BERLIN Dienstag 3. Juni 1930 Der Abend Erscheint täglich außer Sonntags. Bugleich Abendausgabe des Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW 68, Lindenstr. 3. Spätausgabe des„ Vorwärts 10 Pf. Nr. 255 B 127 47. Jahrgang Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts- Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37 536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Geld geht vor Ehre! Buschs Erben gestehen- um zu erben! Noch im Laufe des gestrigen Tages- 24 Stunden nach dem Tode Buschs hat der Rechtsbeistand der Hinterbliebenen, Rechtsanwalt Dr. Heinrich Werthauer, bereits die ersten Schritte unternommen, um das hinterJassene Vermizen sicherzustellen. Seine wichtigste Maßnahme war gleichzeitig ein Eingeständnis der bisher von dem früheren Stadtrat und seiner Verteidigung immer mit Entschiedenheit bestrittenen Tatsache, dah Lutkie, der holländische Geschäftsfreund Buschs, tatsächlich nur ein Strohmann war, soweit es sich um seine angebliche Beteiligung an Buschs Geschäften handelte. Lutkie ist jetzt durch Eilbrief aufgefordert worden, sofort die an verschiedenen Stellen unter seinem Namen deponierten Gelder für die Erben Buschs freizugeben, weil diese Beträge- wahrscheinlich größtenteils bei den Grundstücksverkäufen verdiente Provi= fionen in Wirklichkeit Busch gehören. Um das Geld zu retten, strafen also die Erben den Verstorbenen nunmehr Lügen und stellen sich auf den in dieser Frage von Luttie eingenommenen, den Erklärungen Buschs entgegenstehenden Standpunkt, daß der Holländer mit diesen Dingen nichts zu tun gehabt hätte und daß fein Name von dem früheren Stadtrat nur benutzt worden sei, um die erhaltenen Provifionen verschleiern zu fönnen. Dabei fann als sicher vorausgesetzt werden, daß Lutfie das alles natürlich auch nicht umsonst getan haben wird, und daß er aus seiner tatsächlich bestehenden Zusammenarbeit mit Busch irgendwelche Vorteile für fich gezogen haben muß. Aber in diesem Punkte wird mohl jezt überhaupt feine Klarheit mehr zu erzielen sein. Für den Fall, daß Lutkie sich jetzt weigern sollte, die betreffenben nicht unerheblichen Summen herauszugeben, wollen die Erben fofort mit allen zivilrechtlichen Mitteln gegen ihn vor. gehen und sich dabei auch auf die eigenen Angaben des Holländers gegenüber dem Berliner Kriminalfommiffar Seifert ftügen, wonach er, Lutkie, niemals an Busch's Geschäften beteiligt gewesen sei. In rechtlicher Hinsicht will man ferner darauf verweisen, daß die zwischen Busch und Luttie in diesem Zusammenhang getroffenen Abreden nur zum Schein erfolgt und deshalb nichtig seien. Man fann der Entwicklung dieses Nachspiels zu Busch's Tod mit berechtigter Spannung entgegensehen, wobei von vornherein sicher ist, daß es sich bei der Entlarvung Lutfies als Strohmann nicht um die einzige nachträgliche Enthüllung handeln wird. Gasexplosion im Kalibergwerk. Drei Mann im brennenden Schacht eingeschloffen. Mühlhausen( Thüringen), 2. Juni. In dem Kalischacht Menteroda der Gewerkschaft Bolfenroda ereignete fich am Montag eine Gaserplosion, durch die der Schacht in Brand gefeht wurde. Self Herbst vorigen Jahres hatte man Gase bemerkt, ohne daß der eigentliche Herd gefunden werden konnte. Als am Montag ein Betriebsführer, ein Bergaffeffor und ein Laborant zu Untersuchungen in den kalischacht eingefahren waren, gefchah das Unglüd. Die drei Ceute werden vermißt. Eine Belegschaft von 28 Mann konnte sich durch einen Nachbarschacht retten. Die fofort zur Bergung der Bermißten eingesetzte Rettungsmannfchaft von 40 Mann fonnte bis jetzt durch den dicken Qualm nicht vordringen. Der entstandene Schaden ist bisher noch nicht zu übersehen. BBG. nimmt Schiedsspruch an. Heute Entscheidung der Funktionäre. Der Aufsichtsrat der Berliner Berkehrs- 2.- G. hat sich gestern mit dem Schiedsspruch des Schlichtungsausschusses beschäftigt, der den Berkehrsarbeitern die gleiche Cohnzulage zufpricht, wie sie die übrigen Städtischen Arbeiter erhalten haben. Mit den Stimmen der sozial demokratischen Aufsichtsratsmitglieder und gegen die Stimmen der Bürgerlichen bei Stimmenthaltung der kommunisten wurde die Annahme des Schiedsspruches beschloffen. Die Funktiomäre der Berliner Berkehrsarbeiter werden heute um 19 Uhr im Verbandshaus der Metallarbeiter ihre Entscheidung treffen. Ch. า ( स्टा Studenten in Jena „ Eine Schmach! Der Häckel hat hier lehren dürfen, daß wir vom Affen abstammen. Aber jetzt, wo der Günther beweist, daß wir prima- prima nordische Edelraffe sind, will ihm die Fakultät nicht haben!" Zeppelin auf der Rückfahrt. Heute früh um 4 Uhr in Lakehurst gestartet. New York, 3. Juni.( Eigenbericht.) Das Luftschiff„ Graf Zeppelin" hat 2a kehurst am Dienstag kurz nach vier Uhr morgens zu seiner Rück. fahrt nach Friedrichshafen verlassen. Es passierte kurz nach fünf Uhr mitteleuropäischer Zeit dic New Yorker City. An Bord des Schiffes befinden sich 23 Passagiere. Die Schiffsleitung hofft, Friedrichshafen bereits am Donnerstag zu erreichen. Die Wetterlage über dem Ozean ist ideal. Das Schiff wird zeitweise mit starkem Rücken wind fahren und dadurch seine Stun dengeschwindigkeit erheblich erhöhen können. Die Fahrt über New York. Das Luftschiff beschrieb bei seiner Fahrt über New York, von Sirenen begrüßt und Scheinwerfern umipielt, eine lange nach Brocklyn ab, und verschwand rasch in der nicht sehr klaren Schleife über Manhattan, bog dann zur unteren Stadt und weiter mondnacht. Hunderttausende verfolgten auf den Straßen und von den Fenstern den Weg des Luftschiffes, das, niedrig und langsam fliegend, fich zwischen Wolfenfrazern durchzuwinden schien. Thüringen und die Polizeigelder. Es ist erheblich im Vorschuß. Unsere Mitteilung, daß Thüringen Vorschüsse auf die Polizeigelder erhalten hat, wird offiziös bestätigt. Da nach ist der Vorschuß bei Thüringen besonders groß. Die Ziffer von 150 000, die wir nannten, stimmt demnach nicht; der Vorschuß ist erheblich größer. Die Bevorschussung ergibt sich aus der Art der Berech nung und Verrechnung, die nach der Kopfzahl erfolgt. Jedenfalls kamen für Thüringen Ende Mai weitere Zahlungen nicht in Betracht. ac Zentrum und Thüringen- Konflikt. Gegen Erschütterung der staatlichen Autorität. Die von dem Thüringer Kabinett abgelehnte Forderung des Reichsinnenministers Dr. Wirth, die Ernennung nationalsozialisti scher Polizeidireftoren zurückzunehmen, hat jetzt endlich auch dem Zentrum die Augen geöffnet, wohin der Weg bei weiterer Nachgiebigkeit der Reichsregierung gegenüber der thüringischen Obstruktionspolitik führen muß. So findet das Zentralorgan der Zentrumspartei, die„ Ger= mania", sehr deutliche Worte gegen die zwiespältige und die Autorität des heutigen Staates erschütternde Politik der Thüringer Regierung. Sie bemerkt hierzu: Man könnte meinen, das Thüringer Kabinett wäre ein ein. heitliches nationalsozialistisches Phänomen. Mit folcher Präzision fann man seine Beschlüsse vorausahnen. Man Bolkspartei, die sowohl in Weimar wie in Berlin in der Regierung will in Weimar die Obstruktion mit dem Reiche. Und die Deutsche fizt, bringt das bewundernswerte Kunstwert fertig, gegen einen Teil ihres eigenen Selbst zu opponieren. Für diese zwiespältige politische Haltung fönnen wir das sei nochmals betont nicht das mindeste Verständnis aufbringen. 3 Worauf es den Nationalsozialisten anfommt, ist ja in den legten Wochen ausgiebig diskutiert worden. Es steht qußer Zweifel, daß bei ihren politischen Spiegelfechtereien in erster Linie agitato. risch parteipolitische Erwägungen eine Rolle spielen. Jede weitere Sinauszögerung einer flaren Entscheidung müßte dieser Agitation nur immer neues Wasser auf die Mühle leiten. Der Staatsgerichtshof wird wissen, daß er bei dem Urteil. zu dem iba im Falle einer Sperrung der Polizeizuschüsse das Thüringer Kabinett zwingen mill, gerade diese Zusammenhänge wird berücksichtigen müssen. Die Nationalsozialisten scheinen sich der Hoffnung hinzu geben, daß eine rein formal- juristische Stellungnahme des Staatsgerichtshofes zu ihren Gunsten ausschlagen tönnte, Darum betonen wir, daß die Auseinandersetzung in diesem Falle wirklich nicht um politische formalia, sondern um sehr, sehr handgreifliche politische heutigen Staates und seiner obersten Organe." realia geht. Es geht, furz gesagt, um die Autorität des Wir haben von Anfang an ernstlich darauf aufmerksam ge= macht, daß die zögernde Politit des Reichsinnenministers sozialisten Frick gewesen ist. Das Thüringer Kabinett hat es verDr. Wirth nur Wasser auf die Mühlen der Politik des Nationalstanden, Herrn Wirth solange hinzuhalten, bis die Ernennungen erfolgt find. Wenn Herr Wirth jetzt nach reichlich langem 3ögern auf die Maßnahmen zurückgreift, die sein Vorgänger Severing bereits verhängt hatte, und das Zentrum diese Maßnahmen voll und ganz billigt, so ist dies im Interesse der Wahrung der staatlichen Autorität immerhin zu begrüßen. Die Sperrung von Polizeizuschüssen für Thüringen, die Herr Birth jetzt verhängt hat, bedeutet allerdings erst eine Zahlungsiperre vom 20. Juni ab, da das Land Thüringen bis zu diesem Termin beim Reich bereits Vorschuß genommen hat. Auch ist nicht zu verkennen, daß Dr. Wirths Zögern den thüringischen Nationalsozialisten die Möglichkeit verschafft hat, sich in der Zwischen zeit gewisse Machtpofitionen zu sichern. Nationalistische Mörder vor Gericht. Der Ueberfall in der Görliger Straße.- Der Staatsanwalt beantragt je vier Jahre Zuchthaus. Tiger Straße, bei dem vier Kommunisten angeschossen In dem Prozeß gegen die sieben Nationalsozialisten wegen des Ueberfalles auf das fommunistische Berkehrslofal in der Görund der eine von ihnen, der Arbeiter Neumann, durch einen ungenschuß getötet wurden war, wurde heute vor dem Schwurgericht I die Beweisaufnahme geschlossen. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Fischer beantragte gegen die Angeklagten Born, Ried und Gentbeil wegen schweren Landfriedens. bruches und gemeinschaftlicher schwerer Körperverlegung sowie Körperverlegung mit Todeserfolg je vier Jahre Zucht haus und weitere 6 Monate Gefängnis wegen unbefugten Waffenbefizes sowie fünf Jahre Ehrverlust, gegen Gentbeil außerdem noch drei Monate Gefängnis wegen Nötigung. Gegen die Angeklagten Kobierowski, Löwe und Gering wurde wegen einfachen Landfriedensbruches je ein Jahr Gefängnis beantragt, bei dem siebenten Angeflagten Wernicke dagegen Freisprechung. Das Urteil ist am späten Nachmittag zu erwarten. Lautdendende Minister. Ein Angsttraum des Kabinetts Brüning. Als Herr Moldenhauer das Finanzministerium im Ra binett Müller übernahm, berief er eine große Bressekonferenz, um féine Meinungen und Absichten darzulegen. Er legte Wert auf Unterstützung durch die Presse und auf möglichste Deffentlichkeit. aber dann war Er hat noch ein zweites Mal die Presse geladen es aus mit dem Drang in die Deffentlichkeit. Dann fam die Kabinettskrise, das Kabinett Brüning mit seinem unwürdigen Steuerhandel, die Sorgen um die Biersteuer und die Konsumver einssteuer. Nur Moldenhauer hat keine Pressekonferenz mehr ein berufen aus leicht begreiflichen Gründen. Es wurde hinter den Kulissen gemanscht, und das Ergebnis war derart, daß auch Herr Moldenhauer es nicht schmackhaft gemacht haben würde. Seitdem gilt es ein neues Defizit, ein sogenanntes Ausgaben senkungsgesetz und andere schöne Dinge. Herr Moldenhauer hat sich damit begnügt, in Reden vor seinen Parteifreunden sich in Andeutungen zu ergehen und dabei die Geste des starten Mannes frei nach Brüning zu spielen. Und nun läßt er über Indistretion flagen, weil der Demokratische Zeitungsdienst die Grundzüge feines Ausgabenfenfungsgesetzes mitgeteilt hatte. Die Nationalliberale Correspondenz schreibt: ,, halb Indiskretion, halb Kombination, fo hat der Demokratische Zeitungsdienst über das geplante Ausgabenfentungsgesetz Mitteilungen verbreitet, die, nicht ganz falsch, nicht ganz richtig, gerade dura) die Unbestimmt. heit ihrer Form und Kritik Unruhe ausgelöst und Widerstände geweckt haben, ehe noch das Kabinett selbst zu der Vorlage Stellung nehmen fonnte und ein einziger ernsthafter Schritt zur tatsächlichen Senkung der öffentlichen Lasten getan ist. Diefer Journalismus, der mehr auf effektvolle Nachrichten, als auf effektive Leistungen in der Politik sieht, hat nicht nur dem gegenwärtigen, sondern auch früheren Kabinetten Schmierigkeiten genug gemacht. In seinen Konsequenzen läge es eigentlich, selbst die vertraulichsten politischen Beratungen der Ministerien und Kabinette unter einem Laut= sprecher auf dem Potsdamer Plaz abzuhalten. Jedenfalls scheint eine Möglichkeit, die deutsche Politik von In diskretionen zu schützen, nur dann noch gegeben zu sein, wenn durch die volle Deffentlichkeit der politischen Verfahren in allen ihren Stadien die jetzt übliche Indiskretion nicht mehr lohnend ist, weder parteipolitisch noch journalistisch. Ein abgekürztes Berfahren ließe sich vielleicht auch dadurch erzielen, daß die Deutsche Demokratische Partei nur noch lautdentende Minister und Beamte als nie. persagende Lautsprecher in die Koalitionsregierungen delegiert. Vielleicht würde dadurch sogar ein neues demokratisches Ideal restlos erfüllt." Es gab eine Zeit, wo Herr Moldenhauer selbst ein lautdentender Minister und sein eigener Lautsprecher sein wollte! Aber jetzt hat man eben eine Mehrheit, die keine ist, ein Sammelsurium einer Regierungskoalition, in der die blödesten Forderungen die meisten Aussichten auf Erfolg haben, und vor allem ein böses Gewiffen und reichliche Angst. Herr Moldenhauer hat deshalb vorgezogen, sich in Andeutungen zu ergehen, und ist böse, weil andere den Bunft über das i gesetzt haben. Es ist verständlich, daß er böse ist. Noch verständlicher. daß die Nationalliberale Correspondenz mit ihrer fanften Ironie zugleich einen Angsttraum des Kabinetts Brüning enthüllt: den lautdenkenden Minister. Das Kabinett Brüning verträgt lautdenkende Minister und Beamte schlechter als jedes andere. Man Der Kampf in Mansfeld. Mustergültige Disziplin der Ausgesperrten. Mansfeld, 3. Juni 1930. ( Von unserem Sonderberichterstatter.) Die Verwaltung der Mansfeld A. G. hat heute die geplante Stillegung ihrer Schächte und Hütten durch. geführt. Die Situation hat sich gegenüber dem ersten Kampftage nur wenig geändert, da die Zahl der im Kampf befindlichen Arbeiter durch die Aussperrung nur unwesentlich erhöht worden ist. Auf den Zugangsstraßen und vor den Werken zeigt sich das gleiche Bild wie am Montag. Man sieht diskutierende Gruppen von Aus. gesperrten und vor den Eingängen zu den Schächten und Hütten die Streikposten der Getverkschaft. übrigen Arbeiterschaft sehr zurückhaltend. Notstands. arbeiten werden nach Vereinbarung zwischen den Betriebsleitungen und der Organisation verrichtet. Die mit Arbeitsberechtigungskarten versehenen Not. standsarbeiter werden von keiner Seite behelligt. angeVon der„ revolutionären" Gewerkschaftsopposition, Arbeitslosen sich bemerkbar zu machen versucht, ist zu die mit Hilfe von Unorganisierten und auswärtigen heute Nachmittag ein Demonstrationsrummel kündigt worden. Die Gewerkschaften haben ihre Mitglieder aufgefordert, diesen Kungebungen fernzubleiben. den Parolen der gewerkschaftsfeindlichen KPD. wird so gut wie kein Gehör geschenkt. Zu Zwischenfällen ist es infolge der Ruhe und Be- Die Ausgesperrten halten sich ausnahmslos an die sonnenheit der kämpfenden Mansfeld- Arbeiter bisher Weisungen ihrer Organisation und führen ihren Ab. nirgendwo gekommen. Die Polizei und Landjägerei wehrkampf gegen das Lohnabbaudiktat der Verwaltung verhält sich gegenüber den Streikposten und und der der Mansfeld A.G. in mustergültiger Disziplin. Raubüberfall im Wettbüro. Die Täter nach aufregender Jagd festgenommen. Heute vormittag wurde auf den 62 jährigen Buchmacher| versuchten ihn mit einer Telephonfchnur zu würgen. Der Buchmacher Ochichim, der in der Potsdamer Straße 42 in Charlottenburg sein Wettbüro hat, ein schwerer Raub überfall verübt. Der alte Mann hielt sich gegen 10 Uhr allein in dem Büro auf. Zu dieser Zeit ist das Geschäft regelmäßig still. Diese Gelegenheit hatten zwei Männer, die mehrfach in