Morgenausgabe Nr. 215 AHO 4?. Jahrgang VScheorN» SSM. monatlich nn voraus zotzldar� Poftdezuz«LZ M. «tnlchlte�Iich SOPsg-Vostzeilunos» und TZPIg Poslbeftellgebühren iluslands- abonnemenl 6.— M. ms Monat. ftt.Ssnsirts* erlchelm wochentig- lich zweimal. Sonnlag, und Momag» einmal, die Abendausaaden für Berlin and im Handel mil dem Titel.Der Sldend". Jlluftriene Beilagen.Volk and Zeit' und.Kinderfreund'. Ferner -llnlerhallung und Willen»..Frauen. stimme'..Technik»..Bllik in di, Büch erwell" and.Jugend-Vorwärl»' f. NeriSner VolkSblatt Sonntag 11. Mai 1930 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. XHc einspaltig, NonpareMezetI, 80 Pfennig. Reklame eile 5.— Reichs» mark„Kleine Anzeigen' das ettge» druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei iettgedruckte Worte). ledes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erst« Won IS Pfennig, jedes weitere Won' 10 Pfennig. Wone über IS Buchstabe» zählen für zwei Wone Arbeitsmoiki Zeile 60 Pfennig. Fomilienanzeigen Zell 40 Pfennig. Anzeigenannahme im5)aupl» «efchäft Lindenftraße 3. wochentäglich von 8»/, dt» 17 Uhr. Aentralovaan der GoziaWemvSvatifchen Vaviei DeutftbUmdS Redaktion und 33 erlag; Berlin SW 68, Uindenslraße 3 Fernsprecher: Tönbosl 292—297 Telearmnm.Adr: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G. m. b. H. Boftscheckkonto; Berlin 87SZK.— Bankkonlo; Bank der Arbeiter. Angeslellte» «nd Beamten. Wallstr SS Dt B u TiSi-Ges. Tepositcnkasle Lindenstr S. Paris hofft auf Henderfon. Bestürzung über Graudis Rede. Paris. 10. Mai.(Eigenbericht.) Der englische Außenminister ist am Sonnabend nach Gens weitergereist. Seit langem schon hat kein englischer Politiker eine so warme Aufnahme in Paris gefunden wie chenderson, dem die französisch« Presse zum Abschied wahre Kränze flicht. Der Grund dieser plötzlichen Neuerweckung der alten Sympathie für den einstigen Alliierten ist das Bemühen der fran- zösischen Regierung, gegen die Aggressivität des faschisti- schen Regimes zur See und zu Land« in England, wenn nicht einen Verbündeten, so zum mindestens einen freundlichen Vermittlerzu finden. In dieser Richtung scheint die Aussprach« zwischen Briand und chenderson, wie aus den ziemlich einmütigen Kommentaren der Presse hervorgeht, durchaus positive Ergeb- nisse ergeben zu haben. Dieser günstige Eindruck geht sogar so weit, daß ein Teil der offiziösen Blätter vom„Beginn einer neuen Aera in der europäischen Außenpolitik" spricht. Das Ereignis tom um so gelegener, als die Red« Grandis in der italienischen Kammer di« in Rom offenbar beabsichtigte Wir- tung in Paris ausgeübt hat, nämlich die einer sorgsam vorberelteken Herausforderung. Die frarijösi scheu Blätter betonen übereiustimmend, daß der Faschis- mus noch niemals ein für das Gleichgewicht Europas derart be- unruhigendes Gesicht gezeigt habe wie durch die Rede Grandis. Reben dem auf das Flottenproblem bezüglichen Teil der Rede Grandis, die in Paris die erwartete einmütige Ablehnung ersährt, hat insbesondere der Passus„von der notwendigen An- gleichung der Friedensverträg« an die geänderten Be- dingungen Europas" besonder« Bestürzung hervorgerufen. Die latente Frage der Revison der Friedensverträge ist ja für die kon- seroativen französischen Politiker«in besonders empfindlicher Punkt, und die feinhörigen Franzosen haben sogleich herausgefunden, daß sich hinter den allgemeinen Wendungen Grandis über die Not« wendigkeit einer„gleichen Behandlung von Siegern und Besiegten" «ine sehr bestimmte Neuorientierung der italienischen Außenpolitik verbirgt. Curtius nach Genf abgereist. Außenminister Dr. C u r t i u s. der zum ersten Male an einer Ratssitzung teilnehmen wird, ist gestern abend mit der deutschen Delegation nach Gens abgereist. Briand hatte gestern im Hinblick auf die Genfer Tagung Unterredungen mit dem holländischen Gesandien London, dem Vorsitzenden der Abrüstungskommission, und dem deutschen Bot- schaster o. H o e s ch. Die Gärung in Indien. Ltebersall auf ein Salzdepot geplant. London, 10. Mai.(EP.) Di« heutigen Feiern in Indien aus Anlaß des 73. Jahrestages der Meuterei im Jahre 18S7 und des mohammedanischen Bkr-Id-Festes sind bisher ohne Zwischenfälle verlausen. In allen größeren Städten waren von den Behörden für heute große Vorsichtsmaßnahmen getroffen worden und zahl- reiche Pokizeimamsschaften und Truppen waren zur Aufrechterhal- tung der Ordnung hinzugezogen worden. In einer Reihe von Orten waren verschiedene religiöse Riten, die gewöhnlich Anlaß zu Zusammenstößen zwischen Mohammedanern und Hindus gaben, untersagt. Deesen Vorbeugungsmaßnahmen ist es hauptsächlich zu danken, daß der heutige Tag im allgemeinen ruhig verlief. Beunruhigender Natur ist die Meldung aus A ni r i t- sar, daß die nationalen Sikhs in einer Konferenz in Aritsar be- schlössen haben, die von Gandhi geleitete Bewegung gegen die indische Regierung zu unterstützen. Der Führer der allgemeinen Gehör- samsverweigerung in Amritsar, Tara S i n gch, wurde zum Prä- sidenten der Sikh-Liga ernannt. Der Beschluß der Liga ist um so bedeutungsvoller, als sich die Sikhs bisher nur unter der Bedingung an der Gandhischen Bewegung beteiligen wollten, daß ihnen ein gc- wisser Anteil an der Regierung in einem freien Indien eingeräumt werde. Der Plan eines lleberfalls auf das Salzdepok in Darsana, wie ihn der Führer der Gandhijchen Freiwilligen Abbas Tyabbje in der kommenden Woche durchführen will, wurde In einer Versammlung der Kongrcßführer in Gujerat, an der auch P a t e l teilnahm, gutgeheißen. Patel hat dabei der Versammlung vorgeschlagen, die Erstürmung des Salzdepots zu einer allgemeinen Frage zu machen, sowie in den Bezirk von Gujerat«inen Feldzug der Steuerverweigerung und einen Boykott ausländischer Stosse einzuleiten. Es wird berichtet, daß in Gujerat etwa 300 Freiwillige aufgefordert worden sind, mit den Begleitern Gandhis an dem Sturm auf das Salzdepot in Darsana teilzunehmen. Der Polizeichef von Peschawar hat heute ein Telegramm an den Präsidenten des allindischen Krongresses, Motilar Nehru, gerichtet, in dem er dem vom Kongreß ein- gesetzten Unterausschuß über die Unruhen in Peschawar o e r- bietet, das Gebiet der Nordwestprovinz zu betreten. Wie der Polizeichef erklärt, werde er alle Schritte unternehmen, um die Kommission< an der Einreise zu verhindern. In Rangoon sind mehrere tausend Hafenarbeiter in den Streik getreten, wodurch der Hafenverkehr vollständig zum Stillstand gekommen ist. Bon den Streikführern soll die ZZerhastung Gandhis als Ursache des Streiks angegeben werden. Nadek wieder in Gnaden. Als Miialled des westeuropäischen Büros der Komintern. Wie der TU. aus Moskau gemeldet wird, wurde Karl R a d e k zum Mitglied des westeuropäischen Büros der kommu- nistischen Internationale ernannt. Diese Ernennung Rädels bedeutet sein« Rückkehr in das politische Leben Moskaus. Radek hat sich vollkommen mit Stalin ausgesöhnt und unterstützt dessen Politik. Parteirevolte im Kaufasus qegen Gtalin. Weiter wird der TU. aus Moskau gemeldet, daß sich in der letzten Zeit in den kaukasischen Parteiorganisationen eine stark« Opposition gegen Stalin herausgebildet hat. Die Opposition konnte ein« Entschließung durchdrücken, in der der Rück- tritt Stalins verlangt wird. Wie amtlich gemeldet wird, hat das Politbüro der Kommunistischen Partei aus Borschlag Stalins den Beschluß gefaßt, die Kommunisten L a m i n a d s e und Tschaplin nach dem LEaulasus zu entsenden und dort eine Säu- berung der Partei einzuleiten. Die beiden wurden gleich- zeitig zu Sekretären der kaukasischen Parteiorganisation ernannt. Die oppositionellen Führer wurden sofort von ihren Posten ab- berufen und dürften wahrscheinlich aus der Partei ausgeschlossen werden. Die Lynchgarde von Texas. Flucht der Reger vor der weißen Kultur. Austin(Texas). 10. Mai. Die Rsgerbevölkerung von Sherman, wo sich gestern der Lynch- mord abspielte, beginnt zu fliehen, da es im Ort immer bedrohlicher wird. Die Straßen werden von den tobenden Pöbei- Massen beherrscht, die mit der Einäscherung der ganzen Stadt drohen. Als Vorspiel wurde das Geschäft eines Negers in Brand gesteckt, um als Scheiterhaufen für den gestern Ermordeten zu dienen. Während der Nacht hat es Zusammenstöße zwischen der National- garde und der Masse gegeben. Die Trupepn gaben schließlich Feuer, wobei zwei Personen verwundet wurden. 7 Neger wurden schwer oerletzt. Die Miliz nahm 12 Rädelsführer fest. Nazis in der Reichswehr. Arn 17. Mai steht vor dem 4. Strafsenat des Reichsgerichts unter Porsitz von Senatspräsident Lorenz der Haftprüfungs- termin für die wegen nationalsozialistischer Zellenbildung in Haft befindlichen Reichswehroffiziere an. Die Verteidigung liegt in den Händen der Berliner Rechtsanwälte Dr. Sack und Kamele. Fricks Plagiat an Brandler Das Thüringer Experiment und die Hatentreuzpartei. Es kann mir nichts geschehen! Das ist die Lehre, die Herr F r i ck aus dem Verhalten der bürgerlichen Parteien in Thüringen und des Reichsministsrs Dr. Wirth gezogen hat. Er spekuliert auf die Angst des Landbandes und der Deutschen Volkspartei in Thüringen vor der Sozialdemo- kratie. Das ist seine Stärke: weil das Bürgertum den For- derungen der Arbeiterschaft in nichts entgegenkommen will, muß es vor den- Forderungen der Nationalsozialisten einen Schritt um den anderen zurückweichen. Das Reich fürchtet Herr Frick nicht mehr, nachdem ihm der Reichsinnenminister die Zuschüsse für die Polizei freigegeben hat. Es kann mir nichts geschehen: meine Koalitionspartner find an mich ver- kauft, und das Reich ist schwach— so sagt sich Herr Frick, und sündigt lustig weiter gegen die Verfassung. Herr Manfred von Killinger in Sachsen ist noch nicht ganz so weit wie Herr Frick, aber er ist auf dem besten Wege. Die unentwegte Vürgerblockgesinnung des sächsischen Bürgertums, das dem thüringischen nicht nach- steht, arbeitet für ihn. In Thüringen wie in Sachsen nimmt die Nationalsozialistische Partei eine Stellung ein, die in keinem Verhällnis zu ihrsr wirklichen Stärke steht. In Thüringen frondiert sie offen gegen das Reich und die Reichsverfassung. Nicht still, sondern mit erheblichem Geräusch. Herr Frick macht aus seinem Herzen keine Mörder- grübe. Er sagt, wie ers meint, was er treibt. Als das Reichsinnenministerium von dem Genossen Seoering geleitet wurde, mußte sich Herr Frick auf Vedin- gungen seiner Koalitionspartner einlassen und vor ihnen zu- rückweichen, damit seine Partei in der Koalition bleiben durste. Jetzt steht Dr. Wirth an der Spitze des Reichsinnen- Ministeriums und jetzt stellt Herr Frick seinerseits Bediügun- gen. Bedingungen wofür? Nun, damit er der thüringischen Koalition weiter erhalten bleibt. Darin liegt eine inter- essante Wandlung. Die Bedingungen sind danach. Seine Partner sollen einmal Zuschüsse für die Erwerbslosen herausrücken, dann sollen sie einwilligen, daß Herr Frick die verstaatlichte Polizei nationalsozialistischn Polizeidirektoren übergibt, und daß er Nationalsozialisten als Polizisten oder sonstige Beamte anstellt. Der Reichsinnenminister hat die P o l i z e i z u- schüsse freigegeben auf die Zusicherung hin, daß keine Nationalsoziali st en in die Polizei geschoben worden seien— nachdem die Zuschüsse zur Verfügung Fncks stehen, sollen seine Koalitionspartner ihre Zustimmung zu der Emschiebung geben. Herr Frick behandelt diese Angelegenheit und seine Koalitionspartner— gelinde gesagt— kaltblütig. Dieselbe Kaltblütigkeit zeigt er gegenüber Herrn Wirth. Wie tief muß er überzeugt sein, daß ihm nichts geschehen kann! 4k Man darf die Parallele zwischen dem Regime Frick in Thüringen und Sachsen 1923 nicht aus dem Auge lassen! Man kann diese Parallele bis in Einzelheiten hinein verfolgen. Im Jahre 1923 stellten die sächsischen Kommunisten unter Brandler gewisse Bedingungen und Forderungen für ihre Regierungsteilnahme, die sehr große Aehnlichkeit mit den Bedingungen haben, die heute von den thüringischen Nationalsozialisten für die Er- Haltung der kostbaren Persönlichkeit des Herrn Frick für das Land Thüringen formuliert werden. Aber das waren im Jahre 1923 gerade die Haupanklage- punkte, die schließlich die Reichsexekutive herbei- führten. Daß der kommunistische Finanzminister Böttcher den Kommunisten gestattet hatte, in den staatlichen Moritz- burger Teichen zu fischen, daß er zu anderen Zwecken über- wiesene Reichsmittel der Erwerbslosenhilfe zugeführt hatte, war der eine Komplex. Der andere bestand in der Aufstellung von Kommunisten als eine Art Polizei in der— vermeintlichen oder wirklichen— Bewaffnung von Kommunisten, und im Hineinschieben kommunistischer Funktionäre in den Staatsapparat. Die Thüringer Nationalsozialisten von 193V fordern: Sondermittel für Erwerbslose: Auslieferung der Polizei an die Nalionälsozialisten: Hineinschiebung von nationalsozia- listischen Funktionären in die Verwaltung. Heute wie damals: demagogische Ausnutzung der be- sonderen sozialen Notlage, um sich Resonanz von unten zu verschaffen, und Versuch, sich des Staates und seiner Macht- mittel zu bemächtigen, um sie zu gegebener Zeit zu putschisti- schen Zwecken gegen den Staat zu benutzen Es handelt sich nicht um zufällige Aehnlichkeiten, es han- Durch Erhöhung der preußischen Grundvermögenssteuer. Die irrierfrtlöllmefle Sitzung der Regierungsparteien im Preu» ßischen Landtag, die am Sonnabend nachmittag stattfand, führt« zu dem Ergebnis, daß der Vorschlag des preußischen Finanzministers grundfätzgich Annahm« fand. Di« G r u nt> o e r m ö g e n s st e u e r wird also verdoppelt werden. Für den leistungsschwachen Hausbesitz werden Milderungen ein- geführt werden. Den Besitzern,. die im. Hause eigene W o h n> räume oder gewerblich« R ä u m« benutzen, sollen die Er- leichlerungen zugute kommen. Di« Milderungen sollen auch eintreten für unverschuldet leerstehende Wohnungen. Der Umsang d«r Erleich- tcningen wird nach den Ortsklassen gestaffelt. Es wird von den Regierungsparteien ein Initiativ» gesetzesantrag eingebracht werden, der nach Wiederzusammen- tritt des Plenums am 19. Mai nach der ersten Beratung dem Hauptausschuß überwiesen werden wird. Die Neuregelung wird sich in einer vierprozentlgen Erhöhung der gesetzlichen Miete auswirken. Um den preußischen Etat 1929/30 in Ordnung zu brin- gen, sind erhöhte Steuern notwendig. Der diesjährige Etat weist ein Defizit in Höhe von 88 Millionen Mark auf, das sich durch Wegfall der Riilkfliisse aus den Hauszinssteuerhypotheken um 12 Millionen Mark vergrößert. Dazu kom- men weitere Mehrausgaben von 3 Millionen Mark. Ein Gemeindegrenzfonds, der nach dem Beschluß des Reichstags zu schaffen ist, um bedurstigen Grenzgemeinden zu helfen, erfordert 11 Millionen Mark. Insgesamt sind damit für die Ausgleichung des Etats 1929/30~ 117 Millionen Mark aufzubringen., Das Zentrum hatte gegenüber dem Vorschlag des preußi- fchen Finanzministers, des Demokraten Hopker-Aschoff, eins Erhöhung der Hauszins st euer um 10 Proz. vorgeschlagen. Davon sollten 3 Proz. für die Hausbesitzer zur Verfügung gestellt werden, 1 Proz. den Staatsfinanzen zugute kommen und 3 Proz. zur Ermäßigung der Neubau- mieten aus dem Jahrs 1928/29 dienen. Der Zentrumsvor- schlag berücksichtigt offensichtlich die Interessen der Hausbe- sitzer. Durch chn würden die breiten Massen der Mieter zu- gunsten von Privatinteressen unnötig belastet werden. Schon aus diesem Grunde entschieden sich die soziatdemo- kratischen Vertreter in der interfraktionellen Sitzung für die Erhöhung der Grundvermögenssteuer, die auch Mittel für die gemeindlichen Wohlfahrtsausgaben freimacht. Die in Aussicht genommene Neuregelung, die in der Praxis eine Erhöhung der Mieten um 4 Proz. bedeutet, kommt für die breiten Massen und für die Wirt- schaftslage so ungelegen wie nur möglich. In der ganzen Entwicklung drückt sich aber nur die verkehrte Finanz- und Kreditpolitik der bürger- lichen Parteien des Reichstages aus. Dem Preußischen Landtag blieb angesichts der Auswirkungen dieser verkehrten Politik nichts anderes übrig als die oben mitgeteilte Maßnahme. dest sich um Wstnüsg�ichheiten zwischen den ultrarechten und den ultralinken Putschisten wobei der Unterschied zwischen rechts und links sehr pwblematisch geworden ist und kaum -mehr- das Wesen der Seche trifft.' ♦ Uitrarechts and ultralkvks, angewandt auf Haksnkreuzler und Kommunisten, hat im-wesentlichen nur noch Berechti- gung als.HerkunstsSdezeichnuag.der Führerschaft. Die nationalsozialistischen Führer ftaminsn aus einem ganz anderen Hager als die kommunistischen. Sie kommen aus der„natip- Lager als die kommunistischen.- Sie kommen aus der„natio- noien Front", aus dam Lager der feinen und ganz feinen Leute, wo man natzonalistilch, gegenrevolutionär, mon- archistisch und stramm-republiffeiudlich zu sein hat, und der Mensch erst mit dem Leutnant, des» Doktor oder dem Rese». rendar anfängt. Da war der Herr General Ludendorff und andere Generäle und Offiziere mit ihnen, die für die Ver- bindung zu Seiner Majestät Rupprecht einerseits und zur Großfinanz- und Gsoßindustrie soften. Herr Hitler war unter ihnen schon ein weißer Rabe, ein einfacher Mann, von dem einst die.KreuA-Zeitung" schrieb, er werde wohl seine Grenzen nicht vergessen. Er war schon nicht ganz honorig im Kreise der Offizie« und Exzellenzen! Um dieses Charak- ters willen wurde die Partei des Herrn Hitler mit Unter- nehmergeld finanziell großgezogen. Ihre Herkunft aus- dem Lager des verbohrtesten Bürgertums und des Feudalismus gab ihr den Rechtscharukter. , Inzwischen haben sich Wandlungen vollzogen. Herr Hitler ist inzwischen honocrig geworden— seine Partei aber weniger. Die wichtigsten Führer sind— von einigen Ausnahmen abgesehen— die alten Leute, aber die Gefolgschaft ändert sich sehr merkwürdig. Die Führer ehren nach wie vor das schwarzweißrote Banner mit dem Hakenkreuz, aber die Gefolgschaft feiert, besonders in den norddeutschen Städten, immer unverhohlener die mit einem Hakerikreuz verzierte rote Fahne. Die Führer verkehren in den hono- eigen Kreisen, aber in der Gefolgschaft wächst die aus- gesprochene kommunistische Mentalität. Die Gleichheit der Liebe zu Schlagring, Messer und Revolver ist dabei nicht einmal das Ausschlaggebende. Hitler kämpft ernsthaft um seine eigene Partei. Für ihn ist beim Nationalsozialismus das Ratio- � nalistische die Hauptsache— für die Gefolgschaft und«inen Teil der mit ihm konkurrierenden Führer aber das Sozia- listische. Je mehr er Zuzug aus Kreisen erhält, die zwischen ihm und den Kommunisten hin- und herpendeln, um so merk- würdiger wird es mit dem„Kampf gegen den Marxismus". Ein ganz echter unverfälfchtier Klassenhaß gegen den„Boyr- geois" und die„oerkommende Bourgeoisie" zeigt sich und äußert sich in radikalen revolutionären Krastsprüchen, ein primstiper Klassenkampf, wie er sozialistischer Aufklärung und Erkenntnis umherzugehen pflegt. Ein Bedürfnis, sich in Äeußerung-und Aeußerem der sozialistischen Arbeiterschaft Anzupassen— ob man nun in der Hltler-Iugend singt: Wenn wir schreiten Seit' an Seite, oder ob man die Besiegung der Bourgeoisie durch den deutschen Sozialismus prophezeit. Per General von Epp glaubt? natürlich nicht— aber die Gefolgschaft glaubt's schon, die jungen Arbester, die noch in der Irre umherlaufen, und die Jungen aus den Schulen, die sich nicht mehr mit der vergreisten Bürgerlichkeit zu- friedsygeben. Bei den Kommunisten ist es teils entarteter, tells primi- tiver Sozialismus, bei den Hakenkreuzlern eine merkwürdige -Ehe aus Gegenrevolution und primitivem Sozialismus, vermischt mit Antisemitismus. ' So ergeben sich im Wesen verwandte Züge, und so er- klärt es sich, daß es eine Fluktuation zwischen Hakenkreuz und Sowjetstern gibt, hin und zurück— eine Erscheinung, die es zwischen der Sozialdemokratie und dem Hakenkreuz nicht gibt. Wer vom Sowjetstern oder vom Hakenkreuz zur Sozialdemo- kratie kommt, der geht nie wieder zurück! 4» Man sieht im bürgerlichen Lager diese Entwicklung in der Gefolgschaft der Hakenkreuzführer mit Mißbehagen.„Er- staunlick) ist es, so schreibt die„Standarte",„daß es immer noch Großindustrielle gibt, die die Agitation der National- sözialisten finanzieren, eine Agitation, die auf folgende Sätze „aus Goebbels„Angriff" hinausläuft: Die konsequente Füh- rung unseres Kampfes gegen Kapitalismus und Unter- nchmertum ist der praktische Tatsachenbeweis für unsere ideelle Stellungnahme." Es ist erstaunlich, und doch nicht erstaunlich; denn der praktische T a t s a ch e n b e w e i s sieht in Thüringen und Sachsen ganz anders aus. Herr Frick und Herr Man- fred von Ktllinger haben mst dem primitiven Sozia- lisnius von Teilen ihrer Gefolgschaft eben nur so viel zu tun, daß sie ihn für ihre reaktionären und putschistischen Zwecke gehrauchen. Herr Frick läßt von den 100 000 Mark für die Erwerbslosen reden— aber den Staatsanwaltschaftsrat F l o e l.«ine der Säulen der bürgerlichen Reaktion in Thüringen, macht er zum Polizeidirektor. Herr Frick gehört ganz zur alten Schule: Bayern 1923. Die 100 000 Mark für die Erwerbslosen sind Mistel zum Zweck, sie sind nicht«cht, aber Herr Floel, der ist echt, und Herr Frick dazu. Wäre es umgekehrt, so mürde Herrn Frick nicht einen Tag lang ge- stattet werden, so auf die Verfassung zu pfeifen, wie er es in Thüringen fast täglich tut. Landbund und Deutsche Volks- Partei würden ihn aus der Koalition hinauswerfen. So aber ist er es, der die Bedingungen stellt! Hier kommen wir auf die Parallele zu Sachsen 1923 zurück. Die kommunistischen Bedingungen und die ihnen fol- genden Taten von 1923 zogen die Reichsexekutive noch sich. Was geschieht gegen Fricks Plagiat an Brandler? 5ran, Lill. ein aller Vorkämpfer der westböhmischen keraiyi- schen Arbeiter, seit Iahren Gewertschaftsredatteur in Wien,' ist im Atter von 61 Iahren gestorben. Verschiebung in Intrigen und Es steht nunmehr fest, daß der deutsche Botschafter in Rom, Freiherr von Neurath, nach London versetzt wird und sein Nach- folger in Rom der bisherige Staatssekretär von Schubert wird. Schubert wird durch den Mimsterialdirigenten im Auswärtigen Amt von B ü l o w ersetzt werden. Wie der„königlich württembergische Kammerherr" Freiherr von Neurath außerhalb der Hofgesellschaft in England einschlagen wird, muß abgewartet werden. Sicher ist. daß Stresemann, als Neuraths Berufung nach London schon in Frag« kam ihr a b- geneigt war. Sicher ist auch, daß Neurath wenig Lust zeigte, seinen römischen Posten zu verlassen: es bedurste starken Drucks durch den Reichspräsidenten, um den Wechsel herbeizu- führen.,. Der gegeben« Mann für London wäre zweifellos v rnt.ch u- b« rt gewesen. Aher gegen ihn hoben bestimmt« Stellen«ine stark« Agitation entfaltet, im, ihn aus dem Stoatssekretariot zu verdrängen und nicht nach London komm«, zu lassen. Di« Ursachen dieser Kampagne, an der sich auch gewisse FeMrumsleule beteiligt haben, und die auch in der Umgebung de» Relchsprössdenten eine Stütze fand, waren nicht immer ganz Aar. Es ist aber wohl so gewesen, daß der Staatssekretär Tendenzen, die auf«ine Abänderung des Kurs«? und der Methoden unserer auswärtigen Politik gerichtet sind, im Weg« zu sein schien. Sein Name war zp sehr mit dem Stresemann s und dessen Politik verknüpft, als daß er sich nicht die Gegnerschaft aller derer zugezogen hätte, die die Zeit zu i h r e r Außen- poliiit für gekommen erachten, die-sie„attio* nennen, auch wenn sie einstweilen nicht so recht wissen, worin die Aktivität bestehen und welchem Ziel sie dienen soll. Allerlei persönliche Znkriguen, an denen gerade das AnswZrkige Amt sehr reich ist. Kn'cks Bedingungen. Die Nazis stellen der Etresemonn-Partei ein kaudinischesIoch Weimar. 10. Mai. Der in Weimar erscheinende.Nationalsozialist" verösfentlicht die von der Fraktion der Nationalsozialisten im Thüringer Land- tag bei der Beratung der Steuergosetze eingebrachten Forde- rungen, von deren Erfüllung sie ihre weitere Mitarbeit in der Koalition abhängig machew Es wird u. a. gefordert: 1. Bereitstellung von 190000 Mark im Etat zum Zweck« der Linderung der Erwerb slosennot, gewissermaßen als Zulage des Landes zum Ertrag der(verunglückten) Landesspende. 2. wird gefordert, daß � die Lo nd esspe nde zu einer dauernden Einrichtung gemacht wird, um den Bevölke- rungskreisen, die sich in entsprechender wirtfchastlichqc Lage besin- den. Gelegenheit zu geben, ihr soziales Empfinden durch die Tat zu beweis«»: die Verwaltung, der Londesspende soll. ehrenamtlich erfolgen. Z. Als Antwort auf die Boykotterklärung der Warenhäuser und Kcmsunwereine wird gefordert, daß von den aus der Landesspend« kommenden Mitteln und aus dem Lan° deszu-schuß keinerlei Einkäufe bei diesen Unter- nehmungen gemocht werden dürfen. Die Londesregiening soll demgemäß Gutfcheine für die Anteile der Lande»! pends herausgeben. die nur von den Inhabern thüringischer Mittel- und Kleinbetriebe der Landwirtschaft, des Handels und Gewerbes an- genommen werden dürfen und dann von der Thüringischen Staats- bank'-eingelöst- werden sollen...- 4. Das von der Fraktion, der Notionolsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei eingebracht« Gesetz über SaS Schächten vo» Tieren muh von allen Koalitionsparteien sobald wie möglich angenommen und' verabschiedet werden. ?. Die vom Staatsministcr Dr. Frick vorzuschlagenden per- fönUchkeiken für die Besetzung der zukünftigen Polizeidirektoren. stellen sollen von den ftoalitionsparleien anerkannt werden, da es sich um Fachleute und um Persönlichkellen handeln werde, die Zu- stände,' wie sie sich z. B. in Leipzig anläßlich des Jugendtreffens der Kommunisten am heiligen Osterfest dort offenbart hoben, nicht aufkommen lassen würden. 