BERLIN Zrettag 9. Ml 1939 10 PL Nr. 21S Bio? 4?.Iahrgaug 5'/*'J,"! al*e! 9f; Mi /} i*\/ ii i d»»,« t s e n» r t i«: Di« einspaltige N»npar«ille,kll« Sugle.ch Abendausgabe d«.D°e°-et«'. Be�«-rei«"J-* fi/ tf."*> Pf.. SleName.eile 6 M. Ermäß.gungen nach Tarif. be.de Auegaben 85Pf. pro Woche, S,60M. pr» Monat.\7YlQ4\lii{�Q{\�P fLGo IfVOrll/tlrtW»eSscheckk-nto- V-rwärts-Verlag G. m. d. H« Redaktion und expedition; Berlin SW es. k.ndeostr.»/ JJ f rv Wf TW gjr, F„ns»recher- Dönb-ff 292 DU 297 Drei Kalischächte ersoffen. Trichter öffnet sich vor fahrendem Auto/ Schienen hängen in der Lust Soäialfflifche internationale in Berlin 3)ie Abrüftuugtkommtffion der Soxlalifilfchen Arbeiter 3 nter nationale lagt gegenwärtig hn 3lonfercn»ssimnter des Partei- rorf landet, tlnfer Süd sei gl ton Unkt noch recfils: Slurmthal(SA3. Sekretariat): Stenaudel(Frankreich); De Sirouftöre (SBelgien): Vlodigliani(Stallen); Anderten(Dänemark): Starifton(Schweden); Albarda(XoUand); Srtls Adler(Sehr. SA3): Somrrhaufen CUeberfetser): Areilfrheld(Denlfrhland); Otto Dauer(Oeflerreich); Priee CUeberfetser); Qllllet(England) Mehr Sachlichkeit! Die Zentrumspreffe lobt Otto Braun, aber sie handelt gegen seinen 3Rat. Gestern nachmittag sind nach Schichtschluß große Wassermassen in die Kalischächte des Kaliberg» Werks Vienenburg bei Harzburg eingedrungen. Es ist noch ungewiß, ob sämtliche drei Schächte ersoffen sind. Verlust an Menschenleben ist glücklicherweise nicht zu beklagen. Das Kalibergwerk gehört dem preußischen Staate, der bei der völligen Stillegung des Bergwerks einen Schaden von 15 bis 20 Millionen Mark erleiden tvürde. Braunschweig. 0. Mai. In Vienenburg hat sich die durch das Ersaufen des Kalibergwerks verursachte Erdbeweguug noch nicht beruhigt. Die Lage hat sich eher ver- fchlechtert als gebessert. Die Absperrungen haben be» deutend erweitert werden müsien und schon auf der Braunschweiger Chaussee sieht man an mehreren Stellen N i s s e i m P f l a st e r. In einer Wand des Harli, Werks hat sich ein Trichter von 3 0 Metern Durch» messer gebildet. Er liegt ungefähr über Schacht 1 und ist erst in der letzten Nacht gegen*,12 Uhr bemerkt worden. Der Führer eines Benzwagens der Bezirksinspek- tion. der von Schacht 2 kam. und zum Direktionsgebäude wollte, sah plötzlich vor sich inmitten der Straße einen Abgrund und konnte gerade noch auf dem Schienen- sträng der Bergbahn halte«, mit seinen vier Fahrgäste« aussteigen und sich auf festen Boden retten. Jetzt liegt der Wagen tief im Schlund des dauernd einrutschenden Trichters. Tie Schienen der Güter- strecke nach Grauhof schweben in der Luft. An vielen anderen Stelle« ist der Bahnkörper ebenfalls in Mit- leidenschaft gezogen worden. Tie Direktionsge» b L u d e des Werks werden jetzt geräumt, da mit einer tveiteren Ausdehnung des Erdrutsches gerechnet werden muß. In später Abendstunde haben die Untersuchungen der Schächte ergeben, daß in Schacht 2 noch in Höhe der zweiten Sohle kein Wasser zu finden war, aber in Schacht 3 sind schlechte Gase entstanden, die ein weiteres Eindringen in den Schacht verhinderten. Das Schicksal der Werke ist bisher vollkommen unsicher» und es ist zu befürchten, daß weiter« Störungen des Gesamt- Werkes eintreten werden. Auf jeden Fall befinden sich die Erdrutsche noch in voller Bewegung. Die Pressestelle der Reichsbahndirektion Magd«- bürg gibt anläßlich der durch die Erdsenkungen beim Kali- bergwerk Vienenburg notwendig gewordenen Verkehrs- Umleitungen folgendes bekannt: Es empfiehlt sich für die Reisenden des gefährdeten Gebiets, sich vor Airtritt einer Reise rechtzeitig auf den Reiseantrittsbahnhöfen über die Zugverbindungen zu erkundigen, da einEndederStö- r u n g im regelmäßigen Zugverkehr noch nicht abzusehen ist. Der durchgehende Personenverkehr Halber st adt— Hildes- h e i m und Ho/ibcrstadt— Langelsheim(Kreiensen) und in der Gegenrichtung wird nicht mehr über Vienenburg, sondern über Heudeber— Dan st«dt— Bad Harzburg— Oker— Goslar und umgekehrt geleitet. Wie weiter bekanntgegeben wird, ist ein Pendelverkehr, der sich im Rahmen der sonst fahrplanmäßig verkehrenden Züge abwickelt, eingeleitet auf den Strecken Bienen- butg Personenbahnhof— Oker bis Bad Harzburg und Bad Harzburg bis Vienenburg Pcrsoneichahnhof, außerdem auf den Strecken Börssum— Vienenburg bis Schladen und He-udeber— Danftedt— Vionenburg bis Wasserleben. Aeuer Krieg in China. Nanking gegen den Norden. Zwischen Regicrungstruppen und nordchimsifchen Streitkräften sind schwer« Kämpfe entlang der Lunghai-Eisenbahn westlich des Ortes Hsuchausu im Gange. Die Regierungstruppen sollen unter großen Verlusten Zwei Städte eingenommen hoben. Die Zahl der Verwundeten und loten der Rcgierungstruppen soll 7000 betragen. 2000 Verwundete sind bereits in Nanking ringe- troffen. General Tschiangkaischek hat Nanking oerlassen, um die Leitung der Offensive gegen Nord zu übernehmen. Er konnte aber auf dem Wege zur Front nur bis Pengpu kommen, wo er an der fS e i t e r r ei s« infolge der Kämpf« oerhindert nmrde. Di«„Germania", das Berliner Zentrumsblatt, beschäftigt sich in einem Nachwort zu der gestrigen Aussprach« im Preußischen Landtag nochmals mit den Methoden der sozialdemokratischen Oppo- sition, di« sie nicht„sachlich" genug findet. Dabei versucht sie, in emer Weis«, die weder geschickt noch taktvoll ist, den preußischen Ministerpräsidenten, Genossen Braun, gegen die sozialdemokratische Reichstagsfraktion und die sozialdemokratische Presse auszuspielen. Sie hat jedenfalls die Reden des Genossen Braun ganz anders gehört und ganz anders verstanden als wir. Wir würden uns sehr g«rne die Zentrumsprcsse zum Vorbild stichlicher Kampfesweise nehmen, fürchten aber, alles andere als ihren Beifall zu finden, wenn wir es von der anderen Seste her ebenso machen wollten wie sie. Dafür als Beispiel ihre Behandlung der Panzerschsff--Frag«. - Die Erwartung, daß bereits im Ha-ushaltsausfchuß des Reichs- tags ein« klare Enifcheidung über den Bau � des Panzer- schiff es L herbeigeführt werde, ist nicht eingetroffen. Zwar ist die Einsetzung der ersten Rate mit 19 gegen 13 Stimmen bei drei Enthaltungen abgelehnt worden. Zu den Neinsagern gehörten ll Sozialdemokraten, i Kommunisten, 2 Demokraten und 2 Zen- trumsabgeordnete(Crfnug und Schock). Die I a st i m m e n stellten die Dsutschnationalen, di« D«utsch« Bolkspartei. di« Wirtschaftspartei. Zu ihnen gesellte sich auch der Zentrumsabgeordnetc W e g m a n n, während der vierte Zentrumsabgeordnete Dr. Perlitius sich ebenso wie die beiden Vertreter der Bayerischen Dolkspartei enthielten. Aber schon dies«? Zerfall der Zenlrumsverkrelung in drei Teile zeSgt, daß man im Zentrum durchaus nicht einhellig den Bau des Panzerkreuzers ö ablehnt, und daß ein Druck des Reichswehr- Ministeriums oder gar einer noch höheren Stelle dazu führe« kann, daß das Zentrum auch dieses Zugeständnis an die Deutschnationalen mach. Damit wird man um so mehr rechnen müssen, als sowohl Herr. v. Lindeiner-Wildau als auch Graf Westarp der Entscheidung über den Panzerkreuzerbau weitestgehende Bedeutung für die allgemein« Politik beigemessen haben. Interessant ist, daß die Zentrumspreffe die 13 Ja-Stimmen als Stimmen der Rechsparteien bezeichnet und die positive Abstimmung des Zentrumsabgeordneten Wegmann verschweigt. Der Zwie- spalt im Zentrum wird dafür durch Angriffe auf die Sozialdemokratie auszugleichen versucht. Als Unterlage benutzt nion die Erklärung des Reichswehrministers G r o e n e r. In ihr wurde darauf hingewiesen, daß das Kabinett Müller unter Zustimmung der vier sozialdemokratischen Minister «ine- Entschließung angenommen habe, daß mit dem Etat 1931 ein Schiffsbauersatzplan, der auch den Ersatz der Linienschiffe . enthalten sollte, vorzulegen sei. Im Haushaltsausschuß hat bereits der sozialdemokratische Abg. Keil festgestellt, daß dieser Beschluß des früheren Reichskabinetts nichts anderes sei als die Ausführung eines Beschlusses, den der Reichstag im Juni 1929 gesaßt hat. Dieser Antrag forderte die Reichsregienmg auf, einen Flottenbauplan vor- zulegen, zugleich mit einer Deckungsoorlage über die Kosten. Der Beschluß des Reichskabinetts ist nur die Ausführung dieses Reichs- tagsbeichlusses, ist aber in keiner Weise eine mat«riells Entscheidung zugunsten des Baues von Panzer- schiffen. Der Reichswehrminister Groener hat nicht bestreiten können, daß der Beschluß des Kabinetts nur diese formelle Be- ösutung gehabt hat, in keiner weise aber eine Zustimmung der sozialdemokratische« Minister zum Bau von neuen Panzerschisfeu bedeute. Diesen Sachverhalt wird man um so stärker unterstreichen müssen, als, wie im Haushaltsausschuß am Donnerstag bei anderer Gelegenheit festgestellt wurde, die Regierungsparteien allzu leicht der Versuchung unterliegen, aus der Lust gegriffene Be- hauptungen über die Haltung der Sozialdemo- kratie auszustellen. Nur Leichtfertigkeit und Umvahrhaftig- keit können behaupten, daß öie sozialdemokratischen Minister der Regierung Müller dem Bau des Panzerkreuzers B für das Jahr l931 positiv zugestimmt hätten. Im ganzen gesehen, ist die Methode der Zentrumsxocsse, das Kabimtt Brüning publizistisch zu vertreten, mehr als eigenartig. Da wird einmal auseinandergesetzt,'tzatz jetzt alles ganz anders und besser geworden ist, da st die alte Schlappheit auf- gehört hat und«ine Regierung tot ist, die.zielklar führt". Be- ginnt aber die Kritik sich unangenehm fühlbar zu machen, dann verkriecht man sich sofort hinter den breiten Rücken der jrüheren Regierung und versichert, alles, was die Regierung Brüning tue, hätten di« Sozialdemokraten genau so gemacht oder würden sie genau so machen, wenn sie noch in der Regierung säßen. Mit der Wahrheit springt man dabei in einer Weise um, daß den Redak- teuren der kommunistischen Lügen preis« jede Arbeit erspart wird. Sie brauchen nur noch nachzudrucken. Wer selber solche Methoden der Polemik übt, hat allen Grund, mit den Lehren, die er anderen erteilt, vorsichtig zu sein! Kabinettsminister als Verräter. londoner politische Polizei hinter dem Gandhi-Geheimniö. London, 9. Mai. Drei Londoner Morgenblätter hatten am Donnerstag ihre Leser vorzeitig über die Gandhi betreffenden Beschlüsse des englischen Kabinetts eingehend unterrichtet. Es hieß in diesen Meldungen unter anderem, das Kabinett habe einer Verhaftung Gandhi» zugestimmt und außerdem der indischen Regierung mittelen lassen, daß sie bei s Amtlichen Maßnahmen, die sie für notwendig halte, auf die Unterstützung der cheimatregierung rechnen könne. Wie„Morning-Post" berichtet, war der P r e m i e r m i n i st e r Über die Veröffentlichung sehr ausgebracht, insbesondere, da die Ver- Haftung Gandhis im Augenblick der Publikation noch nicht voll- zogen war. Er wies die Polizei an, festzustellen, wie die Information in die Presse gelangt sei. Einer der in Betracht kommenden Ehesredakteure erhielt den Besuch eines Kriminalbeamten, lehnte jedoch ab, die Quelle seiner Informationen zu nennen, obwohl der Beamte ihm erklärte, daß er im Falle der Weigerung mit Gefängnis zu rechnen habe. Beim Chefredakteur des zweiten Blattes spielte sich dasselbe ab. Im dritten Fall war der Chefredakteur abwesend. Auch ein Parlamentsberichterstatter wurde zweimal von Geheimpvlizisten aufgesucht und ins Kreuzverhör genommen Auf Drängen seiner Frau hin teilte er den Kriminaldamtcn schließlich mit, daß er di« Information von einem K a b i n« t t s m i n i st e r er- halten habe. „Morning Post", das konservative Blatt, greist die Regierung listig on und spricht von der„GPU. der Downingftreet" Auch „New Leader", das Organ der unabhängigen Arbeiterpartei. berichtet über den polizeilichen Besuch in der Wohnung des Parlanientsjournatisten. Zentrumsabgeordneter Nientimp. Schwer, Beschuloigunqen.— Nientimp im Sanatorium. Bochum, 9. Mai. Seit einiger Zeit gehen durch die Presse Nachrichten von um« faugreichen Steuerhinterziehungen des Reich»« lagsabgeordneten und Bochumer Stadtoerordnetenoorstehers N i e n t i m p. deren Höhe sich auf über 190 900 Mark belaufen soll. Außerdem soll Nientimp als kaufmännischer Berater der Gobewä (Großeinkaussgenossenschaft rheinisch-westfälifcher Bäckerei- Innungsverbände) zusammen mit ihrem früheren Direktor Bestechungs« gelder von Lieferfirmen angenommen haben. Die Bochumer Zentrumsfraktion verbreitet dazu ein« Erklärung, in der es heißt: Di« Zenirumsfraktion des Stadtverordneten- kollegiums habe zum ersten Male um Ostern herum von diesen Gerüchten Kenntnis erhalten und habe daraufhin alle ihr not- wendig erscheinenden Schritte eingeleitet und einige Mitglieder der Fraktion mit der Untersuchung beauftragt. Es sei indes nicht ge- lungen, die erwünschte Klarheit zu schassen, da die Verbreiter der Gerüchte sich stets auf Ou eilen beriefen, on die nicht heranzukommmeu fei. Nientimp selbst sei Ostern zu- jammengebrochen und infolgedessen unfähig, sich verant- wörtlich zu äußern und von sich aus gegen die Verbreitung der Gerüchte die Schritte zu tun, die ihm von der Fraktion nahegelegt würden. Er hat jedoch, bevor er sich in ein Sanatorium zub Wiederherstellung seiner. Gesundheit begab, in der„Westfälischen Bolkszeitung" die Erklärung veröffentlicht, wonach er den S t a a t s- anwalt gegen di« Verbreiter der Gerüchte in Anspruch nehmen werde. Nientimp Hab« außerdem seine A e m t e r bis zur Klarstellung der Angelegenheit zur Verfügung ge« stellt. Nachdem nun in einem Teil der Presse die Gerüchte sich zu Behauptungen verdichtet hätten, Hab« sich die Fraktion veranlaßt gesehen, erneut an Nientimp heranzutreten und ihn zu einer als- baldigen Stellungnahme zu veranlassen. Explosion von Ammoniaktanks 7 Arbeiter getötet, 12 schwer verleht, 15 vermißt. New V o r k, 9. Mai. tEigenbericht.j In den« r m o u r- F l e i s ch f a b r i k e n von Saint Josef(Missouri) ereignete sich bei Arbeitsschluß eine N i e s e n e x p I o s i o n, durch die.7 Personen g e- tötet und 1Ä schwer verletzt wurden. IS Per» fönen werden noch vermißt. Tie Mehrzahl der Per- mißten, meist Frauen, liegt unter den Trümmern be- graben. Es sind fieberhafte Rettungsarbeiten im Gange. Tie Explosion wurde anscheinend durch Ammoniakgase verursacht. lieber die Verluste an Menschenleben liegen bisher jedoch widerspruchsvolle Meldungen vor. Nach der einen sind ljv Arbeiter getötet, nach der an- deren sind vier Tote zu verzeichnen, während IS Per- sonen, und zwar junge Arbeiterinnen, vermißt werden, die im Kellergeschoß eingeschlossen sein sollend Es soll sehr zweifelhaft sein, die Eingeschlossenen lebend zu bergen. Die Katastrophe wulhe offenbar durch die Explosion der großen Ammonioktanks herbeigeführt.' Die Explosion schien das ganze Gebäude hochzuheben, das dann zu einem große» Trümmerhaufen zusammenstürzt«. Teilweise liegen die Trümmer von drei Stockwerken übereinander. Die Bergung der ums Lebe» Gekommenen wird infolgedessen voraussichtlich zwei Tag« in An- ipruch nehmen Do die Ruinen von Ammoniakgasen erfüllt sind, so ucrrnuiEl man, daß diejenigen, die nicht von den Trümmern er- schlagen sind, den Erstickungstod erlitten haben. Oer Landrat und sein Sparbuch. Hinter den Kulissen deuischnationaler Beamtentätigkeii. Hannover. 