BERLIN SieiMg 15. Zull 1930 10 Pf. Nr. 326 B 162 47. Lahrgang erschti-ttislich-uterSo-at-s«. t* �/ /Ii\/ M/ ifit«n,etsett?rei«: Die tinspaltige Nonr-rcillei-il« Zugleich Abeudausgabe de«.DorivSrt«'. Bezuqsxrei« J* J» � fJ. PA, F..M_ Jܧ L 80 Reilameitile 5 M.(Ermäßigungen nach Tarif. beide Ausgaben 8SPf. proWoche, 3.S0M. pro Monat. �jTM�3jLLlÄÄJkJ�l�LÄ��A fff BkCt J: Postscheckkonto: Varwärts-Vcrlaz G. m. b. H., Kcdaktivn und EMdition; Berlin SWS8,Lindenstr.8/ � �----- jgve m*w w~m BttU« Nr.S7ösa. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 2v7 Hmdenburg für Stahlhelm. Cr lehnt Teilnahme an den Befreiungsfeiern in Preußen ab. Amtlich wird mitgeteilt: Der Herr Reichspräsident hat seine Teil- iwhme an den Bcfreiungsfciern in Koblenz, Trier und Aachen sowie in Wiesbaden abgesagt und diese Absage in folgendem Schreiben an den preußischen Herrn Ministerpräsidenten begründet: „Sehr geehrter Herr Ministerpräsident! Ihre Einladung zur Teilnahm« an der Befreiungsfeier der preußischen Staatsregierung in K o b l e n z am 22. Juli habe ich durch mein Schreiben vom 5. Juli angenommen. Meine Zusage erfolgte in der Voraussetzung, daß das Verbot des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, in Rheinland und Westfalen, das ich, wie Sie wissen, nach ein- gehender Prüfung des Tatbestandes als unberechtigt und dem Sinne des Gesetzes zuwiderlaufend bezeichnen muß, bis dahin aufgehoben sei und auch dieser Verband der alten Soldaten an den Befreiungsfeiern teilnehmen könne. Sic haben zwar die Aufhebung dieses Verbotes, sür die sich auch die Reichsregierung inzwischen oerwandt hat, wiederholt in Aussicht gestellt, trotz wiederholten Erinnern? sie aber bisher nicht verfügt. Statt dessen hat der Preußisch« Minister des Innern in seinem, dem Herrn Reichskanzler abschriftlich über- mittelten Schreiben vom M. Juli 1930 dem Stahlhelm für die Wiedcrzulassung in Rheinland und Westfalen Bedingungen gestellt, aus deren Verlangen und Formulierung ich entnehmen muß. daß sie und das Preußische Staatsministerium meinem von der Reichsregierung unterstützten Wunsch« nicht zu entsprechen ge- sonnen sind. Damit schließen sie den Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, von der Teilnahme an den Rhcinland-Befreiungsfeiern aus und machen es den in dieser Organisation vereinigten alten Frontkämpfern un- möglich, in geschlossener Formation mich zu begrüßen, während all« anderen Verbände bei allen Veranstaltungen, die aus Anlaß der Räumung stattfinden, zugelassen sind und in großer Zahl auftreten. Diese ungleichmäßige Behandlung ist für mich unerträglich. Ich kann es mit meiner verfassungsmäßigen Pflicht zur Heber- Parteilichkeit nicht vereinbaren, an Besreiungsseiern teilzunehmen, von denen ein Teil von Staatsbürgern durch ein nach meiner Auf- fassung nicht begründetes Verbot ihrer Organisation ausgeschlossen ist. Ich habe mich daher zu meinem Bedauern entschließen müssen, mein« ihnen unter dem S. Juli erteilte Zusage zur Teilnahme an der preußischen Befreiungsseier in Koblenz rückgängig zu machen: aus dem gleichen Grunde habe ich auch meine in Ver- bindung mit der Reis« nach Koblenz geplanten Besuche in Trier, Aachen und Wiesbaden abgesagt und so lange verschoben, als die vorerwähnten Gründe bestehen. Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochochtungl Gez. von Hindenburg." ' chi l"; Die Reise des Reichspräsidenten noch Speyer und der Pfalz sowie nach M a i n z wird planmäßig stattfinden. Der Herr Reichspräsident wird von Mainz am Sonntag, dem 20. Juki, abends, unmittelbar nach Berlin zurückkehren. * Dies Schreiben des Reichspräsidenten, stellt einen ganz ungewöhnlichen Schritt dar, eine Parteinahme für eine politische Organisation, die in Preußen wegen ihrer Verstoß» gegen bestehende Gesetze zu recht verboten ist. Das preußische Staatsministerium wird wahrscheinlich?. das Schreiben und den darin enthaltenen Eingriff zurück- weisen. Der Reichspräsident hat mit diesem Schreiben und seiner Veröffentlichung einen Affront gegen die preußische Re» gierung wie gegen die Bevölkerung der befreiten preußischen Gebiete beliebt, der schärfster Zurückweisung bedarf! Keine Zusicherungen des Stahlbelms! 3m Anschluß an die verössenklichung des Briefe» des Reichs- Präsidenten teilt da» Wolff-Büro mit, daß der Stahlhelm hin- reichende Zusicherungen gegeben habe, sich Zeder wie immer gearteten militärischen Tätigkeit zu ent- halten. von derartigen Zusicherungen des Stahlhelms ist dem z n 4 ständigen preußischen INinisterium de» Innern auch nicht ein wort bekannt. Die Behauptung, daß der- artige Zusicherungen gegeben worden seien, stellt damit eine Irre- sührung der Oesfentlichkeit dar. Dem preußischen Ministerium des Innern ist jedoch bekannt. daß in einer Reihe anderer Fälle der Stahlhelm verschiedenen Ober- Präsidenten und Regierungspräsidenten Zusicherungen gegeben hcck... die mit seltener Regelmäßigkeit gebrochen worden sind. Artikel 48 zurückgestellt? Keine Auflösung des Reichstags beabsichtigt. Ueber das Ergebnis der Ministerbesprechungen, die gestern bis gegen Mitternacht gedauert haben, wird offiziell strengstes Stillschweigen bewahrt. Gerüchte wollten wissen, daß das Kabinett sich über die Anwendung des Artikels 48 und die Auflösung des Reichstags schlüssig geworden sei. Diese Gerüchte sind unzutreffend. Das Kabinett denkt in diesem Augenblick nicht an die Auflösung des Reichstags, aber auch die Anwendung des Ar- t i k e l s 4 8 scheint auf viel größere Schwierigkeiten zu stoßen, als man früher angenommen hat. I Das Geheimnis der Regierung, das offiziell so streng gehütet wird, scheint darin zu bestehen, daß für das Reichs- kabinett der Satz gilt: soviel Köpfe, soviel Sinne. Die Lage ist demnach noch völlig ungeklärt, es sind Ueber- raschungen nach jeder Seite hin noch möglich. «- Der Reichstag tritt heute um 3 Uhr zusammen. Er wird zu- nächst die Ausschußanträge wegen des Neuroder Grubenunglücks und das Weingesetz verabschieden. Dann folgt die zweite Beratung der Deckungsvorschläge. Das penfionskürzungsgesetz. Paragraph 1 in veränderter Form angenommen. In der Dienstagssitzung des Ausschusses sür den Reichshausholl bat namens der Staatsregierung der Staatssekrelär im Reichsfinanz- Ministerium Schesser den Ausschuh, in der Mittwochsitzung die noch ausstehenden Etats der allgemeinen Fingnzverwaltung d e� K r i e g s l a st e n und des Etatsgesetzes zu behandeln. Die Sprecher der sozialdemokratischen Fraktion, Keil und Dr. Hertz, erklärten, daß dem Wunsche der Regierung eine gewisse Berechtigung nicht abzusprechen sei. Di« Voraussetzung, daß sie nicht von vorn- herein widerspräche», wäre allerdings die, daß in der Dienstag- jitzung da» Penjiouskürzungsgefetz wenigstens jn erster Lesung erledigt werde. Eine bindende Zusage könnte natürlich erst gegeben werden, nachdem man wisse, wie in der Plenarsitzung vom Dienstag das Schicksal der Dcckungsvorlage sich gestalten werde. Es wurde den Wünschen des Staatssekretärs ent� sprechend beschlossen, mit der Beratung der genannten Haushalt« am Mittwoch zu beginnen. Der Ausschuß führt« dann die Beratung des s o z i a l d e m o» kratischen Pensionskürzungsgesetzentwurfes zu Ende und nahm in der Abstimmung eine Reihe einschneidender Acnderungen vor, in denen z. B. über all da- gesamte Privatein- kommen„A r b e i t s e i n t o in m e n" gesetzt wurde. Des weiteren wurde eine Bestimmung eingefügt, nach der die Vorschriften des Gesetzentwurfes sinngemäß auch Anwendung auf Verforgungs- gebührnisse der Ruhegehaltsempfänger bei der Deutschen Reichsbahngeseilschaft und der Reichs dank finden sollte. Es wurde ferner neu bestimmt, daß die Versorgungsbezüge der Länder, Gemeinden und sonstigen unter staatlicher Aufsicht stehenden Körperschaften des öffentlichen Rechts nicht günstiger ge- regelt werden durften als für die Reichsbeamtcn. Um Umgehungen des Gesetzes, wie sie insbesondere mehrfach in Kommunen vorgekommen sind, unmöglich zu machen, ist schließlich eine Vorschrift aufgenommen worden, daß Abfindungs-, Renten- und sonstige Beträge, die in ihrer Eesamtauswirkung eine günstigere Regelung, als für die Reichsbeamtcn vorgesehen, darstellen, ungültig sind und aufgehoben werden. Gegen den schärfsten Widerspruch der Sozialdemokraten wurde von allen bürgerlichen Parteien eine 2. Lesung beschlossen, die am Mittwoch stattfinden soll. Don der Regierung ist dem Reichstag ein Entwurf eines Ge- setzes zur Aendcrung des/Bankgesctzes zugegangen, der vom Plenum dem Haushaltsausschuß zur Vorberatung überwiesen wurde. Abg. H e i n i g(Soz.) erhob in der Diskussion die stärksten Bedenken gegen die Beratung dieses GesctzenlKiurfs, der in seinen materiellen Bestimmungen ein Unrecht für das Reich und eine Begünstigung der Anteilseigner darstellt. Nach einer kurzen Diskussion schloß sich der Ausschuß den Ausführungen des Abg. Hcinig an und lehnte die Beratung des Gesetzentwurfs ab, Der eisernste Kanzler Sine Röntgenaufnahme der Diktatur Brüning! Selbstmord im Warenhaus. Ein Geisteskranker durchschneidet sich die Kehle. Eine blutige Tragödie spielte sich heule vormittag im waren- hau» k a r st a d t ab. Ein dreißigjähriger wann ließ sich an einem Verkausvsland Rasiermesser zeigen. Plötzlich ergriff der wann eines der Messer und schnitt sich vor den Augen der er- schreckten Verkäuferin die kehle durch. Blulüberströmt rannte er sodann im Berkaussranm umher und warf einen Tisch um, auf dem sich Flaschen befanden. Dann stürzte der Mann tot zu Boden. Es soll sich bei dem Selbstmörder um einen geistig um» nachtetea Arbeiter aus Chaclotteudurg Handels. LeifiungsabSau für immer. Schärfste Opposition öer Sozialdemokratie. Der Tozialpc>>!trsct>c Ausschuß des Reichswgs hat am DienstaH di« ftftc Lesmig zur Arbeitslosemzrvsicherunq abgeschlossen. Abg. Dr. psesser(D. Vp.) erklärte, nachdem ine Regierung die bisherige Darlehnspflicht des Reiches einzuschrän- k e n bereit sei, auch seine Fraktion entgegen ihrerchisherigen Haltung sur die Beitragserhöhung stimmen roerde. Abg. Authäuser(Soz.) wendet sich gegen den neuen Antrag der Regierungsparteien zu Artikel 163, der für die Zukunft einen jährlich festzusetzenden Höchstbetrag der Reichsdariehen vorsieht Daniit wird das Kompromiß Brüning vom Mörz IM) in dem Gesetz v e r an k e r t und in Krisenzeiten der S-eistungsabbau zu einem Dauerzustand gemacht. Die weiter vargelegte Entschließung der Regierungspartei, wonach die Einführung von Gesahrenklassen und di« Zulassung von Ersatzkassen geprüft werden sollen, niüssen van der Sozialdemokratie im Interesse der Erhaltung der Finanzkraft der Reichsanstalt entschieden bekämpft werden. Zur Beitragssroge erklärte Aufhäuser: „Die sopalderuokralische Fraktion hat wiederholt ihre Bereitwilligteil erklärt zum Zwecke der Ausrechterhattung der Arbeits- losenoersicherung und ihrer Leistungen auch einer befristeten veitrogserhahung zuzustimmen. Au diesem Standpunkt halte« wir fest. Nachdem aber die Mehrheit de» Ai—schuste, sowohl in der Arbevsloscn- wie in der Krankenversicherung einen geradezu "'sßlosen Abbau der Leistungen vorgenommen und die Reichs- :»!erung angekündigt hat, auch die bestehende Darlehnspflicht t"> Reiches an die Arbeitslosenversicherung zu beschränken, sehen mir die voraussetznugen für unsere Zustimmung zu einer Veitrag»- crhöhung nicht mehr gegeben. Die s o zitfldeinokra tischen Ausschuhmitglieder werden deshalb ibrer Fraktl«m, die fich die Entscheidung vorbehalten hat �empfehlen. die Veitraigserhöhung abzulehnen.- Abg. Dr. Lrsuu»(Z.) versucht zu erklären, warum seine Partei sich nunmehr der Deutschen Dolkspartei gebeugt hat. In den folgenden Abstimmungen werden die Anträge der Regierungsparteien angenommen. Für die Beitrags- «rhöhung auf 4% Proz. stimmen zehn Abgeordnete.gegen zwei bei zwölf Enthaltungen. �egierungsrat vom Ami suspendieri. Wegen Detätigmig als nationalsozialistischer Agitator. Düsseldorf, 13». Juli. fEigenbericht.) Der Regierungsrat bei der Düsseldorfer Regierung, von dem Knesebeck, ist wegen seiner Betätigung im nationalsozialistischen Sinne vom Amt suspendiert worden. Der nationaisozialisti- sche Beamte hat wiederholt Dersommlungen der Hitter-Partei gr- leitet und sich rednerisch- im Hitler»3argon betätigt. i •. I Kreispruch eines Prügellehrers. Er soll sich„der Folgen nicht bewnsit" gewesen sein? Tin nicht gerode salomonisches Urteil fällte das Schöffengericht Spandau in einer verhondlunK der dieser Tatbestand zugrunde lag: Ein Junglehrer hatte Berdretungsdienst in der Volksschule T i e m e n s st a d t, wo er sich gleich zu Anfang durch eine ziemlich „lockere- Hand auszeichnete. Wegen der geringfügigsten Unaus- merksamkeit oder irgendeiner hannlosen Kinderei traktiert« er seine Schüler und Schülerinnen— es handelte sich um ein« gemischt« 51 lasse— aus brutale Art mit Ohrfeigen der inneren und der äußeren Handfläche, daß durch die Verletzung mit Handrücken und Fingerknöcheln eine Schülerin 3 Wochen mit einem blau- schwarzen Auge herumlief und ein Schüler nach sechs aufem- onderfolgenden Ohrfeigen heftiges Nasenbluten erlitt, ein drittes Schulkind aber, ein Junge, dessen Mißhandlung den Gegenstano der Klag« bildete,«inen Bluterguß im Auge, sowie«neu Riß im Trommelfell mit chronischer Schädigung der Hör- säbigkeit davontrug. Aus Grund dieser schwerwiegenden Pflicht- Verletzung enthob das Provinzialschulkollegium den Angeklagten seines Amtes. Der Mimstenalerlaß vom 29. März 1928 besagt nämlich ausdrücklich, daß dem Lehrer das Züchtiguugsrecht bei Knaben wegen Unausckierksamkeit oder schlechten Lernens, bei Mädchen überhaupt untersagt sei. Der Staatsanwalt hatte 199 Mark Geldstrafe oder zehn Tage Haft beantragt. Obwohl oos Gericht eine Uebertretung des Züchtigungsrechtes anerkannte, erfolgte dennoch Fretspruch des Angeklagten mit der Begründung, daß er sich„der Folgen seiner 5)andlung nicht b«wußt gewesen sei'. Wenn dem so ist, „dann hätte die strafende Nemesis eigentlich überhaupt ausgelebt, denn im Gninde sind sich nur sehr wenig Schuldige der Folgen ihrer Handlungsweise bewußt. Nach diesem Urteil kann ruhig wcitergedroschcn werden! Es wird aber endlich Zeit, daß hier energisch Remedurgefchaffen wird, damit es in Zukunft nicht mehr möglich ist, den erwiesenen Tatbestand grober Körper- Verletzung als eine nachsichtheischenfce Affekthandlung auszulegen. Wenn der Angeklagte zu seiner Entlastung anführte, daß er zur Wahrung seiner Autorität zu diesen, Mittel greifen mußte, so spricht dies einzig und allein sür sein« berufliche Unfähig- keit: heute verlangt man vom Pädagogen, daß er über dem K» m in i ß f e l d w e b e l steht. * Vrounschweig, 15. Juli.(Eigenbericht.) lieber eine» srmchalöse» Vorgang im Kaiserin-Frieo- r i ch- 5) o s p i t a l in Norderney, einem Erholungsheim, das ren den F�rsorgeverbänden niit bedürftigen Kindern beschickt wird, meldet der„Braunschwciger Bolksfreund" unter anderem, daß vor Einigen Nächten zwei B r a u n s ch w e i g e r Knaben im Alter von 12 und 14 Jahren sich aus dem 5)ause entfernten. Nach Absuchen des Dünengeländes durch die freiwillige Feuerwehr konnten in der darauffolgenden Nacht die beiden Knaben in einem Heu- schaber versteckt aufgefunden werden. Auf die Frage, warum sie ausgerissen wären, ertlärten die Flüchtlinge wörtlich:„Vir solllenwieberzumArztundderschlägtunsimmer mit dem R o h r st o ck. Auch die Schwestern schlugen uns mit dem Rohrstock.