Neda ktion und Verlag, Berlin SW 68, Lindenstraße 3 ßS ttl ft Ä Coftfcbtcflonfo: Berlin 37586.— CanRonts: Bank Bei arbeitet. Stnqefidlten ft-rnsprecher: Dönbot» 298—297 Telearmnm.Adr.: Sovaldemokra» Sellin.-WllVU»»MJJ III. v» und Beamten. Wallitr KZ Dt B u Ditr-Del DevosiientaNe Lindenstr.8. Äsntvawvsan der Gozialdemoeraiischen Partei DeuifMands Morgenausgabe Rr. 230 � � 47. Jahrgang «««»««««.«««1«>«». vn»orau» zahlbar 9aitbt)«{iJt9t. ctnf4(it%!i4 HO 7)fg- TSofiheftiaie»«ok t2 Sf8 Poltdeftallgebühr«». «bomiimem 6.— M. pcs Staut, * Sei.Sonsbte* alchetm wochemip» lich zweimal. Sonntage and Stontaae einmal, die Ädendaueaaden fül Beil» »nd w> Sandel mit dem Xitel.Set Ilbend' 3Uuftnert» Beilagen.Boll »nd Zeil' und �lindertieund'. Zerner .Umerhallung und Willen'..Frauen» stimme'..Te-dnil'..Blick w die Büchens ell' und.Jugend-ZZansürts' Sonntag 7S. Mai 19Z0 Groß-Äerlin 15 Pf. Aüswdtts 20 Pf. Dtc c t ti f 9 o 1 1 1 q• Nonpareillezeil« 10 Pfennig. Reklame'«»« 5,— Reich». mort„Kleine Anzeigen� da» lettg«. druckt» Wort 25 Pfennig(zulässig zwei kttgedruckte Worte), fedes weitere Won IL Pfennig. Stellengesuch» da» erst« Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wo«' 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstabe» «ählen für zwei Worte. ArbeitsmarÜ Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeil« 40 Pfennig. Anzeigenannahme imchaupt« Geschäft Lindenstraste 3. wochentäglich «DB 8»/, di» 17 Uhr, Tag der Frauen. Von Aiar/e Juchacz. Als die Genossinnen auf der Internationalen Frauen» konferenz in Kopenhagen 1910 beschlossen hatten, in jedem Jahr und in jedem Lande einen Frauentag abzuhalten. handelte es sich in erster Linie um die Erweckung der Masse der Frauen für die Forderung des Frauenwahlrechts. Die Genossinnen fühlten die Pflicht zur Propaganda, die große Mehrzahl der Frauen war von dem Gedanken noch nicht er» faßt. Mit dem Augenblick, wo proletarische Frauen von der sozialistischen Bewegung ergriffen wurden, war es für sie und für die Desamtpartei selbstverständlich, das Wahlrecht für die Frauen zu fordern und darum zu kämpfen. Wir leben sehr schnell. Wer kann sich heute noch eine Dorstellung machen von der politischen Unfreiheit der da- maligen Zeit? Und doch, wir sahen und sehen heute die Emigranten aus Italien, aus Rußland in den demokratischen Ländern heimatlos herumirren. Sie genießen Gastrecht und Gesinnungsfreundschaft. Aber sie sind nicht zu chause. Ihre Volksgenossen sind mit ihnen politisch geknechtet. Wir sehen z. B. die Arbeiter in Litauen, in Georgien um die politische Demokratie kämpfen. Und schließlich sind wir, die deutsche Arbeiterklasse, selbst bedroht in unserer politischen Freiheit, wenn wir sie nicht als k o st b a r st e s Gut und als werwollstes Mittel des Fortschritts mit ganzer Kraft zu wahren wissen. Die Sozialdemokratische Partei braucht die gesamte Arbeiterklasie. wenn sie chre Macht zur Erhaltung und zum Ausbau der Demokratie entfalten will. Deshalb ist es doppelt zu begrüßten, wenn die Partei in diesem Jahre zum Frauentag chre ganze Kraft aufbieten will. um Frauen für die Sozialdemokratie zu werben. Der Frauen- tag wird überall im Reich vom 18. Mai bis 1. Juni gefeiert werden. Wir ehren damit das Andenken August Bebels. Jugendfrisch und zugleich prophetisch mutet es uns an, wenn wir in seinem vorSOJahren erschienenen Buch heute lesen: „Die reooluHonZre Umgestaltung, die alle Lebens» beziehungen der Menschen von Grund aus ändert und insbesondere auch die Stellung der Frau verändert, vollzieht sich bereite vorunseren Augen. Es ist nur eine Frage der Zei', daß die Gesellschaft diese Umgestaltung in größtem Maßstab in die Hand nimmt und den Umwandlungsprozeß beschleunigt und verallgemeinert und damit all« ohne Ausnahme an seinen zahllosen oielgeftotegen Vorteilen teilnehmen läßt* Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands kann, auch soweit ihre Stellung zur politischen Gleichberechtigung der Frauen in Frage kommt, stolz auf chre Vergangenheit sein. Sie hat sich stets großzügig und selbstverständlich zur politi» scheu Gleichberechtigung derFrauen bekannt und in chrem Handeln die Konsequenzen gezogen. Auf dem Partestag in Halle 1890 sagte Wichelm Lieb- knecht in seinem Bericht zum Parteiprogramm: „Die sozialistisch« Arbesterpartei Deutschlands fordert als Grund» löge des Staates: 1. Allgemeine», gleiche«, dlrekles Wahlrecht und Stimmrech« mit geheimer und obligatorischer Stimmabgabe aller Staatsangehörigen vom 20. Lebensjahre an. für alle Wahlen und Abstimmungen in Staat und Gemeinde. Dies« sozusagen selbstverständliche Forderung hat auch noch heute ihre volle Bedeutung für uns und bedarf keiner Erörterung. Ich habe nur auf eines aufmerksam machen wollen. Es ist in der neuen Zeit wieder die Rotwendigkest betont worden in unserem Programm die Gleichberechtigung der Frauen auszusprechen, und so hat man vorgeschlagen, hier ausdrücklich zu erklären, daß auch die Frauen dos Stimmrecht erhallen sollen. Diese Frage wurde schon aus dem Einigungskongreß(Gotha, 22. bis 27. Mai 1875. Die Red.) behandelt. Damals wurde das Wort„Staatsangehörige'' gewähll, im Gegensaß zu dem im Eisenacher Programm befindlichen Wort „Männer", bloß um ein Wort zu haben, das sowohl Frauen wie Männer umfaßt, also die Gleichberechtigung in sich schließt. Wohlgemerkt: es heißt Staatsangshörige, nicht Männer. Ob sich nun aber nicht doch empfichll, in direkter positiver Form die Gleich- berechtigung der Frauen auszusprechen, das gebe ich den künftigen Revisoren anheim. Notwendig ist es nicht, denn wenn die Sozial. demokratie die Gleichberechtigung aller Menschen will, so versteht sich die Gleichberechtigung der Frau mst dem Mann« einfach von selbst. Für die Sozialdemokratie gibk es überhaupt keine Frauen- frage. Me Frauenfrage ist in der sozialen Frage einfach inbegriffen, sie Ist ein Teil der sozialen Frage, die mst der Umgestaltung der heutigen Gesellschafi». und Produktionsverhältnisse von selbst gelöst wird." Liebknechts Rede war die Vorbereitung für ein neues Parteiprogramm nach dem Fall des Sozialistengesetzes. Auf dem Parteitag in Erfurt 1891 wurde dann der' Programm- punkt für das Wahlrecht wie folgt befchlosien: „Allgemeines, gleiches, direktes Wahl- und Stimmrecht mit geheimer Stimmabgabe aller über 20 llahre allen Reichsaagehörigeu ohne Unterschied de» Geschlechtes für alle Wahlen nnd Abststn- muvgen." Wenn wir heute den Frauentag feiern, dann ge- denken wir neben August Bebel auch an die G e n o s s i n n e n. die uns damals in unserem Kampf geführt haben. Ich nenne nur einige, die nicht mehr unter den Lebenden weilen: Emma Ihrer, die Frau, die klar erkannt hatte, daß die wirtschaftlichen Existenzbedingungen der Frauen im kapita- listischen Zeitalter chre politische Entwicklung bestimmen müssen, L u i s e Z i e tz, die seit 1908 mit chrem großen organi- satorischen Geschick die Frauenbewegung Deutschlands leitete und die schwierigen Debatten der Genossinnen bei den internationalen Frauenzusammenkünften stark beeinflußte, Ottilie Baader, die bis 1908 als Zentraloertrauens» perfon der Genossinnen Deutschlands die Frauenbewegung geführt hatte und die als alte Frau wieder und wieder dank- bar davon sprach, wie ihr Leben durch Kampf und Sozialis- mus eine einzige schöne Erfüllung gewesen sei. Wir machen uns heute kaum noch eine Vorstellung von der Begeisterung, mit der die Genossinnen damals im Kampf um Arbeiter- und Frauenrechte standen. Und doch— Begeisterung ist auch heute noch die Notwendigkeit im Kampf um das Recht. Das Wahlrecht, das wir heute besitzen, um das wir nicht kämpfen müssen, ist unsere Waffe, deren Gebrauch die Frauen besser und besser lernen müssen. Der Sozia- lismus ist das Ziel unserer Arbeit! Was fordern wir am Frauentag? Selbstverständlich ist uns die Solidarität mit unseren Schwestern in allen Ländern, in denen die Frauen noch rechtlos sind. Wir haben den bitteren Kampf um unser Recht noch nicht vergessen und fühlen mit denen, die noch darum kämpfen müssen. Ebenso selbstverständlich soll den Frauen und Müttern der Welt der Kampf um die Erhaltung des Weltfriedens fein. Wir wissen, daß die Kraft für diesen Kampf nur in der klassenbewußten Arbeiterschaft liegt.— Noch sind die Frauen auch in Deutschland rechtloser als die Männer. Darum: Reform des öffentlichen Rechtes dort, wo der Ausgleich notwendig ist. Auch das ist nur mit einer starken Sozialdemokratie zu erreichen. Die Reaktion in Deutschland ist sichtbar und fühlbar er- stärkt. Lebensmittelzölle und Steuern, die bewußte wirt- schaftliche Belastung der Konsumentenorganisationen durch die Regierung Brüning, werden sich im Laufe der Zeit schmerzlich auswirken. Das legt den dadurch empfindlich be- lasteten Frauen die Pflicht auf, sich gegen diese und weitere Schädigungen der Arbeiterklasse zu wehren.— Die S o z i a l» gesetzgebung ist in großer Gefahr. Es wird der ganzen Kraft der Sozialdemokratie bedürfen, um einen empfindlichen Abbau zu verhindern. Die Arbeitslofenverfiche- rang, zum dauernden Kampfobjekt geworden, ist dn Gat nicht genügend finanziert. Die Mittel für die Krisenfürforge sind zu ungenügend, um dem Dedarf zu entsprechen. Für die Invalidenoersicherusg sind im Etat geringere Summen vorgesehen. Und-- hört es. ihr Frauent— der iReichszaschuß für die Reichswochen Hilfe ist im Etat von 32 auf 15 Millionen vermindert. Sozial- hygieniker und-Politiker, von Regierungskreisen lebhaft unterstützt, machen es den Frauen zur moralischen Pflicht, für den genügenden Nachwuchs zu sorgen. Der seit Jahrzehnten wachsende Geburtenrückgang löst Besorgnis aus. Der Anteil der Frauen am Erwerbsleben wächst. Gleicherweise sind sie auch an der bitteren Not der Erwerbslosigkeit betelligt. Dieselbe Regierung, die weltanschauungsgemäß für die För- derung und zahlenmäßige Vermehrung der Familie eintritt, kürzt Etatposten, die allein geeignet sind, die schwierige Situation, in der sich die Familie heute befindet, etwas zu mildern. Das wollen wir der wirtschaftlich herrschenden Gesell- schaft an unserem Frauentag besonders laut zurufen, daß sie esnichtwagenfollen, etwas zu tun, was n i ch t m e h r erträglich ist. Nicht Abbau der Reichswochenhilfe muß die Losung sein. Das ist der kapitalistische Staat den Müttern der Arbeiterklasse schuldig. Er formt die Grundlage der Lebensbedingungen der Arbeiterklasse, ihrer Frauen und Mütter. Die Arbeiter sind es, die sich dauernd mit ganzer Kraft gegen die Verelendungstendenzen der kapitalistischen Wirtschaft wehren müssen. Die Arbeiterklasse und ihre Frauen werden nicht ruhen, bis der Sozialismus erfüllt ist. Die Frau in der Wirtschaft. Von Anna Geyer» Legt man Betrachtungen über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Frauenarbeit die Zahl der 2lrb«itÄräste zugrunde, so ergibt sich, daß etwas mehr als«in Drittel aller Arbeitskräfte weiblichen Geschlechts ist 11,5 Millionen Frauen und 20,5 Millionen Männer wurden bei der letzten Berufszählung im Jahr« 1925 als hauptberuflich erwerbstätig festgestellt. Am bedeutungsvollsten ist die Frauenarbeit in der Land- Wirtschaft. Hier arbeiten fünf Millionen Frauen neben 4,8 Mkl. lioiren Mannern. Man kann also sagen, daß ungefähr die Hälft« aller landwrrtschafllichen Arbert in Deutschland von Frauen geleistet wird. Die mit der Viehzucht verbundenen Arbeiten liegen fast aus- schließlich in den Händen von Frauen. Aber auch in allen anderen Zweigen landwirtschofllicher Arbeit sind Frauen tätig. Don den fünf Millionen weiblichen Arbeitskräften in der Landwirtschaft sind 3,6 Millionen die Frauen und Töchter von Bauern. Diel geringer ist die Zahl der landwirtschaftlichen Lohn- arbeiterrnnen. Sie belief sich 1925 auf rund eine Million. Immerhin gibt es nicht einen einzigen Industriezweig in Deutsch- land, der auch nur annähernd ein« Million weiblich« Arbeitskräfte beschäftigt. Nur im Handel beträgt die Zahl der gesamten weib- liehen Arbeitskräfte ebenfalls eine Million. Alle Büroangestellten, Derkäuferinnen, Arbeiterinnen, alle selbständigen Inhaberinnen von Handelsgeschäften und alle Frauen, di« ihren Männern im Handels- geschäft helfen, ergeben zusammen die gleicht Zahl wie die der landwirtschaftlichen Arbeiterinnen. Ins- gesamt sind in der Landwirtschast ungefähr fünfmal so viel Frauen tätig wie im Handelsgewerb«. In den einzelnen Industriezweigen schwankt der Anteil der Frauen an der Gesamtzahl der Arbeitskräfte zwischen 55,8 und 1,3 vom Hundert der Beschäftigten. Zm Durchschnitt sind von je hundert in Industrie und Handwerk tätigen Personen 22 weiblichen Geschlecht». Es arbeiten in Industrie und Handwerk 2,9 Mllionen weibliche und 10,3 Millionen männliche Arbeitskräfte. Am größten ist die Zahl der weiblichen Arbeitskräfte im De- tleidungsgewerbe. 870 000 Frauen sind mit der Herstel- lung von Kleidungsstücken beschäftigt. In der Textilindustrie ar� beiten 670 00 Frauen. In diesen beiden Industriezweigen ist die Zahl der weiblichen Arbeitskräfte etwas höher als die der mönn- lichen. Im Nahrungs. und Eenußmittelgewerbe sind 420 000 Frauen tätig, das ist noch nicht ganz ein Drittel aller Vsschäfttgten. Annähernd zwei Millionen Frauen sind m diesen drei Gewerbe- zweigen Bekleidungsgewerbe, TsMinSuftrie und Nahrungs- und Genußmittelgewerb« tätig. Das sind ungefähr zwei Drittel aller in der Industrie tätigen Frauen, die in den alten Domänen der Frauenarbett— Herstellung der Kleidung und Nahrung— zum großen Teil als gewerblich« Arbeiterinnen tätig sind. Diese Zahl spiegelt eine Wandlung im Aufbau unserer Mrkfchaft. Arbeiten, die vordem von de» Frauen in der häuslichen Wirtschaft verrichtet wurden, sind heute in die Industrie hinaus verlegt Noch von zwei oder drei Äeneratftmeu war der Umfang häuslicher Arbeit viel größer als heut«. Unsere Großmütter und Urgroß- mütter haben- zum großen Teil noch Brot gebacken, Wurst gemacht, gebuttert, gebraut. Damals war das Hausftauenarbeit Heut« ist es— Männemrbeit. In Bäckereien. Fleischereien, Brauerei«,. Molkereien und in der Butter- und Käsebereiiung arbeiten zusammen 525 000 Männer und 165 000 Frauen! Im Bekleidungsgewerbe und in der Textilindustrie über- wiegt di« Zahl der erwerbstätigen Frauen. Immerhin sind aber auch hier 1% Millionen Männer neben 1% Millionen Frauen tätig. Auch hier hat di« Entwicklung zur Uebernahme von Frauen- arbeit durch männliche Arbeitskräfte geführt. Einen starken Aufschwung nahm die Frauenarbeit in der M e- tallindustrie. 385 000 Frauen arbeiten in der Metallindustrie neben 3 Millionen Männern. 11,1 Prozent aller Beschäftigten sind Frauen. Besonders groß ist der Anteil der Frauen an der Arbeit in der elektrotechnischen Industrie und bei der Herstellung von Mo toll waren. Fast 250 000 Frauen arbeiten hier neben 750 000 mann. lichen Arbeitskräften. In allen anderen Industriezweigen, mit Ausnahme der Papier. induftrie, die 170 000 weibliche Arbeltskräfte beschäftigt, sind we. Niger als hunderttausend Frauen tätig. In Handel und Berkehr arbeiten 1H Millionen Fronen. Das ist fast ein Drittel aller in Handel und Verkehr tätigen Personen. Im Handelsgewerb« allein gibt es rnnd«ine Million weiblich? Ar- bettskräft«. In de« Gastwirtschaften sind 375000 Frauen tätig, im Verkehrswesen 100000 und im BersicheeungSwesen. das vor dem Kriege kaum weibliche Arbeitskräfte beschäftigt«, arbeiten heute 25000 Frauen. Di« volkswirtschaftliche Bedeutung dieser großen Zahl von Ar- bsitskräften in Handsl und Verkehr, der männlichen sowvyl wie der weiblichen, ist freilich recht problematisch. 1852 waren in der P r o- duktion(Landwirtschast. Industrie und Handwerk) 13 Millionen Arbeitsträft« tätig,-und in Handel und Verkehr 1,5 Millionen. 1925 war die Zahl der in der Produktion tätigen Personen auf 23 Millionen angestiegen. Sie hatte also um 77. Prozent zugcnom- m«n. Die Zahl der In Handel und Gewerbe tätigen Personen stieg aber in der gleichen Zeit von auf 5)4 Millionen, oder um 350 Prozent.- Diese Zahlen spiegeln die gewaltige Verlängerung de» Wege» vom Erzeuger zum Verbraucher. der den Preis der Waren schwer belasten muß. Inwieweit die R a- tionallsierung auf die Entwicklung der Frauenerwerbsarbcit eingewirkt hat, läßt sich sehr schwer fMtcllen. Jedenfalls IM d«r oft behauptete Zusammenhang: Betriebsrationalisierung gleich Er- setzung der männlichen Qualitätsarbeiter durch weibliche Masäpien- arbeiterinnen, Nachprüfungen, soweit solche möglich sind, durchaus nicht stand. In den für die Frauenerwerbsarbeit wichtigsten Indu- striezweigen hat sich das Verhältnis zwischen der Zahl der mann- licheii und weiblichen Arbeitskräfte kaum geändert. Dort, wo die weiblichen Arbeitsträste besonders' stark zugenommen haben, wie in der Feinmechanik und Optik, hat auch die Zahl der männlichen Arbeitskräfte«inen besonders starken Aufschwung genommen. In der Glühlampen- und in der Radioindüstri«, die besonders viel Frauen beschäftigen, führt jede Arbeitskräfte sparende Betriebsver- besserung zur Entlassung weiblicher Arbeitslräfte. Ein viel zu wenig beachtete» Problem ist die vollswirtschasl- liehe Bedeutung der M ind« rb ezah'l un g der Frauen- arbeit. Dom sozialistischen Standpunkt aus erstrebenswert ist ein möglichst hohes Lohnniveau der gesamten Arbeiterschaft, und besonders ein nicht zu tiefes Absinken der unteren Lohngrenze. Wenn neben den 7,8 Millionen Lohnarbeitern in der deutschen Industrie rund 2 Millionen Lohnarbeiteriimen stehen, d!« im Durch- schnitt 60 bis höchstens 70 Prozent des Männerlohnes«halten. so bedeutet das eine starke Gefährdung des Lohnniveaus der Ar- beiterfchaft: Neben dem Druck durch das Heer der 3 Millionen Arbeitslosen, di« großettteils auch zu geringerem Lohn Arbeit annehmen würden, steht der Druck der 2 Millionen Lohnarbeiterin mm. die traditionell wesentlich schlechter bezahlt werden als ihr« mann. lichen Kollegen. Wenn schon in der Arbeiterbewegung zur Frag« der Entlohnung der Frauenarbett die sehr richtige Theorie aufgestellt wird: �Gleicher Lohn für gleiche Leistung dann sollte die Praxis wenigstens so aussehen, daß bei allen L oh n v«r handl u ng e n cnerzisch nach Verringerung der Spanne zwischen Männer- und Frauen- lohn gestrebt wird. Die Annäherung des Frauenlohnes an die Lohnhöhe der männlichen Ari-ettÄkräfte.liegt im Interesse der erwerbstätigen Frauen wie der Männer, und sie liegt auch im In» terefs« der deutschen Boikswirtsckzaftt Legt man Betrachtungen über die volkswirtschaftliche Bsdeu- tung der Frauenerwerb sarbett nicht einfach die Zahl der Arbeits- träft« zugrunde, sondern berücksichtigt auch die Art der von Frauen geleisteten Arbeit, so läßt sich konstatieren, daß es. abgeschert vom Baugewerbe und vom Bergbau, kaum Wirtschaftszweige gibt, m denen die Frauenarbett nicht ein« wesentliche Roll« spielt. Bon den einfachsten Reinigungsarbeiten bis zu den höchsten Swfen wissenschaftlicher, künstlerischer und verwaltender Tätigkeit reicht das Arbeitsgebiet der Frauen. Freilich ist die Zahl der Frauen, die an besonders hervorragenden Stellen tätig sind, noch so gering, daß man hier von einer volkmvirtschastlichen Bedeutung weniger sprechen kann, als von einem Symbol beginnender Gleich» berechtigung der Frauen in den höheren Berufen Berücksichtigt man neben der Erwersarbeft der Frauen noch die. zum Tett volkswirtschaftlich außerordentlich wichtig« Haus- und Erziehungsarbeit, die von vielen Millionen Frauen geleistet wird, so kann man sogen: Unser« deutsch« Bolkswirtfchaft beruht in ebenso starkem Maß« auf der Arbeit und Tüchtigkeit der Frauen wie der Männer. Den deutschen Frauen ist durch ihre Gleichberechtigung in der Politik«in starkes Machtmittel in die Hand gegeben. Nutzen sie in Zukunft ihre politische Macht stärker aus zur Besse- rung ihrer Stellung im Wirtschaftsleben, so leisten sie sich selbst, der deutschen Arbeiterbewegung und der gesamten deutschen Bolls- wfttfchast einen großen Dienst. krauen heraus! Von Clara Bohm-Schuch. Am Beginn der Reihe unserer internationalen Frauentage gatt e» in erster Linit der Eroberung des Frauenstimm- und-Wahlrechts. Wir wollten die Mitverantwortung an Staat und Gesetzgebung: unseren Anteil an Recht und Pflicht des Volkes wie di« Männer. Aber wir wollten noch mehr. Der M e n f ch sollte über allen toten Besitz triumphieren. Die Mutterschaft sollte als Leistung am Bolksganzen gewertet, das Leben des Kindes unter den besonderen fürsorgenden Schutz der Gesetzgebung gestellt werden. Die Heranwachsenden sollten nicht mehr zugrunde gehen dürfen an der gemeinen Not wirtschaftlicher Lebensverhältnisse, in die sie der Zufall hineingeboren. Gesunde, frohe Müller, blühende Jugend, glückliche Menschen sollten das Ziel einer vernünftigen Wirtschafte und Staatspolitik sein, an der wir Frauen aktiv mit- arbeiten wollten. - Rechtlose waren nur alle in unseren Heimatstaaten; i» Deutsch- land wie in Frankreich, in Rußland wie in England. M>er die innere Verbundenheit sozialistischen Denkens und Strebens konnte '-Äi» niemand nehmen. In Deutschland wurde unser Frauentag von ISll bis 1914 die maeÄoollste Kundgebung für die Gleichberechtigung lm Staat: «in glühende» Bekenntnis zum Sozialismus und zur Völkerverständigung. Die preußisch« Polizei konnte unsere Deranstallungen behütend bewachen, aber sie konnte uns nicht hindern, unter den roten l�ahnen zu marschieren. Noch viel schwerer war es als heut«, .. Hemmungen, die Unterdrückimg und Gewohnheit aufgerichtet, in -den Frauen zu überwinden. Trotzdem strömten in jedem Jahr Trusends. Zehntausend« neu zu uns: der Glaube an den Steg unserer Idee und unseres Willens riß sie mit. Das war, alz wenn heut« die Jugend marschiert. Manchem Bürger, der hinter den Fenstergardinen neugierig stand, mag eine Ahnung von unfaßbaren Umwälzungen gekommen fein. Und dann kam der Krieg. Wißt ihr noch, was da, heißt? Wißt ihr noch, was es für eine Sozialssttn hieß? Möge nie wieder ein Geschlecht erleben, daß«in hoher Glaube so jammervoll zerbricht. Bergeßt nie die furchtbaren Jahr« von 1914 bis 1918. Dcrgeßt nie das Leid, die Not, die Arbett, den Hunger, die Kalle und— eure Rechtlosigkeit trotz allem. Lehrt eure Kinder Leben und Menschen so lieben, daß sie den Krieg verfluchen. Helft arbetten, daß diese verbrecherische Einrichtung: Krieg, aus dem BÄkerleben verschwindet. Jetzt können wir daran arbetten. Sett die Revolution uns in Deutschland zu freien Staatsbürgerinnen gemacht hat. tragen wir . osie die Aerantwormng, die wir«inst gewollt und gefordert haben. Zwölf Jahre arbeiten wir Frauen nun mtt an der Gesetzgebung. als Wählerinnen und als Abgeordnet«. Unsere erste internationale Forderung ist und muß sein: Sichert den Frieden! Völkerbund. Sicherungsverträge, Kriegsächtung, Abrüstung, Schiedsgerichtsbarkeit, internationale Arbeitsschutz- und Arbeits- rcchtsregelungen. Wirtschaftsabkommen, Handelsverträge kennzeichnen den Weg. der gegangen werden muß. Noch ist es weit zum Ziel, ober eine groß« Wegstreck« ist in den zwölf Jahren zurückgelegt. Und der unbeirrbaren Berständigungspoltttk der Sozialdemokraten nach dem Kriege ist«s zu danken, daß die ersten und schwersten Schritte getan wurden. Nun ist es in erster Linie an un» Frauen, daß nicht neue Hindernisse den Weg versperren können. In Rußland, Polen, Litauen, Italien, Serbien herrscht die Diktatur de» Bolschewismus und Faschismus. Beide Methoden sind Todfeinde freiheitlicher und • friedlicher Entwicklung. Und beide haben ihre Jünger auch in Deutschland. Die Polttit der Bürgerblockregierung Brüning hat Kurs auf den Faschismus genommen. Vermehrung der Anforde- rungen für Heer und Mann«: Verminderung der Ausgaden für soziale und kulturelle Zwecke ist di« Parole. Dazu erhöht« Zölle und Berbrauchsabgaben, di« die Lebenshaltung der breiten Massen oerteu-rn, um der Grnß»-7.ndwirtschaft bessere Preis« und hlche Vetriebszuschusse geben zu können. Anstatt entscheidend« Schritte zu unternehmen, um die Arbettslosigkett zu vermindern, sucht diese Regierung nur nach Möglichkeiten, den Arbeitslosen ihr« karg« Unterstützung noch zu kürzen. 4L Millionen Arbeitslofenunterstützte sind gegenwärtig in Deutschland vorhanden. Nach den Ausführungen des Reichsarbeitsministers Dr. Stegerwald könnten 500 000 bis 600 000 Menschen auf dem Baumarkt beschäftigt werden, wenn die Mittel in der Höh« des vorigen Jahres beschafft würden. Zlnstatt all« Versuch« zu machen, die fehlenden 2 Milliarden für die deutsche Bauwirtschaft aufzunehmen, werden den Städten die Auslands- anleihsn für diesen Zweck gesperrt. Die Wirtschastspartei(auch gegenwärtige Regierungspartei) oerlangt di« Aufhebung des Mieter- schütze», um— trotz der Wohnungsnot— hie so schwere soziale und kulturelle Gefahren birgt— die Altmieten erhöhen zu können. Anstatt um die Geburt und Aufzucht gesunder Kinder besorgt zu sein, werden die Reichsmittel für die Wöchnerinnenfürsorge um viele Millionen herabgesetzt. Und weil die Sozialdemo kralle eine solche Politik nicht mitmachen wollte, wurde sie aus der Regierung gedrängt.. Um fo entschiedener müssen die Frauen sich zusammenfinden zum Kampf gegen die soziale Reaktion. Unsere Partei hat in diesen zwölf Jahren durch Taten bewiesen, daß sie den Menschen und sein Wohlergehen in den Mittelpunkt von Polttrk und Gesetzgebung stellen will. Um des lebendigen Menschen willen sollen die toten Dinge da sein und nicht umgekehrt. Hiervon ausgehend, haben wir in der Deutschen Republik«ine Schwangeren-, Mütter-, Säuglings- und Kindersürsorge geschaffen, durch deren Auswirkung die Säuglingssterblichkeit von 15'/, Prozent in dem reichen kaiserlichen Deutschland de» Jahres 1913 auf rund 10 Prozent in der verarmten Republik von 1927 herunterging und die Sterblichkett der Kleinkinder sogar um die Hälfte. Nur ein« vernünftige Sozialpolitik ist gesunde Bevölterungspolttik. Soll ich noch erinnern an den Ausbau der vorbeugenden Heilsürsorge, an die Kinder- und Iugenderhowngsfürforge, an die Jugendherbergen und Jugendheime, um zu beweisen, wieoiel wir Frauen für un» und di« heranlvachsende Generation zu verlieren haben? Da» Leben ist für Millionen unsagbar schwer, aber es wird nicht leichter, wenn wir die errungenen Vorteile auch noch hergeben müssen. Darum sollten alle Frauen tzi den Reihen der Sozial- demokraten kämpfen um die Verbesserung der Lebensbedingungen, gegen Rot und Arbeitslostgtett. für die Erhallung der Sozial- Versicherung und des Rechtsanspruchs auf helfende Fürsorge. ' Stärker als vor 20 Iahren sind wir heute zum Kampf ver- pflichtet. Rechtlos« waren wir. Mitverantwortlich« sind wir heut«. Bekennt euch stolz zu Recht und Pflicht. Werbt für unsere Partei. Demonstriert alle mtt unseren Schwestern der ganzen Well gegen Faschismus und Reaktion, für Frieden und Fortschritt: für eine Gesetzgebung, die der Wohlfahrt und dem Schutz aller Menschen gilt! Die nene krau. vi« Fra« der neuen Gesellschaft ist sozial»nd Skona- mssch vollkommen unabhängig, sie ist keinem Schein von Herrschast und Ausbeutung mehr unterworfen, sie steht dem Wanne als Freie. Gleiche gegenüber und ist Herrin ihrer Geschicke. Zhre Erziehung ist der de» Wanne» gleich, mtt Ausnahme der Abwelckmngrn. welche die verschiedenheil de, Geschlechts und ihre geschlechtlichen' Funktionen bedingen: unier nakurgemäßcn Lebensbedingungen lebend, kann sie ihre physischen und geistigen SrSske und Fähigkellen nach vedürfnös entwickeln und betäflgen: sie wählt für ihre TSligkc't diejenigen Gebiete, dl« ihren Wünschen. Neigungen und Anlagen ent- sprechen und ist unter den gleichen Bedingungen wie der Wann lSllg. August Bebel: Frau und der Sozialismus.� Arbeit In der Wohlfahrt. Von Hedwig Wachenheim. Die sehr?*e Wohlfahrtspflege Frauenarbeit ist. geht aas der Statistik der preußischen Jugendämter hervor. Zwar sind von den leitenden Beamten 687 Männer und nur 17 Frauen. unter den Beamten insgesamt schon 2105 und 980 Frauen, darunter aber sozialpflegerisches Perfanal 424 Männer und 854 Frauen, Angestellte im ganzen 1680 Männer. 2455 Frauen, darunter pflegerisches Personal 215 Männer und 1667 Frauen. In den Wohlfahrtsämtern sieht es nicht anders aus. In wenigen Zweigen der öffentlichen Bar- waltung werden verhältnismäßig so viel Frauen beschäftigt. Der Beruf der Wohlfahrtspflege entstand in der Zeit, da jung« Mädchen aus dem Bürgertum in die Ersatzarbest drängten. Di« Arbeit ent- sprach auch dem besonderen Wirkungskreis der Frau, da sie Haupt- sächlich pflegerifche und pädagogische Aufgaben stellt. Die Rege- lung der Berufsausbildung erfolgte erst nach der Revolution und entspricht darum mehr als manch« später er- folgte deren Ideell. So ist der Wohlfahrtspflegeberuf einer der nxnigen. der Volksschülern offensteht. Wie es möglich geworden ist. daß diese trotz aller finanziellen Schwierigkeiten auch m ihn eindringen, wird später noch gezeigt. Die Berufsarbeit allein kann die Wohlfahrtspflege nicht tragen. Ehrenamtliche Mitwirkung ist erforderlich. Gewiß kön- nen dagegen Bedenken vom Standpunkt des Arbeits Marktes für Fürsorger und Fürsorgerinnen geltend gemacht werden. Aber bei der heutigen Fiimnzläge ist die Wohlfahrtsaufgab« nicht anders zu lösen. Darüber hinaus hat die ehrenamtliche Arbeit in der Wohl-" tahrtspflege ihren besonderen Sinn. Sie ist eine unmiiielbare Milarbeii der Laien an den Aufgaben de» Staats- wefens. Die ehrenamtliche Mitarbeit in der Wohlfahrtspflege, ob als Helfer in der Amtsvormundschaft, im"Pflegekinderwesen, der Schutzauf- ficht über Minderjährige, Trinker, oder in der sozialen Gerichtshilf«, ob in der Unterstützungsfürsorg«. ob bei Ermittlungen, Pfleg- schaften, ob in.der Jugendpflege oder in Anstalten, sie ist Dienst in der öffentlichen, politischen Körperschaft. Das gilt selbst für die freie Wohlfahrtspflege, dos heißt die wohlfahrtspflegerische V e r- einsarbeit, beim diese Bereine stehen nach unserer Gesetzgebung der öffentlichen Fürsorge in Hilfstellung. Auch die e h r e n a m t- l i ch e Wohlfahrtsarbeit wird überwiegend von Frauen geleistet. Gewiß ist auch hier vielfach noch wie in der Berufs- arbeit der Mann in den lebenden Stellungen als Vorsttzender von Wohlfahrtskoinnüssionen, aber für die Außenarbeit. die Arbeit am Menschen, stellen die Frauen die Mehrheit. Die ehrenamt- lich« Arbeit in der Wohlfahrtspflege ist aufgebaut auf der natür- lichen und überlieferten Grundlage der Frauenarbeit, dem Pflegen und Erziehen. Auch kann, die nicht erwerbstätig« Frau ihre Zeit. vzonn die Familie nicht zu große Ansprüche stellt, eher nach den Erfordernissen solchen Ehrenamtes einteilen..Aber darüber hinaus muß erkannt werden, daß die Frau die ihr auf anderen Gebieten der öffentlichen Arbeit fehlende Initiativ« längst durch diese Leistung wettgemacht hat..........,, Die Wohlfahrtspflege ist nicht allein Pflegen und Erziehen. Sie- ist politische Arbeih Neben-den— wirtschaftlichen Sorgen des- ergenen�Lebsrs lernen die Frauen hier alle und die schlimmsten" 'Arten menschlichen Lebens kennen. Sie müssen st« bei richtiger A». leitung sofort, aber auch sonst allmählich als Folge unserer Gesellschaftsordnung erkennen. Nach einiger Zeit der Praxis erfahren st«, welch« Hilfsmittel in Deutschland heute zur Bekämpfung der Not zur Verfügung stehen. Si« lernen. wie eng begrenzt die Hiffsmögllchkeil de, Mitleid» ist und wi« gering die Mildtätigkeit der Reichem Was leisten dem- gegenüber Gesetzgeber uiü» öffentliche Verwaltung: Sozialoerstcho- rung für Invalide und Alle und deren Witwen und Waisen, für Kranke, Unfallgeschädigte. Arbeitslos«, Wöchnerinnen und, wo sie nicht genügt, well über den Rechtsanspruch und dessen Erfüllung hmaus Betreuung notwendig ist, die öffentliche Fürsorge! Wer an der Fürsorge mitarbeitet, lernt Arbeitsamt und Kam- munalverwaltung kennen, schätzen, aber auch ihre Mängel tritisteren. Wie viele Probleme tauchen darüber hinaus auf! Nur einige feien genannt: die Fragen des Familien, und Eltern- rechts, Abgrenzung des Elternrechts gegen das öffentliche Recht, modern« Pädagogik. Dieses Sehen. Erfahren und Erlebe« gesellschaftlicher Probleme und öffentlicher Hilfe kann bei richtiger An» leitung ausgezeichnete politische Schulung bedeute». Di« Durchführung der Wohlfahrtspflege ist Arbeit f ü r d a s Proletariat. In vielen Großstädten sind jetzt schon ein D Ittel soviel Arbeitslose beim Wohlfahrtsamt wie bei der Arbeitslosen- Versicherung. Und die anderen Schützlinge des Wohlfahrtsamtes sind Proletarier, die wegen köreprlicher. geisttger»der psychischer Ge- brechen nicht arbeitsfähig sind oder deren Kinder körperlich, geistig oder seelffch trank sind. Wo es sich um Menschen aus anderen Klaffen handelt, wie bei den Kleinrentnern, sind- es Prolerarier, die es nicht wahr haben wollen, daß si« es geworden sind. So wie dl« Arbeiterbewegung zum Beispiel für ausreichende Arbeitslosenunterstützung kämpft, so muß sie also auch für die öffent- lich« Fürsorge eintreten. Sie muh sich einsetzen für eine Fürsorge, d,e der H i lf s b edü rft ig keit v orb eu gt, die«ingetretene Hüfsbedürftlgkest beseitigt und. wo das nicht möglich ist, die Hilfs- bedürftigen versorgt. Eine alle.Hilfsbedürftigen umfastende syst«- matische Fürsorge muß das Ziel fein. InderöffentlichenEr- ziehung, die die ellerliche ersetzen soll, muß mehr als bisher der Tatsache Rechnung getragen werden, daß Arbeiterkinder zu' erziehen sind, die später inderArbeiterschaftleben müssen und nur durch deren Ideen gesund und lebensfähig sind. Die Sozialdemokratische Partei hat zur Bearbeitung der Fragen der Wohlfahrtspflege die Arbeiterwohlfahrt gegründet, die jetzt auf zehn Lebensjahre zurüikblükt. Die Arbeiterwohlfahrt will vie sozialdemokratischen Ideen auf dem Gebiet der Wohlfahrtspflege durchsetzen.". Frauen sind«s gewesen, die die Arbeiterwohlfahrt gegründet haben und die Mehrheft derer, die die Aufgaben der Arbeiterwohlfahrt im ganzen Rerch heut« erfüllen, sind Frauen! Frauen. denen die politische Aufklärung von Mund zu Mund nicht liegt. haben mft ihr«ine Arbeft gefunden, bei der sie zupacken können. Für viele gewinnt, was die Polftik will, hier Leben und Wahr- heit. Sie wisten. ob sie für die Arbciicrwohlfahrt als Helfer der kommunalen Fürsorge oder ln deren eigenen Einrichtung«» oder Anstalten arbeiten, daß sie im polftifchen Dienst stehen, und für Arbeiterbewegung und Sozialdemokratie zu kämpfen haben. Die Arbeiterwohlfahrt wirkt fett fe dafür, daß auch Berufs- «beiter der Wohlfahrtspflege dem Proletariat entnommen werden, dannt der Hilfsbedüritige bei ihm verwandtes Blut spür»,«e hilft dazu mft Geldmitteln der Arbeiterschaft, mft ein« eigenen Lehranstalt, und durch Kampf für staatliche Bedingungen, dt« dem Dollsschüler die Lerufsschulmrg ermöglichen.. Die Mitarbefter dar Arbefterwohlfahrt wisten, daß ihre Arbeft nur eine» Teil der Nöte de» Arbeiter he eres des Kapitalismus lindern, aber dos Elend selbst nicht beseitigen kann. Sie wisten, das kann nur der Sozialismus. Sie sind sich klar darüber, daß ihre Arbell am Einzelmenschen Überhaupt nur möglich ist, wenn die Sozialdemokratie durch ihren Kampf für bester« Sozial-, Wirt- fchofis- und Finanzpolllik die allgemeine Lage der Arbeiterschaft ver- bessern kann. Wir fragen all«, die in der Fürsorgearbeft stehen: glaubt ihr an ein Ende der Not der Gegenwart durch eure Unterstützung und Betreuung der Hilfsbedürftigen? Seid ihr euch nicht längst dar- über klar, daß wirtschaftlicher und pÄitischer Kampf um höheren Lohn, billige Lebensmittel und Industrieprodukte, Sicherung der Sozialversicherung Doranssetzung jeder Besserung der Lage eurer Schützlinge ist? Erlebt ihr nicht täglich Yen H a ß w« i t e r K r« i s e des Bürgertums gegen jede Hilfe für die Arbeiterschaft über- Haupt? Solltet ihr nicht auf der Seite der Arbeiterschaft politisch kämpfen, um eurer Arbeit erst die Grundlage zu geben? Und ihr Frauen des Proletariats, die ihr zur Arbeiterbewegung halten wollt, aber nicht recht wißt, was sie will und wie sie ihr Ziel verfolgt: Wenn euch Zeitung und Vorträge nicht alles klar genug sagen, vor sucht euch ln der Arbeiterwohlahrt! Da werdet ihr lernen, was politisch« Arbeit für den einzelnen Menschen bedeuten kann, was ein Gesetz, was die Gemeinde ist, was euer Stimmzettel am Wahltag bedeutet, daß die Arbeiterbewegung euch braucht! Enffchließt euch in dieser Woche, da wir die Frauen sammeln und aufrufen, euch zur Arbeiterbewegung zu bekennen und sozial- demokratische Kämpferinnen zu werden!. In der Gewerkschaft. Von Gertrud Hanna. Rund 850 000 Frauen und Mädchen gehören berefts fett einer Reihe von Jahren den freien Gewerkschaften in Deutsch. land an. Der International« Gewerkschaftsbund zählt rund 1 850 000 »«blich« Mftglieder. Sie waren nicht leicht zu gewinnen.