10 Pf. Nr. 314 B 156 42. Lahrgang BERLIN SieiMg 8. Zu« 1930 erfcheinttSglich außerSonntag«. Zugleich Abendausgabe de« �Vorwärts". Bejugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, Z.KOM. pro Monat. Redaktion und Expedition; BerlinSWirg wegen zwei Artikel im„Angriff" verantworten. Er bat in seiner berüchtigten Weis« Mitglieder der Reichsregierung und den früheren preußischen Innenminister G r z e s t n s k i angegriffen. Der Führer dcr mimnehr gespaltenen Nationalsozialisten ist aber bekanntlich schwer erkrankt! der Reichstag hat ihn« einen vier- wöchigen Urlaub bewilligt. Das ärztlich« Alleft führt dtcs« Krankhell auf unregelmäßige Lebensweise und Ueberarbeilling zurück und behauptet, daß«ine vierwöchige Schalung von joder politischen Tätigkeit unbedingt erforderlich sei, wenn die Gesundheit dieses— für das national« Wohl so unentbehrlichen— Mannes nicht«nd- gültig untergroben werden soll. Das ärztlich« Attest ist allerdings durch einen Dritten schon gestern in die Hände des Vorsitzen- den gelangt. Nicht Dr. Goebbels hat es unter Angabe seiner Adresse eingesandt, sondern der Vorsitzende der Gouleitung. Aus telephonische Anfragt erklärte er. den Aufenthalt Goebbels n i ch t z u kennen. Der Vorsitzende ließ dem Herrn von der Ganleitung wissen, daß das Attest nicht genüg«. Also fand der Termin heut« morgen statt. Weder Herr Goebbels noch fein Verteidiger waren erschienen. Das ärztliche Attest nnird« verlesen, der Staatsanwalt beantragte Vertagung der Verhandlung und gab gleichzeitig folgend« Erklärung ab: Wenn es sich um einen einfachen Sterblichen gehandelt hätte, so hätte er Verhaftung oder Vorführung beantragt! da Dr. Goebbels jedoch Reichstagsabgeordnster ist und der Reichstag nur seine Ge- nehmigung auf Strofverfolg gegeben hat, nicht jedoch auf Per- hastung oder Vorführung, s» müsse erst dcr Reichstag um die Ge- nehmigung dazu ersucht werden. Er, der Staat-anwalt. beabsichtige angesichts des ungenügend motivierten Fern- bleib eng des Angeklagten Goebbels von der Verhandlung bei dem Reichstag um die Genehmigung zur Verhaftung und Vorführung Goebbels nachzusuchen. Schweidnitz und Emde«. 'Zweierlei Landfriedensbruch. Emden, 3. Juli. Das Erweiterte Schöffengericht verurteilt« den k o m m u n t ft i- ichen Stadtverordneten und Senator Mendt, der sich mit 19 anderen Kommunlsten roegen jchwercn Landsricdens- bruchs. Aufruhr, versuchter Sprengung einer öffentlichen Versamm- lung und Beschimpfung.eines religiösen Gebrauchs zu verantworte» hotte, wegen Aufruhrs und schweren Oandfriedensbruchs z u neun Monaten Gefängnis. Der Angeschuldigt« Kahl wurde wegen Aufruhrs und schweren Landfrtcdensbruchs zu lechs Monaten, der Angeschuldigt« Stärk wegen Aufruhrs und schweren Landfriedensbruchs zu sieben Mo- naten Gefängnis, die Angeschuldigten Schütte, Jüst und Stomberg zu je 100 Mark Geldftvase, eventuell zehn Tagen Gefängnis ver- urteilt. Dt« übrigen Angeschuldigten wurden freigesprochen. Der Verhandlung lag eine Schlägerei.zugrunde, die sich in einer notionoksvziolfstischen Versammlung cm 13. Januar dieses Jahres zwischen Versammlungsteilnehmern und den Angeklagten«ntwickell hatte.. Die Borgänge, di« zu diesem Landfriadensbnrchprozeß geführt haben, sind die gleichen, wie bei dem Nationolsoziokistsn« Prozeß in Gchweidnrtz gewesen. Während ober die Kommu« nisten in Emden die voll« Schärfe des Gesetze, trifft, hat das Schweidnitz«? Gericht b«i d«n rlattonolsozialistischen Rowdys die Frage des Landfriedensbruchcs verneint. Die Schweidnitzer An- oeklagisn sind daher mit sehr mllden Strafen weggekommen. Die Schlußfolgerung aus zwei so abweichenden Urteilen pflegt da? Volk in einer Weise zu ziehen, die dem Richterftand bestimmt nich, angenehm ist. Die Gowjet-Pofi. 25 Millionen Mensche« außerhalb her postbeziehungen. Di« Postverhältnisse eines Landes können als Gradmesser für das Kulturniveau gelten. Von d«t Güte der Post hängt nicht zum geringen Teil di« Möglichkeit des tullurellen Aufstieg» des gesamten Volkes ab, desgleichen auch das Maß seiner Anteitnahme am politischen Leben. Wollte man an den Post Verhältnissen Sowjetruß- l a n d s dessen Kultur messen, so käme man zu äußerst traurigen Ergebnissen. Di«„Prawda" widmet den unmöglichen sowjetrussi- schcn Postziiständen einen langen Artikel. In dem Bezirk Kantimir z. B. wurden Hunderte von Zeitungsexemptaren nicht zu den Abon- nenten geschafft. Der Sekretär des Bezirkskomitces ist außerstande, das Zentrolorgan der Kommunistsschen Partei, di«„Prawda", zu oersvlgen, da er es nicht mehr als zweimal in der Woche erhält. Aus 2200 Bauernhöfe kommt nur t f n Briefträger In Tiirkstb— den „kulturellen" Aufbau dieses Gebiets konnte man vor kurzem im Film bestaunen— spielt der Bahnhofsvorsteher des Ortes Ajogos gleichzeitig auch den Postbeamten! Die Zeit- schriften, Zeitungen und Briese läßt er einlach unter seinem Tisch liegen. Als neulich ein höherer Essenbahnbeainter in Erwartung des verspäteten Zbgrs einen Blick unter den Tisch seines Un e?» gebonen warf, entdeckte er hier zu seiner Verwunderung Zeitungen und Brief«, die für ihn bestimmt waren und seit einem Monat be- reite dalagen. Ajagos zählt aber<000 Arbeiter. In den zentralen Bergwerken des Bezirko Atschinfk kommt au» 13 000 Arbeiter ein Postamt. Ungeachtet der ständigen Bitten der Arbeiter, daß die Post doch dreimal in der Wache kommen sollte, bleibt es bei der zweimaligen Postbeförderung. Roch fchfimmer, sagt die„Prawda", liegen die Dinge in den Dönern. Bei 2000 Einwohnern haben solch« ländlichen Orsschaiien keinen Briefträger. Die Post wird irgendeiner Person mitgegeben. die zufällig das Dorf aussucht. Solcher Dörier gibt es aber in Si biricn eineinhalb Tausend. Alle Eingaben, 1S00 Briefträger anpi- strllen, wurden von der Postverwaltung abschlägig bcschieden. Nicht bester sieht es im Wolgogebirt aus. Die Kartothek ist in der Zei- tung-cxpedition der Mittelwolga�ommun« in größter Unordnung. Hunderte van Nummern dcr„Prawda". der„Kommunistiichen In- gcnd Prakvda" usw. liegen unbefördert herum. Don ähnlichen Zu- ständen berichtet die �Jscheweskoja Prawda"! taufende Errmplore van Zeitungen und Journalen häufen sich an, ohne weiter- befördert zu werden. In ganz Sowjetrußlond gibt es 13 000 Postämter und 20 000 Dorfpostbeamte. Laut Berichten des Bolkskommissa�iatv für ds» Post seien werden nur dretvier:«l der Dorfbewohner bchient. 35 Millionen der Landbevölkerung bleiben vollkommen außerhalb der Tettigkeit der Postämter. Selbst der Funfsahrespla« dürft« daran nicht, ändern. Das Blatt fordert, daß«inerseits die materielle Log« dcr Dorf- Postbeamten gebessert und andererseits schon tn der nächsten Zelt dafür Sorge getrogen, werde, daß die Post überall hin nicht weniger als dreimal wöchentlich gelange: dcr Fünfjahresplan Hobe ober vor- .zusehen, daß di« Post Überallhin täglich komme. Ein frommer Wunsch, dessen Verwirklichung wohl noch Jahrzehnte auf sich warten lassen dürfte. Wilhelms Meisterstück. „OsilyTelegraph-Iuterview" hat er dock noch verbessert" Dandon. 8.. Juli. sTigenbericht.) „Daily Telegraph" berichtet sein früherer Besitzer, viscount Burnhom, wie das berühmte Kaiser- Interview vom Oktober 1903 zustande gekommen tst und den Weg in den „Daily Telegraph" gesunden hat. Der Urheber der Berofsentlichung war der mit Wilhelm II. sehr besreundcie englische Oberst und später« General W v r t l« y. Wilhelm weilte im Dezember 1907 bei feinen englischen Berwandten. In dieser Zeit unterhielt er sich oft und lange mit dem Obersten, der sich nach jeder Unterhaltung sorgfältig« Ans- Zeichnungen mochte, die er dann dem„Daily Telegraph" an- bot, worauf dieser auch«inging. Mit Wortley wurden die Notizen zu einem Artikel verarbeitet. Bevor er jedoch erschien,«rhiell Wilhelm II. ein« Abschrift. Zwei Monat«, so sagt Burnham. dlteb di« Abschrift in Berlin und als sie'zurückkam, halte der Kaiser eigenhändig einige Lerdesserungen und Aenderungen gemacht l und zum Schluß dem Wunsch Ausdruck gegeben der Artikel werde hossentlich die Beziehungen zwischen den beiden Ländern bessern. Erst darauf sei dos Interview erschienen. Als der deutsch« Bot- schaster Graf Metternich das Interview las. rief er, wie der „Oaity Telegraph" meldet, verzweilelt aus:„So. jetzt tonnen wir de.u Laden, zumachen!" passive Resistenz der Richter Geoen ihre Nestondlung in der Tschechoslowakei. Di« Richterorgantfotien in der tschechoslowaliichen Republik hat sich zu dem Entschluß genötigt gesehen, am 15. Juni in die passive Resistenz zu treten, wenn ihr« Forderungen bis dahin nicht erfüllt oder ihnen die Erfüllung bindend zugesagt wird. Diese passiv Resistenz, wohl zuerst von den Eisenbahnern in Altösterreich ans wandt, besteht in nichts anderem als— der buchstö blich g c- nauen Ausführung dar Borschristen, im vorliegenden Fall besonders der Zivilprozeßordnung. Davon ist eine erhebliche Verschleppung des Amtebetriebs, also der Rechtsprechung, Ver- gleichsfsndung, Konkursabwicklung, Rachlaßabhondlung usw. zu er- warten und in weiterer Folge starke Erschwerungen des Wirtschasts- lebens. Di« Gründe für dieses gewerkichastlich« und durchaus außer- gewöhnliche Vorgehen der Richter liegen zunächst in ihrer unge- Heuren Ueberlaitung, die sie z. B. in Prag auch bei den Strafrich- lern zwingl, vi? zu 18 Prozesse im Tag zu erledigen— neben den Lorbaobeitcn für die späteren— neben den Aersügungen, Kol» legtalsiftungen u. a. m. Die Richter sind aber auch unzureichend be- soldet, wie denn überhaupt Löhn« und Gehälter tn der Tsihechoslawa- ket aus einer Ties« stehen, die durch die billigeren Lebensmittelpreis« längst nicht gerechtfertigt werden. Die berusltche Ueberlastung nimmt ihnen dt« Möglichkeit zu ausreichender Fortbildung und zu jener Fühlungnahm« mit dem Leben außerhalb des Gericht», der Fa> mili» und der Kollsgen, die gerade für den Richter unentüehrlich ist, will cr nicht voltsfremd werden. Dos aber ist in oerschie» denen Löndsrn geradezu der Krebsschaden der Justiz und der Hauptantrieb zu der vidbeklagten Bertrauenskrisc. Das Krühstück auf der ViNa Hügel. Prozeß Bernhard- poensgen weqen Verglcichsverhandlvng vertagt. Heute morgen stund vor dem Eintel richter Berlin-Witte der Prozetz Georg Bernhards gegen den Generaldirektor der Veroiingten Stahlwerke Dr. Ernst Poensgen on. Bernhard hatte im Reichstag das geheimnisvolle kindustriellem'rühstück in der Kruppschen Villa ftfigel erwähnt und dabei mitgeteilt, das während der Vorträge, die Tir. Dögler und Dr. Schacht über den Hming.Plon vor schwer- industriellen Kreisen bei diesem Frühstülk hielten. Fritz Thyssen gesagt habe:„Die Transterstrise brauche ich. Rur dann sind die Lohn- und Reparotionsfrogen auf einmal -u beseitigen." Der deutschnationole Abgeordnete Klonne hatte in einer Rcichs- tagsrede diese Behauptung Bernhards als frei erfunde« de- zeichnet. Da Slönne we�en seiner Jnununität nicht verklagt werden lonnte. erhob Bernhard die Beleidigngsklage gegen den General» direktor Poensgcn. der Klonnes Erklärung aus einer Tagung der Bereinigten Stahlindustriellen Wiederhalt hatte. In der Sache haben bereits zwei Verhandlungen stattgefunden. Im letzten Termin wurde beschlossen, eine grotze Anzahl Zeugen zu laden. Deren Dernchmunz sollte heute statttinden. Nach Erössnung der Sitzung, in der beide Parteien nicht anwesend waren, erklärt« jedoch der Richter, daß die Sache aus unbestimmte Zeit vertagt werde, da zwischen den Parteien VergWchzverhp.ndlungen schweben._ Wahlrecht nur für Steuerzahler— und für Lappoisten/ Vorläufig Entspannung in Finnland helsingsore, 8. Juli.> Eigenbericht.) Der Hauptakt der Veranstaltung der Lappo-Männer bildete der F e l d g o t t e» d i e n st aus dem Senatplotz vor der Nikolai- kirch?. Der Aufmarsch der 12 600 Mann der Bauernarm«« und der Festakt waren daraus eingestellt, die Arbeiterschaft zu demütigen. Man zwang die Volkshausverwaltung. die finnische Ratio. na l flagge zu hissen. Die Regierung, die bürgerlichen Reichs- tagsfraktionci� der Präsident der Republik und das Diplomatische Korps waren zugegen. Der Festakt wurde durch Radio überirogen. Der General der Weißen Armee. Mannerheim, erklärte, daß die alten Freiheitskämpfer jederzeit bereit seien, wieder fürs Vaterland einzutreten. In der Predigt des Pfarrers, der den Feldgottesdienst leitete, kamen folgende Satze vor: ..Ich werde ein Urteil über Aegypten halten, und dann wird man oernehmen, daß ich der.Herr bin. Dieser Tag und diese Zeü ist nun auch für Finnland gekommen, indem der Herr zu unserem Volke sagt: Ich wcrd« ein Urteil über Finnland halten, und dann wird man vernehmen, daß ich der Herr bin." Der Präsident der Republik sagte, daß man für den ootev- ländischen Höhepunkt dieser Stunde Gott danken müsse. Der Führer der Lappo-Bewegung, Kosccka, wiederholte die Lappo-Forderungen und endete mit den Worten:„Wir neh'nen kein Wort von unseren Forderungen zurück und kämpfen für ihre völlig« Erfüllung." Die Lappo-Faschisten verlangen u. 0.: Herabsetzung der Reich». tagsmandate von NO auf ISO: Abschaffung der Berhältniswahk. dafür englisches Medrheitswahlrechi. wer tu den letzte« zwei Sah reu vor der Wahl keine Staats- steveru gezahlt hat, hat kein Sttmmrech«. außer de» tappa- Leute». Hierdurch würden über 600 000 Finnen das Wahlrecht verlieren: Die anderen Forderungen, wie die Auflösung der kommuniftifchen Organisationen, Verbot ihrer Zettungen usw.. find bereits durch die Regierung erfüllt. Der Führer der kommunistischen Gewerkschasts- landeszentralen, der Kommunist Heikka, ist bereits von den Lappo-Faschisten über die russische Grenze abgeschoben und wohnt nun in Leningrad. Die innerpolittschc Spannung ist etwas gemildert. Das Ergebnis des halbzurückgeschlagenen„kalten Putsches" wird für die Sozialdemokratische Partei sein, daß die kommunistischen Arbeiter gezwungen sind, die sozialdemokratische Presse zu lesen. Es wird versucht werden, die bisher kommunistisch geketteten und jetzt geschlossenen Dokkshöuser von neuem unter sozialdemokratischer Leitung zu össnen. An der Montagssitzung che» Reichstags hat die sozialdemokra- tische Fraktion zeitweise teilgenommen. Sie beabsichtigt, ihre wettere parlamentarisch« Mitarbeit von einer Erklärung der Re- gierung über die Gründe der Verhaftung mehrerer kommu» nlstischer Reichstagsabgeordneten abhängig zu machen. Die kommunistischen Abgeordneten, die vorgestern entführt morden waren, sind in der vergangenen Nacht von den Entführern der Polipei ausgeliefert worden. Aächiliches Motorradunglück. Ein Toter, zwei Verletzte.