BERLIN Freitag 16. Mai 1SZ0 10 Pf. Nr. 227 B113 4?. Lahrgang erschei»ttS»lich a»t e r G»»«t« z«. Zugleich Abeodausgab« de«.VonvärtS�. Bejugixrei« beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche. SFNM. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW 68. ündenstr.s „Vrtutwffa Unieigeopreit: Die einspaltige Nonparellleieil« So Pf., Reklamezeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. Poftscheckkootoi Vorwärts-Verlag G. m. b.H» Berlin Nr. tlKR. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis SS? Deutsche Korscher im Packeis. Das Expeditionsschiff kann nicht weiter. vir..ittndemtd". Heidelberg. erhSU folgende, Radiotelegramm der deutsche« GrönlandexpediUon vom g. Mal: .Die Fjorde im llmanakgebiet sind noch mit(Ei, bedeckt. Der Gustav Holm" lieg« verankert au der Eiskante 35 Silometer westlich vom Samarujukgletjcher.— wir haben in vier Tagen 120 000 Silo. gramm Gepäck ausgeladen und 10 Kilometer weil über das Eis nach Uvkufigfat gebracht. Auf 400 hundefchlittenfahrten wurde ein Gesamtweg von 8000 Kilometer zurückgelegt. Es war sehr schwierig. die riesigen Motorschlitten ohne Motore durch die Hunde über dos bereit» aufbrechende Eis des Fjords schleppen zu lassen, wir über- siedeln heule noch Uvkusigsat, wo wir unser Lager ausschlagen werden. wir rechnen mit einer Warle zeit von 14 Tagen, bi» freie Schisfahrt möglich sein wird und wir das ganze Gepäck von Uvkusigsat weiter noch dem Samarujukgletjcher transportieren können. Prof. w e g e a e r.� Uvkusigsat ist eine ganz kleine Siedlung, welche an der westlichen Spihe der Halbinsel liegt, die im Süden der Lucht des Kamarujut. gletschers vorgelagert ist. Der Samarujukgletjcher ist der Bestimmungsort der Expedition. lleber diesen Gletscher wird sie auf das Inlandeis aufsteigen. von der Gruppe Dr. Löwe, die sich am 3. Mai von der Haupt- expedilion trennte und von der Diskobucht aus über Land, d. h. über das Inlandeis, in das Gebiet de» Samarujukgletscher» vordringen wollte, können noch keine Ttachrichten vorliegen, wenn alles programmähig verläuft, müßte die Gruppe Dr. Löwe in den nächsten Tagen wieder mit der Hauptexpedition zusammentressen. wie die dänische Telegraphen Verwaltung mitteilt, liegt da» späte Eintreffen der Radiotelegramme der Expedition an atmosphärischen Störungen. In den nordischen Gebieten haben alle Radiosendungen stark unter diesen Störungen zu leiden. Rombenflugzeug stürzt in pacifik. Elf amerikanische Militärflieger gerettet. i Rem Zork. 16. Mai. Minensucher und ander« Dampfer haben elf Militär- flieg er gerettet, die bei hohem Seegang in den von Haifischen wimmelnden Gewässern Zwischen den Inseln hawai und Maui niedergegangen waren. während ein Geschwader von IS Flugzeugen zwischen den beiden Inseln kreuzte, mußte ein Marinebombenslugzeug auf» wasier niedergehen, wobei zwei Mann der Besahung«rlran- ken. Ein Wasserflugzeug kam zu hilse, ober der hohe Seegang ver- hinderte e» wieder auszusteigen. Zwei weitere Flugzeuge, die eben- falls aus» Wasser niedergegangen waren, gerieten in die gleiche Lage. Eine« der Flugzeuge war über 60 Kilometer weit abgetrieben worden, bevor die Besahung gerettet werden konnte. Bergarbeiter gegen Rüstungen. 24.stündiger internationaler protestflreik. Warschau, 16. Mai. Der in Krakau tagende international« Berg- arbeiterkongreß hat eine Entschließung gegen die weitere Ausrüstung der Staaten gesaßt. Um die ganze Welt von der Notwendigkeit dieses Prolesles zu überzeugen, hält es der Kongreß für notwendig, einen 24 stündigen Demonstration»- streik der Bergarbeiter allxr Länder zu veranstalten. ver Ausschuß des Soagrestes ist beauftragt worden, einen geeigneten Tag für diesen Streik auszuwählen. Aegyptens Heimsuchung. Zur Heuschreckenplage auch Seulenpefi.- Bisher ZS Tote. Kairo». 16. Mai. Zu der Heuschreckenplage in Aegypten, die in verschiedenen Teilen des Landes Immer noch großen Umfang hat. hat sich nunmehr die Gefahreines Ausbruchs der Beulenpest gesellt. In einem Dorfe in der Bähe der Gizeh-Pyramide» sollen bereits 35 Personen der Seuche zum Opser gefallen sein. Die Regierung wird alle erdenklichen Matznahmen«ressen, um eine Ausbreitung der Pest zu verhüten. Elioa Z000 Personen sollen geimpft werden, während die bereit» von der Scmhe befallenen«Einwohner isoliert werden sollen. Berliner Grundsiücksschacher. Oer Kampf um Bettevuestraße 2.- Böß beantwortet Briefe nicht. Der Untersuchungsausschuß des Landtags zur Prüfung der Mißwirtichast in der Berliner Stadt Verwaltung vernahm heut« vor» mittag über den Grimdstückskouf Vcllevueftraße 1 den Kaufmann Ludolf Victor. Der Aeuge ist ein alter Herr und schwerhörig und gibt auf alle Fragen nur mit leiser Stimme Antwort. Er war als Angestellter der Bankfirma Schlesinger, Trier u. Co. gleichzeitig Mit- direktor der Kanada-Landgesellschaft, einer Finna, die von dem hinter Schlesinger, Trier u. Co. stehenden BonktorfortiMn zum Frick lehrt beten. Oer Teufel lacht dazu! Zweck« der Erwerbung des Grund st ücks Bellevuestraße 1 für das französische Warenhaus Lofayette erworben wurde. Von den eigentlichen Verkaufsverhandlungen weiß er als Mitdirettor der Kanada-Londgesellfchaft absolut nichts. Der Erwerb des Grundstücks sei das einzige Geschäft gewesen, das gemacht wurde. Er will lediglich als Angestellter von Schlesinger u. Co. eines Tages in dos Zimmer gerufen worden fein, in dem die Ver» treter der Vertragsparteien anwesend waren, um im Austrage seiner Chefs als Mitdirektor der Kanada-Landgesellschaft die Unterschrift unter den Verkaufsvertrag zu setzen. Es handelte sich um ein Objekt von 4 950000 Mark. Zu welchem Zweck das Grundstück erworben wurde, will der Zeuge nicht wissen. Er kann auch keine Auskunft darüber geben, daß später im Auftrag« der Kanada-Landgesellschaft«ine Ueber. Weisung von 300 000 M. an eine holländische Bank«rsolgt ist. Er beruft sich immer wieder darauf, daß er ein kleiner Angestellter ist, der nur öSO M. Monatsgehalt bezieht und daß offenbor alle Transaktionen der Kanada-Landgesellschaft von seinen Chefs. den Inhabern der Banksirma Schlesinger, geführt wurden. Für die Unterschrist, die er unter den Berkaufsvertrag setzte, will er nichts bekommen haben. Der aus dem Zeugen nichts weiter heraus- zuholen ist. wird �r schließlich entlassen. Der nächste Zeuge Zangemeister. jetzt Direktor der Berliner Derkehr-A.-G. und vordem Stvdtbaurat, äußert sich über die beabsichtigte Verkehrsregulierung am Pots- damer platz durch den projektierten Untergrundbahnban Potsdamer Platz— Stettiner Bahnhof. Die Festsetzung der Fluchtlinie hat eck nötig erscheinen losten, rund ,500 Quadratmeter des Grundstücks Belleoueftroße 1 Ecke Poisdarfier Platz dafür in Anspruch zu nch« wen. Da durch die Wegnahme dieses Grundstücksteils durch die Stadt das Grundstück selbst für den Bau eines neuen Warenhauses nicht ausreichte, sollte dos Nachbargrundstück Belleviieftraße 2, das als Stiftungsgrundstück Eigentum der Stadt war, von der Kanada- Landgesellschoft resp. von dem dahinter stehenden Bankkonsortium mit erworben werden. Hierauf werden die beiden Inhaber der Maklerfirma Wiener und Co., Benmann und Schmidt, vernommen. Diese Firma war als Vermittler an den Grundstücken Bellevuestr. 1 und 2 tötig. Beide Zeugen berufen sich daraus, daß alle Verhandlungen in dieser Sache von ihrem inzwischen verstorbenen Sozius Wiener geführt sind und daß sie darüber aus eigener Wahrnehmung nichts wissen. Die Firma hat von der Kanada-Landgesellschaft eine Provision von 50 000 M. bekommen, davon aber 10 000 M. an den Architekten Mendelssohn weitergegeben und 20 000 M. an die Schwanenwerder- Aktiengesellschaft. Aus welchen Gründen diese Summen abgezweigt wurden, und wer dazu den Austrag gegeben hat, wissen diese Zeugen nicht zu sagen. Handelsgerichsrat Haar bekundet als Vertreter des Waren« Hauses Wercheim, daß er im Frühjahr 1027 von den Verkaufs- Verhandlungen über dos Grundstück Bellevuestr. 1 gehört hat. Sein« Firma hätte natürlich ein Interesse daran gehobt, daß in so unmtttelbarer Nähe des Stammhauses Leipziger Straß« kein Kon- turr engunternehmen erst cht. Da der Bau eine» solchen Kaufhauses ohne gleichzeitigen Erwerb de» Grundstücke» Bellevuestr. 2 unmöglich war, habe man für diese» Grundstück der Stadt Berlin t,4 Millionen Mark geboten. Da dieser prel, dem Magistrat zu niedrig war, ist man aus 1,5 Millionen hinausgegangen. Nachdem Wertheim dann erfahren hat, daß die Kanada. Land« gesellschast inzwischen 1,6 Mill. Mark geboten hatte, überbot Wert- heim dies« Summe um 20 000 Mark. Hierauf ist der Vermittler Sachs bei Wertheim erschienen und habe im Austrage des hinter der Kanoda-Landgesellschoft stchenden Bankkonsortiums angefragt, ob keine Möglichkeit der Einigung mit Wertheim bestünde. Seine Hintermänner hätten bereits der Stadt 1,9 Mill. Mark angeboten. aber es fei kein Zustand, daß Kaufleut« gegenseitig die Preis« in die Höhe treiben. Werthemi hat«ine Einigung abgelchnt, weil es nur möglich gewesen sei, zu einer Einigung zu kommen, wenn man Wert- heim«inen gewissen Einfluß auf die Verwertung de» Eckgrundstückes Bellevuestraße 1 zugesichert hätte. Wertheim hat dann als end- gültiges Kaufangebot die Summ« von 2 Mill. Mark genannt. Darauf ist dann vom Magistrat der Bescheid gekommen, daß das Grundstück Bellevuestraße 2 nicht zu oerkaufen ist, da es inzwischen dem Grund- erwerbsstock der Stadt zugeführt worden ist. Oberbürgermeister Dr. Böß hat aber ausdrücklich und schristtich der Firma werkhcim die Zusicherung gegeben, daß für den Fall eine» verkaufe» sie unbedingt mit herangezogen werden solle. Trotz- dem ist es dann später zu den Verkaufsverhandlungen mit dem hinter der Kanada-Gefellschast stehenden Bankkonsortium ohne Hinzuziehung von Wertheim gekommen. Ein Brief, den Ivertheim deshalb beschwerdeführend unter Berufung aus dl« schriftlich gegebe»« Zusicherung a» den Oberbürgermeister richtete, ist uobeanl- wartet gebllebea. Um die Pläne zur Errichtung eines unter fron- zösischem Namen segelnden Kaufhauses zu durchkreuzen, hat dann lpäter Wertheim das Grundstück Bellevuestraße 3, das sogenannte „Künftterhaus', vom Berein Berliner Künstler für 3,1 Millionen Mark gekauft: Noch dieser Vernehmung tritt der Ausschuß In die Mittags- pause ein. Vufch auf Vechanölungsfähigteit untersucht Wie verlautet, hat die Staatsanwaltschaft heute vor» mittag den ehemaligen Stadtrat Busch durch Unioersitätsprofesior Dr. Kaspar untersuchen lassen, um den Gesundheitszustand Büschs und den Grad seiner Verhandlungsfähigteit feststellen zu lassen. Ueber den Ausfall dieser Untersuchung ist bisher nichts be- könnt geworden. Waffertrinken verboten! Frau Naidu und ihre Leute dursten, aber harren aus. Dharasana, IS. Mai. Frau Naidu und ihre Freiwilligen>aßen gestern, nachdem sie, wie bereits gemeldet, von der Polizei an, Weitermarsch gehindert worden waren, den ganzen Tag über am Weg«, ohne zu essen undzu trinken. Mehr er« Frauen, die den Freiwilligen Wasser anbieten wollten, wurden von der Polizei daran gehindert. Die Polizei vertritt den Standpunkt, daß die Freiwilligen nur außerhalb der Sperrkette Wasser trinken dürfen, was die Freiwilligen ablehnen. Die Umzingelten verbringen ihre Zeit mit Spinnen und mit Geplauder. Das Schauspiel hat viel« Neugierja« angeloikt. Die nächste Abteilung Freiwilliger wird heute erwartet. Revolutionäre Demonstration in Bombay. Bombay. 16. Mai. Di« ,,5ugeiiiwer«inigung von Bombay" veranstaltete einen Um- zug, um ihre Sympathie sür die Mitglieder der afghanischen Iugendvereinigung, die oerhaftet worden sein sollen, zu de- runden. Der Demonstrationszug war zwei Kilometer lang. Es wurden rote Fahnen und Banner mitgejührt, die zum Teil die Aufschrist trugen:„Hoch leb« die Revolution". Auch Mitglieder der Kongreßportei mit Gandhi-Kappen und roten Halstüchern nahmen mit der dreifarbigen Nationalslagge daran teil, ebenso viel« Frauen und Kinder. Bei einem Zusammenstoß in Maimansing tB«ngal«n> zwischen Polizei und Anhängern Gandhis, die die Lieferung alkoholischer Getränke an Schankwirte durch Regierungsbeamte ver- hindern wollten, wurden ein« Anzahl Personen verwundet. Hundert Anhänger Gandhis verhastet. Bombay, IS. Mai. Hundert Anhänger Gandhis, die nach Schiroda marschierten, um in die dortig« Solzniederlage einzudringen, wurden in dem Augenblick verhaftet, als sie sich auf einem italienischen Dampfereinschisfen wollten. Das Mitteilungsblatt des Kongresses von Bombay, das gestern verboten worden war, erschien heute früh trotz Verbot. Di« Zeitungsverkäufcr, die das Blatt feilboten, wurden verhastet. Frau Kamaladeoitschattopadhyaya, die Schwägerin der Frau Raidu, die den Marsch zum Salzlager Wagala vorbereitet«, ist zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Rheinland und Saargebiet. Die Verhandlungen Vriand-Curtius. Paris, 16. Mai. Zu der gestrigen Unterredung Curtius-Briand in Genf meldet d«r S0rti!