B121 47. Jahrgang BERLIN Montag 26. Mai . 193« eis».!»,««, II«»»»-»«,»»>,,<. O y«,(/ u! U........... II! Suzlcich Abendau-gab« de«.Vorwärts'. Bc-uzspre,«" J«« ff A- F.. 8ü Pf.. ReName, eil. i deide Ausgabe»«5Pf.»ro Woche.».«NM. rr- Monat.\JVfyCwGUiiiXaCUs4} sCi&Q§9wOfft4/Grt9& P»fi sch- ck k o n l° Redaktion und expedition; BerlinSWöS.Lindenßr.»/ //• Wvr TV Berlin Nr.»7üZ«. Ze Die einspaltige Nonpareillejeil« S M. Ermäßigungen nach Tarif. : VorwärtS-Vcrlag 0. m.b.H., Zernsprccher: Dönhoff UM bis 297 lRiesenbrand im Berliner Osten Die früheren Reichsbahnwerkstätten ein Klammenmeer. Keuerkampf im Grenzhause. Ein Riesenfeuer wütete heute mittag auf dem Reichsbahngelände am Markgrafendamm in Stralau- Rummelsburg. Tie ehemaligen Reichsbahn- wert statten, ein Tchuppenkomplex von vielen hun- dert Metern bildete ein gewaltiges Feuermeer. Eine ungeheure Rauchfahne kennzeichnete kilometer- weit den Ort der Brandkatastrophe. Fast sämtliche Berliner Feuerwehren wurden alarmiert, in kurzer Zeit waren etwa zwanzig Löschzüge herbei- geeilt. Die Reichsbahmverkställcn auf dem Grundstück Markgrafen- dämm, dicht am Lahnhof Stralau-Kummelsburg, sind schon vor langer Zeil stillgelegt worden. Die großen Zachwcrkfchuppen — von denen jeder über 10« Meter lang ist— wurden an große Berliner Firmen als Lager- und versandräume verpachtet. So haben u. a. das Warenhaus Tieh, die Glühiampensabrik Osram und eine Lampenfabrik Vogel draußen in den langgestreckten Schuppen ihre Lagerräume untergebracht. Die einzelnen Schuppen sind nur durch schmale Zvsahrtstraßen voneinander ge- lrennt, zum Teil hängen sie durch Gänge miteinander in vcr- bindung. stürz vor 12 Uhr loderten aus dein Dachgebälk des Schup- pcns der Firma Vogel plötzlich die hellen Flammen empor. Das Feuer hatle, als es von Angestellten bemerkt wurde, bereits einen großen Teil des leichtgebautcn Schuppens erfaßt. Der heftige Wind trieb die Jlammcngorben auf die angrenzenden Schuppen, die mit Waren, stiften und anderen vcrpockungsmatc- rialien bis obenan gefüllt waren, und als die ersten Löschzüge an der Brandstätte eintrafen, war es infolge der ungeheuren Hitze überhaupt nicht möglich, an den Brandherd Heranzugelongen. Mittlerweile fraßen sich die Flammen mit rasender Schnelligkeit weiter, sämtliche Schuppen brannten lichterloh. Es mußte die höchste Alarmstufe an die haupljcucrwoche in der Linden- ftraßc gegeben werden. Alle nur zur Verfügung stehenden Löschzüge wurden in allen Stadtteilen mobilisiert und an die Lrand- stelle beordert. Die Feuerlöschboote vom Ost- und W e st h a f e n, aus Köpenick und Spandau trafen hurz hintereinander auf dem ,Rummelsburger See ein und griffen in den Kampf gegen das Riesenfeuer ein. Schlauchleitungen von vielen hundert Meter Länge mußten gelegt werden. Von allen Seiten wurden aus über dreißig Schlauchleitungen größter Kaliber ungeheure Wasser- mengen in die Flammen geschleudert. Um Uhr hieß es, daß dos etwa 100 Meter entfernt liegende Schaltwerk der Reichsbahn in größter Gefahr fei. Alle strafte mußlen nun darauf konzentriert werden,«in W c i t c r g r« i f t n der Flammen nach dieser Seite zu verhindern. Das Gebäude wurde aus diesem Grunde für alle Fälle mit Löfchmamischaften besetzt. Es ist zu hoffen, daß es der Feuerwehr gelingen wird, das Schaltwerk vor der Vernichtung zu bewahren. Um 13 Uhr ist den Flammen noch immer nicht Einhalt geboten und es scheint, daß alle Anstrengungen der übermenschlich arbeitenden Wehren vergeblich sein sollen. Das Schlimmste ist die gefürchtete Strahlenhitze, die dem Fcuermeer entströmt, und vie sich noch auf eine Entfernung von weit über 100 Meter bemerkbar macht. Obcrbranddirektor G« m p p, der bald hier, bald an der anderen Ecke der Brandstätte auftaucht, gibt kurz die notwendigen Befehle: es klappt alles bis auf die W a ss e rz u s u h r e n, die offenbar nicht in genügender Menge herangeschafft werden können. Den Löschmannschaften läuft unaufhörlich der helle S ch weiß von der Siirn. Kurz nach 13 Uhr ist ein Teil des Schuppens unter großem Getöse zusammengestürzt. Ganz Stralau und Lichtenberg steht unter dem Eindruck de» Riesenfeuers. Ungeheuer find die Scharen der Schaulustigen, die immer neue Verstärkungen erfahren. Dos Aufgebot der Schutzpolizei hat es nicht leicht, die Neugierigen zurückzudrängen und eine„neutrale Zone" zu schassen. Besonders gut ist die Bekämpfung des Feuers von den Betriebsgehäuden des Bahnhofs Stralau-Rummelsburg zu beobachten. Unheimlich wälzt sich eine Riescnrauchwoltc über das Gelände. Bei Schluß des Blattes find die Löschorbeiten noch voll im Gang«. Ueber die E n t st e h u n g s u r s a ch e kann zur Stund« noch nichts gesagt, werden. Der Schaden dürste in die Millionen gehen.' Polnische und deutsche Zollbeamte schießen aufeinander. Maricnwcrder, 23. Mai. Zn der Nacht zum Sonntag sind zwei Polnische Grenz polizeibcamtc, die unbcfugterweise die deutsch-polnische Grenze überschritte« hatten und in das deutsche Grcnzpolizeigebäude in Neuhösen ein- gedrungen waren, in diesem Hause durch deutsche Grenz- Polizeibeamte festgenommen worden. Sie widersetzten sich der Festnahme mit ihren Ticnstwaffen und ver- Mündeten einen deutschen Beamten, so daß dieser ebenfalls von der Schußwaffe Gebrauch inachen mußte. Ein Polnischer Grcnzbeamtcr hat einen Bauch- s ch u ß erhalten und ist nach mehrstündigem Leiden daran gestorben. Ter verletzte deutsche Beamte ist von vier Schüssen getroffen, jedoch nicht lebensgefährlich verletzt. Räch der Festhaltung der in das deutsche Amtsgebäude eingedrungenen Polen, vielleicht auch infolge der Schüsse kam eine Anzahl weiterer polnischer Beamten über die Grenze und feuerte eine Menge Schüsse gegen das deutsche Amtsgebäude ab. Oer amtliche Bericht. Rlarienwerder, 26. Mai. Der Regierungspräsident teilt mit: Am 24. Mai, 2l Uhr, cr- crsolgte eine Grenzverletzung durch polnische Beamte bei Neuhöfen, Zwei polnische Grenzwachbeamte sind festgenommen. Bei dpm von ihnen geleisteicn Widerstand und einem Befreiungs- versuch durch andere polnisch« Beamte wurden ein deutscher und ein polnischer Beamter durch Pistolenschüsse verwundet. Keine Nacht ohne Schießerei. Wieder drei llnbeteiliglc verletzt.— Die Verantwortung der Polizei. Die Ausarkungen eines p o I i l i sch e n Rowdytums schlimmster Ars sind jetzt zu einer schweren Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Berliner Bevölkerung ge- worden. Es ist daher dringend erforderlich, daß die volijci olle erdenklichen vlaßnahmcn trifst, um dem gefährlichen Treiben endlich Einhali Jn ge- bieten? Sn der Nacht zum Sonntag ist es in der Lützowstraße zu einem regelrechten Feucrtamps zwischen Hatenkreuzlern Amnestie für Fememörder. „Willkommen'— Sin Kamerad mehr im Kampf gegen die Versllavungsregiekung Brünings* und Kommunisten gekommen. Während dh gegnerisch! Nl Rowdys selbst unverletzt blieben, wurden drei an dem Vorfall völlig uubeteiligte paffanten durch umherirrende kugeln erheblich verletzt. Mehrere Kommunisten, die nach den bisherigen Ermittlungen dies- mal die Urheber der nächtlichen Schießerei zu sein scheinen, wurden s e st g e n o m m e n und der Abteilung 1 A im Polizeipräsidium eingeliefert. Die blutige Schießerei, zu der bisher objektive Zeugen noch nicht ermittelt werden konnten, soll sich folgendermaßen abgespielt haben: Gegen XX2 Uhr nachts tauchten in der Röhe des Lokals„Afrika- Kasino" im Hause Lützowstraße 92, unweit der Potsdamer Straße. in dem etwa 25 bis 39 Nationalsozialisten eines Banden trupps eine Dersammlung abhielten, etwa 20 Kommunisten aus, die sich in kleinere Gruppen teilten und, in Hauseingängcn versteckt, auf die Nationalisten warteten. Di« Reäztsradikalen, die offenbar von der Absicht ihrer linksradikalen Gegner Wind bekommen lMtien. verließen geschloffen dos Lokal. Es kam sogleich zu einer S ch l n, g e z e i, bei der die Kommunisten, die in der Minderheit waren, den Kürzeren zogen und die Flucht ergreifen mußten. Sie flohen nach der Potsdamer Straße und die Nationalsozialisten eilten hinter ihnen her. Dabei sielen in einem Zeilraum von knapp zwei Winuien etwa 15 bis 20 Schüsse. Bei der weiteren Berfolgung der Kommunisten wurde auch ein Pas. sant, der Möbelträger Waller Satze wo aus der Prager Sir. 34, den die nationalistischen Movdbuben für einen Kommunisten Hi lten, durch tiefe Messerstiche in den Kops und>>> die Schulter schwer ocr- letzt. Außerdem wurden durch Schüsse zwei Personen, ein Fräulein Emma Fr« hojd aus der Borkstrohe 44a und ein Kaufmann Franz Schmidt aus der Wintcrfcldtstraße 36 durch Beinschüsse«r- heblich verletzt. Die Verletzten fanden in, Elisabethkrankenhaus in der Lützowstraße Ausnahme. Das lleberfallkommando nahm vier Kommunisten fest. Außerdem wurde der Führer der Nationalsozia- listen zur Vernehmung nach dem Polizeipräsidium gebracht. D e nationalsozialistischen Täter, die den Möbelträger durch Messerstiche verletzten, konnten leider noch nicht ermittelt werden. Bei der Ab- suchung der Straß« durch die Polizei wurden vor dem Liausc Pots- damr Str. Il8«in Revolver, der noch drei scharfe Patronen enthielt, und in nächster Nahe noch neun leere Patronenhülsen gefunden. Giraßenfchlacht in Pirmasens. Ein Toter, drei Schwerverletzte. JJ i r tn a s e n s. 26. Mal. ver zweitägige Parlelkag der stommunistischen Pariei am 24. und 25. Wal in Pirmasens endete in den Abendstunden de s Sonntags mit einem blukigen Zusammen stoß zwischen Kommunisten und Rationalsozialisten. Der kommunistische porleitag war becndei, und die auswärligcn Teilnehmer fuhren in Kraftwagen noch kjoufc. Eine Abteilung Kommunisten, die gegen 18 Ahr durch die Zweibrückcr Slroße fuhr, begegnete am Ausgange dieser Straße einem größeren Zuge pirmasenscr R a i i o n a l. s o z i a l i st e n. die zu Fuß von einer Feier in Bohmühlbach zurückkehrten. Bei der Begegnung kam es aus noch nicht geklärtem Anlaß zu einem schweren Zusammeitsloß. wobei Schuh-, Stich, und S l e b w a s f e n verwende« wurden. 3ns Krankenhaus mußten fechsperfonenmitschweren Verletzungen eingeliefert werden, von denen einer Inzwischen verstorben ist und drei weitere Personen in Lebensgefahr schweben. Acht Personen erlitten weniger schwere Verletzungen. Die überwiegende Mehrzahl aller Verlehlen zählk zu den Anhängern der Kommunistifchen Partei. Die össenkliche Ruhe ist durch Unterbindung aller öffentlichen Versammlungen aus Straßen und Plätzen sichergestellt worden. Aazi morden in Kürstenwalde. Fürslenwalde, 26 Mai. Ein blutiger Ueberfall spielte sich in der Nacht zum Sonntag gegen 12 Uhr an der Eck« Forst- und Posener Straße ab. Der Schuhmacher Ehrenfried I o p p aus der Kattowitzer Str. 4 kam in Begleitung zweier Arbeiter von einer Dcronstailuog der Sommu- ii i st i s ch« n Partei aus dem Capital und war auf dem Nach- Haufeweg begriffen. Iopp ist Mitglied der KPD.-Schalmeienkapellc und trug wohl auch«in Abzeichen der KPD. am. Rock An der Ecke Forst- und Posener Straße stürzten plötzlich eine Horde von kl bis 10 Nationalsozialisten, izie sich hinter den für den Arbeitsamtbau angefahrenen Steinen verborgen hatten, auf die drei zu. Mit den Worten:„Mach dich fertig, jehl bist du dran" erhielt Zopp einen Schlag über den Kopf und einen Messerstich in den Rücken. Iopp flüchtete, kam aber nur bis zum Grundstück Forst- straße 2, wo er blutüberströmt zusammenbrach. Ein Hausbewohner, durch das Stöhnen des Iopp erwacht, benachrichtigt« sofort die Polizei und das Krankenhaus. Iopp wurde in das Krankenhaus eingeliefert, wo er am Sonntag abend gegen 9 Uhr seinen Verletzungen erlegen ist. Die noch in der Nacht aufgenommenen polizeilichen Ermitt- lungen führten am Sonntag morgen zur Verhaftung von vier Mit- gliedern der Nationalsozialisten. Es sind dies: Willy Ulrich, Düppelstr. 4, Alfred lauer, Frankfurter Str. 11, Karl(B r-o n a u, Laubenkolonie„Neue Welt", und Karl Wenzel, Tuchmacherstr. 4. Die Verhafteten sind dringend verdächtig, an dem feigen Ueberfall beteiligt zu sein. Aufgabe des Reichsbanners. Parteipolitische Neutralität. Königsberg, 26. Mar.