„Die Frau gehört ins Haus, jede andere Betätigung widerspricht der natürlichen Veranlagung der Frau*, so hieß es, wenn versucht wurde, sie für Anteilnahme an den Bestrebungen der Arbeiterbewegung zu interessieren, unter Hinweis auf ihr« Stellung im Erwerbsleben und auf die Bedingungen, unter denen sie arbeiten und leben wußten. Nur langsam konnte sich die Einsicht Bahn brechen, daß über ihr« Betätigung im Leben nicht ihr freier Will«, sondern wirtschafte lich« Notwendigkeiten cnffcheiden, und daß immer mehr Frauen gezwungen rverdtzn,. Erwerbsarbeft zu»errichten, ohne. Rück-. sicht dar«ff-,-ob fie- außerdem noch-Hausfrauen.-«tb Mutterpflichten zu«füllen haben.---.................----------■ Ein erheblicher Teil der itfi Erwerbsleben stehenden Frauen hat dies heute begriffen, und fi« haben die Ämtsequenzen daraus g«. zogen. Diele, leider nur allzu viel«, stehen aber noch außerhalb dieser Bewegung. Diele davon haben die Bedeutung und den Bor» tell des organisierten Zusammenschlusses noch nicht begriffen. Biel« glauben, es kommt auf sie nicht an. Andere wieder denken. sie bleiben nur kurz« Zeit im Erwerbsleben, und e» lohn« sich -deshalb für sie der Beitritt zur Arbefterbewegung nicht.- An all« diese wenden wir uns heut« wieder. Deutlicher als je zeigt die Gegenwart, daß die Arbefterjchast auf sich allein an. gewiesen ist in dem Streben nach menschenwürdigen Existenzbedin- gungen, und daß stank« Kräfte am Werke sind, der organisierten Arbeiterschaft wieder zu nehmen, was an Sicherungen und Existenz» bedmgungen auf wirtschafllichem und auf polftischem- Gebiete e» reicht morden ist. Laufendes Band. Aufpasser» und Antreibersystem und niedrig, Atkordpreise sorgen dafür, daß die Arbeftec an Arbettrleiswng und Kraft hergeben, was sie können. Immer mehr Menschen werden durch die Tecknisierung und Rationalisierung im Arbefteprozeß arbeitslos. Trotzdem rufen die Unternehmer und die mft ihnen sympathisierenden Volksschichten unausgesetzt nach Abbau der ftaofc. lichen Arbeitslosenunterstützung. Sie begründen ihre Absicht mft der Behauptung, die Wirtschaft könne die hohen Lasten der Sozial» Versicherung nicht tragen. In WirNichkeft geht es aber um die Be» seftigung des größten Schutzmiftels gegen die Ausnutzung der Wirt» schaftskrise als Mittel zu Lohnkürzungen und Arbeitszeitverlänge» rungen. Aus diesem Grunde geht der Kamps des organisierten Unternehmertums auch auf die Beseitigung des staatlichen Schlichtungswesens und auf Abbau der übrigen sozialpolitischen Ein» richttmgen. Würde die Absicht der Unternehmer Wirklichkeit, dann wäre die auf Erwerbsarbeft angewiesene weibliche Bevölkerung der am schwersten betroffene Teil. Schon jetzt stehen die Frauen löhne im Durchschnitt weit hinter dem Wert der Arbeft der Frauen und hinter dem zurück, was für die Existenz eines Menschen gebraucht wird. Ein Abbau würde in noch höherem Maße zu Verzicht auf ausreichende Ernährung führen und dazu, die Freizeit anstatt zur Erholung zur Selbstanfertigung und Instandhaltung der Kleidung ausnützen zu müssen, als dies heute schon der Fall ist. Nicht Abbau der Löhne, sondern ihre Verbesserung, und nicht Abbau der sozialen Einrichtungen, sondern ihr Ausbau sind notwendig, soll die Arbeiterschaft und sollen insbesondere die Arbeiterinnen im Kamps ums Dasein nicht unterliegen. 850 000 Frauen und Mädchen gehören den freien Gewerkschaften an.. Millionen stehen ihnen noch fern. Sie gilt«s zu gewinnen. Es gill ferner, die gewerkschaftlich organisierten Arbeiterinnen auch zu gewinnen für die politisch« Organisation. Auch die Machtposition der Sozialdemokratischen Partei mutz gestärkt werden, wenn die Absichten der wirtschaftlichen und politischen Gegner der Arbefter» schaft zunichte gemacht werden sollen. Es verdient aber in Erinnerung gebracht zu werden, daß gesetz« ßch gewährleistete Unterstützung der Opfer der Wirtschaft aus Staats- Mitteln überhaupt erst sozialdemokratischem Einfluß zu danken ist. Das gleiche ist zu sagen von dem Achtstundentag und von dem besonderen Arbeiterinnens.chutz. Der Achtstundentag ist durch ein« Verordnung der sozialdemo- krattschen Volksbeauftragten im November 1918 eingeführt worden. Vi» dahin bestand für männliche Arbeiter überhaupt keine gesetzlich« Beschränkung des Arbeitstages, und für weibliche galt der Zehn- stundentag, der noch erheblich überschritten werden kannte. Die Unterstützung der Frauen 6 Wochen vor der Niederkunft ist auch erst eine Folge des sozialdemokratischen Einflusses. Das gleich« ist zu sagen von dem gesetzlichen Lohnschutz fürHeim» arbeiterinnen, um den von den Sozialdemokraten seit 1868 ■gekämpft worden ist. Di« Geschichte des Arbefterschutzes, aas der hier nur einig« Beispiel« erwähnt sind, zeigt, daß Jahrzehnt« hindurch nur die So» zUldeipok.iaüichs Tin i lli htt FOBHMliff tlT Ihrmr Kamps«ns-Dasein Hiff«-gewähtt--hei—---------................ Deshalb müssen �«.gewerkschastlich-orgauisierten.Arbefterinnen auch für den Ausbau des Einflusses dieser Organisation der Arbeiter» schaft«intreten. Die kommenden Wochen geben Gelegenheft dazu. Große Lolksbewegungen lassen sich nicht schaffen, wen» die Vor» ausfetzut�en dafür nicht gegeben sind. Für die gewerkschaftlich« und polftische Organifatton dar Arbefterinnen als Volksbewegung?t die Voraussetzung da. Es gill setzt, die Gelegenheit, die durch die Frauen. werbewochen gegeben ist, auszunutzen, um der Arbefterbewegung Kämpferinnen zuzuführen, die mfthelfen können, die Aufgaben der Arbeiterbewegung zu erfüllen Kolgen der Rassenkunde in Thüringen. nachdem Arftk an der LandesunwerfilSi elaen Lehrstuhl für Rassenkunde geschaffen hat. gelingt e» dem Dozenlen, einen geradezu vorbildlichen Vertreter der nordischen Edelrasse vorzuführen. RNntster 5rW zögert nicht, den von der Wissen- schaff für absolut rasserein Erklärten ln den thüringischen Polizeldieast zu übernehmen. Arlck beendigt den Reglerungskoufllkt. indem er seinen neuen Schützling zum Volizei- dlrektor ernennt. Aber leider stellt sich alsbald heraus, dah dle Re- sultate der neuen Rasseforschung doch noch alchl g«mz einwandfrei, und zuverlässig Pud! Gewerkschasten und Osthilfe. Förderung der Gesamiwirtschast, nicht bloße Subventionspolitit. Schneldewühl, 17 Mai.(Mgenbericht.) Eine am Sonnabend in Schneidemühl stallgefundene Konferenz der vier Ostbezirk« des Allgemeinen Deutschen Sewerkschaftsbundes(Schlesien, Pommern, Ostpreußen und Srandenburg-Grenzmark) befchäftigte sich eingehend mit der Frage der Hilfsaktion für den deutschen Osten. Bezirksleiter Dollmerhaus betonte in seiner Einführungsansprach« das groß« In. tereffr der Arbeiterschaft an einer befriedigenden Lösung des Ost- Problems. Der Allgemeine Deutsche OeWerkschaftsbund zählt in vier Ostprovinzen rund 1,5 Millionen Mitglieder, deren Wohl und Wehe von der Ueberwindung der Ostkrise abhängt. Im Rahmen der kommeirden Aktion müßte ganze Arbeit, Arbeit für die Gesamtwirtschaft geleistet werden. Rur so sei die Inan- fpruchnahme öffentlicher Hilfe und öffentlicher Mittel zu rechtfertigen. E g ger t- Berlin vom Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts. bund wies auf den Zufamineuhang zwifchen der Wirtfchoftsnot im deutschen Osten und der Agrarkrise hin. Für die Landwirtschaft im Osten liege zweifellos Rückständigteit in der Produktion und dem Absatz vor. Der Zeutraloerband der deutsche« Saus»»- vereine habe die l»(frage kommenden landwlrtschasklichen (fachverbände B. aufgefordert, ihm wöchentlich 3000 Zentner Butter zu liefern. Er stellt dabei nur die«lue Bedingung, daß die Butler ständig ln der Handel»- üblichen Qualität geliefert werde. Die laudwirtschast- liche« Verbände waren nicht ln der Lage gewesen,«ine solche Garantie zu übernehmen und der Zentralverbaod der deutschen Konsumvereine müsse heute noch pro Woche 2700 Zentner Butter an» dem Auslände beziehen. Da» sei nur ein Zeichen für die Produktion»technische Rückständigteit der Landwirtschaft. Sie müsi« sich in Produktion und Umsatz auf die Erfordernisse de» Konsums und de» Marktes umstellen. Die Zollpolitik der Regierung Brüning-Schiele bedeute kein« Lösung der Ostkrise und auch die Landwirtschaft habe zu erkennen, daß die Lösung ohne größte eigene Anstrengungen nicht möglich ist. Die Aktion für den Osten kann auch nur vom Vertrauen der breiten Masse getragen werden. Dieses Ver» trauen habe z. B. der Reichsminister Treviranu» nicht. Die Mass« würde sich auch nicht damit einverstanden erklären können, daß die preußisch« Regierung in der Durchführung des Ost- Programms ausgeschaltet und wie ein Aschenbrödel in die Ecke gestellt wird. B o i g t» Breslau sprach dann über Frachtenauswirkungen im Osten und Landeshauptmann Dr. Cafpari-Schneide. mühl sprach über die Rot der östlichen Wirtschaftsgebiete. Dann begründet Eggert» Berlin folgende Entschließung: „Die am 17. Mai 1920 in Schneidemühl versammelten Gewert- schaftsoertreter des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes aus den preußischen Ostprovinzen erwarten, daß die vom Reich und Preußen zur Linderung und Ueberwinixing der Rot im Osten vor- gesehenen Mttel und Maßnahmen «ach eiohelMchen. sachNch-wirtschafMchea Gesichtspunkte« richtig angesetzt und zweckentsprechend verwandt werden. Die erforderliche Umstellung der landwirtschaftlichen Produktion auf die veränderten Bedürfnisse de» Marktes, mit der das Gedeihen von Handel und Gewerbe untrennbar verbunden ist, muß allgemein in Fluß kommen und schnell durchgeführt werden. Die Not des deutschen Osten» ist in ihren gesamten Ursachen zu bekämpfen. Zollpolitische Maß» nahmen allein treffen diese Ursachen nicht. Ueber- steigerte Zölle verteuern die Lebenshaltung, schwächen die Kaufkraft, hemmen den wirtschaftlichen Fortschrill und erschweren Produktion und Absatz landwirtschafllicher Waren. Der Landwirtschaft ist zu helfen durch Derbesserung der Betriebsmethoden, der Warenqualität. durch Förderung des Ab» fatzes, Schaffung neuer Absatzwege und Derbesse» rung de« Verkehrsnetzes. Die in der Landwirtschaft tätige Bevölkerung, Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind durch Aufbau landwirtschaftlichen Bildungswesens und zweckent» sprechender Aufklärung auf dies« ihre besondere Aufgabe einzu» stellen. Insbesondere muß die Gesamtbevölkerung durch eine»er- nünftige, auf Hebung dw Kaufkraft hinzielende Lohnpolitik und durch verantwortungrvolle�Mitarbeit in den Selbstverwaltung?- körpern von der wirtschaftlichen Bedeutung dieser Aufgaben und ihrer geschichllichen Tragweite überzeugt werden. Mit der Subvenllonspolltik allein, die Z. B. im Rahme« der Oslpreußenhllfe wirkliche Besserung vereikelle, muß gebrochen werden. Die Hilfsmaßnahme muß«ach ihrer ganzen Ralur und Art eine Gesundung de» gesamte« Wirtschaftsleben» zum Ziel habe«. Di« künstliche Aufrechterhaltung von Betrieben ist abzulehnen: land. wirtschaftliche Betriebe, die in ihrer fetzigen Wirtschaftsform nicht zu hallen find, sind der bäuerlichen Siedlung einschließlich Landarbeitersiedlung zuzuführen. Die geplante Umschuldung darf nur lebensfähige Betriebe erfassen. Di« Durchführung der erforder- lichen Maßnahmen ist einer fachkundigen unparteiischen Stelle zu übertragen, zu der auch die deutsche Arbeiterschaft Der. trauen haben kann. Cm« Ueberorganisation ist nur geeignet. Der» lust« zu bringen, da» Hilfswerk zu erschweren und zu gefährden. Sie ist deshalb abzulehnen." Nach lebhafter Erörterung wurde die Entschließung angenommen. Ostforderungen des Industrie« und Handelstages. Der Deutsch« Industrie» und Handelstag hat der Reichs. regierung Leitsätze für die Durchführung der Osthilfe über» mille U. Die Aufrechterhaltung des gewerblichen Lebens fei als der Förderung der Landwirtschaft gleichwertig zu beachten. Bei Schuidauseinanderfetzungen müßten die gewerblichen Gläubiger möglichst Barleistungen erhalten: bei Zahlung mit Ablösungsscheinen müsse die Belerhungs- und Veräußerungsmöglichkeit gegeben sein. Zur Umschuldung seien auch Sachkenner aus gewerblichen Kreisen hinzuzuziehen. Für geeignete Wirtschaftsbetriebe des Ostens soll die Kreditversorgung erleichtert und erweitert werden. Oer Bürgermeister in Frauenkleidern. Wie ein pariser Kommunist ein volles Jahr die Polizei täuscht Paris, 17. Mai.(Eigenbericht.) Die Pariser Polizei hat am Sonnabend nach beinah« einjähriger Verfolgung den k o mm U ni sti s che B ü rge r m et st e r von Jory. Maranne, verhaftet. Maranne wird als Mitglied des Aufsichtsrats der kommunistischen Arbeiter» und Bouernbank nicht nur de» Verstoßes gegen das Kärperschaftsgesetz. sondern auch des Sommplotte gegen die Sicherheit des Staates beschuldigt. Trotzdem er seit einem Jahre seine Bürgermeisterei» geschäft« ungestört fortsetzte, war tf der Polizei nicht gelungen, ihn auch nur ein einziges Mal zu Gesicht zu bekommen. Er hatte die ganze Zeit über cn Frauenkleidern amtiert. Am Sonn- abend wurde er in einer Garage entdeckt, als er im Begriff stand, auszufahren. Tariferhöhungen in Krafi. (Reichsbahn verteuert ab 1. Juni. Die Retchsbahnverwalkvng hat ihren Dienststellen bekanvk- gegebe«, daß die vom Relchsverkehrsminister genehmigteu Tarif- erhöhungen— Tariffähe für Stückgut und Expreßgut— bereits am 1. Zun! in Kraft trete«. „Civis" und„Ego". Luther als Zeltungsgründer. Als Bestätigung und Ergänzung unserer Mitteilungen über die Galoanisterung der„Täglichen Rundschau" mit der finanziellen Hilfe des Reichsbankpräsidenten Luther wird uns von gut unter- richtcter Seite mitgetellt, daß diese Finanzierung indirekt erfolgen soll: und zwar auf dem Wege von zwei.Korrespondenzen", die auf die etwas rätselhaften Namen„C i v i s- Korresponvenz" und „E g o"- Korrespondenz hören. Das Wesen dieser Korrespondenzen ist bisher in Dunkel gehüllt geblieben. Ihre jetzige Verwendung ist nicht gerade geeignet, sie als Zierden eines unabhängigen und gradlinigen Journalismus erscheinen zu lassen. Immer stärker drängt sich die Frage auf: Wozu muß der Reichs- bankprästdent Luther Zellungen ins Leben rufen oder zu neuem Leben erwecken? Sollte Dr. Luther weitergehenden, sehr« g o zentri» schen Plänen nachjagen?_ Republikanische Richter! Halle, 16. Mai.(Eigenbericht.) Der zweit« Dundesvorsttzende des Stahlhelms. Oberleutnant a. D. Düsterberg, war kürzlich in Eisleben wegen Beleidigung des früheren preußischen Innenministers Grzefinski zu 599 Mark Geld- strafe verurteilt worden. Der Staatsanwalt und der Beklagte hatten gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Da» Landgericht Halle verwarf am Freitag die Berufung des Staatsanwalts und fetzt« die Düsterberg zudiktiert« Geldstrafe von 599 Mark aus 159 Mark herab. Düsterberg halle vor Monaten in Eisleben is einer Stahlhelm- Versammlung u. a. geäußert, wir seien jetzt so frei, daß sich bei uns in Deutschland jedes Schwein in feinem Dreck herumsielen könne. Minister Grzefinski mache sich zum Aus- führungsorgan der Feindmächte. Hoffentlich verliehen sie ihm auch die Ehrenlegion, die er dann auf den Frack heften könne, damit er bei feinen Gelagen vom Oberkellner zu unterscheiden sei. In bezug auf den Merseburger Regierungspräsidenten von Harnack äußerte Dllsterberg,„daß fei auch so einer", Judas Ischariot fei ihm lieber, der höbe sich wenigstens nach feiner Schandtat aus- gehängt. In der Berufungsinstanz beantragte der Staatsanwalt einen Monat Gefängnis für die Beleidigung de» ftüheren Ministers Grzefinski und 299 Mark Geldstrafe für die Beleidigung des Re- gierungspräsidenten. Das Gericht kam jedoch zu einem anderen Spruch, da nach feiner Ansicht nur«ine formell« Beleidi- g u n g des Ministers vorliege, während Harnack überhaupt nicht beleidigt worden fei. Wieder ein Urteil, das wie eine Prämie für die Methode dek Ehrabschneidung Und' Beschimpfung wirkt, die von Leuten oont Schlage Düsterbergs geübt wird! Man wird fragen müssen, wer die Richter sind, die dies Urteil gefällt haben. fGewerkschaftZiches stehe 4. Beilage.) Bttantwortlich für Politik: Dr. Satt 9tatt; Wirtschaft: 9. UinnilbiW, Tew«rksch»itot>cweftung: 3. Stria»: Feuilleton:(t S. löschet; Lokaler und Sonst: Sri* Rorflödl: An»eioen: Tt>. Glocke: sämtlich in Berlin. Lerlaa: ZZorwäria-Perlag®. rn d. 6. Sellin. Druck: Porwiirto-Buchdruckcret und Kerlaaoanllalt Paul Sinaer u. So.. Berlin SB. 68, Sindcnftra&e 8 Hierzu I Beilage».' CKT| e\oe •irs«, V ICUI6* ■ 21* 9" fTOme fl*orv*lfro*'"' STRANDS®- 'cKT E tfsrW �aonir.u�" SÄ, LS �:]75 voae tore» Q95 fLOV«uio rr]25~ in»od* �90 Vi 0 T 6 s.«»-"' au.® O.-«»» 32 1 prei* 0 A�.�iUG B � ml, Uains*- VJUWWOÜ». Q b, r,,\ i| . GröS»*2 1 l BADE «ö sirawo- —-----» huT r\65 tTf�OESCHUHE���S TAS�oom��l B AD � h j o p«•"«i oomW e)95 \ ,inlarb'9-,„, b• llSoVoCHER , H h IV. 6°n°bi3"n ' tm 0�. norr-e»- tioheit'Pre 0 roT r»ortor,®r ��5 Taeblo.»�"-"- 50 I �12i Ii E G E Sj��ftae BerC'••,r0 �75 "°" 29- tsi VC E E"i 1 9 0 e» 132 .OVSTEW�tf. 12.- d« 1 «»' ' VSoaS« straSS- ?kr. 230. 47. Jahrgang Sonntag, IS. 3PIoi 1930 Brianbs Europa-Oenkschrist. Bildung einer europäischen Sektion des Völkerbundes. Das Memorandum über die Organisation eines euro- päischen Staatenbundes, das gestern mittag von den diplo» matischen Vertretern Frankreichs in allen Hauptstädten der Welt überreicht wurde, ist ein Dokument von ganz außerordentlicher politischer Bedeutung. Zum erstenmal in der Weltgeschichte tritt der Plan eines euro- päischen Staatenbundes so greifbar in Erscheinung, daß mit der Möglichkeit eines Anfangs der Verwirklichung in obseh- barer Zeit gerechnet werden kann. Das Memorandum beginnt mit der Erinnerung daran, daß am V. September vorigen Jahres auf einer ersten Zusammenkunft in Genf die Vertreter der 27 europäischen VAkerbundstaaten den Ber- treter Frankreichs damit betrauten, in einem Memorandum die wesentlichen Fragen einer europäischen Vundcsorganisation darzu, legen und die Ansichten der Regierungen darüber einzuholen Dcr Gedanke einer solchen Organisation ist zurückzuführen aui das Gefühl der Gesaintverantwortlühkeit angesichts der Gefahr, die infolge der im ollgemeinen Wirtschaftsleben noch herrschenden Unaus- gcgllchenheit den Frieden bedroht. Die Zersplitterung der Kräfte beschränkt die Möglichkeit für eine Erweiterung des Marktes und für die Verl«sserung der Produktion sowie für die Ausschaltung der Krisen auf dem Arbeitsmorkt. Die Gefahr einer solchen Z«r> splilterung wird noch vermehrt durch die große Ausdehnung der neuen Grenzen: wehe al» 20 Silomeker Zollschranken, die durch die Frieden«. verkräge geschaffen meiden mußte», damit den nationalen Bestrebungen Genüge getan wurde.— Die Denkschrift führt dam, mater aus, Europa müsse sich endlich seiner geographischen Einheit bewußt«erden und im engsten Anschluß an den Völkerbund ein« Form dcr Zusammenarbeit finden. Von einer solchen europäischen Bundesorganisation würde der Völkerbund nicht Schoden, sondern nur Nutzen haben. Die Zu- ständigkeit des Völkerbundes als der Gesamtorgonisation soll in keiner Weise angetastet werden. Auch gegen irgendeine andere Gruppe in anderen Erdteilen oder in Europa würde die Organisation keine Spitze haben. Es fei auch nicht der Sinn der europäischen Einigung, nach Art der früheren Zollunionen zu verfahren, bei denen innere Zölle abgeschafft mürben, mn gegen außen desto Höhere einzuführen. Es sei auch nickst beabsichtigt, souveräne Rechte der Mitgliedsstaaten zu beeinträchtigen. Nach weiteren Ausführungen über dlssen Punkt, geht hie Denk» lchrstt dazu über, die verschiedenen. Punkt« darzulegen, übet die die Regierungen ihre Ansicht äußern sollen. r.> � Notmendigkeil eines allgemeinen, wenn auch noch fo elemenkaren Vertrages zur Ausstellung des Grundsatzes der moralischen Mnion Europas und zur feierliche« Befrästigung dcr zwischen europäischen Staaten geschossenen Solidarität. Noch Meinung der fanzössschcn Regierung sollen sich die Re- gierungen verpflichten, in periodisch wiederkehrenden oder in außer- ordentlichen Tagungen regelmäßig miteinander Fühlung zu nehmen. Der Vertrag müsse möglichst allgemein und kurz gehalten sein, ober doch den Charakter dieses Zusammenschlusses als eine..Abmachung über bestimmte Gebiet« nach Artikel 2l dcr Völkcrbundsjatzung dofi- nieren. Auch wäre der europäische Vertrag anfänglich den«uro- päischen Staaten vorzubehalten, die Mihglisder des Völkerbundes sind. s II. Notwendigkeil einer Einrichtung, die der europäischen Union die zur Erfüllung ihrer Ausgabe erforderlichen Organe flcherk. Hier wird die Einrichtung einer europäischen Konferenz vorgeschlagen. Ihrer Befugnisse, die Organisation ihres Vorsitzes usw. müßten bei dcr nächsten Zusammenkunft bestimmt werden. Zur Vermeidung jedes Uebergewichts eines Staates über die anderen müßte derDorfitz jährlichwechseln. In Ge- stall eines ständigen politischen Ausschusses müßte ein Vollzugsorgan geschaffen werden Die Zusammensetzung, die Be- fugmsse des Ausschusses und die Art, die Nennung seiner Mitglieder zu bestimmen, müßte Aufgab« dcr nächsten Zusammenkunft sein. Auf alle Fälle müßte der Ausschuß am Sitz des Völkerbundes i n Genf tagen, eventuell zugleich mit den ordentlichen Sitzungen des Völkerbundsrates. Die Tätig kell dieses europäischen Ausschusses ist zunächst als eine konstituierend« und organisierende gedacht. Poll- tische, wirtschaftliche und andere Fragen, die Europa besonders an» gehen und vom Völkerbund noch nicht behandelt worden sind, sollen geprüft werden, die Durchführung der ollgemeinen Völkerbunds- befchlüsse soll«rieichtert werden. Dann ist auch noch von der Dil- düng technischer Sonderausschüsse die Rede, die aber immer unter unnnllelbarem Einfluß der Regierungen bleib«, müssen. Schließlich wird zu diesem Punkt die Notwendigkeit eines diensttuenden Sekretariats dargelegt, möge es auch anfangs noch so klein sein Zunächst könnte man das Sekre- tariat der Regierung angliedern, die jeweils den Vorsitz im Europa» ousfchuß hat. Ständig geworden, müßte das Sekretariat seinen Eitz in Genf haben. III. Notwendigkeit dcr vorherigen Festlegung dcr wesenlliche« teil- gedaaken, die den allgemeinen Begriff des europäischen Ausschusses bestimmen und ihn bei feinen vorarbeiten für dl- Aufstellung des Programms der enropSischen Organifaklon leiten sollen. Dazu wird ausgefübrt. daß jeder Fortschritt zur Wirts chaits- eimgung eng von d« Sicherheitssrag« obhäagt und daß darum der Ausbau zunächst auf politischem Gebiet einsetzen muh. Auf dieser Grundlage müßte dann erst die Wirtschajtspoütik aufgebaut werden. Die umgekehrt« Reihenfolge würde schwächeren Nationen geeignet erscheinen, für sie die Gefahr einer politischen Beh-rrschiu'g durch wirtschaftlich stärkere Staaten herbeizuführen. Nur auf dickem Wege werde man zu einer Uhc-mlen Zollpal-tik gelangen. Etüizwcck sei ci., Bund zur Einigung nicht zur Einheit, ins heißt, er elastisch genug{ein. mn die Unabhängigkeit jede« Staates zu wahren, aber allen den Borteil einer kollektiven Soli- darität zu gewähren. Auf mirtschofUichein Gebiet wird als idealer Endzweck gedacht: chic Einrichtung eines gemeinsamen Vi a r k- t e s zur chöchststeigerung des Riveans der menschlichen Wohlfahrt auf dem Geiamtgebiet der europäischen Gemeinschaft". Es formte eine rationelle Organisation der Erzeugung und des Giller ans- tcmsches angestrebt werden, durch fortschreitende Erleichterung und methodische Vereinfachung des Güter-, Kapital- und Perfonenoer- kehr?, lediglich unter dem Vorbehalt dcr Bedürfnisse der nationalen Verteidigung in jedem Staate. IV. Zmeckmäßigkcit olle Fragen der Durchführung entmedcr der nächsten europäischen Konferenz oder dem künfkigan europäischen Ausschuß vorzubehalten. Alz solche Fragen werden unter anderem ausgezählt: Kontrolle der Politik der Industrieverb ände und Kartelle.zwischen den verschiedenen Ländern. Zusammenwirken bei großen öffentlichen Arbeiten (Autostraßen, Kanalbouten usw.). Regelung und Verbesserung des europäischen Verkehrs. Vereinbarungen über Flußschiffahrt, Eisenbahn, Post, Radio usw. Unterstützung des Kreditwesens für die Ausschließung der nnrtschaftlich mindere:, twickcltcn Gegenden Europas, Währungs» fragen. Lösung gewisser Sondcrfragen der Arbeit, wi« in der Flußschiffahrt und in der Glasindustrie, Regelung der sozialen Folgen der Auswanderung, Anwendung der Ilnfallverstcherung und der sonstigen Sozialnersicherung von Land zu Land. Hygiene» fördcrung, gemeinsame Seuchenbekämpfung. Zusammenwirkcn im Kampf gegen Berufslrankheiten, Kindersterblichkeit usw. Geistiges Zusammenwirken, Zusammenfassung der Forschung, Verbesserung des Pressewesen der Beziehungen zwischen den Nachrichtenbüros, des Zeltungsversandes usw. Förderung der interparlamentarischen Beziehun- gen im Anschluß an die interparlamentarische Union. Dos sind in, mesentlichen die Punkte, zu denen sich die«uro- päischen Regierungen äußern sollen, und zwar werden st« gebeten, ihre Antwort bis zum IS. 3uli dieses Jghres zu erteilen. In einem Schlußwort führt die Denkschrift aus: Es komme nicht darauf an, mit einem Schlage einen Idealbau auszurichten, man»müsse.- sich � vielmehr,.vor jeder vor- gefaßten Meinung hüten und sich praktisch mit.der Vcnwirklichüng eines ersten Anfangs zur Herstellung einer dauernden Solidarität bescheiden. Dann heißt es wörtlich: „Nie war die Stunde günstiger und nie war es dringender, ein'Werk des Aufbaus in Europa zu schaffe». Durch die Regelung der wichtigsten materiellen und moralischen Probleme, die der Krieg gezeitigt hat, wird das neue Europa sich bald von dcr Bürde befreien, die so schwer auf seinen, Geiste wie auf seiner Wirtschast gelastet hat. Schon jetzt erscheint es zu einer positiven Anstrengung befähigt, die einer neuen Ordnung der Dinge entspricht. Es ist eine Entscheidungsstunde, in der ein waches Europa sein Schicksal selbst bestimmen kann. Einig sein, um zu leben vnd zu gedeihe«— das ist die gebieterische Notwendigkeil, vor der die Völker Europas stehen. Das Empfinden der Völker scheint sich in dieser Hinsicht schon deutlich bekundet zu haben. Sache der Regierungen ist es heute, ihre Verantwortung auf sich zu nehmen, wollen st« es nicht den Zufälligkeiten privater Initiativ« und regellosen Versuchen über- lassen, die materiellen und moralischen Kräfte zu gestalten, deren Beherrschung zugunsten der europäischen Gemeinschaft und dcr Menschheit ihre eigene Aufgabe ist." Der bedeutungsvolle Schritt der französischen Regierung ist zu einer Zeit erfolgt, in der sich die Sozialdcmo- kratlschc Partei Deutschlands nicht in der Re- gierung befindet. Doch möchten wir aus dieser Tatsache nach keine pessimistischen Schlüsse ziehen. Bisher hat stch die auswärtige Politik dcr deutschen Republik in ihren Hauptlinien nach den großen Gesichtspunkten entwickelt, die von dcr So- zialdcmokratischcn Partei aufgestellt waren, und diese Eni- wicklimg ist bisher auch in solchen Zeiten ziemlich ungestört weitergegangen, in denen sich die Sozialdemokratie in dcr Opposition befand. Daß dem so war. ist in erster Linie das Verdienst der Sozialdemokratischen Partei selbst, die sich ganz besonders auf dem Gebiete der Außenpolitik stets nur von allerftrengsten Sachlichkeiten leiten ließ, mochte sie nun in der Regierung sein oder nicht. Der Gedanke der Vereinigten Staaten von Europa ge- hört zum geistigen Erbgut der Sozialistischen Arbeiter-Jnter- nationale. So heißt es auch im Heidelberger Programm der deutschen Sozialdemokratie von 1925: Di« Sozialdemokratische parteiDeulschlands-. tritt ein für die aus wirsschaftlichen Ursachen zwingend gewordene Schaffung der europäische« Wirsschaftseinhcit. für die Bitdung der Bereinigten Staaten von Europa, mn damit zur gnkcressensolidarüät der Völker aller kontinente zu gelangen. Die Sozialdemokratische Partei muß von der deutschen Re< gierung erwarten, daß sie jede sich bietende Gelegenheit er- greift, um den großen Gedanken der europäischen Völker» solidarität.der Verwirklichung näherzubringen. Eine solche Gelegenheit ist jetzt durch den Vorschlag dcr französischen Re- gierung gegeben.' Zwar haben ganz gescheite Leute schon längst herausgebracht, daß die Initiative der französischem Re- gierung keinen anderen Zweck verfolge als den, die Ober- Herrschaft Frankreichs über ganz Europa zu stabilisieren. An- genommen, diese Entdeckung träfe das richtige, so könnte die deutsche Regierung nichts dümmeres tun, als etiva die fron- zösischen Vorschläge sabotieren. Denn dadurch würde sie die moralische Isolierung Deutschlands und infolgedessen auch die tatsächliche Vorherrschaft Frankreichs nur um so sicherer her- beisühren. Ernstlich kann der Sache des deutschen Volkes nur dadurch gedient werden, daß die deutsche Regierung vor den Augen aller Welt im Streben nach der Verwirklichung des großen Gedankens den Wettbewerb mit Frankreich aufnimmt, daß sie loyal und so positiv schöpferisch wie nur möglich a n der Verwirklichung mitarbeitet. Räumung befohlen. 8oung-plan in Kraft.— Im letzien Giadium noch eine Gchwierigkeii. Paris, 17. Mai. lc«igenbericht.) Der Befehl zum Beginn der RänmungS- operationen im Rheinland, dessen Erlaß die franzö- tifdte Regierung von der formellen Iukrastsetzung deS Young-PlaneS abhängig gemacht hat. ist um IS.llO Uhr von dem französtschcn Kriegsministerium an die militari- fchen Stellen im besetzten Gebiet gegeben worden. Lioung-ptan in Kraft gesetzt. Paris. 17. Mai.(Eigenbericht.) Die Repavatronseommiision und dir Kriegslasten» kommission habe» in gemeinsamer Sitzung den Houng» Plan und die Haager Vereinbarungen in Kraft gesetzt. Im letzten Augenblick ergab stch noch eine ernste Meinungsverschiedenheit zwischen Deutschland und seinen Gläubigern. England trat plötzlich mit der Forderung hervor, daß die letzten 22 Annuitäten des Donng-Planes, die nach der Ab- Zahlung dcr eigentlichen Rcparationstost zur Deckung der inter- alliierten Schulden dienen, in ihrer ganzen Höhe zu den un- geschützten Zahlung«, gezählt werden sollten Das Ansinnen, das weder im Doung-Plon noch in den Haager Verträgen irgendeine Stütze ffndet, wurde von den deutschen Vertretern abgelehnt. Infolgedessen kannte man sich auch über Text und Inhalt der von Deutschland der Internationalen Zahlungsbaitk in Basal zu übergebenden Schilldenanerkemnmtzsurlunde nicht einigen Di« Reparatiansklmimifsion trat deshalb zunächst allein zusammen und stellte fest, daß dar ihtiung-Plan n i ch t in Kraft treten könne, weil die deutsche Schuldenanerkennunasurkunde fehl«. Inzwischen aber spielte das Telephon Zwilchen Paris und Bafel und man fand eine komprow>ßsonrel. dl? die Schuldananerkennung Deutsch ionds in genügend bindender Form aussprichl, dabei aber den Streit mv die letzten 22 AuauilSkrn offen läßt. Nachmittags fünf llhr krntnte dann die feierliche gemeinsame Fest« slclliing durch die Reparationskominisston und die Kriegslasten- kommission erfolge,,, daß nach Erfüllung oller VorbcdinguitzZ«, der Poung-Plan in Kraft getreten ist. Gleichzeitig wurden die letzten Dawes-Schnldvcrschreibungen A, B und C feierlich verbrannt. Die Reparaiionsbank eröffnet. Arbeitsaufnahme ohne Feierlichkeit. Bafel. 