte immer wieder sehnsüchtig riesige Psirsiche und gelb« Birnen zu Bergen geschichtet, jedes Stück in einer schützenden Zelle aus Papier liegend. In einer Ouerstraße stehen große Abfallkästen Burschen und Frauen stehen um sie herum. Ein Riese kommt aus einer der Obstbuden heraus und schüttet davor den Inhalt einer Kiste aus. „Psirsiche, oh, Pfirsiche." Sie hoben alle braune Flecken, sind ein wenig angefault, aber sie sind doch so, daß ich gerne davon möchte. Die Burschen und Frauen bücken sich nach ihnen rasch, rasch. Ich stehe da und sehe zu. Ich mochte mir auch gern« ein oder zwei nehmen, aber ich schäme mich etwas. Ein Bursche, der neben mir steht, gibt mir plötzlich«inen leichten Stoß. ,�)ier", sagt er und hält mir zwei herrliche groß« Psirsiche hin. Ich nehme sie einfach und sage nur„danke". Im nächsten Moment beiße ich schon hinein, und der Sast tropft mir von den Fingern. Dann gehe ich weiter durch die Straßen am Markt. Ich spür« die feuchte Lust und den leichten Regen anders als vorher und die Straßen, die naß und schmutzig sind. Einen Moment lang war ich arm und demütig wie die Aermsten der Armen. Mein ruhiges Leben ohne Wagnis aber voll Sicherheit und Schwere liegt weit weg. Mir ist wunderbar leicht und froh. Ich liebe den leichten Regen, der meine Wangen und meine Hände«in wenig feucht macht. Alles, was um mich fft, was ich sonst kaum sehe, was mir fremd ist, weckt in mir Liebe und Zärtlichkeit. Ich werde bei meinen Freunden sagen, daß ich voll Hoffnung und guten Muts bin. Aber sonderbar, schon auf der Treppe beginnt dieses Gefühl schwächer und schwächer zu werden. Oben kann ich nichts von dem sagen, was mich noch vor wenigen Minuten so beglückte. Biel rascher als jede andere Materie dringen Gedanken vor. Sie kommen und verdrängen andere, die uns eben noch er- freuten und mit Glück erfüllten... Sie überfallen mich aus den Derwandtenbildern an den Wänden, sie kommen aus den be- kümmerten Gesichtern meiner Freunde, die ihre feste Meinung haben:„Man gehört zu seiner Familie nach Hause." Mit der Lust» die ich atme, nehm« ich sie in mich auf... Aber dann, dann kommt trotz alledem eines Tages der Sprung hinaus aus der ruhigen Sicherheit... Und jetzt auf der Straße vor dem Theater ist es mir wieder eingefallen. Ja, damals, das war der Anfang... Srstiehung sum Sine Ulahnung Siegmund Sreuds In seinem neuen, bedeutenden Werk„Das Unbehagen in der Kultur", das hier schon gewürdigt wurde, läßt der Entdecker der Psychoanalyse an einer sehr bemerkenswerten Stelle seine Ansicht über moderne Erziehungsproblem« erkennen, die um so werlvoller erscheint, als. Freud bisher zu aktuellen pädagogischen Fragen in seinen Schriften nur sehr selten Stellung genommen hat. Freud kommt in seinem Buch bekanntlich zu dem Resultat, daß als eine der häufigsten Ursachen nervöser Störungen und der allgemeinen Glücks» einbüße in der Welt ein unbewußtes Schuldgefühl anzusehen ist, das er als Angst vor dem„Ueber-Ich", vor den allzu mächtigen Widerständen von außen erklärt, die durch das Fortschreiten der Kultur nur noch vermehrt werden. Freud erhebt nun den Vorwurf gegen die noch heute übliche Erziehung, daß sie darin sündigt, weil sie die Jugend nicht aus den Lebenskampf vorbereitet, dessen Objekt sie zu werden bestimmt ist.„Indem sie die Jugend mit so u» richtiger psychologischer Orientierung ins Leben entläßt, benimmt sich die Erziehung nicht anders, als wenn man Leute, die auf eine Polarexpedition gehen, mit Sommerkleidern und Karten für die oberitalienischen Seen ausrüsten würde." Freud verlangt, daß man die Jugend schon frühzeitig auf den Lebenskampf vorbereiten müsse. Man gaukelt der Jugend in der Schule statt dessen eine Welt von sittlichen Werten vor, lehrt sie, an diese zu glauben und entläßt sie ungewappnet als weltfremd« Idealisten, in der Hoffnung, so die Menschen zu bessern. Freud wendet sich damit scharf gegen eine in der Tot auch heute noch starke Strömung einer idealistischen, dem Leben ab- gewandten Erziehung, wie sie etwa dem Lehrplan des humanistischen Gymnasiums entspricht und verlangt ganz im Sinne der sozial« demokratischen Forderungen ein« bewußte Erziehung zum Leben, die besonders in den wirtschaftlich so schwierigen Zeiten der Gegen- wart notwendig ist. Ihr Ziel muß eine oerstärkte Unterweisung in praktffcher und anschaulicher Arbeit(Werkunterricht) sein. Auch in der sittlichen Ausbildung darf es keine Schönfärberei, keine Ver- fälschung der WirNichkeit geben. Schon frühzeitig muß die Er- ziehung fähig machen für den Kampf aller gegen alle, den das Leben notwendig mit sich bringt. In demselben Werk tadelt Freud es übrigens auch, daß die Schule dem jugendlichen Menschen ver- heimlicht, welch« überragende Rolle die Sexualität in seinem Leben spielen wird._ Dr. Willy Blumenthal. Der Aussah in Deutschland. Die furchtbare Krankheit des Aus- satzes ist glücklicherweise bei uns auf ganz wenige Fälle beschrä ckt. Nach einer Uebersicht über das Jahre 1929, die in der„Deutschen. Medizinischen Wochenschrist" mitgeteilt wird, gab es Ende 1929 im Deutschen Reich nur acht in Behandlung befindliche Aussatzkranke. davon drei in Hamburg, zwei in Preußen, in Lippe und Lübeck je einen. Di« Zahl hat sich gegen 1928 um ein« Person verringert. Bei einem in Remscheid ansässigen Kaufmann, der im Tropengene- sungsheim zu Tübinoen 1919 zum erstenmal wegen Auesag aufge. nommen und im Jahre 1928 als symptomenfrej entlassen worden war, wurden 1929 wieder Erscheinungen sestgesiellt. Nach wieder- Holter Behandlung in Tübingen tonnte er am Ende des Berichts- jähre» als ansteckungsfrei in{eine Heimat zurückkehren. Oeffenilichs Wsrksgssellschasten. Von(StaStkämmerer Bruno Asch, Frankfurt a. M. Die Ummort&tiirtg von Regiebetrieben in seil, ständige Gesell- schastcn wird gegenwärtig in einer Reihe von großen Städten diskn- tisrt und betrieben. Es handelt sich dabo, in erster Linie um die großen Dersorgungsunternehmungen, die Gas-, W a sfer Elektrizitätswerke und Straßenbahnen. In der Mehr- zahl der deutschen Städte werden diese Wirtschaftsbetriebe heute noch in der Form von Regie Unternehmungen geführt, d. h. als Be- triebe, die in einen, unmittelbaren Verhältnis zu der betreffenden öffentlichen Körperschaft stehen und keine eigene Rechtspersönlichkeit haben. Wenn diese Unnvandlungsakiton im Zusammenhang mit dem Kapitalbedarf der öffentlichen Hand in den letzten Monaten in be- sonders starkem Maße betrieben wird, so ist sie doch keine neuartige Erscheinung. Der preußische Staat hat bereits vor längerer Zeit seine Elektrizitätsinteressen in der Preußen-Elektra. seine bergbaulichen Unternehnmngen in der Preußag in die Form einer selbständigen Gesellschaft übergeführt. Die Sächsischen Werke A.