Morgenausgabe Nr. 331 A 162 47.Iahrgang Wöchentlich 8SPf� monatlich 3,60 M. im voraus zahlbar. Postbezug 4�2 M. einschließlich 60 Pfg.Postzeitungs- und 72 Pfg. Poftbestellgebühren. Auslandsabonnement 6.— M. pro Monat. * Der„Vorwärts- erscheint wochentäg. lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilagen„Volt und Zeit" und.Kinderfreund*. Ferner „Frauenstimme-, Technik-,„Blick in die LiicherweU",„Iugend-Dorwärts- und»Stadtbeilage-. M P> Vevlines VvWsblatt Freitag 1�8..>uli 1930 Groß-Äerlin �0 pf. Auswärts 15 Pf. Die einspaltige Ponpareillezeile 80 Pfennig. Reklame�eile ö.— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen� das ettqe» druckte Wort 23 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 13 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. 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Die Deutsch- nationale Pressestelle teilt mit: Im Verfolg der deutschnationalen Anfrag«, ob der Reichskanzler zu sofortigen Verhandlungen über die politisch« Gesamt- läge bereit wäre, fand in den Nachmittogsstunden«ine längere Aussprach« zwischen Dr. Hugenberg und Dr. Ober- fahren einerseits und Reichskanzler Dr. Brüning andererseits statt. Von den deutschnationalen Führern wurden die VerHand- lungen aus folgender Grundlage und mit solgenixn Zielen geführt: Das Abgleiten Deutschlands in neue, schwere Zuckungen kann nur durch Stärkung des rechten Flügels und durch eine zwar aus der ganzen Linie arbcitnehmersreundliche, aber klar antimarxistische deutsche Freiheits- und Friedenspolitik vermieden werden, die Sultur, Wirtschaft und Finanzen reitet. Zur Erreichung dieses sachlichen Zieles müßt« außer einer Umbildung des Reichskabinett» im Sinn der Bildung einer wirklichen Rechlsregierung die Gewähr für eine entsprechende Parteigruppierung und Um- gcstaliung der Regierung in Preußen gegeben werden. Um ein« ruhige Verhandlung über die sich hieraus ergeben- den Folgen zu ermöglichen, würde die Deuischnationale Volks- parlei bereit sein, gemeinsam mit den Regierungsparteien zu be- antragen und zu beschließe!», daß die Verhandlung und Ab- siimmung über den Antrag aus Aushebung der erlassenen Vcr- Ordnungen aus einen der leßleu Seplemberiage verlagi wird. Nach einer Aussprache über diese Anregungen wurde verein- bart, daß der Reichskanzler Mitteilung über feine endgültige Stel» lungnahme machen würde. Dies« Mitteilung erfolgte durch den Staatssekretär der Reichskanzlei in dem Sinne, daß eine Vertagung der Beschlußfassung über den sozialdemo- kratischen Antrag nicht möglich erscheine, daß vielmehr die Auffassung dahingehe, daß eine sofortige Entscheidung zweckmäßig «ei. Demgemäß wurde unmittelbar darauf unter Zustimmung der Re- gierungsparteien der sozialdemokratische Antrag auf Aushebung der Notoerordnungen als er st er Punkt auf die Tagesord- nung der morgigen Reichstagssitzung gesetzt. Der von der nationalen Opposition gemachte versuch, die Grund- läge sür eine Znsammenarbeit zu finden, hat sich damit erledigt. Nach dem Ende dieser Besprechungen trat die deutsch- nationale Reichstagsfraktion zusammen. Ihre Sitzung dauerte in später Nachtstunde noch an. Der Westarp- flügel führte einen heftigen Kampf gegen den Hugenberg- flügel, wie man hört, soll Westarp entschlossen sein, mit seinen Anhängern gegen den Willen Hugenbergs für das Kabinett Brüning zu stimmen. Deuischnationale Spaltung. 55 für Hugenberg— 26 für Westarp. Gegei» yil2 Uhr nachts trat die Spaltung der deutsch- nationalen Reichstagsfraktion nach außen hin sichtbar in Erscheinung. Ter Hugenbergflngel verließ die deutschnationale Fraktionssißung. während der Westarp- Flügel weiter tagte bis gegen Mitternacht. Wie verlautet, werden 3S Deutschnationale unter Hugenbergs Leitung für die sozialdemokratischen An- träge stimmen, 28 unter Westarps Führung dagegen. Damit sind die Chanecn für die Regierung Brüning unter Null gesunken! 4° Der Reichstag wird heute vormittag um 10 Uhr über den sozialdemokratischen Aufhebungsantrag und über den Miß- trauensantrag gegen die Regierung Brüning beraten. Die Debatte wird kaum mehr als eine Stunde in Anspruch Das Volk auf der Wacht! Niesige Massenkundgebung gegen die„Achtundvierziger". Hamburg. 17. Iuli.(Eigenbericht.) Der llebergong dez Bürgerblockkabinelis zur offenen Steuer- dlkiaiur und Mißachtung der Reichsversassung Hai die werktätigen Massen in Hamburg am Donnerstagabend zu einer mächtigen Kundgebung gegen Soziolreaktion. neue Massenbelastung und Siaaisstreichgelüste des reaktionären Scharsmacherwms aus den Plan gerufen. Unter der werktätigen Bevölkerung der Wasserkante Hai der verfassungswidrige Erlaß der Sieuervcrordnung derartige Em- p ö r o n g ausgelöst, daß dem gemeinsamen Aufruf der sozialdemo. kratischen Parieivorsiände des Städiegebieies, der sreien Gewerk- schafteu, des genossenschaftlichen Aktionsausschusses und der Arbeiter- sporkkarlelle Zehniausende von Männer» und Frauen Folge leisletea und iroh regnerischen Weilers in vier riesigen Demonsiraiionszügen durch die Stadt zur Moorweide am Dammlor-Bahnhof zogen, wo sich etwa S000l>bis60I)0ii Personen zusammenfanden. verlreier der Parlei, der Gewerkschasien und der Genossenschaften geißelten in scharfen Worlen den Kurs des Bürgerblockkabinelis und das Verhallen besonders auch d e r j e n i- gen bürgerlichen Parteien, die sich bisher immer noch als Schützer und Wahrer eines demokratischen und sozialen Volks- st a a i«» ausgegeben haben. Die Ausführungen der Redner, die die Masten zur störtste« Wachsamkeit und Bereitschaft gegen etwaige faschistische Anschläge und zu entschlossenem Kamps gegen das Bürgerblockregime aufsorderlen. fanden stürmische Zustimmung. Mit einem eindrucksvollen Treuebekenntnis zur demokratisihen Republik und ihrer Verfassung wurde die Kundgebung geschlossen. Daraus zogen die Masten in vorbildlicher Geschlossen. heil und Disziplin, die sie beim Ausmorsch bewiesen hatten, wieder in die einzelnen Skadileile zurück. nehmen. Dann fällt die Entscheidung. Werden die Anträge angenommen, so wird der Reichstag aufgelöst werden. Die Entscheidung liegt bei den D e u t s ch n a t i o n a l e n. Sie sind in einer ähnlichen Situation wie im April. Stimmen sie f ü r die sozialdemokratischen Anträge— und im Laufe des gestrigen Nachmittages wurde im Reichstag behauptet, eine Mehrheit der deutschnationalen Fraktion habe diese Absicht—, so werden sie das Fiasko der Brüningschen Politik vollenden. Die agrarische Presse redet deshalb der deutschnationalen Reichstagsfraktion eifrig zu, der Regierung Brüning zu Hilfe zu eilen. Stimmen die Deutschnationalen gegen die sozialdemo- kratischen Anträge, so werden sie die volle materielle Verant- wortung für die Regierungspolitik übernehmen, die sie biher nicht übernehmen wollten. Sie werden den Herren T r e v i- r � n u s und Schiele nachfolgen auf dem Wege, den sie vorangegangen sind, und Herr Brüning wird endlich er- reicht haben, was er wollte: die Fundierung der gegen die Arbeiterschaft gerichteten reaktionären Bürgerblockpolitik. Dann wird Brünings Sehnsucht erfüllt sein, der Bürger- block von den Demokraten bis zu den Deutsch» nationalen, von Georg Bernhard bis zu Hugenberg wird endlich beieinander sein. Dieser Block ist von Anfang an die politische Idee des Herrn Brüning gewesen, und es ist ziemlich belanglos, ob er ihn wünschte unter Einbeziehung von 75 Proz. oder 100 Proz. der deutschnationalen Fraktion. Diese Absicht ist im Anfang verklärt worden durch die Behauptung, eine Trennung oder Einbeziehung der deutschnationalen Fraktion würde diese Fortentwicklung der Deutschnationalen zur Staatspolitik auf der Grundlage der Verfassung, gewissermaßen eine Gesamt- orientierung des gesamten Parteisystems nach links hin be- deuten. Schöne Entwicklung nach links hin, die wir erlebt haben, schöne Staatspolitik das! Ohne daß noch die Einbe- Ziehung der Deutschnationalen erfolgt war, hat sich schon die bürgerliche Mitte unter Brünings Führung haltlos und schrankenlos nach rechts hin entwickelt— bis zur Mißachtung der verfassungsmäßigen Rechte des Parlaments! Wenn Herr Brüning jetzt auf der Grundlage deutsch- nationaler Hilfe gegen die sozialdemokratischen Anträge seinen Bürgerblocktraum verwirklicht, so hat er den teuersten Preis "dafür gezahlt, der denkbar war: nicht nur in Gestalt der Kurs- wendung zur Reaktion, sondern darüber hinaus in Gestalt einer Verletzung der Berfasiung! Am Ansang das Gerede von der Staatspolitik und der Neuorientierung der Deutschnatio- nalen— am Ende die Kapitulation der bürgerlichen Mitte vor der rechten Flügelpartei auf Kosten der Unantastbarkeit der Verfassung! Die deutschnationale Stimmhilfe für das Kabinett Brüning würde die volle Verantwortlichkeit der deutschnationalen Reichstagsfraktion für die Deckungsvorlagen bedeuten. Wer diese Per-» ordnungen nicht aufheben will, der billigt ihren Inhalt! Er trägt ebensogut die Verantwortung, als ob er bei der parla- mentarifchen Beratung feine Stimme für die Deckungsvor- lagen abgegeben hätte— und zu dieser Verantwortung noch die Verantwortung für die Methode hinzu, mit der diese Deckungsvorlagen in Kraft gesetzt werden. Die Abstimmung der Deutschnationalen gegen die sozialdemokratischen Anträge würde die volle Verbundenheit der Mitte und der Deutsch- nationalen im Bürgerblock herbeiführen! Roch vor der Entscheidung sind Verhandlungen zwischen den Deutschnationalen und dem Ka» b i n e t t eingeleitet worden. Die Herren Hugenberg und Oberfohren haben am Nachmittag an den Reichskanzler den folgenden Brief gerichtet: „Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Angesicht- der Gefahren, vor denen sich Land und Volk befinden, erlauben wir uns. Ihnen aus unserer Verantwortlichkeit als Oppositionspartei heraus die Frage vorzulegen, ob Sie zu sofortigen Verhandlungen mit den Unterzeichneten über die politische Gesamtlag« bereit sind." Diese Verhandlungen haben am Spätnachmittag stattge- funden. Herr Hugenberg hat diesmal selbst verhandelt, und Herr Brüning ebenfalls— er war nicht nur„als Gast anwesend", wie bei den Besprechungen mit den Sozial- demokraten; denn bei diesen Verhandlungen ist es ihm ernst. Bei diesen Verhandlungen spekulierten die Deutschnatio- nalen mit der A-n gst Brünings vor dem vollkom- menen Fiasko seiner Politik— Brüning aber mit der Angst der De u t s ch n a t i o n a l e n vor der Auflösung und der Wahlniederlage, und vor allem mit der Abneigung des Westarpflügels gegen die Auflösung, der bei einer Reu- wähl von den Hugenberg-Anhängern hinausgedrängt werden würde. Jeder rechnet mit der Angst des anderen-- das ist das ganze Geheimnis dieser„großen Englands Antwort an ZSn'and. Wirischastliche Zusammenarbeit notwendig.