BERLIN Kreitag i. 3u(! 1930 10 Pf. Nr. 308 B 153 47. Jahrgang ErschtiuttSgllch aukerGivotaz«. Auzlcich Abendausgabe de«.Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben SS Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; BcrlinSW68,?indcnstr.S ,r\£iWasd6 Änjelgenprtks: Die einspaltige Vonpareillezeile 80 Pf., Rcklamqeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts/Vcrlag G. m. b. H., Berlin Nr.37öZe. Fernsprecher: Dönhoff«� bis sv? Lchter Ausweg: Vertagung! Das Zenirum will nicht mehr- bis auf weiteres. Man prügett in Ostpreußen! Die Osthilfe und das Landarbeiterelend. Am Sozialen Ausschuß des Reichstags, der sich in feiner heutigen Beratung mit den eigentlichen Lei« st ungsabbauvor schlagen zu beschäftigen hatte. wonach allen Erwerbslosen, die vorher weniger nls 52 Wochen in Arbeit gestanden haben, die Unter- st Übung gekürzt werden soll, gab es eine politische Ucberraschung? Das Zentrum beantragte, die weiteren Abstimmungen ans morgen zu vertagen! Lffcnbar ist man im Zentrum nicht mehr geneigt, für alle die Bcrschlechterungcn in der Arbettslosen- Versicherung die Verantwortung zu tragen, wen» anderer- seits die Deutsche Volkspartei als Regierungspartei ihre hemmungslose Agitationspolitik in Gemein- schaft mit den Teutschnationalen fortsetzt. Äorhei' wurde zu§ 90 dos Gesetzes beschlossen, daß ein Arbeits- loser nicht mehr wie bisher berechtigt ist, eine Arbeit zu verweigern� rocnn die Versorgung der Angehörigen nicht hinreichend gesichert ist, sondern ein Ablehnungsgrund ist neben den anderen Gründen zur Arbeitsablehnung nur noch dann gegeben, wenn der Arbeitslose zur Vorrichtung der Arbeit einen neuen Wohn- oder Ausenthalts- ort nehmen muß und' insolgedesscn die Versorgung der Angehörigen nicht hinreichend gesichert ist. Ferner wurde ein neuer§ 99a ongenonmien. Er trifft die Fälle, in denen ein Arbeitsloser, der die Anwartschaft nicht eriüllt, ober wenigstens dreizehn Wochen in einer nersichcrui�spflichtigen Neschäiligung gestanden hat,.strisenuntcrstützung erhalten hat. Jetzt soll in solchen Fällen den Arbeitslosen die Krisenunterstützung insv- fern angerechnet werden, als die Dauer der Krisenunterstützung von der.Höchstdauer der versicherungsmäßigen Unterstützung abgezogen wird, wenn die bereits benutzte Anwartschastszeit für die»er- ficherungsmaßige Unterstützung ganz oder teils nochmals be- nötigt wird. Diejenige» Bestimmungen, deren Abstiniinung auf Antrag des Zentrums vertagt wurde, waren die folgenden: tz 105» führt für die Lohntlosscn sieben bis elf den Grundsatz ein, daß sich die Höh« der Unterstützung nicht nur nach der Höhe des Arbeitsentgelts beinißt, sondern auch nach der Dauer der vor- sicherungspilichtigen Beschäftigung. Nach dem Entwurf soll die volle chouptunterstützung denjenigen Arbeitslosen gemährt werden, die in den letzten lf> Monaten vor der ersten Arbeitslosmeldung, die auf den Erwerb der Anwartschaft folgt«, mindestens 52 Woche» in einer versicherungspslichtigen Beschäftigung gestanden haben. § 107a soll nach der Borlogc gestrichen werden. Er beschränkte während der berussüblichen?lrbeitslosigkeit die Unterstützung aus die Höhe der Krisenfürsorge. Nach einer eingehenden Aussprach« über die weiteren Bestim- mungen wurden die Beratungen abgebrochem Die nächste Sitzung, in der die Abstimmungen vorgenommen werden und in der inan die erste Lesunz zu Ende zu bringen hofft, soll für den Fall, daß morgen keine Plenarsitzung ist, Sonnabend stattfinden. Faustkampf in der Kammer. Um Jerry, den Vater der weltlichen Schule und Vernichter der Kommune. Paris, 4. Juli.(Eigenbericht.) Die Spannung zwischen Sozialisten und Radikalen ist in der vergangenen Nacht in einer Nachtsitzung der Kammer zum offenen Ausbruch gekommen, bei dem es auf beiden Seiten sogar Hiebe absetzte. Herriot hotte verlangt, daß im nächsten Jahr der 50. Tag der Gründung der Laie»schule feierlich begangen. und daß dabei auch des Vaters der Reform, Jules F e r r y, gedacht würde. Abg. Bracke protestierte gegen diese Ehrung Jerrys, der während der Kommune Paris habe verhungern lassen, der Hunderte von Revolutionären an die Wand gestellt und eine wilde Koloniolpolitik getrieben habe. Immer hätten die Sozialisten Ferry bekämpft. Es sei ihnen unmöglich, ihn heute zu ehren. Diese Intervention rief«inen Zwischenfall zwischen den Radi- kolen und den Sozialisten hervor. Herriot verlieh entrüstet den S.ral. Der radikal« Abgeordnete Brauet stürzt« sich mit erhobenen Fäuste», auf Brocke und versuchte ihn zu schlagen. Leon Blum sprang dazwischen mit dem Ersolg, daß er die Schläge, die Bracke zugedach» waren, ausfing. Die Sitzung wurde mehrmals unterbrochen. Nach längerer Debatte wurde morgens gegen 4 Uhr die Feier der Laicnschulc und die Ehrung Jerrys genehmigt. Reichslagsabgeordneter Carl I ä ck c r, Gauleiter des Deutschen candarbeiter-verbandes in Ostpreußen, sendet uns diesen erschütternden Seitrog zu dem Kapitel„Osthilse". Nicht eine sozialdeinokratisch«, sondern«in« bekannte Berliner bürgerliche Tageszeitung war es, die vor kurzem in einem Bericht über die Verhältnisse in Ostpreußen folgende Fest- ftellungen machte: Die Gerichte Ostpreußens hoben im letzten Jahr« in fast einem halben Tausend von Fällen schwerer undschwerster Mißhandlung von Londarbeitern durch Gutsbesitzer und Jirspektore» Recht gesprochen, lind das ist bestimmt nur ein kleiner JEeil. O st preußcn ficht mit dieser Prügelstatistik an erster«tellc Hier macht also eine bürgerliche Zeitung dieselbe Feststellung, die sozialdemokratische Tageszeitungen bereits des öfteren bringen tonnten, daß es nämlich in Ostpreußens Landwirtschaft durchaus kein Einzelsall ist, in dem der Arbeitgeber sich selbstherrlich ein Zückstizungsrecht über seine Arbeiter «inräumt. Und berichtigend ist noch hinzuzufügen, daß es sich bei den zur Aburteilung kommenden M i ßh a ndl u ng-fälle» tatsächlich nur um einen Bruchteil der wirklich geschehenen handelt, denn der größte Teil kommt gar nicht an die Oesfentlichkeit. Erschwerend kommt nach hinzu, daß die o st preußischen Staats- a n w ä l t e indirekt den großagrarischen Pristzelhelden Vorschub leisten, da sie fast immer«in Einschreiten„mangels össentlichen Interesses" ablehnen. Auch die Gerichte lasten nicht immer das er- sonderliche Maß von Einsicht erkennen. Auf Grund einer Privat- klage hotte sich das Amtsgericht Wartenburg mit einer Mißhandlung zu beschäftigen. Es kam zu einem Freispruch bei solgendem Tat- bostani: ..... fordert« der Angeklagte den L. aus, vertretungsweise ein Gespann zu übernehmen. Als L. sich weigerte, ergriff der An- geklagte diesen am Arm, im, ihn zu dem Gespann hinzusühre». Hieraus sagte L.:.�Zossen Sie mich los, sonst kriegen Sic eins mit der.Harke." Darauf versetzte der Angeklagte dem L. einige Hiebe ins Genick. Dies« Darstellung beruht in der Hauptsache auf den glaub- hast erscheinenden Aussogen des Angeklagten(!). Das teilweise entgegenstehe,�« Zeugnis des Zeugen' L. erschien dem Gericht unbeachtlich(!). Das Urteil lautet«: Die durch den Angeklagten vorgenommene Züchtigung hat die normalen Grenzen unstreitigerwers« nicht überschritten. Der Angeklagt« war dccher freizusprechen." In einem anderen Falle erklärte das Arbeitsgericht zu Goebbels' orientalisches Sultanat So nennt der nationalsozialistische Abg. Straber die Berliner Sau- teitnng der NSDAP. Sultan Goebbels: »Knüppelt sie nteder, die Salonbolfchewisteu l' Königsberg, der Ausdruck:„Verlogener Lorbaß!", den ein Verwalter einem Hofgänger gegenüber gebrauchte, fei keine grobe Beleidigung im Sinn« des Gesetzes. Bei einer solchen, wenn auch nicht sehr hänsigen Einstellung der Jiistizarganc, die im „Namen des Volkes" Recht sprechen, wird natürlich den Prügel- Helden unter Gutsbesitzern und Beamten geradezu die Mißhandlung von Arbeitern schmackhaft gemacht. Aus der Füll« der mir vorliegenden Mihhandlungsfoll« führe ich hier einige an. Der Oberschwcizer O. fordert von seinem ehemaligen Arbeit- geber S. in W. aus dem Gerichtswege eingeklagtes Deputat. Diese Gelegenheit benutzt der Arbeitgeber, um seiner Wut über den ver- Drei Wochen in der Lust. 120 mal Arennstoff erneuert. E h i k a g o. 4. Juli. Die Gebrüder hunter befanden sich gestern abend 5.40 Uhr 529 Stunden seit dem Antritt ihrer„tustscrien" über dem hiesigen Flugplatz. Das Wetter ist auegezeichnet. Die beiden anderen Brüder hunter haben gestern zum ll9. Male das Rekordslugzeug mit Brenn st oss versorgt, wobei ein Zwischenfall eintrat, der eventuell den vorzeitigen Abbruch der Rekordslicgerel zur Folge hätte haben können. Al» nämlich das Verprooiantierungs- slngzeug aussteigen wollte, versagte plötzlich der Motor. Man halte gerade noch Zeit, die Panne zu beheben, bevor den beiden Fiiegcrn dos Benzin ausgegangen war. torcnen Prozeß Luft zu machen und verprügelt den O. derart, daß er mehrere Wochen im Krankenhaus« liegen muß. Aus einem ärztlichen Attest:„Der Jnstmann gibt an, vo» dem Inspektor feines Gutes mit der Reitpeitsche geschlagen zu sein. Die linke Schuller zeigt etwa 25 rot« Striemen, von denen einige blutig sind. Außerdem ist der linke Daumen verstaucht und der Bauch und die Brust druckempfindlich." Schließlich ein Fall der leider durchaus nicht seltenen Miß- Handlung von Frauen, ebenfalls durch ärztliches Zeugnis belegt, das ich auszugsweise wiedergebe: „Frau R. gibt an, von einem Wirtschaftsbeamten geschlagen zu sein uill) zwar mit einem dicken Krückstock. Sie habe stark aus den, Munde geblutet und empfinde noch jetzt am Arm und an der geschwollenen Oberlippe Schmerzen. Befund: An der Außenseile des linken Oberarmes befindet sich«in etwa l'A Zentimeter breiter und 7 Zentimeter langer btut- roter Streifen. Die Oberlippe zeigt wesentliche Schwellung. Am Zahnfleisch des Oberkiefers desiniKi sich eine 2 Zentimeter lange frische Queijchwunde mit gezackten Ränder». Beim Versuch, die Wundränder voneinander zu entiernen, entleert sich aus der Wunde Blut. Nach Entfernen des Blutes sieht man den srcic» Oberkieferknochenrand. Nach dem Befunde zu schließen steht es außer Zweifel, daß die Verletzungen in der angegebenen Weife entstanden sind. Die Handlungsweise muß als«ine besonders rohe bezeichnet werden, zumal die Frau in deutlich sichtbarer Weise sich in anderen Umständen befindet." So könnte ich aus den einigen hundert mir vorliegenden zu- gegangenen Mißhandstingssällen weitere hundert schwerster Art auszeigen. Doch mögen die angeführten Proben beweis«», w i e selb st herrlich der ostpreußische Großgrundbesitzer und manche seiner Beamten auf den Gütern der östlichen Provinzen haust. Neben den tätlichen Angriffen ist es insbesondere auch der Umgangston, der zu lebhasten Beanstandungen der Arbeiter- schaft Anlaß gibt. Man braucht sich nur die 3 bis 4 letzten Nummern des„Ostpreußischen Landboten" einmal durchzulesen, um aus den dort enthallenen Berichten über die Umgangsformen der Landwirte ein richtiges Schimpfwörterlexikon anfertigen zu können. Und seltsamerweif« sind es gerade hier die Proletariersrauen, die den schimpfwütigen Agrariern Objekte zu be- sonders gemeinen und abfälligen Redensorten stnd. Die Folgen einer solchen Behandlung machen sich in den Zahlen über die Abwanderung aus Ostclbien und insbesondere aus Oft- preußen bemerkbar. 22 000 Menschen sind in einem einzigen Söhre aus Ostpreußen ausgewandert, darunter 80 Praz. Land- arbeiter. Der Zusammenhang mit der Prügelstatistik dürfte sich aus diesen Zahlen ergeben. Hinzu kommt, daß das ostpreuhische Laudproletarlat infolge Wohnungs- und Lohn elend in geradezu kulturroidrigen Verhältnissen sein Dasein fristen muß. Der Deutsche Landarbeiterverband hat hierzu eine Umfrage ver- anstaltet, die 297 Betriebe mit 42S7 Wohnungen umfaßte. Die Ilmfrage ergab- 161 Wohnungen nur einen Raum, � 520 Wohnungen eine Stube und Küche, 2078 Wohnungen eine Stube und Kammer, 1264 Wohnungen eine Stube, Küche und Kammer, 234 Wohnungen mehr Räume als die vorstehend genannten Wohnungen. Wieviel Personen in der Wohnung außer dem Ehepaar wohnen, zeigt folgende Zusammenstellung: In 107 Wohnungen mit nur einem Raum 167 Kinder und 28 Hofgänger. In 411 Wohnungen mit einer Stube und Küche 930 Kinder und 200 Hofgänger. In 1622 Wohnungen mit Stube und Kammer 3076 Kinder und 1296 Hosgänger. In 985 Wohnungen mit Stube, Kannner und Küche 2179 Kinder und 871 Hofgänger. Eine Folge dieser schrecklichen Wohnungsverhältnisse ist die un- verhältnismäßig hohe Zahl der Kindersterblichkeit auf dem Land«. Von 100 Gestorbenen waren Kinder unker einem Jahr in den Städten aus dem Lande 14.8« 23,14 Die Lohnfroge ist ebenfalls noch völlig ungelöst. Der Stun- d e n l o h n eines Deputanten beträgt 35,5 Pf., der eines oollarbeits- fähigen Hofgängers 18 Pf. und der einer Frau 23,3 Pf., so daß eine dreiköpfige Deputantensamilie in der Stunde 76,8 Pf. verdienen würde. Das ist aber der Stundenlohn, den heute etwa ein Bau- Hilfsarbeiter auf dem flachen Lande verdient, und auch der staatliche Forstarbeiter erhält mit einem Stundenlohn von 63 Pf. fast 10 Ps. pro Stunde mehr als zwei vollarbeitsfähige Männer, Deputant und Hofgänger in der Landwirtschaft. In ständig steigendem Maße macht sich auch die Arbeits ! o s i g k e i t unter der Landarbeiterschaft bemerkbar. Im Mai dieses Jahres gab es über 8000 arbeitslose Landarbeiter in Ostpreußen. Der„Landwirtschasisverband Ostpreußen" hat erst kürzlich seine Mit- glieder in einem Rundschreiben ausgefordert, die langfristigen Ar- beitsoerträge zu lösen und mehr Freiarbeiter einzustellen. Infolge der klimatischen und der wirtschaftlichen Derhältnisse des deutschen Ostens ist die A r b e i t s m ö g l i ch k e i t auf dem Lande sehr beschränkt. Wie auch die Politik des Landwirtschafts- Verbandes zeigt, geht die Landwirtschaft immer mehr dazu über, den Stamm der Depuiatarbeiter einzuschränken und in den Sommer- mannten Freiarbeiter einzustellen. Viele tausende dieser Freiarbeiter erreichen aber gar nicht eine 26wöchige Beschäftigung, die notwendig ist, um in den Bezug der U n t e r st ü tz u n g zu gelangen. In die Krisensürsorge sind sie nicht einbezogen und von den Wohlfahrts- ämtern können nur unzureichende Unterstützungen gezahll werden. So ist die Ost frage in ganz hohem Maße auch eine Land- arbeiterfrag e. Es geht um das Problem der Erhaltung eines gesunden Landarbeiterstammes. Dieser kann nur dem Lande erhalten hleiben, wenn die Lohn-, die Lebens- und die Arbeitsbedingungen des ostelbischen und insbesondere des ostpreußischen Landarbeiters eine enischeidende Wandlung erfahren. Die O st h i l f« ist ein Ee- schenk an die gesamte östliche Landwirtschast. Die Landarbeiter bilden� den lebenswichtig st en Teil dieser Landwirtschaft. Der Staat Hot ein dringendes Interesse daran, daß diese O st h i l s e auch zum Nutzen der Landarbeiter verwandt wird. Darum unsere Forderung: keine Osthilfe einer Landwirtschaft, die nicht ernsthaft gewillt ist, die Lohn- und Lebensbedingungen der Landarbeiterschaft zu bessern! keine Osthilfe einer Landwirt- schaft, die den sozialen und kulturellen Druck der Landarbeiterschaft weiterhin aufrechterhalten will! keine Osthilfe den Betrieben, in denen die Autorität des Arbeitgebers nur mit den Stock gewahrt werden kann! Haut euch selbst! Stalins Befehle an die Rechtsoppositionellen. Laut amtlich russischer Meldung hat Stalin auf dem Mos- kauer Parteitag in einer Schlußrede gegen die Rechtsoppositionellen folgendes ausgefichrt: Der Parteitag und die ganze Partei verlangten von den ehe- maligen Führern der rechten Abweichung e r st e n s die Anerkennung dessen, daß zwischen ihrer und der Generoilinie ein tiefer Abgrund liegt. Zweitens die Anerkennung dessen, daß ihre Linie zur Wiederherstellung des Kapitalismus führt. Drittens, daß sie das nicht nur anerkennen, sondern zu- fammen mit der- Partei mit aufgestülpten Acrmeln den Kampf gegen die rechte Abweichung f ü h r e n. Die Erklärungen auf dem Parteitag zeigen einen gewissen Fortschritt gegenüber diesen Erklärungen, stnd aber doch un- genügend. Dieser Schritt ist nur dem energischen Druck der Partei zu verdanken. Die Rechten haben nur diesem Druck nachgegeben. Das Mißtrauen des Parteitages ist begründet, weil sie seit der Erklärung auf dem Novemberplenum ihre Versprechungen nicht gehalten haben. Wir oerlangen, daß sie jede Deklaration mit Taten bekräftigen und wenn sie da» nicht tun. so werden wir sie weiter schlagen. Der amtlich russische Bericht verzeichnet»ach diesen Worten: „Begeisterte minutenlange Ovationen. Gesang der Internationale." Die armen Teufet Buchorin. Rykow. Tomfki und U p l a n o w werden vor die Wahl gestellt, entweder sich selber öffentlich noch mehr zu ohrfeigen als sie es ohnehin schon getan haben, oder aber von Stalin weitere Schläge zu bezichen, die gegen «inen so empfindlichen Körperteil wie den Magen gerichtet sind. Angesichts so angenehmer Aussichten hat denn auch U p l a n o w die Prozedur der peinlich-öfsentlichen Selbstzllchtigung von neuem auf- genommen und an den Parteitag einen Brief gerichtet, in dem er nach einem heulenden Geständnis feiner Sünden Besserung gelobt. Die deutsche Kommunistenpresse berichtet über all diese Vor- gänge ausführlich. Dafür muß man ihr danken. Denn welcher deutsche Arbeiter merkt nicht, daß sich all diese Vorgänge in einer ihm fremden Meli abspielen, in der der Begriff der Menschen- würde noch nicht existiert? Das Kulturnioeau Deutschlands müßte um mindestens zweihundert Jahre zurückgeschraubt werden, um den Zustand der Geiftesknechtung zu erreichen, wie er in Rußland noch immer herrscht. Der Kärntner und der Niederösterreichlsche Landtag beglück- wünschten Deutschland zur Rheinlandräumung. Llm die Ltmsteigeberechtigung. Oer Apfsichtsrat der BVG. tagt. Die Aenderung der verkehrstarise und coV allem die neuen Umsteigebestimmungen haben, das hat si�> in den beiden ersten Tagen deutlich gezeigt, in der Bevölkerung viel Aergernis erregt, vor ollem sind die Bestimmungen so unklar, daß es immer wieder zu peinlichen Auseinar.