Morgenausgabe Nr. 250_„, AI 26' �rgang Wöchentlich SSV?» monatlich S.SOV. »m voraus zahlbor. Postbezug 4L2 M. etnschlteßlich 60 Pfg.PostzettungS' und 72 Pfg. Postbeftellgebühreu. Auslands abonnemem 6.— M. pro Monat. Der„UonvSrts� erscheint vochentZg» l�ch zweimal. Sonntag» und Montag» einmal, die Abendausgaben für Verl»» und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Leilagen„Volt und Zeit" und�Kinderfreund". Ferner .Unterhaltung und Wissen".„Frauen. stimme".„Technik".„Blick in die Dücherwelt" und.Iugend-Dorwärt»" \r* f. Bevit««! Vottsvlatt E>onnabe?d 31. Mai 1950 Groß-Äerlin IF pf. Auswärts 15 pf. VW«�»f pattige«onpareille�eN» tl) Pfennig. Beklame�eile 5.— Reichs» mark...Kleine Anzeigen' da» ettge» druckte Wort Sö Pfennig(zulösstg zwei fettgedruckte Worte). iedes weitere Wort Ii Pfennig. Stellengesuch» da» erst» Wort 15 Pfennig, jedes wertere Won' 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstabe» S"l)Iat ihren Uvspvung im Romanen tum. Gleichmacherei und Zen? tralismu» sind dem Germanentum, den deutschen Stämmen und Ländern, immer fremd gewesen... Ein großer Teil des deutschen Reichstags erblickt noch tyrmer in dem Absolutismus der Zahl, in der unbeschränkten Souveränität der Mehrheit ollein den Urquell allen Rechts und aller Gewalt. Für sie gilt noch immer der politische Glaubenssatz: Was di« Mehrheit will, da ist Recht. Di« Mehrheit ist absolut. Mit aus diesem Geist ist die Weimarer Verfassung geboren und ihr fundamentaler Grundsatz: Di« Staatsgewalt geht vom Volk« aus. Au« ihr leitet sich die politrsch« Grundlehre der heutigen deutschen F o r m a lde m o k r a t ie ab: Der Staat ist die Quelle alles Rechts, und die Mehrheit ist der Staat. Also: für den Ueberobqrbayern Dr. Held ist die W e i m a r e r V e r f a s s u n g, ist die Volkssouveränität eine „landfremde Idee". Sie ist„romanisch". Siehe zum Beispiel Italien, Spanien, Rumänien auf der einen Seite, England, die Vereinigten Staaten, die Schweiz und die skan- dinavischen Länder aus der anderen. Mit dieser vehementen Attacke auf die geltende Ver- fassung der Deutschen Republik und die politische Geographie begrüßt der banerische Ministerpräsident den überparteilichen Reichsverband der Deutschen Presse. Aber, da Herr Held schon einmal im Zuge ist, dckla- miert er weiter drauf los: Don diesem Standpunkt aus gesehen, kann ein« Mehrheit in Deutschland nicht bloß das Recht des Eigentum» durch «inen Mehrheitsbeschluß des Reichstages jederzeit beseitigen, nrit derselben Macht können FamiNe. Religion. Kirche. Gott abgeschafft werden. Sie alle können bei diesem Grundsatz der absoluten Herrschaft der Zahl nur solang« bestehen, als sie nicht«in Mehrheitsbeschluß be- seitigt. Gegen diesen Grundsatz der formalen Demokratie, gegen den Absolutismus der Zahl, hat Bayern schon in Weimar Einspruch erhoben. Gegen ihn stemmt es sich auch weiter und stellt ihm gegenüber das Prinzip der organischen Demokratie, der föderativen Äditonvmie, die einen organischen Ausbau der Staats- gemalten, nicht die Entrechtung der Minderheiten durch die All- macht der Mehrheit vorsieht. Die polltische Staatskrisis, die das heutig« Deutsch« Reich seit Weimar mehr oder minder heftig bedroht, kann nur aus diesem Boden gelöst werden. Die staatsrechtlichen Begriffe des bayerischen Minister» Präsidenten befinden sich in einem beklagenswerten Zustande der Verwirrung. Ihm scheint es so, als ob durch die Um- wälzung von 1918 die Kompetenzen der Staatsgewalt er- wettert worden wären, wo doch in Wirklichkeit nur der Träger der Staatsgewalt gewechselt hat. An die Stelle der Bundesfürsten ist das deutsche Volk getreten: die Rechte des Staates gegenüber Familie. Religion, Kirche, Gott und— Eigentum sind jedoch genau dieselben wie zuvor. Auch die Herbeiführung von Entscheidungen durch Mehr- heitsbeschlüsse ist keine Erfindung der Revolution. Der Unter- schied gegen früher besteht nur darin, daß es bei der Willens- bildung durch Mehrheitsbeschluß keine Ausschließung und/ \ feine Entrechtung»on Staatsbürgern mehr gibt, sondern daß alle mit gleichem Recht teilnehmen. Und was ist's mit der„organischen Demokratie", der „söderatwen Autonomie?" Wenn sie wirklich eine Demokratie sein will, sp muß auch in ihr die Mehrheit Gleichberechtigter entscheiden. Zllicht nur im Deutschen Reich, auch in B a y e r n, Sachsen oder T h ür i n g e n müssen Minderheiten es sich gefallen lassen, majorrßiert zu werden. Eigentum, Familie, Religion usw. können dgnn vielleicht in einem dieser Staaten abgejchasft werden, wählend sie in dem archern fortbestehen, so daß dann zum Beissyel nach der Heldschen Theorih in Lippe-Detmold der liebe. Gott noch.existieren würde, in Schaumburg-Lippe aber schon nicht mehr! Man könnte meinen, daß aller dieser Unklarheit wenig- stens ein klares Gefühl zugrunde liege, nLmlich das Gefühl der Sorge, daß durch eins zentralistische Entwicklung die Stammeseigentümlichkeiten»erlorengehen könnten, die Angst nor dem schrecklichen ZustanK, bei dem es jedermann in Deutschland genügen konnte,, einfach ein Deutscher zu sein. Aber auch das ist nicht der Fall, denn triumphierend verkündet cherr Dr. chetd die U n z e r st ö r b a r k e i t der Stammes- eigenart: Auch wem, mit einem Vewottatt oder mit einem Federstrich Deutschland zum zentralen Einheitsstaat geformt werden könnt«. würden doch damit noch nicht die Länder von de? Bildfläche ver- schwinden. Sie würden m ihrer Bodcnständigkeit weiter bestehen, in der Eigenart ihrer politischen, wirtschaftlichen, kulturellen Lcdens- bedingungen und Lebensäußerungen fortwirken. Die Stämme in den einzelnen Ländern würden auch dann mir in ihrem Eigen- gebiet sich daheim fühlen und dort fjeiimtsiiro und Heimatlieb« pflege,». Der Bayer wird immer Bayer, der Schwabe Schwab«, der Hesse Hesse, der Hamburger Hamburger, der Altpreuhe Preuhe bleiben. Also Herr Dr. Heinrich Held, bayerischer Minister« Präsident, geboren am K. Juni 1868 zu Erbach im Taunus. Hesse bleibt Hessel Damit soll natürlich nicht gesagt sein, daß die Taktlosig- keit, die Herr Dr. Held durch seine Art, den überparteilichen Reichsverband der Deutschen Presse zu begrüßen, an den Tag gelegt hat. eine hessische Stammeseigenart sei. Vielmehr soll nur zur Entlastung Bayerns festgestellt werden, daß sein Ministerpräsident ein landfremdes Element darstellt und landfremde Ideen vorträgt. Die richtigen Bayern sind nämlich gar nicht so...! Sie haben ja auch in der nament- lichen Abstimmung der Nationaloersammlung am 31. Juli 1319 die„landfremde" Verfassung odn Weimar in der dritten Lesung angenommen! Die bayerische Krise. Zerfall der ZiegierungStoalition wahrscheinlich. München. 36. Mai.(Eigenbericht.) Der Landesvorstand des Bayerischen Bauernbundes befaßte sich om Donnerstag mit der gegenwärtigen Koalitonstrise in 'Bayern.' Di« von ihm gefaßten Defchlüsse wurden mit Rücksicht ctvf die heut« stattfindenden Sitzungen der Regierung und der Koalitionsparteien für streng geheim erklärt. Da ober das führende Bauernbundorgan bereits am Mittwoch den Auszug des .Bauernbundes aus der.' Regierung angekündigt hat, rechnet man auch in her Bayerischen Boltspartei mit dem Zerfall der gegen» « ö �ttg.e-n.R« g f e run gc o-;.v. Für diesen, Fall kündigt die Bayerisch« Dalkspartei-Korrespondenz Entschlüsse ihrer Fraktion an.„die fur die ganz« zukünftige Innen. poütrk in Bayern von entscheidender Bedeutung sein werden". M i t einer schnellen Landtagsauflösung und Neu- mahlen ist ober nicht zu rechnen, da der gegenwärtig« Laichtag erst noch die durch die Entscheidung des Staatsgerichshofes notwendig geworden« Umgestaltung des Landeswahlgefetzes beschließen, außerdem auch noch den Desiziterat verabschieden muß, wenn nicht die. Kreditfähigkeit des bayerischen Staates kataftrophoten Erschiitte- rungen ausgesetzt werden soll. Unter diesen Umständen ist es nicht aufgeschlossen, daß für die nächsten Monate die Rumpfregie- r u n g aus Bayerischer BoUspartei, Deutschnatümaier und Deutscher Boltspartei bestehen bleibt. Infolge der Tatsache, daß zwei kommunistische Landtagsabgeordnete zurzeit eine längere Gefängnis- straf« verbüßen und die Nationalsozialisten wegen der Staats- gerichtshossentscheidung grundsätzlich jede Mitwirkung bei Landtags- beschlüsten ablehnen, hatte auch die Rumpfregierung im Parlament .bis auf weiteres eine knappe Mehrheit. Die Lage der Reichsfinanzen. Darlegung des Reichsfinanzministers. Roch eine Ministerrede. Herr Bredt stellt ein llltimatvm zur Konsumsteuer. Nach den Herren Treviranus und Molden- Hauer hat nun auch der Reichsjustizminister Dr. B r e d t vor seinen Parteifreunden in Rudolstadt eine Rede über die Reichspolitit gehalten. Er hat dabei dem Reichskabinett die folgende Zensur ausgestellt: .Den besten Beweis für die Zweckmäßigkeit der Teilnahm« der Wirtschaftsportsi an der Regierung habe mau darin, daß die von der Wirtschaftspartci vertretenen Grundsätze mehr und mehr Gemeingut des ganzen Reichstabinettes geworden seien." Das ist fast ebenso prägnant wie das bekannte Wort des Herrn Schlack von der reaktionärsten Regierung seit der Revolution— beide Aussprüche zusammen geben ein Bild, das keiner weiteren Abrundung bedarf! Dies Lob durch Herrn Bredt ist die schärfste Kritik der Politik des Kabinetts Brüning! Herr Bredt verkündete weiter kurz und knapp, das Kabinett fei bürgerlich und wolle es fein, es werde beim Zusammenstreichen des Etats vor keiner llnpopularität zurückschrecken. Er drohte mit der Ungnade der Wirtschaftspartei, falls die Anträge über die Aufhebung der K o n f u m st e u e r angenommen würden. .Sollten die AbänderuNgsanträge der Demokraten darauf aus- gehen, die ganze Steuerart aufzuheben, so seien die Tag« der Reichsregierung gezählt. Wir wollen gern in eine Nachprüfung einwilligen, aber die Warenhaussteuer lassen wir un» nicht wieder nehmen." Diese Rede ist bezeichnend für die Grundlage, auf der das Kabinett Brüning ruht! Nicht nur. daß Herr Bredt drohen kann, sondern auch, daß das Zentrum in der Frage der Konsumsteuer vor solchen Drohungen offensichtlich zurück- weicht! �''Die sogenannte Alte Sozialdemokratische Dartei hat am Donnerstag eine Kondidaten-Landeslist« aufgestellt, on deren Spitze der frühere sozialdemokratisch« Reichstagsabgeordnete und bisherige Pandragsabgeordnet« Buck steht. Doraussichtlich wird die ASP. nicht ein einziges Mandat erhalten.... Auf der Tagesordnung ter Freitcgfitzung des Ausschusses für den Zieichshaushalt stand der Haushalt der allgemeinen Finanzverwaltung. Der Berichterstatter, Abg. Keil(Soz.) wies darauf hin. daß dieser Etat unter Druck der bisherigen Uebung und der bezüglichen Bestimmungen der Reichshaushaltsordnung nicht nach dem Brutto., sondern nach dem Nettoprinzrp aufgestellt sei. Obwohl näm« lich in der Reichshaushaltsordnung auch eine Grundregel bestimmt ist. daß alle Einnahmen und Ausgaben getrennt voneinander in voller höhe im Haushallsplan zu veranschlagen sind, obwohl auch bisher widerspruchslos so verfahren worden ist, hat das Reichs- finanzministerium plötzlich geglaubt,«ine Aenderung bei den sogenannten Ueberweisungs steuern vornehmen zu müssen. Diese sind im Haushaltsplan 1930 zum erstenmal nur mit dem dem Reich verbleiberchen Anteil, statt wie bisher brutto, auf der Ernnahmenseit« eingesetzt. Dafür einfallen natürlich auf der Ausgabenfeite die entsprechenden Ueberweisnngs- bettäge an die Länder. Die Endsumme des GesamthaushaH» wird aus diese weise um den Gesamtbetrag der Ueberweisungen, d. h. um mehr als 3 Mit- liarden, gesenkt. Außerdem sei es im Augenblick sehr schwierig, ein klares Bild über den Etat zu gewinnen, da er durch die Gesetze sänderuugen, die zur Deckung de, Defizit» im Etat vor- genommen werden müssen, auf der Einnahmeseite sehr erheblich geändert werden wird. Er möchte bei dieser Gelegenhell betonen, daß die Verhandlungen des haushattsausschusses an Wert sehr erheblich ver- lieren müssen, wenn das jetzt eingeschlagene Lerfahren weller um sich greife. Während nämlich der Haushallsausschuß tage und beschließe, werden hinter den Kulissen von den an der Regierung beteiligten Parteien Verhandlungen geführt, die die Beschlüsse des Haus Hallsausschusses umstoßen und neue Entscheidungen an ihre Stelle setzen, die im Ausschuß nicht zur Erörterung gekommen sind. Daß die E i n n a h m e s e i te fast beinahe in allen Posten anfechtbar ist, darüber wird im Ausschuß Einverständnis herrschen. Die Eimrahmesette ist vor langer.Zeit aufgestellt unter Annahnce einer Besserung der Wirtschaft- lichen Lage. Wie sich Inzwischen leider herausgestellt hat, ist diese Besserung nicht mir nicht eingetreten, sondern die Lage hat sich noch verschlimmert. Das zeigen ja auch die Ergebnisse des abgeschlossenen Monats April 1936. In der Endsumme von 983,4 Millionen übersteigt das Ergebnis von 1939 das Aufkommen im April 1929 um 44 Millionen. Davon aber� entfallen 79 Millionen auf die sogenannte Aufbringungsgrundlage, die im vorigen Jahre nicht im Etat gestanden hat Tatsächlich ist daher das April-Aufkommen gegenüber dem Lorjahr« um 26 Millionen zurückgegangen. Von diesen 26 Millwnen entfallen volle 22 Millionen auf die Besitz, und Berkehrssteuer. Der Redner unterzog nach diesem Aprilergebnis die Boranfchläg« der einzelnen Steuern für 1930 einer genauen Nachprüfung und kam zu dem Schlüsse, daß die Wirkung der Konjunkturver- schlechterung sich bei der Umsatz-, der Beförderung?., der Börsenumsatz., der Wechseisteuer und den Zöllen besonders deutlich kenntlich mach«. Auch bei der Tabaksteuer wird mit einem erheblichen AuÄfall gerechnet werden müssen. Nach dem Wg. Keil nahm der Wg. Ersing(Zentnxm) das Wort, um zu beantragen, die Prüfung des Haushalts der Allgemeinen Finanzverwaltung. entsprechend den Be. mängelungen des Referenten, zurückzustellen, bis nach Pfingsten die endgültigen Deckungsvorschlög« der Reichsregierung vorliegen werden. Der Borschlag wurde vom Vorsitzenden, um eine zweimalig« Beratung zu ersparen, unterstützt, und auch der Reichsfinanz. minister erklärte sich mit ihm einverstanden, bat aber, im An- schluß an die Ausführungen des Referenten einige Bemerkungen über die gegemvärtige Finanzlage machen zu können. Reichsfinanzminister Or. Moldenhauer führt« zunächst aus, daß di« Bücher der Reichshauptkasie für das Rechmmgsjahr 1929 gerade abgeschlossen worden seien, und nach dem Abschlüsse ergebe sich, daß der Fehlbetrag der Reich»- anstalt für Arbeitslosenversicherung, der zuerst auf 299 Millionen berechnet, dann auf 369 Millionen angenommen worden war, tatsächlich 319 Millionen betrag«, also um 50 Millionen günstiger geworden sei. Bei der Aufstellung des neuen Etats hätten zwei Möglichkeiten bestanden, entweder di« Wirt- schaftslage überhaupt pessimistisch anzusehen und danach die Ansätze zu veranschlagen, oder die Aufstellung so zu machen, wie sie nach Lag« der damaligen Wirtschoftsentwicklung mit der Hoffnung auf allmählichen Aufstieg angesehen werden koimt«. Im Enwerständnis mit der Mehrheit des Reichstages habe die Regierung den letzteren Weg gewählt. Leider sei die Entwicklung ergsbrnsungünstiger verlaufen, als man angenommen hatte. Statt mit einem Durchschnitt von 1,2 Millionen Arbeitsloser mußt« mit einem solchen von 1,6 Millionen mindestens gerechnet