Morgenausgabe Nr. 265 Ä 134 47. Iahrgang «öch-nwch SSP,. monatNch S�V M. tm voraus zahlbar Postbezug 4L2 M etnichlteßlich 6l)Pfg.Poftzeitun�»- und Pfg. Postbestellgedühren. Äuslands� abonnemeru k.— M. pro Monat. ttx �«onoftrts*«Hdjetttt»vchentSI. vch zweimal. Sonntag» und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin und un Handel mit dem Titel.Der Abend-. Illuftriette Beilogen.Dolk und Zeit- und.Kinderfreund-. Ferner .Unterhaltung und Wissen-..Frauen» stimme-.Technik-.Blick in die Bücherwelt- und.Iugend-Borwärt»- �..... M Veettuee Vowsbiati Dienstag 10. �uni 1930 Groß-Äerlin 1F pf. Auswärts t5 Pf. Bit, I»|» t III,» Ronparttllfjrfh SO Pfennig. Reklome eile 5.— Reich». mark„»leine Anzeigen' da« enge» druckl» Wo«!S Pfennig fzuläflig zwei fettoedrukkle Worief. lebet Weiler» Do« U Pfennig Slellengefuch» bat erfl» von IS Pfennig, fede» wener, Won IS Pfennig. Wone über IS Luchflade» «Shlen für zwei Worte ArdeilsmartI Zeil» SO Pfennig. Famiiienanzeigen Ze.Ie Ä Pfennig. Anzeigenannahme imhaupt- gefchätl Lindenflroh« 3, wochenläglich MB SV, Ott 17 Utr. Jentraloegan der GozialdemoSratistben HSavtsi DeuSkOtandS Redaktion und Verlag Berlin SW 68. Lindenstrahe 3 Rcrntoretbtr Dönbos» 292—297 Telearamm-Adr Soilaldemokrai Berlin. Vonvarts-Verlag G.m.b.H. Boltlkdelkkomoi Berlin 37 SS«.- Banklonkoi Bant der Ardeiier«ngeskellten und Beamie». Tallstr SS Dk?» Titc-Sei TeposiienkaNe Lindenlir S. Thronwechsel in Rumänien. Carol— König, Michael— Kronprinz. Wenn schon Monarchie, dann einen erwachsenen König und nicht ein Kind, in dessen Namen ein Prinz, ein Erz- bischof und ein Oberrichter oder seine Mutter oder sonstwer regieren— das scheint die Meinung der rumänischen Parlamentsmehrheit gewesen zu sein, als sie am Pfingft- sonntag den heimgekehrten Carol zum König proklamierte. Man wird wohl erst später erfahren, inwiefern dabei der Selbsterhaltungstrieb des Parlaments und vielleicht auch Zusagen nach dieser Richtung mitgewirkt haben. Die Sozialdemokraten haben, wie unser Bukarester Bericht sich für ziemlich desinteressiert erklärt. Der neue König hat es für gut befunden, in seiner Thronrede den rumänischen Weltkriegsteilnehmern aus den damals noch österreichisch-ungarischen oder r u s s i» s ch e n Gebieten zu danken und Carol II. hat dann noch die jetzigen Grenzen Rumäniens als seine natürlichen bezeichnet. Diese Worte werden, zumal verdammt wenig Rumänen aus den erwähnten Gebieten für Rumänien ge- kämpft haben werden und die Einbeziehung ganz Sieben- bürgens und eines großen Teils des Banats eine der schwersten Ungerechtigkeiten der Friedensdiktate von 1919 ist, in Ungarn wie in Rußland sicher ein lautes Echo finden und die nachbarlichen Beziehungen Rumäniens nicht ver- bessern. Folgender Bericht über diese Königsmache liegt vor: Bukarest, S. Juni. Patriarch Miron Cristea und der ehemalige Rat des Kassationshofcs Saratzianu sind am Sonnabend sofort «ach der Eidesleistung des neuen Kabinetts Mironescu von ihrem Amte als Mitglieder des Regentschafts» rates zurückgetreten. Im Laufe der Nacht erschien eine Sonderausgabe des Regierungsblattes, in der die gesetzgebenden Körper» schuften für Pfingstsonntagvormittag als Nationalver- sammlung einberufen wurden, um über die Ausübung der königlichen Machtbefugnisse entsprechend den Be- stimmungen der Verfasiung zu beschließen. Die parlamenissihung. Kammer und Senat, die zunächst getrennt zusammentraten, anullierten ein st immig das Gesetz vom 4. Januar 192«. das die Thronrechte des Prinzen Carol ausgehoben hatte, und be- schlössen einhellig die Wiedereinsetzung des Prinzen in seine samt- üchen Rechte. Carols Sohn, der bisherige König Michael I., nimmt als Kronprinz den Titel eines Großwoiwoden(Herzogs) von Alba Julia an. Um VA Uhr nachmittags traten Kammer und Senat als Ratio- nalversammlung zusammen. Iunian brachte den Antrag ein, Carol zum König auszurufen. Maniu«rklört« in ssiner Eigenschaft als Führer der nationalen Bauernpartei, daß er den Antrag billige. Die Vertreter aller anderen Parteien, darunter auch sämtlicher natio- nalen Minderheiten, die nach Maniu das Wort ergriffen, stimmten dem Antrage zu und schloffen mit dem Rufe:„Es leb« der König Carol ll.r Im Anschluß daran wurde der Antrag mit 483 Stimmen gegen ein« einzige Stimme angenommen. Das Ergebnis wurde mit longanhallendem, begeistertem Beifall aufgenommen. Di« Nationalversammlung rief daraus den Prii�en Carol zum König aus. Um Z Uhr nachmittags fuhr König Carol vom Schloß zur Kannner und leistet« dort den Cid aus die Verfassimg. » Di« Liberalen waren der Nationalversammlung geschloffen fern- geblieben. Die Sozialdemokralen ließen erklären, daß die Sicherung der Entwicklung zur Demokratie und die Interessen der Arbeiter» klaffe weit über den Personenwechsel innerhalb der Monarchie ständen. Carol II., als Fliegergeneral angezogen, leistete den Eid auf die Verfassung und schwor, diese, die Gesetz« und die Un- oersehrthe-it des Landes schützen zu wollen. Im Anschluß daran hielt er eine Thronrede. in der er u. a. ausführte: Eine vierjährige Verbannung fern von dem Volk in deffen Mitte ich geboren und erzsgen worden bin, ist mir von gewissen Seiten auferlegt worden, die durch ihre Worte die Seele eures großen Königs und meines teuren Daters niit Schmerz erfüllten und die das Ziel verfolgten, die Bande zwischen wir und dem rumänischen Volk zu zerreißen. Die erhabene Kund- gebung von heut« zeigt deutlich, daß diese versuche ihr Ziel nicht erreicht haben und daß die Liebe zu Rumänien, die ich un.» erschutierlich in meinem Herzen getragen habe, überschwenglich be- lohnt wird durch die Anhänglichkeit, die mir die Nation-durch ihre Vertreter bezeugt. Ich komme heut« mit erhobenem Herzen in die Mitte meines Volkes ohne die mindeste Spur von Empfindlichkeit selbst gegenüber denen, die durch ihre unüberlegte Aktion die unlöslichen Bande zn zerbrechen gesucht haben, die zwischen mir und allen denen beskehen. die sich als wahre Rumänen fühle». Nach den Worten des Evangeliums will ich nicht den Tod der Schuldigen, sondern die Rückkehr auf den rechten Weg, den sie niemals hätten verlaffen sollen. Ich bin nicht gekommen, um mich an irgend jemand zu rächen. Mit der ganzen Wärme und der ganzen Anhänglichkeit meiner Seele will ich alle diejenigen in ein Bündel zusammenschnüren, die den Willen und die Kraft haben, für den Fortschritt des Vaterlandes zusammenzuarbeiten. Nachdem er seine Vorgänger gerühmt hatte, sagte Carol II. weiter: Wenn ich hier vor mir die Vertreter ganz Rumäniens sehe, so kann ich nicht umhin, mtt unsagbarem Mitgefühl jener acht- hunderttausend Toten zu gedenken und der Mitkämpfer von Siebenbürgen, der Bukowina und Beßarabiens, die mit ihrem Blute für immer die Einhett der Ration innerhalb ihrer natürlichen Grenze besiegelt haben. Wir müssen dieses gewechte Erb« als den heiligsten Schatz hüten, und stärker als jemals bin ich angesichts dieser Opfer enlschloffen. meinen Schwur, die llnverlehllchkeil de» vaterländischen Bodens zu wahren, ohne Zögern zu erfüllen. Dazu brauche ich vor allem die Mitarbeft oller lebendigen Kräfte der Nation ohne Hintergedanken, Ohne die Einigung aller können wir nicht vor denen erscheinen, die uns beneiden als eine unauf- lösliche Macht, die sich aus eine nach den hoch st en An- sprächen organisierte Armee stützt und die immer aus meine ganze Fürsorg« wirb rechnen können, um endgültig den Weg beharrlicher Friedcnsarbeit zu betreten. Dafür appelliert Carol II., wie üblich, an die einige Zusammenarbeit aller, denen er allerhand Besserung der Lage verspricht. Daraus gedacht« er der großen Freude der Wiedervereinigung mtt seinem heiß- geliebten Sohn, den er im Geiste seiner erlauchten Bor- fahren zu unendlicher Liebe für sein Land erziehen werde, dankte er der Regentschast und schloß mit dem Ruf:„Rumänen von allen vier Enden des Landes, einigt euch in euren Gedanken, einigt euch in euren Gefühlen, und jetzt an die Arbeit!