B 135 42. Jahrgang BERLIN Slenstag 17. Zum 1930 erscheluttSlllchauIerS.ootag«. 1 Äf/ yi t\f /// � ante f.t n. teil;®ie.iaftoltigt tnenmeillticile Zugleich Ab-lldausg-be de«.Vorwärts'. Dezugspre.«"J-. J fA, Z.».. 80 Pf., Rekl-mejeil« s M. Ermäßigungen nach Tarif. beide Ausgaben 8SPf. xro Woche. 3.soM. pro Monat. CfillTC y€LtSö 99 wi/TjVXX�Tlß Postscheckkonto: Vorwärt-, Verlag G. m. b. H.. Redaktion und Expedition; BerlinSWS8,Lmdeostr.s/ Jf"* Berlin Nr.37SZS. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis W? Kardorff gegen Krick. Wirtfchastspariei verlangt Wahlrechtsverschlechterung. Der Aelleflenrak des Reichstags verteilte in seiner heutigen Sitzung den Berotungsstoff für die nächsten Tage in folgender Weise: Heute und morgen. Mittwoch, wird der Etat des Innenministeriums beraten. Der Donnerstag bleibt wegen des katholischen Aronleichnomfesles sitzungsfrei. Sodann folgen am Freitag der Etat für die besetzten Gebiete, am Sonnabend das Gesetz über die Straffreiheit m n c st i e g e s c tz). am Montag und Dien». tag der Etat des Ernähruugsminifierinms mit der Ofthilse und vom Mittwoch ab der Etat des Auswärligen, zusammen mit Handel». vertragen. von da ab find weitere Dispositionen noch nicht getrossen wor- den, und der Abschluß des gegenwärtigen Tagunzsabschnitt» ist noch in keiner weise zu übersehen. Die Angst vor der Auflösung. Der Reichstag setzte heute mittag die haushaits- beratung beim Reichsinnenministerium fort.— Zm Hause ist auch Abg. Dr. F r i ck(Jlat.-Soz.) erschienen, der in der Debatte noch reden soll. Abg. Dr. von Sardorss(D. Dp.) spricht zunächst über den Massenandrang zum Hochschulstudium. Wenn das so weiter geht, hoben wir 1937 schon 3 2 4 00 0 st el l e n l 0 s e A k a de m i k e r. Man mußte den Zugang zun, Hochschulstudium durch Prüfungen erschweren. Das akademische Proletariat ist auch eine politisch« Gefahr. Wenn ich nun zu den bedauerlichen Verhältnissen in Thüringen komme, so bitte ich, mir nicht zuzurufen: „Tagen Sie das Ihren Freunden in Thüringen!"(Sehr gut!) Ich habe auf unserem Parteitag in Mannheim mein Bedauern darüber ausgesprochen, meine thüringischen Freunde in dieser Gesellschaft zu sehen.(Härmende Zurufe der Hakenkreuzler.) Aber das parlamen- tarische System zwingt dazu, Mehrheiten zu bilden.(Dr. F r i ck: Läsen Sie doch auf, Sie können es jeden Tag!) Es ruar wohl nicht richtig, daß Severing gleich zu einem der stärksten Mittel griff. Als Frick seine so taktvolle Rede hielt, hätte man die ganze thüringische Regierung dafür ver hasten sollen.(Der Redner meint natürlich:„haftbar machen".— Lärmende Zunife der Haken- kreuzler, Mahnung des Präsidenten und einzelne Ordnungsrufe.) Ich billige durchaus das Vorgehen des Reichsinnenministers. Rationalsozialisten gehören nicht aus leitende� Polizcistellen.(Großer Lärm der Hakenkreuzler, die das als unerhörte Beleidigung be- zeichnen.— Weitere Ordnungsrufe.— Ein Hakenkreuzler ruft: Wir sind jetzt vogelfrei!) Nein, das sind Sie nicht, aber kein Staat läßt so mit sich Schindluder treiben. Wir bekennen uns ausdrücklich zum Primat des Reiches� und wünschen, daß es energisch wahrgenommen wird ohne jede Schikane. Die thüringischen Schulgebete find nicht nur eine Prosa- nierung, sondern auch eine Blasphemie ohnegleichen. Ich ver- steh« nicht, daß ein christlicher Mann wie Dr. Spahn anders dar- über denkt. Wenn die Nationalsozialisten Gebote erlasse-n, so sollten sie sich des dritten Gebotes erinnern, nämlich den Feier- t a g zu heiligen. Das tut man nicht dadurch, daß man sich mit seinen Gegnern herumprllgelt.(Großer Lärm der Nat.-Soz.) Auch des achten Gebotes sollten Sie sich erinnern, nicht falsches Zeugnis abzulegen gegen seinen Nächsten.(Erregte Zuruse der Nat.-Soz.— Der Präsident weist den Abg. Slöhr, den er bereits vorher zur Ordnung gerufen holte, wegen grober Ordnungsverlehung aus der Sitzung aus.— S t ö h r: Ich habe gesagt, dos ist zum Kotzen. Es sind hier schon mel schlimmere Ausdrück« gefallen.— Nach noch- maliger Mahnung des Präsidenten verläht Stöhr den Saal.) Die Berufung des Schriftstellers Günther an die thüringische Universität ist eine Herausforderung.(Zuruf von den Nat.-Soz.: Sie sind wohl ein Jude!) Der Redner beschäftigt sich dann mit der Frage von Berfas. sungsänderungen und meint unter lebhaftem Widerspruch der Sozialdemokraten: Wenn zwei Reichsbage, zwischen denen eine Volksbefragung liegt, eine einfache Mehrheit für eine Derfasfungs- änderung aufbringen, dann sollte sie als angenommen gelten. Das alte Reich wurde von Preußen regiert, das heute Preußen muß durch das Reich regiert werden. Dos ist ein Bruch mit der Bis- marckschen Reichsstruktur, die aber nur das Erzeunis der Niederlage virsmarcks in seinem Komps gegen den Partikularismus war Ohne Reichsreform keine Finanzreform und keine Ersparnis bei den sftentlichea Ausgaben!' Wenn die Rechte darüber klagt, �Fortsetzung aus der 2. Seite.) Zum Llniformverbot. Nehmen sie diesem Strolch Gurt. Schlagring und Dolch... Der Geist muß ihm doch bleiben! lReichswehrbeamter unter Spionage- verdacht. Obermusikmeister mit seiner Ehefrau in Minden verhastet. Minden i. w.. 17. Zuni. wie erst jetzt bekannt wird, ist am letzten Sonnabend' in Minden in Westfalen«ine aussehenerregende Verhaftung er- folgt. Der Obermusikmeister Adam des in Minden gornisonierenden Artillerieregiments ö wurde in dem Augenblick verhostet, als er seine Frau, die mit dem Kölner V-Zug kam. vom Bahnhos abhotte. Auch Frau Adam wurde festgenommen. Do» Ehepaar steht in dem schweren verdacht der Spionage zugunsten einer ausländischen Macht. Einzelheiten lassen sich im Augenblick nicht mitteilen, da sich die zuständigen Stellen in Schweigen hüllen und aus die schwebende Untersuchung verweise». die gegen den Obermusikmeister und seine Frau eingeleitet worden ist. In Minden verlautet, daß Frau Adam aus Elsaß-Lothringen stamme und angeblich Beziehungen, die sie in ihrer Heimal angeknüpft hatte, nunmehr entsprechend ausgenützt habe, und daß ihr Mann ihr dabei behilflich gewesen sein soll. Schwierige finanzielle Verhältnisse sollen das Moliv zu ihrer Tätigkeit gewesen sein. Durch Beamte der deutschen Spionageabwehr im Rheinland soll die Aufdeckung der Handlungen des Ehepaares erfolgt sein. Dabei muß jedoch betont werden, daß es sich v 0 r l ä u s i g, soweit diese Einzel- Helten in Frage kommen, um Gerüchte handelt, die erst der Bestätigung durch das llnlerfuchnngsergebnis bedürfen. Die Tatsache der erfolgten Verhaftung wird von den zuständigen Stellen der Reichswehr bestätigt. 40 tote Kinder in Lübeck. Sozialdemokratische Kritik an der Passivität des Senats. Lübeck, 17. Zuni. Räch einer Mitteilung des Gesundheilramtes hat sich bei den mit dem Ealmelle-Präparot gefütterten Säuglingen heute nacht abermals ein Todessall ereignet. Die Zahl der dem Prä- parat zum Opfer gesallenen Säuglinge ist damit aus 40 g e- st l e g e n. SS Kinder sino noch krank. 48 werden als gebessert be- zeichnet, 72 stnd gesund bzw. befinden sich noch in ärztlicher Beobachtung. Inzwischen arbeitet der Untersuchungsauss ch.u ß der Lübecker Bürgerschaft, an dem übrigens ein Vertreter der trauernden Eltern als ständiger Gast teilnimmt, an den Vernch- mungen, die sich oft bis spät in die Nacht ausdehnen. Nach der Lübecker Verfassung ist die Oefsentlichkeit bei dieser Arbeit ausge» schlössen. Sie erfuhr davon erst bei der gestrigen Bllrgerjchafts- sitzung, in der der sozialdemokratische Antrag, die verantwortlichen Aerzte zu suspendieren, in zweiter Lesung zur Beratung stand. Wieder wurde er, diesmal mit noch größerer Mehrheit als das erstemal, angenommen. Wenn er vielleicht auch keine unmittol- baren Folgen hat, da diese Aerzte inzwischen sreiwillig ihre Tätigkeit eingestellt haben, so war diese Sitzung doch keineswegs üben, flüssig. Der Reichstagzabgeordnete Leber brachte als Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion neue Tatftichen zutage, die ein grelles Schlaglicht aus das vollkommene Versagen der verantwortlichen Instanzen warfen, und nicht weniger scharf kritisierte er die Passivität des Lübecker Senats und die Untätigkeit des Staatsanwalts. Die Ursache der Tragödie mag an der Beschränktheit wissen» schastlichen Erkennens liegen, aber daß sie solchen Umfang au,' nehmen konnte, daß alle zur Hilfe und zur Aufklärung notwendigen Maßnahmen so zögernd, so lahm einsetzten, das weist auf eine andere Tragödie hin, auf die Tragödie deutscher Kleinstaaterei»nd Kleinstädterei. Neues Nazi-Opfer. Blutige Schlägerei in Sachsen. E h e m n i h. 17. Juni.(Eigenbericht.) Die Rationalsozialisten hielten am Montag abend eine Wahlversammlung in Reinholdshain bei Glauchau ab. Räch Schluß der Versammlung kam es auf der Straße zwischen Rationalsozialisten und Kommunisten zu einer schweren Schlägerei, bei der sechs Personen verletzt wurden und ins Glauchauer Krankenhaus ein- geliefert werden mußten, heute morgen ist der Kommunist G e r f ch l e r seinen schweren Verletzungen erlegen. Ein zweiler Verletzter schwebt noch in Lebensgesahr. Baden verschärst das Verbot. Karlsruhe, 17. Juni.(Eigenbericht.) Die badiichc Regierung hat das Verbot des Tragens der Uniform der Nationalsozialistischen Partei dahin verschärft, daß in Zukunft auch Hakenkreuzsahnen nicht mehr mitgeführt und Klei- dungsstücke mit Hakenkreuzabzeichen, welcher Art sie auch sind, nicht mehr getragen werden dürfen. Verboten ist in Zukunft das Tragen jedes Kleidungsstückes, das die Zugehörig- kcit zur Nationalsozialistischen Partei zum Ausdruck bringt. In de? neuen Verfügung des ba-dischen Innenministers wird den Bezirks» önitern glcichsalls anhcimgestellt, Kundgebungen der National» sozialisten auf öffentlichen Straßen und Plötzen bis auf weiteres ganz zu verbieten. Die Verschärfung des V.'rbots war notwendig geworden, nachdem die Nationalsozialisten das Unisormoerbot dadurch zu umgehen trach- teten, daß sie ihr« provokatorischen Umzüge neuerdings in weißest Hemden mit Hakenkreuzabzeichen veranstalteten. Kolonialterror Frankreichs. 13 Indochinesen hingerichtet— schwere Anklagen. Pari». 17. Juni.(Eigenbericht.) Die Repressionskampagne der«ranzösischen Kolonialbehörden gegen die llnabhänglgkeitsbewegung in Znd.ochina dauert fort. Zn Fe« Bai sind am Montag wieder 13 Eingeborene hin- gerichtet worden, darunter auch der 30jShrige Führer der lln- abhängigkeitspartei. Der verurteilte hat in der Rächt vor seinem Tode ein Schreiben an das französische Parlament gerichtet, in dem er unter Ilebeniahme der vollen Verantwortlichkeit für die letzten Unruhen erklär», daß er wiederholt versucht habe, mit den Frau- zosen zusammenzuarbeiten, daß er aber immer wieder abgewiesen worden sei. Zm Ramen seiner Partei stellte er dam, solgende Forderungen auf: 1. Die Franzosen müssen ihre brutalen unmenschlichen Gewaltmethoden ausgeben und sich künftig nicht mehr als die Zwingherren, sondern als die Freunde der Landesbevölkerung ausführen: 2. sie müssen das moralische und materielle Elend der Bevölkerung lindern und ihr die Siemen- larslen Rechle: Freizügigkeit. Bildungssreihell. Versammlungsfrei. heil und Pressefreiheit wiedergeben; 3. sie müssen alle Durchsteche- reien und alle Sittenlosigkelt bei ihren Beamten streng beslrasen. Das politische Testament de» unabhängigen Führers fcnn weder als übertrieben, noch als kommunistisch bezeichnet werden. Oer Kall Nientimp. Die Zentrumefraktion des Reichstages befchäf- tigt« sich am Montagobens mit laufenden Angelegenheiten. Wäh- rcnd der Sitzung traf vom Abgeordneten N i e n t i m p die Mittei- lung ein, daß er im Laufe des Dienstag schriftlich seinen Austritt aus der Fraktion erklären werde. Von einer Beschlußfassung hat die Fraktion abgesehen. Volksparteiler gegen Nazis. (Fortsetzung von der l. Seite.) dnß der Reichspräsident zuletzt zu sehr in den Vordergrund gestellt wird, so ist das von der Rechten zuerst und am stärksten getan worden. Die Finanznot wird von dem Desizit der Arbeits- iosenoersicherung hervorgerufen, die wir mit den Deutschnationalen g« s ch a s se n haben, nicht die Sozial- dcmokraten.(Sehr richtig! links.) Der Ruf nach der Rechtsfront des Abg. Spahn mit seiner Kampfansage gegen den Kapitalismus wirkt wenig überzeugend. Seine Konzessionen an den National- sozialisinus werden den Deutschnationalen zuerst gesähvlich. Wir lugrützen die Unisormoerbole, weil das Ausbrechen eines politischen Vrandes im ganzen Land vermieden werden muß. Die Krise des Parlkimcntarismus ist eine K r.i s e der Parteien. Die Ab- schasfung des Verhältniswahlsystems ist ei» Sprung ins Dunkle, weil es noch keine groß« Mittelpartei gibt. Die jetzige Auflösung des Reichstags wäre ein Selbstmord aus Angst vor den, Tod. denn ein arbeitssähiger Reichstag kommt au» sofortigen Neuwahlen nicht heraus. Wir lehnen das Notopfer ab, find aber sonst zu jeder Sanierung bereit und stellen� immer das Vaterland über die Partei.(Beifall der Volkspartei.) Abg. Drewitz(Wirtschp.): Die Unzufriedenheit mit dem Staat gilt nicht der Staatsform, aber breite Schichten haben das Gefühl, daß dem Mittelstand das gleiche Recht versagt wird. Man macht unter dem parlamentarischen Cysten, immerfort Konzessionen auf Kosten des bodenständigen Bürgertums Wenn eine Partei nicht in der Regierung ist, werden alle ihre Anträge, auch die be- icheidensten, abgelehnt. Immer mehr beherrscht die Wirt- schaft das politisch« Leben. Die Nationalsozialisten werden nii dieser Entwicklung nichts ändern, denn es ist unmöglich, daß eine Partei die Interessen der Arbeiter und der Unternehmer' zugleich vertritt. Die Finanznot kommt daher, daß wir seit 1927 Ausgaoen auf Grund von Gesetzen beschlossen hoben, die wir nicht mehr aufrecht- erhalten können, so die Besoldungsresorm für die Be- a m t e n. Nicht bei den Arbo-lerlöhnen. sondern hier muß mit dem Sparen begonnen werden. Mit der Ausgabenscnkung muß ernst gemacht werden, die Mandats.zahl verriirgert und das W a h l a l t e r auf ii Jahre heraufgesetzt werden: dann kann Herr Frick seine Wähler mit der Laterne suchen.