letzter Zeit kleine Beträge auf französische Rennen gewettet hatten, ausgefundschaftet, um auf O. einen Raubüberfall zu verüben. Beide erschienen unter der Maste harmloser Kunden. Plötzlich fielen sie jedoch über den ahnungslosen Mann her. Mit einem stumpfen Gegenstand verfetten sie ihm mehrere wuchtige Schläge über den Kopf und Rechtsanwalt und Pinkerton. Justizrat Josephsohn legt die Verteidignng Frenzels nieder. Vor dem Vormundschaftsrichter Assessor Sühring in Potsdam fand heute eine informatorische Besprechung zweds anderweitiger Unterbringung der Gertrud Frenzel statt. Daran nahmen teil ein Bertreter des Kreisjugendamtes Nauen, Synditus Laub, Justizrat Josephsohn und Direttor Gerhardt, der Detektiv der Gesellschaft Pinterton. Kaum hatte Justizrat R. Josephsohn das Verhandlungszimmer betreten und der Detektivdirektor eine Vollmacht von Frenzel über reicht, als Justizrat Josephsohn wieder das Zimmer ver. ließ. Er erklärte der Berichterstattung gegenüber, daß er soeben die Verteidigung in Sachen Frenzel niedergelegt habe. fant betäubt zu Boden. Die Verbrecher raubten mun den Inhait der Kasse, die etwa 80 Mart enthielt. Mit der Beute fuchten sie das Weite. Der Ueberfallene fam aber gleich wieder zu sich und rief laut um Hilfe. Zwei Bassanten, ein Schlosser und ein Bahnbeamter, hörten die Rufe und nahmen, nachdem sie turz erfahren hatten, was vorgefallen war, die Verfolgung der Täter auf. Nach aufregender Jagd durch mehrere Straßen konnten die Verbrecher gestellt und festgenommen werden. Auf dem zuständigen Revier wurden sie als der 29 jährige Heinrich Weißenberg und der 26 jährige Mar Giese festgestellt. Beide sind arbeitslos und behaupten, aus Not gehandelt zu haben. Die Bauern rühren sich. Scharfer Proteft gegen das Agrarprogramm. Agrarpolitik der Regierung Brüning hat jetzt die im ReichsDie einseitig auf Erhaltung des Großgrundbesizes abgestellte Bauernbund zusammengeschlossenen Mittel und Kleinbauern zu einer scharfen Protestaktion veranlaßt. In dem Protestschreiben an den Reichskanzler und den Reichsernährungsminister wird festgestellt, daß in dem Agrarprogramm der nicht erstgeborenen Bauernföhne völlig außer acht gelassen sind. vom April die Interessen der landarmen Kleinbauern und Nach wie vor seien diese Kreise der Willtür der Pachtaus. beutung preisgegeben. Der größte Teil der beschlossenen Maßnahmen liege einseitig auf dem Gebiet der Zollerhöhung und der Erweiterung des Einfuhrscheinsystems. Hiervon werden Millionen tleinbauerlicher Betriebe auf das Schwerste getroffen. Von dem Agrarprogramm denke an die Dinge vor der Krise des Kabinetts Müller, an den Schwere Störung im Bahn- Verkehr. der Regierung Brüning würden ausschließlich die landwirtschaftlichen politischen Handel um Treviranus, an die Sammlungs und 3erschlagungspläne, die Herr Scholz ausgeplaudert hat, an die Berhandlungen Oberfohren- Brüning, über die man von Herrn Oberfohren Einzelheiten erfahren hat! Man dente an das alles und an noch mehr dazu und dann stelle man sich vor, daß dies Kabinett aus laut denkenden Ministern und Beamten bestehe! Daß jeder ausplaudern würde, was er denkt und was er meint! Kinder, Kinder! Der Kladderadatsch! Für Bürgertum und Mittelstand. Eine Rede des Reichsjustizminifters Bredt. Das Reichstartell des selbständigen Mittelstandes sprach sich in einer Bersammlung im Plenarsaal des früheren Herrenhauses für die Beibehaltung der Sonderbesteuerung von Konsumgenossenschaften und Warenhäusern aus. Reichsjustizminister Dr. Bredt fagte als Bertreter des Brüning- Kabinetts, daß diese Steuern die Ronzession für die Wirtschaftspartei seien, ohne die es nicht abginge. Auch in den Gefeßentwürfen über das Zugabewesen und die Regelung des Ausverkaufswesens hoffe er, die Wünsche des Mittelstandes befriedigen zu können. Es sei ganz gleichgültig, ob das Kabinett Brüning das reaktionärste seit Be stehen der Republit genannt wurde. Die Hauptsache sei, daß es das beste Kabinett für Bürgertum und Mittel st and ist. Diesen legten Satz' werden fich namentlich die chriftlichen Arbeiter merken müssen. Von der Kleinstaaterei. Die Kleinsten Länder haben die teuerste Verwaltung. Die Durchprüfung der Haushalte der Länder und ihre Gegen überstellung ergibt überraschende Resultate, die drastisch den Unfug der Meinstaaterei zeigen. Im allgemeinen fann man den Satz aufstellen: Je größer das Land, um fo fparfamer die Berwaltung, um so geringer die Zahl der Beamten im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Dafür ist Preußen das große Bor bild. Der Reichssparfommissar hat fürzlich ein Gutachten über die württembergische Verwaltung herausgegeben. Bei seinen Reformporschlägen tehrt der Saß immer wieder: das Beispiel Breußens zeigt, wie es gemacht werden muß. In diesem Gutachten befindet sich eine 3usammenstellung der Kosten der Boltsvertretungen. In den kleinsten Ländern find fie relativ am teuersten. Die tollsten Blüten zeitigt bie Kleinftaaterei dabei in medlenburg Streliß und Braun. fchweig. Die Ausgoben pro Ropf der Bevölkerung betragen für den Reichstag 0,12 m., für den Preußischen Landtag 0,17 m. Da gegen fostete der Braunsch meigische Landtag 0,49 M. pro Kori der Bevölkerung und der Landtag von Medlen. burg Strelik aar 0,82 M. Das Land mit den dritthöchsten Landtagskosten ist Württemberg, aber hier fostet die Voltspertretung schon nur noch 0,28 m. pro Kopf der Bevölkerung. Gelbstmord auf dem Bahnhof Stadtbahn. Heute vormittag wurde der Betrieb auf der Nordsüdbahn durch die Berzweiflungstat eines Lebensmüden nahezu zwei Stunden lang gestört. Gegen 9 Uhr warf sich auf der U- Bahnstation Stadtbahn plötzlich ein älterer Mann vor die Räder eines einfahrenden Zuges. Mehrere Wagen gingen über den Körper des Unglücklichen hinweg. Die zu Hilfe gerufene Feuerwehr mußte einen Wagen anheben, um den Selbstmörder aus seiner entfeßlichen Lage zu befreien. Die Bergungsattion dauerte längere Zeit; dem Mann waren beide Beine unterhalb des Knies abgefahren. Er wurde in hoffnungs losem Zustande nach der Klinik in der Ziegelstraße gebracht. Nach den polizeilichen Ermittelungen handelt es sich um den 50jährigen Ronditor Theodor Blant aus Neu- Tempelhof, Straße Nr. 8a. Die Gründe zur Tat sind noch unbekannt. Das 26. Todesopfer in Lübeck! Lübed, 3. Juni. Nach dem am Dienstag vormittag vom Lübecker Gesundheitsamt herausgegebenen Bericht hat sich die Zahl der gestorbenen Säuglinge einschließlich der drei zweifelhaften Fälle durch zwei weitere Todesfälle auf insgesamt 26 erhöht. Zwei Studenten im Gebirge umgefommen. Innsbrud, 3. Juni. Wie aus Rufft ein gemeldet wird, unternahmen am Sonntag drei deutsche Studenten einen Ausflug ins Kaifergebirge, um die Karlspitze zu besteigen. Dabei verirrten sie sich und zwei der Studenten, nämlich der 20 Jahre alte Nürnberger Kurt Fleischmann und der 21jährige Thüringer Rudolf Eichhorn, stürzten am südlichen Ostgrat der Karlspizze ab und blieben tot liegen. Die Hilferufe des dritten Studenten blieben ungehört. Er konnte erst am Montag geborgen werden. Fünfstöckiges Haus eingestürzt. Die Infaffen und Rettungemannschaften unter den Trümmern Genua, 3. Juni. Heute nacht stürzte im Auswandererheim in einem im dritten Stod gelegenen Schlaffa al die Dede zusammen, und bald darauf stürzte ein Teil des fünf Sfodwerte hohen Gebäudes bis auf die Grundmauern zusammen. Dabei wurde auch ein Teil der Bergungsmannschaften verschüttet. Bis heute vormittag wurden etwa vierzig Schwerverlette und auch Tote geborgen. Doch wurde die Zahl der Todesopfer von der Polizei, die den Platz in weitem Umkreis abgesperrt hat, nicht bekanntgegeben. Betriebe profitieren, die sich im Besige einer verschwindenden Minderheit von etwa 4 Proz. der landwirtschaftlichen Erwerbstätigen befinden. Das Schreiben schließt mit dem Hinweis, daß die Mittel- und Kleinbauern fich eine Besserung ihrer Lage nicht denten tönnen, wenn durch die Politik der Regierung die Kauftraft der Millionen Werftätiger in den Städten gedrosselt und damit der Absatz der bäuerlichen Produkte, wie Milch, Eier, Fleisch, Obst und Gemüse noch mehr als bisher erschwert wird. Dieses Borgehen des Reichs- Bauernbundes zeigt, wie ftart jetzt schon in bäuerlichen Kreisen der Widerstand gegen Schieles Agrarpolitik ist. Er wird noch einen ganz anderen Umfang annehmen, wenn sich die schädlichen Folgen der einseitigen Sollpolitik bei den Bauern erst voll auswirten werden, Hartnäckige Berleumder. Aufwärmung eines alten Schwindels. Am 12. Mai 1928 bradyte der Borwärts eine Rarifahr auf den Fall Jakubowski, eine Hinrichtungsszene darstellenb. Am folgenden Tage man stand damals unmittelbar vor den Reichsdes Scharfrichters die Züge des Reichspräsidenten Hindenburg trage. tagswahlen behauptete die Deutsche Zeitung", daß die Figur Diese ganz willkürliche Behauptung haben wir sofort als einen dreisten Wahlschwindel festgenageft. Darauf wurde es still Jeht, anläßlich des Goebbels- Urteils, wärmt die Deutsche Zeitung ihren damaligen Schwindet wieder auf und behauptet von neuem, daß der Borwärts" Hindenburg als Scharfrichter dar gestellt und somit viel schwerer beleidigt habe als Herr Goebbels. Die Berleumdung ist um so alberner, als Hindenburg mit der Hinrichtung Jakubowskis weder direkt noch indirekt etwas zu tun hat und im übrigen das auf Hindenburg gedeutete Geficht im Bild eine Größe von-tnapp 4 Millimeter aufweist. Die„ Aehnlichkeit" mit Hindenburg besteht in einem Schnurrbart! Wolkenbruch über London. Stundenlang war der Verkehr unterbrochen. London, 3, Juni. London wurde am Montag abend von einem WolfenTunnels bis zu 1½ Meter Höhe mit Wasser angefüllt. Der verbruch heimgesucht. Am Bahnhof von Kingscroß wurden vier fehr war stundenlang unterbrochen. Da um diese Zeit gerade die Arbeiter nach Hause zurüctehrten, wurden rumb 80 000 Personen 4 bis 5 Stunden auf den Straßen aufgehalten. Auch in anderen Teilen Londons haben große Regenfälle zu leberschwem. mungen geführt und erheblichen Schaden angerichtet. Wetter für Berlin: Wieder abnehmende Bemölkung und am In Süddeutschland fühl mit einzelnen Niederschlägen, im übrigen Tage etwas wärmer, mäßige östliche Winde. Für Deutschland: Reiche Wetterbefferung mit leichter Wiedererwärmung. Macdonald fertigt Baldwin ab. Konservative Kritik an den Flottenabmachungen. London, 3. Juni.( Eigenbericht.) Das Gefecht, das die Konservativen am Montag im Unterhaus auf Grund der Londoner See a brüstungstonferenz gegen die Regierung aufführten, endete mit einer Niederlage der Ungreifer. Die mangelnde innere lleberzeugungskraft in Baldwins Rede ließ erkennen, daß der Führer der Konservativen die Debatte nicht dem eigenen Triebe folgend, sondern nur durch das Drängen des radikalen Flügels seiner Partei heraufbeschworen hatte. Baldwin begnügte sich, drei Fragen an die Regierung zu stellen: 1. Ob die Sicherheit Englands gewährt sei. 2. Ob durch die Abrüftungskonferenz Englands Verpflichtungen gegenüber dem Völkerbund aufrechterhalten werden könnten. 3. Wie fich England zum europäischen Flottenbau stelle. Baldwin ist zwar mit dem in London beschlossenen Flottenabbau durchaus einverstanden, er kritisierte jedoch die Herabminderung der englischen Kreuzergeschwader sowie die Begrenzung der Zerstörerflottille. Nichts sei für eine Nation gefährlicher, als der Zweifel an der eigenen Sicherheit. Macdonalds Ermiderung auf Baldwins Angriffe bereitete den Konservativen große Berlegenheit. Der Ministerpräsisident sagte, der konservative Führer habe Kritit mider besseres Wissen geübt. Die Abrüftungstonferenz von London bedeutet ein Fortschritt in der gesamten Abrüstungsfrage. Warum, fragte Macdonald, habe Baldwin selbst im Jahre 1927 Delegierte zu einer Abrüstungskonferenz nach Genf entfandt? Zum Angriff übergehend, erfundigte sich sodann Macdonald, ob die von Baldwin bekundete Feindschaft gegen Abrüstung für tommende Regierungen maßgebend sein sollte? Tödliche Stille herrschte bei dieser Frage in den Reihen der Konservativen, von denen feiner magte, auf die Frage des Ministerpräsidenten eine Antwort zu geben. Dieser schloß dann mit einem Bekenntnis zum Frieden, der nicht durch militärische Kräfte und nicht durch die Berschwendung von öffentlichen Geldern für Rüftungszwede gesichert werden könne, sondern nur durch eine Politit der Berständigung und der Abrüstung. Die tägliche Blutbilanz Indiens. Beobachtungsposten gegen englischen Warenverkauf. London, 3. Juni.( Eigenbericht.) Bei einem Feuergefecht in Allahabad zwischen der Polizei und Mohammedanern sind ein Mohammedaner getötet und vier Polis zisten verwundet worden. Im europäischen Viertel von Lahore explodierten gestern zwei Bomben. Die polizeiliche Untersuchung führte zur Entdeckung einer Bombenfabrik. Der Provinzialfongreß der indischen Freiheitsbewegung beschloß gestern, die letzte Berfügung des Bizetönigs gegen den Boyfott der ausländischen Waren nicht anzuertennen. Zum ersten Male feit der Freiheitsbewegung sollen morgen Beoba dy tungsposten vor sämtlichen Läden mit englischen Waren auf gestellt werden, Neue Kundgebungen in 3ndo- China. Paris, 3. Juni.( Eigenbericht.) In Indochina, in der Nähe der Stadt Vinh Long, 130 Kilometer südwestlich von Saigon, ist es zu einer neuen Bauernfundgebung gekommen. Etwa 700 unbewaffnete Bauern rüdten auf die Stadt los. Zahlreiche Frauen und Kinder marschierten an der Spize des Zuges. Der Stadtkommandant trat ihnen mit einer Abteilung Miliz entgegen. Nach den üblichen Warnungen ließ er seine Truppen mit Kolbenhieben gegen die Demonstranten vorgehen. 120 Verhaftungen wurden vorgenommen. In Saigun find am Montag 32 Bauern, die an den ersten Demonstrationen teilgenommen hatten, zu Gefängnisstrafen von zwei bis sechs Jahren verurteilt worden, Das Unglück von Montereau. " Rein Attentat, sondern ein Fehler der Verwaltung. Paris, 3. Juni( Eigenbericht). Der sozialistische Populaire" erflärt am Dienstag, daß das Unglück in Monterean feineswegs auf ein Attentat oder einen Sabotageaft zurückzuführen sei. Berantwortlich set lediglich die Eisenbahnverwaltung. Die Unfallstelle liege in einer ziemlich scharfen Surve, die bisher nur mit liege in einer ziemlich scharfen Kurve, die bisher nur mit 30 Kilometern Geschwindigkeit hätte durchfahren werden dürfen. Nach einem Umbau der Strecke habe die Verwaltung die normale Fahrtgeschwindigkeit mit Wirkung vom 31. Mai gestattet. Die Lokomotivführer feien aber vorsichtiger gewesen. Der erste Bag habe seine Geschwindigkeit auf 50 Kilometer ermäßigt und sei glücklich durchgekommen. Der zweite Bug, dem das Unglück zustieß. fei 70 Rilometer gefahren und bei dieser Geschwindigkeit aus der Kurve herausgeschleudert worden. Das„ italienische" Nizza. Faschiffenführer aus Frankreich ausgewiesen. Paris, 3. Juni( Eigenbericht). Der Führer der italienischen Faschistengruppe in Nizza, ein gewisser Notari, ist von der französischen Regierung dusgewiesen worden. Der übereifrige Faschist hatte in privater Anneftion Nizza bereits zur italienischen Provinz erklärt. Er hatte bei der Hochzeitsfeier des italienischen Kronprinzen eine Delegation junger italienischer Mädchen aus Nizza nach Rom gesandt, damit diese dort am Triumphzug der italienischen Provinzen das ,, annettierte Rizza" pertreten fönnten. Die Demonstration, die natürlich nicht geheim bleiben konnte, hatte in Nizza lebhafte Proteste ausgelöst. Adyt Tage Frist sind dem Ausgewiesenen gegeben worden, um seine Reise ins Baradies Mussolinis anzutreten. Gefittete Bayernkoalition! München, 3. Juni.