(Eigenbericht.) Auf dem G a u t a g des ostpreußischen Reichsbanners, der am �»«ltag in Königsberg stattfand, wurde folgend« Entschließung nezenommen und dem Bundesvorstand telegraphisch übermittelt: „Die Weiterarbeit des Reichsbanners Schwarz-Rot- ilntd ist gerade heut« unerläßlich. Diese Weiterarbeit hat nur .inen Sinn, wenn sie auf der bisherigen Grundlage der parteipoli- tischen Neutralität erfolgt. Das Reichsbanner Schwarz-Rot- Gold muß der Demokratie Schutz gewähren und Herz und Hirn der Staatsbürger für den demokratischen Staat gewinnen. Je erfolgreich« wir unsere Arbeit leisten, desto besser wird auch die von uns ersehnte soziale Ausgestaltung der Republik zu er- reichen sein." Oer Narr von Innsbruck. Was er seinen Gläubigen erzählt. Innsbruck, 26. Mai. Der Heimwehrsührer Dr. Et ei die sagte in einer Rede: Die Heimwehr sei aus ihrer Zurückhaltung hervorgetreten, da keine Forderung der Siegerstaaten auf Entwasfnung Oesterreichs vorgelegen habe. Es sei einzig und allein nur der versuch einer soziallstischen Regierung gewesen, dem österreichischen volfchewikmus zu Helsen, und dagegen habe man sich zur Wehr gesetzt.„Obwohl wir die außenpolitischen Lage vom Standpunkt eines Volkes, das den Krieg verloren hat, sehr gut zu würdigen wissen, haben wir gegen diesen Versuch einer auswärtigen Einmischung(er nannte die e n g l i l ch c Regierung. Red.) und der inneren Verbeugung davor Stellung genommen und sind aus nationalen Gründen gegen das 'Ansinnen der freiwilligen Wehrlosmachung uni einen Beutel nicht einmal übermäßig vielen Goldes willen aufgetreten." Dr. Steidl« erklärte schließlich:„Wir wären höchstens in Verlegenheit ge- kommen, wenn man unsere Vorschläge angenommen hätte. weil wir dadurch indirekt das bisherige Systen noch weiter hätten schützen müssen. Man hat vollkommen den Ernst der Stunde ver- könnt. Auch unsere Absicht, im Interesse der wahren inneren Be- iriebung unseres Staates und Volkes zuerst die Macht der wahren Staatsseinde zu brechen und der Regierung einen Weg ins Freie zu öffnen, hat man verkannt.", Zenira�problem Arbeiislosigkeii. Außergewöhnliche Maßnahmen in(Zngland. London, 26. Mai.'(Eigenbericht.) Lansbury, xiner der Unterzeichner des Mosley-Memo- randums über die Arbeitslosenirage, erklärte in einer Versamm- liing, daß die englische Regierung, wenn nicht international gegen die Arbeitslosigkeit vorgegangen werden könne, zu garzz außergewöhnlichen Not maßnahmen schreiten müsse. Dieselbe Auffassung scheint auch Macdonald zu haben, denn er hat vor einigen Tagen das Arbeitslosenproblem als die wichtigste wirtschaftliche und politische Frage Englands bezeichnet. Unter den Liberalen herrscht große Unklarheit darüber, wie sie sich am Mittwoch zu dem konservativen Mißtrauensantrag ver- halten werden. Das Erpresiungsmanöver Lloyd Georges— Wahl- rcforni zugunsten der Liberalen— har selbst bei einem Teil seiner Anhänger starten W derspruch gesunden. Bei den Kon se r oa- t i v e n ist die Angst vor Neuwahlen so groß, daß die Re- gicrung am Mittwoch über die Klippe glücklich herumkommen dürfte. Mussolinis Kriegstreiberei. Aufregung in pariel. Paris, 26. Mai.(Eigenbericht.) Die Drohreden Mussolinis gegen Frankreich haben gehörig ein- geschlagen. Selbst Pertinax vom„Echo de Paris", der reaktionärste aller französischen Außenpoiitiker, protestiert zwar etwas spat, aber mit oerdoppelter Schärfe gegen die Drohungen Mussolinis. Bisher hat Pertinax immer wieder Briand den Vorwurf gemacht, er be- müh« stch nicht im geringsten, in direkter Aussprache mit Mussolini die Mißstimmigkeiten zwischen den beiden lateinischen Schwester- Nationen aus der Well zu schassen. Heute jedoch erklärt Pertinax, daß Frankreich sich die Drohungen Mussolinis nicht länger ge- fallen lassen könne. Die seit zwei Jahren andauernden Ver- Handlungen müßten sofort eingestellt werden. Es sei aussichts- los, sich mit jemand oerständigen zu wollen, der von vornherein entschlossen sei, mit Gewalt zu nehmen, was er mit Diplomatie nicht erreichen könne. Mussolini selbst müsie Frankreich verachten, wenn es jetzt noch weiter zu verhandeln versuche. Es fei nach den Reden Muffolinis klar, daß dos italienische Volk direkt auf einen Krieg hingcsteuert werde. Schultz beantragt Verfahren gegen Nydahl. Bürgernleister Dr. S ch o l tz ist, von seinem Urlaub zurück- gekehrt, heute im Ra'hau» erschienen. Wie verlautet, Hot er den Antrag an den O b e r p r ä s i d e n t e n gestellt, ein Disziplinar- verfahren gegen den Stadtschulrat R y d a h l einzuleiten, um die öffentlich erhobenen Beschuldigungen zu klären. ZZ Danziger Londorbeiler waren angeklagt, unter kommu- ni'tijchem Einfluß Zlusschreitungen gegen Arbeisswillige und Poli- -iitcn verübt zu haben. Drei wurden jreigesprochen, die anderen 30 m Gcsängnis voii 2 bis 21 Monaten verurteilt. Aas Mordgeständnis in Düsseldorf. Doppelleben des Mädchenmörders Kürten. Ten ganzen Sonntag über wurden im Polizei- Präsidium Düsseldorf weitgehende Vernchmun- gen des der Mordtaten beschuldigten Kürten und von Zeugen, teilweise unter Gegenüberstellung, vorgenommen. Zusammenfassend kann gesagt werden, daß der Tatverdacht sich so verstärkt hat, daß seine Verhaftung gerechtfertigt erscheint. Düsseldors, 26. Mai.(Eigenbericht.) Die Polizei gibt nur sehr wenig über die Geständnisse des ver- hafteten Massenmörders Kürten bekannt, wie es heißt, um durch jetzige Veröffemlichungen nicht die Zeugen zu beeinflussen. Es wird aber bekannt, daß Kürten auch die Morde an der elfjährigen Rosa Ohlighr, an dem Maschinisten Scheer und den Uebersall aus Frau kühn eingestanden hat und zwar will er den Maschinisten Scheer ermordet haben, weil dieser um den ersten Mord an Rosa Ohliger Bescheid wußte. Die ermordete Ohliger wohnte nur wenige Minuten von der Wohnung des Mörders entfernt, sie wurde in unmittelbarer Nähe des Hauses, hinter der Vinzenskirche, mit Petroleum übergössen, aufgefunden. Kürten bewohnte mit seiner Frau in der Mettmanner Straße eine Mansarde, die durch eine Petroleumlampe erhellt wird. Es liegt also sehr nahe, daß er'im Besitz von Petoleum war, ohne daß er sich als Käufer verdächtig niachte. Er ist siebzehnmal vorbestraft, dar- unter mehrere Mal« zu einigen Jahren Zuchthaus. Mit' 16 Jahren suchte er sich ein Mädchen dadurch sexuell hörig zu machen, daß er es mit einem Beil bedrohte und später aus den Vater des Mädchens sünf Schüsse abfeuerte. In den letzten Iahren machte er sich an Hausangestellte heran. Er fälschte das Datum seiner Geburt, um junger zu erscheinen: obwohl er beinahe 30 Jahre alt ist, sieht er aus wie ein Dreißigjähriger. Cr bekam mit seiner Frau oft Streitigkeiten, weil häusig junge Mädchen die Wohnung aufsuchten, um sich zu beschweren, daß er sie vergewaltigt und um ihre Barschast betrogen habe. Die Frau ahnte von dem Doppel- leben ihres Mannes jedoch nicht alles. Sie ist die Nacht über in einem Cafe beschäftigt und mußte fast den gesamten Lebens- unterhalt allein verdienen. Der Massenmörder war aber unsicher geworden. Sein letztes Opfer, das er am 14. Mai d. I. würgte und vergewaltigte, hatte er vorher in seiner Wohnung gehabt. Er hat das Mädchen nach der Vergewaltigung gefragt, ob es seine Wohnung wiederfinden würde. Trotz der Erregung war das Mäd- chen so klug, dies zu verneinen. Deswegen ließ Kürten von ihr ab. Er befllrchlete aber doch, das Mädchen könne die Wohnung finden und legte seiner Frau am Donnerslog ei» Geständnis ab. Die Frau wollte ihm zunächst nicht glauben. Sie entsann sich aber plötzlich, daß ihr Mann im vorigen Jahre im August, als sie morgens von der Arbeit kam, mit schmutzigen Schuhen und blutigen Kleidern nach Haus« gekommen war. Ihre Fragen hatte er brüsk abgelehnt. Die Erinnerung an diesen Vorfall gab der Frau die Gewißheit, daß das Geständnis echt war. Kürten erklärte, er müsse eine ander« Wohnung suchen, da die Polizei kommen könnte. Am selben Tage führte das Mädchen die Polizei vor dos Haus ihres Verführers. Kürten war bereits flüchtig. Auch die Frau suchte nicht mehr die Wohnung auf. Die Mansarde war ihr zu unheimlich geworden. Die Frau hat aber offenbar die Polizei auf die Spur ihres Mannes gelenkt. Sie verabredete mit ihrem Mann am Sonnabend sin Rendezvous im Norden der Stadt, von dem die Kriminalpolizei Kenntnis hatte. So gelang es. Kürten zu veryaften. Offenbar hat er unter dem Eindruck, seine Frau habe ihn verraten, ein umfassendes Geständnis abgelegt. Die Frau erlitt Scmntagnachmittag«inen Nervenzusammenbruch und mußte in die Heil- und Pflegeanstalt für Geistestranke überführt werden. V_ Nachsucht gegenüber der Menschheit.� Kürten hat sein Tun und Treiben so geschickt zu ver- sch leiern gewußt, daß kaum einer der Hausbewohner auf den Gedanken gekommen wäre, in dem sonst sehr zurückhaltenden ver- schlossenen Mann den Düsseldorfer Massenmörder vor sich zu haben. Erst das kürzlich im Grafenberger Wald an einer Hausangestellten ausgeftihrte Sittlichkeitsverbrechen, von dem die Polizei nur zufällig erfuhr, lenkte die Aufmerksamkeit aus den nunmehr Verhafteten. Die Art des Ueberfalls ließ sofort den Verdacht auftauchen, daß der Täter sehr wohl mit den übrigen Mordtaten und Verbrechen in Verbindung gebracht werden könne. Die Ermittlungen der Kriminal- Polizei ergaben dann bald, daß es sich bei dem Täter nur um den Arbeiter Peter Kürten handeln könne. Inzwischen muß Kürten aber, nachdem er auch Auseinandersetzungen mit seiner Frau gehabt hatte, unsicher geworden sein oder gemerkt haben, daß man ihn beobachtet«. Jedenfalls kehrte er am Freitag nicht mehr in seine Wohnung zurück. Inzwischen hatte er sich in einem anderen Stadtteil ein Zimmer gemietet. Die Kriminalbeamten warteten aber auch hier vergebens. Endlich erhielt die Polizei Kenntnis davon, daß sich Kürten am Sonnabend nachmittag am Rochusplatz mit seiner Frau verabredet habe. Hier griff die Polizei zu. fesselte den Verhafteten, der so überrascht war, daß er keinen Widerstand leistete und abgeführt werden konnte. Während der Nachmittags- und Abendstunden wurde Kürten vernommen und a n einige Mord st eilen geführt, um seine Angaben nach- zuprüfen Die Tatsache, daß die im August Überfallene und durch zahlreiche Messerstiche verletzte Hausangestellte Schulte, die als einzige der Ueberfallenen eine genaue Personalbeschreibung des Täters geben konnte, ihn mit aller Bestimmtheit als den Täter wiedererkannte, festigte die Gewißheit, in Kürten den Massenmörder gefaßt zu haben. Wenn auch von der Polizei darauf hingewiesen wird, daß es noch zweifelhaft sei, ob Kürten für alle Mordtaten und Ueberfälle in Frage kommt, so steht doch schon jetzt das ein« fest, daß mit ihm ein gefährlicher Sittlichkeitsverbrecher unschädlich gemacht worden ift, dem mit Sicherheit zum mindesten ein erheblicher Teil der scheußlichen Düsseldorfer Verbrechen zur Last gelegt werden muß. Ein weiteres Telegramm meldet: Kürten hat auch zugegeben, die bekannten„Viörderbriefe" geschrieben zu haben, in denen er der Polizei den Fundort der Leiche der kleinen Alber- mann und die Stelle bei Papendelle angab, wo die Leiche der Maria Hahn vergraben sein sollte. Bei der Gegenüberstellung mit einem weiteren überlebeirden Opfer, Frau M e u r c r, die er am 23. Oktober 1929 abends in der Dunkelheit angesprochen und dann überfallen hatte, erkannte Frau Meurer ihn zwar nicht nach dem Aeußeren, wohl aber bestimmt an der Stimm« wieder. Der lieberfall auf Frau Meurer war an einer dunklen, nicht beleuchteten Stelle ausgeführt worden. Zu erwähnen ist noch die Sicherheit, mit der Gertrud Schulte unter einer Gruppe von etwa fünfzehn Männern ihren damaligen Begleiter und vielgesuchten„Postbeamten Baumgort" Viedererkamrt«. Mrten macht, wie oerlautet, bei seiner Vernehmung durchaus nicht den Eindruck, als ob er einen geistigen Defekt habe, sondern er macht sein« Angaben klar und sachlich und will nur aus „Rachsucht gegenüber der Menschheit" gehandelt hoben. Er wahrt bei seinen Aussagen' die größte Ruhe und zeigt keinerlei Zeichen der Reue. Frau Kürten, die am Sonn- abend nachmittag ebenfalls verhaftet worden war, ist am Sonntag abend nach eingehendem Verhör wieder auf freien Fuß gesetzt, aber auswärts untergebracht worden— um sie vor Belästigung des Publikums zu schützen. Das Auswärtige Amt und der Etat Etatsüberschreitungen aus dem Geheimfonds. Die Beratung des Haushalts des Auswärtigen Amtes wurde im Ausschuß für den Reichshaushalt am Montag begonnen und setzte zunächst friedlich mit der Erörterung einzelner Etats- Positionen ein. Der neue Berichterstatter Dr. v. F r e y t o g h- Loringhoven, dem an Stelle des früheren langjährigen Bs- richterstatters Dr. Hötzsch das Referat von seiner Fraktion übertragen worden ist, beschränkte sich darauf, Bergleichc zu ziehen zwischen oem deutschen und dem englischen und französischen Etat der auswärtigen Ministerien. Er kam zu dem Schluß, daß der deutsche Etat ver- gleichsweise außerordentlich hoch ist. Auch der Mtberichterstatter Or. Breitscheid(Soz.) hob insbesondere die steigende Tendenz der Ausgaben für die