Morgenausgabe Ar. 246 A 124 4?.Iahrgang «Sch«ntllch 855t, mBaaOUi»Mtt, tffl sorou»)o5U>ac. P-ftl>«zug<52 M. «tnfchlleblich 60 Pfg. 5 ostzeUusg». anÄ 22 Psg PostbtstellgkbLhrkii. Lu-landi» itomiemem B,— M. pa Monat, » ptt.StsnuJrt»' erfdjflnt Wochen»». >>ch zweimal, Sonntag» und Monlag» einmal, die ilbendau-aaden für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Bolt und Zeit" und.«indersreund". Ferner UnfoPMititnA»enX om;fr__*&_______ E1 N Berliner Vottsbla« Mittwoch 28. Mai 2930 Groß-Äerlin INPs. Auswärts\5 pf. VW•talptltlg* NonparetllezeN» 10 Pfennig. Swtlamezeile 6.— Reichsmark.„Kleine Anzeigen' da« fettge» druckte Wort 25 Pfennig tzulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuch» da» erst« Dort 15 Pfennig, jedes wettere Wo»? 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstabe» »ühlen für zwei Worte. ArbeitsmarÄ Keile SO Pfennig. Familienanzeigen Zeil« 40 Pfennig. 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Ist es insbesondere richtig, daß die beiden polnischen Beamten den Versuch gemacht hatten, einen deutschen Beamten durch Geldversprechen zum Berkauf gewisser Dokumente zu verleiten? Ist es richtig, daß die beiden Polen durch eine scheinbare Zusage veranlaßt worden waren, in die deutsche Zollbude zu kommen, daß sie dort, auf deutschem Boden, wegen Spionage verhaftet werden sollten. worauf sie sich zur Wehr setzten und alles weitere entstand? Warum säumt die deutsche Regierung, volle Aufklärung über eine Sache zu geben, über die im Umkreis Marienwerders jedermann Bescheid weiß oder wenigstens zu wissen glaubt? Liegt der Fall so, wie hier angenommen wird, so er- innert er in mancher Beziehung an den berühmten Fall Schnäbele. Am 20. April 1887 war der französische Polizeikommissar Schnäbele, der als Chef der Spionage im Elsaß galt und gegen den ein Haftbefehl des Reichsgerichts vorlag, von einem deutschen Beamten zu einer Unterredung auf deutschem Boden eingeladen. und verhaftet worden. Wegen dieser Verhaftung führte die französische Hetzpresse tagelang eine äußerst aufgeregte, ja sogar drohende Sprache. Bismarck, der„eiserne Kanzler", ließ sich jedoch dadurch nicht dazu verleiten,„Stärke zu zeigen", sondern er ordnete bereits am 30. April die Freilassung Schnäbeles an. Das ist nicht der einzige Fall, in dem Bismarck bewies, daß er seine auswärtige Politik durch das hysterische Geschrei der deutschen Hetzpresse nicht stören ließ. Mit dieser geschichtlichen Erinnerung soll natürlich nicht gesagt sein, daß der Reuhöfener Fall unbedingt eine ähnliche Erledigung finden müsse wie der Fall Schnäbele. Von diesem unterscheidet er sich ja auch dadurch, daß es damals zu einer blutigen Auseinandersetzung nicht gekommen ist. Festzuhalten bleibt jedoch der Grundsatz, daß die deutsche Re- gierung, unbeirrt von dem Geschrei der deutschen und der polnischen Hetzpresse, eine Politik friedlicher Gerechtigkeit treiben muß, wie sie den Interessen des deutschen Volkes entspricht. Aufregung in polen. Tvarschlm, 27. März. Das Regierungsblatt„Kurier Czerwonny" gibt seinem Bericht über den Neuhöfener Fall folgende Ueberschrist:„Demaskierung des deutschen Verbrechens, des Babarentums und der Lüge. Offiziere aus Berlin und Danztg haben den Hinterhalt organisiert". U. a. gibt das Blatt ein Gerücht wieder, wonach an der Spitze der Grenzschutzleute zwei geheimnisvolle deutsch« Offiziere gestanden hätten, von denen einer au» Berlin und der ander« aus D o n z i g an dem Tatort eingetroffen seien. An einer anderen Stelle bringt das Blatt einen Artikel über Kriegsvorbereitungen in Ostpreußen.„Ostpreußen— ein großes Lager bewaffneten Hasses gegen Polen, der Organisationen. Festungen und em Halbmilliardenfonds des Deutsche« Reiches", so heißen hier die Ueberschriften. Der Inhalt läßt sich danach leicht erraten. Diplomatische Auseinandersetzungen. Amtlich wird mitgeteilt: Der polnische Gesandte in Berlin hat im Auswärtigen Ami gegen die Vorgänge, die sich anläßlich des G r e nzAwif che n» falls bei Neuhöfen abgespielt haben, protestiert und gleich- zeitig die Einsetzung einer deutsch-polnischen Kom- Mission angeregt, die durch gemeinsame Feststellungen an Ort und Eteste den Sachverhalt aufklären soll. Dem polnischen Gesandten ist erwidert worden, daß sein Protest zurückgewiesen werden müsse. Der polnisch« Schritt sei schon in sich widerspruchsooll, da er einerseits die Einsetzung einer ge- mischten Kommission zur Aufklärung des Tatbestandes anrege, anderseits aber ein für Polen günstiges Ergebnis der Feststellungen der Kommission dadurch bereits vorwegnehme, daß gegen ein an- gcbliches Verschulden deutscher Beointer protestiert werde. Außer- dem handele es sich nach dem bisherigen Ergebnis der von den zuständigen deutschen Stellen eingeleiteten Untersuchungen nicht um einen Uebergriss deutscher Beamter, sondern um ein« polnische Grenzverletzung und um Gewalthandlun- gen, die von polnischen Beamten auf deutschem Territorium be- gangen worden seien. Im übrigen halte es die deutsche Regierung auch von sich aus für angebracht, den Sachverhalt durch eine gemeinsame Nachprüfung aufzuklären und diese Aufgabe einer ge- mischten Kommission zu übertragen. Der deutsche Gesandte in Warschau ist beauftragt worden, den deutschen Standpunkt im vorstehenden Sinn« bei der polnischen Regierung zur Geltung zu bringen. Das neue Defizit. Kabinettsentscheidung über die Deckung vertagt. Amtlich wird mitgeteilt: Unter dem Vorsitz des Reichskanzler» beschäsligle sich das Rcichskabinekl mit der durch die nur langsam zurückgehende Arbeitslosigkeit und die konjunkturellen Ausfälle an Einnahmen des Reiches geschossenen Loge. Der Reichssinaoz. minister und der Reichsarbeitsminister legten die verschiedenen Möglichkeiten für den einstimmig notwendig anerkannten sofor- tigea Ausgleich der Fehlbeträge dar. Da» Reichskabinelt beschloß, die Entscheidung über die Art der Deckung ml« der veschluhfasiung über da» Ausgaben- senknngsgeseh zu verbinden. Diese kabinettsentscheiduag wird Anfang nächster wache fallen. Die Regierungspresse hat am Ende der vorigen Woche stolz erklärt: es wird nicht verhandelt, am Dienstag wird das Kabinett tagen und sofort eine Entscheidung fällen. Die Kabinettssitzung hat stattgefunden, eine Entscheidung ist nicht gefallen, sondern die Sitzung ist um eine Woche ver- tagt worden. Zunächst!_ Heute Länderkonferenz. Oer Fall Frick. Heute vormittag 10 Uhr, tritt im Reichsmimstenum des Innern die Ländertonferenz zusammen, die sich mit dem Fall Frick beschäftigen wird. Dr. Frick wird nicht teilnehmen, obgleich er eingeladen ist. Thüringen wird oertreten durch Staatsminister Baum, Ministerial- rat Dr. Thiemer und Ministerialrat Guyet, dem Leiter der thüringischen Landeepolizei. Die preußische Staatsregierung wird durch den Minister des Innern Prof. Dr. W a e n t i g vertreten sein, der in Begleitung von Staatssekretär Dr. A b e g g an den Verhandlungen der Länderkonferenz teilnimmt. Ltniversiiäi Zena gegen Frick. Protest gegen die Berufung von Dr. Günther. Weimar, 27. Mai. Wie der Rektor der Universität Jena mitteilt, haben Rektor und Senat der thüringischen Landesunioersität gegen die Be- rufung des Schriftstellers und Rasseforschers Dr. Hans Günther zum ordentlichen Professor der mathematisch-naiurwissenschastlichen Fakultät durch das Bolksbildungsministerium einstimmig Prot« st eingelegt, da das in der Unwersttätssatzung ver- brieft« alte Recht der Universität, bei der Berufung auf die Lehr- stuhle durch ihre Lorschläge sachkundig mitzuwirken, im vorliegenden Falle durchbrochen worden ist. Fabn'cius in Thüringen. Oer hinausgeworfene Begierungsrat als 2. Bürgermeister In Sonneberg in Thüringen herrscht seit Monaten die Zwangs- Verwaltung. Im Stadtrat gibt es«ine Mehrheit aus sechs Bürger- lichen und fünf Nationalsozialisten. Diese beiden Gruppen haben sich nun geeinigt. Sie werden zum ersten Bürgermeister den Re- gierungsrat Zogbaum wählen, zum besoldeten Beigeordneten mit der Anwartschaft, demnächst zum zweiten Bürgermeister auszurücken, den ehemaligen Regierungsrat Dr. F a b r i c i u s. Das ist derselbe Nationalsozialist Fabricius, der durch die Reichs- disziplinarkammer wegen öffentlicher Herabsetzung der Republik und der Reichsfarben mit Dienstentlassung be- straft worden ist! Das Land Flicks ist der richtige Zufluchtsort für solche Gestalten! Die Grundsiücksskandale. Eine Zwischenbilanz. Mit der Amtssuspension des demokratischen Stadtrots Katz haben die Berliner Grundstücksskandale einen vorläuft» gen— voraussichtlich noch nicht endgültigen— Abschluß gefunden. Es wäre gut, wenn die Presse ganz allgemein eine solche Gelegenheit zum Anlaß nähme, ihre Leserschaft aus dem Wirbel der Sensationen(tatsächlicher und gemachter) zu einem Ruheppnkt nüchterner Besinnung zu führen. Denn von der Sensation allein kann kein Mensch und kann keine Presse, die den Ehrgeiz politischer Führung hat, auf die Dauer leben. Was haben uns die letzten Wochen an„Enthüllungen" aus der Praxis der kommunalen Verwaltung Berlins gebracht? Sie haben die schnell vergessenden Volksgenossen daran erinnert, daß die Reichshauptstadt in den letzten Iahren systematisch und konsequent bestrebt war, den letzten zusammenhängenden unbebauten Grundbesitz im Weichbild der Stadt in ihreHändezubekommen, um ihn in zwölfter Stunde der Privatspekulation zu entziehen, der Bevölkerung als billiges Siedlungsland zur Verfügung zu stellen oder als Freifläche und Erholungs- statte zu erhalten. Wir haben weiter zum ersten Male an der Hand von Daten und Zahlen erfahren— was bisher nur wenigen Eingeweihten bekannt war—, daß die Stadt bzw. die Verkehrsgesellschaft Grundstücke im Gesamtwerte von 140 Millionen aufgekauft hat, um rechtzeitig das Terrain für die Durchführung ihrer Schnellbahnbauten und der notwendigen Straßendurchbrüche und Platz- erweiterungen in der City in eigenem Besitz zu haben. Die Borbereitungen für alle Grundstückskäufe sowohl bei den Gütern wie bei den Häuserblocks der City wurden möglichst g e h e i m getroffen, um der Terrainspekulation tunlichst keine Gelegenheit zu geben, sich durch Zwischenkäufe hohe Zwischen- gewinne zu verschaffen. Das ist in einer Reihe von Fällen überraschend gut gelungen, bei einigen Käufen mar der Zwischengewinn sichtbar, wurde aber auf das Mindest- maß herabgedrückt, und endlich sind bei einer großen Zohl von Käufen unnötige Provisionen an künstlich ein- geschobene Makler und leider auch an beamtete Unter- Händler der Verwaltung gezahlt worden. Die letztere Er- kenntnis ist neu, dahingehende Vermutungen find zwar wiederholt, nicht zuletzt von sozialdemokratischer Teste, ausgesprochen worden, alle amtlichen und außeramt- lichen Untersuchungen haben aber jahrelang zu keinem Er- gebnis geführt, bis jetzt endlich die systematische Aufrollung der Fälle einige Klarheit über die Methoden und den Umfang der Schiebungen gebracht hat. Das ist— in aller Kürze— der Inhalt all jener Enthüllungen, die die Presse und mit ihr die gesamte Oeffentlichkeit in den letzten Wochen so lebhaft beschäftigt haben. Grundstücksskandale— in der Tat. Kein Zweifel: die Stadt Verlin ist b e t r o g e n worden, betrogen durch ein raffiniertes Zusammenspiel provisionsgieriger Mitbürger innerhalb und außerhalb der Verwaltung. Was lehren uns diese Skandale und wie kann sich die Stadt, können sich die in ihrer Verwaltung vertretenen Parteien vor ihrer Wiederholung schützen? Da darf zunächst das Wort eines ganz unverdächtigen Zeugen, des deutschnationalen Abgeordneten Dr. Steiniger zitiert werden: Einen absoluten Schutz gegen Betrüger. die einander in die Hände arbeiten, gibt eswederin der Wirtschaft noch in der Berwaltung. �uch die beste Kontrolle sichert nicht dagegen, daß zwei geschickt zu- sammenspielende Betrüger ihre Schiebutzgen eine Zeitlang unbemerkt durchführen. Aber— so wird man einwenden— die H e i m l i ch k e i t der Kaufvorbereitungen hat diese Schie- bungen begünstigt. Ganz ohne Zweifel. Allein eine städtische Verwaltung steht bei der Durchführung derartiger Transaktionen in der heutigen kapitalistischen Wirtschafts- ordnung und bei dem geltenden, gänzlich unzulänglichen Eni- eignungsrecht leider nur vor der bangen Wahl zwischen zwei Möglichkeiten: entweder sie läßt Grundstücks- täufe heimlich unter Einschaltung von Maklern usw. durchführen— dann läuft sie Gefahr, um Provisionen u. dgl. betrogen zu werden, sie wird aber bei sorgfältiger Nach- Prüfung des endgültigen Preises doch noch relativ billig kaufen— oder aber sie tritt in aller Oeffentlichkeit feierlich als Käufer auf— dann kann sie Betrügereien wahr- scheinlich ausschalten, aber sie zahlt dafür doppelte und dreifache Preise bei Kauf oder Enteignung. Bei diesem Dilemma wird man wohl doch sagen dürfen: d i e Methode war richtig, aber die Männer, die zu ihrer Durchführung berufen waren, waren falsch. Die Methode war richtig— trotz allem Hallo jener Presse, der die Bekämpfung der Sozialpolitik im neuen Berlin Lebensprinzip ist. Das gilt ins- besondere von den vielverlästerten Gutstäufen der Steigende Blutopfer in Indien. Belagerungszustand in Rangoon.- Mohammedaner greifen in Bombay ei«. Stadt.?erlin hatte die Pflicht, die Versäumniffe früherer Zeit nachzuholen und möglichst große Teile des unbebauten Grundbesitzes zu erwerben, um sie der Terrainspekulation zu entziehen. Die Stadt könnte, aufs neue vor die Ent- scheidung gestellt, heute nicht anders handeln als daihals. Die materiellen Bedingungen der damaligen 5t'äufe sind auch bei- leibe nicht so ungeheuerlich gewesen, wie man es heute aus Sensationslust bisweilen hinzustellen beliebt. Das beweist allein schon die Tatsache, daß die Privatspekulation beispiels- weise Düppel-Dreilinden zu höherem Preise, als die Stadt damals angelegt hat, zurückzukaufen bereit wäre. Die materiellen Uebsrvorteilungen der Stadt sind also trotz aller Provisionen und Schiebungen bei weitem nicht so hoch, wie man es glauben mackjen möchte— wir wünschten, die mora- tischen Verluste wären ebenso gering! Genau dasselbe gilt von den Ankäufen der V e r k e h r s g e s e l l s ch a f t. � lieber das Tempo dieser Käufe mag man streiten— über den Weitblick, über das Prinzip dieser Grundstückspolitik ist unter einsichtigen, sich ihrer sozialen Verantwortung be- wußten Politikern ein Streit nicht möglich. Nichts wäre also verhängnisvoller, als wenn man aus den höchst unerquicklichen Begleiterscheinungen der Der- liner Grundstückskäufe im letzten Jahrfünft die Notwendig» keit einer grundsätzlichen Aenderung der Grundstücks» Politik ableiten wollte. Nichts wäre auch falscher, als wenn man Vorfälle wie die Grundstücksskandale zum Aus- gangspunkt organisatorischer Veränderun» gen innerhalb der städtischen Verwaltung nehmen würde. Die Frage der besten Organisationsform Groß-Verlins muß unabhängig von Augenblickserscheinungen, von Sensa- tionen und Affären gefunden werden. Betrügereien wie die jetzt aufgedeckten wären unter jeder Organisationsform möglich gewesen, und es ist gefährlich und muß zu Trug- schlössen führen, wenn man die Frage der Verwaltungsform und-reform— und sei es auch nur äußerlich oder zeit- lich— mit ihnen in irgendeine Verbindung bringt. Die Methode war richtig— das ist das Fazit der wifchenbilanz und wird auch das Fazit der endgültigen ilanz sein. Es liegt kein Grund vor, an der P"o- litit oder an den Grundsätzen der Verwal- tung etwas zu ändern. Aber es gilt, in Zukunft die richtigen M ä n n e r an die richtige Stelle zu setzen.>l legend umgebaut werden müssen, chierbei ist«in« Badewanne zum Preis« von 82 3 Mark gekauft und Tapeten bis zum Preise von 14 Mark für die Rolle verwendet. Ron einem Bot- ichaster, dessen Amtssitz besonders weit von Deutschland entfernt liegt, ist auf o«r Rückreise von einen» dienstlichen Aufenthalt in Berlin ein von der russischen Eisenbahnoerwaltung gemieteter Wagen benutzt worden, der etwa 18 000 Mark gekostet hat, wäh- rend die Kosten bei Benutzung der 1. Wagentlasse für die gleiche Strecke noch nicht 700 Mark gewesen wären. ver Sowjetgesandte In Stockholm, Viclor Kopp, sst heute in einem in der Näh« von Berlin gelegenen Sanatorium gestorben. — Er mar der erste diplomatische Aertreter der Sowjetunion in Berlin noch dem Kriege und hatte namentlich an den Berhandlun- gen, die zum Abschluß de» Rapallo-Bertrages führteiz, starken Anteil. Bombay. 27. Alai.(Eigenbericht.) 3n Bombay und Baugoon wird seit 24 Stunden gekämpfk. In Bangoe.n ist der wUitärischc Belagernngszuflaird verhängt worden, ver Ernst der Lage ergibt sich au» der Tatsache. daß neben der Polizei und dem Illililär auch europäische Zi- vi listen als Freiwillige ausgehaben sind. Das wirtschaftlich« und industrielle Leben ist erloschen. Das Militär hat sämtliche Aerzle und europäische Sinderwärlerinnen sür die Hospitäler ver- pflichtet. Die bei den Europäern eingestellten Dienstboten wagen es nicht mehr, die Straßen zu betreten. Die Lebensmittel- beschaff ung für den europäischen Teil der Bevölkerung ist problematisch geworden. Die gesamte Stadl gleicht einem wüsten Kampfplatz. Stelleuweise sind Barrikaden er- richtet. Steine sind die Hauptmassen de? Stufständischen, die sie wie Hagel gegen die Polizei und gegen die nnlilärische« Barecke« niedergehen lassen. Bis Dienslog abend wurde» 64 Tote und über 800 Schwerverwundeke gezählt. 15 arbeitswillige Frauen sind von den Aufständischen niedergemetzelt worden. Die Polizei hat ein« verhältnismäßig ge- ringe Zahl verletzte. Auch in Bombay ist die Lage sehr e r n st. Zum erstenmal seil der gegenwärtigen Aufstandsbewcgung gegen die Engländer haben mohammedanische Massen in den Kampf eingegrissen. E» war eine geringfügige Ursache, die die seit Tagen immer heißer werdende Stimmung im mohainmedanischen Viertel zur Explosion brachte. Ein englischer Polizist sah. wie ein Mohammedaner einen Hund mißhandelte. Der Polizist ging auf den hundebesiher zu und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht. Der Geschlagene slüchtele, kam aber bald daraus mit einem Haufen seiner Landsleute zurück. Es wurden Steine geworfen, der Kampf begann. 