* Der Präsident der Nationaloersammlung, Stefan Ciceo Pop, gab der„ungeheuren Freude des Landes* über die Rückkehr des heißgeliebten Königs Ausdruck, und anach begab sich der König zum Grabe des Unbekannten Soldaten. Die Eintagsregierung Minorescu ist zurückgetreten. Der neue König plant die Bildung eines Konzentrationskabinetts. Die ersten Regierungsatte. Bukarest, 9. Juni. Der König unterzeichnet« eine Verordnung, durch die alle vom Regentschaftsrat und vom Ministerrat nach dem Tode König Ferdi- nands vorgenommenen Akt« als gesetzlich anerkannt werden. Carol hatte ein« Unterredung mtt der Prinzessin-Mutter Helene, in der beschlossen wurde, daß vorläufig keiner von beiden die UngAtigkeitserklärung der Ehescheidung beantragen wird. Carol und Helene kamen übcrein, daß die Erziehung des Erb- Prinzen der Prinzessin verbleiben soll. Die Armee hat den Treueid geleistet. Das Exekutivkomitee der Liberalen beschloß in einer Kund- gebung an das Land, zu sagen, daß sich die Partei keineswegs mit der neuen Lage einverstanden erklärt und jede Verantwortung ablehnt. Diese ktundgebung ist von Vintila Bratianu unter- zeichnet. Prof. Georg Bratianu, ein Sohn des verstorbenen Jan Bratianu, wurde aus der Liberalen Partei ausgeschlossen weil er erklärt hatte, die Partei würde sich mit dieser Entschließung Acht neue Todesfalle in Lübeck. Die Bevölkerung in größter Erregung. Lübeck, 8. Juni. Di« Pfingstfeiertage haben plötzlich im Befinden der infolge der Behandlung mit dem Tuberkulosemittel er- krankte« Säuglinge, bei deneu sich wahrend der letzten Tage verschiedentlich Besserungen zeigten, jetzt einen schweren Rückschlag gebracht. Die Sterblichkeits- ziffer, die seit dem letzten Mittlooch unverändert 28 betrug, erhöhte sich während der Feiertage»macht und beträgt somit jetzt 36. Der Bevölkerung der Hansestadt hat sich infolge der erneuten Ausbreitung der Katastrophe eine ungeheure Erregung bemächtigt. auf einen für ihren politischen Fortbestand gefährlichen Weg be- geben, da sich das Land besonders eindrucksvoll für Carol mis- gesprochen habe. Man hält es nicht für ausgeschloffen, daß sich em« Reihe Parteimitglieder Georg Bratianus anschließen werden und daß dies zu einer Spaltung der Partei führen könnt«. Will Carol Ungarn eingemeinden? London, 9. Juni.(Eigenbericht.) Ein Mitarbeiter de»„Daily Herold* hatt« in Bukarest eine Unterredung mtt I o n e s k u,«inem intimen Freund Carols, der ausführt«: „Des Königs höchst« Ausgabe wird die Beilegung der Diffe- renzen zwischen den politischen Parteien sein. Das tonn einige Zeit dauern. Aber es würde mich nicht wundern, wenn pi zwei oder drei Monaten ernsthaft« Schritte getan werden, Ungarn und Rumänien zu einem Königreich zu verschmelzen. mit Earol als König. Da beide Länder«in« stabile Regierui� brauchen, wäre«s deshalb für seid« nützlich und praktisch, sich unter eine gemeinsam« Krone zu vereinigen. Die Bauern der beiden Länder haben einmal vor tausend Jahren in Frieden gelebt. Sie hotten die gleichen Interessen und haben sie auch heute noch* Arbeitersport und Partei. Das Ergebnis des Kölner Aundestages. „Der Bund ist zurückgekehrt in den Mutterschoß der Partei, aus dem er enzst hervorgegangen,* so sprach Fritz Wildung unter stürmischem Beifall auf dem Eröffnungsabend des 17. Bundestages des Arbeiter-Turn- und Sportbundes in der Woche vor Pfingsten zu Köln. Der politische Streit im Bund ist beendet, kommunistische Spaltungsarbeit hat ihn zur Aufgabe der Neutralität gezwungen. Die Bundestage feit dem Umsturz bis zu dem von 1928 in der herrlichen Bundesschule zu Leipzig waren ausgefüllt von Fraktionsstreit. Schwer genug ist die Befreiung davon erkauft mit der Ausschließung von 34 090 Mitgliedern und 594 Vereinen. Zahlreiche Prozesse hat der Bund noch zu führen, da die Kommunisten die Ausschließung trotz ihrer Billigung durch die überwältigende Mehrheit des Bundes nicht anerkennen, teils die Bundesstempel usw. nicht heraus- geben und weiterbenutzen wollen, teils den Bundesnamen weiterführen. Dem gleichen Geschäftszweck soll die„Interessen- gemeinschaft für die Einheit im Arbeitersport" dienen, kurz JG. genannt. Der Bundestag hat nochmals die Maßnahmen des Bundestags gutgeheißen und die Zugehörigkeit zur IG. als unvereinbar mit der Bundesmitgliedschaft erklärt. Dem Bundestag haben als Vertreter der Sozialdemo» kratischen Partei Max Westphal vom Parteivorstand, Schreck- Bielefeld von der Reichstagsfraktion, Paul Franken-Preußen für die sozialdemokratischen Landtagsfraktionen aller deutschen Länder beigewohnt und die Verbundenheit der Partei mit dem Bund betont. Von 251 Teilnehmern des Bundestags, davon 34 Frauen, gehörten 242 der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands oder Deutsch-Oesterreichs an— denn die Arbeitersportler unseres Bruderlandes sind nicht etwa nur Gäste oder Kartellgenoffen, sondern vollkommen ordentliche Mitglieder des Bundes. Nur 8 Delegierte waren politisch nicht organisiert, nur je einer gehörte der kommunistischen Partei oder der KPD. an, daß heißt, er ist aus der KPD. aus- geschloffen. 244 Delegierte sind Mitglieder freier Gewerk- schasten. Der Bund ist so gut wie rein sozialdemo» k r a t i s ch; ein einziger Verein in Pommern hatte Auf- Hebung der Maßnahmen gegen die kommunistischen Störer beantragt, aber auch nicht eine Stimme erhob sich dafür. Doch bedeutet die Einheitlichkett der Parteizugehörigkeit keineswegs, daß nun auf dem Bundestag etwa gar eine Stille oder Unterordnung wie in der Kirche geherrscht hätte. Es fehlte nur die frühere Hetze gegen die Sozialdemokratische Partei und die zwar aussichtslose, darum aber nicht weniger eifrig betriebene Agitation für den Uebertritt zur„Roten Sportinternationale. In innersportlichen und innerdeutschen Fragen gab es genug entschiedene Auseinandersetzungen. Das waren die Fragen des Veitritts des Bundes zum Reichsaus- schuß der Iugendverbände, des Verhältnisses zu den Reichs- banner-Spvrtabteilungen und der Beteiligung an staatlichen und gemeindlichen Veranstaltungen. Die stärkere Gewinnung der Arbeiter- j u g e n d war, auch wenn sie nicht auf der Tagesordnung stand, ein Hauptthema der meisten Reden. Hier fehlten ein- dringliche Mahnungen an die Parteigenossen nicht, ihre Kinder dem Arbeitersport zuzuführen, der körper- liche„Ertüchtigung" ohne Rekordsucht, aber zugleich mit sozialistischer Erziehung treibt Rur weil die Zugehörigkeit zum Reichsausschuß deutscher Iugendverbände den Bezug von Unterstützungen aus öffentlichen Mitteln auch gegen Miß- gunst einzelner Behörden sichert, aber vom Bund keinerlei Verzicht auf seine Grundsätze fordert, ist der Bei- tritt vom Bundesvorstand beantragt und mit gewaltiger Mehrheit vom Bundestag beschaffen worden. Ts wurde beschlossen, auch weiter den Bundcsvereinen das Spiel mit solchen Reichsbanner- Sportabteilungen zu gestatten, die Mitglieder des Arbeiter-Turn- und Sportbundes sind. Schließlich ist Beteiligung an den Veranstaltungen des Staates und der Gemeinden beschlossen worden unter Be- tonung des Bundesstandpunkts, daß keinerlei Gemeinsamkeit mit bürgerlichen Sportverbänden, weder in Borführungen noch in Kursen eintretn darf. Berichte aus verschiedenen Bezirken, aber auch der Anblick der prachtvollen Gymnastik- Vorführungen der Bezirksschule Köln des Bundes am Eröffnungsabend wie die Auffahrten der Arbeiterwasser- sportler von Bonn und Köln, die das Schiff mst den Dels- gierten bei der Rückkehr von Königswinter und dem Drachen- fels begrüßten, haben wieder einmal gezeigt, daß die Arbeiter- sportler mit ihren Leistungen sich nicht zu verstecken brauchen. Die einstimmige Annahme des neuen Statuts und ebenso ein- stimmige Wiederwahl des Bundesvorstandes haben die volle Einigkeit des Bundes bekundet. Oeutsch-polmscher Aoienwechsel. Wegen Neuhofen. Der Inzwischen veröffentlichte, broschüvenhast ausgewachsene Bericht der polnischen Vertreter in der Neuhöfener Untersuchung»- kommisston bemüht sich, nachzuweisen, daß F u b e deutscher Lock- spitze! gewesen sei. polnische Grenzsoldaten die Grenze nicht über- treten hätten, die— von den Polen zuerst behaupteten, aber von der deutschen wie von der polnischen Untersuchung als blutlos erklärten—„Blutspuren" ebenso wie die vorgefundenen Patronen- hülsen und die Geschoßeindrücke an der Paßbuche Fälschungen seien! Wie die Reichsregierung auf Grund des deutschen Gut- achtens, so hat auch die polnische auf Grund ihres Vertreterberichts eine Protestnote der anderen Regierung zugestellt, worin gegen Grenzverletzung. Spitzelei usw. protestiert wird. Oie Ermordung v. Baligands. Oer geisteskranke Mörder soll vors Kriegsgericht. Lissabon, 9. Juni.