Nr. 84. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bterteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt. pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DefterreichUngarn 2 M., für das übrige Ausland 3 Mt. pr. Monat. Eingetr. in der Post Bettungs- Preisliste für 1896 unter Nr. 7277. = Vorwärts 13. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pf., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 1, Nr. 1508 Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Unterrichts- Reaktion in England. London, anfangs April. " Freitag, den 10. April 1896. das Es empfingen Elementarunterricht im Jahre 1894: In Schulen der Staatskirche " Wesloyanischen( Methodisten-) Schulen " römisch- katholischen Schulen " " Schulen kleinerer Sekten 2c. Boardschulen Schüler 1875 118 135 575 226 190 259 567 1 844 914 4 341 364 Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. welche in den Grafschaften von den Grafschaftsräthen, in den hinter den ältereu und reicher fundirten Schulen der Staatskirche Städten von den Stadträthen, unter Hinzuziehung von Fach- zurück. Und diese paar Ausnahmen müssen den Vorwand abvertretern, also indirekt ernannt werden. Wobei noch zu be- geben, die tirchlichen Schulen auf Kosten der Staatsschulen tünftmerken ist, daß neun Zehntel der Grafschaftsräthe aus lich zu erhalten und zu vermehren. Ten Vorwand und nicht der Ronservativen beziehungsweise Staatstirchlern Grund. Denn wenn auch nicht bestritten werden soll, daß auf Gestern hat Sir John Gorst, der Chef des Unterrichts- zusammengesetzt sind. Weiter wird im Interesse der dem Lande der Geistliche oft genug mehr Verständniß und Interdepartements im neuen Ministerium, das Unterrichtsgefeß Gewissensfreiheit", muß wozu Wort Freiheit effe für das Unterrichtswesen haben mag, als eine aus Vieheingebracht, womit die Regierung eines der Wahlversprechen ein nicht alles herhalten bestimmt, daß, wenn eine gewisse Anzahl züchtern, Gastwirthen 2c. zusammengefeßte Schulpflege, so weiß lösen will, mit denen ihre Vertreter voriges Jahr in den Wahl: Eltern gesonderten Religionsunterricht bestimmter Art für ihre man auch, daß es andere Mittel giebt, allzu sparsamen Gemeinden tampf gezogen sind. Sir John Gorst ist ein" Torydemokrat" Kinder verlangen, die Board- Schulvorstände für solchen Vorsorge Interesse für die Schule beizubringen als Verewigung eines und gilt als eines der vorgeschrittensten Mitglieder der jetzigen nach Wünschen der Eltern treffen müssen eine Bestimmung, Systems, das mit seiner Konkurrenz der Schulen fast überall VerRegierung, in der er, was beiläufig erwähnt sei, außerhalb des welche die Religionsgemeinschaften geradezu ermuthigt, die Board- schwendung von Kräften, aber keineswegs überall gesteigerte Wirk engeren Raths des" Kabinets" fißt, während sein Vorgänger im schulen zu vertheuern und ihnen das Leben sauer zu machen. samkeit des Unterrichts bedeutet. Man übersieht und will in Amt, Herr Acland, ein liberales Kabinetsmitglied war. Dies Die Lokalsteuern für Boardschulen sollen aber ohne Zustimmung gewiffen Kreisen übersehen, daß es auch eine Konkurrenz giebt, tann an sich als typisches Beispiel für die Behandlung der der Grafschafts- und Schulkollegien nicht erhöht werden dürfen. Die zur Verschlechterung führt. Volksschulfrage seitens der jetzigen Regierung betrachtet werden. Dies die wesentlichsten Bestimmungen der neuen Vorlage, Soweit die reaktionäre Seite der Gorst'schen Vorlage. Als Man ist der Weiterentwickelung des Unterrichtswesens soweit sie den Kampf für freiwillige( refp. Kirchen-) Schulen ein Fortschritt zum Besseren muß zunächst die Erhöhung nicht direkt feindlich, aber man ordnet dasselbe anderen gegen Boardschulen betreffen. Um ihre Tragweite zu verander Altersgrenze für den obligatorischen Schulpolitischen Zwecken unter. Die Vorlage bringt einige schaulichen, gebe ich hier die neuesten Zahlen über das Berhältniß besuch auf das vollendete 12. Lebensjahr bezeichnet werden. wirkliche Reformen, aber eingehüllt in oder gefettet an der verschiedenen Arten Elementarschulen in England und Wales. Da Herr Gorst sich auf der Berliner Arbeiterschußkonferenz von durchaus reaktionäre Neuerungen. Sir John Gorst, forrigirt 1891 zur Erhöhung der Altersgrenze für den Ausschluß aus den durch Lord Salisbury und die Erzbischöfe der anglikanischen Bahl Fabriken auf das zwölfte Jahr verpflichtet hatte, so bildet die Kirche. Ein hinterlistiges Stück", hat John Burns fie genannt, der jezige Bestimmung quasi den Schlußstein der Ausführung des und der Vorsitzende des Verbandes der Londoner Lehrer Schulen damals Versprochenen. Ein fernerer Fortschritt ist, daß den charakterisirte sie als eine Vorlage für die schrittweise und 13 281 schon bezeichneten Grafschafts- und Munizipal- Schulkollegien der schmerzlose Ausrottung der Boardschulen als solcher." 576 Ausbau eines Systems von Sekundar. und technischen Ich habe schon früher auf den von kirchlicher Seite gegen 1 037 Mittelschulen übertragen ist und ihnen Mittel überwiesen bie Boardschulen geführten Kampf verwiesen. Boardschulen sind 1760 find, aus denen die Kosten für diese Schulen bestritten werden die von direkt gewählten Schulvertretungen ins Leben gerufenen 6 373 follen. Diese Kollegien werden allerdings indirekt gewählt, aber von und verwalteten Volksschulen. Sie sind, da man bei Schaffung 23 027 und zum großen Theil aus Leuten, die selbst aus alldes jezigen Schulgesetzes( 1870) nicht so weit gehen wollte, die Schule völlig vom Religionsunterricht zu trennen, christ Das Verhältniß der Schüler in freiwilligen" zu denen in gemeinen Wahlen hervorgegangen sind. Damit ist den Arliche Simultanſchulen, in welchen die christliche Religion in Boardschulen ist etwa 4: 3, während das Berhältniß der Schulen beitern reichliche Möglichkeit geboten, ihren Einfluß auf dieselben möglichst undogmatischem Gewande, mehr als Ethit, gelehrt wird. selbst 8: 3 ist. Die Boardschulen find im Durchschnitt doppelt geltend zu machen und mindestens in den Städten und den industriellen Grafschaften wird dies auch nicht ausbleiben. Je Es steht aber den Eltern frei, wenn ihnen das zu viel oder zu so groß wie die firchlichen Schulen, was unbedingt ein großer mehr es geschieht, um so mehr wird damit aber auch vielen wenig ist, ihre Kinder von diesem Unterricht dispensiren an laffen. Borzug ist. Denn dadurch ist es von selbst geboten und reaktionären Bestimmungen der Vorlage der Stachel ausgezogen. Lange Zeit wurde dieser Kompromiß als allen Interessenten geschieht auch allgemein, daß der Unterricht den verschiedenen Die meisten sind so zweideutig gefaßt, daß es ganz in der Hand der gleich gerecht anerkannt; neuerdings haben jedoch die Heißsporne der Klaffen in getrennten Räumen gegeben wird, was in den Ausfürungsorgane liegt, nach welcher Seite hin sie ihre Wirkung Staatskirche ausgefunden, daß sie dabei zu kurz kommen, daß firchlichen Schulen nicht der Fall. Es wird in den Board- äußern werden. So find den Grafschafts- 2c. Schulkollegien allerdie Grundlehren der christlichen Religion die Dreifaltigkeitsschulen ein größerer Stab von Lehrern gehalten als den Kindern nicht genug eingepauft würden, und in den firchlichen Schulen und damit größere Arbeits. band Mittel in die Hände gegeben, mindestens auf die Steigerung der Unterrichtsleistungen der kirchhaben dafür agitirt, daß die Boardschulen unter firchlichen Ein- theilung ermöglicht, die Lehrer werden erheblich lichen Schulen, auf die Besserstellung der Lehrer 2c. hinzuwirken. fluß zu bringen und den Lehrern an den Boardschulen ein besser bezahlt, und es kann mehr für Lehrmittel und die Steigerung der Unterrichtsleistungen ist ja doch das " positiv"-chriftliches Glaubensbekenntniß als unerläßliche Bor- angewendet werden. In dieser Hinsicht sind folgende Zahlen bedingung der Anstellung abzuverlangen sei. Da jedoch die Schul- sehr charakteristisch. vertretungen School- Boards nach dem Gesetz alle drei Jahre der Neuwahl unterstehen und das Wahlrecht fast allgemein ist, sind die in ihnen erlangten Erfolge stets etwas pretärer Natur, und darum geht die weitere Absicht dieser Elemente dahin, den Boardschulen gegenüber die fast durchgängig einen firchlichen Charakter tragenden freiwilligen" den Kirchengemeinschaften und ihren Parteigängern gegründeten und geleiteten Schulen zu stärken und zu vermehren. lehre 2c. Es kamen Ausgaben im Jahre 1894: wichtigste. Die Befreiung der Schule vom religiösen Settengeift muß selbstverständlich erstrebt werden, aber die Reaktionäre einerseits und die vorgeschrittenen Parteien andererseits überfür Lehrer: f. Bücher Durchschnitts- treiben heute selbst die Wirkungen des dogmatischen Religehälter u. Apparate gionsunterrichts, wenn die einen glauben und die anderen fürchten, er fönne in einer so entwickelten Gesellschaft wie die der HauptPfd. Sterl. Pfd. Sterl. Pfd.Schll.Pence Kulturländer die Geister von der Erkenntniß der sozialen Bu 2710 348 3/ 4sammenhänge zurückhalten. 222 733 d. h. von In staatskirchlichen Schulen wesleyanischen ausgabe pro Schüler Jedenfalls hat die konservative Regierung ihre Pläne gegen 16 3 die Boardschulen nicht anders in die That umzusehen gewagt, " " " ,, römisch- katholisch. " " fonstig. Setten 2c. " " Board- Schulen 1 18 201 041 15 864 1 17 101/2 276 682 28 001 391 701 31 614 3 416 123 270 659 2 1 2 7 als indem sie zugleich eine bedeutende Reform in Aussicht nahm: Diesen Tendenzen trägt die Gorst'sche Vorlage in weitestem Maße Rechnung. Sie erhöht die Staatsunterstüßungen für die 8 93/4 die Schaffung von neuen Aufsichtsinstanzen, von nothwendig ge,, freiwilligen" Schulen, unter gleichzeitiger Milderung der Be- Man vergleiche mit den Summen für Lehrergehälter und wordenen Zwischengliedern zwischen der Zentralbehörde und den dingungen, von denen die Unterstützungen bisher abhängig ge- Bücher resp. Apparate die obigen Zahlen der Schulen und Lokalverwaltungen, die Ausdehnung der Aufgaben der Elementarmacht wurden, befreit sie von Abgaben, welchen die Boardschulen Schüler, und man wird auf den ersten Blick finden, wie viel schule, ob Board- oder kirchliche Schule, und die organische unterworfen bleiben, und überträgt ihnen das Recht, Sonder- günstiger sich das Verhältniß in den Boardschulen gegenüber Weiterbildung des ganzen Schulwesens zur Staffelschule, wo von verbände zu gemeinsamer Verwendung der staatlichen Liebesgaben allen anderen Schulen stellt. Es konnte auch von Herrn unten an ein Glied immer an das höhere schließt. Auch fargt zu bilden. Im Gegensatz dazu werden die gewählten Schul- Gorst gar nicht geleugnet werden, daß im Durchschnitt die sie wenigstens nicht mit dem Gelde, das sie den Schulen zuweist. vertretungen in ihren Vollmachten verkürzt. Sie werden der Boardschulen mehr leisten als die kirchlichen Schulen. Kurz, mit all seinen schlechten Seiten kann das neue Schulgeset, wie Kontrolle neu zu schaffender Unterrichts- Kollegien unterstellt, Nur auf dem Lande stehen hier und da die Boardschulen Herr Acland, der radikale Unterrichtsminister des abgetretenen 7) " Andere bilden absonderliche Ver- uur eine sehr kurze Anrufung oder das AusMach Kairuan.( Nachbr. verboten.) die Europäer, leiten. einigungen von Fanatikern oder religiösen Charlatanen, sprechen eines Wortes oder einer Phrase, die unzählige Von Guy de Maupassant. Frei übersetzt von H. V. entweder wirklich exaltirter Ueberzeugter oder gewöhnlicher Mal wiederholt werden muß. So sagen die Neulinge mit Nächst der Moschee, die Gott allein gewidmet ist, sind Gaukler, die nur die Dummheit und Gläubigkeit der Menge regelmäßigen Bewegungen des Kopfes und des Halses. die Hauptgebäude von Kairuan diese Bauias, die des Si- ausbeuten. zweihundert, fünfhundert-, tausendmal hinter einander entMohamed- Eluani, die des Sidi- Abd- el- Kader- ed- Djilani, Wie ich schon fagte, ist der alleinige Zweck aller Mühen weder blos das Wort„ Allah" oder eine Formel wie: es des größten und am meisten verehrten Heiligen des Islam, eines guten Muselmanns die innige Vereinigung mit Gott. giebt keinen Gott außer Gott", indem sie noch irgend eine die des Tidjani, die des Si- Hadid- el- Ahsangani und die des Zu diesem vollkommensten Zustande sollen nun verschiedene Wendung hinzufügen, die das besondere Erkennungszeichen Sidi Mohammed- ben- Aissa von Meknes, in der Trommeln, mystische Handlungen führen und jede Bruderschaft besitzt der Bruderschaft ist. Der Neuling heißt bei Beginn seiner Säbel, Eisenspieße und andere für die wilden Zeremonien ihre besondere Methode. Im allgemeinen führt die Uebungen Talamid; dann wird er je nach der Uebung Murid, der Aissua unentbehrliche Instrumente aufbewahrt werden. Methode den Zögling in einen Zustand vollkommener Fakir, Safir, Salet, dann ein Medjedul, ein Entzückter, HellDie unzähligen Orden und Brüderschaften des Islam, die Stumpfsinnigkeit, die ihn zu einem blinden und gefügigen seher. In diesem Stadium zeigt sich bei ihm die Verzückung oder in vielen Beziehungen an unsere katholischen Orden er- Werkzeuge in den Händen seiner Oberen macht. Verrücktheit, der Geist trennt sich angeblich von der Materie innern, und von denen jede unter die besondere Fürsprache Jede Bruderschaft hat an ihrer Spige einen Scheit, der und gehorcht nur noch dem Anstoß einer Art mystischer eines verehrten Marabut gestellt ist, und mit dem Propheten eine absolute Gewalt über die Böglinge hat. Du wirst in Hysterie. Dann ist der Mensch für das physische Leben durch eine Kette frommer Gelehrten verbunden ist, von den den Händen des Scheit sein, wie der Leichnam in den vollständig abgestumpft, das geistige Leben, eine Art reliArabern Selselat" nennen, haben besonders seit Anfang Händen des Todtenwäschers. Gehorche ihm in allem, was giöser Wahnsinn, existirt allein für ihn. Er hat dann nicht dieses Jahrhunderts eine beträchtliche Ausdehnung erhalten. er dir befiehlt; denn es ist Gott selbst, der durch seine Stimme mehr nöthig, die praktischen Uebungen des Kultus mitzuSie sind der furchtbare Wall der Religion des Islam befiehlt. Ungehorsam gegen ihn sein, das ist den Zorn machen. Ueber diesem Stande giebt es nur noch den der gegen europäische Zivilisation und Herrschaft. Jede dieser Gottes hervorrufen. Vergiß nicht, daß du sein Sklave bist Tuhit, die die höchste Glückseligkeit, die Identifikation Brüderschaften versichert, den fünf Geboten des Propheten und daß du ohne seinen Befehl nichts thun darfst." Der mit Gott bedeutet. Auch die Extase hat ihre Stufen, unverbrüchlichen Gehorsam gehalten und von ihm den Scheik ist der gottwohlgefällige Mann; er ist allen die sehr furios beschrieben sind vom Scheit- Susst, der alleinigen Weg vorgezeichnet erhalten zu haben, der zur anderen Geschöpfen überlegen und nimmt den Rang nach zum Orden der Kheluaza gehört, der wahrsagenden Vereinigung mit Gott führt, dem Endziel aller religiösen dem Propheten ein. Achte nur auf ihn überall, verbanne Traumdeuter. Sie zeigen verschiedene Anklänge an die Bestrebungen der Muselmänner. Ungeachtet dieser Be- aus deinem Herzen jeden anderen Gedanken, als den, Schilderungen der christlichen Mystiker. So findet man in hauptung der strengen Orthodoxie in der Reinheit der Lehre welcher Gott oder den Scheit zum Gegenstande hat." Unter ihnen auch die sieben Himmelsschlösser der heiligen Therese haben alle diese Bruderschaften sehr von einander dieser geheiligten Persönlichkeit stehen die Mogaddem", und die sieben Verzückungsgrade.( Maupassant giebt einige abweichende Lehren und Bestrebungen. Die einen seine Bitare, die Verbreiter der Lehre. Endlich kommen Proben aus diesen Beschreibungen des Zustandes der Religion bilden mächtige fromme Gesellschaften, die von gelehrten die einfachen Anhänger des Ordens, die Brüder, Khuan und der frommen Uebungen der Bruderschaften aus einem Theologie sorgfältig geleitet werden, in Wirklichkeit hervor- genannt. Buche, welches ein französischer Beamter Rinu unter dem ragende und theoretisch gebildete Männer, die gefährliche Jede Bruderschaft hat, um den Zustand des Hellsehens Titel Marabout et Khonan" veröffentlicht hat; aber Diplomaten in ihren Beziehungen zu uns sind, und mit zu erreichen, in dem sich der Mensch mit Gott vereinigt, diese tollen Hirngespinnste sind zu öde und langseltener Geschicklichkeit diese Schulen der islamitischen ihr Spezialgebet, oder vielmehr ihre eigene Berdummungs- weilig, als daß wir unseren Lesern zumuthen könnten, Theologen, der entschiedenen Moral und des Kampfes gegen gymnastit. Dies ist der Dirko. Es ist fast immer dieselben nachzulesen. Wir wollen nur eine kleine Be KabinetS erklärt hat, trotzdem eine ganz außerordentliche Hebung des bestehenden Schulsystems bedeuten. Daß es in der Haupt- fache mit diesen Fehlern wird übernommen werden müssen, haben die englischen Arveiter niemand zuzuschreiben als sich selbst. Ihre Aufgabe ist es nun dafür zu sorgen, daß es so bald als möglich von diesen Führern befreit werde. Im übrigen darf man darauf gespannt sein, wie sich der aus Nichtstaatskirchlern zusammengesetzte radikale Flügel der liberalen Unionisten zu dem Gesetz stellt, das in seiner jetzigen Gestalt gerade das protestantische Nichtstaatskirchlerthum am meisten zu schädigen droht. Den freien protestantischen Ge- meinden, die zu arm sind, im ganzen Lande eigene Schulen zu errichten, ist die unsektirerische christliche Volksschule vor allem ans Herz gewachsen, jeder Schlag, der gegen diese geführt wird, richtet sich auch gegen ihren Besitzstand. Wird die Partei Ghamberlain der Reichseinheit das Opfer ihrer unitarischen, baptistischen und methodistischen Klientel bringen? MolotttÄlpoMifitze Spekulskion. Von Herrn F. Giesebrecht erhalten wir folgendes zur Veröffentlichung: In Nr. 76 der„Täglichen Rundschau" vom 29. März d. I. äußert sich der in Windhoek(Deutsch-Südwestafrika) ansässige Gastwirth Herr Ernst Heyn zu meinem im November v. I. in der„Neuen deutschen Rundschau" erschienenen Artikel „Koloniale Spekulationen". Diese„Erwiderung", die jedoch in zahlreichen Punkten meine in genanntem Artikel aufgestellten Be- hauptungen, theils direkt, theils indirekt, nur zu bekräftigen ver- mag, veranlaßt mich zu folgender Erklärung: 1. Wenn Herr Heyn mir vorwirft, ich hätte eine„unrichtige Beschreibung der Kolonie" geliefert und wäre„in der Wahl meiner Gewährsmänner sehr unvorsichtig" gewesen, so halte ich ihm entgegen, daß meine Darstellung der wirthschaftlichen Verhältnisse der Kolonie sich auf Angaben stützt, die mir seitens kolonialer Autoritäten gemacht worden sind. Meine Gewährsmänner für diesen Abschnitt meiner Arbeit sind Herr Landwirlh E. Hermann, der acht Jahre im Innern von Deutsch- Südwestasrika gelsbt hat und Land und Leute auf das genaueste kennt, und Herr C. W. I. Nolte, der fünf Jahre lang in Südafrika unihcrgereist ist und die wirthschaftlichen Verhältnisse dort eingehend studirt hat. Nachdem auch Herr Premier- lieuteuaut von B ü l o w, einer der beste» Kenner der Kolonie, in seinem kürzlich erschienenen Buche„Fünf Jahre im Lande Hendrik Witbovis" die Angaben der oben genannten beiden Herren durchweg bestätigt hat, wird Herr Heyn es mir nicht verübeln, wenn ich vorläufig auf seine gegentheilige Ansicht keinen be- sonderen Werth lege. 2. Herr Heyn wirft mir ferner eine„unrichtige Darstellung der Lage verschiedener Ansiedler" vor. Diesen Vorwurf sucht er hauptsächlich dadurch zu begründen, daß er die h e u t i g e Lage dieser Ansiedler als eine ziemlich günstige schildert. Nun habe ich aber in meiner Arbeit nicht die heutige Lage der Be- wohner von Windhoek dargestellt, sondern jene traurigen Zu- stände, wie sie sich in der erste n Periode des Siedelungs- Unternehmens herausgebildet halten. Daß damals die Lage der Ansiedler durchaus keine glänzende gewesen ist, bezeugt mir Herr Heyn selber am besten dadurch, daß er ein anschauliches Bild von der Art und Weise entwirft, wie sich die einzelnen Kolonisten allmälig emporgearbeitet haben. Auch Klage-, Vitt- und Be- schwerdeschriften, von denen Herr Heyn spricht, wären an das Syndikat von den Ansiedlern wohl schwerlich ab- gesandt worden, wenn nicht Roth und Elend unter ihnen geherrscht hätten. Nach meiner Ansicht ist es«ine falsche Scham, wenn Herr Heyn nicht zugeben will, daß er. gleich allen anderen Ansiedlern, sehr trübe Zeiten in Windhoek durchgemacht hat. Ich möchte Herrn Heyn hier aus Ehre und Gewissen fragen, ob er, als er nach" seiner Ankunft in der Kolonie die elenden Zustände daselbst sah, nicht in die hellste Verzweiflung gerathen ist. Was ich von der damaligen Lage der Ansiedler in Windhoek gesagt habe, ist mir noch nicht widerlegt worden. Die Mittheilungeu darüber stammen größtentheils von Herrn Lieutenant a. D. W. von Carnap-Quernheimb resp. aus dessen Prozeßakten. Doch bat Herr Landwirth E. Hermann mir fast alles, was ich behauptet habe, bestätigt. S. Wenn Herr Heyn an einer Stelle von der„Unwiffenhcit" meiner„beiden" Gewährsmänner spricht, so geht er offenbar von der falschen Voraussetzung aus, daß ich nur zwei Ge- währsmännern die in meiner Arbeit gemachten Angaben ver- danke. Das ist nicht der sFall. Die Herren Hermann und Nolte habe ich bereits als zwei meiner Gewährsmänner be- zeichnet. Auch sonst könnte ich noch eine ganze Reihe von Quellen, aus denen ich geschöpft habe, anführen. Was den oben erwähnten Vorwurf anbelangt, so richtet sich derselbe wahr- scheinlich gegen die Herren v. Karnap und Schreiber. Das geht auch aus einem von Herrn Heyn an mich gerichteten Privat- briefe hervor, der heftige Anschuldigungen gegen diese beiden schreibung der Uebungen wiedergeben, die für die Neulinge der Quadrya(Kheluatza) vorgeschrieben sind. D. Uebers.) Die Neulinge setzen sich zu ihren besonderen Gebeten mit gekreuzten Beinen in einem Kreise zusammen. Dann berühren sie mit der Hand das Ende des rechten Fußes, dann die Hauptschlagader, dann legen sie die ausgebreitete Hand mit offenen Fingern auf das Knie, legen das Gesicht gegen die rechte Schulter und sagen„ha", dann gegen die linke Schulter und sagen:„hu", dann neigen sie es und sagen: „hi" und dann sangen sie wieder von vorn an. Es ist wichtig und unerläßlich, daß der, welcher die Worte aus- spricht, bei dem ersten den Athem so lange anhält, als er 'ihn anhalten kann; dann, nachdem er ausgeathmet hat, hält er ihn in gleicher Weise bei dem folgenden so lange an, als seine Seele nicht vorwurfsfrei ist, dann ruft er den Namen„hu", wenn die Person zum Gehorsam bereit ist; endlich, wenn die Seele den gewünschten Grad der Boll- kommenheit erreicht hat, darf er den letzten Namen„hi" aussprechen. Unter allen arabischen Bruderschaften erregt sicher die der„Aissuri" am heftigsten die Neugierde der Fremden. Die Manipulationen dieser hysterischen Gaukler sind in der That schrecklich. Nachdem sie sich in den Zustand der Extase versetzt haben, bilden sie eine Art magnetischer Kette, und indem sie ihre Gebete hersagen, verschlingen sie dornige Kaktusblätter, Schlüssel, Glasscherben, Skorpionen und Schlangen. Oft verschlingen diese tollen Narren einen lebenden Hammel, die Haare, die Haut, das blutende Fleisch und lassen nur einige Knochen übrig. Sie spießen sich eiserne Spitzen in die Wangen oder in den Bauch, und wenn man sie nach ihrem Tode öffnet, findet man Gegenstände mannigfachster Art, die in ihre Magenwände eingedrungen sind. Die Texte der Aiffuri haben zuweilen eine harte, praktische Form.(Maupassant hat besonders die folgende gefallen:„Tie Liebe ist der höchste Grad der Vollkommenheit. Wer nicht liebt, kommt nicht zur Vollkommenheit. Es giebt vier Arten Liebe: die Liebe durch den Verstand, die Liebe durch das Herz, die Liebe der Seele und die mystische Liebe.") Neben den geheimnißvollen Orden, die den großen, orthodoxen, muselmännischen Riten angehören, existirt noch eine sehr abweichende Sekte, die der �baditen oder Beni- Mzab, die ganz sonderbare EigenthümUchkeiten zeigt. Sie Herren erhebt. Ich habe durchaus keine Veranlassung, auf diese Angriffe, die rein persönliche Verhältnisse berühren und mit meinen Behauptungen in keinem Konnexe stehen, näher einzugehen. Ich muß es immer wieder und wieder betonen, daß die Prival- angelegenheiten meiner Gewährsmänner mir vollkommen gleich- gillig sind, daß ich es nur mit den Angaben zu thun habe, die mir seitens jener Herren über die Zustände in unserer Kolonie gemacht woroen sind. Für die Wahrheit dieser Angaben vermag ich noch andere Zeugen ins Feld zu führen. 4. Was Herr Heyn über die Siedelungsgesellschaft äußert, ist ganz dazu angethan, meine Behauptungen zu erhärten. Herr Heyn geht noch viel weiter als ich. Er behauptet, daß die Farmen, die man den Ansiedlern in Berlin verkaufte, überhaupt nicht existirt hätten. Ich kann Herrn Heyn für diese Angabe nur dankbar sein und werde nicht verfehlen, ihn, wie alle anderen Kolonisten, in dem gegen mich schwebenden Strafverfahren als Zeugen namhaft zu machen. 