(Heiterkeit.) Mündig wird man erst mit 21 Jahren, aber wahlberechtigt schon mit 20! Da hat man noch keine Lebenserfahrung, glaubt aber den Hetzreden der Nationalsozialisten und der Konum, nisten. Die Verhandlung geht weiter. New �orks„schwarzer Tag". �iliiardenverluske an der Dörse. Rem g o r k, 17. Juni. �er gestrige Kurseinbruch an der iNew Yorker Börse stell» sich als ein« Katastrophe heraus, die hinter den Zu- fammenbrüchen im Oktober und Dezember vorigen Zahres keines- wegs zurücksteht. Einige hundert Papiere erreichten einen Re- kordtief st and. Verschiedene werte erlitten einen Verlust bis zu?S Punkten. Da die breiten Waffen des spekulierenden publi- kums zu panikverkäufeu schritten, konnten auch Stühungskäuse die Verluste nicht eindämmen. Der Gefamlverlust infolge de» Kurssturze» beläuft sich auf mehrcre Milliarden Dollar. Die Ursachen dieser neuen Börsenkatcrstrophe liegen in dem besorgniserregenden Anwachsen der Arbeitslosigkeit und in dem Zusammenbruch aller Hofsnungen aus eine Besserung der Konjunktur in absehbarer Zeit. Die Zaht der Arbeits. losen soll sechs Millionen überschritten haben. Außerdem be- siirchtet die Oeffentlichkeit durch die Annahme des drosselnden Zoll- I a r i f e» eine weitere Verschärfung der Wirtschaftskrise. „Erben" gegen Erben. Oer Endkampf um Loeskes Millionen. Der letzte Akt der Tragikomödie.Um Loeskes Millionen' in der letzten Znstanz! Vor dem Richtertisch je drei Anwälte für jede Partei. Die enterbten armen verwandten und Klägerinnkn, Frau Wolfs und Fräulein Loeske, sind persönlich anwesend. Die glückliche Erbin, Frau V l a u- stein, fehlt. Rechtsanwalt Dr. W a l d e ck faßt als erster für die Kläger noch einmal sämtliche Argumente für die Unechtheit des Testaments zusammen. Auf den Beklagten lag die Beweislast. Keinen einzi- gen Zeugen konnten sie jedoch dafür erbringen, daß da» Stück Papier, das sie Testament nennen und die Verfügung über ein Vermögen in Höhe von 200 Millionen enthält, von der Hand des verstorbeiien Loeske geschrieben und unterschrieben ist. Der Beweis der Echtheit des Schriftstückes ist nicht gelungen. Die Fälschung ergibt sich sowohl aus seinem Inhalt und seiner Fassung wie auch aus dem Gutachten der Schriftsachverständigen. Professor Nitt l. Dr. Reimann und Dr. Lange haben einmütig erklärt, daß die Schrift nicht von Loeske stamme. Sie sind der Ansicht, daß als Fälschen» des Testaments am ehesten Frau Blaustein selbst it Betracht komme. Nicht besser steht es mit der sogenannten i n n e- r e n Wahrheit des Testaments. Man müßte, vielmehr von einer inneren Unwahrheit desselben sprechen, so voll ist es von Unrichtigkeiten und logischen Fehlern. Es steht auch in vollständl- gem Widerspruch mit dem im November 1927 verfaßten ersten Tesiamcnt. Einem so gewiegten Kaufmann wje Loeske wäre» schon aus dem Grunde nie eingefallen. Frau Blaustein zur Univer- salerbin einzusetzen, weil dann das gesamte Vermögen nach ihrem Ableben zwischen deren Verwandten zersplittert worden wäre. Verschiedene Bestimmungen innerhalb des Testanrents sind auch mit der Sprengung des Konzerns gleichbedeutend. Das hat nicht die Achi.ht Loeskes sein können. Das Testament steht auch im Gegensatz zu den Aussagen verschiedener Zeugen, daß Loeske die Hälfte feines Vermögens der Stadt Berlin zu hinterlassen beabsichtigt habe. Ein geistig hochstehender ünd klar denkender Mensch hätte auch nie in so vielen Einzelheiten Fehler gemacht. Rechtsanwalt Dr. Carlbach ergänzt die Aussogen seines Killegen JSr ist djr Ansicht, daß auch die Aergleichsstück«. die den sachverständigen vorgelegt wurden, gefälscht seien. �olllo das Gericht trotzdem zu dem Ergebnis gelangen, daß das Testament von Loeske geschrieben ist. so kann es doch nicht als rechtsgültig anerkannt werden, da das Datum vom 2. August das Testament nicht deckt. Das Urteil dürfte noch heute gefällt werden. Zwangsarbeits-Oebatte in Genf. Der Genegalneger als Vertreter französischer„Zivilisation". Der ägyptische Ministerpräsidenl Nahas Pascha hat dein König die Demission des Kabinetts überreicht. Dos Kabinett ist zurück- getreten, weil es ine Bestrafung der Minister der Dikiaturregierung wegen Versa ssungs Verletzung verlangt und der König sie verweigert. Genf, 17. Juni.(Eigenbericht.) So bedeutungsvoll fi�r einen wichtigen Teil der Arbeiter Europas und der Welt die Frage der Arbeitszeit im Kohlen- b e r g b a u ist, die auf der diesjährigen Internationalen Arbeits- konferenz behandelt wird und deren Ergebnisse man mit Spannung erwartet: w e l t po l i t i s ch ist sicherlich die ebenfalls(und zwar zum zweitenmal) zur Debatte stehende Frage der kolonialen Zwangsarbeit gerade zu dieser Zeit weitaus am interessantesten. Das wußte und erwartete man wohl auch an anderen Stellen, und da nun einmal nicht alles Interessante auch für alle Teile an- genehm ist, so kann man es verstehen, wenn die Gerüchte wahr sein sollten, daß von den Kolonialmächten aus Bestrebungen im Gange waren, die diesjährige Beratung über diesen Gegenstai�» überhaupt zu verhindern, und daß wohl nur die S i- tuation in Jndien es zu riskant erscheinen ließ, diesen Versuch zu Ende zu führen. Es ist wohl von vornherein klar, daß man bei einer derartigen weltpolitischen Aussprach« nicht mit der in sozialpolttischen Fragen hier üblichen Parteiung: Arbsitgeber auf der einen, Arbeitnehmer auf der anderen Seite bei abwechselnder Parteinahme der Regie- rungsvertreter zu rechnen hat. Aber eine so seltsam gekurvt« Frontstellung, wie sie sich gleich in der ersten Sitzung dieser Kommission ergab, hotte wohl niemand erwartet. Dos Ziel eines hier zu entwerfenden„Uebereinkommens soll sciin, die Zwangsarbeit in allen Formen zu beseitigen, jedoch für solche, die öffentlichen Zwecken dient, eine Uebergangszeit zu gestatten und während dieser die Zwangsarbeit zu„regeln". Der Delegierte der holländischen Regierung erklärte sogleich, wenn hier von völliger Beseitigung der Zwangsarbeit die Rede sei und gar eine feste Frist dafür bestimmt werden soll, werde seine Regierung einein solchen Abkommen nicht beitreten. Auch der Vertreter Eng- l a n d s(der gleiche, der im vorigen Jahr die konservative Regierung nach Gens schickte) stellte abschwächende Anträge und wurde dafür von dem Arbeitervertreter seines Landes, einem Abgeordneten des Parlaments, ebenso maßvoll wie gründlich abgekanzelt, daß das ganzö Arrditorium überrascht aufhorcht«. Der indische Ar- beitgebervcrtreter, der bisher immer mit der Arbeitergruppe stimmte, richtete scharfe Angrisf« gegen die englische Herrschaft, indes der eng- lisch« Arbeitgebervertreter den Regierungsvertreter gegen den Ab- geordneten der Arbeiterpartei in Schutz nahm. Letzterer wurde da- gegen vom Regierungsvertreter Australiens unterstützt und ebenso ergriffen die Regierungsleute von China und Brasilien für die Arbeitergruppe Partei, während der Sprecher der Labourrogierung sich in der Gesellschaft der Regierungsmänner von Portugal und— Sibirien befand. Man glaubt« diese groteske Kriegsfront endlich und resttos vervollständigt durch die in der vorliegenden Denkschrift inedergelegten Aeußerungen der faschistischen Regierung Italiens, die— gleichgültig aus welchen politischen Griniden— weitestgehende Abschaffung der Zwangsarbeit wie die Arbeitergruppe �be- fürwortet und sogar ohne Zubilligung jeder„Uebergangssrtst". Aber es wurde immer noch reizvoller, als sich nun ein S e n e- galneger erhob und„im Namen der französischen Regierung" all das gegen eine baldig« Abschasfung der Zwangsarbeit vorbrachte, was weihe Vertreter dieser Nation zu diesem Zeitpunkt auszusprechen sich gescheut haben würden. Clemenceau soll einmal, so berichtet Wartet in seinem Buche, gesagt haben: die Deutschen hätten keinen Grunds sich darüber zu entrüsten, daß man Neger auf sie losläßt, denn ein Senegalese sei in seinem Aeußeren eine ästhetischere Erscheinung als ein deutscher Profesior. Der hier sprach, ist offenbar nicht hergeschickt worden, um diese Behauptung zu bestätigen. Hingegen ist dieser Reger einer der besten Redner. die man sich denken kann. Er spricht von den Negern als„Ein- geborene" und steigert die Nafalpachetik seines hervorragenden Fran- zösisch zum höchsten Diskant, wenn er von der„Zivilisation" und dem Fortschritt redet, den«seine Regierung" in den schwarzen Erdteil brauchte, und Iouhaux.der Führer des französischen Gewerk- schaftsbundes, muß seine ganze auch nicht geringe Beredtsamkeit ausbieten, um die Rechte der„Eingeborenen" gegen diesen regierungs- treuen Eingeborenen zu vertreten und sich dagegen zu verwahren, daß dieser ihm vorwirft, er rede über Fragen, von denen er nichts verstehe� ein Vorwurf, den mir im Vorjahre em indischer Eingeborener als Sprecher„feiner" Regierung auch machte. Als der Neger seine Rede beendet hatte, spendeten ihm die Vertreter der Kolonialmächte einen in dieser kühlen Atmosphäre ungewohnt starken Beifall, während der belgisch« Arbeitgeber bald daraus seinen indischen Kollegen zurecht- stauchte, er möge hier nicht so viel von Politik reden. Thomas, der Direktor des Arbeitsamtes, müht sich in löblicher Weis« und mit viel Geschick, in den gespinntesten Situationen die Gegensätze auszugleichen, sieht er doch, daß unter einem Miß- erfolgindieser Frage, die auf der internationalen Arbeits- konferenz etwas Neuartiges darstellt, das Ansehen des Amtes leide» würde. Die Wortführer des Kolonialimperialismus geben den Rednern, die nicht zu ihrem Interessenkreis gehören, gern zu ver- stehen, daß die ganze Sache doch eigentlich eine Familienangelegen- heit der Kolonien besitzenden Mächt« sei. Darüber beklagte sich z. B. auch der Vertreter der Regierung von Brasilien. Immerhin kann hier, wo so mancherlei in Wandelgängen und Saalecken ver- handelt und gefördert werden kann, ein jeder dazu bettrogen, den Verhandlungen im Sinne seiner Sache zu dienen. Und ich für meinen Teil holte es gern mit dem ehrbaren Josef Filser und„bin froh, daß ich keine Rede nicht halten mvß, sondern das Maul". • Franz Josef Furtwängler. Kontrolle von Anleihen ans Ausland. Staatsdepartement und amerikanische Rankiers. Washington, 17. Juni. Der Senat hat die Resolution des Senators und früheren Schatz- setretärs G l a ß angenommen, die sich gegen die bisherige Methode der Zulassung ausländischer Anleihen wendet und deshalb vom Staatsdepartement Auskunft verlangt, mit welchem Recht es die Auflegung der deutschen Reparationsanleihe in den Vereinigten Staaten gebilligt habe. Bekanntlich hat das Staatsdepartement wiederholt betont, daß es fremde Anleihen grundsätzlich nicht„billige", sondern lediglich aus Anfragen sich dazu äußere, ob es„Bedenken gegen die betresfende Anleihe habe". Demgegenüber argumentiert Glaß, daß die Nichterhebung von Bedenken praktisch einer Villi- g u n g gleichkomme und dadurch fremde Anleihen gegenüber in- ländischen Kapitalanlagen begünstige, denn letztere hätten keine Mög- lichkeit, sich eine amtliche Begutachtung zu oerjchasfen, wie das bei Anleihen fremder Staaten geschehe. Sein Antrag bezweckt, dieser Mitwirkung des Staatsdepartements an der Auflegung ausländischer Anleihen für die Zukunft ein Ende zu machen, bedeutet jedoch nicht eine Stellungnahme gegen die gegenwärtige deutsche Anleih«. Das Vorgehen des Staatsdepartements beruht nicht auf gesetz- lichcr Ermächtigung, sondern auf einer Verabredung mit den führenden amerikanischen Bankiers, die 1922 sich dem Wunsche der Regierung, welche damals in Verhandlungen mit den Alliierten über deren Schuldenfundierung begriffen war, fügten nnd alle Anträge auf Auslegung auswärtiger Anleihen dem Staats- deportement seitdem vorgelegt haben. Seinerzeit ging die Politik des Staatsdepartements dahin. Bedenken gegen Anleihen alliierter Regierungen zu erheben, die kein Schuidenabkommen mit den Ver- «inigten Staaten geschlossen hatten. Diese Abkommen sind inzwischen zustande gekommen, und gegenwärtig werden die?l7tträgc hauptsäch- lich daraufhin geprüft, ob die Anleih« für Rüstungen oder andere unproduktive Zwecke bestimmt ist, oder ob sie zur Finan- zierung eines Geschäftszweiges dienen soll, der mit amerikanischen Waren in direkter Konkurrenz steht. Niesenimporie in LtGA. Vor den neuen Zollkarissäien. Rem Jork. 17. Juni. Das Wettrennen der Importeur«, enorme Mengen Waren vor dem Inkrafttreten der Zolltorisnovell««inzuführen, Hot begonnen. Am letzten Sonnabend wurden im New-Vorker Hafen für 11 Mil- lionen Dollar Zölle erhoben, während der tägliche Durchschnttt mir eine Million beträgt./ Reichsstädiebund tagt. Oer preußische Innenminister über den NnanzauSglejch. Leipzig. 17. Juni. Die Tagung des Reichs st ädtebun des wurde gestern eröffnet.)n seiner Begrüßungsansprache richtete Oberbürgermeister Dr. B e l i a n im Namen der ISöv Mitglisderstädte des Reichsstädte- bundes besonders herzliche Worte an die Vertreter der befreiten rheinischen Städte. Der preußische Innenminister Dr. Waentig wies in feine? Ansprache auf die außerordentlich ernste Wirtschaftslage in Deutsch- land hin, und diese bedrohliche Lage der Wirtschaft stehe in engstem Zusammenhang mit der Rote der Selbstverwaltung. Man spricht heute von einer K r i s i s der Selbstverwaltung. Mancherlei Lorwürfe werden gegen die Selbstverwaltung erhoben. Er habe jedoch den Eindruck, daß dabei allzu leicht vergesien wird, wie auch die großen Schwierigkeiten der kommunalen Berwallungsgebilde letzten Endes auf die Reich, Staat und Gemeinden gleichmäßig bedrückende Last. zurückzuführen sind, die als Folge de- Kriegsausganges zu betrachten ist. Jedenfalls hätten wir. alle gemeinsam darüber zu wachen, daß in dieser Zeit der Krifi," nicht Dinge geschehen, die ein kommunales Eigenleben gefährden könnten. Die Gestaltung des künftigen Finanzaus- gleichs ist für die Städte von außerordentlicher Bedeutung. Er für seinen Teil werde alles tun, um zu erreichen, daß die berechtigten Forderungen der Städte beim kommenden Finanzausgleich erfüll! werden. Zu der Reform des Selbstverwaltungsrechtes führte der geschäftsführende Präsident Dr. Haeckel aus, daß die Rechtsungleichheit des konnnunalen Verfassungsrechtes in allen deut- schen Ländern eine Angleichung und in Preußen eine Vereinhint- lichung zur zwingenden Notwendigkeit macht. Die Einführung des sogenannten Einkörpersystems sei zu empfohlen, da der ü früheren Zeiten bewährte Magistrat infolge der Wahl nach politischem Mehrheiten in den meisten Fällen nur ein Spiegelbild der Stab: verordnetenoersammlung geworden sei. Die S ta a ts au ss i ch' dürfe sich lediglich auf eine Ueberwachung der Gesetzmäßigkeit be- schränken._ Gchmuh- und Schundprozeß in Wien. Verurteilung wegen Anti-Horthy-Rilder. Zum Zehnjahrtag der Herrschast Horthys in Ungarn hatte „Der Abend" eine Seite Bilder aus der Horthy-Mappe B i r o s wiedergegeben. Eines dieser erschütternden Bilder zeigt die Eni- monnung eines Gefangenen durch die„Weißen" und deutet d-e Vergewaltigung seiner Frau an. Deshalb wurde beschlagnahmt und Anklage erhoben— jedoch nicht wegen politischen Delikts, das vor die Geschworenen gehört hätte, sondern— wegen Vergehen gegen die Sittlichkeit. Der Staatsanwalt behauptete vor dem Schöffengericht, das Bild reize— den Geschlechtstrieb! Der Her- ausgeber und der verantwortliche Redakteur des„Abend" wurden dafür zu je einem Monat strenge« Arrest(Gefängnis» bedingt und zu den Kost«, verurteilt. Minister Hainisch zurückgetreten. Wien, 17. Juni.(Eigenbericht.) Der frühere Bundespräsident und gogemvärtige Handelsininister Dr. Michael Harnisch, von dessen Rücktrittsabsichten schon seil längerer Zeit die Red« ist. hat Journalisten gegenüber erklärt, daß er sein R ü ck t r i t t s g e su ch bereits eingereicht habe: er lehnt den mit Ungarn abgeschlossenen 5)andelsvertrag als schwere Schädigung der österreichischen Industrie ab.' Als Nachfolger Hönischs wird der ehemalige K. K. Finanz- minister und Gouverneup der Notenbank. Dr. Spitz müller, ge- nannt, von andern der Präsident der Handels- und Gewerbebank. T i l g n e r. Kranz Lttlstein abgewiesen. OaS Gericht hat den Rrüdern Recht gegeben. Das Landgericht I wies die klage Dr. Franz Ullsteins gegen seine Brüder und gegen den Chefredakteur Georg Bernhard bis aus einen unwesentlichen Teil ob. wie erinnerlich, hat Dr. Franz Ullstein geklagt auf IVledereinsehung al» Generaldirektor der Firma Ullstein und auf Schadenersah. Abwehrfonds der Verbrecher. Rücktritt des Polizeipräsidenten von Chikago. New Mrk. 17. Juni. Im Hauptquartier der Chikagocr Polizei ist«ine Art Palast- revolution ausgebrochen, über deren Ursachen vorläufig noch keine acnaucn Meldungen vorliegen. Jedenfalls ist der Polizeipräsident Rüssel zuni. Rücktritt gezwungen worden. Auch der Polizei- kommissar Steg« hat sein Abschiedsgesuch eingereicht. Die Stadt- verordneten haben einen besonderen Ausschuß eingesegt, um eine energische Reorganisation der Polizei durchzufuhren. In Chikago verlautet, daß die Verbrecher und Alkoholschnmgo- ler einen gemeinsamen Verteidigungsfonds von 6 Millionen Dollar gebildet haben, um den Kamps mit der Polizei ersolgreicher führen zu lönnen. Dem Bruder des Unterwelttönigs von Chrkago, Copone, haben die Behörden nun doch für drei Jahre das Handwerk gelegt. Er wurde gestern wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gesängnis und zu KXXXZ Dollar Geldstrafe verurteilt. Die Unter- suchung ergab, daß er in den letzten vier Jahren zwei Millionen Dollar auf die Seite gebracht hat, ein Betrag, den er natürlich nicht durch„Arbeit" erworben hatte. Da man ihm wie seinem be- rüchtigten Bruder nichts nachweisen haben die Behörden ihn jetzt auf diefe Weise unschädlich juet-cht. Drei Häuser in die Lust gestogen. Geheimnisvolle Srplosionssatasieophe in Ll(5A. New U o r k, 17. Juni. Gestern ereignete sieh in Perth-Amboy im Staate New-Jerseh eine gewaltige Gxplosion, wobei d r e i Hänser in die Lnft flogen. Zwei Personen wurden getötet und 60 verletzt. Dreißig weitere Personen werden vermißt und liegen wahrscheinlich tot unter den Trümmern. Ter Sachschaden wird auf eine Million Dollar geschäht. Man glaubt, daß die alte