BERLIN Mittwoch 11. Zuni 1930 10 Pf. Nr. 268 B 133 42. Jahrgang ErscheinttSglich außerSinntag«. Zugleich Abendausgabe de«„Vorwirt«'. Bejugtxrei« beide Ausgaben 85 Pf. xro Woche, SMM. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SWS8,Lindenstr.Z Llnteigenprei«: Die einspaltige Vonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: VorwärtS/Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. Z7SZ6. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Die Uoung- Anleihe vereinbart. Unterzeichnung um-i Uhr morgens. Paris. 11. Juni. Tie Perertungen über die Emission der ersten Houng- Anleih« sind heute nacht zum Abschluß gelangt. Wie die Agentur Havas berichtet, teilt die Bank für Jnternatio- nalen Zahlungsausgleich mit, daß die Jeichnungsanteilc der einzelnen Länder folgende sind: Deutschland 3K Millionen Mark. Belgien 35 Millionen Belg«. Vereinigte Staaten Millionen Dollar. Frankreich 2,2 IS Milliarden Franken. Groß- britannien 12 Millionen Pfund Sterling. Italien I lll Millionen Lire, Niederlande 73 Millionen Gulden, Schweden IlV Millionen Kronen, Schweiz 72 Millionen Schweizer Franken. Die Emission wird im Laufe dieser Woche in den neun Ländern erfolgen. Der Emissionskurs wird 9 18.00 Heilfron: Rechtsfragen des Tage«.* 18.-30 Theod. Hcnß: Das Ncckarland. � 19.00 Untcrbaltungsmnsik. 19.55 Arbeitsmarkt. 20.00 Aus der Philharmonie? V. Beethoven-Abend. SHrrld Onegtnt Rosd-Ouartctt: Arnold Ros6, Paul Fischer, Anton Ruziska. Anton Walter, Flügel: Fraar Rupp. I. Ouartett Cis-Moll. op. 131.— 2. Robert Bums; Drei schottische Lieder mit obligater Begleitung des Pianoforte, der Violine und des Violoncelli, op. 108.— 3. Zwei Gellertsche Gesänge.— 4. a) Mailicd; b) Marnotte; c) Neue Liebe, neues Leben(Goethe). 5. Quartett E-Moll, op. 59. Nr. 2. Nach den Abendmeldungcn bis 0.30: Tanznrosfk. Königswusterhan« 15.45 Drcwite: Der Aufstieg in der Hans Wirtschaft. 16.00 Von Hamburg: Nachmittagskonzert.. r 17.30 Dr. Hans A. Münster: Die Zcitnng fm ünterricht. 18.40 Dr. Konrad Eilers: Tierschutz und deutsches Wcfdwert 19.05 Spanisch für Anfänger. 19.30 Theodor Kotzur: Das Führerproblcm in der BeamtcngewerkschrfL BernnHvortl. für die Redoktinn: Rich. Bernstein, Berlin; Anzeigen: TH. Glocke. Berlin. Berlog: Vorwärts Bering G. nu b. H., Berlin. Druck: Bonwärts Bu». druck�rei und Berlogsnnstolt Boul Singer 5c Co.. Berlin SW 68, Linbenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. »«drtMMrtW Achtung. Eisen- u.Rewoiwep- dreher,-dreherinnen und Rundschieiter! Donnerstag, Den 12. Znat, abend« 7 Ahr, im Ocrbanbsijaa,, Cinienffcahe 53 85 Außerordentliche Vertreuensmenner- Konterenz Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission 2. Neuwahl drr Branchenleitung. Erscheinen aller Bcrtraurnsleute ist Pflicht. vi« Ort»vrnr»Uang. Mittwoch, II. 6- Staats-oper Unter d. Linden Tiil-Ab. IL Mi. No.li iihrK-U.-f.No. 152 19 Uhr Tristan n. Isoide Ende g.23VaUhr Staats-Oper in Plih dir Ripobllk Vorst 101 20 Uhr Envortun; Die lMliltie Hand Spanisdie Stunde Ende ZZ's Uhr Mittwoch, II. b Stadt. Oper Bismarckstr. Turnus II 20 Uhr Alkestls Die Oplenioo d.GefanQenen Ende 23 Uhr Staat). SdiaDspb. am Gendarmeamarkt S1. R. If. Mi. Ho. 8 Jahm-Ah.-V. No.138 20 Uhr Gustav Adolf Endegcg 23 Uhr MI.Miiller-I&eater.niarltlig. 20 Uhr Sdierx, Saure, Ironie oud tielere Bedenmne Ende nach 22I(i Uhr> Tägi. 5 u. BS, Uhr. S fäaiD. BSSO Pr 1-6 M Wochentg. 5 U. SO Pf.-3 M. II AUraklionen höchiter Klaue I plAza lägi. S ii. 819 sonnt. 2, 5 u. 8" Alex. E 4, 8066 Itilhelm MarMein der beliebte Humorist ad 8 erstklassige Aliraktioncn Winrer ★ Cjarren* 8.13 Dlir Zcnlr. 2819 Bandmn nrinabl Wiidir illfia, 8 Ii Bnlii ildil jniigli Nrutwitin ud weitin 4 Altnktiauii VolKsbtttine Theater om Bülowplall. S'/i Uhr Julius Caesar Hüll: Kirl Uli»! Kirth Staatl. Sdiillei-Tb- 8 Uhr smerz, Satire, Ironie u. tleiere Bedeotnno Staatsoper Am PI. d. Republik '8 Uhr ErwartDcg Die glDddithe Hand Spanisdie Stande Heines Uieat. Merkur 1624 Täglich 8'« Uhr Max Adalbert in Das Parfüm meiner Frau üirektion Dr. Robert Kieln OeutseNes Kunsiler-Thesi Uaraarossa 4931 Täglich 8'i Uhr „Idi tanze um dleWeltmildir" m gjrallinSdiifler Hiuik; FriedritS Holländer Rqii: Ha» Brohm Deolsdiej Theater D 2 WiidmümB 5201 8 Uhr Phaea von FrlU v. Unruh. Reg.: Max Reinhard! Musik: FrMrMi Henindtr. Die Komödie II Bismclc, 2414/7516 8Vi Uhr Soll man heiraten T toinödiemBcnionlSbi« Smisd» EnnthtBD;; Karl Heinz Martin. Freitag, 13. Juni, 7% Uhr zum ersten Male; Wie werde idi reidi und glDddidi? Ein Rursns in 11 AMailuagn von Felix Joachimson. Mnsik fon Misthi Spotiinsly. Kammerspiele 0 2 Weidoodainra 5201 8>/< Uhr; Jphigenia von\Volfg. v. Goethe EiDridtlong und Regie: Ridurd Baar- Hofoao Metropol-Ih. Täglich S'/. Uhr mit Dir allem aul einer einsamen Insel Midiaol Bohnen. AKred Bnon, flohr, Hoffmoni Ihealer I. d. Behrenstr. 53-34 8Va U. A4 Zentrum 926-927 8»/- U. OireküoD Ralph Arthur Roberts Hein Vetter Eduard Schwank in 3 Akten von Fred Robs Rose Gr. Frankfurter Str. 132 Blliettkassa: Alex. 3422 u. 3404 Von nun an jeden Naobmltt. um 530 Uhr(Sonntags 5 ü.) Konzert, Großes Varieti „Lene, Lotte. Uese" Berliner Volksoperette von J. u. R. Gilbert mit Hilde Hofer. Erne Kentens. Lenl Pyrmont, Karl GOilldi. Etfper Kanlse* Hans Rose in d. Hauptrollen. Täglich«» Uhr (Sonntags auch 5 18 Uhr) im Innentheatcr: Jra wii eine KiröieDBiaiii" das beste Lustspiel der letzten Jahre mit Traute Rose. Bertha Qralbarth, Robert MQIler, Paul und Willi Rose. Erich Wilde u. a. »»» Direktion: Or. Martin Zickel mm Komische Oper Fhei)rlchctr.104. Merkur 1401/4330. Täglich S'J» Uhr Liebe und Trompetenblasen Schulz/ Westermeier/ Finkler Jahrbeck ✓ Haid ✓ Bchrisch Lustspielhaus f ncdrichstr. 216. Bergmann 2922/23. Täglich 8»/i Uhr Taler sein dagegen sehr mit Lude Englisch Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. häÖMhd Riststauiant &HMNN EFTRIEB( KEHPINSKn Beniner Praier sommertiieatEr Kastanienallce 7—9 Täglich änfang4Ubt G TäriolS-WiltstJilt- Ittiihtiaooo ferner Gutll Beer u. Grell Lilieo in der Burleske„Qloz faltdl" Opintli ii Z litt. r. KirUlHir ■oll 38 Mltvlrkendsn Orahes Katlsekoasn EMrItbonln m 30 Pf. u Reichshallen-Theater Allabendlldi flTI Slefflner sanier � Das tfro£e Jani-Programm Neat Willy Lilie Tel.; Zentrum 11263 Danhoff- Brem(Saal und Garten) Variete— Konzert— Tanz .v.uhr CASINO-THEATER•■/.uh, Lothringer Strebe 37. Nur noch wenige Aufführungen! Rentier Mudicke Billig! 50 Pf. Sommcrprelie; k- Mark Billig! 1.50 Mark Bamowsky-BBiinen Thtoior in der SiresoDanosu. (Irihr IlBiigrihir Str.) Täglich 8V. 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Pma. \CmlaxUu(ig ZUR SOMMEBSCHAU IN GABTENMÖBELN l�qrfrfaZg. bittet zu Gast & ?..- bringt die Erfrischungen BOLLE Pne Portion köstliches Speiseeis liefert die feingeschliffen© CfalsjtcUlsxUsicile die von uns zu jeder Portion Speiseeis als Gjßsofiej/tk mitgegeben wird.(tiigl.11-l/i-7j BerlinWB.leipiigerStr. 122-123 MI» 1««WI Täglich 8Va Uhr Der BelteMdenl Carola, Eluaer, Böttcher, Haaralca. Sikla, Dora TIMt.