«rb«richterstotter des„Petit Parisien": Es sind nun samt- liche Maßnahmen getrossen, danttt die letzten Truppen das Rhein- land an dem vereinbarten Tage oerlassen. Briand hat Dr. Curtius, der nicht ungehalten sein wird, wenn zufälligerweise hier und da einig« Nachzügler vorhanden sein sollten, zcheisellos hierfür die Versicherung gegeben. Ebenso wird man sich nicht darüber wundern können, daß Dr. Curtius den Wunsch geäußert hat, di» Regelung der Saarfrage möglichst beschleunigt zu sehen derart, daß sie vor der Völkerbundsversammlung im September de- endet ist. Selbstverständlich hat Briand Dr. Curtius in diesem Punkt« kein« gleiche Versicherung geben können. E» ist Sache der Deutschen, die der fordernde Teil sind, den Abschluß der im Gang« bcsindlichen Verhandlungen dadurch zu beschleunigen, daß sie den französischen Deleeprten hinreichend vorteilhafte Vorschläge machen, die uns veranlassen könnten, unverzüglich ein Pfand aufzugeben, das wir auf Grund des Friedensvertrages bis 1SZS behalten können. Hier handelt es sich um«ine prinzipiell« Frage, über die Briand nicht mit sich verhandeln lassen konnte, und er hat auch tatsächlich seine Abwehrstellung entschlossen«inge- halten.— Uebrigens will der Sonderberichterstatter des„Matin" von ziemlich befriedigenden Nachrichten über di« Pariser Saarverhandlungen berichten können, di« in Gens eingetroffen seien. Polizei abberufen. Paris, 16. Mai. Das„Journal ossiciel" verössentlicht einen Erlaß des Innen- Ministers, durch den die P o I i z« i kommissar« und-Inspektoren, die dem Kriegsminister für den Dienst im besetzten Rheinland zur Der- sügung gestellt worden waren, zurückgenommen und auf Posten in Frankreich versetzt worden sind. Wie die Eisenbahner wählten. Die„Opposition" unten durch. Königsberg, 16. Mai.(Eigenbericht.) Die Betriebsrätewahlen bei der Reichsbahn im Bezirk Ost- preußen brachten dem Einhcitsoerband der Eisenbahner Deutschlands einen Erfolg. Während der Emheitsoerband gegen das Vorjahr 1S4 Stimmen gewann, hat die„revolutionäre Gewerkschaftsvpposition" 31» Stimmen und ein Mandat im Bezirksbetrtebsrat verloren. Da- bei hatten die Kommunisten mit einem starken Stimmenzuwachs ge- rechnet. Halle. 16. Mai.(Eigenbericht.) Noch nie ist der Kampf um die Wahl der Betriebsräte bei der Reichsbahn im Bezirk Halle so erbittert geführt worden wie jetzt. Den Christen und Hirsch-Dunkerschen wurde Wasser aus ihr« Mühlen geliefert durch die hennnungsvolle Hetze der„revolutionären Ge- lverkschaftsopposition" gegen den Einheitsverband. Die Gegner des Emheitsverbandes haben mit den schmutzigsten Mitteln versucht, Cr- folg« zu erzwingen. Aber alle Anstrengungen haben nichts genutzt. Es erhielten Stimmen: der Einheilsverband der Elsenbahner Deutschlands... 11 110 der Hirsch-Dunkersche Allgemein« Cisenbahnerverband.. 1 270 die christliche Gewerkschaft deutscher Elsenbahner.... 801 die revolutionäre Gewertschaftsopposltion...... 650 Die Opposition, di« im Vorjahre 796 Stimmen bekam, hat nicht einmal«ine Vorschlagsliste für den Bezirksbetriebsrat zustande ge- bracht. Dadurch ergibt sich folgende Sitzeverteilung: der Einheit». verband erhall 14 lUandalc, und Aß iß, und GDE. je 1 Mandat, zu- lammen 16 Mandate. -<- Die Ilmladehalle Wustermark- verschiebebahnhos war früher so kommunistisch verseucht, daß sie eine Spaltung der freigewerkschast- lichen Disenbahnerorgamsation herbeiführte und damit dem AEV. wieder auf die Bein« half. Dabei spielte der„Revolutionär" F e n n e r eine große Rolle. Bei der jetzigen Wahl erhielt der Einheitsverband zum Bezirksbctriebsrat 57 Stimmen, der AEV. 35 und die„revolutionäre" Liste eine Stimme, die von F e n n e r, der bei der glsichzeitigen Wahl zum Ortsbetriebsrat für den AEV. gestimmt hat. Ehrhardt entl Oer Nazi-„Sozialismus" e Für jeden Sozialdemokraten ist es seit langem klar, daß die Nationalsozialisten eine ganz gewöhnliche Unternehmergarde sind, die sich nur sozialistisch maskiert, damit ungeschulte Arbeiter- «lcmente auf den Schwindel vom„nationalen Sozialismus" herein- fallen. Nun wird diese Tatsache auch von anderer Seite bestätigt, nämlich von einem der geistigen Häupter des Nationalismus. Der Kapttän E h r h o r d t, bekannt als Putschist und Leiter der Verschwörerorganisationen„Consul" und„Wiking", setzt sich in der „Berliner Börfen-Zeitung" mit dem Nationalsozialismus eingehend auseinander. Ehrhardt stellt zunächst fest, daß in dem Streite, ob für die Nationalsozialisten der Nationalismus das Primäre und der Sozialismus dos Sekundär« sei oder umgekehrt. Hitler mit „erfreulicher Deutlichkeit" sich sür die erste Auffassung entschieden habe, daß also zuerst der Nationalismus und erst hinterher der Sozialismus komm«. Ehrhardt aber oertritt die Ansicht, daß überhaupt nur der Nationalismus das Schicksal des Nationalsozialismus sei. Die Hinzunahme des Sozialismus in die Bewegung sei von Anfang an nicht frei gewesen von einer demagogischen Absicht. Die bei der Gründung des Nationalsozialismus geschaffen« ongeb- liche Synthese von Nationalismus und Sozialismus bezeichnet Ehr- Hardt als„äußerst geschickten propagandistischen Schachzug. aber damit Kind eines Kompromisses". In Wirklichkeit fei dies« Synthese aus die Dauer nicht haltbar. Es handle sich mn den sozialistisches Glauben,„der in seinem Ursprung liberal und international ist und den man daher mit dem nationalistischen Nicht ver- e i n b a r e n kann". Ehrhardt spricht offen aus, daß die Nationalsozialisten sich und die Arbeiter täuschen, wenn sie ihr Programm als Sozialismus be- zeichnen: Die Nationalsozialisten wenden das Wort Sozialismus auf einen ethischen Begriff an und werden daher von der Allgemeinheit der Arbeiterschaft für eine Art von Betrüger angesehen, weil die Arbeiterschaft seit Generationen gewohnt ist, diesen Be- griff. materialistisch zu oerstchen und weil sie ihn ausdrücklich mate- rialistisch verstanden wissen will. Ehrhardt kommt zu dem Ergebnis: Der Nationalismus habe dem Arbeiter klar und offen zu sagen, daß sein« sozialistische Idee falsch sei und daß er sie aufgeben müsse. Daß die Nationalsozialisten diese Notwendigkeit oerwischten, hält er sür einen großen Fehler. Es sei die feige Manier eingerissen, das Herrentum zu leugnen, dos Gegenteil aber sei nötig. „Pur eine Herrengesinnung kann das Land hochbringen". ruft Ehrhardt aus und schließt in vollendeter Harmonie mit dieser Kinderiod droht in Lübeck. 23 geimpfte Kinder noch immer in Lebensgefahr. Lübeck, 16. Mai. Bei den nach der Anwendung des Calmettefchen Verfahrens erkrankten 23 Lübecker Kindern war bis Donnerstag abend keine wesentliche Besserung eingetreten. Eine ganze Anzahl Kinder schwebt noch in Lebensgefahr. Die Untersuchung über die Ursache der Erkrankungen ist noch nicht ab- geschlossen._ Studenten gegen Seven'ng. Die Hakenkreuzler protestieren gegen den Ehrendoktor. vraunschweig. 16. Mol.(Eigenbericht.) Gegen die Verleihung der Würde des Ehren- doktors für den Reichsmmister a. D. S« v e ri n g hatte di« völ- kische Gruppe der Studentenschaft der Technischen Hochschule Braunschweig zu einer Protestversammlung ausgerufen. Die Tech- nische Hochschule gibt dazu bekamtt, daß die Verleihung der Ehrendottorwürde mit mindestens Zweidrittel majori- tat nach einstimmigem Vorschlag der kulturwissenschafllichen Abteilung erfolgt ist. Wenn die Studentenschaft sich gegen diesen Beschluß des Senates wenden wolle, so würden die akademischen Behörden«Ine Desavouierung ihrer Tat durch die Studentenschast nicht ruhig hinnehmen, sondern die Hochschule auf mlnde- st ens ein Seme st er schließen unter gleichzeitiger- Beschlag- nähme der Exmatrikel, di« den Studenten die Immatrikulation an einer anderen Hochschul« unmöglich machen würde. Ferner wäre , damit zu rechnen, daß di« amtliche Anerkennung der Studentenschaft als Selbswerwaltungskörper auch in Braunschwelg beseitigt werden würde. Der allgemeine Studentenausschuß hat daraufhin einen völ- tischen Antrag, der über die Promovierung Severings sein Bedauern ausspricht, mit elf gegen sieben Stimmen bei zwei Enthaltungen abgelehnt.__ Bürgerblock in Oanzig. Sozialdemokratische Senatoren bleiben. Danzig, 16. Mai.(Eigenbericht.) Die bürgerlichen Parteien haben sich über die Bildung eines „Bllrgerblocks" geeinigt. Am 19. Moi soll der Voltstag zehn neben- amtliche Senatoren wählen. Dem Bügerblock gehören insgesamt 63 von 120 Abgeordneten an. Die acht hauptamtlichen Senatoren, davon drei Sozialdemokraten, bleiben im Amt. Die Hauptausgab« des BürgeMocks ist, ein« Verfassungsänderung zur Verkleinerung des Volkstags und des Senats, sowie die Auflösbarkeit des Volks- tages«mzuführen. Stadtiheater ohne Staaiszuschuß. Weil vierzehnmal in der Saison deutsch gespielt wird. Slrahburg, 16. Mai. Ost Regierung Tardieu hatte Mitte April der Straßburger Stadtverwaltung mitteilen lassen, daß sie mit �iteubewilligung der schon von Poincarö nach den autonomfftischen Wahlersolgen gestrichenen Zuschüsse für das Stadttheater n i�h t rechnen dürfe, solang« das„Ueberhandnrhmen der deutschen Vor- st« Hungen" nicht aufhöre. Bürgermeister Hueber hatte darauf in seiner Eigenschaft als Mitglied des Gcnerairates einen Zuschuß des Bezirks Unterelsaß beantragt, da die Theateraufsührungen in der Sprache der Volksmehrheit dem ganzen Unterelsaß zugute kämen. Er teitte zugleich mit, daß di« Vermehrung der deutschen f »rvt die Nazis. i demagogischer Schachzug! Herremnoral:„Ohne Kapital keine Wirtschast und keine Arbeit." Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, so zeigen diese Ausführungen, daß der hakenkreuzlerische Nationalismus eine direkte Ausgeburt des Kapitalismus ist, die mit Sozialismus nicht nur nichts zu tun hat, sondern in absolutem Gegensatz zu ihm steht. Da bei den Nazis e ch t unzweifelhoft nur ihr Nationalismus ist, so sind ihre sozialistischen Phrasen, wie Ehrhardt richtig erkennt, Demagogie, taktischer Kniff und Heuchelei. Oer zerbrochene Krug in Thüringen. Frick im Schmollwinkel. Weimar, 16. Mai.(Eigenbericht.) Der thüringischen Staatsregierung lagen am Donnerstag fünf Personaloorfchläge des Putschisten F r i ck zur Besetzung von Polizeidirektorenstellen vor. Pier der Vorschläge stimmte die Regierung zu. Inwieweit es sich bei den Kandidaten um Mitglieder der Nationalsozialfftischen Partei handell, war bisher noch nicht festzustellen. Es ist jedoch anzunehmen, daß unter ihnen Nationalsozialisten sind, nachdem die Regierungsparteien grund- sätzlich die Meinung vertreten,„daß die Anstellung von Beamten Sache des Landes ist und ein Einspruch des Reichsinnen- Ministers in dieser Frag« nicht zu rechtfertigen ist". Auch die Ernennung des Nationalsozialisten Ortlepp zum Polizei- direktor von Weimar wurde, nach den vorliegenden Blatts- Meldungen, nur wegen finanzpolitischer und beamtenrechtlicher Ge- sichtspunkte zurückgestellt, also keineswegs wegen der Mitgliedschaft Ortlepps in der Nationalsozialistischen Partei. Die Nationalsozialisten erwiderten auf den ablehnenden Stand- punkt der Kabinettsmehrheit mit einem Ultimatum, in dem sie unverzüglich die Erfüllung ihrer Forde- rungen in bezug auf die Besetzung der fünften Polizeidirektoren- stelle verlangten. Das Ultimatum wurde jedoch von allen Koalitionsparteien abgelehnt mit dem Hinweis, daß die Anstellung von Beamten nicht Sache der Parteien, sondern eine An- gelegenheit der Regierung sei. Die Nationalsozialisten be- antworteten diese abweisende Erklärung damit, daß sie am Donnerstag sowohl den Aueschußsitzungen al» auch der Plenar- sitzung des Landtage» fernblieben. Di« Folge war, daß die Regierungsparteien beschlußunfähig waren. Abends versuchten die Regierungsparteien in einer cinstündigen Sitzung nochmals die Differenzen beizulegen. Eine Berständigung kam jedoch nicht zustande, so daß die Möglichkeit einer Krise nicht ausgeschlossen Ist, falls die bürgerlichen Parteien vor den Nationalsozialisten nicht zu Kreuze kriechen sollten. Gastspiele von sieben auf vierzehn(in einer mehrmonatigen Spiel- zeit!) durchaus nicht zu einer Verminderung der französische» Vorstellungen geführt habe. Diese seien nach wie vor so schlecht besucht, daß sie den Mllionenfehlbetrag im städtischen Haushall haupffächlich oerschuldeten. Der Generalrat hat den Zuschuß nicht bewilligt, ober einstimmig beschlossen, die Regierung um Wieder- gewährung der staatlichen Zuschüsse zu bitten Es wird viel be--(j achtet, daß diesem Beschluß auch der Präsident des Generalrate?, Unterstaatssekretär O b e r k i r ch,«m Mitglied der Regierung Tardieu, zugestimmt hat._ Oie Pioniere von Paris sollen poftftreik brechen. Pari», 16. Mai.