6. Di« in der Koalition befindlichen Parteien sollen an- erkennen, daß Nationalsozialisten die sich um Staats. bzw. Beamtenstellen bewerben, nach Z 128 der Reichsversassllng der Diplomatie. Postenjagerei. kamen hinzu, und nachdem man eine Weile sogar die Abficht gehegt hatte, Schubert zurDispositionzu stellen, hat man ihn schließ. lich nach Rom abgeschoben. Sein Nachfolger von Bülow wird im Auswärtigen Amt als Diplomat sehr geschätzt. Aber er ist ein Diplomat alter Schule. Mll großen juristischen Kenntnissen verbindet er die Freud« an völkerrechtlichen Spitzfindigkeiten, und sein Verständnis für die neuen Wege, die die Diplomatie nach dem Kriege eingeschlagen hat oder einschlagen sollt«, ist keineswegs groß. Bülows sehr kritisch gehaltene Buch über den völtcrbuvd wird nicht dazu beikragen, seiue Position bei den Genfer Berhaod- lungeu zu erlÄchlecn. Wie man' s�rt. hat sich Minister Curtius den Botschafter N.adolny in Angora zu eine*. Unterredung noch Genf bestellt und Anzeichen, sprechen., dafür, daß auch sür ähn ein wichtiger Posten freigemacht werden soll. Herr Nadolny ist«in sehr strebsamer Mann. der sich feinerzest auch stark nach dem Posten des Sfoatsfskretörs drängte und chn schon sicher zu haben glaubt«. Sejn« polllisch« Urteilskraft steht aber wider in einem gewissen Mißverhältnis zu seiner Selbsteinschätzung. Es wäre daher lelcheft zu bedauern, wenn ihm die politische Mission anvertraut würde, von det ib unterrstlMen Kreisen gesprochen wird. Aber auch er hat das Glück, unter Personen, die auf den Reichspräsidenten Einfluß be» sitzen, gute Freunde zu haben und wir fürchten, daß Herr Eurtius allzusehr geneigt ist. in seiner Personalpolllik nachgiebig zu sein und widerständen au» dem weg zu gehen. statt den Kampf mll ihnen aufzunehmen. Es kann sich das einmal an ihm, aber auch an der deutschen A n ß e N p o lt t i k, um deren Zukunft wir nicht ohne Sorg« sind, sehr fühlbar rächen. genau dasselbe Recht haben, wenn sie den Desähigungs- bzw. Leistungsnachweis erbringen, wie jeder ander« Deutsch«. Wie man sieht, wird der Hiller-Troß immer dreister. Er weiß. daß er der Stresemann- Parte! m Thüringen alles zumuten darf. Wer wie wäre es, wenn man die zukünftigen nationalsozialistischen Polizeidirektoren eimnal nach ihrem Verhältnis zur Republik und deren Verfassung fragte? Tariferhöhung vor dem Kabineii. Noch kein Beschluß über die Erhöhung der Personentarife. Das Reichskabinett stimmte in seiner gestrigen Sitzung der Dorlflge der Reichsbohrwerwaltung auf Erhöhung des Stück- gutoerkehrs sowie der Expreßgut- und Gepäcktarife zu. Dagegen wurde die von der Rcichsbab» geforderte Erhöhung der Wagen» ladungstarife sowie der Verteuerung der ZeÜkärlen des Person n- Verkehrs abgelehnt. Di« Zurückweisung dieser besonders u n- sozialen Forderung der Reichsbahnoerwallung, die-aus- schließlich auf die Zeitkarten angewiesene breite Mass« der Werltätigen aufs neue bclastcs halle, kommt insofern nicht überraschend, als dieser Antrag der Reichsbahnvcrwallung bereits vom Reichseisenbahnrat abgelehnt worden war. Andererseits konnte sich das Kabinett noch nicht zu einer Zurück- Weisung der Reichsbahnforderungen auf allgemeine Verteue» rung der P« rf o ne n t a r i f e entscheiden, sondern es will hi.r noch das Ergebnis einer Untersuchung durch die Reichsbahn ab- warten. Ende eines Defraudanten. Vetrögerischer NechtSanwait begeht Selbsimord. In den gestrigen späten Abendstunden hat sich i« einem Holet in der Bellevuestraße der Zbjehriye Rechlsanwall und Notar Dr. Hartwig Neumond vergiflel. Als die Tal von Hotel» angestellten«enkdeckt wurde, war der Tod bereits eingetreten. Dr. Neumond soll sich, wie im ünnern des Blattes mitgeteilt wird, größerer Veruntreuungen schuldig gemacht haben. Als dir Verfehlungen bekannt wurden, war Dr. Neumond aus seinem Büro in der Potsdamer Straße 134 spurlos verschwunden. Dr. Neumond«ar als großer Spieler bekannt. Fabrikant Pinke verbringt einen Sonntag im Freien. Allgemeine Amnestie? Keine Versicherung auf Gegenseitigkeit! Aus dem Preußischen Landtag schreibt man uns: Im chaushaltsausschuß des Reichstags ist wieder einmal viel von Amnestie gesprochen worden. Es zeigt sich bei diesem Thema seit Jahren die gleiche Erscheinung: die Rechtsparteien wollen.ihre Leute heraushoben und nehmen dafür gern in Kauf, wenn gleich- zeitig ein« Anzahl Kommunisten mit befreit werden: die Kommu- nisten sind jederzeit bereit, gegen die Freilassung ihrer Revolver- schützen und Messerstecher auch die Feinenuirdet, die Bombenleger imd die nativnalsoziolistischen Totschläger von seder Strafe sreizu- lassen. � Gegen diese Versicherung auf Gegenseitigkeit, die stillschweigend zwischen, den«xtrsmen Partsien. hestalst und dia im Falle de» Erfolgs. dauernde St ra f f reih eit für jade noch so rohe und gemalt- tätige politisch« Kampfhandlung bedeuten würde, müssen stch die republikanischen Parteien durchaus schützen. Das Reich sollte über» Haupt sein««Igen« Amnestietatigkeit tunlichst aus das G«bist seiner eigenen Rechtsprechung, also auf die Urteil« des Reichsgerichts beschränken. Wir erkennen durchaus an, daß die verfehlte Judi- katur des obersten Gerichts in choch Verratsprozessen ein« Abänderung der ergangenen Urteile notwendig macht, zumal es sich hier fast durchgängig um rein literarische Delikte handelt, deren Urheber m-nst nicht allzu erheblich von den zulässigen poli- tischen Kampsmethoden abgewichen sind. Dagegen hat sich schon bei der Amnestie von lS28 gezeigt, daß das Reick) kein« glückliche chand Hot. wenn es sein« Amnestien auch auf die Rechtsprechungen der Länder ausdehnt, schon weil«e hier vielfach an Sachkenntrns über di« tatsäckssich verhängten Strafen fehlt. Ein solches Eingreifen des Reiches wäre höchstens einmal gegenüber Bayern am Platze gewesen, als dies«? Land den Teilnehmern der Räterepublik hartnäckig gegen, jeden politischen Anstand die Amnestie verweigerte, aber gerade damals hat man sich an Bayern nicht herangewagt. Dagegen sollte dos Reich durchaus unterlassen, dem Land« Preußen, dessen Bsgnadigungspraxis bewährt ist, in seinen Strafvollzug hineinzureden. In Preußen hat man 1928 etwas kopfschüttelnd angesehen, wie das Reich eine Amnestie schuf, deren Aus- Wirkungen im Reichstag weder übersehen werden konnten noch über- sehen wurden. Auf Grund dieses Amnestiegesetzes mußten Personen begnadigt werden, an die niemand gedacht hatte und die niemand amnestieren wollte. Beleidigungsprozesse mußten z. B- eiWestellt werden, an deren Durchführung nicht erwa der Kläger, sondern der um Wiederherstellung seiner öffentlich geschändeten Ehre kämp» sende Angeklagte das höchst« Interesse hatte. Die Kommu» nisten,, denen bei der Amnestie der Begriff des politischen Per« breche»? nicht weit genug gefaßt.werden konnte, ivaren nachher maßlos wütend und enttäuscht, als z. B. auch cherr Örloff und die Tscher wo nzenfol scher diese Amnestie für sich in Air» spruch nahm«», die nion ja keipeswägs auf Handlungen im Rahmen der deutschen'Politik beschränkt hatte! � .. Di«. RM�aart«ie,,. MZllM im Wgze über, das Reich.chie restlose Amnestierung der Fem«mörd«r in Preußen erzwingen. Bekanntlich bat die preußische Staats» regierung die Beteiligten, bei denen persönlich« und sachliche Milde- nmgsgrürcds vorhanden ovjren, bereits zu Wechnachten de? per» gangen en Jahre? in Frecheit gesetzt, nämlich die gelegentlichen Werkzeuge der Feme, die selbst nur unter dem Druck von Drohungen Mordbefehle ausgeführt haben. Di« paar Leute, um die jetzt noch der Kampf geht, das ist die eigentliche„Tscheka", das sind die in- tellektuellen Urheber der Fememorde und die Mitglieder der ständigen Mordkomm issron, d. h.die Schulz, Klypp- roth und Fahlbusch.Man möchte sie gern mit in«ine„Rheinland- ommstie" hineinschmuggeln, indem man zwischen der Schwarzen Reichswehr imd der Stheinlandbesetzung alle möglichen Zusammenhänge konstruiert. Dobel erfolgte die Gründung der Schwarzen Reichswehr schon im Jahre 1922, also lange, vor dem Ruhreinsall Paincarc?. Küstrin und Spandau haben mit einer Rheinland- amn«stio genau so wenig zu tun wie Bayern mit der Osthilfel Will man eine echt« Rheinlandamnesti«, d. h. für die wirk» ltchen Teilnehmer am Ruhrkomps oder eine Begnadigung wegen literarischen Hochverrats durchführen, so muß map sich jedenfalls davor hüten, in Leuten wie den Bombenlegern von Holstein, den Revolvcrschützen von Röntgental und ähnlichen Gewaltverbrechern auch nur die leiseste Hoffnung zu erregen, als könnten auch jie von einer solchen Amnestie irgendwie berührt werden. Hier kann nur die Rede sei» von Urteil, aber nicht von Begnadigung! Entspannung in Rußland? Die Dauerkrise der Diktatur. Von Pater Oarwy. Don außen gesehen ist in Rußland nach der Schwenkung Stalins eine gewisse Entspannung eingetreten. Der Kurs der Zwangskollektivisierung wurde plötzlich durch unsichere Schüchternheit und Resignation abgelöst. Der kriegskommu- nistische Eifer macht zaghaften Konzessionen an die Bauern- schaft Platz. Der grausame Bürgerkrieg gegen das flachs Land wird nun als„Entstellung" der Generallinie der Herr- schenden Partei hingestellt. Aber die Entspannung ist nur scheinbar und vorüber- gehend. Kein Verzicht auf das agrarkommuni- ftifche Experiment— nur das Tempo der Kollektivi- srerung fall verlangsamt und ihre Methoden sollen modifiziert werden. Die Diktatur bleibt— und mit ihr die Per- gewaltigung der Dauernschaft, die Hasardpolitik im Innern und nach außen. Entspannung— aber keine Lösung. Denn es gibt keine Lösung, solange die Diktatur, die Lersuchspolitik, das Terrorregiment verbleiben. Es gibt keine Lösung— nur Lavieren, nur Zickzackpolitik, bald nach links: bald nach rechts. Die Sorge um die Frllhlingssaat veranlaßt die Sowjet- macht zu immer neuen Konzessionen an die Bauernschaft. Zuerst wurden Begünstigungen aller Art nur den Kollektiv- wirtschaften(Kolchose) und chren Mitgliedern gewährt, um der massenhaften Flucht aus den Kolchosen Einhalt zu ge- bieten. Stalin glaubt, auf diese Weise von 60 Proz. der kollektimsierten Bauernwirtschaften etwa 40 Proz. festzuhalten. Aber die wachsende Unruhe um die kommende Ernte, der eine entscheidende Rolle für das Schicksal des Fünfjahres- planes und somit der Diktatur selbst beigemessen wird, zwang bald Stalin, die Begünstigungen auf die Einzelbauern auszudehnen, die gestern noch der Vernichtung geweiht waren! Kredit» und Steuerbegünstigungen jagen einander. Aber die chaotischen Zustände, die auf dem flachen Lande durch die Stalinsche„Agrarrevolution von oben" hervorgerufen sind, können nicht durch verspätete Begünstigungen auf ein- mal gutgemacht und überwunden werden. Die Einzelbauern sind inzwischen zur Hälfte ruiniert, ihr Arbeitsvieh und In- vcntar zum Teil enteignet, zum Teil ausverkauft oder oer- nichtet, ihre Landanteile genommen oder durch schlechtere ersetzt. Unter diesen Umständen droht die„b o l s ch e w i- st i.s ch e S a a t". wie sie die Sowjetpresse nennt, mit einer Mißernte ohnegleichen zu enden. Durch keine Staatsbegünstigungen kann das Fehlen des wirtschaftlichen Antriebes ersetzt werden. Bon einem s o z i a» l i st i s ch e n Antrieb kann frellich bei den russischen Bauern, die zur Halste noch im Mittelalter stecken, wohl keine Rede sein. Der privatwirtschaftlich« Antrieb ist aber durch die Politik der Zwangskollektivisierung, der„Liquidierung des Kulakentums als Klasse"', der„Kontrahierung der Ernte" zu festen Spottpreisen, durch die gesamte Agrarpolitik des Bolschewismus getötet. Die ho �ruinierten CinzelbauNN, die jetzt die kommenh« Ernte reüen sollen, wissen ja mC Be- ftimmtheit, daß sie so w i e s o in z w ei b is d r e i I a h t e n kollettivisiert werden müssen. Kein anderer als Stalin selbst hat es vor kurzem offiziell bestätigt. In seinem bekannten„Antwortbrief an die Kolchosmitglieder" erklärte er, daß die Begünstigungspolitik von heute nur ein Pro- nisorium, ein strategisches Manöver, aber kein Rückzug ist, und daß die allgemeine Kollektipisiervng der ganzen russischen Landwirtschaft bis zum Ende 1933 unbe- dingt vollendet fein muh und wird. Hierin ist die neue Kampfansage an die Bauernschaft enthalten. All die Greuel der Entkulaki- sierung und der Zwangskollektipisierung werden sich unver» meidlich bald wiederholen. Sofern die dreifache Utopie de? Aufbaues des„integralen Sozialismus" in wenigen Jahren nicht aufgegeben ist, ist die Wiederkehr des Bürgerkrieges gegen die Bauernschaft unvermeidlich. Der bauernfeindliche Terror ist nicht nur auf die persönlichen Ansichten und Eigen- schasten der Bolschewisten zurückzufiihren. Er ist vielmehr ein Knid der Minderheitsherrschaft und der utopistischen Per- suchspplitik. Dies ist freilich keine Entschuldigung für die jüngsten Henkertaten der Bolschewisten auf dem flachen Lande. Es ist nur die schärfste Verurteilung der sinnlosen Versuchspplitik, die die Gesetze der ökonomischen Entwicklung durch unmenschliche Gewaltmethoden zu beseitigen und zu überwinden glaubt. Die forcierte Industrialisierung, die sich anschickt, in fünf Jahren die hochentwickeltsten Industrieländer zu überholen, konnte bisher nur auf Kosten der allge- meinen Drosselung des Konsums und in erster Linie auf Kosten der Bauernschaft vor sich gehen. Die Ruinierung der Einzelbauern, die Degradation der ge- samten Landwirtschast verschließt aber diese Quelle. Die Kluft zwischen Stadt und Land, zwischen Industrie und Landwiri- schaft wird immer größer. Der Zusammenbruch des gesamten Experiments der Aufpflanzung des Sozialismus auf ein rück- ständiges Agrarland ist ebenso sicher, wie das tatsächliche Scheitern des agrarkommunistischen Versuchs. E s gibt keine Wirtschaftswunder in der Welt— so» gar im Osten! Die bolschewistische Versuchspolitik, insbesondere auf dem flachen Lande, hat nichts gemeinsam mit der sozialen Revolution, mit dem proletarischen Sozialismus. RIcht nur die wirtschaftlichen Folgen dieser Verfuchspolitik sind verheerend, sondern auch ihre politischen Auswirkungen sind verhängnisvoll. Dieselbe„Agrarrevolution", die sich an- schickt, die Landwirtschaft auf einmal zu sozialisieren und die Bauernschaft in lauter Proleten zu verwandeln, bringt die vergewaltigte Bauernschaft gegen den Sozialismus und gegen das Proletariat auf. Die Durchführung des sinnlosen Agrar- experiments nicht nur im Namen des Proletariats, sondern zum Teil mit den Händen der dazu mobilisierten Arbeiter schürt denDauernhaßgegendieArbeiterschaft. Hiermit werden die Bauern in die Arme der Konterrevolu- tion getrieben. Die wirtschaftliche Kluft zwischen Stadt und Land, zwischen Industrie und Landwirtschaft führt also zu einem tiefen sozialen und politischen Riß zwischen der Bauernschaft und der Arbeiterklasse, der zum Verhängnis für die russische Revolution zu werden droht. Aber nicht die Rettung der Revolution, sondern die E r- Haltung der Macht bestimmt jetzt die gesamte Politik des Bolschewismus in Rußland. Je mehr die Parteidikiatur, die sich inzwischen in die persönliche Diktatur Stalins verwan- delt hat, sich von den sozialen Klassen trennt, die jie zur Machtergreifung einst verholfen haben, desto stärker und alleinbestimmend wird ihr Interesse an Selbsterhaltung um jeden Preis. Die Lebensinteressen der russischen Revolution, der Arbeiterklasse, der Bauernschaft, des ganzen Volkes, wie die der Wirtschastsentwicklung werden frevlerisch der Selbst- erhaltung der Diktatur geopfert. Mit der russischen Revolution sein heißt daher gegen die bol- schewistischeDiktatursein. Die Entspannung in Rußland soll niemand täuschen. In der aufgewühlten Tiefe des russischen Volkslebens gehen Pro- zeffe nor sich, die eine katastrophale Lösung der russischen Krise vorbereiten, die nicht nur eine inner-, sondern auch eine außenpolitische Schicksalsbedeutung haben wird. Durch den Richtungskampf innerhalb der herrschenden Partei wird die heranreifende Krise der Diktatur nur zu- gespitzt und vertieft. Es ist kaum zu zweifeln, daß der im Juni bevorstehende und nach den erprobten bonapartistifch- bolschewistischen Methoden vorbereitet«, 16. Parteitag der KPSit. die gebrochene Generallinie Stalins billigen wird. Nicht von der bpnapartisierten und durch die Allmacht de- moralisierten Diktaturpartei kann die Rettung der russischen Revolution kommen. Nur der gemeinsame Kampf der russi- schen Arbeiterklasse und der Bauernschaft unter dem Banner der Demokratie und des Verzichtes auf die utopistische Ber- suchspolitit kann die Gefahr der Gegenrevolution aus der Welt schaffen und die demokratische Ueberwin- dung der. Diktatur mit der Unterstützung des intsr- nationalen sozialistischen Proletariats sichern, das sich mit Entsetzen von den Greueln und vom Unsinn der Versuchs- Politik abwendet... Brand!er abgewiesen. Mit Oppositionellen wird nicht diskulielt, sie werden „geschlagen". Da? van ber oprosttimnelken Dranblergruppc an die Exetutiv« der III. Jntcrnotiana.'e gerichtete Wiederaufnahm«- gcsuch ist von Moskau niit Hohn zurückgewiesen morde n. Insbesondere wurde das Berlongcn auf Neuwahlen der Parteileitungen und der Exekutiv« brüsk abgelehnt, weil eine solch« Forderung praktisch auf eine AuflösitNg der KPD. hinauslaufe. D!« Moskauer Exekutive hat ihre Sektionen gleickzeitig angewiesen, mit den Brandleristen nicht zu diskutieren, sondern sie..zu schlagen", da sie im Auitrage der Bourgeoisie eins sowjeifeindliche, verräterische Aktion unternommen hättcn, um die III. Internationale zu diskreditieren. Keh�gegangene Heimwehrrache. Prozeß gegen Arbeiterführer eingestellt. Graz, 10. Mai.(Eigenbericht.) Nach dem Ueberfall auf das Arbeiterfest in St. Lorenzen oersuchten di« Faschisten, führende Sozialisten in den Kerker zu bringen. Sie erreichten, daß der Kapfenberger sozialdemokratische Parteisekretär Tösch unter die Anklage gestellt wurde,' aus die Heimwehrler geschossen zu haben. In der Hauptoerhandlunz widersprachen die Belastungszeugen einander so sehr, dag das Gericht die Sache ap den Untersuchungsrichter zurückverwies: dieser hat jetzt auf Gruitd neuer Untersuchung das Verfahren gegen Lösch eingestellt. SkanKalöse Gesetzesiechnik. Vte Folgen des LntereffentenhandelS. Die Gesetzgebungsmaschinerie bewegt sich seit einiger Zeit höchst scmderbar. Am sonderbarsten ist die Leistung der Reichsgesetzgebung. die sich im Retchsgesetzblatt Teil I Nr. 12, ausgegeben am 16. April 1930 dokumentiert. Der Reichstag hat« damals d i e Erhöhung der Umsatzsteuer von IV* auf 8% o. T. beschlossen und diesem Beschluß durch die zusätzliche Besteue- rimg der Großbetriebe— gemeint waren in der Hauptsache d i e Konsumvereine— noch einen besonderen Beigeschmack ver. liehen. Wer aber im Reichsgesctzblatt nach einer Publikation dieses Beschlusses sucht, wer sich bemüht, eine Aenderunq des Umsatzsteuergssetzes vom 8. Mai 1926 zu finden, der wird vergeblich suchen. Folgend« Gesetze, alle am 15. April 1930 beschlossen, finden sich in der besagten Nummer des Reichsgesetzblatts: Gesetz über Zoll äiiderungen— Gesetz zur Aenderung des Tabak- und Zuckersteuer- gcfetzes— Gesetz zur Aenderung des Biersteuergesttzes—.Gesetz zur Aenderung des Gesetzes über das Branntweinmonopol— Min«. ralwosiersteuergesetz— Gesetz über die Erhebung der Aufbringungs- Umlage und ein Gesetz zur Frage der Einheitswerte nach dem Reichsbewertungsgesetz. Dazu eine Verordnung zur vorläusigen Durchführung des Artikel Vll des Gesetzes zur Aenderung des Diersteuergcsetzes. Keine Silbe von Umsatzsteuer. Wenn schon Tabak» und Zuckersteuer durch ein« Gesetzesände- ru n g verbunden werden, obwohl die Zusammenhänge zwi- schen Tabak und Zucker nicht recht ersichtlich sind, ist das nicht so schlimm Die Ueberschrift des Gesetzes zeigt ja wenigstens das Kunterbunt des Gesetzesinhalts an. Wo aber ist die Umsatz st euer? Man schlag« einmal die Seit« 137 der besagten Nummer des Reichsgesstzblatrs auf! In der zweiten, rechten Spalte des Biersteuergesetzes findet sich als Artikel VII folgender ß 1:„Das Umsatzsteuergesetz in der Fas- sung vom 8. Mai 1926(Reichsgesetzblatt I Seite 218) wird wie folgt geändert: 1. Im Z 3 Nr. 5 und 6 wird jeweils die Zahl „6000" ersetzt durch die Zahl„18 000".— 2. Im Z 12 werden die Worte„stebenundeinhalb vom Tausend" ersetzt durch die Worte achtundeinhalb vom Tausend".— 3.§ 12 erhält folgenden Absatz 2: �2) Di« Steuer erhöht sich auf dreizehneinhalb vom Tausend bei Unternehmen, deren Gesamtumsatz einschließlich des steuerfreien Um- satzes im jeweils vorangegangenen Steuerabschnitt 1 Million Reich-- mark überstiege? hat, und zwar.. Da ist die Umsatzsteuer! Im B i e r st e u e rg e f« tz. Als Artikel VII. Hier versagt der gesunde Menschenverstand völlig, nachdem er schon bei der Verquickung des Tabak- und Zuckersteuer- gesetzes nur noch mit Mühe, wenn überhaupt, hat folgen können. Gewiß, der Reichstag kann Gesetze erlassen, wie und in welcher Form er will. Unkenntnis dieser Gesetze schützt ja vor Strafe nicht. Dennoch eröffnet diese unglaubliche Gesetzestechnit, dem Kuhhandel der Parteien entstammend, ungeahnte Perspektiven. D'e oben schon zitierte, in der gleichen Nummer des Reichsgesetzblatts veröffentlichte Verordnung zur vorläufigen Durchführung des Ar- tikels VII des Gesetzes zur Aenderung des Biersteuergcsetzes zeichnet sich nicht nur durch den atemraubend langen Titel aus, sondern vor allem noch dadurch, daß sie überhaupt nichts mit Bier Und Bier st euer zu tun hat! In den sechs Paragraphen der Verordnung kommt das Wort„Bier" oder auch nur„Alkohol" nicht vor. Es hat auch— trotz Biersteuergesetz— nichts mit dem Inhalt zu tun. Denn dies« ominöse Verordnung ist nichts weiter als dt« Ausführungsbestimmung zur erhöhten Umsatzsteuer der Großbetriebe! Den? also heute schon jede» Kaufhaus und Warenhaus, jede größere Konsumgenossenschast. jede» große Spezialgeschäft die ein- schlägigen Umsatzstcuerbestimungen im Biersteuergesetz suchen muß und nur dort finden wird, werden wir wohl binnen kurzem er- leben, daß das neue Reichs st rafgesetzbuch sich in einem Schulgesetz finden wird, weil die eine Partei für das Strafgesetz nur zu stimmen bereit ist, wenn die andere für ein Schulgesetz stimmt und man nicht den Mut aufbringt, über beides getrennt abzustimmen. Sonst könnte es ja wohl passieren, daß man den andern hilft, das begehrte Gesetz durchzubringen, und nachher zum Donk bei den eigenen Vorlagen iin Stich gelassen wird! Diel- leicht wird auch eines schönen Tages der neu« Finanzausgleich in einem neuen Gesetz über die Errichtung von bayerischen Gesandt- schoften im Ausland aufgehen, wenn Bayern sich mit Abstrichen zugunsten Norddeutschlands nur gegen das Aeguivalent eigener legaler Außenpolitik einverstanden erklärt. Möglich ist alles. Wahr- lich, wo soll das enden, wenn jetzt schon die Gesetzestechnit Unsinn wird, nur damit die Form hinter dem InHast nicht zurücksteht?! Neichswafferfchuh. Krumme Wege der Türokratje im Neichsverkehrs« Ministerium. Der Staatsvertrag, betreffend den Uebergang der Wasserstraßen von den Ländern auf das Reich, bezeichnet sich selbst als ein«„nur vorläufige und nicht vollständige" Lösung, die„der endgiiltigen Regelung nicht vorgreift". Diese Festsetzung neuer Rechtssätze ist bisher nicht erfolgt. Augenblicklich ist es so, daß„die einstweilige Dcrwallung der Reichswasserstraßen" durch die mittleren und unteren Behörden der Länder auf Kosten des Reiches und unter Leitung des Reichsverkehrsministeriums geschieht. Auch die Strom- und Schiffahrtspolizei wird von den in Frage kommenden Behörden der Länder wahrgenommen. Und da- neben gibt es einen Reichswasserfchutz.der in Preußen z. B. in enger Anlehnung an die preußisckzen Wasserbauämter arbeitet. Aber, und das ist sehr wesentlich, der Schwerpunkt der Tätigkeit des Reichswasserschutzes liegt auf dem Gebiete der reinen Sicherheitspolizei, die ja ausgesprochene Angelegenheit der Länder ist. So müßte man nun folgern dürfen, daß der Reichswasserschutz endlich dorthin kommt, wo er allein seiner Arbeitsweise gemäß hingehört: zu den Ländern also l Gegen diese einzig vernünftige Lösung, die der Reichstag vor Jahresfrist anregte, und die kürzlich«rst der R e i ch s r a t zum Beschluß erhob, arbeitet das gleiche Reichsverkehrsministerium, das vom Reichstag beauftragt worden war, Verhandlungen zwecks Ueberführung aufzunehmen. Es ist beinahe erheiternd zu beobach- ten, wie die Bürokratie beim Reichsverkehrsministerium lmmer wieder neue Schwierigkesten mit der Wünschelrute sucht und findet, um den Reichswasserschutz beim eigenen Ressort zu behalten. Dieser unterirdische Kanipf des Reichsverkehrsministeriums gegen den im Vorjahre bekundeten Willen der Reichstagsmchrhelt und gegen die diesjährig gefaßten Beschlüsse des Reichsrats ist nun für den so arg umstritenen Reichswasserschutz von eminenter Bedeu- tung. Da der Streit um diese Behörd« sich schon durch Jahre hin- zieht und nur ganz selten Einstellungen von Anwärtern genehmigt, vielmehr Personalabstriche vorgenommen wurden, und eine ständige Dezimierung durch das Ausscheiden von Beamten, die ihre Pflicht- dienslzeit beendet haben, erfolgt, ist die Kopfstärk« des Reichswasser- schutzes auf etwa 530 Beamte zusammengeschmolzen. Dadurch ist ein Zustand geschaffen, der nicht länger geduldet werden darf. Die Lage stellt sich so dar, daß bei dein unzureichenden Personalbestand ein produktives Arbelten der Behörd« nicht mehr gewährleistet er- Monnieriden„Vorwärlr, das Blait der Kopf- und Handarbeiter! Es gibt in Berlin nur e i n Blatt, das die Interessen der Arbeiterschaft rückhaltlos und zielklar oertritt, das ist der „Vorwärts" Treue um Treue. Wer noch nicht Abonnent des„Vorwärts" ist. der holt diese Versäumnis jetzt nach. Ich abonniere den„Vorwärts" lund die Abend- ausgab? für Berlin„Der Abend") mit den illustrierten Bei- lagen„Volk und Zeit" und„Kinderfreund', iowie den Bei- lagen„Unterhaltung und Wissen",„Frauenstimme".„Technik" „Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Vorwärts" in Groß- Berlin täglich frei ins Haus. lMonatlich 3,60 Mk.. wöchentlich 85 Pf.) Name: Wohnung: -Straße Nr- oorn- Hof— Quergeb.— SeiienfL— Tr. links— recht» bei----_- Ausfüllen und einsenden an den Verlag des„vorwärts", Berlin SW 68, Liudenstratze 3. (che int. Bleibt es bei dieser Taktik, den Reichswasserschutz sozusagen auszuhungern— und die Haltung des Reichsoerkechrsministeriums läßt eine derartige Maßnahme möglich erscheinen— so würde man Millionenbeträge für das Aussterben des Reichswasserschutzes, der ja jetzt schon wegen seiner Pers�iialannut nur wenig produktiv oege- tiert. auf die Straße werfen. Und nach solch einem„Eingehen" des Reichswasserschntzes müßte dann das besonders in Frage kommend« Land Preußen neu« Mistel aufbringen, um den bitter not- wendigen Wesserschutz in anderer Gestalt, vielleicht analog der Rheinpolizei und den Hafenpolizeien in verschiedenen preußischen Städten, erstehen zn lassen Es wird nun Aufgabe der Volksvertreter sein, die von der Bürokratie im Reichsverkehrsministerwm eingeschlagen« Sabotage- taktik endlich zu durchkreuzen und dem Willen des Haushallsaus- schusses des Reichstages und dem Beschluß des Reichsrats— der ja schon Preußens Bereitschaft, den Reichswasserschutz zu übernehmen, dokumentiert— Geltung zu verschaffen. (Gewerkschaftliches stehe 2. Beilage.') Lcrantworllich wr Politik:'Dr. Cutt®cncr;©irlfdioft: 8. Drwrrlschattsbewiliung: Z. Stciatt; gcuiCtlon:». H. Döschrr: Lokair» vnd Zoulttac» gri»«orltüdt: jlmiiaen: Tb. SloSc: tämilidi in Berlin. Bctlofl: Borwarts-Beria» 8. m d. S. Berlin Druck: Borwäriz-Buchdruckeret und Lerlaasanltalt Bai,I Sinaer u. Co.. Berlin SW«8 Linden strake B. Hierzu i Bcilaxca und„Blick in die Bücherwelt". 