3m Laufe des Ludwigshafen geräumt. Nur noch 200 Mann bis zum ZV. Juni. Ludwig, Hafen, 27. Mai. Di« Stadt ist heute abend von dem Hauptteil der französischen Bcsatzungstruppen geräumt worden. Um S Uhr nachmittags wurden di« letzten Wachtposten aus der Rheinbrücke eingezogen. Gegen H8 Uhr abends wurde die Trikolore ans dem Brückenhaus am Rheinbrückenzugavg in Ludwigshafen unter den Klängen der Marseillaise eingeholt, während ein« Militär- abteilung saickkierte. Um Uhr marschierte die Besatzung nach dem Bahnhof, wo der Transport um 9,20 Uhr noch Frankreich ab- ging. In der Stadt bleibt«in Abwicklungskommando von 200 Mann zurück, das am 30. Juni abrücken wird. Obwohl sich die Nachricht von dem Abmarsch des Haupteites der Besatzung im Laus« des Nachmittags mit Windeseile durch die Stadt ver- breitet hotte und von allen mit großer Freude aufgenommen wurde, hatten sich nur wenig« Zuschauer eingesunden. Kricks Banditen. Seine Polizei läßt sie ungeschoren. Gera, 27. Mai.(Eigenbericht.) In Langenleuba in Thüringen fand eine Persamm- lung der Nationalsozialisten statt, in der ein n a t i o n a l s o z i a- listischer Lehrer Graichen referierte. Im Laufe seines Referats griff der Redner die Sozialdemokraten Zimmermann und Mäher aus das heftigste an und bezeichnete sie ols S ch w i n d- l« r. Noch dem Reierot meldete sich der s o z i o l d e m o k r a t i s ch e Landtagsabgeordnete Müder zum Wort. Als er seine Wortmeldung abgab, rief ihm ein Naziinonn in SA.-Uniform, der wie viel« seinesgleichen von auswärts nach dieser Bersammlung transportiert worden war, zu: »Du hnnd mußt henk« abend verrecken!" Mäder teilt« diese Drohung sofort äsfentlich mit. Darauf erhob sich im Saal ein Pfarrer Löffler und schrie wie ein Besessener:„Mäder lügt, das ist Schwindel!" Die anwesenden Sozialdemokraten forderten Einschreiten der anwesenden Polizisten gegen den Nozimann, es wurde jedoch lediglich fein Name festgestellt. Auf den Hinweis, daß zahlreiche SA.-Leute, dar- Dienstag hat die Polizei dreimal das Feuer eräffarf. Die Opfer sind 6 Tote und 60 Verwundete. 3m mohammedanischen viertel patrouilliert da, Militär in Autos und Motorrädern. Die Stimmung gegen die Europäer wird immer gereizter, vor den Kasernen und Milikörbaracken stauen sich die Massen immer von neuem und versuchen einzudringen. Die Bewegung greift um sich. London, 27. Mai.(Eigenbericht.) In Indien greifen die blutigen Unruhen weiter um s i ch. Heute kam es zu schweren Ausschreitungen in den wichtigen Städten L u ck n o w und Docca. In L u ck n o w wurde lzeut« von Mohammedanern die englische Flagg« herunter- geholt. Di« Polizei feuerte auf die Demonstranten, wobei 4 Personen gelötet und 30 verlehi wurden. 14 Polizisten mußten ebenfalls verwundet in das Kranken- haus«ingeliefert werden.— In Dacca wurden 10 Hindus und 4 Mohammedaner gelötet und 44 schwer verletzt. Auch in Bombay dauern die Unruhen fort. Britische und ein- geborene Polizisten wurden in dem Mohammedanerviertel erneut angegriffen, wobei 6 von den Angreifern gelölet und 45 verwundet wurden. 12 Polizisten erlitten bei den letzten Kämpfen Verwun- düngen. In den Städten Lucknow und Dacca sind G u r k h a- Soldaten beordert worden, um die Ordnung wieder herzustellen. unter bekannte Schläger von auswärts, zu dieser Persammlung geholt worden waren, erklärte der P o l i z e i l e i t e r, daß er die Garantie übernehmen wolle, daß nichts geschehe. Als dem zweiten angegriffenen Sozialdemokraten dos Wort verweigert wurde, woll. ten die anwesenden Sozialdemokraten den Saal verlassen. Die nationalsozialistischen Schlägcrkolonnen bildeten eine Kette, verhinderten das Derlassen des Saales und schlugen nun mit Stuhlbeinen. Stahlrulen und Gummiknüppeln auf die Sozialdemokraten ein. Sie gaben drei Schüsse ab: ein junger Arbeiter wurde mit einem Messer in den Kops gestochen. Insgesamt wurden ZSMannverletzt, davon einige schwer. Die anwesende Polizei verhielt sich passiv. Sie weigerte sich, Nationalsozialisten, die nachweislich mit Dolchen gestochen hatten, festzunehmen. Zwei Stunden danach rückte ein Ueberfallkommondo der Landespolizei von Gera an. Nun wurden die Nazis noch Waffen untersucht, zwei Stunden nach der Tat: selbstverständlich fand man nichts mehr. Oer Eiat des Auswäriigen Amtes. Alle Streichungsanträge abgelehnt. Der Aueschuß sür den Reichshoushalt beendete in einer Abend- sitzung am Dienstag die Beratung des Haushalts des Aus- wärtigen Amtes und genehmigte, unter Ablehnung aller Streichungsanträge, die Ansätze nach der Reg'e- rungsvorlag«. Toscanini-Konzert in der Philharmonie New �ork in Berlin. Das«rfte Berliner Konzert des New-Porker Philharmonischen Orchesters unter Leitung von Arturo Toscanini gestaltete sich zu einem ganz großen künstlerischen und gesellschaftlichen Ereignis. Die unvergleichliche, unwiderstehliche Peffönlichkeitsivirkung dieses M»- sikers und eine Orchestcrieitung von höchster Vollkommenheit verbinden sich zu einem wahrhaft überwältigenden Gesainleindruck. Un- geheurer Beifall nach jeder Nummer. Unter den Zuhörern, die kein großen Dirigenten und seinen Künstlern zum Schluß stürmisch« Huldigungen darbringen, besmden sich alle hervorragenden Ber- treter der Berliner Mufitwelt. � K.O, Der Krach Die Armee hat die Einstellung Als Stalin seinerzeit der stürmischen Kollektivierung plötzlich Halt gebot, munkelten Eingeweihte, daß dies der Einwirkung der Armee zuzuschreiben sei. Die Vergünstigungen, die kurz darauf den Familienmitgliedern der Rotarmisten gewährt wurden, bestätigte diese Bermutungen. Die neuest« Nummer des russisch-sozialdemokratischen �Sozialistischen Boten" ver- äsfentticht einen Brief aus Moskau, der den Konflikt zwischen Stalin und dem Kriegskommissar Woroschilow in feiner ganzen Schärfe zeigt. Es heißt darin: In der Sitzung des Poiitbureaus fordert« Woroschilow in großer Erregung die Einstellung der gewaltsamen Enteignung der Mittelbauern: er berief sich auf die Gärung in der Armee und auf Hunderte von Briefen, die Rotarmisten von ihren Ange- hörigen erholten hätten. Stulln lachig den Sriegskommissor wegen seiner Angstmeierei an». Der empörte woroschilow holte au» seiner Alienlaiche einen Pack solcher Briefe der Bolarmisteu und schlendert« ihn gegen Stalin, so daß er ihn direkt ins Gesicht traf. Es folgte ein unglaublicher Skandal... Es wurde sogar behauptet, wo. roschilow habe Zimmerarrest erhallen. Wie dem auch sei, es unterliegt keinem Zweifel, daß die Rote Arme« so ober anders auf die Kampfs, zene getreten ist; mögen ihre ersten Schritte auch schüchtern sein, die Folgen sind von großer Bedeutung. Bezeichnend ist es jedenfalls, daß vielfach— und nicht nur bei ..Burfchuis"— di« Ansicht verbreitet ist, di« Armee würde im Falle einer neuen Hungersnot der jetzigen Herrschaft kurzerhand den Goraus machen... Mit der Slrmc«, die das Dorf vom kollek- tiviftifchen Hexenlabbat befreit hat. werden nunmehr ganz bestimmte Hoffnungen in bezug auf die Befreiung vom Bolschewismus verknüpft. Das mag wohl auch der Grund sein, weshalb die Armee Gegenstand der größten Aufmerksamkeit der Bolsche- in— Woroschilow. des Bauernlegens erzwungen. misten ist. Die Sorge um die Armee hat gewissermaßen ihre» Höhepunkt erreicht und man kann sich nicht genug wundern, wie in einem zerstörten Lande, das nicht ausreichend Brot hat, dessen Be- wohner schlecht bekleidet und beschuht herumlaufen, es der Armee an nichts fehlt, sie immer satt zu essen hat und gut gekleidet geht. Eine Militarisierung des Landes liegt auch darin. daß der Soldat gewissermaßen zum Träger des Sozialismus erhoben wird. Die Armee wird aber immer stärker von einem Macht« b e m u ß t f e i n durchdrungen, sie dünkt sich entscheidender Faktor, sie glaubt.zu„können"... Aus demselben Brief erfährt man auch interessante Einzelheiten über di« Entstehung de» Artikels„Kopsschwindel von Erfolgen", der den Rückzug auf dem Gebiete der Kollektwierung anzeigte. Er war das Ergebnis des Meinungsaustoinches' zwischen Stalin und Woroschilow. seine Leitsätze waren vom Politbirreau festgelegt, er sollte ohne Unterschrist oder im Namen des Zentralkomitee« er- scheinen. Stalin jedoch, der befürchtet«, daß durch diesen Artikel sein« Kollektioisierungspolitik kompromittiert und sein Einfluß Ein- büße erleiden würde, setzte seine Unterschrift unter den Artikel, Nun konnte er ans kosten der Partei seine Autorität im Lande festigen und in den Augen der Lauern und Rotarmisten als Retter scheinen. Seine Handlungsweise hat aber bei den Spitzen der Kowmu. nistischen Partei«inen ungeheuren Skandal verursacht, „Uns," sagt der Briesschreiber,„scheint von Bedeutung nicht so sehr der Skandal, als die Tatsache, daß die Diktatoren bereits eine Stütze zu suchen beginnen, außerhalb der Partei bei der„Gasse" unh natürlich in erster Linie in den Reihen der Roten Armee." Kampf dem Kapitalismus! Arbeiterkritik und Gewerkschafisforderunge« zum Reichswirtschafishaushalt. Der Reichstag k>egarm am Dienstag nachmittag mit der»weiten Berownq des Etats des Reichswirtschattsmimsteriums und des Reichswirtschaftsrates. Berichterstatter ist Abg. Dr. Raumer(D. Bp.). Staatssekretär Or. Trendelenburg spricht in Vertretung des erkrankten und auf vier Wachen beurlaubten Ministers Dietrich, und•iwar zunächst über die möglichen Ber- iadren.gir Regelung von Kartellstreitigkeiten. Mit der Reform des Kartsllrechts soll ober auch das Ergebnis der Enquete gebracht wer- den, das im Sommer vorliegen dürfte. Infolge des Frankfurter Aersicherungskrachs soll das Verflcherungsgefetz geändert werden. Die Versicherungsunternehmungen sollen verpflichtet werden, ihre Rechnungsabschlüsse alljährlich durch unahhängige Revisionsgesell- Ichosten prüfen ,pi losten und die Bericht« allen Jnstanvn vorzu. legen. Treuhändler sollen die Versicherten schüren. Eine Denkschrift wird in einigen Wochen vorgelegt werden. Das Anwachsen des Statistischen Reichsamts ist ein« Folge des überall in der Welt steigenden Bedarfs an Statistik. Die Vorbereitung einer gründlichen Reorganisation der Statistik ist einer dreigliedrigen Kommission unter dem Vorsitze einer bekannten wirtschaftlichen Persönlichkeit übertragen worden. Abg. Tarnow(Goz): Die gan�e Wirtschaft steht unter dem Druck der ungeheuren Arbeitslosigkest. Wenn meine Partei mit allem Nachdruck dasür kämpft, dach den Opfern der Arbeitslosigkeit durch Unterstützung ein Existenzminimum gewährt wird, so verkennen wir natürlich nicht, dach die bessere Form der chilfe die Bsschasfung von Arbeit wäre. (Sehr richtig! b. d. Soz.) Arbeitsbeschaffung mutzte dos Zentralproblem nicht mir der Wirtschaft, sondern der ganzen Staatspolitik sein. Das ijauptrroftoentnnn der Regierungspolitik müßte im Wirtschaftsministerium liegen. Dem ist aber nicht gang so. Wenn das Landwirtschaftsministerium su einer staatlichen Wirtschaftspolitik mit grotzer Energie übergegaiujen ist, so erscheint die Be- scheidencheit des Wirtschaftsministeriunis nicht gan.; angebracht: wenigstens mutzte es verhindern, dotz die gesamte staatliche Wirts chastspolitik in eine Richtung gebracht wird, die den Gesomtinteressen der deutschen Mrtschast nicht förderlich sein kann. diese vielmehr den einseitigen Interessen der Landwirtschaft unter- ordnet. Wenn In der gangen Welt Bestrebungen*ur Erleichterung des internationalen �Handelsverkehrs und vtm Abbau der Zoll- mauern im Gange sind, so mutzte Deutschland dabei der Führer unter den Nationen sein. Di« Wirtschaftspolitik der Regierung Brünina läßt von dieser Erkenntnis nichts merken, sondern bedroht unsere Welthandel sbesichungcn auf das allerärgste.irstchoftti«he>n Ein-richtungen. Wenn ober die ,ech. nische Rottonaiisientiig für die Bolkswirtschast von Nutzen sein soll, dann mutz der Zeitpunkt dafür richtig gewählt sein. Di- große deutsche Rational isterung 1925 bis 1929 erfolgt« m einer Zeit, die muh voikwoirtschaftlich vernünftig«» Erwägungen dafür die denk- bar ungeeignetste mar. Ws Poraussetzungen für ein« Ratio- nalisierungskampagne müßte man bezeichnen, daß der Arbeitsmarlt verhältttisenätzig leer und der Kapitalmarkt varhättlnsmätzig gefüllt ist. Die deutsche Rationalisierung begann in einer Periode, wo der Arbeitsmarkt kolossal überfüllt, wo aus der Kriegs- und Jnflations- zeit einige Millionen Arbeiter noch nicht angesetzt waren im Ar- beitsprozetz. Stall daß man Arbeitskräfte angesetzt hätte, sind durch die Rakionalisieruag noch weitere Arbeltskräfte freigemacht worden. Das Institut für Kouiunkturforschung schätzt die Zahl der durch die Rationalisierung unmittelbar freigesetzten Arbeiter aus 2 Millionen. Dazu kommen die bereits bei Beginn der Rattonalisieruna vor- hoitbenen Arbeitslosen. Das verfügbare Kapital, das zur Ansetzung von Arbeitern hätte verwendet werden können, ist zur Freisetzung von Arbeitskrästen gebraucht worden! Für den Siebenstundentag! Heute schon sind nicht mehr alle Arbeitskräfte unter- anbringen. Dann aber mutz mau die Arbeitszeit der- kürze». Räch dem jetzigen Stand der technischen Einrich- tnngen wäre der Siebenstnndentag oder die Fünftage- Woche durchaus genügend, um die bolkswirtschastlichen Leistungen» die heute in acht oder noch mehr.Stunden geleistet werden, durchzuführen. Diese Arbeitszeitver- kürzung wäre möglich, ohne datz dadurch die Volkswirt- schaftliche Leistung zurückgeht. Allerdings ist diese Frage nicht mit moralischen Argumenten zu lösen. Immer war das Kernstück politischer und wirtschaftlicher Ausein- andersetzungen ein Machtkampf.(Sehr richtig! links und rechts.) Wir werden die Arbeiterklasse noch besser organi» sieren, die Arbeiterschaft wird sich noch stärker hinter ihre politische und gewerkschaftliche Vertretung stellen müssen, dann werden wir die Möglichkeit haben, das, was in der Wirtschaft durchführbar ist, auch verwirklichen zu können. Wir vertrauen darauf, datz die Arbeiterklasse, soweit sie das heute noch nicht begriffen hat, es noch begreifen wird.(Lebh. Zustimmung der Soz.) Kapitalnot und Kapitallenkung. Man spricht viel von der Kapitalnot, aber diese begründet noch nicht, daß die ganze Steuer-, Finanz- und Sozialpolitik, auch die ganze Lohnpolitik in den Dienst einer stärkeren Kopitoilbildung ge- stellt wenden mutz. Das Ausmatz der inneren volkswrrtschoftnchen Kapitalbildung wenigstens feit 1927 ist noch allen Schätzungen und Berechnungen bereits so grotz, wie in den letzten Vorkriegsjahren. (Hört! Hört! links.) Ich wcitz, datz damit noch nicht alle Löcher gestopft werden können, die der Krieg gerissen hat. und datz dos auch nicht ausreicht, um die Ansprüche der auherordentli6>cn Rationalisierung zu befriedigen. Das Ausmatz der nötigen siapitalbildung wird aber nickst be- Pimmk durch unseren stapitalbedars allein, sondern durch ein« ganze Reihe anderer Laklore«.. vor allem dadurch, in weichem TNatze da» nörhandene und da» neu gebildete Kapital st» der deutschen Wirtschaft eine rentable Verwendung finden kann. Unsere deutsche Wirtschast zeigt gegeuwärtig ein« gewaltige Ueber- kapazität der produktiven Anlagen. Verstärkte Kapitolbildung bei starker Konlsumeinschröntuina kann nichts anderes bedeuten, als datz die nicht verwendbaren Produktionsanlagen noch vergrvtzert werden. fc. h. daß noch größere Teile der Produkt! onsamageii entwertet wer- den. Bolkswirstchaftlich ist nur das Kapital vorhanden, das rentabel arbeitet: Kapital, dos nicht arbeitet, muß volkswirttchafttich obge- schrieben werden. Wenn Sie die Kapitalneubildung vergrötzern durch Vernichtung von Verbrouchskröften, durch weitere Einschrän- kung der Produktion, dann haben wir nicht einen Kapitatoer- mehrungs, sondern einen Kapitalvernichtungsprozetz.(Sehr wahr! links.) Die meisten Unternehmer, die über Kapitalnot klagen, sind sich dieses Zusammenhangs gar nicht bewußt. Es ist gar nicht so, datz zu wenig Kapital, sondern daß zuviel Kapital investiert ist, und datz diese?.zuviel investierte Kapital keine Rente abwerfen kann. Trotz dieser fortgesetzten Kapitalnot ist eine ungeheure Menge von Kapital verschwendet und vergeudet worden. Je mehr man von den �Einzelheiten erfährt, um so mehr erkennt man, dah Millionenbeträge durch Fehlinvestitionen vergeudet und der Volkswirtschaft entzogen worden sind. Die allgemeine Kapital» not hat noch die besondere Wirkung, datz das verfügbare Kapital nicht über die ganz« Wirtschaft gleuhmätzig verteilt wird, sondern einzelne Unternehmungen sich vsrgröhern, sich erweitern und neue Betriebsanlagen schaffen. Das Reichswirtschastsministernnn hätte die große und nolkswirtschaftlich dankbar« Aufgabe, die Kopital- lenkung mehr als bisher zu verfolgen und zu»er suchen, auch den Kapitalmarkt organisieren zu helfen. Was in den letzten Jahren getan wurde, war das Gegenteil wirtschaftlicher Vepnunft. Der Auslaadskredit wurde uns ferngehalten, die Gemeinden stranguliert. 3n der Zeil, wo sie langfristige Auslandskrödtte hätten bekommen können, ist ihnen die Möglichkeit genommen worden. Sie mußten sich m kurzfristige Schulden stürzen. Nachdem sie sür produktive Arbeiten keine Mittel bekommen hoben, müssen sie jetzt eine Umsch-irldungsaktion machen. Jetzt, wo di« Erleichterung auf dem langfristigen Kapitalmarkt eingetreten ist müssen erst die Ge- meindcn saniert und dies« Kredit« zur Ablösung der kurzfristigen Schulden verwertet werden. Die Prioatwirtschast, di« sich so ge- freut Hot, als die Gemeinden stranguliert wurden, ist heule die Leidtragende. Besonders der Bauwarkt, durch den die Arbeits- losigkeit so stark vergrößert wird. Der Wohnungsbau liegt fast vollständig brach, und das ist mit verursacht durch die Kreditpo-litck gegenüber den Gemeinden.