5. Wenn Herr Heyn behauptet, ich hätte„Herrn Ritze jun. Backsteinherstellung vorgeworfen", so befindet er sich in einem offenbaren Jrrthum. Nichts hat mir ferner gelegen, als die von dem Syndikate geschädigten Ansiedler zu verunglimpfen oder die Berufsarten, denen sie sich widmen mußten, herabzusetzen. Ich wollte durch Heranziehung der einzelnen Fälle nur den Beweis erbringen, daß die von dem Syndikate hinaus» gesandten Ansiedler durch die Ungunst der Verhältnisse fast sämmtlich aus ihrem Berufe, der Landwirthschast, herausgerissen worden sind. Auch Herr Heyn selber ist doch als Großfarmer hinausgegangen und hat nachher, um sich und seine Familie zu erhalten, eine Gastwirthschast aufmachen muffen. Das ist durch- aus keine Schande, beweist mir aber das, was es beweisen sollte, daß das Syndikat es nicht verstanden hat, für die An- siedler, die es als Landwirthe nach Afrika sandle, in genügender Weise Sorge zu tragen. Im landwirthschafllichen Berufe hat bis heute kein einziger vom Syndikat hinausgeschickter Ansiedler prosperirt. Alle mußten, um ihr Leben zu fristen, andere Be- rufsarten ergreifen. Das Syndikat kümmerte sich nicht im geringsten um die Leute, die es durch seine Schuld in's Elend gebracht hatte, Vollends, Arbeit habe ich nie für eine Schande erklärt, auch meine Gewährsmänner haben das nicht gethan. Herr Heyn befindet sich da völlig auf dem Holz- wege. Ich mache den Ansiedlern wahrhastig keinen Vorwurf daraus, daß sie sich tapfer durchschlagen und durch ihrer Hände Arbeit ernähren. Mein Tadel trifft allein das Syndikat. Dieses hat mit der Existenz von Menschen freventlich gespielt und ist seiner Aufgabe nicht gerecht geworden. Die„Tägliche Rundschau", die ich um Aufnahme dieser Zeilen ersuchte, hat dies abgelehnt. Das genügt zur Kennzeichnung dieses Blattes, das sich ein„unparteiisches" nennt. Berlin, den 2. April 1896. Franz Giesebrecht. polikische LtebevZkchk. Berlin, 9. April. Tie sächsische Laudesversammlung ist so verlaufen, wie es unter den obwaltenden Umständen nicht anders zu erwarten war. In dem Hauptpunkte, welcher zur Ent- scheidung stand— in der Frage, wie auf das Wahlrechts- Attentat der Regierung zu antworten ist, hat die Landes- Versammlung mit großer Mehrheit für die Beibehaltung der Mandate und für die Betheiligung an den nächsten Klassenwahlen sich ausgesprochen. Wir hätten es anders gewünscht, und haben in bezug auf unsere Anschauung keinen Zweifel gelassen. Und wir sind auch überzeugt, die Mandatsniederlegung wäre beschlossen worden, wenn nicht durch einen bedauerlichen Mißgriff die sachliche Diskussion auf das persönliche Gebiet hinübergespielt, und das durch jenen Mißgriff hervorgerufene Odium auf den Vorschlag der Mandalsniederleguug übertragen worden wäre. Jndeß so lieb es uns und wohl den meisten unserer Freunde außerhalb Sachsens auch gewesen wäre, wenn unsere Ansicht gesiegt hätte, so erkennen wir doch gern an, daß die Frage ohne jegliche prinzipielle Bedeutung ist und daß auch für die Mandatsbeibehaltung sich triftige Gründe vorbringen lassen. Alles kommt nun auf die Ausführung der gefaßten Beschlüffe an, und die Ausführung hängt von der Ein- heitlichkeit und Einheit der Agitation und Or- ganisation ab. Und darum erwarten wir, daß, nachdem die Vertreter der beiden Meinungen auf der Landesvcrsammlung scharfe Hiebe gegeneinander geführt haben, nun, da die Entscheidung bewohnen am südlichen Ende unsereralgerischenBesitzungen, im heißesten Theile der Sahara, ein kleines Land, das Mzab, das sie mit ungeheuren Anstrengungen fruchtbar gemacht haben. In der kleinen Republik dieser islamitischen Puritaner findet man sozialistische Prinzipien unter einer Organisation, die an die der presbytcrischen schottischen Hochkirche erinnert. Ihre Moral ist hart, unduldsam und unbeugsam; sie verab- scheuen das Blutvergießen und gestatten es nur zur Ver- theidigung des Glaubens. Sie sehen in einer Menge natür- lichcr Lebensbethätigungen schwere Vergehen, wie in der Berührung der Hand einer Frau, eines feuchten oder un- reinen Gegenstandes, wofür sie sich sonderbare und schwere Bußen auferlegen. Zorn. Gesang, Musik, Spiel, Tanz, alle Arten Luxus, Tabak, das Genießen von Kaffee in einem öffentlichen Gebäude, sind Vergehen, die, wenn man bei denselben beharrt, zu einer schrecklichen Exkommunikation führen können. Ent- gegen der Lehre der meisten muselmännischen Orden, die fromme Werke, Gebete, geheimnißvolle Verzückungen für ausreichend halten, um den Gläubigen zu retten. Was auch seine Thaten gewesen seien, gestehen die Jbaditen das ewige Heil den Menschen nur bei einem reinen Leben zu. Die Beobachtung der Vorschriften des Koran treiben sie auf's äußerste, behandeln Derwische und Fakire als Ketzer und halten die Fürsprache der Pro- pheten und Heiligen bei dem höchsten, gerechten und unbeugsamen Gotte für unwirksam, obgleich sie das Ge- dächtniß desselben heilig halten. Sie leugnen die Jnspi- rationen und Verzückungen und erkennen selbst den: Jman nicht das Recht zu, seines Gleichen zu amnestiren, denn Gott allein könne Richter sein über Größe der Fehler und Aufrichtigkeit der Reue. Die Jbaditen sind auch Schis- matiker(von der allgemeinen Kirche Abtrünnige), die am ehesten als vom Islam abgefallen erklärt wurden; sie stammen angeblich von den Mördern Ali's, des Schwieger- ohnes des Propheten ab. In Tunis scheinen die Orden der Aisftia, der Tidjanga, der Tadrya die meisten Anhänger zu haben. Letzterer ist von Abd-cl-Kadr-el-Djinani, dem heiligsten Mann des Islam nach dem Propheten gegründet. Die Zaulas(Bethänser) dieser beiden Marabuts, die wir nach der des Barbier besuchten, erreichen nicht entfernt die Schönheit und Eleganz derer, die wir zuerst gesehen.(Schluß folgt.) erfolgt ist, wie die sozialdemokratische Pflicht eS erheischt, sich brüderlich die Hand reichen und die Waffen nur gegen den gemeinsamen Feind gerichtet,— mit Anspannung aller Kräfte den Kamps ausnehmen gegen die U m st ü r z l e r des Volksrechts.— Zur Abwehr. Auf der ssächsischen Landes- Versammlung wurde von einem Redner behauptet, der „Vorwärts" habe die Zahl der Theilnehmer an jener Leipziger Parteiversammlung. d:e zu einer Demonstration gegen den „Vorwärts" benutzt werden sollte, tendenziös zu niedrig an- gegeben. Das ist ein Jrrthum. Unser Bericht stammt von einem bewährten Genoffen, welcher der„Leipziger Volkszeitung" sehr nahe steht. Und gleich den folgenden Tag theilten wir die von dem Leipziger Partei-Organ selbst angegebene höhere Zahl mit. Sollten diese Thatsachen dem Genoffen Grenz unbekanni gewesen sein, daß er es für angebracht hielt, uns in Dresden anzurempeln?— Auf dem christlich- sozialen Parteitage hat Herr S t ö ck e r eine mit salbungsvollen patriotischen Gemein- plätzen gespickte Programmrede losgelassen. Uns interessirt daraus nur folgendes Eingeständniß einer schönen Hof- predigerseele: „Das Proletariat für die Sozialdemokratie organisiren, davon sei keine Rede. Das wäre ja schon geschehen. Aber diese zu- sammengeballte Masse des Proletariats solle durch Berufs- genossenschaften zertheilt werden, Berussgenoffenschaften mit praktischen Aufgaben.„Diviäs st irnpsra!"(Theile und herrsche!) sei die Loosung im Leben der Völker, hier könne sie in gute m Sinne gelten." Der Versuch, das zum Klaffenkampf organisirte Proletariat durch Gründung von Berussgenossenschaften christlich- sozialer Färbung zu zersplittern, damit die Bourgeoisie ungestört über die getheilten Proletariermassen sortherrschen könne, wird von dem Hofprediger a. D. Stöcker ebenso wenig zum guten Ende geführt werden wie von dem Kleiderhändler a. D. M a x H i r s ch, der seit Jahren sich in phrasenreicher Thätigkeit an dieser Aufgabe gleichfalls abmüht. Vielleicht führt der gemeinsame Haß gegen die Sozialdemokratie diese beiden einstmals feindseligen Harmonie-Apostel noch zusammen zur Begründung eines auf den Arbeiterfang ausgehenden Kompagniegeschäfts Stöcker u. Hirsch.— Tie Wirren im Zentrum. Die„Köln. Volks- Zeitung" hat aus die Behauptung des Fürsten Löwen- stein geantwortet. „Wir würden, schreibt daS Zentrumsblatt, das Schreiben deS Fürsten ohne jede Bemerkung abdrucken, wenn der hochver- diente Kommissar der deutschen Katholiken- Versammlungen nicht leider diese Gelegenheit zu einem Angriff aus das Zentrum benutzte. Wenn er sagt, die im Programm von 1871 gewährleistete Freiheit werde„jetzt(seit drei Jahren w i e d e r)" Hochgehalten, so kann das nur den Sinn haben, daß sie vor drei Jahren in programmwidriger Weise verletzt worden sei. Das bestreiten wir. Punkt 3 des auch vom Fürsten Löwenstein unterzeichneten Progamms von 1871 besagt:„Die Fraktion verhandelt und beschließt über alle in dem Reichstag zur Berathung kommenden Gegenstände, ohne daß übrigens den einzelnen Mitgliedern der Fraktion verwehrt wäre, im Reichstage ihre Stimme ab- weichend von dem Fraktionsbeschluß abzugeben." Darin liegt lediglich die Verneinung des Fraktionszwanges, aber nichts weniger als die Verkündung einer unbeschränkten libertas in dubiis, d. h. der Freiheit, in allen erdenklichen Dingen, über welche innerhalb der Fraktion Meinungsverschiedenheiten entstehen können, nach Gutdünken zu thun und zu lassen, was man Lust hat. Dieser Grundsah würde zur Folge haben, daß die Mitglieder der Fraktion jeden Augenblick gegen einander stimmen, sich so nentralisiren und jeden politischen Einfluß einbüßen, was dann über kurz oder lang den Zerfall der Fraktion zur Folge haben müßte. Grundsatz muß umgekehrt sein: Die Fraktion hat zu den anftauchendin wichtigen Frage» möglich st geschlossen Stellung zu nehme», jedoch unter Ausschluß des Fraktions- z w a n g e s. Danach ist auch 1893, d. h. bei der Militär» Vorlage, verfahren worden. Bekanntlich entschied die große Mehrheit der Fraktion sich gegen diese Vorlage in der Huene'schen Fassung, zwölf Mitglieder stimmten dafür. Nach der Auflösung des Reichstages haben mehrere der dissentirenden Herren«ine Wiederwahl abgelehnt, einige andere wurden nicht wieder auf- gestellt, ohne daß die Fraktion sich eingemischt hätte, wieder andere wurden wiedergewählt und gehören noch heute der Fraktion an." Die Erwidernng ist zwar in der Form nicht sehr höflich, umgeht indeß den Kernpunkt der Frage: wie das Zentrum sich jetzt zu den Kauitzereien stellen soll. Diese lahme Antwort des sogenannten„demokratischen" Zentrums- organs legt die Vermuthung nahe, daß in der Sache der agrarische Fürst Löwenstein recht hat.— Die Lage des Ministerinms Bourgeois wird von der Panamapresse des In- und Auslandes als eine prekäre hingestellt. Mit unrecht. Schon unser Sallus-Korrespondcnt wies darauf hin, daß die nämliche latente Macht, welche seinerzeit Boulanger beinahe zum Herrn der französischen Republik erhoben hätte, jetzt auf Seite des radikalen Ministeriums steht. Nämlich die ungeheuere Masse derer, die sich der.Sozialdemokratie noch nicht angeschlossen haben, aber über die Korruption der herrschenden Klassen empört sind und unter den verderblichen Wirkungen des Kapitalismus zu leiden haben. Es ist das die größere Hälfte des französischen Volkes, und da die Sozialdemokratie ein Interesse hat, diese Macht zu benutzen und das Ministerium Bourgeois zu stützen und voran» zudrängen, so ist hier eine Summe von Kraft vorhanden, der die kapitalistisch- panamistischen Parteien keine gleiche entgegensetzen können. Allerdings haben sie die Mehrheit in den Staatsämtern und im Senat, auch in der Kammer,— die nur den Muth nicht hat, vorzugehen— allein es liegt in der Gewalt der Regierung, diese Mehrheit allmälig verschwinden zu machen. Im Mai sind die französischen Gemeindewahlen; da diese setzt frei vor sich gehen werden— und nicht von den Panamisten beeinflußt werden können—, so werden die Sozialisten und Radikalen jedenfalls große Siege erfechten. Von der Zusammensetzung der Gemeinde- Vertretungen hängt aber die Zusammensetzung des Senats ab. Deshalb wollte derselbe das Ministerium auch durchaus vor den Ferien stürzen, damit die Gemeinde- wählen von den Panamisten gemacht wurden. Und mit den Gemeindevertretungen hinter sich kann das Ministerium die Kammer getrost auflösen. Die Neuwahlen werden dann unzweifelhaft den Sozialismus und Radikalismus außer- ordentlich stärken. So spielt also das Kabinet T�urgeois ein gewinnendes Spiel— wenn nicht äserhaud Zwischenfälle möglich sind, die jedoch auf die Tauer am Ausgang nichts ändern können.— Tic neue Niederlage der Italiener in Afrika zeigt so recht deutlich, wie frivol, ja geradezu wie verrückt EnSpi irit seiner„Rolonialpolitü* gewesen ist. Die neue Nuctericige ist nämlich nicht eine Fortsetzung der früheren Niederlagen, sondern sie wurde den Italienern von einem Feind zugefügt, der mit den Abessyniern gar nichts gemein hat, nämlich von den Derwischen, die Abessyuien für den Islam gewinnen möchten. In seinem Größenwahn hat es Crispi also nicht blos mit einem, sondern mit zwei Feinden zu gleicher Zeit aufgenommen, von denen jeder einzeln den Italienern in Afrika überlegen ist. Und dieses wahnsinnige Unternehmen nur, damit Herr Crispi ein paar Jahre länger seiner Raub- und Herrsch- sucht fröhnen konnte.— Zlfrika ist von jeher� den Europäern verderblich ge- wcseu, und in neuerer Zeit hat es als„Kolonial falle" schon unsägliches Unheil gebracht. Die furchtbare Lektion, welche die Italiener soeben erhalten haben, scheint die sonst klugen Engländer doch nicht vorsichtig genug gemacht zu haben. Es kommen sehr ungünstige Nachrichten über die anglo- egpptische Expedition nach Dongola. Die Truppen seien zu weit verzettelt, die Egypter nicht zuverlässig, die Derwische weit stärker, als man angenommen habe. Kurz eine Katastrophe, wie sie weiland Hicks- Pascha betroffen, dessen Armee aufgerieben wurde, sei für die ähnlich organi- sirte Expedition unter General Kitchener zu befürchten.— Chronik der Majestätsbeleidignngs- Prozesse. Ueber ein eingestelltes Strafverfahren wegen Majestätsbeleidigung wird dem„Hamburger Echo" aus Elmshorn berichtet: Wie wir seinerzeit mitiheillen, denunzirte der Schuhmacher Härtung, offenbar aus Rachsucht, vor einiger Zeit unseren Parteigenossen G r o t h wegen Majestäts- beleidigung. Groth war früher im Logis des Härtung, zog dann aber fort und wurde nun denunzirt und darauf verhaftet. Nunmehr erhielt Groth vom Ersten Staatsanwalt Uhde in Altona die Mittheilung, daß das Strafversahren gegen ihn eingestellt sei. Ob nun gegen Härtung wegen'wissentlich falscher Denunziation vorgegangen wird? Wegen Majestätsbeleidigung, begangen nach Ansicht des Gerichts durch Veröffentlichung des Leitartikels„Zur Kaiserrede" in der„Thüringer Tribüne" vom S. September, wurde in Erfurt der Redakteur Güldenberg zu 3 Monaten Gefängniß ver- urtheilt. •«• Deutsches Reich. — Unsere Berichterstattung über die sozial- demokratischen Parteitage und Gcwerkschafts- k o n g r e s s e findet nicht den Beifall der„National-Zeitung". Wir schreiben freilich auch für ein anderes Publikum, wie die fierrei, am»ationalliberalen Organe. Diese berichten blos über tebensächlichkeiten aus unserem Parteileben und machen dazu ihre bekannte, aus kurzsichtigen und verleumderischen Aper gus bereitete Sauce, während aus unseren Berichten sich jeder Leser ein klares Bild von den Vorgängen machen kann.— — Ueber die Form der Vorladungen zu Terminen vor dem Amtsvorsteher hat, wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet, der Minister des Innern unter dem 13. Februar Entscheidung getroffen. Zwei Personen waren zu einem solchen Termine in der Weise vor. geladen worden, daß ihnen der Gemeindebote je eine an den Gemeindevorstand gerichtete Verfügung des Amtsvorstehers vor- zeigte, wonach sie unter Androhung von Zwangsstrafen auf- gefordert werden sollten, sich zu ihrer Vernehmung an einem näher bezeichneten Tage bei dem Amlsvorsteher einzufinden. Die Verfügungen wurden den vorgeladenen Personen nicht be- lassen, vielmehr sofort von dem Gemeindeboten wieder an sich genommen. Ein derartiges Verfahren ist aber, wie das Ober-Verwaltungsgericht wiederholt zutreffend dargelegt hat, nicht geeignet, die im Landesverwaltungs- gesetze vom 30. Juli 1833 ausdrücklich angeordnete„schriftliche Androhung", die immer der Festsetzung einer Strafe vorhergehen muß, zu ersetzen und befindet sich daher mit dem bestehenden Rechte nicht im Einklänge. Unter diesen Umständen konnten die auf grund der erwähnten Verfügungen erfolgten Strasfestsctzungen nicht aufrecht erhalten werden und hat der Minister Anweisung zu ihrer Aufhebung ertheilt.— — DierevolutionärePaulSkirche. Dem„Volk" schreibt man aus Frankfurt a. M.. das H o f m a rs ch a l l a m t daselbst habe den Vorschlag des Oberbürgermeisters Adickes, daß der Kaiser bei seinem Besuch in Frankfurt die Paulskirche be- suche, deswegen abgelehnt, weil diese Kirche zu revolutionär an- gehaucht sei.— In der Paulskirche tagte bekanntlich die deutsche Nationalversammlung 1848 und I84S. In derselben Paulskirche wurde auch der„revolutionäre" Beschluß gefaßt, dem König von Preußen die deutsche Kaiserkrone anzubieten, bemerkt die„Frei- sinnige Zeitung" dazu.— — Die Reichstags-Ersa tz'w ahl in Ruppin- T e m p l i n ist nach dem Amtsblatt der Regierung zu Potsdam auf Donnerstag, den 21. Mai festgesetzt worden. Das ist der Donnerstag unmittelbar vor Pfingsten.— — Als Kandidaten für Ruppin-Templin hat die freisinnige Volkspartei den Amtsvorsteher und Gutsbesitzer L e s s i n g auf Meseberg bei Gransee aufgestellt.— — Aus Düsseldorf wird der„Volks- Zeitung" ge- schrieben: Ueber das ganze hier garnisonirende 39. In- fanterie-Regiment ist strengster Kasernenarrest bis aus weiteres verhängt, weil eine Anzahl Soldaten ohne Urlaub während der Feiertage in die Heimath gereist war. Ei» Theil derselben wurde bereits auf dem Bahnhof in Neuß fest» genommen, ein großer Theil hat sich überhaupt noch nicht ein- gestellt. Als eine Patrouille auf dem Neußer Bahnhof erschien, entfloh ein Theil der Flüchtlinge.— Wie wird es nun erst den eiiigefangenen freiwilligen Urlaubern ergehen?— Essen, 3. April. Das gegen den Generaldirektor Köhler in Bochum eingeleitete Ermittelungsverfahren wegen Meineids- Verdachts, der sich auf den Bochumer Slempelprozeß gegen Baare und Konsorten begründete, ist« i n g e st« l l t, da nach Vernehmung zahlreicher Zeugen sich Anhaltspunkte für den Verdacht nicht er- geben haben. Die Kosten des Verfahrens sind der Staatskasse zur Last gelegt worden.— Bremen, 8. April. Die Bürgerschaft genehmigte mit großer Majorität die Aufnahme einer dreiprozentigen An- leihe im Betrage von 40 Millionen Mark, sowie die Kon» vertirung der 3�sprozentigen Anleihen von 1373 und 1885 zum 1. August 1896,— München, 9. April. Dem Landtag ist eine Nachtrags- forderung zugegangen, welche durch die Reformen im Sicherheitsdienste bei der Polizeidirektion in München veranlaßt ist. Neu gefordert wurden: 1 Polizeirath, 5 Aspiranten und 2 Funktionäre für eine Verstärkung des Dienstes des Sicherheitsbureaus, ferner 40 neue Gendarmeriemannschaften und zwar 2 Sergeanten, 4 Stationskommandanlen und 34 Gendarmen. Die Gesammtsumme des Nachtragspostulats beträgt pro Jahr 62 723 M Die 40 neuen Gendarmen sollen verwendet werden als Detektivs, in der Regel in Zivil- k l e i d u n g gehend und fortwährend zur Verfügung der Polizei- direktion stehend. Für die nächste Finanzperiode ist eine weitere Vermehrung der Gendarmerie in Aus- ficht genommen.— — Der Fall Stenglein, der zuerst in der„Leipziger Volkszeitung" erwähnt worden war, wird in der regierungs- freundlichen„Straßburger Post" in folgender Weise zu ent- schuldigen versucht: 1. Das Vorkommniß, auf welches das sozialdemokratische Blatt besonderes Gewicht legt, datirt aus dem Jahre 1885, so daß ein strafrechlliches Einschreiten, wenn überhaupt ein dazu geeigneter Thatbestand vorhanden war— schon wegen eingetretener Verjährung— nach geltendem Rechte nicht mehr in Frage kommen konnte. 2. Im richterlichen Disziplinarverfahren können die Landes- geeichte auf strengere Strafen als zeitweilige Dienstenthebung und Strafversetzung überhaupt nicht erkennen, während auf Ab- setzung nur das Reichsgericht erkennen kann, nachdem ein auf zeitweilige Dienstenthebung lautendes Erkenntniß des Oberlandes- gerichts ergangen ist. Daraus ist zunächst zu ersehen, daß das halbamtliche Organ die Richtigkeit der Mittheilung zugiebt. Das ist die Haupt» fache. Die angegliederten Entschuldigungsversnche rechtfertigen es immer noch nicht, daß der so belastete Richter von dem Disziplinargerichtshof einer Versetzung in ein gleich hohes Amt für würdig erachtet wurde und daß die Staatsanwaltschaft auch damals nicht ein Einschreiten gegen ihn auf dem gewöhn- lichen Rechtswege für nöthig hielt. Die„Leipziger Volks- zeitnng", der wir das obige Zitat aus der„Straßburger Post" entnehmen, hält es für angebracht, daran eine Beschwerde zu knüpfen, daß wir bei unserer ursprünglichen Er- wähnung des Falles Stenglein nicht auch die„Leipziger Volkszeilnng" als Quelle erwähnt hätten. Wir machen unsererseits nicht den Anspruch geltend, daß sozialdemokratische Parteizeitungen bei jeder dem„Vorwärts" entnommenen Notiz unser Blatt als Quelle angeben. Auch die„Leipziger Volkszeitung" hat oft genug den„Vorwärts" ohne Quellenangabe benutzt. Wir meinen, daß das Leipziger Parteiorgan gerade jetzt wirklich Wichtigeres zu thnn hätte, als eine solche gleichgillige Sache zur Anrempelung des„Vorwärts" auszunutzen.— — Tropenkoller in Mannheim.„Am vorigen Sonnabend Abend, so schreibt die„Mannheimer Volksstimme", trug sich aus dem Mannheimer Schloßplatz ein wahrhaft em- pörender Auftritt zu. Ein fünf- bis sechsjähriges Bübchen, ein Sohn des Herrn Schreinermeisters Josef Sommer, spielte daselbst mit einem Zigarrenkästchen, in dem es Sand und Gras zu einem Neste für seinen„Osterhasen" holte und stieß dabei unversehens a» einen Herrn, der mit einer Dame am Arm den Platz passirte. Diese„Beleidigung" und„Belästigung" versetzte den Herrn in helle Wuth. Er ergriff das Kind und stumpte das- selbe etwa fünf- bis sechsmal niit dem Kopfe derart auf dem Boden, daß dem armen Kinde das Blut aus Mund und Nase strömte und allemAn schein nachdasNasen- dein zerquetscht wurde. Ein Arbeiter, der Zeuge dieser rohen Mißhandlung war, eilte herbei und entriß das arme wehrlose Kind den Händen seines Pcinigers. Da dies nicht ohne zahlreiche Stöße abging, welche der mit recht empörte Arbeiter dem Herrn verabfolgte, eilte letzterer zu einem in der Nähe stehenden Gendarmeriewachtmeister sund beschwerte sich in ent» rüstetem Tone, warum derselbe ihm nicht zu Hilfe gekommen sei, als er von dem Arbeiter„angefallen" worden wäre. Als der Angeredete seine Entrüstung über die Mißhandlung des Kindes aussprach, fragte der Herr:„Wissen Sie nicht, wer ich bin? Ich bin der kaiserliche Regierungsrath Dr. B u m i l l e r."— Das Kind wurde von dem Arbeiter aufgehoben und auf die Polizeiwache getragen, woselbst man es wusch und nach Eruirung des Namens in die elterliche Wohnung überführte, woselbst es, wie wir hören, jetzt krank zu Bette liegt. Herr Dr. Bumiller ist einer unserer Kolonial- Helden, ein vielgefeierter Kollege der Leist, W e h l a n und Peters, als dessen N a ch f o l g e r man ihn in letzter Zeit vielfach nannte. Die Befähigung zu dieser Stellung hat er durch das Debüt, das er am Sonnabend Abend auf dem Mannheimer Schloßplatz zum besten gab, glänzend erwiesen. Oesterreich. Wie», 9. April. Die Wahl des Bürgermeisters ist aus den 13. d. M. anberaumt.— Ungarn. — Das Abgeordnetenhaus akzeptirte heute auf Betreiben Kossuth's. eines der Führer der äußersten Linken, die Niederlegung des Mandats des als Falschspieler ent- la roten Rechtsanwalts und Abgeordneten Bado, der der äußersten Linken angehört; im letzten Moment wollteB abo das Mandat zurücknehmen. Es ist dies begreiflich, giebt es doch im ungarischen Abgeordnetenhause auch Leute, denen weit ärgeres nachgesagt wird, als daß sie blos im Kartenspiel nicht ehrlich sind.— — Di« Untersuchung gegen den Poliz eirath C h u d y ergab, nach der„Frankfurter Zeitung", daß er seit Jahren Amtsgelder veruntreut habe. Konstatirt sind 25 Fälle mit über 12 000 Gulden. Chudy ist unter strenge Be- wachung gestellt. Durch die Untersuchung werden noch zwei hohe Polizeibeamte kompromiltirt.— Wenn wir nicht irren, ist der polizeiliche Ehrenmann bis vor kurzem mit der Ueberwachung der Sozialdemokraten betraut gewesen. Er hat auch ein aus polizeilichen Quellen stammendes und im polizeilichen Geiste ge- schriebenes Buch über die ungarischen Sozialdemokraten ver- öffentlicht.— Schweden. Stockholm, 9. April. Nachdem der Kommissionsantrag, den Zeitpunkt des Inkrafttretens der am 21. März vom Reichs- tage angenommenen Erhöhung des Zolles auf Schweinefleisch durch gemeinschaflliche Abstimmung festzusetzen, von der zweiten Kammer heure verworfen ist, tritt der erhöhte Zoll vom 1. Januar 1397 ad in kraft.- Frankreich. Paris, 9. April. Der Ministerrath beschäftigte sich heute mit den Madagaskar-Angelegenheiten. Der Gesetz- entwurf, betreffend die Konzession von Bergiverken, wird demnächst veröffentlicht werden. Aus einigen Gegenden Madagaskars werden Unruhen gemeldet. Der General- resident Laroche hofft indessen, daß in Zukunft unter den Fremde» und den Eingeborenen das Gefühl völliger Sicherheit Platz greifen werde. Mehrere Minister halten es für möglich, auf das Votum des Senats betreffs des Kredits für Madagaskar nicht Rücksicht zu nehmen und die bis zum 19. Mai, dem Tage des Wiederzusammen- tritts der Dcpntirtenkammer, nothwendigen Ausgaben zu machen. Der Ministerpräsident Bourgeois hält es zedoch für besser, die Kammer einzuberufen, damit sie sich über die Kredite äußere und dadurch zeige, daß die Kammer nicht die Rechte des Senats mißachten wolle, indem sie sich bis zum 19. Mai ver- tagte.— Spanien. Madrid, 3. April. Die Republikaner wollen eine Protestversammlung gegen den Beschluß des anierika» nischen Kongresses betreffend die Anerkennung der kubanischen Aufständischen als krieg- ührende Partei veranstalten. Wie es heißt, wird die Regierung jede Versammlung im Freien untersagen. Drei Kompagnien Genietruppen sind heule von hier unter lebhaften Kundgebungen der Bevölkerung nach Kuba ad- gegangen.