BERLIN Freitag 13. Zuni 1930 1 I i 10 Pf. Nr. 272 B 135 47. Lahrgang ErscheinttSglich auserGvnntags. Augleich Zlbcndaukgabe de«.Vorwärts'. Bezugsprei« beide Ausgaben ssPf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Kedaktion und Expedition; Berlin SW 68, Lindenstr. 3 Anieigeopreis: Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pf., Reklamezeile s M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: VorwärtS-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 29? Berliner Arzt gerädert. Vor den Augen seiner Krau.— Vier Kinder lebend verbrannt. Die Senkung der Eisenpreise. Ans fürchterliche Weise ist der Berliner Slr,t Dr. Salenscher au«; der Rantstraße in Chnrlottenburg ans dem Bahnhof in Zaalfeld in Thüringen ums Lebe» gekommen. Dr. Kalenscher befand sich mit seiner Frau auf der Urlaubsreise. Als der Zug in der vergangenen Nacht um 1.20 Uhr in Saalfeld einlief, verließ K. dar Abteil, um am Bahnhofsbüffctt eine Erfrischung zu sich zu nehmen. Dabei überhörte der Arzt das Abfahrtssignal des Bahnoorftehers. Er versuchte den bereits in Fahrt befindlichen Zug noch zu ersteigen, kam aber dabei so unglücklichzu Fall, daß er zwischen Bahnsteig und Trittbrett einge- quetscht und dann unter die Räder eines nachfolgenden Wagens geschleudert wurde. Die Frau des Unglücklichen, die mit eigenen Augen den furchtbaren Unfall vom Fenster mit angesehen hatte, erlitt einen schweren Nervenzusammenbruch. Der Ber- unglückte wurde sofort ins Städtische Krankenhaus Saalfeld gebracht, ist dort aber seinen Verletzungen erlegen. Vier Kinder verbranni. , Schweres Brandunglück bei Batibor. In der Ortschaft S t a n i h bei Randen im ftreise Ratibor brach in der. Wirtschaft deS Bergarbeiters K ifchta Feuer aus, das fich mit grofter«chnelligkeit über das Wohnhaus und die Stallungen ausbreitete und die G e bäude völlig zerstörte. Bier Rinder der Familie Rischka konnten nicht mehr gerettet werden und find in den Flammen umgekommen. Die Ehe- frau und zwei andere Rinder erlitten schwere Brand- wunden und wurden ins Rrankenhaus gebracht. Ihr Zu- stand ist ebenfalls lebensgefährlich. Autounglück der Reichswehr Lastauto stürzt über eine Brücke. Ein außerordentlich schweres Automobilunglück hat sich bei der Reichswehr zugetragen. Bisher find acht Schwer- und zehn Leichtverletzte zu verzeichnen; doch hat es den Anschein, als ob sich diese Zahl leider noch erhöhen wird. . Am e m e l b e r g in Vcktcrhagen an der Weser passierte das Mindener Pionierbataillon mit mehreren Personenwagen, einer großen Anzahl von Motorrädern und 25 bis 30 Lastautos mit Anhängern die Straße von Hcmelberg nach Bekkerh.rgen. Infolge Versag en s einer Bremse fuhr der erste Lastkraftwagen in elner unübersichtlichen Kurve mit großer Geschwindigkeit auf«ine kleine Brücke und stieß dort gegen eine Mauer, wobei er sich quer über die Mauer legte, l Ihm folgten mehrere Lastautos, die den ersten Wagen rammten und mit furchtbarer Wucht über die Brllckenmauer hinweg in eine Tiefe von vier bis fünf Metern stürzten. Im ganzen sind vier L a st a u t o s des Zuges, die die Kurve zu passieren hatten, aus die Brücke gerast. Nach Berichten von Augenzeugen sind etwa acht Schwer- und zehn Leichtverletzte festgestellt worden. Ob sich auf den in die Tiefe gestürzten Wagen noch Soldaten befanden, tonnte im Augenblick nicht festgestelli werden. Nächtliches Verkehrsunglück. Acht Personen bei einem Zusammenstoß verletzt. 3n der vergangenen Nacht ereignete sich in der W e s e r- st r a h e in Neukölln ein schweres Verkehrsunglück, bei denen och« Personen zum Teil recht erhebliche Verletzungen erlitten. Gegen>42 Uhr nachts stieß an der Ecke der Weser» und Pannierstraße ein Lastauto, auf dem sich außer dem Führer pier Personen befanden, mit einer Autodroschke zusammen Das Lastauto geriet dabei auf den Bürgersteig, zertrümmert« einen Gaskandelober und stürzte krachend um Während der Führer des Lastauws mit leichten Verletzungen davonkam, wurden seine Be- gleiter, Hildegard und Maria Banse« sowie das Ehepaar Her- mann und Helene Bernd«, die sämtUch in der Kaiser-Friedrich- straße 216 in Neukölln wohnen schwerer verletzt. Die Verunglück- ten mußten ins Virchow-Kronkenhaus gebracht werden. Die Autodroschke wurde gleichfalls durch die Wucht des Zu- fammenpralls auf den Bürgersteig geschleudert. Der Fahrer verlor die Herrschast über die Steuerung und der Wagen fuhr in ein Schaufenster hinein. Der Tlzaufseur und zwei Insassen erlitten glückliche rwersc nur leichte Verletzungen. „Attes m schönster Ordnung." Die Eisenindustriellen hoben ihre Mitteilungen zur Eifenpreis- senkung bereits dem Reichswirtschafts Ministerium ein- gereicht. Ebenso haben die Gewerkschaften Erklärungen abgegeben. Dieses Material muh zunächst miteinander verglichen und in Uebereinstimnmng gebracht werden. Offiziös wird hervorgehoben, daß eine Senkung der Eifenpreife um etwa 4 Proz. nicht als ein Bruch der Abmachung gellen könnte, daß die Preissenkung der 7 14 prozentigelt Lohnsenkung entspreche, west die Löhne nur einen bestinunten Prozentsatz der Eisenpreise darstellen. Die Lohnsenkung an den Akkordlöhnen dürfte nach offiziösen Angaben bei einer Ge- samtlohnsumme der nordwestlichen Eisenindustrie von S00 bis 600 Millionen Mark ungefähr 30 bis 40 Millionen betragen. Di« Reichsnnnisterien für Wirtschaft und Arbell haben bis jetzt den Ein- druck, daß altes in Ordnung die volle Gleichheit zwischen Eingeborenen und Europäern proklamiert, aber bisher habe man nichts dergleichen getan, vielleicht aus Sorglosigkeit, schlechter Gewohnheit und übler Vorurteile. Je mehr man aber die Eingeborenen in den Schulen unterrichte, umso mehr müßten sie über diese Zurücksetzung be- fremdet sein. Als deutliche Illustration zu dem Artikel Poinrarcs verösfent- licht der sozialistische„Populaire" am Freitag ein Protestschreiben des Schriftstellers Luc Durtain. Man erinnert sich, daß kürzlich 17 indochinesische Studenten wegen einer harmlosen Demonstration vor dem Elysee in Paris für die Freilassung ihrer verurteilten Volksgenossen aus Frankreich ausgewiesen worden sind. Wie der protestierende Schriftsteller seststeP, müssen die Aermsten die lange Reise nach Indochina im Kielraum eines Schisfes zurück- legen, in den sie trotz der tropischen Hitze zusammengepfercht worden sind. Das Strafgericht in Saigon hat am Donnerstag wieder 65 Demonstranten zu zwei- und dreijährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Maniu soll es versuchen. # Bukarest, 13. Juni. Der König hat heute mittag den früheren Ministerpräsidenten Maniu mtt der Regierungsbildung betraut. Maniu hat nach der Audienz erklärt, daß«r vom König den Auftrag erhatten hat, eine Parteiregierung zu bilden. Zum Tode Bern Meyer«. Gn Opfer antisemitischer Sngstirnigteit. Di-c Strlitwr Presse erkennt in ihren Nachrufen auf unseren« Ausrüstungsapostel und dt« kriegerischen Flottenexperten. die er al» blind und intolerant bezeichnet. Di« Entscheidung über nationale Derteidigungssragen müsse bei den Zivilisten und nicht bei Berusskriegern liegen..«,. Die Rede Stimsons wird als der«egmn erne» amtlichen Feld- juiocs betrachtet, um die öffenttich« Meinung jür den Londoner Vertrag und gegen die Derzögerung des Lundessenats zu gewinnen. Amerikanischer Zolltarif gesichert. Washington. 13. Juni.(Eigenbericht.) Dre Annahme der amerikanischen Zolltarifnovell« ist so gut wi« Iicker Die Senatoren Read Und Ärundy. deren Stimmen Annahme der Vorlage hätten verhindern können, haben lick nunmehr für den neuen Zolltarif ausgesprochen. Read er- torte ex stimme nicht für die Vorlage, well sie ein gutes Gesetz 1«. ordern ausschließlich deswegen, um der Ungewißheit, in die die amerikanische Industrie durch die zw«iiähngen Beratungen über ben Zolltarif gestürzt worden sei, endlich ein Ende zu machen. Oer unmögliche Lampe-Ausschuß. Bon Hermann Hieber. Die Klag« der deutschen Filmindustrie über die erdrückende Lustbarkeitssteuer will nicht verstummen. Alle Fehlschlüge der ein- heimischen Produktion werden dieser Steuer in die Schuhe geschoben. Die Behörden sind nicht ganz so verständnislos, wie man glauben möchte: sie haben schon im Jahre 1313 den„Lampe-Aus- schuh' eingesetzt, der darüber entscheiden soll, ob einem Film Steuererleichterung zu gewähren sei oder nicht. Wird er als„valks- bildend' anerkannt, so wird die St«uer von 15 Proz. auf IZff Proz. herabgefetzt, bei„künstlerisch wertvollen' gar aus 3 Proz. Trifft beides zusammen, so bekommt der Film den Charakter des„Lehr- films'— als solcher ist er vollständig steuerfrei. In der Theorie siebt das ganz schön au», und die Männer, die den nach ihrem Vorsitzenden, dem Professor Dr. F«lix Lampe, benannten Ausschuß eingesetzt haben, taten das gewiß mit der besten Absicht von der West. Leider hotte diese Behörde, die dem„Zentralinstitut Jür Erziehung und Unter. richf", also einer vom Reich wie von den Ländern unterstützten Amtsstelle, unterstellt ist, einen kleinen Organisationsfehler: sie arbeitete sozusagen im Dunkeln. Die Mitglieder werden durch Hand- schlag verpflichtet, nichts über die Verhandlungen auszuplaudern— sie haben bis auf"den heutigen Tag vorbildlich geschwiegen. Di« schriftlich« Niederlegung d«r Gutachten aber, die gemeinsam mit denen der„Bayrischen Lichtbildstelle' erfolgt, und zwar in den „Mitteilungen der Bildstelle des Zcntralinstituts', war bis Ansang dieses Jahres„vertraulich' d. h. nicht für die Oefsentlichkeit bestimmt. Vor wenigen Monaten erst hat man diese Geheimniskrämerei auf- gegeben und die„Mitteilungen" bis zurück zum Jahrgang 132S für den Verkauf freigegeben, und zwar auf Anordnung des preußischen Kultusministers. Nur so war es möglich, daß eine Bchörd«. deren Entscheidungen von größter kultureller und wirtschaftlicher Tragweite sind, voll- kommen unkontrolliert blieb, ja selbst von der Presse kaum beachtet wurde. Die Herren waren immer schön unter sich: sie konnten be- schließen, was ihnen beliebte; niemand wagte dagegen aufzumucken. Erst in allerletzter Zeit haben sie durch ein paar geradezu groteske Urteile von sich reden gemacht. Am meisten wohl dadurch, daß sie dem Russenfilm„Das Lied vom alten Markte', der von der gesamten Presse als Meisterwerk bezeichnet wurhe, die An- erkennung der künstlerischen Eigenschaft versagt haben. Da erfuhr denn die staunende Mitwelt aus den„Mitteilungen': „Dieser Nachzügler größerer Vorbilder ringt mit dem Stoff, ohne ihn zu bewältigen... Nicht einmal die Tendenz kommt sieghaft zur Geltung, geschweige, daß sie zur Schöpfung eines Kunst- wertes Anlaß geboten hätte... Es fehlt Stileinheit, Maßhalten beim Schaffen, Klarheit über das, was eigentlich zum Ausdruck kommen soll, kurz, es gebricht an Zielstrebigkeit bei Wollen wie Vollbringen.. Das üble Schulmeisterdeutsch dieser schlechten Zensur kommt aus das Konto des Vorsitzenden, des Herrn Prof. Lampe, der das Gutachten mtt„L' unterzeichnet(die meisten Gutachten in den„Mit- teilungen' stammen übrigens von ihm). Es ist typisch für den Geist, in dem der Ausschuß an seine verantwortungsvolle Aufgabe heran- geht. Der bekannte Filmregisseur Bela Balasz richtete damals einen Brief an den Professor, in dem er die Abwegigkeit des Gutachtens Nachweis— umsonst: Lampe blieb unbelehrbar. Man faßt sich an den Kops und srogt: Wie ist es möglich, daß Leute von solcher Ahnungslosigkeit in künstlerischen Fragen Geschmackszensur von ein- schneidendster Bedeutung ausüben dürfen? Und nun holte man daneben, was die Mannen um Lampe alles für„künstlerisch" erklärt haben:„Fridericus",„Metropolis"„Frau im Mond",„Ich glaub nie mehr an eine Frou"�„Wien, du Stadt der Lieder',„Melodie des Herzens",„Liebeswalzer". Ihre Liebe scheint der„Ufa" zu gehören, dem patriotischen Kitsch und dem deutschen Tonsilm, der sich im ersten Jahre seines Bestehens wahrhastig nicht mit Ruhm bekleckert hat. Daß die Herren vom„Lompe-Ausschuß" einen so verzweifelt schlechten künstlerischen Geschmack haben, ist schon niederdrückend genug. Dazu gesellt sich noch ein anderer, vielleicht noch bedenklicherer Schönheitsfehler: die politisch reaktionäre Ge- s i n n u n g. Lampe spricht in seinem klassischen Gutachten dcs „Liedes vom alten Markte" immer in hämischem Tone von dem Schützling des Helden, dem von allen mißhandelten Hebräer, o!? von dem„Iud". In diesem„Iud" liegt tiesste Verachtung— er kann sich nicht entschließen, ihn„Jude" zu iwrnien. lieber„R e- volte im Erziehungshaus", dos nicht als„künstlerisch" anerkannt wird, schreibt«in gewisser„Der Schufterlehrling wird wegen des Diebstahls eines Paares Schuhe... einer Besse- rungsanstalt überwiesen. Es ist unglaubwürdig, daß wegen eines derartigen kleinen Vergehens ein Gericht ein solches Urts.l fäll.n könnte." Woher weiß er..?