— Neue Institutionen überstüsfig. London. 17. Juli(Eigenbericht.) Die Antwort der englischen Regierung auf das Memorandum Brie nds ist am Donnerstag in Paris über- reicht worden. Die englische Regierung erklärt zunächst, die Vorschläge Briands seien so wichtig, daß sie einer sorgfältigen und langen lieber- legung würdig wären. Pflichtgemäß müsse dies jedoch in Ueber- einftimmung mit den Regieningen des gesamten britischen Reiches geschehen. Deshalb könne die Antwort nur eine vor- läufige sein. Wenn das Memorandum den fundamentalen Zweck verfolge, die Völker von den vergangenen Feindseligkeiten hinwog und zu den wichtigeren gemeinsamen Fricdcnsarbeitcn hin- zuführen, so besitze dieser Vorschlag der französischen Regierung die vollste Sympathie Englands. Der Friede sei das Axiom der englischen Regierung, und alles was ihn fördere, werde ihre wärmste und größte Unterstützung haben. Die englische Regierung hoffe, daß das Memorandum Frankreichs das gegenseitige Verstehen der europäischen Völker fördern und die Hindernisse vermindern möge, die heute noch im internationalen Warenaustausch und in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit der Völker bestehen. Mit der französischen Regierung sei auch die eng- tische der Anficht, daß in Hinsicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse innerhalb der einzelnen Länder eine engere Zuscunmenarbeit Europas notwendig sei. Oekoaomische Fragen sollten in Zukunst nicht mehr als egoistische Einzelfragen eines jede« Landes betrachtet werden, sondern nur im weiten Blick aus das ollgemeine Wohl Europas. Fortschritte in dieser Richtung seien jedoch nur zu erzielen, wenn die Regierungen und die öffentliche Meinung der Länder zur Ueberzeugung von der Notwendigkeit größerer internationaler Solidarität gebracht würden. Vieles könne hierzu von den politischen Autoritäten getan worden. Don dem Vorschlag Briands, zu diesem Zweck- neue internationale Institutionen zu errichten, ver- spreche sich jedoch die englische Regierung nichts. Derartige neue Einrichtungen seien w:der notwendig noch wünschenswert. Eine neue europäische Konferenz und ein neues europäisches Sekretariat zn errichten, wie es Briand vorschlage, werde nur Verwirrung im Hinblick auf den Völkerbund anrichten und vielleicht Rivalitäten erzeugen, die die Autorität des Völkerbundes und seiner Organe gefährden und herabmindern können. Davon abgejehen sei die englische Regierung der Ansicht, daß eine e u r o p ä i s 6) c Union, wie sie vorgeschlagen werde, interkontinentale Rivali- täten und Feindschaften hervorrufen könne. Ein« engere Zusam- menarbeit Europas dürfe keine Gegenstinmnmz und Angst für andere Kontinente erzeugen. Abschließend heißt es in der Rote der englischen Regierung, daß olle diese Fragen nur in einer offenen Diskussion zwischen den verschiedenen Regierungen zufriedenstellend erledigt werden könnten, und auch nur dann, wenn jeder Regierung g e- nützend Zeit gelolssen werde, die Vorschläge und ehre Aus- blicke ausreichend zu prüfen. Gturm im Llnierhaus. Macdonald muß exzedierende Opponenten ausschließen. London, 17. Juli.(Eigenberieht.) Im Unterhaus kam es zu stürmischen Zwischenfällen und peinlichen Szcuen, wie sie das Parlament seit undentlichcn Zeitert nicht mehr erlebt hat. Der unabhängige Arbeiterparteiler Fenner Arockway ersuchte die Regierung um Auskunft, warum sie die indische Frage nicht zur Diskussion stelle. Maedonald erwiderte, er habe diese Frage bereits früher beantwortet und Hobe dieser Antwort nichts hinzuzufügen. Lrockway gab fickz jedoch mit dieser Auskunft nicht zufrieden. In einer für das englische Parlament ganz ungewohnten Art begann er in den Saal zu schreien, die leßi« Hoffnung auf ein Kebereinkommen mit Indien sei zerstört. Maedonald wies diese Behauptung als unrichtig zurück. Jetzt griff Fenner Lrockway den Präsidenten an. der es zulasse, daß die Parteien einig seien in der Verhinderung einer Indiendebottc: dadurch mürdc die Opposition gegen die Politik der Regierung erstickt. Ein Proteststurm im ganzen Hnuse war die Ankwork auf Brock- waye tiandlungsweise. Der Präsiden« verbat sich den Angriff gegen seine Geschäftsführung und fordeelc den Redner auf. sich zu sehen. Statt dessen redete Arockway, indem er auf den Präsidenten zuging, immer weiter. Der Sturm wurde noch heftiger. Von ollen Seiten drängteir die Abgeordneten herbei und forderten den Präsidenten auf. die unbotmäßigen Parlamentarier zur Ordnung zu rufen. Das geschah schließlich. Nunmehr hatte Macdonald, dem porlamen- tarischcn Brauch in England entsprechend, die Pflicht, dem Präsidenten Genugtuung für seine verletzte Würde zu geben. Der Ministerpräsident tat es, wie es der Geschäftsordnung entspricht, indem er den Antrag stellte. Fenner Arockway von der Sißungouszuschließen. Das gesamte Haus mit Ausnahme einiger Freunde Brockways stimmten dem Antrag zu. Noch ehe aber das Ergebnis der Abstimmung verkündet werden konnte, sprang John Backett, ein Parteifreund Fenner Brockways. puf, lies zum Präsidententisch, ergriff dos dort liegende traditionelle Szepter, das Symbol der Autorität des Präsidenten und rannte davon. Ein Diener folgte ihm und hotte das Szepter zurück. Es entstand ein unbeschreiblicher Sturm. Das Haus schrie und tobte. Backett brüllte dem Präsidenten verletzende Worte zu. Schließlich wurden Fenner Lrockway und Backett auf fünf Tage von den Sitzungen des Unterhauses ausgeschlossen. Von Pen ZSL anwesenden Abgeordneten erhoben sich nur vier engere Freunde der Ausgeschlossenen gegen den Antrag. Aon zwei Pottzeünspcktoren begleitet oerliehen Fenner Brockwah und Backett dos Haus. Kriedensanbahnung des Vizekonigs zu Delhi. Bombay. 17. Juli.(Eigenbericht.) Der Vizekonig hat den gemäßigten indischen Führern I a y a k a r und Sapru erlaubt, Gandhi und die beiden Rehrus zu einer Aussprache über die politische Lage im Gefängnis zu besuchen. Gleichzeitig erklärte der Vizetönig den Unterhändlern, die Regierung wünsche, daß für Indien die Zeit komme, in der da« Land seine Verwaltung selb st übernehmen könne. staatsmännischen Führung", dieser„überlegenen Staats- Politik"! Taktische Gerissenheit über sachüchverantwortungs- volle Entscheidung! Die Taktik Hugenbergs ging dahin, dem Kabinett den Revolver auf die Brust zu setzen und es bis zum Herbst unter der Drohung des knackenden Revolvers zu halten. Er wollte die Verantwortung für das Fortbestehen der Verordnungen nicht übernehmen, aber dennoch die Ver- ordnungen fortbestehen lassen. Er wollte alle Lorteile daraus ziehen, daß das Kabinett auf die deutschnationale Gnade an- gewiesen ist, und dabei doch Brüning und die Seinen übers Ohr hauen. Das ist die„Gesundung des politischen Lebens", zu der uns die deutsche„Staatspolitik" Brünings mit Hilfe des Ar- tikels 48 geführt hat! An die Stelle der Ehrlichkeit und der Sachlichkeit- traten Erpressung und Schiebung, und die Aben- teuer des Herrn Brüning wecken bei Hugenberg Hoffnungen auf noch tollere Abenteuer! Die letzte geringe Hoffnung Brünings ist nun der Westarpflügel. Die Rechnung Brünings hat ein Loch gehabt! Die sozialdemokratischen Anträge stellen Herrn Brüning wie die Deutschnationalen vor klare Entscheidungen. Die Sozialdemokratie will, daß endlich das Volk selbst sein Urteil über das Spiel abgibt, das seit dem März dieses Jahres ge- trieben worden ist. Will ein Bürgerblock von den Demokraten bis zu den Deutschnationalen dies Spiel decken, so wird die Abrechnung nur hinausgeschoben, nicht aufgehoben— und sie wird dann vielleicht um so schärfer sein! Einnahme 0,0! Eine Groteske aus dem Reichshouöhalt. Dem Reichstag wirb ein Etat vorgelegt, der nur Aus- . gaben aber keine Einnahmen enthält. Diese neueste Groteske aus dem Bereich des jungen„Achtundvierzigers" Brüning paßt ganz in das System der Zerfahrenheit, da» die„Regierung der Frontsoldaten" eingeführt hat. Auf Wunsch des Aeltestenrols traf der Ausschuß für den Reichshaushalt am Dovncrstag noch einmal in später Abend st unde zusammen, um den noch unerledigten Etat der Allgemeinen Finanzverwaltung zu beraten. In diesem Etat lausen die gesamten Einnahmen des Reiches zu- san-.men, mit Ausnahme der geringfügigen verwaltungseinnahmea, die bei den einzelnen verwaittingen entstehen und bei dxn be- l reffenden Einzclhaueholten etatiiiee« sind, vor Wochen hatte der Ausschuß bereits einmal mit der Beratung begonnen, sie aber alsbald abgebrochen, da das Schicksal der