BERLIN Sien«tag 13. Mi 1930 10 Pf. Nr. 221 B 110 47. Jahrgang erschet»tti»lich anfer®»nnt«9«. Zugleich Sbeodau«gab« b«.vorwSrt«'. BezugSprei« bdbe Autgaden«SPf. pro Woche, 3,soM. pro Monat. Redaktion und Expedition; BerlinSW68,!i»denstr.» nlbwasfa l nitigenpretCDi« einspaltige Nonpareilleieil« « Vf.. Reklameteile b M. Ermäßigungen nach Tarif. »ßscheckkonto: Vorwärtt-Derlag G. m. b.H« Berlin Nr. SVdZk. Zernsprecher! Dönhoff sss bis 297 Stadtrat Busch entlarvt. Wie er bei der Schiebung mit Neu-Cladow 350000 M. verdiente. Troelstra, Wheailey, posner. Drei tote Kührer der internationalen Arbeiterbewegung. Ttadtrat«. D. Paul Busch, ehemals der«rohe, seriöse Förderer der WirtschastSPartei. ist der slorruptto« Lbersührt. er hat an dem Ankauf des Gutes NeuCladow mehrere hunderttausend Mark eiugesterkt. Strittig ist nu«»och. od i« diesem Fall Bestechung vorliegt oder ob Busch die an dem 5lauf beteiligte» Grundstücksmakler übers Dhr gehauen hat. » Die Staatsanwaltschaft ist auf dieses Geschäft eigentlich durch einen Zufall gekommen. Man hotte in Sachen Hilter«in« Haussuchung vorgenommen, jedoch eiaeu Brief de» Grundstücksmaklers Grosse gefunden, in de« an einer Stelle von dem Gutkaus Ilen-liladow die Rede war. Daraufhin wurden Haussuchu ngen bei den Maklern Maiwald und Grosse vorgenommen, und dort fand man die gesamte diesen Fall betreffend« Korrespondenz. Aus diesen Akten geht hervor, daß bei dem Bertauf des Rittergutes von Anfang an mit einer„kom- plizierten" Geschäftslage gerechnet worden ist. Frau v. Brandis hatte nämlich den Herren Maiwold und Grosse eine Provifion in Höh« von 4 Proz. zugesagt, für den Fall, daß sie das Gut an die Stadt Berlin verkaufen könnten. Diese Abmachung ist schriftlich getrosten worden, und es muß nun ermittelt werden, auf wessen Veranlassung diese Provision mit der daran geknüpften Bedingung festgesetzt worden ist. Bei dem Wert des Gutes, das sür 11,6 Mil- lionen Mark in den Besitz der Stadt überging, war«ine Provstion von 4 Proz. obfolut ungewöhnlich und hätte nicht weniger als 460 000 M. betragen. (Et besteht hier von vornherein der verdacht, daß die beiden Vermikkler diese hohe Provision gefordert haben mil der Be- gründnng, daß man von dieser Summ« erhebliche Beträge an Dritte„abgeben" müsse, um die Stadt zum Ankauf zu bewegen. Busch gibt zu, daß er mit seinem Freund« Lutkie, einem 5iolländer, sehr häufig über städtische Grundstückskäufe gesprochen habe und er laßt auch die Möglichkeit offen, daß er Lutkie davon erzählt habe. daß Berlin gerade Neu-Cladow ankaufen wolle. An weitere Einzel- Helten will sich Busch jedoch nach erprobter Weise nicht„entsinnen". Die Annahme gewinn« immcrmehr an Wahrscheinlichkeit, daß Busch durch Lutkie die beiden anderen Grundflücksvermlttler auszuschalten versuch« hat, um den hauptteil der Verkaussprovision in die eigene Tasche zu stecken. Es kann nicht oft genug betont werden, daß die sozial- demokratische Rathaussraktisn schon 1926 die Ab- berusung dieses Mannes verlangt hatte, ohne jedoch mit ihrer Forderung durchzudringen! Aus der Reichskoaliiion. Was geht im Neich von TreviranuS und Schmid vor? Die Telegraphenunion verbreitet unter der Ueberschrist „Pressechef aus eigener Machtvollkommenheit" die folgende Meldung? Wie die Telegraphenunion erfährt,� trifft die Meldung, daß Reichsminister Treoiranus die Sekretärin Erzbergers und Dr. Wirths, Fräulein Dr. Blssch, zum Pressechef im Reichsministerium für die besetzten Gebiete er- nonnt habe, in dieser Form nicht zu. Vielmehr hat in Abwesenheit von Treoiranus der stellvertretende Staatssekretär eine auf Privat vertrag Angestellte des Ministeriums, die der frühere Rhein- minister Dr. Wirth für seinen Verkehr mit der Pesse verwandte. einstweilen mit der Erledigung einiger Presseongelegenheiten beaus- lrogt. Die etatsmäßige Stelle des Preffereferenten bleibt bis zur endgültigen Klärung über das Schicksal des Rh-inministeriums vor- läufig unbesetzt. Formal steht sie im übrigen immer noch Dr. Stei- ger zu. der in dem Disziplinarverfahren gegen ihn Berufung«in- gelegt hat. Es kann jedenfalls mitgeteilt werden, daß sowohl der Minister wie der Staatssekretär von der ihnen durch die Press« be- teanifleworttfiiwi Ernennung" außermSentlich überrascht waren. Di« heutige Sitzung der Exekutive der Sozialistischen Arbaiter- Internationale brachte eine spontane, ergreifende Trauerkundgebung sür drei fast gleichzeitig verstorbene, führend« Genossen von internationaler Bedeutung: W h e a t l c y- England, T r o e l- st r a- Holland und P o s n er- Polen. In tiefer Ergriffenheit nahm das Wort der Vorsitzende der Exekutive Vandervelde: Wir haben heute drei schmerzliche Todesnachrich- i e n erhalten. Ein Telegramm a»s Glasgow berichtet, daß John Wheatley gestorben ist. John Wheatley war der erste Minister für Hygiene der britischen Arbeiterregierung. Die Energie seines Kampfes und die tiefe Lsidenschast seines Herzen» haben ihm die Sympathien oller erworben, d!e»ihn kannten, weit über den Kreis seiner Partei hinaus. Im Namen der Exekutive der Sozialiftischen Arbeiter-Internationale spreche ich den Genossen der Unabhängigen Arbetterpart« Englands und der britischen Arbeiterpartei unser tiefftes Beileid aus.-' � Eine andere Meldung berichtet uns, daß Pieter Ielles Troelstra gestern gestorben ist. Seit lanstem krank, seit Monaten der aktiven Tätigkeit entzogen, ist für ihn der Tod eine Erlösung 3>. J. f roelftra, von einem schweren Martyrium. Für die holländische Partei ist es der schwerste Verlust, der sie treffen tonnte. Aber es ist nicht nur die holländische Partei, die durch den Tod Troelstras so schwer getroffen wird. Die ganze International« Den Südatlantik überflogen. Französischer Flieger an brasilianischer Küste gelandet. Paris» 13. Mai. Der französische Flieger Mermoz ist heute früh 8.1V Uhr sGreenwicher Zeit)«ach Ucberquerung des Südatlantit in Aatal(Brasilien) gelandet. •*, Der französische Flieger Mermoz hat seinen Dauerpostflug über den Südatlantischen Ozean glücklich beendet. Er überflog gegen 6 Uhr früh die der brasilianischen Küste vorgelagert« Insel Fernando de Noron-ha und landet« um 8.10 Uhr in Port Natal. Mermoz hat also mit seinen Begleitern die Strecke Sant Louis(Senegal)— Port Natal, die 3450 Silomeler bekrägl, in 21 Stunden 15 Minu- len zurückgelegt. Die von Mermoz beförderte Post, die am Sonn- abend von Paris abgegangen war, ist sofort mit einem Landslug- zeug nach Buenos Aires weilerbesördcrt worden, so daß sie dort schon am Mittwoch ausgetragen werden wird. erleidet einen schweren Derlust. Wir sind noch sehr w«n»g von denen, die in der Vorkriegsinternationale tötig waren und Troelstra noch aus dieser Zeit gekannt haben. Und ich denke an die vielen anderen, die von uns gegangen sind. Ich war noch sehr jung, als ich in die Bewegung eintrat, und so habe ich einen nach dem anderen von den großen Kämpfern verschwinden gesehen: Bebel und Liebknecht, Keir Hardie, Bictor Adler, Bran» ting, Plechanosf, Iaures und S e m b a t— es ist sine ganz« Generation dieser Kämpfer, die verschwindet. Wir hoben Troelstra bei den Kongressen der Zweiten Inter- natioiwle gesehen, machwoll in Tat und Rat, wir haben den Adel seine» Gedanken» und sein« gewaltig« Kraft in der Führung der Massen gesehen. Mr Belgier leben nahe genug den hollöndrschen Genossen, um zu wissen, was Troelstra für sie bedeutet. Selbst aufs »icfste getroffen, trauern wir mit ihnen In ihrem Schmerz. Und weil die Mehrzahl der hier Anwesenden einer jüngeren Generation angehört, will ich ihnen sagen: Wenn wir sind, was wir sind, so danken wir das Männern wie Troelstra. die ihre ganze Seele, ihr ganzes Leben, in den Dienst des Sozialismus gestellt haben. Und uns von der älteren Generation bleibt der Trost, daß hinter uns andere bereit stehen, den Kamps weiter zu führen, wenn wir fallen. Wir wollen in einer Minute des Schweigens dem Andenken unseres großen Toten huldigen. Die Exekutive erhebt sich und verharrt eine kurze Weile stehend in tiefem Schweigen. Bandervelde fahrt sott: Durch»ine tragische Fügung des Schicksals haben wir noch einen dritten Todessall zu beklagen. Unser Genosse Posner. Mitglied des polnischen Senats, ist gestorben. Wir kennen ihn aus internationalen Kon- serenzen und wissen den schweren Verlust zu würdigen, der unsere polnischen Genossen getroffen hat. Nach den ergreifenden Gedächtnisworten Vandervcldes sprachen die Genossen W i b au t- Holland, Feimer B r o d wa y- England und D i am a nt- Polen dem Redner und der Exekutive Dank aus für die Würdigung der Bevdienste der verstorbenen Genossen. Beileidskundgebung des Parteivorstandes. Der Parteivorstond hat an die Familie des verstorbenen Genoffen Troelstra folgendes Telegramm gesandt: Di« deutsche Sozialdemokratie trauert mit Ihnen um Troelstra, den großen Begründer und Führer der holländischen Bruderpartei. Parteivorstand: Wels. Wheatley. London, 13. Mai,(Eigenbericht.)' Nach kurzem Leiden starb zu Glasgow im 61. Lebensjahr der Arbeiterabgeordnete und Gejundheitsmimster iin ersten Kabinett Maodonalds John Wheatley. Er war als eines der eis Kinder eines strenggtäubig römisch-katholischen irischen Bergarbeiters in einem Dorf der Crasschast Lanarffhire geboren und wurde im zwölften Jahre Bergarbeiter. Das irische Blut, das schottische Proletariermitieu und der dogmatische Katholizismus verbanden sich in ihm zu einer in der Geschichte der Arbeiterparteien der Welt einzig- artigen Synthese des sozialen Radikalismus und Katholizismus. Wheatley, der ursprünglich zum gemähigten Flügel der Unabhängigen Arbeiterpartei gehörte, wurde 1922 zum erstenmal ins Parlament gewählt, wo sein Radikalismus bald deutlich wurde. Seine außer- ordentlichen intellektuellen Eigenschaften veronlaßten Maodonald, ihn 1924 aus den wichtigen Posten eines Gesundheiisministers zu berufen, Wheatley bewies an dieser Stell«, daß er über ganzungewöhn» liche staatsmännisch« und administrative Fähig- k e i t e n verfügte. Im Gesundheitsministerium galt er gls der fähigste Chef, den das Ministerium zemal» gehabt hat. Sein Hausbougefetz wird für alle Zeiten eine der stohzeften Errungenschaften der ersten sozialistischen Regierung Großbritanniens bilden. Nach dem Sturz der ersten Regierung Maodonalds geriet Wheatley immer mehr und mehr in Gegensatz zur offiziellen Politik der Arbeiterpartei und er wurde zum gel st igen Urheber der schottischen Rebellion Im Unterhaus. Er war es, der die Unabhängige Arbeiterpartei in den heutigen Gegensatz zur Arbeiter- regierung hineinmanövriert Hot. Wheatley war zweifellos der stärffte Intellekt, den der linke Sozialismus Großbritanniens in den letzten Jahrzehnten hervorgebracht hat, Freche Naziprovokation. Tumultszenen im niederschlesischen provinziallandtag. Breslau. 13. Mai. In der heutigen Sitzung des niederschlesischen Prooinzialland- tages hatten die N a t i o n a l s o z i a l i st'e n einen M i ß- trouensantrag gegen den Oberpräsidenten Lüde- mann eingebracht, in dem sie seine sofortige Abberufung durch das Staatsministeriuni forderten. Zahlreiche Deutschnationale unter- stützten diesen Antrag, der der zuständigen Kommission zur Dar- beratung übermittelt wurde. In der Nachmittagssitzung kam es dann bei Beratung eines Arbeitsbeschaffungsprogramms für die Provinz zu heftigen Tumultszenen. Als der n a t i on a l s o z i a- listische Abgeordnet« Franke das Rednerpult betrat, wurde er von den Sozialdemokraten mit„cheil Hitler" begrüßt. Franke nannte hierauf die Sozialdemokxalen„Vertreter der Synagogengemeinde".„Bonzen und Zuhälter des jüdischen Großkapitals". Daraus erhob sich bei den Sozialdemokraten ein ungeheurer Sturmder Entrüstung: Abgeordnete beider Parteien stürzten nach dem Rednerpult und es kam zu einem minutenlangen Hand- gemenge. Schließlich unterbrach der Präsident die Sitzung aus 10 Minuten und rief den Aeltestenrat zusammen. Der Aeltestenrat beschloß, daß die beteiligten Parteien Erklärungen in versöhnlichem Sinne abgeben sollten. Der National- sozial ist Franke erklärte jedoch nach Wiedereröffnung der Sitzung, daß er eventuell bereit sei, den Ausdruck„ZuHalter" zurückzunehmen, daß er aber dem Sinne nach an seinen Ausführungen nichts ändern würde. Daraufhin setzte der Tumult erneut ein. Der sozialdemokratische Abgeordnete Schiller erklärte, daß er verschiedentlich bedroht worden sei, insbesondere von dem Nationalsozialisten Herber, der seiner Meinung nach Waffen bei sich gehabt habe. Er beantragt« deshalb, Herder auf Waffen hin untersuchen zu lassen. Durch einen besonderen Redner ließen die Sozialdemokraten erklären, daß sie Frank« am Weitersprechen verhindern würden. Der Tumult nahm immer schlimmere Formen an. so daß de' Vizepräsident die Sitzung wiederum unterbrach. Dem Präsidenten, Rechtsanwalt Bandmann, gelang es dann in langwierigen Verhandlungen, die Parteien zum Austausch schrist- licher Erklärungen zu bewegen und die Forffetzung der sacbli-ben Verhandlungen zu ermöglichen. Geheimfonds für Ersparnissei Vorwürfe gegen Sachverständige im Kunert-prozeß. Zn dem Prozeß gegen den Bankler Clemens Max knnert, der seit längerer Zeil vor der Sonder- ableilung des Schöffengerichls Berlin-Mille verhandelt wird und bisher nichts wesentlich Neues brachie, ereignete sich heute ein aufsehenerregender Zwischenfall. Sosort nach Eröffnung der heutigen Sitzung erhob sich der Der. teidiger Kunerts, R.-A. Dr. Sandack, und teilte mit, er habe einen anonymen Brief in Blockschrift erhalten, der folgendermaßen laute: „Sie wissen, daß die Sachoerständigea C. und D. nach dem Stinnes- prozeß Sonderzuwendungen aus den Fond» des Reichspräsidenten erhalten haben." Landgerichtsdirektor Steinhaus stellte den Sach- verständigen anheim, sich dazu zu äußern und fügt« zur Erläuterung hinzu:„Der Herr Verteidiger will auf Grund dieses Briefes wissen, ob die Herren Sachverständigen sich von der erfolgreichen Durch» führung des Prozesses Kunert im Sinne der Anklage materiell« Vor- teile versprechen dürften." Staatsanwaltschaftsrat Dr. Berliner bezeichnete diese Erörterungen als unerheblich für den jetzigen Prozeß. Vorsitzender:„Ich lege den allergrößten Wert darauf, daß die Heroen Sachverständigen sich dazu äußern, und stelle ihnen anheim, ob sie sich vorher untereinander besprechen wollen." Der Sachverständige Dr. L. erklärte daraus, daß sie sich «ine Erklärung vorbehalten. Sie könnten sich augenblicklich nicht dazu äußern, da sie erst eine Genehmigung des Reichsfinanzministers einholen müßten und ohne diese nichts aussogen tonnten. Daraufhin wurde der ganze Vorgang zu Protokoll genommen. R.-A. Dr. Sandack: Ich frage weiter, ist es richtig, daß Spitzel engagiert worden sind, die S Pro.z. von jeder Summe, diedem Reicherspart worden ist, bekommen haben? Die Beträge sollen bis In die Millionen gehen. Von einer Stelle allein sollen Ansprüche von nicht weniger als einer Million erhoben worden fein. Staatsanroaltschaftsrat Dr. Berliner- Diese Be- weis« sind für den schwebenden Prozeß unerheblich. R.-A. Dr. San- dack: Ee sind falsche Anmeldungen in erheblichen Mengen gemacht worden. Der Reichsfinanzmimster hat aber nur gegen Stinnes und Kunert Strafverfahren einleiten lassen. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Berliner: Der Prozeß gegen Kunert ist nicht von der Reichs- finanzverwaltung, sondern von der Staatsanwaltschaft ermittelt worden, da hier Meldungen zugegangen waren, daß strafbare Hand- lungen gegen das Reich versucht worden sind. Die Reichsfinanzver- waltung hat mit diesem Strafverfahren also nichts zu tun. Schließlich endete dieser Zwischenfall vorläufig damit, daß die Sachverständigen vom Gericht den Auftrag erhielten, von ihrer vor- gesetzten Dienstbehörde Aussagegenehmigung einzu. h o l e n und sich in der morgigen Sitzung zu dieser Sache zu äußern. Kommunistischem„Klaffenkampf". Gegen die Gewerkschaften. Die vergeblichen Versuche der deutschen Moskaufiliole, die freien Gewerkschaften unter ihre Vormundschaft zu bringen und sie ihrer parteipolitischen Experimentierpolitik zu unterwarfen, haben immer- hin den zweifelhaften Erfolg, die Einheitlichkeit der Gewerkschaftsbewegung zu beeinträchtigen. So wechselvoll und lächerlich die kom- nmnistische Taktik in ihrem„Klassenkampf" gegen M Gewerkschaften auch sein mag— es sei hier nur an die neuerdings preisgegebene Gelbcntheorie von den„revolutionären klassenbewußten Unorgani- sicrten" erinnert—, so bleibt sie sich doch gleich in der d e m a g o g i- s ch e n Spekulation auf die AusschlacÄung des ilmstandes, daß— genau so wie der kommunistisch« Parteiangestellte— der Gcwerkschaftsangestellte besser bezahlt wird als der schlcchtest bezahlt« ungelernte Arbeiter. Durch ihre tagtägliche Beschimpfung der Gewertschaftsaugestellle» in der kommunistischen Presse sucht die KPD. einmal die Tatsache zu verschleiern, daß auch ihre„Bonzen" besser gestellt sind als die auf den untersten Lohnstusen stehenden Arbeiter und Arbeiterinnen, zumal besser als die Arbeitslosen, um um so ungenierter daraus einen Gegensatz zu konstruieren zwischen der Masse der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft. wie der Arbeiterschaft überhaupt und der„sozialfaschistischen Büro- kratie", den Gewerkschaftsangestellten. Was dem Unternehmertuyi in jahrzehntelangen Persuchen nicht gelang, das vertrauen der Masse der Gewerkschaftsmitglieder zu ihren Führern zu untergraben und dadurch die Entwicklung der Ge- werkschaften zu hemmen und ihre Aktionskrast zu lähmen, das sucht die KPD. mit größtem Eifer zu erreichen. Hat sie in dieser erbärin- lichen Rolle auch eine günstigere Position als das Scharfmochertum im Unternehmerlager, so bleiben auch ihre Anstrengungen auf diesem Gebiete«rsolglos, wenn wir auch nicht behaupten wollen, daß sie der Gewerkschaftsbewegung förderlich seien. Förderlich sreitich in- sosern, als der Ekel vor diesem Treiben der KPD.-„Bonzen" der Um die Regierungswurst.' Industrie und Handel:»Halt, halt- laßt uns auch ein Stück übrig!" kommunistischen Parteibürokrotie eine Annäherung an sie ver- hindert. Ein gewisser Ulbricht, der heute in dem Moskaublatt die neue kommuniftische„Klassenkampf"-Theorie„gegen ADG.-Bürokratie" zu begründen hat, scheut sich nicht, die Leitung der Berliner Orts- Verwaltung des Deutschen Metallarbeiterverbondes,„die Urich u. Co", als„berufsmäßige Streikbrecher" zu be- schimpfen, weil sie die von der KPD. inszenierten„Aktionen" in der Berliner Metallindustrie nicht gutheißen kann und nicht noch obendrein finanziell unterstützt. Die' KPD. sucht die Gewerkschaften in alle möglichen von ihr eingefädelten betrieblichen Streitigkeiten hineinzuziehen, die Arbeiter der übrigen Betriebe in Sympathiestreiks zu treiben, kurzum,„Be- lvegung" zu machen und die Gewerkschaften dabei in jeder Weis« zu schädigen. Kann die KPD. die Gewerkschaften nicht /.erobern", so will sie sie doch zerstören und dann„revolutionäre", ihren Plänen dienstbore und gefügige Gewerkschaften ins Leben rufen. Man hat es mit den„Ausgeschlossenen" versucht, die man dazu zwang, ihren Ausschluß aus der Gewerkschaft zu provozieren, muß jedoch eingestehen: „Zede besondere Organisierung der Ausgeschlossenen bedeulek die Gründung von Organisationen, die nlcht leben und nicht sterben können." Also wieder„rin in die Kartoffeln"! Den„klassenbewußten Un° organisierten", die sich in ihrer Rolle so gut gefielen, weil sie den Beitrag sparten, den man doch„den notorischen Streikbrechern, die an der Spitze stehen", nicht zahlen kann, muß die KPD. durch den Ulbricht bedeuten, daß sie„die sozialsaschistische Bürokratie nur ver- nichtend schlagen' können, indem sie sie isolieren, die Masse der Arbeiter für die KPD. gewinnen, in der Umschreibung:„für die revolutionäre Gewerkschaftsopposition." Es erübrigt sich, hier aus all die altbekannten Tiroden einzugehen, die die KPD. gegen die Gewerkschaften, durch ihre noch nicht ganz fertigen Theoretiker vom Schlage der Merker, Ulbricht »sw. vorbringt. Der ganze„Klasscnkarnps" den heute die KPD. führt, richtet sich hauptsächlich und fast ausschließlich gegen die Gewerkschaften. Die Parteikommunisten dokumentieren aufs neue, daß ste geschworene Feinde der Gewerkschaften sind und als S ch äd l i n g e der Gewerk- schoflen sich in gewerkschaftliche Dinge einmengen wollen. Woraus sich für jeden gewerkschaftlich organisierten Arbeiter der Schluß ergibt, diese Gewertschaftsseinde und Gemc-Vchafks- schädllnge als das zu behandeln was sie sind. Verurteilung von tl Zungkommunisten. In München wunden vom Erweiterten Schöffengericht est Jungkommunisten, die wegen Aufruhrs, Landfriedensbruchs, Widerstands gegen die Staatsge- walt, Sachbeschädigung und anderer Delikt« angeklagt waren,'zu insgesamt 33 Monaten Gesöngnis und 19 Tagen Hast verurteilt. Den Jugendlichen wurde bis 1932 Bewährungsfrist gftrthrt. Aadolny will Oirksen verdrängen. Wer leitet die Außenpolitik? Genf, 13. Mai.(Eigenbericht.) Der deutsche Botschafter in Angora, Nadolny, wird hier am Mittwoch oder Donnerstag erwartet. In unterrichteten Kreisen be- stätigt man, daß der Besuch im Zusammenhang steht mit dem An- sinnen des Herrn Nadolny an das Auswärtige Amt, mögt ich st bald nach Moskau entsandt zu wer- den. Es heißt ferner, daß der gegenwärtige Botschafter in Moskau, von Dirkfen, im Eventualfall als Leiter des Ostreferats des Auswärtigen Amtes nach Deutschland zurückkehren soll. Die gleiche Stelle hatte Dirkfen bereits vor seiner Entsendung nach Moskau inne., � Der deutsche Botschafter in Angora, Nadolny, ist einer der Ur- Heber der Flaggenverordnung des Reichskanzlers Luther. Luther stürzte seinerzeit über seine Verordnung, während ihr intellektueller Urheber, Nadolny, sie als Gesandter in Stockholm dadurch-in die Praxis umsetzte, daß er eines Tages die schwarzrotgoldene F l a g g e auf dem Hinterhaus der Gesandtschaft, die s ch w a r z- weißrote Flagge auf dem Vorderhans hissen ließ, weil vom Vorderhaus aus Wasser zu sehen war. Lndische Krise. Verfassungskonferenz im Ottober. s London, 13. Mai.(Eigenbericht.) In einer umfangreichen, durch ihre gemäßigte Sprache angenehm berührenden Erklärung des indischen Lsizekönigs Lord Irwin wird als Datum der«nglisch-indifchen Konferenz über die Ver- fassungsreform der 20. Oktober angegeben. Lord Irwin erinnert an die Dekiaratton vom 1. November 1929, in der als Ziel die Stellung Indiens als Dominion bezeichnet wird. Diese Absichten seien mwerändert und weder die indische noch die britische Re- gierung würden sich durch die unglücklichen Creignifse Von ihrem festen Entschluß davon abbringen lassen. Adas Tyabji» der achizigjährige Nachfolger Gandhis, der gestern verhaftet wurde, ist zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Nach einer Haussuchung im Hauptquartier des Ausschusses des Kongresses für die Präsidentschaft Bengalen wurden etwa 80 Personen, die wegen Straßenraubes, Mordes und Empörung angeklagt find, verhaftet. lieber die Stadt S ch o la p u r, in der letzthin blutige Kämpfe waren, ist das Standrecht verkündet'worden. Oi« Wahl in Ost-O S. Amtliches Gesamtergebnis. Soliowih, 13. Mai. Nach dem amtlichen Gesamtergebnis waren insgesamt 662 787 Wahlberechtigte eingetragen. Gültige Stimmen wurden ab- gegeben 601 SU, also 90,7 P r o z. Auf die Deutsch« Wahl- gemeinschaft entfielen 179 8S3 Stimmen— 15 Mandate(gegenüber 12 im Jahre 1922), deutsch« S ozialdem ot raten 25 489-- 1 Mandat, Korfanty 136701— 13 Mandate, Sanacja 116 785— 10 Mandate, polnische Sozialisten 52 260— 4 Mandate, Kommunisten 27 454— 2 Mandate, polnische National-Arbeiterpartei 41 396— 3 Mandate: kleinere polnische Listen 21573 Stimmen, die jedoch größeren Parteien zugeschlagen wurden. Unter den Gewählten ist auch Usitz, der feinerzeit verurteilte und dann freigesprochene Führer des Deuffchen Volksbundes. Eine-ISjährige Mörderin? Sie will einen 2«jährigen ins Wasser gestoßen haben. Sur, nach den Osterfeierlagen erregle das verschwinden de« Zs-e jährigen Egon Volle in Luckenwalde bei Berlin erhebliches Aussehen. Da» Sind war zuletzt in Begleitung der IZjährigen Wallraul Senf gesehen worden und schließlich gab das Mädchen nach einigen Tagen zu. mii dem Kinde einen Spaziergang an die Ruthe unternommen zu haben, dabei sei der Kleine ins Wasser gestürzt und ertrunken. Von vornherein schenkte die Luckenwalder Polizei den Angaben der Dreizehnjährigen wenig Glauben, man oermutet« nämlich, und auch verschiedene Umstände sprachen dafür, daß der Nein« Volle von dem Mädchen ins Wasser geworfen wurde. Man ging sogar soweit, die Mutter des unglücklichen Kindes, eine 22jährige Konfektionsarbeiterin, der Anstiftung zu dem Verbrechen zu be- zichtigen. Vieles sprach für die Annahme, daß tatsächlich ein Ver- brechen vorliege. Der Polizei fielen Briefe in die Hände, die von dem dreizehnjährigen frühreifen Mädchen an Angehörige gerichtet waren, in denen sie alle möglichen Darstellungen über das tragische Ende des kleinen Jungen gab. Tagelang wurde die mutmaßliche jugendliche Mörderin. verhört: sie blieb dabei, daß Ihr kleiner Be- gleiter im Elstal am Nuthewehr plötzlich den Halt verloren habe und ins Wasser gestürzt sei. Auch bei der Vernehmung der Mutter des toten Kindes kam wenig heraus, sie wollt« von nichts wissen. Auch vor dem Untersuchungsrichter änderte Waltraut Senf ihre Taktik nicht. JBoc etwa 8 Tagen schloß die Luckenwalder Polizei die Akten und leitete sie mit dem durchaus negativen Unterfuchungsergebnis dem Amtsgericht zu. Vom Amtsgericht Luckenwalde wurde nun abermals versucht, in die geheimnisvolle Affäre Klarheit zu bringen. Der Berliner Psychoanalytiker Hr. med. Paul Plaut wurde nach Luckenivalde gerufen und ihm ist es nun nach langen Be- mühungen gelungen, die Dreizehnjährige zu einem Ge- ständnis zu bewegen. Danach ist das Mädchen schon mit der Absicht, das Kind zu töten, von Luckenwalde fortgegangen. An dem Wehr habe sie dem Kleinen einen Stoß versetzt und habe sich dann eilig entfernt, lieber die Motive zur Tat schwieg sich das Mädchen aus. Das Geständnis ist vorläufig jedenfalls mit Vorsicht auf- zunehmen, denn es ist leicht möglich, daß Wallraut Senf nur um weiteren lästigen Verhören und Vernehmungen zu entgehen, die Tat zugegeben hat._ Für 300 Millionen Dollar türkische Kronjuwelen sollen zu- gunsten des Landes verkaust werden. Gegen die Abschassunq der Todesstrafe in Dänemark haben sich in Protestlisten nicht mehr als 135 000 Wahlberechtigte eingezeichnet. Angesichts dieses Fiaskos beabsichtigt die Regierimg nicht, die Todesstrafe wiedereinzuführen. Flämische Kommandosprache führt Belgien für die iläniischen Retruten in den Kompagnien und Schwadronen ein: Befehlsfprache im Bataillon bleibt französisch. Den Flamen genügt das nicht. Tanz und Körperchyihmik in der Oper. Von John Schikowski. Cs gibt Ohrenmenschen, die di« umgebertde Welt vorwiegend mit dem Gehör aufnehmen, genießen und werten, und es gibt Augen- menschen, bei denen der Gesichtssinn diese Funktion hat. Der Rhythmus der Töne, in der Musik zum Kunstwerk gestaltet, wirkt auf die einen, der Rhythmus der Farben und Formen, in der Malerei und der Plastik, aus die anderen am stärksten. Daneben aber gibt es auch Leute, bei denen das körperrhytch mische Gefühl der vornehmste Vermittler ästhetischer Eindrücke ist. Ihre Zahl ist heute in ständigem Wachsen. Körperrhythmische Schulen aller Art lassen sich Pflege und Kultur dieses Gefühls angelegen sein, das sich schöpferisch im modernen Kunsttanz auswirkt. Was man früher Kunsttanz nannte, war entweder eine akro- batische oder dekorative und pantomimische Angelegenheit. Sie gipfelte im Ballett, das als selbständige Kunst oder als Begleiterin der Oper auftrat. Die Oper glaubt seiner auch heut« noch zu be- dürfen. Der künstlerische Organismus der Oper aber ist musikalischer Natur. Die Musik ist beherrschender Faktor. Und doch ist die Oper zugleich ein Schauspiel. Das Bühnenbild, das zum Gesichtssinn spricht, wirkt in ihr wesentlich mit Und im Bühnenbild wirkt nicht nur die szenische Ausgestaltung, sondern auch die Bewegung der Personen. Mit der Kultur des rhythmischen Körpergefühls sind nun auch die Ansprüche gewachsen, die an die künstlerische Formung der Be- wegung auf der Opernbühne gestellt werden. Diesen Ansprüchen wird in den Balletteinlagen allenfalls genügt, in allem übrigen aber keineswegs. Der Opernbesucher hört musikalische Rhythmen, während er zu gleicher Zeit die Sänger, Chöre und Solisten, auf der Szene in absolut unrhythmischer, naturalistisch-schauspielerischer Form sich be- wegen sieht. Ist er reiner Ohrenmensch, so mag er den Zwiespalt nicht empfinden. Lebt in ihm ober auch nur«in Mindestmaß von körperrhythmischem GefW, so leidet er Höllenqualen. In den Auf- kührungen von„Samson und Da lila" und„Carmen" I(beide in der Städtischen Oper) erlitt ich jüngst diese Qualen. Die von der Balleltmeisterin Lizzie Maudrik geschaffenen Tanzeinlagen waren meisterhast in Komposition und tänzerischer Ausführung. Namentlich in„Carmen" gab es Momente, wo die ganze Bühne in einheitlichen Bewegungsrhythmen lebte. Aber das waren Oasen. Alles übrige fiel aus dem Rahmen des künstlerischen Organismus. Musikrhythmen und Bewegungsrhythmen klafften aus- einander. Unüberbrückbar. Eine ästhetische Monstrosität. Die Kapellmeister schienen das nicht zu fühlen. Und es mag auch nicht ihr Amt sein, hier schöpferisch einzugreifen. Aber die Opern- rcgisseure? Dämmert diesen nicht die Erkenntnis, daß die In- szenierung einer Oper doch etwas anderes ist, als die eines Schau- spiels? Fühlen sie nicht den grotesken Zwiespalt, der das rhythmische Leben der Musik und das sichtbare Geschehen auf der Bühne aus- emanderreißt? Der zwei selbständige Kunstschöpfungen neben- oder richtiger gegeneinander stellt, d>« ein« harmonische Einheit bilden müßten? Sie fühlen es nicht. Und sie werden es nicht eher fühlen, als bis sie ein« strenge systematische Schulung in den Gesetzen und in der Technik der modernen Körperrhythmik genossen haben. Sie brauchen ebensowenig perfekte Tänzer zu sein, wie di« Opernsänger es zu sein brauchen, aber beiden Teilen, den Regisseuren wie den Darstellern, müssen zum mindesten die Grundlagen der Bewegungs- kunst oertraut sein. Sie müssen wissen, worauf es hier ankommt. Ehe es aber so weit ist, wird es sich nicht vermeiden lassen, daß neben dem üblichen Opernregisseur ein körperrhythmisch ausgebildeter und künstlerisch schöpferischer B e w e g u n g s r e g i s s e u r wirkt. Beide in engster Zusaknmenarbeit, einer den anderen ergänzend. Hier ergibt sich ein fruchtbares Arbeitsfeld für unseren neuen Ballett- meister Rudolf von Laban. Dürfen wir hoffen, daß ihm von den maßgebenden Instanzen dieses Feld geöffnet und geebnet wird? Und daß man. auch der vortrefflichen Vollettmeisterin der Städtischen Oper den dringend notwendigen Raum zur Betätigung nach dieser Richtung hin erschließt? Die ersten kleinen Llrlauber. Das große soziale Hilfswerk der Stadt Verlin. In diesen Tagen verließen bereits die ersten Sonderzüge mit erholungsbedürftigen Berliner Schulkindern die Bahnhöfe der Reichshauptfladl. Die Stadt Berlin fetzt damit trotz grohc finanzieller Notlage das große soziale Hilfswerk der Verschickung ins Gebirge und an die See fort, das bereits seit vielen Jahre» im Interesse der Gesundheit unserer Kinder geübt wird. In einem Schulhof unweit des Abfahrtsbahnhofes versammelt sich meist die klein« Gesellschaft, bewaffnet