17. Mai.' Dm offizielle Eröffnung der Tätigkeit der Bant fi-r Intermissonale., Zahlungsausgleich ist am 17. Mai erfolgt. Da die Hcmpworcmssetznng für die Inbetriebnahme der Bank, oie Unterzeichnung des Trustee-Vertroges zwischen den Regierungen und der .BIZ., In Paris ftatlfindet, sah man von jeder Zeremonie in, Gc- bände der Bank in Basel ob. Die Bank kann mm an ihre bc- deutungsvollen Aufgaben auf reparationspolitischem, währmigs- technischem und nolenbontlechiisschcm Gebiet herangehen und die seit Jahren angestrebte Zusammenarbeit der Noteichanken zur Wirk- lichkeit werden lassen, ein Ziel, dos schon allein durch das reget- mäßige Zusaminentreffcn der Notenbankleiter, die zugleich Mit- glieder des Bermaktungsrats der BIZ. sind, erleichtert wird. Fridtjas Nanscns. letzter Fahrl in Oslo wohnten außer den oftiz-ellm, Persönlichkeiten und den Vertretern ausländischer Re« giemmgen an 50 000 Menschen bei. Ganz Norwegen trauerte mn seinen großen Sohn. Der Warschauer Zonrnalist Lc'nleld. von einer Telegraphen» agentur. hvttc im Dezember v I. zut allig ein Telephongespräch des Staatspräsidenten mit dem Premierminister Barte! mitgehört und den Inhalt privat und össentlich verbreitet. Seinield wurde der polnischen Spienage angellagr, j«ßt aber jreigejprachen, zumal die Sachverständigen erklärten, solches Abhören sei auch ohne Ad- Gegen die Konsumsteuer. Sozialdemokratie beantragt Wiederaufhebung. Die sozialdemokratische Reichstagsfrakkion hat im Reichstag folgenden Antrag eingebracht: „§ 12, Absatz 2 des Amsahsteuergefehes in der Faffung des Artikels VII 8 1 Ar. Z des Oeschcs zur Aenderung des Biersteuer. gesehes vom 15. April lgZfl(RGBl. I, Seite 136) wird mit Wirkung vom 1. April 1330 ab aufgehoben." Durch diesen Antrag soll die erhöhte Umsatzsteuer für alle Grotzladcngeschäfte lwarenhäuser, Filialbetriebe. Einzelhandels- geschlifke, Konsumgenossenschaften) wieder rückgängig gemacht werden. Hakenkreuzpolizei. Thüringen unter der?!aziherrschafi. Herr Frick hat auf die Ernennung des nationalsozialistischen Assessors O r t l e p p zum Polizeidirektor für Weimar verzichtet. An seiner Stelle wird der den Nationalsozialisten nahestehende Oberregierungsrat H e l l w i g ernannt werden, der bisher im Wartestand war. An der Sache ändert sich dadurch nichts. Die Nationalsozialisten fordern, daß Dr. Ortlepp dem Weimarer Polizeidirektor beigeordnet werde. Am Montag wird sich das thüringische Kabinett mit dieser Forderung be- schäftigen. Ehe diese Forderung nicht erfüllt ist, wollen die Nationalsozialisten nicht an den Etatsberatungen teilnehmen. Die Hakenkreuz-Landtagsabgeordneten lassen sich die Tage des Parlamentsstreiks bezahlen. Sie zeichnen sich in die Anwesenheitsliste ein, beziehen Diäten, aber bleiben den Sitzungen fern. Flucht vor Frick? Weimar, 17. Mai. Der Lanbbundsuhrer inö Abgeordnete des Thüringischen Landtages, H ö f« r, erklärte heute Pressevertretern, er beabsichtige in absehbarer Zeit, möglichst schon vor dem Herbst dieses Jahres, sich aus dem politischen Leben zurückzuziehen. lieber die Gründe zu diesem Entschluß äußerte er sich nicht: doch scheinen Gesundheitsrücksichten dabei nicht den Ausschlag zu geben. Die Hakenkreuz-Reichswehroffiziere. Die Lllmer Reichswehroffiziere bleiben in Hast. Leipzig, 17. Ma». Der Hastprüsungsausschuß des vierten Strafsenats des Reichs- gerichts hat die Beschwerde der Ulmer Reichswehr« offiziere gegen ihre Verhaftung verworfen. Di« Ulmer Reichswehroffiziere waren seinerzeit wegen des Verdachts der Vor» bereitung eines hochverräterischen Unternehmens in Haft genommen worden. Panzerschiff B. Ein Hugenberg-Antraq gegen Treviranus. - Die deutschnational« Reichstagsfraktion hat zur zweiten Be- ratung des Haushalts der Reichsmarine einen Antrag eingebracht, wonach die vom Haushaltsausschuß gestrichenen 2,g Millionen Mark süx das Panzerschiff B(Ersatz„Lothringen") wieder in den Haushalt eingesetzt werden sollen. Der deutschnationale Pressedienst bemerkt zu diesem Antrag: „Die gesamte nationale Oefsentlichkeit sieht der Verhandlung dieses Antrages und vor allem der Stellungnahme des Kabinetts Brüning-Treviranus mit Spannung em- gegen— ist dies doch wieder ein« Gelegenheit besonders für Herrn Treviranus, zu zeigen, wie weit es ihm mit der wehrpolitischen Erneuerung unseres Volkes ernst istl" „Note Zahne" wieder verurteilt. 1000 M. Geldstrafe wegen Beleidigung Severings. Der verantwortliche Redakteur der„Roten Fahne", Fritz Hampel, ist vom Schöffengericht Berlin-Mitte wegen Beleidigung des Reichsinnemniuisters a. D. S e o e r i n g und des Pressechefs Dr. Haubach zu 1000 Mark Geldstrafe verurteilt worden. Die„Rote Fahne" hatte behauptet, daß Severing und Haubach für die Fälschung des sogenannten Obuch-Dokuments verant- wörtlich seien. Am Grab Slresemanns legten die Teilnehmer der Paneuropa- Konferenz«inen Kranz nieder, der in gelben und roten Rosen das paneuropäischen Embleme(rotes Kreuz auf goldener Sonne) darstellt. Die Madrider llniversitäk bleibt bis September geschlossen. Montag sollt« sie wiederorössnet werden, doch befürchtete man neue Unruhen. Massenhinrichkung in Mukden. Die in Tschantschun wegen Hoch- verrais und eines geplanten Anschlags auf das Leben des Führers der Mukdener Regierung verhafteten 18 Kommunisten sind stand- rechtlich erschossen worden. Gwndstücksgeschäste/ Wahlgelder �0000 Mark für politische Zwecke.- Stadtrat Kaltz und die Kommunisten. In der im Untersuchungsausschuß des Landtages am Freitag fortgesetzten Zeugenvernehmung über die Grundstückstransaktionen Belleoiieftraße 1 und 2 wurden der Rechtsanwalt und Notar Dr. Selowsky, Direktor Franckc und Bankier Rosen- Hein gehört. Bemerkenswert ist dabei, daß auch diese Zeugen sich dar- über beschwerken, daß sie von der Sladt dauernd hingehalten wurden. Die Stadt habe ostenbar die Firma Werlheim gegen ihre Gesellschaft ausgespielt, um den Preis für das Grundstück Bellevuestraße 2 in die höhe zu treiben. Bekanntlich Halle in der Bormittagssihung der Vertreter der Firma Werlheim dieselbe klage erhoben. 3n diesem Falle dürfte also wohl kaum von einer Mißwirtschaft zum Schaden der Sladt die Rede sein. Der Zeuge R o s e n h e i n äußert sich sodann auf Befragen über die von seiner Bank vorgenommene Ueberweisung von 300 SM M. an die holländische Bank. Diese Ueberweisung sei auf Anweisung des Bankiers Sachs er- folgt, der 100 000 M. davon für politische Zwecke abzweigen wollte. Tatsächlich liegen heute davon noch 200 000 M. auf der holländischen Bank, während 100 000 M. von L u t k i auf Anweisung von Sachs abgehoben worden sind. Inwieweit Stadtrat Busch hier hinter Lutti stand, das festzustellen wird Ausgabe der Staatsanwaltschaft sein. Der Zeug« Rosenhein bekundete jedensalls mit großer Bestimmtheit, daß er erst vor acht Tagen Gelegenheit gehabt hätte, mit Sachs über diese Angelegenheit zu sprechen. Dabei hat Sachs folgendes erklärt: Nach dem Zustandekommen des Geschästs habe Stadtrat Busch ihm gesagt, daß er aber nun auch etwas für politische Zwecke, für die Partei(gemeint ist die Wirtschaftspartei) tun müsse. Gelder für Kommunisten? Oer Stadtverordnete Falh und seine Gewährsmänner. Der Untersuchmigsausschuß des Landtags zur Prüfung der Mißwirtschaft in der Berliner Stadtverwaltung vernahm am Sonn- abend Obermagistratsrat Dr. Haafe und Magistrats- Verwaltungsdirektor Schulze, beide von der S t I f- tungsverwaltung der Stadt, über die Frage, ob der Ma- gistrat überhaupt berechtigt war, das Stiftungsgrundstück Bellevuestraße 2 zu veräußern. Beide Zeugen bekundeten ubereinsbimmend, daß der Stistungszweck,«in Altershein: zu errichten, sinngemäß nur zu erreichen war, wenn das Grundstück veräußert wurde. Di« Vernehmung des Stadtverordneten Dr. Falß (D. Vp.) brachte eine neue Sensation. Faltz sollte darüber aussogen, inwieweit die Gerüchte auf Wahrheil beruhen, daß auch die kommunistische Partei für ihre Zustimmung im Rathaus zu dem Berkauf des Grundstücks über den demokratischen Stadtrat Sah von dem kaufenden Bankkonsortlum bare Zuwendungen in höhe von 40 000 Mark erhalten hak. Faltz hat seinerzeit in Presseartikcln und in Gesprächen die Möglichkeit einer solchen Bestechung angedeutet. Dann hat sich ein Untersuchungsausschuß der Stadtverordnetenvcrsoimnlung mit der Angelegenheit besaßt, der aber nichts feststellen tonnte. Der Zeuge behauptet nun, daß ihm ein solcher Ausgang der Unter- suchung bei der Zusammensetzung des Ausschusses nicht zweifelhaft gewesen wäre. Es käme ihm jetzt darauf an, sich von dem Bor- wurf zu reinigen, daß er falsche Behauptungen aufgestellt hätte. Der Zeug« wies darauf hin, daß die kommunistische Fraktion, die zuerst prinzipiell gegen den Berkauf des Grundstücks gewesen sei, innerhalb 24 Stunden umgefallen ist und für den Verkauf gc- stimmt hat. Diese merkwürdig« Tatsach« könne nur darin ihre Er- klärung finden, daß Stadtrat Katz, der zu der Bank Schle- singer, Trier u. Co. in persönlichen Beziehungen stand, in der Zwischenzeit eine große Betriebsamkeit«nstaltet hat. Die kammu- nisti schon Stadträte Gäbet und D e g n« r und die kommunistischen Stadtverordneten Menz uiü> Rothe würden die Vorgänge ge- nau schildern können.(Alle vier sind bekanntlich aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen war- den.) Insbesondere hätte Degner einem Vertreter des bekannten Korrespondenzbüros Sochachewski über die Zahlung der 40 000 M.. und zwar an Menz, Mitteilungen gemacht, die jeden Zweifel aus- schließen. Dasselb« könne auch der Vertreter des Korrespondenz- büros Wolter bezeugen. Auch der dem Ausschuß angehörende Abg. Koch(Dnat.), der früher Stadtverordneter war, hätte ihm kurz vor seiner Vernehmung aus dem Korridor von diesen Gerüchten mitgeteilt, was Abg. Koch sofort bestätigte mit dem Hinweis, daß Sochachewski ihm erst am Freitagabend genau dieselben Mitteilun- gen gemacht habe. Faltz erklärte ferner, daß der frühere kommunistische Stadtverordnete Rothe, der sonst in bescheidenen Ver- hältnissen lebt, im Zusammenhang mit dem Schöneberger Grund- stückskauf der Stadt«ine kofstpielige Jtalienrdse gemacht hat. Auch darüber werde man von Stadtrat Katz näheres erfahren können. Der hieraus als Zeug« vernommene ehemalige Stadtrat und Kommunist Gäbet bestritt aber ganz entschieden, daß damals seine Fraktion umgefallen sei. Die kommunistische Fraktion habe damals aus politischen Gründen für den Verkauf von Bellevuestraße 2 gestimmt. Aus Presseangriffe des Stadt- verordneten Faltz wegen der angeblichen Zahlung von 40000 Mark an führende Kommunisten Hab« er Faltz in der Stadtverordneten- versannnlung scharf herausgefordert und dann hätte sich ein Unter- suchungsausschuß mit der Affäre besaßt, der aber nichts feststellen konnte. Zuerst habe Faltz gekniffen und die erst« Sitzung des Aus- schusses überhaupt nicht besucht, sei dann aber aus Druck semer eigenen Fraktion erschienen. Er hält e» für ganz ausgeschlossen, daß irgendeiner seiner damaligen Fraktionskollegen sich habe bestechen lassen. Schließlich drehte er den Spieß uni und behauptete, daß damals dem Stadlverordneten Falh für die Zustimmung 25 000 Mark an- geboten worden sind. Dieser sei mit dem Angebot in die Fraktion gegangen, man habe darüber beraten und schließlich mit Mehrheit das Angebot abgelehnt. Diese Darstellung bestreitet Faltz ganz entschieden, er gibt ober zu, daß ihm durch einen Dritten in durch- sichtiger Weis« ein Angebot gemacht wurde, Gel- der zur Finanzierung künstiger Wahlen in Empfang zu nehmen. Das habe er entrüstet abgelehnt und hinterher wolle niemand ein solches Anerbieten gemacht haben. Stadtrat Kah bezeichnet die über ihn ausgestreuten Gerüchte als glatte Verleumdung und die Aussagen von Faltz über seine angebliche Betriebsamkeit als ganz gemeinen Klatsch.— Auf wieder- holt« Fragen an Dr. Faltz. welche Stadtverordnete ihm positive Mitteilungen über unzulässige Machenschaften des Stadtrot Katz gemacht haben, schränkt dieser schließlich sein« Aussage dahin ein, daß er alles nur von dem Korrespondenten Wolter weiß, der sein« Kenntnis davon erst wieder Stadt- verordneten verdanke. Ilm welch« Stadtverortmet« e» sich handelt, vermag er aber nicht zu sagen. Stadtrat kah äußert sich daim noch über sein« Beziehungen zu dein Bankhaus Schlesinger, Trier u. Co.. Einer der Inhaber sei ihm seit tanzen Jahren bekannt und diese Bank Hab« sich auch bereit erklärt, ein von ihn, übernommenes chemisches Unternehmen Brückner, Lampe u. Co. zu sanieren. Er sei aber bei der Ueber- nähme durch die zu prüfende Treuhandgesellschaft über die Bilanz getäuscht worden. Nach dem ZusammeiEruch des Unternehmen» ist ihn, vom Konkursoenvalter bescheinigt worden, daß ihn persönlich nicht die geringste Schuld treffe. Roch kurzer nichtöffentlicher Sitzung vertagte sich der Aus- schuß aus Montag, den 26. Mai, 10 Uhr. Dr. Paul Kelisch. Dr. Paul Fetisch, der in seiner letzten Amtsstellmig Leiter der Rechtsabteilung des srüheren Reichsmarineamres war, feiert heute seinen 7S. Geburtstag. Poltlisch Hit er im Reichsmarineomt während des Krieges vor allen, an zwei wichtigen politischen Eni- scheidungen nntgcwirkt, allerdings beide Male, ohne den von ihin erstrebten Erfolg zu erreichen. In beiden Fällen handelte es sich um die sogenannte Meuterei, die im Sommer 1917 aus mchmcn Kriegsschiffen ausbrach. Feilsch hielt es politisch für richtig und juristisch für vertretbar, unserem Genossen Dittmonn und mit ihm die verstorbenen Mitglieder der damaligen Unabhängigen Sozial- demokratischen Partei, Haas« und Vogtherr, in die.Meuterei" hineinzuziehen und ihnen ein Verfahren wegen Landesverrat an- zuhängen. Bekanntlich scheiterte der Plan in einer sehr bewegten Verhandlung des alten Reichstags, wobei sich weder der unmög- kiche Reichskanzler Michaelis„och Herr Capelle, der damalig« Staatssekretär des Rcichsmarineamtes, mit Ruhm bedeckten. Nicht vergesse» werden solle Fetisch— das war die zweit« politische Eni- scheidung—, daß er sich gegen die rechtswidrige und ruchlose Hin- richtung der beiden Malrosen Köbis und Reichpietfch in einem sehr entschiedenen Rechtsgutachten ausgesprochen hat. Nachhaltige und vortreffliche Leistungen hat Dr. Fetisch aus zwei Gebieten vollbracht: Beinahe seit 40 Iahren steht er in Wort und Schrift und mit beharrlicher Energie im Kampfe um die Ver- besserung der Straf rechtspsleg«. Als führendes Mit- glied der Internationalen Kriminalistischen Ver- e i n i g u n g war und ist er einer der Hauptwortsührer für die grundlegende Aenderung in der Aussassui� des Verbrechers und des Verbrechens. Daß der Gedanke Leben gewonnen hat und in die Rechtspraxis«ingezogen ist, es komme nicht auf Schuld und Sühn« bei der Beurteilung des verbrecherischen Menschen, sondern aus sein« Wiedereinordnung in die soziale Gemeinschaft an, das ist nicht zuletzt ein Verdienst der unablässigen Arbeit von Dr. Fetisch. Aus seinen Erfahrungen als Strasrichter, namentlich bei Verfehlungen der Jugendlichen, ist wohl auch bei Dr. Fetisch der Gedanke geboren worden, dem schulentlassenen Kind« den Weg in das Be- rufsleben durch beratende, pflegerisch betreuende Arbeil Erwachsener zu erleichtern. Der von Dr. Felisch gegründet« und seit mehr als 30 Jahren geleitete Freiwillig« Erziehungsbeirat für schulentlassen« Waisen hat sich unzweifelhaft um viele Tausende Mädchen und Knaben, dl« durch Verwaisung de- sonders schutzbedürftig waren, große Verdienste erworben. Dem politischen Gegner, mit dem wir in seinen Bestrebungen um die Fortbildung der Rechtspsleg« und sozialer« Formen ein großes Stück Weges gemeinsam gehen können, sprechen wir gern ausrichtige Glückwünsche aus. DIE PREISWERTE OUTE DECKE DAUNENDECKEN STEPPDECKEN DIVANDECKEN SCHLAFDECKEN'DECKBETTEN _•.-_.___ la franz. 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OOnatlge Ratenzahlung Verbindung; Potsdamar • Ringbahnhof-Mahlow Verkaufsbüro; BiankenfeldeSchloB, Station Mahlow. Telephon: Mahlow 17 VI« Icefen| pot«.-- läöF I 23 Mt pro Monat• l pro Zehr# von 125 Ml pc. Qm en. toglich, auch ö o n o t o g s geöffnet. bis 8 Uhr abend«, verfault Bclersdorf.rfaiiisilorf-Süd Äßpcfiidtt Allee 181, Sailestelle(Sie- marchstrabei. Linie 83. Nr. 230» 47. Iahrgang 2« Sonntag, HS. Mai �930 Hier blickt die Frau von der Küche aus in das Grün ihrer Pflege Die Küchenfenster sehen auf den Schacht der engen Höfe In früheren Jahrhunderten mar es für die Frau vornehmste und roichtigste Aufgabe, die häusliche Vorratskammer auf lange Zeit hinaus zu füllen, und es galt auch, mit bescheidenen Mitteln für Küche und Keller vörzusorgen. Mit dem Erstarken des Handels, der Erleichterung des Verkehrs und dem Anwachsen der Städte ging die alte Form der Lebensführung verloren und erst das jetzige Jahrhundert, das man mit vollstem Recht das Jahrhundert des Landhungers nennen könnte, hat einen völligen Umschwung gebracht. Frauenarbeit für den eigenen Herd. Frauenarbeit ist meist ein trübes Kapitel in dem lapitalistischcn Lesebuch, ganz gleich, ob es Arbeit für die Industrie oder für die Landwirtschaft aufzeigt. Eine Arbeit aber gibt es, die, auch wenn sie nicht immer zu den leichten Veschäftigungen gezählt werden kann, doch mit freudigem Gerzen geleistet wird: es ist das Wirt» fchajten für den eigenen Herd auf eigenem oder durch Pachtvertrag zur Verfügung flehendem Lande. Die Frau zeigt sich da als Stütze der Familie, des Mannes im besten Licht. In den Laubenkolonien, aber auch in den Siedlungen hat naturgemäß das Ehepaar die Ueberzahl— der junge Mann allein ist selten zu treffen, da ihm der Sport noch begehrenswerter erscheint als Blumenzucht und Kohlanbau—, aber das weibliche Einzelwesen denkt ichon eher an Landbesitz, wenn auch das Draußenwohnen sich noch aus Gründen der Arbeit verbietet. Wir trafen jüngst eine solche alleinstehende Kolonistin auf dem Weg« zur Baumschul«, wo sie Obstbäume er- stehen wollte. Ihr Terrain wäre reichlich feucht, meinte sie, wußte aber auch schon, daß für solches Land der Pflaumenbaum sich am besten eigne. Aber, wie gesagt, solche Einzelgänger sind Aus- nahmen: die Familie herrscht vor allem in der Laubenkolonie. Der Mann hat seine Tagesarbeit, die Kinder sind in der Schule: kommen sie heraus, so finden sie das Mittagsmahl auf sie wartend. Die Mutter hat— sofern im Sommer noch die Stadtwohnung benutzt wird— die Stadt früh verlassen, in der Wohnlaube das Essen be- reitet und Blumen und Gemüse, Sträucher und Bätime betreut. Was das heißt, kann der Straßenbalkon- oder Stubengärtncr schwer beurteilen. Frellich, wenn alles gepflanzt ist, das Unkraut unter- drückt, das Ungeziefer verjagt, wenn der Himmel ein Einsehen ge- habt und Regen und Sonnenschein stets dann geschickt hat, wenn's gerade nötig war, wenn mit einem Worte ein guter Sommer das Wachstum gefördert und die Ernte vor der Tür steht, ja, dann sieht sich die Sache als ein nettes Vergnügen an, und der richtige Asphaltmensch versteigt sich gern zu dem Urteil:„Kunststück, es wächst ja alles von alleine.....* Die Hausfrau hört es lächelnd mit an und denkt an die Stunden, da der Rücken vom Graben und hacken schwerste oder die Füße vom Wassertrogen müde geworden waren. Allerdings, auch sie sieht nur das Erreichte, sie freut sich der Blumenpracht: mit Stolz setzt sie dem Gast Geinüsegerichte und Obst, aus eigener Arbeit entstanden und mit dem Schweiß so mancher Stunden bezahlt, vor. Und mit Stolz bl ckt sie auch auf die Kinder, die den Sommer über im Freien die Sonne haben aufgehen und untergehen sehen können. Das altenglische„Mein Haus ist m:ine Burg" hat sich für sie in den Ausspruch verwandell:„hier ist mein Reich, und ich bin glücklich, es zu besitzen." Sie entsagt gern den früher unternommenen kleinen Reisen und bringt auch noch das Opfer, den Mann auf Reisen zu schicken, wenn er seine paar Tage Urlaub hat. Zwei Millionen Kleingärten. Man sagt Laube, wenigstens in der Berliner Sprache, obgleich höchst selten sich das in ihr vorfindet, was dem poelischen Bilde der von Rosenranken umzogenen offenen Laube entspricht. Die Lauben- inhaber bilden die Laubenkolonie, der man einen romantischen Namen gibt. Solche engeren Laubenkolonien reihen sich einander an. und so entstehen oft Riesenkomplexe. in denen sich•5000— 6000 „Lauben" befinden. Für ganz Deutschland dürfte die Zahl von zwei Millionen Kleingärten herauskommen, die an 50 000 Hektar früher oft nogenuhten Landes bedecken und die Arbeitsstätte und den Tummelplatz für zehn Millionen Menschen abgeben, die den Sommer über der stickigen Swdtluft entrissen sind. Daß der ständige Aufenthalt in freier Luft auch gute moralische Wirkungen ausübt, ist oft genug festgestellt worden. Für Groß- Berlin dürfen wir das Verdienst in Anspruch nehmen, daß die Verwaltung die große Bedeutung der Kleingärten «rkannt und diese in jeder Weise gefördert hat. In der Denkschrift „Die Freiflächen der Stadt Berlin" des Amts für Stadtplanung finden sich darüber interessante Muteilungen. 1924 gab es 168 000 Kleingärten mit 6239 Hektar, 1928 126 500 mit 5147 Hektar Fläche. Dieser Rückgang hat nun aber zwei Ursachen, die in gewissem Sinne einen Fortschritt darstellen: es wird gewiß jedem aufmerksamen Beobachter aufgefallen sein, wie stark sich die Klein-Siedlungen um Berlin herum vermehrt haben— der Laubenkolonist ist zum Klein- siedler geworden auf eigenem Besitz, was der Frau die Zweiteilung in Sommer- und Winterwohnung erspart, ihr freilich noch mehr Tätigkeit— man denke nur an die Tierhaltung— auserlegt. Diese kleinen Siedler sind nun nicht über Nacht Krösusse geworden: man sieht es den Bauten an, daß nur das Allernotwendtgste errichtet wurde und der Zukunft der weitere Ausbau anheimgestellt ist. Und die zweite Ursache des Rückganges liegt in dem endlich der Würde des Menschen entsprechenden Baustile der neuen Mietwohnungen, die durch die Ausgestaltung der städtischen Anlagen und Schaffung großer Sportplätze weiterhin von guter Lust umgeben sind. Die Denkschrift macht nun«ine lehrreiche Rechnung auf: in dreigeschossiger Bauweise leben 331 300 Menschen, in viergeschossiger 688000, in fünfgeschossiger 2 828 800. Für alle diese naturgemäß nach guter Luft hungrigen Menschen sind 3000 Hektar für Kleingärten er- forderlich: nun hat aber die Stadt schon 2000 Morgen als Dauer- kleingartengebiet angewiesen, von denen 1400 Morgen für Garten- zwecke geeignet sind. Das Land wird auf zehn Jahre fortgegeben. Als Zukunftshöchstleistung nimmt die Denkschrift 5000 Hektar an. Von Interesse dürfte der Pachtpreis sein, den die Stadt nimmt: er beträgt im höchstfalle 26 Pf. pro Quadratmeter und Jahr; der Durchschnitt beträgt sogar nur 16 Pf. Auch der Willkür privater Landbesitzer kann die Stadt auf gesetzlicher Grundlage entgegen- treten, sie kann eventuell zur Uebernahme von Grundstücken in Zwangspacht schreiten. Maienzauber-Regen und-Sonne haben der Welt das bunt- schimmernde Gewand geschenkt, das immer wieder die Zlch's und Oh's des Spaziergängers hervorruft. In den Laubenkolonien herrscht musterhafte Ordnung: saubere Wege gestatten überall hin- zukommen und die Schätze der Gärten zu mustern. Einladung zum Laubenbesuch. Wir haben neulich eine Expedition nach einer Eisenbahner- Kleingartenkolonie unternommen. Wir hallen rein des schönen Namens wegen dieser Kolonie den Vorzug gegeben, ebensogut Höllen wir auch eine Einladung nach der Kolonie„Am Waldesrond" an- nehmen können, aber ein alter Pfahlbauer von„Erholung III" hatte uns versichert, da wäre gar kein Waldesrand mehr. Als wir nicht ohne Mühe die Rhabarberplantage Onkel Konstantins gefunden hatten, fielen wir, kaum angekommen, gleich in Ungnade, weil Max sich nicht genug über die vielen Pflaumenbäume begeistern konnte, worauf Äoiistanlln uns nur böse ansah und bissig frug, wo wir denn unsere Weisheit her hätten, das wären alles Kirsch- und keine Pflaumenbäume. Wir entschuldigten uns damit, daß wir nie ins Grüne kämen, aber Onkel Konstantin sah eben seine geringschätzige Ansicht über den Großstadtmenschcn nur wieder einmal bestätigt. Da wir es also ohne unsere Absicht mit Konstantin gründlich ver- dorben hatten, steckten wir uns um so mehr hinter Tante Paula. Wir gingen ihr überall hilfreich zu Werke, besonders, da wir gemerkt hatten, daß die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau auf der Laube ungefähr jenen Zeiten ent- sprach, wo die Männer sich der Jagd und dem Fischfang hin- gaben, den Frauen jedoch die Sorge für Haus und Hof oblag. So sahen wir Tante Paula unausgesetzt an der ächzenden Abessinierpumpc ar- betten, um Wasser zu schöpfen, Onkel Konstantin ober nur das Wasser wieder ausgießen. Wir fragten deshalb Tante Paula, ob w i r nicht ein bißchen plumpen könnten, was sie aber ablehnte, da wir keine Klotzpantinen hätten. In Wirklichkeit hatte sie Kon- stantin schon vorher instruiert: „Laß' sie nich' an die Plumpe, die machen det Ding doch bloß inzwee." Dafür wurden wir in die Laube entsandt, um Feuer zu inachcn. Diesen ehrenvollen Auftrag verdankten wir Tante Paula, dessen Erteilung Onkel Konstantin nicht verhindern konnte, da er sich«in Pfeifchen angezündet hatte und zum Vercinsvorstand gegangen war, um sich mit dem über die Erntcaussichten in der Eisenbahner-Kleingartenkolonic zu unterhalten. Im Grunde ge- nommen kam uns dieser Auftrag aber sehr ungelegen, wir hatten wohl gelernt, das elektrische Licht anzuknipsen oder den Gaskocher anzustecken, kannten uns aber in der Kunst der ursprünglichen Feuerbereitung nur wenig aus. Wir beschlossen daher, uns aller unliebsamen Aufpasser zu entledigen, und boten Tante Paula, doch den Hofhund„Astor" in Ketten zu legen, da er uns auf Schrill und Tritt wie Raubmörder verfolge. Bei dieser Forderung beriefen wir uns auf die Gefetze der Laubenkolonie, die vorn am Eingang an- geschlagen waren und in denen es h'eh:„Hunde sind innerhalb der Kolonie an der Leine zu führen. Radfahren verbaten. Der Bor- stand." Tante Paula meint« jedoch, so streng könne knan das nicht nehmen, sie wolle aber mit Heinzpeter den Hund spazieren schicken. As wir nach anderthalbftündigem Bemühen immer noch kein Feuer hallen und langsam in Trübsinn zu verfallen drohten, wurden I wir durch klägliche Weherufe aufgeschreckt. Heinzpeter und„Astor"' waren wieder auf der Bildfläche erschienen, wobei Heinzpeter jämmerlich schrie, er wäre in die Brennesseln gefallen. Tante Paula schimpfte aber nur noch obendrin:„Wat hast du'n ooch imma mang de Mistkuten rumzukrauchen!", sie war nämlich wütend, weil Ur- sula, heinzpeterchcns Schwesterchen, ihr heimlich das Waschblau ge- stöhlen und mit dem quictschnassen Beutelchen die neu« Korbmöbel- garniwr bestrichen hatte. Es kam hinzu, daß Tante Paula schon eine halbe Stunde»ach dem Waschblau gesucht Halle, weil sie schnell spülen und blauen wollte, um die frischgcwaschene Wäsche noch bis zum Abend trocken zu kriegen. Unter diesen Umständen getrauten wir uns aus der Laube gar nicht heraus, sagten uns aber schließlich, sie wird wohl nicht mehr wissen, daß sie uns in früher Morgen- stunde einmal mit dem Entfachen des Feuers beauftragt Halle. Diese Zlnnahme erwies sich als richtig: wir hinterließen, daß wir Onkel Konstantin suchen gingen. Onkel Konstantin hatte sich inzwischen in die Urwaldschenke begeben, wo uns der Vorstand freudig be- grüßte, um jo mehr, da wir gleich eine Lage gaben. Es fiel auch Die Siedlerin verkauft seibstgeerntete Blumen über den Zaun hinweg gar nicht auf, daß wir aus der Stadt waren, weil wir den Budiker sofort in ein tief angelegtes Gespräch über die Vorzüge der Minorta- Hühner verstrickten. Nach einiger Zeit mahnte Onkel Konstanttn. nachzusehen, was das Mittagessen mache, wir könnten dann gleich das Radio andrehen und uns das Nachmillagskonzert anhören. Während Tante Paula abwusch und die Laube aufräumte, be- sichtigten wir unter Konstantins Führung die einzelnen Plantagen und ließen uns nachher zu einem Dauerskat nieder. Am Abend setzte Tante Paula die Pumpe wieder in Bewegung und Konstanttn ging an sein Tagewerk und begoß die Erdbeeren. Da wir den wackeren Menschen nicht auch noch das Abendbrot wegessen wollten, empfahlen wir uns und schritten an der Regentonne vorbei, in deren hauchdünn überzogenen Wasser sich die diesig-dunkelnde Himmel melancholisch spiegelte, zwischen roten, langstieligen Tulpen und hingetupften gelben und blauen Stiesmütterchen der Stadt entgegen. Die B«le sahen aus wie ein weiter, weißer Teppich, gewirkt von den zarten Blättern unzähliger herabgefallener Kirschblüten, die sich den ersten hellgrünen Pflanzen auf de» Schoß gesetzt hatten. / Das Ende des Rakeienforschers. Max valler bei versuchen in seinem Britzer Laboratorium getület. Gestern in später Abendstunde ist der bekannte Erfinder auf dem Gebiete des Naketeuailtriebe!» Max Valier in feinem Laboratorium iu Britz bei einer Explosion tödlich verunglückt. Balier hatte sein Laboratorium und seine Versuchs- apparate in dem Werksgebäude der Jndustriegesellschaft für Gasverwertung in der Gradestraße in Britz unter- gebracht. Valter arbeitete Hand in Hand mit der Gesellschaft. Erst kürzlich war es ihm in Zusammenarbeit mit Dr. Heylandt, dem führenden Forschet auf dem Gebiete der verflüssigten Gase, nach mcnatelanger Laboratoriumsarbeit gelungen, das Problem des Raketenmotors mit flüssigem Sauerstoff und Brenn- st off praktisch zu lösen. Eine nächtliche Versuchsfahrt mit dem neuen Raketenwagen Valicr-Heylandt„Rat VII* endete zur vollsten Zufriedenheit der beiden Erfinder. Der Versuch hatte aber cmch gleichzeitig einige notwendig« Verbesserungen ergeben, und hieran arbeitete nun Valier in letzter Zeit sehr intensiv. Allabendlich fand er sich» in der Gradest ratze meist nach �Betriebsschlutz ein, um ungestört arbeiten zu können. Auch gestern abend widmete sich Valier wieder femer Erfindung. Auf freiem Gelände vor dem Fabrikgebäude hatte er seine Versuchsapparate auf einem etwa "4 Meter hohen Holzgestell aufmontiert. In einiger Entfernung da» von befand sich ein Kessel von etwa 6 Kubikmeter In. ha l t. Der Behälter, in dem sich komprimierte Gase befanden, stand durch Rohrleitungen mit den auf dem Holzgestell ausgebauten Experimentierapparaten in direkter Verbindung. Für gestern abend hatten sich bei Dalicr zwei Bekannte ange» meldet, die den Versuchen beiwohnen wollten. Als Valicr seinen Besuchern sine Rakete vorführte, geschah das Unglück. Die Räkele, die von einem Skahlmantel umkleidet war. explodierte vorzeitig und die Teile der in viele Stücke gerisseneu hülle wurden wie Granatsplitter uach allen Selten geschleudert. Die beiden Zuschauer, die sich in siniger Entfernung gehalten hatten. kamen mit dem Schrecken davon, valier wurde von einem Stahl- stück so unglücklich getroffen, dah Ihm die Brust aufgerissen wurde. Der' scharftantige Stahl zerriß dem Unglücklichen die Lungenschlag- ader, so daß schon von vornherein kaum Aussicht auf Rettung bestand. Die zu Hilfe gerufen« Feuerwehr schaffte den schweroerletzten Mann, der inzwschen das Vewutztsein verloren hatte, ins B u ck o w e r Krankenhaus, wo die Aerzt« aber nur noch seinen Tod feststellen konnten.— Die Ueberefde der explodierten Rakete und die übrige Apparatur ist von der Polizei beschlagnahmt worden. Aalier stand im Alter von 32 Jahren. Seine Famli« lebte in München, er selbst wohnte in der Lenaustraße in Neukölln, unweit der Stelle seines Wirkens. Der Name Daliers tauchte zuerst im Jahr« 1928 aus, als zum erstemnal über feine sensationellen B ersuche auf dem Gebiete des Raketenantriebes in der Oefsenllichkeit berichtet wurde. Seitdem sind Dalier vielerlei Der- besstrungen gelungen und mehrfach wurde sein Name in letzter Zeit auch in Verbindung mit der Oberch-Mondvakete genannt. Sechs Kisten Dynamit— sechs Tote. New Jork. 17. vlai. 3a Union(Wesl-virgmia) explodierten in einer beim Strassen- bau in der Nähe eines Steinbruchs benutzten Schmiede sechs Sistcn mit Dynamit. Sechs Personen wnrden dabei getötet; die Unglücklichen wurden buchstäblich in Stücke zerrissen. Das gefälschte Testament. Oer ongeireve Nachlaßpfleger Ruppolt vor Gericht. Der ungetreue Nachlasspfleger Paul Ruppolt, dessen Straftaten die Oefsenllichkeit im weitesten Matze beschäftigt haben, und der auch bereits wegen feiner Veruntreuungen eine langjährige Gefängnisstrafe erhalten hakte, war gestern erneut wegen schwerer Urkundenfälschung und Betruges vor dem Schöffeugericht Schönebcrg angeklagt. Es handelt sich bei dieser Anklag« um den Vorwurf einer Testamentsfälschung. Ruppolt war zmn Nachlaßpfleger der Erbschaftsmasse des am 14. Dezember 1925 verstorbenen Prokuristen Teuffer singesetzt worden, weil sich ein Testament nicht vorfand und direkte Leibeserben nicht da waren, sondern nur entfernte Der- wandte. Drei Wochen nach dem Tode Teusfers tauchte plötzlich unter geheimnisvollen Umständen ein Testament auf. Beim Amts- geeicht Schöneberg lief ein Schreiben ein, das mit„Schwester Gertrud* unterschrieben war und in dem daraus hingewiesen wurde. daß der Verstorbene ihr seinen letzten Willen in einem verschlossenen UtMhllw KSergeben habe. Das)W< Schreiben sbeige fügt- Teftawent wurde im" Beisein von Ruppolt' vom Gericht geöffnet.' Es tnthielt vchschiedti«''Bennächknifstz'jrmphl an BerwaDte als auch oii Freunde und Hausgenossen.' Lützerdem war die'smchirbarc Be- stimmung vorhanden, daß der nicht verfügt« Rest, der etwa 49 900 Mark betrug, d e r j e n ige n Person, die den Nachlaß besorgte, zuf allen sollte. Ausfälligerwelse waren auch zwei Frauen mit 35 999 Mark bedacht worden, obwohl diese glücklichen„Erbimren* unbekannt waren und sich auch niemals gemeldet haben. Die Nachforschungen nach der„Schwester Gertrud* blieben gleichfalls ergebnislos. Die Anklage nimnit an, daß Ruppolt das Testament gefälscht habe, um auf dies« Weise Gelegenheit zu haben, den, Nachlatz in seiner Weise„zu verwalten*. Er hat nänrlich, wie aus den Akten festgestellt wurde, die gesamte Erbschaft, ds« die Höhe von 136 999 Mark crusiimchte, veruntreut. Der An- geklagte Ruppolt bestritt ganz entschieden, das Testament ge- fökfcht zu hoben. Das Testament sei so früh aufgetaucht, daß er die privaten Bechällnisse des Erblassers, auf die der letzte Wille Bezug nahm, noch gar Nicht kannte, zumal er in der Zwischenzeit in St. Moritz zur Erholung gewesen sei. Als dann von einem Vetter des Verstorbenen die Echtheit der Handschrift bezweifelt worden sei, habe er sich zu der Firma begeben, bei der Teuffer lange Zeit als Prokurist tätig gewesen war. Dort habe man sofort erklärt, daß es nicht die Handschrift von Teuffer, sondern eher die seines beften Freundes sei, der in dem Testament auch mit 29 999 Mark bedacht worden war. Nach Beschluß des Gerichts wird das Verfahren auf Kosten d er Staa ts ta ff« eing« stellt, da die Straftat bereits unter die abgeurteilten Straftaten fällt. Oer ioiflchere Tip! Wettschwindel mit Ergebais gelaufener Nennen. Vor einigen Tagen erschien in einem Berliner Wettbüro ein Kunde, hep auf ein fr.a.n�ö.s.ifch.e? Rennen.