werden. Die Auf» Wendungen erhöhten sich dadurch um 4S9 Millionen, die vom Reich zugeschossen werden müssen. Gleichzeitig aber erhöhte sich di« Zahl der Krisenfürforgeempfönger, die Man auf 299 99g beziffert hatte, um weitere 299 999 auf 499 999, die Mehrausiven- düngen auf 150 Millionen, so daß sich eine Tolalmehrausgabe von 600 Millionen ergibt. Dazu kommen Ausfälle in den Einnahmen. In ausfuhr- lichen Darlegungen veranschlagt der Minister nach dem April- aufkommen di« Ausfälle bei den einzelnen Steuern und erklärt, daß er Angaben, in welcher Weis« die Fehlbeträge gedeckt werden sollen, im einzelnen im Augenblick nicht machen könne. Dos Reichskabinett werde in der nächsten Woche sich endgüllig entscheiden, und alle diese Borschläg« würden dann sofort dem Reichstag zugeleitet werden. Unter den Dorschlägen befinden sich natürlich auch Maßnahmen zur Förderung der Wirtschaft. Bei der Lösung des Pro- btoms werde man natürlich an der Ausgabenfeite nicht vor- b«S gehen können. * In der Sitzung des Ausschusses für den Reichshaushalt vom Freitag nachmittag wurde endgültig beschlossen, di« Beratung des Haushalls der allgemeinen Finanzverwaltung und der Kriegslasten bis nach Pfingsten zu der Zell zu oertagen, zu der die neum Deckungsvorschläge des Kabinetts für den Reichshaushall vorliegen. In der fortgeführten Beratung des Haushalts des Reichs- finonzminisieriums verlangte Abg. Meyer- Baden(Soz.) im Gegensatz zu den Ausführungen des Reich-finanzministers auch für die Zukunft ein« gewissenhafte Führung der Finanz- und Steve rssalisilk. Dies« Finanzstatistik sei die einzige zuverlässige Quelle für die Unter- lagen,"die für den endgültigen Lastenausgleich zwischen Reich, Län- dem und Gemeinden vorhanden sei. Genosse Meyer ging sodann ausführlich auf die ablehnende Haltung«in, die der pleichsfinoriz- minister gegen die Ueberttagung der Aufgaben der Reichsbauoer- waltung auf die Länder einnimmt Es habe den Anschein, als suche die Reichsbaubehörde aus Sorg« im: ihr« eigene Existenz jede Ausammenarbeit mit den Landesdaubehörden zu sabotieren. Abg. Bohm-Schuch(Soz.) besprach ausführlich die von ihr gestellte Resolution, in der die Regierung ersucht wird, ent- sprechend den mehrfach gefaßten Entschließungen des Reichstages und auf Grund der Denkschrift, betreffend die Aeberführung von weiblichen Angestellten in den Beamten- dienst. die weiblichen Angestellten mit längerer Dienstzeit sofort die jün- geren Angestellten sukzessiv- durch Schaffung einer.Laufbahn" für weibliche Angestellt« in den Beamtendienst zu übernehmen. Die vorgelegte Denkschrift entspreche nicht dem, was erwartet wurde. Sie gibt keine Grundsätze für die Ausnahme weiblicher Angestellten in dos Beamtenverhältnis, sondern in der Hauptsache nur Gründe, die gegen solche Aufnahme sprechen. � Beim Kapitel Rcichsfinanzhof bespricht Abg. Dr. Hertz (Soz.) di« Rechtsprechung des Reichsfinanzhofes und die damit in Zusammenhang stehenden Fragen der Besteuerung der Genosseuschosken. In einer Interpellation der Deutschnationalen sei behauptet wor- den, daß der Konsumverein Görlitz Millionen an. Steuern hinter- zogen Hab«, zu einer Nochzahlung von mehr als einer Million und zu einer Steuerstrafe verutteill worden sei, die aber vom Reichs- finanzminister Dr. Hilferding niedergeschlagen worden sei. Im Zu- sammenhang damit stehe der Erlaß des Reichsfinanzministers voin 5. Juli 1929, der für die steuerrechtlichen Verhältnisse eine grund- sätzliche Regelung treffe, die durchaus zu billigen sei. Abg. Dr. Cremer(D. Vp.) stimmt dem Vorredner in der Beurteilung des Erlasses des Reichssinanzministers, der einwand- frei sei, zu. Seine Freunde hätten sich auch davon überzeugt, daß die Vorwürfe im Fall des Görlitzer Konsum ver- eins unberechtigt feien. Denselben Standpunkt oertrat Abg. Schlack(Ztr.). Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer erklärte zu den Fragen des Abg. Dr. Hertz. daß die Behauptung über eine vorsätzliche Steuerhlulerziehung de, Konsumvereins Görlitz nnd die Festsetzung einer Steuer- strafe im Millionenbelrag unzutreffend sei. Es sei überhaupt kein Strafverfahren eingeleitet worden. Er be- stätigte auch, daß der Erlaß des Reichsfinanzministers ssch auf alle Genossenschaften bezogen Hab« und wegen der Rechtsprechung des Reichsfinanzhofes notwendig geworden sei. Zum Schluß der Beratung machte Abg. Biedermann (Soz.) eingehende und interessante Mitteilungen über die Art der Erstellung und Vermietung von Beamtenwohnungen m reich?- eigenen Gebäuden. Der Reichsfinanzminister sagte eine Prüfung dieser wichtigen Frage zu. und auf Grund der Ergebnisse dieser Prüfung soll im Ausschuß der ganz« Fragenkomplex noch eingehend behandelt werden. (Siatt Vereinfachung Zersplitierung. Demokratische Vorschläge zur Arbeitslosenversicherung. Die demokratische Re i ch sta gs f ra kti on hat verschiedene Anträge zur Arbeitelosenreform eingebrocht. Sie versichert, daß diese Anträge eine wesentliche Besserung des finanziellen Aufbaues und eine klarere Finanzgestaltung der Arbeits- lofenversicherung ermöglichen. Sie fordert, daß für die Berufs- gruppen der Landarbeiter, der Bauarbeiter, der Hausgewerbe, treibenden und Heimarbeiter, sowie für die Berufsgruppe der An- gestellten besonder« Gefahrenklassen gebildet werden. Für di« Angehörigen dieser Berufsgruppen sollen Beiträg« und Unterstützung entsprechend den Verhältnissen ihres Arbeitsmarktes gestaltet werden. Auf Antrag fei die Schaffung von Erfatzkaffen zur Versicherung bei Arbeits- losigkeit zuzulassen. Für den Beitragseinzug fordert die demokratische Fraktion die Einführung( einer besonderen Der, s i che ru ngskart«, in die ab 1. Ottober Versicherungsmarken geklebt werden sollen. Bei dem jetzigen Deitvogseinzug gingen all« an di« Krankenkossen gezahlten Beiträge zu spät ein. Die dritte Forderung der Demokraten lautet: Gewährung von Krisenuntcr- stützung on die Angehörigen aller Berufe, soweit es sich nicht um Personen handele, deren Arbeitslosigkeit als bcrufsüblich anerkannt fei. Die Höchstdauer der Krisenunterstützung sollte ob 1. Juli 52 Wochen betragen. Die Forderung der Demokraten auf Schaffung von Gefahren- klaffen und ErsäMassen bringt kein« L ö s.u n g. des Arbeitslosen- Problems, sondern nur eine Auflösung der Arbeitslosen- Versicherung:' denn die Trennung der schlechten Risiken van den guten bedingt zwangsläufig für die Berussgruppen mit einen» gesährlicheren Risiko entweder«norme Steigerung der Beiträge oder enorme Senkung der Unterstützungßsätz«. Für«ine Verbesserung des Beitragseinzugs sind auch die freien Gewerkschaften. Die Frage, wie diese Verbesserung aussehen soll, ist jedoch noch ungeklärt. Die Vorschläge der Demokraten sind das Gegenteil einer Sanierung der Arbeitslosenversicherung. Die Demokraten wissen noch immer nicht, daß gegenwärtig die 'Arbeitslosigkeit in den Außeuberusen k o n j u n k tu r e ll« Ursachen hat. Sollen die Gemeinden enllastet werden, dann ist eine Krisen- Unterstützung mit unbegrenzter Dauer notwendig.?luch muß den Gemeinden ihr Bettragsfünftel vom Reich abgenommen werden. Das bedeutet nicht nur eine weiter« Entlastung der Ge- meinden, sondern einen Wegfall der teuren doppelten Verwaltung?- arbeit Der Etatposten für die Krisenunterstützung muh von 159 auf 399 bi» 359 Millionen«rböht werden, hierfür sollten sich die Demokraten in der Regierung stark machen, wenn sie etwas für die Arbettslosen tun wollen. Gegen das politische RowdyFum. Gesetz über Hieb» und Stichwaffen vorbereitet.~ Der Reichsmnenmimster. wird dem Reichsrat in Anbetracht der täglichen blutigen Schlägereien zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten schon in allernächster Zeit den Entwurf eines Gesetzes über den Verkauf von hieb- und Stichwaffen vor- legen. Nach diesem Gefetz soll der Verkauf der hieb- und Stich- Waffen ebenso wie der von Schußwaffen nur ge.gen Bor- legung eines polizeilichen Waffenscheines erlaubt fein. Außerdem soll das öffentliche Trogen von hieb» und Stich- waffen allgemein oerboten werden. Der Kampf um die Volksbühne. Eine außerordentliche Delegiertenverfammlung. In den Musikersälen tagte gester» eine außerordentliche Delc- giertenversammluirg � des Vereins Berliner Volksbühne. Der Ge- schästsführer Dr. N e st r i e p k e wies m seinem Bericht darauf hin, daß trotz der Nöte der Zeit die Volksbühne im ganzen aus eine erfolgreiche Spielzeit zurückblicken könne. Es soi bedauerlich, daß die Arbeit, wahre Kunst dem Volke zu geben, durch einseitig be- cinfluht« Elements gestört worden wäre. Es sei ober bezeichnend, daß unter dem jetzt ausgeschlossenen Arbeitsausschuß der Sonder. obteilungcn sich die größten Versäumnisse bei der Benutzung der statutemnäßig sestgesetzten Theaterkarten gezeigt hätten. Die Ver. säumnisziffer erreiche manchmal M Proz. Redakteur W c idn e r legte die Gründe dar, die es unmöglich inachten, die Zusammen, arbeit mit diesem Arbeitsausschuß der Sonderabteilungen weiter durchzuführen. Der Ausschluß mußte erfolgen, weil diese Mitglieder ihre Stellung aus parteipolitischen Gründen heraus mißbrauchten, um die Volksbühne zu zerfetzen und ihren Zwecken dienstbor zu machen. Wir sind radikal, wir sind für die Jugend, wir sind vor. wartsstrebend. Aber wir lassen nicht die Volksbühne in ein radi- koles' scheinrevolutionäres Teitdenztheatcr umwandeln. Karlheinz Martin betonte, daß er den Sonderabteilungen immer mit be- sonderer Liebe gegenübergestanden habe. Dieser Arbeitsausschuß aber habe, während der ganzen Zoit seines Bestehens nicht einen einzigen positiven Vorschlag gemacht. Er sei nicht nur für die künstlerische Höhe des Gebotenen verantwortlich, er müsse auch darauf sehen, daß die Finanzen in Ordnung seien. Seit man Piscotor wieder.zu einer eigenen Bühne verhelfen wolle, habe der Konflikt sich zugespitzt. Piscotor könne für seine eigenen Pleiten einstehen, er aber könne nicht für«ine Pleite der Volksbühne ein- stehen. Cr bedauere den Konflikt und den Ausschluß sehr, aber er könne stch nicht von der radikalen Phrase einfangen und in seiner Arbeit um«ine gesunde, dem Dolke wahrhaft dienende Volksbühne beirren losten. Die Diskussion, die in der Hauptsache von einer kleinen, aber um so lebhafteren lärmenden kommunistischen Minderheit be- stritten wurde, drohte ins Uferlose zu gehen. Ein Redner der Mehrheit sagte mit Recht: Es handelt sich ja bei den Bestrebungen der Opposition gar nicht um Kunst für's Volk, gar nicht um positive Mitarbeit, sondern um den Willen der' Komtmmisten, die proletarische Einrichtung der Volksbühne zu zerschlagen und zu zerstören! Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Fünfter Bundestag in Mainz. Mainz, ZO. Mai.(Eigenbericht.) Der Reichsbund der Kriegsbeschädigten hat in Mainz seinen S. Bundestag abgehalten. Aus dem Geschäfts- bericht ging, hervor, daß die Mitgliederzahk des Bundes gewaltig angewachsen ist. Gegenüber 324 S80 Mitgliedern zu Beginn der Berichtszeit sind jetzt 472 369 zahlende Mitglieder zu verzeichnen. Di« Sterbekaste des Bundes Hot an 43 484 Mitglieder 1242141,95 Mark Sterbeunterstützung gezahlt. Die Tagung endete mit der Wiederwahl des Bundes- Vorstandes per Akklamation. Borsitzender des Bundes- Ausschusses wurde der sozialdemokratisch« Reichstagsabgeordnete Roßmonn. f- Die-verschiedenen Mt Annahme gelangten Entschließungen«nt- balten im wesentlichen folgend« Gesichtspunkie: Einstellung und rücksichtslos« Bekämpfung jeglichen Abbaue» der Unterftützungsjätze, baldige und endgültig« Regelung der Versorgung der Kriegsopfer nach den Grundsätzen des Reichsbundes. Forderungen zur Um- gestoltung des Spruchverfahrens, Ablehnung der Einführung einer allgemeinen Sperrfrrft und Forderungen zum Siedlungs. und Wohnungswesen. Die Frage der Beitragserhöhung für die Sterbe- koste soll auf der nächsten � Rcichskonferenz geklärt werden. Das Reich ernennt. vre! neue Mitglieder im Verwaltungsrat der Reichsbahn. Durch die Beendigung der ausländischen Kon- trolle bei der Reichsbahngesellschaft waren vier Sitze im Ver- waltungsrot der Reichsbahn neu zu besetzen. Das Ernennungsrecht steht dem Reichsverkehrsmimstcr zu. Reichs oerkehrsminister Steger- wald Hot drei von diesen vier Sitzen jetzt besetzt, und zwar durch den Industriellen Hackelsberger mis Lörrach in Baden, K o mm«rzien rat Grund von der Handelskammer Breslau und den christlichen Gewerkschaftssekretär Kaiser. Der vierte Posten bleibt Sachsen vorbehalten. Die sächstsche Re- gierung hat«ine Entscheidung noch nicht getroffen. Hackelsberger ist ein Großindustrieller der Konserven- in d u st r i e, der auch zahlreiche Aufstchtsratspoften in der deutschen Glos-, Gummi- und Porzellanindustrie inne hat. Gnmd-Brcslau gehört dem chemischen Großhandel an und ist Vorstandsmitglied. im Deutschen Industrie, und Handelstag. Der Reichs- oerkehrsminstter Stegerwald hat also durch dies« Ernennungen das Gewicht der Privatwirtschaft im Verwaltungsrat der Reichsbahn noch erheblich verstärkt. ZU« es bei dem Zentrums- minister zu erwarten war. gehört der einzige, weiter, Arbeiter- Vertreter den christlichen Gewerkschaften an, wofür nur Gründe der Parität vorgebracht werden können: dem Stärke- Verhältnis der Gewerkschaften gibt die Ernenming wcht Ausdruck. Di« 700 000 Arbeiter und Beamten der Reichsbahn bleiben noch wie vor zu schwach vertreten. Die russische Oppssision wird lebendig. Sehr deutliche Vorstöße. Moskau. 30. Mai.(Ost-Expreß.) Di« Bericht« über die Bezirkskonferenzen der Kommunistischen Partei, die gegenwärtig im ganzen Sowjetstaat stottftnden, zeigen. daß die Rechtsopposition ein« verstärkte Aktivität entfaltet. Auf einer Bezirkstonferen.; in Solotuchino(Gouvernement Kursk) erklärte«in Vertreter der Rechtsopposition, es sei u n m ö g- [i ch, daß Leu te wie Bucharin, Tomski und Ry ko w, bekanntlich die Führer der Rechtsopposition, die mehr als 30 Jahre Mitglieder der Partei feien, sich i m I r r t u m befänden. Die Po. litit der Partei im Dorfe fei falsch.„13 Jahre haben wir diescnRichtstuern.den Armbauern, geholfen, wo- bei wir den Sozialismus auf Kohlköpfen aufbauen wollen.' Ander« Vertreter der Rechtsopposition erklärten, daß„die Partei die Masse» betrügt'. Die Selbstkritik sei nur eine spanifche Wand, hinter der die innerparteiliche Demokratie völlig unbmick- sichtigt werde. Bemerkenswert ist, daß auch zum erstenmal Trotz- kjpen wieder offen gegen die„Generallinie' der Partei austraten. Kn'ck, der Verbieterich. „Fori mit Bühne und Film! Theater mache ich in Thüringen ganz allein!" Reinhardt, der Kestrede< Kultusminister Grimme feierte beim Bankett des Vereins „Berliner Presse' am Freitagabend Max Reinhardt. Aus seiner tiefschürfenden Rede geben wir die Hauptsätze wieder. Brahm spielte Gegenwart und das, was in ihr Zukunft war. Mit Reinhardt wurde das Wunder Wirklichkeit, daß sich die ganze Well in Gegenwart verwandelte. Dem Schüler war der Klassiker kaum mehr als ein Museumsstück gewesen. Max Reinhardt aber hob den Zauberstob der Phantasie und das, was eingesargt und von der Zeit zerstückelt schien, trat alz ein ewig Gegenwärtiges ins Lich; der Lebenden. War Brahms Theater Standort einer Lebens- richtung, so wurde es bei Reinhardt zum„großen Schauspiel- Haus' der Lebens f ü 11(. Brahms gab dem Leben Richtung: durch Reinhardt wurde imfer Leben reicher: Brahms Ziel war Weltver. Änderung: Mar Rem Hardt? Traumist, den Gedanken der Schöpfung dieser Well in Licht und Klang, in Wort und Pause, Song und Tanz, in Leib und Seele, Raum und Farbe noch einmal zu denken. Wie sogt er selbst?