üer- sehungen zwischen Publikum und Fahrpersonal kommt. Das hat man auch in der Berliner Verkehrsgesellschaft ein!- gesehen. Mehrere Mitglieder des Aufsichtsrats, vor allem auch der Vorsitzende, Stadtrat Reuter, haben deshalb eine außerordentliche Sitzung des Aujsichtsrats beantragt, die seit heute mittag 12 Uhr im Gange ist. Ihr Ziel wird sein, durch eine für jeden Fahrgast ver- ständliche Regelung der Umsteigebestimmungen vor allem die für den Ruf der Berliner Berkehrsgesellschaft schädlichen ständigen MißHelligkeiten zwischen Fahrgast und Schaffner zu beseitigen. Man wird hierbei vor allem darauf achten müssen, daß bei den zu schaffenden Bestimmungen gegen die BVG. aus dem Publikum nicht der Vorwurf kleinlicher Schikane erhoben werden kann, wie man ihn in den letzten Tagen wiederholt gehört hat. Wir haben diesen Beschwerden zum Teil in der gestrigen Nummer des„Abend" Raum gegeben, darüber hinaus liegt uns aber noch eine weiter« Reihe von Klagen vor. Soviel ist sicher: die gegenwärtige Regelung ist unhaltbar! Bei Schluß der Redallion hält die Aufsiehtsratssigung noch an. Wie wir hören, sollen vor allem die Bestimmungen ausgegeben werden, wonach man nur an bestimmten Schnittpunkten umsteigen darf. Gerade diese Bestimmung hat in der Tat beim Publikum besonderes Mißfallen erregt. Sie ist, wenn es nicht zu ständigen peinlichen Auseinandersetzungen zwischen Fahrgast und Fahrpersonal kommen soll, undurchführbar. Das Llrieil von Buir. Lokomotivführer freigesprochen.- Fahrvienfileiier 6 Monate Gefängnis. Köln, 4. Juli. In dem Strafprozeß wegen der Eisendahnkatastrophe bei Buir am 25. August v. Z. wurde hente vom Schöffengericht In Köln das Urteil gestillt. Der Lokomotivführer Nordhau» wurde von der Anklage s r�e i g e s p r o ch e n. der Fahrdienstleiter Fischer wurde wegen Bergchens gegen§ 61 StG.(fahrlässige Körperverletzung) z a sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Gegen Besteuerung der Kranken. Protest gegen die Bürgerblockpolitik. Die Reichssektlon für Gesundheitswesen. er verein sozialistischer Aerz te und die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Acrzte veranstalteten gestern im Plenarsitzungssaale des lleichswirlschaslsrates eine Kundgebung gegen die von der Üeichsregierung geplanten reaktionären Reformen der Krankenversicherung. Der überaus starke Besuch der Bersammlunz zeigte die einheit- liche Front aller fortschrittlich Gesinnten und namentlich der Ar- beiterschaft gegen den Gesetzentwurf. Paul L e v y von der Reichs- sektion für Gesundheitswesen wies auf die lediglich finanzpolitische» Gründe der geplante» Maßnahmen hin, deren Durchführung geeignet ist, unser wertvollstes Kapital, die L o l t s g e s u n d h e i t, in un- veraniwortlicher Weise zu verschleudern. Die Katastrophenpolitik der Reichsregierung ist ein Verbrechen am deutschen Volk.', die Sanierung der Sozialversicherung darf nicht geschehen auf Kosten derer, die ihr Los sowieso schon schwer genug tragen. Levy schilderte dann im einzelnen noch die vorgesehenen Verschlechterungen, um dann an praktischen Reformen besonders die Vereinfachung der Verwaltung und die Zusammenlegung der vielen kleinen Krankenkassen zu empfehlen. Allem damit könnten 20 0 Millionen Mark gespart werden. Außerdem aber sollte man an Repräfentationskosten- und anderen Etatposten sparen und nicht de» Kranken«.in besonderes.Notopfer, auserlegen. Dr. E. H a a s e bezeichnete den Entwurf, dessen reaktionärer Charakter schon dadurch enthüllt wird, daß er auf eine Denkschrift des Reichsverbandes der Industrie zurückgeht, als ein Glied in der Kette der Maßnahmen, die sich gegen den Aufstieg des Pro- letariats richten. Dr. Fried eberger wandte sich besonders gegen die bürgerlichen A e r z t e, die durch unberechtigte Kritik an der Krankenversicherung den Boden für die geplanten Ver- schlechterungen vorbereitet haben. Hermann Schulz von der Reichssektion Gesundheitswesen geißelte den Unverstand, der in Lohnabbau und Verschlechterung der Sozialversicherung das A und O der Möglichkeiten zur Sanierung der Finanzen steht. Die Gewerk- schasten werden sich mitMirer ganzen Kraft gegen den Gesetzentwurf wenden. Dr. Karl K o l l w i tz gab der berechtigten Verbitterung darüber Ausdruck, daß die Regierung unter dem Vorwand einer Reform den Arbeitern eine neue Steuer auferlegt, die von den Kranken zu zahlen ist. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß es ge- lingen möge, die Verschlechterungen abzuwenden und die Kranken- Versicherung zum Wohle der Volksgesundheit mehr als bisher aus- zubauen. Zum Schluß sprach Dr. Max Hodann, der zusammen- fassend die Arbeiterschaft zum Kampf gegen den Gesetzentwurf aufrief. Eine Resolution wendet sich gegen die Kronkensteuer und die reaktionäre Regierung und fordert den erhöhten Gesund- h e i t s s ch u tz für die Werktätigen. Krankheitsbekämpfung in Kinderheimen Ein Rundschreiben des Reichsministers des Znnern. Der Reichsmimster des Innern hat ein Rundschreiben an die Landesregierungen gerichtet, das auf die Notwendigkeit hinweist, der Einschleppung übertragbarer Krankheiten in Kinderheime noch mehr als bisher durch planmäßige Zu- sammenarbeit sämtlicher Entsendestellen des Reichs mit den Kinder- Heimen vorzubeugen. In eingehenden Beratungen hat der Reichsgesundheitsrat«ine Reihe von wichtigen Sicherungsmaßnahmen in der Form von Nicht- linien zufammengesaßt. Sie bezwecken, ansteckungsgef ähr- liche Kinder bereits vor der Verschickung aussondern und der Ausbreitung übertragbarer Krankheiten in den Heimen selbst ent- gegenarbeiten zu können. Hierzu wird hauptsächlich«in« ärztliche Ausreiseuntersuchung in den letzten Tagen vor Abgang des Transports verlangt, für deren Durchführung im einzelnen eine Reihe von Vorschlägen gemacht werden. Ferner sind diejenigen hygienischen Mindestforderungen nieder- gelegt, die für die bauliche Gestaltung und die Betriebsführung in den Kinderheimen zur Verhütung einer Seuchenausbreitung für erforderlich gehalten werben. Ruhrkampf gegen Lohnkürzung. Oer Streik im Ruhrgebiet.— Reue Berhandlungen. Essen, 4. Juli.(Eigenbericht.) In Bochum wurde die R o m b a ch e r Hütte der vereinigten Stahlwerke mit 600 Mann stillgelegt, da der Betrieb mit Arbeitswilligen nicht aufrechtzuerhalten war. Beim h o s p e r Eisenwerk In Hagen streiken noch 2600 Mann. Auch hier werden heute die verhandlungeu mit neuen Vorschlägen des Arbeit- geberverbandes fortgeführt. In Düsseldorf wurde heule in vier Betrieben die Arbeit wieder aufgenommen, nachdem die neuen Akkordsätze eine ent- sprechende Erhöhung erfahren haben. Zn den Betrieben der Firma Zagenberg streiken heute 700 Mann, denen erst gestern die neuen Akkordsätze mitgeteilt wurden. Bei der Firma Krupp in Essen wird wieder voll g e- arbeitet. Zn Mülheim und in G e l s e n k l r ch e n ist die Lage unverändert. Verhandlungen über eine Erhöhung der Akkorde schweben noch. In Mülheim- Ruhr wird nur noch bei Siemens- Schuckert gestreikt, aber auch hier sind Verhandlungen mit der Direktion im Gange. � Die Krawalle in Mainz. Reue nächtliche Tumulte.— Die Polizei schlägt zu. Mainz, 4. Juli.(Eigenbericht.) Mainz war nach den schweren Ausschreitungen in der Nachl zum Donnerstag den ganzen Tag über in voller Aufregung. Alles war auf den Beinen. Bor den Stätten der Zerstörung sammelte» sich große Menschengruppen, die die Vorgänge eifrig besprachen. Die Beurteilung ist durchaus nicht einheitlich. Im allgemeinen werden die Vorgänge scharf verurteilt. Am späten Nachmittag des Donnerstags nahmen die Zusammenrottungen wieder bedrohlichen Umfang an. Im Zenrrum der Stadl, am Markt und in der Ludwigstraße, sammelten sich weit über 1000 Menschen. Das Kaufhaus Lahn st ein bildete Las Angriffsobjekt. Die Polizei ging jedoch mit anerkennenswerter Schärfe vor. Sie trieb die Menge in der Zeit von 10 Uhr abends bis 1 Uhr nachts immer wieder zurück und zerstreute sie, säubert« Markt und Ludwigstraß«, sowie die angrenzenden Nebenstraßen, so daß es den angriffslustigen Gruppen nicht möglich wurde, sich wieder zu sammeln. Infolgedessen ist die Nacht ruhig verlausen. Die Gefahr weiterer Terrorakte ist aber noch keineswegs vorüber. Selbstmordversuch eines Separatistenführers. Mainz, 4. Zull.(Elgenbertcht.) Der Hauptführer der separatistischen Bewegung während der Besahungszeit. der Facharzt für haut- und Harnleiden Dr. Friedrich Roth und seine Frau, haben am Donnerstag versucht, sich mit Zyankali zu vergifte a. Es befleht wenig Aussicht. Roth und Frau am Leben zu erhallen. Alle Separatisten, die sich zor Zeit noch in Mainz befinden, sind am Donnerstag in Schutzhaft genommen worden. Auch in Wiesbaden. Wiesbaden, 4. Juli.(Eigenbericht.) 0» der letzten Nacht haben sich hier teilweise dieselben Nor. gänge abgespieU. wie einen Tag vorher in Mainz. Große Trupps durchzogen verschieden« Teile der Stadt und griffen Läden und Wohnungen der als Separatisten verdäch- tigen Einwohner an. Es waren schwere Störungen zu verzeichnen. die von der Polizei nicht verhindert weroen konnten. Klugzeugabsturz in Zohannisthal. Pilot und Begleiter verletzt. heule mittag stürzte ein Sportflugzeug, dos zu einem Probeflug aufgestiegen war. über Johannisthal aus ! elrächklicher höhe ab und wurde zertrümmert. Der Pilot, ein 24jähriger Ingenieur Walter S ch u l a aus der Sedan- ftraße S und fein Begleiter, der 25jShrige wolsgong Leander au» der Thüringer Allee 2, erlitten erhebliche Verletzungen. Flugzeug V. 590 war kurz vor 11 Uhr auf dem Gelände L«r Versuchsanstalt für Luftfahrt in Adlershos gestartet. Schon bald nach dem Abflug arbeitete der Motor unregelmäßig und setzte über Johannisthal gänzlich aus. Der Pilot mutzte sich zur Notlandung entschließen. Es gelang ihm aber nicht mehr, die Flugplatzgrenze zu erreichen. Der Apparat sackte plötzlich ab und stürzte kopfüber in die Tiefe. Das Flugzeug schlug mit ungeheurer Wucht auf den Sterndamm, eine Straße, die nach Niederschöneweide führt, auf und ging in Bruch Die beiden Flieger erhielten bei einem Arzt, der in der Nähe der Unfallstelle wohnt die erste Hilfe. Das schwerbeschädigte Flugzeug wurde von der Feuerwehr abgeschleppt. Auszug der Falken. Im Extrazug nach der Schweiz. Rund um den Anhalter Bahnhof drängt es sich heute vormittag von jugendlichen Blaublufen; an 1300 Falten, Arbeiterlinder aus Berlin, Brandenburg und Ostpreußen treten heute ihre Fahrt nach dem großen Zeltlager am Dhunersee an. Im Lager stoßen dann noch Freund« aus Frankfurt, Darmftadt-Hessen, Hildesheim und Sachsen und aus der Schweiz hinzu: insgesamt sind es über 1700 junge deutsche Republikaner, die in der begnadeten Natur der Schweizer Berg« Freude und Erholung finden sollen. Das ist ein geschäftiges Her und Hin, alles ist freudig erregt, Mütter und Geschwister stehen beratend den jugendlichen Urlaubern zur Seite, die Helfer haben nicht Augen, Ohren und Hände genug, um überall nach dem Rechten zu sehen. Freude leuchtet aus den- Augen der großen kleinen Gesellschaft; der Mund läuft über, wes das Herz voll ist..Ach, meine Lotte, die is ja schon seit K Uhr früh nich mehr im Belle zu halten jewesen" meint eine der Mütter; bei einer an- deren Gruppe wird der Kassenbestand revidiert und verglichen. Feste haben sie all« gespart für dies« Zeit, jeden übrigen Groschen zur Seite gelegt, denn diese Fahrt, die das erstemal über die Lundesgrenzen hinausführt, bedeutet etwas ganz besonderes. Sehr rühmenswert haben sich die Schweizer der Sache angenommen und die Stadtverwaltung in Thun hat ganz besonderes Entgegen- kommen bewiesen. Das Lager hat elektrisches Licht, die Toiletten sind ebenfalls elektrisch beleuchtet und mit Wasserspülung verschen, Jluf der Sugfpilstbahn Tellnehmer der Weltkraftkonferenz, die zur Zeit in Rundreisen das technische Deutschland besuchten, konnten bereits an einer ersten Fahrt der neuen Zugspitzbahn teilnehmen, die in III Minuten einen Höhenunterschied von 700 Metern aus 2000 Meter überwindet. Die offizielle Eröffnung findet am 8. Juli statt. die Stadt liefert kostenlos das Kochgas, es gibt anständige Kipp- kefsel, keine Gulaschkanonen, kurzum, es wurde getan, was man tun tonnte. Für jeden der kommenden Sonntage— 4 Wochen dauert das Zeltlager— sind Veranstaltungen aller Art. immer unter Beteiligung der Bevölkerung und ihrer Kinder, vorgeschen. Nach und nach macht sich beängstigende Fülle bemerkbar. Alles ist jetzt vollzählig versammelt und marschiert geschloffen zum Bahn- Hof. Hier steht schon der Extrazug bereit, ein« stattlich« Wagen- kette, die die Falken aufnimmt. Jetzt fix die Sachen verstaut, mög- lichst einen Sitzplatz gesichert, denn die Reis« ist lang, herzlicher 'Abschied von den Angehörigen und heidi geht's hinaus in die strahlend« Sonn», in ein neues, schönes Land. AAOO Inder im Gefängnis. Die llatervrückung der Ghandi'!Scwec,ung. London. 