„Die ganzen Verhälinisse in der Anstalt werden in einer Form geschildert, wie sie sicher beutzu'age;n den deutschen Anstatten, wenn überhaupt, so höchstens in emer einzelnen Ausnahme anzutreffen sind." Dieses„Sicher... wenn überhaupt... höchstens...' könnte im„Lokal-Anzeiger" stehen. Lampe ist übrigens ein warmer Anhänger des§ 218. Er bc- gründet die Ablehnung des wissenschaftlichen Films„Fruchtbar- keit", der die Geburtenregelung besürwortet, solgendermaß.'n: „Fraglich ist, ob dies Problem in seiner Fülle von Te'l» Problemen überhaupt schon für die breiten Zuschauerkreise des Licht- spiechauses diskutabel ist, fraglich, od gerade das Darstellungsmittel des eilenden Films mit seinen konkreten Bildern den vielen Hypo- thesen, abstrakten Erwägungen und der Erschwerung ruhiger lieber- legung, die der Muhe dedarf, so gerecht wird, wie das Thema es bedarf... Bekanntlich läßt gerade in unserem Volke schon an sich Großstadt, Technik, Wohnungsnot die Geburtenziffern sinken, wäh- rend Slaven, Inder, Ostasiaten überquellen. Hat es Kultursivn, für diese in unseren Räumen Platz zu machen?" Natürlich hat das keinen Kultursinn. Der Lampesche„Kultursinn' besteht vielmehr in der Aufzucht von Kanonenfutter, mit dem man sich gegen die bös?n „Slawen, Inder, Ostasiat«»' wehrt... Das dürste auch der Grund sein, weshalb der Lampe-Ausschuh, in dem gelegentlich, wie im Falle„Westfront 1318", ein Oberleutnant des Reichswchnnin'sic« riums als Sachverständiger sitzt, der ausgezeichnet« Film.,E y a n- kali' abgelehnt wurde. Also Film« gegen den Schandparagraphen 218 sind weder„künst- lerisch' noch„volksbildend'. Dagegen findet Herr Lampe, daß „Scapa Flow", eines der übelsten nationalistischen Machwerke, das die Matrosen der Kriegsmarine mit Schmutz bewirft und die See- offiziere bewundert,„volksbildend' sei, und sein Kollege in München, Herr Amman, behauptet das von dem Film„Der Stahlhelm. 13. Reichsfrontsoldatentag In Münch« n."„Wcstsrint 1318" wird zwar als„künstlerisch" anerkannt, aber hinter Hugen- bergs„Weltkrieg", hinter„Blockade",„U-Deutschland" u rd hinter der—„Königin Luise", die als.�Lehrfilme" von jeder Lustbarteits- steuer befreit wurden, zurückgestellt. Dies« Kostpröbche» dürften genügen, uin die maßgebenden Stellen— etwa den preußischen Kultusminister— zu einem Vorgehen gegen diese unmöglich« Zensurbehörde zu veranlassen. So wie bisher darf nicht weitergewirtfchaftet werden. Theaier in der Stresemannstraße. »Wie tff euch gefällt." Shakespeares satteste Komödie zeigt uns des Dichters Antlitz. Ein gütiges, stilles Gesicht, aber umrahmt von der Narren- kappe grübelnden Geistes. I» Barnowskys Regie ist— und das wirkt nicht über- holt— einmal weniger aus das Zeittose hingearbeitet, die Figuren stehen nicht so sehr im lustleeren Raum, wie es sich in letzter Zeit Shakespeares Gestatten oft gefallen lasten mußten. Es Ist eine ganz einfache Regie, die hier geführt wird. Vorsichtig, garnlcht repo- lutionär, aber rückfühlend in Vergangenes und Totes gegenwärttg gestaltend. Da» Stück wirkt hier wie ein nüchtern erzähltes Märchen. Und gerade diese Nüchternheit steigert wieder sein märchenhaftes Element. Elisabeth Bergner steigert von sich aus dieses nüchtern er- zählte Märchen ins Märchenhafte. Sie lzat die Trümpfe in der Hand und spielt st« aus ohne Uebereilung, schön gesteigert, einen nach dem anderen. Eine cnergisch« kleine Person ergreift ohne Aus- dringiichkeit, aber mit unerdiiliichcr Konsequenz die Führung des Stückes. Man weiß anfangs nicht, ob man lachen soll, so komisch ist einem zumute.■ Denn nicht Barnowsky und nicht das Ensemble und nickst Shakespeare spielen Shakespeare, sondern sie spielt Shakespeare. Denn sie hat gleich das Wesentliche dieses Spieles«r- kannt und sich dessen bemächtigt. In ihr strömt und brandet, aus ihr strahlt und leuchtet Shakespeares verstecktes Gold, die schalkhaft- fantastisch bemäntelte, aber das Mänteichen immer und Immer wieder lüftende, atembernudenb, nackt und wahr gezeigte Menschen- liebe. Niemand hat sie nach Shakespeare so herb und spröde, so welch und melodisch gestaltet. Die» nahm Elisabeth Bergner in sich aus— empfindet man—, dies gibt sie her und damit die Lust des Stückes. Auch die anderen leisteten Ungewöhnliches. Di« reine, dunkle Stimme Stahl- Nachbaur« gab den verdammten Herzog. Die Stimme schaffte es allein. Franz Schasheitlins im Mißtrauen ergrauter Usurpator hatte visionäre Kraft. Theodor Loos als Edelmann Jacques in meisterhafter Maske, den Schatten de« Gezeichneten auf der Stirn. steigert die Rolle des skeptischen Grüblers zum Erleben. Hans Otto gibt Orlando, Elisabeths Gegenspieler, einen frischen Jungen, vietteickn zu sehr natürlich. Felix Bressort als Narr reißt wie ein Wirbelwind mit, schlenkert mit?lrmen und Beinen wie ein verirrter Säugling, ret.zt unbändig zu tosendem Gelächter. Für Wolfgang Ztlzer sprach Wilhelm Bendow als blöder Schäfer und machte seine Sache gut. Margarethe Schlegel fiel auf durch Frische und Temperament. Maria Soloeige Schäferin entzückte. Der?lpplau» war donnernd, lrachend,— siegend! Sseber Misoch. »esidenttheoter Aus Grund einer daupolijeilichtn Verfügung wird da« Refidmztheater ab IS. Juni geschlossen. Der Schwant.Weine Frau— di« Kokotte' wird demnächst an einem andere» Theater wetterg«spielt. Experiment mit Kesten. Theater am Schiffbauerdamm. Als Prosaschriftsteller ist der junge Hermann Kesten«in wenig über seine Zeitgenossen hinaus gelangt und auch zu sich selber gekommen. Den Stoff der Belletristik hat er nicht bereichert, doch er steht vor der unausrottbaren Kolportage als«in skeptischer Stilist. Er zerstörte manche» von der erzwungenen Rührung, die den Leser packt, der sich In Laster, Sexuattiot und anderes Elend als ein behag- sicher Pantoffeltreter vertieft. Sein Schauspiel„Die heilige Familie", im Theater am Schiffbau erdamm ausge- führt, damit der Dichter einmal das Leben oder die Fuden'chcinigteir seiner Gestalten auf der Bühne, sieht, zeigt dag« gen noch viel stilistische Abhängigkeit. Aus der Vergangenheit singt der selige S Uder mann zu Kesten hinüber, und di« Verschärfung des dramatischen Tones hat er von naturalistischen Spättingen übernommen. Sein Schauspie! ist iei» schwächliches Experiment. Der Dichter kocht über von Palhos, und er ist noch nicht ausgekocht genug i» seiner Individuaiität, um all das Falsche, das knabenhaft Extreme, das gefährlich ttäcberüche seiner übertriebenen Inbrunst zu hören. „Die heilig« Familie" ist ein armer, vom Unglück verfolgter Kreis. Da benimmt sich gemein Onkel Roh. ehemaliger Fremden- legionär, heute Faulpelz und Verführer seiner Nichte. Da da» Mädchen ihn liebt, will sie nicht abtreiben, und da sie die Schuftigkeit des Onkels erkennt, geht sie in« Wasser. Die jung« Selbstmörderin gehört zur Familie der Bar, die zusammengesetzt ist aus der Mutter. der Itzjährigen Luise und dem Gymnasiasten Iosrs. Sie Hausen alle in einem einzigen, dumpfen Zimmer, weil der Vater, ein sozialistischer Schriftsteller, für Frau und Kinder keinen Unterhalt bezahit und also das Gegenteil von dem tut, was fein« Feder predigt. Er schreibt nämlich Artikel zur Volkswohlfahrt. Dieser Rabenvater urb»er- logen« Parteimann ist de» Dichter» besonderes Lleblingspradukt, doch sein Hirngespinst, über dessen Karikatur man sich nicht sehr zu eut- rüsten braucht. Die dramatische Schwarzweißpsychologi« Kestens reicht immer nur.zum Auflegen der schwärzesten Favbentöne. Es paßt eben zu seinem noch gärenden Talent, daß er sich der moralischen Favben- bündheit rühmt und au» der geistigen Schwache ein« Tugend macht. So gsschieht«, endlich, dqß di« groß» Abrechnung.zwischen der vernachlässigten Mutter und dem verworsenen Vater in verlogenste Ueberschwenglichkeit entgleist. Neben dieser Handlung de; Unglück; laust noch die Tragödie he» Bynkkasiierer« Meerettig,' der einem Njährigen Mädchen zuliebe 500 Mark unterschlägt und durch diese unsoziale Missetat sich ins Gefängnis, den Sohn Max jedoch in Schande bringt. Als bstlagenswerte Opfer der Fomilienirrungen bleiben dt« Gymnasiasten Max und Joses übrig. Sie sind starke Jungen, trotz ihres frühen Leids. Max will auswandern und sich durch Kolonrstenarbeit von dem Familiendreck reinwaschen. Josef glaubt sich stark genug, um hier in unserem verdaunnten BerNn ein neue« Leben zu beginnen. Der Sommerregissrur T w a r d o'm s k i vergißt sein besn-s Schau- spielertalent und hat Angst vor der falschen Phrase, indem cr alles vom Dichter Geschrisbene in eure volkstümlich« Ueberdeuttichkett und lärmende Naturalifttt«nportMiU. Sslbst die rnutinlectea Künstler, W« gern bei dem Txperiiiient mtthaffen. etwa Panl Bikdt und Maria Fein, unterwarfen sich mit übertriebener Wonne der Der- führung chrer Rolle und ihres Regisseurs. So vereinigte sich alles, um einem noch nicht veredelten Genre vom Theater noch mehr ge- jchwollene und erfchwitzte Theatralik aufMaden. dlsx HocKdork. „Export in Blond." Atrium. Die Polen wollen uns beweisen, daß es auch heute noch einen Mädchenhandel gibt. Dielerhalb benutzen sie die Akten der Warschauer Frauenpolizei, Dezernat„Menschenhandel". Aber Polizeiakten sollten niemals von Unbefugten bearbeitet werden. Glaubt man als Er- wachsener doch eher an den Storch und an den Weihnachtsmann als an die Möglichkeit der Handlung dieses Films. Das Manuskript ist von Anatol Stern ohne eigentliche lieber- gange geschrieben und von Franc E o r n« l in rührender Unbeholfen- heit für Daiisch'and bearbeitet. Alsred N iem irs k i läßt als Regisseur die Schauspieler irgend- wo unnütz in der Szene stehen, man erwartet jeden Augenblick, daß jemand über seine eigenen Bein« sollt. B. Sa m b o rs k i. der ein- zige Darsteller, der im Personenuerzeichnis erwähnt wird, spielt ein« Doppelrolle! aber nicht als beachtenswerte Konkurrenz für Lon E ha Ney, sondern in der Manier, wie man Anno Toback Detektiv- filme spielt«. Gelinde gesagt, es ist ein« Dreistigkeit, dem Berliner Publikum eine solche Uraufführung zuzumuten. Im Beiprogramm hingegen sah man einen sehr schönen Natur- film, der interessant ans dem Leben von Seetieren plaudert«, e. b. Vom proletarischen Roman. Das Gespräch, das Kurt H i r s ch f e l d und F. T. W ei s k o p f Über den proletarischen Roman im Berliner Sender führten, suchte gewisse Richtlinien für diese Gattung festzulegen. Betont wurde, daß der proletarische Roman erst im Entstehen ist und daß deshalb nkchts Abschließendes gesagt werden kann. Entscheidend bleibt folgendes: Menschen und Dinge werden vom proletarischen Standpunkt aus gesehen und gewertet, und es ist gteichgiiltig, welches Stoffgebiet gewühlt wird, und aus welcher GesellschastsschZcht der Verfasser kommt. Kritik an bestimmten Insti- tutionen inacht es allein nicht, denn dies« Kritik muß von marxistrscher Grundlage ausgehen. Ebenso wichtig ist es, daß die Figuren gewisser- maßen Symbole für eine sozial« Gemeinschaft sind. Der gesellschast- üche, politische oder wirtschaftliche Hintergrund, aus dem die einzelnen Menschen heraustreten, muß dargestellt werden. Der Mensch bleibt immer das Glied einer Gesellschaft. Auch in formaler Beziehung sind nur Andeutungen möglich. Di« alte, bürgerliche Romanform befindet sich in der Auflösung, und die neue Form wird vielleicht einen Kompromiß zwischen Roman und Reportage suchen. Diesen prinzipiellen Auseinandersetzungen ist zuzustimmen. Problematisch wird es bei den Beispielen. Döblins„Alexanderplatz" ist kein proletarischer Roman, sondern ein Buch über den Proletarier, und Turek fehlt bisher jede künstlerische Fonngebung, die keineswegs übersehen werden darf. Ucberhaupt wurde der Hauptakzent auf die Publikationen eines bestimmten Berlages gelegt und anderes ge- slissentlich übersehen, und das ist falsch.?. Leb. Tagung der deutschen Chemiker. Sonderbericht für den„Abend". Der. Verein deutscher Chemiker umfaßt mit 10 iXX) Mitgliedern etwa 90 Proz. aller in Deutschland wissenschaftlich, gewerblich mid industriell tätigen Chemiker, lieber 3000 seiner Mitglieder haben sich zu seiner diesjährigen Tagung in Frankfurt am Main zusammengefunden. Es ist natürlich, daß nicht nur wissenschaftliche, sondern auch wirtschaftliche Probleme die Mitglieber stark bewegen. und so wurde denn der erste Hauptvortrag in der allgemeinen Sitzung I über„Problem« der tnternationaleu Weltwirt» s ch a f t" von Herrn Clemens L a m m« r s gehalten, dem Vertreter des Deutschen Reiches bei der ökonomischen Sektion des Bölkerbundes in Genf. Er schilderte die weltwirtschaftliche Entwicklung nach den, Ausgang des Krieges und betonte das Sehnen der Völker nach end- licher Befriedung. Auch die paneuropäischen Bemühungen Briands suchen dem Rechnung zu tragen, aber auch Lriand oerlangt„Sicher- heit", worunter er auch Garantierung der gegenwärtigen politischen Grenzen versteht, wie sie durch den Versailler Bertrag gezogen sind, obwohl diese Grenzen eine Fülle von politischen und wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten enthalten, die gerade im Interesse der Wirtschaft- lichen Entwicklung bereinigt werden müssen. Darin wird ihm wohl auch jeder Sozialist zustimmen. Auch darin wird er unsere Zustimmung finden, daß er scharf betonte, daß die Entwicklung auch ohne den Krieg ähnliche Wege gegongen wäre, daß das Problem der Ueberproduktion und der Arbeitslosigkeit sich als das zentrale Problem entwickelt hätte. Die Richtigkeit dieser Behauptung zeigt ja auch die Enrwicklung in Amerika. Cr zog aber nicht die Folgerung, daß sich hierin eine Ueberspannung des kapita- listischen Systems zeigt. Er sprach von dem schönen Wetter, das uns reichen Erntefegen bringt, aber gerade dadurch die Landwirt- schaft ruinier«, mit einem Wort von der großen Not, die aus unserem Ueberstuß, aus der reichhaltigen Produktion entstehe. Weg« zur Abhilfe, die nur dann wirksam gefunden werden können, wenn sie aus der kapitalistischen Wirtschaft herausführen und st« überwinden, vermochte er nicht zu zeigen, sondern schloß mit dem Wunsche, daß deutscher Forschergeist und Forscherwille mit dazu beitragen möge, die äußeren Borbedingungen zu schassen für dgs in Genf zu er- strebende Ziel. Es folgt« dann ein gerade in Frankfurt naheliegendes Thema, das der bekannte Chemiker Prof. Paul W a l d e n- Rostock be- handelte, näinlich„Goethe und die Chemie". Er schilderte, wie d'e Frankfurter Atmosphäre, In der Goethe aufwuchs, von Mystizismus erfüllt war und darin ein« stark« Aehn- lichkefl mit unserer Zeit hatte, wie die Alchemi«, das Goldmachen und andere Künste gerade in Frankfurt blühten, wie man sogar— darin war man unserer Zeit noch voraus— Elixiere aus Astralkörpern schuf. Erst in Weimar vollzog sich die Wandlung Goethes von der poetischen Alchemie zur angewandten Chemie, die von ihm reich« Förderung erfuhr. Er sowie sein Freund und chemischer Haupt- berater Döbereiner waren ihrer Zeit weit voraus, und Walden schilderte die lebhafte Anteilnahm«, die Goethe an der Befruchtung der Chemie hatte. Seiner Natur entsprach„gegenständliches Denken", worin er mit dem großen Chemiker Justus Liebig zu oergleichen ist, der das„Denken in Erscheinungen" als für die Chemiker charatte- ristisch gepriesen hat. Es ist eine Pflicht der Dankbarkeit, wenn gerade von chemischer Seite das historische Verdienst Goethes um die Chemie hervorgehoben wird. Am Nachmittag und in den folgenden Tagen fanden Fach- sitzungen statt, in welchen in niehr als 200 Vorträgen die ver- schiedensten wissenschaftlich- und technisch-chemischen Problem« be- handelt wurden. Dr. B. Borchardt. Eröffnung des Weliiheaierkongresses. Sonderbericht für den„Abend". Am Donnerstag nachmittag ist in Hamburg die vierte Tagung des Welttheaterbundes, für die der hamburgische Senat eine unverhältnismäßig kleine finanzielle Beihilfe geleistet hat, durch eine Festsitzung in der Hamburger Stadthalle eröffnet worden. An Stelle des erkrankten Alfred Kerr hielt dabei Max Alexander Naumann den Fefwortvag über den„Sinn des Festspiels." Unter den äußerst zahlreichen Programmpunkten der bevorstehenden Sitzunzen scheinen die Diskussionen über„Das Klassikerproblem im Schauspiel", mit Gömier und Ießner als Referenten, und„Dramaturgische Zusammen- arbeit", mit Referaten Piscators und Gaston Batys, das meiste Allgemeimnteress« zu bieten. 