BERLIN Sonnerstag 10. 3uli 1930 erscheinttSglich auß«rS»nntas<. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts'. Beiugsxreis beide Ausgaben 85 Pf. uro Woche, 3,603)?. pro Monat. Redaktion und Expedition; BcrlinSW68,Lindcnstr.3 IG Pf. Nr. 318 B 155 4?. Jahrgang Lnteigenpreis: Die einspaltige Nonpareillczeile 80 Pf., Reklamezeile b M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Dorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr.S7SZS. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 150 Grubenopfer in Ileurode. Das größte deutsche Bergunglück seit 1908. vis heule, Mittwoch millag, waren aus den vergasten Gruben in Ileurode 8 1 Tote und 51 Lebende geborgen. Weitere 5 lebend Geborgene sind inzwischen v e r- st o r b e n. 3m Knappschastslazarelt wurden 59Toteauf- g e b a h r t, von denen bisher 51 identifiziert werden konnten. Wegen Raummangels muszlen schließlich auch liäume im Städtischen Krankenhaus zur Ztufbahrung benutzt werden. Die Erregung unter der Bevölkerung ist ungeheuer. » TaS Waldcnburger.Bergbaugebiet, das Hungcrland im Osten Teutschlands, dessen süd» östlicher Ausläufer das Reuroder Gebiet ist, ist wieder einmal von einer furchtbaren Bcrgbaukatastrophe heim- gesucht worden. Wiederum hat eine ungeheure Zahl von Bergarbeitern ihr Leben eingebüßt. Wiederum trauern Snndcrte um ihren Ernährer, den Vater und Sohn, und wir um viele Parteifreunde, die seit Zahr und Tag, in guten und schlechten Stunden, treu zur Sozial- demokratie und zu den Gewerkschaften gestan- den haben. An ihrem Sarge, ihrem Grab, senken sich zu ihren Ghrcn und zum Zeichen des Tankcs die Banner der Arbeiterbewegung. Tas Unglück nimmt geradezu entsetzliches Ausmaß an. Waren es in der Nacht zum Donnerstag «7 Tote, so hat sich diese Zahl heute früh auf 81 er- höht. Damit ist die furchtbare Kohlen st aubexplo- sion auf der Zeche Mont Eenis im Jahre ISS 1, die 7S Todesopfer forderte und noch in aller Erinnerung fein dürfte, bereits überholt. Es hat aber den Anschein, als ob selbst diese Zahl noch nicht den Höhepunkt darstellt, und bereits nennt man die grauenerregende Zahl von insgesamt 130 Toten, mit der diese Katastrophe vermutlich enden wird. Damit würden wir vor der größten deutschen Bergkataftrophe der letzten Jahrzehnte stehen, denn die Schlagwetter- cxpiosion in Bochum von ISIS forderte 117 Tote, die Kohlenstaubexplosion in der Hehnitzgrube bei Beuten im Jahre ISÄS IIS Tote und die Kohlenstaubexplosion auf der Zeche Minister Stein bei Tortmund im Jahre 1 S2Z 13 3 Tote. Tie Kohlen st aubexplosion auf der Zeche R a d b o d bei Hamm im Jahre 1SY8 forderte 3 Ii tt T o t e. Das Gas weicht nicht. Noch ist es nicht gelungen, im Kurtschacht die Wettertüren zu öffnen und so eine Entlüftung herbeizuführen. Der Luftdruck ist so stark, daß das Rettungsgerät versagt und der Rettungsmannschaft die Schutz mästen vom Gesicht gerissen werden. Ein Bild von dem gewaltigen Ausmaß der.Katastrophe kann man stch machen, wenn man bedenkt, daß die G a s e L S S S Meter von dem eigentlichen Ursprung der Kohlensäureexplosion in den Hauptschacht der Wenzeslausgrube nach Mölke getrieben wurden. Trotzdem wird immer wieder ver- sucht, die mit Gas verseuchte Grube mit K o m p r e s f o- r c n und anderen Mitteln zu entlüften. Gegen Morgen wurde nochmals ein Generalangriff unternommen. Sämtliche Rettungsmannschaften gingen aus Wert und versuchten in zwei Gruppen von Mölke aus vorwärts zu stoßen, aber vorläufig ist man noch nicht weitergekom- men. im Gegenteil, die Gase haben sich verbreitet. Noch lange nicht ist der Fuß der Strebs, also der Eingang des Unglücksstollens im Kurt-Tchacht, von den Bergungsmannschaften erreicht. Man rechnet jetzt damit, daß nicht vor dem Nachmittag oder Abend die Bergung der Eingeschlossenen gelingen wird. lieber die Ursache des Unglücks weiß man auch jetzt nur, daß es sich um einen Kohlensäureaus- bruch von ungeheurem Ausmaß handelt. Weit- bin vernehmbar war der dumpfe knall, so daß die an 5xohlensäurcausbriichc gelvohntc Bevölkerung jähes Ent- zctzen befiel. % 4 � " .„iiV-.■ -rH'l fl 3SUck auf eine der dtarakierifiifchen Schachianlagen im lleuroder{Hansa-Luftwid GmbH* tSesirk.— dm dfügelland verfireul liegen die Arbeiierhäuschen Mißachtete Warnung? Schrämmaschine als Ursache des Unglücks. R e u r o d e, 10. Zuli.(Eigenbericht.) Me uns von Bergleuten, die in der betreffenden Schicht aus der 15. Abteilung gearbeitet haben, mitgeteilt wird, ist der kahlen. säureauebruch um 4 Uhr durch die zuständige Aussichtsperson bemerkt und vorschrists mätzig gemeldet worden. Als die Bieldung in der Biarkenkontrolle hausdors erstattet und sosorligc Hilfe gefordert wurde, schenkte man ihr nicht Glauben. Aach Ansicht unserer Gewährsleute ist der Ausbruch auf Anwendung einer Schrämm- Biaschine an der Gesahrenstelle zurückzusuhren. Als am 2S. Zum in der 18. Abteilung ein kleiner Ausbruch stattsand, wurde seitens der Aufsichtsbehörde die belressende Bt aschine sofort zurückgezogen. warum ist an der mindestens ebenso gefährlichen 17. Abteilung eine gleiche Maschine stehengeblieben. um so mehr, als für die Anwendung von Schrämm-Moschinen an kohlcnsäuregesährdeten Betriebestcllen ein behördliches ver- b o t besteht? Die Grubenverwaltung steht aus dem Standpunkt, datz diese Katastrophe niemand voraussehen konnte. Die Sicherheits- maßnahmen seien einwandfrei gewesen. Untersuck, ungen durch Abordnungen von Behörden haben stattgesunden und diese Ieslsle'lungen bestätigt. Von anderer Seite wr.tz über das S ch r ii m m v e r f a h r e n durch TU. so'geirde Darstellung gegeben: Niemand war aus das Unglück varbekeitet. Da immer mit der Gefahr der Kohlcnsaureausbrückj« gerechnet wurde, hatte man sich auf sie eingestellt und sie allmählich reguliert. Man sorgte durch das maschinelle Schrän, m-Verfahren, ein Entluftungs- oerfahren, für das Abziehen der Gass. Oder man brachte durch Erschütterungsschießen mittels elektrischer Fernzündung die Gas« rcckstzeitig zur Entladung. Noch am Sonntag hat« man die Grube dupch das Erschütterungsschießen gereinigt, so daß niemand an die Möglichkeit eines Knhlenfnurcausbruchs dachte. Und mm haben sich die?iaturgciuallen als ftörl-r erwiesen. Fest steht� daß der Kohle njäureausbruch auf dem Kurt- Schacht in hausdors, einem Nebenschacht, auf dem zur Zeit mi Deputat-Kohl« gefördert wird, erfolgte, sich aber dann mi ungeheurer Geschwindigkeit nach Mölke, dem Hauptschacht zuwandt« So befinden sich die Eingeschlossenen noch im Kurt- Schacht, während die im Hauptschacht Befindlichen bereits ge borgen werden konnten. Dom Mölke-Schacht aus, der besser aus gebaut ist als der Kurt-Schacht. werden auch in erster Linie di Bergungsarbeiten unternommen. Don hier ist auch de, größte Teil der Toten geborgen worden. Die erste Hilfe. Aeileidskundgebung der Sozialdemokratie. linser Partciblatt in Neurode, die„Neue Volksstimme", bring solgendcs Telegramm des sozialdemokralischen Parteivorstandes: Ter Parteivorstand spricht den von der ungetzeurei Katastrophe Betroffene» sein tiefstes Beileid aus. El übersendet telegraphisch 3000 M. zur ersten Hilfe leistung. I. A.: Wels. Das tödliche Gas. Was der Minister sagt. Aus dem preußischen Handelsministerium, das für den Bergboi zuständig ist, erfahren wir: Die Gefahr von K o h l e n f ä u re c i n b r ü ch c n ist feit 189- bekannt. Drei bis vier Gruben des Woidenburg-Neurode- Reviers stehen unter dieser Gefahr, von der der ganz« übrige deutsch Bergbau frei ist. Nur in Südfrankrcich sind einige ebenso gcsöhroed Gruben. Kohlcnsäureausbrüche haben sich in den letzten Iohrci auf der Grube Wenzeslaus gar nicht selten ereigncl 1929 betrug ihre Zahl 33. Sie haben jedoch nie ein Menschenopfo gefordert und zwar dank dem Verfahren, durch elektrisch aus sichere Entfernung gezündete stark geladene Sprengschüsse das Gestein z« zerteilen und dadurch das angesammelte Gas zum unschädlicher Entweichen zu bringen. 1928 wurden allerdings bei einem Kohlenjäureuuglück auf Sozialdemokratie gegen Kopfsteuer. Ablenkungsversuche des Bürgerblocks. Äenzeslaiis acht Bergleute getötet, und zwar bei einem Versuch mit M a/ ch i n e n zur ollmahligen Entfernung des Gases, womit im Ausland Erfolge erzielt worden waren. Den vor- erwähnten Erschüttcrungsschüssen kann also dieses frühere Unglück nicht zur Last gelegt werden. Die Belegschaft beträgt etwa 2400 Mann, jedoch war infolge des schlechten Geschäftsgangs bereits im April und wiederum im M a i die Entlassung von je S00 bis 1000 Mann beim Demobilmachungs- kommissar beantragt. Als erste Spende für die Hinterbliebenen sind 10 000 RM. aus dem Dispositionsfonds des Reichspräsidenten bewilligt worden. Der T o d i n d e r G r u b e ist in erster Linie durch den e n o r- wen Gasdruck, dann durch die weggejchlcuderten Steine und schließlich auch durch Gasvergiftung erfolgt. Das Rettungswcsen im Waldenburger Revier ist voriges Jahr neu organisiert worden, ver- sügt über Mannschaftsautos, die in kurzer Zeit an Unglücksstellen sind. Es wird nach festem Plan gearbeitet und auf Unglllcksmeldung treten sofort auch die Rettungsmannschaften der R a ch b a r ,« che n an. Es standen auch gestern abend sehr bald weit mehr Rettungs- Mannschaften über Tage zur Verfügung, als unter Tage ein- gesetzt werden konnten. Beileidskundgebungen. preuhen stellt zunächst 100000 M. zur Hilfeleistung bereit. Der preußische Mini st erpräsident Broun hat an- läßlich des Grubenunglücks in Neurode an die Zechenverwaltung der Wciezcslausgrube das folgende Telegrcrmm abgesandt: „Zu dem schweren Grubenunglück, das auf so tragische Weise den Tod vieler wackerer Pergleule herbeigeführt hat, spreche ich zugleich im Namen der preußischen Staatsregicrung herzlichste Teilnahm« aus." v An den Vorsitzenden des Betriebsrats der Wenzeslousgrube hat der Ministerpräsident telegraphiert: Tief erschüttert von der Schwere des Grubenunglücks bitte ich, den töinterbliebenen der Opfer und den Verletzten nein aufrichtiges Mitgesühl zun, Ausdruck zu bringen. Beizolgende 2000 Mark bitte ich, zur Linderung der Not der Hinterbliebenen zur Verteiluna zu bringen. Gleichzeitig hat das preußische Sioatsminlsterium den Betrag von 100 000 M. für die Hinterbliebenen der Opfer und die Verletzten bereit gestellt. * Der Reichspräsident hat gleichfalls ein Beleidstelegramm gesandt und 10 000 M. zur Verfügung gestellt. Moldenhauers Pension. Oer Antrag im Ifeichsrat vorläufig abgesetzt. Wie wir erfahren, ist der Antrag des Reichsfinanzministeriums, die Pension des Herrn Moldenhaucr durch Anrechnung einer höheren Dienstzeit außerplanmäßig auszubessern, plötzlich von der Tage»- ordnung des Relchsrots abgesetzt worden. Von gewisser Seit« wird behauptet, Moldenhauer habe von dem Antrag persönlich gar nichts gewußt, da er sich in der Schweiz befinde. Das wäre ja dieselbe Unkenntnis, die Herr Schiele seiner- zeit an den Tag legte, als ihm eine Ministerpenston bewilligt wurde. von deren selfamen Errechnung er keine Ahnung hatte. Die Absetzung des Beratungsgegenstondes im Reichsrat bedeutet übrigens noch nicht, daß dos Reichsfinanzministerrum den Antrag an sich zurückgezogen habe. Von einer solchen Zurückziehung ist vielmehr amtlich nichts bekannt... Landvolkprozeß in Holstein. 28 AngeNagte vor Gericht. Itzehoe, 10. Juli(Eigenbericht). Am 14. Juli beginnt im Ständcsaal des Jtzchoer Rathauses der zweite Landvolkprozeß. Angeklagt sind 23 Führer der Land- volkbcwegung wegen Amtsanmaßung, Aufreizung zum Steuer- streik, Beleidigung, Verbreitung von verbotenen Druckschriften und Beschimpfung. Bis jetzt sind etwa 100 Zeugen geladen. Die VerHand- lung war ursprünglich für den 11. Juni angesetzt, mußte aber auf An- trag des Verteidigers wieder vertagt werden. Unter den Ange- klagten befinden sich sämtliche bekannten Personen aus der Landvolk- bewegung. Schweres Autounglück bei Potsdam. Zwei Tote und zwei Schwerverletzte. Aus der Geltower Chaussee, dicht hinler Potsdam. ereignete sich in der vergangenen Nacht ein entsetzliches Auto- unglück, das zwei INenschenlcben forderte. Zwei weitere verunglückten muhten mit schweren Verletzungen in das St. Zoses-Srankenhaus gebracht werden. Der Kaufmann Freudenberg aus Brandenburg a. d. Havel hatte mit seinem Privatwagen eine Fahrt nach Dahlem unter- nommen. Er befand sich gegen 23 Uhr auf dem Rückwege. Etwa einen Kilometer hinter Potsdam raste das Auto auf der Geltowcr Elzaufsee mit einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Motorrad mit Beiwagen, das mit drei Personen besetzt war, in ungeheurem Tempo zusammen. Das Motorrad bohrte sich fast bis zur halste in den Vorderteil des Autos hinein. Der Führer des Motorrades, der auf dein Potsdamer Polizei- Präsidium bejchästlgte Versorgungsanwärter Kurt Dörr« und ein« feiner Begleiterinnen, ein Fräulein Elise handtke, die auf derselben Dienststelle tätig ist, wurden auf der Stelle getötet. Eine zweite Mitsahrerin, Fräulein Else holz aus Potsdam, wurde schwer verletzt. Während der Kaufmann Freudenberg wie durch ein Wunder unverletzt davonkam, erlitt seine neben ihm sitzende Frau ebenfalls erhebliche Verletzungen. Die Schuld an dem schrecklichen Unfall soll den Automobilisten trejsen, der auf der falschen Straßenseite gefahren ist. Er wurde vom Landjäger festgenommen und auf dem Prä- sidiuni in Gewahrsam genommen. Er wird noch heute dem Amts- richtcr vorgeführt werden. Freudenberg behauptete bei seiner ersten Vernehmung, daß der Führer des Motorrades seinen Scheinwerfer nicht abgestellt habe. Er sei dadurch so geblendet worden, daß er, ohne ce zu merken, auf die linke