«ine hohe Giegwett e absWotz. Knapp zÄü MiiiUteit später tryf bereits hie Nachricht«ur."Lis'geweÜiste'Pferd"WsSchllch' gewännen uiih mit e'mer'hoh«! Quote Herau-Gekommen war. Ein Buchmacher- gehilf« schöpfte aber Verdacht und stellte zunächst auf eigene Faust Ermittelungen, an. Dabei wurde durch Zufall ermittelt, daß kurz vor Abschluß der Wette ein Mann in dem benachbarten Zigarren. geschäst mehrere auffällige Gespräche geführt hatte.. Die Anschluß. nummern der geführten Gespräche tonnten ermittelt werden und darunter befand sich auch die Telephannummer eines großen Der- liner Sportverlages. Jetzt griff die Kriminalpolizei ein. Die wei- teren Nachforschungen ergaben, daß eine AngestelltedesVcr- l a g e s mll dem verdächtigen Wellkunden gemeinsam« Sache gemacht hatte. Die Angestellte hatte u. a. die Aufgabe, die aus Paris gefunkten Remiergebnisse sofort an mehrere direkt an den Verlag> angeschlossene Wettbüros wetterzulettsn. Gleichzeitig gab sie die Nach- «cht auch an den Wettschwindler weiter, so daß dieser noch Gelegen» heil hatte, eine Siegwette auf das bereits gelaufene Rennen untere zubringen. Die ungetreue Angestellte ist in vollem Umfang geständig. Baufparkaffe der Siadt Bertin Oer Magistrat beschließt die Errichtung/ Beginn 1. Juli In seiner gestrigen Sitzung Hot der M a g i st r a t die Errichtung einer„Bausparkasse der Stadt Berlin* als Abteilung der Berliner Stadlbant— Girozentrale der Stadt Berlin— beschlossen. Solche öffentlichen Bausparkassen bestehen bereits in den meisten Provinzen und Ländern. Der Einrichtung werden die vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband entworfenen„All- gemeinen Bedingungen* zugrunde gelegt, die bereits die G e- nehmigung des Preußischen Innenministeriums gesunden haben. Für den„Vorwärts* hat kürzlich der sozialdemokratisch« Stadtverordnete Dr. Weinberg(Stadtbeilage vom 18. April 1939) die Frage einer öffentlichen Bansparkasse ausführlich behandelt. Cr erklärte, daß seine Fraktion dem Projekt kcineüber» schwengltchen Erwartungen entgegenbringt. TrotzdeM wende man der Errichtung zustimmen, um den Bürgern die Möglichkeit des Bausparens zu geben, ohne daß sie sich dem Risiko aussetzen müssen, das mit den Beteiligungen an den privaten Gründungen verbunden ist.— Es ist also mir einer Bestätigung des Magistratsbeschlusses durch die Stadtverordneten- Versammlung mit Sicherheit zu rechnen. Die Lausparkasse würde dann bereits am 1. Juli ihre Geschäfte aufnehmen. Siart zum Südamenkaflug. Zeppelin fahrtbereit für heute nachmittag. Friedrichshafeu.l?. Blai. Räch der heule nachmilkag getroffenen Entscheidung wird das Cnftfdfjiff„Graf Zeppelin* Sonukaguachmittag um 5 Uhr starten. Die Wettermelduageu mich der heutigen Abendkarte find als gut zu bezeichnen. Alle Vorbereitungen für den Slart find in- zwischen getroffen. Das Luftschiff liegt für den Start völlig bereit in der Halle. Es wird feinen Weg voraussichtlich über Bafel nehmen, dann das Rhonelal abwärts über Blarfeille noch Sevilla fliegen. Als besondere Neuheit sollen kurze Fahrtberichte von Bord durch Rundfunk übermittelt werden. Es sind verschiedene Stationen als Znnjchen, und Uebertragungsstattonen vorgesehen, die im gegebenen Falle die Ueberttagungen als Relaisstationen weiter- gebe» werden. Als Sprecher wird Ministerialrat Dr. Badt fungieren. Wie well neben dem Wetterdienst und Presseverkehr noch Zell für solche Uebertragungeu zur Verfügung steht, wird freilich noch abgewartet werden müssen. Auch die Rundsunksender des Aus- laiides werden in die Versuche mit einbezogen. Einweihung des neuen Humboldt-Hauses. Das Hrnnbofdt-Haus, der vor Jahren geschaffene gesellichaft- liche Treffpunkt der ausländischen Studierenden Berlins, siedelt in diesen Tagen aus der Fasonenftraße in fein neues Heim in der L,l.o p stock st r. 5ö über. Hier.stehen gm Rande des er- a art ettS in. gürfftiger' Hage �bessere und orwofferta Rännte zur Verkügnuz. Mit dM par knchem: von de,n Deutschen Jnstünt sür Ansländer an der Universität geschaffenen Lessing-Hau� das in erster Linie der Atchaltnng von besonderen Kursen des Instituts dient, ist enge Zusammenarbett sichergestellt. Das neue Humboldt-Haus ist ganz besonders zu begrüßen in einer Zell, in der an verschiedenen wichtigen Umversttäten des Auslandes vermehrte Anstrengungen unternommen werden, um die ausländische» Studierenden in Ver- bindniig mit dem Gasttande zu bringen. In New Jork, Chi- k a g o und San Franziska sind durch die Stiftung von Rocke- seil er prn. große internationale StudeiUeittlubhäuser entstanden, nach deren Borbild jetzt auch auf dem Gelände der Elle Unioerf Itaire in Paris ei» Klubhaus für ausländische Studierende errichtet werden soll, für das Rockefeller 3)6 Millionen Dollar gestiftet hat. Die Elte Univenitaire wird in wenigen Jahren Wohngelegenheit für an- nähernd 4009 ausländische Studierende bieten. Auch Madrid wird So dachte ich. Und dann begann ich in dem Völker- geschichtlichen Material zu blättern, das ich im Lause der Jähre, die ich numehr schon in Afrika zubrachte, gesammelt sjgt'te. Es war meine Absicht, diesen Stoff, der zumeist von den Azandeern handelte, in einem Bericht zu oerwenden, als Ahilage zu nüchternen, rein sachlichen Akten. Das kleine Werk sollte vom Atem des Urwaldes erfüllt sein, eine stille Bitte um Schonung und Gnade für dieses alte, stolze Krieger- volk und seine Kultur darstellen— wenn europäische Zivili- sation für Schonung und Gnade überhaupt Raum hatte. Es war eine recht schwierige Arbeit gewesen. Denn die Zlzandeer lieben es nicht, daß Fremde an ihrer Geschichte herumtasten und-pfuschen und den Ursprungsquell ihrer Sitten und Gebräuche ergründen. Wirklich wertvolle Auf- fchlüsfe, von maßgebenden Stellen, erhielt ich nur durch glück- liche Zufälle. In Bami hatte ich eine Zusammenkunft mit dem Bazandenhäuptling Zaloni verabredet. Sein Hauptdorf lag in der Nähe dieser Station. Doch waren es diesmal nicht in erster Linie die völkerkundlichen Interessen, die mich dazu brachten, ihn einzuladen. Bon neuem stimmten die Bakangos ihren Wechsel- gesang an: Bami ist nahe, sehr nahe schon! Gewiß wird der jgroße Weisse unser gedenken, wenn er seinen dröhnenden Fuß in Bami an Land setzt! Frei werden wir in unserm Boot heimkehren dürfen, bereichert durch Geschenke des großen Weißen, und ehe noch zwei Tage zur Rufte gegangen sind, wird fein Ruhm in un'erm Dorfe ertönen! Dort, Herr, liegt Bami. Dort ist Bami! Bami! Bami! Bami! Bami!— Bami!! Ruder und Staken schlagen gegen die Bootswand, der Gesang hat sich in minutenlanges ,.Bami"-Gebrüll und Ge- heul verwandelt. Auf dem gegenüberliegenden Flußufer erblicke ich eine Lichtung. Dort heben sich die Umrisse von Häusern ad. halb im Walde versteckt. Das also ist Bami: eine jähe Krümmung des Flusses macht, daß es uns gerade gegenüberliegt. Aber was soll das bedeuten? Die Sonne steht doch noch hoch am Himmel! Ich wende mich dem Bootsführer zu, der zugleich Vorsänger ist und den Austakt zu einem letzten Gesang gibt: Lange bevor die Sonne erlischt, bist du in Bami! Wir sehen nicht dorthin, wo das Gefängnis steht! Das Wasser, das Bruder des Feuers ist, wird unsere Heimfahrt beschleunigen bis wir in unserm Dorfe sind. Dort werden alle deinen großen Namen stehend ehren!— Lange bevor die Sonne erlischt bist du in Bami!— Keiner hat je so gerudert wir wir? Keiner hat je so gerudert wir wir! Jawohl? Ich verstehe schon. Wie klug und wie einfach? Dort ist Bami— gewiß, aber eh« wir bei der Lichtung landen, werden noch mehrere Stunden vergehen Denn der Strom ist ein paar Kilometer breit und so reißend, daß man bis weit oberhalb Bamiz hinaufrudern muß, wenn man, ihn überquerend, nicht an der Station vorbeigetrieben wer- den will. Trotzdem beginne ich meine Papiere langsam zu sammeln. Verweile bei ein paar Briefen. Wie schon so oft früher, fesselt mich besonders die Mitteilung eines Freundes, daß Knut Brede tot ist. Vor mehr als sechs Monaten schon starb er., In der Todesstunde, die er nach dem unglücklichen Schuß noch erlebt«, war ich bei chm*, steht in dem Brief. Er phantasierte— sprach immer wieder davon, daß jeder weiße Mann ihn verachten müsse. Aber der Grund, aus dem Knut Brede sich das Leben nahm, ist seinen Freunden ebenso schleierhaft wie die Bedeutung dieser Worie. Im übrigen war er ja seit seiner Rückkehr in die Heimat— von Anfang an reckt wunderlich.— Ich glaube zu wissen, was Knut Brede meinte, wenn er sagte, jeder Weisse müsse ihn verachten! Ja. so wundersam ist das Leben: ick, der ich hier in einer Viroqe liege, auf monaHanger Reife mitten durchs he'sse Afrika, ich weiß mehr über den Grund zu Knut Bredes Tod. als seine nächsten Freunde, die bis zu seinem Tode täglich mit ihm zusammen waren. Und doch waren wir keineswegs so gute Bekannte. Aber selbst fetzt— oder vielleicht gerade fetzt— nachdem ick? in diesem Lande schon einige Zeit gelebt habe, kann ich mir nicht denken, daß seinen Anfechtungen etwas anderes als Einbildung, ja Hysterie zugrunde gelegen hall Ich lernte Knut Brede in der Gesellschaft von Männern kennen, die alle— aus den Kolonien— zum Leben zurückgekehrt waren, mehr oder weniger vom Tode gezeichnet— und die wieder hinunter wollten in dieses sonderbare Land, das einem Manne innerhalb weniger Jahre das Mark aus den Knochen schmelzen kann. Diesen galgenfrohen Aben- teuern ist kein Eenußmiitel zu raffiniert. So eine Gesell- schaft konnte plötzlich aufbrechen und Land und Städte durchjagen, um schwarze Weiber aufzutreiben, in einer Art abnormer Afrikasehnsucht und-raserell Von einem solchen Ausflug kam Knut Brede eines Tages zurück in die fröhliche Stadt— Paris. Er fand uns in dem Haufe, wo wir früh morgens zusammenzutreffen pflegten, die meisten nur zu flüchtigem Besuch. Doch gab es auch einige wenige, die hier sozusagen zu Hause waren. Außer den gangbaren Gerichten wurde in dieser Gastwirt- schaft so mancherlei geboten: Opium, Morphium.�Haschis und Hanf. Ein Neuling, der einen erfahrenen Führer hatte, wurde außerdem ziemlich rasch darüber unterrichtet, daß das Etablissement sich in der Lage sah. nicht nur diese gewöhn- lichen Genüsse zu bieten, sondern jeden, auch den unwahr- scheinlichsten Geschmack zu befriedigen. Tatsächlich, alles in der Branche wurde auf Lager gehalten. Trat man von der kleinen Querstraße ein, so mußte man erst ein bürgerliches Caf6 durchschreiten. Durch Gänge stand dieses mit der Bar im Hinterhause in Verbindung. Darauf kamen erst ein paar große, niedrige' Zimmer, an deren Wänden orientalische Teppiche, hingen, die kleine, enge Kabinette bildeten. Außerdem waren da noch einige kleine Zimmer, deren Fußboden. Wände und Decke mll Spiegeln verkleidet waren, auf daß man jede Handlung von allen Seiten, aus jedem Blickwinkel sehen konnte. In dem freien Raum zwischen den Kabinetten waren Tische und Stühle aufgestellt. In der Mitte tanzten ab und zu nackte oder phantastisch aufreizend gekleidete Negerinnen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns nach Art des Ge- nusses in zwei Grupen geteilt, ohne daß deshalb eine unbe- dingte scharfe Trennung stattgefunden hätte. Denn einzelne hingen sozusagen beiden Gruppen an. Di« kleinere scharte sich ums Opium, um Haschis und Morphin- Ihre Mitglieder hielten sich für die wirklichen Gourmets des Lebens und laben berab auf die armen Schlucker., die sich am späten oder frühen Morgen mit so ordinären Genußmitteln wie Weibern, Wein und Tabak ergötzten. Sie betrachteten sie als vulgäre Menschen, die das Leben grob anpacken unk die über die unraffinierte Auffassung,- die. das Konfirmationsaller von Freuden hegt, nicht hinauskommen.-(Fortsetzung folgt.) en* bic anskmidvchen Studierenden auf ähnkichs Weife RiZckfichi nehmen. Tas grohe Stlö>cntenhaus in Warschau, das 1200 Wohnzimmer enthält, steht auch ausländischen Studiereichen zur Verfügung. Deutschlaich kann bei seiner bedrängten Finanzlage inst diesen Unternehmungen in diesem Ausmaß nicht in Wettbewerb treten. Trotz alledem wird das neue Humboldt�chaus eine wichtige und wesentliche Bereicherung bieten. Es soll mit modern eingerich- teten Hallen, Sälen und Zimmern noch mehr als das alle Hum- boldi-Haus der Ort fein, an dem sich die ausländischen Studierende» Berlins vor ollem mit deutschen Studierenden und Persönlichkeiten des akademischen öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens treffen können. Die Stunden, die die akademische Jugend im Humboldt- Haus zich ringt, sollen neben der wissenschaftlichen Bildung nicirschliche Erinnerungen und Verdichtungen schassen, die der Förderung der Freundschaft zwischen Deutschland und anderen Ländern der Erde dienen. Eigenheime für die Kriegsopfer. Die Reichsbund-Kriegersiedlung. Der Reichsbund für Kriegsbeschädigte hat neben seiner Fürsorge tätigkcit für die Kriegsl�schädigten eine prak. tische Selbsthilfetätigkeit aufgebaut und aus dem Ge- biete der Siedlungsarbeit recht gute Erfolge aufzuweisen. Die Gemeinnützige Re i ch sb u n d k ri e ge r s iedlu ng S. m. b. H. hat jetzt ihren Geschäftsbericht für das Jahr �92S vorgelegt und die Gelegenheit benutzt, der Berliner Presse die Sied- lungen in Neukölln, Lichtenberg und Lankwitz, zu zeigen. Die Ge- ssllschaft will gesunde und vor allem billige Eigenheime und Metwohwingen für die Kriegsbeschädigten und HiMerbliabenen erstellen. 737 Wohnungen sind bereits bezogen, weiter- 374 sind im Bau. 2m ganzen konnten durch diese Selbsthilfe bisher!750 Wohnungen gebaut werden. Diese Leistung ist um so höher.zu. bewerten, als der Reichsbund bei seinen Bauvorhaben immer auf recht billige Finanzierung sehen muß. um die Meten erträglich zu gestallen. Bei einer Rund- fahrt wurden die Berliner Siedlungsbaui-n besichtigt. Reben den Neuköllner Wohnungen am Bahnhof Kaifer-Friedrich. Straße gefielen vor allem die im Rohbau fertiggestellten Wohnungen in Lankwitz, die imnitten weiter Grünflächen helle lustige Räume haben. Die Bundesvorschenden Pfändner und Raa gaben auch über die Gefamwrganifaiion eine eingehende Darstellung. Der Reichsbund wird am 25. Mai in Mainz seinen 5. Bundestag abhalten. Der umfangreiche G e fch ä s t s b e r i ch t zeigt ein« un. gewähnliche starke Mitgliederzunahme. Bon 324 380 Mit- glieder, die dem Bund 1926 angehörten, stieg die Zahl auf 472-369. Di« Kriegsbeschädigten haben zu ihrer Organifat'wn Dertrauen, und das energische Eintreten für die Interessen der Kriegsbeschädigten hat dem Bund den Mstglicdcrnachwuchs gebracht. Gerade die wildesten Kriegsheger reden heute von dem Zwange, den Ver- forgungsetat abbauen zu müssen. Der Reichsbund wird am 23. Mai in Mainz mit einer machtvollen Kundgebung diesen Abbauplänen entgegentreten. Llm die Gefangenensürsorger. Justizmimster Dr. Schmidt hat neulich im Landtag bei der Vsratung des Justizetats unter größter Spannung der Zuhörer fein Programm der Strafoollzugsreiorm entwickelt. Di« preußische Verordnung über den Vollzug der Strafen in Stufen soll ttichi bloß aus dem Papier bleiben.' Der Landtag, durchdrungen von- der. Trogweil« dgx Resgxm. hat wieder cine� Lei�luß gefaßt,. der leider bis fetzt'ungähori verhallt ist.'R?r"1sist' f irren f o z i al- demokratischen Antrag angenommen, laut dein im Jahre 193l in preußischen Gejängnissen zehn Fürsorge- stellen geschassen werden sollen. Ein ähnlicher Beschluß, vor zwei Jahren gefaßt, der die Anstellung von acht Gesängnissür- sorgern norsah, blieb unausgeführt. Der Finanzminifter hat die erforderlichen Gelder nicht bewilligt, er hat erklärt, daß die Fi- nanzlag« die Schaffung neuer Stellen nicht gestatte und daß es überdies Aufgabe des Wohlfahrtsmini stsr iums, nicht des Justizministeriums sei, Gefangenenfürsorg« zu üben. Demgegenüber mutz gesagt werden: der Versuch, eine Straf- oollzugsreform ohne Mitwirkung sazialpädagogischer vorgebildeter Kräfte durchzuführen, ist aussichtslos. Der Einwand, Pfarrer, Lehrer und Anstnltsbeamten seien in der Lag«, dies« sozialpädagogische Tätigtest auszuüben— die Familienvcrhältniff« des Gefangenen zu erforschen, ihn selbst erzieherisch individuell zu beeinflussen, die mannigfachen Beziehungen mst Arbestgebern anzuknüpfen und zu uisterhasien, den Strafentlassenen zu betreuen— ist gegenstandslos. Pfarrer, Lehrer und Anstaltsbeamlen sind in einer Weise mit Pflichten überhäuft, daß sie die Gesangenensürsorg« nur im Neben- amte auszuüben imstande sind. Es wäre auch ganz verfehlt, wenn z. B. der Fürsorger, in das Gebiet des Pfarrers eingreifen wollt«: die Seelsorge der Mstglieder von Airchengemeindeu kann und soll nur Zlusgabe des Geistlichen sein. Die Saat aber die er in die Herzen seiner Pflegebefohlenen streut, würde um so besser auf. gehen, wenn er in der soziolpädagogiscilen Arbeit des Fürsorgers eine Unterstützung- finden würde. Das Gleiche gilt auch in'bezog auf den Lehrer und Strafanstalt sbeamte. Der Geföngnisfürsorger ist auch ihnen nur ein Helfer. Das Beispiel Thüringens und Hann burgs, wo Getangenenfürsorger bereits fest Jahren in Tätigtest sind, beweist, daß die Arbest sämtlicher in den Gefängnissen be- schäfiigten Organ« sich reibungslos vollzieht. Wir haben die Ernennung des Ministerialdirigenten Dr. Bürger zum L«st«r des preußischen Strafvollzugs begrüßt und.zweifeln keinen Augenblick, daß es seiner Tatkraft gelingen wird, die Hem- mungen zu überwinden, die dem einen oder anderen Ministerium hinsichtlich der Schaffung von Fürforgerstellen Im Gefängnis eut- stehe» mögen, jllelnliche Sparsamkeitsrücksichten oder Rioalstäts» befürchwngen sollten nicht ein Reformwerk von so großem Ausmaß in Frage stellen dürfen. Der Neuköllner Sängerchor. Ritglied des Deutschen Arbeiter» Sängerbundes, singt am Sonntag, dem 18� Mai, nachmittags 4 Ubr. om Rechkckpiof Statur der Was zwischen den beiden Kinderspielplätzen an der —-~'■ im Neuköllner BolkSpmck. ummmd» �Severmgs Kälscherzenirale." Wieder ein enthüNtes Phantasieprodukt der„Zioicn Fahne". Zu den zahlreichen Beleidigungsprozessen der„Roten Fahne" gesellte sich gestern noch ein weiterer. Angeklagt wegen Beleidigung Seoerings und des früheren Pressechefs des Innenministeriums Haubach war der Redakteur der„Roten Fahne" Fritz Hompel. Anlaß zu der Schünpskanonade bot dem Blatte das in dem.Ffam- burger Anzeiger" abgedruckte Rundschreiben über die Zersetzungs- taktik der KPD., unterschrieben vom preußischen Landtagsabgeord- neten Obuch. In der„Roten Fahne" vom 4. Januar erschien dar- auf ein Artikel„Seoerings elende Fälschungen", in dem er und Haubach Lumpen und Fälscher genannt, das Innenministerium als Fälscher-entrale bezeichnet wurde usw. Am 14. Januar brachte die „Rote Fahne" einen weiteren Artikel„Die 5llassenjustiz verschleppt", in dem mstgetcist wurde, daß Obuch einen Strasantrag gestellt habe, datz die Staatsanwaltschaft jedoch die Angelegenheit verschleppe. In der gestrigen Verhandlung erklärt Haubach als Zeuge, daß das Innenministerium mst dem im„Hamburger Anzeiger" abgedruckten Rundschreiben selbstverständlich nichts zu tun habe. Der Landtags» abgeordnete Obuch erklärt«, datz das Rundschreiben nicht von ihm stammc und der Chefredakteur des„.Hamburger Anzeiger", Dr. Wienbauer, schilderte, unter welchen Umständen er in den Be» sitz des Schriftstückes gelangt war. In der Redaktion des Blattes sei ein Mann erschiene», der sich als früheres Mitglied der KPD. vorgestellt und zum Beweise der Richtigkeit seiner Behaup»- tung zwei Briefe vorgelegt habe. Da die Thesen des Rundschreibens der allgemeinen Taktik zu entsprechen schienen, habe er an deren Richtigkeit keinen Zweifel gehabt. Der Staatsanwalt beantragte sechs Wochen Gefängnis. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen sormolcr Beleidigung zu einer Geld st rase in Höhe von 1000 Mark. Gaukonferenz der Zungsozialisien. Die Jungsozialistische Bereinigung, Gau Verlin» Brandenburg, begann gestern ihre Gaukonferenz in dem Heim der Naturfreunde„R e i h e r h o r st" in G r o tz- K ö r i s bei K ö n i g s- Wusterhausen. In der Vereinigung sind unsere jüngeren Parteigenossen im Alter von 18 bis 23 Iahren zufammengefchlossen, die in regelmäßiger Zusammenkunft sich theoretisch und prak- tisch mit den Fragen des Sozialismus uird der Sozialdemokratie auseinandersetzen wollen. Di« Konferenz befaßte sich am Sonn- abend mst der Besprechung organisatorischer Angelegenheiten. Heute, Sonntag, den 18. Mai 1930, früh 9 Uhr, wird der Genosse Dr. Fritz L e w y- Breslau über das Thema„Sozialdemokratie und Staat" referieren. Im Anschluß daran soll ein« Diskussion stattfinden. In der Sitzung vom Sonnabend wurde mst Deutlichkest betont, daß nur im engen Zusammenarbeiten mst der Sozialdemo- Erotischen Partei ein erfolgreiches Wirken fiir die Ideale des Sozia- lisnms möglich ist. Die Schöneberger Mittelschule feiert ihr SOjähriges Jubiläum durch Aufführung der Märchenoper„Vogel Phönix". Die nächsten Borsührungen finden Sonnabend, den 17. Mai, und Sonntag, den 18. Mai, jedesmal 20 Uhr, in der Schulaula statt. Sältnls»«» Symvafiam Ulli» So empl. Schule. Di« zweite ö sseutlich« Tltert'.versammlnng findet um Montag, dem IS. Mal. SO Uhr. in der Aula. Jnselstraße 3—5, statt. Im Anschlust daran findet ebenda zwecks Ausstellung der Kandidatenlist« zur ElternbeiratSwahl eine geschlossene Bersaminlung der Parteigenossen statt. BolltähligeS Ersbeincn—-bcsÄiderS auch' der Frauen�' ist nnbcdiügt ersorderlich. Mitgliedsbuch mitbringen C�SSCI* Das große Qualitätshaus mit den kleinen Preisen! Pfarrer und Amtsvorsteher. Geltsame Zeugenaussagen im Bornimer Gitilichkeitsprozeß. Der Potsdamer Prozeß gegen den Bornimer Amts- Vorsteher J t e n z e t erhält eine Ausdehnung, die das Gericht nicht erwartet, die aber den besonderen Verhältnissen dieser Verhandlung entspricht. Sich zwischen Wahrheit und Dichtung zurechtzufinden, ist gerade in diesem Falle ganz auherordentllch schwer. Jede Einzel- heit muß ausführlich erörtert werden, jede Kleinigkeit scheint von Bedeutung. In den drei Verhandlungstagen sind bis jetzt nur die eigentliche Anklägerin, die sechzehnjährige Gertrud, das Pfarrerehepaar, die Leiterin der Kochkurfe, die beiden Sekretärinnen des Angeklagten und Professor W i e d e in a n n vernommen worden. Die entscheidenden Aus- sagen der Mitglieder der Familie Frenzcl stehen noch aus. Trotz der äußerst präzisen Aussagen der jugendlichen Hauptbelastmigs- zeugin konnte man gewisse Zweifel nicht unterdrücken, und dos Pfarrerehepaar, wie auch die Leiterin der Kochkurfe, die Gertrud am 14. Februar in das Pfarrhaus gebracht, konnten nur das Wiedergeben, was sie von dem jungen Mädchen erfahren hatten. Was von diesem zu halten ist, läßt sich schwer sagen. Gertrud veranlaßt zum Beispiel die Pastorin, jeden Abend mit ihr für den Vater zu beten und tritt vor Gericht, um ihn zu vernichten. Justizrat Josephsohn erbittet von der Pfarrersfrau über diesen Widerspruch Aufschluß, erhält aber keinen. Er stellt mit Recht die Frage, ob nicht ein Verzeihen in höherem Maße dem Geist eines Pfarrerhauses entsprochen hätte und spricht die Ver- inutung aus, ob nicht der Einfluß des Pfarrerehepaares Gertrud veranlaßt habe, von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht keinen Ge- brauch zu machen. Das Pfarrerehepaar bestritt vorgestern mit Emphase jede Beeinflussung; war aber gestern gezwungen, zuzu- geben, daß es feine Schutzbefohlene von ihren Angehörigen abgeschlossen habe— selbst ein Bittbries der Muter blieb unerhört— aus Furcht, man würde von irgendeiner Seite auf sie einwirken, die Anklage fallen zu lassen. So könnte die Wahrheit zu Schaden kommen. Im Gerichtssaal entsteht immer wieder eine äußerst gespannte Stimmung. Fortwährend kommt es zu Zusammenstößen zwischen Staatsanwalt und Verteidigung. Der Gerichtssaal spiegelt nur die Kämpfe hinter den Kulissen wider, die sich vor der Verhandlung abgespielt haben. Die Familie Frenze! hatte einen Detektiv engagiert, der Material sammeln sollte. Dieses Material, an dessen cherbeischosfung eine der Frcnzclschcn Sekretärinnen mitgeholfen hat, wird auch Im Prozeß vorgebracht werden. Man lernte gestern die Sekretärin kennen, lieber ihre Beziehungen zun, An- geklagten verweigerte sie die Ausjage. Jedenfalls duzte sie sich mit ihm— wie auch die andere Sekretärin, die als Zeugin vernommen wurde, sie verweigerte gleichfalls die Aussage über ihre Beziehungen zum Angeklagten und Gertnid sprach von dem chaß, den sie gegen die erste Zeugin hatte, da sie doch„als verheiratete Frau mit einem Familienvater"' ein Verhältnis unterhalten habe. Die Kleine hatte von ihren Schwestern zuviel über sexuelle Dinge gehört und zuviel eigene Beobachtungen auf diesem Gebiete angestellt. Als aber der Vorsitzende vorgestern in den Angeklagten drang, ob er vielleicht doch nicht ein Geständnis ablegen wollt«, erklärte er: Es sei alles gemeine Lüge, er habe nur an sich gehalten, um seine Tochter zu schonen. Vierzig schwarze Sänger. Auf dein Bahnhof Friedrich st raße entstiegen gestern abend dem Pariser Expreßzug 40«Studenten und Studentinnen der Neger-Universität champton(Virginia), Mitglieder des aka- demischen Negerchores der dortigen Universität, die unter dem Protektorat des amerikanischen Botschafters am 20. Mai in der Philharmonie ein Konzert geben. Die Tournee dieser jugend- lichen Negersänger, die sie von Amerika über England und Frank- reich nach Deutschland, von da über Oesterreich und die«Schweiz zurück nach ihrer Heimat bringen wird, stellt gleichzeitig ein kultur- politisches Ereignis dar. Die jugendlichen Vertreter der farbigen Rasse wurden im Weißen Hause von Eooliüge offiziell empfangen, das erstemal in der Geschichte amerikanischer Neger, daß dies« die Schwelle des Weißen Hauses übertreten durften; ebenso wurde ihnen in London durch die Königin und die Regierungsvertretcr Macdonald, Henderson und Snowdcn sowie dem gerade zu Besuch weilenden österreichischen Bundeskanzler Dr. Schober ein Empfang bereitet. In Berlin ist der Ehor Gast des amerikanischen Bot- schafters. Die jugendlichen Sangeskünstler sind nicht durchweg Musiksdudierend«, sie haben verschiedene, ganz nüchterne Wissen- schasten studiert. Unter ihrem Dirigenten und Komponisten Dr. Dett werden sie alte Negergesänge und Tschaikowskysche Weisen, die nach Ansicht ihres Dirigenten teilweise große Verwandtschaft mit der Negermusik zeigen, zum Vortrag bringen. Am 21. Mai verlassen sie Berlin und fahren nach Wien, wo sie ebenfalls konzertieren werden. Ei« gerügter Beamter. Wir berichteten im„Vorwärts" vom 27. Februar 1529 über einen Fall im Bezirksamt B crlin- Pa n k o w, wo ein Beamter des Bezirksamtes, Mitglied des„Stahlhelm s", es wagen durste, in seinen, Büro zu jedermanns Ansicht auf dem Kalender den 9. November schwarz zu umranden und handschriftlich hinzuzusetzen:„D a s ist der Tag de r Lumpen und Verbrecher." Der Bürgermeister Dr. Meißner vom Bezirksamt Berlin-Pankow hat darauf den Beamten mit einer Geldbuße von v Mark bestrast, da der Oberpräsident eine Bestrafung abgelehnt Halle. Die Republi- tanische Beschwerdestelle war bei dem Bezirksbürgermeister vorstellig geworden und Halle am 1. März 1929 den Bescheid bekommen, daß „in der in Frage kommenden Angclegeichcit gegen den Beamten die Einleitung des Disziplinarverfahrens auf Dienstentlassung beantragt worden ist". Es ist iilleressant. daß der demokratische Oberpräsident nichts veranlaßte. während der dcutschnatio- nale Äezirksbürgermeister Dr. Meißner bei der groben Ungehörig- keit auf die allerdings recht milde Geldbuße von 9 Mark erkannte. Ferienkurse der Arbeiierbildungsschule. Die schulischen Kurse, deren erster Zweck es ist, Funktionäre heranzubilden oder denen, die überall da, wo es möglich ist— im Freundestreis, in der Werkstatt oder Fabrik—, für die Partei werden, das nötige Wissen zu geben, das Denken in die richtigen Bahnen zu lenken und so den Blick zu schärfen für die Tatsachen der Wirtschaft und des Gesellschastslebens. finden in der Regel jede Woche einmal statt. Alle die Hörer, die in schwerer Berufsarbeit tätig sind und sich abends aus die Schulbank setzen, bringen der Ge- meinschaft ein großes Opfer, und wenn unter solchen Umständen dennoch Erfolge erzielt werden, so ist das ein Beweis dafür, wie intensiv in den Abendkursen der Arbeitcrblldungsschule gearbe.tet wird. In dem nun abgeschlossenen Arbeitsjahr 1929 30 nahmen an sechs zentralen und 36 Einführungskursen 1S00 Hörer teil. Wie in den letzten Jahren, so sollen auch in diesem Jahre im Spätsommer wieder Ferienkurse stattfinden. Diese Kurse, die in abseits der Großstadt gelegenen Orten stattfinden, bieten viel größere Möglichkeiten der Aufnahm« und Verarbeitung des Lehrstoffes als die Abendkurse. Sämtliche Teilnehmer wohncn eine oder zwei Wochen lang zusammen, führen ein Gemein- s ch a f t s l e b e n, und da neben der sür die Kurse verwandten Ar- beitszeit noch reichlich freie Zeit zur Erholung bleibt, sind die Hörer — von der Tretmühle der Arbeit in der staubigen Großstadt be- freit— um so oufnahmefcihiaer und können hier erst wieder ein- mal gründlich über die Problem? des Soziallsmus nachdenken. Es sollen diesmal drei Ferienkurse stottfind-n, und zwar: 1. Unsere Gegner im Slasienkamps(Die deutschen politischen Parteien, ihr Wesen, ihre Geschichte, ihre Organisation und ihve Politik). Lehrer: Dr. Karl Mierendors- Darmstadt. von Sonntag, den 17., bis Sonnabend, den 23. August. 2. Die Marrsche Ge'chichls-. Gcsellschasls- und Staaleaufsasiunq. Lehrer- Dr. A. Gurland, von Sonntag, den 24. August, bis Sonnabend, den 30. August.. n<. 3. Der Kapitalismus der Gegenwart und Zukunft. Lehrer: Georg Fuchs, Redakteur in Leipzig, von Sonntag, den 31. August, bis Sonnabend, den 6.«September. Der erste Kursus gilt als E i n s ü h r u n g s k u r s u s. die beiden nächsten Kurse setzen Vorkenntnisse bei den Hörern voraus. All« drei Kurs« finden statt im Ferienheim der Natur- freund«„Reiherhorst" in Klein-Köris. Die Unkosten betragen für den Kursus 33,50 M. Hierin ist eingeschlofs-n d« volle Verpflegung, Quartier und H ö r q e l d. Die Kurse sind so gelegt, daß jemand, der über mehr als eine Woche Ferien verfügt, auch den zweiten Kursus belegen kann. � � � Anmeldungen zu den Kursen erbitten wir recht bald an dos Büro der A r b e it« r b i l du n g s s ch u l e, SW. 08, Lindcnstr. 3. 2. Hof 2 Tr., Zimmer 9.__ Zoo im Licht. Als Auftakt der neuen Saison hat der Zoologische Garten ein neues, abendliches Lichtkleid erhallen. Durch unsichtbare Lichtquellen, die in Form von Pilzen, Palmen, Lilien usw. an allen Ecken und Enden Licht spenden, verwandeln sich Alleen und Anlagen zu nächtlicher Stunde in einen richtigen„Sommernachtstraum", noch dam. wenn auf den neugeschaffenen Tanzflächen im Freien tanzende Mädchen ihre Künste zeigen. Besondere Lichtpunkte bildet der neue Musikpavillon für die Tanzkapelle und die„Verlobungsbrücke", die. von leuchtenden Glaspfeilern flankiert, automatisch wechselnde Far- den.zeigt. Phantastische Lichtreflexe spiegeln sich in den dunklen Wassern, der mächtige Jchthosanrus vor dem Aquarium wirkt in seiner magischen Beleuchtung noch ungeheuerlicher, die Goldsischlein müssen sich erst nach und nach an die neuartige Bauchbestrahlung gewöhnen und die Bärcnfamllie wendet etwas ungnädig Aug und Ohr von all dem Licht und Spektakel. Zeictensfoffe_ Teile de Seie reine Seide, neueste Farben, für n85 Blusen u. Kleider, ca 80cm br. M. mL Japon-Druck Bute reinseid. Qualität herrliche?H9lI ruckmuster in größter Auswahl 0 Satin Riehe-Druck Seide m. Kunsts. i. einzigart. Aus- il90 mustsper. marine u.schw. Fond M.■» Waschstoffe_ Wasch m aussei ine neueMuster in reicher Aus- /JO nvoHI■••••■*•••••••• P�». Vollvoile schöne Muster, große Auswahl ca. 100 cm Breite....... Pf. Wollmousseline wähl•••••••••••••••■ AA. f Kinderkonfektion Handschuhe Kleidchen �'otnVS! hübscher Kragengarnitur Gr. 45 A75 Stg. 75 Pf........... 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Skrupellos schanzt der Vürgerbloit den Großagrariern, den Vesttzeudeu Hunderte von Millionen zu. Der breiten Masse aber wird doppelt und dreifach genommen. Abbau der sozialen Leistungen auf der ganzen Linie ist beabsichtigt..Hochschutzzölle werden die LebenS- Haltung verteuern. Der geschloflcnen Front der besitzenden Schichten muß die Einheitsfront des Prole- tariats unter der Jahne des Sozialismus entgegengesetzt werden. Hausfrauen! Werktätige Frauen und Mädchen! Sorgt für Massenbesuch unserer Frauen-Werbeveranstaltungen! Werbt neue Mitglieder! Demonstriert in Massen vor unserer Kundgebung zum Internationalen Frauentag am 1. Juni, um 16 Ahr, auf dem Sportplatz„Einsame Pappel". Eantianstratze.(Der Aufmarschplan wird noch veröffentlicht.) Gegen Sozialreaktiou!— Gegen Faschismus!— Für Arbeitsschutz!-— Für Völkerverständigung!— Für die Solidarität des internationalen Proletariats. Der Vezirksverbond der SPD. Berlin. kksl>enverdev«sn5ts>iungen. 2 um Internationalen Frauentag; Ciafeabungtn ffit die!« 3UBra Rull B« r 1 1« SS«8, SwdcnstraK« 3, furGroß-Berlin stet, tu d« 2. Hof, 2 itfppm rechts, z» chcht»«. 1. Stf.li Mitt«. Montag. 19. 'caktla»' ... Mai, IKt Uhr, Sitzmiz dar Stadt, and Se- ztrUyerordnxtey/ gnStln» d-s�Bo-sttz-nhen der®«irf6ncr. farnlalurg, RIoftetftr. 68.