9oi Rahinen der FefZmrfsühnmgen kommen am Rl. Imfl d t«4 französisch« Einakter durch französische Künstle« zur Darstellung. Cocteau, Tristan Bcrnard und Jules Renard sind die Autsven, Berthe Boy, Leon Bernard und Gemier ihr« Haupt» iitterpreten. Damtt gelangt— zum ersten Male seit dem Kriege—» eine exportberechtigte Kostprobe französischen Theaters vor dos deutsche. Publikum, dos bisher über das Bühnennioeau seines west» lichen Nachbarn— durch überflüssige Gastspiele und unwesentlich« Stücke— vielfach in allernachtejligstem Sinne getäuscht worden sst. v. dlaltaabn. Das Kindersterben in China. Noch den Mitteilungen des Kam- missars der Heilsarmee, Mackenzie, der von einer Rosse durch China soeben nach Australien zurückgekehrt ist, wütet die Hungersnot in China so furchtbar, daß allein in den Novdprovinzen seit Januar d.I. 200 000 Kinder dem Hunger erlagen. 2000 Millionen Menschen aus der Erde. Roch einer Statistik des Internationalen Statistischen Instituts im Haag hat die Gesamt- bevölkerunq der Erde jetzt die Grenze von 2000 Mfllionen überschritten. Ästen hat die größte Bevölkerung der fünf Erdteile, 9S0 Millionen. Europa hat eine Beoölkeruiyg von SS0 Millionen, Rord- »nd Südamerika zählen, zusammen 230 Millionen, Afrika 150 Mil- lionen und Australien 7 Millionen. Die Inselgebict« der Erde bringen die Gesamtzahl auf über 2000 Millionen. Im Mai 1927 gab eine Ausstellung des Völkerbundes die Gesamtzahl der Menschen auf der Erde auf 1900 Millionen an. Di« veulsche Sunstgeweinschaff zeigt in ihren ständigen AuzsteUnagf- räumen im Schloß neue Oelgemälde von Franz Hcikendors. Walter Kohl- Hofs und Eugen Spiro, eine Kollektion von Guaschen als Ergebnis«wer Afrikareise von Moritz Pathä, und Piastiden von Berthold Mllller-Oerlwg- hauien und Jenny Wiegmann Außerdem stellt derBerlinerKllnstler» b u n d eine Kolletlion von Oelgemälde», Graphiken und Plastlle« aus. L*S>>r&?V, Freitag. 13. JunL Berlin. 16.05 Dr. Paul Laven: Fußbansplel. 16.30 Aus dem Manuskript,(Aus Cinsendunsen an die PtmkstundeJ(Mftw.: Frida Weber-Fleßburg, Sopran; Lnigi Bcrnancr, Bariton; Flflcel: Julius Bürger.) 17.00 Das Interview der Woche. 17.30 Curt Biging: Robinson In Finnlands Norden. 17.45 Verlesung der Thesen der nm 18 Uhr folgenden Diskussloa. 17.50 Das neue Buch. 18.00 Rcchtsanwalr Dr. Arthur Brandt und Amtsgerichts rat Dr. Alfred ÜTtgert Thesendiskussion. Für und gegen die Bewährungsfrist 18.40 Lieder. 1. Mozart.— 2. Mendelssohn.(Yeila Curjcl, Sopran; Flflgcf; Scidler-Winkler.)* 19.05 Wanda von Poellnitz: Die deutsche Sprache. 19.30 Hans Flcsch: Programm der nächsten Woche. 20.00 Arbeitsmarkt. 20.05 Unterhaltungsmusik. 21.00 Hörspiele auf Tönfilmcn. 1...HaTlob, hier Welle Crdba!!!*4. von Fritz Bischoff. Musik von Edmund Nick.— 2.«Weekend" von Walter Rntt- mann. Nach den Abcndmcldungen: Abendnnterbaltang. ICönigswnstcrhansen. 16.00 Dr. Dorothea Bernhard: 9. Scbullahr auf dem Lande. 16.30 Von Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30 Dr. Nicolaus Darbovcn: Stellung und Notlage der Anw altschall. 17.55 Pfarrer Dr. Wagner: Bei deutschen Auswanderern In Kanada. 18.20 Prof. Tarachand-Roy: Die modernen religiösen Bewegungen w Indien. 18.40 fieh.-Rat Prof. Dr. Lütgert: Die soziale Pflicht 19.05 Englisch für Fortgeschrittene. 19.30 Wissenschaftlicher Vortrag für Zahnärzte. 20.00 Frcddric Chopin. Sonate H-Moll, op. 58.(Karo! Szreter, Flügel J 20.25 Lunapark-Orchester. SercntmortT. für die Redaktinn: Wolfgang Schwarz, Berlin: Änzet«»: Tb* Stocke, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H., Berlin. Druck: Vorwärts Buch- druckerei und Verlagsanstalt Paul Einger& Co.. Berlin EW 68, Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. Freitag, 13 6 Staats-Oper Unter d. Linden Teil-Ali. A. Fr. Ho. 11 Jahres-Al).-». Ho. 154 20 Uhi Cavollerla rnsArcana Baiazzi Ende 22V. Uhr Staats-Oper tn Pliti dir Republik Vorst. 103 19V. Uhr Ende 22V, Uhr Freitag, 13. 6. Stadt. Oper Bismarckstr. Turnus II lOtfe Uhr fidelfo Ende n.22,/«Uhr Staat!. Sdiauspb. am Gindarmeomarkt St. R. It. Fr. Ho. 8 Jahres-Al!.-*. Ho. IAO 20 Uhr Gustav AdoU Ende g. 23 Uhr Staatl.SdiillBr-Ttieater.Cliarltbg. 20 Uhr Sdierz. Satire, Ironie nnn liefere Bedealiinft Ende nach 22Va Uhr Tägl. 5 II.«Ii Sonnt. 2, 3 n. 8" 1 Alex. E 4, 8066 Wilhelm dKarislein der beliebte Humorist und d erslklassige Attraktionen 8'"Uh' CASINO-THEATEH t.oihrinccr Strafte 37 Nur noch wenige Aufführungen i Rentler Mudlcke Billig! SO Pf. Sommer prcUe; f.- Mark Billig! I.SO Mark ItieaterLd.Behrenstr. 53-54 8', 2 U. A4 Zentrum 926-927 SVj U. Direktion Ralph Arthur Robert» Nein Vetter Eduard Schwank in 3 Akten von Fred Robs S" Uhr- Zentrum 2819— Rauchen erlaubt Horliok-Truppe— 3 Kitaros— Dekker& Pan— 2 Benedettis Schwestem v.Werefkin— Geo Neu! Gordon— 2 Luganos— 3 Melvilles und weitere vier ATTRAKTIONEN Neu! VolKsbtthne Theator am BDIovplatz. SV* Uhr Julius Caesar Rigii; firi Bilo: Kai Iii Staat). Sdiilier-Tb. 8 Uhr Sdierz, Satire. Ironie u. tiefere Bedeatung Staatsoper AmPl.d. Republik Vh Uhr Rigoletto Kammerspiele 0 2 Weidenilaram 5201 8><« Uhr: jphfgenie vontVolfg v.Goethe Biriditgag and Rigii: fiduid Bot■ Baimaa OBütscties Theatu D 2 Waidoodainn 5201 8 Uhr Phaea von Fritz v. Unruh. RegrMax Reinhardt NisA: FridnABtllniidv. Die Komödie II Bismck.2414/7516 Freitag 7 Vi Uhr zum ersten Male Via werde itb reidi und glDtklidi? Gn Kumt ig II Abteiluggin von Ftlii Judiimsog. Kutik von Misdia Spoiiansky. Bcgic: Eridi Engel Desanlaasslithin;: Udwig Iiinn g.Emt SdOtte Kleines Theat. Merkur 1624 Täglich SV* Uhr Max Adalbert in Das Parfüm meiner Frau Thsaier Ii der Siresemanasir. (frOhtr Rigigjrftnr Str.) Btriiur Bgutvoduii 1930 SV» Uhr Wie es endi Oefüiu von Shakespeare Musik von Mozaii all Qisatetb Birggtr Komödlenhaua Täglich 8V« Uhi Meine Sdiwester und ilii Musikv. Ralph Benalzky Lessing-Theater WtidudigiD 2797 n. 0046 Täglich SV» Uhr Rente abend wird aus dem Stegreil gespielt von Pirandello Regie: Gustav Härtung Resideirc-Theatei Tägl. 8V» Uhr Meine Fran— die KoKolle Für[ugendl. verb. Puodfunkhinr Q-h» Pnüs. Berliner Proler Gomnierßaiieniliealcr Kastanienallee 7—9 Täglich Anfangf Uhr G Tirietd-ffoltitodt- Attiaktiooen ferner die Burleske »Ganz falsdt" sowie Giull Beer und Grell Lilien in llpeittt»in3Ald.».R«HtiIliT mit 36 Mltvlrkmden Broßcs Ralleekomen Eintrittspreis von 30 PL an. Reste, Fabrikabfälle für Leib- und Bettwäsche"„Sttä VBerlcaaBazeU O-S KJbr. SonnabenaBs S-fB Vlur Mechanische Fein weher ei Adlershof A.-G. Und 10 Dein Drlanb nodi fo klein» im Caiesdidncbcrst mnstf Du Sevelen fein! Inhaber: Wolfgang Gronge, HauptüraHc 23/24 ROSE -Theater Gr. Frankfurter Str. 132 Blllettkatse: Alex. 3422 u. 3494 Von nun an Jeden Kaebmitt. um 630 Uhr(Sonntags 5 U.) Konzert, Großes VarietÄ „LeQe.Loite. Liese" Berliner Volkaoperette von J. u. R. Gilbert mit Hilde Hoter. Erna Kerstene. Lonl Pyrmont, Karl Güll Ich. Edgar Kanltch u. Hant Rose in d. Hauptrollen. Täglich 8" Uhr (Sonntags auch ö 16 Uhr) im Innentheater: jTniwieeiiiEKir[imH das beste Lustspiel der letxten Jahre mit Traute Rote, Bertha Grofib&rth. Robert MQiler, Paul und Willi Roee, Erich Wilde u. a. Reichshallen-Theater /|T| Uhr Das wundervoUe Juni-Programm der Stettiner SSnger Tel.: Zentrum 11263 Dönhoff- Brettl(Saal und Garten) Varlef«— Konzerl- Tanz Direktion Dr. Robert Klein Denlsebes ROnstler-Theal. Barbarossa 3937 Täglich 9 Uhr „Idi tanze um dleWeitmlidir" im lintlln Stbiffir Hnik; Fritf ridi HolliDdit bgie; Uns Urahn Dir. Dr. Martin Mol Komisch� oper Friedrichstr.I04. Merkur 1401/4330. Täglich 8Vs Uhr Uebe und Trompeten- blasen Schalz/Wgstermeur ✓ Flnkltr iahrtedc ✓ Haid/ Behrisdi Tbeater d. Weitem Täglich SV» Uhr: Der Beiieislwienl Carola, Eisner, BfiHdier, Horsten. Slkla, Dora Metropol-Th. Täglich 8V« Uhr mit Dtr allein aut einer einsamen Midiael Bohnen. 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Aus der anderen.Seite aber macht sich ein erbärmlicher Ties- stand des kulturellen Milieus bemerkbar, denn mit Radio, Kinobesuch und einem Boxabend sind die Ansprüche befriedigt. Das Tempo und die Mechanisierung der Arbeit im Betrieb machen den Menschen in 10- oder ILstündiger Arbeitszeit so mürbe, dost er in seiner Freizeit nur noch sür oberflächliche Zerstreuung zu haben ist. Hinzu kommt der Mangel an einer sogialistisch«ingestellten Arbeiterbewegung, die ja in Deutschiaich heut« in grostem Maße auch die Bildungsarbeit leistet. Doch nun zu den Tatsachen in Amerrka: Bis zunt» Jahre 1928 stiegen die Lohire, ohne jedoch die infolge der starken Kriegsproduktion angeschwollen« Höhe von 1920 zu erreichen. Nach der Statistik des amerikanischen Wirtschaftlers Dr. W o l m a n n betrug der durchschnittliche Stundensatz aus 23 Industrien: 1920 1921 1922 1923 61 Cents*) S2. 49. 54. 1924 1923 1926 1927 36 Cents 36. 36. 57. Wir iehen also, die Blüte der Kriegs- und Nachkriegszeit:st trotz ansteigender Konjunktur nicht mehr eingeholt worden und heul« werden die Löhne wohl mindestens wieder den Tief- st and von 1922 erreicht haben. Wenn auch Präsident H o o v e r und sein getreuer Jünger Ford die Parole ausgegeben haben, in der jetzigen, wirtschaftlichen Depression die Löhne nicht zu erniedri- gen— gegenüber Deutschland immerhin noch«in Borteil, wo man auch in ossiziellen Kreisen zuerst immer das Geschrei über die hohen Löhn« hört—, so dürften infolge der großen Arbeitslosigkeit doch starke Lohnherabsetzungen stattgefunden haben. Da jedoch genaue Ziffern über den Krisenwinter 1929/30 fehlen, ja, die Meinungen über die Höhe der Erwerbs, lasig keit z.B. zwischen den zugegebenen 3 Millionen der Re- gierung und den 9 Millionen der kommunistischen Angaben schwankt, so wollen mir uns vorerst mit der Lag« der amexikanischen Ar- beilerschaft bis zum Sommer 1929 beschäftigen, worüber einiger- niaßen zuverlässig« Ziffern vorliegen. Bis dahin hatte unter der Parole: Prosperität auf jeden Fall und Produktionsankurbelung durch' Stärkung des inneren Marktes infolge erhöhten Einkoimnen- bczuges, ein« durchaus kontinuierliche Entwicklung stattgefunden, die erst durch die Stockung am Automobil- und Baumarkt und durch den Aktienzusainiinenbruch beendet wurde. Das wichtigste Zeichen dafür ist die Steiger ungdesBolkseinkom mens pro Kopf der Bevölkerung von 625 Dollar im Jahre 1922 auf 742 Dollar im Jahr« 1928. Jedoch besagt dies noch nichts über das Einkommen der verschiedenen Klassen. Man zählt etwa 71 Pro- zent der amerikanischen Bevölkerung zur Arbeiterschaft, d. h. Ar- beiter. Angestellt« und kleine Beamte, und 29 Prozent zu den selb- ständigen Geschäftsleuten und den führenden Angestellten und Be- omten. Zehn Prozent der oberen Einkohnnensklasse: Grundeigentümer, Fabrik- und Bantdirektoren und die Spitzen der Be- ointenschaft beziehen aber allein ein Drittel des gesamten Volkseinkommens. Dies« Kategorie erhält ein durchschnitt- lfches Jahreseinkommen von 10 000 Dollar pro Familie, während die restlichen 90 Progent sich mit 2200 Dollar im Jahre begnügen müssen. Im einzelnen hat Dr. C o p e l a n d das Durchschnittsein- kommen im Jahr« 1923 für die verschiedenen Industrien und Be- schäftigungen wie solgt sestgelegt: Landwirtschaft(meist Farmarbeiter).. 337 Dollar Handel(Berkäuferinnen und Angestellte) 1313„ Bergwerke........... 1318 Fabrikarbeiter.......... 1362 Verkehrswesen.......... 1554, Bauwirtschaft.......... 1574 Regierungsangestellte....... 1385. Bankgewerbe(meist Angestellte)... 2179, Verschiedene.......... 