1mm vl»l Xr. 216• 47. Jahrgang 1. Beilage des Vonväris «Sonntag, 14. Mai 1930 Massen wahn am Märchenbrunnen Die bisher tfereiiwlt gebliebenen Vcrrndie amcrilanUcher Sekten, audt in Deultdüand und oor allem in Berlin festen F uti su fassen, haben in. diesen Tagen zu einem regelreshten. Eroberungsfeldrug dieser Heilsapostel geführt. In Anlehnung an die bekannten Maifeiern der kathntisrhen tfirehe roerden gegen roärtig in allen Stadtteilen der Reidishauptsfadt sogenannte„Maikonferenzen der Jesusfreunde" abgehalten, die»idi meist über drei oder vier Tage erstrecken und einen kaum, für glaublich gehaltenen Massenzulauf aufmeisen. Den mit allen Miltein mystischen Cnsinns arbeitenden Sekten predigern gelingt es, dreimal iäglidi— vormittags, nadimiftags und abends— die größten. Säle von Berlin zu, füllen. Die überroiegend den proletarisierten, entivur zelten Schichten des Kleinbürgertums entstammenden Anhänger dieser Sekten werden in einen Zustand von Raserei versetzt, mie ihn die zivilisierte Mensddieit wohl nur aus den aufregendsten Schilderungen über die religiösen Ze.remotiien milder oder harbarizdier Völker st ämmr. kennt. Hinzu kommt der vez brechen sehe Unfug der Krankheiitau streibungen, die man vorläufig nur im geschlossenen Kreise vorzunehmen wagt. Einer unserer Mitarbeiter hat an der Maikonferenz einer der gefährlichsten Sekten, der„Freien P fingst gemeinde" teilgenommen und erzählt darüber das Folgende: Die»Kreie pfingstgememde�. Von den ZlnfchlaziZAsen Berlins Inden klein«, rote Plntote zu der JDtoifonferenz der Jeiussreunde" in die Prochtsölo am Mörchen. brunncn ein. Als Deronstalter zeichnet die„Freie PfinFstgsneindc", die ihren Sitz in der Großen Frnnksurter Straße 125 hat. Angekündigt ist ein Vortrag über„Christus, die Schatzkammer unseres Lebens", als Referenten sind angegeben Postor Robert�Schweden, Prediger Schulz-Los Angeles und Eoangelist Hebeiscn-Schweiz. Da es Sonntag ist. steigt das erste Meeting schon um zehn Uhr vor- mittags, dos zeit« um fünf Uhr nachmittags und das letzte um acht Uhr abeiids. Am folgenden Montag, Dienstag und Mittwoch finden noch je zwei Veranstaltungen statt. Bemerkenswert ist der in kleinerer Schrift gedruckte Hinweis auf den Plakaten, daß zwischen den Vorträgen armen Seelen Trost gespendet werden kann, wofür geeignete Tröster zur Verfügung stehen. Diese härm- losen �Trostspcndcn" sind der Deckmantel für die Krankheitsaus. lreibnngeo. Die Vormittagsneranstaltung lasse ich aus und jinde nachmittags um fünf Uhr, wo ganz Berlin an diesem ersten schönen Maicnsonntoz ins Grün« gefahren ist, den Ricseusaal des Märchenbrunnen. Etablissements dichtgedrängt mit über lausend Personen beseht. Wie immer bei solchen Zusammenkünsten fehlen Arbeitcrtypen vollkommen und Kollegen der Herren van Borsig oder von Siemens sind auch nicht da. Trotzdem stellen die Männer ein be- achttiches Kontingent der Anwesenden, nur ganz knapp noch bilden jene Greisinnen mit dem schwarzen Capottehütchcn aus dem Kopf und den Krampfade�bändern an den Beinen die größte Gruppe der Be- sucher. Aussallend die hohe Zahl Tugcndlicher und junge jrauen. die ihre Linder mitgebracht haben. Aus der erleuchteten Bühne sitzen die Referenden und der Scktenvorstand: Gehrock, schwarze Bind« »md Vollbart. Im Hintergrund eine Stenotypistin, die ohne Pause mb Adlüsung die mehrstündigen Referate ausnimmt. Steden ohne Sinn. Das Mich e« Leine« Kunststück für sich fem. denn es ist UN' möglich, diese wirren Reden, wo in jedem zweibsn Satz das Kommen Jesu angekündigt wird, aber m einer Art, daß man glauben twch. er käme übermorgen durchs Brandenburger Tor, zu begreifen. Zuhörer in beginnender Erregung. Durchaus nicht,«eil einem das Verständnis für derartig« Er- zählungen fehlt, nein, auch beim besten Bemuhen kehrt immer der Eindruck wieder: Psychopathen oder Schwindler. Gegen das letzter« spricht eigentlich die Tatsach«, daß die Leute kein Eintrittsgeld nehmen und sich auf den Berkaus einiger Liedertext« zur Eoangelisation. die für z-chn Pfennig« zu haben sind, beschränken. Da steht nun zum Beispiel dieser Mann aus Amerika und sagt:„O, lieb« Freunde, ich war krank und habe keinen Arzt gehabt, jetzt aber Hobe ich einen Hausarzt. den bezahl! der da droben und ich bin immer gesund. Und arm mar ich auch, jetzt Hobe ich zwei Bankkonten mit zwciuoddreißiglausend Mark, meinen Reichtum bezahlt der da droben." Und die tausendköpfige Dcrsammllmg brüllt im Chor„Holleluja!" dazu. Wie überhaupt nach jedem Satz, der irgend einem im Saal gefällt,.Tzollelusa" oder„Amen" gerufen wird, genau wie unter anderen Menschen„Hört, hört!" oder„Sehr richtig!" Oder wenn der Evangelist Hebeisen aus der Schweiz, der sein Metier am besten versteht, mit Damrerstimm« ruft: „Wer will mit mir Jesu«rrtgegen- gehen?", dann reckt sich«in Wold von Händen in die Höhe, also abgestimmt wird auch. Zwischen jedem Bortrag wird gesungen, eine geschlagen« Bier- telstunde dasselbe:„Holleluja, sei gepriesen, Holleluja, Amen. Herr, segne uns jetzt." Oder die Iugendgruppe klettert mit ihren Geigen und Gitor- ren aus die Bühne und singt noch der Melodie von„5 bin a Steircrbua. und hob a Kernnatur" ein Lied:„Dir fehlt wohl noch Friede? Dein Herz ist freudenleer, dein Auge blickt so müde, dein Gang ist matt und schwer". Em anderes Lied wurde nach der Melodie gesungen:„Behüt dich Gott, es mär so schpn gewesen..." Also bis dahin geht das alles noch an, schon, die Leute haben sich ihre Lieder gedichtet, lassen sich Reden halten nach ihrem Geschmack und nermen sich untereinander Bruder und Schwester. Wir haben nichts dagegen. Der Fez soll ober erst los- gehen!.- ..Oer Kampf mit dem Teufel.' Ehe man es sich versehen hat, ist ein Mann auf die Bühne ge- stürzt, ist dem Vorsitzenden oder wie er sich sonst nemtt, um den .hals gefallen und beide beginnen sich unausgesetzt zu küssen. Hebeisen, dieser dicke, schwarz« Mephisto, ist hinzugetreten, legt seine rechte Hand Gott, o Gatt, o Gott!" Die ganze Versammlung ist von den Stühlen gesprungen, einige singen wieder das„hallelujo, fei gepriesen", ander« recken die gefalteten Hände gen Hinancl, die Mehrzahl fällt sich ebenfalls um den Hals und küßt sich, man steht ganz verdaddert da, faßt sich aber gleich wieder und denkt:„Ra. alter Schwede, ein paar hübsche Frauen sind ja hier, wo olles küßt", und so weiter, aber bums, fällt neben mir eine Fr au um, ohn- mächtig und mit aufgelöstem.haar. Zwei Schwestern, Die Tribüne der Heilsapostef. die in der Tracht evangelischer Diakonissen herumlaufen, kommen an und schleppen die chnmächt'g« Frau in eine Ecke, unterdes werden die Szenen immer turbulenter, die eine Schwester hat gerade ein Glas Wasser van der Theke geholt, aber sie kommt nicht mehr dazu. die Ohnmächtige zu benetzen, eine andere Frau hat sie umarm l und unter hysterischem Lachen küßt sie die Schwester ab. Ich mucke mich auf den Weg zur Bühne, um den Häupttingen der Sekte etwas' auf die Finger zu sehen, inmitten des Saal» sehe ich noch. wie der Mann, der vorhin auf die Bühne gestürmt war, setzt heulend wie ein Schlohhnnd einen vierzehnjährigen Burschen um- arml, der arm« Bcngel weih gar nicht, was er.machen soll, da wird auch schon der schwer« Vorhang zur Bühne zugezogen, im setzten Moment kann ich noch gerade durchschlüpfen. Es bietet sich mir ein erschütterndes Bild: Tische und Stühle sind weggeräumt, nur die Kulissen baumeln noch da. hinter der vordersten liegen zwei Fronen in roten Kleidern lang aus der Erde, heulen, schreien und lochen, dazu im Takt mit den Händen aus die Bretter schlagend, andere tanzen wie die wahnsinnigen umher, singen, kreischen und stöhnen. mehrere sind in Krämpfe versallen und stieren mit leblosen Augen in die Luft, mit Augen, wie sie die Kühe hoben, che sie den Todes- streich im Schlachthaus empfangen. Aber das zerreißendste Wehklagen, die gräßlichsten Schrnerzensschrne kommen von dem Raum Deutsdriand— LnHlsud 3:3 Beachtenswerter Erfolg der deutschen Mannschaft Die deutsche Fußballmannschaft lieferte gestern im G r u u ewa l d st a d i o« den besten engkischeu Berufs- fpielern einen gleichwertigen Kampf und erzwang ein reguläres Unentschieden da» 3:3 Toren. Fast während deö ganzen Spiels regnete es. was auf die gehobene Stimmung der 000 Sportenthusiasten, die das Stadion füllte«, ohne störenden Einfluß blieb. Im ersten Teil des Spiels waren die englilchen Gäste stark überlegen und schon sehr bald nach dem Anpfiff gingen sie mit 1: 0 in Führung. Deutschland drängt« zum Ausgleich und nach einem überraschenden Durchbruch sandte R. Hosfmanr. scharf«in. Die Engländer stellten bis zur Paus« dos Resultat noch auf 2:1 für sich Di« zmeitc Spielhälfte brache die große lieber- raschung. Di« deutsche Mamsschast spielte wie umgewandelt. Die Kombinotion Nappt« vorzüglich, es gab jetzt einen ausgeglichenen Kampf. Deutschland kam unter starkem Beifall zum 2. und bald danach wieder durch R. Hoffmonn zum 3. Tor. Die Ho-fsnimgen aus«inen Sieg der deutschen Mannschaft wurden durch dt» dritten und Au-glcichstre-fcr der Gäste zunichte gemacht. In der deutschen Elf war Hcidkamp der beste Mann, nächst ihm muß der Torhüter Äreß erwähnt werden, der durch feine außer- gewöhnlickz« Ruhe und Sicherheit manche Torgelegenheit dar Eng- länder zunichte machte. Stubb hatte mehrfach gute Momente, ver sagte aber auch hin und wieder, Schütz lieferte eine gute Durch- schniltsleistung. Leinbergcr als Mittelläufer war glänzend,, wenn auch sein Aufbauspiel manchmal zu wünschen übrig ließ. Mantel paßte sich gut an. Im Sturm waren R. Hofmann und die Reu- entdeckung Bergmaier die treibenden Kräfte, auch L. Hmmann wurde seiner Aufgabe gerecht, dagegen erwies sich Pöttinger als zu schwach und zu lonosam und auch Kuzzora erfüllte nicht die in ihn gesetzten Erwartungen. Der Gesamteindruck der Engländer war hervorragend. DIE /CHOWTEN MODELLE... PREISWERT! OL 01« OL 01 Zugfsdeririatratra, 33 mm gaschl. Stahlrohr, Uaaslng- fQBa, walB, 80X185 16. K90 nuSbaum M. 1.—,(mite od. farbig lackiert M 1,25 mehr Zugtadermatratra, 33 mm geschl. 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In der Berufungsverhandlung des Orloff-Prozesses wurde am Sonnabendnachmittag die Beweisauf. nähme geschlossen. Erster Staatsanwalt Laut? beantragte gegen beide Angeklagten eine Erhöhung der ersten Strafe von 4 Monaten mit Anrechnung der Unter- suchungshaft auf K Monate ohne Anrechnung der Unter» suchungshaft. Die Verteidiger, die Rechtsanwälte Dr. Walter Jaffe und Menz. plädierten auf Frei- sprechung bzw. Verwerfung der Berufung der Staats- anwaltschaft. In den Abendstunden verkündete Landgerichtsdirektor Linde dann das Urteil, das die Berufun�der Staatsanwaltschaft auf Kosten der Staatskasse und die der Angeklagten auf deren Kosten verwarf. Es bleibt also bei dem erftinstanz- lichen Urteil gegen Orloff und Pawlownowski von j e vier Monaten Gefängnis wegen Betruges und Urkundenfälschung in einem Fall unter Anrechnug der erlittenen Untersuchungshaft. In der Urteilsbegründung heißt es, daß die Strafkammer zu derselben Auffassung wie die erste Instanz gekommen sei. da die gefälschten Briefe Urkunden im Sinne des Strafgesetzes gewesen seien. * Ein anderes Urteil war kaum zu erwarten. Der Staatsanwalt hatte j« sechs Monate Gefängnis beantragt. Das Urteil der ersten Instanz, je vier Monate Gefängnis, die durch di« Unterfuchungs- Haft für verbüßt erklärt worden waren, hielt«r für nicht aus- reichend.„Wenn Flüchtlinge, die in einem Lande Gostrecht genießen,' sagte er,„Handlungen vornehmen, die den Gastgebern Ungelegen l?ei ten bereiten können— in diesem Fall« sowohl in bezug auf die Vereinigten Staaten als auch in bezug auf die Sowjet- union—, so darf die Strafe nicht allzu milde ausfällen. Ins- besondere, wenn man es mit Persönlichkeiten zu tun hat wie Paw- lownowski, der in Sowjetdienste getreten war, in der Absicht, sein Amt gegen den Staat, dem er diente, zu mißbrauchen, und gegen einen früheren Staatsrat, der mit diesem Manne Hilter einer Decke steckt« und mit ihm Dokumente austauschte. Soll man Orloff etwa wirtlich glauben, daß er di« Dokumente bloß aus Spielerei her- gestellt hat. Wenn irgendein Angeschuldigter mit solchen Erklärum gen zu ihm als dem früheren Untersuchungsrichter gekommen wäre. er hätte sich das energisch verbeten. Ein deutsches Gericht nimmt eine derartige Erklärung selbstverständlich auch nicht an. Pawlow- nowski war in der Voruntersuchung geständig. Jetzt er- klärt er, an die Echtheit der Dokumente geglaubt zu haben, ob- gleich er zugibt, daß er bereits nn Jahre 1S28 von Orloffs Fälschungen gewußt habe. Beide befanden sich in nnßlichen Verhältnissen, beiden war es darum zu tun, Knickerboker zu schröpfen/' So der Staatsanwalt. Jedes seiner Worte kann nur unter- strichen werden. Der früher« zaristische Staatsrat und Unter- suchungsrichter saß da wie ein begossener Pudel. Powlownowskis Aeuglein gingen unruhig hin und her. Die ehenialigen Freunde sind jetzt grinnnige Feinde. Sie glaubten sich herausreißen zu können, indem jeder von ihnen den» anderen die Schuld zuschob. Pawlownowski behauptete, sein Verteidiger in der ersten VerHand- lung, Dr. Fuchs,' habe mit Orloff gemeinsaine Sache gemacht! des- halb Hab« er ihn veranlaßt, seinen Mitangeklagten nicht zu belasten. Diesmal sage er die Wahrheit. Die Dokumente, die sein Verteidiger, R.-A. Dr. Menz, dem Gericht gestern vorlegte, ljabe er bereits damals besessei». Er sei aber mit ihmn nicht herausgekommen, um Orloff zu schonen. Aus diesen Dokumenten sollte zu ersahen sein, in welcher Weise Orloff seine Fälschungen vorgenommen habe. Sie stellen Entwürfe vor. in denen einzelne Buchstaben durch Chiffre ersetzt sind und auch andersartige Veränderungen vorgenommen sind. Es»värc nicht uninteressant, sich diese Dokumente näher an- zusehen, beim der zaristische Staatsrat Orloff bedeutet nach wie vor eine öffentliche Gefahr. hinter der Bühne, also denn, in Gottes Namen, hinter die Bühne, aber ich komm« nicht iveit, vor mir steht ein dichtgeballter Knäuel von dreißig, vierzig Frauen und Männern, die alle darauf warte», daß aus ihnen der Teufel ausgetrieben werde. Man muß sich immer etwas Beruhigendes einreden, damit man nicht angesteckt wird von diesem Tollhaus, ich erinnere nrich, wie der Hebeisen sich vorhin brüstet«:.�Zroei Stunden habe ich bei einer Frau gesessen, die schwer krobskrank war und ihr End« kommen fühlte, ich sagte ihr, glaube an Jesum und du wirst gesund. Und di« Frau wurde wieder gesund!" Hinter dieser Szene hatte die Versammlung gesungen.„Alle Kinder Gottes sollen eins werden", aber was heißt jetzt Versammlung, die sitzen seit dem frühen Morgen da unten mit Thermosflaschen und Stullenpaketen, aber hier oben ist Hsbeisen und treibt den Teufel aus. Der Reihe nach wird eine Frau nach der anderen gegriffen, auf einen Stuhl gepreßt, Hebeisen packt sie an den haaren und an der linken Hand, ein zweiter Kerl packt die Frau im Genick und begießt sie mit Wasser, daneben steht eine Fron, die lacht wie eine Wahnsinnige und schreit:„üesus kommt. Zesus kommt!", zwei junge Burschen fingen unter wilden Zuckungen und Hebeisen brüllt üb«r all« irre Worte hinweg, man hört«troas so wie„Takalo, takalo, takalo" und während dem wird die alte Frau auf den» Stuhl fürchterlich geschüttelt. Man steht hier und muß diesen Wahnsinn mitansehen, die Nerven sind zun» Zerreißen gespannt,„Raus hier!", rafft n»an sich zusammen, wieder zurück über die Bühi»e, ich reiße den Vorhang auf, da schreien nrich zwanzig Mann aus den vordersten Reihen unten im Saal« an: ,Lurück, den Vorhang zu, zurück, ach, Gott!" Unwill- kürlich tritt man zurück, der Vorhang schlägt mcbcr zn, was nun, gesangen in diesem Käfig hier und noch dazu unter fünfzig Ver- rückten? Reben mir fallen zwei Männer in die Knie, schlagen die Hände vors Gesicht und beten, jetzt stellt sich ein Mann vor den Vorhangschlitz und stapelt drei, vier Stühle qiwr davor, das soll eine Barrikade sein, damit der heilige Geist nicht heraus kann, es nnrd immer schlimmer hier oben, da gehe ich auf den Mann mit den Stühlen zu und sag« zu ihm:„Meefta, ick muß nötig raus!" „Wattense se ma, ick wer ma mitkonnnen", antwortet der, also diese alberne Frag« hat ihre Wirk»mg nicht verfehlt, jetzt heißt es mir»»och aufpassen ui»d sich absichtlich immer verlausen und eine Ausgangs- tllr dabei suchen, richtig, neben der Toilette ist«ine Tür, der Schlüssel steckt, aufgeschlossen, der Mann will mich am Arm packen, bums, fliegt die Tür von außen zu, rums, ist sie wieder zugeschlossen und die Bande eingesperrt. Roch eine Tür, das gleiche Manäver, und ich steh« zwischen den Maschinenwagen eines riesigen lärmenden Rummelplatzes. Drüber weg über ein paar Kabel, und dann ist da ein Kasperletheater, wo zwei Kasper immer einen lebenden Affen ärgern, der wüt«i»d in die Holzpuppen beißt, ein Ferkel ist auch da, dos quietscht, bis es die Flasche kriegt, ich muß so schrecklich lachen, herzerfrifcheitid, befreiend. Hunger hat man mit einem Male, man kaust sich eine Boulett« für fünfzehn Pfennig«, die Schrippe dazu gibts gratis und dann faffre ich Karussell... Gattenmord in Tempelhos. Verzweiflungstat eines Llnglücklichen.- Oer Tater geflüchtet. Am Sonnabend nachmittag wurde die Mordkommission nach der Friedrich-Wilhelm-Slraße 64 in Tempelhos gerufen. wo die 25 jährige Frau Matte des Friseurs Karl her kl im Bett erdrosselt aufgefunden worden war. Als Täler kommt der eigene Mann in Frage, der feil Freilog abend verschwunden ist.... Die jutz'ge Faau war seit vielen Jahren in einem Berliner Warenhaus angestellt, zuletzt war sie Kassiererin, und sie behielt ihre Stellung auch noch nach ihrer Verheiratung. Di« Ehe galt als glück- lich. In den letzten Monaten ging das Friseurgefchäst, das Hertt in Neukölln unterhielt, sehr schlecht. Das nahm sich Herkt so sehr zu Herzen, daß er beschloß, aus dem Leben zu scheiden ur»d seine Frau mit in den Tod zu nehmen. Am Sonnabend erhielt eine Ange- stellt««inen kurzen Brief, in den» H. mitteilte, daß er wegen wirt- schaftlicher Schwierigkeiten mit seiner Frau in den Tod gehen werde. Die Polizei verschafft« sich Einlaß in die Wohnung. Im Schlaf- zimmer lag die junge Frau tot im Bett. Dos Gesicht»oar imt einem Kopfkissen bedeckt, in den Händen hielt di« Tote«in Kruzifix. Eine leere Rotweinflasche und zwei Gläser standen noch auf dein Nachttisch. In«inem Brief wiederholt Herkt nochmals, daß ge- schäftliche Sorgen ihn und seine Frau zu dem Entschluß gebracht hätten, sich das Leben zu nehmen. Von der Frau»var eine kurz« Bemerkung angefügt, daß sie mit allem einverstanden sei. „Gnädige Frau, Sie selbst waren die erste, die mir sagten, Torben Rist, das heißt, Thorvald Stirre, fei kein schlechter Mensch. Ich bin zu derselben Ueberzeugung ge- kommen. Ich möchte..." „Sie irren, Herr Iacobsen. Ich habe mich über diesen Menschen nie ausgesprochen, ich kannte ihn dazu überhaupt viel zu wenig." „Gnädige Frau, um Gotteswillen, hier steht es doch, schwarz auf weiß, wir haben doch alles protokolliert." „Herr Iacobsen, Sie sind der taktloseste Mensch, der mir in meinem ganzen Leben je untergekommen ist. Ich habe mit Ihnen nichts weiter zu besprechen." „Herr Stirre ist Ihnen also auch nie zu nahe getreten?" .Leben Sie wohl, Herr Jacobson. Wenn Sie imstande sind, den Namen einer Dame, meinen Namen, den Namen Delius. mit dem eines minderen Desraudanten in Zusammen- hang zu bringen." „Gnädige Frau, einen Augenblick. Ich werde Sie nichts derartiges fragen, haben Sie keine Angst, bleiben Sie. nur noch eine Sekunde. Eine mehr praktische Frage. Sehen Sie, der junge Mann ist reuig, er will sein Vergehen wieder gut machen, er will der Bank das Geld zurückgeben, er braucht dazu nur noch fünfhundert Kronen, die er bereits ausgegeben hat, so hören Sie mich doch nur eine Minute noch an.. „Und was soll ich dabei?" „Gnädige Frau, Sie werden doch nicht auch vergessen baben, daß Sie sich bereits erklärten, dem armen Wahn- sinnigen eine teure Sanatoriumsbehandlung zu bezahlen." „Herr Iacobsen. Sie scheinen wirklich zu phantasieren." „Aber es steht doch auch hier, hier in diesem Akt. Gott sei Dank, daß wir alles protokollierten. Fräulein Hosting überbrachte uns doch Ihren Vorschlag." „Was für Vorschläge Fräulein Hosting Ihnen über- brachte, weiß ich nicht. Sie können mich schwerlich für ihre der Berliner Sozialdemokratie Monlad, den 12. Mal 1930, 19'/, imr in den Gesamiranmen und im Garten der„Senen Welt", Hasenheide 108/114 Es sprechen als Vertreter der Sozialistiscben Arbeiter-Internationale: VanderTelde, Belgien, Vorsitzender der Exekutive der SA).; Albarda, Niederlande; Abramowitsch, RuSland;. Bauer,.Otto,. Oesterreich;. Crispins, Deutschland; tifrimn», Sdiwefi-. Jtongoet, Frankreich; ModigHani, Italien;!Slöllerr6diwedeni Soaknp, ..... Tsdtechoslowakei; Welis, Deutschland.>».. sowie Genossen aus England und Polen. Erscheint in Massen! Treffpunkt der Sozialistischen Arbeiterjugend: 19 Uhr Camphausenstratzc, am Untergrundbahnhof Hasenheide. Auf«inem anderen Zettel, der»vahrscheinfich nach der Tötung der Frau geschrieben worden ist, erklärt Herkt, er habe nicht mehr den Mut gefunden, sich selbst umzubringen und gehe deshalb aus Berlin fort. Druckspuren am Halse der Frau lasten darauf schließen, daß die Frau erdrosselt worden ist. Ob in den» Rot- wein ein Betäubungsmittel oder Gift enthalten nmr, steht noch mcht fest. Die Mordkommission hat die Fahndung nach dem verschwun- Venen Mann aufgenommen. Worte zur Verantwortung ziehen. Sie ist immer so über- spannt, die Gute, Sie interessiert sich vielleicht auch für diesen Verbrecher. Ich aber nicht, Herr Iacobsen. Haben Sie mich verstanden?"" „Jawohl, gnädige Frau." „Mein Herz! O Gott, o Gott, mein armes Herz!" Kgl. Amtsgericht Sändrup, 16. Juli 192S. (Auf eine Unterschrift der Zeugin muß verzichtet werden, da sie von Herzkrämpfen befallen wurde.) gez.: H. G. Iacobsen. Protokoll aufgenommen mit dem Zeugen Karl Henrik Man ke.(Der Zeuge verlangte, augenblicklich vorgelassen zu merden.) „Mensch, Iacobsen, ich komme nur für eine Sekunde, ich muß Ihnen die Hände schütteln, das ist ja großartig, das ist ja eine Glanzleistung, Sie sind ja schneidig, ich muß Ihnen sagen— so lassen Sie doch das ewige Protokollieren—" „Doktor Manke, Sie ahnen nicht, wie wichtig das ist." „Schön, ist mir auch recht. In Gottes Namen. Ich nehme mir deshalb ja doch kein Blatt vor den Mund. Daß Sie diese Zeitungsvettel, diese Schmierantin ganz einfach hinter Schloß und Riegel setzen—" „... das wird mich wahrscheinlich meine Stelle und meine Karriere kosten." „Was? Wie?" „Ich habe keinerlei Begründung dafür." „Was soll das heißen? Die ganze Gegend verpestet einem das Weib, und dann können Sie keine Begründung finden?" „Das Verpesten von Gegenden ist nach den dänischen Gesetzen leider ganz und gar kein Anlaß für eine Ver- Haftung." „O, Ihr Juristen! Aber warten Sie mal, so ein Arzt ist auch nicht ganz dumm. Ich liefere Ihnen die Begründung, Iacobsen, ich, Karl Henrik Manke, Sie haben sich fabelhaft gehallen, meine Anerkennung, mein Lieber, ich liefere Ihnen die Begründung" „Und zwar." „Fräulein Nielsen, jetzt schreiben Sie mal ordentlich mit. Doktor Manke legt die feierliche Erklärung ab, daß er Fräu- lein Birgit Hasting, wenn er ihr noch einmal auf Lynö be- gegnet, den Kragen umdreht, daß er sie erwürgt, jawohl, schreiben Sie nur, erwürgt— Hoffnung für Vienenburg! Oas Kalibergwerk ist wahrscheinlich nicht verloren. Die letzten Nachrichte« über dasGrubennnglück von Bienenburg lauten hoffnungsvoller. Im Laufe des Sonnabends sind die in die Schächte I und II ein- gedrurrgenen Wassermassen etwas gesunken, so daß große Wahrscheinlichkeit dafür besteht, daß es sich nicht um eine unterirdische Wasserader handelt, die das Un- glück verursacht hat., Der Wassereinbruch rührt ziemlich sicher von den beiden Harz- slühchen®ck«-r nnld S cha.mln.h her, der« Versiegen um»«t 1 VieitHnbasrgv. festgestellt werben kennte. Man wird iioch einige Taxe hindurch die- Tag« ist den beiden Kali schachten beobachten, da jxder Erdrutsch" Möglicherweise Veränderungen im Inner»» der«r- soffenen Gruben bringen kann und auch die Möglichkeit besteht, daß das vorläufige Versiegen des Wasserzustroms nur ouf eine pfropfen ortige Verstopfung der. Einbruchsstelle durch Geröll und Erdmassen herbeigeführt sein kann. Die werkleitnng will sobald wie möglich den Lelrieb in dem nur wenig in Mitleiden- schasl gezogenen Schacht III und vielleichl auch»n einem Teil des Schachts II wieder ausnehme«, damii wenigstens annähernd die Hälfte der Belegschaft wieder Beschäftigung finden kann. Die Arbeiter der Gruben, die noch nicht gleich wieder Verwendung sin- den können, sollen soweit als möglich mit N o ist a n d S a r b« i.! e»» beschäftigt werden. Im übrigen handelt es sich dabei keineswegs nur»un Bewohner von Vienenburg, vielmehr entstammt die Vc- legschaft größtenteils aus den Orten der Umgebung. Im Otts selbst sind wesentliche Erdrutsche auch gestern nicht mehr eingetreten, nur am Derschiebebahnhof sind nod) kleinere Erdsentungen vorgekommen. Di« Stillegung dieser Vahnai»lagen macht sich ziem» „Aber Doktor Manke, das haben Si? doch schon hundert- mal gesagt." „Um so besser, Iacobsen, um so besser. Sie stehen groß- artig da, geradezu ein Ritter ohne Furcht und Tadel: Sie haben die Bestie in Schutzhaft genominen. Und wenn Ihnen das nicht genügt, wenn ich Ihnen allein nicht stark genug er- scheine, um der Person den Kragen umzudrehen, so machen Sie meinethalben einen Volksauflaüf aus mir, eine ganze Masse, eine empörte Menge. Schluß. Ich gehe. Warten Sie nur eine kurze Stunde. Dann weiß die ganze Stadt, was für «in seltener Kavalier Sie sind." Kgl. Amtsgericht Sändrup, 16. Juli 1929. gez. Karl Henrik Manke. H. G. Iacobsen. Sandrups Aftenbladet, 16. Juli 1920: Der Erotomane von Lynö zu allem Ueberfluß auch noch ein gefährlicher B anteneinbreche r. Verhaftung einer bekannten Journalistin. Eine Sensation jagt die andere in unserem freundlichen Städtchen. Die Badehotels sind überfüllt, täglich bringt die Bahn uns neue neugierige Sommergäste. Das kleine Sändrup ist heute der interessanteste Ort von ganz Dänemark. ja man spricht sogar davon, daß die Jacht des Königs Mitte August Schloß Aresund besuchen soll. Daß Torben Rist identisch ist mit dem gefährlichen norwegischen Schweroerbrecher Thorvald Stirre. steht heute schon fest. Seine Geliebte, eine gewisse Maria Sandel wurde heute in Sändrup, wohin sie ihrem Kom- plicen nachgefahren war, um ihn— eine mutige junge Dame — durch einen Gewaltstreich aus dem Amtsgericht zu befreien, ebenfalls hopp genommen. Warum aber deshalb gewisse Leute ein Triumphgeheul anstimmen und sich benehmen, als wäre deshalb die arme kleine Ossipowna oder zumindest ihr mißhandelter Leichnam wieder zum Vorschein gekommen, ist uns unergründlich. Gar nicht zu reden von den anderen Opfern dieses seltenen Wüstlings. So weit wir informiert sind, wird die P o l i z e i d i r c k t i o n O s l o, die seine und seiner Geliebten Auslieferung verlangt hat, sich noch eine Weile gedulden müssen und wir werden es noch ebensolange ansehen müssen, wie Herr G. H. Iacobsen diesen noch nie dagewesenen Kriminalsall weiter verpatzt. Denn leider Gottes weilt unser guter alter Amtsrichter Niele Wessel immer noch in Italien.