Morgenausgabe Nr. 267_,, WSchentNch SSPf, monatNch S.SOM. im voraus zahlbar. Postbezug 4L2 M. einschließlich SO Pfg-Postzeitung». und 12 Pfg. Postbestellgebühren. Ausland»' abonnemem 6.— M. pro Monat. Oer„Conrarts* erscheint wochentLg. lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Derlir, und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilagen.Dolt und Zeit" und.Kinderfreuno". Ferner .Unterhaltung und Wissen"„Frauen. stimme".„Technik"..Blick in die Bücherwelt" und.Jugend-Vorwärt»" Ir � Nerttnev VoWsvlatt Mittwoch 11. �uni 19)0 Groß-Äerlin 10 Z)f. Auswärts is pf. Vt« einspaltig« Nonpareillezeit« ßv Pfennig. ReName eile b.— Reich». mark„Kleine Anzeigen� das ettge. druckt» Won 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Wortes, sedes weitere Wort 12 Pfennig Stellengesuch» das erst« Won IS Pfennig, jede? weitere Won 1V Pfennig. Worte über lü Buchstabe» »ählen für zwei Worte Arbeitsmartt ZeileAl Pfennig. Familienanzeigen Ae le €0 Pfennig. Anzeigenannahme im�aupt« Geschäft Lindensrrah» 3. wochentäglich von 8»,, die 17 Uhr JiMivawvsa« der SozialdemokvaiifGen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstratze 3 licmtptedjcr: DönboN 292—297 Telegramm.Adr �©oualbemoftat Berlin. Vorwäris-Verlag G. m. b. H. Polllcheckkonio Berlin Z7SZK.- Vankkonio Bant ver Arbeiter Anacliellten und Beamten. Wallltr 65 Dt B« Die«-Ge! Devokiientalie Lindenlir 3. Das Problem Indien. Oer Bericht der Gimon-Kommission. London. 10. Juni.(Eigenbericht.) Der jetzt vorliegende Gesamtbericht der Simon-Kommijsion über Indien, aus dem Auszüge bereits vcröjfentlicht wurden, stellt ein Werk von 410 Druckseiten dar. Das Komitee hatte zwei Auf- gaben zu erfüllen: die politische, soziale und nationale Lage der Inder zu prüfen und dein Parlament sodann die für Indien not- wendigen Resormvorschläge zu unterbreiten. Der Bericht der Simon-Kommission ist ein Dokument von großem historiischen Wert, welches das indiscbe Problem in seiner ganzen Größe aufwirst und für die gesamte Kulturwelt von außer. ordentlicher Bedeutung ist. Es kann sich heute nur darum handeln. «inen kurzen Einblick in die Fülle des Materials zu werfen, das die Simon-Kommission dem englischen Volke unterbreitet. In erster Linie di« Talsache, daß in Indien ein Fünftel der gesamten Menschheit wohnt und die riesige Bevölkerung des indischen Kontinents etwa in 220 Sprachgebiete zersüIU, zeigt, daß man es in Indien nicht mit einem einheitlichen Volk zu tun hat, sondern mit einem Völker- g e m i s ch, das wiedenim durch religiöse, Rassen-, Kasten- und Nationalitätsfragen bunt durcheinander gewürfelt wird, sich be- kämpft und befehdet. 90 Prozent des gesamten indischen Volkes wohnen auf dem Lande. Sie sind meistens verschuldete Bauern, größten- teils Analphabeten. Ihre soziale und wirtschaftliche Lage gleicht etwa der der deutschen Bauern im Mittelalter. Ständiger Hungere gefahr ausgesetzt, lebt diese gewaltig« Bauernmasse von der Hand in. den Mund, ohne zu wissen, was der nächste Tag bringt. Die grauenhaften R ei ig i o n s g« s e tz e. die die Hindus in Kasten teilt, drücken die sozial« Lage der Bevölkerung außerordent- lich herab. Etwa 45 Millionen Hindus, die unterste religwse Kaste, sind nahezw zu Tieren erniedrigt. Der Simon-Bericht sagt deshalb, die nationale Frage der Inder sei in Wahrheit eine sozial« und ökonomische. Rur durch das indische Volk selbst könne ober die soziale und wirtschaftliche Struktur des Landes geändert werden. Auf die Dauer wird das indische Problem mrr gelöst werden können, wenn die Bauern-froge ihr« Lösung gefunden hat. Der heutige Kampf zwischen England und Indien ist mir ein Teil des gesamten indischen Problems. Indien erlebt den Beginn einer gewalligen sozialen Revolution, die wiederum mir ein Ausschnitt jener Umwälzung ist, die in China begann, die gesamt« asiatische Welt durchzieht und den aktiven Wiedereintritt ganz Asiens in die Geschichte der Menschheit bedeutet. Wie sich die kommende Entwicklung Indiens vollziehen wird, hängt in erster Linie davon ab, wie weit England die ihm in Indien ge- g ebene Stellung erkennt. Indien, als wichtigster großer Teil des englischen Imperiums, dürfte wiederum die Schicksalsfrage Eng- lands sein.- Der erst« Teil des Simon-Berichts läßt erkennen, daß di« vom englischen Parlament bestimmte Konmüssion der ungeheuren Größe und Schwierigkeit des Problems nicht ausgewichen ist, und es kann zweisetlos ats ein großer Erfolg der sozialistischen Ideenwelt betrachtet wevden, wenn der Simon-Bericht, an dem die Mitglieder und Abgeordneten der Arbeiterpartei A t t l e e und Be rn on Hartshor n hervorragend beteiligt sind, die soziale und ökonomische Struktur von Land und Boll für ihre Ansichten und Entscheidungen zugrunde gelegt hat. Nachdem der Bericht offen und freimütig die Bauernfrage als das Kernproblem geschildert hat, zeichnet er die Lage der in den Städten lebenden Bevölkerung und vor ollem des Proletariats auf. Der städtische Arbeiter, so heißt es in dem Bericht, lebt öfters unter Bedingungen, die dem brltischea Arbeiter unvorstellbar sind. 70 Prozent der Arbeiterwohmingen in Bombay bestehen nur aus einem einzigen Raum und durchschnittlich leben 4,3 Menschen in diesem einen Zimmer. Die Wohn- Verhältnisse der arbeitenden Bevölkerung sind sogar schlechter als die Verhältnisse, unter denen das Proletariat in den Fabriken tätig ist. Wenn deshalb in den Städten die national« Bewegung besonders wild« Wellen schlägt, so beweist uns der Simon-Bericht, daß für die Fabrikarbeiterschast die nationale Frage ebenfalls der Ausdruck der sozialen Frage ist. Ein besonderes Kapüel widmet der Bericht der Frauen- bewcgung, von der gesagt wird, daß sie angesichts der reli- giösen u.id familiären Verhältnisse den Schlüssel zum indischen Fortschritt bedeutet. Aus den Schilderungen über die B e z i e h u n- gen zwischen England und Indien ist zu entnehmen, daß die gegenwartige Armee aus 210 000 Soldaten besteht, von denen 150 000 Eingeborene sind und 60 000 britische Untertanen. Die höheren Offiziere rekrutieren sich in der Hauptsache aus Eng- ländern; Artillerie- Tank- und Flugzeugregimenter haben keine indischen Ofsizierc. Dazu sagt der Bericht, daß es heute nicht einmal wünschenswert für Indien sei, wenn die englischen Truppen Indien verließen. In bezug auf die Regieruirgsnraschinerie heißt es in dem Bericht, die Swajaristen seien die einzige organisierte Partei. Rur drei Prozent der Bevölkerung besitzen das Wahl» recht. Das Kastensystem setze sich bis in die höchsten Der- waltungsämter fort. Die Indiflerung der Verwaltung marschiere nur sehr langfani. In dem obersten zivilen Berwaltungsstab be- fanden sich zur Zeit 3500 Europäer gegen 1750 Jndier. Die Demo- kratie sei dem Volke fremd und teilweise unerwünscht, und es be- dürfe noch vieler Jahre, bis di« O b r i g k e i t s t r a d i t i o n in Indien überwunden werden könne Der Simon-Bericht schließt mit der Warnung:„Wenn auch die Masse der Inder weder ein« politische Tradition hat noch irgend- welche Borbildung und Erziehung, so darf man sich dennoch nicht einbilden, daß diese Masse von der gegenwärtigen politischen und sozialen Bewegung unberührt bleibt. Aktive politische Kräjte sind m den Städten vorhanden und der in der Bevölkerung lebende poli- tische Gedanke lehnt es ab, sich einer längeren evolutionären Be- wegung hinzugeben. Besonders der gebildete Teil der Bevölkerung verlangt Gleichberechtigung mit den Europäern, und er widersetzt sich jeder unterschiedlichen Behandlung. Selbst- regierung ist das Berlangen der gebildeten Inder und der Glaube der Massen für ein« bessere Zukunft... Das englische Volk, das so lange an ein« Selbstregieruirg gewöhnt ist, ist verpflichtet, der indischen Bewegung sympathisch gegenüberzustehen,! selbst wenn ver- schiedene ihrer Aeußerungen zu beklagen sind. Wir sind ver- pflichtet, Indien auf seinem Weg« zu helfen und konstruktive Kräfte für Indien auszulösen. Wir wünschen, daß sich die In Indien herrschenden Kräfte und Meinungen konzentrieren und in einer prak- tischen Reformarbeit ihren Ausdruck finden.* Zusammenfassend kann über den Bericht gesagt werden, daß sich die Kommission bemüht hat, unvoreingenommen und- o b j e t- t i v die Läge zu schildern. Es entspricht sicherlich auch der Auffassung der Arbeikerpartei und der Liberalen Englands, wenn heute der„Manchester Guardian* in seinem Leitartikel erklärt:„Für Indien ist die Zeit vorbei, in der eine ausländische Kontrolle nützlich gewesen sein könnte*. Darin befindet sich das englische liberale Blatt in Uebereinstimmung mit dem Simon-Bericht selbst, der in seiner Präambel sagt:„Wie groß auch die Hindernisse sein mögen, es muß Ziel aller englischen Po- litiker sein, Indien der Selbst regierung immer mehr zu nähern.* Ablehnung in Indien. Bombay, 10. Juni.(Eigenbericht.) Der Simon-Bericht stößt in den indischen Zeitungen aller Richtungen auf scharfe Ablehnung. Der Präsident der libe- ralen Veveinigung erklärte, der erste Teil des Berichtes lasse darauf schließen, daß in dem noch nicht veröffentlichten zweiten Teil, der die Resormvorschläge enthalte, Indien so wenig als möglich gegeben werden solle. Das Organ der Swafaristen überschreibt seinen Kom- mentar:„Die Simon-Kommission beschimpft Indien*. (Weitere Meldungen aus der dritten Seite.) 120000 Parteimitglieder in Frankreich. Günstige Entwicklung des„populaire*. Bordeaux, 10. Juni.(Eigenbericht.) Die Dienstog-Dormittagssitzung des Sozialistischen Kongresses war internen Porleiangelegenheiten gewidmet. So wurde bei der Besprechung des Jahresberichtes festgestellt, daß die Zahl der Mitglieder der parle! aus 120 000 gestiegen ist, eine für französische Verhältnisse überaus günstig« Zahl. Compere- Morel hielt ein mit starkem Beifall aufgenommenes Referat über die Entwicklung des sozialistischen„P o p u- loire*, der dank einer intensiven Propaganda allwöchentlich eine Zunahme seiner Abonnenten auszuweisen hat. L 6 o n Blum berichtete über seine Tätigkeit als politischer Chesrelotteur des Blattes und drückte den Wunsch aus, daß der„Populaire* auch weiterhin eine freie Tribüne für alle innerhalb der Partei vertretenen Richtungen und Tendenzen bleibe. Renaudel for- derte, wahl-scheintich im Hinblick auf seinen eventuellen Wieder- eintritt in den Borstand, bestimmte technische und organisatorische Reformen in der Redaltion des Blattes. Am Schluß der Sitzung wurde der Bericht über den„Popu- lcrire* angenommen. Die von dem Kongreß zu fällenden poli- tischen Entscheidungen werden bis Mittwoch von der R e- solutionskommission vorbereitet. Der Skandal von Greifswald. Wie wir erführen, hat der preußisch« Kultusminister gegen den Rektor der Unioersi- tat G r e i s s w a l d, Prof. H o e h n e, wegen der Unterstützung nationalsozialistischer Umtriebe ein« Untersuchung eingeleitet. Die Untersuchung soll beschleunigt durchgeführt werden. Wir haben die. Tätigkeit des Herrn Hoehne in der gestrigen Abendausgabe aus- sühnlich behandelt. Gtegerwalds Tat. Verbindlichkeit- schlimmster Dilettantismus. Die Folgen der Verbindlichkeits?fklärung des Schieds- fpruches von Oeynhausen sind ganz Mabsehbar. Durch den Schiedsspruch von Oeynhausen ist im wesentlichen für die rund 200 000 Arbeiter und Arbeiterinnen der nordwestlichen Schwereisenindustrie die sogenannte Severing-Klausel aufgehoben. Die Severing-Klausel besagt, daß die A k- kord löhne, die mindestens 15 Proz. über dem Tariflohn liegen müssen, nur abgeändert werden können bei ein- tretender Materialoerbesserung oder technischen Aenderungen. Diese Klausel hat es bisher den Unter- nehmern nicht gestattet, trotz der abschwächenden Koujunktur die Akkordpreise zu senken. Nun gibt es über die Akkordpreise keine allgemein- gültige Vereinbarung. Die Löhne für die verschiedenen Ak- tordarbeiten werden gesondert in jedem Betrieb, oft sogar ge- sondert mit den einzelnen Arbeitern vereinbart. Die Unter- nehmer müssen also jetzt diese Akkordvereinbarungen k ü n- d i g e n und neue Zlkkordvereinbarungen treffen oder von sich aus die Akkorde festsetzen. Die Unternehmer der nordwestlichen Schwereisenindustrie beabsichtigen bis zum 1. Juli überall neue Akkordlöhne d'"'h- zuführen Bei den Nachverhandlungen vor dem Reichsarb.. ts- minister haben die Unternehmer unter dem Druck seiner Argu- mente dem Reichsarbeitsminister versprochen, die Akkord- löhne im Durchschnitt nicht um 10 Proz., wie es ihre Absicht gewesen ist, sondern um 7�2 Proz.. zu senken und nicht nur die Löhne der Arbeiter, sondern auch die Gehälter der An- gestellten bis hinauf zum Generaldirektor zu kürzen, Sie haben sich gleichzeitig verpflichtet, dahin zu wirken, daß die dafür zuständigen wirtschaftlichen Verbindungen der Unter- nehmet die Eisen- und Stahlpreise gleichfalls senken, und zwar in höherem Ausmaße als die Löhne gesenkt werden sollen. Das ist zunächst ein Versprechen. Eine Garantie konnten die Unterhändler der Unternehmer dem Reichsarbeits- minister schon deshalb nicht geben, well sie selbst für die Fest- setzung der Eisenpreise nicht zuständig sind. Der Reichsarbeits- minister hat sich vorbehalten, durch Wirtschaftssachverständige nachprüfen zu lassen, ob die Eisenpreise tatsächlich in dem von den Unternehmervertretern in Aussicht gestellten Ausmaße gesenkt werden. Damit ist aber in Wirklichkeit gar nichts ge- regelt. Wenn die Unternehmer die Eisenpreise nicht in dem in Aussicht gestellten Ausmaße senken, d. h. wenn die dadurch erzielte Verbilligung in ihrer Gesamtsumme beim Absatz nicht wesentlich die Herabsetzung der Gestehungskosten durch den Lohnabbau überschreitet, was dann? Die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches kann dann nicht mehr rück- gängig gemacht werden. Im Schiedsspruch selbst ist wohl die Severing-Klausel beseitigt, doch ist außer der sehr vagen Erklärung der Unternehmer, die in den Schiedsspruch nicht aufgenommen ist, nichts über die Eisenpreissenkung im Schiedsspruch selbst enthalten. Wenn also die Eisenpreise nicht in dem vorgesehenen Ausmaße gesenkt werden, dann hat weder der Reichsarbeitsminister, noch haben die Gewerk- schaften oder der Schlichter die Möglichkeit, den bisherigen Tarifvertrag bezw. die Severing-Klausel wiederherzustellen. Man kann vielleicht einwenden, �aß es sich hier um ein Abkommen auf Treu und Glauben yandelt und daß, wenn dieses Abkommen von der einen Seite nicht gehalten wird, die andere Seite gleickfalls nicht verpflichtet ist, zu dem Ab- kommen zu stehen. Aber welche juristischen Möglich- leiten stehen den Arbeitern und stehen dem Reichsarbeits- minister zur Verfügung, um gsgebenenfalls die Wirkung der Verbindlichkeitserklärung rückgängig zu machen? Bestenfalls könnten die Arbeiter bei den Arbeitsgerichten bis hinaus zum Reichsarbeitsgericht klagen. Da es sich aber um eine U n- zahl von Akkordvereinbarungcn von Betrieb zu Betrieb handelt, so würde das einen Rattenkönig von Prozessen be- deuten, die niemand bewältiaen kann. Im günstigsten Falle könnten die Arbeiter eines Betriebes nach etwa neun Mo- naten Prozessieren beim Reichsarbeitsgericht eine Entschei- dung erwirken, wonach der Stand von zuvor wtederherzu- stellen ist. Aber bis dahin? Der Reichsarbeitsminifter hätte die Möglichkeit, durch den Reichswirtschaftsminister die Kar- tellgerichte in Bewegung zu setzen, um auf die Preise den entsprechenden Druck auszuüben. Aber auch dies wäre ein Verfahren von ziemlich langer Dauer. Wie lange es aber dann noch dauern kann, bis die Senkung der Großhandels- eisenpreise beim letzten Verbraucher sich spürbar auswirken wird, ist eine„Preisfrage", die auch der größte Optimist nicht zu beantworten wagen wird. Run ist anzunehmen, daß die Sache bei weitem nicht so glatt gehen wird, wie die Unternehmer und der Reichs- arbeitsminister sich das vorstellen. Die Zlngestellten werden sich eine Gehaltskürzung nicht gefallen lassen. Der Deutsche Metallarbeiter-Verband hat nicht nur jede Lohnsenkung ab- gelehnt, sondern auch seinen Mitgliedern in den Betrieben die Anweisung gegeben, sich jeder Lohnsen- kung zu widersetzen. Der Deutsche Metallarbeiter- Verband wird seine Mitglieder bei diesem Widerstand in jeder Weise unterstützen. Wenn auch der Thrist- liche Metallarbeiter-Berband nach der Ablehnung des Schieds» jpruches durch seine Mitglieder es zugelassen hat, daß pro» minente Führer seiner Organisation f ü r die Verbindlichkeits» erklärung des Schiedsspruches Propaganda machten, so dürfte es auch dem Christlichen Metallarbeiter-Perband bei der Stimmung, die unter der Arbeiterschaft in Rheinland-West- falen herrscht, kaum möglich sein, praktisch eine andere Haltung einzunehmen als der Deutsche Metallarbeiter-Ber- band. Das bedeutet, daß in allen Betrieben, wo das Organisa- tionsverhältnis ein gutes ist, mit schweren Lohn- kämpfen für die nach st e Zeit zu rechnen ist. Wie diese Lohnkämpfe auch ausgehen mögen, sie werden die Berwirrung, die durch die Verbindlichkeitserklärung ge- schaffen ist, nur noch vergrößern und die Verhältnisse noch unübersichtlicher gestalten. Gelingt es den Arbeitern, den Lohnabbau abzuwehren, dann werden die Unternehmer sich darauf berufen und die Preissenkung zu sabotieren suchen. Unterliegen die Arbeiter, so werden sie bei der nächstbesten Gelegenheit den Versuch machen. Revanche zu nehmen. I Welche Handhabe hat der Reichsarbeitsminister, wenn die Unternehmer, unter Berufung auf irgendeine Tatsache, die sie selbst immer leicht schaffen können, die Senkung der Eisenpreise nach einer gewissen Zeit ganz oder teilweise wieder rückgängig machen, ohne gleichzeitig eine ent- sprechende Äufbessenmg der Akkordlöhne vorzunehmen, um die geprellten Arbeiter zu schützen? Bei der Bielgestaltigkeit � der Eisenpreise und der noch größeren Vielgestaltigkeit der Akkordlöhne springt in die Augen, daß diese Art der Ver- koppelung von Lohnfestsetzung und Preisfestsetzung der denkbar größte Dilettantismus ist. Es kommt aber noch ein anderes hinzu: Gegenwärtig ! stehen bekanntlich die Spitzenorganisationen der Unternehmer- ■ verbände und der Gewerkschaften in Verhandlungen darüber, � wie die Wirtschaftskrise überwunden werden kann. Der • Reichsarbeitsminister greift nun mit seiner Verbindlichkeits- ! erklärung des Schiedsspruches in diese Verhandlungen ein, \ und zwar in einer Weise, die man auch beim besten Willen - kaum anders bezeichnen kann als eine einseitige �-Parteinahme. Auf der llnternehmerseite bestanden und bestehen große ) Schwierigkeiten, die von dem schwerindustriellen Flügel ; kommen. Die Verbindlichkeitserklärung des Schiedsspruches ! von Oeynhausen bedeutet nichts anderes als die S t ä r k u n g des Widerstandes der Schwerindustriellen. � Wir haben schon gesagt und wiederholen, daß es sinn- ! los und im höchsten