4. Juli. Der Staatssekretär für Indien, Wedgewood Venn, teilte in einer schriftlichen Antwort aus eine parlamentarische Anfrage mch daß die Zahl der Personen, die im Zusammenhang mit der Gandhi- Bewegung in Indien verhastet wurden und sich gegenwärtig im Gefängnis befinden, 3302 beträgt. Was war mit dem AutoÜberfall? Oer Moler Heckendorf als Zeuge. Zu dem Ueberfall auf Frau Heß auf der Chauffee nach Rehbrück« wird mitgeteilt, daß das Auto der Räuber noch nicht ermittelt ist. Die Vermutung, daß es sich um«inen in der Aschaffen. burger Straße gestohlenen Wagen handele, lnsti nicht zu. Dieser Wagen wurde schon am nächsten Tage wieder aufgefunden. Auch von den anderen als gestohlen gemeldeten Autos ist keines von den 'Räubern benutzt worden. Sämtliche Wagen aus den letzten Tagen find wieder herbeigeschafft. Bc- kanntlich fuhr, während Frau Heß von den Räubern ausgeplündert wurde, eine Limousine an den beiden Wagen vorüber. Der Fahrer dieses Wagens hat sich gemeldet. Es ist der Maler Franz Heckendorf, der in der Neckarstraße in Friedenau wohnt. Er sah beide Wagen, die Kühler gegeneinander gerichtet, stehen und glaubte, daß der eine eine Panne habe. Er nahm weiter an, daß der zweite schon zu Hits« gekommen sei und suhr deshalb weiter. Nach seiner Annahme ist der Wagen, den die Verbrecher benutzt lxtben, ein graugrüner offener Adlerwagen gewesen. Am Tat- ort wurde gestern nachmittag ein Lokaltermin abgelialten, an dem auch Berliner Beamte teilnahmen, da die Möglichkeit besteht, daß es sich um Berliner Räuber handelt. Irgendwelche wichtigen Spuren wurden aber nicht gesunden. Das Auto mit den drei Insoffen ist auch nicht wieder gesehen worden. Man neigt setzt zu der Annahm«, daß bei dem angeblichen Ueberfall sich nicht alles so zugetragen hat, wie es Frau Heß erzählt. Reichspräsident von Hindenburg ist aus Neudeck fWeftpreuhen) teute vormittag wieder in Berlin eingetroffen. Ein Feind> Von Paul Auf dem Wittenbergplatz Hot sich eine Menschenansammlung gebildet. Ist ein Unglück passiert, jemand überfahren worden, hat man einen Dieb ertappt? Ich durchbreche in neugieriger Aufregung den Ring der Zuschauer und entdecke einen Hund mit einer Katze in friedlichem Spiel. Der Hund streichelt die Katze, leckt sie zärtlich, balgt sich freundschaftlich mit ihr. Di« Umstehenden betrachten den Vorgang fassungslos wie ein Naturwunder. Seit Menschengedenken weiß man, daß ein rechtschaffener Hund und ein« ihrer Belange bewußte Katze Todfeindschaft hegen. Diese beiden scheinen einen Schandvertrag geschlossen, ihre nationale Würde vergessen zu haben. Ein altes Weib, das gerührt diesem liebevollen Spiel zugesehen hat, meint kopfschüttelnd:„Ach, wenn die Menschen sich twch diesen Tieren richten würden." Ich blicke die Frau entrüstet an und halle an sie in Gedanken folgende Ansprache: Dieser Hund und diese Katze sind Verräter ihrer Raffe. Wenn die Natur solche Friedensschmach gewollt hätte. so hätte sie nur Hunde oder nur Katzen geschassen. Sie schuf aber beide und gab jedem den ihm gebührenden Feind. Der Hund, der nicht beim Anblick einer Katze sofort über sie herfällt, l>at die ge- heiligten Traditionen seines Stammes verletzt, ist entweder ein Feigling oder ein völlig entartetes Geschöpf, auf jeden Fall ein minderwertiger pazifistischer Geselle. Der Verweichlichung der Hunde, die im Frieden des bürgerlichen Hauses ein Faulenzer- und Schlemmerdasein führen, hat die Natur einen Damm gesetzt, indem sie Katzen schuf. Selbst der fetteste, faulste und verwöhnteste Mops strafst sich auf, wird Hunde Patriot, Held und wehrhafter Kämpfer. wenn ihm ein« Katze über den Weg läuft. Vergessen sind die weichen Polster, die zärtlichen Finger der Herrin, das überreichliche Essen. wenn der Feind dräut. Das älteste Kriegsgeheul der wölfischen Urväter steigt aus dem Schlaf des Unbewußten an die Oberfläche der rauhen Gegenwart. Genau so ist es beim Menschen. Was fängt der Mensch ohne Feind cm? Soll er etwa friedlich seine Arbeit verrichten, seinen ganzen Tag für das Wohl von Frau und Kindern opfern und nicht ein einziges Mal fühlen, daß er etwas Besonderes ist, daß sein Kol- lege nebenan oder gar ein« Gruppe von Kollegen, ja ein ganzes Volk tief unter ihm steht? Daß es unter seiner Würde wäre, mit so minderwertigen Geschöpfen an einem Strang zu ziehen? Das geht nicht, und aus diesem Grunde hat die Natur in weiser Fürsorge für Feinde gesorgt. So einfach wie bei Hund und Katze ist es leider beim Menschen nicht. Man muß nach Unterscheidungsmerkmalen Das Genie in der Mietskaserne. Vor einigen Tagen wurde in Lew, ig unter Leitung des Deneralmustldirektors Gustav Brecher die Musltalische Legende „Rosendusch der Maria", von Erwin Dressel, Text von Arthur Zwei Niger, uraufgeführt. Eine Mietskaserne im südöstlichen Arbeiterviertel Berlins, Hinterhaus, drei Stockwerke; zwei Stuben,«ine armselige Küche, zwei eiserne Bettgestelle, ein einziger Stuhl... Hier wächst Erwin Dressel auf. er ist der Sohn eines Schlossers. Elend, Kampf um das bißchen Leben, Trübsal und Entbehrung— was sollte dem Jungen anderes bestimmt sein, als das. was hier stets schon zur 'chmerzlichen Gewißheit wird? Drei Frauen erziehen das Kind: die alle Großmutter, die tränkliche Mutter, die als einzige Vcr- dienerin in einer Seifenfabrik arbeitet, und die erblindete Tante: schon in der frühesten Kindheit des Jungen haben sich die Eltern ge- trennt. Mit vier Jahren wird Erwin überrascht, als er auf einem Papiersetzen Noten kritzelt. K.ndlich« Spielerei? Er beginm, auf dem uralten Klavier herumzuklimpern. Noch beachtet man das nicht. Vis die Blinde dem Jungen die ersten Grundlagen beibringt. Mit lcchs Jahren komponiert und spielt er eine regelrechte Variation über Haydns„Sinfonie mit dem Paukenschlag". Man verschafft dem Kind eine Freistelle im Konservatorium. Noch rücksichtsloser schränken sich die drei Frauen ein, hungern für den g: malen Knaben, um das Gald für die Klaviermiete und die Noten aufzubringen: er ist ihre ganze Hoffnung. Mit neun Jahren schreibt Erwin Dressel Kammernmsik, mit zehn Jahren seine erste Sinfonie, mit 44 Jahren eine neue Bühnenmusik zu Shakespeares„Viel Lärm um nichts", die vom Berliner Staatlichen Schauspielhaus erworben und Silvester 1923 zur Aufführung gebracht wird! Der erste große Erfolg spornt den Vierzehnjährigen zu intensivster Arbeit an. Auf der Musikhochschule findet er verständnisvolle Freunde. Als Sechzehnjähriger lernt er den Bildhauer Arthur Zweiniger kennen. Dieser, fasziniert von der Persönlichkeit des jungen Musikers, fattell zum Libretttsten mn, schreibt ihm Textbücher. Merkwürdig ist die innere Fühlungnahme zwischen Dressel und den» 30 Jahre älteren Zweiniger. Fünf Opern werden im Laufe von vier Iahren fertiggestellt, die Theater nehmen sie zur Uraufführung an: die Völlsopcr„Kuchentanz", die romantische Oper„Simplicius" ein Kindermärchen und die Legend«„Rosenbusch der Maria"; Dressels bedeutendstes Wert„Armer Columbus" wird noch vielen erfolg- reichen Aufführungen im Reich und Ausland Ende dieses Jahres an der Städtischen Oper in Charlottenburg herauskommen. Der Kam- ponist der niemals zu den überzüchteten„Wunderkindern" zählen wollt«, ist ein bescheidener junger Mann von nunmehr 20 Iahren, noch ein wenig verlegen und unbeholfen in der„großen Welt", wo er manchmal repräsentieren muß; nur seine hohe Stirn über dem gut- wütigen rundlichen Kindergesicht und den freundlichen bebrillten Augen verrät Bedeutung und Persönlichkeit. Shakespeare-Lauckner:„Timon von Athen". Llraufjührung in Hannooer. Shakespeares„Timon von Athen" gehörte bisher zu den t». aufführbaren Werken des großen Dramatikers. Di« Textüberliefe- rung ist unklar und verworren, und alle Bearbeitungen haben dieses Alterswerk Shakespeares, wozu man es wohl seines grandiosen Wclthajscs wegen rechnen muß, nicht für Sic Bühne gewinnen können. Run hat der Dramatiker Rolf Lauckner das Werk neu über- setzt und neu geordnet. Cr hat vieles weggelassen, erheblich gekürzt und die Szenen folgerichtig ausgebaut. Es ist«in klares, durch- sichtiges Werk geworden, aus dem eine deutliche, starte Sprache spricht und das tu« Wirkung eines anschaulichen Legendenjpiels gewinnt. Bielleicht ist dies« Umarbeitung mitunter etwas knapp und mager geraten. Man vermißt die Fülle und Welle Shakespearescher Dichtung, die den ganzen Gestollenvorrat, den das Leben hervor. zaubern kann, tn sich birgt. Aber die Spannungen des Werke» sind sehr sichtbar geworden: der Sturz des Reiches in dos Elend, die Großmut Tunons und die Gemeinheit der Lords, die Bande der Schmeichler und die Schar der guten Diener, die Erbärmllchkell der Reichen und der Anstand der Annen. Ja stetig steigender Linie oird gesucht! Gutmann. Ausblick halten, wuß mitunter mühsam entdecken, wodurch der andere von einem verschieden ist. Im Verkehr mit einzelnen ist die Sache schwierig. Dennoch gibt es auch hier natürliche Feindgesetze: WM Beispiel Menschsn, die feste und ander«, die geknöpfte Man- schellen tragen, die ihren Anzug von der Stange lausen und ander«. die ihn in London oerarbeiten lassen, aber im allgemeinen gehen diese Menschen einander aus dem Wegs Bei Vereinen beginnt es nun schon einfacher zu werden. Gesegnet sei die Einführung von Paragraphen, über die man sich gegenseitig ereifern kann. Da der Gegner, der den Segen von Paragraph soundso nicht erfaßt Hai. unbedingt ein Idiot oder Lump ist, so muß man sich selbst als Denk- geirie und strahlender Ehrenmann fühlen. Run erst sind politische Parteien mit Ausnahme solcher, die Gleichheit und Brllderlichkett der Menschen auf ihre Verräterfahne geschrieben haben, die großartigsten Erfindungen zur Erzeugung des Selbstgefühls. Man sonnt sich im Anblick des Feindes, reckt sich zur Heldengrößs auf. kann seines- gleichen, der Frau und den Freunden ungeheuer imponieren, indem man feine eigenen herrlichen Eigenschaften im Gegensatz w den er. börmkichen des Feindes in allen Tonarten verkündet. Kann es eine allen Studenten gemeinsanre Mütze geben, wodurch diese etwa ihre Arbeit im Dienst der Wissenschaft bekunden? Rein, es gibt rote, grüne und blaue, und wehe, wenn ein Blauer einen Grünen ein wenig von der Seite ansieht. Das gibt herrliche Wunden, womit beide ihr ganzes Leben prunken können. Wie beim einzelnen mutz auch bei ganzen Völkern der Feind zur Herstellung des Selbstgefühls dienen. Erbärmlich sind jene Nationen, die keinen Feind Häven. Darum hält jeder Diktator, der für sein Geld etwas zu leisten sucht, Ausschau nach einem Feind. Er bettelt geradezu mn Feindschaft, und wenn ein anderer ihm nicht den Gefallen tut, sein Feind w sein, wird er grob. Ohne Feind gäbe es kein« Paraden, keine Volksbegeisterung, keine Fahnenweihe. Man könnte seine Anhänger nach Hause schicken. Der Feind ist der beste Freund, den ein armer Teufel von Einzelwesen oder Natton haben kann. Liebe deine Feinde, ist ein von völkischer Weisheit eingegebener Spruch Wie der Kaufmann seine Kunden liebt, so ist im Feindbetrieb der Feind ein unentbehrlicher Freund. Darum ist der Hund, der die Katze streichelt, ein Auswurf der Hundeschast, er verdient von allen Artgenossen, ja auch von den Menschen, ver« achtet w werden. Die Feindschaft, in die er hineingeboren ist. hat jeder Hund hochzuhalten. führt Lauckner das Drama zum bitteren Schluß und läßt es mit dem Tode Timons enden. Es ist ein Spiel eines lehrhaften Bei- splels und einer unterrichtenden Wellerkenntnis. Die Monologe Timons sind großartige Wortstürze eines Menschenhasses und einer Welloerachtung und gehören zum Größten Shakespeorescher Dich- tung. Darum muß das Werk für die Bühne gewonnen werden. Das hat Rolf Lauckner mit starkem Erfolg versucht, wie die Ur- aufführung dieser Fassung im Schauspielhaus Hannover, trotz einer nicht zureichenden Darstellung, erwies. Die Volksbühne war die Trägerin der Aufführung._ R. M. Die Hihe dauert fort. Der wärmste Juni seit 13 Jahren liegt hinter uns, zugleich einer der wärmsten Iuni-Monate, die Mitteleuropa seit zwei Jahr- Hunderten erlebt hat. Wesentlich weiter als 200 Jahre reichen meteorologische Aufzeichungen überhaupt nicht zurück; immerhin geht daraus hervor, daß durchschnittlich nur einmal in zwanzig .Jahren der Juni so warm ist, wie er diesmal war. Das Monats- mittel der Temperatur erreichte in Nord- und Mitteldeutschland 20 Grad Celsius, in West- und Süddeutschland lag es vielfach noch über diesem Wert, so daß der Monat um 2 bis 4 Grad zu warm war. Im letzten halben Jahrhundert ist der Juni nur in den Jahren 1917 und 1889 noch wärmer gewesen. Wie fast alle heißen Sommermonate war auch— das ist die höchst unliebsame Begleiterscheinung— der Juni dieses Jahres sehr trocken. Da die Niederschläge fast nur in Begleitung von Ge- wittern sielen, so war ihre Menge nur an einzelnen Orten aus. reichend. Weite Gebiet«, namentlich im mittleren Norddeutschland, hatten wochenlang keinen Tropfen Regen. In Berlin beispielsweise herrschte vom 2. bis zum 20. Juni eine ununterbrochen« 19tägige Trockenperiodc, was hier im Juni früher nur einmal, und zwar im Jahr« 1908, vorgekommen ist. Der Juli hat nicht anders begonnen, als der Juni geendet hat: wieder hat sich«ine stabile Hochdruckwetterlage mit großer Luft- trockenhell ausgebildet, und die Aussichten aus veränderliches, mehr Regen in Aussicht stellendes Wcstwetter, die vor 8 Tagen bestanden, waren schon zu Beginn der Woche wieder zerronnen, nachdem durch die Berlagerung hohen Luftdrucks über Nord- und Mittel- europa den atlantischen Depressionen die kurz zuvor geöffnete Bahn nach dem Ostseegebiet wieder verschlossen war. Wann dies« sommer- liche Zugstraße der Zyklonen, von der aus Mitteleuropa die Mehr- zahl seiner Sommerregen erhält, wieder offen werden wird, läßt sich einstweilen nicht absehen; vorläufig ist sie durch den hohen Druck über Skandinavien und dem Ostseegebiet verriegelt, und die Tief druckwirb et ziehen aus der Gegend von Island nordostwärts nach den Gewässern von Spitzbergen, ohne Mitteleuropa zu de- rühren. Lediglich die südlichen Randviertel der Zyklonen sind es, die von Frankreich bis nach Westdeutschland gelangen, und die auch in dieser Woche hier wieder Gewitter, zum Teil sehr schwerer Natur, ausgelöst haben. Sollt« sich die Hochdrucklag«, wie es den Anschein hat, noch länger erhalten, so muß damit gerechnet wer- den, daß im Lause der Woche die Temperaturen noch höher steigen und stellenwcsse selbst 35 Grad Wärme überschreit«« werden. Befreiungsfeier in Mainz. Historische Schallplatten. Ein großer Augenblick der deutschen Geschichte ist für die Nach- well jestbehalten. Zwei Parlophon- Schallplatten geben den Verlaus der deutschen Befreiungsfeier in Mainz wieder: Ansprache des Oberbürgermeisters Dr. Külb; festliche Ehorgesäng«; und—«in Eindruck von überwältigender Raturtreuc— das feierliche Geläut des Mainzer Doms. In dem Tempo, das die Industrie sonst nur für Opercttenschlager und Reoueaktuallläien hat, gelangt diesmal ein Geschehnis von historischer Bedeutung an das Ohr weiter Kreise. Diese Platten, aufnahmetechntsch ausgezeichnet gelungen, sind Zeit- dokumente von bleibendem Wert. K. P. 3m U-Bool zum Nordpol. Der Polarforscher Wilfiiis will eine U-Boots cchrt noch dem Nordpol in: nächsten Sommer ausführen. Er hat dem norwegischen Krönlandforlcher H. U. Soerdrup die wissen- schastliche Leitung der Expedition angeboten. Soerdrup hat zugesagt. Kerien auf den Außenspielplätzen. Beginn der Spiele am Z'.Zuli. Auch in diesem Jahre finden die F c r i c n s p i c l e für unsere Berliner Schulkinder in der üblichen Weise an den Wochentagen uom 7. Juli bis einschließlich 2 August aus öcn Außenspiel Plätzen Grunewald, Dahlem, Jungfernhcide, Tegel, Blankenfelde I und I l, Luch, Wartcnbcrg, Pferdebucht, Wuhlhcidc, Königsheide und Plänterwald stall. Die Kinder werden unter zuverlässiger Aufsicht von morgens bis abends auf den Plätzen untergebracht und oer- pflegt. Spiclgcräte stehen zur Verfügung. Die Elternbeiräte find in der geringen Höbe der Vorjahre mit täglich 30 Pf. für das erste Kind und 15 Pf. für das zwei e Kind einer Familie fest. gesetzt worden. Bei Entnahme einer Wochenkarte sind nur l,5t> M für das erste und 75 Pf. für das zweite Kind zu zahlen. Alle weiteren Kinder derselben Familie find beitragsfret. Die Befördc- rung der Kinder zu und von den Plätzen erfolgt kostenfrei: � auf den Spielplätzen wird ihnen ein Morgengetränk(Kakao oder Kaffee), ein kräftiges Mittagessen(Gemüse, Hülsenfrüchte, Nudeln, Reis usw.) und Nachmittagskaffee mit Gebäck verabfolgt. Die Wochenkarten werden gegen sofortige Zahlung der Kinder am Montag ausgehändigt, die Tageskarten täglich. Die Kinder versammeln sich täglich um 7.30 Uhr auf S ch u l h ö f e n, die in allen Schulen bekanntgegeben werden. Die Kinder müssen sich stets rechtzeitig— besonders am ersten Spieltage— auf den Sammelhöfe» einfinden. Trinkgefäße aus Glas, Steingut oder Por.zellan dürfen nicht auf die Spielplätze mitgebracht lvcrden. ivammelplätze der Kinder find folgende Schulhöfc: t. Spielplatz Grunewoldc Berlin: Levetzowstr. 