Morgenausgabe 7lr. 242 A 122 47.Iahrgang ««ch-nm«»SP,, monatlich SM PL im oorduft joblbat, Posld-Üug«LZ ÜR. einlchlit�lich«>P,g.Postz»itiiag». und TZPfg Polldkstkllgebudtt» Ausland»» «bonntmtm fi.— St pro Monat. Vit.Somirts"«Nchsint mochemaj» lid) jmsimol. Sonnlag» und Montag» einmal, die Abendausgaben für Derlin und im„anbei mit dem Tilel.Der Abends glluflrien» Beilagen.Boll und Lelt" und.Ainderfreunü". Ferner .Unierhaltung und Willen'.Frauen- stimme'.Technil'.Blick in die Bücherwelt' und.Äugend-Dorwärts' Verknes VsZKSblatt Sonntag 25. Mal 2950 Groß-Äerlin �5 ps. Auswärts 20 pf. Dt« 1 1 n f p o 1 1 1 g« Nonparetllezetl« 80 Pfennig. Reklome'eile 5.— Reichs- mark.„Kleine Anzeigen' das letlge- druckte Won 2b Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Won 12 Pfennig. Stellengesuche das erst« Won 15 Pfennig, jedes weitere Wor»' 10 Pfennig. WoNe über 15 Buchstabe« zählen für zwei WoNe Arbeitsmaitt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zrle 40 Pfennig. 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Mai 1930 beehr« ich mich im folgenden zu der Frage der in Aussicht genom- menen Besetzung von wichtigen Beamten stellen in der thüringischen Polizei, deren Erörterung ich mir vor- behalten hatte, Stellung zu nehmen: Ich muß bedauern, auch in diesem Punkte den Standpunkt des thüringischen Staatsministeriums nicht teilen zu können. Wenn ich in meinem Schreiben vom 12. Mai di« Frage, ob Angehörige der Nationalsozialistischen Partei überhaupt Beamte sein können, gestreift habe, so ist dies, wie ich auch hervorgehoben hatte, ge. schehen, um die Bedenken zum Ausdruck zu bringen, die schon aus ollgemeinen beamtcnrechtlichen Gründen erhoben werden könnten. Diese Frage kann jedoch oorerst unerörtert bleiben, da ich der Aussassung bin. daß die Einstellung von Angehörigen der Nationalsozialistischen Partei in die Polizei den mit den Lündern vereinbarten Grundsätzen für die Gewährung eine» Reichszuschusses für polizeiliche Zwecke widerspricht. Di« Ziffer 6 dieser Grundsätze hebt ausdrücklich hervor, daß die Länder verpflichtet find, geeignete Maßnahmen dahin zu treffen, doß der unpolitische Charakter der Schutzpolizei als Ganzes wie auch dos unpolitische Berhalten des einzelnen Beamten im Dienst unbedingt gewährleistet ist. Diese Boraussetzung für die Gewährung von Reichszuschüsssn ist in der wohlerwogenen Absicht ausgestellt, in der Schutzpolizei ein unbedingt versassungslreues und zuverlässiges Instrument der republikanischen Staatsgewalt zu wahren. Dies gilt nicht allein für die Länder, sondern laut Ziffer II, 4 der Grundsätze auch für die Bereitstellung polizeilicher Hilfe für das Reich. Die Berhältnisse sind in dieser Beziehung nicht anders als bei der Reichswehr. Es widerspricht hiernach meines Erachtens der in Ziffer 6 der Richtlinien aufgestellten Forderung, weim in Weimar di« Polizei- direktorenstelle von einem Angehörigen der Nationalsozialistischen Partei besetzt und ihm überdies ein der gleichen Partei angehörender Regierungsrat beigegeben wird. Für mich steht es zweifellos fest, daß nach dem eindeutigen Wortlaut der Ziffer 1 der Grundsätze dos beabsichtigte Vorgehen der thüringischen Regierung die mehrfach erwähnten Grundsätze verletzt. Da ich aber aus dem bisherigen Schriftwechsel«nhwhme, daß di« thüringische Regierung diesen Grundsätzen ein« andere Auslegung gibt, und da ich Wert darauf legen muß, daß dies« Grundsätze so klar gefaßt werden, daß Met- nungsoerschiadenheiten für die Zukunft ausgeschlossen bleiben, so habe ich mich entschlossen, zum Zwecke der Feststellung einer elnhellllchen Interpretation tztefer Grundsätze die beteiligten Landesregierungen ans Mittwoch, den 28. Mai 1930. vormittags 10 Uhr, Im Saal IIb meines Ministeriums zu einer Besprechung einzuladen. zu der ich auch die thüringische Regierung ergebenst einlade. Mit der Dersicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung habe ich die Ehre zu sein Ihr sehr ergebener gez. Dr. Wirth." » Das thüringische Kabinett hat am Sonnabend beschlossen, die Schulgebetsverordnung des Herrn Frick trotz der ausdrücklichen Forderung des Reichsinnen- Ministers nichtzurückzuziehen. Der Knnfükt zwischen Reichsregierung und thüringischem Kabinett ist demnach in der Frage der Schulgebete akut. Der Reichsinnenminister wird nun den Staatsgerichtshof anrufen. Auch in der Frage der Besetzung von leitenden P o l i z e i st e l l e n mit Hakenkreuzlern hat sich der Konflikt wieder zugespitzt. Die Ernennung von Nationalsozialisten zu Polizeileitern bedeutete einen Affront gegen den Reichsinnen- minister. Nicht allein Herr Frick. sondern vor allem auch Herr B aum hat ein unwürdiges Versteckspiel getrieben. Der Reichsinnenminister ist mit Zusicherungen hingehalten war- den. bis die Ernennungen erfolgt sind. Herr Wirth wird nun energisch. Er droht mit der Sperre der Polizei- z u sch ü s s e. Er konnte die Sperre aus eigener Machtvoll- kommenheit sofort verhängen, das Recht der Interpretation der Richtlinien über die Polizeizuschüsse liegt durchaus bei ihm. Herr Wirth hat jedoch vorgezogen, eine Länder- konferenz einzuberufen, um dort die Interpretation der Richtlinien wi.« die Frage, ob Nationalsozialisten Polizei- beamte fem können, zur Diskussion zu stellen. Man kann annehmen, daß Herr Wirth wünscht, sein Vorgehen auf die breiteste Grundlage zu stellen und die Frick-Regierung in Thüringen politisch zu isolieren. Wenn auch die Länderkonferenz schon am kommenden Mittwoch stattfinden soll, so bedeutet dieser Weg dennoch Zeitverlust. Ebenso wie die Anrufung des Staats- gerichtshofs in der Frage der Schulgebete. Dieser Mechanis- mus von Reichsmaßnahmen kommt nur langsam in Gang und erfordert Zeit zu seiner Wirkung. Inzwischen kann die Zersetzung der thüringischen Polizei durch die National» sozialisten des Herrn Frick lustig weiter gehen. Das neue Schreiben des Reichsinnenministers hat den Vergleich zwischen Reichswehr und Polizei gezogen. Warum wird gegen die Zersetzungsarbelt der Hakenkreuzler in der thüringischen Polizei nicht ebenso drastisch eingegriffen wie gegen die Zer- setzungsarbest in der Reichswehr? Im Endeffekt wird Reichsinnenminister Wirth zu- rückgreifen müssen auf die Maßnahmen, die bereits S e v e r i n g verhängt hatte. Aber Herr Wirth hat durch sein Zögern, durch seine Vertrauensseligkeit gegenüber den zwei- deutigen thüringischen Zusicherungen den Hakenkreuzlern in Thüringen Zeit und Chancen gegeben, um sich Macht- pvsitiorttn zu Ichaffen und ihre Agitation mit staatlicher Hilfe auszubreiten. Bei allen derartigen Versuchen staatsfeindlicher Gruppen, mit Hilfe staatlicher Machtstellungen ihren hochverräterischen Kampf gegen die Reichsyerfassung vorzubereiten, muß vom Reich aus energisch und vor allem rasch zugegriffen werden. Es könnte sich sonst bei den Putschisten die Meinung festfetzen, daß das Spiel, das von 1920 bis 1923 in Bayern getrieben wurde, auch heute wieder möglich sei. Herr Frick hat seine Erfahrung mit diesem Spiel. Er weiß, wi« damals das Zaudern der Reichsregierung und das Zurückschrecken vor energischen Maßnahmen es den Putschisten ermöglicht hat. eine Ungesetzlichkeit und Verfassungswidrigkeit der anderen nachfolgen zu lassen. Das war die Methode des Zu- rücktretens der vorhergehenden Verfassungsbrüche hinter den jeweils neuesten Verfassungsbruch. Längeres Zögern der Reichsregierung müßten in diesem erfahrenen Putschisten den Eindruck hervorrufen, daß das Spiel schon wieder lustig in Gang sei und daß er demnach alles riskieren könne! Roivorlage zur Grundvermögenssieuer. Vom ständigen Ausschuß des Landtags beschlossen. Der Ständig« Ausschuß des Preußischen Landtages beschäftigte sich am Sonnabendnachmittag mit der Borlage einer Notverordnung über die Erhöhung der Grundvermögens st euer. Be- kanntlich war der Gesetzentwurf, der die Erhöhung aussprach, wegen der Obstruktion der Oppositionsparteien nicht zur Amiahme gelangt. Di« Notverordnung, die sich mit dem Inhalt der gescheiterten Gesetzesvorlage deckt, wurde mit 16 Stimmen der Regierungsparteien gegen 13 Stimmen der Opposition unverändert angenommen. Amnestie für Fememörder. Im Rechisausschuß des ZieichStagS angenommen. Der Rechtsau, schuß des Reichstages beschäftigt« sich am Sonnabend mit den Amnestieanträgen. Di« R«gi«rungs- Parteien hatten im Mai«inen Kompromißantrag eingebracht. der die Amnestie vom Juli 1928 ausdehnen will auf alle politischen Verbrechen, also auch di« Fe.memorde, die vor dem 1. September 1924 begangen worden sind und sich nicht gerade gegen ein Mitglied oder früheres Mitglied der Reichsregierung ge- richtet hoben. Der Komprom.ßantrag wurde mit 16 gegen 11 Stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten angenomm«n. Alle übrigen Anträge wurden abgelehnt. Düsseldorfer Mörder verhafiet? Sein Geständnis bedarf der Nachprüfung. Düsseldorf, 24. Mai.(Eigenbericht.) Die Düsseldorfer Polizei glaubt in diesem 47 Jahre alten Arbeiter Peter kürten den lauggesuchten Massen- mörber verhaftet zu haben, kürten ist geständig, doch be- dürfe» alle seine Angaben der Nachprüfung. (Näheres sich« Beilage.) Die neuen Retter. Bürgerblockpolilik und politische Romantik. Die volksnationale Reichsvereinigung—- im wesentlichen eine neue Firma für die politische Erschei» nungsform des Iungdeutfchen Ordens des Herrn Mahraun— macht Anstalten im sächsischen Wahlkampf mit eigenen Listen aufzutreten. Herr Treviranus, Reichsminister für die besetzten Gebiete und Führer der B o l k s k o n s e r v a t i v e n, macht sich Sorgen um die kommende Reichstagswahl. Er hat in einer Rede in Berlin erklärt, daß seine Freunde sich nicht mit ande- ren Gruppen vermanschen und vermischen würden, sondern gestützt auf die eigene Verantwortung vor das Volk treten wollten. Diese beiden Gruppen, die großen Wert darauf legen, das Volk als ersten Bestandteil ihres Namens zu haben, wollen das Wahlschicksal herausfordern. Oder vielmehr Herr Mahraun will es herausfordern, Herr Treviranus m u ß es herausfordern. Aber was wird es ihnen antworten? Die volksnationole Rsichsvereinigung des Herrn Mahraun stellt den höchstmöglichen Grad des Illusionismus und der politischen Unklarheit dar, des Gefühlsmäßigen und Gefühlsseligen. Wenn die Iungdeutfchen leise polemisieren gegen die Konkurrenz vom Stahlhelm oder laut gegen die Leute vom Hakenkreuz, so fühlt man eine Distanzierung vom Putschismus. Noch stärker sieht man eine politische Kampf- stellung gegen die Spielerei mit dem Nationalbolschewismus in seiner militärischen Form— aber damit ist die p o l i t i- s ch« Ortsbestimmung schon zu Ende Was darüber hinaus» geht, ist Romantik vöm reinsten Wasser. Wenn Jungdeutsche programmatische Erklärungen abgeben oder programmatisch zu schreiben beginnen hört man sehr viele schöne Worte, die in der Brust Gleichgesinnter vielleicht Gefllhlssaiten anschwin- gen lassen wi.e einst die Symbole romantischer Dichtung: Volk, Nation, Dienst, Bruder. Aber Hand aufs Herz: weiß irgend- einer außerhalb und innerhalb des Iungdsuffchen Orden und der Volksnationalen Reichsvereinigung, was sie will? Und wenn einer meint, er wüßte es, kann er es s a g e n? Die politischen Romantiker als Partei im Wahlkampf, der um sehr konkrete Machtfragen geführt wird, das wird ein seltsames Schauspiel sein! Aber vielleicht verfliegt dabei die Romantik, und es kommt etwas ganz politisch Reelles zum Vorschein— eine neue bürgerliche Splittergruppe. * Die um Treviranus sind weniger nebelhaft, wenn auch ihre Worte fast ebenso schön sind, wie die der Jungdeut- schen. In einem Propagandablatt der Volkskonseroativen liest man hintereinander:„Führung— Staatspolitik— Einsatz der Persönlichkeit— mutige Männer— Vortrupp— unverbrauchte Kräfte der Kriegsgeneration— Anbruch einer neuen politischen Entwicklung— das neue Werden." Das ist zugleich ziemlich umfassend, es erschöpft annähernd das ganze geistige Requisit der volkskonseroativen Gruppe. Es ist nicht neu:' Treviranus und feine Freunde exerzieren den. geistigen Prozeß der Auseinandersetzung mit der Demokratie nach, den jeder durchmachen muß, den sie von alten Ideen hinweg in ihren Bann zieht. Im allgemeinen kennen wir den Schrei nach dem Führer, der die großen gesellschaftlichen Kräfte schachmatt setzen soll, aus einer zeitlich schon ziemlich zurückliegenden geistigen Bewegung. Die Deklamationen des Treviranus-Kreises haben etwas vom aufgetauten Posthorn an sich, wenn wir auch zugestehen müssen, daß Herr Trevi- ranus nicht ganz ohne Talent bläst. Vor allem nicht ohne Selbstbewußtsein. Bei den geistigen Borgängern des Herrn Treviranus war es der Schrei nach dem Retter, bei.Herrn Treviranus ist es die Verkündung:„seht, ich bin euch als Retter erstanden!" Eigentlich sind wir alle schon gerettet. seitdem Herr Treviranus Minister geworden ist, wir wissen es vielleicht nur noch nicht. Verkündet doch Herr Treviranus. „daß seine Regierung in zwei Wochen die Staats- finanzen in Ordnung gebracht hat." Das haben wir nur eben nicht begriffen, daß durch! Treviranus die Staatsfinanzen jetzt in Ordnung sind. O Die Ideologie der Volkskonseroativen besteht in dem Glauben, daß mutige Männer Parteien wie gesellschaftliche Kräfte kommandieren und lenken können, woraus hervor- geht, daß nur die Männer da fein müssen. Die Männer sind da: sie heißen Treviranus und Lind einer- Wildau. Es find große Männer: denn Herr Treviranus hat sich stolz mit Bismarck verglichen, der immer auf seinem Posten geblieben sei, auf den Gott ihn gestellt habe, und Herr Lindeiner-Wildau hielt sich für den gc- borenen Botschafter in London. Die Männer sind da. Wo ist die Gefolgschaft? Je näher die Wahlen heranrücken, um so größer wird die Sorge derer um Treviranus um die Gefolgschaft: denn e» werden die Stimmen gezählt,, und nicht die Selbsteinschätzung der Führer anerkannt! Eine gewisse Basis ist vorhanden. Da sind die Christlichsozialen, mit denen die Gruppe Trevi- ranus zusammengeht, da sind die christlich-nationalen Bauern, beide mit einer gewissen Unterlage. Mit ihnen ist Herr Llnd wieder Zollerhöhungen. Auch ein neues Roggenbroigefeh.— Neue Opfer auf Gchieles Roggenaliar. Trcvironus liiert, der aus der Deutschnationalen Dolkspartei ausschied, weil Herr Hugenberg der Ansicht war, daß zum Mann der Putsch gehöre, während Treviranus gouvernemen- tal sein wollte. Diese Basis trägt das eine Portefeuille. Die Aspirationen von Treviranus freilich gingen höher. Er lzatto darauf ge- rechnet, daß zu ihm der'Landbund unter Älsieles Führung stoßen würde. Das war eine falsche Rcchwmg, und wenn Herr Treviranus jetzt stolz erklärt: weder Permanschung noch Vermischung, so heißt das aus der Not eine Tugend machen. Der Mann, die Gefolgschaft— fehlt noch das Pro- g r a m m. Das Programm ist eben der Mann, und die Tat- jache, daß der Mann ein Portefeuille hat. Weil er ein Porte- feuille hat, macht er Politik, welche Polihk, findet sich nach den llmständen. Und die Gefolgschaft.— die muß sich auch nach den Umständen finden. Herr.H e l l p a ch hat das wahre Programm der Treviranus-Gruppe aus einem Vergleich mit den alten Reichs- konservativen herausgearbeitet: „Jene Freikonservätiven(die„Nsichspartei' des Reichstags) waren eine ganz heterogen zusammengewürfelte, nur im h o n o- ratioren Charakter zusammengehaltene Gruppe, der z. B. so verschiedenartige Figuren wie Hans Delbrück und der Freiherr von Stumm, von Kardorff der Vater und der Fürst Hatzfeßt-Trachenberg angehört haben— ihre Einheit war im Grunde nur ihr« »nbezweifelbarc gesellschaftliche Distinktion. Ihr .Hauptwerkzeug zur Selbsterhaltung bildeten Wahlkartelle: und siehe da! Gerade Wahlkartelle sind es, die Herr Treviramis als das Hauptwerkzeug der Bolkskonservativen in der nächsten Zeit ihres Selb sterhaltungs kampfes ankündigt!" Nicht zu führen nach Grundsätzen oder Notwendigkeit, dem eigenen politischen Glauben oder einem Massenwillen entsprechend, sondern die honoratiore Position des„Führers" zu behaupten— das ist das Programm und der ganze Sinn der Worte vom neuen politischen Werden! Die unbezweifelbare gesellschaftliche Distinktion als Band der Einheit— das erklärt auch den Namen„volkskon- s e r o a t i v". Wo Distinktion ist, mutz notwendig auch Volk sein. Und die Wirksamkeit? Herr Treviranus hat die Landwirtschaft und die Staatsfinanzen gerettet— sagt er. Wir sehen weder das eine noch das andere, wohl aber viel Reklame, viele Reden, Intrigen um Posten hinter den Kulissen, vergiftete Pfeile gegen Ministerkollegen, die da sitzen, wo Volkskonservatioe gerne sitzen möchten, und über allem das große Wort: Führung und Staatspolitik. » Das Gesellschaftsspiel des Herrn Treviranus wird leider ernstlich gestört werden. Die Flitterwochen des Bundes Brüning-Treviranus-Schiele sind vorbei, und der Ernst des Lebens beginnt. Wie war das doch mit der Ordnung der Staatsfinanzen in zwei Wochen? Sie sind in der Tat so wohl geordnet, daß Optimistev das neue Defizit auf ein paar hundert Millionen, Pessimisten aber gar aus eine Milliarde schätzen. Es ist sehr hübsch, daß wir Herrn Treviranus haben— ober davon werden die Steuer« in gänge nicht größer, die Konjunktur nicht besser, und die Zahl der Arbeitslosen nicht kleiner! Schließlich kommt es nicht daraus an, eine herrschende Aristokratie von gesellschaftlicher Distinktion herauszubilden yder im Parlament und Kabinett und bürgerlichen Parteien „Verwechselt die Bäumchen" zu spielen, sondern mit den fach- llchen Problemen der Krise und mit dem Willen der großen gesellschaftlichen Gruppen zu ringen, um Wege aus Krise und Rot zu eröffnen. Di« Gruppe Treviranus wollte mit dem„Führungs- erfolg" des Bürgsrblocks ihre Agitation bestreiten. Der Bürgerblock ist die Grundlage ihres Auftretens. Sie hat ihn ermöglicht, weil sie glaubte, die Offiziersstellen der Bürger- Wockfront besetzen zu können— als echte Bürgerblock- gewinnler. Das Fiasko des Bürgerblocks wird offenkundig, der , Führungserfolg" verflüchtigt sich vor dem neuen Defizit, und Herr Treviranus und seine Freunde werden bald erkennen inüssen. daß der Gang der Politik in Deuffchland von Kräften mit größerem Schwergewicht abhängt als von aufgewärmten ■Ideologien von vorgestern. Reichswehr und Republik. Neufassung der„Bervfspflichten des deutschen Soldaten�. Im„Hercsverordnungsblatt" vom 23. Mai 1930 ist eine vom Reichspräsidenten von Hindenburg und Reichswehrmmister Groene? unterzeichnete Neufassung der im Jahre 1922 veröffentlichten „Berusspslichten des deutschen Soldaten" erschienen. Die Neubearbeitung verfolgt den Zweck, durch Fortfall aller in Ge- setzen und Varschriften niedergelegten Bestimmungen und durch Zu- sammenfassen gedanklicher Zusammenhänge die Berusspslichten zu vereinfachen und ihr Berständnis zu erleichtern. Wie im„Heeres- verardnungsblatt" weiter ausgeführt wird, sind die„Berufspflichten" allen Soldaten unverzüglich, jedem Neueintrctenden sogleich nach der Einstellung vorzulegen. Dies ist jährlich mindestens einmal zu wiederholen. In regelmäßigen Zeitabständen sind sie im Unterricht zu- erläutern. Die ersten drei Artikel der„Berufspflichten" lauten: Artikel 1: Di« Reichswehr ist das Machtmittel der gesetzmäßigen Reichsgewalt. Sie schützt die Grenzen des Deutschen Reichs und feinen Bestand nach außen und nach innen. Das Deutsch« Reich ist eine Republik. Ihrer Dersasiung schwört der Soldat die Treu«. Die i.'nverbriichliche Wahrung der dem Vaterland gelobten Treu« ist die vornehmste Pflicht des Soldaten. Artikel 2: Die Reichswehr dient dem Staat, nicht den Parteien. Politische Betätigung ist dem Soldaten verboten. Artikel 8: Die Treue gebietst dem Soldaten, im Krieg und im Frieden mit allen seinen Krästen bis zur Opferung des Lebens seine Pflicht zu tun und jede Gefahr von seinem Baterland abzu» wenden. W«r es unternimmt, die Verfassung des Reiches oder der Län- der gewaltsam zu ändern, begeht Hochverrat. Wer sein Vaterland oder dessen Geheimnisse verrät, begeht Landesverrat. Neuer Candvalkprozeß in Itzehoe. Gegen verschiedene Führer d'r sch!es«z!g-hv'.stemischen Landvolkbewegung, u. a. gegen Wilhelm Hamkens, ist Anklage wegen Vergehens, gegen das Republikschntz. gesetz und sortgesetzter Aufreizung zur Stcuerverweigerung erhoben worden. Hroalcnverlretung im Belgrader Kabinelt ist durch die Er- rennung von vier ehemaligen Führern und Abgeordneten der Rodit''ch.Por>ei gcjltxzffen worden. Dieser Aersöhnunosaktion wird nicht gedient dur6) den Prozeß gegen die Kroatenführcr in Delgrav und die dabei angewendeten bestialischen Gesängnistorture», Im„Reichsanzeiger" wird eine Verordnung bekannt ge« geben, wonach mit Wirkung ab 26. Mai der Zollsatz für Roggen auf IS Mark gegen bisher 9 Mark und der Zollsatz für Gerste zur Diehfütterung auf 12 Mark gegen bisher 10 Mark erhöht werden. Amtlich wird die Maß- nähme mit der Notwendigkeit begründet, dem in letzter Zeit beobachteten zunehmenden Einfluß stärkerer Einfuhren auf die in» ländische Preisbildung entgegenzutreten. Die Schweine» m ä st e r werden darauf aufmertsain gemocht: daß sie zur Ab- Wendung der aus der Zollerhöhung für Futtergersie sich für sie er- gebenden Nachteile die Möglichkeit hätten, den verbilligten eosinierten Roggen zur Fütterung zu verwenden. Der Reichsernährungsminister Schiele gibt mit diesen Maß» nahmen, die er auf Grund des Ermächtigungsgesetzes von sich aus durchführen kann, den immer stärker werdenden Druck der Agrarier nach, der«in über den anderen Tag in Not- schreien der„Deutschen Tageszeitung" zmn Ausdruck gebracht wird. Der Weizenpreis soll mit aller Macht in die Höh« getrieben werden, um die Roggenoerwendung zum mensckjtichen Verzehr zu erweitern, und die Gerste wird für die Schweinemäster immer stärker verteuert, um statt Gerste Roggen in den Schweinemagen zu treiben. Bisher hat Schiele mit diesen finnlosen Opfern aus dem Roggen- allar der Großagrarier nichts für die Roggenpreise erreicht. Wie lange sollen zum Schaden der Konsumenten und der Schweinemäster die Schieleschen Jollerhöhungen noch fortgesetzt werden, die selbst den ostelbischen Agrariern nur Sand in die Augen streuen sollen? Die deutsch nationale Reichstagsfraktkon hat ferner ein neues Roggenbratgesetz im Reichstag beaustragt. Statt der jetzigen 70. und LOprazent'gen Roggenausinahkung soll durch Gesetz ein« nur KOprozentige Ausmahlung zur Herstellung von Roggenbrot festgelegt werden. Mischbrot darf nur 20 Proz. Weizen- neben vier Fünfteln OOprozentigen Roggenmehls enthalten. Dazu kommen ein Mühlendeklarationszwang für das GOprozentige Roggcnmehl und hohe Geldstrafen für Zuwider- handelnde. Also Zwangswirtschaft in der Ernährung, llnifor- mierung des Brotverzchrs und gleichzeitig Verteuerung der Brotoersorgung— alles für den junkerlichen Roggenmoloch. Als ob sich die Ernährungsgejetze der Völker konnnandieren ließen. An dos relativ vernünftige Roggenbrotgesetz der Müller-Regienrng denkt man nicht mehr. Mrd das Zentrum bei der jetzigen Arbeits- losigteit das Brot verteuern Helsen? ».9 Etat ohne Deckung.- München. 24. Mai.(Eigenbericht.) Seit Wochen schleicht in den Swben der bayerischen Regie- rung und ihrer Parteien die Krise des Zerfalls umher. Be- gönnen hat sie mit der verfassungswidrig verspäteten Vorlage des Staatshaushalts für 1930, in dem das ganze Finanzelend der könig- lichen Orgeschrepublik zum Borschein gekominen ist. Jahr um Jahr seit 1925 überschuldete die Bürgerblockregterung H e t d d a s w i r t s ch a f t l i ch s ch w ä ch st e d e u t j ch e L a n d, wie sie es selbst nennt, mit immer neuen Fehlbeträgen in den Haushalten, so daß jetzt neben dem fast 300 Millionen fundierter Schulden eine schwebende Schuld von über 130 Millionen auf ihm lastet und seine Kreditfähigkeit erschöpft ist. Der übertriebene Selbständigkeitswille drohte so zur Farce zu werden, weshalb der Finanzminister keinen anderen Zlusweg mehr sah, als einen neuen Etat vorzubereiten, der wenigstens nach außen hin den Eindruck machte, als sei er abge- glichen. Zu Hilfe kam ihm zunächst der Finanzausgleich der Brü- ning-Schiele-Regierung, aus dem er über 35 Millionen schöpfen konnte. Dam» verschob er 10 Millionen der staatlichen Wohuungs- baudarlehen vom ordentlichen in den außerordentlichen Haushalt, desgleichen den ganzen Aufwand für den Straßenbau, kürzte zahl- reiche Positionen um kleinere Beträge mit.,deip Ergebnis, daß er bei 857 Milllonen Gesamtausgaben immer noijh einen Fehl» betrag von 22 Millionen hakke. Zu seiner Deckung erfand der Finonzmimster nun die neue Verbraucher st euer auf'das Schlachtvieh. Aber da versagte ihm eine Regierungspartei die Gefolgschaft, der B a u e r n- bund. Es kam zu schweren Auseinandersetzungen hinter den ver- schlossenen Türen der Koalitionssitzungen und im Anschluß daran in den öffentlichen Debatten des Landtags. Der Sprecher der Ründler, die nach bewährter Taktik die bevorstehenden Neuroahlen gerne außerhalb der Regienrngsverantwortung machen möchten, brandmarkte den Etat seiner eigenen Regierung als eine schwere Täuschung der Oeffentlichkeit»rnd des Parlaments und narinte als Hauptursache der ewigen Defizitwirt- schaft den unzeitgemäß aufgeblähten Verwaltungsapparat Bayerns, dessen Leistung in keinem Verhältnis zum Aufwand stünde. Er bezichtigt« damit die eigene Regierung der unoerantwort. lichen Schuld am staatlichen Finanzelend, und einen Augenblick lang drohte der sofortige Zerfall der Koalition. Die Etatfrisierung ist tatsächlich offenkundig. Denn außer den schon genannten Zkrschielmngen wurden von der drücken- Zunker Jörg Frick. Die protestantische Wartburg mit dem Hakenkreuz. Der Reichsverfassungsmimster Dr. W i r t h bemüht sich ver- geblich, dem thüringischen derzeitigen Ministerpräsidenten von Landbundes Gnaden, Baum, begreiflich zu machen, daß auch im thüringischen Waide die nationalsozialistischen Bäume nicht haken- kreuzweise in den Himmel nxichsen dürfen, in die— zum lieber- fluß— auch noch Fricksche Hahgcbete aus Kindermund ent- sandt werden sollen. Derweil Wirth sein Bemühen fortsetzt, läßt Frick auf dem Symbol der prote st antischen Glaubensgemein- schaft, der Wartburg, das Hakenkreuz aufpflanzen! Zunächst freilich nur bildlich, aber dafür um so einprägsamer. In dem Blättchen des Berliner nationatsozialistischen„Führers" G oe b beies findet diese blasphemische Berun- glimpfung der protestantischen Gläubigen eine sichtbare Statt. Da ist die Wartburg mit chrein trotzigen Turm zu sehen, m der einst Martin Luther als.Lunker Jörg" das protestantssche Rüstzeug gegen den„Papismus" schmiedete. Auf dem Turm glänzt in göttlicher Gloriole dos Hakerckreuz. Unten aber flüchtet angsterfüllt ein Jesuit, neben dem der Name Wirth verzeichnet steht, und ein Proletarier, der als Severing kenntlich gemacht ist. Das Ganze mit der Ueberschrift aus dem protestantischen Be- tenntnislied: ..Ein' feste Burg!" Jeder hakeirkreuzlerische Leser soll sich ergänzen:„E i nf feste Burg ist unser Frick!" Denn von ihm ist auf der ganzen ge- druckten Goebbeles-Seit« allein die Rede...! Man muß es den protestantischen Edelingen, die den haken- krcuzlcrijchen Wotansgläubigen nachtrotten, überlassen, wie sie sich zu solcher Verhöhnung ihres„Trutzliedes" stellen wollen. Dem „Jesuiten" Wirth aber schreibt das Münchener Hitler- Blatt gleichzeitig folgende Liebcswürdigkeit in» Stammbuch, weil er er- klärt hatte, er ließe an feiner nationalen Ehr« nicht zweifeln: Do» ist ja höchst beachtenswert, da uns bisher unbekannt war. daß der linke Zenlrumsmann, Boljchewikenjreund und rr in Bayern. AS Kirchenmittionen. den Last der schwebeendn Schuld einfach 75 Millionen in den außer- ordentlichen Haushalt hinüberjongliert. Für sie soll irgendwo im Inland eine Anleihe gesucht werden, womit die bitteren Früchte der sechs Jahre Bürgerblockregierung Marke Held kurzerhand auf spätere Generation abgewälzt wäre. Es ist also kein Wunder, wenn das Unbehagen über eine solche Finanzpolitik auch Kreise der anderen Regierungsparteien befallen hat, rvas zur Foige hatte, daß das gemeinsame Tischtuch mit dem Bauernbund m>ch nicht ganz zer- schnitten wurde. Man sucht noch eifrig nach anderen Deckungsmög- lichkeiten und ist in den letzten Iahren auch nicht davor zurück- geschreckt, die Rcichsrcgierung um ein Gutachten an- zugehen, ob den Bayern im Interesse des Seins oder Nichtseins ihres Staates nicht ein Notopfer auf die höhereu Einkommen gestattet werocn könnte. Niemand weiß im Augenblick, welche finanziellen Eisenbart- kuren schließlich zu Nutz und Frommen der bayerischen Eigenstaat- lichkeit angewendet»Verden. Nur soviel ist sicher, daß man das nächstliegende und natürliche Heilversahren bewußt ausschallet. Es soll weder der aufgeblähte Verwaltung soppo rat, der weit über die eigentlichen Aufgaben eines Landes hinausreicht, wie es die Wei- marer Verfassung vorschreibt, irgendwie wesemilch beschnitten iverden, noch sollen die ungeheuerlichen Geschenke, die Jahr für Jahr den Kirchengesellschaften gemacht iverden, eingeschränkt»oerden oder gar ivegfallel». 