(Eigenbericht.) Dt« Uebemste des ermordeten deutschen Gesandten v. Baligand wurden am Montag in Gegenwart des Präsidenten der Republik unter großen militärischen Ehren auf den deutschen Friedhof in Lissabon gebracht. Di« Ueberführung der Leiche nach Deutschland erfolgt am Donnerstag auf dem Kreuzer.Königsberg". Das Schiff soll am Sonnabend in Bremerhaven eintreffen. Der Mörder wird in den nächsten Tagen von einem portugie- fischen Kriegsgericht obgeurteill werden. Peschawar vom Keind enisehi. Schwere Kämpfe in Nordwestindien. Bombay. S. Juni.(Eigenbericht.) Dt« Lag« au der indischen Nvrdwcstgrenze bessert sich zugnusteu der anglo-indischen Regierung. Di« bewaffne» ten, gegen Peschawar vorgedrungenen Afrldis in der Zahl von etwa 10 0V0. bis zwei britische Meilen vor die Stadt gedrungen, dann schwer beschossen, fliehe« gegen die Grenzen zurück. Der Widerstand der AfridiS war nur schwer zu brechen. Erst das Eingreife« von 80 Flugzeugen» die 5000 Bomben abwarfen. entschied den Sieg der anglo-indischen Druppen. Die 5l ämpfe hatten vier Tage gedauert. Heber die Zahl der Toten und Berwnndeten ist nichts bekannt. Eine vier Mann starke englische Patrouille wurde tot auf einer Straße gefunden. Oer Simon-Vericht. Im einzelnen behandelt der Bericht die Frag« einer allmählich einzuführenden verantwortlichen Regierung in Indien, die 1317 versprochen worden ist. Das jetzige System, daß die Minister nur für e I n i g e Fragen den gewählten Körperschaften der Provinzen verantwortlich sind, während andere Fragen den Gouverneuren vorbehalten bleiben, wird für praktisch un durch. sührbar erklärt. Zur Armee wird besonders auf de« schwierige Lage an der Tlordwestgrenze hingewiesen. Die Arbeit, die die Kammer der indischen Fürsten in den letzten neun Jahren gelesstet hat, zeig«, daß ein weiterer Fortschritt möglich sei. Aber dieser Forsschritt werde nicht groß genug sein, um den ersten Schritt zur Bildung eines allindischen Staatenbundes tun zu können, lieber di« Volksbildung in Indien wivd ausgeführt: Unkenntnis der Schrlfk ist eines der Hauptgründe, die da» Wahlrecht einschränken. Rur 2.S pro;, der Bevölkerung haben da» Stimmrecht. Die Feindseligkeit zwischen Hindus und Mohammedanern hat stch feit den Reformen nicht oermindert. Eine der Schmie- rigkeiten bei der Bildung der provinzialen gesetzgebenden Bersamm- lungen besteht darin, einen Pton aufzustellen, der das Ueberwiegen der Mohammedaner berücksichtigt, wo es vorhanden ist, und den Mohammedanern dort, wo st« in der Minderheit sind, ein« ange- messen« Vertretung sichert. In acht Provinzen sind über 43 Millionen Menschen, die den unterdrückten Kasten angehören, d. h. etwa 20 Proz. der gesamten Bevölkerung Britisch-Jndiens und un- gefähr 30 Proz. der Hindu-Bevölkerung. In vielen Orten sind die Kinder der„llnberührbareu" entweder von den Schulen aus- , geschlossen oder sie müssen abseits sitzen. Die Bewegung gegen bei Kinderheiraten und die An- teilnahm« der Frauen an öffentlichen Angelegenheiten nehmen zu, ebenso die Stimmung gegen das Verbot der Berfchleie- rung. Ungefähr die Hälfte der indischen Mädchen sind vor voll- endetem 15. Cebenslahre oerheiratet, insgesamt mehr als zwei Mi!» lionen, und 100 000 Mädchen waren vor ihrem zehnten Lebensjahre bereits Witwen l Indien kann die Stellung, nach der es in der Welt strebt, nicht erreichen, bevor seine Frauen, eine angemessene Rolle als gebildet« Bürgerinnen spielen. Die Kommisswn hebt ferner den Unterschied der Rasse, Religion, Sprache und der Sitten und Gebräuche hervor, die zwischen Burma und vem übrigen Indien besteht. Es scheint, daß di« Argumente für eine Trennung Burma» von Indien auf die Kommission großen Eindruck gemacht haben._ Zur 14. internationalen«rbettstonferenz. die heute mittag er- öffnet wird, sind Delegationen tmb Vertreter au» 61 Ländern an- gcmeknt, Nrpublikanerjugend in Magdeburg „Oer Staat will eine kämpfende, keine raufende Jugend." A. S. Magdeburg, 9. Juni.(Eigenbericht.) Das Bundestreffen der Iungbannevgruppen des Reichsbanners Schwarz-Roi-Gold in Magdeburg hat bei einer Massenbeteiligung von Reichsbannerkameraden und der Magdeburger Bevölkerung einen glänzenden Verlauf genommen. Die Kameraden waren zum größten Teil bereits am Sonnabend in Magdeburg eingetroffen, aber auch am Sonntag vormittag rollten immer noch lange Lastwagenkolonnen aus allen Gaubezirken an. Fanfaren- stgnal und Trommelwirbel rief am Vormittag zu den Semmel- Plätzen. Im geschlossenen Zuge marschierten die Kameraden zur Stadchalle. Die Jugend aller republikanischen Par» teien und auch die Gewertschaftsjugen» hatte zum Besuch dieser Deranstaltung aufgerissen. „Die republikanische Jugend fleht zusammen", das klang aus allen Reden, sowohl aus der de» Führer» der sozialistischen Arbeiterjugend als auch der des Führers der katholischen- Winothorst. Bünde heraus. Zuerst stand der preu- ßische Unterrichtsminister Grimme am Rednerpult und wies der republikanischen Jugend den Weg. Er führte aus: „Echte Jugend will Freiheit der Entwicklung, und weil das Werk von Weimar in dieser Freiheit gegründet ist. kann echte Jugend gar nicht onders, als im Staat mitzuarbeiten, und es muß für ste die Frage, ob man nicht das Volk mehr leiten müsse als di« Staatsform. In die Frage münden, ob uns ein Volk mündig gesprochener Staatsbürger nicht lieber fein muß als ein unter Bormundschaft gehaltenes Werkzeug einer Klasse. Wenn die radikale Jugend das mündige Volk wollt«, dann würde sie selbst ablassen vom Kamps mit Revolver und Gummiknüppel. Fast aber sieht«» doch so au« in den radikalen Lerbänden. als hätten sie die Parole: Spürst du. daß dlr Gedanken fehlen, dann stell dich mii dem Schlagring ein. Der Slaai will ei« kämpfende, aber nicht eine raufende Jugend. Kampf ist nicht Messerstecherei, und Messer- stecherei ist kein Beweis von Stärke. Zum Messer greift der Schwächling. Die Reichsbannerjugeno eint der Glaube, daß nichts auf der Welt einer Idee zum Sieg« verhelfen kann, als allein die Ueberzeugungskraft, die ihr innewohnt, und sie teilt sich nicht In dem Aberglauben der radikalen Jugend, daß die Gewalt der Muskeln höher steht als unsere Achtung vor»er Majestät des Rechts. Reichsbannerfugend, ihr seid die Garde dieser Majestät des Rechts. Wenn ihr das freie Dolk im freien Staat auch für die Zukunft wollt, dann schützt die Freiheit und das Recht und werdet niemals Deserteure dieser Ideale der deutschen Republik." Nach ihm spricht Ernst Lemmer für den Reichs band der I u n g» dcmo traten, der di« Jugend aufruft, nicht nur qegen den ftaatspoliiifchen Gegner, sondern vor allem auch gegen die Mädig» keit und Skepsis in den eigenen Reihen anzukämpfen. Di« Jugend will nicht mir mit Klugheit und Einsicht hinter diesem Staat stehen, sondern auch mit Temperament und Leidenschaftlichkeit. Der Borsitzende der Gewerkschaftsjugend, Waller Mafchke. ge» denkt bei dem Massenaufmarsch der republikanilcken Jugend an die Tausenden junger Republikaner, hie durch wirlsch östliche Not verhindert sind, hier zu bekunden, daß sie gleicher Gasinnung, gleichen Willens sind, die republikanische Staatsform zu schützen. Der Führer der Sozialistischen Arbeiterjugend, Erich Olleohauer. spricht aus, daß die jungen Republikaner bereit sind, die demokratische Republik mit allen Mitteln zu verteidigen: ..Aber wir sehen In der G e wa lt nur das Mittel der äußersten Notwehr. Unser Kamps um den Inhalt der Revublik, um den Staat von Weimar, wie wir ihn sehen, wollen wir führen mst den geistigen Waffen." Zum Abschluß sprach dann noch der Dundesjugendführer des Reichsbanners, Artur Pape, der das Bundestreffin gut organisiert hat und dem der starke Beifall zu einem Vertrauensvotum für jeine Arbeit wurde. Noch der Feier marschierte die Jugend auf dem Domplatz auf. 800 Spi-lleute schlagen den Reichsbannermorsch. 