Familienstücke, die ihr« Eigentümer auf der Straße zum Kauf anbieten, um sich für den Erlös Lebensmittel zu oerschasten. Aber niemand will dies« Dinge taufen, denn niemand hat selbst für die unumgänglich notwendigen Käufe Geld. Auch der Handel stirbt. Ein« große Zahl von Kausileuten hat Selbstmord verübt, 3000 Läden sind geschlossen, und Kulis und RickschoHführer haben nichts zu tun, kurz. Peking ist in das letzte Stadium des Todeskampfes«inge- treten. Ei» neues Sühn«, wert„Das Lleigewichl", eine Tragödie in vier Atlcu vqn Ferdinand W a i b I i n g c r. wurde von der Bolksbühneu- Verlags- uud Vertriebs- S. m. b. H., Berlin für ihren Bühnenvcrtrieb erworben. Kestkonzerte. Abschluß der Kunstwc� Beethovens Neunte, jahrelang im Alltag des bürger- lichen Konzertlebens mißbraucht und abgenutzt, durch die Sikvester- aufführungen der Volksbühne in Berlin als Ausnahmewerk rehabllitiert, beendet die Berliner Kunstwochen 1930 in der fest- lichen Höhe des Außerordentlichen, di« zwei Tag« zuvor mit der Zweiten von Gustav Mahler erreicht worden ist. Mahler und Beethoven— es ist nicht geboten, sie als Musiker am selben Maßstab zu messen. Der Symphoniker Mahler, dessen Lebenswerk groß und einsam in die Gegenwart ragt, steht am End« einer Entwicklung, an deren Ansang Beethoven als Gipfel stand. Die Kurve der Entwicklung neigt sich abwärts, die schöpferische llrkraft Beethovens hat nach ihm keiner. Aber als Großer und einstweilen letzter einer verfallenden Kunstgattung besteht Mahler vor der Geschichte, deren Abstand wir heute zu seinem Schassen gewinnen: als Vollender der Gattung„Symphonie", deren äußere Möglichkeiten er ins beinahe Maßlose gesteigert hat. Noch einmal aber verdichtet sich bei ihm zu überzeugendster Form, was dos Revolutionierendst« in der Erscheinung Beethovens gewesen: das Eindringen der hohen Menschheiteideen in den Bezirk der Sym- phonie, di« Musik im Bund mit den sittlichen Grundkräftcn des Lebens.' � M a h l e r s Zweite, mit ihrer grandiosen Bision von Tod, Gericht und Auferstehung, ist— kein religiöses Werk in irgend- einem konfessionellen Sinn, ober einmalig in der Musik unseres Zeitalters als feierlich-gläubiges Bekenntnis zur Unzerstörbarkeil und Unoerlierbarkeit oller menschlichen Lebenswertc. Und ein Werk von erhebender und überwältigender Wirkung, das hat die Auf- führung in der Republik-Oper unter Klemperer von neuem erwiesen. Diese Aufführung, mit der Etaatstapell« und deni Phil- Harmonischen Chor, hostet als ganz großes Konzertereignis. Klemperer hat die elementare Gewalt, das Unaufhaltsame, den inneren Sturm— und die Dämonie des Willens, ihn zu bändigen und zu lenken: eines Willens, wie ihn Mahler befaß, zum richtigen, unerbittlich folgerichtigen, ausrichtigen Musizieren. Kein Dirigent seit Mahler hat diese Symphonie lo i» seinem Geist, so i» ihrem Wesen ersaßt und verwirklicht. Beethovens Neunte mit den Philharmonikern unter Furtwängler— auch hier ein Eindruck der größten Erfüllung. Das großartig« Bild ist bekannt,«z gehört zu den sozusagen unoer- lierbaren Tatsachen unseres Musiklebens. Durch die fast Zwangs- läufige Unvollkonimenheit des Solistenquartetts— diesmal liegt es vor ollem an der ungeeigneten Besetzung der Tenorpartie— wird es kaum beeinträchtigt. Diese beiden Konzertabende vermochten den Kunstwochen den schönsten Aus klang zu geben. Es stijnd« gut, wenn im Bereich der Oper Leistungen von solcher Höhe hätten geboten werden können. Aber dies« Wochen, die für Berlins Kunst reprä- sentativ sein sollen, sind es-- unfreiwillig-- gewissermaßen auch für die Berliner Oper, für die Berfahvenheit ihrer Gesamt- situation geworden. Die Idee einer alljährlichen Berliner Musik- schau ist dadurch nicht kompromittiert. Sie hat sich als fruchtbar erwiesen, auch wenn Ihre Durchführung, unter den Mängeln gr- hemmter und überstürzter Borbereitung— und nicht nur unter diesen gelitten hat. Für die Zukunft wäre es der Müh« wert, sie nach der künstlerischen und der sozialen Seite weiter auszubauen. __ K. P. Mar Böhm. vusl'eltung In der Akademie der«ünfie. Die Preuhilch« Akademie der KilnNe crAfknet am Sonnabend, mittags 12 Uhr, ein« Ausstellung der Sammlung Mcx Böhm- Berlin. Max Lieber inanv erneut Präsident der Akademie der Sltnste. Mar Lic bei- mann ist auch für die Zeit vom 1. Ottober ISLO bis Ende September 1SUI Jim Präsidenten der Preußischen Akademie der Künste gewählt««rden. Gilbert nimmt Abschied— und gibt gute Lehren zum Schluß. Die Blutprob Die neueste Entscheidung des Di« Blutprob« als Beweismittel in Boterschoftsprozesscn befindet sich auf d«in Vormarsch. Das Preußisch« Kammergericht hat seinen«igen«n Beschluß vom 12. Oktober 1928 umgestoßen: es hat in einem neuen Beschluß vom 4. April d. I. erklärt, daß die Blut- probe wohl mit völliger Zweifellos igkcit und Gewißheit die Unmöglichkeit der Erzeugung eines Kindes durch eine bestimmte Person ergeben könne. Di« Bedeutung dieser Entscheidung reicht über die Grenzen Preußens hinaus: hat doch selbst ein Miiiichener Gericht in einem Meincidsprozeß die Blutprobe als Beweismittel abgelehnt: auch unter Berufung auf den Beschluß des Kammergerichts vom Jahre 1928. Im Kampfe um Alimente für das Kind wird der unehelichen Mutter durch die Anerkennung der Gültigkeit der Blut- probe ein« Hilfe und dem angeblichen Botcr des Kindes die Be- kämpfung unrechtmäßiger Ansprüche erleichtert. Das Bült der Menschen gehört bekanntlich zu vier ver- schied«nen Gruppen. Die Blutprobe bleibt während des ganzen Lebens die gleiche, sie vererbt sich und wird entweder vom Pater oder von der Mutt«r mis das Kind übertrage». Weift dieses weder di« Blutprobe der Mutter noch diejenige des als Vater be- zeichneten Mann«s auf, so kommt letztere? als Skier nicht in Frage. So kann in SZaterschaftsprozessen der Beweis gefüiirt werden, daß der als SZater Bezeichnete es in Wirklichkeit nicht ist oder daß irgendein Dritter, der etwa vom Beklagten als möglicher Skt«r benannt wurde, nicht der Vater des Kindes sein kann. Auch in Straf- Prozessen spielt di« Blutprobe eine Rolle, z. B. wenn die Mutter des Kindes wegen eines Meineides angeklagt war, weil sie im Alimentenprozeß einen bestimmten Mann als Vater bezeichnet hott«. Ergab die Blutprobe, daß er nicht der Skter sein konnte, obgleich die Kmdesmnlter bestritt, mit einem Dritten Verkehr gehobt zu haben, so war sie des Meineides überführt. Das geschah z. B. m einer Potsdamer Gerichtsverhandlung. Ein Münchener Gericht wollte jedoch die Blutprob« als einziges Beweismittel gegen di« des Meineides Zlngeklagte nicht gellen lassen. Der Kampf um die Blutprobe wurde mit äußerster Heftigkeit geführt. Während der Wiener Oberste Gerichtshof die Ab- lehnung der Blutprobe als Rechtsverweigerung ansprach, war die preußische. Praxis äußer st �ch wankend. Das Münchener, das württombergifche, das bodischekuftizmirristcrium ver- hielten sich im großen und ganzen nicht ablehnend gegen die Der- Wendung der Blutprobe. Sie verlangten nur, daß sie von be- stimmten medizinischen Instituten vorgenommen werdc. Der Beschluß des 8. Zivilsenats des Kammergerichts vom Jahre 1928 ging davon aus, daß in gewissen Fällen die Blutgruppen durchbrochen worden seien. In seinem neuen Beschluß kommt es aber von dieser seiner Behauptung ab. Die Klägerin hatte in diesem Fall« die Bültuntersuchung b«i dem Zeugen R. beantragt— zum Beweis« dafür, daß er,»bleich sie mit ihm verkehrt hatte, nicht der Vater des Kindes s«i. Das Land- e vor Gericht. preußischen Kammergerichts. gericht hatte das Armenrecht abgelehnt mit der Begründung, daß an- gefichts des eingestandenen Mehroerkehrs der Kindcsmutter während der Empfängniszeit die Blutprobe keine Gewißheit dafür ergeben würde, daß R. nicht der Erzeuger des Kindes sei. Gegen diesen Beschluß wendet sich das Kammergericht. Es er- klärt, daß nach dem jetzigen Stande der Wissenschaft der Blut- gruppenuntersuchung der Senat die Beweiskraft nicht mehr ab- sprechen könne. Die Zahl der Blutgruppenuntcrsuchungen in Deutsch- land, Danzig und Oesterreich hob« bereits im April 1929 die Zahl von 6000 überschritten: die Zahl der sagenannlen Ausnahme» habe sich jedoch unter Beeinflussung der fortschreitenden Verbesserung der Technik vermindert. Aber auch diese Ausnahmen seien nichts anderes als Fehlbestimmung, bedingt durch technische Unvoll- kommenheit oder Beobachtnngsfehler. Hinzu komme, daß die Sach- verständigen des vom Reichsgesundheitsrat zur näheren Prüfung der für di« Blutgruppenforschung in Betracht kommenden Fragen eingesetzten Unterjuchungsmisschusses sich am 6. Mai 1929 einmütig für die Anwendung der Blutprobe in Skterschasts- Prozessen ausgesprochen haben. Sind aber di« beteiligten Personen Mutter, Kind, angeblicher Vater oder irgendein Dritter, von dem behauptet wird, er käme nicht als Baler in Betracht, zur Duldung der Blutentnahm« ver- pflichtet? Das Kammergericht sagt: Rein. Die Blutentnahme stelle einen Eingriff in die Persönlichkeit des zu Untersuchenden selbst dar. Kann ober aus der SZerweigenrng der Blutentnahme ein Schluß zuungunsten der klagenden respektive der beklagten Partei gezogen werden? Bei einer schuldhafton, wider Treu und Glauben verstoßen- den und nach dem allgemeinen Rechtsbervußtsein verwerfliclzen Vereitelung der Beweisführung könne solch«in Schluß wohl gerecht- fertigt erscheinen, meint das Kommergericht. Für die Masse der Bevölkerung ist schließlich auch noch die letzte Feststellung des Kammer- gcriclsts wichtig. Da die Blutiintersuchimg an der Weigerung einer zu untersuchenden Person scheitern kann, muß vor der Be- willigung des Zlrmenrechts geprüft werden, ob die Bereitwillig- k e i t aller dieser Personen zur Duldung der Untersuchung vorliegt. In diesem Falle hatte sich der Arbeiter R. zu einer Blutuntersuchung bereit erNärt, deshalb durste der Klägerin das Armenrccht nicht verweigert werden. Der Beschluß des Kammergerichts wird in vielen Fällen die Möglichkeit gewähren, zu Unrecht erfolgte Urteile in SJoterschasts- Prozessen zu berichtigen. Di« Wissenschaft ist ober indes einen Schritt lveiter gegangen. Prof. Zangenmeister hat ein Verfahren gefunden, das die direkte Blutsverwandtschaft zwischen Mitter und Kind wie auch zwischen Skier und Kind{est, zustellen gestattet. Bewährt sich dies« Methode, so dürfte in Zukunft die.Blutunter» suchung nicht nur die Feststellung ermöglichen, daß der Betreffende nicht der Skter des Kindes ist, sondern den positiven Beweis, der Daterschast gestatten. Bayern gegen Verwaltungsreform. München, 17. Juni.(Eigenbericht.) Die Mitteilung, daß die Regiening Brüning im Rahmen ihrer Einspar ii ngsplöne auch di« Aufhebung der Abteilung München dos Reichspostministeriiim einbezogen habe, hat i n b o y e- rischen Regierungskreisen große Beunruhigung Hervorger usen. Man erblickt darin einen Akt, der sich nur durch einen slagranten Bruch bestehender Staotsverträgc verwirk- lichen ließe und hat das auch in Berlin wissen lassen. Darauf Hot die Reichsregierung der bayerischen Regierung die beruhigende Er- klärung abgegeben, daß sie nicht daran denke, an bestehenden Ver- trägen zu rütteln, und ohne Zustimmung des bayerischen Vertrags- Partners etwas zu unternehmen, was gegen den Wortlaut der Ver- träge verstoße. Diese Erklärung hat aber, wie die Bayerische Volks- partei-Korrespondenz mitteilt, die bayerische Regierung nicht beruhigt. Man liest aus der Erklärung heraus, daß sich die Reichsregierung immerhin mit dem Gedanken trägt, auf dem Wege von Verhandlungen gewisse Zugeständnisse von Bayern zu erlangen. Darauf könne sich aber Bayern unter keinen II m ständen einlassen, weil der wirtschostliche Schoden für Bayern außer- ordentlich groß wäre, nachdem der ganze innerbayerische Verkehr der Post von München aus von bayerischen Beamten geleitet werde. Die Reform des Gtrafvottzuges. Zustiiminister Schmidt vor den Strafanstaltsbeamten. Auf der in Kassel tagenden Mitgliederversammlung der deub schen Strasanstaltsbeamten nahm der preußische Justiz- minister Dr. Schmidt in längeren Ausführungen Stellung zu der Reform des modernen Strafvollzuges. Der Minister stellte fest, daß die ungeheure Erschütterung der Völker durch den Weltkrieg auch das Gefühl für die Schicksolsver- bundenheit aller Menschen und das Gefühl sozialer Verantwortlich-- keit van Staat und Gesellschaft gegenüber den schwachen und kranken Gliedern einer Volksgemeinschaft in den verschie- de>»sten Staaten habe neu erstehen lassen. Skrgleiche man die Erziehungsmethoden, die der heutige Strafvollzug anwende, mit denen, die noch vor hundert Jahren gebräuchlich gewesen waren, so sei dies ein Unterschied wie zwischen Tag»nd Nacht. Heute sei das Streben daraus gerichtet, alle Kräfte in dem Gefangenen zu wecken und ihn durch entsprechende Betätigungsmöglichkeiten schon in der Straf- onstalt für seine künftigen Aufgaben in der Freiheit vorzubereiten. Die Gefangenen müßten durch Selbstverwaltung zur Selbst- Verantwortung erzogen werden. Diese Grundgedanken be- herrschten auch die Verordnung über den Strafvollzug, mit der Preußen im letzten Jahr de» Versuch unternommen habe, seinem Strafvollzug neu« Richtlinien zu geben. Entscheidend bleibe bei allen Resormversuchen die richtige Aus- lese und Ausbildung der Strafayftoltsbcbamten. Das best« System bleibt wirkungslos, wenn die Beamten fehlen, die dem Buchstaben des Gesetzes zu Leben und Seele verhelfen sollen. Dos Problem der Skamtenaiislesc und Beamtenausbildung fei das eigentliche Kernproblem des ganzen Strafvollzuges: insbesondere sei eine gründlich« und gediegene Schulung der Straf- vollzugsbeamten nötig, wenn sie ihrem Berns gerecht werden sollen. Daß auch die Volksverirelung die Wichtigleit dieses Problems anerkannt hat, sei daraus zu entnehmen, daß der Preußische Landtag trotz der schweren Finanzlage des Staates eine erheb- liche Summe für die Ausbitdung der Strafvollzugsbeamten bewilligt habe. Er hoffe zuversichtlich, daß die Beratungen aus der Tagung dazu dienen, diese wichtige Frage der richtigen und Zweckmäßigen Berussausbildung der Strafoollzugsbcamtcn ihrer Lösung näher- zubringen. Parter Gilbert, der Reparationsagent, hat sich jetzt mit einem S ch l u ß b e r i ch t für die Uebergangszeit zum Neuen Plan (1. September 1929 bis 17. Mai 1930 von Deutschland verabschiedet. Während der ganzen Zeit des Dawcsplanes, so heißt es in diesem Bericht, seien die Reparationen von Deutschland vollständig bezahlt und transferiert worden, und zwar in Höhe von an- nähernd 8 Milliarden G o l d m a r t. Parker Gilbert nimmt jedoch nicht Slbfchicd, ohne an den Methoden der Reichsfinanzpolitik noch empfind- liche Kritik zu üben. Nach seiner Meinung habe es, obwohl die öffentlichen Einnahmen das wesentliche Materiol sür ein aus- geglichenes Budget liesern, an der E n t s ch l o s s elr h e i t g e- fehlt, die Ausgaben innerhalb der Schranken des versügbarcn Einkommens zu halten. Die Lasten der deutschen Wirtschast würden gerade jetzt in einem Augenblick ernstlich vermehrt, wo die Wirt- schaft sich aus die durch das Sinken der Weltmarktpreise und den allgemeinen Konjunkturrückgang geschaffene Situation umstellen müsse. So werdc mit dem Inkrafttreten des neuen Plans die Rc- form der öffentlichen Finanzen zum wichtigsten Problem der deutschen Regierung und des deutschen Volkes. Wenigstens im Slugcnblick feien zur Ordnung der Reichsfinanzen Stcuercrhöhungen nicht zu umgehen. Die Ausmerksamkeit müsse aber heute in erster Linie auf die Ursachen der Budgctschwierigkeiten des Reiches gelenkt werden. Vor allem sei der Grundsatz nicht betätigt worden, daß die Re- gierung sich nach der Decke strecken müsse. Finanzausgleich. Lerwaltiinzsreform und Reform der Arbeitslosenunterstützung seien nicht entschlossen genug in Angriff genommen worden. Reue gcsetz- liche Maßnahmen seien vielfach ohne angemessene Berücksichtigung ihrer finanziellen Auswirkungen getrosten worden, wobei einer der schlimmsten Fälle die allgemeine Gehaltserhöhung vom Oktober 1927 gewesen sei, deren Kosten praktisch weit über die ursprünglichen Berechnungen Hinausgegongen seien. Endlich sei das Budget noch immer in solches Dunkel gehüllt, daß eine heilsame Kritik der Oesfentlichkeit und des Parlaments erschwert sei. Parker Gilberts Abschiedsworte sind reichlich kritisch: da er so oder so als rcparationspolitsscher Treuhänder oder gar Gerichts- Vollzieher fungierte, darf man ihm die Kritik nicht verwehren. Im übrigen Hot Deutschland hinsichtlich seiner Finanzen s o z u h a n-» dein, als ob es keinen Rcparationsagenten und keine Kritik eines Reparationsagenten je gegeben hätte. Slnch ohne ausländische Kontrolle sind di« Finanzen das Schicksal jedes Landes. Welter für Berlin und Umgebung: Fortdauer de? heiteren, trockenen Wetters, am Tage warm, östliche Winde.