BERLIN Mittwoch 18. Juni 1Q30 10 Pf. Nr. 280 B 139 AI. Jahrgang Erscheiuttislich«aßerGoautas«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts'. Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW 68, Liodenstr.Z SfuUautyajße Jßh UszeiKtupreisi Die einspaltige Vonpareillezei le »0 Pf., Reklamezeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Dorwärts Scheiden!) Das Reichsbanner hält ebenfalls, aber unbestraft, mili- tärijche Uebungcn ab.(Hört, hört! rechts.) Wir beantragen ein Beschwerderecht der aus dem Aussührungsgesetz zum Friedensvertrag verbotenen Organisationen. Das Ilniformverbot ist:n beiden Fassungen verfassungswidrig, weil jede Beschränkung der Verein:- gungssreihcit der Verfassung widerspricht. Minister Braun hat eine Rechtsbeugung begangen durch die Maßregelung von Beamten entgegen reichsgerichtlicher Eni- scheidung wegen des Freiheitsbegehrens. Der Berfassungsminister muß Herrn Braun in feine Schranken zurückweisen. Der Redner nennt die Verfassung ein Genlisch zwischen Liberalismus und proletarischer Zudringlichkeit, die in Privat- Verhältnisse hineinschnüffeln will, ohne vom Vizepräsidenten Graes geriigt zu werden. Die zroangsmäßige Beteiligung von Schulkindern an Berfassungsseiern ist ein unzulässiger Mißbrauch der Schule und der Kinder zu politischen Demonstrationen und«ine Ver- letzuitg des Elternrechts. Der Berfassungsfeierzwang für die Be- nmten ist empörend.(Zuruf links: Wie war es denn früher?) Abg Frau Arendsee(Konim.) spricht gegen den§ 218 und gegen die Kürzung der Ausgaben zur Sozialhygiene. Das Reichs- tuberkulofegesetz wird mit Scheingründen oerschleppt, während das preußische Gesetz versagt hat. Die Rednerin behandelt ausführlich das Lübecker Säuglingssterben und fordert einen parlamenta- rischen Untersuchungsausschuß und sofortig« strosrecht- lich« Verfolgung der Schuldigen sowie Schadenersatz, was die Sozial- deniokraten im Ausschuß ablehnten Die Zunahm« der'Prostitution, die Frau Neuhatls(Z.) beklagte, ist die Folge der verbrecherischen Politik des Zentrums gegenüber dem vjeiblichcn Proletariat. Deutschland steht an der Spitze der curvpäischen Lander mit den Erkrankungen an K i n d b e t t f i e b e r. Schamlos ist nicht, wie Frick sagte, der Kampf gegen den Z 218, sondern seine Sozialpolitik.(Abg. Geschke ruft zur Regierungs- bank: Die Berbrecher da oben schweigen und erhält einen Ordmingzruf.) Abg. Sparrer(Dem.) wendet sich gegen die Berhöhrniirg der Bersassung durch Abg. Everling. De« Zuständigkeit und Machtvoll- kommenheit des Reichsgesundheitsamtes ist unzureichend. Abg. Dr. Runkel(D. Bp.) beklagt den Mangel eines Reichs- uolksjchulgesegcs und hält Dr. Wirth für den richtigen Mann, es zu machen, denn Warth Hobe gezeicht, daß«r Aerständnis für liberale Gedanken Hobe, und darum könnte er ein Schulgesetz schaffen, das e.nen Ausgleich der kulturellen Gegensätze bedeutet. Dann meint der Redner, das gestrig« Rededuell Frick-Wirth sei ein homerischer Kampf, aber für die Reichseinheit nicht nützlich gewesen. Oer 41. Säugling tot! Lübeck, IS. Juni. 3ft der letzten Nacht ist wiederum eine, der ml« dem Tuber- kvlosepräparai gesülterten und erkrankten Säuglinge gestorben. Dadurch erhöht sich die Todes, ifser aus 41. Krank sind noch SS Säuglinge, gebessert 4S. gesund bzw. in Srzilicher Beobachtung sind 72. Großfeuer in der I�aupachsiraße. Sin ganzer Sckhauavachstuhl zerstört. Durch ein Großfeuer wurde heule früh der Dachstuhl de, Eckhauses Raupachstraße 9 völlig zerstört. Kurz»ach IIS Uhr schlugen aus de» Bodenluke» die ersten Flammen em-por. Bon Passaiüen wurde das Feuer bemerkt und die Feuerwehr akarmiert. Au dem ausgetrocknetem Dachgebälk und dein Inhalt der Bodenverschläg« fanden die Flannnen über- reiche Nahrung und griffen wie rasend um sich. Als kurz nacheiiwnder drei Löfchzüg« unter Leitung des Branddirektors Pozdziech an der Brandstelle eintrafen» brannte der ge- i a m t e O a ch st u h l in einer Länge von etwa 20 bi's 6l)M«ter b-reiis lichterloh. Auf den Alarm„Großfeuer" wurden dann drei »eitere Löfchgsige nach der Raupachftraße beordert. Heber mehrere mechanische Leitern und von den Nachbardöchern aus wurde das Feuer aus sieben Schlauchleitungen bekämpft. Erst noch mehr- stündiger angestrengter Arbeit war die Gewalt des Feuers gegen Uhr gebrochen. Die Auf räu m u ngsa rbei tc n, gie von mehreren Ablösimgxzügen vorgenommen werden, dürften bis in die Abend- stunken hinein dauern. Zweit«, Dodesopser der Schießerei bei Groß-ftreuh. Der bei dem Feuergefecht beiSroß-Kreutzam Hnnmelfahrtstage schwer verletzt« O b« rl a n d j a g e r Räch, der seitdem in hoffimngnolem Zustand« im St.-Marien-Kronkenhau, in Brandenburg darnieder- lag, ist Mittwoch morgen, kurz nach S Uhr. seinen Berletzungen er- legen. Bon dem flüchtig gewordenen zweiten Verbrecher ist noch immer kein« Spur. Za Vallvie» ist«ine Revolution ausgebrochen. Doktorarbeit in Greifswald. Kulturgeschichtliches Zeitbild. Wir lesen in einer kleinen Druckschrift diese erbaulichen Sätze: „Anstatt-in jeder Weise die Stimmung an der Front und in der Heimat zu heben, anstatt die Siegeszuversicht zu stärken, begann die Partei(die Sozialden: akratische Partei, Anm. der Red.) bereits im ersten Kriegsjahr mit ihrer Verhängnis- vollen Friedenspropaganda..."„An der Verpestung des Fronlgeisies mit dieser Ansicht hat besonders der„Vorwärts" weitgehenden Anteil. Der einfache Soldat sah nicht mehr ein, daß das Vaterland angesichts der Vernichtungspläne der Feinde weitere Opfer von ihm oerlangen mußiez dadurch wurde die Kampfkraft des Heeres immer mehr geschwächt, während die des Gegners sich dauernd verstärkte. Wohl versuchte die Overste Heeres- leitung durch allerhand Mittel, den nationalen Geist zu heben und die marxistische Propaganda zu bekämpfen: aber vergebens. Immer aufs neue wurden die Lügen von der Friedens- bereitschost der Gegner und von den kriegsverlängernden deutschen Eroberungsplänen den Kriegern vorgesetzt und dadurch die Widerstandskraft des Heeres so geschwächt, daß der Krieg unter Bedingungen beendet werden mußt«, die eines tapferen Volkes unwürdig waren." „Der zweite große(fehler sozialistischer Politik während des Weltkrieges war die Forderung nach sofortiger Wahlresorm. Die Frage der Wahlreform gerade in der Rot des Krieges aus- zurollen, war nicht mehr und nicht weniger als«in verbrechen am deutschen valerlande..„Der blutige Kampf an den Fronten trat für manchen sanallschen Parteiführer zurück vor dem Kampf im Reichstag, und Siege, die man hier gegen Regierung und Rechts- Parteien gewarm, wurden oft freudiger begrüßt als große Waffen- taten an den Fronten. Während das freie England und das republikanische Frankreich die Diktatur von Lloyd George und Ciemenceau ais harte Kriegsnotwcndigkeiien geduldig ertrugen, glaubte man in Deutschland die monarchische Gewalt, die allein durch straffes Zupacken die Gefahren der Stunde hätte beschwören können, immer mehr beschränken zu müssen. So geriet man aus die schiefe Bahn."--- „Gewiß gab es noch andere Ursachen für den unglücklichen Aus- gang des Krieges: daß Deutschland aber so kies fallen konnte, wie es im November lS18 geschah, ist das Verschulden der Sozialdemokratie und ihrer Presse, die es nicht verstanden hat, eigene parteipolitische Ziele und Wünsche dem Wohl des Ganzen unterzuordnen..." Das find nur einige besonders wohlschmeckende Rosinen. Daneben finden sich Feststellungen, wie: „Der Geist der Truppen konnte durch die ewigen Friedens- hoffnungen der Sozialdemokratie nur leiden..„Der Vorwärts" fiel auch prompt auf den Schwindel d�r Friedensbereitschaft Wilsons herein..."„Gegen Wilhelm sei eine Hetze betrieben worden usw... Oder:„Die Feinde kamen hier(in der Abdankungsfrage, Anm. d. Red.) den Wünschen der Sozialdemokratie weit entgegen, und die Sozialdemokratie ergriff die günstige Gelegenheit. mit den Forderungen der Feinde auch ihre eigenen Ziele zu verwlrkllchen." Wo stehen diese Sätze? In einem Leitartikel des „Lokal-Anzeigers" oder in der Rede eines nationalsozia- listifchen„Führers" oder in einer völkischen Broschüre? Rein! Diese und zahlreiche andere politische Biertisch- phrasen sind zu lesen in einer Jnaugural-Disser- tation„zur Erlangung der Doktorwürde, vor- gelegt der Hohen Philosophischen Fakultät der Universikät Greifswald von Hartwig Koch aus Elmshorn bei Hamburg". Ein Herr Hartwig Koch will in Greifswald das Doktorat machen. Er schreibt eine Dissertation:„Die Hamburger sozialistische Presse im Weltkrieg", zu welchem Zwecke er sich hinsetzt, aus einigen Jahrgängen des„Hamburger Echo" ein paar hundert Zitate herausschreibt, das ganze mit deutschnationalen Spießerbetrachtungen verbrämt und das Zeug der philosophischen Fakultät in Greifswald über- reicht. Herr Koch hat es sich also mit seinem„Studium" sehr leicht gemacht. Trotzdem: Die„Dissertation" des Herrn Koch wurde genehmigt und er selbst auf Grund dieser famosen Leistung zum Doktor promoviert. Prodecan war Professor Dr. Heller. Referent Prof. Dr. G l a g a u. Im Jahre der Republik 192gi Dieser neugebackene Dr. Koch hat natürlich dem deutschen Vaterland niemals die Ehre erwiesen, persönlich an seiner Verteidigung teilzunhmen. Zur Zeit des Ausbruchs des Weltkrieges zählte er nämlich volle 11 Jahre! Um so größer ist jetzt sein nationaler Groll gegen die Sozial- demokratie, der ihm zur Doktorwürde verhalf. Es ist an sich schon ein beispielloser Sk an dal, daß die philosophische Fakultät der Greifswalder Universität ein parteipolitisches, unwissenschaftliches phrasengeschwollenes Pamphlet gegen die Sozialdemokratie als Doktordisser- tation genehmigt. Der Fall steigert sich aber geradezu ins Groteske, wenn man am Schluß folgendes liest: „Allen meinen Lehrern, insbesondere aber Herrn Professor Glagau, dem ich die Anregung zu dieser Arbeit verdanke, und der mir jederzeit bereitwilligst zur Seite stand, sage ich herzlichen Dank." Prof. Glagau hat also nicht nur als Referent diese „Dissertation gelesen und gebilligt, er hat sie sogar angeregt! Man sieht, daß in Greifswald der Nationalis- mus auch in den Universitätsbetrieb eingreift. Kein Wunder, daß Prorektor Prof. H o e h n e Mitarbeiter einer haken- kreuzlerischen Studentenzeitung ist. Der Fall Glagau-Koch ist auch ein Beweis dafür, daß die Entgleisung Hoehnes kein Zufall war, sondern daß es anscheinend bei einem Teil der Greifswalder Profesioren zum guten Ton gehört, im Amt nationalistische Politik zu treiben. Das preußische Kultusministerium wird gut daran tun, die Zustände an der Greifswalder Universität näher zu untersuchen. In Greifswald muß Ordnung geschafft werden. �leckicns. Zusammenstoß in der Luft. Alle Insassen der Flugzeuge gerettet. Warnemünde. lS. Juni. Aus dem Fluge von List nach Warnemünde stießen heute vormittag 10 Uhr über der Mecklenburgischen Lucht, etwa)ehn Mellen nördlich der Südspihe bei Alt-Gaarz, die beiden mit Schülern der Deutschen verkeh'rssliegerschule besetzten hetnket-IIef- decker D. 1404 und D. 1346 zusammen. D. 1346 konnte, obgleich das Leitwerk beschädigt war. noch aus dem Wasser landen. Von dem andere,, Flug, zeug war der eine Flügel so schwer beschädigt, daß es, steuerlos geworden, ab- rutschte und so heftig auf dem Wasser aufprallte, daß es völlig zertrümmerte. Di« Insassen konnten sich glücklicherweise so lange auf den Trümmern halten, bis das gelandete Flugzeug herangerollt kam und sie an Bord nahm. Höllenmaschine gegen Schüler. Drei junge Menschen verletzt. Brüx(Deutschböhmen). 