- Die Verwaltung des Kaiser-Friedrich-Hospital, für deren Ausrechterhaltung bi» zu 99 Prozent aus öffentlichen Kassen fließen, setzt sich vom Chefarzt bis zur letzten Schwester aus Stahl-, helmonhängern zusammen. Unser Braunschweiger Blakt ver- langt eine eingehend« Untersuchung des skandalösen Vorfalls und sordert, daß die ausgewandten Mittel im Interesse der Kinde» gesundheit und nicht der Stahlhelmerziehung Bertvendung finden. Die indischen Fürsten hielten eine Versammlung ab, um den Simon-Berichl zu erwägen. Es verlautet, daß sie mit der schließ- lichen Bildung eines indischen Bundes einverstanden und zum Ein- ' In bat groGltMche» Sat bereit seien. Derfaffungsfeier der republikanifchen Studenten •Der deulfeiieStudetaencerbanri. dem auch die Soxlalifllfche Sit: denlentereinigung angefchloflett ist, veranflaUele im ehemaligen Merrenhaufe eine eigene Terfaf Sungsfeier, nachdem die offiselelle Terfalfungsfrler der Otorhfchule rOUIg rerfagle. SProf. Dr. Weiler Meli die Seftrecke Wieder Nazi-Bestien vor Gericht. Wie der Arbeiter Heimburger zu Tode geknüppelt wurde. von Pfeffer und des thüringischen Staatsministers Dr. Frick. Ferner beantragte er die Abhaltung eines Lokaltermins. Dieses sei schon allein deshalb notwendig, weil die angeklagten Röntgentaler bislang unwiderlegt behaupteten, zur Zeit der Tat sich an der Ecke Ehriststraße- Bahnhosstraße aufgehalten zu haben. Das Gericht lehnte die Anträge auf Ladung der drei nationalsozialistischen Führer ab; das Gericht unterstelle es als wahr, daß den nationalsozialistischen Sturmablci- lungen von der Partei Ucberfälle verboten seien. Die Tatjache je- doch, ob solche Uebersälle planmäßig geschehen, sei sür diesen Pro- zeß ohne Belang. Die Entscheidung über die Anberaumung eines Lokaltermins behalte sich das Gericht für einen späteren Termin vor. Endlich kann mit der Vernehmung der Angeklagten fortgesetzt werden. An der Reihe ist der neunzehnjährige Buchbinder Wiese. Sein Vater ist Polizeiwachsmeister. Den Nationalsozialisten gehört Roter der Masse der Bluttaten der verwilderten Nationalsozialisten erscheint die Tötung des Arbeiter» Heimburger am lS. August v. 3. wohl als eine der grauenhaftesten. Die Nationat- sozialisten: der Postaushelser Glaser Egon Wespenberg, der Masseur Kurt Timpe. der Schuhmacher Erwin 3lgner, der Schriftsetzer Heinrich Niese, der Lehrling Günther Burghardt. der Arbeiter Albert w i n k l e r. de� Schlosser Erwin Dietrich, alle im Alter von 19 bi» 24 Jahren, haben sich heute in Verbindung mit dieser Tat vor dem Landgericht II wegen schweren Landfriedens- braches und Totschlage» zu verantworten. Auf dem Jnnsbrucker Platz in Schöneberg kam es in der Nähe eiyez nationalistischen Zeitungshändlerstandes zu ständigen Krawallen. Di« Nationalsozialisten hatten im Verkehrslokal ,,Amci sein der Hauptstraße so etwas wie«in Hauptquartier aufgeschlagen. Am Nachmittag des 16. August entstand auf dem Jnnsbrucker Platz wieder einmal ein Auflauf. In der„Ameise- oersammeiten sich etwa 159 Nationalsozialisten, die über den Zusammenstoß debattierten. Es war schon gegen Abend, als der Händler Heim- bürg er in Begleitung der Arbeiter Kundt und Kühne das Lokal„Ameise- passierten. Um den Nationalsozialisten auszu- weichen, begaben sich die drei Männer vom Bürgersteig auf den Fahrdamm. Als sie bereits vorüber waren, stürzte ein Trupp von Nationalsozialisten hinter ihnen her und schlugen auf sie mit den Rufen„Achtung, Kommunisten!- ein. Es gelang den dreien, sich wieder zu erheben und zu flüchten. Heimburgsr wurde eingeholt und zum zweitennml mit einem Gummiknüppel nieder- geschlagen. Er raflt« sich auf, wurde wieder niedergeschlagen, er erhob sich ein zweites Mal und wurde«in drittes Mal niedergeknüppelt. Trotzdem entkam er. Ein Schaffner eines vorbeifahrenden Straßenbahnwagens, der gegen die Miß- Handlungen des Heimburger laut protestierte, erhielt von Timp einen Schlag mit dem Schlagring ins Gesicht. Heimburger hatte unterdes im Restaurant Rathauseck, Ecke Haupt- und Stierstraße, Zuflucht gefunden. Der Gastwirt Gerdes stellte sich seinen Ver- folgern entgegen. Sie drohten ihm, sein Lokal zu demolieren, falls er ihnen HeiMburger nicht in drei Minuten ausliefer«, schoben ihn beiseite, hotten ihr Opfer heraus und schlugen es nieder. Besonders tat sich dabei Wespenberg hervor, der Heimburgers Gesicht mit den Füßen bearbeitet«. Der Bewußtlos« wurde schließlich vom Ueberfallkomnzando ins Krankenhaus gebracht. wo er bald darauf starb: er hatte«inen mit großer Gewalt geführten Stich in das Herz erhalten. Derselbe Trupp Nationalsozialisten wandte sich gleich darauf gegen die Kaufleute Erwin und Werner Spandau, die auf der Straße vor ihrem Loden standen. Erwin ftijlchtete vor den Rowdies auf den Fahrdamm und wurde von einem Auto überfahren. Wespenberg behauptet« in der Voruntersuchung, er habe aus Notwehr wild um sich gestochen, weil seine Kameraden ver- sehentlich ihn angegriffen hätten. In Wirklichkeit aber hat er sich der Tat gerühmt, Heimburger getötet zu haben und das Mordmesser einer Bekannten zur Ausbewahrung gegeben. Die �önigentaler Totschläger. Disput um einen Lokaltermin. Die heutig« Sitzung im Prozeß gegen die Röntgentaler Totschläger begann mit Anträgen s>er Verteidigung, die eine l�-stündige Beratung des Gerichts zur Folge hatten. Rechts- f>er Xönlgenialer faroseeß:„SturmlruppHIhrer" TTlarquardl mnvalt Dr. Becker, der Verteidiger des Röntgentaler Sturmführers P a n t r a t h, begründete ausführlich seinen bereits gestern dem Gericht eingereichten Antrag über die Ladung Hitlers, des obersten Führers der Sturmabteilung der uationaljozmlistijchen Bewegung AngeM. Schindler erlBnlerl am JCageplan die DorgSnge er seit zwei Monaten an. Zur Zeit der Röntgentaler Bluttat sym- pathisierte er bloß mit den Nationalsozialisten und befand sich abend? bei dem„üblichen- Glas Bier in Lokal Franz. Mitzugehen nach Röntgental emschloß er sich erst, als schon alle anderen draußen waren. Borsitzender: Haben Sie und Kameraden sich wie Indianer auf den Kriegspjad begeben oder sind Sie wie anständige Menjäzeiz gegangen? Der Angeklagte(ein wenig schnoddrig): Wir sind gc- gangen, wie es sich gehört. Im Laufe der Vernehmung des An- geklagten ergeben sich ein« ganz« Reihe von Differenzen zwischen seiner jetzigen Aussage und seinen Bekundungen in der Darunter- suchung. Die Atmosphäre im Gsrichtssaal steigert sich von Viertel- stunde zu Viertelstunde, es kommt schließlich zu heftigen Ausein- anders etzungen zwischen der Staatsanwaltschaft und der Verteidigung, als der Angeklagte erklärt, nicht zu wissen, ob er das Protokoll unterschrieben hat. Der Staatsanwalt fragi schließlich den Angeklagten, ob er etwa geisteskrank sei. Das gehört nicht zur Sache, erklärt Wiese. politischer Totschlag vor Gericht. Oer tödliche Messerstich auf den Gtahlhelmmann. Frankfurt a. Oder, 15. Juli. Vor dem hiesigen Schwurgericht begann heute di« Verhandlung gegen die fünf Fürstenwalder Arbeiter, die am 29. Mai d. I. den Buchhalter Rüdiger von Massow bei einer Stahlhelmfeier ange- griffen und niedergeschlagen haben. Der Hauptangeklagte, der 49jäh- rige Max Behnke, soll den totbringenden Dolchstich aus den Stahl- helmmann geführt haben. Im ganzen sind 19 Zeugen geladen. Bei der Vernehmung der Angeklagten ergab sich, daß außer dem Hauptan- geklagten, der schon Vorstrafen wegen Diebstahls und Körpervcr- letzung aufweist, auch zwei weitere Angeklagt« vorbestrast sind. Behnke bestritt, während des Tumults überhaupt in Massows Nähe gekommen zu sein, wurde aber vom Vorsitzenden darauf hingewiesen, daß er vor dem Amtsrichter das Gegenteil zugegeben habe. Der Zeuge Morn aus Demnitz, ein Teilnehmer bei dem Stalhelm-Sport- sonntag, sowie ein anderer der Überfallenen Stahlhelmer, Landwirt Gerhard aus Steinhösel, bekundeten, sie hätten deutlich gesellen, wie Behnke das Messer zog und auf Rüdiger von Massow einstach. �0 Jahre Zuchthaus beantragt. Frankfurt a. Oder, 15. Juli. 3m Prozeß gegen die fünf Fürstenwalder Arbeiter, die de- schuldigt werden, den Stahlhelmmann Rüdiger von Massow nieder- gestochen zu haben, beantragte heute mittag der Staatsaaqalt gege Behnke 10 Jahre Zuchthaus wegen Totschlag, und 19 Jahre Ehrverlust, gegen Schmattek und Zuresch je zwei Jahre Gefängnis, gegen den Zlljährigen Zähde in anbetrachl feiner Jugend 1 Jahr Gefängnis. Gegen Zerner wurde die AnNage fallen gelassen.' Vom Wert des eigenen MWerens. �adio/ Musik/ Geselligkeit. Wcr einmal eine„Offene Singstunde" unter Leitung von Fritz Jode miterlebt Hot, der weiß, was es heißt: selbst Musik zu machen! Und wer in freien Stunden Ausslüge oder an freien Tagen längere Wanderungen unternimmt der wird immer wieder empfinden, wie beglückend es ist, selbst zu singen, für sich und in Gemeinschaft mit anderen. Jeder von uns weiß, daß gerade im Gemeinfehaftsleben und im gefelligen Leben der Menschen, bei ernsten und fröhlichen An- läsfen die Musik ein Hauptfaktor ist, um die Stimmung zu steigern oder unseren Empfindungen tiefen und starken Ausdruck zu geben. Wie oft erleben wir z. B. bei festlichen Gelegenheiten oder am Schluß von besonders wichtigen, ernsten Veranstaltungen das ge- tneinsarne Singen der Internationale! Und jedesmal wieder ist dieses gemeinsame Singen wie ein erneutes Bekennen zu unserer Idee, gleichsam eine Bekräftigung unseres Willens zum gemein- samen Handeln, ein Gelöbnis des Zusammenhaltens und Vec- trauens, der Hingabe an das Werk bis zum endlichen Sieg. Nicht vorsingen lassen, sondern: selbst singen! Dies ist der Nüst der immer wieder, vor allem an unsere Jugend gerichtet werden muß. Heute dringender und inständiger denn je, weil die Gefahr der Mechanisierung der Kunst eine ungeheure ist. Und nicht nur dies: die Wirkung, die das Radio— wohlgemerkt nur in dem, was die Musik anbelangt— aus das innere Leben, auf Seele und Gemüt ausübt, kann, so positiv sie auf der«inen Seite ist, ins Negative, Schädigende umschlagen, wenn wir nicht die richtige Stellung dem Rundfunk gegenüber einnahmen. Ich ver- kennne selbstverständlich nicht die kaum zu überschätzenden Vorteile des Radio, auch vom sozialen Standpunkt aus. Man wird niemals diese Errungenschast der Technik in irgendeiner Weise gering achten! Im Gegenteil: der Rundfunk ist eine Macht, mit der wir uns in jeder Beziehung innerlich auseinanderzusetzen haben. Dabei dürfen wir aber nie vergessen, daß gerade die Kunst der Töne, die Musik lebendig erhalten werden muß in uns, daß wir nie aus das eigene Musizieren Verzicht leisten, daß wir es nie an der nötigen Ausbildung fehlen lassen sollen, um eine selbständige, eigene Musikausübung zu entwickeln und diese als ein Glied in der Kette der schönen Lebensgewohnheiten und Lebensäußerungen unentbehrlich zu mache». Wie ist es aber um die Berwirklichung solcher Wünsche, die ich als ideale und praktische Notwendigkeit bezeichnen möchte, be- stellt, wenn unsere Beziehungen zur Tonkunst nur durch das Radio hergestellt und nur durch die dort gehörten Vorträge wach- gehalten werden? Wie beeinflußt z. B. das tägliche Hören der Schlager unser musikalisches Empfinden? Wie wirkt es sich aus aus Ohr und Gemüt? Wie kommt das bequeme, passive Zuhören dem„Gesetz der Trägheit" entgegen und wie wird durch die Macht der Gewohnheit unser Untätigsein in der Musik unterstützt?— Die Antworten enthalten für jeden, der um das Wohl der Voltsseele ernstlich besorgt ist, wenig günstige Ergebnisse. Ich glaube sagen zu dürfen,.daß wir fast niemals eine wahre innere Verbindung zur Musik durch das Radio allein erlangen werden, wenn wir nicht schon vorher uns mit der Musik beschäftigt haben und dieses Musi- zieren auch fortsetzen, in irgendeiner Weise: singend, oder ein In- strument spielend. Das musikalische Empfinden, der musikalische Geschmack besonders der Kinder und der jungen Menschen wird durch das tägliche Hören der Schlager. Operetten, Couplets un- günstig beeinflußt, da diese jungen Menschen ja noch nicht gelernt haben, zu werten und zu wählen! Das Ohr wird, anstatt fein- höriger und wählerischer zu werden, abgestumpft-. Minderwertiges wird aufgenommen, ohne als solches erkannt zu werden: die Musik wird Alltagsware. Das Schlimmste ist, daß zum Zwecke der Unter-. Haltung man sich an der ernsten Musik vergreift: man stellt z. B, während man irgendeine Arbeit verrichtet oder während ein„Kaffeekränzchen" oder ein„Stammtisch" im eifrigsten Geplauder ist, das Radio an, durch das vielleicht gerade eine Beethoven-Symphonie „frei ins Haus" gesandt wird! Wenn wir selbst aus diese Weise die Musik entwerten, so wer- den natürlich auch die Werte, die sie uns bringt, geringere wer- den. Wenn wir uns selbst einen Festtag zum Alltag machen, so haben wir selbst den größten Schaden davon! Vor diesem unbe- wußten Selbstbetrug müssen wir unsere Jugend zu bewahren suchen und nicht aufhören, all ihre guten Kräfte zur Entwicklung zu bringen. Nicht oft genug kann daraus hingewiesen werden, wie wichtig es ist, daß durch die Jugend all die sozialen Einrichtungen. die in den letzten Jahren neu geschaffen oder erheblich ausgebaut worden sind, auch ausgenutzt werden. Es feien einige genannt: Volksmusikschulen, Singgemeinschaften, Sprech- und Bewegungschäre. Schulorchester, Tambourorchester, Guitarrenchöre, die„Offenen Sing- stunden" und vieles andere. Hier wird an der Musik und an der kulturellen Entwicklung des Volkes ernsthaft gearbeitet; hier wer- den der Jugend unvergängliche seelische und geistige Werte mit- gegeben, die aus ihr ganzes späteres Leben befruchtend wirkrn' können. Es ist eine der erfreulichsten Tatsachen, daß in den Kreisen der Jugendbewegung der Sinn für selbständiges gutes Mu- sizieren lebendig fft und die eigene Musikausübung ge- pflegt wird. Seit einigen Iahren schon begegnen einem. aus Feriensahrten oftmals Wandergruppen der SAI. Und wie ott ge- fchieht es dann, das z. B. bei Gebirgswanderungen an einer be- sonders schönen Stelle Rast gemacht wird, zunächst von den»er- schiede nen Blickpunkten eines Berges die Aussicht genossen und die Naturschönheiten gebührend gewürdigt werden, und dann noch ein Tänzchen arrangiert wird. Die Jungen spielen auf ihren®».i> tarren und Lauten, und die Mädchen tanzen und singen dazu So konnte ich erst kürzlich erleben, wie entzückend es ist, wenn in solchen Augenblicken nicht etwa nur Schlager und Couplets gespielt werden, sondern einfache alte und neue Volksliedmelodien, Volkstänze, Walzer, Schuhplattler u. a. Und wie fröhlich und aus- gelassen werden alle Beteiligten durch solches Singen und Spielen! Zum Schluß fei noch einittdl betont, wie segensreich das Radio wirken kann, wenn wir es sinnvoll auszuwerten»erstehen, d. h.: daß es für uns nicht die ausschließliche, nicht die einzige Quelle der Musik werden soll und daß wir nie aus das eigene Musizieren verzichten dürfen, auf das Erlernen eines Instrumentes(Laute, Guitarre, Flöte, Geige, Klavier u. a.) oder aus das Singen(Einzelsingen oder Chorsingen). Wenn wir so die Pflege des eigenen Musizierens zur Tat werden lasten und uns des Rundfunks zur Ergänzung und An- regung bedienen, dann werden die Worte:„Radio— Musik— Geselligkeit" harmonisch zusammenklingen. Wir werden einmal durch das Anhören der Rundfunkvorträge und ein andermal durch eigenes Musizieren unser geselliges Leben sowie unser Einzelleben um viel Schönes und Edles bereichern...Jvbsnna Tboms-Pactow. Verhandlung im Mansfeld- Konflikt. Die Bergarbeitersührer im Reichsarbeitsministerium. Heute nachmittag um 3 Uhr beginnen im Neichs- arbcitsminifterium unverbindliche Besprechungen über die Beilegung des Arbeitskonflikts im Mansfeldcr 5kupferschiefcrbergbau. Tie Aufforderung zur Berhand- lung wurde gestern abend telephonisch nach Halle a. d. S. übermittelt, worauf sich zwei Vertreter der Zentralstreik- leitung des Verbandes der Bergbauindustriearbeiter nach Berlin begaben. Im Streikreoier selbst ist die Loge nach wie vor ruhig. Noch- dem auch die in den letzten Tagen von der„revolutionären" Komps- leitung unternommenen Versuche, die Mansfelder Bergarbeiter ins Schlepptau der KPD. zu bringen, völlig gescheitert sind, konzentriert sich die Agitation der Opposition wieder aus das benachbarte Oberräblinger Braunkohlenrevier. Hier wurde am Montag unter der Maske einer Trauerseier für die Opfer der Waldenburger Grubenkatastrophe versucht, einen Sympathiestreik zu inszenieren. Dies gelang lediglich auf der Gräbner-Grube, wo der kommunistische Betriebsrat einen ein- stündigen Proteststreik durchsetzte. Die Direktion der Riebeck-Montan-A.