9. Mai.(Eigenbericht.) Der kürzlich seines Amtes enthoben« deutschnationale Landrat Kleine-Leer hat die vor wenigen Tagen vom„Volks- nullen" in Hannover gegen ihn erhobenen Beschuldigungen als„g tatst erlogen" bezeichnet. Mescr Feststellung wurde in der bürgerlichen Press« hinzugefügt, daß das sozialdemokra- tische Kreistagsmitglted des Kreises Leer. L. Thelemann, der von Kleine erstrebten Dienstaufwandsentfchädigung in Höhe von 22 999 Mark zugestimmt habe. In der Donners- tag-Ausgabe des Hanncwerschen„Bolkswillen" äußert sich Thelemann in einem längeren Artikel zu der Angelegenheit, dem wir folgendes entnehmen: Landrat Kleine, Lehr, stellt in der Presse die absolut unwahre Behauptung auf, der Kreisausschuß habe ihm als Dienstaufwands- «ntschädigung für die Zeit vom Mai 1926 ab die Summe von 22999 Mark bewilligt und ihm außerdem 8999 Mark als Abschiedsgeschenk zugesagt. Ich mutz dem Landrat Kleine mit denselben Worten er- widern, die er bezüglich des Artikels im„Volkswillen" gebraucht. nämlich daß diese Behauptung glatt erlogen ist. Von den Zahlen 22 999 und 8909 Mark zum Beispiel habe ich zum ersten Male aus der Press« erfahren! Ich muß serner zur Ehre aller Kreisausschußmitglieder sagen, daß sie olle Persuche des Landrates, sich auf Kosten des Kreises zu bereichern, abgelehnt haben. Im Mai 1926 hatte der Kreisausschuß ein« Landstratzenberei- sung im Königsmoor. Tief im Moor traf es sich, daß ich mit dem Landrat Kleine allein zusammenkam. Nach allgemeinen Klagen darüber, daß es für ihn sehr hart sei, wenn er wegen seines Alters in 4 bis S Iahren abgehen müsse, äußerte er, daß er jetzt versuchen wolle, mit seinem Gehalt als Staatsbeamter auszukommen und den Betrag für seine D i e n stau f wa nd s e n t s chä d i- gung zurückzulegen, damit er nach seinem Ausscheiden aus seinem Amt«ine Summe zur Verfügung habe. Ob ich damit ein- verstanden sei, wie er es dem Kreisausschuß vorzuschlagen beab- .sichtige, daß dies Geld— er schlage vor 39 000 Mark— vom Kreis auf ein besonderes Sparbuch angelegt werde. Auf meine Frage, warum dazu 39999 Mark erforderlich seien, rechnet« mir Herr Kleine vor. daß die Dienstaufwandsentschädigung vorher 2499 Mark, jetzt 3699 Mark betrage und sich vielleicht aus 4899 Mark erhöhen würde. Das würde sa etwa sür die ihm noch bevorstehenden Dienst- jähre 39 090 Mark ausmachen: es schade ober nicht, wenn diese Summe etwas zu hoch gegriffen sei, die Re st summe oer- bliebe ja immer dem Kreise. In der nächsten Kreisaus- schußsitzung legte Landrat Kleine das nachstehend« selbstge- schrieben« Schriftstück zur Unterzeichnung mit dem Hinweis vor, daß er ja mit den einzelnen Kreisausschußmitgliedern die Sache besprochen habe. Ich hatte nach der vorhergegangenen Besprechung mit Herrn Kleine keine Bedenken, dies Schriftstück zu unterzeichnen, da ich sein Vorgehen, wie er es mir darstellte, für korrekt halte- mußte. Nr. 3399 Kr. Leer, den 14. Mai 1926. Beschluß. Der Kreis zahlt für den Landrat bei der Kreissparkasse aus Sparbuch den Betrag von 39 099 Mark ein. Der L a n d r a t verzichtet auf den ihm zustehenden Dienstauf- w a n d. Uebernimmt der Landrat auf seinen Wunsch oder mit seinem Einverständnis ein anderes Amt, so verbleibt das Sparbuch dem Kreise. Letzterer zahlt aber dem Landrat in diesem Falle nach- träglich den bis dahin ihm zustehenden Dienstaufwand nebst Zinsen.. Der Beschluß vom 19. Juni 1925 betr. Zahlung einer Pension an den Landrät wird hierdurch aufgehoben. (Unterschriften sämtlicher Kreisausschußmitglieder.) Landrat Kleine hat dann in der letzten Kreisausschußsitzung, als er sich verabschiedete, gesagt:„Wir müssen heute den Beschluß über die Verwendung der 39 999 Mark fassen. Ich schlage vor, für den neuen Landnot für die 1% Jahre, die ich noch hätte im Dienst bleiben können, S409 Mark abzusetzen, und dann über die Reststmmre zu verfügen." Darauf wurde er vom Kreisaus- fchuß gebeten, uns zur Beratung dieses Punktes allein zu lassen. Landrat Klein« fragte, was das zu bedeuten hätte, ging hinaus, kam aber sofort wieder herein und erklärte: Ueber die ihm rechtlich zustehende Dienstaufwandsentschädigung von etwa 12 999 bis 13 999 Mark brauchten wir nicht zu beraten, die verlange er, und wenn ihm die vorenthalten würden, würde ec klagbar vorgehen. Der Kreisausschuß beschloß, dem Land,at die ihm rechtlich zustehende Dienstaufwandsentschädi- gung zu bewilligen, aber zuvor noch bei der Regierung anfragen zu lassen, ob das Geld ohne Kreistagsbeschluß ausgezahlt werde» dürfe. Ausdrücklich wurde dann beschlossen, dem Kreistag vom Kreisausschuß weiter Nichts vorzuschlagen. Der Kreis- ausschuß, der heute noch aus den gleichen Personen besteht, die 1926 den Beschluß gefaßt hatten, hat sich ausdrücklich ge- weigert, die Gesamtsumme auszuzahlen, die inzwischen auf 38090 Mark angewachsen ist. Es ist nach alledem nicht zu bestreiten, daß der deutsch- nationale Landrat Kleine oersucht hat, von dem Kreis Leer einen Betrag zu erhalten, der über die ihm rechtmäßig zu- stehende Summe weit hinausging. Zollbindung bis 1935. Die Ausbeutung durch die Kartelle. Der Haushaltsansschuß des Reichstages begann heute die Beratung des Haushalts des Reichswirtschasts- Ministeriums. Nach kurzer Einleitung de» Berichterstatters von Raumer(D.Bp.) begann dl« Debatte unter allgemeiner Unaufmerksamkeit mit einer Rede des Abg. Köhler(Z.) Ihm folgte der Dentschnationale Reichert, der bald mit den Unternehmer- avgumenten kam, das Realeinkommen des Arbeiters fei gestiegen und die Lebensmittelpreise mären gesunken. Abg. Tornow(Soz.) sprach zu der von den Vorrednern ange- schnittenen Lohnfrage. Di« von Raumer behauptete Starr- heit der Lohntarise gibt es gar nicht. Die Statistik der effektiven Löhne zeigt, wie sehr bei rückläufiger Konjunktur die Löhne abgebaut werden. Di« Behauptung von starren Löhnen zeugt von totaler Unkenntnis der Tatsachen. Herr Reichert sprach von der Notwendigkeit aktiver Lohnpolitik. Dazu ist not- wendig, daß die Warenpreis« beweglich gemacht werden. Die kartellgebundenen Preise sind in Deutschland nicht gesunken, trotz rüekläufiger Konjunktur. Wir haben ein Kartellgesetz. Hat das Ministerium sich um die Preispolitik der Karlelle gekümmert? Deren preistretbende Tätigkeit ist ständig im Wachsen. Wir brauchen eine. verbessert« Kartellgesetzgebung. Di« B« r- trustung der Liuoleumindustrie hat zu einer nahezu hundertprozentigen Ausnutzung des vorhandenen Maschinenparks geführt, di« Rationalisierung der Löhne ist gefolgt. Jetzt hat man die Preise um 16 bis 17 Prozent erhöht. Hier muß >das Wirtschaftsministerium eingreifen. Der Reichsverband der deut- fchen Industrie hat eine Agitationsschrist für di« Kartelle veröffent- licht. Die Arbeit zeigt jedoch ganz deutlich die negativen Re- sultate der Kartellwirtschaft. Die Ouotenaufkäufe bedeuten eine Verteuerung-der Waren. Frau Luders(Dem.) wünscht Auskunft über den Stand der Handelsverträge und spricht gegen Zollerhöhungen. Reichswirtfchastsmimster Dietrich begründet Kosten und Er- spaxnisse des Statistischen Reichsamtes. Es wird eine parlamen- tarische Prüfungskommiffion unter dem Vorsitz des Abg. D e r n- bürg(Dem) gebildet werden. Das Reichswirtschastsgericht kann an das Reichsverwal timgsgericht angegliedert werden. Di« Zoll- forderungen werden jetzt immer zahlreicher. Wir sind aber durch Handelsverträg« gebunden. Es gibt keinen Weg, von dem System der Meistbegünstigung vor 1936 herunter- zukommen. Von 1936 müssen wir sehen, etwas anderes an diese Stell« zu setzen. Die Exportkreditversicherung geht in Richtung der Meere, die Exportgarantien gehen mehr nach den Oststaaten. Man muß alles daran setzen, um mit diesen Staaten— Polen und Rumänien haben 50 Millionen Einwohner— zur Berständigung zu kommen. Der Handelsvertrag mit Finnland macht große Sorgen. Die Bindungen bis 1937 sind bedenklich. Die Wirtschafts- und Lohn- Politik könne er noch nicht erörtern, er sei erst seit sechs Wochen Wirtschaftsminister. Im weiteren Verlauf der Debatte erklärte Graf Westarp (Dnat.), er müsse den dringenden Wunsch aussprechen, daß noch vor der So» rmer pause die Zollfrogen erledigt wurden. Abg. Hilferding(Soz.): Der Verkehr Deutschlands mit den europäischen Ländern ergab 1929 ein Aktioum von 3 Milliarden Mark. Die Bedeu- tung der Genfer Konvention liegt in der Erhaltung der Freihandels- Politik. Gerade vom Standpunkt der deutschen Industrie ist ihr Kampf gegen die Genfer Konvention unverständlich. Die allgemeine Handelspolitik verlangt stabilere Handels- v«riräg«. Deren Kurzfristigkeit ist ein Exporthindernis. Das Ab- gehen von der Meistbegünstigung würde zur Erhöhung der Schutz- zollmauern fuhren. Welches andere System sollte an ike Stelle der Meistbegünstigung gesetzt wfrden2 Die Sozialdemokratie wird den stärksten Wider- st a nd gegen Veränderung unserer Handelspolitik, gegen Abbau der Meistbegünstigung und der Handelsverträge leisten. Wir müsse» Auskunst haben, wie die Anleihepolitik der Reichsbank in Zukunft geführt werden soll. Für Belebung des Arbeitsmarktes spielen die Kvinmu- neu eine entscheidende Roll«. Die kommunale Anleihewirr- s ch a f t muß nicht nur zentral beobachtet, sondern auch zentral unterstützt werden. Was für Absichten bestehen mit der Gold- diskontbank? Man müsse im Haushaltsausschuß einmal über d:- Stellung der Reichsbank zu diesen Fragen ausführlich sprechen. Mord in Spandau? heule mittag wurde im Skadkpark Spandau an einer morastigen Stelle des früheren Goldfischleiches die Leiche eines etwa 40jährigen Mannes gesunden. Der Sopf de» Token wir» an der rechten Schläfe eine schwere Verletzung auf. Da die hinzogenifenen Polizeibeamten ein verbrechen vermuteten, wurde die Mordkommission de» Polizeipräsidiums alarmiert und Kriminalkommissar Rassow sowie der Gericht sarzl Prof. Dr. Strauch begaben sich an die(fundstelle. Der Tote ist einarmig, der rechte Arm fehlt und die linke Hand stak in der Manteltasche. Räch dem Befund ist mit der Mögtichkeit zu rechnen, daß der Tote einem verbrechen zum Opfer gefallen ist. Anklage gegen Rombenleger. Sie Anllagefchrift fertiggestellt: Sprengstoffverbrechen, Meineid, Diebstahl. Altona. 9. Mai. Die Staatsanwaltschaft hat in Sachen der Untersuchung wegen der in den Jahren 1928/29 in Schleswig-Holstein, Hannover und Oldenburg begangenen Bombenanschläge die umfangreiche Anklageschrift fertiggestellt und der Strafkammer mit dem Antrag auf Eröffnung des Hauptoerfahrens eingereicht. Die Anklageschrift legt den Angeschuldigten Verbrechen und Vergehen gegen das Sprengstossgesetz, einigen auch Diebstahl von Sprengstoff und einem Angeschuldigten Meineid zur Last. Sie bezieht sich auf die Attentate bzw. Attentatsversuche von Holling- stedt, Niebüll, Schleswig und Lüneburg. Sieben Angeschuldigte be- finden sich noch in Untersuchungshaft. Rätfelhaster Lteberfatt im Eilzug. Reifender durch Aether bewußtlos gemacht. Hannover, 9. Mai. In einem Abteil 2. Klaffe des Eilzuges Köln— Hannover wurde während des Aufenthalts des Auges auf dein hiesigen Bahnhof der Kaufmann Hermann van Pels aus Osnabrück mit ausgebreiteten Armen auf dem Fußboden liegend bewußtlos aufgefunden. Im Abteil wurde ein mit Aether ge» trän kter Wattebausch vorgefunden. Ob ein Raubüberfall vorliegt, konnte bis jetzt noch nicht festgestellt werden Der Netsende wurde dem Krankenhaus zugeführt, wo er bis heute früh noch bewußtlos lag. Außer Geld sind sonstige Wertsachen, wie Taschen- uhr usw.. bei van Pels gefunden worden. Di« Untersuchung ist eingeleitet. Die Zahl der Arbeitslosen in Oesterreich betrug Ende April 192 477, was gegen die Zählung vom 15. Aprll«ine Abnahme um rund 18 799 Arbeitslose bedeutet. ErsiHochverraier, dann Siaaisbeamier Oer Kail Lübbe». 1920 noch steckbrieflich verfolgt, 1922 bereits Regierungsrat. Der Regierungsrat Lübbe» beim Reichspatentamt ist wegen rechtsradikaler Treibereien verhaftet worden. Lübben war 1S2l1 als Leutnant a. D. auf Rügen. Seine Tätigkeit bestand darin, den sogenannten Rügenschen Landschug zu leiten, der von dem reaktionären Landrot v. Magohn mit Kreismitteln ausgezogen wurde und auch in den K a p p- T a g e n bis an die Zähne bewaff- net den Krieg gegen die Republik aufnahm. Auf behördliche An- ordnung wurde dieser Landschutz a u f g e l ö st � bestand jedoch i l l«- g a l als eine Art Arbeitsgemeinschaft weiter. Die Behörden er- hielten davon Kenntnis, als es eines Tages zwischen den Angehört- gen dieser Organisation zu Unstimmigkeiten kam, die im Juni 1920 in eine regelrechte Schießerei bei Zirkow auf Rügen aus- arteten. Neben verschiedenen Verwundeten blieb ein Toter auf der Straße liegen. Mit Hilfe der Reichswehr, die mit Geschützen nach Rügen übersetzte, wurden auf dem Jagdschloß Granitz und im Park des Fürsten zu Putbus Durchsuchungen nach Waffen vorgenommen, wobei ein ganzes Arsenal an Munition und Schieß- zeug gesunden wurde. Der Leutnant a. D. wählte den besseren Teil der Tapferkeit— er verduftet«. Nunmehr wurde gegen ihn«in Steckbrief wegen Hochverrat erlassen. Dann schlief die Sache ein und man hörte nichts mehr von der ganzen Geschichte, bis plötzlich 1922 dieser ehemalige Putschistenhäuptling beim Kreisausschuß in Ber- gen als„Regierungsrat" eine Förderung für angeblich bei der da- maligen Durchsuchung ihm verlorengegangene Kleidungsstücke prä- sentierte. Dieser Mann hatte sogar die Stirn,«inen regelrechten Psozeft gegen den Kreis anzustrengen. Man halte sich die Tatsache vor Augen, daß ein wegen Hochoerrat steckbrieflich verfolgter Mensch bereits zwei Jahre später als Regierungsrat ein„treuer" Diener der Republik werden konnte. Es erweckt den Anschein, als ob bewußt der- W-onlag, den 12, Wai, 19'l2 Whr fprechen in der.11 e u e n Well' die Derireler der SoziaUUlfdien ,/ii*bei1ei*'*Jn1ei*nationale* T an der t cid e, Jielgien TorfICseender der Zxekullre der S./tl, Jllbarda, Wederlande Abramoni Ii cii, Ausland Otlo ißauer, Oeflerreich Cr f spien, Sbeutfchland ßrimm, Schiveia Xonguel, Sranhreich Wo dfgllanl, Olalien Wöller, Sdmeden Soukup, tjdiedwSloirakei Wels, äbeulfchland fotrle Qenoffen aus England und Polen. Crfcheinl in Hlnffen! treffpunkl der Sosialifliichen Arbeileriugend: 17 Uhr Camphaufenflra�e.aniUnlergrundbahnhofPfafenheide. artige Zellen gebildet worden find, um die Staalsmaschineri« zu unterhöhlen: denn es kann nicht angenommen werden, daß den verantwortlichen Stellen die Vergangenheit dieses Mannes unbe- kannt geblieben ist. Es dürfte interessant sein zu erfahren, auf welche Weise und durch wessen Protektion dieser Mann in das Amt eines Regierungsrats gelangt ist! Oüsterbergs Drohung. . Stahlhelm als Hugenberg-Anhängsel. Magdeburg. 