mit Sanbschipp« und Stullenpaket, das Rucksäckchen am Buckel, das Köfferchen in der Hand. Dann geht die ganze Prozession, geführt vom Onkel Schupo, betreut von zahlreichen Zugbegleitern,— auf je 15 Kinder komnit ein Betreuer— zum Bahnhof. Hier fjaben sich inzwischen Elten und Geschwister mit dem Reisegepäck eingefunden und bilden ein einziges winkendes Spalier, an dem der Urlauberzug mit freu- digen, erwartungsvollen Gesichtern vorbeimarschiert. Von hohem Podium aus verliest dann ein Bahnhofsbeamter zur Orientierung der Begleitmannschaft die Einteilung der verschiedenen Transporte in den Waggons; die„Urlauber" ziehen jetzt auf den Bahnsteig, während unsere Schupoleute alle Hände voll zu tun haben, die ungeduldig wartenden, paketbeladcnen Väter und Mütter zu be- ruhigen. Erst wenn die Kmder„eingepackt" sind, dürfen die Eltern durch die Sperre. Nun beginn�.ein herzlich-tumultöses Leben und Treiben, ein Suchen und Rufen, ein aufgeregtes Ratgeben und liebevolles Abschiednehmen., Da drängt sich noch heftig atmend ein altes Mütterchen durch die Sperre und bringt dem Enkel die heißersehnte Schippe, da entwirft ein blasier Dreikäse- hoch mit lauter Stimme sein künftiges Tagesprogramm, dort fließen reichliche Abschiedstränen. Jetzt zieht die Lokomotive an, viele hundert Kinderhände winken'zurück, Kinderaugen leuchten in froher Erwartung und Mutter zieht mit einem lachenden und einem feuchten Aug« heimwärts... Breslauer Anwalt verhastei. Wegen Untreue unv Unterschlagung. Breslau, 13. Mai. Der hier ansässige Rechtsanwalt Dr. Kurt Krause wurde in seiner Wohnung in der, Blumenstraße von Beamten der Kriminal- Polizei sestgenonrmen. Wie es heißt, hat sich Rechtsanwalt Dr. Kraus« der Untreue und der Unterschlagung ihm anverlrauter Gelder zum Schaden des Reichsfiskus, ferner eines Bauleiters und der hinter- btiebenen eines inzwischen verstorbenen Breslauer Ofensehmeisters schuldig gemacht. Krause behauptet« bei seiner Vernehmung, daß die Summe der von ihm unterschlagenen Gelder nur einige hundert Mark betrage. Die Höhe der tatsächlich unterschlagenen Summe steht zurzeit noch nicht f«ft. Krause ist nach seiner Vernehmung durch die Kriminalpolizei in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Mörder seiner Familie. Bahnarbeiker tötet Frau, vier Kinder und sich selbst. Prag, 13. Mai. In S y k o r l h unweit der Burg Sarlstein hat der Bahnarbeiler Leiner seine 5 r a u und seine vier Kinder vergifkei. Zn einem Abschiedsschreiben gibt Leiner, der sich durch einen Schuß in die Schläfe lötete, als Grund seiner verzweif- lungstat seine unheilbare Erkrankung an Magenkrebs an. Selbstmord eines Studenten. Heute früh gegen 4 Uhr wurde zwischen den Gleisen des Güterbahnhofes Moabit di« schrecklich zerstümmelte Leiche eines Mannes gefunden. Nach den polizeilichen Ermitt- lungen handelt es sich um den Stüdenten Willi Müller ans der Großbe«r«nstraß«. Nach dem Befund handelt es sich zweifellos um Selbstmord, doch sind die Gründ« zur Tat nicht bekannt. In der vergangenen Nacht stürzte sich die 44jährige Frau Klara P e t t e r aus dem Fenster ihrer im vierten Stockwerk des Hauses Seumestraße 14 gelegenen Wohnung auf den Hof hinab. Die Selbstmörderin war sofort tot. Nervenzerrüttung ist das Motiv zu dem Verzweiflungsschritt._ Llnterschleife bei der Kalkberger Straßenbahn. Nicht nur die G e m e i n d e k a s s e S ch L n e i ch e ist jetzt der Schauplatz umfangreicher Unterschlagungen geworden, sondern auch die dortige Straßenbahnverwaltung, die bekanntlich vom Bahnhof Friedrichshagen bis Kaltberge fährt. Ein« in wenigen Wochen vor dem erweiterten Schöfsengertcht Lichtenberg stattfindende Gerichtsverhandlung wird darüber Auf- jchluß geben. Schon im vergangenen Jahr war man bei der Straßenbahn umfangreicher Veruntreuungen auf die Spur gekommen. Durch be- trügerische Manipulationen eines leitenden Angestellten hatte sich ein Fehlbetrag von über 20000 Mark herausgestellt. Dieser Angestellte genoß in seiner Stellung das größte Bertrauen. Er wurde nach diesen Vorfällen entlassen und auf Betreiben des Gemeindevorstehers Anrecht von Schöneiche, der sich selbst Verfehlungen hat zuschulden kommen lassen, ein Verfahren gegen den Betriebsleiter eingeleitet. Mit ihm wird sich ein Steinsetzmeifter zu verantworten haben, dem die Anklage Beihilfe zum Betrug zur Last l«gt. Albrecht, der be- kanntlich einen Selbstmordversuch unternommen hat, soll aber mit dieser Unterschlagungsasfüre nichts zu tun haben. 3000 Todesopfer beim Erdbeben in Persien. Teheran, 13. Mai. Die Erdbebenkatastrophe in Persien, von der in der Hauptsache die Stadt Salmas betroffen wurde, hat nach den letzten Feststellungen annähernd 3000 Tote gefordert. In der Nähe von Salmas sollen immer noch Erdstöße verspürt werden. Die Regierung hat in allen vom Erdbeben betroffenen Gebieten Hilfsmaßnahmen eingeleitet. Srzefinski» Ehe geschieden. Di« Ehe des seit vielen Jahren von seiner Gattin getrennt lebenden ehemaligen preußischen Innen- Ministers Grzesinski ist nunmehr auch formell vom Landgericht Berlin III geschieden worden. Das am Montag ergangene Urteil ist rechtskräftig, da di« Parteien auf Einlegung von Rechtsmitteln verzichtet haben.— Wir würden über diese rein private Angelegen- heit unserer sonstigen Gepflogenheit entsprechend nicht berichten, wenn sie nicht von einer beispiellos tiefstehenden Hetz« beim Aus- scheiden Grzesinskis aus seinem Mintsteramt in die veffentlichkeit gezerrt worden wäre. Wetter sär Verlin: Feuchtmildes Wetter mit größtenteils be- ivölktem Himmel und leichten Rcgenfällen. westlich- Winde- Zür Deutschland: Westostwärts fortschreitende Regetyalle mit nnlden westlichen Windol. Eine alisteinzeitliche Kulturstätte. Auf der Strecke von Engen nach Singen gegen den Bodensee hin liegt die neu erschlossene altsteinzeitliche S'edlung Petersfels. über die nunmehr aus dem Perlage Filser in Augsburg ein« künstlerisch ausgestattet« Veröffentlichung*) vorliegt. Reben 75 Seiten Text über die Erstlingsausgrabung von Peters verdienen vor allen Dingen 27 Kunstdrucktafeln Erwähnung, die uns ein un- erwartet reiches Bild von einer deutschen Urkulturstätt« geben. Die Fundstelle Petersfels gehört dem Schluß der Eiszeil an. steht also zeitlich auf der Magdalenienstus«. Außer einem Kinderzahn sind körperlich menschliche Ueberreste nicht gesunden worden; reich ver» treten ist die gesamte Tierwelt vom Schluß der Eiszeit. Reben dem Kleingetier wie Pfeifhase, Halsband-Lemming, Streifenmaus, ver- schiedenen Dogelarteu, fanden sich Wildpferd, Wildschwein, Edelhirsch, Renntier, Rehe, Bär, Wölfe und Luchs. Aber von größter Be- deutung für die urzeitlichen Kulturen aus heutigen deutschen Fund- stellen sind di« vielen Steinwerkzeuge in ausgezeichneter Fertigung, Klingen, Schaber und Kratzer, Spitzen, Bohrer und Grcwierstichel. Reich vertreten fand sich Schmuck aller Art, durchbohrt« Muscheln und Schnecken, dann Kalkspat-Krystall«, Roteisenstein, gebohrte und als Schmuck getragene Kohlestücke: zwei geschnitzte Pechkohlen- anhänger werden als stilisierte Frauengestalten angesehen. Scheiben aus Knochen haben als Schmuck gedient, Tierzähn« wunden durch- bohrt und getragen, mit Ocker und Rötel haben die Iägerhorden sich Wohl bemalt. Zahlreich brachten die Ausgrabungen Knochen- Werkzeug«, Pfriemen und Dolche, Nadeln, und mancher Knochen- dolch wurde reich mit Gravierungen verziert. Ein Renntier und eine Renntierkuh ziehen auf einem großen Knochenstück nebenein- ander her. Am ausfallendsten wirkt aus dem ganzen Auszrabungs- Material die große Menge herrlich durchbohrter und zum Teil ver- zierter.Lommandoftäbe". Es handelt sich um etwa 35 Lochstäbe, aus Reimtiergeweih, mit einem bis drei Bohrlöchern. Verwendung fanden diese besonders wichtigen Stäbe jedenfalls bei irgend- welchen kultischen Handlungen oder als Auszeichnung für führende Hordenjäger. v Zum ersten Male bringt eine Fundstell« aus Deutschlands Urzeit«in so retchhalliges und kulturell in sich geschlossenes Inventar, wie das schöne Wert über den Petersfels darlegt. Baden ist reich an altsteinzeitlichen(paläolichischen) Fundstellen und wichtige An- zeichen urzeitlicher Siedwngen sind dort schon vor Jahren gefunden worden. Materiell steht diese badische Urkultur in Zusammenhang mtt Fundstätten des schweizerischen Juras, Schweizersbild, Keßler» loch usw. Es handelt sich jedenfalls um eine Ausstrahlung jener letzteiszeitlichen UrHorden, wie wir sie aus Cro. Magno» und La Madelein« in Südwestsrankreich kennen. Dieser IV. diluviale Eni- Wicklungskreis umfaßt die Cro Magnon-Rasie und von ihr leben als letzte Ausläufer di« Eskimos in fast unveränderten Kultur- äußerungen. Daß die Eskimos mit der Cro-Mognon-Rass« zusammenhängen, hat schon Prof. Girod vor 25 Jahren nachgewiesen und neuerdings bestätigen englische und nordische Forschungen, daß wir im Norden einen letzten Ausklang einstiger urzeitlicher Kultur wiederfinden können. Wer sich für den Urmenschen in Deutschland Interessiert, dem sei„Petersfels" zur Entnahme aus den Bibliotheken dringend empfohlen. H. *) Cduard Peter»,„Die altsteinzeitliche Kulturstätte Petersfels"._ preffeausstellung in Aihen. Zu den Veranstaltungen, die dieses Jahr anläßlich der Hundert- jahrfeier griechischer Unabhängigkeit in Athen stattfinden, gehört auch die Gründung eines Pressemuseums. Di« vorläufig in einer Presseausstellung dem Publikum gezeigten Bestände des künftigen Museums enthalten außer vielen wichtigen historischen Handschriften, die mit der Press« im Zusammenhang stehen, außer Karten, die die Bervreitmig der Zeitungen zeigen und außer der durch eine ähnliche Darstellung der griechischen Abteilung der. Kölner Preffeausstellung bekannten plastisch-optischen Wiedergab« der ältesten uns über- lieferten Nachrichtenübermittlung durch Flammenzeichen auf den Bergen in der Form, wie sie Aeschylos in seinem„Agamemnon" schildort, auch eine groß« Anzahl zum Teil historisch wichtiger Zeitungen, die die Entwicklung des griechischen Zeiturqswesens vor- führen. Die erste griechische Zeitung„Cphimeris", die im Jahre 1700 gegründet wurde, ist auf deutschem Boden, in Wien, erschienen. Sie veröffentlicht« im Oktober 1707 die an das griechische Volk gerichtete Proklamation des die griechische Freiheit«« rhebung vorbereitenden Patrioten Rhigas Pheräos. Im Jahr« 1927 gab es in Athen(inkl. Piräus) 24 Tages- Zeitungen. Saloniki hatte zur gleichen Zeit 22 und das übrige Griechenland 102 Zeitungen auszuweisen. Furiwängler verläßt Wien. Wilhelm Furtwängler hat dem Vorstaich der Wiener Philharmoniker seinen Entschluß bekanntgegeben, von der Leitung des Wiener Philharmonischen Orchesters zurückzutreten. Furtwängler begründet seinen Entschluß mit künstlerischer Ueberbürdung. Der wahre Grund scheint aber in dem Berliner Vertrag Furtwänglers zu liegen. Dieser Vertrag, der die Berliner Tätigkeit Furtwänglers regelt, enthäll eine Bestimmung, wonach der Künstler aus ein« ständige Bindung außerhalb Berlins zu verzichten hat. Neues aus den Rluseen. Anschließeich an �ie römischen Säle des Alten Museums wird ein neuer Raum mlt etrustischen Grabaltertümern dem Publikum zugänglich gemacht. Es handelt ffch vorwiegend um reliefierte Aschenkisten mtt der kund- plastischen Liegcfigur des Verstorbenen auf dem Deckel. Die Denk- niäler umfassen einen Zeitraum vom 0. Jahrhundert vor Christus bis zum 1. Jahrhundert nach Christus und spiegeln in ihrer Eni- Wicklung die Einflüsse der griechischen Kunst deutlich wieder. Störung der Geneyilprobe im„Deutschen Theater". Das Polizei- Präsidium teilt mit: Am Montag abend versuchten 100 unbekannt gebliebene Personen, anscheinend stellungslose Schauspieler, johlend gewaltsam in das„Deutsche Theater" einzudringen, um die General- probe zu stören. Die Scheiben der Eingangstür wurden zertrümmert und der Theaterdirektor bedroht. Die Täter sind beim Eintreffen des Ueberfalllommandos geflohen. 298 Picasso-Bilder herbelgeschassl. Wie in der Angelegenheit der Picasso-Bilder aus Paris berichtet witd, hat die Kriminalpolizei dem Untersuchungsrichter einen Bericht vorgelegt. 298 von den 400 Bil- dern sind durch den Maler Calvet von Frau Zok verkauft und in- zwischen beschlagnahmt worden. Die übrigen Bilder tonnte man bisher noch nicht wiederfinden. Der Well-Thealer-Vund Finnin Gemiers, der im letzten Jahre in Barcelona tagte, wird vom 12. bis 20. Juni feinen IV. Inter- nationalen Theaterkongreß in Hamburg abhalten. Sein« Arbeit umfaßt vor allem die Einleitung internationaler Austauschgastspiele, Gedankenaustausch in künstlerischer und bllhnentechnischer Richtung, Abmachungen mit dem Rundfunk, dem Film usw. Hamburg wird für die Tagung zwei Theaterausstellungen veranstalten. Arsenik in Seeiieren. Kein Gift gilt in der allgemeinen Anschauung für gefährlicher als das Arsenik, aber nur wenige wissen, daß dieser gefährliche Stoff, der seit so langer Zeit die schlimmste Waffe des Giftmordes bietet, zu den lebensnotwendigen Dingen gehört. Biel« Seetier« enthalten ganz beträchtliche Arsenikmengen. und zu ihnen gehört auch die so gern gegessene Auster. Der eng- tische Marinebiologe Dr. Orton hat jetzt nachgewiesen, daß Austern mehr Arsenik enthalten, als nach den Nahruugsmittelgesetzen für irgendein Nahrungsmittel beim Verkauf erlaubt ist, und auch ver- ichiedene andere Muschel- und Schalentier«, die gern geaesien wer» oen, entsprechen durchaus nicht den Verordnungen, da sie größere als die erlaubten Arsenikmengcn aufweisen. Der größte llnlerwasserkunnel der Welt. Unter dem Mersey River, zwischen Liverpool und Birkenhead, wird jetzt der größte Unterwassertunnel der Welt gebaut, der eine Läng« von 3,5 Kilo. meter und einen inneren Durchmesser von 13 Meter besitzen wird. Durch ihn führen vier Ersenbahngleise, unter denen ein« 6 Meter breite Straß« für Fuhrwerke freigelassen ist Di« Vorarbeiten be- gönnen bereits'1025. die Vollendung des 104 Millionen Mark kostenden Baues wird für den Juni 1932 erwartet Die Hälft« der Kosten bringt die Regierung auf, der Rest wird durch eine Ver- Pachtung aus 25 Jahre eingebracht. Di« Ventllationsanlagen werden in jeder Minute dem Tunnel 3S0 000 Kubikmeter frische Luft zu- führen. Die Senlucky-Singer», diese bekannte» farbigen Sänger erlibelnen zum ersten Male aus dem Berliner Konzertpodium am 14. im Vachsaal. Die..Schausnielerhilse" im deutschen Lhzeum-Club veranstaltet am tS.. 20 Ubr, im NoSwitha-Saal. Lützowplatz 15. zum Sellin erwerbs- loler Schaulpieler emen.Werbeabend' unter Mitwirkung von Lotte tz o l I st e i n und K ä t e H y a n mit Rezitationen und Liedern zur Laute. Die Zukunft de» Mozarlsc-ale». Der Mozartsaol wird von den Besitzern lMeintzard und Bernaucr) und HanoS Brodnitz von der nächsten Spielzeil an gcmcinlam geleitet, und wird als Nrausführunzstheater großer Tonfilme neu eingerichtet. VI« für heul« im walluer-Thealer angesehle Schauspleler-Nachio-rstellun, von ,§ 218" findet nicht statt. Reform der Justiz. Gozialdemokraiischer Zuristentag. In Düsseldorf wurde ein aBcftbeutfdjer Sozialdemokratischer Juristentag abgehalten. Neben einer großen Zahl von sozialdemokratischen Richtern, Rechtsanwälten und Staats- anwölten nahmen an ihm auch Vertreter der Partei und der Ge- werkschaften teil. Den Auftakt bildete«ine überfüllte öffentlich« Ver- s a m m l u n g. in der Dr. Kurt R o s e n s e l d über die Arbeit der sozialdemokratischen Fraktion im Strafrechtsausschuß Bericht erstattet«. Die zweite Lesung des neuen Strafgesetzbuches befindet sich gerade in vollem Gang«. Auf die Kommunisten ist leider kein Verlaß: sie versagen iinm«rsort. Manche Errungen- schast, die möglich gewesen wäre, wird durch ihr Versagen hinter- trieben. Trotzdem ist einiges erreicht worden. Der Erziehungs- gedauk« wird im neuen Strafgesetzbuch«inen viel breiteren Raum einnehmen als bisher: es bleibt allerdings in dieser Minute noch viel zu wünschen übrig. Milderungsgrllnde werden für sämtliche Delikt« anerkannt, die Todes st rase dürste aus dem neuen Eni- wurf verschwunden bleiben. Das Zuchthaus als Abschreckungsmittel bleibt jedoch bestehen. 