Grade ungerecht ist, eine einzelne s Arbeitergruppe herauszugreifen und dieser die Kosten eines r sehr zweifelhaften Preisabbaues aufzubürden, der außerdem ' für ihre Lebenshaltung so gut wie bedeutungslos ist. Dii Unternehmer haben sich nicht rein zufällig die Schwerindustrie Rheinland-Westfalcns hergenommen, um ' von dort aus den allgemeinen Lohnabbau in Angriff zu • nehmen. Sie wissen, daß dort die stärkste Unter- nehmercjruppe in wenigen Händen konzentriert ist, die gleichzeitig durch internationale Vereinbarungen auf dem Inlandsmarkt vor einer Unterbietung durch das Ausland geschützt ist. Die Unternehmer wissen aber auch, daß die Organi- fationen der Arbeiterschaft, wenn sie auch seit dem Kampf im November 1928 Fortschritte gemacht haben, bei weitem nicht so resttos die Arbeiter erfassen, wie die Unternehmer von ihren Organisationen beherrscht werden. Dazu kommt die Zer- spluterung in verschiedenen Richtungen, ganz zu schweigen von der politischen Zersplitterung. Selbstverständlich versucht auch die KPD. hier Onertreibereien zu veranstalten. Wenn die KPD. auch ihren früher sehr starren Einfluß in Rheinland-Westfalen in wirtschaftlichen Fragen verloren hat, so bedeutet die Aktion der KPD. doch immer noch eine Er- lcichterung der Position der Unternehmer. Alle diese Umstände haben die Unternehmer zweifellos in Rechnung gestellt, als sie in der nordwestlichen Schwer- eisenindustrie ihre Lohnabbauaktion begannen. Trotz der Hilfe, die Herr Stegerwald ihnen dabei geleistet hat, � kann man heute nur sagen, daß der Reichsarbeitsminister mit seinem dilettantischen Eingreifen die größte Verwirrung erzeugt, die Ueberwindung der Wirtschaftskrise in Frage stellt und Kämpfe auslöst, deren Folgen gar nicht abzusehen sind. Oeynhausen in der presse. Agrarier gegen Arbeiter. Zur Verbindlicherklärung des Schiedsspruches von Oeynhausen mag man stehen, wie man will— auf alle Fälle � ist sie eine Angelegenheit, die das Interesse der arbeiten- den Massen, das heißt der erdrückenden Mehrheit der Bevölkerung, eng berührt. Auch bei dieser Gelegenheit muß man wieder darüber staunen, wie die bürgerliche Presse, deren Leserschaft doch nicht nur aus Bourgeois besteht, Arbeiterangelegenheiten heutzutage noch behandeln darf. Abgesehen davon, daß für die Sensationspresse von Hugen- bis Münzenberg der Fall natürlich überhaupt nicht existiert— Lustmorde sind viel interessanter—, gibt es in der Behandlung der Sache nun eine Skala, die mit absoluter Wurstigkeit beginnt und mit böswilliger Verständnislosigkeit endet. Die böswillige Verständnislosigkeit ist insbesondere bei der Presse der Rechten anzutreffen, und ganz besonders bei der agrarischen„Deutschen Tageszeitung". Das Organ des Reichslandbundes konstatiert mit unverhohlener Befriedigung, daß es beim Schiedsspruch für Nordwest zum erstenmal seit vielen Iahren um einen Lohnabbau geht. Seine Ver- bindlich erklärung durch den Reichsarbeitsminister dürfe„dahin verstanden werden, daß man sich dort der Rot- wendigkeit nicht länger verschließt, auch die amtlichen Schlich- lungseinrichtungen im Gegensatz zu ihrer jahrelang aus- geübten Funktion in den Dienst der Wirtschaftsförderung, oder besser gesagt, der W i r t s ch a f t s r e t t u n g zu stellen". Das Organ des Reichslandbundes bekennt sich also offen zu der Unternehmerparole:„Wirtschaftsrettung durch Lohn- ubbau*. Sonst sucht es bekanntlich die Wirtschaftsrettung auf einem anderen Gebiet: nämlich in der Stabilisierung der Lebensmittelpreise auf einem überhöhten Preis- Niveau. Wenn die Lebensmittel teurer werden und der Ar- beiter weniger Geld haben wird, sie zu kaufen, dann wird nach der nationalökonomkichen Theorie der„Deutschen Tages- zeituug" die Wirtschast gerettet sein. Und so denkt und schreibt ew Blatt, in dem«st am letzten Notopfer der Oer Lnhali der neue Der Vorstand der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung hott« bekanntlich«in« Vorentscheidung g«trosf«n. Danach sollten 91 Millionen Reichsmark durch Unter. stützungsabbau eingespart und 145 Millionen Reichsmark durch Erhöhung der Beiträge und sonstige Maßnahmen neu eingebracht werben. Der Reichsregierung gehen diese Borschläge nicht weit genug, sie hat sie wesentlich verschlechtert und in der jetzt fertiggestellten Vorlage Maßnahmen vorbereitet, die den An- schein erwecken, ais oerlangten die Brüning-Moldenhauer das erste gesetzliche Notopfer von den Arbeitslosen. Diese Re- gierung will durchaus Erfolge aufweisen. Da ihre Gefolgschaft sich aus den arbeiterfeindlichen bürgerlichen Parteien rekrutiert, ist f« sich wohl der Unterstützung dieser Kreise sicher.— Zunächst sollen große Arbcitnehmcrgruppen. die für die Versicherung ein schlechtes Risiko sind, aus der Versicherung überhaupt ausgeschlossen werden. Darnnler fallen alle Zugendlichen, die da» sechzehnte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Ferner sollen all die„geringfügigen Beschäftigungen" versicherungesrei bleiben, das sind solche Beschästigun- gen, die nicht mehr als 30 Arbeitsstunden wöchentlich beanspruchen und für die kein höheres Arbeitsentgelt als 19 Mark wöchentlich oder 45 Mark monatlich gewährt wird. Hiervon werden besonders die Reinmache- und Putzfrauen betroffen, aber auch sonst volkswirtschaftlich wichtige Beschäftigungen, die ihrem Charakter nach eben weniger als 39 Arbeitsstunden die Woche beanspruchen. Ver- stcherungssrei sollen aber mich jene Beschäftigungen sein, die für einen Träger der öffentlichen Fürsorge oder«ms deren Veranlassung für einen Dritten ausgeübt werden, wenn der Beschäftigte ohne diese Beschäftigung hilfsbedürftig wäre. Ausgenommen von dieser Vorschrift bleiben jene Fnrsorgebeschäftigten, die mindestens 48 Stunden arbeiten und dafür tariflichen oder ortsüblichen Lohn erhalten. Diese Bestimmung bedeutet vor allem eine stärkere Belastung der Wohlfahrtsfürsorgestellen der Gemeinden und schließt einen weiteren Kreis Arbeitnehmer ans der Versicherung aus. Wer bisher seine Arbeitsstelle ohne wichtigen oder ohne berechtigten Grund ausgab oder infolge seines Verhaltens fristlos entlassen wurde, bekam in den ersten vier Wochen keine Unterstützung. Diese sogenannte Sperrfrist soll seht auf 26 rcsp. 52 Wochen ausgedehnt werden, oder, wie die neue Vorschrift lautet, er soll erst Arbeitslosenunterstützung erhallen, wenn„er noch der Aufgabe oder dem Verlust der Arbeits- stelle die Amvartschaftszeit neu erfüllt hat". Das ist ein Eingriff in die Freiheit und die Freizügigkeit des Arbeitnehmers. Zudem be- deutet diese Vorschrift, wie die vorhergehenden auch, eine weitere Herausnahme von Arbeitnehmern aus der Versicherung. Andere Vorschläge der Reichsregierung beziehen sich auf die Höhe und Dauer der Unterstützung. Die Arbeitslosen- Unterstützung soll künftig nicht nur nach dem Arbeitsentgelt, sondern auch nach der Dauer der versicherungspflichtigen Beschäftigung verrechnet werden. Wenn Krisenunterstützung noch einer versicherungspflichtigen Beschäftigung von 13 Wochen ge- währt wird(Z 191 Absatz-2 Nr. ,1), dann soll dies« Krisen. Unterstützung auf dlo.— sch ät er« versicherungs. mäßige Arbeitslosenunterstützung angerechnet werden. Und irtm kommt der Haupto»schlag aus die Unter- stützungssätze. Bisher war bei erstmaligem Bezug der Unterstützung vorgeschrieben, daß der Arbeitslose in den letzten zwei Iahren min» bestens 52 Wochen in einer versicherungspflichtigen Beschäftigung gestanden haben mußte. Für spätere Unterstützung war die An- wartschast«füllt, wenn der Arbeitslos« in den letzten zwölf Monaten vor der Arbeitslosmeldung wenigsten? 26 Wochen in ein« ver- Sonntag Herr Schlange- Schöningen folgende Feststes» lungen getrosten hat: Man darf mit Genugtuung vermerken, und es ist eine Ford«- rung der Gerechtigkeit, dies in aller Oeffentlichkeit zu tun, daß die Einsicht Erkenntnis der Notwendigkeit durchgrei. fender Agrarhilfe Allgemeingut weitester Kreise des deutschen Voltes geworden ist. Auch die Opposition der Linken, die— und damit stelle ich nur eine historische Tat- fache fest— unter dem Kabinett Müller in überraschendem Maße der Zollgesetzgebung zugestimmt hat, ist längst nicht mehr so grundsätzlicher Art, wie das vor wenigen Jahren noch der Fall gewesen wäre. Keine Parteipolitit darf davon ab- halten, dies als ein erfreuliches Moment zu verbuchen... Die deutsche Arbeiterschaft bemüht sich, die Lage der Landwirtschaft zu verstehen und ihr gerecht zu werden. Daß die Landwirtschaft der Arbeiterschaft gegenüber ebenso ver- fährt, wird man nicht behaupten können, wenn man die „Deutsche Tageszeitung" als die berufene Vertreterin der Landwirtschaft nimmt. Da herrscht noch die alte dumpfe Ver- ständnislosigkeit, zeigt sich noch kein Schimmer der Erkenntnis, daß an guten Industriearbeiterlöhnen auch die Landwirtschaft interessiert ist. Würden die Arbeiterlöhne gesenkt und ge- schähe dies mit Zustimmung der Landwirtschaftsoertreter, dann hätten auch die Arbeiter ein Recht zu verlangen, daß ihnen die Lebensmittel zu den billig st en Welt- Marktpreisen zur Verfügung gestellt werden. Die Politik der„Deutschen Tageszeitung" ist nicht nur gegenüber den Arbeitern verständnislos, sie ist auch für den Berufsstand, den sie vertritt, im hoch st en Grade ge- f ä h r l i ch..___ Das neue„Zunttim". Zwischen Ostprogramm und Steuervorlagen. Am 16. Juni tritt der Reichstag wieder zusammen. Er soll in den 14 Tagen, die ihm bis zum 1. Juli zur Verfügung stehen, nicht nur den Etat für 1S3V fertig beraten, sondern auch mehrere Millionen Mark neue Steuern bewilligen und an der Arbeitslosenversicherung eine Reform zum Schlechten vornehmen. Außerdem soll das umfangreich« zu lebhaften Auseinandersetzungen Anlaß bietende Ost» Hilfeprogramm zugleich oder gleich danach ebenfalls erledigt werden. Wie das alles geschafft werden soll, war bisher das Geheimnis der Regierung Brüning. Der „Soz. Pressedienst" glaubt es enthüllen zu können, indem er folgendes mitteilt: Die Regierung beabsichtigt, ihre Deckungsoorlag««it Arbeitslosen! l Regierungsvorlage. sicherungspfllchtigcn Beschäftigung gestanden hatte. Vi« na« Bar« schrift der Regierung lautet: „Arbeitslose d« Lohnklassen VII bis XI erhallen die Unter- stühnngosatze ihrer fttassen nur, wenn stein den letzten 18 IRo- naten vor der ersten Arbeits losmeldnng,£«< aus den Erwerb der Anwartschast folgte, mindestens 52 Wochen in einer ver- sicheruvgspslichtigen Beschäftigung gestanden hoben, ohne daß ihnen zwischen Beginn und Ende ihr« BeschäsSgungszeit Ar- beiislosenunterstützung gewährt worden ist." Andernfalls erhatten sie die Haiiptuitterstützuvg statt nach den Sätzen der Klasse VII nach der Klosse VI. statt nach den Sätzen der Klassen Vlll und IX noch der Klasse VII. statt nach den Sätzen dcr Klassen X und XI nach der Klasse VIII. Die Fonulenzuschlage sind jedoch auch dann nach dcr Lohnklasse des Z 195 zu gewähren. Diese Bestimmung bedeutet praktisch in de? Reihenfolge der Klassen VII bis Xl eine Kürzung der Unlerstühungssähe um 1.4Z, 1.13. 3,22, 4L5 und 6,30 Reichsmark wöchentlich. Wenn man bedenkt, daß die IInterftützuiPssätze dieser Lohnklassen bereits im Herbst vorigen Jahres gesenkt wurden und daß gercche diese Klassen die besten Risiken der Versicherung sind, dann begreift man erst die Härte der jetzt beabsichtigten Maßnahmen. Auch sollen die Rechte derjenigen Ehegatten beschnitten werden, die bisher auf Grund ihrer Versicher ungspflicht beide Anspruch auf Voll- Unterstützung hatten. Treffen zwei Hauptunterstützungen von Ehegatten zusammen und wird dazu kein Familienzuschiag oder nur ein Familienzuschiag gewährt, so soll sich die II n t c r- ftützung, und zwar bei verschiedener Höhe der llnterftutzungen die niedrigere, um die Hälfte vermindern. Und weiter: Auf die Unterstützung eines verheirateten Arbeitslosen soll das Einkommen seines Ehegatten angerechnet werden, soweit es 35 Mark in der Woche übersteigt. Di« Anrechnung soll unterbleiben, wenn bei dem Arbeitslosen Familienzuschläg« für zwei oder mehr Auge- hörig« gewährt werden. Ebenso sollen die Vorschriften über die Wartezeit zuungunsten der Versicherten verschärft werden. Die Wortezeit soll regelmäßig dauern: 14 Tage bei Arbeitslosen ohne zuschlagsberechtigte Angehörige, 7 Tage bei Arbeitslosen mit einem, zwei oder drei zuschlagsberech- tigten Angehörigen, 3 Tage bei Arbeitslosen mit vier oder mehr zuschlagsberechtigten Angehörigen. Die Beiträg« sollen ob 1. Juli 1939 um 1 vom Hundert auf 4�6 von. Hundert erhöht werden. Mit diesem Vorschlag geht die Reichsregieriing noch um% vom Hundert über die Vorschläge des Vorstandes der Reichsanstolt hinaus. Da die Erfahrung gelehrt hat, daß bestimmte Betriebe oder Betrieb?» gmppen die Arbeitslosenversicherung erheblich stärk« in Anspruch nehmen als der Durchschnitt, soll dem Vorstand der Reichsanstalt das Recht gegeben werden, die betreffenden Arbeitgeber zu höheren Beiträgen heranzuziehen. Das sind die wesentlichen Abänderungsvorschläge, die der ehe, malig« christliche Arbett«rfül)rcr und jetzige Rsichsarbeiismmistce Dr. Stegerwald mit seinem Namen deckt.'Welche.finanziellen. Aus- Wirkungen sie im einzelnen hoben werden, steht noch nicht fest. Die Vorlage wird jetzt erst dem Reichsrat zugeleitet, dann hat der Reichs- tag dos Wort. Da die ganzen Aevderungen ober bereit» am 1. Juli iu Kraft treten sollen. müssen sie im Reichstag mit einer Hast durchgepeitscht werden, die bei der Wichtigkeit der Sache unverantwortlich ist. Da? letzte Wort ist jedenfalls noch nicht gesprochen. dem Ost Programm zu verkoppeln, d.h. die Durchsüh» rung des Ostprogramms von der Amiahme der Deckungsvorlag« abhängig zu machen. Das Ziel dieses„Junktims" ist, die deutschnationale Fraktion zur Annahme dcr Deckungsvorioge zu zwingen. Was die Regierung beabsichtigt, wenn die Deutsch- nationalen ihr wider Erwarten nicht Gefolgschaft leisten sollten, weiß sie selbst noch nicht. Vorläufig lebt sie in der f e st c n Ueberzeugung, daß ihr das Gros der Deuischnationalcn Partei wie so oft Hikfestellung leisten wird. Herr Brüning hat bekanntlich ein Osthilfeprogramm an» gekündigt, das den Steuerzahler nicht belasten soll. Bliebe es bei dieser Verkündung, so wäre die Schaffung einer taktischen Verbindung zwischen Osthilfe und Steuern e i n Akt krasse st er Willkür. Abgesehen davon wäre es an der Zeit, daß sich in a l l e n Parteilagern gegen jede Fort- setzung der korrumpierenden Junktim- Politik Widerspruch regte. Denn diese ganze Iunktim-Politik ist doch nichts anderes als ein schmutziger Interessentenhandel auf dem Rücken der breiten Massen des Volkes. Davon das öffentliche Leben zu reinigen, ist das Gebot der Stunde. Arbeitsbeschaffung der Neichspost. Auftröge für �20 Mittionen. ./ Das Arbeiisbeschaffungsprogramm der Rcichspost, dos einen Be- trag von 129 Millionen Mark vorsieht, wird nach Maßgabe der Vor- dringlichleit folgende Kategorien umfassen: Fernsprechdienst, Kabel- dienst. Waggonbau, Stahlbauwogen, Lostkraftwogen, Hochbauten und Siedlungsbauten sowie Bahnpostwagen. Gtaaisverirag Preußen-Bremen. Doö preußisch« bremische Vertragswert vor dem Abschluß. Bremen, 19. Juni. Di« staatliche Pressestelle Bremen teilt mit: Di« Verhandlungen über einen preußisch-bremischen Staätsvertrag zur Herstellung von Gemeinschaftsbeziehungen stehen uwnittelbar vor dem Abschluß. Der Staatsvertrag wird bereits am 21. Juni vor- behaltlich dcr Zustimmung der gesetzgebenden Körperschaften in Bremen und Preußen von den Beauftragten der beiden Regierungen unterzeichnet werden. Das Vertragswerk enthält u. o. Verein- barungen auf dem Gebiet der Hochseefischerei in Wescrmund« und Bremerhaven, der Bewertung dcr 5)ochseefijchcreihäjen an der Nord- see, der Verkehrsregelung, dcr Landesplanung, der Polizei und de? Kmmnunalpolitik. Adolf von Harnack gestorben. Sin Leben wissenschofilicher Arbeit. N0otf vm Havnack, clnst der Führer der liberalen Thcalogie, Geschichtsforscher und Geschichtsschreiber, ehamats Generaldtrekwr der Preußischen Staatsbibliothek, Präsident der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, der in Heidelberg vor etwa Ii Tagen erkrankt war. ist dort am Dienstag nachmittag im Alter von 7g Jahren in der medizinischen Klinik gestorben. Die Einäscherung soll in Berlin erfolgen, die Ueberführung wird voraussichtlich am Donnerstag vor sich gehen. Mit Adolf von Hornack aerliert die deutsche Geisteswelt«inen ihrer hervorragendsten und vielseitigsten Köpfe und einen bis ins hohe Alter hinein tatkräftige!: Organisator wissenschaftlicher Arbeit. Das kaiserliche Deutschland hatte ihn mit allen Titeln und Orden ausgezeichnet, die es zu vergeben hatte. Harnack stand, obwohl er liberaler Theologe war, und obwohl ihn der Evangelische Ober- kirchenrat heftig bekämpft hatte. In der höchsten Gunst des Kaisers, der ihn in jeder Weis« förderte. Nach dem Umsturz hat er sich ober nicht schmollend zurückgezogen, sondern auf den: neuen Boden weiter mitgearbeitet. Gegen Verunglimpfungen des ersten Präsidenten der Deutschen Republik, unseren Genossen Ebert. ist er mannhost auf- getreten, und er hat es erlebt, daß sein Sohn Ernst nach der Reo» lulion der Sozialdemokratie beilrat. Insbesondere hat er dann seine ganze Kraft dem Ausbau der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft gewidmet. Auf einer Reise, die er im Interesse dieser Gesellschaft unternommen hat, ist er gestorben. Der Sohn eines baitischen lutherischen Theologen und Uni- versitötsprofessors, der am 7. Mai 1851 in Do-rpat geboren war, macht« als junger Theologe aus deutschen Hochschulen rasch Karriere. 1888 war er Ordinarius für Kirchengeschicht« in Berlin. Er führte die Richtung seines Lehrers Albrecht R i t s ch l zum Siege, und all« Proteste der Orthodoxen konnten diesen nicht aushalten. Der klug« Regisseur der preußischen Universitäten Althosf hatte sich für ihn eingesetzt, und Bismarck hielt ihm die Stange. In seinem„Lehrbuch der Dogmen-Geschicht«", dos damals zu erscheinen begann, wendete Harnack die kritisch« Forschung auch aus das Neu« Testament an und suchte das Christentum von den Dogmen zu reinigen und für die naturwissenschaftlich gerichtet« Bildungswelt zu retten. Das christlich« Dogma wurde von dem Urchristentum getrennt und als ein« Schöpfung des griechischen philosophischen Geistes erklärt. In sein« populären weitverbreitetm Schrift„Das Wesen des Christentums�, die zuerst im Jahre ISOO erschien, Hai Harnack versucht, den, Christentum in diesem Sinne eine neue Basis zu geben, losgelöst vom Wust der Doginen und der Ueberlieferung. Abgesehen von seiner gelehrten Tätigkeit— der Katalog seiner Schriften zählt an tausend Arbeiten auf— griff er auch in die Praxis des Lebens ein. indem er das„Gemeindeblatt für die Ge- bildeten aller Stände" herausgab, das spät« zur„Christlichen Well" wurde. Husanimm mit S t ö ck« r gründete er den Evangelisch-sozialen Kongreß, trennte sich dann aber ganz von Stöcker und leitete den Kongreß weit« unt« der Devise des Evangelischen, Sozialen und Nationalen. Der kritisch« Geschicht schreib«, der auch die Hand an das Apostolische Glaubensbekenntnis gelegt hotte, wurde im Laufe seiner weiteren Entwicklung zun, reinen Forscher. Er war Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Übernahm im Jahre 1906 die Leitung der Berliner Staatsbibliothek, von der er im Jahre 1921 .zurücktrat. Merkwürdig, daß der Theologe und Historiker dann »min« mehr zum Orgamfakor der wissenschaftlichen Arbeit winde und hierin die Krönung seines Lebenswerks fand. Als Präsident d« .Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschast stellt« er seine Kraft in den Dienst der praktischen Wissenschaften, die von d« Nawrbeherrschaung aus das Leben meistern wollten. Als Repräsentant, als vielseitig geschulter Redner und kluger Vermittler hat ex hier Bedeutendes geleistet und auch nach Erreichung der gesetz- liehen Altersgrenze im gleichen Sinns feine Tätizteft fortgesetzt. Di« historisch-kriiischei, Arbeiten Harnacks haben ihre Darstellung in der Geschichte d« Wissenschaften— er hat auch eine Geschichte der Pveußischcn Akodeinie der Wissenschaften versaßt—. ab« der Sinn für das Dogmatisch«, den er selber zerstören half, ist erloschen, und so wird sein« gelehrte Arbeit nicht über die Bezirk« der reinen Mssenschaft hinausdriirgen. Ob seine Synthese Ehristentum und Bildung oder auch Christenium und Wissenschast für die Zukunft noch Erfolge verspricht, sei dahingestellt. Eher wird wohl dos Christentum im sozialen Sinn noch«Lebenskraft erweisen. Die Leistungen Harnacks als Generaldirektor der Bibliothek hat bei den Fachleuten mancherlei Kritik hervorgerufen, ober alle haben fein großes Geschick und seine weit- gewandte Art anerkannt. Der Weg, der ihn von der Theologie und Metaphysik zur reinen kritischen Forschung und schließlich zur prak- tischen Arbeit in der Organisation der Wisjenschasten geführt hat, bezeichnet zugleich den Entwicklungsgoiuz des 19. Jahrhunderts, und so tan» unter die rastlose Arbeit dieses langen und erfolgreichen Lebens Faustens Altersweisheit gesetzt werden:„Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, der täglich sie erobern muh." Im Braunhemd vor Gericht. Hakenkreuzler-Kundgebung der Angeklagten. Schweidnitz. 10. Juni. Der Landfriedensbruchprozeß gegen IS Na- tionalsozialisten, gegen die in erst« Instanz im vorigen Dezember vor dem hiesigen Schöffengericht verhandelt worden war, fand heute in der Berufungsinstanz seinen Fortgang. Die Angeklagten hatten ani 27. September v. I. eine sozialdemo- k, o t t s ch« Versammlung gesprengt und dabei mehrere Personen verletz». In erster Instanz wurden neun von den'Ange- klagten freigesprochen, die übrigen zu verhältnismäßig geringen Geld- und Gefängnisstrafen verurteilt. In der heute boginnendc» Berufungsverhaichlvng waren die Angeklagten in den Uni- formen der SA.(Sturmabteilung) der NSDAP, erschienen, und zwar entgegen, der ausdrücklichen Anordnung des Vorsitzenden. Dieser Verstoß sowie wiederholtes ungebührliche» Benehmen an Gcrichtsstclle trug den Angeklagten eine Geldstrafe von je 20 Mark(bzw. 1 Tag Host) ein. Den Angatlagten wurde bc- deutet, daß die Anordnung, nicht in Braunhemden in, Sitzungssaal zu erscheinen, fortbestünde, so daß sie es selbst in der Hand hallen, weitere Bestrafungen dies«halb zu»er- meiden. Jin übrigen brachte der heutige Verhandlungstag mir die Vernehmung der einzelnen Angeklagten und einen Lokaltermin in drin damaligen Vcrsamnilungssaal. Reinhard von Schren. Lmibeshanpimom, der Provinz Hessen- Nassau und Miiglied des Preußischen Staatsrats(bürgerl. Ar- beiisgenicinschajl), ist SSjährig in Karlsbad an einer Lungen- Mtzünduiig gestorben. Thronwechsel in Bukarest. � ViWA- cUiW/A Muvu,!(< Goldregen aus Amerika. SOv Millionen Freigabegelder für die Reedereien. Washington, 10. Zuni. Die Entscheidung üb« die endgültige Entschädigung an die deutschen Reedereien wegen d« während de» Kriege» be- schlagnahmten deutschen Schisse ist jetzt gefalle«. D« Schiedsspruch d« Regierungskmnmissian seht die Entschädigung für die 94 be- schlagnahmten Schisse aus 74,2 Millionen Dollar, also aus rund 311 Millionen Mark fest, hierin sind die bis zum Dezemb« 1928 ausgelauseaen Zinsen einbegriffen. Diese Entschädigung». summe der v«elniglen Staaten ist um 125 Milltoue« Mark höher als der Betrog, den die seinerzeU vom Präsidenten Wils«« eingesetzte Schätzunastommission genannt hatte. Die Entscheidung de» omeritlmischen Schied»ruhtet« Rem ick Ist endgültig: Mit den Ratenzahlungen wird alsbald begonnen wer- den. Zur Zeil flehen nach dem Zrelgobegesetz als erste Rate 105 Millionen Mark zur Verfügung. Den Löwenanteil d« Eni- schödlgmig werden die Hamburg-Amcrlka-Linle. der Rordh rutsche Lloyd und dl«„ Zieptun". Reed«ei in Bremen«holten. * Mit der jetzt gefällten Entscheidung des Schiedsrichters wird der Schlußstrich unter die Liguidations- und Fr« gabepolitik der Vereinigten Staaten gegenüber Deutschland gezogen. Wie schon ein großer Teil der an der amerikanischen Freigabe beteilig-«« in- KstrieUcn Werke, erholten jetzt die deutschen Großreedereien ihr« Freigabcgclder, die einen s a st vollständigen Ersatz für die während des Krieges in den Vereinigten Staaten erlittenen Der- luste darstellen. Zur Durchführung des Wiederaufbaus der deutschen Hand«!»- slott« und als Entschädigung für die Kriegsoerlust« hat da» Deutsche Reich den Schissahrtskonzernen in der Nachkriegszeit groß« Kredite zu- besonders günstigen Zinssätzen zur Ver- sügung gestellt. Ferner sind in dem Kriegsschöden- Schlußgesetz vom März 1928 hohe Entschädigungsquoten für. die„Großgeschädigten" vorgesehen. T>er Re ,ch» s ino n zini ni st« r bat unseres Cftach- ten» allen Anlaß, die Frag« sehr ernstlich zu prüfen, ob dos Reich nicht jetzt Gegenanspruch« an die Schis sahrtskon- zern« zu stcllen hat. Die seinerzeit den Reedereien gewährton Wiederausbau-Kredite erhalten jetzt, wo die Schiffahrtsgesellschasten Bar-Enischädigungen in Höhe ihres gesamten Aktienkapitals empfangen, den Charakter reiner Staatssuboention en. Hierfür ist aber jetzt um so weniger Platz, als die Brünwg-Regie- rung zur Behebung ihrer Finonznöt« der Mass« der Bevölkerung die schwersten Steucropfer auferlegt. 'i Der Kömgsrummel in Bukarest. Doch keine(ZinheitEfroni. Der Freudentaumel in Rumänien über die Rückkehr des vor sechs Jahren schimpflich abgesetzten und oerbannten Coro! dauert an. Doch hat sich bisher der Widerstand der„Liberalen" nicht brechen lassen, so daß die Bemühungen um die Bildung eines Kabinetts der Einheitsfront, den, auch die Brotiaitu-Partei angehören wollte, bisher erfolglos geblieben sind. Infolgedessen ist die für gest«n erhoffte Bildung der Regierung noch immer mcht erfolgt. Auch die von ihn, geschiedene Prinzessin Helene hat Carol zu seiner Thronbesteigung telsgraplsisch beglückwünscht, aber dem designierten Ministerpräsidenten Mironescu gegenüber gestern abermals eine Wiederv«mählung mit Carol abgelehnt. Die Krönung soll erst im Oktober stattfinde»� weil man hofft, bis dahin das geschiedene Ehepaar wieder versöhnen zu können Than glaubt, daß die Königin-Mutt« Maria nach ihrer Rückkehr ihren Einfluß auf die Schwiegertochter in diesem Sinne erfolgreich ausüben wird. Maria, die m den beiden letzten Tagen in Ober- ammcrgau weilte und angeblich trotz der Ereignisse in Rumäme»» ihre mehnvöchigen Aufenthaltspläne in Süddeutschland nicht ändern wollte, hat sich nunmehr doch entschlossen, schnellstens nach Bukarest zurückzukehren. Sie wird daher heute mittag de», Orientexpreß in München besteigen. Dagegen ist ihrem früheren Freund Prinz St irb e y der Boden in Bukarest anscheinend wieder zu heiß'ge- worden. War er doch eine der Ursachen der Zerwürfnisse innerhalb der Familie Hohenzollcrn-Sigmarii�en: Carol hotte ihn vor mehreren Jahren geohrfeigt, und Moria hatte für ihn Partei er- griffen. Nun hat er seine nicht geringen Güter»«kauft und Rumänien angeblich endgültig v«lassen. Aus Budapest wird entschieden dementiert, daß ungarische Kreise eine Aktion zugunsten jener ui�arisch-rumänischen Personalunion eingeleitet hätten, die Earols Londoner Freund Barbu Jonesa» als das Ziel des neuen Königs angedeutet hatte. Wer ist für wahre Befriedung? Oesterreichische Sozialdemokraten für tlniformverbot. Wien. 10. Zunl. Im Iusti',ausschuß des Ralionalralcs wurde bei der Beratung des wofsengesetzes unter anderem der sozlaldemokrakische Antrag üb« da» Verbal der uniformierten Selbst. schutzverbände mi» 14 gegen 11 Sliminen abgelehnt. Indische Sozialistenpartei. j �n Lahore gegründet. Das Büro der Sozialistischen Zlrbeiter-Jnternationole teilt mitt Eine sozialistische Partei ist in La höre gegründet worden: sie will nicht Ausdruck einer bestimmten sozialistischen Richtung sein. � sondern wünscht eine gemeinsame Organisalion für alle zu biÜien. r die an den Umbau der Gesellschaft auf sozialistischer Grundloge lf glauben. Ihr Ziel ist die Errichtung einer neuen Wirtschafls- ordnung, in der es keine Ausbeutung einer Klasse durch eine andere gibt. In der neuen Wirtschaftsordnung» die die Partei� erstrebt, sollen alle Produktionsmittel soiveit wie möglich« dem Volke gehören und kein P r i v a t k a p i t a l i s m u s ii' irgendwelcher Form bestehen. Das umnittelbarc Ziel der Partei ist die Verstaatlichung� des Bodens und je»« Großindustrien, deren Umwandlung in Gs meinbesitz unter Berücksichtigung der bestehenden politisch« und. wirtschafilichcn Zustände des Landes vorteilhast ist. Die Gründer der Partei erklären, daß der Sozialismus nicht nur ein« entscheidende Mission für die ausgebeuteten Arbeit«, sondern auch für alle Inder zu erfüllen hat. Sie betrachten den Sozialismus nicht nur als eine Wirtschaftsresorm, sondern als, «in« neue Auffassung de» sozialen Lebens uiü» der sozialen Beziehungen. Englischer Unteroffizier zu Gefängnis verurteilt. Peschaivar, 10. Juni. Der Unteroffizier eines englischen Regiments, der am 31. Mai d«»rch unvorsichtiges Hantieren mit seinem Gewehr den Tod zweier Kinder verursacht hatte, während deren Mutter ver- vmndet»vurde, wurde zu achtzehn Monaten Gefängnis verurteilt. Wie erinnerlich, war es am 31. Mai infolge des Vorfalls in Pesthawar zu Unruhen gekommen, bei denen durch Schüsse der Polizei und des Militärs sieben Personen getötet und neun ver. wundet wurden._ Die Barbarei der Todesstrafe. Stalt Abschaffung— neue Methoden; In Nordamerika ist am 2. Juni ein Verurteilter durch ein neues Verfahren, durch Gasvergiftung, hing«ichtet worden. In das Sterbezinnn«, in dem d« Verurteilte an einem Stuhl fest- gebunden war, wurden Giftgase eingeleitet. Zeugen ver- folgten durche4n kleine» Fenster die Wirkung de» Gase»! Unmögliche Lösung. Siegerwalds Krisenfürsorge im„Rahmen des Möglichen". Das Kabinett Brüning hat für den so dringend notwen- digen Ausbau der K r i s e n u n t e r st ü tz u n g angeblich nicht genug Geld. Sein Rcichsarbeitsminister erklärte den freien Gewerkschaften, die eine Ausdehnung der Krisenunterstützung aus alle Berufe fordern, das Reich könne nur im„Rahmen des Möglichen" helfen. Gemessen an den elementaren Lebensnotwendigkeiten— der Hunger der Aus- gesteuerten tut weh— ist dieser Rahmen eine Unmöglichkeit. Er ist auch eine Gefahr: denn er ist zu straff und zu eng gespannt, und allzu straff gespannt zerspringt bekanntlich der Bogen. Die steht? im einzelnen mit diesem Rahmen des Möglichen? Im Etat sind 150 Millionen für Krisenuntcrstützung vorgesehen. Dazu kommen weitere im neuen Deckungsplan vorgesehene ISO Mil- liauen, so daß also, wenn der Reichstag mit diesen Borschlägen ein- »erstanden ist, im ganzen zunächstSOO Millionen für Krisen- unterstiitznng zur Verfügung stehe». Mit diesen 300 Millionen kann man vielleicht rund 400000 Ausgesteuerte unterstützen. Nun liegt aber im Augenblick die Zahl der Krisenunterstützten bereits über 32S 000. Auch wenn der Kreis der Berufsgruppen, die in die Krisenfürsorge einbezogen sind, nicht größer würde, dann müßte dennoch in Kürze infolge der Aussteuerung aus der Arbeitslosen- Versicherung die Zahl der Krisenunterstützungsempfänger kräftig in di« Höhe gehen. Wie stark die Zunahme der Krifenunterftützungs- empfänger ist, zeigt die Tatsache, daß in der Zeit vom 10. Februar bis IS. März bei 113000 Arbeitslosenuntcrstützungsempfängern der Unterstützungsanspruch erlosch: davon kamen nur 41 SOO in die Krisenfürsorge, also 3S,1 Proz. oder rund ein Drittel. Man darf auch nicht vergessen, daß in diesem Jahr infolge der schlechten Ver- hältnisse aus dem Arbeitsmarkt die Unterstützungsdauer bei den meisten Krisenunterstiitzungsempföngern viel mehr ausgeschöpft wird, während im vorigen Jahr ein gut Teil der Krisenunterstützten im Frühjahr wieder in Arbeit kam. Entscheidend für die Beurteilung der von der Regierung vor- gesehen en Unterstützung ist die Frag«, inwieweit di« Forderungen der Gewerkschaften auf Ausbau der Krifenunterstützung erfüllt wer- den oder nicht. Schon em« Eiirbezieh-irng der Bauarbeiter muß sehr schnell die Zahl der Krisenunterstützungscmpfänger in die Höhe gehen lassen. Nimmt man eine Zunahme von Unterstützungs- anwärtern um nur 200 000 an,— was bestimmt nicht zu hoch ge- griffen ist— dann fehlen für rund 140 000 bis 150 000 Ausgesteuerte die Unterftützungsmittcl. Den Gemeinden kann man doch nicht noch mehr aufhalsen. Der„Rahmen des Möglichen" ist, wie man sieht, unerträg- lich eng und gespannt. Der Reichsarbeitsminister hat wohl in Aussicht gestellt, daß 120 000 bis 130 000 Bauarbeitern Beschäfti- gung gesichert werden soll. Wenn der Arbeitsminister mit seinen Plänen Glück hat, schön: aber einstweilen muß etwas für die Unter- stütznng der immer mehr anwachsenden Scharen der Ausgesteuerten getan werden. Die Erweiterung der Krisenunterstützung kann nicht länger mehr aufgeschoben werden! Die Krisenfürsorge in ihrem gegenwärtigen Umfang kontrastiert mit dem Umfang der Krise. Die Fürsorge, die Hunderttausende dem Hunger überläßt, ist keine Für- sorge mehr. Eröffnung in Genf. Die Aufgaben der Arbeiiskonferenz. Genf, 10. Innl.(Eigenbericht.) Die Eröffnung der 14. Internationalen Arbeitskonserenz vollzog sich heute mittag im gewohnten Rahmen. Es nahmen an ihr Del«- gationcn von 51 Ländern teil, der höchsten bisherigen Zahl(nicht ver- trete» sind einzig Norwegen, Argentinien, Salvador und Abes- sinien), wovon 35 mit vollen Vertretungen teilnahmen. Die Zahl der Regierungsvertreter beträgt 86 und die der Unternehmer, und der Arbettergruppen je 35, wozu noch 198 Sachverständige aller drei Gruppen kommen, im ganzen also 354 Personen, die der Präsident des Berwalwngsrates des Internationalen Arbeitsamtes, Artur Fontaine, m feiner Eröffnungsrede als Sozialelite bezeichnete. Die größten Delegationen find die englischen mit 30 Personen, die deutschen mit 24, die belgischen mit 21, die spanischen mit 17, die französischen und schweizerischen mit je 15 Personen. Dazu kommen noch zwei Beobachter der norwegischen Regierung und norwegischen Unternehmerorganisationen und zum ersten Male ein Beobachter Mexikos. Aus der Eröffnungsrede sei hervorgehoben, daß der Präsident des Internationalen Ardeitsamtes insbesondere die große soziale und wirtschaftliche Bedeutung der zu beratenden Regelung der Ar- beitszei.t der Bergarbeiter erwähnt. Zui» Präsidenten der Konferenz wurde der belgische Regierungsvertreter Pro- fessor M a h a i m gewählt. Professor Mahaim spielt seit Über 40 Jahren in der europäischen und internationalen Sozialpolitik eine führende Rolle. Er hielt darauf die übliche Zlntrittsrede, die als eine gute Vorlesung über die Entwicklung und den gegenwärtigen Stand der internationalen Sozialpolitik gekennzeichnet werden kann. Sie klang in folgenden Schlußsätzen aus: „Die gewaltige Aufgabe besteht darin,«in Minimum von Lebensbedingungen festzustellen, unter welches das Leben keines Menschen fallen soll. So lange es in der Welt Kinder gibt, deren körperliche, geistige und moralische Entwicklung durch Arbeitszwang leidet, und so lange es erwachsene Männer und Frauen gibt, deren Mangel an Erfahrung und Unwissenheit den Grund zur Aus- bentung gibt, so lange die menschliche Würde bei der Arbeit miß- achtet wird und so lange die Arbeitsbedingungen solcher Art sind, daß sie dem Menschen mit den besten Eigenschaften keine Cntwick- Kingsmöglichkeit gibt, so lange kann man nicht sagen, daß die so- z:ale Gerechtigkeit verwirklicht ist und so lange wird es auch eine Ausgabe zu erfüllen geben für die internationale Arbeitsorgani- sation. Anträge der Arbeitervertreter. Genf, 10. Juni.