— Für Deutschland: Allgemein beständig, am Tage warm. Dienstas. 17. Juni. Berlin. 16.05 Berliner Betriebe. 16.30 Unterhaltungsmusik. 17.45 Dr. Ueberaü erzähl*. 18.10 Stunde mit Büchern. Biographien und Memoiren von Staatsmännern. (Am Mikrophon: Dr. Alphons Nobel.) 19.05 Die Comcdian Harmonists.* 19.35 Arbeitsmarkt. 19.40 Musik aus Amerika.(Orchester Sam Wooding.) 20.50 Fritz Dicttrich liest eigene Gedichte. 21.00 Querschnitt:„Don Sebastian von Portugal**. Oper von Doniretti. 22.20 ca.: Dr. Räuschcr: Politische Zeitungsschau. Königswusterhauscn. 16.00 Schulrat Georg Wölfl und Alfr. Tschentschcr: Bcrcchtlgungswesen und Volksschule. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. 17.30 Gerda von Bremen: Vorlesung aus Knut Hamsuns„Victoria", 17.55 Lothar O. Kuhnert: Wie entsteht Glas? 1«.20 Dr. H. Franzmeyer: Acrztlichc Ratschläge für Wanderer. 18.40. Französisch für Anfänger. 19.05 Dr. Gustav Stcinbömer: Das niederländische Qcsellschaftsbtld. 19.30 Lic. Dr. Hans Hartmann: Die französische und englische Jugend. 20.00 1. G. F. Händel: Suite F-Moll.(Anna Linde, Cembalo.)— 2. Unbekannte Meister des 17. Jahrhunderts.(Fcro Selm. Violc d'amour.)— 3. John Bull: The Kings Hunt(englische Virginalmusik).— 4 Jean-Hcnry D'Anglebert: Sarabande.(Anna.Linde.)— 5. Milandre: Menuctto.— 6. M. De la Borde: Air.— 7. Borghi; Tambourin.(Eero Seliu.)— 8. Scarlatti: Sonata.— 9. Coupcrin: Lc Rossignol cn amour.(Anna Linde.) 20.30 Volkstümliches Konzert. verontvortl. für die Neboktion: Wolfgaug Schwerz. Berlin: Anzeigen: Tb. GloS«, Berlin. Berlaq: Vorwärts Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer Co.. Berlin SW 68, Lindenstrasie 3. Hierzu i Beilage. Dienstag, 17 6. Staats-Oper Unter d. Linden Tii)-U. B.SLIh.11 JBlHn-U.-V.il. 138 18/> Uhr Ffdelio Ende 22'/» Uhr MI. Sdiauspti. am üendarmaomarki St. 8. T. Di. 8°. 8 JalirBvU.-V.8o. 143 20 Uhr Kaikutta, 4. mal JindcgiZWUhr 20 Uhr 3er Traum ein Leben Ende?2 Uhr Volksbühne Tbeitir BD BOItwplBh. 8V» Uhr Julius Caesar Btgii; Barl Bei« Hirtin Staat). Miller-Tli. « Uhr DerTranm ein Leben Staatsoper AmPl.d Republik 8 Uhr Ervartmig panisdiB StHiuie Lessing- Theater Vcidniurn 2737 O.0H6 Heute 8 Uhr Premiere Der Faun «m Li«. Riolilaiuli. RiriHmdils. BirrjBiia, Tmti Flanm. Tbn Bndftziinky.lMu.Vnfil SCAtÄ TSgl. 6 u.8'1, Uhr. 8» BarH.»,,« Pr. 1-6M. WochMBg. S U. 50 Pf.-3 M. Reichshallen-Theater (Ts Uhr Das WBiBidarvelle � JunUPrograBiBiBi der M Stetflner Sänger --" Tel.: Zentrum 11263 DOnhoft- Brettl(Saal und Qarten) VarleM- Konacrt- Taus Direktion Dr. Robert K.ein Deulsches lOnslier-Theal. Barbarossa 3937 Täglich 9 Uhr „Hb tanze um meVelimildlr" ren Harulln StUffir Hnlk: FMfidUMIhtr »qii: HniiBraln 81?. Dr. Martifl Zkkt! Komische oper Friedrichstr. 104. Merkur H0I/433Ü Täglich 8>6 Uhr Liebe ond Trompelen- blasen SiWr-'W Ktrmeiir /- finkler Jahrtedt/ Hiid/ Eihriidi 3.1S Ohr:cmr. sbio BHOwa oriiHd'. Wieder lileir. B Ii Berlin nnek nidrt meizie Bnbeiten und«eilen 4 IKnttimn m Olraktion: Dr. Martin Zictai Komische Oper Fnidricliltr,104. Mtrkar 1401/4330. Täglich 8-/, Uhr Liebe und Trompetenblasen Schulz y Westermeier� Finkler lahrbeck s Haid ✓ Behrisch Off preiswerte lyIIUYUM Resldurant Berlins ßasidenz-Tlieatei Tägl.S'/» Uhr Heine Frau— die Kokotte FOr jugendl. verb- Indfnnkhinr halbe Tom. b. koiio.t i Koitbuser Str. Dr. Rem mit Heria Locwe «ler tkühdien Rsfiflgel! ROSE -Theater Sr. Pranklurtor StraBs 132| | BDIaltkaua: Altz 3422 u. 3494 TSgUdi««* Arm wie eine Kirchenmaus Tränte, Paul Willi Rone. and | Betlm des Rloseiiprofinmms 1 oof der GnlentaiUB | täglich 5»(Sonntags 5 ü.); 1 9 firofie Vflnet�DiiiBmers |8uLene,Lotte.Liese mit Oitten, Hofer, Kerttens. | Pyrmont, Ksniscb und j Hans Rose. Kasse von 11 Uhr früh nn-| unterbrochen geöffnet. ttieaterLOehrenstr. 53-54 � U. A4 Zentrum 926-927 8� U Direktion Ralph Arfhar Rober!« Hein Vetler Eduard Schwank in 3 Akten von Fred Robs Metropol-Tli. Täglich S'/i Uhr mit Dir allein aul einer einsamen Insel Michael Bohnen Hr d. Vesteos Täglich 8'« Uhr Meine Sdiwester ond iA Mosfty. Ralph Bmatiky Binlieltsverband d.Elsenbaliner Deatsdilaoes. Ortsgruppe Berlin Unseren Mitgliedern, hubefonbere bet Bww. Pos., tut flenntni», bah unser Berbanbomltglieb, bec Betriebs- orbettet Walter Stark am 14. Juni b. I. verstorben ist. Ehee seinem Anbeuten! Die Beerdigung findet am Mitt- wach, dem 18 Zum. 16 Uhr, auf dem Paulssriedhos, Piöhensee, Seeftr.. statt Zahlreiche Beteiligung erwartet vi« Ortsrervalteiiid. WM meatet D 2 WiideBdanio 5201 8 Uhr Phaea von FriU v. Unruh. Rega Max Reinhard) Wiest: FrietrM Hollinder. BBineiibilder Enut Sdutte. Kleines Ttieat. Merkur 1624 Täglich S'.'e Uhr Letzte Woche Max Adalbert Das Parffim meiner Frau Kammerspiele 0 2 WtidBodBBiDi 52» Gesdilossen. Die Komödie II Bismck.2414/7516 8'* Uhr Wie werde itti leidi und glDdiiidi? hl Bereue st ii ttstiies» m Feiii Miiiug. ■•Sit«» liedi» Bpoüeeety. Bei»: tri» lrze! burteeeestttn,: Udvie Reiser föeifagc Dienstag, 17. Juni 1930 SprAbmÄ ShältwlQajße Ja\JofV>äsC Verbrecher und Strafgesetz Das soziale Problem des Strafvollzugs— Ein Interview mit Dr. Finkelnburg Zwischen einer Reis« noch Schweden und seiner Studienfohrt durch Italien, gelingt es mir. den Autor des Dramas„Amnestie", Dr. Finkelnburg(bis vor kurzem Präsident des Berliner Ctrafooll- zugs), für eine Stund« festzuhalten. Die Wände seines Arbeits- zimmer sind von einer viertausendbändigen Bibliothek umspannt. In ihr steckt so viel Kultur, Wilsen und Vielseitigkeit, daß es einen nicht wundert, wenn Dr. Finkelnburg aus«inen großen Schrank Zeigt und sagt:„Darin sind lauter Entwürfe zu Theaterstücken! Ich habe soviel Einfälle und Stoff, daß ich nur den kleinsten Teil davon ausführen kann!" Und dann sucht er das Manuskript von „Amnestie" heraus, zu dem die ersten Notizen schon 1993 gemacht wurden. Langsam, an Hand eines jahrelangen Studiums und tat- sächlicher Geschehnisse, ist das Werk gereist. Finkelnburg, der viel« Schriften zur Reform des Strasvolljugs verfaßt hat, dem der Strafvollzug in Japan oder in der Negerrepublik Liberia genau ja vertraut ist wie der in Deutschland, hat dennoch Zeit gefunden, eine Reihe von Dramen zu schreiben. Augenblicklich arbeitet er an einein neuen Stück, das ein aiideres Thema als„Amnestie" behandelt. „Die Rechtspresse hat auf„Amnestie" teils dumm, teils sauer reagiert. Halten Sie rechtspolitische Gesinnung für vereinbar mit der Idee eines vernünftigen, menschlichen Strafvollzugs?" „Das imperialistisch-terroristische Prinzip, dessen Ab» schreckungstheorie seit Jahrhunderten die Welt beherrscht, hat S ch i f s b r u ch erlitten. 1926 wurden allein i» Preußen 161 000 Menschen rückfällig, darunter solche, die schon niehr als viermal uerurteilt waren. Die terroristische Methode Hals nicht, nur Verbitterung, Trotz. Haß bildete sich in den Herzen der entlassenen Ge- sangenen. Der restlose Abbau des imperialistischen Prinzips muß überall da sein, wo von einem modernen Strafvollzug geredet werden darf. Die Strafe soll den Menschen sozial niachen! In Deutschland werden alljährlich rund 600 000 Menschen wegen 'Verbrechen und Bergehen(wohlverstanden nicht wegen Uebertretung und Polizeidclikte) verurteilt. Jeder wird fragen, wie sich angesichts der Gefahr der Bestrafung ein« solche Riesenkriminalität gleichsam traditionsgemäß fortpflanzen kann. Die Ursache liegt darin, daß trotz der intensiven Tätigkeit aller Strafgerichte wir ein verschwindender Bruchteil der Gesamtkriminalität vor den Kadi kommt. „Die Nürnberger henken keinen, sie hätten ihn denn!" Nur ein paar Prozent der tatsächlich begangenen Delikte kommen vor die Gerichte. Da also das Risiko der Bestrafung außerordentlich gering ist, kann sich die berühmte Hemmungsvorstellung, mit der die Abschreckungstheorie operiert, im entscheidenden Augenblick gar nicht bilden. Alle, die sich mit der Frage beschästigen, wie man der Verbrechensflut einen Damm entgegensetzen könne, um sie auf das Minimum zurückebben zu lassen, sehen, daß das Strafgesetzbuch als vcrbrechenverhütendes Mittel nur geringen Einsluh hat, da es sich ja nur rrnt Verbrechen beschäftigt, die bereits begongen sind, also nur eine Repressalie bedeutet. Es kommt aber daraus an, Mittel und Wege zu finden, um zu verhüten, daß Verbrechen über- Haupt begangen werden!" „Zwingt unser Gesetz durch sinnlose Paragraphen den Menschen nicht geradezu zu Verbrechen und Vergehen?" „Ja, wenn es z. B. d e n Z 218 n i ch t g ä b e. würden bei uns nicht nur 30 000 Frauen weniger sterben, sondern auch 6000 Menschen brauchten nicht wegen Gejctzvergehens abgeurteilt werden. Und wenn nicht das Verbot der Abtreibung bestünde, gäbe es auch keinen Kindesmord. Da man als Kindesmord die Tötung des Kinden bei oder unmittelbar noch der Geburt bezeichnet, würden auch die Fälle aufhören,„Mord" genannt, in denen die Mutter zu- erst versucht, dos kleine Wurm durchzudringen und dann vor Not und Schikanen nicht mehr weiter kann. Auch die H ä l f t e» d e r kleinen Freiheitsstrafen, die den Bestraften die wirt- schaftliche Existenz zerstören, ist vollkommen überflüssig. Der Grundgedanke der modernen Weltanschauung ist, jedem Menschen ein größtmögliches Maß von Freiheitsrechten-zu sichern. Eine große Zahl unserer Strasparagraphen ist unnötig. Und bei den Paragraphen, die wir nicht entbehren können, ist die Fassung so übermäßig weit, daß unzählige 5)andliingen unter sie sollen, bei denen ein Strafbedürsnis überhaupt nicht vorliegt. Wir leiden geradezu an einer StrafHypertropHie, die nicht nur zweck- las, sondern wegen der schweren sozialen Folgen sür den Bestrasten r ländlich ist- Man spricht immer von oen Gesetzesübertretern, sie seien antisozial. Man sollte sich einmal mit der Frage beschäftigen, wieweit Strafgesetzbücher antisozial sind!" „Muß nicht der Verbrecher aus Not ganz anders behandelt werden als der Jnstinktverbrcchcr? Und hoben Ihnen Ihre Er- sahrungen bewiesen, daß Berufsverbrecher zu positiven Mitgliedern der Gesellschaft erzogen werden können?" „Die Beroronunq des Justizministers Dr. Schmidt vom 7. Juni 1929(an der auch Finkelnburg mitgearbeitet hat) hat eine neue Aera für den modernen Strafvollzug angebahnt. Während bis jetzt in den Anstalten alle Verurteilten eines Bezirks zusammen- gebracht waren, entschloß man sich zu einer Umstellung nach Typen. Man faßte die Gefangenen in Gruppen zusammen, und unsere„G r u p p e n p ä d a g o g i k" ist ein völliges Neuland der praktischen Psychologie. Der neue Strafvollzug soll einen Appell an die gemeinschoftsbildenden Kräfte im Menschen beoeuten, ein guter Teil des Anstaltgeschehens wird im Weg« der Selbstverwaltung in die Hände der Gefangenen gelegt. Und er verstärkt diese Gemein- schaftstendenzen dadurch, daß er in den Stufen oder Graden, die die Insassen nach und nach erreichen können, nun eine stärkere Auswahl im Sinne einer Homogenisierung der Gruppe wirksam werden läßt. Wenn in. der vorrcpublikanischen Zeit in Deutschland jemand diese Ge- danken zur Verwirklichung auch nur vorgeschlagen hätte, so würde er als ein Phantast bezeichnet worden sein, und seine Entmündigung beim nächsten Amtsgericht wäre in Erwägung gezogen. Die meisten Berufsverbrecher gehören statt ins Zuchthaus ins Irrenhaus, weil sie alle einen Defekt haben..Nur die Therapie durch den Arzt kann aus ihnen brauchbare Menjcken machen. Der neue Strafvollzug hat für sie Sonder. anstalten vorgesehem aber es ist schwer, die Jnstinktoerbrecher von den Verbrechern aus Not zu unterscheiden. Vorstrafen besagen gar nichts, imd Rückfälle sind häufig das Resultat von Existenzschwicr.g- tiitnl* „Welches sind die größten Hindernisse in der Durchführung der neuen Strafvollzugsresorm?" „Die Erziehungsarbeit des Strafvollzugs in Stufen ist abhängig von der Handhabung durch die A n st a l t s b e a in t e n. Nehmen wir den guten Willen Oer Beamtenschaft an, nehmen wir gar ihre freiwillige Loslösung von allen reaktionären Bedenken an, die natürlich mehr versteckt als offen vorhanden sind, woher solle» plötzlich ihre pädagogischen Fähigkeiten kommen? Selbst wenn man gut« Beamte gefunden hat, am schwierigsten P ihre Guterhaltung. Ich habe in meiner langen Dienstzeit bei zahl- reichen Beamten sehen können, wie sie mit Wärme begannen, zur Lauheit hinabstiegen und schließlich in Kälte endeten. Menschenliebe, das ist ein besonderes Ding, und auch besonderen Gesetzen unter- warfen! Ich kann Jhnen«inen erschütternden Beweis für diese Wandlung liefern. Als Goethe Minister war, stritt man um das Problem der Todesstrafe für Kindesmörderinnen. Zwei Regierungsmitglieder plädierten für Beibehaltung der Todes- strafe. Der Herzog oerlangte ausdrücklich auch das Gutachten Goethes. Und Goethe schrieb oie beiden furchtbaren Worte:„A u ch i ch." Damit war die Institution des Henkertodes dieser bedauernswerten Mädchen und Frauen besiegelt. Das hatten Hofluft, Aktenluft, konventionelle Rücksichten aus einem Goethe gemacht, der ein Dutzend Jahr« vorher in„Fausts" großer Kerkerszene G r e t ch e n— freispricht. Und bei der besonders gearteten Atmosphäre des Straf- anstaltsdienstes wirkt das Gesetz der Abstumpfung besonders stark." „Gibt es keine Möglichkeit, dem Bürokratismus diese sein« ge- fährliche Spitze zu nehmen?" „Es darf nicht ein geschlossener Beamtenkonzern allein über eine so wichtige Angelegenheit wie unser« neue Strafvollzugsresorm hinter geschlossenen Türen verhandeln. Gerichtsverhandlung und Urteilsfällung sind öffentlich und bei der Urteilsvollstreckung, die oft Jahre dauert, soll die Oeffentlichkeil ausgeschlossen sein? Ein G r ein i u in von N i ch t b e a m t c», die von den Behörden lin- abhängig sind, ist erforderlich, an die die Gefangenen sich jederzeit mündlich oder schriftlich wenden können, die Zugang zu den An- stalten hoben und deren Stimme bei den Anstaltskonfercnzen ge- hört wird. Auch die geeigneten Vertreter der Presse müssen in dieser Kommission sein. Warum sträuben sich eigentlich die Gefängnisvorstände gegen eine solche Institution? Nur ein jchlcmt geleitetes Gefängnis hat Kritik und Kontrolle zu scheuenl" „Wäre die beste„Strasvollzugsresorm" nicht die allgemein« Hebung der sozialen Lage?" „Die Wissenschaft, die sich mit der Ausdeckung aller derjenigen Fcktoren beschäftigt, die die Berbrechensquellen bilden, ist die Kriminalsoziologie. Immer stärker setzt sich die Ueberzeugung durchs daß eine systematisch ausgebaute Verbrechens. Prophylaxe das wichtigste Schutzmitel für die menschliche Ge. sellschaft ist. Dazu sind notwendig: Verbesserung der Armenpflege, erhöhte Fürsorge für körperlich und geistig Minderwertige, die im Existenzkampf nicht mitkommen und darum krumme Erwerbswegs einschlagen müssen, Bekämpfung des Altoholmißbrauchs, Regelung der Geschlechtsverhältnisse, Mutterschutz, weitreichende Maßnahmen gegen Kinderverwahrlosung, der Vorfrucht späterer Verbrechen, sorg- fältigster Ausbau der Sozialoersicherung in allen Formen und Ei!» richtungen. Insbesondere auch alle Maßnahmen, die geeignet sind. das gesamte Bildungsniveau des Volkes zu heben, durch Förderung geistiger Interessen aller Art, Volksbildungsstätten, von der Lesehalle bis zum Sportplatz. Denn daß von dem all- geineinen Kulturniveau ein großer Teil aller Kriminalität abhängt, ist statistisch längst erwiesen. Aus allen diesen Erwägungen geht hervor, daß mit immer neuen Strasparagraphen und mit Ver- schärfung der bestehenden Paragraphen sehr wenig zu machen ist. weil die Kriminalität, kurz ausgedrückt, kein juristisches, sondern«int unendlich verwickeltes soziologisches Problem ist. Und nur durch eine reformierende Kleinarbeit auf der ganzen Linie des realen Lebens ist es, so weit wie überhaupt möglich, zu lösen." i-lep. Prof. Dr. O.Teutschländer-Heidelberg: Krankheitskampf gegen Krankheiten Gesundheit ist Leben unter normalen, physiologischen Bedin- gungen, d. h, solchen, für welche der Körper geschaffen� oder an welche er angepaßt ist.