„Deshalb erschaffen wir die ganze Well noch einmal in der Kunst.' Sein bleibend junges Thema ist: Die Welt, „die ganze Welt' im Spiel. Hot Brahm der Bühne die Wahrhaftig- k«it zurückerobert/ so ist Max Reinhardts Tat, daß er der Bühne das Spiel zurückgeschenkt hat. Was er zurückentdeckt hat, ist das Theater, das Theater als Theater, als Schauplatz der gespiellen Welt. Für diese seine Welt, die Welt im Spiegel, formt er — die Mensch gewordene Nee der Bühne— stch Spieler über Spieler und schafft in unberechenbar verschwenderischer Fülle bunt- farbige Entwürfe mit einer Schöpferlust wie die Natur. Ihm wird das ganze Welttheater eine Partitur und dabei reckt sein Spiel sich auf zur Größe, denn es ist Einbruch der Ewig- keit der künstlerischen Werte in die Zeit. Bei Reinhardt wird Er- cignis, daß dos Welltheater verwandell wird in Zeit theater, weil ihn. die Sckzau der künstlerischen Werte nicht weniger beseligt als der bliiidsichere Griff, das Bleibende zum Heute zu oerzeiten. Was er auch spielt, stets spielt er uns. Brahm wurde das Theater zur Frage eines sittlichen Entschlusses und zum Tempel des Gewissens. Cr stellte sich zum Kampf und Freudebringer. rief die menschlich« Gesellschaft auf zur Einkehr, indem er ihr chr Bildnis zeigt«. Ihr Bildnis gibt auch Reinhardt. Aber während Brahm ihr sagte: Sieh, so bist Du, werde anders, lacht uns Rein- Hardt an: Seht Ihr, so seid Ihr, und Ihr seid niemals anders: ich zeige Euch den Mensche», wie er bleibt in allem Wechsel der Gewänder. Ihm ist der Sinn des Zeitthcaiers, daß es den Schatz der Werte vom Staub der Vergangenheit befreit und ihn im Schein der Sonne zum Blinken bringt, die über unseren Tagen auf- gegangen ist. Für Brahm dagegen war das Zeittheaier der Ort, mo Gegenwart und Zukunft sich berühren. Für Brahm war es die Kraft, die aus der Gegenwart die Zukunft sormt. Er wußte. daß in jeder Zeit die Sehnsucht nach dem Bild de? lebt, das werden soll, und darum zielte sein Zeittheater in die Richtung, wo Gegen- wart in. Zukunft mündet. Max Reinhardt aber schaut im Zeitlichen da» Unvergängliche, das sich hindurchhält durch das Auf Und Ab der Zeiten und immer gegenwärtig ist und so die Menschen aller Zeiten, aller Völker zu einer'Gegenwartsgemeinde eint. Für Rein- Hardt liegt der Sinn des Zeittheaters im Erwerb der künstlerischen Werte zum Besitz der Lebenden. Ihm ward die Kraft, zur Gegen. wart zu formen, was jeder Mensch an Bühnenwerk geschaffen. Und unser ist das Glück, daß Reinhardts Schöpferfreude dos ganze Welttheater überstrahlt vom ernsten Tragiker bis zum Eauseür- stück und zum Film. Die düstere Strenge ist der Heiterkeit gewichen. Brahm hörte schon den Schritt der Masse in die Zeit. Jetzt steht sie auf der Bühne der Geschichte. Ich wünsche Reinhardt, daß er den Höhepunkt des Schaffens, so oft er schon erreicht schien. noch einmal übergipfelt, und daß zu ihm der Dichter stößt, der dieser Masse das Sinngcsicht der Zeit, die wir durchleben, in einem großen Festspiel zeigt. Dann kommt der Tag, an dem ein ganzes Volk ergriffen wird von Freude, die an dem Ansang aller Schöp- fung steht. Dies Hochziel, mächt ich, werde dem Theater der Lebens- fülle. auf seinem Wege zum Volksiheater Richtung: denn„es rundet sich die Welt mis ttefster Freude nur ins Gleichgewicht' (F. v. Unruh). Max Reinhardt schuf der Freude eine Heimat mis der Bühne. Dem Freudeschoffer Reinhordt gelten heute Gruß und Dank. Mussolinis Aefflein. Times Faschistengelübde der Hahaenfchwänzler. Wien, 30. Mai.(Eigenbericht.) Alle Heimwehrfunktionäre wurden ans«in neues Programm vereidigt: danach erstrebt die Helnrmehr die Macht tm Staat. Sie verwirft den demokratischen Parlamentaris- mns und den sogenannten Parte ienstaat. Alle Heinnvehrsunktio- näre mußten sich verpflichten, eventuelle Bitten und Forderungen einer Partei den Kampfzielen der Heimwehr imbedingt unterzuordnen.'■ Der Oberfaschist Dr. Eteidle hatte nach dem Korneuburger Heimwehrummel die Namentiste jener christlichsozialen und groß- deutschen Abgeordneten veröffentlicht, die den Anttparlamentsschwur mit geleistet hätten. Da auch Mitglieder der nioderösterreichischen Landesregierung in dieser Liste genannt waren, fragt im die Sozial- demokraten im Landtag danach. Hier erklärten die meisten dieser Bürgerlichen, der Laudeshauptmannstellverttetcr Reith er voran. sie wären.Zwar dagewesen, aber mitgeschwaren hätten sie nicht. Nur ein Großdeutscher, der übrigens die sozialdemokratisch« Anfrage als„unerhörte Frechheit' bezeichnete, dafür beinahe durchgewichst worden wäre und dessen weiter« Rede kaum zu hören war, bekonnte sich als neuvereidigter Steidlereknzt. Gegen die Apolt-Hehe. Der patriotischen Hetz« des Dr. A polt von der Alpinen Montan- gesellschaft— Filiale des r e i chsdeutfch e n Stahlwerk- Verbandes— gegen die Auslandsanleihe für Deittschosterreich est eine Konserenz der österreichischen Banken aus das Schärfste ent- gegen getreten: sie betont in ihrer Entschließung, daß der notleidenden Wirtschaft und dem schwer leidenden Lande nur durch eine Auslands- onleihe aufgeholfen werden kann. Ehristlichsoziale Arbeiter für die Demokratie. Der seinerzeit als Konkurrenz gegen den Republikanischen Schutz. bund errichtete christlichfoziale„Freiheitsbund' ist den Heim- j wehren angeschlossen, wendet stch aber in einer Entschließung gegen alle Faschisten oder Drktoburbestrebungen und kündigt ihnen den .entschiedensten Widerstand an. Immer noch keine Altersversicherung! Wien. 30. Mal.> Der Ralionalrat lehnte heule den in de? vorige« Sitzung von den Sozialdemokraten gestellten Antrag aus Inkraftsetzung der Alter», und Znvalldenversicherung für Arbeiter mit dem I. Zannar 1931 unter stürnnscheu Cnstgstungs. und Protest. rufen der Sozialdemokraten und heftigen Gegenrufen der Mehrheils- Parteien mit 81 Stimmen gegen 71 Stimmen dchr Sozialdemokralen ab. England verlängert die Schulzeit. Um die Arbettslosigfeit zu Setämpfen. London, 30. Mai.(Eigenbericht..) Das Unterhaus genehmigte an, Freitag in zweiter Lesung mit 280 gegen 223 Stimmen das von der Arbeitemgicrung zur Ver, ringerung der Arbeitslosigkeit bestimmte Schul. gesetz. Es erhöht in England und W a I e s für 400 000 Kinder das schulpflichtige Alter u m e i n I a h r. Für Schottland, wo die Arbeitslosigkeit am stärksten ist, wird in den nächsten Tagen ein ähnliches Schulgesetz dem Unterhaus unterbreitet. Die Mehrheit jür dieses Gesetz ist ebenfalls gesichert, so daß künftig eineinhalb Mil- lionen englische Volksschüler ein Jahr länger vom Ärbeitsmarkt fern. gehalten werden. Die Vorlagen belasten das Staatsbudget mit rund sechs Millionen Pfund, denen eine Ersparnis von drei Mil- lionen an Arbeitslosengeldern gegenübersteht. Piralenüberfall im Schonghaier Hosen. Inmitten des Ubhaiten Hafennerkehrs von Schanghai Überstelen am Freitag neun chinesische R ä u d« r eine Barkasse und stahlen die'Arbeitsgelder' der Be- sotzung. Der Maschinist wurde getötet, sieben Bootsleute, darunter zwei englische Ingenieure, wurden schwer verletzt. Abrechnung mtt»er Schwerindustrie Nie Kundgebung der Gewerkschasten. Brandes, Vorsitzender des Deutschen Metallorberter» verbände?, stellte gestern auf der Kundgebung der freigewerkschoft» lichen Spigenorganisationen in den Mittelpunkt seiner von allen Anwesenden mit gespannter Aufmerksamkeit verfolgten Aus- fichruvgen den Konflikt in der Schwerindustrie des Rvhrgebiets. Wie 192.? die Zerstörung des Achtstundentages von der Schwerindustrie ausging, wo die Arbeitzeit die kürzest« sein mutzte, aber selbst heute noch die langst« ist, so geht der Vorstoß gegen die Löhne diesmal auch von der Schwerindustrie aus, obwohl dort die Löhne unter dein allgemeinen Durchschnitt liegen. Die Folge einer Lohnkürzung würde die Drosselung der Massenkauskraft bedeuten und somit Absagstockunoen und Massenarbeitslosigkeit. Der Schiedsspruch im Tarisstreit hebt die Severingsche S.i che r h e i t s k l o u s« l vom November 1928 aus, die eine der wichtigsten Bestimmungen im Tarifvertrag ist. Es ist bezeichnend, daß schon eine Woche vor dem Schiedsspruch Vertreter der Schwerindustriellen versicherten, daß die Klausei fallen würde, da«ine Eisenpreissenwng mir erfolgen könne, weim gleichzeitig eine Lohnsenkung vorgenommen irerde und alle anderen Zweige der wirkschosl zu gleichem vorgehen veranlaßt v'ürden. Fch kann nicht annehmen, sogt Vrondes mit erhobener Stimme, daß der Rcichsarbeitsminister diesen Plan einer ollgemeinen Lohnkürzung durch ein« Derbindlichkeitserklärung unterstützt und da- mit die ungeheure Verantwortung übernimmt für die unheilvollen Folgen. Das Gelingen des Planes war« ein Anschouungs- Unterricht für den Klassenkampf, wie er aufreizender nicht gedacht werden kann. Jawohl, die Eisenpreise müssen gesenkt werden, dazu aber ist keineswegs eine Lohnsenlüng notwendig. In Eng- kand sind die Löhne erheblich höher als in Dmtfchland, und dennoch waren die Preise gleichzeitig wesentlich niedriger. Di« Preise für Gießereiroheisen standen am 1? April 1920 m England 63 bis 69 Mark die Tonne, in Deutschland 83 Mark. Im März 1930 betrug der Preis in England 60 bis 62 Mark, in Deutschland 8S Mark. Während man aber in Deutschland die Preise hoch hielt, wurden sie für die Aussuhr gesenkt. Für Stabeisen betrug der deutsche Inlandspreis im März 1929 und 1930 pro Tonn« 141 Mark, der Ausfuhrpreis ab Antwerpen aber im Marz des Borjahres 123 Mark und im Mörz dieses Jahres 108 Mark. Die Wirkung dieser Politik aus die deutsche Wirtschaft ist verderblich, denn sie begünstigt die Konkurrenz des Auslandes der oerarbeitenden Industrie gegen die deutsche ver- arbeitende Industrie. Die Folgen zeigen sich. Vom März 1920 bis März 1930st i e g in Deutschland der Produktionsmittelindex, der ausschließlich von der Metallindustrie bestimmt wird, von 137,4 aus 139,1, der Großhandelsindex für Maschinen stieg von 141,5 aus 145,5. Es ist daher kein Wunder, daß der Rückgang der Beschästigung im Gebiet mit starker Eisenindustrie, wie zum Beispiel in Sachsen, ganz enorm ist. Dies« furchtbare Massenarbeitslosigkeit wird noch verschärft durch die Maßnahm« der Konzerne, die 'sie leistungsfähtgslen Betriebe aufkaufen, um fle stillzulegen. .0!« Schwerindustrie ist dabei, das Döhlener Gußstahl. werk und dos Riesaer Werk stillzulegen, während gleichzeitig in Wellenborn in Thüringen ein Werk vergrößert wirb. Die hohen Eisenpreise sind völlig unberechtigt, denn die Erzeugerkosten sind zurückgegangen, die Erzpreise sind 9«' fallen, die Frachtrate für schwedische und spanisch« Erze ist 1,50 bis 2 Mark niedriger als im April 1929. Selbst die„Bergwerkszeitung' gibt zu. daß See. und Rheinfrachten so billig wie nie zuvor sind. Allein für die Erzdeschaffung ist eine Verbilligung von 4bis5Proz. eingetreten. Roch stärker ist die Verbilligung von Schrott, der bei 50 Proz. der gesamten Stahlproduktion ver- wendet wird. Der Iohresdnrchschirittspreis für Kernschrott ging von 60 Mark aus 45 Mark oder um 25 Proz. zurück. Bei einem monatlichen Zusatzkauf von 250 000 Tonnen Schrott beträgt dadurch die monatliche verbilligung 3.75 Millionen Mark. Zur Ueberwindung der Depression ist deshalb ein Preisabbau nicht nur notwendig, sondern auch ohne Lohnabbau durchaus möglich. Zu dem verbilligten Rohmaterial kommen noch die Wir- kungen der Rationalisierung. Ein« Gegenüberstellung des Halbjahres April-September 1926 und 1929 ergibt, daß bei einer Belegschaftssteigerung von 5 Proz. die Kohlenförderung um 21 Proz., die Kokserzeugung um 76 Proz., die Roheisenerzeugung um 50 Proz. und die Rohstahlerzeugung um 40 Proz. gestiegen sind. Di« Hochhaltung der Preise veranlaßte kleine Werk«, ihre An- lagen auszubauen, so daß d'e Ueberkapazität der Industrie gesteigert wurde. Diese Werk« wurden dann aufgekauft, um sie stillzulegen, wodurch zirka 60 Millionen Mark kapikal direkt verpulvert wurden. Trotz dieser Belastungen, hoher Abschreibungen und ver- schl«chterter Konjunktur konnten die Dividenden im letzten G«. schästsjahr erhöht cherden. Im Klöckner-Konzern von 6 auf 7 Proz., bei Hocsch von 7 auf 7V4 Proz., bei Köln-Reuß von 7 auf T/i Proz., bei den Mitteldeutschen Stahlwerken von 7 auf 8 Proz., Keim Rheininetall von 6 aus 7 Proz. Die Bereinigten Stahlwerke haben zwar 6 Proz. Dividende beibehalten, ober im Aufsichtsrat fegten sich gewichtige Stimmen für ein- höhere Dividende ein. Krupp hat bei starten Abschreibungen seinen Reingewinn von 7,01 auf 10,9 Millionen Mark erhöht. Eine vernünftige Anpassung der Eisenpreis« an die Konjunktur ist also ohne weiteres gegeben, zumal inzwischen der Zinsfuß für Geld verbilligt wurde und durch«ine Eisenpreisverbilligung die Produktion angekurbelt wird, so daß auch eine höhere Aus- Nutzung der Betriebskapazität und dadurch eine Senkung der Betriebsunkosten möglich wird. Eine eohnsenkuag dagegen würde die Wirkung der Preissenkung völlig aufheben. Di« gleichen Kreis«, die ein einmaliges Notopfer von 1 0 P r o z. der hohen Einkommen für untragbar erklären, verlangen, daß die Arbeiter der Nordwest-Gruppe, die bei 53l-: Stunden die Woche«inen Durchschnittsoerdienst»o» 56 Mark haben, ein dauerndes Lohnopfer von 10 Pro;, auserlegt bekomme«. Es ist unmöglich, daß sich das die Arbeiterschaft gefallen läßt! Durch die überstürzte Rationalisierung sind 2 Millionen Arbeiter «ms der Produktion ausgeschaltet worden. Es bleibt der wahn- sinnig« Zustand bestehen, daß Millionen Arbeiter acht Stimden und länger arbeiten, während Millionen arbeitslos find und aus öfsent- lichen Mitteln unterstützt werden müssen. Die Schlichter fördern noch dieses System, wie der Schiedsspruch in Halle zeigt. Wir müssen verlangen, daß die Kauskraft der Massen nicht durch Lohnsenkungen geschwächt, sondern durch Pre ssenkung gestärkt wird. Da? schädliche Wirken der Kartelle muß gebrochen werden, und es muß endlich ein« planmäßige Art», itsbefchosiung erfolgen, in erster Linie auf dem Baumarkt! Die Arbeitszeit muß wieder wie früher dem Stand der Technik angepaßt iverdcn, so daß die Arbeitslosenzahl vermindert wird. Solang« dos nicht der Fall ist, muß das Reich die Mittel beschassen, die der ReichsanOalt zur Unterstützung der Arbeitslosen fehlen.(Lebhofter Beifall.) 508-Ruf der.Gesaßr. Dr. CT r o n e r vom Deutschen Werkmcisterverband erklärt in der Diskussion, daß die A s A- G e w e r k s ch o s te n im Kampf gegen den Abbau der Arbeitslosenversicherung s o l i d o r i s ch sind mit den Arbeitergewerkschasten. Di« freigewerkschostlichen Angestellten. verbände lehnen die Dorschläge rundwcg ob, die von den bürge?. lichen Angestelltenverbänden zur Zerschlagung der Arbetslosen. Versicherung gemacht werden, und die nur der sozialen Reaktion zugute kommen. Nikolaus Bernbar d vom Deutschen Baugewerksbund er. innert zunächst an die Gründimg von Innungskranken- {.