38 Millionen freiwillige Leistungen in der Houpffache zur Ergänzung des Einkmnmens der Geistlichen gibt Bayern den Kirchen und beruft sich dabei auf moralische Verpflichtungen aus der Säkularisation. Dabei kann Bayern aber dem Eimvand nach keiner Richtung hin begegnen, daß derselbe Staat vor dem Krieg dieselben Verpflichtungen mit kaum 8 Millionen abzudecken für recht und billig hielt. So komntt es, daß heute Kopf für Kopf der bayeri- scheu Bevölkerung jährlich 5,15 Mark den Kirchen zahlt, während diese Quote in Preußen 1,85 Mark, in Baden 1,24 Mark, m Hessen 46 Pfennig und in Sachsen gar nur 30 Pseimig beträgt. Und das schönste ist noch, daß die Sachoerwalter des bayerischen Staates diese Millionensummen ohne jede Kontrolle der kirchlichen Finanzgebarung zur Verfügung stell-», obwohl hinreichend bekannt ist, daß der Klerikcropparot sich in den letzten Iahren unnatürlich ausgedehnt hat. Selbst in weiten Kreisen der christlichen Bevölkerung hat diese Aufblähung, verbunden mit Dutzenden von Kirchenbauten, vielfach heftigen Unwillen ausgelöst. Holzkonzessionäc In Soichckjudöa. Zoseph wlrkh, Werk auf den Begriff Nationalehre legt. Frick möchte gern als neuer Junker Jörg auf der Wartburg erscheinen, den„Papisten" wie den Marxisten den Garaus zu machen. Aber es fehlt ihm und den Seinen dazu das geistige Format. So bleibt nichts übrig als ein Möchtegern und eine un- verfrorene Besudelung der religiösen Gefühle pro- testantischer und katholischer Mitbürger, von der patriotischen De- schimpfung der Nationalehre des Rcichsministers ganz abgesehen. Wir registrieren diese neueste Blüte aus dem hakcnkreuzlerifchen Rosengarten und zweifeln nicht, daß die proletarischen Wähler Thüringens das Hakenkreuz in nicht zu ferner Zeit von der Wart- bürg wie aus Thüringen und aus ganz Deutschland hinwegfegen werde». pilsudski-Block schnorrt Zndustriegeld. Eisenpreiserhöhung für Wahlhilfe. W a r s ch- u. 24. Mai.(Qst-Cxpreß.; Der sozialistische„Robotnil" berichtet in großer Auf- machung. daß Vertreter des Regiernngsblocks in letzter Zeit nett Warsctjaucr und schlesischen Jndnstrieverbanden über die Finanzierung der nächsten Wahlkampagne ver- handelt haben. Die Industrie habe sich bereit erklärt, dem Regiernngsblock 10 bis 15 Millionen Zloth zur Ber- fiigung zu stellen. Als Gege»»lcistung sollen gewisse Wirt- schaftspolitische Wünsche der Industrie erfüllt werden, so würde beispielsweise der Eisenindustrie die ihr seit lan- gem verwehrte Preiserhöhung gestattet werden. polnische Gpionagepfychose. Der deutsche Landwirt.Neiimann halte sich. über den polnischen B a h n h o f S b a u in Suschen Notizen gemacht, die dann im.Lissaer Tageblatt" unbeanstandet erschienen sind: der deutsche Wanderlehrer Wolski hatte eine Schulstotistik ausgestellt.'Beide sind vom Land- gericht Posen wegen Spionage usw. zu V/z Monaten Gefängnis uerurteill worden. Berufung ist eingelegt.-' Demagogen und Dilettanten. Zum Kamp? der Volksbühne gegen die kommunistische Zelle. Der Berliner Volksbühne ist der Wwehrkampf gegen die B'ldung einer kommunistischen Zelle nicht erspart geblieben. Das kann nicht überraschen, denn es ist die unverkennbare Absicht der Kommunisten, alle Organisationen der Arbeiter- schaft außerhalb der eigentlichen politischen Parteien zu be- unruhigen, zu durchdringen, zu erobern und zu zerstören. Nach den Gewerkschaften, den Konsumgenossenschaften, den Vereinen für Sport, freies Denken und sonstiges Bildungs- streben mußte notwendig auch die Volksbühne unter kom- munistischen Druck genommen werden. Ebenso selbstverständ- lich ist, daß die kommunistischen Beauftragten diesmal wie stets den Einbruchsversuch unter falscher Flagge machen. An- geblich handelt es sich bei diesen Protesten, Versammlungen, Resolutionen und sonstigen Demonstrationen um Notschreie des Geistes, der Freiheit, der Gesinnung, des Ethos und der Jugend. Solche taktische Dermummung kann nur Naivlinge täuschen: hier sind die sogenannten radikalen Literaten zu nennen. die, Angestellte kapitalistischer Blätter, sich als Partisane der Kultur vor bedrohte Eni- Wicklung pflanzen, wie dies beim Kampf der Volksbühne gegen die kommunistische Zelle(um zwei besonders betrüb- liche Beispiele zu nennen) die Herren K e r r und I h e r i n g mit verblüffendem Dilettantismus getan haben. Es ist er- forderlich, diese aufgeregten Bürger zu fragen, was sie grund- sätzliche oder taktische Auseinandersetzungen des Proletariats eigentlich angehen? Zum mindesten sollten die Herren, die als Schriftsteller doch ernst genommen sein wollen, und deren einige bedeutende Meriten haben, sich nicht in mitleiderregende Hilflosigkeit verirren: es ist geschmacklos und wirkt peinliche Unklarheit, wenn die Feuilleton! st envonZeitun- gen, deren Politik und Börsenvertretung dem Kapital dienen, sich kriegstänzerisches Rot auf- legen und Moskauer Pathos flaggen, während im Parkett Rollkommandos bereit stehen, Rot-Front-Rufe donnern und der Schlachtgesang der Internationale dröhnt. Wie dies den Herren Kerr und Ihering passiert ist, da ihre Koketterie sie trieb im grellbunten, grellen, bunten Märchenbrunnensaal vor der kommunistischen Opposition als Retter der Volksbühne aufzutreten. Wobei festzustellen bleibt, daß die Veranstalter der Heuchelei soviel Selbstachtung hätten besitzen müssen, um nicht bei erkorenen Primadonnen des ästhetischen Bürger- block? sich Hilfe zu holen. Das hat die deutsche Arbeiterschaft nicht nötig. Die übrigen Herren aber sollten Zurückhaltung lernen: es ziemt sich nicht, vom Autoritätsthrönchen herab das Volk zu beweihräuchern, ihm zu schmeicheln und den Weg zu weisen. Kunst und Kultur des Volkes können und wollen autonom sein, autonom in der Wahl dessen, was aus dem Jahrtausenbestand der erprobten Werke erwählt wird, auto- nom in der Zielstrebung. Die Volksbühne wird mit gebührender Aufmerksamkeit lesen und hören, was die Herren Kerr und Ihering, oder wie sie sonst heißen mögen, über die Aufführungen der Volks- bühne zu bemerken haben, aber EingriffederFremd- lingeindieOrganisation sind schross zurückzuweisen. Einfach darum, well die Herren davon nichts verstehen. Hätte. die Volksbühne verabsäumt, neue, leibhastig vorhandene Genies zu rufen, hätte sie lebendige Dichter übersehen, hätte sie llnbedingtheiten, Hundertprozentiges vernachlässigt— dann dürsten die literarischen Herren Rügen austellen. In» dessen: welche Neutöner nennen denn die Herren? Bestenfalls Belanglosigkeiten, Umstrittenes, Vergeßbares. Die Volts- bühne ist nicht hostärtig, sie läßt sich Kritik ihrer künstlerischen Arbeit gern gefallen, aber sie wird niemals bürgerlichen Zaungästen gestatten, sich in die Interna der Organi- sation zu mischen. Die Herren Kerr, Ihering und Kollegen sind nicht fähig zu beurtellen, ob die Sonderabteilungen seit Jahren die alleinige, anregende, umschmelzende, vorwärts- stoßende Kraft der Volksbühne sind... ob es ohne die Sonderabteilungsn niemals zur Direktion Karl Heinz Martin gekommen wäre... ob ohne den Jdeendruck der Sonder- abteilungen das Slnfangsrepertoire Martins nicht lebendig gewesen wäre... ob drei Piscator-Aiiffiihrvngen in nächster Zeit den Sonderabteilungen gegeben werden können, ob die Abwehr der Volksbühne gegen die Zersetzungsgefahr der kom- munistischen Zelle richtig oder falsch ist. Darum können cnt- sprechende Deklamationen der literarischen Herren auf die Volksbühne keinen Eindruck machen. Am allerwenigsten aber wird die Volksbühne sich beirren lassen durch den schreckenden Hornstoß: sie vergewaltige die Jugend. Ach nein, die sozial- liberal dilettierenden Herren sehen auch hier nur die kommu- nistische Jugend, sie vergessen aber, daß die Jugend heute genau wie die Alten und schlimmer aufgespalten ist in Par- teien. Gruppen und Grüppchen. Mit der Jugend, die zu ihr gehört, fühlt die Volksbühne sich eins, und das Meer dieser Jugend hat wahrlich weitgespannte Ufer, auch mangelt ihm weder Tiefe noch Kraft. Die Volksbühne ist keiner Partei gehörig: sie dient der Idee des Sozialismus. Wenn es innerhalb der Organisation der Volksbühne zu Meinungsverschiedenheiten kommt, wenn Kampf aufspringt zwischen den marschierenden Kolonnen des in letzter Wurzel und im letzten Ziel doch einigen Volkes, sollten die Nachhuten der Vergangenheit, auch wenn sie von Geltungsillusionen glitzern, sich zurückhalten. Es wirkt un- erträgliche Komik, sich vorzustellen, was die Herren wohl denken mögen, wenn revolutionäres Arbeitertheater gefordert wird, und noch interessanter wäre es zu wissen, wie sie sich verhalten würden, wenn solch revolutionäres Ar- beitertheater aus dem Spiel zur Wirklich- k e i t emporstiege. Robert Kreuer. Haksnkreuzunruhen in Kiel. Die Parteifreunde des Herrn Frick provozieren. kiel, 24. Mai.(Eigenbericht.) Seit einiger Zeit marschierten allabendlich die Nationolsaziolistcn in einem Trupp von 4«) bis SO Mann durch die Straßen Kiels. Ihr Verhalten dabei war, wie üblich, durchaus provokatorisch. Ihnen folgte in der Regel«in spontan gebildeter Zug Kommunisten und die Polizei hatte nicht geringe Mühe, die Hausen voneinander fernzuhalten. Trotzdem kam es nunmehr zu einer Schlägerei. d.i der mehr als 12 Personen verletzt wurden und eine?sn�hl Kommunisten und Nationalsozialisten verhaftet wurden. Auch bei der Reinigung der Straß« durch die Polizei benahmen sich die Nationalsozialisten überaus provozierend, so daß es in der Tot nur der Lejonnenheü der Polizei zu danken ist. daß ernstere Zwijchenjälle vermiede»»»erde» konnte», Thüringer Freiheiisgeöei. Fälschung und Gistmischerei. pariser Aaiionalistenireiben gegen Gaarverhandlungen. Zu den nationalistischen Blättern Frankreichs, die die deutsch- ftonzöstsch«n Verhandlungen über die Rückgliederung des Saar. g«blet«s systematisch erschweren, gehört namentlich der „Figaro". Es sind nicht nur rein chernmnistische, sondern vor ollem kapitalistische Gesichtspunkte, die dabei eine Rolle spielen: die französische Schwerindustrie hat ihren aus der Kriegszeit stammenden Plan der Annexion des Saargebietes noch nicht aufgegeben. Ihr Emsluß aus die gegenwärtige Poriser Rechtsregierung ist stark genug, um auch die Haltung der"öfstziellcff fxanzLstschen Unter- Händler im ungünstigsten Sinn« zu beeinflussen. Für Deutschland unannehmbare Forderungen, z. B. internationale Privatisierung der früheren siskalischfn preußischen und bayerischen Kohlengruben werden erhoben und zäh verteidlgt. Das ist der Hauptgrund, worum bisher die Verhandlungen keine sichtbaren Fortschritt« machten. Mit welchen unsauberen Mitteln die Nationalisten- presse für ihre Ziele kämpft, zeigt ein?lutsatz des„Figaro" vom 22. Mai. Darin ist ein geradezu hahnebüchener Artikel unter der Ueberschrist zu lesen:„Die öffentliche Meinung des Saargebietes will die Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Zustandes." Dieser Aufsatz beruft sich auf einen Genfer Bericht, der in. der sozialdcmökratischen Saarbrücker „V o l k s st i m m«" am l(5. Mai erschienen ist. In diesem, vom Chefredakteur des Blattes, dem Genossen Max Braun, ge- zeichnete» Bericht wurde gegen«ine allzu optimistisch« Auffassung über die Aussichten der Mai-Verhondlungen Stellung genommen, die sich aus den Mitteilungen über die Genfer Unterredung Curtius-Briand ergeben könnte. Gegen einen solchen Zwcckoptimismus, der„die eigen« Position schwächen" und obendrein die saarländische Wirtschaft und Verwaltung unnötig beunruhigen könnte, wandte sich Max Braun, der am Schluß seines Artikels die Parole ausgab:„Wenn sich ein annehmbares Arrangement zwischen Deutschland und Frankreich jetzt erreichen läßt, umso besser— wenn nicht, dann ist Abwarten besser, als Bedingungen zu übernehmen, die das gesamte Rllckgtiedcrungs- system im Keime verpfuschen möchten." Durch Herausreißen einiger Satzteile aus diesem Artikel ver- sucht nun ein Zitatenkünstler im„Figaro" den Eindruck zu er- wecken, als ob die Saarbevölkcrung nichts Sehnlicheres wünscht« als die Beibehaltung des Status quo, während ihr die Aussicht auf Rückgliederung ins Deutsche Reich ein Greuel wäre. Frankreich dürfe, so schließt der Artikel des„Figaro", eine Bevölkerung, die es „befreit"(!) habe, nicht der.alldeutschen Habgier preisgeben"(!!). Jedermann weiß, daß die s o z ia l d e m° k ra kTs che A r- b ei t e rf cha ft des Saargebietes seit dem ersten Tag« der vorübergehenden verwaltungstechmschen Loslösung vom Reiche in der vordersten Front des Kampfes geg«n den sinnlosen Zustand ge- standen hat, der durch den Bersoiller Bertrag geschaffen wurde. Immer wieder habe» sozialdemokratische Delegierte des Saar- gebietes in Genf bei den Bölkerbnndsstellen und den ausländischen Absrülwnge» gezen'dt? nwzosenst-TOndllche � Willkör' ber Regie-' rungskommission und der Besatzungsbehörde protestiert, immer wieder haben sie zum Ausdruck gebracht, daß es sinnlos sei, die Ibjähnge Frist abzuwarten, um einen Volksentscheid zu veran- stalten, der mit jedem neuen Jahre die nahezu hundert- prozentige Bolls st immung für bedingungslos« und restlose Heimkehr ins Deutsche Reich fester ge- stalte. Gerade unsere Saar-Genosscn sind es, die die sranzösischen Jndustriellen-P/äne einer Verstaatlichung der preußisch. bayerischen Gruben bekämpfen. Und es war kein anderer als Max Braun selber, der als Zlbgeordneter der Saar auf dem Magdeburger Parteitag der deutschen Sozioldcmvkratte im Juni 1020 diesen Gefühlen treuer Verbundenheit mit Deutschland beredten Ausdruck verlieh. Gegen die völlige Verdrehung des Sinnes seines Berichtes durch eine plumpe Fälschung in der Redaktion des „Figaro", die Jean Reoire zeichnet, ist er freilich machtlos. Aber anscheinend hassen die sranzösischen nationalistischen Schwer- industriellen, mit solchen Mitteln den Gong der BerhandlungeN beeinflussen zu können. Wir aber sagen der französischen Regierung, daß auch wir, genau wie die„Bolksstimme", lieber bis zum Jahre 1935 warten und den französischen Nationalisten ihre sichere lOOprozentige Abstimmungsniederlage gönnen wollen, als daß wir auf den Abschluß einer früheren Der- einbarung drängen, bei der sich die Franzosen ihr Entgegenkommen zu u na nnehnr baren Bedingungen abkaufen ließen. An der schnellsten Bereinigung der Saarfrage, die als letztes Hindernis einer deutsch-französischen Annäherung entgegensteht, sind beide Völker interessiert. Will sich Herr Briand nachsagen lassen, daß er große Pancuropapläne verkündet und dabei nicht einmal imstande ist. gegen die Forderungen des„Comite des Forges* eine loyale und anständige Lösung des Saarproblems durchzusetzen? Christlichsoziale Wut über Gchumy. Heftige Attacke der„�eichspost". Wien. 24. Mal. Die Christlich-Sozialen und die Großdeutschen nehmen durch ihre Parteiblätter am Sonnabend dagegen Stellung, daß die gestrige Rebe des Ministers Schumy als Regierung?- erklär ung aufgefaßt werden könnte. Di«„Reichspost" geht soweit, Schumy des Mißbrauchs seiner Stellung als Minister zu beschuldigen, indem sie darauf hinweist, daß Schmny nur von der Minrsterbank habe reden können, da er ja überhaupt nicht Mitglied des Hauses sei. Weder der chrisllich-sozial« Aizc- kanzler B a u g o i n noch der Vertrauensmann der Großdeutschen im Kabinett sei von dem Wortlaut der Rede Schumy« unterrichtet worden. Der Angriff der„Reichspost" spricht zum erstenmal offen die Anschuldigung gegen den Landbund als solchen aus, daß er planmüßig auf die Bildung einer rot-grünen Koali? tion zusteuere. Das Blatt jührt dafür Beispiele aus der letzten Vergangenheit an und zitiert insbesondere das Wort Schumys von den Bauern und Zlrbeitern, die die demokratisch« Grundlage des Staates bilden sollten. Di« Behandlung, die Schumy in der„Reichspost" zuieil wird, ist eine glatt« Kampf- ansage. Wie gespannt die Lage zwischen dem Londbund und den übrigen Mchrheitsporteien ist, kann man übrigens auch daraus ersehen, daß die Christ lich-Sozialen sich geweigert haben, an einer Besprechung der drei Mchcheitsvertrcter teilzunehmen, die aach der geprigen Vollsitzung siMinhe» sollte. Die gestrigen Ereignisse zeigen, daß ein längeres Zusammenbleiben des Land- bundes mit den beiden anderen Mehrheitspnrtelcn kaum in Frage kommt. Woldemaras unier Anklage. Oer<8x-Oiktator als Hüter der Derfassuna. Sanmo. 24. Mai. Gegen Professor Woldenraras hat die Staatsanwaltschaft wegen seiner Aeußerungcn vor Pressevertretern, daß die litauische Verfassung nicht auf authentischer Grundlage beruhe uird die heutig« Regierung sich zahlreicher Verstöße gegen die Verfassung schuldig gemacht hätte. ein Verfahren wegen Hochverrats eingeleitet. Der Zentratoorstand des Taiüimnkai-Verbandes hat beschlossen, Woldemaras aus der Partei auszuschließen und ihn wegen seiner Behauptungen vor ein Ehrengericht zu stellen. Sokoluikofs fährt doch nach Moskau. Der Sonssetbotfchafter in London, Sokolnikoss, begibt sich im Laufe dieser Woche nach Moskau, um mit der Sowjeiregicrung den fertiggestellten Entwurf des Handelsabkommens zu bespreche,, und sich Instruktionen über, die bevorstehenden politlscken Bertragsverhandlungen zwischen den beiden.Ländern zu holen.(Damit enisallcn alle Kombinationen der konservaliven„Morning Post", die wissen wollte, daß die Sou>< jctregierung eine Reise Sokolmkösss nach Moskau zurzeit vcrhin- der» wolle.... Frankreich und Syrien. Bündnis statt Mandat. Haifa, 24. Mai.(Eigenbericht.) In Damaskus erfolgte die Dktroyierung der lyrischen Verfassung durch Lberkommissar P o n- s o t sowie der Abschluß der f r a n z s i s ch- s y r l s ch e n Konvention, die einen Zvjährigen Bündnisver- trag beider Länder vorsieht. Ter schritt ruft st a r k e Bedenken bei der syrischen Opposition her- vor wegen der Einschränkung der Befugnisse des Völkerbundes in Syrien, da mit de? Annahme des Vertrages das Mandatsverhältnis aufhört. * Es wird Aufgabe der ständigen Mandatskommission des Völkerbundes�und der Völkerbundsversammlung sein, die rechtliche Seite dieser Vorgänge zu prüfen. Eine Wieder- Herstellung der Unabhängigkeit Syriens wäre sehr wünschenswert und sie ist auch im Völkerbundsstatut für alle einer Mandatarmacht anvertrauten Gebiete vor- gesehen. Aber dann muß es auch eine wirkliche Unab- hängigkeit sein und keine bloße Ersetzung des Völkerbunds- Mandats durch ein mehr oder minder verschleiertes Pro- t e k t o r a t. Denn eine„Konvention", die Frankreich mit irgendwelchen syrischen Strohmännern abschließt, kann unter Uniständen einen Charakter haben, der den kolonial-imperia- listischen Interessen Frankreichs noch bequemer ist als das Völkerbundsmandat, über das man dem Völkerbund regel- mäßig Rechenschaft ablegen muß. Sie k a n n ein Hörigke'its- Verhältnis Syriens Frankreich gegenüber schaffen, das ahn- lich dem tunesischen wäre und bei dem Frankreich nur die lästige internationale Kontrolle des Völkerbundes los wäre. Die Widerstände in Syrien selbst gegen diese.Lösung" scheinen darauf hinzudeuten, daß eine solche Gefahr besteht. Tatsache ist, daß eine vor der syrischen Nationalversammlung beschlossene Verfassung von den französischen Behörden ein- fach annulliert wurde, weil sie die Pflichten und Rechte der Mandatarmacht angeblich nicht genügend berücksichtigte. Die damalige Nationalversammlung wurde aufgelöst und durch eine willfährigere ersetzt. Ueberdies muß in Genf auch festgestellt werden, wer darüber entscheidet, ob, wann und wie ein Mandat erlischt: Kann das die Mandatarmacht selbstherrlich beschließen oder muß nicht darüber durch Beschluß des Völkerbundsrates ver- fügt werden. Im Völkerbundsstatut ist anscheinend nichts Genaues darüber festgelegt. Der Fall ist bisher natürlich nicht vorgekommen. Man hat aber Bestrebungen von Man- datoren erlebt, die den Mandatscharakter eines Gebietes ab- schwächen oder sogar aufheben wollten, um es durch ein gewöhnliches Kolonialoerhältnis zu ersetzen, nicht aber die edelmütige Geste einer Mandatarmacht, die erklärt: das von uns bisher betreute Gebiet ist inzwischen reif gewor- den für die Selbständigkeit, wir geben daher das Mandat auf. Nun muß man in diesem Falle peinlich darauf achten, ob hinter dieser edelmütigen Geste nicht eine ganz gewöhnliche imperialistische Schiebung steckt. In einem vor zwei Tagen herausgegebenen Kommunique des französischen Ministeriums des Innern ist übrigens mit keinem Worte von einem Verzicht auf das Mandat die Rede. Moldenhauer und das Defizit. Wieder Gerede um Artikel 48.— Dunkle Drohungen statt guter Politik. Köln, 24. Mai. Reichsfinanzminister Professor Dr. Moldenhauer sprach heute abend in Köln in«in er Mitgliederversammlung der Deutschen Volks- Partei über die politische Lage unter Berücksichtigung der Reichs- finanzen, wobei er u. a. nach einem Bericht der.Kölnischen Zeitung" ausführte, zurzeit könne kein Finanzminister eine populäre Politik treiben. Er müsse in kritischen Zeiten hart und rücksichtslos sein. wenn er sein Amt richtig verwalten wolle. Wie die angelsächsischen Länder sollten wir dazu kommen, daß das Haushaltsrecht des Reichstags«ingeschränkt würde. Die jetzige Regierung sei fest entschlossen, das Ziel der Sanierung mit allen Mitteln durchzusetzen, wenn erforderlich auch ohne Reichstag. Was wir jetzt brauchten, sei eine starte Führung oben und Zutrauen im Dolke. Die Regierung habe zu regieren und der Reichstag zu kontrollieren. Aber einen Reichstag, der auch regieren wolle, dürfe es nicht geben.- Cr hoff« am Ende des Rechnungsjahres mit den Finanzen soweit zu kommen, daß die größte Sorge vom Volk genommen sei. Die Berhällniss« hätten sich in den letzten Wochen allerdings sehr verschlimmert und wir stünden wieder vor einer außerordentlich ernsten Lage. Wie könne man sie am besten meistern? Es sei klar, daß mit der Ausschreibung von neuen Steuern nicht viel erreicht werde, denn diese Steuern würden nicht mehr tragbar sein. In diesem Zu- sammenhang leitete der Finanzminister auf das S p a r s y st« m über. Jetzt sei auch in Deutschland der allerletzt« Augenblick ge- kommen, um sich zu besinnen und Einhalt zu tun. Di« Regierung werde Mittel und Wege finden, den Gedanken der Sparsamkeit, der heut« die Reichsregierung beherrsche, auch auf die Länder und Gemeinden zu übertrogen. Auch die Privatwirtschaft müßte sich diesen Gedanken zu eigen machen und vor allen an den höheren Stellen mit den Ge- hältern weniger freigebig sein. Uebergehend auf die Wirtschaft er- klärte der Minsster, daß sie heute viel zu starr geworden und den Könjunkturfchwanküngen zu wenig nachgebe, was auf der einen Seile durch dle Tariflöhne und auf der anderen durch die Preispolikik der Kartelle hervorgerufen fei. Zum Schluß seiner Rede ging der Minister auf die Reichs- r e f o r m ein und betont«, daß die Frage Bayern unbedingt hinter der des Dualismus zwischen Reich und Preußen zurücktrete. Wir müßten endlich den Mut haben, diese Frage mit oller Energie anzufassen, damit die maßlos verzögerden Verhandlungen zwischen den Reichs, und Londesinstanzen ausgeschaltet würden. Man dürfe in der Oefsentltchkeit überzeugt sein, daß die Regie- rung wisse, wa s si« p, oll«, und daß sie.auch davon nicht zurückschrecken werde, wenn sie mit ihrem Willen im R e i chs tag nicht durchdringe. »- Herr Moldenhauer hat mit dieser Rede gezeigt, daß ihm der Blick für die politische Situation abgeht. Nach dem Fiasko seiner Finanzpolitik wirkt seine Geste des starken Mannes nur komisch. Nicht Artikel 4S— sondern Rücktritt der Regierung und insbesondere des verantwortlichen Finanzministers ist nötig, wenn Herr Moldenhauer nicht weiter kann! Monmertden„VowäriS", das Blatt der Kopf- und Handarbeiter! Es gibt in Berlin nur e i n Blatt, das die Interessen der Arbeiterschaft rückhaltlos und zielklar vertritt, das ist der „Vorwärts". Treue um Treue. Wer noch nicht Abonnent des„Vorwärts" ist. der holt diese Versäumnis jetzt nach. Ich abonniere den„Borwärls"(und die Abend lusgabe für Berlin„Der Abend") mit den illustrierten Belagen„Volk und Zeit" und„Kinderfreund", sowie den Belagen„Unterhaltung und Wissen",„Frauenstimme".