Morgenausgab« Nr. 287 A 145 47.Iahrg«»g WScheoMch«SPs, monatkch»MM. tm voraus zahlbar� Postbezug<22 SR. einschließlich 60 Pfg. Postzeitung», und 72 Pfg. Postbestellgedühre«. AusUmd»» adonnement 6.— M. pro Monat. T>tr.vorwärts� erschct« ltch zweimal. Sonntag»»nb Montag» einmal, die Abendausgaben für Verl» und im Handel mit dem Titel.De? Abend". Illustrierte Beilagen.Volk und Zeit" und.Kinderfreund". Ferne? .Unterhaltung und Wissen"..Frauen- stimme"„Technik"„Blick in die Bücherwelt" und.Iugend-Lorwürt»� «evliuev VoVsvlatt Sonntag 21. Mm 1930 Groß-Äerlin 15 Ps. Auswärts 20 ps. Die«tntpoltigt Nonparetllezeile 60 Pfennig. Reklame eile 5— Reich»- mark„Kleine Anzeigen' da» ettge» druckte Wort 2ö Pfennig(zuläfstg zwei fettgedruckte Worte). ledes weitere Wort 12 Psennig. Stellengesuch» da» erst» Wort lö Pfennig, jede» wertere Wo?' »0 Pfennig. Worte übe» 15 Buchstabe» zählen für zwei Worte Arbeitsmaikt Zeile 60 Pfennig. Fomilienanzeigen Zeil« ttZ Pfennig. 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Aus politischen und wirtschaftlichen Er- wägungen bedankte sich Höpker-Aschoff, das Erbe des von der Volkspartei gestürzten Finanzministers Moldenhauer anzutreten. Höpker-Afchoft handelte damit zugleich im Sinne der demokratischen Parteileitung und des Vorstandes der demokratischen Reichstags- fraktion. Trotzdem hat sich Herr Brüning nach der Absage des preuhi- schen Finanzministers wiederum einen Demokraten für das Reichsfinanzministerium auserkoren. Es ist der gegenwärtige Reichswirtschaftsminister Dr. Dietrich, mit dem in den letzten Tagen bereit» wiederholt über die Besetzung des Finanzministe- riums verhandelt wurde und der von Herrn Brüning schon b« der Bildung seines Kabinetts als Finanzminister ausersehen war. Dieser Plan scheiterte dangats an der Erklärung des Herrn Molden- Hauer, daß er nur da« Finanzminist e>rium übernehmen würde. Moldenhauer fetzt« sich durch, Dietrich wurde Wirtschafts- minister und wurde für den Verzicht auf da, Finanzministerium mit der vtzetauzlerschaft getröstet. Dietrich scheint nicht wie sein Parteifreund Höpker-Aschoff zur Ablehnung des Finanzministeriums entschlosien zu sein. Immerhin hat auch er Bedenken, die jedoch mehr parteipolitischer Natur sind. Er fürchtet den Widerstand seiner Partei, die nach allem, was man hört, nach wie vor das Finanzministerium in der Regierung Brüning nicht übernehmen will. Brüning hofft jedoch den Wider- stand der Demotratischen Partei durch bestimmte Zusagen überwinden zu können. Zu diesem Zweck sind am Sonnabend Besprechungen mit maßgebenden Demokraten eingeleitet worden. Brüning will das Fmanzininisterium keineswegs selbst über- nehmen. Treviranus und das Hakenkreuz. Sin Angriff gegen vas preußische Lln, formverbot. D«e �Volkskonservattven Stimmen' des Herrn Reichsministers Treviranus nennen das Vorgehen der preußischen Regierung gegen die Hakenkreugrowdys, namentlich das Umformverbot„eine unerhörte Vergewaltigung des Rechts'. Es ist sehr interessant, daß ausgerechnet ein Reichsnnnister die notwendige Abwehraktion gegen die Hcrkenkreuzpest in dieser Weife angreife» käßti Die Krisenpartei. Die Gesichter der Oeutfchen Volkspartei. Heute finden in Sachsen Landtagswahlen statt. Es ist ein seltener Fall, daß eine Regierungskrise im Reich zusammentrifft mit einer Landtagswahl, noch dazu, daß die Krise im Reich wie die Krise im Lande, die zur Wahl ge- führt hat, von«in und derselben Partei herbeigeführt worden ist. Die Krise der Regierung Brüning ist nur eine Konsequenz der Krise der vorhergehenden Regierung Müller, die eine wie die andere ist herbeigeführt von der Deutschen Volks- parte i. Die Krise in Sachsen ist die Folge davon, daß die Volkspartei in Sachsen eine Koalition mit der Sozialdemokratie sabotiert hat, weil sie die dauernde Ausschal- tung der Arbeiterschaft von der Führung der Verwaltung in Sachsen anstrebt. Wenn es in ihrer Macht liegen würde, so würde die Volkspartei noch eine Krise in Preußen dazu herbeigeführt haben. Sie hat sich redlich darum bemüht, als sie die Obstruktion der Rechten gemeinsam mit den Kommu- nisten unterstützte, aber glücklicherweise sind in Preußen der Krisenwut der Volkspartei Grenzen gesetzt. In Sachsen ist der Volkspartei ein Rechenfehler unter- laufen: sie hatte die Nationalsozialisten als unbedingte Bürger- blockpartei in die Rechnung eingestellt, sich selbst aber als selbstverständliche Führerin jeder Bürgerblockfront angesehen. Zu ihrer Ueberraschung erwies sich die Rechnung als falsch. Die Nationalsozialisten bewiesen das gleiche Talent zur Her- beiführung von Krisen— selbst um den Preis der Sprengung der Bürgerfront. Das Krisentreiben der Volkspartei im Reich beruht auf der Voraussetzung, daß immer eine stille Reserve vorhanden ist, wenn die Krise auch noch so ausweglos erscheint: die Mehr- heit aller bürgerlichen Parteien im Reichstag, die gegen die Sozialdemokratie für reaktionäre Zwecke mobilisiert werden kann. In Sachsen ist diese Mehrheit nur mit Hilfe der Ratio- nalsozialisten vorhanden, und das Beispiel Thüringens zeigt, daß dabei die Volkspartei aus der Führerin zur Geführten wird. Beim sächsischen Bürgertum ist der Katzenjammer schon vor der Wahl vorhanden. Von allen Seiten hört man Viriationen über das Thema, daß diese Wahl gänzlich sinnlos sei, weil sie die Voraussetzungen für eine Stabilisie- rung der Regierungsverhältnisse in Sachsen eher schwächen als stärken werde. Sachsen ist eben in der wenig beneidenswerten Lage, zwei Parteien zu besitzen, die mit Vorliebe in Krise machen, und das sächsische Bürgertum hat eine Lektion erhalten darüber, was bei der Krisentreiberei herauskommt. - Dieser„gänzlich sinnlosen Wahl" ist in den letzten Tagen plötzlich Sinn beigelegt worden. Man erblickt darin eine Probewahl, ein Mittel zur Erkundung der Stimmung der Wählerschaft im allgemeinen, man behauptet, daß vom Aus- gang dieser Wahl hie Reichsregierung ihre nächsten politischen Entscheidungen abhängig machen würde. Diese Behauptung hat nur insioweit Sinn, als nach der Sachsenwahl das Tempo in der Krise im Reich rascher werden wird. Es muß ein neuer Finanzminister gesunden werden, die Re- gierung muß ihr Deckungsprogramm so revidieren, daß sie wenigstens eine Chance hat, wenn sie damit vor den Reichstag geht. Die Dinge drängen auf Entscheidung. In einem Lande wie Sachsen kann zur Not eine neue geschäftsführende Regie- rung die Verwaltungsmaschine in Gang halten, lm Reich aber muß entschieden werden, muß der Etat fertiggestellt und das Loch im Etat zugestopft werden. Diese Dinge sind in der Tat aus agitatorischen Rücksichten auf die Sachsenwahl verzögert worden. Soweit die Reichspolitik im Wahlkampf in Sachsen«in« Rolle spielte, hat namentlich die Deutsche Volkspartei nicht ihre wirtlichen Absichten vertreten. Sie ist aufgetreten als Beschützerin des Portemonnaies der Be- a m t e n— während in Wahrheit ihr Ziel die Senkung der Lebenshaltung des ganzen Volkes ist, nach dem Wort des Staatssekretärs S ch m i d, daß ein brutaler Angriff auf den Lebensstandard des Volkes vorgenom- men werden müste. Das eine müßte das andere ausschließen — aber bei der Volkspart-j eben nicht. Sie hat das R o t o p f e r abgelehnt, weil sie keine Deckung des Defizits will, weil sie in der Wirtschaftskrise auch noch die Krise der Staatsfinanzen herbeiführen will. Je stärker die Krise, um so größer die Chancen für den Generalangriff gegen die Arbeiterschaft und das Lohnniveau, das sie sich erkämpft hat. Die Schwerindustrie führt, und die Volkspartei folgt. Dabei ergab sich für sie die Gelegenheit, aus der Ablehnung des Notopfers Agitationsmaterial zu schlagen zum Zweck der Wegweiser für die Zieichsreform. Ministerpräsident Braun über den Staatsvertrag mit Bremen. Vre««», 21. Juni. ©et preußische VNulsterprüflde»« Dr. Vrau» traf am Sau». abend mütag zur Unterzeichnung de» bremisch-preußischen Sinafs- vertrage» ein. An» Anlaß der Unterzeichnung haben die SsfenMchea Gebäude geflaggt. Bremen, ZI. Juni. Bei dem Festakt am Sonnabend abend im Rathaussaal hielt der Präsident de» Bremer Senats, Bürgermeister Dr. D o n a n d t, eine Ansprach«, w der es n. a. heißt: Der Staatsvertrag zwischen Preußen und Bremen, den wir heute unterzeichnet haben, ist zwar, äußerlich betrachtet, ein Bertrag zwischen dem Großen und dem Kleinen. Er ist aber getrogen von dem Bestreben, die unnatürlichen Hemmungen und Schwierigkeiten, die sich für die Konnnunalverwol- tung der Unterweserstädte au» ihrer verschiedenen Staatszugehörig- keit ergeben, zu beseitigen, die Hochseefischerechäfen und-Märkte an der Unterweser durch Bildung einer Hafengemclnschaft unter«in- heitlicher Leitung zu wtrkschafMcheu Höchstleistungen zusammenzuschließen� die Durchführung einer einheitlichen Landes- Planung zu ermöglichen und die Landesgrenzen überall da ver- schwinden zu lassen, wo sie die Entwicklung stören und die natürlich« Gestaltung der nachbarlichen Verhältnisse hindern. Der Staatsvertrag ist deshalb für Bremen mit seinen enggezogenen Grenzen von besonderer Bedeutung. Mehr vielleicht bedeuten die darin enthaltenen Grundlagen für künftige Entwicklungen, und von ganz besonderem Wert für die Durchführung de» Vertrages ist der Geist wechselseitiger Verständigungsbereitschaft, von dem sich die beiderseitigen Regierungsvertreter bei diesem schwierigen Vertragswert haben leiten lassen. Selbstverständlich haben auch die bremischen Vertreter Zuge- ständnisse machen müssen, die uns nicht leicht geworden sind. Alle» in allem sehen wir in dem Staatsvertrage ein« befreiend« Tat, einen Akt praktischer Reichsreform von weittragender grundsätzlicher Bedeutung. Bor allem danken wir dafür, daß in dem Staatsvertrage die Notwendigkeit anerkannt wird, die Stellung Bremens als großer Seehafen von internationaler Verkehrsbedeutung auch für die Zu- kunft zu sichern. Die Ansprach« klang in einem Hoch aus den preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun aus. Ministerpräsident Or. Braun erwiderte darauf u. a. wie folgt: Als neues Glied tn der Kette der Verhandlungen, die Preußen mit anderen deutschen Ländern führt, um gemeinsam mit ihnen allen innerstaatlichen Schwierig. keilen zum Trotz der wirtschaftlichen Vernunft zum Siege zu verhelfen, ist zwischen den beiden Freistaaten Bremen und Preußen nunmehr ein Gemeinschaftsvertrag zustande gekommen. Hier ist eine gemeinsame, sreundschaslliche und von wirklich deutschem Gemelnschoft-geist getrogene Verständigung«rsotgt. die beiden Tetlea das gibt, was sie st» Interesse ihrer Bevölkerung und ihrer nur gemeinsam zu lösenden deutschen Aufgab« wirtschaftlich brauchen. Das Ziel der Verhandlungen ist erreicht. Das Weser, und Emsmündungsgebiet brauchte diese großzügig« Lösung um so dringlicher, als es im scharfen Konkurrenzkampf mit ausländischen Häsen steht, die gerade auch Bremen«inen Teil seines natürlichen Hinterlandes für den transozeanischen Verkehr nehmen. Beide vertragschließenden Teile haben ebenso wie schon beim preu- ßisch- hamburgischen Vertrag jetzt auch hier beim preußisch-Bremer Vertragswerk durch die Tat bekannt, daß sie an d i e L ä n» dergrenzen als eine Institution zum tatsächlichen Scheiden und Voneinanderabgrenzen deutscher Menschen, deutscher Landesteile, deutscher Wirtschaftsgebiete nichtmehr glauben wollen. Wir haben tatsächlich so gehandelt, als ob für uns diese Trennung«- linien, die aus der Landkarte gezogen sind, nicht mehr existieren, und haben uns einzig und allein gefragt, welche Mittel angewandt werden müsserv um der von Landesgrenzen unabhängigen Wirt- schaft des von Natur einheitlichen und.regional zusammengehörigen Unterweser« und Unteremsgebietes mit der Einsetzung des geringsten Kraftauswandes zu dem Endresultat der Erzielung des größten erreichbaren Nutzeffekts für Deutschland zu verHelsen. Nur auf diesem Wege kam „prakflsche Reichsreform' mit sogleich sichtbaren Erfolgen getrieben werben. Was mit all den unzähligen mehr oder weniger theoretischen Plänen zur Neu- gestaltung des Reiches, die zum Teil wertvolles Material für die Zukunft bieten, zur Zeit nicht geschafft werden kann, ist nur so zu bewerkstelligen, daß die einzelnen deutschen Länder Meile für Meile, dort wo das Tesamtinteress« Deutschlands es oerlangt, di« La n d e» g r« n z e n niederlegen und sich zu gemeinsamer, unbürokratischer, von Partikularismus und Engherzig. keit freier, einzig und allein dem Gedanken an Deutschland, Zu» kunft— seiner besseren Zukunft— geweihter Arbeft zusammen- finden. Ministerpräsident Dr. Braun endete seine Ansprache mit einem Hoch auf den Bürgermeister, die Frei« und Hansestadt Bremen und unser schwer ringendes, aber„allen Gewalten zum Trotz' sich erhaltendes und durchsetzendes gemeinsames Vaterland, die deutsche Republik. „Graf Zeppelin" über Berlin. !lm Mitternacht eingetroffen. „Graf Zeppelin", der am Gonnabend 18.2V Uhr zum Flug nach Berlin in München gestartet war. traf kurz vor Mitternacht über Berlin ein. (Weitere Meldungen auf der 2. Seit« der 1. Beilage.) Erhaltung der Beamtcnstimmen der Dolkspartei. Damit hat sie in Sachsen agitiert— während die Schwerindustrie sich -wahlweislich zurückgehalten hat. � Der schwerindustrielle Flügel benutzt die Vertreter der Beamteninteressen in der Baskspartei für seine Zwecke. Sie dürfen helfen, den eigenen Finanzminister zu stürzen, sie dürfen das agitatorische Mäntelchen für die neue Krisentreiberei im JReich liefern— ober mehr dürfen sie nicht. Denn Lohnabbau und Druck auf die Lebenshaltung bedeutet selbstverständlich auch Abbau der Veamtengehältcr. Was in Oeynhausen be- gönnen Hot, nurd vor den Veamtengehältern nicht halt machen� und der Schritt des Verwaltungsrots der Reichsbahn beim Reichskanzler zielt ganz deutlich auf eine Rückwärtsrevidie ritng der letzten Erhöhung der Beamtengehälter. * Es wäre falsch, anzunehmen, daß die Volkspartei eben in sich gespalten ist. Es handelt sich nicht darum, daß auseinander strebende Kräfte in der Volkspartei bald hü, bald hott ziehen, fo daß einander ausschließende Dinge gleichzeitig vertreten werden— es handelt sich vielmehr umpolitischeUnehr lichte it. Mit der Parole: herunter mit der Lebenshaltung des Volkes! läßt sich keine Wahlagitation machen, und so hat die Volkspartei ihre Ziele hinter der Notopferagitation ver borgen. Sind die Wahlreden vorbei, so werden die Unter nehmer laut und vernehmlich reden, mit jener brutalen Offen- heit, die sie vor den Politikern der Volkspartei auszeichnet. Rein politisch gesehen hat die Deutsche Volkspartei in der letzten Zeit der Oeffentlichkeit ein Bild der Verworrenheit ge zeigt. In Thüringen im Bunde mit den Nationalsozialisten— im Reich in der Regierung, die gegen die thüringische Regie rung zur Sperre der Polizeizuschüsie greift. In Sachsen erst im Bunde mit den Nationalsozialisten— dann im offenen Krach mit ihnen. Erst Krisenmacherei im Reich, um zur Re- gierung Brüning zu gelangen, dann Krisenmacherei gegen die Regierung Brüning. In einem aber ist sie sich immer treu geblieben: in der Vertretung sozi.alreaktionärer Tendenzen. Das ist ihr wahres Wesen, und das ist noch immer das Motiv ihrer Krisen- macherei gewesen. Jetzt hat sie einen Höhepunkt des Krisen- treibens erreicht. Denn jetzt ist es ihr nicht mehr um eine nor- male Regierungskrise zu tun, sondern darum, d i e Kr i s e d e r Staat sf in anzen gewissermaßen zu organi- stieren, den Staat notleidend zu machen, damit er den Dik- tatoren der Wirtschaft ausgeliefert'' Die Hinrichtung in Würiiemberg. Empörung auch in rechtsbürgerlichen Kreisen. Köln. 2l. Juni.(Eigenbericht.) Vi« oolksparteiilche„Kölnische Zeitung' nimmt in ihrer Svnnabend-Ausgab« zu der Hinrichtung des Latermör- ders Zell in Rürtten-berg in sehr scharfer Form Stellung. Das Blatt schreibt: „Die Hinrichtung ist nicht nur ein« Berftohnlmg des Straf- rcchtsausfchuffes des Reichstages, der in einem förmlichen Antrag um di« Aufhebung der Vollstreckung bat, sie ist auch ein Musterbeispiel für die Noti»endigk«it der Abschaffung der L ä n d e r i>> st i z. Das muß jeder sagen, der noch einen Funken von Rechtsgefühl in sich hat. Auch der leideicschasllichsts Anhänger der Todesstrafe wird sich entschieden gegen einen Rechts- zustand wenden, der es ermöglicht, daß i>«r Täter wegen ein und desselben Verbrechens in Württemberg hingerichtet und in Preußen zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt wird. Da eine Berstän- dignng der Länder mit dem Reich anscheinend in der Praxis nicht durchführbar ist, erwarten wir vom Reichsjustizminister und den Parteien die umgehende Vorlage eines Reichsgesetzes, durch dos bis zur Einsührung des neuen Strafgesetzbuches den Ländern ganz ollgemein die Umwandlung von Todesurteilen in lebenslängliches Zuchthaus zur Pflicht gemacht wird. Darüber hinaus wird cs nun aber wirtlich Zeit, durch die llebertragung der Länder- -justizverwaltiing auf das Reich der Uneinheillichkeit ein End« zu »wcheir Der Fall Zell hat dos Begnadigungsrecht der Länder für alle Zeiten sä sbzuräum geführt.' Reichsreform und Länderkonferenz. ■ Der Verfoffungsemsschuß der Lande rkonfercnz für die Reichs- referm sckjloß heute nachmittag unter Vorsitz des Reichskanzlers Dr. Br ü» i n g feine Arbeiten über Organisation und Zuständigkeit des Reichs und der Länder ab. Er stimmt« zumeist mit großer Mehr- b«t den Vorschlägen seines Unterausschusses zu. Die Schluß ab- stimmung selbst erfolgte mit iö gegen 3 Stimmen bei 2 Enthaltungen. Nach diesen Beschlüssen spllen das Nebeneinander von Reichs, und preußischer Zentralgewalt beseitigt und leistungs- sähig« Verrvaltiingskörper zwischen dem Reich und den unteren Be- Hörden in der Gestalt von neu zu gliedernden Ländern geschassen werden. Wenn es auch nicht gelingen konnte, diesen Ländern ein völlig einheitliches Gepräge zu geben, so ist doch eme Grundlage für eine gleichmäßigere und bester« Gestaltung des Reichs geschaffen. Ueber die gesetzgeberische Inangriffnahme de, Reform- werts selbst wird die Reichsregierung nunmehr Beschluß fasten. pabstfreunde bei Schober. Roch kein Aesprtchangsergebnls. Dien. 21. Julii.(Eigenbericht.) Der Bundeskanzler hatte am Sonnabend mit den Landeshauptleuten Dr. Stumpf- Tirol und Dr. Rintelen-Steier- mark in Anwesenheit von Vertretern der Hoimwehr eine Dc- sprechung über die Ausweisung Pabsts, in, deren Verlauf nach einem Wiener Blatt für Pabst eine Aufenthaltserlaubnis für Tirol vereinbart worden fein soll. Das Bundeskanzleramt dementiert diese Meldung und stellt fest, daß die Besprechungen erst in den nächsten Togen zu Ende gesichrt werden. Reichsmi und Arbeiislofewersicherung. Rovette angenommen.— Aenderungsanträge Preußens. Die verelnigtcu Staate« Hab«, bisher*2 Schledsverträg« trnd 37 Ausgleichsverträge abgeschlossen. Sommerzeil in Sowjetrußland. Sonnabend nacht, um 21 Uhr, beaimtt iür die Sowsewnion die Sommerzeit; sie endet mit dem 30. September d. 2, Der Reichsrat hiell am Sonnabend mittag unter dem Vorsitz des Staatssekretärs Zweigert eine Vollsitzung ab. Zunächst teilte«in Vertreter des Auswärtigen Amtes mit. daß heute morgen das deutsch-rumä irische Handelsprovisorium in Berlin eingetroffen sei und nachmittags dem Kabinett zugehe. In einigen Tagen werde dos Kabinett die Vorlage erledigen. Das Pro- visorium solle spätestens am 9. Juli ratifiziert werden und un- mittelbar darauf in Kraft treten. Darum bittet das Auswärtig« Amt um beschleunigte Beratung in den Reichsratsaus- fchüsten schon vor der nächsten Vollsitzung. Der henk wieder in Berlin eingetroffene Führer der deutschen Handelsdelegation ist be- reit, die Reichsratsmitglisder noch vor der Au�chußsttzung über den Entwurf zu unterrichten, damit sie Instruktionen ihrer Regierungen einholen können. Mit dieser Behandlung des deutsch-rumänischen Handelsprovfforiums war der Reichsrat einverstanden. Ferner stimmte der Reichsrat dem deukfch-ö sterrelchlschecx Abkommen über den kleine« Grenzo erkehr, dem deutfch-Ssterreichischen Vertrag über die Rechtshilfe in Zollsachen«nd einer AuSflchnung�erorb- mrng zum Gaftstättengefetz zu. Sodann beriet der Reichsrat ein« Ausführungsverordnung zum Gesetz über Zuschüsse aus Reiche mittel» für die Anfiedlung von Landarbeitern. Vei der Beratung iii den Ausschüssen hatte die Hauptrolle die Frage ge- spielt, ob den Siedlungsgesellschaften die Pflicht auferlegt werd«» sollte, da. Siedlungsgut zurückzunehmen, wenn der Siedler in der Nähe seiner Heimstätte keine Arbeitsgelegenheit findet. Die Anschüsse hielteif diese Rücknahmeverpflichtunq aufrecht. Dann folgte die Beratung der Reform der Arbeilslofenoersicherung. zu der als Berichterstatter der württembergische Ministerialdirektor Dr. Widmann das Wort nahm. Nach einer Schilderung der Eni- Wicklung der Arbeitslvfenzisser führte der Redner aus. daß der in den Reichshaushaüsplan eingestellte Zuschuß des Reichs zur Arbeitslosenversicherung für das ganze Jahr 1930 in Höh« von ISO Millionen bereits bis zum 1. Juni vollständig verbraucht worden ist. Angesichts dieser katastrophalen Entwicklung auf dein Aibeitsmarkt müssen mit größter Beschleunigung Maßnohmen ge- troffen werden, um dieser Entwicklung Einhalt zu tun. Di« Reichs- regiernng hat erklärt, sie wolle alles versuchen, was bei der schwierigen Lage der Reichsfinanzen irgend vertreten werden kann, um auch ihrerseits di« Wirtschaft und den Arbeitsmarkt anzuregen und damit die Arbeitslosigkeit zu vermindern. Sie hofft, daß es ins- blondere durch die Vergebung von Arbeiten in größerem Umfange durch Eisenbahn und Post, ferner auf dem Gebiet de, Straßen- und Deinwohnungsbaues gelingt. ArbeitswögllchkeU für mehr ob 200 000 Mensche» S» schaffe«. Die Reichsreglerung schätzt setzt die vn-rchschnittszahl für 1930 auf 1,0 Millionen. Auf ihr find di« Berechnungen der Reichsregierung- aufgebaut: Der Aufwand der Reichsanstalt beträgt dann 1638 Millionen für 1930. Bei einem Leitrag von 3 in Proz. tchen dieser Summ« Ein nah me n der Reichsanstaft von 121S Millionen gegenüber. Es ergibt sich also ein Fehlbetrag von 413 Millionen. Zur Herabminderung diese« Fehlbetrag«, schlägt der Entwurf Reformen der Arbeitslosenveificherung und eine Bei- traqsechöhung vor. Don den Reformen verspricht man sich, in den verbleibenden drei Viertel Jahren de, Rechnungsjahre» eine Er» pa r n is von etwa IIS Millionen. Eine Beitrogserhöhung um% Proz. würde in acht Monaten— die erhöhten Veiträg« würden frühestens ob 1. August fließen— rund 97 Millionen erbringen. Dann bleiben noch immer 23t Millionen ungedeckt, deren Aufbringung durch Zuschüsse und Darlehen di« Reichsregie- rung für unmöglich erklärt, zumal sie noch sehr weitgehend« An- orderungen für Krise nftirsorge, werffchaffend« ArbeitSlosenfütsorge und Wohnungsbau zu befriedigen hat. Der Entwurf schlägt deshalb- die Erhöhung des Beitrages um ein volles Prozent vor. Diese Beitragserhöhung wurde in acht Monaten mnd 194 Millionen erdringen. Der dann noch nngedöckte Rest von 134 Millionen soll nach der Vorlag« durch Erhöhung de, R« i ch, z us ch uff«, um 34 Millionen und durch ein R« ichsdarlehen von 100 Millionen ausgeglichen werden. Damit hat sich die Reichsregicrung den Vorschlägen de, vor- tandcs der Reichsanstalt im wesentlichen angeschlossen, lieber die Vorschläge des Vorstandes hinaus Hot di« Reichsregierung noch weitere Reformen vorgeschlagen, die zum Teil, wie die ver- längerte Wartezeit für all« Ledigen und die Versagung der Unterstützung bei freiwilliger Arbeitsansgabe, finanziell stark zu Buche schlagen, und jedenfalls die Nichttibcrnahme einzelner Vor- chtäge des Vorstandes mehr als ausgleichen. Der Entwurf sucht den.Versichevungsgedanken stärker zu ver- wirklichen als bisher. Ferner sucht er Mißstände und Mißbräuche zu beseitigen und führt so auch die Aktion der Novell« vom Oktober 1929 fort. Von den einzelnen Refvrmvorschlögen hebt der Bericht- erstatter besonder, die Abstufung der llnlerstühung nach der Dauer der versicherungspflichtigen Beschäftigung hervor, womit zugleich die Eoffonarbeiterregelung in Wegfall kommt; ferner die verlängert« Wortezeit für olle Ledigen, die Versagung der Unterstützung bei freiwilliger Aufgabe oder schuldhastem Verlust der Arbeitsstelle und die besondere Behandlung der ungünstigen Risiken