Seckungsoorlagen ob- gewartet werden sollte. Rachdcrn die Decklingsvorlage» zurückgezogen sind, wurde die Beratung, wie der Berichterstatter. Abg. Seil(Soz.), ausführte, zu einer rein formellen Angelegenheit, ja, zu einer Farce. Die Regierungsparteien bcochtc» einen Antrag ein mit Ansähen, wie sie nach den Deckungsvorlagen erwartet werden. In der A b st i m in v n g wurde jedoch dieser Antrag, da bei der Rkgicrungvporleien große Lücken vorhanden waren, abgelehnt, da die Sozialdemokratie»hm srlbslversländ. «ich ihre Zustimmung versagte. So wird heute dem Plenum vom haushaltsausschuß ein Etat vorgelegt, der zwar Ausgaben, aber keine Ein- nahmen enthält-» ein Fall, wie er bisher wohl noch niemals dagewesen ist. Kolleg über Ariifel 4S. Reichsjustizminister Dr. Rredt spricht im Rundfunk. Im Berliner Rundfunk sprach gestern der wirtschaftsparteiliche Reichsjustizminister B r« d t über den Artikel iS der Reichsvcrfassung. Es ist bezeichnend, daß dieser Jurist und Staatsrcchtler, der gegen- wäntig aktiver Reich-minister ist, ein reines Kolleg hielt und mit keinem Werte die auf Grund eben diese? Artikels 18 erlassenen Hindenburg-Brüningschen Notverordnungen berührte, sondern nnr betonte, daß der Artikel dem Reichspräsidenten„weiten Spielraum" lasse und„außerordentliche Vollmacht" gäbe. Bredt inußte aber trog seiner verständlichen wack/amen Zurückhaltung zugeben, daß vor dem 16. Juli 193»„keine größeren, ins Volks- leben eingreifenden Gesetze" auf dem Acrordnungswcze ans Artikel 46 erlassen worden sind. Er sagte weiter, das; es durch Artikel 48 nicht möglich sei, d c n Reichstag auszuschalten, sondern, daß die. letzte Eni- scheidung nach wie vor beiin Parlament liege. Inwieweit aber«ine Bedrolzung von Ordnung und Sicherheit, die Voraussetzung der Anwendung des Artikels 48 ist, durch die Nichtbewillignng der Deckungsvorlagen durch den Reichstag vorliegt, erläuterte der gegen- wärt ig amtierend« Herr Rnchajustizmiiirster nicht. Das Ziel der Sehnsuchi. Bolkspartei und Hindenburg-Vrief. Die Rechtspresse hat den Konflikt Braun-Hindenburg zu ge- ttässigen Angrisfe» gegen die Prenßenregierung benutzt. Zu den lautesten Schreiern gehörte auch die ,.N a t i o na l l i b e ro l e Korrespondenz", da» offizielle Organ der mime? noch ent- täuscht und sehnsüchtig vor der zugeschlagenen Tür der preußische»» Regierung stelzenden Deutschen Vollspart«». Inmitten ihrer Angriffe läßt die„Ratioiiallibcral, Korrespondenz" die Katze aus dem Sack. Sie schreibt» „Die verhängnisvolle enge Begrenztheit der preußischen Regierungsgrundlage r-rhindeit immer wieder, daß Beziehungen ausgenommen und>sZpsl«gl warben, vi- für die inner« Gesundung des Staates von größtcip Wert siitd. Dorous folg: letzten Endes auch der Zwiespalt Hindenburg-Broun." Mit anderen Warten: Wenn die Deutsch« Lolkspartei wieder iir der preußischen Regierung säße, wäre der preußisch« Staat innerlich gesund und es kämen keine Konflittc' mit anderen Stellen vor, die manchmal von schlechten Beratern dazu veranlaßt werden, ihre Verfassung, reckstlichen Kompetenzen zu überschreiten. Wir fürchten nur, daß auch diese bcivegliche Klag? der Deutschen Volks- parle» ihr nicht dazu mhelfe» wird, das' Ziel ihrer Sehnsucht und den Traum ihrer schlaslasen Nächte, den Ministersesset für die Herren Leidig, Stendcl und Böhlitz oder einen der anderen zahlreichen Ministcronwürtcr der 40köpfigcn Landtagsfraktion zu erringen. Reichsbanner und Befteiungsfeier. Veteiligung irotz«Stahlhelm Magdeburg. 17. Juli.(TU.) Di« Bundesleitung des Reichsbanners Schworzrotgold hielt am Donnerstag abend in Magdeburg ein« Sitzung ob. Der Bundesjührer H ö r j i n g erklärte dabei, daß das Reichsbonner Schwarzrotgold an den Befreiungsjciern im Rheinland« teilnehmen werde. Das Reichsbanner habe ein Recht, den großen Erfolg zu feiern, den die von Ebert, Wirth, Strescmann. Hermann Müller und nicht zuletzt von Hindcnburz geförderte Außenpolitik erzielt habe. Diejenigen, die mit ollen Mitteln gegen alle» angegangen sind, was diese Erfolg« herbeigeführt haben, die, wie de« Stahl- Helm, Zuchthaus für die Befreiungspolitiker g«. fordert hoben, möchten jetzt besonders laut mitfeiern. Das sei Geschmacksache. Das Reichsbanner habe die B« j r c i u n g s- Politik ermöglicht, und gefördert und deshalb alle Ursache, stolz und sroh am Sonntag in Mainz aufzumarschieren und im Kreise der befreiten Bevölkerung sich des großen republikanischen Erfolgs zu erfreuen. Es begrüße in Hindenburg, der zu den Befreiungsfeiern erfcheint, nicht dos Chreh Mitglied des Stahlhelms, sondern den Reichs- Präsidenten, der den Bcfreiungspakt unterschrieb»nk» dafür auf das schändlichste beschimpft worden ist. Dos Reich;- banner iverdc bei den Beireiungsseiern, die von den republikanischen Regierungen Preußens ur.d Hessens veranstattet werden, das Feld nicht den Gegnern der Republik überlassen. Sowjeihandelsletter und Oieb. Nach großer Llnterschlagung stüchtig. Wien, 17. Juli.(Eigenbericht.) Der Liquidator der russisch-österreichischen Handelsgesellschaft Samailow ist nach großen Unrer- schlagungen flüchtig geworden. Die Wiener Handelsvertretung der Soivjctunion hat gegen Samailow bereits am Sonnabend Strafanzeige wegen Vor- »nlreuung von ZSooo Dollar und etwa 11 lW0 21t. erstattet. Inzwischen hatte der Betrüger Wien schon verlassen. Er hat in New Bort und Belli», aft'enbor durch Mittelspersonen zahl. reiche Schecks auf Dollars und Mark c i v l ö f e n lasse» und das Geld dann veruntreut. Samoilaw gab sich immer als über- zengter Koinmunist aus. Em Steckbrief gegen ihn ist bereits erlassen. Aach Finnland Estland. Bauemaufmarfch und faschistische Forderungen. Rebal, 17. Juli.(Eigenberieht.) Die Erfolge der Lappo-Bewegung in Finnland hat einen Teil der estnischen Bauern zur Nachahmung dieser Methoden gereizt. Nicht um die Kommunisten auszurotten, sondern um in erster Linie eigene Vorteile zu ergattern, will man in allernächster Zeit einen Bauern- marsch nach Reval inszenieren und der Regierung zahl- reich« Forderungen überreichen. To werden geeignete Gesehmaßnahmen zur„Behebung der Rot der Landwirt- schaft", langfristige Anleihen und Subventionen gefor- dert. Die politischen Forderungen gehen auf die Schaffung eines neuen Wahlgesetzes,»ach dem nur Steuerzahler stimmberechtigt sein sollen, und die Schaf- sung des Postens eines Staatspräsidenten als Gegen- gewicht gegen das Parlament. Wahlierror in Finnland angekündigt! Hclsingfors, 17. Juli l Eigenbericht). Die Führer der Lappo-Bewegung haben einen Aufruf veröffentlicht, in dem die Haltung der Parln- mcntsmindcrheit bei der Abstimmung über das Schutz- gesetz scharf getadelt wird. Die Lappo-Bewegung werde alles daran setzen, daß in den neuen Reichstag nur Bertreter einziehen, die alle landcsverräterischen Ab- sichten zunichte machen; sie werde auch verhindern, daß Partennteressen bei den Neuwahlen in den Vordergrund gestellt werden. Der Aufruf stellt nichts anderes dar als die offiziell« Ankündigung des Wahlterrors der Lappo-Bewegung gegen die Sozialdemokratie. Thüringen und der?laatsgerichsshc>s In der Verhandlung Über hie Sperre der Thüringer P o t i z e i z n s ch ü s s e vor den» Slaolsgerichtcchos soll die Entscheidung heute nachmitiag um 1 Uhr verkündet werden. In dem SOjöhrigen Grenzstreit zwischen Guatemala und Honduras haben beide auf USA.-Derniittlunq Schlichtung vercinbort und sich zu sofortiger Ausführung des Sprultp»? verpfliihtet. Rechtsraub an den Kriegsopfern. Trotz Protest der Linken beschloffen.— Oer Handelsvertrag mit Finnland. Im weiter sn Verlauf der gestrigen Neichstagssttzung sprach zum Oft Hilfegesetz Abg. Beck�Oppeln(A) ulier die verderblichen Folgen der Zerreißung Oberschlesiens und der ganzen Grenzziehung im Osten für olle Gebiete des Wirtschaftslebens, wobei er besonder? die ungeheure Verschuldung der LanSwirtschast und die gewaltige Arbsitslosig-keit hervorhob. So anerkennenswert dieses Hilfswerk ist, es reicht längst nicht aus. Aber bei dieser Finanzlage kann dos Reich nicht mehr tun. Abg. Zocker(Soz): In dem Osthilfeprogramm war ursprünglich auch ein Betrag vorgesehen für die Umschulung von Arbeitskrästen zu Land- arbeitern. Dabei besteht in der Landwirtschaft schon eine g e- waltige, ourch die Rationalisterung ständig gesteigerte Arbeitslosigkeit. Nach amtlicher Statistik standen 4? 040 offenen Stellen 148 680 arbeitslose Landarbeiter gegenüber. Mitte April, also auf dem Höhepunkt der Bestellung, waren SO 000 offene Stellen. aber 104 250 arbeitslos« Landarbeiter in Ostpreußen vorhanden. In Schlesien waren am 31. Mai Y2S0 Landarbeiter arbeitslos. Zur Zeit der vorjahrigen Ernte meldete das Landarbeitsamt Pammcni, daß vom 15. bis 21. August die arbeitsuchenden Landorbeiter nicht unterzubringen waren. Im Mai d. I. waren iin Bezirk des Ar- beitsmnts Königsberg 9000 arbeitslose Landarbeiter vorhanden. Im Ausschuß erklärte Dr. Brauns, daß im Westerwald und Eichsseld ganze Dörfer unter der Arbeitslosigkeit leiden. Auch Dienstbolen sind nicht unterzubringen, im Januar waren in Mitteldeutschland 782 arbeitsuchende Dienstboten aus 387 offene Stellen gemeldet. Alle diese Landarbeiter legen infolge der ungünstigen Uliri- schoftssitualion die Karenzzeit nicht zurück und erhallen daher keine Arbeitslosenunterstühung. Trotz alledem werden weit über 110 000 polnische Landarbeiter be- schäftigt.