— Perfien. »�Ein gefährliches Geschenk. Der Kaiser von Rußland will dem Schah von Persien anläßlich seines fünfzig- jährigen Regierungsjubiläums eine Batterie Krupp'scher Feld- �schütze mit Munition senden, in der Erwartung wohl, daß die Freundschaft mit Persien und die gemeinsame Feindschaft gegen ßngland die Brauchbarkeit der Kanonen überdauere. Vielleicht gehen aber die Kanonen einmal gegen Rußland loS, ähnlich wie die von den Italienern an abessynische Ras geschenkte Kanonen.— Amerika. — Kubanisches. Eine spanische RegierungSdepesche auS Havannah bestätigt, daß Palma von einer Schaar Aus- ständischer unter Maceo angegriffen wurde. Die Aufständischen wurden zurückgeschlagen, wobei 39 derselben fielen und 30 ver- mundet wurden. Das Kanonenboot„Gaviota" hat ein den Aus- ständischen gehöriges Schiff weggenommen.— Afrika. — Aus Pretoria wird gemeldet, daß in der Sitzung des Landdrosteigerichts vom 8. April, das die Voruntersuchungen führt, beschlossen wurde, alle Mitglieder des Johannes- burger Reformkomitees unter der Anklage des H o ch- verraths vor Gericht zu stellen. Die Verhandlung wird bei der nächsten Tagung des Höchsten Gerichtshofes erfolgen. Die Entscheidung über die Frage der Bürgschaft behielt sich der Landdrost vor. Damit nicht Richter der Republik die Unter» suchung gegen die Mitglieder des Reformkomitees führen. hat die Regierung Vorkehrungen getroffen, daß der frühere Richter im Oranje-Freistaat Gregors wsky die Untersuchung leite.— — Vom Matabili-Aufstand. Aus Bnlnwayo wird gemeldet, daß die berittene Truppe Gifford's am 7. April die Matabili angriff und sie zurückwarf. Gifford wurde schwer, drei Soldaten wurden leicht verwundet. Die Regierung der südafrikanischen Republik hat vom Staatssekretär Chamberlain die Mittheilung erhaltendes sei nicht beabsichtigt, noch mehr englische Truppen nach Südafrika zu senden. Damit sind die von den englischen Chauvinisten- blättern verbreiteten beunruhigenden Gerüchte beseitigt.— Asien. Amsterdam» 9. April. Eine Depesche des„Handelsblad" aus Balavia meldet: Die holländischen Truppen, welche die Posten Bilul und Lamkungit besetzt hielten, sind befreit worden. Ein Hauptmann und neun Soldaten wurden getödtet, ein Lieutenant und 28 Soldaten verwundet. General Vetter stürzte vom Pferde und erlitt eine Quetschung, hat aber den Oberbefehl beibehalten.— Der Verlust der Holländer bei diesem„Siege" ist augenscheinlich sehr bedeutend.— Dem Abgeordnetenhause soll in der nächsten Woche auch das Anleihegesetz für den Neubau der Charitee zugehen. Die Vensegung in der Vonfekkrons�InduPkvir. Von den Berliner Konfektionsindustriellen sind nach den amtlichen Aufstellungen des amerikanischen Generalkonsulats im ersten Viertel dieses Jahres für rund 700 000 M. fertige Mäntel und Kostüme nach den Vereinigten Staaten ausgeführt worden, gegen 1 Million Mark im vorigen Jahre. Der Ausfall von 300 000 M. wird auf den Konfektionsarbeiter-Streik zurück- geführt. Beim Export nach England soll der Verlust noch größer sein. Umsomehr haben die Berliner Konfektionäre Ur- fache, durch tarifmäßige Bezahlung der Arbeiter und Arbeiterinnen zu verhüten, daß diese wieder zu der Waffe des Streiks greifen müssen. Die Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Herren- und Knabenkonfektion beschäftigte gestern das Einigungsamt. Die Sitzung, zu der die Vertretungen der Konfektionäre, Zwischenmeister und Arbeiter und Arbeiterinnen geladen waren, fand im Bürgersaale des Rathhauses unter dem Vorsitz des Magistratsassessors v. Schulz statt. Die Berhand- lungen wurden eingeleitet durch ein Referat des Herrn Weigert über das Resultat der bisherigen Beweis- erhebungen, betreffend die Verhältnisse in der Herren- konfektion. Zu bedauern sei, daß man nur 15 Konfektionäre habe hören können. Schuld des Einigungsamts sei dies jedoch nicht. Die Herren Konfektionäre hätten leider demselben nicht die erhoffte Unterstützung gewährt. Verschiedene, die ein halbes Dutzend Mal zur Aeußerung aufgefordert worden seien und denen obendrein noch anheim gestellt wurde, sich selbst die Zeit ihres Erscheinens zu wählen, hätten es nicht einmal für nöthig gehalten, ein Lebenszeichen zu geben. Von feiten der Zwischen- meister sei, mit einigen Ausnahmen geschehen, was ge- schehen konnte, und bezüglich der Arbeiter und Arbeiterinnen sei kein« Klage zu führen. Die Erhebungen seien nach Branchen vorgenommen worden. Aus der Hosenbranche wurden 49 Zwischenmeister gehört, die 36 männliche und 516 weibliche Arbeiter beschäftigten. Jnsgesammt lieferten die» selben nach ihren Angaben wöchentlich II 260 Hosen und sie ver- dienten zusammen im Durchschnitt nach Abzug der Unkosten wöchentlich 1437 M. Die Feststellung, daß eine ungemein lange Ablieferungszeit vorherrsche, beweise, daß wahrscheinlich bei manchen Konsektionären betreffs der Abfertigung nicht alles richtig geordnet sei. Hier müsse gebessert werden. An Lieferzeit gingen den Meistern im Durchschnitt 6 bis 25 Stunden pro Woche verloren; da liege es klar aus der Hand, daß dieselben hier und da ver» suchen werden, das Verlorene durch Lohnkürzungen wieder einzu- bringen. In der Westenbranche fertigen von 14 vernommenen Meistern die einzelnen 70 bis 750 Stück pro Woche bei einer Gesammtlieferung von 4120 Stück. Die betreffenden Meister beschäftigen 54 männliche und 115 weibliche Arbeiter. Die Arbeitszeit beträgt bei denen, welche Werkstellen haben, 10 bis 12 Stunden. Der Gesammt-Nettoverdienst der 14 ist im Durchschnitt pro Woche auf 653 M. zu berechnen, auch sie verlieren wöchentlich 6 bis 30 Stunden beim Liefern.— 22 Meister der Jacketbranche lieferten ivöchentlich im Durch- schnitt 653 Stück. De» beschäftigten 49 Arbeitern standen nur 5 Arbeiterinnen gegenüber. Der Durchschnitts-Wochenverdienst der genannten Meister betrug 312 M. ins�esammt.— Arbeiterinnen der Hosenbranche waren vor dem Einigungsamt 33 erschienen. Bei 44 dieser Arbeiterinnen verdienen die Ehemänner ivöchentlich zwischen 12 und 30 M. Der Durchschnittsoerdienst der Arbeiterinnen variirte zwischen 2,50 M. und 18 M. pro Woche, ungerechnet die Unkosten, und zwar bei einer Arbeitszeit von 8 bis 17 Stunden Die gezahlten Löhne erlaubten es, den auf sich angewiesenen Arbeiterinnen nur dann selbständig ihre Existenz zu fristen, wenn sie mindestens 12 und 13 Stunden täglich ar- beiteten. Diejenigen, die eine kürzere Arbeitszeit innehalten, wären entweder verheirathete Frauen oder junge Mädchen, die von den Eltern eine Zubuße bekommen. Die Hand- Näherinnen seien schlechter bezahlt, wie die Maschinen» ftepperinnen, obwohl sich eine greifbare Begründung dafür nicht finden lasse. Brauchten sie auch weniger Zuthaten, so müßten sie doch an dem Stück länger nähen, und eine besondere technische Fertigkeit der Stepperin läge auch nicht vor. Redner ist der Meinung, daß den Handnäherinnen derselbe PreiS zu zahlen sei, wie den Stepperinnen. Ein« große Rolle spiele bei den Hosenarbeiterinnen auch die Ablieferungszeit, die häufig in der Woche zwölf Stunden ausmache und in der fest- gestellten Arbeitszeit nicht enthalten sei. Abhilfe sei in der Be- ziehung dringend nöthig.— Von den 63 vernommenen Westen- schneiderinncn sind 10 verheirathet, deren Gatten 15 bis 30 M. verdienen. Die einzelnen Arbeiterinnen erzielten im Durchschnitt 4,50 bis 16 M. pro Woche. Ihr« Arbeitszeil war ebenfalls ver- chieden, sie dauerte 10, 12 und mehr, sogar bis 18 Stunden. -- Zills der Jacketbranche, wo fast nur Männer thätig sind, hatten bisher 21 Arbeiter Aussagen ge- macht, die bei einer im Durchschnitt löstündigen Arbeits- zeit 10 bis LS M. wöchentlich verdienten, der Verdienst von 29 M. war jedoch ein ganz ausnahiusweiser. Herr Weigert schließt sein Referat mit einer Bitte an die Ronfektionäre, bas] ausgegebenen[ Liften bis zum 12. d. Mts. beim Raffirer, Vorstand und Ausschuß des Verbandes der Schneider Einigungsamt besser bei den Erhebungen, die gute Früchte er F. Steibel, Friedrichsbergerstr. 20, v. 1 Tr., abzurechnen, da und Schneiderinnen und verwandten Berufsgenossen bes warten ließen, zu unterstüßen. Es wurde dann über Anträge am 20. d. Mts. die Abrechnung stattfindet. Die Agitations rufen auf den 15. Juli d. J. einen Verbandstag ein. der Kommission der Zwischenmeister und derjenigen der Arbeiter tommission. Der Ort, wo derselbe stattfindet ob in Gotha oder Eisenachund Arbeiterinnen verhandelt, welche dahin gingen, das Eingungs- Holzarbeiter- Bewegung. In Wittstock( in der Mark) wird später bekannt gegeben. Alle zu dem Verbandstage zu amt zu bestimmen, zu dem Verhalten einer Anzahl haben sämmtliche Arbeiter der Grimm'schen Bürstenstellenden Anträge sind spätestens bis zum 10. Mai an den VorDon Konfektionären und Zwischenmeistern Stellung zu hölzer Fabrik die Arbeit niedergelegt, weil der Fabrikant stand zu senden. . = Durlachs. = nehmen, denen Nichtinnehaltung der Vereinbarung vom die Arbeitszeit zu verlängern und den Lohn zu verkürzen ver- In der Mohr'schen Margarinefabrik in Altona waren 19. Februar vorgeworfen wird. Von den acht vorgeladenen suchte. Es befinden sich 32 Männer und 18 Frauen und Differenzen ausgebrochen, weil einige Angestellte der Fabrik durch Firmen waren nur zwei vertreten. Herr Rosenbaum wünscht, Mädchen im Ausstande; alle- bis auf eine Person find grundlose Denunziationen ihre Mitarbeiter bei deren Vorgesetzten daß das Einigungsamt sich nicht mit der Angelegenheit befassen organisirt. verdächtigten, die Fabrikleitung sich aber weigerte, die Denunzianten folle, wogegen Timm Widerspruch erhebt. Die Konfektionäre In Leipzig hatten bis gestern 32 Unternehmer mit den Arbeitern namhaft zu machen. Schließlich wurden zwei bringen einen Antrag ein, in dem sie verlangen, daß die noch 310 Tischlern die Forderungen ohne Einschränkung und 38 Unter- Denunzianten ermittelt und von der Fabrikleitung den Arbeitern fortdauernde Beweiserhebung schleunigst beendet und mit den in nehmer mit 480 Tischlern die Forderungen mit Einschränkung bekannt gegeben. Die Arbeiter und Arbeiterinnen richteten nun Aussicht genommenen Verhandlungen zur endgiltigen Feststellung bewilligt. Eine gestern abgehaltene Versammlung beschloß, der in einem Schreiben an Herrn Mohr das Ersuchen, daß des Tarifs begonnen werde. Motivirt wird der Antrag Innung insoweit entgegenzukommen, daß man deren Vorschläge, die Denunzianten für ihr verwerfliches Handeln bestraft mit der Unsicherheit und Beunruhigung, welche jedem Provisorium die 57stündige statt 56stündige Arbeitszeit einzuführen, guthieß werden sollten, der eine durch vier Wochen langes Ausanhafte und die im vorliegenden Falle noch dadurch vermehrt und den neuen Tarif erst am 1. Mai in kraft treten laffen will. setzen der Arbeit, der andere durch Enthebung von seinem Vorwerde, daß man die provisorische Festsetzung nicht überall refpet- Im übrigen wurden die Vorschläge der Innung abgelehnt. Heute, arbeiterposten. Herr Mohr lehnte es ab, auf dieses Ersuchen tire; ganz besonders wird außerdem geltend gemacht, daß die Donnerstag, wird der neue Tarif den Meistern vorgelegt und einzugehen und verwies die Arbeiter, als diese sich über die AnKalkulationen der Preise für die Wintersachen, mit denen die dort, wo er nicht bewilligt wird, in den Streik getreten.( Siehe gelegenheit besprechen wollten, aus der Fabrik, worauf die Reifenden sehr bald hinausmüßten, ohne feste Grundlage unmög- auch 2. Beilage.) Arbeiter einmüthig die Arbeitsstelle verließen. Bis zur Regelung lich seien oder, wenn ohne solche vorgenommen, die Konfektion Malerbewegung. In Bremen stehen noch 70 Gehilfen der Angelegenheit wird die Arbeit in der Fabrik ruhen. Nur erheblich schädigen und ihre Existenz gefährden könnten. Im im Streit. Das Einigungsamt des Gewerbegerichts, das sich mit fünf von 300 Arbeitern und Arbeiterinnen arbeiten von dem übrigen werde bei der Beweiserhebung ein Verfahren beobachtet, dem Streit befaßte, hat noch nichts ausrichten fönnen, da es ihm alten Personal weiter. Der Fabrikant sucht, wie wir hören, das geeignet sei, den Konfektionären die zugesagte Mitwirkung an grundlegendem Material fehlt, weil die Meister die Vorlegung Ersatz in andern Städten. zu verleiden. Die Freude an der Mitarbeit müßte getrübt der Lohnbücher verweigern. werden, wenn man sehe, daß Preßorgane einer bestimmten RichDie Maler Bergedorfs beschlossen, den Neunstundentag müffen ihre geringfügigen Forderungen, aum theil wenigftens, Auch die Kaffeefortirerinnen in Hamburg- Altona tung in der Lage sind, über die stattgefundenen Beweisverhand- und 45 Pf. Stundenlohn zu fordern. Lungen einseitige und parteiisch gefärbte Berichte zu veröffent- In Essen dauert der Ausstand fort. Gegentheilige Mel Raffeegeschäft in wenig Händen konzentrirt ist, den Importeuren im Wege des Streits durchzusehen suchen, trotzdem gerade das lichen. Assessor v. Schulz erklärt, solche Berichte nirgends dungen der bürgerlichen Presse sind unzutreffend. also sicherlich sehr beträchtliche Profite einbringt. Wie uns ein gefunden zu haben, obwohl er alle Zeitungen lese; es könnte Bergarbeiter Streiks. Die Belegschaft der der Attien- Telegramm meldet, haben gestern Morgen in Altona fünfhöchstens der Konfettionär" in Frage kommen. Vertreter a II er gesellschaft Wissener Bergwerke und Hütten gehörigen Grube hundert Raffeefortirerinnen der Firma Studen Beitungen hätten zu den Sigungen Zutritt, da die Verhandlungen Vereinigung" au Kahwinkel, ca. 350 Mann, ist ausftändig. u. Andresen die Arbeit niedergelegt, weil ihnen der verlangte öffentlich seien; thatsächlich lasse sich allerdings nur der Vor- Die Leute verlangen insbesondere eine Erhöhung des Lohnes. Lohntarif nicht bewilligt worden ist. Mit den anderen Firmen wärts" vertreten. Vom Konfektionär Löwenthal wurde Auch auf Grube Bindweide" bei Steinebach legte schweben noch die Verhandlungen. im Laufe der Auseinandersetzungen über die Anträge aus die ganze Belegschaft die Arbeit nieder. Die Knappen geführt, es sei zutreffend, wenn man sage, diejenigen feien wählten eine Deputation von drei Mitgliedern, welche dem ändert fort. Die Fabrikanten wollen nicht verhandeln. Wir bitten, Der Streik der Lederarbeiter Durlachs dauert unverdie Dummen, welche die 121/2 pet. zahlen. Die Arbeiter hätten Obersteiger ihre Beschwerden: 1. Ausbesserung des Lohnes und uns auch ferner thatkräftig zu unterstützen. Sendungen sind zu nicht mal in Berlin die Einigungsbedingungen allgemein durch- 2. Gedingabschluß in der Grube, mittheilen sollten. Ein Ausrichten an August Schachtele, Weißgerber, Karlsruher Hof geführt. Die Hälfte der Berliner Konfektionäre, welche außerhalb stand der Bergarbeiter ist bekanntlich auf der unter Krupp'scher in Durlach. Die Lohnkommission der streikenden Lederarbeiter des Vereins stehe, zahle den Zuschlag nicht. Weigert stellt Berwaltung stehenden Grube„ Bollenbach" bei Siegen ausge fest, daß noch nachträglich von 40 Konfektionären mindestens die brochen. Die zirka 580 Mann starte Belegschaft hatte einen Hälfte, wenn auch nicht dem Verein, so doch den Vereinbarungen Schichtlohn von 3 M. und einen Attordlohn von 3,50 M. gefordert, haben den durch Vermittlung des Fabrifinspektors RegierungsZur Arbeitsaussperrung in Fürth. Die Unternehmer beigetreten fei. Das Einigungsamt machte den Vor- worauf der Grubendirektor erwiderte, daß er genug Bergleute raths Kopf in Nürnberg ihnen zugestellten Vergleichsvorschlag der schlag, eine gemischte Kommission zur Ausarbeitung bekommen könne, welche sich mit dem alten um ca. 1-1,50 M. Arbeiter abgelehnt. Auf Veranlassung des Bürgermeisters Langhans des Tarifs zu bilden. Es beschloß, inzwischen die Verniedrigeren Lohne zufrieden gäben. nehmungen von Auskunftspersonen durch Herrn Weigert forts hat nun auch der Vorsitzende des Gewerbegerichts, Rechtsrath setzen zu lassen und auch die auf Antrag von Mattscheck das Ende des Streits herbeizuführen. In Kottbus versuchen die Fabrikanten alles mögliche, um Kaufmann, das Ausstandskomitee zu einer Erklärung veranlaßt. ( Zwischenmeister) und Timm( Fünfer- Kommission) geladenen gerade das, was allein zum Frieden führen kann, nämlich zu er- rungen, welche der ursprünglichen Resolution des ArbeiterLeider versäumen sie Danach beharren die Arbeiter bei den bereits bekannten FordePersonen über die Durchbrechung der Vereinbarungen zu vernehmen. Auf eine Anfrage entschied es dahin, daß der so. flären, daß sie auf die Maßregelung der Vertrauenspersonen der sekretärs Segit entsprechen. genannten Maaßtonfektion der prozentuale Lohnzuschlag Ringfirma Karnaute Söhne, berief zum letzten Mittwoch eine Schwa ba ch in Bayern sind nach ordnungsmäßiger Kündigung Arbeiter verzichten. Ein Herr Graske, Werkmeister bei der Die Silberschläger Arbeiter und Arbeiterinnen in ebenfalls zu gewähren sei. Nachdem sich Rosenbaum, Ron Boltsversammlung ein, zu der er alle die Arbeiter einlud, welche in den Ausstand getreten. Sie fordern: 10stündige Arbeitszeit Tarifkommission vorläufig konstituirt hatten, wurde die weitere gesonnen wären, die Arbeit zu den alten Lohnfäßen auf- und 28 Pf. für das Schlagen eines Buch Silber, während vorher zunehmen. Der Andrang war groß. Auch fan bewaffneten bei 12-13stündiger Arbeitszeit blos 25 Pf. bezahlt wurden. Hütern der Ordnung fehlte es nicht. Gegen zwanzig Bon 84 Schlägern legten 82, von 190 Beschneiderinnen 170 bie Gendarmen waren um das betreffende Lokal postirt. Herr Arbeit nieder. Die übrigen Beschneiderinnen arbeiten bei KleinGraste führte in dieser Versammlung aus: Er habe mit einem meistern, werden sich aber dem Streit vermuthlich auch noch ansehr ehrenwerthen Fabrikanten gesprochen und folgende Buschließen. Auf der Parteikonferenz für den Wahlkreis Görlig ficherungen erhalten: Wenn die Fabrikanten die Fabrik öffnen Lauban, die am 6. April in Görlitz abgehalten wurde und und die Hälfte oder auch nur ein Drittel der Arbeiter die Arbeit bundes sagt in dem soeben für 1894/95 herausgegebenen ThätigDas Bundeskomitee des schweizerischen Gewerkschaftsvon Delegirten aus allen größeren Orten besucht war, konnte bedingungslos wieder aufnimmt, so würde man die Fabriken feitsbericht, daß seit Bestand des Gewerkschaftsbundes und der über den Stand unserer dortigen Bewegung allerfeits recht Er weiter gehen lassen; nach einiger Zeit sollten die auf Stunden- Reservekaffe noch keine Periode so reich an Arbeit gewesen ist, freuliches berichtet werden. Die rege Thätigkeit unserer Partei- lohn gesetzten Arbeiter und Arbeiterinnen eine kleine genoffen giebt die Gewißheit, daß es auch ferner an Erfolgen Lohnerhöhung erhalten. wie die Berichtsperiode. Die Zahl der Arbeitseinstellungen be Herr Graste erklärte, er glaube, trug 29, wovon 20 für die Arbeiter ganzen oder theilweisen Ernicht fehlen wird. Leider ist es vielfach nicht möglich, Lokale zu der ehrenwerthe Fabrikant, der ihm das gefagt hat, folg während hatten, bekommen. Es soll daher die Agitation von Mund zu Mund werde sein Wort halten. der Fällen Ausgang Auf die Frage, wer denn für die Arbeiter ungünstig war oder dem Bundes und durch die Presse in den Vordergrund gestellt werden. dieser ehrenwerthe Herr sei, gab Herr Graske zur Ant- tomitee gar nicht bekannt wurde; von 38 anderen LohnPolnische sozialistische Flugblätter und Broschüren wort: Herr Samson." bewegungen verliefen 25 für die Arbeiter ganz oder theilweise wurden am ersten Ostertage in Hamburg vor der Kleinen Herr Samson ist Vorsitzender des Fabrikantenringes. erfolgreich, 2 ungünstig und 11 wurden nicht zu Ende geführt, Michaelskirche an die zur Früh- und Vormittagsandacht gehenden Warum nun der Ring und Herr Samson nicht lieber polnischen Arbeiter und Arbeiterinnen durch die polnischen den ordnungsmäßigen Weg der Verhandlung mit der sondern vertagt". Von 15 sonstigen Konflikten und Boykotté Parteigenoffen vertheilt. Die erste Verbreitung zur Frühandacht Fünferkommission beschreiten, zudem man sogar schon soweit verliefen 14 für die Arbeiter günstig und 1 ungünstig. Die Ausum 6 Uhr morgens wollte der katholische Geistliche durch die ist, den bedeutenden Stundenlöhnern gaben für Streits betrugen in den letzten zwei Jahren 95 172 Fr. Polizei hindern laffen. Als diese eintraf, war die Berbreitung eine Zulage zu versprechen, begreift sich lediglich daraus, daß( 1892/93 14 600 Fr.), für Maßregelungen 2349 Fr.( 1086 Fr.) man vermuthlich immer noch der unbegründeten Hoffnung lebt, und für anderweitige Unterstübungen 513 Fr.( 1094 Fr.). Mit Einschluß des großen Uhrenarbeiter Kampfes in Grenchen die Einigkeit der Streifenden würde bald in die Brüche gehen. betragen die gesammten Streitausgaben rund 140 000 Fr., Das Voltsblatt für Halle" hatte eine Liste von Haben diese aber viele Wochen hindurch ein geradezu heroisches Personen veröffentlicht, die für die vom Streit betroffene Kon- Beispiel von treuer Solidarität gegeben, so werden sie die ver- wovon 36 600 Fr. durch freiwillige Sammlungen aufgebracht wurden. Die Verwaltungskosten betragen 1200 Fr., so fektionsfirma Serna u arbeiten, andererseits eine Resolution, hältnismäßig nur kurze Frist, um die es sich, aller Wahrschein- daß der schweizerische Gewerkschaftsbund billig verwaltet wird. die das Verhalten dieser Firma scharf fritisirte. Durch beide lichkeit nach, bis zum Abschluß eines ehrenvollen Friedens nur Troß des Austrittes des Typographenbundes mit 1100 Mitwissen. Publikationen zog sich der verantwortliche Redakteur eine Anklage noch handeln kann, ebenfalls noch auszuharren wegen Berrufserklärung zu. Das Schöffengericht verurtheilte ihn Die von Herrn Graste einberufene Versammlung wurde gliedern zählt der Gewerkschaftsbund doch 9203 Mitglieder; die zu einer Woche Gefängniß. Das Urtheil wurde wie folgt begründet: leider wegen einer ganz bedeutungslosen Unruhe aufgelöst. gewerkschaftlich organisirten Arbeiter machen aber wohl die In dem Ausdruck„ Streitbrecher" liege eine Ehrverletzung insofern, Es kam deshalb zu feiner Entscheidung über den Vorschlag des Doppelte Zahl aus, da z. B. der Uhrenarbeiter- Verband allein 10 000 Mitglieder zählt, aber nur mit 3000 dem Gewerkschaftsals damit gesagt" werbe, daß ein Streitbrecher nicht mehr die Herrn Graste, nochmals eine Abstimmung unter den Streifenden bund angehört. Dem Bericht sind eine Reihe von Einzelberichten volle Ghre unter seinen Kollegen genießen solle. Mit der über die Wiederaufnahme der Arbeit vorzunehmen, aber nicht aus Verbänden und Sektionen sowie instruttive Uebersichten über Namens- und Wohnungsangabe sei seine Verrufserklärung be- unter den Personalen jeder einzelnen Fabrik, sondern ins- die gewerkschaftliche Organisation und Streits 2c. in den begangen, da andere aufmerksam gemacht werden sollten, daß den gesammt. Andererseits fonnte wegen der Auflösung der Ver- die gewerkschaftliche Organisation und Streits 2c. in den bedeutendsten Industrieländern beigegeben. namhaft Gemachten nicht mehr so wie früher Mittheilungen fammlung auch nicht über einen Antrag des Arbeitere BauDer Streit der Wiener Feuerwehr, der inzwischen ge= zugehen, und daß dieselben nicht mehr der vollen Ehre eines mann abgestimmt werden, der die Fortsetzung des Streits bis Arbeiters für würdig erachtet werden sollten. Auch in der zur Bewilligung annehmbarer Bedingungen verlangte, wozu selbst- scheitert ist, hatte seine Ursache in einer neuen Dienstordnung, Resolution liege Ehrverlegung und Verrufserklärung in dem verständlich der Verzicht auf die Maßregelungen gehört. Zu einem die die ohnehin zu große Arbeitslaft der Mannschaft noch verSchlußsage: ebenso halten wir es für eine Ehrenpflicht der Entscheid kam es in der Versammlung also nicht. Aber außer bei Wert- mehrte. Besonders erbittert war man über den überflüssigen Berliner Arbeiter, daß sie ihre Halle'schen Kolleginnen unter- meistern und dem Fabrikanten Koppe, der mit seinem neulichen militärischen Drill, den der Branddirektor Müller und die anderen flügen, indem sie durch Nichtarbeiten einen Druck ausüben." Vermittelungsversuch bekanntlich so wenig Glück hatte und sich Vorgesetzten den Feuerwehrleuten geben wollen. Die„ Arbeiter- 3tg." Dieser Satz folle besagen, daß Arbeiter, wenn sie nicht durch gegen die Vertrauenspersonen der Streikenden in den unbe- sagt darüber:" Ein normal gearteter Mensch wird nicht einsehen, Theilnahme am Streit die Streifenden unterstüßten, sich ehrlos gründetsten Beschuldigungen erging, fand Herr Graske mit seinem was das Einzeldefiliren, das Gliederexerzieren und die Gelentsmachten. Die Strafe sei mild bemessen, mit Rücksicht auf des absonderlichen Vermittelungsversuche teine Gegenliebe, sondern übungen nach militärischem Muster der Feuerwehr nüßen kann. Angeklagten bisherige Unbestraftheit. Der Staatsanwalt hatte von seiten der Arbeiter wurde ihm energisch opponirt, und auch Das, was diese Männer früher an Körpergewandtheit erworben insgesammt 3 Monate Gefängniß beantragt.] der Stadtv. Kaeke, der, beiläufig bemerkt, tein Sozialdemokrat, haben, bilden sie in der Praxis bei ihrer harten Arbeit auf den sondern Mitglied des Hirsch Duncker'schen Gewerkvereins ist, Schubleitern und auf den Dächern in genügendem Maße weiter Das Einzeldefiliren im strammen Stechschritt" mit empfahl der Versammlung, angesichts der schweren Opfer, die aus. Verhandlung vertagt. Partei- Nachrichten. bereits bewirkt. Drei der Verbreiter wurden polizeilich notirt. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Gewerkschaftliches. Bahl febr an in 9 der Kampf gefoftet hat, sich nicht durch einzelne Personen Salutirübungen ist für sie gar nichts als eine blödsinnige Chikane, um die Möglichkeit bringen zu laffen, daß die Bewegung zu nur dazu bestimmt, den eitlen Offiziersgelüften der Herren Beamten einem ehrenvollen Frieden führt. Ueber diesen Gegner war der genüge zu leisten." Veranstalter der Versammlung, Herr Graske, so erbost, daß er eine Der Streit der Tapezirer Budapests dauert fort. unparlamentarische Bemerkung machte. Mehrere ftanden hierauf Kollegen Deutschlands! Helft uns in unserem Kampfe und sendet auf, um den Saal zu verlassen. Die dadurch verursachte Unruhe die an Euch geschickten Sammellisten sammt den darauf ge= veranlaßte den überwachenden Beamten zu der schon erwähnten zeichneten Beträgen sobald als möglich ein, damit wir den nunAuflösung der Versammlung. mehr drei Wochen währenden Streit noch weiter führen können und dadurch den sicheren Sieg erringen. Freie ZapezirerOrganisation Budapests. J. A.: Otto Vogel. Wir meinen, die Kottbuser Fabrikanten müßten nach dem ergebnißlofen Verlauf auch der Graske'schen„ Vermittelung" endlich gelernt haben, daß ihre Arbeiterschaft absolut nicht durch das Joch gehen wird, das man für sie bereit hält. Mögen fie die Konsequenz hieraus ziehen, indem sie durch den Verzicht auf die Maßregelungen die Hand zum Frieden bieten, ehe ihnen auch noch das Wintergeschäft verloren geht. In Komotan in Böhmen war der Streit in der Uhrenfabrik von Schlenter u. Künzle, worüber seinerzeit berichtet worden ist, beigelegt. Die Fabrikleitung hat aber ihr Wort nicht gehalten und so traten sämmtliche 72 Arbeiter aufs neue in den Streit. Die Bildhauer Bukarests in Rumänien befinden sich seit Mittwoch im Streit. Es bedarf wohl keiner besonderen Aufforderung, daß die Bildhauer Deutschlands den im Kampfe stehen den rumänischen Kollegen nach jeder Richtung hin den erforderlichen Beistand leisten. Die Arbeiterpresse wird um Abbruck gebeten. Das internationale Agitations. tomitee der Bildhauer. Bekanntmachung. Durch eine Veröffentlichung des großen Internationalen Reinigungsinstituts von Staehr, Petriftr. 17/18, soll das Publikum in den Glauben versetzt werden, der Streit der Fensterputer Berlins sei beendet. Der Streit dauert aber bei all jenen Firmen fort, die sich noch nicht herbeigelassen haben, unfere, von einer großen Anzahl Instituten anerkannten und so geringen Forderungen gleichfalls zu bewilligen. Zu ihnen gehört das Institut des erwähnten Herrn Staehr. Er sucht jetzt seine Kundschaft durch ungelernte Arbeiter einigermaßen bedienen zu lassen. Aber auch unser Gewerbe will erlernt sein, sonst kann man weder eine wirklich saubere Arbeit leisten, noch hat der Kunde die Garantie, daß ihm nicht durch ungeschicklichkeit Schaden bereitet wird. Wir verweisen hierbei auf unser Flugblatt, worin wir die geehrte Geschäftswelt bitten, durch EinDie deutsche Arbeiterschaft aber möge den Rottbuser Klassenwirkung auf die Reinigungsinstitute die geringen Forderungen, bie wir stellen, uns mit erringen zu helfen, und ersuchen auch genossen nach wie vor that träftigste, finanzielle und die Arbeiterschaft, so weit sie es vermag, uns bei unserer Be moralische Unterstüßung leisten, damit die große, bewegung beizustehen. Das Streiffomitee. J. A.: D. Schüler. deutungsvolle Bewegung in Rottbus zu einem Ende führt, das Achtung! Berliner Gewerkschaftsdelegirte, die noch im des Proletariats würdig ist. Besitz von Sammellisten der an HolzbearbeitungsAuf der Delegirtenkonferenz der Werftarbeiter Deutschmaschinen beschäftigten Arbeiter sind, werden lands, die am Charfreitag in Bremen tagte, waren die Orte ersucht, dieselben bis spätestens am 20. d. M. an die Kommission Bremen, Begefact, Bremerhaven, Hamburg und Flensburg ver- der Aktien- Maschinenfabrik Suveck und in Enfival sämmtoder an das Gewerkschaftsbureau, Annenstr. 16, abzuliefern, damit die Kommission abrechnen kann. Gleichzeitig ersuchen wir treten. Beschlossen wurde einstimmig die Errichtung eines Bentral- liche Arbeiter der Eisengießerei Samoureux ausständig. unsere Kollegen, welche noch Listen in Händen haben, dieselben verbandes. Das Eintrittsgeld ist auf 30 Pf., der wöchentliche Beitrag auf 10 Pf. festgefeßt. Die Einnahmen der Orte sind zu bis zu demselben Datum an die Kommission gelangen zu laſſen. 25 pet, an die Zentralleitung zu senden; über die übrigen 75 pet. Depelchen und lehte Nachrichten. Diejenigen Kollegen, die dieser Aufforderung nicht Rechnung haben die Orte das Verfügungsrecht, jedoch dürfen diese Gelder Mülhausen i. E., 9. April.( W. T. B.) Die Anzahl der tragen, werden sodann öffentlich bekannt gegeben. Die Kommission. nur zu Vereinszwecken verwendet werden. Siz der Bentral Ausständigen geht von Tag zu Tag zurück. Seit gestern haben J. A.: Wilhelm Piehl, Frankfurter Allee 85. leitung ist Bremerhaven. Die Aufsicht über den Vorstand führt etwa 100 Arbeiter die Arbeit wieder aufgenommen. Die Zahl Achtung, Vergolder Berlins! Die Kollegen werden ein Ausschuß, von dem Bremen 3 und Vegesack 2 Mitglieder der Ausständigen betrug heute Mittag noch 1073. Man erwartet hiermit aufgefordert, über die von der Agitationskommission wählt. Nächstes Jahr wird die Generalversammlung abgehalten. in den nächsten Tagen einen rascheren Rückgang der Bewegung Verantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. In Verviers in Belgien sind sämmtliche Mechaniker i Beilage zum„Vomiirts" Berliner VoWIatt. Kr. 84. Freitag» den 10. April 1896. 13. Jahrg. Momntunales� Stadtverordneten-Versammlung. Oeffentliche Sitzung vom Donnerstag, S. April, nachmittags 5 Uhr. In den Ausschuß sür die Wahlen von unbesoldeten Gemeinde- beamlen werden die Stadtvv. Langenbucher und P e r l s gewählt. In k weiteren Wahlgängen werden die übrigen durch den Tod der Stadtvv. Hütt und Tichy in den ver- schiedenen Ausschüssen, Deputationen und Kuratorien entstandenen Lücken ausgefüllt. Darauf wird in die Tagesordnung eingetreten, auf der zunächst zwei Ausschußberichte stehen. Die Alte Jakobstraße bildet in ihrem vor den Grund- stücken Nr. 20—23 belegenen Theile einen Engpaß, dessen Beseitigung jetzt endlich in Angriff genommen werden soll. Der Magistrat will mit der Straßenverbreilerung vor dem Grundstück Nr. 23 beginnen und hat der Versammlung den Er- werb der erforderlichen Fläche(116 Quadratmeter) zum Preise von Ivo M. für den Quadratmeter vorgeschlagen. Der nieder- gesetzte Ausschuß hat sich damit einverstanden erklärt, schlägt aber außerdem in anbetracht des Umstaiides, daß die Verhältnisse in diesem Theil der Straße überhaupt unhaltbare und unwürdige seien und daß man sich der Regulirung einer so lebensgefähr- lichen Passage nicht länger entziehen könne, eine Resolution vor, wonach der Magistrat ersucht werden soll, mit den be- treffenden Grundstückbcsitzern darüber in Verhandlung zu treten, sür welchen Preis sie geneigt sind, das über die Bauflucht- linie hinausliegende Terrain zur Strahenverbreiterung abzu- treten. Vorlage und Resolution werden ohne Debatte von der Ver- sammlung angenommen. Auf dem Grundstück Denne witzstraße 24g. sollen eine Volks-Badeanstalt, ein Depotgebäude für die Straßen- reinigung, ein Gerätheschuppen für die Parkverwaltung und ein Wohnhaus erbaut werden. Die betreffenden Bauskizzen empfiehlt der für die Vorlage eingesetzte Ausschuß zu genehmigen, dabei aber die Erwartung auszuspreche», daß die Kosten der Badeanstalt nicht w e s e n t- lich über 300 000 M. betragen werden(nach dem„Kostenüber- schlag" stellen sie sich auf 339 000 M.). Stadtv. Meyer hält eine Ausgabe von über einer halben Million sür eine Volks-Badeanstalt für viel zu hoch und beantragt die Ablehnung der Vorlage. Die Stadt habe keine Veranlassung, für die Pflege des Schwimmsports die Sleuergelder zu verausgaben (Widerspruch); jedenfalls sei«in Schwimmbassin im hygienischen Interesse keine Nothwendigkeit.(Erneuter Widerspruch.) Man solle den Magistrat auffordern. eine anderweite Vorlage zu machen, die von der Errichtung eines Schwimmbassins absehe. Stadtv. Lüben empfiehlt dagegen den Ausschußanlrag, wäbrend Stadtv. Leo nicht einsehen kann, daß ein Schwimm- bassin gerade an dieser Stelle eine Nothwendigkeit sei, wo es doppelt so theuer komme als an irgend einer anderen Stelle Berlins. Den Sport solle man den Unternehmern überlasten. Stadtv. D i n s e tritt ebenfalls für die Vorlage ein. Die Berliner Bevölkerung sei noch lange nicht genügend ans Baden gewöhnt und ebenso bedürfe die körperliche Uebung des Schwimmens noch sehr der Pflege. Es handle sich hier nicht um einen Luxus, sondern um die Förderung des leiblichen Wohls unserer heranwachsenden Jugend. Dafür dürfe kein Opfer zu groß sein. Stadtbaurath Blanken st ein verweist darauf, daß im Punkte des Luxus die Anschauungen in den letzten Jahrzehnten außerordentlich gewechselt haben. In der That könne heute bei einer Volks-Badeanstalt nicht davon gesprochen werden, daß es sich um überflüssigen Luxus handle. Tie Anstalt werde sich ebenso gut wie die bereits vorhandenen rentiren. Das Bassin stelle sich auch keineswegs besonders theuer. Nachdem noch die Stadtvv. Friedemann und Gold- s ch m i d t für die Ausschußanträge plädirt, tritt auch Stadtv. Borg mann für dieselben ein. Es müsse das höchste Er- staunen erregen, daß über eine solche Vorlage überhaupt»och eine längere Diskussion entstehen könne, und besonders müßten die reaktionären Ausführungen des Führers der größten frei- sinnigen Gruppe befremden. Heute müsse ja jede größere Wohnung eine Badeeinrichtung befitzen; die Wohnungen der großen Masse des Volkes aber entbehrten dieses Vorzuges; für sie müsse daher die Allgemeinheit eintreten. Eigenthümlich berühre ferner, daß angeblich auch der Vorsteher der Versammlung auf dem Standpunkt des Herrn Meyer stehe. Außerdem protestirt Redner dagegen, daß die Stadt auch diesen Bauplatz der Firma Siemens und Halske sür die elektrische Bahn zur Verfügung stellen soll, womit der Bau der Anstalt verzögert werde. Für die Vorlage spricht sich endlich auch Stadtv. Gersten- berg aus, worauf in namentlicher Abstimmung der Ausschuß- antrag mit 82 gegen 15 Stimmen angenommen wird. Zu einer Debatte führt ferner der Magistratsantrag, die Mittel flüssig zu machen zur Befriedigung einer von dem früheren Magistrals-Bureauhilfsarbeiter Malitz vor dem Reichsgericht er- strillenen Geldforderung von ca. 7500 M. Der Genannte, s. Z. als Diätar angestellt und wegen Dienstwidrigkeit entlassen, hat den Magistrat auf Nachzahlung des Gehalts verklagt, da er als lebenslänglicher Gemeindebeamter anzusehen sei, und, nachdem er im Verwaltungswege unterlegen, ziviliter vor dem Reichs- gericht insoweit obgesiegt, daß ihm seine Kompetenzen für ca. 4l/a Jahre nebst Zinsen auszuzahlen seien. Stadtv. L a d e w i g bemängelt, daß die Wahrnehmung der städtischen Interessen durch die juristischen Mitglieder des Magistrats in diesem Falle offenbar nicht ganz7 hin- länglich erfolgt sei und regt an, in das Magistrats- kollegium einen besonders ausgezeichneten. mit der jüngsten Entwickelung des betr. Rechlsgebieles durchaus ver- trauten Juristen zu schicken, damit dergleichen in Zukunft ver- mieden werde. Stadtv. Stadthagen hält diesen Vorschlag sür den ver- sehltesten, der sich denken lasse. Ganz abgesehen davon, ob der- jenige, den Herr Ladewig sür einen hervorragenden Juristen halte, auch ein solcher sei, könne man nicht leugnen. daß Berlin einen Ueberfluß an verlorenen Prozessen besitze, wie keine andere Stadt der Monarchie. Aber es sei ganz verkehrt, anzunehmen, daß hiergegen dadurch Remedur geschaffen werden könne, daß ein hervorragender Jurist in den Magistrat berufen wird. Besser wäre es gewesen. die vielfach streitige Frage, inwieweit die städtische» Beamten als auf Lebenszeit angestellt anzusehen sind, in Gestalt eines Antrags an die Versammlung zu bringen. Im Laufe der Zeit seien bekanntlich zahlreiche Differenz. punkte aufgetreten, so bezüglich der Verträge der Stadl mit der Charitee, bezüglich der städtischen Nachtwächter und der- gleichen. Hier wäre eine vom Magistrat aufzustellende Ueber- ficht sehr erwünscht. Oberbürgermeister Zelle bestreitet, daß Berlin die größte Zahl der verlorenen Prozesse aufzuweisen habe, erklärt die vom Stadtv. Stadthagen verlangte Uebersicht für unnöthig und nimmt die Magistratsjuristen in Schutz. Die Vorlage wird angenommen. Das von den Gemeindebehörden bezüglich der Wahl der Raths maurer- und Rathszimmermeister verein- barte O r t s st a t u t hat die Genehmigung des Oberpräsidenten nicht gesunden. Die Versammlung hatte das Amt dieser„Sach- verständigen" für unvereinbar mit dem Amte eines Stadt- verordneten oder Stadtraths angesehen und das Ortsstatut dem- gemäß gestaltet. Auf die seitens der zur Zeit fun- girenden Rathsmaurer- und Rathszimmer- meister erhobenen Beschwerde hat der Ober- Präsident im entgegengesetzten Sinne entschieden, und der Magistrat beantragt nunmehr. aus dem Ortsstatut die beanstandeten Stellen zu entfernen, zumal da deren Vor- handensein sür den von den Gemeindebehörden ver- folgten Zweck unwesentlich sei, letztere vielmehr in jedem Falle freie Hand hätten, die Wahlen gemäß dem früheren Be- schlusse vorzunehmen. Die Versammlung tritt diesem Vorschlage ohne Debatte bei. Die Aufstellung einer monumentalen mit Statuen ge- schmückten Sitzbank und einer Fontaine auf dem Andreasplatz wird genehmigt. Schluß 3/48 Uhr. „Zuzug" in letzkev Iustuuz vor dem Kammergericht. „Zuzug ist fern zu halten" und„Zuzug ist streng fern zu halten". Diese Aufforderungen sind nunmehr nach einem Urtheile des Strafsenats des Kammergerichts fernerhin nicht als grober Unfug anzusehen und daher straflos. Im„Vorwärts" vom 4. und 8. Oktober v. I. war je eine Notiz enthalten, worin be- richtet ward, daß in der Telegraphenbau-Anstalt von Melles ein Streik ausgebrochen sei. Der ersten Notiz war die Aufforderung:„Zuzug ist fern zu halten", der zweiten der Satz:„Zuzug ist streng fern zu halten!" an- gefügt. Infolge dieser beiden Notizen war auf grund des§ 360, der die Bestimmung vom groben Unfug enthält, gegen unseren Kollegen Kunert als verantwortlichen Redakteur, sowie gegen den Unterzeichner der Notiz, Genossen Pätzold, Anklage erhoben. Die 3. Strafkammer des Landgerichts I, wie auch das Amtsgericht, hatten jedoch auf Freisprechung erkannt, weil durch die in- kriminirlen Notizen nur die Inhaber der Firma Melles be- unruhigt sein könnten. Von einer Beunruhigung des Publikums in seiner Gesammtheit könne nicht die Rede sein. Gegen das freisprechende Urtheil halte die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt, weil sie der Ansicht war, daß der § 360 Nr. 11 des Straf- Gesetzbuches, sowie§20 Absatz! des Preßgesetzes in Verbindung mit§ 266 Abf. 4 der Straf prozeß-Ordnung durch Nichtanwendung resp. unrichtige An- wendung verletzt seien. I» der Begründung des RevistonSantrages heißt es, wenn sich nach reichsgerichtlicher Praxis die Verübung des groben Un fugs gegen die Allgemeinheil richten muß, so sei es doch als ausreichend zu erachten, wenn zunächst nur eine Person be unruhigt werde, sofern sich der Angriff des Thäters gegen diese Person als Theil des Publikums richte. Das Urtheil stelle zwar fest, daß durch die Aufforderung:„Zuzug ist fern zu halten", eine Beunruhigung des Publikums nicht erfolgt sei, es fehle aber an einer thalsächlichen Fest stellung bez. des dem zweiten Ausrufe beigefügten Wortes „streng". Dies Wort bedeute eine Steigerung und könne man sich der Ansicht nicht verschließen, daß nunmehr eventuell auch unerlaubte Mittel zur Durchführung des Streiks angewendet werden sollten, sofern die erlaubten nicht ausreichen. Bei der gestrigen Verhandlung vor dem Strafsenat des Kammergerichts beantragte der Staatsanwalt selbst, die Re vision zurückzuweisen, weil dieselbe an den thatsächlichen Fest stellungen des Vorderrichters scheitern müsse. In den in- kriminirten Notizen seien nur Thatsachen mitgetheilr und daran die Aufforderung geknüpft, daß die Arbeiter jener Fabrik fernbleiben sollten. Rechtsanwalt Dr. Herzfeld als Vertheidiger des Genossen Kunert schloß sich dem Antrage des Staatsanwalts an, wies aber daraus hin, daß es sich in dem vorliegenden Falle um eine Sache von großer prinzipieller Bedeutung handele. Die Reichs-Gewerbe-Orduung gewähre in dem§ 132 den Arbeitern das Recht, sich behufs Erlangung besserer Lohn- und Arbeits- bedingungen zu vereinigen und darauf bezügliche Verabredungen zu treffen. Die fraglichen Notizen seien aber nichts anderes als die Ausübung dieses Rechtes, da sie nur die betheiligten Arbeiter in legitimer Weise zum Anschluß an den Streik, resp. zur Unterstützung desselben auf fordern. Es fehle darin jede Ungebühr und also auch der Thatbestand des groben Unfugs. Die wirksame Durchführung eines Streiks sei ohne genügende Bekanntgabe desselben in den betheiligten Arbeiterkreisen nicht denkbar. Eine solche Bekannt- machung könne aber unter den heutigen Verhältnissen ohne Mit- Wirkung der Presse nicht in zweckentsprechender Weise erfolgen. Die werlhvollen Ausführungen des Vertheidigers wurden durch den Vorsitzenden wiederholt unterbrochen. Der Gerichtshof erkannte auf Verwerfung der Revision und Tragung der Kosten durch die Staatskasse. Der Vorderrichter habe angenommen, daß zwar durch die Presse grober Unfug ver- übt werden könne, daß es sich aber in den vorliegenden Fällen um eine Verletzung des Gesetzes nicht handle. Die War- nungen„Zuzug ist fern zu halten!" und„Zuzug ist streng fern zu halten" oder in der Form ähnliche Wendungen fallen als solche also keineswegs unter die Unfugsbestimmung des§ 360 des S t r.- G.- B.— Diese Feststellungen seien auch für das Kammer- gericht maßgebend und müßte deshalb die Revision zurückgewiesen werden. Die„Mnznchi" des<»Vovwävks" vor dem Berliner Landgericht. Wegen Verbreitung unzüchtiger Schriften war unser Kollege Kunert, als verantwortlicher Redakteur des„Vorwärts" durch Urtheil des Schöffengerichts vom 19. Februar d. I. mit einer Geldstrafe von 30 M. oder fünf Tagen Hast bedacht worden, weil er im lokalen Theil der vorjährigen Nummer 267 unseres Blattes unter der Spitzmarle:„Der Gerichtsassessor sucht ein Zimmer" eine Annonce aus dem Zimmer-Anzeigcr der Berliner „Wohnungs- Zeitung" zum Abdruck gebracht hatte, worin ein Gerichtsassessor ein Zimmer zu mielhen suchte, und zwar in einer Form, die sür die sittliche Auffassung gewisser Kreise recht bezeichnend war. Die Wiedergabe dieses Inserats war durch die Worte eingeleitet:„daß die betreffende Anzeige an Deutlich- keit nichts zu wünschen übrig lasse", und schloß mit der Be- merkung:„diesen Gerichtsassessor möchten wir gern in einem Kuppeleiprozeß fungiren sehen." Gegen das Urtheil des Schöffen- gerichts hatten sowohl Genosse Kunert, wie auch die Staats- anwaltschaft Berufung eingelegt und wurde daher gestern die Sache vor der Strafkammer des Landgerichts I verhandelt. Genosse Kunert giebt als Angellagter seine volle Ver- antwortlichkeit für die iukriminirte Nummer 267 des„Vorwärts" vom Vorjahre zu. Er bestreitet aber, daß der§ 184 auf ihn Anwendung finden könne, da er an der Verbreitung einer un» züchtigen Schrift nicht betheiligt sei. Er habe Berufung gegen das verurtheilende Erkenntniß der ersten Instanz eingelegt, um die Haltlosigkeit dieses Urtheils und der Anklage vor dem Land- gericht erweisen zu können. Trotz einer Menge früherer Anklagen und Verurtheilungen sei der Eindruck der Anklage, daß er sich der Unzucht im Sinne des§ 134 des Str.-G.-B. schuldig gemacht habe, doch auf ihn ein verblüffender und äußerst peinlicher gewesen.— Man könne getrost von der Annahme ausgehen, daß die Annonce der „Wohnungs-Zeitung" als„unzüchtige Schrift" zu betrachten sei. Diese Hypothese ist aber durchaus unstatthaft für den„Vorwärts"- Artikel. Ein vergleichender Blick auf die beiden in Rede stehenden Schriftstücke zeigt allein schon die Richtigkeit einer solchen Be- hauptung. Der Totaleindruck spreche für den„Vorwärts", da die iukriminirte Notiz nicht nur jede Laszivität, jede Un- züchtigkeit, ausschließt, sondern sie bekämpft. Das Verhalte» des „Vorwärts" in diesem besonderen Falle entspreche nur seiner allgemeinen Haltung gegenüber dem Jnseratenwesen. Konsequent weise der„Vorwärts" Inserate, die in sittlicher Hinsicht frag- würdig seien, zurück. Es dürfe als gerichtsnotorisch gelten, daß der Älnzeigeniheil der Arbeiterpresse auf einem entschieden sttt- licheren Niveau stände, als derjenige der bürgerlichen Zeitungen. Er wolle von weiteren, detaillirten Ausführungen nach dieser Richtung absehen, da auch der Vorderrichter dieser Anschauung ausgesprochen zuneigte. Nur wolle er hierzu noch hervorheben, daß auch die Kommission des Reichs- tages für das Bürgerliche Gesetzbuch sich in den letzten März- tagen dieses Jahres mit dem Unfug gewisser Zeitungs-Annoncen beschäftigt habe. In dieser Kommission wurde ausgesprochen. daß die Inserate vieler bürgerlicher Blätter einen geradezu widerlichen Eindruck machten, da sie, wie jedermann be- kannt, zur Beförderung des außerehelichen Geschlechtsverkehrs dienten, während anständige Zeitungen, allen voran die Arbeiter- blätter, eine solche Sorte von Anzeigen nicht aufnähmen. Zu diesen rühmend genannten Zeitungen, folgerte der An- geklagte, gehöre doch aber in erster Linie der„Vorwärts". Wie kommt man nun dazu, in dem verurtheilenden Er- kenntniß der ersten Instanz es zu rügen, daß in den Zusatz- bemerkungen der inkriminirteu Notiz es„in keiner Weise zum Ausdruck gebracht sei, daß der Inhalt des Inserats als ein un- sittlicher" zu betrachten und zurückzuweisen sei.— Im Anschluß Hiera» zeigte Kunert, daß dem Zimmer suchenden Gerichlsassessor und der„Wohnungs-Zeitung" keinerlei Schmeichelei, sonderi» entschiedene Verurtheilung seitens des„Vorwärts" zu theil ge- worden wäre. Wenn aber von dem Vorderrichter behauptet werde, daß das „in dem Inserat liegende Unzüchtige noch ausdrücklich hervor- gehoben werde, ohne daß irgendwie ein Tadel vom Standpunkt der Sittlichkeit daran geknüpft" worden wäre, so müsse er, Kunert, das Fehlen des hohlen sittlichen Palhos geradezu als einen Vor- zug der Notiz betrachte». Denn je ehrlicher jemand sei, desto weniger werde er von seiner Ehrlichkeit reden; je sittlicher ein Mensch denkt und handelt, desto weniger Ursache hat er, sich mit bloßen Redensarten aus das hohe Roß der Sittlichkeit zu schwingen. Darum sei eS auch vollständig mißverständlich, wenn der Vorderrichter annimmt, daß der Verantwortliche des„Vorwärts" an„dem unzüchtigen Inhalt ein Aergerniß nicht genommen habe". Das Gegeutheil sei der Fall, da der Standpunkt des Inserenten in der.Vonvärts"-Notiz verworfen und in drastischer Weise bloßgestellt worden sei. Aus allen diesen Gründen, schloß Genosse Kunert, seien weder die Anklage noch das erstinstanzliche Urtheil aufrecht zu erhalten. Denn nicht der Buchstabe, sondern der Geist des Ge- setzes hat zu entscheiden, und das um so mehr, als es sich hier für den„Vorwärts" nicht darum handelte, der Unzucht und Frivolität Vorschub zu leisten, sondern allein darum, auf die Unsilllichkeit gewisser bürgerlicher Kreise hinzuweisen und schwere öffentliche Mißstände rücksichtslos zu brandmarken. Der Vertheidiger Rechtsanwalt H e r z f e l d führte aus, daß die Annahme des Schöffengerichts, eine unzüchtige Schrift bleibe objektiv eine solche, so lange sie in der ursprünglichen Form reproduzirt werde, auf den Zweck der Reproduktion komme es nicht an, unhaltbar sei und der konstanten Rechtsprechung des Ober-Tribunals und des Reichsgerichts widerspreche. Nach dieser Rechtsprechung werde einer an sich unzüchtigen Schrift der Cha- rakler des Unzüchtigen genommen, wenn sie wieder veröffentlicht werde zu dem äußerlich erkennbaren Zweck, sie als unzüchtig bloßzustellen, in der ersichtliche» Absicht, darauf hinzuweisen, daß sie die im Volk bestehenden Begriffe von Scham, Sitte und An- stand in geschlechtlichen Dingen gröblich verletze. Das sei hier der Fall. Die Glossen des„Vorwärts" zu der Annonce, nament- lich die Schlußworte„den Gerichlsassessor möchten wir einmal in einem Kuppeleiprozcsse agiren sehen" und die Stichmarke„der Gerichtsassessor sucht ein Zimmer", machen es deutlich erkennbar, daß der Zweck des Wiederabdrucks sei, die Annonce zu geißeln, daraus hinzuweisen, daß ein Mann, der als Richter Kuppelei zu bestrasen habe, bier selbst die Presse als Kupplerin benutze.— Das Anstandsgefühl in geschlechtlichen Dingen könne durch diese Notiz nicht verletzt werden, im Gegentheil müsse es durch die- selbe eine Genuglhuuug empfangen. Eine unzüchtige Schrift liege daher objektiv nicht vor. Ebenso wenig aber subjektiv. Denn Kunert habe bei der Veröffentlichung nicht da? Bewußtsein gehabt, daß durch die Notiz zu außerehelichem Geschlechtsverkehr angereizt und dadurch das Anstandsgefühl ver» letzt werde, fondern im Gegentheil das Bewußtsein, daß durch dieselbe die geschlechtliche Uusitllichkeit gekennzeichnet und für das Anstandsgefühl des Volkes eine Lanze gebrochen werde. Der Vertheidiger beantragte deshalb Aushebung des ersten UrtheilS und Freisprechung des Angeklagten. Der Staatsanwalt beantragte darauf, die Berufung bei Angeklagten zu verwerfen. Die Motivirung des Antrages ersparte sich der öffentliche Ankläger. Der Gerichtshof erkannte nach längerer Berathung auf Auf- Hebung des Urtheils erster Instanz. Der Angeklagte sei des Vergehens gegen§ 184 nicht schuldig und daher frei- zusprechen. Die Kosten des Verfahrens sind der Staats- lasse aufzuerlegen. Der Gerichtshof ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß der Angeklagte nur seine Mißbilligung gegen denjenigen, der die Annonce in der„Wohn.-Ztg." erlassen, habe aussprechen wollen. Der Gerichtshof ist von der Voraussetzung ausgegangen, daß der Abdruck einer beleidigenden Aeußerung, um eine Kritik daran zu knüpfen, keine neue Beleidigung sei. Aehnlich liege der zur Verhandlung stehende Fall. Der Angeklagte habe die Annonce der„Wobn.