der veiheirateten Frauen, die geringfügig Beschäftigten und der kommunalen Arbeitsfürsorgc. schließlich die höheren Beittäge für Arbeitgeber, die di« Versicherung ausnutzen. Die Ausschüsse haben sich mit der Reichsregierung auf den Stand- punkt gestellt, daß ein Wechsel im System in einer Zeit so großer Arbeitslosigkeit nicht in Frage komme und daß auch eine allgemeine Senkung der Leistungen, die nur eine Lastenver- schiebung bedeuten würde, mcht in Betracht kommen kann. Der Be- richterstattcr betont, daß auch die neu« Abstufung der Unterstützung nach der Dauer der versicherungspflichtigen Beschäftigung nicht etwa zu einer allgemeinen Senkung der Sätze führe, denn von dieser Abstufung in den Lohnklassen 7 bis 20 würden nur 27 Proz. der Unterstützten betroffen. In den Ausschüssen wurde erwogen. ob nicht heute schon eine berufliche Aufteilung der Risiken und die Bildung von EefahrenNassen möglich fei; schließlich wurde dos jedoch abgelehnt. So hat di« Mehrheit in den Ausschüssen den Reformvorschlägen de» C-ttwurss grundsätzlich zugestimmt auch unter dem Gesichtspunkt, daß diese Vorschlage eine Lastenoer- ilhiebung oeaueideu und auch unter den heutigen Verhältnissen so- zialpofttisch vertretbar erscheinen. Di« Ausschüsse waren auch der Meinung, daß man durch Reformen weitere Ersparnisse, als sie der Entwurf erreicht, nicht erzielen könne. Die Mehrheit hat des- halb der Beitragserhöhung um 1 Proz. trotz schwerer Bedenken wegen der weiteren Belastung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zugestimmt, allerdings in der Erwartung, daß diese Mchrbelasturg durch eine Reform der Krankenversicherung und eine entsprechend« Senkung der Krankenkassenbeiträg« ausgeglichen wird. Die Novelle zur Krankenversicherung soll in der nächsten Woche vom Reichsrat oerabschiedet werden. Sowohl die Beitragserhöhung wie die Abstufung der Arbeitslosenunterstützung nach der Dauer der vorangegangenen Beschäftigung sollen übrigens am 31. März nächsten Jahres wieder außer Kraft'treten, falls die Reichsregierung sie nicht verlängert. Unter Hinweis auf die durch das Anschwellen der Zahl der Dohlsahrtserwerbslosen äußerst bedrohliche finanzielle Situasion der Gemeinden wurden in den Ausschüssen von den verschiedensten Seiten dringende Wünsch« hensichllich der alsbaldigen Ausdehnung oder N« u r e g e- lungderKrifenfürsorge und im Zusammenhang damit auch in der Richtung geäußert, daß die Reichsregierurg der Betreuung der Wohlfahrtsrwerbslosen ihre besondere Aufmerksamkeit zuwende. Dazu schlagen die Ausschüsse folgende Enffchließung vor: „Der Reichsrat stimmt dem Entwurf eines Gesetzes zur Aenbe- rung des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslofenverfiche- rung in der Voraussetzung zu, daß alsbald eine der Wirtschaft-lage Rechnung tragend« Neuregelung der Krisenunterstützung und Unter- stützung der Wohlfahrtserwerbslosen erfolgt. Zur Vorbereitung der ebenfalls einzuleitenden gesetzlichen Neuregelung dieser Fragen wird die Reichsregierung ersucht, im Einvernehmen mit den Landesregic- rungen sofort eine Erhebung über die Zahl der Krisenunterstützten und Wohlfahrtserwerbslosen in den einzelnen Gemeinden zu veron- stalten und bis zum 1. Oktober d. I. dem Reichsrat als Material vorzu/egen.' Staatssekretär W e i« m a» n erklärte, die preußische Regierung könne dem Entwurf nur zustimmen in der Erwartung, daß auch der Entwurf über die Acnderung in der Krankenversicherung dem- nächst zur Annahme gelangt. Mimsterialdirettor Dr. Weigert vom Reichsarbeitsmimfi»- rium erwiderte: Auch die Reichsregierung steht eine» engen Zu- sammenhang zwischen dem vorliegende» Entwurf und dem zur Aenderung der Krankenoersicherung. Der Entwurf zur Krankenver- sicherung wird wahrscheinlich in den nächsten Tage» im Reichsrat behandelt werden und die Reichsregierung wird sich dafür einsetze». baß er im Reichstag gleichzeitig mit der Novelle zur Arbeits- losenverstchernng verabschiedet wird. Hierauf wurden zwei Aenderungsanträge der preußischenRegierung angenommen. Der eine beseitigt die Bestimmung, daß der Arbeitnehmeranteil erstattet werde» kann. wenn es sich um die Beschäftigung im Betrieb der Evern handelt Der zweit« angenommene Aenderungsantrag mildert die Be- st immun gen für die Versicherten, die ihre Arbeitsstelle selbst aufgegeben oder Grund zur fristlosen Entlassung gegeben haben. Noch dem preußischen Antrag soll in solchen Fällen nicht die Unter- stützung so lange gesperrt werden, bis di« Anwartschastszeit neu erfüllt ist, sondern es soll je nach der Lage de» Falle» die Sperrfrfft auf 6 oder 8 Wochen verlängert werden. Der Vertreter der Rcichsregierung erklärte, die Annahme dieser Aenderung werde keinen Anlaß zur Einbringung einer Doppekvon- lag« geben. Bürgermeister Scholtz- Berkin beantragte die Einfügung stg» genber Bestimmung: -Der Träger der öffentlichen Arbeitslosensvrsorge ist berechttgt, festzusetzen, welcher Tarif für die Entlohnung der Fürsorge» arbeiter Anwendung finden soll.' Der Antrag wurde mit 48 gegen 18 Stimmen abgelehnt. Vor der Schlußabstiminung erklärten Hamburg und Bremen, daß sie gegen einzeln« Bestimmungen der Novelle starke Bedenken hätten, weil damit wesentliche Leistungsminderungen verbunden seien. Mit Hamburg und Bremen erklärten auch Lippe, Braunschweig, Thüringen und einige preußische Provinzen, daß sie sichderStimmeenthalten würden.— Der Vorsitzende stellte dann die Annahm« der Novelle mit Stimmenmehrheit fest. Mitlionenprozeß gegen das Reich. Wegen der Aufhebung der Gefrierfleifcheinsuhr. Das Schiele-Geschenk an die Landwirtschaft vom April dieses Jahres, die gesetzliche Aushebung der Gefrierfleischeinsuhr a b 1. Juli(Termin inzwischen auf den 1. Oktober verlängert), wird dos Reich voraussichtlich einen sehr großen Batzen Geld kosten. Der Gesriersleischeinfuhr. und Großhandel, die Kühl- Hausunternehmungen und auch die Großeinkaussgeselljchaft Deutscher Konsumvereine hoben dem Reich durch ihren Rechtsanwalt Dr. Als- berg Millionenforderungen angemeldet, weil durch die Aufhebung der Gefrierfleischeinsuhr alle für den Gefrierfleischkandel notwendigen technischen Anlagen. Kühlhäuser, Kühlwagen, Kühtichiffe Gefrier- fleischvcrkaufsstcllen wertlos geworden sind. Die Lage d-s Reiches ist rechtlich deshalb soft aussichtslos, das Reich wird also zahlen müssen, weil durch ein Gesetz vom Jahre 1 9 2 3 festgelegt wurde, daß die Gefrierfleischeinsuhr mindestens z-kn Jahre lang, also bis Ende 1933. durch gesetzliche Bestimmunpciz nicht behindert werden darf. Das Reich wird jetzt für die eilt- ftandxnen Schäden und den entgangenen und noch entgehenden Gewinn haftbar gemacht. Das Reich ist zur Anerkennung d-'r geltend gemaetyt�n Ansprüche aufgefordert worden, uvd es wird zum Prozeß kommen, wenn dos Reick) diese Ansprüche nicht honoriert. Eine Maßnahme, die die Verbrmicher schmer schädigt, in Zeiten schwerer Arbeitslosigkeit wie jetzt ein kaum zu ken"zeich- nendes Unrecht schafft, die darüber hinaus der Landwirtschast nach- weislich nichts nützt, wird jetzt also auch die Finanz- nöte des Reiches noch vergrößern. Grühner und der Republikanische Richkcrbvnb. Der Senats- p r ä f id en t.Grützner vom Oberuerwaltunpsgerichi hat aui d e Berufung gegen seinen Ausschluß aus ö-m Republikanischen Richterbuitt» schriftlich verzichtet. Damit ist die Gemeinschaft zwischen Grützner und dem Repubttkainjchen Richterbund ausgehoben. Dänische Sänger in Berlin.[ Kopenhagener Straßenbahner im GewerlschastShanS. Der Gesaagoerel» der Sopeahagearr Stratzea- bahobeamtea weilt seit gester» l» der ReichetpniplstaM. Die dänischen Arennde. die mn 4 Uhr nachmittags, oon Arantfnri am Tilatn kommend, auf dem Ztnhaller Bahnhof eintrafen, wurden vom Männcrchor der BVG. mit einem herzlichen Sängergruß empfangen und liehen sich vom Siotionsvorsleher nicht hindern, ihn flehen- den Auhes zu erwidern. Zlüertds gaben sie ein Konzert nv Großen Saat des<55 e. wcrkschaftshauses. Es war em« Freude für die zahlreichen Gäste, den Darbietungen eines vortrefflich difzipknierten Männer- chors zu lauschen. Die dänischen Sänger brachten unter der Lei- tung chres Dirigenten Louis Clausen Liäder chres Landes zu Gehör: nicht eben Sachen proletarischen Charakters, nur das „Lied der Arbeit* betonte ihre Verbundenheit mit der proletarischen Welt. Man spürt in den meisten Gesängen die Zlbkunst von der bürgerlichen Männerchorliteratur, aber man erfreut sich an der Naturnähe und dem volkstümlichen Einschlag dieser Musik. Di« Veranstaltung wurde durch eine formvollendete Ansprach« des Reichstagsabgeordneten A. C. Meyer, eines Veteranen der sozia- listischen dänischen Bewegung, schön und wirkungsvoll eröffnet. Die Gesangsvorträg« unterbrach als heiteres Intermezzo, dos von den Anwesenden mit besonders herzlichem Beifall aufgenommen wurde, das Auftreten der beiden Harmomkavirtuosen Max und Alex Rohard— Virtuosen in der Tot in der Behandlung des Instrumentes und im Zufammenfpiel. An das Konzert schloß sich ein vom.Gau Berlin des DAS. veranftalteter geselliger Abend, mit Begrüßungsworten des Gauvorsitzenden Genossen Kienast sowie des Genossen Oltersdorf für den Gesamtoerband der Berliner Berufsorganisation und mit Gesangsdarbietungen des Tegeler Volkschors, des MSnnerchvrs der BVG. und des Jungen Chors. Oer Kommunist am Mikrophon. Propaganda zur Sachsenwahl. Leipzig. 21. Juni. Ein Ansager der Mitteldeutschen R u n d f u n k- A.- G., dem zum 1. Juli gekündigt ist, benutzte heute vormittag die Gelegen- beit, nach Durchgab« des Presseberichts Propaganda für die Kommunistische Partei zu machen. Er schloß die Durchgabe mit den Rufen:„W ählt Listedrei, die Kommunistisch« Parteil*— Al» er den Ruf zum dritten Male wiederholen wollte, wurde«r von der Direktion unter- brachen, die daraufhin eine entschuldigende Erklärung abgab. Scharfe Maßnahmen in Wiesbaden. Derbst öffentlicher Tiazi-Oemonstrationen. Mesbaden. 21. JcmL Der Polizeipräsident hat auf Grund des allgemeinen Rechts in Verbindung mit dem Artikel 123 der Reichsverfassung wegen.unmittelbarer Gefahr für die öffentliche Sicherheit bis auf weiteres olle Veranstaltungen der Nationalsozialisten unter freiem Himmel, KundgÄungen, Demonstrationen und Umzüge verboten, da diese Veranstaltungen der Nationalsozialisten ein« nachteilige Wir- tung auf den Fremdenverkehr ausgeübt haben. Auch in Amerika Finanznot. Oos Schahamt will die Einkommensteuer wieder erhöhen. Deutschlands sehr schwierige Finanzlage ist in erster Linie, ab- gesehen von Schachts Diktaten und der Kapitalflucht, auf die schwere Wirtschaftskrise zurückzuführen, die sowohl die Steuer- und Zoll- einnahmen verringert als auch die Ausgaben erhöht. Aber auch das reiche Amerika ist zum ersten Male seit dem Welt- krieg in Budgetschwierigkciten gekommen, und zwar ebenfalls durch die immer schärfer sich auswirkende inneramerikanifche Wirtschaftskrise. Roch im vergangenen Jahre hat Präsident Hoover seine Popularität damit erhöht, daß er die Einkommen- steuer um 1 Proz. herabgesetzt hat, nachdem die Reichtumsquellen Zlmerikas nach siebenjähriger imunterbrochener Konjunktur unve» sieglich zu sein schienen. Di« Wirtschaftskrise hat fetzt die Staats- ausgaben erhöht, die Steuereinnahmen verringert, und von dem neuen Zolltarif erwartet man mit der steigenden Drosseluirg der Einfuhr trotz der erhöhten Zölle auch noch einen Rückgang der Zoll- einnahmen. Das Washingtoner Schatzamt geht deshalb ernsthaft mit dem Gedanken um, die Einkommensteuer wieder um 1 Proz. zu erhöhen, ist aber freilich im Augenblick noch durch das Bedenken gehemmt, daß mit dieser Einkommcnsteucrerhöhung der letzte Rest van H o c> v e r s Prosper ity-Populari tat flöten gehen würde. Straßenschlachi in Bombay. Stockhiebe gegen Frauen— Schüsse auss Dolt. Bombay. 21. Juni.(Eigenbericht.) Di« feit Togen in Bombay herrschende Gewitterstimmung hat sich am Sonnabend vormittag in einem schweren Blutbad entladen. Der Anlaß war geringfügig. Etwa."SOO Frauen zogen mit Fahnen und Gesang durch die Straßen. Als sie sahen, daß ein Boykottposten verhaftet werden sollte, stellten sie sich schützend vor ihn. Die Polizei hieb mit Bambusstöcken auf die Frauen ein und verletzte fünf Personen. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich diese Rache cht. Räch kurzer Zeit hatten stch Zehntauscitde Inder eingesundc». Gleichzeitig erhielt die Polizei groß« Verstärkungen. Etwa Süll berittene und unberittene Gendarmen versuchten die Massen auseinanderzutreiben. Es war vergebens. Nach zwei- ständigem Ringen begannen die Schutzleute in die Menschenmassen hincinzufcucrn. Eine Panik folgte dem schweren Blutvergiießen. Gin ojsizicllcr Bericht meldet allein mehr al, 150 Schwerverletzte, die in die Krankenhäuser gebracht wurden. 300 Personen sollen leichtere Schubverletzungen erkitten haben. Tote sind bisher nicht gemeldet. Rehru, der gegenwärtig« Präsident des allindischen Kongresse». weitic am Drt des Zusammenstoßes. Räch dem Zusammenstoß wurde ei» Proteststreik ousgerujcn. Di« Truppen stehen seit Sonnabend nachmittag in Alarlnbereitlschap. Die starken Männer. »Jftzt komme« w!r. dle starken Männer! Paßt mal auf. wie wir das Ding stemme« werden." , 1 „Ogoffogolfogoftogok!— wir schaffen» nicht." „Meine Herrschaften, wegen llebelkeil des hauplakleurs Mol- denhaner muß leider die Vorstellung abgebrochen werden." Pläne mit Otto Habsburg. Die Mithilfe Italiens. Prag. 21. Juni(Eigenbericht). Da» ffchechssch�szialdemcckra tische Zentralorgan„Pravo Cidu* (Das Recht des Volkes) erhält von feinem Budapefter Mitarbeiter einen Bericht über die monarchistische» Pläne, der zwar abenteuerlich klingt, aber b«! der eigenartigen Geistesart der matsiartfchen Macht- Haber und bei dem starken Interesse Italiens an jeder Flanken. drohung gegen die slawischen Nachbarstaaten Ungarn» wird schon allerhand Wahres an diesen Angaben sein. Danach soll Otto Habsburg, der bald 18 Jahre und damtt nach habsburgsschem Hausrecht„großjährig" wird, mit einer— Reisegruppe belgischer Studenten nach Ungarn kommen. Aber auch 35 000 italienische Soldaten und Offizier« sollen nach und nach in Ungarn eintreffen, natürlich verkleldet als Landarbeiter und Touristen. Die Offizier-Touristen sollen in Kasernen und Schulen, die Soldaten-Landarbeiter auf den Besitzungen der Großgrundbesitzer untergebracht und die Bevölkerung rechtzeitig vor freundlicher Aufnahme durch„Freunde* durch Vertrauensleute eines besonderen Komitee» bearbeitet werden. Dann soll Otto König werden. Die Kleine Entente und Frankreich will man auf dies« Weis« vor eine vollendete Tatsach« stellen. Das alles ist gar nicht unglaubhaft. Wenn aber, nach der gleichen Quell«, die Kömgsmacher an der„Schönen Roten Donau*— wie ein. demnächst aufzuführendes ungarische, satirisches Theaterstück heißt— auch erzählen, der Zustimmung nicht nur Italiens, sondern auch Den t s chl an de« und E n-g l» n d« bereits sicher zu sein, so dürste diese Behauptung nur das geweinsam« Ergebnis oon Sommer- Hitze und Paprika sein. Beratung der Kleinen Gntente. Prag. 21. Juni. Vom 25. bis 27. Juni tagt in Strbsk« Pleso di« Johreskonserenz der Außenminister der Kleinen Entente. Auf dem Programm stehen Besprechungen über di« allgemeine politische Lage in Europa, über das Memorandum Briands und über da» Haager und Pariser Ab- kommen. Da» iveitere gemeinsame Vorgehen der Stoa- ten der Kleinen Entente soll im einzelnen geprüft werden. Ferner werden wirtschaftliche die Kleine Entente-Staaten in ihrem wechselseitigen Verhältnis interessierend« Fragen behandelt werden. Die mit der nächsten DölkerbundsversammUmg zusammenhängenden Fragen sowie eine Reihe verschiedener S p e z i a l fragen, di« jeweils nur zwei Staaten der Kleinen Entente betreffen, werden ebenfalls oerhandelt werden.- Sowjet- Skandal in Helsingfors. Oer Handelsagent verschwunden- ein Zünf, Mittionenwechsel aufgetaucht. Moskau über Kowno, 21. Juni.(Tll.) Der Handelsvertreter der Sowjetunion in Finnland, Er- filian, der früher zu den engsten Mitarbeitern Stalins gehört«, ist seines Postens enthoben und nach Moskau berufen worden, um über feine Tätigkeit zu berichten. Ersikian,\CTn akter Bolschewik. hat die Sowjetregiening benachrichtigt, daß er sich weigere zu- nicktzukehren und vorläufig in Finnland bleiben werde. Man beschuldigt ihn jetzt großer Unterschlagungen. Ersikian erklärt, daß diese Beschuldigungen aus der Luft gegriffen feien, daß aber seine Rückkehr nach Sowjetrußland jetzt unmöglich geworden sei. Ersikian ist spurlos verschwunden. Ersikian war von der Sowjetregiening verdächtigt»orten, in Verbindung mit dem geheimen sinnländischen und englischen Nachrichtendienst zu stehen. In seinem Absagebrief nach Moskau soll er ersucht haben. ihn in Ruhe zu lassen, da er sonst die Geheimnisse, die ihm bezüglich der russischen Wirtschafts, und AußeupolUik. bekamü seien, veröffentlichen würde. Nun ist dieser Tag« nach dem Plötz- lichen Verschwinden dos Handelsvertreters in Helsingsfors ein Wechsel der russischen Handelsvertretung auf den Markt ge- kommen, der von Ersikian gezeichnet ist und über S,2 Mil- lionen Finnmark lautet. Di« russische Gesandtschaft hat die finnischen Behörden gebeten, Ersikian zu verhaften. Er ist jedoch noch nicht qujgejunden worden.. Turksib in Schwierigkeiten. Moskau. 21. Juni.(Ost- Expreß.) Auf der Türk est an-SKttrien-Eisenbahn(Turksib) verkchren erst nur Lrbeitszüg«. wff der Südstrecke verelnzelt Güter- und Per- soneryzüge. Räch Mitteilungen des Berkehrskommissoriote soll der direkte Personen, und Miterverk-chp zwischen Semipalatinsk und Lugowaja im Oktober bzw. November d. I. ousgenommen werten. Der Bauleiter Schate» erklärte Pressevertretern, daß die Durchführung der abschließenden Bauarbelten sowie der Bau von Stationsgebäuden usw. wegen Mangels an Arbeits- träften mit den größten Schwierigkeiten ,zu kämpfen hat: falls dies nicht bald behoben werde, könnte da, B«»progrannn nicht durchgeführt werden. „Heldeniat" eines Neserveleutnanis. Korrektes Derhalten der französischen Behörden. Varis� 21: Juni. Havos meldet au, A r r a s: Ein Reserveleutnont der Pioniertruppe, der gegenwärtig zu einer Uebung in Arras weilt. verlangt« von dem Chauffeur eines Autos, in dem sich deutsche Touristen befanden, die die deutschen Friedhöf« be. suchten, die Entfernung zweier auf dem Auto angebrachter Wimpel, von denen oer eine in den französischen, der andere in den sächsischen Forben gehollen war. Auf di« welge. rung des Chauffeur» riß der Ossizier die beiden Wimpel vom Auto ab und zerriß sie. Die sranzösischen Behörden hoben eine Unter- suchung des Zwischenfalle eingeleitet. Der Bürgermeister Hot sich sofort bei den deutschen Touristen wegen de» Zwischenfall« ent- schuldigt. Die Militärbehörde ha» den betresfenden Ossi zier in Arrest genommen. polen wieder parlamentlos. Sejm günstigstenfalls erst im Herbst wieder. Warschau, 21. Juni. Staatspräsident Mvscickl hat ein Dekret unterzeichnet, wodurch die außerordentliche Sejmtagung mit dem 23 d. M. gcjchlojsen wird. Dieses Dekret wurde dem Sejmmarschall Daszynski über- geben.:„-> Tag des Arbeitersports. Der iKeichSarbeitersporttaz im Grunewald-Stadion. Außer der Part« und den-Gewerkschaften vereinigt keine Organisation auf kurze Zeit so viele Menschen jeglichen Alter- an einem Ort wie die dundcstreuen Arbeitersportler an ihrem Ehrentage, dein Reichsarbeitersporttag. Ain heutigen Sonntag werden die Arbeitersportler im Grunewald-Stadion zum zehnten Mate ihren„Rast� abhalten und sie hassen dabei auf die Unterstützung durch die arbeitende Bevölkerung. Als am 17. November 1912 in Berlin die„Jentralkommission für Arbeitersport und Körperpflege" gegründet wurde, war es ihre erste Aufgabe, die Arbeitersportvereine Berlin- zu einem Arbeits- ausschuh zusammenzufassen, der alsbald beschloß, am Tage der Ein- weihung des unter einem kaiserlichen Protektorat erbauten„Deut- schen Stadions" im Grunewald, also am 8. Juli 1913, ein Werbe- sportsest für den Arbeitersport als Gegendenionstration zu veranstalten. So fand damals das erste zentralorgamsierte Arbeitersport- fest in Weißensee statt. Bereits für das nächste Berliner Verbands- fest hott« man das Grunewald-Stadion in Ausficht genommen. Bsi den Verhandlungen niit den» damaligen Deutschen Reichsaus- fchuß für olympische Spiele, an denen unter anderem auch der sozialdemokratische Abgeordnete Dr. Kurt Rossnfeld teilnahm,»er- stand es die Gegenseite recht gut, die roten Zlrbeitersportler hinzu- halten, um ihnen schließlich das.Deutsche" Stadion zu versagen. Heute liegen die Dinge etwas archers: die Arbeiter- sportler haben sich den Eingang in das Stadion erkämpft. Sie werden sich allerdings damit nicht begnügen. sondern werden danach streben, der Stadt Berlin recht bald ein Mitbestimmungsrecht an dem zum nicht geringen Teil aus öffentlichen Mitteln unterhaltenen Stadion zu sichern. Ebenso oer- geblich wie die Arbeitersportler vor dem Weltkrieg um die Benutzung des Stadions kämpften, war ihr Bemühen um die A n e r k e n- n u n g und um die Gleichberechtigung mit den anderen, bürgerlichen Sportverbänden. Alles war vergeblich, Jungdeutsch- land war Trumpf! Im Dezember 1918 wurden die ersten Wiederbelebungsversuche an dem im Kriege zusanimengebrochenen Berliner Kartell- verband für Arbeitersport unternommen und schon wenig« Monat« später stand die Arbeitersporlorganisation in Berlin wieder auf festen Füßen. Konnte der erste Kreis(Berlin-Branden- bürg) im Arbeiter-Tuni- und Sportbund schon im Jahre 1919 sein Kreissportfest im Grunewald-Stadion abhalten, so folgte ihm der Kartelloerband mit dem dritten Berliner Kartellfest im Jahre 1920. Hier waren zum ersten Mal alle in der Zentralkommifsion für Arbeitersport und Körperpflege vereinigten Verbünde durch ihre Berliner Vereine vertreten. Der Besuch war sehr gut, nur die Organisation klappt« noch nicht so recht. Durch das Hinzutreten immer neuer Verbände zur Zentralkommission wurden auch die Ver. onstaltungen im Stadion innner abwechslungsreicher: heute gehören ll Sporkverbände mik über 1300 000 Milglicdern der ZK. an und 127 Berliner Vereine marschieren heute nnt einem großen Teil ihrer aktiven Mitglieder in die rissengroße Kampfbahn de« Stadions. Wenn die Arbeiterturner und-sportler aller Sparten m ge- waltigen Säulen mit Musik und Trommelklang in das Riesenrund einziehen, wenn über ihren Köpfen die roten Banner des Sozialis- mus, die zugleich die Banner der Arbeitersportler sind, wehen werden, dann wird ein Frohgefühl die Brust aller derer durchziehen, die als aktive Teilnehmer oder passive Zuschauer diesen Aufmarsch mit erleben. Sie werden mehr als je überzeugt sein von der Macht und der Bedeutung der organisierten Arbeiterschaft, die eine starte Stütze m den Arbeitersportverbänden hat. Denn das ist das Wesent- liche und Bedeutende der zentralorganisicrten Arbeitersportbewegung, daß sie bewußt eingeordnet ist in das Strombett der großen modernen Arbeiterbewegung, die unter dem Banner des Sozialis- mus marschiert und alle Kulturvölker der Erde umfaßt. Hunderttausende junger Proletarier suchen die Teilnahme an der Lerbeskultur heute noch in bürgerlichen Devei'-en, in der Mei- .--»- m»■*-■■ nrt i-»»----, nun� oCqj w* eigenen iruiwnjnrrtgeft inajt jnr we�ö Kulturbedürfnisses ausreichen. Die Selbstachtung allein müsse sie dazu zwingen, als Angehörige der Arbeiterklasse fernzubleiben ,.bür- gerlich-neutralen" Sportvereinen, die sie bewußt ablenken von den Geschehnissen der modernen Arbeiterbewegung. Aus diesem Grunde brauäst die Arbeiterklasse aber auch eine selbständige Sportbewegung und diese wieder benötigt die Unterstützung durch die sozialistischen Organisationen. �VoclienprvArsmm Sonotos. 22. Juni: 6.30: Funkgymnastik. 7: Ans Hamburg: Hafenkonzert. 8: För den Landwirt. 8.50: Morgenfeier. Anschließend: Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage, ll: Elterastunde. 11.30: Schallplattenkonzert. 12: Aus Leipzig: Musikalische Landkarte. 14: Jugendstunde. 14: Deutscblandsender Königswusterhausen; Reicbs-Arbciter-Sporttag. 14.30: Konzert 15.30: Oskar Baum liest eigene Erzählungen. 16: Große Berliner Ruderregatta auf dem Langen See. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.30: Hans Brennert zum 60. Geburtstage am 24. Juni. 18: Schumann-Konzert 18.20: Heitere Unterhaltung. 19.15: Die Erzählung der Woche. 19.45: Erste Bekanntgabe der Sportnachrichten. 20: Buntes aus den Archiven der Berliner Staatsoper. Danach: Tanzmusik. Montag, 23. Juni:> 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frfihkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20: Wie schützt sich die Frau gegen das Altern? 15.45: Rosen im Garten. 16.05: Erziehung zur Sachlichkeit. 16.30: Solistenkonzert 17.30: Jugendstunde. 18: Städtebauliche Probleme. 18.30: Die Ostmark. 19: Orchesterkonzert. Anschließend: Drei Minuten vom Arbeltsmarkt 20.30: Das Interview der Woche. 21: Uraufführung der Schuloper:„Der Jasager" von Weil!. 21.30: Kleine Menagerie. Danach: Tanzmusik. 24: Eine literarisch-musikalische Stunde. Dienstag, 24. Juni: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frflhkonzert. f? Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Naturparadoxe. 15.40: Zur Bekämpfung der Tuberkulose. 16.05: Akustischer Nachrichtenstil 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.20: Carl Eberl liest. 17.40: Jugendstunde. 18.10: Stunde mit Büchern. 18.40: Sonnenwendfeier, veranstaltet vom Arbelter-Kultur-Kartell Berlin. Festlied von Heinrich Schütz (Mitglieder des Jungen Chors. Dirigent Walter Rohde). Sonne und Seele. Aus dem Buche„Stunden im All" von Wilhelm Bölsche(Vorspruch, gesprochen von Albert Florath). Streitlied zwischen Leben und Tod(Dichter unbekannt).(Sprechchor für Proletarische Feierstunden.) Sonnenhymne(nach allrussischer Volksweise) von Modest Mussorgski.(Mitglieder des Jungen Chors.) Zum Licht empor.(Eine Ansprache von Toni Sender, M. d. R.) Fackeln hoch in die Hand von Wolter Qättke.(Mitglieder des Jungen Chors.) Satz von Heinz Ticssen. Der Arbeit Tag von Ernst Preczang. Sonne von Gerrit Engeike. Die Aehre spricht von Julius Zerfaß.(Drei Gedichte, gesprochen von Albert Florath.) Hebt unsere Fahnen in den Wind von Englert. (Mitglieder des Jungen Chors.) Unser die Sonne von Alfred Thicmc.(Sprech- chor für Proletarische Feierstunden.) Wenn wir hinausziehen von Baidasare Donati.(Mitglieder des Jungen Chors.) Wir stehen an glühenden Feuern von Kurt Klaeber.(Sprechchor für Proletarische Feierstunden.) Anschließend: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.30: Aus Leipzig: 3. Aufzug. 1. Szene ans„Die Meistersinger von Nürnberg". 20.30; Uraufführung:„Der Sturz der Verdammten", Hörspiel von Hans Kyscr. Mittwoch. 25. Juni: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frübkonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Berühmte Frauen der Geschichte. 15.40: Die englischen Ausgrabungen in Ur(Abrahams Heimat), 16.05: Warum und worüber wir lachen. 16.30: Arien und Lieder. 16.50: Jugendstunde. 17.15: Programm der Aktuellen Abteilung. 17.40: Ich komme eben vom Boxkampf Schmeling— Sharkcy. 18.05: Unterhaltungsmusik. Anschließend: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt 19.30: Aus der Staatsoper Unter den Linden:„Die Trojaner" von Hektor Bcrlioz. Danach: Abendunterhaltung. Donnerstag, 26. Juni: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert 9: Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Liebe und Ehe im Wandel der Zeiten. 15.40: Die phänomenologische Philosophie der Gegenwart 16.05: Alte Musik. 17.30: Jugendstunde. 17.50; Deutsche und französische Geisteshaltung in der Literatur. 18.40: Mendelssohn-Rubinstein(Konzert). 19: Wie wird der Berliner In Zukunft wohnen? 19.30: Chorgesänge. Anschließend: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 30: Wovon man spricht. 20.15:„Die Hasenpfote". Tragikomödie in einem Akt von Hans Brennert 20.45: Tanzmusik. Danach: Aus Budapest: Zigeunermusik. Freitag. 27. Juni: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend: Frühkonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20:„Helen Keller". 15.40: Winke für die Sommerreise. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Zur Unterhaltung. 17.30: Jugendstunde. 18: Aus Breslau: Einmarsch der Verbände In die Schlesier-Kampfbahn. 18.25: Das neue Buch. 18.33: Operettenlieder und Schlager. Anschließend: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt 19.10: Programm der nächsten Woche. 19.40: Aus Leipzig:„Die seböpe Qalath'ec". Burleske Operette von Suppft. 20.40: Professor Hans Baluschck erzählt sein Leben. 21.05: Konzert Danach: Tanzmusik. Was am heutigen Sonntag die bnndestreae» Srbettersportter aller Disziplinen im Stadion zeigen werden, ist im SportteL der Spätausgabe des„Vorwärts" erschöpfend mitgeteilt worden. Für die Arbeiterschaft Berlins heißt es heute: Füllt die 30 000 Sitz- Plätze des Stadions im Grunewald: bekundet durch die Teilnahnre am Reichsarbeitersporttag die Verbundenheit mit den 23 000 Berliner bundestreuen Arbeitersportlern, die in eurer Mitte leben und wirken, die in eurem Sinne organisiert sind. Rundfunks. 6.30: Funkgymnastjk. Anschließend: Frühkonzert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Jugendstunde 15.45: Abenteuer am Persischen Golf. 16.05: Die deutschen Kampfspiele. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.50: Aus Breslau: Staffelreportage von den Deutschen Kampfspielen. 18.50: Das staatliche Werk Mussolinis. 19.15: Musikvorträge und Rezitation. Anschließend: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt 19.45: Konzert des Lunapark-Orchesters. 21:„Essig und Gel". Eine heitere Stunde. Danach: Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 22. Juni: Ab 6.30: Uebertragung aus Berlin. 17.30: Das Mittelmeer. 18.30: Einführung in deutsche Meisteropern. 19: Das Augsburger Bekenntnis. Deutschlandsender: 19.30: Aus dem Opernhaus Frankfurt a. M.:„Der Bettelstudent". Operette von Millöcker Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Montag, 23. Juni: 16: Aus Breslau: Nachmlttagskonrert 17.30: Vorbereitung und Auswertung von Lehrerstudienreisen ins Ausland. 17.55: Javanische Musik. 18.20; Unterhaltende Stunde. 18.40: Parteiwesen und politische Bildung. 19.05: Englisch für Anfänger. 19.30: Land wirtsebaftsf unk. Deutschlandsender; 20: Koloraturen. 20.30: Uebertragung aus Belgrad. Anschließend: Uebertragung ans Berlin. Dienstag, 24. Juni: 16: Aus dem Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. 16.30: Aus Leipzig: Nachmiltagskonzcrt 17.30; Zucht und Pflege von Kalt- und Warmwasserfischen im Aquarium. 17.55: Tragik der Kleinstadt. 18.20: Viertelstunde für die Gesundheit. 18.40: Französisch für Anfänger. 19.03: Das Ingenieurwcrir in der Landwirtschaft 19.30: Heinz Zucker liest aus eigenen Dichtungen. 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft Deutschlandsender: 20: Schallplattenkonzert 20.15: Aus München: 400-Jahrfcicr der Augsburger Konfession. Anschließend: Aus München: Orchesterkonzert Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 23. Juni: Ii: Aus Hamburg: Nachmltlagskonzert. 17.5»! Jugendsrohlfalirt und Schule. 17.55: Soldaten- und Kriegslieder. 18.20; Uebertragung aus Berlin. 18,40: Das Drama der Gegenwart 19.05: Spanisch für Anfänger. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft Deutschlandsender: 20: Aus Hamburg:„Die klassische Operette". Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 26. Juni: 16: Aus Berlin' Nachmittagskonzert. 17.30: Praktischer Rtumlehrenunter- richt. 17.55: Weltpolitische Stunde. 18.20: Ernste und heitere Zwischenfälle im Leben eines Tiergärtners. 18.40: Die wirtschaftliche Bedeutung der Meeresströmungen. 19.05: Spanisch für Fortgeschrittene. 19.30: Landwirtschaftsfunk. Deutschlandsender: 20: Uebertragung ans Berlin. 20.15: Aus der Jahrhundert- halle Breslau: Deutscher Abend. 21: Selten gehörte Werke. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Freitag, 27. Juni: 16: Die schulpraktische Auswertung des deutschen Hygfene-Mnsetnns in Dresden. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Psychoanalyse und Strafrechtspflege. 17.55: Der gegenwärtige Stand der deutschen Handelsvertragspolitik. 18.20: Im Flugzeug nach London und Moskau. 18.40: Die Kunst des Erzählens. 19.05: Englisch für Fortgeschrittene. 19.30: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Deutschlandsender: 20: Konzert. 20.40: Uebertragung aus Berlin. 21.05: Unterhaltungsmusik. Anschließend: Uebertragung aus Berlin. Sonnabend. 28. Juni: 16: Aas Hamburz; tfachmlttatslconzerl 17.36; ArbeKsremehnchtfl der runkpädagoelk. 17.56: Ein Interview des Pollzeiprisldenten ZOrriebel. 18.20: Siedlnntren nnd Kulturpflanzen auf Sumatra. 18.40: Jahrtausende der Musik. 19.05: Franzäsisch für Fortgeschrittene. 19.30: Stille Stunde. 19.55: Wetterberichte für die Landwirtschaft. Deuschlandsender: 20: Uebertragung aus Berlin. 20.55: Ans München: Chorkonzert. AnschlieScnd; Uebertragung aus Berlin. tGewerkschaftlicheS flehe 2. Beilage.) Dezantwnrtffch fOt Politik: Dr. fintt®eo«t: Wlrtfchaft:».»Uitaelhifez! (beiBCcf fthof tsbemeftung: 3. Steinet; Feuilleton: Jt t. DSfchee: Lokales und Sonftines. 9fti*•otftöbt: Sltuetaen: Sil. Slode;(ihntfidi in Berlin. Betloa: Borwärts-Verlag®. m. b. S., Berlin Druck: Lorwärts-Buchdruckerei und Lerlaasanlialt Bau! Sinaer a. Co.. Berlin CW. 68, LiubcnltraKe 8. 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Die Havel dagegen immer tonnt ä glich in ihrer gleißenden Schönheit, aber, meldet sich, die Dahme wieder, auf meinen Wiesen stehen noch Backöfen, ursprünglich. naturgebunden, wo man eure Wälder durch, spiegelglatte Kunststraß cn. zcrsdinitten hat. So ist es eben.: der eine fährt in die. Berge und der andere an das Meer, jedes ist schön. In einem Bauernhaus zu Gosen, wird ein alter Spinnrocken und ein alter Webstuhl aufbewahrt, jahrhundertelang. Geschichte ist das, aber in Budi zuckt ein alter Hann nur die Achseln und sagt;.Alchen Sie sich unsere Schloßk'rdic an, die ist. viel älter." Dann gehen wir in den Park der Grafen Voß. Einmal in jedem. Jahr müßte man hier hergehen, sieh, auf einen Stein setzen und nur zusehen, wie die Baumriesen das Sonnenlicht austrinken. Weiler nichts. Und wenn dann jemand käme, der an. seinem Zigarrenstummel kaut und sich den Schweiß von der Glatze trocknet, und dieser jemand sagt:.JSehcn Sie mal, ich war neulich, in Sanssouci, mir sind dann rüber gelaufen nach RaMs- berg, missen Sie, diese Parks da.. dann sollte man dem Mann eine mnlcrhauen, damit er still ist. Frohnau ist Frohnau und Dahlem ist Dahlem. Doch wir wollen uns nicht streiten, wir wollen rocUcrwandcm. Oos Oorf öer Vereine. Tsvy Mühlenfließ hinter Tegel ist?kolur''ch«itzget>iet. To mm trachtet jeher danach, sein Stullenpopier dort als Andenken yi hinterlalsen. Wir schütteln manchmal den Kofi, wenn jemand so an die sechs Mitgliedskarten ans allen mogl!6>en Acrcinen in der Tasche zu stecken hat, aber das soll der schlechteste Derein sein, ferne Mitglieder sind immerhin so erzogen, den Wald nicht mit .Konserneichiichsen, Glasscherbe» und Stullenpapicr auszuputzen. Dafür ist das chennigsdorfer Werl der AEG. fein säuberlich aufgeräumt, wie es sich im Zeitalter der Rationalisierung gehört: die Hallen, die Kräne, die Stapel und die Schienen, jedes an seinem Platz. « Dahnfmie gequetscht, bleibt sogar noch ein Fleck zum Tennisspielcn übrig. Nicht, daß die AEG. jetzt Temnsspielen und Fließband fnmWnkrt hat, aber es wurde tatsächlich Tennis gespielt. Dann an einem kleinen Hasen' vorbei, einem ganz niedlichen, so < roß wie ein Schwimnrbassin ist er; damit der Fremde weiß, daß man es mit einem Hafen zu tun hat, hoben die Hennigsdorfer ein Schild angemocht und„Gerneindehasen" darauf geschrieben. Eine Zille liegt da und ladet Steine ab. Seit der Stahltrust in .Hennigsdorf ein« Filiole Hot, wird der Ort den aufdringlichen Genich der Abgase aus dem Walzwerk nicht mehr los. Genau wie in Wildau, seitdem dort die Chemie eine ihrer Küchen aufgemacht hat. Gewiß, die Ortschaite» wachsen, wenn die Industrie zu ihnen l»»auskommt, aus Dörfern werden Städte, Arbeit gibts und Brat. Fragt sich, wie die Gemeiirde dabei abschneidet. Zum Bauer Volt« konnte ste hingehen, ihm etwas vorrechnen und jagen, soviel Steuern hast di�zu bczal�en. Aber der Stahltrust? Der rechnet Hennigsdorf etwas vor. Jetzt ist nach Marwitz zu die große Siedlung ent- standen. Das sind immerhin Häuser, in denen man für viel Geld wenigstens wohnen kann. Wenn man mich mitunter die Fußbank nehmen mtih. um an die Wasserleitung heranzureichen. Aber das find Schönheitsfehler und kein Schandfleck wie die Baracken. In dem Dinidendensegen der Stahlherren ist die Sozialpolitik vor die Hunde gegangen. Man muß sich das einmal ansehen: da liegt, fast an den Wald stoßend, wie ein grimmiger Koloß das Stahlwerk mit seinen Rieseirschloten. In weitein Bogen läuft ein hoher Zaun herum und hinter dem Zaun sind Baracken. Wie in einem Ge- fangenenloger sieht das aus. Zwischen den Baracken außerhalb des Werks wachsen wenigstens noch einige Blumen, die blühen jetzt im Juni, und mildern den trostlosen Anblick. Hier scheint immer noch Krieg zu sein, wie 1918, als das Stahlwerk entstand. In diesem FabriklM stehen Tafeln aus den Straßen. Jedes Fleckchen daran inst einem Zettel betlebt. Auf denen um die Jugend nicht gerade gekämpft, aber doch geworben wird. Allen sind„Gäste herzlich will- kommen". Sanntags kann man sich dann das Ergebnis ansehen: die Arbeitersportler haben Kartellfest in Hennigsdorf, das darf sich kein bürgerlicher Spartler wich nur ansehen, an diesem Sonntag ist der Mämrerturnoerein„Froher Mut" sonstwo, aber nicht in Hennigsdorf. Die Arbeiter des Walzwerks sind vom Ruhrgeblei oder aus Oberschlesien herougeholt« Fachleute. Sie bleiben auch in Hennigs- dorf ihrer Heimat treu und lassen sich die Bräute nachkommen. Die Ansgebote am Rathaus verkünden es ollen:„Es wird hiernnt zur allgemeinen Kenntnis gebracht, daß der Vorarbeiter Konstantin Droschka, Henmgsdorf, Fontonesiedlung 10, und die Hausangestellte Moria Marko, Breslau. Himdsfelderstr. 292, die Ehe»rite inander eingehen wallen." Der Dreher Eduard Dztudo hat die Schneiderin Maria Klimoczek schon da, nur der Bäcker,neister Zillmann bleibt im Kreis Osthavelland und host sich seine Braut aus Elstal. Auf ptm Kirchhof liegen übrigens Grabsteine, deren Znschristov ganz t» polnischer Sprache abgefahl find. Wir sind auf diesen Kirchhof ge- a-mgen. um an ven Gröbern der zehn Henmgsdomr Arbeiter, die d-T Abwehr der Kavp-Banditen chr Heben ließen, Einkehr j", MOen. Dir suchten überall, zwischen gepflegten und verfallenen l Grabhügeln, aber die.Kapp-Toten fanden wir nicht. Ein« alte Frau mußte sie uns erst zeigen. Kein Grob trägt einen Gedenkstein, nur ein Fliedcrbusch und«in Lebensbamn halten die Totenwocht. Die Toten des Bürgerkricgs niben neben ihren Kameraden, die das Schlachtfeld der Arbeit verschlang. Die entsetzliche Pulverelplosion im Hennigsdorfer Werk der AEG. vom 4. August 1917 forderte acht Tote, fünf sind in Hennigsdorf begraben, drei in ihrem vogt- ländifchen Heimatdorf. Die Toten heißen Rosa, Milda und Maria, zwanzig Jahr« haben sie nur gelebt. Ganz leise hoben wir die Türe zugemacht. „Enftove zu Äuch". Don dem Fobrikdors marschierten wir hinüber in die Garten- stecht. Ulster blühenden Akazien nach Frohnau. Es ist schade um Frohnau, man hätte aus diesem Ort etwa» machen können, aber da draußen das neue Viertel an der Bornimer Krelsgrenze, nein, das ist kein Gewinn. Es ging wcster nach Buch. Wir suchten de.rt eine Wiese, auf der wir am 81. Juli 1914 gesessen hotten. Schwül ging damals der Tag zur Neige, bis in die Nacht fuhren die Bauern die reife Mahd«in. Am nächsten Morgen schrien es die Zeitungen ins Land: Mobil! Die Loichwehrleute klappten ihren Wilitärpah auf und lasen sich nochmals den gelben Zettel durch, was sie alles mitzubringen halten. Dann brachten wir den Vater Frohnau, die Gartenstadt, zirm Bahnhof, noch ein„Winke-winke", dann kamen die Brotkarten und die Derlustlisten und schließlich das Ende. Wir haben diese Wiese vergeblich gesucht. Dafür steht vor dem Bahnhof jetzt folgende Tafel: « ZU DEN SIAEDTISCHEN WERKEN> Kinderheilanstalt Heilanstalt ü'ut liobrechtsfcldc F örsterei Oberamtsstelle Steuerkasse Standesamt Heil- und Hflegeanstalt Aiistalls-u.Gemeindesriedbof Waldbaus Buch Städtisches Werk Buch Hospital Alte-Leute-Heim Out Buch Wenn die gegenwaarig laufenden Neubauten fertig sind, wn-d man noch eine zweie Tafel gebrauchen, denn die erste>st voll- geschrieb-n. Rechter Hand zweigt«in-Tnlrrcjfcnteniwg" ab. Da» ist eine Erfindung der Reichsbahn, sie hat noch hinzugefchriebeu. daß er von„Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang" gesperrt'st. Nielleicht haben die Leute in Buch keine Uhren, daß man sich auf diese indianische Art verständigen muß. Nebenbei guckten vnr noch schnell auf ein« Orientierungstofel und schüttelten wieder den Kopf. weil da in der rnt um ränderten Grenze des 19. Bezirks der Sladt Berlin immer eingezeichnet stand:„Enklave zu Zepernick" oder drüben jenseits der Grenze:„Enklave zu Buch." Das hindert keinen Dcrliner, sich über Mecklenburg und Braunschweia aufzuregen: mir sollten uns also lieber an unsere eigene Nase fassen. Buch hotten die alten Germanen übersehen. In einer Finanzstatistik von 1.T7Z wind es als„W c n t s ch e n b u k" erwähnt, im Schloßregister von 1451 ist von einem„W e n d e s ch e n B u ck" die Rede, ein DcuiM- Buch hat es m« gegeben, bis ziun Mitteialter war Bück) eine alt- slawische Sprachinsel. Als die Hohenzollern in die Mark kamen, gehörte die Herrschaft Buch den Herren von Bredow, die sie an die Herren von Röbel verkauften, denen Philipp Melanchton eine Bibel schenkte, die soll noch heute in der Schloßkirche liegen. Nach den Gastrollen einiger anderer kamen die Grasen Boß, die den Herr» lichen Schloßpark anlegten. Haute gehört dieser Park der Stadt Berlin. Wir Großstädter müssen uns Sonntags mit dem Forst begnügen. Jener Corte„Wold", die die Förster mit der Elle be- rechnet haben, wo die Bäume so dicht in Reihen stehen, daß sie sich gegenseitig das Licht wegnehmen. Bei diesem Kampf um die Sonne wachsen natürlich die Bäume und die Forstverwaltungen freuen sich über das lange Stangenholz, das da in die Höhe schießt. Zlber richtigen Wald, der diese„beruhigende, gedankenschwere Stimmung eines gotischen Doms" hat, ja, wer den sehen will, der muß schon weiter fahren, um Berlin gibt es so etwas nicht mehr. Höchstens hier und da ein Park, wie der zu Buch. Gleich echtem Wald ist der Bücher Schloßpark ein Mifchtvald. Zwischen Fichten viele Budien, etliche Eichen, einige Linden und ein wenig Ahorn dazu. Dann eine Wiese, nichts weiter darauf als blühende Schafgarbe und der Sonnenschein. Ein Hügel in sanstcm Dämmerlicht, ein Teich, öer eine grüne Haut hat, zwei, nein r-icr Schwäne, irgendwo plätschert die Panke, sie fällt gerade die Treppe cincs Wehrs hinunter, verrostet und oltersschwad) sind die Gittersiobc der kleinen Brücke, für diesmal trägt sie noch. Do wir in einem Park sind, müssen wir auf Wegen aus braunem Kies gehen, die verschlungen sind wie ein Labyrinth. Am Rande des Parks steht die Schloßkirche, eine avancierte Kapelle, der man einen Glockenstuhl aufgesetzt hat. Und mit einer dicken, breiten hebräischen Inschrift. Vor der die Leute jeden Sonntag stehen bleiben und sich die Köpfe zerbrechen: „Das ist doch kein Tempel, aber was sollen denn die Buchstaben da..." und mandintal kriegen sich die Menschen sogar in die Haare. Sie brauchten jedoch mir sünf Schritte zum Tor hin zu machen, da hängt die Slufsorderimg des evangelischen Gemeinde- kirchenrato, endlich die Kirchensteuer zu bezahlen. Also ist es kein Tempel. « Zwischen die Heuernte hindurch fuhren wir nach Hoppe. garten. Ein Dorf, das nur vom und für den Sport lebt. In einer Waldlichtung liegt die Rennbahn. Da, wo die Arbeiter gerade sprengen, ist der Rasen grün, wo sie eben waren, hat ihn die Sonne schon versengt. In Ijoppcgarteir tragen die Menschen keinen Schnurrbart, er könnte sie für die Pferde zu schwer machen. Bisweilen trifft man einen, der grau« Haare hat, dann weiß man, der ist in die Jahre gekommen. Sonst sehen in Hoppegarten olle Männer gleich abgemagert, untersetzt und angezogen aus. Sweater, Breeches und Gamaschen Auch die Reden dieser Männer sind uniform, man spricht von Pferden. Die nebenan wohnen, behütet, gehegt und gepflegt. Denn es gibt auch bei den Pferden eine Aristokratie und «in Proletariat. Neuerdings auch noch„Eiserne Pferde". Die das Rennen wobl machen werd-m, H M MuUi mathf unsere Brause selbst /""P—' fa ist Ja so«Inf ach,«tn« wohlschmeckende Brause zu bereiten. 1 Teelöffel„Bullr/ch-Salz" wird in einem Glan* Zuckerwasser(Fruchtsaft nach Belleben) unter Zusatz von ein wenig Essig oder Zitronensaft aufgelöst. Dieses erfrischende, durststillende. Getränk wird in der ganzen Weit, speziell in beißen Ländern, wegen seiner Bekömmliehke/t geschätzt liullrich-Sab. Der heutige Zeppelin=Besudi. W enn alles programmmäßig ge* klappt hat, wird der„Graf Zeppelin* heute früh um 7 Uhr im Luftschiff* hafen Staaken eingetroffen sein. Die Berliner werden ihn allerdings am Morgen nur zwei Stunden bewundem können, da er um 9 Uhr bereits wieder zu seiner Hamburg-Fahrt startet. Am Abend wird er dann wieder, von vielen Scheinwerfern beleuchtet, am Ankermast zu sehen sein. Die Kassen des Luftschiffhafens sind bereits um 3 Uhr früh geöffnet worden. Vom Ankermast aus wird die Lautsprecheranlage, die sich über den ganzen weiten Platz erstreckt, bedient werden. Alle Nachrichten, auch über den Verlauf der einzelnen Fahrten, werden sofort verbreitet werden. Reichsbahn und BVG. haben einen Sonderdienst eingerichtet. Das auf dem Flughafen eingerichtete Postamt wird einen besonderen Poststempel mit dem Aufdruck„Berlin-Staaken, Zeppelintag" verwenden. MS?. Ken'enbeginn am H.Iuli. Wie aus einem Rundsrlatz des Tchnlrates und Vi�e» Präsidenten des Berlin-Brandenburgischen Provinzial- fchulkollegiums König an die ihm unterstellten Lehr- anstalten hervorgeht, wird der Schulunterricht bereits am 1. Juli, also unmittelbar nach den in sämtlichen Schulen stattfindenden Feiern, anläßlich der B e- freiung der Rheinlande, geschlossen werden. Das Proomzialschulkollegium hat sich bei diesem Entschluß von praktischen Erwägungen leiten lassen. In dem dekannten Erlaß vom 17. Juni hat der Kultusminister Grimme verfügt, daß am I.Juli der Unterricht in allen Schulen ausfällt und daß in Form von Feiern die Jugend auf die große Bedeutung der Befreiung des Rheinlandes hingewiesen wird. Die Kinder hätten dem- nach am 2. Juli, wie«s in den vorangehenden Jahren bisher immer üblich war, noch einmal zum Unterricht, der etwa zwei bis drei Stunden dauerte, an den sich dann die übliche Abschlußfeier rechte, erscheinen müssen. Das Kultusministerium hatte bereits vor Tagen den Gedanken in Erwägung gezogen, vom 1. Juli ab sämtliche Schulen zu schließen. Da aber die Ferienregelung in Preußen nicht einheitlich ist, mußte es den Prooinzialschulkollegien überlassen bleiben, von sich aus entsprechend« Entscheidungen zu treffen. In einer kurzen Sitzung des Berlin-Brandenburgischen Pro- «inzialschulkollegiums ist dann auch beschlossen worden, den Unter- richt mit dem l. lluli nach Schluß der Befreiungsfeiern offiziell zu . schließen. Großfeuer in Berlin GO. Sine Kofferfabrik in Flammen.