18. Znnl. Der Schüler der Brüxer Städtischen Handelsschule Ernst Löwenberg erhielt gestern ein P o st p a k e t zugestellt, daß ihm der Schuldiener im Schulhause überreichte. Als der Schüler S ch e- Berta dem Löwenberg das Paket aus der Hand nahm, e x p l o- d i e et e es und Scheberta brach zusammen. Die Unterspchung ergab, daß in dem Pqtet eine vollkommen fachmännisch hergepellte Höllenmaschine enthalten war. Die ganze Ladung war dem Schüler Scheberta ins Gesicht gedrungen. Er erlitt Verbrennungen an beiden Augen und eine Schwächung des Sehvermögens. Auch Löwenberg und ein anderer Schüler wurden verletzt. Man ist der Ansicht, daß es sich um einen�Racheakt gegen den Bater Löwenl'ergs handelt, der durch seinen Söhn getroffen wer- den sollte. � .Explosion im Waggon! Zwei Arbeiter verletzt Z Isenburg(harz). 18. Iuni. Beim Entladen eines Eisenbahnwagens aus dem Kupfer- werk, in dem sich Altkupscr befand, stießen Arbeiter aus einen Explosionskörper. der mit einem starken Knall explodierte. Teile des Sprengkörpers durchschlugen das Dach des Eisen- bahnwagcns. von den im dem wagen befindlichen Arbeitern wurde der eine so schwer verletzt, daß'er Aufnahme im Kranken- Haus finden mußte, während die Verletzungen des anderen nicht f.? schwer waren. Die Ursache der Explosion ist noch nicht bekanntgeworden. eine gerade beim Einholen befindliche Frau aus der Oberlandstratze zu Neukölln und schleuderte sie In die Luft. Dos Auto fuhr dann in «inen Grünkramladen, wobei die Scheibe in Trümmer ging und die Waren arg zugerichtet wurden. Die Frau wurde in schwer ver- letztem Zustande von dem Privaiauto zum nächsten Arzt geschafft. Schweres Autounglück in Aeuköttn. Frau auf vem Äürge»steig überfahren und schwer verletzt Heute vormittag ereignete sich in Neukölln vor dem Hause Knesebeckstraße vö ein schweres Autounglück. Das Prwatautv Nr. 41 631 geriet auf den Vürgersteig, überfuhr dabei Frick maßregelt! Oer letzte sozialdemokratische Landrat entfernt. Weimar, 18. Zum.(Eigenbericht.) Unter den 1b thüringischen Landrätea befand sich noch ein einziger Sozialdemokrat im Landkreis Alteuburg. Wie nun aus Alkenburg gemeldet wird, ist dem dorttgen Landrat Böhme von dem Razimlnister Frick mllgeleilt worden, daß er 1 m i l dem 1. Zuli in den warte st and verseht wird. Der Altenburger Sreisrat. in dem Böhme Landral war, hat eine starke sozialistische wehrheii. Ts dürste auch in dieser Angelegenheit das letzte wort noch nicht gesprochen sein. Flüsflge Lust explodiert. Panik in Lüttich- LOO Oetonationen. Lüttich, 18. Juni. Die Borstodt Ougree wurde heute vormittag durch die Explosion von 180 Flaschen mit flüssiger Lust in einer dortigen Fabrik in panikartige Aufregung versetzt. Der ersten Explosion folgten innerhalb 30 Minuten über 100 weitere Detonationen, durch die in der ganzen Stadt zahlreiche Fensterscheiben in Trümmer gingen und sonstige echeblichc Schäden angerichtet wurden. Die Bewohner wurden aus dem Schlaf aufgeschreckt und flüchteten in leichter Bekleidung auf die Straße. Die Fabrik- Halle wurde durch die Explosion und den dadurch hervorgerufenen Brand vollkommen zerstört. Mehrere Arbeiter erlitten leichtere Verletzungen. Ltnterschlagang beim OHV. 000 Mk. nahm der Oeutschnationale mit. Hirschberg i. Schl., 18. Juni.(Eigenbericht.) Am 30. Mai wurde bei der Hauptverwaltung des Deutschnationalen Handlungsgehilfenverbandes in H a m b u r g der Buchhalter Rulf nach Unterschlagungvo» 107 000 Mark slüchtig. Nunmehr konnte der steckbrieflich verfolgte Rulf in der Sonnnerfrische Antonienwatd im Isergebirge verhaftet werden. Er hatte sich dort unter dem Namen Johann Möhrenberg als Sommergast eingemietet und machte sich durch große Autofahrten und dadurch, daß er einen Fünfzigmarkschein nach dem anderen wechselte, verdächtig Man fand bei dem Verhasteten nur noch 13 000 Mark. Er wurde in das Hirfchberger Gerichtsgefängiv s ein- geliefert. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde. «rei, isriedetchehai». Der«reis beteili», sich an der«rbeiter-SparUer. Dem-nstraUon deute, MUrwochab-nd. Die«Sruppen treffen(ick wie folgt: Steotou: l"S Uhr Rudolfplot Z-ol-rr!«lum� I7>. Uhr Jugendheim Litauer >-trohe. Mortha Demning: 17", Uhr Jugendheim abrrtyflroßr. IZroitkfiir'er öirrtel:>7', Uhr Jugendheim zrantfurler dlllrr Z'ai« Ringer- 17'., Uhr Niiflriner Piah«Normaluhr). Landsbergir Plast: 17',� Uhr galkenccke. Iii. Isaltenlracht erscheinen und Gruupenmimvcl mitbringen. Ende AHz Uhr. Margen für Note haften des Kreise» Turnen von 18 6i» 30 Uhr in der Schul« Kopvcnftrastc. SO OOO Mark Belohnung— für eine rüde Ministerbeschimpfung. Vor dem Arbeitsgericht klagte Freiherr von Mirbach gegen den Berein für Hindernisrennen, vertreten durch seinen Präsidenten Graf Westphalen. Von Mirbach war früher bei dem ge- nannten Verein als Sekretär angestellt mit einem mehrjährigen Vertrage. Ein Annoncenakgnisiteur brachte ihm ein Inserat zur Aufnahme in die Programmzeitung des Vereins. Das Inserat zeigte«in Rennen an, bei dem ein„preis der Republik" zu gewinnen war. Von Mirbach lehnte die Annahme des Inserats ab mit der Begrün- dung,„preis der Republik", das sei etwas politisches, der Verein für Hindernisrennen sei unpolitisch,(!) deshalb könne er ein Rennen mit dem„preis der Republik" in seinem Blatte nicht an. zeigen. Es gab eine Auseinandersetzung mit dem Akquisiteur, der schließ- lich des preußischen L a n d w i r t s ch a s t s m i n i st e r s. er- wähnte, der zu dem„Preis der Republik" in irgendeiner Beziehung stehen sollte. Daraus rief von Mirbach in lautem Toir„Zch sch... ans den Minister." Der Akquisiteur sorgte dafür, daß diese beleidigende Aeußerung bekannt wurde, und die Folge war die fristlose Entlassung des Sekretärs von Mirbach Tie soll auf Veranlassung des Preußischen Landwirtschasts- m-nisteriums erfolgt sein. To gab es Graf W e st p h a l e n in dem an Mirbach gerichteten Entlassungsschreiben an, das sich im übrigen in Lobeserhebungen der beruflichen Tüchtigkeit des von Mirbach ergeht.— Also eine fristlose Entlassung eines Ange- stellten unter dem lebhasten Bedauern des Arbeitgebers. Nach der sriftlosen Entlassung, die am 20. August v. I. erfolgte, ist Mirbach noch bis Ende September mit verantwort- l.chen Büroarbeiten für den Verein für Hindernisrennen b e s ch ä f- tigtworden. Von Mirbach, der gegen seine Entlassung klagte, fordert Wiedereinstellung oder Entschädigung. Nach langen Verhandlungen machte der Borsitzende des Gerichts einen Vergleichsvor- schlag, der in erster Linie auf W i e d e r e i n st e l l u n g des Klägers gerichtet» ist. Graf Westphalen würde zur Wiedereinstellung bereit sein, er glaubt aber daß sie an den, Einspruch des Landwirt- jchastsministeriums scheitern werde. Für diesen Fall ist er aber bereit, dem Kläger eine Entschädigung von 80 000 M. zu zahlen, wenn der Ausschuh des Vereins für Hindernisrennen damit einverstanden sein sollte. Nach§ 123 der Gewerbeordiumg kann ein Arbeiter vor Ablauf der vertragsmäßigen Zeit und ohne Aufkündigung« n t- lassen werden, wenn er sich grobe Beleidigungen dem Arbeitgeber oder seine Vertreter zuschulden kommen läßt— ohne Entschädigung. Der Sekretär des vom Landwirtschafts- imnistcrium subventionierten Rennvereins aber soll als Abfindung für seine Entlassung wegen grober Beleidigung des eigentlichen Arbeitgebers ein Vermögen von 80 000 M. erhalten, gewissermaßen als Belohnung für die rüde Minislerbeschimpsung! Das noble Angebot des Graf Westphalen bedeutet gerade- zu eine Verhöhnung des preußischen Landwirtschastsministers. Das Preußische Landwirtschaftsmiaisterium wird zu überlegen haben, ob dir Gelder der Steuerzahler zur weiteren Subventionierung eines Dercin» hergegeben werden dürfen, dessen Vorsitzender seinem Se- kreiär 80 000 M. zahlen will für flegelhaft« Beleidigung de» Land- wirtfchaslsministers. ★ Eii«s Zw-scheiispiels sei noch erwähnt. Als Vertreter des bs- llagten Vereins versuchte ein Jurist vor dem Arbeitsgericht aufzu- treten. Wie der Vertreter des Klägers, ein Regie- rungsrat(!), mittteilt«, ist der Kläger in dieser Sache vom Rechtsanwalt Dr. Alsberg beraten worden. Zu seiner Verwunderung erscheine jetzt ein Mitarbeiter von Dr. Alsberg als Vertreter des beklagten Vereins. Dieser Vertreter, Referendar h o f f in a n n. gab an, daß er seinen Vorbereitungsdienst beim Landgericht Oichlenberg versehe und beim Rechtsanwalt Dr. Alsberg als wissenschaftlicher h i l f s- a r b e i t e r tätig sei. Zur Vertretung des Vereins für Hindernisrennen halte er sich für berechtigt, weil er seiine Mitgliedschaft beim Verein angemeldet(!) habe. Das Gericht muhte nun prüfen, ob der Referendar als Vertreter zugelassen werden dürfe. Vor Verkündigung des Beschlusses teilte der Vorsitzende, Assessor W a v r e tz k e, dem Referendar mit. daß er verpflichtet sei, wie der Beschluß auch lauten möge, die Angelegen- heit dem Sammergerichtspräsidenten mitzuteilen. Darauf legte Referendar hoffmann die Vertretung nieder, ohne den Beschluß des Gerichts abzuwarten, und Graf iP e st p h a l e n mußte seinen Verein selbst vertreten. Aachwuchs für Sturmabteilungen. Ziel und Zweck des nationalsozialistischen Schülerbundes. Der Reichsleiter der nationalsozialistischen Schul« Dr. von R e n t e l n hielt aus der in diesen Tagen in W e i m a r ab- gehaltenen Reichstagung des nationalsozialistischen Schülcrbundes «ine Rade, in der er u. a. ausführte: Während die Hitlerjugend Aufmärsche, Geländespiele usw. veranstaltet, sei der Schiilerbund eine Organisation, deren Mitglieder nicht in der Lage seien, aus der Straße in Brauichemden zu demonstrieren, deren Mitglieder also, bestünde der Schülerbund nicht, dem Nationalsozialismus verloren gingen. Selbstoer- ständliche Pflicht äines jeden-chülerbundführers sei es, immer wieder zu betonen, daß der Schülerbunä» im Rahmen der großen IiXgendfront des Nationalsozialismus nichts anderes darstelle als eine Vorstufe zur Hitler- lugend und SA. Ebenso selbstverständliche Pflicht eines jeden Schülerbundesmitgliedes sei es, sobald es dem Terror der Schule nicht mehr ausgesetzt s«, unverzüglich in die Kampforgani- sation der NationalsoziolistischenIugend und SA. einzutreten. Es kann«ach diesen Ausführungen über Ziel und Zweck des nationalsozialistischen Schülerbundes wohl nicht mehr der geringste Zweifel bestehen. Der Bund ist nichts anderes als eine getarnte Parteiorganisation der National- sozialiste n an den Schulen. Insofern steht er im Wider- spruch zur Reichsverfastung und muß lnfolgedssiq, verboten werden.