(Forllstzung folgt.) I lich fühlbor, zumal es sich um einen der wichtigsten Derschvebebahn- Höfe des Direktionsbezirks Magdeburg handelt. An der schon seit längerer Zeit stilliegenden Zuckerfabrik ist bisher nur eine kleinere Mauer eingestürzt, doch find die am Schornstein aufge- tretcnen Risse so bedrohlich, daß man ihn wahrscheinlich aus Sicher- hsitsgründen wird niederlegen müssen. Zahlreiche geologische Sach- verständige sind in Vienenburg eingetroffen, um die Lage zu stu- dieren und der Werksleitung gutachtlich zur Seite zu stehen. Allgemein glaubt man. dah ein völliger Verlust dieses Kaliberg. werkes nicht mehr zu befürchten ist. Der preußische ch a n d el s m i n i st e r hat einen Bericht der zuständigen Stellen angefordert. Di« P r e u ß a g, die vom Frü- staat Preußen ausgehende(Besellschaft, hat, als sie die Grube über- nahm, die Anlagen gsnauestens.nachgeprüft und von 1323 an alle Maßnahmen getroffen, um größere Wassereinbrüche zu verhindern. Dank den schon seit Jahren getroffenen Vorbereitungen ist e» ge- lungen, die Belegschaft aus den Schächten heil herauszubringen. Für 600000 Mark gefäischie Akiien. Betrügereien eines falschen Bergwerksdirektors. Der Berliner Kriminalpolizei ist dieser Tage aus die Spur eines großangelegten Schwindels gekommen. Ein S2jähriger Kaufmann A l f r e d K r e s s e hat es verstanden, in Berlin fürbooooOM. gefälschteAktien unterzubringen. Als der Betrüger jetzt seine Entdeckung befürchten muhte, ver- schwand er aus Berlin. Kresse unterhielt in der Fosanenstraße 64 ein Büro. Er selbst gab sich als Bergwcrksdirrktor aus. Für seine angeblich in Mittel- deutschland liegenden Kohlenbergwerke„W oythowa" und„0 n- f o r m a t i o n" ließ er ganze Serien von Aktien drucken. Kresse, der durch sein gewandtes Auftreten nicht den gevingsten Verdacht erweckte, verstand es sehr bald, gewisse Kreise für seine Aktien zu interessieren und in kurzer Zeit war der Aktienvorrat„vergriffen'. Berliner und Chemnitzer Geldgeber waren dem Betrüger ins Garn gegangen. Der ganze Schwindel kam dadurch heraus, daß einige Aktienbesitzer, die geschäftlich in Mitteldeutschland zu tun hatten, die Gelegenheit benutzen wollten, um die Kohlengruben, die aber nur in der Phan- tasie kresses existierlen, zu besichtigen. Als die Betrogenen erfuhren, daß sie einem Schwindler in die chände gefallen waren und sofort Anzeige erstatteten, war es bereits zu spät. Kresse hatte heiinlich Berlin verlossen und es wird oermutet, daß er ins Ausland ge- flüchtet ist. Die Staatsanwaltschaft Berlin und Chemnitz hat hinter dem Betrüger«inen Steckbrief erlassen. Wie wir bei Schluß des Blattes erfahren, ist Kresse am Sonn- abend abeitd in Stuttgart verhaftet und in das Amtgerichts- gefängnis eingeliefert worden. Schwere Anschuldigungen gegen Berliner Notar. Gegen einen bekannten Berliner Rechtsanwalt und Notar, der sich besonders in Bühnen- und Filmprozessen zu betätigen pflegt, find schwere Borwürfe erhoben worden. Der durch Spielverluste Und sonstige DerbiMichkeiten in eine schwierige sinonziell« Lage geratene Anwalt soll Gelder, die er an seine Mondanlen abzusühreu hatte,. unterschlagen haben, und zwar soll es. sich angeblich um Be- träge von einigen 100 000 SR. chandeln-Entgegen anderslautenden. Nachrichten erfahren wie hierzu, daß- vorläufig w r- 4>e i-d e r Anwaltskammer noch bei der Staatsanwaltschaft Anzeigen gegen den Notar vorliegen, daß aber die Anwaltskammer sich auf Grund der bisherigen Veröffentlichungen veranlaßt gesehen bat, eine Untersuchung«Anzuleiten, die zunächst ergeben hat, daß der Anwalt seit Donnerstag nicht mehr in feinem Büro e r f ch i e n« n ist und daß man dort über seinen Verbleib nicht orien- iiert war. Dem Vernehmen nach soll er Berlin verlassen haben, soll sich aber in Deutschland, und zwar im Westen bei Verwandten, auf- halten. Wie verlautet, sollen den Verbindlichkeiten des Notars sehr erhebliche Außenstände gegeiniberstehen, so daß immerhin noch die Möglichkeit besteht, daß die finanziellen Schwierigkeiten behoben werden können. Riesenbeirug an der Reichsbahn. Zwei Ingenieure verhastei.— Ein neuer Fall Roia. Der Fall der Rolagesellschas«. bei dem die deutsche Reichsbahn durch singicrlc Aufträge zur Aufbesserung von Waggons um Millionen geschädigt wurde, ist von uns ausführlich und mit deutlichen Warnungen an die verantwortlichen Stellen behan. dell worden. Jetzt wird ein neuer Fall bekannt, der beinahe in allen Einzelhellen dem vorangegangenen Skandal gleicht und zur Verhaftung zweier Ingenieure in Blankenburg a. harz führte. Die Blankenburger Eisenbahnbedarfs- und Mafchinen-Gmbh. stand unter der Leitung der Ingenieur« Wasch und T h ö n e. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft führten zur Festnahm« der beiden Direktoren wegen der Beschuldigung, durch Betrug Reichs- bethn, Reichspost und private Unternehmer geschädigt zu haben. Zwischen der Reichsbahn und der„Bema"— so nennt sich dos Unternehmen— bestand seit Iahren ein Abkommen, wonach die Geselsschaft einen Anspruch auf die Ausführung von Repara- turen an Eisenbahnwagen hat. Nach dein Dienstgebrauch klebt ein Revisionsbeamter zur Kenntlichmachung eines Wagens, der einer dringenden Reparatur bedarf, einen Zettel an die Außen- wand. Nach den Ermitttungen der Staatsainvaltschaft Hai die „Bema" sich durch Lesiechung von Reichsbahnbcamken in den Besitz von solchen Formularen gesetzt, die aas ihre Veranlassung auf über die Gleise der Bahn Halberstadt— Blankenburg laufend« Züge geklebt wurden. Die so gekennzeichneten Wagen rollten in die Werkstätten der„Bema', standen dort eine Weil« gemütlich und ungestört herum und rollten, ohne daß Reparaturen an ihnen vorgenommen wurden, zur Dienststeve der Reichsbahn zurück. Dasür aber wurde ein« Rechnung für Arbeitslöhne und verbrauchtes Material an die Reichsbahn überwiesen. Di« beschlagnahmten Zettel liegen zur Bor- nähme einer Prüfung beim Reichsbahnüberwachungsdienst in Dresden. Es scheint, daß die beiden geschäftstüchtigen Leiter der Gesell- schast von dem Eingreifen der Staatsanwaltschaft Lunte gerochen haben. Bei einer Haussuchung mußte man feststellen, daß die wich- tigsten Akten ins Feuer geworfen und so vernichtet waren. Noch ärger wäre es, wenn die von der Untersuchungsbehörde gehegte Der- mutung zuträfe, daß die Materiatien, die von der„Bema' zur Reparatur von Eisenbahnwagen benutzt wurden, aus den Beständen der Reichsbahn genommen sind. Bei diesen Wagen soll es sich sogar um Eigentuni von Privatfirmen handeln. Es wird weiter angenommen, daß die„Bema' bei der Aufstellung ihrer Rechnungen ein manchmal sogar Acht- und Zehnfaches zu Lasten der Reichsbahn aufgeschrieben hat. Neben der Reichsbahn sind zahl- reiche Privatfirmen geschädigt, deren Waggons über Halberstadt— Blankenburg laufen. Die Firmen der Privatgeschädigten liegen in der Ueberzohl in Berlin. Der Gewina, der durch die Betrügereien den Direktoren der „Bema' zufloß, wird aus Millionen geschäht. Wir haben wiederholt daraus hingewiesen, daß die Reichsbahn sich zum Schaden der Allgemeinheit unter der Leitung des Präsi- denten Dr. Dorpmüller allzu sehr der Privatwirtschaft per- schworen hat. Es ist höchste Zeit, daß endlich ekmnal Skandale von der Art der Rota und der Bema aufhören. Die Skandolfälle, denen sich jetzt ein neuer anreiht, sollten Herrn Dorpmüller belehren, daß er auf dem falschen Weg« ist. Auiotaxe wird teurer. Beschluß der Berkehrsdeputaiion.— Erhöhung um 20 pfg. Die städtische verkehrsdepukakloa beschloß in der heutigen Sitzung, dem Vorschlag des Bolizeipräsidenken über die Droschkentariferhöhung zuzustimmen. Der bisherige Drofchkenlarif hatte als Grundlage eine llnkostenberechnung de» Jahre» 132« mit einem Brennstoffpreis von 25 Pf. Zuzwischen ist der preis noch und nach auf 30 Pf. je Liter gestiegen, und durch die Einführung der neuen Rcichssteuer erfolgte eine weitere Steigerung aus 35 Pf. ver neue Toris bringt eine allgemeine Erhöhung van 20 psennig sür die Fahrer, ohne Rücksicht aus die Fahrllänge. Die Entscheidung über da» Jakroftkrelea des erhöhten Tarifes liegt nunmehr beim Polizeipräfldeateu. Dem Gedächtnis Schillers. Zu Schillers 125. Todestag veranstaltete dos Lessrng- Museum gestern �einen Geiientabenö, in. dessen Mittelpunkt«in� Vortrag' von Dr. Kurt iK r i p v e iid o r f voin JZePsiiig-Gymnassum' über„Das Tragische' in' der Dichtung' ssländi' Dcr ÜZortragenbe führte in klaren und fcinfinrifgen Darlegungen aus, daß da» Tra- gifche in der Dichtung, dos am reinsten und umfassendsten im Drama zur Geltung kommt, ein Abbild des tragischen Geschehens sei, dos auf geistigem, sittlichem, wirtschaftlichem und politischem Gebiete die ganze Weltgeschichte durchziehe. Das Tragische wird von ihm dcfi- niert als das Ringen eines wcrterfüllten Willen» mit feindlichen Gegenmächten, die ihn notwendigerweise zu Fall bringen. In ein- gehender Analyse und an zahlreichen Bcsspielen erläutert« der Dar- tragende die einzelnen Begriffsbestimmungen und zeigte namentlich die Wandlungen auf, die die Auffassung der schicksalhaften Gegen- kräft«, die den Konflikt und die Katastrophe des tragischen Helden herbeiführen, van der Antike bis zur Gegenwart durchlaufen hat. Die Schickjalsanffassung der Antike macht in der Neuzeit immer mehr einer rnnerweltlichen Ausfassung Platz. Namentlich an Schiller, Hebbel und Richard Wagner zeigte der Redner die ver- schiedenartige Ausprägung der schicksalmäßigen Gegebenheiten, die dem tragischen Geschehen wesentlich sind. An den Vortrag schlössen sich gut« musikalische Darbietungen, und zwar die Sonate Pothetique von Beethoven, gespielt von Anne- lies« Kortüm, und in Vertonungen von Schubert drei Schlllersche Gedicht«, gesungen von Paul Seebach, und gaben der Veranstaltung eine stimmungsvoll« Abrundung. Schachweltmeister Atechin in Verlin. Am Donnerstag abend spielte der Schachwelkmelster Dr. Alechln in einem Simullanspiel im Schachsaol des „Bloka Eftt' gegen 35 Gegner. Auf einem großen länglichen Tischviereck Schachbrett an Schach- brett, am Außenrand sitzen die Gegner Alechins, junge und alte Herren,«in« Dame: im Innenraum Alechin, der zu Beginn des Spiels schnell, beinahe unruhig von Brett zu Brett geht, überall mit dem gleichen Aug dos Spiel erässnet. Seine Gegner über» .legen, langsam, bedächtig,-bis�di« Reihe�wieder cm sie-konrmt,-den -nächsten Aug.--TatkrästiK-unteestützt- van-den„Kiebitzen'� die auch hier immer besser spielen können, und jeden Zug immer noch besser gemacht hätten. Mit der Spieldauer steigt die Aufregung der Spieler und Zuschauer. Fachausdrücke schwirren umher. Nehm' Se BS, natürlich, dann kann er nicht mehr'---, aber Alechin konnte immer noch anders. Nach zwei Stunden ist der erste erledigt, andere stehen zweifelhaft, aber mit einer verbissenen Leiden- schaftlichkeit wird weiter gespielt und auf die letzte Chance gewartet. Nach Mitternacht— das Spiet hotte gegen 20'/, Uhr begonnen— behaupten sich noch immer mehr als die Hälfte. Einige stehen sogar sehr gilt, so daß zum Schluß doch noch als Ergebnis herauskommt: fünf Partien von Alechin verloreti. Müde, übernächtigt gehen die Teilnehmer auseinander, es ist 3 Uhr morgens--- in G aVheiifrlotoeTti' und Isis« chi'ön kein Verkauf auch bis zu 16 Monatsraten. Lieferung bis 65 km von Berlin durch Kraftwagen frei Haus. 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Mal 1930 10.20 Ahr(abends 7", Ahr) im Pfeiiersaale der Festiale Tiergarten hak am Bahnhos Tiergarten, Bertiner Straße 1-2, statt. Tagesordnung: 1. Reichsaufstcht 2. Genehmigung der DrrficherungS' dedingungen und der Cazung a) Versicherung»dedülgungen für Lebensversicherung, d) Berstcherungsbedingungen jür Bestaitungsoersicherung, et Sahung. z. Entsprechende Wahlen. 4. Namensänderung. Wir bitten nm zahlreichen Bestich. Gemäß j 7 der Saßiinq muß jedes volljährige Mir giied. das a» der Versammlung teilzuneh mcn wünscht, bis spätesten» drei Tage vor dieser diese Ahstcht hei der jpauptgelchäsls» stelle Berlin W 85, Dlegllger Srr, C6. anmelden, Nach erfolgtet neilstellnng der Teilnahmederechtigung erhält da« Mitglied eine Teilnehmerlarte, die als allein. ger Ausweis dient. Berlin, den 10. Mai 1880. Der vorstand. Lucas Schulz. Peter-Schleg. S-occke. Iaeodi Hornau. Verbindungen: Autobus birett 9, übet»nie 20, Stadl bahnbhf. Tiergarten. Untergrundbahn: Bahnhof Knie, Straßen» Hahnen: dire t 75. 75 E. 78, Uber Knie 5, 14, 45. 52, 53. 64, 65. 64. 154, i55 E, pfanderverstelgerung. Die in ben Monaten Juli. An gust. September iSZl» verseht.» Pfänder iammen, soweit sie nicht erneuert worden sind, zur Versteigernnz: bei«dteiinng N, EIlafierstr,74, vom Montag, d 1! Mai 1930, 9 Uhr ab und zwar: Fahrräder pp.«leider, Pelzwerk und Wäsche; bei Abteilung I, Zägerstr. 64, vom Montag, d. 19 Mai 1980, 9 Uhr ab und zwar: Fahrräder. Gegenstände der vpii! Kleider, Pelzwerl, Wäsche, Kristall Juwelen. Gold» und Eildersachen Für perfallene Piander. welche erst nach dem Aultionsdegmn erneuert oder ein- geiöst werden, muß bestimmungsgemäß Auttionsgedsthr beeechnet«erden. Staatliche» Leiha««. pm-putA. 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Der Arbeits' Nachweis für männliche Gast wirtsang« stellte hatte am letzten Sonntag einen glücklichen Rskordtaq aufzuweisen. ,.A u s- verkauft" war die Dcrmittlungsstells, nicht ein Arbeitsuchender war ohne Beschäitigwng geblieben, 3000 Kellner wurden für diesen Tag vermittelt. Lassen wir einen van ihnen selbst erzählen: „Ja, so hat jeder seine«igen« Sonntagssreud«. Der eine, daß a feiern kann, der ander«, daß er endlich wieder mal Arbeit bat. Tagaus, tagem steht man sich doch da am Arbeitsnachweis die Bein« in den Bauch und muß immer wieder hören, daß es käme Arbeit gibt, höchstens am Sonntag bei schönem Wetter. Bon dieser schönen.Hoffnung und der Stempelkarte falls man nicht gar zu den bedauernswerten Ausgesteuerten gehört— zehrt unsereins nun die ganze Woche. Aber manchmol hat der Petrus ja dach ein Einsehen. Da wirft man sich dann Sonntags ganz zeitig morgens in fein« beste Kluft, klemmt Wäsche, und Stullenpaket unter den Arm und steht um 8 Uhr startbereit am Nachweis. Do herrscht schon reges Leben. Ein großer Teil der Kollegen ist schon da, unausgesetzt kommen welche hinzu und schließllch ist die Bude m nalisie rirng smaßnahmen dieser Rnchszuschuß für die nächsten I-rbre herabgefetzt werden könnt«. Dieser Eindruck wird verstärkt, wenn man erfährt, dag die Deutsche Lusthansa Reichsgelder auch dazu benutzen will,«inen ehemaligen deutschnationalen Minister ohne de- sondere Fachkenntmffe mti einem Monatsgehalt von 1090 Mark anzustellen. Schließlich ist auch die Reichssubvention an die K r a f t- fahrzeugindustrie bei der allgemeinen Entwicklung des Kraftfahrzeugs als Verkehrsmittel auch in Deutschland kaum noch zu verantworten. Der Ansatz im Etat 1SZ9 für diese Zwecke ist zwar auf 650 009 M. gedrückt worden, aber noch in den letzten Jahren sind hierfür Millionen ausgegeben worden. Das Eillempo, mit dem man in den beiden letzten Jahren die Etatberatungen durch den Haushastsausschuß vornimmt, zwingt dazu, die Debatte stets nur auf die wichiigstea Probleme zu beschränken. weil eine umfassende Besprechung z. B. des Etats des Reichs- verkehrsnünisteriums mit seinen unzähligen Einzelansätzen voll- kommen sinnlos wäre. Aber so geht es nicht weiter. Wenn es nicht durch'uhrbar sein sollle, in den kommenden Jahren die Etats rechtzeitig dem Reichstag vorzulegen, müssen andere Wege gefunden werden, die eine eingehend« Behandlung wenigstens solcher Etat» ermöglichen, von deren einzelnen Zlnsätzcn sehr viel für die Gestaltung der Wirtschaft», und Sozialpolitik in Deutschland abhängt. Schwierigkeiten beim Werfitrust. 1929 ein Berwstjahr. Di« Deutsche Schiftbau. und Moschinenbau-AG-(Dcschnnag) in Bremen wird, wie jetzt bekannt wird, da» Geschäftsjahr 1929 mit Verlust abschließen. Auch warfest einiger Zest schon durch. gesickert, daß dieses größte deutsche Werstunternehnun seine Kapital- Verhältnisse infolge der unerfüllt gebliebenen Hoffnungen feiner Kon- zentrattonspolstik gründlich bereinigen muhte. D« ungünstigen Entwicklung soll dadurch Rechnung getragen werden, daß das Kapital von 2? Millionen auf 14 Millionen zusammengelegt wird. Da die Defchimag in den letzten zwei Jahren wichtige Teile ihrer Konzernlietriebe. so den Stettiner Vulkan, st il l g e l« g t hat und ihren Hauptbetrieb mmmehr auf das Stammwerk. die frühere Weserwerft in Bremen, beschränkt hat. soll die Herabsetzung des Kapitals dazu dienen, die Kapitals- höhe der setzigen Produktionsbafis anzu pasten. Erhöhte Garotii-Gewmne. Wieder 10 Prozent Dividende. Die groß« Berliner Schokoladenfabrik Sarvtti A.- G.. die im oeraanzenen Jahre von dem internotionolen Restle-Konzern m Zürich aufgekauft wurde, hat auch dos Geschästsfahr 1929 trotz der allgemeinen schwierigen Aonjunkturverhälwisse mit hohem Gewinn abgeschlossen. Der schon im Lorjahr um«ine Million angewachsene Betriebs- gewinn erhöhte sich 1929 weiterhin von 9,8 Millionen aus 105 Millionen Mark. Nach Absetzung echöht« Abschreibungen auf Anlagen und Gobäude wird«in Reingewinn von IL Millionen gegen 1.19 Millionen ausgewiesen, von dem wieder«in« Dividende von 10 Proz. gezahll wird. Neber die Entwicklung der Sarottib«trieb« im Rahmen des eng« Hch.schweiz«rijche» Restle. Konzern, bringt der Geschäft». brncht keine Einzelheiten. Er weist nur daraus hin, daß die Anglie- derung der Deutschen A.-G. für Restle-Erzeugnisse in Hattersheim sich'für das gesamte Sarottiunternehnten bald finanziell günstig auswirken wird. Auch erwartet die Benvaltunz eine kräftig« Umsatzsteigerung durch die Ausnahme der bekannten Nesfle-Fabrikot« Peter, Eailler und Kohler, wie es der Sarotti A.-G. «n dem Vertrage mit dem Schweizer Konzen, zugestanden wurde. Der Geschäftsgang im laufenden Jahre hat sich bisher befriedigend entwickelt. �eichskohlenrat für Syndikaisverirag. Der Groß« Ausschuß de» Reichekohlinrats genehmigte am Freitag«instimmig den neuen Vertrag des Rh« i» � nisch-Westfälischen Kohlensyndikat». Der Abstim- ! ntnng ging eine eingehend« Aussprache voraus, in der die Arbeit- nehmer«In« Abänderung des Wertfelbstoerbrauchsrechtz und der Gewährung von Zuwachsbeteiligungen bei Errichtung muer Kote- ! reien forderten. Diese Lbändening soll eine übermäßige Kapazlläts- i steigerung und weiter die Ausdehnung des Selbstverbrauchsrechts ' verhindern, die kohlenwirtschaittich nicht erwünscht Ist. In Erwiderung auf di« Vorschläge der Arbcstnehmer gaben die Syndikats- Vertreter Zusicherungen, daß bei der endgültigen Gestellung des Synditatsvertrags, für dm nach der zu erwartenden Einigung in dex Umlagesrage abermals die Genehmigung nachgesucht werden muß, die Wünsche der Arbeitnehmer berücksichtigt werden solU»; insbcjoiidere gilt diese» Versprechen für die Hinzuziehung von Ar- beitnehmeroertretern zum Aufsichtsrat des Syn- dikats. Obwohl trotz dieser Zusage ein« Reche von Meinungsveo- fchiedenhellm ungeklärt Wieb, stimmten die Arbeitnchmervertrctcr dem Snndikatsvertraa zu. um die augenblickliche schwierig« Beschöf- tigungologe im Ruhrvergbau nicht durch Syndkkatskämpf« wester zu komplizieren. Der Vertrag umfaßt jetzt 88 Proz. der Produktion. Acht Unter» nehmungen stehen noch draußen. Das Reichswirtschaftsministerium rechnet aber auch mit ihrem Bestritt. Auswärts bei de? GEG. lieber eine halbe Milliarde tlmsah im letzten Lahr. Droh der allgemeinen wirlschasllichen Schwierigkdleu hat die Großeinkauf g es c lisch oft Deutscher stousumver- ein« tu Hamburg ihre« kräftigen Aufschwung sortsctzcn köuaeu. Der Gesamtumsatz erhöhte sich gegenüber 19ZS von 4404 auf 5014 TMllioncn, also um annähernd 1Z proz. Der Gesamtumsatz im Zahre 1927 erreichte erst 373 Millionen, so daß in den beiden letzten Belriebsjahreu die Amsatztätigkcit um 35 Proz. gewach« seu ist. In Anbetracht der allgemeiuen wirtschaftlichen Entwicklung in den beiden vergangenen llohren ist dies eine sehr beachtliche teisiuna. Auf die Handelsabteilungen entfallen im Berichtsjahr rund 377,3 Millionen— 73,3 Proz. und auf die Produktionsbetriebe 123,8 Millionen= 24,7 Proz. Im Vorjahr stellte sich der Anteil der Hondelsabteilungen am Umsatz auf 76,4 und der Produktionsbetriebe auf 23,5 Proz. Der Anteil der Eigenproduktion bei der EEG. am Gesamtumsatz, der 1927 noch nicht 17 Proz. aus« mochte, ist also auch im Berichtsjahr weiter gestiegen. Die Eigenproduktion verteilt sich mit 90,2 gegen 724 Millionen auf Lebens- und Genußmittel. Angesichts der geschwächten Masscnkaufkrajt ist diese Entwicklung sehr erfreulich. Es zeigt sich, daß die Konjunkturschwanlungen sich bei dem genossenschaftlich orga. nisierten Warenbedarf bei weitem nicht in dem Maß auswirken wie bei der Produktion für den freien Markt. Allerdings war auch die GEG. gezwungen, die Produktion für oerschieden« Fabrikat« einzu» schränken. Jedoch verringerte sich die Belegschaft infolg« dieser Maßnahmen nur unwesentlich. Sie sank von 5745 auf 3613 der in sämtlichen Fabrikbetrieben beschäftigten Arbeiter und Angestellten. Neu aufgenommen wurde die Fabrikattcn von Zichorien und anderen Kaffeezusatzmitteln, auch wurde im Anschluß an die Oldenburger Fleischwarenfabrik ein« Geflügelfarm errichtet. Die Ausschaltung der Markenartikel der Privatindustrie bei den be« lieferten(Benossenschafteii wurde im Berichtssahr mit Erfolg fortgesetzt, und die Einführung eigener GEG.-Erzsugnisse ge- steigert. Einen bemerkenswerten Aufschwung nahm auch der Ab- satz von Bedarfsartikeln wie Seife, Zündhölzer und chemische Pro» duit«, der im letzten Jahr von 264 auf 28 Millionen stieg. Im wesentlichen entfällt die Steigerung auf das bekannt« selbsttätig« Waschmittel der GEG.(Famos) und die neu eingeführten Wasch- und Bleichmittel(Solex). Auch die Bankabteilung der GEG. hat Ihre günstige Eni- Wicklung fortsetzen können. Der Gesamtumsatz, der in dem letzten Dorkriegsjahr gerade 1 Milliarde erreicht hatte, erhöht« sich im Berichtsfahr van 3,9 auf 347 Milliarden. Di« Sparein» lagen erreichten mst 374 Millionen fast den fünffachen Stand de» Jahr«» 1914. Wi« bei den übrigen Sparkassen, war das Anwachsen der Spareinlagen im Berichtsjahr infolg« der allgemeinen wirt- schaftlichen und polstifchen Schwierigkeiten nicht so stark wi« im Jahr« 1928. Di« Verlangsamung des Einlagezuwachses prägt sich jedoch bei den öffentlichen Sparkassen stärker aus als bei den kon. sumgenossenschafttichen Einlagen. Di« Gesamtbelegschaft bei der GEG. stellte sich End« Dezember 19Z9 auf 7446 Personen gegenüber 7372 Personen End« 1928. Hiervon waren im Handelsgeschäft 1786 und in den Fabrik- betrieb«« 3660 Personen tätig. Di« stärkst« Belegschaft unterhält di« Tabakfabrik mit 1336 Personen. Die insgesamt ausgezahlte Lohn- summe erhöhte sich gegen 1928 von 16,1 auf 18,3 Millionen Mark. Verlust bei der Ruhrgas A.-G. Trotz«Steigerrnu, der Gasabgabe. Die Ruhrgas-A.-G. in Essen, die im Zentrum de» Kampfe» um die Privatisierung der deutschen«Saswirtschaft steht, legt jetzt Geschäftsbericht und Abschluß für das Bett-Äsjahr 1929 vor. Sm Berwaltungabericht wird aufführt, daß unter Einschluß d«, von dem Rheinisch. Westfälischen Elektrizität,- wert(RWE.) übernommenen Leitungsnetze» von 298 Kilometer insgesamt bei der Gesellschaft jetzt 744 Kilometer im Betrieb sind. Die durchschnittlich« Tagesabgab« an Gas überschritt im April zwei Millionen Kubikmeter. An das RWE.-Netz wurden im Berichtsfahr 133 Millionen gegenüber 109 Millionen Kubikmeter im Vorjahr ob- gegeben. In der Frage einer wetttren Mfatzsteigerung ist die Verwaltung der Ruhrgas-A-G. ziemlich optimistisch. Sie erhofft diese Absatz- steigerung nicht nur von der Inbetriebnahme neuer Lestungen, sondern auch durch den Anschluß neuer Mnehmer an die bereit» ver» legten Strecken. Trotz der großen Absatzsteigerungen bleibt das Gefchästsergebms reichlich mager. Der Ileberschuß aus dem Gasgeschäst belief sich auf 2,75 Millionen gegen 1,1 Millionen im Vorfahr, der jedoch durch Zinsen, Unkosten, Abschreibungen und Steuern mehr alz aus- gezehrt wirb. Es verblieb ein Verlust für das Geschäftsjahr 1929 in Höh« von 2,62 Millionen, so daß sich der Besamtoerlust emschließlich de« Vortrage» von 1923 auf 3,57 Millionen erhöht. Da 1929 als weiteres Ausbausahr bei der Gesellschaft zu gelten hatte, ist der Wert des Rohrnetzes und der Betriebsanlagen mit rund 52 Millionen um das Doppelte gestiegen. Wie di« Berwalwng mitteilt, sind die Monatselmwhmen au» dem Gasgeschäft im April fast doppell so hoch wie im April vorigen Jahre», obwohl der Konjunkturrückgang sich auch bei der Gasabgabe bemerkbar macht. ..