— Hoher Schaden. Bon einem verheerenden Großfeuer wurde am Sonnabend nachmittag die kofsersabrik der Firma Weiß u. Alexander am Elisabethufer 53 heimgesucht. Der Schaden ist außerordentlich hoch und ein großer Teil der etwa 150 Mann starken Belegschaft durfte für die nächste Zeit leider ! beschäftigungslos sein. Der Betrieb wird Sonnabend bereits in den frühen Nachmittags. stunden geschlossen. Die Fabrikationsräume liegen im dritten Stock- verk des sternförmig errichteten Gebäudes und erstrecken sich über zwei Seitenflügel und zwei Qucrgebäud«. Zurzeit herrscht in der ! Kofferbranche Hochkonjunktur und die Fabrik- und Lagerräume ; zvaren mit Rohmaterialien sowie Halbfertigfabrikaten. Vulkanfiber. platten üsw. dicht angefüllt. Diese erhebliche Materialanhäufung war > für die schnelle Ausbreitung des Feuers, das nach den bisherigen Ermittlungen offenbar in einem Garderobenraum ausgebrochen ist, ' sehr günstig. Als die Feuerwehr an der Brandstelle erschien, brannte � ein großer Teil des Betriebes schon lichterloh. Zu allem Unglück . sind die Fabrikationsräume, die sich über inehrere Höfe erstrecken, i nicht durch Brandmauern gesichert, so daß sich die Flammen nach allen Seiten mit rasender Schnelligkeit ausdehnen konnten. Wegen der großen Hitze und eines beizenden schwarzen Qualms war ein Angriff über die Treppenhäuser überhaupt nicht möglich, und so mußten dann von vier Sellen mechanische Leitern in die Höhe f richtet werden, von wo aus die Löscharbellen mit zehn chlauchleitungen ausgenommen wurden. Für die anderen Betriebe in dem brennenden Gebäude bestand' zeitweise groß« Eesährs Durch die umsichtige Leitung und Arbeit der Feuerwehr konnte ein liebergreifen der Flammen jedoch noch rechtzeitig verhindert werden. Ein Teil der Kofferfabrik, die Büroräume und das Fertiglager konnten vor der Vernichtung gerettet werden. Die Ablöschungs. und Aufräumungsarbeiten dauerten bis in die späten Abendstunden hinein und wurden gegen 22 Uhr unter Zurücklassung einer Brandwache abgebrochen. Das Feuer hatte eine riesige Schar Neugieriger angelockt, so daß die Schupo Absperrungen vornehmen und den Straßenverkehr umleiten mußte. » Ein anderes Großfeuer beschäftigte die Feuerwehr in den gestrigen späten Abendstunden im Hause D i e f f e n b a ch st r a ß e 33. lieber drei Höfe hinweg erstrecken sich dort mehrere Fabrikgebäude. in denen zahlreiche kleinere Betriebe, in der Hauptsache Holz- Aus dem Kluge nach Berlin. München, 21. Juni. Nach zweistündigem Aufenthalt ist das Luftschiff„Graf Zeppelin" heute abend kurz nach 6 Uhr auf dem Flugplatz Oberwiesenfeld zur Weiterfahrt nach Versin aufgestiegen. Um 6.07 Uhr abends erhob sich das Lufffchiff vom Boden, beschrieb noch eine große Schleife über der Stadt, kehrte nochmals zum Flugplatz zurück und entschwand dann in nördlicher Richtung. 4�2 Giunden von Paris nach Dessau. Auch das Mefenflugzeug G35 kommt Montag nach(Staaken. Dessau, 21. Juni. Nach 4�stündigem Flug landete die Junkers G 33„D 2000" von Paris kommend unter Führung von Flugkapitän Zimmer- bearbeitungs- und Pianofabriken ihr« Werkstätten haben. Kurz nach 21 Uhr loderten aus dem D a ch st u h l des vierten Quergebäudes plötzlich die hellen Flammen empor. Die Feuerwehr rückt« auf den Alarm„Großjeucr" mit vier Zügen an. Ueber die total verqualmten Treppenhöiffer und über vier mechani- sehe Leitern wurde das Feuer in zweistündiger angestrengter Tätig- keit niadergekämpst. Den Flammen sind der Dachstuhl und die Bodenkammern, die als Lager dienten, restlos zum Opfer gefallen. Als EntstehuNgsurfache wird bisher Brandstiftung oermutet. Frau Heiduck begnadigt. Die Schlächtermeistsrsrau T h r i st i n e Heiduck, die ihre Schwägerin, Frau Birkner, die Schwester ihres Ehe- mannes in einem Wutansall durch mehrere Schläge mit dem Schlächterbeil getötet und die wegen vorsätzlicher Töwng vom Schwurgericht II am 8. März vorigen Jahres zu zwei Jahren Ge- sängnis verurteilt worden war, ist jetzt vom Justizministcr für den Rest der Strafe mitdreijähriger Bewährungsfrist be- g n a d i g t worden. Frau Heiduck wird am 9. Juli aus der Straf- hast entlassen werden, sofern sie sich bis dahin auch weiter in der Strafhaft gut sührt. Der Schlächtermeister Heiduck ist durch Urteil des Kammergerichts inzwischen geschieden worden. mann und Diplomingenieur Schinzinger am Sonabendnachmittag wieder auf dem Flugplatz der Junkerswcrke in Dessau. An Bord befanden sich außer der technischen Besatzung vier französische Ingenieur e, die ebenso wie bei dem Hinflug von Desiau noch Paris die Maschine begleiteten. Die technischen Vorführungen der G 38 auf den französischen Flughäfen Le Bourget und Villa Coublay boten Gelegenheit, den ausländischen Fachleuten die Lefftungssöh'g- kell des größten deutschen Landflugzeugs eindrucksvoll zu zeigen: Zur Verabschiedung der Junkers G 38 hatten sich Sonnabend vor- mittag auf dem Flugplatz Lc Bourget der französische Luftfahrt- minister Lorand Eynac und der bekannte Luftfahrtdeputierte Re» naudel eingefunden. Die Riesenmaschine wird am Montag nach Berlin» Staaken fliegen, um dort am Bor- und Nachmittag einer großen Anzahl von Teilnehmern der Weltkraftkonferenz gezeigt zu werden. Lichtenberg eröffnet das 6. Kindertagesheim. Inmitten der neuen Friedrichsfelder Siedlungs» bauten, zwischen schmucken Häusern, blumengefchmückten Balkons und schönen Hausgärten, konnte das Bezirksamt Lichtenberg in der Kraetkestraße fein 8. Kindertagesheim eröffnen. Wie Genosie S ch a d e w a l d, der Geschäftsführer der Siedlungsgesellschaft „Stadt und Hand"— die das Heim aus eigenen. Mitteln bis auf einen kleinen'Zuschuß schuf— hervorhob, hat man sich bei der Er- richtung von Kinderheimen dem Wiener' Bauprinzrp angeschlossen.. überall dort Heime zu schaffen, wo infolg« starken Bevölkerungszu- wachses eine erhöhte Bautätigkeit notwendig war. Gerade in den neuen Wohngegenden mit ihren erhöhten Mieteleistungen ist ja die berufliche Mitarbeit der Frau unausbleiblich geworden: fo muß alles daran gesetzt werden, den Vielbeschäftigten das Amt der Ktndcr- erziehung und-betreuung abzunehmen. Da» neue Heim präsentiert sich als ein richtiges Schmuckkästchen. Drei helle, lustige, init bunten Kindermöbeln ausgestattete Räume dienen als Spiel- und Ruheplätz- cken: im Waschraum blinken und blitzen schneeweiße Handtücher» Becher und Näpfchen und an der Tafel steht zu lesen, daß heute Christa, morgen Lotte und übermorgen Annemarie dafür zu sorgen hat, daß alle» so blieb«. So werden die künftigen kleinen Haus- frauen beizeiten mit der häuslichen Maschinerie und der notwendigen Ordnung vertraut gemacht. Im Spielgarten stehen den kleinen Lle�ersetTlt von Cl. Meitner.— Meyer& Jessen, Vertrieb, Mündicn. Nicht etwa, daß sie es wollte! Nach ihrem Witur hatte sie zwei trübselige Semester lang in der kleinen weißen Ge- tneindeschule unterrichtet, vier Meilen weit draußen an der Bethlehem-Straße. Das Ganze war schrecklich gewesen: die Fahrt hin und zurück, das schlecht gelüftete Klassenzimmer, die schmutzigen Nebenräume, die scheuen, dummen, glotzenden Kinder, die neckischen kleinen Rechenaufgaben über Tapeten und Stöße Brennholz und über die Zeit, die ein erwiesener- maßen fauler Arbeiter braucht, um eine gewisse Arbeit zu leisten. Una war ehrlich genug, um zu wissen, daß sie keine gute Lehrerin war, daß sie weder die Horde fremder Kinder liebte, noch irgendwelche Ideale von der Entwicklung der neuen Generation hatte. Aber sie mußte Geld verdienen. Natürlich würde sie Lehrerin werden! Wenn sie mit der tränenreichen Mutter die Verhältnisse besprach, kam Frau Golden stets mit demselben Vorschlag: „Ich habe daran gedacht, ob du nicht vielleicht wieder Lehre- rin an einer Schule werden könntest. Alle Leute haben ge- sagt, daß du so tüchtig warst. Und ich könnte vielleicht Näh- arbeit bekommen. Ich möchte so gern mithelfen." Frau Golden wollte anscheinend wirklich mithelfen. Aber sie schlug immer nur das Lehrerinwerdsn vor und fuhr fort, unverantwortlich viel Geld für hübsche Trauerkleider auszu- geben. Inzwischen versuchte Una, eine andere Arbeit in Panama zu finden. Von einem Ballon aus gesehen ist Panama nur ein Punktchen auf dem langen Hügelabhang. Doch für Una be- deuteten die weniger verstreuten Straßen einen ganzen Kosmos. In jedem einzelnen Hause kannte sie jemanden. Sie wußte genau, wo in jedem Kaufmannsladen der Mais- grieß, die Keksbüchse und die Stoffregale waren, und an Markttagen konnte sie sich selbst bedienen. Sie ging im Geiste die ganze Stadt und deren Möglichkeiten durch, und erwog. was ihr die Welt außerhall» Panamas bieten könnte. Sie erinnerte sich zw»ier Reisen nach Philadelphia und einer nach Harrisburg. Sie stellte sich eine Liste aller Möglichkeiten zu- sammen, mit derselben methodischen Genauigkeit, mit der sie bestrebt war, von der schwindenden Hypothekarversicherung die letzten Reste zu erhalten. Sie kannte nicht die romantischen Verstiegenheiten eines jungen Genies, das nach einem unge- bundenen Leben verlangte. Hier war die Frage, wie man auf die wenigst langweilige Art Geld verdienen könnte. Una stand vor dem Problem der Frauenrechtler, ohne auch nur zu wissen, was das Wort„Frauenrechtler" bedeute. Die Liste ihrer aussichtsreichen Arbeitsgebiete war: Sie könnte— und würde es wahrscheinlich— in einer Winkelschule unterschlüpfen. Sie könnte heiraten, aber niemand schien sie haben zu. wollen, nur der alte Henry Carson,«in Witwer mit Katarrh und drei Kindern, der sie und ihre Mutter alle drei Wochen besuchen kam. und ihr einen Antrag machen würde, sobald sie ihn ermutigte. Dies wußte sie mit mathematischer Ge- nauigkeit. Sie brauchte nur neben ihm auf dem Diwan zu sitzen und ihre Hände neben den seinen herabsinken zu lassen. Doch sie hatte die bestimmte und undankbare Absicht, Henry nicht zu heiraten und sein Husten und Räuspern nicht für den Rest ihres Lebens anzuhören. Früher oder später würde einer der„Jungens" um sie anhalten. Doch in einer Klein- stadt ist das immer ein Hasardspiel. Es gab nicht so sehr viele begehrenswerte Männer— von den Unternehmungslustigen gingen die meisten nach Philadelphia und New Pork. Es war richtig, daß Iennie Mc Tevish mit einunddreißig ge- heiratet wurde, als alle Welt sie bereits endgültig zu den alten Jungfern getan hatte. Doch Birdie Mayberry war mit vierunddreißig noch unverheiratet, niemand wußte, warum, denn sie war das hübscheste und lustigste Mädchen der Stadt gewesen. Una strich die Heirat von der Liste der kommerziellen Möglichkeiten. Sie könnte auch fortgehen und studieren, Musik, Rechts- Wissenschaft, Medizin, Bortragskunst oder irgend so einen wunderlichen Mischmasch, wie ihn die Kleinstadt ihren Frauen gestattet. Aber sie hatte wirklich nicht die Mittel dazu und außerdem auch kein Verständnis für höhere Musik als Sousa und Victor Herbert; vor Rechtsanwälten hatte sie Angst: Blut konnte sie nicht sehen: und ihre Stimme war zu schwach für die edle Vortragskunst, wie sie von verschiedenen seide- gekleideten, künstlerisch angehauchten Damen gepflegt wurde, die im„Studierklub" von Panama„Enoch Arden" und „Eoangeline" rezitierten. Sie hätte eine Anstellung als Per- käuferin in einem Kurzwarenläden bekommen können, aber das bedeutete eine gesellschaftliche Deklassierung. Sie könnte Tanzunterricht erteilen— aber sie tanzt« nicht besonders gut. Und das war alles, was sie tun konnte. Sie hatte versucht, bei Dr. Mayberry, dem Zahnarzt, eine Stelle als Sekretärin zu bekommen: im Büro der „Panama Holzbearbeitungsgesellschaft"-, bei der Post; als hochthronende Kassiererin im Kurzwarenladen-, als Koloristin und als Zeichnerin von Entwürfen der„Zentralstelle für kunstgewerbliche Handarbeiten". Die Stelle als Verkäuferin im Kurzwarenladen war die einzige, die ihr angeboten wurde. „Wenn ich nur ein Junge wäre." seufzte Una,„dann könnte ich in einer Metallfabrik oder bei der Eisenbahn oder sonst irgendwo Arbeit finden, ohne mir etwas zu vergeben. Oh, wenn ich nur keine Frau wäre!" 3. Una hatte versucht, den ehemaligen Konkurrenten ihres Vaters, Herrn Updegraff, den Realitäten- und Versicherungs- menschen, davon zu überzeugen, daß sie durch ihre Praxis bei Hauptmann Golden eins wahre Perle für sein Büro wäre. Herr Updegraff war bei ihrem Eintreten aufgesprungen und hatte losgeschmettert:„Ja sieh mal, wie geht s denn unserer Kleinen?" Er rückte einen Stuhl für sie zurecht und hielt ihre Hand in der seinen. Aber er wußte, daß ihre ganze Büro- praxis in dem Versuch bestanden hatte, Hauptmann Goldens Kontobücher in Ordnung zu halten, die geniale Werke dar- stellten, insofern, als sie nach einer Methode angelegt waren, die auf reiner Inspiration beruhte. Die eingehende Unter- Haltung über Unas Anstellung wurde daher mit wenig Ernst geführt. Dies war ihre letzte Hoffnung in Panama gewesen. Ein wenig verzagt schritt sie nun die kurze Straße entlang, die zwischen den zweistöckigen Häusern und den Reihen beladener Holzwaggons dahinlief. Relli Page, die Schönheit des Ortes, trippelte in Leinenschuhen und mit einer großen Haarschleife vorbei und rief Una an; und Charlie Martindale von der Ersten Rational-Bank nickte ihr zu; doch diese beiden Be- rüymtheiten waren zu jung für sie; sie tanzten zu gut und lachten zu leicht. Der Mann, der Una unterwegs anhielt, um mit ihr vor den Augen aller klatschlustigen Leute der Stadt einen langen Straßenrand-Plausch über das Wetter zu halten, war der verhängnisvolle Henry Carson. Die Sonne be- leuchtete heute ungewöhnlich hell und scharf die kahle Stelle auf seinem Kopf. Du lieber Himmel, sagte sie in beinahe hysterischem Protest zu sich selbst, würde sie doch Henry hei- raten müssen?(Fortsetzung folgt.), SuMteffriten zwei große SandspickkSsien zur Verfügung. Im �e!m können tagsüber 60 Kinder aufgenommen werden. Der Erziehung?- und Verpflegungssatz beträgt, je nach den vorhandenen Mitteln, 70' Pf. bis 3,50 M. pro Woche: im Bedürftigkeitssalle werden aber auch Freiplätze vergeben. Geschulte Hortnerinnen, mit dem nötigen liebevollen Verständnis für die kindliche Psyche begabt, versehen den Dienst am Kinde. Das Heim ist werttäglich von 7— 18 Uhr geöffnet. Im Beisein zahlreicher Vertreter der Behörden und Bezirks. ämter übergab Bürgermeister Dr. Siggel das Heim seiner Lestim- mung. Im Namen des Bezirtsjugendamts sprach Dezernent Stadt- rat Thurm seine besten Wünsche aus. Meiseinigungsami oder Gericht? Vor dem Reichsverband deutscher Mieter sprach Amisgerichtsrat Auerbach über die Frage: Inwieweit hat das Mietseinigungsamt über Rechtsfragen zu entscheiden? In weiten Kreisen, so führte er aus, herrscht heute noch die Auf. fassung, das Mietseinigungsamt habe in Rechtsfragen über- Haupt nicht zu entscheiden. Diese Meiirung konnte sich früher sogar auf einen Spruch desKammergerichts berufen, wonach das Mietseinigungsamt zur Entscheidung von Rechtsfragen gänzlich un- geeignet fei. Vorher hatte das Reichsgericht bereits einmal ähnlich entschieden. Seit 1924 jedoch hat das Kammcrgericht seine Meinung revidiert: es handelt sich jetzt nur noch um ein« taktisch« Frage, um die Abgrenzung der Arbeitsgebiete. Wo die Zuständigkeit des ordentlichen Gerichts bestand, ist sie bestehen geblieben. Der Tätigkeitsbereich des ordentlichen Gerichts ist teilweise sogar noch erweitert worden. Widersprechende Entscheidungen dürfen vom Mietseinigungsamt und ordentlichen Gericht nicht ergehen. Wo diese Gefahr vorliegt, hat das Mietseinigungsamt sich der Entscheidung zu enthalten und sie dem ordentlichen Gericht zu überlassen. Das Mietseinigungsamt hat das Mietsverhältnis nur in der rechtlichen Gestaltung zu beurteilen, wie der Antragsteller vorträgt. Es hat in dieser ihürsicht vom Vortrag des Antragstellers auszugehen, der aber auch die Verantwortung für die Richtigkeit seiner Angaben übernehmen muß. Das Hauptgebiet des Mietseini- g u n g s a m t« s ist die F r i« d e n s m i« t e. Es hat hierbei z. B. nur zu ermitteln, sür welchen Zeitraum die festgesetzt« Friedens- miete in Betracht kommt, aber nicht, von wann ob sie zu zahlen ist. An Beispielen aus der Praxis erläuterte der Vortragende noch im einzelnen die Tätigkeit des Mietseinigungsamtes. Beim Autounglück getötet. Sonnabendnachmittag ereignete sich vor dem Haufe Kolonnen- ftraße 31a in Schöneberg ein schwerer Autozufammenstoh, bei dem eine Person getötet wurde. Beim Ueberholen stieß dort«in Privatauto, in dem der äöjährige Bankbeamte Johann Hagedorn aus der Woldenberger Str. 25 faß, mit dem Lastauto einer Berliner Röhrenfirma in hoher Geschwindigkeit zusammen. Während der Führer des Privatautos mit geringfügigen Verletzun- gen davonkam, wurde Hagedorn tödlich verletzt. Di« Feuerwehr brachte ihn sterbend ins Tempelhofer Josephskrankenhaus. Die beiden Fahrzeuge wurden zur Klärung der Schuldfroge von der Kriminalpolizei sichergestellt-'- Matinee im Itutersuchungsgefauguis. Ein« musikalische Sonntagsmatinee bei den Untersuchung;- gefangenen in Moabit. Konzertsaal ist das Gangend«, auf das uir- zählige Türrerhen münden. Hinter den fest verschlossenen Türen sitzl das unsichtbar« Publikum: die geöfine!« Türluk« dient als Schallempfänger. Das K rü g« r- Bu rg h a rdt- O rch e st« r spielt Wiener Walzer, di«„Lohengnn-Fantasie� und ander« Opern, dann singt Ma reell Wittrisch von der Stäatsoper mit schönem, vollem Organ die.Tosca�-Ari« und einig« Zugaben. Und hinter den Türen prasselt der Beifall wie heftiger Gewitterregen. Drunten aus dem Lagaretthos, wo das Werner-Blasorchester konzertiert, bietet sich schon ein etwas erfreulicheres Bild. Ein winziges Stück- chen Natur mit einem Zipfelchen Himmel gibt es hier wenigstens zu sehen: drei große dichtbelaubte Bäum«, hängende Blumenkästen, di« leise im Winde schaukeln und ein paar tränende Herzen, d»e schüchtern� ihre Köpse Hochrecken. Die Fenster sind dicht mit Zu- Hörern besetzt. Zwei, drei, vier Rechen übereinander recken sich Köpfe, drücken sich Gesichter an die kalte, unnachgiebige Bergitte- rung, zwängen sich Arme durch die Stäb«, den freundlichen Mu- sikern ihren Dank zu zollen. Vss Setzten Zeugenaussagers. L. R. Prenzlau, 21. Juni.(Eigenbericht.) Der Endkamps im Gutmann-Prozetz geht am Montag vor sich. Das psychiatrisch« Gutachten ist zugunsten des Singe- klagten ausgefallen. Professor Forster und Dr. Magnus Hirsch- seid wußten sich einig in der Anerkenmmg eines möglichen Sls s« kt- zu st an 5 es. Forster ging sogar einen Schritt weiter: er erklärte. daß nach der gangen Persönlichkeit des Angeklagten ein« überlegte Handlung ausgeschlossen erschien. Der Schristsachverständige hat de- stätigt, daß bei den Bersichcrungsverträgen nur«in« Unter- schrift der Frau gefälscht war und die Vortäuschung eines Unfalles fit bereits wiederholt bei Tötungen vorgekommen, die in keiner Weise mit Versicherungsbetrug im Zusammenhang standen. Selbst die letzten Aussagen des heutigen Tages, die des Kriminal- kommissars von der Berlin«? ZAordkommisfion. Ncrrni«, erhöhten di« Wahrscheinlichkeit eines Totschlages. Vielleicht wurde di« Wahr- heit in den Worten offenbar, die Gutmann auf die Frage des Kriminalkommissars Wermk« bei der V«rn«huN,nG gsäußerk hat. Was hatten Sie eigentlich vor? fragt« ihn der Beamte.„5>as weiß ich selbst nicht, das Schicksal'hat mich dazu getrieben. Es sollt« gar nicht so kommen, ich wollte Selbstmord begehen." In der Nachmitiagsfitzung äußerte sich der Schriftsachverständige Dr. Müller über die Echt- heit der Unterschristen der Frau Gutmann, die hier zur Erörterung stehen. Nach seinem Gutachten hat Gutmann, wie er ja auch selbst zugibt, nur eine Unterschrist unter einem Versicherungs- schrfi'tstück gefälscht, während alle übrigen'Unterschristen, und zwar sowohl unter den Anträgen sür die Versicherung wie unter den Bürgschaftsurkunden sür Dr. v. Gruchalla tatsächlich von Frau Rosi Gutmann ausgeführt worden sind. Der Angeklagte hatte bekannt- lich in der Voruntersuchung erklärt, daß er die Unterschristen unter den Bürgschaften gefälscht habe. Diese falsche Selbstbezichtigung hat er später zurückgenommen und hat auch in der jetzigen BerhartMung betont, daß dies« Unterschristen ebenfalls echt gewesen seien. Aus Befragen gab er heute dazu an. daß er die Fälschung behauptet Hab«, um sür seine Kinder zu retten, was zu retten sei, um also die Erbschastsmasie von den Bürgschaften zu befreien. Nachdem dann die Nachlaßregelung erfolgt sei, habe er dies« falsche Bezichtigung richtiggestellt. Der größte Teil der angezweifelten Unterschriften der Frau Gutmann hat sich also nach dem Gutachten als echt heraus. gestellt. Dann wurde Kriminalkommissar W« r m k« vernommen, der die ganzen Ermittlungen geführt und den Airgeklagten auch zu einem Geständnis gebracht hat. Er schilderte, daß Dr. Gutmann bei seiner ersten SZernehmung zunächst versucht habe, einen Alibibewei» anzutreten, der jedoch schon nach kurzer Zeit zusammenbrach. Am vierten Tage seiner Ermittlungen habe er dann soviel Material zu- sammengetragen, daß er Gutmann energisch zu Leibe gehen konnte. Tatsächlich Hab« der Angeklagte dann auch ein T e i 1 g e st ä n d n i s abgelegt und zugegeben, daß er am Tode seiner Frau schuldig sei. Auf die Frage des Zeugen, wie er denn die Tötung vorgenommen habe, habe Gutmann erklärt:„Ich habe ihr ein Handtuch „Das kommt mir so bekannt vor" nannten Johann Wolfgang Schotttaender und Walter Sronostay ihr musikalisches Zwiegespräch, in dem sie einiges Verwandt« und allzu Verwandte in Kompositionen vorführten. Sie hielten sich klug von einem flachen P'ouderton fern und lehrten auf angenehme, leicht verständliche Weise ein Kapitel Musikhören. Werk« der klassischen Meister und moderne Schlager, Schöpfungen und„Nach"schöpsungen bekannter und unbekannter Komponisten wurden.zu Vergleichen herangezogen. Es sei bekonde's dankbar festgestellt, daß musiktechnische Ausdrücke nicht nur sofort erklärt, sondern auch, soweit es nötig war, als Klangbild deutlich gemacht wurden. Sllwin Steinitz schilderte die„Romantik im Orient". Er gab lebendig« Reis�childerungen, die sich von breiten, allzu viel begangenen Wegen ferB hielten. Kompositionen sür Harfe und Cello spielten Ella und Hans Metzler, wohlklingende, mikrophongeeignete Musik.„Neueste Schlager", zu denen man«ine gescheit« und witzige Einführung hörte, und heitere Darbietungen füllten den Abend. Tes. um das Maul gebunden, damit die Olle nicht mehr meckern konnte"(Bewegung.) Slachdem er dieses Geständnis abgelegt hatte, habe der Angeklagt« dem Kriminalkommissar die Frage vorgelegt:„Wieviel werde ich denn bekommen?" Als Krimi- nalkoinmissar Wermke achselzuckend gesagt hat:„Das ist Sache des Gerichts", fragte Gutmann nochmals:„Habe ich denn Chance, je- mals wieder aus dem Bau herauszukommen?" Der Zeuge erklärte auch heute, sür ihn gäbe es«in« ganze Reihe von Tatsachen, die für eine Tötung mit Ilcberlegung sprechen. Der Verteidiger rügt diese Aeußerung, da sie«in Werturteil darstelle. Sehr aussührlich äußerte sich der Zeuge dann darüber, daß Gutniann nach seiner eigenen Angab« schon einige Wochen vorher an dem Schloß des Badezimmers herumgebastelt habe. Nach An» ficht des Zeugen ist dies« Handlung Gutmanns bereits eine Vor» bereiwng zur Tat gewesen. Aus Veranlassung des Gerichtes mußte der Kriminalkommissar im Saal demonstrieren, wie Gutmann die Erdrosselung seiner Frau geschildert hat. Unmittelbar nach der Tat hatte der Beamte«in« Angahl Bilder anfertigen lassen, die genau nach den Angaben Gutmanns gestellt waren und ans denen Gut» mann an einem Kriminalbeamten demonstriert, wie er aus der Chaiselongue kniend seine Frau erdrosselt«, indem er das Frotte- Handtuch zusammendreht«. Aus einem anderen Bilde sieht man, wie Gutmann der vor ihm stehenden Frau das Handtuch um den Hals wirst und sie dann zum Sofa hinschleift. Der Zeug« demon» striert« nun gestern diese Vorgänge, indem er einem Referendar das auf� dem Tischchen liegende blutige Handtuch um den Hals legte. Schließlich erwähnte Kriminalkommissar Wermke noch, daß Gutmann ihm bei seiner ersten Vernehmung erzählt habe, das Schicksal habe ihn aus seiner Bahn getrieben. Ursprünglich habe er Selbstmord verüben wollen, um so seinen Kindern die Lebensver» sicherungssumme verschassen zu köimen. Hierauf wurde die SZerhandlung aus Montag vormittag, 9,15 Uhr, vertagt. Nach einer kurzen Beweisaufnahme dürfte gegen Mittag der Staatsanwalt plädieren. Das Urteil gegen Dr. Gut» mann ist am Montag spät abends zu erwarten. Strasanlrag des ZNagistrats. Der Magistrat hat beschlossen. gegen di« Zeiwng„Berlin am Morgen" wegen Beleidigung des Magistrats und des Bürgermeisters Scholtz durch einen Artikel „Vetternwirtschaft im Rathaus"(18. Juni 19S0) Strafantraz zu stellen. 3n der Plaza am Ostbohnhof geht es auch in der zweiten Juni» Hälfte, trotz drückender Hitze, so munter wie je zu. Wilhelm Hort» stein landet einen lustigen Sketch„Der Mann im Fenster". Ein Pudel rechnet den Leuten etwas vor— sein Lehrer behauptet, er hätte das Denken erlernt, eine Kunst, die bekanntlich auch bei den Menschen sehr im argen liegt. Licdy und Fred Carvon sind Luft- volttgeure, die alles zu wagen scheinen. Frernas, ein„komischer Jongleur", ist mit Erfolg bemuht, die Zuschauer lachen zu machen und die vorzüglichen Marioneltenspiele Schichtls möchte man sich länger ansehen als dos Programm erlaubt. Die« und noch einiges andere hält die Menschen säst drei Stunden im Bann einer Unter-' Haltung, di« sich sehr wohl der in den Luxusstätten des Westens messen kann.