-Zlg." zum Abdruck gebracht und daran eine mißbilligende Kritik geknüpft, aus der hervorgeht, daß er die in der Annonce enthaltene Anreizung zu unsittlichem Ge- chlechtsverkehr entschiede» verurtheile. Es sei zu erwägen: was ist der Zweck des Artikels im„Vorwärts", uud welche Wirkung sollte derselbe auf das Leserpublikum haben? Der Gerichtshof ist zu der Ansicht gekommen, daß hier nur das unsittliche Treiben eines anderen verurlheilt werden, aber nicht aufs neue zu Unsittlichkeiten angereizt werden sollte, und mußte auf Freisprechung erkannt werden, weil die sittliche Absicht des Angeklagten i» der inkriminirteu Notiz ganz unverkennbar sei. Tokales. 11 gung der Ortspolizei Behörden zu Luftbarkeiten stempelpflichtig| Krüger auf erfolgte Anzeige direkt durch eine Militärpatrouille ist. Der neue Stempeltarif besagt darüber sehr deutlich, daß nach seiner Garnison zurückgeholt und dem dortigen MilitärAchtung, dritter Reichstags- Wahlkreis! Donnerstag, Genehmigungen der Ortspolizei- Behörden zur Veranstaltung von arrest zugeführt wurde. Dieser Vorfall, den der Soldat schwer den 16. April, abends 81/2 Uhr, findet in Brochnow's Saal, Musikaufführungen, Singspielen, Gesangs- und deflamatorischen zu büßen haben wird, lehrt wieder, daß unsere Parteigenossen Sebastianstr. 39, eine Voltsversammlung statt. Auf der Tages Vorträgen, theatralischen Vorstellungen oder sonstigen Luftbar- beim Militär nicht vorsichtig genug ihre Worte auf die Wagschale ordnung steht: Vortrag und Stellungnahme zur Feier des 1. Mai. teiten aller Art, und zwar sowohl von öffentlichen Gesellschaften legen können. In anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwartet einen zahl- wie auch von Privat oder von geschlossenen GesellMangelhafte Aufsicht scheint in der Bade- Anstalt an der reichen Besuch auch der Genossinnen die Vertrauensperson: schaften dargebotenen" mit einer Stempelsteuer von 1,50 M. und Schillingsbrücke zu sein: Eine junge Dame benutzte in der Zeit Wilhelm Börner. bei„ Luftbarkeiten geringfügiger Art" von 50 Pf. zu belasten dieser städtischen Anstalt. Während die Thür zu der Zelle, in Steindrucker und Berufsgenoßen! Sonnabend, den 11. April, anstalter. Achtung, Präger und Prägerinnen, Lithographen, find, natürlich nicht auf Kosten der Behörden, sondern der Ver- zwifchen 7 Uhr 50 Minuten und 8 Uhr das Brausebad in welcher die Badende sich befand, zugemacht und auch durch eine abends 81/2 Uhr: Große öffentliche Versammlung im Lokale des Elendsstatistik. Am 1. März cr. befanden sich im städtischen Tafel als geschloffen bezeichnet war, flopste es. Tregdem die Herrn Gründel, Brunnenstr. 188. Die Kollegen und Kolleginnen Obdach 19 Familien mit 67 Personen darunter 9 Säuglinge Dame sofort rief, daß die Zelle besetzt sei, wurde die Thür aufder Firma Wunsch u. Lange sind besonders eingeladen.( Siehe und 44 Einzelpersonen. Am 1. April war der Bestand gerissen, und zwar von einem Herrn, der sich allerdings im morgen Inserat im Vorwärts"). Der Ver 20 Familien mit 67 Personen- darunter 12 Säuglinge Ueber die Person des und selben Augenblick wieder entfernte. trauensmann. 35 Einzelpersonen. Das Asyl für nächtliche Obdachlose daselbst Mannes, sowie über die Umstände, die ihm solches ermöglichten, benutten im Laufe des Monats März 86 717 Personen, und tonnte das bestürzte junge Mädchen nichts näheres erfahren; zwar 35 839 Männer, 878 Frauen. Von diesen Personen die Badewärterinnen erklärten, daß sie angesichts des großen wurden 14 dem Krankenhause Friedrichshain, 77 dem Kranken- Andranges keine Zeit hätten, dem Fall auf den Grund zu gehen. hause Moabit, 10 der Charitee überwiesen, 427( 413 Männer, Mehr Bedienung! Red. d.„ Vorw." Obdachs wurden 13 Männer überwiesen. 14 Frauen) der Polizei vorgeführt. Der Krankenstation des Tod durch Heilferum? Die gestrige Vosfische Zeitung" Gebadet haben " 20 687 Personen. Im des Berliner Asylvereins gestohlen. In einem Anfall von Geiftesstörung hat sich der Schlächter Otto Reimer, Steinmeßstraße 38 in Nixdorf, erhängt. Er hinterläßt Frau und vier Kinder. Die unehelichen Geburten haben in Berlin feit 1890 wieder bedeutend zugenommen und besonders 1895 eine außerordentliche Höhe erreicht. 1895( bezw. 1890) wurden hier 48 801( 50 875) Kinder geboren( Todtgeborene mitgezählt), bas find 29,4( 33,0) pro 1000 Personen der mittleren Bevölkerung. der Bevölkerung, und 7070( 6238) uneheliche, 4,3( 4,0) pro 1000 für Obdachlose nächtigten im Monat März 9610 Personen, im sonderen Meldung! Gestern Nachmittag 6 Uhr verschied plötz= der Bevölkerung. Die absolute Zahl der Geborenen war 1895 Frauenasy! 639. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer des Behring'schen Heilferums zur Immunistrung unser herziges einer Einspritzung bei den ehelichen um 2906(= 6,5 pCt.) niedriger, bei den un Frauenasyl 639. Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer lich mitten in blühendster Gesundheit infolge einer Einspritzung ehelichen dagegen um 832(= 13,3 pet.) höher als 1890. Unter Büschingstr. 4, für Frauen Füfilierstr. 5. Ernstchen im Alter von 13/4 Jahren. Um stille Theilnahme bitten je 1000 Geborenen waren 1890 122,6, aber 1895 144,9 uneheliche. Zu der Agitation der Hausbefizer gegen das Wohnen Profeffor Dr. med. Robert Langerhans und Frau, Anna, geb. Man muß um mehr als 25 Jahre zurückgehen, wenn man städtischer Beamten in den Vororten schreibt die National Gerhardt, Kronprinzen Ufer 29. Berlin, den 8. April 1896. für die unehelich Geborenen Berlins eine ebenso hohe Beitung" ganz hübsch: Nach der letzten Zählung stehen in Berlin Dieser traurige Vorfall, der in befremdlichem Widerspruch zu Berhältnißzahl finden will, wie sie 1895 aufweist! Die privi- etwa 20 000 Wohnungen leer. Diesem Uebelstande soll dadurch den Mittheilungen steht, die kürzlich erst über die günstige legirten Eugendwächter des Muckerthums sind mit der Erin etwas abgeholfen werden, daß man etwa 1000 städtische Beamte Wirkung des Heilferums aus dem Kaiser und Kaiserin Friedrichs tlärung dieser auffälligen Erscheinung rasch fertig. Sie sehen in zwingen will, in Berlin zu wohnen. Man darf nun eine Petition Krankenhaus veröffentlicht wurden, wird die Frage der Serumder Zunahme der unehelichen Geburten bekanntlich ein Zeichen des Gastwirthevereins erwarten, der den städtischen Beamten ver behandlung in ärztlichen Kreisen von neuem zur Erörterung der Zunahme der Unsittlichkeit. Nach dieser ein- bietet, am Sonntage ihr Bier in den Vororten zu trinken, und stellen. fältigen Ansicht müßte freilich das Jahr 1890, das verhältniß- eiue Petition der Großen Berliner Pferdebahn, welche der Stadt Ein junger Mensch namens H., in Berlin, Reichenbergermäßig eine so niedrige Bahl unehelicher Geburten aufwies, wie große Abgaben zu zahlen hat, die auf ein Verbot der Benutzung ftraße wohnhaft, wurde am Hermannplatz von einem Rixdorfer fie in Berlin feit 50 Jahren nicht( und vielleicht überhaupt noch der Stadtbahn hinausläuft. Dieselbe Berechtigung dazu ist ja Nachtwächter mit einem Bogelbauer festgenommen, in welchem nicht) beobachtet worden ist, einen Höhepunkt der Tugendhaftig vorhanden. Ebenso sollte nachträglich der Bund der Berliner sich eine Anzahl hiesiger und ausländischer Waldvögel befanden. keit bilden! Selbstverständlich hat die Zu- oder Abnahme der Grundbesigervereine noch auf eine Verlegung der Ausstellung Wie festgestellt wurde, hatte H. Bauer und Bögel von einem im unehelichen Geburten mit der Sittlichkeit sehr wenig zu thun. Die von Treptow nach Berlin dringen, obwohl dagegen ver ersten Stockwert des Hauses Jägerstraße 64 belegenen Balkon Ursachen sind ganz anderer Art. Zunächst kommen mancherlei äußere muthlich wieder der Grundbefizerverein des Südostens Einspruch Umstände in betracht, z. B. wie start gewisse Altersklassen und erheben würde. Auch sollte eine Kommission eingesetzt werden, gewiffe Berufe unter den Unverheiratheten beider Geschlechter um zu untersuchen, ob sich nicht eine Handhabe finden würde, vertreten sind. Aenderungen in der Stärke dieser Bevölkerungs- um ein Verbot des Wohnens in den Vororten auch auf die gruppen, etwa eine Vermehrung der militärischen Besayung( in staatlichen Beamten auszudehnen. Verbürgten Gerüchten zufolge Berlin Ende 1893 um 3600 Mann!), ein Anschwellen des zu wohnen etwa 5000 von ihnen in Charlottenburg und einige zuges von Dienstmädchen( mehr als der 3. Theil der unehelichen tausend in Friedenau, Steglitz und Zehlendorf. Es erübrigt Mütter gehört in Berlin zu den Dienstboten!), tönnen nicht ohne dann nur noch eine Dankadresse an den Herrn EisenbahnEinfluß auf die unehelichen Geburten bleiben. Als wichtigste minister, daß er den Wünschen der Vororte nach besseren BerUrsache der Zunahme dieser Geburten wird jedoch nicht die Ab- bindungen hin und wieder doch etwas Widerstand entgegengesetzt hat nahme der Eheschließungen angesehen. Es scheint, als und eine Ernennung des General- Postmeisters Dr. v. Stephan zum ob auch für Berlin die in den letzten Jahren eingetretene erneute Ehrenmitgliede, weil ein doppelter Brief nach Schöneberg immer Ein verschwundenes Geschwisterpaar macht im Norden Bunahme unehelicher Geburten in der Hauptsache so erklärt noch 20 Pfennige kostet und dadurch das Wohnen in den Vor- der Stadt von sich reden. Es sind die 12 Jahre alte Marie werden muß. Die Heirathsziffer stieg bekanntlich nach 1870/71 orten verleidet wird. Backhaus und deren 8 jähriger Bruder Theodor, die sich am außerordentlich rasch, stellte sich in Berlin 1875 auf 30,6 Che schließende pro 1000 Personen der mittleren Bevölkerung. fiel Ausstellung befindet sich zur Zeit auf dem Terrain der Ge- findlichen elterlichen Wohnung entfernt haben. Ob sich die Ein neues Fernsprechvermittelungs- Amt Gewerbe- Dienstag Vormittag aus der in dem Hause Soldinerstr. 109 bedann bis durchschnittlich 19,5 in 1879, 80 und 81, stieg wieder werbe- Ausstellung in Treptow im Bau. Das Amt wird rechts Kinder in Berlin aufhalten oder wohin ste gerathen sind, weiß bis 23,0 in 1890 und fiel von neuem bis 20,8 in 1895. Ganz von dem künstlichen See errichtet, erhält einen Isolatoren- Thurm niemand. ähnlich war der Gang der unehelichen Geburten. Die Zahl der mit 480 oberirdischen Leitungen und Rabelleitung nach Bedarf. unehelich Geborenen fiel bis 129,5 unter 1000 Geborenen 1000 Geborenen Bur Zeit sind nach der Ausstellung ca. 70 Leitungen gelegt, doch in 1876, Stieg mit geringen Schwankungen bis durch schnittlich 187,1 in 1880, 81 und 82, fiel, gleichfalls wenig vergrößert sich die Zahl derselben täglich, da bis jetzt weit über 300 Meldungen vorliegen, welche später an das Vermittelungsschwankend, bis 122,6 in 1890 und war dann 1891: 127,5, amt Gewerbe- Ausstellung" angeschlossen werden. Das neue 1892: 131,3, 1893: 135,6, 1894: 136,6, 1895: 144,9 unter 1000 Geborenen. Daß diese beiden Reihen nicht zufällig zusammen- Fernſprechamt wird nur für die Zeit vom 1. Mai bis 1. Ottober bestehen. fallen, sondern bis zu einem gewissen Grade zu einander in dem Verhältniß von Ursache und Wirkung stehen, dürfte kaum zu be- Die Treptower Chauffee, welche bekanntlich der Auszweifeln fein. Der Gang der Heirathsziffer ist aber wesentlich stellung einverleibt ist, wird auch mit Ausstellungsgebäuden besetzt beeinflußt worden durch die wirthschaftlichen Verhältnisse, deren werden. Dort kommen Pavillons größerer Maschinenfirmen und Druck auf die arbeitende, besiglose Klasse durch die fünstliche der Elektrizitätswerke zur Aufstellung, welche auf dem eigentlichen Lebensmittelvertheuerung noch verstärkt wurde. Ist es nun nicht Ausstellungsterrain feinen Plaz mehr finden konnten. Da die eine eigene Fronie, daß gerade in denjenigen Kreisen am lautesten Arbeiten erst mit dem Moment der Kassirung der Chauffee in über die Zunahme der unehelichen Geburten als ein Zeichen zu- Angriff genommen werden konnten, dürften einzelne der Gebäude nehmender Sittenlosigkeit gejammert wird, die zum Theil recht zum 1. Mai noch nicht vollkommen fertig gestellt sein. Eine Beeifrig an der Lebensmittelvertheuerung mitgewirkt haben? fürchtung, die wohl auch auf andere Theile der Ausstellung zutreffen wird. 18,2 " Polizeilich geschlossen wurde das Lokal Schwedterstr. 20, dessen neuer Wirth, ohne Konzession zu besigen, an Dirnen und dessen neuer Wirth, ohne Konzession zu besigen, an Dirnen und Buhälter ausgeschänkt hat. Erhängt hat sich am Mittwoch Abend der 40jährige Hausdiener R. in der Blumenstr. 16. Die Leiche eines Mädchens, dessen Gesichtszüge nicht mehr genau fenntlich sind, ist Donnerstag, vormittags um 5 Uhr, vom Schiffbauerdamm aus der Spree gelandet worden. Zeugen gesucht. Die Personen, welche in der Nacht zum Dienstag den Vorgang beobachtet haben, der sich Ecke der Wrangelund Lübbenerstraße zwischen einer Privatperson und einem Schuhmann abspielte, werden gebeten, ihre Adresse bei Wilhelm Kleinke, Muskauerstr. 14, Hof im Keller, abzugeben. Zu dem plötzlichen Tode des Herrn Ferlig, der gestern von uns gemeldet wurde, wird uns mitgetheilt, daß der Herr sich nicht als Bräutigam, sondern als Trauzeuge auf dem Wege zum Standesamt befunden hat. Witterungsübersicht vom 9. April 1896. Swinemünde München Barometerstand in mm, d. Meeressp. Windrichtung Windstärke Wetter Temperatur nach Celsius (= O) 766 NNO 1 Nebel . 767 NW 1 bedeckt 766 WNW 2 bedeckt 767 N 3 wolfig 11 765 NW 2 bedeckt 762 Still Regen 758 Still wolfenlos-2 770 3 halb bedeckt 12 763 S • 769 • NNW 0 1 halb bedeckt bedeckt 11 11 ៩ ៖ Kunst und Wissenschaft. Die Sterblichkeit in Berlin war 1895 höher als 1894. Der Often und die Ausstellung. Vorgestern Abend fand Stationen. Nach den Ermittelungen beim städtischen Statist. Amt" starben im Deutschen Hofe in der Luckauerstraße eine„ Versammlung von 1895( in Klammern für 1894) 17 770( 16 418) männliche Per Bürgern der Louisenstadt" statt, in welcher unter dem Vorsitz des sonen oder 22,5( 21,0) pro 1000 der männlichen Be- Stadtverordneten Liebenom über Maßnahmen zur Ausschmückung völkerung und 15.857( 14 528) weibliche Personen oder der Straßen der Reichshauptstadt aus Anlaß der Gewerbe- Aus1000 der weiblichen Bevölkerung, 3- ftellung am 1. Mai berathen wurde. Die Versammlung hatte Samburg ( 16,8) pro fammen 33 627( 30 946) Personen oder 20,3( 18,8) pro 1000 der feinen positiven Erfolg; es wurde nur beschlossen, durch Aufrufe Berlin gesammten Bevölkerung. Dazu tamen 1652( 1610) Todtgeborene ober 1,0( 1,0) pro 1000 der Bevölkerung.( Hinsichtlich der Sterb- die gesammte Bürgerschaft Berlins zu veranlassen, sich an einer Wiesbaden allgemeinen Dekoration der Reichshauptstadt zu betheiligen. Es lichkeitsgiffer ist zu beachten, daß die einfache Vergleichung der dürfte der Bürgerschaft" der Proletarterviertel ziemlich schwer wien dürfte der Bürgerschaft" der Proletarierviertel ziemlich schwer Bahl der Sterbefälle mit der mittleren Bevölkerungszahl für große fallen, das" Elend sechs Monate hindurch vor kritischen Augen zu Haparanda Städte, da in dieſen meist die kräftigeren Altersklassen sehr start verbergen. vertreten sind, ein zu günstiges Verhältniß ergiebt.) Zugenommen Betersburg hat die Sterblichkeit fast in allen Altersklassen, am meisten bei Ueber geradezu unglaubliche Vorkommnisse im Gork den über 70 Jahre alten Personen und obwohl 1895 felbft städtischen Krankenhause zu Eharlottenburg berichtet die Aberdeen. die absolute Zahl der Geburten, wie seit mehreren Jahren, weiter dortige Neue Zeit". Am 1. d. M. wurde ein Arbeiter Burd- Paris. zurückgegangen ist bei den Säuglingen( unter 1 Jahr alt). zinski, angeblich an delirium tremens leidend, in das KrankenWetter- Prognose für Freitag, den 10. April 1896. Bon letteren starben 11 731( 10 641) oder 24,9( 22,2) auf haus aufgenommen. Der Kranke war besonders in der Nacht Etwas wärmeres, zeitweise nebeliges, vielfach heiteres Wetter 100 lebend Geborene deffelben Jahres. Auf die Monate Juli sehr unruhig, stand wiederholt aus dem Bett auf, tobte und und August tamen allein 8916( 3516) gestorbene Säuglinge. Die raste, schrie nach seinen Sachen, die er zusammenpacken wollte, mit schwachen füdwestlichen Winden; feine oder unerhebliche Berliner Wetterbureau. Häufigkeit der einzelnen Todesursachen hängt von ver- um nach Hause zu gehen, und mußte, da gütliches Zureden keinen Niederschläge. schiedenen Bedingungen ob, von der Gliederung der Be- Erfolg hatte, stets wieder zu Bette gebracht werden. Am Donnersvölkerung nach Geschlecht, Alter und Beruf, von der wirthschaft- tag war er tagsüber etwas ruhiger, abends aber und besonders lichen Lage, von der Witterung u. s. w. Für Berlin, wo die in der Nacht war er wieder sehr unruhig und machte Arbeiterklasse zahlreich genug ist, um in der Bevölkerung den Aus- den beiden Wärtern viel zu schaffen. Am Freitag früh Das National Theater wandelt wieder auf klassischen schlag zu geben und ihr ein ganz bestimmtes Gepräge aufzudrücken, war Burdzinski todt. Bei näherer Untersuchung wurden Pfaden. Nichts Geringeres als" Othello" wurde am Mittwoch ift bemerkenswerth die hohe Sterblichkeit an Lungenkrankheiten, am Halse der Leiche Kraßwunden und Strangulations Abend gegeben. Ueber die Art der Aufführung bringt man in die besonders unter den Männern mittleren Alters zahlreiche Marten vorgefunden. Bei einem Verhör bezichtigten sich die solchen Fällen keinen griesgrämigen Bericht; man nimmt den Opfer fordern, und an akuten Darmkrankheiten, denen die Kinder beiden Krantenwärter gegenseitig derartig, daß sie in Haft ge- guten Willen für die That und läßt der Künstlerschaft und der des Proletariats massenhaft erliegen. Es starben 1895( bezw. 1894) nommen wurden. Nach den Aussagen Beider war der Krante Direktion jenseits von gut und böse ihre bevorzugte Stellung. 3. B. an Mafern oder Lungenentzündung nach Masern 320( 344), fehr auffässig, so daß er mit Gewalt zur Ruhe gebracht werden Liegen doch die Theaterverhältnisse in Berlin so fläglich, daß es Scharlach oder Scharlach Diphtherie 847( 443), Diphtherie 939 mußte. Hierbei will der eine dem Kranten eine Flasche vor die dem Arbeiter fast unmöglich ist, sich eine Vorstellung auf einer ( 1860), Reuchhuften 458( 845), Diarrhoe 1885( 1064), Brechdurch- Stirne gehalten und ihn bedroht haben, der andere behauptet unserer besseren Bühnen anzusehen, und daher mag es immerhin fall 2387( 1821), Magen- und Darmtatarrh 1173( 897), Lungen- aber, daß der Kranke mit der Flasche geschlagen worden sei. als etwas Gutes gelten, daß sich im Osten der Stadt entzündung 2492( 2258), Bungenschwindsucht 3890( 8810), davon Einer hat zugegeben, es wäre möglich, daß er den Kranten mit ein Kunstinstitut befindet, das zu einem bisher unerhört 2349( 2286) männlich und 1541( 1524) weiblich, Grippe 478( 153), dem Fuße gestoßen habe. Thatsächlich ist Burdzinski mit einem billigen Eintrittspreis die Werke unferer Dichter aufführt. Die Altersschwäche 1094( 1001), davon 374( 819) männlich und 720 Handtuche beziehungsweise Bettlaken erwürgt worden. Das Mittwochsvorstellung erlangte durch das Gastspiel des Herrn ( 682) weiblich. Belaftungsmaterial gegen die beiden Wärter ist so bedeutend, May Alberty vom Lübecker Stadttheater noch einige Bedeutung. Der Mädchenverführer Simon Blad macht auch der daß fie in das Moabiter Untersuchungsgefängniß gebracht wurden. Der Gast war mit Eifer bei der Sache und bot eine im ganzen annehmbare Leistung. Um die Regie, die mit primitiven Mitteln Aus Nixdorf. Auf Beschluß der Gemeindevertretung hat zu wirthschaften hatte, machte Herr Samst sich verdient. Mainzer Kommune, die er gleichfalls mit einer Erbschaft bedacht hat, einiges Kopfzerbrechen. In der Preffe der goldenen Stabt die Gemeinde- Gasanstalt den Preis für Gas zu gewerblichen, tobt wie hier der Streit um die Frage, ob das Geld anzunehmen Heiz- und Kochzwecken von 12,8 auf 11 Pf. pro Kubikmeter Gerichts- Beitung. oder zurückzuweisen sei. Mainz hat allerdings den Vorzug, daß herabgefeht. Das Marktstandgeld auf dem Wochenmarkt in es dem braven Erblasser fein Denkmal zu setzen braucht und der Richardstraße ist von 10 auf 20 Pf. pro Quadratmeter er- Der Freiherr Felig von Hahn aus Rußland stand vorAls 5. Kommunalarzt ist der in der Hermann gestern unter der Anklage, einen Wechsel auf 50 300 m. gefälscht daher erscheint die Sache den dortigen Bürgern nicht ganz so höht worden. bebentlich wie den Berlinern. Trotz alledem sollte aber der Straße wohnhafte Arzt Dr. Jacoby gewählt und verpflichtet zu haben, vor der ersten Straffammer am Landgericht I. Der Die neuangelegten beiden Straßen, welche nach Angeklagte behauptet, daß ein Herr Meyer, bei dem er RennBerliner Magistrat den Muth besitzen, die Erbschaft des An- worden. rüchigen zu nüßlicher Berwendung anzunehmen. Was fann die Treptow führen, sollen je auf einer Seite Gasleitung und wetten festlegte, ein diesem überwiesenes Blanko- Akzept, welches Eine öffentliche ihm von einem Freunde unter der Bedingung gegeben war, daß Dentmalsfrage für Sorge machen? Steht in der weiten Welt Straßenlaternen mit Gasglühlicht erhalten. ob Gymnasium oder Realgymnasium er es mit nicht über 10 000 m. ausfüllte, mit 50 300 M. be= doch so mancher, der es nicht verdient, in Erz gegossen da, und höhere Knabenschule fchließlich ist eine Art Schandfäule, die lebenden Wüftlingen zur schrieben habe. Der als Zeuge vernommene Herr Meyer sagte dagegen aus, daß er den Wechsel ausgefüllt von Herrn v. Hahn Warnung dienen tönnte, doch auch ein Denkmal. erhalten habe. Die Sache wurde nicht für geklärt erachtet und das Gericht erkannte daher auf Freisprechung. Der Staatsanwalt tragt! Einen Sozialdemokraten in Uniform" nannte sich im Verbergt Eure Gedanken, wenn Ihr zweierlei Tuch batte 1 Jahr Gefängniß und 2 Jahre Ehrverluft beantragt. Bilder aus dem Stadtbahn Verkehr werden ab und zu angeheiterten Zustande in einem öffentlichen Lokale zu vor den Gerichtshöfen aufgerollt, in der Regel jedoch unter Auss Die Veranstalter von 1,, Luftbarkeiten" und dergleichen Strausberg der daselbst auf Urlaub befindliche Dekonomie- Hand- schluß der Oeffentlichkeit. In den abgeschlossenen Abtheilen der seien darauf aufmerksam gemacht, daß nach dem am 1. d. Mwerter Krüger von der Detonomie- Abtheilung des 3. Armeekorps Wagen wird nicht selten gegen die gute Sitte verstoßen. Einer, in fraft getretenen neuen Stempelsteuer- Gesez auch die Genehmi aus Spandau. Diese unbedachte Aeußerung hatte zur Folge, daß der es in dieser Beziehung besonders arg getrieben hat, ist der W Herr Zelle, unser Oberbürgermeister, hat vom König von Italien einen Orden erhalten. Vielleicht ein verspäteter Lohn für die mit dem Gelde der Steuerzahler veranstalteten Empfangsfeierlichkeiten? steht noch nicht fest soll in Rigdorf errichtet werden, wodurch man steuerkräftige Elemente beranzuziehen hofft. Eine Kom mission wurde beauftragt, mit der Regierung dieserhalb in Unterhandlung zu treten. 1 60jährige, aus Hamburg gebürtige Kaufmann Guftav Friedrich Imann vom Infanterie- Regiment Nr. 103 und einem Stabsarzt I gabe solcher besonderen Marken, sondern nur die Bedingungen, Joachim von der Brelje, der täglich von seiner Wohnung der Reserve statt, bei dem der Offizier schwer verwundet wurde. unter denen die Postkarten der Vereinsstaaten dem Vertragssatz in Charlottenburg nach Berlin fuhr. Im Stadtbahnwagen traf Der Zustand des Verlegten hat sich inzwischen so verschlimmert, von 10 3entimes unterworfen werden. Darauf fußend wurde er häufig mit einer Schülerin einer höheren Töchterschule zu daß jetzt das Bein hat amputirt werden müssen. feinerzeit die italienische Jubiläums- Postkarte, weil sie gegen die sammen, an welcher er, troh ihres kindlichen Alters unter nicht gefährdet. 14 Jahren, unzüchtige Handlungen verübte. Der Umstand, daß dort gemeldet wird, im Erlöschen begriffen. Die Stadt war Der Waldbrand bei Meran ist, wie vom 9. April von Weltpoftvereins- Abmachungen verstieß, von Frankreich mit einem Zuschlagsporto belegt. die Anklage mindestens 15 Fälle annahm, läßt den Schluß zu, daß ein gegenseitiges Einverständniß zwischen dem Verführer und der Verführten stattgefunden hat. Die II. Straftammer am Land. gericht II, welche den Fall abzuurtheilen hatte, erkannte auf neun Monate Gefängniß. Das Eisenbahnunglück von Ottignies vor Gericht. Aus Brüssel wird berichtet: Das Appellationsgericht hat am 8. April in zweiter Instanz das Urtheil, betreffend die Eisenbahnkatastrophe in Ottignies, wobei 24 Personen ums Leben tamen, gefällt. Ein Hilfsarbeiter erhielt 6 Monate, ein Stations. assistent ein Jahr Gefängniß. Der Wittwe des verunglückten Maschinisten wurden 7600 Fr. Entschädigung zugesprochen. Der belgische Staat hat ferner alle Entschädigungssummen, welche den Verwandten der Verunglückten zukommen, zu zahlen. " Soziale Rechtspflege. 