Morgenausgabe Freiiag ...... � w«« «»ch.nmch«m. W I W Ms' X-' W W W W M-'' �. Auswärts 15 Pf. Im voraus zohlbar� PostbezugW �>W I«> Plenntg. ZleNam«'»!!»-— Reiii �tjbs I Hl B B B B B �W da, -rmM I W>»nutt» Wor, ZS Plennig z° 11 HL M M VO�JJJJrV 3? v W»PMIIl L?� Zentraloegan der«Sozialdemokratischen Partei Deutschlands Redaktion und Verlag Berlin SW 68. Lindenstraße 3 i�ernlorecher: Tönbos» ZSS— LS7 Teltaramm-Sdr: Sozialdemokrat Berlin. Der Magistrat wählte gestern zum Vorstandsmitglied der Berliner Stadtbank und der Berliner Städtischen Sparkasse Herrn Erich A e i d n e r. bisher Direktor bei der Danalbank. Die Wahl des neuen Stadtbankdirektors halte tragische Aolgen. Genosse Bern Meyer, der ebenfalls kandidierte, war durch den Ausgang der Wahl derart aus dem Gleichgewicht geworfen, daß er bald nach der Mitteilung des Resultats seinem Leben ein Ende machte. Rachdem er seiner Mutter und seinem Bruder, dem sozialhygienischen Referenten Meyer-Brodwih im ADSL. Briefe Hinterlossen hatte, hat sich Bern Meyer erschossen. O Der Tod Bern Meyers beraubt auch die Sozialdemokratische Partei eines treuen Anhängers. Bern Meyer u>ar 43 Jahre alt. Der Krieg machte ihn zum Sozialisten. Aus Gesinnungsgründen gab er Die Rückkehr Tarols ist mit Wissen und Zustimmung der Re- gierung Maniu erfolgt. Als Carol in Bukares» eintraf und das Mi- litär auf seiner Seite halt«, schlössen sich auch die anderen Parteien ihm an. Rur die Aliliberalen Bürgerlichen Bintila Bratianus trahey in Opposition, was zur Abspaltung der Iungliheralxn George' Bratianus, die sich nicht ausjchallen wollen, führte. Da nun die nationalzaranistische Bauernpartei Manius bei dem Unternehmen Carola mit dabei war, erhält sie nun auch die M- gierungsbildung: Der ihr nahestehende General P r e s a n üWr- nimmt die Kabinettsbildung. Er wird aus Wunsch des Königs ein Konzentrationskabinett unter Einbeziehung aller Par- t e i e n.zu bilden versuchen. Im Zusammenhang mit dem Entschluß Manius. die Bildung des neuen Kabinetts nicht zu übernehmen, gab die Leitung der Nationalen Bauernpartei folgend« Erklärung ab: Der Vorsitzende der Nationalen Bauernpartei, Maniu, ist dem König Carol tief ergeben und billigt vollkommen den neuen Stand der Dinge, der nicht ohne seine Mitarbeit herbei- geführt worden ist. Es ist also selbstverständlich, daß er den Ent- schluß des Königs, ihn' mit der Bildung des Kabinetts zu betrauen, mit großer Befriedigung aufgenommen und als ein Zeichen hoher Wertschätzung betrachtet hat. Er sah sich trotzdem nicht in der Lage, den Antrag anzunehmen, und dies aus zwei Grünoen. 1. Seit 15 Jahren befindet sich Maniu ununterbrochen in dem lebhaftesten politischen Kampf und im Dienste der Oeffentlichkeit. Seine Gesundheit hat darunter sehr gelitten, eine Erholung von mehreren Monaten ist ihm durchaus notwendig. 2. Maniu glaubt nicht, daß im gegenwärtigen Augenblick seine Anwesenheit an. der Spitze der Regierung unumgänglich notwendig sei, er ist vielmehr der Meinung, daß es gut wäre, kurz nach der Thronbesteigung König Carols eine Persönlichkeit mit der Re- gierungsbildung zu betrauen, die sich an den politischen Wirtschastspar tarier in offizieller fwissjon auf den beiden Ufern des Sees und der Rhone zu internationalen Regierungstagungen versammelt. Zu Pfingsten waren diesmal die Vertreter der freien Völkerbundsoereine zusammengekommen. Angehörige von 22 eurovä.schen Staaten vertändelten drei Tage lang un- gehindert von Regierungsinstruktionen und doch in naher Be- rührung mit dem Völkerbunde, seinen Problemen, Schwierig- keiten und Hemmungen. Gerade in dieser dämmernden Mittelstellung zwischen dem Licht, das von der öffent- lichen Meinung ausstrahlt, und der.Finsternis, in der nach der Vorstellung vieler die Regierungen noch immer leben, haben die Völkerbundsligenkongresse in vergangenen Iahren vielerlei fruchtbare und dankbare Arbeit geleistet. Ganz ab- gesehen von ihrem wirksamen Einfluß auf die Erziehungs- arbeit, die jetzt zu dem Vorschlag eines vom Völkerbund ein- zuberufenden internationalen Erziehungskongresses geführt hat, sei nur daran erinnert, daß es der Kongreß der Völkerbundsgesellschaften war. der vor zwei Jahren, i m Haag, zuerst die Forderung der Ständigen Minderheits- kommisfion aufstellte, die sich dann die Sozialistische Jnter- nationale zu eigen machte und mit den. Antrieb dafür bildete. daß es wenigstens zu einigen Verbesserungen im Minderheits- bejchwerdeverfahren kam: und es war der Kongreß im ver- gangenen Juni in Madrid, der über die Tragweite des Art. 19, über die Revision von Verträgen verhandelte, Ver- Handlungen, die unmittelbar und fruchtbar auf die Völker- bundsoerhandlungen im vergangenen September einwirkten. Der diesjährige 14. Kongreß gewann fein spezifisches Gewickt dadurch, daß auf ihm zum erstenmal auf einer inter- nationalen Tagung nicht einzelner Persönlichkeiten, sondern vo Verbünd en Stellung genommen wurde zum Briand- Memorandum über die Bildung einer Art europäischer Union. Wie stets war der Kongreß aufgeteilt in vier Sektionen, Erziehung, Wirtschaft und Soziales, Minderheiten, politische und Rechtsfragen. Die Wirtfchafts- und Sozialkommission (Vors. Dr. Dernburg. M. d. R.) legte sozialpolitische Entschließungeiz vor, öle eine für die Ausdehnung des M in- d e st a l t e r s für den Eintritt in den Beruf auf 15 Jahre (Berichterstatter: der englische Angestelltengewerkschaftler E l v i n) und die andere für die Abschaffung der Z w a n g s- arbeit. Die Plenartagung über diese Frage erhielt bcson- deres Gewicht durch die eindrucksvollste Rede des Kongresses. eine Ansprache Albert Thomas', der mit tiefem Ernst auf die beiden großen Aufgaben der menschlichen Vernunft in der Gegenwart hinwies, mit der Arbeitslosigkeit und der Orgni- sation des Friedens fertig zu werden. Die M i n d e r h e i t e n- kommisfion und der Kongreß machten sich die eine der beiden von der deutschen Liga für Völkerbund durch Dr. Jung- Hann vorgelegten Entschließungen zu eigen: sie fordert alle europäischen Staaten auf, in ihre nationale Gesetzgebung die kulturellen Mindestrechte der Minderheiten einzuführen. Die Politische und Rechtstommission— Vorsitzender der holländische internationale Anwalt und Völkerbundsdelegierte Limburgs), zugleich Präsident des Kongresses— behandelte vor allem die Organisation des Friedens. Aus drei von der englischen und einer von der deutschen Liga vorgelegten Entschließung destillierte eine Unterkommission einen Gesamtentwurf über die Untersagung des Krieges, die internationale Regelung von Streitigkeiten die Sicher- heit und über die Abrüstung heraus, der mit nur geringer Aenderung auch das Plenum passierte Wie ein polnischer Vertreter mehr beschwerdeführend als beifällig bemerkte, war die Unterkommission aus Angehörigen von vier Rheinpakt- mächten zusammengesetzt: dem französischen Völkerrechtler S c e l l e, dem kürzlich zum Professor des inter- nationalen Rechts in Brüssel.ernannten Genossen Rolin, den Engländern Drury Low und Hudson und für Deutsch- land Schwarz. Die Entschließung der Unterkommisston nahm den Hinweis der letzten Abrüstungstagung der So- zialistischen Internationale in Berlin auf, daß die Völker- bundesversammlung bereits 1926 und dann wieder 1928 die Sicherheit für ausreichend erklärt hat, um einen ersten Abrüstungsschritt zu tun, und erklärt mit groger Schärfe von vornherein jede Abrüstungskonvention als eine unzurei- chende Ausführung des Art. 8 des Völkerbundpaktes, die nicht gleichzeitig die Militärbudgets, das Kriegsmaterial und Personal und die Dienstdauer verringert und Kontroll- maßnahmen einführt. In der Vollversammlung führte Rolin gerade als Angehöriger des um seine Sicherheit besorgten Belgiens aus, daß die fortwährende Verschiebung der Ab- rüstung diegrvßteGefahrfürdieSicherheit dar- stelle. Gerade die Staaten, die die in den Friedensverträgen festgesetzte Abrüstung bestimmter Staaten aufrecht erhalten wollten, müßten darüber klar sein, daß dies auf die Dauer nur möglich fein werde, wenn sie s e l b st Schritte zur Ab- Tragische Folgen einer Wahl. Neuer Stadtbankdirektor gewählt.— Selbstmord Bern Meyers. Regierungsbildung in Rumänien. Bauernpartei-General presan beauftragt. Der Gchtveidmhsr Prozeß. Kür Rationalsozialisten besteht Waffenverbot— sagt Hitler. Schweidnitz. 12. Juni.(Eigentencht.) In den, Schweidniger Prozeß gegen die Ratio. nol-soziolisten war am Donnerstag großer Tag. ch»i t l« r und chauptinaim P f e f s« r, der Reichsleiter der S'A.. waren als Zeugen anwesend. Aus der Umgegend von Schweidnitz kamen schon in den srühen Morgenstunden uniformierte Nationalsozialisten, um ihren Führer zu begrüßen. Grölend zogen sie durch die Straßen und berauschten sich an der verschandelten Internationale mit dem Re» frain:„Der Nationalsozialismus erkömpst das Menschenrechte Vor dem Gericht bildeten die Nationalsozialisten Spalier. Um S Uhr erschien Hitler mit seinem Generalslab. von seinen Anhängern fanatisch begrüßt. Hitler tritt vor den Richtertisch mit dem aus Italien importierten Faschistcngruß. Der Vorsitzende verbittet sich diesen Gruß. Dann stellt er an Hitler mehrere Fragen: Besteht ein Verbot für Nationalsozialisten, in gegnerischen Versamm. lungen Waffen zu tragen? Hitler: Zawohl, einem Nationalsozialisten ist das Tragen von Waffen verboten.(!!) Rücksichtslos wird aus der Partei ausgeschlosien. wer gegen dieses ZZerbot verstößt.„Schweren Herzens habe ich mich dazu entschlossen", nieint Hitler. Der Vorsitzende verliest darauf einen Sturmbefehl des Sturmes 13, in dem es zum SchKiß heißt:„Ts wird empfohlen(den Nationalsozialisten), Stöcke miizunehmen." Hiller erklärt, daß dieser Befehl nicht dem Geiste der SA. entspreche. Zweite Frage des'Vorsitzenden: Welche Stellung nimmt der Fraucnorden vom Roten Hakenkreuz in der nationalsozialistischen Organisation ein? Hitler: Der Fraucnorden ist eine selbsttätige Organisation, die voll- kommen unabhängig von der Nationalsozialistischen Parle! ist und nur lose der Reichsleitung untersieht. Kein Führer hat das Recht, den Frauenordcn zur Hilfeleistung aufzufordern. Der Vorsitzende verliest daraufhin aus dem Sturmbcfehl 13 den Befehl des Sturm- führers N o a ck, der besagt:„Ferner forder« ich in Freiburg zwei Schwestern, die sich den vier Schwestern von Waldenburg an- schließen." Schwestern nennen sich die Mitglieder des Fraucnordens vom Roten Hakenkreuz. Hittor verneint die Zuständigkeit de» Sturmführers. Tatsache aber bleibt, daß in der Schweidnitzer Der» sammlungsschlacht mehrere Schwestern vom Roten Hakenkreuz als Samaritcrinnen anwesend waren und sich betätigt haben.„Wer bezahlt die Lostautos für die Fährten der SA", fragte der Vorsitzende weiter. Die Bezahlung: erfolgt— so erNärte Hitler— von den SA.-Leuten selbst, nur zu. weilen werden kleine Zuschüsse von Ortsgruppen oder Kamcradcir geleistet. Der Zeuge Hauptmann von Pfeffer, Rcichsleitcr der SA., ein typischer Vertreter der brotlos gewordenen Offizierskaste, die noch neuer Macht strebt, hinterläßt den unglücklichsten Eindruck. Mit schnoddrigen Bemerkungen will er alles abtun. Es folgt dann noch die Vernehmung der Zeugen Parteisekretär Hoppe und des Reichs- bannerführers V r a t h. Hoppe spricht unter spannender Aufmerk- samkeit des Gerichts. Er kennzeichnet die Atmosphäre, die von den Nationalsozialisten geschaffen wurde, bevor es zu den Vorkommnissen im Schweidnitzer Volksgarten kam. Wahnsinnige Verhetzung der Zugendlichen, übersteigertes Selbstbewußtsein wird von den verantwortlichen Leitern der NSDAP, genährt durch Beschimpfung der SPD. und des Reichsbanners als Feiglinge, Lumpen und Derräler. In diesem Zusammenhang verliest Hoppe einen Versa m in lungsausrur dcrNationalsozialisten. in dem die politischen Gegner auf- gefckrdcrt werden, in der Diskussion zu sprechen und den heiteren Teil des Abends zu bestreiten. Dem Eindruck seiner Ausführungen kann sich das Gericht nicht verschließen. Der sonst s» pöbelhaste. freche nationalsozialistische Verteidiger Frank versucht kaum ein- zugreisen. Es wird deutlich: die moralische Schuld der nationalsozia- listischcn Führer an den Vorgängen im Volksgarten wird mehr und mehr erhärtet. Der Beweis für die absichtliche Sprengung der Act- sammlung wird durch Zeugenaussagen folgen, die etwa noch drei Wochen andauern werden. rüstung tSken. Schwarz fejjte namens J« deutschen De!s- fiation besonders Wert auf die Einarbeitung des Kelloggpaktes in die Völkerbundssatznng und die Vorschläge der hierfür eingesetzten Elferkommission, die die Befugnisse des Rates als F r i e d e n s st i f t e r zu stärken beabsichtigen. Eine ein- stimnnge Ratsentscheidung soll zukünftig den Willen der stiei- tcnden Staaten binden. Durch die Annahme der Entschlie- ßung spreche sich der Kongreß für den Grundsatz aus, daß das Interesse der Staatenwelt den Vorrang vor den ein- zelnen Staaten haben müsse, selbst wenn ihre Rechts- anfprüche davon berührt würden.„Wenn wir wirklich den Weltfrieden errichten wollen, so muß jeder von uns bereit fein, dem gemeinsamen Wohl Opfer an individu- eilen Rechten zu bringen/' Das Ziel der modernen Arbeiter- b.'megung könne als Sicherheit für alle bezeichnet werden, Sicherheit zu leben, zu wachsen und sich frei zu ent- wickeln. Das was für Individuum gelte, gelte auch für Staaten: Sicherheit ist die Bedinguna der nationalen En» stünz und der freien Entwicklung der Nation. Sicherheit be- deutet nicht nur die Sicherheit für jeden Staat, isoliert inner- halb seiner eigenen Grenzen zu leben. Sie bedeutet viel mehr: sie ist die freie Zusammenarbeit der Nationen, um sich gegenseitig DaseinundEntwicklungzu gemährleisten. Die Europadebatte des Kongresses selbst wurde dadurch bestimmt, daß erst wenige Tage vor seinem Zu- sammentritt das Briandfche Memorandum ausgegeben war- den war: das hatte zur Folge, daß keine der Völkerbunds- geselljchasten selbst dazu hatte Stellung nehmen können. Um so kennzeichnender war daher die unmittelbare Wirkung auf di« Delegierten. So ernst das Memorandum genommen und so lehr die Initiative Vriands als ein neuer Antrieb zur internationalen Politik grundsätzlich bewillkommnet wurde— nicht weniger deutlich kamen die Gefahren zum Aus- druck, die der Plan in sich birgt, neben dem Völkerbunde eine ihm allzu ähnliche Staatenorganisation mit beschränkter Basis zu schaffen. Als Graf B e r n st o r f f die Bedingungen aufstellte, daß eine neue kontinentale Organisation sich nicht gegen Außenstehende richten, daß sie keinen Grund für die Verzögerung der Abrüstung darstellen und den Minderheitenschutz nicht ausschließen dürfe, fand er cinhclli- gen und starken Beifall. Ganz allgemein und gerade auch von neutraler Seite kam zum Ausdruck, daß eine partielle Bun» desorganisation ähnliche Gefahren in sich berge wie die Vündnisgruppicrungcn der Vorkriegszeit. -lügesichto der durch das Briand-Mcmorandum aufgewühlten Probleme sah der Kongreß daher von einer Stellungnahme ab, sondern forderte die gründliche Untersuchung des Pro- b-ems und übertrug diese Aufgabe, zu einer begründeten Haltung zu kommen, seiner ständigen politischen und Rechts- kommiffion, die in Danzig zusammentreten wird. Das beste über das europäische Problem ist m Genf wohl nicht auf dem Kongreß der Völkerbundsltgen selbst, sondern in der unmittelbar vorhergehenden Tagung des Verbandes für europäische Verständigung gesagt worden, die durch die Teilnahme Dr. Rudolf Breit- scheid s Gewicht erhielt. Dieser gab, wie schon kurz berichtet wurde, seiner großen Befriedigung über die kühne Initiative Vriands Ausdruck,„einen ersten Schritt auf dem Wege zu einer irgendwie gearteten Bereinigung Europas zu tun." Er bezeichnete das Briandsche Memorandum nur als einen e r st e n Entwurf und warnte davor, daß der Mechanismuus des Völkerbundes ungünstig beeinflußt und feine, w.eltum- fassende Bedeutung irgeichw-e beeinträchtigt wird.„Nicht..zuletzt kann gerade das von Briand vorgeschlagene besondere Sekretariat in Kollision mit dem Völkerbund geraten. Ganz allgemein besteht die Möglichkeit, daß die außereuropäischen Staaten ihr Interesse an der Genier Organisation verlieren. Es ist zu bedauern, daß Briand in seinem Memorandum den Begriff der Souveränität so stark in den Vorder- grund stellt. Er sollte aus dem völkerrechtlichen Gedanken überhaupt verschwinden. Jeder Vertrag hebt die Selbstbestim- münz des Einzelstaatcs nach außen hin auf. Wenn man sich aber auf den Boden dieser Souveränität stellt, so muß man zugeben, daß Deutschland sie nicht wie die anderen Staaten besitzt. Hierbei braucht nur an die einseitige Abrüstung und die entmilitarisierte Zone erinnert zu werden. An die Stelle des Begriffes der Souveränität sollte lieber die Gleichheit unter den Rationen gesetzt werden." Dr. Vreitscheid erklärte, er spreche nur als Privatmann, aber er könne sich sehr wohl vorstellen, daß� die deutsche Regierung.bei der vorgesehenen europäische» Konferenz ähnliche Voraussetzungen ausstellen werde. Auch müsse in den Statuten einer europäischen Koope- ratio» ausdrücklich die internationale Revisibilität der Verträge vorgesehen werden.„Mit dem Begriff der Sicher- heit werde leider mancher Unfug getrieben und daß man nun gar die wirtschaftliche Verständigung von der sogenannten Sicherheit abhängig machen will, ist mir schwer begreiflich. Ich könnte mich int Gegenteil auf den Standpunkt stellen, daß eine Bereinigung der wirtschaftlichen Gegensätze, daß das Zu- standekommcn eines wirtschaftlichen geeinten Europa tatsnch- lich eine der denkbar besten Garantien gegen Krieg und An- griff sein würde. Der Zusammenschluß wird und muß sich vollziehen ohne Rücksicht auf den Begriff der Souveränität, denn über dem einzelnen Staat wie über Europa steht die Gemeinschaft der Völker." Wo sind die verschwundenen Milliarden? Wahrscheinlich für RüstungSzwecke ausgegeben. Doris, 17. llatil.(Eigenbericht.) der Finanzkommission der Kammer bczeichncle Finanz- minister Reynaud die Ausführungen de» verichlerstatterz über den Verbleid der vcrschmundencn Milliarden des 5>chahlimlez als richlig. Von den lg Milliarden, die Vcincare und C heran als Reserven aufgespcichcrl ballen, seien nur noch lZ Milliarden vorhanden. Von diesen 17 INilliorden seien bereil» sieben für„b e s o n d e r e?1 u, g a b e n" re s e r v i e r l. so daß für das ir-Milliarden-Vrojekl Tordicns nur noch knapp 5 Milliarden verbleiben. W o die verschwundenen 7 Milliarden geblieben sind. sagte Reynand nicht. Man wird nicht seht gehen, wenn man mit einem Tcil der ftanzöfifchcn Linkspoliliker annimmt, daß sie für die Zwecke der nationalen Verteidigung, den Ausbau der Festungen an der Ilordostgrenze, der Lust- und Marines! reilkräslc verwendet wurden. Ucbrrfall aus �lohlhelmcr. In Lwmdurg wurden ans Kiel zu- acreistc und al, Stablhclmer durcb ibrc Uniform kenntllche suna« Leute plötzlich ne.n riner Anzahl Bursche» überfallen. Die Täter flüchteten, als Poli�ibeamtc erschienen, und entkamen. Ewer der Uttersallenen wurde erheblich verletzt und muhte in ein Krankcn- h.üis gebracht werden. Oeuisch-russische Gchlichiung. Zusammentritt am 12. 3um in Moskau. Die im deutsch-russischen Schlichtungsabkommen vorgesehene Schlichtungs'enimission wird am 17. Juni In Moskau zusamineu- treten. Die Konnnission, die gemäß dem Abkommen alljährlich zn- sammentrcten soll, hat im vorigen Jahr mit Einverständnis der beiderseitigen Regierungen noch nicht getagt, weil seit den Dezember- Verhandlungen 1928 in Moskau erst eine kurze Spanne Zeit ver- gangen war. Die Kommission, der für Deutschland Reichs- minister a.D. v. Räumer, Geheimrat v. M o l t k c und General- konsul Schlesinger von der Ostabteilung des Auswärtigen Amts und für Rußland Prof. Stomonjakow, der Leiter der Zentral« europäischen Abteilung des Außenkommissariats Stein und Dwolaitzki vom Hcmdelskvmmissanat, angehören, wird ausschließlich wirtschaftliche Fragen behandeln. Die Deutschen haben eine Reih« Frogengnippen, in denen sich Differenzen über die ?Iu»leziing u-.st» Handhabung her Bcrträga ergeben haben. Dazu gc- hören Konzessions-. Transit-, Niederlasiungsfragen usw. Die Russen wünschen auch Z o l 1 f r o g c n zur Sprach« zu bringen. Die Liste der deutschen Fragen ist den Russen mitgeteilt worden. Politische Fragen gehören ebenso wie Kreditfragen n i ch t zur Kompetenz dieser Schlichtungskommission. Die Kommission hat nicht» zu entscheiden. soll vielmehr die schwebenden Fragen so weit vorbereiten, daß sie für eine diplomatische Entscheidung reif werden. Braun und der Siaaisgerichishof. Ein abgewiesener Vorstoß der Oeutschnationalen. Der preußische Ministerpräsident Dr. Otto Braun hat in einer seiner letzten Landtogsredcn die Entscheidung des Staatsgerichtshofes im Falle der Volks- begchrcnsklage.der deutschnationalen Landtagsfraktion scharf kritisiert. Er hat dein Staatsgerichtshos u. a. vorgeworfen, daß er mit dieser Entscheidung nach der 2lnsichr des Ministerpräsidenten üb.r seine Zuständigkeit hinausgegangen sei. Weiter ha.te der Minister- Präsident erklärt, man könne sich der Vermutung nicht ganz en'- schlagen, daß der Staatsgerichtshos sich bei dieser Entscheidung mehr von dem(Gesichtspunkt politischer Zweckmäßigkeit- alz vom Rechtsstandpunkt hat leiten lassen, insbesondere, daß er sich hier- bei nicht in den Grenzen seiner Zuständigkeit gehalten hat. Die deulschnationalc Fraktion de? Preußischen Landtag? halt« in dielen Ausftchvuitge» eine Erschütterung des Ansehens der Jultiz und ihrer Organe gesehen und in einer im Preußischen Landtag eingebrachten kleinen Anfrage das Slaatsministerium mn Auskunft darüber ersucht, ob es die Ausführungen des Ministerpräsidenten in seiner Gesamtheit billig«. Ministerpräsident Braun teilt in seiner Antwort mit, daß das Staatsni>nis?crium keinen Anlaß sehe, zu der Angelegenhell nochmals Stellung zu nehmen, da sie bei der Beratung des Haushalt» des Staats- Ministeriums im Landtag erschöpfend behandelt worden sei. Das Defizit im Reichshaushalt. Znsgesamt 1,2� Milliarden Mark. Dos Reichsfinanzministerium vervssentlicht jetzt den ?1usweis über die Einnahmen umd Ausgaben im Rechmingsjahr 1929/30, das am 31. März abgelaufen ist. Danach stellten sich im ordentlichen Hauehalt die Ein- nahmen auf 19 116,1 Millionen und die Ausgaben auf 10 545,7 Millionen, so daß sich eine Mehrausgab« von 399,6 Mi!