äffe n und zitiert ein Rundschreiben der Maurcrinnung von Gera, wonach nur die Arbeiter eingestellt werden sollen, die einen Revers unterschreiben, daß sie der Innungskrankenkosi« beitreten würden. Bernhard bespricht dann dre Krise auf dem vaumarkt, durch die nicht nur die eigentlichen Bauberufe, sondern auch die Nebenberufe schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Seit es Zentralarganisationen der Bauarbeiter gebe, habe noch»icmols «in solches Elend unter den Bauarbeitern geherrscht. Ueber 600 000 Bauarbeiter aller Berufe sind arbeitslos. Selbst jetzt nimmt in einigen Bezirken die Arbeitslosigkeit unter den Bauarbeitern noch zu. Im Vorjahr haben 100 000 organisierte Bauarbeiter noch nicht 26 Wochen Arbeit gehabt. In diesem Jahre werden es mindestens 250 000 sein. Bernhard weist auf die großen Leistungen hin, die die Gewerk, schasten zur Unterstützung der Arbeitslosen anshringen und ze-gt die ungeheure Gefahr auf, die darin besteht, daß man Millionen Hungernder ohne jede Unterstützung läßt. Sollen es die Bauarbeiter machen wie die Weinbauern? Sollen sie auch erst Fenster einwerfen oder noch Schlimmeres tun, ehe man ihnen Hüft? Es sei ungeheuerlich, wie man diese verelen. deten Bauarbeiter in der bürgerlichen Presse verleumdet. Besonders die sogenannt« demokratische Presse, darunter das„Berliner Tageblatt", Hetze in unanständiger Weise gegen die Bauarbeiter. Di« Sozialdemokratische Partei würde ein Verbrechen begongen haben, wenn sie, statt aus der Regierung zu gehen, das Spiel gegen die Arbeitslosen mitgespielt hätte. Unser« Kundgebung hier ist ein 808-Ruf der ungeheuren Gefahr, die das Elend der Masten sür den Staat bedeutet. scheu Londarbeiter-Verband, die am 26. Mai in Frankfurt a. M- stottfand, wuvde nach einem Referat des Gauleiters Branden- bürg folgende Entschließung cmgenommen: „Die aus Verband soorstand, Verband sbeirat und Gauleitern zusammengesetzte Tagung des Deutschen Landarbeiter-Dettbonde' be- -.dachtet mit steigender Besorgnis, wie in fast allen Verbandsgeb..rn in immer stärkerem Maße die Arbeitsplätze durch aus- ländische Arbeitskräfte besetzt werden, währerid einheimische Landarbeiter und-arbetterinnen der Arbeitslosigkeit über- antwortet werden. Die Konferenz erblickt als Grund dieser beklagenswerten Zustände das besonders in der jetzigen Zeit der Mostenarbettslosigkett viel zu hoch bemessene Ausländerkontingent. Wenn auch die Konferenz di« Notwendigkeit der Beschäftigung von auslöndi- schen Arbeitskrästen in einem Teil der deutschen Landwirtschaft a n- erkennt, so hält sie dennoch nus Grund der zu verzeichnerdeit iimsairg reichen Mißstande eine recht erheblich« Senkung des Aus- länderkonttngents für das kommende Wirtschaftsjahr dringend für geboten. Durch zeitgemäßen Ausbau der Arbeitsverwit«- lung muß sich der Grundsatz, in erster Linie enche, mische Arbeits- kräfte an freie Arbeitsplätze zu bringen, oevwirklichen lasten. Der Derbandsvorstand wird ersucht, im Sinne dieser Entschließung die erforderlichen Maßnahmen zu treffen.' Ein weiteres Referat des Verbondsvorstandswitgkiedes Ber- n i e r beschäftigte sich mit„Lohn- und Tariffragen'. Ein« erheblichere Stärkung des Verbandes an Mitgliedern und Kampf- mittel,, ist die wichtige Voraussetzung künstiger Tariskämpse. In taktischer Hinsicht erscheint«ine kräftigere Konzentration aller Macht- mittel des Verbandes notwendig. Arbeitsami und Llfa. Dom Arbeitsamt Dertin-Mitte, dem der Nachweis für Film- darsteller angegliedert ist, erhallen wir zu unseren Ausführungen in Nr. 245 folgende Mitteilung: Gerade in der letzten Zett ist es gelungen, im Verhandlungsweg« ein enges Zusarmnenarbetten zwischen der Gefchästsleitung der Ufa und dem Arbeitsnachweis für Filrndorsteller zu erreichen. Wenn es in der Vergangenheit so gewesen ist, daß die Ausnahmsletter ihren Bedarf an geschtilter Komparserie sehr oft nicht im Nachweis ge- deckt haben, so lag das unseres Wissens nicht im Sinne der Geschäfts- leilung. Die Produktionsleitung hat auf Borstellung des Anttes hin die Inanspruchnahme des Nachweises auf ein« festere Grundloge gestellt. Der Erfolg der Vereinbarungen Hot sich aus das Vermitt- lungsgeschäft günstig ausgewirkt. Achtung, Bauarbeiter! Die Firma König, Spandau, Bau- stelle Spandau, Bau Makowsta, Kerstenweg, ist sür Koksasche- putzcr wegen Nichteinhaltung des Torisvertrages für stuckgewerb- liche Arbeiten gesperrt. Di? Arbeiten werden ausgeführt von Mitgliedern des„klassenbewußten' Industrieverbatldes für das Bau- gcwerbc. Die Sperr« der Firma Schmidt, Baustelle Pankow, Wester- land- und Vinetastraß«, sowie tue Firma R a a s ch, Tempelhof, Bau- stell« Ottokar- Ecke Zllarichstraße, ist aufgehoben. Die taris- lichen Bedingungen sind erfüllt. Baugewerkschast Berlin, Fachgruppe Stuck- und Gipsbau. Zm Betriebe des Fleischermeisters Hermann Schiemann. Spener. straße 15, sind die Differenzen, wie uns der Verband der Nah-'ungo- mittel- und Getränkearbeiter mitteilt, durch gegenseitige Verständi- gung beigelegt. Ausgehobene Sperren. Wie uns der Zentralverband der Hotel-, Restaurant- und Eafc-Angestellten mitteilt, sind die Differenzen In folgenden Betrieben beigelegt: Marmorkeller, Doßstr. 14, und Restonrant Flughafen, Tempelhofer Feld, Inh. M'- t r o p a. Die Sperre für die Verbandsmitglieder ist damit auf- gehoben. Achtung! SPD.-Alaschinensetzer! «m®ten«Ufl, 3. Sunt,>,iz u»r, im Restaurant.Zum Rühren". s«r»' lalemee Str. t, wichtige Zulammeatuuft aller partriaenSIfilchen Malchieaseiier. Parteibuch unb Perba irbsbrjittalartl legitimiert. Der FraktiaUauarstaab. O �uaendanivve de63enr Ucbuna-abenb der«inaegcmeinichwft und von 20— 22 Uhr Arbeits» (jetneinsMarn. Sulla lismuo".- Spiel und Sport ab t» Ubr auf»cm Eportplaii im Humto'dihain. Verantirortlich llir Politik- Dr. stur, Seuer: Wirtichakt-«.«liua-ibSIer! Drwcrkschaitobrweeung: I. Steiner: Feuilleton: tL S. Posch«-: Lokal«, und Sonslioco.?ri»»arstäbt: Anieia-n: Tb. Sl-ckr- sämtlich in»erlin. Bcriaa: Porwärio.Zerlao Si. m d. Berlin Druck: Bormärto-Buchdruckerel un» Berlagoanstalt Paul Zinne? u.«To.,»erlin ZW.#8, Lind'nftrab,*. Hierzu 2 Pcilagen ?tf. 2S0» 47. Jahrgang Gomiabend, S�. Mai 19Z0 WocfmMt in Ausflüge in die Luckenwald« und der Fläming. Ja ter tum dar Oberloufitz bis zu data bak-mivrn Od Wiasenburg und dem Worischrn Dorf �agelberg sich hin- ziahendcn.hochslöch« des Naaüngs hat di« mofrf:chi« Mort eine Miniotur-GebirgÄondschaft. die zwemuil. bei.swgclberg NZ Meter und im Hoben Golm 178 Mater, ehre höchsten Eichebuygen auf- meist. Der Fläming hat die Bas anderheit, daß«r fast keine über dem Gebiet hoch sich erhebenden Kuppen zecht, in den Steilobfällen aber oft roraantisch wirkt. Der Hohe Galin liegt zwischen den Bahn- linien BerlZn— Luckenwalde und Berlin— Barukh. Dan Luckenwalde führt eine Kleinbahn zu dem Dorfe Stülp« am Fuß« des Berges: sie geht loeiter nach Dahme, und bietet von Stülpe ab zunächst den Aufstiegweg zur Kuppe. Stülp« ist bekanntlich der Ort, in dessen Nähe der Ritter v. Hake, nachdeni er sich Ablaß erkauft hatte, Tetzel seines Gsldkostens beraubt«, der heut« in der Jüterbog er.Kirche zu sehen ist. In ältester Zeit war der Golm eine heidnische Kultstättc und später stand auf ihm«ine Wallfahdskapelle, die den Btönchen vom nahen Kloster Anna viel Geld«iickrochte. Don Baulichkeiten ifl seßt dort nichts mehr zu finden: dos Nußholz Hot die.Herrschen. Wer von Luckenwald« zu Fuß di« Wonderitng antritt, wird über Gottow gehen— bis Stülpe ZU bis 3 Stunden. Der Weiter- weg vom Golm noch Baruth fuhrt über Lynow. Schöbendorf. Papliß nach Baruth.(5 Stunden.) Bon Schöb-ndorf kann man nard- tnärts durch die Flöiningwiese« und über Forsthotis Wunder noch Wünsdorf, dem Endpunkt der Darortstrecke Berlin— Zossen, gehen. <3?� Stund«.) Lu-ckenwald« selbst bietet für den wenige: � Wanderlustigen«n< Füll« von Sehenswertem. Die Stadt hat m- kanmvrncher Hinsicht seit der Revolution(unter sozialdemokratischer Führung!) erstaunlich« Fortschritt« gsnocht: ein« Rech« hochragender Bauten. Schick«. Bad, Krankeichaus, schöne Siedbmgen und Sportplätze zeug«« von dar zielbewußten Arbeit. An Spaziergängen. ist kein Mangel— selbst das Inner« der Stadt, die so gar nicht weitere Umgebung den Industriecharokter herauskehrt, hat in dem Hag ein« anmutig« oon der Ruthe durchflössen« Anlage. In Luckenwalde an der Wuthe. Moiorbooiungluck auf dem Müggelsee. Fünf Personen ins Wasser geffürzi.— Sine Iran ertrunken. Zu den späten Abendstunden des himmelfahrlslages er- eignete sich auf dem Müggelsee ei» schwere» Motor- boolllnglück. das ein Menschenleben forderte. Bei dem schönen Wetter herrschte auf dem Müggelsee noch in den Abendstunde»«in reger Bootsverkehr. Plätzlich ertönt«» etwa 300 Meter vom Restaurant Bellevue entfernt laute Alarmfig- n a l«.. Ein mit fünf Personen besetztes Motorboot eines Kauf« manns au» Wilmersdorf war in den starten Wellenschlag zweier sich kreuzender AusflugSdampfer geraten und gekentert. Der- zweifelt kämpften die Insassen mit den Fluten. Ein in der Röhe der Unfallstell« befindliche? Motorboot eilt« herbei und unter großen SchVievigkesten gelang es, v.le r Pe r so neu au» dem Wasser zu ziehen, non der fünften war leihcr keine Spur mehr M.ehtdecken. Dt« Ertrmtkerm ist-eine'Frau �Terese M« l n i o aus Gleimitz. die sich zur.Zeit berühren.Verwandten in Wilmers» darf zu Besuch aufhielt. Die Leiche konnte bisher noch nicht ge. borgen werden. Warmes Wetter: Wieder Kteifchvergistungen. Fuafzchn Personen erkrankt.— Sin Fall tödlich. In den letzten Tagen sind im Landkreis Allenftein Familie und Dienstpersonal des Gutsbesitzers Kuhn aus Klein-Cronou bei Warten- bürg, insgesamt 13 Personen, nach dem Genuß von Hack« fleisch an Bergiftungserscheinungen erkrankt. Eine der erkrankten Personen ist gestorben. Die Verbrecherjagd an der Havel. Schupo und LandjägeraufSuche nach dem flüchtigen Räuber Zu den walduuge« in der Röhe von Großkrenz an der Havel, unweit von Vnmdenburg. kam c« am Donmn-tog bei der Suche noch Einbrechern, wie bereits gemeldet, zu einem Zeuergefecht zwischen polnischen Räubern. Oberland. jägera und Dorsbewohoern. Der candnckrt Goerz wurde dabei erschossen, ein Arbeiter und ein Oberlandjäger schwer verwundet. Auch einer der Räuber. S u n a r s k i. wurde schwer verletzt. Di« Dörfer um Großkreuz sind in größter Aufregung, weil sich einer der Räuber, der Pole Ribarcik, noch auf freiem Fuß befindet. Der im Potsdamer Krankenhaus liegende schwerverwundet« Der- brecher Kunarski ist, menn auch nur für kurze Zeit, vernommen worden, da der Zustand des Patienten, dem auf operativem Wege «in Geschoß entterm worden ist, ein längeres Verhör noch nicht zuließ. Kunarfk! gab an, daß er Russe sei und daß der Roche seines Kompficen tatsächlich Ribarcik laute. Der Verwundet« machte jedoch so widersprechend« Angaben, daß«ine eingehend« Be« fragung erst morgen oder übermorgen möglich sein wird. Di- Suche nach dem geflüchteten Ribarcik ist bis zur Stunde erfolglos geblieben. Die Untersuchungsbehörden nehmen an, daß der Flüchtige in der Rocht aus dem Wolde geflüchtet ist und sich während des Tages in den Getreidefeldern nerbargen gr. holten hat. Aus gewissen Anzeichen kann auch geschlossen werdru. daß der Russe gegen Morgen einen Einbruch in ein außerhalb des Dorfes Trila« stehendes Haus verübt und sich dort Lebensmiit-l und einen Anzug beschafft hat. Dann ist der Täter offenbar bis zum Tagesanbruch In einer kleinen Feldhiittc geblielten, die in d-r Röhe größerer Obftpflonzungen steht und wo zur Zeit der Kirfchen. ernte«in Wächter zu übernachten pflegt. In dieser Hütt« fand man Reste oon Lebensmitteln und einige halb ausgerauchte Zigaretten. Bon da an fehlt jedoch jede Spur. Zwei Hundertschaften und auch die berittenen Landjäger haben bisher nicht entdecken können, mo Ribarcik sich nerbargen hält. Immerhin ist mit der Tatsache zu rechnen, daß der Mörder sich nach innerhalb der Em- kreisungslin!« aufhält und erst in der Dunkelheit versuchen wird, die Postenkette zu durchbrechen. Das Befinden des schweroerwundeten Landjägers Bach und des Arbeiters Grünefeld hat sich auch im Lause des gestrigen Tages nach nicht gebessert. Beide fchmeb-.i nach wie vor in Lebensgefahr. Havannabesuch abgesagt. Zeppelin befürchtet schlechtes Wetter. Hewauwi. ZO. März. Dem, hiesigen Büro der Hamlu.nrg-.Ammko-Li n i« fit non Dr. Ecken«? der folgende Funkspruch eing-ür offen: Der Resuch ho- «amia» ist«adgülSq ausgegeben wegen Knappheit an Rrennstofi und anderem Matrrial. die ixt gittern Wetter genügt hotten, jedoch nicht bei Wetter, wie es jetzt vorausgesagt wird. Bedauere sehr. daß ein« Landung im schönen Kuba: unmöglich, jedoch geht di« Sicherheit der Passo giere vcr. Grüße. atz olle Dr. Eckcncr.. Grauenhafter Selbstmord eines Beamten. Gestern beging der öttjährig-! Mogiftrotsbeamt« Alfred Schall in feiner Wahmrizg in Reinickendorf HZü, Straße Rr. 36, auf grw:en. volle Wette Selbstmord. Sch. schnitt sich mit einem Küchenmesser selbst die Kehle durch Als der Lebensmüde später in einer großen Blutlache«uifgefunden wunde, gab«r trog seiner schweren Der- letzung noch schwach« Lebenszeichen van sich. Sch wurde ins Reinickendonser.Krankenhaus gebracht, doch war«in« Rettung nicht mehr möglich Cr starb bald nach seiner Aufnahm«. Dos Motiv zu dem Verzweiflungsschritt ist unbekannt. Zlder die Manne rtänz« der Azandeer sind so erfüllt von zur Schau getragener Würde und allerlei Tradition, daß sie beinahe langweilig wirken, ebenso langwellig wie die Touren- tänze der Europäer, in denen das gefährliche, blutrote Lächeln der Erotik schon längst zu einer zahnlosen Greifen- grimass« verwelkt ist. In den Tanzen der Frauen liegt viel mehr Geschlecht und Hingebung. Und doch können diese schlanken, geschmeidigen Frauen lange nicht so herrlich tanzen wie die jungen, un- schönen Mädchen der Batangos. D i« fühlen noch immer in ihren Wer», wie der Urmensch einst im Dickicht des Waldes �— unter Paris Auge— getanzt beben muß, wenn sie jung und. wild nackt um die Flammen des Mcchagonifeuers wir- beln, wenn der Palmenwein st« feurig durchbraust und der rote Dampf der Pegierd« stch mit dem Odem des Urwaldes mischt. Als ich spät in der Nacht zu meinem Zelt kam, saß Aera dort..Laloni hat Aera aus dem Dorfe gejagt und zu dir gesandt! erklärt sie auf meinen verwunderten Ausruf, und ihr Blick lohte wie Feuer. „Wer du willst doch gar nicht bei mir sein!" „Nein! Bei niemand anderem als bei Zaloni möchte Aero sein!- „Er gefällt dir alsos' ,Ast er nicht der größte Häuptling der Azandeer?! Und wer sonst als ich sollte seine Liebllngsfrau sein?! Den» ich bin doch Beretios und Amalas Tochter! Was bist aber du? Du bist doch wohl kaum der Erste in deinem Dorfe?!" Ich versuche, dieses junge Weib zu trösten, dies«? Kind, dem eine Männerlaune die ganze Hoffnung ihres Ledens zerstört hat.„Bleibe«ine Weile bei Gazu Oder geh zu dem Dorfe deiner Mutter!" „Ihr Weißen wißt wenig von der Macht Zaloni?. Wre kann' ich irgendwo bleiben, ahne daß er e? erfährt und dann non neuem mit mir tut. was ihm beliebt! Und du bist doch Üefe greuni, 5« ihm für mich Qeföeate gegeb«» haU' „Kehre morgen zu �alom zurück, dann werde ich ihm «me ernste Notschaft schicken, daß ich dich nicht zur Frau haben will!" „Glaubst du. ich will als verstoßene Frau in mein Dorf zurückkommen? Nie!" „Aber was willst du denn eigentlich?!" „Bei dir bleiben! So. wie Zaloni und du«» bestimmt habt!" „Du fängst also allmählich an. dich in«in wenig Zuvor- kommenheit zu üben! Willst du wirklick) bei mir bleiben? So, wie in der letzten Nacht?" Wie giftige Schlangenrachen starren ihre beiden Augen mir entgegen:„Nein! Ganz anders! Gan,z so. wie du willst!" „Wenn ich aber nicht will?" „Du wirst schon wollen!" Sie wirft mir«inen Blick zu, wie ein Rassehund einen Bettler mustert. „Nein, ich will eben nicht! Im Gegenteil, du bist mir beinahe widerlich!" Ich bin.zornig. Was bildet das Neger- weib sich denn ein?