1408 Insgesamt im Durchschnitt 1384 Dollar Das Durchschnittseinkommen in diesen Gruppen be- trägt also 1384 Dollar pro Familie in einem der besten Jahre dex Wirtschaft. Demgegenüber betragen die niedrig st en Lebens- kosten für ein« fünsköpsig« Familie 1920,27 Dollar. Wieviele erhalten aber diese Summe? Bei einer Rundfrage in hundert Arbeiters amilien blieben 74 unter diesem Mindostsatz, und nur 26 Haushalt« hatten mehr zu verzehren. Im Sommer 1929 untersuchte das New-Yorker Departement of Labor 536 Ar- beiterfamilien, in denen die Frau mitarbeiten geht. Der V e r- dienst des Mannes betrug bei diesen im Durchschnitt 28,26 Dollar in der Woche, das entspricht einem Jahreseinkommen von 1470 Dollar. Doch selbst während der durchaus günstiger. Zeit der Beobachtung waren darunter 17 Prozent Arbeitslose, die natürlich keinen Cent verdienten und auch sonst keinerlei Ein kam- mensbezüg« hatten, da es ja bekanntlich drüben keinerlei sozial« Unterstützungen gibt. Fassen wir das alles zusammen, so ergibt sich folgendes Bild: 1. Im allgemeinen steigen die Löhne bis zum Sommer 1929 langsam aufwärts. 2. Die Löhne steigen schneller als die Lsbenskosten, ohne je- drch den neuen, amerikanischen Lebensstandard zu ermöglichen. Z. Der Anteil der Arbeiterklasse am gesamten National- hinkommen blieb bis 1923 gleich. 4. Im Durchschnitt verdient der Industriec�beiler etwa 1500 Dollar im Jahr, mit Veränderungen je nach Lage Und Beschäfli- tmnq Der ungelernt« Arbeiter im Süden erhält mit einem jährlichen Einkommen von 650 Dollar kaum das Existenzminimum. ' 1 Pfftf— 100 Cents~ 4,20 Mark, 5. Wohlstand herrscht nur sür bestimmte Gruppen gelernter Arbeiter, besonders in der Bauindustrie, ober auch das ist sehr verschieden. 6. Iii den meisten Fällen wird dos Einkommen der Familie noch durch die Arbeit der Frau oder durch Zuschüsse t r- wachsener Kinder erhöht, da der Verdienst des Mannes kaum für die notwendigste Nahrung, Kleidung und Wohnung reichen würde. Wie gesagt, sind aber diese Beobachtungen während einer Zeit der aufsteigenden Konjunktur gemacht, während in Krisen- zeiten, wie im vergangenen Winter, das Elend und die Not der Erwerbslosen unbeschreiblich ist. Sollte die Belebung der Wirt- schaff infolge der weltwirtschaftlichen Lage auch in Zukunft un> möglich sein, so muß damit gerechnet werden, dost die Lohnhöhe weiter erheblich sinkt, und die Forderung des omerikanischen Ge- werkschaftsbundes nach einer E r ax rbslosenversicherurig zeigt, daß man auch hier mit einem Dauerzustand des Arbeiter- Überschusses rechnet, der sich durchaus den europäischen Verhält- nissen anpaßt. Damit aber würde wahrscheinlich auch das proletarische Be- wußtsein im amerikanischen Arbeiter geweckt und der Boden für eine sozialistisch« Lebensanschauung geschafsen, die heut« für den Durchschnittsamerikaner noch unverstäiMich ist. Xorl dloeller, z. Zt. New Dort. 1 Per Schub nach Italien Ein Landstreichererlebnis Von Albert Dandistel Eines Morgens bekam Karl, der Ausreißer, vom Hausdiener des GastlMcses zu Andermatt einen Topf voll heißer Milch in den Stall gebracht. Karl ah und dachte dabei daran, daß er ohne die Liebe der Tochter des Hauses(die ihm am Abend zuvor ein Fünf- frankstück geschenkt hatte) nicht über„so einen Gotthard* hätte koimnen können. Als er gefrühstückt hatte, übergab er dem Haus- diener„vielen Dank für die Wirtin* und—„viele Grüße für das Fräulein*, das er nunmehr, so in Gedanken, liebte. Karl ging dann der Weisung des Hausdieners nach: zurück zum Dorfe G ö- scheuen. Und da tat es ihm sehr leid, daß er das Fünffronken- stück, das liebste Andenken, das er je bekam, wechseln lassen mußte, um einer Fahrkarte willen, die er benötigt«, um durchzukommen durch die finsteren Tunnel des Sankt Gotthard Und als er endlich den verschneiten Gotthard hinter sich hatte und von dem Dorfe A i r o l o aus so ganz zerlumpt schon durch elliche versonnene Stunden hindurch weiter gewandert war, immer mehr bergab, da blieb er auf einmal stehen und schaute zum erstemnal, seit er in der Fremde war, ganz ergriffen zurück... Dann wanderte er weiter. Obwohl er humpeln mußt«, well an seinem rechten Schuh der Absatz fehlte und ihn bereits jedesmal, wenn er mit dein rechten Fuß auf die harte Landstraße trat, ein Abjotznägelchen in die Ferse stach, ließ er sich Nicht verdrießen. Denn es war dos erstemal, daß er bei Tag in der zerklüfteten Welt der Alpen dahinpilgorte. Und immer und immer wieder schaute er mal auf zu den verwilderten Felsenkolossen. Er fiihlt« sich ihnen gegenüber zwar noch winziger als eine Laus, die zu Füßen eines Elefanten dahinkrabbelt; aber er freute sich, weil er sich sagen kannte, daß er es immerhin gewagt hotte z» versuchen, sogar bei Nacht allein in jenen einsamen und jetzt so vom Nebel umgeisterten Regionen da oben vorwärtszukommen, in denen immer, wenn er austrat, der Schnee so laut knirschte. Und— da er ja verliebt war in jenes Andermatter Mädchen, ober nun so allein weiterwandern mußte, deshalb ließ er, um sich dennoch nicht gar so ollein zu fühlen, die Enden seines schwarzen Selbstbinders flattern, den er, seitdem er keinen Kragen mehr hatte, als Halstuch verwendete. Und er be- gleitete nunmehr seinen Marsch mit dem Lied...„und so ging ich denn mit frohem Mut, wie man singet, wenn man wandern tut...* Nachdem also eine geraume Welle vergangen war, erschrak er, da ihn plötzlich eine rauhe und fremde Männerstimme anrief: ,/)allo! Wohin?!* Als Karl jedoch das struppig bärtige Gesicht sah, das da, von einem alten Schlapphut überdacht, aus dem Chausseegraben zu ihm hergrinste, da antwortete er freudig über- rascht:„Ach. du bist ja auch einer...* Der Alte spöttelte:„Und ob!— Ich Hab aber nicht notiert, wieviel Schuhsohlen ich schon auf den Landstraßen kaputt gelatscht Hab...* Als nun die beiden im Chausseegraben beieinander saßen und Karl betont hatte, daß er nach Italien gehen wolle, da fragte der Alte:„Was willst du in Italien? Etwa Bären fangen oder Löwen??* Karl antwortete: „Was ich in Italien will, weiß ich selbst net; ich will hall nach Italien!* Der Alte hüstelte. Und beide schwiegen. Karl schaute nach dem verwilderten Kopf des Alten hin und fragt« plötzlich: „Kannst du dich denn überhaupt noch waschen, weil du das Gesichr so voll Vollbart hast?" Der Alte erwiderte:„Als ich noch so jung war wie du, Hab ich auch so gedacht wie du eben...* Bei diesen Worten unterbrach Karl mit Hast:„Ausgeschlossen! Wenn du grad so wie ich e schön's Mädche so gern gehabt hättst, wärst du net so lang auf de Landstrah gebliwwe...* Der Alte sagt«:„Weg mit dem Gram da! Also du willst nach Italien?* Karl nickte. Und der Alte erklärte:„Wenn du von hier aus bis zur italienischen Grenze irgendwo von Polizisten oder von Gendarmen angehalten wirst, so sag, wenn du schlau sein willst, du kämst aus Italien; die Italiener hätten dich von Como aus über die schweizerische Grenze geschmuggelt. Wenn du dos sagst, schuben dich die Schweizer einfach nach Italien zurück: schmuggeln dich so hintenherum über die italienische Grenz«, brauchst, also den langen Weg bis zur italieni- scheu Grenze nicht zu laufen; wirst mit der Bahn gefahren; ist bequem; aber darfft nicht sagen, daß du Deutscher bist; mußt sagen, du wärst in Holland geboren, in, in— sag ruhig— in Roller- dam...* Die beiden blieben noch ein Weilchen beieinander. Dann humpelte Karl weiter. Und als er die holperige Straße des nächsten Dorfes betrat, fühlte er nicht mehr seine Scheu vor uniformierten Erwachsenen. Aber er schwieg, weil er. während er so dahinhumpelle, italienische Wörter von den Ladenschildern ablernte. Und da er bei seinem Sprachstudium zuviel Nahrungsmittel ansehen mußte, überkam ihn schließlich ein solcher Hunger, daß er auf einmal, da er dazu auch noch den Geruch frischgebackenen Brotes atmete, kein Interesse mehr für die schön klingenden Wörter hegte, sondern mir noch danach begehrte, sich satt zu essen. Er ging mir dem Rest des Geldes, das ihm jenes Andermatter Mädchen geschenkt hatte, in das G a st h a u s und verlangt«, indem er sich an einen Tisch setzte, ans gut frank- furterisch:„E Mittagesse zu eins zwanzig...* Der Wirt fragte chn aus Vorsicht, und zwar aus ttaliemjch, ob er Geld habe. Und da antwortete Karl, well er den Wirt nicht verstanden hatte:„Des is doch egal, was Sie mir zu esse bringe! Bloß bringe Sie mir bald was; ich Hab Hunger!* Der Wirt schwieg und hielt ihm nun die rechte Hand vor und rippelle dabei mit dem rechten Zeigefinger den rechten Daumen. Und da erwiderte Karl:„Ja freilich...* Er faßte in seine Hosentasche und schüttelte sie so daß die darin aus- bewahrten Geldmünzen aneinanderklangen. Und da verstand der Wirt mit einemmal so gut zu kauderwelschen, daß Karl zu ihm sagte:„Sie, ich glaub, wenn wir noch zehn Minute miteinander schwätze, könne Sie grab so gut deutsch wie ich!* Der Wirt grinste, indem er ging, Brot und Suppe zu holen. Nachdem Karl gesättigt war, ging er ans Büfett heran, angelockt von den Ansichtskarten die da ausgestellt waren. Er bezahlte erst seine Zeche. Und dann bewunderte-er stille die feier- lichen Palmen unter dem reinen, blauen Himmel, der sich da am der Postkarte so ruhig auf dem See wtederspiegelte, auf dem die med- lichen Segelboote und der blendende Dampfer glänzten. Ja, diese neue und vornehme Welt, die er da auf der Postkarte zum erstenmal erblickte, ergriff chn so, daß er sich ihren schönen Namen.Logo di Lugano*, der auf der Postkarte zu lesen war, ganz leise einflüsterte. Und dann kaufte er die Postkarte und fragte den Wirt: .Ach, sind Sie doch so gut und sagen Sie mir mal, ob ich, well ich nach Italien will, mir dort an Ort und Stell die schöne Gegend „ßaigo di Lugano* mal angucke kcmn�" Der Wirt antwortete:„Morge du nach Bellinzona, übermorg« du am Logo di Lugano..." Und da fragte Karl ganz begeistert:„Aber wenn ich schnell geh, kann ich dann vielleicht heute noch dorthin komme?" Der Wirt sagte:„Nein!*— Karl verließ nun das Gasthaus, und während er weiterwanderte, betrachtete er immer und immer wieder mal die Postkarte und flüsterte sich immer und immer wieder mal dcn schönen Namen„Logo di Lugano* zu... Als er gegen Abend just in dem Dorfe G i o r n i c o angekommen war, sah er plötzlich einen Gendarmen neben sich, der sich ihm von hinten her auf einem Fahrrad genähert hatte. Der Gendarm forderte von ihm Legitimationspapiere. Karl antwortete: „Die Papiere habe mer die Italiener net wledergegewwe! Ich komm aus Italien! Ich wollte gar net in die Schweiz! Bei Como haben sie mich über die schweizerische Grenz geschnmggelt, die Italiener...* Der Gendarm sagte:„Dann wirst du morgen wieder zurücktronsporttert!* Er führte den Karl in die Gen- darmeriestation, und nachdem Karl bei seiner Vernehmung angegeben hatte, daß er zu Rotterdam in Holland geboren worden sei, nahm der Gendarm eine Leibesvisitation an ihm vor, wobei er die Postkarte fand. Der Gendarm richtete mm n ehr iie Frage an Karl:„Wann bist du durch Lugano gekommen?" Karl zögerte? indem er bedachte:„Morgen Bellinzona; über- morgen Lugano..." Und er antwortete also:„Vorgestern war ich in Lugano...* Der Gendarm gab ihm die Postkarr« wieder und — sperrte ihn in eine Zelle. Aber Karl lieh sich auch dadurch nicht vevdrietzen; er betrachtete die Ansicht seiner Postkarte, und als er die Suppe gegessen hatte, die ihm der Gendarm reichte, legte er sich auf den Strohsack nieder und freute sich heimlich aus die Eisenbahn- fahrt durch die herrliche Gegend des Lago di Lugano. Am folgenden Morgen wurde er von dem Gendarmen zum Bahnhof geführt. Di« Postkarte trug Karl in der Hand. Auf dem Bahnhof aber mußte er in einen„Gefangenentransport- wagen* einsteigen und wurde in diesem Wagen, der ttine Fenster hatte, in eine der kleinen Isolierzellen eingeschlossen, die sich zu beiden Seiten des schmalen Mittelganges befanden. In seiner Zell« war es so dunkel,' daß er seilte Postkarte, die er vor sich hielt, nicht erkennen konnte. Die Reise begann. Und auf einmal drang von oben herab, so dünn wie ein Stroh- Halm, ein Sonnenstrahl durch ein Schlitzchen zu ihm herein. Und du oermochte er wieder(wenn auch nur spärlich) den herrlichen Lago di Lugano ciuf seiner Postkarte zu erkennen. Und als der Zug wieder mal hielt und das Wort„Lago di Lugano* von irgendwoher zu ihm in die Zelle drang, da seufzte er. indem n den dünnen Sonnenstrahl aus seine Postkart« scheinen ließ:„Ach, wie schön muß es da draußen sein�...* Neues Kinderheim im Riesengebirge Die niederschlesische Provinzialoerwaltung hat in Iannowitz ein Kindergenesungsheim errichtet. Es bietet Platz für 143 erholungs- bedürftige Kinder und 30 Haushaltungsschülerinnen. Der Bau kostete insgesamt 1080 000 M. und ist soeben eröffnet worden. Ausgenonrmen werden Kleinkinder vom dritten Lebensjahre an, ferner Schulkinder und Jugendliche bis etwa zum 16. Lebensjahre. Der Kursus in der Haushaltungsschule dauert ein Jahr und umsaßt alle theoretischen und praktischen Fächer, wie sie in Hans�tltungs» schukll üblich sind. (4. Fortsetzung.) Unb übrigens, hätte er diese Klicke bemerkt, ja, wäre er sogar darauf eingegangen— es wurde Lolli mit der Zeit denn doch einigermaßen deutlich, daß es noch gar nicht ausgemacht war, ob die vornehme Dome da mit der stolzen Zurückhaltung— ob sie überhaupt Notiz von einer Beziehung gemmimen hätte, selbst wenn so etwas zwischen szammerjchlag und seiner Stenotypistin gewesen wäre. Oha, dachte Lolli, also du bist schon anderweitig versorgt?