„Technik" „Blick in die Bücherwelt" und„Iugend-Vorwörls" in Groß- Berlin täglich frei ins Haus. lMonatlich 3,60 Mk.. wöchentlich 85 Pf.) Name: Wohnung: -Straße Nr- vorn- Hof— Querxeb.— Seitenfi.— Tr. link»— rechts vei- Ausfüllen und einsenden an den Verlag des»vorwärts" Berlin SW SS, Lindenstraße Z. Hotlandischeparteigegen Klottenvorlage (Sin großangelegter protestfewzug. Amsterdam, 24. Mai(Eigenbericht). Der Kampf gegen das neu« ntederiöndtsche Flotteng« setz wird im Hochsommer d. I. aufgenommen werden. Die Parole für alle geplanten Kundgebungen wird lautem: Weg mit dem neuen Flottengesetz, das für die Jahr« 1930 bis 1940 mehr als 120 Millionen Gulden an Schiffsbauten vorsieht. Den Auftakt werden die sozialdemokratischen Sonrmevfeste bilden, die am 6. Juli in Rij- megen, am 20. Juli in Tilburg(Nordbrabant), am 22. Juli in Leeuwarden(Friesland) und am 30. Juli in Zutphen stattfinden werden. Di« Limburger Genossen haben am 2 7. Juli eine große gemeinschaftliche Demonstration sürden Weltfrieden mit den Belgiern und den Deutschen i n Aachen. Am 13. September findet dann der Protest- Parteitag der Partei im Haag statt, wo die Fordevungen der Abrüstung, des Arbeiterurlaubs, des Mitbestimmungsrechtes und der Staatspension auf die Tagesordnung gesetzt werden sollen.� Äm 14. Hepteiyber finden im Amsterdam und.R y tt e rd a m He- waltige S tr atz eifku nd geh ungen für diese Fopderüngen: statt. (Gewerkschaftliches stehe 2. Beilage.) »ernntiMrHich für Politik: Dr. 6nti Seqer: Wirtschaft:(9. StUmatUiif«; Dcwerlschaiisbewcgung: 3. Steinet: Feuilleton: St S.£5(4«; Lolale« und Souftinca: Fei» Ratflödt: Ameiacn: rd. Stocke: sämtlich in Berlin. Berlag: Bormärta-Verlag S. m. b. S.. Berlin. Druck: Borwärta-Buchdruckerel und Lerlagaanstolt Paul Singer u. To., Berlin SD. OS, Lindenstrat« t Kterzu 5 Beilagen. BERLIN C 3• KÖNIOSTR SPANDAUER STRASSE GEGRÜNDET 1815 VORFÜHRUNGEN VON BADEWKSCHE TÄGLICH HS-K« UHR 5kr. 242* 47. Iahrgong ± Beilage des Vorwärts Sonntag, 25. Mai 1930 Düsseldorfer Mörder verhaftet? Er soll alle Norde im letzten Jahr gestanden haben. Düsseldorf. 24. Mai. Der Düsseldorfer Kriminalpolizei ist es heute nach- mittag Z Uhr gelungen, den am 26. Mai 1883 in Mülheim am Rhein geborenen Arbeiter Peter Kürten alS den mutmaßliehen Düsseldorfer Massenmörder fest- zunehmen. Die Verhaftung geschah so überraschend, daß Kürten ohne weiteres eine bor kurzem auögesührte Vcr- gewaltigung eines jungen Mädchens zugab und im weiteren Verlauf der Vernehmung gestand, auch die im letzten Jahre in Düsseldorf borge' iommenen Morde ausgeführt zu haben. Die Kriminalpolizei ist mit der Nachprüfung seiner An- gaben beschäftigt. * Eine Hausangestellte hatte in«inem Brief an ihre Freundin mitgeteilt, daß sie am 14. d. Mts. abends einem Mann in die Hände gefallen sei, und daß ihr etwas ganz Fürchterliches passiert sei, wobei sie fast ums Leben gekommen wäre. Dieser Brief ist durch irrige Adressierung in falsch« Hönde ge- kommen und wurde der Polizei übergeben. Es gelang, die nicht näher bezeichnete Adresse der Briefschreibcrin zu ermitteln. Ihre Bernehmung ergab, daß sie in den späten Abendstunden des 14. Mai ein Stelldichein mit ihrer Freundin verpaßt hott«, daß sie dann auf dem Wege in ein Mädchenhcim von einem Mann angesprochen worden war, der ihr versprach, sie in das Heim zu führen. Dieser junge Mann führt« sie aber bis in den Volksgarten. Als stc sich weigerte, mit ihm in die Anlogen zu gehen, trat plötzlich ein anderer Mann auf das Paar zu, der sehr c«er Heizer Willy P fort er, 20 Jahre, Konstanzer Str. 2; der Lehrling Günther Burchardt, 19 Jahre, Holsteinische Str. 47: der Chauffeur Karl Rohr, 28 Jahre, Pfalzburger Str. 24: der Schuhmacher Erwin Ilgner, 23 Jahr«, Schöneberg, Cbersstr. 27; der Schriftsetzer Heinz Niese, 22 Jahre, Ebersstr. 27: der Angestellte Hans Erich Möhring, 27 Jahr«, Friedenau, Knausstr. 57: der Diener Erich Antonius, 22 Jahre, Feurigftr. 45: der Autoschlosser Erich Dieterich, 21 Jahre, Ebersstr. 29s: der Registrator Kurt Fischer, 32 Jahre, Schöneberg, Koburger Str. 4: der Bäcker Fritz Brust, 20 Jahre, Wilmersdorf, Holsteinische Str. 47. Gegen den Beschuldigten T i m p c, der am 19. Mai in einer anderen Land- friedensbruchsache des gleichen Tages bereits vorgeführt worden ist und der auch für vorliegende Sache in Frage kommt, ist bereits Haftbefehl erlassen worden. Der Vernehmungsrichter im Polizeipräsidium hat gegen dies« vorgeführten Personen, mit Aus- nähme von Antonius und Möhring, Haftbefehl erlassen. Westen- berger. der zugegeben hat, aus Heinburger eingestochen zu haben, ist dem Bernehmungsrichter zugeführt worden. auf einer„standesgemäßen Wohnung" mit allem Komfort bestand. In der letzten möblierten Wohmmg erbrach der Graf mit der Gräfin zusammen gewaltsam die Schränke der Wohnunzs- inhaberin, entnahm wertvolles Familtensilber und Kristallsachcn und machte alles zu Geld. Der von dem Ehepaar angerichtete Schaden beträgt ungefähr 20 000 Mark. Die Verhandlung, zu der zehn Zeugen geladen find, findet vor dem Schöffengericht Charlotten- bürg statt. Auf dem Flug nach Mo. Zeppelin folgt dem Lauf der brasilianischen Küste. Rio de Janeiro, 24. Mai. „Graf Zeppelin" überflog Earavello» im Staate Espirilo Santo 17,05 Uhr Oortszeil. Das Luftschiff hat jetzt dreiviertel des Weges Pernambuco— Rio de Janeiro zurückgelegt. Das Luftschiff„Graf Zeppelin" hol auf seinem Flug nach Rio de Janeiro um 4 Ahr nachmiliags(7.40 Uhr mitteleuropäische Zeit) vikkoria, die hauplsladl des brasilianischen Staats Espirito Sanko, passiert. Nach der Uebersliegung der Hauptstadt B a h i a passierte das Luftschiff die brasilianische Küstenstadt Jlheos(Staat Bahia) um 11.25 Uhr örtlicher Zeit(3.05 Uhr mitteleuropäischer Zeit). Um 1.15 Uhr Ortszeit die Stadt U n a und um 2.15 die Stadt B e l m o n t e, beide im Staate Bahia. Kommunistenüberfall vor dem Arbeitsamt. Wiederholt mußten wir in letzter Zeit von kommunistischen Gewaltakten vor Berliner Arbeitsämtern berichten. So wurde auch kürzlich wieder auf einen jungen Reichsbanner- mann und Parteigenossen vor dem Arbeitsamt inder Großen Frankfurter Straße von den dort ständig um- herlungernden kommunistischen Rowdys ein gemeiner Ueberfall veriibh Es handelt sich um einen jungen-Arbeiter, der sich von seiner Wohnung'in der�Friedenstratze auf' dem Wege nach dem Alexander- platz befand. AlS'cr an dem'Gebäude, in dem das Arbeitsamt seina Räume hat, vorübergehen wollte, lösten sich von einem etwa 25 bis 30 Mann starken kommunistischen Trupp mehrere Burschen, stürzten sich auf den jungen Menschen und schlugen, nachdem sie ihm das Reichsbannerabzcichcn entrissen hatten, auf ihn ein. Rur durch die Flucht konnte sich der Ueberfallcne, der schwere Gesichtsver- letzungen erlitten hatte, vor noch schlimmeren Folgen bewahren. Der Verletzte mutzte im Krankenhaus am Friedrichshain ärzt- liche Hilfe in Anspruch nehmen. Wie so häufig, war zur Zeit des Ueberfalls, der sich zwischen 12 und 13 Uhr abspielt«, weit und breit kein Schupobeamter zu sehen, so daß die Täter in aller Ruhe dos Weite suchen konnten. Aus der Reichsbannerkundgebung in Rowawes hat als Der- treter der Stadt nicht Büxgermoister Rosenthal, sondern Bürger- meister Litterscheid gesprochen. Beretio zog sich ganz zurück, man sah ihn als abtrünni- gen schlechten Bazanden an. Dann— vor vierzig Azandeer- jahren— drangen die Weißen mit Tausenden von Neger- soldaten, die aus anderen Gegenden rekrutiert waren, in U�ls ein. Jetzt versuchte Beretio, die verschiedenen Stämme zu gemeinsamem Widerstand zu sammeln. Aber die Azandeer weigerten sich, Seite an Seite mit den besiegten Stämmen zu kämpfen. Die Folgen sind bekannt genug. Die meisten Häuptlinge unterwarfen sich rasch, teilweise, weil die Ueber- macht der Weißen sie zwang, teilweise aber auch, weil sie vielleicht Borteile aus dem Verkehr mit den Weißen ersahen, die ihnen Handelswaren aus Europa brachten. Nur Beretion blieb ein unversöhnlicher Hasser aller Weißen, sein Starrsinn hatte zur Folge, daß die leichter zu- gänglichen unter seinen Dörfern rasch verödeten. Nie ging er in europäischer Tracht, immer eiferte er gegen die neue Zeit, und immer geringer wurde deshalb sein Ansehen unter den Azandeern. Aber bei den anderen Stämmen dämmerte allmählich das Verständnis dafür, was Beretio eigentlich gewollt hatte. Die Tage, in denen sie die Weißen fast al� Befreier begrüßt hatten— als mächtige Verbündete gegen die Azandeer—, waren längst vorüber. Langsam strömten in den unzugäng- lichen Wäldern tief drinnen in Beretios Land Flüchtlinge aus allen Stämmen zusammen, sie brachten ihre Familien mit, ihre Haustiere und Waffen. Es waren meist Leute, die ein Wanderleben der Fron vorzogen, die ihnen von den neuen Herren auferlegt worden war. Die Sprache, die in Beretios buntgemischten Dörfern gesprochen wurde, war meist das Lingala. Nun hatte Beretio eine Frau namens Amata. Sie war eine Mangbettu. von dem Stamme, in dem die Frauen Stimmen im Rate der Männer haben. Ihr Vater/ ein großer Häuptling, war im Kriege gegen die Azandeer ge- l fallen und sie wurde dem siegreichen Bazandenhäuptling als Kriegsbeute zuerkannt. Später kam sie zu Beretio, ich weiß nicht genau, ob als Geschenk oder durch Kauf. Sie war jung und ihre Haut soll von einer sonderbar mattgoldenen Farbe gewesen sein, wie man sie bei Geschlechtern findet, deren Bor- fahren Jahrhunderte lang im Fleische ihrer Mitmenschen geschwelgt haben. Als sie erwachsen war, wurde sie Beretios Lieblingsfrau, und da verlangte sie— ganz natürlich und echt weiblich— modern und standesgemäß gekleidet zu sein: in bunte Zeuge und mit glitzernden Glasperlen der Europäer geschmückt. Denn in ihrer Rede besaß sie die ganze Frei- mütigkeit der Mangbettufrau. Aber Beretio hatte keine euro- päischen Waren und wollte die neuen Moden nicht dulden. Eines Tages, als Amala ihm die Ohren wieder volljammerte, weil sie so ärmlich gekleidet ginge im Vergleich zu den Frauen der anderen Azandeerhäuptlinge— so ist mir die Geschichte erzählt worden— sagte Beretio, wohl im Spaß und um sie auf die Probe zu stellen: „Geh doch zu Behl, dem Sohne meines Bruders! Bei chm bekommst du genug von dem Zeug der Weißen!" Amala ließ sich das nicht zweimal sagen, sondern ging wirklich! Betu fand Gefallen an ihr, er kleidete sie in schöne, bunte Gewänder und sandte seinem lieben Onkel reiche Ge- schenke als Dank für Amala. Die Häuptlinge, die den wahren Wert unserer Waren zwar noch nicht vollkommen kannten, meinten aber nach und nach, daß die Stoffe, Glasperlen und Blechtrompeten ihnen reichlich teuer kamen— und allmählich immer noch teurer wurden. Auch zwang man sie, in immer kürzeren Zwischen- räumen zu kaufen. Und mit der Zeit, als Beretio schon alt geworden war und blutreiche Frauen von ihm wichen, be- gannen auch die Azandeer anzuerkennen daß er recht ge- habt hatte. Die Wegnahme von Elfenbein und Kautschuk und die Aushebung von Trägern und Soldaten unter der mann- lichen Bevölkerung, die weit fort von der Heimat jahrelang Dienste tun mußten, erweckten immer mehr Haß. Denn ein freier Bazande ist für zwangsmäßige Arbeit nicht zu haben, er hegt die höchst verwerfliche Anschauung, daß sie lästig und entehrend ist. In dem Gemeinwesen der Azandeer wurde die schwerere Arbeit schändlicherweise von Sklaven ausgeführt, und die leicht«, noch viel schändlicher, von den Frauen. Aller- dings arbeitete kein Sklave durchschnittlich mehr als zwei oder drei Stunden am Tage. Die freien Männer aber sind schon seit uralter Zeit gewohnt, sich nur zu beschäftigen, wenn sie Lust dazu haben und die Arbeit sie interessiert, zum Bei- spiel Anlage neuer Dörfer, Jagd, Schmiedearbeit. Sie wer- den sich schwerlich jemals Verständnis für die Freude aneig- nen können, die ein zivilisierter Mann so oft an seiner zwangsmäßigen Arbeit, die er um der Existenz willen auf sich nehmen muß, zu finden vorgibt. Nein, die Segnungen der Arbeit schätzen die Bazanden nicht. Und wenn sie aus diesem Grunde nicht genug leisten, werden die Häuptlinge und ihre Angehörigen ins Gefängnis gesteckt. Von großer Wirkung waren auch die Militärexpeditionen in die aufsässigen Dörfer, die zur Folge hatten, daß die Azandeer sich nie recht sicher fühlten und bald ihre Männer selbst für Monate in die Wälder sandten, damit sie den Saft der Kautschuklianen sammeln sollten. Und fiel der Ertrag nicht reichlich genug aus, so ließen die Häuptlinge ihre Leute zu vieren und fünfen zusammenketten und nach den Stationen der Weißen bringen, ein Zeichen demütiger Unterwerfung, das die gefürchteten Soldaten eine Weile fernhalten sollte. Die Zwangsarbeiter starben aber aus reiner Böswilligkeit zu Dutzenden, dienten dadurch den faulen Azandeern aber wenigstens als Warnung. Jetzt habt ihr den Segen der euro- päischen Arbeitsmethoden schon gründlich kennengelernt. Von dir, Zaloni, mit deiner schwarzen Auffassung, ist ein unbefangenes Urteil natürlich schwer zu verlangen. Aber kannst du uns andere Mittel zur Erreichung unserer zivi- lisatorischen Aufgabe vorschlagen? Beretio zog sich tiefer und tiefer in die Wälder zurück und es fehlte nicht viel, daß er den Weißen durch seinen zähen Widerstand ein wenig Furcht einflößte. Wenn er einmal in der Ratsversammlung der Aoonguras erschien, heimlich und auf Schleichwegen, erhoben sich alle Häuptlinge vor ihm. Jetzt wußten sie alle, daß er weiter gesehen hatte, als nur über die nächsten Tage hinaus, als er damals vor langer Zeit um Frieden für die Nachbar- stämme bat. Ja, einzelne sahen in ihm vielleicht sogar die Verkörperung ihres heimlichsten und liebsten Traumes. Immer noch saß er unüberwunden in seinen Walddörfern, und seine Kriegerschar— bewaffnet mit Lanzen, Bogen und Steinschloßgewehren— wuchs ständig. Und weiter ist mir erzählt worden, daß Beretio, als er alt geworden war, nur noch an Amala dachte. Eines Tages erschien er, von tausend Kriegern begleitet, bei Betu, dem Sohne seines Bruders, und er bat ihn, Amala gegen zehn Frauen und fünfhundert Lanzen zurückzugeben. Betu war sogleich einverstanden.(Fortsetzung folgt.) lllp dCRKenden Arbeiter, AniesfelUen and l ief a fiiitiil AiiiH s»»" I mM% Beamien werben und sfimmen fär die LiMI>••9lliliEIIUIEIull• Die Arbeit der Krauen. Die Werbewoche der sozlaldemok raiischen grauen Verlins weist auch nach den Berichten, die uns weiler zugehen, einen starken Erfolg auf.. Wir berichten: Der Kreis Wilmersdorf hatte die Frauen zu einer poli- tischen Kundgebung in den„Viktoriagarten" genifen. Frieda Brockmann vom ZdA. sagte: Im Sinne August Bebels ist die Sozialdemokratie immer für die Frauen tätig gewesen. Gemeinsam mit den freien Gewerkschaften arbeitet sie, um der Frau in Wirtschaft und Politik zu ihrem Recht zu verHelsen. Seit zehn Iahren Hot die Frau die Möglichkeit, gesetzgeberisch für ihre Interessen tätig zu sein, manche sozialpolitische Mahnahme konnte durchgesetzt werten. Bieles aber ist noch zu schaffen. Vor allen Dingen ober gilt es jetzt, wachsam zu sein, damit die Pläne der Unternehmerschaft, die Stellung oer Frau in der Arbeitslosenversicherung zu verschlechtern, unmög- lich gemacht werden. Anschlicheud sprach die Reichstagsabgeordnete Genossin Bohm-Schuch über die politische Tätigkeit der Frau und wie ungeheuer wichtig die Umgestaltung der wirtschaftlichen und sozialpolitischen Verhältnisse für die Frau ist. Ihre Worte waren ein Appell an die Frauen, nicht länger abseits zu stehen, sondern aktiv politisch miizuarbeiten in der einzigen Partei, die seit je für die Rechte der Frau eingetreten ist, und der die Frau ihre staats. bürgerlichen Rechte verdankt: in der Sozialdemokratie. Die Frauenkundgebung in C ha r l o t t e n b u r g fand am Donnerstag abend in Ahlerts Festsälen statt. Nach Musikdarbietun- gen sprach die Reichstagsobgeordnete Marie K u n e r t. Die Frauen müssen erkennen, daß Mutterschutz, Säuglings- und Kinderfürsorge nie eingerichtet worden wären, wenn im Parlament nicht auch Frauen mitarbeiten würden. Die Sozialdemokratie Hot seit Jahrzehnten oicse Mitarbeit verlangt und lll18 auch erreichen können. Darum müssen die Frauen auch der Sozialdemokratie die Treue holten. Noch der Vorführung des Films„Die Wunder Asiens" erläutert« Gertrud Ellert die gewerkschaftlichen Forde- rungen der Sozialdemokratie, die auch stärkste Unterstützung durch die Frauen finden müssen. Beide Referate wurden mit gespannter Aufmerksamkeit ausgenommen. Ein treuer Sechzigjähriger. Am Montag, dem 26. Mai, voll- endet unser alter Parteigenosse Paul Dobra h law sein 6!). Lebens- reichen Organisation wenige, die in all den Iahren ihres Lebens jähr. Es gibt wohl auch in unserer an tüchtigen Arbeitskräften so a u s o p s e r n d für die Partei arbeiten und gearbeitet haben. Seit 42 Iahren politisch iiiid gewerkschaftlich organisiert, Hot er immer in der vordersten Front gestanden. Schon im alten 6. Berliner Reichstagswohlkveis als Funktionär und Vorstandsmitglied tätig, arbeitete er hauptsächlich in der Agitationskommission für Berlin- Brandenburg. Während des Krieges eingezogen, fetzte er nach Bc- endigung desselben alle Kräste daran,' die zMörte�rggitisation wieder aufzubauen. Von Benif Tischler. übernzhm er ttrrz vor. dem Krieg« ein Lokal, daß bald der Mittelpunkt des' Phrteilebens im 1. Kreise wurde. Manche Schikanen," wie eingeworfene und-»cr-- schmierte Fensterscheiben, mußte er mit gutem Humor hinnehmen. Unermüdlich ist. der nun Sechzigjährige auch heute noch tätig als Abteilungskassierer und Bezirksverordneter. Wir wünschen unserem alten Genossen weiter alles Gute und wollen hoffen, daß der Genosse Dobrohlaw der Berliner Sozialdemokratie noch recht lange erhalten bleibt._ Tragödie eines Aliernden. SUbstmord nach dem(Streit mit der Kran. Einen tragischen Ausgang nahm gestern abend«in Streit, der sich zwischen dem 62jührigen Rentner Paul H. und seiner um wenige Jahr« jüngeren Frau abspielte. Das Ehepaar bewohnt in der Königstraße in Biesdorf allein ein Häuschen. Gestern abend kam es zwischen den alten Leuten zu einem erregten Wortwechsel. H. geriet dabei so in Wut, daß er einen Revolver herbeiholte und auf feine Frau zwei Schüsse abfeuerte. Beide Kugeln verfehlten glücklicherweise ihr Ziel. Frau H. flüchtete und eilte zu ihrem verheirateten Sohn, der den Vater aufsuchte. Als der junge Mann ahnungslos das Wohnzimmer betrat, mußte er eine furcht- bare Entdeckung machen. Der alte Mann hatte die Abwesenheit seiner Frau benutzt, um sich am Fensterkreuz zu erhängen. Obgleich sofort Wiederbelebungsoersuche angestellt wurden, konnte der Arzt dem alten Mann keine Rettung mehr bringen. Oer atte Schöilersche park in Wilmersdorf, der als ehemaliges Krongut aus der Zeit Friedrichs II. später von dem bekannten Augenarzt Geheimrot Schöller erworben wurde, wird in den nächsten Tagen durch die Heimstättengesellschast Wil- mersdorf bebaut werdcn. Die Verhandlungen über dieses Bau- vorhaben haben sich zwischen dem Wohlsahrtsministerium und den städtischen Stellen fast ein Jahr hingezogen. Das alte Herrenhaus, ein langgestreckter Barockbau an der Wilhelmsoue. bleibt erhalten und wird von dem Bezirksamt Wilmersdorf als Säuglingsheim und Mütterberatungsstelle ausgebaut. Der große Park mit zahlreichen alten und seltenen Bäumen wirb der Oefsentlichkeit zugängig gemacht und einen Zugang von der Wilhelmsaue zu dem fpiüeren Hindenburg-Park erhalten. Um das ganze Anwesen wird eine R a n d b« b a u u n a ausgeführt, die rund 280 neue Wohnungen von 1/4, 2 und 2,/3 Zimmern cirthaltcn wird. An der Frontseite zum Hindenburg-Park werden Kolonnaden errichtet. Die Fassaden- gestaltung ist einfach und wirksam und dem alten Herrenhaus als Zwischenstück angepaßt. Durch diese Lösung wird der alte Park für die Bewohner des dichtbevölkerten Teiles von Alt-Wilmersdorf erhalten bleiben und zugleich ein geschmackvoller U ebergang zu dem künftigen Hindenburg-Park geschossen, dessen Ausbau als'Zwischen- stück in dem Gvi'mgürtel von Schöneberg bis zum Grunewrld durch die Slbsackungen des zugeschütteten Wilinersdorser Sees bis heute leider verzögert worden ist._ Plaza. Der Aarietcteil in der zweiten Maihälste ist durch den Rinaerwetlftreib stark gekürzt worden, aber die vortreffliche Aus- waht.der wenigen Kräfti! genügt icküch denen,-die für den Ringersport nicht- intttcsstert sind. Wir sehen-die drei vorzüglichen Liliputaner Leonhard Semon und Sonja als gute Illusionisten, Stepptänzer, Sänger und Kunstpfeifer. Max Light- mann zeigte sich als Virtuose auch aus der kleinsten Mund- Harmonika. Flotter Karikaturist mar Van Doch. Als humo- ristische Akrobaten sind die zwei Zl c u t h a u s zu nennen. Den Schluß des Varietcteils bildete Walter Steiner als gern gesehener Komiker. Dann folgten die Ringkämpse. Falsche Beschuldigungen gegen die„Beinah Aus Blankenburg am Harz wirb gemeldet: Die beiden Ingenieure der„B e m a", K o f ch und T h ö n e, di« unter der Beschuldigung verhastet worden waren, Millionen- betrügereien verübt zu haben, wurden gestern aus der Unter- suchungshaft entlassen, da die von dem früheren Angestellten der „Verna", Kalkulator Z i c t i n g, erhobenen Anschuldigungen in sich zusammengebrochen sind. Die bisherigen Ermittlungen haben bereits ergeben, daß bei der„Dema" keine Millionenbetrügc- reien vorgekommen sind. Die Staatsanwaltschaft wird die Ermitt- lungen fortsetzen, um bis.ins kleinste die gegen die.„Bema� erhobenen Beschuldigungen zu prüfen. Georgische Unabhängigkeitsfeier. Auch in diesem Jahr seiern die georgischen Sozialisten aus Ver- anlassung des ehemaligen Gesandten ihrer damals noch freien Re- publik, Genossen Dr. A chm e t e l i, den Jahrestag, da vor 12 Jahren Georgien seine Freiheit erlangte. Die Feier wird morgen, Montag» abends 19)4 Uhr, im Lokal„Adloff", Victoria-Luise-Platz 11, be- gangen.— Deutsche Genossen sind herzlich eingeladen. Rose-Theater:„Jenny steigt empor." In sechs, starken, später bläßlich werdenden Etappen schildert Hans Alfred Kihn den Ausstieg der begabten Jenny, die sich im Sodom und Gomorrha der Inslationsjahr« von der Straßenpcnne I. w. d. zur Instations- aristokration emporjongliert. Die ihre künftige Ruhmessprossen hottende Männlichkeit sind: Alex, der Ganove, der ihr den lebens- notwendigen Abhärtungskursus erteilt: Professor Pusewang,«in weltfremder aber grundauständiger armer Teufel, der ihr besseres Ich hcrvorzukitzeln weiß: der Bierkutscher Bobby Maikowsky, dem ihr vollsaftiges Weibstum gehört und Kapitän Klatsiegel, leuchtendes Vorbild und Lehrmeister im„Großverdienen". In der von üblem Echiebertum und Puloerdamps geschwängerten Atmosphäre der Animierkneipe von Mama Liebethrut— von Hilde Hoser wahrheitsgetreu dargestellt— verdient sich Jenny als„Seele des Ge- schäftes" ihre ersten Sporen und steigt dann empor zur dollar- gesegneten Höhe eines weiblichen selk-macke-mÄn. Der gute Pro- sessor hat inzwischen seine Ideale gegen einen gewinnbringenden Mixturenhandel eingetauscht und als Lohn Jennys Hand erhalten. Ihr weibsteuflichcs Herz gehört dem biersahrenden Bollblutkerl Bobby, der denn auch zu ihrem.Leibkutscher" avanciert. Sehr wirkungsvoll die szenische Verbindung der einzelnen Akte, die der jeweiligen Zeitspanne und ihrem Geschehen durch gutgesehene, musikalisch- untermalte Bilder ihren Stempel verlecht. Die Dar- stellüng war sehr lobenswert/: Gute Bühnenbilder unterstützte» die jattbcr. und. liebevoll geleitet« Regiearbeit.' 1 FescherTrotteur 48�90 beige mit Rotbraun kom- B BB blniert, der richtige, leichte■ Sommervhuh...... Paar 2 Echt Schlange#8 A90 der richtige moderne B Trotteur......... Paar BMW 30riginal~ Goodyear- Welt � beige mit rosenholx Kalb- leder. Eine Sonder- B leistung........ Paar BMW 4 Echt Schlange MM»99 kombiniert,«chickc W Form............ Paor BfiSD 5 Zwe i farbig ist modern! jfl 4 50 Beige mit braun Boxealt. feinste RahmenarbelhPaar öElisabcth__ eleganter Trotleur aus O W la beige Chevreau mit 0P% mode kombiniert... Paar WWW Ausstellung im Buchgewerbesaal. Aus Anlaß dcs ZZjoli>'ig«n Bestehens der Berufsschulen tritt auch die Berufsschule für das Graphische Gewerbe mit einer Ausstellung ihrer Schülerarbcitcn vor die Oesfentlichkeit. Die Ausstellung befindet sich im B u ch g e w c r b e' a a l des Bildung?- Verbandes der Deutschen Buchdrucker, Dreibundstr. 3(am Il-Bahnhof Kreutberg), und ist bis 5. Juni wochentags von 9 bis 17 Uhr, am Sonnabend von 9 bis 13 Uhr geöffnet. Wurde bei den bisherigen Ausstellungen mehr Wert darauf gelegt, den interessierten Kreisen zu zeigen, welche Ziele die Schule verfolgt, so soll diesmal nur eine Zusammenstellung einzelner Arbeiten der verschiedenartigsten Berufsgruppen zeigen, daß der Will« vorhanden ist, eine«schule für die Praxis zu lchaffen. Es ist felbstverstöndlich, daß eine Schule, die von dem gesamten lllochwuchs des graphischen G-werbes besucht wird, die Belange des Handwerks in den Vordergrund stellen muß und daß nicht nur eine moderne Kunstrichtung für das Schaffen maßgebend fein darf. Es soll aber andererseits dem Streben des einzelnen nach Entfaltung kein Zwang angetan werden und der«chülcr die Möglichkeit haben, neue Richt- linien in feinem Gewerbe kennenzuleinen und sich darin zu üben. Die Schirls umfaßt, wie der seit 1929 eingeführte Name besagt, die Lehrlinge des gesamten graphischen Gewerbes, etwa 2 9 9 9 Schüler besuchen sie im pflichtmaßigen Unterricht, etwa 2999 in wahlfreien Abendkursen. Mit der fiirzlich begonnenen Neueinrichtung de r Werkstätten, die dank dem Verständnis der Verwaltung, dem Verein Berliner Vuchdmckereibesißer iirtd dem Verein der Berliner Stcindruckereibesißer mustergültig eingerichtet sind, ist der Werkunterricht in den Mittelpunkt des Unterrichts gestellt. Den verständnisvollen Spendern ist es zu danken, daß es .gelungen ist, den theoretischen Unterricht durch praktische? Arbeiten zu erweitern und zu vertiefen. Die«schule ist ein« reine Buch- gewerbeschul« und nur kleinere Berufsgruppen sind ihr angegliedert, die nur flüchtig etwa? mit dem Buchgewerbe zu tun hoben, z. B. die Schristgraveure und Ziseleure. Bei diesen?lrbeiten müssen auch frühere Epochen berücksichtigt werde»! dies findet in der?lusstelliing seinen Niederschlag, z. B. auch in den heraldischm Arbeiten für Graveure. Auch die Arbeiten der Retuscheure sind auf streng beruflichen Anforderungen aufgebaut. Hinaus aus der Giadi. Oer neue BVG.