26, Derfflinger- stroße 18a, Kulmftr. 15, Tempelhofer Ufer 20, Gneisenauftr. 7; Schönrberg: Feurigstr. 57(Ecke Ebersstraße); Friedenau: Albe- strotze 31/32: Spandau: Maucrstr. 10. ?. Spielplatz Zungsernheide: Charlottcnburg: Wiebestr. 53— 58, Kirchhosstr. 5, Ioachimsthaicr Str. 31/32, Spreestr. 29, Kamminer Straße 17/18, Echloßstr. 2, Witzlebenstr. 34/35, Hallcrstr. 3/4; Siemensstadt: Gemeindeschule. 3. Spielplatz Tegel: Berlin: Turmstr. 75, Bremer Str. 13/17, Alt Moabit 23, Stephairstr. 3, Müllerstr. 158, Schulstr. 99, Ostender Straße 39, Müllerstr. 48, Schöningstr. 17; Reinickendorf-West: Eich- bonistraßc. 4. Spielplatz Blankenfelde I: Berlin: Hirtenstr. 4, Prenzlauer Allee 227, Pasteurstr. 5, Seneselder Str. 6� Greifenhagener Str. 20: Pankow: GmnowstrM?, Kaiscr-Fricdrich-Str. 58, Rose nt Haler Weg Ecke Kaiser- Wilhelin- Straße. 5. Spielplatz Blankenseld« II: Berlin: Gipsstr. 2Za, Stral- sucrder Str. 54, Christianiastr. 36, Sonmmburger Str. 20, Qder- berger Str. 57, Driesener Str. 22; Rosenthal: Kastanienallce (Volksschule). S. Spielplatz pferdcbuchl: Berlin: Goßlerstr. 61(Schulhos): Gartenstr. 107a, Demminer Sir. 27, Pankstr. 17, Prinzenallee 8; Buch: Nordbahn(Bohnhossvorplotz). 7. Spielplatz Hartenberg: Berlin: Fruchtstr. 38, Fricdenstr. 31, Oltnacr Str. 19, Straßinamistr. 6, Petersburger Str. 4, Hausburg» straße 20, isamariterstr. 20: Weißensce: Wörthstroßc. Langhans- Ecke Raelckcstraße(Volksschule). 6. Spielplatz Buch: Berlin: Hannoversche Str. 20, Kesselstr. 3/4, Lichtenberg: Holteistraße(ochulhof): Grünau: am Bahnhof: Friedriche-hagen: Kurpark; Alt-Glienicke-Adlershos: Süßer Gnind am Bahnhof Adlershof: Köpenick: Bcrgmannstraße(Volksfchtckg), Glienicker Straße(3./4. Volksschule), Amtsstraße(1./L. Volksschule): Friedrichofeldc: Schule Friedrichstraße, am Bahnhof Lichtenberg- Fricdrichsselde: Karlshorst: Stolzenfels- Ecke Andernacher Straße. 9. Spielplatz Wuhlheide: Berlin: Köpenicker Str. 125, Mariannenufer la, Koppcnstr. 84, Markussir. 49, Niedcrwall- stroße 6/7, Frankfurter Allee 37(Lyzeum): Obcrschöneweidc: Frischenstraße(Schulhof). 10. Spielplatz königsheide: Neukölln: Boddinplatz, Warthe- Ecke Hermannstrage, Emjer Straße(am Ringbahnhof Neukölln), Hertzbergplatz: Britz: Buschkrug: Nicderschönewcide: 2tm Bahnhos Berlin-Schöneweide(Ausgang nach Johannisthal). 11. Spielplatz Plänterwald: Berlin: Dieffenbachstr. 60, Alte Iakobstr. 127, Wilmsstr. 10, Britzer Str. 17, Reichenbergcr Str. 131, Görlitzcr Str. 51, Közienickcr Str. 2; Baumschulenweg: Kicfholz- Nraße 274: Treptow: Kiefholzstr. 46: Mariendors: Ehaussce- Ecke Kurfürstenslraßc: Tempelhof: Dorfaue. 12. Spielplatz Dahlem: Steglitz: Gymnasiuni Hecsestr. 15, Arndtstrahe(Poulsen-Realgymnasium): Lichterfelde-West: Richard- straße, Händelplatz: Lichterfelde-Ost: Äastanienstr. 7(12. Volks- schule); Lankwitz: Realgymnasium Kaulbachstrage. „Du sollst nichi rauchen" Boykott der italienischen Tabakregie. Die Antifaschisten sind jetzt in Italien auf eine Form des Pro» tcstcs verfallen, die den Vorteil hat. dcinoustratio zu wirken und gleichzeitig die Staotsfinanzen zu schädigen. Rtan will das Rauchen boykottieren. Die jüngsten Preiserhöhungen für Zigarren und Tabak erleichtern den Entschluß wesentlich, obwohl in Zeiten politischer Aussichtslosigkeit Tabak und Alkohol viel Zu- spruch finden. Da die Einnahmen der tgl. Tabakrcgie im italienischen Staatshaushalt eine sehr bedeutende Rolle spielen, sieht die Regierung diesen Boykott mit noch größerer Besorgnis als den der Zeitungen, dessen finanzielle Folgen ja auf dem Umweg über die faschistische Parteikasse auch dem Staate zur Last fallen. Besonders im Süden und auf den Inseln ist ein bedeutender Rückgang des Tabakocrbrauchs zu verzeichnen. In Bitti, einem größeren Dorf in Sardinien, mit einer vorwiegend aus Hirten bestehenden Bevölkerung, sind in 14 Tagen drei Zigarren und drei Schachteln Zigaretten vertauft worden. In O z i c r i, einer Kreishauptstadt in Sardinien mit beinahe 10 000 Einwohnern, sind die Männer— auch hier vorwiegend im städtischen Zentrum wohnende Landarbeiter-• airf den Markt gezogen und haben ihre Pfeifen verbrannk, was«inen ganz ansehnlichen Scheiterhaufen ergab. In Neapel hat man Studenten verhaftet, die den Leuten auf der Straße die Zigaretten aus dem Munde nahmen. In Eastelfamare am Golf von Neapel haben die Werftarbeiter beschlossen, nicht mehr zu rauchen. Zur Strafe ist einer von ihnen aus drei Jahre verschickt worden. In Celano in Abruzzen hat man ein Postpaket mit Pfeifen an Mussolini geschickt. Aus verschiedenen Orten wird ein Rückgang des Konsums aus die Hälfte gemeldet. Für die Behörden ist es sehr schwer, dagegen einzuschreiten, denn osscnbar kann das Rauchen nicht eine Bürgerpflicht fein. Viele kauen Lakrizen und solches Zeug, um sich die Entwöhnung vom Rauchen leichter zu machen. Bei Genua wurde ein junger Mann, der der- artiges kaute, von einem Milizmann gefragt, warum er nicht rauche. Auf die Antwort, daß er kein Geld habe, gab ihm der Schwarz- behemdete eine Ohrfeige. Die Regierung läßt nun unter der Hand damit drohen, es würden neue Steuern aufcrlgt werden, wenn das Rauchen zurückginge, aber die Leute meinen, ven» schon die Hühner Steuern bezahlen, bliebe nicht mehr viel Spielraum für neue Abgaben. In den Genuescr Fabriken sind Maueranschläg« angebracht worden: „wer nicht raucht, verrät da» Vaterland." Man muß nun abwarten, ob man auch wegen des Verbrechens, nicht zu rauchen, vor das Spezialgericht kommen wird. Wie wäre es mit einer Propaganda für das Rauchen der Frauen:„Italienerinnen, gebährt Kinder und raucht Zigaretten sürs Vaterlandl"? Gegen das politische Rowdytum! Der Ortsve'rein Berlin-Tiergarten des Reichs* banners Schwarz-Rot-Gold veranstaltet am kommenden Sonnabend, dem 5. Juli, eine Massenkundgebung im Kleinen Tier- garten, die um 19 Uhr mit einem Platzkonzert eines Sxnewmnns- zuges beginnt. Es spricht Landtagsabgeordneter Otto Meier über„Der Kampf gegen das politische Rowdytum!" Im Anschluß an die Kundgebung findet eine Demonstration durch die Straßen Moabits statt. Republikaner, erscheint in Massen! 16.05 16.30 \7.30 17.50 17.55 18.05 18.45 19.00 19.10 19.15 19.45 20.10 20.40 Nach 15.00 16.00 16.30 17.30 13.00 15.30 19.00 19.25 20.00 Freitag. 4. JulL Berlin. Gartenbau-Oberinspektor Dlckopp: Erdbeeren, Johannisbeere«, Stachelbeeren. Untcrhaltunjrsmusik. Sportliche Improvisationen. Vcrlcsuns: der Thesen der um 18.05 folgenden Diskussion. Teenmsik. Thesen-Diskussion. Für und gegen den Okkultismus.(Dr. Kröncr und Dr, A, HerzbergJ Teemusik. Das neue Buch. Arbeitsmarkt. Programm der nächsten Woche. Clara Viebig erzählt ihr Leben. Aktuelle Abteilung. Orchesterkonzert. den Abcndmcldungen bis 0.30: Abenduntcrhaltunr. Königswusterhansen. Carola Hersel; Mein eigenes Reich. Schulrat Georg Wolff: Lebrcrarbcitsgcmcinschaft. Schulgcmeinschaft. Nachmittagskonrcrt von Leipzig. Dr. F. D. Timmcrmanns: Wir machen eine Segelfahrt. Prof Dr. Wagemann: Die volkswirtschaftliche Verflechtung der Kca- junktur Dr. Hans Roeseier: Gustav Adolf und der Dreißigjährige Krieg. Paul Dubray: Un retour de mysticismc mddidval dans le ronian con- temporain. Wissenschaftlicher Vortrag für Aerzte. Wiesbaden: Großes Festkonzert. „Volk und Zeil", unserc illustrierte Wochenschrift, und „Der Kinderfreund" liegen der heutigen Postauslage bei, vkrantwortl, siir die Ncdaklion: Wslsgaog Schwär,. Bcrlin: An, darrt: Th. Slorft, Sttliit. Vrrlao: Lorwarts Prrlao S. m. b. S,. Berlin. Druck: Vorwärts Buch. druckerci und Bcrlngcanstalt Paul Singcr ör Co., BcrU» LW SS. Lindcuftroße 2. Hirrzu 1 Llilagr. Xltea.iec, Licltlspiele usw. Freitag, 4 7. Staats-Oper Unter d. Linden Tiil-U.». Fr. Ilii.11 Jilns-U.-T.li. 173 20 Uhr Ende 23 Uhr Staats-Oper km Plilt In Rrpublik Vorst 116 20 Uhr Carmen Ende geg. 23 Uhr Freitag, 4. 7. staut Oper Bismarckstr. Geschlossen Staatl. Sdiansph. am Gendarmenmarkt Jaltrts-U.-T.dii. I5B 20 Uhr Gustav Adolf Enden. 22 Va Uhr M.MiilHeater,[liarltlig. 20 Uhr SOierz, Satire, Ironie nnd tiefere Bedeninng _ Ende 22'h Uhr_ Theater I. d. Behrenslr. 53-54 S1/» U. A4 Zentrum 926-927 8V1 U- Direktion Ralph Arthur Roberts Hein Vetter Eduard Schwank in 3 Akten von Fred Robs Reichshallen-Theater |T| Uhr stelliner Sänger Das große Programm! LBcboff-Brettl llil! Garten Variete- Konzert- Tanz S15 Uhr.— Zen'ium 2819.— Rauchen erlaubt. Geld Geld durch Geld Corti außerdem Tanz. Kunze. Sport, Gesang, Musik. Humor In höchster Vollendung Sonnabend and Sonntag je 2 Vorstellungen 4 Uhr und 81Ä— 4 Uhr kleine Preise. R Sonnabend Das groOe Sommerfest der Fiimwelt veranstaliet vom Verband der FiimaufnahmeleiterDeutBchlands. Filmzauber im Lunapark Ein Programm von unerhöitcr Reichnal igkeit ----- Alle prominenten Künstler= Gilbert, Kollo, Schmidt-Gentner dirigier, ihre Schleger S Proiabcn-rrb: Wer erkennt nnet s für 20 OO Harb Preise. Express> Fi Im, nachmittags aufgenommen, abends vorgefahrt Auf Eh r en- u. Frei k. wird ein Zuschl. von 50 ff. erhob. Eintritt nur I IHarb. yolKsbUlme Tluater im BOlowplat:. SV» Uhr Julius Caesar Si?ii: Krrl tiiini Intig Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr Carmen Thealer d. Weildot Täglich 8'.■ Uhr: Bas Land des lücneins Franr Lehars Sensationserfolg! DsDttftes IHM D 2 Wetoiaun 5201 8 Uhr Phaea von Fritz v. Unruh Ren.: Max Reinhardt Mnsik: Pridriffi Hollacndr. Böhncnbildar Emst Sihütt?. Die Komödie II Bismck.2414/7516 8',: Uhr Wie wenie ich reidi und slflckiidi? Ein Kann in 11 Abhilangen von Felii Joathimson. Musik von Misdia Spolianskj. Regit; Eridi Engel Bühnenbilder.- Ludwig Kainer lßOSE| -Theater | Oroße Frankfurter Str. 132| Tätlich 8.15 Uhr (Sonniags auch vi 5 Uhr): „Nie andere Seile" 3 Akte von Sheriff mit Gotthard Boge, Arthur 1 I MtlkowsKy. Robert Müller, Paul f u. Willi Rose, Franz Stein. Erich Wilde. Regie: Robert Müller. Auf der Gartenbohne, nur noch [ bis kommenden Sonnabend, das| t Riesen-Eröflnunosprcoramm und i „Lene, Utile. Liese' Vom 6.— 9. Juli: Rosenfest im Rose-6arten | TauMnd* von Roien. Rleun. Foutrvrtrk.— Willi Roten»m Flfioel. Toni Im Frolen. S�DIir: „Verllebte Leute" Operette von KQnneke. Vorverkauf tägl. von 11— 1 Uhr vorm. u. 3— 9 Uhr abds Sarnowsky- Bohnen Theater In der Streseniannsir. Täglich 8>,i Uhr Heine Sdiwester und ich Uosüiv.ltalpliBmlzk} Berliner Proter Sonunergaitcnihealer Kastarilenallee 7—9 Täglidi Id/ui 4 Ohr der große Varietd- Teil. Eine entzückende Burleske 8.15 U. üustl Beer, Gretl Lilien, Alex Hahsr, V. von Kobylanska in die Rose vonStambul Operette in 3 Akten von Leo Fall BniBes Kallecüodien Eintrittspreis von 50 PI, an. Renaissance- Theater 9 Uhr Steinplatz 6780 Die Wunder-Bar Revuestück Lessiog- •Thealkr »aitaian. N»,.«« Täglich 8': Uhr Der Faun roo Edw. Rmliiaarfi. Paul Hendels. Hahn. Flaroras. Rcval, Grodtcilnsky, Franken, Fiedler. Kanten. Lion Dir. Dr. Martin Zickel Komiscne Oper Friedrichstr. 104. M erk u rl 401 /4330. 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Mitte Juni 1930. „Ois�es"-��� ist vieler armer Amerikawanderer Ansangi Eeschirrwoschen. dazu gehören keine großen englischen Sprachkenntnisse. Dazu würde man nicht mal in Deutschland eine vier- jährige Lehrzeit vorschreiben. Ich habe versucht, der Tradition der ,.old-timer"— das sind jene Leute, die schon vor der Prohibition in den Staaten lebten— treu zu bleiben. Allerdings habe ich nicht Teller und Tassen in irgendeinem Restaurant, sondern„Tops e" in einer Zuckerfabrik gewaschen und überhaupt alles getan, was sozusagen am Ansang der geraden Straße zum„sugarleing" (Zuckerkönig) getan werden muß. Draußen, auf dem Wege nach Albany, in Ponkers am Hudson. Glück muß der Mensch haben. Vor drei Tagen hat man im ..süllhouse'', der Destillationsabteilung, einen Topswascher„ab- gelegt", weil er verdächtig war, in einem bescheidenen Winkel eine Zigarette geraucht zu haben. Der AbteilungsleUer gibt mir das als erste Warnung mit auf den Weg. Für meine Vergangen- heit interessiert sich der Betrieb durchaus nicht: schon ganz und gar nicht, soweit sie etwa in Zeugnissen attestiert wäre. Der Clerk vermerkt in seinem Fragebogen nur, daß ich aus Deutsch- land komme, 27 lange Jahre alt, sonst aber gesund bin. Er will wissen, ob ich gut schen und hören kann, wieviel ich wiege, wie groß ich bin, ob ich das erste Einwanderungspapier habe. Dann nimmt mich der Vorarbeiter unter seine Fittiche. Heini heißt er: und im übrigen verrät ein„Schmiß" über der linken Wange sofort den deutschen Akademiker. Das Geld hat nicht ganz bis zum Ab- schloß des juristischen Studiums gelangt... In der Destillatlons- obteilung sind überhaupt nur deutsch stämmige Arbeiter tätig. Die Gewinnung reinen Alkohols aus der Maische ist in Amerika heutzutage Vertrauenssache: und draußen um das isoliert gelegene stilldouze wandern ständig einige Prohibitionsbeamte herum. „Es ist harte Arbeit hier, ich habe bei meinem Anfang als Topf- Wäscher oft die Zähne zusammenbeißen müsien", sagt Heini. Aber ich lasse mir doch nicht Angst machen. Mir imponiert einstweilen nur das wöchentliche Einkommen van durchschnittlich 3 6 Dollar. Mit 15 Dollar kann man bei bescheidenen Ansprüchen auskommen. 1500 Dollar Sparmöglichkeit in zwei Jahren— sind das nicht respektable erste Schritte aus dem Weg« zum Zuckerkönig? Immerhin: etwas bedenklich erscheint mir doch die elf stündige Tages- und die dreizehn st ündige Nachtarbeitszeit. lind als ich gar zum erstenmal einen der Arbeitssäle betrete und mir die stickigen Maische- und Alkoholdiinste entgegenziehen aus einigen der 20 mir anvertrauten„Töpschen", die je 100 000 Liter fassen und tmrch zwei Stockwerke gehen, wird mir erst heiß und gleich daraus übel. Der stillman kontrolliert seine Meßapparate.„Du bist wohl Braucreisachmann?" oermute ich„Nein", lacht er,„aber pen- sianierter ö st erreich: scher Osfizicr. lind was ich hier verdiene, ermöglicht meinem Sohne das Studium an der Sorbonne und in Berlin. Wenn er fertig ist, gehe ich zurück in die Heimat." Aber für Plandereici, erholte ich durchaus nicht meinen Lohn. Schon kommt Otto, der 24jährige Bai>er. Er hat es bereits bis zum Maischmann gebracht, der den Ju- und Abfluß der Maische in die Destillicrtöpfe zu kontrollieren hat. Er soll mich mit meiner Aller- wcltsputzarbeit vertraut machen. Seine Frau hat er aus Bayern mitgebracht. Sie arbeitet in einer Wäscherei. In einigen Iahren wollen sich die beiden das Geld zum Erwerb eines Geschästs in der .Heimat zusammensparen.