500 Fabnen aller deutschen Gau« und auch die des O e st er r e i ch i s chen Schutzbundes ziehen auf. Rund um den Platz stand Magde- bürg, Bevölkerung, die auf den Feiertag verzichtend sich begeistert dem Aufmarsch der Jugend anschloß. Der Bundesvorsitzende de» Reichsbanners, Otto Hörsirm appelliert« vor diesen Massen an di« republitansschen Parteien, mit aller Macht an den Wiederausbau der deusschen Wirtschaft zu gehen. „Wir haben heute", so betonte er,„eine Regierung, die die wirk- liche Not des Volkes nicht sehen kann oder nicht sehen will, und deren Vorschläge zur Behebung der Wirtschajtsnoc völlig ungeeignet firw. Zusammenfassend forderte Hörsing die Schaffung des Einheitsstaates, Zwestens einen wirt- schastspolitischen Plan, der allen Kreisen. Arbestgcbern und Arbeit- nehmern neues Vertrauen, erhöhte Beschäftigung, Verdienst und Brot gibt, Umbau der Steuern und Zölle, planmäßige Um- kolonisierung der Land- und Forstwirsschaft, Er schloß mit der Warnung, Parlament und Demokratie nicht weiter Schaden leiden zu lassen, sonst würde das Fundament zerstört, aus dem wir stehen. „Die soziale demokratisch« Republik bleibt unser Ziel!" Auf dem Marsch zum Reichsbannerstadion marschierten die Kameraden durch die Breitestraße an ihrem Bundesvorsitzsnden, dem Reichstaaspräsidenten Paul Lobe und dem Führer des Schutzbundes Julius Deutsch vorbei. Nach den Kolonnen der Jugend marschierte die Abordnung des Oesterreichischen Schutz- bundes, die wie immer von den Tausenden, di« die Straßen zu beiden Seiten umsäumten, begeistert gefeiert wird. Den Abschluß dieser Veranstaltung bildet« die Auffahrt des Reichsverbandes republikansscher Motorradfahrer. Im Stadion wurde am Nachmittag em Volksfest durch- geführt, das den stärksten Besuch aller Veranstaltungen auszuweisen hatte. Schätzungsweise haben an dieser Feier über 150 000 Menschen teilgenommen. Auf den Kampfbahnen und im Schwimmbad zeigten die Schutz- sportabteilungen Wettkämpfe und sportliche Vorführungen. Auch die Berliner Sanitätsabtellung führte Rettungsarbeiten vor. Bei Einbruch der Dunkelheit rief der Laussprecher die Massen zur Kampfbahn. Die A n s cht u ß k u n dg e b u n g im Rahmen einer Abendfeker begann mit einer Rede des preußischen Ministers des Innern. Dr. waentig. der feine Freude darüber aussprach, daß die Reichsbannerjugend in den Mittelpunkt ihrer Veranstaltungen ein« Anschlußkundgebung gestellt habe. Derfassungssragen sind Machtfraßen. Darum haben wir uns daran gemacht, im Reichs- banner eine Organisation zu schaffen, die von Tag zu Tag unseren Gegnern, aber auch unseren Lauen und Kühlen mehr als es Worte können, zeigt, daß die Verfassung, daß die Wünsche der Republikaner eine Macht sind, die anschwillt von Tag zu Tag. Tie Aufgab« der Demokratie ist es, die Vereinheitlichung Deutschlands zu vollenden. Wir wollen keine Grenzen zwischen den Angehörigen einer Kultur und Sprach«. Wir wollen ein einheitliches Deutschland, das sich selbst regiert. Die heutige 5tundzebung soll dieses Gelöbnis tiefer und fester in unsere Herzen einprägen. Ein freies und geeinigtes Großdeutschland ist unser Ziel."— Der Führer des Oesterreichischen Schutzbundes, Justus Deutsch, sprach die Hoffnung cm», daß nicht nur:n weihevollen Stunden vom Anschluß geredet wird, sondern auch die Tat folgt. Mst er- hobener Stimme rief er dann über den Platz:„Ich klage hier vor dem /forum der deutschen Demokratie die Ssterreichischen halb- und Ganssaichisten. die sich tu der heimwehr tummeln, des Verrats an dem Anschluß Oesterreich» an Deutschland» an." Scheinwerfer blitzten auf, hunderte schwarzrotgoldene Fahnen maoschierten in die Kampfarena, Hunden« Fackelträger begleiteten ste. Auf der Mitte de» Platzes stand ein Riesenmast. Di« deutschen Ländervertreter in alten Trachtenkostümen und mit Standarten tn den Landessarben gruppierten stch um diesen Mast. Ein Sprecher rief all« deutschen Lande zur Niederreißung der inner« deutschen Grenzpfähle zum Einheitsstaat auf. lieber die Lände rvertreter hinweg stieg am hohen Mast die Reichsflagg« auf, das Deutschlandlied klang über den Platz. Am Schwimmbad knattert« das Feuerwerk in di« Luft. Am zweiten Pfingssseiertag wurden sportliche Wettkämpse aus. getragen. Im Stalsttheater wurde mst der Aufführung des Kriegs- dramas K>ie ander« Seite"«ine Totengeden kseier abgehal- ten. Karl Bröger gelang es, die Jugend auf den tiefen Sinn des. Stückes hinzu wessen und ihr ein, zuhämmern, daß Krieg« nur dann unmöglich fein werden, wenn sich das Volk durch ein parlamen- tarisches System die Mitbestimmung an der Staatssorm sichert. Roch einmal standen die Reichsbannerkolonnen im Stadion zi»> sammen. Nach den Sportwettkämpfcn sprach auf einer Schlußkund- gebung der preußisch« Minister des Innern a. D. Grzcsinsti, der den Reichsbannerkameraden in trefflichen Ansfübrungen gegen die Natio. naksozialisten ein gutes Material für ihr« Agitation gab. Bundes- Vorsitzender Otto Hörfing ließ die Veranstaltung au-kling-n in dem Gelöbnis, allzeit bereit zu sein, wenn es gilt, für die Republik zu werben und zu fechten. Oer Weg des Sozialismus. Lebhafte Debatte in Bordeaux. Bordeaux. 9. Juni.(Eigenbericht.) Der erste Tag des am Sonntag in Bordeaux eröffneten Par- teitages der Sozialistischen Partei stand im Zeichen einer zum Teil recht stürmischen Debatte über die B e- Ziehungen zu den Radikalen. Der Kongreß begann mst einer Generaldebatte über den Rechenschaftsbericht der Parteileitung. Der zum rechten Flügel der Partei zählende Abgeordnet« Ra madi er machte sofort einen Vorstoß, indem er fragte, ob die Partei tatsächlich die Absicht habe, mit der republikanischen Disziplin zu brechen und in den offenen Kampf gegen die Radikalen einzutreten.„Jawohl", rief Zyromsky dazwischen,„denn Tardieu oder Ehrnilemps. das ist für uns ein und dasselbe!"„Dann ist auch Zyromski und Tardieu ein und dasselbe". antwortete Ramadi er. Es kam zu einer Lärmszene, an der sich hauptsächlich die Tribünen beteiligten, so daß der Vorsitzende di« Sitzung unterbrechen mußt«. In der neuen Sitzung konnte Ramadi«? seine Red« beenden. Ihm antwortete Lsou Blum, der stch zunächst gegen die Zumutung verwahrte, daß W« Sozia. listische Partei vor einem Entweder-Oder stehe.„Entweder die demokratische Reform oder die sozialistische Revolution, entweder So- zialismus oder Vaterland", ein solches Entweder-Oder gebe es heule nicht. Die Sozialistisch« Partei fei«ine reformistische und ein« revo- lutionäre Partei zugleich, Sie sei ebenso unlösbar der Idee der notionalenUnabhängigkeit wie der Organisierung des internationalen Friedens verbunden. Glaube nie- mand, daß sich der sozialistische Fortschritt außerhalb des demokrati- schen Regime verwirklichen lasse! Dies fei auch die These Iaure s' gewesen. Di« von den Radikalen gegen ist« Partei' er- hobenen Vorwürfe seien nnberechttgt Sie seien ebenso wie die Zu« mutung abzulehnen, daß die Sozialistische Partei eine» ihrer Mit- glieder desavouieren oder gar verurteilen solle. Die Bedingungen de» zweiten Mahlganges seien viel zu kompliziert, als daß es der Sozialssttfchen Partei möglich wäre, stch von vornherein zu binden. Nichtsdestoweniger werbe die Sozialistische Part« im zweiten Wahl gang stets zugunsten eines würdigen dem». kratischen Kandidaten zu oerzichten wissen. auch wenn die Wahl im ersten Wahlgang scharf und erbittert gewesen sei.