— Ein Gedanke, der ihr vorher noch gar nicht gekommen war. Sie konnte sich keinen anderen Grund als diesen denken, um sich die Gleichgültigkeit, die dos Fräulein gegen Hammerschlag an den Tag legte, zu erklären. Lolli begann, Denise mit freundlicheren Augen anzusehen. Aber wenn es auch nur stimmt? dachte sie dazwischen: wenn es auch nur in Wirklichkeit so ist wie es den Anschein hat? Bielleicht tut sie nur kalt sür mich und für olle Welt— aber die Wahrheit ist anders, ganz anders—? Indessen hatte sie keinen Grund, der Wirklichkeit zu mißtrauen, und mit etwas ofsenem Blick und ungetrßbter Beobachtung hätte sie das auch einsehen müssen. Unmöglich konnte sich eine Sekretärin noch zurückhaltender gegen ihren Prinzipal zeigen, als Fräulein von Langen es tat. Ja, noch mehr, sein Wesen schien sie sogar manchmal abzustoßen. Wenn Hammerschlag in seiner ungezwungenen Nedeweise mit ihr verkehrte, saß Denise da und schien einzig Obacht daraus zu geben, daß ihr nicht d i t Antwort entschlüpfte, die sie ihm sehr gern erteilt hätte. Unter dem prasselnden Feuerwerk seiner urwüchsigen Sprache mußte sie immer wieder die Röte, die ihr in die Stirn stieg, be« meistern. Mitunter mußte sie über chre Tränen Herr werden. Sic konnte seinen Berkehrston für nichts anderes als eine ununter- brochene Kette von Beleidigungen halten. Was sollte sie dazu sagen, wenn er sie ausforderte, sich in seinem Büro doch endlich heinrisch zu fühlen, und aus folgende Weise: „Fräulein von Langen, wenn ich Sie so dasitzen sehe, muß ich immer an einen Bekannten denken, der nach jedem zweiten Satz. den er spricht, einen mit der Frage belästigt: Störe ich Sie auch nicht? Halt« ich Sie auch nicht auf? Dos ist einfach, um aus der Hose zu fahren. Ich sage ihm immer wieder: Mensch, ich habe dich eingeladen, also laß mal für zwei Stunden dein ekelhaftes Gefrage. Aber schon nach'ner Biertelstunde fragt er mich wieder: Du hast doch hoffentlich nichts Wichtiges vor? Sag es nur offen... Mensch, sage ich zu ihm, nun schmeiß ich dich aber gleich vor die Türe. Ja, ja, fragt er, wie ist das nun gemeint? Willst du mich los sein? Siehst du, die Menschen sprechen dos ja nun einmal nicht offen aus, wenn sie einen los fei», wollen, sie hoffen lieber, daß man von selber bald aufsteht.— Dir ist nicht zu helfen, sage ich zu ihm, dir müssen sie ja ganz schauderhaft auf'm Buckel rumgeritten haben, daß du dir immer bloß als überflüssiges Inoentarstück vorkonunst.— Ja, ja, das sind solche Menschen", schloß Hammerschlag und zog nachdenklich die Mundwinkel noch unten,„denen fehlt so ein Grog im Leibe, daß sie mal n bißchen aus sich herausgehen, daß sie sich mal'n bißchen so geben, wie der liebe Gott sie nnt Seele und Leib und mit allem, ivas drum bimmelt und bammelt, geschaffen hat: daß sie mal'n bißchen das Visier aufklappen, so daß man weiß, mit wem man überhaupt spricht. Was?" Diese Aussprache fand im Büro am Tisch Fräulein von Langens statt— Hammerschlag war herübergekommen, Fräulein Weinmeister macht« eine Besorgung, einen Weg zur Druckerei. Hammerschlag lchnte an einem Schrank, Denise schaffte Ordnung in einer Kartothek. Sie tat so angelegentlich mit ihrer Arbeit beschäftigt, baß sie nicht einmal aussah. In Wirklichkeit war sie von den zunehmenden Aus- lassnngen Hanunerschlags innerlich so erstarrt— sie glaubte eine Weile in einer Traumwelt mit umgekehrten Begriffen befangen zu sein. Schließlich nahm sie zu seinen Gunsten an: er hätte im Laufe seiner Rede total oergesicn, daß er von ihrer Person feinen Ausgang genommen hatte. Also nahm er mit all diesem Blödsinn, den er ihr da von seinen Bekannten erzählt hatte, auf sie überhaupt keinen Bezug—? Aber sogar diese Illusion mußte er ihr nehmen. „Ich würde mich wirklich freuen", sagte er,„wenn Sie sich bei mir heimisch fühlen würden. Ich habe manchmal so den Eindruck, als fühlten Sie sich hier nur so wie ein allzu ängstlicher Bekannter. Na?" Hatte er denn gor kein Gefühl dafür, wie entsetzt, wie hilflos sie in dieser Lage war? So hatte in ihrem Leben noch kein Mann mit ihr gesprochen. Ihr kam auch im Traum keine Ahnung davon, daß seine Art, sich ihr zu nähern, etwas anderes als eine Beleidi- gung sein könnte. Aber warum wollte er sie demütigen? Mit der Zeit mußte er doch merken, mit wem er sprach! Warum wollte er sie immer nur kränken? Machte ihm das einfach Vergnügen? Was gab es für problemotifche Naturen auf der Welt, auch unter den Männern! Hammerschlag hingegen dachte in dieser Zeit oftmals für sich: Nun muß sie es doch bald endlich einmal weghaben, daß ich es ganz besonders gut mit ihr meine. lind mitunter dachte er: Nun könnte sie mir aber endlich einmal durch einen freundlichen Blick bestätigen, baß sie meine Liebenswürdigkell, mit der ich sie überschütte, wohlgefällig akzeptiert. Ich will nickst hoffen, daß sie ein hochmütiges Aas ist. Aber das mußte man sagen, er leistet? sich mitunter rechte lieber- ireibungen in seiner Höflichkeit. Um ihr wieder einmal zu zeigen, wie gern er mit ihr ein Gespräch führte, sagte er eines Tages, es kain ganz unMrmutet für sie: ..Na. wot machen Sie nu so über den janzen Abend?"(Je höflicher er wurde, um so entschiedener berlinisch wurde seine Sprache.„Dy" hätte er im Kriege wahrscheinlich auch zu seinem FeKirnarschall gesagt.) Gott mochte missen, wohin ein Gespräch mit solch einen, Anfang cmch führen tonnte. Aber für diesmal gedieh es nicht über den Anfang hinaus. Denise oerließ prompt ihren Platz, verließ das Büro... Le- weisen ließ es sich ja nicht, daß es einen Affront gegen ihn darstellen sollte— denn einmal für eine kurze Zeit dos Büro zu oerlassen, dazu gibt es ja schließlich sür jeden Büroangestellten im Laufe des Tages Anlaß. Dies war das erstemal, daß es zwischen ihnen zum Klappen kam. *** Die Fenster der Bersicherungsfirma, deren Räume an Hammer- schlag s Redaktionsbüro angrenzten, sahen in den Hof des Kontor- Hauses. Es standen einige Pultreihen in den verschiedenen Zimmern und etwa ein Dutzend von Eingestellten saßen nnt gleichgültigen, stumpfen oder mißmutigen Mienen rechnend über Büchern und Policen. Mitunter kam einer cm das Pult des anderen mit einer geschäftlichen Frage: in der Mittagszeit, die eine halbe Stunde'ous- machte, setzten sich emige, die nicht zum Essen hiiruniergingcii, auf benachbarten Böcken zusammen und erzählten sich von sportlichen Ereignissen, denen sie beigewohnt hatten oder beiwohnen wollten. — Das war im allgemeinen der Verkehr der Angestellten unter- einander. In der Pultreihe, die der Ausgaitgsiur am nächsten war, saß auf dem äußersten Bock ein neunzehnjähriger junger Mann, der allen durch seine Zurückhaltung ouffiei. Er ivor um Ostern, das heißt vor wenigen Tags», als Lehrling in die Firma eingetreten. Mittags blieb er im Kontor, hielt sich aber gleichwohl für sich. Er schien es geradezu zu vermeiden, mit den anderen in ein Gespräch zu kommen. Wenn sich irgendwer an seinem Pult ausstellte, um ihm ein bißchen aus den Zahn zu fühlen, gab er kurz und höflich Antwort: aber er hatte eine Art, es merken zu lassen, daß es ihm angenehm wäre, wem, man ihn wieder allein ließe, damit er zur Lektüre des Buchs, in der er gestört worden war, zurückkehren könnte. Was für ein Buch das war, in dem er las, konnte keiner sagen. Einmal hatte sich einer ganz nah an lhn herangemacht und geradeheraus gefragt: „Erlauben Sie mal. Fein, was ist das eigentlich für ein Buch, das Sie immer lesen?" Welch ein Quatsch, hatte Arnold Fein für sich gedacht— welch cin Quatsch diese Formulierung: das Sie immer lesen. Als ob ich mein Lebelang in einem und demselben Buche läse.— Inzwischen hatte ihm der andere das Buch schon halb aus der Hand genommen, er las auf dem Rücken den Titel, den er aber nicht verstand, ließ von den Seiten etwas abblättern, verstand vom Inhalt aber auch nichts und hatte am End« weiter nichts heraus, als daß es«in Bibliotheks. buch und wahrscheinlich«in gelehrtes wäre, in dem Fein las. Und außerdem, daß dieser Lehrling Fein ein dünkelhafter Bursche war. Ja, das hatten die jüngeren Angestellten ein für allemal heraus. Dieser Fein war ein Streber. Die älteren hielten ihn eher für einen ordentlichen Menschen. Mit zunehmeichen Jahren, weum der Mensch stiller wird und wenn die langsam sich abzeichnenden Merkmale des Alters daran eAnnetn, daß der Gang durchs Leben nicht nur zum Lachen und Lärmen sei — findet ein Angestellter weiter nichts Besonderes, nichfas Unnatürliches daran, wenn ein Kollege still mit sich selber beschäftigt am Pult sitzt. Er findet das nn Gegenteil mir vernünftig, auch wenn der Kollege noch nicht einmal die Zwanzig erreicht hat. Auf die Bernmtung, daß der Lehrling Fein in Wahrhett innerlich dreimal so alt sein könnte, als«r den Jahren noch zählle, kam keiner. Neben dem Lehrling saß ein Herr von fünfundvierzig Jahren, er hatte einen rotblonden Schimrrbart und eine Backenröte, die eher durch Stubcnwarme als durch Sonne und Luft erzeugt schien. Wenn der Lehrling, der in seinen Hirngängen Promilles und Biertel- promilles krabbeln und wimmeln fühlte, sich um eine Auskunst an ihn wenden mußte, sagte der Herr, nachdem er sich den rotblonden Schnurrbart nach rechts und links gerieben hatte: „Wein Gott, Sie sind nun länger als eine Woche schon hier— und Sie haben die Sackst: immer noch nicht begriffen?" Wenn der Lehrling dann schwieg und schräg auf die halbgefüllte Police sah, fuhr sein Lehrmeister fort: „Mein Gott, wieviel Mal habe ich Ihnen dos nun schon erklärt — Sie sind doch ein intelligenter Mensch, Sie haben doch Ihr Abi- turium gemacht, denke ich Wie kommt es denn nur, daß Sic diese einfachen Ding« nicht begreifen können?" Schweigen.(Fortsetzung folgt.) eBuch Sigrid lind fei:(Tran Wjelde Sigrid Undset gestaltet in ihren Romanen innner wieder die norwegische Frau. Frauen stehen im Mittelpunkt der Romane „Jenny" und„Frühling": das Leben der„Christin Lavraustochter" ist der Inholt eines dreibändigen Werkes, das mit kKm Nobelpreis ausgezeichnet wurde.„Frau H j e l d e" heißt der Ronian, den jetzt in deutscher Uebersetzung— von I. Sandmeier und S. Anger« mann— die Deutsche Berlogs-A.-G. Ilniversitas herausbringt. Der Roman schlägt den gleichen Ton an wie das Werk„Christin Lavraus- tochter". Freilich ist es nur ein leise zitternder Klang neben der erschütternden Wucht einer gewaltig dröhnenden Glocke. Jahr- hunderte haben die starken Lebenstriebe einer Christin Lavraus- tochter in nervösem Lebenshunger gewandelt, haben ihre vorwör's- treibende, immer wilder auf Gestaltung drängend« Unruhe in ein zielloses Suchen nach letzten, endgültigen Werten zerflattern lassen. Aber das Schicksal Frau Hjeldes wird von der gleichen Macht um- saßt und gestaltet wie das der Christin Lavraustochter: von der Sehnsucht nach Mutterschaft. Diese Sehnsucht zwingt beide Frauen schließlich zurück m den Kreis der Familie. Für Christin Lavraustochter, die starte, wilde Landedelsrau, wird es ein letztes, heißes Aufflackern, eine»Hoffnung auf neues Mutterglück, die fehlschlägt und an der sie zerbricht. Frau Hjeldes Lebenswellen verebben stiller. Aus sie warten vier unmündige Kinder: in lächelnder Resig- naiion lebt sie weiter, zufrieden damit, Wärme und Mütterlichkeit auszuströmen über eine neue Generation, von deren Entwicklung, von deren Zukunft sie nichts weiß als das eine: daß sie. einem ewigen Gesetz zufolge, sich einst von ihr entfernen und ihre eigenen Wege suchen wird. Das Buch ist 1917, also vor der Lavraustochter, in Norwegen erschienen. Es zeigt wie alle Werke der Undset die starke Kraft dieser Frau, die Menschen eines bestimmten Lebensmilieus in ihrer Körperlichkeit und dem schicksalhasten Ablauf ihres Seins herauf- zubeschwören. Doch dieser Roman ist für die Entwicklung Sigrid Undsets besonders interessant. Er lst in seiner klugen Zartheit dos Werk einer mütterlichen, scharf beobachtenden Schriftstellerin. Dos gewaltige Werk der Christin Lavraustochter ober schuf eine große Dichterin. Triide E. Schulz. WAS DER TAG BRINGT. «ttiiimiiininntnitniiiuuunuimiinmiuiniiiiiiuauiiiuii'iiuuinntnnjtiniiuiinuiniiiuiuiuttiuuiiinniitniniiiuiiiiiuiiiiiiiiiriuiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiuiimuiiniiiiumnuimiuuui Wertvoller Nashornfund. In Starunia(Ostgalizien) wurde, wie ein Bericht in Nr. 12 der Zeitschrift„Der Naturforscher" mitteilt, bei Ausgrabungen der Krakauer Akademie der Wisienschaften ein so gut wie unver- sehrter Kadaver eines Nashorns aus dem Diluvium gefunden. Der Kadaver hat eine Läng« von zw«! und einen halben Meter und ein Gewicht von zwei Tonen. Der Balg wird ausgestopft und das unbeschädigte Skelett— welches das einzige gut erhaltene auf der ganzen Welt sein soll— findet im Naturwissenschaftlichen Museum der Akademie in Krakau sein« Ausstellung. Schadenersatz für Prügelsuppe. Eine eigenartig« Klage auf Schadenersatz hat demnächst das Obergericht in Chikago zu entscheiden. Der Stahlindustrielle George F. Blei wird von seinem jetzt Lljährigen Sohn auf 75 OVO Dollar Schadenersatz wegen fortgesetzter Mißhandlung verklagt. Bei jeder Gelegenheit habe ihn sein Vater so verprügelt, daß er schließlich das Elternhaus verlassen habe. Ueber den voraussichtlichen Ausgang dieses Prozesses läßt sich noch nichts sogen. Die Carlsberg'Brauereien in Kopenhagen. Die Carlsberg-Brauereien in Kopenhagen sind die größten Brauereien in den nordischen Ländern und umsassen eine Fläche von 256 000 Quadratmeter oder 25,6 Hektar. Sie befitzen die größte Bierflafchenfüllerei der Welt. Im Hochsommer werden allein in dieser Abteilung mehr als 2000 Arbeiter beschäftigt. In dem Gesamt- komplex gibt es 172 Keller mit Fässern und ltonks von einem Ge- famtfassungsraum von rund 300 000 Hektoliter. Die Kellerfläche beträgt 28 000 Quadratmeter. Die Sudhäuser haben eine Gesamt- leiftungssähigkeit von täglich 5400 Hektoliter Bier. Der Brauerei ist eine Mineralwasserfabrik angeschlossen mit einer täglichen Leistungsfähigkeit von mehr als 600 000 Flaschen. Der aus Iüt- land stammende Brauer I. C. Jacobfen ist der Schöpfer des Unter- nehmens. Er erbaute im Jahre 1847 die Brauerei AU-Carlsberg und braut« darin.chaierifches" Bier. 1870 kam eine zweite große Brauerei hinzu: Neu-Carlsberg. Diese leitete der Sohn Dr. phil. b.c. Carl Jacobfen. Nachdem der Bat er im Jahr« 1875 das Carlsberglaboratorium gegründet hatte, wurde 1876 der Carls- berg-Fonds geschaffen, der drei?lusgab«ntreise ymsaßte: 1. Förde- nmg des Earlsbergladoratoriums. 