— Diancloa. 20. Mai. 19ii Uhr,(Jifcung des er. tncitcrtcn ktreisrorjtandck bei Dobrö�law. Swinemiticher Str. 11— Sin Kanneretaa. 22. Mai, WH Uhr. findet im Hackefchen Hof. Nosenthafec Slrahe 4010, ein» Versammlung der Enirp« 1 n. 2 de» iseell>e»lee»cr. bände» statt. Die Freidenkergcnossca werde»«rsncht. vollzählig»i» er- scheinen. Z. strei, Weddlsg. lir-iaversammlnns der SPD.. Elte rnbeirät« am Montag. W. Mai. 20 Uhr. bei Ulbert Sorgah. Uferstr. 12. ecke Mortin-Op't.StroKe Vortrag:»zur Sliernbeirotswahl am 1. ftuni". Rcserent Genosse Lehrer Viktor Malina. Ull- Genossen von schul ostlchngrn Kindern stvd-inglladeo Auewci» durch Milgliedobuch. Sympathisierende Sltrrn könne»«inzefllhrt werden. 4. Pres» Peenzla»«, Berg. Die Äbteilungskassierer werde» gebeten.» WIlmersdort. Mittwoch, 21. Mai. 20 Uhr, findet ein« große politische Ktindgebuna im Biitoriagatten, Äilhelniraue 114— 11Z, statt. Reeerentln Reia'wtagsabgec.rdncte Genossin Jvhm.Schuch. Alle Parteigenossen nehmen an der Beranstaltung teil. ''«chiw II. ttrei, Schdoeberq. Montag, IS. Mai. 20 Uhr, Kreisstinktionärsttzirng bri Will, Martin-Luther-Strake 6S. Vortrog des Genossen Max Seydewitz. M d. R.. über:..Die politisch« Lage". 1».«rei, Sempelhos. Montag, 1». Mai. WH Uhr, Mitgliederversammlung der Arcidenler im Lokal Mali-—... Reichsgeneoalversammlung. Maricndorf, Ghausseestrotze. Bericht von der 1. ttreis Mitte. Montag, den SS. Mass um 20.1Z Uhr, in der Kultumbteilung des Deutschen Meto Harb elter-De rixuides, Linienstraße 197. FUmoorführung:„Giftgas". Ansprachen: Genossin Toni Sender. M. d. A., Genossin Frida Gladosch, ADGB. Ünfostenbeitrag 39 Pf. 2. Kreis Tiergarte«. Dienstag, den 29. Mai. uni 19�? Uhr. in den.Armlniushallen". Bremer Straße. Kundgebung. Wchtbildern ortrag:„Das faschistische Italien". Ansprachen: Genossin Mathilde Wurm, M. d. R„ Genossin Gertrud Ellert. AfA-Bund. Z. Kreis Wei»bi«g. Dienstag, den Z9. Mai, mn 19.� Uhr, in den PharussÄan. Mullerstr. 142. Rezitationen: Genossin Martha Ähn. Flstrwariührung:„Streif�ua« durch Frankreich". An- sprachen: Genossin Toni Sender, M. d. R.. Genossin Gertrud Hanna. M. d. L., vom ADGB. Unkostenbeitrag 39 Ps.— Dienstag, den 27. Mai. um 1914 Uhr in den„AUantitsälen". Behmstr. ö(am Kahnhof Gesundbrunnen). Rezitationen: Ge- nofsin Marchs Lohn. FUmvorftchrimg:„Giftgas". Ansprachen: Genossin Käch« Kern, Genossin Est« Michaelis. AfA-Dund. Un. kosteubeitrag 39 Ps. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Sonntag, den 2S. Mai. Ii Uhr vormittags. Frauenkundgebung im„Echsium". vanzigsr Str. SZ. Eingang Prenzlauer Mee 56. Filmoorführung:„Giftgas". Elternchor der weltlick)en Schule. Anspracheu: Genossin Clara Bohm-Schuch. R- d. R., Genossin Emma Ritsch«,?lDGB. Uvwstenbeitrag 39 Pf. S. Kreis Friedrüchshai«. Sonntag, den 25. Mass 19 Uhr vor- mittags. Comenius-Lichtspiele, Memeler Str. 67. Filmvor. sührung:„Gstgas". Ansprachen: Genossin Käthe Kern, Ge- nossin Frida Gladosch, ADGB. 6. Kreis Kreuzberg. Montag, den 19. Mai, um ISti Uhr, bei Rabe Fächtestr. 29. Filmvorstchrung:„Giftgas". Ansprachen: Genossin Dr. Köche Frankenthal und Gertrud Ellert, AfA-Bund. 7. Kreis Eharluttenburg. Donnerstag, den 22- Mai, um igsst Uhr, in„Ahlerts Festsälen", Berliner Straße. Filnwor- fichrung:„Die Wunder Asiens". Ansprachen: Genossin Marie Kunert, M. d. R., Genossin Gertrud Ellert, AfA-Bund. 8. Kreis Spandau. Sonnabend, den 31. Mai. um 19 Uhr, aujj der FreUichtbühne auf dem Zitadellengelande. Spandau. Ber- kiner Chaussee. Bei schlechtem Wetter in der Schule. Feierstunde. Filmoorfuhrui«:„Die Mutter". Rezitationen: G«< nossin Margarethe Merrbgch. Chöre, gesungen von den Sängern de» Vereins„Thpographia". Ansprachen: Genossin Gabriele Prost, Rationalratin aus Wien, Genossin Marie Weber, ADGB. st. Kreis Wilmersdorf. Mittwoch, den 21. Mai. um 29 Uhr im„Mktoriagarten". Wichelinsaue 114�115. Politische Kundgebung. Resersntin: Genossin Clara Bohm-Schuch, M. d. R., Genossin Frida Droekmann, AfA-Bund. II. Kreis Schöneberg. Mittwoch, den 28. Mai. um 29 Uhr. in der„Chamissoschule", Barbarossaplatz. Filmoorsührung:.Lhne Auto durch Afrika". Ansprachen: Genossin Marie Kunert. M. d. R., Genossin Frida Licht, AfA-Bund. 12. Kreis Steglitz. Lichterselde. Lnnkwitz. Donnerstag, den 22. Mai. um 29 Uhr. in Hertels Festsälen. Lichterselde. Zehlen- dorfer Straße 5. Straßenbahn 74- Lichtbildervortrag:„Der Kampf der Frau um den Sozialismus". Ansprachen: Genossin Lotte Lemke, Genossin Käthe Lindenfeerg. ADGB 13. KreiS Tempelhof. Muriendorf. Marienfelde. Lichte»- rade. Freitag, den 23. Mai, 1g>l Uhr. bei Manq, Martendorf, Libausseeslraße. Fibnoarstchrung:„Giftgas". Ansprachen: Ge. nossin Mathilde Wurm. M. d. R.. Genossin Frida Licht. AkA- BuNd.__ 14. Kreis Neukölln. Dienstag, den 29. Mai, um 19 H Uhr. im ..Saalbau", Berastr. 147. gllmoarsuhrung:„Die Mutter". An. sprachen: Seuossm Clara Bohm-Schuch. M. d. R.. Genossin Frida Licht. AfA-Bund-__ Id. Kreis Treptow. Montag, den 26. Mai. um 14 Uhr. Ausflug nach dem Wendenschloß mit den Kinderfreunden und der SAZ. Ansprachen: Genossin Lisa Alb recht, Genossin Else Krummschmidt, ADGB. Erwerbstätige Genossinnen können später teilnähmen. 13. Kreis Köpenick. Dienstag, den 27. Mai, um 29 Uhr. im großen Saal des Stadttheaters am Wilhelmplatz. Filmoor- führung:„Streifzuge durch Frankreich". Ansprachen: Genossin Paula Kurgaß, Genossin Enww Ritsche, ADGB.— III. Ab- feilung Bohnsdorf. Mittwoch, den 21. Mai. 29 Uhr. bei Wadrei, Lokal zu den„Vier Jahreszeiten", Bahnhofftraßc. Filmvor- fichrung:„Freie Fahrt". 17. Kreis Lichtenberg. Mittwoch, den 2l. Mass um 14 Uhr. Tressen in KaulSdonSüd, Lokal„Jägerheim". Um 18 Uhr in der Schule Kaulsdorf Filmvorfichning:„Giftgas". Ansprache: Gertrud Hanna. M. d. L. 18. Kreis Weistensee. Donnerstag, den 29. Mai, um 29 Uhr, in der Aula des Lyzeums. Pistoriusltraße. Lichtbildervortrag: „Die Frau und der Sozialisinus". Ansprachen: Genossin Äsche Franlcitzhal, Genossin Else Krummschmidt. 19. Kreis Pankow. Donnerstag, den 22. Mai, um 19'- Uhr, in .. Linders Aonzerthaus", Breit« Str. 34. Filmoorsührung««: 1.„Erwachendes Aegypten", 2„Streifzüge durch Frankreich". Ansprachen: Genossin Hertha Gotthelf, Genossin Carola Wetzl. ADGB. 14. flteU«uilbtt«. Set uns nahestehende Zeattaloeckdand de» St- ji beitsinoallde»»ad Witwen Drutschlands— Vrtsgrnvfle««Nil»—?. Jodet alle Genosse» und Genossinnen zu», 1. iftsthlln-sseft ei». Sonnt»-, ss- Id. Dat. un Lokal Beegichlotzhöhe, staelzao-ttnssr.«— 11. Mitwirkende£§ &nd: Da» MnsilJor»,.Reichodannet Rouliilln". der Uieninnay�dat". de» J? ttistenveeein„ffteie Unioo- und ssr. Ge. Wolter kLicdrr zur LouteZ. »nsan» 4 Uhr. Gintritt SS Pf. Tanz stoi! d 14.«rei« Ronlöllo. Montag, u. Mai. WH Uhr, Sitzung der BtziSoner. ordn�ltenfvoktion int Ratltauo. Zimmei 137. 13.«rei» Treptow. Sonntag. 13. Mal, Mdruna durch den Botanischen Garten. Treffpunkt V# Uhr vor dem Hauptvoriol Untre den Gtchon. Ztn Anlchlutz an die sisthrnng findet ein gemeinsamer Auofing statt. 1«.«tri,«tzpeuick. Montag. Wj Uhr. ffraltionositzung mit»refovarstand im Rathau», stimme» 32. Erscheinen der«reisvorstandoinktgltrder und Mitglieder der siraNion ist dringend notwendig. 18.«rei, Weidensee. Mittwoch, 21. Mai, 2» Uhr,«relowitgNeder. »ersommluu« im Reftnnroui zum Pserdemaelt. Schönste. 78/7«. Genosse W Gnaeldeet Gros, M.». R„ spricht Uber den gnlchisants al» soziale und st! polnische Gefohr.— Dienstag, 20. Mai. 20 Uljt, fluefu» des Genossen W lZ Dt. Schlesinger im Bezirksamt, Albectinenstr. 6. Sin Lokalwechsel findet ssZ nicht statt. Heute. Sonntag. 18. Mai- 23. Ptzt. Die Lettllvg der M>MIung hat vom 19. Mal dt» 30. Juni der Genosse Dr. Drütschtroo.. RS. A. Hufelandstr.», m. Der Umlanf ist rar den Kezirksfitdrrrn aber noch au den Genossen Äerschnitzlo. NO. 18. Olivaer Str.» II abzugeben. 8».«dt. SUntetedori. FluadlStler find»om Genosse» siritz. Sigwaringer Strasse 30, abzuholen. Dir bitten um rege Batoiliaung. 71. ss!» 82. Vit. sWilweredoef. Schönoberg. Srichenou, Steglttzl. Genossen»ob Snmpathisterende. die«iuder in der«lintgtu.Lutlen�SchuIe hoben, werden aedeten. ihr» Adressen umgehe»d an den Genossen Paul Steffen». ; Friedenau. L-tubacher Str. 3. zu melden. Di« Unterschritt'» werden siir die Gllornbetratewablen benotiat. 88.«dt. Towpelhoi.«itr die Internationale Srauerapessdawoche sind die TW«- � von der Genossin Sarsdorf abzuholen. WätzV___ WL»dt. Treptow. Alle Ge.noss-nneu und Genossen beteilkgon sich Dcranstaliurg de, L reise» um Sstt Uhr. 128180.«dt. Batztow. stur flilmvorvthrung der«indirfreunte 11 Ute tue «Ins Tivoli bitten wir um reg» Setoiltgung. Morgen. Montag. IS. Mai: 12.«M. 30 Uhr slurcktioo aroersammlunz bei Schmidt. Melosistr. 17. Alle«arie» issr de» 30. Mai mstssen Montaa von 17—14 Uhr her Sicht abgerechnete«orten Uferstr. 13, Scke Martin-Ooetz. I».«dt.___ �■____........_____ Sab». Schllnwalber Sir. 11. abgerechnet werden galten al» vertan tt. «.«dt.«twmtellisstet 20«br bei Sorgatz.__________...______ w. Strasse. Vortrag zu den Glternbeireuswahlen. Referent Viltor Marina 33. «dt 30 Uhr Glternnerfawmlllng bei Werlalla. Ha�nloheftr. 3. Thema: AufsteIung dar«andidatenlistt. Smnoathüierende sind mttzitbrtngen. mw* MMMMMD S 3».«dt. Glterndeiratswabl �uise-Ott».Prters�ck>uIt". Mt Partei. 8 genossen und Borwörtaleser, deren«inder diese Schule besuchen, werde» dringend ersucht, am Montagabend in der«Hternoersammlun�rawekoh 48.«b» Montag. 14. Mai, 30 Uhr. Ableilnngsmttgliede roersam mluna bot lstorfter. Drtlbundstr. U. Dort rag:.Reichsbanner und Partei". Referent Genosse Dr. Hanhach. 43.«dt. Achtung Ordnerl wie Uhr bei Rade, sstchtestrass«. 38.«dt. Sdaelotttnbnrg. Ausgabe der Dlugblätter für die Frauen werbe» woche in der stell non 17—19 Uhr im Rav.kebau«. linder Seileafl. Gr» wartet wird rege Beteiligung. 77.»bt. Gchonederg. Borftandssttzung bei«ofchenz, Anostel.PanIus.Sbr. 27. ~" 30 Uhr bei Rosenau, Landccher-, Scke Baminer Strasse. m der Genossen und Sympathisierenden, deren«inder die IS. Gemeinbeschule und die«onigin�uisen-Schule besuchen, stahsireicher Besuch eitdften. Reulall». U.«dt. 20 Uhr Sitzung der siunllionürc mit den Glternbeuate. signdidaten im Lokal von stunmermann. Treptower, Gcke 81.«ist»Hede»««." stusamutenkunft In Frage kommen die ISb. 30.. 36.... W W.W Gollwitz. Schule und die 3. MLtch-nmittelschule am Rimarbplatz. 88. Stnltgarter Strasse. und 34. Geweindeschule. die«dlbe- 98.«b- 20 Uhr(-ttervverfammlung der u. und 12. Semeindeschule Jonas» und TbomasNiasse bei«illmer, Shigatitr. 3«. Tagesordnung:.Warum wddlen wir Lifte Schnlnufbau?" Referrnt Rektor Sesse. Die Parteigenossen sind neteflichttt zu erscheine«. ,«dt. Srit Bnckow.«sie Genossinnen und Genosse», welche ihre«inoeo in die 19 und 30. Semeindefchule, Bürqerstrass« und 31. und 32., Sanne. mannstrotze, schielen,«erden ersucht, um 20 Uhr in der Salle am Huf. eisen zwecks«avdidgtenaufstellung ,ur Gltorndetratswalil zu erscheinen. QÜMÄ anni UBERALL ANERKANNTI MANOLI PRIVAT 6 C�Pf.'��t�areHe ohne Q'�lunJsiuclc lOJ. Abt. WaBmläml/nniffl.' In bot Zeit tion 1« bis 19 UTit INuqbla>w«r. hrcituua nom ÜnTal Haß aus. Alle Parteigenofsen und-gcnossinnen müssen daran tcilnchmrn. Dienstag. 20. Mai. M. Abt. 20 Uhr wichtige ftunftlonärfifeung bei W�nde, Koloniestr. 147. SS. Abt. 19'/s Uhr Fuirkticnärsitzung bel Echnörer, Boigtstr. 3«. Alle an der Eiternde irotswohl interessierten Genossen sind ebenfalls eingeladen. 74» Abt. Zehlendorf-Dest. 20 Uhr bei Schneider. Potsdamer Str. 23, Mit. Sliederversammlung. Vortrag:„Aktuelle politische Tagesfragen". Referent Eottlieb Reese. 47., 48.. 84., 104. Abt. Renköll«, Britz.Buckow. Rudow. 14� Ubr in Beeters ssestssälen, Britz, Cbausseestr. S7, Mitgliederversammlung der 29. Zahl- gruppe des Deutschen ssreidenkerverbandes E. V.(früher Verband für Treidenkertum und Feuerbestattung). Bericht von der Reichsgcneral. Versammlung. Berichterstatter Genossen Gallonska und- Bukenschön. Frei» denkervuch legitimiert. Krauenveranstaltunqen. 1. Arci» Witte. Am Mittwoch, dem 21. Mai, findet bei Spiegel,-Ackerstr. 1. unser Sesongsiidungsabrud statt. Da wir Wert darauf legen, den DemonstraliansM« am Internationalen Frauentag wirlungsvoll zu oc. stalten, bitten wir alle sangesluudigcn lSenossiniien um recht reg« Teil- nähme. Liederbücher und Texte sind mitzubringen. Z». Abt. Alle Kenossinnen und Genossen bclciligeu sub an der Flngblattver. teiluna. Flugblätter sind abzuholen bei Genossin Hanse», Oranienstr. 122, »orn l Treppen. S«. Abt. Die Genossinnen besuchen die Filmoeranstaltung am Montag, dem 19. Mai. um W,i Uhr bei Äabe. Fichtestr. 29. Der Frauenabend lallt ii> diesem Monat aus. Dafür rege Beteiligung an der von der Arbeiter» jugcnd Lüden am 30. Mai stattfindenden Ottilie-Baader-Gedächtnisseier im großen Sißungssaal des Dezirlsamts ilreuzberg. ö«. Abt. Sharlottenbueg. Alle Genossen und Seuosslnnen' beteiligen sich an der Flugblattverbreltung. Flugblätter sind bei Licrsch, Kantstr. iL. ad» zuholen. 80. Abt. SchSnederg. Die Flugblätter sind abzuholen bei Gürlich, Begasstr. 1, ab Montag und folarnde Tage. 1130. Abt. Pankow. Die Flugclä________...___________. zuholcn. Die Tbeaterkartcn für das Theaterstück„5 21b" können am Montag lätter sind bei- Aober und bei Nißmann ab» und Dienstag abends auf den Ziamcn Üöhlcr an der Theaterkassc abgeholt werden. Montag. 13. Mai. 2.». Z. Abt. 19'£ Uhr im Gewerkschaftshaus, Sngelufer 24, Saal 13, W Bartragt»Die Bedeutung de» Internationalen Frauentages". Refcrenttn. Gertrud Hanna, M. b. L. __ m Fl" i l n B ö IFrl 4. Abt. Ifl'.i Uhr bei Brandis, Stralaucr Str. 10, Bortrog:„Erziehung zum sozwlistischcu Menschen". Referentin Dr. Clara Heuriqucs. I. Abt. Ig�b Uhr bei Dohrohlaw, Swinenrünber Str. 11. Bortrag:„Die Erwerdsarbeit der verheirateten Frau". Refercntin Frieda Gerstinann. 31. Abt. 20 Uhr bei Goldschmidt, Etolpische Str. 33, Bortrog:„Der Bc. freiungskampf des Proletariats. Rcferentin Hilde Brennemann. 101. Abt. Treptow. lO'i Uhr bei Döhlinq. Aiefholz», Ecke Elfenstraße, Bor. trag:„Die Erziehung zum sozialistischen Menschen". Referent Gottlieb Ziecse. >03. Abt. Obcrschöneweid«. IS'-e Uhr In der Schisserqlockc, Säsillerpromcnade. Bortrag:„Was muß die Arbeiterfrau von der Regierung Brüning wissen?" Referent Max Heydemann. Die Bezirksführer werden gebeten auch zu erscheinen. 104. Abt. Ricdceschönevieibe. 19Vj Uhr bei Artiger. Berliner Str. 110.»Ernste und heitere Rezitationen uo» Kindern und von Müttern". Bortragende Martha John, Schauspielerin. 124. Abt. Mahlsdorf. lS-2 Uhr bei Nordstern, Hönower Str. 40, Bortrag: »Die Frau als Verbraucherin". Ncfcrcntin Carmen Holz. Die Genossinnen treffe» sich zur Werbeveraiiflaitung des Kreises am Mittwach. 2l. Mai, um 14 Uhr Bahnhof Mahlsdorf. 127. Abt. Hohenschönhausen. 20 Uhr bei Schiebe, Berliner Str. 07, Bortrag: „Sozialistische Sesinnungspflege in der Familie". Referentin: Helene Michaelis. Mittwoch, 21. Mai. Ehnrlottenbueg. 34. Abt. 10', Uhr im Jugendheim, Rosinenftr. 41, Bortra«: „Wege der Lnngcntubcriuloscbekämpfung". Referentin Dr. Margarete Leon. — 33. Abt. Der Frauenabc nd wirb vom 21. Mai auf Mttrwoch, 2b. Mai, verlegt. Schöneberg. 77. Abt. 20 Ubr bei Iürqcns, Larbarossaslr. 3» lArbeitogemein- schaft). Bartrag:..Kulturfraaen im.. Heidelberger Programm". Rcserrnt Genosse Arthur Botbur.— 7b. Abt. 20 Uhr bei Not ho, Eckt Prinz-Georg-, und Frirdlichstraßc. Bocarbeltcn zum Frauentag. Alle Genossinnen müssen erscheinen.— 79. Abt. 20 Uhr bei Groß. Sedanstr. 17. Bortragt„Bebels Bedeutung für die Frauenbewegung". Referent Max Schütte. Ol. Abt. Friebennu. 20 Uhr bei Alabr, Handicrvftr.»0161. Bortrog:„Die Frau und der Sozialismus". Refercntin Minna Todenhagen. 117. Abt. Der Fraucnabend nitt dem Lichtbildervortrag wird wegen der Krcisvcranstaltung am 2l. Mai auf den 23. Mai vcr'chobcn. Donnerstag. 22. Mai. 33. Abt. Tcwpelhol. 20 Uhr bei Pommerening, Berliner Str. 100. Bis Friedrich, Karl-Straße Straßenverbilchung. Ernste und heitere Rezitatio. ncn.»Die Frau in der Dichtung". Bortragende Friedel Hall, Schau. spielerin. S | EI 131. Abt. Riede rlchöuhauseu und 141. Abt. Roscnthol. 20 Uhr bei ä Hofsmonn, Edelweißstr. 5, ssrauenwerbcadcnh mit Gclangovortriigen und h1 Rezitationen. Bortraa:„Sozialistische Sesinnungspflege in der Familie", l.l Rcferentin Hcnny Rcwald. i-j 143. Abt. Waidmasnslust. 19V> Uhr bei Iariu». Fürst. Bismarck-Etroße II. „Heiterer Abend". Vortragende Elfricdr Wollmann, Schauspielerin. Freitag, 23. Mai. »t. Abt. Briß. I91i Ubr bei Becker. Briß. Chaussee straß«, Frauen. ---------„„•) tRezitationen. Bortrog:„Die Bedeutung des II? werdcabend mit D? Internationalen Frauentages". Refcrentii» Paula Aurgaß. 110. Abt. Grüna«. 20 Uhr bei Werner, Köpenicker Straße, Lefeabcnd. Lesungen aus dem Iillebuch. 133. Abt. Herwedors. 19»4 Uhr im Jugendheim. Roonstraße. Frauenobenb. Thema wird dort bekanntgegeben. Bericht vom Bczirksfraucntag. Sonnabend. 24. Mai. 140. Abt. Barfigivalde. 30 Uhr bei Woitfchach, Porstgrvalde, Ernst-_ st ratze 1, Frauen roerboabend.„Die Frau in der Dichtung". Portragende\�- W Friedel Hall, Schauspielerin. P: Bezirksausschuß für Arbeilerwohlfahrt. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Mittwoch, 23. Mai, Besichtigung dcr Arbeiter. kolonie Ribbcckehorst. Abfahrt cl-va 11>i Uhr ab Anhalter Bahnhof. Genauer Termin wird nach bekanntgegeben. 3. Kreis Frredrichshaiv. Montag, 19. Mai, 10V4 Uhr, findet IN Schmidt» Gefellschaftstaus, Frnchtftr. 33», ein« Berfammlnng dcr Arbeiterwohlfahrt statt. Genosse Theck spricht über„Soziale Serichtshilsc". Alle Genossen und Senofsinne» der Sahsahrt und Iugendiommisssonen sind eingeladen. IieaEiric$fire> Krüger, Brimmslr. 1. Thema:»Unsere Arbeit in dcr Wahlfabrtspflegc". Rc- fcrent: Genosse Dr. Schloß. Jede Abteilung muß vertreten sein. � �■U A-l-t±±J: n- lj. 7; 1 1 g W 20. Krei» Reinickendorf. Die Funktionäre der Arbeiterwohlfahrt y| Fl werden gebeten, orn Montag, dem 10. Mai, um 20 Uhr, im Volks- ps f-j Haus Rrinickendarf-Wist, Schoruwcberstraße, zu der flatlfindenden s j U i Sitzung recht pünktlich zu erscheinen. Dcr wichtige» Angelegenheit wegen sZ 141 ist es Pflicht, daß jede Abteilung vertreten ist. 33. Abt. Alle Genossen und Genossinnen werden gebeten, am Montag, dem Ist. Ma-, lO's. Uhr, zu der Vollversammlung dcr Arbeiterwohlfahrt in Schmidts Gesellschaftsbau», Fruchtftr. 30», zu erscheine». Sozialistische Studenienschaft. Ortsgruppe Berlin. Montag, 19. Mai, 20 Uhr) polnischer Ausspracheabend. Thema:»Ber- sassungsänderung des sitausschc» Fasth-SMus". Referent: Dr. Wirfchubski.— Dienstag, 20. Rai. 20 Uhr. Mitgliederversammlung der Sektion Universität. Ort:»Lrandenburaiicher Bortragssaal". Lindenftr. 3. 1. Hof, 2 Treppen.— Donnerstag, 22. Rai, 20 Uhr, Marxistischer Arbeitskreis:»Wandlungen des historischen Materialismus". Ort: Hochschule für Politik. Schinkclplatz. Freitag, 23. Mal, 20 Uhr, 1. Seminarabend dcr Medizinischen Fachs(Haft: „Aktuell gesundhritzpolitische Probleme". Freie sozialistische Schüler. Beste»: Donnerstag. 21. Mai, in der Fllrstin-Bismarck.Schule, Charlotten- bürg, vybelstr. 2—4 snabe Osivacr Platzt. Genosse L. Kla'ß:„Berfassung und Berfassungsgesrtz". Beginn 20 Uhr.— Mitte: Montag, 10. Mai, im Köllnischen Gnmnasium. Genosse H. Igel:„Wir und die Faschisten". Beginn 20 Uhr. » Köllnische, Symnasinm und Kaempf-Schnle. Die 2. amtliche Elternver- sammlung findet am Montag, dem 19. Mai, 20 Uhr, in der Aula statt lZnsel- straße 2—3). Im Anschluß daran findet ebenda zwecks Aufstellung der Aandi. datenlisten zur Eltsrnbeiratswahl«ine geschlossene Bcrsammlung der Partei- genossen statt. Vollzähliges Erscheine», besonder» auch der Frauen, ist uu- bedingt erforderlich. Mitgliedsbuch mitbringen. Zungsozialisien. Di« Gruppe ulonferenz für Monat Mai muß umstönbehalbcr verlegt werden. Sie findet nunmehr am Mittwach, dem 4. Juni 19S0, statt. Nähcrc Bekanntmachung ergeht noch in den nächsten Togen. Am 21. Mai findet an der bekannten Stelle die Sitzung des Arbeitsaus» fchusses statt. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung bitten wir pünktlich 20 Uhr zu erscheinen. Gruppe Lichtevbrrq. Mvntag, 19. Mai, Gruppenvbevb Wr fc* Jugendheim Guvterstr. 44. Referat über die politischen Parteien. Gasta herzlich willkommen.. Gruppe Moabit. Montag. 19. Mai. 29 Ubr, Gruppenabend. Lokal Berger. Lrvetzowstr. 21 Bortrag:„Religion und Sozialdemokratie". Ref. S. Stern. Jung« Parreigrnossen und SAI.-Eenosscu surd besonder» zu unseren Gruppen- ödenden eingeladen.__„ � Gruppe Bobnsbors. Jugendheim Wachtelstr. 1, Dienswg, 20. Mar, lOZz llbr. „Rcich-verfassnng 1: Bon der Rcvoluliau»ur Naiionalvcrsammlung. Res. Erwin Horiemanu...»„. Orlsgruppc Eharlottendurg. Montag. 19. Mai, Dskufluon:»Revisionismus. Lei» Lora Fabian: im Jugendheim. Rosinenstr. 4. Beginn 20 Uhr. Junge Partei- und SAI.-Genossen willkommen........ Gruppe Reinickendorf. Morgen. Montag, 20 Uhr. Infammenkuuft IM Stadt. Jugendheim Reinickendorf-Ost, Lindauer Str. Die Genossin A. Hartoch sprlcht über„Sozialismus und Erziehung". Jüngere Parteigenossen und SAI.-Mit- glieder sind eingeladen. Arbeiksflemeil�aft�der kinderfreunde., � Dj Die Elternbeiratswahleu fiudea am 1. Iuui statt. Kiaderfrcunde sFs wählen nur die Liste»Schulaufban". ,! Iii l: l't. l i'llj l l„ l Mitte. Am Montag keine Selscrsitzung. Dafür am Donnerstag, dem 22. Mai, Gruppenleitcrsitzung beim Kreisleiter Wollslein, Franzslr. Ich, v. II. Pünktlich 29 Uhr wird begonnen: jede Gruppe muß vertreten fem. Ber:Kt von dcr Kreislcitersitzung: wichtige Beranstaltuimen müssen besprochen werden.— Gruppe Rattcotti. Am Sonntag, dem 22. Mai. feiern wir unfern sieb-niährigen Drupp:ngeburtsiag. Wir fahren nach Borgsdorf. Eltern und Parteigenossen sind herzlich-ingeladen. Treffpunkt 3 Uhr am Stcttiner Borartbahnhof. Mitt- rocdi, 21. Mai, Turnen Ruppiner Wr. 48, von 17i, bis 19� Uhr. Montag, Dienstag und Freitag, von mi bis ISHi Uhr,, Ueben zur Elternfahrt im Heim Elifabethkirchstr. 19.„, �. Kreis Ä-euzberg. Mvntag. 10. Mai. 17 Uhr, Hauptprobe im Zugenbhc.m Bellc-Alliance-Platz 1. Iungfallen-Unterfuckjung. Dienstag, 13 Vi Uhr. im®c. fundheitshaus Kreuzberg. Jede Gruppe bringt ein Berzeichnis der Zungfalkcn mit. Antreten in sauberer Falkenkleiduna. � Kreis Wedding. Tonncrs-ag, 22. Ma:, 20 Ilhr, im Iugendhoun Utrecht er Straße 31, Krclshelfcrvcriammlung. Bon allen Helfern sind die Partei- und Aideiterjugend-Witgliedsdücher mitzubringen. Die Untersuchung der Jung- fallen für das Eäiwcizer Lager findet am Dienstag statt. Treffpunkt Iff Uhr am Lcopoldplatz. Sonntag, 23. Mai, fahren wir nach Kehlendorf zur Werbe- Veranstaltung des Kreises. Treffpunkt 0 Uhr Leopoldplatz. Leitung Adolf Mohr. Alles weitere wird noch bekanntgegeben. Krei» Prenzlauer Berg. In dieser Woche finden die Untersuchungen der Nesifalken statt, und zwar: Montag, 11 Uhr. Gruppe Freiheit und Harr, Frei- tag. 11 Uhr. Gruppe Bittvr Adler und Friedrich Ebert in der Schule Ellers- walder Straße. Tonners'oq, 22. Mai. 20 Uhr, Kreishelfersitzung. Danzigcr Straße 02 Jeden Mittwoch Spielen auf dem Exer, Gaudtz- Ecke Rudolf» Mossc-Stroße. Gruppe Weißenfce. Am Montag, dem 19. Mai, 1!st4 Ilhr, Helfersitzung bei ssenselau, Rennbahnstr. 17». Donnerstag, 22. Mai, 20 Uhr. Kreishelfersitzung bei Fenfela». Rennbahnstr. l7a. Tagesordnung wird dort bekanntgegeben. Gruppe Landsberger Platz. Tagungsort Jugendheim Dieftelmeyerstr. 5— b. Die Gruppe tagt ab 10. Mai wie folgt: Mon'ag, 18—20 Uhr, Rote Falken: für Iungfallen und Nestfatlen Turnen Schule Koppcnstroße. Dienstag, 1b bis 20 Uhr, Arbeitsgemeinschaften. Mittwoch. 18—20 Ubr. für all« Spielen aus den: Sportplatz. Donnerstag, 18— 1904 Uhr, Ztcstfalken, Rote und Iungfalken, Turnen in der Schule Koppenstraße. Freitag, 18— 20 Uhr, Iungfalken, Rote Falken, tagen im Heimle iterzimnier. Achtung. Dienstag, 20. Mai, Kreishelfersitzung im Jugendheim Diestclnietzerstr." 5—0. Sonntag, 22. Mai, freihalten für Gruppenfahrt. Kinder, die am Zeltlager in dcr Schweiz teilnehmen, bringen umgehend mindestens 10 M. mit. Achtung. Eltern! Donnerstag, 22. Mai. Kreis- elternverlammlnng im Juqcndhrim Frankfurter Allee 307. Thema:„Alte und neue Schule". Referent: Genosse Rck or Wuttke. Ferienlager für Rcstialken. Kosten 5V M. Anmeldung sofort im Jugendheim. Krei» Schöneberg. Gruppe Jean Iaurds. Die Flötenspieler kommen pünkt- lick, um 19 Uhr in» Jugendheim Hauptstraße zum Ueben. Roten Falken und Küken kommen am Dienstag von 17 bis 19 Uhr. Iungfalken l und II Milt- wachs von 17 bis 19 Uhr im Jugendheim Hauptstraße. Gruppe Friedenau von 17Vtz bis 10! � Uhr im Jugendheim Friedenau, Offenbacher Str. 28. Alle Gruppen spielen am Freitag von 17 bis 2>I Uhr im Südgclünde, Rubcnsftraße. Eltern- Versammlung am Millwvch von 19 ih bis 22 Uhr im Rathau» Echöneberg, Rvdolf-Wilde-Platz. Kreuzberg. Die Gruppen Wrangelstraßc und Görlitzer Straße treffen sich morgen, Montag, IS'i Uhr, vor dem Jugendheim Wrongelstr. 128, und gehen gemeinsam zur Probe. Gruppe Kottbusser Tor kommt pünktlich nach dcm Jugendheim Britzer Straße, damit wir um lOVö Uhr zur Hauptprobe nach dem Jugendheim Beve-Allionce-Platz 1 gehen können. 13. Krei» Zewpclhof. Dienstag. 20. Mai. 20 Uhr, Elternversannnlung. Ma-Li, Maricndorf, Chaussee- Ecke Eifenachcr Straße. Referent: Genosse Schmidtbaucr. Krei» Renlrlln. Iungfalken. erste ärztliche Untersuchung kür Zelllager. teilnchmcr am Mitlwoch, dcm Tl. Mai. im Rathaus Neukölln, Zimmer 294, um 10 Uhr. Arbeitsstunde am Donnerstag, dem 22. Mai, von 18 Uhr ab, in dcr Baracke Ganghaserftraßc. Bis zü bim Termin müssen die Rachmeldungen zum Zeltlager und Restfalkenlager abgegeben werden. Die Karten für die ssilmvcranftaltung werden an dem Tag ausgegeben. Drupp Fritz Reuter. Teeif. Punkt zum Zcltaufbau in der Siedlung Britz beute um 8 Uhr Rungiusstr. 32. Gruppe Birke. Am Dienstag ist die Gruppe im Jugendheim, Schule Lefsinq- straße. von 17 bis 19 Uhr. Gruppe Lichckämpfcr. Bis Dienstag müssen die Anmcldekarten von den Eltern ausgefüllt zum Gruppenabend, Spielplatz Sonnenallee, mitgebracht werden. Geburtslage. Jubiläen usw. 32. Abt. Unser« Genossen Alexander Jacob zu seine» 78. Geburtstage a« 10. Rat die herzlichsten Glückwünsche. Gen. Jacob geHirt der Partei seit dem Jahre 1873»auatcrbrochen an»ab hat stet» in de»»orderstea Reihen um die Befieinng der arbeitenden Klassen gekämpft, so daß er de« öftere» mit den früheren Staatshütern in Ksuflikt geriet. Gen. Jacob befitzt heute noch eine f» geistige Frische, die zur Bewunderung Anlaß gibt und manchem»I, Dorti d dienen könnte. Wir wollen hoffen, daß wir ihn»och rrcht lange Iah« in unseren Reihen al» Barbild aufopfernder Treue zur Partei beHalle» könueu. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 34. Abt. Am 14. Mai verstarb unser Genosse Walter Graminfkn, Gubener Straße 40.— Ehre seinem Andenken.— Die Einäscherung hat bereits am Sannabend. 17. Mai, stattgefunden.— Am Donnerstag, 15. Mai, verstarb unser lieber Genosse Fromte, Memeler Str. 14». Beerdigung am Montag, dem 19. Mai. 10 Uhr, auf dem Petri-Friedhof, Friedcnstraße. Um reg« Beteiligung wird gebeien. 30. Adt. Reukölln. Unser alter Genosse Karl Woldach, Schinkestr. 17, ist am 15. Mai verstorben. Ehre seinem Andenken. Einäscherung am Dienstag, 29 Mai. um 18 Uhr im Krematorium Baumschuleirweg. Wir bitten um rege Beteiligung. Unsere heutige Schlager-Serie bringt ebensoviele Beweise für unsere WM- Leistungsfähigkeit'MW Trotz dera.ul)erordentllchen Blllierkalt sind sämtliche Waren aus ganz vorzüglichen Stoffen hergestellt, deren Schönheit und Gedlegenholt ebenbürtig sind. Die«normo Auawahl ermöglicht es jeder Dame, auch der sehr starken, sich für fest und Reis« vorteilhaft auszustatten. 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Nvunruner 20 Wenn ein Kaufmann wissen will, wie das Publikum über sein Geschäft denkt, dann braucht er sich nur unter das Publikum zu mischen, das vor seinen Fenstern steht Wir pflegen diesen Brauch ganz regelmäßig und besonders lebhaft dann, wenn wir ein neues Geschäft eröffnet haben. Man hört da manches, und man lernt vieles. Mehr als eine Aende- rung und Neu-Einrichtung, die wir getroffen haben, ist auf eine solche mitangehörte Bemerkung zurückzuführen. Und die haben dann Ihr Teil dazu beigetragen, unseren Konzern zu dem zu machen, was er heute ist Aber einerlei, vor welchem unserer Fenster man steht, am allerhäuf igsten und immer wieder hört man doch die Bemerkung: „Sieh mal, bei dem Preis hat es doch wirklich keinen Zweck, sich etwas selbst anzufertigen— so billig kann man es sich ja doch nicht herstellen." Wir wissen nicht, ob Sie bei sich selbst oder in Ihrem Bekanntenkreise schon ähnliche Erfahrungen gemacht haben und ob auch Sie glauben, daß man beim Selbstschneidern etwas sparen könne. Aber neben der reinen Preisfrage ist doch noch etwas anderes zu bedenken, und zwar etwas recht Wesentliches, nämlich dies; Keiner Frau, die selbst schneidert(sofern sie es nicht berufsmähig tut), wird es gelingen, die Eleganz und den Schmih in ihr selbstgeschneidertes Kleid hineinzubringen, die bei Fertigkleidung selbstverständlich sind. Ein selbstgeschneidertes Kleid erkennt man fast stets auf den ersten Blick an seiner Machart und an seinem Sitz. Und auch der Glauben, man habe durch das Selbstschneidern etwas gespart, löst sich meistens auf- wenn man genau hinschaut- und nicht immer in Wohlgefallen. Kauf Dir bei uns ein fertiges Kleid, Das ist die richtige Sp'a rsam keit! Kleidung Aus Taute Raichens Reisebericht an das Heimatliche Kaffeettänzchen ---- und dann noch etwas, meine Lieben: I Ein Kleideraufwand wird Hier ge- triebenÜI—/ Welche Frau könnt sich's in Finkelnburg leisten/ Gekleidet zu gehen, wie hier die meisten!/ Darüber Hab' ich zuerst mir den Kopf zerquält.— I Aber dann hat's mir Emmi fbei der ich wohne) erzählt: I„Ein Rätsel?— Rein, Tante! Weil diese Frauen zu C.& A. kaufen zehn,/ Können sie— für ganz \ wenig Geld— stets modern und schick aus- �schn!" I Und. meine Lieben, seitdem ist's mir lar:/ Uns Finkelnburgern fehlt nur— ein & A.!/ Damit Ihr's auch glaubt� füge ich /Hin paar Beispiele bei. P Herzlichst Sure Amalie Papenei. D?.8. 7# M Da« Kleid, kaum zu glauben, lostet BH. 14" ntzllckeud wirkt es in dem buntgestreiften en Kunstseiden-Toile, in Sportsorm und mit eichew Jabot aus lichtem Voile mit Stickerei. Der Mantel, denkt Euch nur, kostet Mk.29,» �Es ist ein eleganter Eapemantel, weich-jchmicg- fam, au» Erepe-Eaid, mit Sommerpelz schick gar- alert and ganz aus Futter besten» oerarbeitet. ein Häkelten werden will... Ganz so, wie es hier unten abgebildet ist, hatte sich Mutti eigentlich nicht die Verwendung ihrer schönen, neuen, eleganten, grossen Glocke au, imitiertem Florentiner-Stroh gedacht. Ein Glück nur. daß Dorle nicht weiß, daß der Hut uur Morl 2,90 gekostet hat, sie würde sonst am Ende noch weniger sorgsam mit ihm umgehen. Zur 25 Mark alle Kleiöersorgen los! Wie eine moderne, kluge Frau für insgesamt 25 Mark ihre gesamten Kleider-Eorgen los wird, das seh�n Sie hier an diesem Beispiel. Und wenn Sie die Sachen sehen würden: den Mantel sowohl wie. auch das Kleid, lo würden Sie zweifellos zügeben, daß hier alle Anforde. rungen an moderne, nette und' auch gute Klei- dung vollkommen erfüllt sind.—— Es ist wirklich fabelhaft, wie vorteilhaft Sie jetzt bei uns kaufen— machen Sie's sich zunutze! Da» Kleid, da» Dorle trägt, ist ganz aller- liebst und einzig richtig, um darin so recht nach Herzenslust tollen zu dürfen. Indanthren- gefärbter Stöfs in leb- hasten Karo, und uni Satin sind hübsch kam- diniert. Für«H7S 6 Jahre nur 2 Der Buzug von Max, dem kleinen Kavalier, Ist der flotte Sport- anzug— wle er ihn schon lange wünscht— mit weißem llberkra- gen. Au» tragfähigem. dankbarem Stöfs und natürlich ganz gefüttert kostet er für QSP 5 Jahre nur O Für ebenso wenig Geld können auch Sie Ihre Kinder so entzückend und zweckmäßig anziehen. Vergessen Sie also nicht: Da« Kleid kostet nur Oa* Sine ganz entzückende Garniernng geben dem dustigen buntbedruckten Boile zierliche bogige Rüschenoolant«: Pele- rine mit Blütentuss. Der Mantel M mm kostet nur I# a" Er ist au» dem belieb- ten unigemusterten Mo- destoss mit feinen Biesen and elegantem Pelz und— natürlich „ganz aus Futter". t MaöcheN/ mein Maüchen/ wle lieb ich Sich...!� „Mein Herr, da» allein genügt noch nicht!—. Wollen Sie da» Herz einer Fron erfreu'«, Müssen Sie auch stet» nett geNeidet sein!" Ja. so wollen's die Frauen ja wohl hoben: Sie wollen stolz auf uns Männer fein können, wenn sie sich mit uns zeigen. Und wir Männer, viel weniger eitel als die Frauen (Wirklich? Anmerkung der Rcd.-Sekretärin), fügen uns natürlich ihren Wünschen. Aber das Fügen wird leicht, wenn man be. denkt, wie außerordentlich wenig dazu gehört. um bei uns wirklich gute, haltbare, elegante und moderne Kleidung sich anzuschaffen. 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Der Vorrat an Deckung?- deoisen nahm um 32,3 auf 297,8 Millionen ab- Die Deckung der umlaufenden Noten durch Gold und Devisen zusamimn hat sich wieder auf 68,3 Proz. erhöht und wird sicher in der dritten Mai mache wieder erheblich 70 Pro;, übersteigen. Ob die Reichsbank, wenn sie jetzt auf 4'- Proz. heruntergeht, nicht bald noch weiter wird ermäßigen müssen, steht dahin. Wenn auch die weltwirtschaftliche und die Weltkapitalsituotion einer stärkeren Diskcmtsciflung günstig sind, so ist die Gesamtlagc wegen der Auswirkung der Reparationsanleihe und wegen der Ungewiß- heit über die weitere Warenprslsentmicklüng in der Welt doch so unsicher, daß eine Senkung auf 4 Proz. im Augenblick ein überflüssiges Risiko erzeugt. Die Reichsbank kann jeder- zeit auf 4 Proz. weiter ermäßigen, wenn sie sich nur entschluß- kräftiger und urteilsfähiger beweist, als in den letzten Wochen der Fall war, wo man ofsenbar die Auswirkung der Weltwirtschaft- lichen Srisenfaktoren ganz übersehen hatte. Schlechtes Zündholzgefchäst. Di« von dem Schwedentrust beherrschte Deutsche Zünd- holzsabrilcn A.