9. Mai.(Eigenbericht.) In einer in Zeitz abgehaltenen Stahlhclmversamm- l u n g erklärte der zweite Vorsitzende dieses Bundes, Düster- berg:„Wir stehen dem Kabinett Brüning noch heute m i t ftä r k st e m Mißtrauen gegenüber. Ich finde, die Herren stich sehr empfiichlich. Sie nehmen alles mögliche Übel. Ich habe kürzlich in Magdeburg gesagt, wir haben kein Vertrauen zu Männern wie Dr. Wirch und Dr. Curtius, von denen uns der eine als Feinde bezeichnete und der andere uns, die Mitglieder des Reichsausschusses für das Volksbegehren, schwer angegrisifen hat. Das Kabinett Brüning steht keinen Anlaß, das Stahlhelmverbot auszuheben, trotzdem festgestellt worden ist, daß der Stahlhelm sich an den Gelände- Übungen überhaupt nicht beteiligt hat. Für eine eventuelle Auf- Hebung des Verbotes hatte man die Bedingungen gestellt: 1. den dortigen Stahlhelmsührer zu opsern und 2. der Stahlhelm möchte sich mit der katholischen Geistlichkeit besser stellen! Das haben wir strikt abgelehnt. Wir gehen durch kein kaudisches Joch, npr um Herrn Wirth die Freude zu machen, uns gedemütigt zu sehen. Der Kurs Brünings war eine groß« Enttäuschung insofern, als das Verhält- nis zwischen Jentrum und Sozialdemokratie trotz der Trennung im Reiche in Preußen unverändert bestehen bleibt. Wir haben Anlaß, unsere Haltung gegenüber dem Kabinett Brüning nur zu ver- schärfen."_ Ungewollter Erfolg der Hetze. Kommunistischer Stadtverordneter wird Sozialdemokrat Lackeuwalde.S. Mai.(Eigenbericht.) Der neue sozioldemokralische Oberbürgermeister von Luckenwalde. vr S a l o m o n. wurde heute in sein Amt eingesüh-t. Dabei wurde er von einem kommunistischen Redner in äußerst gehässiger weise angegrissen. Ein anderer kommunistischer Stadtverordneter erklärte daraufhin, daßerderkpv. nichtlänger angehören könne. Er trat der Sozialdemokratischen Partei bei. Die spanischen Generale, die in der Nacht zum Donnerstag unier dem Verdacht von Putschabsichten verhaftet wurden, sind wieder frei. Ermittlung«, gegen sie sind nicht eingeleitet. Leidenszüge Von Paul Nicht nur im Antlitz der Menschen prägen sich Erfahrungen und Leiden aus, auch die Städte find für den Scharfsichtigen lebendige Denkmäler der Entwicklungsgeschichte früherer Generationen. Wer eine Stadt aufmerksam betrachtet, erkennt die Erlebniste und den Wesenegeist seiner Bewohner. Wie kommt es, daß uns in Berlin, das wir lieben, so oietes Häßliche abstößt, das Schöne so häusig durch Widersinniges entstellt und um seinen Sinn gebracht wird? Auf dies« von uns allen schon oft gestellt« Frage antwortet uns Werner Hegemann in seinem soeben bei Gustav Kiep«»heuer er- schienenen Buch„Das Steinerne Berti n". Zur Charakteristik von Menschen und allen natürlichen und künstlichen Gebilden gehört der Vergleich. Ist das, was in Berlin geschehen ist, vernünftig, und wie verhält es sich in dieser Hinsicht mit anderen Städten? Da führt der Verfasser vor allem folgend« erschütternd« Parallete an:„In der größten Stadt der Welt, in London, wohnen durchschnittlich 8 Menschen in jedem Haus: in Philadelphia wohnen S, in Chikago 9, in der Insel- und Wolken- kratzerstadt New Jork 20, in der eingeklemmten alten Festungestadt Paris 38 Menschen in jedem Haus«. Aber in Verlin, das sich foi* London, Chikago vdcr Philadelphia ungehemmt im flachen Land entwickeln konnte, wohnen durchschnittlich 78 Menschen in i«d«in Haus«, und die meisten dieser Kasernen sind gartenlos." Was ist die Ursache eines so grotesken Mißverhältnisses zur Wohnungspolitik anderer Länder? Der Berfaster, einer der schärfsten Bekämpfer der Fridericus-Legende, weist an Hand unzähliger Beispiele, auf Grflnd ungewöhnlichen historischen Wissens nach, daß die Hohenzollcrn nicht, wie so geflissentlich behauptet worden ist, die Beglücker der Haupt- stadt, sondern mit geringen Ausnahmen ihr« Unterdrücker und Aus- beuter gewesen sind. C» fing an mit der Vernichtung der städtischen Selbständigkeit durch den ersten Kurfürsten. Der Adel erhielt Steuer- Privilegien auf Kosten der Bürger und Bauern.„Das Bündnis der Hohenzollern mit dem Adel Hot im Lauf« der Jahrhunderte die bürgerliche Entfaltung Berlins gehemmt oder vernichtet und hat auch die ursprünglich freien oder von Berlin beherrschten Bauern all- mählich ganz in die Leibeigenschaft und in jene wirtschastbich« Rück- ständigkeit gedrängt, die noch heute das Deutsche Reich zu Milliarden verschlingender Tributpsiicht an die Landwirtschaft freier Bauern- länder wie Dänemark, Belgien, Holland und Amerika zwingt." Di« kurze Kunstblüte unter dem ersten preußischen König, der ein Genie wie Schlüter noch Berlin berief, wurde durch den Nach- folg«r jäh beendet. Den soldatischen Charakter, den die Stadt durch eine, jegliche Freiheit und jegliche Moral vernichtende mUtärischc Despoti« erhielt, konnten später« künstlerische Versuche kaum de- seitigen. Man keimt die Urteile, Heines, Goethes, Gottfried Kellers und so vieler anderer deutscher Künstler über die trostlose Einförmig- keit der fridericmmscheii Stadt. Willkürlich und widerspruchsvoll wie Friedrichs Ii. Charakter foaren feine städtebaulichen Beglückungs- versuche. Dieser Verschwender, der zu Unrecht als der anspruchslose Philosoph geschildert wird, vergeudete Millionen für unglückliche Wiederholungen edlerer Vorbilder. Der Fremde, der nur auf das Betrachten der sogenannten Sehenswürdigkeiten ausgeht, sieht Potemkinsche Dörfer, hinter denen sich das Mißglückte und Häßliche oerbirgt. Wer ahnt zum Beispiel, daß die kurzsichtig« Politik der Berliner Geheimrät« um die zweite Hälft« des vorigen Jahrhunderts, „Oer Walzerkönig." Atrium. Eine gute Regie kann nicht die bösen Eindrücke verwischen, di« das Manwsknpt hinterläßt. Wieder einmal Wien, sentimental ge- scheu, wie es sich der kleine Spießer vorstellt, wieder einmal Ja- Hann Sttauß al« schmachtender Liebhaber. Und am Schluß die Revolution des Jahres 48, die Strauß mit einem Walzer beruhigt. Also eine schlimme Angelegenheit, die dadurch noch schlimmer wird, daß der Film«ine unerquickliche Vermanschung von stummen und tönendem Film darstellt- Niemand kann verstehen, warm» die Leutchen plötzlich zu sprechen anfangen, wenn«l bisher auch mit Texteinschaltungen ging, besonders da sich der gesprochen« Text genau so dumm benimmt wie der geschriebene. Scheinbar herrscht in den meisten Gemütern der Jllmprvduzenten ein« absolute Unklarheit über Fllmdromaturgie. Außerdem müssen Duett« und Lieder, diesmal sogar wenig erfreu- iich gesungen, beweisen, daß es sich talsächlich um einen Tonfilm handelt. Die Musik ist allerdings von K ü n n« ck e reizvoll zusom- mengestellt, vor allem am Schluß, wenn dl« Marseillaise plötzlich in den Dreivierteltakt übergeht und In einem Walzer endet. Manfred. N o a, der Regisseur, versagt im Gesamtausbau der Regie, bringt aber hübsch«, rein dekorative Einzelheiten. Die In- terieure wirken gepflegt und kultiviert. Die Darsteller sind brauch- bar. Cläre Romm«r lächelt überzuckert unter Tränen, und Hans S t ü w e gibt seinem Strauß«ine gestraffte, nordisch wirkend« Männlichkeit._ F. Sch. Ausstellung von Schiller-Vriefen. Das Museum der Staatstheater(Obenvallstr. 22) veranstaltet zum 12Z. Todestag« Schillers vom 8. bis 15. d. M. in der Zeit von 125. Todestages Schillers vom 8. bis 15. d. M. in der Zeit von 11 bis 13 Uhr eine Ausstellung der in seinem Besitz befindlichen Briefe Schillers an den Hoftheater-Intendanten I f s l a n d, die das Schaffen des Dichters vom„W a l l e n st e i n" bis zum„Wilhelm Teil", und zur Arbeit am„Demetrius", und die Aufführungen seiner Werke in Berlin begleiten. Ergänzt wird die Ausstellung durch Konzepte zu Isslands Antwortbriefen, ferner durch einige Brief« von Schillers Witwe und sonstige Dokument«, die sich auf die Berliner Totenfeier bei der einjährigen Wiederkehr von Schillers Todestag beziehen. Diese Briefe Schillers enihaltcn eine sehr:n- tercssante Bereicherung unserer Kenntnis von Schillers dwmati- schem Schaffen, seiner dramaturgischen und bahnentechnischen Er- wägungen, seiner Besetzungswünsche u. a. M. So streicht er ein- mal 400 Verse aus dem„Wallenstein", um die normale Dauer eines Theaterabends nicht wesentlich zu überschreiten. Reizvoll ist es auch, Jfflands Einwand zu lesen, er trag« Bedenken gegen di« Auf- führung von„W a l l e n st e i n s Lager", well die darin ent« Haltens Kritik am Heereswesen„so treffend und in so hinreißender Sprache" ausgedrückt sei, daß man nicht wagen dürfe, sie einem „militärischen König" vorzutragen. Auch sonst enthält das Museum neben Bildern und Bühnenmodellen von Auffühiüngcn Schlllerscher Werke manches bedeutsame Stück, darunter die Hand» schrift der Prosasassung des„Don Carlos". Zn der pxmboldl-hochichule linden folgende Einzelvorträge statt: Dv. E. Eohn-Wiener:„Paris. Tic SIndt, lbre Schönheit und ihr Cchichal" iMit Lichtbildern) dcuie Fnilag. 20 Uhr. Dorotheenstr. Vi.— Julius ÖaB; Literarische Umschau". Morgen Kovpadeod, 20 Uhr, Lützowstr. S4ck. einer Stadt. Gutmann. die den erst heut als so notwendig erkannton Berbindungsverleyr zwischen den Nord- und Südbahncn verhinderten, in jener Mauer ihren Ursprung hat, womit der Soldatentönig der Atassendejeilalion seiner gemarterten Soldaten Einhalt tun wollte und die noch Herne unter dein Nomen Pallisadenstraße fortlebt? Hegemon» deckt diese und ähnliche Zusannnenhäng« auf. Die Berwnl'.ung Berlins wurde durch Günstlingswirtschaft und Bestechlichkeit korrumpiert, der letzte Rest von Selbständigkeit vernichtet. Korruption kommt auch heute vor, aber das republikanische System beseitigt sichtbar gewordene Schäden, während die Monarchie sich der Korruption als eines be- währten Mittels bediente. Unter dem„großen" Friedrich waren hohe Mietshäuser, in falscher Anlehnung an Pariser Vorbilder, dckS Ideal. Dank einer Hypothekenordnung, deren Schädlichkeit Hegemann überzeugend nach- weist, wurde die Ueberfüllung der Häuser mit Menschen geschaffen, durch die Einquartierung, di«»n heutigen Schlafburschenwesen fort- lebt, die Stadt mit Ausnahm« der öffentlichen Repräfentationsgebäude und der Adelspaläste in ein« Kaserne verwandelt. Die Baupolitik Friedrichs stellt flch als«in System unmoralischster Art dar. Es entstand jener noch heute fortwirkend« Zustand, den der bedeutende Architekt Mnthesius als„eine Unsumme von Unkultur" gekennzeichnet hat,„wie sie in den Wohnungsverhältnissen der Menschheit noch nicht dagewesen ist". Was nützte es, daß ein großer Baukünstler wie Schlüter hier einzelne tressllche Bauten aufgeführt hat, die mangels eines groß- zügigen Bauplans das Gesamtbild kaum beeinflußten. Die Arbeiten der Genies wurden ja immer wieder durch die Willtür des Fürsten verdorben. Aber stets von neuem regt« sich der unerschöpfliche Tätig- kcitsdrang des Volkes, und immer wieder wurde durch unsinnigsten Bürokratismus, durch polizeiliche und sonstige behördliche Willkür aus gut preußisch der Fortschritt gehemmt. Was nachher noch zu verschandeln war, das hat das Parvenütum der wilhelminischen Zeil in seinem Fassadcnirrsinn, der im Kursürstendainm seinen schmählichsten Ausdruck gefunden hat, verhunzt. Das monumentale, mit ausgezeichneten Bildbeispielen ge- schmückte Werk des kenntnisreichen Verfassers liest sich wie der er- lchütternd tragische Roman einer tüchtigen Familie, in der immer wieder Genie und Fleiß durch Unverstand und Habgier um ihr« Früchte gebracht werden. Vielleicht hätte die tllnstlersiche Barbarei in ihren spezifischen Auswirkungen noch mehr gezeigt werden können. die es verstanden hat, auch die wenlgen landschaftlichen Vorzüge der Stadt, ihre ansgezeichnete Lag« an einem vielfach verznxigten Fluß, zu vernachlässigen, die statt der schönen Flußufer Prags, Budapests, Londons und Paris' uns die skandalöse Häßlichkeit des Schiffbauer- danmis und der anderen Uferwege im Innern der Stadt beschert hat. issm« Besserung, die im Entstehen ist, kami un» nur durch eine großzügige Siedlungspolitik gebracht werden Hegemann führt be- sonders gelungene Beispiele in künstlerischer und hygienischer Hinsicht einwandfreier Siedlungen wie Britz. Zehlendorf, iiteutempelhof usw. an. Es ist die Wohnungspolitik, die von der Sozialdemokratie immer verlangt worden ist, die hier als«in Kulturpolitiker rühmlichst be- kannter Architekt mit seinem Fachwissen und seiirer Kenntnis glücklicherer Zustände als das Ideal der Zukunft verkündet. Andre Maurois hält Vortrag. Der französische Schriststeller Maurois bewahrt« sich in Krieg und Frieden eine angenehme Ironie. Ein wenig des nicht natur- geborenen, sondern kulturgewordenen britischen Phlegmas, das Maurois bewunderte und psychologisch scharf auseinandersetzte, ging in den Franzosen über. Er schrieb Roman« und Biographien, die auch nichts anderes sein sollten als Roman«. Sein Buch über Disracll ist die Studie Uber das Genie/ das ein großer Staatsmann war und«in Dichter zu sein wünscht«. Sein Buch über Lord Byron schildert das Genie, das cln großer Dichter war und staatsmännische Abenteuer suchte. Berlin gefiel Herrn Maurois, und so beglückte er diplomatische Salon», literarische Tees und einige Wohnungen wohlhabender Leute mit leichteren Plaudereien und grllndliicheren Borträgen. Der Kultur- bund, der im Innenministeriums des Reichs beherbergt wird, lud für gestern abend nach dem Haus der Deutschen Gesellschaft ein. Ueber die„Poesie des modernen Lebens" machte Andrä Maurois eins Stunde lang die unterhaltsamsten Anmerkungen. Er hielt sich fast immer an das, was ihm in Berlin, unseren City- straßen und in unseren frühlingsbeglückten Billenorten, auffiel. Dem Schlagwort vom modernen Rhythmus gab er«ine hübsche und cnlpsindsome Auslegung. Das einzelne Haus, auch der einzelne Mensch mögen unansehnlich oder banal erscheinen; die Häufung der Häuser und Menschen, dieser riesige und kompliziert« Zellenbau, dem die Geräusche und Lichter des Fleißes, des Verkehrs und auch des Vergnügens entströmen, imponiert als realistische Osfenbarung eines blendenden und brodelnden Daseinegeheinmisies. Ist Berlin besonders merkwürdig und reich an Ueberraschungen, die dem Auge und Ohr des Besuchers auffallen, so zeigt sich eben, daß in unserer Stadt das Poetische, verborgen unter der sachlichen Alltäglichkeit, allenthalben wächst, allenthalben spürbar wird. Die gute und beste Gesellschaft, Deutsche und Ausländer in erfreulicher Mischung, dankte dem galanten Improvisator, der seine ästhetischen Aphorismen schließlich zu allgemeineren Betvachtunzen erweitert« und mit liebenswürdigsten Worten die kulturelle Harmonie betonte, die heute schon den gefühlvollen und aufrichtigen Franzosen mit dem gleichgesinnt«» Deutschen verbindet. Es entstand unter den 300 Damen und Herren der Eindruck, daß den Behauptungen des Pariser Schriftstellers durchaus zuzustimmen sei. dl. H. Prof. Zohannes Volkelt. der Senior der deutschen Unioerstläte- Philosophen, ist im 8l. Lebensjahre in Leipzig gestorben, wo er von 1894 bis 1923 als ordentlicher Professor der Philosophie wirkte.