(Eigenbericht.) Die Regierung läßt mitteilen, daß sie drei Pionierregimenler Im Falle eines P o st st r e i k s einsetzen wird. Segen streikende Veamle soll im Falle eines neuen Streik» entschieden vorgegangen werden. ebenso gegen die verbände, die einen solchen Streik unterstützen. Alle» da» hat die Poriser Postbeamten nicht abgehalken, am Donnerstagabend einen 2 4 st ü n d i g e n P r o t e st st r e i k zu beschließen, der begonnen werden soll, sobald die Regierung irgendwelche Mahregeln gegen dtr an dem gestrigen Streit beteiligten Beamten und Angestellten ergreifen sollte. Marsch, ins Parlament! Offiziere holen die säumigen Abgeordneten. Washington, 16. Mai. Als das Repräsentantenhaus in seiner Nachtsitzung dauernd be- schlußunfähig war, wurde zum ersten Male seit acht Jahren von einer Bestimmung Gebrauch gemacht, wonach die Ossiziere der Parlamentswache alle nicht beurlaubten Abgeordneten z wangs- weise heranholen können. Die Ofjiziere begaben sich daher in die Wohnungen der unentschuldigt abwesenden Mitglieder und durchstöberten sogar die Theater. Als erstes Opfer wurde die Abg. Ruth Owen unter lautem Beifall des Hauses In den Sitzungssaal geführt. Kurz darauf erschien auch der Sprecher Longworch an der Seite eines Offiziers. Die Nachricht von diesem ungewöhnlichen Verfahren lockte zahlreiche Neugierige auf die Tribünen. Oampferzusammenstoß im Nebel. Hamburg, 16. Mai. Die Unsichtigkeit infolge des Frühnebels verursachte heute im Hamburger Hafen einen schweren Zusammen st oß. Der längsseit am Stuelckendock liegende Dampfer I l l g r a m der Rolandlinie Bremen wurde von dem von See koimnenden nor- wegrschen Dampfer„Kong Magnus" von der Steuerbord- feite gerammt und in Höhe der Back aufgerissen. Der norwegische Dampfer wurde erheblich am Borschiff und am Steven beschädigt. Er wurde an den Schuppen verholt. Menschen sind glülNicherweise' nicht zu Schaden gekommen. Saarbergarbeiter werben entlassen. Saarbrücken, 16. Mai. Die vor einigen Tagen von der französischen Bergwerksdirektion beschlossene Enilassung von 1490 Bergleulei, hat mit der Entlassung von 160 Bergarbeitern auf der Grube„Belsen" eingesetzt. Die Ent- lassung der Bergarbeiter erfolgt vor Ablauf der Kündigungsfrist unter Auszahlung von zehn Schichten. Katholik/ Eozialisi/ Radikaler Ein Original der englischen Arbeiterbewegung. London, Mitte Mai. John Whcatley, der dieser Tag« starb, war eine der seit- samsten Erscheinungen der sozialistischen International«. Vor 61 Jahren in einem kleinen Bergarbeiterdorf von Lanarkshire als ein«s der elf Kinder eines aus Irland eingewanderten Berg- arbeiters geboren, hat John Whealley in seiner Kindheit alle Grauen und Demütigungen bitterster Armut am eigenen Leib erlebt. Er hat selbst später erzählt, wie es der aus dreizehn Personen be- stehenden Familie seines Vaters, die in einem Zimmer zu- sammengepfercht, vegetierte, am Nötigsten fehlte und wie hier jener Hah qegen die Armut in ihm geboren wurde, der später zur Triebfeder seiner außerordentlichen politischen Karriere werden sollte. Das irische Blut seiner Ahnen, der strenge Katholizis- mus seiner Umgebung und die Eindrück« der schottischen Landschaft verbanden sich in ihm zu einer eigenartigen Synthese einander widerstreitenden Eigenschaften: er besaß den schottischen Willen zum Aufstieg und die schottische Geschäststüchtigteit, die seltsam schillernde Jntellektualität des entwurzelten Jrländers und die seelischen Züge, die der Katholizismus seinen gläubigen Anhängern ausdrückt. Der Widerspruch, in dessen Zeichen er geboren wurde, hat sein Leben bis ans Ende bestimmt. Bereits mit zwölf Jahren arbeitet« Wheatley im Bergwert. Er war bis zu seinem zweiundzwanzigsten Lebensjahr« Bergarbeiter. Dann begann sein äußerer Aufstieg. Er wurde nacheinander Der- leger katholischer Flugschristen, Zeitungsbesitzer und schließlich Besitzer und leitender Direktor eines großen Glas- gower Konzerns. Seins politische Tätigkeit führte ihn über die lokale Politik ins Unterhaus und im Jahre 1g24 ins Ministerium und in den Geheimen Rat Seiner Majestät des Königs Georg V, Seit 1925 stand er in der Opposition gegen die Parteileitung. Er war der geistige Urheber der Maxton-Cook-Kam- p a g n e, die eine Sammlung aller linken Elemente anstrebte, und lvar der Generalstabschef Maxtons in feinem Krieg gegen die Ar- beiterregierung. Der Gegensatz, in den die Unabhängige Arbeiter- Partei gegen die Labour Party gelangt ist, war nicht zum gering- slen sein persönliches Werk. In seiner äußeren Erscheinung widersprach Wheatley olle? üblichen Vorstellungen von einem Revolutionär; er war tl«n, bchäbig und glich in seinem Auftreten mehr einem katholischen L a n d g e i st l i ch e n als dem Führer des radikalen Flügels der britischen Arbeiterpartei. Wenn er sprach, hatte man das Gefühl, einem Automaten gegenüberzustehen, der, durch keinerlei mensch- liche Unzugänglichkeit gehemmt, seine Argumente abrollen läßt. Seine rednerischen Triumphe waren Siege des Intellekts und nicht des Gefühls. Kein Demagog hat jemals ruhiger gesprochen und in höhcrem Maße auf rhetorisch« Floskeln verzichtet. Wheatley war wahrscheinlich die undurchsichtigste Per» sönlichkeit, die die britische Arbeiterbewegung Nachgetragen hat. Es war etwas von der Undurchdringlichkeit um ihn, die wir bei der Begegnung mit östlichen Menschen zu empfinden pflegen. Sein politisches und menschliches Antlitz trug eine Maske, durch die man nicht hindurchzusehen vermochte. T i e f r e l i g i ö s, ein strenggläubiger Katholik, war doch die Brücke, die von seiner Religiosität zu seinem politischen Radikalismus führte, bis zum Ende unsichtbar. Was immer er an Radikalismus aus der Tiefe eines unzulänglichen Herzens hervorholte, war nirgends von dem warmen Menschentum getragen, wie es die anderen stark religiös eingestellten Führer der britischen Arbeiterbewegung vom Schlag« eines George Landsbury durchdringt. Religion und Politik schienen aus oerjchie- denen Planeten zu wohnen und sich nur zu treffen, wenn eine Frage wie die Empfängnisverhütung zur Sprache kam, bei der das katholische Dogina unmittelbar berührt wurde. Sein Fanatismus war eiskalt und seltsam starr und tot. Ungeliebt, auch von seinem engsten Freundeskreis« nur mit Mißtrauen betrachtet, war dieser Mann, individuell zwar interessant, aber als Typus unfruchtbar, ja verhängnisvoll. Daß dieser wurzellose Radikale mit seinem Hausbaugesetz trotzdem«ine der wemgen großen Taten der ersten Regi«- rung Macdonald(1924) geleistet hat, ist eine jener Paradoxen, an denen die politisch« Geschichte Englands so überreich ist. Einst ein« der mächtigsten Figuren der britischen Arbeiterpartei, von seinen politischen Gegnern gefürchtet wie keiner der anderen Führer der Labour Party, ein« kurze Zeitlang als möglicher Nachfolger Macdonalds. Der Alpdruck aller Gemäßigte» in der Arbeiterpartei, war Whealley in den letzten Jahren seines L«bens zum Führer eines Guerillakrieges gegen die offiziell« Parteiführung geworden. Ins zweite Kabinett Macdonald ist«? nicht ausgenomm«n war- den— ein Prozeh, in dem ein sellsamer Widerspruch zwischen seiner Ueberzeugung und seiner Haltung als Unternehmer zutage getreten war, hatte ihm viel von seinem Ansehen geraubt. John Wheatleys Tod hinterläßt keine Lücke in der britischen Arbeiter- beweg ung, aber es bleibt die Erinnerung an den stärksten Intellekt, den die britische Arbeiterbewegung im 20. Jahrhundert heroorge- bracht hat._ Egon Wertheimer. Deutsche Dichtung in Lettland. Vortrag des letttändischen Pressechefs in Berlin. An der Deutschen Hochschul« für Politik hielt gestern abend der Pressechef des letttändischen Außenministeriums, Minister Dr. B t h) m a n n, eine Sondervorlesung über das Thema „Das Ausklärungszeitalter in Deutschland und Lettland und seine Auswirkungen". Unter den zahlreichen Zuhörern bemerkte man u. a. Reichstogspräftdent L ö b e, den lettländischen Ges mdten Dr. Woyt, den lettländischen Generalkonsul Kreewinsch. Rcichspressechef Mnisterialdirektor Dr. Iechlin. Nachdem der Leiter der Deutschen Hochschule für Politik. Professor Dr. I a e k h. Minister Dr. Bihlmann mit herzlichen Worten willkommen geh.'ißen hatte, ergriff dieser das Wort. In den Mittelpunkt seiner Aus- führungen stellte Minister Bihlmann den Dichter Herder, der von 1764 an zunächst als Leiter der Domschul«, als Pfarrer und Publizist in Riga gewirkt hatte. Der'Bortragende wies im ein- zelnen nach, welche große Bedeutung Herder um das Deutschtum in Lettland, überhaupt für das geistig« Leben, für die Bildung der politischen Ideale Lettlands gehabt habe. Seine mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Darlegungen Nangen aus in«m herzlich gehaltenes Bekenntnis für die deutsch-letttsche Zusammenarbeit._ Auch bei Krupp wird stittgelegi. Oer„Friedrich Wilhelm" so» als Erzgrube verschwinden. wegen Absatzschwierigkeiten wird die von der Friedrich Krupp A.-G. im Kreise Siegen betriebene Erzgrube„Friedrich Wilhelm" stillgelegt. Der Vetegschast von ZOO Mann ist bereits gekündigt worden. Zum Tode der Zehn Jahre eines glänzenden Aufstiegs und dann der Kampf mit den Rauschgiften— das war das Schicksal der faszinierenden Schauspielerin Maria Orska. Als sie, kurz nach dem Kriege, zuerst am Mannheimer Staatstheater austrat, beherrschte sie, die Polin. deren bürgerlicher Name Rahel Blindermann lautete, kaum die deutsche Sprache. Sie radebrechte, doch gerade dieses Fremdartige gefiel. Meinhardt und Bcrnauer holten sie schnell nach Berlin an das Theater in der Königgrätzer Straße. Dort spielte Maria Orska die Wildesche„Salome" und Wede- kiuds„Lulu". Der Reiz, der von ihr ausströmte, war rein ani- malisch. Sie wirkte wie das geborene Laster. Damals, in der Inflationszeit, die auch alle überlieferten geistigen und seelischen Werte entwertete, wirkte diese halb tierische Urwüchstgkeit außer- ordentlich. Man bewunderte die tänzerische Geschmeidigkeit der Orska, die sich an dem abgeschlagenen Haupt, eines Mannes freute, als wenn sie«in kostbares Juwel mit den Händen streichelte. Sie spielte Wedekind nicht mit der verstandesmäßigen Härte der Eysoldt, sie war als Lulu nichts anderes als ein kleines, schlaues, zierliches Weibchen. Und sie gefiel deshalb. Sie wurde der Star des Theaters. Meinhardt und Bernaucr führten die großen Morallragödien Strindbergs auf,„Rausch",.Lameraden",„Dater",„Das Traum- spiel". Die Orska, die in allen Hauptrollen dieser Stück« auftrat, war eine seltsame, exotische Attraktion. Sie verwandelte all kne Film oder Hörspiel. Tonfilmversuche der Berliner Funkfiunde. Bor Vertretern der Presse wurden im Funkhaus Potsdamer Straße zwei Tonfilme, nämlich Waller Ruttmanns„W e e t e n d" und Bischoffs„Hallo! Hier Welle Erdball" vorgeführt. Beide Filme bedeuten ein Experiment, ein« Zwischenstufe zwischen Film und Hörspiel. Es kommt darauf an, ob der Tonstreifen ollein eine Illusion auslöst, oder ob dazu ein« Dildmontage notwendig ist. Walter Ruit mann, der bekannte Verfasser des stummen Films„Berlin, Sinfonie einer Großstadt" und des Tonfilms „Melodie der Welt", arbeitet in seinem„Weekend" nur mit Geräuschen. Schluß der Arbeit— Feiertag— und Wiederaufnahme der beruslichen Tätigkeit ist die Reihenfolge. Der Film hat ein« Länge von 250 Meter(Spieldauer 10 Minuten). Er läuft in einem Hörer, bei einer Uebertragung durch Rundfunk ohne Bildreproduk- faszinierend schnellen Tempo€b, aber es