- G. Berlin stellt ihre Dioidendcn.zohluiig für 1929 ein, nachdem im Vorjahre noch 3 Proz. und 1927 sogar 10 Prqz. Divideiche gezahlt wurden. Dic Verwaltung führt in ihrem Geschäftsbericht aus, daß sorqohl die Gründung des Zündholzsyndikats(Zündholzvertaufs A.-G.>, sowie das von der Regierung 1927 erlassen« Sperrgesetz ein Feh'schlag gewesen seien. Im letzten Jahr habe der deutsche Zündholzmarkt unter dem besonders starken Druck der russischen Kon- k u r r e n; gestanden. Di« den Unternehmern angeschlossenen Fa- briken hätten daher überwiegend zu? Kurzarbeit übergehen sowie auch die Uebernahm«preis« herabsetzen müssen. Da? von dem Reichstag im vergangenen Jahr beschlossene Zündholz Monopol wird von der Verwaltung verständlicher- weise sehr begrüßt. Dia Mcmopalverhandlungen hatlen eine so stürmisch.« Noo)froce der Koysumevtei? zur Folge, daß der Bedarf wir durch Uabers?u??den befriedigt werden konnte. Vernunft bei der Ofihilse! Zuschrift eines alten praktischen Landtvirtes. Folgender sehr interessanter Brief bestätigt von neuem, wie sehr die Landwirtschaftskrise im Osten«ine Krise schlechtbewirt- sdwstrter Großgüter ist und wie dringend der Reichstag das Osihilfegesetz auf überflüssige und nutzlose Subventionsgcsohren durchprüfen muh: Schnei de Mühl, den 16. Mai 1930. An den„Vorwärts" in Berlin! Ich holte Ihre Meinung betr. Sanierung der ostdeutschen Landwirtschaft für vollkommen richtig. Durch falsäze Hilfen darf nicht die Auslese der tüchtigen Landwirte ver- hindert werden. Die heutige Krise ist zum größten Teil eine Reinig ungskrise. Di« faulen und unfähigen Elemente sind auch durch stoollichic Hilfen nicht zu halten. Man sieht das an den vielen Pleiten der im vorigen Jahre u m g e f chu l de t c n Großbetriebe. Ich' kem?c Fälle, wo nach 30 000 M. Hm- jchuldung 90009 M. neue Weckssellredite aufgenommen wurden, bei Landwirtschaften, die etwa 3000 bis 4000 Zentner Getreide zum Verkauf bringen. Es gibt ober Betriebe, die so unrationell ausgezogen sind, daß bei«ine?n doppelten Getreidepreise nach Verluste entstehen. Meist sind dies Groß guter mit vielem leichten Boden, die im Frieden ganz exklusi?, bemirtschastot wurden, und damals kaum eine Rente brachten. Während der Inflation konnte man auf diesen Gütern alles?siachen. Nun miiß aber wieder gerechnet norden: daher die Pleiten. D!« Preise für die landwirtschaftlichen Erzeugnisse waren in den letzten Iahren elwas zu billig und die Steuerlasten sehr hoch. Aber die Landwirt« waren durch die Iirflation entschuldet und die Zinsen waren fortgesallen. Es konnte daher jeder tüchtige Landwirt ohne Schulden durchkommen. Sogar schlechie Landwirte, die.sehr sparsam?varci?, haben hier keine Schleiden gemacht. Es wäre daher g r un d fal s ch, einzelnen Landwirten Gelder zu schenken. Denn Gewähr bieten die Verschuldeten keinessalls. daß sie nun auf einmal besser wirtschaften werden, denn sonst hätten sie doch keine Schulden gemocht. Lei der bekannten Handhabung der staatlichen Hilfen würden sicher nur rechtsgerichtete Elemente diese Gelder erholten(wie nieist bisher), dieselben Leute, die sich jetzt stets staatsfeindlich benehmen. Wer schenkt einem Arbeiter oder den Tausenden durch die Inflation Verarmten solch« Sunrmen. Will man für den Osten etwas tun, so senke man die Steuern, und unterstütze den Osten im Straßenbau usw. Der Londwirtschost wäre am besten mit der Aufhebung der Grunderwerb st euer geholfen. Viele fleißige Arbeiter und Kleinbauern haben Geld gespart und würden gern Land kaufen, aber, die hohen Grunderwerbsteuern verhindern dies. Auch dem jch»gen st r cd f. ah,«h Na ch.wuch'S ist der AnstiNK.duiMdiese S�eller''ersiMert''''uNd'äst"unmögll�'. Es, ist" Löch-'-riMgox,.diesen wertvollen Elementen zur Existenz.zu perhclssn, als die altsii fäulei? Existenzen künstlich mit großen Kosten vegetieren zu lassen. Der Gütermarkt käme durch die Aufhebung der Griin derwerbsteuer hier im Osten wieder in Bewegung, und die Krisiz würde schneller überwunden.... Hochachtungsvoll(folgt Name.)' Großbouerngutsbesitzer. Bauernschaft gegen Schiele. llnd gegen Ostsubventionen. Ein« Vertretertagung der Deutschen Lcxuern- schaft faßte zu den ograrpolstischen Fragen folgende Eni- schließungcn: „Die bisherigen ograrpolitischen Maßnahmen des Hern, Rcichs- «rnährungsministers Schiele find für die Roggenprers- bildung ohne Erfolg gehlieben, haben dagegen der bäuer- lichen B e r e d e l u n g s p r o d u k t i o n f chw« ren Schaden zugefügt. Die Deutsche Bauernschaft lehnt ihrerseits jede Mit- Verantwortung für diese«inseitige Politik a b. Der Roggen. absotz kann ohne gleichzeitige Schädigung der tierischen Produktion ?l>ejentlich gefördert werdcn, wenn.von der UN Reichstag mit großer Mehrheit beschlossenen Ermächtigung Gebrauch gemacht wird, wonach diejenigen Landwirt«, die Roggen verfüttern, im Verhält- vis eins zu zwei niedrig verzollte Gerste kaufen können. Sie bitten die Reichsregierung, die dernentsprechenden Bestimmungen boldmöglichst in Kraft zu setzen. Die künstlich« V e r b? l l i g u n g v o n R o g g e n in begrenztem Umfange für begrenzte Gebiete kann als Förderung der bäuerlichen Voredelungsproduktion nichts n gesehen werden, sondern fördsrt lediglich Durchstechereien. Die wichtigste Aufgab« für die Wiederherstellung der landwirtschaftlichen Rentabilität ist die Neuordinmg der deutschen Milchwirtschaft. Di« Erzeugerpreise für Milch haben seit der Kriegs- und Inflationszeit heute den niedrigsten Stand erreich,." Darüber hinaus wurde zum Ostprogramm Stellung ge- Nammen. Bei der Durchführung des Ostprogramins und bei der Aufstellung der Richtlinien solle versucht werden, die pro- dukHonsfärdernden Maßnah menin den Vordergrund zu nicken und die Hergab« verlorener Zuschüsse zu unterbinden. Die Wirtschajtskurvc der„Franffurter Zeitung". Das Heft l, Ierlirgving 1930, der Tierteljahrsschrift„D i e Wirt! ch a f t s k u r v e mit Indexzahlen der„Frankiurter Zeitung" ist jetzt erschienen.(Frairksurter Sozietätsdnickerei, Einzelpreis 3 Mark.) Ein einleitender Artikel„Entipanming" behandelt die Kvnjunkturlage Ende März dieses Ialires, der durch die üblichen Sonderunter- stichunnen über Produktion, Umsatz und Arbeiksmarkt ergänzt wird. An größeren Söndsrbeiträgen weist das Heft eine AlchanMiing über den Geburtenrückgang als iturtschoitliches Zukvnstsproblem auf: sodann werden die Znsanrmenhänze zmi scheu dem Ausieichondel Teutschlands mit den Gläubigermächtei? und der Entwicklung der Reparationsüberschüsse in einem Artikel..Außenhandel und Repa- rationen" untersucht. Ein weiterer Artikc) befaßt ssch mit dem tech- iiischen Fortschritt in den Vereinigten Staaten als Wirt- sch'iHnktru und seine Bedeutung für Europa. Es folgen ferner Darstellungen über die Eiilw'cklimg der Ferngasv-riar gu n g aus den? Ruhrgebiet foirüe Uw erslichungen über die britischen Echt st« iahrtstonzerne. Den Aaschluß bilden die bekannte!? wirffchafts-' statistischen Tabellen. An die Krauen und Mädchen! Mitglieder der Berliner sreien Gewerkschaften! Kolleginnen! In der Zeit vom l8. Mai bis zum l. Juni veranstaltet die Sozialdemokratisch« Partei in Berlin den in allen der Sozialistischen Internationale angeschlossenen Ländern durch- geführten„Internationalen Frauentag". In großen Veranstaltungen, in Sälen und unter freiem Himmel worden arbeitende Frauen aus Beruf und Hausßalt Stellung nehmen Gegen Sozialreaktion! Kür Arbeiterschuh! Gegen Kaschismus! Kür Völkerverständigung! Kür internationale Solidarität des Vroletariats! In den gegenwärtigen sozialen und politischen Auseinander- setzungen stehen die Arbeiterinnen und weiblichen Angeitellten in vorderster Kampisront. Denn alle Angrisfe des Unternehmertums treffen in erster Linie die durch Erwerbsarbeit, Haushalt und Mutter- schuft Überlastete Arbeitskrast der Frau. Darum gilt unser Kamps der Erhaltung und dem Ausbau der sozialen. Gesetz g e b u n g. Darum müssen alle Kräfte mobilisiert werden gegen die entwürdigende ZNinderbezahlung der Krauenarbeit. Dieser Kampf kann erfolgreich nur gesührt werden, wenn die weiblichen Angestellten und Arbeiterinnen aktiv eingreisen in dos soziale Geschehen und zum Bewußtsein der Bedeutung gelangen, die der Frauenarbeit für die moderne kapitalistische Wirtschaft zu- kommt. Dieses Bewußtsein zu erwecken und den Willen zur organi- sierten Selbsthilfe, ist der Sinn unserer Ausfordcrung an die Arbeite- rinnen und weiblichen Angestellten, sich einmütig und geschlossen an den Veranstaltungen des„Jnternatioimlaen Frauentages� zu de- teiligcn. Neben Vertreterinnen der SPD. werden Rcdneviimen des ADGB. und des AfA-Bundes zu den arbeitenden Frauen aller Be- rufe sprechen, sie ausrufen zur Anteilnahme am sozialen Kampf durch Mitarbeit in den freien Gewerkschaften. Arbeiterinnen! WeiMiche Angestellte! Nehmt teil am Internationalen Frauentag! Allg. Oeutscher Gewerkschastsbund. Atlg. freier Angestetttenbund. Ortsausschuß Berlin. Bredow. Ortskartell Berlin. Flatau, peterödorf. Was machen die„Wirischastsführer"? Sie werfen die Arbeiter aufs Pflaster. Köln,!7. Mai.(Eigenbericht.) Im rechtsrheinischen Bergwerksbau stehen große S t i l l e g u n- gen bevor. Die Grube Weih bei Beoksberg. östlich von Solu, wird am lS. Juni endgültig stillgelegt. Davon werden etwa 400 Arbeiter betroffen. Auch die Grube Luederich hat einen Stillegungsantrag eingereicht, von dem 700 bis 800 Manu betroffen werden. Die Grube Auehcberg bei Daaden im Westerwald wird Ende dieses Monats den Betrieb eiu- stellen. Bon dieser Maßnahme werden nahezu 300 Arbeiter betroffen. Bochum. 17. Mai.(Eigenbericht.) Die Gul-'hoffnungs- hülle in Oberhansen schränkt ihren Betrieb auf den Walzwerke» in Oberhauseu und Neu-Ober- Hausen ein und hat Antrag aus Entlassung v au 418 Ar. b e l k e r n gestellt. Die Zeche„E o n c o r d i a" in Oberhauseu kündigte 121 Bergleute« zum 31. Mal. Die August. Thyssen- Hütte in Hamborn hat inzwischen die am 3. Mai gekündigten 750 Arbeiter entlassen. Gemaßregelie Betriebsräte. Reichsarbeitsgericht stützt Schikanen der Grubenbarone. Der Verband der Bergbanindustvieavbsiter hatte vom K. bis 13. September 192S einen Funktionär- und vekriebsräteknrsu» im mitteldeutschen Braunkohlengebiet veranstaltet. Mehrere Betriebsräte aus Se»fte»b«rg und anderen Orten wurde der Urlaub zur Teil- nahm« an dem Kursus von den Grubenbesitzern verweigert, mit dem Bemerken, die Arbeiter hätten die Konsequenzen zu ziehen, wenn sie ti otzdeni an dem Kursus teilnehmen würden. Da die Unternehmer für die Zeit der Beurlaubung keinen Lohn zu zahlen hatten, stellt sich die Verweigerung des Urlaubs ats eine ganz ordinäre Schikane dar. Vernünftig denkende Unternehmer würden sich sagen, daß die als Betriebsräte sung-ierenden Arbeiter durch ihre Teilnahme an dem Kursus ihres Verbandes, besser und fachlicher als vorher ihr Amt im Betriebe ausüben können. Die Betriebsräte ließen sich durch die Drohung mit den.Koche- quenzen" n i cht abhalten, den Kursus zu besuchen. Als sie zur Arbeit zurückkehren wollten, wurden sie fristlos entlassen. Die Gemaßregelten wandten sich an'das Arbeitsgericht. Sie bestritten, daß ein Grund zur fristlosen Entlassung vorliege, da sie sich gemäß der Arbeitsordnung entsprechend ordnungsmäßig abgemeldet hätten und weil nach dem maßgebenden Tarifvertrag für den mitteldeutschen Braunkohlenbergbau unberechtigte Arbeitsversäumnis nur einen Lohnausfall, nicht aber eine sristlose Entlassung nach sich ziehe. Sie seien der Meinung gewesen, mit Recht der Arbeit fern- bleiben zu können. Die fristlos« Entlassung verstoße gegen die reichs» verfassungsmäßigen Recht« und sei nurein« Schikane und eine Beeinträchtigung der Rechte der Betriebsratsmitglieder. Arbeits- und Landesarbeilsgericht haben die Kläger mit ihrer Klage abgewiesen. Gegen dieses unverständliche und arbeiterfeindliche Urteil kämpften die Kläger und ihr Veibarnd mit der Revision an, um in dieser für all« Bergarbeiter wichtigen Frage eine grundsätzliche Entscheidung herbeizuführen. In der Revisionsbegründung wird ausgeführt, daß die Unter- nehmer kein Recht hätten, Betriebsräte, die an einem Kursus teil- nahmen, fristlos zu entlassen. Denn der Kursus sei zur Schulung der Betriebsräte upd Funktionäre abgehalten worden. Di« Kläger hätten sich ordnungsmäßig abgemeldet und feien sofort nach Beendigung des Kursus in die Betrieb« zurückgekehrt. Beharrliche Arbeits- Verweigerung, die eine fristlose Entlassung nach sich ziehe, lieg« nicht vor. Die Kläger verlangen deshalb Wiedereinstellung oder Fort- Zahlung des Lohnes. Das Reichsar beilsgericht wies die Revision zurück und kam wieder einmal den Uulernehmern zu Hilfe. Adolf Cohen 6V Zahre. In den Kreis der Alten ist nunmehr auch Adolf Cohen eingetreten, der den Genossen als langjähriger und erfolgreicher Führer der Berliner Metallarbeiterorganisation bekannt geworden ist. Adolf Cohen wurde am 18. Mai 1870 in Delmenhorst geboren, wandte, sich dem Mechanikerbernf zu und trat als junger Arbeiter in die Gewerkschaft ein. In Berlin wirkt« er schon Ende der 90er Jahre in den vordersten Reihen und wurde 1991 nach dem Abgang Näthers deren erster Führer. Schon im ersten Jahrzehnt setzt« er durch unermüdlich« Agitation, kluge Angrifss- taktik und zälzes Festhalten des Erreichten die Anerkennung der Gewerkschaft bei den Metallindustriellen durch und brachte die Organisation von 22 000 auf 80 000 Mitglieder. Bekannt ist auch sein Kampf gegen die Gelben und deren Manager Ru- dolf Lebius. 1902 wurde Cohen in die Generalkommission der De- werkschosten gewählt, der er bis 1919 angehörte. Der Weltkrieg, der die Rüstungsindustrie, riesenhaft ausbreitete, stellt« auch der Metallorganisation ungeahnte Aufgaben. Cohen war es, der den Sch l.i ch tu n g sausschu ß organisierte und mit der Sicherung de? paritätischen' Einflusses der> Arbeiter aus die Entlassungen zugleich den Hilssdienstausschüsien das Vorbild gab. Tiefgehende Meinungsverschiedenheiten im Schöße der Metall- arbeiter veranlaßten seinen Rücktritt von der Berliner Leiwng und seinen Ilebertritt ins Büro der Generalkommission. Aber noch größere Ausgaben warteten seiner. Der Nürnberger Gewerkschostskongreß wählte ihn zu einem der stellvertretenden Vorsitzenden des ADGB., die Reichsregierung berief ihn in die Sozialstierungskommifsion. In der Zentralarbeitsgemeinschaft war er der leitende Kopf und der Wirtschastsrat, der die Uebcrgangs- wirtschast bearbeitet«, zählte ihn zu seinen sähigsten Führern. Im Vorläufigen Reichswirtschastsrat wurde er in den Vorstand und nach Legiens Ablcben zum omtssührenden Präsidenten gewählt. Am Tage der Eröffnung des Vorläufigen Reichswirtschaftsrats wurde der Nimmermüde von einem Schlagcnrfoll betroften, der ihn nach mehrjähriger wochselnder Krankheit im Jahr« 1923 zwang, in den Ruhestand zu treten. Leicht ist ihm dieser Verzicht aus die gewohnte Arbeitstätigkeit nicht geworden und sein Interesse an allen Fortschritten der Arbeiter- und besonders der Gewerkschasts- bewegung ist seitdem eher gewachsen. Rur die Genugtuung, daß die Arbeiterbewegung nicht nur von Jahr zu Jahr fortschreitet, sondern auch ihre anerkannte Position behauptet, vermag ihn über seine erzwungene Untätigkeit himvegzutrösten. Um so mehr wün- scheu wir dem heute Sechzigsährigen einen Lebensabend, der durch keinerlei Enttäuschung getrübt, sondern durch den machtvollen Ausstieg und Sieg der Arbeiterbewegung verschönt wird! Cttilaffette Nazis klagen. Aber ohne Grund, deshalb abgewiesen. Da» Preußische Statistisch« Landesamt mußte einen Abbau der Angestellten vornehmen, weil in diesem Jahre lein« Volkszählung vorgenommen wird, das Amt also weniger Arbeit hat. Von der Kündigung wurden Mitglieder aller unter den Angestellten des Amtes vertretenen Organisationen betroffen: der Zcntralvcrband der Angestellten, des Gewerkschaftsbundes der Angestellten und des chrisilich-national-hakenkreuzlerischen Reichsver- bände» der Vüroangeftelllen. Di« letzteren wollen nun aus der Ent- lassung. der lediglich wirtschaftliche Ursachen zugrunde liegen, eine hochpolitische Aktion machen. Di« hinter den Christlich- nationalen stehenden Parteien haben aus diesem Anlaß Ansragen und Interpellationen beim Landtag eingereicht, die von der Ve- Häuptling ausgehen, der Abbau im Statistischen Landesamt sei von leitenden unker dem Einfluß der Sozialdemokratie stehenden Be- amten benutzt worden, um die christlich-nationalen Angestellten aus dem Amt zu entfernen. Mit dieser Behauptung traten auch drei der Entlassenen als Kläger vor dem Arbeitsgericht auf. Sie stützten ihre Klage in erster Linie auf die Angabe, ihre Zugehörigkeit zu einer christlich- nationalen Organisation sei der wahre Grund ihrer Entlassung und dies« deshalb unzulässig. In zweiter Linie wurde geltend gemacht, daß anstatt der Kläger, die sich sämtlich für hervorragende Arbeit». kräste ausgaben, andere hätten entlassen werden können. Der Beweis für die Behauptungen mißglückte den Klägern völlig. Durch eingehende Zeugenvernehmung wurde f e st g e st e l l t. daß die Beamten, melche über die Entlassungen zu befinden hatten, vor der Kündigung der Kläger gar nicht gewußt haben, welcher politischen oder gewerkschaftlichen Rich- t u n g sie angehören. Ferner wurde von Zeugen bekundet, daß für die Auswahl der zur Kündigung Bestimmten lediglich deren Arbeils- leistung maßgebend gewesen sei und daß die Kläger in der Qualität ihrer Leistungen hinter anderen zurückstehen. Das Gericht wies die Kläger ab mit der Begründung. die Beweiserhebung habe ergeben, daß die politische oder gewerk- schaftliche Einstellung der Kläger nicht der Grund ihrer Kündigung gewesen sei und daß sie auch nicht hätten nachweisen können, daß an ihrer Stelle weniger geeignete Angestellte hätten entlassen werden können. Neue Beiriebsräiewahlergebniffe. WasRkichs-unbStraßenbahner vonder„Opposition- halten Die Betricbswahlen im Bereich der rh« i n i sch- we st f ä l i- sehen Straßenbahnen hatten bei 30 Straßenbahnen mit 14 071 Wahlberechtigten und 12 601 Wählern folgendes Ergebnis: freie Gewerkschaften(Gesamtverband und Deutscher Metallarbeiter- Verband) 7595 Stimm«»<137 Mandate), Zentralverband der Ar- beitnehrner 3232 Stimmen(55 Mandate), Gtwerkschost deutscher Eisenbahner 841 Stimmen(6 Mandate), kommunistisch« Opposition 613 Stimmen(sechs Mandate), d&B.(gelber Berband) 212 Stimmen(3 Mandate), zersplittert und ungültig 117 Stimmen. Bon den Kommunisten waren nur bei der Essener und cham- borner Straßenbahn Listen«ingereicht worden. Bei 6 Straßen- bahnen mit rund 1000 Wahlberechtigten erübrigt« sich«Ine Wahl, da hier nur Listen der freien Gewerkschaften ausgestellt waren. Das Ergebnis der Betriebsrötewahlen bei den bayerischen R e i ch s b a h nd i r« k t i o n e n zeigt den fteiaewerkschaftlichen Einheitsoerband in unerschütterlicher Position. Er erhielt jetzt die Mehrheit bei allen Direktionen und musterte 19 302 Stimmen, während aus die Christen 12 000 und auf die Moz- kauer 88 8 eMfielen. Bon den Bezirksbetriebsräten entfallen auf den Einheitsverband 26, auf die Christen 16 und die K o rn«■ munisten— einer. Dergarbeiter für 7-Etundentag Abschluß des internationalen Bergarbeiterkongresses. Krakau. 16. Mai.(Eigenbericht.) In der Frage der Berufsausbildung fordert der Kongreß eine gesetzliche Regelung und Sicherung eines Mitbestimmungs- rechts der Organisationen bei der Aufstellung der Lehrpläne und bei der Durchführung der gesetzlichen Bestimmungen. In der Aussprache über die Wanderungsfrage wurd« vor allem die steigende Zuwanderung von Berg- und Metallarbeitern nach Belgien, Luxem- bürg, Nordfronkreich, Lothringen und.Holland kritisch beleuchtet. Der Kongreß verlang), daß der vom Internationalen Gewerkschastsbund in Luxemburg errichtete Sonderausschuß das gesamte Ein- wandcrungegebiet organisatorisch bearbeite. Für olle Einwände- rungsländer fordert er scharfe Kontrolle der Anwerbung, die aus- schließlich amtlichen Organen zu übertragen sei. sowie schärfste Neberwachung der Lohn- und Arbeitszeitverhältnisse der zugewan- derte» Arbeiter. In der Frage der Entschädigung der Arbeits un- fälle undBerufstrankheiten der Bergarbeiter fordert die Internationale in einer von ihr angenommenen Entschließung einen Ausbau der Unjallversicherung in der Form, daß sämtliche im Berg- baubetrieb sowie auf dem Weg zur und von der Arbeitsstelle sich ereignenden Unfälle zu entschädigen sind. Die Berusskrankheiten im Bergbau seien den Unfällen gleichzustellen. Den HinterÄiebencn der tödlich Verletzten oder der an einer Berufskrankheit verstorbenen Bergarbeiter sei eine angemessene Entschädigung zu zahlen. In der Organisation der Unsallocrsicherung mühten die Arbeiter gegenüber den Slrbeitgebern gleichberechtigt vertreten sein. Die Erörterung des Progromins der Angleichung der K a m p f m e t h o de n, der Festsetzung der Löhne in den verschie- denen Ländern sowie des Schieds- und Schlichtungswesen ergab, daß in diesen Fragen nur sehr mühsam ein Fortschritt zu erzielen sei und den Organisationen der verschiedenen Länder in der Befol- gung der Kompsmcthoden eine gewisse Freiheit gelassen werden müfle. Krakau, 17. Mai.(Eigenbericht.) Der internationale Bergarbsiterkongreß hat seine Beratungen abgeschlossen. In der Schlußsitzung wurde das internationale Kohlenproblem behandett. Delattre, ber internatiouole Sekretär, schilderte die bisherigen Genfer Verhandiunoen. In der Arbeitszeitfrage stoße der Konoentionsentwurs des Internationalen Arbeitsamts aus die schärfst« Opposition der Bergarbeiter. Die vor- geschlagenen Berechnungsmethoden machten jede Kontrolle der Berg- arbeiter über die tatsächliche Arbeitezeit unmöglich. Dem Ueber. stundenmißbrauch blieben Tür und Tor geöffnet, und dadurch werde die internationale Konkurrenz, das chauptübel, noch mehr verschärfL. In der Aussprache wurde übereinstimmend hervorgehoben, daß dl« Bergarbeiter wohl«in iitternationales Abkommen wünschen, ober nur eines, das auch einen Fortschritt bringt. In der zur Kolstenfoagc angenommenen Entschließung dankt der Kongreß dem Genfer Arbeitsamt für seine Unterstützung der Berg- arbeiterinternationale in ihrem Kamps um Lösung des Kohlen- Problems. Der von, Arbeitsamt ausgearbeitete Konoentionsentwurs wird jedoch, soweit die Arbeitszeitforderungen in Frage komme». als unannehmbar bezeichnet. Der Kongreß vertritt den Standpunkt, daß die Arbeitszeit lediglich für den Tag festgesetzt werde, wobei die chöchstzahl der Arbeitstage pro Woche 6 betragen solle. Die Arbeitszeit im Bergbau dürfe einschließlich Ein- und Ausfahrt inter- naiional nur 7 Stunden beiragen. In das Exekutivkomitee werden als dsutsche Vertreter Izusemann, Winter und Berger gewählt. Bergarbeiier ftreikten-15 Monate lang. Oer Streik in Neusiivwales beendet. Sidney, 16. Mai. Der bereits 15 Monat« andauernd« Streik der Bergarbeiter in Neusüdwoles, einer der schwersten Arbeitskonslikte in Australien. dürfte nunmehr sein Ende erreicht haben. Nach zähe durchgeführtem Kampf haben die Grubenarbeiter in N-usüdwales mit überwältigen- der Mehrheit beschloffen, die Arbeit wieder auszunehmen. Von den Bergarbeitergewerkschaften war während des Streiks der Rekordbetrag von 10 Millionen Mark Streitunkerstützung ge- zahlt worden. iFreieGewerkschafts-IugendVerlln tIMWWWWWWWW Am Montag, dem IS. Mai. A> ulir, Gruppen!eiterI>I»unq im Gemerk- ichaftsbau». Zimmer», des w�amtoerdande». Snqeluter 2t— Sä. Kreis- und ISruppen.Mddchen.Zulammenkunft im Jugendheim. Geioerkschafi»- hau?, Engelufer 24— 2>, gleichfalls um 2» Uhr.— Die UrlauMeit naht! Wandert mit! Koeu, und quer durch SchlesnRg-Kolsteia«von der Ostsee zur Roedsee) vom 19. Juli bis 37. Iuü KöO.«Osten Hie i?ahrg»ld. Mittagelfen, «affee, Uebernachiungen, Bestchtigungen und Damvfcrfahvtcn 40 M. Isahrt- leitet lZriedrich Waa-k Meldefchlust 10. Juni 1930.— Siebe« Tage im Thüringer Wald vom 20. Juli bis 27. Iull 1960,«ofteil filt lZahrgeld. liebet- nachlung, Mittogbtvt 30 M. ffahrtlettet Seotg Sethaedst Meldeschluß 5. Juli 1930.— Durch da« Rasntifche Seengebiet»nr SamInoMfcfte vorn 24. Juli di, 3. August 1900. Kosten: gahtgeld, TagedoeepflegunD. Uedetnachtnng, Damvse» Fahrien etroa 03 M. gofirtleiter Erich S'tirgel. Meldeschluß 1. Juli 1930.— Suppinee Schweiz lAupptn— RheinÄ-etg— Lochen) vom 27. Juli di» 3. August 1930, Unfoilen Ä1 M. ssadttleiter Mar Saldach. Meldeschluß 10, Juni 1960.— Zar Roidfeekiiste vom 33. tzuli di» 10. August 1930. Kosten: lkahtgeld, Berpflegung, Uebetnachtungen, Damvferfaheten. Destchtfgungen etwa r« 98. ffolirtleilet Kurt«esehfe. Meldeschluß 15. Juni 1900.— Dnech da» ZhSringee Land vom 2. bis 10. August 1900. Kosten: ssahtgelt. Hebet- nachtun«, Kaffee, Mittagessen etwa 50 98. ffahtkleiter Karl ffollfch. Meldeschluß 15. Juli 19S0.— ffahrt mit de, schwimmende» Zngendderderge.Sachse»' nach Meißen NN» Dresden vom 2. di» 10. August 1«M. Unkosten einschließlich voller Verpflegung 30 M. f Iuaendsnippe desZeniralverbondes der Anqestellten Morgen. Montag, finden folgende Beranstaltnngen statt: Beiß: Stiidt. Jugendheim Rathaus JBriß. Bottra«:„Satiren und Korikaturen". Vor- trogender: Oswald Mudrack.— Wcbding! Jugendheim Turiner Esse Seestrgße Votttaz:..Intctna'ionale gewerkschaftliche Iugendathelt". Oleferent: Werner Decker.— Urban: Jugendheim lslugdalenstr. 65. Bortrag:.Etwa? Uder cbravho- logie". Referent: Arthur 9!achow.— Temvelhosi Jugendheim der Schule See- maniastr. 4—0. Eingang Sößstraße. Altdeutscher Lumor.— Eharlottenburg: Jugendheim Zioüncnstr. 4. Vortrag:.Krieg— Freiheit— Menschheit". Ziese- reirtin: iZeidrl Hall. Arteitsamt Nord! Dienstag. 10 Uhr. Im Sportkassno. Ve, nicken- � dori-Sst. Vesidenistr. 70. wichtige ssratlionsversiumnluna der SPD.» a Senosscn. Denasse Dottlirb Reese spricht tider:..Die politische Situation" Zahlreichen Besuch erroartot Der ssralttONmiolstano. Znnungsbezirk Veddiug 6« Schuhmacher(Zwangs-) Innung zu Berlin. Allgemeine öffentliche Schnh-uacherrerfammlun, am Wontag, dem 19. Wal. 2» Uhr. In der.Lowenbronrrei', Höchste. 1—3. Ecke Badftraße.»ortrag:.Dia Wirtschaftslage und das Handwerk",»rierent: Eduard Zachart. 98. d.£. Bei Kopfschmerzen. Schwindel. Ohrensausen, gestörtem Schlaf, schlechter Laune, gereizter Stimnmng greife man sogleich zu dem alt- bewährten �Kranz-3oses"-Bltterwaff«r. Bericht« von Oberärzten in 5)eilonstaftcn für Magen- und Darmkrankheiten, betonen, daß da» Kranz-Zosef-Wasser ein ganz vorzüglich wirkendes, natürliches Ab- sührmittel ist. Es ist in Apotheken und Drogerien erhältlich. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Abonniert den„VorwärtS". Sonntag:, 18. Mai: *.J0: runkitymnastik. T: Ana Hambtirr: Hatenkonrert. 8: Tar den t-and- »irt. AS»! Mort.nfeier. AnschlleBend Olockeniallu« des Berliner Doms. II: Clternstunde. IIS»! KnabenchAre. 12: Mittaiskoiuerl. Ui Jutendstunde. IIS«: Koneert. U.M: Albert Daudistel liest aus eltenen Werken, 1«: Unter- haliungsitiosik. US«: Protramm der Aktuellen Abteilunt. 18.3«: Jutoslawiscbe Volkslieder. U: Bandonion-Trio des Meyerhold-Theaters. U.J«: Tatestlosscn. 20: Zum KM. Geburtstate Goldmarks:„Die Königin voi Saba, Oper von Goldmark. Danach Tanzmusik. Montag, 19. Mai: ruukgymnastik. AnschlieBcnd Frühkonrert. 12.3«: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert.(3.20: Das Juiisc Mädchen von heute. 15.40: Merkwirdiae Rekorde. 14.05: Naturkatastrophen und Welt- a■sthauune. 14.30: Konzert. 17.30: Jusendstunde. Ii: Deutschland und Europa im VOlkerbuod. 18.30: Das Ruhrgebiet. 19: Unterhaituncsmusik. 19.55: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 20: Die CrzShlunc der Woche. 30.30: Orchesterkonzert. 21: Als Cinlace: Programm der Aktuellen Abteilung. 21.30: Konzert. Danach Tanzmusik. Dienstag. 30. Mai: 4.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.3«: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Der Mut zum Berufswechsel. 15.4«; ätidtciubiläen in der Mark. 14.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 14.4«: Acht Klavierstücke. 17: Pichten oder berichten. 17.25: Jugendstunde. 17.05: Johannes R. Becher liest eigene Dichtungen. 18.14: Stunde mit Bßcbern. 18.4«: Von der Deutschen Welle: Französisch für Anfinger. 19.05: Unterhaltungsmusik. 20: Können Dichter die Welt indem? 204«: Fortsetzung der Unterhaltungsmusik. 21: Uraufführung:„Und haben vir nicht« dagegen getan" von Anderson und Hickerson. Mittwoch, 31. Mai: 4.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30; Wettermeldungen ffir den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert(5.20: Als Sekretärin beim Internationalen Arbeitsamt In Genf. 15.40: Wir feiern Wafther Ton der Vogelweide. 14.05: Sportjiche Improvisationen. 14.3«; Tanztce-Musik. 17401 Jugendstunde. IS: Das Ruhrgebiet. 18.3«: Staatsanwalt und Verteidiger. 19: Das Interview der Woche. 19.25: Eine Stunde bei Fritz Rotter. 2«: Von der Deutschen Welle; Gedanken zur Zelt 20.4«; Unterhaltungsmusik. 21.15;„Die himmlische Orgel", sinfonische Legende. Danach Abendunterhaltung. 23.1«: Aus Budapest: Zigeunermusik. Donnerstag. 33. Mai: 4.3«: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonrert. 9; Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 1240; Die Viertelstunde fflr den l.audvlrt 14: Schallplattenkonzert. 15.2«: Die staatsbürgerliche Bildung der Praq. 15.40: Wandern und Reisen. 14.05: Die deutsche Presse in Polen. 14.M: Solistenkonzert. 17.3«: Jugendstunde. 17.5«: Aufstieg der Tüchtigen. 18.18: Wonr Kunstkritik? 18.4«: Programm dor Aktuellen Abteilung.(9.05: Unterhaltungsmusik. 19.55: Drei Der Stutrhftiirf will unter allen Umständen aktuell fein. Das ist sehr schön, aber nicht immer angebracht, wenn man falsche Mittel und Wege findet. Bereits die parlamentarischen Atzungen in irgendeinem Kabinett der Welt wirkten langweilig. Wenn nun aber ein großer Prozeß als dialogisches Hörspiel mit drn genauen Warten des(Berichts, des Staatsanwalts, des Rechtsanwalls und der An> geklagten rekonstruiert wird, fo fragt man sich, was hat das Ganz« für einen Wert? Der Rundfimk tastet nach einer neuen Form. Der Mardprazeß im Theißge biet, der gegen 20 Frauen wegen Bergistung ihrer Männer geführt wurde, behandelt ein wichtiges psychologisches Moment, das in der Prozehsührung nur angedeutet wurde und das vielleicht auf sein« Ausdeutung»alid»nstz»ß<: nöfiirt«v SRnntd«, hm 10. Zv-i, h«» ftuifhao« P-lll$mtnkoniektio». Putz und Hondordeiten. Htrvor. eastnde». Di» M>teiluns»n im Parterre sind fo btqutm oussedestnt. dast t» «in Itichit« ist, den Strumpf, dtn Handfchust, Badewäfche, Karfett», Herren. «rtiktL stues.. iveig- und Wollwartn, Damen- und stinderwäfche. Sckstrstn. Herren- und Damentrikotastn ufw. su finden. Die Reelliiät der �irina Held ist fprichwortfichl sslir das fchntllt Erreichen der Abteilungen sind mehrere gastrstitstle norstanden. Auch forgt ei» änsterst liebtnswürdigts und ein- gearbeitetes altes Perfonal der ffirrna fttr gute und schnelle Bedienung. Die Porbereitung der Wäsche ist ebenso wichtig wie bi» Wasche selbst. Gut «ingeweicht ist halb gewaschen, benn bas Waschen geht Diel schnestee unb feichier, wenn die Wäsche am Porabenb richtig eingeweicht würbe. Am besten ver. wendet man sum Bereiten bee kalten Einweichlauge die bekannte Henko-Bleich- soda. Henko-Bleichsoda löchert Uber Nacht ben Schmust im Gewebe und er- leichtert dadurch die Reinigung der Wäsche aan, bedeutend. Beim Betrachten einer gebrauchten Henko-Lauge ist man erstaunt, wieviel Schutust st« aus- genommen hat. I« allgemeinen rechnet man 1 Palet Henko aus 4 bis ä Eimer Waffer. Sie Firma Teppich Vursch nergeöstert ihre Geschäftsräume beträchtlich. Die Räume der Häuser Bischofstr.>4— lZ und Epandauer Str. ZO— Z2, dir bisher anderen zwecken dienten, werden dem Verkaufsraum hinzugefiigt. Es ist eine Vrrbindung swifchen ben drei Sdusern der Spanbauee Straße eesielt worden. die nunmehr ein Spesialgeschäst für Tcppiäjx. Gardinen. Läuserstofie, Brucken in einer Große ergeben, wie es wohl in Snropa nicht seinesgleichen hat. Wald- und«orti»st»hI»»g de. Gute»«it-Lougeemilch. Diese neue Siedluna. die erst ,u Ostern mit dem Verkauf istrcr Par,»ll«n begann, macht gute.fzorf. schritte. Die ersten gepslosteeten Straßen stnb mit Bäumen bepslan,t/ hie Wafferleitnng sunkiioniert und die Lichtleitung ist gelegt. Gans reisend und in seiner Art ein»ig ist da, Musterhäuschen, das am Anfang der Siedlung ausgestellt wurde. Da» Säuschen enthält swei Zimmer unst Diel« und kostet nur etwa 2000 Mark. Die Siedlung des Gutes Alt-Saitgerwifch ist gleich gut geeignet s»m dauernden Wohnstst wie zmn Wochenendaufentstalt. Jedermann, bei bi« Siedlung bcstchtigl, ist überrascht oon ben Nalurschdnsteiten ihrer Um. gestunq»nb der ruhigen Lag». Wer sich näher orientieren will, erhält aus Wunsch die soeben erschienene Druckschrist kostenfei sugesanbt von der I�nnk'schen Geeisoeewaltung All-Langerwisch. Etabibüro: Berlin NB. 7. Friedrick>.Eberi- Straße 28. für Wohnungen in äffen Süfarten cfpeziafbefeuchiungen für'Verkaufsräume, Schaufenster, Werhstäften �eifsaß fangen(cönnen auf Wanscß vereinhart werden fflQQ- fBefeacflangsförper 9 m.b.a. fjfaus der Technih, Triedrichstraße J10-112 QJniergrundbaßn-• Oranienburger ffor/ Ausgang Süd .Lrünim. n. Phs. mit Omni, du» 88 bi* Bohn»- dott sstirche). kur». ':ßweg, weitere 100 Poeiatla» g« stm 1.20 ON. Bert, itgliast a. d. Gelände Schdne- selber Shauffee. i Mlmit, Tom Sa« Scklc. Elnaholm II F3 örflaio 8405 Frau SAlOtar Bari in Rudo«. CöpenickerStMc F, Acklarohol 272 Pesspett gratis. -«wangsv-llftreckun« werben i sibietrno gegen Bar�hlung! l>0»»«r»t»ck, 4c Staat»»- Pkw« l Post uns D ••kaimlmachimg tzm Wege der ofteallich mri'ü....._. wrrsleig'et: 4«b Mai ,0,0. 10 Uhr chkemmer, JOgsretr. 64: iften Sommerkleiber, hello Blusen. 