1 Verhaftete Bankiers. Wie die Hamburgische Börsenhalle" meldet, wurden die beiden Bantiers Beuther und Gärtner, Inhaber der gleichnamigen hiesigen Bantfirma, wegen Betruges Unterschlagung eines Depots von 60 000 M. handeln. Das und Unterschlagung verhaftet. In einem Falle soll es sich um Geschäft wurde polizeilich geschlossen und die Geschäftsbücher wurden beschlagnahmt. Die Kasse war gänzlich leer. Eingelaufene Druckschriften. Karl Mare zum Gedächtniß. Ein Lebensabriß und Erinnerungen, betitelt sich eine hochinteressante Schrift, die Genosse 28. Liebknecht im Laufe dieses Jahres bet Wörlein u. Komp. in Nürnberg erscheinen läßt. Indem wir heute schon auf die Broschüre aufmerksam machen, wollen wir darauf hinweisen, daß Liebknecht, der von 1850 bis 1602 felt it, über Marr'ſchen Hauſe in London verkehrte, wie frenschaft, nicht ben warg ber antlig trägt " Soziale Praxis, Zentralblatt für Sozialpolitit"( Berlin, Carl Heymann's Ver lag) enthält in threr neuesten Nr. 28 folgenden leitenden Auffaz: Die nächsten Aufgaben der Reichstommission für Arbeiterstatistit. Von Dr. Ad. Braun. Aus dem Notizentheil heben wir hervor: Uebereintommen zwischen Fabrikanten und Arbeitern in der Färbe- Industrie von Ueber= Arbeiterverhältnisse im franzöfifchen Bergbau. Yorkshire. Grund= wachung des Privatlebens der bayerischen Staatsbahn- Arbeiter. Städtisches steuer und abgestufte Umsatzsteuer in Köln und Dortmund. Submissionswesen in Stuttgart. Arbeitslosentaffe bei der Spartasse in Bologna. Kommunale Fürsorge für Hausreinigung in Schottland und Irland. Ausschluß intereffirter Gemeindevertreter. Schußbestimmungen in Berlin, Magdeburg und Leipzig. Der preußische Bericht über die Fabrikinspektorinnen in England. Gewerbe- Inspektion in Württemberg im Jahr 1895. Fabritwächter und Arbeiterschuh. Die Neuregelung des Armenwesens im Kanton Bern. Von Stadtrath A. Stect. Bauordnungen in deutschen Städten. Von Dr. jur. R. v. Mangoldt. Deffentliche Lesehallen in Deutschland. Lehrlingsausbildung mit staatlicher Unterstügung in Baden. 1 Briefkasten der Redaktion. Neue anzugeben, unter der die Antwort ertheilt werden soll. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Freitag und Sonnabend, abends von 6-7 Uhr statt. Mulus. Anonyme Mittheilungen können wir nicht verwerthen. Deutscher Verein Lausanne. Trotz alledem angekommen Herzlichen Dant. R. G. 78. Bei Günzel, Lothringerstr. 53. Reuter, Wilmersdorf. Geben Sie Ihre Bekanntmachung als Annonce auf. Humanistische Gemeinde. Sie tagen in einem gesperrten Lokale, deshalb können Ihre Versammlungen in unseren Vereinskalender nicht aufgenommen werden. Marr zu schreiben. Nicht den Marr der Mary Politik behandelt Siebknecht- außer im Lebensabriß in dieser Schrift, sondern den Menschen Marr. Marr, so wie er war, als Mensch, unter Ein komischer Moralist. Eines der Hauptwerke der Freunden, in der Familie mit Frau und Kind, dem Bolt nah zu rücken, Mainzer Gemäldegalerie, das Bild„ Adam und Eva im Paradies", dieses große Herz neben dem großen Geift zu zeigen bieses große Herz, ist seit einigen Tagen auf Anordnung der Museumsdeputation bas so warm schlug für alles Menschliche und für alles, was Menschendas ist sicherlich ein Att der Gerechtigkeit und zugleich ein der städtischen Gemäldegalerie mit einem grünen Vorhange ver- nügliches Wert. Die Schrift wird material enthalten, das ein anderer eben hängt worden, so daß das Bild für die Folge nur für denjenigen nicht beibringen tann und so lann sie wohl als eine werthvolle Bereicherung Beschauer sichtbar ist, welcher den Vorhang von dem Gemälde der Literatur bezeichnet werden, die gerade im flaffenbewußten Proletariat, entfernt. Wie der M. Anz." erfährt, hält der Direktor der welchem Marr die Wege wies, weitefte Verbreitung verdient. Mainzer höheren Mädchenschule, Professor Dr. Römheld, das Eine wichtige Entscheidung für Radfahrer, die das Bilbob es wirklich von Dürer stammt, ist nicht bestimmt zu Rab vorwiegend als Beförderungsmittel im Gewerbebetrieb fagen für so ärgernißerregend und unmoralisch, daß er den benutzen", hat das Reichs- Versicherungsamt erlassen; sie lautet: Schülerinnen den Anblick verwehrt wiffen wollte. So tam man Das Fahrrad fann heutzutage in Deutschland nicht mehr nur auf den famosen Einfall, vor dem Gemälde einen Vorhang als ein Gegenstand des Sports angesehen werden, sondern stellt anzubringen, der nach Belieben zu- und aufgezogen werden fann. Nun ist das Paradies verloren, ob aber die Unschuld ein Verkehrsmittel dar, dessen Benugung weit verbreitet ist und für manche Gewerbebetriebe eine erhebliche wirthschaftliche Begerettet ist? deutung gewonnen hat. Das Fahrrad muß sohin als ein den Ueber den Unglücksfall im Bärengraben zu Bern beGepflogenheiten der Bevölkerung entsprechendes Beförderungs- richten die Schweizer Blätter: Mittwoch früh gegen 6 Uhr ging mittel anerkannt werden." Einem Glafer, der in seinem Beruf ein Arbeiter am Bärengraben vorbei und sah darin in der Abdas Fahrrad benutzte und eines Abends verunglückte, wurde mit theilung der zwei alten Bären einen Mann liegen, an dem die dieser Entscheidung der Anspruch auf eine Rente zugebilligt, beiden Thiere fraßen. Der Mann war bis auf Strümpfe und nachdem die Berufsgenossenschaft es auf eine Klage hatte an- Schuhe ganz nackt; die Thiere hatten ihm die Kleider vom Leibe Von der Wiener Wochenschrift Die Zeit" ift soeben das 79. Seft erschienen. Hans tommen lassen. Aus dem Inhalt desselben heben wir hervor: Frühling. Von S. geriffen. Eine blane Bluse, deren Theile man im Zwinger liegen Victor v. Unruh. Von Prof. Dr. Alfred Stern. Ginige fromme SozialReichs Versicherungsamt. Banten und Bahnen.( Finanzieller politiker. Von Prof. J. Platter. Höchst interessant ist ein fab, läßt darauf schließen, daß der Getödtete ein Arbeiter gewesen. Brief aus Deutschland.) Bon S. v. H. Zum Fall Heffing. Von Prof. Rechtsstreit, den das Rekursgericht dieser Tage erledigte. Der Kopf und Hals waren bereits gänzlich zerfressen, an Arm und Dr. Theodor v. Jürgensen. Griechische Denter. Von Dr. Karl Joël. Maurer Völke war von der Leiter gestürzt und hatte sich dabei Hand hatten die Thiere alles Fleisch bis auf die Knochen wegErmete Novelli. Bon Das Stift von Pen- Bron. Von Pierre Lott. Roberto Bracco. Künstlerhaus. Von Hermann Bahr. Die Woche. verlegt. Der behandelnde Arzt vermochte als Folgen des Un- genagt, auch die Kopfhaut war ganz losgeschält. Der Wärter Bücher. Revue der Revuen. Der Sybarit. Bon John Henry Mackay. falles nur eine leiche Schwellung und Verfärbung der rechten des Bärengrabens ist zugleich Postbeamter und hatte Nachtdienst Schulter festzustellen, die bald wieder verschwanden. Bölke ver- auf der Post. Der Entdecker des Unglücks weckte die Tochter des Die arrenfrage am Ausgange des 19. Jahrhunderts. Von Fr. Areyschmar. Großenhain in Sachsen. Verlag von Hermann Starte. fiel indessen nach einiger Zeit törperlich vollkommen: Wärters, die Polizei wurde gerufen, ein Feuerwehrpiket rückte ( C. Plasnick.) feine Kräfte schwanden langsam dahin, der Gang wurde aus und machte ein großes Strohfeuer im Zwinger, um die schleppend. Völke mußte beim Gehen einen Stock benußen, außer Bären von der Leiche zu verscheuchen. Allein erst als man den dem fing er an, trocken zu hüfteln. Die Erwerbsfähigkeit des Strahl des Wasserhydranten auf die Thiere richtete, wichen sie Kranten nahm in hohem Maße ab. V. beantragte nunmehr bei in ihren Käfig zurück. Dieser wurde mit der eisernen Fallthüre mir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Bahl) der Magdeburgischen Baugewerts- Berufsgenossenschaft eine Un- verschlossen und nun konnte man den Zwinger betreten und fallrente, wurde aber sowohl von dieser, wie auch von ihrem den Leichnam bergen. Man legte ihn in einen Korb und Schiedsgericht abgewiesen, nachdem eine Reihe von Aerzten gut- schaffte ihn in die Leichenhalle. In einer Tasche der Kleidung achtlich gehört waren. Die betreffenden Mediziner hatten fand man einen Maßstab und ein Notizbuch. Ueber den Her: sämmtlich einen Zusammenhang zwischen dem oben er gang und die Zeit des Unglücks herrscht vollständige Ungewißwähnten Unfalle und der Erwerbsunfähigkeit des Klägers heit. Man nimmt an, daß der Verunglückte des nachts in den nicht entdecken fönnen. Eine törperliche Veränderung, Bärenzwinger gefallen ist und die Bären sich sofort auf ihn gedie fich auf den Unfall eventuell zurückführen ließe, worfen haben. Vor dreißig Jahren wurde im Bärengraben war nicht erkennbar. Einer der Gutachter bezeichnete ein Engländer zerrissen, der sich infolge einer Wette in den Völke als„ Simulant schlimmster Sorte", während ein anderer 3winger begeben hatte. Das Männchen des Bärenpaares, das als Krankheit desselben frühzeitige Greisenhaftigkeit" feststellte. heute den Zwinger bewohnt, ist das Junge des" Manni", der ( Kläger ist 56 Jahre alt.) Für die Klagen des bedauernswerthen jenen Engländer zerfleischt hat. Mannes über heftige Kreuzschmerzen 2c. fanden die meisten Die Todesursachen der 1894 in Preußen Gestorbenen. der Herren nur die Erklärung, daß er übertreibe. Alle Gutachter Bezüglich der Häufigkeit einzelner wichtiger Todesursachen in beobachteten bei dem Kläger eine äußerst gedrückte Stimmung; Preußen sind, wie die amtliche Stat. Korr." fchreibt, für das Bromberg. Bereits in Nr. 63 des Vorwärts" veröffentihnen selbst trat er mit großem Mißtrauen entgegen, Jahr 1894 unter den 679 793 Gestorbenen 77 Todesfälle an licht. Besten Dant. einen beschuldigte er sogar, daß er ihn hätte Der Bocken hervorzuheben; davon betrafen 37 das männliche und 40 Geschäftsreisender aus Gera. Der Fall kommt ja leider giften wollen. Auf Veranlassung des Reichs- Versicherungs- das weibliche Geschlecht. Unter diesen Gestorbenen waren sehr häufig vor. Er ist zu wenig charakteristisch und zu wenig amtes wurde Völke, der gegen das schiedsgerichtliche 28 Knaben und 21 Mädchen weniger als 15 Jahre alt; die substantiirt, um besonders erwähnt zu werden. Urtheil Returs eingelegt hatte, in der Berliner Charitee zur übrigen Todesfälle an Bocken tamen vereinzelt in den höheren W. Krüger. Nein.-H. Geißler, Caffel. 1. Nein. 2. Ja. Beobachtung untergebracht. Der Oberarzt Dr. Löhr erstattete Altersklassen vor. Der Cholera asiatica fielen im Berichts- Wechsel. 1. 2 Jahre lang vom Tage der Fälligkeit ab, falls dann ein Gutachten, aus dem als wesentlich folgendes hervor jahre 478( 256 männliche und 222 weibliche) Personen zum man die Wechselunterschrift Ihrer Frau überhaupt für verbindlich zuheben ist: Wenn auch eine ernstliche organische Veränderung Opfer; darunter befanden sich 82 Knaben und 90 Mädchen erachtet. 2. Ihre Frau läßt sich verklagen und erhebt den Einfich am Kläger nicht feststellen ließe, sei es doch falsch, hieraus im Alter bis 15 Jahre, 35 männliche und 36 weib- wand, daß sie sich als Akzeptantin ihrem Manne gegenüber nicht auf Simulation zu schließen. Auch reiche die thatsächliche liche Personen über 15 bis 30 Jahre, 117 männliche und 80 weib- giltig verpflichten könne. 3. Die ganze Summe. 4. Nein. frühzeitige Alterung und schlechte Ernährung V.'s nicht liche Personen über 30 bis 60 Jahre und 22 männliche Hoffnung, Heinze, N., Bähr 10, Feind. Ja. Schriftliche aus, seine Hinfälligkeit vollkommen zu erklären. V. sei und 16 weibliche Personen über 60 Jahre. Es Antwort ertheilen wir nicht. J. B. 101. Das ist sehr vervon schwerer Hypochondrie befallen. Er werde dauernd starben 1894 ferner von 10 000 Einwohnern an Scharlach 2,17, schieden: ca. 60-150 9. A. 100. Die Wirthin hat darin von der Vorstellung gepeinigt, daß er durch den Unfall dauernd an den Masern und Rötheln 3,11, an Diphtherie und Group 14,73, recht, daß nur zum 1., nicht zum 15. gekündigt werden kann. Die zum Krüppel geworden sei. Seine krankhafte Gemüthsstimmung an Keuchhusten 4,72, an Typhus 1,51, an Ruhr 0,35, an ein- im übrigen von ihr erhobenen Ansprüche sind jedoch unberechtigt. habe sich gleich nach dem Unfalle entwickelt und sich dann ver- heimischem Brechdurchfall 5,58, an Diarrhöe der Kinder 5,73, an- J. G. 58. Wenn Sie das Ihrer Frau gehörige Sparkassenschlimmert, als seine Hoffnung, wieder einmal ganz arbeitsfähig atutem Gelentrheumatismus 0,51, an den Stropheln und an der buch, das Ihre Frau einer anderen in Verwahrung gegeben hat, zu werden, fich als trügerisch erwies. Als Begleiterscheinung englischen Krankheit 0,94, an Tuberkulose 23,89, an Krebs 5,27, von der Verwahrerin ohne Einwilligung Ihrer Frau sich geben dieses Zustandes stellten sich schließlich solche Krankheits- an Luftröhrenentzündung und Zungentatarrh 6,82, an Lungen- laffen und für sich versilbern, so würden Sie eine Gemeinheit, erscheinungen, wie das trockene Hüfteln ein. Dazu und Brustsellentzündung 15,08, infolge Selbstmordes 2,12 und die Verwahrerin überdies eine straffällige Handlung begehen. habe sich noch ein ausgesprochener Beeinträchtigungs- durch Verunglückung 3,72. Endlich ist das Auftreten der 100. Eine ungleiche Vertheilung allein ist tein Grund zur wahn gefellt: die Aerate sollten bestochen sein u. f. w. Influenza zu erwähnen. Nachdem diese Krankheit in den beiden Anfechtung eines Teftaments. Was im vorliegenden Fall zu alles das zusammen habe die Erwerbsunfähigkeit des Klägers letzten Monaten des Jahres 1889 nach den Angaben der Standes- thun ist, ist ohne Einsicht in das Testament und ohne münd bedingt. Der ursächliche Zusammenhang derselben mit dem Un- beamten 314, im Jahre 1890 9576= 3,20, im Jahre 1891 liche Rücksprache nicht zu beantworten. P. B. Nein. falle sei unzweifelhaft da. Ganz sicher hätte der Unfall zu 8050 2,68, im Jahre 1892 sogar 15 911 5,23 und 1893 Knappe. 1. Die Revision wäre aussichtslos. 2. Der SchulSchmerzen im Kreuz geführt, die ein träftiger Organismus ja 10 403 Personen= 3,37 von 10 000 Einwohnern dahingerafft unterricht hört in Preußen nicht ohne weiteres mit Vollendung überwunden haben würde, die aber bei der Schwächlichkeit des hat, sind ihr im Jahre 1894 7336 Personen 2,25 erlegen. des 14. Lebensjahres auf, sondern muß nach dem Gesetz so lange Klägers und seiner Neigung zur Hypochondrie, in Verbindung Von diesen Todesfällen sind jährlich zwischen 18 und 18 pet. fortgesetzt werden, bis das Kind nach Ansicht des Schulinspektors mit der steten Sorge um die Zukunft und schließlich auch des in 98 Orten mit mehr als 20 000 Einwohnern vorgekommen. die einem jeden vernünftigen Menschen seines Standes nothdauernden Kampfes um sein vermeintliches Recht zu dem Zustande V.3 den Grund legten, mit dem Militärische Etymologie. Zu einem Soldaten, der etwas tritt ein, wenn der, welcher den Eid geleistet hat, bevor eine man jetzt Militärische Etymologie. Zu einem Soldaten, der etwas wendigen Kenntniffe erlangt hat. Poffe II. 1. Straflosigkeit zu rechnen habe. Die Erwerbsunfähigkeit des Klägers schätzte aur Insubordination neigte, sagte auf dem Grerzierplage fein Anzeige gegen ihn erfolgt oder eine Untersuchung gegen ihn einDr. Löhr auf 66% pet. Das Reichs- Versicherungsamt stellte Unteroffizier: Lieber Freund Müller, merken Sie sich, daß der sich im wesentlichen auf den Standpuntt Löhr's und ver- Soldat nicht thun darf, was er will, sondern thun muß, was er geleitet und bevor ein Rechtsnachtheil für einen anderen aus der urtheilte die beklagte Berufsgenossenschaft, dem Kläger die foll. Aus diesem Grunde heißt er eben Sollbat, sonst würde er falschen Aussage entstanden ist, diese bei derjenigen Behörde, bei Unfallrente zu gewähren. Mögen auch, führte der Vorsitzende Willdat heißen." Die stürmische Heiterkeit der Kompagnie be- welcher er sie abgegeben hat, widerruft. 2. Soweit ersichtlich, Dr. Sarrazin aus, die Störungen, welche die Erwerbsfähigkeit lohnte den Wih" des Gestrengen, der übrigens so aussah, als liegt ein Grund für einen Schadensersatzanspruch nicht vor. 3. Die Sachlage können Sie dem Konsistorium unterbreiten. des Klägers beeinträchtigen, rein fuggeftiver Natur feien, so falle ob er es ernsthaft gemeint hätte. M. F. Wenden Sie sich an die Polizeiverwaltung zu Eberswalde. doch ins Gewicht, daß sich V. ohne den Betriebsunfall nicht in feinem jezigen Zustande befände. Vermischtes. = 21 " " " : Briefkasten der Expedition. Finanzoperationen mit Briefmarken. Neuerdings werden bei nationalen Ruhmes- und Ehrentagen" mit besonderer Vorliebe Jubiläums- Postmarken ausgegeben. Ginige Staaten haben mit solchen Marken ein förmliches Geschäft gemacht. Eine füdameritanische Republik z. B. hat aus dem Erlös einer solchen W. H., Frankfurt. 1. Auf die Sonntagsbeilage Neue Begnadigt worden ist der Rittergutsbefizer Mikulski aus Martenausgabe sich einen Bostministerial- Palast erbauen fönnen. Welt" tönnen Sie bei der Postanstalt nicht abonniren. EinzelGr. Sifiersti, welcher vom Landgericht in Posen wegen feiner Jezt ist die griechische Regierung wieder in Begriff, Gedächtniß- Exemplare derselben foften 10 Pf. und sind durch unsere Expedition Revolverschießerei mit dem Gutsbesitzer Gröger zu 300 M. Geld- Postmarken anläßlich der olympischen Spiele auszugeben. Sie zu beziehen. Fehlende Nummern können nachgeliefert werden. firafe, verurtheilt worden war. hat 8 Millionen solcher Marken in Paris drucken laffen. Diese 2. Die Buchhandlung fann Ihrem Wunsche nicht nachkommen. Abermals eine Schießprügelei. Ein Pistolenduell fand find kürzlich in Athen eingetroffen und werden nun in den Ber- 3. Bei der Zivil- Ersatzkommission am Orte, event. beim Bürger in Bauzen vor einigen Tagen zwischen dem Lieutenant Linde: tehr gelangen. Der Weltpoftvertrag enthält nichts über die Aus- meister. Schäftearbeiter und-Arbeiterinnen. Verein der Sonnabend, 11. April, abends 81 Uhr, in Scheffer's Salon, Inselstrasse 10: Maschinisten, Heizer Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. Referent Genoffe Kiesel. 2. Was be: und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. ginnen wir, um die 9ftündige Arbeitszeit in allen Wertstätten einzuführen? Todes- Anzeige Diskussion. Verschiedenes. Die wichtige Tagesordnung bedingt zahlreiches Erscheinen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 8156 Unfer langjähriges Mitglied, Rollege Gottlieb Handke, am Sonntag, den 12. b. tts wird Mts., nachmittags 3 Uhr, vont Trauerhause, Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins. Am Sonntag, den 12. April, vormittags 11 Uhr, im Lokale des Genossen Wilke, Andreasfrake Nr. 26: Achtung! Gesellige Vereine. Achtung! Sonntag, den 12. April, vorm. 10 Uhr: Große öffentliche Versammlung geselliger Vereine( Gesang, Theater-, Musik-, Skatvereine etc.) im Englischen Garten( oberer Saal). 1. Vortrag eines bekannten Rechtsanwalts über: Das Vereinsgeseh und die geselligen Vereine. 2. Diskussion. 43/11 Bur Deckung der Unkosten 10 Pf. Entree. Weissensee. Chauffeestraße 78, beerbigt. Biel Sonnabend, 11. April, abends 8 Uhr, bei Herrn Hähling, Gnadenkirchhof, Barfußstraße, in der Mitglieder- Versammlung. Um zahlreiche Betheiligung bittet Verschiedenes. 31/18 Zages Drdnung: 138/16 Der Vorstand. SO. Wienerstr. 13. 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1896. 2. Bereinsangelegenheiten und Aug. Krause, Blumen- Geschäft Neue Mitglieder werden aufgenommen.- Gäste willkommen. Um rege Betheiligung ersucht Vereinskränze m. Widmung in befter Ausführung zu billigsten Preisen. it. Kranzbinderei. Der Vorstand. Langhanstr. 106: Große öffentl. Volksversammlung. Zages Ordnung: 1. Stellungnahme zum 1. Mai. 2. Diskussion. 3. Abrechnung von der Kommunalwahl. 4. Stellungnahme zur Zeitungsfrage. 825b Der wichtigen Tagesordnung wegen ersucht um zahlreiches Erscheinen Die Vertrauensperson. Für den Juhalt der Inserate über nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung Theater. Freitag, den 10. April. Opernhaus. Der Barbier von Sevilla. Urania Anstalt für volksthümliche Naturkunde. Neue Freie Volksbühne. Sonnabend, 11. April, 81/2 Uhr: Am Landes- Ausstellungspark Humoristischer Abend, ( Lehrter Bahnhof). Geöffnet von 7-10 Uhr. ( Wilhelm Busch- Aufführung) Täglich Vorstellung im wissenschaft- in Cohn's Fettsälen, Beuthstr. 20. Darauf Tanzkränzchen. Billet 30 Pf. lichen Theater. Näheres die Anschlagzettel. Phantasten im Bremer Raths Castan's Panopticum. Buchhandlung Vorwärts feller. Schauspielhaus. Die Journalisten. Deutsches Theater. Zu Hause. Hierauf: Der Weiberschreck. Temug Theater. Das Glück im Winkel. Berliner Theater. Die Frau ohne Geift. Neues Theater. Der Hüttenbefizer. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Hungerleider. Theater Unter den Linden. Madame Herzog. Adolph Ernst- Theater. Das flotte Berlin. Residenz- Theater. Hotel zum Freihafen. Schiller Theater. Die Kinder der Erellenz. Central- Theater. Geschlossen. Belle- Alliance- Theater. um die Erde in 80 Tagen. Die Reise Die National Theater. Die Grille. Alexanderplatz Theater. Musketiere im Damenstift. Reichshallen- Theater. Die fleinen Lämmer. Vorher: Die Balletschule. American Theater. SpezialitätenVorstellung. Apollo Theater. 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Conrad Dreher a. G. Zum 1. Male: Der Schwiegervater. Adolph Ernst- Theater. Das flotte Berlin. Sonntag 30 " " R.Winkler. Schriften. Leipziger Hochverrathsprozek. 20 Hefte à 20 Pf. Lbd. 5,00, Halbfranz 5,50. Bis jetzt das beste Quellenwert über die Geschichte der deutschen Sozialdemo fratie, Prozeß Liebknecht in Breslau. M. 0,10. Für den Septemberkurs wie für die deutsche Justiz charakteristisch. Hochverrath und Revolution. M. 0,30. Eine ungehaltene Bertheidigungsrede zur Belehrung des Staatsanwalts und der Partetgenossen. Wissen ist Macht. . 0,30. Eine glänzende Rede gegen den Klaffenstaat und für den politischen Kampf der Arbeiterklasse. Zu Schuh und Truk. M. 0,25. Eine Vertheidigungsrede für die sozialiftische Weltanschauung. Politische Stellung der Sozialdemokratie. M. 0,15. Für die Entwickelungsgeschichte der Partei und thre Tatttt ein werthvolles Dokument, das alle Borzüge der Liebfrecht'schen Darstellung zeigt. Die Emser Depesche. M. 0,30. Robert Blum und seine Beit. 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Verantwortlicher Redakteur: August Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, 814b 2. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 84. Freitag, den 10. April 1896. : 13. Jahrg. Sozialdemokratische Parteitage. will feinen neuen Keil in die Versammlung treiben. Der Beifall, ſtatut, wie beantragt sei, ausgesprochen werden, daß der GewerkLandesversammlung der sozialdemokratischen Partei Sachsens. Dresden, 8. April. Die Anträge zum dritten Punkt der Tagesordnung, deren Begründung wir in der letzten Nummer publizirt haben, tragen wir heute nach. Sie lauten: Die Parteigenoffen des 12. und 13. Reichstags- Wahlkreises ( Leipzig) beantragen: 1. Die Landesversammlung wolle beschließen: Mit dem Inkrafttreten der Wahlgesehvorlage hat die Fraktion sofort die Mandate niederzulegen. Die Parteigenossen von Chemnitz beantragen: 2. In Erwägung, daß die Arbeiter aller Kulturstaaten nach Erringung des allgemeinen Wahlrechts streben, wolle die Landeskonferenz beschließen, auch unter dem verschlechterten Wahlsystem mit erneuter Energie in die kommende Wahlbewegung einzutreten, um das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht zu erringen. Genosse E. Fischer- Dresden beantragt: Pintau Leipzig zieht hierauf seine Resolution zurück, er| Stimme theilzunehmen. Dagegen dürfe nicht im Organisations. den er gefunden habe, genüge ihm. Er werde die Resolution in schaftskommission das Recht zusteht, für die Parteivertretung Leipzig einbringen.( Beifall.) Förster Dresden zieht auch seinen Antrag zurück; desgleichen F Lehmann Leipzig den Antrag des 12. und 13. WahlPunkt 1 der Resolution Geyer: freises. Die sozialdemokratische Partei hat ununterbrochen und unter Aufwendung aller Kräfte für die Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für die Landtags- Wahlen zu wirken", wird einstimmig angenommen. = 3 einen Vertreter zu bestimmen, welcher in derselben Siz und Stimme hat. Das wünsche die Gewerkschaftstommission selber nicht, weil hierdurch die Regierung veranlaßt werden könne, die Grundlage ihres Bestehens zu prüfen, während sie jetzt als berechtigte Vertreterin der Arbeiter schaft selbst offiziell beinahe angesehen werde. Was die Parteibeiträge betrifft, so räth die Parteileitung, über die Form der Parteisteuer heute keine bindenden Beschlüsse zu fassen. So wie bisher könne es allerdings nicht bleiben, wo hier für die Gewerkschaften und dort für die Partei gesammelt werde. Ein Anschluß an die Gewerkschaften werde genommen werden Punkt 2 der Resolution Geyer: müssen; die Wahl der Form bleibe am besten der künftigen Die sozialdemokratische Partei betheiligt sich an den Parteivertretung überlassen. Dagegen empfehle es sich nicht, im nächsten Landtags Wahlen", wird in namentlicher Ab- Organisationsstatut zu bestimmen, daß jeder Parteigenoffe Mitftimmung mit 65 gegen 31 Stimmen angenommen. Dagegen glied einer gewerkschaftlichen Organisation sein müsse. Solche stimmten die Vertreter von Leipzig, Zwickau- Crimmitschau, Beschlüsse machten sich auf dem Papier sehr gut; in Wirklichkeit 3schopau, Annaberg, Reichenbach, Netzschkau, Pirna. Einige hätten sie keine Bedeutung, und man solle sich nicht um sie wenige Kreise sind gespalten. Die Fraktion stimmte mit Aus- streiten. nahme Kaden's für die Resolution. Abg. Stolle enthielt sich der Eine Reihe von Anträgen verlangt, daß die KonsumAbstimmung. genossenschaften des arbeitenden Volkes als ein wichtiges Punkt 3 der Resolution Geyer: Glied in der Kette der Organisationen erklärt und die Parteigenossen aufgefordert werden, sich mit der praktischen Durchführung dieser Organisationsform zu beschäftigen. Ja, eine Anzahl Parteigenoffen sieht in den Wirthschafts Genossenschaften die Grundlage für die Gewerkschafts Organisation. Der Gedante trete so auf, als sei er funkelnagelneu; in Wirklichkeit sei er sehr alt. Die Berechnungen, die Hans Müller in seiner Broschüre aufgestellt habe, hiukten überall. Die Konsumvereine gereichten durchaus nicht immer zum Nußen der Organisation. Das Fiasko eines Konsumvereins durch schlechte Verwaltung zerstöre die Organisation eines Ortes. Die größte Anzahl der bestehenden Konsumvereine mache einen sehr geringen Reingewinn; dabei hätten sie sehr hohe Schulden. Wenn die Dividende zur Hälfte der Partei und den Gewerk schaften überwiesen werde, würden die Mitglieder der KonsumRosenow Chemnitz bemerkt, der Antrag sei im Hinblick vereine schwinden. Der Vorschlag sei nur eine tönende Phrase. auf die kleinen Parteizeitungen entstanden. Bei denselben entstehen Die Parteibewegung würde verfimpeln, wenn das Um und Auf der Schwierigkeiten, wenn Beilagen hergestellt werden sollen. Die leitenden Männer der Konsumverein sein würde. Viel wirk Schwierigkeiten, welche der Durchführung des Antrags entgegen- famer sei die Stärkung der gewerkschaftlichen Organisation. stehen, werden nicht verkannt, doch sind sie nicht unüber-( Lebhafte Zustimmung.) Ein Beschluß über die Ronfums windlich. vereine liegt also nicht im Partei Interesse. Ein Kleemann Leipzig weist darauf hin, daß jetzt schon die solcher Beschluß würde nur Revolutionäre im Schlafrock Möglichkeit gegeben ist, einen solchen Parlamentsbericht zu erschaffen( Lebhafte Heiterkeit und Zustimmung), die sich von dem langen. Man möge deshalb den Antrag ablehnen. gefährlicheren Kampf in den Gewerkschaften drücken und sich Wallfisch- Dresden macht auf den Kostenpunkt auf- dabei brüsten, daß sie der wahren Revolution" dienen, wenn ste merksam. Der Vorwärts" Bericht ist zu umfangreich und eine Wirthschaftsgenossenschaften gründen.