bleibt fraglich, ob der tton, aus dieser Sinfonie der Geräusche ein klares Bild oder auch nur einen starken Eindruck gewinnt. Die Technik in Ruttmanns„Weekend" ist ähnlich d«r M«is«ls in seiner Begleitmusik zu Eisensteins„Panzerkreuzer Potemkin". Der Rhythmus entscheidet. Meisels Musik zog ihre stärksten Wirkungen aus dem Rhythmus, und ebenso verhall es sich bei Ruttmann, und es scheint gleichgültig zu sein, ob der eine mit Noten und der andere mit Geräuschen arbeitst. Doch ein grundlegender Unterschied muß festgestellt werden: Meise l komponierte ein« FUmbegleitmusik, die im Bilde ihr« Ausdeutung erfuhr, während Ruttmanns Geräusch- komposllion eventuell auch als selbständig« Hörstnsoni« in Szene gehen wird, und hier beginnt das Problem. Der Intendant des Berliner Rundfunks, Dr. Hans F l e s ch. gab zuerst eine erläuternde Einleitung, indem er die gedanklichen Vorgänge in dieser Geräuschfinfoni« erklärte, und nach dieser Er- klärung war es auch leicht, die Komposition zu begreifen. Flesch zog Parallelen zu der Programmusit eines Liszt, Berlioz und Richard Strauß, aber dieser Vergleich hinkte, denn man kann ein Werk wie das„Heldenleben" von Richard Strauß o�er di« „Preludes" von Liszt rein musitalisch werten, ohne di� Idee, die der Komponist ihr zugrunde legte, zu kennen. Wer von den meisten Hörern, die sich heut« von den„Präludes" erschüttern tassen, weiß, daß es sich dabei um eine musikalisch« Ausdeutung des Todes handelt? Anders liegt der Fall bei Ruttmann. Diese überschpittcnen und inoinanderkomponierten Geräusche sind tatsächlich kein« Musik und haben auch keinen Selbstzweck. Läuft dieser Tonbandstreifen im Radio, dann schaltet der Hörer kaum sein« intellektuell«» Fähig- leiten aus, sondern sucht nach einem Sinn des Ganzen. Geräusche ohne Bild ähneln sich aber derart, daß im Hörer keine zwingende innere Vision entstehen kann. Unter dem Titel„Weekend" ist allerlei zu verstehen, und Ruttmann wählt nicht immer das Choral- teristische aus. Hier soll von der Technik, die übrigens ausgezeichnet ist, abgesehen werden. Deshalb sei festgestellt: Ruttmanns Gcräusch- komposition braucht eine Bildfilmmontage. Vielleicht ist es möglich, dies« mit dem bereits vorliegenden Tonband zu vereinen Der RuiTdsunk ist dagegen zu warnen, solche von vornherein mit dein Kainszeichen gebrandmartten Erscheinungen öffentlich ohne Bild- reproduktion zu spielen. Es ist notwendig, daß über die Unter- schiede von visuellen und akustischen Wirkungen endlich einmal Klarheit herrscht. Der Tonstreisen.Lallo! Hier Welle Erdball!" Bisch offs ist dagegen ein auf einen Tonstreifen übertragenes Hörspiel. Der künstlerische Leier des Breslauer Rundfunks kennt die Geheimnisse der Wirkung. Er mixt entgegengesetzte Element« virtuos zusammen Schreie sterbender Menschen, Jazzmufik, Liebcsgcsäusel. Politik und andere hübsche Dinge vermengen sich zu einer Einheit, aus der nun nicht gerade das Gesicht der ganzen Welt, aber immerhin eines Tsilausschni tes sichtbar wird Diese Kompositton kann unbeschadet der Wirkung ohne Bildstreifen laufen, aber man hat AeHnliches bereits öfter erlebt, und Ruttmanns Tonbildstreifen„Melodie der Welt" hat dieses Hörspiel schon vorausgenommen. Felix Scherret. Maria Orska. dänwnischen, willensbesessenen Frauen Strindbergs in Ueine, gemeingefährliche weibliche Urwesen. Sie brachte Strindberg in Mode, obwohl sie das Gewaltige seines Genies eigentlich«ntträstet«. Wenn sie aus der Bühne sprach, verstand man sie manchmal kaum. Sic lispelte, sie zischte, sie pfiff, sie girrte. Es waren ganz merk- würdige, nie gehörte, beinahe kabarettistische Elitekünste, mit denen sie di« Menge ins Theater lockte. Diese besondere Art der Orska erlangte sogar internationale Bedeutung. Ein Mann von dem großen Theaterinstinkt, Vcrneuil, schrieb für sie„Die Cousine aus Warschau". Da spielt« die Orska fast sich selber. Sie war eine Anarchistin im Theater, vom Regisseur nicht zu zügeln, aber der Erfolg war stets auf ihrer Seite. Man entdeckte auch, daß sie sehr graziös und komisch sein konnte. Es war«in Entzücken, sie anzusehen, wenn sie als Katharina II. aus einem pompösen Bette stieg, um ihren Günstlingen und Ministern die Köpfe zu verdrehen. Der Dichter Max Dauthendey. der das Mannweib auf dem russischen Thron, Katharina II., auf die Bühne gebracht hatte, erreicht durch die Orska einen fabelhaften Erfolg für seine Komödie„Die Spielereien einer Kaiserin" Während Maria Orska Abend für Abend ihr Publikum geradezu auf den Kopf stellte, war sie schon schwer angekränkelt. Sie über- anstrengte sich im Leben und in der Kunst. Zahlreiche Herzens- ossären untergruben ihre Nerven. Sie ergab sich dem Genuß von allerhand Rauschgiften und beschleuniZt« ihren Ruin. Bald beschäf- tigt« sich die Oeffentlichteit mehr mit den Skandolgeschichten als dem Talent der Orska. Aber immer noch spielt« sie. Am Tag« wurde sie im Sanatorium gepflegt, dann wurde sie unter Aufsicht ins Theater transporttcrt, und während sie trogisch oder ausgelassen das Parkett begeisterte, wacht« der Arzt hinter den Kuliss«n. daß sie körperlich nicht zusammenbreche. Diese Frau, die mit ihrem Leben und ihrer Gesundheit so verschwenderisch spielte, alterte früh. Sie glaubte immer wieder, daß si« noch gesund werden könnte. Sie dachte daran, ganz in das Charakterfach der alten Frauen überzugehen und spielte— es wir noch vor ungefähr«inem Jahr— eine wundervolle Rolle in dem Rührstück John Barries„Die Medaillen der alten Frau". Die!« Alte, die durch Sorgen und nie erfüllt« Wünsch, ganz oerschrumpelt und atemlos geworden war, hatte alles verloren: ihre legten Illusionen, ihre letzten Träume. Sie wollte trotzdem weiter lchusten und vergesien, daß für die Menschen noch ein Glück möglich sei. Das wollte auch Frau Orska vergessen, wenn si« ein Rauschmittel nach dem anderen versuchte, um Schlaf und Frieden zu finden. Es gelang ihr nicht mehr, und die riesige Giftdosis, die sie nahm, bradjt« ihr den frühen Tod. Nur 37 Jahre ist sie alt geworden. dt. II. „Alex macht mit." Theater am Nollendorfplah. Die Komödie„Alex macht mit" von A. Schneider- Scheide gehört ins Kabarett. Zufoimnengedrängt, mit keß hin- gehauenen Bühnenbildern, Gesamtdouer höchstens dreiviertel Stun- den. Ein III! mit ernstem Hintergrund. Die Korrupttonszustände in manchen Irrenanstalten sind ein Thema, mit d«m sich die Literatur der letzten Jahr« schon oft beschäftigt hat. Daß also jemand für ver- rückt erklärt wird, weil er etwas Vernünftiges tut, was der Gesell- ichaft nicht paßt, und daß nion ihn für geheilt erklärt, als er den Irrsinn der Gesellschaft mitmacht, ist kein übermäßig origineller Einfall des Verfassers. Die Sprache der Komödie ist erst iccht nicht originell. Aber di« Szenen sind nicht ungeschickt aneinandergereiht, und es wurde flott gespielt.(Edith Braun, Paula Knüpfe r, Vera Sacharowa, Heinz Halban, Walter Hobohm, Fritz Klippel, Erich Neumann-North.) Von einer Regi« war allerdings nichts zu merkem und die meisten Bühnenbilder waren trauriger Ausdruck künstlerischer Hilflosigkeit. Mit endlosen Pausen, die länger waren als die ganz« Aufführung, wurde das Publikum hingehalten, das zu diefer Nachtaufführung gekommen war. Ir. Ein Erforscher von Ztaiich und Staub. Die Meteorologie hat einen schweren Berlust erlitten: der Direk- tor des Meteorologischen Observatoriums Essen Dr. R. W. E ck a r d t Ist dieser Tage freiwillig aus dem Leben geschieden. Mit ihm geht ein Gelehrter dahin, dessen Tättgkeit von größter Bedeutung für die Praxis des Alltags war. Eckardt, der im Jahre 1879 in Hild- burghausen geboren war, studiert« Philologie und Geographie und war Mitarbeiter bekannter wissenschaftlicher Verlag« Von 1908 ab betätigte sich Eckardt als Meteorologe und Assistent an den Wetter- dienststellen Aachen und Essen, im Jahre 1913 übernahm er die Leitung der neugegründeten Wetterdienststelle Essen. Mit Sarnetzky und Reiner studierte er das Klima des Richrgebiets und de» Sauer- landes. Er veranlaßte die Errichtung der Hochstation auf dem Kahlen Asten 1916 und betrieb Studien über Rauch und Staub im Ruhrgebiet, die hier zuerst in Deutschland von einer meteora- logischen Anstalt seit dem Jahre 1913 durchgeführt wurden. Er verband damit Arbeiten über die Beziehungen zwischen Klima und Bogelzucht— hier gehörte Eckardt zu den ersten Autoritäten Euro» pas— sowie Gartenbau und Lckndwirtfchaft. In nächster Zeit sollt« da» Klima der„«rdnohen' Schicht zum Nutzen der Bodenkultur b«- sonders erforscht werden. Rettung von Schinkel« Lustgarten-Fresken. Die Preußisch« Akademie des Bauwesens lzat einen Ausschuß eingesetzt für die Er» Haltung der Wandmalereien- in der Vorhalle des Berliner Alten Museums, die seit Jahrzehnten unfehlbar ihrem Untergang ent- gegengehen. Die Wandbilder, mit einer großartig erdachten Ent- wicklungsgeschichte I«r menschlichen Kultur, stno nach farbigen Ent- würfen Schinkels unter wesentlicher Mitwirkung seiner Schüler aus- geführt worden Wenn man sich letzt um ihre Rettung bemüht, sa geschieht das vor allem im Hinblick auf die Hundertjahrfeier der Er» äsfnung des Alten Museums im Oktober d. I. und auf den 150. Ge- burtetag Sclsinkels, der am 13. März des nächsten Jahres gefeiert werden kann. Schinkel hat, als er seinen Bau mit Wandbildern im Freien schmückte, sich über die Tatsach« hinweggesetzt, daß in dem niederfchiogsreichen Klima Norddeutschlands eine dauernde Erhaltung von Wandmalereien nicht gesichert werd«n kann, und so dürsten auch die setzigen Erwägungen den Untergang wohl oerzögern, aber nicht verhüten können. Zm Rlorgenblakl erscheint von Sonnabend ob«in» neu» Er» Zählung„Schwarze Legende", die das Verhältnis von Weiß und Schwarz in Afrika zum Inhalt hat. Der Verfasser F r e d r i k P a r e l i u s. ein gebürtiger Norweger, war viele Jahr» lang Richter im Kongogebi«t. Wie kaum ein zweiter Europäer hat«r sich in die Seele des schwarzen Menschen, besonders auch der Frau, hineingelebt: er gibt uns Landschaft und Menschen in ihrer ganzen Ursprünglichkeit. Das schwarze Problem, das die Kolonisation für beide Seiten darstellt, tritt anschaulich, aber ohne Aufdringlichkeit hervor. de 3tof der Reichsdeutschen in Danjig. Der Sur* der Aus>] londsdeutsche» hat dem Preußischen Staaisministerium eine Denk- I schrift vorgelegt, die auf die Notlage der 5000 Reichsdeutschen in Donzig hinweist. Die Denkschrift führt Beschwerde über die BeHand- lung der reichsdcutschen Arbeitnehmer in Danzig durch das Danziger Arboitsamt, das auch bei Bedarf reichsdeutschc Arbcitskräste nicht vermittein darf. Verschaffen sich Reichsdeutsche in Danzig dennoch Vcrdicnftmöglichkeitcn. so werden sie rücksichtslos auf Verlangen des Arbeitsamts entlassen. Den Reichsdeutschen wird in Danzig die Wohnungsberechtigung versagt. ZNieterversammlungen. Am Freitag, dem iL. Mai, 20 Uhr, findet im Zimmer 53 des Rothauses Berlin, Königstraße. Haupteingong. eine Aussprache über Wahrung der Neubaumieterinteressen durch den Reichsbund Deutscher Mieter, Verband Berlin e. V., statt. Als Referenten sprechen über dieses Thema die Herren Volkswirt Friß D z i e y k, Dorsißender des Reichsbundes. Deutscher Mieter, Berlin, Rechtsanwalt Dr. Theodor T i ch a u e r, Berlin, Syndikus Dr. jur. T e s ch, Spandau. Wetter für Berlin: Im ganzen wieder wolkiger, aber vor- wiegend trocken: am Tage mäßig warm, westliche Winde.— Für Dng*bmd: Im Osten Ausheiterimg mit etwa» CrwSrnnmg. im übrigen Reiche teils wolkig, teils heiter. Im Nordwesten und im Alpcngebiet strichweise leicht« Rcgensälle. ..Volk und Zeit", unsere illustrierte Wochenschrift, liegt der heutigen Postauslage bei. Bcrantwortt. für die Rkdattion: W-lfg-ng Schwarz, Berlin: Anzeigen: Th.«lacke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. K.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckcrci und Derlagsanftalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindcnstraße 3. Hierzu 1 Beilage. Mevaeröffnuii PUnkte»lock un«er Hauptaugenmerk: Nur erste Clualitäten bester Waren ml} der guten Verarbeitung sowie tadelloser Sit» und der Pr6iS noch billiger denn je, wie einige Beispiele beweisen Anrug(Jüngling) in hell und O E A A dunkel........ bar SBtfaW Anzug braun, gute Cheviot 00 wäre bar Anzug Sport, in modernen 50 Farben. Anzug blau, Ware..... bar Kammgarn- 49.00 2.85 5.95 9.80 9.80 neu eingeiiinn: Bermsmemiing! Ein BeisESei unserer leistungslanigilBit: Damen- Satin- Mantel O � E schwarr. in allen Größen. ä».» w Trenchcoat mit ganzer Oel- 4Q A A tutheinlage...... bar W Hose gute haltbare Ware.... Hose In modernen Streifen.. Sommerhosen ab......... Knickerbock er ab........... 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Barbarossa 3937 «>., Uhr Sex Appeal Lasltp.». Fnderik LoDsdak Sq!»: Fontar Umuga Albert BasscrraanD, UaUT Christians Berllder Theater Dönhoff 170 S'Jt Uhr Der leufeissctioier! Komödie v Bernard Shaw Regie: Heinz Hilpert Freitag, 16. 5. Staats-Oper Unter d. Linden 12 Uhr: Sinfooie- Mittagskoiuert 20 Uhr 6. Sinfonie-Konart. Ende 22 Uhr Staats-Oper An Pliti der Repobtik Vorst 83 20 Uhr Dlb verkaufte Braut Ende n.22'/iUhr Freitag, 16. S, Stadt Oper Bismarck str. Turnus II 19Vi Uhr Eugan Onegin Ende 22'/. Uhr Staat). Stasph. im OndamMnmirkt St. LT. Fr. Ho. 7 Jaliras-Mk-T.lli).tt6 20 Uhr Wird HUI amnestiert? Ende 221. Uhr Staatl.Sdilller-Thealer.QiaTltbfl. 20 Uhr Der Traum ein Leben Ende 22 Uhr PLAZA Tilgt. B u. SU Sonnt. 2. 5 a. 8" Alex. E 4, 8066 TBgllck 8.15 und Sonntags 5 Uhr nachmittag Da. n.ue Varletck-Progr.mm und Ent.cheldung.-Rlngklmpf. Wochent. 5 Uhr u Sonnt 2 U. nachm. lOVarl in-Allrabtlonen ohnn Rlngminpln »v.ühr CASINO-THEATER»''.üb, Lothringer Strafe 37. Die Berliner Posse Rentier Mudlcke und das Riesen- Variete-Piogramm Billig! Billigl Sommer preise: 50 Pfg. 1.- Mark 1.50 Mark Sonnabend u. Sonntag kleiner Aufschlag Operettenhaus Alte Jakobstr. 30/32 (Zentral-Theafer) Dönh. 2047 Täglich 8>i. Uhr Totentauz von Aug Strindberg Rundtunkhörer nalbe Preise. WWer * uarren* 8.15 Ohr znHtr.2818 Bandinn erlaubt RoseKress-Trio-llcholl-IOBroil Johnny Comp.- Lopez-Trio i Sonnabend u. Sonntag Ja 2 Verataiiungan I ' und 8" Uhr. 4 Uhr kleine Preise| Großes Schauspielhaus s Ubr Nur im Mal DielustiaeWitwe Regie; Erik Charall Theater, LichtfpieJe ufw. Volbsbttnne Tbut» am BSioviilatl. 8Vi Uhr Rost von Kirchon und Ouspensky Btgie; Eönther Start StaatLSdiiller-Th. 8 Uhr Der Tramn ein Leben Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Die verkaufte Braut Deuttdies Theater 0 2 ViMadimm 5201 8 Uhr Phaea von Frltx r. Unruh. Regz Max Reinhardt lasik; Frinlridi Kammerspiele D 2 Weidindamn 5201 8'k Uhr Die liebe Feindin R.aMit ni LP. Szblw Regie: Cnfil üdirch«», Die Romödie 1 1 Bismck. 2414/7516 8V. Uhr Soll man heiraten? IgmMkniBiniaitSh» Srnhdw Batittng; Karl Heinz Martin. oirnkhnn: Or. Martin Zieknr Komische Oper Fnedrickstr.l 04. Merkur 1401/4330. Täglich 81/. Ubr Majestät lisst bitten Musik von Walter Kollo. Lustspielhaus Friedricbstr. 236. Bergmann 2922/23. 8 Vi Uhr. Geschäft mit Amerika. Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. rrianon-Theater Täglich SV. Uhr Ein galantes Abenteuer! Theater 1. d. Behreustr. 53-54 9 Uhr A4 Zentrum 926-927 9 Ubr Direktion Ralph Arthur Roberts Vögel, die am Morgen singen! Komödie In 3 Akien von Lonsdale. Letzte Woche! (bis Sonnabend, 17., lägt. 8")| (Sonntags 5 11 und 9 Uhr) ZUOiAfiohßii- imTcüvcehin, Große Operette in 3 Akten Soutäj. Olli 18.Hii 1930. 5.15 1. 9 Ohr{ Uraufführung „Jenny ßeigt empoc' Komödie von H. A Kihn (Autor von Melaeken) Hauptdarsteller: Traute, Hans u. 1 Willi Rose, Erna Karate t, Hilde Hofer, Edg. Kanisch, Rod. MUl.er,| Franz Stein. « 17. 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Durch Eingabe, persönlich« Veranlagung und lebenslange Er- ftchrung mag ein Glodetrotttr dahin kommen, eine gewiss« Versiert- heit und sogar ein ziemliches Verständnis im Berkehr mit Angehörigen verschiedenerlei(wenigstens weißer) Völker an den Tag zu legen, er wird sich auch ausrechnen können, wie das eine oder andere Volk als Masse reagiert(z. aus unkluge Acußerungen gewisser helmischer Politiker)— um so mehr de- fremdet ihn immer wieder das große allgemein« Mißverstehen von Bevölkerungsteilen verschiedenerlei Länder untereinander, die auf einen internationalen Verkehr gor nicht eingestellt waren, aus ihren, nationalen Mllieu kaum herausgekommen, zufälligerweise einander gegenübergestellt sind und sich nun verständigen wollen oder sollen. Man höre sich zum Beispiel das konfus« Polaver zwischen Eng- ländern und Franzosen auf einem Kanoldampser an. Die hilflosen Versuche der„befreundeten" Nationen, ihr Volkstum ein- ander klarzulegen und gegeneinander abzugrenzen. Was ist fran- zösische, was ist englische Eigenart, keiner kann es dem andern zu- reichend erklären, zu Hause angelangt ist jeder von der eigenen Superiorität überzeugt und wirft dem andern(hüben) Herzlosigkeit >u«d Heuchelei,(drüben) Manieriertheit,' Rassenminderwertigkeit und sogar dos F r o s chf ch« nk e l essen vor. Fr o gg y nennt man den Franzosen, kurz und bündig: Froschesser: wie man in Australien den Italiener Dago heißt, und den Deutschen in Frankreich Boche. Wer die anglo-amerikanische Literatur kennt und das persön- liche Verholten dieser beiden Brudervölker, wird wissen, daß sie sich bei aller gelegentlichen Sentimentalität einander so gründlich die Meinung sagen, wie es überhaupt nur Leute ferrig bringen, die sich ziemlich nahestehen. Was aber Deutsche und O e st e r- reicher anlangt— ich habe sie beisammensitzen gesehen in den .s'cnigmondtagcn des Anschlußgedankens, gleich nachdem der Grenz- übertritt ohne Visum gestattet worden war(unser Auto fuhr auf eine abfertigende Handbewcgung des im Regen stehenden Finanzers einfach glatt durch) in einem lieben alten Landwirtshaus am schönen Achensee, Deutsche wie Oestcrreicher krampfhaft bestrebt, einander tas übervolle Herz auszuschütten, und was wurde im Eifer des Gespräches für ein Blödsinn verzapft, alle sprachen aneinander vor- bei, die„Brüder" und„Schwestern". Freilich: es ist nicht leicht sich zu verstehen, lieber Völkerpsycha- logie gibt es dicke philosophische Bücher und sogar seinsinnige „psychologische" Abhandlungen— man denke nur an die kürzlich erschienenen Memoiren eines englischen Viscoums, der uns Deutsche sowie die Franzosen mit so und so vielen hochtrabenden Adjektiven sest�inageln�sucht— aber dabei kommt wenig oder nichts von praktischem Wert heraus. Hat es doch nie, nie ein Volt wie die Deut- schen gegeben, das sich mit solcher Begeisterung an die Aufgabe ge- macht hat, alle andern Völker der Erde zu verstehen und ihnen objektiv gerecht zu werden. Ein Deutscher kann sich mit der ganzen gewaltigen Hirntätigkeit, unendlichem Fleiß und Liebe in alle Scclenwindungen eines bereits ausgestorbenen Volkes hineindenken — und zugleich subjektiv, praktisch versagen, im internatio- nalen Leben... und der auswärtigen Politik. Da sind wir merkwürdig schwerfällig, gehen verständnislos über das Nächstliegend« hinweg. Daß gerade der Deutsche aber(der Völker- ergründer) so viel Schwierigkeiten an den Tag legt, sich irgendwo in der Fremde einzuleben(oder auch nur einzusägen), will er nicht dabei seinen nationalen Eharatter preisgeben, liegt vielleicht in dem Umstand, daß der Deutsche nichts ohne ein System, eine Regel, einen besonderen Z w e ck zu tun gewohnt ist. Wer aber praktische Völkerpsychologie betreiben will, muß ungebunden umherstreisen und sich vom Zufall treiben lassen können. II. Im alten Wien gab es so etwas wie ein gefühlsmäßiges Ein» schätzen fremder Rasseneigenschaften, ein Bö hm', ein Ungar waren immer ein« scharf umrissen« Figur, und man weih auch im heutigen Wien sehr gut mit den Angehörigen der Nachfolgestaaten umzugehen, hänselt sie ein bißchen gutmütig, singt ihnen ihre Lieder vor, und sie spielen ja auch im Wiener Volksleben eine große Rolle: die böhmischen Köchinnen, Schneider, Schuster usw...., Wien war eben(u. a.) so eine Art Vergnügungszentrale für die alte öfter- reichische Monarchie, wie es Paris für die Welt ist. Aber man sehe sich den Stand der Dinge einmal in Böhmen selbst an. Da war es ebenso eine altehrwürdige Tradition, in gewissen Zeitabschnitten übereinander herzufallen und sich zu verhauen: für die Bewohner von zwei Nachbardörfern, ein böhmisches, ein deutsches, nur durch einen Bach getrennt, gab es Schlägereien seit Generationen und sie dauern unvermindert fort: einmal kriegen die einen Dresche, dann wieder die anderen, und so fort in alle Ewigkeit. Ich kannte«inen Parlamentarier in Sydney, der sich sehr für Deutschland interessierte und jedes Buch über.Germany" auskaufte, das ihm in die Hände fiel. Er besaß eine ganz« Biblio- thek von Deutschlandbüchern und war des Wissens voll. Was nützte ,hm das? Es brach der Krieg aus, und von dem Moment ab' erinnerte«r sich nur des Schlechten., dos er gelesen, das wuchs ins Unendliche, und das Gute ging drin auf wie ein Bächlein Süß- wasser im salzigen Meer. Einen australischen Universitätsprofessor kannte Ich, der war in Deutschland gewesen, gab Vorlesungen über deutsche Romantik, war mit einer Deutschen verheiratet: ihm passiert« das- selbe, er sah nur mehr das Schlecht«, das gute, alte Deutsdjland existiere nicht mehr: durch Stunden debattierte er mit mir darüber herum in den ersten drei Kriegsjahren, dann kam ich ins G.-fangen«»- Inger u n d« r wurde um die gleich« Zeit aus der Zensurbehörde ausgestoßen, weil seine Frau eine Deutsche war. Daß in erregten Zeiten die wenigen schwer erworbenen Er. kenntnisse vom Wesen der fremden Nationen auch nicht mehr stand- halten, ist wohl dos traurigst« Kapitel in dem melancholisch«» Kapitel: Völker untereinander. Ich kannte aber noch einen zweiten Sydneyer Universitätsmann, den Bibliothekar, einen berühm- tea Shakespeare-Forsch«, des näheren, der auch an deutschem Wesen sehr viel Anteil nahm, obgleich er unsere Sprache nur sehr unooll- ständig sprach, dieser änderte niemals seine Meinung über Deutsch- land: er war Soziali st. III. Man darf ja nicht glauben, daß das angelsächsische Volk im Innern von so einheitlicher Struktur ist, wie die Front,' die es nach außen hin darstellt. Bis tief in das neuseeländische und kanadische Hinterland hinein reichen die Familienzwistigkeilen des Hauses Großbritannien. Da sitzen z. B. in Danedin in Südneuseeland die Schotten: eine viel bigottere, knickerigere und banausischere Art Schotten als irgendwo in Schottland aufzutreiben ist, und wehe, wenn jetzt da ein iri scher Spaßvogel oder ein a u st r a l i. scher Viehtr«iber mit d«m unrichtigen Wort herausplatzt. In einer Bar oher so. Schon well ein Irländer einem Shanrock ein bißchen Grün an seine Unisormmütze heftete, kam es zu einer Prügelei, denn dos ist etwas Ungeziemendes für cin«n Briten, sich so auszuschmücken. Da der Mann nicht freiwillig nachgab, fiel man über ihn her. An der kanadisch-amerikanischen Grenze hecheln sie einander beständig:„Du sollst dich etwas schämen, immer noch vor dem ollen König zu katzbuckeln", und die Kanadier schimpfen wieder über die Nanks, die ihnen die Star und Stripes vor der Nase herumschwenken— und dann kommen wieder große, feierlich«, verlegene Stadtdeputotionen, von Seattle nach Vancouver, und der Gegenbesuch und viel schmalzige Freundschaftsbetcuerungen. Es herrscht im angelsächsischen Reich Zank und Zwist und Mein- staaterei und Neid wie bei uns auch, aber man verbeißt sich nicht so darein, nicht soviel Energien werden im inneren Kampfe lahm- gelegt als nach außen geleitet für die großen Pläne, an denen immerzu geschmiedet wird und ausgebaut, bis wohl auch einmal eines schönen Tages alles mit großem Krach zusammenstürzt. IV. Nein, die Völkerpsychologie ist noch in den Kinderschuhen.