-AuSflugssiihrer erschienen. Die BVG. hatte im ersten Jahre ihres Bestehens einen Ausflugsführer herausgebracht, der i» einer Ztufloge van 169 999 Exemplaren erschien, die völlig vergriffen wurde. Auch in diesem Jahre überreicht die Gesellschaft der Berliner Bevölkerung ein Buch ahn- licher Art, dos jedoch in einem völlig neuen Gewände erscheint. Nicht nur der Umschlag, sondern auch der Inhalt wurde neu gestaltet. Das gesamte Berliner Au?flugzgebiet wurde in a ch t Abschnitt« geteilt. Der Reihe nach werden Tegel, Pankow- Niederschönhauscir. Wcißensee, Köpenick, Briß, Dahlem und der Grunewald, Potsdam, Spandau und die zu diesen Orten gehörende Umgebung behandelt. Jedem Abschnitt ist eine Ilebersichtskorte vor- angestellt, aus der da? Gebiet, dos in dem betr. Kapitel behandelt wird, klar zu erkennen ist. Durch ein« zweckmäßig« Anordnung wurde erreicht, daß jeder aus der Uebcrstchtskarte verzeichnete Ort im Text sosvrt gesunden werden kann. Der Text eines jeden Abschnittes beginnt mit einer kurzen Beschreibung des betr. Gebietes, dann folgt die Beschreibung der auf den Uebersichtskarten verzeichneten Orte. Bei jedem Ort sind zunächst die Verbindungen an- gegeben. Es ist besonders hervorzuheben, daß die BVG.-Ausflugs- führer auch die Eisenbahnverbindung, Dampfer- linien und zum Teil auch Pv st kraftwage n linien entholt. Hinzu kamint, daß bei jedem Ort die Entfernung zu den nächst- liegenden Orten angegeben ist, so daß jeder Benutzer des BVG.- Ansstugsführers die Möglichkeit hat, die Zeit zu berechnen, die seine Wanderung erfordert. In einem besonderen?lbschnitt werden die Verbindungen zu einer Reihe der wichtigsten Berliner Parks und im Anschluß daran diejenigen Orte unserer schönen Mark kurz beschrieben, die durch die bekannten BVG.-Reisewagen erreicht werden. Besonders wertvoll wird der neue Führer dadurch, daß ein genaues Verzeichnis aller Straßenbahn- und Omnibuslxnien sowie der ersten und letzten Züge der Il-Bahn beigefügt stnd. Dieses Linien- Verzeichnis ist.noch dem Stande nom 1. Moi d. I. angefertigt morden. Sauber ausgeführte Karten der Landesoufnohme er- qanzen den Textteil und geben dem Führer einen besonderen Werl. Der 199 Seiten stark« Führer, der von Willy Möbus verfaßt wurde und den der Zeichner Hermann Deckwer mit aus- gezeichneten Bilden� geschmückt hat, kostet nur 49 Pf. und ist von heut« ab bei den Straßenbahn- und Ownibusschafsnern sowie an den Schaltern der U-Bahn zu haben. Wohnstadt Carl Legiev. Der umfangreiche Neubau der Gehag auf dem Bötzow- g e l ä n d e, der nach dem verstorbenen Führer der freien Gewerk- schoften„Wohnstadt Carl Legien" benannt wird, schreitet rüstig vor- wärt?. Nachdem bereits im April 579 Wohnungen bezogen imirden. stnd jetzt weitere 579 Wohmmgen fertiggestellt. Auch dieser Bau- abschnitt ist wieder mit einem Zentrolwaschhaus eingerichtet, die Wohnungen haben zum Teil Zentralheizung. Die gärtnerischen An lagen des ersten Bauabschnittes sind jetzt auch hergerichtet, so daß jetzt schon diese neue Siedlung mit ihren weiten— nach Süden offenen— Wohnhösen, die im Schmuck frischen Grüns prangen, den freundlichsten Eindruck macht. Um die Mieten möglichst niedrig zu halten� ist diese Siedlung durchweg in dreigeschossigem Hochbau geplant. Die architektonische Gestaltung der Siedlung liegt in den Händen Bruno Tauts. Von der Tanzmusik konnten diesmül auch olle die profitieren, die am frühen Sonntaqmorgen für einen Tagesausslug frisch sein wallten. Fred Bird begann bereits um 29,49 Uhr den Tanzlustigen auszuspielen. Seine tüchtige Kapelle ließ übrigens auch olle die auf ibre Kästen kommen, die nur unterhastende Musik hören wollten. Wer Kabarettdarbietungen bevorzugte, muvde von Königswuster- hausen damit versorgt.— Unter dem Titel„Moderne Unterhastung" brachte das sinfonische Jazz-Trio Ria Gebhardt. Hans Rhode, Hank Endt Vorträge von verblüffender Virwvsität.— In der Jugendstunde sprach Dr. W. Benjamin über einen„Besuch im Kupfer- bergwerl". Leider fehlte dem Vortragenden die Fähigkeit, anschou- sich zu schildern. Sein Bericht hotte peinliche Aehnliäxkest mit einem jener langweiligen belehrenden Aufsätze, vne sie zahlreich in alten Schullesebüchern für die Mittelstufe vertreten waren. Tes. Aus der Partei. Aildungsprobleme des Proletariats. Im Kampf um«inen höheren Anteil an dem allgemeinen Bil- dungs- und Kulturgut der Gesellschaft stößt die Arbeiterschaft fort- gesetzt auf Schwierigkeiten und Hindernisse, wie sie sonst keine andere Geiellschastsyasse zu überwinden hat. Es gilt nicht nur, sich den Zugang zu den vorhandenen Bildungsstötten zu erobern, sondern auch diese selbst im Interesse des Proletariats umziigestysten. Dar- über hinaus gilt es, Probleme zu läsen, die mit der eigenen Er- wachsencnbilduckg der proletarischen Organisationen im Zusammenhang stehen. Einen Einblick in all diese Probleme qibl das Machest der„Sozialistischen Bildung", in dem O. Jenssen an- läßlich des zehnjährigen Jubiläums der Hcimoolkshochschule Tinz grundsätzlich zu den Fragen der proletarischen«Schulungsarbeit «Stellung nimmt. In einem weiteren Artikel untersucht der Ham- burger Pädagoge K. Adams die zahlreichen Probleme, die durch den'Andrang zu den höheren Schulen auch für das Proletariat entstehen. Eine gute Ergänzung hierzu bildet der Artikel von O. II h l i g,„Der Kastengeist im deutschen Bildungswcsen", in dem die nerfahrene Situation des deutschen Berechtigungswesens ge- schildert wird. Aus der„Sozialistischen Erziehung", der ständigen Beilage der„Sozialistischen Bildung", sei hingewiesen auf den Artikel von H. Wegscheider„Der Ilntcrrichtsetat im Preußischen Landtag" und aus den Wortlaut der päpstlichen Enzyklika über die «Schule. Die„Bücher warte" bringt wie immer Besprechungen der wichtigsten Erscheinungen der schöngeistigen und wisienschastlichen Literatur. Sport. Rennen zu hoppegarken am Sonnabend, dem 24. Mai. t. Rennen. 1. RoSmarin sistehmisch), 2. Immerzu. 3. Graumackf iolo: 20:10. Platz: 12, 13, 18:10. Ferner liefen: Ararat(4), Birgit, Patriarch. Simptar?, Oktober. Tongola. 2. Rennen. 1. Prellstein, 2. Fernländer. 3. Efterone. Toto: 38:10. Platz: 18, 15, 20:10. Ferner liefen: Vasall(4), Kurmarker, FormosuS, Teutonia, GraSgräsin, Machnoran. 3. Rennen. I. Stromschnelle(Huzucnin), 2. Diener Blut. 3. Galleria Reale. Toto: 19: 10. Platz: 10. 11, 13:10. Ferner liesen: Strona(4), Reichsmark(3), Caleum, Polvzlott. 4. R e n n e n. 1. Manlcgna(Turtle), 2. Normanne. 3. Allenberg. Toto: 267:10. Platz: HO, 25:10. Ferner liesen: EsampaS(4), Agitator, ?lrabella(bl. stehen). 5. R e n n c n. 1. Präfeet(Böhlke), 2. HerodiaS, 3. Adebar. Toto: 27:10. Platz: 21, 27:10. Ferner liejcn: Nerian(4), OSram. 6. R e n n e n. 1. Sturmhaube(Hersorth), 2. Bentheim, 3. Bersöhnung. Toto: 150:10. Platz: 55, 34. 21:10. Ferner liesen: Schmeichlerin(4), Katuschka, Flotte Fahrt. Koritza, Marketenderin. Gasrile, NordsricSIand. Servatrix. Jnnone.enzia, Orferia, Goldene Rose, Rotbuche. 7. Rennen. 1. Radames(Printen), 2. Hartfchier, 3. Szin-arang, 4. Funker. Toto: 07:10. Platz: 23. 30, 10. 27:10. Ferner liesen: Dog- Maliter. OsiriS, Limanova, Maurus, Irrlicht, Forno, Beleda, Midgard, Hulda, Erinnerung. Waschtest. Diese Dezeichnuna der Waschioq« war friiber mit ebna Ironie verbunden, denn ein Test war die„große Wäsche" inobl nie. Im(Segen�eil— schon einige Tage norber spürte der Hansberr eine unbetzagliche Ätnnmunq im Haufe. Und die Hausfrau hatte recht, denn eine Wäsche, die auf dem Wasch. brett mit der Bürste und zwischen de» Handballen gerumpelt werden mutzte. nimmt»irtlich die Äroft einer Trau über die Matzen in Anspruch.— Hen:c macht die gratze Wäsche mehr Trcudr: am Voraliend»eicht man iie in laltem Wasser in Hento ein. am ander» Morgen wird sie in Perfil gelocht laus drei Eimer Wasser ein Palet Persik), dann durchgesehen, mehrmals gespült und aufgehängt. IM Leipziger Str.(Vereand-Abi) Königstraße Rosenthaler Str. Iloritzplatz BERLINER KUNSTWOCHEN 1930 Im Charlottenburger Schloff, Goldene Galerie 30. Mal, Pablo Casak, Fr6d6ric Lamond, Beethoven-Abend Arturo Toscanlni mit dem MewYorker Philharm. Orchester am 27.U.28. Mai in d. Philharmonie Vorverkauf Theaterkasse Wertheim Wäschestoffe Wäschestoff n,iHel3U!&c 0.55 0.65 Mako-Imitation...... Met« 0.75 Makotuch«ollä- Qualitlt... Met« 0.63 Makobatist gut« Quam«...M«t« 1.1 5 Wäschestoff a"Mc£pea 3.00 3.40 Tischzeuge 4.20 Tischtücher jLM 9 Qn Größe 110/läo cm 160 Serviette ss,««. 0.75 Tischtücher 4.40 6.80 Serviette d"u pM5endGrS1}.«./a, cm 0.95 Tischtücher r-iui«»«» j«cqu«d 180/160 8.50 Ä 10.75 Größe iO 7K 160/250 IdL'iO Serviette d"°«/-o«» 110 Gartendecken a«« Grss» o cn fub. kar.jndenthren. 130/130 1.570 130/180 C.QU Bade-Artikel BfldCtfSkOt fQr Damen u. Herren,_wcld Oberteil mit Badetrikot Badetriket für Damen und Herren, reine Wolle, DaaesriKOS verschied. Muster u. Farben, GrShe 40-48 farbig. 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Mai 1930 Sowjetrussische Momentbilder. Russische Arbeiter über ihre Arbeits- und Lebensverhältnisse. Die Wwanderung der Arbeiter au» den Sowjetbetrieben und der enorme Arbeiterwechjet haben einen Masiencharatter ange. nommen. Die Arbeiterkorrespondenten au» den ver- 'chicdeiicn Industriegebieten der Sowjetunion führen diese„Massen. ilucht" auf die ungemein schwierigen Lebensverhältnisse zurück. nanientlich in den Kohlenrevieren. In einem Bericht aus dem Donjezrcoier, betitelt „Sie kommen und gehe»-. neidet ein Arbeiterkorrespondent dem Moskauer Blatt„Sa In- dustriolisaziju" am 8. Mai: „Im Laufe der ersten sechs Monate dieses Wirt. schaftsjahres verzeichneten die Schächte des Donjezreviers einen Zugang von 195 000 Arbeitern und einen Abgang von 179 000 Arbitern. Diese Zahlen sind niederschmetternd. Wodurch erklärt sich diese enorme Abwanderung aus den Gruben des Donjez. reviers? Die Wohn- und Lebensverhältniss« sind sehr hart. Wenn auch die Mittel für den Wohnungsbau von Jahr zu Jahr erhöht werden, reichen sie doch nicht aus. Die äußerste Eng« und Ueberfüllung der Arbeiterwohnungen, mitunter aber auch der Mangel einer jeglichen Wohngelegenheit nötigen die Arbeiter aus einem Schacht in den anderen zu„fliehen". Bezeichnend ist die„Politik" der Grubenoerwaltung. die in ihrem Wohnungsetat leine Rücksicht auf die Nöte der verheirateten Arbeiter und ihrer Familien nimmt. Sehr schlecht ist es um den Schulbau im Donjez- revier bestellt. Der dauernd beschäftigte Arbeiter muß fein«»in- der in ander« Städte zur Schule schicken. Auch die Lebensmittelversorgung der Grubenarbeiter ist nicht ge- regelt. Das K o nfu mv er« i n s netz ist unzureichend. Kantinen gibt es bei weitem nicht in allen Gruben. Besonders schwer ist die Lage der Arbeiter in den Gruben, die in großer Entfernung oon Dörfern gelegen sind. Die Arbeiter beklagen sich bitter über die mangelnde Wasserversorgung. In vielen Gruben gibt es kein gesundes Trinkwasser. Die Arbeiter gehen ungewaschen und schmutzig herum, weil es bei weitem nicht in allen Gruben Bade- anlagen gibt. Diese Wohnungs- und Lebensverhältnisse sind eine der Haupt- sächlichsten Ursachen des Arbeiterwechsels in den Schächten. Erst in der jüngsten Zeit beginnt die Grubenoerwaltung den Wohn- und Lebensverhältnissen der Arbeiter ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die schwierigen Wohn- und Lebensverhältnisse stnd aber nicht die einzig« Ursache der Fluktuation der Kohlenarbeiter. Technische Mißstände, das Durcheinander und di« Planlosigkeit in der Tätigkeit vieler Bergbauverwaltungen führen dazu, daß die Saisonarbeiter mit ihrem Lohnverdienst unzufrieden sind." Soweit der Bericht aus dem Donjezrevier. Dem folgt mm in derselben Nummer des erwähnten Moskauer Blgttes ein noch überraschenderer Bericht der Grubenarbeiter im Uralgebiet. Der Arbeiterkorrespondent betitelt diesen Bericht bezeichnenderweise: ..von Betrieb zu Betrieb auf dea Lächern der Eisenbahn- waggons� und führt aus: „Eifenbahnkarten muß man sich im Uralgebiet er- kämpfen, es sieht dabei aus. wie im Jahre 191S. Das Betreten der Cisenbahnwaggons vollzieht sich anarchisch, wie bei der Flucht aus einem brennenden Gebäude. Die Waggons sind vollgestopft. Wie im Jahre 1919 kann man häufig Passagier« auf den Dächern der Waggons antreffen. Es reisen Schlosser, Grubenarbeiter, Holzarbeiter, es wandern oon Ort zu Ort Buchhalter. Kontoristen. Steno. typ ist innen... Hunderte Proletarier wandern von Betrieb zu Be- trieb, von Griebe zu Grube, von einer Stadt in die ander«. Die Ursache der«großen Völkerwanderung" im Urolgebiet liegt in der Buntscheckigtest der Löhne und in den ungünstigen Lebensver- hält nisten. So hoben in den Nischnis-Tagill-Werken im ersten Vierteljahr fast 30 Proz. der Belegschaft gewechselt. Gleichzeitig zwingt auch die verspätete Auszahlung der Löhne die Arbester in den Werken Alapajewsk und Kuschwa ihre Zuflucht in Togil und Nadeshdinsk zu suchen, wo die Löhn« pünktlicher ausgezahlt werden. Arbeiter übernachten in Werkstätten. In den Werken von Goroblagodetji, in Alapajewsk und Kujchwa gibt Rekorde bei Mix& Genest. Gewinne au« dem Mietgeschäst fast verdoppelt. Die Mix u. G e n est- A.- G.. eines der bekanntesten Berliner Schwachstromunternehmen, hat im letzten Jahr den höchsten Umsatz seit dem SOjähngen Bestehen der Gesellschaft erzielt. Gegenüber dem Vorjahre, in dem ein Umsatz oon 20.6 Mil- lionen erreicht wurde, sind also die Umsätze im Jahre 1929 auf sast 23 Millionen gestiegen. Da zu gleicher Zeit die Belegschast sich schon im Berichtsjahr vermindert hat— ein Prozeß, der sich im laufenden Jahr« infolge westerer Rationalisierungsmaß. nahmen verschärft hat— sind die Leistungen je Kopf der Belegschaft weiterhin erheblich gewachsen. Der B e t r ieb s g e w i n n hat sich im Berichtsjahr von 4,2 auf 5,1 Millionen Mark erhöht. D'« Unkosten, Steuern und Sozialabgaben, die wiederum in einem Posten ausgewiesen werden. erschienen mit 3,35 Millionen Mark um 20 Proz. höher als 1928. wofür nähere Begründungen fehlen. Da infolge der Rationali- sierung starke Einsparungen bei den Unkosten erfolgt sind. andererseits Steuern und Sozialabgaben niäit«ine 20pro.z«ntige Steigerung bewirken kannten, wäre jür diesen Posten eine Aus- k l ä r u n g auf der Generalversammlung dringend erforderlich. Der Reingewinn wird mit 1.44 gegen 1.15 Millionen auegewiesen. von dem wiederum eine Dividende von 8 Proz. ausgezahlt wird. Bezeichnend für die kräjtige Entwicklung von Mix u. Genest trotz des Konjuntturrückschlages im letzten Jahr ist die auch von der Verwaltung erwähnt« Tatsache, daß der Bedarf an Einrichtungen, die. wie Fcrnsprech-, Rohrpost- und Kleinförderanlagen der Zu- ver'lässigkeit und Schnelligkeit des Berkehr, bei gleichzeitiger Er- iparni? oon Arbeitskrästen dienen, besonders in Zeiten wirt- ichaftlicher Not hervorzutreten pflegt. In den einzelnen Fabrikationsobteilung-n war die Beschäftigung ungleich Sehr gut hatte die ApparateabteilonA zu tun, dagegen«achte sich es keine Wohngelegenheit«» für die Arbester. In den Alapajewfl. Werken übernachten 30 Arbeiter in den Werkstötten unter den Werkbänken. Im Kufchwa-Wert müssen 20 Arbeiter einen Weg von 4 Kilometer zurücklegen, um am Bahnhof oon Goroblagodatj übernachten zu können... In den Goroblagodatj-Werken sind di« Arbeiterherbergen um 200 bis 300 Proz. überbe. legt. Auf einer Bettstelle schlafen 4 bis 5 Menschen. Skandalös ist die Verpflegung der Arbeiter organisiert. In der Regel stehen vor jeder Kantin« lange Schlangen. In Tagst, Kujchwa, Vlagodatj, Nadeshdinsk und Wysokogorsk-Werken kann man nicht eher ein Mittagessen bekommen, als indem man mindestens ändert- halb Stunden ansteht. In den Kantinen herrscht Chaos und G«< dränge. Die Kantine in den Wyfogorsk-Gruben ist auf 800 Mann be- rechnet, sie wird aber von 1800 Arbeitern benutzt und lediglich von einem sünfköpfigen Personal bedient. Dieselbe Ueberfüllung der Kantinen bei unzureichendem Personal trifft man in der ganzen Gegend an. Die Konsumgenossenschaften im Gebiet Tagst arbeiten äußerst schlecht. In der Kantine der Walzabteilung des Nadeshdinsk- Werkes finden sich nur 36 Teller und nur wenige Löffel auf 200 Bs- sucher. Fünfzig Arbeiter essen mit einem Löffel... Di« Qualität der Mittagessen ist unter jeder Kritik..." Dies« traurigen Lebensverhältnisse der Arbester machen ihre „Völkerwanderung" durchaus begreiflich. Nicht nur im Uralgebiet und im Donjezrevier, sondern auch aus den Kohlengruben des Kusnjezreviers wandern die Arbester massenhaft ab:„Die Abwand«. rung erreicht hundert und mehr Prozent, im Kusnjezrevier wurden im ersten Viertel des Wirtschaftsjahres 1929/30 19000 Arbeiter neu eingestellt und 17 900 Arbeiter entlassen. Auf 100 Neueingestellte kommen 80 Entlassene. Bezunehmcnd auf die Abwanderung wirft das Zentralblatt des Obersten W i r tscha ft s ra t« s, die Zeitung„Sa Industialisaziju", der wir die oben angefiihrten Berichte entnommen haben, die Frage auf: ..was machen die Gewerkschaften?" und erteilt darauf die klare Antwort:„Der Zentralverband der Berg- arbester kümmert sich überhaupt nicht um die Abwände- rung, er weiß nicht einmal, wie«sehr auch die Ungleichmäßigkest der Entlohnung auf die Fluktualität einwirkt."(Nr. 104.) Mit anderen Worten, die Gewevkschaften schenken weder den äußerst- traurigen Lebensverhältnissen noch den ungünstigen Lohnverhältnijsen die nötig« Beachtung. Nun erfährt man aus der russischen kommunistischen Presse, daß auch die Uebertretung der Arbeitsschutzgesetze und die enorme Aus- dehnung der Arbeitszeit in den Betrieben zur häufigen Erscheinung werden. So berichtet z. B. die„Aomsomolskaja Prawda" vom 29. April, daß in der Fabrik„Sirene des Ottober" in Rishnij-Nvwgo. rod die„Zehntogewache" eingeführt worden ist, d. h. e i n a r b« i t s- freier Tag wird den Arbeitern erst nach neun TagenArbeit gewäh rt. In den Metallwerken in Kertsch gilt die Zehntagewoche bei gleichzeitigem zehn- bzw. elfftündigem Arbests- tag. In einem der Bergwerke im Kusnjezrevier sollen die Arbeiter sogar überhaupt auf Feiertage„verzichtet" haben. Wie man sieht, läuft die„Fünftagewoche" praktisch auf die Aufhebung des Wachenruhetages überhaupt hiaus, was ja bei der wcrksfreunistichen Einstellung der russischen Gewerkschaften von vornherein zu befürchten war. Denn der„sozio- lfftisch« Wettbewerb", der von der KPR. und den Gewerkschaften mit ollen Mitteln angestachelt wird, bedeutet praktisch nicht nur die gegenseitige Lohnunterbietung und lleberbietung an Leistung zugunsten des Betriebes, sondern man setzt sich auch über die Be- stimmuugen zum Schutz der menschlichen Arbeit einfach hinweg. Be- geistert schstdert das�j u ngk o m m u n i st i s che Zentralblatt den„sozialistischen Westeifer" beim Bau einer 22-läW. Turbine in den Stalin-Metallwerken in Leningrad wie folgt: „Drei Tage hintereinander haben di« Arbester unentgelstich lieberstunden geleistet, kaum daß zwei bis drei Stunden fiir den Schlaf abfielen. Die Arbeiter Schilow. Naukonin haben mehr als drei Schichten, der Jungkommunist Sabalujew hat 72 Stunden hinter- einander gearbeitet. Die Trifonow-Brigad«(16 Mann) blieb 34 Stunden hintereinander bei der Arbeit..." Tatsachen aus dem Vaterland des Proletariats... bei den Selbstanschlußämtern die gespannte Lage der Reichspost bemerkbar. Das Geschäft mit privaten Abnehmerkreisen war infolge der starken Konkurrenz heftig umstritten und lstt trotz großer Nach- frage sowie sinkenden Preisen. Das Mietgeschäft, da» von Mix u. Genest schon in den vorhergehenden Iahren stark erweitert wurde, sst auch im Berichtsjahr w« i t e r' a u s g« b a u t worden. Mein aus diesem Geschäft erhöhten sich die Einnahmen von 2,3 auf rund 4 Millionen Mark. Zu Beginn des neuen Geschäftsjahres 1930 hielt sich der Auftragsbestand auf der Höhe des Vorjahres. Dagegen ist der Auftragseingang in den folgenden Monaten hinter der ent- sprechenden Zeit von 1929 zurückgewichen. Besonders nachdrücklich weist die Verwaltung auf das Ausbleiben neuer Aufträge auf Selbst- avschlußämtcr(Reichspostaufträge) hin, wobei sie betont, daß die Drosselungsmaßnahmen der Reichspost weitere Ent- lassungen von Arbeitern und Angestellten u n v e r�n e i d l i ch machen würden. Ausgaben im Krastfahrzeugverkehr. Für iS2S auf 4,35 Milliarden Mark geschäht. Nach einer vom Reichsverband der Deutschen Autamobilindustrie angestellten Untersuchung sind die im vergangenen Jahre für die Kraftoerkehrswirtschast in Deutschland ausgeirendeten Beträge a u f etwa 4,3 5 Milliarden Mark zu schätzen. Bei einem Bestand von 1 204 059 Ärastjahrzeugen wurde eine Jahresleistung von durchschnistlich 10 000 Kilometer für Krafträder. 17 000 Kilometer für Personenwagen, 30 00<) Kilometer für Lastkraftwagen und 40 000 Kilometer für Omnibusse zugrunde gelegt. Di« Gesamtkosten je Kilometer wurden durchschnistlich mit 9 Pf. für das Kraftrad, 22 Pf. für den Personen- wagen. 65 Pi. für den Omnibus und 45 Pf. für den Lastkraftwagen festgesetzt. Diese Kilometcrsätze umfassen sämtliche Betrieb su»kosten. Ausgaben für Garagen, Chauffeure, Reparaturen, Steuern, Versicherungen, Derzstchrng und Lmort»- satirrn der Anlagen dar. Bei den Kraftverkehrsgesellschasten stellen sie den gesamten Umsatz dar. Auf diese Art gelangt die Unter- suchung zu dieser, auf den ersten Blick reichlich hoch erscheinenden Summe des gesamten Geldumlaufs in der Kraftverkehrs- Wirtschaft im letzten Jahre. In der Automobilwirtschast Deutsch- lands waren 1929 etwa 500 000 Personen beschäftigt. Iniernaiionaler Leuchiröhrenpaki. Zusammenfassung von Osram« und Claudepaienten. In London wurde dieser Tage eine Gesellschaft gegründet. die wahrscheinlich im Laufe der Zeit zu großer Bedeutung kommen dürste. Gründer sind die G e n e r a l E l e c t r i c C o., die als größte amerikanische elektrotechnische Gesellschaft auch die größte Glühlampensabrik der Vereinigten Staaten ist, und die hambur- gische Firma„Agelindus". Di« Agelindus(A.-G. fiir Clektrizitätsindustrie) sst eine Tochtergesellschaft der Osram- W e r k e, an der die General Electric Co. im vergangenen Jahre sich kapitalmäßig beteiligt«. Zweck der n e n e n G e s ells ch ast. die den Nomen„Claude Genera! Neon Light Ltd" führt, ist eine Vereinheitlichung und Zusammenfassung verdeutschen und der amert- konischen Patente auf dem Gebiet des Leucht- röhren« efens. Es handelt sich um gasgefüllte Röhren, die wahrfchsinkich eine große Zukunft sousficht haben, wenn ihre An- Wendung augenblicklich auch noch einigen technischen Schwierigkeiten ausgesetzt sst und sich vorläufig in der Hauptsache nur auf dos Reklamegeschäft beschränkt- Der Sinn der Leuchtröhren liegt nämlich darin, daß hier die aufgewandte elektrische Energie tat- sächlich in Licht verwandelt wird, während bei der elektrischen Glüh. lampe die Elektrizität in westaus erster Linie dazu benutzt wird, um den Metallfaden zum Glichen zu bringen. Die Agelindus, die sich diesem noch neuen Tätigkeitsgebiet int Interessenbereich der Osram widmet(kürzlich wurde von chr eine Tochtergesellschaft in Prag gegründet) bringt in die englssche Gründung offenbar die Osram-Patente ein, die General. Electric Co. die C l a u d e- P a t« n t e. Die neue Gesellschaft, deren Kapital vorläufig etwa 4,4 Millionen Mark beträgt, hat bereits vier englische auf diesem Gebiet arbeitende Gesellschaften erworbo». Es sst anzunehmen, daß diese Patentverstöndigung sich weit üb«?' den englischen Markt hinaus internativnal auswirken wird. Es sei daran erinnert, daß seit Ende 1924 für elektrisch� Glühlampen in Genf«in internationales Kartelt gebildet worden ist, deren größter Partner die Osram G.m.b.H. ist: die amerikanisch« General Electric Co. ist zwar nicht unmittelbar Mitglied dieses Kartells, aber an den meisten Mitgliedern kapital-- mäßig mehr oder weniger stark beteiligt, so daß ihr praktisch ein erheblicher Einfluß zukommt. Rockefeller liquidiert 500 Millionen. Die Oelgrwinne eines Lahres. Die Standard Oil of?lew Jersey hat im Jahre 1929 eine» Reingewinn von 121 MMonen Dollar erzielt, die nmd 508 MMonen Mark entsprechen. Der größte amerikanische Oel- konzern hat also trotz der Ueberslutung des Weltmarktes mit Ort! seine phantastischen Gewinne von 1928, wo 108 Millionen Dollar ausgewiesen wurden, noch steigern können. Der Leiter des Konzerns Mr. Teagke wies darauf hin, dasi das Problem der Ueberproduktion noch keineswegs ge> löst sei und daß die Produttionseinschränkung über einen engest lokalen Rahmen nicht hinausgekomnren sei. Von einer Räunrung der Läger könne auch heute noch keine Rede sein. Zu den» bekannten Abkommen mft dem deutschen Chemietrust äußerte sich Mr. Teaglö dahin, daß das Rohöl-Hydrierverfahren sowohl als Ergänzung, wie auch als Ersatz für die bisher angewandton Raffinade- Methadon geeignet sei. Schlußbericht des Reichsbahntommiffars. j Interessante Bemerkungen zur Konkurrenz des KrasttvogenS' Der ausländische Kommissar bei der deutschen Reichsbahn legt.> als erster von den nunmehr scheidenden Reparations-� kommissaren seinen Schlußbericht vor. In dem allgemeinen?. Ueberblick meist der Kommissar, wie schon in seinen früheren Be»- richten, auf die Tatsache hin. daß die Reparationszahlungen für de« Dawes-Plan ohne Schwierigkeiten aus den Bot rieb? Überschüsse»« gedeckt werden krnmtcn. Die Ucberschüsse, die seit 1926 nnfci 860 Millionen sich nur wenig verändert haben, liegen über den Be-«.' triebsüberschüssen von 1913 mit 852,5 Millionen. Bei der Er-i höhung der Betriebszahl. die das Verhältnis der Einnähmest zu den Ausgaben darstellt, von 72.1 im Jahre 1913 auf 83,9 Proz-! im letzten Jahr, macht der Kommissar die Feststellung, daß bei dett' meisten großen Eisenbahn Verwaltungen eine gleiär wesentliche Erhöhung der Betriebszahl zu beobachten fei. Dieja betrug bereits 1928 in England 80 Proz., in Belgtest 84 Proz., in F r a n k r e i ch in den Iahren 1927—29 81.9—78,6 Proz. uni» in Italien sogar 89 Proz. Der Kommissar macht für diese- Entwicklung das allgemeine Steigen' der Materiolpreise und dist' Erhöhung der Personalkosten verantwortlich. Zu dem Kampf der Reichsbahn gegen den Kraft» wagen verkehr bemerkt der Kommissar, daß die Entwicklung des Eisenbahnwesens mit Vorsicht zu beurteilen sei, weil in allen Ländern in der nächsten Zeit ei» weiteres Anwachsen des Kraft- wagenverkehrs eintreten wird. Von der geplanten Sondcrbefteue- rung des Kraftwagenverkehrs sei infolge der technischen Schwierigkeiten nicht viel zu erwarten. Entgegen der Mei- nnng der Reichsbahn vertrist der Kommissar den Standpunkt, daß das Schwergewicht der Konkurrenz des Automobils nicht bei dem Güter-, sondern bei dem Personenverkehr läge. Ent- scheidend sei hierbei nicht einmal die Ausdehrnrng des Netzes von legebnäßg verkehrenden Autobuslinien, sondern die Zunahme der Verwendung von privaten Kraftwagen. Der gesamte Krastipagcn- oerkehr habe bereits 1928 schätzungsweise 14 Milliarden Personen- kilomcter und 4 Milliarden Tonnenkilometer betragen. Dies ent- spreche nur 6 Proz. des Güterverkehrs, dagegen aber 3 0 Pro.;. des Personenverkehrs der Reichsbahn. Die Wirtschaftskrise in Südamerika. In der Außenhandels- bilanz von Argentinien kommt die auch in Südamerika harr- ichende Wirtschaftskrise deutlich zum Ausdruck. So ist die Ausfuhr Argemrniens vom Januar bis März d. I. gegenüber oer gleiche» Zeit de» Vorjahres um mehr als sin Drittel zurückgegangat Die Arbeiterin ohne Lohn. Das Leben im Schatten.