Morgenausgabe Donnerstag -xs-.-.«nf y tf#it rf» 1 1 tf rrrjÄ-sass■ LI«M ElZ■ I I■ U MMM» � einschließlich SV Dfg.Poftzettung». unt K--MS W W«W t»> Wk v» W> MW W f( W<3 V• 72 Psg P-NdeftellH.dühren.«ll-l-nk» MgW I«�| W W W � W W W W W W M) N«»W/ Vi» mg, Zionpaeeiveze abonnement Sc— M. pre Monat. WW»|(— BB■■ B| W> W» Hjj Mö SM»W BB—' W> HB! 80 Pfennig. Reklame eile 6.- Rem ▼,jaa| BB 8B H K BsS BB WM B> WW BW„«lew-Auz-ig-n- da» * HH II Bi n JBRk BWUl HB KB druekie Won 2S PIenn>g(zulässig zu Vn.Bonolrt»* erschein, mochenl,�» I B» �WM>.�BV M>H ,.Iigedrn«. Warie,. sed.» weil.r. Äs> lich zweimal. Sonntag, und Monlag, HU| �B!e B» Piennm. Si.lleng.such. da-«. einmal, dl. ilb-ndau.gad.n stln«erli» H�Z l>7 H«°n 15 Psennig. l-d.» W und im stände! mit dem Titel Der WS/ HPv>.AL,, HB l 10 Psennig»orte über 15 Buchslob Hbend". Jlluftriene Beilogen.Boll J&M9X- 4»ähsen für zwei Won-«rdeii-ma und Z.,t> und.Kindersreuni». Ferne. � � u..*4.*k. rr\.*. iM � Mm SeHeBO Wennlg.8«mill«ii«nj»|g.n3. sZWs Neetiner VvwsbßM Zentealorsan der sozialdemokratischen Kartei DeutsGlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönbofl 292—297 Telear-nnm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Der preußische Minister des Innern hat«nu Mttt- woch durch Erlaß au sämtliche preußischen Polizeiver- waltungeu das öffentliche Tragen der nationalsozialisti» schen Parteiuuiform verboten. Der Erlaß lautet: „Auf Grund des allgemeinen Landrechts wind zur Aufrecht- crhaltung der öffentlichen Ruhe und Sicherheit und Orldnung das öffentliche Tragen der sogenannten Parteiainiform der National- sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei einschließlich ihrer Unter-, ftilfs. und Nebenorganisationcn für den Bereich des Freistaates Preußen oerboten. Zur Uniform gehören alle Gegenständ«, die dazu bestimmt oder geeignet sind, abweichend von der üblichen bürgerlichen Kleidung die Zugehörigkeit zu den genannten Organisationen, ins- besonder« den sogenannten Swrmabteiilungcn, Schutzstaffeln und der Hitlerjugend, äußerlich zu bezeichnen, also auch Kleidungs- und Aus- riistungsstücke(z. B. Armbinde n), die durch bestimmte Form. Farbe, Schnitt usw. ein Merkmal der genannten Organisationen darstellen. Ich ersuche alle Polizeibehörden, das Verbot mit allen polizei- lichen Mitteln, gegebenenfalls auch durch Androhung und Festsetzung von Zwangsstrafen nachdrücklichst durchzuführen, gez. Dr. Waentiig.* Waffenbeschlagnahme in Berliner Nazi-Lokalen. In den gestrigen späten Abendstunden wurden mehrere nationalsozialistische Verkehrslokale von Beamten der politischen Polizei des Polizeipräsidiums überraschend umstellt und die anwesenden Hak«nkreiizler nach Waffen durchsucht. In einer Gastwirtschaft in der L ü tz owft ra ß e wurde einem National- srzialisten eine mit 8 scharfen Schüssen geladene Maschinen. pistol« abgenommen. Bei einer Razzia in einem Lokal in der Nahe des Bahnhofs B e l l« v u e beschlagnahmten die Beamten eine Schreckschußpistol« sowie mehrcr« Hieb- und Stich- Waffen. Frick-Versammlung in München verboten. München, 11. Juni.(Eigenbericht.) Als Autwort auf das Uniformverbot der bayerischen Regierung will Hitler, wie er in einem Parieibesehl angeordnet hat, ab 14. Juni zunächst für die Dauer von 8 Monaten die gesamte Kraft seiner Propaganda auf Bayern konzen- tricren. Als Auftakt galt«ine Zirtusversammlung in M ü n ch e n, in der neben ihm selbst auch der Herr Dr. F r i ck aus Thüringen auftreten sollte mit dem Thema:„Hinweg mit den Unterdrückern des erwachenden Deutschland". Ein anderer Redner, der Bibliothekar des Bayerischen Landtags Dr. Buttmann, sollte die geschmackvolle Frage. behandeln:„Die Schwarzen am Am kommenden Montag nimmt der Reichstag seine Arbeit wieder auf. Auf der Tagesordnung seiner ersten Sitzung stand bisher die zweite Beratung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums. Da Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald jedoch mitgeteill hat, daß die vom Reichskabinett bejchlossene Borlage über die Aenderung der Arbeitslosenversicherung dem Reichstage an diesem Tag« noch nicht vorliegen wird, so ist eine Umstellung der Tagesordnung not- wendig. Statt des Arbeitsetats wird der Etat des Reichs- Ministeriums des Innern zuerst zur Beratung gelangen. Auch der Haushaltsausschuß des Reichstages nimmt am Montag seine Beratungen mit der allgemeinen Finanz- d« b a t t e wieder auf. Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer wird die vom Reichskabinett beschlossene« Dertnngsvorlagen be- gründen. In diesem Gremium wird also auch�bie erste Klärung der Stellung der Parteien zu diesen Fragen stattsinden. Da aber die Gesetz- entwürfe noch nicht vorliegen, so kann es sich nur um eine vorläufige Stellungnahme handeln. Wann die Gesetzentwürfe über die Arbeltslofenversiche- riing, das Notopfer, die Ledigensteuer usw. den Reichstag beschäftigen werden, steht noch nicht fest. Sie werden erst in den nächsten Tagen Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Rhein— die Schwarzen in Bayern", womit die Baye- Tische Nolksparte! und ihre Regierung gemeint ist. Die Polizeidirektion München hat diese Versammlung jetzt verboten. ebenso jade andere Bcrsanmilung, die als Ersatz dienen könnte. Das Verbot wird wie folgt begründet: „Die maßlos beleidigende und jeden anständigen Menschen anwidernde Sprache im Zusammenhang mit den hetzerischen Ergüssen der nationalsozialisti!. scheu Presse in den letzten Tagen läßt erkennen, daß die Ber- sammlung nur darauf abzielte, die Staatsregierung ver- ächtlich zu machen und zum Ungehorsam gegen die von ihr getroffenen Anordnungen aufzuwiegeln. Di« geplant« Devsamm- lung war daher als dem Strafgesetz(§§ 110 und 185 Reichsstras- gesetzbuch) zuwiderlaufend zu verbieten." An der Begründung ist interessant, daß sie sich zweifellos auch auf die beabsichtigte Rede von Frick bezieht. Hakenkreuzlerprozeß in Schweidnitz. Die Ladung Hiilers. Schweidnitz, 11. Juni. Der Landfriedensbruchprozeß gegen die 16 angeklagten National- sozialisten, der zur Zeit in der Berufungsinstanz schwebt, nahm heute mit der weiteren Bernehnmug per Angeklagten seinen Fortgang. Die Angeklagten geben im allgemeinen die ihnen von der Anklage vor- geworfene Körperverletzung zu, behaupten jedoch durchweg, in Notwehr gehandelt zu haben. Die Verhandlung nahni wie die gestrige«inen bewegten Ver- lauf. Nach der Verlesung von zwei Flugblättern kam es sogar zu einem Zusammenstoß zwischen dem Verteidiger und dem Vorsitzenden. wobei sich dieser genötigt sah. dem Verteidiger das Wort zu entziehen. Die Vernehmung der Angeklagten ist noch nicht abge- schlössen. Jrirf als Sachverständiqef. Schweidnitz, 11. Juni. Im Nattonalsozialistenprozeß erklärte der Verteidiger Dr. Frank heute, daß die Staatsanwaltschaft den Berliner Kriminalkommissar Stumm als Sachverständigen geladen habe, behalte sich aber vor, einen politischen Gegensachverständigen zu benennen, und zwar nenne er heute schon den thüringischen Staatsminister Frick. Zum Schluß ermahnte der Vorsitzende die Angeklagten, bei dem morgigen Erscheinen ihres Führers Hitler sich jeder Ovation im Eerichtssaal zu enthalten. Darauf wurde die Sitzung auf Donnerstag oertagt. dem Reichsrot zugeleitet werden, da st« im Reichsfinanzministerium bisher überhaupt noch nicht endgültig sestgestellt worden sind. Selbst wenn der Reichsrat außergewöhnlich schnell arbeitet, dürfte er mit ihnen kaum vor Ende der n ä ch st« n W o ch« fertig werden, so daß sie dem Reichstag frühestens in der übernächsten Woche zu- gehen können. Unter diesen Umständen ist es fast sicher, daß die ver» abschiedung des Etats und der umfangreichen Deckungsvorlagen nicht mehr rechtzeitig vor dem 1. Juli erfolgen kann. Deshalb muß der R o t e ta t, der am 30. Juni abläuft, noch einmal verlängert werden. Dem Reichstag steht also eine arbeitsreich« Tagung be- vor. Bei der Bedeutung der dringlichen Vorlagen wird die S o z i a l- d« m o t r a t i e oerlangen, daß die gründliche Beratung den Vorrang erhält vor dem erfahrungsgemäß sehr starken Ferienbedürf- nis des Reichstags. Selbst wenn also auch das Ausgaben- senkungsgesetz.zu dem das Reichskabinett erst am kommenden Freitag Stellung nehmen will, bis zum Herbst verschoben wird, ist an eine Vertagung des Reichstags vor Mitte Juli nicht zu denken. Polllcheckkonio: Berlin 87536.— Bankkonw: Bank 0er Ardeiiei. Anaellelllen und Beamten, Wallltr 65 Dl B u Tite-Gei Teposiienkalle Lindensir 3. (karols Staatsstreich. Eine Nation in Extaie. Bukarest, Pfingsten 1930(Eig. Bericht). Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus und große Männer zeigen ihr Kommen an, indem sie durch ihre An- Hänger die Gegner hinter Schloß und Riegel bringen lassen. Ist dann die Bombe geplatzt und esn König vom Himmel gefallen, so sperren sie Draht und Post, Zug und Flugzeug, verbieten den Autoverkehr und verhängen den Ausnahmezustand, stürzen eine Verfassung und neigen sich einer Idee zu, die man in Italien und Rußland, itt Spanien und Griechenland, in der Türkei und in Polen Diktatur nennt oder nannte. Ueberzeugungen fallen und Eide werden gebrochen, eine Königin verläßt fauchend die Städte ihres Wirkens und ein Ordensregen ergießt sich über die, die der Sache zum Triumphe verhalfen. Kombinationen werfen Kombinationen um, Zivilisten machen in höchster Politik und Militärs rasseln mit dem Säbel, über dem Lande liegt eine bleierne Atmosphäre und die Szenerie in der rumänischen Hauptstadt, von strahlender Sonne und tiefstem Blau der Unendlichkeit überzogen, riecht ein bißchen nach Spannung, nach Ex p l o s i o n. Was bringt die kom- mende Stunde, der-morgige Tag?... Die Schultern zucken und der Blick richtet sich erwartungsvoll hinauf zu denen, die dies Spektakel arrangierten, zu den Marionetten, die an Stricken baumeln und von Hintermännern dirigiert werden, die gleich feindlichen Feldherren die Situation ver- schleiern und aus ihrem Herzen'«ine Mördergrude machen. Und doch wird die Welt beruhigt durch den offiziellen Spruch, den die Regierung hinausfunkt in die vier Rich- tungen des Windes:„In Bukarest nichts Neues, ganz Rumänien wird von vollendetster Ruhe beherrscht! Dabei gäbe es etwas Neues, so eine kleine pikante Affäre, die man Staatsstreich nennt. Gar nicht romantisch, gar nicht sensationell: ein Flugzeug neigt sich zwei Stunden vor Mitternacht den Hangars eines nur spärlich beleuchteten privaten Flugplatzes' in der Bukarester Peripherie zu, ein Potez setzt federnd die Räder auf �rumänischen Boden, em Mann zeigt einen auf den Namen Eugen Nicolas ausgestellten rumänischen Paß vor, seines Zeichens Chauffeur bei der rumänischen Ge- sandtschaft in Paris, und betritt zum erstenmal seit fünf Iahren den Boden seiner Heimat. Militär sperrt unter dem Borwande einer plötzlichen Inspektion das Gelände ab, hohe und höchste Offiziere der Bukarester Fliegertruppe salu- tieren und legen den Treueid in die Hände eines Mannes, der gestern noch den höchst zivilen Namen Carol Carei- mann trug und heute schon K ö n i g C a r o l II. von R u- m ä n i e n ist. In München war das Flugzeug gemietet und bestiegen worden. Der Flug ging über Wien, die Tschechoslowakei, Budapest, Oradea-Mare und Klausenburg und die Ankunft in Bukarest war den Freunden Carols durch ein i n München expediertes chiffriertes Tele- gramm angezeigt worden:„Ankomme mit der ganzen Familie z w e i u n d z w a n z i g Uhr— C i c a". Rur wenige Persönlichkeiten waren von den di- rekten Plänen unterrichtet. Die rumänische Gesandt- s ch a f t in Paris hat sich �z B. st r I k t g e w e i g e r t. Carol einen Paß zur Reise nach Rumänien auszustellen. Man be- diente sich deshalb des Chauffeurs der rumänischen Gc- sandtschaft in Paris, der für sich einen Paß beantragte und shn einem Mitglieds der rumänischen Militärmission aus- händigte, der das Bild des Chauffeurs mit dem des Prinzen vertauschte, ordnungsgemäß die deutschen, österreichischen, tschechischen und ungari- schen Bisen bei den Pariser Konsulaten einhalte und die ganze Reise auf den Namen des„Nicolas" aufzog. Von Paris bis München benutzte Carol und sein Begleiter, Haupt- mann Pop� die Eisenbahn. In München wurde das Flug- zeug bestiegen, das bis zur rumänischen Grenze durchflog, bei Oradea-Mare jedoch eine Notlandung vornehmen mußte, da das Oel ausgegangen war. Auf einen Funkspruch hin entsandte die Garnison Klausenburg einen Militär- flieger, der die Münchener Maschine eine Stunde nach der Notlandung fand. Er konnte in Anbetracht des außerordentlich ungünstigen Landungsgeländes nur mit großen Schwierigkeiten neben der Maschine des Prin- zen niedergehen. Nachdem die Münchener Maschine Oel übernommen hatte, setzten die beiden Flugzeuge ihre Fahrt nach Klausenburg fort. Während das rumänische Kampfflug- zeug bereits den Klausenburger Flughafen erreicht hatte, wartete man hier vergeblich auf den deutschen Apparat. Viertelstunde auf Viertelstunde verg.ng, oyne daß die deutsch? Ma'ckiine in Sicht kam. Wiederum wurd" e n ru- mänischer Militärflieger entsandt, der das deutsche Flugzeug in der Nähe der Orljchast Badul Crlului vorfand, wo es wegen Benzinmangels niedergehen mußte. Der Prinz stieg jetzt in die rumänische Maschine, flog nach Klau'enburg, wechselte hier auf dem Flugplatz seine Zivil- kleider mit der Uniform eine» Fliegergenerals Aazi-Llmform verboten.. Ein Erlaß des preußischen Innenministers. Reichstag bis Mitte Juli. Oer Rotetat muß voraussichtlich verlängert werden. unter Anlegung seines vollen Ordensschmuckes. Zehn Mi- nuten später hatte Carol den Klausenburger Flugplatz bereits verlassen. In Begleitung von zwei Patrouillenflugzcugen er- reichte er nach drei Stunden Bukarest, chier begab sich Carol sofort im Automobil zu den Bukarester Kasernen des 9. In- fattterie- und des 2. Jägerregimentes, die er kurz besichtigte und sich von den anwesenden Generalstabsoffizicren den Treueid leisten lieh. Nachdem er sich überzeugt hatte, daß die Armee auf seiner Seite war, fuhr Carol zum Schlosse C o t r o c e n i, wo ihn sein Bruder Nikolas gegen Mitter- nacht empfing. Die Schlohwache leistete bei der Ankunft im Schloßhof die Ehrenbezeugung. Ministerpräsident M a n i u war unmittelbar nach dem Eintreffen Carols in Bukarest von der Landung telephonisch verständigt worden und erschien nach wenigen Minuten im Schlosse Cotroceni. Auf die Begrüßungsworte Carols:„Herr Maniu,' ich bin nach Rumänien zurückgekehrt" anwortet« der Premier:„Herz- lich willkommen, Hoheit l" Carol fuhr fort:„Ich glaubte einen großen Fehler zu begehen, wenn ich auch weiter- hin meinem Lande ferngeblieben wäre. Durch meine Ab- Wesenheit aus Rumänien sind fortwährende Unruhen im Lande entstanden und der wirtschaftliche Kredit Rumäniens ist gefährdet. Es ist daher besser, wenn ich wieder im Lande bin." Von diesem Augenblick an überstürzten sich die Ergeb- nisie, Regierungen gehen und kommen, Demission folgt auf Demission. Bukare st gleicht einem Mobil- machungstage und die Uniformen geben den Ton an. Das„liberale" Lager derer um B r a t i a n u und Duca spaltete sich und die Presse, die g e st e r n noch d e m „Abenteurer" den Kampf bis aufs Messer an- gesagt hatte, jubelt jetzt Carol II. zu. Die Glocken läuten von den Türmen und Salutschüsse durcheilen den jungen Morgen. Ein Kind von einem Könige hat aufgehört Monarch zu sein und die Hintermänner dieses Kindes und die Arran- geure der danialigen Abdankung des Thronfolgers schäumen hinter verschlossenen Türen vor Wut. Vergessen sind Weibergeschichten und Prinzensprünge. Das Volk rast, ohne zu wissen, wofür, aus den Fenstern die Bilder der Herren von Getsern und Carols Porträt. g e st e rn noch mit Gefängnis bedroht, nimmt den Weg vom staubigen Boden hinein in das grellste Schein- werferlicht des Heute. Politiker werden Kinder und Patriar- chen weinen, der Frühling tut das Seinige an Milde und Frohsinn, und ein Ministerpräsident zuckt die Achseln und wäscht die Hände in Unschuld. Gewagt war der Sprung von Paris nach Bukarest, ge- fährlich waren die Konsequenzen, die in ihrer Reichweite auch heute noch nicht völlig zu übersehen sind. Fest steht jedoch, daß Maniu bereits seit long er Zeit mit dem Prinzen verhandelte und sich mit' ihm dahin- gehend geeinigt hatte, um ins Land zurückzukehren, um an der Regentschaft teilzunehmen. Die Frage der so- s o r t i g e n Ausrufung zum Könige war von Maniu stets abgewiesen worden. Von diesen Verhandlungen des Ministerpräsidenten wußten mir wenige Reqierungsmit- glieder. Erst 48 Stunden vor dem Staatsstreich sickerten Ein- zelheiten durch. Von dem Augenblick des Betretens rumäni- schen Bodens wandelte sich die Genügsamkeit des Prinzen als Regent zur offenen Forderung der Känigswürde, der sich an- gesichts der Haltung der Armee für Carol auch Maniu nicht widersetzen konnte. Die Regierung demissionierte, der bis- herige Außenminister Mironesku wurde mit der Bildung einer Uebergangsreglsrung betraut und am Pfingstsonntag rief die Nationaloersammlung Carol zum König aus. Die Zeitungen durchbrechen die Sonntagsruhe und machen in un- gezählten Ausgaben von Extrablättern Dombengeschäfte. Eine Nation ist in Ekstase und wartet ergeben auf die Bestimmung____ Maniu lehnt ab. Bukarest. U. Zum abends. Das Ex«kutinktmilte« der Ratio nalfaraiftischen Partei hat in später Nachtstunde beschlossen, die Bildung der neuen Regierung a b- zulehnen. Ministerpräsident Maniu begab sich sofort zum Konig und erklärte diesem, daß«r mit Rücksicht auf den Beschluß des CxrtitUvkoniitcez der Partei den Auftrog zur Regierungsbildung nicht annehmen könne. Maniu hat dem König nunmehr die Bildung einer Konzentration, rieglerung unter Führung eine» Spitzenpräsidenten der Nationalen Bauernpartei oder des General P r e s a n vorgeschlagen. « Bor dieser nauestrn Wendung hatte WTB. aus Bickaresi ge° nicktet: Man erwartet hier, daß das neu« Kabinett bis morgen zustande kommen wird. König Carol hatte ursprünglich di« Absicht, ein Ministen uni der nationalen Koalition zu bilden, dvch scheinen seine daraus gerichteten Bemühungen gescheitert zu sein, und zwar hauptsächlich infolge der Weigerung Mo- nius, die Führung einer anoewn als einer Parteiregierung zu iiberne.hnun. Maniu besteht auch darauf/doß i h m im Falle feiner Bclramma die Auswahl seiner Minister überlassen bleibe und daß dies« nicht durch den König designiert werden. 3n diesem Punff scheinen ziemlich ernste Alelnungvverschiedeu- heiten bestanden zu haben. Aster Wahrscheinlichkeit nach wind'sich jedoch der Standpunkt Manius durchsetzen, ja daß mit der Bildung eines neuen national-zansüschen Kabinetts unter Maniu gerechnet werden kann. König Carol scheint jeocnfalls entschlossen zu sein, den Boden des Parlaimentarismus nicht zu verlassen. Eine Auf- lulung der Kammer kommt deshalb ebensowenig m Frage, wie die Bildung einer Militärregiening. Die Pressefrecheit ist in keiner Weise eingeschränkt. Die.liberale" Partei hat zwar den Ton ihrer Kundgebun- gen gegen König Carol bedeutend gemildert, doch ist eine eitt- scheidende Aenderung ihres Standpunktes nickst vor Herbst zu er. warten. Die„liberalen" Führer sind sich vollkommen bewußt, daß sie sich mit der Bekämpfung König Carols la das republikanische Fahr- wasser begeben. Gerade das wird aber von vielen Liberalen in Anbetracht der Nachbarschaft S o wj« t ru ß la n d» als ein gefährliches Spiel betrachtet. Die dissidierende Gruppe innerhalb der liberalen Partei veranstaltet heute eine Loyalitätstundge- b n n g für König Carol. 