— Revolver in der Laubenkolonie. In der vergangenen Nacht stieß«in mit drei Personen besetztes Motorrad mit Beiwagen auf der Chausiee Wandlitz—- Buch holz, dicht bei der Ortschaft Schöneweid«, tn der Dunkelhett mit einem Schlächtersuhrwert zusammen. Der Führer des Rades, Hans B o b s i g. wurde aus der Stelle getötet. Sein« Begietter Erich Kla tt und Hermann Schüßler wurden in» Pantower Krankenhaus gebracht. Nähere Ermittlungen über den Hergang de» Unfalls konnten bisher nicht gemacht werden, da die seiden Schwerverletzten noch immer bewußtlos daniederliegen. Ltnfall des Münchener D-Zuges. Achsenbruch des Schlafwagens.— Niemand verletzt. Der München— Berliner D-Zug D 71. der 7.55 Uhr aus dem Anhalter Bahnhos fahrplanmäßig eintreffen soll, erlitt gegen 7.40 Uhr kurz vor dem Bahnhof Südende einen Unfall, bei dem glücklicherweise Personen nicht verletzt wurden. Durch den Bruch eines Achsenschenkels entgleiste der Schlaiwagen, der als zweitletzter Wogen� des Zuges lief, mi< zwei Radern. Die Passagiere, d>« mit dem Schrecken davon. kamen, tonnten auf die übrigen Wagenplätzc verteilt werden. Der Zug setzte dann nach Abkuppelung der beiden letzten Magen, des entgleisten Schlafwagens und des Postwagens, der auf den Schienen geblieben war, sein« Fahrt nach einer Verspätung van 20 Minuten fort. Di« Personenzüge der Richtung Halle— Berlin wurden wegen des Unfalles über den Güterbahnhof Tempekhos ge» leitet, im übrigen wurde d«r Verkehr ober nicht gestört. Der ilchsenbruch ist vermutlich infolge Heißlausen» entstanden. ötddle bläst ab. Den„Innsbrucksr Nachr." zufolge werden die Heimwehren über den Sommer Wasfenruy« halten, d. h. Aufmärsche unterlassen. Leichte Musik-1930. Sommerliche Schallplattenschau von Klaus pringsheim. Umstellung van künstler>s6>cn Ausgaben aus ein Programm der Ä« r g n ü g Ii n g s i n d u st r i«— so ist on dieser Siell« die bi- denklichc Entwicklung gekennzeichnei warben, die aus dem GebUte der Plottenproduklion zu beobachten ist. Mehr und mehr wird die Schallplatte ein Artikel des täglichen, nach täglichem Wechsel ver- langenden Amüsierbedürsnisses. Pünktlich wird jeder Schlagerersolg des Tonfilms, der Opereiten- und Revuebühnen umgesetzt', ja, cie Platte, die ihn sozusagen stabilisiert, erscheint gleichzeit g mit der Premiere und noch bevor diese ihn erbracht hat. So stützt eine In- dustri« die ander«, so verbinden sie sich zu einem sicher funktionieren- den Propagandaapparot, der auch dem minderwer.igen Musilerzeag- ms zu schneller und weiter Verbreitung verHilst. Und wieke.um: die sorcierte Verbreitung wird zum Mittel des Erfolgs, den sie vor- täuscht. Es wäre aussichtslos, in diejen Prozeß eingr.ifen oder che, aushallen zu wollen. Aber es ist sicher nicht unser« Sache, mit unseren Empfehlungen des allenfalls Wertvollen— denn Werte und Wertunterjchicde gibt es freilich auch aus diesem Gebiet« der Musik— das Tempo einzuhatten, in dem der Schallplattenmarkt mit neuen Erscheinungen beliefert wird. Es mag genügen, wenn wir unseren Lesern in größeren Zeiiabständen ein« auswäl'lende Rückschau geben. Denn wenn in irgendeinem Bezirk, dann scheint uns in diesem das Beste gerade gut genug, um hier Erwähnung zu finden— das Beste im Bezirk der leichten Unterhaltungsmusik. die ihr„künstlerischss" Daseinsrecht, ihren Ort und ihre Stunde gewiß auch im Leben des Arbeiters hat, mag er sie denn aus den bürgerlichen Dergnügungsstätten beziehen. Zwischen Tonfilm und Kabarett. Ueber da? aktuelle Thema„Tonsilm und SchoUpfatte" läßt sich Dr. Guido B a g i« r alz Fachmann vernehmen: seinen Vortrag gibt«in« U.-Platt«') in seltener Klarheit des gesprochenen Wortes wieder. Der Tonfilm liefert der Plottenproduttion die Erfolge seiner Publikumslieblingc: Ma; Hansen—„Wien, du Stadt der Lieder"(D. G.): Willi F ritsch—„M lodie des Herzens" (P.): Marlene Dietrich—„Der Wau« Engel"(El), um nur ein paar Beispiele zu nennen. An das abgelausene Spieljahr der Volksbühne erinnert U. mit zwei von Greta Keller g?- jungenen Songs aus dem„Lied von Hoboken"— beide freilich mir geschickt« Imilotionen ameiifanifcher Vorbilder, durchaus ohne per- lönlichen Eigenwert, wie Um die Songs aus Kurt Weills„Ma- hagonnq"— Lotte Lenjo hat dafür den rechten Ton--- besitzen OT). Kurt G e r r o n produziert sich in seinem allbelieb- ien„Rachtgespenst" aus der Holländer- Rollon- Revue(U.). Kurt B o i s gibt in seiner unnachahmlichen Art seine bc- kannten Nummern aus„Phaea"( U). Der charmante Oskar Karl weis erneuert den Erfolg, den ihm die Operette„Meine Schwester und ich" verdankt(El.), und er ist, in lDuetlen aus der Spoliansky-Revue„Wie werde ich reich und glücklich?", Partner von Blondine E u i n g« r, die freilich ihr Bestes in dem parodisti- schen Lied„Lerne lieben ohne zu klagen' gibt, ein bißchen erschüt- ternd in diesem hingebungsvollen Ton der verkümmerten Kreatur «St). Und Marek Weber bringt mit seiner Kapell« die gang- barsten Tanznummern au» den Revuen des Jahres(El.). Di« Wiederaufnahme von Mlllöckers„Bsttelswdent" hat vielfättigm Widerhall gefunden: nun sind auch die rivalisierenden Tenöre der Rotter-Aufsührung. Tino P a t t i e r a(P.) und Karl I S k« n(Tr.). darin- zil' hören: dieser auch in Duetten mit Erny Iolan(Tr.). Die Kapelle Gezo K o m o r spiett daraus die Polta-Mazurka von der„Schönen Polin"(Tr): Harry Jackson mit seinem Orchster den schon«in wenig abgcspiellen Tanzscklager aus der„Wunder- Bar", dem Sommerftück des Reiwilsance-Thoaters(Tr.). Und ein« Reihe der besten Kabarettisten: Trude Hesterberg(U.) von hinreißendem Temperament in Sachen von Theobald Tiger: Irene de Roiret(U.), sehr charakteristisch in französischen Chansons: Paul Morgan(U.) in«iner liebenswürdig-witzigen Zei.ungs- parodie: Paul Schneider-Duncker(O.) als routinieitcr Kabaret.ist: Guido Thlelscher(O.), unve gleichlich!n seinem Berliner Ton. Herrlich der Münchener Komiker Karl Sole nt in mit seiner Partnerin Lisi Karstadt>n neuen Szenen(El. und Ho.). Kläre W a l d o s f(P.) bedars keines«mpfchlenden Worte»: was sie gibt, ist ganz große Kunst, auch wenn«s nur kleine Dar- stadibilder sind, die sie singt. Endlich die Amerikaner, deren Spitzenleistungen bei uns ihr Publikum gesunden haben: A l I o l- s o n(Dr.), Harry R I ch m a n(Br.). Layton und Iohnstone (C.) und die Reo ellers(El.) Und eine Spezialität der S«?- iänzer Bill Robinson(Br.). Fox, Walh, Tango. Ob zum Hören oder zum Tanzen bestimmt, olle huttige Unter- haltungsmusik verläuft in den typischen Formen der modernen Gesellschaftstänze: Foxtrot, Waltz, Tango. Amerika gibt den Ton cn und liefert der Platt« die besten Kapellen. Zu diesen ist neue, ding» Billy Bartons Havana-Band zu zählen, die mit„Foxtrots wie„Louise" und„Piecvlo Pele"(U.) in die Reihe der Whitemoa und Hylton rückt. Erwähnt seien aus der langen Reihe neuer Foxtrots nur ein paar, die auch als Komposition— um nicht zu sagen als schöpserifchcr Einsall— den Durchschnitt üb.rragen(wo- bei meist freilich Komposition, Bearbei.ung, Instrumentierung und Ausführung sozusagen Ineinander übergehen):„Rcaching sor So- meone"(El.),„Parisienne Doli*(El.),„Üooable and Sweet"(El) — wann endlich wird El. sich- entschließen, die englischen Namen für die deutsche Kundschaft zu übersetzen(oder wird nur auf Käufer reflektiert, die so tun, als hätten sie das nicht nötig?). Besonders zu empfehlen serner„Nododys Swcetheqrt",«in apart gesetztes und instrumentiertes, van Whiteman ausgezeichnet gespieltes S-ück (C.):„Der Bumerang"(Debroy Somers— C.):„Fin sie", von der Kapelle Roy Miller sehr virtuos wiedergegeben(Br). Bei Br. Immer wieder reiche Auewahl an neuen amerikanischen Tanzplatten: Ben Bcrni«, Irving Mills, Herman Wald- man, Tom Ger un(Foxtrots aus dem Tonfilm„Der große Gabbo") und nicht zuletzt die wahrhaft lustigen Six Iumping Jacks. Bei D. G. Sam Wooding mit seinen berühm en „Chocolode Kiddiiis" und Abs 2 y m a n s Californin-OrchZt-r mit einem hübschen Waltz aus dem Tonf'lm„Cilly". Bei U. Sid Roys Lyrlcals. Bei Orch. Rat Lewis und Bert Int. die sich nicht nur durch den billigen Plattenpreis empfehlen. Reue Tangos vom bekannten Typus bringt dos fpon'fh, argentinische Tanzorchefter(Ell). Die Abart des Neuberliner Ton» gos kultiviert Barnabas von Geczy(P.). Schließlich noch ein paar instrumentale Speziasitäten: Harry R o b i n s, der ver lusiende Tylaphonvirtuose Jack Hyltons(El.): Zylophon als Soloi st ument auch bei vasos Bc l a(O.). Und Rudy S t a r i t g verbindet das Tylophon, dessen Ton die Platte besonders g/ücklich wiedergibt, mit Saxophon, Klavier und Bibrophon zu hfibscken Klongwirkun en ( Oll- und Weildieusien, iZrid Richard VrrtdZuftr, ml der tünsUrrichrn üellunq der stranttmtrr Siidn« beaulttagt. Da« Fraittlurler K'mnleitöeaier wi>d tn der Lauptiachc vom Verband der drut chen volisbübnenverelne getragen; die Büdn« da» in de> Lpielzeit in-Zg/gg rund Sgl) Vorstellung«« « mehr alt 70 lheatertos« Städten Sltdivesteeiujchlaudt gegeben. Was lehri die?�eiiunq der Nosreieie? Prof. Dr. Hermann Schmitz, der durch einen offenen Brief on den preußischen Ministerpräsidenten für die Erhaltung der Büste der Nofretet« in Berlin eingetreten ist, veröfsentlicht jetzt m der .Lunstauktlon" einen neuen offenen Brief an Staatsministertum und Landtag. Er betont, daß der Erfolg dem gesunden öffentlichen K nst- gewisien zu verdanken ist. Den Museumsvorstöndcn ist es eine Mah- nung, bei dem Austausch öffentlick�n Kunstgutes äußerste Vorsicht rvatten zu lassen. Möge ein noch so großer Teil der Huldigungen des Publikums vor dem Kops der Königin aus Mode und Sensotionelust zurückzuführen sein, mag die Verehrung in noch so sentimentalen Formen, wie in der Niederlegung von Bmmenspenden vor der Büste und dergl. sich geäußert haben: das Wesentliche ist die Tatsache, daß das Volk In seinen breitesten Schichten mit warmherziger Lieb« für das Werk sich eingesetzt hat. Wie manche schwer entbehrlichen Kunstwerke aus unseren Schlösiern und Museen, die in den letzten beiden Jahrzehnten abge- geben sind, wären dem Lande bei rechtzeitiger Aufklärung der Kenner- treis« erhalten geblieben. Man denke an die Abgab« der Watteaus aus den Schlössern, der berühmten Sevresvasen und bronzegefaßten Porphyrvascn aus dem Berliner Schloß, der herrlichen Ruinenland- schaft Jakob van Rulsdal» aus der Berliner Galerie usw. Hüten wir uns vor allem, bedeutenden Besitz fortzugeben im Tausch gegen Ob- jette, die der Füllung von Lücken dienen sollen, denn Bollstandigleit erreichen— im Sinne von naturwissenschasttichen Sammlungen— kenn niemals Aufgab««ine» Kunstmuseums sein. Was wäre an wertvollen künstlerischen Bauten tn den letzten Jahrzehnten bei rechtzeitiger Belehrung der Ocfsentlichkeit zu retten gewesen, angefangen von der Zerstörung d�s köstlichen Charlottenburger Opernhauses von Langhans d. Ae. im Charlottenburger Park, die noch in die letzt« toiserliche Zeit fällt, bis zur Verunstaltung de» sriderizianischen Opernhauses und der völlig grundlosen Niedcrlegung der Spittelkolonaden in den letzten Jahren. Schon drohen weiter« Ab- bräche bedeutender Gebäude und Gebäudegruppen im alten Berlin. wie das Pcllais Ephraim, das Palais Kreuz, der städtebaulich bemer» kensweiten Umgebung der St. Nicolaikirche— selbst die Freilegung des Brandenburger Tore» und die Beschneidung des Tiergartens wird immer noch ernstlich erwogent Heimatpflege und Denkmalschutz sind von ernster Sorge erfüllt durch die fortschreitende Parzellierung und Bebauung der See- und Fluhuser, der Wieden- und Wildlov'l-f>'it«n im Umkreise Berlins und anderer Großstäd«. selbst vor den log Dauenvaldungen wird nickt haltgemacht. Eben schwebt �-ar der Plan am Grunewaldsee in Verbindung mft bem Jagdschloß Ioa' ins II ein Frellichmuisemn für deutsche Dallskund» zu errichten, was zur Erhaltung«Ines der wenigen geschiibtlich und landschciftll � chiroft". rlstischen Fleckchen Erde am Rand« Berlin» verhindert werden muß. wie dringend wünschenswert die Schaffung eine» deutschen Museum' dieser Art— aber an geeigneterer Stelle auch ist. Da» Xuftfchiff auf Schienen In Milngavie bei Glasgow in Schottland ist soeben die vier Kilometer lange Schwebebahn über die Mündung des Clyde- Flusses fertiggestellt worden. Das in der Gestalt einem Luftschiff ähnliche Fahrzeug ist an einer Schiene aufgehängt und erhält von einer unteren Schiene, die gleichzeitig auch der ruhigeren Führung dient, den elektrischen Strom. Das Fahrzeug, dos auch mit Propellern versehen ist, er- reicht ein« Geschwindigkeit von 250 Kilometer. Oben links ein- gesetzt ist das Bild des Erbauers, George Bennie. Auf den Spuren von Nordwest. Anschlag auf die übertanflichen Nuchdruckerlöhne.