ausländischen Missionen hervor. Der Etat, der 1914 21 Millionen ausgemacht habe, betrage jetzt 63 Millionen Mark. In diesem Jahre verlange das Auswärtige Amt Mittel für die Umwandlung der bisherigen Gesandtschaften von Buenos Aires, Rio de Janeiro und Santiago zu Botschaften. Cr könne ober die Be- griindung nicht für stichhaltig anerkennen. Ganz Chile z. B. habe eine Einwohnerschaft von 4 Millionen, da erscheine die Umwand- lung doch wirklich überflüssig. Wie wolle man andere größere Länder, z. B. Polen, mit seinen 27 Millionen Einwohnern, ab- weisen, wenn man hier zustimme? Es wäre am besten, wenn diese Unterschiede zwischen Botschaften und Gesandtschaften I. Klasse ganz verschwinden könnten, und er frage an, ob die Regierung nicht beim Völkerbund die Initiative zur Aenderung des jetzigen Zustandes ergreifen könne. Dr. Breitscheid brachte dann die Art ui)d Weise zur Sprache, mit der im Auswärtigen Amt noch intmer mit dem Haushaltsrecht umgesprungen werde. Aus der neuesten Rechnungslegung gehe hervor, daß z. B. das Aus- wärtige Amt bei 33 Titeln erst nach der Verausgabung höherer Mittel die Genehmigung des Reichssinanzministeriums nachhesucht habe Die Verhältnisse hätten sich dank der stärkeren Kontrolle, ins- besondere des Rechmingsunterausschusses. zwar schon gebessert, aber das Auswärtige Amt scheine immer noch eine Art doppelter Buchführung zu haben, und scheine nunmehr auch, was gänzlich unhaltbar ist. den Geheimfonds für Elalüberschreilungen in Anspruch zu nehmen. Wenn in Kattowitz für eine Badewanne 800 bis 900 M� verausgabt, wenn für eine Rolle Tapete 14 M. gezahlt werden, wenn zur Abnahme eines in Stuttgart bestellten Autos ein Ministerial-- rat, der nicht einmal besondere Fachkenntnisse habe, eigens dort hin- geschickt werde, wenn einem deutschen ausländischen Vertreter für eine Reise ein Salonwagen für 18 000 M. zur Verfügung gestellt wird, so könnten die einzelnen Vorgänge ja zwar als kleinlich erscheinen, das Ganze zeige aber, daß das Auswärtige Amt noch immer weil davon entfernt sei. die unbedingt notwendige Sparsamkeit zu üben. Reichsaußenminister Or. CurtiuS wies einleitend darauf hin, daß die deutsche Außenpolitik noch immer nicht stabilisiert sei. Daher dürfe auch der Etat 1930 noch nicht etwa als ein stabilisierter Normaletat angesehen werdey. Unter diesem Vorbehalt sei er aber mit einem Vergleich seines Etats mit dem ausländischer Staaten durchaus«inverstanden. Die Vergleiche müßten aber natürlich unter Berücksichtigung der verschiedenen Ver» Hältnisse und der in Frankreich und England verschiedenen Art der Etatisierung angestellt werden. Tue man das, so ergebe stch, wie die Berichterstatter werden anerkennen müssen, daß z. B. die Kosten des Auswärtigen Amts in England sich auf 7,8 Millionen, in Deutschland aus 7,7 Millionen beziffern. Für den ausländischen Dienst der Missionen werden in England 42 Millionen, in Deutsch- land 33 Millionen, also etwa 7 Millionen weniger, verausgabt. Wenn die starke Besetzung einzelner Missionen bemängelt worden sei, so dürfe man die besonderen Gründe für solche stärkere Be- setzung und für«ine besonders starke deutsche Delegation bei aus- ländijchen Konferenzen usw. nicht unberücksichtigt lassen. Wenn Deutschland als einziger Schuldnerstaot einer großen Zahl von Gläubigerstaaten bei den Verhandlungen gegenüberstehe, so müsse die deutsche Delegation natürlich stärker besetzt sein als die der. einzelnen Siegerstaaten. Vambusknüppel gegen Galzstürmer. Mcktorrad-Weltfahrer als Anführer. Bombay, 26. Mai.(Eigenbericht.) Am Sonntag war das Salzdepot Wadalo dos Ziel eines Angriffs, der von dem Motorrad-Weltfahrer Vumgara geleitet wurde. Die Polizei verhaftete ihn und 100 seiner Anhänger. Eine große Volksmass« versuchte die Festgenommen zu befreien. Die Polizei hieb die Angr�fer mit Vambusstöcken oüse'inandcr. Hierbei wurden 17 Personen mehr oder minder schwer verletzt. Zepp in Rio. Auf dem Rückstug nach pernambuco. Rio de Janeiro. 2S. Mai. Das euflschisf„Graf Zeppelin- ist um 7.55 Uhr(ll.55 MEZ.) gloit aus dem Zlugplah Santo Alsonso gelandet. Das Luslschiss hatte bereits kurz nach Mitlernacht dir Stadt Rio über- slogen, fehle aber Offenbar, um eine Rachtlandung zu vermeiden, seinen Zlug nach Süden in Richtung nach Santo» sort. Dr. Cckener und der brasilianische Präsident Washington£ulz tauschten Funksprüche miteinander aus. Roch der Einnahme von Lebensmitteln und Brennsioss ist„Gras Zeppelin" um g.l5 Uhr Ortszeit wieder ausgestiegen, um nach pernambuco zurückzufliegen. Der Ausstieg ging glatt vonstalten und das Luslschiss verschivand von den Hochrufen einer ungeheuren Menschen- menge begleitet, noch Rorden. Bahia, 26. Mai. Das Luftschiff„Traf Zeppelin" passierte auf der Rückfahrt von Rio B a h i a in Richtung Pernambuco um 12 Uhr 2S Min. früh (4 Uhr S Min. mitteleuropäischer Zeit). Kommunistische Glanzleistung. Verrat an den Opfern veralteter Iustiz. Auf sozialdemokratischen Antrag beschäftigte sich der Strafgeseh- ausschuß des Reichstages heut« mit der Frage, ob der bereits bis zur zweiten Ausschuhlesung gelangt« Strafgesetzentwurf für den Fall einer Auflösung in den künftigen Reichstag übergeleitet werden solle und ob schon jetzt die Bestimmungen des neuen Gesetzes über die mildernden Umstände in Kraft treten sollen. Nach den sozialdemokratischen Borschlägen sollen bei vorliegen- den mildernden Umständen an Stelle der Todesstrafe nnd an Stelle von lebenslangem Zuchthaus Zuchthaus nicht unter drei Jahren treten, an Stelle von lebenslanger Festungshaft Festungshaft nicht unter drei Jahren, an Stelle von zeitlicher Festungshaft Festungshaft nickst unter drei Monaten, in allen übrigen Fällen Gefängnis nicht unter drei Monaten. Daß dieser Antrag, der eine starke Humanisierung der Rechtsprechung zur Folge haben würde, bei den reaktiv- nären Parteien Widerspruch finden würde, war vorauszu« sehen, zumal der sozialdemokratische Vorschlag die Todesstrafe in den meisten Fällen abschassen und bei Meineid an die Stelle der Mindeststrafe von einem Jahr Zuchthaus ein« Gefängnis- strafe nickst unter drei Monaten setzen würde. Aber die K o m m u- n i st e n, die immer überfließen von schönen Worten für die„Opfer der Klassenjustiz", stimmten diesen Antrag nieder. Ein glatter Verrat an den Unglücklichen, die wahrscheinlich selbst von den Richtern geringer bestrast würden, wenn das Gesetz nicht Mindeststrafen vorsehen würde. Der sozialdemokratische Antrag, für besten Annahme die lge- nassen Landsberg und Rosenfeld«intraten, wurde mit den 15 Stimmen der Deutschnationalen, des Zentrums, der Bayerischen Volispartei, der Wirtschafts- parte! und der Kommuni st en gegen die 13 Stimmen der Sozialdemokraten, Demokraten und Deutschen Volkspartei abgelehnt! Hätten die drei Kommunisten mit den Sozialdemorkaten gestimmt, so wäre der sozialdemokratische Antrag angenommen worden. Der Verrat der Kommunisten hotte vollen Erfolg. ' Kommunistischer Rückzug. Die Reichswehr gibt sich zufrieden. Die„Rote Fahne" hat� seinerzeit behauptet, daß die Reichs- wehr in Verbindung mit den Bombenattentaten der letzten Monate stehe. Darauf hatte der Reichswehrminister Strafantrag gegen die„Rote. Fahne" gestellt. Eine Gerichts- Verhandlung darüber ist bereits geführt worden. Auf Grund dieser Verhandlung hat die„Rote Fahne" eine Erklärung oeröffent- licht, daß sie nach Kenntnisnahme der Untersuchungs- ergebnifse gegen die Bombenattentäter ihre Behauptung nicht aufrechterhalten könne und sie zurücknehme. Nach Nerössentlichung dieser Erklärung hat der Rcichswehrminister den Strasantrag zurückgezogen. Giahlhelm-Blüien. Sin hoffnungsvoller Jüngling.— Rachwuchs für Fricks Beamtenstab. Weimar, 26. Mai.(Eigenbericht.) Als am Sonntag ein mit einem schwarzrotgoldenen Wimpcl vsr» sehenes Auto durch Jena fuhr, wurde diesem vor einem stahlhclm- geschmückten Radfahrer zugerufen:„Schwarzrotsch...!" Die Autvinsasten wandten sosorr um und verfolgten den Mann. Dieser geriet auf der Flucht auf den Bürgersteig und überfuhr ein vierjähriges Mädchen. Daraufhin verprügelten ihn Passanten. Die Autoinsassen nahmen sich des Beleidigers an und überlieferten ihn der Polizei. Es stellte sich heraus, daß man es mit dem 2 1 j ä h r i. gen Studenten der Rechte Martin Knauth zu tun hatte. Sein verächtlicher Zuruf ist um so bezeichnender, als erst am Freitag der Stahlhelmsührer Seldte in einer Studentenversammlung in Jena sprach. Der Mann ist immerhin würdig, demnächst als nationalsozia- liftischer Polizoibonze von Frick vorzugsweise befördert zu werden. Das(Znde der Welsen. Sie schlüpfen bei Treviranus unter. Hannover, 26. Mai.(Eigenbericht.) Nach dem Eingehen der„Hannoverschen Landeszeitung", des letzten Organs der Deutsch-Hannoverschen Partei, scheint nun auch die Partei selbst von der politischen Bildfläche verschwinden zu wollen. Wie der Vorsitzende der Partei, Gras von Bernstorsf. am Sonntag in Uelzen aus einer Landesversammlung mitteilte, anerkenn« die Polkskonseroative Vereinigung allein die Deutsch-hannoversche Partei als die auf christlicher Grundlage stehende bodenständige Partei in Hannover. Sie oerzicht« aus diesem Grunde auf iede parteimäßige Arbeit und unterstütze für dm Fall von Neuwahlen die Deutsch» hannoversch« Partei. Danach sind die Welsen also nichts anderes mehr als eine Parteifilial« der Volkskonfervativen Bereinigung des Herrn Treviranus. Staaisgericht gegen Haßgebei. Wirth verlangt die Entscheidung. Reichsinnenminister Dr. Wirth Hot setzt definitiv an den Staats- gerickstshof für das Deutsche Reich den Antrag stellt, den thürin- gischen Regierungserlaß wegen der Schulgebete für oer» faUisKSSwidria zu erklären. ff GchMer- Theater. „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung." G r a b b« titulierte sich selbst ehrfürchtig als„Uebervich". Betete seine Gattin, die vergrämt«, Frau Lucie, ihn an, so hieß sie ihn einen„misgenistenen Felsen". Meist haßt« sie ihn, meist keifte sie ihn an. Sie sperrte ihm das Brot und das Bett, sie ließ ihn erst zum Sterben wieder ins Haus. Als er ausgelitten hatte, kochte sie sich einen starken Kassee, um in ihrer Witwentrauer nicht zusammen- zubrechen. Hierauf band sie aus Lorbeerblättern, die eigentlich zur Bratenwürze bestimmt waren, einen Kranz und schmückte damit das arme Haupt des entseelten Genies. Grabbe lebt« diese tragische Groteske des Seins und Untergangs schmerzvoll und würdelos. Gleich nach dem ersten Historientrau erspiel, das er gestaltete, dichtete er aus Trunkenheit, Gespensterstircht und überströmendem Geistes- Hochmut seinen ungeheuerlichen Karnevalschwank. Er wollte— was die heutige Jugend auch will— die ganz« Betriebsliteratur, aber auch die Rebellen Heine und Börne, aus der Welt schaffen, damit er allein das Reich der Dichtung regiere. Di« Regisseure begrübelten lange dos szenische Monstrum, ehe sie sich heranwagten. Erst in unserer Zeit der Regisseurtyrannei versuchten sie wieder und wieder Theaterfeuer aus dem Stück herauszuschlagen. Fehling folgt aus Erich Engel und Georg« Altmann in Berlin. Fehling zentralisiert im Schiller- Theater das Ganze um den fabelhaften Austritt der Besoffenheit, der Tiessinn und Unsinn wild durcheinanderwirft. Der Teufel und der Punsch, Grnbbes treueste Kameraden all die Jahre, da er sich zum Parnaß hinaufschleppte, um schließlich doch auf l)alb«m Wege liegenzubleiben, erhielten die Hauptrollen. Zunächst der Teusel.