5! ach Blättcrmeldungen hat der König die Regierung ersucht, die Führer der Liberalen Partei, die im Klub der Liberalen Partei beleidigende Reden gegen ihn gehalten haben, nicht g e- richtlichzu verfolgen. Er wünsche dadurch zu beweisen, daß er ausrichtig eine Befriedigung des Land« erstreb«, � Rebellion gegen Moldenhauer. Die Volkspariei verwirst die Kernstücke seines Programms. An der Berliner Börse war am Mittwoch das Gerücht von einem Rücktritt des Reichsfinanz- Ministers Dr. Molden Hauer verbreitet. Wie sich auf Nachfrage an amtlicher Stelle ergab, entbehrt das Gerücht „z u r z e i t" jeder Grundlage. Bei dieser amtlichen Auskunft wird man den Nachdruck auf das Wörtchen„zurzeit" legen müssen. Denn es ist seit längerer Zeit bekannt, daß Herr Dr. Moldenhauer bereits mehrfach den Rücktritt erwogen hat und sicherlich gerne eine günstige Gelegen- heit benützen möchte, um das voreilig und nicht sehr überlegt angenommene Amt wieder loszuwerden. Herr Moldenhauer steht der Tatsache gegenüber, daß der von ihm vertretene Deckungsplan, insbesondere das Notopfer, von seiner Fraktion abgelehnt wird. Die „Kölnische Zeitung" veröffentlichte am Mittwoch mor- gen einen Aufsatz„Warnung in letzter Stunde", in dem es heißt: »Auch darüber wird man sich nicht im Zweisei sein dürfen, daß jede Neueinnahme, die sich das Reich so oder so beschafft, eine neu« Belastung der Gesamtwirtschaft darstellt. Unter diesen Gesichts- punkten sollt« von allen Beteiligten und Unbeteiligten der Plön der Reich sregierung betrachtet werden, die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung um 1 Proz. heraufzu- setzen, um 200 Millionen Mark zu gewinnen und von den Fest- besoldeten eine R e i ch s h i l f e einzuziehen, die nmd 300 Millionen Mark einbringen soll. Beide Absichten widersprechen, darüber ist kein Zweifel möglich. der von der Relchstagssraklion der Deutschen Volkspartei in vollem Einvernehmen mit der gesamten Partei bisher geführten Politik. Auch der Fi n a n z in i n i st e r Moldenhauer, der in diesen Dingen, wie es scheint, ausführendes Organ des Reich sarbeitsminifters ist, wird sich dessen bewußt sein müssen. Die Volkspartei, die es vor wenigen Monaten ablehnte, dem von Stcgerwald und den christlichen Gewertschasten xesorderten Notopfer der Festbesoldeten zuzustimmen, obwohl doch damals von besagten Festbejoldeten nur ein Abzug vom Einkommen, wi« er dem Arbeitnehmerbeitrag zur Arbeitslosenversicherung entspricht, obwohl also damals nur 1% Proz. des Einkommens gefordert wur- den, kann jetzt nicht gutheißen, was sie damals mit einem Wider- stand, der bis zur Kabinettskrise führte, bekämpfte. Oder hak sich Inzwischen in der Situation so viel geändert, daß eine Schwenkung um ISO Grad vor den Wählern veranlworlcl werden kann? Der Staat nimmt einseitig eine Gehaltssenkung vor. W«r diesen Weg billigt, pflegt einzuwenden, daß es le'der einen anderen nicht gäbe, um aus der augenblicklichen Kalamität heraus- zukommen. Wirklich? Hot nicht dieselbe Regierung Brüning noch vor kurzer Zeit eine Erhöhung der Biersteuer für tragbar gehalten, die um 25 Proz. über das hinausging, mit dem sie sich schließlich begnügt«? Ist wirklich aus der Zigarette nichts mehr herauszuholen? Ilnd vor allen Dingen: Soll denn immer und immer wieder nur da, Reich alle gemeinsamen Lasten tragen? Sollen die Ueberweisungen an Länder und Gemeinden immer weiter steigen? Bevor man auch jetzt wieder dem Reich neue Ein- nahmen zuführt, muß man das Aeußerst« tun, wn die Ans» gaben zu vermindern. Die Reichshilfe der Festbesokdeten stellt keine echte Ausgaben- Verminderung dar. Sie ist vielmehr eine EmnoJhmenvermehrung, also das Falscheste, was man zur Zeit tun kann. Sie ist eine echte Belastung nicht nur der Festbesoldeton. sondern der gesamten Wirt- schaft, denn sie entzieht dem inneren Markt neue ZllO Millionen Mark. Sie spart nicht am Ueberflüssigen, sondern an falscher Stelle. Eine solch« Politik kann die Denlschc valkspartei unmögNch treiben. Sie würde sich mit ihren Anhängern überwerfe« und ihre Gcfamlhaliung verleugnen. Das ist ein bißchen zuviel, um der schönen Augen der Wirt- schaftsreformor willen, die ihre Schulung in München-GIadbach erhalten haben." Dieser Aufsatz, der eine vernichtende Kriti! an den Deckungsplan wie an Finanzminister Moldenhauer in sich schließt, ist, wie die„Kölnische Zeitung" mitteilt, von einem Mitglied der Reichstagsfraktion d-r Deutschen Volkspartei verfaßt. Cs ist jedoch keine Prinatorbeit. sondern eine offiziöse Parteikundgebung. Der Verfasser ist Mitglied des Fraktionsvorstandes, und der Artikel ist auf Wunsch des Vorstandes der Reichstags- fraktion der Deutschen Volkspariei verfaßt. Erhöhung der Beiträge bei der Arbeitslosenversicherung und Notopfer aber sind die Kernstücke des neuesten Finanz- Programms. Was tut ein Finanzminister, dem seine Frak- tion die Kernstücke seines Programms ab- lehnt? Wir haben durchaus Verständnis für die Schwierigkeiten, mit denen gegenwärtig jeder Reichssinanzminister rechnen muß. Wir haben infolgedessen Herrn Dr. Moldenhauer auch stets jene mildernden U m st ä n d e bewilligt, auf die jeder Finanzininister der Gegenwart Anspruch erheben kann. Deshalb hat die Sozialdemokratie auch niemals, trotz ihrer Stellung als Oppositionspartei, in den Chor jener Besserwisser eingestimmt, die heute anbeten, was sie gestern verbrannt haben. Ihre Haltung zum Finanzminister des Rechtsblocks war stets durch sachliche Erwägungen gegenüber einer von ihr bekämpften Politik bestimmt. Andererseits läßt sich nicht leugnen, daß die Schwierig- keiten. vor denen Herr Moldenhauer gegenwärtig ziemlich ratlos steht, durch seine Schuld vergrößert worden sind. Bis vor wenigen Wochen hat er sich dem E r n st der Finanzsituation Deutschlands völlig verschlossen, hat er baldige Steucrerleichteningen in Aussicht gestellt, obwohl sie von ihm selbst, trotz größten Optinrisinus. nicht für möglich gehalten werden konnteil. Mehrsach mußte er in kürzester Frist das Gegenteil von dem tun, was er versprochen hatte. Dnß unter diesen Umständen die ihm üppig gespendeten Vorschuh- lorbeeren bald aufhörten und sein Ansehen empfindlich leiden mußte, ist nicht begreiflich. Ebensowenig kann es aber auch vorwundern, daß"seine'Gegner in erster Linie im Lager seitt er Parteifreunde zu finden sind und ihm nun die Gefolgschaft versagen. Reichswehr und Gemeinden. Kosten der Garnisonverlegongen. Di« preußische Staat sregierung hat dem Laindtog «st Grund eines Entschließungeanttages«ine Uebcrsickst über die ein. maligen unv dauernden Ausgaben von Gemeinden und Kreisen der östlichen Grenzgebiete aus Anlaß von Garnisonverlegungen zugehen lassen. Die e i n m a l i g e n A n s g a b e n. die in der Haupt- fache durch Neu- und Umbauten von Kasernen, Offiziersheimen und durch Ankauf neuer oder Vergrößerung narbondener Exerzierplätze usw. entstanden sind, betragen danach rund 19 Millionen Mark, die dauernden Ausgaben, bedingt durch Vcrzinfunig und Tilgung aufgenommener Anleihen, jährlich rund 1130 000 Mark. Ganz besonders hart betroffen find die schlesischen Garnisonstädte, von denen wieder Oppeln nüt 3 650 000 Mark, Sagau mit 2 700 000 Mark, N« i s s e mit 2 600 000, Schweidnitz mit 2 421 172 Mark und S p r o t t a u mit 1 800 000 Mark einmaligen Ausgaben zu nennen sind. Daneben haben diese Städte teilweise sehr umfangreiche dauernde Ausgaben zu leisten. Das Stoatsministeriiim macht darauf aufmerksam, daß diese Zu- sammenstellung feines Erachtens kein völlig zutreffendes Bild gebe, da die Gemeinden bei der?lngabe der ihnen aus Anlaß von Garnisonoerlegunzcn erwachsenen Ausgaben aus naheliegenden Gründen vielfach zurückhaltend gewesen seien. Es gehe auch aus der Aufsiellnng nicht hervor, ob und in welchem Umsong den Aufwendungen der einzelnen Städte Vorteile gegenüberstehen, die sich für die Gemeinden aus der Beibehaltung oder Verlegung der Garnison ergeben haben oder voraussichtlich ergeben werden. * Diese Uebersicht des Preußischen Staatsministeriums gibt einen Abfchnit aus dem sehr unerfreulichen Kapitel„Reichs- wehr und Gemeinden". Die früheren Garnisonstädte haben aus wirtschaftlichen Gründen natürlich ein großes Interesse an dem Verbleiben einer Garnison und sind auch bereit, dafür einen hohen Preis zu zahlen. Verschiedene Fälle haben aber gezeigt, daß die Reichswehr die Zwangs- läge vieler Städte in in ganz ungebührlicher Weife ausnutzt und Ansprüche stellt, welche die städti- schen Finanzen auf das schwerste belasten. Die vom Staatsministerium veröffentlichten Zahlen lasten jedenfalls erkennen, in welchem Umfang der Säckel der Garnisonstädte bei Truppenverlegungen beansprucht wird. Oer Zatt Hoehne. Kultvsminister Grimme fordert Bericht ein. Zu den Pressemeldungen über ein Eingreifen des preußischen Küktnsnnnisters gegen den Rektor der Unwersität Greifswold, Professor Hoehne, stellt der Slmiliche Preußische Pressedienst fest: Es handelt sich nicht um den Rektor der Unwersität, sondern um denfrüherenRektor, also jetzigen Prorektor Professor Hoehne. Professor Hoehne hat zu der Jeistchrift, der sogenannten„Allge- »einen Studentenschaft", di« in jchävfster Gegnerschaft zuder heutige» Staatsform steht und dieser Gegnerschaft dauernd durch ihr« Kundgebungen Ausdruck gibt, ein Vorwort gefchrieden. Der Preußisch« Kultusminstter Grimme hat wegen dieses Vorfalles von Professor Hoehne Bericht eingefordert. Ausgewiesen für MiKM) Mark! Oder:„Die Herrschaft Oer Hochwertigen.� München, 11. Juni.(Eigenbericht.) In dem Münchener Deleidigungsprozeß des Rechtsanwaits Dr. Jung, der das anmaßende A-uch„Die Herrschast der Minder- wertigen" geschrieben hatte, gegen iric verantivortlichen Redakteure der„Münchener Post" und der„Pfälzischen Post" sprach das Ge- vicht am Dienstag sein Urteil. Die beiden Angeklagten erhielten wegen übler Nachrede die unglaublich hohe Strafe von je 1000 M. bzw. 20 Tagen Gefängnis und Tragung der Kosten. Es hatte den Autor der„Mmdevwertigen" also besonders hoch gewertet. Der Richter fand in der Begründung seines Urteils cs durch- aus am Platze, daß Dr. Jung für seine Au sweifung aus de r Pfalz 31 000 Mark U nt-er stü tz n n g s g ekde r erhielt. Er stellt« iveiter mit einem gewissen Staunen fest, daß Jung auf weitere Ilnterstützinig„großmütig verzichtete" und sich durch diese Regelung für befriedigt erklärt halte. Den Schutz der Reichsverfassung für Berichte aus öffentlichen Sitzungen des Paria- meins tut die Urteilsbegründung einfach damit ab, der mkriminierte Artikel stell« gar keinen wahrheitsgetreuen Bericht über die Vor- Handlung des Londtagsaussehusses dar. Die Aussogen der Zeugen reichten nach Ansicht des Gerichtes nicht aus. um den Wortlaut der Aeußevungen, di« den Kern der Artikel bildeten, einwandfrei festzustellen. Dabei hatten zwei Abgeordnet«,«in Reg ierungsvertreter und«in Ausschußboriclfterstatter über Sinn und Inhalt dieser Aeuße- rung«n säst ubereinstmanend dos gleiche bezeugt! Die verurteilten Redakteure werden gegen dos Urteil Berufung einlegen. Nach 20 Kerkeriahre>» begnadigi. ilnd aus Argentinien ausgewiesen. S. Radowitzky wurde 1910 als Neunzehnjähriger wegen eines Attentates auf den Polzsichcf von Buenos Aires, Colone! F a l c o n. — den berüchtigten Verfolger sozialistischer Organisationen, der für die blutige Unterdrückung der Maidemonstration 1909 verontwort- lich war— zu l e b e n s l ä n g l i ch e m Kerker verurteilt. Di« Ar- beiterfchoft betrachtete Radowitzky als Märtyrer ihrer Sache und versuchte wiederholt, seine Freilassung zu bewirken. Nun ist Radowitzky noch 20jähriger Haft— die letzten Jahre in der argentinischen Strafkolonie Uschala im Feuerland— durch einen Gnadenakt des Präsidenten Jrigoyen freigelassen worden. Gleichzeitig ist ihm«in Ausweisungsbefehl zugestellt worden, dem er Folge geleistet Heft. Radowitzky ist um die Einreisebewilligung nach den Vereinigten Staaten bemüht, wo seine Eltern in Miliva'nkec leben. Seine Begnadigung ist in der Hauptsache auf die jahrelangen Bemühungen der Gewerkschasten und der Arbeiterorganisationen zahlreicher Länder zurückzuführen. Besonders lebhaft hat sich der mexi. konische Eewerkschaftsbund für die Freilassung Radowitzkos ew- gefetzt.■ j Die Weisen aus dem Abendlande. „Also, da gehis ins gelobte Land!" Budgetskandal in Frankreich. Sieben Milliarden' Reserven(1150 Millionen Mark) spurlos verschwunden! Bestechungsgelder für Bürgerblock. Geheimes Rundschreiben zum sächsischen Wahlkampf. In einem Augenblick, wo die deutschen Unternehmerver- bände auf der ganzen Linie nach Lohnabbau schreien, weil sie angeblich nicht mehr existieren können, geben die sächsischen Industriellen ein Rundschreiben heraus, das die Mitglieder auffordert, tief in den Säckel zu greifen und zur Bekämpfung der Sozialdemokratie einige Millionen Mark in den Wahlkampf zu wer» fen. Es ist wirklich ein günstiger Wind, der gerade in diesem Zeitpunkt das Geheimschreiben in die Oeffentlichkeit ge- weht hat: verband Sächsischer Industrieller 3. TO. 6/30. Detrifft: Dresden, den Zt. Mai 1930. Lcmdkagswcchlen 22. 6. 1930. Bürg erwies« 24, 1. An unsere ZKitgNederi Am 20. Mai wurde der Tächsische Lairdtag aufgelöst, nachdem es kurz zuvor gelungen war, ein« Regierung zu bilden, die aus verschiedenen äußeren und inneren Gründen gewisse Hoffnungen auf eine Beständigkeit begründet«. Die Ursachen der Auflösung sind sattsam bekannt: wir brauchen also hier nicht darauf einzu- gehen. Auch darüber bedarf es vor Ihnen gewiß keiner Ausführung. was von dem Ergebnis der Neuwahlen abhängt und welche Schwierigkeiten dies« bieten. Die Industrie, das«irt- ichaftliche Rückgrat des sächsischen Staates, hat in ihrem schweren Kampfe um ihren unyssährdcten Bestand innerhalb eines parte!- zecklüftSten Gemeinwesens jede Ursache, ihre Interessen in dem Wahlkampfe zu vertreten. Unserem Verbände, der seine parteipolitische Reu- tralität betont, erwächst die Ausgabe, den wirtschaftsfeindlichen Richtungen der Parteipolitit, die gerode in einer Zeit der allge- meinen Depressio-n zu einer verhängnisvollen 5)errschaft drängen, Widerstand zu leisten und die Kräfte nachdrücklich zu unterstützen, die für«in« positive„ich wirtschastssreui�liche Politik eintreten. Mit Worten allein ist es in Anbetrocht des großen Aufwandes der marxistischen Parteien, die bekanntlich seit langem zu dieser Neuwahl rüsten, nicht getan.— In dieser Erkenntnis hat unser Vorstandsrat einstnnmig beschlossen, oll« Derbandsmitgtieder zu einer Wahlspende aufzusorderu. Die Höhe des Beitroges ist nicht begrenzt, doch hält es der Dar- ftandsrat nach reiflicher Erwägung für unbedingt notwendig, daß jede TNitgliedsfirma wenigstens 1 Mark für jede in dem Betriebe beschäftigte Person entrichtet. Für freiwillig«, d. h. über diescn Mindestbeitrag hin- ausgebende Spenden wäre der Dorstandsrnt besonders dankbar.— Das.Wahlkmüo" des Verbandes ist bei der Allganeineir Deutschen Kreditanstalt zu Dresden-Zl., Altmarkt 16(deren Postscheck- konto lautet: Dresden Rr. 172), errichtet. Dorthin bitten wir den erwähnte« Beitrog zu überweisen. Wir kennen die Lage, in der sich heute die Unternahm ersähst befindet. Wir wissen aber«ich, dost die Lage, die es zu bessern o lt. schl'nnnrer werden würde, wenn wir uns fetzt nicht gemein- som zu einer besonderen Anstrengung entschließen, denn die Ge- f-hx» haß die Wahlen vom 22. Juni 19S0 «tne lwksradtkate Möhrhell TT........■ in den Landtag führen, ist ernst. Deshalb Hot auch der Vorstands- rü die feste Erwartimg ausgesprochen, daß all« Mitglieder ein- wütig seinem Ztppell« folgen und dem Verhond« durch rechtzeitig« Anweisung der Wahlbeiträge die Mittel verschaffen werden, die ihm einen wirksamen Abwehrkampf ermöglichen. Mit vorzüglicher Hochachtung verband Sächsischer Industrieller gez.: Wilhelm Wittke. Franz Miethk«. Vorsitzender. Syndikus. Die„Frankfurter Zeitung" stellte vnr kurzem fest, daß die sächsischen Industriellen nur deshalb so erbitterte Gegner einer Regierung unter führender Beteiligung der Sozial- demokratic gewesen seien, weil eine solche Regierung ihren Plänen auf Lohnabbau in, Weg« gestanden hätte. Nun missen wir. weshalb der Verband Sächsischer In- dustrieller in geradezu schamlos offener Weise den Wahlkampf der bürgerlichen Parteien finanziert. Immer neue Lebensmiiielkarien. Verschlechterung der Versorgung Moskaus. Der Iclegraphen-Union zufolge wird aus Moskau amtlich gemeldet, dost sich in der letzten ZeU die Versorgung Moskau s mit cebensmilleln s e h r v e r s ch i e ch t e r t hat. Die Zentral- fommission für die Versorgung mit cebensmillelo der Stadt vtos- kau h?t an den siandelskommissar ITUfojan ein Gesuch gerichtet, in dem sie erklärt, dost in der letzten Zeil die Versorgung Moskaus mit ceben-mitteln stark gefährdet sei und daher besondere Mastnahmen gekrossen werden müßten, um die Versorgung der Stadt zu regeln. Sie»erlangte sofortige Ausgabe von neuen Lebens- mitkelkarten für andere Lebensmittel, die bis jetzt»och nicht eingeteilt waren. Das Kommissariat für Iunenhanüel Hot versprochen, di« nötigen Mastnahmen zu lrcssen, um die Mißstimmung der Moskauer Bevölkerung zu beseitige«. Maffenhinauöwurf von Intellektuellen aus der KP. Rußlands. Nach wetteren Meldungen der XU. aus Moskau wurde auf der Sitzung der Moskauer Parteikonferenz am Montag mitgeteilt, dost im Lauf« des letzten Jahres aus der Moskauer Parteiorganisation 1 4 00 0 Kommunisten o u s g e i ch l o s s« n worden seien. Van den Zlusgeschlossenen sind 7 Proz. Bauern und S Proz. Arbeiter: die übrigen sollen der Intelligenz angehören. Die Auflegung der Young-Anleihe. Dos Reichsanleihe-Konfortium hat unter Leitung der Reichsbont gestern die deutsche Ausgabe der internationalen S p r o- z e n t i g c n P.o u n g a n l e i h e des Deutschen Reichs in Höhe von L6 Millionen Mark übernommen. Das Anteihekonsortium wird am IL. und 1Z. Juni die Anleihe zur öffentlichen Zeichnung zu einem Kurs von S0 Proz. aus- icgen. Zeichmingsstellen find die Mitglied« des Reichsonleihe-Kvn- Pari«. IL Zun!(Eigenbericht.) Der Berichterstatter der Zlnanzkommissioo der Sommer hat fest- gestellt, dost aus denRefervcudes Schahamtes sieben Milliarden Frauken verschwunden sind. Die Mitteilung darüber hat in parlamentarische« Kreisen eine Bestürzung ausgelöst, deren Rückwirkungen auf politi- f ch e m Gebiet vorerst noch nicht abzusehen sind. Die Vorgeschichte der Affäre hängt oufs engste mit Tor die US berühmtem„amerikanischem" Milliardcnprojekt zur Hebung von Handel, Industrie und Landwirtschaft zusammen. Man erinnert stckz, daß seit dem End« des Poineareschen Regimes in Frankreich eine steigende Unzufriedenheit mit der Sparpolitik der Regierung sich geltend macht«, die, anstatt die aus den Steuer- einnahmen erzielten Milliardenüberschüss« zu produktiven Zwecken zu verwenden, das Geld dem Staatssäckel zuführte und als tote Re- ferne liegen ließ. Diese Politik des„Cheronfchen Sporstrumpfes" führte seinerzeit zum Sturz des ersten Kabinetts Tardieu, da das Parlament siä) weigerte, die Politik Cherons weiter»ützuniachen und der gestürzte Finanzuüi, ister das ganze Kabinett mit sich riß. Als Tardieu dos zweitemal ans Ruder kam, überroichte er das Land mit der Erklärimg, die Negierung werde die angesammelten Reserven— sie wurden von Cheron auf 19 Milliarden Franken beziffert— im Rahmen eines Riesenprogramms zur Hebung von Handel, Industrie und Landwirtschaft und zur Befruchtung des gesamten Wirtschaftslebens Frankreichs verwenden. So entstand das berühmte Milliardenprojekt Tardieus, für das ursprünglich Ausgaben in der Höhe von fünf Milliarden vorgesehen waren, die nach und nach bis auf 17 Milliarden Franken erhöht worden waren. Zwar war die Idee nicht ganz neu— si« war genau genommen«in Plagiat, das sich verschiedene, seit längerer Zeit von Sozialisten und Radikalen ausgearbeitete Forderungen und Pläne zunutz« machte. Trotzden, lieh sich nicht leugne», daß Tardieu durch das Ausgreisen des Wirt- schaftsproblems der Linken seine Popularität sehr verstärken konnte. Tardieu war auch ganz der Mann dazu, den fremden Federn, mit denen er sich schmückte, den Glanz einer großzügigen amerikanischen Reklame zu verleihen. Der Gesetzentwurf über das Milliardenprojekt der Regierung wurde also der F i na u z k o m m i s s i o n zur Behandlung über- geben, die am Mittwoch vormittag mit der Beratung begann, und da schlug die Bomb« ein. In seinem Bericht über den Entwurf er- sortiums. Die Bezahlung der zugeteilten Stücke hat in der Zeit vom 16. bis 25. Juni 1930 zu erfolgen. Die Anleihe ist mit halb- jährigen Zinsscheinen, fällig am 1. Juni und 1. Dezember, aus- gestattet. Ihre Laufzeit beträgt 35 Jahre, jedoch kann das Reick, sie gang oder teilweise vom 1. Juni 1935 ob mit sechsmonatlicher An- kündigung zurückzahlen. Kapital und Zinsen werden ohne Abzug irgend welcher gegenwärtiger oder zukünftiger deutscher Steuern ausgezahlt. Die Verhandlungen mitSowjetrußland Deutscher Ginspnich gegen bolschewistische Wühlarbeit Die nunmehr schon seit Monaten geführten deutsch-russi- scheu Verhandlungen ül�r politische Disserenzen zwisck�n Deutschland und Rußland konwnen nicht vom Fleck. Di« russische Regierung hat bisher ein« bestimmte Zujage der klärte der Referent der Kommission, Abg. de Ehappedelain«, dost das Projekt in der von dj:r Regierung eingebrachten Form nicht durchführbar sei, da dl« Mittel dazu nicht vorhanden jmd. Denn da» sronzösisch« Schatzamt besitz« nicht, wie df«.offiziellen Ziffern Pnineares, Eherons und Tardieus behaupten, wte Refern« von 19 Milliarden Franken, sondern l e d kgl! ch 12 M il l i a r d e n! Wo die fehlenden sielien Milliarden hingekommen sind, da» weist er nicht— vielleicht werde der Herr Finanzminister darüber nähere Auskimft geben können. In begreiflicher Erregung versammekle sich am Mittwoch nach- mittag die Finanztommission zum zweitenmal, um aus dem Munde des Finanzministers Reynaud die Losung des Rätsels zu«r» fahren. Dieser blieb die Auskunft aber schuldig. Er sprach von gewissen Zuwendungen und Zuschüssen an das Budget, die von Herrn Cheron teils nicht gerechnet, teils in ihrer Höhe wesentlich unterschätzt worden waren. Der Kommission war mit diesen Zlusklärungen, die kein« sind, begreiflicherweise ebenso- wenig gedient wie der Oefsenilichkeit. der dies« geheimnisvollen Bor- gonge übrigens durch die Presse vorläufig verschwiegen werden. Einigung in Bordeaux. Gemeinsamer Resolutionsentwurf. Bordeaux. II. Zunl.