*. Kont.Tsr Koitbuser Str. 6 ib. Senn mit Herfa Locwr kr dututai Kaditljail Donnerstag, den 12.Jun: nachmittags 31/, Uhr. Beule abend 8 Uhr: Großer Fliegerpreis Djlft-HrPIia von Deutschland Illlll fllOlHI ylt Wenhops, Bergamlwl usw, usw. föelloge Mittwoch, II. Juni 1930 ZprÄbimd ibt&drA Bürgertum und Kupitalismus Gedanken eines demokratischen Klempnermeisters Wir veröffentlichen an diefer Stelle die Inschrift eines demokratischen Klenipncrmeisters als«in Zeichen der Zeit, ohne uns mit den Ausführungen zu ideiitiftzieren. Wenn man in der„Politischen Zeitungsschau" alle die Vorschläge l-est, welch« zur Behebung der großen Wirtschaftskrise gemacht werden, dann denkt man an das Kinderbelustigungsspiel, lws T o p s- schlagen. Durch Ueberstülpen eines Sackes werden die Kinder blind gemacht, und dann hauen sie alle daneben. Als Handwerks- meister habe ich wenig Zeit, lang« Zeitung-artikel zu schreiben, aber ich halte es für meine Pflicht, auf die Fehlerquelle hinzuweisen. Ich bin Mitglied der Deutschen Demokratiichen Partei, aber ich glaube nicht, daß mit die demokratisch« Presse hierzu Raum gibt, deshalb möchte ich den„Vorwärts" bitten, folgend« Aussührungen zu bringen. Unsere Großkapitalisten stellen die Sache gern so dar, als ob sie sich gar nicht als Besitzer ihres Kapitals sühlen, sondern dieses gewissermaßen nur als Treuhänder zum Nutzen der All- gemeinheit verwalten. Dem ist aber nicht so. Das Wohl der Allgemeinheit ist dem Kopital noch nie Richtlinie gewesen, sondern immer nur das Prositinteresse. Wir sehen heute einen wüsten Kamps mn dos Goldene Kalb. Unser« Wirtschaft wird dauernd beunruhigt durch Börsenmanöver, Spekulationszusammenbrüche, Ring- und Kartellbildungen zwecks Preiserhöhungen und Still- legungen.- Man legt Werke still, damit die anderen Kartellwerke rationeller arbeiten können, um Unkosten zu sparen und die Divi- dende zu erhöhen. Die Arbeiter und Angestellten wirst man auf die Straße, der Staat kann sehen, wie er niit den Arbeitslosen fertig wird. Man schreit nach Lohirsenkung zwecks Kapitalbildung, die gebildeten Kapitalien verschiebt man aber ins Ausland. Rir- gends in der Welt gibt es ein Großkapitalisten- tum, welches sich so wenig mit dem Volk« ver- blinden fühlt, wie in Deutschland. Das privatkapitalistische System war gut, solang« wir ver- antwortungsvolle Wirtfchaftssllhrer besaßen. Die Männer, welche unsere Industrie groß gemacht haben, waren in erster Linie Tech- niker. Diese betrachteten die Arbeiter als Mitarbeiter und legten Wert auf ein gutes Verhältnis zur Arbeiterschaft. Wie schön waren die Fabrikfeste, welche die Chefs mit den Familien ihrer Arbeiter bei Tanz, Kaffeetafel und Kinderbelustigung feierten. Mit dem Uebergang der Führung an den Kausmann und der Umwandlung der Betriebe in Aktiengesellschaften änderte sick> das Verhältnis. Ein Heer von Gene ra l d i re k t 0 re n. Kireksoren, A k i i 0- n ä r c n, Syndizis, Aussichtsräten und kanfinänni- s che m Personal belastet heute die Wirtschaft. Wir sehen heute mehr Männer mit Aktentaschen als in der Arbeitsbluse. Dieses System ist nur zu halten durch Lohndruck einerseits und Erzielung hoher Verkaufspreise andererseits. Deshalb erfand man nach der einen Seite hin die Stoppuhr, nach der anderen Seite die Ring« und Kartelle. Der Anteil der Arbeitenden am Arbeitsertrag ist zu gering, und betrachten wir den Wirtschaftsprozeß als Ganzes und verlangen wir von der Wirtschaft, daß sie allen Volksgenossen Brot geben muß, dann müssen wir die in der gesamten Wirtschaft gezahlten Löhne durch die Zahl der Arbeitslosen dividieren, dann ergibt sich sllr den Anteil der Arbeit ein noch schlechteres Verhältnis. Rur Arbeit kann uns vorwärts bringen Dividieren wir aber oie Zahl der in der deutschen Wirtschast geleisteten Arbeitsstunden durch d'e Zahl der arbeitsfähigen Deutschen, dann werden wir finden, daß wir nur 3 bis 4 Stunden läglich wirtlich produktive Arbeit leisten. Reben der Ueberorganifation der Wirtschaft habe:« wir noch eine lleberorganisation der staatlichen und städtischen Verwaltung. Wir haben im Reiche 1 227 Oyg Verwaltungsbeamte, das sind a u f 5 0 Einwohner oder auf 12 Männer ein Beamter! Die Korruption spielt in der Wirtschaft eine viel größere Rolle, als sich der gutgläubige Bürger träumen läßt, und besonders der wert- lätigc Nlittelstand hat unter ihr stark zu leiden. Eine weitere Be- glciterscheimmg des privatkapitalistischen Systems ist der ewige Wechsel zwischen Konjunktur und Krise. Wir müssen danach streben, eine stabil« Wirtschaftsordnung zu bekommen. Unter den Krisen bat das Volk schwer zu leiden, deshalb ist es besonders verant- wortungslos, Krisen noch künstlich zu verschärfen. Als im Herbst die Kampagne gegen die Arbeitslosenversicherung einsetzte, hat die Industrie im ganzen Reiche umfangreiche Slrbeiterentlassungen vor- genommen, von denen behauptet wird, daß sie unnötig waren Hat man den Teufel gerufen, den man jetzt nicht mehr loswerden kann? Hat man nur augenfällig demonstrieren wollen, daß es so mit der ?lrbeitslosenvers!cherung nicht mehr weiter gehl? Man denki hier� an Wilheln, Büschs Geschichte mit dem Pusterohr, aber wehe Franz. wenn Michel Bartelmann merkt, wo d'« Pfeile herkommen. Auf diesen Mißverhältnissen und unerfremichen Erscheinung«, beruht die Armut des Volkes und die Not des werktätigen Mittelstandes. Das Bürgertum hat sich ideell stets im Schlepptau der tapi- tallstischen GroßbUrgevilosse befunden. Diese Klosse ist zahlenmäßig klein, sie hat es aber innner verstanden, durch Demagogie die bürger- lichen Massen in ihre Gefolgschast zu bringen. Wie der Bäcker- meister in Fritz Reuters Erzählung immer nach der Uhr starrt und sagt:„Hier geith he lang, dar geich he lqng" und sich derweil die Schrippen stehlen läßt, so schaut das Bürgertum wie fasziniert nach der Sozialdemokratie und läßt sich inzwischen p r 0 l e t a r i s i e r e n. Die neueste Parole des Herrn Scholz ist: Der Zusammenschluß aller bürgerlichen Parteien ist notwendig, weil iws Bürgertum zwischen den sozialistischen Parteien und dem Rationalsoziallsmus zerrieben wird. Parteipolitisch betrackstet, scheint das richtig zu fein. Wirtschaftlich betrachlct wird das Bürgertum überhaupt nicht zerrieben, sondern durch die kapitalistische Entwicklung ausgelöst. Die fortschreitende Konzentration des Kapitals wird unbedingt zum Sozialismus führen. Die jungen Idealisten, welche heute dem Nationalsozialismus.zu- strömen, werden, sobald sie erkennen, daß sie betrogen werden, den Weg zur Sozialdemokratie striden. Der aufmerksame Beobachter er- kennt, daß wir heute mit Riesenschritten dem Sozia- lismus zuschreiten. Ob der Sozialismus gut ist oder schlecht, das will ich hier nicht untersuchen, aber der zu schnell« Uebergang aus einer Wirtschaftsform in die andere bringt große Störungen mit sich, wie man an Rußland sieht. Als solche Uebergangsstörung haben wir heut« schon die Dauerarbeitslosigkeit anzusehen. Wenn die Politiker nicht die Zeichen der Zeit verstehen und sich nicht zu energischen Maßnahmen ausraffen können, dann werden alle Industriestaaten im nächsten Jahrzehnt in großes Elend versinken. Wir brauchen wirklich den Zusammenschluß des Bürgertums, aber nicht, wie Herr Scholz denkt, unter Führung des kapitalistischen Gzoßbürgerwms, sondern gegen die Uebergriffe und den Terror des Kapitalismus, und zwar den internationalen Zusammenschluß. Wir brauchen heute eine starke, radikal«, bürgerliche Linke nötiger denn je, und die Führer der Deutschen Demokratischen Partei laden eine große Per- antwortung aus sich, wenn sie die einzige zuverlässige bürgerlich- republikanische Partei zerfallen lassen. Es ist nicht so, wie Herr Prof. Bonn im„Berliner Tageblatt" schreibt, die Demokratische Partei könne auch als kleine Partei!n> deutschen Parteileben eine wichtige Rolle spielen. Kluge Männer können nur zur Geltung kommen, wenn hinter ihnen eine starke Partei steht. Walter Rathenau war«in Nuger Mann, fragen wir aber einen Wirtschasts- parteller, so wird er das Gegenteil behaupten und jagen:„Herr Drewitz ist ein kluger Mann." Alle Gesetze. d,e nötig sind, um die Weltkrise zu beseitigen und die individuelle Wirtschaft auf Jahrzehnte zu befestigen, sind nur mit der Sozialdemokratie und gegen den Kapitalismus zu machen. Neudeutscher Byzantinismus Ein Beitrag zur Schmeling-Hysterie Du guter, geduldiger Leser deines Sensationsblattes mußt wissen, um