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Aldi 1930 Filmskandal im„Universum" Der farbige Tonfilm, Paris". Kaum haben wir»en farbigen amerikanisck)en Tonfilm, so macht sich alsbald die Tenden; zur Wiederholung und Nachahmung! geltend. Der zweite farbige Tonfilm weicht von dem ersten(Cilly) dadurch ob, daß die Dialoge größtenteils durch Texte ersetzt sind und daß die Farbigkeit sich auf die Revueszencn beschränkt. Im übrigen ist alles dasselbe, außer daß die Hauptperson diesmal nicht eine Kellnerin ist, die zum Tanzstsrn aufsteigt, sondern eine San- gcrm. Die Schaulust wird befriedigt durch die Wiedergabe prun- kender Revueszenen mit viel Nacktheit und Ausstattung. Badgers Regie geht darauf aus, die Umwandlung der moralinsauren amerikanischen Mutter zu einem nlkoholfreund- liehen und mondänen Wesen in ihrer Komik gehörig auszu- schlachten. Es geht aber dabei leider das Tempo in die Brüche und auch die Revueszenen dehnen sich allzu breit aus. Der Stern des Films ist Irene B o r d o n i, die als doppelsprachige Sängerin durch Temperament und chargiertes Spiel jedenfalls besser unter- hält als die süßen Püppchen, die man sonst im Film gewohnt ist. Ob es für deutsche Hörer auf die Dauer Reiz haben wird, englische und französische Chansons zu hören, von denen man so gut wie nichts versteht? Jedenfalls aber würden sie die frühere Musikbegleitung durch deutsche Orchester vorziehen. Das Bitophon- orchester klang rauh und schrill und erinnerte manchmal an Orchestrionmusik. * Während die erste Aufführung ruhig schloß, kam es bei der 9-Uhr-Aufführung zu lebhaften Protestkundgebungen. Das Publikum begann sich auf eigene Hand zu amüsieren. Die nicht immer ge- fchmackoollen komischen Szenen lösten Ulkstimmung aus. Man läßt das Ueberfallkommando anrücken. Es braucht freilich nicht in Aktion zu treten. Zeitweilig geht der Vorhang zu. Dann wird unter Lärm zu End« gespielt. Ein Teil des Publikums hat das Eintritts- g«ld zurückverlangt und bekommen. r. Volksgesundheitswoche im Saalbau Ariedrichshain. Der„Hahnsinonn-Burid" veranstaltet vom 14. bis 18. Mai im Saalbau Friedrichshai n eine sehenswert« Ausstellung, für die als Veranstalter der Landesverband Brandenburg für Homöopathie und Gesundheitspflege zeichnet. Heber gssundhsit- fördernde Nahrung, über gesundheitförderitde Kleidung unterrichtet zu werden, ist ohne Zweifel gerade für den Arbeiter werwoll. Er will seinen Jungen oder sein Mädel so erziehen, daß ein lebens- kräftiger, kampffroher Mensch ersteht. Aus manchem, was er in der Ausstellung am FriedrichShoin sieht, wird der Beschauer. Nutzen ziehen. Leider aber bedarf es bei dieser von allen möglichen Firmen beschickten Ausstellung großer Mühe, zwischen Wertvollem und Un- nutzem zu unterscheiden. Es ist ein Humbug, Maisbonbons, Reform- hüte,.in Amerika vielbeliebte" Extrakte und ähnliches anzupreisen. Dagegen wäre es löblich, wenn auf dieser Ausstellung Väter und Kinder etwas deutlicher auf die Gefahren von Alkohol und Nikotin hingewiesen würden. Aus Hase wird Chinchilla, aus Kaum Zobel. Der Vizepräsident der Internationalen Pelz, und Jagdousstel- lung Leipzig l31. Mai bis 30. September d. I.), Dr. Friedrich König, erstattete im Hotel Adlon einen kurzen Vorbericht über die TrinKc Kräutertee und gesunde? Nur eine Krlnierlnir, wie sie sdioB seit Jehriensenden von der leidenden Mensdihcli engevendel wird, Ist das einzig Bleibende im fortwährenden Wechsel medizinischer Systeme gewesen. Die giftfreien Heilkräuter führen dem Organismus diejenigen Substanzen zu, dfe unbedingt zur Ausscheidung kranker Siolfe notwendig sind— Aus diesem Grunde sollte jedermann, der das Blut seines Körpers— den Hauptsattstrom— gesund erhalten will, in seinem eigenen Interesse in jedem Jahre im Frühjahr eine Bin ir ei n 1 gn n g• knr vornenm. n und sich zu diesem Zwecke des berObmien Kwleitchen Universai-Teet bedienen, dessen segensreiche Wirkung er alsbald am eigenen Körper verspüren wird.— In fast allen Apotheken seit so Jahren käuflich, ä M. I/O.(Kurpackung 10 Kartons M- 13,—.) Ein Büchlein üner Krankheitsbilder und Gutachten gratis durch H. Kwief» Pflasterfabriken. Berlin 5 W AS, Alexandrinrastr. 19 a. Ausstellung Die ,-Ipa", die einen großen Wettbewerb in- und ausländischer Rouchwarenhändler, Kürschner und Konfektionäre zum Zwecke der Propaganda für die Pelzmode zeigen soll, will b e l e h- rend und aufklärend, durch Darstellung des vollständigen Entwicklungsgangs des Pelzwerkes, über sämtliche Stadien und Arten seiner Verarbeitung, bis zum fertigen Kleidungsstück, um des > Käufers Interesse werben. Insbesondere wird dem Werdegang des zeitgemäßen Pelztieres, Hase und Kaninchen, ein besonders großer Raum gewidmet und jeder soll die erstaunliche Veränderung des schlicht-farblosen Haustierchens zum rassigen Edelpelzträger mit- erleben. Zu diesem Zweck wird«in« komplette Zurichterei und Färberei mit sämtlicken Hilfsmascksincn vorgeführt; in den wissen- Adteilung ISS, Am Mittwoefc, 21. Mal, öffecilicfae Versammlon� im großen Saal des Gesellschaftshauses, Friedrichstr. 137 Es spricht der Reichstagspräsident Genosse Faul Löhe über das Thema: „Die Sozialdemokratie und ihre Gegner" Beginn der Versammlung SV* Uhr Der Versammlung geht ein Ummarsch des Reichsbanners durch die Straßen des Ortes voraus. Treffen zum Ummarsch ö3/* Uhr am Bahnhof. Es wird die Beteiligung der Parteimitglieder auch hierbei erwartet. sckKiftlichen Abteilungen sieht man die Ergebnisse der neuesten Far- schungen tnif dem Gebiete der Zoologie, Biologie, Haar- und Fell- künde, Zucht usw. In einem Tierpark werden lebende Pehz- tiere aus aller Herren Länder gezeigt. Im Vergnügungspark wer- den Belustigungen aller Art geboten; unter den Gaststötten, die für das leibliche Wohl der Besuckjer sorgen werden, befindet sich auch ein Wirtschaftsbetrieb des Leipziger„Volkshauses". IA. 100000 ist da! Setiin zum ersten Male über 100000 Krastfahrzeuge. Nachdem die Gesamtzahl der Kraftfahrzeuge von 97 9S4 qm 1. November v. I. aus 97 21(5 am 1. Dezember, 96 082 am 1. Januar und 95 489 am 1. Februar gefallen mar. machte sich in den nächsten Monaten ein erheblicher Ausstieg bemerkbar. Am 1. März betrug die Zahl der Kraftfahrzeuge 95 949, am 1. April 98 398, und am 1. Mai 102706, das bedeutet gegenüber dem 1. April eine Zunahme um 4308 Kraftfahrzeuge Bon den 102 706 Kraftfahrzeugen entfallen auf Personenkraftwagen(ein- schließlich Kraftdroschken und Omnibusse) 47 153(45 269), aus Last- kraftwagen 15 405(15 254), Zugmaschinen 1677(1676), Krafträder 24 862(22 960) und aus Kleinkrafträder 13 609 (13 239). In den Personenkraftwagen sind enthalten: 9002(8998) Kraftdroschken und 756(756) Kraftomnibusse. Es laufen demnach 37 395 Privatkraftwagen in Berlin. Di« Zahl der Pferde- d r o s ch k e n, die von Monat zu Monat langsam aber stetig ab- nimmt, hat sich am 1. Mai auf 139 vermindert. In der nächsten Zeit wird man in Berliner Straßen also das Auto Nr. I A 100000 auftauchen sehen. Es sei denn, das die Poli- zei wegen der schweren Lesbarkeit der großen Nummer auf einen anderen Ausweg kommt. Taufe des„Wieseupiepers". Bor einigen Monaten mieteten Arbeiter und Angestellte, Mit- glieder der Neuköllner Bezirksgruppe des Ftugverbandes„Sturmvogel", einen halbverfallenen Schuppen, setzten ihn instand und gingen dami in ihrer Freizeit an den Bau ihres ersten Segel» flugzeuges. Erbaut von Arbeiterhändcn, bezahü mit Arbeitergroschen, stand vor kurzem der schmucke Bogel„Wiesenpieper" in Kliems Festsälen, wo die Bezirksgruppe Neukölln-Brig ein« kleine Feierlichkeit abhielt. Der Vorsitzende der Bezirksgruppe, Lußhoimer, sand Wort« des Stolzes, des Dankes und der Freude. Er wies auf die Schwierigkeiten hin. mit denen der„Sturmvogel" anfänglich zu kämpfen hatte, die aber durch den Geist, der die ersten Pioniere der Luftfahrt beseelt«, überwunden worden seien. Bereits in den nächsten Wochen werde der Schuppen in der Steinmetzstraße abermals vom Lärm der Arbeit widerhallen, man werde an den Bau des ersten Motorslugzeuges gehen. Nach der Festrede des Verbandsoorsitzenden Walter Binder hielten Polizei-Oberleutnant Baumert, und die Landtagsabgeovdnete Eiftiede R y n e ck launige Taufreden. Stadtrat Schneider überreicht« im Auftrage des Bezirksamtes eine Geldspende. Vortrage, Vereme und Versammlungen. # Reichsbanner„Schwarz- Rot Gold". <5 e t dj 5 f t ä kl c 11»:»ctlin S. 14. Ecbdfiidnltr. 37-3S. Sol 3. St. Montag. 19. Mai. Wcdding. Zungtaitncr. 2» Uhr Zto'e Schule- Eofcndurgcr Cita§c, Äctmadcitd.— Anmeldung zur Magdeburg- fahrt. Alle Namcradc» müssen cesdicinen. RenfäUn-Brig. 2. Kameradschaft. Zug- Versammlungen um 20 Uhr: 1. 8ug bei Cdiadeifo, W-ichjclfft. 5. 2. Zug bei König. Böhmische Str. 43.— 4. Ram-?adsd>a!f. 20 Uhr Kameradschostsvcrsamm- fimg in Beefers G?seüsd>asfshaus. Brih. Chausscesir.»7. Vortrag. Eeid>eincn Psiiöf.— Dienstag. 20. Wai. Tiergarten Moabit. 19V4 Uhr Antreten Stntt Saalschuil Arm-niushallen, Bremer Sfragc. groucnkundgrbung der SPD. Wedding. Nadfahrcrabteilung. 20 Uhr Sitzung hei Bondike, Schulstr. 74. Kr- scheinen Pflicht. Prenzlauer Berg lOrtsvcrein). Kameradschaft Ecnekcfdcrplatz bei Heiles, SKetzer Siratzc Keks Prenzlauer ANre. Kameradschaft Arnswaldet Platz hei Samatzie. Allcnfteincr Str. 23. Kameradschaft Sumannpfajt bei Päd«. Stargarber Str. 19. Anfang off er Versammlungen 20 Uhr. Krredtrchshai». ftameradschnft Petersburg lOVfc Uhr Kameradfchaftsvcrsammlung bei Busch, Sil- fiter ctr. 27. Referat:»Der gofchismnz". Kameradschaft Stralau. IS'», Uhr Kameradschastsoersammlung bei Wcrtolla. Sohenlohestr. 3. Referat:„Kommu- nalpolitische Sagesfragen".— Mittwoch, 21. Mai. liriedrichshaia. Erscheinen sämtlicher Sportler im griedrichshain. Kameradsdroft Warschau. l!>Zz Uhr Käme- radschaftspersainmlung bei Kahn. Erscheinen aller aktiven und passiven Käme- radcn Pflicht. Köpenick iOrtsvcrein). IS'b Uhr Antreten Bahnhof grtedridrs- Hagen zum Ummarsch. Anschließend Bersammltin». Referent: Lob«. Tentpclhos. Iungmannschoft. Antreten ItUi Uhr bei Pommerening. Geschlossener Abmarsch. Tiergarten. Kameradschaft Moabit. Kameradschaftsversammlung. Achtung, im neuen Lokal. Armininsfäle(kleiner Saal), Bortrag. MitglirdsWidter mitbringen.— Fricdrichshain. Iunqb. Mo» tag, 19. Mai, 19Zs> Uhr, Iugendversamm- lung im Jugendheim Franftnrtcr Büee 307. Rathenauzimmer. Sämtliche Jugend- lichen haben zu erscheinen. Dortselbst Meldung zur Magdeburgisahrt.— Zienkolln» Britz. 1. Kameradschaft. 4.?ng. Montag, 19. Mai, 20 Uhr, Zugoevsammlung hei Schauer, Treptower Eck« Wcserstraße. Ersäieinen Pflicht.— Paulo«(Ort»» verein). Eonnabend. 24. Mai, republikanisches Treffen im DÜrgerpark Panfow. Eintritt 30 Pf. Kameraden anderer Ortsvrreine willkommen. Freie Arbeiter. Stenographen. Bereinigung Groß-Berli». Beginn des Debatten. schriftkursus in der Reickskurzschrift am Donnerstag, dem 22. Mai. 2SVi Uhr. im Realgpmnafium Neukölln. Kaifer-ssriedrich-Str. 309— 210. Boraussschtliche Dauer ein halbes Jahr. Bedingung: Jeder Teilnehmer muß eine IftzKSilben- Schreibgesihwindigkei! beherrschen. Das Kursusgefd beträgt monatlich 1 M. Kit Erwachsene und 0,75 M. für Ingendsiche. sowie ein einmaliger Unkassenbeifrag von 4 M., der im voraus zu entrichten ist. Schriftlich« Anftagen beantwörtet: ZZ. Riedel, Bcrlin-Spandau, Wustermarker Str. 10, 1. Deutscher? reibe rtkeroerband E. B., Gruppe 14 fDriebrichsbam). Mit. gliederversaminlung am Donnerstag, dem 22. Mai, 19� Uhr, in Heinrichs Test- sälcn. Große frankfurter Str. 30. Bericht von der Generalversammlung 1»M. Mitgliedsbuch legitimiert.'___ Wekkerausfichken für Berlin. Trocken, teils wolkig, teils heiter; ziemlich warm, schwache Luftbewegung.— Für Deutschland. Im Nordwesten stark bewölkt und strichweis« etwas Regen; im übrigen Deutschland teils wolkig, teils heiter und ziemlich wann, in der westlichen Hälfte des Reiches vereinzelt Gewitter. Lins Kraftquelle für Berufstätige Ist ORBA» Bitter-Schokolade. fiuawe Berlin, belle-alliance-strasse s. unter den linden 12—13 und adler-salon am zoo, Hardenbergstrasse ss»-« Weitere eigene Werksfilielen: BRESLAU/ HAMBURG/ HANNOVER/ KARLSRUHE La/ KÖNIGSBERG L Fr./ LEIPZIG/ MÜNCHEN/ NÜRNBERG/ STUTTGART l ��iSozialisiischeArbetterjugendGr.-Yerlin ER I hJ 99 Einsendung« für diese Ztndrik mir an da« 3ujentfefrcf«tk( Sellin 636$. Lindenstraße Z FituktLonäovcrsainulluug. Marge». Montag, igt» Ahr, in der Aula der Schale Aachstr. U. Dartrag: »Ter Ziampf un> die Iangarberterschaft�. SIeferent: tdnftao Weder. Alle Znal- tiouörc miifse» erscheinen. Da» Ritgliedibnch ist norgugelge». Bcrufsgxuppclrversammlungcn. Graphische Industrie: Mittwoch. A. Mai lnickit Dienstag). Textilintuftrie: DmurrrÄag.'22- Mai. Beide Veranstaltungen deginnen um i7 illsr und finden im IugendKeim Lindcnstr. 4 statt. Siherra:.Politisierung der Jugend in Bc- trieb und Berufsschule". Berufsangelegendeiten. Das Mitgliedsbuch ist vor. zuneigen. «die A»wrK>i»gr!» Ht de» slaaiinmtUiSrt Iugeedtog müssen sofort«e» genommen werden sbis spätestens 20 Mai). Heute. Sonntag, IS. Mai: Arnswalder Plag l! Heim Rsstenburger Str. IS. Hciwaliend.— Ztord- oft-» II: Keimabend um 1$ Ubr im Heim?mm«nue!!irchstr. 34.— Schi». baoier Borftadl: 20 Ilde Heimabend.— Sü tratst: Heu» Lindenstr. 4. Heim- abend.— Sharlottenburq-Zlord: Heim O ibcrsftrahe..sriimlritik."— Zried» richahageu: Heim Zsrietrichstr.$7. ri immer 1. Bollstanutbend.— Reiuickendors. West: Heim S-idelstraße. Heimabend— Tegel: Aiißenlpiel«. anschließend Seimaliend in Tegel.— Panlow III lR.-I?.): Treffpunlt 10>e) Ubr.Tivali". Berliner Str. 3d. ssilm der Sinderfreunde. eintritt 3b Pf. Kapelle erscheint vallzähliz. 19 Übt Treffen Marktplatz. Zstocgen, Montag. 19. Mai.\9M llhr: Moabit M: Heim Lehrter Str. 18—19. Politische Tazesfragen.— Beste»: Keine Hauptftn. IS..Tr»»en-Menb'— Hnnrdoldthai«: Ztreffpimlt zur lsunft, tionärprrfamznlunz l$?L Uhr„Bote Allee".— Arnswalder Platz ll: Heim Zicstenburger Str. 1$.„Was und wie lesen wir?"— stallplatz?: Schule Sonnenburger Str. 30.„Technik des Wanderna."— stollplatz II: Schule Sonncnburger Str. 20.„Sinflibrung in den Sozialismus."— Huntanaplatz: Schule Schcrendergstr. 7..Scruelle stragsn." Referent: Dr. Scorg Löwen- stein.— Rordaste» II: Heim Dangigcr Str. 02. ll. Z.„Der 30. Mai 103$ und feine stolzen."— Schinhanfcr Leestadt: Schule Sonnenburger Sir. 30.„Tie Seschichle.- der politischen Parteien."— Andreasplatz: Heim Vronimnstr. I. „Rationalsotialismus."— Hallrsche, Tor: Heim VorSstr It.„Wandern und Na-ktlultur."—»ottbuster Tom Treffpunkt sämtltaier Kunktionitre 19 Uhr Äattbusser Tor gur stunkttonarversammiung.— Spandau: Heim Lindenufer 1 Rote, stallcn-stci erstünde.— Marienfelde. Lichtenrade: Sciiwiminlchrganq in Mablow. Treffpunkt 19 Ubr Bahnbof Lichtenrade.— Reuköllu Ii: Treff. punkt zur ssunttioniirversammlung 19 Uhr ll- Bahnhof Rathaus.— Neukölln IN: Die Jnstruinenienla pelle iiit im Seim stlughaienlir. 08.— Lichteaberg-Rord: Treffpunkt zur stunflionärrerfammlung. 18se Ubr„Role Ecke".— Pankow Illl fR.-st.): Seim Aifstngenstr. 48. Porausftchtlich Borirag des Genossen Guthcit Ober �aien» und Slegreiffpiele". sei HERMikNNTlETZ Während unserer Kinder-Tage bieten wir in allen unseren Häusern viel Interessantes und Lustiges für die Kleinem telDziger Stratsa;„6.Tapa- Rannen* und«ndsra Betätigungen» Belle. Aliiance�traate:„Kinder-Theatrr"» Wstmeradorrer Strasaa;„Spielwiese" Chaosseestrasse:„Im Flugreup Ober Barlln-4» VergnQgungsplätze In dsn HSusern: Frankfurter Allee, Andreasstr, Brurinenjtr„ Kottbuser Damm 2? In unserem Hause fliexanderplatz Grosses Kinder-Preisausschreiben 40 Preise im Gesamtwerte von 1000 Mark Auaaug aus den W a 1 1 b e w o r b a• B e d i n g u n g• m Wahrend unserer Klndar-Tage(vom 17. bis 24- Mai) zeigen wir im 1, 2. und 3. Stoekwerk |e ein Schaustück: Lustige Szenen aus dem Berliner Leben. Et güt, jedem dieser drei Bilder einen witrigen, originellen Namen zu geben.— Die Beteiligung an der Löeuna der Preisfrage ist Knaben und Mädchen Im Alter von 6 bis 14 Jahren gestattet Die Zuachrilten sind bis zum 31. Mal an die Firma Hermann Uetz, Berlin, Aleranderplatz, einzusenden. Der 1. Preis fallt auf die wilzigate und ortginelleta Benennung aller drei Bilder. Der 2. Preis eu( die zweitbeste Benennung eller drei Bilder. Der& Preis auf die drittbeste Benennung aller drei Bilder usw. Sollten bei den prämiierten Benennungen mehrere Einsendungen gleichlautend sein, eo entscheidet da* Loa Die getroffene Entscheidung des Preisrichter-Kollegiums Ist unanfechtbar und SCbllesst jeden gerichtlichen Rechtsaneoruch aus. Das Preisrichter» Kollegium tagt unter Vorsitz des Notars Rechtsanwalt Gross, Berlin, Anhalt- Strasse 4 Die Preisverteilung wird in den Haupt-Tageszeitungen bekanntgegeben. Die näheren Bedingungen sind an den Eingängen bzw. an allen Kassen kostenlos erhältlich. V- | Da, fBXBXZ" Das Warenhaus Berlins in allen Stadtteilen Bitte ausschneiden! Einladung? Achtung? Eintritt ftei! Hausfrauen f Oes großen Erfolges wegen nochmals eine Woche Probewasche« verbunden mit einem Waschvortrag über die neu« Waschmechode mit dem Messing-Wasch- Kompressor ist nicht zu verwechseln mit den bereits gezeigten Blech- oder Stoff-Apparaten und kostet VorfüHrongSpreis ZiM. 22.— Wäschewringer"KSK. 6— Keine Anzahlung! Steine Anzahlung! Die großen Vorteile sind: 1. Der geringe Anschasfungspreis 2. Die gesamte Wäsche kann damit ge- waschen werden 3. Sie waschen, bleichen und spülen Geringer Brennmateriol- und Seifen- verbrauch 5. Kein Kochen, kein Reiben, kein Bürsten, kein scharfes, die Wäsche zerfressendes Waschmittel ist nötig Daher 20fache Lebensdauer der Wäsche (5. Früher: 1 oder 2 Waschtag«— jetzt: nur 3 bis 4 Stunden 7. Spielend leichte Handhabung 8. Jede Hausfrau kann sich selbst über- zeugen sofortige Abstellungen für später ohne preisaufschlag Sitte trvckene.schnmhtqeWäsche.auch Stärkewäsche mitzubringen. Räch S Minuten Wafchdauer sauber zurück. In dieser Zeit werde« 45 Hemden oder 40 Handtücher oder 5 Dettbezüge und neben diesem Quantum»och mehrere Dutzend Krage» und Taschentücher zugleich gewaschen. Vorführungen fiavea statt: Ab Montag, de« 49. Mai. bis ei--schli«hlich Sonnabend, den 24. Mai, und zwar tä lich gleichzeitig in sämtlichen 4i Lokalen um 11 Uhr vorm., 4 Uhr r.achm. und 5 Uhr abends Um pünktliches Erscheinen wird gebeten! 1. AerlinR.in den �Milo-Zestsälen�, Schön hauser Allee 130 2. Aerliu 7t. Im Ztestaurant„LSweubräu", Höchste. 2 sEcke Sadstr.) 3. Aeriiu-WiZdmg, in den„pharussäle�, Mütlerstr. 142(V-Aahn Seestrahe) 4. Seelin RO, in den„Union- Zestsälen", Sreifswalder Str. 221/23 5. Aernn E, im.Qeu fches Sereinshaus", Landsberger Str. 39(nahe Alerander- 7. Aeilin C, im„Stontordia-Wlrtschasts- betrieb", Audreasstr. H4 «. Berlin SO. im«Zteichenberger Hof", Reicheuberaer Str. 14? 9. Berlin S, in ven �Citp- �«stsälen", Dresdtner Sir. S2 10. B-rlinSW, im Restaurant �Wohlstair, Belle-Ailtanre-Str. 39 11. Berlin W, im Restaurant„Kote« Hau»", llioli-u0or>vlon 3(neben Ufapavil ob) platz) 12. Berlin.Moabif. im �Moabiter Seiest- S. Bertm O. im frankfurter Hoff, Aronk. W" schastshauT", Wkttfstr. 24• T.■ t furior Allee 313-14(neben Sermania-.. 13. Aer m-Eharl»rtWbu«g> n, den �Hohen- Palast) zollern Zestsäleu", Berliner Strah« 105 Büro und Auslieferungslager in Berlin: Berlin SW 19, Stommandantenfirnh« 33. Telefon: Merkur 4741 Potfeniverwentiiiig OleftwUz(Haus OberscMesien) Dieses Inserat erscheint nur einmal? Tlm Muiwoch. dem lt. Mai>930, mitiag» IZi/, llhr. oaefchuv»ach lanqem. mit«ebuid ertrogevem Leiden meine liebe streu, unirre brrzen-zuie. treniargeudeMulter.Schwiegermuttee, Srotzmütter, Schwägerin und Taule Maria Pellmatm geb. Reibiger im Aller von 72 Jahren Dies»eigen»leidetrübi an logaii Poiimann and Kinder. »er Im, den 16. Mar 1930 Pütf.nftrotze 11 Die EinLfcherungsieier findet am Dienstag, dem 20. Mau nachm. t><, IIS-/-) llhr, im Kremaiortnm Baum- fchuienweg. sti-ihsuftratzs 221, statt Am Ist. Mai entschlief nach kurzem. schwerem ftranleniager unser Genüsse Richard Klose .ein treuer und lieber Mitkämpfer im Dienste des Sozialismus. Eher feinem Andenke»! SS. Abtellim�Charlotlenbarg Die Einäscherung findet am Mill» touch, dem 21. Mau nachm. 5 llhr. Im Svemawrium Wllmersdarf, Berliner Straß« 100— 102, ftott Am Donner« tag. dem IS. Mal, verschied»ach langem schwerea Leiden memo lieb» Frau Klara Herbst geb. Neumann, im 49. Lebensjahr« Oer(trouetabe Gelte nebst Angehörigen Berlw N5S, Stargarder Straße aL Die Trauerlei er findet am Mens- tag, de» ZK. MaL abends«V, Uhr, im Krematorium Derichlsir Holt Am Freitag, den: 10. Mal. nach- mittog« 3 Uhrenifchiie, nach kurzem. schwerem Leide:, mein lieber, guter Mann, unser iiedor Vater. Schwieg, r» und Großoaier, der Huunacher Richard Klose Zu tiefer Trauer Stiana fliote Kinder und ÄnUel. Di» Einäscherung findrt am Mili. wach, dem gl Mai, uachmtilag» b Uhr, im Kremaisrium Dumersdorl. Ber- iioor Siraß« 100— 103, stati. f | hauiouan gzirengescli. eidalil.| C. K5rker,. Berlin lihfiisii&cnrar ttnUig.MaiBi'-äddi J De, galt Kapfl&ii- 1 Ifiauld&aK s' i'">er' mG's'er' ä Am Donnerstag verschied»ach lurzem. schwerem Leiden mein lieber. guter Mann Karl Holdach im SI. Lebeussqhre. Tiesd-trllbt Btnm* Haldack, Odo Holdeek, als Bruder. nebst Anverwandte. DI« Trauerfrie: findet am A>. Mai, um lS Uhr. im Krematorium Baum- fchuienweg statt. Arn IS. Mai ve, starb nach ichwerem Leiden mein iauigflaeliedter Mann, meines Kindes treukorgeuder Bater moh Adermann im vollendeten ST. Lebensjahre. Um stille» Derisid bllist K&ic Adensaen geb. Lcnts aebsi TödHerdben Bfisdlcat Di» Beer, tgung findet am Dienstag, dem 20 Mai, nachm. 6 llhr. auf dein Friede u»>r:»!>ho> Nordend. Blauttn- leider Straße, stot: Trauringe I iksrtr»„RibO"«es.«estS.» I hOrjrt für Feinsnb«!» onä GswIcliL neiilfeblands RrMMe AntwaU FuDenl»» ans»iseis SMet Alle linse lerUg I c eosnnJDE M et learbettet■ ■Usekraeni g I Ii», i DukaL 09SS- 105 Gr. 47.» I lUm a'i. O.BAS. a? Gr.#0.1S ttzlena. 0.9«. 7 Gr. 31.S0 I h.bj 0.9UU 1 ft«, 0.900 1 Rlsi 0.800 I Ring 0900 1 Ring 0.900 1 Ring 0583 1 Ring 0585 1 Ring 0585 I Ring 0.333 1 Ring 0333 I Ring 0.383 105 Uraium 4S.— 07 Gramm 84.80 7 Gramm__ OS Gramm 80.84 85 Stamm 14— S Gramm 18,— 4 Gramm IS.— 8 Glimm 5 Gramm lO.— 4 Gramm St.— Glimm O. Rings 0.585 mit AuSsoscbrift„Dn bist»«in",.Mit Willen DeinKlgen-, .Rose n. Myrte" usw. v.»o.- 80. V ersand n. aaller b. Preiallstegrarts. 9»it>892 5Ülstrih«-«:! ,r auf tlnierlassung lautes, innerbnib »ine» Monat» nach Nechtskraft de» Ur- teil» im..Berliner Lokal-Anzciqcr", in der berliner Morgrirpesi" und im .Bauwärt»" aich Kosten des Beklagten öffentlich bakgnntzumachen. 4..... qez. Knauer. Schwarz. Boremberg Au�iefertigt. S. aez. Budchoiz, friisti-ansefiellter. als Urkundsbeamter der Geschäftsstelle de» Landgerichts L Herrenlileiilerlaiiriii Oeeründet 1 89S eibt AnzOsc. rietcr. Paletote E"-«-. ab, soweit nicht am Lager Eztra- iertigun". ohne Preisaufschlag. Bitte Nberseasen Site steht! Coper.Kaiservutieiin-str� Aussdineidcn! Aalbewahren! Wegen Differenzen werden hierdurch für die Mitglieder unseres Verbandes folgende Gastwirtsbetriebe gesperrt Tempelhof: Restaurant Flughafen, Tempelhofer Feld, Inh Mitropa; Treptow: Paradies-Garten, Inh Kahl, Alt-Treptow 7; Kaiserbad-Garten, Inh. Jauernick. GrOnau: Hotel und Restaurant Jägerheim, Inh. Erhardt; Wendenschloü, Inh. Ohle. Tegel; Restaurant Seeblick, Inh. Radowilz, Tcgdort; Restaurant Leuchtturm, Inh. Becker, Tegelort. Grunewald: r Schloß Schlachtensee, Inh. Ww. Staegemann. Wollersdorf: Cafd Ruhwald, Inh. Giatz. Erkner: Restaurant.Eisenbahn", Inh. Stadelmann. Strausberg; lioiel.Wolfstal", Inh. Freud-'ger& Keller; Restaurai t.'vleirbahnhot", Inh. Grucziewiz: •.Schlagmühle", Inh. Lehmann; ..Ro käppchen", Inh. Hohn; ».Alte Spitzmüh e", Inh Kerschbaum. Zenlralverband der Höfel, ReslanranIu.CaieanaesfeIllen Zweigvcreia Grob Berlin Berlin, N 24, Elsasser Straße 86/88 II Telephon: Sammelnutnmer D. 1 Norden 7804. r MÄVSWi / / ist das beste Wasser zum Waschen! - Ziegenwasser ist weich, es enthält keinen Kalk. Leitungswasser dagegen ist hart und kalkhaltig. 1 Gramm Kalk des harten Leitungswassers macht schon 15 Gramm Seife unwirksam! Bedenken Sie, was das beim Waschen ausmacht! Machen Sie sich selberRegenwasser! / s'ö' fföö Geben Sie vor der Bereitung der perstl- Lauge einige Handvoll Henko-Bleichsoda in den mit kaltem Waffer gefüttten Waschkessel! Sie erreichen dadurch volle Ausnutzung des Waschmittels und haben eine gut schäumende, waschkrästige Lauge. Auch zum Einweichen der Wäsche gibt es nichts Vorteilhafteres als die seit fünfzig Jahren beliebte -a Sit:* M Vs50ö Henko Henkel's IPasch: undßleich-Soda Kenne« Sie schon das jüngste Erzeugnis der perfllwert«: O Henkel'« Aufwasch', Spül» und Reinigungsmittel? Theater, lichtfpiele ufw. VolKsbtttwe Tbcatir am BQIovplatz. Z�/z und 8�/4 Uhr Rost von Kirchon und Ouspcnsky Regie: Günther Stark Staat!. Sdtiller-Tli. 8 Uhr Der O'wissenswnnn WM MM 0 2 Weidindamm 5201 8 Uhr Phaea von Frili v. Unruh. Reg.; Max Reinhard) Musik: FrMridi Hoiianuhr. Kämmerspiele 12 Weideulamm 5201 SV« Uhr Die liebe Feindin Rfnidie von A. P. AntoiB« Regit; Gpitaf GrSnägeni Die Komödie JI Bismck. 241 4/7516 m Uhr Soll man heiraten I Xomüdie von Bamanl Shaw Snrisdie Einridilaog: Karl Heinz Martin Direktion Dr. Robert Kleis Deotsebes lOasller-Theat Barbarossa 3437 »>/, Uhr Sex Appeai iBhp. i. Fndtrik Lonsdilt Kigii: Fonlttlimugi Uteri Basserraann, Mafly Christtons Berlinsf Tlieater Dönhoft 17u 8>/. Uhr Der TsuieisschQier! Komödie v pernard Shaw Regie: Heinz Hilpert WWW, jtfeiswerte �syNlWM R�teunmt Berlins BETRIEB f KEMPINSKI' MONTAG DIENSTAG d IQ MAI d. 20. MAI aaSeraeiDöliiilicli billiger PrCiS-aberessind nicht mehr (Verkauf dieses Extro�Angeboles nurimStommtwus leipziqer-Strgfte _ O ims sracio alle Tarbeti in dar Auswahr vorTianden, die Sie sonsl" in den Michels-Sartimenten zu finden gewohnt sind. DieserCHlNA-KREPPist trotz des billigen Preises eine M ICH E LS-GlUALI TAT! Menqenabqabc vorbehalten! LEIPZIGER-STR. 43/W- KURFÜRSTENDAMM ECKE RANKESTR KÖNIGSTRASSE A-1/A.2 STEGLITZ, SCHLOSS-STRASSE 34. Tagt. S u. 81$ :onoi.2-.s«. 8U A ex. E 4. 6066 Ttatiicu 4.1» ind Sormags S Uhr nachmittag Das neue Varletd-Programni und Entecheldunge.RinglcBmpfe Wochenr. s Uhr u Sonnt 2 U. nachm. lOVori to-tnraiaioiigii otn» BinamwH» SroSes Schauspielhaas 8 unr Nur Im Mal Bie iBstiae Witwe Rsflie: Erik Charell Theater 1. d. Behrenstr. 33-54 9 Uhr A4 Zentrum 926-927 9 Uhi Olreldlon Ralph Arthur Roher t» «igiB. die am morgen singen Lustspiel in 3 Akten von Lonsdale. ROSE -T H E ATE R I GroB« Frankfurter Str. 132 I j BilleHka«te: Alex.3422u.34Q4 Heute um B,s und 9 Uhr (wochentags 815 Uhr) URAUFFÜHRUNG! {impar- , vTc/VU/ 1 Komödie in 6 Etappen von H. A. Klhn R�le; Paul Rose | Bühnenbilder: Waltsr Fltch.r| Hau ptdaretel I er: 1 Trauta. Hans und Willi Reso.| Hilde Hofer, Erna Kerstan«, Ed- BarKanisch. Robart KQIIer. Franz J | Staln, Erich Wüde, Goltiiard[ Bega u.a. 1 Kant für d«a Verrerksuf tiflleb j rm 11-1 übr u. t. 4-9 Uhr jeöffMt »MM Direktion: Or. Martin Zickel»» Komische Oper Fneilriclistr.104. Merkur 1401 4338. Täglich SV» Uhr Majestät lässt bitten Musik von Wolter Kollo. Lustspielhaus rriedriebatr. 236. Bergmann 2922/23. 8lli Uhr. Geschäft mit Amerika. Vorverkauf in beiefen Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. CASINO-THEATER Lothringer Strafte 97. Die Berliner Posse Rentier Mudicke and das Ricseo-Yariete-Pf ogramm Billig: Billigt SommerpreUe: SO Pfg. Mark».SO Mark Sonnabend u. Sonntag kleiner Aulschlag Reichshallen-Theater Allabendlich 0 Uhr Stelfiner sanger „Eine Hochzeit in de MOllerstraBe** TeLZnlr. 11263, LS« tarflak, Dönhoft. Brottl: Variete— Konzert— Tans eeeeeeeeaaiaeaaaeeea ZOOLOGISCHER ßflRTEH ••HiiiuiiiiiNMiiHiitiiiiiiinMiiuiiOiHiiniiiiiiiiifnnirt TBgllS 19 4 BDI GROSSES KONZERT Tanz im Freien Feenhafte Beleuchtung Auf d«m Schaustellungsplatz „1000 Krokodile" Im Anfilopenhaus Tierkunst• Ausstellung. eeeeeeeeeeieeeeeeeet Opereitenhaus Alte Jakobstr,.g>?32 (Zentral- Theater) Dönh 2047 Täglich S>.. Uhi Totentanz von Aug Strindberg Rundtunkhörei balBü Preise Banomki- Söhnen Tkcattrla der Streseimuiastr. (frähr: Kötiggrltnr Str.) Täglich»>/, Uhi Napoleon greift ein nn Vtltir Batmlmr KomBdianhaua Täglich 8>/. Uhr: Meine Schwester und ich MuslU.llilglilinatiky Metropol-Th. Täglich«>/. Uhr mit Dir allein auf einer einsamen Insel Ridütl Batan. tHrtd Brian, Rita Ctorj. Ctarlotte Indtr. Sonntags4 Uhr; Das Land des Läeüelns rrianon-Tlieatet Täglich S. Jahre die Schwangerenfürsorge des Berliner Krankenkassen-Verbandes geleitet habe, habe ich mich in Bäriin-Frisüridisiiaget, sied'ur.g Hirsctigarcefl, UJormdiiier Sir. 1K AerzMn niedergelassen. Sprechstunden: 9—10,4—>. Mittwochs auch vor 7—3 abends, Fernsprecher: F 4 Friedrichshagen 0808. Frau Dr. med. Goldmann-Volleohal«, Aerztin. Zu allen Kassen sunelassen* Dr. C. Märciise pcoflijtcrt mifber in Bad Kudowa. Von der Reise zurück: Dr. Knrl Finkenralh Haut-, Haar', Geschlcchislciden Oppelner Straße 33, Wrangclstr. 47 Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich S'/t Uhr Groden Erfolges wegen verlängert Gastspiel Gisela Werberirk in ieyer's sei. Witwe Schwank von Fritz Fiiiiliiiaini-FreilriiiL Theater am smilfbaucrdamm Sommerspiclzeit! Täglich 8' 3 Uhi Tratsch Komödie v. Coward Paudler.Schweikart Norden 5813. 0231 tlieater d. Westens Täglich 8'.', Uhr: Der BellelsMinl SöDhendorf, Carola, CidileDSleüi. tlsncr Sonntags 4 Uhr Der Betteistudent 1(1(21 ajucKim. «badllWi DESTAUDÄTIONS- BETRIEBE FISCHER&SCHRAOE D. öcdcdz- ala carte• qepft 6teft?"-l0cinß VolbStOmliche Preise Residenz-Theatei Tägl.S'/i Uhr madonna im schlafcoupd v. Maurice Dekobra Für Jugend!, verb. Lessing-Thealer Weideadimm 2797 a.0846 Täglich 8V« Uhr; Frau Peters hat einen Dellenten v. Louis Verneuil mit Erika m TMmänii Louis ftneuil Total, a. Kaiia.Toi Kottb. Str. 6 TägLBUhr Elite- «Sänger. Hai- Festspiele ßiiselli ohrfeigt Hinisltt Vo ztiger dieses Inserats Voizugs- preise. Dir. Dr. Martin Zickel Komische Oper Friedrichsir. 104. Merkur 1401/4330. Täglich S>/2 Uhr Majestät läßt bitten... Musik lon Waltir Rollo. Lustspielhaus Friednchstr. 236- Bergmann 2922/23. Täglich 8V» Uhr Gescuailmil AmerfKa Lustspiel von Frank und Hirschfeld jehtc Art ittierl pti'iäirett Pnnl Oolletz dorm. Robert Meyer Marlanncmtraftc A Ecke 9!aunt)nftia|e Amt Morigvl 10303. SpriUpurapen 'au SelbstaafstcUen, Filfiruegtr. Sjtii'idu Tik. KrCgerE Z Latbsn PKBiowfibri't Im fririfiiftstT. 107 2 Hin. T Bhf. JenovitTtrddk Berliner UlK-TriO N C U k e 1 1■. w Lalinstr. 74/70.1 MONATSRATEN Ar. 230» 47. Jahrgang'6.�36�0�5 Gonniog, ilS. Mai �930 £uigi 3>irandello: i*@tß Ätfw. dh» graße, geschäftige Orlschaft on ein ein Strondstrcifen des afrikanischen Meeres. An einer schlechten Stelle geboren zu lverden, ist nicin nur ein Do riecht der Menschen. Auch eine Ortschaft wird nicht geboren, wie und wo sie möchte, sondern dort, wo dies aus irgendeinem Grund« das Leben verlangt. Und wenn sich aus eben diesem Grunde zwangsläufig zu viele Menschen dort ansammeln und zu viel« dort geboren werden, und wenn gor noch dazu die betreffend« Stelle zu eng ist, so muß die Ortschost notgedrungen schlecht wachsen. Nisia, um wachsen zu können, muhte,«in Haus über das ander«, über die beinahe senkrecht« Mcrgelwand der Hochfläche hinauf- klettern, die unmittelbar über der Ortschaft jäh und drohend zum Meer hinabstürzt. Auf der weiten und lustigen Hocheben« dagegen hätte sich Nisia frei ausbreiten können, doch hätte es sich in diesem Fall« vom Strand zu sehr entfernt. Dielleicht wäre ein Haus, das man gewaltsam dort hinaufgestellt hätte, eines Tage» unter dem Hut« der roten Ziegel und im Umhängetuch seine» Kaltbewurses wie «ine Gans zum Strand hinuntergeslozen. Denn dort am Strand brodelt das Leben. Di« Einwohner von Nisia hoben auf der Hochebene den Fried- Hof angelegt. Die Toten können dort oben frei atmen. „Droben werden wir frei atmen', pflegen die Einwohner Nisias zu sagen. Dies sagen sie, da man unten am Strande nicht recht atmen kann. Zwischen dem lärmenden und staubigen Handel mit Schwefel. Kohle, Holz. Getreide und gesalzenen Fischen kann man gar nicht atmen. Wenn sie Luft schöpfen wollen, müssen sie dort hinauf- klattern. Die» tun sie gewöhnlich ober erst dann, wenn sie gestorben sind. Und sie bilden sich ein, daß fi« nach dem Tode frei atmen werden. Gin schöner Trost! *** Mit d«n Einwohnern von Nisia muß man viel Nochficht haben, berat es ist wahrlich nicht leicht, ehrlich zu sein, wenn es einem schlecht geht. Ln diesen erdrückten Häusern, die man eher Höhlen als Häuier nennen könnte, herrscht ein übler, feuchter und beißender Moder- gsruch, der mit der Zeit jede Tugend untergräbt. Zur Vernichtung der Tugend, nämlich zur Steigerung des Modergeruches, tragen die Schweinchen und die Hühner und hin und wieder irgendein stampfender Esel bei. Der Rauch findet keinen Ausgang und bleibt in den Höhlen lagern, deren Decken und Wände er schwärzt. Und d�« Schutzheiligen, welch oerzerrte Gesichter des Ekels sie auf den verräucherten Drucken schneiden, die an den Wänden hängen! Di« Männer, die sich den ganzen Tag über am Strande und auf den Schissen in harter, vertierter, ruheloser Arbeit schinden, spüren nicht so sehr diesen Modergeruch; um so mehr die Frauen, die darob erbittert sind. Und es scheint, daß sie ihrer Erbitterung dadurch Luft machen, daß sie Kinder in di« Welt setzen. Welch« Menge Kinderl Di« eine zwölst die ander« vierzshn, sechzehn.... Allerdings gelingt es ihnen dann, nur drei oder vier davon aufzuziehen. Doch di« Kinder, die in Windeln sterben, tragen dazu b-i. die Lag« und den Stand der übrigen drei oder vier, man kann eigentlich nickst sagen, od glücklicheren oder unglücklicheren, zu per- bessern. Denn jede Frau läuft gleich nach dem Tode ein«, Kindes in das Findelhau«, wo sie ein Findelkind übernimmt, wobei sie «in rotes Heft bekommt, das ihr auf einig- Jahre allmonatlich dreißig Lire trägt. Alle Leinwand- und Stoffhöndler von Nifia sind Malleser. Auch, wenn sie auf Sizilien gebaren sind, sind sie Malteser..Zun Malteser gehen' heißt in Nisia soviel w!