(Sehr wahr!) Untcrnchmcrangriff auf den Lohn. In dieser Zeit so ungeheurer und so»erzweifeik langer Arbeit». losigkeil glaubt das Unternehmertum die Gelegenheit gekommen, um allgemeinen Lohnabbau durchzusetzen. In den letzten Iahren haben wir unausgesetzt hören müssen, datz die deutsche Produktionswirtschaft so stark betastet sei durch Steuern, soziale Abgaben und zu hohe Löhne. Di« Zahlen über die Ent- wicklung unjeres Außenhandels widerlegen die Behauptung, daß die Leistungsfähigkeit der deutschen Wirtschast dadurch unterbunden wäre. In der ganzen Welt hat keine Volkswirtschaft ihr« Ausfuhr in dem Matze steigern können, wie die deutsche. Es wäre ja furchtbar ein- fach, wenn man die Arbeitslosigkeit durch Lohnsenkung beseitigen könnte, da brauchte man ja nur die Löhne fo tief zu senken, bis der letzte Arbeiter untergekommen ist. Diese Theorie stammt aus der langst entwichenen Zeit, wo die Gestehungskosten im wesentlichen durch die Lohnkosten und das gesamte Preisniveau durch da» Lohn- Niveau bestinvnt wunden, und wo eine Lohnsenkung die Preis- senkung automatisch zur Folge hatte. Heute aber stehen nicht mehr die Lohnkosten, sondern die fixen Kosten im Mittelpunkt der Gestehungskosten. An diesen Kosten ändert aber ein Lohmibbau gar nichts. Selbst bei einem allgemeinen Lohnabbau von 10 Pro- zent könnten die Preise noch nicht um 1 Prozent gesenkt werden. Eine Ivprozentig« Lohnsenkung würde aber die Kaufkraft der Arbeiter viel stärker als um 10 Prozent vermindern. denn die Ausgaben für Miete und Ernährung bleiben, und nur die Spitzen des Lohnes sind konjunkturell beeinflussend. Ein lOprozen- tiger Lohnabbau würde die Kaufkraft um 20, 30 oder 100 Prozent verringern.(Lsbh. Zustimmung der Soz.) Man sollt« etwas mehr von amerikanischer Wirtschast und amerikanischer Wirts chaststheorie lernen! Ein weiterer Einwand ist, datz der Lohn starr und nicht be- weglich sei. Auch der Reichsfinanzminister Hot in Kol» davon ge- redet, und zwar in einem Atemzug von starren Löhnen und starreu Kartellpreisen. Nun, die Gewerkschaften wären glücklich, wenn hie Löhn« so starr wären, wie die Kartellpreise. (Sehr gut! bei den Sot.) Die effektiven Löhn« liegen vielfach 18. 19 oder 20 Prozent über dem Tariflohn. Dies« Mehrtöhn« ober sind leider autzerordentlich koiifun kturempfi ndl ich. Es ist noch keine Krise da gewesen, die nicht trotz Aufrechterholtung der Tariflöhne auf die Effettiolöhne gewirkt hätte,«benfo wie eine Konjunktur die Löhne erhöht. Geben Sie uns nur so viel Beweaiichkeit für die Kartellpreise, wie sie für die Löhne besteht, dann wind unsere ganz« Wirtschaft elastischer sein. Den Unternehmern genügt aber nicht die Möglichkeit, die Löhne senken zu können sie wollen die Zeil benahm, zu einem An- griff auf die larisllchen Mindestlöhne: sie wollen das Existenz- Minimum der Arbeiterschaft drücken. (Sshr wahr! bei den Soz.) Dafür sehen wir zahlreiche Anzeichen. dafür sind auch schon taktische Maßnahmen eingeleitet. So z. B. ist das Stahlwerk Becker vom Stahlwerk-w«ri>and aufgekauft worden, um es stillzulegen, um die Produkt, oirskopozität zu verringern. Der Stahlwerksverband hat eine ganze Reihe gesunder Werk« oufge- kaust. Inn sie stillzulegen. Es gehört ein robustes Gewisien dazu, tausende Arbeiter anftenztas zu machen, ganzen Geineinden die Dofeinsgrundlage durch einen ciiffochen Bejchlutz zu entziehen. Ablenkungsversuche des Unternehmertums. Die Herren von Stahl und Eisen haben starke Ren»« in dieser Beziehung. Aber inunerhin, die Oeffentlichkeit fängt an, zu murren. Auch der gut« Bürger kriegt allmählich Bedenken, ob dies« Gesellschaft» ord- Naiionalsozialistifcher Kopfschutz. Oft Sitler-presse kündigt di« Einführung eine« Kopfschutzes für die Sturmabteilungen an. »Du brauchst keinen Helm. Bei dir hat die Aaiur vorgeforgt." nuttg wirtlich fo göttlich volltomm«««st, ob alles so geschehen mich, wie es geschieht. Man sucht das Odium von sich adzuwälzen. Man sagt den Arbeitern:„Wenn ihr bereit seid, IS Prozent villiger zu arbeiten, dann werden wir nicht stillegen." Gehen die Arbeiter daraus ein, dann kann man das Werk noch ein Jahr lausen lassen, und zunächst an anderer Stelle stillegen. Weigern sich die Gewerk- schasten aber, dann kann man ungestört die Aktion durchführen, und mit einer Krokodilsträne im Auge der Oessentlichkeit erklären: „Seht, wir wollten ja die Arbeiter retten, aber die Gewerkschaften haben das verhindert." So hat es auch die Bergwerkszeitung ge schrieben: Die Gewerkschaften sind schuld, nicht etwa der Stahl- werksverband. Wer wird denn den Stahlwerksverband für fähig holten, Betriebe stillzulegen!(Sehr gut! links.) Oder der Mansfelder Knpferbergbou! Dort ist in den letzten Jahnen offenbar eine ganz tolle Mißwirtschaft getrieben worden. Eine unfähige Konzernleitung hat große Derluste ver- schuldet. Nach einigen Jahren glänzender Gewinntonjunktur er- klärte der Konzern, daß sein« Taschen leer sind, daß er kurzfristige Schulden ausnehmen mußt« und nun auf Kosten der Arbeiter und mit Hilfe billiger Cisenbahntarise usw. saniert werden müßte. Nach- weisbar sind dort ZNillionenverlufle enlslanden durch leichlsertige Beteiligungen an fremden Unternehmungen. 1028 ist die ganze Konzernleitung zum Teufel gejagt worden, weil sie ohne Wissen des Aussichtsrats große verlustreiche Aktienkäuse gemacht hat. Die neue Leitung trat ein Jahr später mft der össent» lichen Erklärung hervor, daß sie mit den Großaktionären nicht zu- sammenovbeiten könne; es entstanden Riesenprozesse, die schweres Geld kosbeten. Di« fremden Aktien, die man in Millionenpaketen aekaust hatte zum Kurs von 240, stehen heute 95; andere Aktien sind von 350 auf 95 heruntergegangen. Aus diesen Falschspekulationen ist ein Berlust von über 4 ZNil- Konen entstanden. Nun erklärte man, man müsse die Löhne pro iJahr um 4 Millionen kürzen, und dazu der l4 000.Mann. Belegschost eine ISprozentige Lohnreduktion auferlegen! Wei lein paar Leute durch eine einzige Aktion 4 Millionen Mark von der Substanz des Werkes vernichten, die wiederum in gewisse Taschen geflossen sind, sollen 14 000 Arbeiter mft ihren Familien ihre Lebenshaltung um 15 Prozent einschränken. Es gibt keine Möglichkeit, sich dagegen zu schützen. Das Softem unserer Kartellwirtschast ist von der Schuld daran nicht freizusprechen. Es darf nicht länger durch die Macht der Kartelle die Enbwilklung der Preise verhindert werden, die nach volkswirtschaftlichen Grundsätzen notwendig und die auch möglich sind. Di« Nachteile der Kartells sind so stark geworden, ihr Ein- fluß so unheilvoll, daß die Zeit zu einer schärferen Kartellgesetz- gekommen ist. Organisiert die Wirtschaft! Die heutige gewaltige Arbeitslosigkeit fft nicht wirtschaftlich notwendig bedingt. Wir sehen neben ihr ein« gewaltige Ueber- schwemmung des Marktes mit Rohstofsen und«in starkes Sinken der Rohstoffpreise. Also Ueberschwemmung mit produktiven Kräften, Avbeitslosenarmeen in der ganzen Welt, die sich ständig vergrößern, Wachsen der Zahl der leeren Hände und der mechani- schen Kräfte. Dieses Uebermaß von Gütern stellt«inen Reichtum dar, dessen Zunahme noch unübersehbar ist angesichts des Riesen- ongebots von Rohstoffen und von produktiven Kräften zu ihrer Verarbeitung. Daneben aber sehen wir die Menschen verzweifeln und rufen:„Weh' uns, wir sind verloren, wir gehen zugrunde am Mangel, wenn es nicht gelingt, uns Arbeit zu geben." Diese Zustände sind eine furchtbare Anklage gegen das kapita- listische Wirtschastssystem, das angesichts der technischen Ent- wicklung nicht mehr möglich ist, ohne die Wohlfahrt der Gesell- schaft zu gefährden. Das kapitalistische System ha» seine Verdienste in der Entwicklung der Produktivkräfte, aber die Zeit ist gekommen, wo seine historische Rolle vorbei ist, wo die gesellschaftlichen Kräfte organisiert werden müssen, um das Wirtschaftssystem zu regulieren. Die Zeit ist gekommen, wo die Gesellschaft sich zusammenschließen muß unter Ausschaltung der Profitinteressen, die das kapitalistische System beherrschen, und um die Wirtschaft so zu organisieren, daß die bestmögliche Versorgung das einzige Ziel der Wirtschaft über- Haupt noch ist. Rur wenn wir die Wirtschaftspolitik in dieser Richtung entwickeln, werden wir die Aussicht haben, zu einer ver- niinstigen Wirtschaft zu kommen!(Stürmischer anhaltender Bei- fall und Händeklatschen der Soz.) Abg. Dr. Reicherl(Dnat.) fordert Senkung der Steuern, der Rohstosfzölle, zum Teil auch der Löhne und Gehälter. Das Urteil des obersten Gerichtshofs der USA., daß die Gewerkschaften Kartelle seien, sollte für Deutschland ein Vorbild sön. Der Kampf Tornows gegen die Kartelle fall von der schädlichen Politik der Gewerkschaften ablenken. Die Rationalisierung ist nur die Er- füllung der Forderung des Breslouer Gewerkschaftskongresses von 1925, sie hat schon höhere Löhne gebrocht. Die Fünftagewoche würde das Arbcitereinkommen um ein Sechstel verringern. Schuld an der Krise sind die Gewerkschaften und die Linksparteien. Hoch- bezahlte Arbeiterschichten beuten andere Arbeiterschichten aus. Schließlich fordert der Redner Vertrauen der Arbeiter zu den Wirtschaftssührern.(Heiterkeit links, Beifall rechts.) Abg. Dr. Dcssauer(Z.): Lohnsenkungen können bei' der herrschenden Ueberproduktion die Krise nicht beheben, das kann nur eine von der Regierung angeregte Preissenkunasaktion. Wir stellen entsprechende Anträge. Vor allem sollten die Handelsverbände und die Genossenschaften die Preise herabsetzen.(Zuruf der Soz.: Heben Sie doch die Umsatzsteuer auf!) 3ch bedauere das Bestehen der Sonderumsahsteuer, sie ist nicht aus wirtschaftlichen Gründen, sondern aus harter politischer Notwendigkeit geschaffen worden. (Heiterkeit links.) Die Einengung der Tätigkeit der Gemeinde- betrieb« muß aufhören, sie müssen aber auch rein wirtschaftlich uni> nicht van politischen Körperschaften geleitet werden. Zwischendurch wird der Post« tat nach den Vorschlägen des Ausschusses angenommen. Abg. Ewerl-Thüringen lKomm.) bringt Statistiken usw. vor, nennt die Gewerkschaften Schrittmacher der-kapitalistischen Aus- beutung, sagt, die Weltrevolution wird die Sozialdemokratie mit vernichten und verliest«ine Seite aus Karl Marx'„Kapital". Abg. kleinath(D. Vp.): 1925/27 l>at die Wirtschaft mit den Anstrengungen.zur Rationalisierung ein großes Risiko auf sich ge- nommen, das ihre Leistungsfähigkeit durch die Schuldenlast ver- mindert. Nur äußerste Wirtschaftlichkeit kann amerikanische Löhne für die deutschen Arbeiter bringen. Die deutschen Unternehmer haben von der Konjunktur 1927 wenig gehabt. Die Ausgestaltung der öffentlichen Einrichtungen und das Tempo der Sozialpolitik sind unserer wirtschaftlichen Entwicklung vorausgeeilt. Die Bedingungen für die Exportkredftvsrbilligitng müssen erleichtert, die Verkürzung der Mittel muß beseitigt werden. Die Fertigwaren, und Großhandelskartelle haben die Preise oft auch gesenkt. Um 191� Uhr vertagt das Haus die Weiterbcratunq auf heut«, 10 Uhr.____ Frick verbietet Biscalar-Bühne. Die Pvlizeidircktion Jena hat auf Anweisung Fricks die Ausführung von Credes„Frauen in Rot" durch die Piscator-Buhne in Jena verbieten lassen. Es ist Be- schwerde an das Reichsinnemninssterium ergongen. Lohnsenkung statt Preissenkung. ,/Großzügigkeit" der GchwerindustrieNen auf Kosten der Arbeiter. Di« Verhandlungen über den Reuobschkuß des Mantettarif- Vertrages für die Arbeiter der Eisen- und Stahlindustrie der Nord- westgruppe, die in der vorigen Woche in Dortmund ergebnislos abgebrochen wurden, sind am Montag in Bad Oeynhausen unter dem Borsitz des Schlichters für Westfalen, Professor B r a h n, fort- gesetzt worden. In später Abendstunde wurde ein S ch> e d s- f p r u ch gefällt, der nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen, die zum Teil sehr unklar sind, folgende Abänderungen des bis- herigen Rahmentarifs vorsieht: Zu erster Linie soll jene AkkordNausel ausgehoben werden, die nach dem Ruhrkamps im Zahre 1928 von dem damaligen Reichsinnenminister Seoering festgelegt wurde. Diese Akkordklausel bestimmt, daß die Akkordpreise nicht ver- ändert werden dürfen, soweit das nicht durch wesentliche technische und organisatiorifch« Veränderungen oder Neuerungen in der Eisenindustrie erforderlich wird. Vor allem sicherte diese Klausel den Akkordarbeitern einen Verdienst von mindestens 15 Proz. über dem Tariflohn ihrer Gruppe. Der Schiedsspruch sieht auch einige Verbesserungen des bisherigen Rahmentarifs vor. So soll zum Verspiel der Urlaub der jugendlichen Arbeiter von drei Tage bis auf acht Tage erhöht werden. Die Arbeiter, die im Sonntagsdienst beschäftigt sind, sollen einen Zuschlag von 50 Proz. erhalten. Di« Kinderzulage soll künftig bis zur Vollendung der Bildung an einer Volks- oder höheren Schule, möglicherweise bis zum 19. Lebensjahre gewährt werden. Die Arbeiter, die zu Feierschichten gezwungen waren, sollen eine höhere Urlaubsent- schädigung erhalten als bisher. Als„Aequivalent" für die Beseitigung der Severinaschen Akkordklausel machten die Unternehmer das Angebot, die Eisen- preis« senken zu wollen, wenn die Arbeiter und Angestellten der Rordwestzruppe in einen zehnprozentigcn Abbau der übertariflichen Löhne und Gehälter einwilligen. Die Erklärungsfrist für den Schiedsspruch, der für den neuen Rahmentarif«ine Geltungsdauer bis zum 31. Mai 19 31 vorsieht, ist auf den 2. Juni festgesetzt worden. Ob und inwieweit der Schiedsspruch den Forderungen der Unternehmer aus Lohnabbau Rechnung trägt, ist aus den bis jetzt vorliegenden Meldungen nicht klar zu ersehen. Mit jeder wünschens- werten Deutlichkeit aber geht aus den unklaren Meldungen hervor, daß die Unternehmer der Schwerindustrie eine Preissenkung auf Kosten der Arbeiterlöhne durchführen wollen. Die Preissenkung, die die Unternehmer vorschlagen, ist aber in Wirklich- keit gar keine Preissenkung, sondern eine Lohnsenkung, da die Löhn« nur einen geringen Bruchteil der Produktionskosten ans- machen. Daß die längst notwendige Senkung der Eisenpreise mit anderen Mitteln als den des Lohnabbaues möglich � ist, ist von uns schon mehrmals nachgewiesen worden. Die deutschen Eisenpreise haben sich immer mehr vom Weltmarktpreisniveau entfernt. Reben einer wesentlichen Verringerung der Rohmaterial- kosten sind die Erz- und Schrottpreise, sowie die Erzfrachten stark zurückgegangen. Für die Schwerindustrie sind also schon längst die Voraussetzungen zu einer Herabsetzung der überhöhten in- ländischen Eisenpreise gegeben. Die Schwcrindustriellen aber haben es bisher verstanden, den Preisabbau auszuschieben, um ihn mit der Lohnfrage zu verkoppeln. Sie wollen durch eine weitere Minderung der Kaufkraft zur Verschärfung der Krise beitragen, anstatt endlich ein« Preispolitik zu treiben, die zur Ueberwindung der Krise führt. Es bedarf gar keiner besonderen Erklärung, daß die Arbeiter der Nordwestgruppe eine derartig« Preispolitik auf ihre Kosten entschieden ablehnen. Es ist auch nicht anzunehmen, daß der Rcichsarbeitsminister ein derart ungerechtfertigtes Vor- gehen der Schwcrindustriellen durch eine Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruchs legalisieren wird. Die Eisenpreissenkung kann und muß unverzüglich ohne Lohndruck erfolgen. Protest des Metattarbeiter-Verbandes. Gegen die Herabsehung der Verdienste. Bochum, 27. Mai.(Eigenbericht.) Der Deutsche Melallarbeiter-Berbond verösseut- licht zu den Verhandlungen der Gruppe Nordwest der deutsche» Eisenindustrie folgende Erklärung: „Der Deutsche Melallarbeiter-Berbaud hat iu der Sitzung in einer Erklärung entschieden Einspruch gegen die Behandlung des Abbaues der Ueberverdienste der Arbeiter in der Schlichter- kammer erhoben. Er ist der Aussassung. daß der von den Unter- nehmern geforderte Lohnabbau für die gesamte rheinisch-westsälische Eisen- und Stahlindustrie eine außerordentliche Gefahr in sich birgt. Nicht Lohnabbau, swidern Sicherung des gegenwärtigen Lohnstandes muh auch in dieser Zeit das Ziel einer weitsichtigen Lohn- und Wirlschastspolitik sein. Da besonders die qualifizierten Facharbeiter sowohl in der er- zeugenden als auch in der weilerverorbeitenden Industrie von dem geplanten Abzug am stärksten beroffen werden, werden sie sich diese Mahnahmen nicht gefallen lassen und aus eine enischledene Abwehr einstellen, hierzu sichert ihnen der Deutsch« Metallarbeiter-Verband seinen weitgehendsten 5chuh zu. Wird durch die weilerversolgung der Pläne der Unternehmer der Schwereisenindustrie eine Erschütterung des Wirtschafslebens hervorgerufen. so fällt die Verantwortung lediglich aus ihre Urheber. Der Deutsche Metallarbeiter-Verband erklärt sich auch grundsätzlich gegen eine herabsehung der Verdienste, weil dadurch die Sauskraft der breiten Masse weiter empfindlich geschwächt würde. Auch sachlich hält der DMV. den Antrag aus Lohnabbau nicht für begründet. Die Geschäftsabschlüsse der werke im vergangenen Ge- schäflsjahr sind durchaus als günstig zu bezeichnen. Am Donnerstag vormittag wird der Deutsche Metallarbeiter- Verband in Essen in einer Souserenz zu dem Schiedsspruch Stellung nehmen und ihn aller Voraussicht nach ablehnen. Bundestag des Butab. Söln, 27. Mai.(Eigenbericht.) Auf dem Bundestag des Butab hielt Professor Dr. Hermbevg-Jena am Dienstag einen Vortrog Über Kapital- bildung und Sozialpolitik. Er führte u. a. aus:„Die Aussassung des Begriffs Sozialpolitik zwischen Unternehmern und Arbeitern ist grundverschieden und in die Ausgaben für Sozial- Politik ist auf der Tagung einer bedeutenden Unternehmerorgani- sation unlängst sogar der Lohn als Velaslung hineingezogen worden. Die Rationalisierung i st nur eine Schein- Ursache der Arbeitslosigkeit. Der Grund liegt vor allem in der Zunahme der Zahl der Berufstätigen. In den nächsten 10 Jahren wird der Zuwachs der letzten Jahre nicht mehr ein- treten." Den Begriff Rationalisierung definiert Hermberq als den Ersatz menschlicher Arbeitskraft durch die Maschine:„Es ist daher eine gut ausgebaute Erwerbslosenfürsorge notwendig. Es muß mehr als bisher Sorge geschaffen werden, Kapital auszunehmen. Dabei ist es gleichgültig, ob diese Kapita lbil dun g in Deutschland oder durch Hereinbringen auswärtigen Kapitals geschieht. In England sind die Löhne für die gelernten Arbeiter der Metallindustrie auf 200 Proz. des Vorkriegslohnes gestiegen gegenüber 185 Proz. in Deutschland. In Deutschland oerdient der gelernte Arbeiter 25 Psen- nig pro Stunde weniger als in England. Dazu kommt für die Be- urteilung der Lebenshaltung, daß in England eine erhebliche Preis- sentung der Lebensmittel eingetreten ist. Daher steht der deutsche Unternehmer im Lohnkonto besser da. Die Auswendungen für Sozialversicheruna sind zwar in England geringer als in Deutschland, dafür werden aber erhebliche private Mittel für diesen Zweck aufgebracht. Die von der Oessentlichkeit auf- gewendeten Soziallasten in England sind höher als in Deutschland. In der Entlohnung der deutschen Arbeiter ist in Wahrheft gegen- über dem Vorkriegszustand nur in Ausnahmefällen ein Ueberschuß im Lohn festzustellen. Der deutsche Arbeiter ist jedenfalls nicht bereit, freiwillig auf Lebens Möglichkeiten zu verzichten, nur um dem Kapital«ine Vermögensbildung zu ermöglichen." An den Vortrag knüpfte sich kein« Aussprache.