„Das kann man hier, aber leben— nicht!", sagt Otto und schmunzelt im Vorgefühl des guten bayerischen Bieres, das er schließlich nicht Zeit seines Lebens entbehren kann. Inzwischen haben einige ousdestillierte Kessel ihren wertlosen Restinhalt in den Hudson entleert. Mittels eines Flaschenzuges muß ich die fünf Meter im Durchmesser großen eisernen Deckel hoch- winden. Dicke, alkoholgeschwängerte Dampsschwaden entströmen dem sirupsarbencn Brei, hüllen mich ein und verabfolgen mir ein nicht erbetenes russisch-römisches Bad nebst leichter Narkose: nur daß selbstverständlich die Liegekur hinterher nicht gewährt wird. Ganz im Gegenteil: die Schattenseitc der guten Bezahlung der amcrikani- schen Arbeiter ist das bekannte furchtbare?l n t r c i b e r s y st e m. Der koremav hostet dafür, daß jede bezahlte Minute die Höchst- leistung des Arbeiters bringt und daß die für jeden Zlrbeitsgang genau ausgerechnete knappe Zeit eingehalten wird. Kaum habe ich die Deckel hoch, muß ich mit Hill« dicker Gartenschläuche die zähe, klebrige Maischmasie von den Wänden und dem Boden der Töpfe abspritzen, ein gutes Muskeltraining, wenn nur die Hitze und die betäubenden Düste nicht wären. Den Loden der Kessel kann man nur sehen, wenn man elektrische Lampen hinunterläßt. Ab und zu muß man hineinsteigen in die„Töpschen". das Werk der Reinigung mit Bürste und Lappen vollenden. Dann ruft man ..k-mptv� bringt sich in Sicherheit, und eine neue Maischslut ergießt sich in den Kochtopf. Auch aus mich lauert ein« neue, schöne Beschäftigung. Ich muß „paintau". In meinem Leben habe ich nichts mit Pinsel und Farbe zu tun gehabt. Hier werde ich in einer Minute zum„M a l e r" aus- gebildet: in der nächsten sitze ich schon auf einem der Töpfe und ver- suche, ihm eine Silbersarbe aufzudrängen. Ick finde, daß das ölige Zeug viel mehr Neigung zeigt, sich aus meinen Händen, meinem overali und meinen Schuhen festzusetzen. Der Ruf des koremans hindert mich zunächst an der weiteren Vergewaltigung eines ehrbaren Handwerks. Der Ab fall kästen ist übervoll: Otto und ich befördern ihn ins Freie. Draußen sind SO Grad Fahrcnheit, kein Lüftchen zittert durch die Sonnenglut. Wer noch keinen Sommer in amerikanischen Städten erlebt hat. kann sich so etwas Niederdrückendes von feuchtschwüler �.ropenatinosphäre gar nicht vorstellen. New Park hat an jedem Sommertag mehrere Hitzetote. Ich wundere mich nur, daß ich mich bei dieser Temperatur in meinem heißen Kesselhaus bei der ungewohnten körperlichen Arbeit noch nicht völlig verflüssigt habe, obwohl mir ununterbrochen über Gesicht und Körper die Schweißbäche rinnen. Nun rüstet man mich mit Strohbesen, Eimer und Schaufel aus. Irgendein Präsident will im Lause des Nachmittags„b e i i ch- t i g e n". Alle Manu sind dabei, das Haus auf den hohen Besuch vorzubereiten. Ick..clcaiic", so gut es mein« jchwachgewordenen Arme noch erlauben: vor ollem die aus 2lbs�ellräumcn heraus- geholten Schreibtische, die d«r Sache einen wichtigen Rahmen geben sollen. Kompliziert« Apparaturen, sonst m« gesehen, werde» auf» gebaut. Man muß seinem Gast doch etwas bieten. Ich auch, aber unfreiwillig. In einem oberen Saale bin ich fleißig dabei, die zer- beulten, rostigen Feuereimer mit frischem Wasser zu füllen. Wohin mit dem alten? Keine Abflußrohre, keine Becken. Aber einen aus- gedörrten Bretterfußboden. Also rauf mit der Erfrischung! Dann habe ich nur halbe Schrubberarbeit. Was hilft die zu späte Er- kenntnis: der Fußboden ist„durchbrochen". Fein« Ströme des schmutzigen Wassers tropfen nach unten: bei meinem Pech natürlich unmittelbar neben dem erlauchten Besucher und seinen geschäftigen Führern vorbei.„VVliat tlie hell!" kommt der Abteilungsleiter in schönstem Slang angcflucht... Ich flüchte mit meinen ölfarbenen Händen an den Terpentintopf. Ohne sonderliches Entzücken aber brennend empfinde ich, daß Ersenketten und rostige Eisenstangen und was dergleichen seit der letzten Besichtigung sich zusammengefunden hatte, meine Hände gewaltig lädiert haben. Es ist schon hoch im Nachmittag und noch Ich Habe einnial eine alte Frau gekannt, die einhundertund ein Jahr alt wurde. An ihrem hundertsten Geburtstag im Jahr« 1896 erschienen bei ihr zu offiziellem Glückwunsch Bürger- meister und Dertreter von E. E. Rat, einem„ehrwürdigen Rat" der alten Seestadt Rostock, in der die alte Frau lebte. Ich hatte ganz unoffiziell mein blondhaariges vierjähriges Töchterchen zum Glück- wünsch mitgebracht. Die Herren erwähnten in ihren Ansprachen, was die Alte in jungen und späteren Iahren an geschichtlich Bedcu- tendem miterlebt habe, sie hätte ihnen wohl, denn sie war geistig frisch und hatte ihre Erinnerungen bewahrt, antworten können, daß sie den alten Blücher, den Mecklenburger, gekannt hätte, daß sie mit FritzReuter zusammen gewesen war, bevor er seine.Festungs- Haft verbüßen mußte, und auch später, doch davon schwieg sie diesmal. Sie dankte den Herren ganz kurz, dann zog sie mein Töchterchcn an sich, strich ihr mit der welken Hand über das helle Haar und sagte: „Als ich so alt war wie du, hatte ich eine Pupp«, die hatte auch so blondes Haar, aber damals waren die Puppen ganz anders wi« heut", und dann erzählte sie ausführlich von der Puppe, die sie als junges Kind besessen und auch einmal zu einem Geburtstag als Geschenk erhalten hotte— am gleichen Tage vor beinah« hundert Iahren. In dieser Erinnerung er- wacht« ihr das Einst am stärksten zum Leben. Zu andern Malen hat sie mir dann erzählt von dem alten Blücher, der i in in er seine Pfeife geraucht hätte, aber„neu ganz netten Kirl" gewesen wäre, und daß sie auf dem Lande einer Haustause beigewohnt habe, bei der„Fritzing Reuter", der damals schon ein berühmter Dichter war, Pate gestanden hatte. Er sollte das Kind halten, lieh sich dazu einen kleinen Tisch heranrücken, streifte die Rockärmel hoch, stützte die hemdärmeligen Arme auf, hielt die Hände flach, auf die man ihm das Kind legte, und jagte zu dem Pastor, der hinter den mit Blumen geschmückten Altartisch trat und anscheinend für den geseierten Gast eine große weihevolle Rede vor- bereitet hatte:„Nu Posting, maken's de Sa ch kort!"— Alltagserlebnisse, die mehr ins Auge fielen für die Ilmwelt als die Großtaten. Vielleicht war dieser Umwelt auch erstaunlich, daß die berühmten Leute nicht ständig ans dem tragischen Koturn einher- schritten.„So Hab ich mir den Dichter nicht gedacht", sang Johannes Trojan einmal sich selbst ironisierend. Ein Beispiel hierfür ist auch, was mir ein alter Göttinger Professor, der aus der Familie Brentano stammte, erzählte, feine Großmutter in Frankfurt a. M. sei immer höchst aufgeregt gewesen, wenn der„Herr Geheime Hofrat von Goethe" zum Abendbrot erwartet wurde, denn der sei recht verdrießlich geworden, wenn einmal das Essen nicht so gut gewesen sei, und vor allen Dingen habe eine Flasche guten französischen Rotweins auf dem Tische nicht fehlen dürfen. Zunächst war Goethe dann schweigsam, ober wenn er die Flasche Wein geleert hatte, wurde er gesprächig, „und dann wurde es fein!"— aflcin Großvater. Meineigener Großvater war geboren im Jahre 1797. Er erzählte mir als F ü n i u n d a ck t z i g j ä h r i g e r, wie er ein- mal als Junge— er war ein armer Junge gewesen— sich ausnahmsweise eines fett geschmierten Schmalzbrotes mit Wurst er- freute, aber als er dies verzehren wollte, kamen zwei zerlumpte hungernde französische Soldaten gelaufen, die ihm so leid taten, daß er ihnen sein kostbares Besitztum schenkte, mit dem sie weiter liefen. Das war im Jahr« 1812. Es waren Flüchtlinge aus dem Heere Napoleons des Ersten. Mein Großvater lebte nicht allzu weit von der russischen Grenze. Die Erinnerung dieses großen Mitleids haftete als Abglanz der Weltgeschichte in seiner Seele. Doch häufiger und mit Vorliebe erzählte er von den 99 Windmühlen seiner Vater st adtRawitsch. Es waren immer 99 und konnten nie 100 werden, denn wenn ein« Hundertste errichtet wurde, dann brannte eine der andern ab oder wurde durch Sturm zerstört. Das hatte er selbst zu drei Malen erlebt, und alle Leute glaubten so fest daran, daß eine hundertste Mühle einer anderen der neunundneunzig Unheil bringen müsse, daß min keiner mehr wagte, eine neue Mühle zu bauen. Der Großvater lächelte ein wenig, wenn er das erzählte, als spotte er über den Aberglauben, denn er war stolz daraus, mit der Zeit mitzugehen, er war immer ein„Aufgeklärter" gewesen und hatte schonolsganzjungerMenschSchillergelesen, was für diesen Ostwinkel Deutschlands wohl etwas Ungewöhnliches war,— aber wenn er auch lächelte beim Erzählen, ein Rcstchen jenes Glaubens haftet« doch noch aus Jugendjahren fest,— hatte er doch selbst drei Mühlen brennen sehen! Sehr gern vergleichen alte Leute die äußere Lebensgestaltung ihrer Jugend mit der der Gegenwart. Da ist jetzt vieles so anders geworden, besonders in bezug auf technische Errungenschaften, Der- kchrsmittel und anderes. Das Früher, von dem die Alten erzählen, erscheint als interessantes Kuriosum, über das mar. lacht. Die Alten lochen mit, und doch,— wenn sie davon erzählen, schwingt ein Ton von Wehmut mit,—„Eigentlich war«» früher doch keine Zeit zum Lunchen gewesen. Eine halbe Stunde Pause, sogar eine mitbezahlte, steht mir aber zu in der elf- stündigen Schicht. Schnell hinaus ins Freie, etwas essen und eine Zigarette rauchen! Fehlanzeige. Hinaus darf auch während der Pause niemand, eben, weil sie mitbezahlt wird. Da packt mich die Wut. Schmutzüberdeckt, matt, an Körper und Geist zerschunden erkläre ich Heini, daß ich mir lieber einen leichteren Start zum Zuckerkönig suchen wolle: vielleicht eine kleine Einheirat oder ähn- liche bequemere johs. Als ich Otto meine 51» Dollar Tagesverdienst zeige, sagt er: „Dabei hatten wir Dich doch heute so schonend behandelt!"„oneo but never again"(Einmal und nicht wieder) erwidere ich dankend und wander« in meinem schmutzigen Ehrenkleid davon. „'ck Z'ou gel a nie« job?"(Haben Sie eine nette Arbeit gehabt?), empfängt mich dieser niederträchtige Mensch von Hotelportier.., Herbert Ilartmann. schöner."—„Das Leben hatte damals mehr Romantik", hat mir mehr als einmal einer gejagt. Daran glaube ich freilich nicht. Die Romantik wohnt in jungen Augen und Herzen heut wie einst. Fragt unsere wandernde Jugend danach! Alte Krauen beklagen sich. Manchmal hastet die Seele der Alten so fest an dem, was in ihrer Jugend üblich war, daß sie die Umstellung durch die Zeit verwerfen. Dabei denke ich nicht etwa an die moralischen Werturteile über De- generation und Verwilderung der heutigen Jugend:„Wir hätten das nicht gedurft, als ich jung war." Mein Vater hätte so etwas nie erlaubt!" und wie sonst bei denen, die die Jugend nicht verstehen, die üblichen Klagelieder lauten, nein, ich denke an die t e ch n i s ch c n E r- r u n g e n s cha f t e n, die vieles heut so viel leichter gestalten, als es früher war, so viel neue Möglichkeiten schaffen. Und auch sie werden doch nicht gar so selten abgelehnt, es wird in dem Veralteten, was durch sie beseitigt wurde, ein schätzenswerter Besitz erblickt, dessen Verlust zu beklagen ist. Eine sehr alt« Frau fand die Ver- breitung der N ä h m a s ch i n e so beklagenswert.„Als ich jung war. habe ich all« Bettücher für mein« Aussteuer mit der Hand genäht mit einem Hohlsaum rings herum, ganze 24 Stück. Sowas können sie heut gar nicht mehr!" Eine sehr alte Fischerfrau auf der Oslseeinscl Hiddensee saß von früh bis spät am Spinnrad und fand vcrwcrilich, daß man fertige Wolle von fremden Schafen kaufe. Diese Frau war auch niemals von der Insel herunter gekommen, nur ein einziges Mal war sie mit einem Segelboot an der Westküste des benachbarten Rügen gewesen, in Schapcrode. Aber das Reisen hätte doch keinen Zweck, meinte sie, und daß nun der Dampfer nach Stralsund ginge und die Leute hinübersühre in die Stadt, sei«in U n s i n n. Sie ginge nicht in die Stadt, da fei es g e f ä h r l i ch. Da gäbe es so viele— Pf erdewagen... Als ich als junges Mädel zum ersten Male eine Tanzgcsellschaft besuchte, erzählte meine Großmutter, die einer wohlhabenden Familie in Hannover entstammte:„Ich hab's nicht so bequem gehabt wi« Du!"(Ich sollte in einer Droschke zweiter Güte vom Osten in den Westen Berlins fahren).„Ich sollte zu meiner Schwester Lifette, die in Berlin verheiratet war, zu einem Hausball konmien, da mußte ich im Wagen von Hannoocrnach Berlin fahren: damals war es aber künstlicher, das Haar zu frisieren als heut, wo Ihr es so in einem Dutt am Hinterkopf zusammentudcrt, und da mußte es mir meine Frisörin in Hannover machen, che ich abfuhr. Da durste ich den Kopf nicht anlegen im Wagen, sondern mußte mir eine Rolle in den Nacken schieben, damit das Haar nicht drückte. A ch t T a g c bin ich gesahrc» so. Aber sonst war der Wagen bequem. Es waren Taschen drin für unser Essen und Bücher und Schreibgerät"... Aber noch vor zwei Jahren erzählte mir eine Neunzig- jährige in München, wie sie als Mädchen mit den Eltern von München nach Wiesbaden reiste. Sie kauften einen Wagen, fuhren damit nach Augsburg, wo die Eisenbahn be- pann, wurden dort mitsamt dem Wagen in die Bahn geladen, fuhren den Hauptteil des Weges mit der Bahn bis zu deren Endstation, um wieder im Wagen das letzte Stück bis Wiesbaden zurückzulegen. So ging auch die Rückreise vor sich. Nach der Heimkehr wurden Pferde und Wagen wieder verkauft. In Rostock berichtete mir eine alte Freundin von der Empörung ihres Vaters über den Bau der ersten Eisenbahn(nach Berlin oder Hamburg, ich entsinne mich nicht mehr genau), und der Vater hatte ein.großes Schreiben ver- öffentlicht, in dem er dringend warnt« vor diesem Unter- nehnien, das die Roftocker Geschäfte ruinieren würde, da nun alles in die Großstadt fahren würde, um einzukaufen Verlin anno �87!. Meine eigenen Erinnerungen beginnen etwa ein viertel bis ein halbes Jahrhundert später als die jener Münchener Freundin meiner Mutter, aber es wird den Berlinern von heut auch wie«in Märchen klingen, wenn ich ihnen erzähle, daß ich als Kind im Jahre 1872 meine Großmutter besuchte, die„auf Sommerwohnung" ge- zogen war in eine frei liegend« Gärtnerei in der Berliner Straße in Chorlottenburg, daß ich auf Hyazinthen- und Tulpenfeldern spielt« im Osten in den großen Gärtnereien von Bouchä in der Blumenstraße und von Limprecht, über Zäune kletterte aus die großen Egerschen Holzplätz«, um zu„wippen"— die Stadt endete damals hinter dem Frankfurter Bahnhof, dem heutigen Schlesifchen. Ja... es war einmal! Auch die heutig« Generation wird, wenn sie altert, erzählen von dem was war. Auch dann wird denen, die nach ihr kommen, vieles unwirklich, manches unbegreiflich erscheinen. Ich möchte wünschen. daß den Kommenden zu diesen Unbezreislichkeiten gehören möge, daß mir einen Weltkrieg erlebten, daß wir unter krassen Formen eines ungerechten Wirtschastssysteins seufzten. Die Jungen mögen dann stolz sagen können:„Es war einmal! Jetzt ist es besser geworden." Wenn alte Heute erzählen... Erinnerungen von Uenni Cebmann (22. Fortsetzung.) �js muH ja ein ekelhafter Wind gewesen sein, der dich um- schmissen hat. Kleine", sagte«r. Ihr« Wurzeln sahen wie Riesen- -.ahnwurzeln aus, sie waren voll Erde und beträchtlichen Gesteins. Er versiel in Betrachtungen. Seine Reise bis hierher— samt all ihren Erlebnissen— ließ er an seiner Phantasie vorbei- parodieren, von dem letzten Tag im Büro am Halleschen Tor an gerechnet. Er zählte— von seinen Ferien blieben ihm noch 15 Tage. —„Es scheint ja so", sagte er zu sich, ,dah ich Demse am sichersten rinde, wenn ich sie nicht suche. Also mit Suchen aushören, ein für allemal..." Trotzdem fragte er sich: Wenn ich nun aber weiterzusuchen die Absicht hätte, gesetzt den Fall— nur zum Spaß—, wo hätte ich dann Aussicht, sie zu finden? Er zeichnete mit dem Jweig, den er spielerisch in Händen hielt, die Route Berlin— München aus den Boden. Er zeichnete weiter und machte«inen Punkt. Dies war Salzburg. Von dort zog er«in« Linie nach Sankt Wolfgang hinüber. Sein Zweig stand still. Hammerschlag saß aus dem Tannenstamm, wie«in Denker, di« Faust gegen den Mund gestemmt. Dabei dachte er durchaus nicht etwa angestrengt noch: aber die Tatsachen arbeiteten in seinem Innern. Daher hatte«r plötzlich einen Einsall. Denn wer denkt, hat als Resultat«inen Gedanken. Wer aber in sich denken läßt, hat leicht einen Einsall. Wien... war es Hammerschlag eingefallen. Er setzt« sich zurecht und zog noch einmal die Striche. Minuten- lang saß er still. Während Fräulein Saat nach einem solchen Ein- sall wie ein züngelndes Feuer in die Höhe gesprungen wäre, pruste Hammerschlag die Bedeutung seines Einsalls nach, er kalkulierte, so wie er es von geschäftlichen Unternehmungen her gewohnt war. Cr konnte nicht umhin, festzustellen, daß sein Einfall die Wahr- scheinlichkeit für sich hatte. Hui. macht« Hammerschlag, Wien...? Ja. natürlich Wien! Eine Wienerin, die auf dem Wege Berlin— München— Salzkammer- giü reist— wohin anders sollte sie wollen als nach Wien? Ich hätte schon Lust, mir auch einmal Wien anzusehen, dachte Hammerschlag: ob an der schönen blauen Donau und an den Back- henderln so viel daran ist— das mächt« ich einmal«rieben. .Lreiyverslucht*. brummt««r dazwischen,„woher diese Deniie überhaupt da» Geld hat. sich solch eine Sommerreise zu leisten? In Berlin macht« sie mir gar nicht solch wohlhabenden Eindruck. Wer da wohl dahintersteckt?" fragte«r unruhig, mit saUiger Stirn. Im selben Augenblick zuckten sein« Füße heftig zurück. Direkt vor ihm log ein« Schlange. Geräuschlos muhte sie aus dem Ge- büsch aus den Weg gekrochen sein. „Was willst du von mir?" srogte Hammerschlag:„Kindchen, hebe dich weg, dein Name ist Weib." Er hatte sich aus den Stamm der Tanne gestellt. Er wartete ab, bis die Dame verschwunden war. Das war Fräulein Saat in ihrer Originalgestalt, sagte er. Er nahm seinen Hut ab und grüßte hinter ihr her. Aber nun war es ihm auf seinem idealen Sofa ungemütlich geworden. Er wanderte weiter. Sankt Wolfgang, in dessen Nähe er gegen Abend kam, umging er. Er stiefelte am User des Sees nach Strobl.