<_ Vtajor pabst soll angeblich beabsichtigen, sich von Venedig nach Deutschland zu begeben. Die Zivilllste für den neuen König. Der rumänischen Kammer (•rat ein Geießentwurs vor, in dem die Zivilliste für König Eorol und Familie aus 100 Millionen Lei(— 2 Millionen Mark) festgesetzt wird. Erlebnisse am Kurzwellensender. Von Adolf Oickfeld-Breslau. Wie klein unserer Erdball ist, wird uns so recht beim draht- losen Wechsclverkehr auf kurzen Wellen vor Augen geführt. Die größten auf der Erde erreichbaren Entfernungen werden heute tag- lich von Kurzwellenamateuren überbrückt. Durch Zusammentreffen besonderer Umstände kann man dabei die interessantesten Erlebnisse haben. Der Laie kann sich keine Vorstellung davon machen, wie erregend nianche Nacht am Kurzwellensender sei» kann. Seit drei Stunden sitze ich nun schon an meinem Empfänger und lausche in den Aether hinaus, es ist wieder einmal nichts als das Gekrache der Luftstörungen zu hären. Ab und zu schalte ich den kleinen Sender ein, drücke aus die Morsetaste und lasse das be- bannte„cq, cq" den allgemeinen Anruf der Kurzwellenamateure ertönen. Niemand antwortet. Es ist schon ein Uhr nachts geworden. Endlich ist eine Station im Gebrodel der Luftstörungen heraus- zuhören. Allmählich steigt die Lautstärke und nun kann ich ganz deutlich den Ruf verstehen:„QST, QST de XEUKS". Fast zehn Minuten lang ertönt der Ruf immer und immer wieder. Wie ich sofort erkennen kann, Ist die Station ein russisches Schiff, das eine Nachricht an alle durchzugeben Hot. Kaum Hot es seinen Ruf be- endet, sofort schalte ich meinen Sender ein und rufe das Schiff an. Ich habe meinen Ruf beendet, schalte in großer Erregung auf Empfang um, und schon ertönt aus meinem Kopfhörer der Ruf des Schiffes, der mir gilt. Und nun folgt etwas äußerst Spannendes. Der Schiffsfunker gibt mir in schlechtem Englisch folgendes durch: „Guten Abend, lieber Freund, hier ist der russische Eisbrecher „Krafsin". Meine Position ist nördlickes Eismeer, nahe der Bären- insel. Seit fünf Stunden bin ich bemüht, dem Dampfer„Krasny Profitern" zu erreichen. Er befindet sich auf der Fahrt von Buenos Aires nach Baldivia, Position: nah« Kap hoorn. Bitte, versuchen Sie ihn zu erreichen. Sein Rufzeichen ist XEUK?. Teilen.Sie ihm mit, daß ich eine wichtige Nachricht zu übermitteln habe. Alles verstanden?" Sofort teilte ich mit, daß ich alles verstanden habe und auf , XEUKP" achten werde.„QST, QST' geht nun auch meinerseits in den Aether, und bald melden sich die verschiedensten Stationen. Ein Spanier, zwei Franzosen,«in Portugiese und ein Südafrikaner, alle wollen sie Helsen, die beiden Schiffe in gegenseitigen Verkehr zu bringen. Bald schwirrt es„c�, cq XEUKT" von den verschiedenen Stationen, sie versuchen jetzt alle.Krasny Prosintern" zu erreichen. Endlich, nach einer Stund« bangen Wartens, meldet der Südafrikaner mir, daß er soeben mit dem russischen Dampfer in Verkehr gekommen sei und ihm mitgeteilt hätte, der Eisbrecher „Krassin" wünsche den Verkehr mit ihm aufzunehmen. Schnell rufe ich„Krassin" an, teile den Erfolg mit, und bald ist es dem Südafrikaner und mir gelungen, die beiden Schisse zu verbinden. .Krassin" bedankt sich noch einmal bei uns Kurzwellenamateuren und beginnt nun ein Gespräch mit„Krasny Profintern". So haben schon oft die Kurzwellenamateure geholfen, sei es bei Schifien in Seenot, sei es bei Katastrophen aus dem Festland. Das ist jener hochherzige, hitfsbereile Geist der Kurzwcllenamateure, die gern manche Nacht um die Ohren schlagen im Dienste der Allgemeinheit. Mit welchen geringen Mitteln die größten Entfernungen auf der Erde überbrückt werden können, zeigt folgendes: Im vergangenen Monat April konnte das erst« drahtlos« Ferngespräch zwischen Breslau itzid Neuseeland geführt werden. Der hierzu verwendete Sender arbeitet mit der winzigen Energie von drei Watt und ist kaum größer als eine Zigarrenkiste. Die Berbindung mit Dunedin auf Neuseeland konnte überraschenderweise über eine Stunde bei ausgezeichneter Verständigung aufrechterhalten werden. Es konnte» dabei interessante technische Versuche durchgeführt werden. Die überbrückte Entfernung beträgt 18 000 Kilometer, ist also die größte. die wir auf der Erde erreichen können. Kleinste Energien genügen, um auf kurzen Wellen im Bruchteil einer vekunde jede Stelle unseres Erdballes zu erreichen. Jede Kurzwellenstation hat ihr bestimmtes Rufzeichen, aus dem der Amateur ihre Landeszugehörigkeit erkennen kann. Solch eine drahtlos« Verbindung besteht im' allgemeinen aus einem unmittel- baren telegrophejchen oder telephonischen Austausch wissenschaftlicher Angaben, denen sich meistens Gespräch« privater Natur anschließen. Ms Quittung für jede Verbindung schicken die Stationen einander sogenannt« QSE-Karten, auf denen die genauen Daten über den erfolgten Berkehr angegeben sind. Darauf sind mit, bunten dicken Buchstaben die. Rufzeichen der Stationen aufgedruckt. Diese Karte hängt der Amateur an die Wand seines Senderaumes und erhält so eine recht bunte und eigenartige Zimmerdekoration. Der Aus- tausch der Nachrichten wird besonders erleichtert durch die Benutzung des im Schifssverkehr gebräuchlichen Codes, der im Amateurbetri:-' durch einige Kürzungen der englischen Sprache ergänzt wurde. Auf diese Werse sind die Voraussetzungen an Sprachkcnntnissen für den Verkehr mit der ganzen Welt aus«in Mindestmaß beschränkt worden. So kann sich z. B. der deutsche Kurzwellenamateur ohne Schwierig- keit mit seinem Partner in Japan verständigen. Die kurzen Wellen einen die Amateure der ganzen Welt und sind zu einem wichtigen Bindeglied aller Nationen geworden. Man hört Im ollgemeinen nur selten von den Erfolgen deutscher Kurzwellenamateure. Der Grund ist darin zu suchen, daß unsere Behörden Privatpersonen gar nicht und wissenschastlichen Vereinigungen nur ausnahmsweise die Ge- nehmigung zum Senden geben. Deutschland steht so als einziges Land der Erde da, das das Senden auf kurzen Wellen feinen Amateuren verbietet. Hoffentlich haben die deutschen Behörden recht bald ein Einsehen und beheben die schlechten Zustände, unter denen wir zü arbeiten haben! Eine Stunde Schönberg. ?iepubkik-Oper. „Erwartung" und„Die glückliche Hand", zwei „Kurzopern", der abscheuliche Name war damals noch nicht erfunden. Damals, als diese seltsamen Gebilde entstanden, denen unsere Opern- bühnen fast zwei Jahrzehnte verschlossen blieben. Kürze, gedrängteste Knappheit und Konzentnertheit ist das Merkmal dieser Kunst des musikalischen Expressionismus, dessen Zeit nun vorbei zu sein scheint, noch bevor' sie angebrochen. Es ist das Schicksal Schönbergs, des ewig Abseitigen, so lange zu früh zu kommen, bis er endlich zu spät gekommen ist. Immerhin, es ist kein unmögliches Wagnis mehr, dies« Werke aufzuführen: auch das heutige Publikum, an mancherlei gewähnt, hat gelernt, sich mit dem befremdlichen Klang des Schön- berg-Orchesters abzustnden. lieber die Erstaufführung der Republik- Oper ist hier kurz berichtet worden: gestern, gelegentlich der ersten Wiederholung, vermochten sich die Besucher der Volksbühne einem starke»,, wenn auch schwer erklärbaren Eindruck mcht zu entziehen. Schwer zu erklären, in der Tat, ist nicht nur,»vas hier vorgeht: noch schwerer, worauf die Wirkung beruht. Am schwersten freilich, n>as das alles uns im Grund« angeht. Die„glückliche Hand', das ist die Hand des Mannes, der in seinen, Schassen glücklich ist, solange das Gefühl, der geliebten Frau sicher zu sein, ihm Kraft gibt.„Er- Wartung' ist ein Drama—„Monodrom— der Frau. Sie ist die einzige Gestalt, die- uf der Bühne erscheint. Einziger Mitspieler und Gegenspieler: der nächtliche Wald. Einziges Requisit: die Leiche ihres Geliebten. Hier wie dort ein« quälerische, fast krankhafte Zu- spitzung subjektiver Problematik: Stoff und Behandlung sind unserem Zeitgeist unsagbar fremd geworden. In der persönlich- dickserischen Gestaltung der„glücklichen Hand' ahnen wir einen Untergrund des persönlich Erlebten. Die Dichtung des Monodrams. sie stammt von Marie Pappenheim, liest sich peinlich im Unvermögen ihrer krampfigen Sprache. Aber das Wort geht großenteils unter in der Musik. Von der Genauigkeit und Kompliziertheit, mit der diese gearbeitet ist, gewinnt der arglose Hörer keine Vorstellung. Man muß die Mavierausziige sehen(sie sind in der Universal-Edition erschienen), man muß das rätselhaft Verwirrende der„glücklichen Hand' im Noteirbild sehen, und wie hier, Wort und Musik, Licht und Gebärd« nach der Vorschrift des Autors Takt für Takt inein- andergreifen: aber es steckt etwas in dieser Musik, das nicht aus einem bewundernswerten Kunstoerstand kommt, etwas Zwanghaftcs, Geniehaftes, das ihre Wirkung unwiderstehlich macht. Diese„glück- liche Hand' hat die lähmende Gewalt eines Älbtraums. Die Wiedergabe beider Werke, unter Klemperer und unter Z e m l i n s k i, kann nicht hoch genug gerühmt werden. Dieser Schönberg-Abend, dem Ravels„Spanische Stunde' einen freundlich-heitere» Ausklang gibt, rückt die Republit-Oper wieder in den Vordergrund des allgemeinen Interesses. Vor kurzem konnten wir unseren Lesern berichten, daß im Landtag ein bürgerlicher Antrag auf Kürzung des Etats durch die sozialdemokratisch« Fraktion zu Fall gebracht worden und damit die Fortführung des Opern- betriebes gesichert rst. Einstweilen auf ein weiteres Jahr. Unter- dessen haben, wie man weiß, zwischen Staat und Stadt Berhand- lungen eingesetzt, die aus«ine Uebernahme der staatlichen Aolks- bühnen-Derpflichtung durch die Städtische Oper abzielen. Es ist für m,s nicht der Augenblick, zu diesen Verhandlungen Stellung zu nehmen: das entscheidende Wort hat die Volksbühne zu sprechen. _ K.P. Vle Moderae Galerie Merlhelm. Selpziger Straß«, zeigt gegenwärtig eine Ausstellung moderner srnnzSsilcher«ärastbik Ferner eine Somker- auSstellung:>on.