2. Förderung der Wissenschast im allgemeinen, 3. Ausbau des historischen Museums im Schlosse Frederilsborg. Wie der Vater, so schenkte auch der Sohn seine Brauerei einem Fonds, nämlich den von ihm gegründeten Neu- Carlsbergfonds. Die Mittel dieser Einrichtung fließen vornehmlich der Kunst zu. Jetzt gehören die beiden großen Brauereien der „Dänischen Gesellschaft für Wissenschaften". Diese wählt aus den eigenen Reihen die Leitung des Unternehmens. Dr Carl Jacobfen schenkte der Stadt Kopenhagen die weltberühmte Sammlung moderner und antiker Bildwerke nebst einem Betrage von 2 000 000 Kronen für ein würdiges Heim(Glyptothek). Zum Wieder- aufbau des 1859 dur�> Feuer zerstörten Schlosses Frederiksborg spendete Carl Jacobfen 300 000 Kronen, und 1880 noch einmal 200 000 Kronen mit dem Zwecke, das Schloß mit Gemälden aus Dänemarks Geschichte zu schmücken. Kapitalisten mit solchem Gemein- sinn gehören leider zu den weihen Roben. Bibliothek und Badewanne. Von dem Gedanken ausgehend, daß der moderne arbeiis- überlastete, von seinen geschäftlichen Angelegenheiten gehetzte und sorgengequälte Mensch keinen ruhigen Ort und keine stille Stund« zur Erweiterung seiner Bildung findet, hat ein englischer Unter- nehmer einige gern gelesene Bücher vorerst zur Probe in wasser- dichten Stoffen herstellen lassen. Dadurch soll den Arbeitsmenschen Gelegenheit gegeben werden, ihren Drang noch Wissen in der— Badewanne z» befriedigen. Wie es in der Empfehlung dieser im Werden begriffenen Badebiblioihek heißt, pflegt dem Menschen gerade in der Badewanne, wo er(besonders in Kurorten) mehr oder weniger lange ruhig zu sitzen pflegt, die Zeit lang zu werden, so daß er dann gerne zu einem belehrenden oder unterhaltenden Buche greifen wird. An jeder Wanne soll daher künftig ein kleines Regal mit einer Anzahl solcher„Wassevbücher" angebracht werden. Bakterien statt Oelpresse. In den Zellgeweben verschiedener Gewächs« ist Oel enthalten, das sich nur dadurch gewinen läßt, daß die Zellwände durch starken Druck zerrissen werden. Nun sind aber gerade die Wände der öl- haltigen Zellen oft so kräftig, daß sie selbst der mechanischen Pressung widerstehen, und somit das Oel nicht austreten kann. Man hat da- her kürzlich den Versuch gemacht, die starten Zellwände solcher Oel- fruchte einfach durch Bakterien zerstören zu lassen, und hierbei ganz überraschende Erfolge erzielt. Zu diesem Zweck mischt man eine Kultur von Bakterien, wie man sie leicht aus Brauereimalz erhallen kann, mit zerkleinerten ölhaltigen Pslanzengewebeteilen, so 5 B mit Kopra, fügt Kalkstein und Wasser hinzu und bewahrt diese Masse einige Tage unter Luftabschluß warm auf. Schon nach kurzer Zeit setzt das Wachstum der Bakterien ein. die nun alsbald die Zell- wände auffressen, wodurch gleichzeitig das Oel frei wird und lich auf der Oberfläche sammelt. Das neue Verfahren soll nicht nur viel billiger sein als die Pressung, sondern auch ein besseres Oel liefern. Mordprozeß vor 1000 Jahren. f In Ost-Gotland(Schweden) wurde ein mit einer mehr als 1000 Jahre alten Runenschrift bedeckter Stein aufgefunden. Das gewichtige Dokument erzählt die Geschichte eines Mordprozesses aus der Wikingerzeit, dtzr mit der Freisprechung des Angeklagten endigte. RichaM-Dehmel'Straße in Wien. Der Wiener Gemeinderat hat beschlossen, eine Strotze der Stadt zu Ehren des Andenkens des Dichters Richard Dehmel nach ihm zu benennen. Schmeling... >Ve!tmei5ter! ?n d«n Kamps amdieBoxwellmcisterschast aller Klassen, den gestern Schmeling und Sharkey in Tlew Jork austrugen, wurde Schmeling in der 4. Runde von einem Tiesschlag seines Gegners in den Unterleib g e t r o s f e n. Sharkey, der alle drei ersten Runden klar für sich hatte, wurde disqualifiziert, Schmeling zum Welt- meister ausgerufen. schlägt tief— wird disqualifiziert Ohne diesen u»vorHerges ehe»e n Awischensoll wäre wohl Sharkey sicherer Sieger gedlieben. Bereits mittags beim Wiegen und der ärztlichen Untersuchung machte Schmeling, der 170 deutsche Psund auis die Waage brachte, einen äußerst nervösen Eindruek, während der 178 Pfund schwere Amerikaner in denkbar bester Berfassung war. Schon am frühen Nachmittag begann der Einzug der Massen in das riesige, von zweistöckigen, gedeckten Tribünen slankiert« ssiankee- Stadion und als der letzt« der Borkömpfe beendet war, wies die weite Arena kaum noch ein freies Plätzchen auf. Von Max Machon und Joe Jacobs begleitet, erschien Schmeling als erster im Ring, leb- Haft von den Zuschauern, besonders von den überaus zahlreich an- wesenden Deutschamerikanern begrüßt. Der Beifall der Massen steigerte sich indes zum Orkan, als Sharkey, das Sternen- banncrumdieSchuktern geworfen, aus der Kampfstötte erschien.(Bescheiden« Frage: Ehrte Schmeling die Sympathien, die ihm deutsch« Sportfreunde entgegen brachten, dadurch, daß er schwarz- rotgold zeigte? Red. d.„Abend".) Ein Heer von Photographen be- setzte den Ring, Paolino, Eampolo und Poung Stribbling wurden vorgestellt und ließen den Gewinner des Weltmeisterschastskampfes Heraussordern. Erst wenige Minuten vor Beginn nahmen die Unparteiischen ihre Plätze ein. Roch schier endlosen Vorbereitungen, die die Geduld der Zuschauer aus ein« hart« Prob« stellten, ertönte dann endlich der Gong zum Beginn der ersten Runde. Nach kurzem gegenseitigen Ab- tasten erössnete Schmeling die Feindseligkeiten mit«inigen Körper- tressern, die Sharkey veranlaßten, den Nahkamps zu suchen. Beide schlugen verschiedentlich sohl, doch glückt« Schmeling ein rechter Haken an den Kops, der Sharkey noch vorsichtiger werden ließ. Die zweite Runde bot sast das gleiche Bild. Bald waren die Gegner im Nah- kämpf, bald wieder im Schlagwechsel aus Distanz, wobei Schmeling einen linken Kinntresser einstecken mußte, der ihn etwas aus dem Gleichgewicht brachte, so daß die Runde mit Vorteilen sür den Amerikaner schloß. Recht stürmisch ging es in der dritten Runde her. «harkey drängte stark und verdoppelte seine Anstrengungen, als der Deutsche in einen Rechten an den Kops gerade hineinlief und sofort Wirkung zeigt«. Durch Clinchen kam Schmeling aber über die kri- tische Situation hinweg, mußte aber auch dies« Runde an seinen Gegner abgeben. In der Pause zur vierten Runde suchten Schmelings Betreuer ihren Mann nach Möglichkeit zu erfrischen, während Shar- key in seiner Eck« mit einem überlegenen Lächeln aus den Fortgang des Kampfes wartete. Die vierte Rund«, die die letzte sein sollt«, sah den Amerikaner weiterhin im Angriff, Schmeling mußt« wieder Körper- und Kopftreifer einstecken. Urplötzlich kam dann das Ende, das lebhaft an den Ausgang des Sharkey-Scott-Kampfes in Miami erinnert«. Schmeling sank stöhnend zu Boden und war unfähig, sich wieder zu erhoben, denn Sharkey hatte einen zu tief an- gesetzten linken Haken geschlagen, der nicht weniger als sechs Zoll unter der Gürtellinie landet«. Des Publikums bemächtigte sich eine ungeheure Erregung, zumal der Ringrichter den Schlag anscheinend nicht genau gesehen hatte, denn er nahm erst noch Rücksprache mit den beiden Punktrichtern, eh« er Sharkey wegen Ties- schlages disqualifizierte und Schmeling zum Sieger und Weltmeister erklärte. Halb ohnmächtig wunde Schmeling in sein« Kabine getragen, wo die Aerzte eine schwere Hodenver- letzung feststellten. Nach dem irregulären Verlauf dieser Welt- Meisterschaft ist damit zu rechnen, daß in nicht allzu ferner Zeit die Begegnung Sharkey— Schmeling«ine Neuauflage erfahren wird. Tum Weltmeister �esckla�en Welche Wendung..! Unsere Zukunft liegt im Tiefsdüag! Ich bin schmeling blamoren. Obwohl man mich mit dem Opcrettcntenor Max jwttner verwechselt hat, ist meine Voraussage haarscharf ins„Aus" gegangen. Nicht der Stärker« hat gesiegt, sondern der Schwächere. Auch das kommt vor. Warum übrigens nicht? Die Theorie, daß nicht brutale Tot, sondern Leiden und Dulden die Welt erobere, ist keineswegs von heute und gestern. Weltreligionen basieren auf diesem Glaudcn. Warum soll sich da der Boxsport nicht umstellen auf die Prinzipien der christlichen Mitleids- und Heilslchre? Künftig wird die vor- nehmste Boxsportregct heißen: So dir einer gibt einen Schwinger aus den rechten Kinnbacken, so biete ihm auch den linken dar. Wer sich am bravsten hiernach richtet, der wird Weltmeister. Aber davon wollte ich gar nicht reden, sondern von der d e u t- s ch e n Ehre, die nun einmal wieder in den Hugenbergspolten ge- rettet ist. Habemus papain— Verzeihung, ich bin noch immer in der christlichen Heilslehre—, wollte sagen, wir hoben einen Welt- meister. Setzt Deutschland nur in den Boxring, siegen wird es schon können. Der Sieg ist freilich etwas anders gekommen, als man sich das vorgestellt hat. Der Sieg hat weh getan. Am meisten weh dem Sieger. Als Jungen teilten wir uns ftüsternd die Geheimnisse mit, wie die Berliner Ludewigs durch«inen einzigen Schlag einen Mann kampsunfähig machen. Eine bestimmte Körpergegend spielte dabei eine wichtige Rolle. Mancher, der zu sehr aus Abenteuer aus war, hat später einen solchen Schlag bekommen. Aber keiner ist da- durch Weltmeister geworden und hat eine Viertelmillion geerbt wie Maxi«! Ja, es ist merkwürdig, wenn man es so bedenkt: an diesem Louisschlag hing Deutschlands Ehre! Ohne ihn wäre sie verton gewesen, wäre unser Max glatt verdroschen worden. Aber daß Sharkey zu den vielen regulären Schlägen, di« er unserem Max versetzte— sicher aus Versehen, denn den Sieg vor Augen schlägt niemand mit Absicht irregulär—, ihm auch«inen„foul" hinzufügte, hat di« Waag« zu Deutschlands Ruhm jäh emporschnellen lassen. So jubeln wir denn über einen unfreiwilligen Louisschlag. Her mit weiteren! Wir sind aus dem Marsche, die erste Sportnation der West zu werden, wenn man uns nur genügend Fußtritte in den Unterleib versetzt! ssvnathan. Oer Kampf um Neuköllns Stadion Falsche Behauptungen und ihre Richtigstellung Der Bezirk Neukölln hat ein grpßes, schönes, bei aller Einfachheit zweckmäßiges Stadion— so heißt man jetzt alle Sportplätze— gebaut. Schon vor Monaten haben sich die Ar- beitersportler um die Mitwirkung bei der Einweihung bemüht, das Bezirksamt nahm das Angebot an und nun tobt die klein- bürgerliche Ortspresse, das Bezirksamt mache aus der Einweihung eine„sozialdemokratische Parteiangelegenheit". Das„Neuköllner Tageblatt", das auch Arbeiter zu Abonnenten hat, schreibt unter zweispaltiger Ueberschrist: „Daran ist nicht mehr zu rütteln: Die Einweihung der großen Kämpsbahn im Sportpark Neukölln— wie skr bezirksamtlich bezeichnet wird— wird am 13. d. M. ein reines sozial- demokratisches Parteise st aus Kosten aller Steuerzahler sein. Trotz allen Vorstellungen bei den amt- lichen Stellen und allen Beschlüssen der bürgerlichen Turn- und Sportvereine Neuköllns werden diese völlig von der Einweihungs- feier ausgeschaltet werden. Auch die kommunistischen Vereinigungen werden nicht herangezogen. Sie alle tsierden nur als Zuschauer zugelassen, damit sie sich die Vor- führungen der sozialdemokratischen Turner und Sportler ansehen und die klassenbewußten Gesänge des Arbeiter-Sängerbundes an- hören können. Auch Beifall dürfen sie klatschen, aber beileibe keine Mißbilligung äußern, denn ein starkes Polizeiaufgebot soll aufmarschieren. Was auch sehr nötig sein dürfte, denn es ist immerhin möglich, daß die kommunistischen Sportler sich nicht so ohne weiteres. mit dem sozialdemokratischen Parteisest, bezahlt aus ihren Steuergroschen, zusricden geben werden. Der Neuköllner Sportpark tostet rund 7 Millionen Mark. Rechnet man 10 Pro- zcnt davon als Verzinsung und zur Erhaltung der Anlagen, so macht das allein jahrlich 700 000 Mark, wöchentlich 13 300 Mark und täglich fast 2000 Mark aus. Bei bescheidener Einrichtung märe man mit»er obigen Zinssumme zur Herstellung der ganzen Anlage ausgekommen. Aber wir haben ja Geld wie Heu!..." So viel Worte, so viel Unsinn. Interessant ist es übrigens, das„Reutöllner Tageblatt" als hükcr kommunistischer Radaupolitik zu sehen. Der Zweck hcisigt eben die Mittel! Für seine Behaup- klingen kann das Blättchen nicht den Schatten eines Beweises er- bringen. In Wirklichkeit liegen die Dings so: Das Bezirksamt hat keinerlei Vereine zur Mitwirkung be! der Einweihung eingeladen, sondern lediglich von einem Angebot der Vereine, die in der Zentrolkommission für Arbeitersport und Körperpflege zusammengeschlossen sind. Gebrauch gemacht. Das Bezirksamt glaubte zu dieser Handlungsweise aus Gründen der Gerechtigkeit gezwungen zu sein, weil bicher bei allen amllichen Veranstaltungen in Renkölln, unter anderem bei der Einweihung des Städtischen Sporiplatzes in Rudow, die sogenannten bürgerlichen Vereine allein mitgewirkt haben! Wenn weiter darauf hingewiesen wird, daß die Anlagen aus Mttteln der Allgemeinheit gebaut" sind und demzufolge allen sporttreibenden Vereinen offenstehen müßten, so ist dazu zu bemerken, daß neben allen anderen Plätzen auch die Großkampfbahn sowohl zu Uedungszwecken als auch zu Veranstal- tungen allen vereinen ohne Ausnahme zur Verfügung steh«. Das ist bei öffentlichen Sportplätzen selbstverständlich. Das Bezirksamt kann wester an Hano der amllichen Zahlen die Mitteilungen des„Neuköllner Tageblattes" über die Baukosten des Stadions einwandfrei entkräften. Nicht 7 Millionen Mark hat die gesamte Anlage gekostet, sondern einschließlich der Parkanlagen sind bisher nur 2.S Millionen Mark ausgegeben worden. Davon entfallen allein aus Notstands- und Wohlsahrtsarbesten 2,3 Millionen Mark, ein Betrag, 0er zum größton Teil bei Nichtbau des Stadions als Unterstützung hätte gezahlt werden müssen. So sollt die Hetze des Blättchens in nichts zusammen. Die zu- ständigen Stellen im Bezirksamt hätten dem Blättchen jede Aus- kunft über das Stadion und seine Kosten gegeben, ober dann hätte das Blatt ja die Wahrheit mitteilen müssen und die niedliche Hetz« gegen das Bezirksamt wäre perdü gewesen. die Itartellvereme Berlins! Wir fordern alle uns angeschlossene Vereine auf, soweit sie nicht durch andere Veranstaltungen gebunden sind, resttos an der Neu- köllner Stadion-Einweihung teilzunehmen. Treffpunkt 14 Uhr an der Schule Schillerpromenade. Sportler, die an den Kämpfen noch teilzunehmen beabsichtigen, können sich dort noch melden. Kartell sür Arbeitersport und Körperpflege Berlin e. V. spritz Bartelmann. Robert Oehlschläger. Schwerathletik~Czrof)kainpfiag Der Bundesmeister im Boxen Am Sonntag, 15. Juni, vormittags 11 Uhr, wird in der Turn- Halle Friedrichsfelde, Rummelsburger Straße 1, die„Sportliche Vereinigung Lichtenberg-Friödrichsselde 04" mit einem Groß- kampftag im Gewichtheben auswarten. Als Gegner hat sich die Friedrichsselder Mannschaft die besten Heber von Branden- bürg an der Havel eingeladen. Wer als Sieger hervorgehen wird, läßt sich im voraus nicht sagen, denn beide Mannschaften befinden sich zur Zest in Höchstform.