- lionen ergibt. Zuzüglich der noch unbeglichenen Restausgaben om Schluß des Finangjahres in Höh: von 65,4 Millionen stellt sich der Fehlbetrag im ovdcnllichcn Haushalt auf 466 Millionen Mark, wovon' 151,4 Millionen auf das Rechnungsjahr 1928 entfallen. Im außerordentlichen Haushalt stehen 481 Millionen Einnahmen 384,2 Millionen Ausgaben gegenüber. Die Mehr- einnähme stellt sich also aus 132,8 Millionen. Do sich jedoch aus den Rechnungsjahren 1926 bis 1928«in Fchibetrag von 904,5 Millionen angesammelt hat, ferner noch 47 Millionen unbeglichene Restausxaben hinzukommen, ergibt sich kn außerordentlichen Haushalt ein ungedeckter Betrog von 818,7 Millionen. Der Gesamtfehlbetrag im Finanzjahr 19Z9 stellt sich demnach aus 1,28 Milliarden Mark. Die Reichsbahn will abbauen. 4900 Werkstättenarbeiter in ihrer Existenz bedroht. Di- Reichsbahn, die der Regierung Brüning die Arbeits- beschassung erleichtern soll— sie ist neben der Reichspost die große Hoffnung in den amilichen Plänen der Arbeitsmarktbclebung— betätigt sich im eigenen Hause als sehr eigenartiger Helfer gegen die?lot der Arbeitslosigkeit. Sie ist zur Zeit von neuem dabei. Tan send« von Eisen bah narbeitcrn ans die Straß« zu werfen. Im ganzen sind rund 4000 Werkstättcuarbettcr vom Abbau bedroht, die angeblich zu viel sind. Davon sollen 199 9 entlassen werden: den Rest, d. h. 2199 will man unter der Be- dmgung zunächst noch in den Betrieben bclasien, daß die Organ!» sationsvertreter sich mit der Einlegung von Feierschichten für die nächsten Monate einverstanden erklären. lieber die neuen Abbaupläne der Reichsbahn wurde am Donners- tag zwischen der Reichsbahnhauptverwoitung.und den Gewerk- schofteu sowie dein Hauptbetrieb»� ver ho n del t. Der Slbboi wurde von den Ä-rtretern der Gesellschaft. mit der finanziellen Loge der Reichsbahn und mit dem B e r k e h r« r ü ck g a n g zu begründen versucht. Die Zlrbeitnehmcrvertreter erklärten, daß man. wenn schon Arbeitseinschränkung notwendig sei, zunächst die lieber» arbeit einschränken müsse. Es sei einfach unverständlich, EiWssungen durchzuführen in. einem Augenblick, wo noch immer in vollem Umfange Ueberarbcit geleistet iverdc. Die Vcrwliitiings» Vertreter lehnten das ab. Die Verhandlungen, die darauf ins Stocken kamen, mußten zunächst bis Sonnabend vertagt werden. Llm den Reichsbahn-Verwaltungsrai. Die Auseinandersetzung zwischen Reich und Ländern. In dem verfassungsrechtlichen Streit zwischen dem Reich und den Ländern Bayern, Sachsen, Württemberg und Baden wegen Benennung von Mitgliedern zum Berwaltungsrat der Dcut- scheu Reichsbahngesellschast hat das Verfahren'seit längerer Zeit gc- ruht, da nach dem Uvung-Plon die Möglichkeit bestand, daß die Zusammensetzung des Verwaltungsrates sich ändern würde. Nachdem inzwischen dos Gesetz zur Aenderung des Reichsbahn- gesetzes in Kraft getreten ist. hat es die Reichsregicrung jur angezeigt gehalten, zur endgültigen Klärung der Rechtsfrage das Versahren durchzusührcn. Die Reichsregicrung Hot deshalb, wie von zuständiger Stelle mitgeteilt wird, beim Staatsgerichtshos den Antrag gestellt» das Verfahren wieder auizunohmen. Abgekühlte Frcunöschast. Raziö und Stahlbelm ziehen den Trennungsstrich. In dem von jeher sehr innigen Verhältnis zwischen Stahl- helmern und Notionalsozia/isten ist jetzt eine erhebliche Ab« kühlung eingetreten. So Hot die nationolsaziolistische Pa:t i- leitung auf eine Anfrage des Stahlhelm geantwortet, daß Mß- glieder ihrer Partei nicht zugleich einem Wehrbund, also auch nicht dem Stahlhelm angehören dürsten. Diese brüske Erklärung hat d-n Stahlhelm seinerseits zu einem Gegen zug veranlaßt, und der Bundesvorstand haj jetzt c neu Befehl erlasien, daß jeder Stohlhelmer. der eingetragenes Mitgli d der RSDZlP. ist, eingedenk seiner der StZhihelmf.ihne gclo'.llen Treue", diese Mitgliedschaft aufzugeben Hot. Mit der vielfachen ilobcrschneidung der Nazi- und Stoh'helm- Organisationen ist es also nun vorbei. Man wird nicht mehr, wie bisher, parteimäßig organisierte Hakenkreuzler in den Reihen d:r Stahlhelmleute und kein« Stahlhelmcr mehr bei den Nazis sehen. Man wird abwarten müssen, ob diese Trennung den Auftakt zu einem offenen Kampfe Zwilchen den beiden rechtsradikalen Organisationen bildet. Möglich ist es schon, daß die Rational. sozialistcn nach ihren Eriolgen auf Kosten der Deu'schnationalen aus taktischen Gründen jede engere Verbindung mit den zum. ist deutschnationcLen Wehrbünden abbrechen, um bei den kommen- den Wahlkämpfcn die deutschnaiianalc Bastion um so ruck- sichtsloser berennen zu können. Handbuch der Internationale. Oer entscheidende Punkt. ,Wohef sott ohne Llniform die politische Regeisterung kommen?� Frankreich für Schiedsgerichtsgesetz. Vorlage fast einstimmig angenommen. Standardwert über Sozialismus und Arbeiterbewegung. Die Exekutive der Sozialistifchsn Lrbeiter�internationale be» reitet die Publikation eines, grundlegenden Nachschlagewerkes vor. das die Geschichte und Gegenwart der internationalen Arbeiterbewegung ausführlich darstellen soll. Das Werk soll in deutscher, französischer und englischer Sprache erscheinen; die deutsch« Ausgab« zuerst, den Verlag hat die Buchhandlung I. 5). W. Dietz Nachf. in Berlin übernommen. Von den drei Bänden wird der erste die Geschichte der sozialistischen Bewegung von ihren frühesten Zeiten bis zur Gegen» wart noch Ländern geordnet enthalten. Den Einzeldarstellungen der Landesbewegungen geht eine Geschichte der internationalen Orga- nisation der Arbeiterbewegung und eine kurze ideengeschicht» liche Darstellung voran. Der Geschichte der sozialistischen Parteien wird jeweils eine Ueberficht über die G e w e r k f ch a f t s Genossenschafts-, Kultur-, Jugend.. Frauen- bewsgung und des sozialistischen Zeitungs- und Verlagswesens an- geschlossen. Ein ausführliches Namen- und Sachregister wird dem Bande angehängt. Der zweite Band soll die Biographien aller Persönlichkeiten, die in der Geschichte oder Literatur des Sozialismus und der Arbeiterbewegung be- sondere Bedeotung erlangt haben, darstellen. In der ersten Abteilung werden sene Politiker, Ge- lehrte. Gewerkschaftler und Genossenschaftler behandelt werden, die nicht mehr leben, deren Biographie also abschließend dargestellt werden kann. Diese Abteilung wird ein Gegenstück zu den allge- meinen biographischen Nachschlagewerken sein, die den Sozialismus meistens stark vernachlässigen. In der zweiten Abteilung werden die Daten über die in der Gegenwart praktisch und theoretisch in der Arbeiterbewegung wirkenden Persönlichkeiten, soweit sie ein« besondere Funktion haben oder in der Literatur hervor- getreten sind(Parlamentarier, Wissenschaftler, Gewerkschaftler, Ge- nosscnschaftler, Hauptredakteure), gesammelt. Im ganzen werden mehr als neuntausend Personen in diesem Bande be- handelt werden. Der Raum, der der einzelnen Biographie go- tufemet wird, schwankt entsprechend den wiederzugebenden Tatsachen zwischen wenigen Zeilen und mehreren Seiten. Im dritten Band sollen alle taktischen und kheoreslschen Probleme, die in der sozialisti- schen Bewegung Bedeutung erlanglea. uach Schlagworlen geordnet, erörtert werden. Dabei werden vor allem die wichtigsten Beschlüsse internationaler oder Landeskongresfe in ihrer historischen Entwicklung berücksichtigt. Das ganze Werk fall sowohl den Weg zur wissenschaftlichen Criarschung der Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewe- gung erschließen, als auch den täglichen praktischen Bedürfnissen des Journalisten, des Partei- und Gewerkschostsarbeiters sowie allen politisch Tätigen und Interessierten überhaupt dienen. Die deutsche Ausgab« wird vom Verlag Dietz bereits zur Sub- stription aufgelegt. Der Ladenpreis jedes Bandes beträgt 35 Mk., i �r Subskriptionspreis 30 Mark. Die Subskriptionsfrist schließt am 31. Dezember 1930. Für die je ein Jahr später erscheinenden Bände behält sich der Verlag eventuell einen entsprechenden Teuerungszuschlag vor. Subskriptionen nehmen alle Buchhond- lunoen, vor ollen hie Berfogsbüchhandlung Dietz.. Berlin HK,. Linden» straße 3» entgegen.;•_-■;•i',: r». Lteberraschungen im Kalscherprozeß. Merlwürdige Aeußerungen des Angeklagten. Der gestrige Tscherwonzenfälscher-Prozeß brachte noch zwei II Überraschungen. Mehrere Stunden, nachdem Lada» thieraschwieli den Schimpsbrief Karumidzes an den Rechtsanwalt Dr. Beer verlesen hotte, zog sich das Gericht ganz unenvartet unter Zurücklassung der Schöffen ins Berotungszimmer zurück. In der Zwischenzeit erschien im Gerichtssaal Generalstaatsanwalt Wilde. Noch Rückkehr der Berussrichter erklärte der Vorsitzend«, es sei be- hauptet worden, Karumidzes Brief enthalte V e r u n g l i m p s u n» gen der Sowjetregierung: das Gericht habe nichts Der- ortiges herausgehört. Sodann erhob sich der Staatsanwalt und gab auch seinerseits eine Erklärung ab, daß Kammidzes Schriftsatz seiner Ansicht nach keine Dernngiimpstmgen der Sowjetregierung enthalten habe. Sollte das jedoch der Fall sein, so rücke die Staatsanwalt- schoft ganz entschieden von demselben ob. Die zweite Ueberraschung brachte Sadathieraschwielis Aussage. Er begann äußerst weitschweifig, schilderte Karumidzes Rolle während des Krieges, die Schicksale Georgiens mährenb und nach der bolschswiftstchen Revolution, die Verbindung des kauka- fischen Komitees und Karumidzes mit dcutschnotionalen Kreisen, er- »vähnte den Namen des Generals Kreß von Kresscnstein, des Generals Hoffmann und Ehrhordt und erklärte, daß die An- regungen zu den Tscherwonzenfälschungen von deutschen Kreisen ausgegangen seien, die bereu s vorher ähnlich« Fälfchun- gen versucht hätten. Der Staatsanwalt gab seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß diese Behauptung vollkommen neu sei: Sado- thieraschwieli hätte dergleichen früher nie bekundet.„Ja", er- widert« darauf dieser,„bis jetzt habe ich geschwiegen, aber nun, da es hart auf hart geht, habe ich keinen Grund mehr, mit der Wahrheit zurückzuhalten.'—„Wer waren denn die Leute, von denen die Anregung ausgegangen ist?' fragte der Staatsanwalt. ..Darüber behalte ich mir die Erklärungen vor', lagt Sada- thieraschwieli stolz wie ein Spanier. Man darf gespannt fem, wann der Angeklagte sein Geheimnis lüften wird. Dänische KP. aus! llebcrtritt zur Sozialdemokratie. Kopenhagen. 12. Juni „socialdemokraten' veröffentbcht heute eine von 14 ehemaligen rührenden Kommunisten Dänemarks unterschriebene Erklärung, n der die Unterzeichneten feststellen, daß sie es nichtlängerfür möglich halten, in» Rahmen der Kommunistischen Parteü zum Nutzen der gesamten Arbeiterbewegung zu arbeiten. Sie hätten daher beschlossen, indie SozialdemokratischePartei einzutreten. Das Blatt erklärt dazu tn einem Leitartikel: Wir glauben ohne Ucbckireibung diesen Uebertritt zur Sozialdemokratie die« n d- gültige Liquidation des Kommunismus in Dänemark nennen zu dürfen. Paris, 12. Zuni.(Eigenbericht.) Die Sammer hat am Vonnerstag den Beitritt Frank- reich» zur internationalen Schiedsgerichts- k l a u s e l mit 567 gegen 13 Stimmen angenommen. Die Regierung hat inzwischen die meisten Vorbehalt«, die sie an die Ratifikation knüpfte und die von der außenpolitischen Kommission energisch bekämpft worden waren, fallen gelassen. So wollte die französische Regierung sich das Recht vorbehalten, alle Streitigkeiten, die auf Grund von Sonderabmachungen, die Frankreich mit den einzelnen Staaten abgeschlossen hat oder in Zukunft abschließen wird, geregelt werden können, der Kompetenz des Haager Schiedsgerichts zu entziehen. Diese Reserve fehlt im neuen Entwurf und wird aus die Formel bcschränlt, daß all« internationalen Verträge respektiert werden sollen. Desgleichen läßt die Regierung die Forderung fallen, daß alle die Streitigkeiten, die die souveränen Rechte des Staates und seine nationale Sicherheit berühren, von der Zwangsschiedsgerichtsbarkeit ausgenommen weiden sollen. Diese Forderung wird jetzt durch den Passus erfetzt, daß der internolionalc Schiedsgerichtshof selbst über die eigene Kompetenz zur Beurteilung des Falles zu entscheiden haben wird Im Verlaus der Debatte beglückwünscht« der Sozialist G r u w- bach Frankreich däzu, daß es die erste Großmacht sei, die den Ver> trag unterzeichne und damit einen Schritt weiter zur Befestigung des internationalen Friedens tue'-- einen Schrilf, den die Sozia- listen von Herzen begrüßten, da er eine ihrer ältesten Forderungen und«ine Lieblingside« Jean Jauräs verwirkliche. Die Kommunisten täten sehr unrecht daran, diesen Akt, der«ine Vorbereitung des Briandschen Planes zur Reorganisation Europas darstellte, ins Lächerliche zu ziehen und als Bluff zu bezeichnen. Schobers Cisenbahngeseh. Abschaffung von personalrechten. Wien, 12. Juni. Die Regierung hat dem Nationalrat die zweite Novelle zum Bundcsbahnengesetz vorgelegt. Als Zweck der Vorlage wird an- gegeben, eine Reihe von Ilnvolltommenheiten und Man- geln abzustellen. Im wesentlichen werden drei Hauptziele verfolgt: Eine Regelung des Dienstrechtes und der Personalvorschriften durch Gesetz bzw. Verordnung soll die personal- wirtschaftlichen Schwierigkeiten beseitigen. Hierbei wird den An- gestellten eine Frist bis 1. Septembr bzw. 3l. Dezember zur Er- zielung einer Vereinbarung mit der Leitung der Bundesbahnen eingeräumt. Weiter soll der st a a t l i ch e E i n f l u ß auf die Bundes- bahnen, besonders durch das Recht der Regierung zur Erncnnuvz und Abberufung des Präsidenten und Vizepräsidenten der Bcrwal- tungskominffsion, sowie der leitenden Funktionäre und durch stärker« Einflußnahme auf die Tarif- und Kredit- Politik gestärkt werden. Endlich soll der innere Aufbau den bewährten Einrichtungen bei den Grohaktien- xesellschaften angenähert werden. Zu diesem Zweck werden Verwaltungskommission und Vorstand die reine Verwaltung zu führen haben, wobei Präsident und Vizepräsident der Berwaltungs- komrnission gleichzeitig die leitenden Funktionär« des Vorstandes sind. Zur geschäftlichen Uebenoachung Ist ein fünsgkiedriger von der Regierung ernannter Aufsichtsrat vorgesehen. In sozialpolitischer Hinsicht ist an dem neuen Gesetz wichtig und bezeichnend, daß der Personalvertretung das weitgehende Mitbestimmungsrecht in Personalfragen mindestens stark eingeschränkt, wenn nicht ganz genommen wird und daß die Eisenbahner vor die„Wahl'" gestellt werden, zuzustimmen oder auszuscheiden: Friß Vogel oder stirb! Vwiige Abwehr des Warenboykoiis. ll-berall Tote und Vct letzte. Bombay. 12. Juni.(Eigenbericht.) Der indische Kriegsrat gab nach dem Zusammenbruch der Solzkampogne den Befehl, Boykottposten vor die eng- tischen G e sch äst s h äus e r zu stellen. Sie sollten die Käufer am Eintritt in die Läden verhindern. Seit etwa einer Woche wurde diesem Befehl von den indischen Freiwilligen Folge geleistet, so daß eine empfindliche Störung für dos englische Geschäftsleben und«ine Schädigung der Inhaber zu verzeichnen war. Ietzl Hai der Vizetönig den Kampf gegenden Boykott der Geschäfte mit den gleichen Mitteln wie gegen die Salzkampagne aufgenommen. Denn gerode dadurch, daß Frankreich den Pakt ohne Reserven unter/ zeichnet habe, sei der Beweis erbracht, wie e r n st es damit sei. Der radikal« Abg. Cot unterstrich in Uebereinstimmung mit Grumbach den Umstand, daß durch die Unterzeichnung der Schieds- gerichtsbarteitsklausel> Frankreich aus einen Teil seiner Souveränität verzichte. ts Der ehemalige Ministerpräsident Herriot betonte, daß die inter- nationale Schiedsgerichtsbarkeit nur einen Schritt auf dem Weg« zum Frieden darstelle, der aber allein zur Sicherung des Friedens nicht genüge. Das Genfer Protokoll sehe drei Poswlate vor: Schiedsgericht, Sicherheit, Abrüstung. Doch könne Frankreich so lange nicht abrüsten, wie seine Sicherheit nicht garantiert sei. Ebenso sei der Plan Briands untrennbar an die Forderung nach vorherigen Sicherheitsgarantien geknüpft. Außenminister vriand betonte, daß auch durch die Schieds- gerichtsbarkeit ein Krieg theoretisch nicht ausgeschlossen werde, prak» tisch aber aus immer undurchführbare Schwierigkeiten stoße. In 25 Fällen habe seit dem Kriegsende das Haager Schieds- gericht interveniert. Ihm stehe als Instanz der Versöhnung her VÄkerbundsrat zur Seite. Das seien posttiye Erfolge der Frieden:«' , Politik, die es erlaubten,:der Zulimst mit Optimismus entgegen- zusehen. Paul Boncour unterstrich ebenfalls die Wichtigkeit des neuen Vertrages und beglückwünschte Vriand zu seiner Initiative des«uro- päischen Staatenbundes. Ohne zusätzliche Sicherheits- garontien(!!) könne natürlich von einer Slbrüftung vor der Hand keine Rede sein. Die Polizei geht genau so wie früher vor. Zunächst fordert sie die Boykottposten auf. auseinanderzugehen. Widersetzen sich die Frei» willigen, dann greift die Polizei mit Bambusstöcken«in. Die Folge ist, daß sich Menschenmengen sammeln und Steine gegen die Polizei geworfen werden. Es kommt zu Verhaftungen, Befreiungs- versuchen und zu Schießereien. Diese Vorgänge werden aus zahlreichen Städten gemeldet, lleberall sind Tote und verwundete zu verzeichnen. Auf den Dörfern breitet sich die Boykottbewegung ebcnsalls aus. Oemonstrationen trotz polizeiverbols. Bombay, 12. Juni.(Eigenbericht.) Als Erinnerung an die blutigen Ereignisse in Scho- la p u r hotte der allindisch! Führer einen:,S ch o l a p u r t a g' ausgerufen, der durch eine große Prozejfion begangen werden sollte. Trotz des Polizeiverbots versuchten große Menschenmengen, hauptsächlich Frauen, der Demonftraliansparole am Don- ncrstag Folge zu leisten. Die Polizei trieb die Massen auseinander, konnte jedoch nicht verhindern, daß sich jn vielen Seitenstraßen große Züge formierten, die mit Fahnen, Gesängen und Fackeln durch Bom- bau zogen. Bemerkenswert war die aktive Teilnahme vieler Mohammedaner. Kriegshilfe freibleibend angeboten. Was Banking dem chrisilichen Marschall nachsagt. Nanking. 12. Juni.(Reuter.) Nach amtlichen Berichten der hiesigen Regierung soll ihr General Fengjuhsiang angeboten haben, auf ihre Seite zu treten und die Schansitruppen anzugreifen, wenn er drei Millionen Dollar und die Erlaubnis erhielte, die Provinzen Tschili, Schonst und Honan mit seinen Truppen zu besetzen. Präsident Tschlang- keischek habe das Angebot des Generals abgelehnt und ihm an- heimgestellt, als Beweis seiner Aufrichtigkeit zuerst die Schansi- truppen anzugreifen. Eolbans Nachfolger. Der Generalsekretär des Völkerbundes hat am Mittwoch den Griechen Aghnides zum Nachfolger des Norwegers C olb an als Direktor der Ab r üst u n gs a b- teilung des Völlerbundssekrelariats ernannt. Zlghuides gehört dem Beamtenstab des Völkerbundssekretariats seit 1920 an. Er war zunächst in der Abrüstungsabtcilung und jn letz:er Zeit in der politischen Abteilung tätig. parkeiousichtvung in Amerika. Die Sozialisliiche Partei der Vereinigten Staaten hat— wie uns aus New Zfork gemeldet wird — in ven ersten fünf Monaten dieses Jahres ihrer Mitglieder- tampagnc 600 0 neue Mitglieder gewinnen können. Eine Burgerkriegsiruppe. Nie Sturmabteilungen Hitlers, ihre Organisation und ihr Zweck. Das Verbot des Tragens der sogenannten Parteimriform der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei durch den preußischen Innenminister war schon seit longer Zeit zu einer staats- politischen Notwendigkeit geworden. In dem Erlaß des preußischen Innenministers wird ausdrück- lich daraus hingewiesen, daß zum Tragen der Knisorm auch alle Gegenstände gerechnet werden, die die Zugehörigkeit zu den Unter- organisationen der NSDAP., also der Sturmabteilungen(SA.), Schutzstaffeln(SS.) usw. kennzeichnen. Was sind nun diese Sturm- abteilungen? Von den Nationalsozialisten wird immer behauptet, daß diese Abteilungen und Schutzstaffeln nichts anderes sind als Spordabteilungen. In Wirklichkeit sind dies« Staffeln, wie sie von den Nationalsozialisten genannt werden, eine festgefügte Kampftruppe, die dag Rückgrat der Ttationai- sozialislischcn Partei bilden. Die sogenannten Sportabteilungen— richtiger Sturmabteilungen, die mit Sport überhaupt nichts zu tun haben— sind seit dem cherbst 1926 planmäßig von Hitler organisiert. Im Bereich jeder Ortsgruppe sind die besonders zuverlässigen und geeigneten Rationalsozialisten in den Sturmabteilungen zusammengefaßt, unter eigenen, den lokalen Parteifunktionären gegenüber selbständigen Führern. Alle Sturmabteilungen unterstehen der Besehlsgcwalt des obersten SA-Führers in München, der zur Zeit Hauptmann von Pfeffer ist. Dieser oberste Führer ist allein Hitler verant- wortlich. Die Gliederung der Sturmabteilungen ist selbstverständlich st r a f f m i l i t ä r i s ch. Die unterste Einheit ist die Gruppe, dann komint der Trupp, mehrere Trupps bil- den den Sturm, mehrere Stürme eine Standart« und sämt- liche Standarten eines Gaues den Gausturm. Bei besonders großen Gauen werden die Gaustürme in Brigaden zusammengefaßt. Deutschland ist im Augenblick in fünf sogenannte Ober- bezirke für die Sturmabteilungen eingeteilt. Jeder dieser Oberbezirke umfaßt mehrere Gaustürme. Die fünf Führer der Oberbezirke sind alle» ehemalige aktive Offiziere. Unter ihnen befindet sich der sattsam bekannte Hauptmann a. D. Stemmer in Berlin. Ja Dresden ist Kapitänleutnont o. D. S i l l i n g e r der Führer, in han- nover ein Rlajor a. D. Dinklage. Die„friedlichen Ziele" der nationalsozialistischen Sturni- abteilungen gehen u.a. auch daraus hervor, dich je d e r Sturm zwei ausgebildete Sanitäter haben muß, die innerhalb der Standarte wieder eine besondere Sanitätsabteilung bilden. Die Militärische Disziplin entspricht der militärischen Gliederung de' Sturmabteilungen. Die Mitglieder der Sturmabteilungen, dir natürlich alle Mitglieder der Nationalsozialiftischen Deutschen Arbeiterpartei sind, müssen«ine besondere Erklärung ab- geben, in der sie tadellose Disziplin versprechen, das heißt u n- bedingten Gehorsam gegenüber ihren Führern. Daß dieser Gehorsani die fanatische Verteidigung des nationalsozialistischen Umsturzprogrammes verspricht, daß jeder SA.