— Am Nach- mittags tagten die Ausschüsse des Kongresses. Mansfeld-Belegschast bleibt fest. Sie billigt den Beschluß der Funkttonäre. In mehreren Belegschaftsoersammlungen wurde am Montag abend in Eisleben zu ioem Vorschlag der Mansfeld- Verwaltung, freiwillig zu einem um 15 Prozent gesenkten Lohntarif weiterzu- arbeiten. Stellung genommen. Die Belegschaft hat sich der Auf- fossung der Funktionärversammlung in Heldra, die am Sonntag in einer Entschließung die Belegschaft zur Ablehnung dieses Vorschipgs aufforderte, angeschlossen._ Z�elchstonferenz der Knappschastsangesteltten. Am 31. Mai und 1. Juni hält der Zentraiverband der Angestellten in Vochum eine Reichs tagung der Bergbau- und Knappschaftsangestellten ab. Aus dieser Konferenz werden Vertreter aus allen Bergbaubezirkcn Deutschlands zur Beratung ihrer, wich- tigsten wirtschaftlichen und gewerkschaftlichen Angelegenheiten zu- sammentrelen. Im Mittelpunkt der Tagung steht ein Referat über den deutschen Bergbau, seinen gegenwärtige Lage und die Aussichten seiner Entwicklung. Ein zwefter Vortrag wird sich mit der Sozial- Versicherung der Bergbauangestellten beschäftigen� jZd» �reie Gewerkfchafis-Jugend Berlin Sprechstunde der Iugendberatunpsstelle im Sewerkschaftshau», Enac!» ufer 24— 25, g immer 26.— Heute, Miltmoch, 1914 Uhr, tagen folgende Eruppen: Zfaumsckuleaweg: Zugendheim Ernststr. 16. Abendspazice» gang.— Rordrir.g: Jugendheim Schul? Sonnenburger Str. 20. Lichtbildervor» trag von Gutheit: Eine Reise durch Wien".— Schönhauser Tor: ZvgeNdheint Zehdenicker Str. 24—26. Unsere Mädchen haben das Wort.— Weihensec: Gruppenheim Wcistenfce. Raristr. 36. Miidchcnabend.— Reulöllu I: Gruppen. heim Bcrastr. 29. Hof. Vortraa:..Eine Atbeitsqerichtsstchung".— Süden, Süd- weiten: Etädt. Jugendheim Rorckstr. 11 flsabritgcbäude). Nachtfahrt»ur Dubrow.— Flughafen: Jugendheim Neukölln, Flughafenstr. 68. Buntes Stllcr- lei.— Schöncdcrg: Jugendheim Hauptstr. IS. Kurzreferate. §.�uaendorupve des Zentralverbandes der Slnaefl eilten Heute, Mittwoch, finden folgend« Veranstaltungen statt: Gesundbrunnen: Jugendheim Orihstr. 10, Part. Vorirag:„Dir Spitzenorqanisationen her freien Avbcitnehmerverbände". Referent Herbert Dewald.— Nordost: Zugend- hcim Danziger Str. 62< Baracke 3), fällt aus.— Osten: Zuqendheim der Schule Litauer Str. 18. Bunter Abend.— Schönhauser Borstadt: Zugendhcim der Schule flastaniknolles 81, fällt aus,— Stralau: Zugsndheim der Schule Gohlcr. straße 61, Bunter Abend,— Neukölln: Zuaendheim Bähmisch« Str. 1—4, Ecke Nanncr Straße. Brcttlpiefabcnd.— Siidost: Zugendhcim Wrangelstr, 128. Kurzreferate,— Spandau: Zugendhcim Lindenufer 1, fällt aus,— Potsdam. Nowawes: Jugendherberge in Nowanxs. Pricstcrstraße. Vortrag:„Satire und Karikatur". Referent Theo Maret. Verantwortlich sttr Politik: Br. tlurt Geyer: Wirtschaft: 9. Kliugelhöfer: Gcwerfschaftsbewegung: Z. Steiuer: Feuilleton:«. S. Döfcher: Lolales und Sonstiges Kri» Karstadt: Anzciacn: Th. Stocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Veriag G. m b. H., Berlin Druck: Vorwärts-Buchdruckeret und Verlagsanftalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW 88. Lindcnstraße 8. Hierzu 2 Beilage» uud.Zugend-Borwärts". l.ikikst'l'. 11 s>�'tlme5ScjOkfSi'sls.117»lukmsss.45 NuHsrsttossSl42o«2pcmctou.Sreitestr2Z Nr. 246. 47. Jahrgang Mittwoch, 28. 3Hoi 1930 Lebersall auf die„feindliche" Klebekolvnne 26 Lahre Zuchthaus gegen acht Kommunisten beantragt. ..Seli geraumer Zeit fallen nächtlich und selbst am hellen Tage die Leute übereinander her, um sich zu löten. Nicht bloß in Berlin, sondern aüch im ganzen Lande passieren Bluttaten. Wenn überoll eine irregeleitete Idee sich in dieser Weise austobt, dann wird es Zeit, daß hier eingegriffen wird und daß den Leuten durch hohe Strafe« zum Bewußtsein gebracht wird, daß wir in einem Rechtsstaat leben." Stost-a-walt�ch-strrot Uilch« in de» Pro»eh gcflrn«cht Snmmuniftcn. Vor dem Landgericht I unter Vorsitz van Landgerichts- direktor Dr. Polt begann der Prozeh gegen acht Kommu- nisten wegen schweren Landfriedensbruches in Tateinheit mit Körperverletzung mit Todesausgang. Es ist das der erste der vielen Prozesse, die in nächster Zeit die Moabiter Schwurgericht« beschäftigen werden, und bei denen es sich um die jetzt an der Tagesordnung stehenden Ueberfälle lints- und r e cht e r a d i k a l e r Gruppen gegeneinander handelt. Wie vielfach, so ist auch in diesem Falle ein Unbeteiligter, ein harmloser Straßen- pasfant, der Postschassner Artur chesse.ums Leben ge- kommen. Die Angeklagten gehörten zu einer Bereitschaft der„anti- faschistischen jungen Garde", die ihre Vcrkehrszentren in der Dragonerstrahe und im Karl-Liebknecht-Haus hott«. Dort hatte man es in der Nacht oom 6. zum 7. November v. I. auf eine Klebe- kolonno der Nationalsozialisten, die Wahlplokate an- schlagen wollte, abgesehen. Der ZZjährtge Arbeite? Hans D a e n e l l war auf die Suche nach der Klebckolonne mit seinem Rad« aus- gesandt worden und alarmierte die Bereitschaft der Dragonerstrahe, daß„der Feind" in der Prenzlauer Allee unterwegs sei. Aus dem Berkehrslokal eilte ein größerer Trupp dorthin. Zu derselben Zeit, als die Kommunisten eintrafen, kam der Postschaffner chesse auf dem chcimwege desselben Weges mit der Klebekolonn«. Man hielt ihn für einen Nationalsozialisten und stellte ihn. Trotzdem chess« bat. ihn gehen zu lassen, da er politisch unbeteiligt sei und mit den Nationalsozialisten nichts zu tun Hobe, wurde er niedergeschlagen. Er sprang ober auf und floh. Da versperrte ihm Daenell mit seinem Rode den Weg und der Stoßtrupp fiel nun über den Postschaffner her. Man schlug mit Stöcken, Ledcrkoppcln und Fäusten auf ihn las und chess« erhielt auch mehrere Messerstiche in den Rücken. Dann ließ man den llebcrfallenen hilflas auf der Straße liegen. Noch wenigen Stunden ist Hesse im Krankenhaus an innerer Per- blutung gestorben. Wegen dieser Vorgänge haben sich nunmehr lne Arbeiter Fritz Gumprich, Fritz Wagner, Will! Berg, Hans Daenell, '.'Salier Mohr, Malier K o c b i g, Wolter Herr und Camilla Roß, letzterer erst 17 Jahrs alt, vor dem Schwurgericht zu vcr- antworten. Der Angeklagt« Daenell, der„rate Radler", hat noch feiner Festnahme ein Geständnis. abgelegt und dabei.sich selbst und die anderen schwer belastet: er ist während der Untersuchungshaft von den Kommunisten zu den Nationalsozialisten übergegangen. Gegen ihn wenden sich die anderen An- geklagten. Nach Schilderung de? Sachverhaltes führte der Staatsanwalt aus:„Ein harmloser Stroßenpassant ist auf nächtlichem Wege ohne lebe Veranlassung überfallen und in bestialischer Werse ermordet worden. Man hat ihn mißhandelt, getreten, gefchunden und ihm schließlich durch einen gemeinen Stich in den Rücken dos Lefiei, geraubt. Diese Tat vom November vorigen Jahres steht leider nicht vereinzelt da. Sie ist nicht einem Zufall zuzuschreiben, son- dern sie ist der Zlusfluß eines Systems. Im weiteren Verlauf feiner Rede kam der Staatsanwalt zu der eingangs des Berichts „Aber Krieg und Aufruhr sind Dinge, an die wir jetzt nicht mehr denken, sie sind Vorzeit, Vergangenheit.— Die Weißen erzählen ja auch, daß sie unter sich die barbarischen Kriege längst abgeschafft haben. Und wenn sie sich ein selte- nes Mal doch bekriegen, geschieht es mit ausgesuchter Höf- lichkeft, aus großem Abstand und mit viel Zivilisation. Aus Mitleid mit uns sind sie gekommen, um auch hier Ordnung zu schaffen. Krieg ist ja gewiß schlimm, ich gebe es zu. In den großen Schlachten unserer Ahnen wurden, so berichtet die Sage, an die hundert Männer getötet! Wer trotzdem, ganz tot ist die Lust zum Kriegen gegeneinander unter uns noch nicht. Wer die Weißen haben uns ja so etwas untersogt, denn wir sollen arbeiten! Nur zu sterben ist nicht verboten. Und daher sterben wir jetzt auch schneller— und nicht mehr so ungern— wie in b/. Zeiten des Krieges. Im übrigen sind wir alle zufrieden!" „Ja, sehr zufrieden!" wiederhast das Gefolge. Und weder in chren Zügen noch in ihren Worten liegt Spott verborgen- Ich verabschiede mich von Zaloni und seinen Begleitern und gehe endlich an die Arbest. Eingeborene kommen an der Veranda vorbei, Frauen, Männer, Kinder, aus vielen ver- schiedenen Rassen, manch« sind ebenholzschwarz, manche ganz hell gelbbraun. Einige wenige tragen europäische Kleidung, die meisten jedoch laufen in phantastischen Kostümen herum, einer Mischung von europäischer und afrikanischer Tracht. Der Urwald gähnt mir entgegen Kein anderer Laut dringt bei Tage aus.seinem Dickicht als das schwache gleich- mäßige Rauschen des Laubes, das an einen fernen Wasser- fall gemahnt. Der Sumpfdampf quillt aus ihm hervor wie lebendiger Odem. Und durch Nebelschleier sinkt die Sonne gleich einem run-lliqen, rotbraunen Ballon, der nicht mehr die rechte Fül- fung hat. wiedergeo ebenen Auffassung, die sich offenbar doch gleichmäßig gegen rechts und links richten foll. Die?« Gesichtspunkte, so schloß er. machen es unmöglich, mildernde Unistände anzunehni>-n. Dr. Fischer beantragte sodann gegen Gumprich, Daenell, Mohr wegen schweren Landfriedensbruch in Tateinheit mit Kör- pcrverletzung mit Todesausgang j e 5 Jahr« Zuchthaus, gegen Willi Berg als Rädelsführer beim schweren Aufruhr S Jahre Zuchthaus, gegen Hahn und den Kellner Fritz Wagner wegen schweren Landfriedensbruch je 3 Jahre Zucht- haus, gegen den jugendlichen Arbeiter Koebig wegen schweren Landfriedensbruch 1 Jahr Gefängnis und gegen den 17jahrigen Arbeiter Roß wegen einfachen Landfriedensbruch 6 Monate Ge- fängnis. Das Urteil wird Mittwoch gefällt weiden. Die tägliche Giraßenschlachi. Horde von Hakenkreuzlern macht Kommunisten nieder. Eine blutige Schlägerei zwischen Hakenkreuzler und Kommunisten spielte sich gestern gegen 17 Uhr an der Ecke der Bismarck- und Mariendorfer Straße in Steglitz ab. Drei Kommunisten waren dort mit einem Nazi- Zeitungshöndler in Streit geraten. Plötzlich tauchte ein größerer Trupp Haken kreuzler auf, der über die Kommunisten her- fiel. Der Zöjöhrige Arbeiter Georg Schröder aus der Zimmer- mannstraße in Steglitz wurde dabei non den rechtsradikalen Mord- banditen'fo übel zugerichtet, daß er in bewußtlosem Zustand« ins Lankwitzer Krankenhaus gebracht werden mußte. Die beiden anderen an der Schlägerei beteiligten Kommunisten wurden ebenfalls erheblich verletzt.' Das Ueberfallkommando konnte leider nur zwei der Hakenkreuzler festnehmen, die übrigen waren recht- zeitig in einem Lieferauto geflüchtet. Veisehung ermordeter Kommunisten. Gestern brachten die Kommunisten zwei ihrer von Hakenkreuz- lern feige ermordeten Anhänger, den Zeitungshöndler Heim- b u r g e r und den Arbeiter Seelenomfki, zu Grabe. An der Beerdigung beteiligten sich etwa IZllll Personen. Der Zug der Kommunisten, die sich mit vielen roten Fahnen und zahlreichen Kran- zen vom Küstriner Platz zum Friedhof Friedrichsfelde bewegte. machte an sich einen würdigen Eindruck, wenn es auch Sache des guten Geschmacks ist, hinter dem Sarge eines durch Bürgermord umgekommenen Mannes Lieder zu singen, die zu neuen Gewalt- tätigkeitcn auffordern. Bei dem Zuge selbst ist es zu Zwischenfällen nicht gekommen. Zahlreiche Beamte der Schutzpolizei zu Pferde oder in Lastautos sorgten für die Sicherheit des Trauerzuges. Während der Trauerzug zum Friedhof selbst ahne Zwischcnsöllc verlief, ist es an den Sammelplätzen der teilnehmenden Kom- munisten wiederholt zu Reibereien mit der Polizei gekommen. Am Küstriver Platz wurden sechs Kom m u nisten, und in der Weferstraße in Lichtenberg acht Kommunisten Zwangs- gestellt und der politischen Polizei übergeben. Mehrfach gerieten die Polizeibeamten in so arge Bedrängnis, daß sie sich ihre An- greiser mit dem Gummiknüppel oom Leibe halten mußten. Festnahme von vier Kommunisten. Nach Mitteilung des Polizeipräsidenten sind wegen des kommunistischen Feuerüberfalls auf Nationalsozialisten in der Potsdamer Straße in der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag, bei dem zwei unbeteiligte Personen verletzt wurden, bisher vier Personen dem Vernohmungsrichter vor- Dl« Zeit der Moskitos kommt. Der Urwald erwacht! Fern und nah ertönt das Zähnefletschcn der Affen. Der Schrei der Faultiere kommt irgendwoher, vielleicht von Bäumen, die mellenweit von der Station entfernt stehen. Wildschweine grunzen, Flußpferde schnauben, Elefanten trom- petcn. Und wenn der Leopard sein heiseres, trockenes Brüllen anstimmt und es mit einem wütenden Schrei abreißen läßt, verstummt der Lärm des kleinen Getiers eine Weil«. In schweren Tropfen beginnt Regen zu fallen— dichter und dichter. Bald hört man nichts weiter als die rauschenden Tropfen. Und die Dunkelheit umgibt meine Veranda wie ein zottiges Fell. Die schwachen Flammen der beiden Stearin- kerzen machen das Dunkel, das schon wenige Minuten nach Sonnenuntergang herrscht, noch eindringlicher. Ueber den Himmel flackern Blitze hin, bald fern, bald nah und fällen senkrecht in den Wald. I6i sitze tief in Gedanken versunken, in Nachdenken über die große Bedeutung, die das Bewußt- sein der Herkunst eines Menschen für diesen hat. Wie stolz trögt so ein Bazande das Haupt! Man braucht gar nicht noch seiner Tätowierung zu sehen, wenn man ihn erkennen will. Und nun erst das Geschlecht der Avonguras! Besiegt, bezwungen ist es, mit dem Hute in der Hand muß es vor den kleinen Weißen dienern, bettelnd vor ihren Türen stehen, und doch, welch Adel spricht aus ihrem ganzen Wesen! Sie besitzen den Stolz in Demütigung und Erniedrigung, den nur Leute mit großer Vergangenheit haben! Gewiß, sie bitten uin Almosen, weil sie gezwungen sind, aber sie nehmen sie mit jener Würde entgegen, mit der sich Könige im Exil Ehrengaben überreichen lassen. Aus Jahrhunderte longer Er- fahrung wissen sie, wie wetterwendisch das Glück im Kriege wie im Frieden ist, und sie besitzen Kultur g�mg, den bösen Zufall zu meistern, so daß selbst aus ihrer jetzigen Unter- legenheit Herrentum und Vornehmheit hervorleuchten. Wo ihre Phantasie, wo ihre Füße sie auch hintragen mögen, stets wandeln sie auf sicherem Grund: denn der Widerschein von den Taten der Väter erstrahlt über all ihren Wegen. Mein Diener flüstert mir zu, daß soeben eine Sendung Geschenke von Zaloni angekommen ist. Zwei große Körbe voll ganz nasser Hühner, die vier Männer tragen müssen, eine kleine, erlegte Antilope, Wildenten und mehrere Frauen. Die Träger verschwinden und die Frauen werden auf die Veranda geführt. Die meisten sind völlig nackt. Ein schwäch- geführt, und zwar der Schlosser Fritz Barchert, der Arbeiter Emst Mau. der Möbelträger Willy Gazewa, alle drei«he- malrge Rot-Front-Leute, und der Autoschlosser Kurt Bergmann, Mitglied der Kommunistischen Jugend. Der H o u p t t ä t e r ist der Person noch bekannt, und zwar steht von ihm fest, daß er bereit? an der notionolsoziolistischen Versammlung in Schöneberg teil- genommen hat. Er konnte jedoch bisher noch nicht ermittelt werden. „Haut die Faschisten....." Wegen Aufforderung zum Klassenhoß mar der ver- antworttiche Schriftleiter des in Berlin erscheinenden kommunisti- schen„B o l k s e ch o für K o t t b u s", Fritz Stucke, vor dem Schöfsengericht Berlin-Mitte angeklagt. Das Blatt hatte einen Artikel mit der Ucberschrift.Haut die Faschisten, wo ihr sie trefft" vcrossentlicht. Rechtsanwalt Dr. Apfel machte den Einwand, daß es sich in diesem Falle um keine verschiedenen Klassen handele, weil beide Parteien behaupteten, Proletarier zu vertreten. Das Gericht erblickt« in dem inkriminierten Satz eine Auffarderung zu strafbaren Handlungen ohne nachweisbaren Erfolg und verurteilte den Angeklagten aus 8 III Abs. 2 zu 1000 M. Geldstrafe. Zn Lübeck ist eiwas unsauber. llntevsuchung Professor Tautes über das Calmeite-Derfohren Entsprechend der Anordnung der Reichzministers Dr. W i r t h Hot sich Ministerialrat Professor Dr. Taut« nach Lübeck begeben, um Erhebungen über die dort im Gefolge der Anwendung des Tuberkuloseschiitzversahrens nach Calmctte ausgetretenen Unglücks- fälle anzustellen. In seinem darüber erstatteten Bericht heißt es: Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß das Vorgehen der mit der Durchführung der Calmette-Schutzbehandlung in Lübeck be- trauten Stellen in mancher Hinsicht einer Kritik zu unter- ziehen ist. Die Beurteilung der Angelegenheit wird von den beiden Hauptfragen beherrscht: 1. Hat sich eine Verwechslung oder Ber unreinigung der Ealmettescheu BCG.-Kultur mit vollgiftigen Tübcrkelbozillen ereignet? oder 2. Hat sich die non Colnrett« nach Lübeck gelieferte Kultur biologisch in dem Sinne verändert, daß die nicht giftigen BCG.-Bazillen für den Menschen wieder virulent sgistigl geworden find? Wenn ouch trotz der von Professor Deycke dagegen«ingewandten, beachtenswerten Gründe eine g r a ß e Wahrscheinlichkeit für die erste Fragestellung im Sinne einer unglückseligen Verwechslung oder Ver- unreinigung von Kulturen spricht, so tonn die zwcitgenonme Möglichkeit eines Rückschlags der BCG.