— Dienstag, 17. Juni, beginnt wieder ein neuer Ringer- und Iiu-Jitsu-Kursus, wozu Imer- cssenten eingeladen sind. Die Uebungsstätte der sportlichen Ver- emigung Lichtcnberg-Friedrichsselde befindet sich in der Turnhalle Rummelsburger Straße 1. Um den B u n d e s m e i st e r im Boxen des Arbeiter- Athleten-Biundes haben di« fünf Gruppen entschieden.„Spart a"- Hannover behauptete sich und schlug im Endkamps den vor- jährigen Bundesmeister Adler-Staßsurt. Die Austragung der End- kämpfe, denen beizuwohnen die jeweiligen Veranstqtter die Ein- wohnerschast der Städte durch Slrahen- und Zeitungsreklomc gc- beten hatten, zeichneten sich aus durch die geschmackvolle Bor. nehmheit, die sür die Veranstaltungen des Bundes bezeichnend sind. Der Besuch war allerwärts sehr gut, und zeigte, daß der Box- spart fesselt. „Grofjer Fliegerpreis" bei Rütt Auf der Rütt-Arena folgt bereits am kommenden Dienstag wieder ein klassisches Rennen, der„Große Fliegerpreis von Berlin". Auch hierfür t>at die Rütt-Arena bereits«in« aus- gezeichnete internationale Besetzung verpflichtet, so daß wiederum erbitterte Sprinterkämps« auf der Holzbahn zu sehen sein werden. An der Spitze der Teilnehmer steht diesmal der Weltmeister M i ch a r d, der zum ersten Male in diesem Jahre in Deutschland an den Start geht. Auch Ernst Kaufmann steht aus dem Pro- gramm. Der sympathische Schweizer ist in Berlin immer ein gern gesehener Gast, und sei» großes Können sollte ihm auch diesmal gute Aussichten für den Sieg geben. Der Belgier Degroeve und der Däne Falck- Hansen wurden cbcnjalls verpflichtet. Mit weiteren internationalen Sprintern der Extraklasse steht die Rütt- Arena vor dem Abschluß. Die deutschen Fahrer werden natürlich wieder geschlossen am Start erscheinen. Engel steht diesmal vor einer schweren Ausgabe. Neben Engel werden natürlich auch die anderen deutschen Klassensprinter wie Stoffes, Oszmello, Scham berg, Ehmer, Knappe, Bernhardt und Friste am Jptart erscheinen. Außerdem werden die Fahrer ein internationales Handicap bestreiten unh zum Schluß in einem kurzen Mannschaftsrennen noch einmal aufemondertressrn. Arbeiter- T ennis Wciicrfuhrung der Serienspicle am 15. Juni Di« Punktkämpfe der Arbestertennissportler werden am kom Menden Sonntag weitergeführt. Es werden wiederum intcressanil: Kämpfe stattfinden, unter Umständen dürften sich schon die voraus- sichtlichen Spitzenmannschaften herausstellen. In der Z-Gruppe der Frauen spielt Tennis-Rot-Friedrichshain gegen Tenn!s-Rot-Ncu- kölln, 14 Uhr, Sportplatz Friedrichshain. Der Ausgang des Tref- fens ist offen. Tennis-Rot-Lichtenberg spielt gegen FTGB.-Wed- ding, S Uhr, Sportplatz Rehbergc. Bei diesem Spiel dürste Lichten- berg oller Voraussicht nach seine bisherige Position verbessern. Spielfrei bloibcn Tennis-Rot-Prenzlaner Berg und Tennis-Rot- Wedding. In der Z-Gruppe der Männer trifft Tcnnis-Rot-Gcsund- brunnen gegen die in guter Position befindliche Mannschaft von Tennis-Rot-Friedrichshain, 14 Uhr, Sportplatz Friedrichshain. Friedrichshai» dürfte sich durchsetzen. Te»nis-Rot-Lichtenberg I spielt gegen Tennis-Rot-Wedding, 8 Uhr, Stadion Lichtenberg. Lichtenberg kann als die spielstärkerc Mannschaft bezeichnet werden. Vollkommen offen ist das. Spiel von Tennis-Rot-Lichtenberg II gegen Tennis-Rot-Reutölln, 14 Uhr, Stadion Lichtenberg. Spiel- frei: Tennis-Rot-Prenzlaucr Berg und FTGB.-Wcdding. In der R-Gruppe der Frauen spielt Tennis-Rot-Köpcnick gegen Tennis- Rot-Prenzlauer Berg, S Uhr, Köpenick, Achenbachstraße. Köpenick wird sich durchzusetzen wissen. Tennis-Rot-Friedrichshain spielt gegen Tennis-Rot-Neukölln, 8 Uhr, Bolkspart Neukölln. Tennis Rot-Wedding gegen F�GB.-Neukölln, 0 Uhr, Volktpark Rehberge. Die beiden letzten Treffen sind offen. In der R-Gruppc Männer wird Tenn!s-Rot-Köpenick gegen Tcnnis-Rot-Prenzlauer Berg on- treten, 0 Uhr, Köpenick, Achenbachstraß«. Köpenick verfügt über die stärkeren Spieler. Offen ist das Treffen zwischen Tennis-Roi- Friedrichshain und Tennis-Rot-Gesundbrunnen I, 8 Uhr, Humboldt. Hain. Ferner spielen Tennis-Rot-Gesundbrunnen II gegen Tennis- Rot-Wedding, 9 Uhr, Volkspark Rehberge, und FTGB.-Wedding gegen FTGB.-Neukölln, S Uhr, Balkspark Rehberqe. Im letzten Treffen sollt« Wedding die Mehrzahl der Punkte holen. Gruppenfest in Bernaul Morgen und om Sonntag findet in Bernau ein Gruppemyrn- und Sportfest der Arbeitersportler statt. Es ist die erste größere Veranstaltung aller treu zum Arbeiter-Turn- und Sportbund stehenden Arbeitersportler in dieser Gegend. Der Festbeitrag für Jugendlich« und Erwerbslose 30 Pf., für Frauen und Mannet 50 Pf. Alle Gewerkschaftler, Parteigenossen und Freunde des Zlr- beitersports sind herzlich eingeladen. Eine äußerst lohnende Ferienwanderung des Touristenvereins „Die Naturfreunde" führt vom 22 bis 2S. Juni durch die nörd- lichen Teile der Mark Brandenburg u. a. nach Neuruppin und anschließender Dampferfahrt durch die schön« Ruppiner Schweiz nach Rheinsberg. Die Wanderung führt weiter über Zechliner Hütte zum Stechlinfee und weiter nach Fürstenberg. Von hier wird wiederum eine Dampferfahrt veranstaltet durch den Woblitz- kanal und über den Großen Lychense« nach Lychen. Aus dieser Wanderung wird noch Templin und Ioachimstal ein kurzer Besuch abgestattet und dann gehl es weiter durch die Schorfheid« und am Werbellinsee entlang nach Altenhof. Sonnabend. 28. Juni, beiei- ligen sich die Teilnehmer an der Sonnenwendfeier der Natyrfreunde om Uedersee. Der Teilnehmerbeitrag beträgt 30 M. inkl. Bahnfahrten. Dampferfahrten, Quartieren, Frühstück und Bkittagessen so- wie Beteiligung an der Sonnenwendfeier. Einige Teilnehmer können sich noch bis Anfang nächster Woche im Ressebüro des Tou- ristenoereins„Die Naturfreunde", N. 24, Iohannisstr. 13. melden. Neue Behörde sucht Arbeit Protest gegen die Sportunfallversicherung Merkwürdig« Dinge sind wieder einmal im Schöße deutscher Behörden ausgetragen worden: Auf Grund eines Gesetzes über die Erweiterung der Unfallversicherung vom Dezember 1928 werden jetzt die deutschen Sportvereine aufge- fordert, ihre Mitglieder in der neuaufgebauten Berusszenajscn- schast sür Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege gegen Unfall ver- sichern zu lassen. Man rechnet, entgegen den Absichten des Gesetz- gebers, die Sportvereine zum Gesundheitsdienst. Das Schönste bei der Angelegenheit ist, daß man nicht etwa di« aktiven Sportler, bei denen eine gewisse Unfallgefahr immerhin besteht, wenn auch Un- fälle sehr selten sind, in die Versicherung ausnehmen will, sondern, daß die Inaktiven, die Vorstandsmitglieder, die Sportwarie und Trainer, Platzwärter. Kantinenvorstoher gegen Unfall versichert werden müssen. Würde die neue Berufsgeliossenschaft. die offenbar mit einem Stab von Beamten nach Arbeit und Einnahmen sucht, ihre Absicht durchführen können, so stände das Ende aller deutschen Sportvereine bevor. Die auszubringenden Dersicherungs- beitrage würden ihnen einfach das finanziell« Lebenslicht ausblasen. Gegen den handgreislichen Unsinn, der' hier wieder mal verzapft werden soll, protestierte mit aller Entschiedenheit eine Der- sammlung von prominenten Sportführern der Bürgerlichen und der Slrbeiteroerbände. Der Syndikus des Reichs- qusschusses für Leibesübungen bewies an Hand des einschlägigen Materials, daß der Gesetzgeber nur das Personal der Kranken-, Pflege- und Heilanstalten versichern will, daß darüber hinaus die in der öffentlichen und privaten Wohlfahrtspflege Tätigen eingeschlossen sein sollen. Ganz offenbar wollte man eben die gewerblichen Betriebe trösten, atso Einrichtungen, die von Berufswegcn Gesundheitspflege treiben, nicht ober die Turn- und Sportvereine mit ihrem auf streng ehrenamtlicher Berwallung eingestellten Betrieb. Wollte der Gesetzgeber wirtlich die Sporller und, wie es jetzt die Berufsgenossenschaft tut, insbesoich«« dt« Sekter der Sport- »ereine in die neue Nnfolloersichcrung einbeziehen, so hätte er dos pcher im Gesetz klipp und klar zum Ausdruck gebracht. So aber geht es unter keinen Umständen an, daß die Sportvereine dazu herhalten Zollen, einen neuen Behördenapparat mit Arbeit und Einnahmen zu versehen. Die geringen staatlichen �Beihilfen, die man'den Sportvereinen gibt, würden zweifelsohne in die Kassen einer Behörde zurückfließen, deren Existenz mehr als überflüssig ist. Man einigte sich schließlich in der Protestversammlung auf einen Borschlag Oehlschlägers von den Arbeitersportlern, daß der Reichs« ausfchuß für Leibesübungen in die Zentralkommission für Arbeiter- fport? und Körperpflege in gemeinsamer Arbeit bei den Parlamenten und Ministerien dahin wirken sollen, daß die unsinnige Gesetzes- ouslcgung durch die neue Bsrufsgenossenfchoft schnellstens aufhört. -—• Rasenspiele am Sonntag Arbeiter-Handball und Fußball Morgen Sonnabend spielen in Kaulsdorf, Eöpenicker Straße, d>e L. Männermannschaften von Kaulsdorf gegen FTGB.-Pankow um 18 Uhr und um IZ.lv Uhr die 1. Männermannschaften. In der Katzbachstraße spielen FTGB.-Süden 4. Männer gegen Berlin 12 1. Männer um>9 Uhr unid Süden Z. Mmmer gegen FTGB.-Baum- schulenweg um 20,10 Uhr. FTGB.-Rorden 3 hat um 19 Uhr im chumboldthain FTGB.-Osten als Gegner. Am Sonntag spielen in Bödickerstraße um 13 Uhr FTGB.-Osten 2 gegen Charlottcnburg- Schwimmer, um 16,10 Uhr FTGB.-Stralau i. Männer gegen Reh- feldc 1, um 17'/« Uhr Osten 3. Männer gegen Biesenthal 1 und um 18s4 Uhr Osten-Franen gegen FTGB.-Rorden 1 1. Frauen. In Erkner spielen die 1. Frauen gegen Kaul-dorf und die 1. Männer gegen Fußballklub Oberspree, beide 15Vj Uhr. FTGB.-Neukölln spielt um 17 Uhr im Neuköllner Stadion mit de» Frauen gegen FTGB.-Wedding auf Platz 4 und mit der 1. Männer gegen FTGB.- Eüden auf Plaß 1. Weitere Spiele: Friedenau 3. Männer gegen Ruhls- darf 1 um 16 Uhr in Friedenau, Ofsenbacher Straße: Strausberg gegen Sozialistische Studenten um 10 Uhr in Strausberg: Potsdam gegen FTGB.-Mitte um 1l Uhr in Potsdam Luftschiffhafen: Schen- tcndors 1 gegen Norden 1 um 13 Uhr in Schcnkendorf: Bornstedt 1 gegen Velten 2 um 13 Uhr in Barnstedt: Kalkberge 1 gegen FTGB.- Adlcrshof 2 um 13 Uhr in Kalkberge: Süden 2 gegen Sokol-Mitte 1 um 10 Uhr auf dem Urbanplatz und Lankwitz gegen Trebbin um 13 Uhr in Lankw'tz. In Hennigsdorf zum Kartellsportfest spielen Sonnabend»m 18'� Uhr Hennigsdorf 2 gegen Nordring-Sportler I und Schwante 2 �egen Niederneuendorf 1: um 19,40 Uhr Hennigs- darf 1 gegen Tegel 1 und Wilmersdorf g?gen Schwant«. Ain Sonntag spielen Hcnnigsdorf-Frauen gegen Mahlsdorf uni 16 Uhr und Hennigsdorf-Männer gegen Wilmersdorf. , Der F u h b a l l abteilnng des Turnoereins„Eiche-Cöpenick" ist es unter großen Opfern gelungen, eine eigene Platzaniage zu schaffen. Zur Einweihung des Platzes haben sich die Köpenicker die Mitwirkung des Freien Sportvereins Lichtenberg I gesichert. Der Berlauf der bisherigen Begegmingen beider Mannschaften gewähr- leistet ein faires und bundesförderndes Spiel. Diesem Spiel voran gehen Kämpf« der unteren Mannschaften mit Werder 77. Der Platz befindet sich in Grünau, Bohnsdorfer Straß«, unweit des Bahnhofs.