-Mann sich urteilslos der Führung unterwirft, ist ein« Selbstverständlichkeit, die in Aeußerungen gerade der verantwortlichen Führer der NSDAP. immer wieder erhärtet wird. Neben der Sonderorganisation der Stunnabteilungen best«ht noch ein« zweite, die d«r Schutzstaffeln(SS.). Sie werden in allen Ortsgruppen, aus den besten und zuverlässigsten Parteimit- gliedern gebildet. Sie stehen miteinander in Verbindung und sind ebenfalls organisatorisch unter einer Oberleitung in München zusammengefaßt. Jlzre Aufgabe ist der Der- sammlungsschutz, die Werbung von neuen Mitgliedern und für den Fall von Auseinandersetzungen mit politischen Gegnern die Abwehr. Außerdem haben sie den besonderen Schutz des Parteiführers Hitler zu stellen. Auch die SS. siirb ähnlich straff militärisch ge- gliedert wie die SA. und sind ebenfalls im Bereich ihrer organi- satorifchen Aufgaben dem örtlichen Parteileiter gegenüber unab- hängig. Die Uniform der SS.-Mitglieder ist schwarz. Bedingung für den Beitritt zu den Schutzstaffeln ist ein Alter von 23 bis 35 Iahren, eine Mindestgröß« von 1,70 Meter und mindestens einjährig« Parteizugehörigkeit sowie die Bürgschaft zwei weiterer Parteimitglieder. Ganz bewußt sollen die Schuhslaffeln eine lklileableilung der RSDAP. darstellen und eine Art parteipolitische Gehelmpolizei bilden. Sie müssen ebenfalls unbedingt gehorchen und unverbrüchlich schweigen können. Das unbedingte Schweigen über alle Vorgänge innerhalb der Organssation ist eine wichtige Voraussetzung für die Aufnahme in die Staffeln. Schon deshalb werden in die Schutz- staffeln überhaupt nur Leute aufgenommen, von denen man er- wartet, daß sie ihr Leben lang Notion a'lsozioli st en bleiben. Dem Wesen dieser ganzen straffen Organisation der Schutzstaffeln entspricht es, daß fast alle führenden Stellen mit ehemaligen aktiven Ossizieren be setzt sind, daß genaue Mitgliederverzeichnisse mit einer Art Stammrolle und Er- tennungsworten geführt werden. Daß die NSDAP, zur Erreichung ihr«r staatsfeindlichen Ziele sich in erster Linie ihrer Kampftruppen, eben dieser Sturmabteilungen und Schutzstaffeln, bedienen will, hat sie in zahlreichen öffentlichen und internen Kundgebungen verraten. In den nationalsozialistischen Briefen, die Gregor Straßer herausgibt, Hot es noch in letzter Zeit immer wieder geheißen, daß der Terror, den angeblich die anderen politischen Parteien gegen die Nationalsozialisten ausüben, nur mit dem gleichen Terror niedergezwungen werden könn«. In diesen Briefen wird serner immer wieder betont, daß die Sturmabteilungen und Schutzstaffeln die Polizei der NSDAP, zu bilden und sich völlig auf diese Aufgabe einzustell«« haben. Zur Beobachtung der politischen G«gner sorgt ein besonders gebildeter Nachrichtendienst. Die Spreygung gegnerischer Veranstaltungen ist sein Ziel. Immer wieder heißt es,„solange es nicht anders geht, füge dich der Staatsgewalt, tröste dich, später rechnen wir ab". Zwar ist die Leitung der NSDAP, vor- sichtig und bezeichnet alle solch« Auslassungen häufig auch in den „Nationalsozialistischen Briefen" als unverbindliches Diskussions- Material, w«il sie ganz genau weiß, daß solche Anweisungen unter Umständen von den Gerichten und dem Staatsgerichtshof als gegen die Verfassung verstoßend bezeichnet werden und somit Anlaß sein könnten, die NSDAP, zu verbieten. Diese Vorsichtsmaßregeln werden auch stets in d«n offiziellen Kundgebungen der national- sozialistischen Parteileitung beobachtet, die es peinlichst vermeidet, Ausdrücke zu gebrauchen und Befehle zu geben, deren Inhalt als Aufforderung zum Verstoß geg«n bestehend« Gesetze gedeutet wer- den könnten. Richtideslowenlger ist es eindeutig und Nur. daß die Sturmabteilungen den Grundstock einer nationalsozialistischen umstürzlerischen Armee darstellen und darstellen sollen. Der oberste Führer der Sturmabteilungen, Pfeffer, hat schrsstkich wie mündlich immer wieder geäußert, daß die Sturmabteilungen den Keim zu der künftigen Wehrmacht eines national. sozialistischen Deutschland bilden, daß die Sturmabteilun- gen sein müßten der Au-dnick des Machtwillens der politischen nationalsozialistischen Bewegung. Im Sinne der SA.-izormationen müsse, so führte Pfeffer wiederholt aus, jedes Polizetverbot, jede ernsthafte polizeiliehe Schikane wirkungslos abprallen, denn ihr Zweck und ihre Aufgabe sei der Kampf um die Macht im Staate, der Kampf um den Staat selbst. Die„b r a u n« n H e m d ciT sollen diesen Kampf mit allen Mitteln führen, so wollen es die Führer, so sprechen sie sich in aller Deutlichkeit in Rundschreiben aus, die b«i. spielsweife bei den nationalsozialistischen deutschen Studentengruppcn auf den Universitäten kursieren. Selbstverständlich werden in den Sturmabteilungen auch die Milglieder zumindest die Unter- führer, in militärischen Operationen und im Gebrauch von Militärwaffen ausgebildet. Trotz aller Ableugnungen der Leitung der NSDAP, ist erwiesen, daß solche Ausbildunge- kurse gehalten worden sind, damit die Sturmabteilungen für den angestrebten gewaltsamen Um stürz auch militärisch vorbereitet werden. Zu diesem Zwecke oersuchen die National- sozialisten ja auch die Machtmittel des Staates. Reichswehr und Polizei, für sich zu gewinnen und vor allen Dingen mit jüngeren Offizieren d«r Reichswehr in enge Verbindung zu treten. Di« letzten Borgänge in Süddeutschland(Ulm) sind dafür bezeichnend. Daß Zellen innerhalb der Reichswehr und Schutz- polizei aufgebaut werden oder immer wieder der Versuch dazu gemacht wird, ist ebenfalls bekannt. Hitler hat dennoch auch in letzter Zeit wiederholt erklärt, daß seine Partei jeden ungesetzlichen Weg verschmähe. Mit diesen Auslassungen wird jedoch nur der Zweck oerfolgt, ein behördliches Verbot zu vermeiden. Denn«in solches Verbot der Nationalsozialistischen Partei würde naturgemäß die gc- samte Bewegung hemmen, zumal ein illegales Fortbestehen gerade die Werbung nach außen fast unmöglich machen würde. Aus alledem geht hervor, wie berechtigt und zugleich»ot- wendig scharfe Maßnahmen der verantwortlichen Amtsstellen gegen die nationalsoziali st ische Umfturzbewegung sind und wie notwendig es war, daß Preußen die Offensive gegen die Rechtsputschi st en aufnahm. Aufforderung zur llmgehung des Verbotes. Die Berliner Gauleitung der Hakenkreuzler fordert zu einer Umgehung des Uniformverbots auf. Künftig soll die Uniform ersetzt werden durch das Braunhemd und den demonstrativen Hitlergruß. Genoffenschastsiagung in Giockholm. Stockholm, 12. Juni. Der internationale Konsumgenosfenschafts- b u nd begann heute seine 31. Tagung. Vom Auslande waren die Organisationen von Deutschland, England, Norwegen, Dänemark und Estland vertreten. Der Kongreß wurde von dem Vorsitzenden des Derwaltungs- rats Direktor Backman eröffnet, der einen Ueberblick über die groß- ortige Entwicklung der schwedischen Konsumgenossenschaften gab.-�reb Midzlicderzahl jetzt über 420 000 betrag«. Namens des Zentralverbandes der deutschen Konsumgenossenschaften sprach Direktor Max Iosephsohn, der zusammen mit Direktor Bauer Deutschland vertritt. (Gewerkschaftliches flehe 2. Beilage.) Beranvxortlich fflr Politik: z>r. Cott Otqtt: Wirtschaft: 9.. H. Berlin Druck: Borwärts-Buchdruckerei und Beriaasanstalt Paul Tinger u. Co., Berlin SW SS, Lindenlirabe 1 Hierzu 3 Beilage» und.Stadtbeilag«'. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt.) r\önigstr. Rosenthaler Str. Moritzplatz &reitai u* Sonnabend hillige Jßehens Soroill Oornt, mengnabgabc oorbehallm. flsflie. Obst a. OemO» oerdeo nlibl»gesandL Frisches Fleisch Kalbskamm». p«- 0.94 Kalbsnierenbraten 1.00 Kalbsschnitzel"""i 2.30 Hammelvorderfl. 1.08 Liesen 0.65 Gehackt. 0.65 Suppenfleisch 0.70 Gulasch.....«'und 0.96 Jtlnderkammu.Bru>fPfd. 0.88 fchmorfleisdtl.lOioL 1.34 Roastbeef m. Knodi., pw. 1.10 Schwelnerüdcen Slg. 1.04 Schweineschinken 4 4Ä u. Kamm, mit Beilag«, Pfund■•■ � Kaller mild gesalzen, Pfund i«30 Nierentalg.»-?»>.. Ptun-i 0.50 Rlnderkammgaflt* pm; 0.84 Wursiwaren Dampf« u. Rotwurst 0.96 Leber« u. Fleisch wurst 1.15 lagd«u. Mettwurst pm- 1.40 Cierwurst Mor,Ä 150 Filetwurst JJitf.'Ä. 1.70 Zerveiat u.Salami Pfd. 1.70 Fische Kabeljau giohF?.*Ä. 0.1 6 an Seelachs gan" �O.ISan Rotbars ohn* Koppfund 0.20 an Kabeljau-Filefpfund 0.26 an Schellfisch... Pfund 0.26 Makre.en... a Pfund 0.25 Feine Leberwurst pm. 1.80 Teewurst 1.80 grob« 1.65 Königstr., Rosenthaler Str., Morltzplafz Sülzwurst..... Pfund 0.55 Speckwurst..■ Pfund 0.85 Berlin. Mettwurst p«d. 1.20 Räucherwaren Fettbücklinge Pfund 0.35 an Seelachs In Staden. Pfd. 0.36 Schellfisch... Pfund 0.38 Kieler Bückünge pm. 0.58 Aale Pfd. 2.70 an, Bund 0.30 an Matjes-Hcringegs'd? 0.25->» Hühner gefroren 82 Wund Pf. Hühner frisch geschlachfel 1C8 an Pfund von Junge Brat- hätmehen Slüdc von 405 I an Konserven Apfelmus h.u....... 3/. d«. 2.70 0.54 Birnen hatba Frucht, ohn. Zuck«....... 0.65 Pflaumen........ 0.60 ohn. st.in 0.75 Saure Kirschen.... 0.95«hn. st.in 1.25 Mirabellen..........>/. va.. 0.58 0.95 Brech- u. Schnitt-Bohnen..... 0.58 Junge Erbsen■— v. o-.,« 0.70 f»in 1.20 Konfitüre v, Eimer Pflaumen 0.90 Oronge, lohannisbeer...... 1.15 Kirsch, HImbeer 1.30 Erdbeer 1.40 Preise für V» Flasche, ohne Glas Wein Edeiap'elwein............... 0.60 1929 Oberhaardfer n»*- u. B«wi.nw.in 0.73 1918 Wöllsteiner Höllberg Rheinh.». 0.95 1918 Plattener Neuberg spnrr. momi 1.20 1928 Liebfraumllch(bUu.<.?,«>>.... 1.50 1928 Clottener Brauneberg warzig. 1.60 Johannlsbeerv/ein«xtratoin vom F.h, lhm 0.65 Feiner Kirsch« und Himbeersaft Fi.sdM 0.85 Wein vom Fafj besonders billig Einkodigläser„Globus" ohne Rfng fflr'/,»/, 1«'/, 2 Lfr. £* 0.32 0.34 0.36—— ££ 0.36 0.38 0 40 0 42 0.48 Gummiringe 10 siodc 0.20 0.30 Einkoch-Apparat'ThcTlmLr 4.90 Stachelbeeren""phind 0.20 Tomaten h.l... Pfund 0.28 Tafeläpfel austrat., Pfund 0.50 Bananen... 2 Pfund 0.98 Radieschen. 4 Bund 0.10 Rhabarber 2 Pfund 0.10 Obst u. Gemüse Kohlrabi Md. 0.20 Salat,<.0.10 Grüne Gurken stck. v.0.1 San Junge Möhren 3 Bund 0.25 Junge Schoten 2 Pfund 0.45 Spargel pk für Deutsche Beamte durch ihren Rechtsbeistand, Rechtsanwalt Dr. Roth, gegen den verantwortlichen Leiter des zu- sämmengebröchenen Unternehmenz,' Direktor IN s« p h"Webe kh's'Der§ angestrengt hat, ist jetzt von der 33. Zivilkammer des LandgerlMs ITT eine Entscheidung gefällt worden. Direktor'I o s« p h Weber wird verurteilt, an die Bau? 300 000 Mqrk Schadensersatz nebst 8 Proz. Zinsen ab 1. Januar 1020 zu zahlen, da das Gericht von seiner Schuld an den finanziellen Mißständen über- zeugt ist. Ferner ist er zu den Kosten des Verfahrens ver- urteilt worden. Das Gericht hotte bekanntlich schon vor der Ent- scheidnng dieses Prozesses auf das Vermögen des Beklagten einen Arrest in Höhe von 300 000 Mark ausgebracht. Direktor Joseph Weber hat die beim Kammergericht dagegen eingelegte Beschwerde kürzlich zurückgezogen, so daß der Arrest rechtskräftig ist. Auch gegen den Direktor Alois Weber ist seinerzeit vom Gericht ein Schadensersatzanspruch der Bank ausgesprochen worden, der aber nicht cintreibbar ist, da Alois Weber inzwischen den Ossenbanmgseid geleistet hat. In dem Vergleichsverfahren der Bank für Deutsche i Beamte i. L. ist übrigens Anfang dieses Monats die erst« Ouote in Höhe von 10 Proz. der Forderungen zur Auszahlung ge- bracht worden. Gefängnis für Krau Geheimrai. Gemeingefährlich mit hysterisch frömmelnden Einschlag. Die Beweisaufnahme im Prozeß gegen die Frau des Geheimen Rcchnungsrevifors R o e t h e r ergab, daß die Angeklagte in geradezu gemeingefährlicher Weife zahlreich« Potsdamer Ge- ifchoftsleute durch Betrügereien geschädigt hat. Fray Ge- heimrätin fuhr zum Beispiel eines Tages in einem großen Mer- ccdeswagcn, vollständig in schwarzem Krepp gehüllt, bei einen! Potsdamer Geschäftsmann vor. Sie gab an, daß ihre Tochter vor drei Tagen bei einem Autounfall getötet worden fei. In Wirklich» keit lebt diese Tochter noch heute. Auf Grund der Trauertoilett« gab der Geschäftsmann anstandslos für mehrere hundert Mark Waren auf Kredit. Als der Vorsitzende, Landgerichisdirektor Dr. Warnmth, dem Ge- fchäftsinhaber fragt, ob er denn keine weiteren Erkundigungen ein- gezogen hat, antwortet der Zeuge: Herr Vorsitzender, wenn eine Geheimrät in aus Potsdam kommt und noch dazu in Trauer, hat in an doch keinen Argwohn. Ein an- derer Geschädigter drang auf Zahlung: darauf schrieb ihn die An- geklagte einen empörenden Brief und warf ihn gewissermaßen zur Türe hinaus, als er sich erlaubte, ihr eine Rechnung zu präsentieren. Bei einem Potsdamer Baumeister mietete diese Betrügerin eine Luxuswohnung mit zwei Garagen. Sie wohnte kaum vier Wochen drin, als der Gerichtvallzieher pfändete. Alle Sachen, die"sie eingebracht hatte, waren ohne Bezahlung von einem anderen Ge- ' schäftsmann in Potsdam gekauft. Zu dramatischen Szenen kam es bei Verne hrnung des Vormundes des verstorbenen Ehemannes der Angeklagten, der seit Jahren wegen Geisteskrankheit entmündigt war. Der Zeuge bekundet, daß das Eigentum der Familie Roether aus ein paar Holzkisten bestanden hätte. Geldwarnichtvor- banden, dafür aber Schulden über Schulden. Die Angeklagte benutzte ihren kranken Mann als Schaustück, mit dem sie als große Dame durch die internationalen Hotels gezogen ist, um Mitleid zu erregen. Jetzt springt die Angeklatg« auf. wirft ihren großen Trauerschleier nach hinten und ruft: Sie sind an allem schuld, Sie haben mich vor die Sdaatsanwaltschost gebracht. Auch«ine alte Kleinrentnerin hat diese Hochstaplerin um ihr erspartes Geld von 150 Mark gebracht. Der Anklagevertreter, Staotsanwaltschaftsrat Stargardt, beantragte unter Zubilligung mildernder Umstünde insgesamt«in Jahr vier Monate Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust. Der Staatsanwalt bezeichnete die Angetlagte als g e in e i n g c- fährlich, als Kresschaden für die Geschäftswelt. Die Sach-ver- ständigen bezeichneten die Angeklagte als ausgesprochene Lügnerin: sie ist hysterisch mit frömmelndem Einschlag. Aus dem Gefängnis habe sie Briese mit frommem Inhalt geschrieben und selbst Kassiber dieser'Art wurden bei ihr geninden. 51'ckönnrü'michs rn-�lnwenbmns:— Diese Frau, so—fübrt der Sachverständige crusl trägt ständig eine Maske vor dem Gesicht. Man kann ihr" me ins Herz sehen, auch bei dem Todesfall ihres Ehemannes hat diese Frau geschouspielert. Die Angeklagte wurde wegen sortgesetzten Betruges im Rück� fall zu insgesamt einem Jahr Gefängnis verurteilt. 600 Verbrecher in Chicago verhastet. Die Polizei räumt auf, aber die Kührer sind entflohen. London. 12. Zuni. wie au» Chikago gemeldet wird, hol die Polizei in der ver- gaugenen Pacht in der Lladl 6 0 0 Verbrecher verHaftel. Die Polizisten sührlen ein« List« von 41 Verbrechern mit. aus die sie aus ausdrückliche Anweisung de» Polizeiches» s o s o r k zu schießen halten. Besondere Abteilungen von Polizeifcharf- schuhen haben die ganze Pacht hindurch den Patrouillendienst ver. sehen. Die Polizei Halle den ausdrücklichen Besehl. von ihren Schuß. ivassen Gebrauch zu machen, llnter den 600 Verbrechern befinden sich aber nicht die Führer der große» Verbrecher. orgaoisotiouen, die aus rechtzeitige Warnung vor der bevor- stehenden Razzia geflohen waren. Berufung in der„Falke"- Angelegenheit. Kapitän Z i p p l i t t, dem in der SeeamtsvcrhanÄlung in Hamburg über die Fahrt des Dampfers„Falte" bekanntlich das Kapitäns patent aberkannt worden ist, hat g«gen den Spruch Berufung beim Oberseeamt eingelegt. Im Nachmittagskonzert spielt Emil Oppermann Beethovens „P a t h e t i q u e". Er stellt das Werk in erster Linie aus rhyth- mische Gegensätze ein, aus den Wechsel des Tempos, und hierin geht er vielleicht schon zu weit. Er versucht, dadurch die größten dramo- tischen Wirkungen zu erzwingen. Di« Komposition scheint hier durch ein nervöses, außerordentlich reizbares Temperament gesehen. Ganz hervorragend singt die Altistin Agnes Lenbach die Arie der Andro- mache aus Bruchs.Llchilleus". Sie besitzt einen schönen gutgeblldeten All. der mit dramatischen Energien geladen ist. Hinzu kommt die Beherrschung der Gesangstechnik.— Der Journalist Hugo Spitzer spricht über die Ferienaufenthalte weniger bemittel- ter Großstadtkinder. Beschreibungen wechseln ab mit ein- gehenden Untersuchungen über die Organisationen. Spitzer würdigt hier eine treue, ausopferungsooll« Arbeit, di« unter allen Umständen energisch unterstützt werden muß. Seine Ausführungen atmen sozialen Geist, aber er hätte auch die erfolgreichen Bemühungen und Organisationen des Proletariats erwähnen und ferner betonen müssen, daß der Dienst am Kind keine Geste der Wohl» täti gleit, sondern eine soziale Pflicht ist.— Im Zeichen von Richard Strauß steht das A b e n d k o n z e r t, das das Orchester der Funkstund« in der Singakademie unter Seidler-Winkler ver- anstallet. Ein gutes Konzert mit guten Leistungen. Aus das Gespräch über den proletarischen Roman wird hier noch eingegangen werden.— Leider ist in der gestrigen Krtlik ein sinnentstellender Druckfehler unterlaufen. Es soll beißen:„Aber Carvw gelingt es, die Produktionsvorgänge anschaulich und sehr einfach zu schildern."__ F. Seh. Endlich! Auch Direktor Oeycke vom Lübecker Krankenhaus beurlaubt. Lübeck, 12. Juni. wie omllich bckannlgegcbcn wird, ist der ärzllichc Direktor d»» Allgenieinen Kronkenhauses, Professor Dr. D e y ck c, aus seinen An» trog hin einstweilen beurlaubt worden. .. Proi-ssnr Dr. Dsycke jüchieia. an dcn. Vorsmenden der B.'bör.-X! für die Heilanstalten.zur Begründung seine? Ilrloubsgesuebes em Schreiben, in dem es heißt:„So schmerzlich on sich der Verzicht auf mern Amt z i/m Wohle des Krankenhauses und der mir anvertrauten Kranken ist, und jo jekr ich überzeugt bin, daß das Unglück nicht durch Menschenjckuld, son» dern durch höhere Gewalt bedingt ist, bitte ich Sie, dach dieses wein Gesuch möglichst hold einem bohe.n Senat unterbretten zu wollen." Mag Herr Dr. Deycke schuldig sein oder wcht.— angesichts von bald vierzig Toten, die in dem ihm starben, sollte er sich Tones befleißigen. dem ihm anvertrauten Krankenhaus eines etwas weniger überheblichen Mehr Tempo beim Wohnungsamt! Das lange Leer stehen unbewohnter Wohnungen ruft heute, in der Zeit größter Wohnungsnot, naturgemäß unter den vielen Wohnungjuchenden größte Erbitterung hervor. Auch jetzt kommt uns wieder ein Fall zu Ohren, daß«in« Wohnubg, die von der Inhaberin infolge Bezuges einer Neubauwohnung dem Woh- nungsamt bereits Mitte Mörz zur Verfügung ge- stellt wurde, heute noch leer steht! Den ungezählten Reflck- tonten wird jedesmal erklärt, die Wohnung sei„noch nicht frei". In Wirklichkeit verhält sich der Fall so, daß die Wohnung durch das Wohnungsamt einem Schwerkriegsbeschädigten zugewiesen wurde, der sich aber immer noch mit der Kriegsbeschädigtensürsorge wegen eines höheren Miete Zuschusses herumschlägt und aus diesem Grunde di« Wohnung noch nicht bezogen hat. Die Frau, welche die Woh. nung ohne jedes Entgelt dem Wohnungsamr überließ, hat außerdem auch noch finanziellen Schaden, da sie jetzt das Vergnügen hat, für beide Wohnungen Miete zu bezahlen? Wenn der Mann also bei der Fürsorge den geforderten Mietezuschuß nicht durchsetzt und die Wohnung nicht bezieht, dann gerät der Fall vielleicht ganz und gar in Vergessenheit und es ist wieder ein« Wohn» gelegenheit mehr für di« Legion der Wohnungsuchenden in Verlust geraten. Solcher Fälle gibt es eine ganze Reihe und es wäre im Interesse der Allgemeinheit sehr zu wünschen, daß die verantwort- lichen Stellen ihr« Tätigkeit weniger bürokratisch und mehr mensehlich-lebendig ausübten!