-Kultur in vollvirulenre Eigenschaften vorlaufig doch noch nicht ganz ausgeschlossen werden. Eine Klärung dieser beiden Fragen wird, wenn überhaupt, erst nach einer Reihe von Wochen möglich und muß unter Ausschaltung aller anderen Erwägungen der rein wissenschaftlichen Prüfung durch das Reich sgesundheitsamt überlassen bleiben. Bcruscne und Unberufene liegen dem deutschen Volk unausgesetzt in den Ohren, daß es nicht genug Kinder zeugt. In Lübeck Hot sich ober unter den Augen ärztlicher Autoritäten ein Massensterben von Kleinkindern ereignet, und es- muß nun ouch unter allen Umständen dafür gesorgt werden,, daß alle notwendigen Unter- suchungen mit größter B e s 6> l eü n i g u n g durchgastchi: werden, denn die Beunruhigung in de? deutschen Elternschaft ist ungeheuer. Trotz der wirklich schr diplomatischen Sprache des Professors Taute geht aus feinem Gutachten hervor, daß in Lübeck etwas unsauber ist. -10 Lahre Zuchthaus für einen Mäbchenmöröer Das Schwurgericht Dresden verurteilte den 27jährigen Backer Karl Strauß aus Drcsden-Kaitz wegen Gewalt. Unzucht mit tödlicher Folg« zu 10 Jahren Zuchthans und 5 Jahren Ehrenrechtsverluft, Dem Verbrechen siel am 1k. Mar; 1924 in der Marschallstraß« in Dresden«in Schulmädchen zmn Opfer. tigcs Mädchen mit hochgebogenor Nase und schmalen Lippen fällt mir besonders auf. Ein flordünnes Tuch trägt sie, das sich von der Feuchtigkeit an ihren Körper geklebt hat. In der Geschmeidigkeit ihrer Glieder und dem scheuen Blick gleicht sie der Antilope. Sie muß von vornehmer Sippe sein, wenn sie in so zeitigem Alter schon bekleidet geht. „Bist du noch Jungfrau?" frage ich sie. Sie schweigt, aber die anderen antworten,„leider, sie ist noch Jungfrau!" Sie ist also für ihr Alter etwas zurück. Aber sonst hat sie keine Fehler, wovon ich mich dadurch über- zeugen könne, dqß ich ihr das Tuch, das sie so eitel trägt, abnehme! „Hat Zaloni gesagt, daß ich dich wahrscheinlich nehmen werde?" Noch immer antwortet sie nicht. Wer da sie die hellste Haut von allen hat und vor ollem noch nicht tätowiert ist, entscheide ich mich für sie. Außerdem wähle ich mir noch eine etwas reifere Frau als Reserve. Aber die jüngere Dame wird in mein Schlaf- zimmer geführt. Während der Diener das Moskitonetz anbringt jawie das Licht für die Nacht zurechtstellt, muß ich feststellen, daß die junge Ba.zandemaiö sich nicht auf die Matte vor meinem Bett hingelegt hat, wie sie im Schlafzimmer eines weißen Mannes zu tun hat. Mit ihrem nassen Tuch um den Leib hat sie sich in eine Ecke des Zimmers gekauert. Ich lasse ihr ein anderes Tuch geben und sehe dabei, daß sie die mageren, ungelenken Glieder eines Kindes und die sprossenden Brüste eines jungen Weibes hat. „Sieh mich an", jage ich,„ich bin kein Bazandehäupt- ling, vor dem du den Blick senken mußt!" Sie schaut auf, in ihren Augen glänzt das Weiße wie schimmernde Emaille, und die Pupillen sind wie nacht- schwarze Brunnen, deren Wasserfläche sich leicht kräuselt, als lebte in ihrer Tiefe ein wunderliches Wesen, das sich rühri. „Wie heißt du?" „Wie. airders sollte ich heißen, als Jera?!" „Sprichst du gut Lingala?" „In meiner Sippe sprickit niemand weniger als drei Sprachen! „Entschuldige!" Dies scheint mir als Einführungsgespräch zu genügen. Ich entkleide mich und krieche unter das Moskitonetz. (Fortsetzung folgt.) Oer Massenmörder ohne Reue. Die Gegenüberstellung mit den Lleberfallenen. Dusselborf. 27. Mai. Die Gegenüberstellung der van dem Düsseldorfer Mörder lleberfallenen mit dem Täter, die gestern begannen hat, wurde fortgesetzt. Die Zeugin Fräulein G o l d h a u s« n, die zu den lleberfallenen gehört, vermochte über den Täter nichts zu sagen, da der Ucberfall sich ganz plötzlich und schnell ereignete, so daß sie den Täter nicht erkennen konnte. Die Zeugin Frau Mantel und der Kaufmann K r o n b l u m erkannten in Kürten den Täter wieder. Eine Zeugin namens Heerstraß, die von Kürten in den Düffel gestoßen worden war, erkannte ihn gleichfalls wieder, ebenso die Mutter eines kleinen Mädchens, das von Kürten angesprochen worden war, was di« Frau beobachtet hatte. Dagegen vermochte der Kellner von Stindermllhle, wo Kürten mit der Ermordeten Hahn gewesen war, ihn nicht wiederzuerkennen, desgleichen«ine Frau, di« von einem Manne im Hofgarten, allerdings rücklings, überfallen worden war. Der Mörder zeigt auch bei den weiteren Vernehmungen und der Gegenüberstellung mit den Menschen, die es nur einem glück- lichen Zufall verdanken, daß sie nicht auch feinen scheußlichen Blut» toten zum Opfer sielen, keinerlei Zeichen von Reue. Das Polizei. Präsidium wird den ganzen Tag über von einer ungeheuren Menschennlenge umlagert. Als Kürten am Dienstag morgen im offenen Auto dorthin gefahren wurde, versuchte di« Menge ihn zu lynchen. Vis in die späten Nachtstunden weicht die Menge nicht von dem Polizeipräsidium. Hanuffen freigesprochen. Gericht will nicht richten, wo die Wissenschast noch nicht entschieden. Das Gericht in Leitmeritz-Böhmen kam in den frühen Abendstunden des Dienstag im Prozeß gegen den Hellseher H a n u s s« n zu folgendem Urteil: Der Angeklagt« Hanussen wird freigesprochen. Das Gericht ist nicht in der Lage, auszusprechen, daß Hanussen die Fähigkeit des Hellsehens nicht besitzt. Nach diesen Worten des Vorsitzenden bricht die Zuhörerschaft in«inen etwa zehn Minuten dauernden Beifall aus. Zu der Begründung des Urteils erklärt dann der Vorsitzende: das Gericht sieht seine Ausgabe nicht darin, parapsychologische Probleme zu lösen. Wir dürfen nicht richten, wo die Wissenschaft noch nicht entschieden hat, um so weniger, als das Gericht sich durch Augenschein davon überzeugen konnte, daß Hanussen über rätselhafte Geisteskräfte verfügt. Habsucht und Geldgier. Das Urteil im Prozeß Kunert-Ounlelblum. Das Schöffengericht Berlin-Mitte verurteilte den Bankier Wax Kunert wegen versuchten Betrugs in zwei Fällen an Stelle einer an sich verwirkten Straf« von zwei Monaten Gefängnis zu 3 0 0 0 0 M. Geld straf«, den Kaufmann Solomon Dunkelblum wegen Beihilfe zu den beiden oersuchten Betrugs- fällen an Stelle von einem Monat Gefängnis zu 6090 M. Geldstrafe. Wegen der Derwerflichkeit der Handlungsweise der An- geklagten hat das Gericht davon abgesehen, ihnen die erlittene Untersuchungshaft in Anrechnung zu bringen. Die beiden noch be- stehenden Haftbefehle wurden aufgehoben. In den übrigen gegen Kunert erhobenen Anklagepunkten wegen versuchten Betrugs und Urkundenfälschung erfolgte Freisprechung. In der Urteilsbegründung führte Landgerichtsdirektor Stein- haus aus, daß das Schöffengericht zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß bei den Anmeldungen von Korngold und Karamell in Kra- kau mit unrichtigen Unterlagen über das Ausland unberechtig- tcrweise Altbesitz a n g« m« ld« t worden ist. Das Gericht hat den Angeklagten mildernde Umstände versagt, d«nn die Taten stellen sich als äußerst verwerflich dar. Man hat oersucht, das Reich um Hunderttausende zu schädigen. Das Reich hatte auf vieles Drängen und nach langem Zögern«ine Aufwertung für diejenigen zur Bersügung gestellt, di« ira Kriege ihre Ersparnisse hergegeben hatten, um dem Vaterlands zu helfen. Di« Angeklagten haben versucht, sich in den Besitz eines Teils dieser Gelder auf krummem Wege zu setzen. Das war ein« verwerfliche Handlungs- weise gegenüber ihren Mitbürgern und dem Deutschen Reiche, das durch Krieg und Inflation bis auf das letzte ausgepowert worden ist. Die Gefängnisstrafe hat das Gericht im Hinblick darauf, daß das Reich keinen Schaden erlitten hat, nicht so hoch bemessen, um nicht den Eindruck zu erwecken, als ob hier unter dem Druck der öffentlichen Meinung geurteilt worden fei. Die Angeklagten haben aus Habsucht und Geldgier gehandelt. Deshalb hat das Schöffengericht es für angebracht gehalten, daß die Angeklagten an ihrem Portemonnaie bestraft werden und hat die Gefängnisstrafe in ein« empfindliche Geldstrafe umgewandelt. Kinder unier einstürzender Mauer. Sechs Schwer« und zehn Leichtverletzte. H a l l e. 27. Mal. Durch den Einsturz einer etwa ZO Meter langen hofmauer der Schule in D o m n i h s ch bei Halle a. d. Saale wurden zahlreiche Schulkinder, die sich darauf gesetzt hallen, um dem Richtfest auf einem benachbarten Reubau zuzusehen, begraben. Sechs Kinder wurden mit schweren Verletzungen aus den Trümmern herausgeholt, zehn Kinder erlitten leichlere Verletzungen. Am Rande der Sahara. Der erste Kulturgroßfrlm der Ufa„Am Rande der Sahara" erlebt am Freitag, dem 30. Mai,»m Ufa- Theater Kurfürstendamm feine Uraussührung. In Ton und Bild faßt dieser Film die Forschungsergebnisse zusammen, die Dr. R i k l i mit seinem Kameramann Bernhard Wentzel auf semer Expedition in Nordafrika, Tunesien, Kyrenaika und Tripolitanien sammelte. Nicht nur in Bildern lernt man Bauart, Sitten und Gebräuche nordafrikanischer Wüstenftämmc kennen, sondern man hört die Menschen des schwarzen Erdteils sprechen, hört sie lachen, ihre Zwei Lahre Zuchthaus fiir Kreuzet? Dr. Plauts Gutachten.— Staatsanwalt und Verteidiger plädieren. heule wird nach zweiwöchiger Verhandlung da» Urteil im Potsdamer Sitllichkeitsprozeß erfolgen. Gestern kam unter äußerster Spannung der wenigen Zuhörer der zweite Sachverständige der Staatsanwaltschaft Dr. Plaut zu Morl. Unter Zitierung der Aussagenpsychologen Stern, Döring und Bühler plädierte Dr. Plaut für di« Glaubwürdigkeit der Haupt- belastungszeugin Gertrud Frenze!. Im Gegensatz zu dem forensisch sehr erfahrenen Dr. Magnus Hirfchseld bestritt er bei ihr sowohl pathologische Lügenhaftigkeit als auch religiöse Schwärmer«!. Abgesehen von unbedeutenden Einzelheiten habe si« objektiv und subjektiv die Wahrheit gesagt. Anders dagegen ihre Schwester Hildegard Frenzel. Diese habe gelogen. Dem Angeklagten als hypers«xuellen Mensch«« seien di« ihm zur Last gelegten Hand» lungen wohl zuzutrauen. Das eingehende Gutachten gestaltete sich fast zu einer Anklagerede. Selbstverständlich war auch Staatsanwaltschaftsrat Stargard der Ansicht, baß die Schilderung der Gertrud Frenzel vollen Glauben verdien«, während Hildegard zweifelsohne bei ihrem Widerruf ge- logen habe. Die Haltung des Pfarrerehepaares fei einwandfrei g«. wesen: während das Verhalten des AngeNagten, der es vermieden hat, den Pfarrer aufzusuchen, ein Zeichen mehr für seine Schuld bedeute. Als der Ankläger im weiteren Verlauf seiner Rede dem Angeklagten vorwarf, er habe in schimpflicher Weise das eigene Blut geschändet, schrie dieser in höchster Erregung: „Es ist nicht wahr, das ist«ine gemeine Lüge!" Elfe Frenzel nahm Anlauf gegen den Richtertisch, wurde ab«r zurück- gehalten. Als der Staatsanwalt schließlich seinen Antrag a u f zwei Jahre Zuchthaus und Berlust der bürger- lichen Ehrenrechte für die Dauer von fünf Johr«n stellte, brach Frenzel unter Schluchzen völlig zusammen. Als erster Verteidiger sprach Iustizrat Iosefssohn-Potsdam. Im Gegensatz zum Ankläger erklärte er, daß es sich nicht darum handele, ob Gertrud Frenzels Schilderungen wahr feien oder nicht: sondern allein darum, ob das Ergebnis der Hauptverhandlung aus- reiche, um die Schuld des Angeklagten zu begründen. Das fei aber nicht der Fall. Es reiche nicht aus, um den Vater, gegen den die Töchter ungeheuerliche Beschuldigungen erhoben haben, zu ver- urteilen. Es fei sehr schwer, sich in di« Seele eines Jugendlichen hineinzuverfetzen, insbesondere wenn das Innere dieses jung«« Menschen so widerspruchsvoll ist wie bei Gertrud Frenzel. Nicht umsonst haben die verschieden«» Aerzte«inen so merkwürdigen Ein- druck von der Zeugin erhalten. Iustizrat Iosefssohn warnt« auch, aus dem Verhalten des Angeklagten irgendwelche Schlüsse gegen ihn zu ziehen. Der zweite Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Blumenhein, beantragt« ebenfalls di« Freisprechung des Angeklagten. Er betont«, daß man zur Wahrheitsfindung nur durch Zweifel kommen könne. Das große Problem dieses Prozesses fei:„Es tonn f 0 sein", und hinter allen Fragen müsse man sagen:„Wir wissen es nicht." Auf diesem schwankenden Boden der Beweisaufnahme, be: der alle Angaben in der Luft schwebten, dürfe man nicht d«n Mut hab«n, einen bisher unbescholtenen Menschen schuldig zu sprechen.„Wir wissen," so rief der Verteidiger aus,„eigentlich nichts, aber dos eine weiß ich, es ist nicht bewiesen, daß der An- geklagte schuldig ist!" Gegen 8 Uhr wurde dann die Verhandlung auf den heutigen Mittwoch früh vertagt. Das Urteil ist im Laufe des Vormittags zu erwarten.__ Man kommi schnell ins Irrenhaus. Töchter,dieihren Vater hineinbrachten,wtrden freigesprochen Die Potsdamer Straflkammer sprach soeben die 4Sjährige Frau Paula Kleisinger, die angeklagt war, chren 82jährigen Vater am 8. April 1928 mit Gewalt in die Irrenanstalt von Dr. Nawrajjki-Nikolassce gebracht, also der Freiheit beraubt zu haben, fvei. Sie sei, hieß es in der Urteilsbegründung, zur Z«it der ihr zur Last gelegt«» Tat noch nicht von ihrer Basedowschen Krank- heit geh«ill und deshalb nicht in der Lage gewesen, ihren Willen gleich normalen Menschen zu bestimmen. Die erste Instanz halt« Frau Kleisinger zu einem Monat Gefängnis ohne Be- währungssrist verurteilt. Ihre Schwester Frau K a s p o h l war von dem Schöffengericht freigesprochen worden. Mit diesem Urteil hat ein Skandal aus der sogenannten guten Gesellschaft in Potsdam sein Ende gefunden. Der Oberamtmann Steinbarth hatte im Jahr« 1922 sich in Werver eine großartig« Billa gelauft und betrieb hier«me Fruchtsaftsabrik. Im Jahre 1927 zog seine mit ihrem Mann in Scheidung lebend« Tochter Frau Paula Kleisinger mit ihrem Scchn zu ihm. Der alte Mann machte di« Tochter unter gewissen Bedingungen zur Inhaberin seiner Villa. Das Verhältnis zwischen Bot«r und Tochter wurde aber von Tag zu Tag schlechter und der Oberamtmann wollte sein« Bestimmungen rückgängig machen. Da. kamen Frau Kleisinger, ihre Schwester Frau Kas- p o h l und deren Mann, ein Major a. D., auf den Gedanken, den alten Mann zu entmündigen. Si« suchten schließlich den Arzt Dr. Schwalb auf, der nach langem Drängen, ohne den alten Mann untersucht zu haben, nur auf Gvund der Erklärungen der Ver- wandten, er bedrohe ihr Leben, ein Attest ausstellte, laut dem die Unterbringuttg in«ine geschlossene Anstalt not- wendig sei. Als zwei Wärter des St.-Iosephs-Krant«nhauses in Potsdam den Zweiundachtzigjährigen abholen wollten, ihn ober ruhig und vernünftig vorfanden, wollten si« von der Absicht, ihn mitzunehmen, Abstand nehmen. Die beiden Töchter legten aber das Attest des Dr. Schwalb vor, gaben den Männern 6 Mark Trinkgeld, und die Wärter brachten den alten Mann in die Irrenanstalt. Hier merkten die Aerzte sehr bald, daß sie«s mit einem vollständig gesunden Manne zu tun hablm und entließen ihn wieder. In der ersten Instanz hotte auch Dr. Schwalb auf der Anklagebank gesessen. Als man ihn jetzt hört«, faßte man sich an den Kopf und fragte: Wie konnte nur dieser Arzt so leichtfertig ein Attest aus» stellen? Unter solchen Umständen ist ja niemand sicher, in ein« Irrenanstall gesteckt zu werden. Das freisprechend« Urteil befreit nicht diese Damen von dem Makel, i»«r ihnen durch ihre Tat anhastet. Lieber singen, hört den Ruf des Muezzin vom Minarett und das Geschrei bei der Fantasia(Reiterspiele). Em« lustige Reporter- geschichte bildet den Rahmen dieses Films. Vaubmord in Zittau. Oer Täter gesehen, aber entflohen. Ein Raubmord an einem alten Manne wird der Mord- inspektion A des Berliner Polizeipräsidiums aus Zittau gemeldet. In feiner Behausung in der Gubener Str. 2 in Zittau wurde am Dienstag der 69 Jahre alte Rentner Eduard Jahn, der für sich allein lebte, in seiner Stube erdrosselt ousgefunden..Hände und Füße waren mit einer starten Waschleine gefesselt. Die Zittauer Kriminalpolizei ermittelte einige Zeugen, di««inen fremden jungen Mann hatten aus dem Hause kommen sehen. Die Durchsuchung des Hauses ergab, daß der alte Mann von dem Mörder gefesselt und dann erdrosselt worden sein muß. Geraubt find 400 Mark Eine neue Reportage über„Berliner Betriebe" unternimmt Max Osborn. Er schildert di« Berliner Porzellanmanu- faktur. Osborn ist«in kenntnisreicher Kunsthistoriker, dazu noch ein guter Schriftsteller und Sprecher und doch kann auch er«ine«in- wandfreie Rundfunkreportage dem Hörer nicht vermitteln. Das liegt vor allem am Stoff. Müssen unbedingt sogenannt« Wirklichteits- berichte dem Hörer serviert werden, wenn diese sich in erster Linie an das Auge wenden, an das Sehen? Die Funkstund« scheint von dem Begriff Reportage, den sie vielleicht als besonders aktuell wertet, derart hypnotisiert zu sein, daß si« ihn nicht weiter auf seine Taug- lichkeit für das Mikrophon prüft.— In der Bücherstunde behandelt Simon Katzen st ein Werke sozialen Charakters unter dem Titel„Dokumente der Großstadt". Er geht weniger auf das einzelne Buch ein, will vielmehr einen allgemeinen Ueberblick geben, einen Ueberblick über die inner« Struktur des groß- städtischen Proletariats im Spiegel dieser Bücher. Es handelt sich also nicht um eine ästhetische Wertung sondern um ein Herausarbeiten des Ideengehalts. Katzenstein sucht nicht die letzte konzentrierte Form, er umspielt vielmehr das Thema mit immer neuen Variationen und macht es damit jedem Hörer verständlich. — In den frühen Abendstunden«in gutes volkstümliche» Orchester- konzert unter Julius Bürgers zwar" problematischer aber exakter Leitung. Bielleicht könnten gerade diese Konzerte immer so früh gelegt werdem damit auch der Werktätige sie bis zum Ende hären kann. Der Programmausteilung dieses Abends ist unbedingt zu- zustimmen. F. Seh. bares Geld, da» zum größten Teil aus Fünszigmorkscheinen besteht. Da die Vermutung naheliegt, daß der slüchtige Täter nach Berlin kommen wird, um in der Großstadt unterzutauchen, werden von der Inspektion A besonders die Bahnhöfe einer Kontrolle unter, zogen werden. Lteberfall auf einen Greis. Ein schwerer Ueberfall wurde am Dienstag nachmittag gegen 1 Uhr auf einen hochbetagten Rentner im Norden Berlins verübt. In dein Haufe Borsigstraße 4 wohnt der 75 Jahre alte Rentner Hermann Scheidt. Gegen 1 Uhr klapste es an seiner Wohnungstür und als der alt« Mann öffnete, stand vor ihm ein jüngerer Mensch, der erNärte, er sei Beamter des Wohl- fahrteamtes und kouunc, um sich nach den Verhältnissen des Scheidt zu erkundigen. Der arglose Greis ließ ihn eintreten und kam mit ihm ins Gespräch. Plötzlich hielt der junge Mensch dem Nichtsahnenden«ine Pistole vor die Brust und forderte ihn auf. sofort 6000 Mark herauszugeben, sonst werde er ihn ohne weiteres über den Haufen schießen. Vergeblich beteuext« der alt« Mann, daß er eine solche Summe nicht besitze. Der Bursche ließ sich nicht einschüchtern und wiederholte seine Drohungen. Zum Glück gelang es Scheidt, an dos Fenster zu kommen und so laut er konnte um Hilfe zu rufen. Nunmehr flüchtete der Räuber und kam ungehindert bis zum Koppen platz, wo ihn ein Schupobeamter stellte. Auf der Wache wurde er als der 28 Jahr« alte aus Ost- preußen gebürtige Ernst P ö t s ch l a ck sestgestellt. Die Pistole, die Pätschlack bei sich trug, war mit acht scharfen Patronen geladen. Die Waffe wurde beschlagnahmt: der Verhaftete wird dem Raub- dezernat«mgeliefert. Reichshallen-Iheater. Das Programm der Stettiner Sänger bringt als Einleitung ein gut zusammengesetztes Potpourri „Melodiensträußchen" von Meysel. Girardi, Wegner und Wolde bringen launig« Eouplels zum Vortrag. Button eihiel: in seiner Groteske„Der Strohwitwer" langanhaltenden Beifall. Beifällig wurde auch eine musikalische Humoreske„Die beiden Alten" aus- genommen. Den Schluß bildeten die bekannten Stück«, lebende Seemannslieder„Das deutsche Meer" und eine Berliner Burleske „Eine Hochzeit in der Mllllerstraße" von Meysel. Beid« werden zwar schon lange gespielt, aber das gut besuchte Haus und der Beifall bewiesen, daß auch diese Sachen gefallen. Sprechchor für Proletarische Feierstunden. Die Uebungsstund« findet in dieser Woche am Freitag, 19Z4 Uhr, im Gesongssoal der Sophienschule, Wemmeisterstr. 