— Krankheit ist die Reaktion des lebenden Organismus auf ungewöhnliche, nicht physiologische Lebensbedin- gungen, unter Versuch, sich diesen oder umgekehrt diese sich anzu- passen. Das Gelingen der Anpassung bedeutet Genesung, das Scheitern des Anpafsungsoersuches fortdauernde Krankheit oder Tod. Der Laie sieht in der Krankheit meist nur einen vorübergehenden, wenn auch nicht bleibenden Schaden. Daß Krankheiten aber auch nützlich sein können, dürste weniger bekannt sein. Und doch gibt es heute ein« ganze Reihe von Erfahrungen, die das beweisen. Infektionskrankheiten hinterlassen bekanntlich infolge einer besonderen Anpassung des Organismus an die schädigende Wir- kung des betreffenden Krankheitserregers einen oft Jahre, bei einigen aber zeitlebens andauernden Schutzgegen dieseErregcr und damit gegen die Wiederholung der Krankheit. Auf dieser Grund- läge beruht die Jennersche Pockenimpfung, beruht auch die Masern- immunität des Erwachsenen, welcher in seiner Jugend diese„Kinder- Krankheit" durchgemacht hat, und die Immunität, welch« Typhus, Syphilis und andere Infektionskrankheiten gegen ihre Erreger zu- rücklasjen. Schon M ithridates der Große, der 123— 63 vor Christi Geburt lebende König von Ponthos, wußte, daß es möglich ist, sich durch Einnehmen kleiner Dosen der schwersten damals b«- kannten Gift« geg«n dieselben unempfindlich zu machen, wie man seither sagt, zu„mithridatisieren" d. h. sich an diese Gifte anzu- passen. So schützte er sich vor Vergiftung durch die in seiner Umgebung lebenden falschen Freunde. Die überstanden« krankhafte Reaktion ver- leiht also in diesen Fällen einen Schutz gegen«ine nochmalige gleich- artige Erkrankung. Es kommt aber auch vor, daß das Hinzutreten einer zweiten neuen Krankheit zu einer bereits vorhandenen, ja unglaublich das zunächst erscheinen mag, nicht nur keine schädliche, sondern geradezu nützliche Komplikation bedeutet und daß der Schwerkrank« dadurch wie durch ein Wunder geheilt wird. Solche Beobachtungen sind nicht neu. So üben Typhus, Cholera, Malaria und an- dcre Jnfektwnskronkheiten gelegentlich einen günstigen Einfluß auf den Verlauf der progressiven Paralyse aus,- ja sie führten unter Umständen sogar zum vollständigen Stillstand dieser sonst mit Sicher- heit unter ausgedehnten Lähmungscrscheinungen und zunehmender Verblödung zum Tode führenden Krankheit.?luch bezüglich einer anderen nicht weniger gefürchtcten, der K r e b s k r a n k h e i t, find in mehreren Fällen ähnliche Beobachtungen bei Hinzutreten von Jnfektions- und anderen Krankheiten gemacht worden. Zweifellos unrichtig ist allerdings die Behauptung, daß die obengenannte Para- lyse und ebenso die Rückenmarkschwindsucht wie die Tuberkulose, spätere Krebsbildung ausschließt. Bei Dazutreten von Brand, Pocken, Syphllis, Tollwut, Rose, Malaria wurde schon von älteren Aerztcn wiederholt Besserung und Heilung bereits ausgegebener Krebskranker festgestellt. Besonderes Aufsehen machte aber erst eine 1866 er« schienen« Mitteilung des Bonner Klinikers Wilhelm Busch: In dessen Klinik war ein Bett, welches, da jeder Patient darin Rose (Erysipel) bekam, nur noch das„Eryjipelbett" genannt wurde. In dieses Bett wurde nun zufällig einmal ein Kranker mit Gesichtskrebs gelegt und er erkrankte an Erysipel. Von diesem Zeitpunkt an wurde die Krebsgeschwulst kleiner und kleiner, um schließlich ganz zu ver- schwinden. Der durchaus ernst zu nehmende Namensvetter unseres Humoristen legte nun absichtlich unheilbare Krebskranke in das Ery- sipelbett mit dem Erfolg, daß in allen Fällen, in denen die Rose- erkrankung zum Ausbruch kam, Heilung oder Besserung der Ge- schwulst eintrat. Seither liegen zahlreich« ähnliche Beobachtungen hervorragender Aerzte vor, welche die schon von älteren französischen Aerzten als segensreich gepriesene Wirkung der Rose bei Krebs be- {tätigen konnten. Auch bei Tiereu wurde ähnliches festgestellt. Der Versasser dieser Zeilen sah beim Huhn Geschwülste(sog. Rons» Sarkome), die für gewöhnlich außerordentlich bösartig find d. h. in einem bis 1�/, Monaten Gänfeeigröße erreichen und den Tod des Tieres herbeiführen, sich zurückbilden und ausheilen und konnte als Ursache dieser Rückbildung Tuberkulose feststellen. In anderen Fällen gelang die sonst sehr leichte Uebcrtragung der Geschwülste auf andere Hühner nicht. In diesen Fällen gestattete die Zlus- dehnung der bei Sektion gefundenen tuberkulösen Veränderungen den Nachweis, daß die Immunität gegen Krebsbildung durch eine zurzeit der Impfung bereits vorhandene Tuberkulose hervorgerufen werden kann. Auch experimentell konnte diese hellende oder immunisierende Wirkung durch künstliche Tuberkuloseinfektion der Geschwulstlicre bewiesen werdem und über ähnliche Erfahrungen bei Mäusen bc- richtet ein italienischer Forscher. Aus dem Gesagten können wir also den Schluß ziehen, daß manche Krankheiten sich gegenseitig bekämpfen, daß also diese Feinde des Organismus ihm manchmal zum Bundes- genossen werden, wenn unsere Feinde sich gegenseitig Feinde sind. Das legte den Gedanken nahe, aus der Not eine Tugend zu machen und bewußt zu Heilzwecken Krankheiten gegeneinander auszuspielen, um den Organismus gewissermaßen die Rolle des lachenden Dritten bei dem Kampfe spielen zu lassen. Man bediente sich daz» in erster Linie der künstlichen Erzeugung derjenigen Krankheiten, die ersah- rungsgemäß gegen Paralyse und Krebs wirksam schienen.'Auch der weichherzigste Mensch und fanatischste Feind des Menschenexperi- mcnts wird in solchen Versuche» kein Verbrechen sehen können. Viel- mehr müßte gerade- die Unterlassung solcher Expcrimentc bei sonst unrettbar verlorenen Kranken als Verbrechen bezeichnet werden. Die Versuche führten übrigens zu überraschenden Erfolgen. Die B«hand- lung der progressive» Paralyse durch künstliche Infektion mit den Erregern der Malaria nach dem Vorgang W agner-Jauregg oder des Rückfallfiebcrs nach dem Heidelberger Professor S t e i n« r t ist heute allgemein anerkannt und verbreitet. Auch Versuche insbe- sondere Sarkomei beim Menschen durch Erysipel zu heilen, haben in verzweifelten Fällen wenn auch unsicher« Erfolge gehabt, während beim Tiere Besserung und Heilung von Krebsgeschwülsten sowohl durch den Versasser dieser Zeilen wi« durch den genannten italic- Nischen Forscher nach künstlicher Tuberkuloseinfektson erzielt wurden. So ernster Infektionskrankheiten wie Erysipel und Tuberkulose wird man sich natürlich nur in ganz verzweifelten Fällen beim Menschen als Bundesgenossen bedienen dürfen, denn den Teufel mit dem Beelzebub vertreiben ist immerhin ein gewagtes Spiel, zumal da eigen« Experiment« zeigten, daß gelegentlich die ent- gegengesetzte Wirkung, Verschlimmerung und Beschleu. nigung des Geschwulstwachstums eintraten, daß es also auch hier sehr auf die näheren Umstände(die Dosierung, Jnsektionsmcthode und Zustand des Organisinus) ankommt, übrigens ganz wie bei anderen Heilmethoden auch. Und wenn auch bisher die schönsten und viel- versprcchendsten Erfolge gerade durch künstliche Krankheitsüber- tragung erreicht worden sind, so ist es doch anzustreben, diese aus andere Weise zu versuchen. Bekämpfung von Krankheiten durch Krankheiten ist nämlich nur ein Spezialfall der sogen.„Reiz- körpertherapie", einer Behandlungsmethode, die die Anregung der Abwehr des Organismus bezwcckl, wie sie durch alle möglichen körperfremden Einweißzerfall bedingenden Substanzen hervorgerufen werden kann. Uebrigens sollte in diesem Aufsatz weniger die Behandlung der Krankheiten durch Krankheiten besprochen, als vielmehr festgestellt werden, daß Krankheiten selbst die Rolle des Arztes oder dessen Helfer gegen andere Krankheiten spielen können. (7. Fortsetzung.) Als er aber auf die andere Seite der Straß« wollte, wo Fräu- lein von Lange» ging, tonnte er erstens vor der Kette von Autobussen und Lastwagen, die auf das Freie-Fahrt-Zeichen des Berkehrs- Polizisten warteten, überhaupt nichts vom gegenüberliegenden Bürgersteig sehen-, und Zweitens tonnte er unmöglich, wenn er nicht sein Leben riskieren wollte, hinüber. Er mußte warten. Die Motore zitterten fieberhost stampfend In den Leibern der zum Still- stand gezwungenen Fahrzeug« Als es endlich so weit war, daß die Kette sich vorwärts bewegt« und vorüber war, flitzte chammerfchlag mit einer Beweglichkeit, die niemand diesem Vierziger mit seiner energisch ausladenden Gestalt zugetraut hott«, über den Fahrdamm auf di« airdere Seite hinüber. Er ließ jede Borsicht außer acht, denn für ihn war es sicher, daß Denisc schon längst diese Stelle passiert hatte. Aber er hatte die Dauer der Zeit, während der er vom Bcr- kehr zum Warte» gezwungen war, überschätzt. Im nämlichen Augenblick, als er, hinter den, letzten Lastwagen hervor, auf dem anderen Bürgersteig landete, stand er genau vor Fräulein von Langen. Ja, diese Begegnung war geradezu wie eine Begegnung zweier Lokomotiven, die sich plötzlich, Brust voran, auf demielben Gleis entdeckten— nur daß sie Gott sei Donk noch in letzter Sekunde stoppten, so daß es zu keinem Zusamnienproll kam. Hannn«rschlag war nicht der Mann, den diese Ueberraichung au« den Schienen geworfen hätte— im Gegenteil, er hätte sich die Gelegenheit bestimmt zunutze gemacht. Aber— Aber diese Ueberraschung war nicht die einzige— noch«ine zweite erwartete ihn, sie stand in menschlicher Gestalt neben Denise: An ihrer Seite befand sich ein elegant gekleideter, schlanker, offizierhast aussehender junger Man». Wenn Denisc wie ein Südländerin aussah, so war dieser Herr jedenfalls des paffende Südländer dazu. Es daiierte zwei, drei Sekunden, bis Hammerschlag die Situation ganz begriff. „Guten Abend, Fräulein van Langen", sagte er dann und lüftete den Hut. Der Südländer grüßt« überaus höflich. Sein Haar wir schwarz, indianisch schwarz.— Dann ging er mit Fräulein von Langen weiter. Hammerschlag stellte sich vor einen Friseurladen und starrt« auf die ausgestellte Büste einer Frau, die auf ihrem Kopf« schwarze, rote, grüne, braune und weiße Lockpn hatte. „Das war ja ein schöner Reinfall", sagte er zu sich selber. „Was? Solch einen Schlvarzen hat die Denise? Da müssen für mich aber doch Chancen sein", murnielte er,„eine Schrvarze mag doch die Blonden viel lieber als ihresgleichen, dos ist Naturgesetz." Er war zu unruhig, um schon nach Hause zu fahren. Er ging langsam bis zum Askanischen Platz. Dort setzte er sich in ein vor- nehme» Restaurant. Er spannte die Zeitung vor sich aus und trank ein Maß Bier nach dem anderen leer. Er konnte ein ziemliches Quantum vertragen. Er mußte enorm viel in sich hineinschütten, che er in die Stimmung kam. In die er zu kommen wünschte: Dos war die Stimmung, in der ihn alles Wurscht war. Wäre es ibm eingefallen, die Siegessäule norm Reichstag zu stehlen— in dieser Stimmung hätte er es am hellichten Tage getan. „Du blödsinniger Südländer", sagte er vor sich hin,„du tonnst mir mal woanders begegnen... Du Jndianerkopp... Na, warte wir.. Memch, sowat von'n Paar... Det is ja verboten... Zu lchwarz jehört blond— alles andre is Inzucht..."— Endlich dauerte es Arnold zu lange. Er ging mit verzweifelt entschlossenen Schritten über die Straße, trat ins Haus, zu dem er länger als eine Stunde hinübergesehen hatte, und stieg die Stufen bis zum dritten Stockwerk hinauf. Aber nicht vor der Tür, in die zu gehen er gewohnt war— sie war übrigens schon längst verschlossen—. sondern vor dem Ein- gang der benachbarten Firma, welche die Leistchrift für den Mittel- stand herausgab, blieb er stehen. Er wartete einige Sekunden, das Haus rundum gab keinen Laut. Sein Herz klopfte. Dann sagte er innerlich: Los! und drückte die Klinke hinunter. Aber das war eine Derblllifung! Die Tür war verschlossen. „Nanu?" sagte er. Die Tür war verschlossen. Jetzt bekain er Mut. Er drückte noch •inmal die Klinke hinunter. „Aber das ist doch ganz unmöglich", jagte er zu sich selbst,„ich bnbe doch ousgepaßt wie ein Schießhund, es ist doch unmöglich, daß .h sie übersehen hnlie, wenn sie durch das Portal das Haus ver- -asten hat." Er war enttäuscht. Aber gewissermaßen war ihm doch wohler, dcnn�scin Herz hatte zu hämmern aufgehört. Je sicherer es für ihn wurde, daß diejenige Person, die er hier zu iiiiden gedacht hatte, nicht mehr anwesend wäre, um so mutiger wurde er. Ja, jetzt klopste er sogar an: noch mehr, er ballerte ein bißchen, so wie ein Mensch vergnügt eine Pistole abdrückt, weil er meiß. daß sie ja doch nicht geladen ist. Plötzlich flog seine Stirn« hoch und erstarrte. Ein Schlüssel wurde innen gedreht. Er war totenblaß. Fräulein Weinnieister ofinete, ober nur ein wenig. Er be-- merkt, m seiner qualvollen Berlegenheit, daß sie ein dunkelrotes t.-ficht hcht', daß ihre Augen zitterten. Unsicher, wie ein Mensch, der(ich in irgendeiner verbotenen Handlung entdeckt glaubt und sieh nach Kräften um«in gleichgültiges Aussehen bemüht, versehent. lich aber Trotz in den Mienen mit ausdrückt—: so sah dos junge Mädchen aus. Arnold wäre am liebsten wie«in Wassertropfen in tropischer Hitze auf dem Fleck verdunstet. Nun kam er mit seinem lächerlichen, verlogenen Anliegen zu der unmöglichsten Tageszeit, wo kein Kontor mehr geöffnet war— nur weil er wußte, daß dies junge Mädchen nach lang« über die übliche Zeu zu arbeiten pflegte: wir well er es nuf«ine erst« Begegnung unter vier Augen abgesehen hatte, zu der er übrigens auch unter anderen als diesen quälerischen Um- ständen keine:, Mut und keine Kraft besessen hätte. Sein Kommen war ihr peinlich, er sah es. O, verdunsten! Wenn ein Mensch doch verdunsten könnt«! Er hatte noch immer kein Wort gesagt. Ihre unruhigen blauen Augen, ein wemg stiller werdend, sahen ihn an. „Was wollen Sie denn?"-fragte sie. Sie hatte das durchaus nicht einladend gesagt. Daß es nicht möglich war, nach länger wortlos dazustehen, wenn er nicht für einen Idioten gehalten sein wollte, begriff er. „Ich bin der Lehrling von nebenan", begann er,„entschuldigen Sie bitte, kann ich vielleicht einmal von hier aus tclephonieren? Unser Apparat drüben ist nämlich—" Weiter kam er nicht. Cr mußte notwendig schlucken; er hatte allzuviel Wort« auf einen Atemzug genommen. Als er geschluckt und den Verstand wieder beisammen hotte, beendete er jemen Satz: „— ist nämlich gestört." Gott sei Dank, nun sah sie ihn wenigstens nicht mehr so miß- trauisch— abwehrend an. „Gern," sagte sie und lud ihn ein, ins Büro zu kommen. Der Apparat stand auf dem Tisch an Fräulein von Longens Platz. t Sie ist nicht gerade ein bissiger Mensch, dachte«r, während er ihr folgte.' Außer ihr war— wie Arnold vorausgesetzt hatte— niemand mehr da. Sie sprang mit auffälliger Hast zur Tür, die in den Nebenroum führt«. Mit dem Zimmer da, dachte Arnold für sich, hängt ihre Bev- legenheit von vorhin zusammen.— Aber es war kein« Zeit, über das Fräulein nachzudenken, er hatte mit sich selber zu tun, um in Ehren zu bestehen. Denn er hatte nun ja sein Telephongespräch zu führen, beziehungsweise zu fingieren, und zwar in ihrer Gegenwart. Blödsinnig genug, war ihm immer, wenn er sich diese Szene im voraus vorgestellt hatte, eine Telephonzelle erschienen, in die sie ihn führen würde. Drüben in der Versicherungsfirma gab es nämlich solch eine Zelle, und es war ihm vorher nicht in den Sinn ge- kommen, in der Nachbarfirma könnte es anders sein. Und nun mußte er in ihrer Gegenwart also sprechen- Das war kein kleiner Schreck für ihn. Tollkühn nahm er den Hörer von der Gabel. Ohne abzuwarten nannte er eine Nummer. Als das Fräulein vom Amt sich meldete. war er schon tief im„Gespräch". Cr„telephonierte" mit dem Papierlieferanten. Er bestellte tausend Stück Policen, wie zuletzt gehabt. Weiter sagte er nichts. Nur: tausend Stück Policen. Das kam ihm sehr glaubwürdig vor. Er wiederholte es einige Male. Und dazwischen machte er, wie in einem rickstigen Tclephongespräch, gehaltvolle Pausen Er strengte sich ordentlich an, um auch genau zu verstehen, was der Papier- lieferant am anderen Ende sagte. Das Fräulein vom Amt schrie verzweifelt, was los wäre, Lolli hörte die Stimme tönen und dachte: der Papierlieferant freut sich ja über die Maßen wegen dieses Auj- trags.