-G. beantwortete diesen wilden Streik mit der Aussperrung aller Beteiligten. Zur Stunde finden Verhandlungen statt, um diese von der KPD. ver- antwortungslos in einen Streik gehetzten Arbeiter wieder in den Betrieb zurückzuführen. Auf allen Ilbrigen Gruben des Oberröb- iinger Reviers wurde der Slreikparole der SPD. keinerlei Beachtung geschenkt. Ebenso waren alle Anstrengungen der kommunistischen Agitatoren, im Geifeltal und im Bockwitzer Ländchen die Braun- kohlenbergarbeiter in den Streik zu ziehen, vergebens. Zu den Kommunisten, die gegen die von den Gewerkschaften geführte einheitliche und geschlossene Front der Mansfelder Kumpels anrennen, haben sich neuerdings die Nationalsozialisten gesellt. Nach„reoolutionärem" Muster verbreiten sie im Regie- rungsbezirk Merseburg ein Flugblatt, in dem es demagogisch heißt: „Seit einigen Wochen stehen die Monsfeldarbeiter im erbitterten Kamps. Der rassgierige Börfenkapitalismus hat die Betriebe geschlossen, Unterstützungen werden kaum oder nur sehr wenig gezahlt. Hunger und Not leiden unsere Parteigenossen, die dort im Kamps für sozialistische Gerechtigkeit stehen. Gebt für die Mansseld-Spende Lebensmittel, Brot und Geld; Hilssautos sollen in den nächsten Tagen ins Streikgebiet abgehen. Eile tut not!" Dieser Ausruf folgt dem Beispiel der kommunistisehen IAH. mit ihren Bettelsuppen. Die Streikenden bedanken sich jedoch sowohl für kommunistische wie für nationalsozialistische„Spenden", di« nur dem durchsichtigen Zweck dienen, Bankrotteuren in den Sattel zu helfen. Nazis erbitten Pardon. Aber sie stellen neue Forderungen. Dresden, IS. Juli.(Eigenbericht.) Die Hitlerianer entsandten am Montag zu den volksnatio- nolen Abgeordneten einen Vertreter, der um Entschuldigung für die Verunglimpfung der Volksnationalen Vereinigung durch die nationalsozialistische Presse nachsuchte. Der Zweck dieses Bittgangs lag klar auf der Hand, denn in dem gleichen Augenblick, in dem die Nazis für ihr verleumderisches Spiel um Entschuldigung baten, ersuchten sie die volksnationalen Abgs- ordneten um ihre Stimme für die heute auf der Tagesordnung des Landtages stehende Wahl des Ministerpräsidenten. Von unter- richtete? Seite verlautet zuverlässig, daß die volksnationalen Ab- geordneten die Zumutung der Hitlerianer abgelehnt haben. Die Rechtsparteien haben das Fell des Bären bereits unter sich verteilt, ehe der von ihnen präsentierte Kandidat für die Mi- nisterpräsidenffchoft gewählt ist und ehe sie überhaupt wissen, ob die Wahl ihres Kandidaten jemals gelingen wird. Sie sind dahin übereingekommen, dem als Ministerprästdenten in Aussicht genommenen Deutschnationalen Krug von Nidda für den Fall der Wahl zugleich das Wirtsch�stsministerium anzuvertrauen. Die Verwaltung des Innenministeriums soll mit der des Ar- beits- und Wohffahrtsministeriums der Ratio na tf oz'. a l ist Gregor Strasser übernehmen. Als Justizminister ist der Volks- rechtsparteiler Dr. Wallner-Leipzig in Ausficht genommen. Die Voltspartei soll zu ihrem Trost das Volksbildungsministerium er- halten. Ein halbes Lahr Klottenfeiertag. Französifch-italienifche Geste. t Paris, 15. Juli. lliach einer von Haoas veröffentlichten Mitteilung der italieni- schen Botschaft hat die ttalienffche Regierung den französischen Vor- schlag, den Bau neuer Kriegsschiffe bis Dezember aufzuschieben, mit Genugtuung zur Kenntnis genommen und dem französischen Außenministerium bestätigt, daß sie ihrerseits alle Flottenbauten während dieses Zeitraumes aussetzen werde. * Diese Verständigung ist als Geste zu begrüßen; praktisch hat sie nichts zu bedeuten, da Frankreich und Italien bereits in der ersten Hälfte alle Echfffe des diesjährigen Programms in Bau gegeben haben._ poincare rückfällig. Das Gaargebiet soll französisch sein! Paris, IS. Iusi.(Eigenbericht.) Im„Excelsior" vertritt Poincare die These, daß das Saar- gebiet nach Recht und Geschichte zu Frankreich gehört und erklärt allen Ernstes:„Es wäre rechtmäßig gewesen, wenn man 1918 Frankreich zumindest die Grenze von 1814 wiedergegeben hätte. Obwohl diese Grenze.zahlreiche Gebiete ausschließt, die„ach dem Wunsch ihrer Beoolkerurq zu Frankreich gehören. Frankreich hat Anspruch zumindest auf Saarbrücken,«aarloui» und Landau." Weiter behauptet Poincare, die Volksabstimmung sei ein unoeräußertiche» Recht der Saarbevölkerung, das niemand aufheben oder schmälern dürfe. Gelinge es, nur die Freiheit der Abstimmung zu gewährleisten, dann würden sich mit„unendlicher Wahrscheinlichteft" zahlreiche Gemeinden und Distrikte sürFrank» reich entscheiden. Es sei daher unannehmbar, daß man unter dem Vorwand einer deuffch-franzSsischen Zusammenarbeit dem Saar- gebiet„die germanische Souveränität" aufzwinge. Die Saarverhand- lungen endlich, die von Deutschland mit dem offenen Ziel einer Revision des Bersailler Vertrages eingeleitet worden seien, hallen bisher jux Frankreich nur bitte« Eitttäujchtlngm fletoacht, Wird Kanada Grönland kaufen? Die Forschertätigkeit ist in diesem Jahre im Polarkreise größer als je zuvor. Nicht weniger als 16 Expeditionen sind bereits unter- wegs oder treffen ihre letzten Vorbereitungen, Grönland, Spitz- bergen, Franz-Iosephs-Land, Rovaja Semlja oder Labrador zu be- suchen. Vier norwegische, drei dänische, eine britische, ein« ameri- ka nische, eine fchwedifche, eine deutsche und mehrere russische Unter- nehimmgen sind dabei beteiligt. Die größte und wichtigste dieser Expeditionen ist die deutsche unter Professor Wege-ner. die sich hauptsächlich das Studium des Inlandeises aus Grönland zur Aufgabe gemacht hat; es fft die größte deutsche Expeditton der letzten 20 Jahre, an der 14 Gelehrte teilnehmen. Neben ihr erregt de- sonderes Interesse die britische Expedition, die die Bedingungen für einen Lustweg von England über die Faror-Infeln, Island und Grönland nach Kanada untersuchen will. Auch mehrere an- dere Forschergesellfchasten haben Grönland zum Ziel, und einige von ihnen sind ausgerüstet, um aus dem Inlandeis zu überwintern. Bei den Deutschen besteht bie Absicht, bie Pferde, die die Schlitten ziehen sollen, zu schlachten und während des Winters als Nahrung zu verwenden. In Norwegen ist jetzt im Zusammenhang mit der englischen Grönland-Expedition, wie aus Oslo berichtet wird, das Gerücht aufgetaucht, daß Kanada die Abficht hat, Grönland von Dänemark zu kaufen. Wenn ein Lustverkehr mit England möglich wäre, barm würde dieses� Gebiet für Kanada von größter Be- deutung werden. Die Norweger aber glauben einen solchen Handel . nicht dulden zu können, da sie die hauptsächlichen Jagd- und Fifcherei- iiitereffen in Grönland haben und die Souveränität Dänemarks nur über einige schmale Küf denstrecke» des Gebietes anerkennen wollen. Im Boot von Budapest nach New �ort. Ein Vudopester Blatt„Magyarsag" berichtet von dem Versuch dreier ungarischer Arbeiter, in einem van ihnen selbst erbauten Boot nach New Aork zu fahren. Die Namen dieser drei kühnen Seefahrer sind Moses Varga, Lal'zlo Toth und Jstnan horvach; zwei find Eisenorbeiter und einer Hufschmied. Das Boot ist acht Meter long und zwei Meter breit. Das Geld zur Anschaffung der Materialien haben sie sich von ihren Löhnen abgespart, nur der Motor, den sie bei besonders stürmischem Wetter bemitzen wollen, ist das Geschenk einer ungarischen Motorfabrik. JDas Boot hat zwei Masten, und sie wollen im allgemeinen nur die Segel benutzen. Die Arbeiter, die sich Anfang Auguft�aus die Reff« begeben, werden zu- nächst die Donau herunter zum Schwarzen Meer fahren, dann durch den Bosporus und durch das Mittelländische Meer bi» Gibraltar: von dort wollen sie die gewöhnliche Route der Atlantischen Dampfer einhalten. Sie hoffen, die Fahrt bis New Aork in 1'h Iahren zurückzulegen._ Ausstellunzschr»»«. An der B«fremng»tei«r in Mainz nahmen die be- kannten Berliner Maler Franz Heckendorj und Moritz Pathd teil. Ihre künttlerische Ausbeute zeigt die Deutsche Kimstgemeinlchast gegenwärtig in ihren ständigen Ausstellungsräumen im Berliner Schloß. Dl« Schau ist täglich von 0— 19 Uhr, Sonntags von 10— 15 Uhr bei freiem Tintritt gcöstnet. New gort» Einwohnerzahl Die gegenwärtig in den Bereinigen Staaten im- Gange befindliche Volkszähllmg hat für New Jorl eine Bc- völler«»a V»a 6 SSL 702»öpjen ergeben. Tonfilmfn'ede und Kontingenikrieg. Will H. H a y s, der amerikanische„Filmzar", ist nach Berlin gekommen, um sich hier mit maßgebenden Stellen über die Aus- fuhrung des Tonsilmfriedens zu einigen, der soeben in Paris abge- schloffen wurde. Die deutsche Tonsilmgruppe hat die Patentsperre für amerikanische Filme ausgehoben. Es besteht also jetzt die Mag lichkeit, daß wir in Deutschland amerikanische Filme zu sehen bekommen. Die Beschlüsse des Tonfilmsriedens gehen aber auch noch weiter. Sie erstrecken sich aus das Gebiet der Tonfilmtechnit. Es wurde beschloffen, daß olle Neuerungen aus dem Gebiete der Ton- ftlmtechnik zwischen Deutschland und Amerika ausgetauscht werden sollen, um aus diese Weise zu den besten Wiedergabeapparaten zu gelangen, die durch die Erfinder beider Erdteile gebaut werden. Vorderhand scheint dieses Uebereinkominen praktisch ziemlich allein von Bedeutung zu sein, denn der abgeschlossene Tonfilmfriede wird durch einen soeben beginnenden Kontingenikrieg um seine Ergebnisse gebracht werden. Das alte Kontingentgesetz, nach dem für jeden deutschen exportierten Film ein ausländischer eingeführt werden durfte, ist bekanntlich außer Kraft. Diese Maßnahme wurde damit begründet. daß die deutsche Filmindustrie und die, deutsche Wirffchast sich gegen die UGerschivenirnung durch amerikamsche Filme wehren müssen. Auch sollte das deutsche Kulturgut, das im Film verankert ist, gegen amerikanische Einflüsse geschützt werden. Durch ein Ermächtigungs» gefetz wurde die Regierung beauftragt, vorderhand Emfuhrbeschrän« kungen vorzunehmen, soweit es im Interesse der deutschen Filmkunst gelegen ist. Dieses Ermächtigungsgesetz hat vorläufig Wirksamkeit bis zum 31. Dezember. Wieweit es auf den Filmimport Einfluß haben wird, läßt sich heut noch nicht erkennen, da die Ausführung� bestimmungen noch nicht veröffentlicht sind. Bei vielen amerikanischen Filmen, die nach dem alten Kon. tingentierungsgesetz eingeführt wurden, konnte man nicht verstehen, warum sie in Deutschland zur Ausführung gelangten. Der ameri- tamfchc Tonsilm muh erst«ine künstlerisch« Form finden. Augen- blicklich herrscht noch das Bestreben vor, durch viel Gesänge und Reden-die technische Erfindung des Tonfilms auszunutzen, wobei die künstlerische Wirkung des Bildes, also des eigentlichen Films, zu kurz kommt. Andererseits haben aber die Amerikaner schon Filme von großer Bedeutung geschaffen, deren Aufführung auch sllr Deutschland einen Gewinn bedeutete. Es wäre also verfehll, derartige Spitzensilme mit Hilfe der Einfuhrbeschränkungen von Deutschland fernzuhalten. Die Forderung geht dahin, daß ein« Kon- ferenz von wirklichen Sachverständigen von Vertretern des deutschen Kunst- und Geisteslebens über die Einfuhr der amerikanischen Filme entscheidet. Dann werden die Kulturinteressen nicht geschädigt wer- den. aber auch die deutschen Wirtschaftsinteressen werben auf diese Weise geschützt werden. Dadurch ist di« Möglichkeit gegeben, daß der Tonfilmsriede durch die neuen Kontingentierungsbedingungen erst seine wahre Bedeutting erlangt. Durch dies« Regelung der Kon- tingentierung wird auch der deutsche Film Anregungen erhalten. denn er wird mit den Spitzenleistungen der amerikanischen Tonfilm industrie in Wettbewerb treten müssen und dadurch genötigt sein. dem deutschen Publikum Filme von erstklassiger Beschaffenheit zu Was uns der Bergmann erzählte. Bei der Trauerfeier in Neurode/ Pom«s«. Schon om frühen Sonntagniorgen wehten im benachbarten Watdcnburgcr Revier die Fahnen auf den öffentlichen Gebäuden wie auf den Prioathäufern h a l b m a ft. Je näher wir dem Un- glucksbezirk kamen— noch waren wir fast zwei Meilen entfernt—. um so dichter wurde die Kette der Radfahrer, die unseren Weg säunite und dem Bestattungsort zustrebte. Dann gesellten sich immer inehr Fußgänger hinzu. Die ersten schwarzen Fahnen hingen aus den Firsten. Jetzt strömt es von allen Rainen auf den chauptweg. Di« Menschenmengen formieren sich' zum losen Zuge— Kunzendorf, Ludwigsdorf—, Gruppen von tiefschwarz verschleierten Frauen und Mädchen mit Kränzen deuten auf näher« Angehörige unter den Verstorbenen hin. Vereine, Verbände mit trauerumflorter Fahne, Knappen in Tracht ziehen heran und bedecken nun die ein« thälstc der breiten Chaussee in unübersehbarer Weite. Auf der anoeren Seite des Fahrdammes rollen die Wagen der weitherkommenden Behördenoertreter heran. Der Zug hat den Kreuzweg vor dem Friedhof erreicht. Ohne Geräusch trennen die Platzordner die näheren Angehörigen, die auf den kleinen Friedhof gelassen werden können, von der großen Trauergemeinde, die im weiten Bogen der umrahmenden Hügel Aufstellung nimmt. In stummer Disziplin leistet jedermann den Weisungen Folge. Wir stehen an den drei Massengräbern, jedes mit 20 bis 25 Särgen besetzt; om Rande herum die Särge der Toten aus den Nachbargemeinden. In einer großen Gruft stehen in der Eck« erst vier Särge. Der weite Platz daneben harrt der anderen, der Ka mcraden, die noch tief unten, in der dritten Sohl« vom Bergwerk, verschüttet liegen. Rings um die Gräber, Hort aneinondergepreßt, die schwarze Mauer der Lebenden, der Klagenden, die vergrämten Gesichter derer, die morgen, die heute wieder in die Grub« fahren werden. Sie müssen ja Hinabsahren, denn die totbringende Grube ist ihr Leben, ihre einzige Existenzmöglichkeitl Man fährt wieder ein. Sie fuhren ja schon om selben Mittwochabend wieder hinunter, als noch nicht die Hälft« der Toten geborgen war. Am Kurt-Schacht hatten sich am sinkenden Abend die Frauen, Mütter und Kinder versammelt, schluchzend, jammernd, wimmernd, warteten sie aus Kunde von unten. Die Toten wurden auf der anderen Seite des Berges, bei Mölke, hiimufgebrocht. Während der ein« Förderkorb die Leichen zutage förderte, stieg gleichzeitig in dem anderen, die Grubenlampe an der Brust, die Nachtschicht hinunter, um weiter zu arbeiten. Ohne Unterbrechung— ohne daß der Todesengel ihren Schritt zu hemmen v«rmochte. Sie haben ja in letzter Zeit schon so viel Feierschichten eingelegt! Jede Schicht bringt ihnen nur sechs Mark! Sie dachte» an die Kinder zu Haus«, die essen wollen, an die Frau, der sie die paar Mark bringen müssen, sie zitterten davor, daß di« Grube geschloss«n würde. N«n, nein, nur weiter arbeiten und nicht rasten. Und neben dem R«ttungs- nvann mit dem Sauerstoffapparat kriecht der Hauer und der Schläger wieder hinab und nimmt seine schnxirze Arbeit auf. Auf der anderen Seite des Berges schleichen die Angehörigen nach Hause. Hinter den erleuchteten Fenstern ihrer Hütten hört man ihr lautes Klagen. Gerüchte. Am Telephon über Tag kam die erst« unsichere Meldung,«s müsse«twos nicht in Ordnung sein, die Wetter kämen verkehrt. All« erreichbaren Stellen werden angerufen. Es ist nichts Sicheres zu erfahren. Der erste Meldegeber ist selbst hingesunken. Ein be- herzter Steiger tief unten hat die anstürmenden Kohlensäurejchwaden erkannt und zuerst das ganze Unglück überschaut. Er weiß, von den Achtzig da unten in der dritten Sohle ist keiner mehr am Leben, aber darüber, daneben sind noch ncunundvierzig, die zu retten sind. Er hat nur einen Augenblick zur Besinnung. Er schlägt die Wettertür« zu, die 49 sind gerettet. Aber von den an- deren käme keiner mehr heraus, auch wenn er lebend wäre. Es lebte keiner. Es war unmöglich. Aber das Raun«n entsteht, wie bei allen solchen Mossenunglück«»: da seien noch welche am L«b«n gewesen, die Haare hätten sie sich in der Todesangst ausgerauft und in den erstarrten Händen gehalten. Es ist nicht wahr, aber das Gerücht geht weiter. Der Steiger hat noch einen Betäubten auf den Arm genommen und flieht. Er stolpert, faßt mit der Hand an eine beschädigte Stelle der Starkstromleitung und sinkt tot nieder. Die Gerüchte werden sein Gewissen nicht mehr beschweren. Er hat als stiller Held seine Pflicht getan. Oer Todesschacht. An einer anderen Stelle kann man von der zweiten Sohle her schräg in den Todesschacht blicken, denn die Kohlensäure ist schwerer als die Luft und bleibt unten am Boden liegen. Dort glühen noch sechzehn elektrische Lämpchcn