• Der Traum meines Lebens, zur Verständigung der Völker etwas bei- tragen zu können, ist wie«in- Seifenblase zerplatzt. Ich habe mich heiser geredet, den Angelsachsen Deutschland und uns Deutschen die ungleichen Vettern über dem Wasser etwas näherzubringen, umsonst. Der eine Trost: wenn wir auch nicht verstanden werden, wir sind beliebter geworden nach dem Krieg«. Alle asiatischen, afrika- irischen und amerikanischen Völker(wenigstens), denen die übrigen Großmächte im Nacken sitzen, die lieben uns als die einzige große Nation, die ihnen nichts nehmen will. Nichts zu wollen ist der Schlüssel zur Beliebtheit. Gandhi und die Seinen Indiens Befreiungskampf Indiens Zweifrontenkrieg Klötzel gibt in seinem neuesten Neisewcrk„Indien im S ch m e l z t i e g« l"(Verlag Brockhaus, Leipzig) einen wertvollen Beitrag zum Verständnis dieses zerquältcn, gegensotzreichen Landes. Der Gegensatz von uralt und neu, von sinnreicher Betrachtung und Vorteilserwägung mußte früher oder später zum Komps führen. In diesem Kampfmoment steht Indien augenblicklich. Doch ist die Frage nicht damit gelöst, daß man sagt, in Indien herrsche ein Kamps zwischen uralter Kultur und moderner Zivilisation. Indien rfl seit 5 0 bis 60 Jahren in überhitztem Tempo industrialisiert worden. Wenn man bedenkt, daß es zum Beispiel in Bombay um 1870 etwa 15 Baumwollfabriken mit einer halben Million Spindeln gab und diese Zahl im Jahre 19L7 schon 3,5 Millionen Spindeln beträgt, kann man sich einen Be- Die Industrie schafft ein Proletariat. Dieses steht im wirt- schoftlichen und politischen Gegensatz zu seinem Brotherrn. Di» Arbeitgeber in Indien sind nicht mcr Engländer, sondern auch Inder— darin liegt ein besonderer Koirflikt. Ein Zweifrontenkrieg bereitet sich vor: einmal geht er aus von der nationalen Gesamtheit aller Inder gegen die fremde Herrschaft und das andere Mol ist es ein regelrechter Klassenkampf des Proletariats gegen die besitzenden Klassen. An der Spitze der nationalen Einheitsfront gegen die englische Herrschast steht Mahatma Gandhi, der programmatisch neben der Abschiittelung des fremden Jochs zwar auch eine Besserung der innerpolitischen Zustände, wie zum Beispiel die Auslöschung des indischen Kastenwesens und die Hebung indischer Wirtschast durch Eigenherstellung anstrebt, aber letzten Endes sozialpolitische Momente wohl mir unter dem Gesichtswinkel der großen nationalen Be- freiung sieht. Die eigenartige Persönsichkeir Mahatma Gandhis, die übrigens in dem von Fritz Diettrtch herausgegebenen Sammel- band„Die G a n d h i- R e v o l u t i o n"(Verlag von Wolfgang Heß, Dresden) ausführlich behandelt wird, tritt in der seltenen Wahl seiner Kampfmittel besonders klar zutage. Kein ungestümes Mitreißen der Masse in wildem Aufbegehren, kein« blutig« Rebellion der Unterdrückten gegen ihre Unterdrücker— in tiefer innerer Ein- kehr predigt er die Weisheit der Non-Kooperation, der Nicht« teilnähme am Bösen. Er will das indische Volk nicht mit den Mitteln seiner Gegner, sondern gewaltlos befreien, indem er es zur vollkommenen Selbstherstellung seines Bedarfs erzieht. „Das Evangelium vom Spinnrad" bildet den Haupt« Punkt seiner Lehre. Er fordert darin die Iicher auf, zur Heim- Industrie zurückzukehren und dadurch die fremd« Industrie auszu- schalten. In seinem Heimhous„Aschram" hat er dieses Prinzip als Musterbeispiel deirchgesührt. Täglich bringt er selbst einige Stun- den am Spinnrad zu. Eine eigene Landwirtschaft deckt den übrigen Bedarf. Der andere Kampf, der Kampf gegen den Kapitalismus, wird in Indien im wesentlichen von der Jugend geführt, die sich in der Iu g e ndl i g a zusannnengeschlossen hat. Eine Befreiung Indiens vom Fremdjvch liegt zwar auch auf ihrem Wege, ober im Vorder- gnind ihres Wollens steht die Besserung d«r sozialen Loge des Proletariats. Sie hat, wie Klötzel erklärt, klar erkannt: „Die breiten Massen Indiens können nicht befriedigt worden durch die abstrakt« Idee der Freiheit... Was die Massen brauchen, ist Brot. Für sie bedeutet Freiheit zunächst die Befriedigung de» körperlichen Bedürfnisses nach Nehrung. Di« Massen, denen wir Freiheit erringen wollen, schreien heute nach Brot..." In' Kampf gegen das Kastenwesen, das Indien.zerklüftet und sozial auseinanderreibt, begegnet sich die Iugendliga mit Gandhi, der. um auch hier mit gutem Beispiel voranzugehen, das Kind eines Paria in seine Familie aufgenommen hat. Im übrigen besteht zwischen Gandhi und der Jugendliga ein scharfer Gegensatz, da Gandhi Mönch, Priester und Entsagender ist. während die Jugend das Leben begehrt und von ihm fordert. Fast symbolisch zeigte sich dieser Gegensatz in der Abtehr des eigenen Sohnes von Gandhi, als der Vater von ihm die Erfüllung der Afchram-Gebote, der Ehelosig- keit, forderte. Auch der jetzigen Vollstreckerin des Willens Gandhis, der indischen Dichterin Naidu, blieb di�e Tragik nicht erspart: während di« Mutter den Nationolkampf der Loslösung vom eng- lisch«» Joch ohne Waffen führt, steht ihr Sohn im Lager der radi- taleren Jugend. Franz Anker. iwan Heilblut-■ Am Rande Am Rande der Straß«, wo sich die niedrigen Steinmauern und Gitter an den Vorgärten hinziehen, saß ein Hund, der von fern an «in« Gazelle erinnert«. Neben ihm saß sein Herr,«in Blinder: sein« Mütze lag offen auf dem Pflaster, die Vormittagssonne brannte aus den geröteten, von wenigen blonden Strähnen geschützten Kops. In der Mitte der Straße, auf dem Fahrdamm, wimmelt« es von Menschen und Blumen, zwei Reihen bunter Verkaufsständ«, deren jeder wie ein kleiner, fertiger Laden war, zogen sich von einem Ende der Straße zum anderen. Denn es war Markttag. Gemüse in hellen, grünen Farben: Fleisch, glänzend von Blut: und über das letzt« Viertel der Straße lockten Händler mit Schuhen, Strümpfen und Wämsern, mit Kleidungsstoffen und vorgebundenen Schürzen, die Kunden an ihre bestapelten Stände heran. Es war eine Bewe- gung ohne End«. Di« Frauen gingen und standen still, es waren hellblond«, von Sonne und Luft frijchhäutig« Frauen dabei— die Händler hatten ihr« besondere, außerberuflich« Freude daran, wenn solche Frauen musternd an den Verkaufstisch traten, um dies und das durch die Finger gleiten zu lassen. Da kam«n Hund, der von fern wie ein Löwe aussah, von der Mitte der Straße zwischen zwei benachbarten Ständen hindurch, auf die Seit«. Er stand dicht neben der Mütze, die offen auf dem Pflaster lag, und sah die Gazelle an. Die Gazelle sah auf den Pfoten, vollkommen ruhig, nur ein schmales Zittern bewegte nun unaufhörlich ihren Körper. Ihr Herr neben ihr faß, die Beine nach vorn in die Straße gestreckt, den Kopf(weder gesenkt noch gehoben) geradeaus gerichtet. Der Löwe sah die Gazelle noch an, die Gazelle zitterte noch immer. Dann wendete er sich halb, schien aber zur Umkehr nicht ganz entschlossen zu sein. Die Gazelle bewegte nicht das Glied einer Pfote, aber ihre Augen waren in den Augen des Löwen gefesselt. Sein Gesicht, in dem der Ausdruck seiner Wünsche war, verwandelte sich. Er sah aus, als vb er begriff: Sie steht auf einem Posten, an dem man sie braucht. Und der Löw« sprang mit seiner buschigen Fahne zwischen zwei Ständen hindurch in di« Mitte der Straße. Es gab da sehr viele Hundefrauen, sie schnupperten unter den Tischen der Fleischverkäuser und sprangen um die Füß« der blonden Frauen herum. Der Blinde, der die Gazelle streichelte, fühlte ihren schlanken Körper zittern. Er dacht«: Warum zittert das Tier in der Sonn«? Die Wanderung der Gletscher Di« schweizerisch« Gletschertommission hat dieser Tag« ein Experi- ment«ingeleilet, dessen Ergebnisse erst im Jahr« 2180 bekannt sein werden. Man will die Schnelligkeit feststellen, mit der sich gewisse Gletscher bewegen. Bei den größeren Alpengletschern hat man früher«ine mittlere täglich« Geschwindigkeit von 1 bis 3 Dezi- meter,«ine mittler« Iahresgeschwindigkeit von 60 bis 200 Meter errechnet. Um nun die Bewegung genau zu messen, wurden mufchel- ähnlich« Metallkästen im Eis verschiedener Gletscher eingegraben. Jeder dieser Muschelkästen enthält einen wissenschaftlichen Bericht über di« hinsichtlich der Gletscherbewegung bisher gemachten B«ob- achtungen, sowie die Angabe der Stelle, an der die Mschel ins Ei« versentt wurde. Wenn dies« Muschelkästen von unseren Nachkommen am Fuß der Metscher gefunden werden, wird ibr Inhalt den Ge- lehrten der Zeit wichtige Aufschlüsse vermitteln. Das Protokoll über das Experiment wurde versieg ett. Vor dem Jahr« 2180 darf es nicht geöffnet werden._ Hinrichtung ein„Unfall" Eine von den amerikanischen Unfallversicherungsgesellschaften sehr bedauerte Entscheidung hat der Oberst« Gerichtshof von Chikago gefällt, indem er die elektrische Hinrichtung eines Versicherten als entschädigungspflichtigen Unfall erklärte. 33.(30. Fortsetzung.) F. und Maro standen sich wortlos gegenüber. Körperliche und seelische Ueberanstrengungen seit vielen Wochen hatten Mara voll- kommen erschöpft. Ihre Wangen waren eingefallen, die Haut schlasf und durchsichtig, die Lippen bläh und schmal. Uebergroh sahen die noch dunkler gewordenen Augen aus tiefen, blauumränderten Höhlen. Ihr Blick war ernster und härter geworden, ihr Mund leidend und verhärmt. Das Kleid schlotterte an ihrem Körper. In Y. stiegen Gefühl« wie Erbarmen, Mitleid empor. Sie wühlten ihn bis zu innerst auf. Wollte er diese Frau nicht aus seinem Leben bannen, sich mit einem kühnen Sprunge über alles, was ihn in den letzten Jahren bestimmte, hinwegsetzen, frei sein, endlich ganz frei sein? War er nicht zu allem bereit? Hatte er nicht selbst diesen verräterischer Brief an Marin geschrieben, um von ihr und dieser Revolution abgeschnitten zu werden? Mara, die Revolution, sie zersetzten und zerstörten ihn. Er aber wollte nicht mehr zerstört werden. Diese Revolution mit ihrem mörderischen Hauch atmete wie Feuer in chm, brannte ihn kohl. Es war ein Verhängnis, das diese beiden Menschen immer wieder zueinander trieb. Als Mara so unerwartet über die Schwell« getreten war, war mit ihr auch dos Unabwendbare gekommen. B. hatte es wie ein wetterschwerer Himmel überschattet. Dem geschundenen Gesichte des Weibes entrang sich ein mildes, glück- liches Lächeln. wollte aufschreien, allen Verrat gestehen, in die Erde versinken. Verlangte in der Rot seines Herzens nach dem Haffe, nach der Verachtung der Frau. Wußte aber auch, daß er zu 'chwach war, alles von sich zu werfen, sich seiner Schuld zu beugen. Zagte wie von ungefähr:„Sie? Mit welchem Juge?—' „Sie haben mich doch erwartet." Wie dünn und hohl klang diese Stimme. Welche Unsicherheit in den Worten. Welch ein groher ahnungsvoller Blick. Zittern. Angst. Ein« hochaufbrandend« Flut. Gischt. Dann Verebben. Verrinnen. Gekräusel. Nackter Grund. Enttäuschung, Mara wußte, daß sie nicht erwartet worden war. Nun aber war sie da. Wurzelte sich ein, zähe, besessen. Sie und der Mann da gehörten zusammen, waren aneinander geschmiedet, durch das Schicksal, durch«ine Idee, durch den gemeinsamen Kampf. Auch sie hatte sich verloren dort, von wo sie jetzt kam, in Ruhland, in diesem weichen, wohlig üppigen Zimmer, bei Oogulin. Aber sie hatte ihre Aufgabe, ihre Pflicht erfüllt. Jetzt forderte sie das gleiche vom Manne. Kurz und hastig erzählte sie von dem Abenteuer bei ihrer An- kunst in Schanghai, vdn ihrer Verhaftung durch die beiden Männer. die sie zu ihm gebracht hatten. Mr. Dollar ui�d Mr. Pfund gaben Mara und P. die Auf- klörung für alles. Sie hatten sich ohne Wissen von sg. in den Dienst der Polizei gestellt und als Agenten gewirkt, dadurch von der Ankunft Maros erfahren und rasch entschlossen auf eigene Faust gehandelt, um so die Frau aus den Händen der Polizei zu befreien. P. verwundert, überrascht, sah verstohlen, nicht ohne Miß- behagen auf die Beiden. So viel Treu« hatte er von ihnen- nicht erwartet. Da war Teufelei im Spiele. Es blieb ihm aber nichts anderes übrig, als diese- Ergebenheit zu loben und die zwei Spitz- buben mit einem verehrungswürdigen Gruh und dementsprechend«» Scheck zu entlassen. Vorm Hause standen bereits Mr. Tael und Mr. Pen, die auch inzwischen den Dienst im Kriminolkorps geräuschlos, fluchtartig quittiert hatten. In einem„Tea roora' liehen sich alle vier gemüt- lich nieder. P. hielt den Garantiepakt in den Händen. Brannte. Glühte. „Die nächsten Tage müssen die Entscheidung bringen", sagte er nachdenklich, schwer und— entschlossen. Maro hielt sich kaum mehr aufrecht. Wochenlang hatte sie nicht geschlafen. „Sie sehen müde au»", wollte er ihr sagen. Und nach ihren Händen langen wollte er. Er senkte den Kops. Sein Blick streifte ihre Tasche, �ie wies dieü>orf, Wilmersdorf und Schöneberg auf- einander. Auch die Spieler wollen für ihre Sparten werben. Hand- ballspiele finden den ganzen Nachmittag statt. Außerdem bieten die Fußballspieler Propagandaspiel«: Löwendorf gegen Schöneberg. Als Abschluß steigt das Werbe Handballspiel FTGB.-Süden gegen ASV. Schöneberg-Friedenau 97. Ein Werbespiel zweier technisch fairen Mannschaften. W« Parteigenossen und Anhänger der Bundesbewcgung werden gebeten, durch zahlreichen Besuch des Sportfestes ihre Verbundenheit mit den Arbeitersportlern zu bekunden. Fahrverbmdung: Omnibus 44, Straßenbahn 56, 199, 177. * «tbtitefltt«- UBb SportbBBb. 