Straßenseite hinübergeraten sei. Di« Potsdamer Polizei prüft zur Zeit diese Angaben, doch beschästigt man sich auch mit der Frage, ob der Führer des Kraftwagens, der, wie gesagt, von einer Gesellschoit kam, vielleicht nicht ganz nüchtern war und infolgedessen die Herrschaft über seinen Wagen verloren hat. Die beiden Leichen und die zusammengestoßenen Fahrzeuge wurden von der Potsdamer Staatsamvaltschajt beschlagnahmt. Um die brutalste aller Steuern, gegen die sich der Widerstand aller vernünftig, gerecht und sozial Empfindenden richtet, durch- zusetzen, greift der Bllrgerblock, wie immer in solchen Fällen, zur Lüge. In der„G« r m a n i a" wird über die Kopssteuer gesagt: „Sie ist bekanntlich bereits vom früheren Kabinett durch den Mund des Reichskanzlers Müller im Dezember vorigen Jahres ge- fordert worden." Das ist n n w a h r. Nach dem amtlichen Steno- gramm über die Reichstagssitzung vom 12. Dezember 1929 hat der Reichskanzler damals gesagt: „Zwei Punkte bedürfen aber noch der besonderen Erwähnung. Zunächst ist nach der einstimmigen Auffassung der Reichsregierung der Einbau eines bew«glichen Faktors in das Gemeinde- steuerfystem, durch den unter Berücksichtigung sozialer Notwendig- leiten alle Gemeindebürger zu den Lasten der Gemeinden heran- gezogen werden, ein dringendes Gebot dieser Finanzreform. Durch Einbau eines solchen beweglichen Faktors wird die Verantwor- tnngsfreudigkeit In den Kommunen bei der Entscheidung über die Ausgaben gehoben und so der Gedanke der Selbstverwaltung ge- stärkt werden. Es ist bekannt, daß hinsichtlich eines solchen beweglichen Faktors eine ganze Reihe von Vorschlägen bestehen. Es ist auch bekannt, daß einige solcher Vorschläge von einem Teil des hohen Hauses scharf abgelehnt und von einem anderen Teil ebenso stark gefordert werden und umgekehrt. Wie der bewegliche Faktor endgültig gestaltet werden soll, wird daher noch Gegenstand sorgfältigster Prüfung auch in diesem Hause sein. sobald die konkreten Gesetzesvorschläge dem hohen Hause unter- breitet sein werden." Aus dieser Erklärung geht einwandfrei hetoor. daß die Reichs- rcgierung sich nur über den Grundsatz geeinigt hatte, den Genieinden durch den Einbau eines beweglichen Faktors eine größere Selbständigkeit bei ihrer Steuergesetzgebung zu verschaffen, als sie sie bisher hatten. Ueber das Wie aber war eine Entscheidung nicht getroffen, weil sie im Kabinett infolge großer Meinungsverschiedenheiten nicht zustande kam. In den Parteiführerbesprechungen, die der Reichstagserklärung der Regierung vorangingen, hat der Reichskanzler Müller ausdrücklich mit- geteilt, daß der Passus der Reglerungserklärung über den beweg- lichen Faktor keine Fe st legung der Reich-sregierung auf die Kopf st euer sei, dalämtiich« sozialdemokratischen Mitglieder des Kabinetts in voller Uebercinstimmung mit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion die Kopfsteuer nicht als geeigneten Weg zur Gesundung der Gemeindefinanzen ansehen. Dieser Tatbestand ist allen Parteien bekannt. Wenn jetzt dennoch aufs neue die Behauptung auftaucht, die Regierung Müller habe sich für die Kopssteuer verpflichtet, so ist das nur eins jener Handlungen, die zur Beschwichtigung des eigenen schlechten Gewissens dienen sollen.. Der Kampf um die Ersparnisse. Im S t e u« r a u» s ch u h des Reichstags begann an» Donnerstag die Beratung der Dcckungsvorlage. Aber weder Reichsregierung noch Regierungsparteien verspürten Lust, über ihre gesamten Absichten Klarheit zu schaffen. Sie oerstanden sich weder dazu, eine positive Stellung zu den eigentlichen Dcckungsvoriagen der Regierung zu nehmen, noch die inzwischen in Aussicht genom- meiten Abänderungen bekanntzugeben oder gar zu begründen. Der Deutschnationale Dr. Rademacher hielt eine scharfe Oppositionsrcde, die jedoch ohne jeden Eindruck blieb, weil er damit nur die Taktik wiederholte, die er bereits im April vor seinem Umsall eingeschlagen hatte. Für das Zentrum sprach Abg. Dr. Fähr, der sich im großen und ganzen mit de» Vorlagen der Rcichsreglerung eiiwerstanden erklärte. Abg. Dr. Fischer- Köln(Dem.) machte die Zustimmung zu den ein- zelnen Vorlagen von der endgültigen Gestaltung des ganzen Deckungsprogramms abhängig. Abg. Dr. V o ß(D. Vp.)«rklärle, sich unabhängig von der endgültigen Stellungnahme an den Beratungen der Vorlage beteiligen zu wollen. Reichssinanzminister Dietrich richtete einen Appell zur fach- lichen Mitarbeit an das Parlament, denn die Ablehnung der Vor- läge der Regierung müsse unübersehbare polirisch« und wirtschaftliche Konsequenzen haben. Abg. Li nd e i n e r- Wildau(volkskonjer- vatio) stellte sich hinter d« Lorlage der Reichsregierung und bekannte sich zu der Absicht der Einschränkung der Darlehnspflicht des Reiches für die Arbeitslosenversicherung und der Einführung der Kopssteuer. ( Abg. Seil(Soz.): Die Sozialdemokratie habe es an der Mitarbeit in den schwie- rigen Fragen zur Finanzgesundung nicht fehlen lassen. Sie sei aber jetzt in ihre Oppositionsstellung gedrängt worden? chr stünde deshalb das Recht zur Zurückhaltung in höherein Maße zu als den Regierungsparteien. Trotzdem habe sie bereits im Ple- num klar und eindeutig zu den Vorlagen der Regierung Stellung genommen. Sie habe es auch an Abänderungsvorschlägen, durch die die Finanzen wirklich saniert, die Belebung der Wirtschast erreicht, die sozialen Leistungen für die Opfer der Wir- schostskrise aufrechterhalten und die neuen Lasten gerechi verteilt würden, nicht fehlen lassen. Weder Regierung noch Par- teien aber hätten zu diesen kritischen Vorschlägen Stellung genom- inen. Man kenne nicht einmal das Gesamtprogramm der Regio rung, obwohl seine Kenntnis die oberste Voraussetzung für die Stellung im einzelnen sei. Niemand könne verlangen, daß man der Regierung, die anscheinend selber nicht wisse, wohin sie wolle, blindlings folge, um so weniger, als diese Regierung seil drei Mo- nalen durch ihre reaktionäre Politik die größte Fraktion brüskiert und wirtschaftlich widersinnige Regelungen wie Trinkgelder an In- teressenten beschlossen habe. Zum Schluß warnte Keil vor einem va-banque-Spiel mit außerparlamentarischen Mitteln, die einem Staats- streich gleich kämen. Ilm sie Ernsthaftigkeit des Willens zur Sparsamkeit, der von allen Parteien betont wurde, zu prüfen, begründete sodann Abg. Dr. hilserding(Soz.) den Antrag auf sofortige Einsetzung eines iln t c r a u s s ch u s s e s ,' der bis Anfang nächster Woche ein Programm der sofort wirksamen Ersparnisse für den Reichs- Haushalt für das Jahr 1930 vorzulegen hätte. Nachdem die Abg. Dr. hoff(D. Vp.) und Dr. F ö h r(Z.) sich gegen die Annahme t>es Antrags erklärten, Abg. Dr. Fischer (Dem.) für den Antrag eingetreten wnr, erklärte Abg. Dr. Ober- fahren(Dnat.), die Deutschnationalen würden sich für den Fall der Annahme dieses Antrags an dem Ausschuß nicht beteiligen. Die Einsetzung des Unterausschusses wurde mit Stimmengleichheit abgelehnt, An der GM« Neurode, 10. Juli.(Eigenbericht.) Im Neuroder Bergbaurevier' lebt unter den kümmerlichsten Verhältnissen ein armer Menschen- schlag. Selbst bei voller Arbeit tragen die Bergleute nur wenig über 20 M. wöchentlich in die kinderreiche Familie nach Hause. Groß! st das Nahrungselend, verschlissen mid alt die Kleidung, schauderhaft die Wohnungsnot. Die Abbauverhält- nissr im Bergbau sind schwierig, die Wlrtschaftsseriie zum Reich und die Abriegelung des Gebietes durch das vorgelagert« Eulen- gebirg« erschweren den Absatz außerordentlich. Der gefährlichste Feind dieser Grube jedoch ist die Kohlensäure. Wenn die Schrämmaschine ihr tiefes Loch vor Ort bohrt, dann bricht diese erstickende Säure plötzlich mit un- geheurer Gewalt aus. Fast niemand kann ihr entrinnen— die Lungen bersten, der Kumpel(Bergmann) bezahlt seine mühsam«, schlecht entlohnte Arbeit mit dem Leben. In der Geschichte bergbau- licher Katastrophen wird der 9. Juli und mit ihm das Neurodcr Revier Schrecken und grenzenloses Elend bedeuten. Alarm! Alarm! Nachmittags gegen 4 Uhr wird der Ausbruch bekannt. Von vier Todesopfern ist zunächst die Red«. Gegen b Uhr rufen die Sirenen in der ganzen Umgegend Alarm. Man gibt die Zahl der Toten mit IS an und dann werden sie bis spät in die Nacht hinein geborgen, schwarz von dem mit ungeheurem Druck herumgewirbelten Kohlenstaub, den Mund im Ringen nach Atem noch geöffnet. Der diensttuende Arzt sieht nach den Augen: Ge- brachen. Horcht die Brust ab. Mit leiser, inatter Handbewegung deutet er wieder und wieder an, daß ein« Leiche herausgeschafft werden kann. Vom Schacht her kommt Bahre um Bahr«, ein« Decke verhüllt das Unglück. Für Stunden immer wieder der gleiche Vorgang. Draußen harren bang und zageiU», viele mit leise ergebenem Weinen, die Frauen, di,e Mütter; sie schauen auf Anzüge und Stiefel derer, die man hinausträgt, als wollten sie chr Liebstes an diesen Zeichen erkennen, Ungewißheit, lähmender Schrecken überall. Unaufhörlich dreht sich das Rad des Förderturmes, jeder Hub bringt neu« Tote. In jürchterlicher Qual winden sich die, denen es noch nicht den Rest gegeben hat. Mühsam atmet die bleich« Brust, zitternd« Lippen trinken Milch, müde Augen möchten sich gern zum Schlaf schließen und starren doch angstvoll, als flehten sie-um ihr bißchen Leben, denn man hat ja Frau und Kind. „Man wollte wieder hundert kündigen." Die Rettungsmannschafte» arbeiten vorbildlich und unermüdlich. Ueber der Schreckensszene scheinen geister- Haft die starkkerzigen Lampen. Ein Steiger ist beim Rettungs- versuch dem Starkstrom zu nahe gekommen und liegt ebenfalls unter denen, die aufgegeben sind. Ein Bild des Heldentums und des stillen Duldens, das sich hier entrollt. Erbarmungswürdig, wenn man be- denkt, daß diese Leute täglich ihr Leben auf das Spiel fetzen und des Grauens. es doch kaum ein Leben nennen dürfen. Anklagen gegen die G:- sellschast. Es liegt ein Stück Wahrheit In der bitteren Ironie, mir der ein Kumpel sagt:„Do wer» je uns wull zwanzig Pfennig« abziehen. Dos müssa wer doch bezohla!" Und ein anderer meint resigniert:„Ma wulld« wieder hundert kündigen. Nu sein je alleene f u r t- gemacht." Während der Fördcrkorb noch zu tun hat, die Toten ans Licht zu bringen, empfängt die Nachtschicht ihre Lampen utib fährt ein. Welcher stille Mut oder welch gewaltige wirtschaftliche Not führen zu diesen: Entschluß, angesichts der Todcsernt« doch den Weg in den Schacht anzutreten! Die öffentlichen Gebäude haben halbmast geflaggt, von allen Stellen kommen die Beileidsbezeugungen. Wirtschaftliche hilf« wirb jetzt vielleicht nicht ausbleiben. Aber nichts kann Elterzi ihre jungen Söhne, nichts Frauen den Gatten und Kindern den Vater wiedergeben. Neues grenzenloses Leid zu schwerster wirt- schostlicher Lage. Das ist das Resultat dieses grauenhaften Ergeb- nisses vom 9. Äuli. Uns Sozialisten bleibt nur wieder stärker der eine Wille: Es muß ander» werden! Seiner unserer Brüder soll nach einem so kargen Leben wieder derart zugrunde gehen! Hungerlöhne durch Lohnabbau. Die Lohnverhältnifse im niederschlesischen Steinkohlenrevier, zu denen die Neuroder Randschächte gehören, stehen stark unter dem Reichsdurchschnitt. Der Durchschnitts- lohn im Waldenburger Revier betrug im Mai d. I. 6,33 M. Dazu kommt noch, daß die Entlohnung in den Neuroder Randgebieten noch schlechter ist, denn der Durchschnittslohn in diesen Zechen be- trug im Mai nur 5,S3 M. Neuerdings trat in diese Verhältnisse der Neuroder Randzschen noch ein« Verschlechterung ein, so daß im Durchschnitt in diesen Gruben 1— 1,20 M wekliger verdient wird, als in den Neuroder Kernzechen. Vergeblich fordernd seil Jahren die Bergarbeiterverbände die Aufbesse- rung des Schichtlohnes, der in keinem Verhälxnis steht zu der gefahrvollen und überaus schweren Arbeit des Bergbaues. Aber stets hiaben sich die Grubenbaron« unter Ausnutzung aller ihrer Machtmittel gegen die Forderungen der Berg- arbeiter gewandt mit der Motivierung, daß die Gruben nicht rentabel seien. Um diese Behauptung zu stützen, sind si« neuerding- dazu übergegangen, Stillegungsanträge an die Regie- rung in Breslau zu stellen. Tatsächlich wurden auch bis zum 1. Juli d. I. 900 Mann von der Belegschaft der Wenzeslous- Grub« abgebaut. Der Kurt-Schacht in hausdors wurde von diesen Maßnahmen am meisten betroffen. Weitere 100 Mann der Belegschaft de» Unglücksschachtes sollten In der nächsten Zett ent- lassen werden. Angesichts dieser furchtbaren Katastrophe erklären die Kumpels mit bitterer Ironie, daß die 100 Mann nicht entlassen zu werden brauchen,„sie haben sich allein davon gemacht", d. h. sie sind freiwillig gegangen. Selbstschutz des Staates. preußischer Erlaß für Bestätigung von Kommunalbeamten Der preußische Minister des Innern gab am 31. Januar d. I. einen Erlaß an die Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten und Landräte heraus, in dein für die Bestätigung von Anhängern der Ziationalsozialistischen oder der Kommuni st t« schen Partei at- Kommunalbeamte folgende Richtlinien auf- gestellt wurden: Die Bestätigung als leitende Beamte und als ständige Vertreter von Behördenleitern ist ausnahmslos zu oersagen. An- gehörige der genannten Parteien sind also insbesondere nicht zu bestätigen als Bürgermeister(Oberbürgermeister), Beigeordnet«(2. Bürgermeister) der Magistratsverfassung, Erste Be'- geordnete der Bürgermeisterversassung, Kreisdeputierte, Amtsoor- steher und deren Stellvertreter und Gemeindevorsteher. In allen übrigen besoldeten oder unbesoldeten kommunalen Aemtern sollte die Bestätigung erteilt werden, wenn sich im Einzeisall der zu Bestätigende zu einer pflichtgemäßen Amtsführung im Rahmen der bestehenden Staatsordnung und unabhängig von Partciiisitruktionen durch eine positive Erklärung verpflichtet, und wenn seine Persönlichkeit die Gewähr dafür bietet, daß die Ver- pflichtung ernst gemeint ist und eingehalten werden wird. Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Minister des Innern soeben einen neuen Runderlaß her- ausgegeben, durch den die bestehenden Borschriften dahin geändert werden, daß Angehörigen der Nationalsozialistischen Deutschen Ar- beiterpartei und der Kommunistischen Partei auch in Fällen der Abgabe einer positiven Erklärung die Bestätigung als Kommunal- beamte ausnahmslos zu versagen ist. Braunschweig greift durch. Braunschweig, 9. Juli.(Eigenbericht.) Der braunschwcigische Justizminister S i e v e r s hat auf den Antrag eines nationalsozialistischen Rechtsanwalts um Zulassung als Notar folgende Antwort erteilt: „Notare sind Staatsbeamte. Zlls erklärter Gegner der Republik find Sie zum Staatsbeamten ungeeignet. Sie kommen für eine Ernennung zum Notar also nicht in Frage. Bon einer Wiederholung Ihres Gesuches wollen Sie daher absehen.", Oer„Saalschutz" auf Lastwagen. Zievolver, Dolche, Totschläger und Stahlrute als Ausrüstung Braunschwcig, 10. Juli(Eigenbericht). Für eine öffentliche Versammlung in Blankenburg im Harz hatten die dortigen Nazis von außerhalb, hauptsächlich aus preü- ßischem Gebiet, einen sogenannten Saalschutzauf La st wagen herangefchafst. Di« Blankenburger Polizei untersuchte die Ver- sammlungtteilnehmer auf Waffen. Dabei wurden 2 Revolver, 2 Dolche, 3 Totschläger, 1 Terzerol, mehrere Schlag- ringe,! Schreckschußpistolc und Stahlruten gefunden. Die Revolver waren mit scharfer Munition geladen. 21 Personen, darunter Halber- städter Nazis, wurden zwangsgestellt. Unser Blankenburger Partei- blatt richtet an die Braunschweiger Regierung die Frag«, wie lange sie noch den Spektakel dulden will, daß preußische Nazis Versammlungen mit Revolvern auf Braunschwciger Boden abhalten dürfen. Oer Ltniergang des Oornier-Wal. Der Führer der 0 S64 heute in Berlin. Der Führer des verunglücklen Flugbootes v 86it Pilot Suring. ist in Begleitung de» Bordmonteurs Friedrich heute früh in Stralsund angekommen und wird noch im Lause de» heutigen Tage» in Berlin zur Berichterstattung bei der Direktion der Lufthansa eintreffen. Zu dem Flugbootunglück bei Bornholm wird weiter gemeldet: Der holländische Motorsegler„Tpe s" sichtete südlich des Born- holmer Leuchtturms Due Odde zu«rst die„M a j a", die die Notflagge gefetzt Halle und im Kreise fuhr. Auf dieses Signal hin nahm der Motorsegler Kurs auf das andere Fahrzeug, brauchte aber in der schweren See rund 1% Stunden, um in die Nähe der„Maja" zu gelangen. Hier sah die Besatzung der„Epes" zunächst den Kiel eines Bootes treiben und bald darauf erblickte man den anscheinend leblosen Körper einer Frau, die eine Schwinunweste trug. Zweimal wurde mm der„Spes" aus der Versuch gemacht, die Frau mit einem Bootshaken herauszuziehen, aber beim zweiten Versuch hatte der scharfe Haken wohl die Schwimmweste beschädigt, denn sie riß und im nächsten Augenblick sank die Frau in die Tiefe. Der Kapitän des„Spes" nahm an, es handele sich um eine Fischers- jrau, die mit auf dem Kutter gewesen sei, während es in Wirklichkeit Fräulein Nortrop, die Passagierin de« Flugbootes war. Das waren die einzigen Beobachtungen, die von dem holländischen Schiff aus gemacht wurden, sonstige im Wasser treibende Körper wurden nicht gesichtet._ „Wiffenschastliche Niedertracht." Forschungsergebnisse eines Menschenfreundes. Unier dieser Ueberschrift nahmen wir am Montag zu einein Artikel des Hochschulprofessors Dr. W. M o e d« im Apriihefl»In- dustrielle Psychotechnik" Stellung. In diesem Artikel wurden Bei- spiel« angeführt, die„erfolgreich von der Betriebsleitung zur Eni- fernuug oder Kaltstellung mißliebiger oder ungeeigneter Betriebs- angchörig«r benutzt werden" sollen: Dazu schickt uns Herr Pro- f«ssor Moede folgende Berichtigung: „Mein in Heft 4 Jahrgang 7 1930 der Zeilschrift„Indu- strielle Psizchotechnit" erschienener Artikel ist iin„Abend"«in- seitig wiedergegeben worden. Im ersten Teil der Studie schil- der- ich die Vorgesektentypen, ohne sozial-ethisch zu ihnen Stellung zu nehmen. Im zweiten Teil werden die Behandlungs- gepflogenheiten, die von gewissen Vorgesetzten benutzt werden, besprochen. Weder Zustimmung noch Ablehnung dieser Maß- nahmen war meine Ausgabe, sondern lediglich sachliche und neu- trale Darstellung. Es entspricht nicht den Tatsachen� daß ich irgcndwvlch« Rat» ichtägc gegeben habe, sondern meine Stellungnahme zu den Vor- ichlägen ergibt sich aus meiner Schilderung des gerechten obsektiven Vorgesetzten, der die Interessen seiner Angestellten nach allen Kräften fördert, Aueführungen, die bei der«inseitigen Darstellung des Artikels leider woggeblieben sind." Au? dieser Berichtigung geht fast ebensowenig wie aus dem Arnkel In der Zeitschrift„Industrielle Psychotechnik" h«roor, welche Stellung Professor Moede zu dieser Art„M«nschenbehandlung" einnimmt, ob«r st» gutheißt»der ablehnt. Der Hinweis in der Be- richtigung darauf, daß sich seine Stellungnahme zu den Vorschlägen aus seiner Schilderung des gerechten objektiven Vorgejftzten ergibt, der die Interessen seiner Angestellten noch allen Kraftcn fördrt. läßt wenigstens die Vermutung zu, daß Professor Moede von dieser „Psychotechnik" abrückt. Oer ZeitzerIustizstandal. Oem angeklagten Kranzosen wurde die Verteidigung abgeschnitten. Das Zeitz« Schnellgerichtsverfahren gegen den sravzösischen Wassersportler Eu v e l ier stellt ssch immer mehr als ein Zusiiz. skandal schlimmster Art heraus. Der ausführlich« Verhandlungs- bericht unseres Zeitzer Parteiblattes bestätigt in erschreckendem Maße, was bereits die Vormeldungen erkennen ließen: es handelt sich nicht um irgendeinen Akt der Gerechtigkeit, sondern um einen Ausbruch des Nationalhasses. Das beweist ollein schon die Art der Verhandlungsführung, durch die dem Franzosen, der fast kein Wort Deutsch konnte, jede Möglichkeit der Berteidigung abgeschnitten wurde. Zwar war der Form halber ein Dolmetscher zugegen, aber man hielt es nicht für notwendig, diesen die Verhandlung wirklich übersetzen zu lassen. Beispiele: Bon der dreivicrtelstündigen Anklagerede des Oberstaatsanwalts Keßler wurde dem Angeklagten allein der aus sechs Iftonale Gefängnis gehende Strafankrag überseht. Die ge- samte juristische und talsächliche Begründung dieses Antrages erfuhr der Angeklagte, der obendrein ohne Berleidiger war, nicht.— Das Plädoyer des Berlrelers des Nebenklägers, der im Gegensah zum Angeklagten einen Rechlsonwall halte, wurde diesem üb« Haupt nicht überseht. Mit vollem Recht erklärt« der Angeklagte in seinem Schlußwort, daß er zu seiner Verteidigung nichts sagen könne, da er von der Ver- Handlung nichts verstanden habe. Man sollt« wenigstens meinen, daß dem Angeklagten die Zeugenaussagen vollständig übersetzt worden wären. Auch das ist nichtder Fall. Ein als Zuhörer anwesender Rechts- anmalt Dr. M e h n machte d«n Oberstaatsanwalt daraus aufmerksam, daß es doch notwendig sei, dein des Deutschen unkundigen Angeklagten, wenn er schon ohne Verteidiger sei, wenigstens die Zeug«naussag«n vom ersten bis zum letzten Wort zu übersetz««. Der Oberstaatsanwalt winkte ab. D« Angeklagle erhielt nur stückweise Auszüge aus den Zeugenaussagen, von einer Unvollständigkeit, die sein Fragerecht an die Zeugen illusorisch machten. Der Verhandlungsweis« entspricht auch das Urteil. Auch der Oberstaatsanwalt mußte zugoben, daß die beiden französischen Sportler bei dem Vorfall die Angegriffenen waren. Es ist einwandfrei erwiesen, daß die beiden srauzösifchen Sport- ler, während sie mit zwei Zeih« Mädchen heimgingen, von einer Bolle Nationalsozialisten dauernd««folgt und angepöbelt wurden. So suchten die Verfolger z. B. die beiden Franzosen vom Bürgersteig himmterzudrängen mit dem Rufe: Für euch französischen Schweine ist der Fahrdamm gut genug' Dies« Tatjache kann auch der Oberstaatsanwalt, kann auch der Schnellrichter nicht ableugnen.„Aber"— erklärt« der Oberstaatsanwalt—„Notwehr ist trotzdem ausgeschlosse n." Denn der von Cuoelier angeblich gestochen« Schröder Hab« den Streit schlich- t e n wollen, sei also nicht Angreiser gewesen. Nun steht keineswegs fest, daß Cuvelier wirklich der Mann gewesen ist, der den Schröder gestochen hat. Nach der eidlichen Aussage des Führers der französischen Wasserballmannschaft hatte sich unterwegs beim Brotjchnciden herausgestellt, daß keiner der Franzosen ein Messer besaß. Es ist demnach sehr unwahrscheinlich, daß Cuoelier der Täter gewesen ist. Aber nehmen wir einmal die These des Oberstaatsanwalts als bewiesen an: Warum sollte der Franzose ausgerechnet den Mann stechen, d« den Streit schlichten. d« dem Franzosen Helsen wollte?! Nimmt man das Unsinnig« einmal als wahr an, so tonnte hier äußerstenfalls nur eine Verwechslung mit einem Angreifer vor- liegen, also ein Schulsall von Putativnotwehr(ver- meintlicher Notwehr), die, falls sie auf entschuldbarem Irrtum(wie hier) beruht, nach der ständigen Rechtsprechung des Reichsgerichts gleichfalls st r a f f r« i ist. Als typisch für die Methode, wie der Angellagt« belastet wurde wollen wir schließlich noch die Aussage de» behandelnden Arztes Dr. Kaiser anführen, der über die Verletzung des Schröder er- klärte: es handle sich um«ine leichte Fleischwunde--- die aber leicht hätte gefährlich werden können!... Hätte— gefährlich— werden— könnenl Es sind sogar schon Leute an einem Nadelstich durch Blutoergistung zugrunde gegangen!! Und weil es„hätte gefährlich werden können"--- vier Monat« Gefängnis für einen unbestraften Menschen, dem man nicht einmal die Erregung darüber als Milderungsgrund angerechnet hat, daß er von einer Horde Nationlsozialisten dauernd verfolgt und bc- läftigt worden war. Man schämt sich als Deutscher dieses Urteils, man schämt sich dioser Justiz, man schämt sich über alles dieser deutschen„G a st- f r e u n d s ch a s t". Oie Kunst Georgiens. AussteNung im alten Kunstgewerbe-Mufeum. Georgien ist der westliche Teil des kaukasischen Berglandes zwischen Äferbeidschai, und dem Schwarzen Meer, mit der Haupt- stadt Tiflis: heute eine der vereinigten Sowjetrepubliken. Um 1800 dem zarsstijchen Rußland«inverleibt, ist es gleichwohl weit älter an Kultur und sogar an Christentum als das Moskvwtterreich. Die ältesten Kirchenbauten stammen aus dem vierten Jahrhundert n.Chr.: ja- die volkstümlich« Kultur läßt sich noch einige Jahr- tausende v. Chr. bis in die Steinzeit verfolgen. Georgien bildete einen Teil der sogenannten elainitischen Kulturwclt, deren Mttel- punkt Chaldäa und Babylonien waren: und seine frühmittelalterliche Kunst scheint ein gleichberechtigtes Glied innerhalb des byzantinisch- sassanidrschen Kulturkreises gewesen zu sein. Jetzt kennen wir ein wenig von ihm. Die Gelehrten der Staatsuniversität Tiftis und die Bemühungen der deutschen Gesellschaft zum Stu- dium Osteuropas haben uns einen kleinen Begriff von diesen» fernen und interessanten Land gegeben: von seiner Kunst ist eine außerordentlich schöne Aufstellung im Lichthof des alten Kunstgewerbemuseums bis zum 30. Juli zu sehen. Erste Veranlassung zu dieser überau» dankenswerten Schau war eine Reise von Dr. Schmidt-Ott und Dr. Jonas nach Georgien im vorigen Jahr: das reiche und vielfältige Material hoben die georgi- schen Behörden, vor ollem die Universität Tiflis, überfandt: die wissenschaftliche Einführung verdanken wir Prof. Tschubi- n a s ch w i l i. Es bedarf aber kaum einer historischen oder fachwissenschast- lichen Belehrung, um die Schönheit und Bedeutung der georgischen Kunstwelt zu erkennen. Es sind fünf Gebiete da aus den andcrthakb Jahrtausenden vom 4. bis zum 18. Jahrhundert: Architektur, Monu- mentalmalerei, Miniaturen, Silbertreibarbeit und Stick«eien: oll« im Dienst« der Kirche, olle außerordentlich an Kraft des volkstüm- lichen Ausdrucks. Es ist eine Ausstellung, die an die der russischen Ikone des vorigen Jahres erinnert. Aber hier handelt es sich um die ursprüngliche Gesanükunst eines kleinen aber produktiven Volkes, die sich an innerem Wert bis zum Untergang treu geblieben ist— nicht um die byzantinifierende Klosterkunst einer gehobenen Schicht, wie in Rußland. Man spürt vor der merkwürdigen und großartigen Strenge dieser kleinen Kuppclkirchen, vor der religiösen Inbrunst und Einfalt der silbergetriebenen Ikone und fast raffiniert geist- reichen Stickereien, vor der belebten Monumentalität ihrer Heiligen- fresken die schöpferisch« Kraft eines ganzen uralten Kulturvolkes. Immer ist dos Ursprüngliche einer großen Empsindung da, die aus dem Vvlksgonzen emporsteigt, lind ein« Größe und Vollkommenheit bildender Technik, die auf«in« tausendjährig« Handwerksübung weist und auf«ine Verbundenheit mit alter weftajiatischer Kultur. Russische Ikonenkunst ist nicht denkbar ohne die byzantinischen Vorbilder. Was in georgischen Kloster- und Äirchenfresken— die wunderbar und bis auf das letzte treu kopiert sind— an diese erinnert, ist vielleicht nur der gleiche Formantricb: überall bildete man um 1000 n. Chr. in diesem strengen Linearstil, und das söge- nannte Byzantinische bildet nur den bekanntesten und hervor- tretenden Hauptfall. Das wird nicht nur vor der dämonischen Größe der Fresken offenbar, die einen zwingenden Eindruck religiöser und künstlerischer Inbrunst erwecken, sondern fast stärker noch vor der gediegenen Silbertreibarbeit, vor den köstlichen Miniaturmaltreien und den kirchlichen