— Die Spekulation der Ltnternehmer Die Frauen, die heute, wie die Männer, im B e r u f s k a m p f stehen, kommen in immer größerem Maße zu der Erkenntnis, daß der Zusammenschluß oller Arbeitenden in der Sozialdemokratische» Partei und den Freien Gewerkschaften das einzige Mittel ist, eine besser« Zukunft zu bauen und die Gegenwart erträglich zu gestalten. Die Frauen, die als proletarisch« Hausfrauen und Mütter in ihren vier Wänden unablässig den Kleinkrieg mit den Sorgen und Nöten des häuslichen Lebens führen, erblicken die Welt der Arbeit»och oft genug aus einer engeren Perspektive als die berufetätig«» Frauen. Das ,, Heim" ist ihr« W e l t geworden. Sich satt essen dürfen, ein billiges Grammophon- oder einen Radioapparat auf Abzahlung kaufen können, auch mal ein neues Kleid für sich und die Kinder, vielleicht sogar ein paar Groschen für ein Kino übrig haben— damit erschöpfen sich ihr« Wunschträunie.. Der wöchentliche Verdienst des Mannes und der heranwachsen- den Kinder ist eine Summe, die durch sieben dividiert werden muß und die dann meist mehr schlecht als recht die täglichen Bedürfnisse deckt. Jeder Geldbetrag stellt sozusagen einen in Brot, Margarine, Wurst usw. verwirklichbaren Realwert dar. Die Beiträge, die Mann und die berufstätigen Kinder an Partei und G e w e r k> schaft zahlen, scheinen diesen Hausfrauen und Müttern v«r- l o r e n. Ein Schlaraffenland von Schmierseife, Scheuertüchern, Kuchenbrot und Bockwürsten ließe sich dafür eintauschen. Sie lassen sich auch zusammenzählen zu einem Paar Schuhsohlen, zu Kleiderstoff oder zu Beäüchern. Und die Frau, die den Wert jedes Pfennigs jahrelang, vielleicht ein� ganzes Leben hindurch so messen muß, versucht, Mann und Kinder von der Partei, von der Gewerk- schaft zurückzuhalten. Eine große Schar dieser Frauen ist verkümmert. Sie wagt sich nicht hinaus in die Freiheit und ist bemüht, auch ihr« Angehörigen davon zurückzuhalten. Diese Frauen, die anscheinend völlig u n- politisch eingestellt sind und die nichts anderes wünschen, als daß ihre Familie es auch bleibt, werden aber zum stärksten Bollwerk aller Reaktion. Der Kapitalismus weiß das und er gibt sich die größte Mühe, solche Lebensauffassung zu erhalten und zu bestärken. Auf die Kasten kommt es nicht an; man errichtet Hausfrauenschulen— am liebsten unter Leitung von Damen des Vaterländischen Frauen- Vereins— Kindergärten, Säuglingsheime, Mütterberatungsstellen. Der Zweck? Der Leiter des D i n t a, des von der deutschen Schwerindustrie gegründeten D e u t s che n Instituts für tech- Nische A r b e i t s s ch u l u n g, hat ihn einmal so offenherzig wie möglich ausgesprochein der künftige Arbeiter soll schon im RUitterleibe ersaßt werden. Denn die Unternehmerschaft weih: wenn man den Arbeiter von inorgen überhaupt noch„erfassen" kann— übrigens ist„erfassen" hier ein außerordentlich treffendes Wort— so mir, indem man sich den Einfluß der Familie, der Mutter sichert. Der Mechanismus dieses„Erfassens" ist wohlbedacht und lückenlos ausgebaut. Er will im wesentlichen zweierlei in der Ar- besterschaft wecken: Ä a st-e n g e i st und B e r» i ts ch o f t zum Ducken. Beides gehört untrennbar zusammen. Nur wKv vor jedem „Höhergestellten" kuscht, wird stolz sein, selber �lnteMbeNö�' zu hchhen, hie sich vor ihm ducken müssen. Das„Dinta" sorgt für L e h r l i n g s b i l d u n g, für T u r n-, Spiel- und Gesangverein: es sorgt für' die Fortbil- d u n g des Arbeiters, dem es in Schulen und Kursen geistigen und in gewissen Grenzen auch wirtschaftlichen Aufstieg ermöglicht. Und es sorgt nach besten Kräften dafür, daß eine„soziale Kerbe" zwischen den einzelnen Berufsschichten geschaffen wird.-Einer der geistigen Väter des Dinta hat dos sehr deutlich so ausgedrückt: „vorzüglich mästen die Ivohlsahrtseinrichtungen. insbesondere ein etwa vorhandenes Kasino, das vereinswcfcn und anderes in den Dienst dieser Tendenzerfchaft gibt nichts umsonst: sie spekuliert auf Wucherzinsen. Sie will die Zukunft kaufen: die Apbejtskrästc, die �hestte nöch Kiäder sind; die Kinder, die noch nicht geboren wUrßest. Wer �W»fe komplizierte Technik des modernen Wirtschästsktfmsife? durchschällt, der weiß, es gibt nur« i n Mittel der Abwehr: die V e r e i n Tg un g aller Werktätigen. Nur dos Heer der sozialistisch gesinnten Masse k-KM diese dunklen Kräfte besiegen und den Kindern der Menschheit eine befreite, glücklich« Zukunft schassen. Drucke R. Schuir. Abkehr von der KpO. Ernüchterung in Oberschlesien. Seit vielen Monaten besteht im oberschlesischen Steinkohlenberg- bau eine Krise, wie man sie schlimmer seit Jahrzehnten nicht gekannt hat. In der Zeit von'Januar b> s April 1930 wurden in Westoberschlesien allein 717 366 Feierschichten verfahren. In der- selben Zeit sind weit über 10 000 Bergarbeiter entlassen worden, das sind etwa 20 Proz. der Gesamtbelegschaft. Dieser furchtbare wirtschaftliche Zustand muß sich verheerend für die Bergarbeiter auswirken. Um nun den bedrückten Bergarbeitern Aufklärung über die Loge zu bringen und um«ine geschlossene Abwehrfront unter Führung des Bergbouinduslriearbeiterverbandes zu bilden, hat der Verband die oberschlesischen Bergarbeiter zusommengenisen. In der Zeit vom 18. bis 23. Mai 1930 wurden allein in Westvberschlesten 15 öffentliche Bergarbeitervcrsammlungen abgeholten. Die Versammlungen waren durchweg ein voller Erfolg für den Verband. In Ortschaften, in denen der Versammlungsbesuch bisher äußerst schwach war, waren die Versammlungen oft überfüllt. Bemerkenswert ist, daß infolge der traurigen Wirtschaftslage die Komm u niste n vielfach die Führung an sich gerissen hatten, um die elende Lage der Bergorbeiter parteipolitisch auszunutzen. Diese Situation hat sich bei dem jetzigen Derbandsvorstoß voll- kommen geändert. Sämtlich« Redner des Verbandes haben fast ohne Störung zu den Massen sprechen köimen. Nur in«inigen Fällen versuchten die Kommunisten— unter Hinzuziehung von auswärtigen Parteisekretären, sogar von der Berliner Zentrale— die Versammlungen zu st ö r e n und in ihre Hand zu be- kommen. Das ist ihnen nirgends gelungen. Bis heute habe» die k o m m u u ist i sch e» Betriebsräte noch nicht den leisesten Versuch unteniomrnen, auch nur den kleinsten Prozentsatz ihrer, vor de» Betriebsraislvahlen mit großem Phrasen- schwall angekündigten Forderungen in bezug auf Verkürzung der 'Arbeitszeit und Erhöhung der Löhne in Angriff zu nehme». Die Belegschaften habe» sehr schnell erkannt, waS sie von den Phrasendreschern zu hallen haben. Sie haben daher dein Ruf des Verbandes der Bergbauindustneardeiter Deuftchlands Folge geleistet. Gesamiverband und Sparkommiffar. Ablehnung des Gutachtens. Der B e a m t en b e i ra t des Gesamtverbandes hat in seiner Sitzung vom Freitag nach einem Referat des Genossen Dr. Draht vom ADB. über die Gutachten des Sparkommissars über die Länderverwaltungen einstimmig eine Entschließung angenommen, in der es heißt: D:e öffentlichen Verwaltungen und Betriebs sind an sich schon, infolge der Bielgestaltigkeit und Eigenart ihrer Ausgaben, einer Berechnung der notwendigen Arbeitskräfte und einer Dewerwng der Dienstposten besonders schwer zugänglich. Wer mit den besonderen Verhältnissen des Landes nicht vertraut ist, wie der Spar- kommissar und seine Beauftragten, muß gegenüber diesen Aufgaben ohne weiteres oersagen. Das gilt um so mehr, wenn er nicht von vornherein in Betracht zieht, daß der öffentliche Personalbedarf von den jeweiligen öffentlichen Aufgaben bestimmt wird, über deren Notwendigkeit in der Demokratie nur das Parlament ent- scheiden kann. Die Auswendungen sür das öffentliche Personal hängen aber ab unmittelbar von der allgemeinen Sozialpolitik, von der durch die Rationalisierung vorhandenen und noch zu erwartenden Ueberlastung des Personals uns von der öfsentlichen Wirtschasts- und Finanzpolitik. Dopelte Bedenken bestehen aber, wenn der Gut- achter eine Bewertung der Beamtenarbeit und eine Abgrenzung der Beamtendienstposten»ersucht, die weder van der Bedeutung der öftentlichen Aufgaben, noch von den erforderlichen sozialen Rück- sichten geleitet kbird, sondern von theoretischen Unterscheidungen zwischen Hoheits- und Betriebsverwaltung, die für den Obrigkeits- staat, aber nicht für den modernen Wohlfahrtsstaat zutreffend sind. Beamtenpolitjsche Vorschläge können nur in eingehender Zu- sammeNarbeit mit den Beamtengewerkschasten und den zuständigen Vertretungen der Beamtenschaft aufgestellt werden. Da die Spar- gutachten zum Teil von Voraussetzungen ausgehen, die der Beamten- beirat des Gesgmtverbandes nicht zu teilen oermag und da infolge- dessen auch ihre'Vorschläge den öfsentlichen Interessen und den Er- fordernissen einer sachgemäßen Beaintenpolitik zuwiderlaufen, kann der Beamtenbeirat die beamtenpolitischen Anregungen der Gutachten nicht gutheißen und lehnt sie daher ab Aktivgruppen und Erwerbslosenwehren Wieder eine neue Parole. Die KPD. bemüht sich krainpfhaft, die Unorganisierten ins Schlepptau zu bekonimen. Bei de» Organisierten hat sie sowieso schon ausgespielt. Da es ihr auch nicht gelang die A r b e i t s l o s e n unter kommunistischen Druck zu setzen, sucht sie durch Terror die Arbeitslosen einzuschüchlern. Zu diosem Zweck hat die KPD.„Cr- w e r b s l o s e u w« h r e n" geschaffen, die aus den Arbeitsnachweisen und Stempelstellen als kommunistisch« Rollkommandos zu fungieren habe». Mit diesen Erwerbslosenwehren hat die KPD. aber ofsenbar schlechte Erfahrungen gemacht. Die kommunistische„Fraktion" des nicht minder kommunistischen Erwerbslosenausschusses steht sich des- halb veranlaßt, in der„Roten Fahne" den üblichen langen Aufruf zu veröffentlichen und dabei das Eingeständnis zu machen, daß die Rollkommandos, genannt Erwerbslosenwehren,„zur Jsolie« r u n g aktiver Erwerbslosensunktionäre von der Masse der Erwerbs- losen" geführt haben. Deshalb sei es nötig, sich umzustellen, von den„Erwerbdosenwehren" zu den„Aktivgruppen". Es ist derselbe Faden, nur eine andere Nummer. Die Erwerbs- losenwehren müssen jetzt„zu den Fehlern Stellung nehmen und selbst ihre Organisation aufbauen". Die Fehler sind die der Fich- rung der KPD. Wertvoll ist folgendes Eingeständnis: „In der Tot entspringen die Versuche der Organisierung von Erwerbslosemvehreu in der Regel dem Unglaube» an die Möglichkeit des revolutionären Massenkampfes. Manchem Er- werbslosen schreitet der Masscnkanips gegen das Hungerregim« nicht schnell genug vorwärts. Sie wollen deshalb. die Mosten» attieir- an den Stempelstellen, die Bearbeitung der Betrieb: usw. durch militärische Maßnahmen ersetze n.". Das ist echt kommunistische Politik. Und weil die Nachläufer der.KPP. unter den Erwerbslosen den bolschewistischen Blödsinn für bore Münze nahiiien, werden sie nunmehr gerüffelt. Wie lange die neue Parole der Aktivgruppen vorhalten wird, ist wohl auch nur eine Frage recht kurzer Zeit... Lohnerhöhung statt Lohnabbau. Erfolgreicher Streit bei Hensel und Schumann. Der Streit bei der Militäressekten-Posamentenfabrik Hensel u. Schumann, Bethanienuser 6, ist mit einem durchschlagenden Erfolg beendet. Die Belegschaft, die aus Grund ihrer wirtschastlichen Loge bei Ablauf drs-Werkwrises Erhöhung der Löhn« beantragte, mußte dann gegen einen Lohnabbau von 5 Proz., den die Firma vornehmen wollte, Stellung nehmen. Geschlossen trat die Belegschaft in den Streik und erreichte durch ihre Geschlossenheit nach drei Wochen, daß der geplante Lohnabbau abgewehrt und unter der Vermittlung-- tätigkeit des Gewerberats Körner vom Schlichtungsausfchuß ein« L o h n e r h ö hu n g für Männer von 2 Pf. und für Weibliche 1 Pf. pro Stunde erzielt wurde. Geschlossen, wie sie den Streik begonnen, nahm die Belegschaft von 70 Arbeiterinnen und Arbeitern die Arbeit mit ihren alten Rechten wieder am Freigewerkschaster auf Ztögen unerwünscht. Aber die Prozente der Gäste nehmen die Hoteliers gern. Für die Bäder aus Rügen haben die Christen und Hirsche einen Tarifvertrag abgeschlossen. Der Vertreter des sreigewerkschastlicheii Zentralverl>andes der Hotel-, Restaurant- und Coseangestellten wairde nur zu den Schlußverhondlungen hinzugezogen. Der Tarifabs chluh ist für die Christen und Hirsche kein Ruhmes- blatt. Er läßt zu, daß die P r o z e n t a u s s ch l ä g« auf die Pensionspreise, soweit sie über 10 Proz. hinausgehen, von den Unter- nehmern für Beleuchtunasunkosten— im Hochsommer!— ein- gesteckt werden können. Di« vereinbarten Löhne sind erheblich schlechter, als die des Tarifvertrages des benachbarten Bäder- gebietes aus den Inseln Usedom und Wollin. Außerdem ist«ine Verfallklcmsel für Ueber stunden vereinbart worden, wonach Ansprüche erlöschen, wenn sie nicht bis zum nach st«n Tage geltend gemacht sind. Auch sind zwei Stunden Mehrarbeit gemäß 5) 5 der Arbeitszeitverordnung zugelassen. Der freigewerkschaftliche Zentraloerband nmßtc es a b- lehnen, eine solche Tarifpolitik mitzumachen. Den Christen und Hirschen war es anscheine»� mehr darum zu tun. die Gunst der Rügechchen Hotel- und Gastwirte für ihre S t e ll e n v e r m i t t- l u n g zu gewinnen: als vernünftige Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erzielen. Die Nichtbeteiligung des Zentraloerbandes, d. h. der stärksten und einflußreichsten Gewerkschaft, an dem Tarifobschluß hat die Unternehmer wild gemocht. Sie machen-entgegen dem Artikel 159 der Reichsoeksassung. der- E i-n st e-H-u n a,-. von HArbeitnehmern die N i ch t z u g e'h ö r i g k e i t zur sreigewerkschastlichcn Organisation zur Bedingung. Druck erzeugt Gegendruck. Und schließlich fahren nicht nur Ge- sinnungsgenossen der Christen und Hirsche als Sommergäste nach Rügen. Ein reaktionärer Vorstoß gegen die Arbeitszeit wurde von der Internationalen Alliance des Hotelgewerbes, der auch der Reichsverband der deutschen Hotelz ongeschlosien ist, aus ihrer soeben in Amsterdam stattgesundenen Tagung angenommen. Die Alliance lehnte den gesetzlich begrenzten Arbeitstag als uNannehm- bar ab und beschloß, ihr« Landesverbände bei ihren Atkionen gegen die gesetzliche Begrenzung des Arbeitstages mit ollen Kräften zu unterstützen.__ Berliner Gewerkschaftsschule. Achttl»g.«eteiter- und fc*a«fWItcn.»dticb«Tött! Diensw!» 2?. Mai, ll Uhr. findet im cool 3 de» Scrocrffifwfibouf««, Engklufer 3+— 25, der Arbeit.rechtlite Zniermatioii«abend für Srtriebaräte unter Leitung des Zhünlnqer Wald vom 20. Juli bis 27. Juli. Rosten für Fahrgeld- Uebernachtung, Mittagbrot 30 M. Fahrtleiter Georg Gerhardt. Meldeschluß 5. Juli.-- Durch da» Masurisch« Seengebiet zur Samlanbküste vom 24. Juli bis 3. August. Rosten: Fahrgeld. Tagesoerpflequng, Uebernaehtung, Dampserfahrteu etwa Bu M. Fahrtleiter Erich Prießel. Meldeschluß 1. ZuÜ.— Rnppin« Schweiz sSInppi»— Zibrinsberq- Sqchrn) vom 27. Juli bis 3. August. Unlosten 20 M. Fahrtleiter Mar Salbach. Meldeschluß 15. Juni.— Zur Ziordseelüst« vom 81. Zul! bis 10. August. Rosten: Fahrgeld. Verpflegung. Uebcrnachten, Dampferfahrten, Besiehtigungen etwa 6b M. Fahrtleiter Rurt Peschlr. Melde- schluß lö. Juni.— Durch da, Thüringer Land oom 2. bis 10. August. Rosten: Fahrgeld, Uebernaebtnng, Roffce, Mittagessen etwa 30 M. Fahrtleiter Rarl Golisch. Meldeschluß 15. Juli.— Dampsrrsahrt mit der schwimmeuben Angenb- hrrbrrg« Saehse» vom 2. bis 10. August nach Dresden und Meißen zur Svgiene- Ausstellung. Unkosten einschließlich Verpflegung etwa 30 M. Meldungen im Iugendsekretariat. Berlin SO. 16. Engelufer 2t— 22. Zimmer 26. .�uaendaruppe des?en>h Uhr, erweiterte Kreisvor. itandssitzung im Zimmer 1 des Rathauses.— Freie Schnlgetneinde. Dienstag, 27. Mai, 20 Uhr, in der 31. Volksschule, Oranienstr 13— 15a, Werbe. und Ausspracheabend:»Das Problem der schwer ewehbaren Kinder." Referent Genosse Dr. Rudolf Stoff.»Unsere Stellung als Eltern gegenüber der Freikörperkulturbewegung." Referent Genosse Dr. Hans Vahl. I. Krei» Wilmersdorf. Montag, 2«. Mai. 20 Uhr, bei Ihlenfeld. Uhland. lEcke DUntzel») Strasse, Sitzung des Kreisvorstandes mit allen Abteilung»» leitern und den Obleuten her� Kommissionen. 10. Kreis Zehlendorf. Dir beteiligen uns aw Maitreffen der Kinderfreunde und der Arbeiterjugend auf dem Svortplatz, am Eiebenendenweg. Beginn 16 llhr. Das ssilmmatinee findet im Kaiferhof, Zehlendorf, Pots- damer Straße, um 12 Uhr statt. 11. Krei» Schäneberg. Montag. 2». Mai, 2« llhr, öffentliche Rand- gebnng in der Aula der Kohenjolernichnle, Pelziger(«Se kisenacher) Straße. Bortrag:„Bürgerliche— falchisiische oder fo'ialistifche Knlwr?" Referent Dr. Kurl Liwenstoia, M. d. R.— Zahlreiche, Erscheinen ist Pflicht. Die Funktionäre müssen um lg;- Ahr In der Aula anwesend sei». 14. Krei» Reukölla. Arbeiterbildungsschule. Die Teilnehmer am Kursus Dr. Schlesinger kommen Dienstag, 27. Mai, 20 Uhr. im Schullokal Berg- strasse 29, zusammen. 1». Krei» Köpenick. Montag, 26. Mai. V% Uhr, in der Aula der Weltlichen Schule. Köpenick, Freiheit 15, Filmabend der Kinderfrennde. Die4. Abt. Die Funlnonärsifung fällt aus. 29. Abt. Montag, 26. Mai, 1044 Uhr, wichtige Funktwnäroersammlung bei Burg. Prenzlauer Allee 18». Die BezirksfüHree müssen a conto Zahlung leisten und die Sammellisten vom Notopfer abrechnen. »4. Abt. 1S44 Uhr Aunkttonärsifung bei Henischel. Memeler Sir. 13. »3. Abt. Alle SPD..EIt»rn der 135. und 137. Schule sowie 17. Hilfsschule, de. suchen dt» Wahlversammlung um 20 Uhr in der Schulaula. Referent Erich Wendicke. M. Abt. Pünktlich l» Uhr bei Sommer. Wiener Straße, Rühe Grünauer M. Aich�Mariendors. 2§ ifiit bei Görlif, Ehausseestr. 1», Funktionärstfun«. 03. Abt.«enkoll». 1S44 Uhr bei Teich. Änesebeckltr. 135, Mitgliederversainm. lung. Vortrag:»Die Frau im Wirtschafiskampf." Referent Mar Sende- mann.— Achtung! Vorher um 19 Uhr pünktlich im gleichen Lokal sehr wichtige Besprechung mit dem Abteilungsvorstand und den Beztrisführern. 14». Abt. Friedrich, hogru, 81. Zahlgruppe der Freidenker. Mitgliederver. sammlung am 26. Mai, 20 Uhr, im Zentral-Restaurant, Friedrichstr. 27/28. Alle Fretdenkergenossen müssen sich daran beteiligen. Dienstag. 27. Mal 18. Abt. 1944 Uhr hei Sandow, Flensburger Str. 8, Funktionärsifung. Schäneberg. 77. Abt, 20 Uhr bei Will. Mortin-Lulher-Sir. 69, Bortrag:„Wae gehtur den deutschen Parteien vor?" Referent Gen. Dr. Otto Friedender.— 78. Abt. Wichtige Funktionärsifung bei Ratho, Prinz-Georg» Strasse 10, 1944 llhr. Vollzähliges Erscheinen erwartet. M. Abt.«ritz-Buck-w. Uli Uhr im Lokal Becker. Britz, Ehausseestr. 07, Mit. ftliedervers-mmlnng. Dortrag:»Dl« politisch- Loge." Reserrnt R-z Seydewif, M. d. R. Aussprache. Mätteiluugeu. Aussprache über die Eltcrubeiratswahlen. «7 Abt. Dienstag. 27. Mal, beginnt das Turnen der neugegründeten Abioi. ' luna der FTGB„ B-zirk Reinickendorf-West. für Frauen über 25 Jahre und Männer über 30 Jahre. Anfang 20 Uhr. Alle älteren Parteigenossen werden hierzu eingeladen. Reichstag und Reichsposthaushalt. Hilgenberg laßt Schatze!!oben. Mittwoch. 26. Mal. Ig. Abt. Die Abtellungsversammlung findet diesmal Mittwoch. 38. Mai. statt. Siehe Dlenstag-Morgenausgabe. � m M Abt Die Abteilungsversammlung findet am 28. Mal umständehalber in der Schulaula. Petersburger Strosse, statt. Siehe Dienstaq.Morgenausgabe. 13». Abt. Reinickendorf-Oft. Die Bezirksführer laden zur Abteiwngsverlamm. lung ein. Frauenveranstaltungen. O Krei,«ltte. Montag, 26. M-i. 19 Uhr, bei Spiegel, Ackerstr l» Tvefl. Sinkt aller Funktionärinnen und Helferinnen. Alle müssen zur Stelle sezn. m 18,30 llhr Abrechnung der Einirrttskarten ebenfalls dort. Später zurückgegebene' Kartei: gelten als verlauft.___' ,_ 41, Abt. Der Fraurnabend fällt in diesem Monat aus. Dm Genossinnen werden ersucht, sich zahlreich an der Demonstration am 1. Juni zu drtelligen. i Stehe Aufmarschplan des 6, Kreise»,)„.., lbt. F-lkenberg.«lt.Gllenicke, Die«onsumbestchtiguna findet später statt. Die Genossinnen beteiligen sich an der Veranstaltung des 15. K relies am Montag, dem 26. Mai. im Wendenlchloss, Reichsbannerlvortbau», 1» Abt. Rein lckenborf. Ost. Unsere diesjährige Dampferfahrt nach dem Werdellinsee findet Dienstag, 17. Juni, statt. Karten zu 1,25 M. sind zu haben bei«enosstn Meiser, Schänholzer Weg 2. und bei Schönewerk, Pro. vinzstr. 47. �...„, Montag. 26. Mai. 25 Abt. 19'l- Ubr bei R oeseler. Goldaper Str. 9, Bortrag:»August Bebel." Referentin Elle Scheibenhuber. ««Kl Igi�, Uhr bei Wertalla, Hohenlohestr. 8, Bvrtrag:»Da« Wirtschatt». aeld der Hausfrau." Referentin Carmen Hol,. M. Abt. 1944 Uhr bei Henischel, Memeler wir. 18, Vortrag:»Bebels Bedeu- luna für die Frauenbewegung." Referentin Dr. Dvra Fabian. J. arjlf igu Uhr bei Busch. Tilstter Str. 27, Vortrag:»Das Recht der Zu» n-nhTtiitn"(2. Abend.) Reserentin: Hilde«irchheimer. M. Abt 20 Uhr in der Juristischen Sprechstunde, Lindenfti. 3, Vortrag: llnl-ce wirtschaftlichen Forderungen." Referentin Ellen Beidler. »«31 1944 Uhr bei Höhlke, Bergmannstr. 69, Botrrag:»Die soziale und politische Stelluna der Frau in Vergangenheit und Gegenwart." Reserentin ltt:Vbei° Kiep». Planufer 7576. Vortrag:»August. Bebels Be. s!»,p,näfür die Frauenbewegung." Reserentin Erna Kresse. «4. Abt 19� Uhr bei Ewald. Skalitzer Sir. 126. Vortrag:»August �>el» Bedeutung für die Frauenbewegung." Streifzüge au« seinem Leben." Rase- »a.«m"1 lÄI�Ub?' im �Alexandriner. Alerandrinenstr. 87a. Bunter Abend: Die Frau In der Dichtung." Vortragende Fridel Lall. Schauspielerin. ffWlntlett&uio. 51 Abt. 1g'4 Uhr bei Schellbach. K»nigln.Elisabeth-«-tr. 6. Bortraa� Wie verbalirn sich Löhne und Gebälter zum Lehensbedarf? Referent Ernst Neumann.-55. Abt. 1944 llhr bei Sottschask. Bismarck. straße 57 Ecke Kaiser-Friedrickl-Strasse, Bericht vom Bezlrksfrauentag. Ab. Zl���W�WUwer»d-rst"'20 llhr im Lokal �U.Hil�go� Ecke S»r-mm. � jtoiße, Vortrag:. BeiLllerungsvolilik, Refnenttn Rase Kimirt, M. d. R. i Der Reichstag führte am Somiab«itd die zweite Beratung des R ei ch s p.o st e ta t s durch. Minister Schähel gab einen lätigkeits- berjcht für dss Jahr ISN, worauf der deutfchnationale Abgeordnete Menzel gegen«ine Postgebührenerhöhung sprach und den Rundfunk tadelte, der parteipolitisch„eingestellt" sei und dessen Darbietungen für ordentliche Familien nicht brauchbor seien. Dafür lobte der Redner den Minister Cchatzel in hohen Tönen, weil er den Reichs- Postbeamten die Beteiligung am chugenbergfchen Volksbegehren nicht verboten hat. Damit Hobe Minister Schätzel mehr sür die Verfassung getan, als mancher seiner Vorgänger. Abg. Schuldl-Steglitz(Dem.): Die Post könnte ihre Einnahmen erhöhen, wenn sie durch Verkürzung der Wartezeit an den Schaltern und durch Beschleunigung der Poketbiförderung besonders bei Stadtpaketen die Benutzung steigerte. Eine Herabsetzung der Fernsprechgebühren für die Vielsprecher sollte erwogen werden. In erfreulichem Gegensatz zur Reichsbahn hat der Minister angekündigt, daß er die noch zur Verfügung stehen- den Mittel zur arbeitsschofsenden Auftragserteilung an die Industrie verwenden wird. Die Reichspost ist eben mit dem Reich eng ver- bunden, die Reichsbahn aber nicht: sie lätzt ja auch im Gegensatz zur Reichspost Abgeordnete nichr in ihren Berwaltnngsrat. Abg.Seppel(Goz.): Bei der weiteren Rationalisierung der Post muß auf die Men- sehen mehr Rücksicht genommen werden. Industrieaufträge bitte ich besonders nach Schlesien zu oergeben, wo die Arbeitslosigkeit ungeheuer ist. Mit der Vergebung und Ausführung von Lieferungen darf nicht wieder so vi«! Z e i t v e r l o r« n werden, wie es in Breslau vorgekommen ist. Wir begrüßen die Forderung von 237 Millionen für den Ausbau der Selbstanschlußämter usw. Wie steht es mit der Errichtung eines Großsenders in Breslau oder wenigstens mit der Vermehrung der Sendeenergie? Für Neu. und Umbauten werden 22P Millionen weniger angefordert als im Vorjahr. Hoffentlich wird die Reichspost diese B e e i n- trächtigung des Baugewerbes durch einen Nachtragsetat wieder ausgleichen. Der Neubau des Postamts 9 in Königsberg ist eingestürzt, wobei Menschenleben vernichtet worden sind. Den Bau führte eine Stahlhelmfirma aus. Wenn der Stahlhelm sich den Aufbau Deutschlands auch so denkt, dann würden wir sehr schnell zugrunde gehen. Das Post personal ist teilweise sehr stark be- lastet. Wir bitten, auf die Einführung der 4 8- St u n d e n- W o ch e bei der Post hinzusteuern.(Rufe der Komm.: 42 Stunden!) Mir ist der Sperling in der Hand lieber, als die fettest« Taube auf dem Dach.(Sehr gut! bei den Soz.) Wir begrüße» die Erklärung des Ministers, daß der jj 40 des Pensionsgesetzes bei der Reichspost nicht so doirchgeführt werden kann, wie bei anderen Verwaltungen: die ganze Ersparnis' damit beträgt 2l 000 Mark.