�cichnungrn»nd Holzschnitte!, des Schweizer» Oswald Gocldi. verviier Gesellschaft stlr Psychologie und Ehoratterlogie. In der Leibpiz- Oberrealichule, Charlottenburg, s-tnllerstr. t26. am Donnerstag,*ltS Uhr Dr. A. Herzberg über:.SuggestümSprobleme'. Swzellarten an der Abendkasse. „Das Hohelied der Krast." phoebus-palast. Anläßlich der Weltkrastkonferenz gelangte am Dienstag ein Film ■zur Uraufführung, der weiten Kreisen die ungeheure Bedeutung der Elektrizität als Kraftprobe vor Augen führen und gleichzeitig auch den Kennern etwas Besonderes bieten will. Der Film, der mit großem Fleiß und unter der Mitarbeit zahlreicher Kräfte hergestellt ist, behandelt das Thema in drei Teilen. Zuerst wird das Wesen der Elektrizität in seinem Zusammenhang mit den kosmischen Kräften zu erklären versucht: vor unseren Augen tanzen die Elektronen. Im zweiten Teil wird sodann eine Darstellung der Entwicklung der Elektrophysik gegeben. Alle hervorragenden Forscher, die zun, Siegeszuge dieser neuesten und größten Kraft beigetragen haben, werden in Wort und Bild vorgeführt. Man sieht ihre entscheidenden Experimente und charakteristische Abschnitte aus ihrem Leben. Besonders ausführlich wird Werner Siemens gezeigt, aber auch Rothenau, Edison und besonders inartant Oskar von Miller präsen- deren sich uns in geschickter Darstellung. Henry Stuart(Siemens), G. K r ö y i n g(als Rathenau), Harry E r n st(Oskar von Miller) seien besonders hervorgehoben. Da dieser Filn, die Kritik der Fach- leute passieren muß, ist auf das genaueste und sachgemäßeste Detail die größte Sorgfalt verwendet. Der dritte Hauptteil in dem Wirten der Elektrizität ist der Welt von heute gewidmet. Die manmgfachsten Anwendungsgebiete vom Haushalt bis zur großen Industrie werden uns vor Augen geführt, man spürt den ungeheuren Rhythmus, der als Lebensquelle der Wirtschaft von der Elektrizität ausgeht, und verfolgt staunenden Blicks die Riesenanlagen von Kraftwerken, Ueberlandstationen und Wasserstaubecken, die in der ganzen Welt geschaffen sind. Es erklingt wirklich das Hohelied der Kraft in der Begleitmusik von H. Dräns- mann, der fein« Weisen dem mannigfachen Inhatt des Films sehr geschickt angepaßt hat. Der Film,'für dessen Idee und Manuskript Herbert F. Mueller verantwortlich zeichnet und der vom Naturfilm Hubert Schonger herausgebracht ist, wird über die Fach- kreise hinaus das groß« Publikum in weitestem Umfange inter- essieren. Der Laie wird freilich vom Standpunkt des Filmbesuchers aus einige Einwendungen erheben. Es werden zwar in dem histo- rischen Teil Hinweise geboten über die Meßmethoden der Elektrizität, aber eigentlich anschaulich wiro dies« Materie nicht.(Wie wir hören, soll das in einem Nebenfilm nachgeholt werden.) Die Bilder aus dxm Leben der hervorragenden Erfinder werden manchem etwas zu breit und anekdotisch vorkommen, zumal der Laie nicht minier die Bedeutung der gewählten Szenen versteht. Im 3. Teil wird man einige wirtschoftspolitische Ergänzungen vermissen, die auf die Bedeutung der Elektrizität im Gesamtkraftprozeß hinweisen und internationale Vergleiche anführen, besonders auch über den Konsum der Eick- trizität im Haushalt. Dabei würde dam, von selbst die verkehrte Preispolitik der Clektrlzitätswerte behandelt werden müssen, die die Ausdehnung der Elektrifizierung vorläufig hemmt. Aber da« olles sind Einzelausstellungen, die dem Gesomteindruck keinen Abbruch tun. Stummer oder Tonfilm? In den Kosmos- Lichtspielen in Lichten- berg hat während zweier Wochen eine Abstimmung des Publikums stattgefunden, ob— wie bisher— stumm« Filme mit Orchester. begleitung sowie Bühnenschau bleiben oder ob Tonfilm« vorgeführt werden sollen. Bon insgesamt 3005 abgegebenen Stimmzetteln waren 787 für -.onzilme. mährend sich für die Beibehaltung des stummen Films mic Orchesterbegleitung 3208 Stimmen aussprachen. Also nur 20 Pro' der Besucher wünschen danach den Tonfilm, während 80 Proz. an oruasich die Vorführung stummer Filme verlangen. Entzauberter Kulissentraum. Lslusionen aus Leinwand und Karben. An der Rückfront des Schau fpielhauf«? 01» G a n» Carmen markt holten zwei Wagen von Riesendimensionen auf niedrigstem Untergestell. Davor aus dem Bürgerstcig euic Warnungstafel: Vorsicht! Und schon beginnen derbe Arbeitersouste den geheimnisvollen Inhalt der 5 Meter langen und Z Dieter hohen Wagen ans Tageslicht zu zerren. Illusionen, nichts als Illusionen! Buntbemalt« Leinwand, mit dünnen cholzstaben versteift, Felsen, kunstvoll cachiert, ganze Zimmer- wände, Portale, Pavillons, alles wandert durch ein« unouffallige Tür zum Fahrstuhlschacht. Dann rasch Den ganzen Zauber aus der Bühne ausgestellt! Die ganze Bühne ist in zwei Hälften geteilt,„Berlin" und„Charlottenburg". Die ein« Arbeiterpartie stellt die Dekorativ- nen aus der„Berliner", die andere auf der„Charlottenburger" Seite auf. In kurzer Zeit ist in angestrengtem Wetteiser d>e Szene auf- gebaut. Durchschwilzt geht es wieder hinunter ins Freie, um von dem 20 Meter langen„Gardinenwagcn" die aufgerollten Prospekte und Rundhorizonte herbeizuschaffen. Dieser„Gardinenwagen" wird, wie die anderen Wagen auch, seit einem Jahr von elektrischen Schleppern gezogen. Während der Fahrt dirigiert e>n„Steuer- mann" das rückwärtige Räderpaar um die Straßenecken und Ein- fahrten. Der Weg zu den Magazinen ist nicht weit. Im Haupt- magazin in der Prinz-Friedrich-Karl-Straße werde» die Wagen ein- fach vom Untergestell weg direkt auf den Aufzug gerollt, steigen bis zu dem Stockwerk hoch, in dem sich die gesuchten Dekorationen, be- finden, werden beladen und wandern wieder auf die Untergestelle zurück. Durchschnittlich werden drei Fuhren für eine Borstellung im Schazispielhaus benötigt.„Peer Gynt" braucht vier Fuhren, da hier noch das Schiff dazu kommt. Lpernvolftellungen bringen es bis auf lZ Fuhren. Die Inszenierung eines neuen Stückes bedeutet auch sür das zirka 40 Mann starke technische Personal des Schau- spielhouses nervenaufreibende Anstrengung. SO bis 60 Proben iür eine Neuaufführung, die dann vielleicht nur ein halbdutzcndmal über die Bretter läuft, sind keine Seltenheit. Dann heißt es alle Kräfte zusammennehmen, um in der staubgeschwängerten, von Anilinsorb- tcilchen durchsetzten Luft die Aufbauten zur sestgesetzten Stunde scrtig- zustellen. Aufbau des Bühnenbildes. Großes handwerkliches Können gehört zur Bühnenarbeit. Bon'-6 Uhr früh bis li5 Uhr nachmittags arbeitet die«ine, von HS Uhr bis',-12 Uhr nachts die andere Schicht. Oder es wird Doppelschicht gemacht, dann arbeitet dieselbe Gruppe 5 Stunden am Bormittag und 5 Stunden nachts. Uebcrstundcn sind nicht selten, da häufig die bereits aufgestellten Dekorationen im letzten Moment noch überarbeitet und anders placiert werden müssen. Unsällc waren nainentlich in den Iahren nach dem Äriege häufig, haben aber in letzter Zeit bedeutend nachgelassen. Wünschenswert wäre es, wenn auch die Kategorie Arbeiter, die zu 99 Proz. im Allgemeinen Deut- fchen Beamtenbund organisiert sind, in der Entlohnung ebenso ge- halten wären wie ihre Kollegen von der städtischen Oper. Gerade bei der heutigen kulturellen Mission der Staatstheatcr sollten dies« wichtigen Heiser für dos technische Gelingen der oft sehr komplizierten Inszenierungen auch materiell besser gestellt fein. In, Vergleich mit den fünfsteOgen Prominentengagcn wirken die Gehälter dieser, dem Publikum stets unsichtbaren, aber auch ihre Verantwortung tragenden Handwerker oft beschämend gering. Geld liegt in der Siegesallee. Kreditbrife der Amerikaner. Mr. Baker und Mr. Spakman aus New Pork waren im September vorigen Jahres.zum Besuch in Dresden. Ehe sie eine Autorundfahrt unternahmen, übergab Baker seinem Freunde einen Kreditbrief über 2Z00 Dollar zum Ausbewahren. Mr. Spakman legte den Kreditbrief zu seinen, eigenen, der über ?00 Pfund Sterling lautete, in seine Handtasche und verschloß sie. Bei der Rückkehr von der Rundfal>rt mußten die Ameritaner in aller Eile zum Zuge, um nach Köln zu fahren. Das Gepäck wurde ihnen in das Wagennbteil hineingegeben. Kurz vor Köln bemerkten sie zu ihrem Schrecken, daß gerade der Handkoffer mit dem wertvollen Inhalt verschwunden war. Die Amerikaner konnten sich nicht erinnern, ob der Koffer schon in Dresden verschwunden war oder erst unterwegs. Zwei Tage später erschien in Berlin bei der American-Expreß-Compani« ein junger Mann, der sich mit dem Ausweis von Mr. Baker auf dessen Kreditbrief 2500 Dollar auszahlen ließ. Als der Scheck in London vorgelegt wurde, stellte sich die Fälschung der Unterschrift heraus. 14 Tage später erschien wiederum ein junger Mann in Paris bei der Cook-Bank, um sich als Mr. Spakinan 300 Pfund auf seinen Kreditbrief aushändigen zu lassen. Dort wurde aber die Fälschung der Unterschristen erkannt und der ongeb, liche Amerikaner, der sich als ein gewisser Laib Lichtenberg ans Leinberg entpuppte, festgenommen. Lichtenberg ist in Paris zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt und nach Verbüßung der Strafe nach Deutschland ausgeliefert worden. Er wurde hier auch als die Persönlichkeit wiedererkannt, die den ersten Kreditbrief ein- kassiert hatte. Das gab Lichtenberg auch vor Gericht zu. Die Frage war nun aber, wie er in den Besitz der Kreditbriefe und der dazu gehörigen Ausweise gekommen war. Er hatte damals in Leipzig gelebt und bestritt, jemals in Dresden gewesen zu sein. Dagegen behauptete er. daß er am 11. September nach Berlin gefahren sei, um einen Freund zu besuchen, der ihm eine Stellung beschaffen wollte. Abends hier angekommen, habe er einen Spaziergang zum Brandenburger Tor gemacht und in der Siegesallee eine schwarze Brieftasche gesunden, in der sich Kreditbriefe befanden. Die Amerikaner hatten Berlin nicht berührt. Die Erzählung Lichten- bergs erschien dem Gericht sehr märchenhaft. Das ganze Geld will er innerhalb der 14 Tage bis zu seinem Auftauchen in Paris in Berlin verjubelt haben. Anscheinend ist Lichtenberg der Mittels- mann für«ine internationale Diebesbande gewesen. Das Gericht verurteilte Lichtenberg wegen Unterschlagung, Bc- trug und schwerer Urkundenfälschung zu einem Jahr zwei Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 10 Wochen Untersuchungshaft. Wegen der Höhe der Strafe wurde Lichten- berg, für den sein Bruder eine Kaution gestellt hatte, erneut in Haft genommen. Arbeiterjugend und Staat. In d«r I u g« n d st u n d e des