Stickereien, die«inen geradezu einzigartigen Fall darstellen(obwohl sie olle erst dam 17. bis 18. Jahrhundert gehören). Findet man doch neben byzantinischen in späteren Jahrhunderten auch persisch-türkischc Anklänge, nicht nur in der Kleinkunst, sondern auch in der Architektur. Das bedeutet aber nicht Unterwerfung unter einen fremden Formwillen, sondern Anpassung an das herrschcnd« Kulturgut des ganzen vorderasiatischen Kontinente, einen Tribut, den übrigens auch die großmächtige Rokokokunst Westeuropas dem asiatischen Dämon gezahlt hat. Man muß sich immer vor Augen halten, wo Georgien liegt und wohin seine künstlerische Volksart neigt: an der äußersten Elldostecke Europas und zugleich an der Nordgrenze Vorderasiens. Schlechchin bewundernsivert ist die Kraft und Fornffähigkeit dieser volksmäßigen und handwerklich fundierten Kunst, vom frü- heften Mittelalter bis in den Beginn des 19. Jahrhunderts. Was man hier zum erstenmal zu sehen bekommt, muß restlos von der Bildungsfähigkeit, der beseelenden Phantasie und tektonischen Be- gabung des georgischen Volkes überzeugen. Unfehlbares Zeichen selbständiger Kunstweis« ist immer die Baukunst. Hier hat der Kuppelbau, vielleicht ein uraltes Motiv des georgischen Hausbaus, schon im 4. Jahrhundert n. Chr. den wesentlichsten Kern der Archi- tektur geliefert. Es sind Kirchen entstanden, die, sehr ähnlich den frühen Beispielen Syriens, das Schönste des romanischen Stils vorwegnehmen, viele Jahrhunderte, bevor in Westeuropa vom Romanischen überhaupt die Rede war. Die technisch« Konstruktion, die Raunwision, der überwältigende Reichtum schönster Ornamentik im Steinschnitt, und zugleich die plastische Geschlossenheit des Außen- baue bilden ein Ganzes, das schon inr 6. Jahrhundert it. Ehr. die Bezeichnung„klassisch" mit vollster Berechtigung trägt. Der Geist, in dem die georgische Malerei und Dekorationstunst sich durch ein Jahrtausend erhalten hat, blieb der gleiche. Cr hat in den unbe- greisllch schönen Nadelmalereien der letzten Jahrhunderte, gipfelnd in den Beweinungen und Grablegungen Christi, den vollkommenen Abschluß gefunden. Paul Ferd. Schmidt. Theater am Bülowplah. Earl Zuckmayer:„Oer fröhliche Weinberg" Der Volksbühne ist wieder ein großer Wurf gelungen. Die Neuinszenierung des„Fröhlichen Weinberg" sst kein Lückenbüßer sür die Sauregurkenzeit, sie ist ein« Neuschöpfung, die auch sür den Winterspielplan Bestand hätte. Gewiß, Zuckmayers Lufffpiel hat schon früher seine Probe bestanden. Es ist eins der meist aufgeführten modernen Stücke gewesen. Damit war aber nod) nicht die Garantie gegeben, daß es auch heute noch seine Erfolgs- serie fortsetzen tonnte. Die Uraufführung, die Weihnachten 1922 in Berlin stattfand, bedeutete einen kleinen Wendepunkt in der jüngsten dramatischen Literatur. Die Expressionisten versuchten damals immer wieder, auf der Bühne festen Fuß zu fassen, und Karl Zuckmoyer war eines ihrer großen 5?offnungen. Da brachte der„Fröhliche Weinberg" in der Literaturdramatik eine völlige Abkehr vom Expressionismus, ein handfestes Theaterstück, fernab von jeder literatenhaften Geschwollenheit, kein Experiment, sondern ein richtiges Aolksstück ohne tiefe Probleme, ein Abbild des fröhlichen Lebens ohne seine Tragik, mit einem klotzigen Happy end, in dem nicht weniger als vier Paare sich in die Arme sinken. Damals überraschte die natürliche Freiheit, mit der Zuckmoyer von Liebe und Liebes- betätigung sprach und von Dingea, die sonst nicht in der Oeffentlich. keit behandelt werden. Inzwischen sind wir olle freier geworden. Die Ungenicrtheit Zuckmayers ist heute keine Sensation mehr, in seinem„Fröhlichen Weinberg" stecken andere innere Werte. Die Handlung ist oem Autor Nebensache. Er gestaltet da» fröhliche Leben rheimscher Weindauern mit ihr« Sanges- und Trinkfreudigkeit, Gemütlichkeit und Rauflust. Wir leben mit all diesen Menschen mit und beneiden sie um ihre Sorglosigkeit. Wa» an dem Lustspiel ge- fällt und seine Wirkung besiegelt, ist die Natürlichkeit und Echtheit. mit der er uns ein Stück Leben zeigt. Der Regisseur Heinz Dietrich K e n t e r verschafft uns die völlige Illusion von der Weinlese aus den Weinbergen, von einem Wirts- Hausgelage und von einem Liebesfest im MorgendZmmern. Zlm gelungensten die Wirtschoftss-cne. bei der sich olle gegenseitig an- ulken. Der größte Spaß ist das Männcrquartett mit dem Lied vom Rchlein, dos erst nach unendlichen Disputenstreit und dann von dem Gcgröhle eines betrunkenen Veteranen unterbrochen wird. Echt wirkt auch eine cholzerci am Schluß des Gelages, bei der Freund gegen Feind und auch Freund gegen Freund mit Stuhlbeinen, Gläsern und Flaschen kämpft. Die Typen sind so echt, daß man seine belle Freude hat. Vom Weingutsbesißer Gundcrloch, den chans Pepplcr verkörpert, störmt echte Wärme aus. Er ist ein Mann voller Selbstvertrauen und Gute, die aus jedem seiner Worte und Gesten spricht. Ein neues Gesicht: Mally Georg, als seine Tochter Klärchen, ein fröhliches und zierliches Ding, vielleicht ein bißchen zu zierlich und zart für die Rolle. Margarethe M e l ch e r t Hot die richtig« Frische und D«rbh«it des Wcinbousrmädchens. Der Rhsin- fchisser des Hermann �pielmann ist die personifizierte Kraft eines Kerls, der sich nl< und nirgends unterkriegen läßt. Theo L> n g c n ein vertrockneter Couleurstudent von bezwingender Komik. Großen Anteil an dem brol�endcn Erfolg des Abends haben die jüdische» Wcinhändler Oskar �belsbacher(der schon in der llrausführung die Rolle gespielt Hot) und Josef Almas und alle anderen aus dem mit Liebe zusamviengcstelltcn Ensemble. Die Volksbühne hat mit dieser Ausführung ein echtes Volks- stück auf die Bretter gestellt, mit dem die Zuschauer mitgehen. In die offene Szene hinein hallte immer wieder der Applaus. Vom Buch ist übrigens im Propyläcnvcrlag schon das 20. Tausend erschienen. Ernst Degner. Sturmzeichen über Berlin. »Die augenblickliche schwierige wirlschastliche Lage der Berliner Metallindustrie macht besondere Maßnahmen er- f»rderlich. die sich aus die in den Betrieben b.schöstigten Angestellten auswirken." Mit diesem Schreiben, das die Tariforganisationcn der Ber- liner Metallindustrie vor einigen Tagen vom Berband Berliner forderlich, die sich auch aus die in den Betrieben beschäftigten Angestellten auswirken." in Berlin die erste große Abbauaktion der Unternehmer eingeleitet worden. Der„Ruhm" des großen Bruders in Rordwestdeutschland hat den VBMI. nicht ruhen lassen, ihm nachzueifern. Für die Vertreter der Angestellten der Berliner Metallindustrie war schon, bevor sie die Räume der größten Ber- liner Unternehmcrorganisation in der Potsdamer Straße betraten, klar, über was die Berliner Mctallindustriellcn zu reden wünschten. Daß man den Angestellte»«ine durchgreifende Ausbesserung ihrer Gehälter anbieten würde, um aus diesem Wege zur Hebung der allgemeinen Kauskraft und damit zur Wiederbelebung der Konjunktur beizutragen, dieser Hosfnung gaben sich die Gc- werkfchaftsvcrtretcr nicht hin. Aber die Art, wie man in den Kreisen der Berliner Mctallindüstriellen den Weg an das Ufer der nächsten Konjunktur suchen will, setzte sie doch in Erstaunen. Im Gegensatz zu den Unternehmern in Nordwest und Man?- feld vermieden die Berliner Melallindustricllen jeden diktatorischen Ton. Von vornherein erklärten sie, nicht daran zu denken, die Tarisgehchter der Angestellten zu senken, weil sie eine solche Maß- nähme für falsch halten. Für ebenso abwegig halten sie auch den Plan, den Unternehmern auf gesetzlichem Wege die Möglichkeit zu geben, bestehende Tarifverträge vorzeitig auszu kündigen, um die Löhne und Gehälter abbauen zu können. Diese Aeuherungen ver- dienen immerhin festgehalten zu werden, da man den Berliner Me- tallindustriellcn, auch wenn sie natürliche wirtschaftliche Gegner der Arbeiter und Angestellten sind, zugestehen muß, nicht leichtfertig derartig« Erklärungen abzugeben, die im Gegensatz stehen zur lohn- und tarifpalitischen Einstellung fast aller übrigen deutschen Unter- nehmer und ihrer Verbände. Der Vorschlag der Berliner Metallindustriellcn, mit dem sie nach langem Zögern herausrückten, läuft darauf hinaus, die Arbcilszeil der Angestellten zu verkürzen und dementsprechend auch die Gehälter zu reduzieren. In erster Linie soll sich diese Maßnahme auf die Angestellteii der A E G. und des Siemen s-Konzerns erstrecken, wo man in letzter Zeit schon versucht hat, das„Unkostcnkonto" durch Entlasfun- gen von Angestellten und den teilweise» Abbau von Lei- stungszulagen zu erreichen. Gerade diese beiden Großbetrieb« befinden sich nach Aussage der Unternehmer m /incr außerordentlich schwierigen wirtschaftlichen Lage. Natürlich soll auch anderen„not- leitenden" Betrieben die Möglichkeit gegeben Werten, zu diesen Maßnahmen zu greisen. An eine generelle Arbeitszeitverkürzung und gleichlaufende Gehaltskürzung sei angeblich nicht gedacht; diese „Notmaßnahme" werde wahrscheinlich noch nicht einmal in den ge- nannten Konzernen generell, sondern nur betricbs- nnd abteilungsweise durchgeführt werden. Ohne auf die grundsätzliche Stellungnahme der Gewerkschaften zu solchen Vorschlägen einzugehen, fragten die Gewerksch�tsver- trcter, welche Garantien dafür geboten würden, daß während dieser Zeit, die durch«in Zusatzabkommen zum Manteltarifvertrag vom 1. August bis zum öl. Dezember d. I. begrenzt werden soll, keipe Entlassungen und Kündigungen vorgenommen werden und trotz verkürzter Arbeitszeit und reduzierten Gehalts keine Ueberstimden. gemacht werden. Die Antwort der Unternehmer war, daß das Maximum sowohl der Arbeiszeitvcr- für jung sowie des Gehaltsabbaus 2 0 Proz. betrogen soll. Für die AEG. werde es voraussichtlich„nur" 10 Proz. und für den Siemens-Konzern etwa 13 Proz. betragen. Die übrigen Fragen nach der Kündigungssperre und der Ueberarbeit wurden nicht eindeutig beantwortet. Die MetallindustrieÄen erklärten schließlich, daß im Falle der Ablehnung ihrer Vorschläge Entlassungen in großem Umfange vorgenommen werden müßten, so z. B. in der AEG. etwa 1000 An- gestellte und im Siemens-Konzern mindestens 1800. Mit dieser Situation beschäftigt« sich gestern abend eine Funk- tionärkonferenz des Butab. Die Versammelten waren sich des Ernstes der Situation und der Folgen, die die Durchführung solcher Maßnahmen nicht nur für Berlin, sondern für das ganze Reich haben würde, völlig klar. Ganz eindeutig wurde zum Ausdnick gc- bracht, daß die Verhandlungen unbedingt fortgesetzt werden müssen und nicht in die Betriebe verlegt werden dürfen. Die Notwendigkeit, die Gehälter in dem gleichen Maße zu reduzieren wie die Arbeitszeit, wurde von allen Rednern entschieden bestritten. Die Gewerkschaften sollen versuchen, ausreichende Sicherungen da- für zu erholten, daß einmal nicht nur während der„Notzeit" keine Kündigungen ausgesprochen werden, sondern auch nicht unmittel- bar nach dem Ablauf dieses Abkommens. Wollen die Metallindustriellen diese Garantie nicht geben, dann sollen die Gewerkschaften die Zustimmung einem solchen Abkommen verweigern. Die endgültige Beschlußfassung über die Vorschläge der Ber- liner Metallindustriellcn obliegt einer allgemeinen AfA-.Fuwk- tionärkonferenz, die in der nächsten Woche stattfindet. Faschismus und Sozialismus. Kenner über die Heimwehr— Zuliheft der„Gesellschaft" Das Juliheft der„Gesellschaft" bringt eine Reihe von Auf- sätzen, die sich mittelbar oder unmittelbar gegen den Faschismus wenden. In einer Diskussion über das östemichischc Problem nehmen Lauterbach und Renner noch einmal Stellung zu den Bedingungen, unter denen in Oesterreich der H e i m w c h r- faschismus großwcrden konnte und versuchen ein« rdeologische und politische Ueberwindung dieser Situation herbeizuführen. Von grundlegender Bedeutung ist der Aufsatz von Benjamin gegen das Buch von Jünger„Krieg und Krieger", in dem die geistige, mo- roftsche und menschliche Haltung dieser trüben und romonftschen Kriegsbegeisterung vernichtet wird. Auch der Aufsatz von Rosen- berg über.�Treitschke unddie Juden" gibt einen historischen Beitrag zur Reaktion, die zum nationalsozialistischen Antisemitis- mus geführt hat. Anregend ist auch die Kritik von Michael Freund an dem Patr otis musbuch von Michels. Ferner ent- hält die Nummer einen Nachruf auf H a r n a ck, dessen Gestalt in die Geistesgefchichte der wilhelminischen Zeil hineingestellt wird und dessen politische, religionsphilosophische und universalgeschichtliche Be- deutung voll gewürdigt wird. Als Ergänzung zu diesem Aufsatz ist die Abhandlung von Karl Thieme zu betrachten, der eine Reche religionssoziologischcr Werke, vor allem �as Jesuitenbuch von Miller und die große geschichtliche Abhandlung von Dampf: Sacrum Imperium, eine Geschichts- und Staatsphilosophie des Mittelalters, soziologisch wertet. Ein Aufsatz von Bienstock über Kaliindustrie und öffentliche Wirtschaft, vo» Gidoni: „Wege- zum proletarischen Film" und einige neue Briefe aus dem Nachlaß von Marx und Engels schließen das Heft. volmerstse. 10. Juli. Berlin. 16.05 Max Rejer: Varladonen Uber ein Thern« von Johnn« Sebnstiia Beck, op. 81 Oosel Waxner, flfliel). 16.30 Russische Lieder(Helene Guennanova, AU; Fintel: Julius Bdrier). 17.00 E. Koch; Sonate für Violine und Klavier, op. 67.(Stefan FrenkeL Violine und Julius Dahlke, Flütci.) 17.30 Zeitgeschichten von Martin Lnserke.(Sprecher: Dora Saloschln.) 18.00 Dr. Ludwig Priebalsch: Zwangsvollstreckung und Offenbanintseld, 18.30 Gregor Jarcho: Zu Fuß durch USA. 19.00 Aus einem Berliner SltaBenbahndepol.(Am Mikrophon: Eduard Rhein.) 19.30 Volkslieder. 