(Eigenbericht.) Der deutsch« Arbeitervertreter M ü l l« r- Lichtenberg hat der 14. Internationalen Arbeitskonserenz folgende Ent- schließung zur Annahme vorgelegt: „Die 14. Konferenz bittet den Berwalkingsrot des Jntcrnatio- nalen Arbeitsamtes, im Sinne der im Jahresbericht des Zlmtsdirek- tors enthaltenen Ausführungen über die Jahresberichte der Arbeitsaufsichtsbcamten mit den Regierungen der wich- tigsten Industrieländer unW den Mitgliedsstaaten in einen Ge- dankenaustausch über di« Fragen«inzutreten, ob es nicht möglich sei, sich Jahr für Jahr auf ein bis zwei Fragen des Arbeitsschutzes zu«inigen, deren besondere Beobachtung im Lause einer normalen Dienfttätigkeit den Aufsichtsbeamten zur Pflicht gemacht würde/ über die sie dann in ihren Jahresberichten ausführliche Mitteilungen zu machen hätten, welche vom Internationalen Arbeitsamt znsammensassend zu bearbeiten und zu oerössentlichen wären. Der Verwaltungsrat wird gebeten, der nächsten Konferenz über die Erfolge der unternommenen Schritte zu berichten und ge- gebenenfalls Vorschläge für eine praktisch« Durchführung der An- regung zu machen." Der französische Arbeitervertreter I o u h a u x beantragt ,�u «iner besseren Ermöglichung der Schul- und späteren Fort- bildung der Arbeiter den Verwaltungsrat des Jnternatio- nalen Arbeitsamtes zu ersuchen, die zur beschleunigten R a t i s i- zierung der Internationalen U e b« r e i n k o m m e n betreffend den Schutz von Schulkindern und jugend- lichen Arbeitern geeignete Mittel zu suchen, serner zu prüfen, durch welche anderen Mittel der volle Schutz der Gesundheit der Kinder und Jugendlichen sichergestellt werden kann. Schließlich be- antragtc Jouhaux, noch die Maßnahmen zu prüfen, die geeignet sind, den Arbeitern das gesamte Gebiet der Wissenschast, Literatur und Kunst voll zu erschließen." Ein Antrag des japanischen Arbeitervertreters Suzuki bezweckt, die Fragen der Anerkennung des Koalitions- rechts wieder in Fluh zu bringen und auf die Tagesordnung einer der nächsten Arbeitskonferenzen zu setzen. Der indische Arbeitervertreter I o s h i ersucht den Verwaltungsrat unter Hin- weis darauf, daß die internationalen ArbeitskonveMionen vor- wiegend unter Berücksichtigung der europäischen Verhältnisse abgefaßt werden und infolgedessen von den asiatischen Ländern kaum ratifiziert werden,„sobald als möglich eine Sonder- k o n f e r e n z mit Vertretern der organisierten Arbeitgeber und Arbeitnehmer der asiatischen Länder einzuberufen, um die Fragen der Arbeitsbedingungen im Orient zu erwägen und der allgemeinen Konferenz Bericht zu erstatten." In einem Antrag des polnischen Rcgisrungsvertreters S o k a l wird der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeits- amtes ersucht,„alles zu tun, um di« Frage des bezahlten Jahresurlaubs der Arbeitnehmer auf di« Tagesordnung«iner der nächsten Arbeitskonferenzen zu setzen". Außerdem hat der polnische Regierungsvertreter eine weiter« Entschließung zur Frage der Arbeitszeitregelung der Kohlengruben- a r b e i t e r«ingebracht, in der daran erinnert wird, daß die voll- ständige Lösung der internationalen Kohlcnkrise neben der Verein- heitlichung der Arbeitsbedingungen der Bergleute auch vom Ab- schluß eines oder mehrerer internationaler Wirtschafts- übereinkommen abhänge. Es müsse deshalb möglichst bald der Abschluß eines Wirtschaftsabkommens zwischen den Kohle er- zeugenden Ländern angestrebt uttd die Aufmerksamkeit der Wirt- schaftsorganisation des Völkerbundes darauf gelenkt werden. Schwerindustrie überirumpst. Oelmenhorster Textilindustrie baut Löhne ob. Die Direktion der Hanseatischen Iutespinnerei und Weberei in Delmenhorst wird geplagt von dem Ehrgeiz, sich in der L o h na b b a u b e w e g u n g des Unternehmertums Lorbeeren z» holen. Während bisher bestehende Differenzen auf dem Verhandlungswege erledigt wurden, erklärt jetzt plötzlich die! Direktion, daß überhaupt nicht mehr verhandelt werde. Sie glaubt, daß die Belegschajt durch monatelang« Kurzarbeit mürbe gemacht ist und sich alles bieten läßt. Sie hat das Lohnabkommen mit den Vorrichtern und Aufsehern gekündigt und einseitig eine Lohnkürzung von 17 bis IS Mark pro Woche angeordnet. Die Direktion will ein neues Arbeitsverhältnis anbieten, die bestehenden Tariflöhne um 15 Prozent kürzen. 'Ob die Hanseatisch« Iutespinnerei auf dem von ihr beschrittencn Kriegspfad sich die ersehnten Lorbeeren holen wird, möchten wir sehr bezweifeln. Die Gelben in Delmenhorst werden über diese Art von„Werksgeineinschast" Augen machen. Gescheiierier Lohnabbau. Vadische Textilarbeiter kämpften fünf Wochen. Der Streik der Textilarbeiter der Spinnerer und Weberei A.-G. in Steinen und M a u l b u r g(Boden) ist nach einer Dauer von fünf Wochen beendet worden. Es kam zu einer freien Vereinbarung, die die beteiligten Arbeiter im wesentlichen befriedigt«. Der Versuch der Arbeit- geber, die Akkordlöhne scharf zu kürzen, wurde vereitelt. Bc- wundernswert war in dem Konflikt die Disziplin der Arbeiterschaft, die jede Einmischung kcnmrun istischer Elemente in den Kampf energisch zurückwies und nur nach den Anordnungen der Ge- werkschaften handelte. Die'er erfolgreiche Kampf der badischeu Textilarbeiter zeigt, ebonso wie der Widerstand der Arbeiterschaft der Mansfe'd A.-G., daß es mit dem Lohnabbau nicht so einfach ist, wie sich das vielleicht die Unternehmer vorstellen. Di« Widerstandskraft der Gewerkschaften ist ungeschwächt. Und die Arbeiterschaft ist keines- wegs gewillt, den Unternehmern freie Hand zu lassen, um durch Lohnabbau die Lebenshaltung der Arbeiter zu verschlechtern und die Wirifchasiskris« zu verschärfen. Die amerikanische Krise. Nicht so stark wie in Oeutschland. Washingkon, 10, Juni(Eigenbericht.) Die American Federation os Labor stellt m ihrem neuesten B» richt Über die Lage auf dem Arbeits markt eine gering» fügige Besserung fest. Entgegen allen Erwartungen haben die beiden letzten Frühlingsmonate nicht die gehofste Wirtschafts- crholung gebracht. 20 Prozent der organisierten amerikanischen Arbeiterschaft sind nach wie vor arbeitslos. In 24 Städten wies die Beschäftigungslage der Gewerkschaften gar keine Besserung auf, obgleich im Frühjahr säst immer mit einer Besserung der Ar- beitslage gegenüber den Wintermonaien um 27 Proz. gerechnet wird. Die Federation verweist in ihrem Bericht schließlich darauf, daß die Krise des Jahres 1928 von einer ausgesprochenen Erholung abgelöst wurde, während diesmal Überhaupt keine Besse- rungsanzeichen vorhanden sind. Auch in der Bauindustrie senkte sich die Arbeitslosigkeit gegenüber der Aprilziffer nur um weniger als 4 Prozent._. Folgen des Lohnabbaus. Verschärfung der Krise im englischen Bergbau. London. 10. Juni. Die außerordentlich ernste Krtze des Kohlenbergbaues in Derbyshire und RoUinghomshire Hot sich in letzter Zeit noch ver- schärst. Der größte Teil der Belegschaften wird während der ganzen Woche feiern. Außerdem wird mit der Schließung einiger der größten Gruben im Laus« der nächsten Zeit gerechnet. Seit es den Unternehmern mit Hilfe der Baldwin-Regicrung gelungen ist, die Löhne der englischen Bergarbeiter abzubauen und die Zlrbeitszeii zu verlängern, ist eine ständige Verschlechterung der Lage des englischen Kohlenbergbaues eingetreten. Di« erhoffte Rückeroberung der ausländischen?lbsatzgebiete ist ausgeblieben, während der Innenmartt sich verengt hat. Lohnabbau führt nicht aus der Krise heraus, sondern in die Krise hinein. Schutzmarke Rcichskrone. Vom Verband der Nahrungsmittel- und Getränkearüeitcr wird uns geschrieben: Der Fischfirina Liener u n d S ö h n e in W« se l(Rheinprooinz) will es nicht behagen, daß der gesetzliche Arbeilerschntz auch für ihr Personal gilt. Der „Hcrr-!m-House-Sta»dpunkt" kommt bei ihr wie kaum wo anders rücksichtslos zur Geltung. Schiedssprüche werden von der Firma briisk abgelehnt. Daß sich ihre Arbeiter organisieren, paßt ihr auch nicht in den Kram. Da die Ware dieser Firma unter der Schutz- mark« Reichskrone mit der Aufschrift„L i s n e r s Fisch aus jeden Tisch" in den Handel kommt, wird es den Konsumenten nicht schwer fallen, ihre Solidarität den Beschäftigten gegenüber zum Zlusdruck zu bringen._ Gemeinsame Konferenz der AfZl- und ADGV.-Aunktionäre am Danner-taa. 12. Z»»i.«m IS Uhr, im Saal I de» Sewkrlichaft.haule,, Eilgeluser 24—2.». Zagcaoltlunng!.kegelt de» Abbau der deutschen Sozial- Politit*. Reserent®r. Beuna Broeckcr. -\ # Freie Gewerkschasts-Zuaend Berlin Unsere Iugendberatungsstelle im Sewerkschast-baus. Engeluser 24— 2i< Zimmer 26, 2 It., ist von I8V1 bis 20 Übe gcStfret.— Leute. Mltt. nroch. Igst, Uhr, tagen die Erupvenl B-umschnlenmegl Jugendheim Ernstste. 16. Unterhaltungoabend.— Norbring: Jugendheim Schule Counen- bürget Str. 20. ffliti logen im ssreien.— Schönhauser Tar: Jugendheim Zehdeiiicker Str. 2J— 23. i'ocitoq:. Grundwerke des wissenschaftlichen Sozia- lismus".— Weihense«! Kruppenheini Weißensee. Parlstr. 26. Portrag:„Auf dem Arbeitsgericht".— SirulöllN! Eruvpenheim Berastr. 29, Löf. Vortrag: , SA?., JT©3. und Reichsbanner".— Sit den, Siibuxitcn: Städt. Jugendheim Porekstr. 11 l!?abr>kgebi!»de). Wir psaudern von unserer Psingstfahrt.. An- schließend Lustiger Abend.— Flughafen: Jugendheim Neukölln, Flughafen- große 66. Vortrag:„Der Faschismus".— Schönrberg: Jugendheim La:wt- straße 15. Vortrag:„Die Vorteile des Boung-PIans gegenüber dem Dawes» Plan".— Es spielen di« Sruppcn: Llchtenbera. Reu-Lichtenbera und Südosten an» der Treptower Wiese: Knmboldt im Sunrboldthain: Zeppelinploß auf der große» Wiese im Schillerpark! Eharlottrnbnrg aus dem Sportplatz Iungfernheide. 0% �uaendoruvpe des v�rbenves 0er Anaeftellten Heute, Mittvioch. sind folctende Veranstaltungen: Gesundbrnunen: Jugendheim Drthstr. 19, Mrt. Vortrag:„Paung-Plan und Arbeit- nehmen'chasr". Referent Willi Derkaw.— Schönhauser Vorstabt: Jugendheim ! der Schule Kastanienallee 61.„Schallplattenabend."— Nordost: Jugendheim Danziger Str. 62(Varaeke Z). Ernstes und Leiteres von unserem Eaujugend- treffen.— Osten: Jugendheim der Schute Litauer Str. 16. Rrpor'ageaband: „Unser Eaujugendtrefsen".— Stralau! Jugendheim der Schule Eoßlerstr. 6l. Viinter Abend.— Rrult lln: Jugendheim Vöhmileh« Str. 1—4. Ecke llanner straße.„Unser Jugendtreffen".— Slidcst: Jugendheim Wrangelftr. 136. Vor. trag:„Wir und unsere Scgner". Rrfeernt Erwi» Bunzel.— Spandau: Jugendheim Lindenuser 1.„Ausspracheabend über das Eaujugendtreffen."— Polsdam-Nowawe«: Jugendherberge in Nowawes, Brieslerftraße.„Aussprache. abend." Veronluwrtlich<ür Dolitik: Dr. Eue»©euer: WirUchakl:®. lllingelhöter: Gewerlschaklsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: 9. L. Döscher: Lokales und Sonstiges Fritz llarstödt: Anzeigen: Th. Stock«: lämtiich t» Berlin. Berlag: Vorwäris-Verlag®. m d. b Verlin Druck: Vorwärts.Vuckdruckeret und Verlagsanstalt Baut Singer u. Ca. Verlin SW. 6«. Lindenftraße S. Sierzu 2 Seilagen. vmefdeden iä die JCccAze 6ei MA6GIS tfiippen-WärfieCn (Beachten Jie deshalb genau die Jfcch an weisun g die übrigens ganz einfach ist. i V.-'.-V.r-.i'v i~-Vi« 4 V.-.J?' V*..*.-W-- 7!r. 267* 4T. Jahrgang ± Beilage des Vorwärts Mittwoch, 11. Jum 1930 Die Lotterie der Bausparkassen So wird der Ärbeiterwchnungsbau nicht gefördert.- Warnung vor Illusionen. Ein Zlrbeilsaueschuh der Spiheuvcrbändc der freien Ge. n> e r k f ch a f t e n hak sich mik der.frage des Bausparkassen' wesens ciirgehend bcschäskigi und untersucht, ob Bausparkassen der brcikcn Masse der Arbeitnehmer vorteile hleleu können, und ob der Beitritt zu einer Bausparkasse empfohlen wer. den kann. Der Ausschuß ist zu dem Ergebnis gekommen, daß die feit 1924 in Deutschtand gegründeten kollektioen Eigenhcimbauspar. kossen nicht geeignet sind, eine Verbesserung der WohnungS' Versorgung der arbeitenden Bevölkerung zu erreichen. Das Eigen heimbousparen bringt derart hohe s i- n a n z i« ll e Lasten mit sich, daß es bei den bestehenden Lohn. und Gehattsverhaltnissen für die Arbaitnehmcrschaft nicht in Frage kommt. Der Erwerb eines bescheidensten Ansprüchen kaum genügen. den Eigenheims mit 12 000 M. Herstellungskosten würde zum Bei- spiel einen monatlichen Reinverdienst von ZS0 M. auf die Dauer von 20 Zahrcn zur Voraussehung haben müssen. Ueber derart hohe, zu. gleich auch gesicherte und gleichbleibende Einkommen aus viele Jahre hinaus verfügt die breite Masse der Arbeitnehmer ober nicht. Die bisherige Anziehungskraft der Bausparkassen geht in erster Linie auf eine Reche von Illusionen der Sparer zurück, die durch mitunter sehr anfechtbare Propagandamcthoden vieler Bau. sparkassen erweckt worden stich. Jede Bausparkaste hat den Charakter einer Lotterie, gleichgütkig nach welchem der vielen Znteilnngsfystemc sie arbeitet. Es kann jeweils immer nur ein Teil der Sparer befriedigt werden, wobei es ungewiß bleibt, zu welchem Zeitpunkt der einzelne seinen Eigenheimkredit erhält. Durch diese Lottcrieaussichtcn, die ihm— und zwar auf Kosten seiner wartenden Spargenossen— einen billigen Eigenheimkredit versprachen, angelockt, läuft der Sparer G c- fahr, bis zum Ends der langjährigen Sparzsiten, die bei ein- zelncn Kasten bis zu HO Ial?r«n betrogen, warten zu müssen. Seine regelmäßig einzuzohlenden Sparbeträge werden ihm wahrend dieser Zeit gor nicht oder ganz geringfügig verzinst und bei Beitrags. kündigung nicht sofort ausbezahlt. Dos Bausparen schwächt also bei Verschlechterung der persönlichen Derhältnisse des Sparers, be- fonders bei eintretender Arbeitslosigkeit, seine wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit. Die Bausparkossen können die oft behauptete allgemeine Berbll- ligung des Eigenheimwohnens nicht bieten. Die niedrigen Dar lehnszinsen der Bausparkassen stnd nur möglich, weil auch die Ein- lagen niedrigst verzinst merden. Die Dnrteile der niedrigen Dar- lehnszinsen werden für die Gesamtheit der Bausporcr durch die niedrige Berzinsung ihrer Einlagen aufgehoben. Zudem erfolgt die Auszahlung eines Bausparkassendarle.hns nur, wenn zumindest das notwendige Eigen kapital des Sporers vorhaiiden ist, dos bei den heutigen Fmanzierungsverhältnisten auch ohne Hilfe einer Bausparkasse zum Bauen ausreicht. Der Bausparer hat auch nach der Auslosung keine Garantie, seinen EigeaHeimplan zu verwirklichen. weil sich die B a u k o st e n, die Hypothekenzinsen und die Hauszinsfteuerpolitik innerhalb der langen Bausparzeiten wesentlich ändern können. Schließlich kommt hinzu, daß wegen der außerordentlich hohen Beleihungsgrenze für Bansparhypolhekeu(SO— 90 Prozent des Van- und Bodenwerles) auch bei einwandfreier Verwaltung der Bavspargelder eine volle Sicherheit der Spareinlagen nicht ge. währlcistet werden kann. Das Risiko wird erhöht durch die Tatsache, daß Bauspordarlehen zwangsläufig oft für unrationell und in schlechter Verkehrs- läge gebaute Eigenheime gegeben werden wüsten. Das System der Bausparkassen bleibt also selbst bei einwandfreier Verwaltung der Sporgelder höchst fragwürdig. Anzeichen einer Ernüchterung der Bausparer sind heute bereits festzustellen. Die Illustonen über dos Bausparen werden— je langer die eingegangene Sparverpflich- wng durchgehalten werden muß— häufig vernichtet durch den Druck der monatlichen wirtschaftlichen Belastung. Alle diese Erwägungen losten es dringend ratsam erscheine«, den Arbeitern und Angestellten von dem Beitritt zu de» Bausparkossen abzuraten. Es muß nachdrücklich darauf hingewiesen werden, daß dos organisierte Sporen für den Wohnungsbau fest Jahr- zehnten von bewährten Wohnungsbaugenossen- sch asten gepflegt wird, und zwar in Formen, die der arbeitenden Bevölkerung die Beschaffung von gesunden und zweckmäßigen Wohnungen durch Selbsthilfe ermöglichen. Geisteskranker überfällt einen Arzt. Schreckensszene während der Sprechstunde. Gestern spielt« sich in der Wohnung des praktischen Arztes Dr. M. in der Elbinger Straß««ine Schreckensszene ab. Während der Sprechstunde drang der 2-?jährige Arbeiter Herbert W. aus Weißensee in dos Konsultationszimmer ein und schlug aus den Arft, der ahnungslos an seinem Schreibtisch saß, mit �lnenr Knüppel ein..Der.Täter, der zweifellos Leist gs- gestört ist, wurde später in Gewahrsam genommen: er wird dem .Kreisorz', zur Untersuchung seines Geisteszustandes vorgeführt werden. Dr. M. hatte vor etwa zwei Jahren für die verstorbene Schwester des Täters einen Totenschein ausgestellt. Seitdem bildete er sich ein, daß seine Schwester gor nicht gestorben sei und der Arft einen falschen Totenschein ousgeftelli habe. Dieses Bhantafieprodukt ließ W. keine Ruhe und nahm schließlich so feste Formen an, daß er beschloß, an dem Arzt Roche zu nehmen. Er begab sich in die Sprechstunde, wo er in dos Zimmer eindrang und mit den Worten:„Wie kommen Sie eigentlich dazu, meiner Schwester einen falschen Totenschein auszustellen?" auf den Arft mit einem schweren Eichenknüppel einschlug. Der schwer ver- letzte Arft konnte ihn nur mit Hilf« von anderen Patienten ob- wehren; der Täter flüchtete schließlich auf die Straße. Dort konnte er mit Hilfe eines Polizeibeamten überwältigt und fest- genommen werden. W. war bereits vor Iahren schon eiirmal in einer Irrenanstalt interniert, ist dann aber als ungefährlich nveder entlasten worden. Bon dem Gutachten des Kreisarftes wird es abhängen, ob er abermals einer Anstalt überwiesen wird. Vom eigenen Fahrzeug getötet. Aus tragische Weise kam gestern der 36jährige Arbeiter Hermann 0 c h r k c aus Klein-Schönobeck ums Leben. G. fuhr auf dem Anhänger eines Lastzuges als Begleiter mit. Bor dem Grundstück Köpenickcr Straße 14 in G r ü n a u löste sich vermutlich infolge eines K u p p l u n g s b r n ch e s der Anhänger von der Zugmaschine und suhr gegen einen Baum. Der Anprall erfolgte mit solcher Wucht, daß G. von seinem Sitz aus das Stroßcnpjlaster geschleudert wurde. Cr stürfte so unglücklich, daß ein Vorderrad über seinen Körper hinwegging. Der Verunglückte st a r b bereits auf dem Wege zum Köpenicksr Kreiskronkenhaus. Das Baden an verbotener Stelle hat auch gestern abend wieder ein Todesopfer gefordert. In der Nähe der Albotros-Werft in Köpenick beobachteten Ausflügler einen Schwimmer, der plötzlich lauttos unterging. Di« alarmierte Feuerwehr suchte über eine Stunde die Unfallstelle ali, bis es gelang, den Ertrunkenen zu bergen. Der Tote, dessen Personalien noch nicht festgestellt werden kannten, ist etwa 23 bis 23 Jahre alt. Bernaus Hochwald gerettet. 14 Morgen junger Kiefernbestand jedoch völlig vernichtei. Das Großfener im Bernauer Stadtforst, über das wir im.Äbend" berichteten, konnte bereits um 13 Uhr völlig eingedämmt und niedergekämpft werden. Erfreulicherwnse stellen sich jetzt die ersten Mitteilungen über den Umfang des Feuers als stark übertrieben heraus. Insgesamt sind nach einer Meldung der Forstoerwoltung etwa 12 bis 14 Morgen junger Kiefern- mrd Fichtenbestand von dem Feuer ver- nichiet worden. Die starke Rauchentwicklung, die ein an- grenzendes Waldgebiet in eine undurchdringliche Rauchwolke ein- hüllte, dürft« den Anlaß zu der Meldung, daß 100 Morgen in Flammen stehen, gegeben haben. Die Bernauer Feuerwehr und die freiwilligen Feuerwehren der umliegenden Ortschaften sowie 100 Z i o i l p« r s o n e n, die in Lastautos von Bernau in oller Eile an die Brandstelle gebracht worden waren, hatten in der Wind- richtung Gräben gezogen, so daß den Flammen hart an der Grenze des wertvollen Hochwaldes Einhalt geboten werden konnte. Als die Berliner Feuerwehr unter Leitung des Baurats Reinke an der Brandstelle eintraf, mar die Hauptarbeit bereits geleistet, und die Wehren konnten sogleich wieder abrücken. Das Feuer, das anfangs so bedrohlich aussah, ist nach den bisherigen Ermittlungen vermutlich durch Unvorsichtigkeit beim Abkochen entstanden. « Wi« noch nachttäglich bekannt wird, haben sich bei der Be- kömpfung des großen Waldbrandes die Schüler der Bernouer Bundesschul« des ADGD. mit Erfolg beteiligt. Die Schule ist zur Zeit mit Gewerkschaftern des Gesamtoerbo iidcs und des Berg- arbetterverbandes belegt.— Gegen 20 Uhr brach unweit der ersten Brandstelle im Jagen 00 des Bernauer Stadtforstes abermals Feuer aus, das ober rechtzeitig bemerkt und im Keime er- stickt werden konnte. Lafiauioungliick bei Eisleben. Sieben Tote? Halle, 10. Juni. Auf der Chaussee zwischen Gisleben und Seeburg lMansfelder Serkreis) verunglückte heute abend ein«it zahlreiehcn Personen besetzter Lastkrustwagen. Es solle» sieben Personen getötet worden sein. Auto- mobilisten, die Augenzeugen des Porfalls waren, gaben an, daß das Lastauto mit einer Geschwindigkeit von 8S Kilometern gegen eine» Baum gefahren sei. Rohere Einzelheiten sind»och nicht bekannt,� Zu Tode gedrückt! Wieder drei Bergleute ums Üben gekommen. A a ch e n. 10. 