( Eigenbericht.) Die bayerische Regierungsfoalition wird vor. läufig zusammenbleiben, ohne daß der bayerische Bauernbund bisher seinen Widerstand gegen die Schlachtsteuer aufgegeben hätte. Man beabsichtigt zunächst den Etat nochmals zu überprüfen und die Möglichkeiten der Dedung des laufenden Defizits fuchen, Sowjetliteratur und Sowjetleben. Der befannte russische Schriftsteller Anatolij Ramenitij,| Schidsals harrt. Ja, die Enttäuschung an den herrschenden Zu der erst vor kurzem von Moskau nach Berlin kam, hielt fürzlich im hiesigen ,, Verband russischer Journalisten und Literaten" einen Vortrag, der höchst anschaulich die Zustände in der gegenwärtigen Sowjetliteratur als Spiegel des Gesamtlebens im Sowjetstaate schilderte. Er verdient es, in seinen wesentlichsten Zügen auch dem deutschen Leserpublikum bekannt zu werden. Wenn man den Gesamtzustand in der heutigen Sowjetliteratur mit einem Wort fennzeichnen müßte, so wäre es; eine ungeheure Depression. Noch vor drei Jahren, so führte Kamenskij aus, fonnte man seinem künstlerischen Schaffen in der Wahl des Sujets und in seiner Behandlung freien Lauf geben- natürlich ohne die Grenzen der offiziellen Sowjetmoral zu überschreiten, Seit der Inangriff. nahme des Fünfjahrplanes und der Industrialisierung durch Stalin find aber diese Grenzen noch unerträglich enger geworden. Denn der Wille der Machthaber geht dahin, auch die Literatur, wie alles sonstige, zum blinden Werkzeug dieses Planes zu machen. Daher ist die sogenannte soziale Bestellung" zur treibenden Kraft der Sowjetliteratur geworden: das heißt, die Behörden geben den Schriftstellern die jeweils aktuellen Themen an und geben ihnen den Auftrag, darüber Novellen, Theaterstücke und dergleichen zu schreiben. Da heute die Trattoren, morgen die Rolchosen, übermorgen die Da heute die Trattoren, morgen die Kolchosen, übermorgen die Sowchosen, dann die„ llebersteigerungen"( der Rollettivierung) auf der politisch- ökonomischen Tagesordnung stehen, müssen sich die Sowjetliteraten bald auf dieses, bald auf jenes gerade aktuelle Thema werfen um überhaupt leben zu können. Daß bei diesem Druce jedes fünstlerische Schaffen, das diesen Namen verdient, zugrunde gehen muß, ist klar. Bezeichnend dafür ist, daß der begabte, auch in Deutschland wohlbekannte Schriftsteller Wrewolod Iwanow von diesem Treiben so angeefelt wurde, daß er sich zuletzt vom literarischen Schaffen fast ganz zurüdgezogen und die Behörden um eine technische Arbeit ersucht hatte, während ein anderer, ebenso bekannter Schriftsteller, Michail Bulga= fow, an Stalin ein Schreiben richtete, in dem er die Unerträglich feit dieses ganzen Zustandes in freimütiger Weise schilderte. Die Folge ist, daß Bulgatow jekt in Rjafan fißt und feines weiteren Der Kampf um die Schutzfrist. 30 oder 50 Jahre. Das Reichsjustizministerium plant die Einführung einer 3manglizenz nach englischem Borbilde: sie gibt nach Ablauf der 30jährigen Schutzfrist den Erben des Autors noch auf weitere 20 Jahre eine Honorareinnahme von 10 Prozent. Gegen diesen Blan hat jetzt der Buchhändler- Börsenverein gemeinsam mit dem Deutschen Berlegerverein, dem Musikalienverlegerverein und der Bereinigung der Kunstverleger in einer Dentschrift Stellung ge= nommen. Die Ausführungen besagen: die Erfahrungen in England beweisen, daß die Zwangslizenz wirtschaftsfremd ist und deshalb toter Gesetzesbuchstabe bleibt. Eine Belebung älterer Literatur, Mufit und Kunst unter gleichzeitiger Sicherung finanzieller Vorteile für die Erben der Urheber ist nicht zu erwarten. Die rechtlichen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten sind vielmehr so erheblich, daß eine Unterbindung der Verbreitung eintreten wird. Der französische Standpunkt, der die Lizenzfrist nicht als vollgültige Schußfrist im internationalen Berkehr ansieht, mahnt außerdem zu größter Borsicht. Die Sonderstellung Deutschlands in der Schußfriftfrage auf internationalem Gebiet wird durch Einführung der Lizenz nicht beseitigt. Uebrigens ist der Fall ja außerordentlich selten, daß ein Autor nach Ablauf der 30jährigen Schutzfrist nach seinem Tode noch als geistig lebendig und im buchhändlerischen Sinne noch als gangbar bezeichnet werden kann. Für die nächsten fünf Jahre gilt das nur von Friedrich Nietzsche und von der Schweizer Jugendschriftstellerin Johanna Spyri, während für die fünf Jahre darauf eigentlich nur Wilhelm Busch in Betracht kommen fann, der ohne Leibeserben 1908 starb. Andererseits bringen heute die Originalverleger die wertvollsten Werke ihrer Autoren noch zu ihren Lebzeiten zu Preisen auf den Markt, die auch durch die schärfste Konkurrenz nicht weiter herabgedrückt werden könnten, wie etwa die 2,85 m. für die Buddenbroots. Wenn nun feine Erben da sind, an wen sollte die Lizenzgebühr fallen? Jede Zwangsgebühr verhindert die Aufnahme eines Wertes in billige Bücherreihen. Reclam z. B. erklärt, daß er bei Einführung einer Zwangsgebühr von einer Aufnahme der be lasteten Werte in die Universal- Bibliothet absehen und das gänzliche Freiwerden abwarten müsse. Woher geniale Menschen kommen. Man findet immer wieder die Behauptung vorgetragen, daß zum Hervorbringen großer Männer oder Frauen gewissermaßen ein allmählicher Aufstieg der Familie durch Generationen nötig fei. Daß also die großen Männer aus den höheren Schichten" des Volkes stammen. Tatsächlich ist es aber so, daß unter den Kindern aus gutfituierten Streifen die Begabten immer dazu tom men, sich eine hervorragende Stellung zu erwerben, dagegen fällt es den Begabten aus der Unterschicht immer schwer, oft ist es ihnen unmöglich, sich Bahn zu brechen. Dadurch fommt nun ein ganz falsches Bild zustande, wie es jüngst eine Untersuchung über die Herkunft bedeutender Beitgenossen zeigte. Wenn 3. B. 47 Prozent der Politiker aus der Mittelschicht stammen, und beispielsweise nur 4 Prozent der Akademiter aus Arbeiterkreisen, so ist damit nur gejagt, daß erstere, fich leichter, leßtere viel schwerer Bahn brechen. Abgesehen von sehr seltenen Fällen( Familie Bernoulli) sind alle Talente ziemlich gleichmäßig aufs ganze Bolf verteilt, Genies tönnen in jeder Familie auftreten. Ehrung eines deutschen Forschers. Bei der Ueberreichung der Goldenen Medaille der Amerikanischen Geographischen Gesellschaft an den bekannten Geographen Brofessor Alfred Hettner, Heidelberg, hielt der amerikanische Botschafter eine Ansprache, in der er u. a. ausführte, die Goldene Medaille der Amerikanischen Geographischen Gesellschaft sei bereits zwei Deutschen verliehen worden, Prof. Georg Neumeyer und Prof. Hermann Wagner. Prof. Hettner habe sich besondere Berdienste um die wissenschaftliche Entwicklung der Geographie erworben, besonders um die Länderkunde. Hettners Zeitschrift, die Geographische Zeitschrift", sei eine der besten geo graphischen Zeitschriften der Welt. Er hoffe, daß die Anerkennung ber Leistungen Hettners bie deutsche und die amerikanische Wissen schaft näher zusammenbringen werde. Die Boltsbühne eröffnet bie nächste Spielzeit, gleichzeitig als feftsorftellung zu ihrem vierzigjährigen Bestehen, mit den ebern von Gerhard Hauptmann, in der Inszenierung von Karl Heinz Martin. Hierauf folgt für die Sonderabteilungen die Uraufführung von Friedrich Wolfs.Die Matrofen von Cattaro", das den bisher wenig bekannten Aufstand der österreichischen Marine gegen Ende des Krieges behandelt. Darauf pird die Uraufführung von Wiffiffippi", des neuesten Werles pon Georg Kaiser, in der Inszenierung von Karl Heinz Martin, in Szene geben. Die Katakombe gastiert im Juni bei Nelson im Palmenhaus am Kur fürstendamm. Sie bringt die besten Nummeru und die besten Darsteller ber Binterspielzeit. 19 ständen war wohl mit eine der Triebfedern, die Majakowski zum Selbstmord trieb. Nur Demian Bednŋ ragt noch einsam auf dem Sowjetolymp. Aber er verkehrt auch nur in den Häusern der Machthaber. Das sogenannte Herzen aus, die offizielle Zusammenkunftsstätte der Literaten, vollends aber deren private Gesellschaften, in denen noch ein freies Wort möglich ist, meidet er Bei minderwertigen Naturen hat das herrschende Regime eine Lakaienpsychologie geschaffen. So predigte der berüchtigte affilewski- Ne- Butwa, um sich oben einzuschmeicheln, daß man den Schriftstellern teine Honorare zu zahlen brauche( fast die gesamte Literatur wird ja vom Staatsverlag herausgegeben), da ja, wie Dostojewskis Beispiel zeige, die Not das dichterische Schaffen am besten befruchte. Dies wurde selbst den Kommunisten zuviel, und sie versezten den Allzueifrigen in ein nichtliterarisches Amt. Zum Schlusse seiner Ausführungen las Kamenskij Teile aus seinem Theaterstück Das Technikum der Liebe". Die schaudererregenden sittlichen Zustände unter der fommunistischen Jugend erhalten hier eine lebendige, wenn auch feineswegs sensatio nelle Darstellung. Auf meine Frage, worauf der Berfasser seine Dar stellung basiere, versicherte dieser ausdrücklich, sich auf persönliche Einsichtnahme in das betreffende Milieu stüßen zu können. Noch mehr: K. war von den Behörden selbst, denen das Treiben der Komsomolzen zu bunt wurde, mit der Abfaffung des erwähnten Theaterstücs beauftragt worden, er durfte auch unter der Hochschuljugend Nachforschungen anstellen, aber schließlich fand man doch nicht den Mut, das Stück aufzuführen. Auch ein tennzeichnender Zug. Erwähnt sei auch die Ansprache des gleichfalls erst fürzlich aus Mostau zugewanderten, in den dortigen Intellektuellenfreisen mohl befannten Herrn Gidoni, ber darauf hinwies, daß unter der russischen Jugend der idealistische Geist noch nicht ausgestorben seitroß der Gefahren. Beweis dafür ist, daß eine Anzahl Studenten, in Ermangelung von Wohnungen, sich unterirdische Räume unter dem Kremi einrichteten. Erst nachdem diese erschütternbe Tatsache bekanntgeworden war, entschloß man sich höheren Drts, Studentenhäuser zu bauen. Dr. Elias Hurwicz. Beethoven Abende. 3m Rahmen der Berliner Kunstwochen. Die Berliner Opernhäuser bringen in diesen Wochen einen Mozart, einen Wagner, einen Strauß- 3yklus. Außerdem gibt es, aus sechs Ronzertabenden und einer Opernaufführung zufammengefeßt, einen Beethoven- 3yflus. Eigentlich ist das feiner. Nicht das Gesamtwert Beethovens, noch ein geschlossener Teil daraus ist zu einem organischen Ganzen geordnet. Alle Symphonien im Zyllus oder alle Streichquartette, das hat man oft gehört; den Besuchern der Boltsbühne fonnten im Beethoven- Jahr 1927 sämtliche Klaviersonaten in einer Folge von fünf Mittagsaufführungen zugemutet werben, und es ist ihnen alles andere als eine Sumutung" gewesen. Den Fremden wird eine oberflächliche Auswahl aus allen Gebieten des Beethovenschen Schaffens soviel Konzerte, soviel Gattungen von Werken geboten. Aber diese gefällige Art, eine große Programmidee zu absolvieren, ist für die Musikstadt Berlin wenig repräsentativ. Das Programm des ersten Abends enthält Sonaten für Cello und Klavier Pablo Casals und Frédéric 2amond. Wir tennen den Pianisten als Musiker und Beethoven- Spieler von bedeutendem Format, man tennt und bewundert den Cellisten als den Größten unter allen Lebenden. Aber das Zusammenspiel enttäusch; wenn nichts anderes, hat zumindest eine gründliche Berständigungs. probe gefehlt. Trotzdem, einen Abend lang Casals Beethoven spielen zu hören, dafür fände sich in Berlin ohne Zweifel genug mufit. verständiges Bublifum, um bei normalen Eintrittspreisen einen Konzertraum, wie etwa den Beethoven- Saal, zu füllen; der hätte sich dafür, nicht etwa nur um des Namens willen, beffer geeignet als die Goldene Galerie im Charlottenburger Schloß. Da fizen also Herren im Frack oder Smofing, Damen in großer Abendtoilette, und sie haben sich's gern 30 M. pro Play fosten lassen, sich für zwei Stunden hier zu Hause fühlen zu dürfen, wo einst König Friedrich, genannt der Große, und seine Gäste saßen. Gesellschaft verwöhnter Kunstliebhaber damals wie heute, Beethoven wird zur mondänen Spielerei. 3weiter Abend: Missa Solemnis in der Philhar= monie. Eine Wiedergabe des grandiosen Werfes mit den besten Mitteln Philharmonisches Orchester, Bruno Kittelscher Chor, en Quartett sorgsam gewählter Solostimmen und erfüllt von dem Geist, den Furtwängler, der große, beethovenerfüllte Musiker ausstrahlt. Es ist im wesentlichen die Aufführung, wie wir sie vor ein paar Monaten gehört. Die Wiederholung steht ein wenig im Schatten des Eindrucks, der von den Toscanini- Abenden lebendig geblieben ist. Ein Gegensatz nicht nur der Künstlernaturen sondern von Kunstwelten in den Grundbegriffen und Grundlagen der künstlerischen Arbeit wird offenbar. Furtwängler vertraut sich der Stunde und vertraut die Stunde der suggestiven Macht seiner Persönlichkeit an, und er muß sich, im Wechsel der Aufgaben, deren Bewältigung er übernimmt, mehr darauf verlassen, als der Sache zuträglich scheint. Es bleibt ein Rest von Ungenauigkeit, von Flüchtigkeit und Ungefähr, mit einem Wort, von Mangel an Bor bereitung zu spüren, auch diesmal wieder Amtliche Krebsfürsorge. K. P. Der Landesgesundheitsrat hielt am 31. Mai eine Beratung über die Einrichtung einer planmäßigen Fürforge für Krebstrante ab. Er fam nach ausführlicher Berichterstattung zu dem Ergebnis, daß die erhebliche Zunahme der Erkrankungen und Todesfälle an Krebs in allen Boltsschichten die Organisation einer umfassenden Krebsfür. forge dringend notwendig mache; er empfahl, die Krebsfürsorge den schon bestehenden örtlichen Fürsorgestellen, Gesundheitsämtern, Wohlfahrtsämtern usw. einzugliedern und besondere zentrale Beratungsstellen, die über entsprechend ausgebildete Aerzte und die notwendigen Einrichtungen verfügen, zu schaffen. Für die Be arbeitung von Einzelheiten der Organisation wurde eine Fachtommiffion gebildet. Der Landesgefundheitsrat hält für eine umfaffende planmäßige Krebsfürforge bie Mitarbeit ber gesamten ersteschaft, aller fosialen und Wohlfahrtseinrichtungen und der Breffe für unbedingt erforderlich. Ein fünftausend Jahre alter Einbaum. In einem Moor bei Jägerbriid im Streis Udermünde wurde bei Ausgrabungsarbeiten ein noch ziemlich gut erhaltener Einbaum freigelegt. Das Boot hat eine Länge von 7 Meter bei einer Breite von 1,50 Meter; fein After wird auf 5000 Jahre geschätzt. Die Balton- Rede. Innerpolitische Ursachen- außenpolitische Folgen? Locarno, Ende Mai. Der italienische Ministerpräsident hat eine eigene Balton thetorik und wohl auch eine eigene Balkonpsychologie. Dann ist der ,, liebenswürdige, beherrschte Staatsmann", der sich den Interviewern zeigt, verschwunden. Dann wird der furze, vierschrötige Körper nur zum Anhang eines ungeheuren Brüllapparats, der von Krieg und Blutvergießen brüllt. Vor etwa fünf Jahren hat so der Duce" seinen Schwarzhemden Rendez- vous in Paris gegeben, und seitdem haben sich die Anfälle öfters wiederholt. Wir kennen die äußern Umstände, die sie auslösen: es muß eine große Menge zusammengestaut sein, und Mussolini muß feinen direkten Kontakt mit ihr haben: es gehört eben der Balkon dazu. Wenn ihm die Masse nahe kommt, nur durch seine Leibgarde abgedrängt, machen sich offenbar andere Stimmungen geltend. Wir fennen auch die inner politischen Zustände, die zur Organisation solcher Balkonreden Anlaß geben. Man nimmt zu ihnen seine Zuflucht, wenn sich in den faschistischen Stoßtruppen Flauheit und Lauheit zeigt. Heute hat man inner politische Sorgen in Hülle und Fülle. Es stellt sich heraus, daß die Grundbesizer auf Verminderung der Arbeitslöhne dringen, ohne Rücksicht auf die noch in Kraft stehenden Tarifverträge und ohne sich darum zu kümmern, daß breite Schichten schon am Rande des Hungers leben. Das Regime sorgt sich auch über das Versagen der Miliz im inneren Rampf. Bei einer Arbeitslosendemonstration in Bacoli bei Neapel, ist sie unter dem Steinhagel der Demonftranten davongelaufen. Bei den Unruhen von Martina Franca( Apulien) wurden im vorigen Monat die Bureaus des Steuereinnehmers und das Stempel- und Registeramt zerstört. Hier ging ein Teil der Miliz zu den Demonstranten über, der andere lief davon. Zwei gefallene Milizleute wurden nachts heimlich verscharrt. Die Karabinieri schossen nicht, so daß man Matrofen aus Taranto und Truppen aus Lecce tommen ließ. Dazu kommen die Sorgen über den Irreden tismus der Slaven in Istrien, der Deutschen in Südtirol, der französisch sprechenden Bevölke rung im Aostatal. Der Irredentismus wird im Treibhaus geBüchtet: auf dem Friedhof von Meran sind die hebräischen Grabschriften verboten worden! Auch das Verschlingen der öffentlichen Gelder durch die Hierarchen nimmt Dimensionen an, die dem Regime ungemütlich werden. In oberitalienischen Städten hat man heimlich Manifeste angeschlagen, in denen der notarielle Aft eines Kaufvertrages abgedruckt iſt: der Minister für Luftschiffahrt fauft eine Billa für zwei Millionen Cire. Eines aber fennen wir nicht: den Grad von Mussolinis 3u rechnungsfähigkeit. Legt er sich über den internationalen Moment, den er für sein Kriegsgebrüll wählt, Rechenschaft ab oder nicht? Wir glauben nicht, daß es von Mussolinis Willen ab= hängt, zu einer tausendköpfigen Menge vernünftig zu sprechen. In solchen Augenblicken ist sein demagogischer Trieb starter als alles andere. Er will die Menge hinreißen. Was kann er ihr sagen? ,, Meine Hierarchen werden euch auffressen, bis auf die legte Gräte" das wäre bei aller objektiven Richtigkeit wenig begeisternd. Er muß auf etwas zeitlich und örtlich Fernes hinmeisen, auf etwas, das ohne Zusammenhang steht mit der jetzigen Misere, auf etwas, das diese Misere rechtfertigt. Also: Krieg, Krieg, Krieg. Das zieht, das versagt nie, da kommt bei dem Beifallstoben der Menge das Demagogenherz auf seine Rechnung. internationale Situation wählt. Bon diefer Situation will er mir Beleuchtungseffekte ziehen. Es tönnten aber auch andere dabei heraustommen. Fricks Zeitungsverbot. Wie zu erwarten war, hat der thüringische Innenminister Frid abgelehnt, der Beschwerde gegen das Verbot der Eisenacher Bolkszeitung" statt zugeben. Auf den Antrag des beschwerdeführenden Genossen Rosenfeld wird nunmehr das Reichsgericht zu entscheiden haben. Bei einigermaßen richtiger Anwendung des Republikschutzgesetzes fann nicht zweifelhaft sein, daß das Verbot unseres Parteiblattes aufgehoben wird. FUNK UNDAM Dienstag, 3. Juni. Berlin. Die Frage ist nun, ob Mussolini das Bewußtsein oder die Absicht hat, durch diese seine Hausmittel zur Pflege der Diktatur internationales ergernis zu erregen. Er weiß, daß aus den Ingredenzien ,, Menge, Balkon und Mussolini" immer und unter allen Umständen eine friegswütige Rede wird. Stellt er diese 16.05 G. Pohl: Das Neueste von gestern. Ingredenzien im Hinblick auf die Lage und Stimmung des Aus landes zusammen? Mit anderen Worten ist sein Kriegsgetrommel in Livorno und Florenz ein Schlußwort der Verhandlungen mit Frankreich und der Auftakt der Verhandlungen mit Deutschland zur ,, 1mgruppierung Europas"? Wir glauben das nicht, wir sind für Zubilligung verminderter Burechnungsfähigkeit. In dem Wahnsinn liegt feine Methode. 