welche Stunde Herr Max Schmeling seinen nächtlichen Schlaf beendigt hat. Wenn du das nicht weißt, hast du deine Zeitung inangelhast gelesen und ein« Bildungslücke auszufüllen. Wenn du aber bloß darüber unterrichtet bist, wann Herr Max Schmeling gewöhnlich aufzustehen beliebt, so ist dein Wissen ober- slächlich, denn du mußt fein unterscheiden: in den Zeiten der Er- holung. also nach dem Großkampstag, in den Zeiten der ersten Vor- bereitung zum Match und den Zeiten kurz vor dem Großkampstag. Wenigstens hat deine Zeitvng keine Schuld, wenn dein Wissen'hierin Stückwerk ist. denn sie hat dich mit scholastischer llnterscheidungs- kunst über alles unterrichtet. Du guter, geduldiger Leser bist doch hoffentlich ovientiert, was Herr Max Schrnelinig zu essen beliebt. Dabei wirst du aber auch bestrebt gewesen sein, genau auseinanderzuhalten, was er gern ver- speist, was er als gewöhnliche Hausmannskost mitgehen läßt und was er aus Gründen der sportlichen Entwicklung zu verzehren oder zu meiden hat. Mache deinem Sensatinnsblatt keinen Vorwurf/ falls dir diese Kenntnisse fehlen, denn es ist auch hierin in die Tiefe gegangen. Man darf doch wohl erwarten, daß du über die Zlnsichten des Herrn Schmeling in puncto arnoris eingeweiht bist und wie er es selbst damit hält. Du weißt also hossentlich, daß er— schon aus sportlichen Rücksichten— zu einem gemilderten Stoizismus neigt, verlobt ist und die Gerüchte über ein« weitere Ausdehnung seiner amorösen Verpslichtungem dementiert hat. lieber diese Schmeling- Moral haben deine Zeitungen in aller Gründlichkeit berichtet; hast du nicht achtgegeben, so hole das Versäumt« wenigstens jetzt im abgekürzten Verfahren nach, denn es ist unbedingt notwendig, über die Aufsassungen des Herrn Schmeling zur Liebe und ihrem Bei- werk Bescheid zu wissen. Ebenso notwendig ist selbstverständlich auch die Kenntnis von Herrn Schmeling? Bekleidungsangelegenheiten. Deine Zeitung hat akigehöri, was der große Max im Frühling, Sommer, Herbst und Winter trägt, hat dir erzählt, was er besonders gern trägt, was er oben und unten, außen und innen anhat, also blamiere dich nicht, wenn du mal gefragt wirst, n-ie Herr Max Schmeling sich kleidet. � Seine Prozeßasfäre», sein« Honorare, sein« Pläne für Älmerika? Es wäre trostlos, wenn ein deutscher Zeiwngslcser über diese Dinge nicht völlig im Bilde sein würde. Er soll dann nur nicht die Sen- sationsprcsse anklagen, denn die hat über keine Schlacht des Welt- kriegcs, über keinen Rcvolutionsvorgang, über keine Parlaments- sitzung von historischem Fonnat so genmie Schilderungen geliefert wie über diese universalen Belange der Weltackste Max Schmeling. Das kann hübsch werden, wenn der Faustheros als Sieger über Sharkey heimkehrt. Der Rummel um ihn ist Hysterie geworden, die Hysterie dürfte zum Veitstanz ausarten. Vielleicht auch nicht, vielleicht besinnen wir uns ein bißchen. Das könnte eingeleitet werden durch die vernünftige Zurückweisung der Sportllberwertung:„Man ist noch kein großer Mann, wem» man einen anderen durch einen Kinnhaken zu Boden schlägt." Ssehr richtig. Auch dann ist man dies« große Persönlichkeit nicht, wenn der Kinnhaken, der Magenhieb oder der Schlag aufs Herz einen „Weltmeistel-schasts"anwärter mit f. 0. erledigt. Nach dieser Einsicht hätte man u. E. aber auch früher verfahren können. Es war wirk- lich nicht nötig, Herrn Max Schmeling in Amerika noch sozusagen amtlich zum nationalen Repräsentanten zu erheben und ihn dem Präsidenten der Vereinigten Staaten als solche» zu servieren. Man hat früher den„Austauschprofessor" nach Anierika geschickt. Ein Max Weber, ein Karl Lamprecht, ein Plank, ein Ostwold haben dort gewirkt, ihnen zur Seite ein Richard Strauß, ein Gustav Mahler usw. Das Reprä- sentieren war Sache der Forscher und Künstler, und sie haben das ganz gut besorgt. Schmeling braucht sich darum wirklich nicht zu bemühen, und vor allem sollten die amtlichen Vertreter Deutsch- lands und deren gesellschaftlicher Anhang Herrn Schmeling nicht damit abplagen. Die Amerikaner könnten sonst eines schönen Tages Vergleich« über unsere repräsentativen Größen von einst und jetzt anstellen und Rückschlüsse auf das Kulturniveau von früher und heute ziehen. Wenn wir uns besonnen haben, dann dürfen wir uns auch ein wenig schämen. Vor den aufgeklärten Negern haben wir das sogar sehr nötig. Auf dem letzten„p a n h a m i t i s che n" Kon- g r e ß in Paris entwarf der schwarze Medizinprofessor Stanley Loggar folgende Charatieristik und Prognose:„Europa und Anierika sind geistig erschöpft, bald werden sie es auch physisch sein. Ihre Technik ist freilich von dieser Erschöpfung nicht betroffen. Da löst ein Rekord den ander cu iif Monaten, manchmal in Wochen ad. Kulturell sind sie bloß nach Erben. Diese weiße Rasse, beginnt uns nachzuahmen. Unsere Tänze, unsere Musik sind Vorbilder für sie geworden, bald wird es unser« Dichtung und Lebensweisheit sein. Und welchen Ersatz suchen sie? Der Sport ist ihr Götze, und Götzen- bilder habcii sie an das Dutzend herum aufgerichtet. Wir Hamiten, wir verachteten Neger, sind darüber hinaus, Bein- und Arinnruskeln wie eine Gnade vom Himmel anzubeten." Vielleicht hat Loggar den Vlund etwas voll genommen, aber Respekt vor diesem Neger. Er weiß jedenfalls, womit Kulttirmenschen imponieren sollen. Der Sportkultus, um die Person des Herrn Max Schmeling grotesk bis znr Perversität ausgetrieben, zeigt, daß man es in Deutschland viel- fach nicht mehr weiß. Ein neuer Byzantinismus ist, geradezu hypertrophisch, zur Entwicklung gekommen. Man muß schon sagen, daß der zudringlichste Byzantiner wilhelminischer Epoche seine„Heroen" nicht so geschmacklos umschmeichelt hat wie diese Neubyzantiner ihren Max Schmeling. Dr. Bruno Altmann. Geschichte der Ledigensteuer Di« Junggesellen- oder Ledigensteuer, wie sie bei uns jetzt genannt wird, kann auf das ehrwürdige Alier von fast 2000 Jahren zurückschauen, da die erste derartige Steuer durch die lex B.-ip'ia Poppaca unter Kaiser Augustus zur Zeit von Christi Geburt von den unverehelichten männlichen Römern erhoben wurde. Während aber heute die Abgab« nur erhoben wird, um den Reichskassen neue Einnahmen zuzuführen, sollten die damaligen Junggesellen zum Heiraten veranlaßt werden, damit der durch viele Kriege ver- schuldete Rückgang der männlichen Bevölkerung allmählich ersetzt werde. Die Annahme dieses Gesetzes geschah jedoch nur mit großen Schwierigkeiten, da schon seine bloße Ankündigung in Rom beinahe ein« Revolution hervorgerufen hatte. Später aber oersöhnten sich die greisen Jünglinge und di« jungen Greise mit ihm, da selbst eine hohe Junggesellensteuer immer noch billiger war, als der Unterhalt einer mondänen Frau im damaligen Rom. Im Laufe der Jahr- hunderte tauchte die Junggesellensteuer in den verschiedensten Ländern und bei den verschiedensten Völkern auf. vor allem in Frankreich, das bis in die neueste Zelt immer wieder auf dies« Einnahmequelle zurückgriff. Hier waren es schon im Mittelalter die Herzöge von Burgund, die von allen unverheirateten Männern eine Zlbgabr von 12 Denar sorderten, aber die burgundischen Junggesellen gingen lieber zum Finanzamt als zum Altar, und die Hoffnungen der Herzöge, auf diese Weise„Soldaten" zu erlangen, schlugen fehl. . Während im allgemeinen die Junggesellensteuer in den einzelnen Ländern kein« Standcsunterschiede kannte, war man in England vor allem ans die Vermehrung des Adels bedacht. Daher erließ König Wilhelm III.(1689— 1702) und seine Nachfolgerin, die Königin Anna, obwohl sie selbst in der Ehe wenig Freude erlebt hatten, ein Gesetz, daß jeder unverehelichte Mann über 25 Jahre, der im Herzogsrang« stand. 