— Er war Vertreter einer kritisch eingestellten Metaphysik. Sein drei- bändiges„System der Aesthetik" ist seine bedeütendste Leistung. Sein« Ausfassung des Trogischen(Aesthetik des Trogischen") war in den Kreisen der sogenannten Gebildeten populär geworden. Der Kultusminister beglückwünschk Hans valuschet. Der Minister für Wissenschaft, Kunst Und Lolksbildmrg, Grimm, hat an Professor Hans Balufchek folgende» Gtückwunsästelegmmm gerichtet: „Zu Ihrem 60 Geburtstage beglückwünsche ich S>« herzlichst: mit dem Gedenken an das reiche Schaffenswerk Ihres Lebens ver- binde ich den Wunsch, daß die Zukunft Ihnen weiterhin Anerten- nung und Erfolge bringen wird." Der Reichsausschuß für sozialistische Bildung«- arbeit hat seinem bewährte» Mitarbeiter, dem Künstler und künstlerischen Anwalt der Elenden und Entrechteten, gleichfalls � Glückwünsche übermittelt. Um die Borah-Ookumente. Knickerbockers Aussage im zweiten Orloff-Prozeß. Im weiteren Verlauf der Berufungsverhandlung im Orloff- Prozeß betonte der Angeklagte P a w l o n o w f k i trotz Vorholte immer wieder, daß er die drei Dokumente, die ihm Orloff für Knickerbocker gegeben und für die er 2000 Dollar verlangt habe, damals für echt gehalten habe. Das Protokoll seiner ersten polizeilichen Ver- n e h in u n g, in dem er die Kenntnis der Fälschungen von vorn- herein zugegeben hatte, erklärte er für f a l s ch. In der S o w j e t- b o t sch a f t habe er sich deswegen bedroht gefühlt, weil er beobachtet und verdächtigt worden fei und weil sich schon einnial zwei Präzedenz- fälle ereignet hätten, in denen in Verdacht geratene Sowjetangestellte getötet worden seien. Der Angeklagte O r l o f s stellte sich bei seiner Vernehmung auf den Stgjidpunkt, daß er von den Originalen der Boroh-Dokumente, di� tn Paris aufgetaucht seien, durch einen Be< kannten Abschris�n erholten hätte. Den Freund könne er nicht nennen, wei�Dieser jetzt in bolschewistischen Diensten stehe. Um ihn nicht diird� seine Handschrift zu verraten, habe er von diesen Ab- schriften nzeitere Abschriften, für Knickerbocker selbst angefertigt, habe aber nstnuals irgendwelche Summen dafür verlangt. Auch Orloff stritt, sein polizeiliches Protokoll mit dem Eingeständnis der Fätfchungen ab. 3" Beginn der Beweisaufnahme schilderte der Hauptbelastungs- zeuge, der amerikanische Journalist H. R. Knickerbocker, Ber- liner Korrespondent der„New Port Evening Post", wieder ausführlich. wie er sich auf die Meldung hin, daß der Ausschuh des amerikanische» Senats die Borah-Dokumente für Fälschungen erklärt Hobe, sich des Angebots eines russischen Journalisten, nämlich Dastels, erinnert Habs, khm von einem früheren GPU.-Agenten Schriftstücke zu beschaffen/ durch die angesehene amerikanische Poli- tiker kompromittiert würden. Seine Absicht sei es gewesen, festzustellen, wer die in Paris aufgetauchten Dokumente, wonach die csenatoren Borah und Norris von Sowjets bestochen worden sein, gefälscht habe. Durch Dassel wurde er mit Pawlonowski bekannt, der ihm zunächst zwei wertlose Schriftstücke anbot. In- zwischen hotte sich Knickerbocker, der Verdacht geschöpft hatte, mit der Berliner Polizei in Verbindung gesetzt, die ihm riet, vorläufig die Verbindung noch nicht abzubrechen, und die gleichzeitig Pawlonowski beobachtete. Das dritte Dokument belastete dann Borah scheinbar sehr schwer und enthielt den angeblichen Tschekabrief- Wechsel. Pawlonowski habe immer wieder Geld verlangt und dabei darauf verwiesen, daß diese ersten Schriftstücke nur die„Vor- speise" wären, er hätte noch einen ganzen Kasten voll Dokumenten. Schließlich wurden runde 2l1lX> Dollar verlangt. Unmittelbar nach der Uebergabe des dritten Dokumentes griff die Polizei zu und verhaftete Pawlonowski und Orloff. Bei Erörterung der Tat- fache, daß damals, als die erste Verbindung mit Pawlonowski auf- genommen worden war, ein merkwürdiger Einbruch im Berliner Büro der„Evening Post" erfolgte, bei dem fast garkkeine Wertsachen gestohlen wurden, teilte der Zeuge Knickerbocker mit, daß vor einigen Wochen, und zwar wenige Tage vor dem ur- sprünglich angesetzten Termin zur Berufungsverhandlung im Orloff- Prozeß, wieder in seinem Büro eingebrochen worden ist. Vor allen Dingen habe man seine gesamt« Korrespondenz sorg- sältig durchsucht. Zwischen dem Zeugen und der Verteidigung kam es dann zu einigen Auseinandersetzungen, ohne daß jedoch diesmal gegen Knickerbocker der in der ersten Verhandlung erhoben« Ponvurf, daß er sich in dieser Sache als„Axent provocateur* betätigt habe, wiederholt wurde. Die Verhandlung wird am Sonnabend fortgesetzt. Oer Junker als prügelheld. Zwei Monate Gefängnis für�itterautsbesiher v Kriegsheim Vor der Slraskammer des Landgerichts III stand gestern ein Berliner Gesellschaftsskandal zum zweitenmal zur Verhandlung, der seinen Höhepunkt in einer Prügelei vor der Luxusbar Casanova gefunden hatte. Der Prozeh endete mit der Verurteilung de» Ritlergutsbesitzers von Kriegsheim wegen Körperverletzung zu zwei TNonaten Gefängnis und wegen Beleidigung zu 500 Mark Geldstrafe. Aus widerNage wurde der privatkläger Dr. Späth freigesprochen. Wir hoben über die Verhandlung vor dem Einzelrichter im Januar, die mit einer Geldstrafe von 2500 Mark für von Kriegsheim endete, berichtet. Wir rekapitulieren kurz die recht unerquickliche Angelegenheit. Der Baumschulenbesitzer Späth, Sproß einer reichen Berliner Familie, ist mit dem früheren Garde- ofsizier, Rittergutsbesitzer von Kriegsheim, der reich genug ist, um in den Berliner Klubs um Tausendmarkschein« spielen zu können, eng befreundet. Di« Freundschaft geht so weit, daß Dr. Späth dem von Kriegsheim den Schutz seiner jungen Ehefrau anvertraut, wenn er auf Reisen ist. Dieses Vertrauen wird schmählich miß- braucht, es kommt zur Scheidung des Späthschen Ehepaares wegen Ehebruchs, bei dem das Kind dem Gatten zugesprochen wird. Ein« romantische Kindesentführungsgeschichte folgt, in die wieder von Kriegsheim hineinspielt. Aus den Freunden sind Todfeinde geworden. Eines Abends sitzt Dr. Späch mit seiner zweiten Frau in der Casanovabar. Wie er hinausgeht, um in sein Auto zu steigen, erhält er plötzlich von hinten einen wuchtigen Fausthieb ins Auge und hört den Ruf:„Ihabe ich dich endlich, du Schuft.* Nach dem Erwachen aus einer augenblicklichen Be- täubung dreht er sich um, erkennt von Kriegsheim, der kampfbereit dasteht und schlägt ihm mit dem Ruf:„Dir werde ich es zeigen, du Lump!" seinerseits als ausgebildeter Boxer zwischen die Zähne. Es kommt zum Handgemenge. Vorübergehende trennen die Kämpfenden. Man versucht, die Sache auf dem sogenannten Ehrenwege, das heißt durch die lächerliche Entscheidung mit Pistole oder Säbel, aus der Welt zu schaffen. Dies mißlingt, da keiner mehr den anderen als Ehrenmann im Sinne eines albernen Kodex der Ver- gangenheit anerkennt. So muß der Kadi angerufen werden, der im ersten Falle auf die erwähnt« Geldstrafe gegen Kriegsheim er- kannte. In der Berufungsocrhandlung ist der Z e u g e n a u f- marsch noch größer als im Januar. Man sieht neben dem Portier der Casanovarbar Männer und Frauen aus der sogenannten „ersten Gesellschaft Berlins*. Der Ton freilich ist anders, als ihn sich der bieder«, brave Pfahlbürger vorstellt. Sechs Rechtsanwälte lamentieren gegeneinander, das Wort Meineid schwirrt alle paar Minuten durch die Luft,«in Zeuge wird gefragt: Sind Sie nicht kürzlich wegen Zechprellerei oerhaftet worden? Der Rittergutsbesitzer,«in deutschnationaler LaNdbündler, wird der widerrechtlichen doppelten Ausübung feines Wahlrechtes, der Groß- kaufmann wissentlicher Verleumdung beschuldigt. Ja die Partei Späth stellt sogar unter Beweis, daß der von Kriegsheim die ge- schieden« Frau Späth in einem Hausflur in gröblichster Weis« miß- handelt habe. Interessant ist auch, daß ein„Ehrengericht* de» früheren Offizierkorps des hochadligen 3. Gardeulanen- Regiments— so etwas gibt es heute noch— Kriegsheim mit einem Verweis bedacht«, nicht etwa, weil er einen anderen von hinten überfallen oder«ine Ehe gebrochen hatte, sondern weil er in der Auswahl seines Bekanntenkreises nicht vorsichtig genug gewesen war. Ein Bild aus der ersten Gesellschaft, in seinen Einzelheiten ohne Allgemeininteresse, interessant aber auch für uns deshalb, weil vieleicht noch immer bestehende Vorstellungen überwunden werben und endlich auch von denen, die heute noch zweifeln könnten, erkannt wird, daß wahrlich nicht alles Gold ist, was glänzt. Ruhlsse Rahmeniarifverhandlungen» In der Metallindustrie der Nordwestgruppe. Esten. 0. Mai. Der Rahmentarif, den die drei Metallarbeiterverbände mit der Nordwestgruppe der Unternehmer abgeschlossen hatten, war vom Deutschen Metallarbeiter-Verband und dem Hirsch-Dunckerschen gekündigt worden, aber nicht vom Christlichen Metallarbeiter-Verband. Bei den Verhandlungen über eine Erneuerung des Rahmentariss haben— offenbar nach der von den Nordwestlichen beliebten Fassung— U)ie Parteien ohne Prüfung der rechtlichen Zulässigkeit anerkannt, daß der Vertrag als gekündigt gilt. Di« Arbeitgeber haben sich jedoch die Freiheit der Entscheidung für eventuell später eintretende Fälle vorbehalten/!) Trotz eingehender Aussprache konnte ein gemeinsamer Weg für die Neufassung des Rahmentarifvertrages nicht gefunden werden. Di« Verhandlungen sind damit ergebnislos verlaufen. Der Schlichter für Westfalen hat die Partei zu Schlichtung?- Verhandlungen für Mittwoch, den 2l. Mai, nach Dortmund berufen. An den Verhandlungen sind der Arbeitgoberoerband der Nordwest- lichen Gruppe, der Deutsche Metallarbeiteroerband und der Gewerk- verein der Metallarbeiter(Hirsch-Dunckcr) beteiligt. Die Pläne de, Terra-Tonsllms. Zeitungen und Korrespondenzen orakeln um di« Wette über die kommend« Produktion der Curlis orakeln um di« Wette über die kommend« Produktion der Curtis- Malnitz-Gefellschaft, die sich die Terra angegliedert hat. Womit wird Reinhardt, der sich ja schon— bisher vergeblich— um den Film bemüht hat, uns beglücken? Man spricht von Offenbach- Inszenierungen und nennt„Pariser Leben*. Fritz K o r t n e r. bisher nur als Filmschauspieler bekannt, soll Regie führen. C h a r e l l, der Ausstattungszauberer, wird natürlich auch in dieser Kombination genannt, läßt aber bereits feine Mitwirkung dementieren. Intendant T i e t j e n werden die größten Pläne untergeschoben, als ob er das Defizit seiner Theater durch Ver- filmung seiner Opern hindern möchte. Und schon werden die Namen der Kapellmeister genannt, die die Zukunftsopernfilme dirigieren sollen. Das Publikum wird guttun, allen diesen Mutmaßungen und Projekten gegenüber sich abwartend zu verholten. Rückficht-lose Prei-Herabletzana in und Herrenschuhcn brinat da» bekannte Echublolal Beben dt. Miintstr. 2S. Die iZirina. die seit lanqcm den futen Ruf hat. der Derliner Bevöllcrung gute Schuhe au billigen Preisen au eschossen. hat jeht wieder über IN0 Sorten radikal herabgescht. und awor handelt c» sich hier nicht etwa um jurUckgefetztr Sachen, sondern um die neuesten, rassigsten Modelle. Arn 7. Mai verstarb infolge Schlag- anialls eines unserer äüeiten Mit- glieder, der Druckerinoglide Paul Quosigk im Alter von 73 Iahren. Sin ehrendes Andenken bewahrt ih n der Vereia Berliner Drucker. Die Einäscherung findet am Sonn- abend, dem 10 Mai, 18 Uhr, im Kre- matormm Baumschulenweg stau. ,>>» a»..,*.,■"1 in TheiUec, Lidtlspiele usw. ■ILU---- J., I W» Direktion: Or. Martin Zickel WWW Komische Oper frlei)ricii«lr.l04. Merkur 1401/4330. Täglich S'/g Uhr Majestät lässl bitten Musik von Walter Kollo. Lustspielhaus Friedricbelj. 236. BergmiOD 2922/23. «>/- Uhr.- Geschäft mit Amerika. Vorverkauf in Delden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. TaglUh|43o[[too[[gisj Das Donkosakenlied Ein Tonfilm mit H. A. v. Sehlettow Lien Ds iers, Orlo. Donkosaken- c.hor.F.Kempers. Hartha v. Walthor Bü men-Gastsoiel: Lee horg mstern die Lachkanone mit Ensemble in seine i besten Burlesken Vorverkauf täglich von 11—22 Uhr Tägi. 5 u. 81t Sobdl 2-.S n. 8" Aiex- E 4, 8066 1 Tfigl. 8.15 u-d Sonmagt SUbr nachm. EroBe internationale Rinohainpie and e sikiossige Voilate-llenhelten. I Wochen'. 5 Uhr u Sonnt 2U nachm. | IBVarl Ig-Altfatllongn onne R nakCmote VolUsblihne Ttater am Bülowplalz. 