(Eigenbericht.) Der Soziali st enkongreß hielt am Mittwoch vormiklag keine Blcnarsitzung ab. Alles Interesse kouzenkrinke sich auf die R e s o l u l i o n s k o m m i s s i o n. an deren Beralunge« sich u. a. Leon Blum. Paul Boncour. Renaudcl und Paul Faure be- teillglen. Roch langer Debatte einigte man sich aus einen von Le Trogucr vorgeschlagenen Enkschließungslext über die allgemeine Politik des Vorstandes und über den Rechenschaftsbericht. Zunächst wollte die Rechte des Kongresses(Renaudcl) eine Gegenrcsolulion vorschlagen. Als jedoch aus Antrag Leon Blums der Le Troquer- Text bestimmte Zlcndcrungen erfuhr, erklärte sich die Rechte ebenfalls niit der Entschließung einverstanden. Damit war praktisch die Einigung erzielt. Um 5 Uhr nachmittags trat das Plenum des Kongresses wieder zusammen. Man hofft, in einer Rachtsihüna die Tagung abschließen zu können. Art, daß russische Regierungsbehörden sich künftig nicht mehr in inner- deutsche Verhältnisse einmischen und die Förderung der kommunisti- scheu Propaganda in Deutschland unterlassen, abgelehnt. Auch sonst versucht die bolschewistische Regierung, Deutschland mit nichtssagenden mündlichen Erklärungen abzuspeisen. Sie verfolgt noch wie vor die Taktik, die Beziehungen zur deutschen Republik«in- seit ig auf Kosten Deutschlands auszunutzen. Bleibt die russische Regierung bei ihrer bisher gezeigten Starrköpfigkeit, dann wird über kurz oder lang nichts anderes übrigbleiben, als die Ver- Handlungen als ergebnislos abzubrechen und daraus Konsequenzen, vor allem wirtschaftlicher Art, zu ziehen. Vorerst ist es jedoch noch nicht so weit. Die Meldungen, dost die Besprechungen des deiltscksen Botschafters in Moskau mit der Sowjetregierung vor- aussichtlich ergebnislos sind, eilen den Tatsachen voraus. Das Auswärtige Amt wird über den gegenwärtigen Stand der deutsch-russischen Verhandlungen voraussichtlich noch im Lause des heutigen Tages einojfiziellesKommuniquö veröffentlichen. Im Licht der Zahlen. Gtegerwalds Neformprogramm. Zu der„Pfingstbotschaft" der Reichsregierung an die Arbeits- losen, die in ihren wesentlichen Teilen gestern im„Vorwärts" wieder- gegeben wurde, liefert der Bericht der Reichsanstalt für Arbeits- Vermittlung und Arbeitslosenversicherung über die Arbeitsmarktlage Mitte Mai d. I. in der letzten Nummer des„Reichsarbeitsblottcs" eine treffende Illustration. Ein prüfender Blick in das Gewirr von Zahlen und Kurven, in die der Statistiker die Arbeitslosentragödie zwängt, laßt die Ungeheuerlichkeit erkennen, die der„Resormplan" der Regierung Brüning-Moldenhauer in sich birgt. Am 13. Mai waren bei sämtlichen Arbettsnachwerscn im Reick)« noch2 732 727 Arbeitsuchend« eingetragen gegenüber 2 Sil) 070 End« April und 1 6tX1 gl,? Arbeitsuchenden am 15. Mai 1?29. Am 13. Mai 1930 waren also in Deutschland noch 1 131 814 Arbeitsuchende— 72 Proz. mehr Arbeitsuchende vorhanden als am gleichen Stichtag des Vor- jahres. In der ersten Maihälstc d. I. ist'die Zahl der Arbeitsuchenden nur um rund 87 000 oder 3,1 Prag, zurückgegangen, in der ersten Marhälste des Vorjahres dagegen um etwa 235 000 oder 12,8 Prag. Doh die Zahl der Arbeitsuchenden der der tatsächlich Arbeits- losen fast gleichzusetzen ist d. h. nur wenige der bei den Arbeits- ämtern eingetragenen Arbeitsuchenden sich in gekündigter oder un- gekündigter Stellung befinden oder Notstandsarbeiten verrichten, wird in dem Bericht der Reichsanstalt selbst dadurch festgestellt, daß die Zahl der wirklich Arbeitslosen unter den Arbeitsuchenden am 13. Mai sich auf rund 2 700 000 belief. Von den 2 700000 tatsächlich Arbeitslosen am 15. Mai waren Hauptunter st ützungsempfänger in der Arbeitslosen- und Krisenunterstützung 1 953 421. Wovon fristeten die übrigen rund 730 000 ihr Leben?' Durch die Wohlfahrtssürsorge wurden höchstens 400 000 unterstützt. Rechnet man noch die bei Notstands- arbeiten Beschäftigten Hinz», so bleiben etwa ZOO 000 ohne jede Unterstützung. Um rund 130 000 Personen Hot sich die Zahl der Hauptunter- st ü tz u n g s e m p f ö n g e r in der Arbeitslosen, und Krisenunter- stützung in der ersten Maihälfte vermindert: die Zahl der Arbeit- suchenden aber nur um etwa 8 7 0 0 0. 43 000 wurden aus- gesteuert. Der„Rahmen des Möglichen" hinsichtlich der Krisen- unterstüung ist, wie auch diese Feststellung zeigt, eben eine Un- Möglichkeit. Nach dem famosen Plan der Reichsregicrung sollen die Wartezeiten für den Bezug der Erwerbslosenunterstützung je nach dem Familienstand erhöht werden, so z. B. für Arbeitslose ohne zuschlagsberechtigte Angehörige von 7 auf 14 Tage. Nach dem Bericht der Reichsanstalt vom 13. Mai wurden von den 1 933 421 Unterstützungsenrpsängern 1029 981 durch die Arbeitslosenoersiche- rung und 323 440 durch die Kriseminterstützung unterstützt. Von den 1 029 981 aus der Arbeitslosenunterstützung Unterstützten hatten 1 073 182 oder 65,8 Proz. eine Wartezeit von sieben Tagen durch- gemacht. Nach dem Vorschlag der Reichsregierung hätte also mehr als eine Million Arbeitsloser noch eine Woche länger ohne jeden Pfennig Unterstützung auskommen müssen. Diese eine Feststellung charakterisiert den Schlag der Reichsrcgierung gegen die Arbeitslosen. Denn wenn auch für die jetzt Uirterslützten die Verlängerung der Wartezeit ahne Bedeutung ist, so ist doch infolge des Kreislaufes der Arbeitslosen vom Nachweis über eins mehr oder minder längere Beschäftigung wieder zum Nachweis doch bald eine neue Millionen- arme« von Erwerbslosen da, die diese einschneidende Be- ftim'mung trifft. Was weiter die Senkung der Unterstützungssätze bedeutet in den Lohnklassen VII bis XI um ein bis drei Lohn- klassen für die Arbeitslosen, die während der letzten 18 Monate vor der Arbcitslosmcldung nicht mindestens 52 Wochen in Arbeit ge- Giegerwald kommentiert sich. Verlegene plattheilen. Auf einer Tagung der christlichen Gewerkschaften in Düsseldorf führt« der Reichsarbeitsminifter gestern u. a. aus: „Den Schiedsspruch für Nordwest habe ich kür verbindlich er- klärt, weil der Monteltarif von einem Teil der Gewerkschaften un- begreiflicherweise zu unrechten Zeiten gekündigt worden ist. weil der Schiedsspruch an den Tariflöhnen nicht rüttelt, weil in einer Zeit, in der wirrschallliche Stabilität tos Gebot der Stunde ist. in einer der wichtigsten Rohstoffinduftrien ein tarisloser Zustand und damit die Gefahr örtlicher und unübersehbarer Kämpfe im Interesse des Staatsgan-en oerhindert werden mußte, weil die Unternehmer sich verpflichteten, über diese Kürzung der Akkord- lohnsätze hinaus(die wesentlich höher als die Tariflöhne liegen) eine Senkung der Eisenpreise vorzunehmen, und ich mir eigens die Kontrolle über das tatsächliche Ausmaß der Eiscnpreissenkung burch Wirts chaftssachverständigs vorbehalten habe. Die Kürzung der Spitzenokkordlöhne kommt'nicht den„Kopitalisten". sondern dem doutschen Volke und der deutschen Wirtschaft zu st itteu. Für mich und auch für andere Mitglieder der Reichsregicrung find aller- dings die Beitragserhöhung zur Arbeitslosenversicherung, deren Reform, die vorgeschlagenen Steuern und die Verbindlichkeits- erkläruna von Nordwest als eine Einheit anzuseilen. Wenn im Anschluß an die Erledigung des Poung-Planes Staat und Wirt- schaft in Ordnung gebracht werden sollen, dann müssen alle Opfer brmgen. Einer einseitigen Belastlina der Arbeiter müßte und würde ich mich auf das allernachdrücklschfte widersetzen" Wir sehen nicht, welche Opfer die Reichsreoierung den B e- fltzende» auferlegt. Wir finden auch unter den Argumenten, die der Reichsarbeitsminister zur Verteidigung der Verbindlichkeits- er�lärung anführt, nicht ein einziges, das die wirtschaftliche Not- wendigkeit der Lohnkürzung begründet. Der übrige Kommentar zur Verbindlich'eitserklärung steht auf einer so tiefen geistigen Stuf«, daß man Mühe hat, ihn überhaupt zu diskutieren. So redet Stegerwald den Führern des christlichen Mctallarbeiteroerbandes das blödsinnige Argument nach, der Mantel- tarif sei..zur�unrechten Zeit" gekündigt worden. Also die Arbeite- zeit von 33 Stunden kann neben der ratastrcpl,alsn Arbeitslosigkeit ruhig weiterbestehen. Jetzt die Verkürzung der Arbeitszeit ver- langen, war nicht der richtig« Zeitpunkt! Und w« i l der Deutsche Metallarbeiterverband jetzt den Manteltarif gekündigt Hat, des- halb erklärt« der Reichsarbeiteminfster den Schiedsspruch von Oeynhausen für oerbindlichl Ist das«in Argument eines oerant- wortlichen Ministers? Unalwublich ist auch das Gere>« von den Tariflöhnen, an denen der Schiedsspruch nicht rüttle. Also es gibt wohl gar keinen Lohn- abbau? Und was die Kämpfe betrifft, die Stererwald verhindern wollte, so konnten sie eben nur durch die Ablehnung der Perblndlichkeitserflärung verhindert werden. Denn dann blieb der Lohntarlf bis zum Herbst bestehen. standen haben, geht aus einer anderen Aufstellung des Berichts der Reichsanstalt hervor. So sind allein durch die im vorigen Jahr beschlossen«„Anpassung der Unterstützung an die Lohnver- hältniss« des Unterstützungsortes"(Z 107c ABABG.), die man all- gemein als eine unwesentliche Aenderung des Arbeitslosen- Versicherungsgesetzes Hinstellte, 40 778 Hauptunterstützte oder 2,5 Prozent aller Hauptunterstützungsempfänger in eine niedrigere Lohnklasse herabgestust worden. Gerade dieser letzte„Reform"vor- schlag stellt selbst die pessimistischsten Erwartungen in den Schatten. Der Reichsapbeitsminister Stegerwald hat vor der Presse er- klärt, daß die beabsichtigten Leistungskürzungen für die höheren Lohnklassen nur ein bis zwei Klassen ausmachen würden. Tat- sächlich sollen aber nunmehr die Leistungen bi» zu drei Lohn- klassen herabgesetzt werden, so daß die Unterstützung-- kiirzunijen ganz ungeheuerliche werden sollen. Gleichzeitig sollen aber die Beiträge nicht nur um Vi Proz., wie die Reichsanstalt vorgeschlagen hatte, herausgesetzt werden, soredern um ein Prozent. Das mutet man den Arbeitern zu, die nicht, wie die Unternehmer in der Lage sind, erhöhte Abgaben auf ihre Verkaufspreise abzuwälzen, denen man sogar in Form vern verbindlich erklärten Schiedssprüchen die Löhne noch zu kürzen. bemüht ist. Di« Resormpläne der Reichsregierung laufen auf nichts anderes hinaus, als eine Bestrafung der Arbeiterschaft für die verfehlte Leitung der deutschen Wirtschast durch die Unternehmer. Verschärfte Arbeitsmarktlage. Auch in der 2. Maihälfte keine Entlastung. Einem Rückgang in der Zahl der Hauptunter st ützungs- empfänger der Arbeitslosenversicherung um nicht ganz 80 000 in der zweiten Mai-Hälfte steht ein verstärkter Zu- wachs der Krisenunter st ützten um rund 13 000 gegen- über. Auch die Zahl der Arbeitsuchenden hat nur um rund 63 000 abgenommen, also ebenfalls weniger als in der ersten Mai- Hälfte. In der Arbeitslosenversicherung wurden om 31. Mai 1 350 900, in der K r i s e n u n t e r st ll tz u n g 338 338 Hauptunter- stützungsempfänger gezählt. Gegenüber dem Borjahr, wo zur gleichen Zeit die beiden Unterstützungseinrichtungen zusammen von etwa 1011000 Houptunterstützungsempfängern in Anspruch genom- inen wurden, ergibt sich mithin eine Uebcrlagerungumrund 875000(am 13. Mai rund 820 000) Unterstützten. Die Krise hat sich also verschärft. An verfügbaren Arbeitsuchenden waren Ende Mai bei den Ar- beitsämtern noch rund 2 089 000 gemeldet. Hiervon müssen, nach Ab- zug der noch in gekündigter oder ungekündigter Stellung oder in Notstandsarbeiten Befindlichkeiten rund 2037000 als ar- b e i t s l o s gelten. Der Unterschied dieser Zahl gegenüber dem Borjahre, der Mitte. Mai etwa 1,2 Millionen betrug, ist auf beinahe 1 290 000 angewachsen. Anzeichen für ein N a ch l a s j e n der Depression, die auf der Wirtschaft lastet, sind bis jetzt weder aus den Gesamtzahlen noch aus den Berichten über die einzelnen Verufsgruppen zu entnehmen. Die geringfügige Entlastung entfällt wiederum fast ausschließlich auf die Saisonaußeiiberufe. Unter diesen ist die Landwirtschast mit einer verhältnismäßig geringen Nachfrage vertreten. Soweit das Bau- gewerbe Zeichen einer Belebung aufwies, beschränkte sich diese Cr- scheinnng im wesentlichen auf einzelne ländliche Bezirke. Der städtische Wohnungsbau verlangte Arbeitskräfte fast nur für ganz kurzfristige Beschäftigungen und lag im übrigen nahezu still, ebenso wie die Bautätigkeit der ösfentlichen Hand und der'Industrie. Der Bericht der Reichsanstalt ist schlimmer als die schlimmsten Erwartungen. Auch die zweite Maihälste hat also nicht den ersehnten Rückgang der Arbeitslosigkeit gebracht. Auf die sonstigen Argument« einzugehen, vermögen wir mit dem besten Willen nicht. Das sind Argumente, die einem dörflichen Bersammlungsredner vielleicht angemessen sein mögen, die aber ke:n ernsthafter Politiker diskutieren wird. Herr Stegerwald hat selbst gegen sich dos schwerste Argument vorgebracht. Er erklärte, die deutsche Wirtschaft zahle 1930 eine Milliarde weniger für die gleiche Menge aus dem Ausland eingeführter Rohstoffe. Das sind, neben Wolle und Baumwolle, vornehmlich Erze. Und weil die Schwereisenindustrie von der verarbeitenden Industrie Wucher- preis« verlangt, deshalb Kürzung der Löhne der Arbeiter! Höher — oder tiefer— geht es wirklich nicht mehr. Konfliki bei der Gasbetriebsgesellfchast. Sin unverständlicher Schiedsspruch. In der Streitigkeit um den Neuabschluß des Lohn- und Mantel- tarifvertroges ist zwischen dem G e s o m t v e r b a n d und der Direk- tion der Gasbetriebsgesellschaft noch immer keine E'ni- gung erzielt worden. In einer Dollversammlung nahm die Beleg- schaft zu dem bisherige» Verlauf der Verhandlungen Stellung. G n a d t vom Gesomtoerbond berichtete, daß nunmehr der Schlichtungsousschuß unter Vorsitz des Gewerberates Körner zwei Schiedssprüche gefällt hätte. Im Schiedsspruch über den Lohn- st r e i t find den Arbeitern der Gosbetriebsgesellschaft die Lohnsätze zugesprochen worden, die die Berliner st ä d t i s ch c n Gasarbeiter erholten. Im Schiedsspruch über den Monteltarifvertrag ist festgelegt, daß der bestehende Bertrag unverändert um ein Jahr weiter verlängert werden soll. Die Annahme dieses Schiedsspruches kann der Arbeiterschaft nicht zugemutet werden. In dem Manteltarifvertrag befindet sich die Sonderbestimmung, daß die wöchentliche Arbeitszeit für die in Wechselschicht Beschäftigten noch bis zu 53'/, Stunden durchschnittlich ausgedehnt werden kann. Im Jahre 1928 hat der Schlichtungsousschuß durch Schieds- spruch den Mantcltarifoertrag bis zum 1. Slpril 1930 verlängert, in bezug auf die Sl r b e i t s z e i t aber ist der Begründung ausdrücklich u. a. gesagt:„Es wird sich auf die Dauer auch nicht aufrecht- erhalten lassen, daß die Belegschaft der Antrogsgegnerin in den Arbeitsbedingungen ungünstiger gestellt ist als die auf den städtischen Gaswerken beschäftigten Arbeitnehmer, doch soll die ge- forderte Verkürzung der Arbeitszeit der Schichtarbeiter zunächst noch zurückgestellt werden". In der Zwischenzeit haben die Vertreter der Arbeiterschaft dauernd oersucht, auch für die Schichtarbeiter lie 48stündiae Arbeits- woche zu vereinbaren.— Alle Bemühungen nach der Richtung sind bisher ergebnislos verlaufen. Auf 1000 000 edm Jahresproduktion umgerechnet, waren 1922 — 12,5 Arbeiter, im Jahre 1928 nur noch 4,9 Arbeiter tätig. Zurzeit trägt sich dt« virektitm d«r G«s«k!schast mit ber Absicht«w«,»«»« t«ren A b b a u r s von Arb«tt»krästen. Von der Gesellschaft wurde im Jahre 1929 bei einer Gesamteinnahme von rund 29,5 Millionen Mark ein Rohüberfchuh von rund 12,5 Millionen Mark erzielt. Die Beschränkung der Arbeitszeit auf 48 Stunden auch für die Schichtarbeiter würde der Gesellschaft eine jährliche Mehrausgabe von höchstens 10000 Mark verursachen. In allen namhaften Gaswerken Deutschlands beträgt die wöchent- liche Arbeitszeit für alle Arbeiter 48 Stunden. Eine weitere Ueber- schreitung der 48stündigen Wochenarbeitszeit für ein« einzige Gruppe von Arbeitnehmern der Gesellschaft ist also weder durch die Arbeits- zeitregelung in anderen vergleichbaren Betrieben noch durch die be- sonderen Verhältnisse der Gesellschaft selbst bedingt. Die Tariskom- Mission schlug deshalb der Volloersammlung vor, den Lohn- schiedsspruch anzunehmen und den Schiedsspruch über den M a nie ltarisvertrag abzulehnen. In der Diskussion wurde auch von den Bertretern der Schicht- arbeiter die Einführung der 48stündigen Arbeitswoche energisch ge- fordert und es wurde verlangt, die Belegschaft zu mobilisieren und alle Kräfte einzusetzen, um angesichts der hohen Arbeitslosigkeit eine Verkürzung der Arbeitszeit durchzusetzen.— Eine Entschließung in diesem Sinne fand e i n st i m m i g e Annahme. Wenn sich die Gesellschaft nicht endlich zur restlosen Durchfüh- rung der 48stündigen Arbeitswoche bequemt, ist ein ernstlicher Kon. flikt unvermeidlich._ Zusammenstoß in Genf. Zwischen englischen Vertretern der Arbeiterpartei. Genf, 11. Juni.(Eigenbericht.) Aus der Internationalen A rb e its k o nser enz er- klärte der englische Arbeirsminffter Frau Bondfield am Miü- woch, daß die englische Regierung zur Frage der Arbeitszeit der Angestellten noch kein« endgültige Stellung hali« nehmen können und deshalb auch während der gegenwärtigen Arbeitskon- ferenz keine Vorschläge zu machen in der Lag« sei. Der englische Arbeitervertreter Herbert Elvi» bedauerte diese Erklärung und charakterisierte sie als ein« fadenscheinige Ausslucht, an die sich die Arbeitskonferenz in keiner Weis« zu halten brauche. Die Eisenbahner wählien gut. Oer Hauptöetriebsrat bei der Reichsbahn. Zum Hauptbetriebsrat waren in den 29 Direktionsbezirken der Deutschen Reichsbahn 359 444 Eisenbahner wahlberechtigt, 17 000 weniger als im Vorjahre. Abgegeben wurden 318 132 Stimmen Davon entfielen auf den Einheilsverband der Eisenbahner.... 212 732 Stimmen Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner(christl) 00034. Allgemeiner Eisenbahneroerband(Hirsch-D) 22 814» Opposition........... 