16/17. statt. In der Alarineobteilong de» Reick»banne»» werden jetzt neu« Kurse eingerichtet. Nach lleberholung de» BootSmalerial» haben auch bereit» verichiedene Fahrten der Reichzbann-rmarmejugend ftaltgesunden. S» ist jetzt die beste Zeit, um Neueintrelenden die Möglichkeit zur AuZblldung zu aeben. Anmeldungen find zu richten an den Kameraden Wildelm B a» s« l o w, Berlw- Tegel, Verlmcr S trage 88. Zum Zähneputzen merkt Euch wohl, nimmt man die Pasta von ODOL 3)ie Sleufchrecken Jlfnkanifche Skisse von 8, Slilgebauer Mein Freund Jules Rondnn war Leutnant bei den algerischen Scharfschützen. Während meines Aufenthaltes in der wunderseltsamen halb arabischen, halb französische» Stadt, die uns Abendländern als erste den Einblick in den schryarzen Erdteil erschließt, Hab« ich ihm gegen. über Abend für Abend unter den Dattelpalmen vor dem Cafe de la Räpublique geseffen und. wemi uns gerade nichts Besseres einfallen wallte. Tarack gespielt. Abende... sozusagen verbracht am Rande der Wüste... mit denen sich so leicht nichts anderes vergleichen laßt. Sommernächte, die keine Erfrischung, geschweig« denn Kühl« konnten, weil ihrem van Myriaden Sternen verklärten chimmel auch in der Mitternachts- stund« noch«in Rest dieser unbarmherzigen Sann« verblieb. Ein mehr empfundenes, denn in Wahrheit gsschautes Gefunkel am Horizont« im fernen Süden kündet« schon hier der Sahara aus Durst und Ohnmacht menschliche Verzweiflung gebärendes Reich. Jules Rondon sprach mit Vorliebe vom„Eafard". Das ist der französische Name für«ine afrikanische Krankheit, für den sich kein« Uebersetzung in einer anderem der zivilisierten Sprachen finden läßt. „.Heimweh' wäre hier viel zu schwach und sagt« daher gor nichts. Denn„Cafard" ist ein akuter Wahnsinn und sonst nichts. Unweiger- lich befällt«r nach Wochen oder auch erst nach Monaten den in die uordafrikonischc Glut verbannten Weißen. Offiziere und Mann- schaften, Franzosen und Fremdenlegionäre... ohne-Wahl. Man muß die Kranken festbinden, damit sie nickst davonlaufen können, weil sie sonst in der Wüste zweifellos verdürsteten. Man muß ihnen jede Waffe fortnehmen, weil si« sich gegenseitig umbringen würden! Auch jetzt wieder ergriff Jules Rondon dos Wort. Ich war so fest davon überzeugt, daß er mir wieder von einein neuen„Fall" in seiner Kompagnie zu berichten hätte, daß ich ihm anfangs offeirgcstunden nur inst halbem Ohre zuhörte. Aber die Frage, mit der er fein Gespräch begann, machte mich zugänglicher, denn sie lautete: „Sind Sie in der Stunde vor Sonnenoufgong mit von der Partie?" Dabei griff Jules Rondon in die Tasche seines Woffenrockes und brachte ein Telegrammformular zum Dorschein. Und dos bloßblaue Vlatt meinen Händen überantwortend, er« klärte er:„Alarm, mein Lieber! Ein Hilferuf aus Töbessa." „Wo ist das?" fragt« ich. „Ganz im Süden Algeriens! Des Moires Verzweiflungsschrei I" „Beduinen?" vermutete ich. Jules Rondon lächelte mitleidig. Dann aber sagt« er: „Rein, mein Bester, um einer Handvoll Beduinen willen würde man die Garnison in Algier incht mobilisieren. Weit schlimmer..." Und da ich mir für dieses seltsame„Weit schlimmer" auch nicht die allerunwohrscheiillichste Exegese mußte, vollendet« Jules: „Heuschrecken, wenn Sie sich von dieser ungeheuerlichen Gefahr «ine Vorstellung zu machen vermögen!" :„Dazu sehe ich mich außerstande: Sic wissen, ich bin zum ersten Möle'm meinem Leben in Mgierl". „Eben darum! Die Invasion kommt aus dem Sudan, über Aegypten und Tripolis. Sie ist in diesem Umfang seit dem Jahr« 1890 nicht mehr dagewesen, obwvhl ihre Bekämpfung die Pariser Regierung bislang schon dos ninde Sümmchen von 12 Millionen gekostet hat!" „Papierfranken," wandte ich«in. „Allerdings! Aber immerhin! Au 6, in Gold ein Pöstchen, mit dem wir uns beide in oller Seelenruhe von diesen lausigen Geschäften zurückziehen könnten. In ollen Gegenden Landes sind schon an die 60 000 Eingeborene am Werke. Ganz abgesehen von den 6000 Sol- boten, die dem Feind zu Leibe rücken. Aber diesen Biestern ist nicht beizukommen. Menschliche Kraft und menschlicher Scharfsinn zerschellen an ihrer Zahl! Was sage ich Zahl! Hunderte, Tausend«, Zehntousende, Hunderttausende, Millionen bedeuten da nichts: Man muß sie schon nach Tonnen wiegen. Wir haben Mittel und Wege, hundert Kilo dieser Tiere in einer einzigen Minute zu vernichten. Aber dos alles fruchtet nichts. Wassergräben. Leinentücher, Flammenwerfer, Giftgase, das ganze Arsenal eines modernen Feld. zages, ist bereits gegen die Fresser in Bewegimg gesetzt worden. Was rede ich? Sie werden sich selbst am besten ein Bild von dem Unbegreiflichen machen!" Jules Rondon schwieg. Dumpf lastet« die unerträgliche Schwüle der afrikanischen Sommernacht auf den Fachern der Dattelpalmen. Plötzlich ergriff Jules Rondon aufs neu« das Wort: „Bevor ich hier in Mgier war, habe ich das nie begriffen!" „Was?" forschte ich, „Das, was Moses von den Aegyptischen PloAen erzählt: Aber hier... Afrika ist ein grauenvolles Land!" Ich lächelte. „Wenn man an Poris denkt, wie Sie vermutlich in dieser Stunde!" „Das tue ich freilich und zwar unausgesetzt. Wer nicht nur dann..." Es war sehr spät geworden, wir hatten lang«, allzulange vor dem Cafe gesessen, und min war es auf einmal, als ob dieser sich wandelnde Himmel Rondons Behauptung recht geben sollte. Die Sterne verblaßten. Im Zenith zeigt« sich«ine unbegreiflich«, zunächst einmal milchige Hell« und um die tiefgrünen Wedel wob sich ein goldener Glanz. „Schon die Sonne?" kam es schier erschrocken von meinen Lippen, „Noch nicht," beruhigte Jules Rondon.„Erst die Erinnerung an das Gestern! Der Atem der Wüste, die in den Sanddünen ge> fangen« Glut. Der Hauch der Crbarmimgslosen und Unbegreif- liehen, die dieses Kontinentes unerhörtes Schicksal ist! Kommen Sie mit?" „Wohin?" „In die Kaserne. Die Truppe verladen. Bis Tebsssa geht die Bahn. Aber dann! Sie sind mein Gast!" Ich folgte Jules Rondon. Die Versuchung, die nach nie Ge- sehenes und Abenteuerliches für mich hatten, war denn- doch zu groß, Und niemals habe ich es bereut, ihr nochgegeben zu haben. 2luf dem Rücken der Dromedare waren wir etwa sieben Kilo- meter weit südwärts von Tebeffa durch die kunstvoll bewässerten Felder geritten, deren lichtes Grün mit dem Schlammgebiet des Nils wetteiferte. Da... Das erste, was ich zu sehen bekam, war, daß sich der Araber, der mein Tier führte, auf die Stirn niederwarf, und siebenmal das Gesicht noch Osten in' der Richtung nach Mekka gewendet, schrie et: ..Allah,' Ällcch. Anh!" Dann ward der Himmel schwarz. Kein Blau, keine Sonne... unbeschreibliche und unbegreifliche Nacht, Die Heuschrrckenwolke! Auf ihrem Vernichtungszuge aus dem Sudan, dem Tal der Medmersda zu noidwcstwärts, Wir waren zu spät gekommen. Nein! Auch früher wären wir ohnmächtige Zisschauer gewesen, da da» Sand einer Brandstatt glich. ß)ie Wifienfchaft vom Eierlegen Die deutsche Landwirtschaft will sich einem bis jetzt von ihr nicht hinreichend bestellten Feld zuwenden: der Eierprodukti.m Die Ei- crzeugung Deutschlands beträgt jährlich ö Milliarden, der Bedarf aber 8 Milliarden? die fehlenden 3 Milliarden müssen also vom Ausland, meist aus Holland und Dänemark, bezogen werden. Die Regierung unterstützt diese Bestrebungen, indem sie auf die Einführung der Houptfütterungsmittel, Gerste und Mais, keine neuen Zölle gelegt hat; immerhin bleibt der Konkurrenzkampf schwer gemig, denn Holland und Dänemark können billiger arbeiten, in Dänemark kosten' 1000 Kilogramm Gerste 155 Mark, in Holland nur 120 Mark, in Deutichland aber 195 Mark. Auch andere Länder beschäftigen sich eingehend mit der wichtigen Frage der Eierzsugung, so England und vor allem Amerika mit seinen vielen und gewaltigen Hühner- formen. Man wird in landwirtschaftlichen Kreisen daher gut tun, die Erfahrungen zu beachten, die man jenseits des Ozeans auf diesem Gebiet' gemacht hat, und die, hiesigen Berhältnissen angepaßt, auch in Deutschland nutzbar gemacht werden könnten. Es handelt sich nun heut« nicht mehr allein darum, daß ein Huhn möglichst viele Eier legt, sondern daß die gelegten Eier auch möglichst groß sind. Es gibt in beiderlei Hinsicht gewaltige Unter- schiede zwischen den einzelnen Tieren: die jährliche Eierproduktion einer Henne schwankt zwischen 30 und 300 Stück, der Durchschnitt ist� 160, und das Gewicht des Eies schwankt zwischen 30 und 90 Gramm. Wie kann man nun möglichst nah« an den Höchstsatz— nach beiden Richtungen— kommen? Die Erfahrungen, die man in Amerika gesammelt hat, sind zwar auf den großen Hühnerfarmen entstanden. ober auch der einzelne Landwirt, der mit kleineren Verhältnissen zu rechnen hat, kann daraus manches erfahren und lernen. Wie man beim edlen Pferd, beim Rossehund auf den Stammbaum achtet, so soll man nicht wahllos jede beliebige Henne zum Brutgeschäft heranziehen, sondern nur die besten Leger, und zwar Leger sowohl in bezvg auf die Zahl der Eier als auch auf ihre Größe, Um solche Hennen herauszufinden, ist Absonderung der einzelnen Tiere, über- Haupt genauest« Beobachtung nötig. Dieser Tier« gibt es nicht so viele, sie sind also keineswegs wohlfeil zu erhalten. Der mittlere Züchter kann sie sich infolgedessen in größerer Zahl nicht leisten, Er weiß aber, daß sich weniger geeignete Tiere durch Kreuzung mit hochwertigen nach und noch aufbessern lassen. Das setzt aber Zeit, undnerdrosscne Müh« und ausmerksamste Behandlung voraus, Ein« überaus wichtige Rolle spiest auch der Einkauf der jungen Kucken; gerade hier werden die meisten Fehler begangen. Das ist im Anfang äußerst schwierig zu erkennen: und gerade dieser Anfang ist wichtig. Es Hot sich nämlich ein« höchst sonderbore Tatsache ergeben: das Verschicken ganz junger, eben aus dem Ei gekrochener Kücken geht ohne jede Gefahr vor sich, viel sicherer, als wenn sie 36 Stunden älter sind: d, h. den Zeitpunkt erreicht haben, wo sie anfangen, Nahrung zu sich zu nehmen. Von diesen gonz jungen Tierchen geht nur selten eins«in: man möchte beinahe sagen, sie halten den Transport besser aus als dos Ei. Von den 36 Stunden alten Kücken dagegen überleben viele den Transport nicht. Wie soll man aber in diesem Anfangsstodium erkennen, daß man nicht louter klein« Männchen vor sich hat? Es muß bei der Züchtung auf dos Gefieder der Eltern geachtet werden. Schon Darwin hat beobachtet, daß, wenn ein Hahn dunkle Federn und die Henne ein weißes Gefieder hat, die jungen Hähne das lichte Gefieder der Mutter, Im jungen Hennen alle das dunkle Gefieder des Vaters belommen und ebenso umgelehrt. Der Kauf ist also, wenn die Züchterc, den„Stamm- bäum" bescheinigt, schon im ersten Augenblick sicher, und die Per- , fchickuug kann fast ohne Risiko vor sich gehen. Daß die künstliche Äusbrüwstg genau so exakt wirtschastei, wie dt« natürliche, ist bekannt, und zwar schon seit»rotier Zeit/ denn im alter Aegypten ist si« bereits gchandhabt worden. Ein Huhn will natürlich ebenso genau beobachtet sei» wie jade? andere Haus- lier, wie jeder Mensch: gute Luft, Luftivechsel im Stall, zweckmäßig«, gesunde Nahrung usw. find unbedingt nötig: auf Krankheiten, Pnra. siten usw. muß sargsam geachtet werden. Es leuchtet ein, daß ein sehr starkes Legehuhn, genau wie die Menschsnmulter, die vielen Kindern das Leben gibt, dabei Einbuße am eigenen Körper leidet: das Fleisch beholt nicht die Frische und den Wohlgeschmack der weniger strapazierten, Man kommt aus diesem Grunde jetzt wieder mehr auf die Züchtung auch solcher Hühner zurück, bei denen d'« Eier nur eine untergeordnete Roll« spielen, wohl ober das Fleisch sehr geschätzt ist: auf die Truthühner. Da» neue ftokio Wie ein Phönix aus der Asche hat sich dos neu« Tokio nach der Zerstörung durch Erdbeben und Feuer im Jahre l923 wieder erhaben, Vor kurzem hat der Kaiser von Japan eine offizielle Besichtigung-- fahrt unternommen, die ihn Über eine Streck« von 22 englischen Meilen auf neuen Straßen führte. Ein Ilebcrblick Über die Leistung, die ihm vorgeführt wurde, wird im Japan Advertiser gegeben: 7 neue Brücken erster Klasse: 400 kleinere Brücken: 52 Hauptstraßen: 73 Nebenstraßen: 3 neue Parks: 1l7 neue Schuten: 203 000 neue Gebäude. Eine Besichtigung der wieder aufgebauten Stadt erfordert einen halben Tag. An etwa einem Halden Dutzend Orten machte der Kaiser holt, an denen sich ein besonders eindrucksvolles Bild bot. An der Halle der namenlosen Toten wurde der Opfer der Katastrophe gedacht, wenige Minuten darauf der Neubau einer' Schule besucht. Es mar«in Bild, dos wenige Herrscher in der Geschichte gesehen hoben werden,«in« neue Hauptstadt, die sich in sechs Jahren nach einer ungeheuren Katastrophe wieder erhoben hat. Es ist schwer zu bestimmen, was den größten Eindruck hervorrief, wenn das Bild als Ganzes fo überwältigend ist. Die lange Fahrt längs des prächtigen Showadvri, einer Hauptstraße, die jetzt die Stadt durchschneidet, wo früher ein Netzwerk von armseligen Straßen war, war das wirkungs- vollst« Beispiel des neuen Straßenzugs. Diese breiten, vornehmen Straßen stehen in starkem Kontrast zu den engen ungepflastertcn Gäßchen des alten Tokio, ebenso wie die imposanten Brücken über den Sumida aus Eisen und weißem Granit zu den altmodischen engen Bauwerken der Vergangenheit einen erfreulichen Gegensatz darstellen. Der Wiederaufbau Tokios hat 1600 Millionen gekostet: nicht nur die Bewohner der Hauptstadt selbst können stolz darauf sein, sondern das ganze Land hat sich tatkräftig daran beteiligt. Das Gebiet, dos von dem großen Erdbeben betroffen war, war etwa 25 Hektar groß, nahezu die Hälft« des Gesamtgebietes der Stadt, Es gibt in der Geschichte kein Beispiel, da»«ine solche Riesenaufgabe nach einenUo furchtbaren Erdbeben mit gleicher Schnelligkeit gelöst wurde. Für Schulbauten wurden 80 Millionen ausgegeben. Zugleich wurden auch die Wasserversorgung und die Kanalisation verbessert und noch andere Vovkehrungen getrosten, Tokio zu einer modernen idealen Stadt zu machen. So ist Tokio heute die Musterstadt Japans, Amerikanisch« Riesenschisse. Für den Aushau einer großen amerikanischen Handelsmarine hat die Regierung Darlehen von 120 Millionen Mark bewilligt, die für den Bau von.zwei 20 000. Tonnen.Passogierschiffen für d«n Nordatlanti>k und ieckis 1000, Tonnen.Passagiersrochtschifien für den südamerikanischen Handel dienen stillen, Daneken aber werden die Ilnsted States Lines zwei 45 OOO-Tonncn-Dampfer mit Hilfe der Regierung bauen, für die eine andere Anleihe von 24k Millionen Mark aufgenommen woi-hen fall, Wohnungsnot vor 2000 Sohren Sniielkajernen" im allen Dom.- Dalsen AuguUus fpieli S&aupolisei für Stiegen! Bei jedem Schritt krocht es bedenklich. Dos Geländer ist stellenweise abgebröckelt. Jeden Augenblick droht die Gefahr, daß die Stiege in die Tiefe stürzt." Und dieses Haus wurde, wie der damalige Chronist bemerkt,„erst vor sechs Monaten fertig". Im Jahre 30 vor Christi Geburt wurden endlich Kaiser Augustus die vielen„Wolkenkratzer'-Bauten zuviel. Der Kaiser er- ließ daher ein« Verordnung, nach welcher die-Häuser höchstens eine Höhe van 24 Meter erreichen dursten. Kaiser Augustus war also der Urahne der heutigen Baupolizei. Diese an und für sich weise Verordnung oerschärste jedoch die Wohnungsnot um ein Bedeutendes. Di« Spekulanten, die nicht mehr auf ihre Rechnung kamen, ließen die.Häuser verfallen, bauten ober keine neuen. Und so wuchs von Tag zu Tag die Unzufrieden- heit und artete oftmals in blutige Straßenschlachten aus. Das Wohnungsproblem und der Wr-Hnungswucher waren über- Haupt eine heikle soziale Frage im asten Rom. Man versuchte olles nur Möglich«, um der Wohnungsnot zu steuern. Einige kühn« Neuerer liefen sogar gegen das Privateigentum Sturm. Im Jähre 48 vor Christi Geburt hatte der Prätor M. Castus Rufits einen Gesetz. entwarf„De novis tabulis* ausgearbeitet, in welchem er die Forde- rung ausstellte, daß die Hausbesitzer von nun ab nicht mehr dos Recht hoben sollten, von armen Menschen Mieten zu verlangen. Also eine Art Enteignung! Cälius Rusus konnte aber aus seinem Gesetzentwurs kein Gesetz machen. Ein Jahr später versuchte dann der Tribun P. Cornelius Dolabella, das Gesetz Wirklichkeit werden zu lassen. Die Regierung wollt« aber nicht, und die einzigen ficht- baren Folgen dieses Gesetzentwurfes waren 800 Tote, die Opfer einer Straßenschtacht, die zwischen Militär und der aufgeregten Volksmenge geschlagen wurde. Zwei Jahre später kam dann Julius Cäsar mit einer neuen Verordnung, worin er die Wohnungsfrage gesetzlich zu regeln suchte. Den genauen Inhalt dieser Verordnung kennen wir leider nicht, nur ein einziger Passus ist uns überliefert worden. Die Hausherren durften nach dieser Notverordnung von Wohnungsmietern, deren Johresmiete 2000 Sesterzen nicht über- stieg, während eines Jahres keine Zahlung verlangen. Die Haus- besitz« murrten zwar, trauten sich jedoch nicht gegen Julius Cäsar und seine Krieger aufzulehnen— und die Notverordnung wurde streng durchgeführt. An die radikalen Maßnahmen, die der demokratisch« Diktator sich erlauben durfte, duriie wobl keiner der späteren Imperatoren denken. Und so blieb die Wohnungsnot in Rom ungelöst. Sie dl', b es auch anderswo— bis auf den heutigen Tag. Füll Diotr-Dene«. Wohnungsnot— dieser Begriff ist uns heute mir zu geläufig, sie ist ein Problem des Tages. Aber, es ist kaum glaublich und doch wahr— vor 2000 Jahren, im alten Rom mar sie auch ein Problem des Tages. Schon damals wehklagten die davon Be- trvfsenen, daß zu wenig gebaut wird, daß man in einem großen Teil der vorhandenen„Mietkasernen" nur menschenunwürdig woh- nen kann, und schon in jener uralten Zeit gab es eine Art Woh- mtngzzwangswirtschast. Es war im letzten Jahrhundert vor Christi Geburt, Ungeheure Menschenmassen strömten noch Rom. Sie wollten in der.