3m besonderen Teil des Strafgesetzbuches ist es nach harten Kämpfen gelungen, durch bessere Formulierung einer Reihe politischer Delikte die traurige Rechtsprechung des Reichsgerichts für die Zukunft unmöglich zu machen. Nicht gelungen ist es, angesichts des Widerstandes sämtlicher bürgerlichen Parteien, eine strafrechtlich« Bestimmung gegen Anreiz zum Krieg« zu schassen. Eine Fassung für einen neuen Gottes- lästerungsparagraphen steht bis heute noch aus. Die Fraktion ist bestrebt, im 3nteresse der Pressefreiheit eine Erweiterung des Begriffes„Wahrung berechtigter Interessen" zu erzielen. Durch- geführt ist erhöhter Schutz der Arbeitskrast,«inge- dämmt die Anwendung des Meincidsporagraphen, nur gering« Besserung hat der Abtreibungsparagraph erhalten, die sogenannten Unzuchtsporagraphen find mit Ausnahme des Z 175 im großen und ganzen geblieben wie sie waren. Manche Verschlechterung ist der Zusammenarbeit mit der österreichischen Kommission zu verdanken. Ob die sozialdemokratische Fraktion in der Lage sein wird, das neue Strafgesetzbuch im ganzen anzunehmen, dürfte von seirckr endgültigen Fassung abhängen. Rot- wendig erscheint es aber, daß die weitesten Parteikreise und be- sonders die sozialdemokratischen Juristen olles tun, um die breitest« Oefsentlichkeit gegen weitere, eine wirkliche Strafrechtsresorm ge- fährdendc Verschlimmerungen an die Front zu rufen. In der eigentlichen Konferenz fozialdemokrati- scher Juristen hielt Landgerichtsdirektor Rüben ein einleiten- des Referat zu den Gesamlfragen der tzustizreform. Verwaltung und Justiz haben sich während der 12 Jahre nach der Revolution nur in ganz geringem Umfange den veränderten staats- rechtlichen Grundlagen im Reich und in den Ländern angepaßt. Jedes große Reformwerk auf dem Gebiete der Justiz muß an der Zersplitterung des Reiches zerschellen. So wird die U e b e r- tragung der Iustizhoheit auf das Reich eine unbe- dingte Voraussetzung für eine allgemeine Reform, auch«ine Vor- aussetzung für die Freizügigkeit der Anwaltschaft und für die Förde- rung einer unbeeinflußten Auswahl der Rechter- k r ä f t e in den verschiedenen Teilen des Reiches. Die Schassung eines Reichsverwaltungsgerichts ist unbedingt erforderlich, desgleichen die Reform des Reichsangehörigkeitsgesetzes, und eine ein- heitliche Gefängnisreform.. Die Durchführung eines mo- dernen Strafrechts ist ohne Ausbau der sozialen Ge- richtshilf« nicht möglich. Im bürgerlichen Recht steht die Re- form des Ehescheidungsrechts, des ehelichen Güterrechts, die Rechts- stellung der unehelichen Kinder auf der Tagesordnung: die Lösung aller dieser Problem« will nicht recht vorwärtskommen. Der Kampf um ein soziales M i« t r e ch t ist mit aller Kraft zu führen. Di« vielleicht wichtigste Frag« ist diejenige der Schaffung eines sozial gesinnten Richternachwuchses. Die öffentliche Kon- trolle der Rechtspflege setzt den Ausbau der Bericht- «rstattung in der Partei- und Gewerkschaftspresse voraus. Was den Anwaltstand betrifft, so hat die Arbeitevschaft das größte Interesse an einem freien und wirtschastlich gesicherten Adookatenftand. Di« Beschränkung in der Zulassung der Anwälte je nach ihrer Zuge- Hörigkeit zu dein einen oder anderen Gerichtsbezirt, muß aufhören. Beim Reichsgericht ist bis heute noch kein einziger sozialdemokratischer Rechtsanwalt tätig. Di« Er- höhung der Berufungsgrenze in Zivilsachen muß zur Zeit abgelehnt werden. Der Einzelrichter darf im Augenblick nicht noch mehr Machtbefugnis erhalten, als er bereits Hot. Gewisse Mißstände im Armen recht müssen beseitigt werden, es geht aber nicht an, das Armenrecht einzuschränken zum Nachteil der unbemittelten Bevölkerung. Eine Rückkehr zum mündlichen und unmittelbaren Verfahren in Zivilsachen er- scheint unausbleiblich: es ist in der Arbeitsgerichtsbarkeit durch- gedrungen. Rüben, schloß seinen Dortrag mit der Feststellung, daß auf einer ganzen Anzahl Einzelgebieten die ausreichenden Vorarbeiten noch fehlen. Es iraiß Aufgabe nicht zuletzt der sozioldemokrotrschcn Juristen sein, an der Schaffung entsprechender Gesetzentwürfe mit- zuarbeiten. ' In der Diskussion ergriff auch das Wort der Ministsria� dirigent im Preußischen Justizministerium, Dr. Siegfried R o s« n f« l d. Er betonte unter anderem, daß dos Preußische Justiz« ministcrmm sich in einer Weis« der Begnadigungspraxis des Rechts- auSschusses des Landtages angepaßt habe, daß die Fälle immer weniger werden, in denen man sich wegen der Begnadigung direkt an den Rechtsausschuß wendet. Er unterstrich ferner die Tatsache, daß die Richtergehölter zu gering seien, und daß die Justizbehörden sich all« Mühe geben, eine Abwanderung tüchtiger Kräfte aus der Justiz zu verhindern. Reichstagsabgeordneter M a r u m Rechtsanwalt in Karlsruhe, meinte, die Partei müsse soviel Juristen als möglich zu gewinnen suchen. Recht viel« So- zialdemokraten sollten Richter werden. Auch hätte die Partei allen Grund, sich der Studenten und der Referendare anzu- nehmen, die mit großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Rechtsanwalt S i« m f e n- Düsseldorf klagte über dos ge- ringe sozial« Verständnis der Richter in Westdeutschland. Sozial- demokratische Richter gibt es dort überhaupt noch nicht. Rechts- anwalt R u s ch e w e i t- Hamburg hob dagegen das soziale Ver- ständnis der Hamburger Richter rühmend hervor. rstiri'rt Dienstag, 13. Mal Berlin. 16.05 Bach: Englische Suite A-MoII.(Josef Weiß am Flügel.) 16.25 Unterhaltungsmusik. 17.30 Dr. Woli Zucker: 1000 Jahre Island. 17.45 Das Gesicht der Zeitschrift.„Deutsche Republik.**(Sprecher: Reichs* minister Dr. Josef Wlrth, Dr. Tcipcl. Friedrich Raff.) 18.10 Stunde mit Büchern. Auslandsdcutschtum.(Am Mikrophon: Dr. Waltest Hagemann.) 19.05 Unterhaltungsmusik. 19.55 Vom Arbeitsmarkt. 20.00 Wovon man spricht. 20.30 Artur Guttmanns Tcrra-Symphoniker. 21 50 Aktuelle Abteilung. 22.20 Dr. Räuschcr: Politische Zeitungsschan. Kdnigssrasterhatisem. 16.30 Von Leipzig: Die verwandelte Katze. 17.30 Staatsarchivrat Dr. Meisner: Wesen und Bedeutung staatlicher Archiv� 17.55 Dr. Paul Zucker: Lebendiges Bauen. 18.20 Dr. Wöstmann: Der Mann und die kritischen Tage der Fraa. 18.40 Französich für Anfänger. 19.05 Prof. Dr. Ricsser: Prüfung. Nutzen und Mißbrauch der Heilmittel. 19.30 Reg.-Rat Dr. Kaphahn: Die Abcndvolkshochschule. 20.30 Von Breslau:„Das Wirtshaus im Spessart." Aerantwortt. füt die Redoktion: Wolsganq Schwarz, Rrrlin: Anzeigen: Th. Glocke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H., Verlin. Druck: Vorwärts Buchdruckerei und BerlQgsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SB 88, Lindenftraße Z. Hierzu 1 Beilage. —"'S"IS*»*1 TUealec. Lichispiele usw. Ii Dienstag, 13. 5. Staats-Oper Unter d. Linden Tiil-lb. I. Di. Ho. 10 Jalms-Äb.-ll. H i).t29 20 Uhr Cbristopli Holumbiis Ende g. 23 Uhr Staats-ßper Am Platz der Republik Vorst 81 20 Uhr Die Ende n. 2fi Uhr Dienstag, 13. 5. Stadt oper Bismarcksir. Turnus II t9'b Uhr Garnen Ende 22'/. Uhr Staatl. Sdiansph. v am Gendarmenmarkt St. LT. DL Do. 7 Jabres-Ali.-T. Ho. 113 20 Uhr Wird Hill amnestiert? Ende g. 22-yiUhr ItaUHIer-Mer.lMli!!. 20 Uhr Florian Geyer Ende gegen 22>-, Uhr Tägl. 5 u. S'f, Uhr. B S Bart). 9256 Pr 1-6 M Wochentg 5 U. 50 Pf.-3 M. Oscar Saöo u. Lotte U/erhmeister in der Szene Beim 6-Tage. Rennen Rigoletto Brothers& Swanmon SUlers und 8 intemaiion. Neuhelten. PI/ Aza Tägl. 5 u. 81i Sonnt. 2-, 5 n 8" Alex. E 4. 80« Tilgt. 8.15 und Sonntags S Uhr nachm. Große internationale Blnokarnnte und«:Slklassioe Vorleie-NnuDelien. Wochem. 5 Uhr u Sonnt. 2 U. nachm. 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K i n n[ (Autor von„Meiseken") 0 17, Große Prankfortsr Str. 192. 1 bltletl asse: Alex. 3422 u. 3494 1 moj Heute Volkstas Eintritt 60 Pfennig FEUERWERK Todesbalance Großes Schauspielhaus a uur Nur im Mai Die lustige WHwe Regie: Erik Charell VolKsbUbne Tbuter in ÜIllowpIntL S'k Uhr Rost von Kircbon und Ouspensky Rqit; GQotbir Start Staatsoper AmPl.d, Republik 8 Uhr Die fleflermaDs StaatLSdiilltr-Ib. 8 Uhr Florian Geyer Deatsdies IDeater 1 2 WtidndaBn 5281 Vb Uhr UrsBfffihnmg Phaea von Fritx v. Unruh. Reg.: Max Reinhard) Ural: FriidriO Hollmikr. Btenbiid: Emst SdiDtte Kammerspiele 1 2 Weidindamm 5201 8V« Uhr Die liebe Feindin Raaridi« rtn I. P. HatilH Ren*; Sntal Gifidgtu Die Komödie II Bismck.2414/7SIf> 8«/- Uhr Soll man heiraten! EoiiiödiiTaDBcniafdShn Sutisdu flnriditimg: Karl Heinz Martin Dir. Dr. Martin Mi Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich 8Vj Uh; Majestät läßt bitten... Musik von Waller Kollo. Lustspiolhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. 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Komödie in 3 Ak'en von Lonsdale. ßejidsni-ThBatei iflesonflcrs Tägl. SV. Uhr Der Herzog und die Sünderin H wirksam sind die KLEINEM ANZEIGEN Im „Vorwärts'* und trotzdem Ndlllfttll föeiloge Dienstag, 13. Mai 1930 Bi'rftbPttÖ StiaJoukgaße*fex\lbfvXisil Roggenbrot ist billig Warum ist das Markenbrot so teuer? Absonderliches Leben Erfahrungen— Versuche— Resultate Alles, was ladt, muß auch sterben. Vielleicht ist das das sicberste Merkmal zur Unterscheidung der lebendigen Welt von der toten Materie, weil die tot« Materie wohl zerfallen, aber nicht sterben kann. Dagegen läßt sich innerhalb der organischen Welt, nur schwer eine Grenze zwischen dem lebendigen und dem toten Zustand ziehen. Wir bezeichnen den Schlaf mit der verlangsamten Atmung, der abgeschwächten Herztätigkeit, der verminderten Reaktion auf die Eindrucke der Außenwelt als den Bruder des Todes. Aber selbst der Winterschlaf der Tiere, der ihr« Körper- wärme bis auf 4 Grad über Null und ihr« Herztätigkeit bis auf 8 Schläge in der Minute herabsetzt, ist noch voll Leben im Vergleich mit der„Anabiase" der niederen Tiere. Das Bärtierchen, I Millimeter groß, ganz durchsichtig, lebt in Pfützen, in feuchtem Moos, erstirbt beim Eintrocknen des Tropfens Wasser. Man kann im Mikroskop beobachten, wie seine Bewegungen aufhören, wie es einschrumpft, eintrocknet, zu einem Staubklümpchen wird. Dieses Klümpchen kann Jahre hindurch ohne das geringste Lebens- zeichen tot daliegen— aber ein Tropfe» Wasser genügt, damit es aufquellt, wieder Glieder bekommt und als ein n e u a u f e r st a n- d e n e s Bärtierchen wieder herumzukriechen und zu fressen beginnt. Dieses Experiment kann beliebig oft wiederholt weiden, und wieder- holt sich fortwährend in der Natur, ohne daß diesem absonderlichen Leben der geringste Schaden erwächst. Ebensowenig wie die Trockenheit kann auch die Kälte dem Leben etwas anhaben. Wir haben alle schon von erfrorenen Schlangen gelesen, die am Kaminfeuer plötzlich lebendig wurden. Frösche kann man so einfrieren, daß ihnen die Beine wie trockenes Holz brechen, daß.zwischen ihren Muskeln und der Haut sich Eisschichten bilden, aber bei langsaniem Erwärmen leben sie wieder auf. Em französischer Gelehrter setzte Schnecken einer Temperatur von minus IZÜ Grad aus, aber bis auf«ine, die einen Sprung im Gehäuse lzatte, wurden sie alle wieder lebendig. Im Lcydencr Kälteloboratorium endlich hielt man die mikroskopisch kleinen Rädertierchen zwei Jahre lang in der über- lurupt tiefsten Temperatur— 272 Grad pnter Null— in flüssigem Helium, aber auch sie blieben am Leben. Weder der Todcsfchlaf, noch das Eintrocknen, noch das Er- frieren können dem Leben Grenzen setzen. Welchen Augenblick bezeichnen wir also als den Eintritt des Todes? Das Aufhören der Herztätigkeit oder das Aufhören des Atmens. Aber damit ist nur der Organismus als Ganzes tot, sein« einzelnen Teile leben noch weiter, und es läßt sich nicht sagen, wann jeder Teil des Körpers gestorben ist. Es ist eine bekannte Tatsache, daß bei Leichen noch Nägel und Haare wachsen: Hautstücke von Ver- slorbcnen wurden mit Erfolg aus Wunden von Lelienden verpflanzt und wuchsen an: bei H i n g e r i ch t e t e n arbeitete das Rückenmark noch einige Minuten nach Abschlagen des Kopfes und am Herzen kannte man noch nach 20 Minuten Zuckungen seststellen. Solche Körperteil« haben ein ganz eigenartiges Leben. � Zwar wird das Stück Haut eines Negers auf einen Weihcn izerpsianzt hell und um- gekehrt, aber als inan bei einem Unsall einem Mädchen ei» Stück Haut von, Bauch nahm und«Z ihr an die Stirn und die Hände verpflanzte, verfetteten diese Hautstückchen nach vielen Iahren, gerade in der Zeit, in der auch die übrige Haut am Bauch und an der Brust bei ihr fett wurde. Lim dieses Eigenleben der Körperteile zu kontrollieren, verpflanzte mäN bei Ratten ein Stück Milchdrüse ans Ohr. Die Operation gelang, und als das Tier Junge bekain, schwoll die Milch- drüse am Ohr nicht nur an, sondern sonderte sogar Mjlch ab, Die Veppslanzung von Schild- und Geschlechtsdrüsen von Affen auf Menschen ist in letzten Jahren beinahe eine Modesache geworden, ebenso wie die G c s chl e cht s u in w a n dl u n g bei Ratten und Hühnern refp. Hähnen durch Verpflanzung der gegensätzlichen Ge- schlcchtsdrüsen. Aber die neuen Versuche von W. Finkler an Insekten haben gezeigt, daß sogar eine Verpflanzung der Köpfe möglich ist. Er hat bei Wasscrkäsern den Kopf eines Männchens einem Weibchen und den Kopf eines Weibchens einem Männchen angesetzt. Und die Tiere setzten ihr absonderliches Leben fort. Die Weibchen mit dem Kopf eines Männchens versuchten sich mit Weibchen zu paaren, während die richtigen Männchen sich zu ihnen wie zu Weibchen verhielten. Die Männchen mit dem Kopf eines Weibchens waren dagegen ganz indisfcrent und wurden von normalen Männchen gar nicht beachtet. »Aber die Organe können unter gewissen Bedingungen eine Zeit lang auch ohne Verpflanzung auf einen lebenden Körper weiter- leben. Voraussetzung ist mir, daß dem ausgeschnittenen Organ Nahriingsstosfe zugeführt werden, wie es sie im lebenden Körper durch dos Blut bekam. Daß man ausgeschnittene Herzen von verschiedenen Tieren: vom Huhn, vom Kaninchen zum Schlagen gebracht und jahrelang am Leben erhalten hat, ist ja wohl eine bekannte Tatsache. Auch das menschliche Herz kann für einige Tag«— bis zu einer Woche belebt werden. In Amerika wird seit anderthalb Jahrzehnten ein Stück eines von einein Küken ausge- schnittencn organischen Gewebes„gezüchtet", und es lebt immer noch -und wächst. Vrown-Sequard ging noch«inen Schritt weiter und führte einem abgeschlagenen Hundetopf durch die Pulsadern frisches, warmes Hundeblut zu, und erreichte, daß der Kopf das Maul öffnete, mit den Ohren wackelte und sogar die Augen nach dem Menschen drehte, der ihn beim Namen rief. Ein ebenso absonderliches Leben ist im Laboratorium dadurch erzeugt worden, daß man zum Beispiel zwei Regenwürmer z e r s ch n U t und die beiden Hinter- und die beiden Vorderteile zusammenwachsen ließ. Im ersten Falle entstand«in Regenwurm obne Mund, der so lang« lebte, wie seine vorhandenen Lebenesäste reichten. Im zweiten Falle entstand ein seltsame Wesen, das an beiden Enden des Körpers fraß, bis es in der Mitte platzte. Geht man noch weiter, zu den einzelnen Zellen, so findet man. daß die einzelligen W« sen den Tod überhaupt nicht kennen sondern sich Taufende von Generationen fortwährend durch Verdoppelung vermehren, ohne daß auf dem ganzen Wege eine tote Zelle zutückbleibt. Daraus folgt, daß das Leben an sich überhaupt kein« Grenzen kennt. Es setzt sich endlos fort, es