(Renaudel und der rechte Flügel stimmten leb- h a f t z u.) Es sei nicht wünschenswert im Interesse der Sozialisti» schen Partei, di« Radikalen der von Tardieu erstrebten Konzen- tratton" näher zu bringen. Wenn di« gegenwärttge Opposition der Kammer sich spalle. werde dies nur zu einem Triumph der Renk- tlon führen. Zyromski warf dem rechten Flügel vor, er habe nicht den Mut. den entscheidenden Kampf allein gegen alle rechtsstehenden Parteien aufzunehmen. Grumbach drückt« dl« Hoffnung aus, daß die sozialistischen Er- folg« bei den Wahlen nicht mit der Niederlag« der Radikalsogialisten parallel oder auf Kosten der letzteren gehen sollen. Es dürfte kein Abgrund entstehen zwischen Radikalen und Soziallston, da dies nur zum Vorteil der Reaktion gereichen könne. Simonnet. der neugewählte Abgeordnete von Bsrgeroc, um dessen Mandat der Streit zwischen Radikalen und Sozialisten geht, verlas«ine Erklärung, in der er verfichert, daß er auf Grund eines rein sozialssttfchen Programms und nicht irgendeines Patte» mst rechtsstehenden Parteien gewählt worden sei. In der Montagssttzung warf Renaudel dem Parteioorftand vor, daß er einen Wiedereintritt des rechten Flügels in die leitenden Or- gane der Partei verhindert habe. Cr wandte sich ferner scharf gegen Zyromski, der Renmcdels realpolitische Taktik oerhöhnt hatte. Seine Realpolitik, so erklärte Renaüdel, ziele darauf ab, systematisch dl« lei tenden P o st en de s St a ates zu erobern, mn schließlich die gesamte Macht an sich reißen zu können. Am Dienstag wird das Problem der nationalen Verteidigung besprochen. Schwere Autozusammensioßs. Personenauto mit zwölf Personen umgekippt. preis und Lohn. ttm die Lleberwindung der WirtfchastSkrise. Die Lerhandluikgsn zwischen den Spitzenoryanrfationen der Unternehmer und der Gewerkschaften, di« durch das Pfingstfest unterbrochen wurden, werden wieder aufgenommen. Di« VerHand« lungen drehen sich um die lleberwindung der Wirt» s ch a f t s t r i s e. die als Folge der Rationalisierung und der An» leihe- und Zinspolftik Schachts eingetreten ist. Im Relchsoerband der deutschen Industrie und in der Bereinigung der deutschen Arbeit» geberoerbönd« ist man sich schließlich darüber klar geworden, daß die Krise nicht ohne, geschweige denn gegen die Gewerkschaften über» wunden werden kann. Daher der Versuch zur Berständigung. Run haben die Schlichter in Halle und Rheinland-Westfalen geglaubt, von sich aus mittels eines Schiedsspruches die Krise lösen zu können: sie haben einfach«in« Senkung der Löhne dekretiert. Der Schiedsspruch gegen die Arbeiter der Mansfeld A.-G-. der die Löhne um 10 Proz. senken wollte, ist auch von der Mans» seid A.'G. abgelehnt worden, weil er ihr nicht weit genug ging. Sie will die Löhne um IS Proz. senken und versucht nun durch Zwang ihren Willen durchzusetzen. Der Schiesspruch von Oeynhausen senkt gleichfalls die Löhne um Iii Proz. Während aber die Mansfeld A.-G. erklärt, daß die Kupferpreise bereits derart gesunken seien, daß sie oine entsprechende Lohnsenkung vornehmen müsse, erklärten die Schwerindustriellen großmütig vor dem Schlichter, sie würden in demselben Ausmaß die Preise senken, in dem durch die Lohnsenkung die Gestehungskosten gesenkt würden. Darauf beeilte sich der Schlichter, den Unternehmern, eine durch- schnittlich« Lohnsenkung von 10 Proz. zu ern»glichen. lieber den volkswirtschaftlichen Wahnsinn dieser Schiedssprüche ist kein Wort zu verlieren. Die Preise der Produkte, die zum guten Teil Zwangspreise sind, gestatten den Käufern nicht, die Masse der Produkte, die unsere Industrie herzustellen imstande ist, zu kaufen. Dies ist die wesentlich« Ursache der katastrophalen Arbeitslosigkeit— abgesehen von den Folgen der Schacht-Politit. Eine Lohnsenkung, auch wenn mit ihr eine entsprechende Senkung der Großhandelspreise verbunden ist, kann alle möglichen Folgen haben, sicherlich aber nicht die Stärkung der Kaufkraft der Arbeiterschaft. Der Anteil am Produktionsertrag wird dadurch noch weiter zugunsten der Kapitalbesitzer wie der großen Einkommen überhaupt verschoben, ganz abgesehen von den Beamten und Angestellten: vor allem aber wäre der Handel bei diesem Geschäft der große Gewinner. Die wesentlich gestiegene Spanne zwischen Groß- und Klein» Handelspreisen ist oft erörtert worden; niemals ist man ihr ober ernsthaft zu Leibe gegangen. Der Unternehmer wird immer geneigt sein, die„hohen Löhne' als Ursache einer Absatzstockung anzugeben. Bolkswirtschaftkich handelt es sich aber darum, di« Löhne mit den Preisen In Uebereinstlmmung zu bringen. Und da springt m die Augen, daß nicht di« Löhne, sondern die Preise zu hoch sind. Don einer Lohnsenkung kann also jetzt, wo es sich um die Ueber» Windung der Wirtschaftskrise handelt, nicht die Rede sein. Am aller» wenigsten kann man durch Herausgreifen der einen oder der anderen Arbeiterlahngruppe auf das allgemein« Preisniveau regulierend ein- wirken. Sicher wäre nur die Verschlechterung der Lebens- Haltung der betreffenden Arbeit er gruppen— und was eine Der- fchlechtsrung um zehn Prozent in dem nur mühselig ausbalancierten Arbeiterhaushalt bedeuten, liegt auf der Hand— sicher wäre die Schaffung von wirtschaftlichen Brandherden. Hat man den Kampf in der Schwer eisern Ndustrie vom Ro- „ewber 1928 und seine Folgen schon vergeflen? Oder genügt der Kampf bei der MartsfeQ A-G. nicht?— Wie man die Schleds- spräche von Halle und Oeynhausen auch betrachten mag, sie sind politisch und wirtschaftlich verhängnisvoll und geeignet, die Wirtschaftskrise nur zu verschärfen. 3m Verlaufe der beiden Feiertage ereigneten sich bei dem außerordentlich starken Anloverkehr ans den Ausfallstraßen Berlins eine Reihe von schweren In» sommenstäßea und Unfällen, vier Tode». o p s e r sind zu beklagen, zahlreiche Verunglückte wurden mit schweren Verletzungen in die nächstgelegenen Krankenhäuser gebracht. Ein größers Autounglück, bei dem zwölfPersonen mehr oder minder schwer« Verletzungen erlitten, trug sich auf der Friedrichshagener Chaussee dicht bei der Ort- schast Schöneiche zu. Im Hause eines Fuhrunternehmers in Kalkberge-Rüdersdorf wurde Hochzeit gefeiert, und in den Morgenstunden des ersten Feiertages wollte der Fuhrherr einen Teil seiner Gäste, di« in einer benachbarten Ort- schaft wohnen, In einem großen Personenauto noch Hanse bringen. Aus noch nicht geklärter Ursache geriet das Auto plötzlich zu weit auf die rechte Elzausseeseite, prallte gegen einen Baum und kippte um. Zwölf Insassen mußten in das Cöpenicker Kreiskranken. haus gebracht werden, darunter auch das junge Ehepaar. Während die junge Frau mit leichteren Verletzungen davonkam, lisgt ihr Gatte noch im Krankenhaus. Sofort nach dem Unfall war der Wagen» sührer verschwunden— es war der Bruder der jungen Ehefrau-» weil die sich ansammelnde Menschenmenge eine drohende fioliirng gegen ihn einnahm. Der junge Mann hat sich aber später bei dem Landjäger in Schöneiche gemeldet. Von den 12 ins Krankenhaus eingelieferten Personen tonnten 7, deren Verletzungen leichterer Natur waren, entlasten werden. In den frühen Morgenstunden des ersten Pftngstfeier» t a g e s rasten an der Ecke Handjerystraßc und Kaiser- alle« in Friedenau zwei Autodroschken zusammen. Beide Autos wurden völlig zertrümmert. Der Fahrgast des einen Wagens, der täjährize Monteur Johannes Schmook aus der Südendstraße Zü in Steglitz erlitt so schwere Kopfverletzungen, daß er auf dem Wege zur Rettungsstelle starb. Der Chauffeur desselben Autos, ein Lljähnger Walter Krüger aus Ende des englischen Weberstreiks? Beschluß der Gewerkschaften. London. 