-G., das Bayern-Werk, das Boden-Wert und andere zeigen, daß auch die übrigen Länder ähnliche Wege beschritten haben. Die großen Reichs Unternehmungen, wie dei Elektrowerke, die Reichs- kredit-Aktiengesellschast werden in der Gesellschaftsform geführt. Berlin hat seine Verforgungsunternehmungen seit Iahren in der- selben Richtung entwickelt, ebenso eine Reihe anderer deutscher Städte Der wesentlichste Grund für die verselbständigung der öffentlichen Betriebe ist ursprünglich darin zu suchen, daß ihnen auf diese Weise eine w i r t- schaftliche Betriebsführung erleichtert und ein« größere Bewegungsfreiheit und Entschlußbereitschaft gewährleistet werden sollten, als sie mit dem Regiebetrieb vereinbar waren. Dieses Ziel läßt sich zweifellos in erheblichem Umfange erreichen, wenn durch die Umgestaltung in eine nach dem Handelsrecht organisierte Gesell- schast alle Vorteile einer kaufmännischen Wirtschaftsführung erreicht werden. Dabei besteht allerdings die Gefahr, daß diese Selb- ständigkeit auch zu einer Loslösung von dem Jnteressenkreis der öffeullichen Körperschaft führt und außerdem der Einblick der Oeffenttichkeit in die Wirtschaftsführung wesentlich herab- gemindert wird oder ganz verloren geht, Nachteile, die bei einem von der öffentlichen Hand kontrollierten Unternehmen durch geeignete Maßnahmen unbedingt vermieden werden müssen und können. Ein anderes sehr wesentliches Motiv für die Schaffung der neuen Rechtsform war und ist die dadurch eröffnete Möglichkeit einer engen Zusammenarbeit mit benachbarten Unternehmungen der gleichen Zlrt. Di« Notwendigkeit, auch bei den örtlichen Ver- sorgungsbetrieben in innner stärkerem Maße über die Grenze des Ortsbereichs hinouszugreifen und die Zusammenarbeit über größere Bezirke zu organisieren, ist unbestritten. Dieser Aufgabe können aber Regieunternchmungen entweder gar nicht oder doch nur in sehr beschränktem Maße nachkommen, so daß sich gerade aus diesen Er- sordemisscn der modernen Wirtschastsgestaltung heraus wiederholt das Bedürfnis ergab, eine Rechtsform zu wählen, die diese Koopera- tion ermöglicht oder erleichtert. Ein sehr wesentlicher Grund aber, der im Laufe der letzten Jahre in immer stärkerem Maße in den Vordergrund getreten ist und die letzten Transaktionen in Dresden, Kastel,.Holle und Wiesbaden aus- gelost Hot. besteht aus dem Gebiete der Kapitalbeschaffung. Die großen Versorgungsbctriebe der öffentlichen Hand zeichnen sich dadurch aus, daß sie einen besonders starken Kapitalbedarf aufweisen. Das ist ein« Erscheinung, die wir bei den Versorgung?- Unternehmungen aller kapitalistischen Länder finden, gleichgültig, ob die Betriebe sich in öffentlicher oder privater Hand befinden. Di� starke Entwicklung der Städte, der umfastende Prozeß der Elektrifizierung unserer Wirtschast bringen es mit sich, daß die Kapitalnachfrage der Vcrsorgung-betriebe und der Lerkehrsunternehmungcn ein besonders großes Ausmaß annimmt. Die Bereitstellung der erforderlichen Mittel auf dem Wege über die unmittelbare Kreditinanspruchncchme der öffentlichen Körperschaften hat sich immer schwieriger gestaltet. Dies hängt einerseits mit der Größenordnung des in Frage kommenden Kapitalbedarfs zusammen. andererseits aber auch mit den besonderen Schwierigkeiten, die sich gerade bei der Befriedigung des Kreditbedarfs der öffentlichen Hand in der Nachkriegszeit ergeben haben. Hier ist es nicht nur ein« weit verbreitete Zurückhaltung des Publikums bei der Anlage in öffentlichen Anlechen, die zu einer Er- ichwerung bei der Kapitalaufnahme führt, oder die Enge des deur- schcn Kapitalmarktes, die an sich die Bereitstellung der erforderlichen Mittel oerhindert, sondern vor allem die durch die Beratungs- stelle herbeigeführte Abschnürung der öffentlichen Hand vom ausländischen Kapitalmarkt, die sich auf das empfindlichste bemerkbar macht. Unter diesen Umständen ljat sich als Ausweg die Verfelbstöndigung der großen öffentlichen Betriebe in der Form einer Aktiengesellschaft oder G. m. b. H. mit ausreichendem Eigen- kapital ergeben, da erfahrungsgemäß die Hereinnahme größerer Kredite bei selbständigen Unternehmungen sich leichter durchführe n läßt als auf dem Weg« über die Kreditinanspruchnrchm« der öffenNichen Körperschaften. Der neueste Kredit der Bewag ist dafür wieder ein eindrucksvoller Beweis. Es ist wahrscheinlich, daß dies« Bewegung in nächster Zeit nicht zum Stillstand kommen, sondern sich in größerem Umfang fortsetzen wird. Dies ist um so wahrscheinlicher, als nicht damit zu rechnen ist, daß der Kapitalbedarf dieser Betriebe in absehbarer Zeit wesentlich abnehmen wird. Die Befriedigung desselben durch die öffentliche Körperschaft selbst ist aber auf die Dauer unmöglich, da di« Durchführung aller anderen außerordentlichen öffentlichen Auf- gaben notleiden müßte, wenn allein durch den Bedarf der Werke die Emissionsmöglichkeiten der öffentlichen Hand nahezu erschöpft werden. Grundfätzllch fft kein Einwand gegen die Verselbständigung der Betrieb« zu erheben, soweit es sich nur um einen Formwandel handelt. Wenn heute doch sich eine gewisse Opposition geltend macht, so ist dies in erster Linie auf Bedenken zurückzu- führen, die bei dieser Vetriebsform eine starke Einschränkung der öffentlichen Kontrolle insbesondere auf Grund verschiedener Bor- kommnisse der letzten Jahre befürchten und die demokratische Einwirkungsmöglichkeit auf die Betriebe wesentlich beeinträchtigt sehen. Daß dies tatsächllch heute bei einer Reihe in der Gesellschaftsform betriebener öffentlicher Unternehmungen zutreffend ist, kann nicht bestritten werden. Es braucht ober nicht der Fall zu fein, da es ausreichende Sicherungen dafür gibt, um den Einfluß der öffentlichen Hand auch bei der Führung von Gesellschaftsunternehmungen sicherzustellen. Diesen Einfluß und diese Kontrolle wird man um so mehr fördern müsten, wenn man oerhindern will, daß durch diese Unternehmungen eine ungesunde und finanziell gefährliche Expansionspolitik be- trieben wird, ohne daß die Kontrolle der Oeffenttichkeit einsetzt. Dies ist um so wichtiger, weil die öffentlichen Körperschaften bei chren öffenNichen Betrieben, die in der Gesellschaftsform betrieben werden. für die Verbindlichkeiten derselben doch einstehen müsten. wenn si« sich die Unternehmungen selbst nicht entgleiten lasten wollen. Es ist aber durchaus möglich und rechttich einwandfrei durchführbar, durch geeignete Vorschriften im Gesellschafts st atut und durch Verträge zwischen Gesellschaft und öffentlicher Körper- ichaft diese Kontrolle und rechtzeitige Einwirkung der öffentlichen Hand zu gewährleisten. Die Gcmeindeparlamente werden gerade dieser Aufgab« bei Um- Wandlung von Regiebetrieben besondere Aufmerksamkeit zuwenden und die an einzelnen Stellen bereits gewonnenen Erfahrungen ent- sprechend vervxrten müsten. Karbentrust-14 proz. Dividende. Scharfer Belegschastsabbau iroh hoher Umsähe. Die I.G. Farbenindustrie A./3. in Frankfurt a. M. legt jetzt chren Abschluß und Geschäftsbericht für 1929 vor. Der nach Irchalt unk» Umfang gleich dürftige Jahresbericht der Verwaltung beweist, daß dieses Milliardenunternehmen die Oeffenttichkeit nach wie vor s ch e n t. Die wichtigsten Arbeitsgebiete des Farbentrusts werden wie auch in früheren Iahren nur in ganz groben Umrissen