22602, Bon den Mandaten im Hauptbetriebsrat entfallen auf den Ein- heitsoerband 18, GdA. 5 AEL. 1 und Opposition 1. Die Gewerkschasten in Stockholm. Teilnahme außereuropäischer Gcwerkschafieführer. Der im Juli in Stockholm stattfindende Internationale Gewerkschaftskongreß wird auch von Delegierten außer- europäischer Länder stark besucht werden. Zu der jährlichen Jnter- nationalen Arbeiiskonferenz in Genf kommen zahlreiche Vertr.'iec außereuropäischer Organisationen, die zum großen Teil schon seit Iahren mit dem Internationalen Gewerkschaftskongreß befreundet sind. Da nun der Gewerkschaftskongreß zeitlich an die Arbeits- konferenz anschließt, wird den außereuropäischen Bertretern, so vor allem den japanischen, mexikanischen, neuseeländischen und kubani- scheu, die Teilnahme am Stockholmer Kongreß außerordentlich er- leichtert. Auch die Vertreter der ägyptischen Gewerkschasten werden am Kongreß teilnehmen. Auch die auf dem Boden Zlmsterdams stehenden finnischen Gewerkschasten haben beschlossen, Delegierte zum Stockholmer Gewerkschaftskongreß zu entjettden. Unter dem Namen„haupkausschuß der nationalen Industrie- arbeiterverbände" haben sich der„Reichsbund vaterländischer Arbeiter- und Werkvereme(Berlin), die„Niederlausitzer Bergbau- Werkogemeinschaft"(Senftenberg),„Der Deutsche Arbeiter"(Ver- band nationaler Arbeitnehiner Deutschlanos, Elsen), der ,. Reichsbund deutscher Arbeiter"(Berlin) und die„Arbeitnehmeroereinigung im mitteldeutscher» Bergbau(Halle) zusammengeschlossen. Die Ver- schmelzung der Nullen. Die Bauindustrie Ehikagos ist van einem ernsten Arbeits- k o n fl i k t bedroht. Die organisierten Elektriker fordern von den Unternehmern die Slnerkennung einer Alterspension. Die Unter- nehmer sollen neben der Zahlung des regulären Stundenlohns noch 20 Cents an eine Peirsionskasie abliefern. Der Stundenlohn eines Elektrikers beträgt gegenwärtig in Chikago 1,70 Dollar(0,88 M.) Vorläufig stehen die Eiektrikfirmen und die Bauunternehmen den Forderungen der Elektriker völlig ablehnend gegenüber. t�reieGeWerkschafis-IuaenK Berlin Heute, Dcrnnerswq. taqen forstende Gruppen ab 19'? Uli?: Iuqevdqrupcp de» Deutsrfen Belle iduustsarbciter.Verba.;Pes: Epielabend auf der Trep> toiver Wiese Nr. 8.— Köpenick: Iugendbeim Grünauer Str. 5. Dor- traq:...Bursck)e und Mäbel in der ssGI."— Gesuadbruuueu: Jugendheim Note E6)ule, Gatendurger Str. 2. Hosemann liest„Die Landpartie" und anderes.— Südosten: Gruppenheim Reichenberster Str. 66(Feuerroehrhaus). Vortrag:..Kameradfcbaft der Geschlechter".— Tempelhof: Gruppenheim Luteum German iastr. 4—6. Ist-Minuten-Raferate:„Unser Beruf".-7 Moabit: Jugendheim Lehrter Str. 18— 19. Vortrag:„Das Recht airf Arbeit".— Lichten Jugendheim Hauff- an der Lossinststraße. Unsere Mädels haben das Wort.— Ncu-Lichteiibcrg: Jugendheim©unterste. 44. Vortrag:„Zugend und Alkohol". Hunenvarupve k>es?enkra>vcrl'ondes der Anaesieltten s-ute, Tonnetetas, finden folgende Veranstaltungen statt: Pankow. '' ZUcderlUiSndanscn! Iug-ndhcim Eörschitr. lgroßes Zimmer). �Ucra- risSicr Pbend."— Tlcplow: Iugendhelm der Schule Wildendruchstr. R sZugang von der Eraetistraf!? in Trcptoiv).„Aussprache Uder das Gaujngendtrekten."— SchSncberq: Jugendheim Sanplstr. lö lLofgcbäude, Tl>iiringenzimmer>.„Aus- sprackieaöend", anschließend üben wir Stkgrelfsp.ele.— Spiel»nd Sport: Ab 10 Uhr im Vollopar! Vehberge: ab 18 Uhr auf dem Sxorlplah Bremer Straße lNorbwest): ab 19 Uhr auf dem Eportplaß,OIbcrsstrllße iCharlottenburg). Verantwortlich>Ur Volitik: Dr. chnrt Seger: Wirtschaft: S. itliggclhSser: Wcwerls-I ailsbcwcgung: J. Steiner: Feuillrlon: H S>. Töscher: Lokales und Sonliiaee. irrig starstädt: Anjeiaen: 5t). Sloch«: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwllrla-Leriag S. m b. t, Berlin Drnet: B»rwBuchdrucherek und Verlagsanstalt Baut Singer u. So.. Berlin SW. 88. Lindcnstraßc 8 ftierau 2 Beilagen. Wirkt verbsueend! Fachinger Yersstndslelle, Berlin SWIl Schöneberper Str. Ida. Tel.Lötiow 8260-61. Ar. 269* 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Donnerstag,-12. Juni 4 930 Jm dez? Siezzezi�ezifjpczle Zwischen Blumenrabotten, blühenden Däumchen und rotbraunen Bienenstöcken führt eine einladend' Garlenallee von der Strotze weg zu«tll«n Viereck bejchddener Holzbauten. Plötzlich stutzt man. Bienen schwirren aufgeregt aus einer Ecke des Gartens und mitten im ärgsten Getümmel hantieren ohne jeglichen Schutz an Händen und Gesicht eine Anzahl junger Leute in weißen Kitteln. Wir siird im I u st i t u t für Bionenforschung in D a hl em. Seine Angestellten sind langst gegen Bienenstiche immun, bei ihnen bleibt ein Bienenstich ohne die geringsten Folgen. Um den idyllischen Hof gruppieren sich rotbraune Holzhäuschen. Alles Miniaturausgaben. Hier, im ehe- nialigen Bienenhaus, das B i«- nenmufeum, das oarzügliche Modelle für den Anschauungsunter- richt. aber auch sämtliche„Bienen- Wohnungen' der Welt, teils in Mo- bellen, teils im Original enthält. Zlus Platzmangel ist ein großer Teil der Bienenstöcke im Freien unter Schutzdächern aufgestellt. Polen, Rußland. Ehina sind mit charaltcristischen Stöcken ver- treten: aus dem chinesisclien, der zwar unter dem Dach aufgehängt ist, schwärmen sogar vergnügte Bienen. Der Deutsch« bevorzugte seit jeher den Korb als Bienenwohnung. In allen Varianten, bald hoch, bald stach, tritt er uns hier entgegen. Aber auch liebe- voll bemalte, mit Sprüchen versehene hölzern« Stücke aus dem 18. Jahrhundert sind zu sehen. Und nicht weit davon eine Sammlung neuzeitlicher, deutscher Bienenkästen, von denen keiner dein andern gleicht. Amerika hat natürlich auch auf diesem Gebiet längst rationalisiert: Der Magazin-Bienen stock, mit auswechsel- baren, gleich großen Räumen, wird drüben nur in einer einzigen Größe massenweise fabriziert. Man sst bemüht, nun auch für Deutschland einen Standard auszustellen, inn die Fabrikation zu ver. billigen und die Imkerei in volkswirtschaftlichem Interesse leistungs. sähiger zu gestalten. Vor dem Kriege gab es in Deutschland 2 Millionen Bienenvölker. Nach dem Kriege zählte man nur 1 Millüm. Dieses Manko machten sich die Amerikaner zunutze und überschwemmten den deutschen Markt mit ihrem Honig, der von den dortigen Honignerwertungsgenossenschaften in immer gleicher Qua- lität verzapft wird. Was- in Deutschland als„reiner echter Bienen- hvmg" angepriesen wird, ist zu 30 Prozent amerikanischen Ur> Der Immenhof im Institut für Bienenforschung sprungs. Erst um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Honigbiene nach Amerika gebracht: heute wird in Amerika bedeutend mehr Honig gegessen als in Deutschland: eine groß« Propaganda und die billiger« Produktion nach einem einzigen System(in Deutsch- land 40 verschiedene Bienenstocksysteme!) hat dem Honig den ihn gebührenden Plag als Polksnahruirgsmittel erobert. Aber auch bei uns geht es auswärts. Die Zahl der Bienenvölker hat seit dem Kriege um eine halbe Million zugenommen. Der Deutschs Imkerbund bürgt für die Echtheit feines Honigs, der in Einheitsglösern mit grünen Querstreisen auf den Markt kommt. Es ist viel zu wenig bekannt, daß die deutsche Bienenzucht an Wert der Produktion der deutschen Hochseesischerei gleichkommt: die enorme Bedeutung der Bienen für die Befruchtung der meisten landwirtschaftlichen Kultur- gewächfe rechtfertigt den Anbau geeigneter Bienennährpslanzen wie Klee, Senf, Raps, Lucerno. Werder, das Obstparadies, nimmt jedes Jahr mindestens 1000 Bienenvölker aus Berlin auf zur Befruchtung der Obstblüten. Wer während der amerikanische Obst- Züchter dem Bienenzüchter 4 Dollar für die Wfftellung eines Bienen- volles zahll, begleichen die„Werderoner" nur die Transportkosten. Der kürzlich gegründete Reichsausschuß für Bienenzucht soll als „oberste Bienenbehörde".die für. unsere Bolkswirtfchaft so wichtigen Bienenangelegenheiten ordnen. Die Gchiffskatastrophe bei Boston. Die gesamte Besahung mit dem Kapitän ertrunken. Ziem Jork. 11. Zum. ANe aus Boston zum Zusammenstoß des Küstend ampsers .Faicsax' mit dem Tankschiss.IMiokhus' ergänzend gemeldet wird, steht es nunmehr fest, daß insgesamt 3? Personen, darunter die gesamte Besatzung und der Kapitän des Tankdampsers, ertrunken sind. Wie Augenzeugen berichten, ereignete sich die Explosion unmittelbar nach dem Zusammenstoß. Das Oel im Tankdampfer fing sofort Feuer und ergoß sich brennend in das Meer. Da- durch erklärt sich die große Zahl der Toten, da sowohl Fahrgäste als auch die Besatzung des Tankdampsers in das brennende Ocl hineinsprangen. Eine Rettung war unter diesen Umständen nickst möglich. Auto rast auf den Bürgersteig. Bor dem Hause Greifswalder Str. 19 geriet aus noch ungeklärter Ursache ein Geschäftsauto ins Schleudern und fuhr auf den Bürgersteig. Das Fahrzeug prallte schließlich mit großer Wucht gegen die Hauswand, wo es schwer beschädigt liegen blieb. Während der Chauffeur wie durch«in WundL' un- verletzt blieb, wurden zwei Personen, die in dem Augenblick die Unfallstelle passierten, von dem Auto erfaßt und schwer verletzt. Die Verunglückten,«in sechsjähriger Knabe und ein 24>ähriger Werner Kriekel wurden mit Knochenbrüchen ins Krankenhaus am Friedrichshain gebrocht. Wildwest in Leipzig. Kassenbote überfallen, beraubt und schwer verletzt. Leipzig, 11. Ztmi. Ein Kasseubvte des Bankhauses Knauttz, Nachvd und Kühne wunde auf dem Wege von der Reichsbant nach dem Rathausring überfallen, niedergeschlagen und beraubt. An der Ecke der Markgrafenstraße un» des Rothausrings stellten sich ihm zwei Männer, die aus einem dort haltenden Kraftwagen gestiegen waren, in den Weg, schassen aus ihn, verletzten ihn und entrissen chm die Aktentasche, in der sich 13 000 Mk. besandeir. Darauf bestiegen sie den Kraftwagen und fuhren davon. Der Kossenbote hatte mehrere Schüsse in den Ober« schenke! und in den Unterleib erhalten und brach infolge seiner schweren Verletzungen zusammen. Die Verfolgung der Räuber wurde alsbald durch Kraftwagen ausgenommen. Die Verfolgten gaben mehrere Schüsse auf ihre Verfolger ab, durch die ein Asphaltarbeiter verletzt wurde. Die Räuber sind zunächst in nördlicher Richtung entkommen. Räch Bekundungen von Augenzeugen soll der Wagm die Er- kennungsnummer IA 74 639 gelragen haben, also in Berlin beheimalei sein. In Berlin ist sestgestcllt, daß der Wagen mit dieser Rümmer ein braun lackiertes Mcrccdes-Eabriolct ist, das am I. Pfingstfeier- tag, abends gegen ll'A Uhr, vor dem Haufe Albrccht-Achilles-Str. 7 in Holenfee gestohlen wurde. Von den Räubern und dem Wagen hat man noch kelne Spur gefunden. Der angeschossene Kassen- bot« liegt in bedenklichem Z u st a n d e im Leipziger Kranken- haus. Weiter wird gemeldet, daß die Banditen bei ihrer Fahrt durch den Vorort Gohlis mit einem Lastkraftwagen zusammen- stießen. Sie verließen dann ihren Kraftwagen und setzten die Flucht mit der Straßenbahn fort. Es gelang ihnen mibe merkt zu entkommen. Es handelt sich um drei Männer, mutmaß- lich Ausländer, von denen zwei den Ueberfall ausführten, während der dritte den Wagen bediente. Großseuer fordert drei Tote! Aemi Feuerwehrleute von den Trümmern verschüttet. Quedlinburg. II. Juni. Heute«achmittag brach infolge ftuhlenstaubetttZLN' dung auf der Dampfziegelei Krabenstein ein Groß- feuer ans, dem der gesamte Ziegeleikomplcx zum Opfer fiel. Bei den Löscharbcitcn wurden neun Fener- wetzrleute unter einem einstürzenden Giebel verschüttet. Drei von ihnen konnten nur noch als Leichen geborgen werden, zwei weitere wurden schwerverletzt unter den «teinmasscn hervorgezogen. Stahlhelm parade in Poksdam. Geftanl abend versammelten sich mehrere hundert Mann Stahlhelmer auf dem Allen Markt in Potsdam: vor dem Prefligeichaus hatte sich der„Stab' postiert. In den Kolonnen sah man die Hohenzallernsprößlinge Eitel-Fried- rich und Oskar. Das Schauspiel, unmittelbar vor dem Potsdamer Rathaus, rief selbst bei den Potsdamern ziemliches Befremden hervor. Und die kleine Bazandin lauscht aufmerksam und gespannt. Dann und wann kommt sie auch mit einer Zwischen- frage. Sic erkundigt sich: „Ist dein Vater auch� der größte Häuptling deines Stammes, wie der meine?" „Nein, das nicht gerade. Es gibt ein paar Leute, die noch mehr find als er.— Uebrigens will ich dir die Wahrheit sagen. Hera, ich bin eigentlich weiter nichts als eine Art ver- lvrener Sohn, ein entlaufener Sklave vielleicht sogar! Aber sage es niemand weiter!!" � Da lacht sie ein übermütiges, lautes Lachen. „Sickzerlich bist du bald wieder so gesund, daß du aus- stehen kannst! Iudchi, Iudchi, wie du zu spaßen verstehst! Hast du schon einmal gehört, daß ein Elefant Schlangen oder Kröten oder daß ein Leopard junge Hunde zur Welt gebracht hat?! O nein. Judchi, Hera weiß, daß Sklaven geschlechter nur immer Sklaven hervorbringen können!— Aber deine erste Frau, ist sie die Tochter eines Häuptlings oder eines Stalionschefs?" „Na ja, du vermutest schon ungefähr richtig!" Da wird Hera nachdenklich: .Last du nicht Güter genug gehabt, um sie dir zu kaufen? Wollte deine Familie dir nicht helfen?" „Es läßt sich das alles sehr schwer erklären, Hera!" „Ö nein, du denkst nur in deinem Kopfe: was kann die schwarze Hera schon von alledem verstehen, was sich im Herzen eines Weißen regt! Sie fühlt ja, wie alle Schwarzen, nur mit dem Bauche und nicht mit dem großen, roten Muskel. Doch wenn ihr Weißen auch in manchem größere Gaben habt als wir, in der Kenntnis dessen, was Wann und Weib zusammenbindet, seid ihr uns nicht überlegen! Eure Wege sind breiter als die unseren, ihr schlagt eure Mit- inenfchen leichter und schneller tot als wir. Eure Hauser sind, größer als die Mlserea, und doch macht all dos Gut darin I sie eng. Aber wißt ihr. was Liebe ist? Ich will dir's in der Sprache der Azandeer sagen: Die Liebe ist ein kleiner Bogel, der in deinem Innern Lieder singt, er trinkt und trinkt dein rotes Blut, und immer größer wird er, bis fein brausendes Flügelpaar dich ganz und gar betäubt und du hinsinkst! Glaubst du, meine Verwandte, Gela, hätte die Liebe nicht gekannt?! Sie folgte dem weißen Pastor zum See der großen Schiffe, um dort nach europäischem Gesetz seine Frau zu werden. Sie starb aber schon kurz nach der Ankunft dort. Denn wir Ozandeer verwelken und verschmachten, wenn wir fern von unserer Heimat leben sollen. Und weil sie starb, starb auch der Pastor. Ihre beiden Kinder sind jetzt in Europa, sie sollen Weiße werden. Aber Hera denkt so manches Mal: vielleicht lebt in diesen Kindern die Seele der Avongura und nicht die Seele der Weißen!" So plauderten wir oft miteinander, und die Zeit verstrich. Eines Tages konnte ich wieder aufstehen. Und all- mählich gestaltete sich das Leben wieder so, wie es vor der Krankheit gewesen war. Nur war Hera mir jetzt viel näher gekommen. Sie war meine gute Freundin, mit der ich so manche gute Stunde verbrachte. Es gab Leute, die begingen Dummheiten wegen einer schwarzen Frau, ohne daß sie sie geliebt hätten, so etwa wie ein Pserdekenner und-freund um eines edlen Tieres willen auf die kostspieligsten Extravaganzen verfällt. Und ein selte- nes Mol geschah es auch, daß die Lohe der Begierden über- mächtig in einem Weißen entflammte und er in seiner Lieh« zu einer Schwarzen zum«pott und Gelächter aller recht- denkenden Europäer wurde. Bei mir bestand diese Gefahr keinesfalls. Meine große Liebs gehörte einer weißen Frau, und die war fern. Hera war nichts wester als eine kleine Freundin für den Augen- blick, eine schwarze Kameradin, oft sogar weiter nichts als ein Spielzeug— oder ein kluger Hund. Auf der Jagd war sie von großem Nutzen. Sie fand die Elefantenfährten und die Trinkstellen der Leoparden so sicher wie mein bester Hund. Wie alle Naturmenschen besaß sie einen über die Maßen starken Geruchssinn und war außerdem imstande, im Dunkeln zu sehen. Einmal bewahrte sie mich vielleicht sogar vor einem Iln- glück: Ich hatte die ganze Nacht hindurch auf Flußpferd« go- jagt. Wie ein mattgoldenes Becken hing dw Sonne am Himmel. Es war in der kurzen Regenzeit und die Sonne be- kam erst gegen sieben Uhr morgens rechte Kraft. Nebel- schwaden stiegen aus dem Walde empor und jagten wie zottige, dunkelgraue Tiere durch die Luft. Weit und breit war kein Laut von Wild zu hören. Um ein wenig Ausblick zu gewinnen, erkletterte ich einen spitzen verlassenen Ameisenhaufen am Ufer des Flusses. Ein ungewöhnlich dicker Ast, der schräg aus dem Wasser ragt, fällt mir auf. Ich betrachte ihn genau: ja. weiter nichts als ein gewöhnlicher Zweig. Zwei glänzende blaugraue Federbüschel gleiten hinter» einander an dem Ast abwärts. Papageienbraten ist ein viel schmackhafteres Frühstücksgericht als Flußpferdfleisch. Daher wechsele ich das- Gewehr. Da merke ich mit einemmal, daß der eine Papagei heisere, angstvolle Schreie ausstößt, während der andere stumm den Ast hinabkollert. Und plätzlich entdecke ich dicht neben mir etwas Graues, das einer zusammengerollten, gelbgrauen Trosse ähnelt. Ich richte das Gewehr darauf und schieße es leer. Und mit zerfetztem Bauch liegt eine«chlange zu meinen Füßen. Da wird mit einem Male auch der dicke griine Ast lebeirdig, er wird um die Hälfte dünner, und die verschwindende Hälfte schwimmt als KrokodU in den Fluß hinaus. Meine ein- geborenen Jagdbeglester kommen hinzu. Aber sie stimmen ob dieser Schlange nicht das Freudengeheul an, das sonst den Tod eines der bösen Tiere des Waldes bcglestet. Heber vier Meter lang ist die Schlange. Ich lasse sie abhäuten. Hera aber will mich dazu bewegen, sie unberührt liegen zu lassen, wo ich sie erlegt habe. Ich verstehe wohl, daß die Eingeborenen an diesem Tiere etwas Geheimnis- volles und Gefährliches vermuten, ober man ist doch«in weißer Mann und schert sich nicht an Aberglauben. Mit soll die Haut! Die beiden Neger, die die Beute abhäuten, sehen sich bei der Arbeit unruhig nach allen Testen um und die übrigen wandern in der Nähe umher, als hielten sie Wache. Die Ausführung eines Befehls, den ein Weißer gegeben hat, zu verweigern, ist ihnen längst abgewöhnt worden. Plötzlich entsteht Unruhe: Man hat in de? Nähe eine Schlange entdeckt, die der erlegten ähnlich sieht! Lanzen und Pfeile sausen ihr nach, aber sie entkommt unoerwundet m den Wald. (Fortsetztma fofct) Ein neuer Körten? Zwei schwere Bluttaten bei Königsberg. Königsberg t. pr.. tt. Znni. ?n den lchten Tagen treibt in der Umgebmig von Königsberg ein Mann sein llnivesen, dessen Antaten an die Düsseldorfer Morde erinnern. Wie die„Königsberger Allgemeine Zeitung" darüber berichtet, wurde der etwa 25 Jahre alte Melker Otto Neujahr aus Neu- Hof im Kreise Königsberg im Revier Dammwalde überfallen und erhielt einen M e s s e r st i ch in die Brust. Er verlor sofort das Bewußtsein und blieb etwa vier Stunden besinnungslos liegen. Als er wieder zu sich kam, steckte das Messer noch in der Wunde. Unter Anspannung der letzten Kräfte schleppte er sich lang- sam zum Dorf Neuhof in seine Wohnung, wo man zunächst das Messer aus seiner Brust zog. Er wurde dann mit dem Auto nach Königsberg in die Klinik gebracht. Fast an der gleichen Stelle wurde am Mittwoch früh die in den dreißiger Jahren stehende Frau Marie Kaufmann überfallen. Sie erhielt zunächst mit einem stumpfen Gegenstand einen hefti- gen Schlag über den Kopf. Der Täter brachte ihr dann mit einem Messer am linken Arm tiefe Schnittwunden bei, wobei eine Schlagader durchschnitten wurde. Frau Kaufmann schrie laut auf, worauf sie das Bewußtsein verlor. Ihre Rufe wurden von dem Oberlandjäger Riemann gehört, der mit einem Förster auf der Streife war. Die beiden eilten zur Stelle und konnten der Frau die Schlagader abbinden und sie so vor dem Verbluten bewahren. Landjägerei und Schutzpolizei find nunmehr aufgeboten, um des Täters habhaft zu werden. Bisher ist es n ich t gelungen, ihn zu fassen. Moiorradunglück in Mariendorf. Der Führer getötet, sein Mitfahrer schwer verletzt. Am Mittwoch nachmittag ereignete sich auf der Straßen- kreuzung Chaussee- und Ullsteinstraße in Mariendorf ein folgenschwerer Zusammen st oß zwischen einem C a stau(o und einem mit zwei Personen besetzten Motorrad. Der ZZjährige Besitzer des Motorrades, Rene Jensen aus der Dorfstr. 15 in Lichtenrade, befand sich auf der Fahrt nach Berlin. Auf dem Soziussitz begleitete ihn der ZZjährige Architekt Helmut Haufe, der ebenfalls in Lichtenrade wohnt. In rasen- der Fahrt passierte Jensen die Chausseestraße in Mariendorf. Als an der Ecke Ullsteinstraße plötzlich ein Lastauto in die Haupt- straße einbiegen wollte, konnte I. bei der kurzen Entfernung infolge der hohen Geschwindigkeit nicht mehr rechtzeitig bremsen und mit großem krach stießen beide Fahrzeuge zum Schrecken zahl- tkricher Passanten zusammen. Das Motorrad wurde völlig z e r- trümmert. Jensen und sein Begleiter gerieten unter das Last- auto und wurden furchtbar zugerichtet. Jensen wurde auf der Stelle getötet und Haufe mußte mit lebensgefährlichen Ver- lctzungen ins Lankwitzer Krankenhaus gebracht werden. Die Kriminalpolizei ist mit der Klärung der Schuldfrage befchäfiigt. An der Ecke der Wrangel- und Eisenbahnstrahe fuhr der Läjähngs Po st motorradfahr er Heinz K ö r b e r aus der Lehderstr. 