„Haupt- stadt der Welt" ihr Glück versuchen. Rom wund« von Tag zu Tag größer. Wer... in der inneren Stadt durfte nicht gebaut werden. Roms Herren hatten dort ihre Paläste, ihre Garten, ihr« Tempel, und den gewöhnlichen Sterblichen wurde der Zutritt verwehrt. Und da große Msnschemnassen tagsüber in den engen Gassen hausten, dursten in diesen Straßen Pferdefuhrwerke nur des Nachts ver- kehren. Die Römer waren aber nicht nur gute Krieger, sie waren auch vortreffliche Spekulanten. Die Gerissensten unier ihnen erkannten schon frühzeitig, daß man aus der Wohnungsnot, faßt man nur die Sache richtig an, großen Nutzen ziehen kann. Hört man von diesen Vorgängen, die sich vor 2000 Jahren abspielten, so sältt einem unwillkürlich Ben Alibas Sprüchen:„Alles ist schon dagewesen," Auch in jenen uralten Zeiten gab es Kartelle. Auch in jenen uralten Zeiten wußten die Finanziers, welche Vorteile der Zusammenschluß in sich birgt. Und auch schon damals gab es großzügige Grund- stücksspekulantcn. Diese Spekulanten jagten den Hausbesitzern für wenig Geld ihren Besitz ab, kauften Grund und Boden aus, orga- visierten sich und bestimmten dann die Mietpresse, die seltsstoerständ- lich recht hoch waren. Im alten Rom wüteten von Zest zu Zeit große Brände. Ganz« Stadtteile braimten nieder. Die Grundstücksspekulation war also ollem Anschein nach im allen Rom ein gewagtes Geschäft. Well gefehlt. Eben das Degenteil war der Fall. Die Spekulanten kalku- lierten ganz einfach dies« Brände in ihre Rechnung ein. Dl« Häuser wurden gleich baufällig gebaut und die Mietpreise so berechnet, daß es möglich war, das Kapstal und die Zirsseszmfen in zwei bis drei Jahren heraus, zuwirlschasten. Um dieses Ziel zu erreichen, bauten'die damaligen Baumeister in die Höhe. Drei bis vier Stock hohe Häuser wurden errichtet, bei denen sich schon nach«inigen Monaten gewaltige Risse.zeigten. Der Dichter Martialis wehklagt auch:„Zweihundert Stiegen muß ich steigen, bevor ich in meine Wohnung eintreten kann. Und was -Fk' Genossinnen! Nutzt die letzten Tage BetFSäfeÜ fleißig der Werbewoche Hausagitation I Allgemeine Wetterlage. ©wo)!(Bnlo5.0 heirer.O halb bedeckt 9Millog,ebedeckr»l?egexiiGrsupelfl 'Scbwe5Net)ei,1iGt'*frec(§Vfaditi!lg Warm« südöstliche Luftmassen sind vom Balkan nach Polen vorgedrungen. Im Osten des Reiches ruft die aufgleitende Darm- lust anhaltende und ergiebige Regenfälle hervor. Weiter noch Westen hin war das Wetter teilweise heiter. Dielfach kam es aber dort infolge der stärkeren mittaglichen Erwärmung zur Ausbilduniz örtlicher Gewitterregen. Druckanstieg im Westen und Süden des Regengebiet«» läßt erwarten, daß es nach Nordosten abzieht. Di« Störungen, die von der kräftigen Jnlnnddeprefsion ausgehen, wer. den unser Wetter vennutlich erst am Donnerstag beeinflussen. Am Mtttwoch dürsten wir unter den Einfluß des über Westdeutschland liegenden windstillen Gebietes kommen. -» wetkeraussichken für Berlin. Zeitweilig heiter, aber Neigung zu Gewitterregen ziemlich warm, schwache Luftbewegung.— Für Deutschland. Im Osten Nachlassen der Regenfäll«, im mittleren Teile des Reiches zeitweise heiter, strichweise Gewitterregen, im Westen zunächst noch ziemlich warm, später Uebergang zu kühlerem Wetter._ Jtiabctftat(anb J»ac»dliche) R-l-ber, b'Ntflitto unb r»»l««»ei»sch»ft BEmt icbl Mittwoch« im Städtischen JufltnMidm am Belle. Allianee-Vw« 1: füc De. farn ad 18 Uhr und tänzerische©nmnaftil siir Rindet; Jugendlich« und Erwachsene ab A> Uhr. Der Unterricht erfolgt lofienio»— ieder Seilnehmer willloimnen. Spart. Rennen zu Grunewald am Dienstag, dem 27. Mai. 1, Rennen. 1. Matador sJomcher), 2. Tramonto, 3. Rohr, 4. Fiametta. Toto: 52:10. Platz: 17, 20, 17, 18:10. Ferner liefen: Habicht IT, Feudal, Maestro, Maxime, Hauptmann« Schwester, Forlissima, Mon Bijou, Mia, Orseria. 2. Rennen. 1. Malvollo(Vöhlke), 2. Taugenicht«, 3. Loblied. Toto: 25-10. Platz: 13, IS, 20: 10. Ferner Uesen: Jos, Senner. Senow. Pwg Pong. 3. Rennen. 1. Alba(Munro), 2. Gregor, 3. Jlo». Toto: 14:10. Drei lielen. 4. R c n n e n. 1. Lichtstrahl II(Zehmisch), 2. Fernländer, 3. Finnland. Toio: 117:10. Platz: 30,14:10. Ferner Uesen: Araber, Habakuk, Madonna d'Arezzo. 5. Rennen. 1. Zwo(Munro), 2. Verena. Toto: 13: 10. Zwei Uesen. «.Rennen. 1. Tatiu»(Printen), 2. Gerolstein, 3. Liderator. Toto: 55: 10. Drei Uesen. 7. R e n n e n. 1. Gebelaune(Andrle), 2. Kikeriki II, 3. Ledon. Toto: 88:10. Platz: 27, 24, 33:10. Ferner Uesen: Rotenstein, Dogmatiker, Ansgar, Semper tdem, SIpi, Trtanon, Contessa, Gotdatma. Parieinachn'chten/M� «w,.nd.n.»�d.�.�h�st.d fürGroß-Berlin stet»«» da»»«»iriosekmtariat 8. Hof. 8 Treppe» recht»,>o richten. Ii. R«I» Reulöll». Die Rinderfreunde Rreis Neukölln laden ,u eine« gelt. lager-Werbeabend am ftreitaa. 30. Mai, um 20 Uhr, im Saalbau Berg. {trage 12 ei». Unter dem Motto.Di» R-i-n stallen rufen*«eigen wir sttlme aus der Schwei,. Liweduraer Heide und Rinderniaitag. Musik. Gr- sang und Bewcgungschor verschönern da» Programm. Partelgenofsen und streund« unserer Bewegung sind gern gesehen. SeefK. 44. Thema: Referent Genosse Albert Gr»estnsli. Heule, ZNitlwoch. 28. Mai: 7. Abt. Mu««attocrbreitung von 15-16 Uhr von den Zahlabrnblokalcit au». Alle Genossen haben sich daran»u beteiligen. 88. Abt. IVA Uhc Mitgliederversammlung im„Steinalt; .Thiiringen. Sachsen und Preuhen*. Referent Genoi preugischee Innenminister a. D......... 162. Abt. Baums chulenweg. Pünktlich 1« Uhr bei Hag augermbentli« wich. tige ffunktionärstgung mit den Elternbelratskandidaten sowie allen ln den Bezirken tätigen Genossinnen und Genossen. Arauenveranstaltuugen. 14. Rrei» Stentilln. Dienzta«. 8. Juni, um WH Uhr, im Saalbau Seigfitcge 147, stiluworfiihrung:.Die Mutter*. Ansprache: Rathllde Wurm, M. d. R. 14. R»i» KcnlEIn. Di, Abteilungeleiterinnen werben gebeten, die Dampser. karten in Empfang ,u nehmen im Parteibüro, stuldastr. 55—56. in der gilt von 17—1» Uhr 46.«tt. Der strauenabend fallt in diesem Monat au». Die Genossinnen o«- teiligen sich an der Otiilie.Baaber.G«dächtni»feier am streitag, 30. Mai, um WH Uhr. Am Sonntag. 1. Zuni, treffen sich alle Genossinnen pllnkt- lich»u der festgesetzten steit auf dem Pappelvlatz ,ur Demonstration. Ehem. Verein für Frauen uud Mädchen der Arbeiterklasse. Alle früheee» Mitglieder teefse» sich streitag, 30.««I. WH stragc 10/11, im SItzn»g»sa»I der Be,irk»o«rsammln»g frier für Ottilie Baader. Rreuzberg jir efcd'äclla aif Bezirksausschuß für Arbeilerwohlfahrk. 7. Rtti» Eharlotteuburg: streitag. 80. Mai. 20 Uhr, Rathau», Sitzung». »immer 3, Aussprache. Arbeiteauegabe, Portrag Uder„Iugendgerichtehilse. Um »ollzahlige» Erscheinen wird gebeten. Iungsozialisten. Gruppe: Achtung! Himmelfahrt(2S. Mai) Treffpunkt»ur stahrt (*»(MbM um• Ute M Söhntet Belleaue.— See Wanderleiter. Gruppe«eioiSeudsrf: Donnerstag, Zg. Mai. stahrt nach Birkrnwerder. Briefe entlang. Dir fahren mit dem stuq ab Gesundbrunne» 6.26 Uhr. ab Reinickendorf 6.35 Uhr, ad Waidmannslust 6.42 Uhr. Gemeinsames Treffen am Bahnhof Birkenwerder. Gruppe SchSueberg: Donnerstag. 20. Mai, treffen wir un» zur stahrt pünktlich 7 Uhr Bahnhof stoo. Breazlouer Berg: Morgen stahrt nach Königswusterhausen(Dubrow). Treff. Punkt Ringbahnhos Schönhauser Allee 7 Uhr. Bitte pünktlich sein. Paukow: Alle unsere Mitglieder beteiligen sich an den Vcranstaliungen der SAI. anläßlich der 20.Iahr.sscicr. Am Mittwoch. 23. Mai, 20 Uhr, im Restaurant Schlag Schönhauser!. Berlin-Niederschönhausen, Lindenstrage. Boss». tanzfest. E, läuft dort drr stilm vom Wiener Iugcndtag. Gruppe Siide»! Morgen, Donnerstag, stahrt nach stangfchleuse— Storitzsee. Zug fährt 7.W Uhr ab Stralau-Rummelsbiirg. stahrkarte bis stangfchleuse lösen, streitag, 80. Mai, im Jugendheim Porckstr. 11, Liierarischcr Abend. Jeder Genossen mug dazu beitragen. Gäste willkommen. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. Mitte, Gruppe Eugelnfer: Am Donnerstag. 7H Uhr. stalle neefe Trefspunlt zur stahrt nach Meignershof. 75 Pf. mitbringen. Am Sonnabend Rrei». tilmmotiuee im Haus der Technik WH Uhr.„Mutter Rraufes Fahrt ins Glück. Roter-stalken-stilm*. Eintritt 40 Pf. Tiergart»», Gruppe August Bebel! Sltrrnverfammlung. Alle Eltern, deren Rinder für die stmenverschickunq< Schweiz und Lüneburger Heide) in strage kommen, treffen sich am Mittwoch. 23. Mai. um 20 Uhr bei Bcrger, Lenehow. Ecke Iagowstrag«. zu einer wichtigen Besprechung. Anschlicgend findet eine Aussprach« der Pfingstfahrt für die Nesisalken statt. Rrei» steiedmchshain: Alle Keifer des Rrclfcs beteiNgen sich an der Helfer- fahrt nach Rreemnen. Troffpunkt 20 Uhr am Bahnhof Landsbergrr Aller. Un- kosten Z M. Decke mitbringen. Nur in Hofen erscheinen. Mim Stimme den Chiistlieh-Unpolitisdien. der ItanununisHschen Liste „Proleferisther Schulkanipf' Alle werben und stimmen fQr die Liste .Schuiauibaui" ftteis Renkölln: Heute. Mittwoch, in der Baracke Ganghofcrstrage, Arbeits» stund« von 18 Uhr a». Abrechnung der Bausteine und Karte». Um 20 Uhr ebendort Borstandssiguug-— stilm.Wrrbeabend:„Die Roten Falken rufen*. Am streitag haben wir zwei Borstellungen im Saalbau Bergstragc, für Kinder von 17— 19 Uhr und für Eltern von 20—22 Uhr. Programm: Schweizer und Lüne- burger-Heidc-stilm und der stilm vom Rindcrmaitag, augerdem Musik. Gesang und Bewegungschor. Ansprache: Genosse Weiubergcr. Alle Freunde unserer Bewegung sind eingeladen.— Gruppe Falke: Am Donnerstag, 29. Mai, Ellert:- fahrt nach Grünau. Treffpunkt um 8 Uhr Hrrssdergplatz. Vortrage, Vereine und Versammlungen. # Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin S. 14. C-baftianstr. 37—33. Hof 2. Te. Marineabteilung: Mittwoch, 28. Mgi. 19 Uhr. Bootshaus Tegel, Befpreckniug über Magdeburg-stahrt. Donnerstag. 29. Mai, 8 Uhr, Abschlippen.— Paukow, Jugend: streitag, 39. Mai, 20 Uhr, Jugendheim Görfchstrage.— Kreis Norden, Iuugbanner: Mittwoch, 28. Mai. 20 Uhr, alle Magdedurg-stahrer sIugcnd) in der Turnhalle Grcifenhagencr Str. 58 letzte Mitteilung. Bundeskleibung.— Spaudan: Mittwoch. 2«. Mai, beteiligen sich sämtliche arbeitsfreien Kameraden um 18 Uhr an der Trauerfeier für unseren verstorbenen Kameraden, Redakteur Hoffmann, Krematorium Gcrichtstragc.— stricdrichshain, Iungbannert Donnerstag. 29, Mai, 8 Uhr, stahrt nach Bernau. Dortseihst Besichtigung der Bundesschule des ADGB. Treffpunkt Stettiner Dahnhof, Normaluhr.— llharlottenburg lOrisverein): Donnerstag, 29. Mai, Autofahrt nach Kremmen— Schwante. Abfahrt 8H Uhr Edenpalosi.— Spandau lOrisverein): Donnerstag, 29. Mai, Antreten 9 Ubr Rathaus. Vorplatz. Fahr- gelb etwa 1 M., erwerbslose Kameraden freie stahrt. Musik und Fahnen zur Stelle.— Steglitz(Ortsoerein). Echwantefahrer: Donnerstag, 29. Mai. 8 Uhr, Stettiner Bahnhof. Abfahrt 856 Uhr., Deutschee Espeeauto-Bund, Erste Ortsgruppe Verll». streitag. 20 Uhr, Konditorei Dobrin, Hackescher Markt. Deutscher streidcnlrroerband, e. B. kBerband Mr streidenkertum und Feuer. bcstattung), Bezirk Grog-Bcrlin, SW. 29. Gncisenaustr. 41. Zahlgruppe Kreuz- berg Nr. 17: Mitgliederversammlung streiiog, 30. Mai, I9H Uhr, im Gcwerk. schaftshau» fgrogrr Saal), Gngelufer 24—25. Tagesordnung: Bericht von der Reichsgeneralversammlung. Berichterstatter Genossen Karl Hctzschold. Mitglieds- buch legitimiert. Arbeitrr.Radis-Buub Deutschland«, e. V. Gruppe stri«drich«hain: Donners» tag. 29. Mai, HerrenparUe. Treffpunkt und Abfahrt 7.49 Uhr Bahnhof Ge. sundtrunncn. Besuch der Gruppe Bernau. Besichtigung der Kuliurstättrn Bernaus, zuletzt Marsch nach dem Licpnitzsee. Gäste willkommen. storensisch-metzizinilche Brreinignng. Sitzung am streilag, 39. Mal, 20 Uhr pünktlich, im Hörsaal des Instituis für Gerichtliche Medizin. Hannoversche Strasse 6. Tagesordnung: Landrichter Kleffei:„Ueder die Notwendigkeit regel- mässiger Nachuntersuchungen bei den Kran Wagenführern". *0)0» fagt Her Bär -iL.■'■*»■:* NstD JLZ',*. Si'Ä�� lurricMigen HerrenparUe gehört dreierlei: Strahlender Himmel, frohe Gesellen und als Unentbehrlichstes: •MoseMiiMuno Berlins meistgerauchie 4$ Cigarette Nr 246» 47. Jahrgang Miitwoch, 2S. Mai �930 Die deutsche Wirtschaftskrise hat gewiß ihre eigenen Ursachen und ihren eigenen, in mancher Beziehung auch sehr eigenartigen Charakter, sie ist aber zugleich Teilerscheinung einer allgen, einen Weltkrise. Es ist deshalb außerordentlich wichtig festzustellen, wie sich die Lage der deutschen Wirtschast der Krise des Welt- Marktes gegenüber gestaltet. Die Weltkrise findet ihren Aus- druck im Rückgang des Welthandels. Vorläufig muß man sich, insolge der Unvollständigkeit der Statistik, mit einigen Angaben begnügen, die aber als repräsentatw, d. h. als kennzeichnend für die Entwicklung gelten dürfen. Wir vergleichen hier die Ausfuhr aus einigen Ländern im ersten Vierteljahr!S30 mit der entsprechenden Zeit des Vorjahres. Unsere Zusammenstellung umfaßt den Außenhandel folgen- der Länder: U.S.A., England, Deutschland, Frankreich, Japan und Italien. Damit erfassen wir einen beträchtlichen Teil der Fertig- Warenausfuhr und gewinnen von dieser Seite ein« gute Vorstellung von der Aufnahmefähigkeit dep Weltmarktes. Die gesamte Warenausfuhr der genannten Länder betrug: Januar bis März 1920... 16 975 Millionen Mark, Januar bis März 1939... 14 699 Millionen Mark. Der Gesamt wert ist also um 9,4 Proz. zurück gegangen. Der Ülnteil einzelner Länder an diesem Rückgang war jedoch sehr ver- schieden, und wir müsien auch ein Bild über die Entwicklung jedes einzelnen Landes gewinnen. Januar Februar März Jan/März (in Millionen Mark) Aus dieser Gegenüberstellung ergibt sich die erstaunliche Tat- sache, daß Deutschland das einzige Land war. dessen Ausfuhr im Vergleich mit dem Vorjahre beträchtlich zugenommen hat. Ihrem Wert nach war nämlich die deutsche Ausfuhr in drei Monaten rund um 19 Proz. höher als im Vorjahre, während die Ausfuhr der U.S.A. um 19 Proz., die Japans uin 18 Proz. und die Englands um 9 Proz. zurück gegangen ist. Freilich wissen wir schon, daß im April auch die deutsche Aussuhr wesentlich hinter der des Vorjahres zurückblieb, man mutz aber berücksichtigen, daß im vorigen Jahr« sich der April deshalb durch einen besonders starken Außenhandel auszeichnete, weil ihm Monate mit Verkehrs- strännrngen wegen des ungewöhnlich kalten Winters vorausgingen. Durch diese Tatsache wird die Bedeutung des allgemeinen Rück- ganges im ersten Vierteljahr noch unterstrichen, da der Außenhandel in der entsprechenden Zeit des Vorjahres bei normaler Witterung noch größer gewesen wäre. Unberührt aber durch diese Korrektur würde die Ausnahmestellung Deutschlands bleiben, die von der außerordentlich starken Widerstands- und Konkurrenzfähig- kcit der deutschen Industrie zeugt. Unsere Angaben geben eine Vorstellung davon, wie sich die Ausfuhr von sechs Ländern ihrem Geldwert nach entwickelte. Nun sind auch die Preis« stark zurückgegangen, so daß es nicht aus- geschlossen erscheint, daß der Welthandel seinem Umfang(Volumen) nach nicht abgenommen hat, Die abnehmende kaufkrafk des Wellmarkies bewirkte aber einen starken Preisabbau: die gewaltige Senkung der Rohstofspreise stellt ja den Ausgangspunkt des Zusammenschrumpsens der Kaufkraft auf dem Weltmarkt dar. Nun haben wir in Deutschland bis jetzt keinen entsprechenden Preisabbau, sondern nur eine sinkende Tendenz in der Entwicklung der Preise, die erstens nicht in allen Warengruppen in Erscheinung tritt und zweitens weit hinter dem Rückgang der Preise in anderen Ländern zurückbleibt. Wir dürfen aber nicht übersehen, daß die Ausfuhrpreise auch eine andere Entwicklung haben können als die inländischen Preise. Das war bei uns auch der Fall. Leider wird bei uns die Bewegung der Ausfuhrpreise nicht statistisch erfaßt, so daß man sich mit ziem- ( Das Institut für Konjunkturforschung stellt an die Spitze seiner neuesten Veröffentlichung über die deutsche Wirtschaftsentwicklung folgende zusammenfassende Meinung über die Lage Ende Mai 1939: Produktion und Beschästigung sind konjunkturmäßig weiter ge- funken. Die Arbeitslosigkeit hat zwar abgenommen; die Besserung bleibt aber hinter dem saisonüblichen Umfang zurück. Der seit Jahren anhaltende Austrieb der Ausfuhr ist zun, Still- stand gekommen. Die Zinssätze am Geldmarkt haben einen un- gewöhnlichen Tiefstand erreicht. Dagegen sind die Zinssätze für Langkredite trotz fortschreitender Entspannung des Kapitalmarktes noch hoch. Für den weiteren Verlauf des Jahres 1939 ist aber mst zunehmend günstigeren Emifsionsbedingungen zu rechnen. Die Aktienkurse stagnieren: auf Teilgebieten sind sie eher aufwärts gerichtet. An den Rohstofsmärkten hat der Preisdruck nachgelassen. Die Wirtschaft zeigt die Symptome einer dem Ties- punkt zu st rebenden Depression. Der konjunkturelle Rückgang der Wirtschaftstätigkeit dürfte in den nächsten Monaten zum Abschluß kommen und in eine Periode der Stag- denen es schon keinen Raum für die weitere Herabsetzung gab (z. B. Gruppe„Papier und Papierwaren" und Gruppe„Tcxtil- Maschinen") oder aber um die Warengruppen, in welchen eine Ver- lchiebung durch die starke Zunahme der Ausfuhr von hochwertigen Waren staitgefunden hat(z. B. in der Gruppe„Elektrische Er- Zeugnisse"). nation(?) einmünden. Die weitere Entwicklung wird durch die sich bessernde Kapitalvcrsorgung— in gewissen, Umfang auch durch die Preisentwicklung— im günstigen Sinn beeinflußt werden. Im einzelnen interessieren folgend« Feststellungen: Der industrielle Produktionsindex fei, 1928 gleich 199 gesetzt, von 96,9 Proz. im Dezember auf 91,5 Proz. im April 1939 gesunken gegen noch 199,8 Proz. im Juni 1929. Der Ausnutzungsgrad der Industrieanlagen, gemessen an der Zahl der vorhandenen Arbeits- platze, sei von 75,9 Proz. im Dezember aus 71,2 Proz. im April 1939 gesunken gegen 77,1 Proz. Mitte 1929. Die W a g e n g« st e l l u n g der Reichsbahn liege um etwa 14,5 Proz. unter dem Stand von Mitte 1929. Di« Indexziffer der Lebenshaltungskosten ist vom März 1929 bis April 1939 um nur 5,8 Proz. gesunken. Eine Möglichkeit der Steigerung des Absatzes von Ver- brauchsgütern fei vorerst hauptsächlich nur über den Weg van Preisherabsetzungen gegeben. Im ersten Vierteljahr 1939 sind die Emissionen von Schuld- verfchreilmngen und Aktien auf 951 gegen nur 327 Millionen im Weltkrise und Welthandel. Deutschland hält den Welthandelsrekord.