herauf, jede an der Brust eines Mannes, dessen Lebenslämpchen vielleicht nicht mehr glüht. Man möcht« sie holen, aber«s ist unniöglich. Soll man das Leben anderer aufs Spiel setzen um derer, die nicht mehr zu retten sind? Aber immer wieder zieht es die Rettungsmannschaften an den Ort. Die Latern«n sind noch nicht ausgebrannt, ihnen kann die Kohlen- säure nichts schaden. Und dann haben sie sie doch geholt. Unter Gefahr des«igenen Leb«ns und sieh« da, schwer vergiftet zwar, aber lebend bringt man sie ans Sonnenlicht zurück. Massengrab. Uebcr di« Särge und über di« unabsehbare Meng« tönt das Requiem. Hart an den Gräbern, gebeugt, gebrochen die Mütter, die Frauen, die Kinder. Meist haben zwei Männer, Brüder, Lät«r, die Frou«n untergefaßt, damit sie nicht fallen. Aber fast in jeder Minute sinkt eine nieder und wird behutsam in die große Scheune unten am Wege getrogen, wo ein großes Lazarett für di« Ohn- mächtigen aufgeschlagen ist. Der Schreikrampf einer Stürzenden löst hundertfaches Gewimmer aus und vom Berghang tönt die Stimme des Geistlichen wieder:„Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen, der Name des Herrn sei gelobt!" Lautlos sällt eine Frau hinunter ins Grob, auf den Sorg des Verstorbenen. Im Augenblick ist fi« in starke Arme gelegt und fortgetragen. Die Trauergemeind« steht— die Zeremonie geht weiter— nun sast ein« Stund«! Zwei halberwachsene Kinder haben die Hände fest mein- ander gelegt, lassen keine Minute los, halten sich fest. Eine alte Frau hält das Gebetbuch in der Hand und liest und liest, und über die eine Seite, di« sie seit einer Stunde liest, rinnt ein Strom von Tränen. Mir gegenüber steht«in Rcichswehrsoldat, in einer Hand den Kranz, in d«n anderen Arm die Schwester gefaßt. Als auch sie die Augen schließt und der Kopf auf di« Brust fällt, springen die Sanitäter hinzu. Aber der Soldat schüttelt kurz mit dem Kopf: Wir bleiben hier, wir halten sie. wir gehen nicht weg. Einig« Tropfen Medizin bringen die junge Frau wieder zu sich. Ein Großmütterlein mit einem kleinen Feldblumerrstrauß drängelt sich ängstlich durch: .Wu is er denn, der Schreiber Körle?" Sie sucht den richtigen Sarg, er ist so schwer zu finden, die Särge sind doch alle gleich. Ergreifend di« Ruihe und Disziplin der Menge. Sie steht wi« am Boden festgenagelt hinter der losen Absperrung der Grubenfeuer. wehrleute, unter der Fahn« des freien Bergarbeiterverbandes, der neunundsiebzig feiner Mitglieder verliert, des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold, der Arbeitersportverbände, der christlichen Ge- werkschaften, der Knappen- und Kriegervereine,«ine Fahne aus dem russischen Donezbecken, di« mit dem Uebertritt der Waldenburgcr Rußlanbfahn« in unsere Partei in unseren Besitz überging. Und dann, nach fast zwei Stunden, formieren sich die Züge in all die Nachbargemeinden und nehenen sich ihre Toten mit. Es ist wohl kein« im weiten Umkreis oerschont. Und unten liegen noch Acht- undvierzig, das Gesicht zur Erde gedrückt, zu der schwarzen Erde, in der sie gearbeitet und die sie nicht mehr herausgeben will. Oer Landrat. Der stellvertretende Landrat, einer von den Neuen— die mit dem„Parteibuch"!—, aber einer, der weiß, was die Armen außer ihrem untröstbaren Seelcnschmerz drückt, hat schon am Donnerstag, ehe ein Pfennig von draußen kam, di« erst« Hilfe geleistet. Der Kreis ist arm, aber er hat zunächst einmal jeder Witwe achtzig Mark gegeben und für jedes Kind zwanzig Mark — es sind Familien mit vier, sechs Kindern dabei— für die ersten Bedürsniss«. Dann ist er ins Ktankeuhous der Berletzten gegangen, und die waren schon dankbar, daß er jeder Frau zu Hause einst- weilen zehn Mark überwies! Dankbar für die zehn Markt Er hat aber auch denen, die nicht an ihren Arbeitsort fahren konnten, die ausfallende Schicht ersetzt, denn auch in ihren«ng«n Woh. nungen haust die Not. Es ist so wenig, aber was sind für«incn armen Kreis 15 000—18 000 Mark! Der rasch« und umsichtig- Entschluß hat die Leichenschänder vertrieben, die am offenen Grabe schon eine kommunistische Hetze beginnen wollten, die in den tat- sächlichen Verhältnissen nicht die geringste Berechtigung hat. »Gas"! Der junge Chemiker wie der ältere Bergrat mit dem blassen, gefurchten Arbeitergesicht, der an der Spitze der Kohlensäure- kommission steht, beide versicherten mir:„Wir stehen diesen Aus- brächen hilflos gegenüber. In irgendeinem, durch tcktonische Schiebungen gebildeten Hohlraun, ist die Kohlensäure zusammen- gepreßt. Irgendein Zufall oder ein Arbeitsakt brechen den Hohl- räum auf und mit 20 Atmosphären Druck stößt das Gas heraus, alles vernichtend. Wir haben alle nur ausdenkbaren Bor- kehrungen versucht, haben Sicherheitsmaßregctn auferlegt, die die achtstündige Arbeitszeit auf weniger als sechs Stunden praktische Arbeit verkürzten, haben di« Ertragfähigkeit der Grube dadurch beschränkt, aber Sicherheiten gewonnen haben wir nicht. Wir werden noch weiter« Hilfsmittel ausdenken, aber— er schüttelt be- denklich das Haupt— eines Tages wird es wohl doch zur Schließung der Grube kommen" Und merkwürdig, was die Er- lösung von einem drohenden Alb sein müßte, es läßt die anderen erschauern, denn an dieser Grube hängen sechstausend Fami- licn und an diesen Familien hängt der ganze Neuroder Bergbezirk mit seiner Wirtschaft. Aussiedeln der Bergleute, wenn es möglich wäre, bedeutet den Tod aller anderen Gewerbe. Nun will man wenigstens di« Kinder der Verstorbenen aussiedeln' um sie nicht aufs neue in diese Arbeit und in dieses Wohnungselend zu presse». Ein ärmliches Hilfsmittel! Aber, ich bin nicht Fachmann und virl- leicht wird ein echter Kumpel an meiner Schilderung kleine Un- genauigkeiten entdecken. Nur, was ich in wenigen Stunden sahz und was man mir erzählte, gebe ich wieder. Was ist das für«in« Welt! Wir haben Kohl« genug, wir könnten diese Todesschächte entbehren, und doch soll die Möglich- keit fehlen, den Bedrohten eine andere Lebenscxistenz zu geben. Langsam fuhren wir au» dem Todcsrevicr hekaus, zwischen den schwarzen Fahnen, zwischen den jchwarz-rot-goldenen. Ich Hobe keine schwarz-weih-rote daninter gesehen, nicht im Waldenburger, nicht im Neuroder Bezirk. Erst in Langenbielan, als wir an den Villen der reichen Textilfabrikanten vorbeifuhren, wehten vier un- heimlich große schwarz-weiß-rote Fahnen, so groß und reich, w-e die Besitzer, di« sie herausgesteckt hatten. Aus den Hütten der Armen weht« die schwarze und di« schwarz-rot-goldene heraus Oer Ltnglückssiotlen eingestürzi. Erschwerte Bergungsarbeiten in Hausdorf. hausdors, den 15. Juli. Wie di« Direktion der Wenzeslaus-Grube yzst. teilt, sind die von verschiedenen Seiten oerbreitcten Gerücht«, daß sich der Unglücksstollen teilweise unter Wasser befindet, unrichtig. Allerdings sind die Bergungsmannschaften auf neue Schwierig» keiten gestoßen, wie sich überhaupt bei diesen Arbeiten ein stets wechselndes Bild ergibt.> Auf der dritt«n Sohle ist vor dem Abbau- streb das Hangend« teilweise hereingebrochen, so daß die Ber- gungsmannschaften zunächst di« Gesteinsmassen forträumen und dann zu ihrer«igenen Sicherheit den Stollen durch Holzausbau sichern müssen. Hierdurch verzögert sich die weitere Bergung der noch in der Grub« liegenden 44 Leichen. Es wird durch di« Direktion weiter darauf hingewiesen, daß zwischen Verwaltung, Bergbehörde und Betriebsrat volle Ueber, einstimmung über die Bergungsarbeiten besteht. Wir hoffen sehr, daß gerade in diesem Punkt die Darstellung der Direktion der Wirklichkeit entspricht. Wetter für Berlin. Wechselnd« Bewölkung mit fortdauernder Neigung zu einzelnen Regenfällen, wenig veränderte Temperaturen und meist wechselnde Winde.— Für Deutschland. Veränderlich und tagsüber mäßig warm, vielfach, besonders in Süd- und Mittel- deutschland etwas Regen. Theater, Lichtspiele usw. Staats-Theater geschlossen! Abonnements- Anmeldungen for die Spielzeit 1930-31 (Beginn am l. September) werden auch während derThe- aterlerien entgegengenommen: a) für die Staatsoper und das Staat). Schauspielhaus vom Abonnementsbüro, Berlin W56, Ober- wallstr. 22.— Fernspr. Merkur 9024, b) für das StaatL Schillertheater vom Abonne- mentsbüroJJerlin-Chax- tottenburg, Grolman- straüe 70.— Ferr.spr. Steinpl. 6715. Berliner Vilk-TriO N•■ k• 1 1■. w Lahnstt. 74tf/> Uhr; Das Land des UcDelni Franx Lehars Sensationserfolg! BerUaer Pr aler Snuttrgannibtater Kastanienallee 7—9 TiglU lifug 4 Ihr der groBe Variete- Teil. Eine entzOckende Burleske 8.15 U- Gnsll Beer, Grell Lilien, Alex Haber, V. von Kobylanska in die Bok TanSlambiil Operette in 3 Akten von Leo Fall irolti Raneekodwn Eintrittspreis von 50 K an. Renaissance- Theater 9 Uhr Steinplatz 6780 Beute Dod illabadlid) Die J Wunder-Bar RevuestQck BETRIEB/ KEMPIHSKlS Netropoi-Th. Täglich 8V« Uhr Mlchitl Bohnen in mit Dir aitsifl.. JMJ Reichshallen-Theater (TJ Uhr Stettiner Singer « U IS. JiB: tehpiel 4er nramufwcum unsr DAnhoff-Brettl; (bil mi dwtird kühle; Kirtn) VarteiE— Konzert— Tanz Tknt.aaKatn.Ter Kottbusser Str. 6 » Tägl.BV. M) Wiederauf- Ife Tr" TU Ettte- IV SflnRer *** mit Schorsch Ruselll. Grosses Sllioo QoiltiDis-.Baball- B.leklamemsrken gegen Nachahmung gesetzt gesch. fertigt seit 45 Jahr als SpeaiaHIU Cour MI 21011er Leipzig-Schkeuditz bringen vir Stores, vereinen Bettdecken KOnstler-Oardinen In besten Qualitäten von...... 2�5 an HaTbstores in allen Webearten von.......... 1,75„ Bettdecken von........ 2,50_ Oekorationsstoffe von... 3,—_ Einzelverkauf von 9—7 Uhr Spezial-Ganüflen-Vertstitteii S. Krüger NcnkAUn, Berg-Sh-a�e 67 2. 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Juli 1930 AvMvn) SftnJnalfaßu&l Unsere Ernährung Grundsätzliches SGs ich vor einigen Jahren ans dem Dachboden lmserer WoH- tmng die säuberlich aufgestikpc-lten Zeitungen meines Vaters fano lmd in ihnen blätterte, erregte mein besonderes Interesie der in den neunziger Iahren des abgelaufenen Jahrhunderts durch die Blätter gegangene Entrüstungssturm über die„unerhörte" Steige- rung der Fleischpreis«. Freilich war man oamals nicht so groß- zügig wie heute, wo man Preissteigerungen bis zu 25 Prozent von heute auf morgen gewöhnt ist, ober die damals 3£— 3 Pfennige betragende Erhöhung des Fleischpreises genügte, um der Bevölkerung wie der Regierung das Gespenst der Hungersnot an die Wand zu malen. Vor dem siebziger Kriege war in Deutschland oas Sprich- wort gang und gäbe: Fleisch wat, Gemüse satt; aber der mit der aufblühenden Industrie in das Land gekehrte Reichtum verursachte eine gewaltige Vermehrung des Fleischverbrauches. Erst die letzten zehn Jahre haben mit dem Bekanntwerden der Vitamin« und der Wichtigkeit der P f l a n z e n s a l z« für den Blutkreislauf dem reichen Fleischgenuß Einhalt geboten. Wir sind jetzt wieder auf dem Standpunkt angelangt, der bis in die Zeit vor sechzig Jahren galt, daß sich die Mahlzeit aus Gemüse, Kartoffeln oder gutem Brot und Butter oder Milch zusammenzusetzen habe: der gelegentlich« Genuß von Fleisch und Eiern sei nicht notwendig, aber angenehm. Mangelkrankheiten infolge des Fehlens von Vita- mlnen kannte die damalige Zeit nicht, weil Deutschland ein praktisch landwirtschaftlicher Staat mar, bei dem auch der Bewohner der damals noch kleinen Städte nicht weniger vom Boden in den Mund lebte, wie heute noch der Bauer: im Gegenteil, eigentlich noch mehr als dieser heute, weil es ja damals noch keine Konserven gab, die auch heute der Bauer gebraucht und die bei stündigem Gebrauch als eine absolut unzulängliche Nahrung anzusprechen sind. Der auch in den Zeiten gesteigerten Fleischverbrauchs ausgebreitete Genuß von Lagerbier, das im Gegensatz zu den leichten ober- gärigen Bieren einen verhältnismäßig starken Alkoholgehalt besitzt, trug dazu bei, dos Verlangen nach Fleisch zu heben, weil der Genuß von Alkohol ohne voraufgegangen« reichliche Flcischmahlzeit Widerwillen, wenn nicht gar Ekel erzeugt. Wie der Alkohol ist es der übermäßige Fleischgenuß und der mit ihm fast zwangsmäßig verbundene starke Verbrauch an Kochsalz, der die Schuld an vielen sogenannten Kulturkrank- heiten trägt, die man besser Zivilisationskrankheiten nennen sollte. Fett- und Wassersucht, Gicht, Herz- und Nierenleiden, Haut- und Verdauungskrankheiten sind auf den reichlichen Genuß dieser drei Schädlinge zurückzuführen. Niedrig und hoch, reich und arm leiden an den Folgen falscher Ernährung. Wenn der Arzt nun, um solch« Schäden zu verhüten, den Patienten ermahnt, eine vernünftige, nicht von falscher Zivilisation angekränkelte Ernährung zu pflegen, die heute im allgemeinen unter dem Namen Rohkost bekannt ist, dann bekommt er so gut wie stets die Antwort:„Das kann ich nicht, Herr Doktor, das ist mir zu teuer." Ich habe deshalb für Berlin nach Preisen und Gewichtsoerhältnijsen eine Kost zusammengestellt, die den Anforderungen entspricht, wie sie der vernünftige Mensch an das Essen stellen muß: diese Kost ernährt ausreichend, enthält reich- lich Vitamine und Salze, ist frei von jeder Konserve und lnetet die Nahrungsmengen auf dem billigsten Wege an. Unzweckmäßig wäre es z. B., das Getreide an eine vierbeinige, grunzend« Wärme- fabrik zu verfüttern, die man gemeiniglich Schwein zu nennen pflegt, und später diese Fabrik zu verzehren: denn bis zu diesem Zeitpunkt will der Schornstein doch rauchen. Wovon soll aber der Schornstein der kleinen Wärmefabrik rauchen, wenn nicht ein Teil des Getreides, das eigentlich der menschlichen Ernährung zugeführt werden könnte, zum Betriebe der kleinen Wännefabrik verwandt werden müßte, bis sie schlachtreif geworden ist? Ist es andererseits nicht auch eine Ersparnis, morgens kein Brot zu essen, an dem nicht nur der Müller und Bäcker verdient, an dem auch die Backarbeit klebt und dos viel Hitze zu seiner Zubereitung benötigt? Haferflocken dagegen, oder gewöhnliches gequollenes Getreide, wie Roggen oder Gerste sind an sich wertvoller, weil st« das volle Korn mit allen seinen Vorteilen darstellen. Aus diesem Grunde ist auch die morgendliche Roggenmehl- s u p p c dem Genuß van Brot, Brötchen oder Kuchen erheblich vorzuziehen. Eine einfache Vorschrift für die Zubereitung roher Haferflocken ist folgende: ein bis drei Eßlöffel Haferflocken werden eine halb« Stund« vor Gebrauch mit Milch angerührt, Zucker dazugesetzt und darüber der Saft von einer Vicrtelzitrone gedrückt. Getreide kann man abends zum Quellen kalt, besser warm hin- stellen, stehen lassen und morgens kalt oder warm wie die Hafer- flocken essen. Zur Verbesserung des Geschmacks und zur Vervoll- ständigung des Vitamingehalts ist Obst dazu zu essen.. Ueber Tage beträgt der Derbrauch von Brot im Durchschnitt eineinhalb Pfund und dazu ein Achtel Pfund Butter(es braucht nicht jede Scheibe Brot mit Butter gestrichen zu sein), abends eine warme, reichliche Mahlzeit von Gemüse und Kartoffeln. Diese Auf- stellung ist absichtlich schcmatisch gehalten, damit aus ihr klar und deutlich hervorgeht, was der Mensch zum Leben benötigt und mit wie wenig Geld er sich gesund und arbeitsfähig erhalten kann. Also: Sl» Gramm Haferflocken.., 3,3 Pf. 30 Gramm Zucker..--» Säst einer Viertelzitrone.». 2,3„ Ein Viertelliter Milch,.» 7„ Eineinhalb Pfund Brot,.. 22„ Ein Achtel Pfund Butter... 23 Obst..........25„ Gemüse.........20„ 2 Pfund Kartoffeln..... 10„ Eineinehalbe Preßkohle... 