— Er ist bei Fehling ein schlapper und verweichlichter Geselle, nicht der Regent einer mephistophelischen Hölle, sondern ein Stutzer, dessen Großmutter gleich einer jungen Barockprinzessin ausgetakelt wurde. Wozu nach Logik fragen? Es soll alles auf der mit krummen Wegen und Jüdeln und verrückten Zinnen ausgestatteten Bühne durcheinanderwirbeln. Don den Russen, die das Theater durch den Clcmmspaß verwechseln, stammen diese Regieeinfälle. Nein, sagen wir lieber umgekehrt: Wir brauchten die Russen nicht. Grabbe hat vor hundert Jahren vor den Künstlern des Sowjetvolks diesen reinen Schau- und Atrobatenstil erfunden. Er schrieb zum Beispiel für eine ganze Szene gar keinen Text und befahl nur, daß jemand aus der Bühne dreizehn Schneidertein um- bringen soll. Der Regisseur mußte all« Handlung dazu dichten. Fehling läßt sich das nicht zweimal sagen und inszeniert einen Mord, bei dem es hahnebüchen komisch zugeht. Der Theaterkunsthandwerker jubelt, weil ihm das Grabbesche Libretto solche Extravaganzen gestattet. Dann sind aus dem Personal des Staatstheaters die amüsanten Typen und Masken auszusuchen. Voran der Teufel: Aribert Wäscher. Cr ist eher Reklamechef der überheizten Unterwelt als selbständiger Generaldirektor. Es folgt Paul Bildt als Dorf- schulmeister, er repräsentiert Borniertheit und Besoffenheit in allen Schattierungen. Hierauf Paul Günther als Dichter. Der Rc- gisseur Fehling staffiert ihn als einen köstlichen Dersisex aus. der nach Schillerscher Karikatur die nackten Spinnenbeine ins kalte Wasser tauchen muß, um aus dem ausgelaugten Gehirn die letzten Gärungs- stoffe auszupumpen. Es poltert über die Bühne W o l f g a n g Heinz als verliebte Vogelscheuche, in der sich das von Rum- und Ruhmsucht verseuchte Genie Grabbe unbarmherzig selber persifliert. Die betrunkenen Genies liebten stets solche Persiflage. Sie sind stets so grausam gewesen, mögen sie in Deutschland oder Frankreich oder in den Vereinigten Staaten Amerikas, wie Edgar Allen Poe, ge- boren fein. Man muß Literaturgeschichte und auch die Irrweges«? Alko- holiker kennen, um sich durch das Grabbesche Labyrinth zurecht- zufinden. Fehling wollte den Zuhörern die Gelehrsamkeit ersparen und spielte da, wo Grabbe auf die romantische Vergangenheit an- spielte, auf unseren Berliner Federsuchserbetrieb an. Radio, Zeileis, Alfred Braun und ähnliches, was Schmuck und Schande unserer Tage ausmacht, wurde ironisiert und beklatscht. Fehlings Aufführung sollte Prolog zu den Berliner Kunstwochcn 1936 sein. Der Prolog war unfeierlich und ausgelassen. Man bedenke auch, daß Grabbe tantiemefrei ist. Er verpflichtet nicht zur U eberschrei tu ng des ge- schmälerten Nothaushalts der Staatstheater. Der Klassiker zweiter Ordnung ist schließlich auch leichter �u bewältigen als die unsterb- lichen Pathetiker. Aber die Jungen und Jüngsten müssen nun wieder warten bis zu den Kunstwochen 1931. Hochdorf. » Börsen-�äuberromaniik. Matinee im Lessingtheater:„Wetten daß...« Der Autor der Komödie„Wetten, daß...", Hermann Richte r-Hollc, hat die Freundlichkeit, uns einen Blick hinter die Kulissen des Börsengeschäfts zu gestatten Ein paar Bankdirek- toren sind hinter einem Aktienpaket her, und wir werden Zeugen einer aufregenden Jagd, in der soviel von Maforitäten, Minoritäten, springenden Kursen, phantastischen Aisfern und knifflichen Manövern die Rede ist, daß es uns ganz wirr ums Herz wird. Statt ernst« und Institut zur Erforschung des Menschen. Zur Eröffnung des neuen Kaiser-Wilhelm-Instituts in Heidelberg. Der erst« Eindruck, welchen man von diesem jüngsten Forschungsinstitut der Kaiser-Withelm-Gesellschast erhält, ist durchaus künstlerischer Natur. Man empfindet unmittelbar die klare architektonische Gliederung des in der Einsachyeit seiner Linien« sührung wahrhaft schönen Baues, dessen Eingefügtsein in die Land- schast der Neckarberge vollkommen organisch wirkt. Zu voller Er- kenntnis und Bewunderung der Leistung des Erbauers, des Dresdener Architekten Prof. F r e e s e, zwingt aber erst ein Rund- gang durch das Haus. Die Beziehungen der Physik zu der Medizin führen zu allererst über die Strahlung und im erweiterten Sinne über die Elektrizität. Nach dieser Seit« hin hat denn auch der Leiter des Physik- i n st i t u t s, Prof. Dr. Haußer, seine Abteilung in erster Linie ausgebaut. Neben zahlreichen kleinen Arbeitsräumen mit Ein- richtungen, wie sie jeder Physiker braucht, steht man dort einen Raum für Röntgenoersuche, der mit ganz besonderen Sicherungen versehen ist. Die ganze Apparatur kann in einem völlig mit strahlungsundurchlassigen Bleiplatten umkleideten Raum so unter» gebracht werden, daß die Bedienung von außen erfolgen kann, ein zu Versuchen außerhalb des Röntgenroums etwa benötigter Strahl fällt durch eine Oejsnung, so daß der Experimentator vor den schädlichen Wirtungen absolut geschützt ist. und Gastspiele. sachliche Arbeit zu leisten, beschäftigen die Wirtschaftsführer ein Heer van Spionen, schließen Wetten ab, die ihre ganze Existenz in Frage stellen, und machen kalten Herzens Mordversuche. Die Bühnen- figuren sowohl wie die Zuschauer sitzen drei Akte lang sozusagen auf dem Pulverfaß. Ihre künstlerisch« Weihe bekommt die Komödie durch eine eingeflochtene, nicht weniger aufregende Liebesgesch-chte. Der Autor belehrt uns, daß Liebe und Geschäft nicht zusammenpassen, nicht aber darüber, wozu er seine Räubergcschichte auf die Bühne bringt. Unter der Regie von Heinz Dietrich-Kenter geht das Spiel in einem Höllentempo vonstatten. Maria Fein gibt die Favoritin vornehm zurückhaltend und mit innerlicher Spannung, so daß wir wenigstens einen Genuß aus der überflüssigen Veran- staltung nach Hause tragen vgr. Gastspiel Laiin Bolpi. Troubadour in der Lindenoper. Das Singen dieses jungen Italieners ist ein schönes Natur- ereignis. Nicht was, nicht wie— sondern, daß er singt, macht Lauri Bolpis Erfolg: daß er diese Tenorstimme hören läßt, die an elementarer Krast, gesunder Fülle, strahlendem Glanz nicht ihres- gleichen hat. Sein Auftreten— als Manrico in Berdi» „Troubadour"— steht freilich zum Thema„Berliner Kunst- wachen", in deren Rahmen es erjolgt, in losestem Zusammenhang. Weder wird in dieser zweisprachigen Aufführung einer italienischen Oper ein irgendwie beispielhaftes Stück Berliner Kunst gezeigt noch etwa den Berlinern ein außerordentliches Kunstereignis geboten. Der Name des Gastes, den Plakate riejenhast ankündigen, erinnert uns daran, wie wir ihn kennenlernten: das war, vor einem Jahr, gelegentlich des Gesamtgastspieis der Mailänder Scola. Das waren unter Toscanini Abende größter Kunstoffenbarung. Diesmal ist's ein« Sängersensation. Aber die bleibt nicht aus. das Publikum ist hingerissen, auch ohne 5kunstosfenbarung, und wäre«s auch ohne „Kunstwochen". K. P. Oer Mann, der Präsident wurde. llraufführung von George Antheils„Transatlantic". Frankfurt am Main, 26. Mai. Wenn jemand, mag er nun Hakcnkreuzler oder Bolschewist sein, Präsident werden will, wird er sich vermutlich um seine Kandidatur ein bißchen kümmern. In der Oper verhält sich das aber anders, und mit Recht fragen die Wählermassen aus der Prosektionstascl: „Steckt eine Frau dahinter?" Das tut sie in der Tat, womit Anlaß zu einem Opernyeschehen gegeben ist, dos zum soundsovielten Male den Konflikt zwischen persönlichem Liebeserlebnis und dem Willen zur Macht, zur Berantwortung, Arbeit und sozialem Aufbau in verwässerndem Kompromiß zur Happz'-cnä-Lösung jährt, wie sie für die alle Oper ebeirso bezeichnend ist wie für den neuen Film. Dieses„T r a ll s a t l a n t i c" ist selbst ein Film in Bühnen- bildern; Tempo, Rhythmus und turbulenter Wirbel der Geschehnisse gleichen dem Ablauf eines Filmstreifens, wie ja denn ouchcher Film in bereits mehrfach, z. B. bei Brecht-Weils„Mahagonny", erprobter Art durch Aufnahmen und Inschriften aus Projektionstaföln die Vorgänge verdeutlicht und glossiert. Zugleich schafft er durch seine Raum- und Zeitbedingungen außer Kraft setzend« Wirkung die Bor- aussetzungen für jene durch die neue Sachlichkeit hindurchgegangene neue Romantik, die A n t h e i l als Grundelement der von ihm angestrebten Opernform selbst bezeichnet. Nur ist dabei das klein« Malheur passiert, daß die Unverbindlichkeit eines rein persönlichen Liebcserlebnisses es zu einer wirklich überzeugenden Verknüpfung mit dem Geschicke der großen Gemeinschaft des wählenden Voltes gar nicht kommen läßt. Das Berbindende im äußeren Handlungs- gefüge ist schlimmste Opernmaschinerie. Dabei sind manche geglückte Einzelheiten, etwa in der Aufrollung des amerikanischen Wahl- rummels mit seinen Machenschaften oder in der Schilderung der Korruption in den oberen Schichten zu bemerken. Hier verläßt die Musik auch den ausgetretenen Weg der Jazz-Phrase und zeigt den Willen zum eigenen Gesicht, der leider von Strecken ödesten Wohlklanges(nichts gegen schöne Töne, wenn sie passen!) derariig gehandicapt wird, daß die wenigen guten Augenblicke in der Wir- kung für sich, unterbunden bleiben. Obendrein ist die Tendenz, Lob des amerikanischen Lebens bis zum letzten, so faustdick aufgetragen, daß der Schwerpunkt sich von der geplanten neuromantischen Liebes- opcr vollkommen verschiebt. Das filmartige b-ppx cnä des Schlusses auf der Brooklynbrücke in New Pörk wirkt gewaltsam ausgepfropft. Die Aufführung des Frankfurter O p c r n h'a u s e s tat ihr Möglichstes für das Werk: von Hans Wilhelm Stein- bergs Stabführung über Ludwig Sieverts Bühnenbilder und Walter Dinses technische Einrichtung bis zu Sängern wie Else Gentner-Fischcr, Fritzi Merley, Jean Stern, Robert vom Scheidt, Hans Brandt, Maris Vetra wurde das äußerste an künstlerischer Arbeit eingesetzt: Herbert Grafs Spielleitung lieh sich keinen Effekt entgehen. Der mit Pfeifen durchsetzte starke Beifall rief den Dichterkomponisten und sein« Helfer mehrfach vor den Vorhang. 1�. Um gewisse Experimente völlig unbeeinftußl von der fast überall und immer vorhandenen Strahlung vornehmen zu können, ist ferner ein störungsfreier Raum ganz neuer Konstruktion angelegt worden, dessen Wände aus fünf Schichten bestehen: über der Steinwand liegt zunächst eine Korkschicht, die den Raum gegen Wärme isolieren soll, darauf folgt ein Kupferbelag um elektrische Einflüsse abzuleiten, über diesem liegt«ine SperrholzoerNeidung, die wieder mit Eisen- platten überzogen ist. In diesem Raum können die empfindlichsten Experimente gemacht und sehr feine Messungen vorgenommen werden, die sonst durch Strahlung oder elektrische Einwirkung be- einflußt würden. In der von Prof. Dr. Kuhn geleiteten chemischen Ab- teilun g fällt dem Besucher neben den ausgezeichnet«ingerichteten allgemeinen Arbeitsräumen— unter diesen verschiedene licht- geschützte, in die man nur durch Dunkelschleusen gelangen kann— vor allem der Kälterqum und der thermokonstant« Raum auf. Durch eine besondere Anlage kann Kälte in Leitungen durch die ganze Abteilung verschickt und fast in jedem Laboratorium zu Versuchs- zwecken entnommen werden. Eine Anlag« ähnlich den modernen elektrischen Eisschränken gestattet außerdem in einem b e> sonderen Raum jede beliebige Temperatur gleichmäßig zu halten. Aehnliche Einrichtungen wie das chemische Institut zeigt auch das physiologische, für dessen Untersuchungen in erster Linie die Apparaturen des Chemikers benötigt werden. Der Ausbau dieser unter der Leitung von Prof. Dr. M e y e r h o f stehenden Abteilung wird zweifellos besonders auf die muskelphysiologischen Forschungen Winderfpiel am £Ptals derStepublih Am 3>tal2 der Republik ist ein neuer �Kinderspiel ptat» angelegt norden. 'Jtie nolncndig er dort icar, aeigf die Tlatfache, daß gleich am ersten -xage der Eröffnung ein IHaffenbefuch fich einstellte. Brüder Gaß vor Gericht. Was wollten sie in der Klemmingstraße? Vor dem Schöffengericht Derlin-Mitte begann henke morgen die Verhandlung gegen die Brüder Erich und Franz Sah. '-ie wurden, wie erinnerlich, am 29. April d. I. auf frischer Tat bei der Durchbrechung einer Mauer im Keller des Zigarren- Händlers Müller in der Flemmingstrahe 1 ertappt. Das war die dritte Verhaftung im Laufe von Ii Monaten. Im Februar 1929 wurden sie anläßlich des großen Einbruches in die Depositen- kassc der Diskontogcsellschaft am Wittcnbergplatz festgenommen. 3m April mußte die Staatsanwaltschaft sie jedoch in Freiheit fetze»! es war ihnen nichts nachzuweisen. 3m 3anuar d. 3. erfolgte unter sensationellen Umständen die zweite Verhaftung. Kriminalbeamte, die sich im Totengräberhäuschen auf dem Charlot- tcnburger Luisenfriedhof versteckt hotten, sahen plötzlich zwei Men- schcn davonlaufen. Sie glaubten Franz und Erich Saß erkannt zu haben und stellten sie einige Tage darauf in der Virkenstraße, in der sie wohnten. Auf dem Charlottenburger Luisenfrie&hof fand man eine Höhle und einen unterirdischen Laufgang mit verschraubten Brettern. Entweder hatten es die Brüder auf das Hauptzoll- a m t abgesehen oder sie beabsichtigten, ein Bersteck für die Beute aus der Diskontogesellschaft einzurichten. Auch diesmal mußten die Brüder freigelassen wenden. Sie führten nach wie vor ein luxuriöses Leben, der Bruder Max unterhielt cinett�igarren- laden. Die Brüder verweigerten atifängs auch nach ihrer dritten Der- hastung jede Aussage. Schließlich erklärten sie. daß sie ein Versteck hätten herstellen wollen. Am 29. April, kurz vor Mitternacht, hörte das Ehepaar Müller aus feiner Wohnung neben dem Zigarren- laden vom Keller her Geräusche einer Säge und Hammerklopfen. Man benachrichtigte die Polizei, diese öffnete die Tür und sah zwei Männer jfcchen. Die beiden ergriffen die Flucht, die Polizei vcr- folgte sie, bekam sie auch zu fassen und stellte zu ihrer Uebcrrafchung fest, daß die Verhafteten Erich und Franz Saß seien. Man hat sich diese Zungens anders vorgestellt... Der Andrang zur Verhandlung ist außerordentlich groß. Der kleine Saal ist kaum imstande, sämtliche Berichterstatter und Presse- photographen zu fassen. Die Zlngeklagten Franz und Erich Saß werden aus der Haft vorgeführt. Neben ihn-m nimmt auf der Anklagebank ein Schupowachtmeifter Platz. Franz, der Aeltere, geboren iOOi, ist klein von Wuchs, macht einen gehemmten Eindruck und spricht so leise, daß man ihn nicht versteht. Der um zwei 3ahre jüngere Erich ist höher von Wuchs, macht aber auch leinen besonderen Eindruck. Gewiegte Einbrecher hätte man sich anders vorgestellt. Der Aeltere ist viermal vorbestraft, das letztemal 1922, der Hungere nur zweimal, die letzte Strafe von zwei Hahren Gefängnis erhielt er 1924. Es sind vier Zeugen zur Vcr- Handlung geladen: außerdem Kriminalrat Hoppe und Kriminal- kommissar Geisel als Sachverständige Den Vorsitz führt Amts» gerichtsrat Neuendorf. Rechtsanwalt Dr. Mllller-Stromeycr vcc- :eidigt. Der Sachverständige sagt:Deabsichtigter Einbruch. Di«. Anklage lautet aus versuchten schweren Einbruch. Franz wird als erster vernommen. Er gibt zu, gemeinsam mit seinem Bruder Erich im Keller des Hauses Flernmingstr. 