(Hört! hört! links.) Allein in Ostpreußen wurden 5075 legitimierte ausländische Arbeiter, 4430 mit Befreiungsscheinen ge- zählt, aber mindestens 3ZOO waren Schwarzorbeiter. Wöhrend also Ostpreußen 15 000 arbeitslose Landarbeiter hat, werden dort 12 000 ausländische Arbeiter beschäftigt. Wenn einmal ein Unlernchmer wegen vorschriftswidriger Beschäftigung nicht legitimierter aus- ländischer Arbeiter vor Gericht kommt, so glaubt man seinen albernsten Ausreden und verurteilt ihn zu lächerlich geringer Strafe, während ihn die Legitimierung dieser Arbeiter ein Vielfaches davon kosten würde. Wir fordern, daß aus dem Lande auch Mietwohnungen für Landarbeiter errichtet werden, denn jungverheirvtete Land- arbeiter haben noch nicht die Gelder, um Eigenheime oder Siedlungs- Häuser zu erwerben. Viele werden durch de». Mangel menschen- würdiger Mietwohnungen vom Lande abgedrängt. Das Lohn« Niveau ist erschreckend niedrig, Familienväter erhallen in der osipreußischen Landwirlschast etwa 35 JJs. die Stunde, in den übrigen Oflprovinzcn ZS bis 33?!-. jugendliche, aber schon voll arbeitsfähige Arbester unter 18 Iahren 18 bis 23 Pf. die Stunde.(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Donk dieser Entlohnung gibt es tausende Landarbeiter, die sich nicht ordentlich bekleiden können, es besteht Mangel an Wäsche für die Kinder und an Bettwäsche. Die Lohnforderungen des Deutschen Landarbeiteroerbondes in Ostpreußen sind mst der Drohung wssent» I icher Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und starker Lohn» Herabsetzung der Schweizer beantwortet worden..HunSeisic Prozesse werden wogen Arbeitermißhandlung geführt, aber nur ein geringer Teil der Mißhandlungen kommt wirklich vor Gericht. Wir fordern, daß aus der Oslhilfe kein Unternehmer clwa» er- hält, der den Arbeitern nicht einen Lohn zahlt, der ihnen und ihren Familien das Lebcu auf dem Laude ermöglicht. Wir fordern, daß kein Unternehmer Reichsmittel erhält, der sein« Arbeiter mißhandelt, und wir fordern, daß ausländische Arbeiter nicht zugelassen werden, solang« noch deutsche Arbeiter arbeitslos sind. Die Erfüllung dieser Forderungen wäre auch ein Stück'Ost- hstse, und nicht das schlechteste.(Lebhafter Beifall der Sozialdemo- kraten.V Abg. Ncumonn(Z.): Abg. Hergt hat uns zu Unrecht vor- aeworsen, daß wir den Großgrundbesitz zerschlagen wollten. Gegen die Betnebssähigkeit vieler Großgüter spricht aber die vom Abg. Ronneburg mitgeteilte Tatsache, daß von 86 Millionen Umschvldungskredilen bereits 60 Millionen hauptsächlich durch Konkurs von Großbesißern wieder verloren sind. Der Redner verlangt Ausbau und Zuschüsse für das land- wirtschastliche Bildungswesen. Die Beseitigung des P o l n i- schen Korridors muß in unseren außenpolstischen Lerhand- lungen immer wieder gefordert werden.(Beisall rechts.) Abg. Menhel(Dnat.) verlangt Ausdehnung der Osthilfe auf ganz Pommern und protestiert gegen angebliche TenSenzen der Preußen. regierung, den staatlichen Siedlungsstellen auch Maschinenltandels. abteilungen anzugliedern. Abg. Putz(Komm.) schildert die Not der vstpreußischen.Weinbauern uird Siedler und kritisiert den privaten Luxus der Gxoß> grundbesitzer. Die Siedlungssörderung steht nicht im Mittelpunkt des Oftprogramm», wie hier oft behauptet wurde, sondern die Subvention des Großgrundbesitzes. Abg. Lemmer(Dem.): Di- niedrige und junkerlich demagogische Art der Polemik des Abg. Hergt gegen den Abg. Rönneburg. die unberechtigte Veröächtigung der Linken als agrarfeindlich schadet nur der Landivirtschalt selbst. Aus Kosten der Steuerkrast des Volkes dürfen nicht gerade die Betriebe subventionlert werden, die sich keine Müh« geben, rentabel zu arbeiten und di« Landorbeitererwerbs- losigkeit durch Vcrnxmöung ausländischer Lohndrücker noch steigen,. Abg. Gandorser(D. Bauernp.) begründet Abanderungsantrilge zugunsten Ostbonern. Damit ist die Beratung beendet._ Angenommen werden von der Wtrt!cha,tsport«i beantragte Krediterleichterungen sü? die Binnenschiffohrt uich die Aussehnung des Dollstreckun�sschu�s ouf Betriebe in 5)andVcrt, Handel und Ge- werbe. Vei Bildung der Landstellen sollen die Gläubiger, und Schnldnervertreter gutachtlich gehört werden. In, Höngen wird die Vorlage in der Aueschuhsassung in zweiter Beratung gegen Sozialdemokraten uiii Kommunisten angenommen. Es folgt die zweit« Lesung des M i l ch g e> e tz e s. Abg. Mathilde Wurm(Ssz.): Wir hätten gewünscht, daß von den, Bereich dieses Gesetzes mehr der reichsgesetzlichen Regelung und weniger den Aussuhnrngs- bestimmungen der Länder überlassen worden wäre. Der§ oö ver« bietet Nachmochung von M-llch und MilcherAengmssen zur Verwen« dunq als Lebensmsttel, außer Margarine unö daraus erzeugtem Käse. Das erinnert an die frühenen Maßnahmen gegen d»e Erzeugung von Margarine. Diese hat aber inzwischen'h"» Siege?- zug angetreten, und kein Mensch denkt mehr daran, etwas dagegen zu tun. Ein solches verbot, wie es hier vorgeschlagen wird, kann die Landwirtschaft nur schädigen. indem es die Verwendung ihrer Produkte einschränkt. Es hestehen schon sieben Fabriten mit einer täglichen Verarbeitung von 100 000 bis 120 000 Tonnen Milch zu derartig«, Produkten. Gerade di« Verwendung der Magermilch ist eine Hauptsorge der großen Molkereien, auch der städtischen. Wir beantragen, dieses Verbot aufzuheben und nur vorzuschreiben, baß aus dem Produkt angegeben sein muß, woraus es hergestellt ist, damit eine Täuschimg des Käufers vermieden wird. Auf diese Weise wird der technische Fort- schritt nicht gehindert, an dem die Landwirtschaft das größte Inter. esse hat. Die Rednerin spricht dann gegen einen Antrag, der Geldstrafen, die wegen Verletzung der Vorschriften verhängt werden, nicht wehr den Untersuchungsanstalten zufließen lassen will, vi« solche Der- letzungen aufgedeckt haben. Dadurch würde der Bestand der wenigen derartigen Untersuchungsanstalten erschwert werden. Wir wende» uns auch dagegen, daß in diesem Gesetz Bestrntrmrngen des Lebensmittelverkehrsgefches abgeändert werden. Im übrigen wird die Praxis zeigen, welche Aenderungen vielleicht erforderlich sein werden.(Beisoll der Sozialdemokraten.) Abg. Putz(Komm.): Di« Ausführung dieses Gesetzes durch den Unterernährungsminister wird nur gegen di« Perbraucher aus- schlagen. Darum lehnen wir es ab. Präsident Juckeiwck(Reichsgesmidheitsarnt) bittet dringend, den 8 36 nicht zu ändern. Die Erfahrungen der Nahrungsrmttelkontrolle inachen diese Bestimmung notwendig. Es wäre doch Unsinn, Kunst- Produkte herzustellen, da genug Rawrmilch erzeugt wird. Reichseniährungsminister Schiele erklärt sich bereit, die Zu- zichung von Preisaüsschüssen zur Festsetzung der Milchpreise vorzu- schreiben. Dies wird im 8 37a gemäß einem sozialdemokratisch«, Antrag beschlossen. Auf Antrag der Regierungsparteien wird folgende Bestimmung in das Gesetz eingefügt:„Die auf Grund dieses Gesetzes auferlegten Geldstrafen sind nach näherer Anordnung der adelten Landesbehörden als Beihilfen für die Unterhaltung der öffentlichen Anstalten zur Untersuchung von Lebensmitteln zu-verwenden." Sonst bleibt es im allgemeinen bei 0er Ausschußfassung. Auch der sozialdemokratische Antrag zu§ 36 wird abgelehnt. Es folgte di« zweite Beratung der Abänderung des Reichsversorgungsgesetzes, Altrentnergesetzes und Berfahrensgesetzes für Versorgungssachen. Abg. Spacrer(Dem.) gibt für d!« Regierungsparteien eine Er- k/ärung ab, di« die Zustimmung zu den AbäiHerungsgesetzen aus staatspolitischer Notwendigkeit(Hör.! hört! links) ausspricht: diese Gesetze seien bereits unter dem Minister Wissel! im wesentliche» ausgearbeitet und vom Mimster Stegerwald nur übernommen worden. Ein Teil der durch Einschränkung des ständigen Zuwachses der Versorgungsberechtigten freiwerdenden Mittel kann zur Verbesserung der Versorgung verwandt werden. Die jetzt noch austretenden Zusatzleiden der Kriegsbefchödiaten können immer noch berücksichtigt werden. Ein materieller Abbau der Kriegsopferversorgung erfolgt nicht. Abg. Roßmann(Goz): Die beiden Gesetzentwürfe enthalten folgenschwere Eingriffe in die Rechte der Kriegsbeschädigten. Aus der ständig wachsende» Zahl der Versorgungsberechtigten hat die Regierung den Schluß ge- zogen, daß unberechtigte Ansprüche ausgeschlossen werden mühten. Die Steigerung der Zahl der Kriegsbeschädigten vom vorigen Jahre von 724 000 auf 840 000 als Bergleichsbqsis benutzen zu wollen.>lt völlig falsch. Ursprünglich hatten wir noch dem Kriege 1,5 Millionen Kriegsbeschädigte. Der Rückgang auf die jetzige Ziffer be- weist nur, daß schon eine ungeheure Zahl aus der Versorgung herausgedrängt worden ist.(Sehr wtfb.r! links.) Die Behauptung, die Sieger- länder hätten kleinere Kriegsopferlasten und eine schlechtere Ver- sorgung als wir. trifft nicht zu. Es beunruhigt uns selbst, daß 1923 ein so großer Zuwachs der Berj'orgungsberechtigten zu verzeichnen war, daß bei den Vcrsorgungsämtern 180 000 B e r u s u n g s> ä U e und beim Reichsverforgungsgericht 35 000 unerledigte Sachen liegen. Aber zur Beseitigung dieses unerfreulichen Zustande» war.nicht eine derartige Berschlechtenmg der Versorgung nötig.(Zustimmung links.) Die Einführung der zehnjährigen Ausjchluh- trist für neue Kriegsschäden nimmt den Kriegsbeschädigten jedes Recht, jetzt noch austretende Krankheiten und Leiden onzilmeiden. Wir wären bereit gewesen, das Verjähren zu vereinsachen, die Zahl der Derjorgungsanträge einzuschränken. Ts' ist ober unmöglich, nur noch das Schlüsselloch des Härteparographen für die neuen Versorgungsanträge offen zu lassen. Ob viel oder wenig neue An- träge gestellt werden, liegt nicht an den Kriegsopfern, sondern ist die Folge des vierjährigen Krieges. Di« Rechte der Menschen, die ihr ganzes Leben und ihren Körper für Deutschland geopfert hoben. haben ollen Anspruch auf Berücksichtgung. Die zehnjährige Aus» ichlußfrist, die mit der Berkündung hes Gesetze» rückwirkend in Kroit tritt. widerspri6)t jeder juristischen Desinision einer Rechts- srist.