16.30 Aktuelle Abteilung. 17.00 B. v. Reznicek: Tennis. 17.20 Die deutsche Sprache.( S. v. Radecki.) ABEND 17.30 Konzert. 1. Geistliche Lieder.( Groß- russ. Chor; Dir.: Prof. Andrejewskij.) 2. a) Scarlatti: Pastoral; b) Scarlatti: Sonate A- Dur; c) Muethel: Menuett; d) Wintol: Valse caprice.( Edda Ottho- Drews, Flügel.) 3. Russ. Volkslieder.( Groß- Russischer Chor.) 18.10 Stunde mit Büchern. ,, Neueste politische Literatur."( Am Mikrophon: Prof. H. Heller.) 19.05 Arbeitsmarkt. 19.10 Unterhaltungsmusik. 20.30 Die Erzählung der Woche.( Sprecher: Ernst Weiß.) 21.00 1. G. F. Händel: Concerto grosso Nr. 2 F- Dur. 2. Max Marschalk spricht über. Conrad Ansorge. 3. C. Ansorge: Konzert für Klavier und Orchester, F- Dur, op. 28.( Margarethe Ansorge, Flügel, Funkorchester.) Anschließend: Dr. Räuscher: Politische Zeitungsschau. Königswusterhausen. 16.00 Stephan Konetzky: Pfingstarbeitswochen. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. 17.30 Dr. Ludwig Herz: Hermann Stegemann zum 60. Geburtstag. 17.55 Pfarrer Hauk: Albert Schweitzers Mystik des Heiligen Paulus". 18.20 Dr. Herxheimer: Welche Arten Sport sollten ältere Leute treiben? 18.40 Französisch für Anfänger. 19.05 Prof. Dr. Mildbraed: Die wichtigsten tropischen Kulturpflanzen. 19.30 Dr. Hans Weinert: Zickzackwege in der Entwicklung des menschlichen Körpers. 2. Szymanowski: Des Hafis Liebeslieder, op. 24.( Maria Schrecker, Sopran; Flügel: Victor Babin.) 20.25 Von Hamburg: Die Welt von heute". Mussolini will ,, épater le bourgeois", die Biedermänner vor den Kopf stoßen. Was ist denn aus dem Rendezvous in Paris geworden? Warum wird heute das zu einer glühenden Kugel geballte Italien" gegen Jugoslawien und sein freiheitsfeindliches Regime geschleudert und morgen gegen die Freimaurerrepublik? 3wed der llebung ist die Wirkung im Innern. Daß Frankreich sich bange machen läßt, glaubt Mussolini selbst nicht. Es wäre dem Mussolini am Schreibtisch sicher eine unliebsame Folge, wenn man den Mussolini auf dem Balton im Ausland ernst nähme. Im Blätterwald soll es rauschen das fordert die Histrioneneitelfeit. Daß aber das Ausland, auf das die Reden berechnet scheinen, diese ernst nimmt und daraus die einzig logischen praktischen Folgen 20.00 1. Schrecker: Zwei Lieder aus„ Der Tod eines Kindes".( Maria Holm.) zieht, nämlich die Rüstungen zu vermehren, fann nicht Mussolinis Absicht sein. Das wäre Landesverrat, von der an Blödfinn grenzenden Dummheit einer solchen Taftit gar nicht zu reden. Damit ist natürlich nicht gesagt, daß diese Redeübungen unschädlich wären. Wenn ein Premierminister eines großen Staates an rhetorischer Inkontinenz leidet, so kann das Sachlagen zeitigen, die dann auch vernünftige Leute mit normal entwickeltem Berantvon Baltons Feuerfugeln schleudert, finden sich auch jenseits der Alpen Leute, die in der gleichen Branche arbeiten. Im vorliegenden Fall stärkt die Haltung des„ Duce" die am Wettrüsten interessierten Kreise in Frankreich, was schon Schaden genug ist. Immerhin hat dieser Raketenschein kriegerischer Worte den Vorteil, dem deutschen Bolt die fich als bündnisfähig anbietende ,, autoritäre Demokratie" von allen Seiten zu zeigen. Für die Zwecke der Umgruppierung" ist das offenbar ganz inopportun. Auch darum glauben wir, daß Mussolini den Zeitpunkt seiner Baltonräusche ohne Rücksicht auf die Jeder weiß, daß dieser selbe Minister Balbo im Jahre 1921 ein armer Teufel war; sein Anerbieten, gegen eine Bankstelle mit 500 Lire Monatsgehalt zum Faschismus überzutreten, wurde seiner- wortungsgefühl nicht mehr einzurenken vermögen. Wenn Mussolini zeit von der„ Voce republicana" im Faksimile wiedergegeben. Unter dem notariellen Akt der Manifeste liest man nur das Motto der öffentlichen Geldsammlungen für Flugapparate: „ Gebt dem Vaterland Flügel". Gleichzeitig wird befannt, daß die Forschungsexpedition nach Erythrea des faschistischen Senators Gabbi in 45 Tagen sechseinhalb Millionen Lire gekostet hat. Es gibt ,, Miesmacher", die solche Dinge gegen das Regime ausschlachten. Gegen diese war also eine Baltonrede fällig. da " Was Sie auch laufen wollen, muß nicht nur von befter Befchaffenheit, sondern auch modern und elegant fein! Selbstverständlich follen Sie auch Dazu bietet der große Bfingst außerordentlich vorteilhaft dazu fommen. verlauf bei S. Joseph u. Co., Reukölln, Berliner Str. 51/55, gute Gelegenheit. Wunderbar find die Muster der neuen Basdystoffe und Geiden. In den be finden Sie die neuesten Schöpfungen der Mode in einer Auswahl ohne Gleichen, vereint mit der Schönheit in Farbe und Form. Erwähnenswert find noch die besonders preiswerten Angebote in Rorbmöbeln, Gartenmöbeln, Tischbeden, sowie in sämtlichen Artikeln für das Wochenende. Beste Qualitäten und allerniedrigste Preisgestaltung machen Ihnen Wahl und Rauf zur Freude. Der große Pfingstverkauf bei S. Joseph u. Co., Neukölln, bringt Ihnen die Er. füllung aller Ihrer Wünsche. deutenden Abteilungen Damen- und Herrenkleidung, Buz und Schuhwaren Berantworil. für die Redaktion: Rich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: Th. Glocke, druckerei und Verlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin GB 68, Lindenstraße 3. Berlin. Berlag: Borwärts Berlag G. m. b. S., Berlin, Drud: Borwärts Buch Sierzu 1 Beilage. KINO- TAFEL PROGRAMM für die Zeit vom 3. bis 5. Juní BTL Potsdamer Straße 38 Kammersänger Richard Tauber in seinem neuen Tonfilm: Das lockende Ziel Jugendliche haben Zutritt Rheinstraße 14( Ander Der krasse Fuchs Kais.- Eiche) mit Hans Brausewetter( 6 Akte) Pension Groonen mit Charlotte Ander( 5 Akte) Odeon, Potsdamer Str.75 Wer wird denn weinen, wenn man auseinander geht mit Dina Gralla Der Mann, der nicht liebt Charlottenburg Schlüter- Theater Schlüterstr. 17 W. 630. 9 Uhr. Sonnt. ab 3 Uhr. Die Herrenhofsage ( nach Selma Lagerlöf) mit Agnes Esterhazy Die Gardediva mit Georg Alexander Wilmersdorf Atrium Beba- Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Täglich 7, 9.15 Uhr Sonntag 5, 7, 9.15 Ufa- Tonfilm: Der Tiger Ab Donnerstag: Achtung Autodicbe! mit Harry Piel Schöneberg mit Gustav Diehl und Harry Hardt Alhambra Wchtgs 5, 7, 9 Uhr Turmstraße 12 Tonfilm: Liebeswalzer mit Lilian Harvey, Willy Fritsch u. Georg Alexander Alexanderstr. 39-40 ( Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Das Mädel aus USA. Stgs. 3, 5, 7, 9 Uhr Schöneberg, Hauptstr. 30 Der Tiger( Kriminaltonfilm) mit Charl. Susa u. H. Frank Belprogramm früher Titania( Uta Schöneberg Hauptstraße 49 W 6 30, Himmelf. 3 Uhr Luisen- Theater AW. Concordia- Palast Reichenberger Str. 34 Sonnt. 3 U. Andreasstraße 64 Die Insel der Verschollenen Drei Leidenschaften m. I. Petrovich Bühnenschau Stella- Palast Köpenicker Straße 11-14 Wochtgs 7 u. 9, Sonntags 5, 7, 9 Uhr Das lockende Ziel m. Kammersänger Richard Tauber in seinem neuesten Tonfilm Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Kasseneröffnung 12 Stunde vorher Sternwarte- Treptow Mittwoch 8 Uhr: Silberkondor über Feuerland( Film) Donnerstag 8 Uhr: Die schöne Schweiz, Vortrag mit Lichtbildern Neukölln Passage- Lichtspiele Bergstrasse 151-52 Wochtgs.6.30, ca 9 Uhr; Stgs. 5, 7, ca. 9 Uhr Irwege der Leidenschaft Mikosch rückt ein Bühnenschau 6.30, 9 Uhr 100 proz. Tonfilm Richard Tauber singt und spricht: " Das lockende Ziel". Jugendliche haben Zutritt Comenius- Lichtspiele Norden Alhambra Müllerstraße 136, Ecke Seestraße Der große Tonfilmerfolg: Das lockende Ziel m. Rich, Tauber Beiprogramm Memeler Straße 67 W. 6, 8, S ab 5U Pharus- Lichtspiele Zwei Brüder. Rivalen der Liebe Achtung, Falschmünzer mit H. Carrey Viktoria- Lichtbild- Th. Frankfurter Allee 48 Müllerstraße 142 W. 6 U. Stg. 412 U. 2 Spitzenfilme: Die große Parade Verleumdung m. Ramon Novarro Woch. 5, 7 u. ca. 8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca. 8.45 U. Marga- Lichtspiele Der Schrecken von Piccadilly Landung im Paradies Großes Beiprogramm Bühnenschau Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Schulstraße 29 Ihr großer Flirt mit Florence Vidor Mattia Pascal Beiprogramm Große Bühnenschau Woch.5,7 u. ca. 8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca. 8.45 U. Prater- Lichtspiel- Palast Der Doppelgänger Seine Gefangene Gr. Beiprogramm u. Bühnenschau Neu- Lichtenberg Das ausgezeichnete bekannt gute Neukölln. Lichtspielh. Kosmos- Lichtspiele 2- Schlager- Programm Friedenau mit Anny Ondra( 7 lustige Akte) Kronen- Lichtspiele Der Mann aus Nevada m. TomTyler ( Ein Abenteuer in 5 Akten) Friedrichstadt Die Kamera Unter den Linden 14 Täglich 3, 5, 7, 9 Uhr Kameliendame Französische Avantgarde ( Urauiführung) ugendliche haben Zutritt Moabit Artushof- Lichtspiele Film- und Bühnenschau Perleberger Str. 29 und Stendaler Su Scapa Flow mit Otto Gebühr Familienzuwachs bei Morgenrot Welt- Kino Beg. 6.45, 9.00, Alt- Moabit 99 S. 5, 7, 9 Uhr Tonfilm: Das Rheinlandmädel m. Werner Fütterer, Lucie Englisch Jugendliche haben Zutritt Rheinstr. 65 Beg, Woch. 630, 9, S. 5 U. Der Abenteurer mit Liedtke und Morena Bergstrasse 136-37 Wochtgs 6 30, ca. 9 Uhr; Stgs. 5, 7, ca. 9 Uhr Die Insel der Liebe Das Haus ohne Männer. Bühnenschau Nordosten Küssen ist keine Sünd' m. X. Desni Elysium" Film und Steglitz Titania- Palast Steglitz, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmuthsstr. Beginn der Vorstellung 6.30, 9 Uhr. Bühne Lichtenberg, Lückstraße 70 Die Frau auf der Folter mit Lily Damita Hoheit tanzt Walzer mit Cl. Rommer, W. Rilla Bühnenschau Friedrichsfelde Prenzlauer Allee 56 W. 5.15. S. 315 U. Kino Busch W. 6.15, 8.45 Uhr 100 proz. Tonfilmoperette: Das Rheinlandmädel Jugendliche haben Zutritt Osten Sonnt. 4. 6.30, 9 Uhr. Germania- Palast Tonfilm Die Jugendgeliebte Goethes Frühlingstraum, Südwesten Film- Palast Kammersäle Teltower Str. 1 Don Manuel, der Bandit Schwester Maria mit w. Pittschau Südosten Filmeck Beginn W. 6.30 U S. ab 3 U. Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Tonfilm: Der Walzerkönig mit Cläre Rommer, Hans Stüwe. Micky Maus im Tiervarieté Frankfurter Allee 814 Wochent. 7 U Sonnt. ab 5 U Der große Tonfilmerfolg: Das lockende Ziel m Kammersänger RichardTauber, Lucie Englisch, Jul. Falkenstein Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Luna- Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 W. 6, Freit. u. Sbd. 5. Sonnt. 3 Uhr Liebe und Champagner mit Ag. Esterhazy Der Siraßensänger von Venedig Bühne: Das goldene Buch der Lieder( Revue) S. 5. 7 u. 8.45 Uhr. Alt- Friedrichsfelde G. Beiprogramm Mädel sei lieb mit Colleen Moore Todesfahrt im Weltrekord mit Rommer Niederschönewelde Elysium Hasselwerder Straße 17 Die Somme( Grab der Millionen, Die Liebes alle mit Laura la Planie Große Bühnenschau Weißensee Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhr Phantom mit Lil Dagover Am Rande der Welt Bühnenschau Skala- Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W. 7, 9 U. Stg. 5, 7, 9 U. Tonfilm: Hai Tang( Weg zur Schande) mit Anna May Wong Colosseum Wtgs. 7 u. 9 Uhr Stgs. 5, 7 u. 9 Uhr Schönhauser Allee 123 2 Großfilme: Der Witwenball mit Kampers, Arno Der Sieg des Herzens Auf der Bühne: Die Harvey Sisters Gesundbrunnen Alhambra" Bastraße 58 . PROGRAMM für die Zeit vom 3. bis 5. Juni Kristall- Palast Prinzenallee 1-6 Der gewaltige Ton- u. Sprechfilm: Cyankali mit Greta Mosheim Bühne: Gr. Rollschuhnummer Bühnenschau Pankow Palast- Theater Breite Straße 21 a W. 6.30, Stg. 5, 7.9 U. Die keusche Sünderin mit Colleen Moore Reichhaltiges Beiprogramm Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Verlängert: W. 7, 9 U., Stg. 5, 7 u. 9 U. Tonfilm: Heute nacht eventuell mit Jenny Jugo Tonfilmbelprogramm Niederschönhausen Film- Palast Niederschönhausen Blankenburger Straße 4 W. 6.30, 9 U. Stg. 4.30, 6.45, 9 U. 100% Tonfilmoperette: Liebeswalzer mit Harvey- Fritsch Tonfilm- Beiprogramm Tegel Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W.6, 81, Stg. 41/ 4,61/ 2, 83/4 Sonnt. 2 Uhr Jugendvorstellung Tonfilm: Das lockende Ziel mit Richard Tauber Auf neuester Tobis- Apparatur Kosmos" Filmbühne Hauptstraße 6 W. 6, 82, S. ab 41 Tonfilm: Die letzte Kompagnie mit Conr. Veldt Ein tönender Kulturfilm: Das Geheimnis in der Eierschale Union- Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6, 8 U. Pat uno Patachon auf dem Wege Sig. 2 U. Jugendvorst. Stg. 44, 6, 8 U. zu Kraft und Schönheit Klettermaxe Bühne: Pauls bunte Bühne Jugendliche haben Zutritt Schloßpark Film- Bühne Ballschmieder- Lichtsp Berliner Allee 205-210 Stg. 23 Jgd.- V Zeugen gesucht mit Eddy Polo Landung im Paradies mit R. la Roque Bühne: Hollywood- Jazz- Ladies Varietéschau Badstraße 16 Der große Tonfilmerfolg Das lockende Ziel m. Rich. Tauber Bühnenschau Jugendliche haben Zutritt Majestät schneidet Bubiköpfe Die Geliebte des Gouverneurs Hennigsdorf Beg. W. 6, 8.30 Filmpalast Stg 4, 6, 8% U. Berliner Straße 59 Stg. 2 U. Jug.