3unl. Aus der Zeche„Sophia 3 a c c b n" bei Hückelhoven wurden drei Bergleute durch herabfallendes Gestein zu Tode ge- drückt. Die Bergungsarbeiten gefialleken sich äußerst schwie- r i g. Die letzte Leiche konnke erst am Dienstag morgen geborgen werden. Am Morgen fühlte ich mich unwohl. Ich hatte Tempc- ratur und nahm eine tüchtige Extraportion Chinin, um das Fieber zu verjagen. Im Laufe des Tages schien der Anfall vorüberzugehen. Ich nahm mir etwas Arbeit vor. Plötzlich kam der Haupt- inann wankend die Stufen zur Veranda herauf. Ich half ihm zum Ruhebett hin. Graugelb war sein Gesicht, eingefallen, klein und blutunterlaufen die Augen. Sein Puls zuckte un- regelmäßig. Ich rief meinen Boy, ließ ihn Chinin holen und riet dem Hauptmann, sofort zu Bett zu gehen und den An- fall auszuschwitzen.„Ein ähnlicher, wenn auch nicht ganz so starker Anfall hat mich auch überfallen", erzählte ich ihm. „Das kommt von unserem langen Draußenfitzen gestern, in der kästen, hellen Nacht I" „Ja. schon möglich! Aber lassen Sie das Chinin! Wer vielleicht können Sie mir anderweitig helfen. Ich komme vom Amtmantt. Ws ich ihm sagte, ich würde nicht heim- reisen, selbst nachdem ich meines Amtes enthoben bin, hielt er mir eine Urkunde vor die Nase, nach der Lari vor das Gericht in Boma geladen wird! Morgen werde er sie hin- schicken, hat er gesagt! Aber das wird nicht geschehen! Wenn olles nichts hilft, schare ich die Soldaten um mich und ver- barrikadiere mein Haus! Oder vielleicht ist es noch bester, mit Lari zu fliehen? Was meinen Sie?!" Schon beim Sprechen durchzuckten den Hauptwann hest tige Frostschauer. Jetzt können seine klappernden Zähne die Arznei nicht mehr aufnehmen. Die Diener bringen ihn zu sich nach Hause und ins Bett. Sein halsstarriger Wille, seine gewaltigen Kräfte, sein scharfes Bewußtsein, alles ist wie fortgeblasen. Mitten in der Nacht wurde ich zu ihm gerufen. Röchewd Jag er im Bett, das Fieber war auf fast 4? Grad gestiegen. Lari war so schrecken sstarr. daß sie keine meiner Fragen beantwortete. Der Arzt war nicht zugegen. Ich beorderte daher ein kastes Bad und gab dem Hauptmann eine Morphiumew- jpritzung. Das ichicu ihm Lmoerung zu verschaffe«. Di« Temperatur fiel um einen Grad, und sein Blick erhielt wieder einen bewußteren Ausdruck. Er erhob sich ein wenig und wiederholte immer wieder dieselben Worte auf Arabisch, sonderbar hart und klar und monoton:„Wir gehen den gleichen Weg, wir beide!" Und dabei sah er Lari an. Plötzlich überfielen ihn Krämpfe, die gingen in schwaches, unregelmäßiges Zucken der Glieder über, ebbten in ein feines Zittern der Mundwinkel aus, wie ein Seufzer, der vom Grunde des Meeres heraufdringt, die Oberfläche nur noch in ganz leisen Ringen aufwallen läßt. Bei diesem Todesfall erhob sich unter den Eingeborenen ein trauerndes Singen und Sagen, als wäre einer ihrer großen Häuptlinge gestorben. Denn der Hauptmann war ihnen ein sehr milder Herr gewesen, sein schwermütiges Ver- ständnis für ihre Leiden hatte eine Brücke zu ihrem schwarzen Herzen gebaut. Als der Hauptmann gestorben war, verschwand Lari. Und seither hat man sie in diesen Teilen des Landes nie mehr gesehen. Wahrscheinlich begab sie sich unverzüglich auf die lange und gefahrvolle Reise zu chrem Stamm zurück. Wer weiß! Und vielleicht ließ sie auch all chre Habseligkeiten neben der Leiche des Hauptmanns zurück, nur um freier und unge- bundener zu sein. Zwölf Stunden nach seinem Tode wurde der Hauptmann auf dem Kirchhof der Weißen begraben. Der Amtmann sagte ihm ein letztes Lebewohl— ganz und gar im Sinns groß- wütiger Vergebung: „Wir können alle fehlen!" sagte er, und dabei blickte er jedem der Anwesenden vielversprechend ins Gesicht, als wollte er ausdrücklich versichern, daß er sein Recht zur Verfolgung tatsächlich nicht bis ins Jenseits hinüber erstrecken würde. Der Tod wirkt in Zentrolafrika in ollen seinen Erschei- nungen viel alltäglicher als an vielen andern— ja vielleicht alltäglicher als an jedem anderen Ort der West. Und trotz- dem mochte der Tod des Hauptmanns einen starken Ein- druck auf mich. Am nächsten Tage, als ich mich vor dem Hause erging, überfiel mich urplötzlich ein Anfall von Hämaturie(Blut- harnen). Schnell ging ich zu Best, bat Vera, mir zu Trinken zu verschaffen. Zuerst fühlte ich mich gar nicht krank, im Gegenteil, ich fühlte eine ganz außergewöhnliche Leiätthcit und Kraft in den Gliedern. Dock) wußte ich ja, daß dicjc Krankheit, bei der die roten Blutkörperchen im Laufe weniger Wochen vernichtet werden, bis kurz vor dem Tode fast völlig schmerzlos ist. Ms Aerztc sind sich dahin einig, daß die Blutabgänge nicht mehr als fünf Tage lang andauern dürfen, wenn noch Hoffnung auf Rettung vorhanden sein soll. Und der Arzt ist in der Rachbarzone, viele Tagereisen entfernt. Aber selbst wenn er hier wäre, könnte er wenig für mich tun. Es gilt, soviel zu trinken, wie man nur bewältigen kann. Sonst schreitet die Krankheit unaufhaltsam fort. Vera war immer um mich. Meist saß sie auf meinem breiten Bett, ständig auf derWacht, ob mir etwas fehlen könnte. Ich wurde schnell schwächer. Schon am Nachmittag des zweiten Tages merkte ich, daß es mir schwer fiel. Wirklich- keit von Einbildung zu unterscheiden. Zwar wußte ich, daß ich in Afrika mar, aber trotzdepz sprach ich zu Vera, als wäre sie eine ganz andere Dame. Und sie erwiderte dann: „Ach, Iudchi, jetzt ist deine Seele weit fort, vielleicht in deinem Heimatdorf! Und Vera versteht die harte Sprache nicht, die du sprichst!" Dann erwachte ich, strich ihr über das Gesicht, nenne pe meinen zahmen, schmeichlerischen Leoparden. Ich spreche mehr und immer mehr und schmiege mich an sie. Und plötzlich bricht sie aus: „Jetzt ist Aera wie eine Mutter für dich, Iudchi! Du darfst nicht soviel reden, und du darfst mich auch nicht so viel langsam schlagen!" Viele Wochen lang mußte ich das Best hüten. Mein Bart wuchs mir bis auf die Brust hinab, aber das Kopfhaar fiel in großen Büscheln aus. Mein Gesicht vergilbte und wurde knochig und schmal. Die Zähne begannen lose zu werden und zu wackeln. Dann und wann kam ein Weißer mich besuchen. Aber meine einzige, wirkliche Gesellschaft war Vera. Eines Tages sagte sie: „Iudchi, erzähle Hltto B0,t jjer Frau, die du zu deiner ersten Frau begehrt hast? Ws du sehr trank warst, hast du stets von ihr gesprochen!" Lächerlich! Ich begann zu erzählen. Denn die Krankheit haste mich sehr schwach gemacht. Ich erzählte von ihr, die ich liebte. Aber auch von meinem fernen Heimatland, wo die Sonne ein halbes Bazandejahr lang nicht schlafen geht, sondern ohne Pause leuchtet und wärmt, denn in mehr als einjährigem Schlaf hat sie Kraft geschöpft, während der kalte weiße Regen das Land be- deckte. Ich erzählte olles Mögliche, was mir in den Sinn kommt, von Paris berichte ich, der Königin aller Dörfer von Monte Carlo, wo mancher Mann alles verspielt hat. was einer großen Familie an Hab und Gut gehörte, olle seine Hühner und Enten, seinen ganzen Anteil am Ameisenhaufen des Stammes und an der Jagd, alle seine Waffen und Weiber!(Fortsetzung folgt.) Lichtblick im Wohnungsbau? Lösung der Wohnungsfrage— Schlüssel zum Wiederaufstieg. In Frankfurt a. M. hat kürzlich eine bedeutsame Tagung statt- gefunden. Die fünf größten deutschen Vereinigungen. die sich mit Fragen des Wohnungswesens und woh- nungsbaues befassen, haben erneut ihre Forderungen zur woh- nungspolitik und zur Ankurbelung des Wohnungsbaues erhoben. Dies« Vereinigungen sind der„tiauptverband Deutscher Baugenossenschaften", die„Kommunale Bereinigung für Wohnungswesen", der„Deutsche Verein für wohnungsrefor m", die„Deutsche C a r t e n st a d t. Gesellschaft" und die„Vereinigung Deutsches Archiv sür Siedlungswese n". Auf einer gemeinsamen, großen, öffentlichen Kundgebung, auf der als Vertreter der Reichsregierung Ministerialdirektor Dr. Wälz und als Vertreter des Deutschen Städtetages Präsident Dr. Mute r t anwesend waren, sprach Minister Dr. chirtsiefer über die Zukunft der Wohnungswirtschaft. Von Bedeutung war, daß selbst Herr Hirtsiefer erklärte, eine Aufhebung der Wohnungs- Zwangswirtschaft komme erst in Frage, wenn genügend Wohnraum zu angemessenen Preisen zur Verfügung stehe. Aber auch dann dürfe es«in schrankenloses Kündigungsrecht des Vermieters nicht wieder geben. Mit dem staatlich geförderten Wohnungsbau fei eine neue Epoche des Wohnungswesens an- gebrochen. Im übrigen war der Schluß der Ministerrede außer- ordentlich optimistisch gehalten. Herr Hirtsiefer sprach von einem L i ch t b l i ck, der sich jetzt zeig«. Der Minister glaubt, daß die Ansicht einiger Finanzleute, die mit einer Verflüssigung des Geldmarktes rechnen, sich bald erfüllen und dadurch b i l- liges Baugeld'zu haben sein werde. In der Diskussion, die auf der Hauptverbandstagung an den Bericht des Vorsitzenden anschloß, sprach auch der sozialdemokratisch« Landtagsabgeordnete, Ministerialdirektor Meyer. Er erklärte, daß in den letzten Jahren die öffent- liche Leistungsfähigkeit auf dem Gebiete des Wohnungsbaues überanstrengt worden fei. Daraus resultierten die Schwierigkeiten auf dem diesjährigen Vaumarkt. Die Entlastung auf dem Kapitalmarkt bringe jetzt nur eine klein« Besserung. Wann endlich wird der Wohnungsbau angekurbelt? Folgende Resolution wurde angenommen: „Der 5. Allgemeine Deutsche Bauvereinstag in Frankfurt a.M. richtet an die Regierungen des Reichs und der Länder sowie an die gesetzgebenden Körperschaften folgende dringende Forde- rungen zur Wohnungspolitik: Während sonst im Wirtschofts- leben der Produktionsprozeß ins Stocken gerät, wenn keine Nach- frage nach Erzeugnissen besteht und wenn die Läger überfüllt sind, ergibt sich auf dem Gebiet« der Wohnungswirtschaft das eigenartige Bild, daß trotz einer außerordentlichen Nachfrage nach Wohnungen die Bauwirtschaft schwer daniederliegt. Diese Tatsache läßt darauf schließen, daß die Beschäftigungslosigkeit in der Bau- Wirtschaft und verwandten oder ihr nahestehenden Wirtschafts- Zweigen mit Hunderttausenden von Arbeitern und Angestellten nicht durch den natürlichen Ablauf der Wirtschaft bedingt ist, sondern auf nicht mehr zweckmäßig« Maßnahmen in der Wohnungspolitik zurück- zuführen ist. Der S. Allgemeine Deutsche Bauvereinstag kann nach wie vor in keiner Weiss das Heilmittel in der Behebung der Wohmingskrife in einem natürlichen Ausgleich von Angebot und Nachfrage erblicken. Eine Angleichung der Mietpreise an das vorhandene Wohnungs- angebot kann wegen der LebeNSnotwendigkeit der Schaffung von Wohnungen für die Allgemeinheit zur Bekämpfung von Woh- uungsnot und Arbeitslosigkeit nicht abgewartet werden. Erstes Erfordernis ist vielmehr die sofortige Ankurbelung der Wohnungsproduktion unter Anspannung aller vorhandenen Hilfsmittel. Dabei ist zu beachten, daß die Hauptnachfrage im Woh- mmgswesen auf Erstellung kleiner und mittlerer Wohnungen gerichtet ist."___ Felsbwck zerschmeiiert ein Auio. Die drei Insassen sofort getötet. Paris, 10. Juni.(Eigenbericht.) In der Röhe von Lyon slürzle am Dienstag infolge eines heftigen Sturmes ein riesiger Felsblock auf eine Ehaussee, über die gerade ein A u t o fuhr. Die drei Insassen des Autos, ein Lyoner Kaufmann mit seiner Familie, wurden aus der Stelle getötet, der Chausfeur wurde schwer verlehl. Ein Affe— Schrecken von Paris. Sr spielt„Nachtgespenst�/ Feuerwehr kann ihn nicht fassen. Paris, 10. Juni.(Eigenbericht.) Ein Teil der Pariser Feuerwehr hatte am Dienstag die seltsame Aufgabe, auf Affenjagd zu gehen. Der Affe, der Pfingsten aus einem Tierpark entsprungen war, hat seit seiner Flucht in die Freiheit eine ganze Anzahl Untaten vollbracht. Am Montagabend drang der Affe in ein Hotelzimmer ein, trank dort sämtliche Parfumflaschen eines Gastes aus, ver- schlang dann einige Blätter Briefpapier und knabberte schließlich den Tcppich a». Später zerschlug er einige Spiegel und Fenster- scheiden. Dann suchte er das Weite. Am Dienstag früh drang er in einem anderen Hotel in das Schlafzimmer einer Dame ein, wo er ein Stück Seife aufzufressen begann. Als die Zimmer- bewohnerin um Hilfe schrie, flüchtete der Asse, ließ sich auf einen Baum nieder und verzehrte dort in aller Ruhe das Stück Seife. Die Bemühungen der Feuerwehr, das Tier zu fangen, blieben bis Dienstag abend erfolglos. Iuniprogramm im Alkazar. Man ist jetzt im Sommer im Alkazar von dem großen Saal in den kleinen hinübergezogen und zeigt hier ein reichhaltiges Kabarettprogramin. Enah und Kasch verfügen über«in fabelhaftes Können im Tanzen? man würde sie gerne auf einer Großbühne wiedersehen. Sonja Carsten, eine reizende kleine Tänzerin, zeigt Spitzenkunst. Die Tänzerinnen Mary und Gibfy passen reizend zusammen. Das Matrosentrio Stovmi, Joanne, Loisset, Ballet Slawner und die Tylophon- künstlerin Anita füllen den übrigen Teil des Programms aus und rattuw bieten mancherlei Kurzweil. Die Kapelle Pawloff spielt. 'jsssm yinrexpmgr unct 9l3*iä% 3>er abonnierle Schlips. Das wird alfo, wenn sich die Hoffnungen der Herrenausstattungs- gefchäftc verwirklichen, der Schlager der nächsten und aller kommen- den Saisons werden: Das Abonnement auf Schlipfe, Kragen, Hemden, Unterwäsche, Socken und alles, was zu einer Herren- ausstattung außer dem Anzug noch gehört. Damit will man Se. Majestät dem Kunden das„Stottern" wieder ein bißchen abgewöhnen, denn wenn uns in den letzten Jahren auch oft genug versichert worden ist, daß der Kunde König fei, so ist zwischen ihm und anderen Königen doch ein kleiner Unterschied: Die lebten von ihren Bölkenr, man vermißte sie wirklich nicht sehr, ein Streik der König« hätte uns alle sehr kalt gelassen— nach Se. Majestät dem Kunden aber schreit sein getreues Boll und kann ohne chn nicht leben. Im übrigen kann man zugeben, daß die Idee was für sich hat. Es ist dem Angestellten wie dem Arbeiter jetzt zumeist nicht möglich, größere Anschaffungen auf einem Brett zu bezahlen. Während man bisher bei der üblichen Art des Kreditkaufes aber von„vorausgenommener Kaufkraft" Anschaffungen machte, die Der- pflichtungen nachher manchmal sehr drückend wurden, wollen die Herrenausstattungsgeschäfte nun den Modus des Abonnements«in- führen? für eine Zahlung von wöchentlich zwei Mark soll der Kunde imBerlauf eines Jahresein« komplette Herrenausstattung vom Hut bis zu den Socken erhalten— insgesamt Gegenstände im Wert von 110 Mark, während er nur 104 Mark einzahlt? der höhere Wert der Gegenstände soll ein« Prämie für treue Kundschaft sein. Die Sache hat einig« recht ver- lockende Seiten: Man zahlt, wie gewohnt, in kleinen Roten, hat für die eingezahlten Betröge freie Wahl unter allen Waren(die „Musterausstattung" ist ein durchaus unverbindlicher Vorschlag)? bei Arbeitslosigkeit oder sonstiger nachgewiesener Notlag« aber kann dos Abonnement sofort aufgehoben werden, eine Verschuldung des Käufers ist nicht möglich. Es kann auch„Mutter" hier für alle Familienmitglieder männlichen Geschlechts auf Geburtstagsgeschenk« abonnieren, zwei Brüder können gemeinschaftlich«in Abonnement nehmen— die Zahl möglicher Kombinationen ist praktisch un- begrenzt. In Amerika geht man übrigens mit diesen Abonnements noch ein Stückchen weiter: Da bekommt der Abonnent„die" Krawatte und„das" Hemd der Saison gleich ins Haus geschickt— und es ist ihm so recht und lieb, denn der amerikanische Geschmack ist viel mehr typisiert, und man trägt stolz die Krawatte, die alle tragen— man würde sich mit einer anderen geradezu„old-kasbioned* vorkommen, während hier wohl gerade das Recht freier Wahl dem Abonnement Freunde werben wird. In jedem Fall ist das Abonnement eine neuartige Art von Verkaufspropaganda und, genügende Sicherung des Kunden bei Konkursen usw. vorausgesetzt, eine Volkswirtschaft- lich durchaus einwandfreie Angelegenheit. T>on der geifligen llahrung. An dieser Stelle hat einst das stolz« Wort gestanden: Jedem Deutschen jedes Buch— eine Errungenschaft des Austauschoerkehrs der deutschen Bibliotheken. Mit den Zeitungen, dieser zweiten Quelle der Belehning und Hauptquelle für die Erkenntnis der geistigen Struktur der deutschen Lande, ist es nicht so gut bestellt. Run kann man natürliä) nicht verlangen, daß die Bibliotheken die Billionen von Zeitungsblättern aufstapeln, die alljährlich erscheinen, ober vielleicht ließen sich diese doch in den genannten Austausch- verkehr einreihen. Bon staatlichen und städtischen Ver- waltungen, von Vereinigungen aller Art werden gerade Zeitungen aufbewahrt, die in der Bibliothek des betreffenden Gebietes keine Sammlung jinden. Die Grundlage müßte jein, daß die Austauschstelle in den Besitz eines Verzeichnisses aller Zeitungen käme, die nicht von Bibliotheken, sondern von Amtsstellen und vm Vereinen gesammelt werden. Die Kosten sür das einzelne Amt würden minimal fein? bei den Vereinen dürste die Erwägung, daß auch sie einmal von der Einrichtung profitieren könnten, die kleine Mühewallung rechtfertigen. Die Hauptkosten würden der Berliner Austauschstelle entstehen, den Etat aber wohl nicht übermäßig be- lasten. Bei dieser Gelegenheit soll aber nicht verschwiegen werden, daß es selbst in Berlin Vereinigungen gibt, deren ansehntid)«r Bücherschatz nicht durch einen Katalog gebrauchsfähig gemacht ist. Ein bloßes Eingangsverzeichnis kann niemals einen Katalog ersetzen. Den Leitern solcher Bibliotheken würde die neue Aufgabe wahrscheinlich willkommenen Anlaß zur gründlichen Einkehr geben. SSrauchen �elephonautomaten llachlruhe? Wenn abends um neun Uhr die Telegrammannahmestellen ihre Schalter schließen, stehen den Berliner Bürgern außer den in Kaffeehäusern und Bahnhöfen untergebrachten Fernsprelhautoniaten nur noch die neuerdings unter freudiger Begrüßung eingeführten Straßenautomatenhäuser der Reichspost zur Verfügung. Aber diese Häuschen werden von der Reichspost abgeschlossen. Weshalb? Eine entsprechende Rückfrage beim Postamt ergab, daß es geschehe, weil die Automatenhäuser angeblich sehr häusig von Obdachlosen als Unterschlupf benutzt und verunreinigt würden. Ist denn das wirklich schon so oft vorgefallen, daß eine solche Maßnahme der Reichspost gerechtfertigt erscheinen dürfte? Und kann denn hiergegen nichl anders eingeschritten werden? R. G- Weberfälle in der Zifenbahn. Die Ueberfälle auf allem im Eisenbahnabteil sitzende Personen haben sich leider in der Verbrecherpraxis eingebürgert. Selbst im Nahverkehr kommen solche Attentate vor. Ein wirksames Abwehr- mittel wird schwer zu finden sein— die eigene Wachsamkeit wird am meisten dazu bellragen, daß solch« verbrecherischen Anschläge nicht zur Ausführung kommen. Bor ollem sollte der oder die Reisende sick, so setzen, daß die Notbremse leicht erreichbar ist. Da der Allein- reisende ja den Platz nach seinem Belieben wählen kann, ist die Erfüllung dieser Vorsichtsmaßregel immer möglich. Dann natürlich vermeide man Gespräche— es ist oft