„Damit es dir nicht allzu schlimm ergeht, werde ich dir erlauben, mich auf der Reise zu begleiten, bis ich nach Batu zurückkomme. Bon da sind es noch zwei Wochen Reife nach Bami. Und in den Monaten, die die Reise dauern wird, kann sich noch vieles ändern, so daß sich vielleicht doch die Möglichkeit bietet, daß du zu Zaloni zurücktehren oder aus ihn warten kannst, wenn er nach Batu kommt." Nicht ein Wort erwiderte das eigensinnige, kleine, wild« Wesen. Wer ihre Mienen sagten ganz dasselbe, als wenn eine zivilisierte Frau meint: Redensarten! Faxen! Die Reise geht durcko stachen, sumpfigen Wa>d. Bis weit in die gelbschwarzen Flüsse hinein stehen dickstämwige Bäume, die man in Europa als Swbengemächsc pflegt. Keine scharf abgegrenzten Ufer gibt es, keine Lichtungen. keine Anhöhen— nur Wasser und Wald, Wald und Sumpf. Gewunden und wmklig lausen die wenigen Pfade, die Menschen und Tiere gemeinsam benutzen, dahin. Und sonst ist fast der ganze äquatoriale Urwald Afrikas undurchdring- lich für den Europäer. Denn allerhand wunderliche Ge- wachse verfilzen sich mit den Bäumen und bilden mit ihnen ein dichtes Netz. Verfault eine Masche, ist gleich eine neue da. Meilen- und abermeilenweit erstreckt sich Land, da? kein Meißer und kaum ein Schwarzer betreten hat, und wer weiß, was in seinem Innern atmet und miübst?! Alte ägyptische Aufzeichnungen berichten von einem wimderstchea 2kx, öas«s ü» Ajrikas uozugällgliche» Sumpflond geben soll: groß wie ein Ochse, mit Streifen über den Lenden wie ein Zebra, mit einem etwas verkürzten Giraffenhals, mit zwei kleinen Hörnern über der Nase und einem Eselsschmanz— kurz, ein Cocktail zoologischer Eigen tümlichkeilen. Die Möglichkeit der Existenz eines solchen Phänomens wurde von der Wissenschaft ebenso entschieden verneint wie die der Seeschlange. Und in der Allgemeinheit reihte man es unter die Fabel- tiere ein. � Vor ainigen Jahren wurde ein solches Tier aber erlegt. Es hatte sich aus irgendeinem dringenden Grunde aus dem Dickicht des Waldes hervorgewagt. Und jetzt ist es missen- fchaftlich einregistriert und trägt den Namen„Okapi"! Nach einer neuntägigen Reise erreichte ich die Station Tagu. Im Gegensatz zu Bami sehr gut gehalten. Tagus Produktion on Kautschuk und Elfenbein erregte berechtigtes Aufsehen. Und hier war das Gefängnis mit rückständigen, foulen Steuerzahlern wohl angefüllt. Die Eingeborenen machen zwar einen etwas entkräfteten. ober doch gut gedrillten Eindruck, wenn sie den Postmeister in Demut, begrüßen. Er ist ein junger, kräftiger Mann, der van Energie und Tatendrang fast überlief. Da? verfallene Bami und seick weichherziger Chef fallen mir ein. und ich lobe Tagu. „Ja. ich bin stolz auf meine Station!" ist die Antwort. „Aber was das für eine Arbeit mar, sie soweit zu bringen! Wissen Sie, was der Chef einer Station alles zu tun hat?!" „Dock), das weiß ich. Weiße Beamte in den Tropen werden ja fast immer mit Arbeit überbürdet." „Ehe ich kam, war der norwegtsche Bezirksrichter der Manu, der am meisten schuften mußte. Wer gegen das hier führt er wahrlich ein Faulenzerleben! Denn als Postmeister ist man«in untergeordneter Beamter und repräsentiert viel- fach ganz allein fast alle wesentlichen Amtszweige in einem Gebiet und bei einer Bevölkerung, die etwa der eines mittle- ren europäischen Fürstentums entspricht." „Wer zu diesem großen Posten muß doch wohl noch ein weißer Assistent gehören?" „Er ist tot." „Wann ist er gestorben?" .Gestern! Gerade jetzt, wo die Halbjohrsabrechnungen fällig sind! Immer hat er einem Aerger gemacht! Er har auch meinen Leoparden getötet!" Das Gesicht des Post- meister« oerzerrt sich, als weuu er plötzlich einen An soll voU Leitstaoz bekommen hätte. Gortfetzims f-iati j Aktive Publizität der Verwaltung Die Bedeutung städtischerPresseämter und ihre politische Auf gahe 3n diesen Tagen sand die Tagung der Arbeilsgemein- schast städtischer Nachrichten- und Presseämter, die mit einer öffentlichen Kundgebung verbunden war. in Magdeburg statt. Die Tagung darf das besondere Interesse der Oessent- lichkeit beanspruchen, weil sich gerade in der letzten Zeit finanzieller Not der Gemeinden die große Bedeutung der presse- ämler für die Großsladlverwaltuugen. besonders auch in Berlin, eindringlich gezeigt hat. Als das Ekgebnis der Tagung darf angesehen werden, daß sich die Arbeilsgemeinschast in ihrer großen Mehrheit rückhallslos auf den Standpunkt g r ö ß t- möglicher Publizität stellte. 3m Mittelpunkt der Tagung standen die Reden zweier anerkannter sozialdemokratischer Kommunalpolitiker. 3n der öffentlichen Kund- gebung am Mittwoch nachmiltag sprach Oberbürgermeister Dr. Helmerich- Mannheim über»Die Notwendigkeit der Publizität in der öffentlichen Verwaltung". Am Tage vorher hatte sich der Presiechef der Berliner städtischen Verwaltung, Dr. Richard Lohmann, in einem Referat»Die politische Aufgabe städtischer Presseämter" mit größtem Nachdruck für den Grundsatz voll st er publizistischer Offenheit und Ehrlichkeit der Verwaltung eingesetzt. Auf der Hauptversammlung, zu der u. a. der Präsident des Deutschen Städtetages, Dr. M uteri, der Pressereferent des Städtetages, Genosse Dr. B« n e ck e, und als Vertreter der hessischen Regierung Genosse Dr. KaA Mierendorff erschienen waren, führte der Leiter des Berliner städtischen Nachrichtenamtes, Dr. Richard L o h m a n n, aus: Das moderne Presseamt will sowohl Exponent der Dermal- t u n g als auch Exponent der Presse sein. Die beiden, aus semer Doppelstellung sich ergebenden Arbeitsgebiete: Darstellung und Er- läuterung der kommunalen Leistungen und Auswertung der öffent- lichen Kritik für die Arbeit der Verwaltung, sind ausgesprochen politischer Natur. An die Stelle einer unehrlichen Schein- Neutralität setzen wir mit Bewußtsein den Grundsatz po�iti- scher Offenheit und Ehrlichkeit. Unser« Objektivität ist die Objektivität politischer Menschen, d. h. sie wird begrenzt von der politischen Gesamteinstellimg und Weltanschauung. Das Presseamt vertritt die Polltik der Verwaltung. Es ist also selbstverständlich, daß sein Leiter diese PWilik aus innerer lleberzeuguag bejaht. und daß er wie ein politischer Beamter oder polltischer Redakteur seinen Posten verläßt, wenn sich die Linie der Kommunalpolitik grundlegend ändert. Die Arbeit des Presseamts innerhalb der Verwaltung ist ihrem Wesen nach mehr auf Vermittlung. Verständigung und auf die Persönlichkeit seines Leiters, als auf Paragraphen gegründet. Fonn und Umfang der Nachrichtengebung sind ihm vorbehalten. Seine wichtig st en Aufgaben sind das unablässige Drängen auf Publizität und die Auswertung anregender und trcki- sierender Aeußerungen der Presse Das Presseamt kontrolliert nicht die Verwaltung, sondern unterstützt und fördert sie. Es braucht also nicht nur das Vertrauen des Magistratsdirigenten, sondern aller Sachbearbeiter innerhalb der Verwaltung. Die moderne politische Einstellung gegenüber der Presse zeigt sich am klarsten in der Handhabung des D« ni e n t i:»Sage mir, wie du dementierst, und ich will dir sagen, was du für ein Presseamt haftl" Mit dem Gedanken der Unfehlbarkeit der.Hoheitsverwaltung" muh rücksichtslos gebrochen werden. Fehler werden nicht dementiert, sondern abgestellt. Die Press« hat ein Recht darauf, zu sehen und zu hören, was sie durch ihr: Anregung und Kritik erreicht hat. Letztes Ziel aller Presse- amtsarbeit ist die Verhinderung des Angriffs durch recht- zeitige Verwaltungsmaßnahmen, statt seiner verspäteten Abwehr. Hierin liegt der politische Einfluß wie die politisch« Verantwortung des Presseamtsleiters begründet. Der Korreferent, Dr. H u g l c- Osnabrück, wollte die politische Aufgabe und die politische Betontheit auch des modernen Presseamts wesentlich eingeschränkt wissen. In der außerordentlich leb- haften Diskussion stellten sich aber überraschenderweise ins- besonder« die Vertreter großstädtischer Presseämter bereits nahezu ausnahmslos auf den Standpunkt des Referent«?». Die Macht der öffentlichen Meinung. Für den Gedanken vollster Publizität setzte sich auch das Reserat Dr. Heimcrichs ein. Der alte Obrigkeitsstaat habe sein Wirken in Gesetzgebung, Verwaltung und Justiz mit dem Schleier des Geheimnisses umgeben. In der Demokratie stehe der stark geminderten Autorität der obrigkeitlichen Verivaltnug die Macht des Parlaments und vor allem die Macht der öffentlichen Meinung gegenüber. Der freie Bürger müsse zur tätigen Anteil- nahm« an dem Leben der Verwaltung erzogen werden. In der Demokratie könne die Derwaltmig die Mitarbeit der Presse nicht entbehren. Die öffentliche Verwaltung habe die Pflicht, die Arbeit der Presse zu erleichtern und zu unterstützen. Anschließend sprach Professor Dr. D o v i f a t, der Direktor des Deutschen Instituts für Zeitungskund«, über„Kommunalpolitik und Press« im Auslande mit einer Nutzanwendung in Deutschland". Er erklärte sich als ein Gegner der Pressekonferenzen, die in Amerika völlig undenkbar seien. Drüben setzen sich die Redaktionen im Rot- haus selbst«in. Sachlich lernen wir in Deutschland am meisten aus den amerikanischen Verhällnissen. Nicht daß wir der gegen- seitigen Nutzung und Ausnutzung oder der sensationellen Ausbeute der kommunalen Nachricht das Wort redeten: Lernen kann aber die deutsche Gemeinde von der amerikanischen den wachen Sinn für Oessenllichkeit und ösfcnlliche Wirkung. Von engster Fühlung der leitenden Beamten mit der Presse kann allein eine Wirkung ausgehen. Dazu freilich muß auch die Presse selbst den leitenden Gemeindebeamten ihre besten Leute entgegen- setzen. Nicht den„N a ch r i ch t e n j ä g« r", der bloß dos Sensa- tionelle sucht, sondern die publizistische Persönlichkeit. Oem GedZchinis einer Kampferin. Ottilie-Baader-Feier der Arbeiterjugend. Di« Grüppe Berlin-Süden der Sozialistischen Ar- b« i t e r j u g&? d, die sich nach der toten Vorkämpfcrin der sozialistischen Frauenbewegung Ottilie Baader ihren Gruppen- namen gegeben hat, veranstaltete am Freitagabend gemeinsam mit der 40. Partewlsteilung im Sitzungssaal des Bezirksamtes Kreuz- berg eine Gedäo�tnisfeier zu Ehren der Genossin Baader. Der feierlich mit dunkelgrünem Laub und roten Fahnen und Wimpeln geschmückte Saal war überfüllt von älteren Parteigenossen, die an der Ehrung der alten Kämpferin durch die Jugend teil- nehmen wollten.-� Ein Stroichqtraxtett spielle zur Einleitung das Andante aus d«r S. Symphonie von Tschaikowsky und die Sonate k'stbetigue von Beethoven.— Ein Vorspruch zum Gedenken der Toten von Emma Döltz rouzde von einem Iugendgenossen vorgetragen, der in die Worte ausklihgt: Unser Gruppenname ward geweiht Nach d£M Namen, den sie einst getragen, Und so, wollen denn wir Jungen heut Unsere,, Dank der toten Kämpferin sagen! „Soloeigs Lied"' irnd„Aases Tod" von Grieg, ein Gesangs- Vortrag„Wahret die Flanrme" des Sängerquart stts der Frei- d e n k e r leiteten zu der Gedächtnisrede der Genossin Böhm- S ch u ch über. Von persönlichen Eindrücken aus der Bekanntschaft mit der kämpferischen und mütterlichen Proletarierin ausgehend. berichtete die Rednerin.von einer selbstlosen und tätigen Solidarität mit der gesamten Arbeiterklasse und besonders mit den entrechteten und zerquälten Arbsiterfrauen, die Ottilie Bader betätigte. Bei Frankfurt a. d. O. als Tochter eines hochqualifizierten, intelligenten Arbeiters vor 83 Icchren geboren und für ein Arbeiterkind außergewöhnlich gebildet, verlor sie mit 7 Jahren durch die Prole- tarierkrankheit Schwindsucht die Mutter. Die Last eines fünf- köpfigen Haushalts mit drei kleineren Geschwistern und von 14 Iahren an die Pflicht zum Mitverdienen durch elend bezahllc Heim» und Fabrikarbeit mit überlanger Arbeitszeit bedrückte ihre ganze armselige Irgend, die sie mit Taufenden von anderen Arbeiterkindern teilt«. Mit 42 Iahren erst hielt Ottilie Baader ihre erste Rede und schloß sich endgültig der sozialistischen Bewegung als tätige Mit- ftreiterin an. Im großen Konfektionsarbeiter st reit der neunziger Jahr« stand sie bereits an führender Stelle. Der zähe Kampf gegen die politische Entrechtung der Frauen durch das deutsche Bereinsrecht ist auch von ihr mitgesührt� worden. Weil sie ideenreich im Kampf und unermüdlich in der Arbeit war, wurde sie 1899 zur Reichsvertrauenspcrsou der allgemein von der poli- tischen Organisation ausgeschlossenen Frauen in der Sozial- demotratie gewählt. An jeder Bewegung der Folgezeit war sie aktiv beteiligt und hat die aktive Mitkärnpferschaft der Frauen er- wecken helfen, so im berühmten Crimmitschauer Streik um den Zehnswndentag.„Die Mutter der Partei" wurde sie noch lange genannt, nachdem sie 1998 die Zentralfrauenleitung an Luise Zietz abgegeben hatte, weil sie sich für zu alt hielt. Ottilie Baader erlebte noch die Erringung der Gleichberechtigung der Frau durch die Revolution 1913 und das Erstarken der sozialistischen Jugendbewegung. Kampf für den Sozialismus fei das Gedenken an diese Kämpferin! Ein Kampfaufruf der Genossin Z e p p l e r an die Jugend und hxx �xmeinfame Gesang der.�Internationale" beschlossen den Abend. Den Arbeitskollegen erschlagen. Tragischer Ausgang eines Streites auf dem Bauplatz. Am Freitag nachmittag kam es auf einem Garagcnneubau in der Äreuzbergstraße zu einem verhängnisvollen Streit zwischen zwei Maurern. Offenbar in einem Akt der Notwehr schlug der 21jährigc Maurer Wilhelm Horn aus der Oranicnstraße 191 auf feinen Arbeitskollegen, den äOsiihrigen Nikodemus Wadifzewfki, der in der Palifadenstraße 45 wohnt, mit einem Hammer ein. Ein Schlag traf W. fo unglücklich auf den Kopf, daß er augenblicklich t o t zu Boden stürzte. Horn rvurde festgenommen und auf dein zuständigen Revier sofort einem Verhör unterzogen. Er behauptet, in Notwehr gehandelt zu haben. Nach seinen Angaben ist er von Wadiszewjki wiederholt in letzter Zeit gehänselt worden. Der Aeltere habe ihm immer vorgeworfen, daß er nicht arbeiten könne, und mehrfach sei W. sogar im Verlause von Streitigkeiten handgreiflich gegen ihn geworden. Auch gestern nachmittag habe W. wieder ohne jeden Grund Streit mit ihm angefangen. Als W. Anstalten machen wollte. ihn abermals zu schlagen, habe er in feiner Bedrängnis zum Hammer gegriffen, um sich feinen Widersacher vom Leibe zu halten.