1 in der Nähe de- Luftschachtes«ig Loch gestemmt zu haben, um darin Briefe und Pässe zu verstecken. Die Oeffnung sollte mit Gips verdeckt werden. Das Haus Nr. 1 hätten sie gewählt, weil es zwei Ausgänge hat. Die Stelle neben dem Luftschacht sei besonders bequem gewesen, da sie sich iVi gleicher Entfernung von beiden'Ausgängen befindet. Erich bestätigt die Aussage seines Bruders. Das Werkzeug wollen sie am selben Abend in verschiedenen Läden gekauft haben Kriminalrat 5)oppe als S a ch v e r st ä n d i g c r ist der Ansicht, daß oll« Merkmale aus einen beabsichtigten Einbru ch hinweisen. Bon einem Versteck für Pässe und Briefe könne kein« Rede fein Sie hauen diese Papiere überhaupt nicht mit, das Loch befand sich in Augenhöhe im Hauptcingang und konnte selbstverständlich-von ihnen nicht so gc- lassen werden, wie es war. Sic hätten abchr ein zweites Mal kommen müssen, um die Pässe und Briefe herbeizuschaffen. Die Angeklagten hallen es auf den Zigarrenlodsn abgesehen. Daß sie nicht den leichtesten Weg.zum Zigarrenladen gewählt haben, nämlich durch die Kellcrtür, der zu demselben führt, ist leicht zu ver- stehen, da sie befürchten konnten, sie sei in irgendeiner Weise gesichert. Die Brüder Saß hätten es auch bereits früher aus Zigarrcngcschäsl- abgesehen. Kriminalkommissar Geisel schließt sich dem Gutachten seines Kollegen an. Der Verteidiger der Brüder Saß, Rechtsanwalt Dr. Müller-Strohmeyer stellt den Antrag, Lokaltermin abzuhalten. Das Gericht begibt sich mit den Angeklagten zur Flemmingstr. 1. Di« Verhandlung wird aus eine Stunde unterbrochen. dieses hervorragenden Gelehrten eingestellt sein, der bekanntlich vor einigen 3ahren für seine Arbeit über die Umwandlung von Energie im Muskel den Nobel-Preis erhallen hat. Daß ein kleines Kasino zur Verpflegung der wissenschaftlichen Mitarbeiter, eine Terrasse nach dem Neckar, ein großer Garten und die wundervolle Aussicht auf Zllt-Heidelbcrg auch den Aufenthalt der Gäste wie der dort arbeitenden Wissenschaftler geradezu zu einem Genuß machen, das sei der Vollständigkeit halber nichl vergessen. K— Ic. Ltm Rofretete. Wir erhalten folgende Zuschrift: Wir Unterzeichneten würden es aus rein künstlerischen Ueberlegungen begrüßen, wenn der ge- plante Austausch der Büste der Nofrctete gegen die Statue des Ranofer zustande käme. So hoch man auch die Büste der Königin schätzen mag, scheint es uns doch gerade für die lebenden Künstler wichtiger, daß für Berlin ein Hauptwerk der großen und strengen ägyptischen Kunst gewönnen wird, wie es der Ranofer ist. Berlin, den 23. Mai 1930. R. Bclling. R. Großmann. v. Kardorff. G. Kolbe. E. Mendelfohn. Mies van der Rohe. M. Oppenheimer. M. Pechstein. * 3n der ägyptischen(arabischen) Zeitung„El-Ahram", dem Hauptblatt der Nationalisten, vom 14. Mai steht«in Artikel, der den Tausch empfiehlt, um die unangenehme Lage zu beenden. Diesem Artikel fügt die Redaktion sehr scharfe Bemerkungen darüber an, daß der Tausch für Aegypten einen sehr schweren Verlust bedeute. Willige Aegypten in ihn, sa begehe es in verstärktem Maße noch einmal den gleichen Fehler wie damals, als der Nertreier des Service des Antiquites bei der Teilung die Nofretete nach Berlin gab. Max Daukhendens Beisetzung. Am Sonnabend wurden die irdischen Ueberreste Max Dauthendeys in einer Ehrengrabstätte im Garten des Luitpold-Mufeums in Würzburg beigesetzt. Dr. v. Scholz hielt namens der deutschen Dichtcrakodemie die Gedächtnisrede. Viele Kränze wurden an der letzten Ruhestätte des Dichters niedergelegt. Höger-Ausstelluog. 3m Schinkcssaale bcS Architektenhausej wird am 27. eine?Iu4>tclIung des archiiekionischcn Stasicns de« Hamburger Archilcltcn Fritz Höger eröffnet. Tic AuKstcllung dauert bis zum 20. 3uni. Wieder Gewitter über Berlin. Bliheinschlag in Saatwinkel. Am Sonnkag nachmittag entlud sich nach starkem Regen über der Spandaucr Gegend«in kurzes, aber kräs- tiges Gcwilker, dos von überaus zahlreichen elekkristhen Entladungen begleiket war. Dabei schlug gegen 1�14 Uhr ein Blitz in das Ausflugslokal „Blumcshof" in Saat winkel am Tegeler See«in. Der Blitzstrahl nahm seinen Weg durch«ine Lichtleitung und durch- schlug das Dach eines kleinen Gartensaoles. in dem etwa 3 9 Per- fönen vor dem plötzlich hereinbrechenden Un- weiter Zuslucht gesucht hatten. Der Blitz durchfuhr den Saal und versetzte die Ausflügler in Angst und Schrecken. Lähmendes Enlsehcn hatte alle für Sekunden gepackt. Hnfolge der Auf- rcgung erlitt die 22sährige Margarete L. aus Britz einen schwere» vi« r v e n z u sa m in c n b r u ch, der ihre jojortige Uebcrsührung ins Virchowkrankenhaus notwendig inachte.—- Die übrigen Per- fönen blieben glücklicherweise unverletzt. Die Rettung seines Kindes kostete ihm das Leben... Bei der Rettung seines zweijährigen Kindes kam heute mittag der 29sährige Steuermann Wilhelm S c e l a s ch e k aus Genthin auf tragische Weis« ums Leben. S. hatte seinen Lastkahn aus der Havel am S t r e s o w p l a tz in Spandau verankert. Sein kleines Kind spielte am Lausbrett des Kahnes, dabei verlor es Plötz- lich das Gleichgewicht und stürzt« ins Wasser. Scclaschck, der den Vorfall beobachtet hatte, sprang sosort nach und es gelang ihm, sein Kind zu retten. Als S. das Kind seinen Angehörigen, die in- zwischen einen Kahn losgemacht hatten, zureichte, erlitt er infolge der Aufregung einen Herzschlag und versank in den Fluten. Alle Rettungsversuche blieben vergebens, die Feuerwehr koimte die Leiche nach cinftllndigcr Suche bergen. Friedenstag der Kriegsteilnehmer. Bundesversammlung des Reichsbundeö der Kriegsbeschädigten. Mainz. 26. Mai.(Eigenbericht.) Am Sonntag begann hier der B u n d e s t a g des Reichs- bundcs der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kricgerhinterbliebenen, der größten deutschen Kricgsteilnehmerorgani- jation. Die Ziele des Bundcs kamen in einer machlvollcn Kundgebung zum Ausdruck, an der etwa 13999 Kriegst«!!- nehmer und Hinterbliebene teilnahmen. 3n und vor der Mainzer Stadthalle versammelte» sich die Massen, mit b-u-undernngswürdiger Disziplin ordnete sich der An- und Abmarsch. 3in großen Saal der Stadlhalle sprachen der Bundesvorsitzende P s ä n d n e r und als Vertreter der großen französischen Kriegs'! eil- »ehmer-Organisation, mit 799 999 Mitgliedern, Professor C a s s i n- Paris. Pföndner fordert« Fried« und Gerechtigkeit für die Kricgsopser. Der Geist des Krieges müsse durch de» Geist des Friedens ersetzt werden. Dafür kämpfe der Reichsbund. Bon stür- mischcni Beifall begrüßt crgrifs Prosessor Cassin das Wort, um in deutscher Sprack>e ein hinreißendes Friedensbekenntn's abzugeben. Er sagte, die sranzösifchcn Kriegst eilnchmcr hätten die Regi«rung aufgefordert, das besetzte Gebiet endlich zu räumen, um damit«inen entscheidenden Beitrag zur Völkerverständigung zu geben. Aus dem militärischen Aufmarschgebiet. das Mainz und seine Umgebung lange genug gewesen seien, müsse ein Aufmarschgebiet sür den Frieden werden. Der Beisall, der das Referat begleitet«, steigerte sich zu einem Beisalls- stürm, alz Cassin und Pfändner Hand in Hand als Symbol der deutsch. französifchen Berständigung auf der Tri- büne ersckxen«». Der Ricsenfricdenvkundgebung, wie sie Mqinz noch nie gesehen hat, folgte auf dem Friedhof an den deutschen und französischen Ehrenmälern eine eindrucksvolle Trauerfeicr. bei der vom Reichsbnnd und Cassin Kränze niedergelegt wurden. Auf der Eröffnungssitzung des Bundestages erklärte der Vertreter des Reichsarbcitsministcriums. Ministerialrat Griesineyer, daß die barechtigten Wünsche der Kriegsteilnehmer nicht erfüllt werden könnten, el?e nicht das Problem der Arbeitslosig- k e i t überwunden sei, wofür zunächst olle Mittel zur Versügung gestellt werden müßte». Darin zeige sich eben die Schicksals- i Verbundenheit des Volkes. Der Bundesrorfitzend« P f ä n d n e r antwortet, daß sich die Kriegsopfer die„Schicksalsverblmdenheit des Volkes" etwas anders vorstellten, als der Vertreter des Reichsarbeitsmimstcrilinis.. Typhusbazillen im Speiseeis. Zahlreiche Erkrankungen in Braunschweig und Detmold. Braunschwcig, 26. Mai. Hier sind, noch dem Genuß von Speiseeis 59 Personen, Erwachsene und Kinder, erkrankt. Bei der bakteriologischen Unter- suchung des von einem Stratzenhändier verkauften Eises, das die Erkrankungen auslöste, wurden Paratyphi! sbazillen sest- gestellt.'Auch in Detmold haben die Erkrankungen zugenommen. Die Zahl der betroffenen Kinder belauft sich aus 39. Ferner gingen Meldungen über Erkrankungen aus Linnemonnsbusch und Holz- Hausen bei Schötmar ein. Der Zustand der Erkrankten ist in keinem Fall als ernst zu bezeichnen, so daß zu Beunruhigungen keinerlei Grund vorliegt. Das Ergebnis der Uniersnchung des Speiseeises, das die Ertrankungen in den genannten hannoverschen Orten aus- löste, steht noch aus, sie wird in Bad Oeynhausen vorgenommen. Frauen, kommi zur Sozial demokratle! Auch die Versammlung, die von den Berliner sozialdemokratischen Frauen in den Eommcniu». Sälen in der Blemeler Strohe veranstaltet wurde, zeigte den großen Ersolg der werbe- woche und bewies durch den Anblick des dichlgefüllten Saales die Anziehungskraft, die unsere Kundgebungen ausüben. , Genossin Kern führte in erschöpsendem Referat die Aufgaben der Frau aus den minderbemittelten Schichten der Bevölkerung vvr Augen. Nicht nur die erwerbstätige Frau, sondern auch di« Haus- srau hat die Pflicht, sich der Sozialdemokratie anzuschließen. Die Verteuerung der Lebenshaltung, die durch die Politik der Bürger- blockrcgierung Brüning herbeigeführt ist, zeigt deutlich, daß. hier aus Kosten der ärmeren Großstadtbevölkerung zugunsten der Bc- sitzenden gearbeitet wird. Landwirtschaft und Schwerindustrie sind die Nutznießer, wenn ohne die Sozialdcmolratic regiert wird. Daruin hinein in die Sozialdemokratie, in die freien Gewerkschaflen! Die Vorführung des ergreifenden Films „Giftgas über Berlin" schloß sich an. Genossin Gladosch vom ADGB. behandelte die Pslichlcn der Arboitersrau voni gewerkschofl- lichcn Standpunkt aus. Es geht um mehr als um einige Pfennige Lohnerhöhung, es geht um das große Ziel der Befreiung der arbeitenden Klasse. Die wahre Gleichberechtigung der Frau wird nur im Kampf für den Sozialismus zu erreichen fein. Darum schlicht die Reihen, kommt zu uns! * Eine eindrucksvolle sozialdemokratische Frauenkundgebung wurde vom Kreise Prenzlauer Berg im Lichtspielhaus„Elysium" in der Danziger Straße veranstaliet. Der große Saal mußte vor Beginn der Veranstaltung wegen Uebersüllung gesperrt werden. Der Eltcrnchor Ver weltlichen Schule gab der Veranstaltung init einigen gut vorgetragenen Liedern einen stimmungsvollen Auftakt. Clara Bohm-Schuch zeichnet« dann ein Bild der Wirtschaits- kämpfe und der Kampfmöglichkeiten der Arbeilerschait. Da die Frauen am stärksten unter den Wirtschaftskrisen, zu leiden haben, müssen sie auch aktiv mitarbeiten in den Reihen der Sozial- demokratie. Der Film„Giftgas".schloß sich den Aussllhrungen an. Frau Emma Ritsch« rief in einer Schlußansprachc olle Frauen auf, nicht nur gegen den Krieg zu agitieren, sondern durch Mitarbeit in der Sozialdemokratie di« Reihen der Friedensfreunde zu stärken. Die Ehristlich-unpoHtischen auf dem Kriegspfade? 