— Fräulein Saat hatte indessen, wie bei der Ankunft jeglichen Menlchentransportes von oben, an der Zahnradbahnstation ge- martet. „Wo ist mein Hammerschlag?" seufzte si«. Als sie an diesem Abend zum soundso vielten Male enttäuscht heimgegangen war, hatte si« sich in ihr Hotelzimmer gesetzt und geweint. Es war so traurig, allein zu reisen. *** Großartig müde, mir ausgearbeiteten Muskeln, und angenehm ausgehungert kam Hammerschlag in Strobl an. Er nahm«in Hotel- zimmer. E» war seine Absicht, am nächsten Vormittag weiter- zureisen. Die Post wurde ihm übrigens immer an seinen jeweiligen Aus- enthaltsort nachgesandt. Bon Dr. Cibulski hatte er seit länger als einer Woche keinen Brief erhalten. In seinem letzten Schreiben hotte Dr. Eibulski mitgeteilt, daß noch immer nicht von einem Ein- druch im Büro zu berichten wäre. Aber«r halle die Augen offen und hois«, die in Frag« stehende kriminell« Person einmal in der Borbereitung der Tot zu überraschen. Es habe sich da«in Jndwi- dumn vorm.Hause sehen lassen, das man mit größter Sicherheit als den gefährlicken Einbrecher bezeichnen könnte. Er. Dr. Cibulski, habe nach wie vor«in ausmerksomes Aug« auf seine gefährdete Tür. Fräulein Weinmeister, schrieb Dr. Cibulski am Ende, täte an- aemesten ihr« Pflicht. Vlll. Ein krimineller Mensch. Arnold, der Lehrling Arnold Fem von der Dcrsicherungssirma, quält« sich immer noch mit dem Bries, den er an das Fräulein von nebenan schreiben wollte. Noch nie im Leben hatte er gewußt, daß die Absicht, einen Bries zu schreiben, einem so viele Beklemmungen verschossen kann. Wenn er sich hinsetzte und einfach drauflos schrieb, o kamen lauter Weichungen aus der Zchnpfennigsromanliteratur Nibei heraus. So etwas würde er natürlich im Leben nicht unter- eichnen. Er wariete, wartete, bis sich zu feinen Empfuchungen ein "nügermahen vernünftiger Ausdruck einstellen wollte. 11 ich einmal, am Abend, als er gerade dabei war, feine Stiefel und die seiner Mutter für den nächsten Morgen zu putzen— ging es los. Er warf die Stiefel hin. Er stand am Tisch in der Küche ein Bleistift flog aus einer Tüte hin und her: einen Stuhl heran- zuziehen ließ er sich keine Zeit. Donnerwetter, das geht ja wie geöll, dachte er zwischendurch für sich. Ein Satz nach dem anderen kam, wohlgeformt, logisch g«. lügt. Mitunter kamen zwei aus einmal. Er konnte gar nicht so 'ibnell schreiben, als die Sätze in ihm entstanden. Es hörte, ahnlich > bei e'n'm Springbrunnen, überhaupt nicht auf. Aus einem besonders vornehmen Brielpapier, das schon vorher :gens zu diesem Zweck gekaust war, schrieb er den Brief unvcrzüg- ich ins Rein«. „Es ist formal ausgezeichnet gelungen", sagte er. als«r fertig war, sich selbst bewundernd,„soviel Schwung und dabei nirgends sentimental. Das ist ein philologisches Glanzwerk, daraus will ich meinen Doktor machen. Es gehört in«in« Anthologie von Annähe- rungsversiichen berühmter Männer hinein." Ehe er einschlief, ging er an den Schrank und schob den Bries in die Brusttasche seiner Weste hinunter. Am nächsten Morgen, als«r sein Frühstückspaket und den Hut nahm, bemerkte seine Mutter(die ihn übrigens immer noch ihre Mißbilligung wegen seiner Eigemvilligkeiten fühlen ließ): Es wäre um eine Viertelstunde früher als sonst— was ihn denn veranlaßt«, so übertrieben zeitig ins Kontor zu gehen? „Weil ich mich bei dem warmen Wetter nicht abhetzen will", brummte Arnold. „So, hast du dich denn bisher abgehetzt?" fragte die Witwe Fein teilnehmend. Da steckt etwas dahinter, dachte sie.— Arnold hielt die Früh« für di« best« Zeit, um seinen Brief ab- zugeben. Er rechnete damit, daß dann das jung« Mädchen, dessen Namen er nicht wußte, noch allein im Büro wäre. Ungestört könnte er ihr das namenlos« Kuvert übergeben.(Er gedachte, dabei einige erklärende Worte zu sprechen, etwa: Für Sie!) Auch zum Lesen, meinte Arnold bei sich, würden ihr diese Minuten vor Beginn der eigentlichen Geschäftszeit die gelegensten sein. Im Magen und Gcdärm fühlte Arnold sich nicht eben gut. Aber all« hemmenden Empfindungen überwand die seit Tagen, ja seit Wochen auf diese Stunde konzentrierte Energie. Er ging mit künstlich gefestigten Schritten über den Flur im drillen Stock des Äontorhauses. Es war genau 10 Minuten früher, als er sonst hier einzutreffen pflegte. Die Uhr zeigte 20 Minuten nach acht. Vor der Tür zum Redaktionsbüro stand er still. So hatte er schon einmal hier gestanden. Wieder wie damals fühlte er sein hämmerndes Herz. Seinen Brief hielt er in der Hand. Er berührte die Klinke mit leisem Druck. Ehe er aber noch Ge- wißhcit hall«, ob di« Tür nicht noch verschlossen wäre, ließ er vor- sichtig los. Dann beugte er sich hinunter, äugte durch's Schlüsselloch. Er sah gegen Dunkles wie gegen ein« Mauer. Ein Schlüssel, inwendig steckend? dachte er. In demselben Augenblick wurde von innen di« Tür zurück- gerissen. Arnolds Oberkörper flog hoch. Er starrte in ein Gesicht, das einen Spitzbart trug. Zwei blau- grünliche Augen stachen durch eine goldrandige Brille. Der Kopf nickt« unaufhörlich, es war wie ein Zittern. ,.Guten Morgen", sagt« Arnold. „Einbrecher!" stieß der Grauweißbärtige hervor— sein Gesicht funkelt« in der Erregung«in«» älteren Herrn, der einen Fürsorge- zögling in semer Gewalt hat, um ihm eine Rede zu halten. Da macht« Arnold kehrt. Er wollt« in das Büro seiner Der- sicherungssirma hinüber. Aber so einfach war das nun nicht mehr. Das ist ja das Scheußliche an jeder gewagten Handlung, daß man chren Anfang, wenn er mißlungen ist, nicht einfach auspusten kann wie ein Streichholz. Rekn, Hinte? jedem Anfang kommt etwa» Hinte rhe?. ob man will oder nicht. Arnold fühlt« sich von hinten am Kragen gepackl. Er riß sich los. Er begann zu laufen. Aber da merkte er, hinter ihm der Alte lief auch. Arnold rannte. Hinter ihm rannte es ebenfalls. „Derflucht", stieß Arnold heraus. Er nahm die Wendung, die der Flur noch vor der Tür der Versicherungsfirma machte, im Galopp, und überlegte so rasch als«s ging, was tun? Sollte er auf die Straß« laufen? Oder sollte«r in sein Büro hinein. Er kam mit seiner Ueberlegung nicht zu Ende, lief aufs Kontor los, fühlte, daß das. was er tat, das Verkehrte war, riß trotzdem die Tür auf, stürmte hinein und schlug die Tür zu.(Fortsetzung folgt.) eBuch floch einmal: itlax Otochdorf: Stofa Xuxemburg Wir werben um Veröffentlichung folgender Zuschrift ersucht: Hermann Müller- Franken berichtigt Irrtümer meines Luxem» burg-Buches und irrt sich dabei selber. Geburtsdatum und Geburtsjahr Rosa Luxemburgs werden stets verschieden an- gegeben. Das ist nicht weiter erstaunlich, da die russischen Standes- beamlen vor 60 Iahren die Eintragung der jüdischen Kinder sehr leichtfertig vollzogen. Rosa Luxemburg selber half sich aus diesem Wirrwarr, indem sie bei gerichtlichen Einvernehmungen gar den 25. Dezember, also ein ganz anderes Datum als das von Hermann Müller und mir genannte, angab. Nirgendwo in meinem Buch wird T r o tz k i als„ideeller Freund und Rotgeber" Rosa Luxemburgs charakterisiert: erläutert wird vielmehr, daß Trotzki Jahr« nach dem Tod Rosa Luxemburgs am System der bolschewistischen Diktatur die gleiche Kritik übte, für die sie durch Ihre Brdschüre„Die russische Revolution" den Ton angegeben hatte. DI« Tatsache, daß Hermann Müller den ersten Manuskriptdruck der Broschüre„Massen- streik, Partei und Gewerkschaften" besitzt, ändert nichts daran, daß diese erste Ausgabe eingestampft und dann erst durch «inen Neudruck ersetzt wurde. In diesem späteren für die Oesfentlich- teil bestimmten Neudruck wurden dann viele Kraftstellen stilistisch gemildert. Um meinen Lesern archivarische Auseinandersetzungen zu ersparen, verzichtete ich auf die Erörterung dieser und anderer philologischer Fragen. Daß einmal 1894 statt 1893, statt Artur Adolf und statt Gustav Georg gedruckt wurde, habe ich längst gerügt und die Korrektur dieser Druckfehler für die neue Auflage vorgemerkt. Diese neue Auflag« erweist sich eben als notwendig. Ich bedauere, Hermann Müller durch diese letzte Feststellung sagen zu müssen, daß immer mehr leichtfertig« Leute den Wunsch hegen, meine von ihm so scharf getadelten„schillernden Phrasen" zu lesen. �lax HocMork « Zu dieser Zuschrift des Genossen Max Hochdorf habe ich das Folgende zu bemerken: Hochdorf gibt eine Reihe falscher Angaben zu. Er täte besser, auch geegn meine anderen Behauptungen keine Richtig- stellung zu wagen. Meine Angab« über den Geburtstag der Genossin Luxemburg stimmt mit den Angaben der Familie überein. Im März und nicht im Dezember hat Rosa Luxemburg ihren Geburtstag gefeiert und sich von ihren Freunden beschenken lassen. Wi« wenig Wert übrigens Hochdorf auf richtige Angaben legt, geht daraus hervor, daß«r Rosa Luxemburg fälschlich am 5 Mai 1871 geboren sein läßt und sie wenige Seiten später 1904 im Zwickauer Gefängnis 36 Jahre alt sein läßt. Mein« Bemerkungen über Trotzt! stützen sich auf die Angaben, die Hochdorf fälschlich über Trotzki macht. Es heißt in seiner Broschüre wörtlich:„Und Leo Trotzki, einstmals ihr Freund und ideeller Ratgeber, wurde ins Ausland vertrieben." Bon einem Einstampfen der Massenstreik- broschüre im Auftrage der Partei ist nichts bekannt. Die Ab- weichungen zwischen dem Manuskriptdruck und der Buchhandels- ausgab« waren nicht so wesentlich, sonst hätte Rosa Luxemburg den Aenderungen in der Buchhandelsausgabe nicht zugestimmt. Meine Kritik war also in der Sache berechtigt und in der Form schonend. Si« hat mir den Dank von Genossen«ingetragen, die Rosa Luxem- bürg wirklich gekannt haben. Hermann MüIIer.kranlcen. WAS DER TAG BRINGT. «iiiiiiiiiiiiiiiniiiiHinuiiimniiiiiimiiiiiiiiiiiiiinniiiiimiiiiinimnimHnii»in«iiiiiiiiiiiiitiiiuinnnmininRinaniiiiimi:tiiiiiiuiiminiunniiniiiinmmiiniiiinmumiiiiHnmnnniinnf Die Elektrizität in der Hirnforschung. In dem aus den Mitteln der Kaiser-Wilhelm-Gesellschast jetzt errichteten Hirnsorschungsinstitut an der Irrenheilanstast Buch bei Berlin werden auch Versuche über die Einwirkung elektrischer Ströine aus das Nervensystem eine große Rolle spielen. Dem Institut wird ein Hochfrequenzlaboratorium angegliedert werden, in dem gastweise bekannte Forscher, die speziell die Einwirkung der Hochfrequenz- ström« aus das menschliche Nervensystem untersucht haben, arbeiten sollen. Die letzte Amazonenarmee. Bis zum Jahre 1893 gab es auf Guinea noch ein zu den Ewest- stammen zählendes Volk, Fon genannt, oas eine 3000 Frauen starte Armee unterhielt. Dies« Frauen, di« im Zölibat lebten, trugen eine Kleidung, die ihnen nicht schlecht zu Gesicht stand und waren sowohl mit Feuerschüzßgewehren und alten Degen, ol» auch mit Dolchen, Lanzen und Bogen bewaffnet. Bei der Unterwerfung der Fon durch die Fran.zosen im Jahre 1893 wurde die aus fünf Regimentern bestehende Ama,zon«narm«e fast völlig aufgerieben und suchte schließ- lich ihr Heil in der Flucht. Sie war die leiste ihrer Art in neuerer Zeit. Ohne Rast und ohne Ruh! Unser Erdball kennt nicht Ruhe und Rast, und er führt die ver- zwicktesten Bewegungen aus. Daß sich die Erde um sich selbst und dann weiter um die Sonne dreht, weiß jedes Kind schon. Es gibt aber noch zwei andere Bewegungen bei der Erde. Sie wirbelt näm- lich mit unserem ganzen Sonnen- oder Planetensystem, in dem sich unsere winzige Erde befindet, unentwegt einem Sternbilde zu, dos der Astronom als den„Sagittarius" oder Pfeilschützen bezeichnet. Diesem Sternbilde nähern wir uns in jeder Sekunde um 320 Kilo- meter. Es wird aber lang« dauern, bis wir beim Sagittarius an- gelangt sind, denn dieser ist noch so fern, daß das Licht von ihm zu uns 47 000 Jahre Wanderzeit gebraucht. Relativität der Zeit. Vor einiger Zeit fand zwischen dem Prinzen Purachatra in Slam und seinem Sohn in Homburg«ine drahtlos-telephoiiijch« Untei Haltung über die von der Telesunkcn-Gesellschojt erbauten Kurzwellen-Radio-Telephonie�cndcr in Bangkok und Nauen statt, während welcher die Ufc: in Nauen 12 Uhr mittags, die in Slam 6 Uhr abends zeigt«. Noch kuriosere Zeitunterschied« ergaben sich seinerzeit bei der Uebertragung der Eröffnungsrede des Königs Georg von England anläßlich der Flotlenkonserenz in London. Die Red« wurde am Dienstag, dem 21. Januar, vormittags 11 Uhr. noch Greenwicher Zeit geholten. Die ganze Welt lauscht« dem Radio, darunter auch ein Schifssoffizier, dessen Schiff sich gerade im«tillen Ozean dem 180. Längengrod näherte. Ein Schiff nun, das auf der Fahrt ostwärts den 180. Längengrad, di« Datumsgrenze, über- schreitet, überschlägt bekanntlich«inen Tag. Und so ereignete es sich, daß dieser Schifssoffizier den Anfang der Königsrede am Montag. dem 20. Januar, abends hört«, d h. einen Tag bevor sie gehalten wurde, und den Schluß der R«d« am Mittwoch, dem 22. morgen», d. h. einen Tag nachdem sie stattgefunden hatte. Die Henne als— Katzenmutter. Von einem netten Tieridyll erzahlt die Einwohnerin des nord- deutschen Ortes Barsfleth. Ein« ihrer Ijenneii hat der Hauskatze d:« Kinder adoptiert und vertritt mit geradezu rührender Liebe die Mutterstelle an den Katzentindern. Selbst die Katzenmama darf sich ihren Jungen nicht nahen, sondern wird von der Henne mit Schnabelhieben und Flügelschlägen vertrieben. Es ist ihr nur dann möglich, die Jungen zu säubern, wenn die Henne da» Katzonnest zum Eierlegen oerläßt. Schnellphotographic mit Röntgenstrahlen. Wenn man vor etwa 33 Jahren ein« Knochenphotographie der Hand mit Röntgenstrahlen gewinnen wollte, so brauchte man dazu 5— 10 Minuten. Und noch im Jahre 1904 wurde in einem Buch über»Elektrizität" geschrieben, daß man in einer Sekunde eine Photographie des Brustkorbes, in 10 Sekunden eine solche des Beckens gewinnen könne, wenn man mit„verbesserten Röhren" arbeitet. Heute ist man imstande, im zwanzigsten Teil einer cekunde die Röntgenaufnahme irgendeines inneren Teiles zu machen, ohne daß dabei der Aufnehmende oder der Aufgenommene irgendwelche Gefahr läuft. Man muß nur dabei sehr kräftig«, jelrr„harte" Röhren verwenden, mit denen sich rasch arbeiten läßt. Diese Röhren werden es auch möglich machen, z. B. Bewegungen eines Magens sckzncll aufzunehmen. Der Satzgehalt des Meeres. Da» Wasser der Ostsee hat bei-Hela nur 0,6 Proz. Salzgehalt, in der Nähe von Kiel dagegen 0,7 Proz. Der Salzgehalt der Nordsee beträgt ZU bis 3,4 Proz-- 1'> Verbandswettfahrtcn der Freien Segler Sonnabend und Sonntag, 6., 12. und 13. Juli Auf den BootsplLtzen der Arbeitersegler herrscht äugen- blicklich reges Treiben: Boote werden nufgeslipt, gewaschen, instand gesetzt, lackiert. Ein besonderes Augenmerk richtet man aus de» Unterwasserteil des Bootes. Schlamm und Algen werden hier ab- gelratzt, um nach dem neuen Anstrich noch das Unterwasserschiff mit einem fettigen Ueberzug zu oersehen, dessen Herstellung meistens eigenes Fabrikat der Segler ist, aus welchem Grunde auch das Her- stellungsgeheimnis treu gehütet wird. Das Unterwasserschiff und seine Beschaffenheit ist mitentscheidend für ein gutes Laufen des Bootes, und so deutet alles darauf