Berliner Rundfunk sprach Reichs- tagsabgeordneter Genosse Wilhelm Sollmann über„Ar- beiterjugcnd und Staat". In allen wirtschaftlich hoch ent- wickelten Ländern ist, so führt««r aus, die Demokratie dos Ideal der Arbeiterklasse. In Deutschland setzen sich sür dieses Ziel gemeinsam die Arbeiter verschiedenster Weltanschauung ein, sozialistisch« und chri st liche Arbeiter vereinten sich, wenn es galt, bedrohtedemokratischeRcchtezu sichern. Dieser' Geist beherrscht die geistig hochstehenden Arbeiterschichten der ganzen Welt. Nur in Ländern mit weniger fortgeschrittener Wirt- schast und einer kulturell wenig entwickelten Arbeiterschaft unter- werfen sich die Massen noch dem Absolutismus und der Diktatoren- Herrschaft. Der einzelne Arbeiter, der Besitzlose, stellt nicht wie der einzeln« Besitzende schon ein Stück Macht im Staate dar. Erst wenn er sich mit anderen vereint, erst als o r g a n i- fierte Masse kann die Arbeiterschats sich zur Geltung bringen. Einen gewichtigen Teil der deutschen Wählerschaft stellt heute die Jugend dar: Fünf und ein« halb« Million, beinahe «in Achtel aller Wähler, stehen im Alter zwischen 20 und 25. Der jung« Arbeiter erlebt heut« die Krisen des Arbeitsmarktes, er sieht Elend, Arbeitslosigkeit, erschwerte Ausbildungsmöglichkeit für die Besitzlosen. Er sieht, wie der Arbeiter, der schwere schmutzig«, ge- fährliche Arbeit verrichtet, nicht nur schlecht entlohnt, sondern auch von den witrschaftlich bessergestellten Kreisen vielfach noch gering- schätzig behandelt wird. Wir hätten«inen Fortschritt nicht zu er« warten, wenn die Jugend sich gedankenlos mit dem Bestehenden abfinden würde. Sie soll Kritik üben, aber fruchtbare Kritik, indem sie sich über die Wege zur Besserung Gedanken macht und diese Gedanken zu verwirklichen sucht. Der demokratisch« Staat bietet ihr die Möglichkeiten dazu. Aus dem Volk hervorgegangene Arbeiter- fllhrcr haben als Führer des Staates Hervorragendes geleistet. Es war dos Ergebnis jahrzehntelanger Arbeit und Beschäftigung mit staats- und sozialpolitischen Fragen. Die Jugend muß nach Kräften danach trachten, sich solches Wissen anzueignen, damit jeder an seinem Platz für den Ausbau des demokratischen Staates, für seine Zukimst schassen kann. Der„Sturmvogel". Flugverband der Werktätigen, E. V., hat durch seine zielbewußte Arbeit gerade in der letzten Zeit einen der- artigen Mitgliederzuwachs zu verzeichnen gehabt, daß die Zahl der Ortsgruppen wesentlich vermehrt werden mußte. Auch in Berlin ist das Interesse am-Segelflugsport besonders in den Kreisen der Werktätigen stark gefördert worden. Um weiten Kreisen ein Bild von der Fliegerei.zu geben, veranstoltet der Bezirk Kreuz- berg am Donnerstag, dem 19. Juni 1930 abends �,30(19,30) Uhr, in seinem ständigen Berbandsheim, Restaurant Friesenschlößchen, Berlin-»W 29, Friesenstr. 14. Endhaltestelle der Stroßenibahn- linie 14, einen Werbeabend für den„E t u� m v o g e l". Zur Vorführung gelange,, u. o. die Filme„Von der Schulbank bis zum Verkehrsslieger",„Die Entstehung und Fahrten des„V.O. X." Die Leitung der Gruppe Kreuzberg ladet alle Parteigenossinnen und Genossen sowie die Mitglieder der TAI. und der sreigewerkschaft- lichen Jugendbewegung zur Teilnahm« an diesem Werbeabend«in. Der Eintriit ist frei. Freispruch im Cadolsburqcr Bilderdiebstahl. In der Bcrusungs- verhemilung des wegen Anstiitung und Mithilfe im Eadalsburger Bilderdiebstahl angeklagten Berliner Kaufmanns Paul Otto Lüdtkc bestritt dieser in gleicher Weise wie in der Verhandlung om 15. April auch jetzt jede direkte oder indirekte Beteiligung ain Bildcrraub. Der Staatsanwalt beantragte wegen Anstiftung zun, schweren Diebstahl zehn Monate Gefängnis. Das Gericht sprach aber Lüdtke niangels ausreichenden Beweises frei. Wetter für Berlin: Trocken und vorwiegend heiter, wenig Tcmperaturänderung, schwach« östlich« Winde.— Für Deutschland: Im ganzen Reiche Fortdauer des beständigen Wetters. Mittwoch, 18. Juni. Berlin. 16.05 Ingenieur Boehmer: Technische WochenpUudcrci. 16.30 Richard Heuberger(geb. 15. Juni 1850). Lieder.(Sophie Krause.) 17.00 Franz Molnar: Die Jungen der Paulstraße. 17.40 Sport und Literatur.(Axel Cggebrccht und W. Kau!.) 18.05 Trade Lleskc. Am Flügel: Hans Sommer. 18.35 Dr. Tb. Hcuß: Das Neckarland. 19.00 Chorgesänge. 19.25 Arbeitsmarkt. 19.30 Generationskampf? Gespräch zxrischeu Walter von Molo und Erich Reinhardt. 20.00 Militärkonzert. 22.00 Rundfunk-Hörspiel der Rondfunkvcrsucbsstellc:„Orpheus 1930—31" von Robert Seitz— Paul Dessau. Dir.: Der Komponist Regle: Bronsgeest, Nach den Abendmeldungen: Abenduoterbaltung. Königsvasterhauten. 16.00 Von Hamborg: Nachmittagskonzert 17.30 Willi Apel: Bach im Musikunterricht 17.55 Frhr. von Gudcnbcrg. Dr. Heinrich Michaelis: Soldaten- und Kriegslicdcr, 18.20 Haireddin: Erlebnisse unter den Baschkiren. 18.40 Dr. Paul Fechter: Das Drama der Gegenwart 19.05 Spanisch für Anfänger. 19.30 Dr. Dalchow; Die englische Selbstverwaltung. 20.00 Von Hamburg:„Knoblauch". 21.00 Berliner Sportpalast: II. Wcltkraftkonfcren*. Versnchsübcrtragung einer funktelegraphischen Verbindung mit San Franzisko und Reportage über das„Weltkraftfcst". 21.30 Lieder. Berantwortl. für die Redaktion: Wolfgang Schwarz. Berlin: Anzeigen: Th. Slockc. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. Berlin. Druck: Vorwärts Budi» druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 68, Lindenstraste Z. Hierzu 1 Beilage. Thealec, Licltlspiele usw. 20 Uhr »ffien. Satire. Ironie ttelere BedeutnnU Ende nach 221/3 Uhr «Jheater 1. d. Behrenstr. 53-54 S'h U. A4 Zentrum 926-927 S'h U- Direktion Ralph Arthur Roherl. Mein Vetter Eduard Schwank in 3 Akten von Fred Robs Reichshailen-Theater |T| Uhr Das wundervolle Junl.Programm der Stettiner Sünger Tel.: Zentrum 11263 Otaho«- Brettl(Saal und Garten) Variete- Konzert- Tanz Volksbttline Tbcater an BOIrailati. 8V. Uhr Julius Caesar bgii: hrl Biioi lirlla Staat). Sdriller-n. 8 Uhr SAerz, Satire, Ironie n. ttelere Bedeotnng Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Die FlederniaD: M l TDeater d. Westeos Täglich S'/t Uhr: Der BetlMdeni Carola, EIibct, BAttcher, Honten. Sikla, Dora Lessing- -Theater Wiidndina Zill 1.0146 Täglich 8'h Uhr Der Faun «M Uv. Raoblaudi. RiH Headiels, Barry Hitin, Irsuti FUaae. Thu Srotlainstzr.llilw.Viiijel D». Dr. Kartin Zidel Komische Oper Friedrichstr. IM. Merkur 1401,4330. Täglich 8>Ä Uhr liebe nnd Trompeten' blasen Sdiult-'WKlnnihr ✓ FiiUir MiM'itail/'Huhdi Win i-er * Qarrem 8.15 n#r Zentr.ma Indien erlaant VMtr tlltin. S Ii lidii ikB ildd giinjti Itnkitro nd rritirt 4 Ittnttinn MM Diraktian; Dr. Martin Zickel WWW Komische Oper Friedrldwtr.lM. Herkur 1401/4330. Täglich 8V> Uhr klebe und Trom pele nblasen Schulz-- Westermeier-- Finkler Jahrbeck-- Haidx Behrisch ROSE -Theater Or. Frankfartar StraDa 132 Blllettkuse: AI« 3422 u. 3494 Täglich»1« Arm wie eine! Kirchenmaus 1 mit Traute» Pmtal and I Wlllt Rose. Betim det Uunpradnn jcbuüoe iil dar Gartenbdfiie ] tlglicb 5*(Sonntags 5 D.): 1 1 9 grobe Variet�oammen| Is�lene, Lotte, Liese 1 mit Dittern, Hofer, Karstens, | Pyrmont, Kanisch, und Hans Rosa. | Kasse von 11 ühr früh an-| unterbrochen geöffnet. Bamowskn- Bühnen matcr la Dir Strunnaonstr. 8';. Uhr Napoleon greift ein ioü Walter Hatandenf Rtfil: Yirtor Birtawsty Komödienhaua 8V< Uhr Meiae Sdivesttr ond ich Masüiv.ltalbbBNahtT Berliner Praier SoniinsrgaitBnihtatBr Kastanienallee 7—9 Täglich Anfang! Uhr 6 Tarietb-Weltstaill- Ittraktionen ferner die Burleske „Ganz taUdi* sowie Gutl Beer und Greil Lilien in „Der Vogelhändler" Opnttt h 3 Itt.>. lad Zafler Bit 38 UltvIrkendBii Grones KalleBkoown Eintrittspreis von 30 PL an. Netropol-Th. Täglich 8<4 Uhr mit Dir allein aul einer einsamen Insel Michael Bohnen Ttiat i. Koltk.TBt Kottbuser Str. 6 lb. Kenia mit Herta Loewe 4r inhrtn lidrti,«fl I Täal. 5 u. SV, Uhr. B 3 Bart. S2SS Pr. t-6 M. Wochentg. 5 U. 50 Pt.-S M. PLAZA lOOOrM( eörJciiMiend M<*rk) vn 6(Tntic cU&Hrone �44- 193o Für die SOMMEBKDNIGIN 103« sowie weitere SO« Mk in bar fSr die 5 BehSnetea Melduneen; Donnorstoj; oder Freltar ▼on 8 bis 10 Uhr abends sor Vorwahl dürch die Jury Soannbendi von 6 bia 7 L'hr cachmtttsgs »nr Vorwahl durch die Jury » Uhr öffentliche Vorwahl durch Stimm Settel (Auswahl der 5 Schönsten für die engere Wahl) Sonntag: Endwahl der Sommerkönigin(durch Stimmzettelt ond feierliche Proklamation. Tägl. S u. 813 SBUI.I, 3«. B" Alex. E 4. 8066 8 internationale Attraktionen Oeutsdiis MM 1 2 Vtidnilainin 5201 8 Uhr Phaea von Fritz v. Unruh. Rege Max Reinhardt Mitik; Ftinirkk Htilasdir. Bihnnbildtr tmt Sdiitti. Kammerspiele D 2 WeidMdamin 5201 Gesdilössen. Die Komödie II BiShlCk.241 4/7516 S'h Uhr Wie werde idi reidi nnd Mlich? Bs Rirus Ii II Wsiluqia vn Filii JuAiaua. Inik m BUdu Spllmky. üqi«: Eridi Eigtl OKUstumlittin,: Uniwig bintr Direktion Dr. Robert Klein Denlsebes lOnsiler-Theal. Barbarossa 3937 Täglich 9 Uhr ..Idi tanze um dleWelimltdir" vis Miralitj Sfhiffir Bnit: friedridi Hollladir laiii: HauSnlm .JrK MONATSRATEN Donnerstag, den 19. Juni nachmittags 3'/, Uhr. Strumpfe wasche cardinen KanmansEiDll Moses laini. Blrkenslr.29(Eike Pctlltzstr.) Ernst Phllippbaar Gegründet 1885 Gardinen Dekorationen Polstermöbel Gediegea, dach preleverl Roscnthalcr Strafe 40-41 föeilage Miftwodi, 18. Juni 1930 SfriUnwO SfuUaukQaßß dt* loi*u>t£s& Phantastische Lügner Betrachtungen zum Fall Kürten/ von Hans Hyan Unser heutige- Gerichtsverfahren basiert im wesentlichen auf den Tatbestands Merkmalen, soweit schche ersichtlich sind, und auf dem Z e u g e n a p p a r a t. Ich will mich nicht in Er- örterungen über die Heiligkeit des Eides und feine Wertung in> Volksbewußtsein verlieren. Hier möchte ich nur zeigen, daß selbst die glaub- und eideswürdigsten Zeugen nicht selten gar nichts weirer als pathologische Lügner sind— Menschen, die lügen, ohne es zu wollen und wahrscheinlich, ohne es zu wissen— und daß auch aus diesem Grunde unser heutiges Gerichtsversahren überstäntig und erneuerungsbedürftig ist. Die an Pseudologia phantastica leidenden Menschen sind sür den Laien durchaus nicht als patholo- gische Lügner zu erkennen. Auch dem Psychiater werden sie erst in längerer Bekanntschast oder bei dauernder Beobachtung evident. Wie in aller Welt soll der von psychologischem und psychopathologi- schem Wissen heute noch ganz unbeschwerte Richter die Qualität solcher Zeugen erkennen? Line achtjährige Zeugin Das achtjährige Töchterchen Frieda des Hand- wcrksmeisters St. besuchte eine Berliner Gcineindeschule. Eines Tages verlangte der Vater