- Vorst Klettermaxe m. Paul Heidemann Hütet Euch vor leichten Frauen Beilage Dienstag, 3. Juni 1930 Das Martyrium der Kinder Verpflichtungen, die so oft vergessen werden Da wächst heute eine Jugend empor, die in ihrer großen Mehrzahl die bittere Not zum ständigen Begleiter hat. In engen Wohmungen leben diese jungen Menschenfinder mit Eltern und älteren Geschwistern, die mißmutig und entkräftet dem schweren Daseinstampf der Gegenwart gegenüberstehen. Viele Ehen zerbrechen, und mangels einer modernen Gesetzgebung, die den Betroffenen einen Ausweg zeigt, wird ihnen ein solcher erschwert. Grundsäge aus dem vorigen Jahrhundert find heute noch Gesetz. Und wie oft kommt es da vor, daß die zum Zusammenleben Gezwungenen all ihre Not und inneren Gegensätze abwälzen auf die Unschuldigen: die Kinder. Aber nicht nur die Ehegegensätze werden auf die Kinder abgewälzt, auch die wirtschaftlichen Sorgen und geistigen Nöte. Denn das Kind ist leider noch viel zu sehr Objekt. Von ihm verlangt man Unterordnung, von ihm beansprucht man unbedingten Glauben an die Autorität. fenen. Der Abend Shalausgabe des Vorwärts Urlaub für alle! Auch eine Pfingstbetrachtung ,, Ostern, Pfingsten und Herbstmarkt", so antwortete ein medlen-| Wachstumsjahren, und nicht nur wegen der leiblichen Gesundheit burgisches Bauernkind auf die Frage nach den großen christlichen braucht unsere Jugend reichliche Berührung mit der Natur. Gar zu Festen. Die ehemalige Stellung der Landbevölkerung zu den viel mechanische Arbeit macht verdrossen. Geistige Frische und sommerlichen Feiertagen ist hierdurch treffend angegeben. Man ging Spannkraft sind nichts Selbstverständliches, sondern sie bedürfen der gewiß zur Kirche, aber daran schloß sich doch allerhand anderes, was Uebung, der junge Mensch muß vor entsprechende Aufgaben gedie Stadt, nämlich die kleine Landstadt, bot: Kuchen und Bier, stellt werden. Zigarren und Tanz und was sonst alt und jung erheitern mochte. Heute gibt nicht der Bauer, sondern der Städter den Ton an, und für ihn bedeutet Ostern und noch mehr Pfingsten natürlich nicht den Zug zur Stadt, sondern den Zug aufs Land. Als Berlin noch fleiner war, trugen Kremser die Natur- oder sonstigen Durstigen hinaus, heute vermögen alle Verkehrsmittel von dem beinahe altmodischen Zweirad bis zum Flugzeug kaum die Mengen zu fassen. Glücklich, wer nicht nur die beiden Pfingsttage frei hat, sondern womöglich eine ganze Woche! Noch glücklicher, wer wie Schüler und Lehrer über beinahe 14 Ferientage verfügen tann! Nun ist gewiß die Lehrlingsarbeit heute vielseitiger und abe wechslungsreicher als noch vor einigen Jahrzehnten, aber alle Ausbildung bleibt doch immer ein Arbeiten nach Anleitung und unter Aufsicht. Wer Pflicht und Vorschrift getreu erfüllt, der mag ein brauchbarer Arbeiter sein, aber das Leben stellt andere und höhere Anforderungen. Ein Mensch der irgend etwas bedeuten will, an den die eigenen Angehörigen und auch andere sich anlehnen können, der muß vor allem die große Kunst verstehen, daß er bei un erwarteten Schwierigkeiten nicht verjagt. Er darf sich durch die Tücken des Zufalls nicht aus der Laune bringen laffen, sondern muß sich in jeder Not zu helfen wissen. Er darf bei Fehlschlägen nicht den Mut verlieren, sondern muß, wenn es nicht anders geht, fröhlich und geduldig von vorn anfangen. Solche innere Spanntraft tann schwerlich in Schule oder Werkstatt erworben werden, um so weniger, je ordentlicher und geregelter es zugeht. So verlangt denn der gesunde Sinn unserer Jugend ungeftüm nach einer Ergänzung der Alltagsarbeit, nach einer Tätigkeit, die den ganzen Menschen anspannt. Sie verlangt nach dem Sport, der hohen Schule von Mut und EntschlossenAus diesen Anschauungen ist der§ 1631 des Bürger lichen Gesetzbuches geboren worden, der den Eltern das Recht gibt, gegenüber ihren Kindern die notwendigen Zuchtmittel anzuwenden. Das Strafgesetzbuch zieht zwar diejenigen Eltern zur Ber antwortung, die nicht im Rahmen des Gesetzmäßigen von ihrem Recht nach§ 1631 Gebrauch machen. Aber er straft nicht und kann Wir wollen unserer heranwachsenden Jugend die reichliche Freinicht strafen die seelischen Mißhandlungen der Kinder, zeit gerne gönnen. Die Einseitigkeiten und Schädigungen des Berufsdie oft viel schwerer wiegen als die förperlichen. Die seelischen Miß- lebens kommen immer noch früh genug. Gewährt doch auch der handlungen sind zum großen Teil eine Folge zerbrochener Ehen. Landmann seinen jungen Tieren günstigere Lebensbedingungen als Die Kinder mit ihrer eigenen Geistigkeit, ihrem eigenen Blickfeld den alten. Das Füllen wird feineswegs vor den Wagen gespannt, werden willenlos Objekt der Unfähigkeit der Erwachsondern man läßt es den ganzen Sommer über im Freien. Beim fröhlichen Tummeln auf grüner Wiese werden sich die Kräfte für spätere Leistungen am besten entwickeln. Darum hat man also auch unserer Jugend reichliche Ferienheit, sie will wandern, im Freien ihr Zeltlager aufschlagen und abtochen nicht nur um neues zu sehen, sondern vor allem, um bewilligt und denkt sogar daran, sie noch zu verlängern. Aber etwas zu erleben, um Schwierigkeiten zu finden und zu überwinden. eins ist merkwürdig. Die anderen Heranwachsenden, die nicht mehr zur Schule gehen, sondern schon im Erwerbsleben messen, die für solche Erholung bleibt, zumal in der Großstadt mit Wie fümmerlich ist doch für die Erwerbstätigen die Zeit betätig sind: die sind offenbar vergessen! Aber hat der 15jährige ihren weiten Wegen! Welcher Segen wäre es, wenn zu den SonnLehrling nicht ebenso Ausspannung nötig wie der gleidhaltrige und Feiertagen, an denen ja doch alles überfüllt ist, hier und da Schüler der Obertertia oder Unterſekunda? Auch er ist noch nicht ein freier Tag hinzu käme! Borläufig gibt es in Deutschland no ch ausgewachsen, auch er braucht viel Bewegung in frischer Luft, wenn teine gefeßliche Regelung des Lehrlingsurlaubs, ein kräftiger Mensch aus ihm werden soll, der nicht ständig den mie Desterreich, Polen und die Tschechoslowakei sie längst haben. Es Kassen zur Last fällt. ist wahrhaftig nicht unbillig, wenn die Gewerkschaften drei Wochen Ferien für Jugendliche verlangen. Zu diesen seelischen Mißhandlungen der Kinder muß man auch die Ausnutzung der Kinder rechnen. Gewiß, wir verschließen uns nicht den Tatsachen. Die heutige foziale Not zwingt manche Familie, auch die letzte Kraft zur Mitarbeit und damit zur Miternährung heranzuziehen. Aber es gibt auch eine Unzahl von Fällen, wo der Erwachsene, auf seine Autorität und Ueberlegenheit pochend, das von dem Kinde verlangt, was er selbst zu tun ver pflichtet wäre. Das Kind, das doch auch nur einmal fein Kindesleben zu führen in der Lage ist, wird oft gezwungen, zur Bequemlichkeit der anderen Gänge zu laufen, in der Wirtschaft zu helfen, Staub zu wischen und anderes mehr. Biele Eltern denken nicht daran und haben vergessen, wie sie es sich in ihrer Jugend gewünscht haben. Haben vergessen, daß das Kind im Spiel und in der freien Luft am besten gedeiht und gerade das Spiel ihm die natürlichen Entwicklungsmöglichkeiten gibt. Die Schule beansprucht ganz die überschüssige Kraft des Kindes, und es bedarf feiner Ueberstundenarbeit im Haushalt. Ausnahmen find möglich und auch oft gerechtfertigt, aber hier wird gegen die Ausnutzung der Kinder gesprochen, die nicht notwendig ist und die den ,, Verein zum Schutz der Kinder vor Ausnutzung und Mißhandlung" oft genug zum Eingreifen zwingt. Das schlimmste ist die Berursachung seelischer Qualen der Kinder. Diefe Art von Mißhandlungen sind von feiner Statistik erfaßt, wie überhaupt die Statistik in dieser Frage ein unzuläng liches Auskunftsmittel ist. Nur selten gelangt ein Fall von Kindermißhandlung vor die Gerichte. Einen der erschütterndsten Fälle erzählt die Leiterin des ,, Bereins zum Schutz der Kinder": ,, Maria, die neunjährige Tochter eines angesehenen Kaufmanns in einer kleinen Stadt, hat eine elfjährige Freundin Anna, die sehr arm ist. Die letztere äußert in der Weihnachtszeit den Wunsch, eine Puppe, die ihr besonders gut gefällt, zu besitzen. Maria verspricht, sie ihr mit ihrem Ersparten zu kaufen, aber der Mutter nichts davon zu sagen. Nach einigen Tagen kommt Anna wieder zu Maria und ersucht sie, ihr Bonbons zu kaufen. Maria erklärt, sie habe jetzt fein Geld mehr, nachdem der Inhalt ihrer, Sparbüchse für die Puppe draufgegangen sei. Da erklärt Anna:„ Wenn du mir den Wunsch nicht erfüllt, so sage ich es deiner Mutter." Darauf geht Maria an die Ladenkasse, zu der sie jederzeit Zutritt hat, weil die Eltern ihr absolut vertrauen. Kaum ist das geschehen, so stellt die Weltere erneute Ansprüche, die Maria immer unter der Drohung, die Eltern würden davon erfahren, erfüllt. Bald gefellt sich zu dem Kinde die Mutter der Freundin wie auch erwachsene arbeitslose Brüder und deren Freunde. Dem Kinde wird mit allen Schrecken gedroht, wenn sie das notwendige Geld nicht beschaffe. Das zieht sich so durch zwei Jahre hin, in deren Verlauf Maria allmählich immer größere Beträge, nicht nur aus der Ladenfasse, sondern auch aus dem Schreibtisch des Baters holt, zu dem fie gleichfalls Zutritt hat. Die Diebstähle werden bemerkt, die Hausangestellten fommen in den Verdacht, ohne daß der Vater auch nur entfernt ahnt, wer der Dieb ist. Das abgequälte Kind wird sichtlich elender, tann nachts nicht schlafen. Es versucht ab und zu vergeblich, sich der Mutter zu offenbaren. Schließlich kommt von ungefähr in das Haus Annas ein Mensch, der schon acht mal wegen Erpressung vorbestraft war, und droht mun dem armen Kinde nicht nur mit Bater und Mutter, son dern mit Polizei und Zuchthaus, und preßt dadurch noch größere Gummen heraus, zuletzt mit dem Versprechen, sie zu verlassen und nach Hamburg zu ziehen, etwa 500 Mart. Nun bleibt die Sache nicht mehr geheim. Der Vater instruiert feine Angestellten, die Stadt spricht davon, das Kind vergeht vor Angst. Da will der Erpresser noch einen legten großen Gewinn einstecken und wendet sich an einen Advokaten, der dem Bater mitteilen foll, daß für 5000 mart er sofort benachrichtigt werden solle, wer der Dieb sei. Der Vater übergibt die Sache der Polizei, und nun fommt sie zum Schluß." Noch tragischer mögen aber die Fälle liegen, wo durch die Ehe scheidung das einzige Kind je nach Sachlage der Mutter bzw. dem Vater genommen wird und wo nun ein Kampf um das Kind entbrennt. Selbst solche Menschen, die vorgeben, von humanem Denken erfüllt zu sein, zeigen in solchen Fällen oft ein Stüd Unmenschlichkeit. Denn unsere Gesetzgebung gibt vielerlei Möglich feiten, einen Beschluß zu durchkreuzen, z. B., daß der junge Heinz wöchentlich einmal auf mehrere Stunden zur Mutter zu gehen hat. Welch seelische Qual für manch ein Kind, wenn der Bater plöglich sagt: Du darfst nicht gehen." Und dann beginnt ein langweiliges Verfahren beim Vormundschaftsgericht. Der widerwillige Bater macht Beschwerden, das Obervormundschaftsgericht muß sich mit der Eache beschäftigen. Mutter und Kind sind in dieser Zeit getrennt. Qual für die Mutter, aber auch Qual für Manchmal lebt ja der Lehrling unter günstigeren Bedingungen als der Schüler. Er hat vielleicht Botengänge zu machen oder im Baden Kunden zu bedienen, während der Schüler seinen Arbeitstag mit Schreiben und Rechnen verbringt, ohne alle törperliche Bewegung und oft in schlechtester Luft. Doch die meisten Lehrlinge find auch im geschlossenen Raum beschäftigt, und die hygienischen Bebingungen in einer Schlosserei oder chemischen Fabrit find gewiß nicht besser als in der Schule. Außerdem entwidelt sich doch nicht nur der Körper in den fommen. Die Mutter fann sich von dem Rind nicht trennen, das Kind will sich von der Mutter nicht trennen. Der Vater, der sich früher um den Jungen nie gefümmert hat, auf sein Recht pochend, verlangt das Kind. Und nun beginnt eine wilde Flucht vor dem Gesez. In dem konkreten Falle hat die Mutter Monate und Monate jede Nacht woanders geschlafen und ist mit ihrem Kinde von einer Stadt in die andere gezogen. Sie wollte ihr Junges nicht hergeben, und es bedurfte sehr großer Anstrengungen, um endlich den Mann zur Einsicht zu bringen. Solche Fälle lassen sich noch vielfach schildern, besonders auch aus der Umgebung Trunksüchtiger. Sie beweisen, wie sehr die Kinder unter dem seelischen Druck zu leiden haben und wie sehr sich diese Leiden für die ganze spätere Entwicklung auswirken wenn ihre Menschenrechte verletzt sind, vergessen, daß die Kinder auch Menschenrechte haben, und daß wir der kommenden Generation verpflichtet sind, alle Entwicklungsmöglichkeiten zu geben, damit sie den an sich schweren Lebenskampf bestehen können. Hierzu ist notwendig, daß die Gesetze der wissenschaftlichen Erkenntnis angepaßt werden und, was mehr ist, daß wir Menschen willens genug find, unsere Berpflichtungen der Jugend gegenüber anzuerkennen. müssen. Die Erwachsenen, die jeden Augenblick empört sein würden, Kurt Grossmann. Wagner- Jaureggs Fiebertherapie Der Gedanke, zur Behandlung von Krankheiten, insbesondere von Geisteskrankheiten, künstliche Erzeugung von Fieber zu verwenden, stammt aus schon alten Erfahrungen bei zufälligen fieberhaften Infektionskrankheiten. Diese Erfahrungen konnte man jedoch erst therapeutisch verwerten, als man sich über das Wesen der Infektionskrankheiten klarer wurde und erkannte, daß die Wirkungen der Infektionserreger chemischer Natur sind. Man ging nun an die Herstellung von Stoffen, die diese Wirkungen, namentlich die Abmehrerscheinung des Fiebers, auch ohne Anwesenheit der Erreger hervorrufen. Speziell die Psychiatrie verfolgte die therapeutischen Ein wirkungen des Fiebers mit großem Interesse. War man doch auf dem Gebiete der Geisteskrankheiten im großen und ganzen in der Therapie noch ziemlich hilflos. Anfangs wurde hier das Kochsche Tuberkulin verwendet. Diese Versuche wurden in Graz im Jahre 1891 bei verschiedenen Geistesstörungen begonnen. 3ulegt wurden die Versuche in der Form ausgeführt, daß man nur noch bei Geistestranten mit lokalen( nicht floriden, d. h. um sich greifender) tuberkulösen Prozessen mit Tuberkulin arbeitete, und zwar mit minimolen Dosen. Denn man hatte die Beobachtung gemacht, daß solche Kranken heftiger reagierten und dauerhaftere Wirkungen zeigten. So vermutete man, daß der beobachtete Heilerfolg auf dem latenten( heimlichen) Borhandensein der Tuberkulose beruhte. Mit dieser letzten Art der Tuberkulin- Therapie wurden recht gute Erfolge erzielt. Doch fonnte auch in diesem Falle der ursächliche Zusammenhang zwischen Tuberkulinbehandlung und Besserung niemals einwandfrei nachgewiesen werden, da bei den meisten Geisteskrankheiten Heilun gen ohne künstliche Einwirtung nicht allzu selten sind. Die weiteren Versuche mit einer Infektionstherapie wurden deshalb vorwiegend Oder ein anderer, erschütternder Fall. Eine Ehe wird ge- bei der Paralyse vorgenommen, bei der ja dauerhafte Heilungen schieden, beide Teile find gleich schuldig. Da der Sohn schon ohne künstliche Hilfe nicht zu beobachten sind. Auch hier hat man über jegs Jahre alt i jolt er nach dem Gejez zum Bateres zunächst mit Lubertylin versucht. Interessant ist die Berfuchs das Kind. Wer mit dem gewerblichen Leben nichts zu tun hat, der sollte einsehen, daß er sich hier um fein Parteidogma handelt, sondern um die Frage der Gesunderhaltung unseres Volkes. Wer aber selbst ein Gewerbe betreibt und Lehrlinge beschäftigt, der sollte sogleich die gute Absicht in die Tat umsetzen. Wenn die Pfingstjonne über Gerechte und Ungerechte scheint, dann sollte der Meister den Lehrlingen einen fleinen Egtraurlaub bewilligen, auch wenn sie ihn nicht verdient haben. Prof. Dr. G. Junge. anordnung von Pilcz, der von jedem neuaufgenommenen Kranten abwechselnd den einen mit Tuberkulin behandelte, den anderen nicht. So ergaben sich zwei ziemlich gleichmäßige Gruppen von Benbachtungsmaterial, an denen man in der Tat feststellen fonnte, daß die mit Tuberkulin behandelten Patienten mehr und längere Remissionen( zeitweiser Nachlaß der Krankheit) aufwiesen; aber auch hier war der Erfolg ohnie endgültige Dauerhaftigkeit. = Daher verwendete der Wiener Psychiater Professor Julius handlung mit Malaria erregern. Diese dem sicheren Tode Wagner Jauregg zum ersten Male bei der Paralyse eine Bebei rechtzeitiger Anwendung sogar heilen, ohne sie einer Gefähr geweihten Patienten tann man heute auf diesem Wege bessern und dung durch die Malariatur auszusetzen. Denn, was bei dem ersten Versuch noch nicht möglich war, heute hat man die Malaria durch die Art der Impfung dosieren gelernt. Bei zu starker Reaktion erzielt man Milderung durch eine kleine Chinindosis. Man vermeidet Batient sich hinreichend erholen kann. Im allgemeinen hat sich eine vor allem die zu rasche Aufeinanderfolge der Anfälle, damit der Kur von acht Anfällen( von täglicher bis zu dreitägiger Wiederfehr) als das Optimum( Beste) erwiesen. Sind infolge Herzschwäche oder aus anderen Gründen Bedenken vorhanden, so trennt man diese Kur in zwei Abschnitte: nach den ersten zwei bis vier Anfällen beendet man die Malaria durch eine größere Chinindosis; nach einer Pause von sechs Wochen wird der Patient wieder mit Malaria geimpft, und es besteht dann im allgemeinen teine Gefahr mehr beim Ueberstehen der restlichen vier bis sechs Anfälle. Bleibt die Malariatur erfolglos, meist in Fällen, in denen der Patient schon einmal eine Malaria überstanden hat und sich infolgedessen noch Antitorine( Gegengifte) im Körper befinden, so gibt es 3wei Ersahmöglichkeiten: da ist zunächst das afrita. nische Rüdfallfieber( febris recurrens). deffen Erreger ( spirochaeta Dutoni) durch Mäuse weiter gezüchtet werden können. Oder man impft die Rattenbißtranfheit( japan. sodoku), fieber hat man weniger Erfolg beobachtet als bei der Malaria und deren Erreger die spirochaeta morsus muris ift. Beim Rückfallbei der Rattenbißfrankheit noch weniger als beim Rückfallfieber. Die Behandlung mit fiebererregenden, nicht tranfheitserregen den Injektionspräparaten( Saprovitan, Pyrifer und Sulfofin) hat sich noch weniger bewährt. Bei Tabes und sogenannter echter Syphilis des Zentralnervensystems wird die Malariatherapie nur unterstützend neben einer spezifischen Therapie angewendet. Die Versuche mit Fiebertherapie bei Gehirngrippe ( encephalitis lethargica) hatten menig Erfolg. Besser bewährte sich die Fiebertherapie bei der multiplen( pielfältigen) Sklerose, bei der man ungefähr mit gleichem Erfolge Typhuspafzine( Typhusimpfstoffe) und Malariaimpfung anwendete. Daß man in der Klinik Wagner- Jaureggs auch fiebertherapeutische Versuche bei Schizophrenie( eine besondere Art Irrfinn) unternahm, von denen Wagner- Jauregg selbst sagt, daß ihre Ergebnisse infolge mangelnder Vergleichsmöglichkeiten noch ganz unflar sind, ist wohl auf die immer noch vorhandene, sehr bedauernswerte mangelhafte Fühlungnahme zwischen der alten Psychiatrie und der modernen Psychotherapie zurückzuführen. Man hätte wohl sonst einsehen können, daß die Schizophrenie nach Entstehungsgeschichte und Berlauf offenbar so überwiegend psychogener, also seelischer Natur ist, daß derartige organtherapeutische Versuche wahrscheinlich für alle Ewald Bohm, Zeit ergebnisios verlaufen werden. (44. Fortsetzung.) Marin in seinem Dienstauto begab sich auf den Kampfplatz, Musterung �u halten; fuhr durch die Nanking-Rood. Verbissen, hartnäckig, unnachgiebig, fiebernd, hatte er nicht Zeit, Ilmschau zu halten. Da scheuchte es ihn auf. Er sah die beiden T-utrme Sincere »nd Win-gou. Höher, übermütiger sich steilend kamen sie ihm heute vor, geheimnisvoller, unwirklicher, bedeutungsvoller.