hin, daß große Ereignisse, die ihre Schatten immer voraus werfen, vor der Türe stehen. Das große Treffen der vereine des Freien Segler-Verbandes, die Verbandswellfahrten finden am 6., 12. und 13. Juli auf dem Müggelsee statt. Die Start- und Ziellinie befindet sich hinter dem Restaurant„Mllggelschlößchen". Die Wettfahrten beginnen an den Sonntagen, also dem 6. und 13. Juli, vormittags um 11 Uhr und am Sonnabend, 12. Juli, um 15 Uhr. Die stattliche Zahl von 148 gemeldeten Booten beweist, daß die Arbeitersegler zu einem ehrlichen Wettstreit stets bereit sind. Leider verteilen sich die Meldungen in diesem Jahre nur aus die Groß-Berliner Bereine. Die wirtschaftliche Lage der auswärtigen Vereine läßt es in diesem Jahre nicht zu, Boote nach Berlin zu schicken. Bei den Meldungen steht die Freie Bereinigung der Tourensegler Grünau mit 24 Booten an erster Stelle. Der Segler-Verein Rahnsdorf als gastgebcnder Verein hat im Verhältnis zu seinem Bootsmaterial die stattliche Zahl von 21 Meldungen abgegeben. Dann folgen der Segel-Club Fraternitas mit 13 Meldungen, Tourensegler-Vereinigung Tegel mit 12, Verein Berliner Jollensegler mit 10, Segler-Vereinigung Niederschöneweide und Freie Segler Müggelsee mit je 9, der Wassersport-Verein 1921 mit 7, Segel-Club 1898, Segel-Club 1919 und Verein Spandauer Jollensegler mit je K Meldungen, Wassersport-Verein Welle 1928 mit 5 Meldungen, Freie Segler Jörsfelde und der neue Wassersport- Verein Nordstern mit 3, Wassersport-Verein Crossinsee und Segler- Verein Stößensee mit je 2 und Freie Segler Saatwintel mit einer Meldung. Auch die Einzelmitglieder warten mit 4 Booten auf. Was ist gemeldet? Ein gutes Zeichen für die Entwicklung des Segelsports ist die überaus große Zahl von 196 gemeldeten Klassenfahrzeugen, während nur 42 Boote auf die Ausgleichsklassen entfallen. An Klassenkielfahrzeugen weisen die 3S-qm-nationalen-Kreuzcr 2 Mel- düngen, die 30-qm,Rennjachten 7, die 29-qm.Kielboote 5 und die Ausgleichstreuzer ebenfalls 7 Meldungen auf. Das größte Boot in der Ausgleichstreuzer-Klasse wird mit 69 gm Segelfläche an den Start gehen. Die einst so beliebte 22-qm-nationale Binnenjollen- Klasse, die ehedem mit zu den schnellsten Fahrzeugen zählte, ist im Absterben begrifsen. Es liegen von dieser Klasse nur 2 Meldungen vor. Dafür weist die 15- und 29-qm-Rennjollen-Klasse gute Melde- ergebnisse auf. Mit je 21 Booten in der A- und K-Klasse werden diese Klassen an den Start gehen. In der 15-qm.Rennjollen-Klasse wird man auf das Abschneiden der beiden Neubauten„Wienerin" vom Berein Freie Segler Müggelsee und„Domino" von den Berliner Jollenseglern gespannt sein. Dominierend war in srüheren Iahren die 15.qm-R«nnjollen.Klasse, da man schon bei einzelnen Wettfahrten bis 36 Boote dieser Klasse an dem Start gesehen hat. Das Nachlassen in dieser Klasse kommt allerdings der 15-qm>Wanderjollen-Klasse zu- gute, die mit 16 Booten vertreten ist. Allerdings hatte man in dieser Klasse auf eine größere Beteiligung getippt, da allein bei den Früh- jahrswettfahrtcn die Gruppe Ost nnt 18 Booten vertreten war. Auch die Jollenkrcuzer sind diesmal nur mit 2 Meldungen in der 29-qin-Klasse vertreten. Es ist an sich schade, daß man die neue IS-qm-Jollenkreuzer-Klasse, die sich so schnell viele Freunde erworben hat, nicht am Start sehen wird, da für diese Klasse keine Meldungen abgegeben worden sind. Ein gutes Meldccrgebnis zeigt auch die I9°gm-Rc»njollen-Klasse mit 14 Booten in der A- und K-Klasse. Für den nötigen Antrieb wird hier der Neubau„Jschi Capa" von den Freien Seglern Müggelsee sorgen. Erwähnt sei noch die 29-qm- Wanderjollen-Klasse mit 3 Meldungen und die 19-qm-Wanderjollen- Klasse mit 5 Meldungen. Aber auch in den Ausgleichsklassen sind fast nur die Schnelläufer mit ihren alten Kämpen vertreten, so daß man auch hier nur einen guten Sport zu sehen bekommen wird. Die Meistcrsdiafts'Wettfahrt Am Sonnabend, 5. Juli, wird der Schleppzug mit den Booten der Vereine der Gruppe West durch die Stadt zum Verein Freie Segler Müggelsee in Friedrichshagen geleitet, der ebenfalls als gastgebender Verein die Boote während der Zeit unterbringen wird. Der Schleppzug wird sicher werbend für den Arbeitersegelsport wirken. Für den richtigen Seglerball sorgt Sonnabend, 12. Juli, der Segler-Verein Rahnsdorf, der in seinen eigenen Räumen das 4. Stiftungsfest abhält. Diese Gelegenheit werden auch alle Betei- ligten gern wahrnehmen, um einmal wieder eine Rolle Seemanns- garn vom Stapel zu lassen. Am Sonntag, 29. Juli, findet dann um 19 Uhr vormittags auf dem Müggelsee mit Start und Ziel an der gleichen Stelle die Vcrbandssonderwettfahrt der 15- und 29-qm-Rennjollen-Klasse und der lö-qm-Wanderjollen-Klasse statt, wozu 33 Meldungen eingegangen sind. Zu dieser Wettfahrt, die als Meisterschaftswettsahrt anzusehen ist, haben sich ausschließ- lich die Besten der Segelkunst mit gutem Bootsmaterial gestellt: diese Wettfahrt wird auch für den Nichtsegler infolge der Uebersichtlichkeit der Wcttfahrtbahn einen besonderen Reiz haben, zumal Gelegenheit gegeben ist, die Geheimnisse der Segelkunst gut herausfinden zu können. Der Segler-Verein Rahnsdorf hat zu dieser Wettfahrt 19 Meldungen abgegeben. Dann folgen Tourensegler-Vereinigung Tegel mit 6 Meldungen, Segel-Club Fraternitas mit 4, Segel-Club 1898, Wassersport-Verein Nordstern und Verein Berliner Jollensegler mit je 3, Freie Segler Müggelsee und Segel-Club 1919 mit je 2 Meldungen, Verein Spandauer Jollensegler und Freie Vereinigung der Tourensegler Grünau mit je einer Meldung. Hier wird die 15-qm-Rennjollen-Klasse mit 13 Booten, die 29.qm.Rennjollen.Klasse ebenfalls mit 13 Booten und die 15-qm.Wanderjollen-Klasse mit 9 Booten an den Start gehen. Für Gäste, die die Wettfahrt beobachten wollen, stellt der Verband ein Motorboot, das die Wettfahrtbahn in entgegen- gesetzter Richtung abfährt. Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, die Kämpfe in den einzelnen Klassen gut zu beobachten. Wenn nun auf dem Müggelsee, der als das einwandfreiste Wettsahrtgediet der Groß-Berliner Gewässer gilt, eine schön« Brise wehen wird, dann sind olle Voraussetzungen gegeben, daß die Verbandswettfahrten für den Freien Segler-Berband einen vollen Erfolg zeitigen werden. W. T. -M Solidarität"- Bundesfest Die Roten Radler ziehen nach Dresden In den Tagen vom 25. bis 27. Juli wird Dresden, wie schon mehrfach berichtet, ganz im Zeichen des Arbeiter-Rod- und Kraftfahrerbundes„Solidarität" stehen, im Zeichen der Sportorganisation, die als einzige das Recht in Anspruch nehmen kann, sich die größte der Welt zu nennen! Aus allen Gauen der Deutschen Republik strömen hier die„roten Kavalleristen" zusammen und vereinen sich mit Sportkameraden aus Belgien, aus Lettland und aus Oesterreich zum friedlichen Wettkamps. Es ist„Soli- darität»" erste» Bundessest, das über jenen Festen stehen soll und wird, die uns schon in Leipzig, Hannover und zuletzt im Vorjahre in Berlin ein beredtes Zeugnis von der zeitlichen Schlag- traft dieser Massenorganisation lieferten. Der Presse- und Propagandaausschuß für da» Dresdener Bundes- fest bringt jetzt das offizielle Festbuch in einfacher, geschmackvoller Ausmachung heraus. Es dient zugleich als Führer für all die Sportkameraden, die das schöne Elbslorenz noch nicht kennen und vermittelt darüber hinaus Bekanntschaften mit der prächtigen näheren und weiteren Umgegend Dresdens. Daneben gebt das rund 199 Seiten starke Büchlein ein getreues Spiegelbild von dem Aus- stieg de» Bundes, vom Sportbetrieb der Organisation und informiert uns ferner in einem besonderen Abschnitt„Was bietet der Bund „Solidarität" darüber, welche große Hilfe der Bund seinen Mit- gliedern in den Wechselsällen des Leben« gewährt. Kein« bürger- liche Organisation vermag trotz Jndustriesubocntioncn hier auch nur annähernd heranzukommen. Bei denen fehlen eben die Mitglieder, die nun einmal die ideelle und finanzielle Grundlage derartiger Hilfsmüglichkeiten bilden! Etwa 39 Seiten allein beansprucht das Büchlein für die Fest- programmfolge. Ein besonderer beigcgebener Plan von Dresden insvrmiert die Festteilnehmer in übersichtlicher Weise über die Lag« der Standquartiere, über die Stellplätze und Aufmarschstraßen. Kurzum: da» Festbuch ist ein unentbehrlicher Begleiter der Besucher und Teilnehmer des Bundesfestes. Wie wir vom Bundesausschutz erfahren, beträgt der Festbeitrag sllr Erwachsene 5 Mark und für Jugendliche 3 Mark. In dem Betrag sind ein- begriffen: das Fcstbuch, die Festplalctte, die zum beliebigen Eintritt zu den Veranstaltungen an allen drei Tag«» berechtigt, die Ueber- nachtung in Massenquartieren während der gesamten Fcsddauer, der Anspruch aus Strahenbahnverbilligung— für 1,59 M. kann der Besucher alle städtischen Strvtzenbahnlinien, von wenigen Aus- nahmen abgesehen, in beliebiger Weis« Tag und Nacht benutzen— und der Anspruch aus verbilligtes Privatquartier. Für Besucher, die nicht den Festbeitrag einrichten wollen und damit die genannten Vergünstigungen nicht in Anspruch nehmen, gelten zum Besuch einer einzelnen Beranstaltung besondere, immerhin noch sehr billige Eintrittspreise. Auch für diese Besucfcr werden, soweit noch möglich, Ouartierc beschafft. Sofortige An- melduna ist erforderlich.' Der Preis für Massenquarlier beträgt hier 1 M. und für Privatquartier 1,59 M. pro Nacht. Meldungen an die Bundesgeschästsstelle, Drcsdcn-A, Volkshaus, Ritzenberg- stratze 2. MuyuUocUL/ Spiele«m 5. und 6. Juli Morgen, Sonnabend, spielt FTGB.-Nonden 3(1. Männer- mannschast) gegen Freie Turnerschaft Kaulsdors(1. Männer) um 19 Uhr im Humboldthain, während die 2. Männer vo>� Kaulsdorf um 19 Uhr in Kaulsdorf, Köpenickcr Straße, gegen Fichtenau 1 spielt._ Am Sonntag spielen in« Plänterwold FTGB.-Baumschulen- weg(Frauen) gegen Vorwärts-Hennigsdors um 19 Uhr, und die 2. Männermannschaft gegen Freie Turncrschaft Ketzin um 11 Uhr. In Schenkendorf zum Werbespieltag spielen Freie Turnerschaft Ruhlsdovs(Jugend) gegen Vorwärts-Zehlendors um 1314 Uhr; Nuhlsdors(1. Männer) gegen FTGB.-Lankwitz um 14.49 Uhr: ,JTGB.--Süden(2. Frauen) gegen Zehlendorf 1. um 15% Uhr, und Freie Turncrschaft Schenkendors(1. Männer) gegen Freie Turner- schost Wilmersdorf 2. um 17.49 Uhr. Die Freie TurnerschaN Erkner bat aus dem Gemeindeplatz mit der 2. Männermannschaft gegen Frei« Turners chast Halbe 1. um 15 Uhr zu spielen, während die T Männer um 16 Uhr gegen Cmtracht-MahlÄiors antreteii�muß. In Sperenberg spielen Klausdorf(1. Männer) gegen FTGB.- Stralau 1. um 16 Uhr. und Sperenberg(1. Männer) gegen Süden 4. um 1? Uhr. FTGB.�>torhost spielt mit den grauen und der Männer- wamischaft m Rehfelde, Rennfahrer$>e(*en den BDR. Ergebnislose Verhandlungen Zwischen der Deutschen R e n n sah r e r- D c re i n i g u n g und dem BundDeut scher Radfahrer, bzw. dem Verbände Deutscher Radrennbahnen kriselt es wieder einmal, nachdem einige Jahre lang— wenigstens äußerlich— der Friede gewahrt werden konnte. Worum es diesmal geht? Die Deutsche Rciiiisahrer-Vereinigung, die sich vor-inigen Jahren dem Sportausschuß des BDR. zum Zwecke einer einheitlichen Ausaminenarbeit anvertraut hat, sühll sich vom Sportausschuß in die Ecke gedrückt, schriftlich festgelegter Rechte beschnitten u. a. m. In einer Sitzung, die zwischen den beteiligten Organisationen stattsand und zu der auch die Ciilberuserin — die Deutsche Rennfahrer-Vereinigung— die Presse geladen hotte, sollten nun all die Dinge erörtert werde». Doch zu einem Ergebnis kam man nicht. Der BDR. schien wenig Wert aus eine güllichc Einigung zu legen und nur in der Frage der deutschen Radmeister- schasten bereit zu sein, näher zu verhandeln. Noch früheren Ver- einbarungen zwischen dem Sportausschuß des BDR. und der DRV. sollte nämlich die letztgenannte Organisation stets zur Mitarbeit herangezogen werden, dach ließ in diesem Jahre der Sportausschuß in der Angclegenlzeit wenig von sich hören. Aber auf die Meister- schasten allein kam es in dar Sitzung nicht an, vielmehr wünschten die Rennfahrer verschiedene für ihre Vereinigung wichtigere Fragen zu klären. Und da wollt« der Sportausschußvorsitzende nicht mit. Was Wunder, daß dos Ergebnis der hin- und herwogenden Debatte gleich Null war und man sich unvcrrichteter Sache trennt«! In einer neuen Sitzung zwischen dem Sportausschuß des BDR. und der DRB. kam abermals kein Resultat zustande. Die Renn- sahrer wünschten wiederum erklärlicherweije z» n ä ch st die für ihre Organisation wichtigeren Fragen als die der deutschen Meisterschaften betreffenden behandelt zu selben, ein Wunsch, der auch hier an den Widerstand des Sportousschußvorsitzenden scheiterte. Die Renn- sahrer blieben jedoch bei ihrer Forderung, lind jo verlief auch diese Verhandlung im Sande. Am kommenden Montag wollen sich die Parteien wieder am grünen Tisch einfinden. Langel der Organisation im Arbeitersport 3» den Aufsähen:„2000 Vereine zuviel" im „Abend" vom 26. Juni und 2. Juli legt ein an sührender Stell« lötiger Arbeitersportler seine 71? einung wie solgl dar: Fritz Heine hat im.Abend" vom 25. Juni«in« Betrachtung über die Zersplitterung im Vereinswesen des Arbeiter-Turn- und Sportbundes veröffentlicht, in der er zu dem Ergebnis kommt, daß 2999 Vereine zuviel im Bunde sind. Man könnte den Eindruck dieses Ergebnisses noch um ein v'el- faches verstärken, wenn man die mehr als 6999 Dereine und Orts- gruppen der übrigen zehn Arbeitersporloerbände Hinzunehmen würde. Es würde dazu besonders zu erwähnen sein, daß in kleinen Ortschaften viele Arbeiter mehreren dieser Bereine angehären, wetl sie glauben,«z allen recht machen zu müssen. Es handelt sich dabei in der Hauptsache um tätige Funktionäre, die ohnehin schon erhebliche Opfer für die Arbeiterbewegung bringen. Hier liegt der wunde Punkt in der Arbeitersportbewegung. Ob tn einem einzelnen Ver- bände an einem Ort mehrer« Bereine oder ein großer Verein mit mehr oder minder selbständigen Abteilungen besteht, das ist von geringerer Bedeutung, denn hier fallen Doppelmitgliedfchastcn ganz fort oder kommen doch nur in geringem Maße vor, Verwaliungs- technisch sind mehrere Bereine mittlerer Größe meist vorie: lhafter als ein Großoerein. der seine Funtionäre in e'nem Maße ver- braucht, das kaum noch verantwortet werden kann. Solche großen Vereine müßten ihre Houpifunktionäre besolden können, sind tagt aber nur dann in der Lage, wenn sie die Beiträg« der Mitglieder unerträglich steigern. Die Erfahrung lehrt, daß Vereine mittlerer Größe mit niedrigen Beiträgen meist mehr leisten als die großen mit ihren höheren. Vor allen Dingen erfordert aber die Vermal- tring eines mittleren Vereins verhältnismäßig viel weniger Arbe ts- kräft«. Es hat sich ferner erwiesen, daß die Werbekraft der Groß- vereine viel geringer ist als die eines gutgeleiteten Vereins mittlerer Größe. Dos beste Beispiel ist dafür Leipzig, wo in jedem ehemals selbständigen Vorort ein selbständiger Bundeeverein besteht. In der Zahl der Bundesmitglieder steht Leipzig allen anderen Städten glsicher Größe weit voran. Di« Erfahrung hat weiter gelehrt, daß bei Zusammenlegung mehrerer Bundesverein« zu einem Zentral- verein die Mitgliederzahl oft sehr erheblich zurückging und auch dauernd geringer blieb. Ganz anders wird das Bild, wenn man die Vielheit der Verbände betrachtet und die vielfachen Ileberfchneidungen sowohl in der Arbeit wie auch in der Mitgliedfchaft kennt. Hier wird ntcht nur sin Uebermaß an Arbeitskrast unnütz verton, sondern auch Kapital, das aus den Taschen der Arbeüer stammt, ohne Nutzen verschwendet. Solange diese Zersplitterung m den Verbänden nicht beseitigt ist, kann im örtlichen Bereinswesen keine Besserung ein- treten, kann vor allem die leidige Doppelmitgliedschaft mit ihrer oft unverantwortlichen geldlichen Belastung des Arbeiterhaushalts nicht verschwinden. Ein Weg zur Abhilfe ist schon kurz nach der Revolution gezeigt worden. Fritz W i l d u n g hat vor zehn Iahren in einer kleinen Broschüre unter dem Titel„Volksbund für Arbeitersport und Körperpflege" eine Lösung des Problems gezeigt, die auch heute noch richtig ist. Damals fanden diese Vorschläge allgemeine Zu- stimmung, ihr« Durchführung scheitert« aber dann doch an dem bösen Beispiel des Reiches und der Länder. Ans der erwähnten Broschüre zitteren wir solgende Stelle, die deutlich zeigt, daß das Problem in der Arbeitersponbewegung schon frühzeitig erkannt worden ist: .,.. Jeder der jetzt bestehenden Verbände benötigt eine sehr kostspielige Zentrolverwaltung, benötigt weiter Kr»!»