-OerWiderstand ist organisiert. Di« Buchdrucker blieben bisher von Zlngriissen verschont, wie sie gegen die Metallarbeiter der nordwestlichen Eisen- und Stahl- Industrie und die Arbeiter von Mansseld verübt worden sind. Noch vor drei Wochen stellte der Berliner Gauvorsitzende in der General- Versammlung fest, daß in den wenigen Fällen, wo in Berlin ein Abbau versucht wurde, nach dem Eingreifen der Organisation und im Einoernehmen mit der Leitung des Prinzipatvereins die Diffe- rcnzen sofort beigelegt wurden. Doch schon am nächsten Tage war die Situation mit einem Schlage oerändert. Der Organisation fiel ein Rundschreiben in die Hände, das den„Mitteilungen des Vereins Berliner Buchdruckerei befitzer" beigelegt war und in dem die Buchdruckereibesitzer aufgefordert wurden. allen neu einzustellenden Buchdruckern nur noch den Tariflohn anzubieten. Die Unternehmer wurden weiter darin aufgefordert, die Arbeits- losen, die sich weigerten, die Arbeit zum nackten Tariflohn anzu- nehmen, dem zuständigen Arbestsamt zwecks Sperrung der Arbeits- losenunterstutzung zu melden. Was man also in den Betrieben nicht direkt wagt, das sucht man jetzt auf dem Umweg über die Arbeitslosen zu erreichen, näm- lich das schrittweise, aber systematische Senken der Buchdruckerlöhne. Der Gehilfenvorsitzende des Fachausschusses für den Berliner Arbeits- Nachweis der Buchdrucker wandte sich im Auftrage der Organisation sofort an seinen Prinzipalstollegen, der versprach, sich umgehend mit seinem Vorstand in Verbindung zu setzen und ihm spätestens bis zum 23. Juni Antwort zu gebend Auf dies« Antwort wartet der Gauvorstand der Berliner Buchdrucker und Schristgiehcr noch heute. Die Berliner Vuchdruckereibesitzer haben also aus dem Hinter- halt einen Angriss auf die Löhne der Gehilfen gerichtet, weil sie sich offenbar scheuen, ihr unmotiviertes Borgchen vor der Oeffentlichkeit zu. verantworten. Di« Berliner Organisation der Buchdrucker hat sofort Gcgenmatznahmen ergrissen und an die arbeitslosen Verufsangehörigen eingehende Informationen herausgegeben. Die Arbeitslosen werden darin aufgefordert, jede Einstellung zum Tariflohn abzulehnen, wenn ihnen bekannt ist, daß bei der Firma allgemein höhere Löhne gezahlt werden. Hat der Arbeitslose aus Unkenntnis der tatsächlich gezahlten Löhne die Stellung dennoch angetreten, so soll er nach eingehender Information bei der Betriebsvertrctung, dem Bertrauensmann und den anderen Arbeitskollegen über die durchschnittliche Lohnhöh« im Betriebe von der Geschäftsleitung den gleichen Lohn verlangen und nach Ablehnung seiner Forderung am ersten Zahltage wieder aufhören. Wenn dem Arbeitslosen dadurch Nachteil« bei der Arbeitslosen- Unterstützung erwachsen, so erhält er von der Organisation ent- sprechend den statutarischen Bestimmungen die Gemäß- regelte» unter st ützung. Für die Betriebsräte sind ebenfalls Richtlinien herausgegeben worden, die genaue Verhaltungsmaßregeln für den Fall enthalten, daß eine Firma in irgendeiner Form versucht, die Löhne abzubauen. Hierbei wird ganz besonders betont, daß alle Abwehrmaßnahmen im strengsten Einvernehmen mil der Organi- salion und in vollster gewerkschaftlicher Disziplin durchgeführt werden müssen. Da ähnliche Lohnabbauversuche auch in Leipzig und an- deren Städten unternommen wurden, hat der Verbandsvor- stand sämtliche Gauvorstände zur schärfsten Abwehr dieser Angriffe der Unternehmer ausgefordert. Diese Vorgänge im deut- scheu und insbesondere im Berliner Buchdruckgewerb« gaben dem Gauvorstand des Vereins Berliner Buchdrucker und Schristgießer Veranlassung, die Betriebsräte und-»bleute gestern abend nach dem Gowerkschaftshaus zusannnenzuberufen. Der Gauleiter Robert Braun schilderte den Versammelten die Pläne der Buchdruckunternehmer-und brachte ganz eindeutig zum Ausdruck, daß die Organisation selbstverständlich alle Macht- mittel anwenden wird, um diesen Angriff abzuweisen. Dieser hinter- listige Anschlag werde schon in seinem Anfang verpuffen, wenn alle Mstglieder der Organisation Ruhe und Disziplin bewahren und sich nicht zu Torheiten hinreißen lassen, die dem Gegner in die Hände arbeiten. Genosse Braun schloß sein« Ausführungen mit den Worten: „Der Verband der Deutschen Buchdrucker ist geröstet, mag kommen, was da will." Mit Ausnahme von zwei„grundsätzlich" Oppositionellen billigte die Versammlung einmütig die Ab weh rma ß nähme n der Organi- sation. Es ist selbswerständlich, daß in diesem Kampf sämtliche Organisationen des graphischen Kartells in einer Abwehrfront stehen._'• Berichtigung zum Beichstagsbericht. In dem Bericht über die gestrige Reichstagsrcde Toni Senders zum deutsch-russischen Handelsabkommen muh c? heißen: '„Es ist keineswegs so, daß nun«in Seufzer der Erleichterung den Lippen der vernünftigen Wirtschaftspolitiker in Deutschland entfahren wäre, als Polen diese Konvention nicht ratisizierte. Nein, es war ein Gefühl des Bedauerns, denn gerade durch die Nicht- ratifizierung sind die deutschen nJteressen schwer getroffen." Die Rednerin hat zu den Kommunisten nicht gesagt, daß„die deutschen Arbeiter es vorziehen, in unserem kapitalistischen Staat zu leben als in ihrem„sozialistischen Staat", sondern sie hat gesagt: „Aber in einem kapitalistischen Staat leben Sie auch, und die deutschen Proletarier in diesem kapitalistischen Staat wollen leben und wollen beschäftigt werden." Schließlich muß es zur Handelspolitik heißen: „Sie haben Ihrerseits nichts dafür getan, um die Zollmauern wenigstens etwas durch die Handelspolitik erniedrigen zu helfen." Zur Reform der Krankenversicherung. Gewerkfchostsprotest gegen den Abbau. Der Vorstand des ADGB. hat folgende Entschließung gefaßt: Die Reichsregierung hat einen Gesetzentwurf zur Reform der Krankenversicherung vorgelegt, der den entschiedenen Wider- > p r u ch aller beteiligten, an der Krankenversicherung positiv interessierten Kreise hervorrusen muß. Gegen die klar geäußerte Absicht der Regierung, mit diesem Entwurf nicht etwa dem sozialen Fortschritt und den Interessen der Versicherten dienen zu wollen, sondern durch einen Abbau der Leistungen jährlich den Be- trag von 300 bis 400 Millionen Reichsmark zu ersparen, legt der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes den schärfsten Protest ein. Er weist mit Nachdruck aus die u n- geheuren Schäden für die Volksgesundheit hin, die sich insbesondere aus der finanziellen Bekastung der Versicherten bei Inanspruchnahme von Aerzten und Medikamenten ergeben würden. In der durch Einschaltung der Arbeitgeber und der Ber- sicherungsbehörden erschwerten Beitragsfestsetzung erblickt der Bundesvorstand den planmäßigen Versuch, die Rechte des Der- sicherten in den Krankenkassen zu beschränken und den Ausbau der Leistungen zu verhindern. Die Vorschläge zur Neuregelung des tassenärztlichen Systems und zur Bekämpfung der Zersplitterung in den Krankenkajjpn müssen als völlig ungenügend bezeichnet werden. Ziel einer von sozialpolitischen Grundsätzen ausgehenden Re- form der Krankenversicherung muß«ine Ausdehnung des Ver- sichertenkreises, eine Lösung der Arztsrage durch Gewährung stärkerer Kontrollrechte an die Krankenkassen und eine durch« greifende Reform der Organisation durch Beseitigung oller Sonder- kassen und Zwergkassen sein. Der Bundesvorstand erwartet von allen Fraktionen des Reichs- tags, die gewillt sind, den heute mehr denn je gesteigerten sozialen Bedürfnissen der Arbeitnehmerschast zu dienen, daß sie dem Abbau eines in Jahrzehnten bewährten sozialen Schutzgesetzes mst allen Mitteln entgegentreten. „Herr Schropel enthüllt." Am 10. Juni brachte„Der Abend" auf Grund einer Verhand- lung vor dem Arbeitsgericht einen Artikel mit dieser Ueberschrist und der Unterzeil«:„Blick hinter die Kulissen einer Versicherungs- anstatt". Der Artikel beschäftigt sich mit Mißständen bei der Die Verwaltung der Provinz Brandenburg macht dazu Mit- tellung von Erklärungen, die der Landesdirektor dem Provinziul- ausschuß gegenüber in der Sitzung am 17. Juni. 1930 im Einver- nehmen mit der Aufsichtsbehörde zu den Pressemeldungen über Miß- stände bei der Brandenburgischen Provinzial-Lebensversicherungs- anstatt abgegeben hat. Demnach beruhen die Nachrichten auf einer anonymen Be- schwerdeschrift, deren Einzelheiten inzwischen nachgeprüft worden sind. Sie betreffen zum Teil längst erörterte alte Vorgänge, die im übrigen mit der Sicherheit der Anstalt keinerlei Zusammenhang haben. Dienstag. 8. Juli. Berlin. 16.05 Dr. Geor« Zheden: Schlechte Gcvohnhciten. 16.30 Unterhaltungsrnnslk. 17.50 Vortragsctüdcn von Steffen Heller(am Flügtl: Albrecht tuer). 18.10 Stunde mit Büchern.„Von Künstlern und Denkern".(Am Mikrophon: Stadtbibliotheksrat Dr. Beer.) 18.40 Dr. Hans Martin: Haltung bei Rciseschäden. 19.05 Arbeitsmarkt. 19.10 Austin Egen singt.(am Flügel: Hans Sommer). 19.40 Unterhaltungsmusik. 20.30,.Mutter Wolfren", Komödie aur�erhart Hauptmanns..Der Üiberpels" und..Der rote Hahn". Regie: AltrcdJBraun. Frau Wolff, Waschfrau: Lucie Höflich. Königs wustcrhinsen. 16.00 Dr. Ulrich Leidenfrost: Wie wird das Kind gesetzlich geschützt? 16.30 Nachmittagskonzcrl von Leipzig. 17.30 Ing. Otto Kappelmayer r Wie macht Ynan»einen EmpfJnger für die Reise zurecht?, 0 18.00 Prof. Dr. Kurt Krause: Die Pflanzenwelt unserer Gebirge. 18.30 Prof, Dr. Sprengel: Sprechgestalt und Sinngehalt der Dichtung. 19.00 Prof. Dr. Strauß: Magen- und Darmstörungen in der heißen Jahreszeit. 19 25 Dr. Kirchboff: Deutschland im Völkerbund. 20.00 1. Beethoven: 12 Variationen für Cello und Klarier, tr. a. Stücke für Cello(Prof. Nicolai Graudan, Cello, und Hansi Preudberg. Flügel), 20.15 München: Die Zugspitzbahn wird eingeweiht 21.00 Köln. Opern-Arien und Ballettmusiken. Serünhpottl. für hie Redoktion: Wolfgang Schwarz, Berlin: Anzeigen: Th. Slocke. Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag G. m. b. H.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch» druckerei und Verlagsanftalt Paul Singer 6c Co.. Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Hierzu 1 Beilage. Stasts-Tbsatsr geschlossen! Abonnements- Anmeldungen für die Spielzeit 1930-31 (Beginn am l. septembar) werden auch während derlhe- aterlerien entgegengenommen� a) für die Staatsoper und das StaatJ. Schauspielhaus voraAbonnements- büro, Berlin W56, Ober- wallstr. 22.— Femspr. Merkur 9024, b) für das Staatl. Schillertheater vom Abonne- menlsbüro3erlin-Char- tottenburg, Grolman- straße 70.— Fernspr. Steinpl. 671?. ITänl, 6 ü.S1/, Uhr. 6 S Harb. 9t3B Pr. 1-6 M. Woehentg. 5 U. 50 Pt.-S M. Volksbühne Tbeattr an BOlowjlali. Hat heute keine Vorstellung OeDhdies Ttieater 0 2 Weidendamin 5201 8 Uhr Phaea von Friiz v. Unruh. Reg.; Max Reinhard) Musik: Frinlriftt Holiwnder. Bühnenbilder Emst Schütte. Die Komödie II Bismck.2414/75tA 8'ij Uhr Wie werde ich reich und glQdiiich? Ein Komi ig II Ablrilungn nn felii Jcagiimson. Musik vog Misdu Sgoliansky. Regie: Erich Eng« Bühnenbilder Ludwig Jtainer Renaissance- Theater 9 Uhr Steinplatz 6780 Die' Wunder-Bar Revuestück Berliner Prater Samniercailenmeaier Kastanienalice 7—9 Täglidi Snfaag 4 Uhr der große Varietfi- Tcil. Eine entzückende Burleske 8.15 U. (Jusll Beer, Grell Lilien, Alex Haber. V. von Kobylanska in die Operette in 3 Akten von Leo Fall Brases KalleeSomen Eintrittsnreis von 30 PI. an. Lessing- Theater Weidendamm 2797 b.0846 Täglich 8� Uhr Der Faun von Edw. Rnobiaadi. Paul Handels. Kahn, Ramme. Reral. Crnditiinsky, Franken, Fiesllar, Rarsten, Um iheater d. Westens Täglich 8Va Uhr: Das Und des Ucbelns Franz Lehars Sensationserfolg I RÖSB -Theater OroCo Frankfurter Str. 132 I Blilltlkau.: Alex. 3422 u. 34S4| Heute und morgen I ßosenfest im Rose-Garten | Tauaand, von Roews. Rissen Feuerwerk. Toni Im Freien. Neue Gorten- Beleuchtunga- effekte. VarlelOacbau.— Willi I Roien am FOgel.— s« Uhr:| „Verliebte Leute" Operette von KQnneke. Im Innentbeater Täglich 8.15 J„Die andere Seite" |— der grelle künitleriiche Erfolg . bot der geoamtan Frees, Berlins : Faul Rote alt KampagnlefQbrer rDegi.amKoitb.ror Kottbusser Str. 6 Fägl. SVs Wiederauftreten der Elile- sanger mit Scborsch Kusel». Grosses ladisdilanar-Primramm I Dir. Dr. Hirt'ia Zickel Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Täglich g'ig Uhr Liebe and Trompeten- blasen SdwIz/'WßfinMiir ✓ Finklf r Jahrbtd ✓ Haid> Bahriuh S'/a OperettenhaDs (Zentral- Theater) Dönh 2047 Alte Jakobsir..iO/32 DariiDer hommt Hein mann ainuieg! Rasse 10-1 o. ab( Uhr, Metropol-Th. Täglich 8'.j Uhr diebtel Bohnen mit Dir allein.. LUN/q Üüü® Feuerwerk u. d. gr. Attraktionaprogramm Wer noch keinen Schlüssel bat , zn dem im Lanapark anige- | stellten 1 Auto (viersitz. Jdeal-Limousine]{ erhält einen solchen beim Ein tritt ih den Lnnapark gratis Reichshallen-Theater |T1 Uhr Stettiner Sänger Das große Programm! OiDluff-Srettl DDll Oarteo Verietf— Kongert— Twut Theater i. d.Behrenstr. 53-54 V/i U. A4 Zentrum 926-927 S'b U. OlrckUOB Ralph Arthur Roberte Mein Vetter Eduard Schwank In 3 Akten von Fred Robs SoniiDer-Wohnungen mit und ohne KQche Hochwald- Grandslfidi „Waldes frieden" bei Fredersdorf (Ostbahn) Vorortzug bis Petershagen 23 Min.ru FuB »» Fredersdorf 40, Züge 12" u 16" ab Schles. BhF. haben in Fredersdon Postauta- AnschluB bis „Lustige Siefen"(20 Pf), 9 Minuten bis Grundstück Kolonie Neu• Vogelsdorf, SchillerstraSe und Memeier Straße Ecke. Adolph Hoffmano, Main Kapitän- Kautabak schmeckt mir doch am besten! Besonders In der aaoaaat. Amflora des Vorwärts und föeilagr Dienstag, 8. Juli 1930 SprÄbpnd StuUtuLk&xJ&a dt» ibtoasö Gegen die Krankensteuer Wie man in der Oeffentlichkeit denkt Die geplante Einfühnunp einer Zuschlagsgebühr für Kronkenscheine und Arzneien hat in der Oesfenllichkeit auher- ordentlich erbitternd gewirkt. Täglich gehen uns Zuschriften zu. in denen erregt gegen diese Maßnahme protestiert wird. Wir veröffentlichen im folgenden die Einsendungen eines Arztes, eines Apothekers und eines Patienten. Red. d.