3 Summa 120 Pf. Für 120 Pfennig also kann ein armer Schwerarbeiter fast werden und gesund bleiben bzw. sich gesund essen. Der persönlichen Eigenart und Geschmacksrichtung und der Größe des Geldbeutels sind all« Aenderungen, die in den Rahmen der hauptsächlichen Pflanzenkost passen, erlaubt. Es ist also gestattet, statt zwei Pfund Kohl zu 10 Pfennig zwei Pfund Spargel für 1,50 Mark zu taufen, oder statt fünf Apfelsinen zusammen für 25 Pfennig fünf Jaffa-Apfelsinen jede zu 25 Pfennig zu essen: Vermehrungen dieses Speisezettels sind natürlich verboten. Jeder technisch Erfahren« weiß, daß eine Maschine in kurzer Zeit z e r st ö r t wird, wenn sie mit zu viel Brennstoff betrieben wird, nur ausgerechnet beim Menschen, den, außer Kriegshetzern, olle vernünftigen Menschen M.teg Erde als WertoolPe betraHte� Zlmcht imuv daß be» Auf dem Operationstisch Erinnerungen aus einem Krankenhaus Man schreibt uns; Werte Redaktion! Mit sehr großem Interesse habe auch ich den Artikel im„Abend" vom 8. Iutf des Herrn Georg Kaufmann über die Uebelstände in den städtischen Krankenhäusern gelesen. Ich kann Ihnen, da ich selbst fechs Wochen imKrankenhausgriedrichshain verbringen mußte, einen fast schlimmeren Fall berichten. Für das, was ich Ihnen schreibe, bürge ich Ihnen voll und ganz. Am 3. März 1928 wurde ich ins Krankenhaus Friedrichs- Hain eingeliefert. Eine Nachfrage am anderen Tag bei meinem Stationsarzt, ob meine Krankheit schwerer Natur sei und ohne Operation eine Heilung möglich sei, wurde gar nicht beani- wartet. Erst bei der Inspektion der Herren Professoren, die wöchentlich zweimal, Montag- und Donnerstags, stattfindet, erfuhr ich, wie Herr Professor Braun seinen Studenten erklärte, daß ein operativer Eingriff nötig sei. Nachdem ich«ine qual- voll« Nacht hinter mir hatte, bekam ich morgens um 8 Uhr früh statt Kaffee ein Etikett um den Hals mit meiner Namensaus- schrift und durfte so 3% Stunden in banger Erwartung auf das Herannahen des Wagens warten. Als ich denselben bestiegen halle, eine Spritz« bekommen hatte, ging die Fahrt zum Operationssaal los. Aber welch Schreck, als mein Pfleger mit mir dort ankam, waren nicht nur die Operationssäle besetzt, sondern der ganze Flur war voll von Krankenwagen, die dasselbe Leid durchmachen mußten wie ich. Für mich war nicht einmal Platz im Flur, sondern ich mußte bei bitterer Kälte draußen war- ten, bis ein Teil der inzwischen Operierten mit schmerzverzerrten Gesichtern an mir vorübergeschoben wurde,«he mein Pfleger mit mir in den Flur konnte. Mein Zähueklappern kann ich nicht be- schreiben. Teil- Kälte, zum größten Teil Aufregung, so daß die Wirkung der Spritze, die doch zur Beruhigung der Nerven sein sollte, vollkommen ihren Zweck verfehlt«. Als ich nach langem Warten endlich im Operationssaal ange- langt war, dachte ich mir, nun hat die Quälerei bchd ein Ende. Aber weit gefehlt! Nachdem man mich sofort auf den Operationstisch ge- legt und festgeschnallt hatte, mußte ich, sage und schreibe— noch eine halbe Stunde warten, ehe der Professor mit seinem Stab vom anderen Operationstisch erschien. Nicht genug, daß man eine halbe Stunde angeschnallt auf die Operation warten muß— nein, im selben Saal, hinter einem Schirm versteckt, liegt ein soeben Operierter, dessen qualvolles Wimmern(wahrschem- lich wird er immer noch verbunden) den ganzen Saal erfüllt, was bc- stimmt nicht dazu beiträgt, die Nerven eines Schwerkranken, der bei vollem Bewußtfein auf seine Operation warten muß, zu be- ruhigen. Nicht nur die Behandlung durch die Aerzte in den städtischen Krankenhäusern läßt viel, sehr viel zu wünschen übrig, sondern auch die der Schwestern und Pfleger. Es mag nun sein, baß ich es vielleicht unglücklich getroffen hatte. Jedenfalls, als am Nach- mittag(was ich Ihnen schreibe, ist nachweisbar) nach meiner Opc- ration ich so heftige Schmerzen bekam, daß ich anfing zu weinen und nach einem Arzt verlangte, erklärte mir die Ober- schwester, ich sollte nicht so wimmern, sonst käme ich in ein Extrazimmer. Damit meinte sie den Raum, der als T o t e n k a m- m e r diente, für die Patienten, die nachts sterben und erst am an- deren Morgen von der Station abgeholt werden. Als dann nach langem Hin und Her mir die barmherzige Oberschwester zwei ver- schiedene Arten von Tropfen und endlich«ine Morphiumspritze ge- geben hatte, ließen die Schmerzen etwas nach. Jedenfalls wurde der Arzt nicht, gerufen und ich mußte warten, bis derselbe zur Abend- vifite kam. Als ich einen Tag keinen Stuhlgang hatte, ordnete sie an, man sollte mir R h i z i n u s ö l geben. Als ich ihr höflich erklärte, ich könnte dies nicht nehmen, da mir danach übel würde und ich mich gleich wieder übergeben müßte, erklärte sie mir hier- auf, dann müßte es gewaltsam eingeflößt werden. Ein paar Stunden später sagte ich ihr, daß ich wieder Stuhlgang hätte, um mich hiervon zu befreien. Ich ließ mir schnell von Bekannten, die zu Besuch waren, Pillen für den Stuhlgang besorgen, obwohl ich genau weiß, daß außer Rhizinu-öl auch Pillen im Krankenhaus vor- Händen waren. Nur aus Schikane mir gegenüber bestand die Ober- schwester auf Rhizinusöl. Ein Mensch ohne jedes Mitgefühl ist der Pfleger vorn in der Aufnahme, der die Kranken, die nachts eingeliefert werden, in die zutreffende Station zu bringen hat. Mehrmals habe ich sowie Patienten in meiner Station beobachtet, wie roh er mir den Kran- ken umging bei dem Transport vom Bett zur Bahre und umge- kehrt, so daß ich ihm dieserhalb Vorwürfe machte, welche ober nutz- los waren. Hans Osnncbaum. sonders reichliche Ernährung besonders hohe Leistungen zeitigen müsse: welch ein Irrtum! Das wir uns zum Essen immer das Frischste und Beste aus- suchen, ist selbstverständlich. Der alte Spruch, daß man Hülsenfrücht? nicht mehr essen soll, wenn die jungen blühen, gewinnt im Lichte der Vitaminlchre eine neue Beleuchtung und Bedeutung. Mit wahrer Wollust werden wir uns deshalb im Frühjahr auf das junge Ge- mllfe stürzen. Sind wir doch in unserem kalten nordischen toten Winter fast bar jeder rohen Kost: nur zwei Gemüse gibt es, das eine teurer, das andere billiger, die uns allein zugänglich sind: der Rosenkohl und der Grünkohl. Sic werden auch im Winter erst kurz vor Gebrauch geerntet und besitzen deshalb einen viele Male größeren Gehalt an Vitaminen bzw. Zusatznährstoffen als der ein halbes Jahr lang im Keller gelagerte Kohl: auch diesen können wir in einer zweckmäßigeren Form genießen als bisher, wenn wir ihn nicht gekocht, sondern klein geschnitten und roh ge- stampf! als Salat verzehren, weil ja durch das Kochen ein großer Teil wertvoller Nahrungsstoffc zerstört wird. Auch das Aschen- brödel, der Sauerkohl, ist uns, weil er infolge der durch- gemachten Gärung die ollcrwertvollsten Stoffe enthält, ein 5)«lfer aus der Not des winterlichen Vitaminmangels. Erwähnt sei, daß wir die Zitrone im Sommer durch hei- mische Frücht« ersetzen können, daß sie aber im Winter wegen ihres Vitamingehaltes unersetzlich ist. Das gleiche gilt von der Apfelsine, die im Winter trotz ihres Transportes über weite Meere als Nahrungsmittel wegen der hohen Gehaltes an Zusatznährstoffen preiswerter ist als unser deutscher Apfel. E>r. Blumcnthal-Barby. Hygiene � oder: Geschichten ohne Politik Arbeiterorganisationen veranstalten Fahrten nach Dresden zur H y g i e n c a u s st e l l u n g. Es ist eine lebenswichtige Angelegen- heit. Ihre Bedeutung für den einzelnen ist größer als die anderer Ausstellungen. Oeffentliche Gesundheitspflege— bei alten Völkern heilige Kultangelegenheit, bei Griechen und Römern schon Staats- angelegcnheit— im Mittelalter vergessen, in der Gegenwort erst wieder aufgenommen, aber noch in den Anfängen. In diesen Tagen erscheint für jeden ausgebeuteten Werktätigen die ganze Ausstellung in besonderem Lichte. In aller Munde sind die neuen Vorschläge zur Reform der Sozia lversiche- rung. In Dresden steht zu lesen: Geht früh gemtg zum Arzt— treibt Prophylaxe! Wenn ihr erst schwer krank und elend seid, ist es zu spät!— In Berlin wird zur gleichen Zeit eine ganz neuartige, dementsprechend« Steuer ersonnen: Steuer auf Krankheit, besondere Gebühren für Krankenschein und Medika- mente, Kürzung des Krankengeldes usw. Wer schon in Dresden war, dem fallen sogleich Dinge ein, über die er dort vergeblich etwas zu erfahren hoffte. Dinge, die gerade eng verbunden sind mit der Sozialversicherung. Für den Aus- gebeuteten Hot eine solche Ausstellung eine ganz andere Bedeutung als für diejenigen Besucher, die nur sehen wollen, ob ihr Hausarzt auch wirtlich ein moderner Arzt ist, und die sich bei der Gelegenheit vielleicht ein paar neue Möbel, einen Staubsauger und eine elet- irische Kühlanlage bestellen. Schon früher ist in diesen Spalten von Dr. Moses daraus hingewiesen worden, welch« Aufgaben einer internationalen Hygiene- ausstellung eigentlich zu stellen wären. Was damals im Januar anläßlich einer Vorbesprechung zu bemängeln war, ist es auch heute. Wenn man durch die vielen Hallen geht, sieht man deutlich, wer in Wirklichkeit diese Ausstellung veranstaltet: die Industrie und der Aerzte stand. Das Reich und die Länder find zwar auch erheblich beteiligt: leider wird man erst nach erfolgter Schluß- abrechnung sehen können, in welchem Verhältnisse. Von den 46 700 Quadratmeter Gesamtfläche stehen den Ländern und Städten 4000 Quadratmeter zur Verfügung. Hier wäre Gelegenheit ge- wesen, z« zeigen, wieviel soziales Elend noch gutzumachen ist. Statt dessen erscheinen in ewiger Wiederholung, die den Be- sucher ermüdet, Leistungen der öffentlichen Gesundheilspflege oder Errungenschaften, über deren Durchführung in den Parlamenten ja noch gestritten wird! Die Halle„Arbeits- und Gewerbe- Hygiene" zeigt schon deutlicher, welche Gesahren chemischer. physikalischer oder anderer Art der Produktionsprozeß mit sich bringt. Wer Fabriken kennt, kann sehen, was heute noch fehlt. Auch diese Halle läßt nwnches vermissen, z. B. Angaben über Frauen- und KinderarÄjt, Beschästigung von Schwangeren. Das Hygienemuseum selbst, der unsterbliche Kern der ganzen Ausstellung, wird vielen schon bei anderen Gelegenheiten bekannt geworden sein, z. B. hier in Berlin aus der Ernährungs- ausstellung oder auf der„Gcsolci" in Düsseldorf oder als Wander- schau, die abwechselnd im ganzen Reich veranstaltet wird. Ganz allgemein ist zu tadeln, daß nicht endlich einmal der Laienbesucher von der erdrückenden Fülle des Materials etwas befreit wird. Es wäre doch eine einfache Sache, bei jeder Frage die praktisch wichtige Schlußsolgerung ganz besonders auffällig her- vorzuheben, etwa durch kurze, knappe Fassung in Befehlsform in nur zu diesem Zwecke veränderter Schrift in rot etwa oder aus dem- entsprechend gefärbtem Hintergrund. Das Auge des Beschauers würde so immer schnell einen Stützpunkt finden. Die Dinge prägten sich leichter ein. Die übliche Ermüdung würde noch etwas hinaus- geschoben. Die anderen, teils sehr guten Methoden(wie Bedienung von Apparaten usw.), brauchen deshalb nicht verlassen zu werden. Im einzelnen bleiben recht viele Fragen offen. Man sieht zwar, wie man durch Ueberfütterung trank werden kann. W i e aber, wenn man hungern muß? Wo bleiben die Statistiken über unsere unterernährten Kinder? Welche Folgen hat die Unter- ernährung? Nichts davon!— Man sieht zwar sehr gute Dar- stellungen zur Frage der Geschlechtskrankhfüten. In zwei Nischen wird auch einiges zur Verhütung und Aufklärung gesagt. In der Nische„Hygiene der Fau" sind nicht die Folgen der Ab- treibung durch Pfuscherhände vergessen worden. Warum aber so schüchtern in versteckten Nischen, die man fast übersieht? Warum nicht heraus ins Licht mit der ganzen gewaltigen Frage? Die Probleme der Abtreibung oder der Prävention sind vielseitig und haben wahrlich größere Bedeutung. Nichts davon!— In der Abteilung„Tuberkulose" steht geschrieben:„Geht früh genug zum Arzt!" Warum gleich zum Arzt? Warum nicht erst zur Tuber- kulosefürsorgestelle? Das ist doch heute bald eine Selbst- Verständlichkeit. Nur über die Fürsorge geht der Weg zur Aus- rottung dieser Seuche. Der Arzt kann nichts tun, um meine Um- gebung und Lebensweise zu ändern, die mich zwangsweise in immer neu« Gefahren bringt, in der ich selbst eine Gefahr für andere bin. Der einzelne kann zumeist nichts ändern. Hier liegt doch die Auf- gäbe der Fürsorge. Warum muß man das erst erroten? Die Beantwortung all dieser Fragen ist eine politische. Hier liegt der Mangel der ganzen Ausstellung. Hier ist der Einfluß jener Kräfte zu spüren, die heute im Reichstag die Sozial- Versicherung zernagen. Hier merken wir, daß im Staat, dem die Volksgcsundheit erstes Gebot sein sollte, kapitalistische Interessen voranstehen. Selbst Dinge, die politisch längst für die Masse der Arbeitenden erkämpft sind(z. B. Tuberkulosefrag«), muß sich der Beschauer selbst aus der Verschleierung des Materials von neuem erkämpfen. Daß eine vernunftgemäße Lebensführung zur Gesundheit führt. kann man in Dresden lernen. Wie aber, wenn uns die Macht zu einer solchen Lebensführung genommen ist? Darauf gibt die Aus- stellung keine Antwort. Dies« Tatsache wollen wir uns merken. ....... Heinz Adam *' (31. Fortsetzung.) „Gott sei Dank*, fuhr es ihr heraus. Und sie umarmte ihn vor -Iten Leuten und gab ihm einen Kuh auf die Backe. „Danke, vielen Dank...* sagte Arnold, der»or Verblüffung und vor Verlegenheit nichts anderes zu sagen muhte. Er mar über und über rot. „Ich möchte Ihnen etwas sagen...* stammelte er noch,„bitte, kommen Sie doch mit nach dnrben unter die Kolonnaden. Wie leicht könnte mich hier einer von den Versicherungsangestellten oder der chcrr mit dem weißen Spitzbart sehen—* „Das Schaf*, sagte Lolli heftig. Sie gingen über die Straße. „Er verfolgt mich mit einer neerkmürdigen Erbitterung*, sagte Arnold,„die ich mir nicht erklären kann.* Unter den Kolonnaden, der Spiegelscheibe eines l)utgeschasts zugewandt, standen sie still. Sie sagten fürs erste nichts. Arnold iiihltc noch immer den Kuh auf der unrasierten Bocke brennen. und Lolli suchte nach einem Anfang, um ihr böses Gewissen in Worten zu erleichtern. „Gott sei Dank", begann sie und sah ihn dankbar an,„daß Sie meinem Aufruf an der Litfaßsäule ohne Umstände gefolgt sind.* Arnolds Gesicht drehte sich langsam zu ihr hin. Es war ihm anzusehen, wie sein Gesicht diese Neuigkeit aufnahm, kaute, r»er- �aute-- „Heißen Sie vielleicht Lolli?* fragte er unsicher. „Jawohl, Lotte ober Lolli, mit Zunamen W-inmeifter—. Ilebrigens, S i e können mich nennen, wie Sie wollen.* „Lolli", sagte Arnold, wie aus einem Traum erwachend.„Ja, dann haben Sie mich ja öffentlich gesucht?* Sie nickte lachend. „Aber warum denn, warum denn— bitte, geben Sie mir doch Antwort darauf. Ich verstehe ja nichts von alledem." „Weil es für mich feststand*, sagte Lolli, ,chaß Sie, wenn Sie an unserem Büro ein besonderes Interesse hatten, bestimmt nicht von bösen Absichten geleitet waren. Sie haben sich um meinetwillen in falschen Verdacht gebracht.* .La, das ist wahr", sagte Arnold.„Danke schön, daß Sie daran geglaubt hoben, daß ich kein Einbrecher bin, kein verkommener, unmoralischer Mensch— wie der Herr mit dem Spitzbart mich zu nennen beliebte. Ich hatte an jenem Morgen eigentlich nur einen Brief für Sie abzugeben... Vielen Dank auch für den Aufruf an der Anschlagsäule. Ich habe chn gelesen, aber ich habe keine Ahnung davon gehabt, daß er für mich bestimmt wäre. Daß ich trotzdo n zu Ihnen gekommen bin— ich wollte Sie bitten, init dem Herrn Dr. Ctvulfti zu reden, wegen meiner Person, die aus unbegreiflichen Gründen ein Dorn in seinem Aug« ch* Lolli strahlte. „Ich weiß etwas viel Besseres*, sagte sie.„Mit Cibulski hätte ein Versuch zur Aussprache keinen Zweck. Aber morgen kommt Hainmerschlag, mein eigentlicher Chef, von seiner Ferienreise zurück. Ich werde ihm alles erklären, und er wird die Sache von der rich- tigen Seite anpacken und im Husch wieder ins Gleis bringen. Sie werden Ihren Posten in der Versicherungsfirma wieder erhalten—* „Ach ja", sagte Arnold und machte ei�sauersüßes Gesicht. „Wiofa? Sind Sie nicht gern in Ihrem Beruf?* fragte Lolli. Zlrnold verzog wieder den Mund. „Ich wollte eigentlich Philologie studieren", sagte er dann,„ich habe Interesse für die Sprachwissenschaft, aber nicht für die Berech» nung von Achtelpromilles*. „Ach so*, sagte Lolli und sah ihn nachdenklich an. „Aber das sind augenblicklich Fragen zweiten Grades*, lochte er,„die Hauptsache ist, daß ich nun wieder nach Haufe zurückgehen kann, um mich erst einmal ordentlich auszuschlafen.* „Nun erklären Sie mir noch", fragte Lolli,„weshüb Sie eigentlich geflohen sind? Ihre Unschuld hätte sich doch am Ende, durch das völlig« Fehlen von positiven Beweisen, von selbe? er- geben." „Wegen des Briefes für Sie", sagt« Arnold,„den ich damals bei dem Verhör in der Brusttasche bei mir trug. Ich wollte mcht, daß man ihn fände und läse." Lolli sah ihn. Dann bat sie ihn, um«ine bestimmte Nach- Mittagsstunde des folgenden Tages ins Redaktiansbüro zu kommen. „Ich wende dann bereits mit Hammerschlag gesprochen haben", versicherte sie ihm. Arnold nahm ihre Hände und preßte sie. „Sie sind mir gar nicht so sehr zu Dank verpflichtet, als Sie glauben", sagte Lolli,„im Gegenteil, ich bin tief in Ihrer Schuld.