_____ Seite, Lotte, Liese. Man kann gor nicht anders sagen: die drei Geschwister Rose. die jetzt in dem nach ihrem tüchtigen Vater benannten Rose- Theater ebenso tüchtig, klug und. wie der Augenschein lehrt, evsolgreich agieren, bieten jedem etwas. Wer den gefchlosienen Raum liebt, der sieht sich„Arm wie eine Kirchenmaus" an. Wer aber in diesen heißen Tagen den Abend draußen verleben will, der hat Gelegenheit, im Sommertheater der Rost's sich«in an- deres Stück anzusehen. Man hat sich die Dolksoperette von Jean und Robert Gilbert„Lene, Lotte. Liefe" hervorg�oll und singt, tanzt, spielt und musiziert sie nun im Freilustcheater. das aber gegen jeden Unwellerüberfall weitgehend geschüSt ist. Wenn PIX AVON. ffianijooxry!,, man bic b« all bissen sogenannten DÄksstücken vnvermeidkichen Sentun�ntalitälen abziaht, so bleibt doch immerhin«in sehr hüb- fchjs, erfreniiches und im besten Sinn volkstümliches Operettchen. D'e drei Berliner Möbels Len«. Liese unb Lotte werben von Erna K e r st e n s, Loni P y r m s n t unb Dolly D i t l c r s gegeben, ein gesanglich unb darstellerisch durchaus erfreuliches Trio. Betreut und behütet werden die drei van Mutter Iosefin« ssranke..sstjde ch ö f e r verkörpert sie sehr resolut und drastisch, ein« serer vielen Berliner Mütter und Hausfrauen, die wir alle kennen und traft linermüdlichom Mundwerk doch gerne haben. Der er che Lacherfolg des Abends war Paul Kanisch, der, frei von ilcbertreibungen, in dem Daler Paul Frauke seine auch im Dialekt echte urwüchsige Vertiner Typ« hinstellte. Es lohnt sich, diesen Franke zu sehen. chans Tins« endlich lieh seinem Chaurscur Gebauer die lcbens- echten Auge des modernen Berliners: selbstbewuht, tlug, von guten Manieren,«her wenn's drauf oitkommt, von kcffer Schnauze,' und dabei furchtbar eifersüchtig, eine� prächtige und sehr überzoirgcnde Leistung. Kapellmeister Mop Schmidt gebührt für umsichtig« mustkolifchc Leitung besonderes Lob. Die von Bruno Arno ein- studierten Tanze, darunter der noch immer hübsche»Ich tanz' so gern den Tango" wurden ltdhast applmtdiert. Das Ausorranen- ipicl war wieder, wie bei den Moses immer, musterhcrft und vor- bildlich. Kein Star spielt die andere!', an die Wand, jeder fügt sich willig dein Ganzen ein. Ein seht hübsches Variete Programm get)t am Nachmittag der Operette voraus. Bemerkenswert ist- der vorrvefstiche Modelleur Terra und Frank H r r m s als nianch- mal sogar etwas phiirsophifcher August. Mit Geschick macht Ernst Walter die Eonserenc«._____ Zeppelin kommt nach Berlin. Aul;mst am Sonntag, dem 22.Luni. Nach den jetzt vorliegenden Dispositionen wird das Luftschiff „Gros Zeppelin" am Sonnabend, dem 21. Juni, von Friedrichshafen über München und.Hamburg noch Berlin kommen. Die Ankunft im Lustschisshafen Staaken wird am Sonntag, dem 2 2. Juni, voraussichtlich in den Nachwittaqsstiinden, erfolgen.„Graf Zeppelin" bleibt in der Nacht von Sonntag zu Montag— durch Scheinwerfer angestrahlt— am Ankermast. Am Montag, dem 2?. Juni, wird in den frühen Morgenstunden der Start zu einer zwei- bis drei- stündigen Rundfahrt über Berlin erfolgen. Das Luftschiff wird dann wieder am Ankermast festgemacht und startet in den Nach- Mittagsstunden zum� zweiten Runds lug. Am Dienstag vor- mittag erfolgt der Start zur Schlesien- und Pommern- fahrt. In den späten Nachmittagsstunden kehrt das Luftschiff zurück. Illach einer Zwischenlandung, in der Borbereitungen für die Rückkehr getroffen werden, tritt das Lustjchisf die Rückfahrt nach Friedrichshofen an. Verheerender Orkan über Lissabon. Ein Orkan, wie er selten hier erlebt wurde, ging in der ver- gongenen Nacht über Lissabon und die nähere Umgebung nieder. In wenige» Minuten glichen die Strotzen reiße n den Flüssen. Das Wasser drang in die imteren Stockwerke der Häuser»nd auch in verschiedene Säle des Innen- und des Handels- Ministeriums sowie des Ministeriums für öffentliche Arbeiten ein. Der Blitz schlug in das Gebäilde des Aiitzenminiftermnis und verletzte zwei Funktionäre schwer. Drei Frauen und ein Kind, die in der Kirche von Villa Flor beteten, wurden vom Blitz erschlagen. Die Radioftation Vizen wurde schwer beschädigt. Die Kirche von Eetuhol ist durch Feuer völlig zerstört morden. In der Umgebung der.Hauptstadt wurden die Ortschaften zum großen Teil vernichtet. Oer Anhalter Bahnhof jubiliert. Berlins Tor zum Süden ward 50 Lahre alt. Ein besonderer Geburtstag wird in Berlin in diesen Tage» gefeiert: der Anhalter Bohnhos. Einfall- und Ausfall- tor Berlins noch dem südlichen Deuischtand, wird 50 3ohre alt.—.- Der Anhalter Bahnhof wurde in den Jahren von 1872 biS'188O als Ersatz des ckUeiv Anhalter Bahnhofs und des Dresdner'Bahnhofs von der„B e r l i n- 21 n h a l t i sche n d i s e n b c h n g« s e l l. 1 ch o f t" erbaut, die beide jenseits des Haichwehrkanals etwa an der Stelle des heutigen Anhalter Güterbahnhofs lagen. Beim Bau des nunmehr fünfzigjährigen Bahnhofs waren erhebliche technische Schwierigkeiten zu überwinden: Der-II nie r b a u�»nitzte 4,5 Meter über das Stratzennioeau erhöht, start befahrene Verkehrs- straßen, die Dorkst ratze und dos T» m p e l ho fr r Ufer, in der ganzen Breite der Anlage mittels Uebersührungcn gekreuzt und der Landwehrkanal überschritten werden. Der Güterbahnhof war neu zu bauen, olle Einrichtungen sollten erweitert und verbessert werden, um einen künitigen Bertehrszuwachs bewältigen zu konnen. Dte Umgestaltui�sorbeiten, die ohne Störung des Betriebes durch- geführt werden mußten, ivurden im Jahre 1872 in Angriff ge- nommen. Am 15. Juni I88Ü tonnte das Empfangsgeböud« des neuen Personenbahnhofes am Askanifchen Platz« dem Publikum seine Pforten öffnen. Für die architektonische Form des Baues schuf Schmechten die Entwürfe. Hervorragenden Zlnteil am Gelingen des Wertes hatte auch Ingenieur Heinrich Seidel, der durch feine liebevolle Schilderung kleinbürgerlicher Idylle bekannte Berf.isser von „Lebe recht Hühnchen". Di«.Halle des Bahnhofes ist 170 Meter lang und hat eine Weite von 60 Metern. Damit steht der Zlnhalter Bahnhof heute noch an der Spitze der Berliner Bahnhöfe. In Deutschland haben nur der 1884 erbaute Hauptbahnhof in K o I n (05 Meter) und der 1000 vollendete Hauptbohnhof Hamburg (72 Meter) größere Weiten einzelner Hallen. 34,25 Meter hoch liegr der Dachfirst über den acht Gleisen der Halle. Das Empsmigsgebäudc schließt als Kopfbau den nördlichen Hallengiebel ab. Der in schlichten, schmucklosen Fonnen gehaltene Ziegelrohbau steht als künstlerisch? Leistung weit über den meisten Repräsentationsbauten der Zeit mn 1880, die durch sinnloses Zierbeiwerk und mißglückt« Nachahmung altertümlicher Stile auch die Bauten der Technik zu entstellen liebte. Der vom Anhalter Bahnhof ausgehende Berkehr hat sich schnell entwickelt. Zu der 1840 eröffneten Stammlinie nach Käthen- Dessau kamen 1847 die Linie Iüterbog-Röderau, 1857 bis 1850 die Strecken Wittenberg-Bitterfeld- Halle und Dessau-Bitterfeld-Leipzig hinzu. Vom Oktober 1882 ab fuhren auch die Züge nach Dresden vom Zlnhalter Bahnhof ab, die bis dahin noch dem Dresdner Bahnhof vor dem Landwehrkanai zur Endstatun hatten. Auch der Vorortverkehr nach Lichter. fcldc und Zossen, der jetzt seine Basis am Potsdamer Bahnhof hat, ging ursprünglich vom Anhalter Bahnhos aus. 1800 liefen auf dem Anhalter Bahnhof 24 Schnellzüge, 27 Personenzüge und 85 Vorort- züge«in und aus. Heut« find es rund 120 Fernzüge, davon allein 72 Est. und Schnellzüge. Im Sommer 1020 wurden auf dein Anhalter Bahnhof, Berlins„Tsr zum Süden", täglich 14000 ankam- inende»nd.abfahrende Reisende gezählt. Nur vom Stettiner B-o h n h'o f wurde dieser Verkehr Mit 10000 Reisenden täglich übertroffen. Ohne Zweifel ist der Anl)alter Bahnhof ein S t ü ck 21 e r l i n c r Geschichte, dessen sich die deutsche 5)auptstadt rühmen darf. Daneben aber liegt seit langem die Erwägung nahe, ob nicht durch Schafmng eines große» Berliner Zentralbahn Hofs ein Teil der zahlreichen Sonderbahnhösc beseitigt und s» eine Kon- zentratton des Berliner Fernverkehrs erzielt werden kann. Wochenendzüge an die Ostsee. 33 pro«. Fahrpreisermäßigung.— Ab 14 3onl Vom 14. Juni bis 7. September läßt die Reichsbahn- direttion Berlin wieder die billigen Wochenendzüge nach der Ost- see verkehren, die sich als„Strohwitwerzügc" bei den Berlinern großer Beliebtheit erfreuen. Vorgesehen sind ein Eilzug paar nach Zinnowitz mit Hinfahrt am Sonnabend und Rückfahrt am Sonntag und ein beschleunigtes Personenzugpaar nach Heringsdorf mit Hin- und Rückfahrt am Sonntag. Der Eil- zug fähr: ob Berlin(Stettmer Bahnhof), Sonnabends 15.5, an Swinmünde-Bad 18.24, an Zinnowitz 19.41; die Rückfahrt erfolgt Sonntag« ab Zinnowitz 20.08, ob Swinmünde-Bad 21.20, an Ber- lin 0,43. In beiden Richtungen hält der Zug in allen Bädern zwischen Swimnünde und Zinnowitz. Der Personenzug fährt Sonntags ob Stettiner Dohvchof 0,45 und trifft in Swiwnünde-Bad um 10,13, in Ahlbeck ipm 10,22 und in Heringsdorf um 10.27 ein; die Rückfahrt erfolgt ob He- ringsdorf 20.07, ab Ahkbeck 20.12, ab Swinemünde-Bad 20.21, an Berlin(Stetttner Bahnhof) 0.13. In Heringsbors hat her Zug An- schloß nach und von Zinnowitz bzw. den dazwischenliegenden Bädern. Zu beiden Zügen wenden Hin- und Rückfahrkarten 2. und >3. Klasse mit 33!!) Prozent Fahrpreisermäßigung ausgegeben. Die Fahrpreise betragen: Nach S w i n e m ü n d e für den Eil, zug 21,20 Mark(2. Kl.), 13 Mark(3. Kl.), für den Personen.zug 15,20 bzw. 10 Mark. Noch A h l b e ck sür den Eilzug 21,60 und 13,40 Mark, siir den Personenzug 15,60 bzw. 10,40 Mark. Nach Herings- darf für den Eilzug 21,80 und 13,40 Mark, für oen Personenzug 15,80 bzw. 10,40 Mark. Zluch nach den übrigen llsedom-Badern Bansin, Ucckeritz.'Kölpinsee, Koserow, Zempin und Zinnowitz liegen gleichfalls ermäßigte Fahrkarten zu entsprechenden Preisen auf. 700 Millionen Liter Wasser an einem Tag. Die große Hitze brachte am Mittwoch, dem 11. Juni, einen Wasserverbrauch von 700 000 Ku bikmeter. Do ein Kubikmeter Wasser 1000 Liter enthält, so hat Berlin an einem einzigen Tage 7 00 Mtl- lionen Liter Wasser verbraucht. Am heißesten Tage des ver- gangenen Jahres im Monat Juli wurden rund 807 000 Kubikmeter Wasser nerbroucht. „Jxh Am mit Seße nie mefie In VecCegmheit" „Ob icb Fleischgericbte madien will, die venig oder gar keine Soße geben(Leber, Schnitzel, Beefsteak, Kalbskopf, Bratwurst usw.), ob ich überhaupt kein Fleisch servieren will, immer habe icb genug Bratensoße. Lin einziger Würfel Knonr-Bratcn- Ein Würfel--- Ve Eiter= 15 PL Versuchen Sie l&hevi Bratensoße soße, ohne Zutaten nur zerrühren und in kaltem Wasser aufkochen, gibt in wenigen Minuten so viel Soße wie 2 Pfd. Braten.— Und— diese Tunke kann mir nie misslingeu— icb habe sie immer zur Hand und sie schmeckt vorzüglich." Knorr-Makkaroni dazu! Kleidung£ Reife Lodenanzüge mit Breecbt« oder langer Hose.....«O.— 45.— 30.� Sportanzüge tnit Knickerbocker od. Breeches u. langer Hcse 75.— 60.— 48."" SakkoanZÜge farbig oder blau 85.— 65.— 45»"" Trenchcoats.................... se—a«.- 16.- Gabardinemäntel reine von...........»5.- es— 69.- Windjacken für Damen und Herren.18.-13.80 7'" Breeches 4 50 Knickerbocker 7 50 Wanderhosen lO30 Badeartikel— Bademäntel | Für heiße Tage!| BAER SOHN a Chausseestraße 29-30, Untergrund: Stettiner Bahnhof L-Juergens Alcxondcrplatz Neue Könlgjlr, Freie Schwimmer Char! Ottenburg 04 E.V. Wir erföllen hiermit die traurige Pflicht den Mlt- filiedern u Freunden unseres Verein? von dem plötz- licnen Ableben infoige Unfalls unserer Sportgenossen Georg Neidet Hertha Neidet geb. Dabms Kenntnis tu geben Wer ihre Arbeit für den Verein und tür die Arbelter.sportbewegunt kannte, weiß was ulr verloren haben Wir werden ihr Andenken stets in Ehren halten I Dcr Vorstand. Becfdigung: Sonnabend, 1 rühr, auf dem meindefricdhol Spandau, Falkcnhagener Chaussee. Oe- Am H Suul oerflarb nach langem, schwerem Selben unser früherer üllilarbfitcc und wertcr Kollege, der Eetzernuzdlide Franz Treder im 8t PelienStcht. Kit,«hrtntMS Onhenftn otrbtn ihn» hemahrrB Die tollegea der Zeitiings- setzerel„Vorwärts" cm ncchuüttcys 3 Hbr(t5 UJt),"im Ärttttatottum iftectdiMtrogr, ftott. Di« Ätnäfdjeninn Bnhrt cm Sonr obonb. Pfui!4.?un>, nechunttey Verfionä der Sudiblnder und Peplerverarbelter Deelsdilands OrisrervalluoK Btrlin Todesanzeige Den Mitgliedern tut Nadirich!, daß unser«allege. de» Buchbinder Max Holzendorff wohn hart Se uESIIn, Mhmannhroh« 47, vernarben ift. Beerb tgung findet S.onr.atenh. dra 14 I>:ni, 2 Uhr. auf dem Neuköllner Friedhai, waiilted-! uniei.Hlraße.ftalt Ehre seinem«ndcaden! Kegr Beteiligung erwartet via OrtSThrwaKaeix Am Dienstag, dem 10. Juni, war. gm,« 3 Uhr verschied sanft nach schwerem Lechen metn lieber, guter Wann, unser guier Kater, Schwieger. und chrahvater, Bruder und OnW, der Karrelwr Friedrich Möß im«lict von 70 Jahren. tzn tiefem Schmerz WU«e Marie MSh flrli. Solz • nebst Angehörigen. Neukölln, den!! Juni 1830, Bergstr, UI. Die Einäscherung findet am S«nn-! abend, dem>4, Zuni. nadfmuiag, 2 Uhr,>m Strenuuorinm Baum- (djulcnmeg. Metholzfirgh« stach Nach langem, schwerem Aranken- iager aerstarb am 10, Juni Meine Frau und lieb- Mutter Marta Holweg geb. Adler Im Namen der HinierhUehenen Ferdlaaad Holwcg und Todiier. Die Einäscherung findet an, Sann- abend, devi I«. Zun,, vormwag» I0>, Uhr, w, Ärematanum Srricht- strafe statt. Schwebebahn zum Nebelhorn. Eine Ver modernsten bayerischen Bahnen fertiggestellt. Bei prächtigem Hochsommerwett«? fand die feierliche Einweihung der vierten und vorlaufig letzten bagerischen Seil- schivebobahn statt, die als eine der längsten und modernsten Bahnen von Obetftdorf auf dos Nebelhorn führt und den Be- suchern im Sommer einen der schönsten und mjsfichtsreichsten Berge, im Winter ein ideales St ig« lande erschließt. Au der Gross- mwzsfeier hatte sich ein« große Zluzahl von Ehrengästen ringe- fundrn. Cinfcnbunge« für dies« Rubrit st»d V« r I i- SS SS. Lind«n!trah« Z. stet«»» da» Br»irf,lelr«tario> Z. Hof.?. Trevoen recht», zo richten. J. Urci* Tiergaetr». Achtung. Bildunq-tozimission! Am greitag. IZ. Juni, W Uhr, Sitzung her Mitglieder der Bildungslommission Sei Sandow. Mens- burzer Stri X. 11. Srel» Schö-ebera.«o-Iahr-Zeicr em Freitag. 13. Juni, um 19 Uhr.»ui dem Rudolf-Wilde-VIatz. ürronftoltung de, ilrbeiteriugcud und Äinderireuude Schöueb-rg-Friedenou. Zugend. und Manneripicl« der Schönclierg.Zricdenauer Arbriterivortlcr(Witgl. d. u. «uf der Soielwiele im Stndtonri»am IS— o« Uhr, anichlietzend Propa. gaudoloot dureS Tchöncderg. Friedenau. Zlarsoiahut der Schöne kerger »adindrer»Tolidaritüt". ASsahrt 19 Uhr Haupt- Ecke Eber»strage. Madjahrknde Parteigennisen Sitten mir, sich 1« Seteiligen, gemeinsame Schtnßfuudgrbuvg auf dem Rudols-Wilde-Platz um 21 Uhr. Ansprache: Karl Litte, ZU. d. R. Sir Sitten um regst« Beteiligung. SounaSerd, 1». Juni, Fackelzug oon drei Trefspuulten, und»mar: 77. ASt.. Zugend und Ainderireuudc: 29 US» auf dem Wartburaplatz! 7S., 7». Abt.: 19'.. Uhr auf dem Ebcrzmarit: 9N.. 81. Abt.: lO'i Uhr auf dem Lautsrplatz in Friedenau chemeiusam« ScklntzkundgeSunq auf dem Winterseldtplotz um 22 llSr. Ansprach«: Fron» Lünftler. M. d. R. 8 14. Orois Di* �raflcISosV'n für hie fiftuBcwfcfflniften find fofort im VartciMro abzuliefern. Heuke. Zreiiog. de«i 1Z. Juni. 77. ASt. Hchtznederg. Zur SckUuiikundgeSunz treffen wir uns um 2Mt USr auf dein Rudolf-Wiidc-Platz. Neulelin. 92.?!b». PUnltlich 20 USr rnichiige Vorsiandafttzung Sei Wnlkf. da iser.Fril brich, Str. 173.— 93. Abt. 20 USr bei Schauer, Treptower Stratze SO. FunttianarNtzuna. 1Z»e. AS«. Frei« SdpIIc. 2« iltzr im Schallentrug Mitgliederncriammluug. Bar- «rag:„MaScro« Baubritter". Refcreut Adolph Hofsma-n. M. d. L. Alle Senais-nuen und Senofscn meideu um bestimmte» und pünttliche» kr- 'cheiueu gebeten. Morgen, Sonnabend, den 14. Juni. 75. Abt. Mannice. 20 Uhr im ZIcich»»dler, SöNigsrraßc. Iahlabend. iSichtig« Tageaorduung. 113. Akt. Schmeckmitz. Saralinenhof. Ziauchsauqamceder. 20 Uhr Mitgliederoer. lammlung im kas» Landhaus iu Schmöckwitz, an der Brücke. Alle Se, passioneu und Genossen merdcn NM Sestimmi?« Erscheinen gebeten. 1?Z». Kaul-dois-Süt. SO Uhr im Lokal Iügerheim Funktionärsitzung. Sonntag, den 15. Juni. «. Akt. Famiiie»au»ilug nach Fiutentrug. Tressen S llhr Bahnhof Zauuo- witzhrücke. Für NeSerrafchungeu und Semütlichleit ill aeforgt. 130. Abt. Paulin rn. Besichtiaunq de» städtischen Sckmtqarten, Blontenfelde, mit Fübrnng. Treffen S Uhr Pontnm fftirchtl oder 9 Uhr Eingang Schulgarten. Safte willtammen. Jungsoztalisien. Srvppe SchäneSerg: Ter GruovrnaSend stillt heute aue. E» ist felbstoer. stöoSlich« Pflicht oller chenossen� fich an der Porteioeranftaltung»u beteiligen. Gruppe Südeu: Heut«, 20 llhr. im ZugenHHeim Porckstr. 11, 2. LyorgebiiuH«, fttpWtet 3. Mitgi i ederuerfammlung. Ep ist Pflicht iede» Genossen,»u erscheinen. du«ichtioe Ding« besprochen werden Mstssen. Möglichst pünltl'ch sein!'Sonn. rag. sl>. Juni. Fahrt nqch.stönigi-wusterhausen. Treffen. Ith llhr am Gorlitzer 5tzghnbol. Zug geht 7.10 Uhr,. Berteheziike Borden, vfteu und Süden: Di» Agitatiandfahrt am Sonntag. 13. Juni, ist abz»setzt worden. D-r Tag steht den. Gruppen Zur freien P-r. füg UNI WerBeitdirf Rorden: Heut«. Freitag. 20 Uhr. in der Schul« Panf. Eck« ZLiesenstrgtz-. iS»rheb',st?»mitgri»der7>ersammlun». Tagezerdnung:.Ilnfer? Lommergrhoit.". Erlcheinen aller Mitglieder ist Vilich« chrupr» Eb-rlottenburg: Achtuugl Morgen treffen wir uns S llhr am Wtlhelmvlatz ,ur Beteiligung an- ZSaldfeft der Parte,. Gruppe Reiuickendoni: Heute. Freitag, ZO Uhr, wichtig« Mitgliedervcriatmn. lung d-r Werh»h«,lrk» Zlorhcn in der Schule Pank, Ecke Wiefenstratz« fPhpfii- hrnwer). Jede Genossin und jeder Genosse ist perpflichtet, zu erscheinen. Arbeltsgcmeinschasi der Sinderfreunde. Feltiogea-Frochtgut»ach der Schwei» ist hi, Ende Woche von deo greifen »ersandfert,»»u wachen. Gut« Berpackung und Signierung unbedingt not- wendig Ädlieferung am Montag, 10. Juni» non IS— 30 Uhr. Lindenftr. 3. Hof O l Schuppen). Barstandasitzung heute 20 Uhr in der GeschofiesteSe. Uteisleiter melden hi» heute abend die notwendige ,�ahl der Laternen silr d,e Sannenwendkeier..?n der Geschägtsstelle iind billige Fausidölle und Gummi- ringe fiir Ringfännis»u haben.. Areio Müdie, Gruppe Pappelplatz: Sonntaa. lö. Zun,. GLernfahrt nach Frohnau. Treffpunkt aller Falken W Uhr Siettincr Borortbahnhof. Sinder fahren auf Fahrschein(30 Pf.). Eltern und Goite willkommen. Gruppe Stralaucr Blertel: Heimabend Freitag non IS— 20 Uhr Goblerstroß». i.Kif Sreujberg: Freitag. 13. Zunl. von IS— 19 Uhr Sprechstunde ,m Zugendheim Porckstr. IT.— Gruppe»attbufser Tor: Heute, Freitag, um 19 llhr, Heifergtzung bei Martha Lehmann. Wilheimstr. lä l7. «reis Friedrich, Hain.: Sonnabend. II., bi» Sonntag. IZ. Juni, Areiskinder. fahrt nach Brieselang. Sämtliche Sruppeufahrteo fallen au»! Die Helfer schneiden die. Rotl» au» dem„Borwärt-," von Donnerdlog au» und geben die Termine für die Fahrt auf dem Gruppenabend bekannt. Rot« Falken und Zunghelker, die im Befitze einer Tasch-Nlamp« sind, bringen dieselbe mit. Geburkslaye, Jubiläen usw. |p> i uj-I,>!' 1 7. ASi. Heut« feiert unser treuer Geuofsc Hermanu Heyl«. W lH Boucuftr. 10, sc inen 00. Geburtstag. Seit Aafaug der 00er Fahre Mit- Fi »lieb der Partei, rrkauule er auch früh»eiiig den Wert See Turn, und .....—-----. war. ... W W'P" ol» Stadtrcroidneter aernäblt. Wir haben den Wunsch, unseren lieben alxd War derbe««»»»...W Durch da» Lertrauen der Parteigcnosicn wurde er� während de» striege» für die Arbeiterklaff«, deren Mitbegründer er war. Hermann nach recht lauge in unserer Mitte»u scheu und gratulieren '> Hers � M ihm aus da» herzlichste. «2. Abt. lluserem lieben Genossen Vit» W» b« r I l i und sesuer Gattin herzlichste Glückwünsche zur Silderhoit zeit. j Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 20. Abt. Am 9. Zun! versiarb unser Genosic Rotkov. Ehristinenstr. 29. llbte feinem Andenken! Einäscherung beute, Freitag, 13. Juni, um T2'-j Uhr. Im Ärcmaldrium Gerichtstraßc. Sozialistische Ardeiterjvgend Groß-Serlin Sieseadougen kür diese llludril nur an da« Fogend'efrdaflm 21er, in GaB 68. llmbenOeabe 3 Abteilungeleiter, holt, soweit noch nicht geschehen, die Sorten zum„Rafl" und zur Sonnenwende ab! heute. Freitag. 1g'4 llhr: Hansa: Seim Bochum, r Sir. SK:»Tie Gleichbrrechiigung der Frau".— Maobit I: Schul« Waldenserstr. 20:.Tagespolitik".— Moabit II: Heim Lehrter Straß» 12—19: Heimabend.— Arnimplatz: Schule Sonnc.nbiirgcr Str. 30: ..Tagespolitik".— Arnsoaldei Platz l: Heim Rastenburger Str. 10:„Leben und Scrfiehen beim Wandern".— Falkplatz ll: Schule Sonnenburger Str. 20:„Bub und siilödel".— Selmholtzplotz: Heim Tanziger Str. 02. Baracke 2:..Dir Rationalsozialisten".— Hohenichönhanlen: Heim Froienwaider Str. 0;„Das Sozialistengesetz".— Sumannplatz: Schule Echer-ndergstr. 7: ffahrlenerlebnisii. — Deißensec: Heim Parkstr. 30:„Tie Frau und der Sozialismus".— Andrea,- platz: Heim Brommnstr. l:„Ardeilerbcwegung im Ausland".— Baltenplatz: Heim Tilsilrr Sir. 4:„Alkohol. Rilotin und Arbeiterjugend".— Friedrichohai«: Heim Dlestclmenerftr. ö-0:„Arbeiterführer".— Stralaucr Liertel: Heim Goßlcrstr. Ol:„Sinn und Ziel der Gewerkschaften".— Warschauer Viertel: Heim Litauer S'r. IS:„Freie und gelbe Sewerkslbliflen".— Warschauer Blertel, R. F.: Heim Litauer Str. 18: Heimabend.— Süden: Heim Porckitr. ll. F. ö: „Arbeiterbewegung im Ausland".— Ebarlettenbnrg-Süd: Heim Rosinenstr. 4: Lichtbilder:„strieg dem Kriege".— Wilm«r,dorfrr Arbeiter im Amerika".— Marienfelde- Lichtenrade: Heim pioonstraßc:.öerucv» Fragen".— Reniolln II: Heim Berg- strgße 29:„siwlck und Ziele dr.r Gewerkschaften".— Rcnlölln III: Heim Ziethen- streß» 57; Politischer Znioemationeaberid.— Renke IIa TV fZitngere): Heim Schierkestr. 