3n der Sonntagsnummer des.Friedenauer Lokalanzcigers" fordert Pfarrer Förtsch di«„Fcunde" der chriftlich-unpolitischen Liste zum Besuch unserer heutigen öffentlichen Kund- g e b u n g auf. Nach den Erfahrungen bei den El>ernbeiratswahlen 1928 kann kein Zweifel bestehen, daß unter den sogenannten„Freun- den" der chriftlich-unpolitischen Liste di« Stahl Helm er und Nationalsozialisten gemeint sind. Es ist daher Pflicht all�r Genossinnen und Genossen sowie der Anhänger der Liste Schulauf- bau, unsere heutige ösfentlichc Kundgebung in der Schule Bcl» ziger Straße Ecke Eisenacher Straße zu besuchen. Ge- nasse Löwenstein spricht 19lü Uhr über..Bürgerliche, faschistische oder sozialistische Kultur". (Deilo�c Montag, 26. Mai 1930 Sprjniitift StiAlauk&a/b xlei yb+uHtfÜ ffioute i 7 Wandertage in Wordamerika/ von tramp,%. sei. ssuffaio Am 5. Mo! verlieh ich Mister Josse und seine einzige Kuh in W. in den C a t s h i l l m o u n t a i n s. Wollte weiter westwärts ziehen. Dem„boss" pohte es zwar nicht. Er wollte noch New Äork hinunter und sür die Saison die nötigen Leute: Chefkoch, Küchenmann, Geschirrwöscher, Zimmermädel mieten. Aber das war mir egal. 5ch muhte weiter. Anfang April hatte ich den Steinkasten New Jork sott gehabt und wollte auf«ine Farm arbeiten gehen. Wieder mal anständige Lust schnappen und möglichst wenig Menschen sehen. Da hott« es mich hier in die Mountains geworfen. Auf Mister Zaffes„Farm". Die Farm mit ein�r Kuh, dem zu erwartenden Kalb, dem Stall und der ziemlich sumpfigen Koppel. Das alles war„Farm". Keine Ecke Acker dabei. Nicht mal ein chühnevschwang. Das andere Eigentum Mister Zaffes war ein ziemlich großer„season-place" (Saisonhotel), aus dem sich die New Borker im Sommer die Nerven zu stärken versuchen. Ich sollte den Platz fertig machen, anstreichen, bohren, hämmern, sägen und„d-dx", die Kuh, besorgen. Pin ge« blieben, trotzdem ich als Farmhand gekommen war. Bis zum S Mai. Di« Woche vorher regnet« es zwei Tage. Und di«se zwei Tage Regen hatten den Frühling geweckt. Es war mein erster Frühling in den Bergen. Ich fand ihn unerhört schön. Nach dem langen Winter im Babel New Jork. Ich wollte wenigstens einen Monat voll arbeiten. Die letzten Tage ging es fast nicht mehr. Diese sonderbar«, unerklärliche Unruhe war wieder über mich gekommen. Ich konnte nicht mehr pfeifen. Was mir sonst immer über traurige Stunden und traurige Gedanken geholfen hatte. Da wußte ich b«scheid. Weiter, weiter! Tagelang pfiff der Frühttngssturm über die Berge. Wusch olles srisch, klar und sauber. Das Gras wurde tiefgrün. Di« Blätter drängten heraus. Sonderbar geformte weiße Wolkenfetzen kamen über dem Busch hinter der Koppel heroorgesegclt, trieben über unseren Platz dahin und verschwanden hinter Bergkämme in die Ferne. Morgens, wenn ich di« Kuh gemolken hatte, trieb ich sie den schmalen Weg am Küchengarten vorbei zur Koppel. Wir mußten über einen kleinen Bach: und da stand am Rande ein blühender Baum. Schön gewachsen und weißblühend. Während soff und ab und zu ein Büschel Gras rupfte, stand ich minutenlang und starrte den Baum an, der tatsächlich blühte. Starrte wie über ein unwirklich Ding. Mit gebeugtem Kopf, in dem alle möglichen Gedanken herum tobten, unter anderem lachte ich auch über meine Frühiingsehrfurcht, die Hände in die Hosentaschen gebohrt, ging ich dann zur anderen Arbeit. Besonders der letzte Tag war hart. Ich strich die Beranda des kleinen Hauses, in dem der„boss" mit der Familie den Winter verbrachte. Die Sonn« brannte. Drin im Hause hatten sie den Lautsprecher eingeschaltet und irgendein« New Porker Station spielte stundenlang schwer« Musik. Musik, die mein Innerstes aufwühlt«, di« mir die Kehle zuschnürte, die mich stoß- weise hart lochen machte, über all den Unsinn und Wahnsinn, den wir auf dieser Erde treibe» Ich ertappte mich, wie ich darüber kicherte, was wohl in einer unermeßlich kurzen Weltzeitspanne, sagen wir 1900 Erdenjahr«, hier auf diesem Platz sein würde, warum ich eigentlich di« Beranda strich, wo wohl meine Knochen faulen mochten und doss sein« und der Mistreß und... Da rief mich plötzlich die Mistreß selbst zu einer anderen Arbeit und riß mich aus meinen Gedanken. Die Mufik spielte nicht mehr: und so ging auch dieser Tag vorüber. Ja falscher Nicht ting. Am nächsten Morgen nahm mich dann der„boss" in seinem Auto zur Station, als er seine Tochter zur Schule fuhr. Ich kaufte mir einen neuen Lumberjock, kassierte meinen Scheck für die 30 Arbeitstage, ging noch zur Post und verpaßte so den Vormittags- zug, der mich mit meinem kleinen Gepäck nach M. bringen sollte, wo ich es bis auf ein Bündel bei einen: Bekannten lassen wollte. Ich döste«in paar Stunden in dem Nest herum, bis es mir gelang, ein Lastauto zu fangen, daß mich doch noch vor- mittags nach M. bracht«. Schon Tage vorher hatte ich auf meiner in New Jork gekauften Karte hcrumstudiert und rauszukriegen versucht, wie ich aus dem Nest hier nach den Niagarafällen kommen könnt«. Nach meiner Karte mußte ich erst noch Aummitoille zurück und dann die Hauptbahn entlang. Ich preßte mein Bündel unter den Arm, marschierte aus Mountaindale hinaus und schwang mich dann auf den Schienen- sträng. Di« heiße Sonne sah mich Meile für Meile von Eisenbahn- schwelle zu Eisenbahnschwelle schwingen. An einem Signalmast traf ich einen Streckenarbeiter. „Helloh", rief ich ihn an. „Helloh, wo gehst du hin?" .Nach Summitville" und ich zeigte die Gleise entlang. „I get a couple ok sgncheidies here. von want them?"(„Ich Hab ein Paar Schnitten hier, willst du si« haben?") ..Sure".(„Sicher", sagte ich.) Ich setzte mich zu ihm, ah das Brot und freute mich über den guten Ansang meiner Wandcrei. „Vau look kor a Job in Summitville?"(„Suchst du Arbeit in Summitoill«?") ..Xo. I take the main brandie and go to Niagara falls." („N«in, ich nehme die Hauptlinie und geh- nach den Niagarafällen.") �.You know, the line Hangcodt, Binghamton, Bukkalo." („Du kennst sie ja, die Linie Hangcock, Binghamton, Bufsalo.") „Yon go the wrong way! You go the wrong way!"(„Du gehst den falschen Weg! Du gehst den falschen Weg!') Nach langem Hin und Her und nachdem ich noch mit ihm zu einer Arbeitshütt« gegangen war. wo er ein- Zeittafel der Züge ouskramte.-fah ich ein, daß er recht hatte. Wir gingen den Weg noch Mountaindale zusammen zurück, da «r fertig mar mit seiner Reparatur. Sogar Arbeit bei seiner Sektion bot er mir an, der gute Kerl. „Du bekonimst 3,19 Dollar den Tag, acht Stunden. Wenn der Sommer beginnt, gibts 4 Dollar bei zehn stunden". Aber ich mochte nicht. Erst mal raus aus dicjer verdammten Ecke. Der erst« freie Tag war fast vorüber, und ich saß noch immer hier. Voller Wut ging ich zum Bilkettscholter und kaufte mir eine Karte nach Cardosie, dem Punkt, von wo aus ich die Haupt- ltnie bekommen konnte. Ich mußte 2,10 Dollar für die 62 Meilen (englische) bezahlen. Der Zug sauste durch die wunderschönen hkoun- tains, entlang dem Delaware-River(Delawaresluß). Ich ärgerte mich nachher doch, daß ich gleich so weit gefahren war. In Cardosie fragte ich«inen jungen Mann nach dem Weg nachHangcock. Er nahm mich in seinem Auto mit und erklärte mir, daß mein Weg immer entlang der Autostraße Route 17 ginge. Sie sei kürzer als die Eisenbahnstreck«. Allright, dann entlang Route 17. Ich war hungrig, kaufte mir was zu essen und marschiert« die hart« Straße entlang, mit meinem Bündel und dem Futterpaket unterm Arm. An einem Bach Hab ich dann gegessen, mich gewaschen und zog weiter. Es wurde dunkler und dunkler; Zeit, noch Nachtquartier zu suchen. Ich mußte noch mehrere Meilen gehen, ehe ich ein paar Farmer an der Straße fand. Nachtquartier. Ich sah mir eine offene Scheune an. Die war gut. Wollte gerade lautlos verschwinden: sah mich vorher vorsichtig um. Da, gegenüber. Aufglühen einer Zigarette. Also pleite. Ich ging hinüber zu dem Mann.- „You get a corner in your harren, where I can sleep over night?"(„iyabt ihr eine Ecke in eurer Scheune, wo ich schlafen kann über Nacht?") Der Mann kam mit einem Hun!� auf mich zu. „No, I get nothing. All filled up."(„Nein, Hab nichts. Alles voll.") „Just a corner!"(„Nur eine Eck«!") Versuchte ich es noch einmal. „Nein, nichts! Versuch es auf der nächsten Farm. Dielleicht bekommst du was." „Allright" sagt« ich mst leiser Stimme. Ich war plötzlich müde geworden. Da kam schon das Salz. Am ersten Abend. Meine schweren Schuhe trappsten langsam auf der Steinstraß« weiter, ein glänzendes Band im Mondenschein. Ich ftuchte nicht auf den Farmer. Fühlte keine Bitternis. War nur plötzlich fo voll Müdigkeit. Was wallst ich auch? War doch nur ein gewöhnlicher„burn" (bum— Strolch, Herumtreiber).» Trapp, trapp, klangen mein« Schuhe durch die stille Nacht. „bleiloh 1 Lome back", drang eine Stimme in meine wirren Gedanken. Und wieder:„1 talk to you."(„Hallo, komm zurück! Ich sprech zu dir.") Ich drehte mich um, da stand der Mann und winkt«. Ich ging stumm zu ihm hin. „Komm rein, du kannst hier schlafen." Auf dem Wege zum Haus. „Hast du schon was gegessen?" „Ja", sagt« ich.„Etwas Brot und Wurst." „Setz dich hin." Und zu seiner Frau:„Mach ihm was zu essen. Paar Eier und Kassee." Ich sah bald, daß di« Leute keine regulären Farmer waren. Gewiß, wie fast überall hier in den Bergen, Fremdenindustri«. Etwas Vieh, vielleicht auch ein« Eck« Acker und di« Hauptfache die Gäste. Sie fragten mich nicht viel. Ich war froh darüber. Der Mann braucht« jemanden zur Hilfe. Aber ich winkte ab, wollte weiter nach Bufsalo. Bis zum nächsten Morgen Hab ich fein in einem weißen Bett mit Sprungfedermatratze geschlafen. Ich wollte zeitig verschwinden, ehe die Leute aufwachten, nicht noch Frühstück mitnehmen. Der Mann war anständig genug gewesen. Ich hatte gerade auf eine Zeitung ein paar Dankesworte gekritzelt, da kam der Hund und weckte den Farmer. Er erschien halb nackend, versuchte es nochmal mit meinem Da- bleiben und bot auch Frühstück an, aber ich schüttelt« den Kopf und ging. Route 17 nahm mich wieder auf, dieses herrliche weiße Band, das sich bergauf, bergab durch die Höhen wand, bald rechts, bald links vom Schienenstrang und irgendeinem nver(Fluß). Meilen zog ich dahin, Fußgänger nie und Autos selten in diesen frühen Stunden treffend. Ich versuchte ein paarmal, Autos zu stoppen, wie mir gestern der junge Kerl in Hangcock geraten hatte, aber ich hatte kein Glück. Es war ja auch schöner, am Morgen zu tippeln. Bis mich noch einiger Zeit ein Wagen selbst aufftü-bte. Es war der Farmer, bei dem ich übernachtet hatte und der zur Stadt fuhr. Er stoppte vor einer Bäckerei und dort bekam ich einen feinen eoffee-ring, eine Art Kranzkuchen, in die Hand gedrückt. Als ich mit der Hand in die Tasche fuhr, da rief er nur: I's allright, feller, i's allright."