9 in Weißensse mit einem Privat auto zusammen. Dabei erlist.K� so schwer� Obsrschenkelverlegungefl, daß! er- in» BethaMnsriznkenhaus gebracht werden mups»," Zweifelhafte Vcrkchrskrifik. Behauptungen statt Tatsachen.— Alte Aboag und neue BVG. Gklarek-Llnierfuchung abgeschlossen. Wie hoch der Schoden ist, weiß man aber immer noch nicht. Die Untersuchung gegen die Gebrüder S k l a r e k nähert sich jetzt ihrem Ende und es kann angenommen werden, daß der Unter- suchilngsrichtcr noch vor Beginn der Gerichtsferien seine Tätigkeit endgültig abschließen wird. Mit der Zustellung der Anklage gegen die Sklareks ist im Juli zu rechnen, und das Berfahren selbst, das nach vorsichtiger Schätzung in Moabit etwa ein Vierteljahr dauern wird, könnte dann etwa im September oder Oktober bc- ginnen. Augenblicklich muh der Untersuchungsrichter noch die sehr schwie- rige Frage klären, wie hoch der Schaden ist, den die Gebrüder Sklarek durch ihr Vorgehen angerichtet haben. Wie erinnerlich, war die gesamte Buchführung der KVG. seit Jahr und Tag ge- fälscht worden und eine ganze Reihe bekannter Vüchersachver- ständiger ist mit der Erstattung von Gutachten beschäftigt gewesen, um dem Gericht einigermaßen sichere Unterlagen darüber zu geben, wie groß der Schaden ist, der durch die Sklareks angerichtet worden war. Während auf der einen Seite festgestellt worden ist, daß die Stadtbank etwa 12,5 Millionen Mark verloren hat, konnte durch die Sachoer st öndigen nachgewiesen werden, daß noch werte im Betrage von 6 bis 10 Millionen Mark verschwunden sind, die bisher nicht aufzufinden waren. In monatelanger Arbeit konnte ermittelt werden, daß die drei Brüder Jahre hindurch Zahlungen an ihre Lieferanten vollkommen falsch gebucht haben, so daß— hierüber gehen die Meinungen der Sachverständigen allerdings ausein- ander— ein weiterer Fehlbetrag von ö bis 10 Millionen entstanden ist. Ans den Büchern hat sich nicht nachweisen lassen, wohin diese Summen geflossen sind, und die drei Angeklagten haben bisher auch keine Mitteilung darüber gemocht, ob sie diese Gelder für sich ver- braucht haben oder ob etwa diese sehr erheblichen Kapitalien im Ausland untergebracht worden sind. Leo Sklarek will man auch aus der Hast entlassen. Auf Antrag der Rechtsanwälte Dr. Julius Meyer I und Dr. Nübel hatte Universitätsprofessor Dr. Leoi Leo Sklarek auf seinen Gesundheitszustand untersucht und ihn für hast unfähig erklärt, well er an Schwindelanfällen unter der Einwirkunz außerordentlich hohen Blutandranges leide. Bon der Staatsanwalt- schaft war Professor Retzlaff um Erstattung eines weiteren Gut- achtens ersucht worden. Auch Professor Retzlaff kam zu dem Ergebnis, daß eine Unterbrechung der Haft zu empfehlen fei. Der Unter- fuchungsrichter hat bisher noch keine Entscheidung getroffen, da erst das schriftliche Gutachten von Professor Retzlaff,' das im Laufe des gestrigen Nachmittags erwartet wurde, vorliegen muß. Der Antrag der Berteidigung geht dahin, daß Leo Sklarek unter Aufrecht- erhaltung des Haftbefehls von der weiteren Untersuchungshast o e r s ch o n t bleiben soll. Der Gesundheitszustand von Max Sklarek hat sich in letzter Zeit erheblich verschlechtert, so daß die Bedingung, unter der er seinerzeit aus der Hast entlassen wurde, nämlich di« regelmäßige Kontroll«, aufgehoben worden ist. Das„Berliner Tageblatt" hat gestern abeird einen Artikel„Rettet den Omnibus!" veröffentlicht. Der Artikel ist einer der beliebten Sensationsangriffe, die ausschließ. lich auf die berechtigte Empfindlichkeit der Bevölkerung in Ber- kehrstariffragen spekulieren und mit journalistischem Glanzfeuer- werk Unheil anrichten, ohne sich viel mn die Tatsachen zu kümmern Es werde von der BVG. einem gläubigen Volk vor- gejammert, heißt es da, daß die Autobusse reine Z u s ch u ß b e- triebe sind, daß sich bei der alten Aboag der Omnibus auch in Berlin glänzend rentiert habe, daß in den fortgeschrit- tensten Städten aller Länder die Autobusse die eigentlichen Träger des Massenverkehrs seien, daß sich die privaten Omnibuslinien über- all rentieren, und daß man durch den 5-Pfennig-Zuschlag, entgegen aller kaufmännischen Vernunft, den Autobusverkehr zum Ber- öden bringe, was schließlich zur Verschleuderung der Auto- busse führen müsse. Schließlich wird die erstaunliche, auch nicht mit dem Schatten eines Beweises versehene Behauptung aufgestellt, daß der Einfluß von Stromlieferungsinteressen- t e n so groß sei. daß man deshalb den Autobus sterben lassen wolle. Wir fühlen mrs keineswegs dazu berufen, die Geschäfts- dispositionen der BVG. zu verteidigen. Aber das Vertrauen einer Weltstadtbevölkerung zur Verkehrspolitik darf nicht in so fahrlässiger Weise aufs Spiel gesetzt werden, wie es leider zunehmend auch im„Berliner Tageblatt" geschieht. Auch dem „Berliner Tageblatt" muß es bekannt sein, daß es zwischen einer von Privatgesellschaften allein geregelte» und der öffentlichen V e r k e h r s p o li t i k Unterschiede gibt, die sich auch in omer Kostcncrhöhung auswirken. Die alte Berliner Aboag, von der behauptet wird, daß sie sich glänzend rentiert hat, hat nur Sie wichtigsten und rentabel st cn Strecken, und zwar in Konkurrenz mit der Straßenbahn, gefahren. Entweder betrieb sie überhaupt keine verlustbringenden Außen- linien, oder sie ließ sich von der Stadt Verlin Zuschüsse zahlen. Die BVG. betreibt heute über zwanzig absolut unren- table Außenlinien, für die sie keinen Pfennig Zuschuß er- hält, die aber aus Siedlungsgründcn betrieben werden in ü s s e n. Wäre das„Berliner Tageblatt" bereit, die Einstellung dieser Linien oder Steuermittcl für ihren Betrieb zu fordern? Privat- wirtschaftliche und genieinwirtschaftliche Rentabilität bei solchen Der- hältnisscn gleichsetzen, heißt mit dem Begriff der Rentabilität ein unaufrichtiges Spiel treiben. Es Ist keineswegs wahr, daß in anderen Weltstädten der Auto- bus den Verkehr beherrscht. Auch in London setzt sich Die Straßenbahn stärker durch und verdrängt den Autobus aus dem Zentrum. In USA. beherrscht die Straßenbahn in den großen Stödten über drei Viertel des Straßenflächenverkehrs. Toll ist aber die Unterstellung, als ob Stromliefcrungsintcrejsclrteir die Erhöhung des Autobustarifs und die Lahmlegung des Autobus- Verkehrs erzwungen hätten. Man wird vom„Berliner Tageblatt" erwarte» dürfen, daß es diese Unterstellung, die ja leicht in der gegenwärtigen Skandalpsychose gewagt werden darf, auch beweist. Die Brüder Lindemann... Sie hören nicht auf, von sich reden zu machen. Arbeilszemelnschasl sär Forilschutz und Naturkunde E. V. 122. Arle- Wanderung: Sounlag, den 15. Juni: Fahrt»ach Velten mit Vesichligung de» tzeiinatmuscums und Vortrag de» Museumsleiters Gustav Ger icke: .Märkische Kachel- und Töpserkunsl einst und jetzt.» Treffbuntt bis 8,30 Uhr SteUiner Borortbahnhoj. Mitglieder frei, Gäste 0,30 Marl. Karl Linde mann, Kommerzicnrat von Gnaden des Fürsten Lippe— das Kommerzienratgeschäft soll nach der Abdankung des letzten erlauchten Fürsten Lippe zustande gekommen sein— steht wieder einmal mit seinen Brüdern Otto und Gustav vor einem Berliner Gericht. Der Kommerzienrat will sich mit der hohen Straf« der ersten Instanz von zwei Jahren drei Monaten Gefängnis und 14 000 Mark Geldstrafe— er wurde im Gerichtssaal verhaftet— nicht abfinden. Ebensowenig sein Bruder Otto mit dem einen Jahr Gefängnis und 6000 Mark Geldstrafe und der Truder Gustav mit einem Jahr sechs Monaten Gefängnis und 7000 Mark Geldstrafe. Diese Strafen erhielten sie wegen Betruges, Kurstreibe- r e i e n und Bilanzverschleierung. Seit vier Jahren schwebt gegen die gleichen Herrschasten ein Versahren wegen Spritschmuggeis— eine Affäre, für die breite Oesfentlichkeit von ganz besonderem Interesse angesichts der abenteuerlichen Fahrten der Lindernannfchen Motorjacht„Inge" — früher hieß sie nc�' bezäuberndcv„R ixe". Es war ein schönes Bchifö seefest und Mt Asg�tÄtet, üidternähm Reisen itäch Tchiveden, Norwegen und FümlaM'"' ZKsondörs'gera stchr die'„Inge" aber nach der Ostsee. Eines schönen Tages wurde sie aber bei Schwedt a. d. Oder vom Reichswasserschutz angehalten. Und da machte'man ein« unerwartet« Entdeckung: di« Jacht hatte einen doppelten Boden und zwischen den Böden fand man Sprit. Wem galten ober die Spritfahrten der schönen„Inge". Auch das hatte man bald heraus. Ihr« Lieb« galt dem stolzen „Pelikan", einein regelrechten Tankschiff, das neben dem Feuerschvss„Adlergrund" auf Anker lag und hier der„Inge" die kostbar« Spritladung abgab.„Pelikan" hatte sie aus dem Freihafen Hamburg imd aus Dan zig ausgeführt. Die Jagd der Zoll- behörden auf„Pelikan" blieb erfolglos. Das Schiff entkam, erlitt auf offener See eine Havarie und landete schließlich in seinem Heimathafen Kiel. Hier wartete es geduldig«er Jahrelang, bis die Rcichsfinanzbehörden endgültig den Schade» des Staates an Hinterzog« nem Zoll festgestellt hatte. Er soll nicht niehr und nicht weniger als 750 000 Mark betragsn. Nun ist der Schaden endlich festgestellt, die Staatsanwaltschaft hat bereits die Anklage erhoben und demnächst dürsten die Brüder Lindemann gemeinsam mit 17 anderen Angeklagten vor Gericht erscheinen. Borläusig aber kämpfen die Brüder Lindemann gegen das be- reits gefällt« Gosängnisurteil. Der Prozeß steht auch in einem ge- wissen Zusaanmonhange mit der Spritschmuggelassäre. Denn, als diese bekannt wurde, traten die Brüder aus ihrem Unternehmen der Brandenburgischen Holz-Jndustrie A.-G. aus, setzten statt sich Strohmänner in den Ausichtsrat und hatten nun freie Hand, um di« Betrügereien zu begehen, die sie aus die Antlagebank brachten. Die Aktien der Brandenburgischen Holz- Industrie waren nämlich durch Veräußerung des Grundstückes in Erkner fast wertlos geworden. Und plötzlich stiegen sie rapide an. Von 5 Prozent schnellten sie auf 235 Prozent empor. Wäh- rend einer von den Brüdern Lindemann überall im Reich, in Horn- bürg und in Danzig, in Berlin und in Dortmund, in Essen und in Bochum für die Nachfrage nach den Aktien der BHJ. sorgte, und so den Kurs künstlich steigerte, kauften die anderen Brüder ihr« eigenen Aktien an. Die Kurse stiegen weiter, man riß sich förmlich um die Aktien und plötzlich fielen sie bis auf Ü Prozent herab. Die Lindemanns sollen dabei l'A Millionen Mark verdient, verschiedene Bankinstitute 904 000 Mark verloren haben. Das sind die Brüder Lindeinann. Das Urteil scheint ihnen aber zu hart. Immer wieder: Vorsicht beim Baden! Zwanzig Berliner sind in den letzten Tagen ertrunken. An einer Badestelle bei Schildhorn ging gestern nach- mittag vor den Auge» vieler Ausflügler plötzlich ein junger, etwa 18 bis 20jähriger Mann, in der Havel unter. Bon dem alarmierten Reichswasserschutz in Spandau konnte di« Leiche erst nach längerer Suche geborgen werden. Die Personalien des Ertrunkenen sind noch unbekannt.— In der Nähe des Freibades Oberschöne- weide beobachteten in den gestrigen späten Nachmittagsstunden Passanten voin User aus, wie ein Schwimmer in der Mitte des Stromes plötzlich lautlos unterging. Die zur Hilfe gerufene Schöne- weider Feuerwehr suchte nahezu zwei Stunden lang vergebens nach der Leiche und mußte die Bergungsversuch« wegen der her- einbrechenden Dimtelheit schließlich aufgeben. Wer der Ertrunken« ist, bedarf noch der polizeilichen Ermitttungen. Ueber zwanzig Todesopfer habe» die Gewässer i» der Umgebung Berlins in wenigen Tagen gefordert. Bon der Wasser- sttpßenvcrwaltung wird immer und immer wieder auf die G e- fahren hingewiesen, die das Bade» an verbotener Stelle in sich birgt. Vielfach fällt der Boden schon wenige Meter vom Ufer ent- fernt sehr steil ob und der des Schwimmens Unkundige ist in den meisten Fällen verloren, wenn nicht augenblicklich tatkräftige Eine hübsche Einrichtung der Funkstunde, daß der Schöpfer eines Romans über sich und sein Werk sprechen darf! Diesmal ist Joachim Maaß, der.Verfasser von„Boheme ohne Mimi", an der Reihe. Man erwartet, daß jetzt, nach Erscheinen des Romans, der Verfasser im Streit der kritischen Meinungen eine eigen« Stellung dem Werk gegenüber einnimmt oder daß er versucht, Werk und Leben zu verknüpfen und bestimmte Beziehungen herauszu. heben. Das geschieht nicht. Maaß enthüllt sich als ein liebenswürdig lächelnder und auch zartmelancholischer Plauderer, der sein Leben im Ullstein-Stil behandelt. Das genügt bestimmt nicht, denn man erwartet unter allen Umständen von einer solchen Veranstaltung mehr. In der Reihe„Berliner Betrieb" behandelt der Reporter C a r o w ein« große Klavierfabrik. Dies« Reportage ist ebensowenig ein Ideal wie alle vorhergehenden, aber Carow genüg? es, di« Produktions- Vorgänge anschaulich und sehr einfach zu schildern. Es bleibt dabei gleichgültig, ob im Hintergründe mehr oder minder schöne Klavier. töne zu hören sind. Ueber das Abendkonzert wird an anderer Stelle berichtet. V. Sch. Hilfe zur Stelle ist. Es muß daher dringend vor den sogenannten wilden Badestellen gewarnt werden, die alljährlich eine große Zahl von Opfern fordern. Aber auch noch andere wichtige Regeln, die leider immer wieder rncht befolgt werden, sind von den Erholung- suchenden zu beachten.. Mtt ganz besonderen Gefahren ist das Baden mit leerem oder üb erfülltem Magen verbunden. Se-hr gefährlich ist ferner in erhitztem Zustande, oder wenn der Körper länger« Zeit der Sonne stark ausgesetzt mar, ins Wasser zu gehen. In jedem Falle ist es ratsam, vorerst an schattiger Stelle etwas Abkühlung zu suchen und den ganzen Körper vorher stark zu benetzen. DRegen auf Bestellung? pulverisiertes Kunsteis aus T000 Meter Höhe gibt den schönsten(Sprühregen. Amsterdam, 11. Juni.(Eigenbericht.) Dem niederländischen Techniker P e e r a r t ist es am Mitt- wach nachmittag nach vielen vergeblichen Versuchen gelungen, von einem in großer Höhe fliegenden Flugzeug aus auf einer Strecke von 3 Kilometern künstlich Regen zu erzeugen. Das Flug. zeug hatte 1500 Kilogramm pulverisiertes Kunsteis an Bord. Es stieg im südwestlichen Teile der Zuidersee 2500 Meter hoch. Zwischen 500 und 1000 Metern Höhe war teilweise Bewölkung. Innerhalb eines weit bemessenen Gebiets warf man das Eis ab. In etwa 1000 Metern'Höhe wurde es zu Regen, so daß sich über die betreffende Fläche ein dichter Sprühregen ergoß. Di« Versuche, k ü n st l i ch Regen zu erzeugen, sollen schon in den nächsten Tagen in größerem Umfange wiederholt werden. Mch Pankow mii der Hochbahn. Die Arbeiten an der Verlängerungsstrecke der Hochbahn über Nordring hinaus bis Pankow sind fast beendet. Auch die neu« Endstatton in Pankow, die den Namen Bahnhof Bineta- straße erhalten wird, steht vor der Dollendung. Die Jnbetrieb- nahm« dieser neuen Strecke soll noch Ende dieses Monats erfolgen. Der genaue Termin wird noch bekanmgegeben werden. Gelbe Naucherzahn«.„Nach langern Suchen endlich das Richtige für meine Zähne. Nach dreimaligem Gebrauch blendend weiße Zähne, ttotzdem dieselben durch vieles Rauchen braun und unschön wittten. Ich werde nichts anderes mehr gebrauchen, als Chlorodont." B., Horst Berg.— Chlorodont: Zahnpaste 60 Pf. und IMl., Zahnbürsten, Mundwasser 1 Mk. bei höchster Qualität. In allen l5hlorodont- Verkaufsstellen zu haben. Parteinachrichten für Groß-Verlin «vse-dunge» für di-1« RubrU find stet»»a da» B«»Irl»s-rr»ta«iai >irlio SS«6, Lindenstrabe S, z. Hof, 2 Tr»»s»n recht», zo richten Wir bitten die Kreis- und Abteilungsletterinnen für Agitation dos endgültige Ergebnis der Werbewochen, soweit noch nicht ge- fchehen, nunmehr umgehend mitzuteilen. Das Arauenfekrelariat. » 6. firci» Rtcusbctg. ssrettag, 13. Juni, um 19 Utir, bei Krüger, Stimm- (Itoftc 1, 6iii«nß des flteiMorfion&c» mit allen Abteilungsleitern. 7. ttrei» Sharlottenbnrg. iieitungslemmilsion: Heute, Donnerstag. 12. Juni, 19!4 Udr, im SoKsliouä, Rostnenstr. 4, Sittung. Die Spediteure sind da.,u eingeladen. 9. Kreis Wilmersdorf- Sonntag, 15. Juni, beteiligen sich alle Porteigenvsien am frohe» Kaldfeft der Kinderfreund« und Arbeiter. W jugend. Treffpunkt 11 Uhr Bahnhof Schmargendorf. Alnuarfch nach den-W Pa reger Srholungsstiitteu der Ailwersdorfer Schnle, Kronprinienallee, ßZ Ecke PücklerftraKc. Rachziigler treffen sich dort, ifohroerbiadung: Zz Strahenbahu 92. ffür Belustigungen und Unterhaltung ist gefolgt. Mz 10. Kreis Zehlendorf. Montag, 1«. Innl, um 20 Uhr, im kleinen Saal de» SIndenpari, siehlendorf, Berliner Str.», ltreisdelegiertennerfammlnag. 11. Krci» Schöneberg. Heute. Donnerstag, 12. Juni, ab 15 Uhr, Plakate ab- holen von der Spedition Delliger Str. 27. II. Kreis Schöneberg. 40-siiahr.Feier am Freiing. 13. lfnni,»m 19 Uhr, auf dem Rndols-Wilde-Plah. Leraustallunq der Arbeitcriuqent nah Kinder! renn de Schdneberg.Fricdenau, Jugend- und Mänuerfpirle der Schöneberq�fricdruauer Brbeitcrsportler(Mitgl. d. A.-T.» u. Sp.-B.l auf der Spielwiese im Siadtparl no» 19—20 Uhr, anschließend Propa- ganbalaus durch GchSne�rg.Friedrnau. Korsosabrt der Schöneberge« Radfahrer.«clidarität-. Abfahrt 1» Uhr Haupt. Eck« Eb-r-strasic. Radsahrende Partcigcnosien bitten mir, sich in beteiligen. Eenreinfam« Schlnhtnudgebnng nus dem Rudolf. Dilde-Ploh um 21 Uhr. Ansprach«: Karl Litte. M. d. R. Wir bittca um regste Beteiligung. heule. Donnerstag, den 12. Zunl. M. Abt. Rcukölln. Die Begirkskalsierer können ab heute„Unser Weg' von Schröder. Eteinmehstr. SZ. abholen. 90. Abt. Veit,. Buckow. All« Mitglioder der Abteilung treffen sich zur Kund- aebung am Kranoldplah um 18hj llbr pünktlich, nicht l7?i Ubr.— Zeitungskommiffio»! Wicht-ae Siwing 19V. Uhr in der Halle am Hufeisen lSrohsiedlung). Alle Begirke müssen vertreten kein. lilo. Abt. Mahlsdorf-Süd. 20 Uhr Zusammenkunft aller Funklionäre leim Abtsilungslclter, Winklersir. 71. 139. Abt. Teael, Schulzendonf, Heiligenfe«, Reu-Keiligenfe«. Diodlung am Bahn- b»f He-l'genfer. 20 Uhr Ritqliederrertammlung tm Lokal Ksihuert, am Bahnhof Schul, rndorf. Thema:»Politilche Tagesfragen". Referent Henosi, Krauf«. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Morgen, Freilag, den 13. Juni. 95. Abt. Reukölln, ogt,� Uhr bei Pkloni, Prins-Handiery-Ttr. 73. Sissung des Porstandes mit sämtlichen Funktionären. Materialausgade. 139z. Abt. Freie Schelle. 20 Uhr im Schollenkrug Mitgliederversammlung. Thema:„Moderne Raubritter�. Referent Adolph Hosfmann, R. d. L. Alle Mitglieder n>«rdeu um»ollzählige» Srfcheine» gedetcn. Dezirküausschuh für Arbeilerwohlfahrl. 7. Krri» Eharlottenbvrg. Freitag, 13. Juni. 19V Uhr. Rathaus, Sihungs. gimmer, Aktenausgabe, Dortrog über„Sozial- und Kleinrentner". Um soll- göhliges Erscheinen wird gebeten. Zungsozialisten. Mitte: Am Donnerstag, 12. Zun!, spricht Genosse Brendel über„Die Nationalsozialisten". Erscheint alle und pünktlich. Gruppe Fricdrichohaln: Heute. Donnerstag, 20 Uhr. Im Heim Frankfurter Allee 307, Hof 2 Tr.. Hermann-Läns-Ziurmer, Mitgliederversammlung. Werdcbezirk Westen: Di« Gruppenleiter von Westen kommen heule mn 20 Uhr beim Genossen Markus zusammen. Wichtige Tagesordnung! Prenzlauer Berq: Heute, 20 Uhr, Weltliche Schule, Danziger Str. 23; „Organisatorische Fragen". Erscheinen aller Genossen ist Pflicht. Slrbeitsgemeinschasl der Sindersreur.de. Mitte: Am Montag,. Ist. Juni, NM'-ITSH Uhr.' im vHewr■ölUabethkirch. slrahe 19. Zusammenkunft oder Teilnehmer am Munstrrlager. Don jeder Gruppe muß auch ein Helfer daiei st in. Anschließend, 20 Uhk, im gleichen Heim wichtige Kreishclsersthung. Di« Informationen gehen alle Keffer an.— Gruppe Engelnsrr: Heute, Donnerotag. für Rote Falken im Seim Walten- straß« 15:„Fridtsof-Nansen-Abent". Die Lichtbilder können roir erst am nächsten Donnerstag zeigen. Kreis Schöneberg: Mr beteiligen uns an der iO-Iahr. Feier der SPD. und treffen uns am Sonnabend zum Fackelzug um 20 Uhr auf dem Wartburgplaß, Am Sonntag um 11 Uhr auf dem Leuthenplasi. Fahnen mitbringen und blaue Kittel anziehen. Kreis Wilmersdorf- Sonntag. 