____ Spori. Rennen zu Strausberg am Sounabend. dem 2t. Juni. 1. R e n n e n. 1. Moni Dors(Walter Heuer), 2. Hidigeigei, Z. Staufien» bürg. Toto: 16:10. Platz: 10. tl: tO. ferner liefen: Samum, Teja. 2. Nennen. 1. Sonate(Girnpl), 2. Othello, 3. Mailrone. 4. Falmc: Toto: 60:10. Platz: 14, 23, 12. 19:10. Ferner liefen: Nirnofa. Hathor, Versuchs mal, Most, Zorndorf, Mirni, Blaubeere, Mentor,(Sutanboa, Dem. 3. Rennen. 1. Sebbo(Huguenin). 2. Chavcau. 3. E-mplarS. Toto: 23: 10. Platz: 14, 21, 83: 10. Ferner liefen: MenclaaS, Trianan, Ihland, Coronach, Hanau, Cau Amore jun., Windspiel, Savianle. 4. Rennen. 1. Satrap(Kutuliesj, 2. Barfuß. 3. Exusu. Toto: 24: 10. Platz: 18, 17: 10. Ferner liefen: Salabitt, Jlfe. S. Rennen. 1. Laakaan(Haufcr), 2. Milhridaics, 3. Olallina. Toto: 34: 10. Platz: 15, 15; 10. Ferner liefen: Allmcne. Rundfunk. 6. Rennen. 1.«.turmbraut(W.Winlleri, 2. Marlitta, 3. Perlaudabaltt. 4. Walhall. Toto: HS: 10. Platz: 34,52, 52, 17: 10. Ferner liefen: Finfteraarbarn, Till Eulenfpiegel, Balata», Ordensregel. RordfrieSland, Uiliensee, Sturmhaube, Irniacenzia. Ifeltbal, Rotbuche. 7. Rennen. 1. Felsen(Kufserow), 2. Moiburg, 3. Mofelloner. Toto: 28:10. Platz: 15, 13: 10. Ferner liefen: Ruzilo, Mirim, Rheinart. Millionen fragen Leiser Schuhe.weil sie besser passen und weniger kosten weiß Ceinen miftezogenemAbsflls, WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-AbO Königstraße Rosenthaier Str. Moritzplatz CJr@l|er Feriens** Herren-Halbschuhe schwarz und braun, Boxkalf, d M Afi Rahmenarbeit, modern. Form■ � V Kinder-Sandaienlidl; 3 on bleu u. rot, 27-30 4.90, 23-26 � Reise- Artikel Hartplatt«. mit 8 Vulkan- �8 �4? i.Ln. 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Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, daß die Frage:„Gibt es eine bayerische Ostnot?' aus der eigenen Urteilsbildung der Bevölkerung nicht mehr klar beantwortet werden kanni so sehr ist daraus durch Agi- tation schon ein« politische Frage geworden. Die Bewohner des Bayerischen Waldes, soweit sie für politische Dinge überhaupt etwas Interesse übrig haben, ftihlen sich bereits viel zu sehr in den Mittel- punkt der politischen Beobachtung gerückt. Ein typisches Beispiel dafür: Em«mfacher Tourist, der eines schönen Abends in Marchoney bei Waldsosfsn im Gasthaus nach einem Zimmer fragt, wird, ohne das mindeste Interesse für politische Ding« verraten zu haben, gefragt, ob er ein Landtagsabgeordneter fei. der die Grenze bereife. Run ist' Marchaney ein kleines Nest an der Grenze, hinter dem die Welt zu Ende zu sein scheint. So sehr ist mit den Berichten über die Notlage des bayerischen Grenzgebietes, die ganz osfensicht- (ich vom grünen Tisch'aus verfaßt worden sind, getrommelt worden. Das Krankenhaus in Eham mit seiner mangelhasten Ein- r-chtung, das kürzlich auch dem Reichsminister für die besetzten Gebiete Treoiranus und dem bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held aus einer Spritztour vorgeführt wurde, dars ebensowenig einen Maßstab für die Beurteilung der Lage des bayerischen Ostens bilden wie das im Rohbau steckengebliebene Schulhaus der Gemeinde Bodenmais. Diese beiden Gebäude werden gar zu aufdringlich als Sehenswürdigkeiten konserviert und fremden Besuchern in einer Art vorgeführt, als wolle man sagen:„Hier sehen Sie die unglaubliche Not des bayerischen Ostens! Garantiert echt!" Es wäre intcresiant zu erfahren, was die Reisen von Trevi- ronus, Dr. cheld und anderen prominenten Persönlichreiten in den Boyerifchen Wold zusammen gekost et haben. Die Summ«, die dabei herauskommt, würde wahrscheinlich genügen, um der Bevöl- kerung von Aodenmais ohne weiteres zur Fertigstellung ihres Schul- Hausbaues zu oerhelfen. Man wird sich daran gewöhnen müssen, die Gegend, die den ältlichen Grenzstreifen Bayerns bildet, auch in der Oeffsntlichkeit wieder einfach als Bayerischen„Wald" zu bezeichnen: die wirtschaftliche Lage der Gegend wird durch dies« Bezeichnung nämlich bereits zu einem Teil erklärt. Vielfach ist die mißliche Situation, in der sich die besitzlosen und die soft besitzlosen Schichten des bayerischen Osten» ohne Zweifel befinden, durch die Vodenbeschaffenheit zu erklären: es ist Gcblrgsnot. nicht anders wie im Irankcnwald oder im Erzgebirge. Das für den Frankenwold die Schieferinduftris, das ist— oder sar wenigstens eben noch— für den Bayerischen Wald die Glos- industrie. Beiden Industriezweigen fehlt bis zu einem gewissen Grad« der sichere Absatzmarkt, und doch ist die Lage der Glos- industrie im Bayerischen Wald noch lange nicht verzweifelt. Tag und Nacht rauchen die Schlot« der großen Glashütten in Furth i. W., Marktredwitz, Zwiesel und Mitterteich, und die Porzellanindustrie dringt von der Oberpilaz her trotz ver- einzelter Stillegungen dank der Gewinnmöglichkeitcn, die das Por- zellongcschirrkartell den Unternehmern läßt, immer weiter nach Osten vor. Di« Arbeiterbevökkerung wurde von der technischen Umstellung der Glasindustrie während der letzten Jahr« selbstverständlich hart getroffen. Gegen die Hüttenwerke, die nach dem Libbey-Owens- und dem Fourcault-Syltcm arbeiten und ver- hältnismäßig w«nig Arbeitskräste benötigen, kann sich kein Klein- betrieb halten. Im Zusammenhang mit der technischen Um- Üellung ist auch«ine, wenn auch nicht seh? weirgehende, Ber- lagerung der Glasindustrie vom Bayerischen Wald nach dem Rheinland eingetreten. Ledtglich auf dem Gebiete der Form- und Ziergläser, also des Kunstgewerbes, behaufktet die bayerische Industrie"noch wie vor ihre Stellung. Aber der bayerischen Regierung muh man den Vorwurf machen, daß sie alles getan hak. um die Abwanderung der Alachglasindusirie zu unterstützen. Die staatlichen Berg-, Hütten- und Salzwerke besitzen als Aktiengesellschaft nicht nur die notwendige Bewegungsfreiheit, son- dern noch ihren letzten Bilanzen auch das Kopital, um im Bayern schen Wald aus staatseigenem Boden, der ungeheure, abbaufähige Ouarzvorräte enthalt. Glashütten zu errichten. Nichts bergleichen geschieht. Di« bayerische Regierung überläßt die Beteiligung an kartellfreien Flachglaswerken der öffentlichen Hand in Norddeutschland an Punkten sHindenburg i. Oberschl., Helmstedt), die für die Rohstofsdeschafsung viel ungünstiger liegen als der Bayerisch« Wald und an denen auch dos allgemeine Lohnnineau höher ist. Man muß auch den Eindruck bekommen, daß den Münchener Machthabern die schlecht« Log« der industriellen Reservearme« in der Ober- ps a l z gar nicht unangenehm ist. Die staatlichen Berg-, Hütten- und Salzwerke drücken enit Hilfe der Arbeitslosen auf die Löhn« und liegen mit ihrer Belegschaft fast ständig im Streit. Unter den schlechten Vcrkchrsvcrbällnisscn im Bayerischen Wald. die durch Subventionen gewiß nicht aus der Welt ZU scha'ieti sind. mtf«ner Grenznot als Kriegsfolge aber nichts zu tun haben, leidet tn erster Linie die Holzindustrie. Der„Wold" ist durch einige vorsintflutliche Lokalbahnen schlecht und recht mit der Hauptstrecke* Regensburg— Hof verbunden. Sind- auf einer dieser eingleisigen Bahnchen ein paar Waggons Holz zu befördern, so stockt der übrig« Verkehr. Geholfen werden lärm hier durch die Ansiedlung von holzverarbeitenden Betrieben und die Verlegung des Personenverkehrs auf d-e Sandsiraßen, deren Zustand im allgemeinen nicht mtbeiriedigend ist. Die Reiche «oft dt« schon jetzt einige Kraftwagenlinien im Bayerischen Wach unterhält, wird sich allerdings mü etwas niedrigeren Fahr- preisen vertrast mach«, müssen. Ein Kilometerpveis von zehn Pfennig gestattet bei dem verbrauchten Wagenmatenal, das im Wald zur Verwendung gelangt, riesige Gewinne. Ein natürliches Verkehrshindernis bildet für den Bayerischen Wald selbstverständlich die Reichsgrenz« nach der Tschechoslowakei. Hier liegt ober eine alte Staatsgrenze, keine neue Grenzziehung vor, und voraussehende Politik könnt« hier manches gutmachen, noch bevor die europäisch« Zollunion da ist. Die Im dustriestädte Prag, Pilsen und Eger können schon heute zu Absatz- markten für die Landwirtschaft des Bayerischen Waldes, die tschechisch« Bevölkerung zu Abnehmern des Ueberslufses an Milch, Butter, Rindfleisch, Gänsen und Schweinen werden, den der bayerische Osten hervorbringt. Rur zwei Voraussetzungen müssen erfüllt werden: die Regelung der deutfch-tschechischen Zölle auf der Grundlage der Gegenseitigkeit und der Ausbau des Lastkraftwagenverkehrs noch der Tschechoslowakei. Dos ist um etliche Millionen billiger als«ine a fonds perdu gegebene bayerische Osthilse, die die Bedürftigen niemals erreicht, dafür aber in den Taschen der Großgrundbesitzer verschwlndek, die e» auch im bayerischen Osten gibt. Eine Existenzberechtigung hat der Großgrundbesitz im Bayeri- schen Wald nicht einmal vom kapitalistischen Standpunkt aus. Dom betriebswirtschaftlichen Standpunkt aus ist der landwirtschaftlich« Großbetrieb aus dem kargen, unebenen Booen, der keine Trattoren verträgt, naht zu verteidigen. Wenn die Großgrundbesitzer der Oberpsalz und Niederboyerns aus ihrem Eigentum trotzdem an- sehnliche Renten herauswirtschaften, so liegt das in erster Linie daran, daß sie auch Sägewerke, Brauereien, Por- zellanfabrikeo usw. befitzen, sowie an ihrer kaustnämüschen Ueberlegenheit gegenüber den unorganisierten kleinen Bauern. Die geringen Ansätze zu einer planmäßigen Wirtschaft im Bayerischen Wald statnmen durchweg von genossensihastlicher Seite(Molkerei- genossenschasten). Wie schlecht es aber trotz dieser erfreulichen ge- nossenschastlichen Ansätze im ganzen noch steht, geht schon aus dek Tatsache hervor, daß die bayerische Milchversorgung von ihrem Zweigbetrieh in Partcnkirchen, also vom südlichsten Ende Bayerns aus, nordboyerische Verbraucher versorgt, für die die Ueberschuß- gebiete der Ostgrenze viel näher lägen. Ursache: Die Verkehrs-- kalamität und die Scheu vor einem regelmäßigen Lastwagenverkehr, der allerdings mit behördlicher Unterstützung nicht zu rechnen hat. (Reichsbahn!) Das geht so weil, daß zwisd>en Lam und dem Arbcr auf den Bauernhöfen, aus denen die Fremden beim Einkauf anderer landwirtsd?aftlid)cr Erzeugnisse schwer übers Ohr gehauen werden, das Pfund einwandfreier Landbuttcr 1,10 Mark kostet zu einem Zeitpunkt, da in Bayeriseh-Eisenstein, also wenige Wegstunden entfernt, Butter nicht unter zwei Mark pro Psund zu haben ist. Das ist Allgäuer Tafelbutter, die gleichzeitig in Nürnberg in mindestens ebenso guter Qualität für 1,60 Mark verkaust wird. D i e Händler in Eisen ft ein erklären,»ach Lam hinüber sei kein« Verbindung vorhanden, und für die Tafelbutter müßton sie selbst schon 1,70 Mark pro Pfund zuzüglich Fracht bezahlen: Land- butter oder Margarine werde übrigens im Ort auch gar nicht gekauft. Wer sich Bayerisch-Eisenstein etwas näher angesehen hat, der wird dafür seine Erklärung finden. Der Ort sieht aus wie ein reicher Schweizer Kurort. Zu einem Teil erklärt sich das, was die bayerische Regierung so gern als Grenzlandnot bezeichnen möchte, auch als Interesse der katholischen Kirche. i Im Bayerischen Wald bezahlen die Arbeiter ihre Kirehensteueni. weil jede Arbeit aushört, sobald sie einmal aus der Kirche aus- getreten wären. Sie wären der Aechtung durch die Besitzenden ver»- fallen. Die Rolle der Kirche beschränkt sich im Bayerischen Wald nicht aus den Kreis, der ihr in der Großstadt zukommt. Dis j „Diener Gottes* sind hier die Verwalter der Schulen, der öftentx liehen Bibliotheken— andere als die katholischen Preßoereins-, bibliotheken, die meistens nicht einmal besonders gekennzeichnet sind�j gibt es nicht—, der Jugendherbergen, der Sportvereine, vieler Er<, holungshcime, von Heimen für alte Leute, den sogenannten �tfften�' und vieler onderer Cinrichbmgen. Di« Kirch« hat durch die vietei*"'. Klöster im Bayerischen Wald auch einen ziemlich großcn Grund»?; besitz. Es ist auch au- diesem Grunde begreiflich, daß hier alles ge«:?, fchieht, um dem bayerischen Osten auch aus dem Reichssäckel etwas � zufließen zu lassen. Großes Geschäft bei Lorenz. Erhöhie Gewinne für 1929, aber ungünstige Aussichten im lausenden Lahr. Die Perwaltung der C. Lorenz A.-G„ von deren fünf Betrieden sich drei in Berlin befinden(Gesamtbelegschaft 3000 Mann), be- richtet für dos Geschäftsjahr 19Z9 über«in« Umsatz st eigerung vonmehr alsZOProz. gegenüber dem Borsahr, Diese» günstige Ergebnis sei eine Auswirkung des Abkommens mit der Firma Philips, das zu einer bedeutenden Gefchäftsausweitung in der Rundfunk-Abteilung führte. Auch die Abteilungen Tslsgraphi« und Maichsnenbau konnten ihren Umsatz steigarn. Aber Reichspost und Reich sbehörden hotten nur ungenügend« Auftroge er- teilt. Die erzielten Preise ftir Fernsprechanlogen werden als un» günstig bezeichnet. Ob die Derhöltnisie wirklich so„ungesund* sind (gemeint sind die sinkenden Prsise), muß noch dem von der Reichs- post allerdings abgelehnten Angebot von Fuld als mindestens zweifelhost bezeichnet werden. Für dos neue Jahr haben sich nach dem Bericht die Aussichten wesentlich verschlechtert, da infolge des Streites mit der Firma Telefunkcn der für Lorenz günstige Philips-Vertrag gelöst werden mußt«. Lorenz hat bekanntlich eine Stärkung seiner Position durch Anschluß an die„International Telephone and Telegraph EoWo- ration*(ITT.), gesucht und gefunden. Aber die Auswirkung der notwendigen Umstellung auf hochwertige technische Erzeugnisse wird sich erst in einiger Zeit in einer Absatzsteigerung bemerkbar machen. Da der Auftragseingang von Reichspost und Raichseisenbahn noch geringer als im Vorfahr sei, so würden weitere Entlassungen un- vermeidbar sein, wenn nicht ein« Verniehrunz der Aufträge von dieser Seite eintrete. Ob es angesichts solcher Aussidften gerechtfertigt ist— vorausgesetzt. daß die Annahnten zutreffen— wie in dem Vorjahr« 6 Proz. Dividende zu verteilen aus dem van 150 000 auf 530 000 gestiegenen Gewinnen, kann bestritten werden. Hätte man nicht die Dividend« zur Preissenkung verwenden sollen, um neue Austräg« hereinzuholen und mehr Arbeiter zu beschäftigen? Im Zusammenhang mit der Umsatzsteigerung erhöhten sich die Anlagen um 1,39 M!ll. auf 3,39 Mill., auf die 0,51 Mill. abge- schrieben wurden. Die Forderung«» stiegen um beinahe dos Doppelte, von 7,9 auf 11,8 Mill., die Gläubiger von 3,9 auf 10,1 Mill. Die langfristigen Schulden erhöhten sich um 50 Proz. auf 6,3 Mill.: das Warenlager wird mit 7,18 gegen 5,93 Mill. ausgewiesen. Alle Vilonzzahlen geben das Bild eines kräftigen Anffchwunge. Im Interesse.der Belegschaft ist zu hoffen, daß die Verwaltung d!« Aus- sichten für das laufende Geschäftsjahr zu schwarz gemalt hat. Wie Banken am Bier verdienen. Brauereiakticn besitzen ist in Deutschland ein gutes Geschäft. Das hat sich auch die Dresdener Banksirma Arnhold gesagt, die zur Verwertung ihres Brauereiaktienbesitzes— mit anderen Banken zusammen— ein« eigene Bank daftir hielt. Diese Holdinz-Geseltjchast für deutsche Brauereiaktien, die Bant für Brauindustri«, verteilt für dos am 31, März 1930 abgelaufene Geschäftsjahr wieder 11 Proz. Divi- d ende(Aktienkapital 13 Mill.). Sie hat die Zeil der sinkenden Börsenkurse benutzt, ihren Aktienbesitz zu vergrößern; sie hat auch durch Ausübung ihres Bezugsrechtes bei der Kapital- enhöhung mehrerer Brauereien ihren Besitz erweitert. Der Besitz an Brauereiaktien Hot sich dotier um mehr al» 1 Mill. auf 1Z.78 Mill. erhöht, während der an sonstigen Industxieaktien um 160 000 aus 3,05 Mill. Mk. zurückging. Daran ist auch etwas weniger zu ver- dienen. Guthoben bei anderen Banken gingen von 1,1 aus?,8Z Mill, zurück. Dos rein dankmäßig« Geschäft hat geringe Bedeutung. Der Reingewinn hat sich von 1,51 aus 1,57 Mill. erhöht. Di« Rentabilität der einzelnen Unternehmen, von denen man Aktien besitzt, Hot sich in einzelnen Fällen nod) erhöht. Die Au»- sührungen zur Biersteuererhöhung, die«inen plötzlichen starken Rückgang des Absatzes gebracht hätte und zu einem dauern- den Mindörobsatz sichren dürft«, sind bereits widerlegt durch die An- gaben der Engelhardt-Brauerei, daß sich der Absatz gegenüber dem Borsahr nach zeitweiligam Rückgang sowohl in Berkm«i« in der Provinz erhöht Hobe,. Die erste Z�proz. pfandbriefemisston� Wir wiesen gestern daraus hin, daß die dringenste Aufgabe deM- deutschen Kapitalpolitik die Senkung der langfristigen Kreditkostent', sei, die sich in erster Linie in der Schaffung eines niedriger verzinsch liehen Pfandbriestyps als des bisher allgemein gültigen Zprozentige»>, auswirken müsse. Ei»« r st« r S ch r i t t ist jetzt von der Preußischen Central. Bodenkredit, und Pfandb r i es ba n k A.�L� Berlin durch die Auslegung eine» Betrages von 20 Millionen Mark" 7Hproj. Goldpfandbriefe zum Zeichnungskurs von 98 Proz. yse-d macht worden, worüber wir im Anzeigentekl noch die Bedingungen veröffentlichen. Wir finden es bedauerlich, daß dcefer erste Schritt s oh zögernd gemacht worden ist Und daß nicht gleich der siebenprozen» tig« Pfandbrief gewählt wurde. Mit aller Sicherheit wird die weit»'; wirtschaftliche Depression und damit die Zeit niedriger Zinssätze noch lang« andauern. Ebenso sicher wäre der Käuseranreiz bei 7 Proz,' ausreichend gewesen. Schließlich hätte man nicht übersehen sollen,;; daß auch Sparkassen und Banken bei einem niedriger ver, zinslich« ir�' Pfandbrief mit ihren Habemätzen zwanzlänsig folgen müssend' Sparkassen und Llmsthuldungsattion.- Bei den preußischen Sparkassen ist von End« Febrncnkft bis End« April die Summe der Spareinlagen insgesamt noch uto). 90,1 Millionen(darunter allerdings 13 Millionen Zinsguffchriftery-/ auf S911B Millionen Mark gestiegen. Sonstige Depositen nahmen um 26,3 auf 242,9 Millionen zu. Bei der Verwendung dei Gelder kann man von ersten deutlichen Anzeichen der! sich auswirkenden kommunalen Umfchuldungsaktion sprechenH- Teilweise durch Ankauf von Kommunalanleihen sind die eigenen- Wertpapiere um 51,8 auf 1 077,1 gestiegen, die Darlehen an ösfcnt lich-rechölich« Körperschaften haben sich um 43,1 auf 1 057,5 Million« vermehrt. Bei diesen beiden Posten liegen gegen die Zeit von End Dezember bis Ende Februar ganz beträchtliche Steigerungen oo?,i? Di« kurzfristig gewährten Kredite, in der Haupssache Privatkredite,� sind auf der anderen Seite um nur 10,6 auf 1516,9 Millionen Mark angewachsen. Trotz der Förderung der kommunalen UmschuldungÄ ist der Zuwachs bei der Gewährung von langfristigen Hypotheken mibü 62,1 Millionen am st ä r k st e n geblieben, wenn er auch hintevy den der Dormonate und der Bergleichszeit des Borjahres zurück bliest»? kunze-knorr. Bremse auch für Holland. Wie gemeldet wird, haben die von den holländsschen Staats« isenbah neu durchgeführter Versuch« zur Einführung einer Güterzugbrems« zur Wahl derfl deutschen Kunze-Knorr-Bremse geführt. Bei der K n o r r»s Bremse A..G., Berlin, sollen bereits größer« Be. st e l l u n g e n eingegangen sein. Eine Genofienschastspleite in Bayern. Die Landwirts chaftlichö Genossenschaft in Straubing(Nioderbayern). die von dem frühercgs boyerischen Landwirtschoftsministör W u tzlh o fe r g». leitet wird, ist in schwere finanziell« Schwierigkeiten geraten. Die Berschuldiing soll über 1 Million Mark betragen und auf v e r lu st- Z reiche Gütergeschöst« Wutzlhofers zurückzuführen sein; bei- einem Geschäft in Steiermark haben die Verluste allein eine Viertel-' Million überstiegen, Die An g«stell t e n g eh älter sind schon) drei Monate rückständig. Einige hundert Landwirt« werden aus der genossenschaftlichen Hastung, die 2000 Mark pro Anteil aus»< macht, ernst betroffen. Man hosft in Boyern auf ein« Sanierung� aus dem genossenschaftlichen Rationalisierungsfonds des Reiches. Die sich mehrenden Selbstmorde sind Versicherungen unangenehm- Bei der Hauptversammlung der in, Verband'öffentlicher' Lebensversicherungsan st alten vereinigten Provinzial«' Versicherungsinstitute wurde mitgeteilt, daß die Steizerung der Aus- gaben für Sterbefäll« von 7.73 auf 10,54 Millionen in den beiden letzten Iahren mit der Mehrung der Selbstmordfälle zusammenhängt. bei denen in der Regel hohe Versicherungssummen betroffen werden. Der Bersicherunasbe stand der Vereinigten Anstalten hatte sich Ende 1929 auf 769 617 selbstabgeschlossener Bersicherunaen. über 1-57 Milliarden Kapital irrtd 21 227 Versieh« nrngen über 696 M'l- l innen Mark Leibrente erhöht. Die Rtanofi AG. Berlin, die dem Reemtsma-Konzern ange- � gliedert ist, hat m ihrer Hamburger GeaerolversaMmluug die Ver- ftetdmg«wer?Arvz 3>€»f& der Bundestage und durch die«ertvoL«. literarische und pädagogisch-wisienschostlich« Arbeit für die»>»> schiedensten Unterrichtsgebiet«. Ellern und Lehrer, durch Kampf nnd Arbell zusammengeschlossen, als Funktionäre der proletarischen Be- wegung, betrachten die Auswirkungen des demokratischen Eltern- und Koalitionsrechts für die- weltliche Schulbewegung als die not- wendige Erweiterung des proletarischen Kampfbodens innerhalb der demokratischen Republik auf schulpolitischem Gebiete. Die ver- schiedenartigen Verhältnisse in den deutschen Landestellen machen eine gründliche und gewissenhafte marxistische Analyse der jeweiligen politischen Situation notwendig, um die Wege für den Ausbau und die Errichtung von weltlichen Schulen zu erkennen. Die AFLD. ist an dieser Arbeit und an den Kämpfen der welllichen Schulbewegung als schulpolitische Organisation innerhalb der freien Gewerkschaften in hervorragender Weise interessiert und betelligt. Füllgrof-Kiel referierte über«in sreigewerkschast- liches Schulprogram in. In großen Umrisien zeigte der Redner den Aufbau einer Einheitsschule, wie er in einer Zeit pro- letarischen Einflusses zu verwirklichen fei. Der Entwurf geht zurück auf die Anregungen des früheren Berliner Stadtschulrots. Genossen P a u l s e n, und Paul O e st r e i ch. In der Diskussion bestand von vornherein Einmütigkeit, diesen Entwurf der Kommission als Material zu überweisen. Der größte Tell der lebhaften und mit schärfsten grundsätzlichen Argumenten geführten Debatte ging vor- wiegend in Richtung der Torhorstschen Leitsätze. Aus dem Geschäftsbericht, den Ja rn s- Draunschweig gab, war zu entnehmen, daß seit dem letzten Berbandstag ein Mitgliederzuwachs von etwa 30 Proz. zu verzeichnen ist und zwei neue Teiloerbände in Hamburg und Danzig gegründet werden konnten. Schallock gab den Bericht des Hauptvorstondes. In den Masten der SPD. mache sich immer stärker die Bewegung gellend, keinen gelb organisierten Beamten mehr als Funktionär zu dulden. Die Zusammenarbeit mit dem ADV. funktioniere ausgezeichnet. Auch die internationalen Verbindungen seien befriedigend. Die gegenwärtigen pädagogischen Akademien in Preußen und der Kurs der Neugründungen seien abzulehnen. Die Frage des Berussschulwesens müsse noch mehr erörtert werden. Der Skandal der preußischen A n st c l lu n g s s p e r r e sür dissidentische Schulamisberoerber, die konfessionslose Lehrer zu Staatsbürgern 2. Klasse degradiert, werde bekämpft. Die Leitsätze der Genossin Torhorst wurden fast einstimmig o n- genommen. Die Wahlen ergaben: Schallock, 1. Vorsitzender; Jörns, Geschäftsführer: R i g e r t, Schriftleiter des„Dolkslehrers". Eine große Kundgebung gegen den nationalsoziali« st i f ch e n Terror in Thüringen schloß die Tagung. Wirtschaft! peiner Walzwerk will«00 Arbeiter abbauen. Das Peiner Walzwerk hat bei der Regierung in Hildesheim angezeigt, daß es etwa 800 Arbeitern kündigen will. Es soll sich zunächst um-eine„vorsorgliche Maßnahme" handeln. Ob und in welchem Umfange es zu Entlassungen kommen wird, hänge von der weiteren Entwicklung der Wirtschastslage ab. Es wird sich bald zeigen, ob es sich nicht auch hier um eine Drohung zwecks Lohnkürzung handelt. Die Gastwirte in Grünau. Dte- Gastwirte schimpfen zwar auch auf die Arbeitslosenversiche- rung, treiben aber zum großen Tell selber Mißbrauch mit der Ar- bertslosenversicherung, indem sie ihr Personal nicht vom öffentlichen Arbeitsuachweis(Fachobteilung für das Gastwirtsgewerbe) beziehen. sondern bei allen möglichen lleinen Winkelvereinchen, Privatstellen» Vermittlern und direkt unterderhand. Rur einige Beispiele: G e s e l l s cha f t s ha u, Grünau, Ri- o i e r a Grünau, Wendenschloß, Richtershorn n. a. m. sind alles Großbetriebe, losten sich wohl auch Veranstaltungen der Gewerkschaften, des Reichsbaners sowie der Arbeiiersportler und Arbeitersänger in ihren Lokalen gefallen, weigern sich ober, freige- werkschaftlich organisierte Arbeitnehmer in ihren Betrieben zu bs- schäftigen. So kommt es, daß Beamte, Handwerker und Arbeiter, die in der Woche in ihrem Berus« arbeiten, am Sonntag von diesen Gastwirten beschästtgt werden und den arbeitslosen gastwirtschoftlichen Arbeit- nehmern noch die einzig« Arbeitsgelegenheit, am Sonntag wenigstens als Aushilfe tätig zu sein, fortnehmen. Will der Vorstand, wollen die Mitglieder der Vereinigung der Inhaber von Sommerlokalen an den märkischen Wafferstraßen die Dinge auf die Spitze treiben? Auf die einzelnen Fälle und gewisse Antworten, die ich als Bezirksleiter bei Rücksprachen mit oerschi«- denen Arbellgebern dieser Vereinigung bekommen habe, will ich zunächst nicht näher eingehen. Die Beamten, Handwerker und Arbeiter ab«. K« die ganz« Woche ihre BeschSstigung haben, sollten es endlich Unterlasten, den arbeitslosen Fachleuten Sonntags die einzige Arbeitsgelegenhell fort« zunehmen. WaMemar Parichau. Verbandstag der Lehrer. Oie Allgemeine freie Lehrergewerkschaft. Auf dem Verbandstag der Lehrergewerkschaft in Görlitz sprach Dr. Adelheid T o r h o r st- Düsseldorf über„AFLD. und weltliche Schule": Di« Kämpfe um die weltliche Schule festigten den Zusammen- schluß der Eltern und Lehrer, die nunmehr den inneren Aus» bau der weltlichen Schule mit Energie förderten. Die Dortmunder Beschlüsse von 1923, nach denen die wellliche Schulbewegung sich einreiht in den Emanzipationskampf des Proletariats, wurden die Grundlagen für die weiter« praktische und ideologische Arbett der weltlichen Schulbeweguug, die gekennzeichnet ist durch die Beschlüsse.. SPD..Z»>kti»»!