12 Pfund(240 Mark) Steuer zahlen soll«, während der„gemeine" Mann seine Ehelosigkeit mit einem Schilling erkaufen konnte. In diesem Jahrhundert war es zunächst Argentinien, das(1907) eine Junggesellensteuer von geradezu barbarischer Härte einführte. Danach hatte jeder junge Mann von 20 bis 30 Jahren jährlich 23 Mark zu zahlen, bis zu 35 Jahren stieg die Steuer bereits auf 50 Mark und von da an bis zum 75. Jahre auf 120 Mark, obwohl gebeugte Greif« in diesem Lebens- alter die bevölkerungspolitischen Zwecke einer solchen Steuer doch nur in den seltensten Fällen zu erfüllen vermögen. Selbst der Witwer, der sich drei Jahre nach dem Tode seiner Frau nicht ver- heiratete, war zum Zahlen verurteilt. Im Staat Massachusetts in Nordamerika muß jeder Mann über 25 Jahre 5 Dollar zahlen, in Paraguay 5 Pesos. Uebrigens hotte auch der Landtag des Fürsten- tums Reuß vor dem Kriege ein« nicht unerhebliche Steuer auf unverehelicht« Personen beiderlei Geschlechtes über 30 Jahre be- schlössen. Im Kriege(1915) hat Frankreich ein« Junggesellensteuer er» lasten, um durch zahlreich« Eheschließungen sich den erforderlichen Heeresnachwuchs zu sichern. Aber wie ein ähnliches Gesetz in der großen Revolution hat auch dieses Kriegsgesetz die ersehnten Folgen nicht gehabr. Bor allem sind es die geistig tätigen Franzosen, di« vielfach ein eheloses Leben vorziehen, da nach einem Worte des berühmten katholischen Theologen Lacordaire der Dienst der Ge- danken ebensoviel Aufopferung erfordere, wie der Dienst der Seele. Freilich fand er mit diesem Satz nicht den Beifall des Papstes Pius IX. Denn als sein Freund, der katholische Schriftsteller O.zanna, sich verheiratete und Lacordaire von der Falle sprach, in die nun auch dieser geistreiche Mann geraten sei, war Pius über diese gegen die Ehe gerichtete Aeußerung sehr vsrskimmt.„Ich kann doch" nicht predigen lassen", rief er ärgerlich aus,„daß es sechs Sakramente uvid eine Falle gibt." Hr. Karl Hauck. (2. Fortsetzung.) „Tu nicht bös« mit mir, Lolti," sagt« Hammerschlag,„sag mal selbst— Hab ich's nicht schon s o schwer genug? Ich mit meinen Beiträgen, die ich da drinnen Hab! Mir tun die Leute mitunter leid. Sie meinen es gewöhnlich gom; richtig, aber sie drücken es gewöhnlich auch verkehrt aus— überhaupt, die Herrschaften meinen, man brauchte bloß zu schreiben, wie einem der Schnabel gewachsen ist. Ach, nicht einmal wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, schreiben sie. Soll ich dir mal oarlesen, was da ein Fraulein über die Lauben- kolonien vor Spandau schreibt?— Lolti, laß bloß mal seheil, Mndchen, wie ist dir denn heute zumute, was? Mensch, Lolli, was ist das mit dir? Macht das der Frühling, der mit Sausen kommt? Lolli, du wirst mir doch nicht krank? Kind, mach mir nicht solche Sachen, tu mir das nicht an." Gottseidank, er ging wieder hinüber— sie konnte eine Träne wegwischen. Aber gleich daraus kam er wieder zurück, er hatte sein Schlüsselbund in der 5)ai»d. Er össnetc die Tür des kleinen Geld- schranke und hotte die Absicht, ein darin befindliches Extrafach zu öffnen— aber, mit dem Schlüssel am Schloß beschäftigt, hielt er plötzlich inne— er wollt« den Kopf Herumwersen und etwas fragen—, besann sich jedoch und pfiff leise durch die Zähne. Irgend jemand mußte mit verkehrtem Schlüssel un Schloß herumgestochert haben. Es war nicht das erstemal, daß er diese Bemerkung machte— aber auch diesmal fragte er ebensowenig wie bei der früheren Entdeckung. Seit damals vergewisserte sich Hammerschlag am Abend, wenn er das Büro verließ, mit einem Seitenblick, ob der Griff der Geld- fchranktür auch auf„geschlossen" stünde— er war sicher, das an keinem Tage, auch am vorigen nicht, vergessen zu haben. Hammerschlag kramte ein bißchen zwischen Papieren herum, er machte einen Witz zu Lolli hinüber, die auf der Maschine Adressen schrieb, dann ging er in seilten Raum hinein, setzte sich in den Armsessel, zog an seiner Zigarre und sah mit seinen Seefahreraugeji in die blauen Wolken. Wer kann da drinnen am Schloß rumgemurkst haben? sagte er für sich. Er hielt Lolli Weinmeister für vollkommen ehrlich—„obgleich man niemals wissen kann", setzte er für sich selber hinzu. Das Fach enthielt unter anderem eine Anzahl von Wertpapieren, von denen keins fehlte. Hammerschlag beschloß, allen Wert unauffällig aus dem Schrank zu entfernen, um ihn bei sich zu Hause oder in seinem Fach in einer Bankstahlkammer zu verwahren, jedenfalls so lange, bis er Klarheit in oieser Sache gewonnen hotte. Er wollte auch weiterhin schweigen. Mit einer vorzeitigen Frage machte er sich die Prüfung, wie ehrlich Lolli und wer nun eigentlich der Schuldige wäre, unmöglich. Und die Erwähnung, die Aeußerüng eines Verdachts mußte ein verstimmtes Verhältnis zwischen ihm und der Stenotypistin erzeugen. Ob unschuldig oder schuloig— die Andeutung würde sie empfindlich treffen: im ersten Fall würde sie schmerzliche Gefühle haben, im letzteren— schmerzliche Gefühle heucheln. Aber wer außer ihr kam« eigentlich noch in Betracht? Die Rein- machesrau? Der Hausmeister? Hammerschlag sah in die Wolken seiner Zigarre. Im Laufe de» Vormittags kamen verschieden« junge Damen, um sich wegen des offenen Postens zu bewerben. Wie Lolli die höchst schnieke angetanen Bewerberinnen ins Büro trippeln sah und wie sie jedesmal. zu Hammerschlag hinüber gehen mußte, um sie zu melden, dachte sie wütend für sich: Schön dumm von mir, daß ich die Anzeige wirklich aufgegeben habe: wegschmeißen hätt' ich sie sollen. Sie horchte immer ängsttich hinüber, sie dachte immer nur: Ob er sie nimmt?> Wenn die Bewerberin schon nach kurzer Zeit aus Hammer- schlags Privatkontor heraus und schnippisch nickend durchs Büro kam, sah Lolli ihr zufrieden nach. Sie wußte dann, daß die Be- Werbung zu keinem Resultat geführt hatte. Nach so wenigen Minuten der Bekanntschaft band Hammerschlag sich nicht; o, Lolli wußte, welch ein vorsichtiger Mann er war! Ehe Hammerschlag diesen Vertrauensposten vergab, wollte er eine ganze Vorgeschichte, demonstriert an einer lückenlosen Reihe von Zeugnissen, erfahren. Sehr viele junge Damen kamen und gingen. Immer wieder nickte Lolli: Abgeblitzt! Vielleicht behält er mich doch als Sekretärin? dachte sie. Es war eine äußerst törichte Schadenfreude, die sie genoß, und es war eine äußerst törichte Hoffnung, der sie sich hingab. Endlich mußte ja doch das Verhängnis kommen. Es schien Lolli,.als kämö mindestens die Hälfte der weiblichen Einwohnerschaft von Berliir. Wollt« denn jede zweite Berlinerin— Sekretärin werden? Bei einigen wollte Lolli darauf schwören, daß sie, wenn sie sich die Schminke abrieben, um ein halbes Pfund mindestens leichter »erden müßten. Na, wenn er darauf reinfällt, dacht« sie nur. Aber er fiel nicht herein. Dann passierte es. Lolli bekam sofort, als die Dame in der Tür erschien, einen Schreck, das Blut stockte ihr für einen Augenblick. Diese Bewerberin war weder gepudert noch auf sonst eine künstlich« Weise verziert— sie schien das einfach nicht nötig zu haben. Sie war dunkelhaarig wie Lolli, und sie lnitte schwarze, geradezu süd° ländische Augen dabei. Als die Dam« nur den Mund öffnete, um ihr Anliegen zu er- klären, bemerkte Lolli außer der ruhigen, dunklen und doch«ner- gifchen Stimm«, die ihr sofort einen Stich in» Herz gab, noch die Reihen perlenhafter Zähne. Er wird sie nehmen, dachte sie oerzweifelt, ich an seiner Stelle würde sie auch nehmen. Die Bewerberin hatte überdies einen Namen, der schon an und für sich geeignet war. Lolli einen Schreck einzujagen. „Da ist«ine Dame, ein Fräulein— Langen," sagte sie drinnen leise.zu Hammerschlag.