9. Juni.(Eigenbericht.) Di« drei wichtigsten Webergewer-kschaften beschlnsten, den nunmehr neun Wochen dauernden Weber streik in Rordengiand gegen den Abbau der Löhn« offiziell zu beenden. Unter den ein» zelnen Mitgliedern der Organisation herrscht jedoch noch Unklarheit und die Widerstände gegen den Streikabbruch sind noch nicht über- wunden. Das Generalkomitee der englischen Gewerkschaften hatte bereits feit einigen Tagen bekanntgegeben, daß es den einzelnen Sektionen des Streilgebiets überlasten werden sollte, den Kampf zu beenden oder fortzusetzen. Ein Teil der Arbeiter will«n Dienstag die Arbeit wieder aufnehmen, der andere Teil wird in dem Streik beharren._ Neichsbanneraufmarsch in Nayreuih. Im Zeichen des Uniformverbotes. Bayreuth, 9. Juni.(Eigenbericht.) Zum ersten Male seit dem Uniformverbot in Boyern marschierten die Republikaner Frankens zu Pfingsten in dem vom Hakenkreuz oerfolgten nationalistischen Bayreuth auf. Rund 9009 Reichsbannerleute demonstrierten unter großer Anteilnahm« der Bevölkerung gegen den machtlüsternen Putjchismus nach den Anordnungen der Polizei in Joppe. Windjacke und Mütze. Der Polizeiminlster hatte dl« örtlich« Staatsgewalt um vier Hundertschaften Landespolizei verstärkt, denen aber bei der Disziplin der Republikaner keine Gelegenheft zum Ein- greifen geboten wurde. Infolge des rigoros durchgeführten Umform- Verbots waren die zahlreich angemeldeteu Reichsbannerkamereden aus Sachsen und Thüringen ausgeblieben, nur Berliner Arbeltersänger waren gekommen, die auf dem Marktplatz konzertierten. Der Zug. in dem 5000 Reichsbannerleute mit» marschierten, wurde wiederholt von zahlreichen natlonalsozia- listischen Provokateuren belästigt, ohne daß es zu ernsten Zwischenfällen kam. Den Auslatn bildete am Sonnabend abend ein riesiger Fackelzug, den eine Rede des Reichstagspräsidenten Lobe abschloß. Unter stürmischem Beifall wies der Redner auf die Tatsa-ye hin. daß das Vesitzbürgertum der alten Morkgrafenstadt Bayreuths als Feind der Arbeiterklasse jede Beflaggung abgelehnt habe, daß dafür aber die Leute aus den Hinterhäusern und Dororten gekommen seien, um als die wahren T r ä g e r d e r Republik für den Ausbau des demokratischen Volksstaates zu demonstrieren. Der prächtige Verlauf der Kundgebung zeigte, daß die arbeitende Bevölkerung Bayreuths treu zur Republik steht.___>.., Siegerin Sonne. Die Wettermacher gehören zu jenen Menschen, die es ihren Mit- menschen niemals recht machen können. So werden denn in den beiden Pfingsttagen unser« Wctterwifsenschaftler tüchtig„bemeckert' worden sein, weil sie noch am Sonnabend abend schlecht Wetter prophezeiten. Und doch haben sie recht behalten. Denn was sagten sie?„Tkrs klare und heitere Wetter wird ver- mutlich am ersten Feiertag eine jähe Unterbrechung erfahren. Zwar ist nicht mft ausgesprochen schlechtem Wetter zu rechnen, doch ist Abkählimg zu erwarten. Aber die Trübung wird vorübergehend sein.' Aller Welt erkennbar war die deutlich spürbare Abkühlung. Run aber die„jähe Unterbrechung'! An die werden nur wenige glauben. Aber auch sie hat stattgesunden. Am Sonnabendabend war das allerprächtigste Wetter. Kein Wölkchen zu sehen. Sonnenuntergang selten schön. Noch am Sonntag früh um drei Uhr war der Himmel heller und klar. Aber um vier war alles wie verwandelt. Ein dunkelgraues Tuch war über den ganzen Himmel gezogen. Aus Westen wälzte sich schweres unheildrohendes Gewölk herauf. Wer um jene Zeit zwischen 4 und 5 Uhr zum Hnnrnel geschaut hat. um sich zu vergewissern, wi« das Wetter zum Fvühkonzert sein wird, der wird vermutlich schwer verstimmt wieder in die Federn gekrochen sein. Nach zwei Stunden, etwa gegen sechs, zeigte sich blauer Himmel, aber im Westen immer noch drohendes, sich langsam gegen die Sonne anwölzcndes Gewölk. Um 8 Uhr jedoch halle die So im« auf der ganzen Linie gesiegt und es wurde der erste Feiertag zu jenem in milder Wärm« strahlenden wunderbaren Sonnentag, als den wir olle ihn in der Erinnerung behalten werden. Die erfrischende Kühle war uns gerade recht. Aber auch am zwellen Feiertag war kaum ein Wölkchen zu sehen und in vollster Harmonie ging auch er zu Ende. Die Abwanderung aus Berlin hatte sich in diesem Jahr bereits am Freftag und sogar schon am Donnerstag vollzogen. Mll Motorrad, Auto und Eisenbahn halle man in einem Radius von 300 Kilometern und sogar noch mehr sich von Berlin «ntferill. Die Ostsee, die Neu mark, di« Ostmark, Harz. Thüringen, das sächsische Bergland, Erzgebirge Sächsische Schweiz, Lausitzer Bergland. Riesen- gebirge waren die Psingstziele der Fernfahrer. Andere hielten sich in dem SO-Kiloineter-Radius»ich verbrachten den Tag in den Wäldern und o n den Seen. Aber auch a u f den Seen war riesiger Betrieb. Auf der Müggel, dem Tegeler See, dem Wann- s e«, der breiten Havel wimmelte es von Sportlern aller Art. Die Wasterfernfahrer aber fand man auf den Ruppiner Seen und den Seen Mecklenburgs, auf den Teupitzer Gewöstern, auf dem Wolziger und dem Scharmützelfee und auf den seeartigen Ausbuchtungen der Hovel bis Brandenburg und darüber hinaus. Einen gewaltigen Ansturm hatte die U-Bahn auszuhallen. Hier fuhren die Mosten nach den westlichen Stationen; Thielplatz. vor allem aber Onkel Tom und Endstation KrummeLanke, die den Grunewaldseen so nahe gelegen ist. Straßenbahn und Auio- buste, U-Bahn und Vorortbahnen waren mit ihrem Materiol, ab?r auch mit dem Personal, Fahrern und Schaffnern, an der Grenz« der Leistungsfähigkeit angelangt. Siitlichkeiisverbrechen au einem Kinde. Oer Täter in Pankow festgenommen. Ein schweres SitMchkeilsocrbrecheu wurde am 1. Feier- lag an einer 9 3ahre allea Schülerin in Pankow verübt. Die Mutter des Kindes kam nachmittags von einem Auegang nach Haus« und fand ihre Tochter in der Wohnung mcht vor. Abends gegen 10 Uhr kam dos Kiird heim und zeigt« ein so ver- störtes Wesen, daß die Mutter gleich Unheil ahnte. Das Mädchen berichtete nun, ein Mann habe cs an sich gelockt und in der Granitz st raße. wo Vergnügungsbuden stehen, mll Geschenken bedacht. Dann hatte er das Mädchen in eine abgelegene Straße geführt und sich dort schwer an ihm vergangen. Noch der Beschreibung, die dos Kind gab, ermittelte die Pankower Polizei bald den Täter. Es ist ein 24 Jahre alter Kellner Paul 91. aus der Kaifer-Friedrich-Ttroße in Pankow. Er wurde noch am Abend aus seiner Arbeitsstelle herausgeholt und verhaftet. N. war in einem Restaurant tätig. Wi« der Wirt bekundet, hatte der Kellner am der Potsdamer Straß« 14 in Südende erlllt erhebliche Derletzungen durch Glassplitter. Beide Fahrzeuge mußten abgeschleppt werden. Am Karower Damm in Blankenburg in der Näh« der Ehemislhen Werke fuhr der 23jährige Hermann Pilgermonn aus der Schivelbeiner Straße 48 mll seinen, Motorrad in hoher Gs- schwindigkeit mll einer Autodroschke zusammen. Pilger- mann wurde mit großer Wucht auf das Straßen pfloster geschleudert, wo er mit zertrümmertem Schädel tot liegen blieb. Die Leiche wurde nach dem Blankenburger Krankenhans gebracht. Todesopfer in der Provinz. Am Sonnabend vor Pfingsten wurde auf der Fahrt von Berlin nach Pafewalk das Motorrad des Arbeiters Rudolf Koppen aus Berlin-Treptow, Kiefholzstr. 