*, cKuheitsoerSande« bei Ctfesbabacc!_. Monwg, 19 Uhr im Lokal Rickert, Stehnnetzstr. 38«, Vergnamlinia bei 9. greis«». Bortrag de» Genossen E. Barth:»Die indisch« Steuolation». Msiussion. Erscheinen sämtlicher Parteigenosse» ist Pflicht. Sylirpathi- sierende herzlich willkommen. Der ZSerbeaa-schnss bei SPD.-GlseMhahne, Blchingor-Zl-Njeen, SPD..«rakti»n.«m Dienstag. M. Start. 20 Uhr. im Sackeschen Hof. Rosenthaler Str. 49—41(am Hackesche» Martt). SPD.. graktionsverlammlung mit Snmpathisserenden. Dortrag de, Genossen Buchmann:„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Sozialrerftion*. Diokussson. ssraktionsangelegenheiten. Parteinntgliedbduch oder Gin- ladung dienen als Ausweis. Um recht rege Beteiligung bittet Der israktion-oorstanb. SPD.-lsralt ion des Bezirke« mt» Dharlottcndurg. Mittmsch. zs. Zwei. 20 Uhr, im Lokal Rührig. Schloß str. 45, SPD-ffraktionsversa»»»!»»« mit Snmrathisserendeii. Bortrag des Genossen isechner, M. b£.:„Die kommunalen politischen Richtlinien". Aussprache. Verschiedene». G» ist Pflicht eines jeden Genossen, zu erscheinen. Gaste willdmme». Der ikraktionsoorstmib. Z. A.:«hob«. Iugendaruppe desZent�alverbandes der Angestellten Morgen Montag, finden folgende«eranstaltunge» statt:«edding: Jugendheim Turcner Ecke Seestraße. Wir erzählen vom Gaujugen� treffen.—»riß: Städtisches Jugendheim Rathaus. Lichtbildervortrag:.Wilbelm Busch. Referent Georg Hcilbrunn.— llebau: Jugendheim ssliighafenstr.«. Auesmocheabend:„Die Kleidung im Wandel der tzeiten"— Tempelhos- T— i?■".■SfaT(«ermaniastr. 4-6, Eingang Gätzstraße. Bortrag: ■ «» 1 u.. i�iuyu nix\2>uq irXug c.*5 0 LTTtly.„-t/ic Nossen sthaftsbewegung in Deutschland". Referent ssrtß Glittler. Leiter elnez GEG-Betriebeg.—«harl-ttenb-rg: Jugendheim Rosiuenstr. 4.«ortrag: ich im Gefängnis sah". Referent Wilhelm Lewinffi.— Schönhauser«o-stabtz Jugendheim der Schule Kastanieuallee 81 Jeden Montag von 20—22 Uhr: Eil»- heitskurzschrist.— Spiel und Sport ab IS Uhr aus dem Domwicus-Spielplatz sSchänederg). Snhekionbticfie? 90 Jahren /h /äst oft nordd fipofhetten a 45 Pt Man veriang* immer d Psfenfschute, SchJ/mmer Tjnger.* Ki'Onkherfsöi/d. Gufachfen CMt —____'«y? w- rw* rn A. rJJE ht. ömn/im. SW6A AJ*xcm<*nr>*r***r BERUN HAMBURG ALTONA KÖLN HANNOVER. DÜSSELDORF DORTMUND ESSEN DUISBURG. MAGDEBURG FRANKFURT'in ttalixgaxiQ 1950 Cxewid.x*iei alle» Fremaden unseres££a.uLses und denen, die es-werden-wrM.en. Copyright by Kurt Lisser Reklame 1930 Nachdruck von Wort und Bild verboten! Als kleine Kinder In der Schule lernen wir, daß ein gutes Gewissen ein sanftes Ruhekissen ist Erst später merken wir, daß es manche Dinge in diesem Leben gibt die einem auch bei dem allerbesten aller Gewissen doch an dem„sanften Ruhen" hindern. Und gerade die heutige Zeit ist reich an solchen Einflüssen. Steinende Arbeitslosigkeit and sinkende Kaufkraft - wir zitieren hier eine der größten deutschen Abendzeitungen— bedingten eine Ausdehnung des TeOzahlnngsgesdi&hes, wie man es vor wenigen Jahren niemals erwartet bitte. Die MOgüdikeit, gegen geringe Anzahlung oder womöglich ohne jede sofortige geldliche Leistung jeden gewünschten Artikel geliefert zu erhalten, ist so verlockend, reizt derart zum Einkauf, dab schon mancher Charakterfeste der Kauflust erlegen ist Die„bequeme Rate" stellt für Leichtsinnige eine Klippe dar, an der schon manche Existenz zerschellte. Soweit die Zeitung. Wir möchten dem hinzusetzen, daß wenigstens in vielen Fällen das rechtzeitige Aufbringender nach einem solchen Kauf fällig werdenden Raten eine Sorge bedeutet, die sicherlich einem ruhigen Schlaf nicht förderlich ist Daß überdies ein Kauf von Kleidung gegen bar billiger- also wirtschaftlicher- ist als ein Kauf gegen Abzahlung, das ist wohl jedem klar. Denn die bei einem Kauf auf Abzahlung so verteuernden Aufschläge für Risiko und Zinsen existieren natürlich gar nicht bei einem Kauf gegen bar. Und für jeden, der etwa doch daran zweifelt ist es eine Kleinigkeit, Sich durch Vergleichen davon, zu überzeugen. Barkauf ist Sparkaufl daran ist nicht zu rütteinl Er hat außerdem- genau wie das gute Gewissen- das „gewisse Gute", daß er Sie ruhig schiefen läßt. jclcidun�1� 7Z Band schleife. 3n Größe» 50— 90. Gr. 50 A Stet» adrett ist der beliebt« Waschanzug au» festem gestreiften Kieler-Ka-»«SO dettstoff«st»ni Kragen. Für 2 Söhre A Scheint Dir die Sonn« ans die Locken, Trag'«ine der modernen Glocken— Ihr großer, schön geschwungner Rand Behütet Dich vor Sonnenbrand. Die Farbe wähle licht und zart, Da» steht zu brauner Hant apart Und wird Sich ganz vorzüglich kleiden IhrPrel»? Der ist phantastisch Nein,' ZOO Für ist sie Dein. R» ist eine entzückend fugendliche Glocke an» einer weißen geflochtene» Stump« sie wirkt z» duftige» blumigen Voile- oder buntgestreiften Toilekleidern sehr elegant. Dem lichten Ripsbandputz gesellt sich ein gleicher Blütrntuff. im praktischen Amerika helfen sich die Man- ner— wenn die Sonne sengt— indem sie West« und Jacke am Haken lassen. Im Büro oder Im Laden— auf der Straße— ja, selbst im Lokal wird diese leichte Sommerkleidung als durchaus passend angesehen, und jetzt wird dazu sogar die kurze Hose propagiert. Bei uns hier, auf dieser Seite des großen Wassers, schmoren wir Männer noch unter der Schwere unseres vollständigen Anzüge». Aber wir haben wenigstens die Möglichkeit, durch ganz leichte Kleidung der Hitze zu trotzen. Schon für den beinahe lächerlichen Preis von Mk. IQ' können Sie bei urrs solche Com- merkleidung kau- fen, und Sie soll- ten sich tatsächlich einmal dafür in- teressieren, schon um das Gefühl kcn- nenzulernen, was es an heißen Ta- gen bedeutet, so nett und leicht ge- kleidet zu sein. Z. B. in diesem leichten, kühlenden, Ltelligen Wasch- auzug. Die Joppe, in gut joaschba- rem Rlp«, in der beliebten gelben Farbe, hat einrel- higen Schluß und aufgesetzte Taschen. D«r Preis g» ist nur Ä30 Dazu wird die lange Hose aus weiße« Köper ge- trage». 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Vergmauuslratze 69. Süden: Z4. Restaurant Roenf Pietz Nachr., wafleriorstratzc 71: 25... Richter. Älaybachufer 5; 26.„ B lenkte. Voppstrahe 1. Südosten: 27. GewerkschaftshauS. Engclufer 24/25. Saal 2; 28. Restaurant Prasser. Michoetklrchftratze 29»: 29. ,. Diedentopf. Miwkouer Strohe 35; 30.„ Rctr.idfc, Grüimucr Strohe 17; 31... Seiwert. Schlestsche Strohe 25». Osten: 32. Restaurant Hoffmann, Markgrafendamm Ecke Sttotaner Allee: 33. 34. 35... Loja 36.„ Schlüter. Krautstrohe 54 s: 36 a.„ Majschczyki, Sadlncr Strohe 10 Nordost: 37. Restaurant Spart. Georgenkirchstrahe 65: 38... Rösner, Zmmanuelklrchftrahe 25. Zentrum: 39, Restaurant Lohan». Brüderstrohe IS IS. 40. LldlerShof: Restaurant Schmidlbauer, Vi»marckstratze 74. 41. Baumschuleuweg: Restaurant yoh. Baumschvlenstrahe 72. 42. Bernau: Restaurant volkshauo. Wandllher Strohe. 43. Bohnsdorf: Restaurant paradstsgarten. Vollersdorfer Str. 100 44 Brieselang: Restaurant„Zum letzten Siedler". 45 Britz: Restaurant Vehniscki. Rudower Str. 35. Ecke kianne- mannfiratze. 46. N?rchholz: Restaurant Rostock. Hauptstraße 71. Charlottenstura: 47 Restaurant Reimer, wilmerzdorser Strohe 21, 48-.. Müller. Osnabrücker Straße 27. 49.., Zhvnack. Wielandstrohe 4: 50 ,. Dörre. Danckelmonostrahe 18. Köpenick: 51. Restaurant Schulz. Vahnhosftrahe 34: 52... Bewart, Rudower Strohe 28. 53. Gichwalde: Restaurant Lindner. Vahnhosstrohc 12. 54. Erkner: Restaurant Grund. Söntgslrohe 52. 55. Falkensee: Restaurant Wulff. Vahnhosstrahe. 56. Frledrichshagen: Restaurant Johrentholh. Lirchstrahe 2S 57. Hennigsdorf: Verbandsbüro, Böhowstrahe 13. 58. Hohenschönhausen: Restaurant Marquardt. Berliner Str. 85- 59. Kalkberge: Restaurant volkshauz. Gartenstrohe 1. Lichtenberg: 60. Restaurant Seipke. Kronprinzenstrahe 47; 61... Tempel, Sudrunstrahc 7: 62... Martini. Hirschberge? Slrahe I. 63. Lichterfelde: Restaurant Lenski. hindenburgdomm 55. 54. Mahlsdorf: Restaurant Ander», vahnhosstrahe 34. 37. 65. Mariendorf: Restaurant Maah. Ehansteestrohe 27. 66. Mittenwald«: Restaurant Renmann, gorckskrahe. 67. 58. 60. 70. 71. 72. 73. 74. rv 76. 77. 78. 79. 80. 81. 82. 83 84 85. SS 87. 88. 89. 90. 91. 92. 93. 94 Neukölln: Restaurant Rudolph. Hcrmannstrahe Ecke Knesebcckstrohe: Kutzki. hennannsirahe Ecke Lelw' Jdeal-Kafino. weichselstrahe 8: ßN! fe Le�nefirahe: Schlanke, verzstrahe 98. Ecke Lahostrohe: Zimmermann. Treptower Ecke Stuttgarter Str.! Ntederschöncweide: Restaurant Bamp. Hastelwerder str. 12. Oberschöneweide: Restaurant Schillerglocke(Znh. Sachs). � Schill erpramenade 2. Pankow: Restaurant Türkisches Zelt(Znh. Maler). Breite! Strohe 14 Reinickendorf-Ost: Restaurant Rochhaus. Residenzstr. 156. Ecke Schöuhalz. weg: j .. Hoffwa-in, Markstrahe. Ecke hollanderstrahe. Thiest. Brovinzfirahe 82. Bahnhof Schonholz. Reinickendorf-West: Restaurant Volkshaus. Scharuwe ber. ftrahe 114. Röntgenthal: Restaurant Meihet, Vahnhosstrahe 76. Schöneberg: Rcfiavranl Ed. Gehrte, �r. Rosen khal, Ebers- strahe 66. SiemenSstadt: Restaurant»Zur Wartburg'. Rcihstrahe 20. Staaken: Restaurant Mudrag. Am Bahnhof. Spandau: Restaurant Germaniasäle. Am Stresowplatz: ..Zu« Nordpol". Lvtherfirahe 3: .. Hopfer(fr. Wind), pichelsdorser Slrahe 5 a. Steglitz: Restaurant Borchmavn. Rhelvstrahe 40. Tegel: Restaurant Lehnhardl. Berliner Straße 84 Teltow: Restaurant Snpsch, hohe? Sleinweg 10. Tempelhof: Refianraol Bürgergarlen. Berliner Slrahe 165. Treptow: Restaurant Ganter, harzer Strahe SS. Weitzensee: Restaurant Gallos. Lehderstrahe 122. Wildau: Restaurant„Grüner Baum'. Schwarzkopffstrahe. Wilmersdorf: Restaurant Ludw. Kroih, Gastetne? Strahe S Wittenau: Restaurant Schutz. Oranienburger Straße 184 ro? Ooia und langjährige Abzahlungen! Birkenwerder LV.pFV.::J:K.S;upt- Bor gsdorf- Vened ig Borgsdorf-Bahnhof am Oranienburg-Lehnitz ch.u»e«.pan«li«n Preis« ab 1,20 per qm Genaueste Auskünfte an den Bahnhöfen Birkenwerder. 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Jahrelang versah Müller seinen Dienst mit gewissenhafter Pünktlichkeit. Wer ihn näher kennen lernte in diesen Jahren, spürte, daß der Geist des Theaters in ihm lebte, spürte, wie dieser Mensch, der sicher zu höherem berufen war, in der Welt des Theaters die Wirklichkeit fand, in der zu leben das Schicksal ihm verwehrte. Selten war an einem Theater einer, der mit soviel Hingabe sich den immer wiederholten Aenderungen der Regisseure fügte, der innner wieder neuen Anregungen nachgab, um bann, wenn eine Ausführung feststand, in unerschütterlicher Ruhe, Abend für Abend die Rampenlichter zu bedienen, das Licht der Schein- werfer abzublenden, Buntscheiben vorzulegen, abzudunkeln, wenn Verwandlungen aus offener Bühne vorgenommen werden mußten, im Dunkeln seinen Dienst zu versehen, wie andere ihn im Lichte des Tages nicht besser zu versehen mochten. Und dieses tat er nicht, weil er ein pflichttreuer Arbeiter sein wollte, nicht, um seine Stelle nicht ausgeben zu müssen, sondern, weil etwas von der Ueberzeugung, das Theater sei eine moralische Anstalt, noch in ihm lebte, weil der Glaube, durch das Theater die Menschen wandeln zu können, fest in ihm verwurzelt war. Diese Ideen müsien bis vor kurzem in ihm gewirkt haben. Die abwechslungsreiche Tätigkeit, die immerwährenden Proben, die Vorstellungen, die geringe Berührung mit der Außenwelt, die ihm sein schwerer Beruf erlaubt«, ließen ein Grübeln darüber, ob seine Arbeit so sinnvoll war, wie er sie sich dachte, nicht in ihm auf- kommen. Daß die Stücke, die das Theater nun schon seit Jahr und Tag seinen Besuchern vorsetzte, nichts mehr von dem enthielten, was damals in ihnen wohnte, als er, der Bühnenarbeiter Müller, noch selbst aus der Bühne stand, als er das berauschende Tempo werdender Revolutionen selbst miterlebte, war ihm im langsamen Wechsel der Themen und im langsameren Wechsel des Publikums entgangen. Für chn war Theater immer noch Mission, und Bc- sucher waren Gläubig«. Was machte es chm aus, daß er schlecht entlohnt wurde, wenn er nur den Platz ausfüllen durste, den kein anderer ausfüllen konnte. Daß die Regisseure den Tonfall wechselten und statt„Genosse" längst„Müller" zu ihm sagten und ihn an- schrien, wenn er, was aber selten genug vorkam, nicht gleich ihren kaum ausgesprochenen Gedanken und Befehlen zu folgen vermochte, bekümmert« ihn nicht, der Dienst an der Kunst ist hart. Rur strenge Selbstzucht kann dem Menschen das Höchste abringen, kann ihn aus dem Schmutze emporheben in die höhere Region der durch die Kunst geadelten Menschheit. Es ist nicht festzustellen, ob Müller sich dies alles wirklich be- mußt zu machen verstand. Anders wurde die Grundhaltung Müllers erst in der letzten Zeit, als es nach vielen Versuchen und Ansätzen endlich gelungen war, aus der Fülle der Erscheinungen auch für das Theater, an dem Müller beschäftigt war, einen der heute so beliebten Reißer zu entdecken, den man seit Monaten schon spielte, ohne daß empfindliche Lücken im Zuschauerraum festzustellen waren. Die Direktion atmete aus, als sie sah, daß sie endlich statt iminer neuer Einstudierungen, immer neuer Ausgaben für Garde- roben und Proben ein Stück' aus dem Spielplan hatte, das den bewilligungsmüden Stadtvätern bewies, daß ein gutgeleitetes Theater sich selbst über Wasser zu halten vermochte, ohne auch nur ein Iota von den vorgeschriebenen Wegen der„reinen" Kunst, die natürlich nichts mit tendenziöser Berhetzung, nichts mit alles gleich- machenden Tendenzen zu tun haben, abzuweichen. Anders die Gedanken des Bühnenarbeiters Müller. In ihn, war seit Jahren zum ersten Male etwas wie Leere. Die ewig gleichen Handgriff«, das Auf- und Abblenden der Scheinwerfer, das sich nun schon monatelang Abend für Abend in monotoner Gleich- förmigkeit wiederholt«, ließen ihm Zeit, viel Zeit. Er begann zum ersten Male wieder nachzudenken über das, was da unten vor seinen Augen sich begab. Er hörte, wie Abend für Abend das Publikum vor Beifall raste, und er sah, daß es das Schicksal der Armen war, über das man hier lachte. Er wogte einen Blick in den Zuschauerraum. In die dichtgesüllten Logen uick» ersten Reihen eines gut besesielten Parketts und staunte. Da saßen ja die Menschen, die er längst untergegangen, die er längst aus dem Theater verbannt glaubte. Sich selbst dem Spiele zuwendeick», entdeckt« er, daß es ein Stück war, feindlich dem Bolt«, feindlich der Klasse, der er entstainint«. Er verstand mit einem Mole nicht mehr, worum er hier oben stand und immer wieder die gleichen Griff« tot, iminer wieder Licht auf den Helden richtet«, der aus künstlich erhöhten Absätzen sich im Lichte der Scheinwerfer in die Brust warf, warum er immer wieder die Buntscheiben vor die Rampenlichter schob, wenn aus der Bühne die unverbrauchte Jugend seiner Klasse geschändet wurde. Und immer wieder drang dieses Kichern zu ihm, dieses Grinsen aus fetten Hälsen, über das Spiel, da« ihn empörte. Abend für Abend achtete er wocher auf die Zeichen, die sich ihm boten. Immer schmerzvoller empfand er den Hohn des Stückes und die Art, wie ein überfättiges Parkett seine Tendenzen hinnahm. Abend für Abend, wenn er die Bühne abdunkelt«, um den Bühnenarbeitern Gelegenheit zu geben, ungesehen vom Publikum die Ausstattung zu verwandeln, hatte er Gelegenheit, im wieder- ousflamincnden Licht die Paare auseinanderrücken ztvjchen. Und jeden Abend dasselbe und immer die gleichen Griffe, das gleiche Tasten der Bühnenarbeiter durch dos Dunkel der mit Der- fatzstücken verstellten Bühne und dieses schamlose Greifen und Flimmörn erotisierter Menschen. Hundert Mal. lind jeden Abend donnernder Applaus vor der großen Verwandlung, und je öfter die Darsteller sich im vollen Lichte der von ihm bedienten Schein- werfer zeigen mußten, desto kürzer wurde die Zeit für den Umbau im Dunkeln. Di« hundertste Aufführung und Blumen an kresem Tag. Blumenberge und auch diese noch müssen fortgeschafft werden von den Bühnenarbeitern. Cr hört dos Treiben des Inspizienten, das Schimpfen der An- getriebenen er ahnt die schamlosen Koseworte im Zuschauerraum. Und plötzti'ch tut er. was nur der Wahnsinn zu tun vermochte. Wichrertd noch die Bühnenarbeiter durch das Dunkel sich tasten. mühevoll da,»i» der Bühne zu verwandeln, während schon im trstählung von Erich Qrisar Zuschauerraum ungeduldiges Husten entsteht, dos die Arbeitenden mahnt, und leichtes Kichern, das die Dunkelheit segnet, reißt er plötzlich die Scheinwerfer auf, daß in vollem Lichte die Bühne liegt. Illusionslos blicken die Menschen auf die Bühnenarbeiter, d�e hastig zur Seite stieben. Und während noch die Telephonglock? des In- fpizienten chn anklingelt, reißt er einen Scheinwerfer herum und richtet chn auf das Publikum, läßt ihn entlangglciten über fette Bäuche und perlumkränzte Nacken. Doch da sind auch schon zwei Männer auf die Scheinwerfer- bühne geklettert, ein Kampf entspinnt sich zwischen ihnen und Müller. Der brüllt durch den Nauin.„Eine Schweinerei ist das, eine Schweinerei." Dreht die Scheinwerfer herum auf das Sau- pack, das sich in den Logen sielt, richtet die Scheinwerfer auf die. die sich im Dunkeln quälen, Licht auf die Bühne, Licht auf die Arbeiter und Schluß mit der Schweinerei." Das Publikum steht auf. Einige beginnen zu fchimpfcn. „Schluß," rufen einige, die wohl zum ersten Male im Stück sind und denken, daß zur Szene gehört, was sie erlebten.„Schwß. Schluß!" Dann hat inan Müller überwältigt und von der Bühne ge- bracht. Hinter den Kulissen schreit er noch. Der Direktor steht an der Rampe und entschuldigt sich vor den Leuten. D:� haben jedoch genug von dem Theater und verlassen das Haus. Erst am andern Tage, als die Zeitungen berichten, daß der Bühnenarbeiter Müller von den Aerzten für verrückt erklärt worden und in eine Anstalt gekommen fei, wo ek in sicherem Gewahrsam sich befinde, beruhigte man sich wieder und nach zeitweilig schlechtem Besuch geht nun das Stück, dessen hundertste Aufführung durch einen so bedauerlichen Zwischenfall gestört wurde, seiner zweihundertsten Aufführung ent- gegen. M. SoUlchenko: T6l*f|ielfllllerl In Simferopol lebte eine W'twe, Zahnärztin von Beruf: diese beschloß, sich wieder zu verheiraten. Dabei ist das Heiraten heutzutage nicht so einfach Vor allem für ein« Intellektuell«, die ein ihrem Niveau entsprechendes Individuum um sich haben will. In unserem— man kann wohl sagen— proletarischen Land« ist die Jntellektuellenfrage eine heikle Sach«, was nämlich das zur Ber- fügung stehende Kontingent an Bräutigamen betrifft. Immerhin, es sind schon welch« da, aber die sind entweder ver- heiratet oder sie haben außerdem zwei bis drei Familien zu«ichalten oder sind gar arbeitslos— für den Ehestand daher nicht besonders geeignet. Also in diesem düsteren Milieu lebt unsere Simferopler Witwe, der der Mann im vorigen Jahre an Schwindsucht gestorben ist. Als er starb, betrachtete sie dieses Ereignis zuerst ziemlich gleichgültig: „Ach," denkt sie sich,„das macht schließlich gar nichts." Aber bald entdeckt sie:„Das macht schon was!" Die Bräutigame werden eben nicht in Serien erzeugt. Daraufhin wurde unser« Witwe trübsinnig: dieser Zustand dauert« ungefähr«in Jahr, bis zu rhrcm Gespräch mit der Milchfrau... Eines Tages begann sie nämlich mit der Milch- frau, die die Milch ins Haus brachte, einen ziemlich kleinbürgerlichen Tratsch. Wie es eigentlich anfing, weiß ich nicht. Wahrscheinlich erschien die Zahnärztin in der Küche und da kamen die beiden ins Gespräch: „Alles wird so teuer... die Milch ist wässerig... und überhaupt — kein Bräutigam ist zu finden.. „Jawohl," stimmt die Milchfrau zu,„so etwas findet man am schwersten." Die Zahnärztin sagt:„Ich verdien« ziemlich gut, und auch sonst habe ich alles— Wohnung, Einrichtung... Und ich selber bin auch nicht gar so übel und trotzdem findet sich niemand! Bleibt direkt nichts anderes übrig, als in die Zeitung«in Inserat zu geben." Die Milchfrau sagt:„Also mit der Zeitung, das heißt nichts. Aber irgendetwas wird sich doch machen lasten." „Im äußersten Fall," sagt die Zahnärztin,„würde ich auch vor einer Ausgabe für die Vermittlung nicht zurückschrecken. Bielleicht könnten Sie mir in dieser Angelegenheit behilflich sein?" „Und wieviel würden Sie denn geben?" fragt die Milchfrau. „Je nach dem," sagt die Witwe,„wenn es ein Intellektueller ist und tatsächlich heiraten wird, zahle ich 30 Rubel ohne mit der Wimper zu zucken." Die Milchfrau sagt:„ZO Rubel ist wohl nicht vW, aber rnn 50 Rubel könnt« ich Ihnen die Geschichte managen. Ich kenne«inen, der würde schon passen." „Bielleicht ist er aber kein Intellektueller," entgegnet die Zahn- ärztin,„vielleicht ist er ein Anstreicher?" „Aber wo!" sagt die Milchfrau.„Ein richtiger Intellektueller— ein Elektriker." „Also schön," sagt die Witwe,„bringen Sie mich mit ihm zu- sammen, da haben Sie vorläufig 10 Rubel als Borschuß." Damit sind sie auseinandergegangen. Es muß aber erwähnt werden, daß die Milchfrau keinen anderen Bräutigam in Sicht hatte als ihren eigenen Gemahl. Aber die große Geldsumme ließ ihr kein« Ruhe und sie mußte fortwährend darüber nachdenken, wie man aus dieser Zahnärztin ihr Geld herausbekommen könnte. So kommt sie nach Hause und sagt zu ihrem Mann:„Also, Nikolai, ich habe eine Gelegenheit, 50 Rubel so mir nichts, dir nichts zu verdienen, ganz ohne Anstrengung." Und macht ihm das Wesen der Sache klar. Sie wird ihn also mit dieser Zahnärztin bekannt- machen und diese wird in ihrer Dummheit ihr 50 Rubel auf die Hand auszahlen. „Im ärgsten Fall," sagt sie,„wenn die darauf bestehen sollte, kannst du die Ehe auch registrieren lassen. Heutzutage ist weiter gar nichts dabei. Heute unterschreibst du und morgen oder übermorgen schiebst du zurück." Der Mann der Milchfrau, so ein fescher Kerl mit Schnurrbart, antwortet darauf:„Tadellos ist das! Abgemacht! Ich bin immer sehr bereit, 50 Rubel mühelos zu verdienen. Andere müssen dafür einen ganzen Monat schusten— und da— diese Kleinigkeit, sich registrieren zu lassen!" Einige Tage später stellt die Milchfrau ihren Mann der Zahn- ärztin vor. Diese ist hocherfreut und zahlt der Milchfrau unverzüglich die 50 Rubel, ohne ein Wort zu sagen, aus. Die Situation gestaltet sich nun folgendermaßen: Der Mann der Milchfrau, dieser Feschak mit Schnurrbart, läßt sofort sein« Ehe mit der Zahnärztin registrieren und übersiedelt provisorisch in ihre Appartements. Lort bleibt er fünf Tage, ein« Woche, zehn Tage... Dann kommt die Milchfrau.