„wegen der Stellung." Dobel l�itte sie gut oerstaiiden, daß die Dame von Langen hieß. Aber auch d o» der Wahrheit gemäß zu berichten, wäre zuviel für sie gewesen: Sie wußte nicht, ob Hammerschlag auf so etwas nicht flog, ob f« etwas nicht Eindruck auf ihn macht«. .Lassen Sie die Dame hereinkommen", sagte Hammerschlag und sah Lolli nachdenklich an. Er machte sich auf etwas Besonderes gefaßt, Lollis Gesicht hatte etwas Besonderes verraten. „Aber das ist gar kein« Deutsche", sagte Lolli,„ich weiß nicht, die stammt von wo anders her." Hammerschlag schlug mit der Hand durch die Luft. Das sollte heißen: Ab, und führe mir die Dame herein. „Die spricht überhaupt kein richtiges Deutsch", sagt« Lolli noch. Dann verschwand sie., Einen Augenblick später sah Hammerschlag seine Vermutung, daß nun etwas ganz Besonderes kommen müsse, bestätigt. Auch wußte er unverzüglich den vollen Namen samt Adelsprädikat, das Fräulein Weinmeister unterschlagen hatte. Sogar den Vornamen hatte er gleich heraus. Es war ein Vorname, den er sich zweimal sagen lassen mußte, solch einen Vornamen hotte er lange nicht gehört. Fräulein von Langen hieß mit Vornamen: Denis«. „Sie sind Wienerin?" fragte Hammerschlag. „Gewiß bin ich Wienerin", gab sie zur Antwort. Sie saß ihm gegenüber im Armsessel am Doppelschreibtisch. Hammerschlag, der sonst in den verfahrensten Siwationen immer«in Wltzwort zu produzieren verstand, nickte ein paarmal, so als ob er nachdenklich wäre, aber er tat das aus purer Ver. legenheit. Er fuhr sich mit Daumen und Zeigefinger vom Halse zum Kinn herauf, vielleicht um zu kontrollieren, ob über den Vormittag auch keine Bartstoppeln übe� die Oberfläche gewachsen wären. Dann faßte er sich. Cr begann, aber unwillkürlich milderte er seile« resolute Sprechweise dabei. „Na, wenn es Ihnen Spaß macht," sagte er,„dann rücken Sie mal raus und erzählen Sie mir mal was von Ihrem Leben." Er bemühte sich, das mußte man sagen, recht höflich und zuvorkommend zu seist, er machte vornehm einladende Handbewegungen. In der Tat, so höflich war er mit keiner der Bewerberinnen vorher gewesen. Aber das Fräulein von Langen schien noch feinere Umgangs- formen gewöhnt, als die, deren Hammerschlag sich ausnahmsweise bediente. Sie sah ihn mit einem Ausdruck an, in dein das beleidigte Gefühl sich sichtlich verbarg. Nanu, nanu? dachte Hammerschlag, der das feinste Empfinden für peinliche Situationen hatte, obgleich er ja gerade derjenige war, dec, sie immer wieder mutwillig heraufbeschwor— nein, nicht mutwillig, er konnte ia nun einmal nicht anders. Nanu, dacht« er, was hat sie denn? Ich war doch ausgesucht freundlich. „Ich will natürlich nichts von Ihrem Privatleben wissen," sagte er,„nur von Ihrem bisherigen Wirkungskreis möchte ich etwas er- fahren, damit ich mir eine Vorstellung davon bilden kann." Das Fräulein Denise schien noch immer etwas peinlich ver- wundert, aber sie begann. (Mein Gott, Mädel, so feurig siehst« aus— warum rcdste bloß so vornehm? dachte Hammerschlag, und kognte nicht verhindern, daß er sie mit unsicheren Augen ansah, während er zuhörte.) Fräulein Denise von Langen stammte aus einer Wiener OffiziersfamiNe, die nach dem Kriege verarmt war. Denis- hatte sich zu den Sprachen, die sie beherrschte, Stenographie und andere nützliche Fähigkeiten hinzuerworben. Sie fand Stellung bei einem Anwalt in Wien. Aber das Büro mußt« nach einiger Zeit wegen unerfreulicher Verwickelungen des Anwalts, die auch in der Ocssent- lichkeit großes Aufsehen erregten, geschlossen werden. Denise war noch Prag gereist, wo ihre Verwandten iebten, sie hatte sich dort länger als ein Jahr aufgeholtcen, aber den erhofften Geldverdienst hatte sie nicht gefunden. Sie war in Abhängigkeit von ihrer eigenen Familie geraten, endlich hatte sie es nicht mehr ausgeholten und war nach Berlin gefahren. Obgleich sie wußte, daß in dieser Stadt das größte Angebot von Arbeitskräften war, wagte sie doch die gefährliche Reise. Sie verließ sich auf ihr gutes Glück— denn schließlich gab es in Berlin ja auch eine Nachfrage nach Arbeits- kräften— die freilich kleiner als das Angebot, aber immerhin noch riesengroß war.(Fortsetzung folgt.) e Buch Tolksflaai oder 3)iklalur? Dr. Martin Leinert, der Verfasser des Buches„Volks- staat oder Diktatur"(Leopold Klotz, Verlag, Gotha, 120 S., 2,80 M.) verrät schon durch die Fragestellung, daß er für„Volksstaat" und gegen„Diktatur" Stellung nimmt. Und man muß sagen, er ver- steht seine Meinung im allgemeinen klar, anschaulich und so ab- jektiv, wie es in einem Buche mit ausgesprochen politischer Tendenz möglich ist, zu behaupten. Eine Darstellung der Herrschaft des italienischen Faschismus und des Bolschewismus in Rußland läßt ihn zu dem Schluß kommen, daß zwar beide Diktaturen in ihren Ländern gewisse Grundlagen vorfanden und daher teilweise gerechtfertigt sind, daß aber für beide Formen der Diktatur in Deutschland die geistigen Voraussetzungen sehten und abzulehnen sind. Den„traditionslosen revolutionären Aktivismus der Gegenwart"(den nationalen wie den kommunistischen) lehnt der Verfasser ab. Die„deutsche politische Tradition" sieht er in einem christlichen humanitären Liberalismus, der ihm die einzige Möglichkeit zur Schaffung des sozialen Volksstaates bildet. Beginnend bei Kant, den Klassikern und den Befreiungskämpfen, zeigt er in der Geschichte Deutschlands den Kampf um die Eni- faltung der freien Persönlichkeit im liberalen deutschen Volksstaat auf. In dem Bestrebe», die Klassengegensätze zu überbrücken,»er- sucht Leinert zu beweisen, wie eng die drei großen Gruppen des deutschen Volkes: Bürgertum, Landbevölkerung und Arbeiterfä�ift mit dem Volksstaot verbunden sind. Bon Bürgertum und Bauern- schaft fordert»r, die„doktrinären" Gegensätze liberal und konservativ zu überwinden, und, im Endprodukt, die Ver- einigung in einer großen christlich-sozialen Partei der deutschen Bürger und Bauern. Bei der Betrachtung der A r- beiterschaft, in der er einen starken Machtfaktor für den Volksstaat sieht, erteilt Leinert, von der hohen Warte seiner bürgerlichen Grundhaltung aus. Zensuren sür gutes und schlechtes Verholten." In diesem Kapitel zeigt sich der Gegensatz zwijchs» dem bürgerlich- kapitalistischen Volksstaot, wie er Leinert vorschwebt, und dem wahrhaft sozialen, nämlich sozio- l i st i s ch e n Volksstaot(um in dieser Terminologie zu bleiben). wie ihn die Arbeiterschaft verwirllichen wird. In dem Bemühe», allen Klassen gerecht zu werden, scheitert Leinert notwendigerweise, und üni sich vor der Entscheidung für oder wider zu drücken, erhebt er warnend seine Stimme, Um die Forderungen der Arbeiter- schast in die„gebührenden Grenzen" zu weisen und so allen Kon- slikten aus dem Wege zu gehen. Das chrtiche Bemühen des Verfassers um Verständigung ist anzuerkennen, gleichwohl ist sein Buch nicht mehr als die Meinung eines Wohlmeinenden, der, da er die Realität der Klosicngegcnsätz« nicht gcnügeng einschätzt, auf keiner Seite großes Verständnis finden wird. � Rk-liarä Junge. Rätsel-Ecke des„Abend". MlttlUIUMMNttttlMINIMNMMMNWUMloMW Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Wurf- gerät: 6 deutscher Dich- ter: 11. Stadt in Sachsen; 12Laubbaum; IZ.Spiel- karte: �.Gartenpflanze: 16. Präposition: 17. Na- turerscheinungilS.Wind- stoß: 20. bibl. Frauengestalt: 21. französischer Artikel: 22. Ti-rlaut; 23 Hirschart; 25 Fragewort: 27. Schweizer Kanton: 30 japanisches Wegemaß: 31. Pelzart: 33. unbewnnte Kraft: 34. Amtskleidung: 35. TeildesFußes:3k Ijrae- lit: 37. schlechtes Licht.