389, zwischen Prenz- lau und Bindow beim Einbiegen in die Kurve an der Bahnüber- sührung durch einen nachfolgenden Personenkraft- wagen, der das Motorrad überholen wollte, angefahren und der Führer zum Sturz gebracht. Während Kappen nllt einem Unterschenkelbruch davonkam, erlitt seine aus dem Soziussitz mit- fahrende Ehefrau eine schwere Quetschung der Wirbelsäule. Sie wurde bewußtlos ins Prenz laupr Krankenhaus gebracht. Der Kraftwagen-ist unerkannt entkommen. Auf der Chaussee zwischen Lübbenau und Vetschau ereignete sich an, Pfingstsonntagnachmittag ein schweres Unglück. Zwei Berliner Motorradfahrer, der Arbeller S t a n k o und ein gewister Paul Nopper, dessen Tochter Charlotte und die Mutter des Stanko, die sich auf der Fahrt nach Forst befanden, fuhren mit ihren Motorrädern zusammen, als ein Auto sie überholen wollte und Stanko sich umgesehen hatte. Stanko wurde aus die Straße geschleudert und kam unter die Mo- ich Ine. Nopper, seine Tochter und Frau Stanko, die sich auf dem anderen Motorrad mit Beiwagen befanden, wurden ebenfalls auf di« Straße geschleudert. Alle'vier erlitten schwere Ver» letzungen. Nopper und Fron Stanko sind ihnen Der- letzungen später erlegen. Die beiden anderen wurden in das städtische Krankenhaus nach Forst übergeführt. späten Nachmittag plötzlich seinen Rock angezogen und war ohne Erklärung weggegangen. Gegen 10 Uhr kehrte er mit beschmutzten Kleidern ziirück, gab aber kein« Auskunft. Auch der Polizei über verweigert der Verhaftete jede Angabe Tragödie eines Schwergeprüften. Ein Vater tötet fein Kind und dann sich selbst. ?n den Vormittags stund«! des I. Feiertages machten Zlusflügler im 3agen 102 des Tegeler Forstes einen schrecklichen Fund. Am Rande einer Schonung tag die Leiche eines Manu es und dicht daneben der leb- lafe Sörper eines Sinde». Beide Leichen wiesen Schüsse in der Schläsengegeud auf. Wie di« polizeilichen Ermittelungen ergeben haben, handelt e« sich um den 30jährigen Angestellten Willi Magdeburg aus der Ehcmsteostraße 58 und seinen 8jährigen Sohn Heinz. Offenbar ist M. mll dem Kinde schon am Psingstfonnabend nach Tegel hin- ausgefahren und hat dort, nachdem er den Jungen durch eines Kopfschuß getötet hatte, die Waffe gegen sich selbst gerichtet. M» Motiv zu dem Derzweiflungsschritt wird Schwermut und Krankheit vermutet. Vor einiger Zeit hotte der Lebensmüde feine Frau durch den Tod verloren Den Berluft konnte er offenbar nicht überwinden. Als nun noch ein altes Leiden dem Schwergeprüften wieder fahr zu schaffen machte, reifte in ihm der Entschluß, freiwillig aus dam Leben zu scheiden und das Kind mit in den Tod zu nehmen. Die Leichen wurden nach der Tegeler Halle gebracht. Verirrte Kugel trifft Ltnfchuldigen. Fahrlässigfeit eines Wächters� Eine abirrende Kugel hat in der Rächt zum ?. Feierlag einen völlig llnbeleillgleu schwer verletzt. Der Schuldige ist ein noch ziemlich junger Wächter, der offenbar beim Umgehen mit seiner Schußwaffe nicht die genügende vorficht hat walten lasten und offenbar die Waffe nicht gefichert hatte. Am Halleschen Ufer standen gegen 3)4 Uhr morgen» zwei Dächter, darunter der 24 Jahre alte Heinrich F. aus der Weferstraße in Neukölln, im Gespräch beisammen. Sie unter- hielten sich u. a. auch über das Ueberfallkommando und dessen Bewaffnunz. F. zog plötzlich seine Dienstwaffe hervor, um dem Kollegen daran etwas zu erklären. Er hatte noch nichts gesägt, da löste sich aus der Pistole, di« anscheinend nicht ge- sichert war, ein Schuß. Auf der Straße war außer den beiden nur der 60 Jahre alte Milchfahrer August Thiel aus der Gasteiner©fräße 13 in Wilmersdorf, der mit seinem Gespann Milch abfuhr. Unglücklicherweise wurde er von der Kugel in de y Oberkiefer g e t ro f f e n-und schwer verletzt. Der Wäck)terF„ der oufe äußerste erschrocken war, eilte mit seinem Kollegen sofort dem Verletzten zu Hilfe, aber auch eine ganze Anzahl anderer Per- sonen fanden sich ein und nahmen gegen den Unglückoschützen eine drohende Hallung ein. Das Ueberfallkommando, das hcrbelgeruscn wurde, hatte Mühe, den Wächter vor der Lynchjustiz zu retten. Der Milchfahrer Thiel wurde nach dem Krankenhause gebracht und mußte dort sofort operiert werden. Sein Befinden ist ernst. Eine ganze Stadi von Flammen bedroht Ztiesenbravd in Tiyklöbinc, Kopenhagen. S. 3unL Ein großer Test der dänischen Hafenstadt Rykj äblng a. Falslec, die 15 000 Einwohner zählt, steht seit der Rächt zo Sonntag in Flammen. Das Feuer entstand in einem Holzlager am Hafen. Znsolge starken Winde» dehnte stch der Brand aus die Lagerhäuser, das Geschäftsviertel und ans Wohn- Häuser au». Mehrere Kornsilo», Tabak- und Zigarrcnfabriken find in Mitleidenschaft gezogen worden. Es sind werte von vielen Millionen Kronen durch den Brand vernichte i worden. Räch den letzten Meldungen soll die wehr Herr d" Brande» sein. Uebcrrasdiung im Traber-Derby Semper idcm in Rekordzeit vor Dr. Wagner Derbylag in Rohleben! Das schone Wetter im Runde konnte der Erfolg des Tages kein Aehljchlag fein, und riesige Be- sucherscharen rcchlserliglen dann auch die Erwartungen. Gewawg hat sich der Standard des deutschen Trabrennsports gehoben, und mit üb DM Mark, die das Deutsche Traber-Derby an Preisen vergibt, steht es den grpßen Prüfungen der Galopper ebenbürtig zur Seit«. Der von I. Mills gesteuert« Semper idem, der Träger des europäischen Zweijährigenrekord«s, feierte nach zahlreichen Enttäuschungen seine Auferstehung, indem er das Derby durchweg führend ganz leicht gegen den heiß favori- per teil Dr. Wagner gewann, hinter dem in weitem Abstände in Bandit, Landsknecht und oem aufgelösten Rest zum Umfallen müde Pferde dos Ziel passierten. Der vermeintlich« Nichtsteher Semper idem fertigte in der neuen Rekordzeit von 1: 23,7 seine Gegner ob imd passierte als verhältnismäßig frisches Pferd den Richter, nachdem er in diesem Jahr« über kein« Distanz nach chaus« gekommen war. Freudestrahlend fuhr Trainer I. Mills, der seinen ersten Derby-Sieger gesteuert hotte, mit einem riesigen Lorbeer- kränz die Ehrenrund«. Rennen zu Ruhleben am Sonnkag, dem 8. Juni. l. Sl» n n e n. t. Iokastc(Nnöpnadrl fr.), Z. Oueeni«, Z. Ponile, 4. Slxl- mcister. Jo'o; 46; 10. Platz: 15, 30, 17, 36: 10. ferner liefen: Ossi Oswolda, Herdpel, Eppi, Sminknz, Blaustrumpf, R-femarir, Mimose, Amarplli», Theo- trat, Ordnung, Seureka., 2. Rennen. 1. Turleltaube lP. ssinn), 2. Ortnna, 3. Maimorgen. %lto: 17: 10. Platz 12, 16, 17: 10, sserncr liefen: Cara Bella, Piaster, Titania, Teufelsöursch, Lustige» Miidchen, Ifen, Theodora. Z. Rennen. 1. Luissi quast(Leuuier), 2. stredegundi», 3. granlet. Toto: 23:10, Platz: 14, 1«, 20:10. sserner liefen: Per afpera,«bendstern, Nurfilrst, Eckstein, Planet. 4. R e n n e n 1. Temper it>:m lI. Mill»�, 2. Tr. Wagner, 3. Bandit. Toto: 45: 10. Platz: 15, 11, 13: 10. Setnet liefen: Landstnecht, Johann, Dsmodi, Enzian, Cordula, Lu-Lo, Hagel. 5. R e n n e n. 1. Abteilung: 1. Long Albert CA. fftBnunhtg), 2. Oofo», 8, Langemann, 4. Biedermann. Toto: 261: 10. Platz: 87, 27, 26, 71: 10. ftetnet liefen; fttofeftel, ftahrenheit, Heini Duffn, Pride the Great, Heliogabal, Friefin, Saleere, Bicar, Halma, 2. Abteilung: 1. Wille» lK, Höfinei, 2. Modena, 3, Teufelsbua, Toto: 37:10. Platz: 13, 20, 12:10. Serner liefen: Hippologc. Mairuih, Ilfenburg, Aldifa. Agitator, Campanula, Max Küfer, Lindow-Peter, Piru», 6. R e n n e n. 1. von Eicken(Kruithof ir.i. 2, Natrium. 3. Eonstantin ssriseo. Toto: 17:10. Platz: 11, 11, 13:10. Serner liefen: Humorist, Haneo, strifchling, Cicero. Alba siegt vor Ladro Kantersieg im Union-Rennen Die„Union* hat ihren Zweck n/s Vorprüfung für das Deutsche Derby wieder einmal aufs b«ste erfüllt. Ihr Ausgang hat ge- zeigt, daß der Sieg des Oppenheimers Alba beim Kampf um das„Blaue Band* nur noch«ine Frage sein«r Gesundheit ist. Der Wallenst«in-Sohn, der im chenckel-Rennen nur sür Sa von a» rola Pace zu machen hatte und dann doch um einen Kops gegen Ladro gewann, konnte diesmal, auf«ig«ne Rechnung geritten, zeigen, was«r wirklich kann. In dem Äeben«rsetde des ,,B e r- liner Derbys* gab diesmal M o n s a l v a t das Tempo an. Hinter dem Graditzer log zumeist der Weinberger Ladro vor seinem Stallgefährten Aulos und Alba. In wenig veränderter Reihen- folge ging«s bis zum Einlaufsbogen, dort schob sich Alba neben Ladro. Beim Einbiegen in die Gerade erschienen beide bei Mon- salvat, der vor der Distanz erledigt war. Run machten sich Ladro und Alba vom Felde frei, wobei der Oppenheimer schon sich lich überlegen ging. Vor den Tribünen schüttelte er dann auch Ladro ab und zog als überlegener Sieger, von Jockey M u n r o zum Schluß verhakten, dem Ziel« zu, da» n zwei Längen vor Ladro passierte. Wie hoch die Leistung des jetz-ge.i De by» favoriten einzuschätzen ist, lehrt die neue Union-Retord» zeit von 2: 18,5. für 2200 Meter. Rennen zu Hoppegarten am ZRonfac. dem 9. Juni. 1. Rennen. Laute fM. Sefcmibt), 2. Wilpoll, 8. ffanle» Meidehen. Tot»: 14: 10. Platz: 11, 11: 10, Set im liefen: Rotnet, Rhenus, Bltginia. 