$. hott« von ihnen gesprochen, von der Revolution, die damals noch, wie eine Bestie schlummernd, sich verkrochen hielt. Jetzt war sie wach. Und der schwindelnde Bau der Türme stürzt« im Wettstreit um die Höhe zusammen. Der Tag der Katastrophe war gekommen. Nein, nichts riß sie um; die Katastrophe war da, aber Sincere und Win-gou standen noch immer. Wohl aber werden sie nicht mehr wachsen, ihre Bauherren bedächtiger werden. Mr. Kead in seinem Palais in der Psking-Road hatte die Beine übereinandergeschlagen, sog an dicken Zigarren. Seine Getreuen hielten sich in gemessener Entferming. 2lb und zu erkundigte er sich, ob nicht bald seine Oeltanks und Baumwollmogazine in Flammen ausgehen würden. War verdrießlich, daß man ihm diese schöne Aussicht nahm. Glänzte fett und rosig, als das Erhoffte eingetreten war. Er schlug mit der Handstäche auf seine Schenkel, sprang auf. Es hielt ihn nicht mehr in seiner sicheren Festung. Er mußte das imposante Schauspiel sehen. Ihn hungerte danach. Er fuhr also unter Polizei- bedeckung auf Umwegen durch die Stadt. Das Knattern der Ma- schinengewehre, dos Krachen der Gewehrsalven konnte» ihn nicht erschrecken. Feuerschein färbte den schwarzen Nachthimmel dunkel- rot. Austchossen feurige Garben. Dicker, schwarzer Rauch qualmt«. Schlanke Feuersäulen stiegen steil empor. Das waren seine Oel- tanks. Die fette Flüssigkeit war guter Brennstoff, nährte das Feuer. Und da waren die Magazine, endlos aneinandergereiht, dick an- gefüllt mit Baumwolle. Jetzt sprühte sie als Funkenregen über die Erde. Mr. Kead, in diesem Anblick versunekn, erinnerte sich der Worte Duoals auf der Deranda seines Bungalows:„Wir leben am Fuße eines Bulkans, stets befürchtend, daß alle Arbeit, Schweiß und Nerven, nicht zuletzt die eigene Person, die wir an die Bearbeitung des fruchtbaren Bodens setzten, eines Tage» von einer heißen, trag dahinfließenden Lavamasse verschüttet werden.. Und:„Wir können nichts dagegen tun, nichts verhüten, was uns einmal im Schlafe überfallen kann.. Ja, er hatte recht behalten, der prophetische Polizeichef. Di« heiße, glühende Laoamasse wälzt« sich jetzt verderbenbringend da- h n. Aber ihn, Mr. Kead, hatte es nicht im Schlafe überfallen können. Er war wach, ließ die Elemente an sich herankommen. Duval hatte gesagt:„... und sind wir mit uns fertig, bricht die Katastrophe über uns herein, die nichts anderes als eine Ablöse bedeutet----* Duval war mit sich fertig geworden. Hatte keine Spur von sich zurückgelassen, aber er, Mr. Kead, wurde in dieser Stunde noch einmal geboren. Nicht ihn löst« es ab, er löste ab. ★ In den Nachtlokalen und Hotels wurde noch immer der Betrieb vollständg aufrechterhalten. Es wurde ängstlich vermieden, irgend- welche Nachrichten von den blutigen Ereignissen in die hermetisch abgeschlossenen Räume der Lust und Fr«ud« dringen zu lassen. Es wurde weiter gejazzt. Das Banjo knatterte die Schüsse nieder. Das Saxophon verschlang heulend die Schmerzensruf« der Sterbenden aus der Straße. Klavier und Schlagzeug hieben und hämmerten dos Rattern der Tanks nieder. 02. Durch die kämpfende, flüchtende, sterbende Masse schlich das Gerücht vom Verrat an der Revolution. Ging von Mund zu Mund. Verbroitete sich blitzschnell. Verrat, Verrat, Verrat pochte es laut und unaufhörlich. Jeder trug das Wort auf den Lippen. Wer hatte es gesät? An noch kugelsicheren Plätzen scharten und drängten sich erregte Gruppen um ihre Rodner. Wer ist der Verräter? Auf den beben- den Lippen stand es: A. flüstert« es. D raunte«s. P. schrie es. Wo ist Y.? Dollar, Pfund und Tael hatten sich voneinander verabschiedet und getrennt auf ihre Wege gemacht. Was sie wollten, hatten sie zum Teil bereits erreicht. Ps. Verrat, den sie kannten, in die zu- lammenbrechend? Revolution hinausgeschrieen: den Verräter, den sie gewähren ließen, an den Pranger gestellt. Nur eines schien ihnen nicht zu gelingen: die Massen in ihre Hand zu bekommen. Der Sturz des Mannes, des Verräters, war sicher: aber wie stand es um sie selbst? Die Massen hatten den Kampf abgebrochen, enttäuscht, erbittert, rachedurstig. Jagten. Jagten nach P. Hinter ihnen die indische Reiterei mir Gummiknütteln. Dollar, Pfund und Tael hotten sich wieder zusammengesunden und'lohen gemeinsam. Langten vor der Kaschemme des Mr. Wung an. Begehrten Einlaß und Schutz. Mr. Wung aber hatte di« Flagge mit dem gelben Drachen von seinem Hause herabgeholt. Lustig flatter'e jetzt wieder der Union-Jack über seinem Haupt«. Den drei totgehetzten Burschen wies er die Tür.. * P. und Maro waren allein in dem feuchten Lehmbau. Die Druckerei stand still. Unzählige Flugschriften lagen sinnlas zerstreut herum. Mara:„Du hast oerraten. Mich und mein Wert.� P. verteidigte sich nicht. Antwortete bloß:„Es ist gut, daß wir miteinander zu Ende sind/' eines Ctyß&uu/s Maros Spannkraft war erlahmt. Sie konnte nicht mehr die ' nsieron Ahnungen, den zerwühlenden Zweifel, die marternde Un- gcwißheit ertragen. Hatte von dem Manne nichts mehr zu erwarten, nichts mehr zu verlangen. Es war das Ende. Sie fühlte es. Aber mit Klarhoit wollte sie aus all dem herausgehen. Dos war das einzig«, was sie von ihm noch verlangt«. P. gab ihr Antwort, Klarheit und Gewißheit, wie sie es von ihm wollte. Sprach von Lillion, von den Dokumenten, von sich: mit unheimlicher Uebevlegenheit, graueichaft nüchtern und eisig. Rechtfertigte sich nicht mit einem Wort«. Wartete nicht aus Ver- Verstehen. Begehrte nicht Mild«. Mara hatte ihm nichts mehr zu antworten. Jedes peinigend« Gefühl war aus ihr gewichen. Keine Bitterkeit, keine Unruhe, kein nagender Schmerz mehr. Ein Erleben, ein Leid, zu groß, zu er- drückend, um es noch fühlen zu können. Di« Tatsache allein machte sie hart, empfindungslos. Es war auch kein Gefühl mehr, als sie chn aufforderte, vor der erbitterten Menge zu fliehen. Und H. floh mit ihr. Hinter ihnen drohte die Vergeltung: Durch Schmutz und Blut ging die Flucht. J). war es, als ballten Sterbende ihre gebrochenen Fäuste gegen ihn. Das Ende grinste gespensterhaft aus allen Fugen und Ritzen. Aber jenseits der Brände und des Sterbens wuchs die Macht eines Mannes, Marin. D. und Mara gelangten zu den brennenden, ausgeplünderten Pagoden. Bonzen, Bettler, Kranke, Greise lagen da von Fäusten erschlagen, von Füßen zertreten. Jammerten, beteten, gingen ein in das ersehnte Nirwana. Hier war auch P. mit seiner Kraft zu Ende. Noch einmal die Frau sehen, die er liebte, für die er sich ausgab! Noch einmal von ihr gesehen werden. Sich unter die Aussätzigen, Armett legen, mit ihnen sterben, das wollte er. Aus den Trümmern und dem Schutt des Gesteins und der Menschenleiber erhob sich der hundertjährige Gelehrte. Wuchs neben %): empor. I. hatte keine Scheu vor ihm. Hört« auf ihn, der sprach: „In den Stunden des Zerwürfnisse» wird der Mensch furchtbar klein. Was einer vom andern will, ist Gnade, di« wie Schande erniedrigt. Wo Schande Schmach erzeugt,-muß sie auch wie ein Kelch Bitternis getrunken werden bis zur Neig«. Und dies« niedrigung zieht immer tiefer, abgrundlos tief." Dann sank er wieder m die Trümmer des Gesteins und der Menschenleiber zurück, veihauchte. Das Schreien der Meute war schon bis hierher geörungen. Fliehen? Vor wem? Vor der Rache und dem Haß des Betrogenen? P. sah auf Mara. Wie stand dieses Weib neben ihm! Louttos, unverändert in ihrem Ausdruck, groß. „Maro, du mußt ohne mich gehen. Ich bleibe." Mara verharrte an seiner Seite. P. schrie:„Ich kann nicht mehr weiter!" Ganz nahe war di« Rotte schon, verfolgend und oerfolgt. Mara rührte sich nicht.(Fortsetzung folgt.) £ Buch Georg von Tollmar Im Münchener Parteioerlag erscheint soeben ein« Biograph:? Vollmors aus der Feder Paul Kampffmeyer s.*) Der reich- haltige Vollmarfche Nachlaß ist nach dem Tode Alwin Sängers den archivarrschen Beständen des Parteiorchivs eiiwcrleibt worden. Au- diesem Nachlatz, aus anderem archivarrschen Materiol des Archivs, endlich aus Studien im Geheimarchiv des preußischen Staates hör Kampffmeyer sein Buch gestaltet. Wir erleben dos Werden, wir verstehen das Wesen dieses großen politischen Führers, über den Kampfstneyer selbst im„Abend" schon öfter berichtet hat. Kampffmerier gibt uns in semer Biographie ein« tiese Begrün- drmg für die Wandlung Volkmars vom Offizier über den radikalen Sozialisten zum Reoisionfften. die in ihrem letzten Teil ohne die volkliche und wirtschastliche Struktur Süddeutschlands nicht denkbar ist. In diesem Zusammenhang teilt uns Kampffmeyer dos Brief- kon,zept eines an Mehring gerichteten Briefes nnt, dos eine ganz ausgezeichnete soziologische Analyse des bayerisch-siiddeuffchen Milieus enthält. Von hier fällt ein Licht auf den Gegensatz, der zwischen der Wendung der süddentschen Regierungen zum Konstitu- tionalismus, welche wesentlich durch Vollmars Wirten bestimmt wurde, und der Stellung der preußischen Sozialdemokratie, die durch den Halbabsolutismus und das Junkertum gehemmt wurde, bestand. Vollmar vertteft sich in die Aufgaben einer schöpferischen Gegen- wartspoiitik. Befruchtend wirkt sein Geist noch heute in vielen Forderungen des soziaidemokratischen Agrarprogramms. Ein anderes Kapitel schildert den Kulttirpolitiker Vollmar: hier fesielt vor allem ein sehr interessanter Hinweis auf Ibsen und seine Stellung zur sozialen Frage. Das Verständnis der nordischen Dich- hing lag Vollmar durch sein« bedeutende Frau, die Schwedin Julia Kjellberg, besonders nahe. In dem„Bebel und Vollmar" überfchriebenen Kapitel lebt der ganz« menschliche und geistig« Gehalt dieser Epoche der sozialistischen Bewegung wieder aus. Sein« schwer erschütterte Gesundheit zwingt Vollmar fett 1913 zur Ruhe. Er liegt in seinem Landhaus Soiensaß am Walchensee, wo er am 30. Juni 1922 stirbt. Das Buch Kampfftneyers muß als wesentlicher Beitrug zur Geschichte der deutschen Sozialdemokratie angeschen werden. Es bringt viel neues Material. Die allere Generation wird sich bei der Lektüre des Buches mit Freude und Stolz an große Kämpfe er- innern, der jüngeren Generalion wird das aller sterilen Spekulation abgeneigte, nur der Veränderung der Well hingegebene Wesen Vollmars, Lchre und Beispiel sein für seine Aufgäben. _ J. T'. Mayer. *) Georg von vollmar von Paul Kampffmeyer, Birk n. Co., München 1930, drosch. 2,50, geb. 3,50, 148 Seiten. WAS DER TAG BRINGT. Amerika im Schmeling-Fieber. Am 12. Juni wird Max Schmeling mit Jack Sharkey im Pankee-Stadion in New Pork um di« Voxweltmeisterschaft kämpfen. Bis jetzt sind für 800 000 M. Karten vorverkauft. Man nimmt an, daß das Geschäft etwa«ine Million Dollar(4,2 Millionen Mark) einbringen wird. Schmelings Bruttoverdienst betrüge in diesem Falle 250 000 Dollar. Außerdem wird der Boxkamps, von dem in allen amerikanischen Zeitungen in Riesenartikeln unentwegt die Red« ist, vertonsilmt werden. Denkmal für einen Apfelbaum. John, Mackintosh, ein schottischer Ansiedler in Kanada, fand auf seiner Farm eines Tages Triebe eines Apfelbaumes, deren Herkunft er sich nicht erklären konnte und die er, weil sie so eigen- artig aussahen, stehen ließ. Sie entwickelten sich zu einem Baum, der schließlich auch blüht« und als Früchte prächtige, große, rote Aepsel hervorbrachte, wie sie keiner der Ansiedler vorher dort gesehen l>atte. Der Farmer nannte diese neue Apselsorte den„!Roten Mackintosh". Er setzte Schößlinge des Apfelbaumes, die Nachbarn folgtem seinem Beispiel und so hat in kurzer Zeit diese Apfelsorte in Kanada ein« hohe Bedeutung erlangt. Der Apfelbaum, von dem die ganze Mackintoshlullur stammte, wurde durch Feuer vernichtet. An seiner Stelle haben die kanadischen Farmer ein Denkmal zur Erinnerung an den ersten„Roten Mackintosh" errichtet. KIw. Kuriose Sammelleidenschaften. Heutzutage herrscht eine wahre Sammelwut und so ist es nur natürlich, daß viele Menschen, die nickst das notwendig« Geld be- sitzen, um wertvoll« Dinge sammeln zu können, oftmals auf ganz kuriose Ideen verfallen, um ihrer Leidenschast dennoch huldigen zu können. Sie opfern während eines ganzen Lebens Zeit und Mühe, um eine anscheinend unnütze und wertlos« Sammlung möglichst vollständig anlegen zu können. Dann segnen sie das Zeitliche und nun kommt die große Ueberrafchung. Es stellt sich heraus, daß der arme Tor, welch ehrenden Beinamen ihm seine Bekannten gaben, mit seiner kuriosen Leidenschaft ganz unbewußt ein- großes Ler« mögen geschaffen hat. Hier einige solcher Fälle. Ein Buchhalter in Manchester in England sammelte sein ganzes Leben hindurch Gläser. Gläser in der verschiedensten Ausführung und in der verschiedensten Form. Altes und neues Zeug. Buntbemalte Kirchengläser, allerlei Humpen und dergleichen Dinge mehr. Kürzlich starb der Buchhalter und ein amerikanischer Millionär taufte die einzigartige Sammlung für nicht weniger al» 800 Pfund. Ein Schweizer sammelte wiederum Schuhe und Stiefel. Er trug sie aus aller Herren Länder zusammen und konnte sich rühmen, eine Kollettion zu besitzen, in der die Mode der letzten dreißig Jahr« iv punato Schuhwerk fast vollständig vertreten war. Seine Erben konnten dann diese Stiefel- somnllung für nicht weniger als 15 000 Dollar an den Mann brin- gen. Ein Schmied aus Edinbourgh sammelte aus allen Zeiten stammende Hufeisen und Huseisennägel. Er besaß ein Stück, das angeblich au» dem allen Rom stammte. Für 10 000 Dollar fand dies« kuriose Sammlung einen Liebhaber. Ein englischer Lord muß als der ungekrönt« König oller Sammler angesprochen werden. Er humuelte Schachteln und Kisten. So hatte er eine Streichholz schachtelsammlung. in der nicht weniger als 49 Länder mit 1263 verschiedenen Streichholzschachteln vertreten waren. Kürzlich starb der Lord und hinterließ seinen Erben sechs groß« Speicher, vollgestopft mit diesmal wirklich wertlosen Schacksteln und Kisten. Aus der