19.S5 Arbeitsmarkt 20.00 Wovon man spricht. 20.30 Tanrmusik. Nach den Abendmeldunten bis 0 30: AbendunlerfaaRtinfc Köuitswnsterhausen, 17.30 Martin Schumacher: Bildnntsanlgabee ta der Landsebtde. 18.00 Justizrat H. Biesenthal: Für nnd Wider im preußiseheo Strafvotimg. 18.30 Dr. N. Feinberg: Russische Musik im Spiegel russischer Knlta. 19.00 Dr. S. Nestrlepke: Reisen anno dazumal. 19.25 Landwlrtschaftsfnnk. Dr. Andrt: Die Buchlnbrnng da Ominllagoi» Uhr Mlehtel Bohnen in mit Dir allein... Dir. Dr. Martin Ziikil Komische Oper Friedrichstr. 104. Merkur 1401/4330. Heute 81/» Uhr Letzte Vorstellung Liebe und Trompeten- blasen Sdulr�WtsttnMur/- FiiUn JaUtd y Hai« /-Mriut ROSE -Theater Große Frankfurter Str. 132 Btllettkowo: Alex. 3422 u. 34f 4 Täglich 5.30: KONZERT Ab 6 Uhr: Varie�schau 8.15 Uhr: „Varliabte Leute" Operette von Künnekc. Im Innentheater Tiglick 1.15 „Die andere Seite" — der iroSa kOniltarticha Erlelo bei der geaamten Preaae Serlln«. Peil Wete eil KemeegnlatOhrtr Winter ★ Qorron* 8.1s Uhr— Bueen eriaom Corlinls Dollarsegen usw. 1 ESftlS.'ÜSl Manneehaf»»- Rennen n-chch m- mit 16 Paaren UimATttm und Infternationaler Besetzung Preise ab 1.50 H. Kinder 0.50 M. TBtsi.aiaKoini.Tor Kottbusser Str. 6 • rigl.iV. M) Wiederauf- u ich» treten Iba cker VI? Elite' If saimer mit Schorsch Ruselli. Grosses JjrfudniMr�rgrajiij! Hsum riteateri.d.Bebrenstr. 53-54 8»/» U. A4 Zentrum 926-927 8Vi U. Direktion Ralph Arihnr Roberts Mein Vetter Eduard Schwank in 3 Akten von Fred Robs Wäsche, Küche und Haushalt m.i« Kapitän- Kautabak schmeckt mir doch am besten! n Lessing- •Thester Wiideodanm 2797 o. 0846 Täglich gl/- Uhr Der Faun ist Edv. Knoblauch. Pul Hendels. Hehn, FUamt. Btril CradloiinkT. Fr»kn, Fiedler, lentes. Un i copenicker Ratskeller WWWWMWt SchioBstraBe 4 WWW»» 1 Billige»ehr gute Küche, gepflegte Getränke Zimmer für Gesellschaften und Vereine | Sonnabends u. Sonntags KQn stier konzert QläB& Uhle |I5 tTlMfchinenbrnu und Xeparalur IVrrWaU für graphlfehe mafeh/nen �Berlin Sir 68,Jtlexandrinenflr. 24/25 «et.: SMinhoff 4203 llachlruf: Oiaenrald 2S32 Schwerhörige liOren sofort wieder mit dem ärztlich empfohlenen OBIfilNAL- AKUSTIK. APPARAT mit neuestem HielnbOreri — Noch Besseres gibt es nicht!— Deotsdie Akustik Gcsellsdiaft m. b. H. Aelteste u. führende Spezialfabrik Verkauf u. Vorführung: Beriin-wiimersoopt, motzstr. ts Nu.. Kiosterstr. 76. Elng. Orunerstr. ReinlckeiMort�ist. Brlenzer Str.» Verl.Sie Hauptkatalog 16 kostenlos I Auf Wunsch Zahlungserleichterung Landre-Breithaupt E D E LWE I SSE Sleilage Donnerstage 10. Juli 1930 BpfftbrnO SftÄJaaXgaSl* 4* tofu/arA Nicht strafen: verstehen und nachsehen! 4km pommerscher Landlehrer an Frau Meier S'chr geehrte Frau Meier! Etwas viel zugemutet, jetzt zur„Sauren-Gurken-Ae t", wa nicht einmal Ihre sauren Gurken gehen, einem Leserpublikum solche Probleme mit in die Ferien zu geben. Aber wer wäre nicht itUer- essiert und sofort wieder eingespannt, wenn es sich um unsere Kinder handelt. Nun machen Sic die Antwort nicht leicht, weil Sie selbst sie in den meisten Sachen vorwegnehmen. Mir scheint aber, als handle es sich um Grundsätztiches und nicht um oberflächliche Einzelheiten. Ich bin nicht Vater, ich bin„nur" Lehrer und versorge als solcher täglich vierzig 11— lchährige oorpommcrschc Jungen. A>s.' irgendwie und-wo berühren inich Ihre Fragen bis ins Innerste meiner Seele. Sie berühren mich 4s«iter interessiert und ihn sür die Aufgaben der Arbeiterschaft in der Wirtschaft und im Staate schult.(Wobei ihm keine bestimmte Doktrin ausgedrängt werden darf, es sei denn, er habe sich zu einer eigenen Ausfastung dnrchgesunden, die dann noch mit wissenschaftlichem Ma- terial zu unterbauen ihni geholfen werden muß.) Solche Kurse haben wir noch nicht, abgesehen von längeren Lehrgängen in Heimoolkshochschulen oder anderen Schulen. Sie müßten etwa nach folgendem durchgesührten Plan ins Leben gerufen werden. Aus einer mehrjährigen Erfahrung in Heimvolkshochschulen kannte ich die seslischen und geistigen Nöte der erwerbslosen Teil- nehmer solcher Schulen und übernahm im Frühjahr d. I. den beim V o l k s b i l d u n gs o m t und Jugendamt Charlotten- bürg angeregten Kursus für jung« Erwerbslose, den die Volkshoch- schule Groß-Berlin als eine ihrer Aufgaben durchführte, wobei die beiden Aemter in Charlottenburg die Bekanntgabe dieser Kurse durch Plakat« und Rundschreiben übernommen hatten. Man war sich klar, daß ein solcher Kursus ein e r st e r Versuch sein sollte, und gab sich gerade für die Sommermonat« keinen großen Erwartungen in bezug aus die Besucherzahl hin. Der Lehrgang war auf 1 8 D o p p e l- stunden vorgesehen, die zweimal in der Woche von Anfang Mai bis Ansang Juli durchgeführt wurden. Denn es konnte sich nicht darum handeln, gelegentliche Vorträg« bildender Art zu halten, son- dern es kam hierfür nur ein zusammenhängender Kursus in.Frage. Als Thema war gewählt:„Der junge Arbeiter und Angestellte in Wirtschaft und Recht", um die Teilnehmer in einen Fragenkomplex einzuführen, der ihnen nicht fremd war. Di« Kurse fanden vormittag von 10 bis l2 Uhr statt, damit die Teilnehmer vorher stempeln Mhen konnten und die Nachmittage und euch Abende frei waren. Das Jugendamt Charlottcnburg hatte in dem Jugendheim Spreestraß« einen Raum zur Verfügung gestellt, ferner lieferte es ein Kakaofrüh st ück niit Schrippen. Die Anfangsziffer des Besuchs mit 12 Teilnehmern war nicht ermutigend, wenn man auch nicht mit einem Massenandrang gerechnet hatte. Da- von wünschten einige Besucher Unterricht in Englisch und Steno- graphje, die an die entsprechenden Lehrgänge der Volkshochschule Groß-Berliii verwiesen wurden. Mit den nächsten Veranstaltungen stieg die Besucherzahl auf 21 Teilnehmer, im ganzen haben 27 lungc Erwerbslose im Zllter von 17 bis 24 Jahren an dem Kursus teilgenommen, darunter Z Mädchen. Der größte Teil davon gehörte Jugendbünden an. Mit dem Einsetzen des heißen Wetters, schwankt« naturgemäß die Ziffer sehr, ein Stamm aber blieb. Sehr bald fügten sich die Teilnehmer zu einer Gruppe, wozu das gemeinsame Frühstück, dos alle oft sehr lange zusammenhielt, beitrug, serner die Besichtigungen und Fahrten. Die Zugehörigkeit zur Gruppe zeigte sich deutlich daran, daß sich die regelmäßigen Be- suchcr stets bei einem Fehlen entschuldigten. Nicht zuletzt war wohl auch der Umstand, daß ich als Leiter des Kursus erwerbslos war, ein Mittel für die Bereitschaft zu einem solchen Kursus. Neben dem Unterricht fanden Betriebsbesichtigungen statt, die eine Verbindung mit der Wirklichkeit. herstellten oder, wie der Besuch der Stadtbücherei Charlottenburg, die Teilnehmer mit diesen Bildungsmitteln bekanntmachen sollten. Zur Uebung im schriftlichen und mündlichen Gebrauch der Muttersprache wurden Berichte und Protokolls, wie auch eine größere Arbeit„ A u s m e i n e r A r- bcitswelt" angefertigt. Diese Arbeit ist besonders aujschluhreich für die Psychologie dieser jungen Erwerbslosen, aus allen klingt die Not und das Unbefricdigtjein vom Leben: interessant ist daran auch ,die Stellung zum Beruf, dessen Wahl oft von Zufälligkeiten abhing. Der meist eben erst Ausgelernte und schon Erwerbslose sieht keine Aussicht, bald wieder in seinem Berus arbeiten zu können, und>o spürt man hier«in« Resignation dem Beruf wie dem Leben gegen- über, die bei jungen Menschen aus das tiefste erschrecken muß. Die Teilnehmer des Kursus wünschten eine sofortig« Fortsetzung . d er Arbeit, verlangt wurde ein st a a t s b ü r g e r l i ch e s Thema. Wie stark das Bedürfnis nach geistiger Betätigung, aber auch das er- weckte Bewußtsein gemeinsamen Arbeitens ist, zeigt der Umstand, daß e:n Teil der Hörer aus eigener Initiative heraus zusammen das„Kapital" von Marx liest. Eine Weitersührung und»ötigensalls Ausbreitung solcher Kurs« ist bei der im Herbst zu erwartenden Verstärkung der Arbeits- lnsigkeit zu wünschen. Dabei ist die Auswahl des Unterrichtsstoffes von größter Wichtigkeit. Es ergäbe» sich wahrscheinlich in den meisten Fällen Fragen des Wirtschaftslebens, Ulsachen der Erwerbslosigkeit, Wirtschaftsgeographie, Arbeiter- und Gewerlschaflsbewegung, Stellung zum Staat usw. Zu dem Wert der Schulung tritt noch die Bildung des jungen Menschen selbst, zum Teil durch die Kurse un- mittelbar, wo er ollen negativen Einflüssen der Straße entzogen ist. Dann aber kann er sich auch iiz dem Zusammenleben mit den Käme- raden eine eigene Welt s cl�i f f e n, wodurch weiter« geistige Bedürfnisse in ihm geweckt wewen, die von den verschiedensten Bildungseinrichtungen der Parteien u. a befriedigt werden könnten. Die Kurse könnten z. B. in Berlin leicht an die von d«n Bezirks- ämtern«ingerichteten W e r k h e i m« angegliedeirt werden, wobei die ober« Altersgrenz« dieser Heime(21 Jahre) jedoch nicht eingehalten werden dürste. Di« Lehrer sollten praktisch erfahren sein, vielleicht werden Erwerbslose gefunden, di« den Schülern durch Schicksal und Generation nahe stehen und das nötige sachlich« Wissen und pädaga- zische Geschick haben. Dadurch könnt« ein gutes Fllreinanderarbeiten intellektueller Erwerbsloser sür ihre anderen Schicksalsgenossen ein- setzen, wie auch beabsichtigt ist. erwerbslose Schauspieler kür diese Frage zu gewinnen. Auf diese Weise könnte jungen Er- werbslosen geholfen werden, so lange ihnen die Wirtschaft keine Zsrbeit gibt...........,......., (27, Fortsetzung.) Nun verstehe ich auch, woher im ine Mittel hattest, eine so kostspielige Reise zu unternehmen, dachte chammerschlag für sich.— Plötzlich hatte er eine ZZermutung. Er packte Penise an, Handgelenk i.nd rief: „Meine Hcrrenl Ihr Bruder, dar Ihnen die Nachricht aus Prag gebracht hat— mar das am Ende der Inidianerkopp?' Er mußte sich erst deutlicher verständlich machen, ehe Denis« bc. griff, daß er ihren Begleiter von damals, mit dem«r am 5?alleschen Tor beinah« zusammengeprallt war. einen.Lndianerkopp' nannte. Er beschrieb ihn mit auffälliger Vicherheit, die Farbe des Anzugs, der Stiefel... „Ja, dos war mein Bruder', erklärte sie. „Nun, det is in Ordnung, den Hab ich gern', rief Hammer- schlag,„dem bringe ich gleich'ne Kiste Zigarren mit. Ich hoffe iehr. bald seine Bekanntschaft zu machen." Mit einemmal sah er vor sich ins Gras, plötzlich verstummt. Seine Mundwinkel waren herabgezogen: ernst, bei, iahe wehmütig blickten seine hellblauen Augen in dem gebräunten Seefahrergesicht. „Was haben Sie denn?' fragte sie mit leiser Stimme, indem er zusricöen den warmen Unterton hörte:„warum sind Sie nachdenk- lich?" „An demselben Tag, an dem ich Wien zu lisben beginne', sagte er und schttttelte mißmutig den Kopf,„muß ich mich auf mein« Abreise vorbereiten. Von meinen Ferien habe ich jetzt nicht«in- mal mehr eine Woche vor mir." „Nicht einmal mehr eine Woche...?' sagt« sie. Es hörte sich an, als ob sie sagen wollte: Aber was kann nicht olles in wenigen Tagen passieren! Sie sah in«inen Baum hinauf und fuhr fort: „Jedenfalls freut es mich zu hören, daß Sic Wien liebgewonnen haben." Liebgewonnen? Das ist gar kein Ausdruck dafür', sagte Hammerschlag:„ich... ich möchte Wien am liebsten mit nach Berlin nehmen.— Was?" Sie sah, ohne sich zu rühren, in die Bäume, leise lachend. „Ja, wenn das ginge", sagt« sie. „Doch, das geht", sagte Hammerschlaz:„das geht sogar sehr gut— wenn Sie nur wollen." Mit einem scharfen Ruck wendete sie ihm das Gesicht zu. Fest sah sie ihn an, obgleich es ihr offensichtlich Ucberwindung kostete. Bis an den Ansatz des schwarzen Haares war die Stirne rot, als sie merkwürdig laut und akzentuiert fragte: „Was wollen Sie eigentlich von mir?" „Was ich will?" sagte Hammerschlag,„ich will Sie heiraten." Für eine Weile standen ihre Augen starr in seinem Blick. „Was?" sagte sie, im t'esstcn staunend und mit einem Rest .von Unglauben noch.„Aber wer sangt's denn s o an, wann«r heiraten will?" „Ja, was denn sonst?" rief Hammerschlag.„Menschenstmd, Dcnlschen, meinst du denn, ich fahre bloß ans Iur hinter dir her, oder bloß um dir bei Gelegenheit einen Kuß zu geben— was übrigens auf der Stelle gcsch-i)«ii soll", sagte er und machte sich sofort an die Ausführung, wobei er mit tiefem Behagen jene ganz bestimmte Art von Widerstand konstatierte: nicht zn wcr.ig. aber auch nicht zuviel. Um Mittag fuhren sie!n einem Fiaker heimwärts durch die Straßen. 