kann in absonderlichsten Forme» existieren. Was stirbt, ist das Ein- m a l i g«, ist der Organismus in seiner zufälligen Jndividualitö:, ist die einzelne lebendig« Form. Diese zufällige Form braucht sich ab, altert,.zerfällt, während ihre Bausteine weiter verwendet werden können, lind dieser Vorgong der Auflösung der Einzelform geh! konsequent auch bis zu dein einzelligen Lebewesen durch, denn wenn eine Zelle sich verdoppelt, so ist es nicht mehr die alt«, große. übercrnährtc Zelle, sondern zwei neue, kleinere, nahrungshungrige Zell«». Die alte Jndioiduolität ist gestorben, an ihrer Stelle sind Kaum hat sich die Propaganda für deutsches Roggenbrot entfallet, als sich auch schon typische Nebcnfolgen bemerkbar .machen. Auf den Markt kommc größtenteils nicht das ge- wöhnliche Roggenbrot, das infolge des niedrigen Roggen- Preises mindestens nicht teurer sein dürste als das billige Weizenbrot, sondern Kunstbrot aus Roggen zu einem beträchtlich Höheren Preis. Angesichts dieser Tatsache verdient der hier folgende Aufsatz eines der bedeutendsten Physiologen eine besondere Beachtung. In den letzten Menschenaltern hat sich zugleich mit der starken Entwicklung der Mühlenindustrie bei' uns der Verbrauch in steigen- dem Maße von den groben Brotsorten den feinen zugewendet. Wohl essen die gesunden Bauern am Niederrhein, in Westfalen, Friesland, Dänemark noch das dunkle Roggenbrot, das nicht aus Mehl, sondern aus dem geschroteten ganzen Korn gebacken ist, ein würziges, etwas saures Brot, das— von Kindheit an genossen— den Darm und das Zahnfleisch abhärtet, aber die städtische Bevölkerung dieser Gegenden bevorzugt feines Brot, und in ganz Süd- und Südwest- deutschland wenden das dunkle Schrotbrot, ja auch die Vollkornmehl- brote mit Mißtrauen betrachtet. Die seinen— kleiearmen — Brote führen leicht zu D a r m t r ä g h e i t, zu Verstopfung und damit zu vielerlei Unzuträglichkeiten. Viele Tausende leiden dar- , unter ohne zu wissen, daß Abhilfe durch Genuß von Schrotbrot oder Vollkornmehlbrot leicht zu erreichen ist. Tausende greifen zur Abhilfe nach siner jener Brotsorten, die sich unter verschiedenen Sondernamen anbieten. Es sind teils Schrotbrote(Grahambrot, Simonsbrot), teils Voll- korninehlbrote(Flnklerbrot, Schlüterbrot, Klopferbrot, Growitt- brot), teils Brote, bei denen einige Prozente des Korns(5— 7 Proz.) abgetrennt sind, wie beim Steinmetzbrot. Die Unterschiede liegen in der Art der Behandlung und in dem Mischungsverhältnis von Roggen und Weizen in ihnen. Gemeinsam ist ihnen ferner, daß sie alle ziemlich sicher zu dem gewünschten Erfolg der Anregung der Darmtätigkeit führen, genau so wie die alterprobtcn Schrotbrote oder irgendein Bauernbrot oder Vollkornbrot ohne besonderen Name n. Und noch etwas ist ihnen allen gemeinsam: daß sie alle teurer sind als d e gewöhnlichen groben Brotsorten. Für den einzelnen mag es nicht ohne Bedeutung sein, ein Brot, zu dessen Genuß er sich in Abkehr von dem„feinen" Brot entschließt. dadurch ausgezeichnet zu sehen, daß es sogar noch teurer ist als dieses feine Brot. Die Ernährungslehre wird aber zu fragen haben. welche Vorzüge denn eigentlich mit dem höheren Preis erkauft werden. Es wäre z. B. berechtigt, wenn die Nährstoffe in den groben Spezialbroten besser ausgenützt würden als in den gewöhnlichen Grobbroten. Es handelt sich' dabei wesentlich um Kohlehydrate, d. h. zuckcrartige Stosse, und um Eiweiß. In allen groben Roggenbroten ist die Ausnutzung praktisch gleich, mag ein Drittel des Korns als Kleie abgetrennt sein oder das ganze Korn zu Mehl vermählen oder nur geschrotet, mag das Brot in üblicher Weife verarbeitet oder in besonderen Arbeitsprozessen hergerichtet sein. Die Unterschiede in der Ausnutzung, die beobachtet werden, beruhen mehr auf Verschiedenheit der Versuchspersonen, als auf typischen Unterschieden der Brote. Bei groben Roggen- b roten gehen von den Kohlehydraten nur g— 11 Proz. verloren, vom Eiweiß dagegen 34— 38 Proz., d. h. sie werden mit dem Kot ausgeschieden. Diese Verlust« treten bei den kunstreich hergestellten Sonderbroten ebenso ein, wie bei den alten einfachen Bauernbroten. Für die groben, d. h. höher ausgemohlenen Weizenbrote gill das gleiche Wohl ist in ihnen mehr Eiweiß enr- halten als in den Roggenbroten, und es wird dieses Einweiß auch besser ausgenutzt, aber die Spezialbrote sind auch hier den in ge- wohnlicher Weise hergestellten Brotsorten nicht Überlegen. Der Vergleich der groben> Sonderbrote mit gewöhnlichen Grobbroten führt zu dem Ergebnis, daß dem höheren Preis der Spczial- brote kein ernährungsphysiologischer Vorteil entspricht. Außer dem Nährwert und der Bekömmlichkeit wird für die Bewertung eines Brotes noch sein Gehalt an„N ä h r s a l z e n" herangezogen, aber auch in dieser Hinsicht kann kaum von einer Ueberlegenheit der Feinbrote gegenüber den Grobbroten und sicher nicht von einer solchen der Spezialbrote gegenüber den gewöhnlichen Grobbroten die Rede sein. F e i n b r o t, dem die Kleie fehlt, ist f a st gänzlich frei von Vitaminen, denn diese sind zum allergrößten Teil in der Kleie enthalten. Würden wir fast ausschließlich von Brot leben, wie in Ostasien weite Volksschichten von Reis, so würden in der Tat schwere Schädigungen durch Feinbroternährung unausbleiblich sein, wie sie in Ostasien bei Ernährung durch geschälten Reis, d. h. Reis ohne Reiskleie bekannt find(Beriberi-Krontheit). Bei aus- schließlichcr Ernährung mit Feinbrot treten schon nach zwei Wochen Krankhs.tssymptome auf, während mit Vollkornbrot als einziger Nahrung auch bei langdauernden Versuchen keinerlei Schädigungen beobachtet sind. Bei unserer gemischten K o st, in der Obst und Gemüse oder auch Fleisch als vitaminreiche Nahrungsmittel entHallen sind, spielt der V i t a m i n g e h a l t des Brotes keine Rolle. Wenn man also jetzt in„Reformhäusern"„Vitaminbrot" erhält, das etwa doppelt so viel kostet wie ein gewöhnliches Voll- tornbrot, so muß vom Standpunkt der Ernährungslehre betont werden, daß der Preis in keinem Verhältnis zum Werte steht. Wer aus diätetischen Gründen sich dem Grobbrot zuwendet, braucht nicht zu teuren Sonderbroten zu greifen, sondern hat in den Bauernbroten ein vollwertiges Nahrungsniittcl, das durch die Anregung der Darmtätigkeit dem Feinbrot überlegen ist. Prof. Dr. med. et pliil. A. Puttcr. _' zwei neue Individualitäten da. Daß ihr Bestand sich restlos aus dem Stoff der alten Zelle aufbaut, ist«ine Bedingtheit der einzelligen Lebensformen mit ihrer geringen Individualisierung. Denn wenn die Individualität das zum Tode Verurteilte ist, so ist es klar, daß je stärker sie ist.«in desto größerer Rest von ihr nach dem Tode bleibt, der nicht in kommenden Generationen ausgeht. Und dieser Rest— beim Naturwesen nur sein Körper— ist beim Menschen«in objektives Werk geworden, sein geistiges oder materielles Werk, das den Stempel seiner Individualität trägt und sein individuelles Leben überdauert. dl. Lbarol. SJtudienrekorm und soziale Hygiene Fort mit den reaktionären Tendenzen! Seit längerer Zeit berät man in Behörden und Organisationen verschiedener Art Über eine Neuordnung des Medizin- st u d i u in s und der medizinischen Prüfungen. Es handelt sich hierbei um ein« Angelegenheit, die durchaus nicht nur siir Aerztc und Medizinstudicrendc, sondern für alle Kreise der Bevölkerung van großer Bedeutung ist. Ist doch jedermann, daran interessiert, daß möglichst tüchtige, kenntnisreiche und hilfsbereite Aerzte heran- gebildet werden. Dazu kommt, daß bei der Neuordnung des Medizinstudiums und der medizinischen Prüfungen Fragen erörtert und der Entscheidung nähergcführt werdcn, welche die soziale Hygiene und die Gewerbemedizin betreffen, Gebiete, an deren Betreuung die gesamte Arbeiterschaft ein Lebens- intercss« hat. Den Beratungen, die jetzt gepflogen werden, liegt«in Gut- achten zugirunde, das der Vertreter der Augenheilkunde an der Universität Würzburg, Professor S ch i e ck, als„Vorsitzender des Ausschusses des Deutschen Medizinischen Fakultäten-Tages" der Oeffentlichkeit übergeben hat. Schieck sagt, der Student soll« und müsse ein möglichst klares, von den„modernen Strömungen" unbeeinflußtes Bild der Wissen- schast erhalten. Was daniit gemeint ist und welchen Geistes die Be- urteilung der„modernen Strömungen" in gewissen Zirkeln ist, ersieht man mit großer Deutlichkeit aus folgenden Worten des Aufsatzes: „Die Anregungen(nämlich zu den Ergänzungen des Lehrplans und zu den Erweiterungen der Behandlungsmethoden) sind zum Teil aus den Parlamenten gekommen, da so mancher Volksver- t r« t« r der Meinung ist, aus seinem kleinen Ersahrungs- kreise der Medizin Vorschriften machen zu können". Offenbar ist es Schieck entgangen, daß die Parlament« nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht haben, sich mit Fragen des Gesundheits- wesens und der Hochfchulpolitik auf das eingehendste kritisch zu befassen. We'ch« Rolle will nun Schieck der sozialen Hygiene an den medizinischen Fakultäten zugestehen? Cr sögt:„Die soziale Hygiene läßt sich von der allgemeinen Hygiene nicht absondern, ohne dem Lehrstoff Gewalt anzutun." Di« sozial« Hygiene läßt sich nicht nur von der allgemeinen Hygiene absondern, man hat sie bereits in Deutschland, z. B. in Berlin und München, serner aber an Dutzenden von Universitäten des Auslandes von der all- gemeinen Hygiene abgesondert! Schieck will die sozial« Hizgiene im Universitätsunterricht unlösbar verbinden mit dem Arbeitsgebiet des Hygieneordinarius, der in Wahrheit in der Hauptfache ein Profeffor für Batterie nkunde ist. Jeder vom Bau weiß aber ganz genau, daß die meisten Sozialhygieniker keine bakterio- logisch langjährig ausgebildete Persönlichkeiten sind, sondern ihre sozialhygienische Schulung durch ihre Arbeit in der Gesundheit»- fürsorge, durch spezielle soziolhygienischvolkswirtschaftlichc Studien, als Praktiker der Gesundheitsverwaltung und als mediziiialstatistische Sachwalter sich erworben haben. Wie manche Hygicneprosessoren, die ini Rahmen ihrer Lehr- tätigkeit die soziale Hygiene mitberücksichtigen wollen, diese ihre Nebenaufgabe auffassen, dafür ist die Tatsache bezeichnend, daß sie für die Uebernahme von Lehraufträgen für sozial« Hygiene, wie sie an den mittleren und kleineren Universitäten vergeben werden, Assistenten ihrer Institute vorschlagen, die dann erst anfangen, sich mit sozialhygienischen Fragen zu beschäftigen, Persönlichkeiten, deren Namen im Kreis« der Sozialhygieniker oft völlig' unbekänut sind. Die Vorlesungen über Schulhygiene wurden(mit einer einzigen Ausnahni«) bisher an keiner preu- ßifchen Universität von einem Arzt, der praktisch als Schularzt arbeitete oder als solcher zuvor tätig gewesen war, abgehalten. Wozu noch zu bemerken ist, daß Borlesungen über Schulhygiene von solchen Dozenten, die nur aus Grund der Lektüre der einschlägigen Literatur ihre Kenntnisse gesaminelt haben, an fast allen Universitäten in bei- nah« jedem Semester abgehalten zu �werden pflegen. Die„Mitberücksichtigung" der sozialen Hl>giene hat also chr« wundersamen Folgen.„Man würde der Hygicnevorlcsung nur die interessantesten Kapitel ohne Grund wegnehmen", sagt Schieck. E» ist erfreulich, daß Schieck die sozial« Hygiene sür so interessant hält, aber dann möge er nicht gegen sie zu Felde ziehen. Oder aber sollte es noch einen ganz besonderen Grund haben, die soziale Hygiene derart benachteiligen zu wollen? Glaubt man vielleicht, den „modernen Strömungen", die von der Sozialhygiene her kommen, am wirksamsten dadurch zu begegnen, daß die sozialhygienische Lehrtätigkeit an die Personen, welche die bakteriologischen Professuren innehaben, gebunden wird? Will man den Sozialhygieniker», selbst den hervorragendsten Vertretern ihres Fachs, wenn sie dozieren wollen, etwa sagen:„Lieber Freund, du kommst nicht in Frag«, denn du bist kein Bakteriologe von anerkannt wissenschaftlichem Rufe"—? Will man dem lozialhygienischen Nachwuchs an den Universitäten von vornherein jede Möglichkeit der Betätigung nehmen? Aehnliches, wie das über die soziale Hygiene Gesagte, gilt auch für die Gewerbehygien«, von der Schieck meint, sie Hab« eine große Bedeutung erlangt: es sei aber durchaus falsch anzu- nehmen, daß die Vertreter der Hygieneprofessuren darauf nicht schon Längst Rücksicht genommen hätten. Kurzum Schicck ist der Ansicht, daß eine besondere Vermietung des Ährfaches Gewerbe» Hygiene und ein besonderer Unterricht in den Berufskrankheiten an den Universitäten nicht von Nöten sind.. Die breiten Massen der Bevölkerung haben aber e'n lebrasle« ureigenes Interesse daran daß bei der Ausbildung und Fortbildung der Aerzt« die Sozialhygiene und die Gewerbemedizin, in erheblich größerem Umfange, als das bis jetzt geschah, berücksichtigt werden Die soziale Hygiene muß an allen Universitäten ein selbständiges Lehr- und Prüfungsfach werden. In gleicher Richtung bewegen sich die Forderungen, welche die So- zialdemykratische Partei, die Freien Gewerlschasten und zahlreich« Träger der Sozialversicherung seit geraumer Ziet erhoben haben Es ist an der Zeit, reaktionären Tendenzen jetzt den stärksten Wider- stand zu leisten. Im Interesse der Arbeiterschaft und im Interesi. der Wisse»schast! Stadtarzt Dr. Alfred Koracb &Aryu-t. ■(27. Fortsetzung.) Eines Tages erhielt er ein anonymes Schreiben. Los es un- zöhlig« Male. Da stand es drinnen, nach dem er lang« vergeblich geforscht hatte: Marin sei im Besitz zweier Briefe, die an die Sowjetgesandtschast in Schanghai gerichtet wären. Dem folgt« ein ausführlicher Bericht, wie sie in seine Hand« gelangt waren. Also die Sache mit dem Russen hatte ihre Aufklärung gefunden. In Darool kam neues Leben. Die einzig«, letzte Gelegenheit, Marin zu kompromittieren, ihn abzuschütteln, da» Vertrauen der Stadt wieder- Zugewinnen, zu siegen über alle, alle. Duval hatte einen guten Tag, einen gesunden Schlaf, aber einen weniger guten Morgen; denn, als er Marin den Brief unter die Nase hielt, brach der in«in höllisches Gelächter aus. Wie er. der alte, erfahrene Herr sich auf solch« Dummheiten wie anonym« Brief« einlassen könne, was er damit beabsichtig« und zu tun ge- denke; er blamiere sich doch unsterblich. Und als Duval nicht locker lieh, sprang ihn Marin wild an: zum ersten Mal« loderte offener Hast zwischen ihnen auf. Marin schloß damit, daß er den ganzen Fall, den er als niederträchtiges Gewäsch bezeichnete, dem Gouver- neur zur Austragung übergeben werde. Uebrigens sei das Ganze nur von Kreisen inszeniert, die Interesse daran hätten, seine Stellung zu erschüttern, allenfalls feine Nachfolge als Polizeichef zu ver- hindern. Und das fei doch bereits kein« Frag« mehr— die Demission des Mr. Dupal. So viel Bosheit konnte Duval nicht vertragen. Die Wort« Marins lähmten ihn. Seine Knien begonnen zu zittern, feine Glieder zu schlenkern. Und üper sein« Haut ging ein kalter Schauer. Marin hatte ihn bereits verlassen. Da stand«r nun mit seinem Briefe. Wüßt«, daß Wort für Wort wahr war. War überzeugt davon. Konnte nichts damit beginnen, wenn er es sich in oller Ruhe überlegte. Und Ueberlegung hatte«r. Cr war ja alt. Er. ledigt. Aufgebracht. Was will er noch aufhalten? Sein Ende? Schmiß den Fetzen Brief in den Papierkorb. Er hatte schon wieder eine Albernheit begangen, rügte er sich. Es war eben ein ver- zweifelter Kampf, den er um das Dosein führte, um feine Stellung, deren Nimbus er brauchte, ohne den er nicht leben konnte. So sank er langsam in sich zusammen, wartet« auf den vernichtenden Streich. Marin saß noch der Schrecken in allen Gliedern. Duval hatte ihm, ohne es zu wissen, einen empfindlichen Schlag versetzt. Die beiden Briefe, denen er so viel Bedeutung zugemessen hatte, waren jetzt