— Bon den Aussagen der Arbeitskollegen wird«s abhängen, ob Horn aus dem Gewahrsam entlassen oder dem Untersuchungsrichter vorgeführt werden wird. Frauen an die Front! Für den Kreis Wedding fand in dem schönen Atlaütitsaal der L i ch t b u r g die 2. Werbeveranstaltung im Rahmen der Frauen- roerbewochen statt. Lange vor Beginn der Veranstaltung war der Saal bereits überfüllt, alle Tische mußten herausgeschafft werden, um den etwa 999 Besuchern Platz zu machen. Der Abend nahm einen glänzenden Verlauf. Der«prechchor der Freien Gewerkschaftsjugend und die Rezitationen Martha Johns wurden mit Begeisterung aufgeiwm- men. Genossin Kern zog in ihrem Referat eine Parallele zwischen den Anfängen der sozialistischen Frauenbewegung und dem heutigen Stand. Damals wie heute sino es wirtschaftliche und gesellschaftliche Umwälzungen, die die Frauenfrage in den Brennpunkt des Inter- «sses gerückt haben. Für die Frauen der Arbeiterschaft ist daher die Frauenfrage nicht nur eine Frage der Gleichberechtigung der beiden Geschlechter wie für die bürgerliche Frauenbewegung. Die pro- letarischen Frauen werden am schwersten von ihrem Klasse nschicksal bedrückt. Deshalb müssen sie Seit» an Seit« mit ihren männlichen Klassengenossen den Kampf gegen die kapitalistische Wirtschasts- und Gesellschasleordnung führen. Sie müssen sich dajür einsetzen, daß an Stelle des Profitinteresses einiger tausend Unternehmer und Großagrarier der Wohlstand der breiten Masse Leitmotiv wirtschaftlichen Handelns wird. Mehr als je geben die Maßnahmen der jetzigen Bürgerblockregierung Weran- lassung,«ine einheitliche Massenfront der sozialistischen Arbeiterfchaft zu schaffen. Die Beteiligung der Frauen ist dabei von entscheiden- der Bedeutung. Genossin Else Michaelis vom AfA-Lund be- tonte die Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Organifatidn für die Frauen, damit die Bemühungen der Gewerkschaften um die Gleich- siellung der Frau im Wiriichastslcbeil und um sozialen Schutz von Erfolg sein können. Der Film„Giftgas" vermittelte eine Borstel- lnng von den Wirkungen dleser furchtbarsten Errungenschast unseres zioilssierten Zeitalters. Nach einem begeisterten Hoch aus die inter- national« völkerbefreiende Sozialdemokratie fand der Abend einen erhebenden Ausklang mit der von allen Anwesenden stehend ge- simgenert„Internationale". am 1. Juni 1930, 16 Uhr, auf dem Sportplatz „Einsame Pappel", in der CantianstraDe Vortragsfolge: Weckruf(Volkschor„Harmonie", Charlottenburg). Heim Tiessen. 2. Ansprache: Gabriele Proft, Nationalrätln aus Wien. 2. Sei stark(Chor):............ Felix Maiden. 4. Ansprache:MathlldcWurmMd. R. i 5»Mütier an Maschinen"(Sprechchor der freien Gewerkschaftsjugend.) 6. Ansprache; Gertrud H a n n a, M. d L., vom ADOS. 7. Der Freiheit mein Lied(Chor)......... Uthmann. 8. Gemeinsamer Gesang:»Die Internationale". Nach der politischen Kundgebung; Garlenkonzerf. Das Gartenrestaurant, die Promenadenwege und sämtliche Räume des Sport- restauiants sind für uns reserviert. Die Kinder werden auf dem Rastnspieiplatz von den Kinderfreunden betreut Abendfeier um 19 Uhr� 1. Gruß der Jugend(Sprechchor der SAJ). 2. Wir marschieren in Zehnerreihen. (Aufmarsch und Sprechchor der Kinderfreunde.) 3. Ansprache: Klara Bohm-Schuch, M. d. R. 4 Rund um den Erdball. (Sprech- und Bewegungschor der Kinderfreunde, der SAJ. und FTGB.) 5. Fanfaren.(Sprechchor der SAJ.). 6 Gemeinsames Lied:»Brüder zur Sonne, zur Freiheit"(3 Strophen.) 7. Schlußgruß der Jugend. Zt Uhr Feuerwerk, (Aufm an dt plan siehe»Vorwärts" vom 19, Mal 1950.) Ausschneiden und aufhebenl Hochbetrieb im Rathaus. Ver Ausschuß will den Etat noch vor Pfingsten verabschieden. Im Haushaltsausschuß d«r Stadtverordnetenversammlung sind dl« Stadtoertreter sieberhaft an der Arbeit, um den Etat noch vor Pfingsten zur Verabschiedung zu bringen. Heute hoben ollein drei Ausschuhsitzungen stattgefunden und am Montag soll gleichfalls vdrmittags und nachmittags getagt werden. Man hofft, am Montag mit dem Etat der Städtisch«» W«rke und am Dienstag mit dem Haushaltsplan der Verkehrsgefellfchaft in der ersten Lesung zu End« zu kommen. Optimisten glauben, daß es dann noch bis zum Sonnabend möglich fein wird, auch die zweite Lesung zu beendigen.'Die nächst« Stadtverordnetensitzung ftndet bekanntlich erst am Dienstag, d«m 3. Juni, statt. Heut« wurd«n die Abstimmungen zu dem Kapitel B e. rufs- und Fachschulen vorgenommen. Dabei gelangt«» mehrere sozialdemokratische Verbesserungsvor- schlage zur Annahme. Der nebenamtliche Unterricht an d«n Be- rufs» und Fachschulen soll nach Mögüchkeitv abgebaut und dafür di« hauptamtlichen Kraft« eingesetzt werden. Der Betrag für Lehr. mittel f ü r B e d ü r f t i g« soll auf Verlangen der Sozialdemo- krvten von 81 299 M. auf 95 999 M. erhöht werden. Ferner wurde der Magistrat ersucht, nachzuprüfen, ob der Absatz für Gewährung von Fahrgeldern nicht erhöht werden könne. Ebenso soll der Einheitssatz für Wanderungen erhöht werden. Feuerwehr rettet ein Pferd. Man schreibt uns: Als kürzlich einig« Mitglieder des Deutschen Schäserhunldverbandes(DSV.), Ortsgruppe Neukölln, ihren in Neu- kölln, Köllnifche Allee 179, befindlichen Uebungsplotz mit ihren Hunden verließen, bemerkten sie. daß ein dem benachbarten Fuhr- Unternehmer Wiludda gehöriges Pferd beim Grafen in den dicht an dem Hundesportpiatz befindlichen K anal gestürzt war. Das an dieser Stelle senkrechid Ufer des Kanals machte dem schwimm«?», den Pferde dos Herauskornmisn unmöglich». Der herbeigeholte Be- sitzer hielt mit feinen Leuten das schon erschöpfte Pferd an Stricken über Wasser. Die gleichfalls benachrichtigte Feuerwehr rückte schon nach wenigen Minuten mit zwei Wagen(mechanische Leiter und Gerotewagen) an und unternahm die Bergung des verunglückten Pferdes. Die Bergung, welche mittels langer, breiter Gurte auf untergelegten Bohlen vollzogen wurde, war infolge des steilen Ufers äußerst schwierig. Binnen 19 Minuten war das Pferd durch die geschickten Feuerwehrleute gerettet. Todvrtnger Motorrad. Auf der Heerstrahe im Grunewald stürzte der 36jähr?g« Jour- nalist Friedrich Zentes aus der Blurnenthalftraße 16 iirfolg« zu hoher Gefchwindigkeit mit seinem Motorrod u?»d wurde schwer ver- letzt. Der Verunglückte wurde.mit einem Schädelbruch ins Spandauer Krankenhaus gebracht, wo er bald nach seiner Ein- lieferung gestorben ist.— Auf eigenartige Weise kam der 47jährige Wächter Karl Stracke aus der Auguftaftr. 5 in Lichter- felde ums Leben. St. begleitete einen Bekannten auf dem Soziussitz eines Motorrades. Plötzlich verlor Stracke während der Fahrt den Halt und stürzte in der Berliner Straße kopfüber aus den Fahriwmm. St. sand im Binzenzkrarckerchaus Aufnahme: dort ist«r einige Stunden nach seiner Einliefern ng gleichfalls gestorben.— Bein? U überschreiten des Fahrdammes an der Ecke Krugallce und Damm- weg wurde die SSjährig« Frau Wilhelmme Lehmann aus der Görlitzer Straße 32 von einem Motorradfahrer überfahren und lebensgefährlich verletzt. Die Verunglückte starb bald nach ihrer Einliefenmg ms Bethanienkrankenhaus. Gegen den Bürgerbwck! In einer sozialdemokratischen Fraktionsversammlung de? Lithographen und Steindruck«? behandelte Reichstagsage- ordneter Genosse Aufhäuser das Thema„Die Sozial- demokratie in der Opposition." Nachdem er den Kampf der Sozialdemokratie innerhalb der vorigen Regierung um die Interessen der Arbeiterschaft geschildert hatte, setzte er sich mit den grundsätzlichen Gegnern der Koalitionspolitik auseinan- der. Die ökonomischen Machtverhältnisse bleiben bestehen und be- dingen die Forffchritte des Klassenkampfes in erster Linie, und es ist«ine Frage der geschickten Politik, was man in der Koaliilon bis zu ihren Grenzen erreicht. Taknsch richtig war es, im März die Koalition aufzugeben, denn wir sehen, daß die Bürgerlichen setzt selbst nicht wagen, auf die Beitragserhöhung in der Arbeits- losenverstcherung zu verzichten, dle sie uns in der Regierung nicht zugestehen wollten. Gegen alle Abbaupläne in der Sozialpolitik gilt es den außerparlamentarischen Druck der Arbeiterorganisationen zur Unterstützung des parlamentarischen Kampfes zu mobiiisieren und die Klassenkraft der Werktätigen durch Werbung zu verstärken. Alle müssen jetzt durch die antisozial« Politik der Brünmg- Regierung aufgeweckt werden, und all« künstlich vom Bürgertum geschaffenen Standesdifferenzen zwischen Arbeitern, Angestellten und Beamten schwinden. Schone weiße Zähne.„Auch ich tnöchte nicht verfehlen, Ihnen meine größte Anerkennung und vollste Zufriedenheit über die „Chlorodont- Zahnpaste" zu übermitteln. Ich gebrauche„Chlorodont" schon seit Jahren und ich werde ob meiner schönen weißen ZSbne oft beneidet, dl« ich letzten Endes nut durch den täglichen Gebrauch Ihrer »Chlorodont-Zahnpaste" erreicht habe." C. Rcichelt, Schwerz, Amt Niemberg» Eaalkreis.— Chlorodont: Zahnpaste, Zahnbürsten, Mund- wasser Einhcit-pre» 1 Ml. bei höchster Qualität. Ja allen Ehlorodont- yuläuMllLl zu Hab«. Helft den Alkoholkranken! Man darf ihnen den Weg der Rettung nicht versperren. Der Arbeiter-Abstinenten-Bund schreibt uns: Der Magistrot hat Ende Dezember v. I. die Verschickung von Alkoholkranken in Heilstätten untersogt und auch sür das neue Rechnungsjahr diese„Sparmaßnahme" aufrecht erhalten. Es erscheint uns drirtgcird nötig, daß die Vertreter der sozialistischen Arbeiterschaft die Aushebung dieses Verbots der Alko- holikeroerschickung mit Entschiedenheit fordern. Das Verbot ist sachlich unbegründet. Bei vielen A l k o- h o l i k« r n kann die Heilstätte ebensowenig entbehrt werden wie bei Tuberkulösen. Wenn die Alkoholkranken, deren Der- schickungsbedürftigkeit durch eine gründliche fachärztliche Unter- suchung und fürsorgerische Betreuung festgestellt worden ist, nicht Heilstätten zugeführt werden, so erschwert man ihre Heilung, wenn man sie nicht überhaupt verhindert. Damit ist oft gleichzeitig auch über das Schicksal der ganzen Familie entschieden. Versucht man in diesen Fällen, die nicht ambulant beeinflußt werden lönnen, doch noch zu Helsen, dann bleibt gegenwärtig nur die Unterbringung in einer geschlossenen Heil- und Pslegeanstalt übrig. Alle Fachleute sind sich darin einig, daß der Alkoholiker im ersten Stadium in der Irrenanstalt die notwendigen Heilbedingungen nicht findet. Cr sühst sich unter den eigentlichen Geisteskranken unglücklich, verschließt sich gegen die dort übrigens unzulänglich« Heilerziehung und drängt aus der An- stalt heraus. Die Stadt Berlin hat bisher nur in einer ihrer Irrenanstalten eine besondere AbteUung für Alkoholkrank« ein- gerichtet, und zwar in den Wittenauer Heilstätten. Dieses„A b- st i n e n z- S a n a t o r i« m" ist jedoch gewöhnlich überfüllt, so daß die meisten Alkoholiker tatsächlich unter die„Verrückten"(so sagen die Patienten) gelegt werden. Die als Ersatz für die Heilstätte jetzt in größerem Umfang gewählte Unterbringung in der Irrenanstalt ist erheblich teurer als die Verschickung. Der tägliche Pflegesatz beträgt in den offenen Heilstätten durchschnittlich 5 Mark, d'« Selbstkosten der Stadt Betragen jedoch sür jedes Bett in der Heil- und Pflege- anslalt mindestens 7 Mark. Die Unterbringung in der Irrenanstalt bedeutet also nicht nur eine Verschlechterung der Heilungsaussichten. sondern auch eine vermehrte Geldausgabe. Das Verbot verstößt auch gegen das Gesetz. Nach den Reichsgrundsätzcn über Voraussetzung, Art und Matz der öffentlichen Fürsorge muß die Gemeinde den Hilfsbedürftigen Krankenhilf« und Hilfe zur Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit gewähren. Wenn ein altohol- franker Proletarier, der nicht gegen Krankheit versichert ist, durch den Trunk krank und arbeitsunfähig geworden ist, so muß ihm demnach die Gemeinde dasjenige Heilmittel zur Verfügung stellen, das den bestmöglichen Erfolg verspricht. Die Weigerung der Stadt Berlin, Alkoholkranke in Heilstätten zu ver- schicken, trotz Vorliegens eines entsprechenden fachärztlichen Gut- achtens ist also auch vom rechtlichen Standpunkt aus u n h a l t b a r. Kuud um die Liebe. Die slädtisdje Iugendbühne Lichtenberg, Holtel- lirahe 7/fl, bringt vom DienSIag. dem 3. Juni, bis einlchlichlich Donnerstag, dem 5. Juni, den hochinterchanten QucrfchniUiilm:»Rund um die Licbe'— eine Revue der schönsten und markantesten Liebesszenen auS über SX> deutschen Filmen von 1308 bis 1928— zur Vorführung. Allgemeine Weiierlage. ZO.�si 1930, abds. — ttSo" MD QHaW'TBa »wll,te!l!«t sich beut«. Eonnabend. ts Ubr, an der Demonstration der TAI..Pankow anläßlichlich der 2a.Zahr.a«Itr. N.lbcr?« unter eo,!al>stischa Arbeüeciugend.— Morgen, Conntga. restlose BettNizung am Lnternalionalen jZtancnlag auf d«m DgortPlag»«infame Pappel", Cantian» Prenzlauer B«r>>! Wir treffen UN» morgen zu« Mitanbeit an den Eltern» driratswalilen um S'i Uchr im Lokal S-iffcrt, Papp-l-IIee 15. Srnpp« Mitte! Wir trckkrn uns am Sonntag. 1. Juni, um im Uhr stoppen- jjlaft und beteiligen an» geschlossen au der Drauenkundgcbung. Crichelu-U «llcht. Unter dem Titel„Einakter" sendet die Berliner Funkstunde am Donnerstag nachmittag ein paar Dialoge von Wilhelm Lichten- berg. Es ist eine unterhaltsame Veranstaltung, denn die kleinen Szenen sind gut pointiert und in witzigem Stil geschrieben und eignen sich außerdem sür eine Uebertragung. aber sie bringen Sachen. die schon zu reichlich bekannt sind. Diese kleinen, teils lieben?» würdigen, teils sanft boshaften Sticheleien auf Menschen innerhalb und außerhalb der Eh«, bildeten schon vor Jahren das Repertoire der Witzblätter. Immerhin ist hier ein sür den Rundsunk positiver Versuch unternommen worden, der nur an der Belanglosigkeit des Stoffes scheitert. In dieser Form könnten jedoch Tagesgiossen dem Hörer geboten werden, oder Sketche, die aktuell« Fragen behandeln: Dialoge, die sich mit bestimmten Problemen auseinandersetzen. D l e Funkstunde könnte den aktuellen Einakter schaf- f e n. Aus der Reche der musikalischen Veranstaltung de» Tages ist das Nachmittagskonzert zu erwähnen, in dem Henny Wolfs Lieder von Mendelssohn, Franz, Schumann und Schubert singt. Der Sopran hat In der Höhe mit Schwierigkeiten zu kämpfen, ist aber stark im künstlerischen Ausdruck. Ganz ausgezeichnet in demselben Konzert die Eellistin Evel St« g m a n. Gut gelingt auch die Uebertragung aus Magdeburg von der Einweihung des neuen Stadions. Regierunqsrat Leo H o r w i tz beginnt am Freitag einen Bor- tragszyklus„Reparationslast— Deutsches Wirtschastsschicksal". In großen Linien entwickelt er in seinen einleitenden Betrachtungen die wirtschaftliche Situation Deutschlands und Zentraleuropas. Der Portragende behandelt dieses schwierige Thema durchaus gemeinver- ständlich und rückt auch dabei das soziale Problem in den Vorder- grund. In der Aktuellen Abteilung spricht Polizeivizepröfident Weiß über den Düsseldorfer Mörder. Er vermeidet, da die psy- chiatrischen Untersuchungen noch nicht abgeschlossen sind, auf den Geisteszustand des Verhafteten näher einzugehen, aber er gibt all- gemeine Betrachtungen über die Psyche dieser Verbrecher und kommt auch auf die Unsicherheit von Zeugenaussagen zu sprechen. Leider zieht er nicht von hier aus den Schluß auf die Gefährlichkeit des Indizienbeweises. In den frühen Abendstunden singt der Charlottenburger Volkschor„Harmonie", ein Thor, der schöne Sttm- men vereinigt uno im Vortrag volksliedmäßiger Gesänge seine Stärke zu besitzen sdheint. Die Ueberttogung„Cohengrins' aus der Städtischen Oper bietet den Hörern einen hohen Genuß. B. Leb. �«SozialifiischeArbetterjugendGr.-Verlin � atnsmdungn, für dies» Zkptrst bot«i M 3D(enkftstct»IIb>mv tat Keim Lehrter Straße IS— 1?.