Werkstatt der Bienen. Zur Erkenntnis der Rolle, die die Infekten bei de? Befruchtung der Blüten spielen, lieferten Beobachtungen, die jahrelang von der englischen GarteNbaugesellschast in Wisley gemacht wurden, wertvolle Beiträge, aus denen die„Gartenschönheit" einiges mitteilt. Man fand dabei, daß die Bienen in der Hauptsache durch die Blütenblätter angelockt werden: während bei einem Versuch 84 Bienen normale Blüten besuchten, gingen nur 23 auf Blüten, von denen man die Blütenblätter entfernt hatte. Im ganzen wurden 1183 normale Blüten besucht gegenüber 432 beschnittenen. Beschädigte Blüten sind für die Befruchtung ganz auf Bienen angewiesen: Hummeln kümmerten sich nicht um sie, sondern slogen sofort«ms benachbarte Pflanzen mit unbeschädigten Blüten. Daß der Geruch eine große Rolle bei der Anlockung der Insekten spielt, ergab sich durch Versuche, bei denen genau nachgebildete Blüten zwischen natürlichen angebracht waren. Die Bienen nehmen keinerlei Notiz von ihnen. Erst nach- dem man Nektar an die künstlichen Blüten gebracht hatte, zogen sie die Bienen an. Die Versuche zeigten ober, daß. die Farbe eine noch größere Roll« als der Geruch spielt, wenigstens für Hummeln. Was die Rundfunkhörer hören wollen. Die meisten Rundfunkhörer im Verhältnis zur Einwohnerzohl gibt es in Dänemark. Man veranstaltete jüngst eine Enquete über ihr« Wünsche betreffs der Programmgestaltung. Zivei Drittel der Antwortenden verlangten eine Vennehrung der Hörspiele auf Kosten der Opern, eine Verminderung der klassischen Musik zugunsten der Tanzmusik und mehr Taksachenberichte an Stell« von Reden und Vorträgen. Wirtschattsieben in Kanada. Obwohl in Kanada nicht einmal 10 Millionen Menschen leben, stehc das Land doch mit an erster Stelle in der Weltwirffchast. E- nimmt den ersten Platz ein im Export von Weizen, Nickel und Asbest, an zweiter Stelle steht es im Export von Weizenmehl. Be- deutend ist serner di« kanadische Ausfuhr von Holz und Baumatena- lien, Fischen und Fleisch, Vieh, Häuten, Leder, Rohpelzen. Kupfer. Gold und Blei. Nach einer neuen kanadischen Statistik sind im Jahre 1927 in der kanadischen Wirtschaft 4 337 631 000 Dollar in- vestiert, der Bruttowsrt der erzeugten Produkt« betrug in diesem Jahre 3 425 498 000 Dollar. Die kanadische Industrie beschäftigt zur Zeit 618 933 Personen. Diese Zahlen liegen durchschnstttich über 10 Proz. höher als die des Vorjahres. Motorradstatistik. Nach einer neuen internationalen Statistik gab es im Jahre 1928 auf der ganzen Welt 1 944 303 Mo.orräder, das:st gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 269 583' Motorrädern. An d. r Steigerung ist Deutschland in hervorragendein Maße beteiligt. Die Zahl der deutschen Motorräder war um 46 Prozent höher als die des Vorjahres. Der Kölner Bundestag Die Sparten des Arbeiter- Turn- und Sportbundes tagen Die Berhandlungen des 17. Bundestages des Arbeifer- Turn- und Sportbundes in Köln wurden gestern durch die Spartentagungen begonnen. Die Turner Bei der Berichterstattung des Bundesturnwartes Bühren erklärte er, daß die Frauen innerhalb der Turnsparte rege mitarbeiten. Als weniger erfreulich wurde der häufige Funktionäre wechsel in den Vereinen, Bezirken und anderen Organisationsteilen festgestellt. Man war sich darüber einig, daß die Werbetätigkeit mehr als bisher eingesetzt werden muß und daß in der Frage des Kinderturnens neue Wege zu beschreiten sind. Die technische Entwidlung der Untersparten ist gut. Adler Fürth vom Bundesvorstand gab in seinem Referat Berufsschule und Leibes übungen" lehrreiche Einblicke in die Verhältnisse der deutschen Jugend. Die Lehrtätigkeit der Bundesschule muß staatliche An. erkennung finden, damit die an ihr ausgebildeten Lehrer die Berechtigung zur Unterrichtserteilung für Leibesübungen an den Berufsschulen erhalten. In einer Entschließung wird die Ein- und Durchführung der pflichtmäßigen Leibesübungen für beide Geschlechter in den Berufsschulen unter Leitung fachmännisch ausgebildeter Lehrkräfte und unter Beachtung der grundsäglichen Kulturforderungen der Arbeiterklasse gefordert. Die Fußballspieler Der Bundesfußballleiter Riedel stellte in seinem Bericht über die verflossenen zwei Jahre mit Genugtuung fest, daß die Sparte troß der Ausschlüsse der politischen Quertreiber zahlenmäßig gewonnen hat. Scharf geißelte er die Spielerzieherei durch die bürgerlichen Vereine, besonders durch die Behördenvereine. Die Schiedsrichter- und technische Bewegung innerhalb der Fußballsparte befriedigen noch nicht. Erfreulich waren die propagandistischen Aus wirkungen der Auslandsspiele zu nennen. Die Aussprache bewegte fich durchweg im zustimmenden Sinne. Einen ausführlichen Bortrag hielt Riedel über den Stand der Fußballbewegung in der Sozialistischen Arbeiter- Sport- Internationale( SASI.) Zum Bundesspartenleiter wählte man einstimmig Riedel- Leipzig wieder. Die Wassersportler Auf der Tagung der Wassersportler war aus den Berichten der Bundesvorstandsmitglieder Biegel- Leipzig und Bud- Berlin zu entnehmen, daß der Arbeiterwassersport in der Berichtszeit in technischer und organisatorischer Hinsicht gut vorwärts gekommen ist. In einer gründlichen Aussprache wurden alle Fragen des Wassersports eingehend erörtert. Einmütig fam die Auffassung zum Aus druck, daß alle Mittel zur Förderung der Bewegung benutzt werden müssen. Der notwendige Bau von Badeanstalten, die Gründung von Schwimmvereinen oder Schwimmabteilungen in Orten, in denen keine Arbeiterschwimmvereine vorhanden sind, die Einführung des Schwimmens in den Uebungsbetrieb der anderen Bundesspartenvereine, die Befreiung der Sportboote vom Nummernzwang auf den Gewässern und die Förderung des Arbeiter- Wasserrettungsdienstes veranlaßten die Spartentagung, entsprechende Anträge an den Gesamtbundestag zu stellen. Die Wahlen brachten die Wiederwahl von Biegel als befoldetes Mitglied des Bundesvorstandes. Die Frauen Köpenider Mannschaften schlagen sich überraschend gut und werden, das kann schon jetzt gesagt werden, mit zu den Spizenmannschaften ihrer Gruppe gehören. Die Frauen von Tennis- Rot- Friedrichshain schlugen überraschend hoch FTGB.- Neukölln mit 6: 0. Die Männer von Friedrichshain seßten sich mit 5: 1 gegen Tennis- Rot- Wedding durch.-Am 15. Juni nehmen die Serienspiele ihren Fortgang. beginnt in den nächsten Tagen auf vier herrlich gelegenen Plätzen Der Spielbetrieb von Tennis Rot- Charlottenburg Adresse an die Geschäftsstelle W. Peterscheck, Charlottenburg 1, im Bolkspart Jungfernheide. Interessenten geben umgehend ihre Brauhofstr. 2 III. Auch an Privatspieler werden Stunden zu günstigen Bedingungen vermietet. Weißensees Kartellfest Große Beteiligung bei den Bundestreuen Im Stadion„ Am Faulen See" fand am Sonntag das erste Sportfest der bundestreuen Arbeitersportler in Weißensee statt. 250 Sportler bevölferten das herrlich gelegene Stadion und bewiesen, daß auch der Arbeitersport im 18. Verwaltungsbezirk festen Fuß gefaßt hat. Das Stadion war von Zuschauern dicht belagert, die trotz des einsetzenden starten Regens aushielten. Der Arbeiter- Radiobund, Ortsgruppe Lichtenberg, sorgte mit einer Anlage für musikalische Unterhaltung. Nicht unerwähnt und dankenswert anerkannt soll werden, daß. sich die Radfahrer von Soli" am Sonnabend zu einem Werbeumzug zusammenfanden, der seine Wirkung in dem guten Besuch des Sportfestes fand. Resulate. Frauen- Dreikampf: E. Rieselbach, FTGB. Nordost, 303% B.; Schulze, Schönow, 252 B.; 2. Bolagli, FTGB. Hohenschönhausen, 249 P. 4 mal 100- Meter- Lauf: FTGB. Nordost 62,3; FTGB, Hohenschönhausen, 62,6. Jugend- Dreikampf: Hohm, Nordost, 193% P.; Reimann, Neptun, 190% P.; D. Zander, Hohenschönhausen, 168 P. 4 mal 100- Meter- Lauf: Nordost 52,4; Männer- Dreikampf: Heh, Schönow, 223 P.; Bergens, Schönow, 220% B.; Rusch, Schönow, 204 B.4 mal 100- meterLauf: Schönow, 48; Bankow, 48,8; Neptum, 52. 10 mal 200- Meter- Lauf: Schönow, 4: 58%; Neptun, 5:12. Weißenfee- Lichtenberg 2: 1( 1: 1). Handball: AGC. Neptun FS. CharlottenFußball: 1. Männer Weißenfee- Lichtenberg I, 4: 4( 2: 1 Weißensee); 2. Männer Weißenfee- Lichtenberg 2: 0( 1: 0); Jugend burg, 3: 3( 3: 1 Neptun); Nordost- Hohenschönhausen, 10: 4( 5: 1). Neukölln I- Pankow II, 6: 1( 3: 1). Rabball: Weißenfee- Mahlsdorf: 3er 0: 4 ( 0: 2); 2er 2: 0( 1: 0). Die Vertreterin der Frauen im Bundesvorstand, Frau Eggers Hamburg, und der Bundesfrauenturnwart Benedig- Hohenschönhausen und Neptun 56,2. Leipzig, erstatteten den Bericht, der eine lebhafte Aussprache aus löfte. Mit überzeugenden Worten forderten die weiblichen Delegierten ihr ftatutarisch festzulegendes Bertretungsrecht für alle Tagungen. Die Bildung des Bundesfrauenausschusses nach den von Benedig vorgeschlagenen Richtlinien wurde beschlossen. Ent sprechende Anträge wurden zur Weiterleitung an die Gesamttagung des Bundes gefaßt. Freie Wassersportler bauen Häuser Immer weiter vorwärts bei Seglern und Paddlern Am Sonntag wurde der neue Boots plag der Freien Segler Müggelsee" feierlich eingeweiht. Der unmittelbar vor dem Gelände der ehemaligen Albatroswerte an der Spree bei Friedrichshagen gelegene Hafen und auch der in den ehemaligen Flugzeugjchuppen eingebaute Unterkunftsraum brachten ein großes Stüd Arbeit, die von den Arbeiterseglern in einer verhältnismäßig furzen Zeit geleistet wurde. Als Vertreter des Freien Segler Verbandes überbrachte Förstel die besten Glückwünsche. In seiner Rede, die der Borsitzende des Vereins Winzer hielt, tonnte er zum Ausdrud bringen, daß es dem Berein nun endlich nach jahrelangem Bemühen gelungen sei, einen Stützpunkt für die Arbeiterfegler unweit des Müggelfees zu schaffen. Der Weg zu diesem neuen Stützpunkt des FSB. sei ungewöhnlich hart und reich an Enttäuschungen gewesen. Die eigentlichen Anfänge der Freien Segler Müggelsee" reichen bis in das Jahr 1913 zurück, wo der Segelclub Fraternitas an der Spree bei Friedrichse hagen eine Abteilung eröffnete, die sich aber nicht entwickeln konnte. Ein wechselvolles Schicksal warf die Arbeitersegler hin und her, bis im Jahre 1925 aus der Abteilung Fraternitas die Freien Segler Müggelsee" hervorgingen. Bemühungen des Vereins, einen Boots platz zu bekommen, scheiterten immer wieder, meist an den enormen Kosten für Bacht. Endlich gelang es, im Strandschloß Müggelsee eine Unterkunft zu finden, die aber auch nicht von allzu langer Dauer war. Inzwischen ging die Suche nach einem Bootsplatz weiter, bis es endlich gelang, das Gelände der ehemaligen Albatrosmerte zu erwerben. Die Mühen, die der Verein gehabt hat, seien nun endlich von Erfolg getrönt, und der Verein freue fich, eine Stätte geschaffen zu haben, die dem Arbeitersport zur Ehre gereicht. Ebenfalls am Sonntag fonnte der Wassersportverein Welle" seinen neuen Hafen einweihen, den er im Restaurant Schwanenberg in Stalau vor einiger Zeit bezogen hat. Die Aus breitung dieses jungen Arbeiterfeglervereins, der 1928 gegründet wurde und sein Domizil auf der Liebesinjel in Stralau aufgeschlagen hatte, litt unter der Abgeschlossenheit auf der Insel. Nachdem nun Der Verein einen neuen Plaß und Hafen gefunden hat, ist die Möge lichkeit vorhanden, auch unmittelbar vor den Toren Berlins werbend für den Arbeiterfegelsport mirten zu fönnen. Neues Bootshaus in Spandau Die Kanuabteilung der FSC im eigenen Heim In einigen Wochen kann die Kanuabteilung der Freien Schwimmer Charlottenburg ihr neues Heim beziehen, nachdem sie ein dreiviertel Jahr lang die Gastfreundschaft der Vereine Collegia und Butab genossen, die der Abteilung nach der Auseinandersetzung mit den Kommunisten Raum für die Boote bereitwilligst zur Verfügung stellten. Die Freien Schwimmer Charlottenburg, schon seit Jahren von einer Gilde kommunistischer Auchsportler berannt, haben es ver standen, wieder Ruhe und Frieden zu schaffen. Schon vor zwei Jahren mußten in der Schwimmabteilung die reingesetzten fom munistischen Phraſendrescher wandern, ein Verbleiben war nicht mehr möglich, denn diese Leute, von denen einige nicht einmal schwimmen, aber im Trockenen viel Radau schlagen konnten, schadeten dem Arbeiterwassersport mehr als sie ihn nützten. Es ist schließlich nicht zu verlangen, daß ein fommunistischer Funktionär, der die Schwimmkunst nicht beherrscht, schließlich Nichtschwimmer ausbilden fönne. Während in der Schwimmabteilung sich die Freunde der Sowjetunion durch solche ausgezeichneten Sport fenntnisse ihr Grab selbst gruben, verstanden es diese Leutchen, in der Ranuabteilung noch bis zum vergangenen Jahre ihr Unwesen zu treiben. Erst die Reinigungsaftion brachte Ruhe in die Reihen der Charlottenburger Ranufahrer. Leute, die nicht davor zurüd schreckten, die Schränke bundestreuer Arbeitersportler gewaltsam zu öffnen und noch andere ruhmvolle Taten vollbrachten, fönnen im Arbeitersport nicht gebraucht werden. Nun fönnen auch wieder Kamufahrer mit Booten in eigenen Räumen ein Heim finden, wo sie sich wohl fühlen. Rastlose Energie und Tattraft vereinte die Kanusport treibende Gruppe. Was vorher nicht möglich mar, die Freien Schwimmer haben es fast geschafft. Die Sonntage werden von allen gern geopfert, gilt es doch, so schnell wie möglich, das eigene Heim zu vollenden. Kommt doch die Arbeit des einzelnen der Allgemeinheit zugute. Wer nun noch einen Bootsstand haben und Mitglied in der Kanuabteilung der Freien Schwimmer Char lottenburg werden will, wende sich an Walter Neumann, Westend, Meerscheidtstraße 42, oder Willi Tausend freund, Charlottenburg, Wilmersdorfer Straße 44. beim Bootsfauf, Anleitung zum Selbstbau guter Boote und in allen Bermittlung anderen bootsbautechnischen Fragen werden von Fachleuten gegeben. Neben der Ausbildung im Schwimmen kommt die sportliche Ausbildung nicht zu furz. Im neuen Bootshaus stehen geräumige Bootshallen, Garderoben und Klubräume den Freunden des bundestreuen Arbeitersports zur Verfügung. Aufnahmeberechtigt find alle diejenigen, die politisch oder freigemertschaftlich organisiert sind. Arbeiter- Tennis Harte Kämpfe in den Serienspielen nahmen am Sonntag ihren Fortgang. Wie vorausgejagt, tamen Die Serienfpiele der Arbeiter Tennisspieler intereffante Treffen zustande, zum Teil mit redyt knappen Refultaten. In der A- Gruppe mußte sich die Männermannschaft anstrengen, um gegen die Mannschaft von Gesundbrunnen des von Tennis- Rot- Prenzlauer Berg, da durch Ersaz geschwächt, sehr gleichen Bereins das Unentschieden 3: 3 herauszuholen. Außer einem Einzelspiel wurden alle Spiele dieser Begegnung im Dreisatztampf ausgetragen. mannschaft bei Tennis- Rot- Friedrichshain eine hohe Niederlage von FTGB- Wedding holte sich mit seiner Frauen und Männerje 5: 1. Man hatte den Eindruck, als ob die Sportler von der FTGB. zu vorsichtig und zu befangen spielten; bei etwas mehr Angriffsluft hätten sie das Resultat sicherlich verbessern können. Die letzten Spiele dieses Treffens litten unter dem Nachmittagsregen. Die beiden Mannschaften von Tennis- Rot- Neukölln, aufDie letzten Spiele dieses Treffens litten unter dem Nachmittagsgerückt in die A- Gruppe, führten sich sehr gut ein. Die Frauenmannschaft fiegte fnapp über Tennis- Rot- Wedding mit 4: 2 mannschaft schlug Tennis- Rot- Wedding mit 6: 0 hoch, die MännerWedding holte sich in diesem Treffen seine ersten Bunkte. Man muß beachten, daß Wedding zum ersten Male sich an Spielen gegen andere Abteilungen beteiligt und erst Turniererfahrung sammeln muß. In der B- Gruppe siegten die Frauen von Tennis- RotKöpenid hoch gegen Tennis- Rot- Neukölln mit 6: 0. Die Männer von Röpenick schlugen FTGB.