für ihn wertlos geworden. Denn Duval würd« bei ihrer Ber- öffentlichung sofort aus dem Dunkel treten, um ihn bloßzustellen. Und wenn er auch dadurch kein«» namhaften Schoden erleiden konnte, wäre doch di« Situation dazu angetan, ihn in feinem Prestige zu schädigen. Cr vernichtet« also di« Briefe. Lächelte ihrer Asche zu. Eigentlich waren sie fo doch von Wert gewesen, hatten ihren Dienst geleistet: ihn aufgerüttelt und auf die Bahn geworfen, auf der er nun dem Erfolge zueilte, * Der Gouverneur halt« aus London die Ordre bekommen, den aus dem Anschlag auf dt« Sowjetgefandtschaft erwachsenen Konflikt zwischen England und Rußland weder zu beschwichtigen noch bei- zulegen. Damit war ihm jede Waffe gegen Duvok au» der Hand geschlagen, so öaß er g«gen ihn nichts Entscheidende» unternehmen konnte. Kead und Marin hegten«inen neuen Streich gegen Duval aus. Es war teuflisch, verbrecherisch, was sie ausAllgelten. Marin, der sich alle Türen zu öffnen verstand, begab sich eines Morgens in da» Polizeigefängni» und suchte sich daselbst zwei chinesische Häftling« aus, die ein schweres Verbrechen auf sich ge> lad«ii hatten. Ohne viel Umschweife sicherte er ihnen �volle Freiheit zu, wenn sie seine Befehle ausführen würden. DU beiden Galgen- vögel, die sich schon halb und halb Im Jenseits wußten, gingen natürlich auf alles ein. Marin hatte richtig getipt. Die zwei waren für ihn wie geschaffen. Am gleichen Abend noch fuhr er mit«inem Auto abermals in das Polizeigefängnis. Mit einem Enthaftungsbefehl, den er sich selbst angefertigt hatte, gelang es ihm ohne Schwierigkeit, die beiden Gauner zu befreien und mit ihnen ein Lokal in der Nähe des Hofens zu erreichefl. Die beiden Chinesen bekamen Kleider, Schnaps, zwei Unzen Opium und einen scharfgeladenen Revolver in die Hand. Unter. dessen kam ein Agent Marins, der von ihm hierher bestellt worden mar, hinzu und übernahm di« beiden, während Marin selbst eilends verschwand. Die zwei Tagediebe wußten noch immer nicht, wo? ihnen bevorstand. Der Agent, der niemand ander» als Wu-Tschek-Li war, derselbe, der die Sitzung im„Hotel Kanton* so verwegen belauscht hatte— also einer der tüchtigsten Agenten Marins führte die beiden auf die Straß«. Sein Auftrag für sie lautete dahin, einen Offizier der englifchcn Marine, den er ihnen bezeigen wolle, glatt zu erschießen. Wortto» nahmen die Desperados diesen Be- fehl enipcgen, innerlich diesem Morde an einem ihres Feinde nicht abgeneigt. Es dauerte nicht allzulang«, da taucht« in der Dunkelheit eine weiß« Uniform auf. Wu-Tschek-Li flüstert«:»Jetzt*. Kaum war die weiße unverkennbare Marineuniform näher gekommen, sprangen die beiden Verbrecher aus ihrem Hinterhalt, feuerten mehrere Schüsse auf sie ab. Man sah noch gerade ein junges, sterbendes Gesicht, einen Körper, der krampfhaft zuckte und bald still auf dem Pflaster lag! dann flohen die drei in der Richtung nach dem elftes S£lei64c/t /sefärtefaf* Hwangpu und dem französischen Kai. Ehe man den Toten fand, war von den Mördern keine Spur mehr zu sehen. Die Ermordung des englischen Marineoffiziers wurde zu, einer großen Affäre. DU Bevölkerung der internationalen Konzession sah darin einen Akt chinesischer Anarchie, die europäischen Re- gierungen einen offenen Anschlag aus ihre Autorität. Der Gouverneur war nun in der Lage, Duval zum Rücktritt zu zwingen, mit der Begründung, die Polizei verfüge nicht über die genügende Kraft, den fremden Bürger zu schützen. Der Polizeichef a. D. zog sich als gebrochener Mann aus der Stadt zurück. Die Nachfolge Marins wurde mit allen Mitteln be- trieben. Und als er in einer geschlossenen Sitzung erklärte, er ver- pflichte sich� der Regierung e>n«n Garantiepakt, der ein Abkommen zwischen Sowjetrußland und der Reoolutionspartei Chinas darstelle, zutage zu fördern, war für ihn die Aufmerksamkeit aufs höchste gestiegen. Und um auch jeden Zweifel an seiner Behaup- ttmg zu zerstreuen, legte er ein Schreiben vor, das beinhaltete: In zwei Tagen werde eine russische Agitatorin mit diesem Garantie- pakt die Grenze bei Riutjchwang überschreiten. »Anonym, eine Irreführung,* rümpfte man teilweise skeptisch die Nase. »Ich habe auch den Beweis für die Richtikeit des Briefes,* schloß Marin. In seinen Gedanken stieg das Kaffee in der Nanking- Road, die erste Begegnung mit Mr. Smith, mit Z.. und das Bild einer Frau empor. DU Personalbeschreibung der Agitatorin in dem Briefe— und jenes Bild— Marin zog Vergleiche. Sie stimmten überein. 29. Während Duval gelangweilt sich in Palmen- und Gummi- Hainen erging, philosophierte, resignierte und allmählich abstarb. während im Polizeipräsidium zu Schanghai noch nach Mitternacht Licht brannte, ununterbrochen Befehle lautlos, gespensterhaft hin- ausgingen, unaufhörlich das Telephon surrte, in den Gängen die Agenten wie Katzen schlichen, während Marin fieberhaft arbeitete, in den Straßen der europäischen Konzessionen sich die elegante Lebewelt drängt», scherzte, lacht» und taumelte— in einem M«ere von Lichtern, Farben und Sprachen, entstieg eine Frau dem Zuge aus Wladiwostok, der soeben in Niutschwang eingelaufen war. Mara, in Begleitung zweier Herren aus dem Kreise Oogulins, wollt« gerade d«n Bahnhof verlassen, als ejn Mann auf sie zutrat, mit den Herren«in paar Worte wechselte, sie veraalaßtc, ihm zu folgen. Kaum zehn Minuten mochten sie gegangen sein, als sie ein kUines, verfallenes Haus betraten. Das Zimmer, in das sie der Mann führte, lag im Erdgeschoß. War seine Wohnstätt«. Ein Eisenbett, ein wackeliger Tisch, ein verschlissenes Sofa bildeten die Einrichtung. Der Mann, der keinen überaus feinen, kultwierten Eindruck machte, bat die Gesellschaft Platz zu nehmen. Er selbst stand. Stieß entschlossen die Fäuste in die Hosentaschen:„Genossen, ihr steckt im Dreck, ich Wassilli Wassilliwitsch Bagin, den ihr in Moskau für schlechtes Geld hier erhaltet, sage euch, daß die Staatspolizei in Schanghai Wind bekommen hat. An der Grenze wimmell es von Agenten. Wenn die Genossin mit den Dokumenten durchkommt, lasse ich mich köpfen. Also macht euch dünn. Die Geschichte ist Essig.'(Fortsetzung folgt.) � Buch -Das£eben einer Derolulionärin. Unter dem Titel„RosaLuxemburg.dasLebeneiner Revolutionärin" veröffentlicht soeben Max Hochdorf im Verlage der Neuen Gesellschaft, Berlin, eine Schilderung dief«s einzigen Kämpferlebens. Rosa Luxemburg wurde in der russisch- polnischen Stadt So m os ch 1871 geboren. Sie war das 5kind einer Bürgerfamilie, die das frühreife, von ber Natur schwer benachteiligte Mädchen aufs Gymnasium schickte, das sie, siebzehnjährig, glänzend absolvierte. Früh war sie mit sozialistischen Geheimzirkeln in Be- rührung gekommen; mit List kam die jung« Rebellin über die Grenze nach Zürich, wo sie zuerst Nawrwisl«nschasten, dann Nationalökonomie studierte. Aus Formgründen— um die deutsche Staatsangehörigkeit zu erhalten— heiratet sie den jungen Buch- drucker Georg Lübeck: aber sie nannte sich immer Rosa Luxemburg. Und unter diesem Nam«n ging auch ihre Gestalt in die Ge- schichte der internationalen Arbeiterbewegung ein. 1898 hatte sie im polnischsprechenden Teil Oberschlesiens sozialdemokratische Propa- ganda für die Reichstagswahl getrieben, seitdech arbeitete sie in der Partei. Heftig beteiligte sie sich an den heißen Reoisions- kämpfen: ihre Schrift„Sozialreform oder Reoolu- t i o n" wird in ihrer'zugespitzten Dialektik stets ein Musterbeispiel einer radikal-marxistischen Analyse bilden.(Sie ist heute im 3. Bande ihrer gesammelten Werke wieder zugänglich.) Mit Ausbruch der russischen Revolution vom Jahr« 1905 ver- läßt sie ihr« Redakteurstelle am„Vorwärts* und geht nach Polen, um unmittelbare Zeugin der revolutionären Ereignisse zu sein. Mit falschem Paß überschreitet sie die Grenze. Anfang 1906 wird sie jedoch verhaftet, aber es gelingt rhx, mit Hilfe der Gelder deutscher sozialistischer Freund« zu fliehen. Wiederum verttest sie sich in die ökonomische Situation der europäischen Länder, um Klarheit über den Barometerstand der proletarischen Bewegung zu gewinnen. 1912 erschien ihr theoretisches Hauptwerk„Die Akkumulation des Kapitals"— eines der glänzendsten und anregendsten Werke der marxistischen Nationalökonomie. Dann kommt d«r Einschnitt des Weltkrieges. Drei Jahre und vier Monate verbrachte Rosa Luxemburg in„Schutzhaft"! Jeder kennt ihre Gefängnisbriefe, die seltenste Zeugnisse einer klaren und großen Mensck)enseele sind. Die Novemberrevolution bringt ihr die Freiheit und stellt sie an die Seite ihres Kampf- genossen und Freundes Karl Liebknecht. Ihre letzte bedeutende Leistung als Theorettkerin ist ihre vernichtende Kritik an der rusii- schen Oktoberrevolution des Jahres 1917. Am 16- Januar 1919 trifft sie ihr grauenvolles Schicksal. Das Schicksal einer Kämpserin. Hochdorf läßt sich in die Durchdringung und Auswertung des theoretischen Hauptwerks von Rosa Luxemburg kaum ein, so wün- schenswert es gewesen wäre. Die Absicht seiner Schrift liegt in der Schilderung des Lebens einer großen Revolutionärin. J. P. Mayer, WAS DER TAG BRINGT. «uniiiiiiiimiiniiiitininuniuinuiuniiiiiiiitiiiiuiuuiruvnuiinimmunimtiniiunnnitRnuimiinniiuiniuuiuiiiuiinmiuuirwiiiiiiuuiuiiiiuniiUiiiiuiiuiiimuimuiHwiiiiiuiuitiD d.r.p.sooooo, Am 12. Mai d. 3. hat das Reichepatentamt das Patent Nr. 900 000 erteilt. S2i/> Jahr« nach Erteilung des ersten Patents im November 1877. Das Tempo, In dem die Patentnummsrn stiegen, ist in dieser Zeit entsprechend dem Fortschreiten der Industrialisierung Deutschlands immer schneller geworden. Erst 21 Jahre nach dem ersten Patent, also lm Jahre 1898 wurde Nr. 100 000 erreicht. Das zweit« Hunderttausend erforderte zehn Jahr« und wurde 1008 erreicht. Das dritte Hunderttausend wäre ohne die Auswirkung des Welttriege, im Jahre ISIS erreicht worden. Das Sinken der Zahl der Patentanmeldungen in den Kriegsjahren auf etwa die Hälfte verzögerte aber diesen Zeitpunkt um ein Jahr. Da» vierte Hunderttausend wurde im Juni des Jahres 1924 erreicht und jetzt nach weniger als sechs Jahren ist dU erste halbe Million vollgeworden. Bei dem starken Anwachsen der Zahl der jährlich eingehenden Patentanmeldungen von rund S9000 bei Kriegsausbruch auf fast 73 000 im Vorjahre wird das nächste Hunderttausend erteilter Patente voraussichtlich in vier bis fünf Jahren erreicht werden. Da» Tempo der technischen Entwicklung Deutschlands, das sich in den erteilten PatenUn spUgelt, ist also jetzt sünftnal schneller als in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Diesem Wachsen der Arbeitsleistung des Reichspatentamts ent- spricht auch das heute besonders erwünschte Wachsen seiner Ein- nahmen. Von seiner Errichtung bis zum End« des Haushaltsjahres 1929 hatte das Reichspatentamt eine Bruttoeinnahme von 304000000 Mark für Verfahrens- und Patentgebühren gehabt, von der nach Abzug seiner Selbstkosten von 193 000 000 Mark 191 000 000 Mark an die Reichskasse abgeführt werden konnten. Die Jnflationsjahr» 1919 bis 1923 sind hierbei nicht gerechnet worden. Im letzten Haushaltsjahr betrug der Ueberschuß 7 700 000 Mark und wird voraussichtlich Im laufenden Jahr« die Höhe von 8 Mil- lionen Mark erreichen. Da sich ein Fünftel der deutschen Patente im Besitze von Ausländern befindet, so bringt also das Reichs- Patentamt in diesem Jahre für etwa 2 Millionen Mark die heute für den Reichshaushalt so notwendigen Devisen herein und erfüllt auch in dieser Beziehung eine wichtig« volkswirtschaftliche Aikfgab«. Zwangsoperation tur Parlamentarier. Auch im Unterhau, von Kanada gibt es manches Mal Radau Mrs. Agnes Macphoil. die einzige FrauenabgeordneU des Parlamentes, verträgt aber keinen Lärm, da sie schr nervös ist und selbst genügend Lärm macht. Sie sann also schon sett langem auf Mittel und Weg«, um die Abgeordneten zu bezähmen. Eines Tages hatte sich die nervöse Parlamentarierin einer Mandeloperation unterziehen müssen. Als sie wieder' gesund wurde, stellte sie mtt höchstem Erstaunen seft, daß auch ihre Nerven geheilt waren. Nun will st« diesen Segen der Nervenberuhigung auch ihren Kollegen zuteil werden lasten. Sie reichte also im UnterhauU«ine Gesetzes- vorlag« ein, nach welcher künftighin nur solche zu Abgeordneten gewählt werden können, die«ine Mandeloperation glücklich be- standen haben. In Kanada wird also, sa müßte man wenigstens annehmen— wenn dies« Vorlage tatsächlich Gesetz wird—, im nächsten Parlament idyllisch« Ruhe herrschen. Hochzeit hinter Gittern. Ein Insasse des Gefängnisses in Joevdon am Neuchateller See hatte die Erlaubnis bekommen, sich zu verheiraten, und am f«st- gesetzten Tage wurde er von zwei Gefangenenwärtern auf das Standesamt geführt, wo die beiden Wörter zugleich als Trauzeugen dienen sollten. Man wartet« jedoch einige Stunden vergebens aus die Braut, und schließlich wurde der Bräutigam ganz geknickt wieder ins Gefängnis gebracht. Kaum war er In seiner Zell« angelangt, als ein Telegramm einlief mit der Meldung, daß die Braut am Tage zuvor wegen eines Diebstahls verHaft«! worden war und nun ihrerseits im Frauengesängnis saß. Die Hochzeit wird also wohl noch etwas aufgeschoben werden müssen. Ferngespräch. Pommery war Assessor. Seit heut« ist er Rechtsanwalt.„Dr. für. Pommery" steht an seinem Büro. Und darunter„Frisch ge- strichen". Die Möbelleut« haben Tische und Schränke hinaufgetragen. Der Bürovorsteher prüft dt« neu« Schreibmaschine. Der Elektriker dreht Glühbirnen«In. Da» Sprechzimmer ist schon so gut wie fertig. Pommery sitzt vor seinem Schreibtisch- Hin und wieder klopft es. Ein Mann mit einer Rechnung epscheint, und Pommery bezahlt. Bezahlt und be- zahlt. Bis die Brieftasche leer ist. Pommery seufzt, trommelt mit den Fingern auf den Tisch. Da klopft e, wUder, Ein Mann tritt in» Zimmer. Pommery fährt zu- lammen. Greift zum Telephon, das blitzblank auf dem Schreibtisch steht, und, während der Mann an der Tür wartet�spricht«r: „Jawohl, natürlich, den Prozeß um dl« Grafschaft Lutz-Falken- Hägen habe ich übernommen. Bringt'ne ganz« Meng« Geld, jawohl. he he! Und übrigens, die zwölftausend Marl schicken Sie mir glelch morgen herüber, die Leute überschwemmen mich hier mit ihren Rechnungen. Aus Wiedersehenl" Dann hängt er ab, dreht sich um. guckt den Mann an der Tür an:„Bitte?" Der Mann grinst. Grinst und grinst.