„Also, was ist?" fragt sie. Der Monteur sagt:„Weiht du, ich habe es mir überlegt. Ich bleib« lieber bei dieser Zahnärztin, es scheint mir irgendwie inter- essanter zu sein!" Freilich wurde ihm auf der Stelle wegen seines schändlichen Be- nehmen? das Gesicht gebügelt. Er blieb aber bei seiner Meinung und bei der Zahnärztin. Als diese die ganze Geschichte erfuhr, lachte sie sehr und meinte, daß da nicht die Gewalt, sondern die frei« Wahl zu entscheiden habe und der Zwischenfall damit als erledigt anzusehen sei. Zwar kam die Milchfrau noch einige Male in die Wohnung, ver- anstoltete wilde Szenen und oerlangte stürmisch die Herausgabe ihres Mannes. Aber ohne Erfolg! Noch mchr. Man verbot ihr, weiter die Milch zu bringen, um den ewigen Auftritten ein End« zu setzen. So hat um 50 Rubel die geizige und habgierige Milchfrau ihren feschen und intellektuellen Gatten verloren. (Aus dem Russischen übersetzt von A. Serschrntron.) Dem Sänger des Dolkes Zu Whmanns 10."Codsslag. Wenn spätere Generationen das Gemütsleben und den Geist des deutschen Arbeiters erforschen wollen, wie er durch den politischen Kampf um die letzte Jahrhundertwende geprägt worden ist, dann mögen sie das Buch der Kampflieder U th manns aufschlagen! Das Empfinden vieler Tausender von Arbeitern findet seinen künst- lerrschen Ausdruck in diesen etwa vierhundert kraftvollen Gesängen. Ungebrochener Kampfcsinut, ein« fast heldenhafte Sehnsucht nach Befreiung aus Not und Elend, unerschütterliches Solidaritäts- empfinden innerhalb der gemeinsamen Klassenfront und vor ollem: dos stolze Bekenntnis zum sozialistischen Gedanken— dos sind die Grundmotioe, die in den verschiedenen Chorgesängen immer wieder- kehren. In der musikalischen Formgebung sind die Lieder durchweg großzügig. und übersichtlich angelegt, melodisch häufig geradezu volks- tünrlich gelungen, satztechnisch stets sangbar und durchaus auf der Höhe des zeitgenössischen Chorgesangstilcs. Besonders geglückt sind jene Gesänge, die von einem rhythmisch scharf ausgeprägten, marsch- mäßigen Empfinden getragen sind. Ihrem mitreißenden Schwünge wird sich kaum jemand entziehen können. Bon Jugend auf war Uthmann eng mit der Mufft verbunden. Geboren am 29. Juni 1867 als Sohn eines städtischen Unterbeamten in Barmen, erhielt er schon in frühe» Jahren»»isikalischen Unterricht ,von seinem Onkel. Dem Wunsche der Eltern folgend sollte er Lehrer werden. Jedoch infolge der langen Krankheit und des frühen Todes des Vaters wurde der junge llchmann gezwungen, diese» Plan fallen zu lassen. Die seit Iahren erblindete Muster, der er sein musikalisches Talent verdankt, und mehrere jünger« Geschwister mußte der Fünf- zehnjährige durch seiner Hände Arbeit ernähren. Er wurde Färber- lehrling. Ein Leben voller Entbehrung und Mühsal begann. Trotz seiner schweren beruflichen Arbeit blieb Uthmann der Musik treu und widmete einen Teil seiner Feierabendstunden ernsthaften musik- theoretischen und gesanglichen Studien. Sein erstes Wert komponiert« Uthmann im Jahre 1891. In den nächsten Jahrzehnten entstand sein Lebenswerk, jene Füll« proletarischer Chorgesänge, von denen die schönsten und bedeutendsten vom Arbeitersängerbunde heraus- gegeben worden sind. Im Jahre 1898 vertauschte Uthmann den Färberstock mit der Feder. In der Ortekrankenkassc zu Barmen fand er für seine weitere Lebenszeit die Stätte beruflichen Wirkens. Zugleich war Uthmann auch in der Arbeiiersängerbewegung eifrig tätig. Schon mit 24 Jahren leitete er einige Choroereiniglingen und erwarb sich dabei die not- wendigen Erfahrungen auf dem Gebiete des Arbeitergesanoes. Als Uthmann am 22. Juni 1920 starb, traiierten um ihn Hundert- taufende von Anhängern der inzwischen zu breitester Wirksamkeit gelangten Arbeitersängerbcwegung. Der Arbeitersängerbund und viele der ihm zugehörigen Chor- Vereinigungen gedenken dieser Tag« des Mannes, der als erster seine kompositorisch« Kraft in den Dienst des sozialistischen Ge- dankens gestellt und damit das Chorlied als Bekenntnis proletarischen Wollens und Fühlens geschaffen hat. Die Unterdrückung des Prole- tariats dauert noch an. Daß Lied soll helfen, die Front der proletarischen Klassen zu schließen über die nationalen Grenzen hinaus zum internationalen Ringen. Das Lied Uthmanns hat uns den Weg gewiesen— nun ist es Älufgobe der jungen Geileratio», für die politische Situation der Gegenwart mit den künstlerischen Mitteln unserer Zeit die. Tradition des proletarischen Chorliedes weiter- zuführen!__ Dr. Otto Mayer. vom Bienenhonig. In Somerset in Maryland befindet sich eine staatliche Bienensarm. auf der sechs Millionen Honigbienen in 75 Abteilungen vorhanden sind. Auf dieser Farm beschäftigt man sich unter anderem damit, die chemiscbe Zusammenstellung des von den verschiedenen Bienen gelieferten Honigs zu studieren. Der Honig enthält durchschnittlich 20 Proz. Wasser und 73 Proz. Zucker ""bedeutenden Menge Gummi mineralischen Stoffen. Itickstosshaltigen Substanzen. Ameiseriläure, etwas Wachs und Blütenstaub van den Blüten, aus denen die Biene den Honig geholt hat. Aber diese Stoffe können in den verschiedenen Hviügarten in verschiedenen Mengen vorhanden sein, deshalb werden die ein- zelnen Honigarten untersucht, um zu ergründen, welchen Einfluß die verschiedenen Blumen und die verschiedenen?ifütterunasmethoden auf die Beschaffenheit des Honigs haben. Tom prolelnrifclieti Sloman Don 3>r. Marl Schröder Man tonn mit großartiger Gest« sagen: Ueber das, was der ,>pral«tarrsche Nomon" ist oder sein wird, bestimmen nicht graue Theorien, sondern die Dichter, die ihn schreiben. Das ist bequem urab scheint unbedingt richtig zu sein. Und ist es doch nur sebr bsdingt. Denn die Dichter atmen Tradition und Leben der Gesell� schuft.>n der sie geboren wurden, aufwuchsen und sie wieder formen halfen. Und so geht in das künstlerisch« Schaffen zwangsläufig gesellschaftliches Sein über-, Gefühl«, Villenshaltungen, Theorien; und kommen direkt und indirekt, be- wüßt oder instinktmäßig zum Ausdruck. Wir leben nun aber in einer Kassengsselkschast und haben entscheidend quch Tradition von Klassengesellschaften. In einer Klassengesellschaft aber hat kein i n t e r« s s e nb esti m m t c r Begriff«inen eindeutigen Inhalt. Man braucht nur die Fragen zu stellen: Was ist»proletarisch?", was ist»Roman?", was ist»proletarischer Roman?", um das zu erkennen. Auletzt bestimmt über den übrigens stetig bowegten Inhalt solcher Begriffe die Klaff«. di« ihn in chrem Aufstieg aar Macht mit ihrem Loben klass«nkämp>f«risch füllt? und später dl« neu« Gesellschaft, in der er Teil hat am weltanschauliches Grundcharatter dieser Gesellschaft. Innerhalb dieses Rahmens erst bestimm«» die Künstler, die de» proletarischen Roman schaffen und damit der Klaffe auf einem bestimmten Gebiet Ausdruck und Form geben. Und auch hier noch kann es geschehe«, daß der gescllschcistliche Wunsch nicht die Kunst- werke findet, die er als feine liebste und nxchrhaftigste Formung ansehen laiin. Ohne hier näher daraus eingehen zu«Snnen, muß natürlich ausgesprochen nxrden, daß das Heroosmachsen neu gefüllter Be- griffe, Kunstformen usw. gradweise vor sich geht, daß Neues nicht mit einem Ruck in dialektisch veränderter Reinheit dasteht. Zum Begriff»proletarischer Roman" aber ist zu fag«.n, daß Theorie und Praxis der Arbeitertlaff«, tri tisch« s B ewu ßts« in und künstler i s ch e s S chaf fe n begonnen haben, ihn mit einem der Klaffen- entwicklung entsprechenden Inhalt zu füllen. Danach zeigt sich, daß das entscheidende Kriterium für diesen Begriff nicht in Merkmalen zu suchen ist, wie beispielsweise dem Eliernhaüsmilieu des Richters oder seiner schulischen �Bildung" ober seiner Rassenzugehörigkeit usw., fönderü Laß dieses Kriteriunt nur ipieder im Klossenbegriff wurzeln kann. Und damit wird«in« be- stimmt« Zielrichtung erkennbar: der proletarische Roman ist kein Roman ü b« r die Klasse und ihre Mtglieder, sondern ein« aus der Entwicklung der Arbeiterklasie herausquellend« künsilerrsche For- nmng. Er ist Kristallisierung, schöpferisch« Ge» staltung ihres werdenden neuen Geistes. Damit hat er objektiv Angriff scharakter gegen die am Grundcharatter des alten Ges ellf chaftss ys tems festhaltenden Klassen. Und mehr wird erkennbar: Es wird erkennbar, daß mit dem Klaffe nka-mpf der Arbeitevttaff« und dem Werden einer sozialistischen Gesellschaft di« gesamte Kunst ihren bisherigen Charakter»«rändert und immer mshr verändert. Beruhte sie in den für nris entscheidenden Epochen auf dem Privateigentum und trat dies ihn ihr überwiegend zutage: trat in ihr z. B. in der bürgerlichen Gesellschaft zutage, daß der Mensch im Grund« aLein steht und von Prydicktion und Produkten beherrscht wird, so wird in der sozialistischen Gesellschaft und damit in solcher Kunst Zutage treten, daß das Indwidumn eins ist mit allen und daß die Gesell- schaft Produktion und Produkts ihrersefts beherrscht. Um ein Beispiel zu nennen aus einer Zeit, in der wir traditionell als Deutsch« noch stecken: Die für ihre Zeit und al, Ausdruck der revolutionär auffteigenden bürgerlichen Klaffe hervorragend« Aesthetik eines Lefftng Mit ihrer typischen Gliederung, Spezialisierung, Wtrenming der Kunst von anderen geistigen Ausdrucksformen wird fallen und Platz machen einer DereinheitlichuNg, in der Kunst und Leben orga. misch in«ins laufen. Alt« Rahmen, alte Desitin tionei� alt« Normierungen werden ge- sprengt. Und Ansätze solchen Sprengens zeigen sich jetzt schon deutlich auf allen Gebieten, auf denen proletarisches Kunstschaffen vordringt, und auch auf dem(nicht«wig bleibenden) Gebiet des proletarischen Romans. Die Sprache, di« Form seines Kunstwerkes wird der Dichter wählen gemäß feinem Stoff. Neues Fonnfchaffe» ist im großen bestimmt durch den Grad der Älaffenentwickwng. durch den Stoff, der zu anderer Formgebung zwingt und selbstverständlich durch neu« technische Mittel. Welchen Stoff der Künstler behandelt, ob«in Einzolindividuum oder eine Demonstration,«in« Wies« oder ein Tier, das ist am Ende gleichgültig. Aus das„W i e" der Be- Handlung kommt es a» Freilich ist es nur natürlich, wenn der pro» letarifche Roma» im wesentlichen, w der Gegenwart wenigstens, seine Stoff« dem Umkreis der steigenden Klaffenkämpfe entnimmt. Und kaum zu bezweifeln wind sein, daß sogenannte„große Kunst", mag man sagen„Vassrk". darauf aus fein wird, in umfaffender Weise gesellschaftlichen Gesamtcharakter zu formen. In diesem Sinne war Kunst und wird auch proletarische große Kunst sozial« Kunst sein, wobei das Wort sozial" feinen wechselnden Inhalt hat. Ob der proletarisch« Künstler volles Bmmhisein, volles„Wissen" um di« Lehren feiner Klaff« haben muß? Wenn man darunter oer» steht, daß er«in Schriftgelchrt«r der Oekvnomie usw. sein muß, dann ist das wohl zu vernemen: aber in einer geschichtlichen Epoche, und da wieder in einer Klaff«, zu deren geselSchaftlichem Kampf Klassenbewußtsein«ine Voraussetzung geworden ist (in viel höherem Grade als je zuvor), wird es keinen großen Künstler geben können, der nicht auch vollgesogen ist mit Klassenbewußtsein, ab e» wem in«trkung vi» gewksseniwhe» verstandesinShly«che? realer Instinkt. Es mag im übrigen vergleichsweise erinnert sein daran, daß di« Klassiker der Kunst auch immer in bestimmt« Weise tiesdringend« Theoretiker waren. Ob proletarische Kunst, also auch der proletarische Roman,«ine Parteiangelegenheit ist? Gewiß nicht, wenn man mit Partei den engen Sinn einer tagespolitischen Zweckfvrm verbwdet. Faßt man aber Partei als notwendige Maffenorganffavion im Klassenkampf um di« Macht, als organischen Wesensausdruck, als un- trennbaren Bestandteil des internationalen Klaffenkampses, dann: Ja, soweit eine Uebergangszeit in Frage kommt und daß damit ein vollständiges Sichdecken gemeint sein soll, ohne daß hierbei natürlich nicht di« bloße Behauptung irgendeiner Partei:„Sie sei dies jjnö nichts anderes sonst" entscheidet, ist selbstverständlich. Denn die Tut- fachen entscheiden, nicht das, was jemand über sich selbst meint. Di« T a t f a ch e n ab« z«igen auch, daß der proletarische Roman an den verschiedenen Stellen Internationaler Arbeiterbewegung herauszuwachsen beginnt: In Deutschland und Rußland, in Frank» reich, Dänemark. Spanien, Amerika und anderswo. Ueberall trägt er noch den Sondercharatter geographisch-klimatijcher, traditioneller, gcseltschasilich gegenwärtiger Gegebenheiten. Aber es ift unverkennbar, wenn man sich auch nur die Tatsachen der Zeit vor 20 Lahre n vor Augen hält und das Heute— daß« herauswächst. S>r. d. 9t. Spinner: SOIIil dl bVH I IC? Sonneverbrvnnt zu sein ist eine Modekrankheft oder wenigstens eine Mode. Seit«inigen Jahren gehört es zum guten Ton, mft einem gewissen Ferienteint herumzulaufen, den man vielfach nicht ohne Qualen erworben hat. Da« Opf«, womit vielfach die tropische Färbung«kämpft wirb oder nie erreicht wird, wird oft in vollkommen« Verkennung der Tatsache gebracht, daß es niemals allen Menschen möglich ist, das- selbe Maß von Bräunung zu erreichen, das der bestaunte Nächste besitzt. Wohl ist das Quaniftativ der Sonne gleichmäßig, aber der Mensch ist ein X in der Gleichung und deshalb wirkt das Sonnen- quantum vollkommen oerschieden auf zwei verschiedene Menschen. Der eine wird braun wie ein Zulukasser, der ander« trägt schwere Verbrennungen mit Fiebererscheinungen und mitunter schweren Nachkrankheitcn davon. Es ist beim Sonnenbrand nicht' die Hitze, also die Wärme- strahlen, welche die Schädigungen setzen, sondern die ultravioletten Strahlen, welche in den Körper eindringen. Sie stehen in ihrer Wirkungsintensität zwischen den reinen roten Wärmestrahlen und den Kathodenstrahlen und dem Radium. Verbrennungen mft den beiden letzten Strahlen treten oft erst noch Wochen, Monaten und Iahren auf— immer und immer wieder verlieren die Röntgenologen nach jahrelange? Tätigkeft Finger und Hände— indes die Inkubationszeit (Entwicklungszeit) bei uliravlolett«n Strahlen sich nur auf Stunden erstreckt, und auch chre Tiefenwirkung«ine geringere ist. Für den Menschen ist es nun grundsätzlich von Bedeutung, wie weit sein Körper durch die Möglichkeft der Filterbildung vermag, die Tiefen- Wirkungen der ultravioletten Strahlen zu reduzieren. Dies hängt nun von der Möglichkeft ab, unter dem Einfluß der Sonnenstrahlen Pigment zu bilden, d. h. einen Farbstoff, dem die Eigentümlichkeit innewohnt, di« Wirkung der Strahlen nicht über die Lederhaut hin- ausgehen zu lassen. Am höchsten ist dies» Fähigkeit beim Neger ent- wickelt, bei welchem sie zu einer intensiven vunkelfärbung und damit zu einer hochgradigen Immunftät gegenüber der Sonne führt. Der Kulturblödsinn, dem Neger europäische Kleidung aufmoralifleren zu wollen, kann deiffelben in einigen Generationen lebeneschwach machen. Wir könne« also die Menschen in zwei grundsätzliche Typen«in- teSen: Pigmenttypen nrtd pigmentarme Typen. Der Pigmenttyp hat di« Möglichkeit der Bildung des Pigmentfilters durch Färbung, der pigmeiftarme wird nie über ein bescheidenes Maximum hinaus- kommen, das ihm wenig Schutz gewährt, der pigmentlose. Albino, sogar«s nie erreichen Es ist bisher von der Wissenschaft noch nicht ermittelt worden, wo sich im Körper die Regulierungsstation für di« Pigmentbildung befindet. Gibt es doch Menschen, welche zwischen den Typen stehen und bei der geringsten Somienbestrahlung eine iin» regelmäßig, fleckige Pigmenlisierung(Sommersprossen) besitzen, bei io«lchen also eine partiell« Unsähigkeft besteht, das Sonnenfilter ganz gleichmäßig auszubilden Der blonde, blauäugige, also nordische Typ besitzt allgemein einen sehr schwachen Filterschutz und Rothaarig«. stehen dem Albino darin noch näher als dem Blondtypus. Es ist mm für den pigmentarmen Typus«in« Katastrophe, wenn er glaubt, daß er durch Sonnenbäder dieselbe Bräunung er- reichen könne, wie«in pigmentreicher Kollege. Er wird sich bei de r- selben Sonnendosis unbedingt eine schwere Verbrennung zuziehen, die den andern«ine Rüan« dunkler färbt. Nur ganz langsame Steigerung in der Sonnedosierung kann eine gewisse Bräunung erzeugen, zumeist aber bleibt«» bei einem bräunlichen Rot, das, und darauf möchte ich aus langer Erfahrung Nachdruck legen, nicht von Bestand ist. Der pigmentarme Typus baut das Pigment auch rascher wieder ab, als der pigmentreiche. Der pigmentarme Typus leidet also immer wieder neu, wenn er sich forciert der Sonne aussetzt, indes der andere dadurch nur sein Filter stärken kann. Nicht daß er bei einer allzustarken Dosierung auch seine Haut einmal in Fetzen abstößt, aber die seine bleibt dar- unter braun, indes die des Blondtypus rot und dann wieder weiß wird. Bor einigen Tagen erst ist mir ein rotblonder Typus auf- gekdmmen, der sogar hochgradig Brandblasen im Gesicht hatte und mir erklärte, daß er über 39 Grad Fieber gehabt habe. Wer lange im Gebirge Touristen beobachtet hat, kennt diese Er- scheiimng, die man Gletscherbrand nennt. Hätte der Mann sich diq Verbrennung statt auf dem Müggelsee auf dem Aletschgl«tsch«r ge» holt, wäre er vielleicht tot bei derselben Sonnendosierung. Denn in» Gebirge wirken die Ultrastrahlen noch weft intensiver. Der pigmentarme Typus läßt also schutzlos die Ultrastrahlen bin tief unter die Haut in den Körper eindringen und dort richten sie V«> heerungen an, welche sich erst nach vielen Stunden, zumesst erst in der Nacht in einer schweren reaktiven Entzündung zeigen, bei der bei tiefgehender Zerstörung Brandblasen entstehen und mindestens innner die oberste Hausschicht sich abschält. Parallel damft geht ein hoch- gradiger Eiweißzerfall, der zu Stoffwechselgssten führt. Diese müssen d»rch die Nieren ausgeschieden werden und wehe wenn bei«inen» solch unvorsichtigen Menschen dies« nicht in Ordnung sind und streiken, Diese Abbauprodutte bedingen das Fieber. Es find also nicht diy ultravioletten Strahlen. sond«n die durch st« bedingten Zerstörung» welche Krankheitserscheinungen auslösen. Fieder machen. Salben gewähren wiederum keinen Schutz, weil sie das Pigment nicht zu ersetzen vermögen, auch.über di« chininhaltigen find diy Akten nicht geschlossen, sie vermögen höchstens die Haut«twas wider* standsfähiger gegen den Zerfall zu machen. Weft wirksam« sind immer wieder erneuerte kalte Kompressen, weil st« Reaktion Verlans» samen können und die di« gleichzeitig« Anwendung«ine» harn- treibenden Tees in sehr starker Verdünnung, d. h.«ine Verstärkung ft« Nierenausscheidung, evtl, ein lauwarmes Dauerbad. Di« de» den übrigen Verbrennungen kann dar Tod eintreten, wenn mehr als «in Drittel d« Körperoberfläche verbrannt ist, d. h. die Hautatmung erstickt wird. Au» diesem Grund« sst e» auch nicht sehr rationell, groß«« Körperstöchen mft Salben zu bedecken und dadurch di« Hautatmung zu beeinträchtigen. Es ist eine hart« Straft für 11 nw Vorsichtigkeit und Eitelkeit, einen schw«en Sonnenbrand auszuhatten. Ist die reaktive Entzündung jedoch etwas abgeklungen, so kann man mit Sollten die Ablösung der nekrotischen Haut beschleunigen. Insbesondere geeignet sst eine salizylhaltige Zinksalbe, weil sie den Schälungsprozeß beschleunigt. Und dann lasse man di« Dummheft bei dem«inen Lehrgeld bewenden. Wo hohes Fieber. 39 Grad und darüber auftritt, zögere mrt nicht, den Arzt zu rufen, vor allem gebe man dann nicht etwq innerlich Aspirin gegen das Fieber und schwäche das Her, »ZHAKS %oo3Q'ca35o57r Steppdecken »2* Wollplösch-Ieppiche exira schwer, Bcideruwx) <°3S44.-"Sä5a- -169.— sgya- -«89--«118.- / DIwandeeUen ' Gobelin, r\7S Haken mod.-n SO. mnUHjitr 2».%ow.Vonotlr./ - � Erkauf hÜP Spandauer Str. 32 Läuferstoffe rein Hporqarn.tür fluruTreBpe >10 0465065 ).»r trrr-J. Hahal-Teppiche "" a-lfft- M18Z.. In unserer sehensvserhen SmiNEN-AaTEILUm i uekorohqn en u. öordinen. 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Nach den St>llung«bestlmmungcn fordern wir»ur Bewerbung mit dem Bemerke» au', daß die Bewerberinnen Tochter solcher biessgen veiarmien NauIIeuie srin mllsten. welche entweder in bediirMgen Berhiilr» nisten leben oder in solchen Berbiilinissen gestorben sind, linier mehrerrn Bewerbe» rinnen, die einen masellosen Leben«» w anbei gesübrt haben miisten. hat den Boriug die Tochter eine» stauimanne», welcher den»Handel mit Materlaiwaren belrieb«»Hai oder noch betreibt, in Ermange» lung einer solchen ober dte Bedlirttigst«. Bewerbungeaeluche smd dl« tum 1 August ISA» dem Slildlischen Stiilungebljro. Berlin O 27. Schicklerstr. 5. II. w den Akten t. 3 a IV einzureichen. Den»«suchen ist be�uillge»: 1. ein volijteiliches Mbrung-reugni«, 2. ein Zeugnis des xuiiandigen Bezirks» Vorstehers Uber die Erwerbs» und Ben» mSgensoerhailnissc der Bewerberin und ihrer Eltern. 3. eine ISehtineurlunde der Bewerberin. Die Auszahlung der Aussteuersumme etlolgl erst nach erwiesener Perheiralung Berlin, den l» Juni ISZ0. Landes» Dohliahri». n. Zugeudamt Berlin Avt Snituugtwesen. Bekanntmachung. Am vounerstag, 20. Zunt 1230. werden ooraussichllich im Weae der Zwanginoll» ftreckung öffentlich metstdielend gegen Bar» Zahlung versteigert! 10 Uhr StaatlPfandtammer.Zdgerstr.««: 1 O-lgemälde mit Rahmen. 3 Schreipma» lchinen. 1 Banderoliermaschlv«. I Posten Damenmffntel. Uhren und Schmucksachen, 15 Flaschen Zruchtschaumweiu. Malchin«. Bandsiigeblatt. 2«ilern« Oese«. I Basten Radioempsönger und Lmiilvrecher. I Eeschiislszyklonette, 1 Posten Oderhemde» und Babeanzllge. «ollstrecku»g«st.II»u der Fwanztete» ho Bezirk de» Lande»stvauza«t» BerU». �Gewoba" Semein nütz ige �__ schast, e.»m. b. H. zu Rntrckg» zur DannrolrerrsammluMa. Gemäß 8 ZZ de» Statut» veröffentlichen wir solflende Anträae: 1 ß 20 der Sagung lautet: Der Bor» stand besteht au» b Mitglieder», » die Genossen sein miiffen. 1 S 36 Abs. 3 wird wie folgt geändert: Bekanntmachungen erfolgen durch post-Abonnenten öl» ttgeimöhltze Zustellung Sc» �Jartoids' im ' oäch steu Monat(diu vnllebfoine UMerbrechling v» ItUtt, ftüUn Die mise» past-Aholmeutea, Sa« llbonne- «eal säe Sea tomtoeoöea Mona! sofort zu enuuera, fall« öl« Post da» Vezttg«gelö noch nicht einxezogea haben sollte. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Vor Uhr. Spielleute und Fahnen zur Stelle. Pflichtveransialtung. Kiet» Rothen: Pönktlich 19 Vi Uhr treten hie Ortovereine in Niederschönhausen, Friehensplatz, an. Pklichhoetanstalwng. Linien 19, 48. 49, 51 und 199. Pre»zl»»et Berg: Antreten 1214 Uhr Riederschönhausen, Friedensplatz. Straßendahn 49. Pflicht. »eranstaltung. Treptow»d-n»mieten auf die selbständigen Wohnungen...Bei Streit enischeidet Sir könne« de» An trag auf ttesoar a Bewilligung de» Arme nre cht, an da» Amtsgericht in Leipzig richten»der zu Protokoll des ftir Ihren Wohnort zuständigen Amtsgericht» er- klären.— G. M. 10». 1. Die Umlagen erfolgen nach dem Verhältnis der r da» svirft« 50 3R„ steigend bis zu 1290 M. di»»um 18. Jahre. Patentamt findet eine Sprechstunde fllr hilssdedllrftige Erfinder werk. n 11—13 Uhr statt. Bielleicht wenden Sie stch zunächst an dies«.— da» Mieteinigungeamt. 2. In der Wohnungsangelegenheit müssen Sie stch an das Wohnungsamt wenden, wo Sie alles Näher« erfahren.— A. B. 88. Di« Frage kann verschieden beurteilt werden. Unseres Erachten, müssen Sie di- Sachen wieder herausgeben.— Harzer Str. 88. 1. Ja. 2. Der Antrag ist au da» Reichs paieniamt, Gitschiner Str. 100, zu richten. Für sede» Patent sind zu entrichten: bei der Anmeldung 2d M. und fllr da» erste di» viert« Jahr je 39 M.. fllr da« sAnf.............--- Zm Reichspatentamt tägNch von 11—18 U I R. v. 100. Wenn ein cingemauerier Wafchkessll und daneben noch«in freiez Feuerloch vorhanden ist, so daß der Mieter die Möglichkeit hat, feinen eigenen Kessel zu denutzen, so kann der Bermleter nach unserer Ansicht fllr die Benutzung de» Waschkessel» eine besondtr« Gebühr verlangen.