„A b e n d". Der Arzt: Vor dem Reichstage Hot der Reichsarbeitsininistcr»St c g e r- w a l d erklärt, daß die den Versicherten auferlegte Gebühr für den Krankenschein und für die Arzneikosten durch die Senkung der Mit- glicdsbeitrngc bei weitem ausgeglichen werden würden. Mit solchen Worten wird Herr Stegerwald niemand überzeugen können, der die Verhältnisse wirklich kennt. Relpnen wir an, daß ein Kassenmitglicd monatlich 100 M. Arbeitsverdienst hat, so wären im Monat 1 M. weniger Kranken- kassenbeitrag zu zahlen, roerm der Reformvorschlag des Reichs- arbeite rsnnnisteriums Gesetz wird. Daß bei der ständigen Vcr- teucrung der Lebenshaltung diese 1 M. zurückgelegt werden kann, damit im Falle einer Erkrankung Krankenschein und Arznei bezahlt werden können, ist so gut wie ausgeschlossen. Es wir» vielmehr immer so sein, daß bei einer Erkrankung den ineisten KossenmitAliedern das Geld für Arznei und Arzt fehlt. Besonders gilt das für die Landarbeiter mit ihrem geringen Bahrlohn und für die Erwerbslosen. Der Hauptwert der Krankenhilse lag ja gerade darin, daß frühzeitige Ärankhcitserkennung und Verhütung schwererer Erkron- kungen dadurch ermöglicht wurde, daß der Weg zum Arzt frei war. Früher hieß es:„Geh' rechtzeitig zum Arzt/' Jetzt soll es heißen: „Geh' möglichst spät zum Arzt." Für die gesutrden Kassenmitglieder bedeutet der Krankenkassen- bcitrag einen Abzug vom Arbeitslohn, dem sie durch ge- setzlichen Zwang dauernd unterworfen sind. Nach dem Regierungsentwurf steht ihnen, auch im Erkrankungs- falle keinerlei Anspruch auf eine G e g e n l e i st u n g zu, wenn sie nicht erneut außer der Beitragszahlung weitere Geldouf- Wendungen für Krankenschein und Arznei machen. Bisher waren die Krankenkossen eine zuverlässige Hilfe bei etwa eintreten- den Gesundheitsstörungen. I e tz t müßte jedes Krankenkassenmit- glieb Rücklagen itiachen, um im Krankheitsfälle in der Lage zu sein, sich Krankenhilse zu verschaffen. Weder die Persicherien, noch die Krantenkossenverwalwngen, noch die Aerzteschast wollen die von der Regierung vorgeschlagene Reform, die eine Vernichtung jeder vorbeugenden Fürsorge für die Versicherten und eine Entwertung und Zerschlagung der Kranken- Hilfe, aber für niemand eine wesentliche wirtschaftliche Erleichterung bedeutet. Bewundernswert aber scheint die Geduld der Millionen von Versicherten, die sich eine so weitgehende Entrechtung, wie sie die Regierung plant, gefallen lassen wollen. Dr. Erich Goldberg-Sreslau. Der Apotheker: Die K ra nkensteuer in Form einer Krankenschein- und Arznei-Zu�hlungsgebühr ist wohl das ü b e l st e Produkt, was die Reichssteuermaschin« in nächster Zeit herausbringen wird. Wir haben es schon herrlich weil gebracht, daß jetzt auch d-r arme Kranke außer seinen dauernden Beiträgen in gesunden Tagen nun auch noch obendrein für das Kranksein Steuern be- zahlen soll. Und sowas nennt sich dann noch soziale Gesetzgebung! Durch solche Maßnahmen wird der Grundgedanke der deutschen sozialen Versicherungen vollständig durchlöchert. Man stelle sich dann das Deutschland des hochgepriesenen sozialen Fortschrittes vor, wenn der Abbau der Leistungen stetig fortschreitet. Der erste Schritt hierzu wurde bereits im Jahre 1923 durch das bekannte Ermächtigungsgesetz gemacht, das nur vorübergehende Geltung hätte haben sollen, aber heut« noch fortbesteht. Damals erhielten die Krankenkaisei, schon die Ermächtigung, einen Teil der Arzneikosten auf den Kranken abzuwälzen, wobei der Apdtheker den Kassierer spielen mußte. Wenn die maß- gebenden Regierungsstellen nicht taub gewesen wären und dies- bezügliche Erfahrungen des werktätigen Apothekers sich zunutze ge- macht hätten, wären sie wohl kaum aus den Gedanken einer allge- nieinen gesetzlichen Arznei-Zuzahlung seitens des Kranken gekommen. Man sollte nur wünschen, daß die maßgebenden Persönlichkeiten sich hauptsächlich in den Abendstunden in einer lebhaften Kranken- lassen-Apotheke von der Wirkung ihres Produktes selbst überzeugen würden. Der Apotheker ist trotz seiner wissenschaftlichen Berufsausbildung dennoch auch Kaufmann und inuß auf ein« geregelte, ordnungmäßige und zufriedenstellend« Abwicklung der Arzneiversorgung achten. Eine solche würde durch das neue Gesetz vor allen Dingen in der Großstadt gefährdet fein. Wenn schon m vielen Städten die Einziehung des zu zahlenden Groschens auf Schwierigkeiten stößt, wieviel mehr muß dies bei einem fünffachen Betrag der Fall sein! Während das Austaxieren der Krankenkasienrezepte auf ruhige Stunden verschoben werden konnte, ist jetzt jedesmalige Ausrechnung erforderlich, da sehr viele Rezepte unter ZO Pf. liegen. Au diesem Zeitaufwand kommt dann der zeitraubend« Geld- Wechsel, und die größten Schwierigkeiten werden darin bestehen, daß viele Kranke gor kein Geld in der Tasche haben, oder Kinder schicken. Verweigert dann der Apotheker mit Recht die Abgabe der Arznei, werden dauernd Differenzen an der Tagesordnung� sein. Der Kranke schimpft auf den Apotheker, der seinerseits die«chuld natürlich wieder auf die Gesetzgeber abwälzen muß und dem Kranken nur roten kann, in Zukunft nur solche Leute in den Reichstag zu wählen, dt« ein soziales und humanes Empfinden an den Tag legen. Man bedenke, daß tatsächlich in dringenden Fällen, kurz vor Toresschluß, nachts oder auch sonst oft Baten oder Kranke in die Apotheke kommen, die aus wirtschaftlichen Gründen > Man schreibt uns: Werte Redaktion! Im„Abend" vom 1. Juli d. I. bedauert Albert Moll in seinem Artikel„Die Verrohung der Medizin", daß die Tagespreise so wenig von den Mißhandlungen in den Krankenhäusern bringt, denen die Patienten durch die Auffassung vieler Aerzte ausgesetzt sind, als sei der Krank« ein Material, mit dem man wie mit einer leblosen Sache schalten und walten könne. Wie wär's, wenn sich das„Material" einmal zum Wort meldet? Ich möchte selbst einige typische Fälle von Mißhandlungen dieser Art mitteilen, die mir als Krankenhauspatient passiert sind und täglich, jahrein, jahraus, Zehntausenden gequälter Menschen passieren. Für die Herren Aerzte, die es bei ihren Visiten immer eilig haben, waren wir Patienten nicht der Lehmann mit einer Blind- darmentzllndung, oder der Schulz« mit einer Hllftgelenkentzündung. Der Assistenzarzt/der dem Professor oder Geheimrat die Patienten vorzuführen hatte, pflegte nur lakonisch zu sagen: Das ist eine„pari. tiklitiz", eine„ostemelitis",„coxitis" usw. Wir dummen Teufel von Patienten hatten uns eingebildet, wir seien auch hier im Kranken- haus»och Menschen, wir besäßen noch unsere bürgerlichen Namen, aber dem war nicht so. Mein Bettnachbar war eine „...... itis", jener eine..... titis", der andere ein« „....... atis". Aus den Kranientaseln zu Häupten der Patienten steht weithin lesbar der Name des Patienten. Würde die ärztliche Pflicht vernachlässigt, oder gar die medizinisch« Wissenschaft Schaden nehmen, wenn der Arzt seinen Beruf nicht so sehr als klapperndes Handwerk ausüben, sondern ganz einfach und laien- hast etwa sagen würde:„Herr Lemke hat eine Brustsellentzündung?" Wenn der Arzt es unbedingt für nötig hält, seine weitere Erklärung im Interesse des Patienten mit Latein zu spicken, um ihn über das Gefährliche seines Zustandes im unklaren zu lassen, wird das jeder billigen. Aber wozu in harmlos gelagerten Fällen(und das sind die meisten) durch überflüssiges Latein den Eindruck erst hervor- rufen, als stecke irgendeine heimtückische Krankheit dahinter? Aber es gilbt Schlimmeres. Wehe dem Patienten, der einer schweren Operation entgegensieht! lieber den Zeitpunkt seiner Abholung in den Operationssaal wird er im unklaren ge- lassen. Wohl aus Humanität? Den ganzen Tag rollt die Fahr- bahre hin und her, holt jetzt diesen, nachher jenen. Jetzt aber hält der gefürchtete Wagen vor meinem Bett. Nein, Gott sei Dank, es galt dem Nachbar. Das Herz klopft zum Zerspringen! Wieder eine Galgensrfft. Bis man endlich dran kommt, ist man halb ver- rückt vor Angst— wozu das? Was würde es schon schaden, wenn ein Krankenwärter zum Patienten etwa sagen würde:„Sie kommen erst nachmittags dran, ich sage Ihnen noch Bescheid?" Folgendes ist mir als lAjähriger Junge im Krankenhaus am Friedrich-Hain passiert: Ich log mit aufgetriebenem Unterleib monatelang im Bett. Bauchfellentzündung? Die Sache war nicht ganz klar.„Ein hochinteressanter Fall" sagten die Aerzte. Hellhörig, wie man als Patient ist(wenn die Herren wüßten, wie genau der scheinbar teilnahmÄos daliegende Kranke jede Silbe aus dem Munde des Arztes daraufhin abschmeckt, ob Gefahr droht), hatte ich herausbekommen, daß ich operiert werden sollte. Aber wochenlang ereignet« sich nichts. Ich war schon fast oller Sorgen enthoben und log, nichts Böses ahnend, in meinem Bett. Plötzlich rollt«ine Fahrbare in den Saal und hält in meiner Näh«. Mir bleibt der Atem weg.„Jetzt schneiden sie dir den Bauch auf!" Der Gedanke schlug mir wie«in Hammer vor den Kopf. Zum Fragen hatte ich weder Kraft noch Atem. Vielleicht wußte der Krankenwärter, der mich zum Hörsaal schob, selber nicht, was mit mir geplant war. Kurzum: ich landete in einem runden Vor- tragsraum, wo ein Professor mich einen hochinteressanten Fall nannte und hundert Studentcnaugen aus mich starrten. Welch« Nachteile hätte die Wissenschaft gehabt, wenn man mich hätte wissen lassen, daß ich einigen Studenten gezeigt werden soll? Ich hätte ja kein« Schwierigkeiten gemacht. Wozu also diese Folter? Haben denn diese kalten Handwerker so ganz vergessen, daß dort auf der Bahre ein Mensch mit Gefühl und Geist, mit Aengsten und Hoff- uungen liegt? Das ist mit Rohheit kaum noch gebührend zu kennzeichnen! Und das, behaupte ich, kommt täglich und stündlich vor. Zehn- tausende werden völlig sinnlos beleidigt und gequält, nur weil der zünftlerifche Hochmut vielen Aerzten zu Kops« gestiegen ist und diese Herren sich als Götter fühlen, die das Leben der Menschen in ihrer Hand halten. Geort; Kaufmann. Vitamine Wir wissen heute, daß die Vitamine für die Gesunderhaltung unbedingt notwendig sind. Erforscht sind bisher 3 Vitamine, die man als Vitamin A, Vitamin B, C, D und E zu bezeichnen pflegt. Tritt Vitaminmangel ein, so kommt es zu schweren Gesundheit?- störungen. Das Pitamin A ist enthalten in grünen Pflanzen, in der Leber, in Butter und in Lebertran. Wenn es ausfällt, dann tritt Hemmung des Wachstums ein, Blutarmut, Nachtblindheit (d. h. bei Dämmerung und Lampenlicht abnorm herabgesetzt« Seh- kraft) und Austrocknung der Augenbindehaut. Vitamin B findet sich besonders in Tomaten, in der Hefe und in allen Organen von Tieren und Pflanzen. Tritt Mangel an Vitamin B ein, so treten schwere Nervefterkrankungen auf, auch Verkümmerung verschiedener Körperdrüsen. Das Vitamin C ist auch in allen Organen von Tieren und Pflanzen enthalten, vornehmlich aber in Orangen und ZUronen. Fällt es in der Nahrung aus, so entsteht schließlich eine Allgemein- erkrankung mit Neigung zu lokalen Blutungen, insbesondere am Zahnfleisch(Skorbut). Wenn das Vitamin D fehlt, das im Eigelb, Lebertran und in den, als Heilmittel bekonnten Vigantol entholten ist, dann entsteht die Rachitis. Kinder brauchen in der Hauptsache A- und B-Vitamin, während Erwachsene vornehmlich B-Vitamin in der Nahrung hoben müssen. (25. Fortsetzung.) Von Glück? Dr. Titmlski hatte eine Beule am Schienbein. „Wenn da nur kein« Operation nötig wird"', sommert« er. ,3a, die Aerzte vergessen mitunter bei Amputationen im Juni da» Fenster zu schließen", sagt« der Dickte,„passen Sie bloß aus daß Sie in der Narkose darauf achten, daß das Fenster geschlossen blecht. Sonst erkälten Sie sich." Dr. Cibulski starrte mit entsetzten Augen den Dicken an. Dann floh er in das Redaktionsbüro hinüber.— Etwas später kam der Ariminolpoiizist zurück. Er hatte den Arnold Fein, der in ungeheuren Sprüngen, fünf Stufen aus einmal, die Treppe hinuntergeslogen war. aus der be- lebten Straße nicht mehr aussindig machen können. Ohne Hut, mit seiner«inen Mark und fünfzig Pfennig und mit jenem geheimnisvollen Brufttoscheninholt war der Lehrling ge- flohen.—— Sein« Mutter, einer Ohnmacht nah«, wurde auf Anweisung und aus Kosten des Dicken von einem Angestellten im Auto nach Haufe gebracht. 9. Frühling in Dien. Hammerschlag war von Strobl bi» Linz mit der Eisenbahn ge- fahren. In Linz hatte er«inen Donaudampser bestiegen und in vielstündiger Fahrt die Schönheit des Stroms, der freilich nach Hammerschlags Meinung durchaus nicht so blau war,.als es in den Liedern heißt, und die Lieblichkeit feiner Ufer mit Weinbergen, Klöstern und prachtigen Schlössern genossen. An der Anlegestelle in Wien in der Nähe der Reichsbrücke, ver- ließ Hammerschlag das Schiff. Er sah sich mit nachdenklichem Gesicht einig« vorüberzuckelnd« Fiaker an. Er für sein« Person zog w vor, im Auto zu fahren. Nach kurzer Fahrt kam«r über den Praterstern— es war ein hübsch buntes Gewimmel, das ihm gefiel. Das Riesenrad im Prater. alle» überragend, sich immer drehend, machte auf ihn«inen Eindruck, al» wäre es da» Wahrzeichen der Stadt. „Donnerwetter, hier ist wirNich etwas los", sagt« er anerkennend, „bis jetzt gejältst du mir. Wien." Im schönsten Hotel am Franz-Äosess-Quqi nahm er ein Zimmer. Aber der nächste Tag war«in Regentag, und es schien Hammer- schlag, daß Wien sich bedeutend vorteilhafter im Sonnenschein prS- Rentiert hatte. Ihm fiel auf. daß die Häufer seit sehr langer Zeit «in« erfrischwden veriüngenden Anstrichs entbehrten. Große G«. bäude zeigten«in neidüstsnes Geficht, an allen Seiten bröckelte es von den Wand«». Diese Stadt, dach« Hammars chlag, ist«I««in Mensch, her auf, hört, sich in seinen Zellen zu erneuern. Kann das gesund sein? Aber hier und dort gab es Neubauten, von moderner Hand ent- worfen. Ms verrieten, wie der Wille zur Umgestaltung gegen schwierige Umstände kämpfte. Hammevschlag brauchte sich auch nichr erst erzählen zu lassen, aus welchem Gründe die Erneuerung stockte. Mit den Städten geht es wie mit den meisten Menschen, dachte er: sie hören aus, eitel zu fein. w«nn es ihnen an Geld fehlt. Er zweifelte, ob es ihm hier hervorragend gefallen könnte. Als er aber am Abend am Ring fpaziert« und in den Bor- gärten der dicht nebencinandergelagerten Cafes das volle Leben in Jugend und Schönheit, in rosiger Haut und ausgewählt reizvoll«!! Toiletten moussieren sah, ändert» sich sein« Meinung wieder. Er setzte sich an einen Tisch, nahe