-................»v... uuu ic iinu. x-win zu erhalten. Dies wird eine der größten Anleihen sein, welche die Lodzer Textilindustrie je erhalten hat. Da infolge der aichaltend W>w°r«n Texiilkrise im Lcdzer Revier die großen ausländischen Rohstofflieferamen ihre Kredite im letzten Jahr stark a«- �-tll cn' roir,'\$1ftc Anleihe für die Stützung der Lodzer Tertilmdustrie von ausschlaggebender Bedeutung«ein. lieber die Zusammensetzung der Kreditgeber ist noch nichts Näheres bekannt. lenken znsanm'en � Rutschen, englischen und holländischen Grofchandelzindex weiter leicht gesunken. Die aus den Stichtag 7, Mm berechnet« Großhandelsindexziffer des Statistischen Rcichsantts stellte sich auf 126 gegenüber 126.4 Ende April. Der Gejamtlndex ist also weiterhin leicht um 04 Proz. zurück- gegangen. An dem Rückgang sind die Indexziffern sämtlicher tüauvtgruppen, also Agrarprooulte, Kolonialwaren und industriell« Rnhstofte beteiligt. Bremer 1> ulkanwerft zahl! wieder S proz. tloidc'.be. Wie von der BerwaltuiHg der Bremer Vulkanwerft in Vegesack mitgeteilt wird, ist das letzte Betrieb-jahr 1929/39 sa gut verlaufen, daß da» Unternehmen wie in den beiden letzten Jahren wieder die höh« Dividende von 8 Proz. auszahlen wird. Die Macht der Gewerkschasten. läVz Millionen Mitglieder,% Milliarden Lahreseinnahme im LGB. „Die Internatioilalc Gcwei-kich«stsbewcgiing� die Monatsschrift des Internationalen Gewerkschaftsdunde?, vcröfientlicht in ihrer soeben erschienenen Nr. 4 di« Statistik der dein JGB. angeschlossenen tÄewerkschasten. Danach ist die Mitgliederzahl im Verlauf des Jahres 1928 von 13 144 22S auf 1 3 S 1 K 2 V 9 gestiegen. Der Gesomtzu wachs beträgt also 372 944 oder 2,8 Proz. gegen 395 951 oder 2,4 Pro;, im Jahre 1927. 15 Landeszentralen haben ihre Mitgliedschaft gesteigert, während 19 Landeszentralen Verluste erlitten. Absolut steht bei dieser Steigerung der Mitglieder, zahl Deutschland an erster Stelle, das sein« Mitgliederzahl nahezu um 479 999 erhöht hat. Unter den Ländern, die Mitglieder verloren, steht Großbritannien mir rund 299 999 an erster Stelle. Dieser starke Verlust erklärt sich in Großbritannien vor allen Dingen aus der ungeheuren Arbeitslosigkeit(und der Spaltung) im Berg- bau, die dem englischen Bergarbeitervcrband allein im Jahre 1928 nicht weniger als 125 999 Mitglieder gekostet hat. Prozentual hat am stärksten Rumänien zugenommen, und zwar mit 54,3 Proz., wobei allerdings zu bemerken ist, daß die Zunahme von 26 783 auf 41 421 absolut nicht sehr groß erscheint. Es muß allerdings berücksichtigt werden, daß Rumänien ein reines Agrarland ist und eine Großindustrie so gut wie gar nicht existiert. Den größten prozentualen Verlust hat Südafrika erlitten (86,5 Proz.), wo die der Landeszentrale angeschlossenen Mitglieder von 69 669 aus 8212 zusammengeschmolzen sind. Leider sind die Gegensäße zwischen den schwarzen und den weißen Arbeitern in Südafrika derart, daß aus eine Besserung und Stabilisierung der dortigen Gewerkschaftsbewegung vorerst kaum zu hoffen ist. Der Anteil der Frauen ist wegen der ungenügenden An- gaben nicht genau ermittelt. Von den 12953 346 Mitgliedern, über die Angaben vorliegen, waren 19 239 713 Männer und 1822633 oder 15 Proz. Frauen. Der prozentuale Anteil der Frauen ist im Jahre 1928 von 14,3 auf 15,1 Proz. gestiegen. Die Zahl der angeschlossenen Landcszentralen blieb mit 28 gleich. Beigetreten ist die Landeszentrale von Griechenland mit 52 775 Mitgliedern, während die Gewertschaftszentrale von Litauen infolge des dort herrschenden Terrors aus der Mit- gliederliste gestrichen werden mußte. Bedauerlich bleibt, daß von den außereuropäischen Ländern nur Argentinien, Kanada, Palästina, Südafrika imd Südwestasrika dem JGB. angeschlossen sind. Es wird eine der Aufgaben des Internationalen Kongresses von Stockholm sein, die nötigen Vorkehrungen zu treffen, um den außereuropäischen Ländern den Anschluß an den JGB. zweck- mäßiger erscheinen zu lassen. Da die wirtschaftlichen Kämpf« nur schwach und indirekt zurückwirken, wird es notwendig fein,— und zwar nicht nur zur Gewinnung von Organisationen außerhalb Europas— das Aufgabengebiet des JGB. nach der Wirtschaft- I i ch e n Seite hin zu erweitern, Die Statistik der Finanzen der Organisationen, die den Landeszcntralen angeschlossen sind, umfaßt leider nur 13 Länder. Es feisten große Länder wie Frankreich, für Deutschland der AfA-Bund, Kanada, Spanien und Argentinien. Die Zahlen lassen also nur einen unvollkommenen Einblick über die finanziell« Stärke der Organssationen zu. Die Gesamteinnahmen der 13 Länder beliefen sich auf 341 153 391 holländisch« Gulden oder rund 5 89 Millionen Mark. Hier steht an erster Stell« der ADGB. mit 131 488 913 Gulden, dem unmittelbar darauf Groß- britannien mit 139629158 Gulden folgt. Die Ausgaben be- Ziffern sich insgesamt auf 295 588 147 holländische Gulden oder rund 599 Millionen Mark. Für Streiks und Aussperrungen wurden nicht weniger als rund 32 Millionen Gnlden ausgegeben gegen rund 19 Millionen Gulden im Vorjahre, während die Ausgaben für Arbeitslosemmterstühung sogar auf nahezu S2 Millionen anschwollen gegen rund 22 Millionen im Jahr« vorher. Das dürste aber nicht nur aus das Ansteigen der Arbeitslosigkeit und die Zunahme der Mitglieder zurückzuführen sein, sondern auch auf die Erhöhung der Unterstützungssätze. Für Kranken-, Invaliden- und Sterbeunterstützung wurden fast 39 Mil- lionen Gulden ausgegeben. Trotz der schweren Belastung durch die Unterstützungen ist das Vermögen der Gewerkschaften nicht unerheblich angestiegen. Rechnet man schätzungswesse auch die Einnahmen der Organisationen hinzu, die kein« Angaben gemacht haben, dann dürften die Gewerkschaften, die dem JGB. angeschlossen sind, über«ine Jahreseinnahm« von nahezu% Milliarden verfügen. Sowohl nach der Zahl der Mitglieder wie auch nach der inneren Kraft und der finanziellen Macht stellt der JGB. heute ein starkes Kraftzentrum dar, das in der modernen Arbeiterbewegung ohne Besspiel ist. Aahrungsmitte!- und Getränkearbeiter. Fortschritte des Verbandes im Jahre-1929. Unter der allgemeinen wirsschastlichen Depression Halle auch die Nahrungs- und Genußmittelindustrie sehr stark zu leiden. Di« Rationalisierung, der Fortschrill der Technik, Betriebsfusionen trugen mit dazu bei, die Arbeitslosigkeit zu vergrößern. Dennoch hat der Verband das Jahr 1929 gut überstanden. Die Milgliedcr- zahl stieg aus 179 967. Seit dem Ausammenschluß am 1. April 1928 beträgt die Milglicderzunahme 25 632 oder 16,7 Proz. Gemessen an den 8 228 347 gelessteten Wochenbeiträgen ergibt sich eine durchschnittliche Jahresleistung von 46,9 Beiträgen. Außerordentlich«rsreulich ist die Entwicklung der Jugend- gr Uppen. Die Zahl der jugendlichen Mitglieder und Lehrlinge unter<18 Jahren stieg im Berichtsjahre von 7186 aus 9533, d. i. um, 2347 Mitglieder und ragt mit 33,7 Proz. beträchtlich über die all- gemeine Mitgliederzunahm« hinaus. Seit dem Zusammenschluß zur Einheitsorganisation verzeichnen die Jugendgruppen einen Mit- gliedergewinn von 3533. Die Gesamteinnalhme des Verbandes betrug 9 656955 M. Ton den Ausgaben wurden für soziale Anlerstützungszwecke 3 208 250 M. verwendet. Die neueingeführte Invaliden- und Alters- Unterstützung erfordert« eine Ausgabe von 674 772 M. Be- deutend niedriger sind die Ausgaben für Kampfesmaßnahmeir mit mir 713 999 M. Die Herausgabe der Fachzeitfchrssten, Aufwendungen für Vildungszwecke und belehrende Lllerawr für die Verbands- funkllonäre erforderten 334 999 M. Ein Ueberschuß von 2 969 559 M. konnte dem Verbandsvermögen zugeführt werden. Trotz der bedeutenden Arbeitslosigkeit— über 3599 Bäcker- u n d K o n d i t o r g c h i l f e n waren am Jahresende als Ar- beit suchende registriert und im F l« i s ch e r g c w e r b e ent- fielen auf je 199 offene Stellen 1299 Arbeitsuchende— konnten wiederum gute Erfolge bei den wirtschaftlichen Kämpfen erreicht wer- den. Insgesamt wurden 1657 Bewegungen in 4269 Orten mit 338 857 beschäftigten Personen geführt. 771 Bewegungen konnten durch Verlstuidlungen mit den Organisationen der Hirtcrnchmcr, 285 unter Mitwirkung der Schlichtungsbehörden und 29 durch Streiks beendet werden. In 543 Füllen mußte die Organssation Abwehr- bewegungen führen zur Durchkreuzung der Unternehmerabsichten aus Verschlechterung der Lohn- und Tarifbestimmungen, woran 64 885 Personen beteiligt waren. Insgesamt wurde eine Lohnerhöhung für 234 585 Personen von 25 125 400 M. jährlich erkämpft. Seit der Fusion zur Einheitsorganisation vom 1. April 1928 an beträgt die Gesamtsumme der von der Organisation bei ihren Kämpfen erreichten Lohnerhöhungen 79452944 Mark. Außerdem wurden Erfolge erzielt in der Verkürzung der Arbeitszeit, Erhöhung der Ueberstundenbezahlung, Bezahlung des Aufschlages für Sonntags- und Nachtarbeit, Verbesserungen der Be- stimmungen über die Weiterbezahlung des Lohnes bei Krankheit, erhöhter Ferienanspruch, sowie zur Beseitigung des Kost- und Logis- zwange-. Wesentliche Forsschritt« wurden auch bei den T a r i f a b- s cl> l ü s s« n erzielt. 175 Tarife für 23 859 Beschäftigte wurden erstmals vereinbart, dadurch erhöhte sich im Berichtsjahr die Zahl der geltenden Tarifverträge auf 1121 Tarisverlräge für 75 372 Betriebe und 247 289 Personen. Dlack) den Tarifbestimmungen ist eine tägliche Arbeitszeit unter 8 Stunden in 88 Verträgen für 6879 Personen ver- cinbart. 249 746 Personen arbeiten tariflich täglich 8 Stunden. Ueberstundenzuschläg« von 25 Proz. und l?öher sind für 255 628 Personen festgelegt. 257 395 Personen erhalten Ferien, darunter bis zu 12 Tagen 177 449 Personen, bis zu 15 Tagen 33 919 Personen, bis zu 18 Tagen und darüber 13128 Personen. Die Fortzahlung des Lahnes in Krankheitsfällen ist für 259 299 Personen tariflich geregelt. Auch in sozialpolitischer Hinsicht kann die Organisation auf gute Erfolge h-nwessen. Es ist ihr gelungen, die stürmischen Vorstöße der Unternehmer im Bäckerg cwer de zur Verschlechterung des Verbots der Nacht- und Sonntagsarbelt chWavshren. So könnt« der verband für die in der Nahrungs- mitte« läuslrie Beschäftigt» seit dem Zusammenschluß davch s-me Ausgaben einei» Arbeiter; Angestellt en; «.BeamtenhavisKaltun� FiipNaKpun& u. Genußmittel in Deutscltland Fleisch u-Flelschvaret� Bröl u. Ba chwarenbri M! 1 e K Butte* B i e p K a r t a f f e 1 n �- Eier HuUfnfr.,Reis ,T$i£var. Margarine G e m u s e Obst Zi|arren tt.TKb Kaffee � e, Kakao Zucke r S c K m a 1 z F* i s c h. e Wein Branntwein. S on st.Hakr im|5ail tti H.» IH.l Äl; B? H.S V.* H.s 3-,. }Ha 3, i'.i 3.» * ,v. K v* 3» 3.» l.i l.i 1., 'V, 0 Arbextep Angestellte Beamte it; Sk. A ,0.5 io.1 '0.6 In Vo der Gesamt» u s<» ab en. 6.» 9.5 konzentrische Macht bedeutende Erfolge erreichen. Diese Errungen- schaftcn werden, sobald wiederum geordnete wirsschaftliche Verhält- nisse bestehen, auch ihre Wirkung auf die groß« Schar der In- dis fer c n te n nicht verfehlen. Durch ihre gesunde Finanzpolitik konnte sich die Einheits Organisation ein starkes Fundament schassen. Ihr« gut ausgebauten Unterstügungseinrichtungen trugen wesentlich dazu bei, daß in der Zeit des Daniederliegens des Wirlschafts- lebens und der großen Arbellslosigkeit dennoch«in ansehnlicher Fortschritt zu verzeichnen ist. Die andere Geiie der Filmoper. Die Tonsilmpläne der Berliner Staatsoper haben unter den Ehorsängern der Opernbllhnen und Bühnen mit ge- mischtem Betrieb in der Provinz die Befürchtung hervorgerufen, daß die Opernfilmproduktion der Staatsoper Tausende von Künstlern arbeitslos machen werde. Der Mechanisierungswahnsinn sei drauf und dran, nun auch die deutschen Operncnscmbles zu zer- trümmern. Etwa 159 999 Menschen, die heute ihr Brot an den Bühnen verdienten, würden bei der Durchführung der Tonfilmpläne das Riefenheer der Erwerbslosen vermehren. Der größte Teil von ihnen werde nicht nur seine. Stellung, sondern auch die Altersver- sorgung verlieren. Rechne man noch die durch einen solchen Abbau mitbetroffenen Familienangehörigen hinzu, dann ver- größere sich die Zahl der Menschen, über die Rot und Elend herein- brechen, auf über 399 999. Dafür würden dann einige erste Kräfte„Amerikogagen" er- halten. Angeblich will man mit der Tonfilmproduktion gerade finanzschwache Prooinzbühncn über Wasser holten. Auf der an- deren Seite sind jedoch die Befürchtungen der Chorsänger nicht un- berechtigt, obgleich sie noch verfrüht erscheinen. Der preußisch« Staat dürfte jedenfalls feine Hand nicht dazu bieten, die Zahl der Arbeitsloj»»vch.Al vermehre«. Die Gelbe« bei der Reichsbahn. Sie wollen die.gewerkschaftlichen Fesseln" abschütteln. Ein sogenannter„Berufsverband Deutscher Eisenbahner ins RoA." meldet sich zu den Be tri« b sräte wähle n heute und morgen. Die Brüder erzählen, der Betriebsrätegedanke fei grund- sätzlich werksgemeinschastlicher Natur und bezeichnen es als„gewerk- schafiliche Unterdrückungspolitik", daß nicht sie als Gelbe zu Be- triebsräten gewählt werden. Sie erklären, sie Höllen den ge- wcrkschaftlichcn Zwang in den Reichsdienssstellcn soll und seien die einzigen, die den Weg zeigten, um die gewerkschaftlichen Fesseln ob- znschütteln. Wenn etwas abgeschüttelt werden muß, dann sst es dos Schmarotzertum, das sich in den Betrieben breitzumachen sucht. Kein anständiger Eisenbahner wird den Feinden der gewerk- schaftlich organisierten Eisenbahner seine Stimme geben. Wes Geistes Kinder diese Reichsverbändler find, das verrät ihr „.Kampsorgan" gegen die Arbeiterschaft, in dem folgende--atze produziert werden: „3n den vergangenen Jahren war die Sampfparole der Ge- werkschasten: höhere Löhne als Anteil an der Rallonalssierung! Dieser Anteil ist den Arbeitnehmern in den letzten Jahren sorklaufend durch immer erneute Erhöhung der Löhne, die sich bis an das Ende des Jahres 1929 fortsetzten, allzu reichlich zoteil geworden." Ein Arbeiterblatt kann die Arbeiter nicht derart oechöhnen. Di«„Deutsche Werksgemeinschaft" ist denn auch kein Arbe-terblall, sondern ein Unternehmen der Herren Wilhelm«chmidt und Fritz Heß, das wirtschaftlich und geistig arme Arbeiter unter seinen „schwarzen Fahnen" zu sammeln und zu verdummen sucht. Auch ein kommunistischer„Erfolg". Wie er bei den Buchdruckern erzielt wurde. Der Vorstand des Buchdruckerverbandes hat im Einverständnis mit der Mehrheit der Gauoorstände im Reiche den Lohnkarif nicht gekündigt. Dadurch verlängert sich die Gültigkeitsdauer des Tarifs bis zum 31. Dezember 1939. Der Berliner Gauvorftand hatte einstimmig die Kündigung des Tarifs gefordert. Die Richtkündigung des Lohntorifs. nahmen die K o m m u» nisten in den letzten Bezirksverfammlungen der Ber- liner Buchdrucker zum Anlaß, die Berbandsin stanzen anzu- greifen. In ollen Bezirken wurde eine gleichlautende Entschließung eingebracht, die di« Richtkündigung des Lohntarifs entschie- den oerurteilt. Zum Schluß heißt es darin, die Buchdrucker würden den Kampf um eine allgemeine Erhöh«ng der Tariflöhne um 19 M. und für den Siebenstundentag in den Betrieben aufnehmen. Obwohl von allen Berliner Buchdruckern die Kündigung des Lohntarifs erwartet wurde, lehnte die große Mehrheit der Berfam- melten die undurchführbare kommunistische Forderung ab, betriebs- weise vorzugehen und gleichzeitig Arbeitszeitverkürzung und Lohn- erhöhung z» fordern. Um aber unter allen Umständen wenigstens in einigen Bezirken die Annahme der von der kommunistischen Zen- trale vorgeschriebenen Entschließung zu erreichen, suchten die Kam- munisten durch ihre Sprecher, u. a. U r b a h n s, die B e r s a m m- sungen auseinanderzureden. In einigen Bezirken ver- ließen deshalb oiele Anhänger der Amsterdamer Gewerkschastsrich- tung vorzeitig die Versammlung. Triumphierend berichtet die„Rote Fahne" von der A n n a h m e der erwähnten Ensschließung im 3., 5. und 8. Bezirk. Wenn man bedenkt, daß beispielsweise im 3. Bezirk von etwa 259 Bersamm- lungsbesuchern ganze 49(davon ungefähr dreiviertel Kommunisten) zur Abstimmung zurückblieben, so kann man den Kommunisten zu diesem„Erfolg" nur gratulieren. Ostkonferenz der Gewerkschasten. Am 17. und 18. Mai tagt in Schneidemühl eine Ostkonferenz der Gewerkschaften dcr Bezirke Ober- und Niederschlesten, Brandenburg-Grenzmark, Pommern und Ostpreußen. Die Konferenz soll die Stellung der freien Gewerkschaften zu dem gesamten Ost- Problem und insbesoi�>ere zu dem Ostprogramm der Regierung behandeln. Sie soll auch ankündigen, daß die Gewerkschaften der der Durchführung des Ostprogramms direkt mit beteiligt werden. Insbesondere wird sich die Konferenz auch mit dem deutsch- polnischen Handelsvertrag beschäftigen und mit dem Auslands- deutschtum. Das Büro der Internationalen Betleidungsacbeiterföderatwn hat zum 15. Juni einen internationalen Kongreß nach Leipzig einberufen. Unmittelbar vorher wird in Leipzig«ine Reichstanfe- renz für die Zurichter-, Kürschner- und Mützenbranche des Deutschen Bekleidungsarbeiterverbandes tagen. Aufgehobene Sperre. Wie uns der Jentratverband der Hoicl-, Restaurant- und Cafeangestellten mitteill, sind die Diffcreir.zen in dem Betrieb Restaurant Schultheiß, Jnh. Marg. Straßburger, Schönhauser Allee 35, beigelegt. Die Sperre über diesen Betrieb wird hiermit ausgehoben. Berliner Gewerkschaftsschule. »rbeiter.>,d?er nSchtie Znf.r. «OtiuB— I»u» für Betrieb»»»«- findet urtcr Lcituna Eeiwtien Tr.«leckre rorn JloriMiid des am kammenden»ie»»t»g. l» Uhr, im Saal 3 des(Sewerkschaftshanfes. Engelufer'HSö, statt. Wichtige arbeitsrechi. l'.che Zrcqeii könne» von den Betriebsräten felbst aufgeioor,cn und mir Be. ssrechuna gestellt Vierden. Sie Teilnabnie ist lostenso». Siege Beteiligung aller sreigcv>erkschafilich organisierten Arb-Iter» und Angeftelltrn.B-triebzrät- ist er» rolliischt. M»enesse» bee««»., Zk„ K«»»ig«d»rf. Wichtige strokfionsvenamm. lung am Dienstag, 13. Mai. 1« Uhr, im Roten Schlafe. Wichtige Tagrs. e- »ldnung. Erscheine» aller tüenolsrn ist notwendig. i-t Der Zraktionsoorstand. � I tz S Freie Gewerkschafts-Jugend Berlin Heute Besichtigung des Iriughafens Tempelhof. Treffpunkt um U% Uhr rar dem Haupt-ingang.— Montag um Igfc, Uhr Kreisl-it-tMung des Eädkreifes im«ewcrkfchaftshaus, Engelufer 24—25, Zimmer 36.— Die Pfingstwa n dr runge n sind umgehend der Zugeudzentrale ,u melden. .�uaendaruppe des�rntralverbandes der Anaestellten Morgen, Montag, finden folgende B-rgnstoltungen statt: Besprechung 12, Mai Halt. Sa« Monatsprogramm wird an diesem Bbend besprochen.— «edbr»g! Jugendheim Turincr Ecke Seestrane. Bunte« Allerlei.— Urban: Jugendheim Ziughafenstr.«. Wir spielen Theater.— lempelh-s: Jugendheim der Schul« Sermon ig str. 4-«, Eingang«dgstrafee. Arb-ttsg-meinschofi: JSo« Seutich« Reich'. 1. Abend, Referent Wilhelm L-Minlki.—«H-Uottenbii-»: Jugendheim Rosinenstr. 4. Wir üben uns in Zturzrefevrten. Hartnäckige verflopfuag. Dickdormtotorrh, Blähungen. Magen« nerftimmunoen,. Blulstouungeii. Trägheit der Leber, goldene Adtr, Hullweh werden durch den Gebrauch des natürlichen �5ranz-Zosef"- Bitterwassers— morgens und abends je ein kleines Glas— beseitigt. Lerztliche Fachzroßen legen davon Zeugnis ab, daß das Frunn Joses-WeAer sdchft bei Aeigtbiickeit des Du eines fchnwrzb»» merkt, BERUIN HAMBURCä ALTONA KÖLN HANNOVER DOSSELDORF DORTMUND ESSEN DUISBURG MAQDESUBG FRANKFURT IsZzzcysTAH 1930 (iewidmei allen freunden unseres HLqxjlsgs und. denen., die es-werden wollen. Copgright by Kurt Lisser Reklame 1930 NachdrucK von Wort und Bild verboten! Nkaansnea? 1JB Da» hochmoderne ärmel- loseGowmerklrid, außer- gewöhnlich schick u. ele- gaut: au» großblumig bedrucktem CrZpe de Chine in herrlicher Far- be»kompvsilio».Am dus- tlgen Georgette. Fichu «Ine zart« Tü?spitze. Und Oder bevorzugenTi« da» Sommerkleid mit lan- gem Ärmel? C» ist dus- tig verarbeitet au» hauch- leichtem, farbeuprächtig bedrucktem Kunstseiden- Bolle. Sehr reizvoll der Capekrage» mit Blüten- tufs, die reichen Glocken- volant».<&aniM_ca herrlich, für rait27 '.trii Die Mutter von gestern iierlangte von ihrem Kleid, daß es Jahre hin- durch hielt. Es mußte natürlich schön sein— auch das Mütterlich« mußte zum Ausdruck kommen— vor allem aber mußte es halten. Der Stoff wurde danach gewählt. Zutaten und Verarbeitung, und— so wurde es ein„teures* Stück. Aber es hielt— hielt die Jahre hin- durch, wenn es auch sein Dasein meistens im Schrank fristete. Zu allen Gelegenheiten aber wurde es hervorgeholt, und dann glänzte es im Schmuck seiner Dauerhaftigkeit. Und— da Mutters liebes Gesicht drin steckte— fanden wir es auch schön. Modern?— Nein!— Modern war es eigent- lich nie, eher das Gegenteil, wenn auch alljöhr» lich kleine Änderungen daran vorgenommen wurden, um der davoneilenden Mode wenig- stens etwas nachzukommen. Und wenn es dann noch vielen Jahren seinen Dienst nicht mehr tun wollte, dann gab es wieder ein großes Er- eignis in der Familie: „MukterS neue« Kleid!" Ich bin verliebt in wen— will ich gern sagen/ in einen feschen, duft'gen Sommerhut/ wie rasend gern macht' ich die» Hütchen tragen/ ich weiß genau. der stand' mir gut/ Auf seiner Krempe wippen zarte Blüten' um seinen Kopf schlingt sich ein At- lasband I ich will nichts wissen mehr von and'ren Hüten I seitdem ich diesen einen fand./ Nur 4 Mark siebzig und '»r„hütet* mich auf allen Wegen/ wie selig und wie glücklich war' ich da--/ ach was, ich werd' bei diesem Breis nicht lange überlegen—' ich geh' sofort und hol ihn mir von C. Am Bunnol Der Mantel m. Rücken- cap« erfreut sich großer Beliebtheit. Auch Ihnen wird er gut gefallen in seiner flotten Form aas prima blau-wriß ge- mustertem Herrenstoff. Kragen und Schleife sind weiß abgesetzt. Na- türlich ganz fle-ÄÄ füttert für nnt22as Sehr eleganter Mode- Mantel, au» dem vor- nehm-wirirndeuFleur de laine hochapart verarbei- tri. Voller Sommerpel» betont die rückwärt« ver- längerte Linie, Einsatz» blenden modelliere» die »>evig taillierte Glocken- form. Ganz ge- füttert für not 92 Die Mutter von morgm will in allererster Linie hübsch aussehen— hübsch, modern und jung—(und sie hält es durchaus nicht für so notwendig, daß man ihr das Mütterliche gleich von weitem ansieht). Ihren Kleidern geht es genau so wie der Mode, sie sind dauernd im Wechsel begriffen. Jahrelang halten?— Wozu denn— die Mode dauert ja doch nur wenige Monate, und von demselben Geld, für das die Mutter von gestern ein Kleid sich anschaffte, kauft die Mutter von morgen deren drei nnd mehr. Durch ihr eigenes Beispiel lehrt sie ihre Töchter, ein wie wichtiger Genosse im Lebenskampf die Mode ist nnd wie viel es bedeutet, immer schön zu sein und jung auszusehen. Sie humpelt nicht mehr der Mode nach— nein— sie ist ihr Schrittmacher. Und wenn Freude im Haus herrscht und Fröhlichkeit, Iugendfrisch» und moderne An- schauungen, so gibt dazu nicht den geringsten Anlaß „Mutter« neue« Kleid!" X.eiuien Sie den? ... und Mutter— wie immer—' tut',1 „Komm doch mal her. Mutti I Wir spielen Dären im Zoologischen Garten...* „Und was soll ich dabei tun?* „Du bist die gute alte Dame, die den Tieren Süßigkeiten zuwirft!* G Alle in dieser Seit« enthaltene» Angebote stehe» Ihne» ab Montag früh bei»»» zur Verfügung. Complet Sportkleid mit Jacke, au« Voile mit aus reinseidenem Teile, neuest Blumenmustern moderne breite Streifen Hut...... M. 9.75 Glocke.... M. 4.75 / ßCISf'SGICSO ca 80 cm breit, reine Seide, naturfarbig für Blusen u. Kleider, Mtr. M. Tolle de SOie ca. SO cm br., reine Seide, neueste Färb. f. Blus. u. Kiekt, Mir. M. Wmhdmhffc 16.s 28.5 Japon-Druck Mm«™», oea reinseid. Qual.,heni.Drudcmutt., Sonderangeb.• Satin-Riche-Druck Seide m. 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Mal verstarb nach kaizeta Krankenlager an den Folgen einer Operation unsere liebe Kollegin Lucle Hilpredit Sekretärin der AIA-Hauptgescbäftsstalle, im 83 Lebensjahre. Sie hat 1908, erst im Bund der teohnieob-induetriellen Beamten, dann ab 1916, aeit seinen ersten Anfängen, im AiA- Bund unvergeßliche Dienste an der freigewerksobaftliohen Angestelltenbewegung geleistet. Ihr unübertrefiliohee Pflichtbewußtsein, ihre reiche Schaffenskraft, ihre Kameradschaft und ihre ideale Eingabe an der Aulbauarbeit unseres Bundes werden der teuren Toten in der AfA-Ooscbiohte ein ehrendes Gedächtnis sichern. Berlin, den 10. Mai 1980. Der AiA-Bundcsvorstand. ünsera Kollegin Lucie Hilpredit ist tot, gestorben an den Folgen einer Operation. Das Unfaßbare ist, daß dieser selbstlose, hilfsbereite und lebensfrohe Mensch so früh sterben mußte. Wir werden sie immer vermissen. Die Kollegenschaft der Af A-HauptgcachäftMielle. Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 18. Mai, nachmittags i Uhr, von der Leichenhalle des alten Johanniskirchhofes, Leestraße, aus ststt. � Mb bei aiteo GaileastelDeD-> asUcnblasencntzQ i< duas, aelbuicbi, Leber-, Masens Nieren- krtnkhelt n ennpfehl -Ir den seit 30 lehren bestens bewährten Stcrn'Engel'Tee Nur in Apotheken erhält!, bestimmt in der Siemens- undEnsel-Apotheke. Notariell beglaubigt Beweis material gratis durch Vege'abilische Heil- mitteifabrik. Bad Schandau- Elbe. V Eins- zwei- drei- verwandelt al«t> jedes veraltete Heim in ein neues, zaltaemäfies, das aemüt- lidte Wohnliehkait mit pralctjsdisr Sedv llehkelt vereint, ohne daS$le große Mühen und Baraufwendungen nötig haben, durdi Besuch Im oltrenommierteB Möbelhaus Berlin N. Neu« Schönhauser Str. 4-5 und 19 Wild« MetallarbeiteMsM VantsltossssteUe Berlin Neck ruf Den Mitgliedern tut Nachricht befe unser Kell ege. der Schlosser Georg Buchmann geh 36. gebroot 1892, am 17. April gestorben ist Sftn feinem Anbenten! Dia fbeerbigung hat bereite stattgefunden Ol« Oi leset weUens. Danksagung. Für die ytelen Beweise inssgster leilnahm« beim Heimgänge merne» lieben Mannes Otto Uckert sag» ich asten ffreunben und Bekannten, befanbete der SelchSItsleitung urtb den Kollegen de« Dorwstrta. den Varteigenoffen und-genossrnnen der SPD. den Botenfrauen der Filiale Wottstratze, dem Meinetenschen MZn- nerchor, der So,ta>d«nokrattschea Partei, Ar ei, Wedding. und allen stiednern kür die trostreichen Worte meinen herzlichsten Dank. kNSÜS illtSN. SW. lüBUDIW Ujedomftraste 27a. Für die zahlreichen Beweise herz- licher Teilnahm« beim Heimgang« unserer lieben Mutter Ida Dörre, geb. Muiier sagen wir hiermit allen unsere» herz» " mt lichste» Dank. «Belchwislar VSrre mit Angehiitigsn. Iii Ulli { f fertlfen eletu: Anzüge und nante- p«s aitgebrMktis Stoffes B�a(e&tflea m für N.ZS. __ � etoteMieBIlch oiis«rer «üotUeiMB gulblet— Tadelloser Bits-— BoSbaarrarerbeitBQB f An*«neereu StolfDo.. von Mark SO HerreDkleider-ABieratflii Oncr. 1S19 Zentrum> Klostsrttrast« 65 Moabit i Solinger Straße 9 Osten t Westen:_ Eingang Fopiergeschöft Norden; Chausseestr. 