- Man seh« von dieser Vorschrift ab und verstärk« die llebevsührung yon Helfern- in das Beamtenverhältnis. Der Redner tritt für' B esse r st'e l tu li g der Postschaffner und Krastwagenführer ein, sowie sür Wiedersinstellunq von Wartestandsbeamten. Die erfreulichen sozialpolitischen Perfügungen des Ministers werden von den Be» Hörden oft nicht entsprechend durchgeführt. Der Postdirektor W e i. ner in Wohlan hat sich am Volksbegehren stark beteiligt und als Vorsitzender einer Versammlung zugelassen, daß«in Nedner von Schurkerei der Regierung sprach. Nachher hat er das abzustreiten versucht und es ist nichts gegen ihn geschehen. Wenn ein Postbote oder Schaffner als Kommunist derartige Ausdrücke gebraucht, wird er nicht so milde behindett. Di« nationalsozialistische Betätigung von Postbeamten nimmt überhand. Der Postdirektor Domo» n i tz k i in Rsichenberg(Schlesien) nimmt an allen De r» sammlungender Hitlerleute teil und sein Sohn in Raziuirisorm. Das Ansehen der Reichspost wird dadurch nicht ge- hoben,(Sehr wahr! links.) Vei verschiedenen Berliner Post- ä M t« r n, so Charlottenburg l, SW 08 usw. bestehen Halen. kreuzzellen. Eine jüdische Firma im Südwesten Berlins hat deswegen das Vertrauen zum Postamt SW68 verloren und gibt ihre Sendungen aus SWOl auf. Der Oberpostdirektor Kunde in Dannstadl zog vom Personal Parlcibeilräge sür die Hakenkreuz- parlei ein. Werden diese Herren dann gestellt, so wissen sie'von nichts. Von der Verfassungsfcier drücken sie sich, indem sie Urlaub nehmen, oder, wie in Königsberg, ein« Vefich» tigung des Bahnhossneubaus anordnen.. Wir bitten den Minister nach dem Vorbild des Reichswehrministers anzuordnen, daß Leute, die sich zur Nationalsozialistischen Partei bekennen, im Postbetrieb nicht beschäftigt und nicht als Beamte angestellt werden.(Wider- f p r u ch des Abg. Groß sZtr.f.) Auch viele weibliche Postbeamten betätigten sich für diese verfassungsfemdliche Richtung. Wir rufen dem Minister zu: Landgraf, werde hart!(Beifall der Soz.) Abg. Groß(I.) erklärt, daß er die versasiungsmößig« Meinung»- sreiheit anders oiiffass« als der Vorredner und rät diesem dafür zu sorgen, daß seine Parteigenosten in den Postbetrieben die Mei- rninigsfreihcit der anderen achten. Der Redner kritisiert di« Per- sonalpolitik der Rurdsun-kgesellschasten, die politischen Zwecken diene, und wendet sich gegen die Monopolstellung norddeutscher Lieserfirm«» für Post- und Rundfunkbedarf. Abg. Torgler(Komm.): Die Finna Sinnens monopolisiert di« Postlieferungen bis zu 02 Prozent. Es wäre interessant zu er- fahren, welch« Ueberprofite Siemens dabei macht. Der Redner verliest ein« Geheimverfügung der Oberpostdirektion Verlin, die eine Bespitzelung des Arbeitstempos der Briefträger vorschreibt. (Hört, hört! links.) Nach wetteren Roden antwortet Minister Schähel: Die Firma Siemens hat keine Monopolstellung. Die Auftragoergebung er- folgt nach Prüfung der Preise und der Qualitäten und wird durch den Rechnungshof geprüft. Die Kontroll« der Briefträger soll keine Scharsmacherei sein, sondern nur vorkommenden Mißständen abhelfen. Gegen alle staatsfeindlichen Elemente wird pflichtgemäß vorgegangen werden. Zum Schluß benörgzlte Abg. Slöhr(Rat.-Soz.) die Ersetzung des Kaiseradlers von der Oberpostdirektion Braunschweig durch „einen republikanisch stilisierten Vogel" und fragte den Minister, ob es ihm denn behage, unter dem schwarzmeißroten Kaiseradler des Glasdachs im Reichstagssaal zu sitzen. Die Beratung schloß gegen 15 Uhr. Montag, 15 Uhr: Ermächtigungsgesetz zur Kapitalsteuersenkung. 78. Abt. Schmaraeubars. 20 Ubr«n Restaurant. Deutsche« Haus". Breite Strasse S4. Vaetra«:»Die Internat tanale der sozialistischen Frauenbewe. flunfl." Reserentin Herta Gottbelf. Zteulöla. 80. Abi 1944 Uhr bei Grommeck, Ganberstr. ll>.»Auflust-Bebel. Abend". Referent Karl Brandt.— 01. Abi Der Frauenabend fällt in diesem Manat au». ttv- Abt. Teentoni. Die Genossinnen treffen sich»um AusNua"nach dem Wcndcnschloss im Retchsbannersportbaus am Montaq, dem 2L. Mai, um 1444 Ubr Ecke Kiefbol». und Elsenstraße. 108. Abt. Oberschöneweide. Die Genossinnen treffen sich zum Ausklua nach dem Wendenschlass Reichsbannersportbau», am Moniaa. dem 26. Mai, um 18 Ubr Frtschenstrasse. 108. Abi 9ldl»r»bof. Die Adlersbofer Genossinnen treffen sich zum Ausslua nach dem Wenoens6)Ion, Reichsbannersportliaus, am Montaa, dem 26. Mai, um 14 Uhr am Markt vlak. 100. Abt. I-ba-wi»tbaI. Maniaa, 2«. Mai. fällt der Frauenabend au«. Die Genossinnen beteiligen sich geschlossen an der Kreisoeranstaltung. Rrova» gandaausflug nach dem Wendenschlass, Reichsbannersportbaus, Treffpuilkt J.4. Ubr Riederschöneweide. Drückenstrassee, Haltestelle der Etrassenbabn. Ilnie 187. Lichtender». 114. Abi 1944 Uhr bei Höpzel. Ecke SabrieltM-r. und Wüblisch- strasse, Bortrag:.Bebels Bedeutung für die Frauenbewegung Refe. rentin Elvira»rüger.- 110, Abt. 1944 Ubr bei Darf. Möllendorffsir. 43, Vortrag:»Unsere Leistungen auf sozialem Gebiete." Referentin Gertrud Beer. 120. Abi Fre.Bgader.»edS»wi«seIer im grossen.Sitzungssaal des Bezirksamt,«reuzberg, Borckftr, U. 1944 Ubr. Ehem. verein für Zranen unt» Mädchen der Arbeiterklasse. Alle früherea Witaliebee treffeu sich Freitag. 80. Mai.«oeckste 1011, Im Sitzungssaal der Be»iri»versamwl»ng K reuzberg zur Gebichtuissricr füe Ottilie Baader. Vezirksausschuh für Arbeikerwohlfahrl. 4. Krei» Prenzlaner Berg. Mittwoch, 28 Mai, Besichtigung von Ribbecks- borst. Treffpunkt Lehrter Bahnhof 11 Ubr pünktlich. 7. Krei» Ebellottenborg. Die Helfer und Helferinn-N der Arbeitertoobsfabrt treffen sich' Montag, 25, Mai. 12 Ubr am Wilbelmp'ai, zur Besichtigung des Aspl» für Obdachlose. 13. Krei» Tempelbof, Maeieudoef, Waeien-felbe, Lichttarade. Die Sitzung der Arbeiterwobsfabrt am Freitag. 80. Mai, fällt wegen der ssrauenwerbr- wache au», 81. Abt. Helfer und Helferinnen der Aebeitertvobffobrt und Woblfabrts- kommissionsmfglieder freffen sich zu einer kur»en Besprechung Montag, 26, Ma:, um 20 Ubr, bei Evfdschmidt. Ewlp'sche Str. 36. Sozialistische Studentenschaft. Ortsgruppe Berlin. Fall» nicht ander» angegeben, finden sämtliche Beranstaltunaen In den versammIungsrSutittN„Bund". ZW. 6, Aldrechtstr. U, statt.— Montag, 26. Rai, 20 Ubr: Ausspracheabend der Medizinischen Fachschaft:„Die sozialen Aufgaben der Pstickvatrie". Referent Genosse Dr. IuliuSburger, Dienstag, 27. Mai, 20 Ubr: Dbilofoichische Fachschalt, Arbeitsgemeinschaft:„Dse Leben». formen der Masse al» Kulturpnoblem", Freitag, 80. Mal, 20 Ubr: Veranstaltung der Sekt en Technische Lochschule. Referat de» Genossen Ausländer über „Dir Lage in Indien". 20 Uhr: Arbeftsgemeinschaft der Juristischen Fachschaft: „Die ökonomischen Grundlagen des Monopolkapi'aNsmus". Referent Genosse Nerpbiali. Freie sozialistische Schüler. Rittt: Montag, 28. Mai. 20 Uhr, im Killlnischrn Gymnasium, wcnosse L. Igel:„Wir und die Faschisten", Westen: Genosse Ktrchbeimer:„Ration und Sozialismus", Mitttooch. 28, Mai, 20 Ubr, Charlottendurg, Kaiser-Friedrich-Schule, Knesebeckstr, 24 lSavignyplatz). Jungsozialisten. Gruppe Reinickendorf: Montag, 26. Mai. um 20 Ubr, Gruppenabend im städtischen Jugendheim, Tegel, Schöneberger Str. 8. Politische Satire. SAI.» Mitglnder sind eingeladen. Mitte: Am Dienstag, 27. Mai, besuchen wir alle die Werbeveranstaltun« im Sackeschen Hof, Engelbert Gras spricht. Himmelfahrt: Wir treffen uns am Mittwoch um 1944 Uhr am Bahnhof Börse. Ziel: Tongrube bei Körbiskrug, Station Gross-Besten. Gruppe Moabit: Morgen, Montag. 20 Uhr, Lokal Berger, Levetzowstr. 21, Bortrag:„Soeojetrußland". Referent Genosse Dr. Schlessnger. Junge Partei- und SAI.-Denosscn willkommen. Ortsgruppe«lbarlottenburg: Morgen. Montag, 20 Ubr. Heiterer Abend im Zugendheim Rosinenstt, 4. Junge Parteigenossen find willkommen. w H m Ocffenilidrt Versammlung de» werbebczirk» Rordeo am Dienstag, W 27. Mai, 19 Uhr, im kleinen Saal Hackescher Hos, Roleuthaler Str. 40/41. W Tagesordnung:»Wir und der Staat!" Referent A. Tergholz, M. d. M. W Z Aussprache. Die Veranstaltung aeird mit Mussl von der SAZ. Rittt-1 Sj amr-hmt. 3 Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Groh-Berlin. Achtung, Z-lUagerhelferl Zusammenkunft Montag, 26, Mai. 20 Ubr Reiz. kölln. Kaisrr-Frirdr.ch-Stt, 4. Besprechung der Kreisleiter der Kreise Wedding, Reinickendorf, Pankow. Weissensee und Prenzlauer Berg, Organisation des Evielbetriebes bei der Fraueiiwerbeveronstaltung Dienstag, 27, Mai, 20 Uhr, beim Genossen Hauch, NO,. Grellstt, 72, Achtung, Zettlagert Meldungen zum Probezeltlager bi» 28. Mai. Alle Zelt- bestellunqen sofort. Verleihung von Zentralzelttn kann nicht stattfinden. Nealölln. Gruppe Zuugooll: Sonntag Küken fahrt ins Grüne. Treffpunkt 8'4 Uhr Ratbaus. 80 Pf. mitbringen. Eltern sind millkommeu.— Gruppe Lichtkämpfer: Arn Dienstag, 27. Mai, sind wir alle im Jugendheim Bergstr, 29. Wir sprechen über unser Zeltlager lArbeltseinteilung). Am Mittwoch, 28, Mar, Fahrt nach Strausberg, Treffpunkt um 18 Uhr Bhf, Neukölln, Unkosten 110 M, Tiergarten, Gruppe August Bebel: Rote Falken: Dienstag, 27. Mai, von 1744—191- Uhr. im Seim Waldenferstrasse, Heimabend,— Iungfalken: Dienstag ebenda Basteln, Bleistift, Scher« und Lineal mitbringen.— Nestfalken I: Mitt- woch, 28, Mai, vom 17—19 Uhr ebenda Diskutierabend,— Restfalken II: Mittwoch Heimabend, Donnerstag von 6—8 Uhr Spielen sämtlicher Gemeinschaften aus dem Evielplatz Bremer Sttasse,' Krei, Prenzlauer Berg: Diese Woche Untersuchung der Roten Falken, und zwar Montag, II Uhr, Hort und Gruppe Freiheit, Freitag, 11 Uhr, Gruppe Viktor Adler und Friedrich'Ebert.— Dienstag, 27. Mai. Filmabend Echulaula Danzigcr Str. 23. Filme und Bilder au« den Ländern unserer Ferienlager und der Film oom Mgikindertag. 164z Uhr für Kinde-, 18 Uhr für Kinder und Eltern. Preis für Kinder 10 Pf,, für Eltern 30 Pf.— Himmelfahrt: vruove Viktor Adler fährt mit ihre,- Rest» und Jungfallen nach Meissncrsbos. Treff. pnnkt 744 Uhr Falkenecke iDanziger Ecke Grersswafder Strasse), Kosten 80 Pf. Eltern sind wisskommen. Bei Regenwetter Gruppenabend in den Baracken Dan- ziger Str. 62. Krei» Kreuz borg: Weifeperanstaltung der Kinderfreunde Moniaa, 26. Mai- 20 Uhr, in der weltlichen Schule. Diessenbachstrasse, Eltern. Freund, und Genossen sind herzlichst eingeladen. Es läuft der Kinderfrenndefilm oom Kinder- maitag sowie der Uederseesilm, Eintritt frei.— Gruppe BergwaRvs! rosse: Alle Fa'ien treffen sich um 17 Ubr im Leim, von da au» geben wir zur Werbeoer. avstaltuna nach der Dieffentachschule. Bringt euch zu essen mit. wir sind erst nach 21 Ubr zurüel: Während des Sommers sind wir Montags im Heim, Mffi- woch, treffen sich alle Falken bei schönem Wetter aus dem Sportplatz, Eingang Koe Utzberg. Lei schlechtem Wetter im Hei« Bergmannstraße. Sttttr,©nwe twh a'wflwinft Aut S LZr®tett5n« SSain�of. Da wir droußcn da? Iisdenjijhrizs Veiiehcn der Srurps feisra. bitte»- wir um starke BetelkigllN!». ffliftmod), 28. Mai. Tarnen von i!»�. Ubr in turnen vnn I7H--1IH6 Ubr ini Ätün Elisabe'bkirchstr. to. GwlPKe Woiheosee.' Achtuna, Eitern! Der Keimade.nd am Dien-tag fällt aus, wir neben dafitr tvr nilmorranstalttlna in de«- DanHift« Str. ffl.- Treff. vunlt 17 Uhr am-antonplafe. Unkosten lü Pf. Alle Eltern kommen mit. Donncrstaz. 29. Mai. mijdjcn wir ein« Tabrt na6> Buch, tnfammen mit der SAI. Treffpunkt S>.j ukir am Amtaa-richt. Unkosten einschließlich Getränke SO Pf. Eltern und Cäst« kiinr.en sich daran beteiliaen. Kabeuschonhanfen! Montaa.'X. Mai, van 17—19 Ubr Spiesen in der Sied- lunq. Dienstag, Z7. Mai, von IS— 29 Ubr Turnen in der Robersteiß« fFTDB.t. Mittwoch, 26. Mai. fällt ans. Donnerstag. X. Mai, gehen wir nach dem flaulensee spielen. Treffpunkt 19'!. Uhr aus der Siedluirg und 11 Ubr Berliner Ecke Sucrmondtftraße. Decke und Essen für den Tag sind mitzubringen. Geburtstage, Jubiläen usw. 8. Abt.«m Wontag. 18. Rai. feiert unser treuer und langjähriger Uxal» tiooär, der Gastwirt Paul Do droh law, Ewinemitnder Str. 11, seire» »a. Geburtstag. Wir gratulieren ihm schon hente herzlichst und wünsche», daß er UNS noch viele Jahr»«1» Witarbeiter erhalten bleiben wäge. ZI. Abt. Unserer Genossin Klara üadner zum 70. Seburtstagr die herzlichst«» Glückwünsche. 196. Abt. Sobacnisthol. Unserer Genossin Anna Schmidt»um Ib. Ge- burtstogr die herzlichsten Glückwünsche. j Sterbetaftl der Groß- Berliner Partei- Organisation 29. Abt. Unser alter Genosse August Adermann, Drontheimer Straße 49, ist am 28. Mai plößlich verstorben. Ehre seinem Anixnkenl Ein-. äscherung am Dienstag, 27. Mai. 1814 Uhr, int Krematorium Gerichtstroße. 38. Abt. Am A. Mai verstarb unser Genosse Otto Kahn. Tilsster Straß« 38, im 68. Lebensfahr«. Ehre seinem Andenken! Einäscherung am Montag, 26. Mai, um 15', 3 Uhr, im Krematorium BauNtschulenVeg. Wir bitten um rege Beteiligung. 11». Abt. Lichtenberg. Unser Genosse!7 r i ß Hartman n. Scheffelstr. Z, est verstorben. Ehte seinem Andeiiien! Die Einäscherung Hai bereits statt- gefunden. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner �Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin<3. 14. Sebastianstr. 37—38, Hof 2. St. Gauvorssand. Achtung, Splelleute! Magdeburg�sahrer Dienstag, 27. Mai, 1911 Uhr, Antreten in Bannerkleidung mit Instrumenten Zum Uebungsabcnd Dhf. Schdneweid«. Abmarsch pünktlich 19 ss Uhr. Man- tag, SS. Mai, 19>.h Uhr, Eißung der Berliner Iugendleiter und Krcisfithrer im Gaubüro, Sebastianstr. 37—38.— Montag, 26. Mal. Tiergarten, Kameradschaft Westen: 1911 Uhr Antreten im Nationalhof, BUlowstr. 37, zum Saalschuß zur EPD.-Beifammlung. Bannerklcidung. Krruzberg, Jugend I(Südwesi): 29 Uhr Sitzung im Jugendheim Yorckstr. 19—11. Schäueberg�srieden-u fOrtsverein): 1SÄ Uhr Saalschutz Hoheitzollernschule. Belzigcr Straße. Renkölln-Britz, Jung- banncr: 20 Uhr Ideal-Kaflnä, Welchselstr. 8, außerordentliche Mitgliederver- ßämmsung. Alle Magd'httrg-�HZrer»llHe»«r®WI« Hein.. Setzt« M« termin.— Mittwoch, 28, Mai. sschlendors: NU Uhr Ausspracheabend s»«a*, WWW��I��W���MIWWWWWWWIWWvlh bei Schneider, Potsdamer Str. 28. Treptow(Ortspereins: Werbeummarsch. in Niederschönewcide und Johannisthal. Antreten IS Uhr in Niederschöneweida am Bhs. Oderspree Pfiichtvcrar.sialii.'ng. Boniow: 29 Uhr Jugend und ESA. Turnhalle Wnllonkssraße.— Zieinickendors-Sest: MekkUtvgen der Magdeburg. ssahrer sind bis Mittwoch, 28. Mgi, bei Kam. Lumina, Schilliugstr. K. abzu. geben.— Achtung. Gruppenführer! Noch ausstehend«-Trogehoge» sind sofort einzuziehen und bis 28. Z>!ai an Kam. Summa abzuliefern.. Neichabund der Krirgsbeschädigte», Kriegsteilnehmer und Kricgerhinter. bliebe neu. Ortsgruppe Sharlotteuburg. Dienstag. 27. Mai. 29 Uhr. Eckmanns Festfäl», Eharlotteuburg, Scharrensir. 34. findet unsere Mitgliederver«mmlung statt. Tazrzordnung: Neserat über tas moderne Avbeitsrijcht von Samerad Rilke. SoziallstischeArbeiterjugendGr.-Verlm ir diese Zindrtk nur an dag Zugendsekrgioriot Ttndenstrote I Jcietralc Mitgliederversammlung aller SAZ-'SchLIer morgen: Montag, l» Uhr. im Vortragssaal de« V�D.. Lindenstr, Z, 2. Hos, 2 Te. links. Tage?- ordvung:„Der BdZl. in den Schulen". 2. Unser« kommende Ardert. Der SAZ� Schüler muß unbedingt erscheinen. Das Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. IVZdrenck cker Ferien' und Reisezeit ■ kann der„Vonvärts" und der„Abend" auf jede Daner allerorts bezogen werden. Touristen und Wanderer fordern das Zentralorgan der Soiialdernokratiscben Partei Deutschlands bei den Bahnhofsbuchhandlungen, Zeitungs- Kiosken, Buchhandlungen und sonstigen Verkaufsstellen. Sonunerfrischier lassen sich den„Vorwärts" bei einer Aufenthaitsreit bis zu einer Woche per Kreuzband nachsenden. Das Porto beträgt wochentags 10 Pf. Sonntags 15 Pf.(pro Woche 70 Pf.). Bei längerem Aufenthalt ist der „Vorwärts" auf dem billigeren Wege der Postüberweisung zu beziehen, welche die Hauptexpedition vornimmt In diesem Falle kommen zu dem Abonnementsbetrage nur die Postbestellgebühren von 72 Pf. ro Monat Wenn Nachsendung der Zeitung gewünscht wird, ist die Frage kommende Ausgabestelle oder die Hauptexpedition des „Vorwärts", Berlin SW 68, Lindenstraße 3, möglichst eine Woche vorher zu benachrichtigen. rnr Laubenkolonisten a wird der„Vorwärts" durch Boten zugestellt Genaue Bezeichnung der Laube ist erforderlich. \/n rura rtc•Vfar I n n®®r'in SW68, LIndonstraBe 3 vorwctris-venag p«rn»pr«<-h»r Dönhoff 292-297 Sivefcherchestre Groß. verlin: TreGpunkt 19 Uhr W. Hehlen dorf-Mittr zrm .Beteiligung an der Veranstaltung des Werbcbczirks Tellovrianal. Voisdäm-v Straße SO. Heute. Sonntag. SSrnimfTatz; Schule Connenburger Str. 29: Heimabend.— Schörhanier Bor, päd!: 29 Uhr Heimabend.-- Nordosten I: Heim Danziger Str. 62, B. 3: ffahrt. isunktionäcveesauuniung sollt aus.— Nordoste» II: Heim Immanuelkirchftr. 24. Parieric: Heimabend.— Südwest: Seim Lindenstr. 4: Heimabend.— Spandau: Heim Lindenufer l: Heimobend.— Lankwitz: Treffpunkt 4911 Uhr am Bhf. Lank- witz fNathausfeite) zur Teilnahme am Ichlendorfcr Maijugcndioo,. Keiner darf kehlen.— Maricnfcldc-Lichtcnzadc: Treffpunkt 8 Uhr Bhs. Lichtenrade zur Je. tetligunq am Maijugendtng. Unkosten IM.— ffriedrichsbagen: Keim ssriedrfch» straße 87. Iimmer Z: Liederabend.— Reinickrnborf.Wes!: Seim Eeidelssrgßer Heimabend.— Tegel: Heim Bahnhofstr. lö: Heimabend.— Pankow lll. Si. Jj.i Treffpunkt 13 Uhr Marktplatz zur Radpropagandafahr!. Pünktliches Erschrineir notwendig-' Unkosten 79 Pf. Werbebcziric Teltowkanal und Tempelhos: Maitreffen in Kchlendork. 12 Uhr ssilmmatinee im..Kaiserhos", Potsdamer Str. 59. unier Mit. xZ Z Wirkung des Streichorchesters Groß.Bcrlin. Filme: �ünderrepublik ZZ � Namedy",-Das erwachende Aegypten". Antreten zur Demon ration 141, Uhr Potsdamer Ecke Königftroße. Anfchließ-nd Spiel und Sport es auf dem Sportplatz Siebenendenweg. � Werbebezirk Pankow: Generalprobe zur 29.Iahr-!seier 914 Uhr im ------.1. m Lyzeum(Aul«) Gärfchstr. 42. 13 Uhr Pankow. Marktplatz, Radfahrer. unrzug durch Pankow. Es ist Pflicht aller Genossen des W.-B., daran K4 teilzunehmen.(Die Auiopvopagandafohct muß umstäudehalhcr aus- 24 fallen. Morgen. Montag. 13� Uhr. Moabit II: Heim Lehrter Str. 18—19:»Die Iran und der Sozialismus".— Moabit I7l: Heim Lehrter Sir. 18—19: Ih-MInuten-Referat«.— Fallplatz l: Schale Sounenburger Str. 29:»Aufbau der Organisation".— Falkplatz II: Schule Connenburger Str. 29:„Die scruelle Frage".— Nordosten II: Stint Danziger Etr. 62, 95. 3:»Das Mädel in der Bewegung".— SchZnhanser Vor- stadt: Schule Connenburger Str. 29:»Die Linksparteien".— Andreasplatz: Heim Brommystr. 1: Funktionärsitzung.— Stralancr Bicrtrl: Heim Doßler. straße 61:»Lustige Fahrtcncrlebuisse".— Friedrichshai»: Heim Dicstelmener- straße 5—6:„Tagespolitik".— Südwesten: Spielen ouf dem Tcmpclhofer Feld.— Marienselde-Lichtenrode: Schwimmlehrgang in Mahlow. Treffpunkt 1894 Uhr Bhf. Lichtenrade. Vortrag:»Wie rette ich Ertrinkende?" Genossen aus dem W.-V. find eingeladen.— Schönebeeg IV und V: Bcwcgungschor fällt aus. Näheres am Dienstag.— Westen: Heim Hauptstr. 15:„Der Nationalsozialis- mus".— Pankow lll, 9t. F.- Heim Kissingenstr. 4L:»Rechte und Pflichten des Berufsschülers". Werbcbezirk Nenkslln: Seim Kanner Straße, großer Saal:„Politischer In- formationsabcnd". Referentin Senosssn Anna Hartoch. » Süden: OttMe-Baader-Gedächtnisfeier Freitag, 89. Mai, l»lh Ilhr, im großen Sitzungssaal des Bezirksamts Kreuzberg. Porckstr. 11. Aus der Vor- trogsfolge: Musik, Vorspruch, Gedächtnisrede, Sängcrquartett. Unkostenbejirog 25 Pfennig. Am 23 Mai petstarb infolge Herz. schlags, einige Tage nach rrfolglem Abieden seines Sohne« Erich, mein lieber Mann. Vater und Großvater, der Weißgerbcr Avgvst Aderniaim im 66 LebenZ?iihre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Aug alte Ad er mann Berlin N20, Drontheimer Str. 40 Die Einäscherung erfolgt am Dien»-! tag. dem'T?. Mot 18», 8 sabend« 6>'zl Uhr. im Krematorium Serichlltraße. geiitiäies MilsWlgk'VMsil I Verwaltungsstelle Berlin VDSssanTsigs Den Milgliedern zur Nachricht daß! unser Kollege, der Dreher Karl Holldorf geboren 28. Mai 18S7, gm 2t Rai j gestorben ist. Die Etnälchernng findet Montag,! 26 Mai, lsi,- Uhr. im Krematoriums Berlin. Derichtltraße, statt. Rege Beteiligung wird erwartet Nachruf Am 10 Mai starb unser Kollege, I der Schlosser Wilhelm Viereck geb. 21. Januar 1865. Die Einäscherung hat bereits statt- gesunden Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaktang. j�- Üiild bei aitea ßaileasteiDen ßalleobtasenentzan- dung,(ielbsucht, Leber-, Macen-, Nieren- krankheil.'n empfehl wir den seit 30 Jahren bestens bewährten Siern-Enfiel-Tee Nur In Apotheken erhält!., bestimmt in der Siemens- und Engel-Apotheke. Notariell.beglaubigt Beweismaterial gratis durch Vegetabilische . mitfelfabrik. . Heil- Bad Schandau/ Elbe Danksagung. Für die uns anläßlich des Hinscheiden» meiner lieben Frau, unserer guten Mutter Maria k�ellman« erwiesenen Anteilnahme sagen wir hiermit allen Beteiligten un>ereu herz- ltchstcn Dank Au�nst keUenann und Kinder. 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Zlehungstag 24.SDlal 1930 3n der Heuligen Bormlt!ag?ziehung würbe» Gkwinne über 90 M. gezogen 2«ewimw ,» BOBOO TS. 229227 6 Srwinn« IB 3000 M. 07559 206094 254779 2 Selpian. ,a 2000 Gl» 134731 6®«nnnn«ia 1000 M. 196745 309211 391924 8».icinn» ,» 800 M. 16334 288810 298297 306884 24 na 500 Gl. 76643 04731 112976 132409 177854 187931 105630 234687 268094 342884 368091 391645 iZn der heutigen Nachmlltogszlehung wurden Gewinne über 90 M. gezogen 2«ewlnv, ta 100000 Oh 263612 2»eivfnii» tu 5000 OL 31 3222 8 Ottmnn« to 1000 OL 73970 126239 126370 362057 f6«tistrae IB 800 OL 34609 46839 75863 92808 143939 192013 238218 283508 36 8«j>Sbr« ,» 500 W. 20260 28688 35573 49433 68261 123134 136609 1 44Q0I 157761195212 204381 227183 236228 237067 243416 318157 3281 02.338701 Tie in der hentisikil NachmttttigZziesiunq gezozenen beiden Haupt- gewinne von je 100000 M. fielen auf Nr. 252612 in Abteilung I nach Amberg(Bayern), in Abteilung II nach Beeil». 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Barbarossa 3937 8Vt Uhr L»hp. r.Freiink linUili kifw: Fintir ürrioigi Mhert Bosstnnann. UsdT CtrlsUu] Berilnar IIigalEf Dönhoff 170 «>/. Uhr Dfif TesteisschUier! Komödie v Bernard Shaw Regie; Helnr Hilpert Rnideoi-Theatei Tägl. 8'/. Uhr Riadonna im Schiaicoupd v. Maurice Dekobra POr Jugendl. verb, Saraomky-BlhBn 7»,»1,7 U dar Slnsgiouastr. liridv Ueiggritiir Str.) rsglich 8-/« Uhr Napoleon greift ein too Valtir Hisntlrar Komödienhau» riglich fh Uhr Mein Sdiwester viilich NhsavJilphtoittk) Hr. Ir. Martin 2idiil Komisctie Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich 8 Vi Uhr MsOestäl läßt bitten... Musik von Walter Rollo. Lustsptethaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 8V1 Uhr GeschfillniU Amerika Lustspiel von Frank und Hlrschfcld Lessing-Tlieater iiileilnia 2191 1 004» Täglich 8V. Uhr: Sir ud 6 Vintdlntn Frau Pstars hat einen Beliebten mit Erika roo Hieltouno Louis Keminil Sonnt vorm. ItVa Matinee Wetten. daB..7 Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8'/i Uhr Grollen Erfolges wegen verlängert Gastspiel Gisela Werbealrk in Me?sr'i»1. Witwe Schwank von Friti fririnaio-Fmlrttt Tbeateraio SdJlllDaaerdamm Sommerspitlzelt! Täglich«'b Uhr Tratsch Komödie v. Coward Paudler, Schwei kart Norden»13. 0281 Tflanan-Tlitaln Täglich 8V« Uhr Frl. laue voa Stritt dberg WW DfrakUaa; Dr. Mtrtla Dekal WM Komische Oper f nedrldiitr.l 04, Herker 1401,4310. Täglich 8V« Uhr Majestät lässt bitten Musik von Walter Kollo. Lustspielhaus Friedrichstr. 256. Bergmena 2922/23. 8>h Uhr Geschäft mit Amerika. Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Theater 1. d.Behrenstr. 53-54 9 Uhr A4 Zentrum 926-927 9 Uhr Dirckiloo Ralph Arthur Roberts iiogeije am Morgen singen Lustspiel in 3 Akten von Lonsdaie. GroBes Schauspielhaus a Uhr Nur im Mai Die lustige Witwe Regie: Erik Chareil LV.WA I Geöffnet von 13 Uhr ab lk 3 Uhr»ol!. 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Derfiger Der erste Kriminal-Sprecfafüm ans iZerUnterwelt BerUos Ufaton-Fil« Im Vorprogramm: Salon der Mecrcsnngchcuer Koltur- Tonfilm der Ute Die Meistersinger Ein lustiger Zeidsen-Trlckfilm Ufa-Theater KurfOrstendamn Wochentags 7U 9" Sonntag 5 11 7 11 9" Ufa-Theater Kammerlichtspiele Tftglldi 3, 5. 7. 9 Ufa-Theater TurmstraBe Wochentags 7, 9 Sonntag 5, 7. 9" pMillllüllkDkiiWWW ILSMM U666666666S66666R6SRa DIE SOMMERSCHAU AM FUNKTURM ALTES BERLIN % MONATSRATEN »rißiscri. Slmmlbad lOann� DESTAU PÄT IONS- BETRIEBE FISCHCR&SGH RA DER Ocdccfe. alacarte- gepft New�LDeinL Volt?stümlicW€ Preis« IST NACH DEM EINSTIMMIGEN URTEIL DER BERLINER PRESSE EIN ZIEL FÜR ALLE AM ERSTEN TAGE SCHRIEBEN: 8 Uhr-Abendblatt: �. Für Jeden Geeehmark iat geeorgt... Jedem alten Berliner geht hier da, Hers ant Berliner illustrierte Nachtausgabe: „... Seit der roliieiansatellting ist nlehte gezeigt worden, was der Sommemhan„Alte, Berlin" an knltnrcller Bedeutung nnd aa Sei, gleichkommt Von beute nb rnnss Berlins Werbe-Wahlsprnch„Jeder einmal in Berlin" für die nächsten Monate abgeändert werden in:„Jeder einmal in Alt-Berlin.. B. Z. am Mittag: �.. Die Wirkung ist überwältigend.. 4,,, man hat Zeiten durchwandert..." Berliner Lokal-Anzeiger:' �. ein nnuaalüseblicbes Denkmal bürgerlicher Arbeit und bürgerlicher Kultur..." Berliner Morgenpost: »... Kurie« täten, wie aie in dieser Fülle nie mehr geneigt werden. Ein Freaaen für Jeden Hkkliner! Eine wundervolle Baritäteaaehan.... eine gemütliche Einrichtung, anl der jeder Berliner«ein Vergnügen lind et., Berliner Tageblatt: �.. die heete Schau, die da« Berfiaer Me««eamt Je- mal» nffaade gebracht hat.. � sie wird ein grosser Berliner Aatttellangaerfolg werden.. Berliner Volks-Zeitung: »... kulturell hochwichtige Schau,,." Deutsche Allgemeine Zeitimg: �.. du Urteil darf man getreet rerweg nehmen: sie ist glänzend gelangen.. Deutsche Tages- Zeitung: »... als wertToIle Knltnnchau allen Freunden de» alten nnd des neuen Berlin zu empfehlen..." Deutsche Zeitung: ,.. ein halbe« Jahrtausend Berliner Geschichte...; ... in einer anerliürten, aber nie ermüdenden Uebex- tfille..." Der Tag: .. eine mit hingehendem Fleiss nnd grossem Fin- derglüek organisierte Ansstellnag.. Germania: �.. ein grandioses Bild der Entwicklung unserer Beichsbanptstadt...;... es ist hier der Vemueh gelungen, eine Knlturgesebiebte in künstlerisch ans- gexeiehneten Bildern dannstellen.. Nene Zeit: „...mehr alt»ehenawert, belehrend and interessant.. Tempo: m.. Die Gliederung nnd die Organisation sind bewundernswert.. Vorwärts: .. eine nngewühnliehe, sehen»- und beachtenswerte Knltnrscbau, die Berlin tum höchsten Ruhm gereicht..." Vosaiache Zeitung: W.