1.»«>,. 4. Bezirk. All- B-r-in- tr-ff-n pünktlich um 12Ä Uhr im Stadion-in. Baildmakc und Stoppuhren mitbringen. zahnen zum Umzug nicht v-rg-ss-n.- Achtung! All««nüppelntulUer der«er. «ine üben am ffreitag ab 2l Uhr in der Schule in Lichterselde, Berliuer Strohe, zusammen. Schöneberger und Wilmeridorfer Eenolsen werden erwartet.— Der «ES Sch»n«b«rg trifft lich zum Anturnen um 12 Uhr am«affer-Wilhelm-PIatz. ARBEJTEfl rUSSBALL Spiele am Sonnabend Am morgigen Sonnabend stehen sich aus dein Sportplatz K y n a st st r a ß e, am Bahnhof Stxalau-Rumnielsburg, Lichten- berg I und Borussia gegenüber. Beide Mannschaften befinden sich in ihrer Abteilung in der Spitzengruppe. Gegenüber der jungen, aufstrebenden Borussia-Mannschaft haben die Lichtenberger einen schweren Stand. Die größer« Spielerfahrung sollte ihnen jedoch zum Siege verhelfen. Der Beginn des Spiels ist auf 18 Uhr fest- gesetzt. Spiele am Sonniai- Der 1. Bezirk führt wieder einige Werbespiele durch. Die Austragungsort« sind Wildau und herzfeld«. Während in Wildau Borwärts-Medding gegen Oberspree, Deutsch-Wusterhauscn 1 geg� Oberspree 2 und Borwärts-Wedding Jugend gegen Lichtenberg 1 spielen, stehen sich in Herzfelde Borussia gegen Union-Tempelhof, Herzfelde gegen Spandau 25, Kogel 1 gegen Wacker-Storkcm» 2, Herzfelde 2 gegen Spandau 2 und herzselde Jugend gegen Spandau gegenüber.— Der 3. Bezirk veranstaltet in Grünefeld em Werbefest, hier spielen Nauen mit der zweiten Männer- und Iugendmannschaft gegen Wansdorf 1 und Jugend. Weiter« Spiele: Wilmersdorf gegen Butab ün Preußen« park in Wilnwrsdorf. Pankow gegen Lychen. Charlottendurg gegen Sokol, Ketzin gegen Grebs. Kogel gegen Storkow. Schöneberg gegen Lichtenberg I 2. Luckenwalde III gegen Trebbin. Weißensee gegen Potsdam im Stadion am Faulen See. Nauen gegen Eiche- Köpenick. Lichtenberg ll gegen Saxonia in der Normannenstraße in Lichtenberg. Neukölln gegen Hertha 11. Brandenburg gegen Werder. Weißense« 2 gegen Potsdam 2. Neukölln 2 gegen Sokol- Charlottenburg. Neukölln 3 gegen Nowowes 2. Brandenburg 2 gegen Werder 2. Oberspree 2 gegen Butab 2.— Jugend: Brandenburg gegen Werder. Weißensee gegen Potsdam. Beginn der Spiele:1. Männermannschaften 16 Uhr 39 Min. 2. Männermannschaften 14 Uhr 45 Min. Jugend 10 bzw. 11 Uhr. * 1. Kreis gegen 16« Kreis in Spremberc Aus Anlaß des großen Werbesportfestes, das der 16. Kreis am Sonntag in Spremberg veranstaltet, findet«in Fußballspiel der Auswahlmannschaften des 1. nnd 16. Kreises statt. Ueber die Auf- stellung der Mannschaft des 16. Kreises ist uns bisher nichts bekannt. Der 1. Kreis schickt mit«inigen Ausnahmen die Mannschaft, die am letzten Sonnabend so überzeugend gegen Neukölln gewann. Aus- gewechselt wurden der recht« Verteidiger, Mitrelläufer und Mittel- stürmer. Der 1. Kreis kann also voll Vertrauen auf seine Mann- schast, die m folgender Aufftellung antritt, sehen: Grubert IWeißensee' Mayer Ziehe (Eiche)(Luckenwalde) Becker Braun Israel (Eiche)(Reulölln) i Eiche) tlönip Iiinicke OlichewSti Weidauer ftleibee (Lichtenberg ü)(Herlha 11)(Spandau 25)(Lichtenberg I) Ersatz: Lohse(Butab) Boxpremiere in der Bodcbrauerei Der heutige Eröffnungskampfabend des Freiluftringes in der Bockbrauerei, Fidicinstraß«. bringt fünf ausgezeichnete Paarungen. Es kämpfen: Frankie Paul- Belgien gegen Gustav E d e r, Paul C z i r s o n gegen Erwin Volkmar, hölzl- homyi gegen Emil Kosta.Swart- Wilheimshaven gegen S ch« m a n n- Dortmund und B u ch b a u m- Dortmund gegen A n k l a m- Berlin. Beginn 20.15 Uhr., „Mara�-IUngenvettstren Gestern gelangten zwei Entscheidungskämpfe zum Austrag. Im ersten Treffen bis zur Entscheidung rang R. Grüneisen gegen Küpper, hier siegt« der vorzügliche Schweizer über seinen Gegner nach einer Gesamtringzeit von 39,05 Minuten durch«inen Armsall- griff. Der Franzose Satnt-Mars zeigte sich im Kampf gegen den fabelhaft gewandten Equatore von einer sportlich unschönen Seite. Da er dem Italiener nie beikommen konnte, bevorzugte der überaus temperamentvolle Franzose ein unschönes grobes Ringen. Nach der zweiten Pause sprengte Equatore einen stark gesaßten Doppelnelson und riß kurz darauf Saint-Mars auf die Schultern. Urbach legte Stange in der 6. Minute. Ueberaus hart rang Petrowitsch gegen den Berliner Kawan, nach zwei offenen Gängen trennten sich die beiden Gegner ohne«in Ergebnis.— Der jüngere 0. Grüneifen rang ata Mittwoch mit dem körperlich überlegenen Franzosen Saint-Mars ohne ein Ergebnis zu erzielen. Unter stärkster Spannung der Zuschauer beherrschte der gewandte Schweizer seinen stämmigen Gegner in beiden Gängen. Petrowitsch und Urbach rangen in ihrem ersten Tressen ebenfalls nur unentschieden. Dose- Hamburg überraschte Equatore bereits nach 1,15 Minuten durch einen Ueberwurf nach hinten. Der stärkere Voigtmann siegte im Enffcheidungskampf über den Kölner Kochhanski in der 37. Minute entscheidend. heute, Freitag, ringen: Dose— Thomson, Opitz— Saint-Mars, G. Grüneisen— Grünberg und Urbach gegen Leskinowicz. 1. ÄwU Schwimmeripaete. Am Epnnabend, 17. Mal, um 20 Uhr. ftnhet bei flrüner, Putlitzstr. 10, eine wichtige Sitzung siimtllcher Beirinsschwinnnwarke unb«ampfrichler statt. Vollzähliges erscheinen ist unbcbingt erf-rderl ch. Arbeiter. Schwimmllub.R-ptuu". Weitzeusee. Sonnabend. 17. Mai, 17!z Uhr. Anbaben im Seebad Weitzense». Ucbungsstunben Mittwoch und isrcitag im Seebad Nichtschwimmer werden all- Tage ausgebildet. Dienstag ab 1» Uhr Ergänzüngssport im Stadien„Am faulen See". Weitzeusee. Buschallce. Sonntag, 18. Mai. ssrühlingsfcst im Gesellschaftsbaus„Albrrchtshof", Weitzensec, Arbeitersport. Segelklub.Borwärt»' halt seine Uebungsabende jcbcn Krei- tag, 20 Uhr, In der„Sportklause". Schönleinstr. 0. ab, daselbst Ausnahme neuer Mitglieder. ffT»B., Ostriug. Treffpunkt zum Ansportcln Sonntag U Uhr Schlelischen Bahnhof, Haiivtportol. Stadtbahnfahrer ab Saulsdorf 11.40 Uhr weiter. ZTSB., Bezirk Obersprec. Anturnen am 18. Mai, 131, Uhr, aus dem städtrsche» Platz. S trotze an der Wnhlheide Gymnastik, Sport und Spiel«. unter Teilnahme des sfTSB.-Bezirks Adlershof. Freie Sport- und Schützeu-Bereinigung Berliu. Abteilungen Mille. Schöne- berg, Lichlerfelde�Steglitz üben Freitag, 1«. Mai. 18 Uhr, Sportplatz Friedrichs- selbe, am Uppstallweg, Bogen- und Sleinkaliberschietzen.) Der Berliner Teuui»- und Wiutersportklub» Schwarz- Rot-Solt" nimmt acht Tennisplätze am Bahnhof Witzleben in Betrieb. Am Freitag. 18. Mai, findet ein« Mitglirbcrversammlung im Avus-Nestaurant statt, zu der Interessenten gebeten werden. Frei« Sanu-Unioo Grotz-Berlin, e..». Am Freitag. 1«. Mai. u» 20 Uhr, Bolloersammlung im Wirtshaus..Zum Mohren, Berlin EW., Ierulalemer Strotze S. Erscheinen aller Miiglleder ist Pflicht. Eeschmackuoll nnd modern sind Ei««erleidet unb doch zu Preisen, die jedem Geldbeutel entsprechen, wenn Sie Ihre Sleidun« in dem bekannten SpezialHaus für Kerren. nnd knabenlleidnng S. Zoleph, Berlin-Schiinederg, Scke�Sr»»«- walbstratzr,.laufen. Für das Pfinqstfest sind die Läger in Kerren-Stratzen» und Sportanzügen reichhaltig sortiert. Sporianzüg«. zwei-, drei, und vier- teilig, in moderner Aussührung und aparie» Farben, Gabardinemäntel rn blau und gemustert, in Ulster- und Schlnpferform. sowie Ncgenmäntel an»~- und Lodenstofft» sind besonders billig. Reise im Postauto durch Kranken. Zehn Tage unterwegs. Di«! Reise begann in Koburg. Am Volkshaus hingen rot« Fahnen, aber otn anderen Tag vertrat ein finsterer Scheich aus der alten Vest« seine Rassenbelange und erklärte, doh im Süden die heiteren, rundkäpsigen Franken und im Norden die langschodligen, finsteren Thüringer und Preußen wohnten. In dem reizenden Städtchen gab es am Rost gebratene Wurst zu kaufen. In der berühmten Gläsersammlung auf der Beste mar ein lesenswerter Spruch in«in altes Glas eingeritzt:„Ein Herz, das sich nicht treu erweist, ist wert, daß es der Hund bescheißt." Wir bestiegen das Postauto, das der Chauffeur Günkel aus Würzburg mit Meisterschaft steuerte. Wir berührten den alteit Wallfahrtort Vierzehnheiligen und das alte Schloß Banz, Meisterwerke der Baukunst. Die Wiesen leuchteten, die Bäuin« und die Blumen blühten, die Luft war hell und rein, der Rauch der großen Städte war versunken, nichts als Schönheit«nt- faltete sich. Am Abend— wir fuhren durch Heimarbeitergebiete— zeigte das alte Bamberg sich im Licht von vielen Lampen und Fackeln. Die alte Fischer- und Schifferzunft empfing die Gäste, es gab rührende Reden, Rundfahrten und Besichtigungen. Am an- deren Tage wurde die ehemals frei« Reichsstadt Schwein f urt berührt. Die alten Schweden eroberten einmal im Dreißigjährigen Krieg die Stadt, die zweite Eroberung geschah in den letzten Jahren, ol» die n e u e n Schweden die Kugellagerindustrie an sich rissen und ihrem Weltkonzern einfügten. Wir sehen chemische Fabriken, alte Türme, neue Siedlungen und kommen am Abend nach Bad Kissingen. Kissingen hat berühmte Quellen und Bäder, die Fränkisch- Saale plätschert lieblich vorbei, aus der schwermütigen Schönheit und Armut der nahen Rhön kommen jeden Frühling die jungen Mädchen und Burschen nach den Bädern. Aber sie sind nur zur Bcdieimng zugelassen. Die Oberklasse regiert in Kissingen. das Weltbild von gestern spiegelt sich trotz aller technischen Boll- kommenheit in den heilsamen Wassern. Mittelalter ist auch die kleine Notiz, die man in der L o k a l z e i t u n g unter Bayerische Nachrichten findet, ljfs heißt da: „Eine merkwürdige Zumutung Hot, wie uns mitgeteilt wird, ein Kurgast gestellt. Ihm paßte der Choral nicht, mit welchem die Morgenmusik im Kurgarten so stimmungsvoll und feierlich ein- geleilet wind und den dk« anwesenden Herren mit entblößtem Haupte anhören. Den: eigenartigen Herrn muß bedeutet werden, daß er mit seinen religionsfeindlichen, bolschewistischen Ansichten hier nicht am rechten Platze ist und besser täte. Kissingen auf dem schnellsten Wege wieder zu oerlassen. Russische Zustände können und wollen wir hier nicht einführen." Auch Stadt und Bad Brückenau liegen in den Borbergen der Rhön, ans der immer mehr der schwarze Strom der Aus- «anderer nach Amerika anschwillt. Die Dörfer in diesem Gebirge sind armselig, der Winter ist long, der Frühling kurz, die Felder sind vcr st einer t. In Brückenau besuchen wir die Quellen und bewundern das schön« Tal der Sinn, bald fahren wir weiter, das Postauto klettert über die Berg« und fährt dann i m M a i n t a l an den vielen Weinbergen vorüber und macht in Würzburg Station. Dies« Stadt hat ein wachsames Herz, hütet das Alte, liebt das Neue. Walther von der Vogelweide ist hier gestorben, Leonhard Frank ist hier geboren, Tilmann Riemen- schneider, der große, fränkische Bildhauer und Schnitzer, hat hier gearbeitet. Er sah auf der Festung gesangen, weil er sich im Bauerntriege mit den Aufständigen verbrüdert hatte. In einem Wallgraben de? Burg wurden viele Rebellen hingemetzelt. Riemen- schneider wurde begnadigt. Auch damals gab es schon für die Künstler die Narrenfreiheit. Auf dem alten Richtplatz, und das zeigt die Wandlung der Zeit, auf dem alten Richtplatz, auf dem viele Köpfe fielen, ist heute«in großer und schöner Sport- platz eingerichtet worden. Die berühmtesten Weinberge gehören alten Stiftungen, die Bauern der unbcrühmten Hänge haben sich in Genossenschaften organisiert und sind mit Stützpunkte der Arbeiterbewe- g u n g. In Kitzingen. dort ist die Roßhaarmdustrie und der Weinhandel zu Hause, in Kitzingen, dem reizvollen Städtchen, besteigen wir ein Motorschiff und fahren an Sulzfeld und vielen Weinbergen vorbei nach Marttbreit, das einmal ein wichtiger Handelsumfchlage- platz war, bis der deutsche Zollverein die biniiendeutschen Grenzen aushob. Heute verträumt die Stadt ihre kurzen Tag« am schönen Main und wartet auf die Fremden. Auch Ochsensurt zeigt schöne Zinnen und Gassen. Di« neue Zeit gründet sich hier aus der Bcwe- gung der Steinarbeiter. Rothenburg ob der Tauber, das am selben Tag erreicht wird, gründet sich auf den 100 000 Fremden, die jedes Jahr hierherkommen und in den zauberischen Kulissen alter Archi- tektur von der Romantik träumen und dabei übersehen, daß unter jeder Burg ein Kerker liegt und im Schatten reicher Patrizier- Häuser die gejchichtslosen Gossen dunkeln. Rothenburg ging