— tS'.i Uhr Aussprach« für Dinktianärr. Werbcbezld Witte: Betettisiunz an t>«r Demonstration in Dankow. Zretk- Punkt 17% Uhr Rosenthaler Platt(Lothringer Straße). Werbe bezid Prenzlauer Berg! Tcilnchmrr an her 2S.Iahr>KeIrr In Pankow Treffpunkt 18 Uhr Hochbahnhof Ziorbrmg. Bctbrbcjid Teltowkattal: 19 Uhr Heim StegNß. Aff>r echtste, fl: Delegirrt»»- koitscreng. Eintritt nur gegen Ausweis. Wrrbrbrgid Trwprthof: Ift'-j Uhr im Heim Tempelhof: Delegiertenkonferenz. Werbrbezid Arnlöllu: Eefchloffette Bcteiliguntt an der WerUddentoitstration in Pankow. Alle Eruppenveraitstgltungen fallen aus. Treffpunkt 1734 Uhr Bahnhof Neukölln, gähnen. Wimpel und Transparente mitbringen. -Z ffittbebeuid Pankow: Treffpunkt 19 Uhr Marktplatz zur Demon- M M stration durch Pankow. Es ist Pflicht aller Iiigettdgeitogcn sich daran f. zu beieiligen. Zum Internationalen Frauentag, morgen. Sonntag: Tresfpttukt der«rfamtorganifaiion 1434 Uhr Drnnnenplaß. Di« Ans- stellnug de» Zuges erfolgt iu der Vrihftraße fam Ufer der Danke) mit der Spthe zur SchSustedtstraßc. All« gähnen und Wimpel mLffe» mitgebracht wetden. Trefspuntle der Abteilungen und Werbebezirkc: tbewerkschastshaB»: 8 Uhr Treffpunkt zur Elternbeiraiswahl bei Micktel» stöpenicker Sit. 5Z-t. Isunktianärperfamniltina fällt aus.— Lamboldihaiiit 14 Uhr„Note Aller".— SSiönhaufer Vorftadt: 1? Uhr„Sozialistcn.Ecke".— Süden: 1934 Uhr»Note Ecke".— Südwesten: 133) Uhr Belle-Allianee-Plati.— Britz! 1214 Uhr Buschkrug.— Stralitz: IS'4 Uhr Nathausplatz.(Wahlhiife zur Elternbeiratswahl 9 Uhr bei Schellixtfe. Ahornstr. ISa.)— Markr.dorf I und ll: 1234 Uhr am Ullste!n»Saus(gemeinsam mit den stinderfreunden.— Marien- selde-Lichtettrade: 1334 Uhr Dahnhos Lichtenrade.— Pankow III. N. F.: 1934 Uhr Pankow, Marktplatz.— Werdedeziri Mitte: 1934 Uhr Nosenthaler Platz.— Werbebezid Tiergarten: 1934 Uhr Kleiner Tiergarten oder IVA Uhr Bahnhof Bülowstraße.— Werbebezid Prenzlauer Barg: 1934 Uhr ScktStthatrfer Allee Ecke Danziger Straße.— Werbebezirk Schöneberg: 1334 Uhr stWP.— Werbe- bczid Renkölln: 1934 Uhr Bahnhof Neukölln. et Aru»wald«r Platz I: 9 Uhr beim Genossen Thüwer, Gnesener Str. 4: Ar- beitsgcmeinschaft.— Schöne de ra IV und V: 1134 Uhr stWP. zur Probe de» Bewegungschors. Nachzügler 1234 Uhr Sportplatz Schönhauser Allee. Werbebezid Lichtenberg! 19 Uhr Gründungsfeier der Abt. M-HI»bod ha Saal de» Eenossenfchaftshaufes, Melanchthonstraße. Siedlung II. Nachmittag, Beteiligung an der Demonfiralion der Gefamlorganifation. Vorträge, Vereine und Versammlungen« Reichsbanner..Schwarz-Rot-Gold". Gefchsistsstell»: Berlin S 14. Sebasiianstr 37—38, Los Z. Zr. Gaurorstaud! Achtung, Sportler! Die Fortsetzung der Kurs« findet jetzt jeden Mittwoch und Freitag ab>8 Uhr aus dem Sportplatz im Humboldt Hain statt.— strei» Osten: Sonnabend, 91. Mai, Stratzburg. Fahrer Abfahrt 17 Uhr Bahnhof Weißensee(Grell ftraße).— Kriedrichshaiu: Sonntag. 1. Juni, 19 Uhr, Antreten auf den Sammelplätzen der Äamerodfchafien in Bannerkleidunq ohne ssahnen.— Weddhig: Alle Magdeburg.ssahrer Montag. 2. Juni, 20 Uhr. in der Noten Eckntle, Goienburgcr Straße, ssahrgeld mit, bringen.— Lichtenberg, Zungmannschaft und Echutzspartler: Montag. 2. Juni. Uebungsabend in der Turnhalle Rummelsburger Str. 84, alle Kalle. Appell für die Magdeburgfahrt. Alle Zungkameraden müssen unbedingt erscheinen. Sanitätsdienst Kam. Zänick».— Eharloitenburg(Ortsverein): Sonniag, 1. Zum, treten olle Magdeburg.Zahrer um 11 Uhr auf den: Picrdemarkt an.— Ave Zungbannerkameraden, hie nach Mogdebura fabren, treffen sich um s Uhr mit Marschgepäck bei Beuiel. staiser-Zeiedrich-Sir. öS. Reich,bu«ch der striegsbeschädigteu, Kriegsteilnehmer und Kriegerhiuter- blieben«::. Bezirk Zentrum: Montag. Z. Juni. 20 Uhr. findet in den Hackeschen Testsälen. Nosenthaler Elr. 40—41, die Monatsversammlung statt. Referat Kamerad Schubert:„Der Ansturm auf die stricg-opfcrversorgung".— Ort»- gruppe Obersprer: Versammlung am Dienstag, 9. Zuni. 20 Uhr. im Restaurant struger, Riederlchoneweide, Berliner Str. 119. Ecke stennstraße. Stepublikanische Nednervcreiuiguug. Montag. 29 Uhr, spricht im Alten Askanier. Anhaltstr. 11. Genossen Plans Marx über„Englische Arbeiterpartei und Zndienproblem". Gäste millkommen. Deutscher Arbeiter-Abstinenten-Bund. Bezid»gruppe strenzbrrg. Am Sonnabend, 81. Mai, um 29 llbr. in der Aiiobolfreien Gaststätte, Skalitzer Str. 8: »Brauchen wir eine Arbeitsgemeinschaft?" Die Neuköllner Mitglieder sind hierzu herzlich«eingeladen. isr« religiös« Gemeinde. Sonntag. 11 Uhr, Pappelalle« 19, Vortraa de, Herrn P. Roaal:»Zenseitsglaube der alten Kulturvölker Europas". Harmo- nium: Aus„Martha"(Flotow). Gäste willkommen, Dir größte«affcestube der(flrma A. Zuntz sel. Wwe. ist soeben!n der Zriedrichftrasze 174, zwischen Zäger- und französische Straße, eröffnet worden. Reben den bisher g-sichrten Gebacken und Getränken erhalten Sie dort vor- mittags preiswerte Sonderfrllhstücke und mittags wanne Gerichte zu mäßigen Preisen. Trinkgelder höflichst perbeirn. Um die Behaglichkeit der Gäste zu er- höhen, find getrennte Raucher- und Nichtraucherraume geschaffen worden. Begl. Abschrift. II P.J. 91/30. «eschäftSnummere 19 � Zm Namen de» Volke»! Strafsache gegen den Schriftsteller Fritz Lange in Neutölln, Thiemannftraße l9. geb. am 29. November I8W in Berlin. wegen Beleidigung. Da, erweiterte Schöffengericht In Neu- kölln hat In der Sitzung vom 9 Mai>999 an der teilgenommen haben Londgerichre- dlreitor und Amtsgerich!»rat Dr Kuhrauer ai« Borsitzender. Gerlchtsassesfor Echeer ai» zweiter Amtsrichter, Ziseleur Sommer Biumenhöndiec Kniiiel als Schönen Etaatsanwailschaftsrai Ebel als Beamter der StaaisanwaUichafi, Zuflizfekretär Schatz als Urkundsbeamter der Getchäflsstelle, für Recht erkannt: Der Bngetiagte wird wegen Beleidigung zu iS9 RM Geldstrafe, im Unoermögens- 'alle zu li Tagen Geföngni». und zu den Koste:: des Vermhren» oerurteiit. Dem Beietdigien, Nebenliäger Arndt. wird die Beiugni« zugesprochen, binnen einem Mona:»ach mngeteister Rechts- traft de» Urteti» den erkennenden Teil de» UttetI« auf Kosten des Angeliagten !M„Vorwärts" und ln:„Neuköllner Tageblatt" öffenlllch bekanntzumachen Beglaubigt: Dr. Stegkrted Weinberg. Rechtsanwalt Angenslinien Auienthalt bieten unsere alkohölf rt-len Er- t'r lach uuK'Nüt ollen: Volkspark Reliberge Volkspark Wiililtielile VolksparkFrlsdrlclislialii Zeitgemäße billige Preise! Uofagt»« CemeiiuDIlige ferWetu- jjKälSSll guellsdnft n. b. 1. Berlin X. 24 �Beaten ist utmec sa schön saßtig... „Ja, siehst du, früher mußte ich das Fleisch sehr lange braten, nur um genügend Soße zu erhalten. Dadurch wurde dem Braten der Saft entzogen, und er schmeckte nachher trocken und fade. Heute bereite ich mit einem Würfel Knorr- Bratensoße in 1 Würfel---'/« Liter--- 15 PL Versuchen Sic Tffiwvt Brafensoße wenigen Minuten ohne irgendwelche Zutaten eine pikante Soße, und mein Braten bleibt saftig, weil ich ihn nicht übermäßig auszuhraten brauche."— Knorr-Bratensoße enthält alle Bestandteile einer natürlichen Soße, von der Mehlschwitze bis zum feinsten Gewürz. Knorr-Makkaronl dazul Tragödie im$(miergmnd Von Qerhari Jierrmann Wo/Iar Ocirwitb sp!«ll BectFtoofii, und es ist sehr feierlich. Wcchrschein- lich rührt!>as daher, daß alle, die zuhören, zur Feierlichkeit kein 2alent haben— wie sie ja auch weder Frack nach Schtrwrz- hemd Fiefißen; desholli überfällt sie das Festliche, das unerwartet kam. wie aus einer schönen Frenrde; olles Theater wird ja am tiefsten erlebt ntm her Galerie. lind Galerie, fünfter Rang ganz links ist dies Atelier wirklich: hundertundzwanzig Stufen tiefer liegt die Bühne der Strahe in der gleißenden Dekaratinn der Rächt. leuchten die Schaufenster wie stille, bunte Blumen, die unter dem Wir»»«iW. Zeltloaerfilm.Rot« Kall-»", fei D Die Sekretärin der Arbeitcrmodlfahrt, Denosfin Itnrgoß, spricht,«»in- i tritt nnr 40 Ps., Rinder herbe« keine» Zutritt. k. I 3. fttei» Wedbing. Elternbeiräte: Das ZcntralwahNokal dosindet(ich bei Albert E-rgass. Uferltr. 12. Eck- Wartin. Opid-Stroste. Di« Wablera-dnisse der einzelnen Schulen sind nach Beendigung der Wahl sofort hier adzu- geben. 3. Srcia Krsedrichrhnin. Zentralwadlbür» für d'e Sliernbeiratmuahlen ist bei Wittschnss, Pe'cr-tnirgcr Str. 5. Telephon- Andrea» 1080. 7. Ätti« Edarlottenbnrq. Dos Wahlbstro für die morgige Elternbeiratmvohl befindet sich bei Reimer. Wilmeioborfer Str. 21, Ecke Ranalftraße). Tele- plion: Wilhelm 1443. WgliThelfer und-Helferinnen tRabtahrer) werden ge. beten, ssch zahlreich dem Büro von 8 Uhr ab zur Verfügung zu üollen. Wahlplakate lLiüe..Schulgufl>au"1. Stimmzettel, sorvelt noch nicht gefcheh-n, sind heute abzuholen. Die Wahlleiter an den einzelnen Schulen haben selbst für Sümmzettelverteiler und deren AMiüung zu sorgen. 7. Kreis ckharlatirnburg und Spandau. Juristische Sprechstunde findet am Sonnabend. 81. Mai, von 17—18 Uhr, im Jugendheim Rvstnenstr. 4, statt. Gelegenheit zum stirchenanstritt!. 0. itrel» Wllmercbarl. Di««benolstnnen und Genossen treffen ssch am Sann- log, l. Juni, zur Demonstration um IS Uhr auf dem Papvclvlast, Znva- lldenstraße, zwischen Berg- und Ackerstraste. Kähnen und Banner stirb mitzubringen. iZ. Are!» Te-nnelhof. Di» Resullai«»an de» EliernbeiratewaMeu find sofort nach Abschlnst dem sscntralmabllokal Pommerenin«. Berkner Str.>00. Telephon: Südrina 343, zu melden. >4. Krei» R«nli>ln-Brist. Genossen, deren Rinder die Rarl-Warx. Schule be- suchen, melden ssch am Sonntag, 1. Juni. 9'/s Uhr, in der Rarl-Marx. Schule zur Wablarbelt.—>3.. 10.«el'Nche S»»l». teifingstraste, nnd 2. Siliolchnlc. Ropistrast«! Eltern b'efrr Schulen müssen am 1. Juni um s>,i Uhr im Lokal von(Srieger, Leissngstr. 9. zur Wahlhllf« erscheinen.— Da» Zeutralreablbstr» für die Eltern bei rat»n-ahlen ist im Bartcibüro, Ideal- vassag». Telephon: T 0, Reukissln 1702. i Die Abteilungsleiter werften er. sucht, dafür zu sorgen, da» sofort d!« Resultat« aemeldet werde». Auch ist zu melden, an welchen Schulen kelne Liste eingereicht Ist. 18. Roes» Weistcnsee. Die regelmässige Kunkt'onSrssssuna am Dienstag, 8. Juni, fällt auo. Dafgr treffen wir i-ns am Sonntag, i. Juni, und alle noch niä't eingeteilten«yenvsse» zur Wahlh'lfc vormittags. Ab IZ Ubr im Stadion am Kaulen See hat da« bundeotreue Ardelter-Sportkartell sein diesjobriges Rarielliportfcst. Da der Eintritt kostenlos ist, bitten wir um rege Beteiligung. 48. Abt. heule, Souaabeud, deu ZI. Mai. Abrechnung firmtlicher Bezirksführer bei Keller, Mrstenstr. 1. Morgen, Soautag, den 1. Zuul. Alle Getiosstuneu und Genosien treffen sich zur Wahl- HUfe für die Slternbeiratswahleu in den nachstehend angegebeneu Lokalen: 3. Abt. 814 Uhr bei Dobrohlaw. Swinemünder Str. 11. 8. Abt. Genossen, die bei der Elternbeiratswahl mithelfen uvb noch nicht «ingeteilt ssnd. melden ssch von 8 Uhr ab bei Rickert. Steinmeststr. 36». !>. Abt. 8� Uhr bei JMiiner. Wilsnacker Str. 84. 10. Abt. 8 Uhr beim Genossen Rast. Schule Gerhardtstraste. 12. Abt. 9 Uhr bei Schmidt. Wielcfstr. 17. 14. Abt. Alle Senossen, die nicht an den Wablarheite» beteiligt ssnd, be- teiiigen stch an der Kruuendemosiralion um 14 Uhr Brunnonvlast.— Di« Selker zur Elternbeiratswahl treffen ssch 714 Ulir bei Hünke, Swinemünder Strahl 43. 21. Abt. Treffpunkt zur Krauenhemonstratlon 14 Uhr Brunnenplah. 22. Abt. 814 Uhr bei Borkowski. Brüsseler Str. 43. 23. Abt. Zur Elternbeiratswahl treffen ssch alle Mitglieder um 9 Uhr bei Körster. Ofenerstr. 14. iure Wahlhilfe. Zum Abichlust der Krauenwerbcwoche erwarten wir restlos« Beteiligung an der Kuubgebung auf dem Sportplah „Einsame Pappel". Abmarsch der Abteilung um 1414 Uhr vom Brunnen. via». 24. Abt. Uh7 Einteilung der Helfer zur Elternbiiratswohl. 1. Gruppe: Zlöoner. ImmairueNirchstr. Zü. 2. Gruppe! Ahifchläger, Win». Eck« Christ. burger Strosse. Steg« Beteiligung wird erwartet. 23. Abt. 914 Uhr bei Schmidt. Kurische Ecke Kniprodestrasse. 29.«bt. Die Genossinnen uijd Senossen treffen ssch um 14 Uhr vor dem Bezirksamt Prenzlauer Berg zur Demonstration. 31. Abt. Parteigenossen, d!« gewillt ssnd, Wablarbett bei den Elternbeirats- wählen zu verrichten, treffen ssch um 9 Uhr bei Gvldschmidt, Etolpifch« Strasse 86. Alle übrigen Mitglieder der Abteilung, vor allem aber die Genoissnnen. ttelen um 14i- Uhr vor dem Bezirksamt, Danzi9er Strasse Ecke Prenzlauer Allee, zum Werbeumgug der Krauen an. 32. Ab». Die Senoissnnen beteiligen ssch restlos an der Kundaebung. Ab- marsch 1814 Uhr vom KUstriner Plass.— Sonntag finden die Elternberrats» wählen statt. Die Genossen und Genosstunen werden um reftlso« Betetli- gung an der Wahl ersucht. Jeder wählt in der Schule, w» da« geht. Die Genossen, die zur Wahlardeit von den Bezirksfühgern bestellt werden, müssen restlos zur Stelle sein. Abteilungswahllokal bei Krour» phardt. Paul-Singer�tr. 49. 33.«bt. 814 Uhr bei W-rtalla. Hoh-ulohestr. 8. 35. Abt. 18 Uhr bei Schulz. Eamariterstr. 3«. 43. Abt. 714 Uhr bei Leuschuer. Diessenbachitt. 34.. � 40. Abt. Arbeitseinteilung und Materialausgabe bereit» am sznvmbend. 31. Mai, um 2V Uhr. h-i Eichholz. Euvrnstr. 23. Am Somrwg treffen ssch alle Genossen zur Wahlhilfe. 47. Abt. 1% Uhr bei Eicdentopf. Mnskouer Str. 3S. 48. Abt. 8 Uhr bei Prüfte. Prinzen lir X'. 52. Abt. E Harle tlen bürg. 814 Uhr bei Bade, Kaiferln-Augusto-Allee 32. Schl-eberg. 77. Abt. 814 Uhr bei Jürgens, Barbarossastr. 3».— 79. Abt. 814 Uhr bei Reimann. Scdanstr. 17. 82. Abt. Stegliss. 814 Uhr bei Schellhase, Ahornstr. 13». Treffpunkt zuck Krouendcmonittation 1314 Uhr am Rathausplass. Autobus 3. 84.«bt. L-atwig. Die Geroissnnen und Genossen tresfen sich zur Wahlarbert für die Elterndeiratswahien um 8 Uhr vor der Schule in der Scndlih- ssrasse und um S Uhr vor der Eckiule in der Echulfttasse. 85. Abt. Zemprlhof. 8 Uhr bei Pommerening. Berliner Str. 100. Der 1. Be» zirk bei Pinger, Dorfstr. 50._ Reulelln. 89. Abt. 9 Uhr bei G rummeck. Sanderstr. 10.— 94. Abt. 9 Uhr per Schräder. Et-inmessstr. 32.— 95. Abt. 814 Uhr bei Srieger. Lesstngstr. 9.— 90., 97., 98. Abt. Von 9—16 Uhr Uhr für die Elternbeiratswahleu für die 5.,«., 27., 38. Schule. Mariendorfer Weg. 191. Abt. Treptow. 814 Uhr in der Spedition Graessstr. 50. 100. Abt. Zohantstbal. 814 Uhr bei Botha. Stubenrauchstr. 12. 111. Abt. Bohnsderi. Ab 9 Uhr trofieu sich alle Parteifunktionäre zur Eltern. beiratswahl Im Lokal Madrei. � 124. Abt. Rahlsdorf. Alle Eltern beteiligen ssch an der Elternbe'.ratmvahl und wühlen Liste.Schulau scau". Wahllokal Schule Walderse-strass«. Wahlhelfer melden stch frühzeitig im Lokal Emil Ander». 17 Uhr Bvrfühmrnge» der SAJ.-Lichtenberg aui dem Svortplass Siedlung. Teil I:.«riindmig einer SAJnGruppc. Jugendliche sowie ältere Genossen sind herzlich eingeladen. >27. Abt. Soheulchituhause». 10 Uhr im Lokal Klebe. Berliaer Str. 97. 13».»bt. Tegel. Ab 9 Uhr im Jugendheim Bahnhvfstr. 13. Dle Bezirksführev müssen bestüiunt erscheinen.. 140«.«bt. Wttt-n-u. Achtung. Elterubeiratswahl! Die Wahlen finden in den Schulen Zlosenthaler Sttasse und Kauptstrasse lalt« Schule, an der Kirche. Dorfau«) von 8— lZ Uhr statt. Die Genossen werden oufgesordert, sich dort al» Wahlhelfer für die List«»Schulau fdau" einzufinden. Zraueuveranstaltnagea. Treffpunkte der kreise und Abteilungen zur Demonstration na 61 dem Sportplatz„Einsame Düppel", Cantianstraße. am Sonntaez. dem I. Zun! 1930. 2. Kreis Tiergarten. 15 Uhr P-ppelpIass. Invaliden- Ecke Ackersirosse. 