15. Juni, Waldfest der Kinderfreunde, Arbeilerfugend, Sportler und Parte! In den Tageserholungsftütte» der Wilmers- donfer Schulen, Kronprinzenollee Ecke Pilcklerstraße, Treffpunkt 11 Uhr Bahnhof Schmargendorf. Für Nachzügler beste Prrdindnng: 51, 191, 92. Frohsinn! Abends Fackelzug. Alle Zirkus, Parteigenossen Falkenvollvcrfammlung in der Freienwaldcr Kasperle, Massengnmnastii. werde» erwartet. Hohenschönhansen: Heute Straße von 17 di» 19 Uhr. Kreis Friedrichshaw: Eonnabend, 11, Juni, bis Sonntag, 15. Inn!. Kreis- fahrt nach Brieselang. Treffe» des Kreises Sonnabend ISV Uhr öchlessscher Bahnhof, Eingang Madaiftraße. Kosten für Fahrgeld und Schlafe» für Rote und Iungfalken 70 Pf., kür Restfalken 50 Pf. Mit.,»bringen sind: Schlafsack, Waschzeug und Decke. Ende der Fahr! Sonntag. 20 Uhr. Die Geuvpen treffen sich zur«reisfahrt wie folgt: Paul Singer: lOVi Uhr Frucht. Ecke Madaiftraße: Rodert Blum: 15 Uhr Kitstriner Plaß(Normaluhr): Stralau: 15% Uhr Rudolfplatt: Landsderger Blaß: 15 Uhr Fallenecke: Martha Demming: 1.57� Petersburger Platz, Ecke Etrvßmannftraße): Frankfurter Viertel: 15?£ Uhr vor dem Jugendheim. Spätfahrer des Kreises treffe» sich Sonnabend um 19 Uhr Schief. Dohnhof, Eingang Madaiftraße. Alle, welche erst Sonntag fahren können, treffen sich Sonntag um 9 Uhr Schick. Bahnhof. Kosten für Rote Falken und Inngfalkc» 50 Vf., für Nestfolken 25 Pf.— Achtung, Helfe«! Die verant- wortlichen Helfer aus den Gruppen dem Kreise gegenüber für Rote, Jung, und Ncsllalken. erscheinen hcnie, Donnerstag, 20 Uhr, im Jugendheim Diestelmeyer- ftraßc 5—5, zur Besprechung der Kreicsahrt. Prenzlauer Berg, Gruppe Viktor Adler: Donncrsiog, 12. Juni, von 17 bis 19 Uhr, Gruppe für Rest- und Iungfalken: Heilerer Gruppenabend. Um 20 Uhr im Jugendheim Danzigcr Sir, 52, Baracke 3, Eliernverfammlung. Thema:„Unser Zelilagcr und Nestfalkcnlager". Geburisioge. Jubiläen usw. 92. Abt. Reuköll». Unsere» beiden Genosse» H ä» s e l, Lanbestr. z, dl» besten Glückwünsche zur Silberhochzeit. 91. Abt. Reuköll». Unsere» beide» Parteimitgliedern Paul und Ebar. lotte Nüfehold, Wrisestr. 25, zur Silberhochzeit die herzlichsten SILS- wünsch«. Sozialistische Arbeiterjugend Groß- Berlin Sinseadungen für diese Rubrik nur»» dar Iugendselrrtarial, Derlw«33«8, Tindcnllr-b« 3 Heule. Donnerstag. 1934 Uhr. Vr,«!e»»u«ger Tor: Heim Elisabethkirchstr. 19;„Arbeiterführe-", 1 Teil.— Arnswalder Plötz I: Arbeitsgemeinschaft für Funktionäre und Interessierte, 20 Uhr.— Arnswalder Platz II: Heim Rastenburger Str. 15:„Einführung in den Sozialismus", 1. Teil,— Rordaften II: Heim Danziger Str. 52, Baracke 3; „Ei» Jahr Nordosten II",— Schäuhauser Vorstadt: Schule Sonnenburger Straße 20:„Die Französische Revolution".— Hasenheide: Heim Wassertor. straße 9: 10-Minutcn-Rejerate.— Köpenicker Viertel: Schule Wrangelstr. 125: „Kameradschaft, Freundsägst. Liebe".— Kottbusser Tor: Heim Britzcr Str. 27/30: „Tagespolitik".— Südwest: Heim LiiGenstr. 1:„Lcbensrefform".— Schöne. bera III: Heim Haupistr. 15:„Tagssvolitik".— Westend, R. F.: Heim Sport- platz Westend:„Bnb und Mädel"( Fortsetzunq).— Zehlendoos-Dahlcm: Heim in Zehlenhorf, Bahnhofstr. 3:„Quer durch Sowjetrußland".— Tegel: Heim Bahn. hoffte. 15:„Ziele und Wege der SAI."— Schoneweide-Iobaunisthal: 197i Uhr im Heim Berliner Sir. 31: Uebcn des Sprcchchors. Erscheinen jedes Genossen ist Pflicht. Wcrdebezirk Ritte: Sitzung des engeren W.-B.»Vorstandes beim Genossen Schüler. Elbinger Str. 12. Kerbel» zirk Osten: W..D..Vorstandssttzung im Heim Litauer Str. 19. Werbebczirk Reuköllu: Wichtige Bildungsausschußsstzung im Heim Bergstr. 29, Raum k. Alle Gruppen müssen perireten fein.— Freiübungen für die Ein. weibnvg de» Stadion», Platz II de» Sportparkes. Beteiligung aller Genossen ist Pflicht. WerbebeziS Lichtenberg: Die Abteilungen müssen umgehend die Meldungen für da» W..D,.Z«liIager Heidesee abgehen. Wcrbebezirt Müggelsee: Morgen. Freitag. W.-D.-Miiglicderversommlung um 20 Uhr im Saal des Gemeinschaftshaufes, Gutshof Falkcnbcrg. Erich Ollen. Hauer spricht Uber„Die Aufgaben der Jugend in der Gegenwort". Werbebczirk Teliowkanal: Die Besichtigung am Sonntag fällt aus. Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner..Schwarz-Rot-Gold". Geschilktsstell»: Berlin S, 11. S-bostiansir. 87—38, Hol 2. Tr. Freitag. 13. In»!. Tiergarten, Kameradschaft Westen: 20 Uhr Kamcradschastsvrrsammlung bei Richert, Sicinmetzstr. 35. Kamerad Scholz spricht über..Mir»nd der' Faschismus". Erscheinen Pflicht, Prenzlauce Berg, Iungbanncr: 20 Uhr Bvllverlainmlnng bei Zundcl: Kastanienallce 29- 30. Erscheinen aller Iungkameraden. besonder« der Maadtburgfvhrer, Pflicht. Zivis. Nculölln. Britz, 2. Kameradschaft: 20 Uhr Funktwnärpersammlung bei Schabciio, Weichselstr. 5._ verein der Pfälzer in Berlin. Straße 1—1, Iuni-Bercinsabend Freitag, 13. Juni, Kammcrsäle. Teltowcr (gemütliches Beisammensein). Gleichzeitig Auskunst und Vormerkung über die bittigen Sonderfahrten nach der Pialz im Juli. Deutscher Arbeiter-Abstiveuten-Build. Bezirksgrupp« Frietrichshain: Licht. bildervortrag:„Frankfurt a. d. O,. Fürstenwaldc, Potsdam mit Umgebung" am Donnerstag, 12. Juni, 20 Uhr, im Jugendheim Dicstclmchcrstr, 5. Freitag, 13. Juni, trifft sich die Bezirkogruppc Friedrichohaii, um IS'.H Uhr am SoM. bahnhof Warschauer Straße z» dem Bortrag des Genossen San.-Slat Dr. Otto Inlinsbnrgcr in der Gaststätte Skalitzer Str. 5.— Bezirksgrupp- Lichtenberg trifft sich zu drni Dortrag des Genossen San..Rat Dr. Otto Iulkusburger in. der Gaststätte Skalitzer Str. 5 am Frcitaa, 13. Juni, 19 Uhr. Holtri- Ecke Box- Hagener Straße. Straßenbahnhaltestelle Linie 90. Anschlußbahn der Hochbahn, Heimabend fällt aus.— Bezirksgruppen Kreuzberg»nd Neukölln: Freitag, 13. Inni. 20 Uhr, Dortraq des Genossen Ean.-Rat Dr. Otto Iuliusburger:„Der Sozialismus als eine religiöse Forderung?" in der ailoholfreic»(Stlststätic, Skalitzer Str. 5, Mgemeine Wetterlage. Ain Mittmoch herrschte säst ühcrall im Reiche heiteres und M»rni«s Wetter. Die Temiperoiuren sticken im Biiineuknide meist auf 27 bis 30 Grad im Schotten. In einem schmalen Streifen an der deutschen Nordseeküstc mar es jedoch lvescndlich kühler. Dorthin waren maritime Luistmassen gelarsst, die»on einem krästigen DepressionGZebiet Zwischen Island und dem nördüchen Rußland noch Osten geschahst werden. Nunmehr steigt der Lustdruck im Bereich dieser Depression. Es ist infolgedessen damit zu rechnen, daß'sich diese maritime Lust ins Binnenland hinein n erschiebt. Sie wird uns jedoch keine stärker« Wetteränderunz hringen. Die Tempera- turen dürsten nur wenig tiefer als bisher liegen. * Dctteraussichtcn für Berlin. Meist heiter, Temperaturen ein wenig niedriger als gestern, aoif kommen de Gewitterneigung.— Für Deutschland. Im Nordwesten teils heiter,' teils wolkig,' nbäßig würtn.'" in Mitteledeiitschland Neigung gu örtlichen Gewittern, sonst keine Acnderung. Trinkt Fachinger. Durch den Genuß des altberühmlen Gefundheiiswasscr» «Staatl. Fachingen" hält man seinen Magen gut in Ordnung, v»---. y.---—----- � Tkeaiet, Lidtispiele usw.| Donnerst., 12,6 Staats-Oper Unter 6. Linden TeiI-U.ILD9.1lo.tl Jabres-U.-f.Ho. 153 19'/i Uhr Sdiwanda. der Dadelsatkpfeifer Ende 21»/« Uhr Staats-Oper «» Piltz dir bztblik Vorst 102 20 Uhr Die verkaufte Braut Ende 22-/, Uhr Donnerst., 12.( Stadt. Oper Bismarckstr. Turnus II 19'A Uhr Ende n.22»/« Uhr Staat). Sdiaosph. ■n Cndimnmarki St. IL IT. Do. Ho. 8 Jahns-U.-!. Do. 139 20 Uhr Kaihuna, 4. mal Ende«.22-9 Uhr Staatl.Sdiillsr-TI'jSalei.Ctiarlltig. 20 Uhr Der Traum ein Leben Ende 22 Uhr 1 Tägl. 5 u.3'1, Uhr.» 5 Bari). 8256 I |Pr. 1-6M. Woohentg. 5U. 50 Pf.-S M. I ®<;.uhr CASINO-THEATEH*''' Ui>. LolhrlmlCT Strafe BT. Nur noch wenige Aufführungen I Rentler Mudlcke SommcrpreUe; Billig! Billig! «o Pf. 1.- Mark l.so M«rk Reichshallen-Theater ITI Uhr Das wundervolle lunl-Programm der Stettinsr Säooer Tel.: Zentrum 11253 Dtehoft- BreUI(Saal und Garten) Variete- Konzert- Tanz VolKsbUlme Thnter in Bülov/platz. »'/« Uhr Julius Caesar Pilii; Eid Uli» Kitiii Staat!. SAiller-Hi. 8 Uhr Verlraum ein Leben Oentsdiei IHM D 2 Weiden dämm 520t 8 Uhr Phaea von Friix v. Unruh. Re�'Max Reinhardt Inslk: friidrith Hollandir. Kammerspiele 0 2 Weidendamm 5201 8-,« Uhr: Jphlgsnie vonWolfg v.Goethe [inriditoie md Rigli: Riduni Bui- Ho'biid Die Komödie II Bismck. 2414/7515 Heute geschlossen Freitag 7-/1 Uhr zum ersten Male Wie verde iditoidi ued olüdflidi? Bo Rurtus Ii tl lUiilgign no Filii Joidi'rason. lltnü no Klvri Iieliinihr. Rijii: Crld: Ersel Ceimlaositittang: U4»l] Xiioir l(rast Sdiötti Direktion Dr. Roberl Klein Denlselies Kflnstier-Theii Barbarossa 3937 Täglich 8Vo Uhr „Idi tanze um dleVeltmitdir tn HirallnSdiffv Mos»; FrMridi Kolliodn Rigli: Hins Brabn 6.13 DAr Zemr. 2619 aandieü er/Buat Viidir illiio, I in tirlin nndi rieht ginigli llinhiitin ind weitere 4 Attreklküien ilieateri. d.Behrenstr. 53-54 5% U. A4 Zentrum 926-927 8»/» U OlreldSoa Ralph Arlhor Roberts Hein Vetter Eduard Schwank in 3 Akten von Fred Rods Dirtktlo»: Dr. Martin Ziekol WtzM Komischa Opor Fnrtrichitr.m Merkur 1401/4330. Täglich 8-/1 Uhr Liebe und Trom petenblasen Schulz/ Westermeier/' Finkler Jahrbeck ✓ Haid ✓ Behrisch Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Bergmann 2922/23. Täglich 8»/a Uhr Vater sein dagegen sehr mit Lucie Englisch Vorverkauf In beiden Häusern ab 10 Uhr ununterbrochen. OSE -Theater Gr. Frankhirtor Str. 112 Slllotlkzuo: Alex. 3423 u. 3494 Von nun»» jeden Necbmitt. um st-o Uhr(SonDtape 6 U.) Konzert, Große» VarieU ..Leoe, litte. Liese" Berliner Votlreoperatte«on J. u. ft Qllhart mit Hima Haler. Erat Ken tone, Uni Pyrmont. Karl OOIIIeh, Edgar Kznlich u. Hane Rae« in d. Hauptrollen. Ttglich•« Uhr (Sonntags auch» Uhr) im mnentheater: ilae heile Lnetepiel der ieteten Jahre mit Traute Flate. BarUia Qratbarth. Roiert MOIIer, Ptul und WIHI Rat*. Erich Wilde u. a, Barnowsks- Bohnen ntaln lo dgr ütroscmannslr. ((nihil Rüiiijgiätiir Str.) Berliwr linstwodim 1930 Heute 7-/, Uhr Wie es cuöi Geläut von Shakespeare üigii: Vittar BinuwihT Komödienhau» Täglich 8% Uhr Meise Schwester und ilii MusOn. Ralph Benatkkj Kleines Theat. Merkur 162-» Täglich SV* Uhr Max Adalbert Das Parfüm meiner Frau Melropol-Tb. Täglich 8Vi Uhr mit Dir allein aut einer einsamen Insel Mlduel Bohnen, ilfred Braun, Flohr, Boffmaan Lessing- Theater Wiidindamm 2791»,0919 Täglich 8'/« Uhr Heele a&end wlrö aus dßm Steoreli gespielt von Pirandello Regie: Gustav Härtung Bir. er. Martin Zickel Komische oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich 8% Uhr Liebe nnd Trompeten' blasen Sdmlz/'WKteniiciir/ Finkter Jahrbedt/ Haid/ ßehriuh Lustspielbaus Friedrichsir. 235. Bergmann 2922/23. Täglich 8'b Uhr Vater sein dagegen sehr mif Lucie Englisch Theater d. Westent Täglich S'U Uhr; Der sellelsludenl Carola« JBlsner, Böttcher, Horsten. Sikla, Dora Beniner Pratf r Lommcraattcntticaici Kastanienallce 7—9 Tä�l ich Anfang 4 ühr 6 Variett-Weltstadt- tttiaktiooen ferner die Burleske „Ganz falsch' sowie Gasil ftecr und Grell Lilien in Opentt, In 3 Akt.*. Rirl Ziiiu mit 38 KlUrtrtenfleD Grolles Kaligakodieii Hnt, Vofkttig. All illn numrnir.mtira 50 PL nBn lotzin. TtML a. Foim.Toi Kottbuser Str 5 Er. Bern M mit Herta Loewc äu jffaAta KadifigaQ Rejideoz-Tbealer Tägl.SVa Uhr Meine Frau— die Kouotte Für fugendl. verb. Rondfonkhörer halbe Preise. 1 wo 8 polst man■ 901 und muH? Oross-"Berlin Alaxandarplatz Weil es natürlichen Birkensaft enthält. Säfte der Birken— Kräfte, die wirken! ±20, 6.SO, 1Z- Aosflaiie von 36000000»elclismark Internallonale 5'IAAnleilie m Deolsclien Reiclisl93Q Bentsclie Aosaalio Teile der 300 000 000 Dollars(V. St. A.) hetragendeo Gcsamtanleiic werden außer in Dcutsdiland ausgegeben in Belgien, Frankreich, Groß-Britannien, Holland, Italien, Schweden, der Schweiz und den Vereinigten Staaten von Amerika. 1. D'e Anleihe wird ausgegeben in auf den Inhaber lautenden Stücken von 100 RM., 200 RM., 500 RM.. 1000 RML und 3000 RM. 2. Kapital und Zinsen dieser Schuldverschreibungen sind in Deutschland bei der Reichsbank in Reichsmark zahlbar, doch können Zinsscheine und rückzahlbare Stöcke auch bei den außerhalb Deutschlands für andere Abschnitte der Internationalen 5yi% Anleihe des Deutscheu Reichs vorgesehenen Zahlstellen zur Zahlung vorgelegt werden. Sic werden dann zum jeweiligen Kurse der Reichsmark in der Währung dieses Landes bezahlt. Unter Reichsmark ist eine Münzeinheit zu verstehen, die eine Münzparität von 1/"»« kg Feingold, wie es im Münzgesetz vom 30. August 1924 vorgeschrieben ist, haben und behalten soll. 3. Der Zinsfuß beträgt 35-%; die Zinsen werden halbjährlich am 1, Juni und I. Dezember, zuerst am 1. Dezember 1930 gezahlt. 4. Die Laufzeit der Anleihe beträgt 35 Jahre. Spätestens zum 1, Juni 1905 müssen sämtliche Schuldverschreibungen der Anleihe getilgt sein. Die Tilgung erfolgt durch jährliche Auslosungen zu pari oder durch freihändigen Rückkauf. Falls Verlosungen erforderlich worden, sollen sie im Monat April, erstmalig im April 1931, stattfinden. Die ausgelosten Schuldverschreibungen sind an dem auf die Ziehung folgenden 1. Juni rückzahlbar. 5. Das Deutsche Reich ist berechtigt, die Gesamtanleihe, von der die deutsche Ausgabe einen Teil daxstellt, ganz oder teilweise, jedoch nur in Beträgen von etwa 30 000 000 Dollars oder einem Mehrfachen hiervon, zum 1. Juni 1935 oder zu jedem folgenden 1. Juni zum Nennwert zurückzuzahlen, wobei alle einzelnen Ausgaben ihrem Umfang entsprechend zu berücksichtigen sind. Die Rückzahlung ist 6 Monate vorher anzukündigen. 6. Kapital und Zinsen der Anleihe werden ohne Abzug irgendwelcher gegenwärtiger oder zukünftiger deutscher Steuern ausgezahlt, Die deotsebe Ausgabe betragt 36000000 BN. Dieser Betrag wird durch die unterzeichneten Bankfirmen unter den nachstehenden Bedingungen zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt. Der Zeidranigsprels betragt 90 V. zuzüglich Stückzinsen vom t. Juni d. J. bis zum Zahlungstage. Die Börsenumsatzsteuer geht zu Lasten der Zeichner. Zeichnungen werden in der Zeit vom 12. Juni d. J. bis einscblieBticb 13. Juni d. J. gemäß dem offiziellen Zeichnuagsprospekt von den unterzeichneten Mitgliedern und den Untcrbctcil igten des Reichsanleihekonsortiums sowie deren deutschen Zweigniederlassungen während der üblicheo Geschäftsstunden entgegengenommen. Vorzeitiger Schluß der Zeichnung bleibt vorbehalten. Die Zuteilung der Stücke auf Grund der Zeichnung erfolgt baldmöglichst nach Ablauf der Zeichnungsfrist und bleibt dem Ermessen der Zeichnungsstellen überlassen. Wünsche auf bestimmte Stückelung können nur insoweit berücksichtigt werden, als dies mit dem Interesse der anderen Zeichner verträglich erscheint. Ein Anspruch auf Zuteilung kann aus etwa vorzeitig eingezahlten Beträgen nicht hergeleitet werden. Die Bezahlung der zugeteilten Stücke bat in der Zeit vom 16. Juni d. J. bis 25. Juni d. J. zuzüglich 35.-% Stückzinsen vom 1. Juni ab bis zum Tage der Einzahlung bei derjenigen Stelle, welche die Zeichnung entgegengenommen hat, zu erfolgen, Auf Zahlungen vor dem 16, Juni 1930(erster Einzahlungstag) werden Zinsen nicht vergütet. Die Zeichner erhalten zunächst nicht ubertragbare Kasscnquittungcn, gegen deren Rückgabe später die Ausgabe der definitiven Stücke durch die Zeichnungsstellen erfolgt. Die Einführung der Anleihe an den deutschen Börsen wird alshald nach Erscheinen der definitiven Stücke veranlaßt werden. Die Schuldverschreibungen sind als verbriefte Schuldverschreibungen des Reichs gemäß§ 1807 BGB. mündelsicher. Die Deutsche Ausgabe der Internationalen 55»% Anleihe des Deutschen Reichs 1930 kann im Lombardvcrkebr der Reichsbank beliehen werden und ist auch im Lombardverkehr bei der Preußischen Staatsbank(Seehandlung) als Deckung zugelassen. Berlin, den 11. Juni 1930. Berlin, Braunscfaweig, Breslau, Dresden, Düsseldorf, Essen("Ruhr), Frankfurt(Main), Hamburg, Karlsruhe(Baden), K51n(Rhein), Leipzig, München, Nürnberg, Weimar. Reichsbank. PreuBische Staatsbank(Seehandlung) Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten, A. G. Berliner Handels-Gesellschaft. Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft. S.B eichröder. Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien. Delbrück Schickler& Co. Deutsche Bank und Disconto-Oesellschaft. Deutsche Girozentrale— Deutsche Kommunalbank—. Dresdner Bank. Deutsche Landesbankenzentrale A. G. J. Dreyfns& Co. Hardy& Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Mendelssohn& Co. Preußische Zentralgenossenschaftskasse. Eichborn& Co. E. Heimann. Reichs-Kredit-Gesellschaft Aktiengesellschaft. Gebr. Arnhold. Lazard Speyer-Ellissen Kommanditgesellschaft auf Aktien. Braunschweigische Staatsbank(Leihhausanstalt). Sächsische Staatsbank. Barmer Bank-Verein Hinsberg, Fischerä? Comp. Kommanditgesellschaft auf Aktien Simon Hirschland. Gebrüder Bethmann- Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank. Lincoln Menny Oppenheimer. Jacob S. H Stern. L. Behrens& Sühne. Vereinsbank in Hamburg. M.M. Warburg& Co. Veit L. Homburger. Straus& Co. A. Levy. Sal. Oppenheim jr& Cie. J. H. Stein. Allgemeine Deutsche Credit-Anstait. H. Aufhäuser. Bayerische Staatsbank. Bayerische Hypotheken- und Wechsel-Bank. Bayerische Vereinsbank. Merck, Finck& Co. Anton Kohn. Thüringische Staatsbank. Offizielle Zcichnungssi eilen in Berlin sind:\ Reichsbank, Zeichnungs-Abteilung, Hausvogteiplatz 14.— Preußische Staatsbank (Seehandlung).— Gebr. Arnhold,— Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten, A.-G, — Berliner Handels-Gesell schalt.— Berliner Stadtbank-Girozcntrale der Stadt Berlin. — S. Bleichröder.—- Brandeuhurgische Provinzialbank und Girozentrale.— Commerz- und Privat-Bank Aktiengesellschaft.— Darmstädter und Nationalbank Kommanditgesellschaft auf Aktien.— Delbrück Schickler& Co.— Deutsche Bank und Disconto- Gescllschaft.— Deutsche Effecten- und Wechsel-Bank.— Deutsche Girozentrale.— Deutsche Kommunalbank.— Deutsche Landesbankenzentrale A. G.— Dresdner Bank. — J. Dreyfns& Co,— Hardy& Co. Gesellschaft mit beschränkter Haftung,— Mendelssohn& Co.— Preußische Zentralgenossenschaftskasse.— Rcichs-Kredit- Gesellschaft Aktiengesellschaft— Lazard Speyer-Ellissen Kommanditgesellschaft auf Aktien.— A. E. Wassermann. «M MW W 3m IL Sunt«atfchlirf sauft»ach langem, Ichmrreiu Lach«» mein Itcier Bater. Schwteger.. Graß-, UrzraKaater und Onkel, der EchrtfiseSez-Innalid« Franz Treder im 81, LedenZjahr. 3m Kamen der e.tntrrMtrttnen Elise Treder Iüterbazer TtraH« 10 II Einäscherung am Sonnabend, dem lt. Zuni, nachmittags 8 Uhr, im Are- maiorium Serichtftrahe. . Probieren Sie gratis? - i..■,. M\m MelailaMer-VeriiaDd Verwaltungsstelle Berlin Todesanxelgen Den Mitgliedern»ur Nachricht, daß unser 5!ollege. der Kernmacher Fritz Dahlke gebaren 5 Zuni 1881, am 7. Juni 1930 gestorben ist. Die Einäscherung findet am Don« nersiag, dem 12. Juni, 18 Uhr. im Krematorium Baumschuienweg, Sief* hoizsiraße, statt. 3m S Zun! 1930 starb unser Kollege der Former Fritz Borgwitz geb. 11. Augull 1891. Die Einäscherung findet am Freitag, dem 13. Juni. lb', Uhr, im Srema» iotiunt Gerichtstraße statt. 3m 10. Juni I9Z0 starb unser Kollege, der Rohrleger Georg Umlauf g-b. L Juni 1883. Die Beerdigung findet am Freitag, dem 18 Juni. 1SV, Übe, tum der Lelch endalle des.Hedwig»- Kirchhotes in Reinilkendart-West, Berliner Sir. an» statt. Rege Beteiligung wird erwartet Nachruf 3m 6. Juni starb unser Kollege, der Former Brust Röhrbelu geb. 27. Rooember 1858, Di« Einäscherung hat bereit« statt. gesunden. 3m 6. Zuni starb unser Salleg». der Sürtter Oskar Hoppe geb. IL Februar 1882. Die Einäscherung hat berrits stattgefunden._ 3m 8 Zun! starb unser Kollege, der Arbeiter Albert Graffander geb 12 Februar 1881. Die Beerdigung hat bereit» statt- gefunden. Ehre Ihrem«übende»! nie Ol lerej M altnOLä- Größtes, Spezial- Geschäft Seiner Art in ganz Deutschland Aflerbester dculsrlier Obstdessertwein ,Ut«r von 0,T5 an Extra prima Pfälzer Weine.........••- Vi FI. 0.80 Feinster Nier*telner u. UlebfranmilcSi«• ♦•. Vi FL 1-35 Echter roter Süßwein„Mnlvasier".Liter 1«10 Echter roter spanischer Dessertwein» eüß«•.Liter 1-20 Echter roter Borsnnder..•••••••••*»»• Vi 1*25 Echter süßer Uugrarwcln Vi FL 1.T5 Echter süßer, weißer Bordeaux•»»»» g» g»• Vi FL 1.20 Entro den* Mers, ts-eißer BordeauT.