— Briefträger. Gewerkschafl. lich organisierte Briefträger wenden sich mit ihren Beschwerden und Wünschen an ihren Perbant. Unorganisierte müssen sich erst»rganiffercn. Zlbcmnementselalaimng der Skaalskhealer. Di« A b a n u c» mcntseinrichtungen bei d e n'Sta a t» th« a t e r n wurden völlig neu gestaltet und allen Forderungen der Zeit angepatzt. In großzügiger Art ist hier einem jeden die Möglichkett geboten, sich jede gewünschte Zusammenstellung von Opern- oder Schauspielvor- stellungen in allen Preislagen selbst auszuwählen. Ein solches Abonnement, das ain 1. September d. I. beginnt, und besten nähere Bedingungen in der heuttgen Sonderbcilage ersichllich sind, wird den einmütigen Beifall aller Theaterfreunde finden. Während des Aufenthaltes des„Graf Zeppelin" in Derfln wird di« gesamt« Mannschaft des Lustschifles von der Firma stempinski verpflogt und in das Haus„Vaterland" eingeladen. T- Ii ow, den 21. Zuni 1880. Der B o r st a n d Bader Blllow Schulz. Unserer hautige» Auflag» liegt Prospekt de«»««»hause» Kant» DcrUa, Hermonnplale, bei. gor I fiäruBg sei daraus hiugcwtese». daß di» beide» E-mpiet, für Rk. 730 ML 19.- auf Salt»» tu Väsecheaatoplat, sdtb.— Ger hrottgeo Stadtauslag» liegt et» Prospekt der Vtr* traUnotz der Staeirtheuter Abonnement*» ElnledtiBg bei.— Wir verfehlen nicht, unsere Leser des»»der» daraus hinzuweisen. t der Bär? KOH UtfOM %n allen Dächern ruft es-. Willkommen Zeppelin /-Ganz Berlin jubelt Dir heute entgegen-Einen besonders herzlichen Gruß entbietet auch dem kühnen Wel tu ms e gier und seiner wackeren Mannschaf i •Koset ii«Juno Berlins meisigerauchte 4»f Cigarette 9 Machen Sie sich einmal die kleine Mühe, festzusiellen, wieviel persil Sie brauchen, um vorteilhast zu waschen? Füllen Sie hierzu den Waschkeffel gut halb voll, genau so, wie Sie es bei der Wäsche machen? Auf je 3 Eimer Wasser kommt 1 Paket Auf diese Weise können Sie bequem die Menge persil er- Mitteln, die fürIhren Wasch. kessel in Frage kommt. Nehmen Sie persil immer in der richtigen Menge? Lösen Sie persil immer kalt auf, und nehmen Sie für jeden Kessel eine frische Lauge! Keane» Sie schon das jüngste Erzeugnis der perstlwerte: O Henkel s Aufwasch-, Spül- und Nelnigungsmiltel? % Sr. 2ST• 42. Iahrgaas 4. Beilage des Vorwärts Gonniag, 22. Iunl 1930 daftabmigen für diese Stubrfl fhrb B 1 1 1 i■ es«. Linde-ft-aßi z. parteinachn'chten ffxwt für Groß-Berlin tet» on da» Bezieiesekeetariae »Hos, 2 Treppe« recht,,,, richte«. Heute ist„Rast"! Die bvvdcskreuea Arbeilersporkler Hatten henke um 14 UHf ihren diesjährigen Rcichsarbeilersporkkag im Grunewald- Skadion ab. Wir bitten die Parkeimilgliedschafk. die Zlrbeilersportler. die sich bei yarkeiveranstalkungen fieks zur Verfügung stellen, durch den Besuch im Stadion zu unter- stühen. Eintritt 50 Pfennig. Erwerbslose und Jugendliche 30 Pfennig. Sinder f«U_ Der Bezirksvorstand. Achtung! Gtadwerordnetenfraktion! Morgen. Montag, den 23. Juni. 17(SZ Uhr. Sußerft wichtige Frattiousfitzung im Nathans. de» LS. Juni. Voranzeige. So»«abend, de« 2&.»ad Sourrtag, findet i« alle» Abteilunge« ein« wichtige Flugblattverbreitung statt, a» der sich alle Parteimitglieder beteilige» müssen. Der Bezirrsvorstaud. Achtung! Parteiveteranen! 38. 3«n.i, strdet fär otlc Parteisswsse« latt?smiN»«»«se- b»rigc«>. die vor««d während vatea., m Ultra Sie,"* koche» ftff# Anfang_ �_______|______ (tu tau ei« Kell de, Sartea« rescrsierll Bei schlechte« Wetter im»rahe« StraKeabahve« K>. 03,«nteta, 1» in» Stethan«, Ste»he»bohvk» 87, H, 187 bi» yantutwn. 3. O.®rä»Vl. L»rai» BeMtt*�. ft«i»6EIbun8«ttii»ftf)«6- Dieastas, St. 1914 Uhr, Vi Senkel. Utrechtee Gitr. Turin er, Sir»«,. Sitzana. Wege« besonder, wichtitzkr Tagezoednanq mLssen sämtliche Lei'reter erscheine«. s Mei, Peeaztoee Berp. Am Montäg, 23. Zuni, 20-Iii, Bersammlims d»e sseitansskommission bei dlau}., Prenjlouf.t Allee 51.— Der®c]lBuifl»OD*sch»| *eet am Dienstag. 24. Zani. 20 Ilde, bei Slnz. Do NU er Str. 80.?at-r. elsierte Parteimitglieder, die sich an den im«ächsiea Winter abjichalienden W Su-sea beteiligen mnllen. sind miWommen. 13. Mei? Zehleudars. Genosse Bernbard.Zander hält in seiner Wadnung, A�hlendarf. Saen.Kedia-Str. 74. icden Donneroiag«n 17—19 Uhr kastrnla» in sditi Bain» MT TvePlNVN BEljhlgE? Ott. St» OQNrrt'cyL ZWINNUs1ll>NSV10> glieder msissen erscheinen— Die äerientnlsaie de? Zsrane«-«ad Mädchea» billälas»aa«>a» beginnt am 7. 3iiU. and*Dot in Dablem-Sranewald. Anmeldangen bei d-n Abteilangoleite.rn and in der Otormärts-sZiliola ?ei,'ger Sir. Z7. Unknstcndeitrag vre Zsioche für. da» erste Sind 1.25 SR.. für de, Mveit» Sind 1 M. jede, ineiterc Sind an» der gleichen ssamilie frei. Bcrpflegang frei. 13. Srei» Tearpelhal-ZIarieadorf asw. Sonn in». 29. Juni, 14 Ubr, in Gemein. schasi mit dem Sozialistischen äulturlattcD. grotze» Daldsest in Lichtenrade. ,n der ZiSbe der rageskurstatte. Reichhaltige, Programm. Lerbindung nnt der Linie 99 di, Lichtenrade. Dahichas-. Sckc Sarser-Wilhelm-Straß». Bim dort ZSegmeisen„Zum Woldfest'. 14. S»i»»eakstza. Am DienMog. 24. Juni. Isti» Uho, findet im Parteibstr» eine wichtige Sitzung de, Bil0>ingaaa,schuss», statt. 14. jtrei» SZpeaick. Mittwoch, 25. Juni. IStö Uhr. in Sdpeasch, Schloßstr. 77 l. Berlammlung sämtlicher Slternbeirzt« de, 18.»reise». Sageaordimnq: 1, Referat de, Genossen Rektor Richard Schristert.Rechte und Pflichten der sslternbeiratr". 2 Wahl eines fOnfglledrigen Aktionnausschusse,. Cr. scheinen ist unbedingt nota>endig. HL Srei, Zieinilkeudorl. Montag. 23. Juni. 19 Uhr, Sreisvorstantrnsitzunq init der Abteilungsleitern. Aezirksoerordnetenfraktion und Stadträten. Und«. dingte. Erscheinen ist notwendig.— Der Sreisoorstaad. ti. WM. Sa der Adteilungnverlammlung am Mittwoch. 25. Juni, wtlssen di« Dezirkefilhrer einladen,.stgnizettel hierzu sind heut», Sonntag, hei Sold- schmidt. Stolpische Str. Z8. abzuholen. Morgen, Monlag. 23. Inn!: 2». Abt. stzunktionärfitzung um 20 Uhr hei Pabse, Solonieftr. 15. 22. Abt. Die Bezirk�sihrer laden ein zu der am Mittwoch. 25. Juni, in der Kochschulbraucrei stattfindenden Mitgliederoerfammluns. Thema: �Wirt- schesstewoliiik'. Referent Dr. SchSnherr. 24. Abt. Die ssunktionärsitzung fällt au». 25. Abt. Ahtcilungsfunktioiiärnersammlung um 20 Uhr,«bicilung-aorftanch und Elterndeiratsnitglieder um 13VI Uhr hei C tarnet,4 Uhr in. der Juristischen Sprechstunde. Linden str. Z. Bortrog: „Sozialisiische Dirrschaft«>olitik'. Referent Ernst Reumann. Abt. Isittz Ubr bei ftärfter, Dreibund str. 11. Bericht vom Jmmrnbos. Referent, n. Liebeth Mener.. �... Abt. 1914 llbr bei SöhlZe, Deromannsirasse. Bortrog:.EoziakpoUtifche st-rmpf« der Gegenwart". Refeventin Este Michaeli». Abt. lkdl Uhr h«i strevv. Plairufer 75!7S..Die. tfrau in der Dichtung'. Ernste und heitere Rezktatwnen. Bortragende ffriedel Hall. Schgllspielerin Abt. 20 Ubr im Ahstin.entmibeim. Sdalitzer Str. 8. Bortraq-Die gesellschaftlich« Stellung der ffran in Vergangenheit und Gegenwart.'. Referent Mar Wissel Abt. Ebarlotteabnrg. 1914 Uhr bei Schellbach, Sdnigin-Elliabekb-Str. 8. Bortreg: ,-Arbeitsloscnvorsisicherunz, strisenWrlorg«. Wohlfahrtspflege'. Referent Kurt stiessmann. Dampferkarten kür den 11. Juli sind an diesem Abend zu haben. Abt. SeuOlln. 1914 Uhr bei Kutzki. Leinestr. 1, Vortvag:.Wirkung der Elektrizität für die Sesundbeit'- Mit Vorführungen. Referent Sen-ss« Keppmch. Abt. Zohairni»tbal. 1914 Uhr bei Botha. Jobansisthal Stubenranch stresse. Bortoaa:„Die Iran in Soeoietrnssland'. Referenti» Dr. Judith Grünfeld. Abt. isriedrich�elde. Der sssrauenabend muss nom 23. Juni auf den 30. Juni verlegt weiden...._..___ Abt. Borsigwalde. 1914 Uhr bei Woitfchg». Ernstste. 1..Prvledrrilch- Dichtung'. Referent Genosse Hoffmann.. 5. 8. 14. 1«. 33. »4. 33. 30. 37. 38. «>. 42. «. 48. 51. 180. 120. 140. Dienstag, den 24. Zuvt: bor Strasienb ahnSnie bstrste;� liche» Recht'. Referent Ernst Rüben. Lgndger.-Dir. 28. Abt. Di« Genossinnen beteiligen sich an dem«reisauzflug nach Berlin. Biuh. Treffpunkt um 14 Uhr Prenzlauer Promenade Eck« Gustav-Adolf. Straße, Autobu?baltcftelle nach Buch. Gäste willlommen. 3t. Abt. Die Genossinnen und Genossen mit ihren stindern treffen sich»um str«>»frauentaa in Buch normittag» 9 Uhr Bornholmer Straße und Schönhauser?ller, Haltestelle der Straßenbahn 8 und 17. Nachzügler in Buch, Waldschänke. iftahrgeld hin und zurück 50 Pf.l Gäste willkommen. 32. Abt. 1914 Uhr hei stromphardt. Paul-SingerrZtr. 49, Vortrag: 3a, politische Gesicht der Büvgerhwck-Regierung'. Referent Mar Sendemann. 45. Abt. 1914 Uhr bei Winezier, Reickanberger Str. 104. Bortrog:„Sozial- hpgienlschc fsorderungen für die Proletorierin'. Refercntin Dr. ssrieda Alerander. 47. Abt. Der ffrauenabend fällt in diesem Monat au». Die Genossinnen de- teiligen sich an der streismitgliederuersanimlung bei Rabe, lsichtrstraß». 50. Abt. Eharlottenbura. Der Jrauenabend fällt in diesem Monat au». Dafür am Donnerstag. 28. Juni, gemeinsamer. Ausflug nach Plössenfee. Treff- vunkt um 141, Uhr Sovbie-Eharwtte.Platz. 102. Abt. Baumschnleaweg. staffeekochen im alten Sierhau». Jnh. Genosse Bieler. Treffpunkt 1414 Uhr am Bahnhof Daumschulrmves. SSÜ« sind herzlichst willkommen. 121. Abt. starlohorft. Krauentreffrn im Relchsbannersportshaus. Ortsteil Wendenschloß. Eichhornstrosse. Treffpunkt pünktlich 14.20 Uhr. Bahnsteig starlshorst. Abfahrt 14S Uhr bis stövenick. umsteigen Linie 83 bis Elöi- hornstrosse. Programm:„Bunte, Allerlei". Lieder zur Laute und heiter« Rezitationen. Vortragender Genosse Sofeutann. Mittwoch, den 25. Juni: 4t. Abt. Gemütliches Beisammensein, staffeekochen im Boll Spar?. Treffpunkt lö Ubr. Admiral-Brücke.___, 92.«dt Siemenestodt. 20 Uhr im Seidekrug. Rpunendamm-All«« 80, Bortrag: Einige» au, der Reichsnerfassung'. Referenti n Roll Sraetzer. 90. Abt. Reukölln. 20 Uhr bei Schabeik», Weichsel- Ecke Donaustraß,. Thema: „Moderner Strasoosszug". Referent Genosse Etrobel. Abrechnung der Dampferkarten erbeten 130. Abt. Reinickeadorf-vst. 20 Uhr in der Schul«, Hausotterplatz, Helferinnen. sissun«. Da wichtige Desnrcchungeu vorliegen, bitten wir um pünktliches und vollzählige. Ericheinen. 137. Abt. Reinickeadori-Weft. 20 Uhr bei Heese. Berliner Str. 73, Vortrag: „Was erwartet die Stau vom Sozialismus?' Referent Genosse Ronrminger. Donnerstag, den 2S. Znni: 40. Abt. Der Sranenobend fällt in diesem Monat aus. Dafür findet am 28. Juni in Treptow staffeekochen statt. Treffpunkt und Lokal wird noch 110.«�"Lichtenberg. 20 Uhr bei Moor. Reue Bahnhofsir 28, Bortrag:.Unser stampf gegen Bürgerblock und Eozialreaktion'. Referent Mai Sendemann. 141. Abt.»os-Rthal. 20 Uhr bei Soffmann. Edelweißür. 5. Bortrag:.Was erwartet die Frau nom Sozialismus?' Referent Gcnossc Romminger. Rege Beteiligung ist Pflicht.' Lezirksausschuh für Arbeikerwohlfahrt. 3. strei« Wedding. Beim stassierer, Genossen' Retzlaff. Panlsir. 78, sind die Arbeikerwohlfahrt smarten samt« die Gbert.startes abzurechnen bzw. Akonto- »ahluugen zu leisten. Die Arbeite rwohlfahrtshefto müssen dm zum 30. Juni ad- aerechuet werden.— Dienstag, 24. Juni. 18—19 Uhr. Ausgabe der Arbeit au die Abteilungsleiter im Jugendaart Webding, Verwaltung«: ebäude, Limburger Straße, Jimmer 472. Alle Abteilungen müssen erscheinen oder Vertreter beauf- tragen. Gleichzeitig wird an die Rückgab« de« Helferverzeichnisse und der Aus, «ffe* weis« erinnert. 4. strei» Prenzlauer Berg. Donnerstag, 28. Juni. 1914 Uhr, bei Klug, r Straße, Hetferbesprechmrg und Aktenausgab». Alle Abteilungen müssen sein. W 20. strei« Roinickendorf. Die sputcktionär« und Heller werden gebeten, 5U I runa de? am Montag, 23. Juni, um 20 Uhr im Stadthaus Rernickendorf-Osi, Hau cht-> ssochw straße 40, Jimprer Rr. 80. stattfindenden Sitzung zu erscheinen. Der Wichtigkeit dieser Besprechung wegen ist e» Pflicht, daß jede Abteilung oertreten ist. Vereinigung sozialdemokratischer Studierender Berlins) Sonnabend, 28. Jinti. Lonnenmenbfeier zusammen mit der Arbeiterjugend. Nähere, erfolgt noch durch Ankündigungen im„Bormörts" und Brettgnichläge. Die EoztnUstisa>e Stud-ntenschaft an der Universität Berlin Veranstalter v�m 24. bis 28. Juni drei Werbeabende ihrer wissenschaftlich ausgebauten ssach- l chatten Es sprechen: Philosophisch« ssachschast: Oberstudienrektnr Dr. Karstn über.Universi:ät und Lehrerbildung" am Dienstag. Li. Juui. 20 Uhr. im Sor- tragslaal de« Partcivorstandes der SPD., GW. 08, Sindenftrasseen Justiz- Ministerium, über„Die Humansierung des Strafvollzugs feit 1919" am Donnerz- tag. 28. Juni, 20 Uhr. im Bortragssoal de» Brandenburgischeu Bezirksverband-z. SW. 88, Lindenstr. 3. DomoSrtsgebäude iZiöhe Belln-Allianee-Pjatzl— Sektion Landwirtschaftliche Hochschnl«: Genosse Heinrich über"Der Unterschied des indu- siriellen und landwirffchoftliihen Arbeitsprozesses und feine Auswirkung auf die Entwicklung der Betriebsgröße" am Montag. 23. Zllni, 19'4 Uhr, im Bund. Albrechtsir. U.— Sektion Technische Hochschule: Gerrosse Dr. Echeuncoiann Wer „Rossen öngiene und Devölkerungspolitik" ein Freitag, 27. Juni, 20 Uhr. im Bund. Albrechtsir. IT Freie sozialistische Schüler. Westen: Donnerstag. 28. Juni, Ehorloffenhurq. Fdj r sij n-Bi zmar ck-Echu le, Snbelstr. 2—4. Genosse. Schirokauer:„Sozialdemokratie einsi und jetzt'. Witte: Montag, 23. Juni. Köllnisches Gymnasium. Genosse Dr. Ollendars: JBonr Reichshaushalt". Beginn 20 Uhr. Jnngsozialistische Vereinigung Groß-Beriin. Heut«, beteiligen sich alle Genossen am„Rast".— Wir machen ferner daraus aufmerksam, daß der Referentenkursu» Pottlltzcr-Lewy a« Dienstag. 24. Juni. 20 Uhr, in der Gasisiätte des Arbeiter-Abstinenteit-Buvdes Skalitzer Str. 8, siottfivdet. Resilose, und pünktliche. Erscheinen der. Teilnehmer ist wegen der Unteichrechung notwendig.— Arn Freitag. 27. Juni, Gesamtveransialtirng im Gewerkschaiftshau». Die Seuossen Dr. August Siemsen, M. d. R.. und Robert Breuer sprechen über„Sozialdemokratie und Staat". Beginn 1914 klhr lln- kosienbeitrag 10 Pf. Interessierte Parteigenossen und Genossen der SA?, sowie der Freien Gewerltchaffsjugeud sind eingeladen.— Verschieden« Gruppe» haben noch nicht die Zunihefte der„Jungsozialistischen Blätter' abgeholt! desgleichen sind auch von mehreren Srvpoen die Junibeiträge nicht aögerechnet worden. Geschäftsabcnd Dienstag. 24. Juni, 17—20 Uhr. beim Genossen Kurt Portz. W. Ib. Meinekesir. 24. Gruppe Mitte: Wir beteiligen uns geschlossen am„Rost'. Treffpunkt 1414 Uhr Stettiner Borortbohnhof. Gruppe Prenzlauer Berg: Heute vormittag Besschtigung der Ausstellung „Altes Berlin". Treffpunkt 10 Uhr Ringbahnhof Witzleben,' Ausgang Kaiser- damr». Nachmittag, geht es zum„Rast" Werhebezstck West«»: Am Sviurtag. 8. Juli., findet unser« Land- »gitativn statt. Es ist Pflicht eines jeden Genossen, daran teilzunehmen. Werbt für diese Fahrt bei der SA?, und jungen Parteigenossen. Teil- nehnreriartcn zu 2 M. bei den Gruppenleitern. Treffpunkt 71j Uhr Linden str. 3 fBorwärtsj. für Eharlottenb urg: Wilhelmplatz. Ebensall» beteiligen sich die Genossen heute am.Rast" im Stadion Grunewald. .... Heute Treffpunkt zum Besuch de»„Rast" 131» Uhr Bismarck- Ecke Bilmersdvrfer Straße. Dprgen, Montag. Bortrga de« Genossen Weidlich über„Sozialdemokratie und Reichsbanner'."~'' Willkomm-n. Wtte pünktlich fein. Ii" � Gruppe Bohusdort. Dienstag. 24. W dm, Kwberfreunden ab 1714 Uhr. Ab 2014 Ubr find wir zum gemütlichen Bei. fammensein im Freien auf dem Grundstück Liebweg 40. Gruppe Lichtenberg: Gruppenabend am Montag. 20. Juni, 20 Uhr. i» Jugendheim, Günkherstr. 44. Tagesordnung: Unser« Sommerarbeit. Pflicht. Veranstaltung. Jeder Genosse mich erschrinev. Gruppe Moabit: Am Montag. 23. Zgni. im Lrckal 23. Juni, im. Lokal Berger. Looetzow» 20 Uhr pünktlich stockt. Referat und Mil- chtenl Wegen der Detbefahrten muß seder straße. findet der Gruppenabend um � gliederversammlung..Borwärts" beachten! erscheinen! Gruppe Pauksw: Heut«, 1214 Uhr, treffen wir vn, Mühlen. Eck- Berliner Straß« zwecks Beteiligung am„Rast".— Montag. 23. Juni. 20 Uhr. im Jugend- heim Kifsingenftraße. Zimmer 3, Vortrag der Gevolfi» Hartoch:.Proletarische Stlbungsarb-it'. Alle jüngeren PartetmitgNeder sind hierzu«ingeladen. Gruppe Reinickendorf: Morgen, Montag. Abendfpaziergang und Baden in Saatwinkel. Tegeler See. Wir troffen uns um 19 Uhr im städtischen Jugend- heim Tegel. Schönederger Str. 3. Nachzügler finäon uns auf der großen Wiese am Se«. hinter dem Tegeler Wasserwerk. Werbebezirt Norden: Am Donnerst,«. 20. Juni. 20 Uhr. in Tegel. Im Alten Krug. Hauptstraß«. OeffentNch« Versammlung. Tagesorirn, rag:■„Sozial. •Mntoatftic unb Staatsmacht". Aiissp?«ch«. Referent Genosse Geor» Msder» hol�, M. t. L. Zlrbcilsgemeinschast der Linderfreunde. Amt» Mitte.- Gruppe Ernst Toller: Dienstag-wichtig« Rotosssglken�tzrupprn. sitzung. Wir sprechen über die Schau- iz. Donnerstag gelwe rsammlung.— Achtpnpl AI« Eltern, deren Sinder ins Zeltlagep fahren, ebenso alle Zeltlager Helfer. ruüsscn unbedingt am Dienstag, 2t. Juni, 20 Uhr, zu der Derfamrnlung im Bortragssaal her Lesehall« Rrunnenstr. 181. Hof l. epssheinen. Wir haben ganz brennende Fragen zu besprechen. Sammellisten, soweit nur noch gelegentlich darauf gezeichnet wird, müssen mitgebracht werde».— Srupptz Sugclulcr trifft sich heute mit Freunden um 1214 Uhr am Neubau Sngelbecken zur Beteiligung om Reichsarbeitersporttag im Stadion. Für Kinder Freikarten, nur Fahrgeld mitbringen. Ken» Krenzderg: All« Zeltlagersahrer niüssen Montag um l8 Ahr im Jugend. heim Belle-Alliance-Platz 1 zur Ausgabe des Kleiderzeltc« anwesend sein.— Gruppen Südwest und Bergmannstrotzc: Am Montag, 20 Uhr, Elternabend aller Zeltlagerteilnebmer im Jugendheim Rorckstr. 11. Krei, Fried rich»hain: Heute, Sonntag. Reichsarbeitersporltag im Slodion Erunewald. Der Kreis nimmt geschlossen teil und trifft sich 10 Uhr Hochhbi. Warschauer Brücke. Wimpel mitbringen. Kleidung: Fälkentracht. Kosten: 20 Uhr Fahrgeld. Der Eintritt ist für Kinder frei. Die Gruppen treffen sich wie folgt: Frankfurter Viertel: 9 Uhr Jugendheim Frankfurier Allee: Robert Blum: 2>4 Uhr Jugendheim Litauer Straße: Stralau: 914 Ahr Rudolfplatz: Paul Singer: 914 Uhr Küstrincr Platz: Landsberger Platz: 9 Ahr Falke necke:' Martha Demming: 9 Uhr Petersburger Platz, Seit« Straßmannsiraße.— Montaa, 73. Juni, 18—22 Uhr, tagt im Jugendheim Diesiclinencrstr. 5—0 die Sreismussk. lffuppe. Helfer und Rot« Falken, die Geige», Gitarren und Mandolinen be- sitzen, erscheinen mit Instrumenten. Erstmalig tagt von 20—22 Uhr die Photo- gruppe de» Kreise». Genossen erscheinen mit ihren Apparaten im gleühen Heim. Bote Falken: Turnen 18—20 Uhr Schule Koppenstraße.— Dienstag. 24. Juni, 18�20 Uhr. Zützen dhclferkursus im Jugendheim Diesielmeperstraße. Alle Jung- müssen pünktlich erstdeinen. Interessierte Rote Falken können teilnehmen. Helfer 1 Gruppe Laubaberger Platz: Dienstag, 24. Juni, ist für alle Falken da» Jugendheim gefchlosscn. da Dienstag Helserkursus ist. fteet* Prenzlauer Beeg: Montag, 23. Juni, von 18—1914 Uhr im Jugend» heim Danziger Str. 63, Baracke 3, rechnen alle Gruppen de,«reifes die noch ausstehenden Beträge tZeltlagertellnchmcrbeträge, Dairsteine, Sammellisten usm.j ab. Krei» Weddingt Montag letz!« Untersuchung. Alle bisher nicht untersuchten Kinder müssen erscheinen. Treffpunkt 1784 Uhr om Leopoldplatz. Kreisheiser. Versammlung om Donner«iag, 26. Juni, 20 Uhr. im Jugendheim Utrecht er Straße SL Sprechstunde für Zeltlager und Lüneburg« Heide ist am Donuaro. tag»on 18—20 Uhr. Anträge müssen hi, Donnerstag eingereicht werden.— Gruppe SchUlevpark: Der Spielbetrieb im Echillcrpark fällt bi» auf weitere, Montag» an». Geburtslage. Jubiläen usw. «. Abt. Unserem Genossen Heinrich König». Haseuheid« 50. die besten Glückwllnsäie zum 70. Geburtstage. 31. Abt. Unserer lieben Genossin Theres« Sr»ll zum 70. Geburt-tage di« hcrzlickssen Glückwünsche. Wir hoffen, unsere Nebe Senosssn noch recht lange in voller Frische unter NN» zu haben. Sterbetafel der Groß«berliner Partei» Organisation 33. Abt. Am 19. ItlNl»erstarb unser«enosse Albert Rettschloa. Ehre seinem Andenken! Di« Einäscherung findet am Montag, 23. Zunz. 1314 Uhr. im Krematorium Baumschiilenweg statt. Wir erwarten rege Be. leUigung. 80. Abt. Matiodorf. Unser«enosse Hermann Koerber, Schöneberger Straß», ist nach langem Lechen persiorbeu. Ehr» seinem Andenken I EmSiche. runa Montag, 23. Juni, im Krematorium Wilmersdorf. Ehre seinem Andenken. " reiche Beteiligung wirb erwartet. Psdd ietrl rechtzeitig und billig euren Braunkohlen-Brikettbedarf für den Winter! ,> f « r mehrfarbige Drudmusfer..... Mefer Kleider- M Tweed 1 der modische Stoff........... Meter B 35 rt Badehaube 20 8 portform................................................ MW Badehaube 65 elogmt garniert.......................................... MWWMPl. 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Direktion Dr. Robert Klein Deatsehts KOnsder-Thtat. Barbarossa 3037 Täglich 9 Uhr „Hb tanze am dleWeltmitilir m lironas Sdilffw Holt: friitrid; Jigti; Daiutrihn Netropol-Th. Täglich SV.(Ar mit Dir allein ml einer einsamep Insel Michael Bohnac Sonntags 4 Uhr Das Land des Lachems Dir. Dr. Kiriii QckK Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich SVb Uhr liebe nnd Trompeien- blasen Sdraliy-f Bbrnder s Rihr JihM/ BiM /- Mihd; löeatBt l Westens Täglich 8V. Uhr: Der Betteistudent Sonntags 4 Uhr Der Bettelstmlen! S.isnr Ztotr. 2819 BmiDeu orunm{ VWtr«da. I Ii IM. aad> aidd paifb Hntaflai aal*vttn 4 IttnUinu. Saasafeaad a. goentso)o 3 VaratcJInagan{ 4 und 8" Uhr. 4 Uhr kleine Preise| Relchshailen-Theoter m Uhr Des wundervolle — Juni-Programm ,,jy der M StefflDßr Sänßßr TeL; Zentrum 11263 D6aJ>otf- Brettl(Saal nnd Garten) Vartetf- Konzert- Tanz ZOO Ab 4 Uhr nndhailHad« GROSSES KONZERT Täglich: Taazs im Frei«« Ani/» U. A4 Zentrwn 926-927 S1/. U DixekUoB Ralph Arihar Robert. Hein Vetter Eduard Schwank w 3 Akten von Frad Robs DIB Weltschau zuiBiDr INTERNATIONALE� PELZ UND/3ÄGD AUSSTELLUN" MAI BIS SEPTEMBER ist Diciit nor für die Fadnneil arriciitel sis Interessiert Jedermann ■ SM 3e- berechtigen rum Eintritt in die Pelrsusstellung. dia Jagdausstailung. lagdkunstaussteliong. den Pelrtferzoo und den weitstädtischen iPA-Vergnügungspaik. Das Gutscheinheft_3 Tage I PA" gewährt den vorteilhaften Pauschalaufenthalt mit Unterkunft. Verpflegung, vielen Vergünstigungen, ständigem Eintritt in die Ausstellung für ML 51 oder 68 Mark. Erhältlich In den Reisebüros oder durch das in- temttionaleVerkehrsbaro des teiprig. MeBamies. AlwaZMi UStNOON teefviB. 2? mm Cbnfrttlhodtn* EStd-OBhd EM«OaNtN . NTläl.1DOSDMON Preubische Selltral-Bodevkredtt' und Pfandbrief-Bant Mtiengesellschafi. Dir«st# der Dereintgimg der beide« bekannte» Hypotheken- baakea hervorgegangene preußische Central-Bodenkredtt» und Pfandbrief-Bank Aktiengesellschaft wird als erste Ausgabe 7%% ige Gold- Hypotheken- Pfandbriefe Emission I— mit Zknsschelnen zum 1. April 1931 u. ff.-- in Verkehr bringen und ihre Börsenzulassung beantragen. Hierbei ist ein ElnführungskurS von 98 Vi% ln Aussicht genommen. Aeichnungs« Einladung. Bon diesen Gold-Pfandbriefen wird ein Betrag von 20 000 00Ö©olbtltAtf zum Kurse von 08,—#/0 abzüglich Stückzinsen vom Abnahmetage bis zum I.Oktober vom 24. Juni btS zum 14. Juli 1930 — früherer Schluß vorbehalten— zur Zeichnung aufgelegt bei der EmlssionSbank und bei den sonstigen Zetchmmgsstellen sowie bei allen Bankfirmen und Sparkassen, wo auch ausfuhr» llche Prospekte zu beziehen find. Die Abnahme der Pfandbriefe kau» bis zum ZI. Juli d. I. erfolgen. Dle Stucke, übe? S000, 2000, 1000, 500, 200, und 100 GM lautend, werden alsbald nach Ausfertigung geliefert. Eine Kündigung ist frühestens zum 1. Oktober 1935 zu« lüssig. Dle Tilgung muß spätestens 1969 beendet fein. Die Aufsicht der preußischen Staatsregierung wird durch einen für die Gesellschaft bestellten besonderen Staatskommissar ausgeübt. Umtausch angebot. 7V>%{0e Gold-Hypotheken-Pfandbriefe Emission 1 angeboten, wobei diese mit 97Vz%, also V«0/" unter Zeichnungskurs, berechnet werden. Demgemäß werden für 2i/b% Kursunterschied und für die 10 Votgen bzw. 7Vs Vo kgen Bterteljahrszinsen 6BJs% auf}e 100 GM bar herausgezahlt. Der Umtausch kann bei uns und allen Zeichnungsstellen bewirkt werden. Berlin, im Juni 1930. Preußische Eeuttal-Bodenkredtt- und Psandbrief-Bauk Mtieogefell|chast er für tyOoßnungen in äffen Sfifarfen dpeziafbefeaeßfongen für We rftaufs räum e, efeßaufensier,*Werßsfäffen �ef&aßfunffen können aaf