8>/« Uhr Rost von Kirchon und Ouspensky Regie; QOnthei Stark Staatl.Sdiiller-Tb. 8 Uhr Der Traoin ein Leben Staatsoper AmPI. d Republik 8 Uhr Salome ßesidenl-Theater Tägl.8'/« Uhr Der Herzog nod die Sünderin Tiieater d. Westens Täglich 8V. Uhr: Sonntag auch 4 Uhr Das Land des Lächelns von Franz Lehar. DeDtsdtes Ttieater "nof 12 8'/« Uhr Der Kaiser v.Amerika von BemardShaw Reg.: Ma« Reinhard! Kammersplele D 2 VeideDdanii 5201 SV« Uhr Die liebe Feindin KtelMii in IL P. titilu Rfgic: Ctlllf Die Komödie II Bismck. 2414/751 6 8>/. Uhr Soll man heiraten! Komädia«ooBttunlSluw Siniidü Barlitaig: Karl Heinz Martin Operettenhans Alte Jakobatr. 30/32 (Zentral- Theater) Dönh. 2047 Täglich 8'/« Uhr FrObiingsmädel Operette von Lehar mit Lilly Flohr, Ilse Mutb, Lukas, Hoenselaers. RundiunkhSrer DBlbs Preise. fnfecale tm vorwärts Schero Erfolg! Wianiis zur Miete W50,Ansbacberstr.1 Hüthaus Helnze Inn.; w. raazar soia, raoaiucker ttraaaa isa Hüte. Mutzen. Herren- artihei in gut. Qualitäten zu soliden Preisen Damen■ Mäntel- Fabrik PAUL LINCKf Neukölln) Reuterstr. 63 an der Kaiser-Friedrldj-Strehc Mäntel und Kostüme sind in jeder CröBe und Preislage stets am Lager. Größen, welche nicht am Lager, werden für jede Figur angefertigt: speziell für starke Damen. Und ift Dein Urlaub nodi fo Kleina im Catesdiöncberd mutzt Du Sevelen fein! 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SPEZIAL ist also wirklich der praktische und preiswerte Anzug für alle Tage. SPEZIAL ist auch der richtige Anzug für Sie! DAS HAUS DER HERRENMODEN BERLIN SO, DRESDENER STR. 20 jSciloge Freitag, 9. Mai 1930 torJUmiD �nVrmlcrn'� Friedrich Schiller Zu seinem 125. Todestag Tiift vkrMenllicht» Gedichr«Urb« von Torl Lrvrring im Zahre ISOZ»um Krbächtnis bti 100. Job««. tag««?ricbrich Schill««« s«schrirb«n. � Uns ziemt«s nicht, mit hohlen Totenklogen Und heuchlerischer Trauer dir zu nah n. Wir graben nicht noch morschen Sarkophagen— Dein Geist, o Meister, zieht uns himmelan! Du bist nicht tot, dein Lied ist nicht verklungen? chell strahlt dein Name überm Sternenzelt! Wir aber sind dos Leben, sind die Jungen, Wir sind die Hoffnung einer neuen Welt. Uns ziemen nicht die satten Festestoge, Des stolzen Bürgers prahlerisches Ziel. Wir schmähen kühn des Höflings Prunkgelog« Als eitler Toren müß'ges Maskenspiel.— Heut' prangt ein Königsthron im Sicgesglanze, Und morgen schon bleicht ihn Vergessenheit.— Dir welkt kein Blatt in deinem Lorbeerkranze, Den Ruhm dir und Unsterblichkeit verleiht. Wir wollen nicht in schwächlichem Gedenken Und tatenlos den hohen Tag begehn. Dein Genius mög' uns're Sinn« lenken In kühnem Flug zu jenen lichten Höh'n, Wo hell verklärt von deinen Idealen Ein neues Hoffen grünt der Wirklichkeit,— Wie mit der Sonne ew gen Lichtes Strahlen Den Erdenball umkränzt die Maienzeit. Und deine Hand weist uns in weiten Fernen Des Wunderlandes reinste Harmonie. Und friedlich winken droben von den Sternen Di« Himmelskinder deiner Phantasie;, Dort wandeln sie auf blumigen Gefilden Verstoßen aus dem kalten Weltenraum, Und schmeicheln sanft in flüchtigen Gebilden Des Dichters Sehnen, des Propheten Traum. Wir folgen nicht, um fliehend zu entellen Des Erdcnlebens kampferfülltem Drang: Hier auf der Erde soll die Freiheit weilen! Dein Wort sei Wahrheit, Leben dein Gesang! Wir sind die Tat! Wir fordern uns're Rechte! Dein Traum ersteh' zu goldner Wirklichkeit!� Dann strahlet auch dem irdischen Geschlechte Die Himmelsröte einer besseren Zeit. Du warft ihr Künder, der mit Seherblicken > Dem Zeitcnfluge Ziel und Wege wies, Der in begeift'rungs-heiligem Berzücken Ein besf'res Los den Kommenden verhieß. „Ein Bürger derer, welch« kommen werden, Vom Sklavcnzwang der Despotie befreit."— So sah dein Marquis Posa hier auf Erden Das Zukunftsreich der freien Menschlichkeit. Wir sind die Tat, die mit der Helden Willen In heißem Ringen um den Preis sich müht, Ein kommendes Jahrhundert zu erfüllen, Das von der Bruderliebe sanftem Strahl durchglüht, Das frei von der Tyrannen erz'nen Zwingen, Frei von den Lastern, die der Anne büßt, Frei von der Zwietracht hinterlist'gen Schlingen In freien Landen freie Böller grüßt. Nach seufzt die Welt im Frondienst sinst'rer Mächte; Noch tobt der mörderische Bölkerstreit; Noch hellt kein Tag das Dunkel«w'ger Nächte; Noch lebt die Schande längst oergess'ner Zeit! Noch irret schutzlos die verfolgte Tugend. Die der Kabale gift'ges Netz umstrickt. Und kraftlos welkt die Blüte frijcher Jugend. Vom Gifthauch geiler Lüsternheit geknickt. So spiegelt uns der alten Zeiten Schande In düsterm Ton Louise Millerin. Doch zeigst du uns im freien Schweizertand« Noch freier Männer ungebeugten Sinn. Und herrlich ward der Schwur auf Rütlis Bergen Vom Rächerarme deines Tell vollbracht: Zertrümmert liegt die Zwingburg feiler Schergen, Zerstört das Denkmal der Tyrannenmachtl So möge uns auch heut der Festtag finden, Von deiner Helden kühnem Mut beseelt. Wo der Begeist'rung hell'g« Gluten zünden. Da lebt die Tot, in frischer Kraft gestählt. Dann wird im Kampf um uns're ew'gen Rechte Dein hehres Bild uns Heldenstärke leih'n, Und„Frei erklär' ich alle meine Knechte!" Dos Losungswort am Siegestage sein! Carl Severing. Goethe und Schillers Tod Im ersten Viertel des Jahres 1805 beschäftigt« sich Goethe, der in dieser Zeit selbst kränkelte, hauptsachlich mit zwei literarischen Arbeiten. Di« erste behandelte den Kunsthistoriker Winkel- mann, dem er in seinem Verstehen der althcüei tischen Kunst viel verdankte, die zweite war eine Uebersetzung von D i d« r o t s Dialog ~> Nftfr.'« i«« mit sehr eingehenden Anmerkungen vechch. Schiller— wie seinen gesamten Bekanntenkreis— hielt er über den Fortgang der Arbeiten auf dem laufenden. Der Briefwechsel mit Schiller stand im Mittelpunkt seines schriftlichen Gedonkcnäus- toufches. Er hat in den Monaten Januar, Februar, März. April nicht weniger als zwölf Briefe an ihn gerichtet. Das(abgesehen von einer kurzen Notiz) letzte Schreiben lautet: 25. April. Hier endlich der Rest des Manuskriptes, das ich noch eimnal anzusehen und sodann nach Leipzig abzuschicken bitte. Wäre nicht alles, was man tut und treibt, am Ende extemporisiert, so würde ich bei den sehr extemporisierten Anmerkungen manches Bedenken hoben. Mein größter Trost ist dabei, daß ich sagen kann: sin« m« ibi? Uber!(ohne mich wirst du gehen. Buch! Anm. d. Red.), denn ich möchte nicht gerne überall gegenwärtig sein, wohin es gelangen wird. Ich habe indes an der Geschichte der Farbenlehre zu dik- tieren angefangen und ein schweres Kapitel aus der Mitte heraus bald absolviert. Uebrigens geht es mir gut, solange ich täglich reite. Bei einer Pause aber meldet sich manche Unbequemlichkeit. Ich hoffe Sie bald zu sehen.' G. Der Tod Schillers traf Goethe wie die gesamt« Umgebung unvorbereitet. Goethe spricht über dieses Ereignis in seinen Briefen nur wenig. Im weiteren Verlaus des Mai erwähnt er den Tod nur flüchtig in einem Schreiben an Eichstädt, das mit den Worten beginnt„Bei der traurigen Loge, in die uns der Abschied unseres Schillers versetzt, erlauben Euer Wohlgeboren mir nur einen kurzen Willkommen und einen flüchtigen Anfang einer lang unterbrochenen Korrespondenz", um dann zu geschäftlichen Angelegenheiten überzugehen. Zwei Briese vom 1. Juni sind aufschlußreicher. Sie mögen im Wortlaut folgen. An Cotta. Auf Ihr« Anfrage, wertester Herr Cotta, ob man nicht unserem Schiller ein T r a u e r d e n k m a l auf dem Deutschen Theater setzen sollt«, kann ich gegenwärtig nur soviel sagen, daß ich auf nwnnigfaltige Weise dazu aufgefordert bin. Nach meiner Heber. zeugung soll die Kunst, wenn sie sich mit dem Schmerz verbindet, denselben nur aufregen, um ihn zu mildern und in höhere tröst- lichere Gefühle aufzulösen: und ich werde in diesem Sinne weniger das, was wir verloren haben, als das, was uns übrig bleibt, darzu- stellen suchen. Mein Plan ist gemacht und ich hoffe, ihn nächstens auszuführen; doch wüßte ich keinen Termin zu bestimmen. Gelingt es mir, eine der Aufgabe nicht ganz unwürdige Arbeit hervorzubringen, so bin ich wohl geneigt, solche auch anderen Theatern abzulassen, und würde zu diesem Zweck Manuskript und Partitur Ihnen mit Vergnügen zustellen. Ich wünsche, bald mehr sagen zu können, indessen ober zu vernehmen, daß Sie glücklich nach Hause gekommen sind. Weimar, den 1. Juni lMö. Goethe. A n Z e l t e r. Seit der Zeit, haß ich Ihnen nicht geschrieben habe, sind mir wenig gute Tage geworden. Ich dachte, mich selbst.zu verlieren und verliere nun einen Freund, und in demselben die Hälfte meines Dafems. Eigentlich sollte ich eine neue Lebensweise'anfangen; aber dazu ist in meinen Jahren auch kein Weg mehr. Ich sehe also jetzt nur jeden Tag unmittelbar vor. mich hin und tue das nächste, ohne an eine weitere Folg« zu denken. Da indessen die Menschen aus jedem Verlust und Unglück sich wieder einen Spaß herauszubilden suchen, so geht man mich von feiten unseres Theaters und von mehrern Seiten dringend an, das Andenken des Abgeschiedenen auf der Bühne zu seiern. Ich mag hierüder weiter nichts sagen, als daß ich dazu nickst abgeneigt bin, und jetzt nur bei Ihnen anfragen möchte, ob Sie mir dabei behilflich fein wollen, und zwar zuerst, ob Sie mir Ihre Motette:„Der Mensch lebt und bestehet", wovon mir die musikalische Zei- tung Nr. 27 Nachricht gibt, gefällig mittcllen und noch einiges andere «n feierlichem Stile entweder komponieren oder komponierte Musik- stücke, deren Charakter ich Ihnen angeben würde, zur Unterlegung schicklicher Worte aussuchen und überlassen wollten. Sohald ich hier- über Ihre näher« Gesinnung weiß, so erfahren Sie das weitere. Die schöne Folge Ihrer kleinen Aufsätze über Orchestereinrich- tungen habe ich bisher bei mir liegen lassen, und zwar, weil sie eine Art von Satire aus unser« eigenen Zustände enthielten. Jetzt wünscht sie Reichardt für die„Musikalische Zeitung". Ich suche sie wieder auf, sehe sie an und kann sie unmöglich dem Intelligenzblatt unserer Literaturzeitung entziehen, wo sie sich nächstens unter dem Strich gor trefflich ausnehmen sollen. Es haben sich einige Ilmstände bei uns geändert und am Ende darf man ja wohl auch dasjenige tadeln, was man geschehen läßt. Geheimderat Wolf von Halle ist gegenwärtig hier. Könnte ich doch auch hoffen, Sie dieses Jahr zu sehen... Wäre es nicht mög- lich, daß Sic Ende Juli noch Lauchstädt kämen, um daselbst jene oben gedachte Arbeit«inzuleiten und ausführen zu� helfen? Be- denken Sie das und sprechen mir nur von der Möglichkeit, die Mittel wollen wir alsdann auch schon bedenken. Wie sieht es mit Ihrem Sponioloorrot aus? Ich bin indessen glücklich genug gewesen, wieder ein« Partie von dem echten zu er- halten. Wie soll ich Ihnen denselben zuschicken? Leben Sie recht wohl und lassen mir bald von sich hören. Weimar, den 1. Juni 1805. G. Es ist bekannt, daß Goethe aus Anlaß des Todes seines Freun- des den Epilog zu Schillers„Glocke" schrieb. Weniger bekannt sind die drei Entwürfe für Schillers Totenfeier/ von denen sich die beiden ersten ganz in dem von Goethe auch sonst bevorzugtem alle- gorischen Rahmen halten, während der dritte die Musik in den Mittelpunkt stellt. Schillers letzte Rucht Es war zur Sterbestunde des Herrn Hofrats, als ein grauer, fchnurbetreßter Mann ins Zimmer trat, ini Reisehabit, wir ein Postillon der Extrapost gekleidet. Zerwühlten Antlitzes war er, aufgeregt und ungeduldig, da er zum Keuchenden im Bett die Wort« sprach: „Auf, lsiassagier! der Wagen wartet! Wir müssen weiter,'s ist die höchste Zeit! Zu lange, allzu lange hoben wir gesäumt auf dieser wirren, wimmelnden Station! Stell hin das Glas mit Labewein, das deine Frau dir reicht! Stell hin das Glas und laß es ungetrunken! Komm, Feuerkopf, komm wende dich zur Flucht! Entrinn den Weinenden, die hier dich halten wollen! Beeil dich! Topferl Denn noch heute, müsien wir zum mindesten die Grenze unf'res Nachbarlands erreichen! Wir müssen. Mann, sonst setzt's auf» neu Kaschott! Wisse: des Herzogs Häscher sind dicht hinter dir!" „Des Herzogs Häscher!", als dies Wort, das drohende, das dunkeltönende, mit seinem Marterkroll ans Ohr des Dichters fiel, der hier den letzten Kampf des Crdenmenschen kämpft«, umringt von Herzen, die ihn liebten, die ihn schätzten, � und die ihm doch nicht helfen tonnten in der jammervollen Not des Endes, in des Endes Qual, da nahm der Sterbende das Glas mit rotem Weine, dos ihm die liebst« Hand grod an den Mund geführt, und stellte es zurück mit solchem Stoß, daß es in Scherben klirrte, dieses seelendünne Glas, und all der rote Wein, der köstliche, wie ausgegoss'nes Menschenblut am Boden rollte. Die Wartenden im Sterbezimmer waren starr darob und nahmen'? als ein böses Omen, als Zeichen, daß der Kämpfer unterlegen sei und daß aus breiter Wunde nun sein Leben sich ergösse, und alle wußten: Nicht umsonst die nassen Scherben! Oh, der Tod! Zwar keiner sah den grauen schnurbetreßten Monnim PoMllonsgewand, dem Abfohrtsungeduld in tiefen Augenhöhlen brannte, der all die Bröselscherben mit dem Fuße von sich stieß, und der von neuem voller Hast zum Aufbruch drängte. Der Sterbende als einziger ersah den Mann, und er als einziger ersah den riesenhaften Schatten, den dieser Fremde kältend vor sich hinwarf,: f und der schwarz alles einschlang, was gewesen war* an Glanz, an Glück, an Ruhm, an Macht der Welt! � Alles versank in dieses Mannes sattem Schatten: dje Kunst versank, der Freund, die Frau, die vielgeliebten Kinder. Hinweg sank alles, was das Leben lebbar mochte, und es blieb als einziges die ungeheure Angst des Sterbenden vor jenen Schergen seiner Jugend: die Jrrsinnssurcht, von jenen amtsbesohl'nen Bütteln zurückgejchleppt zu werden in die Zwangsgewalt, in Absperrmauern und verfluchte Eng« verhaßten Lebens und oerhaßten Dienstes. Jäh sprang der Todberührte auf, zur letzten Flucht entschlossen. „Wo sind die Reisekleider?" srug er. Doch keiner gab ihm Antwort, keiner gab die Kleider. Nichts erhielt der �Fragende von all den Vielen, die um ihn im Zimmer waren, als erstaunte Blicke, schreckäugig großes Grausen ob des Fiebers Griff und Anfall. „Es geht auch ohne Kleider!" sagte da der graue, schnurbetreßte Rann und gab die Hand dem Sterbenden, der sie ergriff, wie ein Ertrinkender die Hand des Retters. Und während Ringsum alles schrie vor Uebermaß des Schmerzes, und oller Augen sich mit Tränen füllten, und Ergriffenheit und Wehe des Gemüts die Nacken senkte, und bleich« Lippen zitternd, zag die monotonen alten Totenrhythmen flüsterten, entschritt mit jenem unbekannten, grauen Mann der Dichter zum hund«rtfach geflügelten Gefährt, das draußen wartet«, stieg«in und ließ sich brausend von ihm in die Freiheit tragen. Wie blitzgetrieben fuhr der Postillon die Spur des Lichts. Die Erde wurde Punkt. Armselige Tyrannenländer sanken in ihr Nichts! Oikar Wöhria, (24. Fortsetzung.) „Die Sache mit diesem„Hotel Kanton" ist nicht schlecht, das war ein guter Einfall von Ihnen. Ich segle nicht gerne ohne Wind." Kead rückte Garrickson etwas näher und mit gemütlicher Breite drängte er sein Gesicht dicht an ihn heran.