47(lodonl Qbersehöneweide: jiemenssfraßsld Neukölln: Pflügerstraße 26 Schönebera-Fnedenau: Hauptstr. 99 Tegel; Brunowjtraße S9 Tempel hott(Calsefln-AuguetaAtr. 71 Frankfurter Allee 364 Augsburger Straße 43 Eingang Pop Am 10- M»l Ist unsere Hebe Mutter, Schwiegermutter und QroBtnoaer Harle walihcr,«». tntncr ssnft entschlafen. In stiller Trauer Ovorg Weither tmd Prea Kart Weither«ad Freo Kaort and Willy Weither als Enkelkinder. Die Einäscherung findet Donnerstag, den 15. Mal, nachmittags 3 Uhr, im Krematorium (jerjchtsiraBc statt Or.A. Sonnenfeld leitender Arzt heim Verband der Kreakenkewe« Orrllne (biatT Nukiii«■ KiuKatan Em»»!») Innere Krankheiten Berlin-Neukoiln Barllaer Stroche 71/72 U-Bahnhof Rathaus Sprechstund, täglich ab'/z4 Uhr u. nach te«phänischer Verabredung: F II Ol« vWWMin KmPM Span Bafl'llktjEDgKBlisöiaft.Bßriiö Die Gesellichast labet hitrdurch ihre M- ionäre»u der am Montag. d«n U. Mai MO. 16*1 Utzr. im 6;*uns«faal der fflehagC in Berlm. Räpemcker Str. 80/83 stattfindenden ordentt. Generalversammlung ein. Die Generaloersamm'ung wird Beschluß lassen über folgend« Tagesordnung; >. Aendemng de, Geselllchailsvertrag«, itr da» Jahr 1939 towt» Beschlußfassung Über die Scwinno»rtet>un«, 4. Entlastung de» Vorstände». h. Snt lallung de, Aulssairsrates. 6. Ergäntung� utet Neuwahlen zu» Ämstchterat. Berlin, den». Mai ISZC. Btoirnnviieiillro tBbet Ärt It«tertpr»I»«,ri Hanl Golleta ooira. Roben Nerer Meriannenrirehe 3 Ecke Nantuinstraß» Snrt Mortavl 10S03 L-Juergens Alcxenderplatz Neue Könlgstr nrr QulUonps-.Rabaa- n.Beklamemarke» sogen Nachahmung gesetzl. gesch. fertigt seit 48 Jaht als Speilalttlt. Conrad ff Oll er Leipzig- ScbkeudiU DiESES FAHRRAD KD5TET \ t-"Ul II ,i/W'l* J—WCLIfNIvfUL |—, WGttFNKftTL uaiahre: UGRHMTlE FUERNERIhühS ä SMilWWsdM-NÄ ______ ss- b— iz, atoi, oM». 8 2t br. im Sarai oea edpfner. pidkalsbactec Stroh« 5» Versammlung samtl, Kollegen der eeots- ond FiuBschitftwemen Tag«»«rdnung 1. Wa, lehrt gne der letzt« Streik res». Luosberrung 1 2. Brandt enang«leg enhtiln. 3. Verschiedene» Kollegen! E, gilt. Stellung zu nehmen zu der verunglstSten Lohnbeweguna, damit stch derartige, in unlerem Berus nicht wi.dethoU. Erscheint deshalb alle in dieser Versammlung. Btenkan. den 12. JRoi, abb»� ,2thr. im Cafal oaa Vastmann, Zanghos- Cbtfe mustaacc Str. fiemeinseme Versammlung der in dar Binrdrook- und scnankenindustne besoMnigt Klempner Xageaardnung; 1. Sie Ardeitolage w unserem Berufe. 3. Derichiedene«. �� retche» Erscheinen ist untzedinztr Keldung, veueneenisger! vian»>ag. van LA»oi, abends 7 Ahr. im Oetbaadsstaun. Cinian strotz» SA 88. Bartctrafoal Branchen-Versammlung der Bauenschiager Tag(»sednung 1. Derbanb». und Jtanchenangelegn»» deiten. z. Diektisstoit. 8. Betschiedene». E, ist Psttcht aller Zlollezen. die Ver» sammlung zu besuchen. Ohne Mitgliedsbuch lein Zutritt. 5plelplsn unserer KnltnrablatlnnG. Zn der«»che mm IT bis t& Sei: 1. Saoolle«rrztehungastan» - Straß enr-inigung. 3 Humor«»!« Zn der«ochr vom II. hi» 25. Mai: i.•atl-4Bati(Ciebc nnb»raNk im buntlan Erbirii). 2 Gasverbrauch. 3. Humoreske. Z» der«och« vom». Mo«»» 1. Zvnst U Salon oo« Obeffo (®«Tlclh W-listtm, Hedemannstr. 21). 2.®c, oerbrauch. 3. Humoreaie. Knlragen«eaett Ueberlassuitg und Besuch der Abteilung sind telepdonisch oder schrtstlich an die stulturadteiluttg lDüro Ltnienstr. Zimmer 20) zurichten. «m Rtonlag. dem SB. SRat. nur r.na Vorstellung am 6 Ahr. Die OrteverveUaag. Sir. 218» 47. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Sonntag, 11. Mai 1930 Oer Jahresbericht einer Krankenkasse. Arbe.tgeber sabotieren Krankenkassenvercinheitlichung. Di« Allgemeine Ortstranlenkasse Berlin- L-chöneberg gehört ju den mittelgroßen Kassen. Der Iahresmit- güederdurchschnitt betrug 1329 48 447, und zwar 20 163 Männ«r und 28 284 Frauen. Die Zahl der versicherten Arbeitslosen betrug durchschnittlich 3öZ7 gegen 3058 im Jahre 1328. Aus j« 100 Mitglieder kamen bei den Männern 95 Krankheitsfälle gegenüber 47,6 im Jahre 1913, bei den Frauen 58.6 gegen 52,8 im Jahr« 1913. Im Jahre 1929 entficl«n auf 100 Mitglieder 1998 Krankheitstage gegen 1060 bei den Männern im Jahre 1913. Bei den Frauen sind die Zahlen für 1929 und 1313: 1538 und 1540. Wir haben hier den intereflanten Fall, daß die männlichen Mitglieder durchschnittlich häufiger erkranken als die weiblichen. Wetter wird berichtet, daß d«r von der Ortskrankentasse Charlottenburg gemacht« Borschlog einer Verschmelzung beider Kassen am Wider st and der Mehrheit d«r Arbeitgeber scheiterte.(Man sieht also, was in der Praxis bei den Redereien über Vereinheitlichung der Krankenkassen herauskommt.) Im gleichen Abschnitt wendet sich auch der Vorstand als die Vertretung der Versicherten dagegen, daß sich die Schöneberger Aerzte an der Feststellung des Jahresberichtes für 1928 stießen, der es für de« Dauer unerträglich empfindet, wenn die Versicherten von den eigenen Einrichtungen der Kassen, näm- lich den Ambulatorien, ausgeschlosien seien. In diesem Zu- saminenhang sei auch die Frage der Nachuntersuchungen erwähnt, die letzten Endes, so unangenehm sie für den ein» zelnen sind, in engster Beziehung zur freien Arztwohl mit ihrem übergroßen Angebot an Aerzten steht. Diese Tatsache kennzeichnet« der Vorsitzende des Groß-Berlincr Aerztebundes, der bekonnte Sani- tätsrat Dr. Schleyer, in einer Aerztekammersitzung mit dem Satz' „Berlin hat dreimal so viel A«rzte als der Bedarf erfordert.� Es ergab sich also, laut Jahresbericht, daß „46,18 Proz. von den nachuMerfuchten Personen arbeitsfähig befun- den wurden: unter Einschuß der Personen, die sich aus die Be- nachrichtigung von der bevorstehenden Nach- Untersuchung selbst meldeten, waren es im Durchschnitt 66,16 Proz., die tatsächlich arbeitsfähig waren, hinsichtlich der Krankhoitsdauer ergaben sich pro männliches Mitglied 19 9, auf ein weibliches Mitglied 15,4, berechnet auf die Gesamtzahl 17,3 Krank- heitstage. Für die Ambulatorien zahlte die Kasse im Berichtsjahr 239 350,25 M. Im allgemeinen ergibt dieser Jahresbericht ein gutes Bild über die Leistungen der Krankenkasie für die in ihrem Verwaltungsbezirk wohnenden Mitglieder. Andererseits zeigen auch die Ausgaben, wo noch im Interesse der Versicherten bei einer notwendigen Aende- rung des Arztsystems im Interesi« der Versicherten vennehrte Leistungen ohne Erhöhung der Beiträge erzielt werden können. Berufxschulkagung Sozialdemokratischer Lehrer. Am 14. und 15. Juni findet in Berlin, einberufen durch den Vorstand der Ar- beitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer undLehrerinnen Deutschlands,«ine Berufsschultagung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die soziale Funktion der Be- rufsschule. Referent: Genossin Anna Siemsen, Jena. 2. Di« Aus- bildung der Berufsschullehrer. Referent: Genosse Jakobi, Weimar. Tagungsort ist der Weiße Saal des Lehreroereinshauses am Alex- cnderplatz. Die Tagung beginnt am Sonnabend, dem 14. Juni, um 13 Uhr und wird am Sonntag, dem 15. Juni, vormittags 10 Uhr, fortgesetzt. Die Delegations kosten tragen die einzelnen Bezirke. An- «nzei außerordentlichen Bedeutung, die dies« Tagung hat. wird um reichliche Beschickung gebeten. gesiä Allgemeine Wetterlage. 0vwll(«nlo£.O heiter. OHalbbedeekr »v«tldg,»bed«*t*RegeiVAGr»iipe!n ,=Nefcel,TtGew9fei�VVW� Nachdem sich die kalten polaren Luftmosien über ganz Mittel- eurova ergossen hatten, entwickelte sich lm Westen ein« neu« Strömung, die am Sonnabend abend etwas westtich von der Elbe lag. Sie brachte Westdeutschland und dem nördlichen Teile von Frontreich zum TeU ergiebig« Regensälle. Letzt weist sie aber nur noch wenig Energie auf. Am Sonntag dürste unser Bezirk in der Hauptsache zwischen dieser und einer neuen über England befind- lichen liegen. Das Wetter wird daher namentlich anfangs zeitweise beiter sein. Am Montag ist aber mit ziemlich stark bewölktem Himmel und Niederschlägen zu rechne«. wölkun- land:------- �.._, Osten anfangs noch Regenneigung. Im Westen stark bewölkt mit Niederschlägen. In Mitteldeutschland nach vorübergehender Besserung wieder Bewölkungszunahme. Im Süden zwiHich heiter und am Zog« mäßig warm. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 11. Mai: 6.30: Funksymnastlk. 7: Au» Himbure: HafenkonMrt 8: für den Landwirt. 8.50: Morgenfeier. Anschließend Glockengeläut de» Berliner Do-ns. 10.05; Wettervorhersage. II; Elternstunde. II. 30: Orgelkonzert. 12: Aus Lelprig: Mittagskonzert. II; Jugendstunde. 11.30; Solistenkonr.ert. 15.30: Schallplattenkonzert 16. Berliner Bühnen. 18: Unterhaltungsmusik. 19.30: . Mein Elternbaus" von Colette. 20: Orchesterkonzert Danach Tanzmusik. Montag, 12. Mal: 6.30: Funkgministik. Anschließend Frflhkonzert 12.30: Wettermeldungen fßr den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert, 15.20: Liebe und Ehe. 15.40: Das erwachende Aegypten. 16.05: Die deutsche Presse in Südamerika. 16.30; Konzert. 17.30: Jugendstunde. 18: J. M. Wehndr erzählt sein Leben. 18.30: Deutschland im internationalen Verkehr. 19: Zur Unterhaltung. 19.30: Programm der Aktuellen Abteilung. 19.55: Vom Arbeitsmarkt. 20;..Die Großherzogin von Gerolstein", Operette von Offenbach. Danach Tanzmusik. Dienstag, 13. Mal: 6.30: Funkgymnastik- Anschließend Frflhkonzert Schulfunk. 12,30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: SchallpIattenkonrerL 15.20: Die moderne Türida. 15.40: Das Fernsehen in Vergangenheit und Zukunft. 16.05» Johann Sebastian Bach(Konzert). 16.25; Untorhaltungsmusik. 17.30: Jugendstunde. 17.45: Das Gesicht der Zeitschrift. 18.10: Stunde mit Büchern. 18.40: Von der Deutschen Weile: Französisch für Anfänger. 19.05: Unterhaltungsmusik. 19.55; Vom Arbeitsmarkt 20: Wovon man spricht. 20.30: Alte und neue Tanzweisen. 21.50: Programm der Aktuellen Abteilung. 22.20: Politische Zeitungsschao. Mittwoch. 14 Mai: 6.31): Funkgymnustlk. Anzchließend Frflhkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzot 15.20: Rundschau für Blumen, und Oarteulreundo. 15.40: Unterhaltungjmusfk. 16.45: Was jeder vom Sport wissen muß. 17s Jugendstunde. 17.25: Die Stellung des gelernten Arbeiter» m der Fertigindustrie. 17.50: Provinztheater und Berlin. 18.15: Viollnvorträge. 18.35s Das Interview der Woche. 10: Mandollnenordjesterkonzert 10.55: Vom Arbeitsmarkt 20,„Konkutssache Wurmbacb". Hörspiel von Auditor. 21: Konzert 21.20; Kanunermusik. 22.30: Kartenspiele. Danach Tanzmusik. Donnerstag, 15. Mal: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert, f: Schulfunk. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. II: Schallplattenkonzert 15.20: Erziehung zum Glück. 15.40; Von Strtese zur kulturellen Wanderbühne. 16.05: Kunst und Sport 16.30: Konzert 17.30: Jugendstunde. 18: Rudolf Forster liest 1&30: j Chorgosänge, 19» Programm der nächsten Woche. 19.25: 5 Jahrb Reichs- Rundfunk-QcsellschafL 19.45: Unterhaltungsmusik. 20.15; Orchesterkonzert. Danach Tanzmusik. wechflungsreiches Wochenende. einzeln Lobsprüche erteilen, so Ein.Lustiger Abend*, dessen Lustigkeit sich nicht nur aus der. Titel beschränkte. Es wurde wirklich ein sehr vergnügtes, ab- Wollt« man den Mitwirkenden würde die Liste zu lang werden; deshalb soll nur festgestellt sein, daß der unverwüstlich« Hans Reimann sich in keiner unpassenden Gefellfchaft befand.— Die-Cr- Zählungen der Woche* brachte Fred Hildenbrand vor das Mikrophon. Er ließ die spukhafte Wirklichkeit der Erdvutschkatastro�e von Vienenburg sich spiegeln in dem Erlebnis eines übetatbeitelen Groß- städters, der zufällig in dieser Stadt aufgehallen wird und in der unheimlichen Phantastik des Geschehens untergeht. Ein Bericht, der. mit erschreckender Anschaulichkeit daran erinnerte, daß überall in der Welt hinter unserem Alltag das Grauen lauert.— Archur Holitfcher, der sich in den Vereinigten Staaten auskennt, schilderte cne Atmosphäre ihrer eigenartigsten Stadt: Chikago. Auch hier ist ein Stück Wirklichkeit, das«in toller Äriminalschriststeller erfunden haben könnte. Holitfcher»«ist««in wenig die Zusammenhänge aus, die diese in der ganzen Welt berühmt« und berüchtigt« Verbrecher- stadt formte. Tes. Freitag, 16. Mal: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schaliplattcnkonzert. 15.20: Fraticnleben in der Renaissance. 15.40: Wie verständigt man sich im Auslande? 16.05; Neues vom Gußeisen. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30: Jugendstunde. 17.55: Programm der Aktuellen Abteilung 18.20: Ccllovorträgc. 18.50: Das neue Buch. 19: Wandlungen im deutschen Parteienwesen? 19.25: Vom Arbeitsmarkt 19.30: Blasorchesterkonzert 20.45:».Musik". Sittengcmälde von Frank Wcdckind. Danach Abendunterhaltung. Sonnabend, 17. Mai: 6.30: Funkg3rmnastik. Anschließend Frühkonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Jugendstunde. 15.45; Vom seelischen Sehen. 16.05: Im Trödierladcn. 16.30: Aus Leipzig: Konzert 17.30: Programm der Aktuellen Abteilung. 17.55: Die Erzählung der Woche. 18.20: Lieder zur Harfe. 18.35: Das Naturheilverfahren und die Entwicklung der ärztlichen Kunst 19: Zeitberichte. 19.40: Orchesterkonzert Gegen 20.15; Vom Arbeitsmarkt. 21: Film und Funk. Ein lustiger Wodusnschluß. Danach Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 11. Mai: Ab 6.30: Uebertraeuij«»o» Berlin. 18.3#: Reden berühmter Männer. 19; Von lübreoden Oclstern in der modernen Literatur. 19.3»: Briete berühmter Deuttcher an ihre Mütter. 2#: Deutschlandsander: Lieder und Balladen. 20.30: Ans Frankfurt a. M.: UnterbaJtunsskonzert. Anschließend Uebertragune au» Berlin. Montag, 12. Mai: 16: Die Schulärztin an der Benifsscbule. 16.30: Aus Berlin: Nacbmittacs- Konzert. 17.30: Moderne rißtenliteratur. 17-55: Hlndenburg fbnl Jahre Reichs. Präsident. 18.20t Unterhaltende Stunde. 18.40: Englisch Ißt Anfänger. 19.01: Dlchterstunde. 19-39: Lasdwlrtschaftsfunk. 20; Deutschlandsender: Spanische Musik. 20.30: Aus Budapest: Konzert Anschließend Uebertragung aus Berlin. Dienstag. 13. Mal: 16�0: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17-30: Wesen und Bedeutung ataaülcber Archive. 17.55: Die Zeit spiegelt sich Im Bauen. 18.20: Viertelstunde fßr die Gesundheit 18.40: Französisch für Anfänger. 19.05: Prüfung, Nutzen und Mißbrauch der Heilmittel. 19.30: Die sehSpfetlscbe Persönlichkeit In der Technik. 19215: Wetterbericht für die Lsndwlrtscbaft 20; Dentscklsnd- »ander: Uebertragung tns Berlin. 20.30: An» Breslau:„Das Wirtshaus im Spessart". Hörspiel von Oaupp. Ab 2120; Programm des Berliner Senders. Mittwoch, 14. Mal: 16: Der Wandertag und die neue Tier- nnd Pflanzenschutzverordnung. 16.30: Aus Hamburg; Nachmittagxkonzert 17.30: August-Haim-Feier 17.55: Genossenschaftliche Selbsthilfe durch die Edeka. 18.20; Unterbaltende Stunde. 18.40: Spanisch für Anfänger. 192)5: 10 Jahre Völkerbund. 19.30: Das deutsche Beamtentum In der Reicbsverfassung. 1 9-55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 20: Deutschlandsender: Aus München; Bunter Abend. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Donnerstag. 15. Mal: 16: SO Jahre Schfllerrudem. 1640: Aus Berlin: Nachmittagskonzert 17.30: Dlchterstunde. 17-55: Weltpolitische Stunde. 18.20: Reiseerlebnisse Im Orient 18.40: Spanisch für Fortgeschrittene. 19.05: Internationalismus als geschieht» liehe Tatsache. 19.30: Landwirtschaftsfunk. 19.55: Die unsichtbare Welt Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag, 16. Mal: 16: Die Schallplatte im Dienste des Unterrichts. 16.30t Ans Leipzig: Nach» mfttagskonzert 1740: Dr. Hermann Rößler liest aus seinen Werken. 1745; Die Lage der deutschen Filmindustrie. 18.20; Unterhaltende Stunde. 18.40: Englisch für Fortgeschrittene. 19.05: Mechanisierung des BOrobatrlcbes und dia Existenz der kaufmännischen Angestellten. 1940: Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. 1945: Wetterbericht für die Landwirtschaft 20: Deutschland». senden Aus Köln: Abendmusik. Anschließend Uebertragung ans Berifa. Sonnabend, 17. Mai: 1640: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert 1740: Jahrtausende drr Musik. 17.55: Arbeltgeber—■ Arbeitnehmer. 18.20: Unterhaltende Stunde. 18.40: Französisch für Fortgeschrittene. 19.05: Verkehrsunfälle und ihre Verhütung. 1940: StUle Stunde. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 20; Deutschlandsender:„Grotesken" von Lnschnat 20.30: Ans Hamburg:„Wie der Schnsbel gewachsen Ist", eine Wanderung durch die Dialekte aller deutschen Gaue. Anschließend Uebertragung aus Berits. Bezirksfrauento� «v 18. mal. vormittags 9'/, Uhr, im grollen Sitzungssaal des eheinaiigED Horrenhausss, Leipziger Str. 3. Tagesordnung: t Zwei Ehöre(Meinekescher Männer. chor). 2. Borspruch:.Harmonie der Interessen" aus dem Buchs „Die Frau und her Sozialismus" von A. Bebel. 3. Referat: „Unsere politischen Ausgaben". Referentin: Clara Bohm-Schuch (M.d. R.). 4. Diskussion über da» Referat. 3. Aussprach« über Organisation und Agitation. S. Verschiedenes. 7. Gemeinsamer Gesang der Internationale. tzwlschen 12 imb 13 Uhr finbet eine Mitiagspaus« statt. In her Wandel- Hall« he« Lanh'ag« wirb eine Taste Raffe« mit einem Süick Kuchen für 50 U. venahreicht. Im Restaurant de« Londtas« besteht die Möglichkeit, ein Mittag- essen zum Preise van 140 M. einzunehmen. Zutritt zum Bezirksfrauentag haben: Die Kreisleiterinnen für Agttation, die Abtellungsletterinnen für Agitation, je«ine Delegierte aus jeder Abteilung, die weiblichen Mitglieder der Abteilungs- und Kreievorstände(darunter sind zu vorstehen: bei den Abteilungs- und Kreisvvrftänden die weiblichen Schriftführer und Kassierer und bei den Kreisvorständen die weiblichen Beisitzer), die weiblichen Bezirks- und Stadtverordneten, Land- und Reidistogsabgeordneten Berlins, Vertreter des Bezirksvorstandes.— Zutritt zum Frauentag ist nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches sowie des Mandates gestattet. Türtontroll« 2. und 3. Kreis. ««Blfifer«rbrtter.9lbstisenten.Punh. Cttefltaw««erlls.«elchSttssteller Berlin EO. 10. Engelufer 24—25. Um den Führern der Jugend d!« Einüdjt in die Talfackien 3U nerrnltteln. In denen heut« die Alkohalnot stch für die Jugend auswirkt, und ihnen zugleich die Wege zu zeigen, auf denen«ine gesunde Be- elnflustung der Jugend am besten möglich ist, haben wir für Eounabend und Sonntag, 17.118. Mal, einen kehrgang für Lehrer und Iuqendleittr fkstgeiett der in der Jugendherberge RawaweS fto'tfmbet. Tagesordnung: Sonnabend, Vortrage, Vereine und Versammlungen. « Reichsbanner„Schwarz-Rol-Gold". Seschäftestell»: Berlin S 14, Eehastianstr 57—38 Saf 2. Tr Tennisspiel«: Unsere Wintersportabteilung Hat acht LennisplStz« am Funkturm(DHi. Ausstellung) llbernannnen. Kameraden und ihre ......—|-■-—— dt: «n Angehörigen haben noch Lp Meldung bei der Beichedan B« 22, Söaboff 7576- Wedding: 9 Lpieimögiichteit zu sehr günstigen Beben. nner-Ännzssportabteilung. Marlgraken- Trainingsabende Im Rehber�e äug: Achtung. Sportler] Trainings Mittwoch und streitag, EportPlaB e. Göst« willkommen.— Sonntag, weiblichen«i aunatn. fttaf« 22.,..._______ Sportplatz Humboldthain seden________________________. jeden Dienstag. Beginn 18 llhr. Söst« willkommen.— Sonntag, 11. Sierflatien, Iungbanner: Antreten 1294 Uhr im Kleinen Tiergarten. Banner- ileidung.— Montag, 12. Mai. Nreuzberg: IS Uhr Saalschutz Neue Welt. BuudesIePung. Erscheinen aller Aktinen Dfllcht. Neukölln. Britz: IS'/H Uhr Neu« Well. Hasen he � de. Saalschutz hei der iniernaiionaien Kundgebung der SPD.— Dienotag, 13. Mai. Rein Ittendorf. Ortsnertin: ITVa Uhr Antreten Krematorium Elrid, istratze zur Einäscherung des Kameraden M. Natz?»w. Tompelhos: 20 Uhr bei Ma-L: Kamcradschaftsvertammlung. Erscheinen Pflicht.— Mittwoch, 14. MdL Pankow, Iungkamenaben nnd SGA.: 20 Uhr Turnhalle_SnIlH Uhr: Bnrtra« Werosstn tze'lko Katzenstein:-Atsoholfreie strud?tfaftgeu>!nmina und alkoholfreie ffrstkultur" mit praktischen Vorführungen und Saftprobe. Nach ledrm Borttag findet Fragestellung und eine kurze Paus« statt. Am Schluß allgemeine Aussprache, deren Einleitung Se rosse Sans Schulz treffen stch IS Uhr Alcxarderplotz IStadtbahn) oder 20 Uhr Bahnhof Nowawes. Treffpunkt für Sonntag 7 Uhr Aleranderplatz sStadthaHnl oder 8 vhr Bahnhos Nowowe».— Bezirlsgrupo« Fttedrschsdaln: Sonn'ag nachmittag geselliq«» Bei- sammersetn in unserer Gaststüiie, Ska litzer Str. 6. Berliner stitH«»Klnb, gegr. IN«, übt jeden Dienstag, 20ZH Uhr, im Klub» Haus, Vhmftr. 2._ Briefkasten der�evakiion. 98. tu Wenden Sie stch bitte an das Sekretariat der soziaidemokratifche» Sandtagofrakt on. Berit», Prinz-Blbrecht-Straß«.— W. iL 40. Diese Adresse ist uns nicht bekannt. Knurrt der Megenp dann hapert's mit der Arbelt. Darum hält der Berufstätige stets eine Schachtel O r b a In Reserve, denn diese herbe Bitter«Schokolade bietet nicht nur angenehme Erfrischung, sondern auch vollkommene Nahrung. HOCHFEIN BITTEP. Pflnüslen i» Ml!... 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Krei« Tieegaete». Acht,»«! Eitcrobeieöt,»«d!leei»o»ek«»d! Dian-wa. 13. Mai, äifcung aVn Siterndeiräte um 19 Hör dei Srügtr, Dutlidstr, 10. Die SrfisooT.ftorihrfiSin'9 fiirbet am gleichen Äfiend mit de» erste»®> teilungc.leiteru um 20»� llht cbendort fuitt.— Z»tee»ati»»«Ie>»»dg«b»»a! Alle Seuosftnnen und Senaste» beteiligen sich am 1Z. Mai ort der Znler- nationalen Anndgebung in der Neuen Welt. 7. jtrel» eharlattenburg. Die Adteilung-rnnrlchenden„erden ersucht, üui Internat lanolen Kundgebung um 12. Mai. 19 Uhr, in bot Neuen Welt, �iahnenabordnnngrn /ni entsenden. 9. fltii*©Um/t*horf- Achtung, Elter nbeirätr! Montag, 12. Mai, u»t 20 Übe bei Ihlenfeld, Ilblandstraße Eck« Siinhelltrafte, SiNung de? Kreisnoeliaudes mit den Abteilungsleitern und den Elternbeiräte». SNaartMUttsaanBlun« am Montag, 12. Mai, inn Istlillhr, im Viitoriagarteu. Milbelmsou» UtlUS, Roter Kastnolaal. Referent Bruno Theek, Dorscheuder der Reichsgewerf. schaft deutscher Loalmunalbeamtru. Thema:.Wie stellt fich die Beamten. schalt tu der neuen Regierung�" Erscheine» aller Senosten ist Dflicht. 12. Krei» Steglch. Dienstag, 13. Mai. 20 Uhr, Nraftionsschung im Rathau». EiegliK. 2?ürgcrdevutierte sind eingeladen. 1Z. See,» Temgelhol. Dienstag, 13. Mai, um 2V Uhr, bei Wall. Marientorf. E Hanls eestr. 305, Eihnng de» engeren Kreisnorstandes mit allen Abteilung». leitern. Am Sonnabend. 17. Mai. Besichtigung de» Grohtrafimerl» Klingen. borg. Treffnunkt oilnltlich 17 llhr am Bahnhof Te.mvelhof. Der Eintritt ist frei. Wir bitten, in den Iablobcnden auf diese Besichtigung hinzuweisen. lt. Seei» Rentälln. Dienstag, 13. Woi. um 20 Übt. Sistung aller Genossen. deren Sinder das Kaiser-lZriedrich-R-algomnafim» und die Aiifbaufchule, Sailer-iZriedrich�trast«, besuchen. Stellungnahme m Elt«rnbeirat»n>abl. Vortrag über»Schule und Politik" in der Aula de» SIR.. Saiser-Iriedrich- Strohe. 13. Seei« Söpenick. Sämtlich« Genossen aus allen Abteilungen slOK. bi» 113.1 werden ersucht, stch an der internationalen Kundgebung am Mantag. lS. Mai. 19Z, Uhr, in der Reuen Welt, Kofenheide,»II beteiligen.hrer werde» gebeten. Mai marken nnd Llstr» kllr Rot» oofer umgehend obtnrechnen. 3t. Abt. Die. Beerrt Stühren werde» dringend gebeten, wl den"ahlabenden am lt. Mai cinsuladen. Alle Genossen beteiligen sich an der Zittern. Sund- gebung am 12 Mai. dt. Abt.«harlattenbnrg. Die Funktionär« lade» znir Abteilung»»«tsaut«Ving am 14, Mai ein. Morgen. Montag. 12. Mai. tfllc nalcn fhn Treffpunkt an den nächste hrnd onflogebencn Steffen der MMeöoagen, »., 7.. 14., 15.- 1*. Abt. Versammlung aller Genosse», der«» Sind« die 213. Vcfelchulr. Weltliche Schule. Putbusscr Str. 3, besuchen. Ausstellung der Kondidotenlift». Änsgng 19-4 Uhr. 9.«dt. Ill'ch Mr Reue«elt. 11. Abt. I9->. Uhr Reue Welt. 71. Abt. 18\t Uhr in der Geschästsstrll«, lltrechter Str. iL 22. Abt. Die Scnessen beteiligen stch'an dir International«» Kundgebung St» Montag- 12. Mai, um 19-4 Uhr, in der Reue» Welt. Di« Funktionär. fonferent findet am Dienstag. 13. Mai, um 19-4 Uhr, bei Senkel, lltrechter Straße 10. statt. Die IunktionäraitSweise für 1930 werden»»»gegeben. Partei. Gewerlsckiost»-. Konsu-umitglledsbuch und die lebte»Vorwärts". Quittung müssen mitgebracht werden. 23.«dt. 1914 11 dr Reu« Welt. 31. Abt. ssunklionärsthuug findet wegen der Kundgebung nicht«n» Montag. sondern Dienstag. 13. Mai, nm 20 llhr, bei Golbschmidt, Stvloifckt« Str. 33, statt. Achtung, Buchiontrolle! 39.«dt. Zunftionärsibung fällt wegen der Kundgebung au«. Sieb« am Dienstag Roti 40. Abt. D'e Iben ofsinnen und Genossen beteiligen fich Roiriag, IS. Rae. an der Zntcrnationalen Kundgebung um 19-4 llhr in den Gesamträumen de« Reuen Welt, chosenheide 103—111. Die Abteilungsmitgliederoersammlnng sendet daher erst am lllonlag. d-m 10.. bei Iörster, Dreibund str. U, statt. 41. Abt. Somtlick-e Genossinnen und Genossen beteilige» sich an der Znter- nationalen Kundgebung am Mantag. 12. Mai, i» der Reuen Welt. Die Rnnitionärsißung findet am Dienstag- 13. Ma>. um 2» llbr. im Lokal Liniert, Mariendorfer Eti. 3, statt._____».. 43. Abt. ZunktiouärstNung fällt aus. Wir treffen un» am Mittwoch. 14. Mai, 18-4 llhr, bei Krevp, Vlanufer. <5. Abt. ZunktwnärfiNung fällt wegen der Kundgkbung au».___ eharlottendurg. 53. Abt. 104 llhr Reue Welt. 38. Abt. VlbckSich 12 llhr auf dem Witrenbergnlatz. 79. Abt. Schöneberg. 194 llhr Reue W-lt. 93. Abt. R-ntölla. Di« Ordner treffen fich«llnkill» 1« llhr gm Gatsaml der Reuen Welt. 191. Abt. Treptow. 134 llhr Bouchästrafie Eck« Graeststrafie..... 102. Abt. Baumschulenweg. 194 llhr Reue Welt. Der Mäunerchar Obersvreo »eransdaltet am 13. Mai. um 20 llhr. in der Aula de, Gmnnafinm», tax ftotuert Dir bitten um reg« Beteiligung. Zreitag. 13. Mai. 194 llhr. bei Streubel. außerordentlich wichtige Sitzung aller Elter» der BolrMchule, de? Lnwums und de» Enmnasium». 103. Abt. vbcricköneweide. 19-- llbr Reu« Welt. 127. Abt. Sehcvschöuhgnsen. 18-4 Uhr Berliner Strech« Eck« OrankestoaAe. 