44:„tchrlingoiragen".— Sienlolln III: Karl-Marr-öchule: Arbeit»- gemeinschast.— Reuiiilln 71: Ab heule Spielbeginn 19 Uhr Sportplatz Sonnen. nllee Sportkleidung mitbringen.— Rcukölln XT; Heim Flughairnstr. 00:„Die Frau und der Spziol'smu»". 3. Teil.— Sonmichulenweg: Heim Srnftftr. IS. Falirtenberichte.— Zohonniothal: Ziathau»: �iele und Aufgaben der SAZ."— Schönemoide, Schul» Berliner Str. Sl:_Ä»m»radschof?»«he.".- Treprom Seim Elfenstr Z: Glternahend.— Rilderichonhaui-n: s»ul« Blankenburger Str. 70: ..Die Pfwakkohet".— Paulo» I und TT; Heists Görschstr. 14:„6»iu»!le Fragen". — Pgnkow in, SL F.- Heim«issingenstr. 40: A-beit�emeinschaft. 's Werbäbezirt Mitte: W.-B�Heiwabtnd 1»'4 Uhr m Lesesaal S-unnenstr. M: „Die SPD irr der Spposttiptz. Werbehezirk SchSneSe«!: All«- GenofOn beteiligen sich an der«O-Zahr.Feier der. SPD. im u. UreU.— Heut« 19 llhr Treffpunkt auf dem Rudolf-Wild», Platz zur Zugendkundgsbuiig. Werbe bezrrt Wrbd-ng: W.-B.-LorstandZsitzurg 20 llhr iZjer'.chtstr. 12—1? WerSebezirck Müggelsee: W.-K.rMitalied:rn«rfammlung SO llhr im Saal d«» Eemsinschaftsbauses. Gutshof Folkenb-rg. Erich Ollenhaver spricht über„Die Aukaaben der Zpoend in der Gegrnwari". «erbebezirl PeeizlalXi Seeg. Rabfahrer: Morgen Fahrt nach M-lch-M; Treffpunkt IS llhr Schönhauser Alle» Ecke Dgnziger Straße sR-rm-luhr) HumboldtS-i-: Morgen Trefwunkt zur Fahrt na» Hennigsdors 10% llhr Bahnhof Gesundbrunnen. Kosten.50 Pf. Verbehezirl»renzberq: Dien»tag. 17. Zuni. fallen alle Gruvl>-nob-nd» au?. Mir treffen uns ISig Uhr zur Änli.Faschisten.Aundgebung drr Parte, am Lausitz»! Platz?'d»r muß zur Stelle fei». Allgemeine Wetterlage. 42. Juni G wolkenlos.(5 hsiler. i> halb bedeckr ®woll»ig,Wb3deckt,*»egeaAGr3upeln .3N3b«l,TGewiftK®Wir«istJie Am Uonncrstag»or es im Reiche noch nwnwr als an tPfd4.88 Mpfet'Getee™ x m et 0.90 Btui' u. Lebevw, 0.80 Himheersaf*....... n �.40 Kivschsafi.......... Fi 4,40 Haushaiikakao.m 0.88 Lebende Jlale-Pfd. an 4.20 BESSER ESSEN* WENIGER DAFÜR AUSGEBEN DURCH: KAR STADT LEBENSMITTEL M*ngenabgate votbehaU*n Wotga-Hiihnev Pid.™ o.82 Reh'BläUev....... m 0.90 Erdbeeren......... pm 0.60 Kirschen.......... Ptd 0.40 Mepfei Busir..... m 0.50 Bananen.......... 2 Ptd 0.S8 Ziironen.....«.De» 0.58 Apfelmus......... � d» o.SO IDursiwarev« Delikaiessen Konserven Wild u. Geflügel Kolonialwaren Obst und Gemüse Fleischvvurst..... Ri 0.96 Dampf wursf...... FI»**»».... v> 4.40 Edellachs in sdi«hm. d». 033 Seelachs<* sa«*. d- b.»n 0.83 Fdetheringe« n-m.-D« 4,40 Gabelbissen....... d. 0.80 Makrelen< ol h.FuA« d. 4, SO Füestücke f. Kimculad, d* 030 Bücklinge...... pw.«n 0.38 Goldhars.......... pm 0.82 Stückenlachs...PiA»nl.30 Aale t"ÄuA Bi«.M Ptd an 2*80 Gemüse-Erbsen.."A D« 0*88 Gem. Gemüse d, 0.88 Jg. Schnittbohnen>» v» 0.38 Aprikosen oatw f., o- 8.00 Aprifeosen- und Pflaumen- Marmelade• ca. J-P)d. Gl 0.80 Enten gefr...... Pfd 8 80 Hambg. Küken•■Stck. 4.68 Ganse f«"f....... Pfd.«n 4.83 Reh-Keulen...... Pfi 8.80 Damhirsch- Pi«*«.-Pfi 8.60 Wild-Ragout...... pm- 0.82 Weine und Spirituosen flaoohmnweine und Sp*r<«uo»gn einseht. 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Bunü 0.80 Wirsingkohl..... pm 0.80 Kartoff elnMwftik«.«pm 0.80 Konfiiüren Seelachs« k»9'«Can* pm 0.88 Bratschellfisch— pm 0.26 Kabeljaufilet..... Pid 0.26 Kabeljau o taPlLGarm Ptd 0.46 Lebende Schleie...Ptd 8.20 Leb. Krebse...««'»suk 0.60 Erfrischg. Waffeln Pid 4.00 Saure Drops..... Pid 0.80 Pefferminz Fond.- pm- 0.80 Pralinen Mischg..Ptd. 4.00 Burgm. VeUm- SOwk. 100 0.28 Argenta Sdwfc. k*tb. wop 0.80 In Deutschland neu! Erhalte Deine s timme für Mark 1,50 Unsere Grammophon'Ableiluag im 3. Stock hält Ihre Stimme enf Scballplatten fest« Anfnahmen sofort raitxanehmeo. 7lr. 221- 42. Iahrgang 2. Beilage des Vorwärts Freitag, 13. Juni 1930 Nur 3 Prozent Preissenkung? Von den Metallarbeitern bezahlt.— Eisenpreise müssen noch herunter! Die Eisenindustrie Hot die Senkung der Eisenprcise bekanntgegeben. In den Ve.kaufsverbänden der R o h st o h l g« m e i n- s ch a f t gelten a b 1. Juni folgende Preisabschläge: für Form- ctfcn um 4 auf 134 Mark, für Stabeisen um 4 auf 137 Mark, für Grobbleche um 4 auf 153 Mark, für Mittelbleche um 5 auf 1K0 Mark, für Universaleisen um 4 auf 142 Mark, für Bandeisen um 4 iiuf 160 bzw. auf 159 und 155 Mark, für Walzdraht um 5 auf 167 Mark und für Grubenschiencn um 4 auf 138 Mark. Für die Frochlbasis Neunkirchen, also für den süddeutschen Markt, gelten die gleichen Abschläge: die bisherige Preisdifferenz bleibt erhalten. Vom Feinblechverband und vom Röhrenverband werden in den letzten Tagen entsprechende Beschlüsse erwartet. Im Durchschnitt betrogen die hier vorgenommenen Preis- abschlüge knapp 3 Proz. der im Mai gültigen Eisenpreise. Mit diesen Abschlägen glaubt die Eisenindustrie ihren Versprechungen bei der Berbiirdlichkeitserklärung des Schiedsspruches genügt zu haben. Herr Stegerwald wird nachzuprüfen haben, ob diese Preis- seukung den Voraussetzungen, unter denen die Verbindlichteits- erklärung erfolgte, genügt. Unter dem Gesichtspunkt der Konjunkturpolitik, der allein dem Reichsarbeitsministcr noch einigermaßen einen Grund für seine Entscheidung hätte geben können, ist die Eisenpreissenkung vollständig unzulänglich. Die Eisenindustrie hat im Jahre 1928, während die Konjunktur schon Zeichen des Rückganges aus- wies, grundlos zweimal noch die Eisenpreise erhöht. Nicht einmal diese Preiserhöhungen von 1923 werden durch die jetzige Preissenkung voll ausgeglichei,. Wir haben schon daraus hingewiesen, daß die amerikanische Eisenindustrie zu einem viel früheren Zeitpunkt ihre Preise nicht um 3, sondern um 10 bis 13 Proz. ermäßigt hat, und zwar mit der ausdrücklichen Erwägung, daß man nur durch «ine starke Preissenkung die Konjunktur beleben könne. Die deutsch« Eisenindustrie hat sich nichts dergleichen überlegt. Es ist ihr in vollem Unifang gelungen, mit Hilfe des Reichsarbeitsministers aus einer agitatorischen Geste größten materiellen Profit zu ziehen: sie hott« nämlich auch ohne Senkung der Löhne di« Preise herab- setzen und höchstwahrscheinlich in sehr viel stärkerem Ausmaße, als es jetzt geschehen ist. Für die verarbeitend« Industrie wird dies« Senkung der Eisenpreis« noch nicht entfernt«ine Selbsttostenoerbesserung um 1 Proz. bringen. Die Eisenindustrie wäre auch in der Lage gewesen, besonders nach den unerhörten Rationalisierungsersolgen der letzten Jahre, die den Lohnanteil immer stärker herabdrückten, «ine erheblich größere Preissenkung durchzuführen. Die Oesseni- lichkeit und das Rcichswirtschastsministerium können und dürfen sich niit der gegenwärtigen Preisermäßigung nicht zufrieden- geben und müssen«ine weitere Herabsetzung erzwingen. Für den Illonal Mai ist in der Roheisengewinnung Deutschlands eine arbeilslagliche Produktion von nur 27 731 Tonnen gemeldet worden. Das ist die niedrigste Durchschniltsproduklion seit vier Zähren, und es ist mit Sicherheil zu erwarten, daß auch die Rohstahl- und Walzwerkserzeugung im Monat Mai einen seit Zahren nicht gekannten Rekordtiesstand ausweisen wird. Zn einer solchen tage verstehen sich starke Eisenpreisermähigungen von selbst. Es ist keine Uebertreibung. wenn man seslslelll, daß der Reichsarbeils- minister mit seinem Schiedsspruch, da er eine der Marktlage entsprechende Preissenkung verhinderte, die Konjunktur nicht gefördert, sondern zurückgeworsen hat. Die Opser, die den Metallarbeitern im Nordwest zugemutet worden sind, sind vollständig umsonst gebracht. Die dilettantische und konjunkturschüdliche Aktion des Reichs- arbeitsministers kann noch weiter« Gefahren im Gefolge haben. Die jetzige Eiseiipreiserinähigung gilt für ganz Deutschland, also auch für Mittel- und Ostdeutschland und nicht nur für das Pro- duktionsgeblet Nordwest. Es ist mit ziemlicher Sicherheit zu er- warten, daß auch außerhalb der Ruhr jetzt die Forderung nach Lohnsenkungen erhoben wird. Von der im Ruhrgebiet dir- tierten Lohnsenkung profitiert auch eine Anzahl weiter verarbei- tender Betriebe in Nordwest. Die übrige verarbeitende Industrie in Deutschland wird sich, da ihr nur die Preissenkung zugute kommt, benachteiligt fühlen. Hier drohen neue Lohndruckgcfahren. Die Arbeiterschaft in ganz Deutschland wird in schärfte Habachtstellung gehen müssen. Der aus betrieblichen Gründen natürliche Widerstand der Metallarbeiter beim Abbau der' individuellen Akkordlöhne erhält aber, solange die Eisenpreise in nicht viel stärkerem Maße abgebaut werden, allgemeine volkswirtschaftliche Be- deutung. Er muß ein stark wirksames Druckmittel werden, um eine stärkere Eisenpreissenkung zu erzwingen. Nur auf diesem Wege kann auch den Gefahren begegnet werden, die sich aus der Verbreiterung des Lohndrucks für die Senkung der inländischen Kaufkraft ergeben. Herr Stegerwald. der Führer der christlichen Gewerkschaften, kann noch ein weiteres Verdienst für sich buchen. Die englische Eisenindustrie hat schon erklärt, daß auch in England die Löhne abgebaut werden sollen, da sich die internationale Eisen- konkurrenz durch die in Deutschland hergestellte Verbindung zwischen Löhnen und Preisen verschärfen müsse. Der christliche Reichsarbeits- minister scheint also auch den Anstoß zu einer internationalen Schädigung der Arbeiterschaft gegeben zu haben, ohne der deutschen Volkswirtschaft zunächst einen Nutzen zu bringen. Die Krage der gleiienden Löhne. Die Arbeiterschast muß und wird sie ablehnen, und zwar in jeder Form. Die Verhandlungen zwischen den Spitzenorganisationen der G«. s werkschaslen und der Unternehmer haben vielfach die Vorstellung geweckt, als sei Verhandlungsgegenstand die Wiederbelebung der I n d e x l ö h n e, die in der Inflation eine große Rolle ge- spielt haben. Es erscheint darum eine Untersuchung geboten, ob sich die Einführung irgendeines Gleitlohnsystems vom Standpunkt der Arbeiterschaft empfiehlt. Geschichtlich bedeutung�>oll wurden bisher Zwei Gleitlohn- systerne. Nach dem einen unrd der Lohn automatisch im Vechilltnis zu den Preisen jener Ware verändert, die von den betreffen- den Arbeitern hergestellt wird, nach dem anderrl werben die Löhn« periodisch den Veränderungen des allgemeinen Preisniveaus — in der Regel gemessen an einem Lebenshaltungsindex— angepaßt. Das..Oeynhausener System". Das erste Gleitlohnsystem erscheint uns mit dem O ey n- hausener Schiedsspruch gerichtet. Dieser Schiedsspruch stellt einen Versuch dar, an jenes alte Gleitlohnsystem wieder anzuknüpfen und wird mit Recht von den Gewerkschaften scharf ab- gelehnt. Gegen dieses System sprechen folgende Gründe: Erstens bringt es den Arbeitslohn in Mhängigkeit von einem Faktor, der für Oe Lebenshaltung der Arbeiter meist gar keine Bedeutung besitzt. Eine Senkung der Eisenpreise ver- billigt du? Lebenshaltung der Eifenarbe'.ter direkt um keinen Pfennig und selbst, wenn sie sich in den Preisen der übrigen Waren aus- wirkt, verspüren die Eisenarbeiter sie nur sehr wenig. Die Lohn- senkung, die ihnen jetzt ausgezwungen werden soll, ist also eine a b- s o l u t e Senkung des Reallohnes. Zweitens ist der Anteil des Lohne, an den Geftehungs- kosten in den einzelnen Wirtschaftszweigen sehr verschieden hoch. Dementsprechend ist auch die volkswirtschaftliche Auswirkung einer Berkoppclung von Löhnen und Preisen wie beim Oeynhause- ner Schiedsspruch sehr verschieden. Nehmen wir für die Eisen- industrie einen Lohnanteil von 20 Proz. an, dann würde sich eine lO prozentige Lohnsenkung nur in einer 2 prozentigen Preissenkung auswirken. Einer für alle betroffenen Arbeiter auss schwerste fühlbaren Verschlechterung der Lebenshaltung würde eine gesarntwirt- schaftlich kaum fühlbare Senkung eines Einzelpreises gegenüber- stehen. Das eigenkliche System des Zndexlohns. Reizvoller als das„Oeynhausener Lohnsystem" ist aus den ersten Blick das eigentliche Jndexlohnsystem. Man könnte es sich praktisch so vorstellen, daß in den Tarifverträgen nicht feste Lohnsätze vereinbart werden, sondern Lohnsätze, die sich in demselben oder einem ähnlichen Verhältnis verändern, in dem sich der Lebenshaltungsindex verändert. Dieses System erscheint auf den ersten Vlick bestechend, weil es den Lohn von den Schwankungen des Preisniveaus unabhängig zu machen und die Stabilität des Reallohns zu ver- bürgen scheint. Es muß auch ohne weiteres zugegeben werde». daß in Zeiten heftiger Schwankungen des Geldwerts, wie wir sie ,n der Inflation erlebt haben, ein solches Lohnsystem unentbehr- bch ist Ander- aber ist das Jndexlohnsystem unter normalen Wirt- schasts- und Währungsv»hältri!st«n zu beurteilen. Hier wären seine Nachteile stärker als seine Vorteile. Das schwerste Bedenken richret sich gegen die ungenügende Objekkioikäl des Lebenshaltungsindex, nach dem sich die Löhne richten sollen. Die Arbeiterschaft hat schon einmal jahrelang gegen die Methoden der Berechnung des Lebenshaitungsindex gekämpft. Der Kampf hatte den Erfolg, daß nach der Aenderung der Bercchnungsgrundlagen im Jahre 1925 der Index mit einem Schlage um 10 Punkte hinaufschnellte! Seither ist es um den Index verhältnismäßig stiller geworden, weil die ganze Frage heute keine so unmittelbare Bedeutung mehr besitzt wie in den der Inflation noch nahen Jahren. Der Index leidet noch immer daran, daß seiner Berechnung eine Lebenshaltung zugrundeliegt. die erheblich unter der durchschnittlichen Lebenshaltung des vollbeschäftigten Arbeiters liegt. Di« Preisgestaltung der Waren, die für die Lebenshaltung der Arbeiter entscheidend sind, wird viel zu wenig berücksichtigt. Der Lebenshaltungsindex ist von 152,6 im Dezember 1929 auf 146,7 im Mai 1930 gesunken. Aber nach der Verteuerung der Verkehrsmittel, der Gas- und Strom- tiTrife, des Tabaks und des Bieres gibt diese„Senkung" wirkliche Rätsel auf. Der Jndexlohn ist ungerecht und unpraktisch. Der Einwand ist denkbar, daß man die Berechnungsgrund- lagen des Lebenshaltungsindex noch weiter oerbessern und den Kampf um die Verbesserung der Berechnungsgrundlagen wieder aufnehmen könnte. Aber selbst, wenn es wirklich gegen den Wider- stand der bürgerlichen Interessentengruppen gelänge, eine wesent- liche Verbesserung durchzusetzen, so wären damit die Bedenken gegen die Exakcheit dieses Maßstabes nicht ausgeräumt. Es ist gar kein Lebenshaltungsindex möglich, der für alle Orte und Einkommens- schichten gültig ist. Hier spielen— bei großen Entfernungen— die Verkehrstarise eine sehr große, d o r t u. II. gar keine Rolle im Arbeiterhaushalt. Bei niedrigem Einkommen sind andere Lebensmittel, Bekleidungsgegenstände usw. ausschlaggebend als bei höherem Einkommen. Und schließlich wechselt die Be- deutung bestimmter Waren im Lause der Zeit. Kunstseiden- st rümpfe waren noch vor einigen Iahren ein Luxusgegenstand. Heute sind sie Massengebrauchsartikel. Wo ist der Index, der solchen Ver- änderuitgen und Unterschieden gerecht werden könnte? Gegen ein Jndexlohnsystem sprechen aber auch noch andere Bc- denken. Für den gewerblichen Betrieb hat der Index- lohn die Folge, daß er die Kalkulationsgrundlagen dauernd verschiebt. Er ist vom Standpunkt der Betriebs- Wirtschaft kein stabilisierendes, sondern ein Störungselement. Vom gewerkschaftlichen Standpunkt endlich aus muß eine Stabilisierung des Reallohns, die mit dem Jndexlohn ver- Kunden wäre, abgelehnt werden. In K r i s e n z e i t e n wie den heutigen müssen sich die Gewerkschaften uirter Umständen mit einer Erhaltung der Reallöhne begnügen. Unter normalen Wirtschafts- verhöltmsien aber ist ihr Bestreben auf eine ständige Er- höhung der Reallöhne gerichtet, di« ihre Rechtfertigung schon in der fortschreitenden Steigerung der Ergiebigkeit der Arbeit findet. Mit andern Worten, ein Jndexlohnsystem würde die Arbeiter um die Arüdjte des technischen Aortschritts bringen. Daß die Unternehmer heute dem Jndexlohn sympathisch gegenüberstehen, kann man begreisen. Wenn man aber bei besserer Konjunktur wieder vor einer Welle von Preissteigerungen stehen würde, dann würden die S y m p a- t h i e n der Unternehmer für den Indexlohn erloschen sein. Die Betrogenen wären dann die Arbeiter: sie haben in den Jndexlohn eingewilligt, als er für ste ein Opfer bedeniet«, aber in dem Augen- blick, in dem er sich für sie günstig auswirken wurde, müßten bei lurzsristigen Indcxlohnverträgen die Lohnerhöhungen wieder er- kämpft werden. Würde aber, um diese Gefahr zu vermeiden, ein Jndexlohntarifvertrag für lange Zeit abgeschlossen, dann bindet er den Arbeitern die Hände und hindert sie, die Reallöhne entsprechend der steigenden Arbeitsleistung zu erhöhen. Aus allen diesen Gründen muß ein starres Jndexlohnsystem entschieden abgelehnt werden. Freilich muh beachtet werden, daß zwischen dem Preisniveau und den Löhnen Zusammenhänge bestehen, die weder von den Unternehmern noch von den Gewerkschaften vernachlässigt werden dürfen. Der Kampf um den Lohn ist eben letzten Endes ein Kampf um den Reallohn, und die Höhe des Reallohnes läßt sich nur nom allgemeinen Preisniveau ablesen. Deshalb werden Zeiten steigernder Preise immer einen Antrieb für die Gewerkschaften schassen, Lohnerhöhungen burchzirsetzen: in Zeiten sinkender Preise, die in der Regel Krisenzeiten sind, werden die Gewerkschaften ihr Hauptaugenmerk auf die Erhaltung der Reallöhne richten. Um solche ganz allgemeinen Zusammenhange allein können sich heute die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Unternehmeru drehen, sicher aber nicht um die Wiedereinführung des Indexlohn- systems oder gar emes Gleitsystems nach Oeynhausener Muster. Lohnbindungen dieser Art werden die Gewerkschaften entschieden und mit vollem Recht ablehnen. Neues zur Wirtschaftslage. Oer Güterverkehr steigt weiter.— Nekordtiefstand der Eisen« erzeugung.— Maschinenindoflrie noch keine Besserung. Nach den letzten Veröffentlichungen der Reichsbahn hat die von uns in der vorigen Woche schon festgestellte steigende Ten- denz des Güterverkehrs angehalten. In der Woche zum 31. Mai hat sich die arbcitstägliche Wagengeftellung weiter von 138 400 auf 144 200 Wagen erhöht. In der gleichen Zeit des Bor- jahres ist die Wagengeftellung der Reichsbahn stabil geblieben. Für eine Besserung der Konjunktur braucht das noch kein Beweis zu sein. Immerhin muß die Entwicklung des Güter- Verkehrs der Reichsbahn, der ein guter Gradmesser der Wirtschasts- entwicklung ist, weiter beobachtet werden. Im Monat Mai hat die deutsche Roheisenerzeugung einen Rekordties st and erreicht. Gegenüber April ist diese arbeitstägliche Erzeugung von 30 064 auf 27 731 Tonnen weiter ge- funken. Im Mai vorigen Jahres wurden noch 37 129 Tonnen er- zeugt, so daß«in R ü ck g a n g u m m e h r a l s 2 S P r o z. vorliegt. Der Verein deutscher Maschinenbauanstalten meldet, daß der Monat Mai gegenüber dem schlechten April noch keine nennenswerte Besserung im Eingang von In- lands- und Auslandsaufträgen gebracht Hab«. An der tatsächlich ge- leisteten Arbeiterstundenzahl bemessen, betrug der Beschäftigungsgrad rund 60 Proz. Verschlechterungen werden vom Werkzeug- maschineubau, aus der Strickmafchineniudustrie, im Kraftmaschinen- bau(Ausnahme Dieselmotoren), beim Ventilatorenbau und bei Papieroerarbeitungsmaschinen gemeldet. Leichte Besserungen liegen in der Fördermittelindustrie, im Waagenbau und bei Zerkleinerungs- und Ausbereitungsmaschinen vor. Das größte Hemmnis für eine Besserung der Wirtschaftslage sei das zu hohe Niveau der industriellen Selbstkosten� Das Institut für Konjunkturforschung schätzt für die ersten vier Monate 1930, daß der deutsche Einzelhandelsumsatz Im vergleich zu der entsprechenden Zeit des Vorjahres um 170 bis 200 Millionen zurückgegangen sei, was ans die konjunkturell« Ver. Minderung des Arbeitseinkommens der Massen zurückgeführt wird. Sehr bemerkenswert ist die Feststellung, daß selbst in Warenhäusern und Konsumvereinen der bisher steigende Umsatz an Lebensmitteln sich seit Anfang 1930 eher ver- ringertalsvermehrt hat. Die Umsatz mengen seien— in- folge der Preissenkung— weniger stark zurückgegangen. BMW. halbiert die Dividende. Der Aufsichtsrat der Bayerischen Motorenwerke A.