sofortige Ausklärung über einen uncr- hörten Borsall, der sich in der schule zugetragen haben sollte. Nach der Erzählung seiner Tochter habe sich der Klassenlehrer mit der Handarbeitslehrerin auf der Schultreppc geküßt, ja, er habe ihr auch unter die Röcke gegriffen. Auch vor dein Rektor blieb Frieda St. bei ihrer Beschuldigung. Die Kleine ergänzte ihre Aussage noch dahin, daß sie heimlich zugesehen hätte, wie Herr Lehrer X. und Fräulein J. sich während der ganzen Freiviertelstunde auf der offenen Treppe belustigten. Der offenbar gescheite und auch sehr geschickte Rektor sragte imn den Vater über andere Dinge aus, d�e Friedchen zu Hause erzähl: hatte. Da kam z. B. zutage, die Hand- arbeitslehrerin hätte die ganze Klasse im Klassenzimmer mit Kuchen und Schokolade bewirtet, ferner wäre in der Schule ein zwei Meter langes Krokodil gezeigt worden, dos in einer Badewanne in einer Klasse herumschwimme, viele von Fmtws Mitschülerinnen hätten Läuse, die die Größe einer anständigen Wanze noch überschritten, und noch manche andere„Wahrheit" von derselben Qualität... Frieda erwies sich nach d?r Untersuchung durch einen Facharzt als ein Schulfall pathologischen Lügens. Oer Lall Haarmann Im Prozeß gegen den homosexuellen Massenmörder H a o r m a n n traten zwei Fürsorge Zöglinge K. und B. mit der Behauptung auf, daß Haarman» sie in sadistischer Absicht gefesselt habe. Besonders der Zögling K. machte«inen durchaus günstigen Eindruck und schilderte mit äußerster Genauigkeit, wie er, schon an Armen und Beinen gefesselt, nur nach die rechte Hand frei hatte: wie er verzweifelt die Lampe packte und sie durch die Fenster- scheide zu werfen drohte, woraus Haarmann ihn cntsesselt«. Aber dieser Eindruck verslog schnell, als der Leiter der Anstalt erklärte, daß K., ein erwiesen pathologischer Lügner, der Zeit noch, die er seiner Zeugenaussage unterlegte, sür ein solches Ver- breche» des Haarmann durchaus nicht in Frage komme. Der zweffe Zeuge B., schon äußerlich als Psychopath zu erkennen, reproduzierte die Ausjagen des K. vollkommen, beherrschte aber die Situation so wenig, daß man ohne weiteres die schlecht erfundene Lüge her- aushörte. Trotzdem wurden diese beiden gänzlich unglaubwürdigen Zeugen vereidigt mit der Begründung, der Richter habe keines- wegs die Glaubwürdigkeit zu prüfen: das Gesetz verlange nur die Feststellung, daß die Zeugen nicht schon einmal ihre Eidespsiicht verletzt hätten. Eine von den vielen vollkommen sinnlosen Exe- gesen unserer Strasrichter. Was ein Schaffner aussagte 3m Januar 1912 wurden an einem bitterkalten Vormittag der Juwelier Schulz«, dessen Frau und seine Tochter in der Alten Jakobstraße in grauenvoller Weise ermordet. Ich habe aus diesem Gebiete viel Schreckliches gesehen, aber nie wieder der- arl zugerichtete Menschenbilder, denen der Mörder mit einem klauen- artig gebogenen Stahlstück die Schädel förmlich zertrümmert hatte. Gleich nach de� Tat meldete sich ein Autobusschaffner, der folgender- maßen aussagt«:.Ich fuhr durch die Sebastianstraße, als drei Männer aus den Autobus zuliefen. Sie blieben auf der Plattjorm, stellten sich an die linke Seite, einer gab mir 20 Pf., ich sagte, der Preis wäre nur 10 Pf. Mir siel sofort auf, daß die beiden Groschen- stücke blutig waren, ebenso die Hand. Ich sah ihn genau an. der Mann wurde über und über rot. Auch der zweite Fahrgast gab mir einen blutigen Groschen, auch der hatte blutige Hände, ebenso der dritte. Auch an den Stiefeln, sah ich große Blutspritzcr. Ich habe kein Recht. Passagier« sestzustellen. obwohl da- ganz gut wäre. Bahnbeamte haben es und können daher Verfügungen treffen. > Diese Stelle der Aussage ist sehr wichtig. Sie deutet aus die Sucht, sich zu übersteigern und auf ein krankhaftes Gettui-nsbedürfnis hin.) Die drei Männer schätz« ich. aus 2Z— 25 Jahre." Ler Schafs- »er erzählt« dann weiter, wie die drei miteinander gesprochen hätten und am Görlitzer Bahnhof von seinem Wagen abgesprungen wären. Der Polizei gelang es, dem Mann wenige Tage später drei Verdächtige gegenübcxzustellen. Sie gaben an. sie seien allerdings an diesem Tag« alle drei nach Treptow hinaus zum Rodeln oefahren, aber nicht mit dem Autobus, sondern mit dem P f e r d e- o m n i b'u s. Den Schaffner dieses Dehikels ermittelte man und er bestätigte die Angaben der drei jungen Leute ebenso wie ein Speise- wirt in Treptow, bei dem sie gegessen hatten. Das war ihr Gluck. denn der Autobusischas'fner blieb fortgesetzt mit der größten Beharr- lirbkeit bei seiner Aussage: DiesedreiharmlosenMenschen wären blutbefleckt. bleichundoer st ort mit seinem Wagen zum Bahnhos gefahren.,.... n Ich habe den Mann aufgesucht, mit ihm, auch mit seiner Frau oeivrochen Er macht« einen keineswegs auffälligen Eindruck,-r .rank nickt tat als Beamter pünktlich seine Pflicht und war doch«n I l l u s i o nist, einer jener autosuggestioeo. leicht beeinflußbaren Menschen, denen das ungewohnte Erlebnis wie Alkohol zu Kopfe steigt, die nun in einer Arl seelischen Rausches weiter denken und handeln: deren hemmungslose Psyche die von außen überkommenen Eindrücke au- anfangs formlosen Gebilden zu einer schärfer kon- kurierten Wirklichkeit heraufzüchten, da in ihr Reiz und Reaktion so heftig und schnell sich folgend ineinanderspielen, daß die Mögllch- leiten der Kontrolle durch den Verstand ganz entschwinden. Der vielleicht noch gehegte Zweifel an der eigenen Zuverlässigkeit und Wahrhaftigkeit wird durch das sensationelle Bedürfnis, mit der ver- meintlichen Wissenschaft in den Vordergrund zu treten, immer mehr ausgelöscht, und jener selffame Zustand, den jeder Flunkerer schon an sich beobachtet hat, tritt bei dem pathologischen Lügner gesteigert in die Erscheinung. Er glaubt selber fest und ausrichtig än seine Phantasien: je mehr angreifende Zweifel sich da- gegen erheben, desto unnachgiebiger verteidigt er sie und wird, so- fern es nicht gelingt, ihn durch Gegenzeugen zu widerlegen, zu einem für den Angeklagten furchtbaren Schwurzeugen. Die Kriminalge- schichte ist reich an eklatanten Fällen, in denen Menschen auf lange Zeit ihre Freiheit, ja ihr Leben verloren, weil ein Zeuge die Schwur- Hand gegen sie aushob, der, ohne es zu wollen und zu wissen, einen falschen Eid leistete. Wie steht's mit hurten? Wir stehen in diesen Tagen vor einem Kriminalsall, der an furchtbarer Grausigkcit nur etwa von den Masscnmordtaten eines Denke oder Haarmann erreicht wird, und wir haben hier, wenn man den bisherigen behördlichen Feststellungen Glauben schenken will, den vollkommen einzigartigen Fall eines von vornherein geständigen Massenmörders vor uns. Peter Kürten in Düsseldorf hat nach seinen eigenen Angaben mehrere Dutzend Menschen er- mordet, zu ermorden versucht, ungezählte Brandstiftungen, Ein- bräche, Vergewaltigungen und wer weiß sonst noch für Verbrechen begangen. Ich beschäftige mich seit 20 Iahren mit Kriminalistik, und da ich weiß, daß in dieser Materie ohne eine vergleichende Kriminalgeschicht« überhaupt nichts anzufangen ist, so habe ich alles erreichbare Material entweder selbst gesammelt oder aber die Sammlungen anderer studiert und bei meinen Forschungscrgcbnisien berücksichtigt. Aus dieser Wissenschaft erkläre ich, daß mir nicht ein einziger Fall eines wirklichen Schwerverbrechers bekannt geworden ist, in dem der Täter ohne physischen und psych!- schen Zwang überhaupt ein Verbrechen gestanden hätte. Ganz besonders kleine Sexualoerbrecher. Die Sexualität resp. die Erotik ist durch die christkiche Heilslehre zu einem Stiefkind der Ethik geworden, und nur das Sakrament der Ehe kann sür die Kirche die eigentlich seststeheudz Unmoral der Geschlechtsbezrehungen decken. Diese seltsame Kasuistik, das Dognia von einer in jedem Fall— mit Ausnahme der Got«smuttsr— besteckten Empfängnis Hot sich so tief in die christlichen Herzen hineingegrabcn, daß selbst die verunstaltete Seele des Mo- nomanen davon nicht unberührt bleiben konnte. Auch er glaubt an den Cant, an die Lehre von der Notwendigkeit, alles Erotische zu verschleiern, zu leugnen und sein Triebleben in Abrede zu stellen. Ob das nun ein Lehrer ist, der mit seinen Zöglingen Un- zucht treibt, oder ein Mordsadist, den seine Erotik durch einen Blut- sumpf schleppt— immer und überall war nach meinen Erfahrungen der gleiche Hang zur Lüge, zum Leugnen, zur Verschleierung mächtig. Und hier in diesem Peter Kürten steht zum ersten Male ein Mann vor uns, der,, ein erwiesener Krimineller, zweisellos böse Dinge getan hat, der aber wie ein Mordheiland die Verbrechen einer ganzen Welt auf sich nehmen will. Kürten ist ein aus» gesprochener Herostrat. Er sehnt sich danach, der er- schrockenen Welt zu zeigen, was ein einzelner Verbrecher an Untaten leisten kann. Kürtens Gesicht zeigt den Monomanen und Psycho- pathen düsterster Qualität. Er gehört zu jenen Melancholikern letz- ten Grades, denen das Leben(der anderen!)«in Greuel ist, bei denen sehr wahrscheinlich die Erotik, die immer in das Zeugen Der- derben einschließt, nur nach Tod und Vernichtung bedeutet. Wir haben in den Religionen, die immer der Ausdruck psycho- pathischer Uebersteigerung gewesen sind, Kultbeispiele, die ganz auf derselben Linie laufen. Die Zigeuner verehren in ihrer Göttin Bohwone das finstere Prinzip des Todes und des Verderbens. Ganz ähnlich wie die A s f a s s i n e n ihrer Todcsgöltin Eblis als dem letzten Heil huldigten. Die indischen Thougs opscrn einer ähnlichen Gottheit mit der hansenon Schlinge, die um einen Men- schenhals fliegt, und beinahe all« Kopsabschneider unter de» ofrikani- schen Stämmen, den Australiern ebenso wie auf dem indischen Ar- chipcl bringen die abgeschlagenen und im Rauch des Tempels gc- dörrten Köpfe als Opfer ihren Götzen dar. An diese Dinge muß man denke», wenn man die Toten unserer Massenmörder und besonders der Scxualmörder begreifen will. Der stärkste Atavismus, also das Zurückgleitcn in die Urinstinkte der Menschheit, bei denen die Liebe aus dem Tode wuchs, wie sie auch in den Tod mündete, wird in solchen Individuen der Jetztzeit, in denen verderbliche Einflüsse Hemmung und ethische Erkenntnis zer« störten, wiederum urlebendig. In ihren Köpfen ist die Wahrheit und Wirklichkeit einem Urwald gleich, durch den sich niemand hin- durchfindet und der kaum in einzelnen Lichtungen begreifbar und verständlich wird. Das Seltsame o-ber bei solchen eigentlichen doch Menschen unähnlichen Individuen ist ihre fabelhaft« Sug- gestio! rast. Nicht allein, daß sie die Frauen mühelos sich ge- sügig machen, sie erreiche» es auch, daß sie die Zeugen ihrer Taten