„Nun sagen Sie mal, Bereitester, wie laiige werden Sie mit diesem neuartigen Stosf durchhalten können?" .Las kommt auf Sie an, Sir", antwortete prompt der Zeiwngs- inagnat. Kead zog sein Gesicht zurück. Marin langweilte sich schon lange nicht mehr. Ging aber nicht aus seiner Reserve heraus. „Also auf mich kommt es an", nahm Kead die treffsichere Aiit- wort entgegen.„Ich glaube, es wird auf Sie ankommen", ging er zur Offensioe über.„Es wird ganz allein auf Sie ankommen, wie lange Sie diesen Schwindel aufrechterhalten können. Und Schwindel ist es ja", klopfte er ihn, oertraulich auf die Schulter und drückte ihn, der in die Höhe fahren wollte, sanft in den Stuhl zurück.„Wir werden sehen, wer von uns beiden den längeren Atem hat, ob mehr Aktien oder Zeitungen an den Mann gebrocht werden. Sie können sich ja überzeugen, wie morgen früh die Kurse stehen werden. Well i ch aufkaufe!! Verstanden! Wer wird denn noch an Ihre Schauer- geschichten glauben? Ich warne Sie bloß: Erstens vor der Miß- billigung Ihres Konzerns, zweitens vor der Wut Ihrer Leser." Mr. Garrickson saß verdonnert aus dem Sessel. Sein Siöckche.r stieß Löcher in die Lust. Er gestand sich seine Niederlage ohne wei- teres ein Aber sie ebenso widerstandslos einzustecken, daran dachte er nicht.„Ich dank« für Ihre Warnung, Sir. Sie kommen mir imnier freundschaftlichst entgegen." Er keuchte ein wenig.„Sie werden mir aber gestatten, Ihnen mit einer ähnlichen Warnung zu dienen. Vorerst aber will ich Sie eines Irrtums übersühren." Jetzt hieß es Babanque spielen.„Sie täuschen sich, wenn Sie die heutige Nachricht und folgende als einen von mir erdachten Schwindel halten. Ich vermute auch, welche Motive Sie dahinter suchen. Die, daß ich Sie erpressen will! Sie ha hon mich gut eingeschätzt, Mister Kead, aber schlecht verstanden. Ich werde Ihnen beweisen, daß es nicht nur ein„Hotel Kanton" gibt, sondern daß auch in diesem Hotel die Versammlung der revolutionären Partei Chinas stattgefunden hat und daß dabei ein Agent der französischen Geheimpolizei, genannt Fa, der sich dort als Zimmerkellner engagieren ließ, erschossen wurde; angeblich von dem Führer der hiesigen Annrchistengruppe." Marin schwindelt«. Das halte er nicht erwartet. Mr. Smith — P.— die Pagoden— das gelbe Gesicht— alles das durchraste seinen Kops. Dieser Mr. Garrickson stand mit dem Teufel im Bunde. Oder war er«in natürliches Bündnis eingegangen? „Von wem wissen Sie das— stockte Kead der Atem. Lauerte auf die Antwort. Jetzt sollte für Marin der Augenblick koinmen. „Von den Anarchistsn selbst", schmetterte Mr. Garrickson seinen Gegner meder. Dem Börsenkönig versagte die Stimme. Jemand zog ihm den sicheren Boden unter den Füßen weg... ,Mir kann es doch gleich sein, von wem ich über die politische Lage in Kenntnis gesetzt werde. Partei ist Nebensache. Ich stehe auf dem neutralen Boden der Presse. Und die Regierring lauscht für schlechte Diplomatie lieber Gewalt ein. Ihr genügen Maschinengewehre." Schlag auf Schlag hagelte es auf Kead nieder.„Jetzt meine Warnung, Sir. Geben Sie diesen wahnsinnigen Börsenkrieg auf. Es kommt der Tag der Katastrophe. Nicht nur Blut wird die Straßen Schanghais bedecken, sondern auch wertlose Aktien, deren Besitzer ruiniert nach den Steinen greifen werden. Mir täte es sehr leid um Sic." Sprang auf, grüßte und wollte hinaus. Zurückhalten, kaufen den Mann, rasch sich umstellen, hämmerte es an die Schläfen Keads. Es war ihm nicht leicht, sich als geschlagen zu bekennen. War es nicht die einzige Möglichkeit, einen naheK Sturz abzuwenden? Aber fein Machtbewußtftin war stärker als die Vernunft. Der Mensch überwog den Kaufmann. Er lieh Mr. Garrickson gehen, bereit, den Kamps durchzuhalten. * Wie ein wütender Stier rannt« er auf und ab, bis er erschöpft in einen Stuhl fiel, nach Luft ringend. Sein Körper wurde ihm lästig, seine 5>aut zu eng, sein Kopf zu schwer. Die Kläglichkeit des Mächtigen erfüllte den Franzosen mit Ber- ochlung für ihn. Dieser Palast, die Geldfabrik, in welch grellem Widerspruch stand sie zu dem niedergebrochenen Man», der hier in seiner ganzen Ohnmacht ausgebreitet lag. Welche erbärmliche Lüge! Welcher Triumph des noch immer kleinen Mannes, der sich an diesem irdischen'Abbild tiesster Tiefe weidete. Die Anarchistengruppe. P. Mr. Smith. Ein mächtiger Komplex erstand in ihm. Duoal muß gestürzt werden, wurzelt« es sich in ihm ein. War das nicht auch die Ueberzeugung Keads? Er sagte es doch selbst:„Sie müssen an Duvals Stelle treten." Dies wurde dem Franzosen mit einem- mal zur fixen Idee. Ohne zu zögern, ergriff er die halberfrorene Hand Mr. Keads. Und sprach:„Ich war hier überflüssig. Sir, stünde ich, wo Duval steht, Garrickson würde meine Hand spüren." Kead spähte wie ein Raubtier. In seinem Hirne kreuzten sich die kühnsten Gedanken. Noch sprach er nicht. Aber in seine Adern schoß frisches, unverbrauchtes Blut. Fest hielt er die Hand Marius, in d'e immer neue Wärme strömte, bis sie heiß nnirde. Ein Druck. Dann eilie laute, lebcnsstarke Stimme:„Monsieur Mari»,. Duval wird fallen." Einige Tage später veranstaltete Mr. Kead in den phantasti- schen Gärten seiner Villa ein Wohltätigkeitsfest zugunsten christlicher Chinesenkinder. Das war ungefähr das Aktuellste neben den täg- lichen Enthüllungen über kommunistische Derschwörungen und staats- gefährliche Konferenzen. Mr. Garrickson verstand es, die Assär« „Hotel Kanton" auszubeuten, in die Breite zu ziehen. Kead und fein Kreis waren überzeugt, Garrickson stünde bereits in einer ge- schäftlichen Verbindung mit den Anarchisten. Trotz dieser für den Fremden nicht sehr erfreulichen Nachrichten war die Tendenz der Börse eher steigend. Kead arbeitete mit übermenschlichen Kräften. Aber nichtsdestoweniger wich nicht die Unruhe aus den geängstigten Gemütern. Da platzte das Wohltätigkeitssest wie eine Bombe hin- ein. Diese Veranstaltung war nämlich für die Gesellschaft der Be- weis eines gesicherten Verhältnisses zwischen den Rassen. Der Gou- ocrneur von Schanghai, dem es schon heiß unter seinem Gejäß ge- worden war, zögerte keine Minute, der Einladung Mr. Keads Folge zu leisten. Dagegen machte sich eine uirgünstig« Stimmung unter den breiten Schichten des Bürgertums gegen Mr. Garrickson geltend. Das ging so weit, daß man seine Mitteilungen nicht mehr ernst zu nehmen begann. Mr. Kead war von der augenblicklichen Lage eher befriedigt als über sie besorgt. Dennoch wich er jedem verfllhreü- schen Optimismus aus. Sich selber belog er nicht gern. Immeri/n gab er es nicht auf, diesen Zeitungstiger etwas von seiner Macht oerspüren zu lassen. So setzte er dieses Fest mit allem Pomp und Geschrei in Szene. Die Blätter Garricksons überschütteten ihn zwar mit Hohn und Spott, jede Zeile war von ätzender Skepsis durch- tränkt, aber alle Hetze half nichts: das Fest fand einen derartig lebhaften Zuspruch, daß selbst Keads Erwartungen übertrosfen wurden. Meilenlang, in drei Reihen standen die Autos längs der Ave- nue Paul Brunat vor Keads Villa. Der Verkehr mußte über eine andere Straße geleitet rverden. Die weit ausgedehnten Gärten waren von Menschen nahezu überfüllt. Neben künstlerisch wertvollen Veranstaltungen wurden die exklusivsten Darbietungen einer mondänen Bergnügungswelt geboten. Farbe, Licht, Jazz einigten sich zu einem hinreißenden Rhythmus und schufen ein Blendwerk ausgelassenster Sinnesfreude und dionysischer Besessenheit. Träge und schwer lagerte über all dem die Nacht als natürliche Kulisie eines großen Welttheaters. Marin, inmitten dieser rauschenden Orgie, konnte sich nicht aus dem Trubel retten. Drängte und schob sich vor und wieder zurück. Ging wie auf dem Wasserspiegel eines großen Meeres, mitten durch ein Wogen wilder, ausgepeitschter Fluten. Schürfte, grub in seinen Gedanken. Kam zu dem Endergebnis seiner Betrachtungen: diese orgiastische Sinnestrunkenheit war eher ein Taumel innerer Ber- zweiflung als reine ungebunden« Freud« am Schönen; denn schön ist auch die Berworfenheit mit allen ihren dunklen Trieben im Ab« glänz dieses seltsam märchenhasten Landes. Klammerte sich nicht einer an den anderen, sich zu erretten aus diesem Dilemma, den Nächsten mit sich reißend? Schöner waren die Frauen, ausreizen» der, begehrender, hemmungsloser denn je, selbstbewußter, skrupel- loser, beherrschender die Männer; greller die Farben, gleißender das Licht, hinreißender der alles beseelende Rhythmus. Wehte nicht ein Hauch.naher Bergänglichkeit durch die Gärten, war nicht alles wie das letzte intensive Aufglühen eines ersterbenden Brandes, be- vor er zu Asche zerfällt, war das nicht das prunkvolle Finale einer großen Oper? Eine Unersättlichkeit, die sich zu grenzenloser Ber- schwcndung und brutalem Genießen steigerte. Rasch geht hier der Mensch zugrunde. Denn der weiße Mann stirbt mit dem gelben Mann.(Fortsetzung folgt.) eBuch 3)er 22. JluguU Das ist der Roman eines jungen Amerikaners. Nathan A s ch, der im Titel ein denkwürdiges Datum festhält: den 22. August. Ohne Jahreszahl, denn der Dichter will damit sagen: für uns gibt es nur«inen 22. August, in uns brennt der 22. August 1327, an dem S a c c o und Vanzetti im Gefängnis zu Boston aus dem elektrischen Stuhl unschuldig verbrannt worden sind. In der Sacco- und Vanzetti-Literatur sind bisher nur die Opfer und ihre Mörder behandelt worden. Das erscheint unrecht gegenüber dem größeren Schuldigen. Dieser größere Schuldige ist die politische Herrscherklasse der Vereinigten Staaten, dos kapita- listische Bürgertum und die von ihm abhängigen Politiker, die Kirche. die Sekten, die Frauenbünde und schließlich alle jene Organisationen, die den Intellektuellen Haß besonders gegen Arbeiter fdemder Nationalitäten so ungeheuerlich verbreitet haben. Dies ist die Ursache dafür, daß die große Mehrheit der Vereinigten Staaten dem Fall Sacco-Banzetti vollkommen gleichgültig gegenüberstand und den Justizmord duldete. Diese amerikanische Oeffentlichkeit, dieser eigentlich letzt« Schuldige ist es, den Nathan Asch an den Pranger stellt, indem er in diesem Roman sBerlag Ernst Rowohlt, Verlin) auf 330 Seiten erzählt, wie der Durch- schnittsamerikaner die Mordnacht vom 22. zum 23. August ver- bracht hat. Nathan Asch greift sich«inen jungen Amerikaner, den ich auf 20 Jahre schätze, als Helden seiner Erzählung aus New Tork heraus. Jim ist ein guter Jung«, der eigentlich nichts anderes im Kopf hat, als ein« bessere Stellung zu bekommen, seine Pflicht zu er- füllen, mehr zu verdienen und seine Mutter zu unterstützen. Aber der Trieb seiner Jugend jagt ihn jeden Abend aus dem Haus« zum Bummel hinter Mädchen her und zu Trinkereien in den verbotenen Schenken. All dies empfindet Jim selbst als etwas sehr Unrechtes. Daß aber in dieser Nacht zwei vollkommen unschuldige Menschen elektrisch verbrannt werden— das empfindet er nur ganz dunkel und unbestimmt als Unrecht. Als gor nicht so schlimmes Unrecht, wie etwa den Schlag mit dem Gummiknüppel, den ein unschuldiges Familienglied bei«iner Demonstration von Arbeitern gegen die Hinrichtung abbekommen hat. Das Leben dieser New-Uorker Bummelnacht stellt sich glänzend und kraftvoll dar. Nur zwei oder drei Personen sprechen in diesem Trubel gelegentlich von Sacco und Banzetti. Nicht mehr als von irgendeinem Gesellschastsskandal, Einbruch, Sportfest. Außenseiter dieser Nacht ballen die Fäuste in der Tasche. Sie sind ohnmächtig gegenüber der Mass«. Schlimmer als das, sie fürchten, durch Oppo» sition gegen ein« so unwichtige Sache lächerlich zu erscheinen. So geht die Sonne aus über eine Stadt wie New Nork, die ge- schlafen, gebummelt, gehurt hat wie sonst. Unbeobachtet sind Sacco- Banzetti gestorben. Dos ist ine wahre Schuld Amerikas. Bleie haben das richtig in Europa geahnt. Dieser amerikanische Dichter bestätigt es in einein Roman, der viele Lichter in das Geheimnis der omerika- Nischen Gesellschaft wirft. Felix Stössiager. WAS DER TAG BRINGT. Das Ratenzahlungssystem in USA. Man liest, daß das amerikanische Publikum den Ladenbcsitzern heute 3 Billionen Dollar für Gegenstände schuldet, die es auf Ab- Zahlung gekauft hat. Eine gewaltige Summe. Der einzelne Lohn- empfäiiger hat 40 Proz. des Geldes, das er zu verdienen hosjt, bereits verausgabt für Waren, die ihm in die Augen stachen. Kommt der Samstag und somit Zahltag heran, so setzt sich die jsamilie um den Tisch, nimmt den Bleistift zur Hand und rechnet. Dabei kommt etwa folgendes heraus. Bat! ist Maurermeister, ver- dient 73 Dollar die Woche, davon zahlt er ab: 10 für das Klavier, 8 für die Bersicherung, 3 jür den elektrischen Kocher und 10 Rest Weihnachtsgeschenke. Somit bleiben ihm 42 Dollar. Mutti sitzt in dem Schaufenster eines Schönheitssalons in der Soundsovielten Straße und manikürt Reklame für 33 Dollar die Woche. Davon gehen ab 3 für die Jamilienphotographie, 13 für den Pelzmaniel und 2 für das Linoleum— Rest 15 Dollar. Der Sohn Willy erhält als Verkäufer für Herrenwäsche 25 Dollar die Woche und zahlt ab 3 für die Schreibmaschine und die Tochter Mary>uhrt für 18 Dollar Buch in einer Ciscremesodabar und zahlt im voraus 3 Dollar für ihr neues Kostüm— in 14 Tagen bekommt sie es in die Hand und zahlt dann weiter 3 Dollar wöchentlich ab. Groß- mutti schließlich näht für 22 Dollax die Woche in einem Theater Kostüme und zahlt 7 Dollar für ihre neue Zahnbrücke. Es bleiben insgesamt 107 Dollar und das ist knapp für fünf Personen. An einen Autokauf wird man erst denken können, wenn wenigstens Klavier, Mantel und Zahnbrücke abgezahlt sind. Wie diese Familie, leben Millionen anderer Amerikaner, und man fragt sich drüben immer dringender, wie weit dieses System auf gesunder Basts