•»aaggg*.1AI,L 1.75 Echter deutscher WersnnthTreln» g g g g g•»• Vi iTl* 1.50 Echter Pepslnweln, fflr Kranke•••3g«gg»g, VsLflLl-BO Himbccr-, Kirsch-, Zitronen-Saft,,».Liter � ,65 Echte Edel- Liköre........... Si fl 2.95 Nordhäuser Branntwein.......Li«» 3*30 Aohtunf I 1 LItsr enthält s/iö mehr ele eine Vi Flasche, Garantiert echte, unvcrschnittene selbst importierte süße Südweine zu allerbilligsten Tagespreisen Billigste Bezugsquelle __ für Gastwirte usw. | Weinbrände/ Verschnitte/ Aquavit/ Rum Eigenfabrikate, feinste Qualitäten, spottbillig i Kostproben gratis, damit sich Jeder von der Erstklassig- keit meiner Fabrikate überzeugen kann Preise ohne Glas! 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Ehr« ihren» Bxdcnteu! DieEinäsäierung findet am Freitag. dem 13. Zun!, 17 Uhr, im Krematorium Baumfchulenwrg stall. Rege Beteiligung erwartei VIe Ortsverwaitung Dl KLEINE ANZEIGEN Jedes Wort 12 Pf. Das fettgedruckte Wort 25 Pf.(zulässig zwei Icitgedrucktc Worte). Stellengesuche das erste Wort(teil) 15 PL, jedes weitere W ort 10 PI. Worte Ober 15 Bucbstabcn zäblen doppelt. Anzeigen, welche für die nächste Nummer bestimmt sind, müssen bist1 tlHir nachmittags in der Haupt- expedition des Vorwärts. Berlin SW, Llndenstraße 5, abgegeben werden. Dieselbe isl XON morgens 8l: Uhr bis nehm. 5Ubr ununterbrochen geöffnet IMisUMM-lMS Achtung, Eisen- u. Revciuer- dreher und-dreherinnen, sowie Rundschletteri Oennecslas. den 12. Znnt. abend» 7 Ahr. im veebaudahau», Cia»en(ttabe 53 SS euserorflentiiche uertrauensmanner• Konferenz Tagesordnung.- 1. Bericht der Branchen sanunifstan. 2. Rcurnabi der Brancheniettung. Das Erscheinen aller Berttaucnsienie Ist Pflicht.__ Coanrcsfag, den 12. Znni, : abends IVs Ahr, Im Cofal oon Brandts. Stealoner Straf»« 10 uersemmiung n. sipomerzeugenden indostrie Tagesordnung: i. Bericht der Brancheniettung. 2. Reumahs- z. Berbands- und Branchen angel eg en. heilen. Ohne Mitgliedsbuch kein Alttritt. Zahlreiches Erscheinen ist undedingi? Pflicht._ Fr- IIag. den IS Znni.— abds. S Ahr. im Barferccfaar des Verbandshauses. Ciaieoflrahe SS/SA Branchen• Versammlung der in d. GeldschraDK-indusfris oeschafugten Kollegen Tagesordnung I. Borttag:Die jeßigernirlschaftücheLaae 2. Branfienanoeiegenheiten. 3. Verschiedenes. Ohne Mttglicdsbuch kein Znttltt. Bei der Wichtigiett der Tagesordnung ist jeder Kollege verpflichtet, unbedingt zu erscheinen._ Achtung! verwsitungsmitglleder! Am Freilog. dem IZ. stnui 1«80.»ein« S.ßung der MttUeren Ortsuenvaltunz. vi« OrtsTerweUBBg. gm Verkäufe Tapete», jcsillot. Koloniefiroße T__* BcbsehIerTevpiche. Kleine Bebfehler 2X8 18,— Marl. Kleine Webfehler 2xZ 20,— Mark. Klein- Webfehler 2V1X314 31,— Mark. 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Die Dinge müssen so ablaufen, daß sich die Syndikatsbllros zunächst versuchsweise einigen, daß daraus die Verbandswerke nach den somit zu erwartenden Erlösen feststellen, wie weit sie im Rahmen des verbindlichen Schiedsspruchs die Löhne und Gehälter abbauen und daß dann bei den Preisbefserungcn die letzten Korrekturen vor- genommen werden. Denn trotz Stegerwalds Tiraden ist es dab» geblieben, daß die Preissenkung im Rahmen der er- sparten Löhne und Gehälter bleiben werden. An der Ruhr lachen auch die Hühner darüber. daß Herr Stegerwald durch besondere Sachverständige prüfen lassen will, ob die Preissenkung, wie er möchte, die Summe der ersparten Löhn« und Gehälter übertrifft: denn die Herren an der Ruhr haben nicht einmal den ReichswSrtschaftsminister, der gesetzliche Kontrollrechte hat, in ihre Bücher hineinsehen lassen. Jedenfalls hat Herr Stegerwald durch die Verbindlichkeitserklärung der Schwer- mdustrie das Feigenblatt geliefert, sich um ein« den Marktverhältnissen angemessene Preissenkung drücken zu können: er hat als Arbsitsminsster dem eigentlichen Kartellminister alle Waffen aus der Hand geschlagen, sich für eine, den gesamt- wirtschaftlichen Interessen entsprechende Preissenkung einzusetzen. Das ist der erste Skandal. Der zweite Skandal besteht in folgendem: Für die Der- binduchkeitserklärnng des Schiedsspruches von Oeynhausen gibt es keine lohnpolitssche, höchstens eine konjunkturpolitische Rechtfertigung: die Erwartung nämlich, daß eine Senkung der Eife.cpreise die Nachfrage der inländischen Verarbeiter und ihre Konkurrenzsähigkcit im ausländischen Wettbewerb erhöht. Die Preissenknna muß aber genügend groß sein, um etwas zu fruchten: d.nn seit März sind die deutschen Verarbeiter in der Konkurrenz mit dem Ausland wegen der hohen deutschen Rohrnaterialprcife furchtbar zurückgeworfen worden. Die englischen Eisenpreise sind um 10 bis 20, die französischen teilweise auch bis 20 Proz. billiger als die deutschen. Wenn die Preise sür die deutschen Ver- braucher nicht um mindestens 8 bis 10 Mark niedriger werden, kann die Preissenkung die Konjunktur nicht anregen. Die amerikanischen Stahlwerke haben, obwohl auch sie praktisch ein Znlandsmouopol hoben, ihre Stabeisenpreise um 15 und 25 Mark je Tonne, d. h. um 10 bis IZ Proz. gesenkt, in dem Bewußtsein, daß in einer schweren Krise mir starke Preissenkungen die Wirtschaft beleben können. Die deutschen Berbände aber werden, das scheint schon feftzustebcn, ihre Tonnenpreise kaum um mehr als 3 Mark ermäßigen. Das ist eine Preissenkung bei Farm-, Stab- und Bandeisen sowie Blechen von noch nicht 2 Prozent! Wo die Moterialkosten der Verarbeiter sür Eisen beispielsweise 25 Proz. der gesamten Selbstkosten aus- machen, bedeutet eine Eisenpreissenkung von 2 Proz. eine Ver- billigung der Selbstkosten des Weiteroerarbeiter- werks um nur 0,5 Proz. Damit kann keine Konjunktur- belebung hervorgerufen werden. Nebenbei sei bemerkt, daß dies« vch Prozent Kostensenkung der ganze Nutzen der Lohnsenkung in der Eisenindustrie wären. Der Skandal ist aber noch größer: Es ist kein Zufall, daß gerade eine„DreimarT-Preisfenkung herauskommt. Das hängt nämlich mit der Höhe des Löhnantoils in der Eisenindustrie zusammen: der ist aber, eine Folge der riesenhaften Rationalisterung, ganz besonders niedrig: der Lohnanteil im reinen Hütten- prozeß beträgt 8 bis 10 Proz., bei der Stabeisenerzeugung 12 Proz., im Blechwalzwerk 14 bis 15 Proz. Der Lohnanteil an den gesamten Selbstkosten ist heute auf nicht viel über 20 Proz. zu schätzen. Wenn man 10 Proz. Löhne und Gehälter sparen will, kann man bei einem Lohnanteil— M der Selbstkosten die Preise nur um 2 Proz. senken! Hier liegt ober der Beweis vor, daß bei einer Senkung beispielsweise der Stabeifenpreis je Tonne um dre» Mark die Arbeiterschaft ganz allein die Kosten dafür trägt. Die Eisenindustrie bringt also nicht das allergeringste Opfer für die Konjunktur. Oeffentlichkeit und Eifenr, erb rauch er werden mit einem Schieds- fpruch betrogen, der so aussteht, als ob die Eisenindustrie auch ein Opfer für die Konjunktur brächte. Der Reichsavbeitsminister hat als ufurpatorischcr Kartellminister es fertig gebracht, jegliche Parität zwischen Unternehmer und Arbeiter im Opfern für die Konjunktur totzuschl-agen— ein Moisterstück. Herr Stegerwald! Die Eisenindustrie muß jetzt unter den s ch ä r f ste n ö f s e n t l i ch e n Druck gesetzt werden, mit einem eigenen Preisopfcr die beabsichtigte Preissenkung aus das Mehrfache zu steigern. Im ganzen müßte diesen Eisenpreisfkandalcn, da sie im wesent- lichen die Folgen einer unhaltbaren Kartellsiluakion sind— van der freilich Herr Stegerwald keine Ahnung zu habe» braucht—, durch eine Aktion des Reichswirt schafts- Ministers und der Gesetzgebung begegnet webden. Die Zlusrechterhaltung der Marktbeherrschung durch die Eiserwerbände wäre in der gegenwärtigen Krise nicht möglich, wenn die Kartelle nicht auch die vollständige Herrschost über die Händler ausüben würden. Wären die Händler den Kartellen nicht ausgeliefert, wären die Werkshandelsgesellschaften nicht wieder Instrumente zur De- herrschung der Händler, so hätten sich die Eiscnpreise schon längst nicht halten lassen. Eine sosort'gc Notkartellreform wäre nötig, die auch mit dem 100 Prozent igen Gebietsschutz aufräumen müßte, der umso verteuernder wirkt, als entgegen den Vereinbarungen von lS2K die internationale Unterbietung in der Rohstahlgemeinschast nicht beseitigt wurde. Aufwärts im VGB.! Glänzende Entwicklung der Sozialen Baubetriebe. Das Saugewerbe steht zur Zeil schlecht. Aber auch 1020 war nur zum Teil ein günstiges Baujahr. Unter diesen erschwerenden Umständen haben auch die sozialen Saubetriebe zu leiden. Um s, erfreulicher ist es. wenn der Geschöstssührcr des Verbandes Sozialer Baubetriebe, Genosse E 1 1 i u g e r, in der letzten Aus. sichlsralssihung über ein günstiges Ergebnis berichten konnte. Folgende Zahlen machen dies besonders klar: ' Die Zahl der durchschnittlich Beschäsligten der dem verband Sozialer Baubetriebe angeschlossenen Unternehmungen betrug im Zahre 1020 18 524 gegen' 17 061 im Zahrc 1078. Die höchstzahl der Beschästigten betrug 20 242 gegen 26 806. Der Gesamt» umsatz stieg vt>n 120,6 aus 137.2 Millionen. An produktiven Löhnen wurden gezahlt 46,6 Millionen Mark gegen 42,2 Millionen Mark im Zahre 1028. Bei der Beurteilung dieser Entwicklungszahlcn muh berücksichtigt werden, daß injolge des starken Frostes das Baugewerbe fast vier Monate hindurch an der Tätigkeit behindert war. Dos Stammkapital der Sozialen Baubetriebe stieg von 4.8 aus 5.8 Millionen Mark. Die bilanzmäßigen Reserven erhöhten sich von 1.7 aus 2,3 Millionen Mark. Iticht weniger als 108 Betriebe konnten mit Gewinn arbeiten. Die bilanzmäßig ausgewiesenen Gewinne stiegen von 1.3 aus 1,7 Millionen Mark. Die Gesamtverluste der mit Verlust arbeitenden Betriebe ver- minderten sich von 707 000 auf 457 000 Mark. Die Sozialen Baubetriebe haben ihre Existenzberechtigung tijn neuem klar erwiesen und zeigen durch ihren steten Ausstieg, dah die Gemein Wirtschaft im Baugewerbe marschiert. Schlechte Konjunkturen, wie sie In diesem Zahre zu verzeichnen sind. verlangsamen wohl etwas den Aufstieg, aber zurückzuwerfen sind die Sozialen Baubetriebe nicht. Die Gewerkschaften können jeden- falls aus diesen Teil der praktischen Gemeinwirtjchast stolz sein. Die gesamte Arbeiterschaft und ihre Organe müssen die Sozialen Bau- betriebe weiter unterstützen._ Gelbstfinanzierung bei Bosch. Wie wenig Oividendenkosigkeit für die Gewinne bedeutet Die-Robert Bosch Aktiengesellschaft, Stuttgart, hat den Geschäfts- bericht für das Jahr 1320 vorgelegt. Eine Dividende wird auch dieses Mal nicht verteilt, obwohl der ausgewiesen« Reingewinn eine Ausschüttung von mindestens 7 Prozent gestattet hätte und ob- wohl die Gesellschaft so stark verdient hat, daß sie kaum weiß, wie sie die Gewinne verstecken soll. So führt man unter den Passiven statt des einen gesetzlichen Reservefonds drei Rücklagekonten, die etwa 50 Prozent des Aktien- kapitols von 30 Millionen Mark erreicht l>abcn(das Handelsgesetz- buch schreibt eine Ansammlung van Reserven von 10 Prozent vor!). Das Konto„Anlagen" ist um L5 Prozent niedriger als voriges Johr angesetzt, obwohl„namhaft« Zugänge" zu verzeichnen waren. Das bedeutet also, daß nicht nur die Rationalisierung, die Umstellung des Betriebes und die Neuanlagen aus den laufenden Einnahmen bezahlt iverden konnten— der Gewinn war sogar so hoch, daß außerdem noch eine Abschreibung um etwa ein Drittel des erhöhten Wertes aller Anlagen möglich war. So ist denn der Bosch-Bericht einer der wenigen Geschäfts- berichte, in dem nicht über das Geschäftsergebnis geklagt wird. Der Umsatz ist aber im zweiten Halbjahr auch bei Bosch zurückgegangen, so daß der Gesamtumsatz nur um 3 Prozent höher als im Vorjahr war: die Zahl der Beschäftigten ging zum Jahres- schluß um 1000 zurück und betrug 9500. Geschäftsrückgang führt stets zu vermehrter Lagerhaltung, das wird bei Bosch nicht anders als sonstwo sein: wenn das Lager trotzdem mit 2 Millionen Mark niedriger bewertet ist, so ist das wieder ein Zeichen für außer- ordentliche„stille Reserven". Andererseits sind die flüssigen Mittel— Kasse und Bankguthaben— von 18 auf 25(!) Millionen gestiegen,„um die mannigfachen Entwicklungsbedürfnisse aus eigener Kraft erfüllen zu können"— das ist das Glaubensbekenntnis über den Segen der Selbstfinanzierung! Aus den Mitteilungen des Geschäftsberichts interessiert, daß die Gesellschaft ihren Export in den letzten fünf Jahren so steigern konnte, daß der Hauptteil des Absatzes auf Auslandslieferungen ent- fällt. Inzwischen ist es auch gelungen, sich mit der American Bosch Mognets Corporation über den Gebrauch des Namens„Bosch" in Amerika zu einigen, ein Erfolg, oer im Hinblick auf die Derbrei, tung der Bosch-Zlrtikel über die ganze Welt sehr hoch zu veran- schlagen ist. 82 Millionen Dollar sür Schiffahrt. Hapag und Lloyd bestätigen die Entschädigungszuteilung von 74,24 Millionen Dollar aus den amerikanischen Veschlagnahmungen, stellen aber fest, daß ab 1. Januar 1929 noch 5 Proz. Zinsen hinzukommen, so daß die Gefamtentschädigung sich auf 81,67 Millionen Dollar belaufen wird. Davon entfallen auf Hapag und Lloyd 93 Proz. Zwischen den beiden Gesellschaften wird ein Anteil von 60 Proz. aus die Hapag und ein solcher von 40 Proz. auf den Nord-Lloyd kommen. Der amerikanische Gold- fegen soll dem weiteren Ausbau der Jntereffengemein- s ch a f t Hapag-Lloyd dienen. Gute Konjunktur sür Waggonfabriken. Für die Woggon- und Maschinen b au- A.-G. Gör- l i tz wird für das am 30. Juni endende Geschöstsjohr ein be- friedigender Verlaus gemeldet. Der Umsatz sei infolge größerer Reichsbahnbestellungen und vermehrter Auslandsaufträge gegen- über dem Vorjahr gestiegen. Es sei wieder eine Dividende von 10 Proz. in Aussicht genommen. Die Waggonfabrik I o s e � Rathgeb ev A.- G. in München berichtet ebenfalls für das Ende April abgeschlossene Jahr von größeren Reichsbahnaufträgen und vermehrten sonstigen Aufträgen zu auskömmlichen Preisen, so daß von Monat zu Monat die Belegschaften vergrößert und der Umsatz um 25 Proz. gesteigert werden konnte. Die jetzigen Slnsträge geben bis Ends 1930 reichliche Defchäftigung, und bei auskömmlichen Pressen seien die Aussichten auf den Eingang weiterer Aufträge günstig: die Dividende wird von 7 aus 8 Proz. erhöht, Der Daimler-Bericht. Umstellung und Typisierung— Abbau der Belegschaften. Nach der von uns kürzlich besprochenen Bilanz veröffentlicht der Vorstand der Daimter-Benz A.-G. jetzt seinen Geschäfts- bericht für das Jahr 1929. Wenn auch ein Reingewinn in solcher Höhe, daß Dividende verteilt werden könnte, nicht erzielt wurde, so ist das Ergebnis doch nicht schlecht gewesen. Trotz der rückläufigen-Konjunktur in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres, die sich wegen der Zurückhaltung von Staat, Kommunen und Großindustrie in starkem Rückgang des Lastwagenabsatzes äußerte, hielt sich der Gesamt- Umsatz mit 130 Mill. M. auf der Höhe des Vorjahres, da der ge- stiegen« Absatz von Personenwagen den Ausgleich brachte. Mengenmäßig ist der Absatz sogar bedeutend höher als im Vorjahr gewesen. Bemerkenswert ist, daß der Absatz in Per- sonenwagen auch im neuen Geschäftsjahr nicht zurückgegangen ist. Die Rationalisierung scheint nach dem Ausbau des Karosserie- werkes Sindelsingcn vorläufig beendet zu fein, da die Abschreibungen mit 5,8 Mill. zum erstenmal den Zugängen gleichkommen. Aber die Belegschaft hat den„Segen" der Rationalisierung bitter erfahren müssen: trotz des mengenmäßig gestiegenen Umsatzes waren 19 29 nur 11 400 Arbeiter gegen 13000 im Jahre 1928 beschäftigt. Die Typifierung hat weiter« Forsschritte gemacht: an Personenwagen werden nur noch 4 Typen hergestellt, und auch im Lastwagenbau wurde eine Vereinfachung des Bauprogramms durch- geführt. Die Zukunft des neu entwickelten Rohölmotors wird sehr günstig beurteilt. An gebrauchten Wagen wurde ein Gesamt- Umsatz von 7 Mill. erzielt, obwohl man die Wünsche der Kundschaft bei Jnzahlungnahme gebrauchter Wagen häufig nicht erfüllen konnte. Schließlich sei nach erwähnt, daß immerhin 15 Prozent der ganzen ProdicktcKt exportiert wenden konnten. Die großen Gewinne der �uhrkohle. Auch der Abschluß der Gelsenkirchen er Bergwerks- A.-G., Essen, die in dem Ende lffiarz beendeten Geschäftsjahr sich die Essener Steinkohlenwerke A.-G. und die Adler A.-G. für Bergbau in Kupferdreh angegliedert hat, läßt die Glanzkonjunktur des Ruhrbergbaues im Jahr« 1929/30 erkennen. Der ausgewiesene R e i n g e w i n n cder Riesengesellfchast(Bilanzsumme rund 555 Mit- lionen) ist gegenüber dem Vorjahr noch von 25,84 auf 26,11 Mil- lionen g e st i c g e n, wobei vorweg noch 5,03 Millionen auf die Anlagen der Essener Steinkohlenwerke A.-G. abgeschrieben zu sein scheinen. Die Zlktionöre erhalten die hohe Dividende von 8 Proz. Der Geschäftsbericht liegt noch nicht vor. Vom Linoleumtrust. Zu hohe Tantiemen— Angliederungsverluste durch preis« , erhöhung ausgeglichen? In der Generalversammlung der Deutschen Linoleum- werke A.-G. fragte Justizrat Dr. Gotsschalk, weshalb die Aufsichts- räte 432 000 Mark Tantieme bekommen, wenn an die Gesamtheit der Aktionäre nur der siebenfache Betrag der Tantieme— bekanntlich 15 Proz. Dividende— ausgezahlt würde. Er fragt« auch nach den hohen Kosten für die Eingliederung der„Sakino"-Gesell> fchaft in den Konzern. Der Aufsichtsrutsoorsitzende verteidigte zwar die zehnprozentige Aufsichtsratstantieme, mußte aber doch zugestehen, daß durch eine Sotzungsänderiing die Tantieme herabgesetzt werden solle. Di« Angliederung der Salino Hobe sehr viel Geld gekostet, es habe ein« ganz außerordentliche Abschreibung gemacht werden müssen, die dafür aufgewendeten 4,8 Millionen Schweizer Franken seien verloren: ohne diese Angliederung hätte die Dividende 5 Proz. höher sein können. Wir haben kein Interesse daran, db die Linoleumaktionäre 15 oder 20 Proz. Dividende erhalten. Man erfährt hier aber wahr- scheinlich den Grund für die beiden letztenPreiserhöhungen. Obwohl es dem Linoleunntruft fo glänzend geht, daß er aus den Gewinnen die Ausdehnung der Konzernmacht buchmäßig abschreiben konnte, hat er auch diese Abschreibungen, wie es scheint, noch durch Preiserhöhungen hereingeholt. Es erweist sich immer mehr als Legend«, daß die europäische Linoleumtonzen- tration mit der Absicht der Preissenkung vorgenommen worden fei. Gchlechie LlGA- Konjunktur. 7t«uer Elurz der Attienturse in 7iew �ork— Anleihemarkt oder günstig. Die letzten Tage vor Pfingsten haben in New Pork bei allen Konjunkwraktien(Eisenbahnen, Stahl, Kupfer, Autos) neue Kurs- einbrüche gebracht: die Kurse sind teilweise unter die niedrigsten des Jahres 1930 noch hinabgesunken. Rur auf d�in Anleihemarkt blieb die Tendenz günstig. Der Rückschlag wird aus die Enttöu- schung über die ungünstige Konjunkturentwick- tung zurückgesührt, die in dem rückgängigen Frachtengeschäit, dem Pessimismus der Eisenindustrie und der sehr geringen Saison- belebung zum Ausdruck kommt. Auf den 12 wichtigsten Weltbörfen sind in der Zeit vom 31. Mai bis 7. Juni die Aktienkurse weiter zurückgegangen. Affäre Philippi-Fehr. Wie der Börsen-Couricr" meldet, hat das Ehrengericht der Berliner Börse den Antrag auf Einleitung eines ehrengerichtlichen Verfahrens zurückge- wiesen, den Direttor Fehr von der Deutschen Bank- und Tis- kontagesellschaft auf Grund der von dem früheren Beamten Philippi der Deutschen Bank erhobenen Anschuldigung l>» selbst gestellt hatte. Die von Philippi beigebrachten Unterlagen hätten temerlei Anhalts- punkte ergeben, die die Ehre Fchrs und seinen Anspruch auf kauf- männisches Vertrauen belasten. Alles in allem seftn nur drei bzw. vier Einzelfälle durch Angaben belegt worden. Auch diese Angaben hätten die Borwürse gegen Direktor Fehr in keiner Weise erhärtet. Dieser Zurückweisung durch das Ehrengericht der Börse war eine entsprechende Zurückweisung auf Grund einer Untersuchung der Direktion der Deutschen Bank und Diskonlogcsellschost voranc- gegangen. Ebenso hat nach dem„Börsen-Caurier" eine von dem zuständigen Finanzamt bei der D.-D.