- G., Münch« n, schlägt der Generaloersammlung ein« Dividend« von nur 7 gegen 14 Proz. im Vorjahre zur Verteilung auf das Ik-Millionen-Kapital vor. Di« Abschreibungen werden von 1,85 auf 2,30 Millionen erhöht: als Reingewinn werden nur 1,32 gegen 2,80 Millionen im Vorfahr ausgewiesen. Da der U m s a tz von 27 auf 35 Millionen Mark gestiegen ist, dürste die Divi- dendenverkürzung kaum in geringeren Gewinnen ihren Grund haben. Aus laufenden Einnahmen scheinen große Beträge für die Pro- dnktion des neuen Kleinautos verwendet worden zu sein. Im übrigen dürste immerhin die Kürzung der R-ichssubventionen im vorigen Jahr das Flugmotorengeschöft etwas be- eintröchtigt haben. Der Geschästsbericht liegt noch nicht vor. Die kriegsjchädenschuldbnchsorderungen sollen nach einem Schreiben des Reicbssinanznünisters an di� Arbeitsgemeinschast der Liquidations- und Gewaltgeschädigten bei der Aushebung der K a- pitalertragstener ebenso behandelt werten wie die festverzinslichen Papiere, so daß auch bei den Schuldbuchsorderungen der Abzug der Kapitalertragsteuer fortfallen würde. Getreidehandelsgesellschost soll»orläusig keinen Roggen expor- lieren. Der Rcichscrnähningsminister hat eine neue Maßnahme zur Stützung der Roggenpreise verordnet. Aus den Roggen- stützungsbcständen der Deutschen Getreidehandelsgesellschaft dürfen vorläufig keine Exporte mehr vorgenommen werden. Die Exporte werden auf die freihändig angekauften Roggenmengcn beschränkt. Die Maßnahme bedeutet neue Zinsverluste bei den großen Beständen von magaziniertem Roggen, die noch vorhanden sind. Regelung im deulsch-englischen Koksexport. Die britischen und die deutschen Koksanssuhrgesellschasten haben einen Vertrag ge- Massen, nach dem beide Teile ihren Exportüberschuß nach Schweden, Dänemark und andere Staaten gemeinsam verteilen werden. Der Zweck des Vertrages soll die Verhinderung des Speku« lationsgechästes und di« Regulierung der Exportpreis« sein. Aus England werden 53 Prozent des Exportes, ans Deusschland� 47 Prozent fallen, Protest gegen Sozialreaktion. Kundgebung der Berliner Kunkiionäre der Arbeiter und AngesteNten. Zum Protest gegen den ungeheuerlichen Anschlag der Reichs» regierung aus die sozialen Errungenschaften der Arbeiterschaft hatten der Ortsausschuß des ADGB. und das A s A- O r t s» l a rt e ll, die Junffionäte der Berliner Gewerkschaften gestern abend zu einer Protest Versammlung nach dem(Bemerk- schaftshaus einberufen, die einen außerordentlich starken Besuch aufwies. Der Referent des Abends, Genosse Dr. B r o e rk e r vom ADGB. wies einleitend auf die Folgen hin, die das außerordent- liche Anschwellen der Arbeitslosigkeit für den Sozialetat, ins- besondere für den Etat der Arbeitslosenversicherung, gehabt habe. Der Redner schilderte im einzelnen die im.Vorwärts" bereits mitgeteilten und kritisierten Abbauvorschläg«, die im Vorstand der Reichsanstalt größtenteils mit den Stimmen der christlichen und Hlrsch-Durnferschen Vertreter gegen die Stimmen der freien Ge. werkfchaslen angenommen und von der Regierung zur Grundlage ihres noch weitergehenden ,.Reform''-vorschlages gemacht worden sind. Die Herabsetzung der Arbeitslosenunterstützung auf die Sätze der Krisenunterstlltzung für alle Arbeitslosen, die nicht mindestens 52 Wochen Anwartschaft-zeir haben, sei ein Ausnahmerecht gegen die Opfer der verfehlten Wirlfchasts- pslitit und gleichzeitig ein Schlag gegen alle besser Entlohnten zum Zweck des Hohndruckes. Auf dem Wege über die Auslegung des.Begriffes der Ar- beitslosigkeit" wolle man die Bedürftigkeitsprüfung wieder einführen. Gegen diese Pläne der Reichsregierung müsse sich die Arbeiterschaft schützend vor die Fundamente der Sozialpolitik stellen. Die Belebung der Wirtschaft müsse erfolgen, insbesondere durch Abbau der Preise und größere Planmäßigkeit bei Vergebung öffentlicher Arbeiten. Lediglich diesen Zweck hatten auch die Verhandlungen der Gewerkschaften mit dem Reichsverband der Industrie. In der Verteidigung der Sozialpolitik und des Lohnstandards der deutschen Arbeiterschaft sehen die Gewertschaften zur Zeit ihre wichtigste Aufgabe, weil gesunde soziale Verhältnisse die wichtigste Voraussetzung für eine Wiederbelebung der gesamten Wirtschaft seien. Di« Konferenz lehnte jede Diskussion über die Vorschläge der Reichsregierung ab und bekundete damit ihre einmütige Zustimmung zu folgender, vom Ortsausschuß und dem AfA-Ortskartell vorgeleg» ten Entschließung: .Di« Funktionärkonferenz«rklärt sich solidarisch mit den Forderungen, die von der gemeinsamen Ausschutzsitzung des ADGB. und des AfA-Bundes zur Wirtschafts, und Sozialpolitik«rhoben worden sind. Als vordringlichste Aufgabe, auf die alle Kräfte des Staates und der Wirtschaft zu vereinen sind, sieht sie umfassende Arbeitsbeschassungsmaßnahmen an, die zu einer Verringerung der furchtbaren Arbeitslosigkeit führen können. Insbesondere fordert sie die Bereitstellung von Mitteln zur Belebung des Banmarktes und die unverzügliche Inangriffnahme aller öffentlichen Arbeilen und Aufträge. Mit Entrüstung wenden sich di« Funktionäre gegen den Der- such der Unternehmer und der bürgerlichen Parteien, die Wirt- jchaftskrise zu einem Abbau der deutschen Sozialpolitik auszunutzen. Die in der A r b e i t s l 0 s« n v e r s i ch e r u ng geplanten unerhörten Verschlechterungen werden das harte Los gerade der häufig Arbeitslosen noch unerträglicher machen. Die geplanten Einschränkungen der Krankenver- s i ch e r u n g könnten nur auf Kosten der Nolksgesundheit durch- geführt werden. Statt des Abbaues der Sozialpolitik macht gerade di« Wirtschaftskrise einen Ausbau erforderlich, insbesondere einen solchen des Arbeitslosenschutzes durch Ausdehnung der Krisenunler- stühung auf alle Berufe und auf die ganze Dauer der Arbeits- losigkeit. Den Bestrebungen der Unternehmer, einen Lohnabbau durch- zuführen, sagen die Funktionär« erbitterten Kampf an. Sie vcr- urteilen aufs schärfste die einseitige Parteinahme des Rcichsarbeits- Ministers, wie sie in der Verbindl-chkeiteerklärung des Orynhauser Schiedsspruches zum Ausdruck kommt. Nicht Abbau der Löhne, sondern Steigerung der Kaufkraft und eine der Rationalisierung entsprechende Verkürzung der Arbeitszeit ist die Voraussetzung zur Gesundung der Wirtschaft. Gegenüber dem Plan, einseitige Belastungen der Arbeiterschaft durchzusühren, fordern die Funktionäre des weiteren die Erleichts- rung der Absatzmöglichkeit durch Senkung der preise, insbesondere durch Abbau der Kartell- und Monopolpreis« und der Zwischen- Handelsgewinne. Im Interesse einer gerechten Lastenverteilung treten sie ein für die Erhebung eines Notopfers nicht nur von den Festbefoldeten, sondern von allen höhereg Einkommen und Vermögen." Die Gewerkschastsinternationale. Was über ihre Täiigkeii in den leßten drei Lahre« berichtet wird. Der Internationale Gcwerkschaftsbund hat seinen Tätigkeit?- bcricht über die Jahre 1927. 1928 und 1929 herausgegeben, den er dem V. Internationalen Gewerkschaftskongreß zu Stockholm vorlegt. Dem Bericht find solche der dem IGB. angeschlossenen Landes- zentralen wie di« der Internationalen Berufssekretoriote beigefügt. Voraus geht die Feststellung, daß die Wirtschaftslage' in der letzten Zeit sich bedeutend verschlechtert hat und leider noch keine Anzeichen einer Besserung zu verzeichnen sind. Die nationale und international« Kartellierung und Vertrustung macht immer größere Fortschritte, ohne jedoch aus die Preisgestaltung einen günstigen Einfluß— im feinnc der Konsumenten— auszuüben. Die auf die Weltwirtschafts- konferenz gesetzten Erwartungen haben sich nicht erfüllt, die Schutz- zollmauern haben sich sogar in vielen Fällen erhöht. Doch trotz der ungünstigen wirtschaftlichen Vcrhällnisse, ist die villglicderzahl des 3.i Gouverneur von Kamerun, Freiherr v. Rcchcnbcrg, vertreten. Das Internationale Arbeitsamt hat für die internationale Regelung der Zwangsarbeit«inen Konventionsentwurf und zwei Empfehlungen ausgearbeitet, di« sich auf den Antworten ausbauen, die die Regierungen auf einen vom Arbeitsamt aus- gearbeiteten Fragebogen erteilt haben. Kolonial möchte haben zeitweise die Arbeit des Internationalen Arbeitsamts aaf dem Gebiete der Eingeborenenarbcit erheblich kritisiert. Die meisten Regierungen haben sich ober in ihren Antworten grundsatzlich mit der international«» Regelung d«r Frage in Er- gänzung des Sklaverciabkommcns einverstanden«rklärt. Porta« g a l hat allerdings miig«t«ilt, daß es eine solche Regelung nicht sür notwendig hält. Die heutige Sitzung des Ausschusses war �anptfächl.ch der Wahl des Vorstandes gewidmet. Vorsitzender ist Gau» t> e r- Frankreich. Di« Arbeitergruppe beantragte di« Dertagarg auf Freitag, um die Möglichkeit zu erhalt«», noch einmal innerhalb der Gruppe zu einzelnen Fragen Stellung zu n«hm«n. Die Kam- Mission wird am Freitag sofort in die Behandlung des vom Büro ausgearbeiteten Fragebogens und der Vorschläge eintreten. Die Zahl der englischen Arbeitslosen beträgt zur Zeit 1 167 900 Personen, dazu kommen 607 200 Arbeitslose, die zeitweise Gelegen. hcitsarbeit finden. Seit der Woche vor dein 2. Juni ist die Arbeits- lojenzifser um 5049 gestiegen. Das bedeutet gegen den 1. Juni 1929 «ine Zunahme der Arbeitslosigkeit um 674 975 Personen. Die Arbeitslosen setzen sich zusammen aus 1274 900 Männern, 415 000 Frauen, 41 400 Mädch«n und 43 800 Burschen. Ausgehoben« Sperre. Wie uns der ZentrawerBand der Hotel-, Restaurant- und Casö-Ai, gestellten mitteilt, sind«Ve Disf«r«nzen in dem Betrieb Restaurant„Herde trug", Inhaber Gustav D r ä g e r, Mahledors-Süd, beigelegt. Die Sperr« über diesen Betrieb wird hiermit ausgehoben.—'Ebensalls: Paradi«s-Gart«n, Inh. Kahl, Alt-Treptow 7. «rtri-b»h»f bet»««.! J>,utf. IS'i Uhr. im Lokal von Schell. dach, aknIgin.Stzsade'H.SIe. 6. Bersammluna oller LPD.�vcnolken und Q '. Snmpathisierenden. Wichtioe Tattcsortnun«. Der Frafti»a»,»rsla«d. Iucenvarupve OesZentraiverbantes der Anaessettten 3eute. Treiiaa. finden solgend« Veranstaltungen statt: vSeelpe««: ugenddeim La» fever Sir. 2. Verufktundlicher ssragekastenabend.— Röpenttf; Jugenddeim Dahbvitzrr Str. I«(chaoonstalt am»ahnhel«dormck». «vafpracheadrnd._ Stidweft: Jugendheim üoeeffit. 11(2.£>of, SuergebSute 1 Zrrvpe. Zimmer 5)...Unser»ruvr>-nb«ri»t«»uch."— Spiel nah Spart: ab 19 Uhr auf der kleinen Spielmies« im Balkopark Neukhlln(an der Sladeldahn): ad 18 Uhr auf dem Sportplah Tantianstrahe,.Cinfame Tappal": ab 18 Uhr auf her Diele 7 im Treptower Bark. Der Kampf um die SiraBenbaim Auch heute noch das unentbehrliche Massenverkehrsmittel der Großstadt „Äcin Vorfohrtr«cht der Straßenbahn!" Mit solchen und ahn- lichen dickgedruckten Schlagzeilen erscheinen Beitrage in der bürgerlichen Presse, die von osfenbar überaus stark interessierter Seite veranlaßt sind. Abgesehen davon, daß in den Beiträgen ganz offensichtliche Unrichtigkeiten enthalten waren, zeigten sie ein derartig geringes wirtschaftliches Verständnis und eine so große Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse, daß sie deswegen gerade vielleicht einer Erwiderung nicht bedürften. Man muß ihnen aber entgegentreten, um den P u l v e r st o f f, den ste darstellen, schon vor dem Erglimmen zu zertreten und die Bevölke- rung vor schwersten Schäden zu bewahren. Soweit die Bei- träge stch mit der rechtlichen Regelung der sogenannten Vorrechte der Straßenbahn befassen, brauchen sie hier nicht. widerlegt zu werden. Es handelt sich um den Komps der Kraftfahrer, um die Alleinherrschaft auf der Straße, wenigstens an den Brenn- punkten des Verkehrs. Gewiß hat sich der Verkehr gerade auch in dem legten Jahrzehnt in einem Maße entwickelt, wie es kaum vorher zu selten war. Daß die Straß eübahn noch immer das Verkehrsmittel der Bevölkerung ist, ist so klar und so unbestreitbar, daß man darüber irgendeine gegenteilige Ansicht gar nicht äußern kann. Es fei nur gesagt, daß von den 7 Milliarden Personen, die in Deutschland von den Schienenbahnen befördert werden, mehr als 4'/, Milliarden Personen sich des Verkehrsmittels d«r Straßenbahn bedienen und bedienen müssen. Schon dieser Umstand rechtfertigt es, den Straßen- bahnen eine besondere Berücksichtigung zuteil werden zu lassen. Der Gedanke, die Straßenbahnen überhaupt verschwinden zu lassen, haben ihre Gegner ja auch schon geäußert. Die Hauptforde- rung geht dahin, die Straßenbahnen aus der Innenstadt zu ent- fernen, weil durch sie angeblich die gesamte verkehr-abwicklung gefährlich verstopft werde. Wenn das auch für einige, besonders gelagerte Fälle gelegentlich zutreffen mag, so fehlen aber leider Vor- Wie fie Hetzen! Geschrei um die Einweihung der Neuköllner Großkampfbahn Seit Vagen geifert ein Teil der bürgerlichen Presse gegen dos lBezsy k s a m t Ne ujl ö l l n, weil es. zur Einwechungidac. Groß- bah MMiWt»'' tojK. nachmittags- Z Uhr, nür A'r b ei tt r Sportvereine zur Mitwirkung �herangezogen haben soll. Dieselbe Presse/ die' es sonst ganz in der Ordnung findet, wenn bei anderen sportlichen Ereignissen nur b ü r g c r l i ch e Sportler teilnehmen, stürzt sich jejzt aus dgs, sozialdemokratische Bezirksamt, um ihn» Verletzung der Neutralität vorzuwerfen. Wie liegen die Dinge i n W i r k l ich k ez t? Das Be. zirksomt hat keine Vereine zur Mitwirkung, bei der Einweihung eingeladen, sondern lediglich das An.gcbot der Arbeiteriportlcr, an der Feier mitzuwirken, angenommen. Es glaubte insofern dieses Angebot annehmen zu müssen, weil erst- vor einigen Wochen che! der Einwechung des städtischen Sportplatzes in Rudow die bürgerlichen Sportvereine allein mitwirkten. Noch nie haben sich die Arbeiler- Ivortler über eine solche Zurücksetzung beschwert. Mit der Hetze will man lediglich dein sozialdemokratischen Bezirksamt ein« auswischen. Daß es nur so ist, konnte in den letzten'Tagen im Haus-» halt sausschuh bei Beratung der Bedarssannieldung.für 1931 jeftgestellt werden. Dort beantragten die D e u t s ch n a t i o II a l e n Streichung von 755,000 M. für die weiteren Arbeiten, im Sport» park. Wer den Park kennt, weiß, daß täglich Tausende dort Er- h o l n n g suchen, daß diese Pläjze nicht nur für die Sportler, sondern in noch höherem Maß« für die Gesamtheit der Bevölkerung geschasfen worden sind. Wenn die Deutschnotionolcn da von einer Dergeudung von städtischen Mitteln reden, so glauben wir, daß die Wähler aller- dings anderer Meinung sind. Die S o z j a.l d e m o k r a t i e wird den Herrschaften die richtige Antwort erteilen. Die bürgerliche Presse geht weiter damit krebsen, daß die Anlagen aus Allgemcinmitteln errichtet worden sind und daß deehalb die Anlagen ollen Sport- organifationen zur Verfügung stehen müssen. Sie»erschweigt ge- flissentlich, daß seit Erössmmg der Sporiplätzc bisher nie Disserenzen mit irgendwelchen vereinen bestanden haben. Tatsache ist, daß olle Sportorganisationen heute schon und auch in Zukunft dort ihre Veranstaltungen treffen können. Weiter wird erzählt, die Sportanlagen hätten jetzt schon Millionen Mark gekostet. In Wahrheit sind bisher für die Errichtung der Kampfbahn, 7 Sport- Plätze, 4 Kinderspielplätze und die gesamten Parkanlagen 2,8 Mil- lionen ausgegeben worden. Davon cntsallen allein auf Notstands- und Wohlfahrtsarbeiten 2,3 Millionen Mark. Auch das Märchen der bürgerlichen Presse, das Bezirksamt plant ein P a r t c i s c st auf Kosten der Allgemlnheit ist nicht nur lächerlich, sondern insofern hinfällig als die bisherigen Kosten genau 1000 RM. betrogen, die durch Eintrittsgelder wieder hereingebracht werden. So entpuppt sich der Kampf gegen dos Bezirksamt als ein Kampf gegen die Bejchästigunz Erwerbsloser. Das der Neuköllner Bevölkerung bei passender Gelegenheit immer wieder zu sagen, werden wir nicht vergessen._ Oer aXunoporf* des Nordens. Auf den weiten Wiesen an den Schönholz er Schieß- ständen soll der.Lnnapork" des Nordens entstehen. Vorerst ist er nicht als Dauereinrichtung gedacht, nur zweimal im Jahre soll sich dort ein großes Volksfest abspielen, und die erste Prob« ist für die Zeit vom 19. Juli bis l. August d. I. in Aussicht gc> ttommett. Eine Himalaya- und eine Wasserrutschbahn sollen ,n stabilen Bauten errichtet werden, ein ganzes„Bayerisches Dors" soll den Berliner ans die Alp entführen und ein„Neger- darf soll ihm die Sitten und Gebräuche'Zentralafrika» zum besseren Verständnis bringen. Selbstverständlich fehlen auch die »ibrigen Heinere» Attraktionen nicht, auch wird das nördliche schlage, die dieser Verstopfung ablzelfen könnten. Man verweist nur auf den O m n i b u e v e r k e h r und man will es nicht wahr haben, daß durch diesen Verkehr die gleich« Verstopfung, wenn nicht eine noch schlimmere zwangsläufig eintreten muß. Die Straßenbahn, die mU einem Zuge oft über 150 bis 200 Personen in einer Fahrt befördert, könnte nur ersetzt werden durch eine Unzahl von Omnibussen, die dann Wagen an Wagen die Straßen besetzt holten müssen und ebenfalls weder vorwärts, noch rückwärts, noch seitwärts ausweichen könnten, wie die unerträglichen Zustände in der Londoner und Pariser City beweisen. Den Vorschlag, den gesamten Bertehr der Massenbeförderung unter die Erde zu legen, wollen auch wir als die beste Lösung anerkennen, Ihr stehen aber genau dieselben Hindernisse entgegen wie dem verstärkten Omnibusverkehr, nämlich einmal die unausbleiblich höheren Tarif«, zum weiteren die einfach« Erwägung, daß man nicht die gesamten An- lagen der Straßenbahn und das darin angelegte Kapital von mehr als 2'/« Milliarden Mark verschleudern kann. Das kann man auch nicht in jetziger Zeit mit dem Material, das in den Einzel- strecken liegt. Deutschland kann sich den Luxus einfach nicht leisten, bestehende Betriebsanlogen brachzulegen, um einzig und allein einem ganz bestimmten Kreise der Bevölkerung Vorteile zu verschaffen. Darauf läuft es aber hinaus, man möchte der Straßenbahn die angeblichen„Vorrechte nehmen, um seinen Kraftwagen ungestört„antreten" lassen zn können. Wenn überhaupt eine Entfernung der Straßenbahn aus der Innenstadt durchgeführt werden soll, so kann das nur auf viele, viele Johrzehnie hinaus in planmäßigem Abbau und Aufbau geschehen. Dann müssen zuerst aber die wirtschaftlichen Grundlagen geschossen sein, die aber das verarmte deutsch« Volk auch aus Jahrzehnt« hinaus nicht schaffen kann. Werner Kleffel. Lunaporkfeuerwcrk an Cliteabenden abgebrannt wevden. Die Sportvereine, die auf dem großep Gelände ihre Uelnings- Plätze hatten, sind bereits gekündigt worden, und die Unternehmer des künftigen Lunaparkes des Nordens haben das gesamte Gelände aut 15 Jahre fest gepachtet. Vie Äauorönung syK verbessert werben. Der�Sst ä JrtTlrfl Tnnrrrch u ß G r o ß- B« r l i n, gebildet äü» dem Bund« Deutscher?lrchit«kten, der Ireien Deutschen Akademie de? Städtebaues und den, Architekten- und Jngenieurverein zu Berlin hat dieser Tage eine D e n k s ch r i s t herausgegeben, in der Vorschläge für ein« Aenderung der Bauordnung der Stadt Berlin und sür eine?lbkürz»ng und Verbesserung des gegenwärtigen baupolizeilichen Genehmigungsversahrens' ge- macht iverden. Bei der Uebergabe der Denkschrist an die Presse gab Baurot A l t m a» n einige Erläuteruirgen, wobei er besonders die Zielsetzung der Denkschrist betonte: das Genehmigungsverfahren in einer Weise zu vereinfachen, daß es nicht mehr, wie es jetzt oft ii blich ist. Monate dauert, ehe die Baugenehmigung erteilt wird. Präsident Kühn von der Finanz- und Baugenossenschast macht« in einer kurzen Bemerkung auf die Frage der Hochhäuser aus- merksam. Am Aichalter Bah ich os, wp ein Hochhaus nicht störend wirken könnte, darf nicht gebaut werden, am K l c i st p a r k dagegen, wo es eigentlich überflüssig ist, wurde die Baugenehmigung erteilt. Vom Wohlfahrtsministeriitm müssen in dieser Frage endlich einmal allgemeine Richtlinien ausgestellt werden. Oberbaurat Michaelis von der Berliner Baupolizei gab den Referenten im großen ganzen recht: die Organisation ist.zu groß, die einzelnen Aemter arbeiten zwar schnell, müssen jedoch ein« Anzahl Stellen hören, die auf die Gestaltung Berlins einwirken wollen, dadurch wird der Instanzenweg zu groß. Ein« Aeicherung ist hier durchaus erwünscht, damit wird auch der Bouwirtschast geHolsen. Neue Klcingartrnkolonien in Hohenschönhausen. Für die Erhaltung der Gesundheit der Bevölkerung des dichtbevölkerten Ostens und Nordoste, is Berlins ist es van großer Be> deutuug, daß neue Kleingarten kolonicn errichtet werden, in denen sich die in engen Mietkasernen lebende Bevölkerung während der Sommermonat« erholen kann. Zur Zeit werden nun aus dem der Stadt Berlin gehörenden Gelände an der Warten- berger Sraße in Hohenschönhausen und an der Quitzowstraßc v:er neue Kolonien errichtet. Nach dem vom Gartenamt Weißen- see cniworfenen und vom Bezirksamt genehmigten Plan werden an der Wartenberger Straße drei Kolonie» mit 060 Kleingärten, die eine durchschnittliche Flächengröße von 300 L-uadratmeter be» sitzen, errichtet. Inmitten der Kolonien ist eine mehrere Morgen große Spielwiese vorgesehen. Die Kolonie an der Quitzow- straße ist voll besetzt, obwohl die Aufteilung erst Mitte Mai be» gönnen hat. Di« Nacbsrage ist rege. An der Wartenberger Straße ist eine große'Anzahl Parzellen vergeben. Dos Gelände grenzt an die -Kolonie Mühlengrund und kann mit der Stroßenbabn fb und 174 sowie mit dem Autobus 40 erreicht werben. In der Bezirksoersamm- lung des 18. Bezirks wurhe auf Antrag der f o z i o l d e m o» tratischen Fraktion beschlossen, die Kolonisten bei der Aus« Gestaltung der Hauptwege, Einzäunung, Legung der Wasser- lntung usw. zu unterstützen. Die Parzellen werden an die Bewerber Sonntags vormittags an Ort und Stelle vergeben. Waldbrand im Grunewald. Ilnweit der Arusbahn am Großen Stern im Grüne». « a I d geriet gestern nachmittag ein Waldstreifen von etwa 4000 Ouadratmerer Größe, vermutlich durch llnvorsichiigteit von Ausflüglern, in Brand. Die Feuerwehr eilte mit drei Lvschzügen an die Brandstelle. Da sich in der Näh« der Brandstell« zufällig «lehrcre HKratsten besinden, konnte die Feuerwehr sosort mehrere Schlauchleitungen anschließen und durch starkes Wassergeben den Brand auf seinen Hevd beschränken.— Auch an anderen Stellen in der Umgebung Berlins entstanden k l e iji e r e Waldbrände, die in allen Fällen jedoch im Keime erstickt xverden konnten. Kinder in Rot! Schafft endlich eine Krippe für den ZrieSrichshain. Der Bezirk Friedrichs Hain ist als vorwiegend p r o l e t a r i- scher Wohnbezirk Infolge seiner auf geringer Fläche zusammen- gedrängten Bevölkerungsmasse sozial und gesundheitlich gesehen wohl der s ch l e ch t e st e Bezirk Berlins. Nahezu 340 000, meist in Mietkasernen wohnende Menschen, leben aus l Proz. der Gesamt- berliner Fläche, d. h. ei» Zwölftel aller Berliner. Die Woh- nungen, die In ihrer überwiegenden Zahl noch in den letzten vier und drei Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts erbaut sind, sind in einem vielfach m e n s ch e« u n w ii r d i g c n Zustand. Auch die um die Jahrhundertwende erstellten Wohnungen unterscheiden sich von den älteren Wohnungen nur wenig. haben doch 41 proz. der Bevölkerung nicht einmal einen Aborl in der Wohnung. 