beruht. Aber der amerikanische Kaufmann schreit nur immer kaufe, taufe, kaufe, daß die Dollar rollen und die Maschinen sausen. Lege 5 Dollar aus den Tisch und nimm den junketnagelneuen Eisschrank mit. Den Rest zahle wöchentlich— monatlich, oder wenn du erst im Jenseits zahlen willst, verpfände uns deine Lebensversicherung, die du auch aus Teilzahlung nimmst, wöchentlich oder monatlich. Ein Kruzifix als Heine-Erinnerung. Die Düsseldorfer St. Maxkirch«, die 1803 nach der Säkularisation eines früheren Franziskanerklosters von König Max Joseph von Bayern zur Pfarrkirche eines Düsseldorfer Altstadibezirks bestimmt wurde, kann in diesem Jahre aus«in 123iähnges Bestehen zurückblicken. In dem ehemaligen Klostergebäud« wurde«ine Schul« ein- gerichtet, die auch der junge Heinrich Heine besuchte. Noch heut« hängt in einem Flur der Kirche jenes Kruzifix, von dem Heinrich Heine in scinsm Buch„Le Grand" schreibt:„In den dumpfen Bogengängen des Franziskanerklosters, unfern der Schulstub«, hing dcunals ein großer, gekreuzigter Christus von grauem Holz, ein wüstes Bild, das noch jetzt zuweilen des Nachts durch meine Träume schreitet und mich traurig ansieht mit starren, blutigen Ar, gen— vor diesem Bilde stand ich oft und betet«: O du armer, ebenfalls gequälter Gott, wenn es dir nur irgend möglich ist, so sieh doch zu, daß ich die verba irregulari» im Kopse behalte.. Verborgene Schätze. In London starb der«lsässische Arzt Dr. Foster, der die letzte» Jahre seines Lebens allein als Sonderling verbracht hatte. Das ganze hinterlasicne Bermögen bestand aus einer alten, keineswegs wertvollen Bibliothek, die der Universalerbe, sein Neffe, als Maku- latur an den Buchhändler Elias verkaufte. Dieser fand nun vor einigen Tagen zwischen den Blättern einer alten Bibel Banknoten im Wert von genau einer Million verborgen. Da Dr. Fosters Neffe auf den Vorschlag des Buchhändlers, den Fund zu teilen, nicht ein- ging, sondern ihn gänzlich für sich beanspruchte, erklärte nunmehr Elias, er sehe sich nicht veranlaßt, das Geld überhaupt heraus- zugeben, da er es mit der Makulatur rechtmäßig erworben habe. Die Angelegenheit wird in allernächster Zeit das Gericht beschäftigen. Der Teint der Negerinnen. Was soll man allgemein charakteristisches über die Negerinnen Afrikas sagen? Ts gibt lange stockbeinig«(Dinkas) und ajfenarttg verschrumpelte Zwerginnen; mollige, hüftenwiegende Kongogirls und knusprige Zulukasferinnen. Es gibt(Massai)-Müderle, die einen Jungen nicht angucken, der nicht mindestens einen Rivalen auf- gespießt hat, und es gibt Negerinnen, die nur einem degenerierten Gecken mit zentnerschweren Arm- und Fußbändern ihr Herz schenken. Es gibt Negerfrauen in langen, wallenden Gewändern und solche, die nichts wie eine Hüftenstrippe tragen. Es gibt natürlich ewig treue und ewig untreu« schwarze Evastöchter. Und es gibt hell- und dunkelschwarze, sozusagen. Es gibt sogar braune Negerinnen, die furchtbar eitel auf ihren„Teint" sind. Eigentlcch legt man jetzt in Afrika, zum Unterschied von hier, großen Wert aus dke hell« Hautfarbe. Was eine richtige Negerin ist, die will so wenig schwarz als möglich sein— wie ja auch jedes andere Erdenkirtd das wünscht, was es nicht hat. Die amerikanische Nationalblume. Die omenkonische Natur-Gesellschaft hat jetzt eine Abstimmung über die Pflanze veranstaltet, die zur amerikanischen Nationalblume erkoren werden soll. Von den mehr als«ine Million Stimmen, die abgegeben wurden, sielen 492 000 auf die w i l d e Rose, während die meisten Stimnicii danach die Wiesenraute erhielt. Di« Witdroje soll atso zur Nationalblume iveröe». Es ist ein Antrag an den Kongreß eingebracht worden, diese Wahl zu bestätigen. -ARBEiWi TUSSBALL Die Kreismanmcfaaft gegen Neukölln Auf dem städtischen Sportplatz Kynastftraße am Bahichof Stralau-Rumnielcdurg wird den Anhängern der bundestreuen Ar- beiter-Futzbawewegung am morgigen Sonnabend wieder etwas Be- sonderes geboten. Die Auswahlmannschaft des 1. Kreises, die zum„Rast" gegen Bremen spielt, trifft um 18 Uhr auf die zur Zeit spielstarkste Mannschajt des 1. Bezirks, Neukölln. Allerdings sind die Neuköllner durch die Herausnahme des Mittelstürmers nicht unwesentlich geschwächt. Di« Kreismannschaft spielt in folgender Aufstellung: Wendtland (Luckenwalde y ? 7? 8i-h- (Vorwärts)(Luckenwalde II) Israel Georgs Becker (Eiche)(Svandau 25) l Elche) Äönig Iänickc Aschenbrenner Olschewsli Kleiber (Lichtenberg»)(Hertha>!)(Neukölln lSpondau 23) Lichtenberg I) An Serien- und Gesellschaftsspielen sind zum Sonntag folgende Treffen festgesetzt: Brandenburg gegen Weitzeusae. Hertha 1l gegen Luckenwalde III. Herzfelde gegen FTGB.-Neukölln. Britz 88 gegen Deutsch-Wusterhat'sen. Wacker-Storkow gegen Schöneberg. Freie Scholle gegen Neuenhagen. FTGB.-Pankow gegen Schönow. Oderberg gegen Pankow 2. Borwärts gegen Alt- Ranft. Wansdorf gegen Alt-Glietzen. Werder gegen Nauen. No- wawes gegen Wilmersdorf. Kladow gegen Spandau. Potsdam gegen Charlottenburg. Ketzin gegen Nowawes 2. Grebs gegen Knoblauch. Ieserich gegen Sokol-Mitte. Beginn der Spiet« 16.30 Uhr. Vorher spielen die zweiten Mannschaften. Jugendmannschaften 10 und 11 Uhr. Die Fuhballabteilung des Turn- und Sportvereiirs„Eiche"- Köpenick sucht zum kommenden Sonntag Spiel« für zwei Männer- und ein« Iugendmcmnschaft auf Gegners Platz. Angebote an Köpe- nick 1690. In Hamburg stehen sich am 11. Mai im vorletzten Spiel um die Bundessuhballmeisterschoft gegenüber der nordwestdeutsche Ver- bandsmeister Bahrenfelder Sportverein 1919 und der mitteldeutsche Nerbandsmeister Steinach(Thüringer Wold). Der Sieger aus diesem Spiel bestreitet mit dem süddeutschen Berbandsmeister Nürnberg- Ost am 25. ZNal das Endspiel um vie Fußballmeistestschaft des Ar- beiter-Turn- und Sportbundes. Die Fußballabteilung des Arbeitersportvereins Schöneberg-Friedenau 07 nimmt zur Bervollständigung seiner Spielmannschaften noch erwachsene und jugendliche Fußball- spieler und Anfänger auf. Sitzung der Abteilung jeden Freitag. Jugend 19� Uhr. Männer 20% Uhr, bei Hochqefchurtz, Mühleuftr. 9. Trainingstage: Dienstag und Sonnabend 18 Uhr auf dem Dominicus- spielplatz, Sachsen dämm Ecke Priesterweg(Zimmer 30). Schriftliche Anfragen: W. Hintz, Schöneberg, Gleditschstr. 9.— FTGB.- Lichtenberg II, Sportplatz Normonnenstraße, Nimmt noch Mit- alieder zur Vervollständigung der 1. und 2. Männermannschaft auf. Sitzung jeden Freitag 20 Uhr bei Schade, Lichtenberg. Normannen- straße. Jeden Dienstag und Freitag 18 Uhr U eb-ung sab ende. Jnter- essentei» können sich auch schriftlich melden bei Karl Schult, Bertin 0. 112. Neue Bahnhofstr. 8._ Riegenkampfe im FKB. Die i« der Sporthalle Südende ousgetragenen Endkämpfe um die Zugehörigkeit zu den einzelnen diesjährigen Riegen des Gaues Berlin im Freien Keglestbund brachten vorzügliche Rejuttatr. die sich im einzelnen wie folgt pellen: San l.(VI guten: Wokbgc(Z. f.d.) 3Z0, Benthi»(Hansa) 320, Roth (Harmonie) 318. Birth(Gut Sport) 311, Bauer( Borussia) 303, St. Schul.,? (feffc Neune) 22) 305, Sollath(I. f. i.) 320, Eeea-r iSGieb leise) 202. Apvelt (Not-Weiß 18) 20«, Wuttke sCartageaa) 201 Punkte, Asphalt:«retschmer I Harmonie) 500, äwglet«but Sport) 343, Wuttke lEartogena) 341. Hoffmann «Bordereck 00) 500, Krupvke(Gemütlicher Stamm) 330 Höh,, Schere: Ristow (Glatte Bahn 2ö) 080, Schulde(Glatte Bahn 25) 052, Hageborn(Borussia) 031, Gellert(zrohsinn-Knorke) 030, H.«rautwurst sWanne) 040 Hol,. Senioren: A. Schulae(Türkei) 743, H. Schul, llsrohsinn. Knorke) 732. KrautwurP sWaime) 72g, Hoffmann(Borbercck 00) 722, Bamerow lHansa) 72V Holz.— Gau 11. sfiguren: Henfcrich< Gaswerke 1) 361, Kleemeier(Bundestrrue) 336, Zahl- nianu(Neukölln 23) 330, Krasemann sFraternitas) 322, Rüdiger(Aha) 320, Krüger(Marienbork 19) 300, Mehlid lSchöneberg-Siidmest) 300, Sperling lOlompia) 300. Meißner(Marienborf lg) 300, Ruthe(Hohe Kante) 200 Punkte. Asphalt: Rpschkowski sHalte fest) 303. O. Wieland lOlympia) 342, R. Peter i Gaswerk» I) 5«. Gsirhnhu-»erie» 337, Boigt(Hohe Kante) 334 Hol», Schere: M. Behrens Wttck dich) 691, Herwo(»rchmn) 006,«ühnle(Torso)«Oö, Meier sHohe Kante) 001, G. Dndat(U.U. f.!.) 036 Solz. Senioren: Thoslet(Moriendorf 19) 751. WaLrade(Torso) 741, Hergvg(Bötzow) 737, Thürmer(Bück dich) 737. Wildau(Topplum) 730 Holz, Die vorgenannten Riegennntglieder haben sich die Teilnahme zu den im August in Kiel stattfindenden Bundeskämpfen gesichert. Di« poch fehlenden Bohlenriegen werden am nächsten Sonntag in den im Kegterheim Hohenschönhausen laufenden Kämpjen ermittelt. Internationale Motorboot-Regatta R eichsaußenmimftc r Dr. Curtius hat das Protektarat über die vom 30. Mai bis 1. Juni auf dem Templiner See stattfindende internationale Motorboot-Regatta übernommen und «inen wertvollen Ehrenpreis gestiftet, der dem ab'vlut schnellsten Rennboot der Regatta gegeben wird. Die internationale Bcteili- gung dürste nichts zu wünschen übrig lassen. Fest zugesagt haben bisher der Franzose Sigrand mit seinen 12-Lit«r-Boc»ten„Pah-Sih- Fou W und„Pah-Sih Fem IV*.— Die Frühjahrs-Motor- boot-Regatta des ADAC, am lt. Mai auf dem Templiner See bei Potsdamm erhielt insgesamt 61 Meldungen, davon allein 48 für die Tourenbootklassen. VoUcsllugtaße— jaß aber keine menschenmordende Akrobatik! „Lustakrobat Hundertmark zu Tode geschleift.— Fallschirmpilot Langner tödlich verunglückt.— Notlandung zweier Sportslugzeug« in Benlin.— Zwei Personen in Propeller gelaufen und getötet!* Eine ganze Menge Unfälle in kurzer Zeit! Einixe bürgerliche Zeitungen, die von der Sensation leben, entdecke» mtt einem Male ihre erzieherische Mission und sind— gegen die Sensation. Sie schreien anläßlich der bedauerlichen Vorfälle nach der Lustpolizei. sie schreien glattweg nach einem Verbot der Kunstsliegerei und der F a l l s ch i r m a b s p ü n g e. Wir haben aus unserer Abneigung gegenüber militaristischer Spielerei auf Flugoeranstaltungen nie ein Hehl gemacht, wir wisien aber auch ganz genau, daß man beispielsweise aus das Tempechos er Feld kein« fünftausend Menschen locken kann, wrun man ihnen dort nichts weiter zeigt als das, was sie dort jeden Tag zu sehen kriegen: Start und Landung unserer Verkehrsmaschinen. Wir oer- mögen trotz des Gezeters einiger übereifriger Kritiker nicht einzu- sehen, warum Geschicklich kcitsflüge und Fallschirm- absprünge, sosern man natürlich die notwendigen Sicherungs- maßnahmen trifft, bei Flugveranstaltungen fehlen sollen. Vom slugsportlichcn Standpunkt aus betrachtet, ließen die diesjährigen Flugveranstaltungen auf dem Tcmpechofer Feld mehr als zu wünschen übrig. Da gab's keine Geschwader- flüge, keine Flugzeugrennen, keine Ziellandungen, kein Vergleichs- fliegen usw„ da war nichts weiter als tötende Langeweile und die Luftakrobatik des Artisten Schindler, die mit Flugsport gar nicht- zu tun hat. Man kann aus derartige Sensations- nummern verzichten, wenn man bei der Zusammenstellung eines Flugtagprogramms ein wenig ideenreicher ist, als es die Herren von der Flughafen-Gesellschast in diesem Jahre waren. Zwar wird der Rahmen eines Flugmeetings immer etwas eng gespannt sein, man wird sich vorerst nicht nur auf eine Schau des Rur-Fliegens beschränken können, aber es liegt nicht die geringste Veranlassung vor, den Namen Flugveranstaltung als Aushängeschild für Darbietungen zu gebrauchen, die reine Zirkus- leistungen sind, wie die Darbietungen Hundertmarks und Schindlers. Wir wollen nun anläßlich der Häufung von Unfällen auf dem Gebiet« der Sport- und Akrobatikfliegerei nichk'das Kind mit dem Bade ausschütten und nun nach Verboten schreien, die auch die Kunstfliegerei lahmlegen sollen. Ein Verbot reiner zirzensischer Darbiettingen allerdings, zu denen Geschicklichkeitsflüge und Fallschirmabsprünge nicht zu rechnen find, wäre im Interesse des Flugsportes zu begrüßen, Harckz- Worrri. 34 deutsche Maschinen beim europäischen Randflug Am diesjährigen Europäischen Rundflug nehmen, nachdem nunmehr das Meldeergebnis feststeht, insgesamt 7 4 Wett» bewerder teil. Ten größten Anteil stellt Deutschland mit 34 Meldungen, hin, zugerechnet sind 4 Bewerber aus Deuftchösterreicki, dann folgt Frankreich mtt 14 Teilnehmern, darunter 1 Belgier und 1 Jugoslawe, serner Polen mtt überraschend hoher Zifter von 16 Nennungen, England dagegen mit nur 6 Teilnehmern und die Schweiz mtt 4 Meldungen. Bedauerlicherweise hat die Tschechoslowakei, die am letzten Europarundflirg reichlich und ritt Erfolg vertreten war, ebenso wie Italien und Spanien, bisher keine Meldungen abgegeben. Das muß zu denken geben und läßt manche Schlüsse zl>. Als einzige weibliche Teilnehmerinnen finden wir englischerjeits die beosits beim Europarundflng 1929 in der Spitzengruppe sich behauptende Lady Bailey mtt ihrem Leichtflugzeug„Motte* und dentscherfetts Fräulein Schuttes, die mit einem Phönix-Flugzeug des Leichtflug- zeugklubs München am Wettbewerb teilnehmen werden. Don be- tamtten deutschen Piloten finden wir zuerst den vorjährigen Sieger Moczik, ferner Steindorff, Lusser, Raab, v. Langsdorfs, Guritzer usw. Aus dem französischen Flftgoriagcr sind bekannt Doret, Delmotte, Albert. Die Engländer schicken bewährte Leute wie Thorn, Broad, Andrews, Buttlcr. Polen hat mtt einigen Ausnahmen Bewerber genannt, die international noch wenig oder gar nicht hervorgetreten sind, auf das Abschneiden Polens, das fast durchweg neue Flugzeugtypen meldete, darf man daher gespannt sein. Neue Typen beherrschen zahlenmäßig gegen das Vorjahr überhaupt das Feld, wie viele von ihnen werden über die Strecke kommen, wie viele unterwegs liegen bleiben? Im Interesse des völkerverbindenden Luftfahrtgedankens und im Interesse der Ueberbriickung von Gegen- sätzlichketten darf man diesem sriedlühen Wettstreit der Nationen bestes Gelingen wünschen. Bemerkenswert ist noch, daß sich die Zahl der mit deutschen Flugmotoren versehenen deutschen Teilnehmer gegen das Vorjahr beträchtlich vermehrt hat, denn von den 34 Flug- zeugen, die Derrtschlcmd gemeldet hat, sind 27 mtt deutschen Motoren versehen. W. H. „Plaza"- Ringer Wettstreit GrQneisen wirtt Grünberg Der bisher schönste Kampf war der spannende Entscheidungs- kämpf zwischen den herovrrugenden Technikern G r ü n e i s e«- Grünberg. Bon der ersten Minute an gab es ein pausenloses Ringen, das in beiden Gängen völlig offen war. Paraden folgten auf kraftvolle Schwünge und Brücken, �rst nach der letzten Parrse fiel die Entscheidung, der Schweizer Grüneiscn überraschte den Letten Grünberg in der 33. Minute mit einem Ueberwurf. Kübbers- Düsseldorf erwies sich bei seinem ersten Start in Berlin als ein kraftvoller Ringer: Leskinowicz mußte alles aufbieten, um den gleichstarken Gegner in der 13. Minute durch einen Armhebel oin Boden zu besiegen. Das Treffen des tempera- mcnt vollen E q u a t o r e mit den behenden Reger Thomson erzwang stärksten Beifall: nach zwei offenen Runden endete das erstmalige Treffen ohne ein Ergebnis. Das Ringen Dose gegen Cziruchin nahm für den Rnfftn einen bedauerlichen Ausgang. Gegen die größere Kraft des Gegners konnte sich C. nicht durch- setzen: bei einer Parade des Hamburgers auf ein« Krawatte fiel er so unglücklich auf die linke Hand, daß er den Kamps nicht fortsetzen konnte.