-Bank vorgenommene Prüfung ein negatives Resultat gehabt. kommunale Kanalisationsröhren nach wie vor ein gutes Ge- schäft. Di« Deutsch« Ton- und Steinzeug-TL-G. in Bertin-Eharlottenburg schlägt der Generaloersammlung vor. nach kaum verringerten Abschreibungen wieder eine Di vi- dende von 11 Proz. au die Mtumäre zu verteilen. Joe Corrie: ASS �TObefplet ?w! Buler i««Ib ZZ-rjarbeit-rdichtir. A»r ia d«r »Bglischim»ettgeBBfftfdien Literatur bereits einen verdienstvollen T«m«n Jet. ÄPNl« mar ein geborener Auß>ballspi«ter. Die Leute sahen ihm schon beim Fußdallspielen zu. öa er noch«in Schuljunge mar. Sie klatschten ihm Beifall und weissagten ihm. bah er eines Tages Mit« gileh«in«K«rstNassigen Professionolklubs sein und allen Ruhm, den ein Auhballspieler ernten känne, erreichen weide. Er mar zwar ein kleiner„Stöpsel", aber es kannte sich keiner mit ihm messen. Samt« gab sein« Seele für den Fuhball her; sonst hotte nichts im Leben für ihn irgendwelche Bedeutung. Es passierte ostmals, daß«r d!« Schul« schwänzte, um sich ein isuhballsplelchen zu gönnen, Die Mutter schalt ihn wohl oft. daß er die Schuhe durchreihe, ober wenn der Dater mit Jamie allein war, flüsterte er ihm lei?« zu, baß er ihm«inez Tage» ein Paar echte Fuhballschuhe kaufen wolle. Der Sater setzt« große Hoffnungen auf seinen Jungen, er hoffte, an ihm im Kamps« de» Leben», dos ihn ullinähluh mürbe gemacht hatte, eine Stütze zu finden. Lomie mar von sieben Kindern das älteste. Er war eines der Kinder, dessen letztes Schuljahr tagweise gezählt wird— dieses bitter« Jahr des Kampfes, dieser höllisch« Dornenpfad, solch ein letztes Schuljahr für einen Proletarier jungen! Durch den Perkauf dieses ältesten Kindes an den Brotgeber erhofft die Familie dann «ine Erleichterung. lind trotzdem ist es eine bloße Hoffnung, denn der Lohn ist ja so kärglich, und dann werden wieder neue und immer wiader neue Kinder ins Leben gesetzt! Jamie bekam also seine ersten Fuhballschuhe aus Anlaß seines fünfzehnten Geburtstages.„Setzt bin ich erst ein richtiger Fußball- spieler", das mar ein Gedanke, und an jenem Tag« spielte er auch wie nie zuvor. Er spielte so ausgezeichnet, daß er sofort vom Orts- klub„Star", einem Sungmannschastklub, in Beschlag genommen miaiu. Sein Bater drückte ihm vor Freude die Hand. Die? ereignete sich am Samstag. Am Montag aber war Zamie bereits eine vaterlose Waise. Das Herz, das der Kummer zerwühlt und die Sorge krank gemacht hotte, stand plötzlich stille. Jamie legte seine Fußballschuhe beiseite- Innerhalb eines ein- zigen Tages hatte sein Leben ein« ganz andere Wendung bekommen. Da» Leben bedeutete jetzt für ihn einen Kampf. Er mußz« jetzt an hie Stell« seines Daters treten. Ein paar hungrig« Magen mußten ernährt werden. Er mußte sich nach einer Arbeit umsehen, die ihm einen reichlichen Verdienst scha-sfle. Wenn er nicht sür die Familie sorgen sollte, wer denn? Jasa, sein jugendlicher Sinn machte damals stürmisch«, qualvolle Kämpfe durch. Ein ganzes Jahr lang lagen jetzt fein« Fußballschule unter dem Bett, höchstens wurden sie für irgendein flaues Spiel mal hervorgeholt. Das Leben hatte ihn härter angepackt, als er es je für möglich gehalten hätte. Er war der Meinung, daß durch Bestreitung des Lebensunterhaltes allein, durch Herbeischaffen von Nahrung und Kleidung die Sorge gebannt sei. Aber di« unerwarteten Krankheiten der jüngeren Grichwister brachten ihm neuen Kummer. Die Lumpe», die er früher-nicht «ahrgenommen hott«, quakten sein Auge. Nun trug er dafür die Verantwortung!. Und bevor er noch 16 Jahre alt war, leistete er diq Arbeit eines Manne», müde und verbraucht, und doch außer Stande, all den an ihn herantretenden Anforderungen zu genügen. Geld! Geld! und wieder Geld! Die? allein konnte ihm helfen, und auf der Grube konnte«r nicht genügend verdienen, Während einer. Nacht, da sein« Mutter bittere Tränen vergoß, kamen ihm seine Fußballschuhe in den Sinn. Mit dem Spiel« ol? Drofessicnalspieler Geld zu verdienen— war das nicht ein« Idee? Fußball als Beruf, t-as war ihm noch nicht eingefallen, er hatte es stets nur aus Neigung gespielt. 3o kramt« er also wieder seine Schuh« aus und nahm seinen Platz unter der Mannschaft des .Star". Diese Saison gewannen sie den..Eup". G>e spielten da» End- spiel günstig mit einem Klub erster Qualität. Wohl wenig« Leute, hie Jomi« von Zeit zu Zeck an jenem Tage Bestall klatschten, dachten sich wcchl. daß er darbte und nickt einmal dl« notwendig« Kost im Leibe hatte, daß seine Mutter m »hrer Küche saß, keineswegs besorgt, wie chr Bub das Spiel spielen werde, wohl aber angsterfüllt, woher sie den Lebensunterhalt für ihre sieben Kinder für die kommende Woche austreiben sollte. Nach dem Ende des Spiete» wurde Jamie dem Direktor eines der führenden englischen ProsessionaMubs vorgestellt. Ob er ein Probespiel wagen wollte? Jamie wußte nicht, was er darauf antworten sollt«.- atzes war so plötzlich und unerwartet für ihn gelnnwen. Sa in Tapfer, der Trainer des„Star", kam Ihm zu Hllf»..Natürlich wird er«in Probespiel machen", antwortete Sam, ohne Jaipi« noch semer M«i, mmg zu fragen,„lind ich sag« Ihnen, baß Sie einen glücklichen Fang mit ihm machen! Und daß es dein Glück stt! Sie müssen nämlich wissen, daß das heute gar nichts war gegen das. was er wirklich kann." Und Sam schloß mit dem Direktor die Sache ob. Man setzte den Tag des Probespiele» fest, die Vergütung, und«s wurde per. «inbart, daß Sein dem Probespiel mit Jamie beiwohnen und alle Ausgaden vergütet werden sollten. Doch Jamie hörte gar nicht, was sie da besprachen: er verweilte im Geist« in der Küche seiner Mutter, ihr die Hand drückend und ihr Befreiung, von allen Sorgen ver. sprechend. Ihm schien alles vor den Augen zu oerichmiimnen. Er wurde nur der Wirklichkeit zurückgegeben, wie Sam sagte, daß er setzt an Stelle sein«? Vaters Haushalwngsvorstaich sei. Und dann spürte«r noch, wie man ihm eine Banknote in die Hand drückte. An jenen, Abend aßen sie Lendenbraten und Eier und Pasteten. Sie plauschten von ihrem großen Glück« und den herrlichen Zu» kunftstaaen. die ihrer harrten. Und Jamie war so glücklich, di« Trän«, in seiner Mutter Augen wahrzunehmen, denn diesmal waren es Tränen der Freude! „Du brauchst dich nicht mehr zu sorgen, Mutter", sagte Jomi«, .ganz England ist uns jetzt so sicher, so wie wir den Eup gewonnen haben, und ich werde spielen, ich werde mich bei diesem Probespiel« zeigen, wie ich es noch nie zuvor im Leben tat: es ist'eine groß« Aussicht für nach, die ich mir nicht entgehen lassen werde." In jener Nacht sang die Mutter, während sie die Kinder aus- zog. seil Jahren, seit vielen Jahren hott« sie das nickst Niehr getan! So war also wieder die Hoffnung bei ihnen eingekehrt, so unerwartet, so wunderbar. Sie vermochte kaum di« Wirklichkeit zu fassen. Die Woche, die jetzt kam, war ein« Woche voller Sonnenschein. Jeden Abend kam Sam ins Haus und erzählte ihnen großartig« Geschichten von dam Glücke, das Fußballspieler gemocht haben, keiner aber könne sich mit Jamie messen, der ja jeder Zoll«In gevorener Fußballprosessional war.„Ich weiß sehr wohl, was ich spreche", sagte er der Mutter, als sie allein beisammen waren,„und Jamie ist einer, wie-es unsere Ahnen waren." Wie stolz war nicht di« Mutter! Als der Tag- des angesetzten Prebespieles näher heranrückte, wuchs die Aufregung in dem kleinen Haufe. Jamie befand sich jeden Abend mit Sam draußen, um zu trainieren. Zluch Sam war an diesen Tagen nicht wenig stolz, er setzte große Host nu»gen auf Jamie und schrieb sich sehr viel Berdisnst pn Jawies Kunst selber zu. Eil, neuer Anzug wurde für Jamie auf Kredii angeschafft, und Sam ließ sich sei,« Schuhqbsötz« reparieren. Am Vorabend des Spieles, bevor die Reis« angetreten werde sollte, probiert« Jamie zum ersten Maie in seinem Leben«inen Kragen. Es wurde verein- bart. daß Jamie noch in der Frühe in die Grube gehen und früher heimkommen sollte. Di« Mutter wünschte nicht, daß er noch an die Arbeit gehe, doch Jawic zog es vor, um nicht zuviel nachdenken zu müssen, denn er war nervös geworden. Er wußte ja allzugut. was alles auf dem Spiele stand! „Ich werde zur Rasizeü heimkommen, und dann habe ich noch immer genügend Muß«, um mir den Kragen anzuziehen sagte, er lachend, als er beim Morgengrauen zur Tür« hmausschritt. Er kam zur Rastzelt wieider, aber auf einer Tragbahre liegend, bleich und bewußtlos Der Klang krachender Gerüstbalken und des herabfallenden Gerölls donnert« noch in seinen Ohren. Er wurde augenblicklich in» Spttal überführt, wbe« fem Freund ©cm nach England drahtete:„Kommen unmöglich, infolge Unfälle» Rückgrat gebrochen.' Das letzt«mal sah ich Jamie in einem Jvroalidersteslel, owc er einem Spiele zuschaute, bei dem der„Star" zum zweiten Mal« den „Eup" gewann. Armer Imme! iTSat&tett llfhaftiunt»0«?. Ret,»,»»»> Wie enlUehen JRielen" und Jtmerge»? 'Heue Sorfehungen Riesen und Zwerg« spielen bekanntlich in den Märchen fast aller Völker eine große Rolle: wir können aber auch heute noch Vertreter dieser Fabelwesen beobachten, wovon sich jeder überzeugt bat, der einmal die„Riesendame" aus dem Jahrmarkt oder«ine Liliputanertruppe im Variete gesehen hat. Aber nicht nur beim großen Publikum, auch bei der Wissen- schast haben dies« Extrem« der Entwicklung ein lebhaite« Interesse erregt, und an Erklärungsversuchen sür das Zustandekommen jolcher Abnormitäten hat es nicht gefehlt. Erst in neuerer Zeit aber ist es! geglückt, dem Wesen wenigstens eines Teils dieser Mißbildungen kdenn um solche handelt es sich) näherzukommen. Auch hier wie auf vielen anderen Gebieten der normalen und krankhaften Emwick- fung der böheren Tier« und des Menschen hat die Lehre von d«n „innersekretorischen' Drüsen" viel zum Verständnis und zur Erklärung der Erscheinungen beigetragen. Es ist. jetzt fast jedem Gebildeten ein« geläufige Tatsache, daß gewiss« Organe unseres Körpers, wie di« Schilddrüse, die Nebennieren, die Bauchspeicheldrüse u. a. in ihren Zellen Stosse erzeugen und an» Blut abgeben, die für die normale Entwicklung und Funktion unsere» Körpers von ausschlug- gebender Bedeutung sind. Eben weil sie Sie Produkte, ihrer Tätig- keit nicht, wie andere Drüsen, nach außen, sondern ins Blut ab. ffadern, werden sie als„innersekretorische Drüsen", auch wohl als „Blutdrüsen" bezeichnet. Der Einfluß der in ihnen gebildeten Wirk- stoffe, die unter dem Namen der Hormone" bekannt sind, ist außer- ordentlich vielseitig-, und unter anderen Einflüssen ist derienige auf das Wachstum des Körper» und seiner Teile besonder» ausfallend und bedeuwngsvoll. Es bestehen drei Möglichkeiten bei der Entwicklung und dem cksiachstum eines Individuums: entweder verlausen die Entwicklungsprozesse normal und führen in bestimmter Zeit zur Gestaltung cinez seinen Größenverhältnissen der Norm entsprechenden Wesens: oder aber das Jnmdiduum bleibt in Entwicklung und Wachstum zurück und erreicht d!« normalen Proportionen nicht: wir Hab«, es dann mit einer Zwergform zu tun. Geht aber das Wachstum über die Norm hinaus, so kommt es zur Ausbildung von Riesen- formen, di« in ihren Dimensioven jene Grenzen überschreiten, innerhalb derer die normale Variationsbreite der betreffenden Tier- form liegt. Von besonderer Bedeutung in dieser Zusammensetzung ist nun die Rolle einer bestimmten Drüse, de» sogen. Hirnanhangs oder der Hqpophqse. Dieses kleine Organ, das an der Basts W» Gehirn» in einer Knochenmukde, dem sogenannten„Türkensattel", sitzt, wiegt beim er- wachsenen Menschen etwa 0,62 Gramm also nur etwa ein Hundert. tausendstel des gesamlen Körpergewicht» und trotzdem besitzt es einen gewaltigen Einfluß auf die gesamte Entwicklung. Schon früher hatten der Wiener Forscher A s ch n e r und der amerikanische Chirurg. E u s h i n g zeigen können, daß die operaliv« Entfernung der Hypophyse bei jungen, 6 bi» 8 Wochen alten Hunden einen geradezu vollkommenen Stillstand de» allgemeinen Körper- Wachstums bedingt: die operierten Hunde nehmen fast gar nicht mehr an Gewicht zu, noch viel» Monat« nach der Operation wiegen sie nur etwa«in Drittel oder ein Viertel von dem, wo, ihr« mcht operierten Brüder oder Schwestern wiegen. Auch sonst ist der Stillstand der Entwicklung überraschend: di« Tier« behalten bis ins hohe Alter da» weich« Wollhaar der jungen Hundewelpen, der Zahn- Wechsel bleibt aus, das Milchgebiß besteht weiter und schließlich ist auch die geschlechtliche Entwicklung vollkommen gehemmt. Di« gleichen Erscheinungen des vollkommene>i Wachstumsstill- standes stellten später andere Forscher auch bei jungen Ratten fest, denen die Hypophyse entfernt wurde. Hier aber konnte«ine iveiter« entscheidende Beobachtung gemacht werden, die endgültig bewies, daß es wirklich da, Fehlen der Hypophyse war, welche» für dies« Erscheinung verantwortlich gemacht werden mußt«, und nicht etwa der immerhin nicht leicht« chirurgische Eingriff. E» gelang nämlich bei diesen hypophykenlosen Rotten, durch ileberpflanzung von Drüsen anderer Ratten das zum Stillstand gekommene Wachstum erneut tn Gang zu bringen, so baß sich di« Tiere normal weiter entwickelten. Die lsiersuch« mit Entfernung der Hypophyse hatten somit ge- zeigt, daß sich unter dem Einfluß des Hypapbysenmangel» Zwerg- formationen entwickeln. 2luf Grund dieser Tierexperimente konnte man nun inst Sicherheit behaupten, was man früh« nur ver- mutungsweise ausgesprochen hatte: daß nämlich auch gewiss« mensch- liche Zwerge ihre ungenügend« körperlich« Entwicklung einem Ver. sogen der innersekretorischen Tätigkeit ihres Hirnhanges zu verdanken hätten. Ein« solch« Erkenntnis eröffnet zugleich auch die Aussicht. durch künstliche Zufuhr dos Wirkstoff«? der Hypophyse diesen Kran. ken zu Helsen und sie einer normaleren Entwicklung zuzuführen. Da» Experiment hat uns aber weiter gelehrt, daß auch da» Gegenstück der Zwergform, di« Riesenform, unter l>«m Einfluß der Hypophyse sich entwickeln kann. Während e« sich ah« bei staltt»m ein ZumenZg am Hypophysensubflanz hantteKe. flegt bet Entwicklung der Riesenformen«in Zuviel des glsichen Stoffes zu« gründe. Der Amerikaner Evans behandelte junge Ratten mit Zubereitungen aus der Hypophyse, mit dem Erfolg, daß sie zu Riesenratten heranwuchsen,, die mehr als das Dop- p«ilt« ihrer Geschwister woge». Nach einer Behandlung von zw«! Monaten wag das größte der behandelten Tiere SM Gramm, wogegen das Gewicht des größten unbehandelten Tieres nur 2Zl) Gramm betrug, also ein Unterschied von 350 Gramm? Es muh dabei berücksichtigt werden, daß das Gewicht von 250 Gramm dem einer normalen Rqtte des betreffenden Alters entspricht und daß die Ratten normalerweise selten ein Gewicht von mehr als 300 Gramm erreichen. Ilebertragen wir diese Ergebnisse auf mensch- liche Gewicht»verhästnijse, so würde das Gewicht der Riesenratte einem Gewicht von 150 Kilogramm beim Menschen entsprechen! Die gleichen Erscheinungen des Riesenwachstum» wie bei den Ratten liehen sich auch bei jungen Hunden beobachten, die mit den gleichen Zubereitungen aus der Hypophyse behandelt wurden. Auch zu diesen Befunden im Tierexperiment kennen wir Parallelen aus der Beobachtung riesenwüchsiger Menschen, bei gewissen menschlichen Riesen hat man ein« deutliche Vergrößerung der Hypophyse feststellen können, die uns zu der Vermutung berechtigen, «s habe sich bei diesen menschlichen Riesen um die Wirkung einer Ueberproduttion des Hypophysenstofses gehandelt. Diese lieber. Produktion tritt besonders deutlich bei einer Krankheit, der söge- nannten Akromegali«, zutage, die sich dadurch auszeichnet, dqß die von ihr befallenen Personen vorgeschrittenen Alters ein Riese n- Wachstum gewisser Teile des Körpers: der Hönde, der Füße, des Kinnes und der Nase aufweisen. Bei dieser Erkran- kung ist die Hypophyse gewaltig vergrößert, und die Behandlung muß daher i.: einem Versuch, die Hypophyse zu verkleinern, be- stehen. Diese Verkleinerung wird entweder durch Röntgenbestroh- lung oder durch eine operaiive Entfernung der Hypophyse erreicht, und die Ergebnisse sind, wenn der Eingriff glückt, überaus günskige: das Riesenwachstum macht halt, und eine Reihe anderer schwerer Erscheinungen wird beseitigt, der Kranke dem Leben wiedergegeben. Dr. H. E. von Voss-Mannheirn. Selm Wunderdohior Da ist in einem Zillcrtaldorf ein braver Vieh- und Bauern- daktor. Kein Quacksalber, o nein! Aber er kennt feine Leute und weiß die eigensinnigen Bauernschädel zu behandeln. Sein Weil» führt ihm die Wirtschaft in dem kleinen, einsamen Gehöft hock) oben in den Bergen. Ordinationszimmer ist die geräumig« Dauern- ftub«. Ein mächtiger Ofen steht darin. Tisch«, Stühle, Bänke. Durch die beiden ängstlich verschlossenen Fensterchen grüßt der jung« Berg- frühling mit hellem Sonnenschein. Ueberall in der Natur das große Keimen, Knospen und Blühen. Auch in Mensch und Tier— es bringt mancherlei Beschwerde mst sich, der alte Wunderdoktor Hot viel zu tun. Naht sich dem Hof ein Patient, führt ihn die Bäuerin in di« Stube.„Was willst denn du?" „Deinen Mann, den Doktor, möcht' ich." „Er ist zu einer kranken Kuh nach Hintenentenoben." „So?" Derdneßlich fetzt sich der Patient aus die Ofenbank. Pause. .„Wann kommt er denn zurück?" „Ich weiß nicht; du weißt wohl, er w«ß«• auch nicht, noch dazu bei einer Kuh. Es kann bald fein, s» kann aber auch länger dauern", orakelt de» Doktor? Weib mit einem scheuen Blick nach de« offenstehenden Räuchevkwmnerluke über dem Ofen. Und aus dam Loch de, in die Speckkammer führenden Rauchschachte, im Rücken de» geduldig barrenden Kranken reckt sich plötzlich vorsichtig der kahle Schädel des Bauerndoktors. Schnell führt fein Weib in d« Stirb» das begonnene Gespräch mit dem Patienten fort: „Wo fehlt's denn eigentlich?" ..Im Magen fehlt's." .„Hast wo» Unrechtes gegessen?" „Ich weiß nicht." „Ja— was hast denn heut gegessen?' „Knödel." „Und gestern?" „Auch KnSdrii' „Und vorgestern?" „Auch." .La— ißt du denn nichts anderes'" „Nein, mit sechzehn Knödel km Tag Hab' ich»enuzff „Ja— dann weiß ich nicht..." „O, ich weiß schon. Möcht' nur wissen, ob e» dem Mann, der Doktor, auch los hat. Ob er e? versteht, was mir fehlt, verstehst du: Ein kaltes Bier Hab' ich getrunken, m die Hitz' hinein, letzten Sonntag.. „Ah, und da hast dir halt den Magen verkühlt, erkältet?" „Jawohl. Ich Hab' zwar gleich Schweinefett aufgelegt und auck ein Stückl Hundsleber gegessen, aber es hilkt alle? nichts; Hab' auch fein Vertrauen nichr in die Mweibermittel.. In der Räucherkammer verschwindet der Schädel de? Wunder- doktors D>e Bäuerin erhebt sich und wirf' einen Bl'ck aus dem Fenster. „Sieh, du hast aber Glück, jetzt kommt er." Und schon fliegt di« Haustür« auf und der Doktor tritt, schnaufend vom weiten Marsch und mit lehmbespritzten Stiefeln,«in. Kurz mustert er den verdrießlichen, mißtrauischen Kronken, sticht'hm die Augen in» Antlitz. „Ich seh' schon, weiß olle?. Brauchst mir nicht» zu erzählen. Im Magen fehlt's dir!. Du hast zu deinen sechzehn Knödeln am Pfingstsonntag ein eiskaltes Bier geschüttet, beim Kegelschieben natür- lich, jawohl! Und damit nicht genug, legst du dir noch alte» Schweine- fett auf den Bauch und frißt Hundeleber. Pfui Teufel, daß ihr euch immer erst ganz vererben müht, bevor ihr den Weg zu mir findet! Na— ich will dir ein Püloerle machen; billig ist's ja nicht. ober ich werd' es dir billig rechnen, du dummer Kerl, du!" dl», Veroanti. Ein neuer See. Das kleine italienische Dorf Leprig ta tn, etwa 40 Kilometer von Rom emfernt, ist durch eine merkwürdige Natur- erscheinung bekannt geworden. Inr Jahr« 1�95 zeigte sich hier näm- lich plotzlick) in der Nacht ein geheimnisvoller See, der dann ver- schwand, noch einmal anflauchte und dann wieder abnahm, bis er am 1. Februar diese» Jahre? verschwunden mar. Nun zeigt der See sich aui» neu« und erregt dadurch großes Aussahen in der Nachbarschaft. Die Geologen suchen die angstliche Bevölkerung dadurch zu beruhigen, daß st« die Ursache dieser Erschemung nicht auf vulla- nischen Ursprung.zurückführen. Man ist vielmehr der Ansicht, daß das Auftreten de, See» durch unterirdische Höhlen heroorgerusen wird, di« ihrerseits durch die Tätigkeit de? salzigen Untergrund- wasser? entstanden sind. Ein Witzblatt für Blinde. Die Blindenliterowr nimmt in neuester Zeit durch?lnw«ndunq de? Satzvsrsahrens nach dem Braille-System immer mehr zu. Jetzt erhalten' die englischen-Blinden sogar ein Witzblatt, da der berühmt«„Punch" Monatsausgaben seiner wick-- tigsten Beiträg» in Blmdenschrnt veranstaltet und di« Bilder m kurzen Sätzen erläutert