behandelt, ohne daß irgendwelche ziffernmäßigen Unierlagen über di« tatsächliche Entwicklung gegeben werden. Während die führenden Konzerne aus anderen Industriegruppen seit Iahren regelmäßig ihre Umsatzzifiern angeben, hält der Ehemietrust diesen Fortschritt in der Publizität seinerseits für gänzlich unangebracht. Aus der allgemeinen Entwicklung im letzten Geschäftsjahr läßt sich jedenfalls ersehen, daß der Konjunkturrückgang im letzten Jahr die Entwicklung des Farbentrusts so gut wie gar nicht beein- f l u ß t hat. So koimtcn die Rekordumsätze von 1928 auch im Berichtsjahr gehalten werden. Die Gewinn- und Verlustrechnung fft diesmal noch undurchsichtiger als in den vorhergehenden Jahren, weil diesmal die General Unkosten überhaupt nicht ausgewiesen, sondern bereits vorweg abgezogen worden sind. Andererseits erscheinen diesmal die Steuern mit 66,8 Will, gesondert, während sie im vergangenen Jahr nicht ausgewiesen wurden. Dieses Versteckspiel in der Gewinn- und Berlustrechmmg läßt daher einen genauen Vergleich des ausgewiesenen Rohgewinnes nicht zu. Der Rohgcwinn erscheint diesmal mit 256,2 Mill. in fast der gleichen Höhe wie 1928, während sich der ausgewiesene Reingewinn aus 116 gegen 118,4 Mill. im Borjahr stellt. Den Aktionären des Farbcntrusts wird diesmal neben der gleich hohen Dwdderde von 12 Proz. noch ein Extrageschenk in Höhe von 2 Proz. Soirderdwidende zugeschanzt, das aus den von Amerika eingegangenen Freigabcgeldern stammt. Die Gesamkausbcule der Aktionäre des Farbentrusts erreicht also 1929 den bisher höchsten Stand von 14 Proz. Die im letzten Jahr durchgeführten scharfen Abbaumaß- nahmen gegenüber der Belegschaft stehen zu diesen fetten Aktiv- närsgewinnen in schroffein Gegensatz. Die Gesamtbelegschaft. die sich bei dem Farbentrusi Ende 1928 aus rund 124 606 Mann stellte, ist im Berichtsjahr um 22 826 auf 131 750 Mann gesunken. Allein in den F ab r i k b e t r ie b c n des Farbentrusts ist die Belegschaft im Berichtsjahr von 114 l82 auf 97 756 Personen zusammengeschrumpft. Die übrigen Abbauinaßmchmen betreffen die Belegschaften in den Braun- und Steinkohlenbergwerken des Unter- nehmens. Berücksichtigt man bei dieser für die Arbeiterschaft so katastrophalen Entwicklung die Taffache, daß Anfang 1922 der niedrigste BelegschaftsstmÄ» in den Fabrikbetrieben des Farbentrusts sich auf 83 726 Mann stellte, also zu einer Zeit, in der ein« große Z-chl jetzt schon hochentwickelter Fabrikattvnszweig« bei dem Ehemietrust überhaupt noch nicht existierte, so zeigt di« Entwicklung des Belegschaftsstandes im Berhättnis zur Umsatz- und Gewmnsteigerung, welche schweren Opfer die Rationalisierung von den Werktätigen fordert. Andererseits hat das Unternehmen, das feit 1926 Jahr für Jahr steigende Umsätze erzielte und seine Betriebsgewinne in den letzten vier Jahren um 46 Proz. steigern konnte, eine sehr reiche Rationalisierungsernt« einheimsen können. Aus der Bilanz geht auch deutlich hervor, in welchem Umfang der Farben trust außer seinen ausgeschütteten Gewinnen neues Kapital bilden konnte. Allein die A bs ch r« i b u n g e n, die zur Finanzierung von Neuanlagen und Maschinenkäufen dienen, beliefe» sich in den letzten drei Jahren auf rund 216 Mill. Mark. Allein in den letzten beiden Jahren stellte sich nach Abzug der sehr hohen Abschreibungen der Wertzuwachs an neuen Anlagen, der aus Betriebsgewimzen bezahlt wurde, auf rund 118 Mill. Trotz dieser großen Kosten für Neuirwestitionen kann von Geldmangel bei dem Unternehmen keine Rede sein. So wurden allein im letzten Jahre die Bankschulden von 82 bis auf 31 Mill. zurückgezahlt, so daß die mit 166 Mill. ausgewiesenen Bankguthaben und Kassabestände die Schulden um mehr als das Fünffache übersteigen. Auch die übrigen Forderungen übertreffen mit fast 486 Mill. die laufenden Schulden um annähernd 160 Mill. Mark. Die Finanz- lag« bei diesem Riesenunternehmen ist also denkbar günstig. Der Absatz im Farbengeschäft, sowie bei de» Abteilungen Chemikalien und Pharmazeutika war nach dem Geschäftsbericht im letzten Jahr durchweg gut. Die steigende Nachfrage nach Pharma- zeutischen Fabrikaten machte einen weiteren Ausbau der Betriebs- anlagen, notwendig. Bei der Monopolstellung des Zorbeairusts auf dem für die Allgemeinheit so wichtigen Gebiet der Phannazeutik (Aspirin, Pyramidon usw.) stellt dieses Geschäft«ine der größten Profitquellen des Unternehmens dar. Dagegen hat sich die Ueberprvduktion in der Sti ckftoßf indujtrie auch bei dem Farben- trust ausgewirkt, denn der Geschäftsbericht wefft auf Produktion». einfchränkungen im Leunowerk hin. Auch erwartet die Verwaltung, daß der im letzten Düngejahr erzielt« Rckordumsatz infolge der allgemein ungünstigen Lage der Landwirtschaft nicht aufrechterhalten werden kann. Wie nicht anders zu erwarten war, jetzt sich die Verwaltung des Farbentrusts für eine Aufstockung der Kunstseidenzölle ein, da den Herren offenbar die internationalen Verhandlungen zur Schließung eines europäischen Karkellringes offenbar nicht schnell genug vonstatten gehen. Während die Kon- junktur im Photogeschäft auch im letzten Iechr anhielt, hat das weitere Vordringen des Tonfilmes auf die Filmproduktion doch stärkere Rückwirkungen ausgeübt. lieber die Entwicklung der Kolzlenerflulsigimg(Gewinnung von künstlichem Benzin) äußert sich der Geschäftsbericht sehr vorsichtig. Ganz offensichtlich haben sich hier die Erwartunger. der Verwaltung nicht erfüllt, da angesichts der in der ganzen Well vorherrschenden Ueberproduktion an Rohöl sich die Produkttonskosten des künstlichen Benzins heut« noch zu hoch stellen. Dagegen rchrd das große Abkommen mit der Standard Oil Comp, in den Bereinigten Staaten sehr optimistisch beurteilt.— Die Entwicklung in den ersten vier Monaten des lausenden Jahres fft trotz der allgemeinen-Depression befriedigend gewesen. Die Konzentration marschiert. Mit Riesenschritten in USA. Ka rl M a rx braucht in Amerika nicht gelesen zu werden: das Konzentrativnsgesetz gilt trotzdem dort, und zwar mit vermehrter Wucht. Die„Kölnische Zeitung' läßt sich aus Washington berichten. daß 2621 Gesellschaften mit einem Kapital von 21,62 Milliarden Dollar— fast 90 Milliarden Mark— von 271 Kontroll- gesells chasten beherrscht sind. Folgende Tabelle fft sehr in- strukttv: Zahl der Kontroll- Marktwerl d. Industrie- �nouprir»«(.Usch. Gesellsch. aktien in Dollar Kupfer.. 67 12 1426666666 Chemikalien...... 189 1 7 1 962 177 666 Landwirischaftliche Maschinen 87 16 641 899 666 Eisen und Stahl..... 217 22 2114112666 Automobile...... 187 23 2636329606 Gummireisen...... 115 13 945 663 666 Elektrische Ausrüstung.. 71 11 2 319 666 666 Rahrungsm, Mehl u Bäckerei 92 9 637 666 666 Eandy& Soft Drinks... 43 9 392 595 666 Milchwirtschaft..... 236 6 526118666 Eßwaren....... 119 12 1471 142066 Fleischpacker...... 203 8 291 649 666 Bahnausrüstung. 131 17 845139666 Telephon und Telegraph.. 627 3 4 433 643 660 Film......... 74 6 393 296 600 Autoausrüstung... �. 