5)ammerschlag begleitete Denis« nach Hause, sie besprachen den Plan, wie' seinen erster. Besuch bei ihrer Familie in Szene setzen. Der Fiaker hielt, er fühlte den warmen Druck ihrer Hand, Denis« stieg aus. Hammerschlag ließ sich bis vor das Restaurant fahren, wo er währepd der letzten Tage viele Stunden gewartet halte. „Ein Diner mit Sekt!" rief er jubiliernd dein Kellner zu. *** Denises Mutter, die Majorin von Langen, lebte noch ganz und gar in einer längst untergegangenen Zeit. In ihrer Borstellung «ntsaltete sie immer wieder den Glanz einer alten Gesellschaft,.in dem der Name des Major, von Longen— der wenige Jahre nach dem Kriege verstorben war— etwas galt. Sie hofft« auf ein« glückliche Fügung, welche die Achtung, die ihre Familie ehemals genossen hatte, wiederherstellen würde. Seitdem ihnen die Erb- schaft zugefallen war, hatte sich ihr Optimismus noch heftiger cnt- wickelt. Sie und ihre Kinder koniiten sich nun rvicder in moderner Toilette sehen lassen: man konnte wiedcr Gäste an der Abeadt.ifel mit auerlesensten Platten traktieren und die allgemeine Beivunde- lung wegen des kostbaren Porzellans entgegennehmen. Aber s o ausgezeichnet, als die Majorin es scheinen lassen wollte, waren die Berhästnisse denn doch nicht. In Wirklichkeit lebte sie obsichtlich' über ihre finanziellen Mittel hinaus. Es war eine Art von Pabonquespiel. Sie war eine Dame mit ergrauendem Haar, immer die Zukunft bedenkend, voll Energie. Sie gedacht« mit einer gewissen Pnmpentfaltung verlorenes Terrain rvieder- Zugewinnen und alte Hoffnungen zu verwirklichen. Von ihren Hoffnungen die bedeutendste war eine glückliche Ehe ihrer Tochter Denise. Was die Majorin unter einer glücklichen Eh« verstand, das hatte zur Voral�'etzung: einen Mann von Rang, einen Mann von Geld. Das eine wie das andere schien ihr unSnt- behrlich. Und in diesen, Sinne hotte sie auch ihre Tochter erzogen. „Du bist schön", pflegte sie zu Denis« zu sagen,»vergiß das n,cht. Auf deine Schönheit hm kannst du die glänzeitdste Partie machen. Vorgestern erst war von einer Filmschaufpielerin in der Presse zu lasen, die einen italienischen Grafen geheiratet hat. Solch ein« Schauspielerin stammt mitunter aus den niedrigsten Kreisen. Heutzutage kann j«t>cr alles werden. Da« ist das Gut« an dieser Zelt. Und du hast außer deiner Schönheit noch deinen Namen dazu. Eine von Langen darf sich nicht wegschenken. Vergiß das nicht." Jedesmal, wenn die Majorin in fulcher Weise ihre Tochter ermahnt hatte, betrachtete sie die schlanke Gestalt ihres Kindes durch die Lorgnette und nickte wohlgefällig, so wie ein Gartenbesitzer, der an den, Apfelbaum, den er mit eigenen Händen gepflanzt hat, erfreuliche Früchte reifen sieht. An dem Tag der Begegnung mit Hammerschlag im Pratcr fand Denise bei ihrer Heimkehr die Mutter, den Bruder sowie eine weißhaarige Tante schon längst von der Mittagstafel, die unab- änderlich pünktlich un, halb zwei begann, aufgestanden. Die Jnne- haltung dieser Stunde war ein Gesetz. Wer es überschritt, mußte gewichtige Gründe als Entschuldigung vorzubringen haben, sonst war er bis zun, Abend bei der Majorin in Ungnade. „Was ist denn Bedeutendes passiert", fragte sie gereizt, ,chaß du mit einemmal aufs Essen vergißt?" „'s war im Prater so schön", sagte Denise,„da Hab ich'- ver- schlafen." Mehr sagte sie vorderhand nickst: sie ertrug, während sie aß, die mißbilligenden Augen und Worte ihrer Frau Mama. Als aber die anderen zur Stube hinaus und Mutter und Tochter allein waren, begann Denise: „Uebrigens— ich Hab auch jemanden im Prater getroffen... Meinen Chef von damals, Hanm, erschlag, aus Berlin." Die Mutter riß ihre Lorgnette zu den Augen empor. „Was?" fragte sie.„Den entsetzlichen taktlosen Menschen, von dem du mir erzählt hast?" Sie sah ihre Tochter aufmerksam an. Denise war rot geworden, sie gab kein« Antwort. „Was? Und steht dein spätes Kommen heute mit dieser Be- gegnung am Ende gar in Verbindung?" fragte die Mutter weiter. „Allerdings", sagte Denise,„wir sind in ein Gespräch ge- kommen... in ein ganz interessantes Gespräch... Ueberhaupt, bei näherem Zusehen ist er gar nicht so schlimm, als er auf den ersten Blick ausschaut..." „Du hast hoffentlich keine weiteren Derabredui�en mit ihm getroffen?: fragte die Majorin fast drohend. „Weitere Verabredungen? Aber dies Zusammentreffen war doch der reine Zufall, da war nicht- dran verabredet", behauptete Denise." „Spare dir nur deine Worte", rief ihre Mutter,„ich weiß schon, worauf das hinaus will. Du wirst rot und sprichst von ihm in ganz anderen Wendungen als früher." „Ja, er ist wirklich ein lieber, ein guter Mensch", sagte Demse leise,„so recht ein Mann mit einem Herzen wie ein Junge." „Willst du mir nun endlich sagen, was sich ereignet hat?" befahl die Majorm heftig. „Ere1g>«ek? TOcht das geringste.— E?«vnststt ra», tstr fAwfl Besuch machen zu dürfen", schloß Denise,„dagegen wirst du ja gewiß nichts einzuwenden haben. Ich habe natürlich in deinen, Namen„ja" gesagt und ihn zu morgen nachmittag um S Uhr- gebeten." Da sprang die Majorin auf ihre Tochter los und schüttelte sie an der Schulter. „Jessusmaria", rief sie,„was ist dir in den Kopf gefahren, daß du solch einen Mann in mein Haus einführen willst? Ah, besten Dank, ich habe genug von deinen Erzählungen betreffs seines Savoir, vi vre. Nein, meine Schwelle üderschreitet er nicht, dieser Mensch!" Denis« hatte es wirklich nicht leicht. Sie muhte Hammcvschlag jetzt von den Vorwürfen reinigen, mit welchen sie selber ihn über- schüttet hatte. Noch vor wenigen Tagen hatte sie ihn schlecht ge- macht, nun mußte sie ihn wiedcr gut machen. (Fortsetzung folgt.) eBuch Sin 3)iungel-äSucli L. S. Wools: E i n Dorf im Dschungel, verlegt vom Bllcherkreis. Ein Dschungelbuch, in dem es nichts zu lachen gibt. Di« Tragödie eines kleinen, vom Dschungel umklammerten Dorfes. Das ist.zugleich die große indische Tragödie. Wie soll man sich wehren gegen die finsteren Mächte, die ein Häuflein Dörfler um- lauern—, wie sie den großen braunen Menschenhaufen umlau-rn. Der Mensch ist arm. Alles Dschungelland gehört der Krone, nie- wand darf ohne Erlaubnis der Regierung einen Baum fällen oder einen Acker anlegen. Den Erlaubnisschein aber gibt der Dorf- älteste, der nach Belieben handelt, wie die weiße Regierung, die hinter ihn, steht. Auch den Jagdschein gibt die weiße Regierung gegen zwei(unbeschaffbare) Rupien. Der Mensch ist hilflos, olfr herrscht Hunger im Dorf, und Singst. Immer fester schließen sich die Klammern de- Dschungels, der 10 Monate des Jahres ein sonnengedörrter Gespcnsterwald ist, in dem schattengleiche Wesen ängstlich zwischen den Bäumen hinhuschen. Auch im Dschungel herrfcht Hunger und Wassernot. Nur Silindu, ein verschlossener, sonderlicher Jäger, wagt sich in den Dschungel, und auf seinen Pürschgängen folgt ihm seine Tochter Punchi Memka, eine braune Diana. Aber auch Silindu vermag seine Unerschrockenheit nicht zu retten. Einer den anderen mit sich zerrend, gehen die Dörfler langsam allesamt zugrunde. Wucherer kommen von der Stadt und schleppen auf hochbepackten Karren die Ernte weg. Sie leben von Schulden, die Dörfler, und verfallen hilflos den Ausbeutern. De braune Diana soll wie ein Sack Korn verkaust werden. Was nütz, es, daß sie sich sträubt: man bezichtigt ihren Mann des Diebstahls und er wind ins Gefängnis geschleppt, wo sie rasch zugrunde gehen, die„freien" Menschen vom Dschungel. Jetzt lädt der Bater seine Flinte, diesmal gegen die Bestie Mensch. Der Dschungeljäg-r kommt vor den weißen Richter, der aber nur kein weiser Richter ist. Er hat Sinn für Gerechtigkeit, aber kein Verständnis für die Lage des braunen, gehetzten Wildes: Mensch. Der alte Silindu, der die Sprache der Tiere versteht, wird von den weißen Menschen, deren Sprache er nicht versteht, zu 20 Iahren Zwangsarbeit— begnadigt. Ein düsteres, schaurig-reale-, ergreifend echtes, sinnbildlich- wahres, schlicht geschriebenes Dschungelbuch. II. Hemmer. «» «« PUJ? DEN KLEINGÄRTNER, ■iiiiuimiiinininuuuiiiiNuuiimiiuniuiiiiiiiiiinnmnuiiniimiiuiiiiiimniKitiuiiuiiHUMUUiuiiuumiifluiintuiiiyiiuiinuumuiiiiiiuiiiuiituiiiiiiuiiiuuutiujuiuiiuiinuiuiiiuiiiiiininiuiuniuuiiui» Spargeldüngung im Sommer. Bald nach Beendigung des Stechens sollt« eine sorgfältig« Pflege der Spargelbeete vorgenommen werden. Die oft gehörte An- ficht, daß Herbst- und Winterdüngung genüge, ist deswegen falsch, weil die Anlage zu Sprossenbildung bereits im Sommer sich voll- zieht. Zudem gilt für den Spargel ganz allgemein der Satz, daß der Ertrag um so größer ist, je mehr der Pflanze an Düngung ge- boten wird. Man wird daher neben der Düngung mit Stallmist auch Kunstdünger verabfolgen und da erscheinen gerade die M o- nat« Juli und August geeignet, um die S t i ck st o f f g a b e unterzubringen. Neben Stallmist ist bei leichteren und besseren Böden zu geben: auf 1 Ar 2—3 Kilogramm schwefelsaures Ammoniak: gibt man keinen Stallmist, so steigt die Gabe auf 4— 5 Kilogramm. Bei dem im Herbst und Winter zu gebenden ander- weiten Kunstdünger unterscheidet man nicht nur jeweils nach Bei- gab« von Stallmist oder Fortlassen desselben, sondern auch nach leichteren und besseren Böden. Gegeben werden mit Stallmist an Phosphorsäur« 3— 4 Kilogramm resp. 2— 3 Kilogramm Thomas- mehl, an Kali 4— 6 Kilogramm Kainit resp. 2— 3 Kilogramm 4vpro- zentiges Kalisalz; ohne Stallmist erhöhen sich die Zahlen auf 4— 6 resp. 4—5 Kilogramm Thomasmehr und 8—10 Kilogramm Kainit resp. 3— 4 Kilogramm 40prozentiges Kalisalz. P.D. Erdbeeren und Tomaten. Die Erdbeerernte litt unter der starken Hitze. Für den Ver- fand ist nun einmal die zarte Frucht nicht besonders geeignet. Durch die Hitze ist aber auch die Ernte quantitativ beeinträchtigt worden, viele Fruchtansätze sind nicht.zur Entwicklung gekommen. Auch das Angebot von Süßkirschen drückte naturgemäß die Preise. Wie die Marktrundschau des Reichsoerbandes feststellt, hat sich die Sor- ticrung nach Qualitäten in Berlin gut bewährt, desgleichen die Ver- Packung:„Sechs Epankörbe zu je fünf Pfund Inhalt in einer Steige". Eine nicht zu ferne Zukunft wird für den alten chaotischen Zustand in den Marktverhältnissen nur ein ungläubiges Lächeln hoben. Bei den Tomaten ist das Angebot nicht zu groß gewesen, erst die italienischen Importe brachten die Preise zum Wanken. Trotz der großen Wärme scheint die deutsche Tomate noch keine Rolle zu spielen, so daß Holländer und Italiener sich in das Geschäft teilen konnten. P. D. Das Grün des flühneraustaufs. Die Wichtigkeit des Auslaufes für die Hühner haltsng ist jetzt allgemein anerkannt und nur die Not des Stadllebens bringt jene grotesken Hühnerhöfe hervor, auf denen das Tier wohl stehen, ober sich nicht bewegen kann. Ein Auslauf mit Grasnarbe und einer Sand stelle zum„baden" wird aber jeder kleinste Tierhalter anlegen, und wo die Verhältnisse ins Größere und Große wachsen, wird man zweckmäßig zwei Flächen sür Ausläufe besttm- men, was den Vorteil hat, daß der Boden nicht ständig mit den Kotmassen der Tier« versorgt wird. Man racht die eine Fläche abwechselnd londwirtschastlich oder gärtnerisch, so daß ein Verlust nicht vorliegt. Sandiger Boden wird sich aus gesundheitlichen Gründen als Auslaufgebiet empfehlen, dafür ist aber die HrLw Haltung der Fläche weniger leicht als bei einem von Natur feuchten Boden. Bei letztcrem muß vor allem darauf gesehen werden, daß nach stärkerem Regen nicht Wasserpsütze» stehen bleiben. Eine für sandige Böden sich empfehlende Bestellung ist die Aussaat von Luzerne, da diese mit ihren Wurzeln tief geht und so leichter trockene Zeiten übersteht, als flachwurzelnbes Gras. Man gebraucht für die Aussaat 300 Gramm für 100 Quadratmeter. P. D. Nistgelegenheit für Vogel., Wo immer ein Grenzabschluß gebildet werden soll, wird man selbst bei der Zaunanlage zur Anpflanzung von Heckenpflanzcn kommen, wenn man nicht den bloßen Nützlichkeitsstandpunkt walten lassen will. Aber auch die reine Nützlichkeitsfrage weist uns dar. auf hin. der Vogelwelt solche Plätze anzubieten, wo sie ungestört von Menschen und— Katzen Ziester bauen und ihre Jungen auf- ziehen kann. Der Lärm unserer nw dornen Verkehrs-, Vergnügungs- und Belehrungsmittel, der Maschinenarbeit schreckt die Vögel von so vielen mit Gärten oder Promenaden besetzten-Orten zurück, was iwturgemäß den Schädlingen von Blumen und Früchten nur will- kommen sein kann. Also ist es doch schließlich eigenes Interesse des Gartenliebhabers, das anzupflanzen, was die Vögel zum Verweilen einlädt. Hecken pflanzen wie Weiß- und Rotdorn, Liguster, Hainbuche seien genannt. Auch Lebensbäume haben durch ihren dichten Behang Aussicht auf Vogelbesuch. Daß dieses Prinzip auch auf öffentliche Plätze anwendbar ist, beweist manches ausgeführte, Beispiel— aber auch durch Anwendung aus Friedhöfen, Spiel- und Sportplätzen ließe sich noch manches erreichen. P.D. Schwarzweiß rotes Drahtgeftech t. Reklame ist berechtigt, wenn das Fabrikat gute Eigenschaften hat. Aber jedem Versuch, Reklame mit politischer Propaganöa zu verquicken, wird der gesunde Menschenverstand die Türe weise». Einer solchen Torheit ist der Verband deutscher Draht- geflecht-Fabrikanten erlegen, als er ein schwarzweißrotes Plakat herstellen ließ, das er jeder Rolle seiner„Prima Ware" bei- fügt. Um gar keinen Zweifel an seinem Bestreben, mit Schwarz- Weiß-Rot Geschäfte zu machen, auskommen zu lassen, heißt es in dem Plakat:„Jede Rolle der prima Ware ist durch ein schwarzweißrotes Plakat mit dem Warenzeichen des Verbandes gekenn- zeichnet". Geschäfte, auch Warenhäuser, die die Verbandsware führen, sollten in ihrem eigenen Interesse sich gegen eine solche Ver- ouickung von Gesihäft und Politck wenden. P.D. Die Douglas-Tanne in Holland befallen. Die auch in DeutMand recht beliebte Douglastanne ist seit Iehren in ihrer Heimat Nordamerika durch eine Pilzkrankheit be- droht. Aus Holland wird jetzt gemeldet, daß dieser Pilz sich mehr- fach gezeigt, und da orn« ansehnliche Aussuhr holländischer Nadel- Hölzer nach Deutschland besteht, hat die Reichsregierung«in Verbot der Einfuhr erlassen, von dem die Gattungen Taxus, Iuniperus, Cupresius etc., allerdings ausgenommen sind. Ausnahmen von dem Verbot der Gattungen Abics(Tanne), Picea(Fichle), Pinns (Kiefer), Pseudotsuga(Douglasjichte) und Tfuga können bewilligt werden. P.D. Berlin� das Rundflug-Zentrum 1930 Beginn am 20. Juli in Tcmpelhof Nach den etwas verunglückten Zeppelintagen in Staaten lolgt jetzt als nächstes bedeutendes Ereignis des Jahres der Start zum internationalen Rundslug am 20. Juli in Tempelhof. Große Vorbereitungen waren nötig, um Sorge zu tragen, daß der Verlauf des Fluges reibungslos gesichert stattsinden kannte, für dessen Organisation erstmalig Deutschland verantwortlich zeichnete. Um den planmäßigen Luftverkehr in Tempelhos nicht zu stören, wurde Staaken als Sammelpunkt aller Wettbewerber bestimmt. Hier werde., sich