an der Strqße, und sah den Frauen unter die leichten weißen Hüte. Er stellte Vergleiche qn. äußerer und innerer Art. zwischen Wienerin und Berlinerin. Au» chrex Weis«, wie sie die Füße setzten, die Augen hoben, lieh sich schon etwa» erkennen. Hassentlich werde ich uych manche Gelegenheit finden, euch in der Praxis kennenzulernen, sagten s-in» Blicke zu den norühes, gehenden Frauen. Nachdem er länger al» eine Stunde auf dies« Weif« für sich ge- sesien hatte, lachte er leise, hglh ärgerlich auf. Er bemerkt« jetzt erst. daß es in Wahrheit Denis« war. die ihn aus jeder Wiener», ansah. Ihm kam e» vor. als gesielen ihm die Wienerinnen nur deshalb gut. jneil sie ihn an Denis««rinnerien. Ja. um e» geradeheraus zu sagen er musterte sie all« so genau, um in«iner yon ihnen Fräulein von Langen zu entdecken... Diese Msicht, jm Gewim>n«l der großen Stadt nach einem einzelnen Menschen zu suchen, war komisch Hammerschlag genierte sich ein hißchen vor sich selber, zahlte und ging. SBieber überzahlt««r die Ferientag«, die ihm bis zu seiner Rückkehr nach Berlin blieben. Es waren jetzt keine zwei Wochen mehr. Aber dem Himmel sei Dank, es gab»a einen gangbaren Weg. um sich über die Frage, die ihn am dringendsten beschäftigte, zu orientieren. Er erkundigte sich am nächsten Vormittag auf dem amtlichen Büro nach der Adresse Denis« von Langen» und erfuhr ohne Um- stände, daß sie al» bei der Mutter wohnend gemeldet war. Triumph! Er hatte ihr« Adresse in Hänpen, Jetzt ein wenig Glück, sagte Hammerschlag zu sich selbst, und es kloppt doch noch am Ende. Er hatte Glück! Und nicht nur«in wenig. Als er sich in die Nah« des Hauses, wo ine Familie ein- Etage bewohnte, hotte fahren lasten, bemerkt« er sogleich um wenige Häuser entfernt ein Restaurant, das Tische und Stühle in die Sonne hinausgerückt hatte. Von dort aus ließ sich bequem der Eingang, auf den es Hammerschlag ankam, beobachten,— Di« Straße besand sich im dritten Bezirk. „Hier bei euch gesöllt's mir", sagte er zum Kellner, der ihn be- diente,.hier sitzt es sich gut, hier komm« ich öfters her." Er blieb über den ganzen Nachmittag, bestellt« seinen Kasse« und mach!« ein Gesicht wie e-n Ferienreisender, der nicht weiß, wo» er mit seiner- Zeit ansangen sog. Abrt sein Blick, der dem Kellner so überaus phlegmatisch«x, schien starrte unausgesetzt aus da» bestimmte Portal.— Am nächsten Morgen kam er wieder, setzt« sich wi»«in Stamm- gab aus leinen Platz und bestellt» sich Zeitungen zum Lesen. Ab und zu sah er auch wirklich in die Blätter hinein— er bemerkte es übrigens auch dann,«oenn jemand das betreffende Haus perließ, es war, als ob er mit jenem Portal in einen übersinnlichen Kontakt getreten wäre. Di« Stunden verliefen ergebnislos. Am Nachmittag verließ er seinen Posten. Auch der solgende Tag, an dem er von der Mittagszeit bis'n die Nacht vor dem Restaurant saß. brachte ihm keinen Erfolg. Viele Leute gingen durch jenes Portal ein und aus. Aber Denis« war nicht dabei. Am nächsten Vormtttag. zwischen zehn und halb elf. geschah es. Aus seiner Apathie, der er unmerklich leise verfallen war, fuhr Hammerschlag in die Höhe, als er dos helle gelbliche Kleid, das er von der Begegnung auf dem Schasberg her kannte, aus dem Portal hervorschweben sah.— Sie schlug die Richtung nach der Seite ein. wo er vor dem Restaurant saß. Ohne weiteres hatte Hannnerschlag sich bereits ins Inner« des Lokales geflüchtet. Dort hielt er sich im Hintergründe, bis er Denis« vorbei wußte. Als er auf die Straße hinaustrat, sah er sie etwa hundert Schritte entfernt, An der nächsten Hauptstraße blieb sie stehen. Sie winkte ein vorüberfahrendes Auto SU sich heran. .Letzt aufgepaßt", sagt« Hammerschlag und sah sich mrsgersgt nach einem Taxameter um. Kaum faß Denise in ihrem Wagen, als Hammerschlag über den Fahrdannn vorstürzt« und einem verdutzten Chauffeur sozusagen ins Steuer fiel und befahl, jenem dort voranfahrenden Wagen zu folgen. *** Die beiden Autos fuhren dicht hintereinander über eine Brücke des Donaukanals. Nicht lange darauf fühlte Hammevschlag, der über die ganz» Zell hinter einer ausgebreiteten Zeitung saß, die Fahrt langsamer werden. Das Auto stand still- Hammerschlag blickte vorsichtig hinter seiner Zeitung hervor. Er sah den Chauffeur mit einer vielsagenden Kopfbewegung nach vorn deuten— dort schwebte das gelbliche Kleid und war in Gefahr, sich zwischen den Spaziergängern, die an dem schönen Iunitag die Anlagen bevölkerten, zu verlieren. „Wo sind wir denn hier?" fragte Hammerschlag. „Nun im Prater, sxeilich", antwortete der Chauffeur Lies ist die Rstundenalle« und auf der drüberen Seit« kommen Sie zur Rotunde." „So, rmb was macht hi« solch einen Krach w der Öafi?" fragt« Hammerschlag. Aber er wartete die Antwort nicht ab, er ging schon mit großen Schritten auf Denises Spuren. Ein Lautsprecher von ungeheurer Stärke schallte auf den Wegen, Musik und die Worte des Ansagers. Die Bänke an den Seiten der Allee waren von hell- gekleideten Menschen besetzt. Wie er sie so behaglich, liebenswürdig melancholisch dasitzen und der Musik von oben lauschen sah. hatte er im Vorübergehen die Empjindung, als ob er hier endlich, in diesem träumenden Nichtstun, das eigentliche Fluidum dieser Stadt ge- funden hätte, von dem in den weltberühmten Walzern und Liedern die Rede war.(Fortsetzung folgt.) e Buch dt, aOubreuil: ArbeHer in IISA.� D u b r e u i l, der heute Vorstandsmitglied des Gesamt- Verbandes der freien Gewerkschaften Frankreichs ist, gibt in diesem Buche einen Bericht über amerikanische Arbeiterverhällnisse, die er während eines fünfzehnmonatigen Aufenthalts als Metallarbeiter in Amerika kennenlernte. Der Franzose hat einen klaren Blick, sei» Buch ist sachlich und nüchtern, er berichtet und oerschönt oder ver- schlimmert nicht. Er hat in der verschiedensten Betrieben gearbeitet, die Kollegen drüben während der Arbett kennengelernt und man darf ihm glauben, wenn er erzählt, daß es den Arbeitern drüben besser geht als den französischen veziehungsweise deutschen, daß dos maschipisierte Amerika mit seinen rationalisierten Betrieben keine solehe Hölle für den Arbeiter ist, wie man gern schreibt. Die sein organisierten amerikanischen Betriebe sind keine Folterkammern, wie es einem Außenseiter erscheinen könnte, sie sind nur eine Nutz- anwendung aller technischen Vervollkommnungen zu dem Endzweck, mit dem geringsten Kraftaufwand den größten Nutzen zu erzielen. Die amerikanischen Soziologen bauen keine kam- plizierten gedanklichen Systeme, sondern sind praktisch in den Betrieben tätig, wo die Laboratorien und Bersuchswerkstötten die größte Rolle spielen. Der Betrieb ist ein Betätigungsfeld jür die Wissenschast geworden, sogar die Psychologie wird zum Hilss- mittel der Industrie, es ist der privatkapitalistische Betrieb auf seinem Gipfelpunkt. Man darf nun nicht vergesten, daß der amerikanische Arbeiter durch sein spezifisches Milieu ein« ganz andere Einstellung zu diesem System hat als beispielsweise der deutsche. wenn man zu keinem falschen Bilde kommen will. Das geht ganz klar hervor aus dem Kapitel über die Arbeiterunionen, die vielmehr auf dem Standpunkt der Kooperation als des Kampfes stehen. Man wird als Marxist mit Dubreuil nicht immer übsrein- stimmen und feine Sympathie für bestimmt« Dinge nicht teilen können, aber das sind Fragen des Standpunktes, die in diesem Rohmen nicht diskutiert werden können. Man vermißt auch, etwas über die politische Einstellung des amerikanischen Arbeiters zu erfahren, aber das verringert den positiven Wert des BucheS" nicht und wer ein objektives Bild von den Arbeiterverhältnissen drüben haben möchte, der sollte es lesen Dr. Ernst Michel von der Akademie der Arbeit in Frankfurt hat ein Vorwort dazu geschrieben. 8. Dcpper. *) Bibliographisches Institut 31.�3., Leipzig. WAS DER TAG BRINGT. «miinimmnniinmuiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiuiiiRimMiiHmminniKiinininnHuiuiiiiiiwiiutiHimHroiniiniuiiiiiiniiiimuiiuuwwiiiuiniiiiiiuiuiiiiuiiuiuiiuuiinmuuiiuuuiMMi Wie lapge wächst das Gehirn? Man findet in alteren Büchern die Ansicht vertreten, daß das Gehirn des Menschen his zu dessen sechzigstem Lebensjahr« wächst, und das scheint auch nach neueren Forschungen wirklich der Fall zu sesn. Die Wissenschaft unterscheidet im Gehirn verschiedene Bezirke für die verschiedenen Aeußerungen des geistigen Lebens. Der Teil, in dem die Phantasie und die schöpferische Kraft wohnen, zeigt sein stärkstes Wachstum zwischen vier und sieben Jahren: die Behausung für das Gedächtnis und die Beobachtung entwickelt sich vom siebenten bis zum neunzehnten Jahr. Dagegen kann der sogenannte„stille Bezirk" des Gehirns sich his in das hahe Atter weiter auswachsen, dürfte aber doch etwa mit sechzig Iahren zum Abschluß kommen. Auch Buchen bUtzgefährlich. Ea ist eine bekannte Tatsache, daß Blitze häufig in hochragende Gegenstände einschlagen und"daß man bei Gewittern den Ausenthalt unter Bäumen meiden soll. Allerdings macht der Polksglaube hier Ausnahmen und bezeichnet manche Baumorten als weniger gefährdet. Ans der Beobachtung, daß man Eichen sehr oft vorn Blitz getrosten sindet. während Blichen auffallend selten solche Beschädigungen aus- weisen, entstand der Renn, den jedes Schulkind kennt: Von den Eichen Mußt du weichen, Doch die Buchen Sollst du suchen. Unvollkommene Naturbeabachtung hat schon verschiedenlltch dazu geführt, haß harmlos« Tiere und Pflanzen verfemt wurden: in unserem Fall ist der Buche das Gegenteil widerfahren, denn sie ist durchaus nicht solch ein sicherer Blitzschutz, wie sie bisher schien, sie versteht nur, mächte man fast sagen, ihre Gefährlichkeit gut zu ver- bergen. Sie läßt sich im wahrsten Sinne de» Wortes nichts merken- Slllerdtngs sieht man Buchen selten durch Blitzschläge gebrannt und gesplittert, aber es scheint, daß irgendeine chemische oder physikalische Eigenschaft der Rinde den Blitz über die Außenhaut leitet, ähnlich der Metallumhüllung des aus der Physik bekannten elektrischen Käfigs. Versuche, die wo» in Mitteldeustchland anstellte, haben ein- wandfrei dargetan, daß die Buche bei Gewitter ebenso gemieden werden muß wie die berüchtigt« Eiche: man legte Zinkstreisen U.il Buchenstäinine und fand nach Gewittern diese Streifen häusig vom Blitz zerschmolzen, ohne daß der Baum selbst eine Spur von Blitz- einwirkung auszuweisen hatte. Di« Buche hält sich also durchaus nicht den Blitz vom Leibe, wie man sich dos so schön vorgestellt hatte. und außerdem zeigt die Erfahrung mit den Zinkstrejfcn von neuem, wie notwendilg es ist, sich bei Gewittern von metallenen Gegenständen so fern wie möglich zu halten. Chinesisches— In den modernen Kulturstoaten ist es ühlich, daß die Perdienste. die sich jemand erworben hat, auch auf sein» Kinder und Kindes- kinder übertragen werden. Nach Berichten von Forfchungsrelsenhen in das Innere China» ist es darr umgekehrt. Die Ehren, di» sich jemand erwaxben hat. werden auf fein« Eltern in gleichem Maße, wenn nicht gar stärker, ausgedehnt. Der Chineie geht dabei von dem Grundsätze aus, daß hie Erziehung, die die Eltern ihrem Kinde angedeihen ließen, an seinen Erfolgen den größten Anteil hat, Die Bibel im Amtsdeutsch. Ein Minister hat jüngst gegen das berüchtigte„Amts- und Bürokraten deutsch" Stellung genommen, i» dem er statt:„Ich verhafte", Ich schritt zur Verhaftung" oder ,3d) bewirkte die Perhastung" heißt. Der Minister, der derartige Erzeugnisse fast täglich selbst von den höchsten Beamten zu lesen bekam, ärgerte sich immer wieder aufs neue über die Wiederholungen der von ihm oftmals gerügten Fehler, bis er endlich auf den guten Gedanken kam, feinen Beamten die Unarten ihrer Schreibweise dadurch eindringlich vorzuhalten, daß er jedem Schriftstück mit derartigem Amtsdeutsch den Anfang der Bihel im Vürotratendeutsch beilegt«. Der Zettel verkündet folgenden Wortlaut:„Anfänglich bewirkte Gott die Schöpfung des Himmels, inbegriffen der Erde, welch letzter« von gänzlicher Leere bzw. Wüste erfüllt war. Auch konnte man nicht umhin, über der Flur Finsternis zu bemerken." Schwarz- weiß' rotes Sonntagsvergnügen. In Chikago endet« ein Fußballwettkampf zwischen Negern und Weißen mit einer Messerstecherei, in der reichlich Blut floß. Eine amerikanische Zeitung versah die Meldung über diese Holzerei mit der auf das Sonntogsvergnügen des nationalistischen Mobs in Deutsch- land anspielenden Ueberschrist:„Schwarzweißrote» Sonntagsvergnügen." Metall und Glas reichen einander die Hand. Viele Entdeckungen und Erfindungen sind Geschenke des Zufalls. und dos ist auch bei einem nsuirtige» Material der Fall, das gewiß bestimmt ist, ein« Roll« zu spielen. Es handelt sich nämlich um«inen Stoff, der die Borzüge des Metalls mit denjenigen des Glases ver- bindet, der also zugleich sehr fest und mich durchsichtig ist. Man hat diesen in den Werkstättsn«iner Filmfabrik ganz betläufig gewonnen. Stellt man zum Beispiel Gefäße zum Aufbewahren von eingemachten Früchten aus diesem Material her, so kann man stets den Inhalt von außen mtt dem Aug« prüfen, und es betteht keine Gefahr, daß dos Gefäß zerbricht, wenn es rauh behandelt wird. Und ein Trintgesäß nach der neuen Erfindung wird auch das kräftigste Anstoßen vertragen können. Der Waldreichtum Schwedens. Schwedens größter Reichtum, fein„grünes Gold" sind feine Wistder. Bom Gefmntoreal des Landes, das 44 Millionen Hektar beträgt, sind 60 Proz. bewaldet, die wichtigsten Wald gebiete— 16 Millionen Hektar<— befinden sich im NorSen. In Forni von Balken, Sägeholz, Zellstoff und Papier werden die Waldprodukte im Werte von rund WO Millionen Kronen(1 schwedische Krone gleich 1,12 M.) jährlich ausgeführt, das macht ungefähr die Hälfte des schwedischen Gesanttexports aus. Trotz dieser sehr beix-utenten und staittügen Ausfuhr von Waldpradukten könne» die Wälder Schwedens als eine unepschgpfliche Rohstoffquelle betrachtet werden, denn di« rationell« Pflege des Waldes und die Sorge um den Nachwuchs stich für di» Forstwirtschaft Schwedens kennzeichnend. Es ist interessant zu erfahren, daß der Transport der Stämme zu den Mühlen und den Ausfuhrhäfen mtt geringeren Kostc« vor sich geht als irgendwo sonst in der Welt. Di»-großen Sträme, die uielefi limftUchcn Wasserstraßen und im Winter di« großen Schnee- flqchsn bilden zusammen über lOllM Kilometer Flößungswege. Müggelregaiten der Freien Segler 151 Boote am Start Der letzte Sonntag, an dem die erste der drei großen Sommer- Wettfahrten des FSV. stattfand, brachte wegen des leichten Windes nicht den gewünschten Erfolg. Die NW.