„Ich komme," sagt er, ,,00» der Post und wollte Ihren Telephonapparat anschließen." Freundschafisregaita beim FSV. Vier Vereine der Unier havel im Wettkampf Die dem Freien Segler-Verbande angeschlossenen Ler- eine ans der Unterhavel: Seglerverein Stößensee, Segelklub Wein- nieisterhorn, Verein Spandauer Iollensegler und Wandersegler Pichelswerder fuhren ihre erste Freundschaftsregatta. Die Anregung für diese Wettsahrt gab der SV. Stößensee und die Ver- anstaltung fand allgemeinen Anklang. Die Windverhältnisse(bis 3 Sekundenmeter) maren leider nicht innner so, wie es sich ein Seglerherz wünscht und die Regattaleitung hat wohl richtig getan, die verkürzt« Bahn bis zum roßen Fenster fahren zu lassen. Immer- hin fanden sich etwa 50 Boote um 11 Uhr mm Startplatz ein. Gestartet wurde im allgemeinen sehr gut; auch hier kam dos alte Sprichwort zur Geltung:„Uebung macht den Meister." Inter- essante Kämpfe gab es in allen Klaffen. In der 15-Ouadratmeter- Wanderjollen-Klossc wechselte oft die Führung zwischen H 80 und H 108. Letzteres Fahrzeug, ein Neubau, wurde in dieser Masse Sieger und ersegelte mit 1:29:55 Stunden eine gute Zeit. Dem 15-Ouadratmeler-Jollenkreuzer O 6 wird ein nicht zu frühes Starten empfohlen, denn doppeltes Umrunden der Startboj« bringt immer Zeitverlust. Nachfolgend die gesegelten Zeiten: P 19 Hol M ftiof(Sbfc) nicht gestartet: A 40 Eoücus sStrasscr) J:59:13; O 4 giuna< Schölt,) 1:40:36: ß 10 Ramalulu(Runjc) 1:35:58 I; L 70 Claus i Matthews) 1:34:00:- H 31 Erika(S. fflieljct) 1:36:58: H 80 Trabant(«übt) 1:50:15 N: II 90 Schmu nzel lLougardt) aufgegeben: II 91 Gutrau lMarticke) 1:32:05: H 95 lAboi II l Schmidt) 1:32:57; H 98 Liebelei(Blafchke) aufgegeben: II 101 Meteor braut(IS. Eoesc) nicht gestartet; III 348 Borrcas(Bofak) nicht gestartet: II 996 Lieschen II(Jensen) 1:30:50: II 297 Schwalbe(Wllstenow) 1:26:20: II 328 Per. sönlich(Wurzeldorf) 1:28:30: I 105 Atra(Tiirp) aufgegeben; 1 284 IZalke II iReh) aufgegeben. Die Preisoerteilung fand am Sonntag abend in den schönen Klubräumen des Segleroereins Stößenfee statt und vereinte viel« Segler zu fröhlichem Tun. Schultz(SV. Stößenfee) überreichte den Preisträgern ihre Anerkennungsploketten und dankt« allen für ihre Mitarbeit. Arndt(Spandauer Iollensegler) gewann mit dem besten Start von 4,2 Sekunden den Startpreis. Ein Sonderpreis für das schnellst« Boot der IZ-Ouadratmeter-Wanderjollen-Klasse und ein Trostpreis für das langsamste Boot der großen Bahn fanden eben- falls Liebhaber. Borrasch sprach im Namen des Verbandsvorstandes. Ein geselliger Teil hielt die Teilnehmer noch lange beisammen. Die Regatta sowohl als auch die Nachfeier haben bewiesen, daß für spart- liche Kameradschaft und anregende Geselligkeit bei den Freien Seglern genau so die Borbedingungen vorhanden sind wie in teuren feudalen Klubs. Freie Segler am Äeutbener See. Am Sonntag fand die Bootsplatzeinweihung der „Zeuthener Tourensegler" statt. Zum ersten Male wehte am Zeuthener See hoch vom Flaggenmast« die Nationale des Freien Seglerverbandes Die innige Verbundenheit der freien Segler mit der Arbeiterbewegung wurde besonders durch die zahlreiche Teil- nahm« anderer befreundeter Verein« zuni Ausdruck gebracht. Die Zeuthener Gewässer, bisher nur Domizil bürgerlicher Vereine, werden in Zukunft imn auch von Arbeiterseglern befahren, die mit einem besonderen Stolz ihre V«rbandsflagge in jene Hochburg der Schwarzweißroten führen werden. Der vom Freien Segleroerband gepflegte Sport zur Körperertüchtigung und der verhältnismäßig geringe Beitrag sollten allen Nichtorganisierten Seglern Veranlassung geben, die Rethen der Arbeitersegler zu stärken. kund um den Radsport Motorrad~Sechstagcfahri— Radsportliches Allerlei Die Deutsche Sechstagefahrt der Motorräder, vom Deutschen Motorradfahrerverband veranstaltet, nahm am Mon- tag morgen mit der ersten Schleife über 300 Kilometer ihren Anfang. Von den am Sonntag abgenommenen 03 Maschinen gingen 02 ms Rennen, da der Marienberger Eichhorn wegen Star.ver- spätüng zurückbleiben mußte. Auf dieser Fahrt mit Start und Ziel in Marienberg im Erzgebirge gab es für Fahrer und Maschinen erhebliche Anstrengungen, die noch dadurch vermehrt wurden, daß es fast während der ganzen Fahrt stark regnet«. Da auch an den Vortagen das himmlische Naß recht ausgiebig gefallen war, befand sich die Strecke in teilweise trostlosem Zustande. Von Marienbevg ging es längs der tschechischen Grenze entlang auf meift recht schlechten Waldwegen bis zur Mittagskontroll« Seb- nitz, wo die Fahrer wegen der ungünstigen äußeren Umstände schon T Minuten früher zur Weiterfahrt entlassen wurden, die über Stol- pen, Radeburg, Großenhain, Mittweida, Flöha zurück nach Marien. berg führte. Acht Bewerber blieben auf der Strecke. Don den übriggebliebenen S4 Fahrern mußten nicht weniger als 23 mit Strafpunkten bedacht werden, so daß nach dem ersten Fahrtage nur noch die Hälfte aller Gestarteten strafpunktfrei ist. Aus der Klubwertung ausgeschieden sind ein« Mannschaft des Chemnitzer ME. sowie der ME. Marienberg, aus der Fabrik- wertung die FN.»Mannlchast. Nur noch 5 Fabrikteam», die beiden DKW. sowie Puch, Triumph und eine D-Radmannschaft, von Klubmannschasten Motorradklub von Deutschland und die 2. des Chemnitzer MC. konnten die erste Schleife vorschriftsmäßig zurück- legen. Nach den Ergebnissen des ersten Fahrtages ist es klar er- sichtlich, daß es sich hier um eine Zerreißprobe schwerster Art handelt. Die zweite Schleifenfahrt ist zwar mit 201 Kilometer rund 100 Kilometer kürzer als die erst«, füyrt aber durch das Erz» und Fichtelgebirgs mit oft recht erheblichen Steigungen und Gefällen, so daß es auch hier sicher viel« Ausfälle geben wird. * Infolge einsetzenden Regens mutzten die auf der Pariser Prinzregen tenparkbahn im Gang befindlichen französi- schen Meisterschaften für Flieger und Steher vorzeitig abgebrochen werden. Beim Ableuten hatten die Dauerfahrer bereite 88 Kilo- meter zurückgelegt. Zur Zeit des Abbruchs führte Wnstmeister Paillard(1: 15: SO) mit 125 Meter vor Urago.— Di« über 245 Kilometer führende Radfernfahrt von Paris nach Lille sah Bonduel in 7: 40:00 als überlegenen Sieger. Erst 4 Minuten später trafen die beiden Belgier A. van Bruaene und Dossche am Ziel ein.— Zur französisch-schweizerischen Rundfahrt über 248,0 Kilometer mit Start und Zkl in Genf traten die Favoriten H. Suter und Merviel wegen des schlechten Wetters nicht an. Der Sieg fiel an Gillabd in v: 01: 00.— Di« Radfernfahrt „Rund um Belgien" wurde mit der 295 Kilometer langen vierten Etappe von Mmur nach Brüssel abgeschlossen. Lalbup er» reichte in 10: 21: 27 als Erster das Ziel, drei Sekunden später ging die Hauptgruppe über das Zielband. Gesamtsieger wurde der Belgier Emile Joly mit einer Fahrzeit von 10: 40: 53 und zwei Etappensiegen.— Mit dem Holländer van Kempen bestritt Buschen- Hägen auf der belgischen Radrennbahn B i l v o r d e ein Zwei- stundenmannschaftsfahren; sie besetzten den dritten Platz hinter Tonani-Dewols und van Hevel-Rislens.— Der auf der Bahn in Stettin ausgefahrene„Große Steherpreis" über 75 Kilometer in drei Läufen sah im Gesamtklassement den Stettincr Corpus vor Lohoff als Sieger.— Die noch der Kölner Stadionbahn ange- setzten Eröffnungerennen wurden wegen der unsicheren Witterung in der Rheinlandhalle zum Austrag gebracht. Im Mittelpunkt stand das Internationale Fliegerkriterium der Amateure, in welchem der Holländer Gerwin vor Trauden den ersten Platz belegte. Welt- meister Mazairac konnte nur den dritten Platz erwischen. Das Stundenmannschaftsfahren holten sich die Kölner Jppen-Walter mit 41,100 Kilometern.— Das zum 19. Mal« ausgetragene Straßenrennen„Rundum Frankfurt a. M." war ein« Unwetterfahrt ersten Ranges. Der größte Teil der Fahrer streckte vorzeitig die Waffen. Die beste Leistung zeigte Lindenau-Hanau. der in der B-Klasse die Zeit der /�-Fahrer um 13 Minuten unterbot: in der ersten Klasse siegt« Huhn-Erfurt in 8: 59: 10,2 vor Franke-Frank- furt._ Riegenkampf im FKB. In der Sporthalle Hohenschönhausen wurden die letzten Kämpfe um die Zugehörigkeit zu den beiden Bohlenriegen des Gaues Berlin im Freien Keglerbund beendet. Die vorgeschriebenen 150 Kugeln gingen über fünf Bahnen, pro Bahn 30 Kugeln, je 13 rechte und linke Gasse. Die neuen, nachstehend benannten Riegenmitglieder haben sich für die.im August in Kiel stattfindenden Bundeskämpfe qualifiziert: «au 1: Rübl(»ut Srotl)«aumeister, 1096, flretschmcr(Haromnie) 1076, Vieth(«ut Sport) 1073. Sckebdin(I. f. d.) 1071, Bauer IBorusga) 1064. Riebe (Gut Sport) 1063, Silbner(Harmonie) 1063. H. Schulz(ssrohfinn.flnorke) 1059, G Wothge(1. 4. b.) 1059, Ramrath(Cartageuo) 1056 Holz. Ersatz: E. flromm (Harmonie) 10«>. Sorny(liuftifl« Vrllder 19) 1054 Holz.—«au U: Meier (Hohe flante) Ganmeister, 1080, Schenk(Bötzow) 1074, Henbrich(Gaswerke I) 1069, Herzoq(Bötzow) 1064, Schmitt(Corso) 1057, R. Peter(Gaswerke I> 1056, Dziembowski(Gaswerke I) 1056, Tichauer(Aha) 1055, flaufhold Arbeiter-Wasserbad Spandau— Neptun-Weitjensee 11:4 Spandau und Neptun- Weißcnsee sollten die Gegner zum Serienwasserballspiel der Arbeiterschwimmer im Lunabad sein. Durch Nichtantreten des Schiedsrichters konnte das Treffen aber nur als Gesellschaftsspiel durchgeführt werden. Neptun trat im Tor und Spandau im Sturm mit Ersatz an. Die Weißenscer haben Anspiel und«s entwickelt sich gleich ein sehr flottes Spiel, beide Mannschaften drücken mächtig, doch keiner gelingt es vorerst,«in Tor zu erzielen. Nach drei Minuten Spielzeit glückt dem Spondauer linken Stürmer ein gut gezielter Wurf und Spandau fühl> 1: 0. Bald darauf kann Neptuns linker Stürmer, nachdem der Ball er- folgreich von Spandaus Torwächter abgewehrt wurde, den Aus- gleich schaffen. Neptun bleibt weiter im Angriff und der rechte Stürmer erzielt kurze Zeit darauf des 2. Tor. Spandau kommt nun mächtig aus und erreicht durch seinen rechten Stürmer wieder den Ausgleich. Neptun läßt nun bedenklich nach, der recht« Verteidiger deckt wiederholt den linken Spandauer Stürmer nicht richtig und in kurzen Abständen fallen durch diesen Spandauer Spieler 3 Tore. Mit 5: 2 Toren für Spandau geht es in die zweite Halbzeit. Vom Anwurf an ist Spandau stark überlegen und noch 2 Minuten steht es bereits 9: 2 für Spandau. Der Mitteistürmer Nepwns erzielt dann auf Vorlage vom Verbindungsmann das 3. Tor. Zwei Bälle kann der Torwächter Neptuns schlecht abwehren und er selbst ist es, der Spandau zu zwei weiteren Toren verhilft. Beide Mann- fchaften erzielen dann noch je ein Tor und mit 12:4 Toren zu Gunsten Spandaus endet das Spiel.— Neptun spielte sehr zerfahren, während Spandau, namentlich nach dein Wechsel, sehr gut zusammenfpielte. das Heft jederzeit in der Hand hatte und mü dem Resultat wohl Neptun die größte Niederlage beigebracht hat. Nur dem Umstand, daß der Schiedsrichter nicht antrat, haben es die Neptunleute zu verdanken, daß sie nicht von der Tabellenspitze verdrängt worden sind. Sdiadifreffen in Potsdam Am Sonntag fand im Lolkshaus Potsdam ein vom Pots- damer Arbeiter-Schachtlüh veranstolteter Schach-Propaganda- w e t t k a m p f statt, an dem sich Abteilungen der„Freien Arbeiter- Schachvereimgung Groß-Berlin", die Arbeiter-Schachoereine Brandenburg, Nauen, Nowawes und Potsdam beteiligten. Nach einigen Begrüßungsworten des Potsdamer Vorsitzenden wurde der Wettkompf„Berlin gegen Provinz" von 92 Schach- spielcrn begonnen. An allen 40 Brettern wurden heiße, spannende Kämpfe ausgetragen. Di« Berliner waren den Provinzlern durch größere Spielerauswahl überlegen, was sich besonders an den ersten 10 Brettern bemerkbar macht«: konnte doch hier die Provinz nur am vierten und achten Brett einen Sieg und am fünften Brett ein Remis herausholen. Trotzdem hielt sich die Provinz an den nächsten Brettern noch wacker und konnte 19�- Punkte buchen, während Berlin mit 26� Punkten den Sieg hatte. Für den Loxkampslag Freilag, 16. Mai. in der Bockbrauerei. Fidicinstraße. sind fünf Paarungen zusammenoestellt. Es kämpfen: Anklam-Berlin gegen Buchbaum-Dortmund. Czirsan-Bsrlin gegen Bolkmar-Berlin, Hölzl-Hamm gegen Koska-Gleiwitz, Schemann- Dortmund gegen Swart-Wilhelmshaven, Eder-Dortmund gegen Franckie Paul-Belgien.- «rbeit!, Uhr, im Heim Moabit, Walbcnserstr. 21, Vortrag:„Berliner Humor". Gäste willkommen.— Morgen. Mittwoch, letzter Badeabend im Sladtbad Ecnchistratze.— Sonntag, 18 Mai, ssrllhlingsfest auf dem Gelände flallinchen. Frei« flanu. Union Groß-Berli», e. V. Abt. Obersprec: Srainingstage 1« dieser Woche Mittwoch und Sonnabend, 18 Uhr, im Boo'shans Wuhlheidc.— Die Photogilde trifft stch Mittwoch 191h Uhr im Bootshaus Wuhlhcide»ur Be» sprechung. ssreitag. 16. Mai. 191h Uhr, Sauvtoersammlung aller Abteilungen ,Lum Mahren", Ierusalemer Str. 9.— Abt. Tegel: Außerordentlich« General- Versammlung Donnerstag, 15. Mai, 20 Uhr, bei gillmcr, Scestr. 17. Ruberpeeei» ckollegia, Jugendabteilung. Sonnabend, 21. Mai, 19 Uhr. im BootÄlaus, Bortrag de» Genossen fliller:..Entwicklung und Aufbau des Per- eins". Sonabend, 31. Mai, 19 Uhr, Vortrag:„Alkohol und Nikotin". Alles ist eingeladen. Außerdem Spielen und Singen.— Alle Milglicöer, die am San»- tag mit Dampfer fähren, treffen ssch spätestens 10 Uhr im Bootshaus. Abfahrt 11 Uhr.- Ruderperein Porwärts. Dounerelag, 15. Mai, SO Uhr, Sißung der ffraueu» Abteilung Im Bootshaus. Berliner Athleten in Spremberg Anläßlich der 35.Iahr-F«ier der Freien Turners chaft Spremberg, bei der fast sämtliche leicht- und einige schwer- athletische Sportarten gezeigt wurden, startete die R i n g e r m a n n- schaft von.Lichtenberg-Friedrichsfelde". Trotz des trüben Wetters war der Sportplatz von gnteresienjen dicht unsäumt. Hier war zu sehen, wo.» Einigkeit zustande bringt, denn kommu- nistische Phrasenhelden und Moskau-Jünger gibt es in Spremberg nicht. Eine sozialistische Mehrheit im Stadtparlament hat Ver- ständnis für die Arbeiter-Sportbewegung und neben dem Sportplatz steht ein nettes Gebäude mit Turnsaal. Unterkunftsräumen und Ge- schäftszimmer zur Berfügung. Allgemeine Heiterkeit brachte das hier zum erstenmal gezeigt« Pttzibbalkspiel. woran sich auch ältere Sportler beteiligten. Wettläufer, Speerwerfer, Handballer, Fußballer und Freiübuidgen der Jugend, all« fanden ein dankbares Publikum, das nicht mit Beifall kargte. Am stärksten umlagert waren aber der Boxring und die Ring er matte. Die Spremberger Ringer entpuppten sich wchl als äußerst stark, aber an Technik fehlt es noch. und so mußten die Spremberger, wie schon so oft mancher Provinz- verein, einsehen, daß heute nicht mehr mit der robusten Kraft zu siegen ist, stmbern daß die Technik entscheidet. Die Ringkämpfe selbst verliefen wie folgt- Fliegengewicht: Borchert LF. 04— Kurt Lauro Spr. Alle Griffe. die B. ansetzt, scheltern an der Kraft des Spremberger», doch nach 5.05 Minuten muß er in die Brücke, aus der es«in Entrinnen nicht mehr gab. Die Bantamgewichtler Spliestöher LF..04— Körner Spr. waren sich körperlich gleichwertig, doch die längere Ringererfahrung gab hier den Ausschlag. Spliestößer siegte nach 6 Minuten. Als die Federgewichtler Willi Binder LF. 04— Fritz Lauro Spr. sich die Hände reichten, stand für Eingeweihte der Sieger fest. Binder ging in feiner bekannten forschen Angriffsweise lo» und brachte nach einer Minute durch Seitenaufroißer seinen Gegner in die Brücke, die dieser nur 38 Sekunden halten konnte. Somit stand es nach dem 3. Kampf 0: 0 für LF. 04. Im Leichtgewicht gab es eine Ueberraschung Roß- dach LF. 04 wollte mit seinem Gegner Sobolewski einen Selbstsaller machen und schon lag er selbst auf beiden Schultern. Zeit 10 Sek. Die Spremberger Jugend war ganz aus dem Häuschen. Im Leicht-Mittelgewicht waren Paul Binder LF. 04 und Komolka Spremberg sich vollkommen gleichwertig, wo» sich auch in einem Unentschieden nach 10 Minuten auswirkte. Dps Halbschwergewicht oertrat für LF. 04 der Bundesmeister im Heben, Paul Wallofchek, während die Spremberger den bärenstarken Ende auf die Matte stellten. W., der wohl sah, daß ihm der Spremberger an Kraft gleich war, brachte daher diesm nach kurzem Geplänkel in die Bodenlage, um dann mit tadellosem und einwandfreiem Ausheber ihn nach 1 Min. 2 Sek. auf die Schultern zu beförderir Im Schwergewicht gab sich Nitschks Spr. die größte Mühe, den LF.