160 33_ 658 784 000 2621 217 21655 468929 In dieser Tabelle überrascht die starke Konzentratton auch in der Milchwirtschaft(fast 2� Milliarden Mark), bei Ge- tränken oder Drinks(1,6 Milllarden Mark) und Eßwaren (fast 6 Milliarden Mark). Di«„Kölnische Zeitung' fügt Hinz», daß es in wenigen Iahren kaum«inen Einzelaktionär in USA. mehr geben wird, und daß sich dann all« Aktien»n den Ge- wölben von Jnvestnieirttrusts, Holding- Gesellschaften und Banken be- finden werden.. Lorenz A.-G. deutsch-amerikanisch. 70 Prozent de« Kapitals an die Standard-(Zlektnzitäts- geseilschast. Nachdem der Radiopatenfftreft zugunsten Telefmcken und gegen Philips entschieden wurde, ist die Berlwer Lorenz A.-G. aus einem deutsch-hollündischcn zu einem amerikanisch. deuttch!-» Unternehnum geworden. Die Lorenz-Majoritöt(76 Proz. van 9,5 Mill. Aktien) ist von der Standard-Elettrizitäts- Gesellschaft, hinter der der Amerikariese International Telephone ond Telegraph Corpora tron steht, übernommen worden. Daß d I e A E G. an der Standard betettigt ist, ändert nichts an dem amerikanischen Charakter der neuen Lorenz-Herrschoft, die schon über Mix a. Genest, Telephon Berliner, Schuchardt und di« Nürnberg TKW.-Fabritatton verfügt. Imdeutschen Radi og«schüft werden durch die Borgänge das Telefunkenmonopol, an dem AEG. und Siemens gleichmäßig interessiert sind, gefördert. Die Philips-Konkurrenz hätte preissentend gewirkt, auch zugunsten einer Mehrbeschäftigung bei Lorenz, da Philips stark im Ausland verkaufte. Im deuffchen Schwach st romgeschäft sind AEG. und das Ausland stärker geworden. Die Quoten des Reichspost- geschäfts liegen jetzt mit 28,5(statt 18) Proz. klar bei der Stondard-AEG.-Gruppe, mit rund 7 Proz. bei Siemens u. Holste. Der von der Slandard�lEG. gezahlte Preis(196 Proz. für die Lorenz-Aktten) fft ziemlich hoch. Aber dos Postgeschäft, bei dem die Reichspost bluten muß. bringt das ja ein. Vogel zahlt wieder Divi. öschlüss« r Schokoladenfabrik Hartwig n. de nde. Die bisher veröfsentlichten Abschlüsse führender Schokoladenfabriken zeigten bereits, daß die„Markenware" herstellende» großen Fabriten auch im letzten Jahr« gut abgeschnitten haben. Dies wird durch den jetzt vorliegenden Gewinnobschluß der Dresdner Schoko. ladenfabrit Hartwig u. Bogel bestättgt. Die Gejelljchaft konnte ihren Vorjahrs Verlust von rund 261 066 M. in einen Reingewinn von fast 133 666 M. verwandeln und die Divi- dendenzahlung mit 4 Proz. wieder aufnehmen. Während der Betriebsgewinn mit 3,16 Millionen unverändert geblieben ist, haben sich die U n k o st e n um mehr als 15 Proz. vermindert. «in Beweis, wie auch die Mechanisierung der Betriebe in der Genuß- und Nahrung smittelindestrie um sich greift. Die sehr hohen Schul>en des Unternehmens wurden im letzten Jahr um 22 Proz. gesenkt, sind aber mit insgesamt 4,2 Millionen, denen nur 2,3 Millionen Wink- guthaben und Forderungen gegenüberstehen, noch recht beträchtlich. Der Großhandelsindex ist im April zum erstenmal seit längerer Zeit wieder gestiaegen— dank der S ch i e l e s ch e n Agrarpo- litik— von 126,4 aus 126.7 Proz. Agrafftoff« erhöhten sich von 116 aus 112,1, Kolonialwaren von 117,6 aus 118,4 Proz.(Tee- und Kaffee, zoll). Rohstofs« und Halbwaren gingen von 125.5 aus 124.8 Prozent zurück, die Fertigwaren von 152,9 auf l2l.9 Proz.. wobei der Preisrückgang bei Konsumgütern(Arbeitslosig- keitü) von 163,3 auf 161,8 Proz. am stärksten war. Die amerikanische Wirtschaftskrise wird auch durch den Rück- gang der General Motors-Autoverkäufe im 1. Quor- tal 1936 um rund 36 Proz. auf 368 632 Wagen im Vergleich.zum gleichen Vorjahrsguartal gekennzeichnet. Der Inlandsabsatz ging von 413173 aus 323 443, der Exportabsatz von 109 946 aus 45 192 Wagen zurück. Polnische kabklgründung deutscher Elektro-Konzerne. Nach dem Geschäftsbericht der Fellen u. Guilleaume Earlswell A.-G. haben der Fcltcnkonzern, die AEG. und Siemens in Polen eine Kabeljabrik gegründet die noch 1030 w Betrieb gewumren werden soll. Montage den 12. Mai, 19.30 Uhr, im Etablissement Neue Welt, Hasenheide 108-14(Säle und Garten). Redner sind die Vertreter der ausländischen Bruderparteien.— Sorgt für MSSSSnbSSUCh! Um dieZukunft des deutsehenStädtebaus Der Reichstag mu3 die Entrechteten schützen!/ von stadtbaurat Martin wagner. In bsm Zlprilhest dsr Zeitschrift„Die Arbeit" sah sich Rudolf W i s s e l l, unser Arboitsminister in dem Kabinett Müller, genötigt. auf d!« Gefahren hinzuweisen,„die der Sozialpolitik von der Seite der Rechtsprechung her drohen können". Die gleichen, wenn nicht größeren Gefahren drohen aber nicht nur der Sozial- Politik durch das Reichsarbeitsgericht, sondern allen Zweigen der modernen Sozial-, Kultur, und Wirtschaftspolitik durch eine Recht- fprechung, die sich von dem Geiste des Gesetzgebers und dem gesunden Menschenverstand immer mehr entfernt und sich teils bewußt, teils unbewußt von juristischer Formaltcchnik und römischer Juristerei leiten läßt. Die deutsche Rechtsprechung befindet sich in einer Krise. Sie läßt Abgründe entstehen zwischen dem, was der Gesetzgeber wollt«. der gesunde Menscheiwerstand verlangen muß, und dem, was ein auf Paragraphen gestütztes Urteil als unabänderlich fest- stellt. Diese Krise in der deutschen Rechtsprechung ist wieder einmal durch ein Reichsgerichtsurteil offenbar geworden, das elf Jahre nach der Verabschiedung der Reichsverfassung den§ 13 bei preußischen Fluchtliniengesetzes vom 2. Juli 1873 als v e r- fassungswidrig erklärt hat, obgleich die preußischen Groß- städte sich seit 33 Jahren aus dieser gesetzlichen Grundlage unangefochten entwickelt haben. Diese Krise der deutschen Rechtsprechung muß jedem fortschrittlich «ingestellten Staatsbürger aber geradezu unheimlich werden, wenn man sich vor Augen hält, daß ein von Haus- und Grundbe- sitzern beschicktes Dreiklassenparlament im Jahre 1873— im Jahre 1873!— ein Gesetz beschließt, das die Städte und Ge> meinden durch den Z 13 des Fluchtliniengesetzes von jeder Entfchädi- gung freistellt, die durch eine festgesetzte Fluchtlinie(und der hierdurch geschaffenen„Eigentumsbeschränkung") entstehen könnte, während das Reichsgericht im Jahre 1939 u mg« kehrt einer fest- gefetzten Fluchtlinie die Wirkung einer entschädigungspflichtigen „B oll- und Teilenteignung" zuspricht. Wenn dieses Urteil im Jahre 1876 gcsällt worden wäre, dann hätte sich der Städtebauer und Politiker nicht gewundert. Daß dieses Urteil aber im Jahre 1830 und zu einer Zeit herausgekommen ist, wo der preußische Staat in seinem Städtebaugesetzentwurf «in moderneres Recht und das Rcichsarbeitsminifterium mit seinem unter Rudolf Wissel! hergestellten Baulandgesctzentwurs die Fortentwicklung moderner städtebaulicher Arbeit weiter fördern wollte, muß selbst einen Blinden sehend machen. Liberale Juristen können die Fachleute, Politiker und Gemeinden nicht mit dem Einwaird trösten, daß das Reichsgcrichtsurteil nicht viel Neues gebracht habe, sondern nur dos Ende einer Kette von Entscheidungen sei, die in durchaus konsequenter Rechtsprechung dem deutschen