(„Laß sein, Kerl, laß sein.") Mit Good byc and thanks a lot(„leb wohl und tausend Dank") zog ich weiter. (Ein zweiter Artikel folgt.) Sin SEug wird SBuiammengeftelU Sin SMick hinter die Jiuliüen des Bahnhofs Bereits die Aufstellung der Zugverbindungen für den Sommer- und Winterfahrplan und die Ausarbeitung der einzelnen Anschluß- Verbindungen bilden eine mühevolle Kleinarbeit, die in den Kurs- büros der einzelnen Reichsbahndirettionen geleistet werden muß. Nicht minder umfangreich, ebenso wichtig und wohl organisiert sind die Vorarbeiten für die ordnungsgemäß« und auf die Minute pünkt- liche Abfahrt eines Zuges vom Ausgangsbahnhof. Die Zusammenstellung der Züge erfolgt nach einem genau ausgearbeitete» Plan. Würde man etwa einen Zug z. B. durch Anhängen zu vieler Wagen überlasten, so könnte der Loko- inotivfllhrer den Zug nicht vorschristsmähig zum Stehen bringen, was die Transportsicherheit gefährden würde. Für D-Züge ist die Höchstbelastung einschließlich der Lokomotive, des Tenders sowie des Post-, Gepäck- und Speisewagens auf 12 Waggons festgesetzt. Ein solcher Zug wiegt sahrbereit ohne Reisende 13— 16 Tausend Zentner. Die Anordnung der Wagen geschieht ebnsalls nach festen Gesichtspunkten. Auch bestehen für die Klasseneinteilung, wie für die Zahl der Raucher-, Dienst- und Frauenabteile genaue Vor- schriften. Nachdem die Zugschaffner ihre Wagen übernommen und die vorbestellten Sitzplätze an den Nummerschildcrn gekennzeichnet haben, überprüft der Zugführer noch einmal die Richtigkeit der Zugzusammenstellung und kontrolliert die Anbringung der Rich- tungsschilder, die dem Reisenden den Kurs der einzelnen Wagen bekanntgeben. Im Winter hat der Zugführer außerdem sür das sachgemäße Arbeiten der Licht- und Heizanlagen Sorge zu tragen. Wird alles in Ordnung befunden, dann wird der Zug in die B a h n- h o f s h a l l e geschoben. Hier erhält er den Postwagen. Zuletzt wird die Lokomotive angekuppelt. Die Lokomotive hat zuvor zahlreiche Vorbereitungen für die Fahrt getroffen; zunächst nahm sie Kohlen und Wasser. Di« Wasser- aufnahm« geschieht aus eigenen Füllanlogen, die aus einem beson- deren Wasserturm gespeist werden. Fast alle größeren Bihnhöfe haben eigene Wasserwerke, in denen das Wisser vermittels besonderer Filtrieranlagen von den für den Kessel nachteiligen Stoffen befreit wird. Ein« moderne Schnellzugslokomotive kann bis zu 3 0 Tonnen(30000 Liter) Wasser und b i s 200 Zentner Kohlen fassen. Wsser und Kohle werden im Tender mitgeführt, von dem Rohr« direkt in den Kessel der Lokomo- tioe führen. Nach jeder Fahrt muß die Feuerung gereinigt, der Rost cni- schlackt und der Ruß aus den Rauchkammern entfernt werden. Heizer und Führer untersuchen die Maschine, prüfen sie ans etwaige Beschädigungen hin und schmieren und putzen di« einzelnen Teile, bevor sie die Lokomotive verlasse». So ist sie iür die nächlte Fahrt bereit. Bevor sie aber die nächste Fahrt wieder antreten kann, kommen die Feuermänner und setzen sie wieder unter Dampj, damit die Vorarbeiten bei Dienstantritt der neuen Besetzung schon geleistet sind. Lokomotivführer und Heizer unterziehen ihre Maschine einer nochmaligen, eingehenden letzten Prüfung— und dann lenken sie das Dampfroß aus dem Schuppen über die Drehscheibe nach dem Bahnsteig, wo der Zug bereits wartet. Bevor der Zug aber abfahren darf, müssen s ä mt l i ch e Bremsen überprüft werden. Der Bremsprobe folgt sogleich die R ä der p r ii f u n g. Nachdem noch eine Reihe von Formalitäten erledigt und die Post- sowie die Gepäck- und Eilfrachtstiick� über- nommen sind, wird der Zug genau zur im Fahrplan festgelegten Minute aus der Halle seines Ausgangsbahnhofes abfahren. Viele Hände waren bemüht, um den Zug fahrbereit zu machen. Eine große Zahl solcher Züge oerläßt täglich den Ausgangsbahnhof, jeder zur festgesetzten Stund« und Minute, wie es der Fahrplan vor- sieht. Oft legen die Züge, die abends ihr Ziel erreicht haben, schon am nächsten Morgen den gleichen Weg, den sie kamen, wiedcr zurück, lieber jeden einzelnen Wagen— die Reichsbahn verfügt allein über rund 70 000 Personenwagen— wird genau Buch geführt, damit man jederzeit ersehen kann, wo sich der de- treff«:ü)e Wagen im Augenblick befindet, in welchem Zug« er läuft, oder aus welcher Station er zur Zeit steht. Kommt ein Zug an seinem Bestimmungsorte an, sind die Reisen- den ausgestiegen und ist der Gepäckwagen entleert, dann wird die Maschin« abgekoppelt. Eine R n n g i er l o k o m o t i v e zieht den Zug aus der Bahnhofshalle aus den A b st e l l b a h n h o s, während der Postwagen auf den Postbahnhof rangiert wird. Sodann wird der Zug einer gründlichen Reinigung unterzogen. Wagen- reiniger fege» die Abteile aus, Papier und Obstreste, die mit befon- derer Vorliebe immer unter die Bänke geworfen werden, kommen in Körbe, die Polster werden mit Staubsauger behairdelt, derweil Bänke, Fußböden und Fenster mit Lappen, Schrubbern und Bürsten bearbeitet werden. Das äußere Gestell der Wgcn wird mit einem Wasserschlauch bespült, die Messingtcile werden geputzt. Darauf werden die Sammelbatterien sür die elektrische Beleuchtung auf- gefüllt oder in den älteren Wagen die Gasbehälter mit neuem Preßgas versehen, die Aborte werden gesäubert, Wsserkannen und Handtücher ausgewechselt, Beschädigungen in den Wagen aus- gebessert. Befürchtet man, daß«in Wogen Ungeziefer enthält oder sonstwie verseucht ist. so wird er in einen Dcsinsektionskesscl ge- schoben, dessen heiße Formalindämpse alle Lebewesen töten. Ist das alles geschehen, dann sammelt die Rangiermaschinc di« in den Schuppen und auf den Abstellgleisen verstreut stehenden Wgcn und ordnet sie der Reihe nach, wie es der Zugbildungsplan vorschreibt. Die Arbeiter lausen dann zwischen den einzelnen Wagen durch, kuppeln sie aneinander, stellen die Verbindungen zwischen den Luftschläuck)«» der Bremsvorrichtung her— und der neugebildete Zug ist fertig zur jeine Höchste Reise. Günther, Schelkler. (38. Fortsetzung.) tfi- mar, als hätten beide Angst voreinander. Doch allmählich begann Lillian Boden zu gewinnen. Sie wendet« alles auf, dem Manne sa gegenüberzutreten, wie sie es sich vorgenommen hatte. S e durfte nicht vor ihm verlieren, nicht als Gegner, nicht als Weib. Der letzte Re(t Benommenheit wich von chr. Us Aug« glitt an ihr herab. Schuhe und Saum des Kleides waren beschmutzt. Es ist nicht leicht, nachts in den Chinesendistrikt zu gelangen und durchzukommen. „Sie haben keine Mühe gescheut, mich hier aufzusuchen. Die Strasten in diesem Viertel sind enger und schmutziger wie in dem Ehrigen. Aber die Menschen hier sind nicht besser und nicht schlechter als in den übrigen Teilen der Stadt. Nur ihr Wert ist ein ge- ringercr. hoffentlich ist es Ihnen gut ergangen. Sie sehen zwar ein wenig blaß, verhetzt und abenteuerlich aus. Aber das scheint es ja zu sein, axis Sie suchen." Sich wehren mit der ganzen Kraft seines Menschen, sich wehren um seinen Menschen, schrie es in ihm auf. „Ich will nicht fragen nach dem Warum Ihres mich ehrenden Besuches." Lillian stieg die Schamröte ins Gesicht, so erniedrigt kam sie sich vor. Sic konnte es nicht, sie konnte es nicht, nein, sie war zu schwach, zu armselig und verhetzt. Irrsinn, was sie da begehen wollte!„Ich komme zu ungelegener Zeit", stammelte sie, wollte um- kehren, fliehen. Was hatte sie denn nur begonnen?! ?> fühlte die Schwäche seines weiblichen Gegners. Das reizte sein Krastbewutztsein.„Mylady, wie könnten Sie mich stören! Ich freu« mich, dost Sie die Schwell« meines ärmlichen Hauses über. treten, mich geringfügigen Menschen mit so viel Glück überhäuft haben. Wollen Sie doch varlieb nehmen mit allem, was Sie in diesem Hause oorsinden und mein Gast sein. Mylady, nicht nur Schönheit und Liebreiz sind Ihnen eigen. Sie besitzen auch Mut." Sein Blick war tief, verhalten. Etwas hielt Lillian hier fest, lähmte ihren Willen, machte sie weich, hüllte sie ein. Alles war so anders, als sie es sich vorgestellt batte. Da war kein Mann, der sein« Sinne zügellos nach ihr schießen ließ, leicht zu Brutalität und Gewalt geneigt, und zu gleicher Zeit in maßloser Gier bereit, um ihrethalben, alles auszuliefern, was st« von ihm haben wollte, haben mußte. Se war aber auch kein Weib, das lockend und spielend, den Man» überlistet. Sie Imtle sich Unmögliches zugetraut. „haben Sie Angst, Mylady?" War es Angst, was in ihrem Gesichte stand? „Empsinden Sie eine Unannehmlichkeit, ich werde sie sofort aus Ihren Bugen entfernen. Selbst mich, wenn Sie es befehlen!" ?) beugte sich tief zu Boden, hinter dieser chinesischen Unterwürfig, feit lauerte der Angriff. Lillian kam ihm näher, ohne es eigentlich zu wollen. Nein, es war nicht mehr Angst, Scheu. Befangenheit, die sie unschlüssig, miderfpruchsvall und zerrissen machten. Etwas pochte und hämmert« an die Wände ihres Bewußtseins. Ihr erzwungenes Lächeln erstarrte zum ber'echnenden Blick. Der schrie: Verrat! ?>— zunächst unsicher gemacht von ihrer Veränderung— be> griff mit einein Male. Aber in die Abwehr des bedrohten Menschen mischte sich wieder jenes Gefühl der Dersallenheit, gegen das er schon ja lange kämpfte. „Sie inüfsen gehen, Mylady", V dämpfte seine Stimme.„Ich kann hier für Sie nicht länger bürgen. Se müssen mich aus der Stelle verlassen. Ich bitte Sie, kreuzen Sie meine Wege nicht mehr." Er mußte ihr das alles sagen. Nicht imr, weil er seine Kom« pltzen erwartete, nicht nur, weil er den Verrat des Weibes, dos ihm nach immer nahe war, van sich abwenden wsllt«— ein drittes oerwirrte ihn: das Gefühl, Mara stehe an der Tür und horche. Ihre Näh« erfüllte, beängstigte ihn. „Ich werde Sie oerlassen. Es ist unhöflich»an Ihnen, Sir, daß Sie der Grund meines Kommens so gor nicht interessierte." „Verzeihen Sie mir diese Unhöflichkeit, Mylady. Aber ich bin **>z" gezwungen. Und ich bitte Sie nochmals, mich zu verlassen." Vor der Tür ein Geräusch. Dann Schweigen. ?) fühlte Maro, die unsichtbar den Raum z» erfüllen begann. (Bing zur Tür, die in den Garten führte, öffnete sie und wieder- halte:„Gehen Sie!" L'llian machte ein paar Schritt«. An der Türe drehte sie sich m'ch einmal um und sah ihm ins Gesicht. V, von dem Ausdruck ihrer Augen seltsam bestimmt:„Sie stehe» mit Marin in Verbindung. Ich weih, daß Sie als Agentin gegen mich gedungen sind. Marin hat Ehrgeiz. Sie müssen den Rebellen B. ehe er noch den Kampf eröffnet, wehrlas in seine chänd« geliefert haben." Da war es Lillian, als würg« sie ein« chand.„Ich werde Se vernichten!" rief sie. Dann floh sie in den Garten, in die Dunkel- heit blnaus. Maro war lautlas eingetreten. Sachllch übergab sie B Isle- groinme. Er zerknüllte sie. Ballt« die Fäuste. Gegen wen? Durch dos Fenster trug der verblassende Mond Licht herein. B schloß die Rolläden. Warf sich auf dos Ruhebett. Maro sprach milde, innerlich bewegt. Er hörte nur Warte. „Ick v-'t nicht in dich dringen. E» schmerzt mich, wenn ich dich leiken jehe Aber ich stürbe, wenn ich dich zerbrachen wüßte." B. antwartet»..Dein ganzes Leben geht in mir auf. Ich er- trage es nicht mehr." Maro umschlang ihn:„Ich will für dich dulden, ich will für dich leiden. Alles. Denn ich liebe dich!" Im halbdunklen Vorraum wartete schon da» revolutionär« Komitee auf D. 46. In den Kaschemmen, in den verstecktesten Winkeln des chafens, außerhalb der Stadt unter freiem Himmel, überall sprach?). zu den Massen. Seine Wort« hatten suggestive Gewalt, gingen durch und durch, entzündeten, reizten auf, schlugen Brände in den Herzen stumpfer, tierischer Menschen. B. führte einen schweren Kampf gegen sich. Berauschte sich an seinen Warten, richtet« sich daran auf, suchte unterzutauchen in ihnen, alle« damit zu erwürgen in sich. Mit ver- sengender Leidenschaft betrag er sich und die anderen. Maro be- gleitet« ihn überall, regungslos. Aus ihr sog er die Kraft zur Lüge. Lillian ging in den nächsten Tagen nicht mehr unter Menschen. War ahne Schlaf, hitzte im Fieber, fröstelte, oerfiel. Nachts er- schreckte sie das leiseste Geräusch. Es war ein langes, vergebliches Warten. Sie stand unter Narkotika, die ihre Phantasie entzllgesten. Hemmungslos trieben sich die Gedanken in ihrem Kopfe umher. Eines abends stand B. in ihrem Zimmer. Sie war nicht über- rascht. Hatte gewußt, daß er kommen würde, kommen mußte. Er war vollends verändert. Sah alt und müde aus. Sein« Backenknochen durchstießen die wächserne gelbe Haut. Lillian stellte sich vor ihn. Sie fragte ihn, was er wolle. ,Er stammelte wirres Zeug. Einmal berührte sie ihn flüchtig. In ihn kam neues Leben. Sie nahm seine Hand, die welk, kalt und knochig war und lachte. B.'s Augen wurden groß. Er kom ihr nahe. Lillian sagte ruhig, sachlich:„Ick) will den Garantiepatt mit Rußland. Ich will Ihre Pläne." * Das Palais in der Peking-Raad. Anwesend waren die be- deutendslen Geldleut« Schanghais. Mr. Keads große Red« gipfelte darin:„In einem Anfalle von Wohnsinn haben wir die Welt er- abert." Nun schlugen sich die Herren herum, wie sie ihr Permsgen, ihre Lebenswerke angesichts sich vorbereitender Ereignisse sichern sollten. Di« europäischen Regierungen, die an China interessiert waren, hatten die Gefahr im Osten richtig erkannt. Das Ungeheuer Bolschewismus zeigte dem Westen die Zähne. Die Englands Macht im Osten vertraten, hatten bereits von dem maßgebenden Sellen ihre Weisungen erhalten. Nicht allein mehr um Verlust oder Gewinn lebensnotwendiger Ausbeutungsquellen handelte es sich, vielmehr galt es nun die Gefahr des Kommunismus im richtigen Augenblick von Europa abzuwenden. Es waren fruchtlose Beratungen, die hier geführt wurden. Standpunkt«, heftig vertreten, blieben im Person- lichen stecken. Mr. Kead, weitblickender als die übrigen, versuchte eine Einigung der verschiedensten Ansichten herbeizuführen. Mühte sich jedoch vergeblich, blieb diesmal einflußlos. ★ Lillian wartete. Qualvoll verstrich Stunde um Stmide. Sie lief durch die Zimmer. War allein im Hause. Ihre Mutter sah sie in letzter Zeit selten. Mrs. Mabel jagte gieriger denn je dem Leben nach und vernichtete sich planmäßig. Lillian entbehrte sie nicht, die alt« Frau war ihr fremd geworden. Lillian war gerne allein. Der einzige Mensch, ihr noch halbwegs erträglich, war jetzt Kead. Er verlangte von ihr nicht mehr, als sie ihm zu geben hatte. Alles da» ging chr jetzt durch den Kopj.