— Senkrecht: 1. Gestein: 2. Stadt in Italien; 3. persönliches Fürwort; 4. Gegenteil von weit; 5. straf- bare Handlung: 6. Heringsbrühe: 7. Bündnis: 8. englische Ver- neinung: 9 Gesangsstück: 10. Stadt In Westfalen: 15. Fischeier: 18. Scherz: 20. Wärmegrad: 23. Liebesaott: 24 italienische Münze: 25. seichte Stelle an der Küste: 26. Fels im Meer: 28. Pferd; 29 Gedanke: 31. Ufermauer im Hafen; 32. ungebraucht. Kr. Segensreiche Einrichtung. Drei vielen Einszwei, nun sind wir so weit, Herrscht heute Verständnis für Schularbeit. Sie stehen gerne mit ihrem Bier Den Lehrern zur Seite, das lob' ich mir! Das Wert der Erziehung wird nicht gestört, Wo man auf den Emszweidreivier auch hört. ep. Silbenrätsel. Aus den Silben ans borg dant de diu do drll c ei en es ett eu ga hos i in ips kauf li li lich mar me na ne ni nu nuch pel ra ram re rcn ros rus sen fes si tau tem ti tur ven ver wol wich find 17 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben noch unten und die End- buchstaben von unten nach oben gelesen ein Zitat von Schiller ergeben.— Die Wörter bedeuten: 1. Tanzart: 2. Kaufmännischer Ausdruck; 3. Vorort von Berlin; 4. Biblische Person; 5. Stadt in England: 6. Randgebirge in Kleinasien: 7. Blume; 8. Stadt in Thüringen: 9. Aegyptischcr König; 10. Knsscnverwalter: 1l. Harems- Wächter; 12. Italienischer Astronom� 13. Alpenhochtol: 14. Mann- licher Vorname: 15. Weiblicher Vorname; 16. Italienischer Komponist: 17. Stosfart.(ch_«in Buchstabe.) r-ki;—• lonuiiuunuiiumiiiuuiiiiniiniinDiiHauiiiiuuiimiiiiunuuniiiimiHiiuiimiiiuiuDB Buchstabenrätsel. Aus den Buchstaben aaaaaaoaabddd eee«c egghhiiiiiiiiiit? llllllmmmmnnnnnoooopp rrrsssssstttttuu sind 24 Wörter von je drei Buchstaben zu bilden, deren Anfangsbuchstaben aneinander- gereiht ein bekanntes Sprichwort ergeben.— Die Wörter bedeuten: 1. Straußenart: 2. Inselbewohner; 3. Schlechte Lebenslage; 4. Nebenfluß der Donau: 5. Wurfspieß: 6. Spottname für Nord- amerikancr; 7. Schwur; 8. Weiblicher Vorname; 9. Fluß in Afrika: 10. Sohn Noahs; ll. Gefrorenes: 12. Nebenfluß des Rheins; 13. Römische Gottheit: 14. Weibliches Schwein: 15. Zeitabschnitt: 16. Stadt in Belgien: 17. Lebensende: 18. Klostervorsteher: 19. Farbe; 20. Vorgebirge: 21. Wintersportgerät: 22. Prophet; 23. Fluß in Thüringen: 24. Gegenteil von fern.— kr.— - Zahlenrätsel. 1234 5 6774899 10 2 11 Früherer deutscher Staats- mann. 2 9 12 Fluß in Deutschland. 3 8 5 6 3 2 Frucht. 4 2 9 2 7 2 Weiblicher Vorname. 5 2 5 2 9 Frühere deutsche Stadt. 6 9 5 6 Weiblicher Vorname. 7 2 1 2 9 Naturereignis. 7 2 10 6 Fluß in Rußland. 4 6 9 9 2 Stadt in Mitteldeutschland. 8 5 2 11 6 Griechischer Buchstabe. 9 8 3 3 8 llnterhaltungsspiel. 9 6 5 6 Kamel- ort. 10 6 7 7 2 Stadt in Westfalen. 2 9 9 2 Altes Längenmaß. 11 8 3 4 6 Gstadt in Thüringen. ekn (Auflösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) Auflösung der Xätsel aus voriger Nummer. Kreuzwo rträtsel. Waagerecht: 1. Gobi; 3. Lid: 5. Lama; 7. Reichspräsident: 10. Ära; 11. Po: 12. es; 14. Ob: 15 da: 16. Kuh: 18. faul; 20. Inn: 21. Sisters: 23. Isthmus: 25. Blei: 27. Mode; 28. ach; 29. Hr. 30. er; 32. Ares; 33. stopp: 35. Marx; 36. Esel: 37. Ebert.—©entrecht: 1. Grudekoks; 2. ich; 4. ia; 6. Atheismus; 8. Stachelbeere: 9. Sozialismus: 11, Po; 12. Eden; 13. Salm; 17. he: 18. Fis: 19. Uri; 22. Riese: 24. Torte: 26. Sir«; 28. arm: 31. rot: 32. Ar; 34. Ob. Silbenrätsel: 1. Affäre; 2 Mangel; 3. Mantel; 4. Etüde: 5. Ztmenau: 6. Spargel: 7. Taifun; 8. Eimer; 9. Neptun: 10. Un- ftrilt: 11. Nessel: 12. stutler: 13. Rose; 14. Alibi: 15. Union: 16. Tendenz: 17. Telegraph: 18. Reinhold.—„Am meisten Unkraut trägt der fettste Boden." Wortverwandlung: Meile, Zeile, Zelle. Helle, Halle, Falle. Die fehlende Mittelsilbe: Silbe nn.— Monument, Minute, Genua. Januar, Eunuchen, Kanusport, Manuel, Januschau, Bandnudel. Menuett. Manuskript, Holznute. Vorspann: Mit. Ueberall neue Bootshäuser tür Arbeiter-Wassersportler Was Arbeiterruderer leisten Der dem Freien Segler-Derbond angeschlossen« Wasser- - sportoerein Crossinsce, der sein Gelände In der östlichen Bucht des Croffinsees unweit Wernsdorf besitzt, konnte sein Boots- Haus einweihen. Etwa 109 Segslboote des Verbandes waren zu Gaste, um den Verein zu beglückwünschen. Der Verein war im Jahr« 1922 der erst« Verein, der den schwarzweihroten Seglern die Flagge der Republik entgegensetzte. In der Jnslations.zeit gegründet, hatte der WDC. unter der Geldentwertung schwer zu leiden, 1924 konnte endlich«in größeres Gelände erworben werden, das nun den Fortbestand des Vereins sicherte. Im Juli 1924 wurde d«r Anschluß an den Freien Segler-Verbemd vollzogen. Als die größten Geldschwierigkeiten überwunden waren, wurde dann Anfang 1928 an den Bau eines Bootshauses herangegangen. Sonntag um Sonntag wurde von den Arbeiterseglern an dem Haus gearbeitet, bis am 5. Juli den Verein ein schwerer Schlag traf. Durch einen orkanartigen Wirbel st urm wurde das halbfertige Bootshaus in wenigen Sekunden dem Erdboden gleichgemacht. Die Arbeit von drei Monaten war vernichtet. Aber bereits im Juli 1928 wurde der Wiederaufbau des Bootshauses beschlossen. Mit neuer Kraft ging es zum zweiten Male an die Arbeit. Unterstützung santräg« an die Behörden wurden abgelehnt, bis dann in der größten Not die Zentralkommission mit einem größeren Darlehen aushalf, das zinslos gegeben wurde. Ferner konnten im Jahre 1929 durch die Vermittlung des Kartells von der Regierung weitere 5000 Mark zu niedrigen Zinsen herbeigeschafft werden. Trotz aller Schwierigkeiten wurde mit zähem Fleiß weiter- gearbeitet, bis nun das Bootshaus eingeweiht werden konnte. Wie Pofcharfky in seiner Rede betonte, ist der Wassersportverein Crossinsce der vorgeschobene Posten der Arbeitersegler im Osten des Kreises Berlin, und mit Freude könne der gesamt« Arbeitersport auf diesen Stützpunkt blicken, der auch allen Arbeiterwassersportlern mit seinem sicheren Hafen Schutz bietet. Anschließend an die Feier fand eine Gcschwadcrfahrt aller Boote statt, die über den Crossinsee, den Großen Zug, den Zeuthener See und wieder zurück zum Crossinsee führte. Es dürste dies das erstemal gewesen sein, daß«in so großes Geschwader der Arbeitersegler diese Gewässer besucht«. In der bunten Pracht der Wimpel und der Flaggen wird diese Veranstaltung werbend für den Arbeitersegelsport gewirkt haben. Am kommenden Sonnlag, 15. Juni, weiht der Rudervercin „Vorwärts" e. V. seinen Bootshausncubau. Wenn ein Arbeiter-Sportverein in der heutigen Zeit einen Unrbau und Ausbau seiner Sportstätte in großem Ausmaße vornimnit, so ist das ein Beweis für die gesunde Wirtschaftsführung des Vereins und die Opfersreudigkeit der Mitglieder. Der Rudervercin„Vorwärts"- Berlin ist der Pionier der Arbeiter-Wasscrfahrersparte im Arbeiter- Turn- und Sportbund. In die Zeit nach dem Fall des Sozialisten- gesetzes fällt die Gründung des Vereins. Im„Berliner Volksblatt", dem Vorgänger des„Vorwärts", erschienen Ausrufe zur Gründung eines Arbeiter-Ruderoereins. In de'' Grllndungsverfammlung am 16. Mai 1892 wurde der Verein mit 36 Mitgliedern gegründet. Das erste Bootshaus— ein Holzschuppen— lag in Stralau neben der heutigen Teppichsabrik von Protzen. Als sich der Verein ver- größerte, wurd�zu Weihnachten 1897 der Grundstein zu dem ersten Vereinsbootshaus gegenüber der Abtei gelegt, das nach Ueberwin- düng vieler Schwierigkeiten vollendet wurde. Als dann im Jahre 1913 auch dieses Bootshaus die unterdessen stark angewachsene Schar der Mitglieder nicht mehr ausnehmen konnte, baute der Verein auf städtischem Pachtgelände am Wilhelmstraird in Oberschöneweide ein massives Bootshaus. Krieg uird Inslation, Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit und auch die Kommunisteninvasion vermochten die gesunde Weiterentwicklung des Vereins nicht aufzuhalten. So mußte denn der Berein in diesem Jahre zu einem umfassenden Um- und Ausbau feines Bootshauses schreiten. Zur Zeit zählt der Rudervercin„Vorwärts" 514 Mitglieder. Er unterhält neben einer Männer- und Frauenabteilung auch eine starke Iugendgruppe. Der Booispark setzt sich aus 3 Achlern, 25 Vierern und 6 