272 000 Mensche» leben in viel zu kleinen und engen Wohnungen. 22 000 Kinder bis zum Aller von 6 Zahren sind den schweren Gefahren der Itachilis, Tuberkulose und vieler anderer Kranlyeilen ouegeseht. Die Sorge für Säuglinge und Kleinkinder ist daher eine der schwersten der verantwortlichen Leiter des Bezirtsaints. Sind schon die unzulänglichen, von kaum einem Sonnenstrahl getroffenen Wohnungen ein gesund- heitsgefährdender Aufenthalt für Säuglinge und Klein- kindcr, so besteht»c-ch eine weitere Gefahr darin, daß es mir» arbeitenden Müttern unmöglich ist, sür die Kinder eine geeigne'.e Bewahrung zu schaffen. Im Bezirk Friedrichshain besteht im Gegen- satz zu anderen Bezirken weder eine städtisch« noch eine private Krippe. Die Schaffung einer solchen ist bereit» seit Jahren vorgesehen Seit dem Jahre 1927 sind hierfür Mittel in den Etat gestellt. Im Etat 1927 betrug der hierfür äusgesetzte Posten 10000 M., der Ende 1928 noch mit 9881 M. vorhanden war. Zu dieser aus den Etat 1929 übertragenen Summe bewilligte die Stadtverordneten- Versammlung weitere 32 000 M., sowie der Bezirk aus seinen Vor- beholtsmitteln 38 000 M. Weitere 10 000 M. waren für eiiien Hort vorgesehen, so daß bereits im Etatsjahr 1929 eine Summe von 92 881 M. für die Herrichtung einer Kinderkrippe zur Veriügi" z stand. Dieselbe Summe erscheint auch wieder im Etat 1930. Diese bewilligten und demnach noch vorhandenen ZNiltel wurden jedoch wegen der Spora klion nicht frei gegeben. Nunmehr kietet sich, nachdem feststeht, daß da» Krema- tortumsgelände in Äei/ Dieftejmeyerflraße seinem eigenilichen Zweck nicht mehr zugeführt wird, die Möglichkeit, in ruhiger Lage de» Bezirk», umgeben von einem alten Baumbestand der um- liegenden Friedhöfe sowie de» Fnedrichshoins, einen Kinder- auf eut ha Ii zu schassen, der seelisch und gesundheitlich die denk- bor günstigsten Wirkunzen aus die gefährdeten Kinder ausübe» dürste. Durch die Ausnutzung der bestehenden Fundamente wäre es sogar möglich, mit den gleichen Mitteln nicht nur jiir 22 Kinder, wie vorgesehen war, sondern sür 50 Kinder eine Krippe zu schaffen. wir haben die Hofsnvng, daß der Magistrat mil uns die schnellste Schaffung einer Kinderkrippe für die so stark gefährdete Zugend de» Bezirk» Friedrichshain für notwendig hält,»nd daß sür diesen Zweck die Krematortumsrniae die günstigste Verwendung siaden kann, vi« Freigabe der bewilligten Mittel sollte darum im Interesse der heranwachsenden Zugend de« proletarischen Bezirkes Friedrichshain nun endlich ohne weitere Verzögerungen durch den Magistrat erfolgen. ?/ Wenn öasKinö keine Milch mehr will, öann geben Sie ihm Müchkatäaemvr*! Oer wirb dreimal so leicht verdaut wie Milch allein/ ... und viel.viel lieber Hnnmkm/ �Z�ezepi- zur Halste voppelstarker Kaftreinen zur Hälfte Milch/ Die Bewucherung der Städte Herr Haberland und die Reform des Enteignungsgesetzes Jagdschloß als Volkskundemuseum. Die Räumlichkeiten in der Klosterstraße, m denen Zunft- «mbleine, Volkskunst. Hnus. und Hosmodcll« so untergebracht sind, daß sie wegen Raummangels zumeist in Kisten schlummern müssen, werden min bald verwaist sein. Die geräumigen Zimmer des alten Jagdschlosses Grunewald werden diese prächtige Samm- lung ausnehmen. � Dieses Jagdschloß hat sein« eigene Geschichte: Der branden- burgische Kurfürst Joachim II., der durch die geschäftstüchtige Ein- führung einer katholischen Landeskirche plötzlich zu Reichtum kam, ließ im Jahre i542 das Schloß erbauen, dessen Schöpfer und Bau- leiter Caspar Theyß war. Joachim II., der auf einer Parforcejagd zwei kämpfend« Hirsche traf, die sich in ihre» Geweihen verfingen, ließ dieses Motiv durch ein Sandsteinrelief über dem Portal des wurmartigen Einganges anbringen. Daninter befindet sich eine In- schrifi aus dem Jahre 1542. lieber dem Sandsteinrelief wurde das Wappen und im Giebelfeld eine Sanduhr angebracht. Joachim II. hielt sich mit seinen Jägern und Hunden, besonders aber mit seiner Geliebten, der Gießerin Anna Sydow und anderen, gern hier auf. Von einem solche» Licbesidyll berichtet die Sage von der weißes ?srau, die Anna Sydow andichtet, nach dem Tode des liebestollen Herrn vom Jagdschloß Grunewald hinab in den See gestürzt worden tzu sein. Der Sohn Joachim II., Johann Georg, ließ 1578 durch seinen Baumeister Lynar die älteren, das Schloß umgrenzenden Gebäude errichten. Bon 1828 ab begannen von hier ab die 'Parforcejagden, bis sie nach etwa 50 Jahren nach dem Jagdschloß Stern verlegt wunden. Liebesidylle und Jagden im Jagdschloß Grunewald gehören vergangenen Zeiten an. Run soll das Schloß zum Volkskundemuseum umgewandelt Werden: zu diesem Zwecke wird ein Umbau und eine heraldische 'Verglasung der Fensterscheiben notwendig sein. Da die Räumlich- leiten des Jagdschlosses selbst nicht ausreichen dürften, dem Museum ven notwendigen Raum zu bieten, so werden auch die Neben- gcbäude in das Projekt einbezogen werden müsien. In der„Vossischen Zeitung" hat kürzlich Konnncrziennrar Haberland die Frage ausgeworfen, ob das gegenwärtige Enl- eignungsgesetz reformbedürftig sei. Nach Betrachtungen über die Enteignung des Aschinger-Hauses am Alexanderplatz kommt der Verfasser zu dem Schluß, daß kein Grund bestehe, das jetzige Enteignungsgesetz abzirändern. Wörtlich heißt es:„Das bestehende Gesetz trägt allen Erfordernissen in vollem Umfang Rech- nung. Es ist keineswegs reformbedürftig. Die Städte müssen sich bei ihren Maßnahmen von vornherein darüber klar werden, welche Unkosten durch die Ausführung entstehen, und müssen ver- suchen, andere Wege zu finden, bei denen die Unkosten geringer sind." So einfach und harmlos, wie sie Herr Haberland hinstellen möchte, sind die Dinge nun aber doch nicht. Eine Reform des Enteignungsgesetzes scheint mir— wie ich schon in meinem Artikel„Hemmungen der großstädtischen Bodenpolitik" in der Zeitschrift„Die Gemeinde"(17. Hejt von 1929) ausgeführt habe, außerordentlich dringend zu sein. Für die Enteignung gilt in Preußen noch heute das„Gesetz über die Enteignung von Grundeigenwm" vom 11. Juni 1874, das den großstädtischen Verhältnissen der Gegenwart nicht mehr Rechnung trägt. Nach diesem Gesetz ist nicht der angemessene, sondern der volle Wert zu entschädigen, worunter Rechtsprechung und Literatur den indi- viduellen Wert verstehen, der auch den entgangenen Gewinn umfaßt. Diese Bestimmung führt nun in der Praxis dazu, daß die Eigen- tümer«norme, die„angemessenen" Grundstückswerte weit übersteigende Entschädigungen erhalten. In kleineren Städten und> Landgemeinden, wo die Spekulation weniger kraß in die Erscheinung tritt, mag eine übermäßige Bereicherung der zu Enteignenden selten sein. In einer Weltstadt wie Berlin aber bietet das Gesetz Speku- ianten und Konjunkturgewinnlern die Möglichkeit, die Stadt in unerhörter Weise zu bewuchern. Durch diesen Kardinalfehler der Enteignung?- gesetzgebung werden die Grundstückspreise auch beim frei- händigen Ankauf durch die Stadt in die Höhe getrieben. Weil die Eigentümer wissen, daß sie im Falle der Enteignung Entschädigungen erhalten, die sie beim Verkauf an einen Privatmann niemals er- zielen würden, lassen sie es darauf ankommen. Hätten sie nur mit einer ,/mgemesscnen" Entschädigung zu rechnen, dann würden sie auch beim freihändigen Verkauf nur einen angemessenen Preis fordern. Aehnlich verhält es sich mit den Mietern und Pächtern der Grundstücke, die oft Verträge von langer Dauer ab- schließen, um große Abfindungen zu erhalten. Der Rewucherung der Städte muß durch eine Abänderung des preußischen Enteignungsgesehes Einhalt geboten werden. Da die Reichsverfassung nach Artikel 153 nur die angemessene Entschädigung verlangt, wäre eine Abänderung der preußischen Vor- schriften durch einfaches Gesetz möglich. Im Gegensatz zu Herrn Kommerzienrat Haberland bin ich des- halb der Ansicht, daß eine Reform des Enteignungsgesetzes nicht nur dringend erforderlich ist, sondern schon sc h r lange not- wendig war, zum Schaden der Allgemeinheit aber bisher unter- blieben ist. l�. B. Auiobuschauffeur verurieili. Durch falsches Ueberholen hat der Aulobussahrer Winzer am 29. November 1929 einen schweren Verkehrsunfall herbeigeführt. Winzer fuhr einen Autobus der Linie 5. In der Schloß- straße in Steglitz fuhr vor ihm ein Lastauto, das er kurz vor der Haltestelle überholte, um dann scharf nach rechts an die Ha"''- stelle einzubiegen. Dabei streifte er von vorn das Lastamo. Dicses wurde auf den Bürgersteig gedrückt und fuhr in eine Schau- f e n st e r s ch e i b e. An der Haltestelle hatten mehrere Perso e i gestanden. Eine Frau wurde verletzt, während eine andere Frau einen Stoß erhielt, so daß sie in eine Fensterscheibe flaz. S>e st a r b an den Folgen der Verletzungen. Winzer hatte sich kürzlich vor der V e r k e h r s a b t e i l u n g des Schöffengerichts Berlin-Mitte zu verantworten. Nach anfänol chem Leugnen gab er schließlich zu, daß er kurz vor dem Lastauto ein- gebogen sei und daß er dabei die eigene Geschwindigkeit des andven Wagens nicht in Rechnung gestellt hatte. Er entschuldigte sich d'- mit, daß er, der früher Schaffner gewesen war, c r st seit einem Monat als Autobusführer tätig war. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu vier Monaten Gefängnis. Sommerzeit— Wanderzeit— Reisezeit. Auf dieses Motto bat der Leiter der von der Verlaasgesellschaft deuffcher Krankenkasien herausgegebenen Zeitschrift„Gesundheit", Dj. med. M o;■ b a ch e r, die neueste Nummer der Zeitschrift gestellt. Professor Dr. Grotjahn gibt hygienische Wanderregeln, Generaisekretär Dr. Max Hirsch schreibt über die richtig« Erholung, Dr. Kurt Bock über Zeltlagerleben, Stadtarzt Dr. G r u m a ch über rachitisch« Kinder in der Großstadt. Aus der Geschichte des Arbeitergesanges Die Arbeitersängerbewegung hat den Sozialismus treu durch die harten Kämpfe der Jahrzehnte begleitet. Victor v? o a ck schilderte das kürzlich anschaulich in seinem Rundfunkvortrag „Aus der Arbeitersängerbewegung". August Bebel war bereits im Jahre 1862 Obmann der Gesangabteilung des Gewerblichen Vildunzsvereins in Leipzig. Dieser Verein— die Arbeiterbildungs- vereine waren für Sachsen verboten— erfreute sich nicht nur be- Nördlicher Duldung, sondern erhielt sogar aus dem Stadtsäckel einen jährlichen Zuschuß von 400 Talern. Doch die Freude währte nicht lange. Als Archust Bebel sich offen zur Sozialdemokratie bekannte, war es mit der Freundschaft der Stadtväter aus. Wie überall häuften sich auch in Sachsen Schikanen ohne Ende auf die Ltrbeitersänger. Doch als 1879 acht Arbeitergesangvereine in M e i p_5 i g ein Koixzert gaben, hatte man schon ein Musterchor von ZOO Sängern beisammen. Der Reinertrag der Veranstaltung, 820 M, wurde dem Fortbildungsverein für Arbeiter gur Gründung einer Bibliothek überwiesen. Mit dem S o- ziali st engefetz wuchsen die Verfolgungen der Arbeitergesang- vereine. Sic wurden zu politischen Vereinen gestempelt, und man untersagte ihnen daraufhin, Frauen und Ktieder in ihren Veihen auszunehmen— falls man diese Vereine nicht gleich ganz verbot. Man forderte die Vorlage der Statuten und der Mit- gliedsliste bei der Polizei. Unternehmer entließen Arbeiter, wenn ste splchen Vereinen angehörten: ja sogar nur die Teilnahm« an emem Stiftungsfest wunde ftik alle Familieninitglieder mit Ent- lassung geahndet. Niemand, der in irgendeiner festen Stellung war, durfte es wagen, Dirigent bei Arbeitersängern zu werden; er wäre brotlos geworden. Gastwirte, die einen Raum zum lieben gur Verfügung stellten, wurden von ihren bürgerlichen Gäste» geächtet. Noch 1913 wurde der Vorstand eines Arbeitergesang- Vereins in Berlin verurteilt, weil er sich weigerte, Statuten und Mitgliedslists der Polizei vorzulegen. Doch die Bewegung mar u n a u f ha l.t.sa m. 1908 wurde der Deutsche Arbeiter- sängerb und mit mehr als 100 000 Mitgliedern gegründet. Heute zählt er bereits 250 000 Mitglieder. Sein jährlicher Etat beträgt 900 000 M. Das erste Arbeiterbundesfest in Han- nover vor zwei Jahren wurde ein Triumph für die Bewegung. Ruiid 50 000 Sänger waren vereinigt: alle maßgebenden Behörden hatten Vertreter entsandt und erste Fachkritiker spendeten der dargebotenen Kunst ungeteilten Beifall. Genossinnen. Genossen, singt mit! Singt init in, Berliner Schubert-Chor, Mitglied des Deutschen Arbeit:r-Zänger- bundcs, der das Kampflied, diese wertvolle Waffe im Kulturkampf der Arbeiterklasse, auf seine Fahne geschrieben hat. Mit uns zieht die neue Zeit! Für sein Herbstkonzert bereitet der Berliner Schubert- Chor unter Leitung seines bekannten Dirigenten Karl Rankl neben der Aufführung von wertvoller alter Musik wieder besondere llrauf- führungen von Hanns E i s l e r, Paul H r n d e m i t h, Kurt Weilt und Kark Rankl vor. Außerdem plant der Chor für das nächste Jahr die Aufführung eines abendfüllenden Werkes init Orchester von HannsEisler. Dazu brauchen wir euch, sangesfreudige Genoisirnen und Genossen! Stellt euch in unsere Reihen und helft mitkämpfen für den kulturellen Fortschritt und Aufstieg der Arbeiterichast! Bei- trittsertlärungen werden für den Männerchor jeden Diens- tag, für den gemischten Chor jeden Freitag, 20 bis 22 Uhr, im llebungssaal des Chors, Werner-Siemens-Oberrealschile, Badstr. 22, entgegengenommen.__ Den 90. Geburtstag feierte am 8. Juni Frau Paukine P r e u ß geb. Ziobarth in voller geistiger Frische. Sie hat 11 Kindern das Leben geschenkt. Frau Preuß wohnt setzt in Neukölln, Lahnstr. 7. Cr Verkauf soweit Vorrat— Mengeiiabflabe vorbehalten" ibo Preise nur Freitag und Sonnabend riaisch und laicht verderbliche Waren sind vorn Versand ausgeschlossen I Frisches Fleisch Schweinebauch«.»«u?.. m. 92?, Schweineschulterblatt p,i 1,08 Schweineschinken......?» 1.14 Eisbein mit Spitcb., gegokelt, PW. 54pt ßückenfettbraiiiriig.i.schnru. ptd. 74p,. Kassier mua......... p,d. tob 1,30»n Kalbshaxen...... t....... na. 88?,. KalbSkamm ohne Beilage..Pfd. 94p,. Kalbsschnitzel..fm. tob 2,30» Kalbsroulade...pm. tob 1.68.« Kalbskotelett... pea von 1,68 Hammel-Vorder, Ici.cli, PM. tob 1,08.0 Suppenfleisch... pm.tob 78p,..0 Schmorfleisch Keuieo.K.1Ptd. 1,34 Schabefleisch........... p,d.1.34 Hackepeter gewsr.t...... pm 1,00 Gulasch gemischt, o. Ka....PM. 98pf. Gefrierfleisch Schmorfleisch ohne Knochen, PM. 1,26 Gulasch ohne Knochen,....... Pfd. 98P,. Suppenfleisch........ pm. von 76p,.n Hammelvorderftalsch pm-tob 88p,..n Kammelrdckan.............. pm 98p,. Hammelkeule................ pm 1,08 Binderbacken o.koocIl,(riech, fm. 48?,. Blrderiungcn frisch.......... pm 38pi. Rinderherzen frisch.......... pm 58 Pf. Euter frisch.................... pm. 26p,. Schweineköpfe mit Backe... Pfd. 40?,. 5C2E273 Fische und Räucherwaren �Makrelen. 2 fm 25?, 30 38 �SchellfischrÄ'aßpf �Seelachs 18?,. "KabeliaulmRinllnd16pf *Rotbars......... pm 20?, "Zander.g".ro.rpe,nd. von 60� �Kabeljaufilei 9* ohne Baachi&ppea........ Pfd.£vPf. Lebende * Schleie, Aale Z 11° *) In allen H&nsern ausser Andreasstrasse Bund von geräuchert. Pfd. Pf. Pf. Bundaale Seeiachs Schellfisch FÄ 38� Qoldbarselcr,rdt42p, Räucherflundern pm 50?,. Stückenlachs...pmI30 UunseTauben Stack 80. Dunse Hühner «120 fltflek yrm W> sa Suppenhühner irisch tfeachlachtet I08 Pfitad tob V sn gelrorca, Pfand Ton Hühner 82. ßehblätter 90 Pfand von Wurslwaren Sülzwurst............ pm 90pf. Dampfwurst........ pft 96pf. Leberwurst«*■•».-**, pti 1, 1 0 Knoblauch wurst... pm 1,15 Jagdwurst........... pm 1.15 Mettwurst a™»ii»cii»«ic.srt.PM. 1,25 Schinkenpolnische pmI, 30 Feine leberwurst.PM 1,40 Zervelal od.SalamiPM.1 ,65 Teewurst............ pm 1,70 Holst Zervelal, Salami pw. 1,80 Qrobe Teewurst... pm 1,80 Fetldarmwurst..... pm 1.85 Sthinkenspedc..... pm 1,90 Feller Speck pm tob 95pf»- Käse und Fette Camembert ToUfett, st 20pf. j Allg. Stangenkäse 38p,. 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Pulver................. Pfd. oUPf. Str. 2M•«. 3�r9on9 9 ö l�f 6 Jrald� 13. 3uni 1930 lind dm mm Utechts wegen Ton.Maus Brauck Sechzehyhundertunds echs sollte einer gehängt werden. Der wir ein windiger Gesell. Allüberall hotte«in zweiarm!g?r Wegweiser vor ihm gestanden, linker �and mit der Ausschrift: Worum ich?. rechter Hand: Warum nur du? Bei allem Unangenehmen, oci allem Schweren, aller Arbeit, la- der Schlautopf von seinem L?bens- Wegweiser: Warum ich? Und handelte strenge danach. Bei ollem Angenehmen, ollem Leichten, oller Freude hatte die andere Aus- schrift für ihn Geltung: Warum nur du? Und er ließ es sich mit Eifer angelegen sein, ihr zu folgen, fo oft es irgend anging. Drei- unddrcihig Jahre lang hatte er sich mit Nichtstun, mit Mein-und- dem-Benvechseln besser-durch das Leben gebracht als Hundert« taufende, welche von früh bis spät iin Schweihe ihres Angesichts schufteten und keine Noggenähre mit nach Hause nahmen, die nicht auf ihrem Acker gewachsen war. Da der Uebertüchtige aber in einer windsüchtigen Septembernocht vor den Ställen des Grafen Hohenlohe seiner Meinung: Warum sollst nur du reiten? durch kie Tat Ausdruck gab, sich den besten Rappen des hohen Herrn klemnne, der ja trotzdem noch viele Dutzend Beine behielt, die für ihn liefen, während er als vielgehetzier armer Teufel höchst»ngercchterweise alles zu Fuß abtippeln mußt«, wurde er auf dem Wege, welchen er nachweisbar richtig, die anderen jedoch unanzweifelbar falsch nann- ten, erwischt. Und der Graf befahl, daß man den Roßdicb an einem verläßlichen Ast der Linde vor seinem Burgtor aufhänge und, ehe man ihn draußen neben der Mauer verscharre, zur War- uung acht Tage und sieben Nächte lang baumeln lasse. Des andern Morgens stand eine Leiter am mächtigsten Ast der Burgtorlinde. Zwei Knechte des Grafen sahen auf diesem Ast links und rechts neben der Schlinge, um dem armen Sünder ohne Bergelts Gott! behilflich zu sein, falls ihm beim Umlegen des säuberlich geschlungenen hänfenen Kragens die Hände zittern soll- ten. Ein halbes Hundert hochgereckter Hellebarden crktönen sich bereit, ihn jederzeit auszufangen, wenn er sich genötigt glaube, zur Erde zu springen oder wenn unglücklicherweise der Strick risse, ob- wohl der stark genug sein müsse, einem Zchnzcntner-Ochsen das Stehen auf der Erde abzunehmen. Was unten im Dorf Menschen- deine besah, die deni eigenen Willen botmäßig waren, hatte sich zur Burg ausgemacht, um das Schauspiel zu sehen, wie einer sich benahm, dessen Füße nicht mehr auf die Erde herabreichten, so heftig er auch seine Zehen nach unten strecken mochte. Wie nun der windig« Spitzbub vor der Leiter stand, die nicht, gleich hundert anderen Leitern, er an den Baum gelehnt hatte — denn welcher Sinn lag darin, alldieweil es auf einer Linde doch keine Frücht« zu pflücken gab!—, da erbl'ckte er noch einmal den zweiarmigen Wegweiser, de? ihm, bis er der vermaledeiten Burg des Grafen Hohenlohe ansichtig geworden war, noch niemals die falsche Richtung gewiesen hatte. Und er mar der unumstößlichen Ansicht, daß mehr als je während seine« ganzen Lebens in diesem Augenblick die Aufschrift linker Hand Geltung haben müsse: Worum ich? Er rief also den Gaffern, beherzt wie er allezeit gewesen war. zu: Falls einer bereit sei, für ihn die Sprossen hinaufzusteigen und an seiner Statt vom Lindenost herunter den kleinen Sprung abwärts zu tun, so zahle er ihm aus der Stelle dreihundert Gulden Rheinisch. Man lachte. Glaubte, daß der Windbeutel seine Worte nicht ernst meine, sondern einen Galgenscherz mache. War der Gewißheit, daß er nicht drei, geschweige denn dreihundert Gulden besitze. Aber der Berurtellt« knöpfte seinen Rock auf, riß dos Futter in Fetzen, brachte«inen Beutel ans Tageslicht, schwenkte ihn, daß m im Bcutelbruch verheißungsvoll klimperte, und rief: „Dreihundert Gulden dem, der sich für mich hängen läßt! Drei— hundert— Gulden!" Da hielt man es doch für geboten, dem adligen Richter van dem sonderbaren Handel Kunde zu bringen. lind es kam bald danach von seiner Burg herab der Herr Gras Philipp von Hohenlohe, Generallieutenant zu Holland, Seeland und so weiter.„Dreihundert Gulden dem, der sich für mich hängen läßt!" rief der zum Strang Verurteilte von neuem. Rief es über die Köpfe der Menge weg dem Grafen zu, klimperte ihn mit dem Beutel an, als ob dos der Mann wäre, der seine Stell« unter dem Lindenost vertreten werde. Weil aber der Gras Hohenlohe«inen Schelmen allezeit gut leiden kannte, rief er— noch ehe er den Richtplatz mit seinen Füßen betreten hatte— über die Köpf« der Menge dem Leiterhelden zu:„Es gilt! Bei meinem gräflichen Wort: Dreihundert Gulden dem, der sich für den Roßverwechsler hängen läßt!" Er war nämlich der Ueberzeugung. daß niemandem sein Leben für dreihundert Gulden seil wär«, und daß selbst dann, wenn es doch wider Erwarten einer so gering anschlage, aus dem 5)andel nichts werde, weil ein Gehängter mit den ausgebotsnen Gulden nichts anfangen könne, ob mau sie ihm auch beim Verlassen der Erde in die Rocktasche stecke und sein« Hand sie noch als Toter umkramps«. Als aber der Graf das Angebot des Schachers mit seinem Wort bekräftigt hatte, trat einer aus der Menge hsriJzr und sprach:„Ich will es tun." Das war ein ausgedienter Landsnecht. Dessen Lebenswegwciser hatte überall nur einen Arm gehabt. Darauf stand zu lesen: Wer sonst als ich? Dieweil er immer In dieser Richtung gegangen war, hatte er es bis zu einem Holzdein, einer Katenkammer und einer Frau mit fünf Kindern gebracht, die nur in den fünfundsechzig Tagen des Jahres satt zu essen hatten, aber während der dreihundert Tag« hungern mußten. Da der ver- krüppelte Landsknecht mit Körbeflechten, Harkenmachen und Lössel- schnitzen den Seinen die ausgeschrien« Summe zu verdienen nicht imstande war und wenn er neunundneunzig Jahre alt wurde, so las er auch diesmal von dem Wegweiser, dem er allezeit gefolgt mar, ab: Wer sonst als ich?, war vorgetreten und hatte gesagt: „Ich will es tun" Denn ihm selber galt sein Leben keine drei- hundert Batzen.