— M itlwochergebniss e: Im Entscheidungskampf Kawan-Sa int- Mars war der Derliner wie im ersten Trestcn technisch überlegen. Nach einer Gesamtzeit von 41 Minuten siegte er durch einen Armhedel. Der möchtige Penetzki.warf den Ungarn Czontos schon nach der 6. Minute durch einen Doppcl- nclson. Dose» Hamburg rang mit dem gewitzten Urbach, ohne diesen mtt seiner körperlichen Ueberlegenheit ernstlich gefährden zu können. Kochhanski wurde von dem Schweizer Grüneifen in der 14. Minute auf die Schultern gebracht. Heute, Freitag, ringen: Kübbers- Penetzki: Grüneifen-Dos«: Ezontos-Saiikt-Mars und im Entfcheidungskarnpf Kawan-van Riel. 3. Etappe der Deutschlandfahrt Ein Kinderspiel im Verhältnis zu den erften Tagesstrecken Ber- lin— Glogau und Glogau— Dresden war die dritte Etappe der Rundfahrt durch Deutfchland, die am Donnerstag von Dresden über Chemnitz— Leipzig— Weißenfei«— Naumburg und Weimar nach dem 249 Kilometer entfernten Erfurt führte. Es war sehr kühl und windig, und der den gangen Tag hernieder- gehende feine Sprühregen bewirkt« es, daß die Fahrer den Weg durchnäßt und durchfroren zurücklegen mußten und ohne Ausnahme bis zur Unkenntlichkeit durch Schmutz entstellt am Ziel in Erfurt eintrafen. Der Held des Tages war der Berliner Herbert Sie- r o n f k i. Er traf mit fast 10 Minuten Vorsprung allein am Ziel «in und sichert« sich damit einen beträchtlichen Vorteil in der(Be- samtwertung. Aus der folgenden Dreiergrupp« erspurtete sich der Schweinfurter Joseph Remvld den zweiten Platz vor Tietz und Bufe, dann trafen in«rheiblichen Abständen einzeln der Berliner Stöpcl, der im Ziel vor Ueberanstrengung zusammenbrach, Bulla und Metze vor einer fünfköpsigen Gruppe ein, die von den) Frank- furtek Karl Koch angeführt wurde. Verschieden« Fahrer streckten unterwegs die Waffen, zum Teil wegen Sturz ve rl etzunge n. Nach zwei Ruhetagen wird die Deutschiandfahrt am Sonntag mit der 4. Etappe fortgesetzt. Der Weg führt von Erfurt über Gotha, Eisenach, Hünfeld, Fulda und Brückenau nach dem 243 Kilometer entfernten Schweinfurt. Arbcitersdiach Am Sonntag, 11. Mai, findet in Potsdam, Bollshaus. Auguftastr. 9, eine große Werbcoeranftaltung statt. Verlin spielt an 50 Bretter gegen Potsdam, Nowawes, Brandenburg, Nauen, die Abteilungen Treptow, Mitte, Krenzberg, Westend, Friedrichs- Hain, Weißensee und Friedrichsfelde sind dazu verpflichtet. Spiel- material ist mitzubringen. Treffpunkt aller Abteilongen um 9 Uhr in Potsdam am Dahnhof. Beginn des Wettkampfes um 10 Uhr.— Donnerstag hoben Spielabend: Gartenplatz, N. bei bei Kurkowski, Feldstr. 3. Neukölln, Franz Grimm, Boddinstr. 10. Prenzlauer Berg, Vollmer, Senefelderpr. 9. Westend, Jamm, Charlottenburg, Sophie-Eharlette-�r. 88. Treptow, Döhltng, Elsen- stroh« 100. Kreuzberg, Krepp, Planufer 73/76. In allen Abtei- hingen Schachunterricht kostenlos, Gäste jederzeit willkommen. An- fragen in allen Vereinsangelegenheiten an Georg Werwinsti. Berlin S. 59, Pianufer 91. Dettkampfordnuag(190.) für den Arbeiler-Tur». und Spork- bund. Das Heft 12 in der Reihe„Bibliothek der Leibesübnngen", herausgegeben vom Arbettcr-Turnverlag Leipzig, ist neu bearbettet herausgekommen. Der gewaltige Stoff von der CinfuhruKg und den Bestimmungen für die leichtathietifchen Wettkämpfe bis zu den Bestimmungen für die turnerische» Wettkämpfe ist in nbcrfichtticher Form zusammengestellt. Ob es sich um die Borschristen über die Wettkampfarten oder die Wettkämps« selbst handelt, ob von Mann- schafts- und Vereinskämpfen die Rede ist, immer ist man in der Lage, alles schnell zu finden. Das gleiche trifft zu für den Teil des Lehrbuches, der sich mtt dem Werten des Geräteturnens und allen feinen notwendigen Vorberitungen befchäftigi. Di«„Weit- kampf-Ordnung* ist eins der Lehrbücher, die nicht nur der Kampf- richter, sondern vor allem jeder Turn- oder Sportleiter kennen muß. Darüber hinaus muß jeder Teilnehmer an leichta hletifchen oder Gerätekämpfen über die Bedingungen der betreffenden Wartung unterrichtet sein. Die-Höchstleistungsttste ist bis zum März 1930 zu- Reisen NnckermM aber auch auf Wegen über Laad träge man seit Generationen die gute Loden- kleidung von Leineweber. Sic hält warm und ist doch leidit, sie schützt vor Sturm und Regen, obgleich sie ganz porös ist. 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Liedike, P audier, Kampcrs,Traiis van Alten Das Land ohne Recht(Abenteuer) mit Tom Tyler fi Frledrichstadt A Die Kamera, Jäf"9chuhr Unter den Linden 14 Engel der Strafte Das treibende Floft Ab Sonntag: Das Lied vom allen Markt Tnrkslb W Moabit» Artushof-Lichtspielc Film- und BQhnensshau Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. Menschen am Sonntag m Kampers Lemkes sei. Witwe mit Picha Bühne: Großer Lachschlager: S Minuten vor voll Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 6.30. 9 Uhr. Sonnt ab 3 Uhr. Paganlni(9 Akte) mit Conrad Veidl Polizeisplonin 77, 8 Akte, mit Eillen Richter Atrium Beba-Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Tonfilm: Der Walzerkönig mit CI. Kammer, Hans Stflve(Regie; Manfred Noa) SchanwbTg relt-Kino BseV"' Moabit 99 Die Fran ans Chlkago(Unser läglich Brot) Banknot enfälsdx? Alhambra Beginn 6,30, 9 Uhr Schöncberg,.Hauptstr. 30 Millionen am ein Weib mit George Dancroft Eine Nacht im Prater mit Esther Ralston Tonfilmbeiprogramm Südwesten Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1 Wiener Herzen mit W. Fflttcrcr Der Shertif von Arizona Beiprogramm Filmeck Be*inn Skaiitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Tempo-Tempo, Schlag auf Sdüng Eine moderne Revne Film. Tain(Das Rätsel im MVeibe) Intern. Bfihncnschaa Luisen-Theater Rcichenberger Str. 34 Bobby, der Benzinfange Bühne: Tonfilmfieber mit Br. Kastner, Luise Tier seh Jugendliche haben Zutritt Titania(ufa Schömberg) Hauptstraße 49 W 6 30, Stgs. 3 Uhr Die Dame ans Moskau mit Pola Negri Wenn die Groftsiadi schläft mit Chaney Kronen-Lichtspiele Rhcinstr. 65 Beg, Woch. 6 30. 9, S. 5 U. Meine Tante- deine Tante nfit H. Porten Die Leibeigenen mit H. George ■ Sfgnt« i Titania-Palast Steglitz, Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Beginn der Vorstellung 6.30, 9 Uhr. Sonnab. und Sonnt. 4. 630, 9 Uhr. Uraufführung: Das Rbelnlandmädel G. Bern dl, L. Englisch. W. F Ollerer. Trade Berliner, J. Nast _ � Ma- Li nSE-är« Sonnt 3L'- Lichtspiele me-Vorst Chausseestraße 306 w. 7, Stg. ab s! Gaukler mit Käthe von Nagy Die Licbesiallc mit Laura la Planta BOhnciu chau Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochentags 5.30, Sonntags 3 Uhr Cllly der erste Farben-Tonfilm 100 Proz. Farbe, Ton, Revue Tönendes Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Sternwarte— Treptow Sonnabend 8, Sonntag 4, 6 und 8 Uhr: Dienstag 8, Donnerstag 8 Uhr: Die Wunder Asiens(Film) W Heute öiln> V.!-..!. WochenL 6,45, 9 U. UKUK Sonnt. 5, 7. 9 U. Kottbusser Damm 92 Cilir. der erste Farben-Tonfilm 100 Proz. Farbe, Ton, Revne Jugendliche haben Zutrift C__|,z__ Wochent 6.45, 9 U. cxceisior Sonntag 5, 7, 9 U. Kaiser-Friedrich-Straße 191 Tonfilmposse: Wien» du Siacu der Lieder Jugendliche haben Zutritt Stern, Hermannstrafje 49 Wochentags 6.45, 9, Sonntags 5, 7, 9 Uhr Tonfiimposse: Wien, da Stadt der Lieder Jugendliche haben Zutritt „Elysium" �nrnnd Prenzlauer Allee 56 W. 5 15. S 3 13 U. Tonfilmposse: Wien, du Stadl der Lieder Jugendliche haben Zutritt Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 WochenL 7 U. SonnLabSU. Der große Sprech- und Tonfilm: Zwei Herzen Im DreivierieMaki mit Walter Janssen, Paul Morgan Gnies Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Erstaufführung! Osten! Der Detektiv des Kaisers mit Olga Tscbechova, Otto Gebühr Buhne: Gnsfl Beer, Grefe Lilien Concordia-Palast Andreasstraße 64 Die Jagd aadi der Million mit Laciano Albert ini So ist das Leben Bühne: Die Jazzladys Comenius-Lichtspiele Memeler Straße 67 W. 6. S�U, S aböU O Mfiddien, mein Mfiddien mit Lledtke, Kampers, Paudler Trost der Diebe mit A. Esierhazy � Neii'Uchtenberg Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Kamplhfihne der Liebe Der Frosdi mit der Maske Bühne; Gastspiel d. Filmkomlkexin Johanna Ewald Priedrlchsteld« Kino Busch Alt-Friedrichsfelde j O Mädchen, mein MSdcfaen mit Harry Liedike, Maria Pandfer Die Bande der Wölfe(Wild-West) Beiprogramm Elysium Hasselwerder Straße 17 Die große Tonfilmoperelte Zwei Herzen im DreivierieUald Tonfilmbeiprogramm g WclOensne � k Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 205—210 Tonfilm. Es gib' eine Frau, die dich niemals vergibt mit LH Dagover SO�c Y venne Eine kleine Uebeld i Alhambra Müllerstraße 136, Ecke Seestraße Laila, die Tochter des Nordens Frank Hardy, d. Universalkünstler In seiner Tempokurzrevue Pharus-Liditspiele Müllerstraße 142 W. 5*/« U. Stg. 4 U Eine Nacfat Im Prater mit Esihcr Ralston Madame im Strandbad Marga-Lichtspielc Schu! Straße 29 Tonfilm: Der weiße Teatel mit Ivan Mosjnldn, Lil Dagover und Betty Aman Wocfaenendliebdien Noadc's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. ab 6. Stg. ab 4 U. Der Detektiv des Kaisers mit Otto Gebühr Jon Manuel der Bandit Bühnensdiaa Prater-Lichf spiel-Palast Kastanienaltee 7-8 Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhr Das Erlcbni« einer Nacfai Opium Schmuggler von Moniana Varieii Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W. 6,' Sbd. 5, Stg. ab 430 U. Der gewaltige 100 prozentigeTonfilm Atlantik mit Fritz Korlner Colosseum" Chr Schönhauser Allee 123 Stgs. 5,7 u. 9 Uhr Der erzte Kriminal-Tonfilm; Der Tiger T bnfi Im-Beiprogramm ��Cesunabrunnen� „Alhambra" Badstraße 58 Einbrach im Bankhaus Reichenbach Das Llcbeskleeblatt Große Varietöschan Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Woch. 5, 7, 9, Stgs. 3, 5, 7, 9 0. Cilir. der erste Farbentonfilm lOOprozenügc Farbcn-Ton-Remg ■ prbrow m Palast-Theater ZML' Breite Straße 21 a Wiener Herzen mit W. 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Erwähnenswert ist dabei, daß im gesamten Bundesgebiet nur nach dieser neuesten Wettkampford- nung gewertet wird. Alle Vereine und Abteilungen sind ver- pjlichtet, dieses vom Bundes-Turn- und Sportwart Buhren bearbeitete Lehrbuch zu allen ihren Veranstaltungen bei der Hand zu haben.—i— Scftitl Scti!önn.<9ti8. Sonnolwrik, 10. Mai, 1!) Uhr. Bkfirkslchr» stunde für Leiter und Vorturner a I i e r Adteilunzen Turnhalle Neuf ölln, Tonaustrage(Gymnastif, Ringe, Gemeinschaftoturnen am Borren). An. schließend ZI Uhr Techmfersiftung bei Echabeifo. Sonntag, U. Mai. I. und L. Iungmödche», 1. und Z. Krauenabteifung müssen uoll�ählig gur össenilichen Beransialtung aus dem Sannenplah für Stelle sein. Tresspunff oller Teil- nehmer aus Buk um 13 Uhr Buschkruq. 1311 Uhr Rudower Ecke Train- Ztdrner.Straße.—«inderletter. Montag, 12. Mai. 1« Uhr, Turnhalle Bouche. srraße 75. Einüben der Singspiele Mr Nnaben und Mädchen zum 1. Juni.— Bezirl Tencpelhos. Marien dort, ffreitag, 9. Mai, 20 Uhr, Mitgliederversamm» lung bei Löggo, Kaiser-Wilhelm. Ecke ssriedrich.-sronz-Slrahe.— Kanubeiirl. Sonntag. 11. Mai. Bootohaus Rahnsdorf. Torsstr. 9, 17 Uhr, Weihe de» SmnenDiccetf. Gäste willfommen. Ruderverei» Eollegia. Die am 17. Mai sestgesehie Iugendversaimnlung sinixt infolge der Berbeperansialtunq am 18. Mai nicht statt. Nächste Jugend. »erfeuntalung mit Vortrag 24. Mai. 30.08..Oroßitsdtlyrrts'i Qeeptieli rwischea Enut Blzß rack Prteärteft Bli utetl, 20.30 Populäres Orcbesferkaprert. 72.30 Dr. F. Anders: Romm6. Anschließend: Internationales Mafscbprozramm. KönfzswtfSfotkauscn. 16.00 Alfred Tschentscher: Die Tacung internationalen Lehrerverbinde ig Prag. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig.. 17.30 Dir. Steigcrthal: Die Bedeutung des Rundfunks N" o»5 AnstaltswescB. f. 17.55 Min.- Rat Dr. Wölz: Fragen der Baufinanzicrung. 18.20 Prof. Dr. Marcuse: Die magnetischen Kräfte der Erdtf. 18.40 Englisch für Fortgeschrittene. 19.05 Dr. Paul Zucker: Wahre und falsche Sachlichkeit. 19.30 Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. � 20.00 Von Breslau: Wie kann ich Rundfunkvorträge für mich nutzbar irwcnea. 20.30 Von Stuttgart: Gedenkfeier am 125. Todestage Friedrich Schillers. Weiler für Berlin: Unbeständig und sehr kühl- noch einzelne? Regenschauer.— Zur Deutschland: Ueberall oeränderitcher- Witterungschorakier und noch Regensälle, allgemein kühl, besonders in der Westhälfte des Reiches Rachtsrostgefohr._ SerönTmartt. für die Redaktion: W-lfg-ng Ärlin: Ani-igen�TH. Maie. Verlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. S.. Verl,». Dr>>ck: Borw»t, Buch- druckerci und Verlagsan statt Paul Sinqer& Co., Berlin CW 68, Ltndenstraye s. Hierzu 1 Beilaac. 16.00 Szene aus..Don Carlos". 17.00 Violinverträge.' 1 Martino Pcsenti(1645): Lorrente c Gagliarda.— 2. Jean-Marie Lcclair(1697 bis 1764): Sonate H-Moll(zum erstenmal), bearbeitet für Violine und Cembalo von Elisabeth Lesscr.— 3. Pictro Locatelli da Bergamo(1693— 1764): Aria con Variazioni aus der Sonate F-Moll(Elisabeth Lessen Flügel: Erna Klein). 17.20 Dr. Th. Haubach: Organe der öffentlichen Meinung in der Demokratie. 17.40 Dr. A. Bentz: Die norddeutsche Tiefebene ein Erdölgebiet? 18.00 Zeitgenössische Lieder von Huch und Storni(Emst Schliepe) und von Max Ettinger und Becr-Hofmann(Ciaire Schlicpc-Wintzlcr, Sopran; am Flügef: die Komponisten). 18.25 Das neue Buch. 18.35 Aktuelle Abteilung. 19.55 Vom Arbeitsmarkt Freitag, 9. Mai.