Zweiern zusammen: 95 Prioatboote und 8 Motorboote ver- vollständigen- die Vereinsflottille. Aus Anlaß der Bootshausweih« findet am Sonntag vor- mittag eine A u f f a h r t der Vereinsboote statt, der Start ist um 8 Uhr festgesetzt. Die Boote fahren vom Bootshause am Wilhelm- strand in Oberschvneweide spreeabwärts bis zur Oberbaumbrückc und an der Userpronrenade in Treptow und dem Plänterwald vorbei zum Bootshaus« zurück. Nach der Rückkehr der Boote findet dann die Einweihung des neuen Bootshauses um 16 Uhr statt. -ARBEiTEHTUSSBALL Internationale Spiele 6000 Zuschauer wurden Zeugen eines einwandfrei durch- gesührten Spieles der Slftdtemannfchaften Hamburg— Kopenhagen. Der Sieg der Dänen mit 4: 2 war verdient. Phönix- Wien weilte in Nordeutfchland und verlor gegen Uorbeer-Hamburg vor 2000 Zuschauern mit 2:5 und gegen Har- bürg 93 vor 1200 Gästen mit 2: 3. Der Swrm zeigte ein« zu weich« Spielweif«, sonst aber technisch sehr gut. Die Nürnberger hatten den Ärbeiter-Sporttlub Eger (Tschechoslowakei) zu Gast. Zirndorf gewann 2:1 und Longenzcn 2:0. Einen sehr guten Eindruck hinterließ„R a p i d"- W i e n in München. Sie zeigten einen sehr fairen Fußball und verloren gegen Viktoria mit 3:4(1:2) und gewannen gegen Ballspielklub durch Handelfmeter mit 3: 2. Die Münchener Mannschaften waren eben- falls in großer Form. „Liehe" auf Pfingstfahri Arbcüersporiler an der Ostsee Die Pfingfttage sind schon immer Wandertage für di« Arbeiter- sportler gewesen.„Ei che"- K ö p c ni ck haste sich mit über 60 Mit- gliedern diesmal die Ostsee als Ziel erkoren. Eine Frauen-, eine Jugend, und zwei Männerhandballmannschaften waren für den ersten Pfingsstag oerpslichtet, gegen den Arbeiter-Turn- und Sportverein Lübeck zu spielen. Aus den Spielen gegen W i s m a r am zweiten Pfingsttag war leider nichts geworden: diesen Aussall haben die Wismarer durch doppelt airfmerksam« Gastfreundschlst wieder wert- gemacht. Obwohl die lang« und umständliche Bahnfahrt noch einen be- trächtlichen Teil der Nacht in Anspruch genommen hatte, fand sich schon srühzeitig alles pünktlich zur Besichtigung der alten Hansastadt ein. Bei den sportlichen Kämpfen war das Wetter sehr kühl und windig, die Spiele wurden ausnahmslos statt, fair und mit bestem Freundschaftsgeist durchgeführt. Die R e f u l t a t« sind: Frauen 6: 1 für Köpenick: 1. Jugend 3: 1 für Lübeck: 2. Männer 6:3 für Lübeck: 1. Männer 6i2 für Köpenick. Die Köpenicker werden sich freuen, di« Lübecker bald bei sich begrüßen zu können. Am zweiten Psingst- tag früh ging es dann noch Travemünde und von dort in drei- stündiger Dampferfahrt auf der Ostsee nach Wismar. Dieser zweite Tag hat dann mit heißer Pfingstsonne, mit Seewasser, Strand und bester Aufnahme im vorbildlichen Sportlerheim des dortigen Zlrbeiter-Turnvereins reichlich für die Mühen des ersten Tages ent- schädigt. � * „Union 28* Tempelhof-Mariendorf, folgte einer Einladung der Freien Turnerschast R h i e n o w s am zweiten Pfingstfeiertag, um dort ein Propaganda- und Werbespiel sür die Rhienower Arbeitersportler auszuführen. Die 2. Mannschaft der„Union" spielte gegen die 2. Mannschaft Rathenows, die ebenfalls zu Gast war: beide Mannschaften gaben ihr Bestes, das Spiel endete 4:1 sür die Union. Dann traten die ersten Mannschaften in Aktion, es ent- wickelt« sich«in schnelles offenes Spiel, jedoch war die Technik der Unionleute besser und di« Rhienower mußten eine schwere Nieder- lag« erleiden, 12: 1 sür di« Tempelhofer verließen sie den Platz. Den Zuschaeern wurde«in faires, schönes Spiel gezeigt. Butt macht heute Pfingsten Die verlegten Rennen Bei den auf den Heutigen Mittwoch verlegten Pfingst- rennen der Rütt-Areno stehen die Sprinter im Mittelpunkt des Programms. 16 Fohrer bestreiten den„Großen Fliegerpreis von Deutschland". An der Spitze der Teilnehmer steht der riesige Holländer M o e s k o p s, der erst am Pfingstsonntoge in Paris seine gute Form durch«inen obernroligen klaren Sieg über Welt- meister Michard unter Beweis stellen konnte. Moestops wird es auf der Rllst-Arena nicht leicht haben, steht ihm doch in Ber- gamini, Falck- Hansen, Matheron und dem unberechcn- baren T o n a n i internationale Extraklasse gegenüber, zu der sich noch die gesamte deutsche Sprintergarde mit Engel an der Spitze stellt. Im erste» Vorlauf hat Bcrgmnini sich mit Stesses, Fricke und Rütt abzufinden, im zweiten sind Folck-Hanfen, Oszmella, Bern- Hardt lind Knappe ernst« Sieganwärter, im dritten tritt Engel gegen Schamberg, Tanoni und Matheron an, und im letzten Vorlauf muß sich Moestops gegen Ehmer, Frankenstein und Beßlich verteidigen. Ein Ru n d e n- R e k o r d f a h r e n wird von den acht schnellsten Fliegern bestritten. Hier darf man auf die einzelnen Zeiten gespannt sein, ivenn auch Michardo wunderbarer Bahnrekord kaum erreicht werden dürfte. In einem 20-Runden-Punrtesahren und in einem Ausscheidungsfahren stehen sich u. a. Kroll, Miethe, Lehmann, Wissel, Schwemmler, Funda, Krüger, Evert, Mandelkow und Nickel gegenüber. Di« zweit« Hauptnummer wird von dem Stunden- Mannschaftsrennen gebildet, zu dem die Rütt- Arena 14 Mannschaften verpflichtet hat. Beginn der Rennen 20 Uhr. Der„Rast" am 22. Juni Arbeitcrsportlcr vor die Front! Um den diesjährigen Reichs-Arbeiter-Sporttag (Rast) wieder zu einer bedeutsamen Berliner Kundgebung zu ge- stalten, ist größte Aktivität aller Arbeitcrsportler dringend not- wendig. Dadurch, daß fast alle Sportarten im Stadion zur Geltung kommen, wird weiteste» Kreisen in die Vielseitigkeit der Arbeiter- sportbewegung Einblick gegeben. Dem großen Prozentsatz von Ar- bcitern, die heute noch die bürgerlichen Vereine bevölkern, soll klar gemocht werden, daß sie gegen sich selbst arbeiten, wenn sie sich nicht dem Arbeitersport anschließen: vor allen Dingen gilt es, der breiten Masse der Arbetterschast die gesunden Bestrebungen einer gesunden Sportorganisation vor Augen zu führen. Die besitzende Klasse hat die Vorteile der Leibesübungen in frischer Lust längst erkannt. Sie sorgt bereits für entsprechende Erziehung und Betätigung ihrer Kinder. Dem Arbeiter dagegen ist es aus finanziellen Gründen unmöglich, längeren Land- und Secausenthalt zu nehmen, obgleich ge- rade die schaffende Menschheit, die ihren Daseinskamps in dunstigen, staubigen Arbciisstätten führen muß. zur Gesunderhaltung ihres Körpers ausgiebige Erhoiung in Licht, Luft, Sonn« und Wasser außerordenttich nötig hat. Dl« Arbeiterschaft sollte aus diesen Grün- den der Körperpflege bedeutend inehr Aufmerksamkeit schenken und ihre dahingehenden Ansprüche geltend machen, um möglichst lange gesund, frisch, beweglich und elastisch zu bleiben. Anregungen mannigfacher Art gibt in dieser Beziehung der Reichs-Arbeiter- Sport-Tag am 22. Juni im Stadion Grunewald. Es ist Pflicht aller Vereine, dafür zu sorgen, daß auf den nächsten Gewerk- sckzaftsversammlungen und Zahlabenden der Partei von geeigneten. Mitgliedern kurze Referat« über„Leibesübungen und Arbeiterspori- bewcgung" gehalten werden. Der Besuch des„Rast" ist so zu empfehlen, ZdA.