(Sehr wahr! hei den Soz.) Ebenso ungerechtfertigt ist der Eingriff in die Rechte der Kriegsbeschädigten, die nur zu 2Z Proz. «rwerbzunsöhig waren und deswegen keine Rente erhielten., und derjenigen, die ihre gerichtlich festgestellten'Ansprüche bisher nicht gellend gemacht hoben, denen aber fortan die Erhebung neuer An- fprüche verwehrt sein soll. Die hohen Pensionen will man als.wohlerworben" nicht kürzen. Da wirst man unserem Gesehentwurs Mmsiskatlons. obsicht vor— ober für die zehntauscnde Kriegsopfer soll e» keine wohlerworbenen Rechte geben, ebensowenig in der Ellern- Versorgung! Wir als größte Fration des Hauses haben uns bereit erklärt zur Mitarbeit an der Nachprüfung der Versorgungsbestimmungen und haben nur einige Bedingungen gestellt, die den Zweck der Nach- Prüfung nicht bedrohen, aber die Ansprüche der Kriegsopfer schützen. Die Mehrheitsparteien haben uns aber nicht das geringste Entgegenkommen gezeigt. Wir wiederholen daher unsere Anträge im Plenum und werden Ihnen durch namentliche Abstimmung Gelegenheit geben. Ihre Haltung vor dem Lande zu vertreten. Sie können nicht den früheren Minister Wissell für einen Referenten- entwurs verantwortlich machen, der seinerzeit ausgearbeitet wurde. (Gelächter der Komm.) Was wollen Sie denn'? Die russische Kriegsopferversorgung ist die schlechteste in der ganzen W-lt. Der damalige Referentenentwurs wäre im Reichstag noch erheblich geändert worden: wir tragen keine Verantwortung dafür und eben- sowenig für den jetzt�vorliegenden Entwurf, der das Vertrauen der Kriegsopfer zum Staat erschüttert, nur den extremen Rick: tun- gen nützen und Verzweiflungsakte hervorrufen kann. Das letzte Wort über diese Novelle wird die Zukunft sprechen, in der wir alle Kraft daran setzen werden, diese Verschlechterungen wieder auszu- merzen.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. Graf- Dresden(Kamm.): Die Verschlechterung der Kriegsopferversorgung ist nur«in Teil des gesamten sozialpolitischen Abbaus. Dieser Abbau geht in allen kapitalistschen' Staat, n vor sich, während im russischen Jünsjahresplan die gesamte Sozialpoli.ik verbessert und neu aufgebaut wird. Abg. Frau Ansorge(Soz.): Sckion die fünfte Novelle zun, Persoraungsgejetz, die 19Z7 ver» abschiedet wurde, hat die berechtigten Hoffnungen der Kriegsopfer, besonders auf Verbesserung der Elternversorgung, schwer«ntiäuscht. In verstärktem Maße geschieht dies durch die jetzige sechste Novelle, die noch viel mehr Enttäuschungen bringt. Den Eltern von ge- follenen Söhnen, denen die Zlrbeitskrast ihres Ernährers geraubt ist, müssen ausreichende Ersatzrenten gegeben werden. Schon jetzt sind diese Unterstützungssätze furchtbar niedrig, zum Beispiel 15 Mark pro Monat. (Hört! hört! bei den Soz.) Sogar mit einmaligen Unterstützungen von 150—160 M. hat man diese Eltern abfinden wollen! Krieger- eltern, die um wenige Pfennige die Einkommensgrenze überschritten. wurde die ganze Unterstützung verweigert, sa sogar Rückzahlung verlangi. Wenn ich dabei an die staotserhaltende Tätigkeit eine» Herrn Ludendorsf, eines Herrn Schacht oder Molden- Hauer denk«, denen niemand die ungeheuren Pensionen streitig zu machen wagt, dann muß ich auf den Ansprüchen derer bestehen. die für die Staatserhaltung mehr bingegeben haben ol» irgend ein anderer. Ich bitte daruni um Annahme unserer Abänderungs- ontrög«.(Lebhafter Beifall bei den Soz.) Abg. passehl-pommern(Soz.) begründet Verbesierungsanträge zum Verfahrensgesetz, das tief ein- greift in dos bestehende Verfahren. Die Beschwichtigung-wgrte der Regierung im Ausschuß haben Beruhigung nicht geschaffen. Man will die Rechtsprechung größtenleils der Verwaltung überantworten. Die Mitwirkung der kriegzapser selbst im Spruchnersahren ist seli 1319 Zug um Zug abgebaut word.n. besonder, auch 1323/24. Tie Einschränkung der Rekurse soll der Verstopfung beim Reichs» perforgungsgericht abhelfen: man hat versäumt, dieses Gericht recht- zeitig zur Bewältigung seiner Aufgaben zu befähigen. Nach dieser Neuregelung wird das Reichsverforgungsgericht in etwa 11� Iayren nicht- mehr zu tun haben. Der Protest der Kriegsopfer hat nur bei unserer und der kommunistischen Fraktion ein Echo gesunden. Jetzt will man 12 000 Rekurse in diesem Lohr. 13 000 im nächste» Jahr beseitigen. Wir beantragen U.. a. Anwendung des Versahrens derReichsversicherungsordnung, Ablehnung der Re- Rekursstreichung und genügende Besetzung der Versorgungsgerichte. halten sind, ist kaum auf Erfolg zu rechnen. Plant die Regierung, in das Ausgabensenkungsgesetz all diese Verschlechterungen ouszü- nehmen? Wir protestieren gegen ein solches Ausnahmegesetz wider die wohlerworbenen Rechte der Kriegsbeschädigten:.einer Verschlechterung ihrer Lage stimmen wir unter keinen Umständen zu. lLebhafier Beifall bei den Soz.) In namentlicher Abstimmung wird der sozialdemokratische Antrag aus Verbejjerung der Elternbeihilfe mit 246 Stimmen gegen 190 Stimmen der Sozialdemokraten und der Kommunisten abgelehnt.(Piui-Ruse links.) Ein Antrag der Sozialdemokraten, auch bei Einführung der 10jährigen Ausichlußfrist nach Rentenanträge der mit 40 und mehr Prnrent Erwerbslosenbeschränkung behafteten Kriegsbeschädigten zuzulassen, wird in namentlicher Abi stimmung mit 247 gegen 130 Stimme» der Sozialdemokraten und Die Steuerpreffe. � Kopf�Sfeuer - Ü Wie Brüning die Erhebung der Kopfsteuer erreicht. Oer Landvolk-Prozeß. Angeklagter v. Solomon bekennt sich zur ungesehlichen Kampfesweise. Itzehoe, 17. Juli. Au Beginn der Donnerstag-Berhandlung im Landoolkprozcß bestätigte der Angeklagt« Rempage, daß in einer Versammlung am 25. Mai in Preetz eine Entschicßung gefaßt wurde, daß f ü r Zwangsversteigerungen keine Gebote abgegeben werden sollten. Darauf wurde H a m k« n s über eine Versammlung vernommen, die am 2L. Mai 1929 in Heide stattgefunden hat. In dieser Versammlung wurde ein Telegramm an den Reichspräsidenten von Hindenburg verlesen, und von der Versammlung abgeschickt. In diesem Tetegramm war der Ausdruck„das jüdijch-parlamenlarische System" gebraucht worden, weswegen Anklage wegen Vergehens gegen das Repubtikschutzgesetz erhoben wurde. Der Angeklagte von Solomon wird beschuldigt, durch die Wiedergab« des Telegramms in der Zeitung„Das Landvolk" sich gegen das Republikschutzgesetz vergangen zu haben. Von. Solomon erklärte, daß er das Telegramm als Meldung eines Nachrichten- büros erhalten habe und erläuterte, was unter dem Ausdruck„das System" gemeint sei. Heut« spiele der Staat eine ganz geringe Rolle. Gegen diesen Zustand geh« der Kamps, nicht aber gegen die Swatssorm, di« völlig gleichgültig sei. Die Mehrzahl seiner politi- jchen Freunde würde eine starke Republik viel lieber sehen als eine schwach« Monarchie. Es wäre auch möglich unter der heutigen Verfassung gut zu regieren. Di« Träger des heutigen Zustandes, der von der Landvolkbewegung bekämpft werde, feien die Feind« Deutschlands, insbesondere das internationale Kapital, das durch seine Verträge Deutschland vollkommen gebunden und unterjocht habe.„Unser Kampf geht gegen die Regierung, gegen den Ver- waltungsapparat und(zu den Richtern gewandt) auch gegen Sie. Wir sehen in Ihnen die gezwungenen Exponenten des internationalen Kapitals. Ich erkläre im Gegensatz zu anderen Angeklagten, daß ich bereit bin, auch bewußt ungesetzlich zu kämpfen, wenn mir das notwendig erscheinen sollte." Im weiteren Verlauf der Verhandlungen gelangten u. a. eine Vortragsreise der Angeklagten Weschke und Kühl in Pommern zur Sprache. Weschke erklärt«, erst durch die Anklageschrist sei er dazu angeregt worden, sich mit der Staatsform zu beschäftigen. Er mache keinen Hehl daraus, Monarchist zu sein, wäre aber bereit, auch für die Republik zu kämpfen, wenn diese zur Abschüttelung der Fesseln aufrufe, die die internationale Hochfinanz Deutschland auferlegt habe. Zu seinem Entsetzen habe er aus der Anklageschrift ersehen, daß die Anklagebchörde den Ausdruck„R ä u b c r s y st c m", den er in sinigen Versammlungen angejührt Hab«, gleichsetz« mit der heutigen Staatsform. Der Vorsitzsnd« verwies den Angeklagten darauf, daß er in den Versammlungen über die Beidenflether Ausschreitungen berichtet habe, und fragte, ob der Angeklagt« gesagt Hab«, die Bauern sollten es ebenso machen. Weschke erklärt, daß er im Gegenteil gesagt habe:„Macht es nicht so dumm wie die Bauern von Beidenfleth." Die Verhandlung wurde dann auf Freitag vertagt. der Kommunisten abgelehnt. Das Gesetz wird in der Ausschuß« fasiung gegen die Linke angenommen, ebenso das Altrentnergesetz und das Verfohrcnsgesetz. Der Einspruch des Reichsrats gegen die Aenderung des Reichs- postfinanzgesetzes wird einstimmig zurückgewiesen. Um 18?� Uhr vertagt sich das Haus auf 19 Uhr.� Di« Tagesordnung von 19 Staatsvertrögen mit ausländischen Staaten wird bei ihrer Aufzählung durch den Vizepräsidenten Esier mit lebhasten Zwischenrufen und steigender Unruhe entgegengenommen. »* * In der zweiten Sitzung fragt zum �Handelsvertrag mit F i n n- land Abg. TNünzenberg(Komm.) die Regierung, ob sie Mitteilungen machen wolle über die Tätigkeit einer privaten Einfuhrgesellschaft, von der in eingeweihten Kreisen viel geredet werde. Mit welcher finnischen Regierung wird dieser Vertrag abgeschlossen? Die da- malige finnische Regierung ist durch Faschistenputsch gestür.st, aber wer jetzt in Finnland regiert, weiß man nicht. Freilich, von Preu- ßen weiß man das auch nicht Braun glaubt zu regieren, ober Hindenburg zeigt, daß nicht Braun regiert, sondern eine Mischung von Stahlhelm und Bischofs st ab oder Hakenkreuz. Wie in Finnland sitzen auch neben der deutschen Regierung faschistische Kontrolleure.