— Weitere Spiele: Butab gegen Werder in Spandau, Seeburger Straße: Schöneberg gegen Jüterbog: Ruhls- darf gegen Wollersdorf: Weißensee gegen Butab: Spandau 23 gegen Caputh: Brieselang gegen Sokol. FTGB. Fußballbezirk Lichtenberg 2, 1. Mann- schaft sucht für Sonntag 15. Juni Gegner auf eigenem Platz. An- geböte Freitag 13. Juni nach 20 Uhr, Lichtenberg 3111. Sine dtiefenfchleufe Als Teil der neuen im Bau befindlichen Riesenschleuse Bremerhaven wurde jetzt die schwerste Drehbrücke der Welt fertiggestellt. Sie soll die Fahrgastanlogen der Coluinbuskaje mit dem Hinterland verbinden. Das imposante Bauwerk hat«ine Länge von 113 Meter und eine Breite von 19 Meter. Zwei Eisenbahnstränge, ein« zweispurig« Straße und Fußweg« werden über sie hinwegsühren. Das Gesamtgewicht der Brücke beträgt 2700 Tonnen und elektrische Antriebsiuaschinen können die Brücke in drei Minuten«in- oder ausdrehen. Ausstellung eines Original-Lilienthal-Gleilsliegers Type 1896. Freitag, 13. Juni, findet in der Berlmer Bockbrauerei, Fidicin- stroß« 2. im Garten die Ausstellung eines Original-Lilicnthal-Segel- apparates von 13— 20 Uhr bei freiem Eintritt statt. Lftienthal war der erste fliegende Mensch, der sich mit einem vogelartigen Apparat in die Luft erhob. Der Segelflieger Hans Richter, der den Apparat nach Originalzeichnungen hergestellt hat. erbaute bereits der Stadt Slnklam, der Geburtsstadt Lilienthals, für das Aeronau- tische Museum Paris, die Ila 1928 und andere derartige Apparate und wird bei der Ausstellung die nötigen ErNärungen geben. I. Poneuropäische Tagung der Freikörperkultur-Organisationen. Auf dem Lustbadegelände des„Orplid� in Dornholzhausen bei Frankfurt o. M., einer Ortsgruppe des„Reichsverbondes für Frei- körpcrkultur", fand an den Pfingsttagen der erst« europäische Kongreß der Freitörperkulturorganisationen statt, die vom Ausland, besonders Frankreich gut beschickt war: selbst aus Frarrzösifch-Marokko waren zwei Bcrtrcter erschienen. Ferner waren England, Holland, Belgien, Schwerz, Italien, Ungarn und Oesterreich oertreten. Di« Tagung und die gefaßten Beschlüsse haben das freundschaftliche Band zwischen den Anhängern der Frei- törperkultur der verschiedenen Länder inniger geknüpft. Im nach- sten Jahre werden die Freikörperkultur-Organisationen in Paris zusammenkommen._ Arbeiter-Rad. unb grastfabrcrbuad..Solidarität". Touren der Rodialirrr am IZ. Zum. 1- Abt.! Crosfinsre. 5 und 12 Uhr Start BlUawslr. öS.— 2. Abt.: Schmcldesec 5 Uhr, Stodioneinweihung Neukölln 18 Uhr. Start Dieffrnbach- strohc Zti.— 3. Abt.: Pithsee, Äkal Riesenberg. Z Uhr Vcreinslokal.— 5. Abt.: Meiii-Nöris, 14. Juni. 17 Uhr: Pötzer ZZordrrsee 5 Uhr. Start Landsberger Platz.— S. Abt.: Zallensrr 6 Uhr. Start Kopcnhag-ner Str. 18.— ». Abt.: Scddinsre» Uhr. Start Triftstr. 88.— 1«. Abt.: Pütz-; Vorder. sre. 14. Juni, 17 Uhr. und 18. Zuni Z Uhr Petersburger Str. 5.— Renatahrer- abteilung Mitte: Betirtsmeisterslhaft in Schönerlinde. Start 5 Uhr Kön.gstor. — Abt. gharlottenbnrg: Nartellfest in der Zungfcrnheid«. Start 10 Uhr Wilmersdonfer Ecke Konalstraße.— Abt. Schönebrrg: Ziel am Start 18 Uhr Stubenrauchstr. 8.— Abt. Reutölln: Bcrlsee. Start z Uhr Hohcnzollcrnplatz.— Abt. Weitzcnsee-Keiaeradori: Werneuchen. Start 14 Juni, IfHh Uhr. Antonplatz.— Demonftratian in Schäneberq! Start 18% Uhr U-Bahnhaf Hauptstrotze. — Abt. gharlottenbnrg: 18 Uhr Wilmersöorfcr Ecke Ztanalstratzc.— Motor- rabfuhm Fried richahain: Pätzer Pordcrsee. Start 7 Uhr Landsberger Platz. FTGB.-Muiiktorp». Der Werbewoche wegen fallt in der nächsten Woche die Uebungsstunde aus. Sonnabend, 14. Juni, Fahrt nach Hennigsdorf. Treffpunkt 18.00 Stettiner Vorortbahnhof bzw. 18.18 Uhr Bahnhof Gesund. brunnen. Mittwoch. 18. Juni, 10 Uhr, Sportplatz Friedrichshain. Donners. tag. 10. Juni. 18 Uhr. Neukölln, Scr�berftplatz. Sonntag, ZL. Juni, Rost. FTGB.-N-rdost. Treffpunkte ünm Druppenfportfest in Bernau: ainder. abteilungen'o7 Uhr, Männer-, Frauen, und Iugenbobtcilungeu 8 Uhr am Bahnhof Weitzcnfer. »arten»um Rast Und auch in der Sefchäftsstelle der Freien Turnerfchoft «rotz.Berlin, Berlin NC1. 18. Lichtrnbergcr Str. 3, erhältlich.— FI«B.. Zu- sammenturnen der älteren Turnerinnen heute, Freitag, 20 Uhr, Turnhalle Baunrschulenweg, Baumschulenstratze. Touri sten rerein„Die N-tur'eeunde- Abt. P«n»l»n-r tzfe«. Fahrt Sonnabend. 14. Juni, nach dem Hcidesce. Treffpunkt 17. Juni, 2a>i Uhr. Albrechtshof. Albrechtstr 1». Bezirk Reinick-nd-rf.Seft. FTGB. Zum Gruppen Ipor, fest in Bernou tr'l'. sich der Bezirk Sonntag. UV. Uhr. Bahnhof Eichborn stratze. Für samtliä� Männer, Jugendliche und Frauen ist Erscheinen Pflicht. Die Arbeitersportvcreine des Bezirtskortell»»reuzber» treffen stch zur Bc» teiligung an der Stadioneinweihung Sonntag, 18. Juni, 12Vs Uhr, auf dem Hcrmaunplatz. Sportkleidung ist mitzubringen. Feeie Sport» und Rustkocreinigung'Berlin. F»r Teilnahme am Festzugc der Partei in Ehorlottenburg Sonntag. 15. Zuni, treffen stch alle Mltglieder des Spielmannszuges 0 Uhr U-Bahnhof Wilhclmplatz.»leidung: Weitzc Hofe, dunkles Jackett. Schillerkragen. Für alle Mitglieder, die am Nachmittag nicht sportlich autzerhglb tätig sein müssen, ist die Teilnahme am Einmarsch hec de: Einweihung des Neuköllner Stadions angesetzt. Bundesfcftkleidung. Fahr- gcld wird vom Verein vergütet. Auch die Bläfrrabteilung erscheint. 14. Bezirk Neukölln. Alle»grtcpdelegiertkn und die»ampfrichtervcreini- gung treffen stch 14.. Juni. 14 Uhr, Saupteinganq der»ompfbahn fWarthe- stratze). Betrifft Borarbeilcn für Einweihung des Stadions. Anfchlietzend Sitzung bei Schröder, Eteinmrtzstr. 82. Zeder Verein stellt am 15. Juni dre: Ordner. Treffpunkt der Ordner 15. Juni. 8 Uhr. Hauptcingang Kampfbahn fWarthcstratzc). Die Rafttarten zum 22. Juni flehen den Brreinen bei Eugen Si'cker. Britz. Eberstadtallec 2, zur Verfügung und müssen bis 21. Juni abge. rechnet scini Sonstiac Abrechnungen erfolgen am.22. Zimi bei Oelschlägcr im Grunewold-Stadiv». Sauptloae. Die Rundschreiben für die Werbewoche werden den Vereinen zugesandt. Alle Schriftstücke an Zier. Neukölln. Wescrstr. 58. Achtung, Turner unb Sportler! Zum„Rost" am 22. Juni im Stadion Grunewald werden für die Pferdriegc noch geübte Springer gebraucht, und zwar ist Montag. 18. Juni, 20 Uhr, in Treptow, Turnhalle Zouchestr. 7o. ein Uebunasabcnd. Die Grotz-Berliner Vereine entsenden geeignete Mitglieder dorthin Für die geübteren Barrcnwrnerinnen ist ein Ucbunqsabcnd Mittwoch, 18. Juni, 20 Uhr, in Friedenau. Nubensstratze. Fontaneschul«. Freie Wasserfahrer Köpenick. Fahrt am 15 Juni,»leine Müggcl. Ied:n Donnerstag im Bootshaus 18U Uhr. Schwimmuntcrricht. Vereinssttzung am 27. Juni. 20 Uhr. Sportrestaurant„Eiche", Köpenick, Gartenstratze. Anschrift: Nubols»rüger, Köpenick. Bahnhofstr. 18. Arbeiter-Rod. und»raftfohrer-Bunb„Solidarität", Rotorrabsohree. Touren. Sonntag. 15. Juni: Abt.»rcuzberg: öprinqsee, 7 Uhr, Schlcstsche« Tor. Abi. Neukölln: Störitzsee. 7 Uhr. Sohenzollernvlatz. Abt. Gharlottenburg: Pätz-r Bordcrscr. 7 Uhr. Wilmersdorfer Str. 21.— Z:wl Rast im Stadion Drunewo d Startverbot für alles. Der Start zur»orsofahrt ist 12.80 Uhr. Alles Nähere in der nöckiltcn Zeitung.« Proles, Bs». Geschäftsstelle Karl»ienbaum. SO. 88, Naunnnstr. 8. Alex. 2888. Zum Nast mutz stch jedes Vereinsmitglied frefhaktea. Nundfchrciken beachten.— Die Eröffnung einer»inderabteilung ist nach den grotzen Ferien perfekt, weist Bekannte und Verwandte darauf hin. Alteroriegen, 1.»rein. Sonnabend. 14. Zuni, 17 Uhr, Sportplatz Nehheeg», Spieltag, anschlietzend gemütliches Beisammensein mit Frquen.«eine Alter». riege darf fehlen, weil Aussprache über die Fahrt nach der Ruppiner Schweiz. Die Radfahrer, Athleten usw. stnd ebenfalls dazu eingeladen. PRO GRAMM für die Zeit vorn 13. bis 16. Juni ©IOI0 Potsdamer Stratze 38 Der protze Gabbo mit Eriefa tob Stroheim Jugendliche haben Zutritt Rheinstratze 14 Älche) Fräulein Else mit Elisabeth Bertfner Laila. die Tochter des Nordens(7 Akte) Odeon, PolsdamerStr. 75 Da« Lied vom alten Markt 16 Akte n. Motiven v. Maxim Qorki) Jagend im Mai iFilmroman in 6 Akten) K I N O-T A F E L PROGRAMM B Ifllr die Zeit vom 13. bis lö.Juni Turmstratze 12 Ton- und Sprechfilm Die letzte Kompagnie m. Conrad Veidt u. Karin Eraas Jugendliche haben Zutritt Alexanderstr. 39-40 (Pastage) Den ganten Tag geöffnet! Die Sommc (Das Grab der Millionen) Der UnglOckorabe m. Charlie Chaplin(4 lustige Akte) Jugendliche haben Zutritt f* Frletl rieh Stadt M P?CHK�mCra unter den Linden 14 Der Boxer mit Basler Kealon Chaplin boxt Boxkampf Sehmeling-Paolino Ab Sonnabend: Chang StOrme m. Lllian CMsh, Lars Bansen ■ M.abl«» Artushof-Lichtspiele Film- and B&hnemcfaaa Pcrlcbcrgcr Str. 29 und Stendalcr Str. Gefahren der Brautzeil mit M. Dietrich Herzblat einer Malier Welt-Kino Alt-Moabit 99 S. i. 7. 9 Uhr Der große Ton- und Sprechfilm: Cyanksli mit Grete Mosheim Für Jugendliche verboten W Ckvrl ottanBurH- Schlüter-Theater Schlllterstr. 17 W. 6.3a 9 Uhr. Sonnt ab 3 Uhr. Großes Sittengemälde: Messallnn Die Lärmen einer sdiOnen Fran Atrium Beba-Palnsl Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Täglich 7. 9.15 U Stg.: 5. 7, 9.15 U. Uraufführung!, Export in Blond Aus der Bühne: Lotte Werkmeister d Alhambra sÄN'?u� ächöneberg. Hauptstr. 3U Der gewaltige Tonfilm: Cyankali mit Grefe Mosheim Titania(uia s'�Oneberg) Hauptstraße 49 W 6 30, Stg. ab 3 Uhr Jagd nach der Million mit Lac. Alberfini Familie Sdiimek �_ Friedenau W Kronen-Lichtspicle Rheinstr. 65 Beg Woch. 6 30, 9, S. 5U. Es war mit Greta Garbo. Gilbert 4 Herren fachen Anschlag mit Cl. Bow ■»««8"*'« Titania-Palast Steglitr, Schloßstr. 5. Ecke Gutsmufhsstr. Täglich 6.80, 9 Uhr. Stg. 4, 6J0, 9 Uhr Der große Tonfilmerfolg: Der grobe Gabbo mit Erleb von Stroheim Südwesten P Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1 W.O11», Sbd. 6, Stg. 5 Uhr Prinzessin Trnlala mit LH. Harrer. D. Gratia Seelen im Sturm mit Q. Man es m»üttes.nn■ Filmeck Be8ins.ab3u. Skalitzer Straße, am Görlltzet Bahnhof Cyankali(J II») mit Vortrag Institut für Sexualwissenschaft Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Wochtgs 7 u. 9, 1. u 2. Feiert 5, 7, 9 Uhr Sensationeller Tonfilm Der grobe Gabbo mit Erich von Stroheim Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Sternwarte— Treptow Sonnabend 8 Uhr, Sonntag 4, 6, 8 Uhr Die Nordsee Film von Meetessonne und Wonne W WnukBlln j Passage-Lichtspiele Bergstraße 151-52 Wochtgs. 6.30, ca. 9 Uhr; Stgs. 5, 7. ca. 9 Uhr Kampf am die Million KAnigln der Blanfachsfarm Neukölln. Lichtspielh. Bergstrasse 136-37 Wochtgs 6jO,ca.9Uhr; Stgs.5,7,ca.9Utir Der Leldeasweg einer Fran Der Mltternachltwalxer Bfihnenschaa � Worcloaten � � „Elysium" Prenzlauer Allee 56 W. 7, S. 5 Uhr Tonfilm: Das lockende Ziel m. Rieh. Tauber Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt ■ C«t*n■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen Wochentags 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr . Liebe und Champagner mit Agnes Eslerbaxy u- Ivan Petrovlch Dos gute Beiprogramm Die grotze Varietäsebao Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Wochent 6 Uhr, Sonnt 3.30 Uhr Tonfilm: Beule Naebt evenioeU I mit Jenny Jngo und S. Arno Concordia-Palast Andreasstraße 64 6 30, 9 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Sensationeller Tonfilm: Der grotze Gabbo mit nridi r. Stroheim BOhncnscbaa Comenius-Lichtspicle Memeler Straße 67 W. 6, 8�4. S ab 5U Jagd nach der Million mit Ladano Alberfini und Verebes Zwei fange Herzen mit Barbara Kent Jugendliche haben Zutritt Viktoria-Lichtbild-Th. Frankfurter Allee 48 Woch, 5. ca-7 u. 8.45, Stg. 3, 5( 7 u. ca. 8.45 U. Unser füglich Brot Der Sfarm aal den Goldexpretz mit Tom Mix Bühnenschaa Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch. S.ca. 7 u. 8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca. 8.45 U Die Dame aas Moskau mit Pola Ncgri Eine Nacht im Prafer Gr. Beiprogramm BQhoenschao W Neu-Mchtentycrfl Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Der Mann, der das GedAchfnis verlor Anf Leben and Tod mit Eddie Polo Bühne; Frühling im Kalender Pratcr-Lichtspicl-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30, Sonntags 4 Uhr Dame ans Moskau mit Pola Negri Marco, der Todeskandidat BOhnenseban FriedrichsfeldS 3 Kino Busch sVJVÄ AU-Friedrichsfelde■■ G. Betpx ogramm Bond der Drei mit Jenny Jngo Jagd nacb der Million mit Luc. Albertini Elysium Hasselwerdcr Straße 17 Geiahren der Braafzeif mit Marlene Dietrich Grotze Bühnenschaa g_ WdOeiisee � A Schiotzpark Film- Bühne Berliner Allee 205—210 Stg. Vj3 Jgd.-V. Der sensationelle Tonfilm; Der Flieger Gr. Beiprogramm Norden Alhambra Müllerstraße 136, Ecke Seestraße Der Tiger, der erste Kriminal Tonfilm aus der Unterwelt Berlins Beiprogramm Pharus-Lichtspielc Müllerstraße 142 W. 61/* U. Stg. Vh U. Zwei große Schlager: Don Manuel, der Bandit Schalten von Paris m. IvorNovetlo Narga-Lichtspicle Schulstraße 29 Kampfhlhne der Liebe(Rivalen 2. Teil) mit Llly Damifa Der Sfarm auf den Goldezpretz mit Tom Mix Bühnenschaa Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W. 7. 9 U. Stg. 5, 7. 9 U. Die große Tonfilmoperette- Zwei Herzen im OrelTiertellakt Beiprogramm Colosscum$V7uÄ Schönhauser Allee 123"•"'unr Tonfilm: Da« lockende Ziel m. Rieb. Tauber Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt „Alhambra" Badstraße 58 Adttnag. Autodiebe I mit Jlariy Fiel Ohne Geld dnreb die Well BBhnenicfaaa Ballschmieder- Lidflsp Badstraße 16 Die erfolgreichste Tonfilmoperette: Zwei Herzen im Dreirlerteltakt Ton f ilmbeiprogramm Gute Bühnenschaa Kristall-Palast Prinzenallec 1—6 Der sensationelle Tonfllm: Der grotze Gabbo mit Erich ▼. Stroheim Bühne: Fredj Rolfs her. 1 aasband € Pankow Palasl-Thcatcr Breite Straße 21 a Der große Tonfilm: Das KheinlandmSdel mit Lacie Englisch Beiprogramm W. 7, 9, Sonnt. 5,7.9 U. Tivoli, Pankow Berliner Straße 27* W. 7. 9 U-, Stg. 5. 7 u. 9 U." Der große Sprech- u. Tonfilm: Der große Gabbo mit Erich r. Strohelm Jugendliche haben Zutritt W NledertchBnhautanJ Film-Palast üb�仫-- Blankenburger Straße � � WO, 9 U. lOOProz. Tonfilm: Die lelxie Kompagnie mit Conrad Veldf Beiprogramm Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W.6,81/!, Stg.4,/«,6,'s,8>'e Sonnt. 2 Uhr lugendvorstellung Die JogendgeHcbfe(Goethes FrOh- lingstraum) Lästiges Beiprogramm „Kosmos" Filmbühne Hauptstraße 6 W. 6. S'fc, S. ab 4� 3 mal Charlie Chaplins Lohntag, Auf dem Lande, Vergnügte Standen Bühne: Kurf Bicnensfein__ Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6, 8Vs U- Stg. 2 U. Jugendvorst. Stg. ft/s-fs Sfs U. Der neueste Harr>-Fie> Film: Ach fang, Autodiebe I Lästiges Beiprogramm W Hnnnlgador?- Filmpalast stg. 4*;gi>*. b-su' Berliner Straße 59 Stg. 2U. jug.-Vorst Heuf spielt der Sfrantz mit A. Abel Kriminal karaBcr I