-Brise, die sich zum Teil in eine drückende Flaute umwandelte, veranlaßt« die Wettsahrtleitung, die drei Runden umfassende Bahn aus zwei Runden abzukürzen. Gesegelt wurde der Dreieckkurs Prinzengarten— Rahnsdorf— Friedrichshagen. Leider kam dadurch ein« ausgiebige Kreuzstrecke nicht zustande. Von den 148 gemeldeten Booten starteten 131, von denen 126 die Ziellinie passierten. Von der Gruppe West waren 21 Boote erschienen, den übergroßen Teil stellte die Gruppe Ost. Durch die schlecht« wirtschaftliche Lag« war es den auswärtigen Vereinen leider nickst möglich, wie in den Vor- fahren, Boote zu den Wettfahrten zu entsenden, was ihr einen beträchtlichen Teil an Interesse nahm. Die zahlreich erschienenen Gäste hatten Gelegenheit, aus einem Dampfer, der die Wettfahrt- bahn in entgegengesetzter Richtung abfuhr, die Regatta zu besbachten. Um 11.15 Uhr siel mit viertelstündiger Verspätung der erst« Startschuß: in Abständen von drei Minuten folgten die in 26 Klassen eingeteilten Boot«. Gerade beim Start wollte der Wind nicht so recht mitmachen, so daß sich die Klassen bald ineinander- geschoben hatten. Schon bei der ersten Wendemarke am Prinzen- garten kam es zu einem deängstigenden Gedränge, das manchem Steuermann Herzklopfen verursachte: denn nach den Wettsegel- bcstimmungen werden Boot«, die einander berühren oder denen die Tonne„nicht aus dem Wege geht", distanziert. Das größte• Boot der Bahn, der 60-Quadratmeter-Kreuzer „Slawi", der sich viel vorgenommen hatte, muhte sich doch dem „Falken" beugen, der den Sieg seiner Klasse nach Hause fuhr. Bei den Nationalen 35°Ouadratmet«r-Kreuzern gab es die erste der an diesem Tage zahlreichen Ueberraschungen. Die„Sommerliebe", ge- wohnt zu siegen, wurde von ihrem schärfsten Konkurrenten„Iris" um volle 6 Minuten ausgesegelt. Noch erstaunlicher war es bei den Nationalen 36-Quadratmeter-Rennjachten.„Windspiel", den man mit dem Glorienschein der Unbesiegbarkeit umgab, mußt«„Orion", der alt« Kämpen an Prieme und Großschot hatte, die Führung überlassen. Im Ziel war„Orion" 15 Minuten voraus! Wenn such das sogenannte Brisenglück dabei mitspielt, so will auch bei leichtem Wind gesegelt sein. Und auch der Müggelsee hat seine Mucken und will gekannt sein. Dos war am besten bei den 26-Quadratmeter- Rcnnjollen zu merken, die ein tadelloses Feld von 22 in der A- und L-Klasse ins Rennen brachten. Di«„Rakete" führte am Sonntag ihren Namen mit Recht: denn sie lies raketenartig los und ließ ihre Konkurrenz vollständig im Stich. Vielleicht lag das auch an den „Müggelsee"-Vorschotleuten, die extra„angefeuert" waren. Jeden- salls brachte diese Rennjolle es fertig, die zwei Runden in der fabelhaften Zeit von 1: 54: 49 abzulaufen. Damit war sie dein gesamten Regattafelde um eine halbe Stunde voraus und wurde schnellstes Boot der großen Bahn. „Aixinti", am Müggelsee beheimatet und mit dem Gewässer ver- traut, tonnte sich, nachdem er versackt war, doch durch gut« Technik den zweiten Platz sichern, allerdings erst 28 Minuten nach der „Rakete". Die von der Gruppe West gestellten Boote, darunter „Husch-Husch" von fast 10 Meter Länge, blieben unter„ferner liefen". In der B-Klosse ging der Kampf um die Spitze zwischen „Brausewind" und„Filou", doch konnte durch einen guten Schlag «rsterer siegen. Die fast aussterbende Klasse der 20-Quadratmeter-Wanderioll«n stellte diesmal drei Vertreter.„Pirat", den die Gruppe West entsandt hatte, mußt« der„Windsbraut" mit riesigein Vorsprung in 2; 23: 38 den ersten Platz überlassen. Ein wirklich herrlicher Anblick waren wie stets die 15-Quadratmet«r-Renn- und-Wanderjollen. Hier spielten sich auch die„heißesten" Kämpfe ab. Sowohl bei den Renn- als auch bei den Wanderjollen eine nicht geahnte Ueberrafchung! Die 15«r Rennjollen, schnittige und elegante Fahrzeuge, die ein Höchstmaß in der Feinheit der Segelkunst verlangen, sahen in der„Havel- schwalbe" ihre Führerin. Die Spitzengruppe dieser Klasse, aus fünf Booten bestehend, hielt sich gut zusammen, was den Be- teiligten nicht gerade angenehm ist.„5)avelschwalbe" siegte in 2!20: 15: der Favorit des Ostens,„Irrwisch", der durch sein neues Segel hervorragend läuft, kam knapp 2 Minuten später durchs Ziel. Bei den 15er Wanderjollen gab es eine doppelte Enttäuschung. Sowohl„Lola" als auch„Ronchi", die besten Vertreter der Gruppe Ost und West, klebten vollständig am Wasser und konnten etwa 20 Minuten nach dem„Juwel", der sich diesmal als Flautenläufer bewährte, einlaufen. Zweiter wurde„Aare". Die 15-Ouadratmet«r-Halbrennjoll«n, die mit drei Booten an- getreten waren, liefen ein jast totes Rennen, da eine noch ausschied und die„Frieda" dem„Froh Frei IV" noch um 6 Minuten weglief. Steigender Beliebtheit erfreut sich die Klasse der 20-Quadrotmeter- Kielboote. Diese war mit fünf Booten angetreten.„Krassin", der gute Eigenschaften besitzt und aufmerksam gesegelt wurde, war feinen schärfsten Konkurrenten eine Viertelstunde voraus. Die beiden 26-Quadratmeter-Jollenkreuzer mußten sich von dem ihrer Klasse zugeteilten„Herzbube" den ersten Platz nehmen lassen. Bei den 10-Ouadratmeter-Renn- und-Wanderjollen war es ebenfalls ein Rennen der Außenseiter.„Froh Fahrt III", der 16er Rcnnjollen wurde in 1:21:28 schnellstes Boot der kleinen Bahn(eine Runde).„Ischi Capa", von dem man sich viel versprach, brauchte 1: 22: 16: das„Sumpfhuhn" der 16er Wanderjollen machte seinen Charakter als Wanderboot alle Ehr«, da es dieselbe Strecke in 1: 22: 45 ablief. Bei den großen Kielbooten war es„Carmen" aus Gruppe West, die ihren einzigen Konkurrenten(die beiden anderen waren nicht gestartet) um 4 Minuten schlug. Bei den Ausglelchsjollen war die 15. und 16 Klasse mit sieben und zehn Booten gut besetzt. Trotz ihrer verschiedenen Größen zogen sich die Felder nicht so sehr auseinander wie die Massenboote. In der 15. Klasse ersegelte„Möwe" ein« beachtliche Zeit, 2: 38: 66: ihr folgte„Ursus" in 2: 42: 55. Bei der 16. Masse enttäuschte die „Wildgans", die ihrem Gegner„Piefke" den Sieg überlassen mußte. In der 17. Klasse hatte„Nixe" eine harte Nuß mit dem Jugend- boot des SCF.„Fxaternitas" zu knocken, das ihr hart auf den Fersen war. Schließlich blieb die„Nixe" doch an der Tete im 1: 27: 68. Die 18. Masse vermißt« diesmal ihre„Hete", fo daß nur drei Boote blieben: die 19. Masse zählte gar nur zwei Boote. Lediglich die letzte Klasse war mit fünf Booten einigermaßen besetzt, die gut zusammenhielten und in Minutenabständen durchs Ziel gingen. 18. Klasse: 1.„Alt Iochem": 19. Klasse: 1.„Siritis": 26. Masse: 1.„Seeadler". Bei den Auegleichsjollen ist die berechnete Zeit angegeben. * Die zweite Wettfahrt findet am Sonnabend, dem 12. Juli, nachmittags 3 Uhr, die letzte am Sonntag, dem 13. Juli, vormittags 11 Uhr, auf dem Müggelsee statt. Für Gäste wartet der Begleitdampfer am Restaurant„Müggelfchlößchen". Resultate von der Ruder« und Kanu-Regatta Hitmtnmtnt fftt Snnitttn: 1. Sauf: 1. gr. Slubem-Scmniflunfl 1918 (ffiebliatb, ffiotm, Äau. Haag. Et. All) 8: UA, 2. RB. Sormäctä Berlin 8:48,8. 2. Lauf: 1. AR., u. n.. Verein Darlinunt»(Sange, Kuhn, Lonne, Sifiaati, Et. Beckl 8: 37,8, 2. Collegi« Berlin 8: 50.— Doppelt»!») ill. v» für Junior«,: 1. ZTGB.«anu-Bezirk(Lilhr. b.. Silhr, is.) 5:37,1;. Schweif. sterue 5:39,2.— Doppelvierer für Junior«»: l, Rudervcrein Vorwarls Berlin lGattstardt, Echulji, Pofcknnann, Ninnig. Et. Saale): Ruderoerein Borwarts Berlin(Scheurcl. Plath, lluhnie, Bartsch, Et. Kähring) 8: 42 lTotc» Rennen): 2. Ruderverein Borrvärts Berlin 9:2/1.— Dinerkajat-galtbaot Rl. 9: l. ffr. Schwimmer Charlottenbura 04(Taui endfreund) 0: 44,2; 3. ffreie ffaltdootfadrer Berlin 8: 52: t- Zuaeodstilrutxrn: 1. Rnderverein Borwiiit s 64 Bunkte: A. RB, Borwärts 57 Punkte. ffrauenstl lpaddelv: 1. ffreie Ranu. Union(Donrad, Rothe. Echvniau, MiUlcr, Et. ffehlcch 264:) Punkte: 2. ffreie Wassersahrer Röpeuick a6!4 Punkte.— ffravenstilrudeev: 1. RP. Dollegia(Holz, Ebert, Siefegang, Kaufmann, St. Geistler) 65 Punkte: 2. RB. Vorwärts 62 Punkte.— Riemen vierer ftir Senioren: 1. RB. Saxonia Würzen(Rühier, Witzig, Schefflet, Baum, St. Lehman») 8: 49,6; 2. AR.» u. R.-Per ei» Dortmund.— Achter für Junior»«: l. Porwaris Leipzig(retfchmar, Rietzling, Raifcr, Rirst, Richter, Krazwcrski, Landmann, Jähnina, St. Pcierfohn) 8: 11,4: 2. RP. Cvllegia 8:20.—«terrrlafai Rl. 7 für Junioren: 1. ffllSB. Ranu-Bezirk fSpielmann. Tetzei, Sobfchinsli, Heinz«, St. Grotztreutz) 5: 23,4: 2. ffTDB. Ranu-Begirk 5:25,6.— Doppelvie«« lue Senioren: 1. RB. Vorwärts Berlin(Zaster, Schramm ,»»hl, Seifert, Et. Röhn) 8:37,4; 2, RB. Vorwärts 8:36,2.— Diner.Rennkajok Rl. 1: Arbeiter.Wafferfport.Brrein Hvf(Hübsch) 5: 47,8: 2. ffTGB. Ranu-Bczirk 5: 59. Dvpprlzweiter für Junioren: l. ffreie Ruderer-Bereinigung 1913(Rau, Hoog, St. Garn) 9: 50,8; 2. RB. Vorwärts Berlin 10: 2.4.— Dvppeltajat.ffaltbvot Rl. 10, 1. ffreie ffaltbootfahrer Brlin (Moguli«, Schulz) 6: 00; 2. ffrei« ffoltbaotfahrer Berlin 8: 04,4.— Riemen» n irrer für Anfänger: 1. RB. Borwärt» Berlin(kzifchke. Bach, Senftleder, Wegner, St. GSHring) 8: 58; 2. ffreie Wasserfahrer Brandenburg 9: 00,4.— Biemrkajak Rl. 7 für Senioren: 1. ff? SB. Rauu-Bezirk(Behrens,«ollgramm, Rramvc. Rrebs, St. Salla») 5:(L:.2. ffreie Ranu-Union 5: 05,2.—, Achter (fit Senioren: 1. RB. Borwärts Berlin(Zaster, Goldbach, iLebe, Röhls, Pflugner. Thiel, Schramm, Seifert. St. Röhn) 7: 58,8: 2. RB. Vorwärts Leipzig 7:57,4. Linweümng Sportplatz Wuhlheide Sonnabend, den 12. Juli, um 17 Uhr Für die leichtathletische Stunde sind 86 Einzel Meldungen «ingetrofsen. Um 17 Uhr finden Vorkämpse in den 166-Meter- Läufen aller Klassen und in der 4 X 166-M«ter.Frau«nstaffel statt. Gleichzeitig um 17 Uhr treten alle Teilnehmer am Stellplatz, hinter dem Eingang zu den Wettkämpfen, zum Einmarsch an. Alle Teil- n e h m e r und Kampfrichter müssen spätestens um 16,36 Uhr im Stadion sein. Statt der Sondervorführung des ASB.-Neukölln führen die Frauen die Gymnastik des Kreissrauenfeftes vor. Die Teilnehmer des Ortsbezirkes werden aufgefordert, sich ,n ihren Stand- quartieren um, zukleiden und geschlossen zum Aolkspark zu marschieren. Startnummcrnausgabe In den Umkleideräumen des Bolkspartes. Die Startnummern sind auf dem Rücken zu tragen. Die große Ein- weihungsstasfel ist von 16 Vereinen belegt. Es können noch einig« Vereine zugelassen werden. Von den nicht gemeldeten Vereinen wird erwartet, daß zum Einmarsch starke Delegationen entsandt werden: denn es gilt für unsere Idee einen nachhaltigen Werbeersolg zu er- zielen, Darum Genossen erscheint mit allen verfügbaren Kräften. Der Platz liegt unmittelbar hinter der Rennbahn K q r l s h o r st. Die beste Fahrverbindung bilden die Straßenbahnen 87. 187. und 95 bis Frsschenstraß« in Oberschöneweide. Die Frischen- straße mündet nach 5 Minuten Weg als Hauptzugangsstraß« direkt im Voltspork. Von der Eiseirbahnftation Karlshorst ist der Platz in S6 Minuten zu erreichen. Arbeitersportler! beweist, daß ihr In Ver- bindung mit den Arbeitersängcrn und Musikern versteht, ein« neue Sportstätte würdig zu weil)«i!.» Die Tempclhotcr laden ein! Das Kartell fsir Arbeitersport"»d Körperpflege, Bezirk 13, veranstaltet am Sonntag, 13. Juli, ein großes Sportfest. Zum ersten Mole treten die bundestreuen Arbeitersportler Tempelhoss an die Oeffenllichkeit. Um dieses ncst zu einer wirklichen Machttunogebung werden zu lassen, ist es not- wendig, daß all« gemeldeten Bereine zahl: eich erscheinen und evtl. noch Meldungen vornehmen. Die Ausschreibung ist allen zugegangen. Das Fest findet auf dem Sportplatz A u g u st a st roh t statt. Der Platz ist bequem mit den Straßenbahnlinien 25, 35. 96, 69. 199 'Halteftelle Kaijcrin-Augusto-Straße) und 66(Mbjpn- Ecke Kaiserin- Augusta-Straße) zu erreichen. Im Prqgrgmm sind vorgesehen: Fest- zug, gemeinsame Freiübungen Turnen. Hockey, Fußball, Radball, Volkstänze der Arbeiterjugend und Naturfreunde, Hanickall der Kinder, Ueblmqen der Arbeitersamariter, Wettkämpfe der Leicht- athleten. Die Musik lTcunbour- und Blasorchester) wird das�ihre zum Gelingen des Festes tun. Beginn auf dem Platz 3 Uhr. Die Umkleideräume befinden sich in der 1. Gemeindeschule, Manteuffel- straße 66(Nähe Dorfstraße). Von dort Demonstration durch Tempel- Hof. Abmarsch 142 Uhr. Die Kinder sind frei. Aktive Genossen .zahlen 16 Pf. Startgeld, sonst beträgt der Eintritt 25 Pf. Beweist, daß auch in Tempelhof eine Kundgebung der Arbeitersportler mög- lich ist. Erscheint um%2 Uhr zum Festzltg. �auUocüUL1 Erkner gegen Mahlsdorf 7: 5 Di« 1. Männermannschaft der Freien Turner, schaft Erkner hatte am Sonntag das Glück, den Bezirksmeister des 1. Bezirks, Eintracht-Mahlsdorf, j. Männer, zu schlagen. Mit 7: 5, Halbzeit 5:3, trug Erkner den Sieg davon. Die Hintermannschaft von Mahlsdors war leider im Angriff zu unentschlossen und wartete größtenteils, bis die gegnerischen Stürmer herankamen, wodurch dies« kritische Würfe schnell zu ihren Gunsten oerwerten konnten. Der Innensturm von Erkner arbeitet« mit dem Mittelläufer gut zusammen und führte oll? Angriffe lebhaft durch, aber etwas mehr Bedienung des Linksaußen wäre nicht zum Schaden gewesen; denn dieser stand größtenteils frei, Im letzten Teil des Spiels konnte sich Mahlsdorf oft au» der kleinen Ueber- legenheit Erkners freimachen und immer kurz noch einem Tor von festen Erkners ein Tor entgegensetzen. Vorher spielt« die 2. Männermaimschast von Erkner gegen Freie Turnerschoft Halbe 1; Halbe gewann mit 8:1(3: 1). Halbe war hier vollständig körperlich überlegen. Uebungsbclrfcb auch in den Ferien! N e u k ä l l n- V r i tz, der tzräßte, fünfzehn Abteilungen umfassende Bezirk der FTGB., unterhält auch trog der Ssmmerferien einen ausgedehnten llebungsbetrieb. Auf seinem ständigen UclmnZS- plotz, dem schönen Spmienplatz m der Sannenalle. Neukölln(fünf Minuten vorn Bahnhof Kaispr-Friedrich-Strah«), üben jeden Diens- tag ab 18 Uhr: 1. Knahen-. 