— Di« Beamtin hielt entweder die Leitung oder den Sprecher für gestört.(Fortsetzung folgt.) � Buch ftoiegger-SSriefe Peler Roseggers Brief« an einen Franzosen.(Her- ausgegeben von Amede« Vulliod. L. Staackmann-Berlag. Leipzig.) Drei Dutzend Brief« des Heimatdichters Rosegger an seinen sran- zösischen Biographen, die hauptsächlich Fragen biographischer Natur behandeln und eine mager« Gabe für den sind, der aus den Briefen den Menschen und Dichterpädagogen kennenlernen will. Rosegger gibt sich als«in liebenswürdiger, dünkelloser, in vielen Beziehungen oorurteüsfreier Mensch, dem die Förderung freundschaftlicher Be- Ziehungen zwischen der deutschen und französischen Nation innigster Herzenswunsch ist. Sein letzter Brief, im Lärm des Krieges ge- schrieben, läßt trotz falscher politischer Einstellung pazisistischc Ge- sinnung nicht vermissen. Wichtiger aber als die Briese ist die Ein- leitunz, in der sich Amedäe Vulliod liebevoll in das Schaffen des Dichterpädogogen versenkt, dessen Bedeutung er allerdings«in wenig überschätzt. ttaräy- Worm. * Doretk hanhart:„Das späte Schiff".„Unser Verlangen ist unstillbar" heißt das Motto dieses in der Deutschen Verlags- anstall Stuttgart erschienenen Buches, und es ist hier im speziellen damit gemeint das Verlangen nach der Frau, wie wir sie meinen, um es pathetisch, oder nach der Frau, wie wir sie uns malen, um es skeptisch auszudrücken. Ein junger Lehrer heiratet ein Mädchen, das nicht zu ihm paßt. Er verbringt die ersten Ferien getrennt von ihr. Sie reist nach Italien. Er reist an die See. An der See begegnete ihm da die Wunderbare, die große Erfüllung. Die beiden verbringen da ein paar beseligte, traumverlorene, unirdische Tage. Dann ist alles vorbei. Sie reist zurück zu ihrem Mann. Der junge Lehrer aber schreibt der ihm angetrauten Frau den Abschieds- bries. Diese Geschichte ist sehr hauchzart, sehr leis, sehr duftvoll geschrieben, mit feinsten Schattierungen und einer oft ergreifenden Wehmut in der Sprache, aber am Schlüsse will es einem doch scheinen, als fehle di« Substanz, als sei das alles gar zu ver- schwimmend, gar zu hingetupft. Die Liebe ist eine ungemein wichtige Sache,„das private Weltereignis", wie Alfred Polgar einmal ge- sogt hat, und manchmal ist es heut«-gar nicht angenehm, zu sehen, wie mißverstehende Sexualpathologen und psychoanalytische Meno- manen den Tatbestand der Liebe hundertprozentig in Verdrän- gungezustände auflösen, glaubend,«in Wellgeheimnis damit restlos gelöst zu haben. Andererseits ist dieses Maximum von Herausge- hobenheit des Liebesorlebnisses aus seiner sozialen Verwurzelung und dieser absolut« Verzicht auf andere als philosophifch-myst sche Deutung doch wohl etwas gestrig. Ein stilles, abseitiges Buch. Mehr ein Gedicht als eine Erzählung. Ilsns Lauer. WAS DER TAG BRINGT. Geschosse aus dem Weltraum. Es ist bekannt, daß aus dem Weltraum kleine Körper, Meteore, auf die Erde gelangen, ober im allgemeinen wird sich niemand davor fürchte», daß er von solchen Weltreisenden erschlagen werden könne. Und doch haben nach der Ansicht eines französischen Wettermaimes diese Meteore eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Es gehen deren nämlich viel mehr nieder, als man beobachtet, und sie können allerhand Unheil anrichlen, das unaufgeklärt bleibt. Ein solcher Körper wird nämlich bei seinem raschen Eilen durch die Luftschichten rotglühend, so daß er Feuerschaden verursachen kann, und schon ein Meteor von 60 Gramm erhält bei seiner ungeheuren Geschwindigkeit die Wucht eines mächtigen Geschosses. Bei einer Reis« mit dem Flug.zeug droht nach unserem Gewährsmann immer«ine gewisse Gefahr, daß es von einem Meteor empfindlich getroffen wird. Marats Badewanne. Zwei reiche, sehr reiche Amerikaner, Mr. Georg Crosse und William Archibald, kürzlich noch gute Freunde, sind heule Todfeinde. 'Und diese plötzliche Umwandlung ihrer Gefühle hatte eine einfache, alte wurmstichige Holzbadewonne verursacht. Uni) dies kam so. Mr. Crosse war schon von jeher als Kuriositätensammler bekannt. Cr sammelte aber mir solch alles Gerumpel, dos«inen Seltenheits- wert hatte. Es mußte ein Unikum sein und nur durch diese Eigen- schast einen Wert besitzen. Dinge, die auch einen künstlerischen Wert hatten, schieden aus seiner Sammlung aus. Vor einigen Monaten kaufte sich nun dieser Millionär für nicht weniger als IS 000 Fronken Dantons Todeskarren, in welchem Danton angeblich seinen letzten Weg angetreten hotte. Als der Todeskarren in Amerika ankam, sprach er über seine Neuerwerbung so viel mit seinem Freunde William, daß auch dieser Lust bekam, sich«ine solche Sammlung anzulegen. Da er nun genügend Geld besaß, bereitete ihm dies keine besonderen Schwierigkeiten. Kürzlich hatte derselbe Händler, der Dantons Karren nach Amerika verkaufte, Mr. Crosse Bürger Marats Badewanne angeboten. Archibald erfuhr von diesem An- gebot, setzte sich mit dem Händler in Derbindung und schnappte seinem guten Freunde die Bodewanne um nicht weniger als 30000 Franken vor der Zdafe fort. Und dies kann ihm nun William nicht verzeihen,.chenn jetzt ist es unmöglich", wehklagt« er ununterbrochen. „eine komplette Sammlung solcher Kuriasa zusammenzubringen": Die deutsche Presse in Amerika. In den Deremigten Staaten von Nordamerika erscheinen nach einer neuen Statistik 20 636 Zeitungen und Zeitschristen, darunter � 1083 fremdsprachige. Von den fremdsprachigen Blättern stehen die deutschen mit 182 an erster Stell«. Unter ihnen sind selbstverständlich eine ganze Reihe solcher Organe, die nur lokale Bedeutung haben. Zu erwähnen wären besonders die in Ehikago erscheinenden Zei- tungcn,„Abendpost" und„Sonntagspost" mit je 50 000 Auflage, die.,?etro-d?r Abendpost" mit 190 000 Auflage,-der„New Porker Herold" mit 50 000 Auilaze und die„New Uorker Staatszeitung" mit 60 000 Auflage, das von beiden gemeinsam herausgegebene „Sonntagsblatt" kann eine Auflag« von 120 000 Stück verzeichnen, Sankt Bürokratius im Tintenfaß. Auch der französische Bürokrat handelt allzugern nach dem Grundsatz:„Warum etwas einfacher machen, wenn es kompliziert auch so geht!"— Das erfuhr dieser Tage ein Franzose, der am Postscholter ein Heftchen mit Briefmarken erstanden hatte. Als er zu Hause die Briese frankieren wollte, entdeckte er mit Schrecken, daß die Briefmarken zusammenpappten. Der unglückliche Käufer pilgerte zum Postschaller zurück und oerlangte andere Marken. Der Beamte lehnte den Umtausch ab und riet dem empörten Käufer, die unbrauchbaren Marken zur Einzahlung auf ein Konto der Postsparkasse zu verwenden. Neuer Weg zur Postsparkasse. Dort wurde aber dem Unglücklichen bedeutet, daß er zur Einzahlung nur Marten bis zum Höchstbetrag von einem Frank verwenden dürfe. Schließ- lich beschwerte sich der Mann bei dem Vorsteher des Postamtes. Dieser studiert die einschlägigen Vorschriften der französischen Post und las dem Manne eine Bestimmung vor, wonach Marken nur dann am Schalter zurückgenommen werden dürfen, wenn sie vor der Eni- wertung(Abstempelung) durch Kleckse und Flecken unbrauchbar geworden sind. Unser Beschwerdestcller nicht faul, ergriff daraus das Tintenfaß des Vorstehers und goß den ganzen Inhalt des Fläsch- chens über die zusaminengcpappten Marken. Der Vorsteher war nicht wenig verdutzt, aber die Marken mußten nun trotzdem von der Post umgetauscht werden. Die gestohlene Uhr. Dem türkischen Abgeordneten Dschemal Bej war in Konstantt- nopel seine sehr wertvolle Uhr gestohlen worden. DI« sofort benach- richtigte Polizei unterzog sämtliche Hehlernester und olle anderen Stellen, an denen die Uhr verkauft werden konnte, einer scharfen Beobachtun-g, ohne daß es gelang, des Diebes oder der Uhr habhait zu werben. Noch einigen Tagen traf ein Schreiben bei der Pchizci- Verwaltung ein, in dem ein Unbekannter mitteilte, daß er die Uhr� gestohlen habe, da er sie aber nicht veräußern könne, habe er sie bei einer Händlerin für«inen mit Namen genannten Polizeibeamten hinterlegt. Als der Polizeibcamte dort erschien, erhielt er tatsächlich ein Paket ausgehändigt, in dem sich die Uhr besond. Eine Quelle, die Wasser und Feuer speit. Kürzlich wurde ein Bohrloch angelegt, um Kohle zu finden. Da? gelong allerdings nicht; aber plötzlich schoß ein möchtiger Wasser- strahl in die Höhe, der eitlatt war, unö in dem ziemlich heißen Lande wurde dieser als willkommenes Kühlmittel begrüßt. Zufällig kam nun jemand mit einem brennenden Streichholz diesem„artesischen Brunnen" nahe, und jetzt bildeten sich Gasflammen, die den Wasser- strahl auf wunderbare Weise umgaben Die Gelehrten fanden auch eine Erklärung dieses seltsamen Doppelspieles. Jedenfalls war eins Höhlung angebohrt worden, In der sich Wasser nntsr dem hohen Druck eines Gasts befand. Nunmehr konnte das Wasser von dein Gas emporgespritzt werden, und da sich das Gas dabei natürlich ausdehnte, mußte es sich— und damit auch das Wasser— abkühlen, während es seine Brennbarkeit behielt. I Werbe woche der Arbcitersportler Sportabende in den Bezirken Me alljährlich, so veranslallen die Arbcilersportler auch in diesem Sommer wieder ihren wcrbeiaa, den Reichs- arbeilersporllag, kur, Rast genann». In V e r l i n sindet er am kommenden Sonnt«l, 22. Zum, am Stadion Grunewald stall. In der lausenden Woche lrelen die Zlrbeilersporller in ollen Bezirken mil sportlichen Darbietungen hervor, die aus Plätzen und Sportparks stattsinden. Aus der langen Reihe der Sportwerbeabende seien einige besonders hervorgehoben. Die Vereine und Abteilungen im Bezirk Wedding bringe» im Volkspark Rehberge heute, Dienstag, ab 18 Uhr Hand- und Fuß- ballspiele sowie einen Uebungsabend der Leicht- Und Schwer- athleten. Am Donnerstag, 19. Juni, Sportsest im Volkspark Reh- berge ab 18 Uhr unter Mitwirkung der Kindersreunde, TAI. und Jungsozialisten. Gemeinsamer Einmarsch, danach Massensrei- Übungen, Volkstänze und Chorgesang der Natursreund«: schwer- athletische Vorsührungen des Sportklubs Alt-Wedding 1883, lOO-Meter- und Stafselläufe sowie Hoch- und Weitsprünge. Aus der großen Wiese Faustballspiel der Falibootsahrer und Ruderer, Gesellschaftsspiele der Kinderfreunde und der Sozialistischen Ar- beiterjugend. Die Vereine des Bezirks Prenzlauer Berg haben ihre Werbe- wache auf dem Sportplatz„Einsame Pappel" an der Schönhauser Allee. Vorgesehen sind drei Tage. Mittwoch, 18. Juni, ist 18s4 llhr gemeinsamer Ausmarsch, leichtathletische Wettkämpse, Fuß-, Faust- und Handballspiele. Freitag, 29. Juni, zeigen 13 Uhr die Kinder unter Leitung der FTGB. Gymnastik, Spiele und Stafetten, die Turner üben an Reck und Barren, die Athleten zeigen drei Schau- kämpfe der Boxabtcilung Saxonia und Iiu-Jitsu-Demonstrationen, außerdem Handballspiele. Sonnabend, 21. Juni, iinden 18 Uhr die Kämpfe im Ringen statt, zu dem Saxonia die Mitglieder von Tegel und Lichtenberg verpflichtet hat: auf den anderen Plätzen Fuß- und Handballspiele. Die Schachspieler haben sich folgendes Programm gesteckt, das in der Parkallee zur Durchführung kommen soll: 1. Freier Schachverkehr, 2. Simultanspiel, 3. Blitzturnier. Ein ausführliches Programm der gesamten Veranstaltung steht zu dem Preise van 19 Pf. jedermann zur Verfügung. Der Bezirk Lichtenberg veranstaltet Mittwoch, 18. Juni, auf der großen Spielwiese des Lichtenberger Stadtparkcs einen Werbe- tag. Die Kartellvereine, die SAJ. und die Kinderfreund« treffen sich um 18 Uhr in der Schule Holteistraße zum Werbeumzug. Unter Vorantritt der Freien Sport- und Musikvereinigung mit ihrem Spielmann- und Bläserzug marschiert der Zug zum Stadtpark. Nach Freiübungen mit Musikbegleitung werden alle Sportarten mit Sondernorführungen aufwarten. Die Werbespielo der Freien Schachvereinigung beginnen bereits um 18 Uhr auf der Lagerwicse. Nach der großartigen Stadionweihe finden in der Kartell- werbewache in Neukölln folgende Veranstaltungen statt 16. Juni Handballspiele auf dem Jnnplatz: 17. Juni Abendsportfest des Be- zirks Neukölln-Brig der FTGB. auf dem Sportplatz Treseburger Ufer(Teltowkanol). ab 16 Uhr Zutritt kostenfrei: 18. Juni Hock.y- spiele auf dem Jnnplatz: 19. Juni Großer Werbeabcnd de» Bezirks Neukölln-Britz der FTGB., Turnen, Sport, Spiel auf dem Hertz- bergplatz. Beginn punktlich 19 Uhr, Kinder 18 Uhr. Wiederholung der Sondervorführung. FTGB.-Mufikkorps konzertiert. Zutritt kostenfrei. Im Rahmen der Sportkartell-Werbeveranstaltung des Bezirks Kreuzberg findet am Donnerstag, 19. Juni, 21 Uhr, bei Krepp, Plan- ufer 75/76, ein S ch a ch v o r t r a g„Unsere Lösungen im Endspiel- turnier des 1. Kreises" statt. Alle Interessenten werden zum Be- such dieser Veranstaltung eingeladen. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist s r e i; die arbeitende Bevölkerung, insbesondere Parteigenossen und Gewerkschastsmii- glieder find herzlichst eingeladen. FTGB. in Pankow und Wittenau Durch intensiv« Arbeit ist es dem Bezirk Pankow der Freien Turnerschaft Groß-Berlin e. V. gelungen, fein« Abteilungen aus« zubauen. Di« bisherigen Turnabteilungen haben durch die An- gli«derung von spielstarken Fußboll-, Handball- und Hockeymann- schaften einen so vielseitigen Sportbetrieb, daß allen Sportfreudigen jede Auswahl in ihnen zusagender Betätigung gegeben ist. Die Leitung liegt in den Händen von Walter Hippel, Pankow, Flora- straße 7. Die Uebungsstätten und-Zeiten sind nachfolgend vcr- zeichnet: Monta« tTurnhalle Neuc Cchöttlsolzer Llraßc, �crnbrizwcrk): grauen und Iungmädchen 20— SS Uhr, Madäxnabtciluiig 18—20 Uhr. Dirnstag tEportpIah Nifsingrnstrahe): Fugballabtrilunq 20-21 Uhr(SdlottcrpIoH), Ektzung Mittwoch, Badrr. Kislmgrti. Ecke ArkonastraKr. 18—20 Uhr Lcicht- ethlrtcn und Änalx»(Stufen und Luufbahn). chonncrotug(Eportpluh ltissingenstrußc): Handbull- u. Sockenubt. 18— 21 Uhr(Echotterpluh), Leicknuthleten und grauen 18—21 Uhr(Rasen und Laufbahn). Freitag(Turnhalle Nciic Echönholger Straße. Fernheizwerk): Männer und Jugend 20—22 Uhr, Knabe». abteilung 18—20 Uhr, Altcroabteitunq 20—22 Uhr. Jeden zweiten und vierten Eonntag im Monat spielen alle Abteilungen auf dem Sportplatz Kissingenstraße. Die neugegründete Kinderabteilung der Freien Turner- schaft Groß-Berlin in Wittenau soll heute, Dienstag, das erste- mal in der Turnhalle der 12. Gemeindcschule Rotsenthaler Straß« zusammenkommen. Schickt eure Kinder dorthin. i Hochbetrieb im weisen Sport Sonnlagsspiele im Arbeiter-Tennis Herrlichstes, weniger warmes Wetter an den Vortagen und Hochbetrieb auf allen Plätzen, das war das Kenyzeichen der Kämpfe am Sonntag bei den A rb e i t e rt e nn i s s p i et e rn. Auf den Plätzen im Volkspark Rehberge spielten die Frauen von Tennis- Rot Lichtenberg überlegen gegen die Frauen der Freien Turnerschaft. Im Lichterberger Stadion bewies die zweite Männer-/t-Mannschast der Lichtenberger mit dem schönen Sieg über Neukölln, wie gute .�-Spieler Lichtenberg auch noch für ein« zweite Mannschast zur Verfügung hat und wie berechtigt ihre Eingruppierung war, Zu den Nachmittagsspielen im Friedrichshain hatten sich außergewöhnlich viel Zuschauer«ingefunden. Tatsächlich verdienten diese Spiel« das ihnen entgegengebrachte Interesse, und die Anteilnahm« an den Spielen muß als ein gutes Vorzeichen für künftig« Svielfonntage betrachtet werden. Die Frauen von Tennis-Rot Neukölln waren den Friedrichshainer Frauen keine leichten Gegner. Wenn auch die Platzmannschaft durch eine indisponierte Frau benachteiligt war und zwei Punkte abgeben muhte, wenn sie auch unter ihrer Form spielte: die Neuköllner lieferten ihnen gut« Spiele. Auch bei den Männern war der Kampf hart und der überlegene Sieg der Friedrichshainer verdient, weil er schwer erkämpft war. Die Spieler der Tennis-Rot-Abteilung Gesundbrunnen zeigten in schönen Spielen. wie sich das Spielnioeou der Arbeitertennisspieler von Jahr zu Jahr verbessert und heute schon zu ganz beachtlicher Höh« gekommen ist. Die Leute von der„Plumpe" haben alle Anlage, beste Spieler zu werden.