— Zur Bemäntelung der Mitschuld kommunistischer Provokationen an dem Ausbruch des Faschismus in Finnland trägt der Redner ein«„öko- nomisch-hiftorische" Darstellung der Verhältnisse in Finnland vor: England faschisiere nach Jugoslawien und Polen auch Finnland zum Kampf gegen die Sowjetunion. Abg. Tony Sender(Soz.) Die sozichdemokrotisch« Rcichstagssraktion ist ,n all den Jahren seit dem Wiederaufbau des handelspolitischen Systems in Deutsch- land bestrebt gewesen, wce in der allgemeinen Außenpolitik, so auch in der Wirtschaftspolitik, die friedlichen Beziehungen.zu allen Völkern und den Güteraustausch mit ihnen zu fördern. Dieselben Grundsätze, die für sie in der Außenpolitik leitend waren, galten und gelten für sie auch beim Abschluß von Handeisverträgen mit anderen Staaten. Wenn die sozialdemokratische Fraktion bisher, von diesen Ge- stchtspunkten geleitet, ihr« Zustimmung zu den Handelsverträgen gab, so sieht sie sich in Wahrung dieser gleichen Grundsätze genötigt, dem Zusatzabkommen mit Finnland ihre Zustimmung zu versagen. Damit schließt die Debatte. Sämtliche Vorlagen werden ange- nommen der Vertrag mit Finnland gegen die Stimmen der So- zioldemokraten und Kommunisten. Angenommen wird eine Ausschußentschließung über einen Antrag Graf Westarp(Dnat.), die Regierung möge sich für BeseitI- gung der noch bestehenden Einschränkungen der deutschen Luftfahrt einsetzen. Das Haus vertagt sich gegen 29 Uhr aus heute, 10 Uhr, mit einer sehr umfangreichen Tagesordnung. Abg. vittmann(Soz.) verlangt auf Grund der Geschäftsordnung. daß die Aushebunqsanträg- geoen die Sleuerverordnun- gen nach Artikel 4S als erster Punkt aus die Tagesordnung gestellt werden. Dies wird auch gegen die Rechte beschlosi.-n. Die Mißtranensanträge werden gleich dahinter erledigt werden. Da- nach— auf Antrag Schultz-Bromberg(Dnat.)— der neue Am- nestieantrag und ein Amnestieantrag der Kommunisten, hierauf Fortsetzung der Etatberatung, Kranken- und Arbeitslosenversiche- rung, dritte Lesung des Versorgungsgcsetzes. sozialdemokratischer und kommunistischer Pcnsionskllrzungsantrag. Westhilfe»sw. Ein kommunistischer Antrag auf Absetzung der Kranken- mid der Arbeitslosennersicherungsnooellen von der heutigen Togesord- rning wird abgelehnt. Präsident Löbe fordert die Abgeordneten auf, bei Beginn�ller Sitzung schon anwesend zu sein. Da» hauptvcrfahren gegen Goebbels. Wie der Amtliche Preußische Presiedienst mitteilt, ist in der Strafsache gegen das Mitglied des Reichstages Dr. Goebbels wegen Beleidigung des preußischen Ministerpräsidenten Dr. Braun Termin der Hguptverhandlung auf den 2Z. Juli anberaumt. General Schott gestorben. Der Lsiter des Reichsklubs der Deutschen Bolkspartci, Generalmajor a. D. Walter Schott, ist im Alter von 99 Jahren an einer Lungenentzündung am 15. Juli in Zerrnall gestorben. Ginfuhrsperre durch Zwang. Ermächtigung für den Ztachsernährungsminifier. Der Volkswirtschaftliche Ausschuß des Reichstages beschäftigte sich in seiner heutigen Sitzung mit dem von den Rogierungspavteien als Initiativantrag eingebrachten Gesetzentwurf über die B e r- wendung von Inlandsgerste zur Herstellung von Malz und Bier. Durch das Gesetz wind der Reichsernährungsministcr ermächtigt zu bestimmen, in welchem Umfange die im deutschen Zollgebiet liegenden Mälzereien und Brauereien in dcr Zeit vom 1. August 1939 bis 31. Juli 1931 verpflichtet sind, in ihrem Botriebe Jnlandsgerste oder aus Jnlandsgcrste her- gestelltes Malz zu oerwenden. Dabei bleiben die Mengen Gerste oder Malz, die zur Herstellung von Malz oder Bier ver- wendet werden, das ausgeführt wird, unberücksichtigt. Das Gesetz soll am 1. August 1939 in Kraft und am 31. Juli 1931 außer Kraft treten. In der Aussprache führte zur Begründung der Vorlage Abg. Dr. Herlacher(Bayr. Vp.) aus, die Landwirtschaft stehe vor dcr Gefahr, die diesjährige Gersteernte nicht oder nur mit großem Verlust absetzen zu können trotz des hohen Brauger st e- zolls. Bei der Zollerhöhung sei die Vorversorgüng mit Auslands- braugerste vom November 1929 bis Februar 1939 ganz außerordcnt- lich groß gewesen. Das Gesetz sei also«ine notwendige Ergänzung der Zollbestimmungen. Abg. v. Rich.thosen(Dnat.) schloß sich den Ausführungen des Abg. Dr. Herlocher an und bat um schleunige Verabschiedung dcr Lorlage. Mg. H v e r n l e(Komm.) protestierte gegen die Tendenz, auf allen Gebieten den Konsumenten zum Verbrauch von Inlands- Produkten zu zwingen ohne Rücksicht aus Preis und Qualität dieser Produkte. Staatssekretär Heukamp vom Reichsernährungsministerium erklärte, die Regierung wurde das vorgeschlagene Gesetz begrüßen. Die Einsuhr an ausländischer Braugerste betrage 69 Millionen, während die deutsche Braugerste unter großen Absatzschwierigkeiten leide. Die im vorliegenden Gesetz vorgeschlagenen Maßnahmen würden die deutsche Handels- und Zahlungsbilanz verbessern und dcr Landwirtschaft nützen, ohne den Konsumenten zu schaden. Di« Kontrollmaßnahmen würden höchstens 19 999 M. Mehrkosten er- fordern. Abg. Simon- Franken(Soz.) wandte sich gegen das System. durch innerpolitische Zwangsmaßnahmen die Einfuhr abzusperren. Der in Deutschland eingeführte Dermahlungs- zwang habe im Ausland schon Nachahmung gefunden. Dieses System führe schließlich zu einer volkswirtschaftlich schädlichen gegenseitigen Absperrung der Staaten. Abg. Dr. Fehr(Dt. Vaucrnp.) erwiderte, das Ausland Hab« mit solchen Maßnahmen angefangen und dadurch die Handelsvertrag- lichcn Abmachungen unwirksam gemacht. Da müsse auch Deutschland mit ähnlichen Vorschriften die deutsche Produktion schützen. Dieser Schutz sei auch für den Hopfen notwendig. Das Gesetz müsse in dieser Richtung ergänzt werden. Abg. Bergmann(Soz.) fragte, ob die Antragsteller nicht auch einen Beimischungszwang von deutschem Malz zur Kasfee- „Veredelung" verlangen wollten.(Heiterkeit.) Dieses System der Ermächtigungsgesetzgebung müsse die Sozialdemokratie a b- lehnen. Inzwischen war«in Antrag Dr. Horlacher(Bayr. Dp.), Dr. Fehr (Dt. Bauernp.) eingegangen, der die im Gesetz für die Gerste- Verwendung gegebene Ermächtigung auch aus den deutschen Hopfen ausdehnen will. Der Antrag auf Einbeziehung des Hopfens wurde gegen di« Sc>)iali>ev»okr-,ten. Ka,mnunisten uud Äcpiqkraten angenommen. Mit dem gleichen" Stimmenverhälkiis wurde' auch die Gesaint- vorläge angenommen. tGcwcrksrhaftlichcs flehe 2. Beilage.) Scrantnoctlid) für Politit: Dr. Surt ßcijct: Wirtschaft: a. fUingtlliöttt: St wrrtschaftsbewegm!-!: Otto Schiatlcr: ffcuillcton: Ä. S>. Döschrr: i'ofalta und Eonstiars: Itriti ltarstädt: An»«lacn: TV Stocke: samtlich in Berlin. Bcriaa: Borrnäris. Verlan E. in b. Berlin. Druck: Dorwärts-Buchdruckeret und Berlagsanstalt Paul Einaer u. Co.. Berlin EW. SS, Lindenftrab« 1 Hierzu 2 Beilagen. WERTHEIM Leipziger Str.(Versand-Abt.) Könlgstr, Rosenthaler Str. Moritzplatz $reita£ u. Sottnahend Jßehensmittel Snroeil Dorral, nungenaliiabe DarbehaUen. flstfi*. Dlnl u. üeraiiii rnerden nidil nuesandL Geflügel u. Wild Hühner KÄ 7S. Jg. Tauben g„£w£hi.. 0.75 Suppenhühner Conl-10 Junge Gänse 93� frisch g©jchlad»f«tf Pfd. vor Brathähnchen 1.1 5•» C_4__ tri««* g»«chl«. u. BowUnmosel.... 1922 ChAt. La Grolet»affiger Bordeaux 1927 Altenbamberger 1927 Niersteiner Domtal■. 1927 Kestener Herrenberg, pilranfer Mosel Gebrannter Katfee"«pÄ� 2.10 0.95 1.05 1.30 1.30 1.60 1.30 Räucherwaren Obsf, Gemüse Seelachs in Stücken, Pfund 0.38 Schellfisch...... Pfd. 0.38 Bücklinge Pfund von 0.45 an Seeaal abgezogen.Pfund 0.60 Aale Pfd. 2.90->n, Bund 0.30 an Matjes-Herlnge Sstdo 0.28 Kolonialwaren Kartoffelmehl..Pfund 0.18 Bruchreis..... Pfund 0.19 Tafelreis...... Pfund 0.28 Haferf.'ocken... Pfund 0.25 Harfgrieff..... Pfund 0.32 Makkaroni �Änd 0.44 Schnitt-Nudeln 0.50 Pudding-Pulver Vanille- und n««Ohokol, Mand.-Ges ehm. 0.40 Rote Grütze Ooschm.0.76 .Pfund 0.68 Kirschen 2 PM »eure, ohne Sflel*Pld. �VP'- Stachelbeeren 2 Pfund 0.20 Johannisbeeren Pfund 0.1 5 Knupperkirschen Pfd. 0.25 ital. Pflaumen.Pfund 0.28 Pfirsidie...... p»und 0.45 Zitronen 38 pf. Tomaten....2 Pfund 0.25 Bananen... 2 Pfund 0.88 Weißkohl..... Pfund 0.04 Rot- u.WIrsingkohl. 0.09 Grüne Bohnen 3 Pfd. 0.28 Schmorgurken 2 Pfd. 0.25 Grüne Gorken 0.10 an Junge Karotten 3 Pfd. 0.28 Neue Zwiebeln 3 Pfd. 0.25 Kartoffeln«n neue, lO Pfund/ ÜPf. Konserven i/i Dose . 2.85 0.58 0.55|th:j 0.75 Apfelmus 5 Kg.-Dose Pflaumen Birnen halbe Frucht... 1.20 Mirabellen...... 0.95 Pfirsiche"""TnÄer 1.12 lunger Spinat... 0.52 Karotten geschnitten... 0.35 Konfitüre E,�.r Pflaumen 0 Erdbeeren 1.35 Aprikosen, 3/i Dos« Leipziger Allerlei. 0.80 Leipz. Allerlei"l'.�I.IO Sellerie.■>-» Dose 0.60 1.05 Senfgurken.. /« Dose 0.30 Tafelöl fl 0.58 0.78 1.30 ölsardinen ToÄ* 0.68 Olsardinenpoa3J3o»ih* 0.45 90 Kirschen, Himbeeren 1.35 Orange, Johannisbeeren 1.15 Ttr. 331• 47. Mrgiuig"l« Jreifiig, 18. 