( Lebhafter Beifall.) besondere Ausgabe würde nicht billiger werden. 3. In Erwägung, daß eine völlige Klarheit über die Wirkung des neuen Wahlgesezes nicht herrscht, beschließt die Landeskonferenz, die sozialdemokratische Die sozialdemokratischen Landtags- Abgeordneten haben Partei Sachsens hat sich an den nächsten Landtags ihre Mandate beizubehalten" wahlen probeweise attiv zu betheiligen. Damit ist auch wird ebenfalls in namentlicher Abstimmung mit 65 gegen 19 gegeben, daß die Abgeordneten mindestens bis zur Beendi-, Stimmen angenommen. Die Fraktion stimmte hier gung der nächsten Landtagswahlen ihre Mandate nicht nicht mit. niederlegen dürfen. Unmittelbar nach den nächsten Landtags- Damit sind alle anderen Anträge erledigt. wahlen hat jedoch eine außerordentliche Landeskonferenz stattzufinden, welche über die Frage der Mandatsniederlegung und auch darüber zu entscheiden hat, was die Partei während der Tagung des nächsten Landtags zu thun gedenkt. = Die Nachmittagssigung wird um 3 Uhr eröffnet. Als erster Redner erhält das Wort Fräßdorf Dresden: Die Regierung hat Kirchhofsruhe haben wollen und an uns muß es sein, dies zu nichte zu machen. Betrachten wir die Reichstagswahlen. Verkörpern sich deren Erfolge in den 47 Mandaten? Nein! Das wichtigere ist die Propaganda, welche wir dabei übten. Man verweist auf Preußen. Aber es ist doch ein anderes, ob ein Recht genommen wird, oder ob dasselbe Recht nie gewährt war. Richtig ist, daß die besten Abgeordneten ausscheiden müssen, doch die verbleibenden werden sich einrichten. Wenn einmal Bebel und Liebknecht aus dem Reichstage scheiden, so wird Schoenlant sich auch bestreben, diese zu ersehen.( Große Heiterkeit.) So viel Butrauen habe ich zu den Leipziger Genoffen, daß sie event. über den Kopf Schoenlant's sich mit den Beschlüssen der Landesversammlung einverstanden erklären. Dr. Gradnauer- Dresden: Genosse Schoenlant hat meiner Meinung nach schwere Fehler gemacht, aber alles, was er gethan, hat er aus bester Ueberzeugung gethan. Er steht seit einem halben Menschenalter in der Partei und hat stets seine Schuldig teit gethan. Der Vorwurf, daß Schoenlant nur aus finanziellen Gründen zur Partei hält, ist völlig unberechtigt, solche persönliche Angriffe find nicht am Plaze. Damit schüren wir nur den Zwist. Gestalten wir die Diskussion so, daß der Zwist beigelegt wird.( Beifall.) Niesche Bieschen: In seinem Kreise seien die Meinungen ebenfalls getheilt, er tönne nur seine persönliche Ansicht sagen. Er sei gegen Wahlbetheiligung, aber für lebhafteste Agitation, für die das Dreitlassen- Wahlsystem seines Klassencharakters wegen die beste Waffe fei. B Stemmler Geyer: Die einmalige Wahlbetheiligung wäre eine Stichprobe, die man machen kann, ohne ein Exempel aufzustellen! Ein Antrag auf Schluß der Debatte wird mit großer Majorität angenommen. H Lange Leipzig: Die Angriffe Kaden's auf die Leipziger Boltsztg." gehörten nicht hierher. Die Leipziger Volksztg." ist tein Blatt Sachsens, sondern des 12. und 13. Wahlkreises, die ja ihre Meinung schon sagen werden. Die Resolution Pinkau ist geradezu lächerlich. Genosse Schoenlant ist hier Prügelknabe, aber er hat uns in Leipzig nicht geschoben, sondern ist geschoben worden. Wir wollen feinen Riß in der Partei, aber unsere Ueberzeugung können wir nicht verleugnen. = Menge- Leipzig: Hätte Schoenlant einen anderen Standpuntt eingenommen, so würde die Masse der Leipziger Genoffen bie„ Voltszeitung" gezwungen haben, so zu schreiben, wie geschehen. Eichhorn Dresden: Das neue Wahlgesetz wird Tausende Sozialdemokraten schaffen, und wenn dies der Fall ist, so tann eine Wahlbetheiligung nur die Stärkung unserer Kraft zeigen. Die Forderung der Mandatsniederlegung war und ist mir un verständlich. Ich trete also für die Geyer'sche Resolution ein. Die Debatte wird geschlossen. Persönlich bemerkt Kaden, daß er den Vorwurf des Klebens" an den 12 M. Diäten aus dem Cri- Gri- Artikel in der " Leipz. Voltsztg." entnommen, und nicht Schoenlant, sondern dem Schreiber dieses Artikels macht er den Gegenvorwurf, selbst hinter dem Busche gestanden zu haben. Abg. Geyer verzichtet auf das Schlußwort, weil er die Meinungen für geklärt hält.( Beifall.) Es folgt die Berathung des Antrages Chemnitz: " Die Landeskonferenz giebt dem Parteivorstand zu erwägen, ob es nicht möglich sei, eine einheitliche Parlamentsbeilage für alle Parteiblätter zum Selbstkostenpreis herzustellen, die einen ausführlichen Reichstagsbericht enthält. Die Her stellung und Versendung dieser Beilage hat so zeitig zu geschehen, daß sie die Berichte nicht mit allzu großer Verspätung bringt." = B Der Antrag wird mit großer Majorität abgelehnt. Der Antrag des Agitationskomitees in Dresden: " Für den 9. sächsischen Reichstagswahlkreis( Burgstädt) nur ein Parteiblatt einzuführen" wird nach längerer Debatte, in der auf die Rivalität zwischen der Burgstädter Volksstimme" und dem„ Volksfreund" hingewiesen wurde, angenommen. " Die Parteigenossen in Döbeln beantragen: " In anbetracht des agitatorischen Werthes, den die Ver handlungen des Landtags über die Wahlrechtsvorlage haben, möge die Landesversammlung beschließen, diese Verhandlungen behufs Massenverbreitung in Sachsen in Druck zu geben" Der Antrag wird des Kostenpunktes wegen abgelehnt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Ka den hält die Schlußrede. Trotz schroffer Worte sei die Einmüthigkeit der Partei wieder hergestellt und die Hoffnung der Gegner auf Spaltung Er schließt mit einem begeistert zu Schanden geworden. aufgenommenen Hoch auf das allgemeine gleiche und direkte Wahlrecht. Gegen 6 Uhr hatten die Verhandlungen ihr Ende erreicht. A Der Referent für die czechische Nationalität, Genosse Nemec Wien, vertritt ungefähr denselben Standpunkt, empfiehlt aber, um eine ausreichendere Vertretung der Czechen in der Parteileitung herbeizuführen, die Annahme folgenden Antrages: 1. Die Vertretung der Partei soll aus den engeren Exekutiv ausschüssen der deutschen, czechischen, polnischen u. s. w. Parteien zusammengefeßt sein, die eine Gesammtdelegation bilden, welche die Partei leitet. 2. Die einzelnen Exekutiv ausschüsse, wenigstens aus je drei Mitgliedern und zwei Kontrolleuren bestehend, treten zu gemeinsamen Berathungen zur Regelung der allen österreichischen Organisationen gemeinsamen Angelegenheiten zusammen." Die Mittagspause tritt ein. In der Nachmittagssigung beginnt die Debatte über„ attit und Organisation". -Die verschiedenen vom Referenten kritisirten Anschauungen finden ihre Vertreter. Besonders für die Wirthschaftsgenossenschaften treten einige Vertheidiger besonders aus Wien auf, aber auch die entgegengesezte Auffassung wird energisch betont und die Unklarheit der Genossen in manchen Wiener Bezirfen fritisirt. Es wird von verschiedenen Rednern unter Iebhaftem Beifall der Mehrheit angekündigt, daß an den meisten Anträgen aus Wien ein bethlehemitischer Kindermord werde vollzogen werden.( Heiterkeit.) Genossin Popp beschwert sich über die Wiener Organisationen, die das Geld für die Delegation einer Arbeiterin verweigert hätten. Sie verlangt energische Förderung der Arbeiterinnenbewegung und die thatsächliche Anerkennung ihrer Gleichberechtigung. Die Ursache, warum die Delegirtin der Wiener Arbeiterinnen die Reisekosten nicht erhalten hat, wird von Feigl dargelegt. Parteitag der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Desterreichs. IV. Prag, den 8. April. Zur Verhandlung steht Punkt 4 der Tagesordnung: Organisation und Taktik. Der Referent Neumann- Wien schildert die Mängel der bisherigen Organisation, die zu einer Wahlkreisorganisation um gestaltet werden müsse. Doch empfehle es sich nicht, furz vor Von einigen Rednern wird mit Seitenhieben auf die Art den Wahlen tiefgreifende Abänderungen der Organisation vorzu- der Maifeier in Deutschland gewünscht, daß auch der Maifeier nehmen. Die Parteivertretung stelle daher nur zwei Anträge, in Desterreich ein revolutionärerer Charakter gegeben werde, wie einmal den Parteitag von nun an jährlich stattfinden der internationalen Maifeier überhaupt; dem Londoner Kongreß zu lassen und zweitens das Sekretariat und die Kassen- sollen entsprechende Anträge unterbreitet werden. führung der Partei von der Arbeiterzeitung" zu trennen. Aus Ueber die mangelhafte Bezirksorganisation in Wien wird der Mitte des Kongresses feien etwa zwanzig Anträge auf Abänderung des Organisationsstatuts gestellt. Die neuesten befassen fich damit, die Finanzverhältnisse der Partei zu verbessern. Von verschiedenen Seiten werde empfohlen, die nothwendigen Parteis gelder durch die Gewerkschaftsbewegung aufbringen zu lassen. Redner wendet sich nachdrücklich gegen den folgenden, von Wien, 18. Bezirk, gestellten Antrag: geklagt. So ist es bei einer Praterdemonstration einem Redner passirt, daß er von einem Geheimpolizisten verhaftet wurde, von dem sich feststellen ließ, daß er der Bezirksvertrauensmann der Organisation Rudolfsheim war. Eine große Anzahl Anträge liegen vor. So wünschen die Genossen einiger Wiener Organisationen, daß die Wiener Lokalorganisationen über die Gehälter der Angestellten des Zentralorgans zu entscheiden haben, während Dr. Ellenbogen beantragt, daß die Parteivertretung darüber zu befinden hat. In Sachen der Wirthschaftsgenossenschaften wird beantragt, Die Frage auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen, da die Bewegung immer weiter um sich greife. Auch die Frage, wer über die Kandidaturen bei den kommenden Wahlen zu entscheiden habe, wird erörtert; verschiedene Anträge liegen hierzu vor. Morgen wird die Debatte fortgesetzt. Belgischer Parteitag. Der Kampf für das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht hat baldigst dem Kampfe für die Erringung des Achtstundentages, sowie der Preß- und Koalitionsfreiheit und der Abg. Dr. Schoenlant will sein Schlußwort auch zu einer Verbesserung des Gewerbe- Inspektoren- Gesetzes Platz zu machen. furzen persönlichen Bemerkung benutzen. Genosse Raden hat a) Der Parteitag beschließt, die revolutionäre Bedeutung des erklärt, er habe mich nicht gemeint. Wer mich kennt, fann solch 1. Mai dadurch zu erhöhen, daß am 1. Mai 1897 und jeden einen persönlichen Vorwurf nicht gegen mich erheben. Die folgenden 1. Mai eine oder mehrere Branchen in den Streik Leipziger Voltsztg." hat niemals den Diätenvorwurf erhoben, für die Erfämpfung des Achtstundentages zu treten haben. im Gegentheil, als in einer Versammlung in Leipzig ein Diese Branchenstreifs haben sich, wenn thunlich, über das dahingehender Zwischenruf ertönte, wurde er energisch ganze Reich zu erstrecken und die Streikenden sind von der ge= zurückgewiesen. Genosse Kaden hat den Vorwurf gegen sammten Arbeiterschaft Desterreichs moralisch und materiell so den Verfasser des Cri- Cri- Artikel wiederholt. Dem Genossen hat lange und fräftigst zu unterstüßen, bis der Streit zu gunsten jede politische Spite ferngelegen, er kann sich hier nicht ver der Arbeiter ausgefallen ist. b) Zur theilweisen Bestreitung In der Montagssigung verpflichteten sich die Parteigenossen, theidigen; es ist ein Ihnen werther Genosse, der sich nicht für Geld der Unkosten, die derartige Lohnkämpfe verursachen, beschließt mit aller Energie die Groberung der Brüsseler Mandate anzuverkauft. Er hat erst jüngst einen neuen hervorragenden Posten der Parteitag, daß alle Genossen und Genossinnen des Reiches, streben. Die hierauf folgende Neuwahl der Parteileitung ergab in der Partei erhalten. Die Leipziger Volkszeitung" untersteht die infolge ihrer wirthschaftlichen Stellung gezwungen sind, am die Wiederwahl derfelben. Es verbleiben demnach in der Parteis nur der Kompetenz der Leipziger Genossen. Sie haben hier 1. Mai zu arbeiten, die Hälfte des Tagesverdienstes für den leitung, die in Brüssel ihren Sitz hat: 2. Bertrand, G. Servy, nicht das Recht, Kritik zu üben. Ich habe nicht mit einem Maisonds abzuliefern haben. Zur Quittirung dieser Beiträge Macs, Elbers, van Loo, Wauters, Defuet, Delporte und Konflikt oder einer Spaltung gedroht, sondern lediglich sind Marken zu 1 Gulden, 50 Kreuzer und 25 Kreuzer aus D. Vandendorpe. Der Berichterstatter über die gewerkschaft. fonstatirt, daß die Meinungen auseinandergehen. Es sollte zugeben." liche Organisation führt aus, daß die Fachorganisation auch kein Vorwurf in dem Worte rückständige Genossen" Die Klage, daß über den politischen Kampf ums Wahlrecht der Arbeiter höhere Beiträge zum Zwecke der Fortbildung der liegen. Ich habe nur gesagt, daß es Bezirke mit rückständiger die Gewerkschaftsbewegung vernachlässigt worden sei, werde Arbeiter, Verbesserung der Bibliotheken, Vermehrung der Produktionsweise giebt, die Hausindustrie aus der sich die Auf- durch die Thatsache widerlegt, daß die Gewerkschafts- Organisation Agitationsversammlungen einführen müsse. Er empfiehlt, fich faffung dieser Genossen erklärt. Lassen Sie feinen Stachel zurück. in den letzten zwei Jahren stark gewachsen sei. den letzten zwei Jahren start gewachsen sei. Für die mehr der gewerkschaftlichen Organisation zu widmen und die Mit der Annahme der Resolution Pinkau würden Sie das aber Gesammtbewegung sei es zudem vollkommen gleichgiltig, Gründung von Fachvereinen der Frauen zu betreiben. Einthun. Innerhalb der Mauern Leipzigs ist vielleicht gesündigt wie organisirt In manchen Orten feien die stimmig stellt sich der Kongreß prinzipiell auf den Standpunkt worden, aber Ihr andern habt ebenso gefündigt( Heiterkeit). Bildungsvereine die Vorschule. Wenn die Bildungsvereine der folgenden Resolution: Legen wir nicht jedes Wort auf die Goldwaage; ich habe nur eine Zeit lang gewirkt hätten, führten sie ihre Mitglieder der meine Meinung frei geäußert und dieses Recht werde ich mir Gewerkschaftsbewegung zu. Die Rivalität zwischen Bildungsnie einschränken lassen. Die Grobheit gehört sozusagen zum vereinen und Gewerkschaften sei also grundlos. Redner wendet historischen Besitzstand einer jeden großen Oppositionspartei. Es sich gegen alle Abänderungsanträge zum alten Organisationsstatut, wäre ein schlimmes Zeichen, wenn in der Partei solche Fein- vor allem gegen einen der niederösterreichischen Kreisorganisation, fühligkeit einriffe. Begraben wir die Streitart!( Bravo!) Ob- wonach Partei Angestellte in die Parteivertretung nicht sein sollen. wohl ich weiß, daß Sie anders beschließen werden, bitte wählbar Dagegen empfiehlt Redner den ich Sie doch, der Resolution Lehmann zuzustimmen.( Lebhafter Antrag, wonach der Chefredakteur des Zentralorgans das Recht Beifall.) hat, an den Sigungen der Parteivertretung mit berathender werde. 1. Die Gewerkschaften, die der Partei- Organisation beigetreten sind, stellen sich auf den Boden voller Gegenfeitigkeit. 2. Wo die Gewerkschaften zu schwach sind, sollen die Gewerkschaftsverbände im Vereine mit den Kooperativgenossen. schaften Hilfskaffen für alle Vereine gründen. 3. Die Hilfskaffen sollen in Fällen von Krankheit, Arbeitslosigkeit, Betriebsunfällen und Invalidität Unterstügungen gewähren. feit zur Rödel 4. Wo es große Hilfskaffen giebt, follen die Sozialisten alles unter 30 Pf. ablohnen, so spigen sich die Verhältnisse immer 1 Die Modelleure und Gipsbilbhaner, welche am Mitt daran fetzen, sie in ihre Verwaltung zu bringen. mehr zu. Eine Verfammlung beider Branchen beschloß deshalb, woch in Cohn's Festfälen eine öffentliche Versammlung ein5. Es soll dahin gestrebt werden, daß die Mitglieder der die Forderung nochmals an die Baumeister zu stellen und bei berufen hatten, fonnten den ersten Punkt der Tagesordnung: Gewerkschaften wöchentliche Beiträge in der Höhe von ablehnendem Bescheid zunächst in partielle Streits einzutreten, Vortrag des Genossen Hoffmann nicht erledigen, da der Referent 1 Fr. bis 1 Fr. 25 C.( 1 M.) entrichten. und zwar so, daß auf den Bauplägen nicht beide Branchen, am Erscheinen verhindert war. Jm 2. Punkt erstattete Dom= Der Parteileitung wird der Wunsch ausgesprochen, ein fondern nur entweder die Maurer oder Zimmerer streiten, damit scheit über das bisherige Ergebniß der Lohnbewegung wie folgt Musterftatut für Gewerkschaften auszuarbeiten. Fast alle Redner man sich gegenseitig besser unterstützen könne. Bericht: In ihrem vollen Umfange wurden die Forderungen der den Firmen sprachen sich gegen die politisch farblosen Gewerkschaften aus. Tischlerbewegung. Die Hauswaldt'sche Möbel- Modelleure und Gipsbildhauer bewilligt von Ginzelne Fachvereine sollen zum Anschluß an die Partei- Organifa brit( Inhaber E. Jäger) in Breslau, wo sämmtliche Albrecht, Schulz, Admiralstraße; Völker, Gilles, Riegelmann, Bis auf einzelne Punkte sation besonders aufgefordert werden. Der Antrag auf Er Möbeltischler wegen Nichtentlassung des Werfführers Hahn im Professor Eberlein und Armand. richtung einer allgemeinen Streiffasse wird auf den Streif stehen, wird in einer Mittheilung der Streitfommission bewilligten den größten Theil der Forderungen: Jablonsky nächsten Parteitag verschoben. Der Antrag, die Zugehörig als tönigliche Hoftischlerei bezeichnet, worunter wohl zu verstehen Leffing, Thiele und Warminsky, Giesecke, König, Albert Stamm, Schuchardt, Jaekel, Zeyer Caspari, Gewerkschaft obligatorisch zu machen, wird ist, daß sie den Hoflieferantentitel führt. Ueber die Arbeitsabgelehnt. Die Vertreter der Parlamentsfraktion verpflichten sich, verhältnisse bei dieser Firma geben die Forderungen Aufschluß, und Drechsler. Nicht bewilligt wurden die Forderungen für die Ausdehnung der sozialen Gesetzgebung und des Gewerbe- die von den Arbeitern, nach dem sie in den Streik getreten Brasch, Wenzel und Schulz, Schönleinstraße, gerichts- Gesetzes auf die Handelsangestellten und die Bergarbeiter waren, aufgestellt worden sind. Sie lauten nebst der von der Bieber. Besonders hervorgehoben wurde das Verhalten der einzutreten. Streitkommission gegebenen Begründung wie folgt: 1. Sicher- Firmen Junkersdorf u. Garbsch am Zoologischen Garten, Schulz, Der Kongreß empfahl im Prinzip die Errichtung von ſtellung des Kostgeldes. Es ist bedauerlich, daß Brückenstraße, und Jaeckel, Schulstr. 50, welche zwar bewilligten, Produktivassoziationen. Als Ort des nächsten Kongresses wird heirathete Leute, welche die ganze Woche rechtschaffen gearbeitet aber einige Modelleure maßregelten. Mehrere Redner betonten, Gent bestimmt. In voller Befriedigung über den Verlauf der haben, Sonnabends mit 9 M. und darunter nach Hause ge- daß den bei diefen Firmen Gemaßregelten gegenüber ein foliVerhandlungen trennten sich die Delegirten. schickt werden. Man muß bedenken, daß diese Firma gerade für darisches Verhalten der Modelleure am Blaze sei. Gleichzeitig die besten Kreise der Gesellschaft arbeitet. Wenn dies bei wurde beifällig aufgenommen, daß bei der Firma Schulz, Brückenvorkommt, töniglichen Hoftischlerei wie foll es straße 13a, 8 Stuckateure wegen der Entlassung der Bildhauer dann erst bei einem kleinen Meister sein? 2. Minimallohn von die Arbeit eingestellt haben. Alle weiteren Beschlüsse in der An. 16 Mart und 25 pCt. Akkordzuschlag. 3. 15 Pfennige Zuschlag gelegenheit der Lohnbewegung der Modelleure wurden der am pro Ueberstunde, dasselbe gilt bei Montages und Sohnarbeit, wie Freitag im Englischen Garten stattfindenden öffentlichen Bilddies schon 1890 bewilligt worden ist. 4. Verkürzung der Arbeits- hauer- Bersammlung überlassen. " Soziale Meberlicht. An die Beisitzer der deutschen Gewerbegerichte. Hiermit theilen wir auf vielseitig uns zugegangene Anschreiben mit, daß wir unsere Eingabe und Resolution in folgender Ausführung ausgearbeitet und zur Kenntniß des hiesigen Gewerbegerichts gebracht haben: An den Vorsitzenden des Gewerbegerichts zu Halle a. S. Herrn Stadtrath Jochmus. Halle a. S., 6. April 1896. Die unterzeichneten Beisitzer des hiesigen Gewerbegerichts aus dem Kreise der Arbeitnehmer beantragen hiermit die Abstimmung über untenstehende Resolution in der Gesammtsigung am 8. d. M. und die Einreichung derselben an die deutsche Reichsregierung nach erfolgter Annahme: Resolutio 11. einer ver= von Stähr, " seit um eine Stunde täglich, auf 9 Stunden, und eine Mittags- Die streikenden Fensterpuzer hatten für Mittwoch Abend panse von 12 Stunden, Sommer und Winter gleich, nicht wie eine Bersammlung einberufen, um den Bericht über den bisherigen früher im Winter eine Stunde. 5. Entlassung des Werkführers. 6. Eine Karrenzzeit von 10 Minuten früh und Verlauf des Streits entgegenzunehmen. Aus demselben geht her. mittags 5 Minuten vor Beginn der Arbeit. In anbetracht vor, daß sich gegenwärtig noch ca. 130 Mann im Streit befinden, Germania"( Martens) zum theil durch neue undeffen, daß eine solche in jedem größeren Betriebe besteht und die man von seiten der größeren Institute, wie Moussy, der eingeführten mitteleuropäischen die öffentlichen Uhren, Einheitszeit zum Troy, un ca. 5 Minuten differiren und des- geübte Kräfte erfekte. Durch Säulenanschlag ließ gestern die Firma halb immer Streit zwischen Werkführer und Tischler entstand, ist Stähr ihrer Kundschaft ankündigen, daß die durch den Streik diese Forderung billig und gerecht." Die Forderungen sind von eingetretene Störung gehoben sei. Um aber die Geschäftsinhaber aufzuklären, sei nur erwähnt, daß diese völlig ungeübten Kräfte der Kommission Sonnabend Nachmittag Herrn Jäger vorgelegt, a) Die vereinigten Beisiger des Gewerbegerichts zu Halle a. G. jedoch, wie die Streitkommission mittheilt, rundweg abgelehnt der Firma einen erheblichen Schaden verursachen, da es vorstellen hierdurch an die hohe Reichsregierung das ergebene worden mit dem Bemerken, daß die Bewilligung seinen Ruin gekommen ist, daß vier Personen nur im ftande waren, das zu leisten, zulegen, durch welchen die rechtliche Stellung aller Personen, die Streifenden aus, indem er denselben kein Kostgeld auszahlen ließ. ist es, daß sich ein Streitbrecher damit rühmt, daß er täglich Ersuchen, dem deutschen Reichstage einen Gefeßentwurf vor- bedeute. Den höchsten Trumpf spielte Herr Jäger gegen die was ein geübter Fensterputer fertig bringt. Die Mittheilung der Firma an die Kundschaft ist demnach hinfällig. Bezeichnend jetzt noch den Gesinde- Ordnungen unterstehen, einheitlich ge- Also für 4 Tage das Kostgeld zurückbehalten und dies am mehrere Werhaftungen veranlaßt habe. Die Stimmung der regelt wird in dem Sinne, daß die Gesinde Ordnungen Ostersonnabend! Natürlich ist durch diese Maßnahme die Er- Streifenden ist trotzdem eine hoffnungsvolle, wenn auch bis jetzt aufgehoben und die ihnen Unterstehenden unter bitterung nur gewachsen. nur eine geringe Unterstützung ausgezahlt werden konnte. Ju die Gewerbe Ordnung gestellt werden. Kein Die Steinindustrie- Arbeiter Magdeburge haben, wie diesem Sinne wurde einstimmig beschlossen, den Streit fortzuirgendwie stichhaltiger Grund läßt sich anführen für die Bei wir im Anschluß an die gestrige Notiz mittheilen, mit den Meistern sehen, bis sämmtliche Forderungen erfüllt sind. Dem Wunsch behaltung der Gesinde Ordnungen, die als Ausnahmegesetze folgendes vereinbart: Beide Theile verpflichten sich, die Arbeits- zweier Unternehmer: nur tüchtige Kräfte aus dem Arbeitswirken. Fast alle deutschen Gesinde Ordnungen datiren aus ftätte in fanitärer sowie hygienischer Beziehung gut zu erhalten; nachweis zu senden, wird streng Folge geleistet werden, um un dem Anfange unseres Jahrhunderts und greifen zum theil abgeschafft ist die Affordarbeit; auch Sonntags- und Nachtarbeit, lautere Elemente auszumerzen. Alle diesbezüglichen Beschwerden bis aufs vorige Jahrhundert zurück. Die seitdem erfolgte soweit nicht Gefahren dieselbe erfordern, sind aufgehoben. Die find an den Vertrauensmann Dstar Schüler, N., HochVeränderung der sozialen Struktur, der Erwerbs Ver- tägliche Arbeitszeit beträgt 10 Stunden. Jugendliche und meisterstraße 5, zu richten. Die nächste Versammlung findet hältnisse und des Verhältnisses zwischen Arbeitgeber und Arbeit- fchwächere Arbeiter erhalten pro Stunde 45 Pf., die übrigen Donnerstag, den 16. April, statt. nehmer rechtfertigen durchaus die Beseitigung geseßlicher Be Arbeiter 50 Pf. pro Stunde. Marmorschleifer erhalten 35 Pf.; stimmungen, die zum theil den Rechtsanschauungen unserer Zeit die in der Steinindustrie beschäftigten Handarbeiter 30 Pf. pro geradezu Hohn sprechen und von denen auch die Regierungen Stunde. Für Ueberstunden, Nacht- und Sonntagsarbeit( soweit der Bundesstaaten bei Ausarbeitung einschlägiger Gesetzes dringende Fälle diefe Nebenarbeit erfordern) auf dem Plazze materien sich schon längst getrennt haben. Die unter der Ge- werden pro Stunde 20 Pf. Aufschlag gezahlt. Nur der Unterfinde- Ordnung stehenden Männer und Frauen haben diefelben nehmer Wienert in Sudenburg hat sich geweigert zu bezahlen. gesetzlichen Pflichten als Staatsbürger zu erfüllen wie alle Den Feilenschleifern bei Krupp in Essen wurden ihre anderen. Sie genießen im Steuerzahlen und beim Militärdienst, Forderungen bewilligt. ferner in ihrer Verpflichtung, den Staatsgesehen nachzuhandeln, daß sie vom Banne eines Gefeßes befreit werden, das sie zu teinerlei Vergünstigung. Deshalb ist es auch ihr gutes Recht, minderwerthigen Staatsbürgern erniedrigt. b) Außer diefem bitten wir noch, den Wunsch eines großen Theiles der Handlungsangestellten zu berücksichtigen, der die Stellung der im Handelsgewerbe Angestellten unter die Gewerbe- Ordnung fordert. Die Dachdecker in Wilhelmshaven find wegen Nichtdeshalb um solidarisches Verhalten. Alle arbeiterfreundlichen einhaltung des Lohntarifs in einen Streit getreten und ersuchen Blätter werden um Abdruck gebeten. Fünfundzwanzig Pfennige Lohuzulage pro Woche sind den Arbeitern der Geiser'schen Belfabrik in Harburg auf ihr Ersuchen um Lohnausbesserung gütigst gewährt worden. Statt Und da sage noch einer, daß der Kapitalismus die Arbeit nicht der bisherigen 17,75 M. pro Woche werden sie 18 M. erhalten. voll und ganz" würdige! allen c) Gin Uebelstand, der sich durch die bisherige Praxis der Gewerbegerichte bemerklich gemacht hat, ist die Möglichkeit der Einlegung von Berufungen gegen Urtheile, in denen das Objekt über 100 m. beträgt. Es ist im Interessé Die Handlungsgehilfen antisemitischer Richtung haben der Arbeiterschaft nothwendig, das berufungsfähige bei einer Zusammenkunft in Hamburg beschlossen, dem deutschen ein Telegramın folgenden Streitobjett auf 200. zu erhöhen, da bei Zu- Raiser Inhalts zu senden: sammenarbeiten mehrerer Arbeiter auf Rechnung eines der Ew. Majestät bringen die heute in Hamburg zum ersten tagenden Handlungsgehilfen aus, deutschen Betheiligten( oder dergleichen Fällen) oft höhere Klage- Male objekte zu verzeichnen sind, gegen welche bisher die Einlegung Gauen den Ausdruck allertiefster Ehrfurcht und unwandel von Berufungen möglich war, wodurch die Arbeiter in vielerlei barer Treue. Die deutschen Handlungsgehilfen protestiren Hinsicht geschädigt werden." auf das entschiedenste gegen alle Beschlüsse, die von dem mit uns gleichzeitig in Berlin tagenden sogenannten Handlungsgehilfen- Rongreß gefaßt werden, da der Kongreß nicht von deutschen Handlungsgehilfen, sondern von der internationalen Sozialdemokratie einberufen ist. Die deutschen Handlungsgehilfen lehnen es grundsäglich ab, ihre Interessen durch eine vaterlandslose Partei vertreten zu lassen; sie wollen eine Besse rung ihrer sozialen Lage erstreben im unerschütterlichen Vertrauen auf das allerhöchste Wohlwollen und im Sinne der kaiserlichen Botschaft von 1881 und 1887. J. A.: Irwahn. Wir ersuchen die Kollegen an den deutschen Gewerbegerichten, die vorstehende Resolution ebenfalls zu der ihrigen zu machen, um unserm Wunsche größeren Nachdruck zu verschaffen. Die Arbeitnehmer Gewerbegerichts- Beisiger Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um schleunigen Abzu Halle a. G. druck dieser Eingabe höflichst gebeten. Der Streit in den Reinickendorfer Meffingwerken be schäftigte am 8. d. M. eine von der Agitationskommission des deutschen Metallarbeiter- Verbandes nach dem„ Wedding- Kasino" einberufene öffentliche Versammlung der Metallarbeiter und Arbeiterinnen der Reinickendorfer Messingwerke. Besonders eingeladen waren die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma Jürst u. Co.