bis zum 18. Juli mittags 12 llhr alle Teilnehmer emsinden, um geschlossen am 19. Juli nach Tempelhof zu stiegen. Es dürste sich hier um«in flugsportliches Ereignis mit wirtschaftlichem Hintergrund ersten Ranges handeln, denn es werden nicht weniger als 100 Leicht, und Sportflug zeuge daran teilnehmen. Eine Anzahl/die bisher von keinem veranstalteten Flugwettbewerb der Vor- oder Nachkriegszeit erreicht worden ist. Staaken an sich ist auf. einen solchen Massenandrang nicht vorbereitet, es wurden daher alle verfügbaren Hallen zur Verfügung gestellt, was von privater Seite gern geschah, um die Unterbringung der Flugzeuge von 7 Nationen zu sichern. Auch die alt« Zeppelinhalls, die nur noch Filmzwecken diente, manche phantastisch schöne Wüstenlandschaft wurde dort auf- genommen, wird zur Unterbringung der Flugzeuge benutzt. Ferner mußte Verpflegung und Wohngelegcnheit für etwa ZOO Personen (Bedienungspersonal, Piloten, Sportleiter usw. ufw.) geschaffen werden. Büroräume für die Sportleitung, Dolmetscher, Presse, Aus- kunft, Telephon, für alles ist gesorgt worden, so daß man der Hosf- nung Raum geben darf, daß es nicht wieder infolge bekannter deutscher Ueberorganisation zu Unzuträglichkeiten kommen dürfte. Auch für dos Publikum hat man versprochen bessere Plätze und größere Sicht zu schassen, hoffentlich sind die Preis« dann auch so, daß sie die arbeitende Bevölkerung, die den größten Prozentsatz aller Zuschauer stellt, erschwingen kann. Der Rundslug selber zerfällt in zwei Teile. Den eigentlichen Europarunidflug mit einer Strecke von 7500 Kilo- meter, dessen Start am Sonntag, dem 2 0. Juli, vor- mittags von 9 Uhr an in Tempel Hof innerhalb einer Stunde stattfindet: Rückkehr der Flugzeuge nach Tempelhos in den Tagen vom 27. Juli bis 3l. Juli. Ferner in den zweiten und inter» essantesten, für uns Berliner interessantesten Teil, in den tech- Nischen Wettbewerb in Staaken vom 18 bis 19. Juli und hauptsächlich vom 1. bis 7. August. Hier wird dem Berliner etwas geboten, was er schwer wieder zu sehen bekommen dürfte. 100 verschiedene Flugzeuge aus 7 verschiedenen Staaten werden von der Wertungskommission auf Herz und Nieren geprüft werden, von dieser Prüfung hängt Sieg oder Platz ab. Im Rahmen dieses techenischen Wettbewerbes wird ein Brennstoffverbrauchssliegen aus der Strecke Staaken und der Elbe-Brück« bei Stendal stattfinden, das den Eha- rakter eines Rennens besitzt, denn alle Flugzeuge müssen diese 75 Kilometer lange Strecke viermal durchfliegen und die Staatener Zeppelin- Holle in geringer Höhe umkurven. Ferner besonders, interessant Start und Landeprüfung in Staaken, hierbei müssen die Flugzeuge bald nach dem Start ein 8 Meter hohes Hindernis überfliegen und möglichst dicht hinter diesem wieder landen. Dabei wird es auf die Geschicklich- keit des Piloten mehr ankommen als auf die guten Eigenschaften des Flugzeuges und wohl nicht ohne Bruch abgehen. Die Punktwertung über Ausstattung usw. der Flugzeuge findet in direkter Nähe vor den Augen des Publikums statt, das durch Laussprecher über all« Vor- gänye unterrichtet wird. Bleibt kurz zusammenzufassen, Haupttage in Staaken 18. und 19. Juli sowie 1. bis 7. August, Haupttag« in Tempelhof 20. Juli und 27. bis ZI. Juli. Für alle Berliner am empfehlenswertesten in tech- nischer Hinsicht,(wenn sie möglichst dicht dran sein wollen) Staaken. Zu wünschen bleibt, daß die Veranstalter Schulen und Erwerbslosen Entgegenkommen zeigen und auch sonst die Preise in dem Ausmaß halten, daß jedermann sie erschwingen kann, ohne nachher wegen seiner Liebe zu einer Bewegung wie die Lustfahrt den Riemen enger schnallen zu müssen. Denn die Lustfahrt braucht die Massen, die Massen aber erkennen Leistungen immer dankbar an. IV. IT. Die Arbeiter-Tum- und Sportschule Zum Betrieb der Leibesübungen sind nicht nur die ausübenden Sportler, sondern auch viele Lehrkräfte erforderlich. Zllle größeren Orte sowie die Kreis« im Arbeiter-Turn- und Sportbund haben daher Lehrschulen eingerichtet. Die Krönung des Lehrbetriebes bildet die Vundesjchule in Leipzig. Hier werden alljährlich etwa 1500 Sportler ausbildet. Eine eigene Turn- und Schwimmhalle sowie ein großer Sportplatz stehen zur Verfügung. Alle Sportdisziplinen kommen hier in zentrale„Massage", um aus dem Vielerlei in den 6000 Vereinen«ine gemeinsame Arbeitsmethode zu formen. Der Schüler harrt eine anstrengend« Arbeit, aber auch Freude, denn es gibt viel zu lernen. Im Tätigkeitsbericht der Schule für die Jahre 1328/29 sagt der Bundesschulleiter V e n d i x über das Ziel: Wir teilen den Uebungs- stoff in zwei Hauptgruppen, s) Körperschulung gleich Leistungs- Übungen, also Heben, Tragen, Schieben, Ziehen, Ringen, Klettern, Springen, Laufen und Kampsspiete, weiter Ertragen von Schmerz, Hitze, Kälte, Sonne, Wind und Wetter, d) Kö r p« rb i l du n g gleich körperformende Uebungen, das sind Harmonische körperliche Bildung durch Rumpf, und Gliederbewegungen. Die Uebungsstunden sollen möglichst befehlslos durchgeführt werden, um die Hebenden zu fcbständigen Persönlichkeiten zu erziehen. Besondere Freude bereitet das Schwimmbad, die Lehrgangsteilnehmer benutzten es 8579 mal. Dos pädagogische Institut der Stadt Leipzig übt in den frühen Morgenstunden mit den Junglehrern. Sozialistische Arbeiterjugend und Kinderfreunde sowie die Versuchsklassen der Bundesschulc find ebenfalls zu Gast. Eine Ruderanlage gibt die Möglichkeit zur Abhaltung auch von Lehrkursen für diese Sparte. Adgehalken wurden insgesamk 90 Lehrgänge, und zwar: Männer- turnen 12 Kurse mit 367 Teilnehmern, Frauenturnen 9 Kurse mit 269 Teilnehmern. Schwimmen 9: 232, Jugendkeiler 9: 372, Dereins- gcschäftsführer 8: 344, Leichtathletik 7: 184, Kinde rturnen 6; 180, Fußballtechniker 6:148, Handballtechniker 5:122, Rettungs-- schwimmen 3: 71, Berichterstatter 3: 104, Handballschiedsrichter 2: 43, geschäftliche Leiterinnen 2: 53, Kassierer 2; 47, Rudern und Paddeln 2: 59, Gymnastik 2: 53, Fußballschiedsrichter 1: 25. Spiel- und Sportteiter 1:50, Sprech- und Bewegungschorleiter 1:27.— An den Lehrgängen nahmen außer den deusschen Bundesangehörigen teil: Tschechen 4, Schweizer 5, Belgier 2, Litauer 1, Polen 1,, Lett- länder 1. Etsaß-Lothringer 2, Finnländer 1, Amerikaner 3, Freistaat Danzig 18, Oester reicher 20. Der sportärztliche Bericht ist von Dr. M i cha e l i s erstattet. Es wurden nicht nur die Kurjusteilnehmer, sondern auch eine große An- zahl von Vereinsmitgliedern des Leipziger Bezirks sportärztlich untersucht, überwacht und beraten. Dazu kamen Borträge über den Bau des menschlichen Körpers, die Grundlagen seiner normalen Entwicklung und die Förderung durch Leibesübungen, ferner sport- wissenschaflliche Fragen aus dem Gebiet der Hygiene, körperlichen Erziehung und Ertüchtigung. Die gewonnenen Erfahrungen sollen als Grundlage und Vorbereitung der sportärztlichen Untersuchungen im ganzen Bund, in den Vereinen usw., dienen. Die Abteilung Lichtbild und Film hat eine große propagan- dssche Bedeutung für den Bund. Die Lichtbilder werden kostenlos an Bundesmitglieder verliehen, für Filme ist wegen der hohen Kosten eine mäßige Entschädigung zu zahlen. Ansang 1930 wurden die neuen Filme:„Arbeiterfußball",„Rudern" und„Schwimmen"' fertiggestellt. Insgesamt hat der Bund 20 Lichtbildreihen mit zusammen 1582 Bildern und 17 Filmen in 56 Kopien von 50 K i l o ni e t« r Läng«. — In der photographischen Werkslätte werden alle Zeitung»-, Lehr- buch- und Ausstellungsbilder hergestellt, die Lichtbilder angefertigt und die Filme gedreht. Für den Buchdruckerverband wurden sogar Abendlehrgänge in Photographie durchgeführt und für die Sozial- denwkrattjch« Partei Leipzigs der Film:„Schaffende Kräfte" in einer Länge van 1300 Metern hergestellt, der vorzüglich gelungen ist. Nicht unerwähnt dürfen die Leipziger lZersuchsklassen an der Bundcsschul« bleiben, in denen die praktischen Lehr- und Uebungs, Methoden erprobt werden. Es find 15 solcher Versuchsklassen vorhanden, und zwar für Turnen, Schwimmen. Fußball, Handball und Leichtathlettk. Rechnen wir dazu noch die sechs Kreis- und 18. Bezirks- schulen innerhalb des Bundes, so ergibt sich ein Bild gewaltiger kul« turriler und sportlicher Arbeit. Wenn nicht, wie überall, die leidige Geldfrage auch hier heimnend im Wege stände, so könnte und müßte die Lehrtätigkeit noch weit wehr ausgebaut werden. Ziehen wir die Bilanz: Es geht vorwärts und aufwärts! Der Arbeiter- Turn- und Sportbund kann auf feine Schule stolz fein! Bin sportfeindlicher Gelehrter Moiorenlarm am„Deutschen Sonntag* Dieser Tage hatte sich in Jena der Privatgelehrte Oskar B- wegen fortgesetzter Sachbeschädigung vor Gericht zu verantworten. Der Gestank und der Auspufflärm der vielen Motorräder hatten es ihm angetan, und da er nirgends Recht bekam, machte er seiner Empörung auf folgende Weise Lust:, In der Nacht vor der Einweihung hatte er das Kriegerehrenmal und die Stadtkirche in Jena durch Anbringung folgender Inschriften besudelt: Nieder mit dem Knall- und Änatterpöbel! Wir fordern den deusschen Sonntag! Motorvadochsen mit den Sattolhuren: Nieder mit der deusschen Matorradlümmettechnik! Wer ist der größte Schweinigel des Jahrhunderts'? Dr.1 h. c. Daimler, der Erfinder des Lümmelrades, « Motorradsäue raus! fein Deusscher.s 1 Iuxplatz für deussch-amerikanifche Motorradsäup. Man muß schon sagen: die motorradfahrenden Zeitgenossen sin» von dem Herrn Privatgelehrten nicht gerade liebevoll behandelt morden. Aber was meint Herr B. mit dem„deutschen Sonntag". Wir vermuten so etwa eine Gartenlaube, Tabakpfeife, Kaffee und Kuchen, Glockengeläut, Kirchgang und aisschließord Krawall beim Kroncnwirt! Schließlich kann man ja bei einem nervösen Menschen, und deren gibt es leider viele, oerstehen, wenn sie gegen den Motorradlärm Front machen: nur hat Herr B. den Teufel mit Beelzebubs aus- getrieben, eine nicht immer empfehlenswerte und erfolgreiche Taktik. Biete Motorradfahrer glauben allerdings durch Verursachung möglichst großen Lärms einen recht sportmäßigen Eindruck machen und eine schwere, teure Maschine vortäuschen zu können. Aus der Verhandlung interessiert noch folgendes: Der An- geklagte, ein mittelgroßer, blasser Mann, ist Akademiker, jetzt Privat- gelehrter. Er ist mit einer seiner Schülorinnen verheiratet und führt mit ihr„ein armes, aber glückliches Leben", wie er vor Gericht fc*. Er lpfe aoch die Achcht, das dortige Btinkerdeukrnal zu de* schmieren und las folgende dafür bestimmte Inschrift vor:„Für wen starben diese Blinker— für di« Stinke r." Mit der Tat habe er seinen Abscheu gegen die Motorradseuche und die Fahrer kundgeben wollen, die man überall im Volksmund als „Verbrecher" bezeichne. Auf die Frage des Vorsitzenden, warum er ausgerechnet Denkmäler gewählt habe, um seinem Herzen Luft zu machen, antwortete er, das sei die einzige Möglichkeit, zu Gehör zu kommen. Von der Polizei sei doch nichts zu erwarteil. Das Urteil lautete wegen fortgesetzter Sachbeschädigung öffentlicher Denkmäler auf einen Monat Gefängnis. In der Urteilsbegründung wird gesagt: ,�Der Lärm der Motorräder ist' fast unerträglich, noch mehr die Art, wie die Räder von den Fahrern behandelt werden. Durch Eni- sermmg des vorgeschriebenen Auspusftopfes wird der Länn noch gesteigert'_ Sawall siegt im«Großen Preis" Vom besten Wetter begünstigt, gelangte auf der Radrennbahn im Stadion zu Elberfeld der„Große Preis von Europa" vor mehr als 10 000 Zuschauen, zur Entscheidung. Sehr sicherer Sieger blieb Walter Sawall. der sich gleich nach dem Start an die Spitze setzte vor Maronnicr, Möller, Krewer, Linart und dem Elberseldcr Müller. Beim 15. Kilometer grsss Kremer den Exweltmeister an und war auch bereits vorbei, als ihn ein Radschaden ereilte, der den Kölner weit zurückwarf. Wieder schien Sawall in überlegener Haftung, als er beim 70. Kilometer Maronnier und Linart passieren lassen mußte. Doch nicht lange dauerte es und Sawall eroberte sich wiederum die Führung, um diese dann nicht mehr abzugeben. Maronnier und Linart belegten hinter ihm die Höchsten Plätze. während Möller genau wie Krewer unter Defekten zu leiden hatte. Den 8. Lauf zur„Deutschen Flicgermeisterschast" holte sich Mathias Engel in ganz überlegener Manier vor Stesses, Oszmella und Frankenstem, So gute'Fahrer wie Knappe. Fricke und Franken- stein waren bereits in den Borläufen ausgeschiesen. Ergebnisse: Großer Preis von Europa(100 Kilometer): 1. Sawall 1:16:07,2: 2. Maronnier 8SS: 3. Linart 1050: 4. Möller IW(Defett)' L. 2. Müller 3900; 6. Krewer 4880 Meter(L-jÄY Pllück-«. zur deusschcii Fliegennelsterschost: 1. Engel: 2. Stesses(1- Länge): 3. Oszmella: 4. Frankenstein. Malsahren: 1. Fricke: 2. Knappe: 3. Bernhardt: 4. F. Schömberg. Prämien fahren; 1. Oszmella: 2. F. Schamberg: 3. Stesses: 4. Bernhardt. Elsenbahnfahrt zum Solidaritätsfest Um den Mitgliedern des Bundes Solidarität billige Fahr- gclegcnheit nach Dresden zum Bundesfest zu oerschaffen, werden von einer Anzahl Städte aus Soiiderzüge. fahren. Die Abfahrt dieser Extrazügeerfolgt am 24. Juli. Alle jene Bundes- festbesucher, welche die Sonderzüg« nicht benutzen können, müssen sich zu Gruppen von mindestens zchanzig Teilnehmern vereinigen und sich aus dem nächsten Bahnhofe zur Gesellschafisfahrt anmelden, wodurch sich der Fahrpreis um 25 Proz, ermäßigt. Zwei Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren gelten als«in Erwachsener. Je früher die Anmeldung erfolgt, desto» besser ist es besonders dann, wenn Fahrräder befördert werden sollen. Durch rechtzeitige Meldung wird der glatte Rädertransport gesichert. Das ist sehr