(Schluß folgt.) tl'IM.rchenfahri nach den Jßofolen Wieber ist die Jahreszeit gekommen, in der«» viele Reffende nach dem Norden zieht, und wieder fahren die großen Gesellschaft». bampfer in» Land der hellen Nächte und der Mitternachtssonne, «ns Larck» der Fjorde und Fjeld«. Vielleicht der fesselndste Teil einer solchen Nordlandfahrt Ist d'e Reise über den Westfford zu den Lofoten. Nördlich von Bodo beginnt die Gegend, in der die Berge alpine Form annehmen. Es ist dos Gebiet des Granits und des Gabbros, desselben Gesteins, aus dem auch die Lofoten aufgebaut s.nd. Im Dordergound sind die Berge abgerundet, dahinter aber erheben sich spitze Grat« und Zacken mauersteil gen Himmel, scharf« Umrisie, wie es sie in den Kaltalpen gibt, und die nur durch Ver. Witterung geschaffen werden können. Sie ragen umnittelbar aus dem Wasser empor, wodurch das Landschaftslnld einen besonderen Zug von Wildheit und Schroffheit erhält. Bis zu einer bedeutenden Höh« hinauf sind si« noch van Birken bewachsen. Allmählich fährt man dann in den riesigen W-stfjord hinein, der durch die Lofotgruppe aus der einen und die norwegffche Küste auf der anderen Seit« ge- bildet wird Zunächst sieht e» aus, als ob man in einem breiten. offenen See führ«: denn feine Breit« beträgt fast ttzv Kilometer. Nach dem Norden verjüngt sich der Fjord zu dem Osotfjord: seine ganze Länge beträgt ungefähr 120 Kilometer.„Allmählich", so schreibt Jörgen Hansen in seinem schönen, bei Brockhons erschienenen Buch„Im Bann der hellen Nächte",„wurde es Abend, aber die Nacht wollte nicht hereinbrechen. Diese hellen Nächte ziehen den Fremden seltsam in ihren Bann Eine bleiche, weiche Dämmerung umgibt uns, umschmeichelt alles Nahe und alles Weite. Die Felsen in der Ferne sehen uns wie fremdartige Schattenrisie an, und unter uns schimmert das Meer im eigentümlichen Licht. Diese Dümmer- nächte werden immer lichter, je weiter man nach dem Norden kommt. Ihr« höchste Höhe erreichen sie, wenn die Sonne gor nicht mehr verschwindet, sondern in lichter Glut über dem Wasser schweben bleibt. In Trondjhem z. 2. ist die Mitternachtssonne vom 18. Mai bis 2fi. Juli, am Nordkap vom 11. Mai bis zum 1. August sichtbar. In den höheren Breiten geht die«onn« nicht mehr bis ay den Horizont hinunter, sondern läuft in der Höhe eine? gewöhnlichen Nachmittags über den Himmel. Die Reisenden, die dieses prachtvolle Schauspiel erleben dürfen, erzählen begeistert von dem tiefen seelischen Eindruck, den es auf sie gemacht hat. Unbeschreiblich fft die Leu cht- kraft der nordischen Farben, die unser Schiff dann und wann über- strahlten. Wir standen und schauten stumm auf die L»fotwand, die sich in soft märchenhaften Formen vor uns auftürmt«. Die Küsten der Lofoten gehören zu den ertragreichsten Fischerei- piätzen der Welt. Dieser Reichtum ist bedingt durch di e Wanne de? Seewaslers sowie dessen Solzgehalt einerseits und die Befchaiienheit des Meeresgrunde? andererseits. In erster Linie ist es der Kabeljau, der dort von Mitte Januar bis Mitte April gefangen wird. Es fft die Zeit, da der Fffch zum Laichen an die Küste kommt. Im Westfford befindet sich ein« Fischbank, die über 60 Seemeilen lang tft. Die.Hauptsischplätze nennt man in Norwegen Hovbanker, See- bänke. Sie liegen meist an untermeerischen Steilabtöllen oder sie schließen sich der fast ebenen Sirandzon« an. Eine wahre Völker- Wanderung entsteht während der Hauptinchzeit. Von allen Küsten- platzen nördlich von Irondjhem«ilen die Fischer herbei. Sic wohnen *n Hutten, die ihnen für dies« Zeit verpachtet werden, sechs bis -Wölf Mann zusammen. Der Fang geschieht entweder mit langen Grundlcinen oder mit Netzen. D-e gefangenen Fische werden dann räch den Küstenplätzen gebracht und dort nerkauff Denn der Fffch an der Luft getrocknet wird, heißt er Stockfisch, wird er gespalten und dann getrocknet und gesalzen, kommt er als.Klippfisch in den Handel. Au? den getrockneten Köpfen wird Viehfutter bereitet. Der Henngsfong, der an der ganzen norwegischen Küste betrieben wird, ist nicht so gleichmäßig wie der Fang de» Kabeljau«. Es gibt. je nach der Fangzeit, einen Sommer- und einen Winierhering.' In manchen Jahren bleibt der Hering fort, an seiner Stelle erscheint dann der Kabeljau. Kommt dann der Hering wieder, bleibt der Kabeljau weg. Die Ursach« dieser merkwürdigen Erscheinung ist noch nicht genau erforscht. Man nimmt an. daß die« mit der Temperatur und dem Salzgeholt des Waffers zusammenhängt. Der Sommerhering, auch Fetthering genannt, eignet sich am besten zum Einsalzen. Di« Heringe werden mit Netzen gefangen, die man abend« auswirst und morgens wieder einzieht. Außer Heringen und Kabel. jaus fängt man auch Sprotten und Makrelen. Besonders beliebt ist in Norwegen auch dl« Lachsfffcherei, die besonders von den Eng. landern als Sport betrieben wird. Die Lofotischen Inseln gliedern sich in zwei Teil« und haben dementsprechend auch zwei Namen. Den südlichen Teil nennt man die Lofoten, den nördlichen Bestersaalen. Beide Inselgruppen sind ungefähr 3764 Quadratkilometer groß. Lofoten im engeren Sinn hat nur 1308 Quadratkilometer. Keine Inselgruppe der Welt hat ein« so entwickelte Küstenlinie. Zwischen den einzelnen Inseln liegen wie«in unentwirrbares Labyrinth kleinere und breitere Sunde. Wie in einem wunderbaren Naturgemälde strecken sich die wilden Grote und Zinnen majestätisch zum unendlichen Blau des Himmel» empor. Ihre Hänqegletscher und blauen Eisklüste glitzern im Sonnenlicht. Die gan.z« Inselgruppe erscheint wie«in zusa-mmen- hängendes Gebirg«, aus deni sich die einzelnen Tinder lSpitzen) be- dcistend abheben." 'Heues tom Papier Vor kurzer Zeit berichtete ein Deutscher über seine Erfindung, seuersestes Papier herzustellen. Soeben kommt aus Frankreich die Nachricht, daß es gelungen ist, ein' wasserfestes Papier z» gewinnen. Und zwar soll der Horzleim, welcher bei der Herstellung des Papiers allgemein Verwendung findet, nur durch den Zusatz bestimmter Kohlenwasserstoffe dem Papier die Eigenschaft geben, kein Wasser anzuziehen, so daß es auch.zum Verpacken von wasser- anziehenden Substanzen benutzt werden kann. Das Allerneueste berichtet aber die I. G. Farben, nämlich, daß si« ein sogenaumes Sichcrheitspnpier" herzustellen vermag, aus dem die Spuren des Radierens mit keinem Mittel beseitigt werden können. Wenn man erfährt, wie einfach im Grunde genommen die Herstellung fft. muß man sich wundern, daß diese Methode noch nicht eher Au-fuohme in der Papierfabrikation gefunden hat. Da» Papier wird nämlich bei der Herstellung mit einem ganz feinen, mikroskopisch dünnen Farbüberzug versehen. Da» Inner« des Papiers, also ge- wffsermahen der Kern, Hot eine andere Farbe als der Ueberzug. Entfernt man mm mit Hiffe eines Werkzeuges oder einer chemischen Lösung diese dünne Oberfläche, also durch Radieren, so kommt der anders gefärbte Kern deutlich zum Vorschein. Die Beschädigung der dünnen Forbschicht ist unverkennbar und somit die Fälschung auzeistöllig.?lllerdinzz bleibt dabei zu überlegen, ob die chemischen Verbindungen, welche zwischen Papier und Tinte eingegangen werden, auch bei diesem Sicherheitspapier stattfinden. K. Voboliakoff: 3)eV tPftkiV In einer kleinen Kreisstadt ist der Zirkus«in großes Ereignis; sür dos ganze Jahr liefert er Gesprächsstoff. Die ganze Stadt fft im Zirkus und beobachtet voller Bewunderung, wie Hund« durch Reffen springen, Pferde mit Katzen im Sattel galoppieren und dicke Athleten schwere Eisenstangen in die Höhe stemmen Als letzte Nummer war ein Fakir angekündigt.„Bürger!" rief ein Mann in einer grünen Livree, die au? Billardiuch verfertigt war, „Gleich erscheint der berühmte indische Fakir, Scheich-Edin-Kara- Georgewitsch, der jedem für 20 Kopeken seine Zukunft voraussagen wird. Maestro, treten Sie vor!" Der Fakir hatte einen bunte» Schlasrock an. an den Füßen— rote Pantoffeln, um den Kops war ein Frottierhandtuch gebunden. Er ließ sich in den breitstehenden Sesiei nieder und kreuzt« die Arm« über dem Bauch. „Er ist geboren unter Lotosblumen, Aprikosen, Palmen und Akazien", verkündigte der Herold in der grünen Livree. „Dem muß schön kalt sein", sprachen die Leute im IV. Rang. „Freilich, sür uns sind 10 Grad Kälte gor nichts und er glaubt, er ist schon am Nordpol." Inzwischen traten einige Zuschauer verlegen auf die Arena. Jeder hielt die 20 Kopeken-MLnze fest in der Faust. Als erster trat ein Unterbeomter des Finanzamtes an den Fakir heran. „Tschemi-Kalinko-Megc", sagte der Herald zum Fakir. Dieser nickte mit dem Kops. „Kann beginnen! Stelle» Sie nur die Fragen, ich schreibe ihm einen Zettel und er wird antworten." Der Untcrbeamtc zögerte noch ein wenig, dann sagte er ent- schlössen:„Er soll sogen, ob ich i«mals Oberbuchhalter werde." Die Antwort kam unverzüglich; der Mann in der Livree las sie vor:„Sie werden es am 23. Mai 1931." Dann kam eine Maschinenschreiberm aus der Fürsorgeabteilung, dann der Brandmajor Krischikoff. der sich über die Anzahl der kam- wenden Feuersbrünste im Jahre 1930 erkundigte, dann... Ep gab ziemlich viele, die sich sür ihr« Zukunft interessierten. Als letzte näherte sich«ine Dame im schwarzen Mantel dem Fakir. Bevor sie ihre Frage an ihn richtete, ging sie zweimal um ihn herum und betrachtet« ihn genau. Ihre Frage lautete: „Wo ist mein Mann, werde ich ihn bald wiedersehen?" „Ihr Mann ist tot", war die Antwort,„und sie sehen ihn nie wieder." Aber die Dame kam noch näher, schlug die Hönde zusammen und rief:„Ilm Gottes Willen! Was ist denn dos? Das ist er. mein Mann! Petja, Pctjo!! Die Nase und die Zlugen— alles stimmt genau! Seit zwei Jahren such« ich ihn schon überall. Durch- gegangen ist er mir und Alimente zahlt er keine. Petja! So jag doch was!" Daraufhin entstand«in jurchtbarer Lärm, am lautesten schrie der Mann- in der Livree:„Aber was säht Ihnen denn ein! Der versteht dach kein Won Russisch!" Aber die Frau ließ nicht nych: „schauen Sie nur mal seinen linken Ann an. Dort muß ein« Narbe sein. Ich bab« ihm selbst dos Bügeleisen hingehauev. Ischl» geboren ist er in Rsason, wo außer Sonnenblumen gar nicht» wächst. Dos macht nichts, daß Ihr ihn so angezogen hobt. Ich werde ihn schon wieder in Ordnung bringen.. Der Fakir>Sche,ch�Zdin stand auf, richtet« seinen Schlasrock zuvecht und sagt« im reinsten Russisch:„Nirgend? bin ich vor dir sicher., ein verfluchte? Weibsbild bist du, Antonidq Wassiljewna'" und ging hinaus, ernst und würdevoll, wie es einem Fakir geziemt. (Tmlfäi»sn StTnanber Serfchenkrs».) 280 000 Wächter unferer Qegundheil Durch das Reichsgesundheitsomt wurde«in« genaue Lerech- nung der in der Medizin und im Sanilötzdienst tätigen Personen vorgenommen. Das Rcichsgesvndheiteamt Hot danach insgesamt 227 663 Personen gezählt, die als Heil- und Pflegepersonal tqttg sind. Bei dieser Gesamtzifser des im Krankendienst tötigen Per- sonal? überwiegen die Frauen, es wuiden 118 46.) Frauen und 109 260 Männer gezählt. Das Houptkontingent stellen die söge» nannten Krankenpslegepeffonen mit 88 872. Hier überipiegen die Frauen stark. Von den etwa 89 000 Kronkenpflegern sind 74839 weiblich« Krankenpsleger. Don dem gesamten Krankenpslegerper- sonal besitzen fast zwei Drittel die staatliche Anerkennung. Van den männlichen Pflegeperfonen jedoch nur die Hälfte. Die zweitgrößte Gruppe stellen die Aerzi« selber dar, mit 43 583. Unter den Aerzten macht sich in letzter Zeit auch wei er ein« stark« Zunahme der weiblichen Aerzte bemerkbor. so daß heut« auf etwa 24 männliche Slerzte«ine Aerztin kommt. Di« dri>« Gruppe wird von den Hebammen mit 29 348 gebildet. Dann kom- men die Zahntechniker mit 15 062, dann die approbierten Apotheker mit 10 573. Auch im Slpothekerberuf mehren sich in letzter Z-it die weiblichen Arbeitskräfte. Im Jahre 1927 entfielen auf 100 männliche Personen des Apothekerperfonals 33,4 weibliche. Auch bei den Zahnärzten, die mit 8064 die nächst- Gruppe bilden, h:ben die Frauen Eingang gefunden, der Anteil der Frauen ist ähnlich wie bei den Aerzten 25: 1. Heilgehilfen und Masseur« wurden 8342 gezählt, Desinfektoren 4385. Äpothekerpersonal 3712,«äug- lingspslegerinnen 2280, Wvch-npflegerinnen 1283. Zu größten Bedenken gibt die starke Vermehrung der sogenann- ten Laienbehandler Veranlassung, dos sind nach dem Begriff der Zählung die nicht approbierten mit der Behandlung Kranker sich berufsmäßig befassenden P.'rsonen, also das, was man gemeinhin Kurpfuscher nennt. Wenn man die Naturheilmethoden ausnimmt. so bleibt hoch immer noch das wirkliche Kürpfuschertum eine außer- ordentlich schwere Gefahr sür die Volkigesnndheit. Es ist ein sehr bedenkliches Zeichen, wenn die Stailstik heule nicht weniger als 11761 Laienbehandler verzeichnet. Obwohl die Zahl der Aerzte in Deutschland außerordentlich stark gewachsen ist, haben doch die Kur- psiischer im Verhältnis zu den?l«rzten noch viel stärker zugenom- men. Noch im Jahre 1876 entfielen auf 100 Aerzte etwa 4 9 Kur- pfuläier. Heute ist die Zahl auf 27 augewachsen, so daß schon out i Aerzte immer mindestens ein sogenannter Laienbehandler ent- fällt. Das ist eine in vieler Beziehung bedenkliche Entwicklung, die sowohl den öfsentlichen Kontrollinstanzen als auch den Vertretern der Schulmedizin ernsthaste Veranlassung zum Nachdenken über die Ursachen dieser Entwicklung geben sollte. Der kleinste Fisch der Well.„Pan.dako Pygmoo", wie e? die Nowrtorscher nennen, ist dos kleinst« Wirbeltierchen, da» die W'sien- schaft kennt; es ist nicht größer als eine Ameise. Sein winziger Lech ist durchsichtig an« Gallerte, und die Augen, die nerholtnis- mäßig„groß" sind, sind dos einzige Organ, da? man mit hlnß«»r>. Aug« notdürftig wahrnehwen k-urn. Sport. Rennen zu Ruhleben am Donnerstag, dem 12. Zuni. 1. Nennen. Z. Diamant fIauh jr.). L. Dornbssch, Z. Siegmund, 4. Dueenie. Dato: 53:10. Wah: 16, 14, 13, 15:10. Ferner liefen: Bristol. Nanu, Dnewuschka, Sleinkauz(o. SB.}, Tullia, Pindar. Litewka, Drama. Vlrala, Kellnerui Louis«. 2. Renne n. 1. ÄeschoioS(P. F!nn). 2. SilvaHIana. 3. Pro Patria. Dato: 16: 10. Platz: 10, 11, 12: 10. Ferner liefen: Hella Timako, Noblesse, Ldyll. Silly Dillon. 8. Renne n. 1. Pnifeorf(Ch. Mill-Z). 2. Hanco. 3. Peter Nunni. Toto: 11:10. Platz: 12, 10, 29: 10. Ferner liefen: Hnberta, Fundament, Ejplänade. Serenade. Futlanella, Atout(o. W.), Zorita. 4. R e n n c n. 1. Laranetz Bacon tEbeal), 2. Herbitaster, 3. Turmfalke. 4. Dewei, Pillat. Toto: 132: 10. Platz: 16. 15. 13, 1?: 10. Feriier licsen: Beta Lee, Morgan. Cyklame, Corlez, Eppi, Eminenz, Blauslrumpf, Asmodi, Etrulker. 5. Rennen. 1. Abteilung. 1. Peter Harvesser Oes.), 2. Galeere. 3. Biedermann, 4. Teuselsbuo. Toto: 31: 10. Platz: 17, 39, 41, 47: 10. Ferner liefen: Stcinnetke, Rebelkapve, Zlldifa. Gerharb, Mary Holslen. Langemalur, Fanfare, Morgentau, Eulenfpiegel, Tcufelsburjch.— 2. Ab. teiluna: 1. Ingelinde(Bes.), 2. Baron Gabler, 3. ErassuS, 4. Niederländer. Toto: 103: 10, Platz: 17, 12. 15. 19; 10. Ferner liefen: Fifchotter, Jntcr« efsent, Bicar, Tilania. Copal. Heideblume, Rudi, Ptrus, Lebemann. 6. Rennen. 1. David iP. Finn), 2. Kurfürst. 3. Antenor. Toto: 23:10. Platz: 15, 47, 22:10. Ferner liefen: Heinrich, Letzte Liebe, Button, Briefe. 7. Rennen. 1. Feuerlili«(I. Mills), 2. Osterprinz. 3. Mary Dürfen, 4. Schwesterfohn. Toto: 37: 10. Platz: 11,11,13,18:10. Ferner liefen: Fmf challah. Conny Bacon. Marmara. Peschkefch, Landjunker, Pirna, Wcnesti, Peramo, Herzblatt lo. W.f, Imperator, Olan. 8. Nennen. 1. Paneil ty. Mill?), 2. Quirin, 3. Gustav funior. Toto: 21:10. Platz: 11, 12, 13:10. Ferner liefen: Banco, Tuffy, Meisterflück, Kurgast, Don Jose. Per Aipera. 9. Rennen. Perlenkette(Iautz junior), 2. Prachtmädels Tochter, 3. Heliotrop. Tolo: 23:10. Platz: 15, 20, 15:10. Ferner liefen: Lord Fordes, Fahrenheil, Zierde, Nufhaga, Loy, Charlie M., Amarylles, Adam, Heureka._ Vorträge, Vereine und Versammlungen. #Reichsbatirier„Schwarz-Rol-Gold". S e k ck ä k t s kt e l I' i-.— n S 14. töebastianstr 37—38. Hol 2. St Freitag, 13. Juni. T c garteu, Kameradschaft Westen: 20 Uhr Kamderadschaftsoersammlung d.ei Rickerl, Steinmetzstr. ZS. Kam. Scholz spricht über„Wir und der Faschismus�. Erscheinen Pslicht. Prenz« lauer Berg, Iungbanner: 20 Uhr Jollversonunlung bei Fundel, Kasurnie»- allee 29—30. Erscheinen aller Iungbannerlameraden. besonders der Magdeburg- fahrec, Pflicht, ssiuil. Rentölln. Britz, 2. Kamirabschast: 20 Uhr. Funktionär- Versammlung bei Sck>abeiko. Weichselstr. Z. Tempelhos, ttameradscha.ft Lichten. rade: 20 Uhr bei Schiebert. Bericht der Magdedurgfahrer. Ztosenthal: N Upr tiameradschaftsversamnilunq bei Türke, Niederftratze.— Sonnabend, 14. Zuui. »rei« Rorden: Pünktlich lg>4 Uhr Äntreien aller Orlsvereine am Dahnhot Waidmannslust. Wcddiug: Pfllchweranstaltung in Waidmannslust. Antreten um l»r.z Uhr Bahnhof Waidmannslust. Fahrverbindung: Bahnhof Gesund. brunnen 18.50 Uhr. Autobus 15 ab Seestraße 18.45 Uhr(nicht 16.50 Uhr und 16.45 Uhrl. Steglitz(Ottsoetcin): 21 Uhr wichtige Iusammenkunst bei Schulz, Birkbuschstr. 90. Pankow(Orlsveeein): Werbeummarsch in Waidmannslust. Antreten um 19 Uhr Pankow, Nvrdbahst, Pflichtveranftoltung. Ztoseuthal: Antreten 19 Uhr Bahnhof Nosenihal zur Werbckundgcbung in Waidmannslust. Zleiu-ickendorf lOrtsverein): 19 Uhr Antreten Bahnhof Waidmannslust zum Werbeummarsch. Reinieteadars West: 17 Uhr Antreten Perkehrslakal»um Werbeumzua. peewsdorf: Antreten 19 Uhr an der Mühle, Berliner Straße, zum Marsch nach'Bahnhof Waidmannslust. 19>� Uhr Abmarsch vom Bahnhof Waidmannslust. Für Waidmannslust und Hermsdorf 204 Uhr Werbeversammlung!n»Ludwigslust�. Referent Kamerad Nowack.— Moriveabteilung: Eonne tag. 15. Juni, 8 Uhr, Abschlippen._ deutscher Urdaiter.Abstiaenten.Bvvd. Der Bortrag des Ge:rossen Tan.-Rat Dr. vtto Iuliusburger über„Sozialismus als eine religiöse Forderung?" mutz wogen vlötzlicher Erkrankung des Denossen leider ausfallen,— Die Geschäfts- stelle bleibt während der Sommermonate Montaa nachmittags geschldsten. Stichs Im ab bei Äriegsbelchädigten,»rieg-teUaehmer und«megerhiuter. dliebenea. Ortsgruppe Westen: Mltgliederoersammlung am Disnslag, 17. Juni. 20 Uhe, im Schubertiaal(ssohnärztehaus), Bülowstr. 10t. Referat: Bericht über den Bundestag in Mainz. Deutscher Fremdsprachler. Bar», e. B. Enqlisck;er 9 o rmer fations-Slub Ebor. lettonburg: Jeden Dienstaa. 20 Uhr, Eafk Wolter, am Knie(Bismarckstr.!14). Esperauw-Gesellschoit Eharlotteuburg. Montag, 16. Juni, 20 Uhr. tion- ditorei Wolter, Eharlottenburg, Bismarckstr. 114(Knie), Äludzimmer, Borirag des Herrn Radiabnia:„Efverantd und Geld". Deutscher Ssperauto-Buod, Erste Ortsgruppe Berlin. Freitag, 20 Uhr, Konditorei Dobrin, Hackescher Markt. Bund Eozialdemotratiseher Kopiarbeiter(Ortsgruppe Berlin de, Deutschen Bundes sozlaldem. Zntellektneler). Dienstag. 17. Juni, kommt der Borützende unserer Reiehsorganisation. Amtsgerichtrat Marx, Heidelberg(allerdings erst um 22 Uhr), nach Berlin. Wie können diese Gelegenheit zu einer Aussprach« be- nutzen. Wer also Fei? und Interesse ba\ wird gebeten, sich am genannten Tage um 221-4. Uhr im Kasse« de» Hotels Errlstor, gegenüber dem Anhalter Lahnhof, einzufinden. Typographische« vechestre. Dirigent Erich Gutzeit. Uebungsstunden jeden Freitag. Alls Uhr, im Idealkastno, Neukölln, Weichselstr. 8. BIZf«r und Streicher willkommen. Für Bassist Instrument vorhanden. Heute. Freitag, wichtige Probe zum-Gartenkonzert am Iohannisfest der Buchdrucker in Carlshof. ..Entlieh Converesiionsl Ciiid lounckrt 1478." Meetings every Friday 8 p. m CaW Schottenhaml BellevuestraSe Ha. Lecturer: Mr. Hahn-Zumpt on: Thedominaling Sex," Guests, Ladies i Gentlemen. are welcome- „Soclallsla Esperanta Aeoclo". Freitag, den 13 Juni, abends VjS Uhr, wich- tige Monats-Versammlung inj Metaüarbeiier-Verbandshaus. Linienstraße 83-85, Portal I„Bericht vom Pfingstkongreß." Achtung: Wir beteiligen uns am .Rast"(22 Juni 1930) Die Esperamisten stellen aus. C (> Theater, Lichtspiele usw. auch in den hart- näckigften Fällen werden in einigen Tagen unter So- ranti« durch da« echte unschädliche Teint- Berichöne- _ rungsmittel .Benas" ötätie B beseitigt,«eine Schälkur. Preis Ml. 2,7?. Gegen I»»«:»,«». kl»««?»»«»- Stärke A. Be rtrrtung nah Saget«lexaader 7150 ommer pressen Schwanen-Drogerie. N, Brusteier Straße 12. Drogerie Thiele, NO, Landsberger Allee 53/54. Drogerie P Neumann Nachi.. C, Blegauderstraße K. Drogerie L. Horn, W, Linkstraße 46. Hot.» u. Ölä aus SoMl: I. 4 o.Jjf Alex. E 4. 8066 nmielm 3€arWein der beliebte Homoria: und t> erstklauitze Aitrektloaem i»M> OireXhon: Or. Martin Ziekoi Komische Oper nsdnchsb.l 04. Herkur 1401/4330. 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