— Lohnabbau als Exportgefahr. lich groben Berechnungsmethoden begnügen muß. Wir berechnen de,, durchschnittlichen Preis pro Tonne in verschiedenen Warengruppcn. Das ist gewiß eine unvollkoinmcne Methode, da innerhalb einzelner Gruppen Verschiebungen der Qualität der Waren immer möglich sind. Im großen und ganzen gibt aber auch eine solche Berechnung ein eindeutiges und den Emwicklungsteudenzei, entsprechendes Bild. wir geben hier unsere Berechnungen für die deutsche? e r li g- Warenausfuhr wieder. Ihr Umfang hak Im ersten vlerksljahr viel stärker zugenommen als Ihr Geldwerl, der durchschnikkliche Preis pro Tonne ist also zurückgegangen, nämlich um 1l Proz.: Mehr oder weniger Proz. + 8 + 22 — 11 1929 1930 Deutsche Fertigwarenausfuhr In 1000 Mark.? 212 908 „ Tonnen., 1 850 607 Preis pro Tonne in Mark 1 199 Durchschnittspreis bei 26 Gruppen der Feriigausfuhr. 2 384 597 2 257 244 1956 Mit wenigen Ausnahmen läßt sich also in den einzelnen Waren- gruppen ein Preisrückgang von 5 bis 29 Proz. feststellen. Bei den Ausnahmen handelt es sich entweder um Waren, deren Preis durch die internationale Kartellierung hock; gehalten wurde (hei einem großen Teil von Stahl- und Eisenwaren) oder um Waren, deren Preise auch früher ausgesprochene Dumpingpreise waren, bei Inländischer Preisabbau zur Exporlftärkung. Die Entwicklung der inländischen Preise ist also für die Entwicklung der Ausfuhrpreise nicht unmittelbar maßgebend. Die deutsche Industrie hat auf dem Weltmarkt die gleiche Preispolitit treiben müssen wie die anderen Länder. Zweifel- los hat das Hochhalten der inländischen Preise in vielen Füllen die Herabsetzung der Ausfuhrpreise erleichtert. Es wäre aber falsch, daraus die Schlußfolgerung zu ziehen, daß wir im Jnter- esse unseres Außenhandels unsere inländischen Preise nicht abbauen dürfen. In der Tat ist das Gegenteil richtig, da das fjoch. hallen der inländischen Preise die Drosselung des inländischen Absahes und damit eine Steigerung der Produktionskosten bewirkt. Diese Verteuerung der Produktionskosten kann jetzt nicht durch eine starke Zunahme der Ausfuhr gutgemacht werden, da es sich in der Zeit der Krise des Weltmarktes überhaupt nicht um ein« Er- Weiterung, sondern nur um die Evhalinng des früheren Absatzes, im besten Falle um eine geringfügige Erweiterung handeln kann. llnter diesen Umständen wird der gesamte Umfang des Absatzes stärker als je durch den Absatz auf dem inländischen Markte bestimmt. Lohnabbau müßte Deutschlands Export schwächen. Heute beschränken wir uns in der Hauptsache auf die Bf- schreibung der Entwicklung, aus tatsächliche Feststellungen. Es ist auch eine Feststellung von Tatsachen, wem, wir noch darauf auf- merksam machen, daß die Widerstandsfähigkeit einzelner Länder der Weltmarktkrife gegenüber nicht durch die Niedrighalt ung der Löhne bestimmt wird. Niedrige Löhne in I a p a n haben diesem Lande nicht geholfen, seine Ausfuhrquote im Welthaiwel auf- recht zu erhalten. Die Höhe der Löhne in Amerika ist deshalb keine Erklärung für den Rückgang der amerikanischen Ausfuhr, weil dabei die Ausfuhr der agrarischen Produkte und ihre Entwertung durch die bekannte Entwicklung der Weltpreise für diese Produkte eine sehr große Rolle spielt. Die relalive höhe der deutschen Löhne war dagegen für die Entwicklung der deutschen Aussuhr mindestens keine Hemmung. lieber diese tatsächlichen Feststellungen hinaus darf man mit aller Bestimmtheit betonen, daß der Lohnabbau in Deutschland keine Erleichterung, sondern eine sichere Erschwerung unserer Stellung auf dem Weltmarkt bedeuten würde. Erstens deshalb, weil dadurch die Aufnahmefähigkeit des inländischen Marktes trotz des evtl. Preisabbaus leiden würde, und zweitens weil die deutsche Industrie durch ihren Lohnabbau die anderen Länder dazu verleiten würde, ihren Konkurrenzkampf gegen die deutsche Ausfuhr auf das Gebiet des Wettlaufs in der Lohnsenkung überzuleiten. Man kann bezweifeln, ob die anderen Länder dadurch gewinnen, daß w! r aber in diesen, Wettlauf unterliegen und zugleich alle Voraussetzungen für die Belebung unserer Beschästigung untergraben würden, darf wohl nicht bezweifelt werden. G. D. Besserung nur auf lange Gicht. Das Konjunkturinstitut zur gegenwärtigen Wirtfchastslage. Oos sind zwei von den vielen, farbigen Sommermodellen. Verschönern Sie sich 0 Li« n ra o d e r n e nForben gora n t i e r t o ixslaj;• p.Sjj! J h f 8 i o k o U d u r c h S tru m p f• 1 j letzten Quartal 1929 gestiegen. Don der Auflegung der Mobili-� sierungsanleihe(399 Millionen Dollar Reparationsailleih«) durste sine nennenswerte Minderung der Kapitalausfuhrfähigkeit an Deutschland n i ch t zu erwarten sein. Den Preis für erste H y p o- t Helen im Wohnungsbau(Nettokosten) veranschlagt das In- stitut im ersten Quartal 1939 auf 19,39 Proz., den Preis der Zwischenkredite auf 9,99 Proz.; das ist«in Rückgang bei chypo- thokenkrediten von nur 9,2S und bei Zwischenkrediten von 9,89 Proz. gegenüber dem letzten Quartal 1929. Die 1939 zur Verfügung stehenden Wohnungsbaukredite schätzt das Institut ins- gesamt auf 2699 bis 2779 Millionen gegen 2899 Millionen im Jahr« 1929. In dieser Schätzung zeigen die Reichs-, Länder- und Gemeinde. Zuschüsse gegen das Vorjahr einen Rückgang von 199 bis 139 Mil- iionen, die Sozialversicherungen einen Rückgang von 39 bis 39 Mil- lionen, die Sparkassenhypotheken einen Rückgang von 239 Millio- iien, während Houszinssteuerhypotheken mit 39, Bankhypotheken mit rund 399 und Lebensversicherungen mit rund 39 Millionen höher eingesetzt sind. Bei den Kartellpreisen wird deren Uebeweglichkeit von neuem festgestellt, während der Index der freien Preise in der Zeit Ianuar bis April von 99,4 auf SS.3 Proz.(1926 gleich 190) zurückgegangen ist, sind die gebundenen Preise mit rund 195 Proz. unverändert geblieben. Die Arbeitslosigkeit habe gegenwärtig einen Umfang erreicht. der alles bisher Dagewesene übersteigt. Bei gleichbleibenden geseh. lichen Bestimmungen schätzt da» Institut für die Arbeitslosenversiche. rung und krisenunlerstühung für 1939 mit einem Zahresdurchschailt au hauplunkerstützungsempsängern von annähernd 2 JTl i l- lionen Unterstützten. Würde dies« unseres Erachtens recht pessimistische Schätzung zutreffen, so mühte sich die Lage der Reichsanstalt noch ganz erheblich schwieriger gestalten als bisher. Gegen die hauptsächlichen Feststellungen des Urteils des In- stituts dürft« sich nicht viel einwenden lassen. Entschieden zu wenig kommt zum Ausdruck, daß die außerordentliche Schwere der gegenwärtigen Lage weltwirtschaftlich, besonders im An- schluh an die schwere amerikanische Wirtschaftskrise verursacht ist und zum anderen werden die wirtschaftlichen Folgen der Wirtschasts- führung im Inneren Deutschlands zu wenig untersucht, so daß so- wohl die Diagnose unsicher erscheint, als auch Schlußfolgerungen für zweckmäßige konjunkturpolitische Maßnahmen sehr erschwert sind. Wir haben jetzt in Deutschland zweifellos eine w e l t wirtschaftlich verursachte Krisis, deren jetzige Tiefenwirkung durch Dispofitions- fehler in Deutschland(ausländische Krcditdrosselung, Mißbrauch der Kartellmacht, kapitalmäßige Fehlleitungen) gefördert wurde. Diesem einfachen und klaren Tatbestand vermag die durch ein« schema- tisch« Konjunkturbeobachtung gelenkte Totsachenforschung des Instituts nicht entfernt den richtigen Ausdruck zu geben. Don einer Krise wagt man jetzt nicht zu sprechen, weil man schon seit einein Jahre von einer Depression gesprochen Hot, und man spricht wieder von einer kommenden Stagnation, die vor eineinhalb Jahren für das Institut schon als Einleitung zur damals sich vorbereitenden Depression herhalten mußte. Dieser unmögliche Wirrwarr der Begriffe ist tief bedauerlich. ozetit Dividende des Hutkonzerns. Die Aktionäre merken nichts von Konjunkivrrückschlag. Bon der schlechten Lage der deutschen Textilindustrie im letzten Jahre haben die Aktionäre der Berlin-Gubener Hut- s a b r i k« n A.- G.. des größten deutschen chutkonzerns, nichts zu spüren bekommen. Der Reingewinn hat sich zwar von 1,39 auf rund 1,2 Mill. im letzten Geschäftsjahr verringert, jedoch kann auch aus diesem Gewinn die fest 1927 gezahlte lOprozentige Dividende wieder ausgeschüttet werden. Hierbei braucht die Gesell. schaft nicht einmal ihre in den letzten Jahren aufgespeicherten Gewinnreserven in Anspruch zu nehmen, sondern sie ist sogar noch in der Lage, für den Maschinenpark eine hohe Sonder» abschreibung von fast 199 999 M. aus dem Reingewinn ab» zuzweigen. Die hohen Sonderrücklagen, die in den letzten Jahren die Ab- schlüsie des Hutkonzerns kennzeichneten, sind diesmal fortgefallen. Die Verwaltung hat es vorgezogen, eine versteckte Reserve- Politik zu treiben und hat„in Anbetracht der Wirtschaftsver- Hältnisse und der besonderen Lage der Modeindustrie"' größere stille Rückstellungen bei den Bilanzposten„Forderungen" vor- genommen. Die allgemeine Lage bei dem Unternehmen wird als befriedigend bezeichnet. Zur Zeit sind die Betriebe noch auf einen Monat voll beschäftigt. Angaben über den Stvand der Belegschaft und über die Preisentwicklung wurden im Geschäftsbericht nicht gemacht. Große Auslandsaufträge für die AAG. Die Nationale Automobil-Gesellfchaft in Berlin- Oberschöneweide, die längere Zeit unter starkem Arbeitsmangel litt, hat in den letzten Wochen ein« Anzahl größerer Auslandsaufträge erhalten, die den Beschäftigungsgrad bei dem Unternehmen wesentlich verbessert haben. Die Austräge erstrecken sich auf Lastwagen und Omnibusse. So ist aus Dänemarl«in Austrag von 39 Omnrbus-Chassis ein- gegangen, nachdem erst kürzlich«ine Bestellung gleichen Umfange? fertiggestellt wurde. Auch aus Holland sind Aufträge auf LasU wagen-Ehasiis und Omnibusse in den letzten Wochen eingegangen, Desgleichen hat sich auch die Ausfuhr in das außereuroe päischc Ausland, so nach Südamerika und Ostasien, belebt, R�lSozialMcheArbetterlugendGr.-Verliu V 1 pj JH awsenduneen für Sief« Ztxtrtt nur IM»as gDgenkfertcf.ifet Berlin GW««.£fn6enflra»e I abtcilungslcitcr, holt die Karten zum„Rast" ab! heuke, Mittwoch. 28. Mai. 19� Uhr: Artonavlaf,: Schule Elis-b-thlirchstr. 19:„Geweckschaften".— Scsuud. bcimnen II: chcim Shristianiastr. 3«: lo.Mtnutcn.Refcrate.—«orden: Heim Lortzlng. Tcke Graun straft: l.Utopien des Sozialismus".— Wcddina: Heim See- Scke Turiner Strafte:.Die politifche Lage in Deutschland".— Petersburger Viertel: Heim Tilsttcr Str. 4:.Mode und Sieforui".— Luiscnstadt: Heim Wassertorstr. S: Luftiger Äbenb.— Lindendos: Restaurant Jütitticnbof": Kurz- referate.— Thaeluttenbnrq.Rord: Seim Qlbersstrafte:.Tagespolitik".- Laut- wift: Gemeindefchule Echulstrafte:„Solidaritilt in der Gruppe".— Marienfelbe- »rode: Mugblottverbrettung l«'z Ubr Bahnhof Lichtenrade. A llho Heimabend Scknile Roonftrafte:.Arbeiterdichtung".— Wanufcc: Schul« Char- l-tt-nstrafte:.Unser« Lorttmpfer".— Rculötl» I: Seim Sander- Ecke Sobrechl. strafte:?u»Ition-rstftu»a.— R-ulölln HI: Heben der Instrum-ntarlavell- beim Genossen Tender. Wcisestr. 27, Aufgang 2, I.— ReuIMn XI: Alle radfahren. den Genossen treffen stch 18'/, Uhr Selchomer Strafte.—«all-nberg- lleden.—- Feicdeichssclde: Heim Sunterstr. U: Heimabend.—»<"1»ho ist: Deteiligung an der tzrauenneranstaltuna im„Deutschen Saus".— Lichteuberg-Mltte: Seim Scharnwcbcrstr. 29:.Paneuropa".— Lichtenbcpg-Rord: Tref, punkt zur ssahrt lil'.i Uhr»ahnhm Lichtenbera-Friedrichsf-ldc.— Rcu-Lichtcnbcrg: Seim Hauff- strafte:„Sitte— Scham— Körpergestthl"._., Werbe bezietc Tiergarten, Wcdding und Prenzlauer Berg: Gemenisame nnch» tige Eprechehorprobe im Seim Waldensevstr. 20, ISZH Uhr...... Werbe bezirt Prenzlauer Berg: Alle Genossen, die am Sprechchar beteiligt find, treffen stch 10'Ä Uhr Turin- Eck- Goftfowskystrafte. Erwerbslose Genossen wird das ssahrgeld zurückerstattet. Serbebezirl Schöneberg: Beteiligung an der lrrauciiperanstaltung, Ehamisso. ""astrafte. Isilm, Gesang. Ansprachen. Reulöllu: Ueben de, Sprechchors im Seim Kanner Strafte, großer Saal. Da der Sprichchor nach Dricscn fährt, müssen alle Genossen erscheinen. Werbe bezirl Paulo«: Schlaft Schönhaiiien. 10;> Uhr. gilm:„Der Wiener Iugendtag". Bolkstanzfest:„Der Bolls tanz einst und jetzt". Morgen, Donnerskag. 29. Mai: tzallplatz l: Treffpunkt zur gahrt lll» Uhr Bahnhof Schönhauser Allee.—' Schönhauser Vorstadt, lsahrt zum Seddlnscr. Trcsfpunlt ll Uhr Schönbaufer Allee.— Köpenicker Diertel: lZahrt nach Königswusterhausen. Treiwuntt für Züädcl« Uhr. für Burschen S',z Uhr Görlitzer Bahnhos.— Südwesten: Treff- Punkt zur ssahrt S Ubr Belle-Alliance-Platz. Werbcbezirk Bedding: Treftahrt zum ÄUHlcnbeck-r See. Tresspunlt tVj Ubr, Radfahrer 7 Ubr Bahnhof Wedding. Allgemeiner Trüffpunkt 12 Uhr am Pilz. Parteigenossen sind herzlich eingeladen.� Süden: Ottilic-Boader, Gedächtnisfeier Freitag, gg. Mai, l»>u Uhr, i« großen Sitzungssaal des Bezirksamts Kreuzbcrg, Porckstr. ll. Au, dem Pro- gramm: Mufil, Porspruch, Gesang. Gedächtnisrede. Unkosten 23 Pf. | tkf XUeedec, Licklspiele usw. Mittwoch, 28. 5. Staats-Oper Unter ck. Linden TelHIu-C. MI Ho.tl iilns-U.-T. Ho. Ist 20 Uhr Der Postiiion v.Loniamean Ende 22'/. Uhr In Hih der Sepjbllk Vorst. 91 20 Uhr Die verkaufte Braut Ende n.22>dUht Mittwoch, 28. 5. Stadt. Oper Bismarekstr. Turnus fV lO'fc Uhr Der FrelsdiOtz Ende 22'k Uhr StaitL Sdiaüspb. im Cnlinntamirkl St II. II. Mi. Ho. 6 Johni-li.-k.Ho. 126 20 Uhr Kaikuna, a.mai Ende«.22�, Uhr MI.Met-IIMUIliltlU 20 Uhr G'wissenswurm Ende nach 22 Uhr scata | Tägl. S u.«'s, Uhr. H i Bark. StSD Pr. t-6 M. Woohentg. SU. 59 Pf.-3 M. Tigl. 5 u. 81t Sonoi.a.S■. 8" Alex. E 4. 8066 Tägl�.15 u. Himmel, ahr« S Uhr nachm. Die spannenden Entsdieldunss-RinflKümpte Porher das or. Varfetd-ProDramm Woduniags S 0. oid Himmilfahrt 2 Uh, sedmittiss lOVarteie-Ailrahltonoa ahn« Rinaklnnile Theater i.d.Belirenstr. 53-54 9 Uhr A 4 Zentrum 926-927 9 Uhr Direktion Ralph Arthur Roberte Vogel, die am morgen singen Lustspiel in 3 Akten von Lonsdaie. Direktion: Dr. Martin Zickel WWW Komische Oper Frit0rlchilr.i04 Merku, 1401/4330. Täglich SV» Uhr Majestät lässt bitten Musik von Walter Kollo. Lustsplelhaus Fricdrichstr. 236. Bergmann 2922/23. 8>Ä Uhr; Gsscbalt mit Amerika. Vorverkauf In beiden Hlusern ab 10 Uhr ununtorbroohen. GroBes Schauspielhaus s Uhr Nur im Mai Die lustine Witwe Regle: Erik Ctiareli Winrer * GofiGn� 8.15 Uhr Zetir. 2610 Boudien oriooDi Boso Rress-Trio— lotnov Comp. NlUlOll— Upu-Trlo usw. Himmelfahrt 1 Vorstellungen 4 und B1» Uhr. 4 Uhr kleine Preise Volks bttline Tbuter am BOlowplatz. 8'/. Uhr Rost von Kirchen und Ouspensky Reg«; CdiitlMr Stift Staat!. Sttiiller-Ih. 8 Uhr G'wisseDiwDrm Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Die verkaufte Braut Deottdies TBeater D 2 WeideDdlimn 5201 8 Uhr Phaea von FriW v. Unruh. Reg.- Max Reinhardt linst: fritdrirti Hoilnadir. Kammerspielc 0 2 Wsldemlamra 5201 7'/« Uhr: Zum ersten Mal Jphigenie auf TanrU vonWoifgv. Goethe Einndilmi; ond Ritji.: Iniuni Beer- Hofman linst udi 5, F. Higd«! Blinwtlld: Frtiu Dcantr LesslDg-Tbeater Weidodam� 2791 t.0tiS Heute 8V« Uhr: loixte Vorslellnnu Frau reters hat einen Geliebten Doanmt. i. fuiiij gndil. SORnohd. Premloro Heute abend wird eus dem Stegrell gespielt Dir. Dr. Mirtiii Zickel Homtsche oper Friedrichstr.104. Merkur 1401/4330. Täglich 8»/s Uhr Mdlestät läßt bitten... Minik von Waller Kella. Lustsplelhaus Fried richstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 8>.'- Uhr tieschaflmlf Amerika Lustspiel von Frank und Hirschfeld Die Komödie II Bismck. 2414/7516 BVt Uhr Soll man heiratan? KoioNieveiRaiunlSli» Sitaisd» Guhdilu}; Kar! Heine Martin Direktion Dr. Robert Klein Deutsehes Kflnstler-The*!. Barbarossa 3937 8', e Uhr Sex Appeal Lnhl. r. Frederik lonsdaie Bijio: foni«; LitiidOj« Aiueri BaeioraiBoi, Madf CBrtStlSDI Beriloer TBeater Dönhoff 17u S>/, Uhr Der Teuteisscnaier! Komödie v. Bernard Shaw Regie: Heini Hilpert sau® preisweite Irgnugungf R£$teuidnt Berlins BETRIEB t KEMPINSKP Bamowsky-EOtineo Tütaitr in der Stieteminiislr. (frühtr Khiggiklnr Sir.) Täglich SV. Uhr Napoleon greift ein von Walter Hasenclever Komödienhaus Täglich SVs Uhr Meine Mster und ich MuIkv.EiIpbBtiulrirv Netropoi-Ih. Täglich 8>/« Uhr mit Dir aliein aut einer einsaman Insel Miduel Bolioeo, Allred Braun. RitaGeorj. thartolle'' Theater am Sthinbaaerdainm Sommerspielzelt! Täglich SVb Uhr Tratsch Komödie v. Coward Paudler, Schwelkart Nordin 5813, 0281 Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich 8V« Uhr Unvldermflid« letale Wodhe Gastspiel Gisela Werbealrk in Meyer's tel. Witwe Schwank von Fritz Friednon-Mifdi. Trianon-Ttieatef Täglich SV. Uhr M. Julie von Strlndberg Thoot. o. uoini.Tor Kottb. Str. 6 TägLBUhr Elite- SEnger. Mai- Festspiele Rnselli ohrfeigt Miiotor Vorzeiger dieses Inserats Voizugs- preise. Residsuz-Ttieiter TägI.8»/.Uhr madonna im Sclilalcoupd v. Maurice Dekobra Für Jugendl. verb- •'/•«Ar CASINfl-THEATER v"™* Lothringer Strafte 57. Die Berliner Posse Rentier Mudicke uad das Riesen-Varlete-Pi ogramm Billig! 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Mai verstarb unser Kollege der Dreher Qustav Broziat geboren II. Januar 1857. Die Einäscherung hat bereits statt- gefunden. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsrervaltan«. Am 2& Mai perstard unsere liebe Genossin Elfriede Hensel im 20. Lebenswahr. Sie war uns stet« eine treue Mit- ardestert» N>r Andenken werden wir stets in Ehren hatten. Der Veniaad der 01. Abt. SPD. Einäscherung am Mittwoch, dem 28 Mai, Wli Uhr, im Krematorium Wilmersdorf, Berliner Strafte tri 1/103 Ml ZLSiLs: Kmdard.. Polstep, ChalecL, an ieden, Teil*. Katalog frei. Btaaunöbalfabrik Suhl(ThÜrJ Theater 1 Westens Täglich SV. Uhr: Der BeltelstuiieRl OroD, Cuola. Liditeiisteiii, Elsoer Pamwofibrik iftH Friedridtätr. t07 l Mia. r. Bbf. iiMTitzbrUb Verkäufe Teppichhan» Emit Lei«vre. Berlur. seit 1883 nur vranlinstrafte 158. Rah. lungserleichieruna ohne Aufschlag. Neuer Katalaa kostenirer__• Tapeten. Szlllat, Koloniestrafte S. 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