Städtebau in ronüsch rechtliche Fesseln lege. Als Gegen- w a r t s menschen interessiert uns aber nicht die Geschichte einer rückwärts gekurbelten Rechtsprechung, sondern der Tatbestand. Und dieser Tatbestand ist derart, daß die Städte und Gemeinden olle Veranlassung haben, sich e i n m ü t i g gegen eine Rechtsprechung zu erheben, die die Zukunft des deutschen Städtebaues soft ohne jede Schranke von dem willen einiger weniger Grundbesitzer abhängig macht. Gewiß, die Vorzeichen des Gewitters, das sich um den beut- schcn Städtebau zusannncnzog, haben die Städte und hat die Stadt Berlin nur allzu deutlich sehen müssen. Wenn der chamburgische Staat schon vor dem Kriege für die Sanierung seiner Altstadt, für den Ankauf von privatem Boden 78 Millionen Mark aufwenden mußte und aus der Wiederbebauung nur die Hälfte dieser Summe wieder herauswirlschasten konnte, so ist das ein Zeichen dafür, daß der Grundbesitzer den Boden nach römischer Rechtzausfassung als„S a ch e" behandeln und mit dieser„Sache nach Belieben ver- fahren und andere von jeder Einwirkung ausschließen" kann. Der Boden ist aber keine Sache, die man nach Belieben vermehren, forttragen und vernichten kann, sondern erhält einen wert erst aus der Tätigkeit und durch die Tätigkeit der Gemeinsthast. Wenn— was nicht bestritten werden kann— große Teil« des deutschen landwirtschastlicheu Bodens in den letzten Jahren in ihrem Crtragswcrt gesunken sind und der Grundbesitz heute noch staatlicher llnterstützung ruft, so beweist das nur. daß der Bodenbesitzcr mit seinem Grundbesitz in ein allgemeines wirtschaftliches Geschehen eingeschlossen und von diesem abhängig ist. Will der Grundbesitzer hier die öffentliche fyiird„von jeder Einwirkung ausschließen", so müßte er folgerichtig auch aus jeden Zollschutz und aus jede Sud- ventian der Gemeinschaft verzichten. Wenn er das nicht will, dann muß er sich aber auch gefallen lassen, daß die Gemeinschaft sich darüber empört, wenn ein slädlischer Grundbesitzer in Berlin sein Grundstück, das er jahrelang zu einem Steuerwert von nur 2775900 Mark versteuert Hot, der Stadt zu keinem geringeren als den Preis von 14 Millionen Mark abgibt und bei dieser Preisforderung eine wirlschastssremd gewordene Rechtsprechung zu seinen Gunsten ausnutzt. Die Tagespresse der letzten Monate glaubte in den Grund- stücksankäufen der Stadt Berlin eine beispiellose K o r r u p- i i o n einzelner Funktionäre ausgedeckt zu hoben. Ich will mit meinem Urteil in ein schwebendes Verfahren nicht eingreisen, ober soviel möchte ich schon heute sagen, daß die materiellen Werte, die auf ein« persönliche Korruption verbucht werden können, ein. Linsen- g e r i ch t gegenüber den Werten darstellen, die eine von dem ge- sunden Rechtsempfinden des Volkes abgeglittene Rechtsprechung heute bei den Grundstücksankäusen der Stadt Berlin den Der- käufern der Grundstücke zuspricht. Hier lzandelt es sich nickst mehr um„Provisionen" von einigen hunderttausend Mark, sondern um Be- träge, die ein halbes Hundert Millionen übersteigen. Aber diese Beträge wurden von der Stadt Berlin— ob vermeidbar oder mwermeidbar, das lasse ich dahingestellt— unter dem Druck, bei einer Enteignung noch höhere Beträge zahlen zu müssen, freiwillig gezahlt. Zlber welche Lasten mukel das Reichsgerichksurkeil den Slädlen auf Grund der neuen Entscheidung für die Zukunft zu? Man kann sich ein ungefähres Bild von der kommenden Be- lastung der Städte machen, wenn die Oeffentlichkeit erfährt, daß der Kläger gegen die Stadt Verlin, der die Reichsgerichtsentscheidung herbeigeführt hat, lediglich für die Beschränkung seines kleinen Grundstückes durch die Freiflächenausweisung einen Schadenersatz von über 1 799 999 Mark verlangt, obgleich er dieses Grundstück in der Inflation für weniger als 29 999 Mark gekauft hat. Gewiß ist zwischen Verlangen und Erhalten noch ein Unterschied, und ein Einzelfall brauchte uns nicht zu schrecken. Aber dos Reichsgerichts- urteil stellt allgemeingültige Rechtsgrundsätze auf, die es jedem Grundbesitzer freistellen, das durch Fluchtlinien ausge- gewiesene Straßen- und Platzland als eine entschädigungspflichtige Eigentumsbefchränkung anzusehen und mit Schadenersatzansprüchen an die Städte heranzutreten. Was im kaiserlichen Deutschland und unter einem Drei- klossenparlament von Grundbesitzern nicht möglich war, das hat eine römische Rechtsprechung in der deutschen Re- publik möglich gemocht. Wahrlich, wir haben nicht mehr auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die dem deutschen Städtebau als einem überaus bedeutsamen Teilgebiet der Sozial-, Kultur- und Wirtschaftspolitik von der Seite der Rechtsprechung her„drohen". wir haben in einem vorliegenden Urteil mehr als ein Alarmsignal, wir haben in ihm eine präsentierte Rechnung zu sehen, die der„Schlitzoerband für deutschen Grundbesitz" mit all:n Faser» egozentrischer Sehnsucht erwartet hat. Die Zukunft des deutschen Städtebaue« und die Gegenwart der Zahlungsverpflichtungen der Städte und Gemeinden ist nunmehr in die Hand des Deutschen Reichstages gelegt. der beschleunigt ein Gesetz zn beschließen hat, das das ergangene Reichsgcrichtsurteil unschädlich macht und die städtebauliche Gesetzgebung auf den Stand vom Zahre 1873 zurückführt, zugleich einer 5Sjährigen Entwicklung der Städte zu Groß- und Weltstädten Rechnung trägt und ihnen einen neuen Entwicklungsbaden für die Zukunft bereitet. Aber wer wird nicht pefjimist, wenn er das Kabinett Brüning vor die Lösung dieser Aufgabe gestellt sieht? Bor eine Aufgabe, die den Politiker nur von ferne beschäftigt hat, die den Juristen vor die Entscheidung stellt, zwischen römischer und deutscher Rechlsaussassung über den Bodenbesitz zu wählen, und diedenveranlwortlichcu Finanzmanndozuzwingt, die SlädteundGe mein- den vor untragbaren Lasten zu schützen! Wie wird diese» neue Gesetz aussehen? Es muß so aussehen, wie es die S3 Proz. der„Bodenlosen" zu verlangen habe». um in einem modernen Rechtsstaat und in einem Stadtkörper der Reuzeit leben und arbeiten zu können. Mißstände in derZeniralmarkthaste Großhändler erdrücken die Markthatlen-Giandinhaber. Bon einem Leser unseres Blattes, einem Markt» hallen st andinhaber, wird lebhafte Klage über Mißstände geführt, die sich In letzter Zeit bei dem Obst» und Gemüsehandel in der Zentralmarkthalle eingestellt haben. Der gesamte Großhon de lsverkehr spielte sich noch vor wemgen Jahren in den beiden städtischen Piarkthallen am Bahnhof Alexanderplotz ab. Allmählich jedoch haben sich rings um die städtischen Hallen in den onliegeitden Straßen B e r- kaussstellen von Engrosfirmen oufgeton, die in ihren Läden genau so wie die Standinhaber in der Hall« ihren Engros- absatz tätigen. Nur lassen diese Firmen durch große Tvansportautos die Obst- und Gcmüsescnduugen von den verschiedenen Bahnhöfen abrollen und verkaufen diese Waren direkt vom Wagen, der vor ihren Läden hält. Hierdurch wird der Verkehr in den engen Zufahrtsstaßen zu den Markthallen so außerordentlich