-04-Bertreter Kreklow zu legen und obwohl der Spremberger 15 Pfund Mehr- gewicht brachte und über enorme Kräfte verfügte, gelang es ihm nicht, ja der leichter« Berliner war in den zweiten fünf Minuten der ständige Angreifer und nur mit aller Anstrengung gelang es dem Spremberger, Über die Zeit zu kommen. Resultat: Unentschieden. Obwohl die Spremberger mit 10:4 geschlagen wurden, zeigt« sich nach dem Kampf ein sehr guter Kameradschafts- geist. Theodor yorf. Zum 100. Geburtstag des Mitbegründers der Sozialdemokratie. Zln ter Wioge der großen deutschen Arbeiterbewegung, die chre stärkste Formung in der Sozialdemokratie findet, stand als eine der markantesten Erscheinungen der Tischler Theodor Uork aus Harburg, ein Mann eigener. Prägung, wenig schmiegsam, eher knorrig, aber von starkem Rechtsgefühl und ausgeprägt proletarischem Empfinden. In Breslau war er am 13. Mai 1830 als Sohn eines kleinen selbständigen Tischlermeisters geboren. In der Werkstatt seines Vaters erlernte er dessen Beruf. Und dann ging er, altem Hand- werksbrauchc folgend, auf die Walze, durchzog Deutschösterreich und Deutschland, bis er in der Stadt Harburg an der Elbe, noch Zum damaligen Königreich Hannooer gehörig, hängen blieb. Wie überall, wo er sich länger« Zeit aufgehalten hatte, so schloß er sich auch in Harburg dem Arbeiterbildungsverein an, in dem wir ihn schon 1838 führend und anregend am Werk« sehen. Die Arbeiter- bildungsvereine waren bekanntlich von Liberalen gegründet, um den politisch noch rechtlosen Arbeitern die Möglichkeit zu geben, ihre Elementarkenntnisse zu erweitern. Aus den ArbeiterbildüngZ- vereinen ging schließlich unter Bebels und Wilhelm Liebknechts Führung die Sozialdemokratische Partei hervor, die im Gegensatz zu den Lassalleanern als die Partei der Eisenacher bekanntgeworden ist. In ihr wurde auch Theodor Pork an hervorragender Stelle tätig. Er war sogar ihr erster Parteisekretär mit einem Monats- gehalt von 13 Taler»(!), das sich erst im Laufe mehrerer Jahre bis zu 30 Taler» erhöhte. Bevor er jedoch zu den Eise- nachern kam, deren Partei er mit begründen half, war er Mit- bcgründer und eifriges Mitglied des Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Vereins, der von Lassalle ins Leben gerufen wurde. Als im Jahre 1882 in London«ine Weltausstellung veranstaltet wurde, ging auch eine Reih« von deutschen Arbeitern nach dort, um die Entwicklung der Industrie auf der Ausstellung zu studieren. Die Entsendung dieser Arbeiterdelegation geschah mit Unterstützung teils der Behörden, teils des sogenannten Nationalvereins. In London beschränkte er sich jedoch nicht darauf, die Weltausstellung zu be- sichtigen, er kam auch in Fühlung mit den zahlreichen politischen Flüchtlingen und vor allem mit dem kommunistischen Arbeiterverein, in dem die sozialistisch denkenden deutschen Flüchtling« ihr« Sammel- statt hatten. Als die deutsche Arbeiterdelegation in die Heimat zurückgekehrt war, tauchte der Gedanke auf,«inen allgemeinen Arbeiterkongreß einzuberufen, um auf diesem Bericht über die Londoner Eindrücke zu erstatten und daneben soziale Fragen des Arbeiterlebens zu besprechen. Aus dem Hin und Her der Bor- bereitungen für diesen Kongreß, über die« hier im einzelnen nicht gesprochen werden braucht, schälte sich schließlich die Aufforderung an Ferdinand Lassalle heraus, von sich aus Gedanken über die Aufgaben der Arbeiterschaft in der damaligen Gegenwart öffentlich zu erörtern. So entstand Lossalles bekanntes„Offenes Antwortschreiben" an das Zentralkomitee zur Berufung eines Allgemeinen deutschen Arbeiterkongresses zu Leipzig". Der durch diese Schrift vorbereitete Kongreß fand im Mai 1863 in Leipzig statt. Es war allerdings »icht der erwartete groß« Arbeitertag, sondern eine Konferenz von rund einem Dutzend Delegierten von Arbeiter- vereinen, zu denen als Abgesandter von Harburg auch Theodor Park gehört«. Die Konferenz endet« mit der Gründung der ersten sozialistischen Arbeiterorganisation Deutschlands, des„Allgemeinen Deutschen Arbeiteroereins". Lassall« legte dort bekanntlich eine Satzung vor, die dem zu gründenden Verein einen Präsidenten mit fast unbeschränkter Bollmacht an die Spitz« setzt«. Diese Satzung wurde genehmigt und Lossalle selbst zum Präsidenten gewählt. Theodor Dork hatte jedoch ein so ursprüngliches und fest- gewurzeltes demokratisches Empfinden, daß er sich offen gegen die diktatorischen Vollmachten wandte, und auch als einziger schließlich gegen die Wohl Lassalles stimmte. Das hinderte ihn jedoch nicht, in dem neugegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeiter- verein aufs kräftigste mitzuwirken. Er wurde sogar von Lassalle in das Präsidium berufen und war einer der wirksamsten Agitatoren für die neue sozialistische Bewegung. Nach Lassalles Tode jedoch, als der Präsident Schweitzer die diktatorischen Vollmachten seines Amtes zu offenen Zuwiderhandlungen gegen Beschlüsse des Vereins mißbrauchte, trat Park mit dem Hamburger Geib und anderen aus dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein aus und erließ gemein- sam mit Bebel und Wilhelm Liebknecht jenen Aufruf zu einem E i ii i g u n g s k o n g r e ß in Eisen ach,, der zwar nicht die Einigung aller Sozialisten herbeiführte, wohl aber die schon er- wähnte Eisenacher Partei aus demokratischer Grundlage ins Leben rief. In dieser jungen sozialistischen Bewegung war Pork einer der führenden Köpfe. Einfach und klar im Denken, war er auch als Redner von eindringlicher Sachlichkeit. Ein besonderes geschicht- liches Verdienst erwarb er sich durch die frühzeitige Propaganda für selbständige Gewerkschaften, und, als einige dieser Organisationen zwar noch schwach aber doch schon lebendig am Wirken waren, durch sein Eintreten für ihre Zusammenfassung nt einer Spitzenorganisation, einer„Union der Gewerkschaften" Diese Union wurde auf einem Gewerkschaftskongreß in Erfurt 1872 be- schlössen und Port, dem Führer der Holzarbeiter-Gewerkschast, die Redaktion eines Verbandsblattes übertragen, das auch den Namen „Die Union" trug. Es ist zweifellos, daß Dork zu den klarsten Köpfen der ersten deutschen Gewerkschaftsbewegung gehört, wie er auch von Anfang an trotz seiner sozialistischen Betätigung für organisatorische Selb- st ä n d i g k c i t und politische Neutralität der Gewerk- schaften eintrat. Auf seinen Vorschlag faßte der Gewerkschafts» kongreß von 1872 die auch heute noch wertvolle grundsätzliche Eni- schließung: „In Erwägung, daß die Kapitalmacht a' l e Arbeiter, gleich ob sie konservativ, fortschrittlich, liberai oder sozia'demokratisch sind, gleich sehr bedrückt und ausbeutet, erklärt der Kongreß es für heiligst« Pflicht der Arbeiter, allen Parieihader beiseite zu setzen, um auf dem neutralen Boden einer einheit- lichen Gewerkschaftsorganisation die Bedingungen eines erfolgreichen, kräftigen Widerstandes zu schaffen, die bedrohte Existenz sicherzustellen und«ine Verbesserung ihrer Klassenloge herbeizuführen." Wie für die Neutralität der Gewerkschaften, so trat Jork auch frühzeitig für ihren Ausbau durch Unterftützungseinrichtungen ein. Er kann also mit gutem Recht ein Bahnbrecher des modernen Gewerkschaftsgedankens genannt werden. Im Jahr« 1870 gehörte er zu den Sozialisten, die von dem kommandierenden General Vogel von Falkenstein wegen ihrer Stellungnahme gegen die Annektion Elsaß-Lochringens widerrechtlich verhaftet und in Ketten nach der ostpreußischen Festung Lätzen gc- schleppt wurden. Ein schweres Nierenleiden war die Folge dieser Mißhandlung und der körperlichen tleberanstrengung im Dienste der Organisation. Im Herbst 1874 mußte Port sich von allen Arbeiten zurückziehen und in der Frühe des Neujahrstages 1873 erlag er seinem Leiden, erst 44 Jahre alt. Die bald darauf folgende Einigung der beiden sozialistischen Parteien konnte er nicht mehr erleben, obschon er an ihrer Vorbereitung lebhaft mitgewirkt hatte. Aber als er in Hamburg zu Grabe getragen wurde, trat die bevor- stehend« Einigung schon deutlich in Erscheinung: Zu Tausenden be- gleite«» ihn gewerkschaftlich und politisch organisierte Arbeiter beider Richtungen auf seinem letzten Weg«. Sie brachten dadurch zum Ausdruck, daß sie, was auch für die Gegenwart gilt, in Theodor Park einen der bedeutendsten aus ihr sclbs� hervorgegangenen Führer der deutschen Arbeiterklasse ehrten. Franz Klühs. Die Arbeiislosigkeit in LlGA. Oeffentliche Arbeitsnachweise werden eingeführt. Washington. 13. Mai.(Eigenbericht.) Der Bundessenat hat auf Antrag des Senators Wagner cineu Gesetzentwurf zur Schaffung von öffentlichen Arbeitsnachweisen an- genommen. Die neue, nach europäischem und besonders deutschem Muster gedacht« Einrichtung, ist für die ganze Union in Aussicht genommen und auf die außerordentlich hohe Arbeits» l o s i g k e i t zurückzuführen. Sieuerbeamte auf Haiti überfallen. New gork. 13. Mai. � Bei Jeremie auf Haiti überfielen 3 Eingeboren« einen ame- rikanischen Steuerinspektor und seine drei eingeborenen Assistenten: sie wurden durch Stein würfe schwer verletzt. Die Polizei schoß in die Menge. Verstärkungen sind unterwegs. GioitZ Potsdamer Strafe 38 W: S, 7, 9 U, Stgs.; 3, 5. 7, 9U Vcrlängeit: D. groß deutsche Ton- u Sprechfilm: Zwei Herzen Im DreiTieiieltnkt mit Irene Eisinger, Walter Janssen, Oskar Karlwei$, Willy Forst, Paul Morgan Jugendliche haben Zutritt Rheinstra£e 14 k�-e'cw W ab 5.15 Uhr, Stgs. ab 3.15 Uhr Wocfarncndzaaber mit Harry Ur.dtke(7 lustige A.kte): Maria Paodler, Fritz Kampert Der größte Gauner de» JahrhuD- dert» mit Luciano Alberilni(Sen- sations-Abentcuer in 7 Akten) Odeon, Potsdamer Str. 75 W ab 5.15 Uhr, Stgs. ab 3.15 Uhr Erfahrene Frau gesucht(8 Akte) mit Colleeu Moore So Ist das Lehen(6 Akte) Turmstra�c 12 W. ab 5.15 Uhr, S gs ab 3.15 Uhr Erfahrene Frau gesucht(8 Akte; mit Colleen Moore Freibeuter der Südsce(Abenteuer in 7 Akten) mit Rieh. Barthelme� Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet So Ist das Leben(6 Akte) Ehe ani Probe(8 Akte) g Frlaclrlchstadt M Die Kamera 3, Wum Unter den Linden 14 Das Lied vom alten Harkt Turkslb •(Eine friedliche Eroberung) G Moabit Artushof-Lichtspiele Film- und BQhnenscbao Perleberger Str. 29 und Stendaler Str* Das Geheimnis Im Sdilafwagcn Pariser Unlerwell mit Carl Anen Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W 6 30. 9 Uhr. Sonnt ab 3 Uhr. Ja, fa, die Fran'n sind meine schwache Seite(8 lustige Akte) mit H. Albers D. Silteupa�(Polizeimstr. Targejeff) Atrium Beba-Patast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße. Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Uraufführung: Tonfilm: Der Walxerkönlg mit Cl. Rommcr, Haus Slüvc(Regie: Manfred Noa) Alhambra Beginn wo, 9 um ächöneberg, Hauptstr. 30• Das Geheimnis Im Schlafwagen Chlkago mit Ossi Oswalda Der Cowboykönig von mit Hoot Gibson Welt-Kino Alt-Moabit 99 Der Unglücks' abr mit Charlie Chaplin Blockade(Der U-Boot-Krieg) Jugendliche haben Zutritt Titania(uia slheniberg) iauptstraße 49 W 6 30, Stgs. 3 Uhr 2 Großfilme; Die keusche Sflnderiu mit Cool. Moore Doppelgänger Beiprogramm Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 Beg. Woch. 6 30. 9. S. 5 U. Eheferien mit Lil. Harvcy, H. Halm Die geheime Macht m. Susy Vernon a Stcgllt» B Titania-Palast Steglitz, SchloBsir. 5. Ecke Outsmuthsstr. Beginn der Vorstellung 6.30. 9 Uhr. Sonnt 4, 6.30, 9 Uhr. Uraufführung Das Rhcinlandm&del Ö, Berndt, L. Englisch. W.Ffltierer, Trnde Berliner, J. Natt W Mariendlorf W •Vf Ä f i Maricndoncr Sonnt 3 U. L la~ Licfaispieie|uv>.-Vorst. Chausseestraße 306 W. 7, Stg. ab 5. Ein Traum von Liebe mit Nils Asther Pariser Untcrweli mit Carl Auen BQhnenschau Südwesten Füm-Paiast Kammersäle Teltower Str. I Wiener Herzen mit W. Fütterer Der Sheriff von Arizona Beiprogramm Südosten Filmeck Bcginn �u. Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Es kommt alle Tage vor Die Masken des Erwin Reiner mit Gilbert Intern. Bühnensdiau Luisen-Theater sonn�Tu. Rcichenbergcr Str. 34 Kampf hfihne der Liebe, Rival., II Teil Die nicht heiraten dürfen Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 VVochtgs 7 u.9 Uhr, Stgs 5, 7, 9 Uhr Der große Tonfilmeifolg: Beate Nacht evcniocll mit Jenny Jngo Ga e» Beiprogramm Kasseneröffnung>, Stunde vorher Sternwarte— Treptow Mittwoch 8, Donnerstag 8 Ulm Im Lande Amanullahs, Film: Eine Fahrt nach Afghanistan Wochent. 6,45, 9 U. n.UKUK Sonnt. 5, 7. 9 U. Kottbusser Damm 92 Tonfilm: Heafe Nacht erentaell mit)enny Joga Pv/~<*lcir,r Wochent 6 45, 9 U. CXCClSiOr Sonntag 5. 7, 9 U Kaiser-Friedrich-Straße 191 Die große deutsche Tonfilmposse: Wien, da Stadt der Lieder . Jugendliche haben Zutritt Stern, Hermanmh-afje 49 Wochentags 6 45, 9, Sonntags 5, 7, 9 Uhr Musiktoniilm: Troika, Dreigespann der Liebe mit Olga Tichechowa Nordosten „Elysium" �nrund Prenzlauer Allee 58 W. 5.15. S 3 15 U. Da» Lied vorn alten Markt Böhne: Ludwig Manfred Lommcl Osten Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochent. 7 U. Sonnt, ab 5 U. Jonny braucht Geld mit Rod la Roque Gutes Beiprogramm Ausgezeichnete Variettsdian Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 W. 6, Freit u. Sbd. 5. Sonnt. 3 Uhr Scapa Flow mit O. Gebühr« C. Kommer Achiung— Tank I Sensal. Angeleg. Büh-: Wieder au ttr Hollywood-Stars Concordia-Palast Andreasstraße 64 Nur 3 Tage Die große Tonfilmpossc: Wien, du Stadl der Lieder mit Morgan, Arno, GrStz Comenius-Lichtspielc Memeler Straße 67 W. 6, 83<, S ab 5 U Karriere m. Lotte Lorring, W. Rilla Wir hallen fest n. treu zusammen (ßeef und Steak) mit Arno, Gerron tf�Neu-Lichtenberg W Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Börsenfieber mit George Bancrofl Wenn die Großstadt schläft mit Lon Chaney » Friedrichsfelde�p Kino Busch �>�.<«5 um. Alt-Friednchsfelde G. Bcipi ogramm Der Mann mit dem Laubfrosch mit Evelyn Hott, Hans lunkcrmann Das Land ohne Recht 4nit Tom Tylcr g2|lcdersch6ncwelgjj Elysium Hasselwerder Straße 17 Wegen Riesenerfolg verlängert Die große Tonfilmoperette Zwei Herzen im Di clvierleltak. f onälm beipr ogramm C Weiflcnsce Schloßpark Film. BQhne Berliner Allee 2U5— 210 Der Sieger aller Tonfilme; i>ie Nacht gehört an» m. Man» Alber» u Charlotfe Ander Tönende» Beiprogramm Norden Alhambra Müllerstraße 136. Ecke Seestraße Der Witwenball mit Kampers und Picha Auf der Bühne: The three Kukirolers Die Harmonika-Boys Pharus-Lichtspiele Müllcrstraße 142 W. 6', U. Stg. 4'- U E» war einmal ein trener Husar Die Kirscbeo in Nadibars Garten Marga-Lichtspiele Schulstraße 29 Tonfilm: Der weihe Teufel mit Ivan Mosfnkin, Lil Dagovcr und Betty Aman Noack's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. ab 6, Stg. ab 4 U Ein Traum von Liebe Der Roman eines Dienstmädchens mit R. Schänzel Bfihnenschaa Prater-Lichispiel-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhi Mutter mit Mary Karr. Bulldog Drnmmond mit R. Colman Variete Skala-Lichtspiel e Schönhauser Allee so W. 7. 9 U. Stg. 5. 7. 9 U Der gewaltige KOprozemigeTonfilm: Atlantik mit Fritz Kortner Colosseum Wtgs, 7 u 9 Uhr Stgs. 5, 7 u.9 Uhr Schönhauser Allee 123 Der erste Kriminal-Tonfilm Oer Tiger Tonfilm-Beiprogramm � G48»undBrMwne»r~|j „Alhambra" Ba.Straße>v Zeugen �esuchi mit Eddie Polo Der Sa ansreller Grofje Varieteschau Ballschmieder- Lichtsp Badstraße 16 ClUy, der erste Farben-Tonfilm lOöprozenttge Farben-Ton-Revue Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Woch. 5, 7. 9, Stgs. 3, 5, 7, 9 U. Cilly, der erste Farbentonfilm lOOprozcntigc Farben-Ton-Revnc « Pankow» Palast-Theater sÄm Breite Straße 21 a Fruch' barkeit, nach Van de Velde Die Liebestalle m. Laura la Plante Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Bcg. 7. 9 U., Sbd. u. Stg. ab 5 U. Große Tonfilmposse: Wien, dn Stadl der Lieder mit M. Hansen u. S. Arno � Ntcriertchänhamen � Film-Palast.NÄ;nra Blankenburger Straße 4 W. 6.30, 9 U. Stg. 4.30, 6.45, 9 U. Wegen Riesenerfolges verlängert: Die große Tonfilmoperette: Zwei Herzen im Dreivierteltakt �» «Kosmos" FUmbühne Hauptstraße 6 Das Mädel aus U.S�A« mit Anny Ondra Riva en der Liebe Auf der Bühne: Aitrooailsche Tanzattraktionen Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W.6,8l2, Sig.4,/4,6l?.83'4 Sonnt. 2 Uhr jugendvorstellung Die große Tonfilmposse Wien. d> Stadt der Lieder Tönendes Beiprogramm Wiedergabe auf neuester Tobis- Apparatur Union-Theater Hauptstraße öeg. Wtg.'>,Si,u Sig. 2 U. Jugendvorst. Sic. 6' r'3« U Revolte im Erxiebnngsbau» Grones Beiprogramm g Henni�5C(orf 3 Fiimpaiast stg. Berliner Straße 59 Stg. 2U. jug.-Vorst Mittwoch, Donnerstag Der Detektiv des Kaisers Das grohe, lustige Beiprogramm