130.. Abt.»eweesdar,. 194 Uhr«eue. Welt...—. 110». Abt. Wittenau. Alle«enossen betelllge» sich a» der Montag. 12- Mai. in der Neuen Welt. Renlolln, Nattfinixnbcn.Znterngtionalen Kundgebung" der Berliner Darteiorgonisation. Auf nuserer nächsten Abteilung»»«*»»»». Tung am Mittwoch. 14. Mai. referiert Genosse Diklor Schiff»om»Bor. wärt»" Uber Internationale und Abrüstung". Dlevstag. 1Z. Mal. 11. Abt. 19-4 Ahr bei Hagedorn, Zagowstraße sEcke Alt.Moabik». ffnnHtatfe. fitzung. Eltern! Sehl die wahienisien ein! Dieselben liegen bis zum 17. mal aus.- stein eure Kandidaten für die liste.s c b o l a u t b a u* auli ..________ 11, gunktionärfitzung. Moa. tag, 1Z. Rai, 194 llhr, in der Reuen Welt. 10. Abt. 194 llhr de, Kindel, llfedomstr. 22, Iunktionärfitzung. 18. Abt. 194 llhr bei Schade. Kösliner Str. 9. Iunktionärfitzung. 23. Abt. 194 llhr Funktionärs, tzung hei Grunwaldt. Kameruner Str. 19. 24. Abt. 194 llhr bei Köhler, Greifswalder Str. 80k, ffunktionärfitzung. 33. Abt. 194 llhr Abend der jüngeren Barteigcnossen IM Jugendheim, Soßler, Nratze 31. Vortrag:»Soualoolitil und Sozialismus." Rcferrntin Ell« Krummlchmidt. 42» Abt. Iunltionärsitzung ist erst am Dienstag um 30 Ahr bei Wiersdorsf, Urbanstr. 3. 47. Abt. 19 llbr bei Großer. Kövenicker Str. 21. Iiinktionärlitzung. 30. Abt. Wilmersdorf. ZO llbr bei KuHo, Lauenburger(Str. 21, Mitgliederoer, sammlung. Vontrag:„Wohin steuert die Regierung Brüning?" Referent Ernst Renniann. 113. Abt. Lichteober«. 194 llhr bei Morr. Reue Bahnhosstr. 2«. Iunktionär. fitzung. * Eichwald». Mitgliedern ersommlnng Mit--noch. 14. Mai. 20-4 Ahr. in Witte» Walbschsoßchen. 1. Iilmoorführung:.Brüder". 2. Geschäftliche». Frauenveranstaltungen. 4. Krri» Vrrolloner Berg. Ist« die Iil-noeranstaltung am 2b. Mai im ,Elnfi-im":»Giftga» über Berlin" find Karten bei allen Iunktiouärinnen »nd Abteilungen ,u haben. Kart« einschließlich Steuer 30 Pf. 10. Krri, Zehlendort. Donnerstag. 15. Mai, um 194 llhr. bei Stvckmann, Mechnower Str. 2, Irauenabend. Vortrag:»Die Bedeutung de» Inte» nationalen Irauentages." Referentin Paulo Kurggß. 13. Srei» Tenn-elhof, Mariendorf. Marienfeld«, zichtcorade. Dieustag, 13. Mai, um 194 llbr. bei Görlitz, wichtig« Sreisfunktionärinnenfitzun-g. Bollräbliges Erscheinen erbeten. 17. Sm» Lichtenberg. Donnerstag, 15. Mai. am 19 llbr bei Teuwel, Lichten. berg. Gudruustroße, wichtige Funktionärinnenfitzung. Alle Abteiinngen müsse» vertreten sein. 13. Abt. Alle Genossinnen, welche fich Donnerstag, 15. Mai. vormittags, an der Konsumbefichtigung beteiligen wollen, melden fich sosort. svätestens bis Dienstag, bei Hahn. Schönwalder Str. ll, Quergeb. II. 22. Abt. Der IZrauenabeiid fällt iu diesem Monat ivegeu der ssranenwerbe. wachen au». Wir beteiligen uns o» den Veranstaltungen des Sreise» Dienstag, den 20. Mai. in den Vharnssäle» und Dienstag, den 27. Mai, Lichtburg, Atlantikfäl«. Sarten find bei de» lsunktiongrinncn»n haben. Montag. 12. Mai. 7. Abt. ist llhr bei Sühn. Borfigstr. 14. Bortrog:.Di« Ava» nnb der So»ia. lismns." Referent Max Witzel. Dienstag. 1Z. Mai. 3. RSt. Befichtiou u« da» Mnfeum» für grauenkund». llharlottenbung, Berliner Straße 187, üm 19 llhr. Trefstmnkt pünktlich 17.45 llbr Annswalder Platz und 18.45 llbr vor dem Museum. IZtz.«Hu Waißr»see. 20 llhr im Lakai»um Pserdemarkt. Schänstraß«. Vortrag: „Biirgerliche»nd vroletarifche iirauenbeweguna." Referentin Herta Gottbelf. 128/130. Abt. Panko». 194 llhr im Türkischen Kit. Pankow. Breite Straße. .Zack-Lonton-Abend". Vortragender Artur Reichardt. 124o. Abt.«a»l,»-rf�!»d. Geschichte nnserer roten Mittwoch. 14. Mal. 194 llhr bei Draber. llhlanhstr. 18. Bdrtraa:.Di« Kahne." Referentin Elvira Krüger. Donnerstag. 15. Mal. 183. Abt.»eioickevdorf.vs. Donnerstag. 15. Mai. 20 llbr. Ik-auen.— tverboobeiid in der Linbaner iStvaße nnter. Mitwirkung de» Reinicken. kW dorfer Männerchors. Prolog: Genossin Maria Witte. Referent Artnr W Eri«men. M.d. R. Vortrag:-Mir kam da» Kabinett Brüning Hitstande? Alle Genossinnen sowie Somvatbifierend« find ber-ilichft«ingeloden. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. der Arbeit« rwohlfehrt. lsürsoegerfinnea)! Zreitog. den 13. Mai. 20 llhr, im Bürgersaol de« Rathaufe». Eingang KZnigstraß«, Vortrag de» Se, Nossen Stadtrat Walther �riedländer Über„Soiiale Auswirkungen der Soor, aßnabmen'. Anschließend Diskussion. Eintritt nnr gegen Vvmeigung des iktionäraasweises der Arbeite rwohlfghrt. Zstr die ffilrsorgeri innen-, soweit nicht iitmktionär« ftn», ist der Ausweis dos Parteibuch. Besondere Ein, loditngen ergehen nicht. Eaalllffnung 20 llhr. 3. Srei» Med ding. Dienstag, 13. Mai. von 17 bi, 10 llhr. Ausgabe der ...—— r------—----"------ » llhr. im Vittoriagarten Wilhelmsan«(Berein«immer1. Auessveache über unsere Arbeit in den Kommisfionen. Einleitende» Re'erat Genosse Stcwhäfel. G» ergehen diese« Mal keine desonberrn Einladungen. Wir bitten um vünkt. Ii che« und vollHähligr« Erscheinen. Veceialgung sozialdemokratischer Studiereader. Ortsgruppe Verlln. ende«» angegeben ist, finden olle Beranstald-ngen in de» Ber» ________ ion.�Rnid". NW 3. Allirechtstr. U. statt. Montag, 12. Mai, 20 Uhr. Politischer Anssprucheabend unter der Leitung der Genossin Toni Sender, M d. R.— Dienstag, 13. Mai. 20 llhr, Arbeit«. g«meinschaft der Philosovbilchen ffachschaft:"Die Lebensformen der Masse al, Kulturvrodlenl. 1. Geminarabend der Medizinischen Fackilchaft: Aktuell gesund. '«tzaVttM,~ W Sektion >t»v»lttisch« Probleme.— Mittwoch, 14. Mai, 20 der Sektion llniverfität. Ort: Bortragssaol de» Brandenburgischen verbsnde». Lindenstr. 3.— Donnerstag. 15. Mai. 14.15 Uhr. Bahnhof iZrIedrich. Mhrnng: Großkraftwerk Klingenberg, Gäste willkommen.— Zreitgg, rbettsgemei 13. Mai. 20 Uhr. A, Grundsätze de- Wir Veranstaltung der Sektion '?is. der iur!stischen ffachschaft: Metboden und leferent Genosse Dr. Reumonn. 20 llhr: ___________________ tische bochschllle.— Sonnabend. 17. Mai. 20 llhr. Veranstaltung der Sektion Hochschule für Politik. Zuagsozwllftea. _____ Reinickendorf. Morgen, Montag, keine KeilNtusammenkunft. Wie betelligen un» geschlossen an der Sundgcbung der Partei w der..Reuen Welt", *' Treffvunkl mit der SAZ. vtinktlich 19 llbr Eanwhausenstraße Hasenbeidel>ur Demonstration. Hgseuheide. T slleVahn Lasen OetAgrnvp« . SAZ. SUHelmnlatz. »lendeidal»ur Demonnrallan. avve Eharlottendurg. Morgen betelligen wir un« an der Kundgebung in der.Renen Welt". Lafenkeide. Treffpunkt 18-4 llhr ll.Bahnhof Grnpp« Pre», lauer Berg. Wir tagen nicht mehr 14täglich Mittwochs, fon- der» kommen letzt in jeder Woche am Donnerstag in der weltlichen Schule. Dantiger Str. 23, tufammen. Beginn 20 llhr. Arbeitsgemeinschaft der siinderfrcunde. Streif WUte: Helfer, unsere Helfersi�unq fällt MOrgen au.?, damit sich olle un ber Internationalen Äundgellung in der Neuen Welt beteiligen können. Beachtet bitte evtl. Mitteilungen an dieser Stelle im Laufe der Woche.— Gruppe Matteotti: Mitttna6i. 14. Mai, Turnen von 17% bis 191? Uhr Schule Ruppiner Straße� Notfällen: Montag, Mai, Basteln. Freitag. Ib. Mai, den Srei» Webbing: Dienstag, 27. Mai. 19'? Uhr. Reriaminlung aller Eltern der Ieltlaaerteilnebmer im Bc�iris.nerordnetenf'tzungssoal des Bestirksamts Wedding. Ledigenheim om Brunnenplah. Lichtbildervortrag:„Ie.ltlager am Auner Su". l?ohrtenangel ege nheit en.— Gruppe Schillerpari: Wir spielen Mittwochs im Schillerpark und Donnerstags im Volks park Ntchbergst'..— Hruppe Lropoldplotz spielt freitags im Schillerpark.— Entppc Arunmenplatz: Montags und Mittwochs im Schillerpark.— Gruppe Vesundbrunoen: Mittwoch« im Hunt- bokdthain und Dienstags im Vollspork Rehberge.— Gruppe Huviboldthoin spielt Mittwochs und freitags im Humboldthain. Die Spielzeit beginnt auf ollen Svortploben um 18 llhr und endet mit Eintritt der Dunlelheit. Gruppe Friedrich Gbert: Am Dienstag, 12. Mai. Werbeabend im Jugendheim Sonnenburger Str. Ist um 17 llhr. Alle Genossen werden gebeten, die Wer- bung zu unterftüfien und ihre sowie bekannte Kinder zu den Kinderfreunden SU schicken. 9teif Neukölln. Iungfolken uud Rate Falken: Am Donnerstag. Id. Mai, im Jugendheim Konner Ecke Böhmische St-raße. Vollversammlung. Wir sprechen über unser Schmetiter Zeltlager und zeigen Lichtbilder aus der Schweizer Alpen«. weit.— Gruppe Falke: Elternbefprechung am Dienstag. 19. Mai. um 29 Uhr, in der Schule Hertzbergplatt. Tagesordnung: 1. Zeltlager Schweiz. 2. Serien- lager der Restfalken. Am Freitag, 16. Mai, wichtige Elternbesprechung in der Schule Herhbergplaß, 20 Uhr. Hohenschönhauseu: Unsere Werbewockie ist beendet. Wir hoben gezeigt, daß a» in Hohenschönhausen auch Rote ssall-n gibt. Wir zeigten ober auch unseren Eltern und Parteigenossen, daß Fretnidsrhaft und Solidarität nicht nur Phrasen sind. Artür mit seinen Gruppen aus Mitte herzlichen Donk. Montag, 12. Ma.i. Spielen auf der Siedlung von 17— 19 Uhr. Dienstag. 13. Mai, Turnen von 18—29 Uhr Turnhalle Raedernftraße(ftTGB.). Mittwochs 14. Mai, Rote, fallen um 17 Uhr bei Ann: Schulz. Verlängerte Hedwigstraße. Haus 3, wichtige Be- sprechung. Donnerstag, 1ö. Mai, Bollvcrsaormlung von 17—19 Uhr freien» waldec ivtraße. Geburtstage. Jubiläen usw. 12. Abt. Unserem Genossen Herma»» Brobak, Walbstr. 4, tum 70. Geburtstage die h«,luhst-n Glückwünsche. 29. Abt. Unserm ollen liebe» Porte-genosseo Karl Schnl» und seil«« Ehefeen Johanna 3» ihre« am 12. Mai ftattfindeudcu Silberhochoell die herzlichsten Glückwünsche. 58. Abt. E harlattenbnrg, Unserm trenbewährte» Genosse« vtto Ulrich. Meinekestraßc 5, ,u seinem am 12. Mai stattsinbende» 70. Geburtstage die her,- lichste» Glückwünsche. 00. Abt. Renkölln. Unser« Genasse» Wilhelm M e» 3, Renterftr. 13. zur SÜberhochtell die hertzlichstc» Glückwünsche. | Sterbetafel der Groß-Berliner Partei« Organisation� 9. Abt. Am Ist. Mai verstarb noch kurzen- schweren Leiben unsere Genassm Lue!« Hfl vre cht Ehre ihrem Anbenkenl Beerbignng am Dienstag, 13 Uhr, von ber Sgvkll« des Allen Iohannisessriedhof«. Platzense«, Seestroße. Wir bitten um rege P«t«lliguqg.t 82. Adt. Steglitz. Rech schwerer Krankheit verstarb am 7. Ma! unser treuer Genosse Hermann Lindenberg, ffvrststr. 51. Ebr« seinem Andenken! Geiivss» Linbenberg gehört der Partei seit Mer 30 Jahren an und stand bei der Arbeit stet« in der vordersten Reihe. Einäscherung om Mantag. 12. Mai, 184 Ubr, im Srematorium Wilmersborf. Wir bitten um reg« Beteiligung. i\ o SozialifilscheArbetterjllgendGr.-Verllu cklnsendui Verlin&. für diese Zkvdrkk nur an das IZugoidsekretar'.at Qndenssralle 3 BeeilfsgruHPenversammliUlgev. Haltzinbnsllü«: Dienstag, 13. Mai, 17 Uhr. i« Jugendheim Lindenstr. 4. Referent Genvsse Drsssel. Angestellt«: Richt mnrgen, Montag, sondern erst Dannerstag, 15. Rai, 104 Uhr, im Bvrtragssoal des Partewarstande«. Lindenstr. 3, 2. Hoß link». 2 Trevven link?. Tagesordnung:»Politisterung der Jugend in Beruf und Schule". 2. Berufsangelegenheiten. heute. Sonntag. Ge-verklchasttzban»- Treffpunkt Sur iZühruug durch Mt-Berl-N 9 Ubr Ger- trandtenbriicke.— Arnswalder Platz 1: Heim Rastenburgcr Str. 13: Heimabend. —«rnimplatz: Schul« Sonnenburger Str. 20: Heimabend.— Falkplatz l und II: Bolkssveisestelle. Sleimstroße: Heimabend. Einlaß 184 llhr.— Friedrichjhoge»: Heim ffriedrichstr. 87: Balkstanüabend.— Schönhauser Vorstadt: Heimabend 20 llhr Schönfließer Straße. Mitgliedsbuch vargeigen.— Hnmboldthai»: Jährt mit de» Sinderfreunden. Treffpunkt 8 llhr Bhf. Gesundbrunnen. Morgen. Montag, internationale Kundgebung der Partei. Treffpunkt« de« Gesaintorganisatiav pünktlich 19 llhr Eamn Hausen strotze, Spitz, tznm Kaiser.!? rieb rich-Platz. Fahne» und Wimpel mitbringe». Moabit 1. II und Hl: 18 llhr Kleiner Tiergarten.— Wessen: 18 llhr Sach. bahnhas Bülowstraße.— Hallelche» Tae: 184 llhr Ra'e Eck«.— Kvttbnssei Tor: 184 llbr«ottbusser Tor.— Schönhausar Vorstadt: 1751 llhr Eni-alistenecke.— Lichtenberg-Kord: 18-, llhr Rote Eck«.— HuMboldthai»: 184 llhr Rai« Allee. Nachzügler Kaiserätriedrich-Platz.— Raedcn: Beteiligung an der Beranstaliung in der Hasenheite.— westrnd: 18 llhr U-Bahnhof Sophie-Eharlolle-Platz. Fahnen niitbringen. Werbebezirk Renkölln: Wir treffen un» pünktlich 184 llhr am Reuterplotz und marfchierr« geschlossen zum Kaiser-Friedrich-Platz. * SSO. Renkölln: 18 llhr wichtige Sitzung der Vcrtrauen»leutr Bgracke Gong. hvserstraße. ______________ rmm Pookunaan von Mk. 1.28 an In Apotheken und Drogerien, von et durch OTTO REICHEL, Berlin SO, EleenbahnrtreBe 4. Verlangen Sie koatenlo» da» reich Illustrierte Buch„Quter Rat In gesunden und kranken Tagen". Ein persönlicher Plan für die Bildung von Vermögen. Der sicherste Weg zur Bildung eines Vermögens für die verschiedensten Zwecke ist die Lebensversicherung. Sie haben aber nur dann den größten Nutzen davon, wenn Sie Art und Form der Lebensversicherung zweckmäßig wählen. Wollen Sie also wissen, welches die richtige Lebensversicherung für Ihr Alter, für Ihr Einkommen, für Ihre sonstigen Verhältnisse und Wünsche ist, dann lassen Sie sich einen persönlichen Plan ausarbeiten. 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Jahrgang Cennfög,11.3Roi 1930 ..................................................................................................................... I»III» I laüUIMMMMWLIMiUW �BWtdBIBBHBBWBMDWPB— WBMgHPBW[■■■■'IIIH Zrtheh Streif mug In den Dogenpalast führen zwei Treppen, die Goldene Trepp«, über die früher nur der Lloel schreiten dürft«, und die Treppe der Gemeinen, die für das gemeine Volk bestimmt war. Syeute gehen auch die Fremden, die de» Palast besuchen, über die Goldene Treppe, und der Führep erzählt gern, wenn man in die kahlen Zimmer der Dogen kommt, dech hier Napoleon gründlich aufgeräumt hat. Dabei vergißt«r aber zu sagen, daß dieser Palast zum großen Teil weiter nichts ist als eure Anhäusung geraubter Schätze aus der ganzen Welt, als die Republik Venedig jahrhundertelang Napoleon spielen durfte. Von der Goldenen Trepp« geht man dann zur Trepp« der Gc- mdnsn, und hier zeigt der Führer einen Schlitz neben der Tür, den irüher ein Löwenmaul bedeckte. Und nun erzählte der alleswisjende Mann, daß c!)«n durch diesen Schlitz die Briefe der Denunzianten geworfen wurden und daß ein hohes Gericht mit den Verdächtigten grausam umging. Der cherr Führer trug das faschistische Abzeichen an der Brust und konnte nicht befragt werden, wo in der Stadt Venedig das neue Löwenmaul der Denunziation grinst, wo die neuen chcnkcr lauern, wo die neuen Opfer der Diktatur schinachten. Ucber eine Stunde geht die Führung und zum Schluß steigt man in den dunklen Grund, über dam alle Macht und Schönheit er- richtet ist. Von der Seufzerbrücke gehl man zu den.zweiundzwanzlg Kerkern, den blutigen Fundamenten, und sieht genau dieselbe Schick)- uing, wie sie in Leningrad in der Peter-Paul-Festung zu sehen ist. Gji gab auch in Venedig Zellen für die polnischen und Zellen für die kriminellen Verbrecher, die Zellen der politischen Verbrecher liegen, wie in Leningrad, unter dem Wasserspiegel und sind dunkel und erbarmungslos. Diese Zellen wurden meistens nur verlassen, um den legten Weg zu gehen. Und dieser letzte Weg endete schon i ach einigen Metern und führte an die Richtstatte, an der die Adligen geköpst und die Gemeinen aufgehangen wurden. In den schweren Ouodern des Bodens sieht man noch das dunkle Loch, das welches das Blut der Gerichteten abfloß. Dann verläßt man die finsteren Kerker, die Fundamente der Macht, und steht auf der Piazza in der Sonne und in den Flotter- ichwärmen der vielen tausend Tauben. In Venedig soll es rund sünftausend Tauben geben. Wieviel politische Gefangen« es aber unter der faschistischen Diktatur gibt, wird nicht verraten. Von der Piazza, sie ist so sck)ö!i, daß sie der„Salon Europas" genannt wurde, stößt der Fremde in das unbekannte Gassenlabyrinth vor. An den Mauern, an den Brücken und Kanälen und auch noch an den Kirchen sieht man die Parolen und Lobgesänge der Schwarz- Hemden. Mussolini ist überall in theatralischen Posen zu sehen, Pla> lote, Inschristen, Film«, Bücher und Broschüren singen seinen Ruhm. Wir begegnen einigen saschistischen Offizieren, an den Brnftriemen ihrer pompösen Umform schimmert der Totenlops. Von der Rialto- brücke her tappt militärisch ein Trupp venezianischer Iungens: die Ballila, die faschistischen Kindergruppen marschieren aus. Aus allen Manifesten brüllt es„Evvivtll Es lebe!" Ja, aber wie lebt es sich in Venedig? Auch durch Venedig geht die grausame Klassengrenze. Es gibt Arme und Reiche. Herren und Knechte. Die Fremdenindustrie thront gelassen über den Grenzen und stellt auch den Schmutz einer dunklen Gasse neben den strahlenden Glanz alter Palazzos in ihre Kalku- lation. Wir wandern auf der oielverschlungenen Merceria, die von der Martuskirche nach der Rialtobrücke führt, sehen viel Betrieb und glänzende Kaufläden, aber ir. den kleinen Gassen hockt die Armut, stehen, aus dem Licht verjagt, die Bettler und Bsttelkinder. Auf dem Campo di San Bartolomeo wartet auf Arbeit und Ver- dienst ein zerlumpter Trupp von Arbo item vom jenseitigen Markt. Dies« Romantik hat Hunger und ist schon im Rhythmus der Jntsr. nationale marschiert. Diese Arbeiter sind gezwungen, in die foschi- stischen Gewerkschaften einzutreten Nur Mitglieder dieser Gewerk- schaft bekommen Arbeit. Und so hat mancher Genosse«in schwarzes Hemd angezogen und sein rotes Hcrz bewahrt. Don der Rialtobrücke stoßen wir In die Bezirke der Armut vor. Man kommt in versinsterte Gassen, die so schmal sind, das; man ihre Fassaden mit ausgestreckten Händen berühren kann. Dann steht man ! am Reuen Fenchainent und sieht die Rauchfahnen der Glasmacher- msel Murano. Nicht gleichgültig geht man an den blassen, unter- ernährten Kindern vorüber und verweilt dann unweit des berühmten Sgon Sfrledell: i Die grieeiüfehe Srolik Man darf bei der griechischen Erotik keinesfalls an die Formen der modernen und der mittelalterlichen Lebensempfindung denken. Denn es bestanden zwei kardinale Unterschiede. Der erste war der Mangel an Sentimentalität: ob frellich dieses Unsentimentale im Sinne Schillers dem Naiven gleichzusetzen sei, läßt sich bezweifeln. Freud sagt in feiner Abhandlung über die„sexuellen Abirrungen": ..Der ergreifendste Unterschied zwischen dem Liebesleben der alten Welt und dem unserigen liegt wohl darin, daß die Antike den Akzent auf den Trieb selbst, wir aber aus dessen Objekt legen. Die Alten feierten den Trieb und waren bereit, auch ein minderwertiges Objekt durch ihn zu adeln, während wir die Triebsbetätigung an sich gering schätzen und sie nur durch die Vorzüge des Objekts entschul- digen lassen." Dies ist auch der Grund, warum es im Altertum „unglückliche Liebe" nur als pathologisches Phänomen geben konnte (die Griechen betrachteten die seltenen Fälle, in denen sie vorkam, so wie wir eine Infektionskrankheit), da diese sich notwendig aus ein bestimmtes Objekt beziehen muß. während der„Trieb" sich nie versagt und nie enttäuscht, so daß die beiden Hauptquellen, aus denen der Komplex„unglückliche Liebe" gespeist wird, nicht vor- Händen waren. Noch wichtiger aber ist die Tatsache, daß die Erotik der Griechen sich fast ausschließlich auf dem Gebiet der Homosexualität bewegt hat. Hierfür hat man mit Vorliebe ihr« sehr edle, aber zweifellos bis zur Manie getriebene Pflege des Leibes durch ft«t« Turnübungen, Ritte. Ringkämpfe. Wcttläufc, Wurffpiele verantwortlich gemacht. Auch ihre starke Beeinflussung durch den Orient dürfte ins Gewicht i allen. Jedenfalls hat die Päderastie bei Ihnen eine beispiellose Extensität und Intensität erreicht. Bei den Dorern: in Sparta und Kreta, bildete sie geradezu einen Bestandteil der öffentlichen Er- Ziehung: in'Athen wurde sie mit der Strafe der Atimie, der Entziehung der bürgerlichen Ehrenrechte, nur dann belegt, wenn es sich um Notzucht oder Kinderschändung handelte, also in jenen Fällen. wo auch die normale Geschlechtsbetätigung verpönt ist; auch gab es dort Sfkentkich«. und zwar besteuerte, männlich« Prostituiert«. Seit durch Venedig Palazzos Vendram in im alten Ghetto bei italienischen und portugie- fischen Juden. Die Kanäle in diesen Bezirken sind eng und schmutzig. Wie aussätzig steigen die verwahrlosten Häuser aus der Flut un.d bauen schwarze Schluchten, in denen die Kinder wimmeln, der qua!- volle Reichtum der armen Leute. Wir verlassen die dunklen Gassen und wenden uns dem Bahn- Hof zu. lind nun beginnt die schönere Seite der Stadt: die Hotels, die Easäs, die alten Kirchen, der Canal Grande mit dem'Betrieb der Dainpser, Motorboote und Barten. Die Führer wimmeln um die Hotels, die Händler biete» Ponrogrophien oder Ansichtspostkarten und Andenken an: jetzt ist Venedig wieder eine Stadt, die von den Fremden und von ihrer Vergangenheit lebt. Die Fremden sieht man auch, wenn sie durch die Kirchen und Paläste streifen oder in den berühmten schwarzen Gondeln aus dem Canal Grande fahren. Man findet di« Fremden in den Cafes, in den Hotels, aus dem Lido und auf dem Markusplatz, dem vollendeten Steinwunder, wo sich scheinbar ganz Venedig trifft, auch die Vor- städte. Der Fremde weiß wenig von dem verbitterten Kampf der Gondoliere gegen die neuen, kleinen Fährdampfer, er weiß nichts von den armen Fischern und den bedrückten Glasmachern von Muraiw und den bleichstichtigen venezianischen Perlenstickerinnen. Der Fremd« sieht meistens nur das romantische Venedig. Das romantische Venedig? Run, auch hier geht nach dem Krieg das Herz der Zeit schneller. Viele Marmorkirchen gehen langsam zugrinrde. Auf alten Fassaden nisten die Tauben. Strebepfeiler und Zierstücke zerbröckeln. Gras, Moos und Gebüsch wächst aus einigen grandiosen Portalen. Ich sah zwei Kapellen, in denen Kinos eingebaut waren. Wenn der Mond, die Silberbarke, über den schwarzen Barken auf dem Canal Grande schwimmt und über der Kirche Maria della Salute geistert, suchen die Gondeln der Musikanten die Fron- ten der großen Hotels ab, die am Wasser liegen und in donen di« Frenidcn tafeln. Dann beginnt ein Singen über dem samtnen Wasser. Der Anführer der schwimmenden Kapelle wirbt deutsch, französisch und englisch für seine Leute. Aber auch dieses roman- tische Brot wird schwer verdient. Aus zwei großen Hotels holte sich das singende Schiff für acht Menschen gegen zehn Mark. Auch den Lido müssen wir besticheu. Wir fahren durch die Lagunen und haben die kleine Insel bald erreicht. Um sie führt— tragischer Unsinn— eine Straßenbahn. In Venedig gibt es kein« Bahnen, keine Autos, keine Radfahrer. Wir wandern die herrliche Diole San Maria Elisa betta zum Strand, berühren die prunkvollen Hotels und hören die babylonische Sprachenverwirrung aller Länder. Dl« sogenannte Welt und ihre kongeniale SchoKster, die Halbwelt, treffen sich auf dem Lido. Wir bleiben nur eine Stunde, um sagen zu können, wir sind dagewesen, wir haben in da» tiefe Blau der Adria gestarrt, wir kennen dieses süß« Eiland, und fahren dann nach Venedig heim. Auf der Dia Garibaldi flattern die Fledermäuse. Am anderen Tag fahren wir vom Neuen Fundament nach der Insel Murano hinüber. Dort liegen die Glasfabriken, rauchen die Schornsteine, glühen die Oefen. In Murano arbeitet dos venezianisch« Volk und bläst die«dlen Gläser. Es fitzt in den Schleifereien und frißt Glazstaub. Und die schönen Tochter dieses Volkes öerblühen sehr schnell, während sie die schönen Gläser mit leuchtenden Farben bemalen. An den Schmelzöfen sehen wir in die schwer« Arbeit gebeugt vierzehnjährige Knaben. Murono ist eme schmutzige Stadt und leine heitere, wie das Reisehandbuch versichert. In dem kleinen Museum aber ist das Glas und fein« Geschichte zu studieren und baut sich wie ein kristal- lener Turm aus«truskischen Funden bis zu den Tagen von heute auf. Man ficht herrliche Spiegel, edle Kristalle, Vasen und Blumen, die alte Glasposaune der Republik Venedig wird gezeigt und Tiere aus Glas, Mosaik au» Glas, Porzellan aus Glas. Das Wunder der Arbeit wird sichtbar: die geschlissene und reine Form aus dem Fcuerofen der Mühe und Anstrengung. Zwischen der Insel Murano und den vielen Inseln Venedigs liegt die kleine Insel San Michelc, auf der die Venezianer ihr« Toien begraben. Die Glasarbeiter aus Murano und auch die Nichts- tuer vom Lido. Die schwarzen Flammen der Zypressen lodern in den verklärten Himmel. Ader das ist kein Trost, die Gleichheit im Tode. der Ermordung des athenischen Tyrannen Hipporch durch die beiden Jünglinge Harmodios und Aristogeiton, die in einem Liebesoer- hältnis standen, bekam sie einen geradezu heroischen Glanz. Poesie- umflossen sah man auch das Verhältnis Alexanders zu seinem früh dahingerafften Liebling Hcphästion. An den Dtadochcichöfen wurde sie nicht gern gesehen, aber nicht aus moralischen Gründen, sondern weil man hinter Männerbünden immer Verschwörungen argwöhnte. In den Schlachten hatten die Liebespaare den höchsten Gefcchtswert: sie bildeten sozusagen die kleinste tattische Einheit; die berühmte „heilige Schar" von Theben, die für die beste griechische Truppe galt, bestand aus lauter Homosexuellen. Nicht nur fast alle promi. ncnten Griechen von Solan bis'Alkibiades waren Päderaften, son- der» auch viele Götter und Heroen, wie Apollon und Poseidon, Herakles und Ganymed wurden dafür angesehen. Am entscheidendsten aber ist die Tatsache, daß die hellenische Kunst und Philosophie ihr« wunderbaren Kreise so ost um dieses Phänomen ziehen läßt.„Man muß zur rechten Zeit von der Liebe pflücken," singt Piichar als resignierender Alter,„in der Jugend! Aber wer des Theoxenes strahlende Augen gesehen und nicht aufwogt in Sehnsucht, dem ist an kaller Flamme aus Stahl uird Eisen geschmiedet sein schwarzes Herz. Aphrodite aber verachtet ihn! Oder er müht sich mit aller Macht um Geld oder, der Gier noch dem Weibe sein Herz opfernd. schwankt er haltlos umher. Ich aber schmelze um der Göttin willen dahin wie Wachs der heiligen B'enen unter dem Biß der Hitze, wenn ich auf des Knaben jugcndschönc El'cder blicke." Man beachte, daß hier die Weiberliebe mit der(für den Griechen und zumal für den aristokratischen Altthebaner besonders verächtlichen) Geldgier auf eine Stufe gestellt wird und Aphrodite als di« Göttin der Knabenliebe gill! Das weibliche Gegenstück aber zu Pindar ist Sappho. Auch sie betet zu Aphrodite um Beistand im Gram ihrer uneingestandenen Liebe zum Mädchen und schildert der Geliebten di« kühle Leidenschaftslosigtell des Mannes, wenn er die süße Stimme und das liebliche Lachen der Braut hört, im Kontrast zu ihrer eigenen Ergriffenheit:„Das Herz schlägt, die Stimme versagt, Feuer läuft unter der Haut hin, die Zlugen sehen nicht, die Ohren sausen. Schmeiß rinnt herab. Zittern befällt mich und fahl wie welkes Gras gleiche ich einer Toten." Auch di« berühmte„platonische Liebe" ist zwar ohne übersinnlick)», sublimiert«, wie der Sprachgebrauch richtig an- nimmt, ober eine ausschließlich homosexuelle.