unglaublich, mit welcher Ojfcg- herzigkell Menscheg ihre persönlichen Verhältnisse offenbaren. Mit Polizeimaßnahmen allein ist diesen Verbrechern nicht das Handwerk zu legen? jeder Reifende sollte das Seinige dazu beitragen. Schlechte Zeiten für Pfandleihen. Die meisten Pfänder werden nicht mehr eingelöst. Die Basis des Geschäsl» der Pfandleihen ist Ehrlichkeit auf beiden Seilen, beim Kunden sowohl wie beim Pfandleiher. Vom Standpunkt des Psandleihegeschäsls befrachtest müssen wir in recht unehrlichen Zeilen leben, denn das Dreisache an dem, was a n Pfändern früher wieder eingelöst wurde, läßt heule das Publikum verfallen. Es sei als bekannt vorausgeschickt, daß dem Pfandlelher die verfallenen Faustpfänder nichl gehören. Er ver- wallet sie nur und kann die uneingelösten Suchen erst nach zwei Mmaten mit Genehmigung der Behörde öfsenllich versteigern lassen. Auch der Erlös aus der Versteigerung gehört ihm nicht? er hat nur das Recht, fein Darlehen, den Zinsbetrag und seine Un- kosten von dein Versteigerungsbetrag abzuziehen? ein etwaiger Ueberfchuß muß an das Wohlfahrtsamt abgeführt werden. Erreichen die Pfänder die Höhe feiner Forderung nicht, so werden sie ihm auf sein Gebot zugeschlagen. Sie sind dann erst Eigentum des Pfand- leihers. Er mag dann zusehen, wie er durch Verkauf der Sachen wieder zu seinem Eelde kommt? auf jeden Fall hat er vorläufig eine Minderung seines Kapitalfonds zu beklagen, des Geldes, mit dem er arbeiten muß. Um diesem Uebel zu steuern, haben die Berliner Pfandleiher in der Reuen Friedrichstraße ZS eigene Versteigerungsräume geschaffen. Sie wollen durch eine Kon- zentration ihres Versteigerungswesens eine Unkostenminderung her» beiführen und möchten auch dem Privatpublikum Gelegenheit geben, an einer zentral gelegenen Stelle sich reger an den Versteigern ngs- taufen zu beteiligen. Alles, was in Berlin zur Börse gehört, zur Brillanten-, Goldwaren- bis zur Kleiderbörse, also Orient und Okzident, trifft sich hier in den freundliicheii Räumen. �Die ausge- botenen Pfänder wandern von Hand zu Hand in kritischer Betrach- tung. Der Ausrufer klopft so lange auf den Auslagetisch, bis auch der zwelle Perlohrring wieder an der Oberfläche auftaucht. Hofen, Jacketts, Pelzmäntel und andere Garderobenstücke werden auf Reu- heit und Schneiderqualität geprüft. Mancher Käufer zieht auch die Sachen schnell einmal über, um zu sehen, ob sie für seine Figur passen. Andere kaufen wieder mll einer Zielsicherheit alles, was billig und erreichbar ist. Ganze Ballen gebrauchter Kleidungsstücke häufen sich vor ihren Füßen. Das Angebot steigt. Schon ist die im Buch eingetragene Forderung des Pfandleihers erreicht, ohne Zwischenfall fällt der Hammer. B« anderen Stücken will das An- gebot nicht recht vorwärts gehen. Da ist Wäsche, prima neuer Domast: zwei Betten mit Laken, der Psandleiher hat selbst 14 M. daraus geliehen. Mindestens muß die Sache 18 M. bringen, wenn Zinsen und Unkosten darauf geschlagen werden, doch das Angebot erreicht nur 12 M. Immer und immer wieder versucht der vereidigte Versteigerer und der Pfandleiher, der neben ihm sitzt, SO Pf. auf das Angebot draufzulegen. Es gelingt nicht. Mit 14 M. erhält der Pfandleiher den Zuschlag. Ein ganzes Warenhaus könnte eine Pfandleihe mit diesen Psandstücken ausstatten, auf denen es sitzen bleibt. Daheim wird der Pfandleiher versuchen, die Ware freihändig in seinem Geschäft zu verkaufen. Früher waren Gehröcke und Cuts ein gangbarer Artikel, die Händler verfrachteten sie zu den Reger- stämmen. Aber die Mode in Afrika muß sich gewandelt haben. Heute kann man in einer Pfandleihe am Alexonderplah einige kausend Gehröcke, das Stück mit 7S Pf., kaufen, weil sie schon jähre- lang dort hängen. Am Schluß der Versteigerung zeigt der Vorsitzende des Reichs- Verbandes deutscher Psandleiher, der zufällig seine eigene Versteige- rung abhielt, die Ertragsliste. Es find 254 Nummern zur Versteice- rung gelangt, davon lautet das jüngste Pfand noch aus dem Oktober vorigen Jahres. An Kapital waren 2741 M. zu fordern, ohne die Zinsen, Unkosten der Versteigerung, Saalmiete u. a., was ungefähr noch 200 M. betrug. Der Erlös belief sich auf nur 2034 M., so daß bei allem Rechnen die Bersteigerung noch mit einem V a r v e r l u st von 80 M. abschloß. Nur bei 18 Pfändern war ein kleiner Uederschuß über das Muß erreicht worden, der pflichtgemäß an das Wahlfahrtsamt abgeführt wird. Es zeigte sich, daß trotz vorsichtiger Beleihung die Sachen noch zu hoch beliehen waren, so daß der Pfandleiher mit knapper Not sein Geld wieder bekam. Für 80 Pfänder fand er obendrein keinen Käufer, sie gehören nun- mehr ihm. Es ist also durchaus keine sorgenfreie Existenz, die die Berliner Pfandleiher führen. ViÄe alte, eingesessene Pfandleihen sind in den letzten Jahren in Berlin„geplatzt", wie hier der sachtechmsch« Ausdruck lautet. Und das ist um so mehr zu bedauern, als gerade die Pfandleiher die„Bankiers der kleinen Leute" waren, die bei allerlei Notständen gern einsprangen. Flugtag in Tempelhof. Auch diesmal wieder Zirlusrummel. Hundcrtmarck ist tot: es lebe ID im pell Fliegen ist ja ganz schön, den richtigen Genuß aber hat man erst, wenn man sich mit den Zähnen an einem unter der Maschine befestigten Trapez sestbeißt und sich in der Luft entkleidet.„Diese Leistung ist bisher weder im In- noch im Auslände ubertrossen morden.*' Da haben wir's! Die deutschen Zähne in der Welt voran! Wenn wir nichts zu beißen haben, beißen wir ins Trapez. Die flugsportlichen Darbietungen bestritt Psingstsonntag der Udet-Schüler lstichard Kern auf einer Flamingä-Maschine: er flog sehr saubere Loopings und Rollen, stellte in 10rea»strahe Z0. N-eentibe? Markthalle. Verkäufe Teppichkau» Imit Lef�pre, Berlin. seit lS82 nur Oranienftrast« ISS. gah. lunaseileichterun« ohne Aufschlag. Neuer Satald» lastenfrei,__• Linoleum, Gjiflal, Äolonicstraße 9. Bekleidungsstücke, Wäsche Usw. Leihhaus Moristplah B8* verfault billigst stavalier.lbarderobe. teil« auf Eeide. Sabardinemäntel, Baleiot». An» »iiae von 25,—. BauchamUge. 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Es ist ungewiß, ob diese Verhandlungen zu einem Aicle sichren werden. Notwendig aber ist es, sich über den möglichen Sinn dieser Ver- Handlungen klar zu werden. während der Bürgerblock regiert... Es ist bisher die pikante Tatsache in der Oeffentli6)kcit noch gar nicht gewürdigt worden, daß diese Initiativ« der deutschen Unter- nehmer in einem Zeitpunkte erfolgt ist, in dem, öußerlich gesehen, die deutschen UiUcrnehmerparteicn es hundertprozentig in der Macht haben, die Wirtschaftspolitik im Deutschen Reiche zu bestimmen. Wir nennen diese Situation pikant, weil sie zeigt, daß auch hundert- prozentige Machtausubung in der Politik an den ökonomischen Zwangsläufigkeiten und Gesetzmäßigkeiten, die eine Wirtschaftskrise verursachen und den Wunsch noch ihrer Behebung diktieren, nichts zu ändern vermag. Diese Erkenntnis ist auch für die Arbeiicrschoft wichtig, die so manchmal über die ungenügend« Ausnutzung der politischen Macht ungeduldig geworden ist, wenn ihre eigenen Ver- treter in der Regierung sitzen. Die Situation ist ober iroch aus einem arideren Grunde interessant. Es ficht nämlich so aus, als ob die deutschen Unternehmer überhaupt ihrer politi- fchen Macht nicht vertrauen, nachdem sie die traurige Er- fohrung gemacht haben, wie Mittelstoird und Junkertum als vor- kapitalistische Schichten das, was dos hochkapitalistische System zum Leben braucht, schlechthin aus purem Gruppenegoismus sabotieren oder versagen. So scheint es kein Ausall zu sein, daß die Unter- nehmer, unbekümmert um ihre Machtstellung im Parlament, den Weg der Zusammenarbeit der querverbindenden Wirtschastsorgani- sotionen zu beschreiten suchen, und auch dos scheint uns eine wichtige Erkenntnis über die politischen Voraussetzungen für Erfolg« des hochkapitalistischen Systems zu sein, die wiederum die Arbeiter- schast sehr angeht. Die Unternehmer scheinen zu merken, daß ein hochkapitalistisches System politisch vor die Hunde gehen kann, wenn man die Führung der Wirtschafts-, Sozial- und Steuerpolitik von vorkapitalistischen Schichten abhängig macht, wie Junker und Mittelstand sie darstellen, statt sich bewußt zu sein, daß hxi den heute noch gegebenen Machtvcrhälrnisscn Fortschritte im kapitalistischen System nur mit den auf die Steigerung des volks- wirtschaftlichen Effekts bedachten fortschrittlichen Schichten der Ar- beiterklosse erreicht werden können. Die Arbeiterschaft kann das mit Genugtuung und als Beweis für ihr« politisch und ökonomisch un- erschütterlich«, weil in den Dingen begründete Mochtposition dn Hochkapitalismus ansehen... Das Ziel der Verhandlungen. Doch nun sofort zu den Dingen selbst, um die es vom Stand- punkt der Unternehmer bei diesen Verhandlungen der klassenmäßig ja entgegengesetzten Wirtschastsorganisationm geht. Da? Wort von der Arbeitsgemeinschaft ist in der Tat ein Gerede. Di« Untenrehmer haben auch nicht annähernd etwas ähnliches selbst vor- zuschlagen gewagt. Die Sanierung der Reichsanstall für Arbeits- ldfeniversicherung durch die ein prozentige Beitragsevliohuvig ist er ledigst«s bedurfte hier keiner Verständigung webr> nachdem ohne- hin- kein-abderer Ausweg bleibt. Aehnlich steht es, politisch gesehen, mit dem sogenanntm Notopse? der Festbesoldeten auch in der Privatwirtschaft, denn als außerordentliche Reichshilse hat das Reichs-kabinett selbst dieses scheinbar« Unternehmerzugeständnis in sein Finanzprogramm ausgenommen. So bleibt in der Tat— und das war auch, ausgefprechen oder nicht, bei den Verhandlungen das Entscheidende— was mit den Löhnen geschehen soll. Das war schließlich das einzig«, was die Unternehmer bei den von ihnen angeregten Verhandlungen inter- essiert. Freilich kam man nicht mit der Forderung heraus, die Lohne sollen in Deutschland gesenkt werden, ohne daß etwas weiteres geschieht. Die Arheiterorganisationen sollten sich bereit erklären, das Lohnniveau ohne Entfesselung von Wirtschaftskämpfen dann herabzusetzen, wenn das Preisniveau zurückgeht, und dicise Senkung des Preisniveaus, die ja vom Willen der Unlernehmer abzuhängen scheint, sollte dadurch gefördert werden, daß die Arbeiterorganisationen einer Senkung der Löhne zustimmen, sobald die Preise her- abgesetzt würden. Es ist auch in besonderem Maße beachtlich, daß diese Initiative ausschließlich von Männern ausgegangen ist. die der verarbeitenden Industrie nahestehen, und daß auch an den Berhandlungen zunächst niemand beteiligt war, der den kor- tellierien Industrien, besonders der Schwerindustrie, angehört. Es waren Männer, für die das Prinzip der freien Wirtschaft ein Idol ist, Männer, die unbedingt den Marktgesetzen vertrauen müßten, die ja ohnehin in der Krise eine Preissenkung zu erzwingen pflegen. Warum mißtrauten diese Männer den ökonomischen Gesetzen? Warum hoben es diese Männer für notwendig gehalten, der Preis- jenkung einen psychologischen und materiellen Vorspann zu geben? Wir glauben, die Antwort liegt darin, daß die verarbeitende In- dustrie aus sozialpolitischen Gründen jahrelang in falscher kartell- und wirtschastspolitischer Front gestanden hat und jehk an eine ausreichende Preissenkung durch die Kartell. iuduslrieu selbst nicht glaubt. Wie liegen denn die Tatsachen bei den Inlands- und Well, Marktpreisen der in Deutschland monopolisierten Produkte, durch deren Hochstand die verarbeitend« Industrie so schwer zu leiden hat? Im Monat Mai betrug der Weltmarktpreis für die Tonne Forme iscn 101,50 M., der deutsch« In- landsverbrauchcr zahlte aber im Durchschnitt 150 M.. und die Rülkvergütung für Erportzwccke ließ noch eine ungedeckte Differenz von rund 10 M. Bei S t a b e i s e n betrug der Wellmarktpreis 107,50 Mk., der deutsche Verbraucher zahlte im Durchschallt 152 Mk., und die Exportrückoergütung belastete di« verarbellende Exportindustrie noch je Tonne mit 13 M. Aehnlich ist es bei Bandeisen: bei Grobblechen betrug der Wellmarktpreis 129 M., der inlandische Verbraucher zahlte 161 M., und die Exportrückoergütung ließ noch«ine un- xedeckte Spanne von 5 M. Bei Mittelblechen ist es nicht anders. Ebenso liegt es bei der Kohle. Während di� englische Durst am-Kokskohle dem englischen Berar bester nur 12,53 M. ob Grube kostet, zahlt der deutsche Verarbeiter für fcll« Ruhrförderkohle ab Grube 16,89 M. Ruhrgießereikokz tostet ob Werk Zch52 M. für deutsche Verbraucher, Durhomkoks kollet für englische Verbraucher ab Werk nur 19,51 M. Die doutsche oerarbeitende Industrie ist, soweit sie exportiert, aus das schwerste durch die iiÄändischcn Monopolpreise belastet. Gießerei-Roheisen III kostete ab Werk im Mai in Deutschland 85 M-, in England rmr 67,70 M., in Frankreich nur 80,25 M. Stabeisev kostete in Deutschland III M., in Eng, land mir 130 M., in Frankreich nur 112-31 M. So muß das Aus- lond auch im deutschen Inland noch Boden gewinnen. In den wichtigen, ganz vom Weltmarkt abhängigen Rohstoffen, mie Zink, Blei, Aluminium, Kupfer, die fast ollein non der verarbei- tcnden Industrie gebraucht werden, hat die monopolistische Schwer- industrie wenig Bedarf. Die Preisstürze in diesen Metallen kann die verarbeitende Industrie nicht als Argument zur Preissenkung bei der Schwerindustrie vorbringen. Ilm so wichtiger sind für die Schwerindustrie die Löhne. Wir hoben restloses Verständnis für die aus solchen Preisdisserenzen bei der gegenwärtigen schwierigen Exportlag« und den außerordentlich schlechten inländischen Zlbsatzverhältnissen für die nerarbeitende Industrie sich ergebende Situation. Aber wir glauben, daß man eine Festlegung der Gewerkschaften aus bestimmte lohn- politische Derhallungsweisen auch deshalb wünscht, um den Druck bei der Schwerindustrie zur Preissenkung zu verstärken. Löhne vvi» preise. Sehr ernst ist aber die volkswirtschaftliche Frag«. welchen Nutzen denn eine irgendwie geartete Lohnsenkung zur Ilebcrrmndung der Krise haben könnte, besonders für den Fall, daß Lohnsenkungen nur in dem Ausmaße erfolgen würden, in dem Preissenkungen bereits durchgeführt sind. Da scheint uns denn doch sehr übersehen zu werden, daß nicht die Höhe der Löhne, sondern die Summe der ausgezahlten Löhn«, und zwar in ihrem Verhältnis zu den Preisen entscheidend ist. Dos Inland kann nur dann mehr Aufträge der Industrie zur Per- sügimg stellen, wenn die Ausnahmesähigkcit oder die inländisch« Kaufkraft der entlohnten Massen steigt. Di« Frage ist sicher zu verneinen, daß die bisherige Lohnhöhe an sich kriscnförde rnd gewirkt hat und daß eine nominelle Lohnsenkung ohne weiteres krisenmildern d wirken müßte. Soweit die Schwerindustrie in Frage kommt, ist die Ursache der Absatzhemmung in dem durch die Weltwirtschaftskrise und durch die Schwierigkeiten auf dem deutschen Baumarkt rück- gängig gewordenen inländischen Absatz begründet. Aber auch in der verarbeitenden Industrie sind es nicht die Löhne, die absatzhenunend wirken. Trotz der bisherigen Lohnhöhe hat die ver- arbeitende Exportindustrie im ersten Quartal 1930, während der Export aller Konkurrenzländer in der Well zurück gegangen ist, ihren Anteil am Weltmarktge-schäft noch steigern können. Was die exportierende Industrie heute an der weiteren Entwicklung und eventuell an der Konkurrenzfähigkeit, im Auslände hemmt, dos ist die Höhe der im Inland zu zahlenden, von der Schwerindustrie diktierten Material preise und wiederum der auch im Inland durch Wellwirtschostskrise und Verschlechterung des deutschen Lau- Marktes so stark rückgängige Absatz. L« safihen Zusummeichängen wiwrtai stoß nm ha Senkung der Löhne eine Belebung der Wirtschast«abgehen könnte. weil durch die Lohnsenkung die Selbstkosten zurückgehen, das kann nur der, der neue Aufträg« aus dem Nichts erwachsen sieht. Bon vornherein muß deshalb für oll« Verhandlungen über Löhn« und Preise die Erkenntnis feststehen, daß zur Vermehrung der inländischen Aufträge, die eine Steigerung der Kaustrost der jetzt gezahlten Lohnsummen voraussetzen, nicht nur Preissenkunzcn jeder Lohnocrändcrung vorangehen müssen, sondern die Preissenkungen stärker s e in müssen als jede nominelle Lahnsenkung. And zwar Preissenkungen, die nicht an den Großhandelspreisen gemessen werden, sondern an den Klein- Handelspreisen, die allein für die Bemessung der Realkauf- krast der Löhne maßgebend sind, unter Berücksichtigung der neuer- dings erhöhten Derbrauchssteuern und Zölle. Ucker die Volkswirt- schastlichc Gefährlichkell der Indexlöhno ist nichts Neues festzustellen. Wenn gesagt wird, daß das Zusammenwirken von Unter- nehmer- und Arbeiterorganisationen auch zur Behebung der Vertrauenskrise in der Wirtschast beitragen soll, so ist zu beachten, daß diese Vertrauenskrise von den Unternehmern selbst weit- gehend beseitigt werden könnt«. Wenn die ver- arbeitende Industrie non dem Argument der Schwerindustrie abrückt, daß Preise nur iin Ausmaß van Lohnsenkungen herab- gesetzt werdcn können, dann wird die allgemeine Preissenkung in Deutschland sehr schnell in Gang kommen. Sie könnte klar und deutlich außerdem«ine Kortellreform verlangen, die die Ausbeutung des Inlandes durch die Kartellindustrien ein- schränkt. Wenn ferner der Reichsoerband der Deutschen Industrie zusammen mit dem Industrie- und Hondelstag und mit dem Zentrolverband der Bankiers und des Bankgewerbes eine Kundgebung erlassen, di« die Kapitalflucht aus Deutschland alz schädlich und unmoralisch charak- t e r i s i e r t, dann können sich in Deutschland mll der Kapital- Versorgung auch die Kapitalpreis« bessern. Wenn man darüber hinaus di« Reichsregierung und die Reichsbank dazu ver- anlassen würde, in der Frage der öffentlichen Auslands- anleihen volkswirtschaftliche Vernunft endlich zur Geltung zu bringen, dann wird c? nicht nur mit der Vertrauenskrise, sondern auch mit der deutscl)«» Wirtschaftskrise überhaupt, soweit sie nicht von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängt, vielleicht bald zu Ende sein. Es ist nun durchaus in der Ordnung, daß die organisierte Ar- bellerschaft es nicht abgelehnt hat, mll den Unternehmern auch über Löhne und Preise zu verhandeln. Wir vertrauen den Ver- tretern der Arbeiterschaft, daß sie die volkswirtschaftlichen Gesam«- interessen und die Interessen der?Irbeiterschaft zu wahren wissen. Die Position der Arbeiterschaft bei diesen Verhandbingen ist stark, trotz der Krise. Aber für Arbeiterschaft und Oejfevtlichkeit ist es notwendig zu wissen, daß auch der kapitalistische Verhandln ngs- partner unter dem Druck van Zwangsläufigkeiten handett und daß für hochwichtige Voraussetzungen zur Krisen Milderung und zur Bc- seitigung der Vertrauenskrise die deutschen Unternehmer nicht unter einen Hut zu bringen sind. K.