2. Rennen. 1. ssilmenau fRastenberaet), 2. MarkgrSfin, 3. Area. Toto: 20: 10, Platz: 13, 14, 13: 10. Sern et liefen: Peler, Slaoia. Tiltzkirfche, Tutanbot, Prista, Tirana, Tarnkappe, Pialta, Slchtennabel, Helgoland. 3. R e n n e n. 1. Vetföhnuug(Böhlke), 2. ssenelon, 8. Lehnsherr, Toto: 113:10. Platz: 22, 13, 13:10. Ferner liefen: Ratufchia, Jag», Ilola. Winter- miirchen, Cenora, Erasgräfin. 4. Rennen. 1. Rochus(Narr), 2, Askari, 8. Mass» d'Arezzo, To'o: 23: 10. Platz: 13, 21, 34: 10. Ferner liefen: Ealeum. Habicht II. Markgrerf(blieb stehen), Wiener Blut, Winkelried, 5. R e n n e n. L Alba(Munro), 2. Ladro, 3. Drutu». Tow: 20: 10, Platz: 11, 10, 16: 10. Ferner liefen: Aulos, Putz. Monfalvat. Adebar. 6. R e n n e n. 1. Brissago(Rasteniberger). 2. Auch einer, 8. Ostade. Toto: 47: 10. Platz: 14, 12, 14: 10. Fetner liefen: Fitlefanz. Vierzeiler, Abschied, Antonius, Connenglaube, Bichp, Erafon, Marmon, Heuchler. 7. R e n n e n. 1. Alvenfljpger(Böhlke), 2. Piemont, 3. Wanderer, Tow: 24:10. Platz: 18, 22:10. Ferner tiefen: Sradiva, 8. Rennen, 1. Melusine(Huguenln). 2. Sraumacke, 8. Matador, 4. Heidelerche. Tow: 158:10. Platz: 22, 13. 14. 34: 10. Ferner bef n: Tag. matiker, Hattschiet. Radames. Ostris. Elpo, Held. Limanova, Maurus, Torrone, Hellfeherin. Windspiel Erinnerung, Eolibri. MiHidJocüUL/ Das Prog-ramm d lingt nicht. Die einzelnen Dichtungen zeigen eine zu gegensätzlich« Haltung. Die übliche Art der Rezitation wäre bester gewesen. Abends ein gutes populäres Orchesterkonzert. Sehr schön spielt Seidler-Wmkler Kompositionen von Dvorak und Sabine Mayen b«. weist in der Arie der Königin der Nacht aus der.Louberflöte* ihre sicherfundierte Technik und ihre spielerische Leichtigkeit in der Be- herrschung der Koloratur. Das Kleiber. Konzert steht an erster Stelle tm Programm des zweiten Feiertags. Der Klang des gewaltigen Orchesters — es besteht aus 22» Mitgliedern der vereinigten Staatsopern- kapcllen— verliert wenig in der Uebertragung. Der Hörer fühlt die Kraft, die Dynamik des Klanges und die Klarheit jeder mustkali- schen Figur. Die heiteren Härszenen„Berliner Pfingsten* von Mar Kolpe zeichnen sich durch keine Originalität aus. Hier hätte ein« Hörmontage versuchen können, den Querschnitt durch einen Tag, die Zusammensetzung von Geräuschen, Unierhaltungen und Liedern aus verschiedenen Gefellschaftssphären zu geben. An Stell« dessen gibt Kolpe nichts weiter als den Ansatz zu einer Handlung und ein in ollem schematisiertes Milieu. Allerdings macht die Musik Walter Goehrs manchmal den Versuch, sich zu einem Schlager zu »erdichten. Dann liest Hermann W Anders seine Erzählung „Manhattan Bridge*. Das Wert ist stark im Reportagehaften, in der Schilderimg eines New-Vorker Stvaßenkampfes zwischen Negern, -....... sind Nassisch geformte Bilder, die sii Bornstedt gegen Rathenow 5: 3 Am 1. Feiertag hatte die Freie Turnerschaft Born« st e dt sich aus Anlaß ihres 2SiLhrigen Dereinsjubiläums die Freie Turnerschaft Rathenow eingeladen. Zuerst spielten die Iugendmannschasten und Bornstedt konnte hier bald in Führung gehen. In der 15. Minute folgte das zweite Tor. Rathenow beging in der ersten Halbzeit leider den Fehler, nur mit dem Innensturm zu arbeiten, der schnell abgedeckt werden konnte. In der zweiten Halbzeit änderte Rathenow die Spielweise und spielt« mehr mit den Außenleuten, was sich auch gut aus» wirkte. Nachdem Bornstedt noch ein drittes Tor schoß, konnte Rathenow in schneller Reihenfolge den Ausgleich erzielen. Born» stedt wurde jetzt leider in der Spielweise etwas nervös, konnte dann aber doch bald wieder die Oberhand bekommen und noch zweimal einsenden. Nachdem Rathenow noch ein viertes Tor ge- schössen, konnte Bornstedt dann das Schlußresultot auf 6:4(2: 6) stellen. Bei den Männermannschaften hatte Bornstedt Anwurf und spielt« erst sehr den Gegner abtastend, tonnte dann aber gleich durch Verwandlung eines Eckwurfes das erste Tor buchen, dem ober bald der Ausgleich folgt«. Das zweite Tor war noch vor der Pause fällig. In der zweiten Halbzeit errang dann Bornstedt noch drei Tore und Rathenow war noch zweimal erfolgreich, so daß das Endresultat 5:3(2:1) lautete. Hertha überrennt Köln 8: 1 Annähernd 30 000 Menschen hatten sich am zweiten Feiertag im Berliner Poststadion zum Wiederholungsspiel Hertha BSE. gegen Köln-Sülz eingesunden und erlebten einen Sieg des Berliner Meisters, der in der Höhe von 8:1(4:0) vollkommen überraschte. In den ersten 25 Minuten war das Spiel gleichmäßig verteitt, dann setzte sich die Hertha�lf mehr und mehr durch und erlangte schließlich«ine leichte Führung. Herthas Ueberlegenheit hielt auch nach der Paus« an, obwohl die Kölner jetzt mit der Sonne im Rücken spielten. Durch ein Selbsttor des Westdeutschen Arndt erhöhten die Berliner die Führung auf 5:0. Erst als durch gute Kom» binatlon von S o b« k und Ruch Treffer Nummer sechs erzielt war, kamen die Sülzer in der 23. Minute durch S w a t o s ch zum ersten Gegentreffer, der auch der einzigste bleiben sollte. Hahn er- höhte in der 28. Minute aus 7:1 und zwei Minuten später reihte R o k I t t a den achten Torerfolg an. Ehinesen mtb Polizei. Es pno riapifly geformte«iloer, vi« sich im starken Rhythmus aneinander reihen. Die Uebertragung der ..Fledermaus* aus der Kroll.One- itt fx-rinnl ir<=<4. Pariser Fußballer in Berlin geschlagen Die Pariser Fußballmannschaft Club Franyai» gab am Sonntag im Berliner Poststadion ein von nur 1500 Zuschauern besuchtes Gastspiel gegen Tennis-Borussia. Nach recht an- nehmbaren Leistungen mußten die Franzosen eine unverdient hohe Niederlage von 2: 7(1: 3) hinnehmen. Sie hatten in ihrem Tor- Hüter und rechten Verteidiger zwei völlige Versager. Da außerdem der Berliner Sturm ausgezeichnet ar- beitete, wird das Resultat erklärlich. Nicht weniger als fünf Treffer kamen auf das Konto von S t r o w i g. die beiden anderen Berliner Tor« erzieste Herzberge r. Aus feiten der Franzosen waren M« r i i« r und T h i o l erfolgreich. Petantworil, fUr die Redaktion: Sich. Bernstein, Berlin: Anzeipen: Td.(blocke, Berlin. Perlaq: Porwärt» Berla« G. m. b. S.. Berlin. Druck: Vorwort» Puch. druckcre! und Brrlaosanssalt Paul Singer& Co., Berlin Sffl 58, Lindenilrotze 3. c Theater, Lichtspiele usw. uiiensta?, 10. 6. Stoats-Opor Unter d. Linden Tin-Ib. L DL Do. 11 Jilirit-tt.-l.lo. 151 20 Uhr DerBarimD Ende 6.22" j Uhr Staats-Oper (n Pliti der Rtpiiblit Vorst 100 20 Uhr Dia stamme vonporfici Ende g.22>/i Uhr Oefintl. UrtnreHusf Diens:a.?, 10. 6. Stadt. Oper Bismarcksir. Turnus U lO'/j Uhr Der Freisdifitz Ende 8.22'.» Uhr Staatl. Sdiamph. am Gandsnnrmarfci St. D. IT. Ii. Do. 8{ JrtrB-lb.-l. 110.137( 20 Uhr Kalftutta, 4. mal Ende g 22:» Uhr 1 I Ofraktioii: Or. Martin Zlcktl . Komische Oper | fr.edrichstrtOl Herkur 1401/4330. Täglich. SV» Uhr Liebe und Trompetenblasen Schulz /•Westermeierx FinkTer Jahrbeck ✓ Haid ✓ Behrisch HIdiliier-Uer.Qiarltlig. 20 Uhr Der Traum ein Leben Ende xSMn 22 Uhr Lustsplolhaus | Friedriclutr. 23(il Bergmann 2922/23. 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