* Er verstand das nicht. Aber er fragte nicht weiter. Als er sich verabschiedete, machte seine Hand eine Bewegung zum Kopf, als ob er den Hut ziehen wollte. Beide lachten, denn er trug kein« Kopfbedeckung. „Auf Wiedersehen, Herr Arnold Fein", rief Lolli vergnügt. Erleichterten Herzens ging Arnold nach Haufe. An der Wohnungstllr war die Kette vorgelegt, er mußte klingeln. Seine Mutter öffnete vorsichtig. Mit großen Augen betrachtet« sie ihren heimgekehrten Sohn. "Guten Tag, Mutter", sagte Arnold,„es ist alles in Ordnung. Weißt du's noch nicht?" Er ging an ihr vorbei in die Stube und streckte sich aus.„Sie haben mich durch einen Anschlag an der Litfaßsäule aufgefordert, zurückzukehren, meine Unschuld ist cr- wiase n..." Arnold atmete bereits gleichmäßig, atmete tief. „Und wer ist der Schuldige?" fragte feine Mutter scharf. „Schlafen..* gab Arnold kurz zur Antwort. Und indem er dies lallte, schlief er schon. Am späten Abend wurde er geweckt. Di« Witwe Fein wollte näheres wissen. Als sie erfuhr, Arnold wäre auf den folgenden Nachmittag in das Büro der Zeitschrift bestellt, setzt« sie sich sofort an den Tisch und schrieb einen Brief. Sie gab ihrer Entrüstung darüber Ausdruck, daß Dr. Cibulski ihren Arnold auch nur für einen Augenblick hatte verdächtigen können. Die Ehrlichkeit, schrieb Frau Fei», stünde ihrem Sohn im Gesicht geschrieben.(Daß sie selber das bis jetzt übersehen hatte, fiel ihr nicht aus.) Sie sprach in ihrem Brief die Eraoartuug aus, daß Herr De. CibuHti sich bei ihrem Sohn entschuldigen und sein Unrecht in irgendeiner Form wieder- gutmachen würde. Hochachtungsvoll Frau Betty Fein, Witwe usw. Der nächste Tag war für die Redaktion ein Tag voller Auf- regungen. Hammerschlag kam nämlich nicht der Abrede gemäß zurück-, ohne irgendein Wort der Erklärung erhalten zu haben, warteten Lolli und Dr. Cibulski auf sein Erscheinen. Die Stunden des Vormittags vergingen. Es ließ sich schwer entscheiden, wer von beiden auf- geregter war. „Ich kann mir dies Ausbleiben nicht erklären*, sagte Dr. Eibulsti und rückte an seiner Brille,„es muß ein Unglück geschehen sein.* Und diesmal traf Dr. Eibulfki mit feiner Annahme ausnahms- werfe das Rechte. Ein Unglück war geschehen, jawohl. Als Hammerschlag mit Denise, die er soeben aus den Händen der Majorin befreit hatte, im Auto zum Westbahnhof fuhr, war es ihm eingefallen, daß die Majorin ihnen wahrscheinlich nachjagen würde, um ihre Tochter aus dem zur Abfahrt bereiten Zug noch im letzten Augenblick herauszureißen. Wenn Hammerschlag auch nicht in betreff des Ausgangs solch eines Kampfes ängstlich war, so fürchtete er doch m jedem Fall eine besonders für Denis« peinliche aufregende Szene. „Halt", schrie er dem Chauffeur zu,„wir fahren nicht zum Westbahnhof.* „Was gibt's denn?* fragte Denis« erschreckt. Er gab keine Antwort. An seinen gespannten Augenbrauen sah sie, wie intensiv er innerlich beschäftigt war. „Zum Verkehrsbüro!* schrie er. Er wollte nicht vom Westbahnhof aus Wien verlassen, nichts- deftoweniger wollte er zum vorgesetzten Termin in Berlin erscheinen. Der Wagen fuhr die Mariahilferstraße hinunter. Im Verkehrsbüro fragte er nach dem nächsten planmäßigen Flugzeug nach Berlin. Wenn sie wie die Teufel sausten, konnten sie es noch erreichen. Dreiviertel Stunde später saßen sie beide in der Flugzeug- kabine und sahen die Dona» von oben. „Schau, das ist der Stefferl", sagte Denise und deutete nach einem Kirchturm, der aus dieser Perspektive gar nicht überwältigend aussah. „Ja*, knurrte Hannnerschlag behaglich,„wenn die Majorin uns auf diesem Wege einholen will, muß sie sich in ein« Lerche ver- wandeln." * Nach zweieinhalb Stunden ruhigen Flugs, der manchmal über Wolken führte, landeten sie in Prag Eineinhalb Stunden später sahen sie das Stadtbild von Dresden. Der Aeroplan saufte in kühner Linie abwärts. Hammerschlag war begeistert. Petroleum? Erdoll Die Namengebung sowohl des Erdöls als der aus Ihm erzeugten Produkte ist sehr zerfahren. In Amerika spricht man von Petroleum, wenn man rohes Erdöl meint. In Rußland bezeichnet man das Erdöl mit Naphtha(ruff. Nest), in den Dereinigten Staaten trägt diesen Namen das Schwerbenzin. In England sind Oil und Mineraloil die hauptsächlichen Bezeichnungen für Erdöl, während man unter Petroleum dort meist Benzin oersteht. Aehnlich ist es in Frankreich: auch dort gebraucht man das Wort petrole für Benzin und bezeichnet das Erdöl mit nspbte, Iiuile de naphte, jedoch wiederum auch mit petrole. Der polnische(galizische) Name für Erdöl ist Ropa, Ropianka(Erdteer), der rumänische— pacura (Teer). In Deutschland sagt man, wie in Amerika, Petroleum für Erdöl, gebraucht auch die Vezeichirung Rohöl. Es empfiehlt sich, mn das Ausgongsmaterial eindeutig zu kennzeichnen, lediglich den Namen Erdöl zu gebrauchen, da unter Rohöl auch die künfllich aus Schiefer, Braunkohle, Torf, Steinkohle erzeugten Produkte Rohöle find und endlich auch die synthetischen Oele nach dem Ber- fahrest von Bergius und I. G. Farben so benannt werden können. Diebe von einst. Im alten Aegypten gab es profeffionell« Dieb«, die ihr„Ge- werbe" mit Einwilligung der Behörden betrieben. Sie hatten einen staatlich angestellten Vorsteher, der die Namen aller derjenigen auf- schrieb, die in Zukunft das Diebeshandwerk betreiben wollten. Stahlen die Diebe etwas, so mußten sie ihre Beute dem Vorsteher sofort vor- zeigen. Der Bestohlen« hatte dann bei diesem ein Verzeichnis aller abhanden gekommenen Sachen einzureichen und den Ort, Tag, sowie die genaue Stunde des Diebstahls anzugeben. Auf dies« gewiß sehr eigenartige Weise wurde alles gestohlene Gut leicht wieder aufge- funien und der Bestohlene konnte sein Eigentum, nachdem er den vierten Teil des Wertes an den Vorsteher bezahlt hatte, bald wieder zurückerhalten. Ein Olas für Farbenblinde. Farbenblindheit ist ein Leiden, das dem Betroffenen manchen Beruf versperren kann. Am häufigsten ist die Rot-Grün-Blindheit. die sich darin äußert, daß die von ihr befallenen Personen Rot und Grün unter sich und mit grauen, gelben und braunen Farbtönen verwechseln. Dem Farbenblinden erscheinen die Dinge etwa so, wie eine gewöhnliche Photographie, die aus Hell und Dunkel besteht. Ein Fachmann hat nun eine Linse hergestellt, deren Glas chemisch so zusammengesetzt ist, daß der Farbenblinde beim Durchschauen Orange und Geld deutlich als„etwas Besonderes" erkennt, das er nun wenigstens von Brün und Rot unterscheiden kann, wenn auch Grün und Rot selbst untereinander wohl noch oerwechselt werden kömien. „Meine Herren*, rief er,„wie kann man nur von der kaven nüchternen Technik sprechen? So etwas Sagenhaftes wie solch ein Flug kommt in sänülichen griechischen Sagen zusammen nicht vor. Heute abend um acht essen wir in meiner Pension am Tier- garten Abendbrot—" Hier schwieg er. Er hatte«ine auffällige Empfindung zwischen Magen und Gedärm. „Was ist denn los?" schrie er. Das Flugzeug schien ihm nicht mehr zu fliegen, sondern vielmehr zu fallen. Denis« klammerte sich an seinen Arm. Das Flugzeug schlug auf den Boden auf, Hammerschlag und Denise flogen von ihren Sitzen hoch und stießen sich an der Decke der Kabine die Köpfe, das Flugzeug befand sich wieder in der Lust, einigemal wiederholte sich dasselbe Manöver, und jedesmal, wenn es aufgeprallt war, sausten Harymerschlag und Denis« mit den Köpfen gegen die Decke. „Zum Deubel", schrie Hammerschlag aus dem Chaos seiner Empfindungen heraus,„bringen Sie doch das Vieh zum Stillstand.* Er glmrbte selber nicht, daß der Führer ihn hören konnte. Sie wußten beide, daß in den nächsten Sekunden etwas Kata- strophales geschehen mußte. Ein auf so heftige Weise stolperndes Wesen mußte zum Schluß endgültig stürzen. Dann geschah eine Weltunidrehung. Es war wie ein Untergang. Denise wurde in die Ecke der Ka- bin« geschleudert, sie lag eingeklemmt, denn Hammerschlag erdrückte sie geradezu. Auch er befand sich in einer durchaus verrenkten Si- tuation. Das Flugzeug hatte sich Überschlagen. Hammerschlag hatte die Empfindung von einem Trümmer- hausen, dessen zertrümnrertfier Teil er selber war. (Fortsetzung folgt.) Sin neuer tßonSete Waldemar Dönsels.Mario und Gisela"(Roman. 247 Seiten. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart-Berlin). Waldemar Bonsels wollte aus der märchenhaften Grund- läge seines Kinderbuches„Mario und die Tiere" einen Roman auf- bauen. Aber die Stoff« Märchen und Wirklichkeit hasten nicht aneinander: der Neubau„M a r i o u n d Gisela" ist ein unerfreu- liches, brüchiges Gebilde geworden. Di« Gestalten des Romans find im günstigsten Fall körperlose Schatten, von einer oder zwei Eigenschaften angedeutet; manehmal sind sie überhaupt nicht mehr als das gedruckte Wort. Das Liebespaar, das dem Roman den Titel gab, bleibt ein« unwahrhastige Konstruktion. Mario, Waldkind, den sein Schicksal in ein Schloß verschlagen hat, in dem er den Ton angibt, könnte die Hauptperson eines Groschenserienromans sein: nur die Handlung um ihn bedürste dazu einiger kolportagehafter Aus- schmückung. Mario schläft unappetitlicherweise auf nackten Tier- fellen, haust in einem primitiven Raum, den er mit Vorliebe durch das Fenster verläßt, bekleidet sich nur mit Hemd und Hose. Es ist nicht wahrscheinlich, daß er sich regelmäßig wäscht oder die Wäsche wechselt. Aber wie ein strahlender Cherub, dem die Herzen oller Geschöpfe zufliegen, vor dem sich die ganze Natur neigt, schreitet dieses Wunderwerk Voirselsschen Geistes durch 247 Seiten fürchter- lich verballhornter Sprache, neben der siebzehnjährigen modernen Großstädterin, die Johanniskäfer für junge Maikäfer hält und glaubt, daß die Mäuse Eier legen. Trotzdem ist diese Gisela die einzige Gestalt des Romans, die Existenzberechtigung hat: eine andere Gefährtin hat dieser Mario nicht verdient. Truäe E. Schulz. Gelehrtenstreit. Vor etwa 100 Jahren erschien in einem Berliner Blatt die Arbeit eines Gelehrten über die Frage, ob es möglich fei, oiine Zutun des Seidenwurmes durch Anwendung technischer und chemischer Prozesse aus den Blättern des Maulbeerbaumes Seide zu gewinnen. In einem anderen Blatte wurde daraufhin ironisch die Frage ausgeworfen, ob es nicht möglich sei, ohne Zutun der Schafe, durch Anwendung technischer und chemischer Prozesse, aus Gras und Kräutern Wolle zu erzeugen. Schade, daß die beiden Artikelschreiber nicht heute noch leben, damit sie sehen könnten, daß ihre damaligen„Utopien" heute längst in die Praxis umgesetzt sind (Baumwolle und Kunstseide!). Rheumatismus und Wetter. Rheumatismuskranke stellen häufig durch Beobachtungen am eigenen Körper fest, daß der Grad ihrer Beschwerden sehr stark vom Wetter abhängt. Von medizinischer Seite wurden dies« Beobachtungen häufig als Einbildung gekennzeichnet. Erst jetzt haben einige ameri- konische Mediziner in einem bekannten amerikanischen Medizinalorgan in genauen Untersuchungen nachgewiesen, daß tatsächlich die rheu- malischen Beschwerden sehr stark von der Witterung beeinflußt werden. In rund drei Vierteln aller Fälle laufen die Beschwerden parallel mit dem Luftdruck, etwa ein Sechstel der Patienten wird im umgekehrten Sinne beeinflußt und nur ganz wenige Rheuma- tismuskranke bleiben den Witterungseinslüfsen indifferent. Das Geheimnis der alten Mauern. In Rothenburg ob der Tauber, in dein weniger bekannten idyllischen Zons am Rhein und an vielen anderen Orten hat man Gelegenheit, die unerhörte Festigkeit alten Gemäuers zu studieren. Woran liegt das und wie kommt«s, daß viel später erbaute Schlös- ser, Kirchen, Häuser und Mauern viel schneller vom Zahn der Z it zermalmt werden? Der Fachmann wird die Ursache natürlich sofort in Bindungsmitteln der Steine, im Mörtel, suchen und ist damit aus dem richtigen Weg«, aber ein Rätsel wird es auch ihm sein, wie unsere Vorväter dem Mörtel die große Stärke und Festigkeit vec- liehen. Dies kam daher, well es den Maurern des Mittelalters in ver- schieden«» Staaten bei Todesstrafe oerboten war, Kalk für Bau- zwecke zu oerwenden, der nicht mindestens sieben Jahre in einer Grube eingesumpft gelegen hatte. Wollte jemand bauen, so mußte er infolge des Gesetzes den dazu nötigen Kalk entweder sieben Jahr« vorher löschen lassen oder ihn von einem Maurer nehmen, der ihn schon sieben Jahre liegen hatte. Im allgemeinen verfugte je'icr Maurer damals über mindestens sieben gefüllte Gruben. Durch dos lange Liegen dann wurde der Kalk bedeutend hallbarer als der später iu Gebrauch kommende frisch gelöschte und verwendete Lall, WAS DER TAQ BRINGT. Sommerregatta ohne Wind Zweiter und dritter Tag der«Freien Segler" Eigentlich war es eine ausgesprochene Flautenschieberei, denn der Wind aus Westnordwest bemühte sich vergebens, Bewegung in die Felder zu bringen. Um so mehr war zu bewundern, daß 10 9 Boote durch die Startlinie gingen, um sich wahrend der zwei Runden, auf die die Bahn verkürzt war, dem Schicksal des Windes anzuvertrauen. Das„Wett-Treiben" dauerte denn auch so bis an die vier Stunden, da der Wind bereits den Wochenend- frühjchluß für sich eingeführt hatte und longsam zur Ruhe ging. Od bei diesen Bcrhültnissen von einer Wettfahrt gesprochen werden kann, muß stark bezweifelt werden. Aber immerhin ist doch ver- wunderlich, daß Boote, die oft und bei schwerem Wind vorn liegen, auch bei dieser Flaut« sich an die Spitze setzten. Selbstverständlich gehört neben dem sogenannten Busenglück auch eine genügende Portion Steuermannskunst dazu— und auch«in gutes Boot. Schnellstes Boot wurde die Sonderklasse„Falk e" in 2: 16: 37, bei den 20-Quadratmeter-Reniisollen die„Gazelle" in 2: 26: 16, die als ausgesprochenes Schwerwetterboot bekannt ist.— In, ganzen war es trotz vieler Mühen ein sportlich verlorener Tag. Der dritte und letzte Tag wollte entschädigen und brachte eigentlich die beste Wettfahrt. Wiederum Start um 11 Uhr, dies- mal aber große Bahn mit 12 bzw. 8 Seemeile«! der Müggelsee mußte dreimal für die großen bzw. zweimal für die kleinen Boot« links herum abgelaufen werden. Anfangs wollte der Wind wieder nicht so recht und war draus und dran, bei der zweiten Rund« ganz einzuschlafen. Dabei war zu beachten, daß sich fast alle Boote— 128 waren gestartet— die größte Mühe gaben herauszuholen was herauszuholen war. Besonders bei der Am-Wind-Streck« von Rahnsdorf nach Friedrichs- Hagen schoben sich die Felder fast ausnahmslos unter Land, um den kargen aufspringenden Wind aus erster Hand zu bekommen. Di« Theorie sprach jedenfalls für diese Taktik. Viele hatte schon infolge des immer schwächer werdenden Windes der Mut verlassen: doch die sich aus Westen herausschiebenden schwarzen Wolken mußten Wind bringen— und sie brachten Wind, und zwar für kurze Zeit soviel, daß zwei 1l>»Quadratmeter- Rennjollen und eine IJ-Quadratmeter-Rennjolle kenterten. Obwohl dabei nichts passiert ist— Hilfe durch die Rettungsstation am Müggelsee sowie durch die Motorboote des Freien Segler-Verbandes war sofort zur Stelle—, kann ein wenig mehr Aufmerksamkeit gerade den jungen„Bravour"-Seglern nichts schaden. Unter den beiden gekenterten Rennzehnern befand sich der Neubau„Isdii capa", der ein fabelhaftes Rennen lief, seinem Feld« unerreichbar weit voraus war— um dann vor dem Ziel sich lang- sam aber sicher umzulegen. Di« interessantesten Momente spielten sich naturgemäß an den Wendmarken ab, und es war erstaunlich, mit welcher Geschicklichkeit manche Boote diese rundeten— andere hingegen wieder auch«in Können vermissen ließen. Während die großen Klassen ein mehr „behäbiges" Rennen liefen, gab es gerade für die Kleinen bei der letzten Runde erhebliche Arbeit. Ueberall sah man die weit sich herauslegenden Mannschaften bei der Am-Wind-Strecke, um zu ver- hindern, daß das Boot sich zu weit überlegt und dadurch an Fahrt verliert oder sogar Wasser übernimmt. Wenn bei den ganz Großen auch„Slawi" mit seinen 60-Quadratmeter-Segeln diesmal den„Falken", der 54 Quadratmeter Segel hat, schlagen konnte, so reichte es zum Siege doch nicht, da der„Falke" durch seine Vergütung an Zeit dadurch Erster wurde. Der 35er„Sommerliebe" lief leider als Einzelgänger. Die 3l1er sahen wieder„Windspiel" in Front, der„Orion", den Sieger des ersten Tages, um 7 Minuten schlagen konnte. Die beiden Nationalen Jollen zankten sich das ganze Rennen um den Sieg, bis doch schließ- lich„Jenni" mit 13 Sekunden Vorsprung das Rennen für sich entschied. Hervorragend war wieder das große Feld der Renn- zwanziger. Scharf war der Kampf um die Spitze, die sich„Bum Bum" sicherte, der in 2: 20: 42 schnellstes Boot der großen Bahn wurde. Zwei Minuten später folgte„Gazelle". In der B-Klosse war der„Deubel" Sieger. Bei den 20°Quadratmeter-Wanderjollen mußte„Friede! II" infolge Protestes feinen Preis an die„Winds- braut" abgeben. Die 15-Quadrotmet«r-Rennjollen sahen wieder „Irrwisch" in Front: unerwarteter Zweiter wurde„Satan" in nur 19 Sekunden Abstand. Die erfolgreiche„Shavelschtvalbe" mußte sich mit dem dritten Platz begnügen.