•. eine Veranstaltung, die Berlins Wesenheit, seine alte Kultur folgt... und diese Antgahe ist ronster- gültig gelöst worden.... man sollte sieh Zeit laaten, geaiessea und auskosten, was hier an Erinne- rungen wach wird..." Welt am Abend: �.. der Berliner wird Jettt viel in sehen bekommen;... ein ganzes grosses Museum der Gesehichfe seiner Stadt ist lasammengetragen..." Die Ausstellung ist täglich von 9 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends geöffnet! Heute grosser Elite-Tag! h» Neuen Funk türm garten ab 3 Uhr nadimittags esosses POPULÄRES KONZERT DES GESAMTEN BERLINER SINFONIE- ORCHESTERS Verkauf sowatt Vorrat Menganabgaba vorbahattan formosa-Panama-Hut wie Abbildang und andere fesche Sportlonnen Moderne Sportform aas Kabanae, mit breiter zweifarbiger Basdgamitur und breiter Bandonterblende Fesche(Stocke auf Pedalinborde, zweifarbig abgesetzt mit aparter zweifarbiger Garnitur \ Trlcot Charmeuse• Zum per mitGürtel�feinen Säumchen Q75 und larbiger Oamierung.. 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Uthmänn. 8 Gemeinsamer Gesang„Die Internationale". Nach der politischen Kundgebung: Garlcnkonzerf. Das Gartenrestaurant, die Promenadenwege und sämtliche Räume des Sport- r*, taurants sind für uns reserviert. Die Kinder werden auf dem Rasenspielplatz von den Kinderfreunden betreut Abendfeier um 19 Uhr: I GruS an die Jugend(Sprechfhor der SAJ>. i. Wir marschieren in Zehnerreihen. (Aufmarsch und Sprechchor der Kindertreunde.) .1. Ansprache: Klara Bohm-Schuch, M d R 4 Rund um den Erdball. (Sprech- und Bewegungschor der Kinderfreunde, der SAJ, und FTCB.) S. Fanfaren.(Sprechchor der SAJ.). 6 Gemeinsames Lied„Brflder zur Sonne, zur Freiheit*(S Strophen.) 7. SchluBgruß der Jugend. X\ Uhr Feuerwerk. Autschneiden und I Aufmarschplan zum Internationalen Frauentag am 1. Juni: Arbeitersportlerinnen aller Sparten. Treffpunkt 14>b Uhr. Marsch: Ah Sponplaiz.Einsame Pappel'" in der Cantianstraße durch Schönhauser Allee. Danriger Straße. Prenzlauer Allee, Lothringer Straße, Weinbergsweg, Kastanienallee zum Sportplatz. 1. Kreis, Mitte Treffpunkt; IP s Uhr Koppenplatz Marsch: Linienstraße, Rosemhaler Platz, Weinhergsweg, Zionskirchplatz, Swinemünder Straße über Arkonaplatz, Rheinsberger Straße. Schwedter Straße, Eberswalder Straße, Rudolf-Mosse-Straßc zum Sportplatz. 2. Kreis, Tiergarten.— 7. Kreis, Chariottenburg— s. Krala, Wilmersdorf.--»O. Kreis, Zehlandorf.- 11. Kreis, SchBneberg. — 12. Kreis, Steglitz. Treffpunkt; 15 Uhr Pappelplatz. Marsch: Invaliden- Straße. Veteranenstraße, Zionskirchplatz, Kastanienallee, Eberswalder Straße. Rudolf-Mosse-Straßc. 3. Kreis, Wedding.— 8. Kreis, Spandau.— 20. Krals, Relnlckan- dorf, Sozialistische Arbeiterjugend. Treffpunkt; 14V» Uhr Brunnenplatz Marsch; Butimannstraße. Badstraße. Brunnenstraße, Lorlzingstraße, Swinemünder Straße, Bernauer Straße. Eberswalder Straße. Rudolf-Mossc- Straße zum Sportplatz„Einsame Pappel" in der Cantianstraße 4. Kreis Prenzlauer Berg, Treffpunkt I4>» Uhr Bezirksamt Prenzlauer Berg.(lanziger Straße 64. Marsch: Ganziger Straße, Greifswalder Straße, Immanuelkirchstiaße. Winsstraße. Marienburger Straße, Prenzlauer Allee, Metzer Straße. Weißenburgcr Straße. Danriger Straße, Schönhauser Allee, Bezirksamt nach dem Sportplatz.(Am Bezirksamt schließt sich der 5 Kreis Friedrichshain an.) ». Kreta, Friedrichshain. Treffpunkt 13'» Uhr Küstriner Platz. Marsch: Fruchlstraße, Friedenstraße, Palisadenstraße. Landsberger Straße. Lands- berecr Allee. Elbinger Straße. I lanziger Straße, Schönhauser Allee,(Ecke Landsberger Allee. Elbijigcr Straße schließt sich der 17, Kreis, Lichtenberg, an. Am Bezirksamt stoßt 4. Kreis. Prenzlauer Berg, zu) 8. Kreis, Kreuzberg— 13. Kreis, Tempelhef— 14. Krals, NaukBlln. Treflpunkt: 14': Uhr Pappelplatz. Marsch: Inzalidetistraße, Veteranen- stiaße, Zionskirchplatz, Kastanienallee, Eberswalder Straße, Rudolf-Mosse- Straße 15. Kreis, Treptow- IS. Kfels, KSpenlck. Treffpunkt: 15 Uhr Lands- beiger Allee Marsch: Eibinger Straße, Danriger Straße, Eberswalder Siraße. Pudölf-Mosse-Straßc 17. Krals, Lichtenberg, schließt sich Landsberger Allee Ecke Danriger Straße dem 5. Kreis— Friedrichshain an 18. Kreis, WelBensee. Treffpunkt: 14V: Uhr Wisbyer Straße, Ecke Prenzlauer Promenade. Marsch: Wisbyer Straße, Schönhauser Allee(hier schließt sich der id. Kreis. Pankow, an). Gaudystraße. Sportplatz- IS Kreis, Pankow. Treffpunkt: 14',: Uhr Pankower Kirche. Marsch: Berliner Straße, Schönhauser Allee(Ecke Wisbyer Straße schließt sich der 18. Kreis Weißensee an), Gandvsttaße Allgemeine Wetterlage. 24 Mai 4930, abds. rjp )woll<»r.los.O heirer.a halb bedeckt »wofldg.Ahedeckt'RegeaAGreupel« i5W- Uhr, im Jugendheim, Bähmische Str. Lichtbildervottrag:„Proletarier- leben zu allen Zeiten". Referentin: Dr. Dora Fabian. 117. Abt. Lichtenberg. Wittwoch, den 28. Mai, um WA Uhr. bei Brunn, Thllrrschmidtstr. 49. Lichtbildervortrag:„Der Kamps der Frau um den Sozialismus". Referentin:" Lisbeth Meyer, Bezirksoerordnete. 121. Abt. Karlshorst. Mittwoch, den 28. Mai, um 19s- Uhr,-im Deutschen Haus, Karlshorst, am Bahnhos. Vortrag:„Der Befreiungskampf der Frau". Referentin: Elvira ÄTiiger. 137. Abt. Neinirkendorf-West. Dienstag, den 27. Mai, um 19/- Uhr, im Volkshaus. Scharnweberstr. 114. Frauenwerbe- abend. Dckppclguattett. Rezitationen. Ansprache: Hetti Gotlhelf. 139. Abt. Tegel. Montag, den 26. Mai, um 19>l Uhr. im Hiigendheim, Schäneberger Str. Lichtbildernvttrag:„Mütler ant dem Lande". Genossin Henke. 139 a Abt. Tegel-Freie Scholle. Montag, den 26. Mai. um 19'/- Uhr, im Schollenkrug, Herrn sdorfer Str. Lichtbildervortrag:„Das rote Wien". Referentin: Käthe Frähbrodt. 149 a Abt. Wittenau. Dienstag, den 27. Mai, um 19'� Uhr, in der Schule Rosenchaler Str. Lichtbildervottrag:„Der Kamps der Frau fiir den Sozialismus". Referentin: Lisdeth Meyer, Bezirksverordnete.",' Ps- Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntae, 35. Mai: 6.30: Funkttymrastik.' 7: Jßs TTamhüfK:"TftffertkohzeliT"St Tür den Lsfrd- •Wirt. 8.50: Morgenfeier. Anschließend Glockcnpeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. 10.50: pltemstunde. 11: Feierstunde. 13: Mfttajrs- Vonjert. 14: Jugendstunde. 14.50: Prograqim der Aktuellen Abteilung. 15: Mandolincn-Orchestcrkonrcrt. 15.45: Aus dem Stadion: Ankunft der Fernfahrer der großen Dcutschlandfahrt und Internationale Radrennen. 16.30: Bläser- Kammermusik. 17.45: Tanrteemusik. 10: Erste Bekanntgabe' der Sportnachrichten. 10,|5: Konzert. 19.30: Die Erzählung der Woche. 20: Berliner Operette. Danach Tanzmusik. Montas. 26. Mai: 6.30: funkgymnastik. Anschließend Frühkonrerf. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 15.20: Essen wir zu wenig Gemüse? 15.40: Englischer Humor. 16.05: Deutschland als Mittelpunkt des Welt- rundfunkverkehrs. 16.30: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.55; Klavier« trios. 17.30: Jugendstunde. 18: Hilfseinrichtungen und Untcrstütrungsmöglich- keiten für Studierende. 18.30; Deutschland und Europa im Völkerbund. 19: Aus der Staatsoper Unter den Linden:..Aida"» Oper von Verdi. Danach Tanz- müsik. Dienstag;. 27. Mai: 6.30: Funkgymnaslik. Anschliceßnd Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.15: Programm der Aktuellen Abteilung. 15.45: Spaziergang durch Hollands Blumenfelder.' 16.05: Robert Koch und sein Lebenswerk. 16.30: Jugendstunde. 17:..Die Tochter Lots" von Ola Alscn. Besprechung und Leseproben durch die Verfasserin. 17.30: Teemusik. 18.10: Stunde mit Büchern. 18.40: Von der deutschen Welle: Französisch für Anfänger. 19.05; Das Interview der Woche. 19.20: Drei Minuten vom Arbcitsmarkt. 19.25; Volkstümliches Orchesterkonzert. 21.10; Zcitbcrichtc. 21.50; Violinvorträge. Mittwoch, 28. Mai: 6.30: Furkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Die Frau in der Politik. 15.40: Riesen und Zwerge im Kosmos. 16.05; Technische Wochenplauderei. 16.30: Aus Magdeburg: Hauptversammlung der Arbeitsgemeinschaft städtischer Nachrichten- und Presseämter. 17: Klaviervorträge. 17.20: Jugendstunde. 17.45: Was jeder vom Sport wissen muß. 18: Volkskunst aus den Bergen. Musikvorträge. 19.05: Zum Jubiläum Max Reinhardts. 19.30: Rede über den Schauspieler 20: Konzert. Danach Tanzmusik. 24; Kleine Nachtmusik. Donnerstag. 29. Mai: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 8.50: Morgenfeier. Anschließend Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. 11.15; Schallplattenkonzert. 12; Mittagskonzcrt. 14: Jugendstunde. 14.30; Konzert. 15.15: Aus Magdeburg: Einweihung des Sportplatzes und Stadions„Neue Welt". 16: Einakter. 17.30: Gartenkonzert von Kroll. 18.30; Guido Gezellc zum 100. Geburtstage. 19: Leichte Unterhaltung. 19.30: Streifzüge eines Journalisten durch unbekanntes Berlin. 19.55; Erste Bekanntgabe der Sportnachrichten. 20.10: Populäres Orchesterkonzert. Danach Tanzmusik. Freitag, 30. Mal: 6.30; Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20; Brauchen wir eine Frauenpartei? 15.45: Zur Jagdzeit 19.30. 16.05: Unterhaltungsmusik. 17.05: Jugendstunde. 17.20: Das neue Buch. 17.30: Reparationslast— Deutsches Wirtschaftsschicksal. 17.55:.Programm der Aktuellen Abteilung. 18.15: Chor- gesänge. 18.35: Programm der nächsten Woche, l�; Aus der Städtischen Oper Charlottenburg„Lohengrin", Oper von Wagner. Danach Abendunter- halturtg. Sonnabend. 3l. Mal; 6,30: Funkgymnastik. Anschließend fruhkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14; Schallplattenkonzert. 15.29: Jugendstunde, 15.45? Zum Rotkreuztag am 1. Juli. 16.05: Ueber Briefe von Max Dauthendey an seine Frau. 16.30: Aus Leipzig: Konzert. 17.30; Ernst Toller erzählt sein Leben. 17.55: Unterhaltungsmusik. 18.30: Politische Jugenderrlohung? 19.10; Russische Musik. 19.55: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 20: Wovon, man spricht. 20.30: Heiterer Abend. Danach Tanzmusik. Kölligswusterhausen; Sonotac. 25. Mai; Ab 6.30: üebertrajuns aus Berlin. IS.. 10: Einführum in deutsche Meister« Obern. 19: Berliner Kunstwocbeo 19.KI. 19..10: Hochrellsbriuchc und ihre Cut- .Slehuni. 19. SO: Deutschlandsender: Aus der alten Aula der Unis-ersität Berlin: Die Cröffnunj des IX. Olympischen Koniresses. 20: Unterhaltunstsinusilc. 20.10: Aus Dresden;„Die drei Rinthes". Komisch« Oper von Weber. 21.01: In der Pause: Einschaltunp in die Feier aus Anlaß des argentinischen Nafio- naifeiertares aus Buenos Aires. Anschließend Uebertraiunt aus Berlin. Moutas, 26. Mai: 1*: Was muß der Berufsschüler von Berufskrankheifen wissen? Iti.lO: Aus Berlin; Nachmittasskonrerf. 17.10; Moderne Flötenmusik. 17.55: Pelrtlere und Peine. 18.20: Unfethaifendc Stunde. 18.10: Enslisch für Anflnjer. 18.55: Uebertraiunr aus Berlin., Dienstag, 27. Mai: 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Hamburgs Anteil an Deutschlands Kultur. 17.55: Die wichtigsten tropischen Kulturpflanzen. 18.20: Viertelstunde für die Gesundheit. 18.40: Französisch für Anfänger. 19.05; Unsere europäischen Nachbarn. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschlandscndcr: Aus München; Unterhaltungskonzert. 21.15: Aus München: Aus aller Welt. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 28. Mai; 16; Kriegsdichtungen im Unterricht. 16.30: Aus Hamburg; Nachmittags« Konzert. 17.30: Balladen und Lieder von Hans Hermann. 17.55: Wirtschaftliche Krise und Maschinenbau. 18.20: Erhaltung und Schonung alter Bilder. 18.40: Spanisch für Anfänger. 19.05: Die Zukunft des Völkerbundes. Ab 19.30: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag. 29. Mai: Ab 6.30: Uebertragung aus Berlin. 18.30: Dichterstunde. 19: Schleswig» Holstein-Feier. 11.45; neutsebtendsender: Aus dem Plenarsaal des Reichstages: 60. Tagung der Gesellschaft für Volksbildung. 20; Geistliche Volkslieder. 20.40: Aus Hannover: Kabarett an der Leine. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag. 30. Mai: I«: KrieeJÖichlunreu im Unterricht. 16.50: Au;, teiprix: Nachmitla«*- knnrert. 17.50: Bildende Künstler al; Schriftsteller. 17.55: Die Finaniienine de; Straßenbaues. 18.20: Das indische Familienleben.>8<0: Enpüsch für Fort- peschrillene. Anschließend Uebertrasune aus Berlin. Sonnabend, 31. Mai: 16,50: Aus Hambum: Nachmittagskonzert.!7.50:.laJirUusende der Musik. 17.55: Arbeitslied und Volkslied. 18.20: Das Tier im Film. 18.40: Französisch fiir Fortgeschrittene. 19.05: Große Menschen. 19.50; Stille Stunde. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20; Deulschlaodsender: Uebertragung aus Berlin. 20.50; Aus der Stadtballe Greilswald: Orchesterkonrerf. An- schließend Uebertragung aus Berlin. Gegen Hattleibigkei» und Hämorrhoiden. Magen- und Darm« störungen, Leber- und Milzanschwellung, Rücken- und Krcuzschmer- zen ist daß natürliche.Franz-Zoses".Bilterwasser. täglich mehrmals genommen, ein herrliches Mitttt. Aerjtiiche Prüfungen bei Erkrankungen der Unterleibsorgan« haben sestgestellt, daß da? Franz-Zases- Wasser sicher lösend und immer gelinde ableitend wirkt. m w V'Sis.50.sjl- "Wollplüsch-Teppichc hothfloritje QuaKWt, Perser- musrer m. Frans» aM4:ci�52.- Steppdecken 1. II öc. »B« ■$78- , Dlwandeeleen, I Gobeim, QK'Mokenmotj.fyso moeMi'Utr y. so IC. vorraf,/ T,, Verkauf nißr r Spondajjer Str. 32 Ujufepstoffe rem Hoorqarn.tür nuru. 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Metallkartell»a»»«-« Montag, den 26. Mai. abends 6 Uhr, im Lokal .Konzert-Elablissemenl Iriedrichshain". Berlin NO4Z. Am AriedrichShain 16-23 Versammlung aller Vertrauenspersonen und Belriebsralsdelegierlen aus den Betrieben des VBMZ. Tagesordnung: Kiiittiigniig des Ralunenlartlvertrades und AnlsleUnnd der Forderandeo. Zutritt nur gegen Vorlegung der mit dem VBM�.-StempeI verleheuen !?cg>IimationSkarte und des VerbandSbucheS einer dem Melallkartcll angc schlossene» Organisation._ Oicnsfog. den 37. Mal, abends 6 Ahe, in»an Sophien-Sdlen Sophienstrahe 17,18 Branchen-Uersammiung der Bau- und Eeldschrank- schtosser Tagesordnung! 1. Bronchenaugelegenheiteu. 2. Diskutsion. 3. Verschiedene«. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt, Zahlreiches Erscheinen ist unbedingte Mittwoch, den 38. Mal, abends 7 Ahr, In, Zugendheln» des Aerbandshanses, cinleastrahe 83/8» Belnehsrsie-Uersammlung der Hauptgruppe 6. Untergruppen 18 und 19 Tage» Ordnung 1. Vortrag de. Aollegen Zanke über: .Gesellichaflsformen". 2. Freie Aussprache. 3. Berschiedene«. vir treuppenleltnn». Mittwoch, den 38. Mal, abends 7 Ahr, im tvewertschafts. Hans, engelnfet 34 3»(che. Saal) Branchen-uersammiung der Werkzeugmacher. werkzeugharter u. schart- schlelfer Tagesordnung: 1. Vortrag de» Kollegen U r l ch. 2. Diskusfion. 3. Stellungnahme zur Kündigung t Rahmenvertrages und Vranchi angelegcnheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Mittwoch, den 38. Mal, abends» Ahr. im Aosenthaler chos, Aosenthaler Strohe 11/13 Branchen- Uersammiung SUSI' in der chirurgischen Branche besehanigten Kolleginnen und Kollegen Tagesordnung: t Jahresbericht. 2. Neuwahl der Branchenleitung. 3. Branchenongelegenheiten. 4. Berschiedene». Mitgliedsbuch legitimiert. Erscheinen aller ist Pflicht. Spielplan unserer ftnltataMellnng. In der Dache vom 25. Mal bis 1. Juni 1. Spion oon Odessa (Verleih Weltfilm, Hedemannstr. 21). 2. Gasverbrauch. 3. Humoreske. 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Von meinem Fenster aus er» I«6e ich hie losten Weisungen in den Beziehungen her Skr ab. redeten.?ch sah Manschen, die sich zum ersten Stelldichein trafen und glücklich ware-n, wie sie zusammen tiefer in den Park ichritian... Und ich sah endere, die mit müden Gesichtern aus dem Park kamen und sich die chände reichten, zum M schied. Ich sah Enttäuschte, die vergedlich werteten, und Zornige, die z,u lange warten mußten. Es ist alles rührend und komisch zugleich. Ich bin in meinen eigenen Beziehungen zum schönen Geschlecht etwas anders gewor» den, seit ich hier wohn« und die jungen Leute«arten sehe. Es fährt mir wch nachträglich ein Schreck durch den ganzen Körper, wenn ich mir vorstelle, daß mich jemand von irgendeinem Fenster hätte beobachten können, wie ich aus Tutti wartete, aus Lotte, Gerda und wie sie alle heißen. Es gibt nämlich nichts Rühren- deres und Komischeres als einen selbstbewußten jungen Man», der aus seine Freundin wartet, und die Viertelstunden vergehen, und sie kommt nicht. Welche Skala von Empfindungen zeigt sich auf seinen, Antlitz. Sehnsucht, Zorn, Verdruß, Angst und nicht tot zu kriegende Hossnung, auch noch ein« halbe Stunde nach der vereinborten Zeit. Und wie er schwankt, ob er gehen oder noch warten soll. Wie ein zorniger Blick die Straße himmter und ein« energisch« chandbewegung zum Hut, zur Kraivatte andeutet, daß er sich«nstchieden- hat, mit der Unpünktlichen ein für allemal Schluß zu machen, und wie der Zornige weicher wird, der ganze junge Mann milder, heiterer, strahlender, wenn von irgendwo dann das bewußte Perföncheii auftaucht. Nein, man macht wirklich eine komische Figur, wenigstens vom Fenster aus betrachtet, und Gott soll mich schützen, wem, mich eine Frau jemals länge? als zehn Minuten warten läßt. Augenblicklich beobachte ich einen jungen Mann im hellen Trenchcoat, der jchon vorgestern und gestern hier wartete. Vor- gestern kam sie eine Viertelstunde, gestern schon zwanzig Minuten zu spät, und heute ist es bereits eine halbe Stunde später. Und sie ist immer noch nicht da. Und der junge Mann im hellen Trench- coat geht aus und ab. Den Kragen hat er. scheinbar aus Wut, hoch- geschlagen, die Hände Hat er in den Taschen stecket,, vielleicht ballt er sie zu Fäusten. Wozu so ein Trenchcoat doch gut ist! Der ganze Zorn, der in diesem jungen Mann steckt, komint in diesem Trench- coat ausgezeichnet zur Geltung. Der junge Mann hat eine Ann- banduhr, olle drei Minuten wirft er einen wütenden Blick daraus, schlägt den Kragen noch Häher, ober höher, malerischer, kriegerischer geht es nicht mehr, und die Hände steckt er noch tiefer in die Taschen. Ich fürchte für das Mädchen. Er wird sie, falls sie noch kommt, sicher mit einem eiskalten Mick strafen. In seinem Herzen ist be- stimmt«ine Seile gesprungen. Sa lange läßt man keinen selbst- bewußten jungen Mann warten, mein Fräulein. Mit der zersprungenen Saite im Herzen geht der junge Main, noch immer langsam aus und ab. Er komint mir wie der Pendel einer Uhr vor. Nachher schlägt es, und das Mädchen kommt aus dem Kasten und sagt:.Luckuck! Kuckuck!" Und der junge Mann pendelt weiter, weil er ein wohlaufgezogener junger Mann ist. Immsrhin scheint mit dem jungen Mann jetzt Merkwürdiges rar» zugehen. Er scheint Entschlüsse zu fassen, schwerwiegende Entschlüsse. Ein Maß scheint voll zu sein. Er sieht aus, als würde er gleich überlaufen. Losrasseln. Ich bin versucht,„Kuckuck! Kuckuck!" hinunter zu rufen, ober ich will den jungen Mann, der so rührend und komisch zugleich aussieht, und dem mein ganzes Mitleid gehört, nicht noch mehr ärgern. Sein Zorn ist übrigens schon verdampft, vermutlich durch die günstige Skntilotion seines Trenchcoats. Nicht, daß irgendwo das bewußte Persönchcn zu sehen wäre, gor keine Spur, nicht mal ein Rackzipsel, oder seine Liebe hat wieder mal den Sieg davongetragen. Er hat sich entschlossen, noch eine Viertelstunde zu warten. Dann will er gehen. Dann wird er ihr einen Rohrpost- bries schreiben und um Aufklärung bitten. Vielleicht wird es auch ein Abjchiedsbrief... „Junger Mann", rede ich, da ich diese Absicht von seinen, Gc- ficht lese, am Fenster auf thn ein, aber er hört es nicht,„junger Mann, nur nichts überstürzen. Ich wäre an deiner Stelle zwar schon vor einer halben Stunde fortgegangen, aber das mit dem Atstchicdsbries... nein... das finde ich unklug. Dein ganzes Benehmen ist unklug. Du hast ja geradezu Minderwertigkeits» komplexe. Paß mal auf: nicht du, sondern deine Freundin ver- dient Mitleid, nicht du, sondern deine Freundin kann böse sein, nicht du, sondern deine Freundin ist die Bedauernswerte in dieser Situation. Bist du etwa der Ansicht, daß sie sich aus das Rendez. vous nicht ebenso gefreut hat wie du? Ilnd min ist sie nicht da, sie hat vielleicht Krach mit den Eltern gehabt, jawohl, oder, stell dir doch nur vor, sie ist vielleicht in der Este, pünktiich zu sein, un- vorsichlig vom Autobus gesprungen und hat sich den Fuß ver- staucht. Jetzt liegt sie vielleicht aus einer Bohre und seufzt dauernd deinen Namen, streckt die Arm« nach dir aus. Jawohl! lind du stehst hier wütend, stampfst mit deinen, gesunden Fuß auf, sammefst in deiner schwarzen Brust alle möglichen Schimpfnamen für sie, statt sie zu bemitleiden, zu bedauern, für sie zu beten, ihr ewige Liebe zu schwören. Wer verdient hier Mitleid, junger Mann, wer hat hier Grund, bös« zu sein?" Ja, so denke ich heute über solche nicht«ingehaltenen Perab- redungen. Ich bin klüger geworden. Aber der junge Mann ist mittlerweile doch fortgegangen. Er hat geraig. Er kocht. Er zer- platzt. Er ist von Enttäuschung zermalmt. Cr hat Minderwertig- keitsgesühle. Warum das alles? Hättest du auf mich gehört, junger Mann. Jetzt schreibst du vermutlich einen Rohrpostbrief,«inen Abschiedsbrief vielleicht... Sie wird dir nicht nachweinen... Ich zum Deilpiel. junger Mann, mit den Erfahrungen, die ich hier am Fenster sammeln konnte, ich würde ihr jetzt einen Blumenstrauß mit einem Kärtchen schicken:„Verzeih! Bin tot- unglucklich! Konnte nicht kommen!" Oder, wenn ich' schon zugeben will, daß ich eine halbe Stunde auf sie gewortet habe, dann:„Du tust mir furchtbar leid, daß du nicht kommen konntest. Wie magst du dich gefreut haben und wie tiefenttäuscht mußt du nachher ge> wesen sein. Sicher haben deine Eltern Widerspruch erhoben. Oder du bist in der Eile, pünktiich bei mir zu sein, unvorsichtig vom Autobus gssprungei, und liegst jetzt einem Beinbruch im Kran fenhaus. Sollte das der Fall sein, erbitte umgehend Benachrichti- gung. Sollte das nicht der Fall sein, so wirst du wohl morgen pünktlich erscheinen können?" Glaube mir, junger Mann,— ich sehe deinen Trenchcoat eben zornslatternd hinter einem Busch verschwinden— glaube mir, mar- gen wäre sie pünktlicher... Jierherl Calenberg: 3)er deutsche Oionful Irgend etwas war in meinen Papieren nicht ganz in Ordnung, als ich von Amerika abreisen mußte. „Sie tun am besten daran, noch einmal beim deutschen Konsulat vorzufahren," riet mir der Herr an der Auskunststelle im Hot«! Astor. „Ach! Du lieber Gott! Sluch da? noch!" stöhnte ich müde und abgehetzt von der Plackerei und Lauferei, die ein jeder Abschied von Amerika mit sich bringt.„Aber es wird mir wohl nchts anderes übrig bleiben!" dachte ich bei mir. Ließ ein Toxi Cab heranpseifen und mich dann ächzend in seine Lederpolster fallen, nachdem ich mit letzter Kraft da? Ziel, das mir bevorstand, aus die schlimmste Be» Handlung gesaßt, hingehaucht hatte:„Zum deutschen General- konisulat." Glücklickierweise war«s nicht sehr besetzt, als ich dort anlangte, wo ich mich, um Mut für die Auseinandersetzung, die mir drohte, zu gewinnen, schleunigst wiederum auf einen der dort vorhandenen Stühle hinbaute. Zu meiner großen Verwunderung rief mir ein älterer Herr, der hinter der Barre stand, lächelnd, als er mein« eiwas umständlich« Niederlassung bemerkte, in einem lauten klaren Deutsch zu:„Es dauert nicht sehr lange. Sie kommen sofort' nach dieser Dame und den beiden Herren, dort an die Reihe." „Wo bin ich?" zog es mir durch den Kopf, während ich mich erstaunt, aber zugleich auch so höflich wie möglich nach der Richtung hin verbeugt«, wo der Herr mit dem grau gesprenkelten Haar sich jetzt in ruhigem, ja sanftem Ton mit der Dame weiter unterhielt. Mein Blick schweift« an den Wänden des zu meiner Ueberraschung nickt einmal grauenhaft haßlich wie die Konsulatsqeschästsräume sonst, sondern vielmehr ganz behaglich und geschmackvoll eingerichteten Zimmer» umher. Aber hing dort nicht einfach, aber anständig ein- gerahmt das Bild von Hindendurg in seiner bürgerlichen schlichten ördenlosen Alterstracht? Es war doch wohl kaum an.zu nehmen, daß ein anderes Konsulat wie das deutsche in New Park ein solches Bild aufhängen wurde. Wahrend ich noch solchen unbestimmten Gedanken nachhing, wandte sich der 5?err mit dem grau aesprenkelten Haar mieber mit einer leichten Verbeugung gegen mich und bedeutete mir damit, daß ich jetzt dran sei. Das Lächeln, dos er mir dabei erneut spendete, war nicht jener unangenehme festgesrvrene heitere keep-smiling-Slus- druck, den sich viele Rordamerikaner als Maske bei chren Geschäften angewöhnt haben. Es war eine verbindliche Liebenswürdigkeit in ihm, die ober nichts Schablonenhastes, vielmehr etwas für jeden einzelnen Fall abgestuft Entgegenkommendes und Verständnisvolles hotte. „Verzeihen Sie, mein ijerr, wenn ich Sie mit einer Kleinigkeit belästigen muß!" stotterte ich jetzt mit der üblichen Hochachtung, die n?» in Deutschland gegen jeden Beamten anerzogen worden ist. „Aber ich bitte Sie. mein Herr, dafür bin ich dach angestellt, um weinen Sandsleuten z» helfen," gab er mir mit einer selbstverstänid- lichen, aber doch höchst selten bei uns vorkommenden Erkenntnis seines Amtes und Berufes zur Slntwart. „Wenn Sie die Güte haben wollten, meine Angelegenheit, die leder sehr eilig ist, bis morgen dem Herrn Generalkonsul vorzu- tragen." fuhr ich von einem Erstaunen ins ander« fallend fort. „Das wird nicht nötig fein Diesen Umweg können wir uns er» sparen. Ich bin es nämlich selber." „Wie? Sie, Herr Generalkonsul! Sind Herr Generalkonsul selber?" hätte ich beinahe pflichtschuldigst mit der vorgeschriebenen Anrede in der dritten Person weitergesragt. wenn er nicht wieder mit seinem vertraulichen Lächeln mein weiteres Staunen abgewehrt hätte. ,La, mein Herr. Lassen Sie übrigens bitte meinen langen Titel weg. Mein Name ist Paetel! Und wamst kann ich Ihnen dienen?" Ich setzte ihm nun mein Anliegen des weiteren auseinander. Nachtbild vie Lichtreklamen schicken grelles Licht In eine Kammer, die ist kalt. Ein vichter schreibt noch. Sns dem llachtgeficht Eliibt einer Stamme höhere Gewalt. Er senkt die Stirne, und der kahle Kaum öerbricht und Wälder rauschen mit. Er lauscht auf die Musik von Strauch und Saum Und auf der Taten geisterhaften Schritt. Ein Sauer ist er, der da,?eld besät! Vie Verse fallen silbern hin an, seiner Hand! vie Sterne werden langsam abgemäht Und blühen dann als vlumen aus dem Land. Er sät und mäht und kennt der armen Leute Hot. Gesichte weiten sich zu einem Sorngestcht. va ist er reich und gibt der Srmut Srat Und lächelt wieder und träumt«in Gedicht. Er kennt des Kindes Sngst und auch der Mutter Gram. ver Schmerz, die Wollust sind ihm gut vertraut. vie Liebe kennt er. die zu Schanden kam, Sls sie zu fest auf Menschlichkeit gebaut. Nun rettet er sich schnell in ein Gedicht. Er hofft, daß dies Erlösung könnte sein. Er kennt die Welt«ad kennt sie nicht! verbrüdert ist er und doch tief allein. Ma» varthel. Das heißt, es war gar nicht mehr nötig, mich in lange Erörterungen mit ihm einzulassen. Er hatte sachkundig, wie er war, sofort erkannt, was noch an meinen Papieren fehlte, und händigte mir jetzt den nötigen Schein aus, nachdem er sich mit einem kurzen Blick Über mein« Uebereinstimmung mit meinem Paßbild unterrichtet hotte. „In Ordnung!" stellte er befriedigend fest und reichte mir zum Abschied freundlich seine Hand, wobei er noch bemerkte:„Grüßen Sie unsere Heimat!" Pls er sah, daß ich noch etwas auf dem Herzen hotte, erkundigte er sich freundlich nach meinem Begehren. „Ja, wenn ich mir noch erlauben darf, eine Frage an Sie zn richten, Herr General— Herr Paetel?" „Bitte sehr! So viel Sie wollen, mein Herr!" „Woher nehmen Sie mir die Zeit, sich um das persönliche Wohl und Wehe ihrer hierher verichlagene» Landsleute zu kümmern?" „Sehr einfach: Aus dem Vorrat Zeit, der mir für meine Be- schäfttgung zur Skrsügung steht. Di« laufenden Sachen psleg ich morgen» sehr schnell zu bewilligen. Es sind ja gewöhnlich immer die nämlichen Fragen und Sorgen, die an mich kommen und nach Schema F zu erledigen sind. Ich gebe dann meinem Sekretär meine Weisungen. Und der läßt die Schreibearbeit bis zum Abend erledigen. Hören Sie!" Er.zog eine Polftertüre, die nach hinten führt«, auf. Und man vernahm deutlich das Geklapper von drei bis vier Schreibmaschinen, die eifrig daran waren, die Post bis heute abend zu seiner Unterschrist sertigznmochen.