1. Mädchen., i. Sptelabtellung. Donnerstag treiben Gymnastik und lustige Spiele: 1. Frauen- abteiluna und Alters-(Männer) Abteilung, während jeden Freitag die l. Männer-, l. IungmädcheN-, Ii Jugendabteilung üben. Jeden Mittwoch tummeln sich sämtliche Abteilungen agf dem Sonnenvlatz, der mit all«, seinen Einrichtungen den billigsten gerienerjatz bietet, Die Leichtathleten trainieren außerdem jeden Donnerstag auf Platz 2 des Sportparks Neukölln. Die in Britz gelegenen 2. Abteilungen für Kinder, Jungmädchen, Jugendliche, Frauen und Männer üben ständig auf dein Städtischen Sportplatz Treleburger Ufer am Teltowkanal. Gymnastik, Leicht- athletit und lustige Spiele finden auch hier ab 18 Uhr ständige An- Hänger. Wandertag der 1. Abteilungen ist der 19. bis 26. Juli: der 2. Abteilungen der 13 Juli. Alles Nähere auf den Plätzen. Burnlesottenes Sportfest in Steltin Der letzte Sonntag vereinte einen großen Teil der besten nord- deutschen Leichtathleten des Arbeiter-Turn- und Sportbundes auf dem bundesoffenen Sportfest der Freien Turnerschaft Stettin. Neben den Stettiner Vereinen der Freien Turnerschast und dem TSB. Frei hatten der ASC. H a m bürg, der B e r- liner ASC., Freie Turnerschaft Groß- Berlin Nordring, Cberswalde, Brandenburg, Ruhls- d o r f und Eiche Köpenick ihre Meldungen abgegeben und waren zahlreich am Start vertreten. In sämtlichen Konkurrenzen. auf den Lauf- wie auch Sprungbahnen, gab es überaus spannende Kämpfe und recht gute Ergebnisse. Die Laufweltbewerbe sielen zum größten Teil an die Freie Turnerschast Stettin, die bekanntlich über sehr leistungsfähiges Mittelstrecken- und Sprintermaterial verfügt. So konnte der Veranstalter durch Höwler die 166iMeter-. durch Birkholz die 1S66-Meter- und durch Gülle die 400-Meter.- Einladung, an denen Gideon-Hainburg, Huwe- Ruhlsdorf und Lemgau-Berlin-Rordring teilnahmen, sicher für sich entscheiden. Ebenso dominierte Stettin auch in den meisten Stafetten der /X-Klasse, so in den 3X266-, den 4X866-Metern, und der 16X14-Runde-Stafette. Die Haupterfolge der Berliner wurden in den Svnmg- und Wurskonkurrenzen erzielt, wobei sich besonders der Brandenburger Corts auszeichnete, der den 5)ochsprung mit 1,62 Metern, das Speerwerfen mit 44,46 Metern gewann und noch weitere zweite Plätze belegen konnte. Braun- ASC. Berlin siegte im Fünfkampf vor Höfs-Stettin, während Lehmann-Köpenick den Weitsprung für sich entschied. Beachtenswert sind die 11,57 Meter, die H ö f l e r-Köpenick im Kugelstoßen erreichte. Außerdem waren die Berliner Bereine noch in einigen Läufen, so bei den 66-Mcter- Hürden und der Schwedenstasett« E erfolgreich. Nachstehend die wichtigsten Ergebnisse: Männer, O-Rlatz«: 100 Meter: Hinnler(Stettin) 11,4, 2. Just(Stettin) 11.7, 3. Glllle(Stettin) 11,9.— 4M Meter(Einladung): 1. Gillle lStetti») 53,1. 2. Hinve(Rrchlsdorf) 53,6, 8. Gideon(Hamdurgl 53,9.— 1500 Meter: 1. Blrk- hole(Stettin) 4: 13, 2. Huwe(Rutilsdar-f) 4: 21 F, 3. Ghristiaufen(Hamburg) i: 29,4.— 5Mv Meter: 1. Hänsäi/e(Hamburg) 16: 27,7, 2. Hafikc, 3. Hoppo (Totes Rennen).— SO-Meter-Hvrden: 1. E. Müller(Berlin-Rordring) 9.5, 2. Corts(Brandruburg) 9,7, 3. Kaller(Brandenburg) 9,8.— Hochlprung: 1. Corts(Brandenburg) 1,62 Meter, 2. Leugcrt(Löpeuick) Vi? Meter, 3 Wegen«(Stettin) 1 ,52 Meter.— Speerwerfen: 1. Corts(Brandenburg) 44,40 Meier, 2, fflöther(Eberswalde) 44,40 Metcr, 3. Leinaan<3!oldri»g) 43,34 Bieter.— Weitsprung: 1, Lebmann(Köpenick) 5,48 Meter, 2. Corts (Brandenburg) 5,76 Meter, 3. Lcmgart(Köpenick) 5,58 Meter.— Diskuswerfen: 1. Hoffinann(Hamburg) 32,87 Meter, 2. Lemgau(Rordring) 32,3.5 Meter, 3. Willbcrg(Brandenburg) 29242 Meter.-- 3 X 200 Meter: 1. ffT. Stettin I I: 13,5, 2. ffT. Stettin tl 1: 13,7, 3. Hamburg 1 12 Meter gurilck.— 4 X 800 Meter: 1. ffT. Stettin 1 8: 30L, 2. Hamburg 8: 54/8, 3. AST. Berlin 8: 59,6.— 10 X V« Runde: 1. Stettin 3; 58, 2. Rordring 3; 59,4, 3. Brandruburg 4; 06.— fflluskompf: 1. Braun(ASC. Berlin) 325 Punkte, 2. O. Hirs (Stettin) 313 Punkte. 3. Reiger(Brandenburg) 310 Punlte, 4. H. Rackoo» (Stettin) 303 Punkte. Männer, Il-Rlaffc: 200 Meter: J. Boelknrr(Nordring) 24,9, 2, Schnell lASC. Berit») 28,4, 3. Rrllger(Rordring) 35,9.— 800 Meter: 1. Heute(Hanr. bürg) 2,06, 2. Lemmert(Rordring) 2: 10.4. 3. Braun(ASC. Berlin) 2: 12,1.— Rugelftoßen: 1. Höfler I(Köpenick) 11.57, 2. Hoffmann< Hamburg) 11,46, 3. Ulrich(Torgclaw) 11.18.— Schwedenftafettc: 1, Hamburg 2:13,7, 2. Rordring 2; 14,4, 3. ffrei-Stettin 2: 15,6. WeffljUMr wlü' � Zu her am kommenden Sonntag, dem 16. Juli, statt- findenden Wochenendfahrt nach Fürstenberg in Mecklenburg und daran anschließenden Dampferfahrt über Hmimelpfort und den Woblitztanal nach Lychcn sind noch eitiche Teilnehmerkarten in der GeschästssteU« des Touristenvercins„Die Naturfreunde", Berlin N. 21, Johannisstraße 15, ferner bei Meckelburg, Treptow, Graetzstraße 56; Walter, Neukölln. Siegfriedstraße 55; Schmidt, Berlin W. 66, Rankestraße 36; Thomas. Berlin N. 62, Luxemburger Straße 1; Sinn, Berlin N. 26, Stettiner Straße 36, zu haben. Die drstte Wochenendfahrt führt in den O b er s o r e e was i> und zwar nur als Sonntaasfahrl. Die Abfahrt erfolgt Sonntag früh 6.36 Uhr ab Görlitzer Bahnhof. Bahnfahrt bis Raddusch und daran anschließend Kahnfahrt durch die Radduscher Staupen zum Erlkönig. Nach kurzer Mittagsrast beginnt die große sechsstündige Kahnsahrt durch den Hochwald über Forsthaus Eiche. Kannomühlc, Wotschowska, Lehd« nach Lübbenau. Preis der Teilnehmerkarle 8.76 Mark inklusive Bahnfahrten und etwa achtstündige Kahnfahrten. Kartenvcrkaufsstellen siel)« oben. Die nächste Ferienreise führt zur Insel Bornholm und nach Kopenhagen. Dauer der Reise zwei Wochen; Beginn Sonnabend, den 12. Juli. Einige Teilnehmer können sich noch bis Donnerstag im Reisebüro des Touristenvereins„Die Natursreunde", Berlin N.24, Johannisstraße 14/15, melden. ffrSB.-Ruderbczirt. Am Donnerstag, dem 10. Juli, Sitiung im Restaurant Ernst Schmidt, Berliii-Niederfälöneweid«. Berliner Straste in/!*. Beginn 20 Uhr. Im Bootshaus find zurielt noch gute Bootsstände»u vermiete». «rbgiterLichtbild.Bund. T.-«. Die Naturfreunde. Gesamt. grnppe, Montag, 14 Juli, Sil Uhr, Iohaniiisstrgste 15: Pho o-Zeitlchrifte:«. Sckiau. Phvtogrnpp« Oft«», ffreitag, II. Juli, 20 Uhr, im Zligendheuu. ffrauk. fürtet Allee SÖ7, ffriedrich Ebert-Saal: Praktisch« Arbeit: Die Regatioverftär- kung. Photogrnpp« Sorten, Donnerstag, 10. Juli, 20 Uhr, im Phnstkiimmco der weltlichen Schule Pank». Ecke Wiesenstraßc: Ernteausuahmeu Photogruppe Renköln, Mittwoch, 9. Juli, im Jugendheim, Dergstraste 20, Zimmer l: Ar- beit-abend. Photogruppe der ffreien Gewerkschasts-Ingend: Arbeitoabende in der Dunkelkammer im Gewerlschaftshaus, Engrlufer 16. Vorherige Anmeldung der Daheimgebliebencn. Apparate mitbringen. Arbeiter- Ptzotogild« Spandau, Sonntag, 13. Zuli: Moiiofahrt. Treffpuntt: 8 Uhr Rathaus. Montag, 14. Zuli: Entwickeln im Jugendheim. Lindenufer 1. Arbeiter-Lichtbild-Bnud, Ortsausschui, Berlin- Vorstandssigung, Dicnslag, 15. Zuli. Dresdener Strahe 49, I. Sof, 2 Treppen, 20 Uhr. Dienstag, 8. Juli 1930. Phatogemeinschaft Abt. Osten t 20 Uhr. Anfang, r» kvrfus, ffrictrick'»Ebrr!-SaaI, Zugendhe'm ffrankfurter Allee 307- Bezirk Mitte: Abendwanderung Goetherark. Treffpunkt 19,30 Uhr U-Bahn, Ausgang Seestraste.— Humboldthain: Dienetag, Mittwoch. Donnerstag ab 18 Uhr Rakeufpvrt aus dem Spvrtpsast Humhoidtbain. Bei Reaenwetter Im Heim.— Wedding: 20 Uhr Jugendheim. See». Ecke Turiuer Straste. Geschältltchcs. lLiederbticher mitbringen)— Sorben: Sonnenbnrger Straste 20. fftmmer 5, 20 Uhr. Gefchäfilichrs und Singsang.— ffrirtrichohain: Zugendheim ffrankfurter Allee 307. Ebert-Saal. 02 Uhr. Liederabend.— Treptow: von 17 in» 21 30* Uhr Spielen auf Wiese 9.- Jugendgruppe Südost: Wraugelstraste 128, 20 Uhr, Lustiger Abend.— Säiöneberg.ffriedenau: Dreffpuntt vor dem Zugend- heim. 20 Uhr. Qfieubacher Straste 58.— Lichtenrade: 19,30 Uhr bei Deklam, Bahnhof., Ecke Golttstrastc, Bvrtrag von Kurt Ganswindt: Körperkultur.— Ivgendgruppe Renköln: fftughafenstr 68, 20 Uhr, Seimbesxrechnng.— Hennigsdorf, Böstowftr. 18, 19L0 Uhr.— Tiergarten: 19 Uhr, Baden oder Spielen Vogelwiese(Blödensee).— Mittwoch. 9. Juli 1930: Photvgem.«dt. ReukLIln: Jugendheim Bergstr, 29, flimmer 4. Donnerstag, 10. Juli 1930. Raturiundlicho Abteilung: Zohannisftr. 15, 20 Uhr. Erlebnisse eines Rgturfreundes,— Photogem. Abf. Sorben; 20 Uhr ig der weltlichen Schule, Pank.. Ecke Wiefenstraste lPhnstk, immer).— Mufik- gemelufchaft! 20 Uhr. Uebuttgsabend. Zohannisftr. 15, Blaitlpieler willkommen. Tieegarteu: 19B0 Uhr, Jugendheim Lehrter Straste 18/19, Bögel der Heimat (Laotpassak).— Prenzlauer Bergt 19,30 Uhr, Danziger Starste 62, Baracke 2, Arbeiterdichtung lLewiniki).— SLbwestt Treffpunkt 19-90 Uhr Kastbach, Ecke Aarlstraste, Abenbfpaziergaiig nach Ren-TempeNtpf.— Spandau! 20 Uhr im Jugendheim, Liudenufer 1.— Reuköllvt 20 Uhr, Jugendheim. Bergstr. 29, Safbaracke, Raum 3. Warum Kpmnastik lAttsfprache).— Weisteuiee: 20 Uhr, Jugendheim. Pistoriusstr. 24. Abeudspaziergang. ffTGB. ReuIölln.Brtst. 1. ffranenabteilung. Dannerstag. 10. Juli, nach der Uebnngsstunde Biertelsiahiesverfammlung auf dem Sonnenpfah. Reichsgericht gegen Strafprozeßordnung. Es stößt die Rechtsordnung um. Das Urteil des Reichsgerichts, das ini Jorns-Prozeß der Revision des Klägers stattgibt und eine neue Verhandlung vor dem • Landgericht anordnet, verstößt nicht nur gegen das össentliche Rechtsempfinden, sondern stellt auch einen sachlichen Verstoß gegen den Wortlaut und Sin» der Strafprozeßordnung dar. Es bestehr allerdings die Eigentümlichkeit, daß das höchste Gericht auch bei elementarsten Rechtsfehlern, die— von einem Referendar in der Prüfungsarbeit begangen— glatten Examens- d u r ch f a l l bedeuten würden, von keiner anderen Stelle zurecht- gcwiefen werden kann. Um so deutlicher muß in der Oefsentlichkeit gesagt werden, daß das höchste deutsche Gericht in dieser Sache eine Urteilsbegründung geliefert hat, durch die es seine eigene Kompetenz ganz will- kürlicherw eitert und gegen Wortlaut und Sinn der Straf- Prozeßordnung sich die Befugnis angemaßt hat, Urteile der Vor- mstanz auch nach der materiellen Seite hin zu prüfen. Die Strasprozeßordming schreibt ausdrücklich vor, daß Revision nur darauf gestützt werden kann, daß das Urteil auf einer Verletzung des Gesetzes beruhe. Der verbreitetste Kommentar von Reichs- gcrichtsrat Hellwig bemerkt dazu:„Eine Beurteilung des Rechtsfalls in tatsächlicher Beziehung ist damit ausgeschlossen.� Diese Ansicht ist so allgemein, daß selbst unter Juristen, wo bekanntlich zwei Gelehrte drei verschiedene Meinungen vertreten, noch nie ein Zweifel an ihr entstanden ist. Das Reichsgericht ist aber nicht nur in eine tatsächliche Be- urteilung des Rechtssalles Jörns eingetreten, es hat die Zulassung der Revision darauf aufgebaut, daß es die talsächlichen Feststellungen des Landgerichts beanstandete. Während sonst eiserner Grundsatz des Reichsgerichts ist, daß die tatsächlichen Feststellungen der Borinstanz jeder Nachprüfung durch dös Revifionsgericht entzogen sind, hat hier das Reichsgericht seinen Spruch darauf begründet, daß die vom Landgericht dargelegten Gründe für die tatsächliche Feststellung des Gerichts nicht ausreichten, daß Jörns die Mörder Liebknechts und Rosa Luxemburgs begünstigt habe. Man stelle sich vor: Ein auf Indizien hin wegen Mordes Verurteilter macht in seiner Revisionsschrift geltend, daß die Vor- instanz die angeblich gegen ihn sprechenden Indizien ganz falsch gewenet habe, ja, er weist dies mit zwingender Logik nach. Das Reichsgericht wird ihn mit einem Achselzucken abweisen:„Das sind tatsächliche Feststellungen, die der Nachprüfung der Reoisionsinstanz entzogen sind." Im Urteil des Landgerichts mag stehen, daß eine Fußspur der Fuhgröße des Angeklagten entspreche, die 33 Zenti- meter betrage. Der Angeklagte mag in der Revisionsoerhandlung persönlich seinen Fuß vorzeigen und den Richtern des Reichsgerichts zur Nachmessung anbieten, daß er nur 28 Zentimeter lang sei. Das Reichsgericht kann und darf in diese Rochmessung nicht eintreten. falls nicht gerade die Aorinstanz einen entsprechenden Beweisantrag des Angeklagten durch Beschluß abgelehnt'hat: Im Falle Jörns aber drängt sich das Reichsgericht allenthalben in chj.:« materielle Urteil sb egr-ü n du n g ein. Wenn das Landgericht aus gewissen Handlungen des Jörns folgert, daß er die Angeklagten begünstigt habe, so wiegt das Reichsgericht von seinem Standpunkt aus die Indizien ab und erklärt sie für nicht aus- reichend. Das Reichsgericht hat mit dieser Urteilsbegründung seine eigene Praxis und alle bisherigen Ansichten vom Sinn und Wesen der Strafprozeßordnung über den Haufen geworfen. Natür- lich sollen wir glauben, daß dies nur reiner Zufall war in einem Prozesse, bei dem es sich um die Ehre des R e i ch s a n w a l t s Jörns handelte und bei dem den Vorsitz der Senatspräsident am Reichsgericht, Witt, führte— derselbe Senatspräsident Witt, der seinerzeit es abgelehnt hat, am Staatsgerichtshof zum Schutz der Republik mitzuwirken mit der famosen Begründung, daß er nicht Richter zum Schutze dieser Republik werden wolle. Wie