3uli 1930 Vergangenes um den Funkturm Erinnerungen aus Alt-Berlin „Das ist ein zu wette» Feld"— so läßt der Alt-Berliner Fan- tan« seinen Briest sprechen, und angesichts der in 146 Räumen untergebrachtsn Ausstellung aus dem Meffcgeländ« im Schalten des Funkturmes wird auch der Berichterstatter aus diesem weiten Felde nur einige Nehren auflesen können. Die wichtig« künstlerisch« Seite ist hier bereits erörtert worden: den anderen dargebotenen Stoff kann man in zwei große Gruppen teilen— in das Person. lichc und das Genre Haft«. Ein« Seite des Berliner Lebens ist leider nicht genügend zur Darstellung gebracht— das politisch« Moment ist nur durch ein paar Hinweise auf 1848 ver- treten— das höfische und militärische dagegen durch zwei Riesen- gemälde. Bismarck fehlt, Lassalle fehlt— aber auch Hein« und Börne fehlen— es ist eben«in zu weites Feld... Das persönliche. Eine Fülle von Porträts tritt uns in den„Werkstätten des Geistes" entgegen— sie wiederholt sich später bei der Darstellung de» künstlerischen Lebens. Wo immer das Oelgemälde auftritt, zieht es auch die Blicke der mit dem Berliner Kulturleben weniger Ver- trauten auf sich— in die mühsamere Arbeit des Studiums oer Kupferstiche und Lithographien wird sich nur der Kenner hinein- wagen. Alexander von Humboldt hat verdientermaßen zwei Räum« für sich und sein Arbeitszimmer zugewiesen erhalten; sein ebenso bedeutender Bruder Wilhelm tritt uns bei den Philosophen entgegen, aber auch sein Tegel— in besten Garten ' kreuzlos«, aber mit der �Ühorwaldsenschen Figur der Hoffnung oe- schmückte Grabstätte die geistige Größe dieses Mannes offenbart— ist durch ein« Gartenbonk vertreten, und seine gesellschaftliche Be- deutung wird durch das 1809 von Schick in Rom gemalle Porträt .fein« Tochter Karoline gekennzeichnet. Nennen wir schnell einige be- rühmte Berliner: die Chemiker Wähler und Mit scherlich, den Botaniker Link, den Geologen Buch, den Chirurgen K. F. v. G r äfe und den Augenarzt Albrecht v. Gräfe, deren Frauen—«ine v. Alten und eine Gräfin Knuth— uns ebenfalls von der Wand grüßen(im allgemeinen sind auf dieser Ausstellung die Damen im Bilde nicht zu gut weggekommen)— dann als Richter und Rechtsgelehrt« o. Mühler(„Grad' aus dem Wirts- Haus.. Savigny, Stahl, der reaktionäre geistige— dem Judentum entsprossene— Nöhrvatcr der Kreuzzeitungspartei, als Geschichtsschreiber N i« b u h r und Raumer, als Schöpfer der deutschen Sprachwisseufchaft I. Grimm und S achmann, als Msistcr der Altertumswist«nschast M o m m s« n und C u r t i u s, als Philosophen Fichte. Hegel, Schell ing, Dilthey. als Techniker Beuth, Reuleaux, Borsig, Siemens. Rath«. n a u. Dem Kreis« Nicolais und dem L« s s i n g kreis« schließt sich der wichtige. Politik und Literatur gleich stark beeinflussend« Kr«'» um Darnhagen von Ense und Rahel Lemin an. Nixolais Enkelin, L i lg Parlheij, ist im Bilde vertreten— ihre Tagebücher find vor kurzem von B, Lepfiüs herausgegeben worden. Den berühmtesten Vertreter des letztgenannten Nomen?, Richard Lepfius,„Forscher im Reich« der Pharaonen", ist «in eigener Raum gewidmet. Auch Theodor Fontane ist nicht nur mit Bild, sondern mit Schreibtisch. Arbeitsprabe und den amüsanten Bildern von Taitte Pinchen und Onkel August vertreten. OaS Genrehaste. Droscht« zweiter„Jute", Nr. Eins sogar! Jßi« oft hat der bieder« Rastelenker, wenn wir nachts 2 Uhr am Spittelmartt ein. stiegen und eine jener neuen Straßen im Westen als Ziel nannten, die Bitte an uns gerichtet, wieder auszusteigen:„Der Jaul kann nich mehr, lln ick wohn' am Gesundbrunnen." Da war der alte Wilmcrsdorser Omnibus— leider fehlt sein Marterkaslen— bei besetztem Raum in der gleichen Lage: vor eister seitdem abgetragenen Anhöhe wurde angehalten und der Schiffner bat die Herren, au«- zusteigen und die Anhöhe zu Fuß zu nehmen. Man kann sich denken, welche Revolutionen Straßenbahn und Stadtbahn hervor- riefen. Für den„S e ch s e r- O m n i b u s" schlug Meyer-Färster, der Alt-Heidelberger, vor: er solle scharf zufahren, nirgends halten, die Fahrlustigen sollten auf eigene Gefahr auf- und abspringen.., soich ein Eingriff in die Bevormundung des Publikums war natür- Eins der ältesten Häuser Berlins in der Petrigasse. iich undenkbar. Sehr interestaitt sind die Kojen der Bertiner Innungen: Zimmerleute, Schlosser, Tischler, aber auch Fischer und Schiffbauer sind vertreten. Der„Schnoddrige" Berliner — so heißt eine Rubrik— ist nach Gebühr berücksichtigt: Name, Nmme, Paula Erbswurst,„die sich immer vergriff". Harsenjul«, Wurstmaxe grüßen uns im Guckkasten— die komisch« Mm«, du Titre fehlt auch nicht: da sie Geld hotte, wurde ihr die Perwechslnng von mir unk»; mich ebensowenig übel genommen wir dem„Papa Wrangel", der, aufgefordert, zu erklären, aus welchen von vier Dollen er erscheinen werde, zurückschrieb: ich komme auf allen Vieren. Post, Polizei, Zeitungewesen geben wieder eine ernsthafte Note der Volkslebens childerung, die natürlich auch die Volksbelustigungen umfaßt. Allerdings«was spar. sam— vielleicht steigt einmal«ine besondere Ausstellung über da» Berlin, das sich amüsiert bzw. zu amüsieren vorgibt. Erscheinungen wie Eafä Moore, Orpheum usw.— so recht aus den Provinzler besonders den„Wollonkel" zugeschnitten(den jetzt der„grüne Wöchner" nbgelöst hat), sind typisch« Erscheinungen Berlins ge° wesen. • Mit einem Ausblick auf die kommunale Arbeit an der kommenden Generation(in Bildstatistiken des städtischen Nachrichtenamtes) entläßt uns da« eigentliche Berlin— aber sofort sind 19 Vorort« und Bezirke zur Stelle um uns zu zeigen, wis es früher in Eharlottenburg, Spandau, Treptow ujw. ausgejehe« hat. Und dann treten wir ins Freie, in den Platz, der das Symbol der neuen Zeit— den Funkturm— umgibt. Welch ein Umschwung aus dem Gebiet der Technik— noch eben sahen wir im Bilde die an ägyptische Fronarbeit gemahnende Arbeit der Aufrichtung der Granitsäule vor dem Museum, und jetzt schweifen unsere Blicke be- wundernd und liebkosend zur Spitze des Funkturms empor. Und in dem bequemen elektrischen Wagen gedenken wir schaudernd des zweistöckigen Eisenbahnwagens, mit dem man einst den Sonntags- verkehr meistern wollte... Explosion in Gpielzeugfabrik. Ein Schwer- und ein Leichiverlehler. In einer Metallfpielwarensochrik im Hause U s e r st r. 6 aus dem Gefundbrunnen ereignete sich am Donnerstag nach. mittag eine folgenschwere Explosion. In der Lackiererei werden dort kleine Blechteile lackiert und in einem Gastrockenofen bei ziemlich Holser Temperatur zum Trocknen gebracht. Kurz nach 14 Uhr erfolgte plötzlich eine Explosion. Der Trockenofen wurde auseinandergerissen und durch den starten Luftdruck wurden in dem Raum Verwüstungen angerichtet. Ein Fenster wurde mit dem gesamten Rahmen aus den Hos hinaus geschleudert. Der S3jährige Werkmeister Johannes Ebel aus der Harzerstraße 94, der im Augenblick der Explosion dicht neben dem Trockenofen arbeitet«, kam sehr schwer zn Schaden. Neben Arm- und Beinbrüchen erlitt er innere Per- leßungen, die sein« Ueberführung ins Jüdische Krankenhaus er- forderlich machten. Ferner erlitt ein Hilfsarbeiter leicht« Verletzungen.— Di« Ursach« der Explosion konitte bisher noch nicht einwandfrei festgestellt werden. * Große Ausregung rief gestern nachmittag ein Feuer hervox, das auf dem Gartengeläüde des Lankwitzer Krauten- Hauses in einem Halbmassiven Schuppen ausgebrochen war. Der langgestreckt� Schuppen, der als Aufenthaltsraum für Arbeiter diente, brannte unter starker Rauchentwicklung trotz aller Bemühungen der Feuerwehr völlig nieder. Der Straßenver« kehr mußte längere Zeit umgetettet werden. Das Feuer ist vermutlich durch Fahrlässigkeit entstanden. Das Fliegertreffen in Staaken. Weitere Ziundflugteilnehmer eingetroffen. Nachdem in den gestrigen Morgen- und Vormittagsstunden wegen des schlechten Wetters nur wenig« Maschinen in Staak«« angekommen waren, setzte um die Mittagszeit ein förmlicher „Massenandrang" ein, denn aus allen Himmelsrichtungen träfe« zahlreiche Rundflugteilnehmer des In- und Auslandes ein. daruitter die Engländer Lady Bailay und Carberry, der Spanier Nanarro, aus Dessau das Geschwader der Junker s- . Junioren" mtt den Flieger« Rifticz, Rosder und Gotihe, serner von Stuttgart-Böblingen der Ktemm-Flieger Spengler. Da Dsutschland in der Meldeliste bei weitem an erster Stelle steht, sind vor allem deutsche Maschinen nertreten. Bis Mittwoch abend waren 17 ein- getroffen, darunter die bekannten Flieger Polte, Poß, Offermann, Siebet und Freiherr von Freyberg. In größerer Stärke kamen am gleichen Tage sieben Pol«, aus Posen. Berlin erhöht das Schulgeld nicht. Der Magistrat hat in seiner Sitzung am Mittwoch, dem 16. Juli, beschloffen, für das laufende Etatjahr keine weitere Schulgelderhöhung eintreten zu lassen. P r e ti- ß e n hat bekanntlich vor kurzer Zeit ein« solch« durchgeführt. Da die Stadt Berlin aber bereits am 1. April die Sätze für das Schut- geld erhöht hotte, kommt eine weitere Erhöhung für das Jahr 1930 nicht mehr in Frage. Una stürzte ins Schlafzimmer zurück, um schnell noch ieinmal ihre Nase zu pudern und einen letzten Blick auf Haare und'Fingernägel zu werfen; dann stolzierte sie langsam zur Türe, um Walter einzulassen, während Frau Golden steif. mit gc kreuzten �Händen, dastand und wie eine Photographie von lsiüh aussah. So kam der unordentliche Walter in ein ausgesprochen wohlgeordnetes Familienmilieu und muhte sich wie ein junger Redakteur mit einer lauteren Seele benehmen. Sie machten Konversation— Mein Gott! Was für Kon- versa:! on sie machten! Frau Golden erkundigte sich höflich nach Herrn Babsons Meinung über das Wetter, über die Be- wohner von New Nork, über die Arbeit ihrer kleinen Tochter Uno, über populäre Größen der Stadt, den praktischen Wert von Automobilen und die diätetischen Vorteile von Dohnen — der großen, weißen Bohnen nämlich, nicht der kleinen braunen— sie hatten beide Arten in ihrem Garten zu Hause gezüchtet— und habe Herr Babson selbst jemals einen Garten besessen, oder kenne er Panama? Und erfüllte Una ihre Pflichten im Büro