gehemmt, daß die Fuhrwerke der Detailgcschäfte überhaupt nicht mehr zur Halle herankommen. Um Zeit zu sparen und Unbequemlichkeiten aus dem Wege zu gehen, decken darum viel« der Kleinhändler ihren Bedarf gleich in den Engrosläden. Die Standinhaber beklagen sich bitter, daß dadurch ihre Existenz gesöhrdet wird. Sie fordern dringend Abhilfe von den städtischen Behörden, die durch die Vermietung der Stände auch die Verpflichtung übernommen haben. die Standinhaber wirtschasilich zu schützen. Nach den Infonnationen unseres Berichterstatters sind die Be- schwerden der obigen Zuschrift berechtigt; sie werden van allen Morkthallcnhändlern in gleicher Form erhoben. Man klagt auch darüber, daß die Markthallendirektion in dem von der Stadt gemieteten Geschästslzaus Kaiser-Wilhelm-, Ecke Dircksenstraße die großen Läden an der Vorderfront an Engrosgeschäste weiter ver- mietet hat, zu 5)öchstmieten natürlich, die die kleinen Siandinhaber nie bezahlen können. Während die Markthollenhändler an eine feste Berkausszeit, von 3 Uhr morgens bis 11 Uhr vormittags, ge- bunden sind, brauchen sich die Ladenengrosgeschüfte nicht an die Markthallenordnung zu halten und können den ganzen Tag frei und ungehindert Geschäfte machen. Eine Rücksprache mit der M a r k t h a l l e n d i r e k t i o n ergab ebenfalls eine Bestätigung der Mißstände. Doch wird hier schon seit Iahren versucht, dagegen anzukämpfen. Als die Stände in den Hallen vergeben waren, mußten die Engroshändler versuchen, in unmittelbarer Nähe der Zentralmarkthalle Läden und Logerräume zu besetzen, die sie teilweise mit sehr hohen Mieten bezahlen. Die Zahl der Händler vergrößert sich von Jahr zu Jahr. Die M a r k t- hallen genügen längst nicht in ehr den Ansprüchen einer Viermillionenstadt. Der Mißstand der Enge und der gegenseitigen Konkurrenz würde mit einem Schlag« beseitigt sein, wenn endlich das dringend geforderte und immer wieder hinaus- geschobene Projekt der neuen Markthallenanlagen in der B e u s s e l st ra ß e verwirklicht werden würde. Der Handel auf den umliegenden Straßen direkt vom Wagen herab ist strengstens untersagt: früher wäre von der Polizei euer- gischer gegen diese Händler vorgegangen. Auch hier haben Spar- maßnahmen bewirkt, daß die heutige polizeiliche Aufsicht nicht mehr ausreicht. Trotzdem muß etwas geschehen, da sich die Notstände in den Markthallen der Gontardstrahe von Tag zu Tag vergrößern. Chemisches vom Broi. Im Vezlrksoercin Groß-Verlin und Work des Bereins Deutscher Chemiker sprach Pros. Dr. W. P. R e u m a n n. der Direktor der Preußische,, Versuchs- und Forschungranstall sür Getrcideoerarbeilung. über das Bröl. Es ist noch nicht lange her, daß man sich wissenschaftlich mit dein Brot beschäftigt. Es waren ursprünglich die Arbeitswe[eu der Agrikulturchemie und der Nahrungsmitlelchemi«, die hier führend waren, ober es zeigte sich bald, daß diese einfachen Methoden nicht allen Ansprüchen der Wissenschast genügten. Man konnte zw.r etwa durch eine Aschenanalyse den Ausmahlungsgrad bcj.i.nmcu, aber über den inneren Wert des Korns ols Bratmaterial crhieit man auf diese Art keinen Aufschluß, denn die Berschiebungen in der Umstellung der Substanz, die hier maßgebend sind, werden so nicht erkennbar. Die Teigbildung hängt von den engen Beziehungen des Mehlswsfes zum Wasser ab. In der Pflanze entsteht der Mehl- törper durch Umwandlung niedrigmoletularcr Stoffe, wie Zucker, zu hochmolekularen Körpern, wie Stärke. Dieser Vorgang vollzieht sich aber stufenweise und jede Verschiebung im Ausbau bedingt ein verschiedenes Verhalten zum Wasser. I« größer der Gehalt an hochmolekularen Stoffen ist, desto standhajter wird der Teig; je mehr Zucker enthalten ist, um so mehr erweicht er. Be! der Tcg- lockerung habei, wir noch mit einer Reihe wissenschaftlich umstntl.'- „er Fragen zu tun. So sind die Meinungen über die Wirlu"g des Sauerteigs noch geleilt. Während die einen annehmen, daß nur die Hefe, die in ihm enthalten ist, die Auflockerung bewirkt, während die Säurebakterien den Tc g gleichsam desinfizieren, sieh- men andere an, daß auch die Bakterien des Sauerteigs an der A.i- lockerung selbst beteiligt sind. Der Backoorgang bedeutet, d ß mit der steigenden Temperatur Veränderungen eintreten, so bei etwa 69 Grad die Verkleistcrung der Stärke, dann folgt bei etwa 199 Grad die Bildung von Dextrine» und schließlich bci 189 Grad die der Röstprodukte. Geht man darüber hinaus, dann bildet sich die Kohle, wenn der Bäcker das Brot verbrennen läßt. Frischen muß kinlent« belorae« d?»n Mutter Iu>t l,ei!lc wted-r are�es SeinimaiScn. Was muß ick, bringe», tragt er f.ch initerwcgs. Ach in. Statiner. machs Er springt in den Laden und der«anfmann nennt ifcm zweierlei Preise. Was tut der ssrifct Mit voller Selbstvrrständlichielt nimmt er das Teure, denn er sagt stck. San muß auch besser sei». Der kleine M>.Iatoa!>!,et recht aber sein« Mutter schimpst ihn gebörig aus.— Sic cutdeekt aber eaid, wie ausgiedig..Wichsmadel" ist. Sauchdllnn ausgetragen, gab es schon einen bauerhaf'en Lochalan,! desbalb reichte es auck> mehr als doppelt so weit, so daß es in Wiriiiekkei« billiger ist. Collie Cie das Erlebnis von grißvs Mutter nicht auch zum Rachdenken anregen? dm.?e>nnade>a.cl eiNSedIDUhrSL-8(mh>88 in unser- ivi qr-oßcM"PrclsausscKr-eiljen. Bedingungen in unserm 6 e s c h ö f U I 0 k a I. | Die Preise sind in unserer PAS SA Q£ ausgestellt j /TOcfy töHMiettSz VSfltiu44«s« Rubri! sind SB«8. Lindeuilraße Z. parielnachrichien für Groß-Verlin stet, an da» B-z>rk»s«kretarIai 2. Hof, 2 Treppen recht», zu richte» wich- I. Arei» Weddinfl. Areidenler! Ml« ifreldenlerfnnktieoär« treffen fich Freitag, 9. Mai,»m 1» Uhr, bei Senschner,«ckerstr. 117, IN einer I tigen Borbefpttchuug» >. Kral» Wilmer»borf. Di« Mteilungaleiter wollen»mn Montag zur Bor. standssihung ein genaues Berzeichnl» der arbeitslosen Parteigenossen mit. bringen. 11.«rei» SchZneberg. Die Maifeierlarten müssen bis heute, Donnerstag, 8. Mai. abends, beim Kreistassierer bestimmt obgerechnet sein. Heuke, Donnerstag. 8. Mai. >. Bbt. Cihung der Zeiwngskommifsson und der Genossen, die in der Werbe. woch« tätig waren, um 20 Uhr bei Hübner, Wilsnacker Str. 84.— Achtang, Slterabeirat-wahlenl Alle Mitglieder, die schulpflichtige«in der haben, werden ersucht, heute, Donnerstag, um 20 Uhr bei Hübner, Wilsnacker Straße 34, au erscheinen. Niemand darf fehlen. K. Abt. Achtung! Unsere«inderfreundeqruppe.Paul Singer� spielt von 18—19 Uhr auf dem«ndreasplaß. Di«(S«nosscn werden grbeten. stch daran zu beteiligen. Morgen, Freitag. S. Mai. 1 t. Abt. 20 Uhr bei Spiegel, Ackerstr. 1, Funktionärssßung. Di« Listen zur ! Elternbeiratswahl mitbringen und»Borwärts�-Agitation. j st. Abt. 20 Uhr wichtig« Sifmng der Bezirlsfllhrer zwecks Aufstellung der List« zur Glternbeiratswahl bei Dobrohlaw, Swinemünder Str. 11. Jeder ; Bezirl muß vertreten sein. I st. Abt. 20 Uhr bei Hübner. Wilsnacker Str. 84, ssunltionärstßung. Aus- gäbe der neuen Funktionärkarten.— Achtung! Vorstands fißung bereit» um 19 Uhr ebendort. 