— r. Die Senkung der Eisenpreise. Ttnch der Verbindlichkeitserklärung. Die Eisenverbänd« wollen am Donnerstag über die nach dem gestrigen Stegerwald-Schiedsspruch erforderlichen Preissenkungen beraten. Möglicherweise soll die Cisenpreisermäßigung bei Sta->- eisen, wie gemeldet wird, noch über 3 M. di« Tonne Hinausgehen. Schon jetzt werden bei der Durchführung der Preissenkung für die einzelnen Produkte wegen der Kalkulation der eintretenden Er- fparnisse große Schwierigkellcn erwartet, da die Werke offenbar nur nach anteiligen Lohnersparnissen die Erlöspreise aus den einzelnen Produkten sich kürzen lassen wallen. Was ein« Preissenkung um 3 M. je Tonne bedeutet, mag folgende Tabelle klarmachen: E» kostete im Mai Deutsche Derar- ffrvort(Ävi) 5rotz Avivergu- auf dem Well- beiter�ahlm(im Aückvergü- wng bleibt eine markt Streckengeschäft tung Monopolpreis- 1 Tonne in Mar? ab Werk) Zum belastung Formeisen.. 101,50 141.00—154,00 34,00 8,50—18,50 Stabeisen.. 107,50 147 00—157,00 32,00 7,50—17,50 Bandeisen.. 120,00 171,00—178,50 40,00 11,00—17,50 Grobbleche.. 120,00 161,50 27,00 5,00 Mittelbleche. 132,50 165,00—172,00 25,00 7,50—14,50 Ab Werk war im Mai zu zahlen: Für 1 Tonne in Deutschland England Frankreich Gießerci-Roheiscn III.. 85 Mk. 67,70 Mk. 80.25 Mk. Stabeisen...... 141„ 130,—, 112,34. Das deutsche Inland wird danach van der deutschen Eisenindustrie um 39— 47 M. teurer beliefert als das Ausland. Trotz der Avi-Rückvergütung zahlen die exportierenden Derarbei- ter nach den Junisätzen noch 8— 16 M. mchrl Das wird sich jetzt — vielleicht— um 3 M.„bessern"'. Um diesen Preis wird eine Revolution im Lohn- und Preissystem durchgeführt, die noch die schwersten Kämpfe kosten wird. Ohne Stegerwalds Eingreifen hätte die Schwerindustrie die Preise von sich aus viel stärker senken müssen. Die Lohnopser wer- den umsonst gebracht. Wann endlich werden di« betrogenen Verarbeiterindustrien den Mut finden, sich zum Wort zu melden? Neue Oiskontsenkung nötig. Starke Entlastung der �Hchsbank in der ersten Lvniwoche- Nach dem Reichsbankausweis vom 6. Juni wurden die Kredit- kanten der Rcichsbank in der ersten Woche nach dem Ultimo wipder sehr stark entlastet. 73,5 Mill. Mark Reichsschatzwechsel wurden von der Reichsbankkundschoft wieder zurückgekauft, so daß sich die Bestände auf 10,9 Mill. Mark ermäßigten. Der Bestand an Handelswechseln ging um 81,2 aus 1792,6 Mill., der Bestand an Lombarddarlehen um 120,6 auf 67,1 Mill. Mark zurück. Di« unverzinslichen Gelder auf dem Girokonto hoben sich um 47,7 auf 448V Mill. Mark erhöht. Der Umlauf an Reichsbanknoten ist um 239,7 auf 4572,7 M'll. zurückgegangen. Li« Goldbestände mußten wieder beträchtlich vermehrt werden. Sie stiegen um 27,6 auf 2618,8 Mill: ebenso haben sich die Bestände.:n dcckungsfähigen Devisen um 28L auf 379,7 Mill. erhöht. DaS Deckungsverhältnis der Noten mochte wieder«inen be- trächtlichen Sprung nach oben. Durch Gold und deckungs- fähige Devisen war der Notenumlauf am 6. Juni mit 65.6 gegen nur 61.1 Prnz in der Vorwoche oedeck! Zu berücksichtigen ist bei diesen Ziffern, daß nicht einmal eine»olle Woche, sondern nur die sechs ersten Iunitage zur Abrechnung kamen. Die Eni« lastung der Reichsbank würde sonst noch erheblich größer gewesi» sein. Eine neue Diskontsenkung ist wieder föllig. D-r Pnnotdiskont ist gestern auf 35, Prnz. zurückgegangen. Tägliches Geld wurde mit 3— 35» Proz. gehandelt. Di« Reichsbonk wird sich der Ermäßigung auf 4 Proz. kaum noch lange entziehen können. Auch die Auflegung der Reparaticmsanleihe dürft« angesichts der miserablen Weltmirtschoftslag« an diesem Zwang„ich s ändern... Beimischung von Mouopolsprit. Zur Sanierung der Monopolverwaltuug und Bezahlung von Zunkeriubventionen. Die vom Reichstag der Regierung erteilte Ennächtigung sieht auch vor. daß von der Reichsmonopglvcrwoltung bestimmte Msngen Monopolsprll zur Beimischung zu slüssigen Kraftstoffen über- nommen werden müssen, lieber diesen Beimischungszwong soll am Sonnabend im Reichssinanzmivistenum eine Besprechung mit den Interessenten stallsinden, die zur Durchführung Dorschläge gemacht haben. Ein Mittagsblatt hat gemeldet, daß je 100 Litern aus- ländischem Betriebs st off 3 Liter Monopolsprit beigemengt werden sollen, was für die Bronntweininonopolverwol- tung«inen jährlichen Mehrabsatz von 600 000 Hektolitern bedeuten würde. Der Preis für den Monopolsprit soll so hoch festgesetzt werden, daß die Monopolverwaltuug keine Bersttste mehr aus dem Verkauf erleidet. Insgesamt würde eine neue Verteuerung um m bis 2 Pf. pro Liter eintreten. Im Augenblick lassen sich diese Angaben noch nicht kontrollieren. Wären sie richtig, so würde die Reichsmonapvlverwaltung«inen neuen Schlitz in eüicr gefährlichen Richtung machen. Ihre Ver- luste erklären sich in der Hauptsache aus den Liebesgaben, die für die kartoffelbrennenden ostelbischen Großbetriebe gezahlt werden. In den ostelbischen Großbetrieben steigen die Ein- nahmen aus dem Brennereirecht— die Ziffer ist pha i° tostisch, aber sie stimmt— bis zu 11 Proz. der Bruttoeinnahme! Was hier den ostelbischen Großbetrieben auf dem Wege über den Kartoffelsprst geschenkt wird, das soll nach der obigen Konstruktion der industrielle und private Kraststoffverbrauch wieder hereinbringen, obwohl erst ganz kürzlich Lenzinzölle und Banzmsteuern erhöht worden sind. Ueber diese Dinge wird sehr bald Klarheit zu schaffen sein. Beraiungsstelle wieder verlängert. Nach einem gemeinsamen Runderlaß des preußischen Innen. und des Finanzminffters ist die Geltungsdauer für di« Richtlinien über die Aufnahme von Auslandskrediten durch Länder und Ge- meinden oyn neuem verlängert worden, und zwar biszumTage der Aer abschicdung des Reichsetats des Jahres 1 9 30. Wie lange soll dieses Spiel der Derlängerung für die „Arbeit" der Beratungsstelle noch sortgesetzt werden? JMdikiÜtiBimr? — zur Hälfte öoppelftarker XsÜinmsr.zurHälftrMlch/ Ob helft vier gekühlt gleich köstlich/ Nr. 267- 47. Jahrgang Mittwoch, Zum �930 Emcs Arbeits klchrje der alle Cormeau später hei-m als pc möhnlich. Mißlouiriq uird in Gedanken versunken, schleppte er sich ivvrtlos an das Feuer. Er beachtet« sein Weib nicht, das auf einen . flaiy niederen Schemel saß. und, die Ellenbogen über die Knie gestemmt, langsam Rübeir für ihre Küche schnitt. Der Schatten des Abends häufte sich in dem Deckengebälk«, überflutete alle Winkel und senkte sich noch aurd noch über die ganz« Stube Aus der heißen Asche summte«in Kochtops. Neben dem Herd saßen zwei regungs- lose nachdenksame Kotzen mit halbgeschlossenen Lidern. Draußen mar strenger Frost. Aus dem Hügel gegenüber dem Haus« lag ein roter Nebel und mählich deckte der kalte Mantel der Nacht die Eben«, ut der hie und da der Reis, glänzenden Perlen gleich, ausblitzt«. Darm und nxmn hörte man dos Klappern von Hol-zpantofseln auf dem hartife-rorenen Boden. „Cormcau!" rief das Weib mit zitternder Stimme...„He, Eormeau!* Aber Eormeau rührte sich nicht. Er hatte die Arme über die dürren Bein« gekreuzt, den Nacken über die Knie gebeugt und schien ganz entfernten Gedanken nachzuhängen. „Horst du?" schrie neuerdings das Weib, deren Stimme im nachsenden Dunkel noch schriller wurde...„H«, hörst du? Die Rüben sind gefroren." Und als Eormeau dies« Mitteilung unbeachtet ließ, streckt« sie ihren kantigen kahlen Eulenkops aus dem ausgetrockneten Hals vor, und fügte mit bitterer Betonung bei:„Sie sind gefroren, sag ich dir! Freilich!.. Ich habe gewußt. Du hast heuer kein« Einschlag- grübe machen wollen. Hast es dir in den Kopf gesetzt.. Aber Eormeau antwortete nicht. Starr wie von Stein saß er ans seinem Stuhl«. „Was ist dir denn?..Eormeau!.. Hörst du mich nicht?" Erschrocken über sein Schweigen kreischt sie nun aus: ,�Die Rüben stnd gefroren, sag ich dir, dummer Kerl!... Aber was hast du denn?" In diesem Augenblicke pochte man draußen an der Türe und gleich daraus wurde in der offenen Tür« der Schattenriß eines Bett- iers sichtbar, dessen elende, hager«, flehend« Gestalt sich scharf von dem blassen Abendhimmel abhob. Und während Eormeau und sein Weib gleichzeitig voll Mißtrauen ihre an nächtliche Raubvögel ge- mahnenden Köpfe vorstreckten, hört« man eine zitternde Stimm«: „Bitte.. bitte. Der Blick des Bausni unter den stark gerunzelten Brauen wurde sehr hart.„Geh weiter, Faulpelz", sagt« er...„Für Taugnichtse haben wir nichts." Di« klagende Stimme Hub wieder an:„Bitte guter Herr!... Es ist so schrecklich kalt! Heute Nacht kann man so leicht am Wege erfrieren.. „Was tümmerts mich... schau daß du weiter kommst!" „Wenn Sie mir nur ein Lager geben wollen.. einen Winkel in ihrem Stall... nur für einige Stunden." „In meinem Stall!" Eormeau brach in ein hönisches Lachen aus. „Geh, geh, was glaubst du denn, mein Bürschchen? Bei meinen Kühen?... Was dir nicht einfällt... geh weiter!" „Bitte, bitte... ich habe seit gestern nichts gegessen!" „Mach dich fort!" „Mein Kamerad ist gestern nachts im Straßengraben er- froren... Muß ich denn dos gleichen Todes sterben?" „Mach daß du fortkommst!" „Bitte, Barmherzigkeit!" Die Stimme war schwach und weinerlich. Eormeau brüllte: „Sieh, daß du fortkomanst, sog ich dir. Wenn du kein Tauge- nichts wärst, dann hättest du genug, dich satt zu essen und wüßtest auch, wo du schlafen kannst. Sa ist es ganz recht für dich. Glaubst du, ich arbeite, um Taugemchts« zu füttern und Spitzbuben zu b«. Herbergen! Vorwärts... Fort mit dir... Mach mich nicht wild... Mich friert schon im Rücken bei der offenen Türe." Achselzuckend nahm der Bettler seinen leeren Sack über die Schulter und sagt« einfach:„Das ist nicht recht! Das ist nicht wohl- getan... lebt wohl!" Dann zog er die Türe zu und ging langsam seines Weges, während er fast kaum vernehmbare Worte murmelt«. „Dos ist doch zu dumm!" murmelte Eormeau und sagt« zu ieiner Frau in befehlendem Tone:„schieb den Riegel vor die Tür. Sie sollen klopfen, so lange sie wollen." Die Frau gehorchte. „Ist das ein Elend," sagte sie leise, während sie die Tür mit einer starken, in die Mauer eingelassenen Eisenbarre verschloß.„Ist es nicht besser, wenn solches Geschmeiß krepiert? Wenn man all« Nichtstuer ausfüttern sollte, die vorbeikommen, na, da danke ich schön. In unserem Stall schlafen zu wollen!... daß die Kühe dann allerhand häßliche Krankheiten bekommen." Da es indes Nacht geworden war, zündet« sie«ine Kerze an, setzte sich wieder aus den Schemel und fuhr in chrer Arbeit fort. Eormeau hatte sich auf seinem Stuhl ausgerichtet und betrachtete mit stierem Blick, wie dos Feuer langsam die Kohle verzehrte. Nach einigen Minuten begann die Frau:„Eormeau!... He! Mann!... Ich sag dir, die Rüben sind gefroren... Bist gar taub?... Warum sagst du denn nichts, wenn ich zu dir spreche?" Beim spärlichen, flackerndem Licht« der Kerze betrachtete sie den n erschrumpften Bauern, der unbeweglich beim Feuer saß, und sie widerholte:„Warum redest du nicht? Du hast irgendwas, was dich quält. Du bist nicht wie sonst." Endlich anttvortet« Eormeau:„Nichts Hab ich." „Oh ja, du hast ivas! Du bist krank... Mir scheint, du bist ganz rot... Mir scheint, du bist beinahe violett." „Nichts fehlt mir," versicherte der Bauer nochmals mit ficht- lich-r Anstrengung. „Aber doch... Bist ja ganz l�lau." „Ich bin ganz blau?" „Ja. ganz blau bist!" „Na, ja, ich weiß nicht, was mit mir ist. Freilich fühl ich mich nicht recht wohl. Es saust mir in de» Ohren... und jetzt saust es oben im Kopf. Als ich vorhin ans R« m y s Feld war, glaubte ich umzufallen. Aber das macht mir nichts... Ich merde ein wenig gehen, es wird mir gleich wieder besser sein." Er veriuckste sich zu erheben, konnte aber nicht. Es kam ihm vor, als sei sein Körper plötzlich Blei geworden. Ein« seltsame Schwäche übersiel sein« Muskeln, brach seine Arme, zermalmte ihm das Kreuz. Seine matten, feuchten Hände vermochten die Stuhl- lehne nicht mehr feftMihaiten. Sein« Zunge versogt« den Dienst. und die Gegenstände ringsum begannen sich im Kneife zu drehen, nahmen seltsame, lebende Formen an, die wie Gespenster aussahen. dmt Bant rote Flamme.,. eine Stichflamme leuchtete plötzlich Oclave lllirhwm: SDßl* �>0(1 ift Iii Iii vor seinen Augen auf, krnzic herum und verschwand in einer dunk- lcn Nacht, die aus den, Erdinnern zu kämmen schien. Er seufzt« schwach. Seine Kehle war trocken, sein Atem schwer: „Ich glaub, ich werd sterben. Jawohl! Jawohl!..." „Geh, wie kannst sowas sagen," sprach die Frau. „Ja, ja,... ich glaub, ich werd sterben." „Aber nein, du hast nur einen Wind im Kops!" „Ja, ja... ganz sicher werd ich sterben. Ich Hab keinen Wind im Kopf. Den Tod Hab ich im Kopse! Leg mich auf den Boden, sonst ersticke ich.. Sie streckte ihn auf den Boden ans, schob unter seinen Kopf ein Kissen und schob fem« schlotternden Berne zusammen, die bereits kalt zu werden begannen. „Nun höre wohl," sadte Eormeau mit verlöschender Stimme. „Gib acht, daß du verstehst, was ich dir erklären will. Komm näher... es geht schon sehr schwer..." Die Frau beugte sich über des Sterbenden Antlitz. „Hörst du also?" „Ja, ich höre!". „Die Sache ist die!... Der Friedhof ist zu klein... ich weiß, daß er zu klein ist!" „Iawhol!" .�lch weiß, daß ihn der Gemeindsrot vergrößern will! Ich weiß, daß er das Feld von R«my kaufen will!" „Jawohl!" „Aber Remy weiß nichts davon. Also, gib acht, was man da tun kann. Höre zu. Du wirst Remys Feld kaufen. Es ist nichts wert... Lauter Steine... ein Schindanger. Mit 20 Pistolen hast du es gut bezahlt." „Aber wenn es steinig ist, will ich es nicht kauscn." „Höre, wenn du es gckoust hast, machst du es der Gemeinde zum Geschenk." „Ich soll das Feld der Gemeinde schenken? Bist du verrückt ge- worden, Eormeau?... Du redest so, weil du krank bist." „ Sei ruhig... Du machst es der Gemeinde zum Geschenk mit der Bedingung, daß die Gemeinde dir dafür im Friedhos« einen Platz von fünf Quadratmetern für immer überläßt. Das hat einen Wert von fünfhundert Franks. Verstehst du? Du gibst zweihundert Franks her und bekommst dafür fünfhundert! Dabei sind dreihundert Franks gewonnen. Mußt dich aber eilen. Geh gleich morgen zu Remy. Aber iricht später als morgen!" „Fünfhundert Franks! Fünfhundert Franks!" Und die Frau verlor sich in Gedanken über die genannten Summen, überschlug im Kopfe den Reingewinn' dieses Unter- nehmens. Sie merkte nicht, daß er zu sprechen aufgehört hatte. Sie hört« das schwache, ersterbende Röcheln nicht, das wie das Ge- räufch einer ablausenden Uhr aus seiner Kehle kam, sie sah nicht, wie seine Finger sich krampsten, wie seine Beine sich verzerrten, nicht seine Augn, deren Apfel sich unter den erweiterten starren Lidern zurückrollten, daß nur das Weiße stchbar war. Plötzlich kam der Bäuerin ein schwerer Einwurf in den Kopf: Wie, wenn die Ge- meinde das Geschenk zurückweist?... sagte sie sich, voll Angst vor dieser Möglichkeit. Dann ruft sie:„Eormeau!" Aber Eormeau antwortete nicht. Sie beugt« sich über ihn, legte ihre knochigen Hände auf die Brust ihres Mannes und schüttelt« ihn an den Schultern:„Eormeau! Eormeau!" Wer Eormeau antwortete nicht. Er war tot. ArbeUslole in Von Colin ffioß Vor der Kellerei des Weiiigutbesitzers standen eine Menge Autos „Haben Sie so viele Wagen?" ,L wo, die gehören den Arbeitern!" Die Arbeiter standen in langen Reche» im Weinberg und schnitten die überreifen Trauben, aus denen der schwere, süße australische Wem gekeltert wird. Die gute Hülste waren Mädchen und Frauen. Sie trugen Kleider vom End« des vorigen Jahrhun- derts und Schutenhüte, aber kein« war ohne Handschuhe— Hände und Finger dürfen doch nicht durch die Arbeit leiden.. Sonne, Trauben, eigene Autos— derartiges mochte das halbe Dutzend Heizer und Trimmer der Leuna wohl gehört haben, das gleich am ersten Abend in Port Adeleide„ausstieg". So eilig hatten sie es, in das gelobte Land zu kommen, daß sie nicht einmal die Auszahlung der Heuer abwarteten Wenn sie nur bis zum nächsten Morgen gewartet hätten, da bot sich die vierfache Zahl als Ersatz an, stand schon in aller Frühe vor der Kammer des leitenden Ingenieurs. Mit jedem deutschen Schiff ist es dasselbe. Regelmäßig desertieren im ersten australlschen Hafen ein paar Mann, die es meist schon am folgenden Tage bereuen und alles daransetzen, mit dem nächsten Schiff wieder in die Heimat zurückzukommen. Auch die sechs aus der Leuna„Ausgestiegenen" sprachen mich- auf der Strasse an, jammerten mir ihre Rot vor und baten, ihnen Brot und Arbeit zu verschaffen. Das war am gleichen Tage, an dem ich auf dem Victoria Square auf eine ungewöhnlich grosse Menschenmenge'stieß. Wenn sich in den Straßen Adeleides Menschen zusammenballen, so im allgemeinen nur, um den Nachrichten von dem großen englssch- australischen Kricketmatch zu lauschen, die jede Zeitung durch An- schlag und jede Radiohandlung durch Lautsprecher ununterbrochen bekanntgibt. Aber auf dem ganzen Victoria Square gibt es weder Zeitung noch Radiogeschäst. Die Menschen auf der weiten Rasenfläche hatten auch durchaus nicht den gespannten Ausdruck im Gesicht, den die Massen haben, die angstvoll auf bessere Nachrichten von den Kricketwettspielen lauschen: denn die Sache steht herzlich schlecht für Australien. Sie scheinen im Gegenteil viel Zeit und Muße zu haben. Sie sitzen auf den Bänken, liegen aus dem Rasen, lungern herum. Es sind gut- angezogene Männer, jünger« und ältere. Die Ansammlung würde wie ein Picknick wirken, fehlten die Damen nicht. Ich weiß nicht, was los ist. Für alle Fäll« mache ich eine Auf- nähme. So unauffällig wie möglich. Aber schon bin ich bemerkt. Die Männer springen auf, umringen mich, reden auf mich ein. Es find gut 3tK) bis 400. Es sind Arbeitslose. Als sie hören, wer ich bin, hält einer ein« Ansprach«:„Gentle- men. dieser Herr ist von der Presse. Er will eine Aufnahme von uns machen". Als sei dies eine Zauberformel, so löst sich sofort das Durch- einaieder. In geschlossenen Rechen marschieren sie vor mir auf: die erste liegt, die zweite hockt, die andern dahinter stehen, ganz wie bei. einem Vereinsausslug. Ob ich will oder nicht, ich muß sie photo- graphieren. Darüber aber entsteht auf der Straße ein Auflauf. Polizei erscheint. Es ist durchaus nichl gemütlich Aber ich bin noch nicht enl- lassen. Der Untersetzte mit dem roten Schnurrbart, der die Ansprache gehalten hat, fährt fort:„Gentlemcn, dieser Herr soll auch unser» „Shed" sehen". Und wir marschieren im geschlossenen Zuge, der Roihaarige mit mir an der Spitze. Jetzt kommt schon die Polizei auf Motorrädern an. Der„Shed" ist ein Wellblechschuppen in einer engen, schmutzigen Nebenstraße, der offizielle Arbeitsnachweis. Die Arbeitslosen aus dem Schuppen stoßen mit denen von der Straße zusammen. Das Gedränge wird lebensgefährlich, aber es gibt eine dritte Ansprache: „Gentlemen, dieser Herr will unsern Schweinestall photographieren, in dem wir vergeblich auf Arbeit warten". Wieder muß ich eine Ausnahme machen. Aus der Menge hagelt es jetzk Zunise:„Bring uns in die Presse! Und schreib, es sollen ja recht viele Einwanderer kommen. Du siehst ja, wie gut es uns geht!"