—„Ronchi" von den 15-Quodrat- mcter-Wanderjollcn als Vertreter der Gruppe West konnte den Sieg für sich buchen. Aus trostloser Stellung war„Aare" gut nach vorn gekommen, so daß er seinen„ewigen Zweiten" wieder verzeichnen konnte. Von besonderem Mut zeugt« es nicht, daß die„Lola" aufgab— wenn sie auch mal aussichtslos im Rennen lag. Bei den 20er Kielbooten arbeitete sich„Heidi" durch gut« Technik an die Spitze, mußt« sich ober beim letzten Kreuzgang dem„Ärassin" um etwa eine Minute ergeben. Di« 10°Quadratmet«r-Rennjolle„Froh-Fahrt" wurde durch den Unglücksfall ihres Gegners„Iscbi capa" schnellstes Boot der kleinen Bahn in 2: 02: 45. In der B-Klasse war„Ahoi" Erster.— Die 10er Wanderjollen hatten wieder ihre„Annekin" als Führerin: die Schwester„Mucki" blieb eine Minute zurück. Di« großen Ausgleichs-Kielboot« überließen dem„Leichtsinn" den Sieg mit großem Vorsprung. Scharf ging es wieder in der 15. Ausgleichsklasse der Jollen her.„Möwe" wurde Erster,„Ursus" Zweiter. In der 16. Ausgleichstlasse entwickelt sich„Piefke" zum Favoriten. Ihm war sein großer Vorsprung nicht zu nehmen; ebenfalls siegt« in der 17. Ausgleichsklass« die„Nixe" mit Längen. „Kamrad" aus der 18. Klasse ließ sich den Preis von„Goodewind" nicht nehmen. Die 19. Klasse sah einen äußerst scharfen Kampf um die Spitze zwischen„Möwe",„Krümel" und„Koralle", die in dieser Folge durch das Ziel gingen. Die letzt« Klasse mußte ihren kleinsten Vertreter„Ahoi" den Sieg überlassen. Noch kurz vor dein Ziel kämpft« er verzweifelt gegen seinen scharfen Gegner„Seeadler", der dann auch auf der Streck« blieb und Zweiter wurde. *• Die zahlreichen Zuschauer bewiesen, daß das Interesse für den Arbeüerfegelfport immer weiter« Kreise zieht. Leider war an diesem letzten Tage kein Begleitdampfer vorhanden. �rheiter-'F ennismeistersdiafien 2. Bundesiurnier in Dresden In der Zeit vom 11. bis 13. Juli fand, wie bereits kurz mit- geteilt, in Dresden dos 2. Tennisturnier des Arbeiter-Turn- und Sportbundes statt. Wenn das Turnier auch vom Wetter nicht vom Glück begünstigt war— ein großer Teil der besten Spiele wurde im Regen ausgetragen— so brachte es trotzdem ausgezeichnete sportliche Lesstungen. Es war in Kürze gesagt, eine an Heber- raschungen reiche Veranstaltung, sie zeigte vor allen Dingen die „Provinz" auf einer sehr beachtlichen sportlichen Höhe. Kottbus und Dresden spielten die erst« Geige, es sind Vereine, die über eigene Plätze und damit über ausreichende Trainingsmöglichkeiten oerfügen. Das wirkte sich felbswerftändlich in der Spielstärk« aus; Dresden hatte dazu den nicht zu unterschätzenden Vorteil des Spieles auf dem eigenen Platz. Trotz der denkbar ungünstigen Witterung konnten alle Konkurrenzen bis zum Endkampf durch- gespielt werden. Im Frauen-Einzel unterlag nach schönem, finessenreichen und hartem Spiel die savoritisierte Genossin Pampel-Zwickau der Genossin M e y e r- Dresden. Letzter« siegte durch ein geringes Plus in der taktischen Ausnutzung der Spielsituation. Beide Spiele- rinnen zeigten besiechend schön« Spielmomente. Auch das Frauen-Doppel fiel nach Dresden. Meyer» Händler setzten sich im Schlußkampfe gegen Bauer-Radke- Berlin durch. Es war ein Spiel auf Sicherheit, aber auch wieder- holt große Härte zeigend. Die einzig« Konkurrenz, die sich Berlin sichern konnte, war das Ränner-Einzel. Genosse Günther befestigte sich seine -isherig« Stellung durch«inen nicht zu schweren Sieg über Meyer- Hainburg, der sich überraschenderweise in der oberen Spielhälfte durchgespielt hatte. Günther hatte sehr schwere Vorrundenspiele durchzuhalten, von Stunde zu Stunde besser werdend, holte er sich oerdient das Finale. Der Nachwuchs inachte ihm das Leben sehr schwer, sein Kampfwillen und seine Turniererfahnmg gaben ihm jedoch ein starkes Plus. Das Männer- und Gemischte Doppel jielen oerdient nach Kottbus. Beide Spiele entschied in der Hauptsache der sehr rasche und flinke Genosse Schwarick, der ein musterhaftes und flinkes Netzspiel zeigte. Schl>ibspi«l«sultaic. Znuna-Srncl: Meyer lDresden) gegen Pamvcl l Zwickau)«:«.«- Z. gr-u»a.D»»pel! Meyer-Sondler«Drest.«»)»egen Bauer-Radke lBerlin) 6:2, 7; 5, Ma-»cr.E'nzel:»Untb-r gegen Mencr IHaurburg) 6: l. 6:2. Mäaner-Dopvcl: PSIchk-Schwarick kNoodu») gegen Holfert-Sulosa tDresden) 6: 0,«; 3. Semnchte, D-vpel: Schramm- Schwarick(Sottbu*) gegen Pampel-Myschtin(.Zwickau) 6: Z, 6:7. 6:6 ■Sie Auswalillpiele für den Vier-Länder-Nampf in Kopenhagen hatten sola ende Ergebnisse: grauen-Einzel: Pampel(.Zwickau) gegen Schmen(Berlin) 6- 4 0:7. Im Männer.«», cl schlug Seipeit(Dresden) den jungen, aber sehr spielstarken Lindow(Kottbus). Aus Grund dieser Ergebnisse dürften die deutschen Spieler für den Vier-Länder-Kampf in Kopenhagen sein: grauen: Meyer(Dresden). Vompel(Zwickau): Männer: Günther(Berlin), Seipeit lDresden)._ DRU.-Amatcure bei Rüti Am heutigen Dienstag, ab 20 Uhr, wickelt die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Radfahrerunion— sosern der Wettergott nickst einen Strich durch die Rechnung macht— ihren zweiten diesjährigen Renntag ab. Hart umstritten ist der Titel eines Berliner Meisters über 1000 Meter. 54 Fahrer werden in sechs Vorläufen um die Quoli» sikotion für die Zwischenläufe kämpfen, für die Franke, Weickert, .Horn, Kittler, Giel, Quindt, Tadewald, Mattern, Kolbe, Vretzke, Scheurich und Zeiser die besseren Aussichten haben. Für den End- ksj S&mm fe Mie Hoxv, Giel Mi» SM« Atz. Frage. Max Frank« müßte der Form nach den Titel heimfahren. Ein„Ausscheidungsfahren bis zum letzten Mann" vereint 38 Fahrer am Start. Mit zwei toten Runden schält sich der Sieger also erst «ach deck 40. Runde heraus. Das Hauptinteresse erweckt das 100- Mometer-Mannschaftsrennen, das 14 Paare bestreiten. VUiwLbcUV Die Sonntagsresuliaic Vor dem Verbandsmeisters choftsspiel in Frankfurt spielte die Jugendmannschaft von FTGB.-W e d d i n g gegen die Ju- genkmtamtnschoft von Frankfurt a. d. O. uist) konnte mit 11:1 (4:G gewinnen. Die Weddinger Iugendmannschast war vollständig überlegen und spielte zum Schluß mit den Frankfurtern Kotze und Maus. Ein Teil Schuld hat der Frankfurter Torwächter, der mehrere Bälle ohne Abwehr durchlies. Die Frankfurter Männermannschaft hatte sich die Ster- tiner Städtemannschaft verpflichtet, die aber nicht voll- ständig mit der ersten Garnitur antrat und dadurch schwer ent- täuschte. Mit 10: 5(3:3) g«l<>ng es Frankfurt dieses Spiel zu gewinnen. Zu Anfang waren die Frankfurter überlegen und ge- lang es ihnen auch bald, 2 Tore zu buchen. Die Stettiner kamen jetzt auf und abwechselnd bekam jede Mannschaft Torerfolge, so daß sich bald beide Momrschasten gleichstanden. Aber nicht lange dauerte es, und Frankfurt errang«inen größeren Vorsprung, dem Stettin durch das schlechte Zusammenspiel nicht folgen konnte. Von den Spielen in Berlin standen sich am Sonnabend im Humboldt hoin FTGB.-Novden 1(1. Männer) und Mahlsdorf 2. gegenüber. Bis zur Pause führt« Mohlsdorf mit 3:2 und konnte dann auch bald«in viertes Tor erringen. Norden gelang es erst in der letzten Viertelstunde gleichzuziehen und mit viel Glück auch noch das Siegestor zu buchen. Allzugroße Technik war bei beiden Mannschaften nicht zu bemerken. Etwas besser konnte das nachfolgende Spiel FTGB�-Norden 3(1. Männer) gegen FTGB.-Osten 2. gefallen. Osten 2. gelang es, mit Hilf« des Torwächters der 1. Mannschaft, die große Niederlage, die die 1. Mannschaft vor kurzem erhalten hatte, mit 8:2(3:0) wieder wettzumachen. Der Sturm von Osten, der aus allen Mannschaften Ostens zusammengebaut war, zeigte»ine gute Kombination und wckr dadurch in seinen Schüssen gefährlich. Nor- den 3 war sehr eifrig und ebenfalls flink, aber schlechte Fangsicher. heit und die schwache link« Seite waren zum Nachteil. Der Sturm rückte zu weit auf, wodurch es der Läuferreihe von Osten leicht war, am Mann zu bleiben und dadurch alle Angriss« zu zerstören. In der zweiten Halbzeit stattete Norden dem Osten-Heiligtum öfter« Besuche ab, doch langte es nur zweimal zu Erfolgen. Die Freie Sportvereinigung Kaulsdorf hatte sich am Sonntag Frei« Turnerschaft Rchfeld« verpflichtet. Die Kaulsdvrser Frauen nahmen nach der Paus« ein« Umstellung vor, wodurch es ihnen möglich war, den Rehfelder Frauen mit 3:0(0: 0) das Nachsehen zu geben. Bei den Jugendmonnfchasten siegte Kaulsdorf mit 11:3 (6: 2). Auch bei den Männermannschaften war Kaulsdorf durch die technssch größere Ueberlegenheit mit 14: 1(6:0) siegreich. »__ Um die Zeltstädte Die Lommumsten hatten kürzlich in' einigen Zeltstädten an den BeAmer Seen Versammlungen einberufen, um gegen eine angebliche Aenderung ver Zeltscheinverordnung zu protestieren. Den kommunistischen Redner war sehr bald anzumerken, daß es ihnen — wie immer— nur darauf ankam, gegen die Sozialdemokratie zu hchen, Sst behaupteten, em si,Mdemokcatijch« Stadtrat hätte diese neue Verordnung, die bestimmen soll, daß Zelle nur für einen Tag aufgebaut werden dürfen, unterzeichnet. Diese Angaben haben — wie so häusig bei de» Kommunisten— einer Nachprüfung nicht standgehalten. Bei der F o r st d e p u t a t i o n waren eine Reihe Veschwerden eingegangen, daß die Inhaber von Zeltscheinen, die schon im Lauf« der Woche herausfahren können, die besten Lager- platze an den Seen besetzen und auch am Sonnabend und Sonntag behalten. Es war darum die Anregung gemacht worden, den Auf- bau von Zelten nur an: Sonnabend' und Sonntag zu gestatten. Nach eingehender Beratung ttmvde aber der Beschluß gefaßt, die alte Verordnung, wonach die Zelte 3 Tage stehen bleiben Können, nicht abzuändern. Von dieser eventuellen Einschränkung sollten aber die Zeltstädte nicht betroffen werden. Das Gelände für die Zeltstädte wird genau ausgewiesen und grundbuchomtlich fest- gelegt. Di« Zelte in den ausgewiesenen Zeltstädten können nach wie vor den ganzen Soiümer über ausgebaut bleiben. Linda ausgeschieden Zweite Pyrenäenetappe der Tour de France Nach eintägiger Ruhepaus« in Louchon begannen am Sonn- abend aufs neu« die Strapazen für die noch im Rennen befind- lichen Teilnehmer an der Rundfahrt durch Frankreich. Die 10. Etappe von Louchon nach Perpignan wies zwar nicht ganz so große Steigungen aus wie der erste Pyrenäenabschnitt, dafür war aber die Strecke mit 322 Kilometer um fast 100 Kilometer länger als am Donnerstag, außerdem regnete es fast während der ganzen Fahrt. Wenn die Fahrer dennoch weniger als 12 Stuistxn zur Bewältigung dieser Etappe brauchten, so zeigt dies, daß sie immer- hin noch verhältnismäßig gut auf dem Posten sind. Die Kontrolle Saint Girons(85 Kilometer) erreichten 30 Fahrer geschlossen, dar- unter auch Schön und Thierbach, während Rebe, Siegel und Wolke bis dahin schon 6 Minuten«ingebüßt hatten. Den Zlufstiea»zum 1249 Meter hohen Col de Port(121 Kilometer) vollzogen�vier Fahrer gemeinsam, in geringem Abstand folgte Schön. Später fielen die Deutschen mehr und mehr zurück. Am besten hielt sich diesmal der junge Dresdener Oskar Thierbach, der nur 5 Mi- nuten nach dem Etappensieger Eh. P e l if s i« r«inkam. Di«-höchste Erhebung der Strecke, der 1931 Meter ausragende Col de Puy- maurens wurde A. B inda zum Verhängnis. Der Italiener hatte zweimal Sattelbruch und gab entmutigt auf. Beim Abstieg von dieser Höhe waren neun Fahrer zusammen, die auch gemeinsam in Perpignan eintrafen. Bon den Deutschen placierten sich: Thier- b o ch als 11. in 12: 02: 05, Schön als 23. in 12: 11: 22, M a n- they als 43. in 12:37:31, Siegel, Rebe und Wolke gemeinsam als 57. mit je 13: 07: 02. Ausgeschieden sind außer Binda nur noch sein Landsmann Piemontesi und der französisch« Einzelfahrer Parthelemy. In der Gesamtwertung führt nach wie vor L e d u c q mit 76: 10: 34 vor A. Magn« mit 76: 16: 00 und Guerra mit 76 �22: 16. Schön hat trotz seines Zeitverlustes den 11. Platz de- haupten können und folgt mit einer Gesamtfahrzeit von 76: 55: 37 an 11. Stelle. Thierbach ist mit 76: 12: 16 vom 23. aus den 16. Platz vorgerückt. Im Klassement der Ländermannscha-ftea ist da- gegen Deutschland auch noch von Spanien überholt worden und damit an die letzte Stelle gefallen. Frankreich führt mit 228: 56: 58 vor Belgien mit 229: 44: 33, Italien mit 231: 10: 59, Spanien mit 231: 42: 57 und Deutschland mit 231: 57: 23. Ergebnis der 10. Etappe: 1. Ch. Pelissier 11:57: 18: 2. Leducq: 3. A. Magn«: 4. Bonduel: 5. Guerra: 6. DeMiysere: 7. L. Buysse: 8. Aerts: 9. Bidot(alle dichtauf): 10. B. Trueba 11:59: 32: 11. B. Faurc 12:02:05: 12. Peglion: 13. Cardona: 14. Thierbach: 15. Ma- zeyrat: 16. Merviel(alle dichtauf). Umon— Borassia 1:1(0:1) Anläßlich de» Kartellfestes in Tempelhof spielte Union gegen Borussia. Ruhig und fair wurde von Anfang bis Ende gespielt. Bor der Paus« waren die Borussen etwas überlegen, was sich auch im Resultat(0: 1) ausdrückt. Nach dem Wiederanpfiff war das Spiel vollkommen verteilt. In der 20. Minute gelang Union der Ausgleich.— Die zweiten Mannschaften sahen die Tempelhofer mit 5: 1 überlegen.— Lichtenberg I hatte B u t a b zu Gast. Die Lichtenberger, mit Ersatz antretend, führten mit 2: 0. Mich der Pause drückt« Butab sehr. Dein unsicheren Sturm gelang es jedoch nur ein unentschiedenes Resultat(2: 2) herzustellen. Lichtenberg I 2 gegen Butab 2 6:4. Lichtenberg Jugend gegen Wilmersdorf 4: 1. Minerva Jugend gegen Borwärts-Wedding 0:0. Minerva 2 gegen Vorwärts 2 5:0. Minerva 1 gegen Vorwärts 1 1:0. V. f. K. Südwest Leipzig in Wien Die Spielweise der guten Leipziger Fußballmannschast war für sie ein spieltechnischer und moralischer Erfolg. Das erste Spiel gegen den Zentralverein der Angestellten ging mit 0: 2 verloren und gegen Wien-Liesing wurde ein 1:1 erzielt. Beide Spiele nahmen einen VeUauf, der in bezug auf>.Spieltechnit und sporlbrüderlichem Ver- halten jeder Kritik standhält. Dagegen gab der Wiener Altmeister Red-Star im dritten Spiel kein gutes Vorbild. Er spielte in der zweiten Halbzeit außerordentlich hart, was den Unwillen der Zu- schauer erregte. Torergebnisse: 4: 0(1: 0) für Red�Star. RrbeUri-Lichtbild Bund. Arbeitirfotogilde Berlin, ssreitag. IS. Juli. 20 Uhr, im Jugendheim Lindenftr. 4: Aussprache Uber unsere Arbeit, ssoto- uiettbcwcrb: fferie» der Doheimgebliebcnen. Apparat« mitbringen. Nim- amateur« cbcndort.— TB.„Die Naturfreunde", Ctammgruppc. Montag, 21. Juli, AI Uhr, Johannisstr. IS, Wettbewerb: Bewegungsstudicu. Bilder mit- bringe».— Abteilung Osten. Jugendheim ssrantfurtcr Allee SM, ssreitog, Ist. Juli, 20 Uhr:„Dir vergröbern."— Abteilung Norden. Donnerstag, 17..Juli, Physsliimmer der weltlichen Schule Pank- Ecke Wielenstragc:„Bon der richtigen Belichtungszeit."— Abteilung Neukölln. Mittwoch, 16. Juli, 20 Uhr, Iugendheim Bcrgstr. 2g, Zimmer 1: Arbcitsabend.— ssotogruvpe der ssreien Gewertschaftsjugend. Arbcitsabende in der Dunkellammer oes Gewerkschaftshaules, Engelufer 16, Benutzung»ach Bereinbarung mit der freigewerkschaftlichen Iugendzcntrale.