— In der R-Gruppe bekamen die Frauen und Männer Äöpe- nicks kampflos 6 Punkte durch Nichtantreten der Mannschaften der Abteilung Prenzlauer Berg. Nicht so mühelos brachten die Männer von Tennis-Rot Friedrichshain 6 Punkte aus dem Humboldthain nach Hause. S p i e l e r g e b ni s s e: Frau«» 0.: T. R. Friedrichshain gcqen T. R. Neulälln 4:2: T. R. Lichten. Hertz gegen FTGB. W-dding 8:1.— Männer A.: T. R. Friedrichshain gegen T. R. Gssundhrunnen Z:!: T. R. Lichtenberg I gegen T. R. Wedding 4:2: ?. R. Lichtenberg IT gegen T. 9t. Neukölln 4:2.— Frauen B.: T. R. Köpenick gegen T. R. Prenzlauer Berg 5:0: T. SR. Neukölln gegen T. N. Friedrich«. hain 8:8: T. SR. Wedding gegen FTGB. Neukölln 0:8.- Männer B.: T. SR. Köpenick gegen T. R. Prenzlauer Berg 6:0; T. N. Friedrichshain gegen T. SR. Gesundbrunnen 8:0; FTGB. Wedding gegen FTGB. Neukölln 4.-2. .Arbeiter Fußball Eiche-Köpenick hatte mit seiner Platzeinwechung reichliches Pech. Werder 77, der verpflichtete Gegner, konnte nicht mit voller Mann- schaft antreten, es wurde eine kombinierte Mannschast zusammen- gestellt, die der sieggewohnten Eiche-Mannschaft ein ausgezeichnetes Spiel lieferte. Der knappe 3: 2-»ieg der Köpenicker entspricht voll- kommen dem Spielverlauf. Lichtenberg II hatte Herzfeld« zu Gast. Die Lichtenberger erzielten durch das 4: 1-Resultat einen schönen Erfolg. Die Krise scheint also überwunden zu sein.— Ohne jeden Torerfolg trennten sich Schöncberg und Wilmersdorf.— Pritzwalk mußte den Charlotteirburgern mit einem 9: 2-Resultat den Sieg überlassen.— Eiche 2 gegen Werder 2 5: 1. Eiche-Jugend gegen Werder 3: 9. Tchönebcrg 2 gegen Kogel 1 4:1. �OjnöJo(WU Die letzten Resultate Am Sonnabend sollte FTGB.-Osten 1 gegen FTGV-Norden 3 I. Männer antreten, kam aber in der Mehrheit mit Crsatzleut«». Norden konnte darum auch einen Sieg von 7: 3(3: 1) herausholen. Listen war durch die größere Fongficherheit überlegen, und der Sturm hielt sich oft in der Nordeniholfl« auf. aber schlechte Zufammenarbeit und das Nichtfinden des Tores oerdarben die Erfolge. Die Der. terdigung sowie der Torwächter erfüllten ihr« Aufgabe gar nicht. Dem Nordensturm war es demnach nicht schwer, schnelle Durchbrüche von der rechten Seit« her zu vollführen. Norden zeigte großen Eifer: in der rechten Seite war der Sturm gut aufgebaut.— FTGB.- Pankow trat mit I. Männer und 2. Männer gegen Kaulsdorf k»m- diniert an. Kaulsdorf gewann mit 19: 2(3: 1). Zum G rupp« n s p o rt f e st in Bernau spielte Tegel Srnausn gegen Bernau und gewann mit 3: 9. Tegel war vollständig überlegen, aber trotzdem gelang es in der ersten Halbzeit nicht, etwas Zählbares herauszuholen. Erst in der zweiten Halbzeit machten sich die Besprechungen in der Pause bemerkbar, und nun wurde das Spiel lebhafter. Die große Angriffsfreudigkeit der Tegeler Mittel- stürmerin verhalf Tegel zu drei Toren. Ein größeres Resultat ver- hindert« die Bernauer Torhüterin, die gute Arbeit leistete. Bei den Männermannschasten Tegel gegen Bernau wurde abwechslungsreicher und technisch besser gespielt. Tegel konnte schnell in Führung gehen, mußt« sich aber bis zur Paus« doch noch ein Unentschieden von 3: 3 gefallen lassen. Auch di« zweite Halbzeit st«M keine Ueberlegenheit fest. Nur fielen zum Schluß einige Bernauer dem Tempo zum Opfer, und dadurch kam Tegel manchmal ungehindert zum Schuß. Der Torwächter konnte einige Schüsse nicht abwehren, denn Tegel hatte bald die Schwäche h'raus. Das Schlußresultat lautete 9: 4 für Tegel. Zum Abschluß spielten dann noch kombiniert FTGB.- Nordring-FIGB.-Nordost gegen FTGB.-Pankow-Schönow, letztere konnten mit 5:2(2:2) gewinnen. Klubkampf im Gewiditbeben Berlin siegt über Brandenburg Am Sonntag trugen die beiden Arbeiter-Aihletenvereine ,,S a x o n i a Brandenburg(1. Mannschaft) und die zweite Mannschaft des Bundesmeiftervereins im Gewichtheben, die„Freie Sportliche Vereinigung L i ch t e n b e r g- F r i e d r i ch s- felde 94", einen Freundfchojtskampf im Gewichtheben aus. Das Klubtreffen wurde im Viererkampf ausgetragen, und zwar im einarmig Reißen und Stoßen und zweiarmig Reißen und Stoßen. Die favorisiert« Berliner Mannschaft war durch zwei Er- krantungen aus süns reduziert, aber Bundesmeister Kehr sprang ein und gab ein Gastspiel. V.-F. 94 stellte Kling, Spliestößer, Roßbach, Apitz und Nickolei: von dest Gästen starteten: Engel, Gladus, Ernst, Pudte, Freidank, Fischer und Petzel. Die starke erste Mannschast der Brandenburger gab sich bis zum Schluß die redlichste Müh« um den Sieg, doch die größere Routine der Berliner Athleten ergab im Gefamtklassemcnt einen klaren Sieg für Berlin. Lichtenberg- Friedrichsfclde erzielte 158,3 Punkte und die Brandenburger „Saxonia"-Mannschast 126,8 Punkte. Wenn es auch keine gc- stürzten Rekorde gab, so waren die erzielten Leistungen doch über jeden Durchschnitt. Mit einem herzlichen Frei Hei! schieden beide Mannschaften. bnternatioftster Freibaltonilug Gewitter zwingt zu vorzciiiger Landung Unter Beteiligung aller gemeldeten 29 Ballons aus Deutschland, S)ollond, Frankreich und Belgien begann in M ü n st e r der I n t» r- nationale Freiballonwettbewerb des Deutschen Luft- fahrtverbandes. Der Abflug vollzog sich überaus rasch, denn die 29 Ballons wurden innerhalb von 35 Minuten abgelassen und ver- schwanden schnell in westlicher Richtung. Ein großer Teil davon geriet aber nach Ueberflicgcn der belgischen Grenz« in ein heftiges Gewitter und mußte daher aus Gründen der Vorsicht vorzeitig zur Landung schreiten. Bisher liegen die Landungsmeidungen von elf Ballons vor, die alle in der Nähe von Brüssel, Antwerpen und in Flandern zur Landung gezwungen wurden. Die aussichtsreichsten Bewerber stehen jedoch noch aus, so der mehrfache Gordon-Beiinet» Sieger Demuyter-Belgien, Dr. Hugo Kaulen-Elberseld, Erich Leim- kugel-Cssen und Otto Bertram-Chemnitz. Eine Privatauloschou. In Gemeinjchast mit dem Hause Gers an Haider Deutsche D a m e n- A u t s m o b i l- C l u b eine A u t a f cha ii in den schönen Kaushausräumen am Werderfchen Markt eröffnet, die in ihrer Intimität eine Sonderheit ihrer Art bildet. Nach den vielen Fabnkschauen, die wir mangels einer großen, allumfassenden Autoausstellung im letzten� Jahre erlebten, war es an dem DDAC., zu beweisen, daß ein« Stadt wie Berlin und ein Autoland wie Deutschland ohne regelmäßige große Ausstellungen nicht auskommen kann. Schließlich bewegt man sich ja auch auf diesem Gebiet der Wirtschast im Kreise: Belebende Autoausstelliingen erhöhen den Umsatz, der wieder bringt mehr Arbeit, die Fabriken verdienen und— können wieder Ausstellungen machen...!„Mein Lieblingswagen" ist das Motto der Ausstellung bei Gerjon: man könnte es erweitern: die Dame am Steuer! Warum fluch»rast? Solange die autofteuernde Frau die Sache nicht nur als eine modische Angelegenheit betxadstet und sich(und den Wagen) von dem zu erweckenden guten Eindruck ablenken läßt, geht alles in Ordnung. Daß der selbststeiiemden Frau durch die Automobilsabriken die Handhabung des Wagens so leicht als möglich gemacht ist, wird bei den ausgestellten Objekten unter Beweis gestellt. Wanderer, iiarisa, Stoewer— der mit einem Bombenwagen von fast überdimensionaler Schönheit— Röhr, Austro-Daimler, Steyr, Mercedes-Benz, Liorch, NAG. und schließlirf� Opel, BMW. und DKW. mit ihren Klein- wagen zeigen„meinen Liedlingswagen" in allen Größen und Ge- schmacksrichtungen. Nur deutsche Wagen stehen in der zweiten Etage des Hauses, das den Fahrzeugen und ihren zukünftigen Besitzern alle notwendig? Ausstattung mitgab. Die Ausstellung ilt für Intevefsenten vom 16. bis 24. Juni frei zugänglich. hl. I. Achtung, Kartcllvcrcinc! Die vereine werden gebeten, alle bisher nicht verkauften Eintrittskarte�, für den„RAST." sofort unter Angabe des absendenden Vereins an Oehlfchläge,. Verlin 71., Razarelhkirchstr. 46, zu schicken. ZTSB., Zugcnd. Die Fcslab,cick>en und Plakat«»NM Jugendtreffen am z. und 8. Juli in Fllrstenwalde milsfen»SN ieder Abteilung der FTGB., die zum l., 2. oder 4, Kreisbcnirt gcdört, Donnerstag. 10..»dir Freitag. 2U. ron der Gesäiaslsstell- Berlin ND. 18, Lichtcnbergcr Etr. 8. abgchvtt Mi'.t Bezirk Lichtenberg. Tresspunit für den Werdcumzug Miiiwoch, 18:. pünktlich 18 lltzr, TurnhaN« Soitcistratze. Daseibsl umkleiden und antreten hinter unserer Bezirksfahne. Saubere Sporlklcidung, Tonristenorrein„Die Natursrrnndr", Pd»t»grmeinschast, Abt. Neukölln. Mittrvoch, 18. Juni, 20 Uhr, im Jugendheim Bergstr, 28, Zimmer 1, Arbeits- abend.— Abt. Norden. Dsnnerslaa, Ich Juni, 20 Uhr, Phniilzimmer(well- Iiche Schule), Pank. Ecke Wiesen strotze:„Der Himmel im Bilde". Abt. Osten. Freitag, 20. Juni, 20 Uhr, im Jugendheim Frankfurter Allee 807, Friedrich- Ebert-Saal, Arbeitsabcnd. Zlubcrscrcin»Vorwärt»". Dicnsiag, 17. Inn!. 20 Uhr, Borstandssitzung. Donnerstag. 1«. Juni. 20 Uhr,' MilgUederversanimlun«. Karten tüc die Grünauer Regatta am 0. Juli sind bei Rticker zu bestellen. Frei« Kanu-Union Grotz-Beelin, Abteilung Obcrsprce. Trcispuirkt zur De- monskratlon Mittrvoch. 18. Juni. 18'/- Uhr, Baltenplatz. Paddel»nd Boot«. stand« mitbringen. Sporiricidung. Arbeiter-Lichtbild-Vund. Organisationsvertrcter heule, Dienstag, 20 Uhr, Dresdener Str. 48.— T. B., Abt. Norden: Donnerstag, 10. Juni, 20 Uhr, Phnstk.stmmer. weltliche Schule, Pank, Ecke Biesenstvatze.„Der öimmel im Bilde."— Abt. Osten: Freitag. 20, Juni, 20 Uhr, Jugendheim Franisurter Allee 807, Fricdrich-Ebert.Saal,— Stammgeuppc: Moniag. 23. Juni. 20 Uhr, Iohannisftr. 15...Die Technik der Ausnahme."— Ph-togrupp« im Bildung». »arbaud der Buchdrucker: Freitag, 20. Juni, 20 Uhr, Clubhaus, Ohmstr. 2.— Photo grid« Spanban: Montag, 28. Juni, 20 Uhr, Lindcnukcr, Jugendheim. Für den FTGB.-SSrzirk Neukölln-Britz fallen in dieser Woche alle Uebung«- abcnbe I» den Hallen aus, dafür geschlossene Beteiligung a» der Wrrbrwpchr, sieh? houtiaen Sportteil.» Zuqcndausschutz de» 1. Bezirk» int 1. JttciJk S -------—- J�rni Die Meidelisten für das Jugendtreffen am 5. und 8. Juli in Fürstenwald�müsten bis 25. Juni an dir untenstehende Adresse geschickt sein. Freitag, 27. Juni, 20 Uhr, be! Wegner, Lichtenberg, Frankfurtcr Allee 288, Sitzung. Plakate stehen den Vereinen noch zur Betfllgung. Heinz Wagner, Lichtenberg, Auguftastr. 8. Säuberung bei den Arbeiterkeglern! Der Frankfurter Bundestag des Deutschen Arbeiter» Kegler- Bundes beschloß trotz fraktioneller Besprechungen der komnimvistischon Delegierten während des Bundestag«» mit über- großer Mehrheit den Anschluß an di« Zentralkommission für Ar- beitersport und Körperpslege. Dadurch erwuchs dem Bundesvorstand di« Pflicht, d«n Mehrheitswillen zur Durchführung zu bringen und die Grundsätze der ZK. zu vertreten. Selbstverständlich arbeiteten die Kommunisten dagegen. Nunmehr gibt der Bundesvorstand Jn der Juninuinmer der„Kegler-Zeitung" durch Abdruck eines um- iangreichcn Schriftwechsels zwischen Bundesvorstand, Bunde saus- schuß und den Führern der Opposition in den Ortsgruppen»nd Bezirken der Gaue Berlin, Halle. Chemnitz, Leipzig und Dresden sowie durch Wiedergabe von Pressenotizen in koiranunistijchen Zeitungen den Bundesmitgliedern«in anschauliches Bild, in wie unverantwortlicher und detnagogifcher Weife die Opposilion bestrebt war, im Auftrage-ihrer Drahtzieher aus dem DAKB. eine Partei- filiale der KPD. zu machen. Da die ZK. satzungsgeinäß auf ihrem Verlangen bestand, daß all« Vereine d«r ihr angefchlasfenen Orgonifati onen auch den örtlichen Kartellen anzugehören haben, war durch die Weigerung eimgcr Vereine, diesen Anschluß zu vollziehen, die Spaliamg un> ausdleiblich. Diese Vereine nrild Mitglieder stellten sich selbst außer- l)alb der bundestreuen Verbände oder wurden aus diesen ausge- schlössen, worauf die Störer der Einheit unter dem Namen „Jnteressengemeinfchaft zur Wisderherstellung der Einheit im Arbeitersport" neu« Verbände bildeten mid nur den Parolen folgten, die ihnen von der KPD. erteilt wurden. Der Vorstand des DAKB. hätte sich selbst aufgeben müssen, wenn er nicht willens gewesen wäre, den karnmun-istischen Störenfrieden.nachdrücklichst klorzu- machen, daß ihr burid«cw!drig«s Verhalten schnellstens«in Ende hoben muß. Im Gau Berlin hott« es die Leitung der Opposition ver- staudon, sich trotz mehrmaliger Aufforderung und langer Fristsetzung um«in« klare Stellungnahme zum Bundesbeschluß herum- zudrücken, so daß der Bundesvorstand hierin ein vorsätzliches, den Bund schädigendes Verhalten«Mickt« und mit großer Mehrheit am 15. März 1939 j olgenden Beschluß faßte: „Sämtliche Funktionäre des Gau-, Bezirks- und Ortsgruppen- Vorstandes Berlin werden mit sofortiger Wirkung ihrer Aemter «nthoben. Sie haben sich jeder Handlung gegen d«n Bund zu enthalten." Gegen diesen Beschluß hatte sich die chemai�e Gauleitung> Berlin beschwerdesiihreiid an den Bundesausschnß gewandt, der, aus Angehörigen der Opposition bestehend, sich schützend vor die Berliner Opposition stellte, sich über die Bundestagsbeschlüsse glatt hinwegsetzte und dem Bundesvorstand mitteilt«, daß die Bertiner Funktionäre wieder in ihre Aemter einzusetzen seien. Was ist das für ein„Bundesaiisschuß", der sich über Blindeslag-beschlüss« hin- wegsetzt und sich berechtigt glaubt, Maßnahmen des Buiidesvor- stand«» einfach auszuheben? Der Buiidesvorstand machte daher kurzen Prozeß und beschloß in seiner Sitzung von, 26. April 1939 endgültig:„1. lieber den Beschluß des Bun-desausschiisses wird zur Tagesordmmg übergegangen. 2. Es bleibt bei dem Beschluß des Blindesvovstarides von, 15. März 1939." Endlich ist somit die schon so lang« notwendezc Klärung und Säuberung im Zlvbeiter-Kegelsport herbeigeführt. Vom Bundes- oorstaied ist es begrüßt worden, daß sich in Berlin Vertrauensmänner fanden, die«in«n Neuaufbau des Gaues Berlin-Brandenburg g«- währteisten. Auskünfte und Propaganda- und Ausnahmematcrial gibt die Geschäftsstelle Siegsried Zöllner, Berlin SW. 19, Kam- mandantenstratze 77/78(Merkur 7752). Einzeltegier sind will- konTmen beim AKK.„Vorwärts"(Kegelabeiid jeden Freitag. 29 Uhr, in der„Sportklause", Schöuleinstrahe 6) und beim KK.