- oder Gau- und Vezirtssunkttonär«. Jeder der Verbände unterhält eine teure Presse, hat besondere Unterstützungseinrichtungen. hält Kongresse ab. gibt Geschäftsberichte, Protokolle heraus, hat eigene Mitgliedsbücher mit eigenen Marken. Jeder Verband hat seine Kreis- oder Gau- und Bezirksverbandstage, die ungeheuerliche Summen kosten, und so fort mit Grazie. Jeder Verband hat sein« besonderen Bercine mit ihren Verwaltungsapparaten, Jeder dieser Vereine wirbt für sich unter ber Arbeiterschaft um Mitglieder, und ein« nicht geringe Anzahl der treiiesten Anhänger d«r Arbeiterbewegung hält es für seine proletarische Pflicht, den Werbungen zu folgen und damit zu gleicher Zeit in mehreren Vereinen Mitglied zu sein. Eine schwere Menge an Opfern geldlicher und zeitlicher Art ist damit für den einzelnen verbunden, ohne daß der Sache gedient wäre. Die Opfer, die der einzelne Arbester auf solche Art den sportlichen Vereinen bringt, gehen zum Teil den großen Zweigen der Arbeiterbewegung verloren, daher rührt der Mangel an Sympathie, der un? in jenen Kreisen so unliebsam auffällt. Wir müssen nach Berriitfochung unserer Bewegung streben, müssen an Zelt und Geld sparen und unsere besten und tätigsten Mitglieder in beider Beziehung«m- lasten. Das ist aber nur möglich, wenn wir uns von dem Virlerlei der Verbände und Dereine befreien, mit der Zerlvlitienma!»>'- räumen und eine Zentralverclnigung bilden... Zm Rahmen der Veraastallunn„Sporllidw Improvisationen' sprechen heute, Freitag, 4. Juli, 17.39 Uhr, R. Otto und K, Kappler. die bekannten Aittosportleute, über ihre Eindrücke und Ersohrungen auf den kürzlich absolvierten, bemerkenswerten Autoserm'ahrten im Rundstmk. Schmeling ist heute früh aus'New Bork in Bremerhaven ein- getroffen und nach Berlin weitergeflogen.,, yiSSS. aartoft. Am Sonnabeod. 5. Zuli. Vitt: Vezirk-mresommlunki niiht tri Schutz,(Jormen-Snloa-StroSc, sondern im ßefat gSafteur. 8(ff f>»morchsfrogf.— Sonmaq,»,?u»: Trfffountt zum Spiflf« in Stcijfclkc; 7 Uhr Tfliiiiüft(Jrte SrrifMtioibcr Stroftc. gretc Schmimmer Sroft-Sctliit,. Juli. 8.1.) Ul>r. Lodmiidlcnvriickr.— panpi. »orfümboRSaB«: Sonnt«», 6. Juli, 9 Uhr, Strandbad Grünau. ffmtaa, 5. Juli: Monatsnorsammlung bei Lebnigl. Miblengraüf Sic Brommybrück«.— Trainingstage für ättännet. fftaucn und Iugcnd jegl rccif.tmäSiq Tbrnstags,«eufüBnct Stadion. Saupttamvibabn:?>onnfrstaqs, PlaI» Z, Nruküllner oporfbatf. «rnpoenenlelirstnabc in Schfnkrndorf am«, Juli, 10 Ufir. Rochmittog: panddotlmfrdcspif lr. Jeder Verein entsendet techn. Leiter und Vorturner, golirverdinduna di» Tellaw mit Straftendabn, dann Omnidu, In.»,».,„II,, Host, don« V» Stunde ftufcoeg. Adfabr! de» Postomnidu, am Vadndof, Zedier darf 8.00 Uhr, Teltow 8.12 Uhr. Radfahrend« Tcilnchnrer schließen sich 8 Uhr am Bahnhof Zehirnhorf den Sehiendorsrrn an. Zuviel gezahlte Lohnsteuer. Oer bürokratische Apparat ist zu teuer und zu umständlich. Es sind Erwägungen im Gange, die Lohnstpuererstatlung zu bcseiligen. Als Gl und wird angegeben, daß zwisäzen Leistung und Kostenaufwand ein Mißverhältnis bestände. Um 45 Millionen Lohnsteuern bei Verdienstausfall zu erstatten, entstehen 15 Mil- lioneu Verwaltungsspesen. Man will die Erstattungsbeiträge den Arbeitslosen nicht ent- ziehen, sondern sie ihnen durch die Erwcrbslosenunterstützung wieder zuwenden. Bei diesen Erwägungen wird an die Möglichkeit gedacht, K 0 M i l l i o n e n zu e r s p a r e n, um sie zur Deckung des Desi- zits verwenden zu können. Man hofft durch Ausammenkoppeln von Arbeitslosenunterstützung und Lohnsteuererstatwnz günstiger abzu- schneiden als bei einer gesondert durchgeführten Erstattung. Nun kann man wohl mit dem Gedanken jonglieren, 6 0 Millionen auf Kosten der Arbeitslosen zu ersparen, aber man kann ihn nicht in die Tat umsetzen. Die Lohnsteuern werden erstattet, um den im laufenden Jahr unr l-ornbergehend Beschäftigten die gleiche Steuerfreiheit zu gc- währen wie den Vollbeschäftigten. Den Rechtsanspruch hierauf hat ein jeder, denn zuviel erhobene Steuern müssen zurück- gezahlt wenden. Die Notlage der Arbeitslosen ist so groß, daß der Fortsall oder eine Kürzung der Lohnsteuererstattunz nicht in Frage kommen darf, der Kostenaufwand für die Erstattung dagegen läßt sich einschränken., Der Weg über das Arbeitsamt stößt auf erheblich« Schwierig- leiten, deren Beseitigung nicht möglich ist. Eine Bereinigung von Arbeitslosenunterstützung und Lohnsteuererstattung läßt sich nur durch Erhöhung der Erwerbslosenunterstützung herbeiführen. Das dürfte zur gcgebeien Zeit aurgeschlossen sein. Bei der Erstattung müsien die steuerlichen Verhältnisse des Antragstellers kontrolliert werden. Diese Kontrolle kann das Ar- bcitsamt nicht ausüben. Allein die Finanzämter sind für alle steuerlichen Angelegenheiten zuständig und können daher von der Durchführung der Lohnsteuererstattung nicht entlastet werden, ebenso- wenig wie das Reich von der Verpflichtung, die zuviel abgezogenen Lohnsteuern zurückzuerstatten. Es kann aber sehr wohl das Cr- stvltungsverfahren, das nach den üblichen bürokratischen Gesichts- punkten aufgebaut ist, vereinfacht und hierdurch die 15 Millionen verwallungsfpesen ganz wesenllich herab- gemindert werden. chier sind Ersparnisse zu machen. Die Aiüragsteller haben den Nachweis über den Jahresoerdienst und den Verdienstausfall zu führen. Der Nachwels wird durch Vorlage von Lohnbefcheinigungeu, Steuermarkenbogen, Stempel- karten oder Erwerbslosigkeitsbescheinigungen und Krankheitsbsscheini- gungen sowie der Steuerknrte geführt. Die eingereichten Belege prüft der Bearbeiter und berechnet den Erstattungsbetrag. Diese in jedem einzelnen Fall durchzuführende Arbeit, die sehr zeitraubend ist, läßt sich vereinfachen. Die von den Arbeitsämtern verausgabt.' Stempelkarte bedarf einer Aenderung. Sie muß auf das Kalender- jähr lauten und nicht von April bis März. Außer mit dem vor- geschriebenen Stempel für die Zeit der Arbeitslosigkeit ist in der .Karte die etwaige Krankheitszeit ebenfalls durch das Arbeitsamt zu vermerken, so daß Erwerbslosigkeit und .Krankheit zusanimen durch diese eine Karte nachgewiesen werden können. Weiter ist erforderlich, daß die Steuerkarte auf der Rückseite für die Verdienstbescheinigungen genügend freien Raum enthält. Bisher wurde dem Arbeitnehmer,'ofent er nickst das ganze Jahr beschäftigt war, bei seinem Austritt ein Zettel ein- gehändigt, auf dem Verdienst und Steuerabzug vermerkt waren. Wenn er die Arbeitsstelle öfter gewechselt hatte, reichte er mit seinem Antrag eine Handvoll Zettel mit oft uiwollständig.'n Be- scheinigungen ein, die sortiert, notiert und berechnet werden mußten. bevor der Jahresoerdienst bekannt war. Es würde daher zu den Pflichten eines jeden Arbeitgeberz gehören, bei Entlastung eines Arbeitnehmers den gezahlten Lohn und die abgezogenen Steuer" auf der Rückseite der auszuhändigenden Steuerkarte zu vermerken und nicht Datum. Unterschrift und Stempel zu veigesse». Der Antrag beschränkt sich demnach auf die Vorlage von Steuer- und Stempelkarte, die alle Unterlagen für die Berechnung enthalten. Wer«ls Antragsteller je einmal stunden- lang auf einem Finanzamt gewartet hat, um seinen Erstatluugs- antrag einreichen zu können, wird den Vorzug einer schnelleren Abfertigung und der damit verbundenen Zeitersparnis zu würdigen wissen. Ferner erscheint der Druck der verschiedenen Formulare, die bisher in einer Millionenauflagc für die Lahnsteuererstattung her- gestellt wurden, nicht notwendig. Die Bestimmungen können den Antragstellern durch Plakate bekanntgemacht werden. Für die Er- stattung genügt eine Karteikarte mit der Anschrift und Unterschritt der Antragstellers und mit der Berechnung des Bearbeiters. Diese wird an die Finanztasse weiterqeleitet, die den Erstattungsbetrag mittels Postscheck absendet. Die Stmerkarre verbleibt dem Amt, die Stempelkarte erhält der Antragsteller zurück, und es erübrigt sich die Anlage von umsangreichen Aktenstücken. Kartei und Wohnungs- liste sind die Unterlagen sllr die gAamte Erstattung. Eine derart vereinfacht« Handhabung würde«in Mittel sein. die ungeheuren Verunrltungskosten auf das erforderliche Maß herab- zudrücken. Es handelt sich um eine schnellsten; durchzuführende Massen- arbeit, da müssen alle bürokratischen Bedenken schweigen. Von Jahresbeginn an werden die Anträge eingereicht. Hunderte und aber Hunderte warten geduldig, bis sie abgefertigt werden, denn die Not ist groß. Es muß daher jeder Weg geprüft werden, der zu einer schnelleren Abwicklung führt. Noch auf einen weiteren U e b e l st a n d'.st hinzuweisen. Nach der bisherigen Handhabung werden Anträge auf Lohn- fteuererstattung auch wegen besonderer wirtschaftlicher Verhältnisse angenommen und bewilligt, ohne daß das Jahreseinkommen der Antragsteller berücksichtigt wird. Es ist un- MTCchtfoftet bkr» Anträgst e2». Mc«te gachtwliifmiumu 00« 6000 M. und mehr haben, einen Steuerbetrag zurückerstattet er- halten, well sie nicht in der Lage sein wollen, ihr« besonderen wirt- schafllichen Auswendungen zu bestreiten. Hier dürfte eine Berück- stchtigung nur bei einem Jahreseinkommen von nicht mehr als 3000 M. erfolgen. Wenn ein Antragsteller einig« Wochen Verdienst- ausfall nicht nachweisen kann, wird sein Antrag abgelehnt, trotzdem er lange Zeit arbeitslos gewesen ist. dem Großverdiener dagegen werden ohne Deldienstausfall Steuern zurückerstattet. Der Groß- zügigkeit auf der einen Seite darf nicht Eng- Herzigkeit auf der anderen Seite gegenüberstehen. Müsien besondere wirtschaftliche Verhältnisse anerkannt werden, dann soll auch kein bürokratischer Maßstab an den Jahresnachweis gelegt werden. Mehr Einsicht und Nachsicht zur Herbeiführung einer schnelleren Abwicklung und mehr Sorge für die Nöte der Antragsteller ist die Pflicht der Aemter, die mit der Erstattung betraut werden, sens. Mchruf für Bürgermeister Ooflein. Bezirksamt und Bezirksversammlung Tier- garten veröffentlichen für den verstorbenen Bezirksbürgermeister Doflein«inen Nachruf, m dem es heißt: Tief erschüttert stehen das Bezirksamt und die Bezirksversamm- lung an der Bahre des so jäh Verschiedenen. Unter seiner tatkräs. tigen Leitung ist die 1921 ins Leben getretene Bezirksoerwaltung Tiergarten auf- und ausgebaut worden, viel segensreich« Ei.mch- tungen unseres Bezirks sind sein Werk. Er hat sein großes Wissen und seine reichen Erfahrungen auf dem Gebiete der Kommunalver- waltung, besonders auf dem Gebiete der allgemeinen und Jugend« wohlfah'rt in den Dienst der Stadt Berlin gestellt, feine soziale Gesinnung zum Nutzen der Bevölkerung unseres Verwaltungsbezirks betätigt. Die Beisetzung findet Donnerstag, den Z. Juli, 16 Uhr. auf dem alten Luisenstädtischen Kirchhof. Bergmannstr. 43—50. statt. Die Büros des Bezirksamts Tiergarten werden an diesem Tage um 14 Uhr geschlossen._ BJetfet für Berlin: Ziemlich heiter und bei vorherrscherrden nordöstlichen Winden nicht ganz so warm wie— Für v�lsth- land- Im Osten weiterhin heiter u-rid trocken, aber leichter Xempe- r?ren1ückgang. in der westlichen Halste Fortbestand der Gewitter- neigung. Vlacdonald empfängt deutsche Schüler Der englische MimfterprZstdent Ramfay Macdono ld(links) hat in seinem berühmten Amtssitz Downing Street Nr. 10 eine Gruppe von zwanzig Hamburger Schülern«mp- sangen, die auf Einladung einer Londoner Schul« zum Besuch der englischen Hauptstadt eintrafen. Den Schülern wurden die Sehenswürdig- leiten des alten Parlamentsgebäudes gezeigt und sie in die Geschichte diese» Hause» eingeführt. OG Potsdamer Strafe 38 U' 5. 7, 9 Uhr F.in verionter Film: DcrweigeTcntel m.I*«« Motfnkln, LH DafOTer, Betty Amann Jugendliche haben Zutritt Rheins tra$e 14 kÄcI.«) Siadicldrahi mit Pol» Ncgri Die Tochter des Scheichs mit Bebe Daniels(7 Akte) Jugendliche haben Zutritt Odcon, Potsdamer Str. 75 Fundrogel mit Panl Wegen er, Camlila Horn<7 Akt«) Der Kampf um die Qoldleldcr Turmstraijc 12 W. 5. 7. 9 Uhr Fin Tonfilm in deutscher Sprache Atlantic m Fritr. Kortner, Lade Mannhelm Mldtl Mau* Im wundendiSnea Monat Mai A S, läglich !. 7. 9 Uhr Alcxanderstr. 39-40 (Passage) Den eanzen Tag geöffneti Die Kosaken mit lohn G.lberl<10 Akte) Ein Traum von Liebe mit Nil« Asther(9 Akte) Friedrichstadt W Die Kamera Unter den Linden 14 Der Kampf am die Erd» (Qeneraflmie SOhne Regie: Szennin ■ j Artushof'Lichisplelc hilrn- and Bahoenschaa Pcrleberger Str. 29 und Stendaler SU Meine Schirester and Ich mit M. Christians Das letzte Fort mit Marl« Paadler Welt-Kino WftZ Mt-Moabit 99• Lil-Dagovcr-Tonfilm: Es gibt eine Fran« die dich niemals vergibt c Wllmarsdort Atrium Beb«-Pala«t Kaiserallee, Ecke Berliner StraSe Täglich 7, 9.15 U Stg.: 5, 7, 9.15 U. Uraufführung! Franennoi- Franenglfick (Ein Film vom Werden d.Menschen, v.Leiden u, Freuden d. Mutterschaft) m«chönanam» Alh AmhrA w<:h,8s 5- 7-' Uhr FtinaniDr a Stgs, � 5> �, um ächöneberg, Hauptstr. du Scapa Flow mit Otto Gebfthr Da« PrXriebolel mit Tom Mix Titania(ui. ÄLhrr*) Hauptstraße 49 W 6 30, 9 U. Stg. 3 U. lOOproz Sprech- und Tonfilm: Das Rhcinlandmfidel m Grete l tierndt, Werner F Ott er er Tdncadcs Beiprogramm » Stegnt« B Titania-Palast Steglitz, SchloSstr.5. Ecke Gutsmuthsstr Täglich 6.80, 9 Uhr. Stg. 4, 6�0, 9 Uhr Die Hose mil Werner IFrans, Jenny Judo Ab Montag: Westiront ,91» B SUdwuatan M Film-Palast Kammersäle Teliower Str. 1 W.b'i.Sbd 6,Sig.5Uhr Sein letzter Befehl mit Emlijannings 4 Herren suchen Anschlag SQdostan Filmcck Bee,nlllü Skalitzcr Straße, am Görlitzcr Bahnhof Tonfilm: Der ansterllche Lamp mit Liane Haid. Gustav Frdhllch Jugendliche haben Zutritt Stella-Palast Köpenicker Straße 11— H Besinn der Vorstellungen: Wochtgs. 7 u. 9, Sonnt 5, 7, 9 Uhr Wieder zwei große Filme: Die Liebesfalle mit Laura la Plante Das Lied vom allen Markt Grobe Bdbacnsrbaa Sternwarte— Treptow Sonnabend 8. Sonntag 4, 6 8 Uhr Roah-Roah, D Schrei d. Sehnsucht Tierfilm der Georgienexpedition „Elysium" Prenzlauer Allee 56 W. 7.9,15, 5.5,7,9,15 Achtung, Autodiebe 1 mit Harry Piel Auf d. Insel d. 1000 Wunder mit Mahne« ■ P'-«» P Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Wochent. 6 Uhr. Sonnt. 3.30 Uhr Ana» Karcnnina mit Grete Garbo Pflicht and Liebe mit Ramon Novarro Revue: Berlin gib acht, 12 Bildei Concordia-Palast AudreasstraCe 04 6.)0,9Uiir,Stg.ab lUhr Erstaufführung! Der 100 prozemige Farbentonfilm: Cllly Belprogri Viktoria-Lichtbild-Th. Frankfurter Allee 48 BOhnensebau Woch. 5, ca.7 u. 8.45, Stg. S. 5, 7 u. ca. 8.45 U. Das Donkosakenlied mit Adalb. ▼. Sdilettow(Russen!.) Grones Beiprogramm Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch. 5, ca. 7 u. 8.43, Stg. 3. 5, 7 u. ca. 8.45 U. Sprech- und Tonfilm: Wer wird denn weinen, wenn man aneinander geht mit Di na Gralla, Harry Halm Beiprogramm D Neu-iichtenherg"fc KosmoS'Lichtspiclc Lichtenberg. Lflckstraßc 70 Gaukler mit K. v. Nagy, M. Hansen Der Haaptgewlnn Gate Bühnciuchaa g FHe«Jricti«>K5w M Kino Busch r Alt-Fried richsfcldc 3 Belpxogramn Ebesireik mit M. Paadler, Alexander Masken mit Stuart Webbs jj Wlhder»bU. Stg. 2 U. Zugendvorst. Stg. 4>/«.6>/- 8�1 U. Alraune mit Belg. Helm, P. Wegen er Es kämmt alleTage vor m W. RH1« c Henrttgsttort Fiimpaiast Bog.« 5.1» stg. 4>», 6' ,. S»,. u Berliner Straße 59 Stg. 2U. lug.-Vorst, Pellzctsplontn 77 m. Ellen Richter tda bester Freund ra. Harry ptag