wichtig, denn am Tage vor dem Feste müssen viele tausend Fahrräder nach Dresden befördert«erden. Diese schwere Ausgabe soll man der Eisenbahn auch dadurch erleichtern, daß di« Fahrräder am Tage vorher zur Bahn gebracht werden. Schwimmwcitkämpte der Berliner Polizei Die H a v e l s ch w i in m a n st a l t der Preußischen Pollzeischule. für Leibesübungen in Spandau, Schäserstraße, wird ani Dienstag, dem 15. Juli, 15 Uhr, Schauplatz der'hiessährigen Schwimmwett- kämpfe der Berliner Polizei sein Völlig abweichend von den sonstigen Schwimmveranstaltungen wirs sich dieses Polizeischwimm- fest zeigen. Wenn die Polizei auch über gute Emzelkönner im Schwimmen verfügt, so müsse» diese Einzelleistmigen doch hinter der Massenausbildung zurückstehen. Jeder Potiztibeainte ein Schwim- mer, jeder Polizeibeamte ein Rettungsschwimmer, das ist das Ziel der Schwimmausbildung der Polizei, denn der Schupo soll nicht nur ein Helfer auf dem Lande, sondern mich ein Retter im Wasser fem. Neben den große» Slasscln, die mit Einzelwettkämpfen wechselu. verdient besonderes Interesse die Dienstgradstafset um den Wanderpreis des preußischen Ministers des Innern, zu der samt- liche Dienstgrade vom Polizeiwachtmeister bis Polizeimajor antrete». Berteidiger dieses Wanderpreises ist die Preußische Polizeischule für Leibesübungen in Spandau. Der Eintritt zu dieser Peranstaltung ist auch für Nichtangehöriqe der. Polizei frei. Darm Stadt Wcllflughafen? Bei einem Pressempfang erklärt« der hessische Innen- m i n i st e r, die Regierung habe eingehende Bcrhandlungen mit der Ze p pel i n-Ge s el ts ch a st in Friedrichshasen ge- sührt mit dem Ergebnis, daß Darmstadt begründete Aussicht habe, Wel tsl UKha se n für den Ze p x e l i n v c r k e h r zu werden, da nach einer Erklärung Dr. Eckeners die meteorologischen Berhätt- msfe die Zeppelin-Lufsschissahrt im Darmstädter Gebiet durch- aus günstig seien. Im Augenblick schwebten noch Perhandfttngen zwischen Davmstadt und dem Badeu-Badener Gebiet. Boraussichtlich weih« Darmstadt Hauptslughasen, wahrend in Baden-Baden ein Nochasen errichtet würde. Ein neue» Wander- und Ferienheim-Verzeichnis. Gerade zu Beginn der Ferienreisen ist das neu« Ferienheim- und Schutzhütten-Verzeichnts des Touristenverelus„Die Naturfreunde" herausgekommen, lieber 400 Häufer sind, noch Wandergebieten übersichtlich geordnet, ausgeführt, so daß man sofort ersehen kann, welche Heim« am Meeresstrand, in der Heide oder in einem der zahlreichen Mittelgebirge oder gar in den Hochalpen stehen Die 240 reichsdentschen Natursreundehäuser unterscheiden sich hin- sichtlich ihrer Bauweise und Inneneinrichtung in 84 große Ferien- Heime mit Einzelzimmern, die bei mäßigen Kosten ausgezeichnet be- wirtschaftet werden: 98 Häuser kommen als gute Wanderheime in Frage, während 20 Hütten einfacheren Ansprüchen genügen. Der Förderung hochalpiner Unternehmungen in den Bayerischen Alpen werden 8 Schutzhäuser und 30 Schutzhütten i» bester Lsgo gerecht. Alle Heime dienen auch den Zwecken, des Deutschen Iugendhsrbergs- Verbandes. Die übrigen Heime der Naturfreunde verteilen sich ans folgende Länder: Oesterreich 83, Schweiz 46. Tlchechpilowakei 20, Frankreich 10, Ungarn 2, Polen l Holland 1. Norwegen 1 und Per- einigte Staaten von Amerika 6. Zwei beigegebene Karten von Mitteleuropa mit den eingezeichneten Heimen vervollständigen den Wert der kleinen Schrift. Sie ist zu beziehen gegen Einjettdung von 1 Ht. in Briefmarten von der Reichsleitung des Tourisienvereiits«Die Naturfreunde", Nürnberg, Webersgasse l. Eine internationale Verkehrs- und Tsursstenausstellung ist soeben in Posen eröffnet worden. Der Direktor der Ausstellung, Barop Popp, sprach über das Ziel der Ausstellung, das in der Festigung der Friedensliebe Up Zeichen der A n- Näherung der Völker bestehe. Bei einem offiziellen Früh- stück wechselten die osslziellen Vertreter Polens und Italiens Trinksprüche. Der-italienische Unterstaatssekretär des Verkehrswesens P e n n a v a r i a betonte die Freundschaft, die Italien mit Polen verbindet. „Selidarrtätt, Srtsglwpp« Sroh-Btilin, SefchSftsstelle Robert Rotbarih, Berti« SW. 12, Schiinobcrqrr Strohe 17a. Touren der«wsstfolne» qm Sounaben» und Sonntag, d-i» 12. und 13. Juli: Abt. gricdrich-hai«! Danninmaide bei KUrtteuberg, Start 6 llbr. Landabergcr Platz,- Abt. Baachiee» Start 7 Uhr, Boruhoim«»,«sdi> Srelower Strags. «bt. Stzarlottenburg! Stali-nische Nacht am Summtet See, Start Iii und b Uhr, Wilniorodoricr. Örfe«auaifttaftc,— Touren dt» Radiahrrr- 1, Z(W,t Nacht wur Ä-rbclliutte. Start td Uhr. BiUomtr,», Bahulqhrkr«beuda 9 Uhr, Abfahrt SUttiner Bahnhof 1b-2«, Sonuiagzrticklahrtartc bio Uber--. umldr.—- 2. Abt.: Seddiu-Sr-', Start!> Uhr, Tiesscnbachstr. 39. 3. Abt.! -vätz i«ri>a-r), Start 1« und ä Uhr: wrUnmi,«PgtdsnkMÄ. C.tarf 13 Uhr, Rariannrnpiatz, Jeuerwchrdrntmal,--«. Abt.! DampioiNaHrt nach ftiui- dowrr Alpcn: Abfahrt 9 Uhr MoltkebrUcte am Lrhrter Bahnhof.— 9. Abt.: Jialicnische Nacht am Summter s«, Start 19 und 9 Uhr Triltfir. 03.-- 19. Abt.! Hartmannsdorf 17 Uhr, Stbrihfre ö Uhr, S'art Prtrrsburgrr Straße 5. � Rennsahrernbtcilnna«Ute: Schönrrlinds iStiitungÄrst). Start 13 Uhr Stznigotor.— AbUilnn« Sh-rlottenburg! Jmlien ische Nacht am Summier Se°, Start ttz Uhv«ilmorsdorfer, litte«aualstraße.— Abt. Neu- täfln: Italienische Stacht i« Aurst, Starr lh Uhr Hohen,»ltrrn«latz.- Abt. rberichönenwibe: görbiskrua. Start 7 Uhr.- Abi. Miß«n!cc.K«ln»,»>»o-i! «Sosener Berge, Start 9 Uhr Antonplatz,--- Versammlungen: Sciikroiner. fqmmlung. Tagesordnung: tzusammenlegung dsr Abtcilungen fm Po�rt lZriedrtchohain 5U einer Abteilung, findet statt für die 5. Abteilung am 1«. Juli. 20 Uhr, gartuna-S-tle 3, und für die Iii. Abteilung am 15. Juji, 20 Uhr, bei Neuinan»,(fiuhemr Strqße 4», Alle Abteilungen beteilige« sich an der Sinmeihung des Stadions Audsheib« am ßonnahcnd, dem � Zkreie««au. Union»eoh Verlin E. 9., Abt. vlmrlprcc. Freitag, dem II, Juli, 20 Uhr. Sitzung>»:«rstaurant„tzur tziche" Reutzllil.«aiser- Friebeich- tl-ke Saalestraß-.-- Sonntag, Hein i3, Jutz IM, PfliKssanrt ärpsiin.See, Spiet, und Sport.Eenntag, V'ürt Lichtenberg Bis itu| Medercröffnung der Hallen in her Holteisteaß» finden unsere Turnstunden in her Schreibtzrbajier Strqße statt, find genau:»ne,uhaitcn. Jeden Mittwoch sämtliche Abteilungen am dem «nnaltvlatz ad t« Uhr. Ponnerstas, 19. Juli. pUnkllstti 20 Uhr. wichtige «uirdiopäesttzung im Bereinslotal, Sonntag, 13. Iul:. Bodenortw nach dem Verlfee. Dprs treffen wir uns mit Wasscrfahrern. Treffpunkt sämtlicher Ab. Kstbner. Wihelmstr. 20, um 20 Uhr. E»ach»ntcrriKt kxstenios. Am Mittwoch. 19. Juli, findet ein jvellkampf«aulsdort-Triedrichsselde gegen Arcugberg. Treptow statt, Säfte willtommen. In her Abt.»r»n,bera findtf am Donners Ist, Juli, 20 Uhr, de: ftrcWJ. Planufer 7£>/7«, ein Bortrag:..Eine halb- ______ statt, chäit« Ulli Intcceffenten stnd KU SsS. A Wi. Ki BaritamdNtl»--.-- willtommen, ■i i\\| U i (Bezirk Jlorden-Cften. V' Bevor Sie Flobd kaufen besichtigen Sie meine Ausstellung rR.I29 Zahlungserleichterung ohne Aufschlag, bei Kassa S°/o Ti schle rm eister Berlin N, Chausseestr. 60 JULIUS KIWI Nur die £l«mec«rd£lectr e Schallplatte bringt die Aufnahmen der Chöre des Deutschen Arbeiter- SSngerbundes.— Bezugtqudlcn- Nacfawei» £L«mcfpliciv C�cmpanY Beriin S?�6ö Verlangen Sie Spezial-f rospekte fiber Arbetierchor-Plalien In allen einschlfigigen Gescfafifien erh<lich. FElSRSESTATTUMGyVEBEiN V\U4 UNTEF�EICHSAUFSIC�J�ÜI�P Nach drsimonatlgar Mitgliedschaft unbedingten Raehtaanaprueh auf kostenlose, pietätvolle Bestattung Kein Kirchenaostritt erforderlich (R. Hl Man verlange kostenfreie Zusendung eines Prospekts oder Vertreterbesuch Haüpt- Geschäfts steile; Berlin N. 4, invalidenstr. 110 Fernruf; D1 Norden 6881 I Johannes Buchweitz Bln.-NiederschönhausenfTreskowstr.23 Fsrmproetwr: Pankow 2040 Kunstschmiede u. Bauschlosserei ■1 AusfOhrung sSmtlichar Beschlag-|B Olarbeiten In Bisen und Bronze|| lionKnrrcnzios! Klappkamera sehr stabil, Lcderbalgen m. la Aplanat 1:8 i.Vario 6X9 16.—, 9X12 19.- Prima 9 X 12 Kamera. Triebeinstellung, Rahmensucher mit Meyer- Trioplan, 4,5 in Vario nur 47.50.— dito, jedoch Doppelauszug mit dem erstklassigen Steinheil D.-A Unolocal 6,8 in Vario nur 50,—. Verlang. Sie Liste S kostenfrei. Muster unserer Papiere 0,25. Gegrflndel 1900 Foto-Hühns Chaustecslra�c 09. (B. 28 R.9 Tapeten Linoleum Tapelenhaos Hussack NO, Wftrlher Sir. 30 i Franz Mitzut konz. Buchmacher <; Centrale C 25, aiexanderslr. 51/52 Telephon E2, Kupfergraben 0S02M Nebenstellen: CharlottenburS, Berliner Strafe 74 Berlin, Koppemtra�e 1 » Grelfswalder Strafe 209 » Dorolheen strafe 58 Oberidiönewelde, Wilhelminenhofdr. 22 Pharussäle und Bierhallen W 69, HUlicrstraBe 142— Hansa 64S saie lilrVersammlnnBen D.Tereloe kis 1500?Mi»iii fmomt Ib den Bierhallen feden Abend UnfcrhaUnngtmu.ik 5 yerbaDds-Kegellaliaeo. vollstindlo renoviert. Butterhandlung Zu den drei Sternen »»* Filialen in allen Stadtteilen Seilerwaren b Sämtliche Bedarfsartikel für die Industrie u. Landwirtschaft liefern Sandageti'üüneberg H0lzmarktStr.ll a- d- Jannowltzbrücke SBruchbUnder- Xeibbinden gummltlrümpfe- 3>laHfußelnlageii FfgcneSabrik u. eigenes MellmlUel JnsiUul JCieferani für sSmlliche'.Krankenkassen mmsXrT Gegen Infektion In allen einschlägigen Geschäften erhältlich meyer& Hirsch iranienhurger Str. 87-89 Telephon; Norden 6481 Gegründet 1876 Optiker Ziem Tor 1-Z IR. 161 Möbel-Kamerling Kastanienallee 56 Ocb. Spelle,.,(leg. Schlofz.. vorn " erren nparl.«Sch-n. Polster- wr-,«orv- nn» ZlntzbauinmSbel lesrnansw ,Spottpr.,Zal,lu»p»rrlr!chtrr Ml Inh. Paul GSIlxer SchönliauserAlleel29 snr Säle frei! Gebr. Löffler Berlin 017, Ostbahnhof[224 Kartoffelgroßhandlung kaufen und verkaufen alle Sorten Speisckartoffeln waggonweise G.m. d.i. H. Winter& Co. Berlin 0, 34, Königsberger StraOe 7, Teleph. Königstadt 556 Bauschlosserei/ Eisen- u. Bronzearbeiten/ Eisenkonstruktionen/ Scherengitter-Treppen. C. Hartseil, Väsehe-Verleih Telephon; Moritzpl. 918. S 42, FQntanstr 20 Wäsche aller Art[<3> Gute Bescbaffenheit, kulante Bedingungen! Malerhatte Berlin VORMALS MAIEREI8EN0SSENSCHAFT GEGRONDET 1012 N 018, LANDSBERGER ALLEE38-39 FERNSPR.: E 4 ALEXANDER 5628-30 ALLE MALERARBEITEN 186 MOEBEL- UND AUTOLACKIERUNG Mako-Leibwasdie die andenehmsle und desfindesle bei droöer Htlzc. Der Schweiß wird aufgcsaugL trotzdem wird der Stoff nicht naß. Unsere porösen Hochsommer-Qualitäten haben diese Eigenschaft und sind außerdem besonders leicht und luftig Die außerordentliche Haltbarkeit wird Sie überraschen. Sie werden sich nicht mehr zu jedem Weihnachts- oder Geburtstage „Wäsche" wünschen, sondern alle S, vielleicht sogar alle 10 Jahre. Kein Filzen, kein Einlaufen in der. Wäsche, kein Aufgehen der Nähte oder Maschen, nach jeder Wäsche immer weich wie Seide Kein Kratzen oder Jacken des Körpers. Besuchen Sie uns bitte oder schreiben Sie uns. Unser Vertreter besucht Sie unverbindlich. Zahlurgsweise nach Ihren Wünschen. Anfertigung nach Maß für jede Figur Heitmann& Feder, Berlin SW 19, Wallstraße 85 Spezlalversand für GesnndheitswSscfae Kaufhaus Max Cohn (Inhaber Georg Hirschfeld) OrOnslr. 23-24 KÖPENICK am SchloBplalz Das Haus der guten Qualitäten •••••••——•••••••••••• Eleklro-Nolore Ankenrick cid, Reparatnrwerk, Prtl- ilaHon,Re«ervemofore, SiSrnnftshiUe Georg Worbs Äi"". Tel.« Fl MorffrpUt» sali_ «a Restaurant„zum Atlantic am Bahnhof Gesundbrunnen Behmstrafie 5-7 Säle für Venammlangea und Vereine, bis 700 Personen fassend.— In den Bierhalten Jeden Abend KONZERT.— Fünf Verbands- Kegelbahnen, J. L. Lindenberg& Co. O. m. b. K NO 18. Große Frankfurter Straße 60-61 Glas- Porzellan- Steingut Großhandlung Lieferant nur an Wiederverkäufer! Fleisch billig Willy Hanka Brunnenitra�e 121-122 Wurst gut HEINRICH SCHMITZ Restaurant zum Dortmunder Schmitz Industrie-Kasino 138 1 KommandanlemtraGe 72— Kronemfra�e 12 GERMANIA-PRACHTSKLE ———— CARL RICHTER———— Berlin N 4, Cbauuvastr.110:: Norden 473 u.6080 Säle für Festlicbkelten, Kongresse usw. bis 1200 Persooen fassend zu den gfiostigsten Bedingungen lR. 126 Wäsche nach Gewicht Dampfwäschcrci Merkur, Berlin O 112 Frankfurier Allee 907 Fcrntpr.: Andrea* ZS20 218 lob. Aug. Bachmann Mitgl. d. SPD Horst Walther G.m.b.H. Siam.nsstadt, VelUitrat. 2. Fernruf: Wilhelm*205 und»20« Heizungs- und sanitäre Anlagen im Ständiges Lager sämtlicher Materialien Ich offeriere: la frischeste Vollmilch in bester, fettreichster Qualität, die auf dem schnellsten Wege vom Erzeuger zum Verbraucher ohne Lagerung und Stapelung(dadurch 1—5 Tage älter) gebracht wird. Außerdem offeriere; I. ff. Melerelbottcr(keine Mischware), sowie la Battermllch and weißen Käse. —— Achten Sic bitte beim Blnkant auf meine Firma.— r 193) Meierei Friedrichshagen, AdJSuMWer, [R. 202 „Hawag" Heizung, Lüftuno, Be- und Enlwässerunp i-Min Rieh. Noack i Secetr.Se HA I Fiiedrldufr.Se 81 Versandgeschäft[m jeder Art Torten u*w. Httdien-Meyer Lindower Str. nur 18-1 9 1 (am Bahnhof Wedd ng) Kflchen T. RH. 90.- an Zahlungserleichterung Kenner b evorzugen IE EN HER C1SSB1ER 1199 der Berliner Wcifjbicrbrauerci E. Willner Telepboo: Fi.hiw<0 8)» wmd 7 BAUAUSFÜHRUNGEN HOCHBAU/ TIEFBAU Berlin- Wilmersdorf Helmstedter Straße 3 Tel.: Amt Uhland 962/63 0) B 3 E E (200 RESTAURANT MÜNZHOF" Münzstr. Ecke Dragonerstr. Warme KQdie ♦ Gut gep'legte Giere ♦ Ali 12 Wir mittags Konzert fl 3 o «« Kennst du schon„ICmCkl*ICC den neuen Heraband-EbICÖM*? erhältlich nur GroBdestillation Hermann Raband AutlusäsSraOe S4-SS Bühlers Ballhaus Cliftrciaens Wliwenball Täglich suher Montag[168