18. Abt. 20 Uhr Funktionärsthung im Lokal Birkenste. 88. Gewerkschafts- und Mitgliedsbuch sowie Bezirksführerbllcher find mitzubringen. 88. Abt. 20 Uhr bei Bcinlich, Weißenburger Str. 1, Funktionärstßung. Wich- tige Tagesordnung. «.Abt......... _____ l»Vi Uhr bei R-chenberg, Ghoriner Str. 49, Funitionärsthung. 30. Abt. 19 Uhr bei Pohst. Lochen«! Str. 108, Eck« Etargarder Straß«, wichtige Funktionärstßung. Alle Funktwnäre müsse» erscheinen. 87. Abt. Ig>4 Uhr bei riepke. Ebertpstr. 7, ssunktionärssßung. 88. Abt. 20 Uhr Funktionärstßung bei Bortusch, ssricbenstr. 88. Alle Bezirk»- führer bringen ihre Mitgliederverzeichnisse mit. Anschließend Sitzung des Abteilungsvorstondes. <4. Abt. Di« Funktionärstßung findet ausnahmsweise schon am Freitag, 9. Mai, 19'4 Uhr, bei Ewalb, Stalißer Str. 128. statt. Wichtige Tages- ordnung. Elternbeiratswahlen. Alle Genossen müssen erscheinen. 74. Abt. stehlen da vi-Filchial. 20 Uhr im Lokal Waldhau», Spandauer Straße, Funktionärstßung. Schöueberg. 77. Abt. 20 Uhr bei Jürgen», Barbarossastr. 8», Funktionärstßung. Di« Elternbeiräte werben gebeten, zu dieser Sitzung zu erscheinen.— 78. Abt. 19>,4 Uhr bei Natho, Brinz-Georg-Str. 10, Funktionärstßung.— 79. Abt. 20 Uhr bei Reimann. Sedanstr. 17, Funktionärstßung. Par'ei- und Gewerkschaftsbücher sowie.Borwärts�-Quittung find zur Kontrolle mitzubringen. «enlölln. 89. Abt. 1914 Uhr Funktionärstßung bei Grommeck, Sander str. Ist.— 90. Abt. IS>4 Uhr bei Schabeiko, Weichselstr. 8, Funktionärsttung.— 91. Abt. IS14 Uhr im Lokal BergschloßhShe, Larlsgortenstr. 8— 11. Setzung des Abteilungsvorstondes mit allen Bczirlsfl" �' wichtige Funktionärstßung bei Wolff, Kaiser-Friebrich-Etr. 178.— 94. Abt. cksflchrern.- 92. Abt. 1914 Uhr 1914 Uhr bei Schröder, Eteinmeßstr. 82, Funkt! onärsttzung. Berbandsbuch, Parteibuch, �Vonwärts�-Ouit'una find mitzubringen.— 98. Abt. 20 Uhr bei«eil, Prinz-Handferp-Str. 88, wichtige Sitzung aller Funktionäre mit dem Abteilungsvorsiant. Wegen der Materialausgabe muß jeder Bezirk vertreten sein.— 97. Abt. Funktionärstßung bei Rohr, Eiegfriedstr. 28—29. 124. Abt. Mahlsdors. 20 Uhr bei Anders, Bahnhofstr. 87. Funktionärstßung. 124». Abt. Mahl»borf-Süd. 20 Uhr bei Draber, Uhlandstr. 18, Funktionär. stßung. 1Z8./1Z0. Abt. Pankow. 20 Uhr in Äleutm» Bierballen, Berliner Str. 118, Funktionärstßung. 138. Abt. Kerm-dorfl All« Genossen werde» ersucht, um 20 Uhr bei vkrent, Berliner Ecke Bahnhofstraß«, an der Neichsdannerversamutlung teilzu- nehmen. Vortrag i„Partei, Zungbanner, SA?, und Reichsbanner'. 189a. Abt. Frei« Scholle. 20 Uhr pünktlich im Lokal Schollenkrug Mitalieder. Versammlung. Dortrag:„Der Kur, der Reqiernug Brüning. Zieserrnt Sottlicb Reese. Alle Genosfinnen und Genosse» werden gebeten, bestimmt und püoktlich 8» erscheinen. F raueuvermistaltuagea. Die Krei». und Abtei lu»g»lrlt«rt»»en werden gebeten, auf den stahlabenden oder Mitgliedervevsammlungen der Abteilungen und Kreise auf die beiden Frauenwerbcwochen zum»Internationalen Frauentag' hinzuweisen. * 4. Krei, Pvenzlaner Borg. Freitag, 9. Mai, um SO Uhr. im«portroftaurant Ospalski, Berlin R. 88. Eantianstraß«, Funktionörinnenfißung. Karten. ausgab« für den 28. Mai. Jede Abteilung muß oertreten sein. 18. Krei» Weißevse«. Die Genosfinnen treffen stch zum Besuch de. Wallner- thrater»,„§ 218", am Freitag, 9. Mai, um 1914 Uhr vor dem Theater. 10. Abt. Freitag, 9. Mal, treffen stch die Genosstnnen um 18 Uhr Brommy. straße 1, zur Bestchtigung der Werkstätten. 119. Abt. Lichtenberg. Die Genosstnnen treffen stch zum Besuch he» Wallner. theaters, ,§ 218". am Sonnabend, 10. Mai, um 1914 Uhr vor de» Theater. Bezirksausschuß für Arbeikerwohlfahrl. Fürsorger, Fürsorgerinnen! Der Kursus de» Genossen Dr. Er»ner findet am Donnerstag, 8. Mai, 1914 Uhr. im Sitzungszimmer, Lindenstr.», 2. Hof, 2 Tr., wie immer statt. 8. Krei, Wedding. Sitzung der Fachgruppe.Sozial« Gerichtshilfr' Freitag. 9 Mai, 1914 Uhr, im Ledigenheim Echönstedtstr. 1, 8. Stock, Limmer lS. sozialen Gerichts- Berfchiedenes. als Säst« lind Arbeitsgemelnschafi der Sinderfreunde. _ Keei» Friedrichshaln: Freitag spielen alle Gruppen auf htm Petersburger Platz von 18 bi» 19 Uhr. Sahenschällhausen: Wir gehe» heut« nach Weißens«, Planschwiese, spielen. wUlkomui-n. Treffen auf der Siedlung um WH Uhr. vohenschdnhause».- Surrmonbt-«che Berliner Straß« mn 17 Uhr. Gruppe Laab»berg« Platz: Heut«, Donnerstag, trifft stch die Gruppe 1714 Uhr Falkenecke. Wir sp:el«n auf dem Andreasplatz. Morgen, ffreitog, Treffen der Gruppe 1714 Uhr Falkenecke. Wir spielen auf dem Petersburger Platz. Sonnabend: Treffen der Gruppe pünktlich 1714 Uhr Falkenecke. Wir spielen auf dem Landsberger Platz. Sonntag. H. Mai, Waldfest in Wuhlhside. Treffen der Gruppe 8 Uhr Falkenecke. Kosten: 20 Pf. für Fahrgeld. Alle Eltern kommen um 14 Uhr nach._ Krei» Reukölln: Am Sonnabend. 10. Mai. und Sonntag, U. Mai, Selker- fahrt nach Eichhorst— Werbellinse«. Treffpunkt am Sonnabend pünktlich um 16% Uhr am Ringbahnhof Neukölln.— Gruppe Falke: Morgen. Freitag, 9. Mai, letzter Termin zum Anmelden für das Schweizer Zeltlager. Zungsozialistische Vereinigung Groß-Berlin. DI« Funktlonärkons«-», der Berliner Iungfozialisten findet am Sonnabend, 10. Mai, 1914 Uhr, im Rosenthaler Hol, Hackescher Markt, Hof«cht«, stimm« 1, statt. Senosfi» Dora Fabian spricht über»Poll- tisch«»nd organisatorisch« Richtlinien zur Arbeit der Jungs», ialistrn'. Alle Funktionär« der ISA. find verpflichtet, an der Konserenz teil,»- nehmen. Di« Äreisbillmngsoblent« find eingeladen. Mitgliedsbuch legitimiwt. Gruppe Friedrichshai»: Heute, pünktlich 20 Uhr, im Jugendheim Frankfurter Allee 807. Hermann-Löns-stimmer. Tagesordnung wird daselbst bekanntgegeben. Srnpp« Süden: Heute, 20 Uhr, im Jugendheim Borckftr. 11, Referat des Genossen Gleims über„Die Notwendigkeit der Koalitionspolitik in Sachsen". Gäste herzlich willkommen. Prenzlauer Berg: Heute, 20 Uhr, Weltlich« Schule Danziger Str, 28, Referat des Genossen Fritz Levy- Gäste gern gesehen. Gruppe Südost: Heute, Freitag, spricht im Jugendheim Wrangelstr. 128 Genosse Fritz Leov-Breslau über das Thema»Der Imperialismus'. Gäste willkommen. Gruppe Moabit, Lokal Berger, Levetzowstr. 18. tagt Montag, 19% Uhr. II. Mai: Fahrt Oranienburg— Stichgraben— Grabowsee. Treffpunkt 8 Uhr Bhs. Putlitzstraße. 12. Mai: Wir gehen zur Kundgebung der SAI. in der Reuen Welt. Hascnhelde. 19. Mai:»Unsere Stellung zur Kirche". Referent Sigi Stern. Geburtstage, Jubiläen usw. 88. Att. Unserem Senossen Gustav D r e t l i ch, Wilhelm- Dtolze-Ttr. 21, z» seinem löjährtge» Parteijnbiläum die herzlichsten Glückwünsche. 84. Abt. Eharlottenbnrq. Unterem Senossen Möller, Zranllinstr. 19, zn seinem 60. SebuÄstage die herzlichste» Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 14. Abt. Am 8. Mai verstarb unsere alte Genosstn und Kampfaefährt'n Louise Scholz. Lortzingstr. 8, im 78. Lebensjahre. Ehr« ihrem Andenken! Einäscherung am ssreitaq, 9. Mai, um 1814 Uhr im Krematorium Gerichtsteaße. Wir bitten um rege Beteiligung. 