— Ich mache, daß ich wieder in die Hauptstraße komme. Die liegt mitten in der Sonne, in dieser her-llichen südaus- stralischen Sonne, die wie über die Landschaft verteilter Goldf�immer wirkt. Die Auslagen prangen von Trauben und Pfirsichen, größer als eine Männerfaust. Ich muß an die Menschen denken, die diese Früchte pflücken und die 80 bis 100 M. die Woche verdienen und die zum großen Teil ihr eigenes Auto hoben. (Mit besonderer Erlaubnis des Verlages F. A. Brockhaus. Leip- zig, dem Buche„Der Unvollendet« Continent" von Colin Roß. ent- nommen) Sin SorichungsinflHut über den Wolken Die höchste und einzige wirtlich hochalpine Forschungsstation Europas wird jetzt auf dem Jungsraujoch errichtet. Der Roh- bau soll im Laufe des Sommers fertig werden und die Einweihung im Herbst erfolgen. Wie Dr. Ander in der„Umschau" mitteilt, ist dieses Observatorium, das auf einem steilen Felsen des Jungfrau- jochs in einer Höhe von 3437 Meter errichtet wird, von außen her kaum zugänglich: man kann es aber, von Wind und Wetter unabhängig, jederzeit bequem durch einen unterirdische» Gang erreichen, der vom Tunnel der Jungsraubahn abzweigt und das Institut auch mit dein Gipfel der Sphinx verbindet, aus dem der meteorologische Turin in 3577 Meter Höhe steht. Die günstige Lage im Herzen Europas, die das Institut besitzt, und die sichere und rasche Verbindung mit der Umwell werden für die wissenschaftliche Arbeit von ausschlaggebender Bedeutung sein. Die Forscher befinden sich hier zwar inmitten tausendjähriger Gletscher in der Region des ewigen Schnees, können aber in knapp drei Stunden mit der Jung- fraubahn nach Lauterbrunnen oder Grindetwald gelangen und finden in Jnterlaken Anschluß an die Schnellzüge. Durch die höchste Eisenbahn Europas, die Iungfraubahn, wird dieses Forscherhaus über den Wolken sogar mit elektrischer Kraft gespeist. Alle wissen- schaftlichen Apparate und Werkzeuge können bequem herausgebracht iverden. Diese arktische Hochgebirgsstation soll vor ollem astrono- mischen und meteorologischen Forschungen dienen. Dann aber auch dem Studium der Botanik. Gletscherkunde, Biologie und Sonnen- strahiung. Die meteorologische Zentralstelle in Zürich erhält bereits dreimal täglich vom Iungfrousoch telephonische Wetternachrichten, die sofort allen Wetterwarten mitgeteilt werden. Di« in der Welt einzig Statt«! wird den Gelehrte» all« Land« zeöjsnet, und auch Deutschland wird dort häufig vertreten sein, denn die Kaiser- Wilhelm-Gesellschast hat sich finanziell an dem Bau beteiligt. Das gleiche haben das amerikanische Rockesellcr-Jnstitut und das Pariser Physikalische Institut getan. Qedanken find wohlfeil Dr. Francis G. Benedikt vom Ernährungslaboratoriuin des Carnegie-Jnstituts in Washington widerspricht der allgemeinen An- schauung, daß man bei gesteigerter geistiger Anstrengung auch größere Energiemengen verbrauche. Er stützt sich dabei aus die Ergebnisse der Versuche, die er zusammen mit seiner Gattin ange- stellt hat. Die Untersuchungen erstreckten sich auf genaue Messungen der Veränderungen de- Herzschlags, der Atmung, der Ausscheiduüg von Kohlensäure und besonders des Sauerstoffverbrauchs, Verände- rungen, die an fünf Männern und einer Frau unter drei verschiede- nen Bedingungen untersucht wurden: Zuerst während der körpsr- lichen und geistigen Ruhe und vollkommenster geist ger Entspannung: zweitens während der Reaktion auf ein elektrisches Signal, und drittens während fünfzehn Minuten, in denen die Versuchspersonen mit der Lösung verwickelter Probleme der Kopfrechnnng beschäftigt waren. Die Versuch« ließen erkennen, daß die Wirkungen der geistigen Anstrengung unmittelbar sind und keine Steigerung zeigen, wenigstens dann nicht, wenn die Anstrengung cinheiilich aus einen Gegenstand gerichtet ist Der Extroverbranch a» Kalorien betrug nur 4 Prozent/was als eine überraschend niedrige Rate zu bezeichnen ist. In den Ruhepausen, die der geistigen Anstrengung folgten, fielen alle in Betracht kommenden Faktoren unverzüglich auf den früheren Stand zurück �und gewannen ihren natürlichen Zustand wieder. efatfeabiwgen für diel« Rubrik find »« r l i u SD«, Lindenstraße Z. parteinachnchtenAMl, fürGroß-Äerlin stet» an da» Be,iik»s«ti«tarlal 2. Hos, 2 Treppen recht,, zu richten. 1?i. Abt. Mtzl'rderp'.rfamTniunz in den AroriniusHaHen, Bremer Ttraße. Rekerat Landtqzsabzeordneter Ziarl Weiner. Ii.''. Abt. Heut» Kodlabende in folgenden Lokalenr Lchulze, Eomariteritr. N, Ächnörer. Bniztstr. M. Graubner. Zoigtstr. W, Schule Samariterstr. A. 7».«it. Wil««l»dorf. Udteilungsner kam arlur a deute. Ai Udr. Bikioria. garten, WiKelmoaue. Referat des Genossen Belger iiier den Reichs- mehreiat. >d.»it. Schönebcrq. Heute, 20 Udr. im Kelmdolli-Gnmnassum. Ruie.nsssraßc, Mitzlied.'rverfammlung...{() Zachrc Parieigeschichte Lchiwebergs." Referent Genasse ssr'ß Naiver. Stadtverordneter. »it. Marievdnrf. Ber?adlobend findet erst am f. Mittwoch, am Li. Zunr. stgti. Kt. Abt. Reuiöll». Heute. 2g Ildr..aadladende.!. drs Z. Bssirü der Grommeck, Sanderstr. ld n. ti.. g. id. Be,irk bei Tiesler. Reuierstr. 47. It.. l2.. lv.. Derirk bei«odlis». Hodrechlitr. K. 7.. 13.. 14., 15. Be. »irk bei Brandt. Pflitgcr- Est- Ranfenstraßc. !>t.»it. zgfi., 107. und HO. Bezirk: Heute um 20 Udr.nadlabend bei Sin. topf, Kaiser. ssriedrich- Sck? Marefchstroße. Die anderen Aadlodcnd« tagen eine Wache spater.—?unltj»närvcrsommlung am ssreitag, 13. Juni, 20 Uhr, der Schauer, Treptower Str. 20. Arauenvcranstolkungcn. ZI.»it. Motordaattahrt Sonntag, 18. Juni, fallt aus. Donnerstag. IS. Juni, van im Uhr an,«emiitlichcs Beitammenfein im Balkspark Reutdlln. am fflugplafi. Alle Genossinnen und Genossen ssnd herzlichst inngeladen.— C. Hansen. M. Srmmel. Zungsozialisten. W'rdeiezirk Rordcn: Isreitag, 13. Zum, 30 Uhr. in der Schule Bank. Ecke Biesenftraße, im Phnsskzimmer. Werbedezirksmitglicdervertammlung. Toaes. ordnung: Untere öommerarbcit. Arbeilsgemeinschoft der Sindersreunde. Resttallenoertchichnngl Betrifft Munsterlager!?, haben noch nicht alle ssrers« ihi« Restfalken fiir das Munsterlager angemeldet. Bis 14. Zuni mtiffen all« Anmeldungen filr Kinder und Helfer eingegangen sein. Anmeldungen ssnd zu senden an Annemarie Simomski. Berlin SW. Ol, Wartenburgstr. 18. K»ei» Reulalln: Mjlnsterlagcrteiln.edmer! Die Vollversammlung der Rest» kalken mit Eltern findet deute. Mittwoch, um ISsn Uhr. im Jugendheim K»nner Ecke Böhmische Straße, stait. Wir wjtnschcss, daß oll« Eltern»no Nestfalken teilnehmen, da wir wichtige Insarmationen geben müssen. Am Donnerstag ist im Zuaenddeim E-ngdoferstraßc um 18 Uhr Arbeitsstunde. Di» Gruvpen rechnen Kauschein«. Sammellisten. Marken ab. Eben''» müssen schon Teilbeträge zum Zeltlager bezahlt werden. Am Sonntag Schlußmrldc. tcrmin zum Zeltlager. Geburtslage, Jubiläen usw. 8».»it. Unserem Genossen Ludwig Schwing nnd setner Trau her,. liche Glückwünsche zur Vermählung. {«Sterbetafel der Groß- Berliner Partei« Organisation M. Abt. Briß-Duckoni. Die Genossen beteiligen sich am Mittwoch an der Einäscherung des Genosse» Oswald Mai. Treffpunkt vor dem ssrema. torium um tS?L Uhr. Vortrage, Vereine und Versammlungen. # Reichsbonner„Schwarz-Rot-Gold". Geschäftsstelle: Berlin E 14. Eedastianstr 37—88. Hak?. Tr Neukölln. Brih. 4. Kamcradichaff: Der Kamerad Lsevald Wae ist verstorben EinäscheNinq Mittwoch, 17 Uhr. im Krematorium Baum- tchulenweg.— Donnerstag, 12. Zuni. Prenzlaner Berg: Kameradschaftsver. temmlizn»»» um 10 Uhr: Kameradschaft Köniastor bei Rösner. Immanuel. kirchstr. 22. Äagiergdschast ssalke bei Zeuge. M'loftr. 5. iSrix-ig-ulölln 185t Uhr Antreten Kranaldplaß. Marsch zum Platzkonzert der 4. Kamerad. tchaft.— Freitag, 13. Iunt. Prenzlauer Berg, Kameradschaft Geneselderpiatz: 20 Uhr Aametadschaftsversammlung bei Heile». Mctzer Straße Ecke Prenzlaucr Ast»«. Wegen der. Altona'ahrt findet die Dersawmlura fritber statt. Krruz. berg. Zug 1: 20 Udr Versammlung bei Seebai, Willibald-Aleris-Str. 2. Schöneberg. ssriedenou. Kametadschasten. Nsllendörf und Rathaus: 20 Uhr Käme. rgdschgftsrersammlunq bei Jiirzcns. Ladbardssastr. 5». Kam. Neumann spricht über»Die politische Lage"._ hleiriter.Radia Bnnd Dautschlaad». e. B.. Gruppe Fried richshain. 2. IL. Juni. mt Erscheinen wichtig Sport. Rennen zu Karlshorst am vienstag, dem 10. Aunl. 1. Rönnen. 1. Cardinal II(ö. Jmho!), 2. Bigor. 3. Enzian. Solv: 43:10, Platz: 20, 34: 10 Ferner tiefen: Niederwald, Greif sgef.). 2. Rönnen. 1 Funker lMüichen), 2. Mailrone, 3. Geralca. Toto: 17:10. Platz: 13, 33, 16:10. Ferner liefen: Sonate, Fatnie, Funker, Hathor, Most, Lawine. Luft nnd Leid lgef). 3. Rennen. 1. Araber iFranzk«), 2. Anton, 3. ManneStrelle. Toto: 33:10. Platz: 16, 21. 24:10. Ferner liefen: La Rargna, Malkaste», Felix csto, The Outlaw, Parademarsch. 4. Rennen. 1. Doktor Mabuie sv. Holtetzf, 2. Senouiss, 3. Richtlinie. Toto: 4S:10. Platz: 15. 15. 14:10. Ferner liefen: Rosenprinz. HuSdtnt sl. dijss.), LelkeS. Hardinao, Kitz me quick. 5. Rennen. 1. Kili(Dtticl), 2. Moicllansr. 3. Spala. Toto: 20:10. Platz: 14, 14: 10. Ferner litten: Graphit, Dirradal fangeb.), Veieda(angeh). 6. Rennen. 1. Paroli(Müschen). 2. Friderun. 3. Felicn. Toto: IS: 10. Platz: 13, 21:10. Ferner liefen: Neuer Ulster. FrundSberg. Le. 7. Rennen 1. Fiamelta lO. Schmidt), 2. Judith, 3. Anastasia. Toto: 20:10. Platz: IL. 23. 21:10. Ferner liefen: Fatmie, Sigmar, Gilde, Teja, Melamorphosc, Variante, Simplark, Doralide. SozialiUSe Arbeiterjugend Groß-Berlin Giofendimgen für dlese Iwbrlk nur an das Zugendsefreiartat. Berlin GW SS. �.lndensiraße 3 ÄbteilmigOleites, sorgt dafür, daß die Karten zur Lonnemvcndfsier und zum Rast abgeholt weisen. heule, ZNittwoch. 19� Uhr: Gesundbmmnen ll: Heim Ehristianialtr..38: �Togesvoiiiik�.— Jfumkfutl« Viertel: Heim ssrankfurtcr Wer 807: Lichtbilder:..Ernstes und Heiteres über Wien".— Petersburger Viertel: Heim Tilsster Str. 4:»Tagespolitik".— Reiche nberger Viertel: Heim Britzrr Str. 27— 30;»Sexuelle Fragen". 2. Teil.- Livdcniof: Jugendheim der Siedlung Linbenbof:..ArbeiterdiHter".— Ehar» lottenburg-Rord(Aeltere): Heim Olbersstraße:»Palitifch« Erziehung der Jugend".— Lankwitz: 12. Gcmeindeschul«. S«l>ulitraße:.„Warum bin ich in der LÄI.?"— Tempelbvs: Lnzeum Germaniastr. 4— 6:»Grundlagen der Religion". Köpenick: Heim Tahlwitzer Sir. 12: Vorstandsfitzung.— Falkenberg: Jugend- beim der Gartenstadt:..Freiheitsbewegung in Indien".— Friedrichshag»»: Heim Friedrichstr. 87: �äinol«umschnitte".— Lichtenderg-Narbwest: Heim Rat- haussiraße. Baracktzn: Fahrtcncrlebnisse.— Lichteuberg-Rcu: Heim Hauffstratze: »August Bebel". SSE. ReulöllN! Heim Bergftr. 20:„Tagespolitik". Werbrbezirk Prenzlauer Berg: Eprcchchvrprobe im Heim Eleimstr. 26, 20 Uhr. tag. IL. Juni. 20 Uhr. Mitglicderperlammlung im Lokal Eatiner Str. 10. ' fetr In dem Solistcnkorizert am Nachmittag, daz übrigens etwas wild zusammengestellt ist, singt Bella Braun-Fernwald unter anderem eine Ärie aus Donizeltis„Favoritin". Sie verfügt über einen schönen, dunkelgesärbten und ausgeglichenen Mezzosopran, der In dieser Arie zu dramatischem Ausdruck sieranwächst. Leidcr wird nicht immer eine flackernde Tongebung überwunden. Bruno chinze-Reinhold spielt fünf kleinere Kompositionen von Mendelssohn mit einer klaren Technik, kühl abwägend und durch Einfachheit wirkend. Die Reportage Felir Stössingers„Ich wohne am Potsdamer Platz" bleibt nichtz in der Beschreibung be- stimmter Totsachen ha im, ebensowenig wie in der Ausmalung eines Eindrucks, sondern sie sucht die Atmosphäre zu vermitteln, sie saßt gewissermaßen diesen Platz als eine in sich abgeschlossene Welt aus. Ironische Bemerkungen über das Treiben politischer radikaler Gruppen wirken auf diesem Hintergrund wie witzige Arabesken, die die Lächerlichkeit dieser Herrschaften zeigen. Die Abendveranstaltung führt den Titel„Kleine Revue. Es handelt sich dabei um eins Nerquickung entgegengesetzter Elemente, etwa mit dem Motto„Man kann sich so und so unterhallen". Glossierungen bekannter Dichtungen oder Märchen wechseln ab mü Parodien auf irgendwelche Aeitdummheiten, mit sanften oder auch robusteren Angriffen auf die Heiligtümer der Gegenwart. Es sieht so aus, als ob sich auch der Rundfunk allmählich rüstet. Manches ist unausgeglichen, aber die Idee bleibr trotzdem gut. Vielleicht wird doch endlich einmal aus allen dielen mehr oder minder ge- glückten Versuchen die Aus der Partei. Zu Portugal geben die Sozialisten eine neue Aeirschrift, detitelt „Peniamento". heraus, die in der Hauptsache soziale und wissen- schastlich« Probleme behandelr. Jede Rümmer enthält auch Notizen über die internationale sozialistische Bewegung.„Pensamento" er- scheint alz Organ des Instituts für sozialistische Kultur; Redakteur ist Antonio Ferna ndcs. Die Zeitschrift unterliegt der Bor-- z e n s u r._ Allgemeine Welierlage. wann findet endlich der Zeiihörsolge entstehen. Aber indfiink den Mut dazu? F. Seb, 40. Juni �330,abd§ Oü-öbö 3 vvcItewto�O heiter. Ohatb bedeckt vniki3,efccdtefct*R<£B<3ub&3u|ie1fl Schoe�KutclT. Sewj;K@Weiät,n« Das heitere Wetter hielt in den letzten Togen weiterhin in Deutschland an Die Temperaturen, die am Montag nur vereinzelt 23 Grad erreichten, überschritten diesen Wert nn Binnenlande am Dienstag allgemein. In der Provinz Sachsen wurden sogar 20 Grad mittags"gemessen. Das Hochdruckgebist. das unsere Wetterlage so günstig gestastet bat, wandert jetzt nach Osten ab.'Daher können jetzt kühlere, maritime Ünitmassen, die schon über England lagern. nach Osten vordringen. Die dürsten uns Abkühlung und Usbergang zu unbeständigem Weller bringen. Anzeichen für sine Wiederherstellung der Hochdriicklog« sinb noch nicht zu erkennen. « welker aussichten für Berlin Zunehmend« Bewölkung, Ge- Willerneigung. Tagestemperaturcu niedriger alz am Dienstag.— Für Deutschland. Im westlichen und mittleren Teil des Reiches kühl«? und etwas unbeständige strichweise gewitrerarllge Nteder- schlage. Auch im Osten Urb erganz zu kühlerem Wetter. Für den Massen fft des Beste flttofce sspt ssenuss! Wenn die Haupfrav delikat« Suppe» auf den Tisch sbrinzen will, sd nimmt ste die iachfertiaen au» erstlla süssen Raßstaffen Heeg«stellten Masszi-Suppenwürfel. di» in einer Ausmabl van 28 verschiedenen Sarten zur Beriügung stehen. Da, sind wirk» liche Helfer der Hausfreu. Ihre Kennzeichen lind dir Rani: Wassssi und die tnpiiche qeldrote Dackunn. Itzssl.» U.»14 20011!. 2. 2 Ii. 8" Alex. E 4, 8066 Itilhelm JfarfKfcin der beliebte Humorist and 8 cntklaulsse Attraktionen 8.1 z Hin icnir.2819 Banfiiea eriaadi Viiiötr allein. 8 ia Barlig nnd nicht ga-aigla ncnhait«] gnd elitäre 4 Altialrtiiiaan 8'.', Uhr Sejis; HaH Hain last!» Staatl. Sdiillei-Tb. 8 Uhr Sdnerz. Saure, Ironie u. tiefere Bedeutong Staatsoper ImPl.d.Republii 8 Uhr Erwartung ie gloüilidte dam Spanische Stunde V äule lkapm» KkoianfaBnm&f relmd-n meieleö 71 Kuulasfan umrengneh. erh«' C. Böcker, Berlin lUUnliergar Strafte 22. RSalosi. 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Samsvsky-eDlu TkiBaissrln dssr Slresemannsir. (Mhar liolzgrlhtT Str.) Täglich«-/. Uhr Napoleon greift ein log Witt» Vsundävei Komödienhau» Täglich 8*/* Uhr Meine Scbvester ond idi HusH».ltalp!iBtMtii(y i?Bsiileii2-Theater Tägl.8',i Uhr HHelneFran— die HoKoile Für Jugendl. verb. 1 RndignUiirer haH» prent. M Direktion. Or. Martin Zlekal Komische Oper Frl9drlchitr.ia4. Merkur 1401/4)30. Täglich 8Vs Uhr Liebe und Trompetenblasen Schulz � Westermeier s Finkler Jahrbsck s Haid s Behrisch Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bcxgmaim 2922/23. Täglich SVa Uhr Vater sein da&den sehr mit Lude Englisch Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. Theater l.d.Behrenstr. 53-54 i'k U. A4 Zentrutn 926�27 8V2 U. Direktion Ralph Aribar Roberts Hein Vetter Eduard Schwank in 3 Akten von Fred Robs »'--uhr CASINO-THEATER 8,'Uh' Lothringer Strafte 37. Nur noch wenige AuffOhrungen! Rentier Mudlcke Die Komödie fl Bismck. 2414/7516 8'/« Uhr Soll man heiraten! KomidiivoiiBcnuntSbav S:rai!die Eiarithtucg: Karl HeinrMarrin. Freitag, 13. Juni, T.i Uhr rutri ersten Male: Hie worde idi leid] und oiOddidi? Eia Kuren ia II Utailunsn via Fallt JuaAiiaug. Iisik na stwta Spiliaukj- Melropoi-fh. Taglich 8V* Uhr W Dir Bife'n aii! einer eißsstrien fnse: MidutlBobmllfwl Baoa. noht, Boltnuii äomnaerprelsc: Billig' Billig: 50 P(. 1.- Merk 1.50 Mark Reichshailen-Theater AUabenckllda|T| Stelliner Säuger ja Das große M Junl-Proöiamm Ne*: Willr Lll,c m« Tel.: Zentrum 11263 Dönhoff- Brdü(Saal und Garten) Verleih— Konzert— T�nz liierhliBsinüiaiimiiiiLana! Euer Versicherungsunternehmen, die V€»Sl£sgäKs*$c&rge Gewerkschattlich-Genossenschaftlichc Versicherungs- Aktiengesellschaft. ist die grüsieuoiiisuersiciisi-'unssgaaoilsciianinoflutsciiianil Günstige Versichetungsbedingungen I Hohe Gewinn- anteileT Bei Unfalltod doppelte Versicherungssumme! Arbeiter, Angestellte o. 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Kar) lallet mii sa Minrirkonoog Srofto« KnliookoiBen kutrithiireia m 30 PI. as Tneai. a. Koiia.Tsi Koubuser Str. 6 fil. EBVM i«" mit Herl« Loeve 4tr kiftda ilitöpll Dir. Dr. Hkrtli Zldi! Komiscna oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich 8», 6 Uhr Liebe und Trompclen- blasen Sdiulr�Wniarmtiar> Rnkier Jatriad s Haid/ BcHmdi Lustspiemaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23 Täglich 8lJa Uhr Valer sein dagegen setir mlt Lucie Englisch Ibeatei d. Westec: Täglich stt,« Uhr; Der SSlMIftilMl Carola, BUaer, Böadier, Händen. MkU, Dora Allere KoofitiifBa-fiescliat! M kranltzeitshaltzer mit Wohnung»- tausch jaa ort- fanfen, 1 3tu6« Küche mit Zubehör. Tbomas, Betfaftcalle 23 Am 6. Juni entschlief noch langem Leiden mein mnissgeliehter Mann, Bater. Groß- und Schtviesseroater. der Tischler iiarl Krumdolz im 84. Lebensjahr. Dies zeigt an im Namen der Hinterbliebenen Utalse Krntchol» geb. Sdblmmclpfennlg Die Einäfcherunss findet am Don- nerstag. dem 12. Juni, 13 Uhr, im Kremaiorium Baumschulen wez, Sic> hoijftraße 221, stau. 'Per Engländer sagt:»Good bye"— der Franxo*«. »Adieu"— der Deotsebe aber aagl«„Lebewohl"*) und denkt dabei an«eine gebenden Htthncraugev *) Gemeint ist natOrlich das berühmte, von vielen 'Aerrten empfohlen« Hühneraugen.[Ttbrwobl und Lebe- wohl-önUenKbaibcn, Blechdose 18 Pflaster) 73 Pix. Uebererobl.Fakbsd gegen empfindliche FüBe und Fur- »chweiB, Schachtel(2 Bäder) SO Pig. erhältlich In Apotheker upd Drogerien. Wenn Sie keine Enttäuschungen«rieber wollen, verlangen Sie augdrtickiich da» edate Lebairahl in Blecfadasen und weise» andere, angeblich.ebenso gute" Wittel rurtick.