- Neukölln mit 4: 2. Die jungen Sport als Kulturfaktor Hockey: Eine Kunst ausstellung unter dem Titel der Sport als Kulturfaftor" ist vom 24. Mai bis Ende Juni im Hause des Ver. eins Berliner Künstler, Bellevue ft r. 3, zu sehen. Veranstalter sind der Verein Berliner Künstler und das Museum für Leibesübung. Damit ist die Reihe der Versuche, diese beiden so verschiedenartigen Kulturerscheinungen einander zu nähern, um einen weiteren vermehrt. Es ist zu hoffen, daß den Bemühungen, Erfolg nicht versagt bleibt. Zweifellos find viele Schwierigkeiten die diese inhaltreiche und gehaltvolle Schau erstehen ließen, der zu überwinden. Es scheint so, als wenn auch die neue Künstlergeneration den Anschluß an die Sportbewegung verpaßt hat, und in der Regel wird natürlich erst ein Künstler, der selbst ausübender Sport huldigt. Andererseits muß man natürlich vom Sportler verSportler ist, ein Kunstwerk gestalten können, das inhaltlich dem langen, daß er dem Künstler entgegenkommt. Kunstgenuß will perarbeitet sein und erfordert Selbsterziehung. Die Ausstellung umfaßt alle Gebiete der bildenden Kunst: Bilder, Plastiten, Graphit, Architettur und Kunstgewerbe. Unter den ausstellenden Künstlern sind bekannte Namen. Um einige zu nennen: Erich Heckel zeigt Badende am Main", Ernst Fritsch den Entwurf zu einem Wandbild für ein Hallenbad, Xaver Fuhr steuert ein Bild bei: ,, Rugby", Gerd Bollheim ein großes Bogerbild: k. o." Franz Heckendorf hat den großen Fußballkampf Deutschland- England vom 10. Mai 1930 im Bilde festgehalten. Von Willi Jaeckel zwei Borerbilder. Von Bildhauern sind u. a. vertreten: Belling, de Fiori, senstein, Renée Sintenis. Interessant ist besonders der Saal, in verdient schließlich die Abteilung Platat und Sportpreise. dem Stadionentwürfe usw. gezeigt werden. Besondere Beachtung " Bundestreue Vereine teilen mit: FIGB. Neukölln- Brig: 2. Knaben, 2. Mädchen, 2. Jungmädchen-, 2. Frauen-, 2. Männerabteilung: Heute, Dienstag, ab 18 Uhr: Spielen, Leichtathletik, Gemeinschaftsgymnastik, Sportplak Treseburger Ufer/ Teltowkanal. 2. Jungmädchenabt: Mittwoch, 4. Juni, ab 20 Uhr: Probe für alle zur Sonderaufführung Stadionweihe, Turnhalle Chauffeestraße. 2. Männerabt.: Donnersta, 5. Juni, 20 Uhr: dasselbe. Pfingstwanderer( Briz)! Legter Einzahlungstag, Schlaffadausgabe und legte wichtige Information: Mittwoch, 4. Juni, und Donnerstag, 5. Juni, Turnhalle Chauffeestraße, ab 18 Uhr. FTGB., Ruderbezirk. Donnerstag, 5. Juni, 20 Uhr: Sigung bei Schmidt, Niederschöneweide, Berliner Str. 97/98. Trainingabende: Dienstag und Donnerstag. Zur Zeit sind noch gute Bootsstände zu vermieten. Freie Schwimmer Charlottenburg, Kanu- Abt. Monatssigung: Mittwoch, 4. Juni, bei Kriesche, Charlottenburg, Raiser- Friedrich- Str. 13, Ede Grinstraße. Arbeitsdienst diese Woche an jedem Abend auf dem Bootsplaß. Badeabende: Montags und Donnerstags im Boltsbad Jungfernheide. Mittwoch und Conne abend im Familienbad Westend an der Spanbauer Chouffee. Solidarität. Nächste Sigung der Rennfahrer- Abt.: Donnerstag, 5. Juni, 20 Uhr, bei Lohann, Brüderstr. 16/18. Arbeiter- Lichtbild- Bund. Organisationsvertreter heute, Dienstag, 20 Uhr, Dresdener Str. 43. T.-B. Die Naturfreunde", Photogemeinschaft Neukölln: Mittwoch, 4. Juni, 20 Uhr, Jugendheim Bergstr. 29, Zimmer 1: Bom Bildausschnitt. Abt. Norden: Donnerstag, 5. Juni, 20 Uhr, Physitsaal Schule Bant. Ede Wiesenstraße: Brattisches Vergrößern. Freie Kanu- Union Gr.- Berlin E. B., Abt. Spandau: Sigung am Dienstag, 3. Juni, 20 Uhr, bei Reimer, Wilmersdorfer Ecke Kanalstraße. Gäfte willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. Radsportliches Allerlei Um die Flieger- Meisterschaft Engel gewinnt den 5. Lauf Die Straßenrennen um die Bezirksmeisterschaftp über 50 Kilometer bei„ Solidarität" wurden am Sonntag unter guter Beteiligung auf der Strecke Schönerlinde, Schönwalde, Bastrag gebracht. Schon furz nach dem Start stürzte Lange, doch er dorf, Wandlig, Klosterfelde, Zerpenschleuse und zurück zum Ausfuhr weiter. Bei Basdorf war das Feld bereits 800 Meter ausGestern abend konnte Walter Rütt seine am Sonntag ver= einandergezogen, dabei mußte auch Rückert das Feld ziehen lassen. Programm brachte den fünften Lauf von 10 Läufen zur„ Deutregnete Beranstaltung glücklich unter Dach und Fach bringen. Das nicht beffer erging es Quade und Schneider. Nach einigen Ausreißchen Flieger- Meisterschaft" und ein 50- Kilometer- Mannversuchen von Schwarz und Köllner, die jedoch vom Felde gut pa- fchaftsfahren. Beide Wettbewerbe vermittelten interessante Momente, riert wurden, steuerte die 12 Mann starte Spizengruppe geschlossen die sich besonders im Mannschaftsrennen nicht zu erschöpfen schienen. dem Wendepunkt Zerpenschleuse zu. Bald tamen Neumann und Schneider infolge eines Sturzes um ihren wohlverdienten Blaz. Ein Ausreißversuch von Sachtleben, Prause und Schwarz würde beizeiten bemerkt und sie mußten wieder in ihre frühere Position. Einem wohlüberlegten Ausreißversuch des Feldes vermochten die Fahrer Schwarz und Köllner in Schönwalde nicht zu folgen; die turze Strede bis zum Ziel reichte nicht aus, um so mehr, da Unger und Sachtleben vom Felde fortzogen und in furzer Zeit eine Spanne von 50 Meter geschaffen hatten. In scharfem Tempo fteuerten fie dem Ziele zu und hier gelang es Unger, der außer Konturrenz fuhr, eine halbe Radlänge vor Sachtleben das Ziel zu passieren. Nachstehend die Resultate: 1. Unger- Berlin( außer Konkurrenz, 50 Kilometer) 1 Stunde 24,1 Min.; 2. Sachtleben- Charlottenburg 1 Stunde 24,2 Min.; 3. Zimmermann- Wilmersdorf 1 Stunde 24,29 Min.; 4. Klang Berlin 1 Stunde 24,30 Min.; 5. Löwe- Berlin 1 Stunde 24,31 min. dann schließlich in der eigentlichen Punttwertung Engel über Der 5. Lauf brachte zunächst mehrere Borentscheidungen, bis sich Steffes und Ehmer über Dizmella behaupten fonnten. fuhr groß und war einfach nicht zu schlagen und auch Ehmer wußte Engel um den dritten Plaz überlegen zu fämpfen. Das augenblickliche Klaffement ist folgendes: 1. Steffes 17, 2. Engel 8( Engel tonnte erst vom vierten Bauf an sich an der Fliegermeisterschaft beteiligen), 3. Frankenstein, 4. Djamella je 5. 5. Schamberg, 6. Rieger je 3, 7. Rühl, 8. Bernhard, 9. Chmer je 2 Bunfte. Das 50 Kilometer Mannschaftsrennen verlief äußerst tampfreich. Hier dominierten nach wechselvollem Verlauf D13mella Frankenstein in 1: 06: 14,2 und 31 Punkten vor Krüger- Funda 20, Chmer- Schön 14, Kroll- Miethe 10. LehmannWiffel 7, Knappe- Schamberg 5, Rütt- Mardeltow 2, EdwemmlerRantorowicz 2 Punkte. Engel Steffes und Rieger- Kroschel streďten vorzeitig die Waffen. = Eine Pfingst Vorfreude BILLIGE T 590 Große Glocke Spitzenkopf, Rand mit Crinolzwischensatz Bild oben 950 Frauenhut Florinageflecht, in allen Kopfweiten Crinolansatz Bild rechts Frottierstoffe. für Badewäsche, gute echtfarbige Qualitäten, in folgenden Breiten 160 cm 150 cm 140 cm 4.90 3.80 2,90 Frottier- Handtücher echtfarbige Streifenmuster 40x85 Frottier- Handtücher weiß, mit farbigen Strei48 fen, schwere Jacquardqualität, 50/ 1051.25, 50/100 95 s 1.30 Badeartikel Badetrikot schwarze Hose, farbiges Oberteil, Größe 42 Badetrikot einfarbige Hose, gemustertes Oberteil, Größe 42 2.45 Badetrikot reine Wolle, 6.50 einfarbig, Größe 42. Badeschuhe schwar- 1.35 zer Stoff mit Gummisohle. Badehaube Phantasieform, Bademantel 0.95 Damenhüte Damenhüte in verschiedenen Geflechten 3.90 Florentiner imitiert, mit Crinol verarbeitet und Bandgarnitur Fesche Kappe aus bunter Borte, mit Band verarbeitet 2.85 5.90 8.75 Eleganter Hochsommerhut in hellen Farbtönen, aus Crinol mit Sammetband- 12.50 garnitur.. Damenkleidung Eleg. Morgenrock in aparten Druckmustern sehr fesche Ausführung 6.95 Fesches Musselinkleid in reizenden Blumenmust., voller Glockenrock, aparte Kragengarnitur u. Tressen- 11.75 einfassung Flottes Sportkleid in schönen Farben, reicher aus Trikolette Faltenrock, gesteppt.Gürtel 10.75 und 0.25 Modernes Bordürenkleid aus gutem Panama, sehr fesch 7.50 für Herren, Schalform, 13.90 Jacquardmuster. Badetuch Frottierstoff kariert, Größe 140x180 5.25 Größe 125X160 3.95 Badecapes Jacquard- 8.75 muster, mit gerüschtem Kragen Parfümerien 1 Stück Seife und Fla- 2.65 sche 4711 im Geschenkkarton Manikürekasten 10teilig und Spiegel, Stahlinstrumente. 1 Spiegel, 1 Bürste und Kamm, in Geschenkkart., 2.50 Reiserolle m.Schwammbeutel, Satin-, gummigefüttert 4.95 1.95 2.95 Bijouterien verarbeitet Jugend. Sommerkleid aus kunstseidenem Toile in aparten Bandstreifen, Falten- 9.75 rock, offen u. geschl. zu tragen Damenwäsche und Korsetts Trägerhemd mit Valenciennespitzen, Ein- u.Ansatz Hemdhose Batist mit Stickereimotiv und Spitze. unten mit breitem Spitzengalon Nachthemd mit Spitze 1.95 2.45 PrinzeBrock oben und 4.25 Batist, far- 2.85 Pyjama Batist, farbig, mit 6.90 big, aparter Garnierung. Hufthalter farbig Jacquard, ohne Schnürung, mit 4 Haltern. Taschenuhr mit Kette 2.95 Korselett farbig Satin. ( 1 Jahr Garantie). Armbanduhr Zylinderwerk, 2 Steine. form zum 5.95 Büstenhalter KunstWecker innen mit Glocke 2.95 ( sortierte Farben). Der Flechtleder- Schuh reizende Neuheit dieses Sommers modern, leicht und angenehm zwei- und dreifarbig, Trotteuroder Louis XV.- Absatz 12.50 Dienstag, 3. 6. Dienstag, 3. 6. Staats- Oper Unter d. Linden Teil- Ab. D. Di. No.10 Jahres- Ab.- V. No. 146 19 Uhr Städt. Oper Bismarckstr. Turnus I 20 Uhr Alkestis Die Opferung Palestrina d. Gefangenen Ende 222 Uhr Ende 222 Uhr Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Platz der Republik Vorst. 95 19 Uhr Die Stumme von Portici am Gendarmenmarkt St. R. III. Di. No. 8 Jahres- Ab.- V. No. 131 19 Uhr Gustav Adolt Ende 22 Uhr Ende 22 Uhr Staatl. Schiller- Theater, Charltbg. 20 Uhr G'wissenswurm Ende nach 22 Uhr seide, Schlupfform Volksbühne Theater am Bülowplatz. 81 Uhr Julius Caesar Regie: Karl Heinz Martin Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr G'wissenswarm Staatsoper Am Pl. d. Republik 712 Uhr Die Stumme von Portici Direktion Dr. Robert Klein Deutsches Künstler- Theat. Barbarossa 3937 812 Uhr Letzte Aufführung SCALA Sex Appeal Tägl. 5 u. 82 Uhr. B 5 Barb. 9256 Pr. 1-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pf.- 3 M. 12 Attraktionen höchster Klasse! PLAZA Tagi. S u. 815 5 v. Frederik Lonsdale Regie: Forster Larrinaga Morgen 7 Uhr: Zum 1. Mal Ich tanze um die Welt mit dir" 3950 Elegantes 975 ANGEBOTE Sommerkleid Jugendliches Bemberg- Georgette, wundervolle Blumenmuster, mit großem Schulterkragen und weitem Glockenrock mit reizender Plisseegarnierung Voilekleid in reizenden Blumenmustern, mit Rückencape und vollem Glockenrock 1975 kostet dieses entzückende Sommerkield aus Vollvoile, aparte Blumenmuster, mit modern. Schulterkragen und sehr weitem, vollem Glockenrock! Herren- Kleidung Sakko- Anzüge zierfähige Stoffe.65.-, 48.3950 2450 Vornehmer Mantel aus gutem Herrenstoff, aparte Musterung, erstklassige Verarbeitung, auf schwerer Kunstseide gefüttert Der moderne Fichus ausGrepe de Chine m. Brettones 75 Kleider- Passe mit Jabots aus Crêpe de 275 Chine, m. Spachtelspitze 2.45 Weißwaren Fichus Passenform mit Jabots, aus Crêpe de Chine, mit kunstseidener Spachtelspitze Fichus Kragen aus Voile mit Säumchen u. Spachtelspitze 1.65 garniert Fichus Kragen, aus Voile, mit Plissee Bindekragen ausCrêpe de Chine, mit breiter kunstseidener Spachtelspitze. 1.25 1.75 1.45 Damenstrümpfe Künstliche Wasch1.65 seide oder Seidenflor Paar Spezial- Strumpf " Waschgold", künstliche Seide oder Seidenflor, mit vierfacher 1.95 Sohle, Paar Celta" künstliche Seide, moderne Farben Paar der gute Gebrauchsstrumpf 2.50 Herrensocken in schönen Jacquardmustern, Paar 1.25 Jacquard- Socken 955 Flor mit Kunstseide und Dop- 1.65 Regenmantel pelsohle, Paar 1.95 die Oelhaut in allen schönen Modefarben Herren- Artikel Trikotagen Herren- Garnitur Jacke und Hose... Größe 4 4.90 4.50 3.90 2.95 Herren- Hemden gelb, solide Qualität, Größe 4 4.50, 3.75 Herren- Hosen Tanzhemd weiß, mit apartem 3.50 gelb, Größe 42.95, Popeline einsatz. Popelineeinsatz, 2.10 1.75 flotte Formen, moderne straps: 39.00 Eleg.Sport- Anzüge Atellig, moderne Stoffe, 48.00 Windjacken wetterfest 12.50 haltbare Qualität 89.-, 65.impr., bew. Stoffe, 25.-, 18.30 3.75 Knickerbocker u. Breeches für Herren u. Burschen Sommer- Hosen 4.50 strapazierfähige Stoffe 19.-, 15.9.50 95 für Herren und Burschen aus schön 8.75 Flanellstoff. 18.50, 13.50 6.90 Oberhemd aus Popeline, in neuen Mustern mit gefütterter Brust 8.50 Oberhemd aus Is Popeline, Ia Bielefelder Fabrikat, mit Ersatzmanschetten. Schillerhemd • Damen- Schlüpfer 958 moderne Farben, 1.95, 1.45 6.50 Damen- Schlüpfer 11.09.75 4.75 aus weißem Panama oder farbigem Batist mit Tasche und Klappmanschetten Selbstbinder 2.90 neuartige Frühjahrsmuster. Side 1.25 Far- 4.50 Herrenhut in sparten Far ben und Formen $ 6.90 Photo- Apparate und Zubehör in großer Auswahl, sehr preiswert bloseph.Co Neukölln Berlinerstr.51-55 Billige Gardinen! illige Tisch- und Diwandecken! Künstler- Garnituren engl. Tüll. 16.- 12.- 8.- 4.engl. Tüll ext. pr... 22.- 24.- 30.Etamine .20.- 15.- 10.Für Küche n. Schlafzimmer Etamine- Gardinen mit Spitze oder Volant auch bunte Volants 12.- 10.- 8.- 7.6.4.75 1Bettdecken und 2bettig 16.- 12.- 10.- 8.- 5.- 3.Bunte Fenster- Garnituren helle Madras- Garnituren 24.20.- 16.- 12.- 9.- 6.- 4.Dunkle Madras- Garnituren aparte Modelle und Farben 42.- 36.- 30.- 25.- 20.- 16.- 10.42.Brokat- Dekorationen 36.29.50 Diwandecken Fantasie- und Kochell einen 20.- 16.- 12.- 10.- 7.Gobelinstoff 20.- 16.- 12.- 10.Mohair- Wirbeldecken 33.- 29.50 Felldecken. Moquette- Decken Moquette- Decken • 33.- 29.50 . 59.- 52.90.- 70.-> • 1 großer Tischdecken Hand Filet- Halbstores Posten 16.- 14.- 12-10.- 8.- 6.- 4.16.- 14.- 12.- 10.- 9.- 7.- 5.Tellzahlung ohne Aufschlag Sächsisches Gardinen- u. Teppichhaus Richard Müller, Berlin- Neukölln, Hermannstraße 32 Filiale: Nowawes, Priesterstraße 57 Winter Garten* 8.15 Uhr Zentr. 2819 Rauchen erlaubt Wieder allein, 8 in Berlin noch nicht gezeigte Neuheiten, und weitere 4 Attraktionen Alex. 24, 8066 Trianon- Theater Theater 1. d. Behrenstr. 53-54 Wilhelm Hartstein der beliebte Humorist und 8 erstklassige Attraktionen 812 U. A 4 Zentrum 926-927 8 U. Direktion Ralph Arthur Roberts Täglich 8 Uhr von Strindberg Schwank in 3 Akten von Fred Robs Gläubiger Mein Vetter Eduard Eberswalde, Eisenbahnstraße 99, neben der Hauptpost Direktion: Dr. Martin Zickel Komische Oper Friedrichstr.104. Merkur 1401/4330. Täglich 8 Uhr Majestät lässt bitten Musik von Walter Kollo. Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922,23. 82 Uhr: Geschäft mit Amerika. Vorverkauf in beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. gestreift, waschbare Kunstseide 1.95 2.75 Handschuhe Damenhandschuhe mit modernen Manschetten Paar 1.25 953 1.65 Damenhandschuhe künstliche Waschseide, moderne Schlüpfform Paar 1.95 Damenhandschuhe Glacé oder Schweden, farbig 3.90 Glace weiß 2.85 Pullover Damen- Pullover Stück 2.45 ohne Aermel, weiß, m. Bordüre 1.95 Herren- SportPullover ohne Aermel, ohne Aermel, 8.90 aparte Jacquardm., Stück. 9.90 Kinder- Pullover ohne Aermel, helle, kleidsame Muster..Stück 2.95, 2.50 Deutsches Theater D2 Weidendamm 5201 8 Uhr. Phaea von Fritz v. Unruh. Reg.: Max Reinhardt Musik: Friedrich Hollaender. Kammerspiele 02 Weidendamm 5201 8 Uhr: Jphigenie auf Tauris vonWolfg. v. Goethe Einrichtung und Regie: Richard Beer- Hofman Die Komödie 11 Bismck.2414/ 7516 814 Uhr Soll man heiraten? Komödie von Bernard Shaw Szenische Einrichtung: Karl Heinz Martin Dir. Dr. Martin Zickel Komische Oper Friedrichstr. 104. Theater d. Westens Residenz- Theater Merkur 1401/4330. Täglich 8% Uhr: Der Tägl. 8 Uhr Madonna im Täglich 82 Uhr Majestät Bettelstudent schlafcoupé läßt bitten.. Carola, Elsner, v. Maurice Dekobra Böttcher, Horsten. Für Jugendl. verb. Trabrennen Ruhleben Mittwoch, den 4. Juni nachmittags 3% Uhr Musik von Walter Kollo. Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 8 Uhr Geschäft mit Amerika Lustspiel von Frank und Hirschfeld 1.95 ROSE -THEATER Große Frankfurter Str. 182 Billettkasse: Alex.3422 u.3494 Täglich 8.15 G wwwwwww Jenny empor steigt ,, Jenny steigt empor" bleibt nur noch bis Freitag, 6. Juni auf dem Spielplan. Ab Sonnabend, den 7. Juni täglich 815, Sonntags auch 515 Arm wie eine Kirchenmaus mit Traute, Paul u.Willi Rose, Robert Müller u. Erich Wilde. Am Pfingstsonntag: Eröffnung der Gartenbühne Täglich 530 Uhr nachmittags ( Sonntags 500 Uhr) 9 erstklassige Varieténummern und ,, Lene, Lotte, Liese mit ErnaKerstens, HildeHofer Loni Pyrmont, Karl Güllich Hans Rose, Edgar Kanisch u.Carl Muth in d. Hauptrollen Am 1. u. II. Pfingstfeiertag I um 6 Uhr morgens Große Frühkonzerte mit Riesen- Varietéschau. Der Vorverkauf hat begonnen