gesagt, reiner Zufall! Wie bereits mitgeteilt, hat das Reichsgericht in der Beleid:- gungsfache des früheren Reichsgerichtsrats und späteren Reichs- anwalts Jörns folgendes: Urteil gefällt: Die Revision des Angeklagten Bornstein wird verworfen. Auf die Revision des Rebenklägers Zorns wird das Urteil aus- gehoben und die Sache zu neuer Verhandlung an die Vorinstanz, und zwar an das Landgericht III Berlin, zurückverwiesen. Dieses Urteil ist folgendermaßen begründet: Zur Revision des Nebenklägers Reichsanwalts Jörns ist zunächst ganz generell zu bemerken, daß scharf unterschieden werden muß zwischen dem allgemeinen Vorwurf des Vorschub- l e i st« n s und den diesbezüglichen einzelnen Be- hauptungen, die eventuell wiederum eip selbständiges Delikt sein können. Das Berufungsgericht hat argumentiert, daß die Frage, inwieweit der Wahrheitsbeweis für die allgemeine Behauptung des Vorschubleistens geführt werden muß, dahin zu beantworten sei, daß es genüge, wenn einzelne nur beispielsweise Be- hauptungen durch Wahrheitsbeweis erhärtet seien, wobei auch erst nachträglich bekanntgewordene Handlungen des 'Nebenklägers verwertet werden könnten. Zu diesem Standpunkt ist zu bemerken, daß es allerdings in der Hand des Talrichters, also des Landgerichtes, lag, Tatsachen als wahr oder unwahr anzusehen, da es sich hierbei um das dem Reichsgericht als Reoisionsinstanz ver- schlössen« Gebiet der reinen Beweisführung handelte. Indessen unterliegt der richterlichen Nachprüfung durch das Reichsgericht die Frage, ob das Berufungsgericht von rechtlich ein- wandjreien Voraussetzungen bei Beantwortung der Frage, inwie- weit der Wahrheitsbeweis geführt werden muß, ausgegangen ist. In dieser Richtung ist das vorinstanzliche Urteil in den verschieden- sten Punkten ernstlich zu bemängeln! denn es kann, um den all- gemeinen Vorwurf des Vorschubleistens zu begründen, schlechter- dings nicht als ausreichend angesehen werden, wenn dem Neben- klüger in einzelnen Fällen«in diesen Vorwurf rechlsertigcndes Ver- halten nachgewiesen ist, sondern es muß unbedingt an der Identität der behaupteten und zu beweisenden Tatsachen festgehalten werden. Ein zu Unrecht übergangener Hauptpunkt ist vor ollem der über- Haupt nicht gewürdigte Vorwurf, der Nebenkläger habe den Angeklagten nicht wehe tun wallen. Weshalb das Landgericht darauf nicht eingegangen' ist, bleibt vollkommen un- erfindlich. Es hätte sich ergeben, daß, wenn der Nebenkläger fach- gemäß und mit besonderer Schärse und mit besonderem Nachdruck vorgegangen wäre und alles zur Beurteilung der Tatsache Führende getan hätte, was in seinen Krästen stand, das von so überragender Bedeutung für die Frage des Vorschubleistens hätte lein können, daß die Meinung des Berufungsrichters eventuell erschüttert worden wäre. Diese und ähnliche Mangelhaftigkeiten treten noch in zahl- reichen Punkten des Urteils auf und müssen zu dessen Aushebung führen.- getreten� Die NSDAP, verläßt die Fahne der deutscheu SUaötaftiÄ. In der politischen Praxis hat die Partei die national fozio� listischen Grundsätze verlassen. Mit den reaktionären bürgerlichen Parteien wird gemeinsam Koalitionspolitik getrieben oder als höchstes Ziel angeftrsbt. Di« Stahlhelmparole:„Hinein in den Staat!", früher schärfstens bekämpft, wird heute von der Par- tcileitung nachgeahmt. Der deutsche Nationalismus, der Weg zur deutschen Revolution, wird zu einer Reformbewegung herabgedrückt. Auch in B r a u u s ch w e i g wird innerhalb der NSDAP, b e- r e i t s auf M i n i st e r p o st e n spekuliert. Der in Kürze beginnende Wahlrummel hat für die NSDAP, nur den Zweck, koa- litionsfähig zu werden. Gegen diesen Verrat der alten na- tionaljozialistischen Grundsätze rufen wir zum Protest auf. Wir halten fest au den 23 Thesen, auf die Hitler als Führer geschworen hat, als Grundlage zur Gestaltung des dritten Reiches. Revolutionäre Nationalsozialisten, känipit mit uns un- crbitttich und kompromißlos den Kampf gegen die Versal- jchung der nationalsozialistischen Ideen, gegen Marxismus und Reaktion, sür Freiheit und Blut!— Revolutionäre'Nationalsozialisten (NSDAP.-Opposition), Gauleitung Braunschweig." Führer der nationalsozialistischen Opposilio» in Brauufchweig ist ein früherer Geschästssührer der Hitler-Partei. Hakenkreuzspaliung in Braunschweig. Eigene Listen der Opposition für die ZieichStagswahl. Lraunschweig, 7. Juli.(Eigenbericht.) In Br a u n s ch w e i g hat sich eine Oppositionsgrupp« der'.Nationalsozialistischen Arbeiterpartei gebildet. Die S t ra s s e r- G r u p p e plant, für die kommenden Landtags- wählen mit einer eigenen Lifte vorzugehen.- Sie ist inzwischen mit folgendem Aufruf an die Oefsentlichkeit getreten: „Braunschweiger Nationalsozialisten! Die Würfel sind gefallen, was wir alle nie glauben konnten und wollten, ist nun doch ein- Escherich taucht wieder aus. Er zieht eine bayerische Heimwehr auf. Rlünchen. 7. Juli.(Eigmbericht.) Der bayerische Forstrat E s ch« r i ch versucht schon seit Jahres- frist, sein« Einwohnerwehrpolitik mehr und mehr.n Schwung zu bringen. Seine neue Organksatiou nennt sich„B a y e- r i s ch« r Heimatschuß" und bezweckt„die Bildung einer bodcn- ständigen Macht gegen Bolschewismus und Kommunismus", von denen in Bayern feit langem so gut wie nichts zu spüre» ist. In Wirklichkeit handelt es sich um eine H i l f s l rü p p c d e r g e g c n- w ä r t i g e n Regierung Heidt, die ihren Pressechef Eisele zum Vorsitzenden des Presseausschusses der neuen Organisation be- stellt hat. Das Programm enthält deshalb auch als Hauptpunkt den Kampf gegen den Unitärismus des Reiches mit der Begründung, daß der Unitarismus nichts anderes als eine Stärkung und Förderung des Bolschewismus bedeute. Auf' dem Lande hat es der Hcimatschutz schon zu größerer Ge- solgschaft gebracht, da nach landesüblicher Sitte innerhalb der so- genannten vaterländischen Bewegung einfach die Vorstände der zahlreich vorhandenen Schützen-, Krieger- und Kegelvereiii« durch ihre Personen korporativ der neuen Dachorganisalion beigetreien sind. Schwieriger gestaltet sich die Werbearbeit in den Städten, in denen es unter Mißbrauch der Prestige der bayerischen Regie rungsstellcn erst nach erheblichen Schwierigkeiten gelungen ist, einer. Gau zu gründen, an dessen Spitze in der Hauptsache höhere Staatsbeamte und II n i v e r s i t ä t s p r of c s s o r c n stehen. Neuerdings ist die Rede davon, daß Escherichs Hciniatschutz auch einen Damm gegen die zunehmende Hitler-Bcwegung bilde» müsse, wofür im Einvernehmen mit der bayerischen Regierung und ihrer Staatspolitik«ine neue Wehr aufgezogen werden soll. Ge- wisse Scharfmacher innerhalb dieser Bewegung haben ossenbar daran gedacht, den in Oesterreich ausgewiesenen Putschisten P a b st als Organisator und Leiter dieser bayerischen Heiniwchr zu ge- Winnen' Escherich beeilt sich aber, diests Gerücht zu dementieren. Man wird gut daran tun, die Umtriebe der berüchtigten Unruhestifter in Baihern unter ständiger Kontrolle zu halten. Landgerichtsdircktor I?r. Zur. Westerkamp ist einem Herzschlag erlegen. Landgerichtedirektor Westerkamp war schon seit langer Zeit ein schwerleidendcr Mann, aus dielen Gründen legte er auch seinerzeit den Posten als Präsident der Reichsdiszipli narkammer nieder. Er hatte zuletzt ein« Zioilprozeßabteiluna im Potsdamer Landgericht inne. Wetter für Verlin: Ziemlich heiter und wenig veränderte Temperaturen, westliche Winde: sür Deutschland: Im Nordosten oer- änderlich und noch etwas windig, sonst im Reiche eine leicht« Beruhigung des Wetters. für die Zeit vorn 8. bis lO.JuII K I M O-T A F PSOGRAB4E4 für die Zeit vom 8. bis 10. Juli ©OQ Potsdamer Stratje 38 W 5. 7, 9 Uhr Verlängert: Kin vertonter Film: Der Teufel m. Ivan Mosjukia, Lil Dagover, Betty Amann jugendliche haben Zutritt Rheinsf rafje 14 K-ii�che) Der Weg allen Fleltcfae. mit Emil Jannlng. issc Etwas lara Bow(7 Akte) Das gewisse Etwas nit Cl Odeon, Potsdamer Sir. 75 Die Lady von der SlraHe mit Lupe Vcicz, William Boyd(7 Akte DieWonder Aslrns(Film in 5 Akien) Turmstrafje 12 W. 5. 7, 9 Uhr Der erfolgreiche Tonfilm; Die Nacht gehört an» m- Haue Alber», Charlotte Ander» Alexanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Die Flau ohne Nerven mit Ellen Richler Evangeline mit Dolores del Rio(5 Akte) X S, Täglich 7. 9 Uhr Die Kamera Unter den Linden 14 Oer Kampt um die Erde (Generallinie; Söhne Regie: Szannin fl Moabit Artushof-Lichtspiclc Rlm- and Döhnenschaa Perlebergei4 Str. 29 und Stendalcr Str. Fürst von Pappenbeim mit D. Gratia In zntei Welten m RolU Norman Welt-Kino \lt-Moabit 99 S. 5, 7, 9 Uhr Lil-Dagover-Tonfilm: Es gibt eine Frau, die dlds niemals vergibt Atrium Beba-PaUst Kaiserallee. Ecke Berliner Straße Täglich 7. 9.15 U Stg: 5, 7, 9.15 U. Urauflührung! Fraoennol- Frauenglflck (Ein Film vom Werden d. Menschen, v.Leiden u. Freuden d. Miittcrschaft) W»chanebera B Alhambra Schöneberg; Hauptstr. 30 Karriere, Tango der Liebe mit Walter Rilla Mldel» von heate Titania(uf. slhöneberg) Hauptstraße 49 W 6 30, 9 U. Stg. 3 U Troika mit Olga Tsdiediowa CharloW etwas vcrröckt mit Lya de PuHi ■ Sfflllt» 1 Titania-Palast Steglitz, Schloßstr.5. Ecke Gutsmuthsstr. Täglich 6.30, 9 Uhr. Stg. 4, 6.30, 9 Uhr Der Groß-Tonfilm; Westfront«vis mit Fritr Kampers, Gustav Dic�l Film-Palast Kammersäle Teltouer Str. I W.ft's.Sbd 6,Stg.sUhr Sein letzter Betehl mit Emil Jannlng. 4 Herren sndten Aoschlnh Filmeck Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Tonfilm: Der nnsterbllchc Lump mit Liane Haid. Gustav Fröhlich lugendliche haben Zutritt Stella-Palast Küpenicker Straße 11—14 Beginn der Vorstellungen: Wochtgs 7 u.9, Sonnt. 5. 7, 9 Uhr Wieder zwei große Filme: Der sensationelle Kriminalfilm: Masken mit Stuart Webbs Eros in Ketten Gro�e Böhnenschau Sternwarte— Treptow Dienstag 8 Uhr: Maha, Insel der tausend Wunder Mittwoch 8 Uhr: Zähmung und Abricfatnng Film mit Vortrag: Robert Nculj Nordosten „Elysium" �nrund Prenzlauer Allee 56 W. 7,9,15, S 5,7,9,15 Achtung, Autodiebe! mit Harry Piel Maha, aui den Inseln der 1000 Wu»der • 0««en g Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Wochent 6 Uhr, Sonnt 3.30 Uhr Frauenarzt Dr. Schfifer m Ev. Holt Rache des Araberffirsten. Bühne: Ernst Hofer und Ensemble Concordia-Palast Andreasstraße 64 6 30,8 45 U., Stg. ab 4 U. Der lOOpioz Sprech- und Tonfilm; Das Rheinlandmödcl m G. Bernd! Dte Peitsche des Gesetzes Viktoria-Lichtbild Th. Prankiurter Allee 48 Böhnenschau Woch. 5, ca.7 u. 8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca. 8.45 U. Der Kampf um den Mann Die weihe Nacht Beiprogramm Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch. 5,ca.7 u. 8.45, Stg. 3, 5. 7 u. ca. 8.45 U. Tonfilm Es gibt eine Frau, die dich niemals vergibt m L. Dagover, J. Peirovich T onfilm beiprogr amm g Heu-Mchtenbers"b Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 Der Mann aus dem Jenseits mit Olga Ttchechowa, Wegener Die Präriefalle Böhnenschau fl Friedrichsf Ido"Tfc Kino Busch Ali-Friedrichsfelde 3 Beiprogramm Tarakanova mit Olaf Fjord Männer vor der Ehe mit Käthe von Nagy, Curt Vespermann D Nicderschönewoido � Eiysium Hasselwerder Straße 17 Tonfilm: Der Mann in Fesseln (Phantome des Glücks). Tonfilm; Boxkampf Schmcling— Sharkcy Gutes Beiprogramm Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 205—210 Stg. Vt3 Jgd.-V Tonfilmposse: Wien, du Stadt der Lieder lug» Beiprogramm [endliche haben Zutritt Norden Alhambra Müllerstraße 136, Ecke SccstraBe Der lOOpror Sprech- und Tonfilm Rhcinlandmädel Tonftlmbclprogramm Pharm-Lichtspielc Müllerstraße 142 W. 6U. Stg 5 U 2 groß� Schlager. Herz in Not Die Masken des Erwin Rainer mit J. Gilbert Beiprogn Marga-Lichtspiele Schulstraße 29 Das letzte Souper(Schuß in der großen Oper) mit Marcella Albani, H. George Ariadne in Hoppegarten Böhnenschau Pratcr-Lichispiel-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 7,15, Sonntags 4 Uhr Alles för Geld mit Schönzel, Jannings Die kleine Dingsda m. Anny Ondra Beiprogramm Aascrwfihüe Varicicschau c Pankow Palast-Theaier Breite Straße 21 a W. ab 7,39, Sonnt. 5, 7. 9U. Sp'elereien einer Kaiserin mit LH. Dagover, Hans Siüwe Die nicht heiraten dDrfen Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W. 7-7, 9 U. Slg. 5, 7, 9 U 2 Schlager: Der Cowboy-Kavalier Brllianlensdimuggler Beiprogramm f fklrsccsMim Wigs. 1.'7 u.9 Uhr �OlOSSCUm Stg. 5. 7 u.9 Uhr Schönhauser Allee 123 Die Llndcnwirlin am Rhein Frauen, die vom Weg abirren Bfibnenstbau > Cesundbrunnen j-j «Alhambra" Badstraße 58 W. ab 6 U� S ab 3 U Londoner Nachtwelt mit A. May Wong Moderne Piraten mit S. Arno Böhnenschau Ballschmieder- Lichtsp Badstraße 16 W. 6. S. 3 U. Die Warschauer Zitadelle Prinzessin Trulaia mit Lilian Harvey Böhnenschau Kristall-Palast Prinzenallee i— o W. ab 5. S.ah 3 U. Der geheimnisvolle Kavalier mit Rieh. Talmadge Frauenarzt Dr. Schäfer m E. Holt Böhnmschaq Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 VV. 1 77. 9 U., Stg. 5, 7 u. 9 U Hast du geliebt am schönen Rhein Ledige Töchter Bölinenscbau � Wiga&rtcEionhamen C Film-Palast Ä�en Blankenburger Straße 4 W. 7, 9 U Stg. 5, 7, 9 U. Tonfilm; Melodie des Herzens mit Willy Frilsch, Dita Parlo Tönendes Beiprogramm g Tegel"h Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W.6,81�, Stg. 4'/«, Sonnt. 2 Uhr Jugendvorstellung Großtonfilm: , hheinlar ilmädcl mit Grefl Bcrndt. Werner Fütterer Auf neuester Tobis-Apparatur „Kosmos" Filmbühne Hauptstraße 6 W. 6, S'/s, S. ab 4", Anna Karenina mit Greta Garbo Die Liebschatt einer Schauspielerin mit Polo Negri Bcipro�remm Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. S.ß1»U Slg. 2 U. Jugendvorst. Stg.41..6'.i,8'iU. Die Ehe mit van de Velde EBicfal zu schweigen m. G. Fröhlich Mennigseiorr Fiimnalast- ,!ieg' w- �?-,J a zitiz�stsiosi Stg 41/ 61 Berliner Straße 59 Stg. 2U. Jug.-Vorst Das ausgezeichnete, neue 2- Schlager-Er ogram m