— Arbeiterfotogild« Spandau, Montag. A. Juli, 2ll Uhr: Arbeitsabend im Jugendheim Liudcnufcr l. Arrie Schwimmer Eharlottenburg»4 e. B. Leute, 2« Uhr,»dnufahrer und Schwimmer: Quartalsperfammlung bei Krische. Kaiskr-Fr>cdrich.e:tr. IS. Wichtige Tagesordnung. Aufnahme»euer Mitglieder. Ei-zclmitglieder der ssrricn Ruderer und Kannlahrer im ATuSB.. I. Kreis. Unsere Badeabend« finden jetzt jeden Mittwoch, 20 Uhr, im Hallenbad Garte». strafte statt. Reger Besuch wirbt erwartet. Echwimmkursc werden veran- staltet. Arbeiter-R-d. und Krastsahrerbnnd Solidarität, Ortsgruppe Groft-Berlin. Geschäftsstelle Robert Rothbarth. Berlin SWII, Schöoebergcr Str. 17,. Touren der Kraltfahrer: Sonntag, ZV, Juli: Abt. Kreutberg: Pötzer Vorder- see. Start: 7 Uhr. Lxrmannplatz.— Abt. Tricdrichshain: Kalli»ch-n. Start: 6 Uhr, Landsberger Platz.— Abt. Norden: Lotschcscc. Start: 6 Uhr, Sparr- strafte Z.— Abt. Pankow: Dannenwalde. Start: 7 Uhr. Pornhotmer Ecke Seetower Strafte.— Abt. Eharlotteniurg: Görnersee. Start: 7 Uhr. ffiil- mersdorfer Ecke Kanalftraftc.— Abteilung Neukölln: Badetour, Ziel am Start. Start: 7 Ul»r. Hohenzollernptatz.— Abt. Oberschönewridc: Uedersee. Start: 7 Uhr.— Achtung! Generalnersannnlung: 17. Juli. 1» Uhr. im Gewerl. schgslshaus, Engelufer 24/20. ATuSB.>. gtrei«. 1. Gruppe, S. Bezirk. Donnerstag,>7. Ju», 20 Uhr: Ingcndleitersstzung bei Bade. Eharlottenburg, Kaiserin-Augusta-Allcc 02. Er- scheinen oller Vereine Pflicht. FTGB. Berwaltungsauofchnft. Morgen, Mittwoch. 16, Juli. ISip Uhr, Gewerkfchaftshaus. Sehr wichtige Sitzung. Jeder Bezirk muft vertreten fein. 2« Behwdnimotesse Bertret er festet. Die Erhöhung der Eisenbahntarife Sie treten am 1. September 1920 in Kraft wie die Hauptverwaltung der Reichsbahn- g e s e l l s ch a s t bekanntgegeben hat, werden die Grund- sahrpreise der Reichsbahn vom 6. September 1930 ab erhöht werden, wir geben eine Zusammenstellung der hauptsächlichen Veränderungen, die namentlich sür die Berliner Bevölkerung von Wichtigkeit sind. In der dritten Klasse erhöht sich der Grundfahrpreis der Reichsbahn bei Einzelsahrkarten von 3,7 aus 4 Pf., bei Zeitkarten von 3,3 auf 3,7 Pf. In der zweiten Klasse wi/d der Preis von S,6 auf 3,8, in der ersten Klasse von 11,2 auf 11, S Pf. erhöht. Die Erhöhung ist also in der dritten Klasse, die einzig für Arbeiter und Angestellte in Frage kommt, um 0,1 Pf. stärker als in der zweiten Klaffe, ein Unterschied, der vor allen Dingen bei längeren Strecken stark ins Gewicht fällt. Die Wirkung der Erhöhung der Zeitkartenpreise dritter Klasse ergibt sich aus folgender Zusammenstellung: Es steigen die Preise der Monatskarten 3. Klasse km von 4,20 M. auf 5,00 M., also um 0,80 M. . 8,30,. 9,30... 1,00. . 11.60.. 13.00... 1.40, „ 14,20.. 16,00„.. 1,80. . 16,40„„ 18,40... 2.00. . 18,00.. 20.00„.. 2,00. für die mittlere Reiseweite— 9,23 km— von 8,30 M. auf 9,30 M, also um 1,00 M. der Arbeiterwochenkarten km von 0,90 M. auf 1,00 M., also um 0,10 M. . 1,90.,„ 0,20. . 2,60... 0,20. .. 3,20„,. 0,30. . 3,70„., 0,40. . 4,00„„. 0,40„ 13,24 km— von 2,20 M. auf 2,50 M., also um 0,30 M. für die Woche. Die Preise der Einzel- und Zeitkarten sür den Stadt- bahn- und Porortverkehr in Berlin— und übrigens auch in Ham- bürg— werden erfreulicherweise nicht verändert. Sie sind ja aller- dings bereits am 1. Februar bzw. 1. Juni d. I. erhöht worden. Schließlich wird auch der jetzige Preis der Bahnsteigkarte(10 Pf.), der seit der Vorkriegszeit unverändert geblieben ist, auf 20 Pf. erhöht. Di« Erhöhung der Einzelpreise wird aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich: Fahrpreis 3. Klasse 5 10 15 20 25 30 5 10 15 20 25 30 1,70 2,40 2,90 3,30 3,60 für die mittlere Reiseweite Um einige für die Berliner Bevölkerung besonders wichtige Strecken anzugeben, sei erwähnt, daß die Fahrt von Berlin nach Hamburg sich mit Personenzug von 10,80 aus 11,60 M., im Eilzug von 12,80 auf 13,60, im Schnellzug von 14,80 auf 15,60 M. in der dritten Fahrklasse erhöht. Auf der Strecke Berlin— Stuttgart ist der Preisunterschied für den Personenzug 24,20 M. jetzt zu 26,20 M. M. ab 1. September, im Eilzug 26,70 M. zu 28,70 M., im Schnellzug 29,20 zu 31,20 M. Die Reichsbahn gibt«inen interessanten Vergleich der künftigen Erdbeben registriert. Wirbelstürme im Kaukasus und Korea. Rem Jork, 15. Zuli. Der Seismograph d«r(fordham- Universität verzeich- nete gestern nachmittag zwischen 5.4b Uhr und 5.51 Uhr amerika- nischer Ostnormalzeit ungewöhnlich heftige Erdstöße, die auch von Seismographen in Washingkon, Denver und wil- waukee registriert wurden und deren Zentrum, wie man annimm», sich in der Rühe der Küste von Guatemala befunden hat. Das gestern verzeichnete Erdbeben war das stärkste, das hier seit dem Seebeben im Roocmber v. Z., das zu dem Bruch der allan- tischen Kabelleitungen an der Reufundlandküsle führte, festgestellt worden ist. Ein ungewöhnlich heftiger W i r b e l st u r m hat im Bezirk Raltschik im nördlichen Kaukasus ein Gebiet von 60 Kilo- meiern Länge und 15 Kilometer Breite vollständig vcr- wüstet und alle Saaten vernichtet. • Tokio, 15. Juli. Nach amtlichen Mitteilungen wird die Zahl der Opfer eines Wirbelsturmes in Korea auf 110 geschätzt. Der Schiff»- verkehr zwischen Daircn und den chinesischen und japanischen Häfen ist eingestellt worden. Auch am südlichen Teil der Insel Sachalin herrscht starker Sturm, so daß die Schisfahrtsverbindung zwischen Sachalin und Japan seit drei Tagen unterbrochen ist. Jweiter„billiget-' Sonnabend im Zoo. Der Zoo will, der allgemeinen wirtschaftlichen Notlage Rechnung tragend, dci? minderbemittelten und kinderreichen Familien Berlins ein« weitere Möglichkeit geben, die Sehenswürdigkenen des Gartens zu niedrigen Eintrittspreisen zu besichtigen, indem er versuchsweise zu den bisher schon vorhandenen zwei billigen Tagen im Monat— dem billigen Sonntag(1. Sonntag in jedem Monat) und dem billigen Sonnabend(der 1. Sonnabend nach dem 15. d. Mts. ab 2 Uhr nachm.)— einen zweiten billigen Sonnabend und zwar den letzten Sonnabend in jedem Monat einführt. Auch an diesem Tage wird das Eintrittsgeld von 2 Uhr nachmittags ab nur 50 Pfg. sür Erwachsene und 25 Pfg. sür Kinder bis zu 10 Jahren be- tragen. Der erste billige Sonnabend dieses Monats ist am nächsten Sonnabend, am 19. Juli. Der neueingeführt« zweit« billige Sonnabend fällt demnach auf den 26. Juli. deutschen Personentarifsätz« mit dem Ausland. Auf«ine mittlere Entfernung von 300 Kilometer berechnet, ist die Reise in England mit 23,70 M. am teuersten. Dann folgen Norwegen mit 21,36,. Schweden mit 16,95, die Schweiz mit 16,40 und Deutsch. l a n d mit 16 M. Billiger als bei uns ist das Reisen vor allem in Italien und O e st« r r e i ch mit 12,88 M., in P o l e n mit 11,19. in Frankreich mit 9,86 und in B e l g i« n mit gar nur 8,55 M. Die für die Statistik gewählte Strecke entspricht etwa der Entfernung B erlin— Alton a, die 290 Kilometer beträgt. Die Fremden- sahrpreise sind nach dem Stande vom 1. Juni nach dem Börsenkurs umgerechnet, angegeben. Die Reichsbahn beziffert die Mehreinnahm« durch die Personentariferhöhung aus 45 Millionen Mark jährlich. was also für das Jahr 1930, da die Neuregelung erst am 1. Sep- tember in Kraft tritt, rechnungsmäßig eine Mehreinnahm« von 15 Millionen Mark ergeben würde. Mit dieser Erhöhung der Personentarife, ferner mit den im Frühjahr erhöhten Stückgut-, Erpreß- und Gepäcktarifen, sowie den erhöhten Berliner und Ham- burger Stadt- und Vororttarifen rechnet die Reichsbohngesellschast ein Mehr im Volljahre von III Millionen Mark aus und befindet sich damit in einem Gegensatz zum Reichsoerkehrsministe- rium, wo man die jetzt beschlossene Porsoncntoriserhöhung aus 63 Millionen Mark und die Gesamtmehreinnahmen im Volljahr auf 135 Millionen Mark veranschlagt. Prof. Ludwig Stein gestorben. Wie die„Voss. Ztg.' mitteilt, ist in Solzburg ihr langjähriger Mitarbeiter Pros. Ludwig Stein gestorben. Stein, der in früheren Jahren in Bern Nationalökonom!« doziert«— u. a. war dort auch Rosa Luxemburg seine Schülerin—, übersiedelte später nach Berlin, wo er in der Gesellschaft eine große Rolle spielte. Er hielt einen politischen Salon, vereinigte Politiker verschiedenster Richtung um sich und gründet die„Mittwoch-Gesell- schaft', einen vornehmen Diskussionsklub. Es war sein Ehrgeiz. jeden Politiker von Ruf zu kennen und womöglich mit ihm Freund- schaft zu schließen. Die so gewonnenen Verbindungen benutzte er dazu, um gelegentlich als„Diploniaticus" in der Ullstein-Press« ein wenig aus der Schule zu plaudern oder sür seine Zeitschrift„Nord und Süd' erlesene Mitarbeiter heranzuziehen. Stein ist etwas über 70 Jahre alt geworden, er war in Gastein an Bauchsellentzündung erkrankt. Eine in Salzburg vorgenommen« Operation konnte keine Rettung mehr bringen. 16.05 16.30 17.30 17.50 18.10 18.40 19.05 20.30 16.00 16.30 17.30 18.00 18.30 19.00 19.25 20.00 20.10 Dienstag, 15. Juli. Berlin. Berliner Betriebe. Leipzig: Konzert. Otto Bach: Der Jujendschutr im Lichte der internationalen Sozialpolitik. Lieder ICdith Wolf. Sopran. Am Flüsel: Julius Bürger.) Stunde mit Büchern...Tierbücher."(Am Mikrophon: Prof. Dr. Moser.) Dr. W erner ZiegcntuB: Kullurkrise und junges Geschlecht. Unterhaltungsmusik. „Der Schlatbaum." Nach dem gleichnamigen Volksluslsriel in vier Akten von Heinrich Lee. Für den Rundfunk bearbeitet von Otto Sprinrel. Musik von Hermann Krome. üesangsteste von Otto Sprinrel. Regie: Alfred Braun. Könlgswusterhansen. Flwin Walihcr: Was kann die Landschule für die Mädchenbildnng tun? Leipzig; Nachmittagskonrert. Prof Dr. Decgener: Biologische Ferienspaziergänge am Oslseestrande. Willi Stoltze: MciDen. Prof Dr. J. G Sprengel: Sprechgestalt und Sinngehalt der Dichtung. Prof! Dr! Spitta: Fnscherhaltung von Milch und Nahrungsmitteln. Amtsgerichtsrat Dr. Unger. Polizeivizepräsident Weiß: Polizei und Justiz. Ausgewählte Schallplatten. Von Köln: Mcyerbcer-Abend. I RO GRAM für die Zeit vom 15. bis 17. Juli I N O-T A F E I. PROGRAM für die Zeit vom 15. bis 17. Juli ©oa Potsdamer Strafe ZS W 5. 7, 9 Uhr Es gibt eine Frau, die didh niemals vergifei (Ein vertonter Film in 7 Akten) Rheinstraije 14«iMhe) Narkose mit Rcn6e fttribel, Jade Tregor Links der Isar— Redits der Spree mit Magda Lyndt, Albert Panlfg Odeon, Potsdamer Sir. 75 Verlängert! Ton- und Sprechfilm: Zwei Herzen Im DreiTiertel-Takt m Irene Eisinger, Walter Janssen Jugendliche haben Zutritt Turmstrafjc 12 W. 5. 7. 9 Uhr Ton- und Sprechfilm: Das Rheinlandmädcl mit Gretl Berndt, Lade Englisch. Werner Ffitlercr Jugendliche haben- Zutritt Alexandcrsh*. 39-40 (Patsage) Den ganzen Tag geöffnet! Menschen nnicreinander mit Erika Gllkner, Alfred Abel Brlnttgam mit 100 PS (7 scannende Akte) FrieUrlchstadt Täglich 3, 5, 7. 9 Uhr Die Kamera Unter den Linden 14 Das Zeichen des Zorro mit Douglas Fairbonks Senorita mit Bebe Daniels j Moabit j Artushof-Lichtspiele Film- und Bübnenschau Perlcberger Str. 29 und Stendaler Sti Hotelgeheimnisse mit Magda Sonja, L. Paranalli Der Hauptgewinn Welt-Kino Mt-Moabit 99 Tonfilm: Dich hab' ich geliebt mit Mady Christians und Walter Janknhn Das gute Beiprogramm Wilmersderr Atriüm Bebn-Pnlasl Kaiserallee, Ecke Berliner StraBe Täglich 7. 9.15 U Stg.: 5. 7. 9.15 U. Uraufführung! Franennot- FranenglQck (Ein Film vom Werden d. Menschen, v. Leiden u. Freuden d. Mutterschaft) ■ Schöiieberg> AlftAmhl-i» Wchtgs.5, 7, 9 Uhr mnamor a stgs. 3, 5. 7. 9 um Schöneberg, Hauptstr. 30 TonfllniTorprogramin Roien blühen auf dem Heidegrab Zwei dunkle Augen m. Nil* Asibcr Titania(ufa s'chöneberg) Hauptstraße 49 W 6 30, 9 U. Stg. 3 U Blockade(D. geheimnisvolle Flotte) ———-- Konfektion Herrn Picha Der Jfingling aus der Konfektion mit Maria Paudler, Friedenau Kronen-Lichtspiele Rhcinstr. 65 Beg Woch. 6 30, 9, S. 5U Tonfilm: Dich hab' Ich geliebt mit M. Christians Tönendes Beiprogramm Steglitz Titania-Palast Steglitz. Schloßstr. 5, Ecke Outsmuthsstr. Täglich 6.50, 9 Uhr. Stg. 4, 6.30, 9 Uhr Der Groß-Tonfilm: Westfront ISIS mit Frliz Kampers. Gustav Diegl MMwastcn Film-Palast Kammersäle Teltower Str. 1 W. 6»/r. Sbd, 6, stg. 5 Uhr Es war mit Greta Garbo Wenn die Großstadt schliff mit Lon Chanej SQdesten Filmeck Bc2in?nTb3u: Skalitzcr Straße, am Qörlitzcr Bahnhof Tonfilm: Phantome des GIficks (Der Mann in Fesseln) Beiprogramm Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Beginn der Vorstellungen: Wochtgs 7 u. 9. Sonnt 5, 7, 9 Uhr Troika» Dreigespann der Liebe, mit Olga Tschediowap A. t. Schlettow Wiener Herzen mit Ltlllan Ellis, Werner Fütterer Bübnenschau Sternwarte— Treptow Dienstag 8 Uhr, Mittwoch 8 Uhr: Simba Film aus der afrikanischen Tierwelt d Wordosf n■ „Elysium" �B°nd Prenzlauer Allee 56 W. 7. 9,15, S. 5, 7, 9,15 Sensationsfilm: Die goldene Hölle Bühne: Erncst Sling, Illusionist ■ O.fw■ Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 WochenL 6 Uhr, Sonnt 3J0 Uhr Der Orlow. Wcua Mens eben reif mr Liehe werden Bühne: Trodc Lehmann, Fred Krourtrlim Concordia-Palast Andreasstraße 64 6 30.8 45 U. Stg. ab 4 U. Die heiligen drei Brunnen mit Luis Trenker Der Mann aus Nevada Bübnenschau Viktoria Lichtbild Th. Frankfurter Allee 48 Bühnenxbau Woch. 5, ca.7 u, 8.45, Stg. 3, 5, 7 u. ca. 8.45 U. Gottcz Mühlen Hoppla, Vater aichPs Ja nicht Beiprogramm Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch. 5, ca. 7 u. 8.45, Stg. 3. 5, 7 u. ca. 8.45 U Des gr. Erfolges wegen verlängert Der Flieger T ontflmbelprogramm Jugendliche haben Zutritt > Friudrichaeulel« Kinn Rucrh w- Ms uhr mno DUSCn s. s. 7 u. 8.45 Uhr. Alt-Friedrichsfelde 3 Beiprogramm Der Draufgänger m. Betty Balfonr Die Brüder Schellenberg mit LH Dagover, Conrad Veldt Elysium Hasselwerderstraße 17 Richard Tauber-Tonfilm: Das lockende Ziel Tönendes Beiprogramm Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 205— 210 Stg. Vj3 Jgd.-V Tonfilm: Der Walzerkönig i enikl. 100 proz. Knrzfonfilme Beiprogramm Alhambra Müllerstraße 136. Ecke Seestraße JExpori in Blond. Aus den Polizeiakten„Mädchenhandel" Beiprogramm- BtUmeaKban Pharu,-Lichtspiele Müllerstraße 1 42 W. 6 U. Stg. 5 U 2 große Schiacer: Verbotene Liebe Die Himmelhunde, Flieger- . sensationstilm Beiprogramm Marga-Lichtspiclc Schulstraße 29 Der große Unbekannte(Der Un heimliche), Kriminalfilm Rausch, die Geschichte einer großen Liebe BOhnenschan Prater-Lichispicl-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 7,15. Sonntags 5 Uhr KOsscn ist keine SGnd Varlct6sicrne BOhnenscfaau Skala-Lichtspiele Schönhauser Alice 80 W.'hl. 9 U. Stg. 5, 7, 9 U. Tarakanowa, die taltdie Zaren tMkler Hände hoch I mit Tom Tyler Colosseum �VVS.Ium Schönhauser Allee 123 Napoleon auf St. Helena mit Werner Kraufe Beiprogramm' Bühne: Valcska Dahn, Harfen- virtuosin «Alhambra" Badstraße 58 W ab 6 S ab 3 U Geheiste Mädchen Der Flieger von Kalifornien Auf der Bühne: Sensaiions-Gastspiel: Cclly de Rheidt mit ihrem Ballett Ballsdunieder- Lichtsp Badstraße 16 W. 6, S. 3 ü. Der große Tonfilm: Der unsterbliche Lump mit Liane Haid Aufruhr im Janggcscllcnbeim mit Siegfried Arno Bübnenschau Kristall-Palast Prinzenallec 1—6 W. ab 5, S. ab 3 U. In tönender Fassung: Die Intel der verlorene»»mitte Meine Sdtwetler nnd Ich mit Medy ChrUtlant Bühncntdian W Pankow W Palast-Theater Breite Straße ß�a�� Somft_ 5 7 ,a Frl Lautbob mit Dina Gralla Wenn die Groftttadt tcfaläft mit Lon Cheney_____ Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 W. Va7, 9 U., Stg. 5, 7 u. 9 U. Tarakanowa, die falsche Zarentochter Der Cowborkänig von Chicago Bühnenschau g Wl«<ä«r«ch6nti»u7»irh Film-Palast Blankenburger Straße 4 W. 7, Stg. 5, 7, dldi Nleder- Blankenburger Straße Tonfilm: Et gibt eine Frau, die did> niemalt vergibt mit Lil Oagover Luttiges Beiprogramm 1 Tegel g Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W-M'/t, Stg.4,fi,61.'t,8»'t Sonnt. 2 Uhr Jugendvorstellung Tonfilm: Et gibt eine Frau, die dldi niemalt vergibt mit Lil Dagover Auf neuester Tobis Apparatur Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6,8lliU. Stg. 2 U. Jugendvorst. Stg. 4'/«, ft'/t, S'.'t U. Export in Blond Im Sdtailen dea Harems > Hannlasdorg � Filmpalast s,g. Berliner Straße 59 Stg. 2 U. fug.-Vorst. Oat neue antgczciciineic T-Sdriager-Frotramm