( Inhaber Simon), Chausseestraße. Bezüglich des Streifs, welcher vor zwei Wochen seinen Anfang nahm behufs Wieder nehmer mit seinem Ausspruche, er wisse von einem Streit nichts, prozentigen Lohnerhöhung, wurde mitgetheilt, daß der Untereinstellung von 18 Gemaßregelten und Durchführung einer zehnleider recht behalten habe. Die Streifenden seien vollständig er setzt und der Streit so gut wie aussichtslos. In anbetracht dieser Sachlage gelangte die Versammlung zu dem Beschlusse, den Streit für beendet zu erklären. Bersammlung der Maurer und Buzer, die vom Zentralverband Charlottenburg. Am 6. April tagte hier eine gut besuchte der Maurer einberufen war. Nach längeren Verhandlungen erklärte die Versammlung einstimmig ihr Einverständniß mit den Beschlüssen der Berliner Puzer. bei Birt. Arbeiter- Bildungsschule. Die Osterferien dauern in beiden Schulen vom 2.- 13. April. Wiederbeginn des Unterrichts am Dienstag, den 14. April. Oeffentliche Versammlung der Gastwirthe und Hansbeker von Risdorf und Brit am Freitag, den 10. April, nachm. 4 Uhr, in Kliem's Sälen, Safenhaibe 14/15. Arbeiter Sängerbund Berlins und Umgegend. Borsigender Ad. Neumann, Pafewalferftraße 8. Alle Aenberungen im Bereins talender find zu richten an Fried. Kortam, Manteuffelftr. 49, v. 2 Tr. Freitag. Nebungssunde Abends 9-11 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Gollegia, Raiser'scher Männerchor, Schönhauser Adalbertir. 21 bei Roll. Allee 28, bei Relle.- Arbeiter Gesangverein Nord, Weteranenftr. 18 bet chula.- Buchbinder Männerchor, Holzmarttftr. 3 bei Deter. Gefangver. Wat glöckchen I, Lindowerstr. 26 b. Sachs.- Gemütlichkeit, Neue Friedrichstraße 44, bei Röllig Typographia, Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer, Gohn's Restaurant( großer Saal). Beuthfir. 20.- Gefangverein heingold, Weinstr. 11 bei Feind. Gefangverein Melodia, Sirdorf, Bergfir. 162 bet Thomas.- Fris, Naunynstraße 86 bei Friz Zubeil. Brandenburger Männer. Gesangverein in Brandenburg a. S., Mengerts Boltsgarten, Bergstraße. Freie Liedertafel, Straußbergerstraße Nr. Freie Gänger, chmargendorf, Warnemünderstraße bet M. Schulze. Nordwacht, Chausseestraße 72 bei Meißner. Arbeiter Gesangverein Sängerfreis( Weißensee), Weißenburgerstraße und Gedanstraßen- Ede bei Brennert.-& uftige Sänger, Potsdam, Bran benburger Kommunikation 16 bet Glafer. Bieber'fajer Männer Geselligteit, Hennigsdorf, Böhmert's Gasthaus. chor, Aderfraße 123 bet Marten. Orante, Weißensee, Langhansstr. 137 bet ww. Busch. Gesangverein Vereinte Gangesbrüder, Moabit, bet Hermerschmidt. Sängerverein Gorgen Perlebergerstraße 28 Märtischer Hof. Gangesfreund, frei, Admiralftraße 18 c, Dragonerstr. 32 bei Kamlowsty.- Gefangverein wacht auf I, Wörther Gefangperein Treu und Einigkeit, bet Reben. Rigdorf, Prinz Sandjernstraße Nr. 58 Gesangverett firaße 19 bei echmidt. Frohsinn, Rummelsburg, Göthestraße, Ece Kantstraße, bei Mertens. Gesangverein der Metallarbetter( Dft), Blumenstr. 46. Morgenroth 2, Charlottenburg. Bismarckstr. 74 bei Krause. Nosenthaler Borstadt, Bernaxerstr. 47. Froh Hoffnung Brüderschaft, ite Der Allgemeine Arbeiter und Arbeiterinnen- Verein Jakobitraße Nr. 87-88 bei Lamprecht. hielt am 30. März im Lofal von Wille eine Wanderversammlung Rosalia, Blumenstraße 46 bei Sprene, Rosenthalerar. 57 bei Julius Wernau. Ein ab, in der Fräulein Altmann über„ Inquisition und heim- tracht III, Eberswalde, Eisenbahnstr. 66 bet Sagewald. Fortschritt Köpnickerstr. 38 bet Peufert. Liedes Echo, Reichenbergerstr. 11s bet liche Gerichte" sprach. Unter Verschiedenen kritisirten mehrere Köppen.orbeerzweig, Schönha fer Allee 135 bei Rammlow. Redner die Zustände in der Berliner Velvetfabrik und der Anilinfabrik. Das Konfiftorium der Provinz Brandenburg hat den Kreissynoden als Verhandlungsgegenstand verordnet: Welche Der Metallarbeiterstreik bei der Firma Bolzano, Einwirkung haben die neueren staatsgesetzlichen Bestimmungen Tedesco ut. Komp. in Schlan in Böhmen, der vor zirka über die Sonntagsruhe bisher hinsichtlich der Sonntagsheiligung geübt, und was läßt sich kirchlicherseits thun, daß fünf Wochen ausbrach, dauert noch immer fort. Betheiligt sind 400 Arbeiter aller Kategorien. Leider kamen aufs neue Arbeiter die Sonntagsruhe auch zur Förderung der Sonntagsheiligung aus Deutschland, meist Modelltischler aus Chemnitz Diene? Sozialpolitisch wäre es gewiß von weit größerem in Sachsen; sie reisten zwar, wie ihre Vorgänger, wieder ab, Interesse, zu prüfen, wie weit denn überhaupt bie aber die Streifenden mußten auch ihnen mit Geldmitteln bei Bestimmungen über die Sonntagsruhe von der Bespringen, während sie das Geld selber nöthig brauchen. Die hörde überwacht und von den Unternehmern befolgt Ausständigen bitten deshalb die deutsche Arbeiterpresse, für gewerden. Das würde unserer unserer Ansicht nach auch viel besser mit dem Gebot der christlichen Charitas harmoniren, als nügende Publikation zu sorgen, daß der Streit in Schlan noch die Erörterung der Frage, was die Leute mit dem freien Sonntag nicht beendet ist. anfangen. Sagt doch Christus selbst: Der Sabbath ist um des Menschen willen, und nicht der Mensch um DesSabbaths willen da. Besonders im Kaufmannsstande wird ständig über eine lage Handhabung der Bestimmungen über die Sonntagsruhe Klage geführt. Ju Paris geht diesen Sonnabend unter dem Vorsitz des Sekretärs des Gemeinderaths, 2 audrin, die Wieder eröffnung der Arbeitsbörse vor sich. Der Präsident der Arbeitskommission, Navarre, wird die Vertreter der Syndifats. fammern willkommen heißen. Hierauf folgt ein Bankett. Gewerkschaftliches. Versammlungen. Die Stuckateure beschäftigten sich am 1. April mit ihrer Lohnbewegung. Vorläufig kam man in der Angelegenheit nicht weiter, da die Prinzipale der Aufforderung, gemeinsam zu verhandeln, nicht nachgekommen sind. Anwesend war nur Herr Kleefeld, Gipsstraße, der das Versprechen abgab, seinen Einfluß bei den Die Dachdecker Berlius haben ihre Forderungen( Neun- Meistern dahin geltend zu machen, daß dieselben in der nächsten ftundentag 2c.) in folgenden Geschäften bewilligt bekommen: Bei Versammlung zahlreicher erscheinen. In der Diskussion wurde Wigantow, Raiserin Augusta- Allee, Engel, Müllerstr. 24, für und gegen die Resolution, die in der Versammlung vom Theist, Birkenstr. 48, H. Ma h, Chorinerftr. 26, Mitschte, 23. März angenommen wurde, gesprochen und gelangte zum Brunnenstr. 40, F. Scharfe, Antlamerstraße, Be hIa, Kraut- Schluß ein Antrag Rösner zur Annahme, der folgendermaßen ftraße 52, 2iet, Yorkstr. 10, Dante, Beusselstraße, Hergt, lautete: Die Versammlung erklärt sich mit der Resolution vom Manteuffelstraße, Goldmann, Münchebergerstraße 22, 23. März einverstanden und beauftragt die Lohnkommission, die G. Scharfe, Swinemünderstr. 11. aufgestellte Lohnforderung den Prinzipalen mit dem Zusah: Die Innung der Dach, Schiefer- und Ziegeldeckermeister Verkürzung der Arbeitszeit zu unterbreiten und im Anschluß Berlins beruft zu Freitag eine allgemeine große Versammlung daran mit den Arbeitgebern in Verhandlung zu treten. der selbständigen Betriebe der Dachdeckerei zc." nach dem Lokal Lohnforderungen sind folgende: 42 M. für Zieher auf Bau, Alte Jakobstr. 24/25 ein, wo die Eindämmung der über- 36 M. für Ansetzer, 33 M. für Werkstatt- 3ieher und Former, triebenen Forderungen einzelner Agitatoren" vorgenommen 27 M. für Gießer und 9 stündige Arbeitszeit. werden soll. Sie spekuliren dabei auch auf die außerhalb der Deutscher Holzarbeiterverband. Eine gutbesuchte BranchenInnung stehenden Unternehmer. Die Herren Innungsmatadore versammlung der Parkettbodenleger fand am 3. Feiertage statt. bezeichnen die Forderungen der Arbeiter als übertrieben; als Nach Ausgabe der neuen Tarife wurde, um ein thatkräftiges wenn 9. Stunden Arbeit auf den Dächern der hohen Berliner Arbeiten der Werkstatt- Kontrollkommission zu ermöglichen, die Häuser nicht schon mehr als genügend wären, um täglich Leib Kommission durch die Mitglieder Bleck, Hense, Ramed und Leben zu ristiren! und Gleier verstärkt. Behufs Einführung des neuen Tarifs Lohnbewegung im Baugewerbe. Aus 3 wickau wird soll die Kommission mit den Arbeitgebern sofort in Verbindung uns geschrieben: Da die hiesigen Baumeister teine Miene machen, treten. Weiter wird die Kommission beauftragt, sämmtliche Anden schon längst geforderten Minimal Stundenlohu von 33 Pf. ordnungen zu treffen, um in nächster Zeit den Ausstand der an Maurer und Zimmerer zu zahlen, sondern zum theil noch Parkettbodenleger bewerkstelligen zu können. " Die ( Berlin W.), Pallasstraße Nr. 16 bet Faller. Tomatscheck. 1 Bund der geselligen Arbeiterwereine Berlins und Umgegend. Alle Buschriften find zu senden an Hermann Jahn, Schönhauser Allee 177 c. Freitag: Mufitverein Hoffnung, Große Frankfurterstr. 133 bei Gold. Lotterieklub Fortuna, Görligerstr. 50 bei Siemert. Gefellige Ber einigung tegniger Schweiz", Legnigerstr. 9 im Restaurant. Verein der Tanzmeister tagt jeben Freitag Abend Annenstr. 16. Arbeiter- Rancherbund Berlins med Umgegend. Freitag: Apfelblüthe, sochflädterstr. 30 bei Graminsty.- Rauchtlub Südost, Wieners fraße 63, bei Felste. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Quartettverein Wedding, Abends 8x Uhr, bei Schäfer, Steue pochstraße 49. Беганде verein hilaria, abends 8% Uhr, Sigung Blumenstr. 46 bet Tomasched. - Karthaus'scher Gesangverein. Uebungsunde: abends 9 Ubr bei Wiedemann, Blumenstr. 38. Bitterflub Alpengruß"( Direktion 21. Wolfewig), bei G. Gomoll, Waldemaritr. 38, abends 9 Uhr. Privat Ber. beaterverein Crescendo, 9 Uhr, bei Schulz, Bunbuferite. 85. 2nügungsverein Thusnelda, abends 8 Uhr, bet Bubett, Lindenstr. 108. - Mufitverein Hoffnung( Oft), abends von 9-11 Uhr. uebungsftunbe Tambourverein Fret weg. Große Brantfunterſtraße 198 bei Gold. debungsstunde bet Oberschmidt, Weinbergsweg 11. Bitherflub Waldrose, Verein Grüne abends 9 Uhr, Wianteuffelfir. Se, Parterre Restaurant. anne, abends 9 Uhr, bet faiser, Martusfiraße 8. Bergnügungsverein Im Brand, Sigung abends 9 Uhr bet Feind, Weinstr. 11. Gefang verein der Bauanschläger Berlins, abends 9 Uhr bet Spät, Weinfraße 28. Lefe und Diskutirflub uftlärung, abends 9 Uhr bei Ferger, Sebastianstr. 72. Turnverein Fichte. Mitglied des deutschen Arbeiter- Turnerbundes. Jeden Dienfiag und greitag, abends von 8-10 Uhr: 2. Männerabtheilung liestraße 65-56. 4. Wlännerabtheilung Stephanstraße 3.- 5. Männer3. Lehrlingsabtheilung Boechstraße 27. abtheilung Acerftr. 67. 1. Lehrlingsabtheilung Friedenstr. 37. Damenabtheilung Martannenfer la Zurnverein Gesundbrunnen. Die erste Männers Abtheilung turnt heute Abend von-10% Uhr in der Turns balle des Leffing- Gymnasiums, Bantstr. 9-10. Kraft unb Artiften. tub Berolina. Jeden Dienstag und Freitag Nebungsstunde bei Grüßner, Kraft Turnverein offnung, abenbs von 9-11 br Waldemarstr. 42. bei Rewat, Manteuffelfiraße 9. Jugend- Athletentiub Junge Kraft" " T übt jeden Montag und Freitag, abends von 8-10 Uhr," bet Fidert, Stallschreiberfir. 19. Gäste willkommen. Emer.... ? Was ist denn los? ABERS Halb und Halb Mampe mit Pomeranzen. Feinste Likörmischung. Jn 3800 Berliner Geschäften zu haben. Brauerei- Ausschank Pichelsdorf Telephon: Amt Spandau No. 198.( Oekonom: Otto Starck) Telephon: Amt Spandau No. 198 hält ſich dem geehrten Publikum, namentlich Vereinen, angelegent lichst empfohlen. Im Garten findet an den Sonn- und Feiertagen Grosses Concert bei freiem Entree statt, im neuerbauten Riesen- Pradikkaal Großer Ball von zwei Orchestern. Garderobe frei. 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Radfahrer- Mützen( grau) 0,85, 1,00 M. Wollene Radfahrer- Strümpfe 2,00, 2,75, 3,00 M. Ruder- Hemden m. Litze 1,25, 1,35, 1,45, 1,55 M. Lange Parade- Flanell- Sporthosen 10,65 M. Gestrickte Ruder- Hosen 4.30, 4,60, 4,90 M. Ruder- Mützen 0,85, 1,00, 1,15, 1,45 M. Turner- Hosen 2,50, 4,00 M. Turner- Jackets 10,65, 5,75 M. Turner- Hemd 1,25, 1,35, 1,45 M. Turner- Gürtel 0,60, 0,75, 0,90 M. Künstl. Zähne 2 M. Schmerzloses Zahnziehen u. Nervtödten 1 M. Plomb.1,50. Rep. sof. Theilzahlg. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 22. Spr. 9-7 Uhr. Arbeitsanzüge W. Pahr, Brunnenke. 112. Zie weltbefanate Bettfedern- Fabrik Gustav Lustig, Berlin S., Prinzenstr. 46, verfenbet gegen Nachnahme( nicht unter 10 9.) garant. neue vorzügl. füllende Bettfebern, b.fb.55 Bf. Halbbannend. Pib. W. 1,25 h. weiße Halbbaunen, b. fb. M. 1,75, vorzügliche Tanneu, b. fb. 9. 2.85. Bon diefen Tannen genügen 3 Pfund zum größten Oberbett. Bernadung wirb nit brennet. 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Bei Kitzing, Belle- Allianceftr, 74, Ede Bergmannstraße, ist eine neue Bahlstelle errichtet. Heute Abend 8 1hr, bei Schöning, Köpenickerstr. 68: Sigung der Ortsverwaltung. Metallarbeiter! Sonntag, den 12. April, vorm. 10 Uhr, Oeffentliche Versammlung der Gastwirthe und Hausbesiker bon Rixdorf und Britz. Die Rixdorfer Polizeibehörde hat verschiedene Gastwirthe ohne Angabe von Gründen plötzlich auf die Polizeistunde gesetzt und diese, wie die hierdurch betroffenen Hausbesitzer schwer geschädigt. Einzelne untergeordnete Organe derselben haben diese im Louisenstädtischen Concerthaus, Alte Jakobstr. 37: Maßregelung in einer Weise begründet, daß, wenn diese Begründung zur Kenntniß der höheren Behörden kommt, fie unzweifelhaft ein Einschreiten derselben verEs werden deshalb die Gastwirthe von Rixdorf und Umgegend, Große öffentliche Versammlung anlassen muß. aller in Armaturenfabriken beschäftigten Arbeiter. sowie die durch die Maßnahmen der Polizei geschädigten Hausbesiker zu einer Zages Ordnung: Der Ring der Armaturen- Fabrikanten, der Neunstundentag öffentlichen Versammlung nach und der 1. Mai. Referent Otto Naether. 280/19 Kollegen! Angesichts der hochwichtigen Tagesordnung ist es Eure Pflicht, Mann für Mann in der Versammlung zu erscheinen, um Stellung zu nehmen zu den Abmachungen der Fabrikanten. Ganz besonders sind die Kollegen der Kliem's Sälen, Hasenhaide 1415, zu Freitag, den 10. April, nadhmittags 4 Uhr, Firmen Schäffer& Oehlmann, Bernh. Joseph, Butzke& Cie., Attiengesellschaft, eingeladen. Ebenso sind die Gemeindevertreter von Rixdorf und Brizz hierzu eingeladen. hierzu eingeladen. Der Vertrauensmann der Berliner Metallarbeiter. Otto Naether, N., Anflamerstraße 44. Achtung! Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter! Sonntag, den 12. April, vorm. 10 Uhr, bei Henke, Naunynstr. 27: Große öffentliche Versammlung für die Klaviatur- Branche. Tagesordnung: Unsere Bewegung. 144/17 Mittwoch, den 15. April, abends 8 Uhr, bei Keller( gr. Saal), Koppenstr. 29: Deffentliche Versammlung für die Mechaniker- Branche. Für Montag, den 20. April, bei Keller, Roppenstraße 29: Musikinstrumenten- Arbeiter. Die öffentliche Agitationskommission. Verband der Banarbeiter und Berufsgenossen Deutschlands. ( Zahlstelle Berlin.) Scheffer's Salon, Inselstrasse 10: Tages Ordnung: 1. Besprechung über die Handhabung der Polizeistunde seitens der Rirdorfer Polizeibehörden. 2. Wahl einer Kommission zur Vertretung der Interessen der hierdurch ge= schädigten Gastwirthe und Hausbesitzer. Bei der großen Wichtigkeit, die vorstehende Tagesordnung sowohl für den gesammten Gastwirthestand, als auch für die Grundbesitzer in Rixdorf und Britz hat, wird um zahlreiches Erscheinen der Interessenten gebeten. Rirdorf, im April 1896. J. A.: Hilpert. Kranken- u. Begräbnißkasse der] Buchbinder u. verw. Berufsgenossen zu Berlin E. H. No. 24. Dorn. Arendt. Bildhauer Berlins! Freitag, den 10. April 1896, abends 8 Uhr, im großen oberen Saale des Englischen Gartens, Alevanderstraße 27c: Große öffentl. Versammlung. E Tagesordnung: 1. Stellungnahme zur Maifeier. 2. Bericht der Am Sonntag, den 12. April d. J., vormittags 10 Uhr, in Sonnabend, b. 18. April, abd3. 8: Delegirten zur Gewerkschafts- Kommiſſion, Neuwahl derselben. 3. Bericht über im„ Englischen Hof", Neue Roßstr. 3: den Berlauf des Holzbildhauerstreiks und der Modelleure. 4. Verschiedenes. Es ist nothwendig, daß alle Kollegen in dieser Versammlung erscheinen. Der Vertrauensmann. Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal 1896. 2. Wahl der Delegirten zum 1. Rassenbericht pro 1. Duartal 1896. 28/1 Gewerkschaftstongreß. 3. Diskussion über die Anträge zum Gewerkschafts- 2. Bericht des Vorstandes. 3. Vortrag Deutscher Metallarbeiter- Verband. tongreß. 4. Verbandsangelegenheiten. 32/11 des Bahnarztes Hrn. Dr. Semmel über Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden daselbst aufgenommen. Hygiene des Mundes". 4. KassenDie Ortsverwaltung. Achtung! Maurer. Achtung! General- Versammlung " angelegenheiten. 25/17 ( Verwaltung Schöneberg.) Das Erscheinen aller Mitglieder in Sonntag, den 12. April 1896, vormittags 10 Uhr: nothwendig. Fr. Freudenreich, Borsigender, Wißmannstr. 18, I. Bruno Gröblehner, Kassirer, Wasserthorstr. 14, im Laden. des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Generalversammlung Berlins und Umgegend am Sonntag, den 12. April, vormittags 10 Uhr, im Lokale der Kranken-Unterstützungsdes Herrn Buske, Grenadierstrasse 33. Tages Ordnung: 1. Abrechnung des Kassirers vom 1. Quartal 1896. 2. Bericht des Vorstandes und des Ausschusses. 3. Neuwahl des gesammten Vorstandes, der Revisoren und dreier Ausschußmitglieder. 4. Vereinsangelegenheiten. Die Mitglieder werden ersucht, alle zu erscheinen. 129/19 Der Vorstand. Zimmerer. Sonntag, den 12. April, vorm. 10 Uhr, in Cohn's Fettsälen( großer Saal), Beuthstr. 21-22: Grosse Versammlung des Zentralverbandes der Zimmerer Deutschlands. Berlin.) ( Bahlstelle Tagesordnung: 1. Bericht der Delegirten vom 1. Provinzial- Verbands tag der Provinz Brandenburg. 2. Wahl von 8 Delegirten zur Agitations tommission der Provinz Brandenburg. 3. Wie stellen wir uns zu dem Beschluß der letzten öffentlichen Zimmererversammlung. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Der Vorstand. 254/19 Verein z. Wahrung d. Interessen der auf Holz- u. Kohlenplägen, Basanstalten beschäftigten Arbeiter und Kutscher. Am Sonntag, den 12. April, abends 62 Uhr, bei Röllig, Neue Friedrichstrasse No. 44: General- Dersammlung. Zages Ordnung:. 1. Bericht des Vorstandes und Abrechnung des Kassirers. 2. Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl des gesammten Vorstandes und der Revisoren. 4. Vereinsangelegenheit und Verschiedenes. 84/16 Der Vorstand. Verein der Bauanschläger Berlins u. Umgegend. General- Derlammlung am Sonntag, den 12. April, vormittags 10% Uhr, im Lokal des Herrn Buske, Grenadierstr. 33. Tages Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Statutenberathung. 3. Protest gegen§ 5 Abs. b. 4. Verschiedenes und Fragetaften. und Begräbniß- Kasse der Lederzurichter Berlins ( E. H. No. 50) am Sonntag, den 19. April, vormittags 10/2 Uhr, bei Herrn Feind, Weinstraße 11. 105/4 Zages Ordnung: 1. Rechnungslegung v. 1. Quartal 96. 2. Geschäftliches. Der Vorstand. G. Busse. Orts- Krankenkasse der Nadler. Siebmacher zu Berlin. Sonnabend, den 18. April cr., abends präz. 81/2 Uhr, in Pasch's Restaurant, Alte Jakobstr. 83: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Verlesung der Protokolle. 2. Rassen Bericht des Rechnungs= Ausschusses. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. 816b W. Kusche, Borf. P. Licht, Schriftf. Achtung! Achtung! Friedrichsfelde und Umgegend. Besichtigung der Hutfabrik. Treffpuntt: Früh 8 Uhr, bei Db st, Grunewaldstr. 110. 285/7 Die Ortsverwaltung. Kollegen, denen es besser paßt, haben fich 3/410 Uhr Pappel- Allee einzufinden. Auch Frauen können daran theilnehmen. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. General- Versammlung am Montag, den 13. April, abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Julius Henke, Naunynstraße Nr. 27. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Schöpflin. 2. Abrechnung vom. Quartal 1896. 8. Vereinsangelegenheiten. Abrechnung vom X- Strahlen- Vortrag. Aufnahme neuer Mitglieder. Mitgliedsbuch legitimirt. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch bittet 144/8 Der Vorstand. Freitag Abend 812 Uhr: Vorstandssitzung. Zentral- Verband deutscher Maurer Bahlelle Berlin 1( Pußer). Sonntag, den 12. April 1896, vormittags 11 Uhr, in Cohn's Festsälen, Beuthstr. 20: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Situation der Gegenwart und welche Pflichten erwachsen den Mitgliedern in derselben. 2. Junere Vereinsangelegenheiten. Die Kommissionsmitglieder ersuche ich, Sonntag früh 9/2 Uhr zwecks Abrechnung bei Kleber, Alte Jakob- und Seydelstraßen- Ecke pünktlich zu 134/16 erscheinen. Der Bevollmächtigte. Verband der Sattler und Tapezirer. Sonnabend, den 11. April 1896, abends 8½ Uhr, bei Pasch, Alte Jakobstraße 83: Kombinirte Mitgliederversammlung der Filialen Generalversammlung Berlin I und II, Rigdorf, Charlottenburg und Tegel. des F Tages Ordnung: " Arbeiter- Bildungsvereins modernen Aftronomie." 1. Vortrag des Herrn Dr. Joel über: Die Errungenschaften der am Donnerstag, den 16. April, 2. Wahl eines Ausschußmitgliedes. 3. Gründen die Treibriemen Arbeiter eine Seftion für sich? 4. Das Verhalten der Tegeler abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Kollegen beim letzten Streik. C. Schulz, Prinzen- Allee 6. Der Vorstand. Mitgliedsbuch legitimirt. 158/20 Um pünktliches und zahlreiches Gr Bund der geselligen Arbeitervereine. scheinen ersucht 8086 Der Vorstand. 34/2 Sommer- Laube billigst z. verkaufen bei Mohr, Lübbenerstr. 19. 819b Sonntag, den 26. April, mittags 1 Uhr: Uraniabesuch( Neues 43/12 Haus, Taubenitr. 48/49)." Der St. Gotthardtunnel." Billets à 60 Pf. bei P. Gent, Dresdenerstr. 107/108, 1. Stfl. r. 4 Tr Berantwortlicher Redakteur: Auguft Jacobey, Berlin. Für den Inseratentheil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Der Vorstand. J. A.: Wiegand.