~ Mitglieder als Sportler Eine interressante Statistik Der Zentralverbandder Ange st«Ilten veranstolteie vor einiger Zeit eine Untersuchung über die Arbeits- und Lebens- Verhältnisse der weiblichen Angestellten. Das durch die Erhebung gewonnene Material ist von Frau S u h r gesichtet und literarisch zu einer Broschüre„Die weiblichen Angestellten" verarbeitet worden. In der Umfrage wurde u. a. auch die Beantwortung der Frage er- beten, ob und welcher Sport getrieben würde. Wider Erwarten ist diese Frage sehr präzise und vor allem in einem für die Sportbewegmig günstigen Sinn« beantwortet worden. Von 5678 befragten Angestellten trieben 62 Prozent mehr oder minder regelmäßig Sport. Zahlenmäßig und prozentual am meisten betrieben wird der Wassersport, hauptsächlich der Schwimmsport, aber auch Rudern und Paddeln. In der Broschüre wird die berechtigte Vermutung ausgesprochen, daß die große Zahl der Berlinerinnen, die in einer Stadt inst idealen Wassersportverhält- nissen leben, den Prozentsatz günstig beeinflusse». Je ein Viertel der sporttreibenden Angestellten turnt oder treibt regelmäßig Gymnastik. Sehr gering— nur knapp ein Zehnt aller Sportler unter den An- gestellten— ist die Zahl der Wanderfreunde. Dem verhältnismäßig teuren Tsnnissport(?) wenden sich aus begreiflichen Gründe» nur sehr wenige Angestellt« zu. Für die Berechtigung des Kampfes um das frühe Wochenend« sowie um die Verkürzung der Arbeitszeit spriäst die Feststellung, daß di« Angestellten ans den Be- trieben mit frühem Büroschluß viel mehr Sport treiben als z. B. di« Verkäuserinnen in den Geschäften des Ein- zelhandel» und m den Genossenschaften. Etwas mehr als tausend Angestellt« oder rund ein Fünftel der Vesragten gehören einem Sportverein an. Die Wechselwirkung des Arbeitsemtommens und der Sportausübung geht klar daraus hervor, daß die Ausgaben für den Sport verhältnismäßig gering sind. Die Hälfte der Befragten gibt für den Sport monatlich nur ein bis zwei Mark aus, ein Fünftel drei bis vier Mark, die übrigen fünf bis sechs Mark. Ganz eindeutig zeigt die Erhebung des ZdA. jedenfalls, daß die jünger« Angestellten- generation eher etwas Geld für den Sport ausgibt als für Theater uni) Literatur. Leider gibt die Broschüre keine Auskunst darüber, in welchen Sporwereinen die ZdA.-Mitglieder ihren Sport ausüben. Es ist allerdings anzunehmen, daß sie, gemäß ihrer sozialen Stellung und ihrer sreigewertschaftlichen Einstellung, auch Mitglieder in Ar- b e i t e r sporwereinen sind. Dort würden sie z. B. auch Tennis für.- drei ganze Mark im Monat spielen können. ?«ie galtbo-tZahrkr®«li>>. Donncrstaa, 12. 3uiil, im„Hockeschkn Lwf". Hackiichcr Mar!,. Zahrtbcrichic, Besprechung der Vercinsregatla. Bufstellung der Mannschoftcn ,ur Ardeiter�Sport-Werdewoche und des„Rast". Sonntag. IS. Juni, Pilichtneranftaltung: Vereinsregalta am„Hölzerncn See". Badn» statu»! Tenpitz-Er.-Kijri». Rb-fahrtzeiten der gllge werden am Dcrctnsadens dckanntqegcden. Siiste ,» ollen Bcranstaltungr» herzlichst willkommen. rfttic Stube«» und itaausahrer 1. strei»«. V. Ausgab« der Plata!« und Handjcttel jur Regatta Freitag, 13. Juni, 18 Uhr. bei Iungbluth, Berlin O.. Seumeftr. K. ZTAB.-NeulöllnBeit! Wichtige Termine und Aendernngen: Heute. Mtdwach, 11. Juni, erster Uebungsabend 1. Iugendabteilung.— Bezirks- norstandssthung, 19 Uhr, Eonnenploh.— 2. Männer» und 2�?u»gmadchen. abteilung heute, Mittwoch, 11 Juni, gemeinsames lieben nur Etadionweihe. Turnhalle Chauiseestr. 137. 18 di« 20 Uhr.— Donnerstag, 12. Juni, Uebungs- abend der 2. Mljnneradtcilung fällt aus. Wir belciligcn uns an der Partei- dcmonstration!— zreltag.>3. Juni, Einteilung nnb thencralprobe zur Stadionweihe in der Turnholle Leisingstrohe. 2. Männer- und 2.?ung- mädchenabtcilung mich jur Stelle sein.— Sonnabend. 14. Juni, außerordentliche Bk,ir!svcrsainmlung, 19 Uhr, Sonnenplaß. Alle Mitglirber der Jugend-. Iungmödchen-, Frauen, und Männerabteilunge» mtisfcn anwesenb. sein! Kampfrichter»um Rast. Alle irgendwie abkömmlichen Mitglieder wollen Donnerstag. 12. Juni, 2» Uhr. bei Wcgener, Franksurlcr Allee 23«,»ur Nonrpfrichterstßun« erscheinen. Tagesordnung, Eröffnung de« Neuköllner Stabions und Einteilung ,»m Rost. . Kartellbezir« 1«. Rastplakate tönncn bei Wisseler, Köpenick. Kießcr Str. 7. abgeholt werben. Radsportliehes Allerlei „Solidarität" in Finsterwalde— Auswärtiger Radsport Der Arbeiterrad- und Krastfahrerbund„Solidarität" hatte seine Mitglieder Pfingsten zu einer Gauausfahrt nach Finster- wald« aufgerufen und zahlreiche Teilnehmer eilten mit der Bahn, dem Fahrrad und Motorrad von Berlin und anderen Städten nach Finsterwaldc. Am ersten Pfingstfeiertag wurde vom Tambourkorps der Freien Turner und des Reichsbanners ge- weckt. Um 6 Uhr fand dann die Zuverlässigkeiissahrt für Rad- und Motorsahrer statt. Das 50-Kilom«ier-Radrenneii ging von Finsterwalde nach Wittmannsdorf und zurück. Die Radler hatten auf der ersten Hälfte der Fahrt stark unter Gegenwind zu leiden, so daß sich nach kurzer Zeit das Feld auseinanderzog. Fünf Fahrer bildeten eine Spitzengruppe und kamen geschlossen durchs Ziel. Als erster ging Erwin Schwarz-Bcrlin durchs Ziel, es folg- ten in kurzen Abständen Gröck, Heini Zimmermann, Erwin Pranjc und Paul Zimmermann. Im 10-Kilometer-Straßenremi«n Finster- walde— Münchhein— Finsterwalde siegte Töpfer- Berlin. Im 20-Kilometer-Rennen der Altersklasse wurde erster 5ierm. Troppa vor Perl-Finsterwalde. Im 5-Kilometer-Jugendreiinen wurde der Finsterwalder Rothe knapp Erster. Um 1 Uhr fand die Korsofahrt statt, an der etwa 100 Motorradfahrer und 500 Radfahrer teil- nahmen. Auf dem Turnplatz der Freien Turner entwickelte sich bald ein schönes Voltsfest. Vor 4000 Zuschauern wickelte sich das Sportprogramm flott ob. Es wurden Massenreigen und Rasen- radballspiele in vollendeter Form gezeigt. Am meisten dürste wohl das Bahnrennen der Radrennsahrer interessiert haben, das span- nende Kämpf« lieferte/ Am Abend fand eine Saalsportschau statt. Am 2. Pfingstfeiertag fanden auf dem Spielplatz in der Bürger- Heide Spiele sür groß und klein statt. D!« ganz« Veranstaltung darf als wohlgelungenes Werbefest sür den Arbeitersport gelton. Resultok»! 50 Kilomeler: 1. Erwin Schwar»(Sellin} 9S;2S Min.: 2. Willi Gröckinen. Von den an- deren Teilnehmern Schindler, Lewanow und Hahn-Leipzig hielt sich Schindler am besten.— Alberto„Dianiaiii"-Berlin wurde Sieger der D R U.- Landesverbandsmeisterschast der Orts- gruppe Berlin. Die siegende Mannschaft legte die 50 Kilometer auf der Rundstreck« bei Frankfurt a. d. O. in 1: 15: 41.6 zu- rück.— Das Bundesstraßenrennen„R und um München" über 185 Kilometer wurde in der L-Klaffe von Patzig-Cheninitz' in 6: 00: 13 gewonnen. Die A>filüf(c gab sich ke n« große Mühe, die Vorgaben ihrer Konkurrenten auszuholen. So fuhr dann der Sieger, der Münchener Bosse, auch 6: 13: 56.— Bei den Bahn- meisterschafien der VDRB. in Ludwigshafen siegte in der Meisterschaft über I Kilometer� Adam Koch-Frankfurt a. M. und in der I0-Kilomet«r>Meistcrschast Otto Michaelie-Magdcburg.— Im Gesamiresultat der drei Dauerrenncn über je 30 Kilometer aus der Pariser Bussalobahn belegt« Grassin den ersten Platz. Welt- meister Paillard wurde Dritter. In d«r Fliegerentscheidung behielt Woeskops über Weltmeister Michard die Oberhand.—- Raynaud» Doyen gewannen mit Rundenvorsprung bei der Genfer Bemn- stattung das 100-Kilometer.Mannschastsrennen vor Richli-Bufcheu- Hagen und Meyer-Stübecke. Linari stellte hier mit 1: 07,4 einen neuen Kllomctcrwettrekord auf.— Die Jtalienrundfahrt wurde jetzt nach dreitägiger Dauer beendet. Als Gesamtsieger ging Luigi Marchisio mit 115 Stunden 11 Minuten und 55 Sekunden hervor. �(fafchäfts-Jtn&iger föezirfc fUden-lifeften. Das reine Roggenbrot Nus � Echtes Kommißbrot Feronia-Brotfabrik Gebrüder Hagen Berlin-Schmargendorf, Salzbrunner Straße 18/20. Fernspr. Brabant 1418 VOLCK& GNÄDIG Reparatur-Werkstatt mit eigener Schweißanlage für graph. Maschinen Rotations-, Tiefdruck- und Offsetmaschinen Umzüge kompletter Druckereien Berlin SW 61, Gitschiner Str. 15 Tel.: F 1, Mpl. 36 77.— Nachtanruf: Q 5, SDdring 323 und F 2. Neukölln 46 59. Lieferant siintlidier Krankenkassen Staall. gepr. Optiker OPTIK UND PHOTO LindenstraBe 106 Bei Bedarf in Auflagematratzen fordern Sie nur die weichgepolsterte „MW" Mairoize (m. garant. neuem Material gefüllt). 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