„Zwischendurch," fuhr der märchenhoste Herr Generalkonsul fort:„Schaue ich mich dann, sofern es mir möglich ist, selber nach den persönlichen Wun. schen und Bedürfnissen meiner Landsleute um, die hier durchreisen oder sich hier länger aufhalten. Naturlich kann ich nicht alle An- träge und Anforderungen meiner Schutzbefohlenen befriedigen. Aber ich mühe mich doch täglich, einem großen Teil meiner Schützlinge ein Genüge zu tun." „Und Sie sind nicht zu stolz dazu, sich so vertraulich mit Ihrem Publikum zu beschäftigen," meinte ich und lächesie ihn nun selber an, ganz erlöst van dem Gefühl, einem Menschen in einem unserer deutschen Beamten im Ausland zu begegnen. „Aber durchaus nicht," lächelte er zurück.„Ich erachte es vielmehr für meine heiligste Pflicht, mich so oft ich es kann, ineinen Leuten in der Fremde persönlich zu widmen.„Bitte schön, meine Herren!" Damit wendete er sich an zwei hereiittretende blaue Jungens von unserer Marine.„Das Rauchen ist hier leider ver» boten. Aber ich habe drüben in der Ecke einen offenen flachen Kasten für brennende Pfeifen anbringen lassen. Nein nicht dort, links in der Ecke! Dort ist die Ablag« für Zigarren und Zigaretten. Asenn Sie sich nach rechts bemuhen, wenn ich bitten darf. Gedulden Sie sich mir einen Augenblick! Ich bin sogleich mit diese,» Herrn fertig. Oder hatten Sie nach mehrere Fragen an-mich zu stellen?" Ich verneinte, ganz verwirrt Über dieses Ausnahmewesen, dos sich herabließ, uns draußen herumreisend« Deutschen seine Zest zu opfern und dos Leben zu erleichtern. Wozu er freilich von Rechts wegen angestellt sein sollt«. Ich starrte ihn ganz entgeistert an und ipollle ihm beinahe, was ich noch niemals bei einem Mann« getan hatte, die Hand küssen, vor Rührung darüber, daß er sich derart bemühte, uns Deutscken durck sein« Freundlichkeit, seimKkntgegen-- kommen in der Fremde die Heimat.zu ersetzen. „Herr Generastonsul!" stammelte ich zugleich verlogen und he- geistert.„Ich werde Ihre vornehme Haltung, Ihre liebenswürdigen Umgangsformen zu Hause gebühre-d zu rühmgp wissen." Dabei ärgert« ich mich, daß mir in der Erregung nichts Schöneres für ihn einfiel, als diese stehende abgedroschene studentische Redensart. „Aber mein Verhalten ist doch etwas ganz Selbstverständliches," sagte er nur noch mit einem verbindlichen Abschiedsgruß und reichte mir dabei selber mein kleines Handkösserchen, das ich otjf den Tisch gestellt hatte, zurück. In meiner Ükritlüffung über diesen einzigartigen deutschen Konsul faßte ich es nicht richtig fest genug an, so daß er heruitterpurzeU«. In diesem Augenblick erwachte ich von dem Schrecken, der mir durch mein Reiseköfserchen verursacht wurde. Es hott« sich hei einem hohen Wellenschlag aus dem Gepäcknetz Über meinem Loger gelöst und war mir im Bett auf die Füß« gefallen. Ich lag in meiner Kabine eines kleinen, oder äußerst seefesten Dampfer» vom Nord- deutschen Lloyd, der mich von Amerika nach Hause trug. Aus der Nebenlabine schnorrte die Stimme eines Herrn— es war unser ehe» malige Generalkonsul aus Ehikago, wie ich aus der Schisssliste er- sehen hatte— in dem bewährten patzigen Ton zu mir herüber: „Können c-i« nicht etwas geräuschloser schlafen?" Leise stellte ich den Koffer auf den Boden neben mir und schloß enttäuscht schnell wieder meine Augen, um von meinem General- konstjl in New Park weiter zu träumen. Aber so sehr ich mich auch bemühte, es wallte mir nicht mehr gelingen, in solch« der Wirklichkeit ach so wenig entsprechende trügerisch« Hoffnungen von einem derart herrlichen Beamtentum für uns Deutsche im Ausland zu ver- sinken. vom Sehvermögen der Vögel. Schon oft ist das überaus scharf« Gesicht verschiedener Vogelarten angestaunt und bewundert worden. Es scheint uns«ine geradezu übernatürliche Leistung, Wenn ein Falke in großer Höhe Über dem Erdboden schwebend. dennoch di« klein« Maus Mischen den Ackerschollen erkennt und mit sicherem Stoß die Beute ergreift. Dies« außerordentliche Leistung beruht, wie Mathilde Hertz spezieä von den Raubvögeln mitteitt. auf einer Eigentümlichkeit des Vogelauges. Diese Vögel werden durch große Lichtmengen nämlich nicht geblendet, während ein Mensch bei einer hellerleuchteten Häuserfront durch di« Fenster hin- durch in den dunklen Zimmern nichts erkennen kann, weil sein Aug« bei ZZorhandenssiil einer großen Lichtmenge nur auf„Hell- sehen" eingestellt ist, können dos die Raubvogel ohne weiteres. Sie sind auch imstande, längere Zeit direkt in die Sonn« zu sehen, Iva» für das menschllch« Auge schwere Schädigungen zur Folg« haben würde: dabei sehen sie aber zugkich auch die Vorgänge im tiefsten Schotten. Wenn sie also in die Sonne sehen und es tritt dabei etwa unter dem dunklen Dachbalken ihres Wohnkösigs, der in ihrer Blick- richtung liegt, ein Insekt aus. so wird dieses sogleich bemerkt und gefangen. Das sind Fähigkeiten, an die wir Menschen mit unserem immerhin auch recht vollkommenen Sehorgan bei weitem nicht heranreichen können. Von den Besonderheiten des Baue» und der Einrichtung, auf denen dieses außerordentliche Skrmögen des Vogel- auge» beruht, scheint aber bisher noch wenig bekannt.zu sein. Eine norgeschlchlliche Vronzegleßerei. In Transvaal hat man vorgeschichtliche Schmelzöfen aesundcn Sie deuten auf da? Bestehen einer uralten Bronzegießerei hin, die lang« vor der Ankunft der Ssteißen von einem noch unbekannien Volk in Südafrika au> geübt wurde. Die Bronze enthalt neben Kupfer und Zinn 3 Proz. Nickel, und«S ist in diesem Zusammenhang bemerkenswert, daß auch im alten Aegypten und Mesopotamien Nickekbronz« hergestellt wurde, ffesea Qardonyi: 3>er Wein jlehi Michael Baratsch glaubte, der Schwager käme, um Frieden zu stiften. Er empfing ihn mit scharfen, zornigen Augen. „Was wollt ihr. Gevatter?" „Die Truhe und das Bett." Da der Mensch weder besänftigte noch Vorwürfe machte, wurde Michael ruhiger. An den Balken gelehnt, sah er stumm mit an, wie der Onlel die Truhe(sie war mit roten Tulpen bemalt) aus den Wagen stemmte und dos gelbe Bett. Mütterchen war gerade in der Kirche. Michael half nicht beim Ausladen. Als der Alte auf den Kutschbock kletterte, knurrte Michael etwas. Es war ihm anzusehen, daft er reden wollte. Aber der Alte pfiff den Pferden und rollte davon, ohne zu grüßen. Auch diese Gevatterschaft war zu Ende. lltun, seither hatte Baratsch weder Gutes, nach Böses von der Frau gehört. Jetzt wandert er dahin unter den Gärten. Das Dorf schweigt. Michael Baratsch geht bis zift Mitte des Dorfes. Hier ist fein Gang bereits langsamer. Er dreht sich um, als täte er es nur, um die Pfeife anzurauchen, aber hinter den hochgehaltenen Händen blickt er die Straße entlang. „Sie haben mich nicht bemerkt," denkt er erbost.„Aber wozu remre ich auch hier auf und ob wie der Frühlingswind. Ich will nur zu meinem Sohn. Mein Sohn ist mein Sohn" Sich so ermunternd, geht er zurück und bleibt, auf seinen Stock gestützt, vor dem Hause stehen. Cr bläst den Rauch gegen das Halls, so zeigt er, daß er sich absolut nicht fürchtet, mir eben nicht«in-- treten will. Hänschen würde schon herauskommen, dann spricht er mit ihm. Es genügt. Hänschen nur anzusehen: Der erkennt seinen Bater unter hundert. Aber Hänschen kommt nicht. Inzwischen findet Michael Baratsch Zeit, das Haus zu betrach- ten. Das Haus ist genau so, wie vor sechs Iahren, auch die rostige, alte Sense lugt immer noch aus der Dachluke hervor. Ini Garten ist auch jetzt ein Milchtopf zum Trocknen über den Rosenstock ge- stülpt, und ringsum blühen die Pfingstrosen genau so wie früher, als die Frau noch ein Mädel war, nur neben dem Zaun leuchten drei gelbe Soimenblumen, die früher nicht da waren. Viele Pfingstrosen hatte er von hier an den Hut gesteckt, als Geschenk mitbekommen. Zu jeder Rose kamen eine Unzahl schöner Küsse. Michael Baratsch hatte schon früher einen Steinhaufen bemerkt. Der Haufen lag auf der anderen Seit« der Straße hinter seinem Rücken. Warum sollte er sich nicht setzen? Diese Steine gehörten nicht zum Haus der Frau, und jeder Vogel darf sich ausruhen, wo er gerade Lust hat. Und wie er so dem Hause gegenübersitzt, die Pfeife stopfend, wirft er einen Blick seitwärts über den Weg. Was sieht er? Seinen unfolgsamen, bösen Hund, der etwa fünfzig Schritte weit in der Mitte des Weges sitzt und ihn von weitem anstarrt. „Schau, schau," sagt Baratsch,„ein Hund verläßt einen wcht. Komm her, du Gauner!" Der Hund springt auf. Eine Sekunde später ist er bei seinem Herrn und umtanzt ihn hocherfreut. Baratsch streichelt den Kopf des Hundes. Es ist ein �utes Gefühl, nicht allein, zu sein. Aber der Hund schnuppert ein, zweimal zum Haus hinüber und siehe da, springt über den Weg, über den Graben und hüpft vor der Küchen- türe aus und nieder. auf dem tifch Hänschen tritt gerade aus der Türe. Er hat neue Stiefel auf den Beinen, und ein neues, bmck besticktes Mäntelchen auf den Schultern. Natürlich hätte er auch ohne Mäntelchen auf die Straße gehen können, aber der Vater möge nur sehen, was der Junge bekommen hatte. Der Hund umtanzt Hänschen freudewinselnd. Er springt an ihm hoch und leckt ihm über die Wange. Hänschen umarmt seinen Nacken und beklopft ihn: „Ja, ja, guter Eäsar!" Baratsch betrachtet die Szene wortlos. Er wartet ab, bis sich fein Sohn zu Ende gefreut hat und, vom Hunde umtanzt, bei ihm angelangt ist, dann hebt er ihn auf sein Knie. „Erkennst du mich also, du?" „Väterchen," ruft das Kind erfreut. Der Hund kehrt zur Küchentüre zurück. Während Michael Baratsch mit seinem Sohne spielt, sieht er c.�s den Augenwinkeln, daß ein Knochen und ein Stück Brot für Cäsar aus der Küchentüre fliegt. Cäsar verschlingt mit ungehörigem Hunger das Futter und bittet um mehr, das gemein« Biest. Dann verschwindet er in der Küche. Das Kind gleitet von den Knien des Vaters und ergreift seine kräftige, rissige Hand. „Komm hinein!" „Nein." erwidert finster Michael Baratsch,„ich bin nicht darum gekomnicn." .Komm nur schön." Während das Kind den Vater vergebens mitzuzerren versucht, taucht ein Schatten in der Türe auf und sie hören Kleiderrascheln. Michael Baratsch hört es; er spürt etwas Rosmarinduft, aber er sieht nicht auf. „Michael," sagt eine wohlbekannte, weibliche Stimme,„will euch nur sagen, kommt herein, ihr könnt auch hier mit eurem Sohn sprechen." „Ich will nicht," erwiderte der Mann,„ich bin nicht gekommen, um hineinzugehen." Und jetzt hebt er den Kopf. Er sieht, die Pfeife zwischen den Zähnen, die Frau trotzig an. Und während er sie ansieht, benierkt er, wie hübsch diese Frau da ist, seine gewesene Frau. Es gibt nicht ihresgleichen im Dorf. Aber das ist gleich, eine Frau, die chren Mann verlassen hat, ist wie ein blühender Ast, der von, Baume brach und in den Kot fiel, — es lohnt sich nicht, ihn aufzuheben. Dies denkt Michael Baratsch und würde es vielleicht auch aus- sprechen, wenn der Bauer mit Worten ausdrücken könnte, was er denkt. Der Hund geht schweifwedelnd zwischen ihnen hin und her. „Ich weiß," antwortet die Frau, die Augen senkend,„ich weiß, daß ihr nicht zu mir gekommen seid; ich rufe euch nur deshalb, damit uns das Dorf Nicht so sieht." Der bunte Schwärm der Gläubigen kam von der Messe und man sah in der Ferne, wie der Menschentnäuel sich nach allen Rich- tungen zerstreute. Während die Frau dies sagte, kegte sie dem Mann die Hand auf die Schulter. „Na," sogt Baratsch, zum Knaben gewandt,„willst auch du, datz ich hinemgehe?" „Freilich," antwortet das Kind, ,As steht schon eine Flasche Wein für dich auf dem Tisch." (Aus dem Ungarische» van Alexanber von Sacher-Masoch.) Ein Sonntagmorgen. Die Herbstsonne brennt in das Vorhaus. Michael Varatsch steht in Hemdsärmeln da und sonnt sich. Dieses Sichsonnen ist das gewohnte Sonntagsvergnügen des Bauern. Sonst hat er keine Zeit dazu. Zlber es kann auch fein, daß Michael Baratsch nicht der Sonne wegen im Vorhous steht. Kann sein, daß er sich nur darum hier aushält, weil er sein Feiertagsgewand anhat, und wenn der Bauer ein« neue Kluft am Leibe hat, dann setzt er sich mir zum Esten hin, lonst steht er immer, um den Stoff nicht abzunutzen. Und wirk- lich, Michael Baratsch hat nagelneue, pflaumenblaue Beinkleider an. Die phantastisch angeordneten Blechknöpfe glänzen silbern auf seiner Weste. Seine Stiesel hat er gestern den ganzen Abftrd im Vorhaus gewichst; aber sie glänzen auch wie Kuhaugen! Auch sein Haar blitzt von Wachs spitz ausgewirbelt, so, daß er jetzt rechts und links steif in die Luft sticht, als wäre er aufgeklebt. Ich sage also, er steht und sonnt sich. Er betrachtet die Kirch- gänger. Auch sein Hund sitzt vor dem Zaun, hält die Schnauze zwischen zwei Latten auf die Straße hinaus, ernst und ruhig, wie der Herr. Blau gekleidete Männer, Frauen mit rauschenden Röcken, Mäd- chen, bunt aufgeputzt, gehen zeitweilig an dem Hause vorbei. Die Frauen tragen schwarzgebunden«, schwere Gebetbücher unterm Arin und aus den Büchern baumeln Rosenkränze hervor. Die Mädchen tragen klein« Bücher und an Stelle der Rosenkränze lebendige Pfingstrosen, unter die Buckchcckel gepreßt. Und wie sie so am Hause vorbeikommen, grüßen manche, andere grüßen nicht. Aber die Frauen und Mädchen grüßen alle. Als der letzte Kirchgänger vorbei ist, hängt Michael Varatsch den Seitenbeutel und die kurz« Lammfelljacke um und sagt zu seiner Mutter in der Küche: „Ihr braucht euch mit dem Mittag nicht zu eilen. Ich gehe zu Hänschen." Die alle Frau zieht ihre Hände aus dem Teig und starrt ihren Sohn an. „Zu Hänschen?" „Uhum", antwortete der Mann.„Ich kann diesen Jungen nicht vergessen." „Bring ihn, doch heim. Versöhne dich mit der Frau, Michael. Sage ihr, daß ich der schuldige Test bin." Baratsch schüttelt den Kopf: „Nein, ich laufe der Frau nicht nach und will mich auch nicht mit ihr versöhnen in diesem Leben" Er schlägt einen Bogen in die Richtung der Gärten, dann geht er unter den Akazien weiter auf dem Fahrweg. Sein Hund folgt ihm, zeitweilig zurückbleibend, in angemessener Entfernung. Der Hund weiß nittirlich, daß er zurückgejagt wird, wenn man ihn bemerkt. Aber Michael Baratsch sieht sich nicht um. er geht nur, einen Stiesel vor den anderen setzend, unter den Akazien auf dem Fahr- weg. Die Bäume werden schon gelb, am Straßenrand leuchtet herbstroter Sauerampfer. Hier und dort bietet ein wilder Rosen- strauch sein« wächsernen Früchte an. lieber den Weg tanzt Alt- weibersoinmer. Als Baratsch zurückblickt, gewahrt er seinen Hund. „Hü, gottverlassen« Bestie! Wirst du gleich heim!" Der Hund hüpft mit eingezogenem Schweif rückwärts und macht dann holt. Er wartet vielleicht ab, ob sein Herr es sich nicht doch überlegt und ihm zuruft: Na, komm mein Hündchen! Wer weiß, was für Gedanken im Kopfe eines Hundes herumspuken. Aber der Herr nimmt übel, daß der Hund mitkam Ein Hund darf das Haus nicht verlosten, nur beim Pflügen, Säen und anderen äußeren Arbeiten.' Dann muß er auf Rock, Samen und Seiten- beute! achtgeben. Baratsch dreht sich wieder um. Er sieht, daß der Hund sitzt. Er schüttelt den Stock in seine Richtung. Der Hund erhebt sich und'!eht los; er schwingt den Körper lässig heimwärts. Michael Baratsch geht weiter unter den Gärten. Es ist schon einen Monat her, daß er sich von seiner Frau getrennt hat, bester gesagt, sie sich von ihm getrennt hat. Mütterchen war der Grund. Denn Mütterchen hatte Hänschens Hals mit einem Tuch um- wunden, damit ihm der Wind nichts anhabe. Nun, der Wind hatte ihm nichts an, aber er bekam eine Halsentzündung, die sich sehen lassen konnte. Seine Frau sagte, daß das Tuch an der Entzündung schuld sei und Mütterchen antwortete darauf, daß kein Küken die Henne belehren soll. Ein Wort gab das andere. Die zwei Frauen stemmten die Hände in die Hüften: Das ganze Haus hallte wider. Michael Baratsch kam von der Einweihung der neuen Pfarre heini Er wurde ganz grün beim Anblick dieses Kampfes. Er fragte gar nicbt, wie alles gekommen sei, nur, als er sah, daß seine Frau gegen Mütterchen auftrat, übermannte ihn der Zorn und er hob seinen Stock. Nun, es ist nicht allzu selten, daß ein Bauer sein« Frau prügelt. Aber in dieser Ehe geschah das jetzt zum ersten Male. Die Frau war gewöhnt, auf Händen getrogen zu werden, sie war nämlich eine„einzige Tochter" und Baratsch bekam sie gar nicht anders, als gegen den heiligsten Schwur, weder Wein noch Schnaps fürder zu . trinken. Denn Varatsch hatte die verrückte Gewohnheit, sofort zu raufen, wenn er getrunken hatte. Er prügelle wie ein Teufel. Er prügelte den. der ihm gerade in den Weg kam. Ein verrücktes Naturell! Aber es gibt solche. Ein Glas Wein genügt, um sie zu verwandeln. Sonst sind sie die reinsten Lämmer. Er trank also lieber nicht. Sie lebten auch in schöner Eintracht. Aber als der Dachstuhl der neuen Pfarre fertig war, mußt« natürlich auch er dem Pfarrer Bescheid tun. Er hatte fünf Jahre nicht getrunken. Es schmeckte ihm. Der Stock pfiff durch die Luft, die Frau schrie auf. Dann lief sie in die Stube und zog mit flammender Hast ihr Sonntagskleid über. Sie ergriff den Knaben bei der Hand und stürzt« davon. Sie sah gar nicht zurück. Im Dorf redete man Baraffch zu. er soll die Frau holen gehen, wie schade es um sie sei, welch sauberes, fleißiges Geschöpf sie war, wenn sie auch nichts weiter in die Ehe gebracht hatte, als die Kleider am Leibe. „Du warst betrunken," sagte auch der Pfarrer,„es ist klar, daß du die Schuld trägst. Die Frau weiß, daß du nicht Wein zu trinken pflegst, aber siehst du. es widerstrebt ihr. so zur Schande aller wiederzukehren." „Also, Wein trinke ich keinen mehr; die Gurgel soll mir ver- faulen, wenn ich je wieder trinke," antwortet« Michael,„aber es ist auch wahr, daß nur ein schlechter Hund seinen Herrn verläßt." Etwa eine Woche später fuhr ein Wagen vor. Er kam nicht in den Hof, hielt nur draußen, vor dem Hause. Der Onkel der Frau kam auf dem Wagen, so ein schweigsamer, unglaublich gleich- gültiger Mensch, dessen eines Schnurrbartende immer aufwärts zeigte, während das andere abwärts hing. Er rauchte nur den ganzen Tag und betrachtete tue Wolken. Selix£inke: Diel£ämi mit nichts! Groß« Dinge werden mit großer Energie angepackt. Sie pflegen deshalb viel eher«ine gewisse Erledigung zu finden als andere, die trotz aller unangenehmen Auswirkungen gering er- scheinen. Nun erscheint uns allerdings die Beseitigung des Lärms noch immer nicht wichtig genug, um sie energisch anzupacken— unser« Nerven sind ja noch so stark!—, den Einsichtigen jedoäi bereits als eine bedeutsame Aufgabe. Wie sehr sich der Mensch jedoch dabei täuischen kann, geht aus einem Beispiel hervor, das uns zahlenmäßigen Ausschluß über die Verhältnisse gibt. Die Menschen hören eigentlich all« viel zu gut. Jedenfalls o'el zu gut für das, was an Geräuschen um sie her erzeugt wird. Das Tromelfell ist ungeheuer empsindlich; überaus schwache Schalle kommen uns bereits zum Bewußtsein. Das kommt daher, daß das menschliche Nervensystem auf all« Vibrationen, selbst der feinsten Art, außerordentlich scharf reagiert. Rhythmische Erschütterungen von'Am Millimeter seitlicher Ausweichung empfinden wir bereits unangenehm, und zahlreiche Prozesse sind um solch« Winzigkeiten geführt worden. Nicht geringer ist die Empfindlichkeit des Ohres, in dem ja die Erschütterungen aufs Trommelfell übertragen und als Schalle und Geräusche empfunden werden. Es gibt keinen technischen Apparat, der gegen Schall so empfindlich ist wie das menfch- liche Ohr. Ein laut sprechender Mensch kann uns schon erheblich auf die Nerven fallen. Und dennoch ist die von ihm zum Sprechen ausgewendete Energie unglauWich gering. Prof. Wagner, der Leiter des neuen Instituts für Schwingungsforschung, hat die Leistung der menschlichen Stimme in der Sprechlage aus Vjmoo Watt angegeben. Stellt man sich nun vor, daß alle vier Millionen Einwohner Verlins gleichzeitig reden, so würde uns das auf die Dauer unerträglich er- scheinen, ja, wir würden verrückt werden! Und dennoch entwickelt sich dabei nicht mehr Energie, als nötig ist, um vier äO-Watt-ßampen zum Leuchten zu bringen. Deren Dauerleuchtcn stört uns nicht im genngsten!— So werden wir denn auch skeptisch den Erzählungen gegenüberstehen, die- uns das alte Testament von den Posaunen von Jericho erzählt, die bekanntlich die Mmiern dieser Stadt um- geschmissen haben sollen. Jeder halbwegs vorgeschrittene Gymnasiast ist aber in der Lage, auszurechnen, welch« Leistung dazu gehör:, Mauern umzuwerfen, die bloß einen halben Meter dick sind. Daß dazu Posaunensckzall hinreicht, kann er zahlenmäßig leicht ins Reich der Fabel verweisen. Es ist ein Glück, daß die Sinnesorgane' nicht in demselben Maße auf die sie bestürmenden Energien reagieren, wie diese wach- sen. Das berühmte Fechnersche psychophysische Grundgesetz lchrt, daß die Reizstärken viel schwächer wachsen(in logarithmischem Ver- häjtnis) als die Reize. Da- wir nämlich schon das Surren der kleinen Mückenflügel weit ab vom Ohre vernehmen und nicht immer angenehm empfinden, müßte andernfalls ein Kanonenschuß unser Ohr geradenwegs zerstören.— Immerhin ist es eine wichtige Auf- gäbe, die Geräusche zu vermindern, allein schon aus ökonomischen Gründen. Denn wie Prof. Sachsenberg an der Dresdener Tech- nischen Hochschule festgestelli hat, wird die Leistungsfähigkeit eines Arbeiters durch Geräusche um bis zu 3l1'Prozent verringert. Damit stimmen auch die amerikanischen Versuchsreihen überein. Unter diese Arbeiter fallen aber nicht bloß die Hand-, sondem auch die geistigen Arbeiter, ja, diese vielleicht in noch viel höherem Maße. Es ist also eine Aufgabe, des Schweißes aller Edlen wert, den Lärm möglichst herabzudrücken. Ein Ingenieur, der mit Hilfe eines Laufbandes die Arbeitsleistung um 3» Prozent steigert, würde alle seine Arbeit zunichte machen, wenn dieses Laufband und das Ar- bellen daran etwa eine stark« Geräuschsteigerung zur Folge hätte. Diese würde eben alles, was auf der einen Seite gewonnen wird, auf der anderen wegeskamotieren. Sollt« sich deshalb nicht Wissen- schaft, Technik, Schu-le und— wenn alle Stränge reißen(und die meisten sind eigentlich schon gerissen)— auch di- liebe Polizei etwas mehr um dies« Dinge bemühen? Ist das nicht um soviel nötiger. als in jenen geruhsamen Zeiten, da Fiedeln, Schreien, Kegeffchieben schon ein verhaßter Klang war, jetzt, wo sich Technik und Reklame nicht genug tun können, diese Klänge ins Groteske zu steigern und sich, wirkungslos für ihr Ziel, zu überschreien, ohne daß Kultur und Menschheit etwas dabei zu gewinnen haben! Dllenfchcn- und Jnfehtenkrüfle Das stärkste Tier der Well ist der Ohrwurm. Die Kräfte von Löwen und Elefanten verschwinden zu nichts, wenn man sie mit dem Ohrwurm oergleicht. Hier ist der Beweis: Ein kräfttger Mensch kann höchstens das Zehnfache seines Körpergewichts fortbewegen. Die Raup« des Pappelschwärmers aber zog bei Versuchen, die man zur Ermittlung der Jnsektenkräfte unter. nahm, das 2Sfache ihres Körpergewichts, ein« Schmeißfliege das l7bfache, ein Laufkäfer das l82fache, eine Hummel das 3l)l)fache, der Ohrwurm aber konnte das 53<1fache seines Gewichts fortziehen! Alls dies« Insekten müssen also für bedeutend' stärker gelten als unsere berühmtesten Athleten. Ganz sonderbar muten uns die Ergebnisse dieser und anderer Untersuchungen an. So hielt eine Libelle zehn Minuten lang mit ihren Füßen ein Stück Holz, das zehnmal schwerer war als sie selbst, andere Insekten trugen mit den Füßen das LOsache ihres Eigengewichts, ein Ohrwurm aber das lS04fache! Es ist ein wahres Glück, daß dieses ungeheuer starke Tier(natürlich nur im Verhältnis zu feiner Größe!) nicht'die Größe eines Elefanten besitzt. Sonst weh« den anderen Geschöpfen auf der Erde!— Ein Mensch, der im Vergleich zu seiner Größe die gleiche Kraft in seinen Beinen hätte, wie ein Floh, könnte mit Leichtigkeit die lllll Meter hohe Freiheit?- statu« im.Hafen von New Dort überspringen. So aber ist er froh, wenn er beim Hochsprung VA Meter erreicht. 3)ie Xebensdauer gefangener Diigel Es ist festgestellt worden, daß die Vögel länger leben als die Säugetiere. Die vielfach verbreitete Annahm«, daß die Weibchen länger als die Männchen leben, konnte weder bestätigt noch wider- legt werden: dagegen ist es unwahrscheinlich, daß Vögel mit langer .Brutdauer langlebig sind; ebensowenig leben Vögel, die alljährlich nur ein Ei legen, länger als solche, die viele Eier legen. Die Lebens- dauer der Kleinvögel betrögt im Durchschnitt nicht viel über 15 Jahre. Als höchste Zahlen werden folgende angegeben: Stä-'liilg 21 Jahr«, Fink 25, Rabe 29, Strauß 40. Graupapagei 41, Kranich 43, Silber- möve 44, Steinadler 46, Gelbhaubenkakadu 51, Kondor und Pelikan 53, Gautlerodler 55 und Uhu 68 Jahre.