so unter ihren Bann bringen, daß diese entweder zur Entlastung oder aber zur Belastung wahrheitswidrig mit einem verwunder- lichen Eifer bereit sind.» Diesem sich immer wiederholenden Umstand schreib« ich es zu, daß im Falle Kürten die sast sinnlose Meng« von Einzeltaten von den Zeugen sast durchweg gestützt und bekräftigt werden. Man darf gespannt sein, wie sich ein solches Schauerdrama vor Gericht unter dem zweifellos kontrollierenden Einfluß des Richters entrollen wird. Krisen unter Wilhelm II. Eine neue Ehrenrettung Eulenburgs Es gibt zur Zeit in Deutschland eine ganze Schule von historischen Schriftstellern, als deren Ziel man die Ehrenrettung des Hauses Hohcnzollern ansehen kann. Die Regierung Wilhelms II. soll von den Flecken gereinigt werden, die„mißgünstige Menschen" ihr beigebracht haben. Als ein besonders peinliches Stück der wilhelminischen Zeit gilt die Vorherrschaft einer allmächtigen Hofclique, der dunklen Kamarilla um den Fürsten E u l e n b u r g. Der culGiburgksche Kreis ist dann durch den Angriff Maximilian Hördens ge- sprengt worden. Der ungeheure Skandal, der durch die Harden- Eulenburg-Prozesse hervorgerufen wurde, hat ganz besonders dazu beigetragen, schon in der Vorkriegszeit die moralische Autorität der Hohenzollernmonarchie zu untergraben. Der Graf, später Fürst, Philipp Eulenburg war in den ersten 18 Regierungsjahren Wilhelms II. unbestritten der intimste und m ü ch t i g st e Freund des Kaisers. Als der Skandal über Eulen- bürg hereinbrach, hat sein kaiserlicher Freund ihn ohne Bedenken fallen gelassen. Trotzdem gehört zur Ehrenrettung Wilhelms II. . unbedingt auch die Ehrenrettung Eulenburgs. Wenn sich nachweisen liehe, daß Philipp Eulenburg kein unwürdiger Höfling, sondern ein bedeutender Staatsmann und makelloser Mensch gewesen sei, dann hätte es unter Wilhelm II. keine Kamarilla gegeben, der Eulenburg- Skandal hätte einen Unschuldigen getrossen, und ein besonders häß- licher Fleck voin Ehrenschild« der alten deutschen Monarchie wäre gefflgt.! Wie man sieht, eine Ausgabe, deren Lösung sür diese Histo- rikerjchule sich lohnt. Als erster hat, gestützt aus die Erinnerungen und Dokument« des Fürsten Eulenburg selbst, der bekannte Geschichtsprofessor in Tübin- gen, Johannes Haller, die Verteidigung Eulenburgs über- nommen. Anschließend an die Arbeiten Hallers ist nun ein neues umfangreiches Buch erschienen:„Philipp zu Eulenburg, sein Leben und seine Zeit, von R. C. M u s ch l e r, Leipzig 1930, Ver- lag Grunow." Muschlcr hat eine Meng« Material zusammengetragen, vor allem aus dem Familienarchiv der Eulenburgs. Auch wer sein« Auffassung nicht teilt, muß zugeben, daß hier ein interessanter und charakteristischer Beitrag zur Geschichte Wilhelms II. vorliegt. Freilich ist Muschler von schwärmerischer Bewunderung für Eulenburg erfüllt, der als der klügste und best« Mann seiner Zeit er- scheint. Wilhelm II. wird im allgemeinen freundlich behandelt, und nur, sofern er sich von Eulenburg trennte, getadelt. Mit wilden Schmähungen werden dagegen die Personen überschüttet, die nach Meinung Muschlers am Sturz Eulenburgs schmd waren, vor allein Maximilian Harden, dann Holstein und B ü l o w. Eine solche Verteilung von Licht und Schotten fft viel zu naiv, um auf krittsch gestimmt« Leser zu wirken. Eulenburg hat zwar ein« ganz große politische Rolle gespielt, ober er hat sich im Grunde für Politik nur wenig interessiert. Seine wirklichen Gaben logen aus g e s c l l s ch a s t l i ch 1 l l 1 in m in n n n o o o o o oorrrrrstttttttttuyuuuuv stich 20 Worter von je drei Buchstaben zu Hilden, deren Ansangs- buchstaben oneinaiikergerejht ein Sprichwort ergeben.— Di« Worter bedeuten: l.«taht in Süddeutschlond: 2. Bibl. Person: 3. vchonk- stub«; 4. Bündnis: S. Farbe: 6 Erkennungszeichen: 7. Nachtvogel: 8. Hauseingang: 9. Handluvg: s6 Schweizer Äonton; 11. Lebens- ende: 12 Römische Gottheit: 13. Bergrücken bei Braunschweig: 14. Senkblei: IS. Erde: 16. Zahl: Schlechte Lebenslage: 18. Antilopenart: 19. Zeitmesser; 20. Bodensenkung. kr.— Kapselrätsel. Den näckjstehenben Wörtern sind je drei, dem letzte» Wort zwei auseinandersolgende Buchstaben zu xntnehmcn, die aneinandergereiht ein holländisches«prichwort ergeben: Hausdiener, Notizbuch, Spottreim, Schreibtinte, Andenken, Dschungel, Danzig, Melodie, Paletpost, Lotterie. Irl. Königszug. H. S. Strafbar. Die Zweidrei, die ich dem Krämer gab, War eins, er nahm sie mir darum ab. Er fluchte und sagte dann etwa zu mir: „Allorten blüht jetzt die Einszweidroivier: Die«ache hat ihre Vierdrej offenbar, Ohne Müh' wird man reich, doch man läust in Gefahr!' (Auslösung der Rätsel nächsten Sonnabend.) ep. Auflösung der Bätsel aus voriger Nummer. Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1 Fis: 3. Kuh: S er: 6. Tyr: 7. Ar- 9. Olita; 10. Eulen; 12 Hai; 13. Orgel; 16. 5p er: 19. Ammer�22. Stift: 25. All: 27. Allah: 29. Adel«; 31. Si: 32. Erl: 33. ia; 34. Sali 35. Pon.— Senkrecht: 1. Frigg: 2. Stahl; 3. Kreis; 4. Halde; 5. qi:«- re; 9. Oho; 11. nur; 14. Rom; 15. Ehe: 17. Pat: 18. Elf: 19. Ala: 20. Melis: 21. Rahel: 22. Skalp: 23. Iwein; 24. Tee: 26. Wein; 28. le. 30. la. Worträtsel: Aas«. Bqsel. Buchstabenrätsel:�. Dam«: 2. Erde: 3»ah«: 4. wall: ö Unna: 6. hos«; 7. Ries; 8 Elle; 9. Zuli: 10.»nis; 11 Cent: 12. Oase: 13. Blei.—„Der wahre Jacob." Silbenrätsel: 1. Watt«: 2. Eskimo: 3. Rachel.- 4. Stein» Häger; 5. Indien: 6. Ehrestomathie; 7. Rubien; 8. Zgnorant; 9. Ehaussee: 10. Thenns: 11. Rase; 12. Ulsen: 13. Chiemsee: l4. Dan- Set; 15. Elsenbeii,: 16. Rheumatismus; 17. vrina: 18. Eid.'rente; 19. Centime; 20. Kiefer; 21. Elbrus: 22 Seide: 23. Theodor; 24. Rallen: P. Elbe: 26. EambritPe: 27. Kiesel; 28. Tadel.—„Wer sich nicht nach dex Deck« streckt, dem bleiben die Füße unbedeckt." i faliborfporls«s fertig brachte, feie Maitnschast npn«tegli� und üchöneherg zu fchlagon. Der Wanderpreis verblieb der Meister- iiiannfchaft. Der Vereinsrekord mit 238 ist auf 248 Ringe geschraubt morden. Auch die Ehrenscheiben, die von Koch und Bcumipski srfchoffen wunden, verblieben in„Mitte". Der Abend vereinte an- stistlich des Stiftungsseftes die Auswärtigen und die Hiesigen. Eine Herausforderung der„Griinefelder" für den Herbst wurde begeistert snifgenonimen. Die Reiultute beweisen, daß auch bei den Arbeiter- schützen wirklicher Sporf und Erziehung am einzelnen geleistet wird. Interessenten erhalten Auskunft in der Geschajitestellei Stefan Bru- inirfki, SW. 19, Koinmandantenstr. II] Merklir 7752. Sportfeste an der Peripherie bringen dem Arbeitersport stets Erfolg Denn unsere Arbeilersportler im engeren Umkreise der Weltstadt Zeil und Weller ausnützen, um entweder als Sport. feftarrangeure oder als unlerftühende Bundesgenossen aufzutreten. so finden sie in den kleinen Orten und Städten bei der Bevölkerung einen ganz anderen, größeren Resonanzboden als in der Großstadt, �str diese ist es meist ein Fest, das bei der Größe der Verhältnisse über einen sehr begrenzten örtlichen und personellen kreis hinaus kaum bemerkt wird. 3n den Vororten ist ein Sportfest meist das Fest des Tages. So veranstalteten die Arbeitersportvereine der im Norden ge- legenen ersten Gruppe ihr d-iessähriges Sportfest auf dem Herr- lich gelegenen städtischen Platz in Bernau. Bereits frühzeitig am Sonnabend trafen die meisten Teilnehmer in der alten Hussiten- stadt ein, um sogleich, vom Bahnhof abgeholt, ihre von Oer Bernauer Arbeiterschaft gern zur ZJerfüguirg gestellten Quartiere zu beziehen. Ein Bühnenschauturnen vereinte dann am Sonnabend abend alle Teilnehmer im Restaurant„Bellevue". Aus dem dabei gebotenen reichhaltigen Programm seien besonders die Freiübungen der Kreis- frauenschule, die Gymnastik der Bernauer Männer und die Bor- lührungen der Hermsdorser Arbcitersportler unter dem Motto„Frei- Übungen einst und jetzt" hervorgehoben. Eine gutausgeführte Tanz- studie zweier Sportlerinnen„Bolero" fand viel Beifall. Am Sonn- mg früh holte das Bernauer Tambourkorps die Sportler frühzeitig aus den Betten. Bei den dann stattfindenden Borkämpfen, die das reichhaltige Nachmittagsprogramm notwendig machte, führten die Männer einen Gerätekampf in Gestalt eines Siebenkampfes, die Frauen einen Fünfkampf und die Jugendlichen einen Sechskamps durch. Die höchste Punktzahl bei den Männern erreichte Mattera (FTGB.-Nordring) mit 204� Punkten, bei«den Frauen L. Himer (FTGB.-Pankow) mit 253 Punkten und von der Jugend Klatle (Schönwalde) mit 1871� Punkten. Am Nachmittag vereinigte ein Feftzng durch die Stadt an 400 Sportler und Sportlerinnen. Aus dem Festplatz wurden die Massen- Übungen und die leichtathletischen Wettkämpfe durch eine Ansprache emgeleitet. Wettkämpfe und Spiele fanden ei» begeistertes Publikum: dem Arbeitersport wenden durch diese Veranstaltung sicher neue Freunde gewonnen worden sein. » Sonnabend und Sonntag hatte das Arbeiterzportkartell in Hennigsdorf eine ganze Reihe auswärtiger Bereine zu Gast. Unter reger Mitwirkung aller bundestreuen Vereine am Orte war ein gut organisiertes Werbesportfest arrangiert worden, das Teil- uehmer und Gäste vollauf befriedigte. Am Sonnabend nahm das Fest nach einem Werbeumzug von 700 Teilnehmern feinen Anfang mit den �chwimmwcttkämpfen und anderen sportlichen Darbietungen. Ein großartiger Fackelzug bildete den Abschluß des ersten Tages. Der Sonntagvormittag brachte Gefchicklichkeitsfahren der Motorrad- fahrer und Platzkonzerte des Bläserchors der FTGB. und des Bon- doneonvereins„Gut Ton". Gegen 2 Uhr fetzte sich der mehrere hundert Teilnehmer zählende Festzug mit den Radfahrern und Sportlern und der Arbeiterjugend in Bewegung: auf dem herrlich gelegenen Waldsportplatz begrüßte der Kartellvorfitzende Deutschmann herzlich alle Gäste und Teilnehmer. Gemeinde- und Amtsvorsteher Altendorf gab seiner Freude Ausdruck, daß wieder einmal Arbeiter- fportler in so stattlicher Zahl aus dem durch sozialdemokratische Initiative geschaffenen Platz ein Sportfest feierten und gab der Hoff- nung Ausdruck, daß das Bezirksfest der Arbeitersportler im nächsten Jahr an der gleichen Stelle noch viel größere Mafien versammeln möge. Für das Kreiskartell sprach Restetzki-Kremmen.