übrigens im Bauernkrieg mit den Ausständigen: das Handelskapital revol- tiert« gegen den Feudalismus. Die Landschaft liegt jenseits vom Mittelalter, jen- seits aller Klassenkämpfe, sie ist heiter und im Mai von makelloser Schönheit. Gegen Rothenburg führen viele kleine Städte großen Krieg, den K r i« g u m di e F r e m d e n. In den Prospck- ten ist jedes alte Tor mit Glorie gekrönt. In Feuchtwongen wi.d ein sehenswertes Heimatmuseum mit alter Bauernkunst gezeigt, man geht an einem alten Kreuzgang neben einer alten Kirche vorbei, die Wand davor ist mit Hakenkreuzen verziert. Und in Dinkels- b ü h l an der Warnitz sehen und hören wir die Marschfront der Braunhemden. Auch in Nördlingen gibt es fast kein« In- dustrie. Hier lebt alles von großer Vergangenheit. Auch die Politik, das Weltbild, führt in die Vergangenheit, in romamifche Spielerei und überhitztes Schwärmen. Diese kleinen Städte, und es gibt viele solcher kleinen Städte da unten, haben meistens nur Museumswert. Der Mensch im 20. Jahrhundert kann und darf nicht ewig im 16. Jahrhundert leben. Ueber Ansbach, der berühmt« Rechts- lehrcr Anselm Feuerbach lebte dort, der berühmte Kaspar Häuser wurde dort ermordet, fahren wir nach Nürnberg. Nürnberg ist der Glanzpunkt der Fahrt, die der Verkehrs- verband Nordbayern vermittelte. Nürnberg, die alte Stadt, ist im Laufe der Geschichte schon viele Male erobert worden. Nürnberg wurde im 19. Jahrhundert durch die Arbeit und durch die Arbeiter erobert und die Iriumphzeichen dieser Eroberung zeigen sich in dem glatten Gürtel der Fabriken, in den vielen neuen Siedlungen und in dem unvergleichlich schönen Stadion. Dys Germanische Museum zeigt die Blüte handwerklicher und Oys bürgerlicher Kultur, die alt« Innenstadt stellt ein Lauwunder neben das andere. In Nürnberg, dem Grenzwall gegen die Reaktion, verbindet sich die alte Zeit mit der Gegenwart und beide ergänzen sich auf das glücklichste. Hier sieht man. wie nie zuvor auf der Reise, die Möglichkeit der Entwicklung nach vorwärts trotz oller geschichtlichen Bindung. Neben früher Gotik kann man auch die Glaskonstruktion von heute sehen, neben dem kühlen Glanz alter Kirchen die lichtumflutet« Weite der Sportanlagen. Dann fahren wir durch die Fränkische Schweiz, die wie die Rhön so arm und so schön ist. Jean Paul hat ihren Ruhm in un- vergänglichen Bildern besungen. Wir hören auch die Erklärungen unseres Führers, der toternst versichert:„Wir verlassen jetzt die Romantik der Fränkischen Schweiz und bewegen uns nun auf der Hochfläche derselben." Von Pegnitz— der Besuch lohnt sich, ein Arbeiter ist dort Bürgermeister— fahren wir nach Bayreuth mit den alten Schlössern und der Heiligsprechung Richard Wagners. Sein Sohn Siegfried besucht manchmal die Konzerte der Arbeiter- s ä n g e r. seine Frau aber ist eine Engländerin und unter- stützt die Hakenkreuzler..Ein Enkel Richard Wagners lebt in Berlin und ist Sozialist! Villa Wahnfried muß man gesehen haben. Hier findet der auf- merksame Fremde eine Greuelsammlung bürgerlichen Kitsches der kaiserlichen Epoche. Ein Besuch der Villa erschließt mit das Ver- ständnis zu Wagner, dem gewaltigen Trommler und Posauncnbläser des Bürgertums, das sich in seiner Musik vollkommen manifestiert. In Bayreuth endet auch diese Reise, über die ein ganzer Roman geschrieben werden könnte, ein Roman, der die Schönheit, die Kul- tur, die Romantik, das Mittelalter und auch die Neuzeit in diesem fränkischen Teile Deutschlands zeigen müßte. Da unten in Fronken stoßen die Dinge hart aufeinander, aber gerade das ergibt ihren Wert und besonderen Reiz. Berthe). fMn 16.05 16.30 17..30 17.55 18.30 18.50 19.00 19.75 19.30 70.45 Nach 16.00 16.50 17.30 17.55 18.20 18.40 19.05 19.50 20.00 Freitag, 16. Mal Berlin. Dr.-Ing. Justus Schmauscr: Neues vom Gußeise«. V J Unterhaltungsmusik. i* Doktor Uebcrall crrShlt. Aktuelle Abteilung. Cell ovo rtrSge.(Enrico Mainardt. Am Flflgd; Arpad StadorJ Das neue Buch. Hans-Erdmann— ▼. Lindcincr-Wildau, M. d. R.: Wandhrafen tm deutschen Parteienwesen? Vom Arbeitsmarkt. � Blasorchesterkonzert. „Musik", Sittengcmälde in rier Bildern von Frank WedeWnd. Regie: Martin Kerb a. G. den Abendmeldungen Abendunterhaltung. K ö n i g s w u s t e r h a o s e n.£7- Kart Janik: Die Schallplatte im Dienste des Unterricht«. Nachmittagskonzert von Leipzig. Der Lufttod. Novelle von Dr. Hermann Rößlcr, vorgetrage« ron Autor, Dr. Plügge: Die Lage der deutschen Filmindustrie. Prof. Tarachand Roy: Indien. Land und Leute, Englisch für Fortgeschrittene. Handelsoberlchrer Raackc: Mechanisierung des Bürobetriebes tmd die Existenz der kaufmännischen Angestellten. Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. Von Köln: Abendmusik. ©OO Potsdamer Strafe 35 W: 5, 7. 9 U. Stgs.: 3, 5, 7, 9 U Eine Sprech- und Tonfilmpossc: Wien, du Stadt der Lteder m. Charlotte Ander, Paul Morgan, Igo Sym, M. Hansen, Slegtr. Arno, Paul Graetz u MaxEhrlia(10 Akte Hfdci Maus im Tiervariete Jugendliche haben Zutritt Rheinstra�c 14 k�-eIcho W ab 5.15 Uhr, Stgs. ab 3.15 Uhr RS*seI einer Nacht mit Harry Plcl (Abenteuer in 10 Akten) Ebeterien mit Lilian Harvey und Harry Halm(6 Akte) Odcon, Potsdamer Str. 75 W. ab 5.15 Uhr, Stgs. ab ilSUhr Pollzeitploniii 77 m EIIcb Rtdilcr (Abenteuer in 7 Akten) Ehe auf Probe(8 Akte) Turmstrafjc 12 W. ab 5.15 Uhr, Stgs ab 3.15 Uhr So tat du Lebe» mit Vera Baranomkafa (Tragödie in 6 Akten) Wenn die Qrohriadt aehlSft mit Lob Cheney (Spannendes Abenteuer in 9 Akten) Alexanderstr. 39-40 (Pastdfe) Den ganzen Tag geöffnet! PoIlzeUpionin 77 m. Ellen RlAfer (Spannendes Abenteuer in 7 Akten) Der Kamof am die Fraa (Filmroman in 6 Akten) Frladrichstaelt 3. 5, Tiglich 5. 7. 9 Uhr Die Kamera Unter den Linden 14 Das Lied vom aliex» Markt Tmkslb Ab Sonntag: Ein Frack, ein Claqne, ein Mddcl Ein Steatskerl ■ Me.bl« j Artushof-Liditspielc Film- and Bühnensdtaa Perleberger Str. 29 und Stendalfer Str Die seltsame Vergangenheit der Thea Carler Die Liebestalle Welt-Kino BseVM Alt-Moabit 99 Frauen an» Abgrnnd m. Elga Brink Die Oebcimniwc des Zirfcn« Jordan W Schlüter-Theater Schlüterstr. 17 W. 6 30. 9 Uhr. Sonnt ab 3 Uhr. Charlys Traum mit Chaplin ElneNaditinYoshiwara m A.Ahci Achtung. Kriminalpolizei mit L. Arna und y. Schlettov �__Wllni«rsdorF__J Atrium Beba-Palul Kaiserallee, Ecke Berliner StraBe Beginn: Täglich 7, 9.15 Uhr Uraufführung; Tonfilm: Der Walzerkönlg mit Ct. Rommer, Hans Stflwe(Regie: Manfred Noa) m»ehflncbTa m ÄlhAmhrA Wchtgs 5. 7. 9 Uhr /A.tnamL>r a Stg� 5i 7i 9 Uhr Schöneberg, Hauptstr. 30 Der gewallige Ufa-Tonfilm: Die letzte Kompagnie mit Conrad Veidl Jugendliche haben Zutritt Titania(üf. s'Ä.erg) Hauptstraße 49 W 6 30, Stgs. 3 Uhr Der erste Farbentonfilm: Cllly, lOOproz Farbe, lOOproz. Ton, lOOproz. Reroe Kronen-Lichtspiele Rheinstr 65 Beg. Woch. 6 30. 9, S. 5U Die Konkurrenz platzt mit Harry Liedtke u. Maria Corda Es flOziert die Nacht mit LII Oagoyer und Hana Stflwe W Stegllt» W Titania-Palast Steglitz. Schloßstr, 5. Ecke Qutsmuthsstr. Beginn der Vorstellung 6-30. 9 Uhr. Sonnt. 4, 6.30, 9 Uhr. Uraufführung Ein lOoproz. Sprech- und Tonfilm Das Rhcinlandmldel M» T» Martendorfer Sonnt 3 U. �"I Lichtspiele lue.-Vorst Chausseestraße 305 W. 7. Stg. ab 5. Einbrach L Bankhaas Rclchcnbach mit Evelyn Holt Oer Salansreller Behncnsdiao Südwesten Film-Palast Kammersäle TcJtower Str. I Die heiligen drei Bronnen mit Lais Trenker Achtang, Doppelginger Filmcck Beginn l'tfA Skalitzcr StraBe, am Görlitzer Bahnhof Rammelplaiz der Liebe mit Milton, Sills, Fairbanks fr, Eine Stande Variete Luisen-Theater sonnY'j u! Reichenberger Str. 34 Der grotze Dlamanicndlcbstahl mit Tom Mix und ein zweiter Grobfilm Bfkhnenschaa Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochtgs 7 u. 9 Uhr, Stgs. 5, 7, 9 Uhr Der große Tonfilme, folg: Heute Nacht eventnell mit Jenny Jngo Gnies Beiprogramm Kasseneröffnung'/s Stunde vorher Sternwarte— Treptow Sonnabend 8, Sonntag 4, 6 und 8 Uhr: Im Lande Amannllahz, Film: Eine Fahrt nach Afghanistan iriilesaie Wochent 6,45, 9 U. tVUKUK sonnt. 5. 7, 9 U. Kottbusser Damm 92 Die große deutsche Tonfilmposser Wien, da Stadl der Lieder Jugendliche haben Zutritt Excelsior SÄ' Kaiser-Friedrich-Straße 191 Der gewaltige Tonfilm: Die leiste Kc mpagnle mit Conrad Vcldi lugendliche haben Zutritt 6 45, 9 U. 5. 7. 9 U Stern» Hermannstrage 49 Wochentags 6.45, 9, Sonntags 5, 7, 9Uhr Tonfilm; Heute Nacht eventuell mit Jenny jngo, 5. Arno ■ Nordosten■ „Elysium" Prenzlauer Allee 56 Film und Bflhne W. 5.15, S 3 15 U. Jagd nach der Million mit Albertini Bühne: Ludwig Manfred Lonunel Jugendliche haben Zutritt O s t• n Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochent 7 U. Sonnt, ab 5 U. Dellkaletzen mit Harry Lledlke in«ein. ersten Sprech- und Tonfilm Tonfilm-Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 W. 6, Freit u. Sbd. 5, Sonnt 3 Uhr Der Sieger aller Sprechtonfilme: Die Nacht gehört uns mit Hans Alhers. Charlotte Ander Concordia-Palast Andreasstraße 64 Die Somme, das Grab der Mflllotien Die kokette Fraa Böhne; Gr Revue: Berlin mag lachen Marga-Lichtspielc Schulstraße 29 Stud. ehem. Helene Willffler mit O. Tsehechowa Es tut sich was In Hollywood mit Gilbert, Talmadge, Fairbanks Bohnenschau Comenius-Liditspiele Memeler Straße 67 W. 6, 8»c, S ab 5 U Ehestreik m Maria Pandler, LIvto PavaneDl Pal und Patacfaon im Raketenauto D Neu-H«Ht«nberg H Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, LOckstraße 70 Ladwlg II. mit W. Dieierle Der Karawanenführer von Oklahoma Bühne: Gastsp.: Fachini o. Gambas, Scala W Friectrtchsflde U Kino Busch AU-Friednchsfelde G. Belpi ograznm Der Hund von BaskervlUe mit Livio Pavanelü 3 Freunde mit W. Boyd � Nladerachönewnlde Elysium Hasselwerdcr StraBe 17 Tonfilm: Die angekrünte Königin mit Corrtne Grlftüh Tonfilmbeiprogramm D&hncnscfaaa Wmli Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 205— 210 Tonfilm: Heute nacht eventnell mit Jenny jngo In der Unterwelt mit Chaplin Lastige* Beiprogramm Norden Alhambra MQIIerstraße 136, Ecke SeestraBe Der gewaltige Tonfilm: Die letzte Kompagnie mit Conrad Veldt Pharus-Licfatspielc MQIIerstraße 142 W. 6*/* U. Stg. Vk U. Die Geheimnisse d. Zirkos Jordan, beide Teile in einer Vorstellung Der Cowboykönig ron Chikago. Noadc's Lichtspiele Brunnenstraße 16 Wtg. ab 6. Stg. ab 4 U. Zcngco gesucht mit Eddie Polo Karriere, Tango der Liebe mit W. Rllla. BOhnenschan Pratcr-Lichispiel-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30, Sonntag« 4 Uhr Rhapsodie der Liebe mit A. Petersen Ramona mit OoL del Rio Vartetfs chau Skala-Lichtspiclc Schönhauser Allee 80 W. 7. 9 U. Stg. 5, 7. 9 U. 100% Tonfilmoperetie: Liebeswalzer mil Harvay, Fr Usch, Alexander Colosseum sA5.Vu.9uw Schönhauser Allee 123 Der gewaluge Tonfilm:• Die letzte Kompagnie mit Conrad Veidi Jugendliche haben Zutritt „Alhambra" Badstraße 5b Evangeline mit Dolores del Rio Die Rache des Schrichs Beiprogramm Groge Böhncnschaa Ballschmicdcr- Lichtsp Badstraße 16 De, gewaltige Tonfilm: Die letzte Kompagnie mit Conrad Veldt Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 Woch. 5. 7. 9, Stg«. 3, S, 7, 9 U. Der gewaltige Tonfilm: Die letzte Kompagnie mit Conrad Veldt Bühnenschau m P.nleow m Palast-Theater s�''" Breite Straße 21 a Die große Farben- Tonfilm-Revue Cllly, 100% Farbe, Ton, Revue T onfUmbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W. 7,«U-, Stg. 8, 7 o. 9 U. Der gewaltige Tonfilm: Die letzte Kompagnie mit Conrad Veldt Jugendliche haben Zutritt W Nlnetnrtetiantfumwi> Film-Palast Blankenburger Straße 4� �6�0. 9 U. Tonfilm: Ich glaob' nie mehr an eine Fron mit Richard Tauber Lustiges Beiprogramm » TflBfll» „Kosmos" FOmbühne Hauptstraße 6 Tonfilm: Das Land ohne Frauen mit Conrad Veldt, Elga Brink Im Tonfilmbeiprogramm u. a: Franz Baumana Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W. 6, 8«-». Stg. 4 _______ tg.4Vc.*,h.8»c Sonnt. 2 Uhr lugendvorstellung Tonfilm; Hai Tang mit Anna May Wong Tönendes Beiprogramm Wiedergahe auf neuester Tobis-Apparatur Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6, 8V> U Stg. 2 U. Jugendvorst. Stg. 4>/c. 6'h ß�c U- Revolle Im Erzlehnngshaus Freiheit In Fessein mit S. Arno > Wnniaattor* U Filmpalast stg. Berliner Straße 59 Stg. 2U. jug.-Vorst. Die Arche Noah Rlniintin. der König der Wildnis Böhncnschaa Jugendlicne habe« Zutritt