„Es gibt zwei Göttinnen der Liebe," sagt Pausanias im„Symposion", und darum auch zwei Formen des Eros. Der Eros der irdischen Aphrodlle ist indisch und überall und gemein und zufällig, lind alles Gemeine bekennt sich zu ihm.... An der Zeugung und Geburt der irdischen Aphrodlle hallen beide Geschlechter, der Mann und dos Weib, Anteil. Die hohe Liebe stammt von der himmlischen Aphrodite und die himmlische Aphrodite ist eine freie Schöpfung des Mannes. Und darum streben alle Jünglinge und Männer, die diese Liebe begeistert, voll Sehnsucht zum Männlichen, zum eigenen Geschlecht hin: sie lieben die stärkere Natur und den höheren Sinn." Die Stoiker zählten unter die zahlreichen„Adiaphora", die Gleichgültigkeiten des Daseins auch den Unterschied des Geschlechts. Dies war aber eigentlich noch zu wenig gesagt: er war kein Adiaphoron, vielmehr für die Griechen das eigene Geschlecht viel bedeutsamer als das weibliche. Die Erotik mit allen ihren Beglciicrscheimmgen: der Ekstase, der Eiserjucht, der Hörigkeit, der Verklärung des geliebten Gegenstandes hat er nur unter der Form der Knabenliebe gekannt. Erst Euripides entdeckte die Frau als psychologisches Problem, aber auch er schildert sie fast immer nur als Subjekt, nicht als Objekt der Lcebes'.eidsnschaft. Wer sich aber in ein Weib unter ahnlichen Sym- ptomen verliebte wie in einen Gcschlechtsgenossen, galt selbst noch in der alexandrinifchen Zell, die das Geschlechtsleben bereits mll ganz anderen Augen ansah, für einen„Dyseros", einen von der Gottheit zu seinem Unheil verblendeten Liebhaber. ä)ie bedrohte SSirke Früher war die Dirle bei nn» ein weit verbreiteter Baum, aber ist mehr und mehr durch die auf Nadelholz eingestellte Forstwirt- schart zurückgedrängt worden nrtd fristet jetzt in unseren Wäldern, meist aber bloß an Waldrändern, ein sehr bescheidenes Dasein. Die Birke ist eben ein Baum zweiter Größe und erreicht nur in Teilen Ostpreußens annähernd die Ausmaße der baltischen und mittelrussi- scheu Birken. Darum hieß es: Fort mit ihr! So verschwindet der freundliche, weihe Baum mit den zarten, zierlichen Zweigen und dem anmutigen Laube mehr und mehr, und mit ihm der herrliche hellgrüne Frühlingsjchimmer und das goldene Herbstleuchten der Wälder. Die wenigen Reste unserer Birken aber müssen alliährkich noch dazu herhallen, die unglückseligen„Pfingstmaien" zu liesern. In Mengen ziehen jung und alt vor dein Feste in die Auen und Milder und berauben die Birken ihrer grünen Zweige oder, was noch schlimmer sst. sie hacken die jungen Bäumchen einfach ab. bringen die Stämmchen nach Hause, stellen sie in allen vier Stuben- ecken, vor der Haustür und vor dem Garteneingang auf und haben ihrer alten„Volkssitte" Genüge getan. In Rußland, Schweden und Norwegen mag das ja noch angehen, da dort die Bevölkerung nicht dicht, und an Birken kein Mangel ist. Bei uns aber ist diese Volks- sllte zu einer bedenklichen Unsitte geworden; denn sie wird in absehbarer Zeit dazu beitragen, daß einer der schönsten Bäume unseres Landes aus der Liste der Lebenden getilgt wird. Das mag noch Jahrzehnte dauern, endlich aber wird die Stunde schlagen, wenn dem Unfug nicht durch Polizeiverordnungen oder besser noch durch Gesetze gesteuert wird. xoia xandau: Frühling Im fölivii|lem Wieder mag der Frühling die Menschen auf einer Wiese, am Herzen der klopsenden Erde, unter dem Taumel blühender Bäum« erschüttern. Ich erblickte sein Gesicht in einer grauen, kahlen Straße. Eine Großftadlstraß«, wie tausend andere mit der schnurgeraden Reihe der gefangenen Bäum«, die fast leblos in ihren Glltern stehen und kaum atmen, mit der Oede des Pflasters, auf dem sich das Sonnenlicht stumpf und schläfrig duckt, mit seinen Steinwaben der Mietshäuser, aus denen Fenster bei Fenster der gleiche Alltagsdunst hervorquillt. In solchen Straßen scheint es keinen Frühling zu geben, wo auf hellgrünen Blättern der Bäume schon Staub wie leichter Schimmel liegt und die Gesichter der Menschen durch Mühsal eckig und scharf wie Steine abgewetzt sind. In solcher Straße, wo die Kinder mit Kreide ihre Spiele auf die Pflasterstein« malen und wo die Frauen in den schweren Markt- taschen ihre Kümmernisse mitschleppen, gibt es eigentlich kein« Jahreszeit, die sich von der anderen unterscheidet. Hier braust di« Lust nicht von den Stimmen des Frühlings, hier tickr nur das kleine Geld seine eintönige, klappernde Melodie und teilt das Leben in gut« und böse Tage. Und doch war auch in diese Strohe der Frühling eingebrochen. Aus einem Hausflur trat«üie Frau mit den unjungen Zügen der Sarge und ging langsam über den Fahrdamm. Plötzlich schoß sie mit ihrem gebeugten Rücken wie ein sonderbarer Vogel vor- wärts, der auf einen selleneu Bissen zustößt Was halle sie kostbares erblickt? Eine Geldmiinze vielleicht, die jemand verloren hatte? Tief bückte sie sich über den Rinnstein und las umständlich etwas auf: ollmählich erkannte man, es war ein Bündel geworfener halbverschmu tztcr Blüten, Blumenabfall von Stics« Mütterchen, Anemonen und Primeln, sorgsam grist die Frau jede Blume mit ihren Fingern aus und fügte sie zärtlich aneinander, so selbstoergesien, al» pflückte sie mllten auf einer Wiese. Die Markt- tasche log neben ihr, uid immer holte sie neue Blumen hervor, bi» die Farben in einem Dreiklang von violett, rot und goldgelb feurig zwischen ihren Fingern glühten, und es schien als bräche sie aus dem Rinnstein selber einen Strauß, der ihr aus einer geheimnis- vollen unterirdischen Tief« entgegenwuchs. Als sie endlich ihr Gesicht hob, glänzte es von Jugend. „Daß die Leute aus dem Blumenladen so etwas Schönes weg- werfen." murmelt« sie in die Blumen hinein.„Ohr erholt euch wieder bei mir." Und eilig, als wollte man ihr«in lebendes Wesen entreißen, das sie im Arm« trug, preßte sie den Strauß an sich und lief wieder mit den sonderbaren hüpfenden Sprüngen eines Bogels in das Haus zurück. Hinter ihr aber wirbelte der Frühling auf. mächtig wie«ine Sturnrsllit, die die Steine ausriß. Die Gewalt der atmenden, von Lebenswillen berstenden End« brauste durch die graue Straße. Alle Häuser sangen. Di« Dahlie als Kortosfelcrsotz. Daß di« Dahlie ansängtich in Europa eingeführt wurde, um die Kartoffel zu ersetzen, ill wenig de- könnt. Di« Dahlie war ursprünglich eine mexikanische Wurzelsrucill, die der schwedische Naturforscher Dahl, ein Schüler Lines, im acht- zehnten Jahrhundert nach Europa bracht«. Man fand jedoch keinen Geschmack an diesem neuen Nahrungsmittel und wollte die Knollen nicht hoben; die Gärtner dag'gen erlannten die großen EntwickKipgs- Möglichkeiten der Pflanze, di« eine Z'erde unserer Güter geworden ist. Die sehr scharf schmeckenden Knollen werden nöch' heute in manchen Orten rn Frankreich gegessen. ZPaul A. Schmidt: grühiahrsSchau der Akademie Di« Akademie Hot wieder einmal ihre Pforten dem Frühling geöffnet, und man kann von einer erfreulichen Ausstellung sprechen, die wieder der Jugend gerecht wird. Zuvor aber kommen die ge- wohnten Sonderausstellungen. Ludwig Knaus hat man aus technischen Gründen nicht rechrzeitig zu feinem hundertsten Geburtstag vor«irrem halben Jahr feiern können. Auch die 34 Gemälde, die man nun glücklich zu- sammengebracht hat, rechtfertigen nicht den vollen Feierklang einer hundertjährigen Berühmtheit. Man ist enttäuscht: nicht der de- kannten Genrebilder wegen, die das europäische Aufsehen ihrer Zcü ganz unbegreiflich erscheinen lassen, sondern weil auch die frühen Sachen aus de» vierziger und fünfziger Jahre» sich keines- wcgs rn der Qualität weit von jenen unterscheiden. Es gibt natür- lich Besseres aus seinen Anfängen(ein Beispiel ist das Bildnis von Ravens 4837), aber man hat«s eben nicht bekomm«» und bietet so den Beweis an, daß es überhaupt niemals sehr weit mit Knaus' guter Malerei hergewesen sein kann. Zwei der stattlichsten Säle sind mit Kollektivausstellungen von Bildhauern gefüllt, Fritz Klimsch und Ludwig Cauer. Während die Arbeiten von Cauer nirgendwo das akademische Maß über- schreiten, erfreut im Werke von Fritz Klimsch eine lyrische Be- schwingtheit, die die weiblichen Aktgestalten mit schlanker Anmut erfüllt, und eine fein« Treue m den Bildnissen. Auf die Bildhauerei ist überhaupt ein lobenswerter Nach- druck gelegt. Hervorzuheben sind lebendige Bildnisköpfe von Otto Lothar, Brellochs und Naubereit, reizende kleine Tierbronzen von S ch i f s n e r, ein„Jimger Hirt" von H a i m- W« n t s ch e r; in monumentaler Aktgcstaltung stehen an erster Stelle Christoph Voll mit einer eindringlichen Komposition zweier Frauen, Laurent F. Keller mit einer schönen „Fliehenden", und Milly Siegers„Singendes Mädchen", eins ihr«r reifsten Gestalten. Köstlich ein kleiner Torso von Robert E l st c r, eine„Aufsteigende Wasserträgerin" von S o p h e r. Ganz persönliche Gestaltung gibt Ludwig Gies in Plaketten von hoher Eindringlichkeit der Form, die er in Art versenkter Reliefs aus der Mcdaillenflüche herausholt. Bei den M a i e r n kann man nur nach Gegenständen rechnen: zuin größten Teil sind nur ein oder zwei Bilder von jedem Künstler angenommen, um möglichst viele heranzulassen. Man kann aus der großen Fülle guter, freilich nirgends überragender Leistungen nur eine Auswahl treffen. Zum Thema Frauenbildnis steuern interessante Lösungen bei A n n o t, S a g r e k o w, der sich gut entwickelt(seine Gefahr heißt: Jaeckel), Orlik mit einer fast süßen„Cläre" und einem hinreißenden Pariser Hotelzimmer, K r a u s k o p f und K a u s mit starken Leistungen, Jaeckel mit„Zwei Schwestern", lebendig differenziert, W. T c u t s ch mit einem ganz bezaubernden Katzen- mädel und Ilse Ruth Voigt nnt einem zarten und malerisch nabeln Bildnis. Selbstbildnisse von Rang sind von W o l l h« i m und A. de 5) a e r zu sehen, bemerkenswert in ihren malerisch«» und gegenständlichen Kontrasten: von A. Kaufmann ei» derb und rasch charakterisiertes Familienbild. Aktkompositionen von D e g n e r(als Flächenfchinuck in monotoner Tönung breit angelegt) und von B. H a s l e r, g«rft- reich in Situation und malerischer Verfeinerung, vom sinnlichen Eindruck ausgehend. Landschaften sind in besonders reichen Varianten vor- Händen. Max Liebermann stiftete einen hell in der Sonne leuchtenden„Wannseegarten". Das solide Handwerk der impressio- nistischen Zeit verkörpern in ausgezeichneter Weise D e t t m a n n, Otto H. Engel, Otto Heinrich und Ulrich Huebner. Sie haben so viele Formrevolutionen in der Kunst erlebt, daß ihre qualitativ hochstehenden Bilder heute wahrer und echter erscheinen, denn je. Die nächste Entwicklungsstufe vertreten A h l e r s- He st er mann mit einem besonders reizvollen und motivreichen „Alsterkanal", Partikels und Ernst Hubers funkelnde Farbenbuketts, Röhricht mit einem gewaltigen„Mariatal", und Rudolf I a c o b i: die Verstärkung der Farbcnmittel als Folge des Expressionismus macht sich geltend. Greserath, Seeck, S t r ü b e r und Z o l n h o f e r weisen schon wieder zu einem neuen, ganz malerischen(aber eher„barocken") Ideal hin. Franz Taver Fuhr hat seine phantastischen Flächen- und Linienwirtschast wundervoll weiter entwickelt. Den interessantesten Teil aber kann man aus allen Sälen her- ausfinden, wenn man die inhaltlich betonten Bilder nimmt. Es ist längst nicht mehr wahr, daß der Gegenstand gleich- gültig ist. Das merkt man vor allem vor den Bildern unserer Jüngsten, die wieder das Leben in seiner bunten Bewegtheit packen. Es scheint unter unseren jungen Malern fast eine stille Uebereinkunft zu bestehen, wenn sie mit ganz verwandter Freude an der Farbig- keit des Großstadtalltags malen: H. I. Lau eine Konditorei, Netz- band den Schuhladen, B. H a s l e r ein Feinkostschaufenster, Fritfch die typische Tanzdiele, Straßner das Flugplatztreiben, Otto Schaff Wannfeemädelchen und Else Rose mit köstlicher Kinderphantasie das Paradies eines Karussel? Das Beobochtungs- feld weitcrt sich, wird exotisch oder sozialkritisch, wenn Pechstein das Leben eines Frauenhauses auf Polau schildert, Hans Meid südländische Liebesszenen ins Tragische wendet, Hermann H u b e r Kinder beim Obsternten monumentalisiert, und Ringel- natz privatestes Leid in die UnHeimlichkeit von Traumlandschaften versetzt. Am weitesten gehen nach der Seit« des Kritischen Stein- Hardt, der eines Sonntagspredigers sinnlose Extase der Völlerei einer apokalyptischen Vision gegenüberstellt, und Weinhold aus Calw, dessen„Regenschirmschlacht" und„Calwer Sybille" den Spuk grausigen Albdrückens spiegeln, eine wahre Metzelei des Geistes, die an die Bilder des Grauens von Dix, Groß, Georg Scholz er- innert: Den Zusammenhang mit diesen Geistern erhärtet Wein- hold, wenn er Schlichters Gattin in einer frivolen Stellung malt. Beide Künstler stammen aus demselben bigotten Schwarzwaldnest, das die wunderlichsten Toren und Heiligen der Gegenwart in die Welt sendet. • Zur Eröffnung der Ausstellung hielt der Präsident der Akademie Mar L i e be r ma n n eine Ansprache, die mit grundjätzlichen aphoristischen Bemerkungen aus die Stellung des bildenden Künst- lers in der Gegenwart und auf die Bedeutung der Akademie im Kunstleben einging. Liebermann sagte u. a.:„Das Werk des Meisters wird erst das. Meisterwerk durch die Wirkung, die es auf die Welt ausübt. Der Künstler ist vom Publikum abhängig wie andererseits das Publikum vom Künstler. Mit anderen Worten: die Kunst hat das Publikum, das sie verdient, wie das Publikum die Kunst, die es verdient. Unsere Aufgabe, den Maßstab für das Urteil festzustellen, scheint mir daher darin zu liegen: den Boden so aufnahmefähig wie möglich für das Genie zu machen, damit es sich zur vollen Blüte ausreifen kann. Die Akademie kann keine Genies aus dem Boden stampfen, aber sie kann die Entwicklung des Genies fördern. Das Genie ist mitonom, es entwickelt sich nach dem Gesetz, nach dem es angetreten. Aber das Gesetz ist erst aus der Zeitströmung heraus formuliert: in der Tradition. Aus ihr heraus und nur aus ihr kann sich das Genie voll entwickeln. Woher käme es sonst, daß alle Künstler, die in gewissen Jahren geboren sind, dieselben Ideen in ihren Werken zum Ausdruck bringen, wie das Pinder in feinem geistreichen Buche nachgewiesen hat? Durch die Tradition wird der tolle Most„der Neusten, die sich grenzenlos erdreusten", gebändigt, sie ist gleichsam die Polizei in geistigen Dingen. Di« Tradition legt dem wildgewordcnen Pegasus Zaum und Zügel an, um ihn in seinen wilden Sprüngen vor dem tödlichen Absturz zu bewahren. Revolutionen— ob in der Politik oder in der Kunst— entstehen, wenn etwas faul im Staate Dänemark ist: sie sind die Symptome für die Krankheits- erscheinungen im Organismus. Der allzu schwache Körper unter. liegt, der starke dagegen wird nach überwundener Krisis um so ge- kräftigter dastehen. Die Anfang dieses Jahrhumderts erfolgte Kunstrevolution war die Reaktion aus einen mißverstandenen Realismus. Die?tatur- Wahrheit beruht nicht in der Nachahmung der Natur, sondern in ihrer Nachschöpfung. Objektive Wahrheit gibt es in der Kunst am wenigsten: die Photographie kann nie zur Kunst werden. Ich leugne nicht, daß der Impressionismus durch talentlose Anhänger verslachte und insofern die ihm folgende Gegenbewegung Berech- tigung hatte. Aber wie gewöhnlich wurde das Kind mit dem Bade ausgeschüttet: man wollte nur da Kunst sehen, wo sie sich von der Natur entfernte. Das laut« Hosianna-Gefchrei, mit dem diese Uebertreibungen und Verirrungen begleitet wurden, tötete auf Jahre hinaus das reine Empfinden. Jeder Maler aber sucht das Innere der Natur darzustellen. Doch er beleidigt die Kunst, wenn er es durch etwas anderes zum Ausdrucke bringen will als durch die Form. Wer in der Unzulänglichkeit der Form das besondere Kennzeichen des Genies erblickt, der ist ein Narr oder— wenn er es wider besseres Wissen tut— ein Betrüger. Mehr als irgendwo anders gilt in der Kunst das Wort des Dichters Oskar Wilde: „Nur der Schein betrügt nicht." Arnold Watferbauer: Ciflttt* CHIC Aofe Marietta hieß eigentlich gar nicht Marietta. Den Namen hotte er ihr gegeben. Er, derselbe hübsche junge Mensch, der sie neben dem Rathaus angesprochen hatte und den sie nie wieder im Leben sehen sollte. Aber das ist nicht der Anfang der Geschichte. Der Anfang der Geschichte, das ist der Hunger. Viktoria— sie hatte zeitlebens den Eindruck, daß sich in ihrem Vornamen tragische Ironie verbarg— hatte einen Gatten und zwei Mädchen, sieben- und neunjährig. Der Gatte war irgendwo im Ausland, schickte Geld für den Unterhalt. Die beiden Mädchen waren in einem Institut untergebracht und die Mutter besuchte sie jeden zweiten Tag. Das alles sieht geregelt aus, in Wirklichkeit aber war es so, daß das Geld von ihm gerade knapp, ganz knapp reichte, fürs Allernottvendigste. Und eben dieses monailiche Geld blieb eines Tages aus. Dazu ein gedrängter Brief des Gatten, der Viktoria zeigte, daß gar keine Aussicht bestand, bald wieder etwas zu er- hatten. Er sprach auch von unruhigen Verhältnissen in dem Lande, wo er lebte, von der Unmöglichkeit, Frau und Kinder dorthin nach- kommen zu lassen— kurz: Viktoria stand in der ihr fremden Stadt mit den beiden Mädchen plötzlich noch mehr allein da, als dies ohnehin schon der Fall gewesen war. In solchen Situationen kommt dos Unheil in einem zermalinenden Tempo daher, wie ein Tank. Es reißt alles nieder, was ihm in die Quere läuft. Groß, hager, mit dürren Fingern greift der Hunger in den leeren Magen, reiht Krämpfe in die Eingeweide, macht den Kopf dumm und benormnen, läßt Menschen binnen Minuten die Moral einer ganzen Generation, sorgsam gehegt und gepflegt, aus den Kopf stellen, macht aus Vätern, die Bürger schienen, Verbrecher, aus Müttern, die Damen waren, Dirnen. Es ist nicht mit Worten erledigt, dieses Thema:„sie hätte sich Arbeit suchen sollen, aber nicht auf die Straße gehen... das ist eine Ausrede, sie hat's doch schon in sich gehabr, das Herum- flanieren.. Urdmnm sind solche Worte! Seht euch nur die arme, kleine, zarte Viktoria an, wie sie da scheu, wie ein Reh. im abendlichen Schatten der Häuser schleicht, als hätte sie, weiß Gott, was, angestellt. Und in Wirklichkeit hat sie gar nichts angestellt. Aber der Entschluß, den sie gefaßt hat, ist so furchtbar, für sie selbst so durchaus unfaßbar, daß sie allen Grund fühlt, heimlich, wie je- mand, der einen Mord vollbracht hat, im Schatten der Häuser zu schleichen. Heute war ein Brief von ihm gekommen. Ein Brief, der ihr sagen sollte, daß überhaupt auf gar nichts mehr zu hoffen wäre, weder auf Geld noch— auf ihn selbst.' Er war dort, in der Fremde, an einer Frau kleben geblieben. Und Viktoria blieb allein mit den Mädchen. Ein Maler hatte chr draußen, in der Vorstadt, sein Atelier als Schlafstelle überlassen. Diesen Maler hatte ihr Gatte gekannt. Dort wohnte sie nun seit zwei Wochen. Heute abend, che sie von dort weggegangen war— das Ateller war schon seit mehr als einem Monat von seinem Besitzer unbenutzt—, hatte sie eine Ausstellung gemacht. Sie war Milch und Gebäck für zwei Monate schuldig. Fleisch für sechs Wochen, Wäsche für vier Wochen(sie wusch sich jetzt alles selbst), dann war noch eine Schuftcrrechnung da, kurz — es gab kein ein und aus niehr. Alles, was beleihbar war, lag im Versatzamt. Und dann kam eben der Entschluß. Aber auch er war erst ge- kommen, nachdem sie an fünfzehn Stellen abgewiesen worden war, wo sie sich als Haushälterin, Sprachlehrerin, Klavierlehrerin, ja selbst als Scheuerfrau angeboten hatte. Das war ein Tag! Trepp- auf, treppab— und alles vergebens. Der Schlußpunkt, den sie hinter diese Bewerbungen setzte, das war dieser irrlichternde Gang, den sie jetzt im Schatten der Häuser des Patrizieroiertels tat, wo die Cadillacs und Minerva-Knights geräuschlos hielten, Chauffeure nach Türen schnappten, hinter denen arteriosklerotische Gecken neben Feh- und Zobelmarionetten saßen. Obwohl chr Kops benommen war, wurde sie sich dennoch sehr schnell bewußt, wie lächerlich dieses Beginnen war. Wie sah sie denn aus, um Gottes Willen! Da hätte sie wohl sehr wenig Chancen! Die Schuhe vertreten, Strümps« ge- stopft, der Mantel zwar schwarz, aber mit einem grauen, schillernden Spiegel... Und gerade, als sie darüber nachdachte, kam er, der hübsche, junge Mensch. Groß, schlank, mit Kinderaugen, kugelrunden Kinderaugen. Er war gar nicht schlecht gekleidet, trug einen weiten, modischen Raglan, der allerdings etwas zu lose von den steil ab- fallenden Schultern hing. Er sprach sehr wenig, nahm sie unterm Arm und fragte, ob er sie nach Hause begleiten dürfe. Trotzdem sie sich viel vorgenommen hatte, war ihr ja im Grunde genommen alles ganz gleichgüttig. Sie sagte mechanisch„Ja" und dachte dabei an ihre drei Programmpllicktc: erstens Einladung ins Cafe, dort bekommst du mindestens eine Schale irgendeines warmen Getränks und ein Gebäck dazu, das gibt Kraft und Mut. Zwettens: nichts vom Elend zeigen, munter fein, mit allem einverstanden, dann wird er auch Geld geben. Man wird über die Summe ver- handeln und wenn einmal alles vorbei ist, kann man von den Kindern erzählen, vielleicht gibt er etwas darauf... Es kam anders. Der jung- hübsch« Mensch war sehr gesprächig. liebenswürdig. Er redete ein bißchen zu viel— aber wenigstens wurde chr alles leichter. Er schlug wirklich kein Cafe vor, sondern begleitete sie, bis hinaus nach Währing. Nun stand man vor dem Haustor. Sie nahm ihn nach kurzem Ueberlegen init hinaus, ins Atelier. Ich habe bloß Tee und ein kleines Stückchen Brot, meinte sie. Das tut nichts, gab er zur Antwort. Ich will ja nur mit Ihnen sein! Warum sind Sie so gedrückt? Erinnere ich Sie an einen Mann, den Sie vielleicht geliebt... verlassen haben... der Sie verlassen hat? Sprechen Sie doch! Ihr wurde wohler, denn er hatte sie wenigstens noch nicht für eine Prostituierte gehalten. Sie faßte einen gewagten Ensschluß: „Ich werde Ihnen ausschreiben, warum ich so bin... und gehe einstweilen ins Nebenzimmer(das Atelier hatte einen Ankleideraum mit einem Sofa). Sie dürfen das aber erst lesen, bis ich drüben bin, ja?" Das versprach er. Dann ging sie nebenan, legte sich in dem finsteren Kabinett, dessen Tür sie offen ließ, auf das Sofa und beob- achtete ihn aus der Dunkelheit. Er nahm ihren Zettel. Sie hatte� knapp hingeschrieben:„Ich habe nichts zu essen, nichts zum Leben'und bin ganz ollein." Nun sah der junge Mensch da, im Schein des regenbogenfarbenen Lampenschirms, fuhr sich mit seinen feinen, dünnen, langen Fingern durch das kastanienbraune, etwas zu lange Haar, nervös, verlegen, las immer wieder den Zettel, stützte den Kopf in die Hände. Dann stand er schwer und langsam auf, wie ein Greis, und kam zu ihr. Er beugte sich über ihr Gesicht, küßte sie auf Stirn und Hände und sagte leise: „Armes Kind... Haft Pech gehabt. Ich bin arbeitslos... lebe bei den Ettern, kleinen Bürgersleuten: da, dieser Schilling ist alles, was ich habe. Wäre ich nicht bei ihnen, die mir zu essen und zu trinken geben, wüßte ich überhaupt nicht, wovon leben..." Dann tranken sie Tee. Er wollte irgendwie den Schilling da- lassen. Aber damit war ihr ja doch nicht geholfen. Nach einer halben Stunde, über der das heilige Schweigen der Armut war, ging er. Viktoria schlief sogleich ein. Am nächsten Morgen wurde sie früh geweckt. Ein Bote war da, mit einem kleinen Kärtchen und einer schönen roten Rose, voll aufgeblüht. Von dem hübschen jungen Mann. Mit den Begleitworten:„Das ist alles, was ich schicken konnte!" Wenn diese Geschichte, wie Viktoria ausging, einen Mann ein- zufangen, ein Märchen wäre, mußte sie wohl so schließen: ... Sie aber nahm die Rose und stellt« sie in ein kristallenes Glos. Kaum aber stand die Rose da. im Frühlicht, umgeben von der Armut dieser reinen Frau, da wandetten sich alle Blätter, eines nach dem anderen, aus Blumensamt in rotes, schweres, leuchtendes Gold. Und mit- diesem Gold« lebte Viktoria mit ihren beiden Mädchen viele Jahre noch in ungetrübter Eintracht... Die Geschichte ist aber gar kein Märchen. Viktoria lebt wirk- lich. Und die Rose ist längst oerwelkt. Blatt für Blatt fiel bald auf das nicht mehr rein« Tischtuch. Und viele Tränen Biktoriens waren auch dabei. Viktoria lebt wirtlich. Irgendwie... wenn man das Leben so nennen kann. Es ist gar kein„enck". Kein„hzppy cnck" und kein„unbappz' enck"... Die Geschichte oerläuft... irgendwohin... in den Staub und Schmutz der Stadt. Derselben Stadt, da in einer einsamen Nacht der junge Mensch mit den Kinderaugen bei Viktoria war. Ein Märchenprinz. Nur daß er auch arm war— und Märchenprinzen sind meist reich. Ihr aber blieb viel von dieser Nacht und dem morgendlichen Boten. Mehr als... nur eine Rose_____ Das Schlafbedürfnis des Menschen nimmt mit den Iahren ab. Das neugeborene Kind schläft, von Trinkpausen abgesehen, Tag und Nacht. Zu Beginn des zweiten Lebensjahres ist das Verhältnis von Schlaf zum Wachen ungefähr 14: 10, im dritten Leben-jahr« 12: 12 Stunden. Noch im Pubertätsalter und der darauffolgenden Zeit werden 9 bis 10 Stunden Schlaf benötigt Das durchschnittliche Schlafbedürfnis des Erwachsenen von 8 Stunden wird gegen Ende des.zweiten Lebensjahrzehittes erreicht. Es nimmt im hohen Zllter noch etwas ab. Die dickste haut von allen lebenden Tieren hat der Walfisch, sie kann eine Dicke bis zu 60 Zentimeter erreichen. pvrtokrtt T. Mit 20- Prelsllste Nr. 42 ir»U» grelle Füllfedern 0.60. bessere 0.90, 1,50, 1.90 welfie....... uw, 3.80 6 00. 6.40 Osa&eo......... JUSO, 7.00, 8.40 Kissen, gelüllt...2.45, 3.80, 4.55, 5.40 ünterbelt, gef..195cm lang 5.55. 9.15. 10 75. 15.25 «verbell, gef., 2mUag 6J5. 9.90, 13B5. 16.55 Steppflecton S SS I DitonendecKe Hl 36 80 ANNIMANN Bettfcderareln Ifang b«t Einkauf r. MX 30-— für tlacQ Susd gruu Kottbuser Damm 88,Tur mstr. 71, Rosenthalerstr.9