„Ruhige Kugel"(kegelabeiBd jeden Mittwoch, 20 Uhr, im„Keglerheim", Chor- lottenburg. Weimarer Straße 34). I Zahnarzt unter Mordanklage. Lockten ihn die SOOOO Mark der Lebensversicherung? Vor dem Landgericht Prenzlau begiimt am 19. d. M. der Prozeß gegen den Schwedter Zahnarzt Guttmann wegen Ermordung seiner zweiten Ehefrau. Die beionderen Umstände seiner Tat, die von der Staatsanwaltschaft behaupteten Motive des Verbrechens, der auf den Angeklagten lastende Verdacht, auch feine erste Frau umgebracht zu haben, drücken der Verhandlung den Stempel vcr Sensation auf. Die A n k l a g eMautet auf Mord, tguttmann jedoch will seine Frau aus Anlaß eines Streites getötet haben. Dies ist auch die Verteidigungslinie des vom Krantz-Prozeß her bekannten Rechtsanwalts Dr. Frey. Es sind 19 Zeugen und 17 Sachver- ständige geladen. Folgt das©ericht der Anklage, so muß das Urteil auf Todesstrafe lauten. ' Am Dienstag, dem 26. November 1929, gegen 11 Uhr vormittags, wurden die Schwedter Aerzt« Dr. Kopp und Dr. Meinhardt zum Zahnarzt Dr. Guttmann gerufen. Im Badezimmer fandest sie FrauGuttmann t o t auf dem Rücken liegen, neben ihrem Hüsl- gelcnk«in IlZ-Psennig-Srück. Guttmann erzählt«, seine Frau habe in den Automaten über der Tür ein ID-Pfennig-Stück werfen wollen, sei dabei nnt der Leiter umgefallen und mit dem Hinterkopf auf den Boden ausgeschlagen. Er fügte mit der Bitte um Ver- ischwiegenheit hinzu, daß er sein« Frau erst ganz kürzlich gegen Unfall wersichert und die erste Prämie erst am Sonnabend bezahlt hätte. , Die Aerzte weigerten sich, unter diesen Umständen einen Totenschein auszustelle». Guttmann hatte tatsächlich etwa 8 oder 19 Wochen vor dem Ereignis sich wie feine Frau für den Todes- und Jnoalidilätsfall bei .zwei Versicherungsanstalten auf je 59999 Di a r k versichert. Die Prämie war von ihm jedoch nur für seine Frau eingezahlt worden. Mit der Ausstellung der Police hatte er es sehr eilig. Guttmann befand sich zu jener Zeit in äußerst drückenden materielle» Verhältnissen. Seit Januar 1929 hart« er überhaupt ikeii�e MiVte bezahlt. Auf den 39. Noveniber war R ä u- ntungstermi n anberaumt worden. Am selben Tage sollt« auch seine Wohnimgseinsichtung zur Versteigerung gelangen. Verdächtig schien sein Verhalten am Todestage der Frau. Entgegen seiner Ge- wohnheit schickte er das Mädchen mit den Kindern fort, holte selbst die Milch voni Milchwagen und verweigerte einem Patienten Einlaß. Nicht weniger eigentümlich sein Benehnien nach dem Tode der Frau. Die Schilderung)iber den Unglücksfall konnte er nicht aufrecht- erhalten. Er änderte mehrmals seine Aussage und erklärte schließlich, seine Frau in sinnloser Wut mit e s n e»i Handtuch erwürgt zu haben. Sie habe ihm vorgeworfen, daß er für seine Geliebte Geld habe, während für sie nie Geld da sei. �Oiese Geliebte, Frau L., die auch vor Gericht als Jeugin erscheinen wird, hatte m Leben des Zahnarztes Guttmann bereits einmal eine verhängnisvolle Rolle gespielt— das behauptet wenigstens die Anklage. Die Unter- suchungsbehörde glaubte nämlich nicht seiner Darstellung. Sie ver- mutete Versicherungsbetrug und sah sich darin durch die außergewöhnlichen Umständ« des Todes der ersten Frau bestärkt. Schon die ersten llcachforschungen ließen den Verdacht entstehen� daß auch sie von ihm umgebracht worden sei. Sie war ain 22. Dezember 1922 ganz Plötz- lich verstorben. Die Aerzt« stellten Herzschlag fest. Di« Ehe mit der ersten Frau, die Guttmann in, Jahre 1915 geschlossen hatte, war Anfangs glücklich verlausen. Sie hatte sich aber sodann ver- schlechtert. Die Ehefrau war Morphinistin geworden. Guttniann suchte Trost bei Frau Lenz. Eine Morphiumentzichungsknr blieb bei seiner unglücklichen Frau ohne Erfolg. Ihr Hausarzt versorgte sie ohne Wissen des Mannes nach wie vor mit Morphium unter Zusatz von Skopolamin. Mehrere Monate vor dem Tode seiner Frau erkundigte sich Guttmann bei dem Apotheker Taggeselle, welche Gifte am schnell st en und schmerzlose st«n wirken. Am Tage vor ihrem Tode bestellte er beim selben Apotheker ein Morphiumrezept mit Skopolamin und holte das Gift selbst ab. II m'�2 Uhr nachts war seine Frau tot. Dem herbei- gerufenen Arzt Dr. Bruchhalla erzählt« Guttmann, er habe seine Frau ohne Lebenszeichen im Badezimmer gefunden, neben ihr die Morphiumrekardspritze. Der»Apotheker Taggeselle erzählte am nächsten Tage Dr. Löwenthal von der Giftbestellung. Dieser riet ihm. die Hände davon wegzulassen. Guttmann bestritt aber, je Morphium für seine Frau besorgt zu haben. Er bestritt nicht, mit Frau Lenz Beziehungen unterhalten zu haben. Er gab auch zu, im Besitz von Cyankali gewesen zu sein und wollte das Fläfchchen nach dem Tode seiner Frau in die Oder geworfen haben. Unmittel- bar nach der Beerdigung der Frau setzten die Besuche der Frau Lenz bei Guttmann ein. Ein halbes Jahr später heiratete er seine zweite Frau. Auch diese Ehe gestaltete sich unglücklich. Die Leiche der ersten Frau wurde exhumiert, Reste von Giften waren aber nach so langer Zeit nicht mehr festzustellen. Anklage tonnte nicht erhoben werden. Die Umstände dieses Todes werden aber Gegenstand ausführlicher Erörterung in der Verhand- lung wegen Ermordung der zweiten Frau fein,— als Indiz für die Tat. Nationale Minderheiien in Deutschland. Em Oiskussionsabend. Aus dem Klubabend der Deutschen Liga für Menschenrechte disputierten der Regierungspräsident a. D. Dr. Otto I u n g h a u n, Vorsitzender des Minderheitenausschusses der Deutschen Liga für Völkerbund, und Dr. Jan K a c z m a r e k, Generalsekretär des Verbandes der nationalen Minderheiten, über die nationalen Minderheiten in Demschland. Dr. Kaczmarek nannte als Minderheiten die Polen mit rund eine Million, die Lausitzer Serben, die Dänen, die Friesen(�), die Tscheche» und die Litauer. Die Polen, bei weitem die stärkste Minderheit, setzen sich, die obcrschlesischen Bauern ausgenommen, aus Arbeitern und kleinen Handwerkern zusanimen. Regieruugs- Präsident Iunghann oertrat den Satz: Zur Minderheit gehört, wer sich zu einer Minderheit bekennt. Deshalb sei auch eine friesische Minderheit in Deutschland vom Minderheiienkougreß nicht anerkannt worden. Iunghann sieht für die Gegenwart einen Ausweg in der Kulturautanomic. Freilich seien Klagen geführt über eine manchmal über das Ziel hinausschießende Propaganda der Polen in der Schul- frage. Die preußische Regierung werden sicher Exzesse auf beiden Seiten abbiegen, aber sonst auf dem begonnenen Wege fortfahren. Dr. Kaczmarek sieht in der Kulturautonomie ein Schlagwort, er will M i t v« r w a l t u n g, da er sonst Isolierung der Minderheit fürchtet. Setze man statt Kulturautonomie Schulautonomie! Das Wort„Bekenntnis" ist bedenklich, es führt zum Nationalkataster, das die wirtschaftliche Existenz des Bekenners gefährdet. Das Bewußtsein der Jügehörigkeii ist ausschlaggebend. Kaczmarek betonte: Die preußische Staatsregierung tut nach ihrer Schu'.verord- nung von 1926 alles, um uns zu helfen in der Frage der Privat- und Elementarschulen. Aber bei den Regierungspräsidenten schon, dann bei den Landräten und noch mehr bei den niederen Beamten aus wilhelminischer Zeit beginnen die Schwierigkeiten. Iunghann erwiderte: Die Maßnahmen der preußischen Regierung erfolgten unter dem Beifall der Neutralen und haben sich bis weit in die Provinzialregierungen hinein durchgesetzt. Nur Lettland, Estland und Dänemark haben für die nationalen Minderheilen so gesorgt wie Deutschland. Wenn bei einzelnen Gendarmen noch Ressentiments aus der Vorkriegszeit und den Tagen, da nach dem Kriege die Flinten knallten, zurückblieben, so wird die Fürsorge der Regierung auch hier Wandel schassen. Die Disputanten einigten sich auf die Thesen: Es ist ein permanentes Organ der Minderheiten beim Völkerbund zu erstreben, das neben den Staatseinheiten die Volkseinheiten vertritt, vergleichbar dem Internationalen Arbeitsamt, in dem Wirtfchoftsvcrbände völkerrechtliche Befugnisse erhalten haben. Organisation der Minderheiten tut not, denn organisiert« Minderheiten sind weniger gefährlich, weniger turbulent als unorganisierle. Das müssen auch die Regierungen einsehen. Loyalität des Staatsvolkes und Loyalität der Minderheit schaffen Entspannung, Frieden und kulturellen Fortschritt sür beide Teile. Araberkundgebung in Berlin. Am 14. Juni, dem 199. Jahrestag der Enteignung Algeriens durch Frankreich, veranstaltete das arabische Komitee in Ber- lin eine Trauerkundgebung. Die Araber, die hinter diesem Komitee stehen, wollen, wie sie versichern, weder die Gastfreund- schaft irgendeines Volkes mißbrauchen, noch seine Friedens- und Versöhnungspolitik stören. Durchweg Studierende an technischen Hochschulen oder Aerzte, wollen sie nicht nur als Pioniere und Helfer in ihr Volk gehen, sondern sie wollen auch ihren vorübergehenden Aufenthalt in Europa benutzen, um hier aufklärend zu wirken. Beherrscht und sachlich verlies diese Kundgebung, bei der durch die einzelnen Redner daran erinnert wurde, daß die Eingeborenen in Algerien eigentlich einen hundertjährigen Freiheitskampf führen. Mußte doch Frankreich mitten im Weltkrieg Truppen nach Algerien beordern, um dort Aufstände zu unterdrücken. In Zllgerien nahm Frankreich den Grundbesitz der Staatsdomänen, der staatlichen Wälder und der Stiftungen in eigenen Besitz, erwarb gewaltsam 3 Millionen Hektar Privatbesitz, zog fremde Kolonisten heran, ver- bietet aber den Eingeborenen die rechtmäßige Er- Werbung von Bodenflächen. Die Eingeborenen werden in die Wüste gedrängt und viele von ihnen sterben Hungers. Den Arabern'Algeriens ist kein Hochschulstudium gestattet, ebensowenig das Erlernen technischer Fächer. Der arabische Unter- richt wird unterdrückt und maii zählt jetzt, nach, hundert Jahren Kolonisationsarbeit 98 Prozent Analphabeten. Es gibt in Algerien 4 Monatszeitschriften arabischer Sprache, denen es jedoch verboten ist, auch nur eine politische Nachricht zu bringen. N Den Aeußerungen aller Redner, ganz gleich, ob sie nun Syrer, Aegypter oder Nordafritaner waren, lag der Wunsch zugrunde: „Laßt bald die Zeit kommen, wo auch die schwachen Völker ihr« Rechte bekommen: denn sonst wird nie Friede in der Welt". Mnisteratieniäter verurieili. Anschlag auf den würtlembergischen Iufiizminister. Das Stuttgarter Schwiirgericht oerurteilte am Montag den 45 Jahre alten Metzger und Hänoler S t ä n g i e wegen des An- schlags auf den wllrtternbergifchen Iustizminister Beyerle zu drei Iahren Gefängnis. Stängle hatte am Ofterdienstag versucht, in einer Unterredung mit dem Justizminister ein« Begnadigung seiner im Gefängnis sitzenden Frau zu erreichen.'Als er keinen zusagenden Bescheid er- hielt, war er mit einen, offenen Taschenmesser auf den Minister eingedrungen und hatte ihn erheblich o e r l e tz t. PROGRAMM für die Zeit vom 17. bis 19. Juni I ©IOIO Potsdamer Strafjc 38 Der Strohe Gabbo mit Ericfa von Siroheim (Ein Tonfilm in deutscher Sprache) Jugendliche haben Zutritt Rh ein strafe 14 Kafechej Zapfenitreid»(nach dem gleichnamigen Drama-von F. A. Beyerlein) Der nann mit der talfdkcii Banknote mit Nils Astbcr(7 Akte) Odcon, Potsdamer Str. 75 Stod. ehem. Helene WIIHüer mit Olga Tsdhecfaowa Seelen im Siavm Turmstrahe 12 Ton- und Sprcchfilm: Die letzte Kompagnie m. Conrad Veidt Jugendliche haben Zutritt Alexandcrstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Landung Im Paradies mit Rod la Rocqoe(7 Akte) Der Schrecken von Piccadiily (6 spannende Akte; Frlactrichstaclt Die Kamera Unter 4en Linden 14 I N O-T A F E L Täglich 3, 5, 7. 9 Uhr Chang Stürme mit LlUan Gish Ab Mittwoch; Fran Sorge mit Mary Carr Artushof-Lichtspiele Film- und Bfihncnschaa Perleberger Str. 2V und Stendaler Str Menschen der Heimat mit A. Stcinrfldc Die kokelle Frau Welt-Kino n6« Alt-Moabit 99 Die große lOOproz. Tonfilmoperette: Zwei Herzen im Drelrleriel-Taki Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt 1 ChTlett« nbura Schlüter-Theater Schlüte rstr. 17 W. 6.30. 9 Uhr. .Sonnt, ab 3 Uhr. Die SandgrSBn mit Chrlita Tordy Drei madien Ihr GIflck m. Fr. Schulz Atrium Bcba-Palaal Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Täglich 7. 9.15 U Stg: 5, 7. 9.15 U Uraufführung! Export In Blond Auf der Bühne: Lotte Wcrkm etiler W SchBnaberg Alhambra s/t7,' Uhr Schöneberg, Hauptstr.dU Der gewaltige Tonfilm: Cyankalt mit Grete Mothein 9 Uhr Titania(ut. s'Äberg) Hauptstraße 40 W 6.30, 9 U. Stg. JU- Bulldog Drammond mit R. Colmann Fat und Patacfaon als Modekftalge Friedenau Kronen-Lichtspiele Rheinstr. 65 Beg Woch. 6 30, 9. S. 5 U. Dai bekannt gute Filmprogramm Stegllt« Titania-Palast Steglitz. Schloßstr. 3. Ecke Gutsmuthsstr. Täglich 6.30, 9 Uhr. Stg. 4, 630, 9 Uhr Der große Tonfilmerfolg: Oer grofce Gabbo mit Erldi v. Strohelm, Betty Compion Südwesten FUm-Paiasi Kammersäle Teltower Str. I W.ft'n.Sbd.ß.Stg SUhr Kaczmarek Hell im Frauensce, nach dem Morgenpostroman Südosten"E Filmeck Beginn W. 7 U. -,' S. ab 3U. Skahtzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Cyankali(JZtS) mit Grete Moabdm Stella-Palast Köpenicker Styaße 11—14 Wochtgs 7 u-9, t. u 2. Sonnt. 5, 7, 9 Uhr Sensationeller Tonfilm Der groge Gabbo mit Erich von Strohelm Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Sternwarte— Treptow Sonnabend 8 Uhr, Sonntag 4, 6 8 Uhr Im Lande Aman Ullaht Film von Afghanistan Passage-Lichtspiele Bergstraße 151-52 Wochtgs. 6.30, ca 9Uhr;Stgs 5, 7, ca. 9 Uhr Da« bekannte gute Filmprogramm Neukölln. Liditspielh. Bergstrasse 136-37 Wochtgs 630, ca. 9 Uhr; Stgs.5,7,ca.9ühr Da* beüaanle gute FU Viktoria Lichtbild Tb. Frankfurter Allee 48 Woch. 5. ca.7 u. 8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca. 8.45 U. Zwei Schlager: Die Liebesfalle mit Laura la Planie Aal Leben und Tod mit Eddie Polo Gr. Beiprogramm— Bühnensdiaa Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch. 5, ca.7 u. 8.45, Stg. 3. 5, 7 U. ca. 8.45 U. Zwei Schlager Tain, ein Eskimoroman Etappe 1916 Gr. Beiprogramm— BtthaenMhan Nordosten «Elysium" ä£.ennd Prenzlauer Allee 56 W. 7,8- 5 Uhr Flieger Amerikanischer Sensationstonfilm in deutscher Sprache » 0at«"■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Beginn der ersten Vorstellungen: Wochentags 7 Uhr, Sonntags 5 Uhr Der große Erfolg: Ehe auf Probe mit Roth Miller Des gute Beiprogramm Die gro$e Verleläsdien Lima-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Wochent 6 Uhr, Sonnt 3.30 Uhr Tonfilm: Heule NacEi eventaeni mit Jenny Jogo and i. Arn* Concordia-Palast Andrcasstraße 64 6 30, 9 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Sensationeller Tonfilm; Der gro$e Gabbo mit Eridi v. Siroheim Bühneascbaa Comenius-Lichtspielc Memcler Straße 67 W. 6, 8a«, S ab5U Polnische Wirischalt mit Brausewetter HoheU tanzt Walzer mit Rommer W Wu-Uchf nbTg W Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg. Lückstraße 70 Die Dame ao» Moskau mit Pola Negrl Diane mit Olga Tsdiediowa UObnensdian ��J|rtedrich»Feldo__p Kino Busch All-Friedrichsfelde 3 Beiprogramm Madame Im 5 chatwagen mit Fjord Men.dren im Feuer mit Herry Picl, Lorring gTÜnderzehönewnlde� Elysium Hasselwerder Straße 17 Mädel auf der Schaukel m Uedtke Die Königin von Moniin Rouge W WnlOnnsnn g Schloßpark Film'Bahne Berliner Allee 205—210 Stg. t/,3 Jgd.-V Der nSduic- bitte mit L. Deyrra Aditnng, Autodiebe mit H. Plel Beiprogramm Norden Alhambra MQIIerstraße 136, Ecke Seestraße Der Tiger, der erste Kriminal- Tonfilm aus der Unterwelt Berlins Betprogramm Pharus-Liditspiele Müllerstraße 142 W, 6'/. U. Stg.4',kU Zwei große Schlager: Don Manuel, der Bandit Schalten ron Paris m. IvorNorcIlo Marga-Lichtspicle Schulstraßc 29 Das ausgezeichnete Filmprogramm Bühnen» chau Pratcr-Lichtspiel-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 5,30. Sonntags 4 Uhr Die geheim nlzT. Flotte(Blockade) Liebe und Trompelenblazen mit Uedtke Skala-Licfatspicle Schönhauser Allee 80 W. 7. 9 U. Stg. 5, 7, 9 U Tonfilm: Liebe im Ring mit Max Schmellng, Renale Möller Beiprogramm Colosseum Schönhauser Allee 123 Tonfilm: Da* lockende Ziel m. Rick. Tauber Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Alhambra'" Badstraße 58 Aditnng. Autodiebe f mit Harry Plel Ohne Geld dnrdi die Welt Bfihnenschan Ballschmieder- Lichtsp Badstraße 16 Der große Tonfilmlacherfolg: Wien, dn Stadt der Uedcr mit Max Ehrlich, M. Hansen, Morgan, Arno PROGRAMM für die Zelt vom 17. bb 19. Juni Kristall-Palast Prinzenailec 1—6 Der sensationelle Tonfilm; Der grohe Gabbo mit Erich ▼. Stroheim Bühne: Fredy Rolfs ber. Jazzband BChncnscfaau a Pankow j Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 7. 9, Sonnt. 5,7. 9U. Mutterliebe mit Henny Porten Uebern Sonntag lieber Schatz mit Clara Bow Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W. 7, 9 U.. Stg. 5, 7 U. 9 U. Tonfilm: Liebe Im Ring mit Max Sdimellng, Renate Möller W NittdwsctidnHauSMjJ Film-Palast ühAblnse» Blankenburger Straße 4 W. 7, 9 U. Stg. 5, 7. 9 U. 100 Proz. Tonfilm: Die lelzte Kompagnie mit Conrad Veidt Toutllmbei programm • T*9e'■ Filmpalast Tegel Bahnhofsir. 2 W. 6, 8' j, Stg. 4Vi16,,!.8''t Sonnt 2 Uhr lugendvorstellüng Die Ingen dgeliebtc(Goethes Früh- lingstraum) Luftige. Beiprogramm „Kosmos'" Filmbühne Hauptstraße 6 W. 6. 8*.%, S. ab 4,;s Wiener Herzen mit Lüian Eilis, W. Fütierer Das Gold des Orients Bübncnscbau Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. O.S'aU Stg. 2 U. Jugendvorst Stg. 4>/».6>.- 84« U. Der neueste Harry-Piel-Film: Acbinng, Autodiebe I Lästige. Beiprogramm W Nennlgsttorf Filmpalast Sli, Ä�i�u Berliner Straße 59 Stg. 2U. lug.- Vorst. Rote TSnzerln von Moskau mit Del Rio Der feMbe Hmar mit Evctync Hott