« Leinwand oder Stoff ein- kaufen. Und die Malteser, die immer einen Rohrstock bei sich tragen, machen in Nisia ausgezeichnete Geschäft«: sie sammeln jene roten Heft« ein; für fede» Heft liefern si» Daren im Wert« von zwei» hundert Lire: eine Brautausstattung. Die Mädchen von Ni'ia heiraten alle so dank den roten Heften der Findelkinder, denen die Mütter dafür Milch geben müssen. Die Prozession der bauchigen und schweigsamen Malleser, die in gestickten Pantoffeln und mit einer schwarzen Seidenkapp«, ein großes blaues Taschentuch in einer, eine beinerne oder silberne Tabakdose in der anderen Hand, jeder mit sieben, zehn oder gar fünfzehn roten Heften vor dem Gemeinderat von Nisia an jedem Monatsletzten erscheinen, bietet dem Zuschauer einen netten Anblick. Der Reihe nach sitzen sie auf der Bank des langen, staubigen, Ganges, auf dem sich der Schalter des Steueramtes befindet, und jeder von ihnen wartet, bis er drankommt. Dabei schlummern sie ruhig oder stopken Tabak in die Pfeif«, oder verjagen mit langsamer Geste di« Fliegen. Di« Auszahlung des Armengeldes ist in Nisia iwirmehr gewissermaßen eine überlieferte Angelegenheit geworden. „Marenga Rosal� schreit der Steuerbeointe. „ijl«r!* antwortet der Maltese«. Marenga Rosa de Nicolas ist im Gemeindeamt von Nisia wohl- bekannt. Seit mehr ol» zwanzig Iahren nährt sie den Wucher der Malteser mit einer schier ununterbrochenen Reih« von roten Heften. Wie viele ihrer Kinder sind eigentlich in Windeln gestorben? Sie entsinnt sich selbst nicht an deren Zahl. Bier hat sie oufge,zogen. olle vier waren Mädchen. Drei davon hat sie schon verheiratet. Und die vierte ist Braut. Werat man st« nun ansieht, weiß man eigentlich nicht, ob sie eine Frau oder«in Scheuerlappen ist. So daß sich di« Malleser. an die sie sich schon wegen der Ausstattung der ersten drei Töchter gewendet hatte, bei dieser vierten weigerten, ihr Kredit zu gewähren. „Frau Rosilla, diesmal wird es mit der Milch nicht gehen.' ..Was? Nicht gehe.»?' Si» sühlle sich in ihrer Würde gekränkt, da sie sich durch so viele Jahre al» Zucht- und Milchtier bewährt hatte. Nachdem man aber bei den fchweigscunen Mqllesern durch Dorftellungen nichts erreichen kann, zeterte si- laut vor den Geschäften. Wem» si« ihr im Spital ein Findelkind anvertraut hatten, war da» nicht ein Beweis dafür, daß sie auch die Möglichkeit hatte, es aufzuziehen? Doch mar die» für dl« Malleser kein genügender Beweis und sie lächelten im Schotten, hinter dem Lerkaufspult, und schüttelten die Köpfe. Man könnte vermuten, daß st« kein rechtes Bertrauen zum Arzt und zum Geweindeasiessor haben, die beauftragt find, da» Schicksal der Findelkinder zu überwachen. Doch ist dam nicht so. Di« Malteser Sügao. daß i» den«uAw mase» Arzte» und dieses Asiegor» die Aufgabe einer Mutter, welche die Tochter verheiraten muß und dazu kein anderes Mittel zur Verfügung als das rote Heft hat, viel schwerer ist und viel mehr Berücksichtigung verdient wie di« Auf- gäbe,«in Findelkind aufzuziehen, denn schließlich, wenn dieses stirbt, � wem tut es weh? lind wenn es leidet, wer beklagt sich deswegen? Eine Tochter ist eben eins Tochter und ein Findelkind ein Findelkind. Und w«nn die Tochter nicht heiraiet, muh man mit der Gefahr rechnen, daß sie dazu beitragen dürfte, die Zahl der Findel- linder zu erhöhen, die von der Gemeinde erhalten werden müssen. Wenn jedoch der Tod eines Findelkindes für die Gemeinde einen Gewinn bedeutet, fo ist es für den Malteser zumindest ein schlechtes Geschäft, auch dann, ivenn«s ihm geling«, die ftcbuien« Ware zurückzuerlangen. Deswegen sind— zu gewissen Stunden de» Tag«»— die Kontrollbesuche, angeblich Spaziergänge, der Malteser in diesen Gähchen nicht selten. In den schmutzigen Gähchen, di« von nackten, erdfahlen, abgemagerten Kindern, von schmutziggelben Ferkeln und von Hühnern wimmeln, wo all die Mütter vom„roten Heft' von Tür zu Tür plaudern und öfters auch streiten. Die Molleser betreuen die Findelkinder mit derselben Sorg- fall, mit der di« Frauen die Schweinchen betreuen. Es kam schon vor, daß irgendwelcher der Malteser es in feiner Verzweiflung so weit gebrocht hat, ein sehr heruntergekommenes Findelkind durch eine halbe Stunde täglich von der eigenen Frau Pillen zu lassen, ihm also einen bescheidenen Trank Milch zu spenden. Genug davon. Rosa Marenga ist«s schließlich doch gelungen, einen Malteser zweiter Güte,«inen Anfänger, zu finden, der ihr versprochen hat, ihr in Teillieferungen Ware, nicht wie gewöhnlich, um zweihundert, fondern um hundertoicrziz Lire zu geben. Der Bräutigam der Tochter und dessen Verwandten waren damit ein- verstanden und die Hochzell wurde beschlossen. Nun brüllt das hungrig« Findelkind in einer Art Sack, der— oben mittels Holzreisens offengehalten— an zwei Schnüren in einer Ecke der Höhle hängt, von Morgen bis Abend, und Tuzza, die Tochter der Rosa Marenga, plaudert mit dem Bräutigam, lacht, näht on ihrer Ausstattung und zieht hie und da an der Schnur, die on der primitiven Wiege befestigt ist, wodurch diese schaukelt. „Brav sein! Heilig« Mutter, ist dieser Säugling.retisch'!' „Retisch' kommt von häretisch— nämlich ketzerisch— und bedeutet bei den Sizilianern unruhig, hitzig lästig, unzufrieden. Man muß zugeben, daß dies für christliche Leute ein« sanfte Art ist, über die Ketzer zu urteilen! Doch hat Mutter Rosa so wenig Milch____ Tuzza mußte sich darein fügen bei dieser Musik verzweifelten Geschreis zur Hochzeit zu rüsten. Hätte sie nicht heiraten müssen, so hätte diesmal— offen gestanden— Muster Rosa keinen Find- ling zu sich genommen. Für Tuzza ober hat sie ihn genommen. Das Kind weint und trotzdem erfreut sich die Tochter on der Liebe des Bräutigams. D'e Macht der Liebe ist eben so groß, daß sie di« Schrei« des Hungernden übertrumpft. llebrigens kommt der Bräutigam, d-r beim Ausladen der Schist« beschäkttgt ist, erst am Abend, wenn di« Haienarbeit ihren Abschluß geiunden hat. Wenn der Abend schön ist, steigen Muster, Tochter und Bräutigam zur Hochebene hinaus, um den Mondschein einzuatmen. Und da« Findelkind bleibt verlassen in der versperrten Höhle, in seiner sonderbaren Wiege höngend, und schreit weiter im Dunkel. Die Nochbarn hören es mit rasender Wut und besorgter Angst zugleich und wünschen ihm einstimmig— au, Mitleid— den Tod. Das ununterbrochen« Geschrei ist ja geradezu atmen. raubend. Sogar dem Ferkel fällt es lästig. Es grunzt und wühll mit dem Rüssel umher. Und di« unter dem Herd versammelten Hühner werden unruhig. *** Ein Wunder. Eines Abend«, als Mutter, Tochter und Bräuti- gam vom Mondschein zurückkehren, finden sie in der Höhl« tiefstes Schweigen. „Still, seid still!' sogt die Mutter den Verlobten, die vor der Tür verweilen möchten, um sich noch zu unterholten. Still, ja. Aber Tuzza kann auf gewiss« Wort« hin, die ihr der Bräutigam in» Ohr lispelt, ein helle» Lachen nicht zurückhatten. Waren es Worte oder war«s ein Kuß? Im Dunkel sieht man es nicht. Mutter Rosa hat die Höhle betreten: sie hat sich der Wiege genähert und horcht. Stille. Ein Mondstrahl ist durch di« Tür getreten und ist aus dem Boden mi« ein Gespenst im Dunkel bis hinter den Herd geschlichen, wo die Hühner hocken. Einem von ihnen ist da» Licht unangenehm und es gluckst. Verdammt! Und verdommt auch der alt« Mann, der, wie gewöhnlich, betrunken aus dem Wirtshaus kommt und, um dem Brautpaar auszuweichen, bei der Tür stolpert. Aber nein! Da» Kind erwacht auf kein Geräusch hin. Und doch hat es«inen solch seichten Schlaf, daß das Summen einer Fliege genügt, um es zu wecken. Mutter Rosa verliert di« Fassung. Si« zündet das Licht an und blickt in die Wiege; vorsichtig streckt sie die eine Hand bis zur Stirn« des Kleinen vor und schrell auf. Tuzza eilt herbei, doch der Bräutigam bleibt bestürzt und«nt- setzt vor der Tür stehen. Wo» schreit ihm Muster Rosa zu? Er möge rasch ein« der Schnüre lösen, an denen in der Ecke die Wiege hängt? Und warum? Rasch, rasch! Muster Rosa weiß schon, warum. Doch der jung« Mann, vom tödlichen Schweigen de» Kleinen gebannt, kann keinen Schrllt rühren und sieht trüb und düster zur Tür hinein. Da springt Muster Rosa, bevor die Roch- dorn herbeieilen, aus einen Stuhl und reißt an der einen Schnur. Tuzza anschreiend, damll sie den kleinen Toten hinlege. ö-ix-ui, r-in u-u�xuo.. era v�u/iiux i{L gexmcu» Gott weiß wi«! Sie ist gerissen und dos Kind ist aus der Wiege gestürzt und ist tot! Sie haben es tot auf der Erde gefunden, kalt und steif! Welch ein Unglück! Welch ein Unglück! Die ganze Nacht hindurch, auch nachdam die letzten Naöp barinnen, die auf die Schreie hin herbeigeeilt waren, in ihre Häuser zurückgekehrt sind, weint und schreit sie weiter. Und kaum bricht der neue Tag an, beginnt sie wieder einem jeden, der in der Tür erscheint, da» Unglück zu erzählen. W>«? Gesallen? Die kleine Leiche weist doch keine Wunde, keine Beule, keinen blauen Fleck aui. S:« ist nur so dürr, daß si« Entsetzen auslöst! Und am linken Händchen dieser Finger, dieser dicke Daumen! Der Leichenbeschaucr entfernt sich nach der Untersuchung, indem er die Achseln zuckt und eine Grimoise schneidet. Die ganz« Nach- barschaft behauptet«instimmig, daß das Kind Hungers gestorben ist. Und de? Bräutigam, obwohl er weiß, in welch würgender Be« klemmung sich Tuzza befindet, läßt sich nicht blicken. Statt s«ner kommt sein« Mutter mit einer verheirateten Schwester, beide mit zusammengepreßten Lippen, um der Szene des kleinen Maltesers. des Ansängers, beizuwohnen, der wütend in die Höhle stürzt, um die aus Kredit gelieferte Ware zu retten. Rosa Marenga schreit, rauft sich das Haar, gibt sich Schläge ins Gesicht und auf die Brust, die sie entblößt, um zu zeigen, dag sie noch Milch hat. Und sie fleht, man nröge ihr aus Mllleid für die verlobte Tochter ein« Frist bis zum Abend gewähren, damit sie zum Bürgermeister, zum Assessor, zum Arzt des Findelhauses lausen könne. Um Himmel» willen! Ilm Himmels willen! Und zerrauft, mit den Kleidern in Unordnung, schreiend, mit den Armen in der Lust fuchtelnd, läuft sie davon, von den Pfiffen und Schimpfworten der Gassenbuben begleitet. Die ganze Nachbarschaft ist dort vor der Tür um den kleinen Malteser in Ausruhr, der über sein« War« wacht, und um Mutter und Schwester des Bräutigams, die sehen wollen, wie die ganze Geschichte enden wird. Eine bannherzige Nachbarin hat die Höhl« betreten und— oon Tuzza uisterstügt, di« in Tränen aufgelöst ist, wäscht und kleidet di« klein« Leiche. Die Wartezeit ist long: die Nachbarn werden müde, di« Der« wandten des Bräutigams ebenfalls und all« k-hrsn in die Häuser zurück. Nur der kleine Malteser bleibt unentwegt auf seinem Posten. Als gegen Abend der Leichenwagen der Gemeinde erscheint, um die kleine Leiche zum Friedhof zu überführen, versammeln sich wieder alle vor der Tür. Der kleine Fichteniarg ist bereits zugenagelt, er wird schon gehoben, um auf den Wagen gestellt zu werden, als unter Ver. wundcrungsschrsien. Pfiffen und Geschimpfe der Meng« Rosa Marenga strahlend und triumphierend— ein neues Findekkind im Arm— auftaucht. „Da ist«s! Da ist es!" schreit, sie und zeigt es schon oon weitem der Tochter, die zwischen Tränen hindurch lächelt, während sich der Leichenwagen langsam zum Friedhof in Bewegung setzt. iAutsrisierte U-berseZunz»Sit C«rt(Kretg flevreer.) Vöglein Sakak £4n armenifches ITtärchen d■} Da« sängt mit dem ersten Frühlingstag an und geht den ganzen Sommer hindurch: sobald di« Sonne schlafen gegangen'ist. hebt in den schattigen Weingartentälern Armeniens eine klagend« Stimme an zu singen— Sahak.... Sähak... Mnnänd kann mir sagen, woher diese Stimme kommt. Wohin ich geh- im ganzen Tal, überall ist die Stimme mit ihrem Gesang. Immer wenn ich glaube, mich ihr zu nähern, flieht sie aus meiner Nähe und wiederholt ununterbrochen das ein« schwermütige Klag«- lied— Sähak... Sohak... Saho!.,. Die Leute sagen, diese Stimme sei das ewige Klagelied eines wundersamen Voglern», das vor Zeiten«in Mensch war. Damals war in Armenien ein« Muster,«ins zärtlich liebend« Mutier, die einen einzigen Sohn hatte, der Sahst hieß. Da» war ein ganzblonder Junge, dem ihre ganze Seele gehört«, mit dem sie übergroße Liebe verband. Und Mutter und Sohn waren glücklich miteinander, sehr glücklich... Damals herrschte ober«in schlimmer Brauch: Wenn ein« Brücke gebaut morden war, mußten die Wassergeister lwgüugt werden. Deshalb opferte man ihnen den Menschen, der zuerst über die neu- gebaute Brücke ging. Bliebe«in solches Opfer aus. so«n« int« man, würden die Wasser bald in Zorn geraten und mit ihren unbändigen. Wogen di« Brück« zerschlagen. Ein schwarzer Tag. Der glanzülonde Sa ha k, der diesen herz« lasen Brauch nicht kannte, ging, sich die neugebaute, eben fertiggestellte Brück« zu betrachten. Arglos lochend ging er über die Brücke. Weh«, der Dottsbrauch kennt kein Erbarmen: Sahak wurde das unglückliche Opfer der neugabauten Brück«. Die Mutter, di« ja van dam schrecklichen Unglück nichts wußte. wartete voller Sorge, daß ihr Sahn heimkäme; sie wußte ja gor nicht, wo er hingegangen war. Wo der glaiizblond« Sahak hin- gegangen war, von da lehrte er nicht mehr heim. Di« Mutter lief wi« irr nach Nord und Süd, um ihren lieden Jungen zu suchen— sie hat ihn nirgends gesunden. Wer könnte sagen, wie lange d!« unglückliche Mutter m Bergen und Wäldern gesucht und den Verlust ihres lieben Sohnes beklagt hat. Eines Tages— wie es gekommen ist, weiß man nicht— hotte sie Flügel und schwang sich in die Luft. Bon der Zell an birgt sie sich im Dunkel der Nacht und klagt über ihr schwarzes Los und sucht ihren liehen Jungen immer noch und hört nicht aus wit ihrem traurigen Sang— Sahak... Sahak, ... Sahak... Das Glück wird den �indern� iS.sts Altem Jahrtausend littd lange veralttert, ftücmt&d und brausend liud vorltengerpltterad D«r fStarfst) mtfrtc Irgueu» Sie Srelfeelt zu schauen, Sich selber zu leben lind Artedeu zu geben 1 3p lauge nrrtettet Den dunklen Gemglteu! Dt«m endlich gerettet, Die 3rll zu geflalteu, �Marschieren die Trauen rÖetl Glut und Vertrauen! 3m blühenden �Morgen Sind alle geborgen. Da» Glürt wird den L�iuderu! Die GZal geht zu Ende! Das Elend zu lindern, Glüh» Herzen und Hände. WUlkommen. ihr Schwestern! Vorbei ist da» Gestern! Da» Älte ist richtbar! 5V« iTTfrir» f# fnLue £iebesleben der Wilden Ton'ttlax JCochdorf Zum Hoheitsgebiet von Britisch-Neu-Guinea gehören die Trobriand-Inseln, die von einem schönen, melanesischen Volkzstamm bemohM werden. Der Etnograph sieht in den Eingeborenen»och „Wilde", die. ein von Einflüssen europäischer Zivilisalion un- abhängiges Leben führen. Der polnische ißölferfotfchet Bronislaw M a l i n o w s k i wanderte daher für einige Jahre nach den Tro- briand-Jnseln aus, um in die Seelengeheimnisse dieser paradiesischen Menschen einzudringen. Was ihn auf dem landschaftlich ent- zückenden Eiland besonders zurückhielt, das war die wissenschaftliche Neugierde nach dem Geschlechtslebey dieser Wilden. Der Gelehrt« wird in nächster Zeit bei Grethlein u. Co. in Leipzig«in auher- ordentlich interessantes Buch über seine sehr schwierigen Studien veröffentlichen. Denn man kann sich denken, dah selbst dies« Natur- kinder nicht ohne Widerstand die intimsten Geheimnisse ihres Liebes- lebens vor dem europäischen Besucher preisgaben.' Er mußte mit Takt und Güte vorgehen, um seine Tagebücher mit zuverlässigem Material anzufüllen. Jetzt, da er sein Werk vorlegt, erfahren wir allerdings, daß auch diese Wilden merkwürdiger, sogar übersinnlicher Empfindungen und Gedanken fähig sind. Und alles, was sie fühlen und denken, wurde inspiriert von ihrer Sinnenliebe. Alltag und Poesie, Robustheit und Zartheit mischen sich, und aus allem enthüllt sich ein primitives Gemüt, das wir nicht immer begreifen, das wir oft mit Erstaunen betrachten. Ein Urwesen wird vorgestellt. Es wurde nicht von einem im Firmament thronenden Urfchöpfer geformt, sondern es wuchs auf dem Boden, wi« Wald und Frucht. Das Urwesen war ein Weib, das keinen Mann braucht«, um sich fortzupflanzen. Nach unerklär- barem Geheimnis vermehrt« sich das Weib. Di« Einwohner des Eilands find noch heute nicht davon überzeugt, daß die Menschen bei der Sinnenbefriedigung in die Welt gesetzt werden. Sie glauben stärker an die Wirksamkeit phantastischer Geister als an die Kraft ihrer Lenden. Es gilt als erwiesen, daß in jedem Menschen ein Geist beheimatet ist. Stirbt der alte Mensch, dann war auch der Geist gealtert. Der Geist trachtet ober nach Verjüngung und Fortsetzung seiner irdischen Existenz, Der Wunsch wird ihm erfüllr, indem er durch die Schädeldecke in den Körper eines Weibes eindringt. Bon dort wandert er durch den lebendigen Leib, um sich schließlich in den Muttcrorganen anzusiedeln, bis er wiederum durch eine fleischliche Neugeburt die ersehnte Heimat findet. Nun sind die Menschen verschiedenen Geschlechts vorhanden. Die Kinder werden nicht getrennt gehalten und so früh vertraut mit allem, was ihr Körper ist. Begehrlichkeit, die sich regt, wird nicht eingedämmt. Knaben, die mannbar, Mädchen, die reif werden, dürfen sich gesellen, ohne das elterlicher Einspruch erhoben wird. So folgt alles frühzeitig dem erwachenden Trieb. Die Jünglinge wohnen gemeinsam in ihrem Junggesellenhaus, gesondert von ihren Familien, ober zur Nacht finden sich bei ihnen Mädchen«in. Natürlich setzen sich Schönheit und Kirnst besonders durch, und aus dem Werben geht besonders schnell als Sieger hervor, wer sich als stimmbegabter Sänger auszeichnet. Der Forscher warnt davor, diese Liebesfreiheit als abscheuliche Wildenunzucht einzusetzen. Man ist der Natur ganz nahe, doch die Natur gebietet auch daß die Paar« mit Anstand zusammenhalten. Verboten ist es. lüstern oder schamlos von Liebesdingen zu sprechen. Die Jugend gehorcht der Natur ohne Uebcrheblichkeit, und der Beobachter gewann niemals den Eindruck, daß die Lisbcsfreiheit zur Verlotterung führte. Manchmal geschieht es allerdings, daß die Jünglinge und die Mädchen eines Dorfes sich zu Wanderscharen verbünden, um in entlegeneren Ortschaften auf Er- oberung auszugehen. Mädchen und Jünglinge wandern dann immer getrennt. Es schmeichelt ihnen, ihre Freude in der Ferne zu suchen und neben der heimischen Alltäglichkeit auch die exotischen Gcnüsi« zu erproben. Alle diese Liebesoerbindungen sind noch unverbindlich. Sie binden den jungen Mann erst, sobald er ans Heiraten denkt. Seit- sam, er denkt trotz seiner beträchtlichen Ungebundenheit sehr früh daran. Aus all den freien Paaren werden bald Ehen. Die jungen Liebe s-lieute richten schnell ihre Hütten ein. Kein Wunder, denn die Che ist für den Mann«in gutes Geschäft. Die Familie muß nämlich jür das Mädchen, das sich verheiratet, reichlich Mitgift spenden— nicht nur am Hochzeitstag, sondern während der ganzen Ehedauer. Gatte wird also Nutznießer einer Rente, die ihm regelmäßig in Nahrungsmitteln und anderen Zugaben zu liefern ist. Darum haben auch die Häuptlinge der einzelnen Stämme für sich das Recht der Vielweiberei reserviert. Jedes Weib, das sie in ihren Hausstand nehmen, bedeutet für sie ein« Vermehrung ihrer Einkünfte. Es geschieht auch nicht selten, daß der Häuptling die Witwen seiner ver» stoibenen Verwandten heiratet, um so seine Einnahmequellen zu erweitern. Denn der Häuptlingsstand verpflichtet. Der Häuptling muß freigisbig sein und seine Untertanen beschenken, und er kann es nicht, ohne daß ihm die Familien seiner zahlreichen Weiber Zinsen. Der Häuptling ist auch ein absoluter Herr, der vielerlei Ehrerbietung fordert. Stets muß der Untertan einige Ellen niedriger stehen oder gehen als sein Herr. Durchschreitet der Untertan das Gelände, wittert er den Häuptling in der Nähe, dann sucht er sich durch Lärm bemerkbar zu machen. Der Häuptling wird dann auf einen erhöhten Platz springen, um sich über seinen Untertan zu er. heben, und der Untertan geht vorüber, indem er zum letzten Zeichen seines Respekts die Augen niederschlägt. Verstecken sich die ledigen Liedesleute zum Austausch ihrer Zärt- lichkeiten, so tun es die Eheleute erst recht. Ja, es gilt sogar als unanständig, daß Eheleute öffentlich ihre intime Zusammengchävig- feit bekunden. Man wird sie niemals Hand in Hand auf der Straße treffen. Haben sie einen gemeinsamen Weg, dann geht der Mann voraus. Im Abstand folgt ihm die Frau. Sie ist ihm angegraut, dock) keinerlei Vertraulichkeit wird dem Gatten gestattet, wofern die Augen der Freunde oder der Fremden aus ihnen ruhen. Der Gatte, der vor einem Dritten die Vorzüge seiner Frau rühmte, würde sich des gröbsten Verstoßes gegen die guten Sitten schuldig machen. Ver- achwng aller Stammesgenossen würde ihn treffen. Es geschah auch nicht selten, daß Männer, die ihr entzücktes Herz nicht wahrten. hernach verzweifelt bereuten und sich durch Selbstmord für ihre ge- schwätzige Verl cbtheit bestraften. Der Ehemann, der seine Gattin rühmt, würde sich auch durch einen Liebeszauber verhext glauben und schon das Haid den Tod nicht scheuen, damit er von seiner Ke- spensterbcsessenheit erlöst werde. Falls die Frau auf der Wände- rung ermüdet oder gar erkrankt, ist es auch dann dem Ehegatten verboten, sie auf begangenem Wege zu stützen. Nur eines dürfen ftck) die Eheleute vor den Augen der Nochbarn gönnen: das gegen- seitige Absuchet, der Kopfläuse ist auch vor der Oeffentlichkeit zu- lässig. Gatte und Gattin verzehren dieses Ungeziefer hernach gern als eine leckere Zukost. Es stirbt der Mann. Zwei Jahre lang ist die überlebende Frau zur Witwentrauer verpslichlet. Sie wird in ein dunkles Loch ge- sperrt. Zwei Jahre lang darf sie diesen Käfig nicht verlasien. Sie darf sich nicht reinigen, sie muß alle Notdürfte in dem Käfig ver- richten. Mitleidige Verwandte und Freunde kommen, um ihr Nah- rung in den Mund zu stopfen. Demi als verdammt wird auch die Witwe angesehen, die es wagt, während ihrer Trauerzeit mit ihren Händen irgendwelche Speise zu berühren. Es flimmert ein wenig im Kopfe des Lesers. Die Wilden der paradiesischen Insel scheinen etwas zu wild. Trotzdem entdeckt der Soziologe auch die Grundidee, zum mindesten die moralische Ahnung, die all der Wüstheit zugrunde liegt: die Alten sorgen freundlich da- für, daß die Jugend schmerzlos ihre Liebe sanfech tu ngen überwindet. Ist die Familie aber erst gegründet, so legt sich über sie der Ernst der Verantwortung. Die Familie hat für die Gegenwart zu existieren. sie hat sich für die Zukunft fortzupflanzen, indem nicht zuviel Aus- gelassenheit des stammerhaltende Sozialgetriebe stört. Das Gemüt und damit das sinnliche, primitive Freiheitsgefühl altern sehr schnell auf der paradiesischen Insel. Männer und Frauen kommen schon in jungen Jahren zur zeremonivsen Gesetzheit. Dann beschäftigen sie sich auch mit dem Gedanken an die vage Unsterblichkeit, der ihr Denken gewachsen ist. Sie bemühen sich, möglichst viele Wohnungen für die zur Verjüngung bestimmten Geister zu schaffen. Das heißt: sie zeugen emsig fruchtbare Männer und Frauen, die den Stamm nicht aussterben lassen und für alle Zeit stark machen, damit er kriegerisch und arbeitsam den Kampf um Boden und Dasein führen kann. Tl. Sofflchenko: fjjilMVeS „Der neue Alltag" naht mit Riesenschritten und trotzdem ver- stehen es viel« Eltern nicht, dieser Tatsache gerecht zu werden. Noch immer geben sie ihren Kindern so altmodische Namen wie Petja, Iwan, Anton... In 20 bis 30 Iahren aber, wenn das Leben im vollen Glänze erstrahlen wird, werden solch« kleinbürgerliche Namen für den Träger geradezu ein Verhängnis fein. Manche Eltern wären zwar bereit, auch in diesem Punkte den Forderungen der Zeit Rechnung zu tragen, aber die Auswahl ist viel zu klein: zwei bis drei Namen und Schluß. Außerdem kann es leicht zu peinlichen Mißverständnissen führen, wie es meinen Be- kannten passierte. Im vorigen Frühjahr haben sie ein Kind bekommen. Sie sind moderne fortschritlliche Menschen und hatten eine große Freude. „Wir werden schon zeigen", sagte sie,„daß wir aus der Höhe der Lage sind. Wir werden schon einen revolutionären Namen finden. Das wird kein Petja und kein Wanja!" Sie singen an nachzudenken, wie sie den Buben nennen sollten. Zwei Tage verbrachten sie damit, am dritten waren sie beinahe trank und hatten noch immer keinen passenden Namen. Da hals ihnen ihr Nachbar aus der Not:„Schlagen Sie ganz einfach irgendein politisches Lexikon auf, dort gibt es ganz ausgezeichnete Namen, wird schon für Ihren Kleinen auch einer dabei sein." Also haben sich die Eltern ans Lexikon gemacht. Dieses hat sich nach- träglich als„Politisches.Handwörterbuch für Rotarmisten" entpuppt. Und da entdecken sie einen schönen sympathischen Namen drin— Jaures— und dabei steht: Führer der sozialistischen Bewegung in Frankreich. Meuchlerisch ermordet...„Also", denken sich die Eltern,„soll der Kleine Ja u res heißen, dem Helden Jaures zu Ehren. Hoch! Hoch! Hoch!" So ließen sie den Buben unter dem Namen Jaures im Registrierbüro eintragen und rufen ihn natürlich Schorja. Eines Tages kommen Gäste zu ihnen, unter ihnen der Bruder der Frau— Pajchka— ein jugendlicher Kommunist. Der sagt: „Einen feinen Namen habt ihr jür euren Buben ausgesucht, ich will nur nicht mehr sagen.. und lächelt so eigentümlich. „Warum denn?" fragt man ihn.„So halt", sagt er.„Dieser Jaures war zwar Sozialist, aber zugleich war er auch sin Feind des Kommunismus, ein Führer der 2. International«,— sozusagen ein Menschewik! Ihr seid mir schöne Eltern." Daraufhin— allgemeine Bestürzung. Die Eltern greifen nach dem Lexikon, richtig— von Kommunismus keine Spur. Und Paschka grinst. Da begannen die Eltern zu jammern und zu klagen und das Kind zu streicheln. „So ein Unglück!" sagt die Mutter.„Was soll jetzt mein Kind mit dem menschewikischen Namen anfangen!" Der Vater sagt: „Morgen müssen wir gleich ins Registrierbüro, den Namen ändern lassen. Nennen wir ihn meinetwegen„Radium"!" Also lief am nächsten Tag die Mutter mit dem Kind ins Re- gistrierbüro. Dort sagt man ihr:„Bedauern sehr, es ist aber gesetzlich oerboten, vor dem 18. Lebensjahr Bor» oder Zunamen zu andern. Soll ihr Sohn in 17 Jahren an einem Momag zwstchen 2 und 3 Uhr zu uns kommen, dann können wir es machen." Und dabei blieb es. Die Eltern sind ganz außer sich, aber all« Hoffnung haben sie noch nicht verloren. Und es ist gut so. Dielleicht wird eine hohe Instanz dieses peinlich'« Mißverständnis doch noch aus der Weit schaffen. xzlus dem Russischen übersetzt von Alexander Gerschenkron.) Heues vom tKugelblHs Es hat den Anschein, als ob dieses Jahr sich zu einem Gewitter- jähr entwickeln will, das uns reichlich Gelegenheit zur Beobachtung von Blitzen geben wird. Dabei gibt es wenige Erscheinungen in der Natur, die uns so viele Rätsel ausgeben wie die Kugelblitze. Obwohl sie schon seit langer Zeit bekannt sind und es immer wieder einmal gelingt, ein solches Phänomen zu beobachten, weiß die Wissenschaft noch nicht recht zu erklären, wie der Kugeblitz entsteht, warum er gerade in der Form einer Kugel auftrUt. Unlängst hat nun. wie Dr. H. Wollereck in„Reciams Umschau" berichtet, der Engländer R. Holder einen Kugelblitz beobachtet, der sich von den bicher erkannten Erscheinungen in vielfacher Beziehung unterschied. Man hatte bisher nur Kugelblitze im Freien, wahrend mehr oder weniger starker Sommergewitter beobachtet, während das von Holder be- schriebene Phänomen im geschlossenen Raum während eines Winter- gewitters entstand. Das Zimmer stand in keiner direkten Derbin- dung mit der Außenluft, da Fenster und Türen geschlossen waren. Nachdem draußen ein starker Donnerschlag zu hören gewesen war. erschien plötzlich im Zimmer eine leuchtende Kugel von der Größe einer Apselsine, die sich durch das Zimmer zu einem Türgriff aus Metall bewegte. Dort zersprang die Kugel mit donnerähnlichem Knall, richtete aber keinerlei Schaden an, hinterließ nicht einmal Brandstellen. Nur ein starker Ozongeruch blieb zurück. Der eng- tische Physiker Marchent hat versucht, die Entstehung des Kugel- blitzes so zu erklären, daß sich in einer in dem Zimmer vorhandenen Telephonleitung sogenannte stehende Wellen bildeten, die die Er- scheinung auslosten. g>alle Stofenkranls: 0 1* ÜI}6ßt*C 11 llijf S Cll II 6 Amtsgerichtsrat von Allen war ein Mann von der allen Schule. Er trug hohen Kragen, achtmal umwickelt mit einem schwarzen Seidentuch, langes Jackett und enge Hosen. Sein Gesicht war rosenrot und runzelig wie ein Sommerapfel im Winter, seine Haar« waren schneeweih und seine Augen blau und mild. Er sah weit mehr wie ein würdiger Pastor emerit. als wie ein wachsamer Wächter der irdischen Gerechtigkeit aus. Er war ein friedlicher Mensch; es war schwer, mit ihm in Stroit zu kommen, wenn man sich nicht besondere Mühe gab. Da geschah es«inst in der Erdbeerenzeil, daß Anders Hjulmands Haus in Opeetof.e eines Nachmittags Feuer sing und mit drei Schweinen, zwei Kälbern und einer schwarzen Katze bis auf den Grund nicderbrannte. Der Blitz konnte es nicht gewesen sein, denn es hatte den ganzen Sommer noch kein Gewitter gegeben. Und am Schornstein konnte es auch nicht gelegen haben, denn im Herd war acht Tage lang kein Feuer gewesen, Hjulmands benutzten einen Primusapparal, der draußen im Waschhaus stand, und das Feuer war im Stall ausgebrochen. Das Feuer mußte angelegt worden sein. Und die öffentliche Meinung, die in Opeetoste genau so viel Bedeutung hat wie in New Uork, erklärte einmütig und ganz be- stimmt den dreizehnjährigen Sohn Marius der Waschfrau Met.e Christoffersen als den Brandstifter. Marius erfüllte alle Bedingun- gen, um Gegenstand eines allgemeinen Verdachtes zu sein. Er war rothaarig, sommersprossig, lahmte, er hatte«in« Hasenscharte und schielte außerdem auf beiden Augen. In alten Zei en hätte man ihn einen Wechselbalg genannt, nun begnügte man sich damit, ihn bei allen Gelegenheiten zu verprügeln, mit dem Resullat, daß Marius gegen Prügel so hart und widerstandsfähig wurde wie der große König Mithridates gegen Gift. Nun sah man eine Gelegenheit, ihn in«ine Besserungsanstalt zu bringen. Das ganze Dorf erklärte Marius als den Brandstifter. Er wurde, als der Amtsgerichtsrat vom Brandverhör heimfuhr, auf den Bock gesetzt und ins Spritzenhaus gesperrt. Da saß er vier Wochen und brütete vor sich h'n, und jedesmal, wenn man ihn fragte, ob er das Feuer in Hjulmands Haus angelegt hätte, sagte er bloß nein. Mehr kriegte man aus ihm nicht heraus. Der Amtsgerichtsrat nahm das hin, oh-e die Geduld zu verlieren, aber als die fünfte Woche kam und es au sah. als mühte man die Sache ungekiärr nufgeben.Xbeschloß der Amtsge.i'.t rat, zu einer Verhörsform zu schreiten, die in der Gesetzgebung»cht daheim war. Er hatte Marius behandelt wie die anderen, mit hr'kn Schimpfworten, mit Androhung von Prügel, kurz gesagt: mit der äußersten Härte. Nun änderte er plötzlich die Taktik. Der Amtsgerichtsrat war« n alter Junggeselle und hatte eine nette, all« Haushälterin, die Fräulein Rivensten hieß. .Fräulein Rivensten," sagte er zu ihr,»stellen Sie zwei große Portionen Erdbeeren auf den Tisch und schcken Sie Marie(so huß das Dienstmädchen) zu Sengelöse(so hieß der Arrestverwaller), tt soll Marius holen. Das geschah. Der Amtsgerichtsrat saß vor zwei großen Por» tionen Erdbeeren. .Marius," sagte der Amisgerichtsrat.„wenn du«in artiger Junge fein und gestehen willst, daß du in Hjulmands Haus das Feuer angelegt hast, dann bekommst du die große Portion Erd- beeren mit Zucker und Schlagsahne." Marius starrte geradeaus auf die Erdbeeren, er schielte von Natur, aber wenn er schielen wollte, blickte er geradeaus. Es war das erstemal, seitdem er vor dreizehn Jahren in- die Well gesetzt worden war, daß ihm jemand ewas Gutes anbot. Er schulle — diesmal schielte er wirklich— auf den netten, weißen Herrn mit den blauen, milden Augen, der mit den herrlichen roten Erdbeeren vor ihm saß. .Ich habe das Feuer in Hjulmands Haus angelegt." sagte er schluchzend. „Das ist nett von dir," sagte der Amtsgerichtsrat,„du bist ein artiger Junge. Bilte schön, nun kannst du dein« Erdbeeren essen." ' Und Marius aß. und die Tränen rollten ihm von den sommer- sprossigen Wangen.• Dann nahm ihn der Amtsgerichtsrat auf den Schoß und sprach eine Stund« lang gut und väterlich zu ihm, Dann wurde Marius zu einer Tracht Prügel verurteilt, die nahm er mit großem Anstand entgegen, Hiebe war er ja gewöhnt, und Sengelösc war siebzig. Aber das schlimmst« war, daß er in eine Besserungsanstalt kommen sollte, darüber weinte er. Da kam der Postbote mit einem Brief vom benachbarten Amtsgericht. Ein Vagabund, der arretiert worden war, hatte gestanden, das Hjulmandsche Haus in Brand gesteckt zu haben: er hatte an drei anderen Stellen Feuer angelegt, so daß es auf eins mehr oder weniger nicht ankam. Der Amtsgerichtsrat war ganz bestürzt und ganz unglückiich. Er ließ Marius holen und frag« ihn vorwurfsvoll: „Aber Marius, wie konntest du dich eines so furchtbaren Ver- brechens bezichtigen?" Marius druckste«in wenig und antwortete dann: „Ja, aber... sonst hätte ich ja die Erdbeeren nicht bekommen!" Da nahm der alte Amtsgerich srat Marius noch einmal auf den Schoß und schickte nach einer großen Nmtion Erdbeeren mit Z'ck r und viel Schlagsahne. Und Marius blieb beim Amtsgerichtsrat und hotte es dort gut. Aber es mar der letzte Arrestant, den der Amtsgcrichtsrat n it Erdbeeren und Schlagsahne zu locken versuchte. kBerccht'gj, Ued:rscsiunz au» dem Däulschen von Adolf ttoditzsch.) WM __.£»39- 1 van« öröäe, Iwndortxä VvOllplösch-Tappiche hochfloriija QuallHd. Perser- rnusrer rn. Franse �24:�52- ' 78- M10ö.- 'Diwandecken 6obslir).Q?S Moketemno.iysOi modMuSterir. sow.Vorrat, I*'/ „ Verkauf nüi* i Spandauer Sir. 32 trrr' apanaauerarr az mms4bi Lä uferstoffe '«in Hoa'qarn, für Fluru. Treroe isöEeSiÄ«5 Kanal-Teppichs mim smsffl- (1: limgmm In unserer sehenswerten 1 'emiMEMASfEiLum Dekoration en u. öardin en 1 r vollen de t in Form und Fo röe> I ' aü$&{ge#öfu'Jttch preU>tiert!fj~z ' Ibeltezugstm»�2?» JT