10. Jtui» Zehlerdarf. Um 1314 Uhr auf dem U-Bohnsteia Thielploss. 19. Rrei» Pankow. 1414 Uhr Pankomer Kirche0 Uhr am Ko'tdusser Tor, Ecke Kottbusser Straß«. Nachzügler 1414 Uhr alrf dem Poppelplatz. 40. Abt. 1314 Uhr Kaickenstein. Ecke Schlesisch« Strasse. StraßenbahnZlnie 8 bis Brunnen. Ecke Beteranenürasse. 47. Abt. 1314 Uhr vor dem Lokal Siedenkpf, Muskaucr Stt. 33. Ilachzügler 1414 Uhr auf dem Pappelplatz. 80. Abt. schöneberg. 14 Uhr am Untergrundbahnhof Lauptstrasse. 94. Abt. Reukällu. 1314 Uhr am Untergrundbahnhof Boddinstraße. 101. Abt. Treptow. 14 Uhr Siesholz. Ecke Elsensiiasse.«inderfreunde. 3. Gruppe Treptow: 13>4 Uhr nrn Kallertef, Kiefhol». Ecke Elsensirass«. 102. Abt. Bauurichulenweg. 14 Uhr Bahnhof Baumschulenweg. Abfahrt nach Landsberger Allee. 104. Abt. Riebe rfchöneweide. 13>-. Uhr Bahnhof Riederschänewetde zur Weiter» fahrt nach der Landsberger Allee. 105. Abt. Adlers hol. 14 Uhr Bahnhof Adler»haf zur Weiterfahrt nach dar Landsberger Allee. Lichtenberg. 110. Abt. 14 Uhr Landsberger Allee Ecke Elbinger Strasse.— 117. Abt. IllZi Uhr an der Slrassenbahnhaltestelle am Iahn-Realgomnasium, Marktstrasse, zur Kahrt nach der Landsderger Allee Eck» Elbinger Strasse. III. Abt. Karlshorst. Abfahrt vom Bahnhof Karishorst Linie 70 bi» Warschauer Strasse, dann umsteigen bis Landsberger Allee, ssahrgelegenhett auch mit der Linie 18 mit Umsteigen. 123. Abt. Kaulidorf. 14.11 Uhr Abfahrt vom Bahnhof Kaulsdvrf zur Weiter» fahrt nach der Landsberger Allee. <23o. Abt. Kaulsdorf-Süd. 3 Min. vor 13 Uhr Autobushaltestelle Ulmenstrosse. 124. Abt. Mablabvrf. 1347 Uhr vor dem Bahnhof Mahlsdorf zur Weite-iahrt »ach der Landsberger Allee. Kinderfreunde: 1314 Uhr Hönower Ecke Hellers» dorfer Strasse. 124s. Abt. MahI-dori-Sstd. 1214 Uhr an der Haltestelle Winkle rstraßt. 139a. Abi. Tegel. Kraie Sek' le: 131t Ubr vor dem Konsumhaus. 141. Abt. R-suthal und Riederschbuhauieuckvesi. 1314 Uhr Bahnhof Roieuthal. Zahlreiche Veteilissaaq ist Ds licht aller Geuosstuaea. Abteilunsisbanaer. Fahnen und Transpareale sind mitzubringen. Sozialistische Studeotenschast. Ortsgruppe Berlin. Am Dienstag, 3. Juni, 20 Uhr, spricht im Battrogslaal der Partei. Linde». ltrasse 8, der Seuosse Krau, Spliedt. Barftandsmitglled de«»DGB. und de, Rcicksaastali für Arbeitsloseuverfichrruug. über.Der Streit um die Sozial» Politik--. Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Groh-Verlin. Kraueukuudgebuug! Aeuderuuq de» Zrefinuukte»! Die Aufstellung de» Zuges findet auf Grund einer polizeilichen Bevfügung nicht in der Greifs» walder Strasse, Spitze»Lnigstor, statt, sondern Kriedeustratze, Spige Nöuig-wr. — Alle«reise treffen sich zur Demonstration 14'4 Uhr Kriedenstrasse, am Königs- tor. Svitze: Kähnen, anschliessend Kreis Prenzlauer Berg. Samwelpasslifteu! Wir bitten, die Liften für den Sammelpaß sofort abzu- schicken an Max Schmidtbauer, Berlin.Zlcukälln. Laubestr. 10.— Die Sammel. liste Rr. 22 des«reise, Prenzlauer Berg ist verloren gegangen und svmit ge- 9\me �ixnißzkhffee/fiLLie yriedrtc/i/&: //4 Ziüißfiin. Jran&tfifcfier- uncL �äg�rfhKiße, a*v des-' U-!ßa&Mjiatwyu Sra wioßfcix� SM dk cuPim ßiMgm Qunfytfm/e- die gute (ßexheruuys�eld im. fytiß mit getrejwctr. 1 Tasse berühmt guten Kaffees mit Sahne und Zucker M. 0,25 1 Portion feinster Mokka mit Schlagsahne,. ,M. 0,70 1 Tasse Fleischbrühe.............,. M. 0,30' Pastete mit Fleischfüllung......... M. 0,30 Brötchen mit verschiedenem Belag... M. CfHC bis 0,30 Toast mit Butter........... M. 0,20 Apfeltorte eigener Herstellung.... M. 0,25 Schakoladentofte, Mokkatorte..... M. 0,30 Sahncnrollen............. AI, 0�25 Napoleonschnitte,'.♦.T.V..... M. 0f>5 Windbeutel mit Schlagsahne........... M. 0,35 Gemischtes Gebück, Kuchen verschiedener Art ab. M. 0,15 Schinken in Blätterteig............. AI. 0,40 Wurst im Schlafrock............... M.0,60 Sonderfrühstüdi..... T.,.... M. 0,35 bis 0�90 Täglich von«7-5 Uhr Friedrichstr. 174, Linkst r. 1, Leipziger Str. 83, Spittelmarkt S-10 Mittagessen zu volkstümlichen Preisen Ragout fin mit Blätterteighalbmonden...................... M. 0,80 Gulasch mit Lyoner Kartoffeln.......................... M.C,75 Täglich wechselndes Fleischgericht, je nach Art............. M. 0,90 bis 1,20 Nur Friedrichstraße 174: Täglich Essen aus 3 Gängen, dazu unberechnet 1 Tasse Mokka.... AI. IßC bis 1�50 Wollen Sie billig und doch gut essen und trinken, besuchen Sie die Zuntz-Ka jfeestu ben Friedrichstraße 174• 7 auentzienstraße 15, a. d. Gedächtniskirche• Linkstraße 1, am Potsdamer Platz Leipziger Straße 83, gegenüber Tietz. Spittelmarkt 8-10, Ecke Kurstraße. Königstraße 19, am Rathaus- Schöneberg, Grunewaldstraße 45• Siegütz, Schloßstraße 32- Friedenau, RheinsUaßelC 1 fmrh Wir BUttu, bitfe fotts He Irgendwo auftaucht, an die Zentrale eurzuielckcn. S»s dem ÄwbcmaUaa ist eine rote sfatxie qofundcn worden. Ab�uballn Montags oder ssreitags In der Kentrale»wischen 17 und 19 Uhr. Lreis Tiergarten: Wir treffe» uns am Lonntag. X. Juni, 131-4 Uhr, im kleinen Tiergarten HDentmaN. fsahnen und Wimpel sind mitgubringen. krei» Prenzlaner Berg: Heut«, 17 Uhr, Probe für die Sirraucntunbocbuna am Sonntag. Trefipunkt Sportrestaurant Caniiansirahe.— Morgen treffen sich alle Gruppe l<14 Uhr am«önlgstor. llahnen mitbringen! krel» isriebrichehain: Sonnabend treffen sich Note stallen und Iungsallen um IS Uhr Isalkenecke. Dicstelmener. Gele goppenstrahe,»ur Sprechchorprobe. Gruppe Weihense«: Dm Sonniag treffen wir uns um IZ'd Uhr am Anton- platz. Wir beteilige» uns am fsrauentag der Partei. M« Eltern müssen mit. kommen, sserner weisen wir hierdurch iwchmals auf die am Montag, 30 Uhr, im Jugendheim stattfindende Mitgliederuerfammlung hin. Das Erscheinen aller Mitglieder ist notinendig. Hoheuschönhaufen: Morgen gehen alle Kinder mit ihren Eltern»ur.Ein. kamen Pappel". Eantianstrahe. Dort werden die Kinderfrcunde auf der Wiese spielen. Alle Zlestfallenhelfer sind am Montag, 2. Juni, 20 Uhr,»um 2. Sanitäts- kurslis n-rsanunelt. Martin Sleißner spricht über„Pädagogisches der Bc- wegunxsfpicle". Achtung. ProlKMltlogct! In bot Ieit vom 7. bis B. Juni findet W auf dem Städtischen Autzenspielplatz Tegel lIugendhaus Tegel. Sämrn. webcrstraße, Straßendahnhaltisiell! Iugeudhausf unser Probejeltlogcr N Itätt. Die Gruppen müssen bis 17 Uhr auf dem Gelände eingetroffen || sein. Reben der üblichen Zeltlageransrüswnq hat seder Teilnehmer tut e Einnahm« von Mahl.ieiten Teller, Ldffel und Trinkbecher mitgubriugen. ß Die Unkosten einschließlich Perpslegung werden etwa 3dO M. betragen. Ip Ein besonderes Rundschreiben für bas Probe»eltlager ergeht in den P nächsisn Tagen iroch an die«rcisocrantwortlichsn. Der Meldetermin D für das Probeneltlagcr war bereits am 23. Mai. E» sehlen jedoch noch W einig« Kreise mit ihren Meldungen. Sofortige Nachholung dieses Per- tSij söumnisics ist notwendig. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation Z. Abt. Am 2«. Wai ist unser trener Genosse und Jubilar T r i tz D i e t. ri», Dresdener Str. 3K. nach langjährigem Leiden im«2. Lebensjahr« per- stordsn. Ehre feinem Andenken! Einäscherung Montag," �....... Krematorium Serichtstr. 37—38. Juni, 18 Uhr. im Sonnubd. 31.3. Staats-Qper Linter d. Linden Tlil-- Uhr Staat!. Sdiasspti. am Gtsdamanmarfc! St. t IL So. ISo. 8 Iahrsrilk.-T.lt 123 20 Uhr Faust Ende 23 Uhr Jtaatl.Sdilller-Tlieater.QiarlitiD. 20 Uhr liÄV Maiy Wlimaa Ende 22 Uhr X.V PFINGSTEN �W- Garten ■t s i3 ohr— Ztr. 2819— Rauchen erlaubt IlDIltP Rows-KrcA-Trlo.* Nldioll- 10 Brox. ilv&Blv Johnnj Comp»— Lopes«Trio tuw. Morgen Premiere mit allein 8 In Berlin noch nicht gezeigten Neuheiten Neu- HuMs SgeDDertiQppe- Neu SonaabMd und Sonntag|o 3 Verstollungan 4 Uhr and 8"- 4 Uhr klein« Preise. Ochtung! Heute Ctürh Kostümfest im '■w««* .Veranstalter; KüRStlergruppe„Sturm"! Gr. Festprogramm Storm-Fenirverk 1 Ueberau Janz• Sturmbaileit m Bildern und Mark Direktion Or. 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Genossen uzzd Kollegen, in». besondere den Sängern und dem Genossen Lenze sstr die troilreichen Wort« unseren herztichNcn Dan'. I.«MM»„ito-Iw,, Täglich 8V« Uhr Der BeilelsMiii GraB. Carol«. liätmtsin. Tdiu Tkitii. a. Ktitb.Toi A Kottb. Str. 6 rfT Tägi.«Uhr Ol« Elite- fr;r f'P Festspiele RiisiUi ohrfeigt MliiiJtr Vo Zeiger dieses Inserats Voizugs- preise. Tägi. 8'/« Uhr Madonna Im schiafcoupd v. Maurice Dekobrs Fflr Ingendl. verp. liütloDgs-.Baliitt- i leklaniechgrken •egen Nachahmung gesetzl gesch. enigt seit«5 fahr als SpczlolUXi üoDrad Kaller '• s«i t J«r. Zieh. r. 7. bis 14. Juni 1930 1 Dreizehnt« große Velkswohi- Lotte r i ei 4t SM Grainz» a. t rrSmien itr. 1 Gesamt— eru»cm HM I � 430000 150000 rÄSoT 75000 S 100000 IÄTmSOOOO 2%�40000 20000! LasazulBM v«ppetI»,«,a2RMl fiiidshflrterÄM ÖMBWiti.n, Kl*Mnsort nR vtrteh Taut Pono uad Gewinnliste 85 Pf. In allen durch Plekaie kenntlich. Verkaufsstellen und durch H. C. 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Im Neblichm Würmtal, das sich vom Starnberger See nach München herabzieht, bietet sich uns eines der reizvollsten, oberdeutschen Landschaftsbilder dar. Durch sonnige Fluren eilt die klare Würm, der Ausfluß des Starnberger Sees. Stille, hohe Wälder umgeben den Frieden des Tales. Gegen Süden, über dem See, schließen die schimmernden Wände und Firne des bayerischen Hochgebirges das entzückende Bild. Seit Jahren ist es ein be- liebtes Wanderziel der Bergfahrer, unerschöpflicher Motioenschatz des Landschaftsmalers, auch ist das Tal jetzt zum gesuchten Sied- lungsgebiet gemorden. Um seine alten, malerischen. Dörfer sind schöne Landhauskolonien großstadtmüder Menschen entstanden: glücklich fügen sich diese neuen Wohnstätten dem reizvollen Ge- samtbilde der Landschaft ein. Crdgeschichtliches aus dem W ü r m g a u reicht zurück bis in die Tertiärzeit, das sogenannte dritte Weltaller vor fünf bis acht Iahrmillionen. Noch lange nach dieser Zeit bedeckte das Alpen- Vorland ein Meeresbecken, in welchem sich mehrere hundert Meter mächtige Sandsteine und Konglomerate bildeten. Stark vermehrte vulkanische Tätigkeit hatte die Basaltkuppen des mittleren Deutsch- land aufgetürmt. Das Klima war immer kälter geworden, Lorbeer und Palmen, Elefanten und Schildkröten waren vom deutschen Boden verschwunden. Aufgefundene Ueberrestc aus jenem Zeitalter, die in der Münchener Paläontologischen Sammlung der Allen Akademw zu einer reichen Kollektion vereinigt sind, geben noch Kunde von jener subtropischen Tierwelt, die unser« Gegend einst belebte. Damals herrschten Laubwälder vor. Es waren jetzt aus- gestorbene Arten unserer heutigen Gattungen von Ahorn, Pappel, Weide, Erle und Esche. An einem echt münchnerischen Nebelmorgen beginnen wir unsere Wanderung. Es ist, als müsse sich der Zug vom Starnberger Bahnhofe an durch einen verfilzten, rauchig mißfarbenen Stoff hin- durchkämpfen. Noch in Pasing hängt über unserem elektrischen Triebwagen die nasse Rauchdecke, die einen Himmel vorstellen soll. Dann, kurz vor Lohham. fahren wir plötzlich einen Riß in den Nsbelfetzen und wie aus einem Tunnel eilt der Zug aus dem Loch heraus. Durch den lichter werdenden Wald wenden wir uns oft- wärts, hinunter zur entbreiteten Flur im Würmgrunde, der jetzt im frohesten Sonnenschein sich vor uns öffnet. Wo jetzt kleine bäuerliche Anwesen zwischen allen Gärten liegen und neue städtische Siedlungen den ausgeschlossenen Grund beleben, da war einst früh- geschichtliche Stätte, von der«ine Anzahl großer Hügelgräber aus der Bronzezeit(2MÜ v. Chr.) im nahen Walde erzählen und auf- gefundene spätrömische Flach-Skelettgräber melden. In Urkunden späterer Zeiten wird Lohham oft als zur Hofmark Planegg ge- hörig erwähnt, deren Herren auch in Lohham alle Zeiten Grund- holden mit großen und kleinen Dienstleistungen, auch an Fischerei- gerechtsamen, hatten. Die Kämpfe, die jahrhundertelang um das Wasier und Fischereirecht an der Würm geführt wurden, haben ungeheure Stöße von Akten anschwellen lassen. Zwischen Müllern und Fischern, zwischen Hofmarkherren und den Städten, Fürsten und Klosterherren ging die Fehde hin und wider. Denn von weit. her richteten sich begehrliche Wünsche der Fürsten- und Klosterküchen auf den Fischreichtum der Würm und die Anwohner hatten all« Mühe, ihre bodenständigen Rechte zu behalten. 12&S wird Lohham, das hier Lohen geschrieben ist, urkundlich in einem kirchlichen Streit- fall genannt. Und die Alteinwohner Gräfelings erzählen sich noch vom Müller Iugedim Heitmeier, der zu Anfang des 19. Jahr- Hunderts die Ortsmühle innehatte. Der wackere Gräfelfinger Müller hat seiner Gemeinde bei einem ihrer Rechtsstreite mit der Regierung durch Hergäbe einer Hastsumme von 1090 Gulden ungefähr 180 Tagwerk Grundbesitz gerettet._ Skolpmünde. Die Vorarbeiten für die kommende Kürzest hat die Baüeverwallung bereits seit einiger Zeit in Angriff genommen und vieles Neue vorgesehen. Da ist zunächst die neue Festsetzung der Kurtaxe zu erwähnen, die für die Person und den Tag mll Uebernachttma 0,70 M., für zwei Personen ein und derselben Fi» milie je 0,SO für drei Personen ein und derselben Familie je 0,40 M. und für vier Personen je 0,32 M. pro Tag beträgt. Die weiteren Familienangehörigen sind von der Kurtaxe befreit, illach 28 Uebernachtungen hört die Zahlungspflicht auf. Strand und Wald stehen in engster Derbindung und gewähr» leisten mll dem guten Klima gesundheitsfördernden Aufenthalt. Außer.zwei Kaltbadeanstallen und zwei Freibädern besitzt Stolp- münde ein 1912 erbautes modernes Wannbad, in dem neben See- bädern sämtliche medizinischen Bäder(Sol-, Moor-, Fichtennadel-, Kohlensäure-, Sauerstoff-, elektrisch« und Schaumbäder) und von geschultem Personal Massagen, Packungen und Duschen verabfolgt werden. Das Frsibaden ist den Badegästen vom Strandkorb aus gestattet. Das Ostseebad Ahlbeck— mit der Bahn leicht erreichbar— zeigt allen Komfort der Neuzeit und dabei mäßige Preise. Ein illustrierter Führer wird Interessenten bereitwilligst und kostenlos von der Badeverwaltung zugesandt. Bad Ems ist eine glückliche Stadt, von der Natur überreich be- schenkt. Der Ruhm feiner Thermalquellen wurde berells vor Jahrhunderten in aller Well verbreitet, ihre Heilkraft bei Katarrhen, Asthma, Herz- und Frauenleiden war wohl schon den Römern bekannt, denn sie hatten dicht hinter den Quellen ihren Grenzwall gezogen, den Limes, um gegen die Einfälle der ruhe» losen Germanen gesichert zu sein. Di« Schönhell seiner landschaft- lichen Lage— durchflosien von der grünen Lahn, eingebettet in dicht- bewaldete Berge— haben viele Dichter besungen, sein mildes Klima tritt zu der Heilkraft der Quellen als ein weiterer wichtiger Faktor(es gibt Asthmatiker, die nur in der Emser Luft leben können). 115 Schnellzugsmin.von Bingen a.Rh., ist besatzungsfrei Pension ab M. 5.—, im KURHAUS PALASTHOTEL ab M. 12.— HEILT FRAUEN RHEUAAA/ GICHT KINDER/ ALTER [xla4 ifen tfyefayen-und t ttfbcAwaßlxinujfefaite OSTSEEBAD MISDROY I />—*»».— Kostenlos durch Reisebüros, Verband\ j /*/\Jbfj tr Af/ o Deutscher Ostseebäder uKuiyernraltung. Das gemütliche und billige familien- Frcibad inmitten, herrlicher Wälder. zwischen Swinemünde und-Heringsdorf 3XStdab Cerlin .Prosp.kosfl. durch i O-l-l N-E N�Xdßadedirektion Nj ,_____ I" �"TT,-. 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