— Das Programm wickelte sich dann flott ab. Es brachte fast zuviel des Guten, Schwer-»nd Leichtathleten kamen zu ihrem Recht, desgleichen Saal- und Rennfahrer. Neben den Handball- und Staffelkämpfen war es vor allem das abschließend« 5l)-Runden-Fahren nach Sechstageart, das die zahlreichen Zuschauer auss höchste interessierte. * Bor zahlreichen Zuschauern wurde am Sonntag in Wildau ein wirkungsvolles Sportfest abgewickelt. Obwohl außer einigen Köpenickern nur Teilnehmer aus Vereinen der Leistungsklasse E und aus Landvereinen vertreten waren, gab es eine ganze Reihe spannender Kämpfe, knapper Entscheidungen und ansprechender Resultate. Bei den Männern: 100 Meter in 11,9 Sekunden, Hoch- sprung mit 1,66 Meter und Kugelstoßen mit 10,74 Meter können sich schon sehen lassen. In den Lang- und Mittelstrecken war Wildau tonangebend, während in den kurzen Staffeln Fürstenwalde vor dem Veranstalter erfolgreich blieb. Bei dei, Frauen tam Rüdersdorf durch Fallenlassen des Stabes kurz vor dein Ziel in der 4 X 100 Meter-Stafette um den sicheren Sieg. Die 100 Meter sicherte sich Zahn-Lichtenberg, aber nur Brustbreiten waren die nächsten Läuferinnen zurück. Der guten Wildauer Jugend fehlte, abgesehey vom Hochfprung und Speerwerfen, etwas Konkurrenz. Diese beiden Geräte konnten die Köpenicker mit detz sehr guteiz Leistungen von Meter und 52,40 Meter erfolgreich abschließen: 12,3 Sekunden war die 100-Meter-Zeit sür Wildau. Beim 800° Meter- und 1000,Meter-Lauf konnten jedesmal drei Wildauer als erste das Ziel durchlaufen. Das Schlußhandballfpiel Fürstenwalde-Wildau hielt dann durch das ungemein schnelle Tempo die Zuschauer in Aufregung. Den guten Stürmerleistungen hielten auf beiden Seiten die Torwarte die Waage. Mit etwas Glück gewann Wifdau schließ- lich 5: 3. Internationale Plieger out der Rütl-Areno Der Start des Wellmeisters Michard und die Verpflichtung der deutschen Fliegerelite und sonstiger erstklassiger Fahrer»er, schaffte der Rütt-Arena einen bis jetzt auf dieser Bahn wohl einzig dastehenden Pubtikumeerfalg: die Tribünen waren nahezu ausverkauft. Hinzu kamen die prächtigen Leistungen der einzelnen Fahrer, so daß der Abend in doppelter Hinsicht— für Publikum und Veranstalter— befriedigen konnte! Erwähnt sei, daß die Gesandtz'chaften der Schweiz, von Dänemark und Italien Vertreter geschickt hatten. Im Mittelpunkt des Programms stand das internationale Fliegertreffen um den„Großen Preis von Berlin" mit diversen Borcntscheidungen. Weltmeister Michard brauchte um sejne Läuse nicht zu bangen. Er stieß im„Endlauf der Ersten* auf Moeskops und Engel. Lagen die Drei bis zur Glocke unter der Führung des langen Holländers dicht nebeneinander, so schoß in der letzten halben Runde Michard dank seines wuchtigen Antritts an Moeskops vorbei, dcr auch von Engel überspurtet wurde. Unter den Klängen der Marseillaise legte der Franzose eine vielbejubelte Ehrenrunde zurück, die auch das Publikum von dem tapfer fahrenden Engel verlangte und erhielt. Der„Eirdlauf der Zweiten" mußte nach dem Siege Oßincllas vor Ehmer und Dsgraeoe wiederholt werden, da Ehmer durch de» Belgier unbeabsichtigt behindert wurde. Ii, der Wiederholung, die ohne Degraeve stattfand, dominierte wieder der in großer Form befindlich« Oßmella. In beachtenswerter Weife fertigte der Italiener P i a n i im„Endlauf der Dritten* den Schweizer Naifsmann und Schamberg ab. Wie wohl kaum anders zu"erwarten, fuhr daim auch Michard das beste Ergebnis im Zeitfahren heraus. Er benötigte für die 250 Meter 14'/4 374 Holz, KTO. 14 278 Holz. Beste Einzel leistungxn: Heute(W--B.) 1476, Schenk(FKBD.) 1461, Biober lKVO.) l4ti2 Holz. Zweimannfchaftskamps: Domes- Klatt(Geselligkeit 19 BSB.l 143» Holz. Dreikainpj: Dziemlwwski (Gaswerke FKBD.) 1002 Holz. SCnie«ubem. u»d«aniisahrcr im AT>»S»B.. 1-«tri». Mcidcschlub tue Oicgan« 20. Zuni. Mcidimgc»<-»»frl MlUchcnhog«». Mij-tcrnstr. 66. ötSung der Techniker und Regaltafüiittisnd'rc St. I»ii>, 20 Uhr, im Boolzhau, des Ruderuereins.vorwärts". ffTS»., Süden. Sonntag»NM«alt Zi-efipg»tt dcr Teilncbijicr an den Baridinplen um«'!> Ahr«ottbusser Tor lHochbahni. der ftbrigc» im Uhr. gftctc Schwimmer Sroß-Berl!»,»e»p»- ZIeuköll». Die fiii den 20. Juni für die Kartellwerbewoche angelctzten Vorführungen on dcr Bildeftdruchdrllckc finden nicht dort, sondern im ocreinicigcncn Sommerinid an der Srenzallce siait. Beginn Iii Uhr. Siiiirltt frei. Einzclmitqliedcr der srrien Ruderer, und«-»„s-hrer, f.»rci». Ton. neroiag. 19. Juni, 20 Uhr. Sitzung bei Sachs». Linpower Sir. 20. Sonntag, 22. juiii, Beteiligung am„Rast" im Stadl»». Siarlverdoi. Sportkartcll Sharlottcnburg. AI» W-rbeveranslallung für de»„Rast" Auto- Propogandafadrt durch Lharlvttenburg. greilaq. 20. Juni, 10 Uhr, ad Schule Sqbelstr. 3.V-36, und Sonnabend. 21. Juni. 18 Uhr, ab«opsum Roünenstr. Z. Sporiklridung. Kähnen mitbringen. „Solidarität", Motorradfahrer. San n tag. 22. Juni, Treffpnnti IS'o Uhr, Straße am Friedrichshain, Spitze llniprodcfiraße.— Abt. ahaelatteuturg. Frcitpg, 2l>. Zuni, 10 Uhr, Propagandaiahrt des SpartlgrieOs. Trcnpnnkt Witmersdorfer' Str. 21. 18. Juni Berfammlung der Nraftfahrcr gum«in» jährigen Bestehen der Adirilgiig öhaplolteiiburg bri R-im-r. Wilmeridortcr Straße 21 um 20 Uhr. Tourist-»»«»,»„Die Raturfteu«»«". SoniUag. 22. Zuni. Trepfpuntt aller Abteilungen jum Rast mit Fahnep und«impel 10 Uhr T-ufelsfee im Wrunewvld. Ruderverri».lolegia- eh-«l»tjc-kurg. Frcitdg. 20. Juni, bei Thuirak. außccordenlllchc Mugliederperfanunlung Sonntag, 22. Zuni. Beteiligung-IN Rast. Aulmarsch IM Stadl»»,«eschlossrncr Abmarsch vom Bootshaus um 12 Uhr. Rachmitiggs Zahrtcnfpcrre. »artrll«ilweredorf.?onner»iag. 2,1 Uhr. bei«roihs. Sitzung. Wegen d-r Propaganda zum Rost müffcn all- z-unkiionär- erscheine, I. Korten umfetzcn. «sei». graue». Sportseft i» R»wgu-e,. Zreilog. 20. Zuni. l«t- Uhr. sind-t in der«rcis-Berdand». Zentrale, Berlin R., Stsaller Str. 86-88. Rusgang IV. Stock sitonfcrcnzgimmers, eine wichtige Besprechung ftait. Die fir»ß. Berliner B ereine find verpflichtet, die Bereinsfrauenvcrtreterin zu entsenten. «ern Bcrein darf fehlen. Pünktliches Erscheinen wird erwartet. sirerer«örperiulturlrei»,»reu, der«. Donnerstag. 19. Juni, fällt der Spiel- betrieb auf der Wiese Z in Treptow aus Restlose Betciliguna am Werbcabend des«ftrtell». Treffpunkt 18 Uhr GcfundheRshau, Urbanftratze. Zreitag. 20. Zum, Stz'i Uhr. Nachtvorstellung in dcr Pollsl'üh,,«.«arten.>u I Wart bei Thornlc, TlMpelhof. Friedrich. Wilhelm.Str. ZZ. und 29. Juni Soiiiienwendc auf dem Eeländc. ArbeitcrRad' u»d«raftfahe«»»und.S-Iidariiätch 2. und 3. Abt. Donnerstag. 19. Juni.» Uhr. Werbeui»»»« de» Przir«»«reuzberg. SÄ« teU'" Linksregierung in Danzig. Sozialdemokrat Gehl Vizepräsident. Die Danzig-er Regierungskrise hat ihr Ende gefunden. Unter Nichtbeteiligung der Rechten und der Kommunisten wurde vom Vokkstag Gehl(Soz.) zum Vizepräsidenten des Senats wiedergewählt und darauf als parlamentarische Mitglieder 7 Sozialisten, 4 Zentrumsleute und 2 Beamtcnvertretcr in den Senat. Seine erste Aufgabe ist die Deckung des Staatsdefizits von ll Millionen Gulden(8,8 Millionen Reichsmark). Kestungshast für Kommunistin. Schristleiterin der„Tioten Fahne" verurteilt. Leipzig, 17. Juni. Der 4. Strafsenat des Reichsgerichts verurteilte heute die frühere Schriftleiterin der„Roten Fahne", Frau Eva A l t m a n n, aus Berlin�Wchtenberg, wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu neun Monaten F e st u n g s h a f t. Die Anklage stützt sich auf 13 Artikel, die in tier Zeit vom 7. November bis 10. Dezember v. I. in der„Roten Fahne" erschienen sind, und sür die die Angeklagt« als politische Schrift- l o i t c r i n die preßgesetzliche Verantwortung übernommen hotte. Zur Begründung des Urteils wurde ausgeführt, daß in allen diesen 113 Artikeln eine geistige Beeinflussung der Massen im Sinne der KPD. zu finden sei, die erstrebe, auf gewaltsamen Wege eine Acnderung der bestehenden Verfassung zu erreichen, und an ihrer Stell« eine Diktatur des Proletariats nach sowjetrufllschem Muster zu errichten. Der 27jährigen Angeklagten wurde zugute gehalten, daß sie aus Ueberzeugung gehandelt habe. Außerdem wurden ihr vom Senat gegen ihren Wunsch mildernde Umstände zugebilligt, und die vom Rcichsanwalt beantragte Strase von einem Jahr drei Monaten Festungshaft auf neun Monate Festung herabgesetzt, da die Angeklagte, die nicht wisse, wo ihr Man» lebe, ein 14 Monate altes Kind zu versorgen habe, dem die Mutter nicht allzulange durch eine Strafhaft entzogen werden solle. Of. Simons in der GtetiinerRegierung. Amtseinführung durch den Oberpräsidenlen. Stettin. 17. Juni. Am Dienstag niittag fand in Anwesenheit der Beanitenschoft der Stettiner Regierung die Einführung des zun« Stellvertreter des Regierungspräsidenten ernannten Ministerialrates Dr. Simons statt. Der kommissarisch« Oberpräsident der Provinz Pommern. Dr. von Halfern, hieß Ministerialrat Dr. Simons in seinem neuen Wirkungskreise willkommen. Dr. Simons dankte und wies daraus hin, daß er sich der Schwierigkeit»«» voll bewußt sei. die seiner harrten. Er gehe aber mit Freude an feine neuen Ausgaben heran und lasse sich auch nichtdurchdieAngriffebeirren, die vor Antritt seines Amtes, um das er sich nicht beworben habe, gegen ihn gerichtet worden seien. Vizepräsident Dr.. B o st« t t e r versicherte den neuen Chef des Vertrauens der Bevölkerung. Kein Llmzugsverbot in Sachsen. Dresden, den 17. Juni. Trotz der unerhörten Vorgänge von Eythra will die sächsische Regierung während der Dauer des Wahlkampfes vo» allgemeinen politischen Verboten absehen, damit jeder An- schein vermieden wird, als ob von der Regierung nicht st r e n g st e Neutralität beobachtet werde. Sie hat aber ihre Polizeikräste angewiesen, gegen solche Leute, die die Ruhe und Ordnung stören und Gut und Leben anderer angreifen und verletzen, mit rücksichts- loser Strenge vorzugehen. Schulgelderhöhung genehmigi. Ein Drittel des Mehraufkommens für Begabtenförderung. Der Hauptausschuß des Preußischen Landtages beschäftigte sich am Dienstag mit der Vorlage über die Erhöhung des Schulgeldes. Er beschloß eine Reihe von Abänderungen i m Interesse der Bega.btensörderung. Von dem tatsächlichen Schulgeldaufkommen ist nach der Vorlage mindestens ein Viertel zur Förderung begabter minderbemittelter Schüler bereitzustellen. Der für die Geschwisterermähigung benötigte Gesamtbetrag sollte in dieses Viertel eingerechnet werden dürfen. Diese Einrechnungsbestimmung wurde vom Ausschuß gestrichen. Annahme fand ein sozialdemokratischer Antrag König, wonach das Staatsministerium ersucht wird, von dem Mehraufkommen aus dem Schulgeld in staatlichen höheren Schulen mindesten» ein Drittel zur Begabtenförderung zur Verfügung zu stellen. �(fafchäfis-Jln&i'ger (ftczirk füden-Weften. Fritz Muth Buttergroßhandlung Filialen in allen Stadtteilen OEUISCHEI Frisier-Salon BAUHOTTE e. IN. b. H. 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