188. Abt.»nchholz. Unser Genosse Mar Gehrt ist am Sonntag«er- storben. Ehre seinem Andenken! B«rdiaung heute. Tvnn«r«tag, 8. Mai, um 18 Uhr aus dem Friedhof w Buchholz. Wir bitten um rege Beteiligung. Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbauner„Schwarz-Rot-Golb". Geschäftsstelle: Berlin S 14. Sebastianstr. 87—88. Hof 2. Tr Frudvichshaiv: Der Bläserchor übt jeden Freitag 20 Uhr bei Reu- mann, Gubener Str. 48. Trompeter und Holzbläser werden noch aufgenommen.— Tempelhof: Donnerstag. 8. Mai, Aufmarsch b«» Kreises Süden in Neukölln. Pflichtantreten 18% Uhr Bhf. Tempelhof. Nachzügler Bhf. Sermannstraße.— Treptow(Ort-verein): 1914 Uhr Bhf. Hermannstraße. Pflicht- Veranstaltung, nicht Mittwoch lwi« bereit« veröffentlich), sondern Donnerztag, 8. Mai._ «rb-itrr.Radio-Bund Dentfchl-nds, e.«. Srnpp« Fri«drich,hafn: Donntrs- tag. 8. Mai, 20 Uhr, Mitgliederversammlung im Lokal Eadiner Str. 10. Gr- scheinen Pflicht. Deutscher Arbeiter-Abstinenten-Bund. Bezlrlsqrupp« Frlebr>ch»hai»: Zugend- heim Diestelmeverstr. 8. Am Donnerstag, 8. Mai, 1914 Uhr. Bortrag des Senossen Echaer:»Aus dem Leb«n Fritz Reuter»'. il i SozlalMcheArbetterjugendGr.-Verlm Ginsenbungen für diese Rvbrtk nur o» da« Iuiendsekreterlat Berlin SM 08. Öndenstrate 3 Achtung, B..B.-Mitglleb»! Heute keine Sitz»»» B«anzeige! Montag, 12. Mai. Beteiligung an der Internationalen Kund- gebung der Partei in der„Neuen Welt". Treffpunkt unserer Gesanrtorgani» sation pünktlich 19 Uhr Kaifer-Friedrich-Platz sCamphausenstraße). All« Ad- teilungsveranstaltungen an diesem Tage fallen aus. heuke. Donuerskag. 19 X Uhr. Oranienburger Zoe: Schul« Elisabethkirchstr. 19.— Fallplatz I: schule Tonnenburger Str. 20.— Nordost II: Heim Danziger Str. 2. B. 8.— Schön- Borstadt: Schule Sonnenöurqer Str. 20.— Köpenick« Blertrl: Schule rangelstr. 128.— Kottbnss« Tor: Heim Britz« Str. 27—80.— Südwest: Heim Lindenstr. 4.— 8«hlevdors.Dahl«m: Dahlem, Lonsstr. 7—9.— Tegel: Seim Babnhofstr. lö.— Humboldt Hain: Alle interessierten Genossen am Tambour- korps treffen stch 19 Uhr„Rote Schule'.— Arnswalder Platz ll: Heim Rasten- bürg« Str. 16;„Revolte im Erzichungshaus?'— Schöneberg w: Heim Hauptstraße 15:„B«rufsausbildungsgesetz".— Wittenau: Heim Rosenthal« Str. 18: „Was ist Nationalsozialismus?'— Reinickeubonf-Wost: Heim Seidelstraß«: .Arbeiterführer'. SGG. Lichtenberg: 19 Uhr Heim Scharnweberstr. 29;»ReligiSfe Sozialisten'. W«be bezirk Wedding, Tambourkapelle: 20 Uhr Uedungsftund« im Heim Seestr. 84. All« Spieler müssen vollzählig erscheinen. Interessterte Genossen stnd willkommen. Werbedezirk Osten: Seim Litau« Str. 18: W.-B.-Borstandssttzung. Wcrbebezirk Teltowkanal: Lvzeum Tempelhof. Ringstraße: Bolkstanzkursus. Ptitzefteilrt Renk»», Zanedourtapelle: W Uhr U«»u vgssturch« ine Hei» Lahnstr. 14. Bon heut« ad j�xn Tounerstag Ueben.. Werbedezirk Pankow: Musikakxnd, B«Iiner Straß« lKlemm» FestWe). Wabebezirk Reinickenborj: Volkshaus Scharnweberstraße: W.-B�Mitglwder« Versammlung. Wabe bezirk Mitte: D« für morgen augesetzte W.�-Abevd fällt au». Allgemeine Wetterlage. «oll«nlo8.cz i>eiiv.c>koIbbeIIljz.»b«i«cIch»I?�-iitil-tMii>sIo inoft=Heb«l.l;GewTtet(5)Windaille Aus Deutschland» lag am Mittwoch im Beraich eines flachen Tiefs. der Vorderseite, im wesentlichen in den Gebieten östlich der Elbe, herrschte bei leichten südöstlichen Winden ziemlich heiteres und warmes Wetter. Di« Temperaturen überschritten meist 20 Grad C. Aus der Mctseite, m der Hauptsache westlich der Elb«, war das Wetter kühl und stärker bewölkt. Es fiel Regen. Am Nachmittag drangen die lvestlichen kühleren Lustmossen in die Gebiet« zwischen Elbe und Oder ein. Dabei kam es zur Bildung von Gewittern mit starken Regensällen, z. T. siel Hagel. In Berlin z. B. kielen in verhältnismäßig kurzer Zeit über 18 Millimeter Niederschlag. In den nächsten Tagen wird die westliche kühlere Lustströmung unser Wetter bestimmen. Wir haben wohl mit einer allmählichen Wetter- besserung, aber vorläufig mit keiner nennenswerten Wiedererwär- mung zu rechnen. Wetter für Berlin: Noch größtenteils bewölkt mit Regen, kühler. — Für Deutschland: Auch im Osten Uebergang zu kühlerem Wetter mit Regensällen. In Mitteldeutschland meist stärker bewölkl, ver- «inzett Regen. Im Westen allmählich Besserung, überall ziemlich kühl.__ � wissen fast lmmer, sparsam zu, wirtschaften. Belm Kauf"onUKHSMTm j Sohnerwachs darf nicht der preis den VBOHOitB, Ausschlag geben: denn van billigen Sorten schmiert man zu viel drauf. verlangen Ele ausdrüiflich WichsmideN Ks reicht noch einmal solange und gibt überraschend schnell bauer- haften, ttlttfesten, naß wischbaren Glanz, well es ans edelsten Hartwachsen hergestellt Ist. preis: i/o Dose 85 pfg,'/, Lose X* 150, Vi Dose 2,80 mit Wertmarke zum Sammeln. Auch flüssig ln Flaschen. Erhältlich in all«»«InschlSglge» Gtschäften. v«tr«t«r und Lager: Carl Schöner!, Bln.-Schöneberg, Hanptstr. 114, Ferujprech«: Stephan 0 I. 7072. Nur solange Vorrat reicht! Gesamtverband der Arbeitnehmer der öffentlichen Vetrtebe und des Personen- nad Warenverkehrs Freilag. den 9. Wal 1930, 19 Uhr(7 Uhr abends) findet in den S-nnmersälen, Berlin. Teltower Straße 1— 4, eine große Funktionärkonferenz der Funktionäre der kämmerelbelriebe. der Gaswerke, der Elektrizitätswerke, der Wasserwerke, der Gasbetriebsgesellschaft und der Berliner Berkehrs-Gesellschafl statt Tagesordnug: Bericht über die Lohnverhaudluvgen. Die Bezirks- und Orlsverwalkmig. IMMUlMM-iteW uerufaKüngsmnglleder! Am Freilag, dem 9.-sslai, abend» 7 Ilhr Sitzung der Mittleren Ortsverwaltuvg. l»e(lrlzverHralirmg. Bettennezckauf! Neue. W-g«n Geld. Mangel spottbillig. 9,78, 12,—. 18.—. Prachtvolle 19,50, 28,—. Daunenbetten 29,—. Keine Lombard war«. Nicht irren, nur Leihhaus Brunnenstraße 47._ Weblehlee.Zeppiche. Kleine Webfehler 2x8 18,— Mark. Klein« Webfeii!« 2 X 8 20.— Mark. Klein« Webfehl« 214X814 81.— Mark. «leine Webfehler 214X814 89,— Mark. Kleine Webfehler 8X4 48,— Mari. 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Bewerbungen mit Qehahstorderung und Angaben über bisherige Tätigkeit sind zu richten an den Vorsitzenden der Pressekommission, Parteisekretär Heinrich Nieder- ' gesäS, Osnabrück, Kollegienwall 14 Sclmlentlassenes Mädchen zum Einholen und für leichtere Botengänge sofort gesuch«. Vorwarls-Budidrudterei Lindenstr. 3. 4. Hof, Unk. Au lg. 3 Treppen. Größtes Spezial- Geschäft seiner Art in ganz Deutschland Extrw prlmm PfHIier Wein«............ Vi Fl. 0.85 Kchter roter SfiBweln„Mnlmeler"........ Liter 1.10 Echter roter«panischer Dessertwein, lUB...Liter 1.20 Echter sUDer, Welver Bordeaux..........'/r FI. 1.20 Echter roter Bnrnrnnder............... V, Fl. 1.20 Echter deutscher Wermnthwetn.....»»».Vr FI. 1.25 Feinster Hterstelner n. Liebfranmlleh..... Vr Fl 1.25 Echter Pcpstdweln, für Kranke•••...•*••• Vi FI. l.BO Echter süßer Vnxnrweln..,-Vi FI. 1.60 Echter 25er Hnnt-Santerne«, welBer Bordeaux.. 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