(Fortjetzung folg,.) e Buch Slaiale« Siecht im TtUUelaUer Dr. h. c. Rudolf Wissell,„D e r soziale Gedanke im alten Handwerk". Verlag van Reimar Habbing, Berlin SW 61. Rudols Wissell führt in dieser Schrift den Nachweis, daß viele Gedankengänge unseres heutigen sozialen Rechte» den alten Hand- werksmeistern und ihren Gesellen geläufig waren, so daß man sagen kann, daß unsere heutige Sozialpolitik auf fast allen Gebieien (kollektives Arbeitsrecht, Berpflichtung zur rechtzeitigen Lohn- Zahlung, dos Barrecht der Lahnfarderung gegenüber andere» Forderungen, Truckverbot. Regelung der Arbeitszeit, Schlichtungswesen. Fürsorge bei Unfällen und Krankheiten, Arbeitslasenfürsorze, Genossenschaftsgeist) im alten Handwerksrecht, wenn auch manches Mal in etwas verfchmcminener Form, ihr« Vorbilder findet. Sehr interessant ist das Material, das Wissell über das Thema „Arbeitslasensürforge" zusammengetragen hat. Es gab tatsächlich im Mittelalter bereits so etwas wie ein« Arbeitslofsnuntcr- stützung. In der Ordnung der Schiffsleute Speyers aus dem 13. Jahrhundert wird auf die im Winter Feiernden hingewiesen und für ihre Unterstützung hatte jeder Schiffer 1 Denar und jeder Schiffsknecht 1 Heller pro Fahrt zu entrichten. Es existiert sogar ein Ratsbeschluß aus dem Jahr« 1338, in dem für die Arbeitslosen ge- sorgt wird. Ebenfalls auf direkte Arbeitslosenunterstützung weist ein« aus dem Jahre 1501 stammende Meisterardnung der Messing- brenner und Messingschläger Nürnbergs hin. Die meisten Verordnungen bezogen sich allerdings auf die Unterstützung wandernder Berussgenassen. Das Geschenkgebc» wurde als eine selbstverständliche Pflicht angesehen, auf das Geschenk bestand sogar in manchen Handwerken«in Rechtsanspruch. Wissells Broschüre ist ein wichtiger Beitrag zur Geschichte des jozialen Gedankens.... Hardy Worin. WAS DER TAG BRINGT. «wiiiniiiiimiiuiiuummtHiiiiiwunmiiHtniiiiaismitn jUnUdors. Am Dienstag, dem 27. Mai, findet die Gründung der Abteilung Kaulsdorf der„Freien Aribciter.G«h«ch-Bereinigung Groß-Berlin". im Lokal von Hübner, Wilhelmstr. 20, ftatt. Beginn 20 Uhr FTGB..GharlottenKu-g. Turner und Fuftballer trainieren jeden MUtwoch abend auf dem Vnort platz an der Avus. Besucht den Eommernaä'tsball der Fußballer am Sonnabend, d-m ZI. Ma�. in den„Spreeballen", Moabit. 5tir6?- ttraße 13. Beginn 20 Uhr. Eintritt 1 M. Am 30. Mai Gründungsversammlung der zweiten Fußballmannschaft bei Bade, Raiserin.Augusia-Allee 52, um 20 Uhr Touristenverrin„Die Ratmrfreund«". Die Abteilung Mitte des Touristen- Vereins veranstaltet am Dienstag, 27. Mai. 20 Uhr, einen Lichtbildervortrag „Das Fichtelgebirge" in der Iohannisftr. l-t. Frei.Tcnnis.Spandau. Monatsvorsommlunq am Mittwoch, dem 28. Mai, nach den Spielen auf der Zitadelle um 20 Uhr im„Gelben Z'mmcr" des Spandauer Ratc-kellers. Hauptpunkte der Tageeordnung: 1. Cpielbetrleb; 2. Dkganisa�on. Freie Schwimmer Eharlottenburg 04 e. v. Für alle Mitglieder jeden Abend Arbeitsdienst in Tiettvcrdcr. -ARBEiTEttruSSBALL Lichtenberg I— Landsberg I; I Trotz des Regens halten sich etwa 300 Zuschauer eingesunden, die das Spiel E i n t r a ch t-Landsberg gegen Lichtenberg aif dem Sportplatz Kynaststraße mit Spannung verfolgten. Wenn las erzielte Resultat nicht ganz dem Spielverlauf und den gezeigten Leistungen entsprach, die Landsberger waren den Berlinern technisch überlegen, so nur durch die blendende Abwchrarbeit des Lichten- berger Torwarts. Oft sah es aus, als besinde sich der Ball im Ne». stets war jedoch der kleine Torwart zur Stelle. Aber auch fein Gegenüber zeigte, daß er sein Handwerk versteht. Das von jcder Mannschaft erzielte Tor war unhaltbar. Der Schiedsrichter war sehr gut. Auch das Spiel beider Jugendmannschaften endele unentschieden 1:1.— Die zweite Mannschaft von Lichtenberg I konnte gegen Lichtenberg II sicher mit'3:1 gewinnen. Lucken- walde I mußt« sich sehr anstrengen, um gegen Eintracht-ReiN'cken- darf unentschieden 2: 2 zu spielen.— Ueberraschend kommt die Risderlage, die Weißense« gegen Trebbin erlitt. Mit 4: 1 geschlagcn mußten die Weißenseer die Heimreise antreten.— Britz 88 und Rowawes trennten sich 2:8.— Spandau 25 konnte gegen Kladow mit 3: 1 gewinnen.— Trebbin 2 gegen Stern 4:0.— Spandau 2 gegen Kladow 2 7:4.— Oberspree 2 gegen FTGB.'' Neukölln 1 6:1.— pleukölln 3 gegen Deutsch-Wusterhausen 1:2.— Trebbin Jugend gegen Luckenwalde II 1: 1 Base gewinnt die Deutschlandfahrt! Der Endkampf und andere Rennen im Stadion Am gestrigen Sonntag ging die von der Industrie durchgeführte Deutschlandrundfahrt für Berufsfahrer, die nicht arm war an unlieb- fomen Vorfällen, zu Ende. Ziel war die Bahn im Grunewald- Stadion, wo auch noch einige andere Rennen für Flieger und Steher zum Austrag gelangten. Trotz der guten Besetzung dieser Wettbewerbe, trotz dcr Ankunft der Deutschlandsahrer, ließ der Be- such zu wünschen übrig. Hier aus dem Zement absolvierten die Teilnehmer der Etappen- fahrt die letzte Runde, die dann ganz knapp Rudolf Wolke ge- wann und damit den Sieg dcr zehnten Etappe Hamburg— Berlin (285 Kilometer) an sich brachte. Sieger dcr Deutschlandrundsahrt ivurde der junge Berliner Bus«, der ein gleichmäßiges Rennen fuhr und durch seine Stallgenossen aufs regste unterstützt wurde. Er wußte gut den errungenen Zcitvorsprung gegen den starken Stöpel zu halten, dcr den zweiten Platz besetzte. Mit Freude registriert man den dritten Platz Oskar T i e tz, der in der Zehn-- Etappenfahrt wieder einmal sein immer noch großes Können ein- mal mehr unter Beweis stellen konnte. Und das trotz des nicht leichten Sturzes in Frankfurt a. Main. Dos Ergebnis: 1. öermonn Buke- Berlin..... HS: S': 00 Ol Punlte 2. Sturt Stöpel- Berlin....... 82: 5t: 42gc. nonimen haben, wurde von dem Schlichter sur Rheinland und West- falen für verbindlich«rklärt. wetler für Berlin: Wolkig und im ganzen etwas kühleres Wetter, noch einzelne Reg«nsälle, westlich« Winde.~ 3 ut Deutschland: Ueberoll wechselnd bewölkt mit Neigung zu Niederschlagen, auch im Osten kühler. rai-n- Montag, 26. Mai. Berlin. Hans W. Priwin. Deutschland als Mittelpunkt des Weltrundfunkverkehrs, Aktuelle Abteilun«.___ 1. Mozart: Trio B-Dur, op. 15. Nr. I.— 2. Beethoven: Trio Es-Dur. op. 70. Nr. 2.(Marie Zwei«. Eliieel; Charlotte Rosen. Violine; Eva Heinitz, Cello.) Juzendvtandern(Sprecher: E. Neuendorff). Dr. Sikorskl, Dresden; Unterstützunzsrnözlichkeiten für Studierende. Wilhelm Heile: Grenzen und Aufsahen eines europäischen Staatenbundes. Staatsoper, Unter den Linden: I. Lauri Volpi.„Aida, Oper von Giuseppe Verdi. Diriscnt Leo Blech. Nach den Abendmeldunsen bis 0.30: Tanzmusik. t.(- Könisswusterhausen.' � Dr. med. Hans Starkowski: Was muH der Berufsschüler von krankheiten wissen? Schallplatten.« i' Dr. Leo Balet: Moderne Flotenmusik. Emil BraB: Pelztiere und Pelze. Prof. Dr. Weese: Das soldene Haus des Nero, � Ensliseh für Anfänger. 16.05 16.30 16.55 i7.i) 18.00 18.30 18.55 16.00 16.30 17.30 17.55 18.20 18.40 Berufs. Scrontmorit. für die SUboftion:«ich.»ernstein, Berlin;«luriflen: Th. Siecke, »erlin.»ertafl; Vorwiirls Verlan®. m. b.£>.. Berlin. Druck: Borwaris Audi. bruckerei und Berlasoanstalt Paul Einper& Go., Berlin EW 68, Siitheiiftrafec 4, Hierzu 1 Beilage. ROSE -T H ET ATE R I GroBe Frankfurter Str. 132 1 Biilettkasse: Alex.3422u.34e4 Täglich 8" Uhr [Sonntags 230, 545 u, g ISonnabend nachtslisol l&npar- sLiftt Awty 1 Komödie In 6 Etappen] von H. A. Kihn Regie; Paul Roee | Bühnenbilder: Walter Fileher| Hauptdarsteller: 1 freute. Hans und Willi Reie, 1 Hilde Hofer, Erna Kentens. Ed-| par Kaniioii. Koüert Holter. Kran![ stein, Erinh Wilde. Cotthan! Boge u. a. Ks-se für den Verse: lauf tifllrh icn 11-1 L'hi u. r. 1-8 Uhr i-etfnet VolUsbUhne Tbealer am Bülowplalt. f"s Uh: Rost von Kirchon und Ousoensky Regit: DDnlber Stark Staat). Miller-Iii. 8 Uhr b'MMMIll Staatsoper Am PI. d Republik 8 Uhr Die FiedernaQs Deutsdies TDeaier 0 2 Weidendamm 5201 8 Uhr Phaea von Fritz v. Unruh, Reg.: Max Reinhardt Musik: f rifdrirh Hollaender, Kammerspiele D 2 WeiMamm 5201 hKi Uhr Die liebe Feindin KeiiMit vn iL P. liloim Run: Gutlf Cräidjee! Mittwoch, 28. Mai, 7% Uhr: Jphigenie vonWolfg v.Goethc Regie: Ridurd Beet- Hefnio Die Komödie I Bismck. 2414/7516 8;i Uhr Sex Appeal (»hg. I. Fndchk luibli Rtgil; fontir Isrnaaga Albert BasserniaDn, Uadv Christians Wim Ttiealei Dönhoff 17u 6';i Uhr Bar leufeisschoier! Komödie Bernard Shaw Regie: Heinz Hilpert Metropol-Th. Täglich 8''« Uhr M Dir allein M einer stnsantcü tNAl äÄidiael Balrasn, Hl.'i!. Braun. Rita Genn. tohtfeMR. Kr. Dr. Mirtia Zickel Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich 6'k Uhr Majestät läßt bitten... Musik von Walter Kollo. Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 8»/? Uhr Geschäldnii AmerlHa Lustspiel von Frank und Hirschfcld Barnowjky- Söhnen Ttaatar In der ätresemannslr. (Irübtr Mulgjiitnr Sti.l Täglich S'U Uhr Napoleon greift ein voa Waller Haseodever Komödie nhaus räßlich«1;« i;hr f'sinü Stftwestsr uiJ Ith Uutl m Balak-' 1 ■im V. mpa Lessing-Theater Wiid«4anigi!!!! g.OSIS Täglich 8'/« Uhr; Nir Ii»di g Vgntilloijin Frau Peters hat einen Geliebten mit Erika von Thellmagg Louis keniegll Theater d. Westens Täglich 8'f» Uhr: Der Belteisludenl SiMHuoilorf. Carola. lidrtenstein. Elsuer TDeai. a. Roilb.Tor Kottb. Str. 6 Tägl.» Uhr Elite Singer. ■at- Feslspiele luselli oiirleigtMioistei Vo ztiger dieses Inserats Vorzugspreise. Tägl. Su.S'l. Uhr. B 5 Barb. 9258 Pr. 1-6 M, Wochentg. S U. SO Pf.-S M. PLAZA Tägl. S u. S15 SODDt. 2.5 1. S" Alex. E 4, 8066 Tägl. 8.15 u. Sonntag 5 Uhr nachrn Die spannenden EntscheiflungsHömpte der Ringkampf- Konkurrenz Vorher das gr. Varieie-Programra Wochen». 5 Uhr u Sonnt 2 U. nachm. nur Varfeli-Programm Thealer am Sdillibauerdamm Sommerspielzeit! Täglich S'/a Uhr Tratsch Komödie v. Coward Paudler, Schweikarl Norden 5813, 0231 Residenz-Theatei Tägl. 8'/» Uhr madonna im schiafcoupd v. Maurice Dckobra Für Jugendl. verb. Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8',i Uhr GroOen Erfolges wegen verlängert Gastspiel CHaela Werbexlrk in Meyer's sei. Witwe Schwank von Fritz Friedinino-FRdridL Trianon-Jlieatef Täglich SV« Uhr Frl. julfie von Strindberg rtieateri.d.Betirenstr. 53-54 9 Uhr A 4 Zentrum 926-927 9 Uhi Direktion Ralph Arthur Roberts Udgel die am morgen singen Lustspiel in 3 Akten von Lonsdale. GroBes Schauspielhaus a uur Nur im Mai Die lustige Witwe Regie: Erik Charoll JUERGENS Winrer ★ QofrGn* 8.15 Uhr Zentr.2Bl8 Raudien er auhl Boss Kren-Trio— loDnny Comp. Nlikoli— lopai-Trto usw. Sonnabeml u. Sonntag]• 2 Varatallungan 4 und 8" Uhr. 4 Uhr kleine Preise Diraktian: Or. Martin Ziekal mmm Komische Oper Fnsdricbstr.iaO. Merkur 1401/4330. Täglich 8V« Uhr Majestät lässt bitten Musik von Walter Kollo. Lustspielhaus Ftiedricbstr. 236. Bergmann 2922/23. 8 Uhr Geschäft mit Amerika. Vorverkauf in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. *'«uhr CASINO-TBEATER Lothringer Strohe 37. Die Berliner Posse Rentier Mudlcke und das Riesen-Variete-Ptogramm. Billig! Billig! Sommerprebe: 50 Pf. 1.— Mark 1.50 Mark Sonnabend u. Sonntag kleiner Aufschlag ZOOLOGISCHER GßRTEIt iiniiiiiiMiiiiMii'iiiiiiiiMimiMiiiiiiiiiiiiiigMiiiiitiiiuii Tloltm ab 4 Uhr nathm. GROSSES KONZERT Tanz im Freien Feenhafte Beleuchtung Auf dem Schaustelluncjsplatr „1000 Krokodile" tm Antilopenhaus Tierkunst- Ausstellung. Relchshallen-Theater Allabendlich[ä] Uhr Sletflner Sänger Dts lustige Mai-Priigramm. Unter aiidcrem ..Das dGuisdie Meer" UWede Iwmin-Vieifi: ,.(tanti OönHoff-Brettl: (Saal und Gatten) lOVarieldhiBMU Kwiert. Tanz KLEINE ANZilfiEN JedeiWoiitZPf. ftttg«4nidtt« Wort 21 Pf. (lullssig 2 fltlgrimdll Wirtij.- Stellmgnati« du 1. Wirt(fitbpdnckt) Ii Pf, jidn wiitr» Wort 10 Pf. Worti mit wtir ab Ii Isdntabio rihln für zwei Wirft. A-reijea, veldn lir die ildult NiBBir butinnt sind.aiiiun kii ipätctns d', Dir nidiBittijs i» dir Hiipt-Eipfdifion du Vorwirfi. LiüdMdnle 3, ibjuibnwirdß.Diuito iitweduetaisnimirjiiis p, Uhr bii»MB. S Uhr omotirbnOa Jtdffr.rt Verkäufe Röbel, 24 Monatsraten, Deamt: ohne Anaatilung. Astor, Sialitzerftraße 98.' Röbel, 24 Monatsraten, Beamte ohne An,abluna. Stein. Oranienstraste t.* RäbeNänfer «eele Steeiit «ab bat Mobelba, ar.,, atoke Auswabt,\ kleine«teifel Beispielsweise: Sdifaf/tiaimec 455,—,(cpcifcdimmct 517,—. Scttenaimmet 389,—. Lvieaet- fditäufe 118,—. Dielenaarnitur 38,—. antiditefildic 99,—, Messingbettslell, 66,—. Jtlcibctfditanfe 48,—, Chaise. tonaues 28,—, Mefastbettstelle 18,—, stukleaematrake 13,—. Eonstiae Möbel onaemeffene Preise. Seilsablunn auf- sdilonftci. 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