wirklich zur ollgemeinen Zufriedenheit? Alle die Zeit über trillerte Frau Goldens Kanarienvogel vergnügt und offenkundig von der Unterhaltung befriedigt. Una hörte betäubt zu, während Walter fortwährend die dümmsten Sachen mit seinem Gesicht machte— er zwickte sich die Lippen und klovfte sich auf die Zähne und rieb sein Kinn, als wäre er unrasiert. Er nahm feine Augengläser ab, uni sie zu putzen, oerschlang seine dünnen Beine zu einem Knoten pnd sagte unaufhörlich:„Ja, das hat sicherlich viel für sich." Ein Viertel vor zehn erhob sich Frau Golden, gähnte wie �in kleines Kätzchen hinter ihrer weißschimmernden Hand und sagte:„Nun, ich glaube, ich muß zu Bett gehen... Ich finde diese Maientage so ermüdend. Sie nickt auch, Herr Babson? Frühlingsfieber. Ich kann einfach nicyt genug schlafen... tteblwo. itetfc' picht m lange Die Schlafzimmertür hatte sich noch nicht geschloffen, als Walter schon von seinem Stuhl aufsprang und Una in die Höhe hob— seine Händ« fest um ihre Knie und Schultern geschlungen— und sie dann neben sich auf das Sofa setzte. „War ich nicht brav, hah? War ich nicht brav? War ich nicht brav? Jetzt soll noch einer sagen, daß Wally Babson keine brave Konversotionspuppe ist, huh! Ach, du armer Liebling, du warft ja doppelt so verzweifelt wie ich." Und das war alles, was er sagte— in Worten. Sie hatten nun ein Geheimnis, ein größeres Gefühl der Intimität, weil sie gemeinsam höflich gewesen waren zur Mutter— der armen, kleinen Mutler, die sich in ihrer tragischen Art so gut unterhalten hatte, ohne eine Ahnung zu haben, wie sehr sie im Wege gewesen war. Es bedurfte keiner Worte, um dieser Intimität Ausdruck zu verleihen; Hände und Wangen und Lippen sprechen deutlicher. Sie waren Kinder mit gesundein, starkem Empfinden, jung, unverdorben und unwissend, die nach Leben und Liebe verlangten; die ganze Welt war für sie noch neu trotz aller Sorgen und allen Wartens. Sie waren Diener des Lebens und der Liebe, nicht Herren darüber; doch um so leichter gaben sie sich der Sehnsucht nach dem Glücke hin. Es war ein Kampf des Ver- langens und der Schüchternbeit zwischen ihnen— und nicht alles Verlangen war auf seiner Seite und alle Schüchtern- heil auf der ihren. Plötzlich drückte er ihren Kopf gegen seine Schulter und streichelte glättend ihr Haar. Wieder fühlte sie das innigste Zusammenjpiel zwischen seinen Fingerspitzen und jedem Nerv ihres Körpers—«in prickelnder Strom. Sie fühlte seine suchenden Lippen ihre Wange entlanggleiten, bis sie den weichen kleinen Fleck hinter ihrem Ohr gefunden hatten. Sie folgte seinen ruhelos über ihre Schultern streichenden Hän- den, die ihren Arm hinabglitten und dann spielend bei ihrer Hand verweilten. Es schien ihr. als hätte seine Hand einen geheimnisvoll eigenen Willen, unabhängig von dem seinen. Schweigend und still verharrten sie so. So blieben sie eine Weile still und sicher aneinandergeschmiegt, doch sie hörte nicht auf zu überlegen, was er wohl als nächstes wagen würde— und sie bildete sich ein. daß er über genau dasselbe nachdachte. Er holte tief Atem, und plötzlich öffneten sich ihre Lippen wieder den seinen. „Oh, du solltest nicht— du hast versprochen..." klagte & jobnld& imstande war, den Kopf zurückzuziehen_ Wieder küßt« er sie. schnell, dann gab er sie frei und begann in größter Eile draufloszureden— über nichts und wieder nichts. Vom Büro, vom Theater und vom Ablauf des Frühlings sprach er, doch in Wirklichkeit sagte er ihr, daß, so groß auch seine ruhelose Neugier sei, so sehr auch chre armen kleinen Großstadtkörper sich nach einander sehnte»— er sie doch achte. Sie hörte kaum zu, denn zwei Gedanken beherrschten sie vor allem. Traurig fragte sie sich, ob nur ihr Körper ihn reize— ob er wohl auch irgendeinen Funken von ihrer ehrlichen, kleinen Seele entdeckt habe. Und ihr zweiter Gedanke war, und sie fühlte ihn wie eine Beleidigung, daß dies nicht die Liebe sei, von der sie in Romanen gelesen hatte.„Ich wußte ja nicht, wie es sein wird— aber ich hätte nie gedacht, daß es so sein würde", sagte sie zu sich. Und so traf Una der uralte Schrecken des Erdbasten an der Liebe— und die durchdringende Freude daran. War die wirkliche Liebe so viel gewöhnlicher, als sie gedacht hatte, so war sie doch auch so viel überwältigender, daß sie froh war, eine Liebende von Fleisch und Blut zu sein, geschlagen, ver- wirrt, befremdet von ihrem eigenen Selbst, und nicht ein Mädchen, das wohlerzogen Phrasen lispelt. Allmählich gelang es Walter, sie zu einer wirklichen Ge- meinschaft mst ihm zurückzurufen, als er das menschliche Ge- schlecht verdammt« als Sklaven die in einem Kerker kämpften, für Land und Fahnen und Titel Krieg führten, und sich Könige nannten Walter hatte dieselben Ansichten über So- zialismus Kopfsteuern und Gewerkschaften wie I. I. Todd aus Chacham sie in den Tagen der Handelsschule verteidigt hatte, doch nun wurden sie blutvvll und menschlich, und schreiend lebendig. Zum erstenmal— Walter schenkte ihr so viele„zum erstenmal im Leben!"— erkannte Una, wie stark der Wunsch nach bewußter, objektiver Gereckitigkeit in jedem Untergebenen ist. Es lag nicht in der Natur der geduldig vorwärtsschreiten- den Ulm, eine schöpferische Denkerm zu sein; und doch sehnte sie sich nach Selbständigkeit, und begierig folgte sie den zweck- losen Hohnreden gegen alle Zivilisation, mit denen der junge Walter seine Freude darüber kundtat, eine Zuhörerschaft zu haben— als die braune, alte Fcrmilienuhr der Goldens elf schlug. „Himmel!" rief Una.„Du mußt nach Hause laufen. Gute Nacht, Liebster." Er erhob sich gehorsam, und chre Lippen suchten ein» Scher picht mchr, � Mortschusg falM Tragödie in der Charit�. Lleberfall und Selbstmordversuch einer Hausangestellten. Eine höchst seltsame und ihren Ursachen nach ganz un- geklärte Zragödie spielte sich gestern vormittag im A e r z t«. wohnhaus der Charit« ab. Die Angestellten der Universitätsklinik der Charite für Hals-, Nasen- und Ohrenleiden, Luisenstraß« 11, wurden in aller Frühe durch gellende Hilferuf« erschreckt und alarmiert. Sie eilten nach der Wohnung des Oberarztes Prof. Dr. A. Seiffert, aus der die Hilferufe kamen. Ein Laborant fand hier die Frau des Professors mit erheblichen Kopfverletzungen am Boden liegend auf und rief schleunigst das Ueberfallkommando herbei. Es stellte sich heraus, daß die Frau von ihrer Haus- angestellten Frieda Hofmeister überfallen und durch Schläge auf den Kops schwer verletzt worden war. Das junge Mäd- che» war dann in die Küche geflüchtet und hatte sich hier einge- schlössen. Die Beamten des Ueberfallkommnndos erbrachen die Tür und fanden Frieda Hofmeister am Wasserhahn erhängt aus. Es gelang, das junge Mädchen wieder ins Leben zurückzu- rufen. Die Hausangestellte versah den Prioathaushalt des Professors bereits seit zwei Iahren zur vollen Zufriedenheit und nie ist es zu irgendwelchen Differenzen gekommen. Was sie zu dem plötzlichen lleberfall getrieben haben kann, ist noch«in Rätsel. Man nimint bisher an, daß die Tat in einem Anfall von geistiger Um- n a ch t u n g geschehen ist. Das Mädchen ist von der Polizei vor- läufig in S ch u tz h a f t genommen worden. Von der weiteren polizeilichen Untersuchung und dem Gutachten des zuständigen Kreisarztes dürfte es abhängen, ob Frieda Hofmeister zur Beob- achtung einer A n st a l t überwiesen wird. Im Befinden der schwerverletzten Frau Seiffert ist, wie uns Professor Seiffert mitteilt, eine Besserung zu verzeichnen. „Ich will nicht mehr leben." Nächtlicher Selbstmordversuch am Lühowufer. Zu einem aufregenden Vorfall kam es in der Rachi zum Donnerstag am Oühowufer in nächster Nähe des Oühow- plohes. Um 11 Uhr abends erschien in einem Restaurant an der Ecke der Dörnbergstraße eine jüngere Frau, offenbar Ausländerin, die einen wirren Eindruck machte und bei der es dann auch ausfiel, daß sie am rechten Handgelenk einen blutigen, osfenbar nur not- dürftig angelegten Verband trug. Sie bestellte sich Sekt, trank die Flasche hastig aus und taumelte dann aus dem Lokal hinaus. Als man ihr auf der Straße nachsehen wollte, entdeckt« man, daß sie auf der Kanalböschung stand. Ehe es niöglich war, sie zurückzuhalten, hatte sie ihre Oberkleidung abgeworfen und s i ch in den Kanal gestürzt. Im Wasser kam sie aber an- scheinend wieder zu voller Besinnung, schrie laut um Hilfe und ergriff auch d»n Rettungsring, den man ihr schleunigst zu- geworfen hatte und mit dem man sie dann die Böschung wieder hinauszog. Inzwischen war die Feuerwehr alarmiert worden, die die völlig Erschöpste ins Elisabcth-Krankenhaus brachte, wo man feststellte, daß die Frau schon vorher den Versuch gcinacht hatte, sich die Pulsadern zu öffnen. Man sond bei ihr englische Ausweis- papier« auf den Namen Picta Louis Berger geb. Aruidsen, wohnhaft in Berlin, Passauer Straße 11. Danach scheint es sich um eine englische Staatsangehörige holländischer oder schwedischer Ab« kunst zu handeln. Aus eines ihrer Ausweispapiere hat!« sie in schlerhastem Eirglisch die Abschiedswort« geschrieben:„Ich bin sehr unglücklich und will nicht mehr leben, lebt alle wohl, Louis." Einbruch im„Grauen Kloster". Fünf wertvolle Gemälde gestohlen. In der Nacht zum Donnerstag hatten es Diebe auf die wertoolle G e m ä l d e s a m ni l u n g zu m Grauen Kloster in der Klostersteaß« abgesehen. Fünf wertvolle Gemälde, teure physikalische Experimentierapparate und kostbares Silberzeug sielen den Verbrechern in die Hiindc. Der Diebstahl wurde heute früh vom Pedell bei einem Rund- gang bemerkt. Die Tür des Amtszimmers des Direktors mar auf- gebrochen. Der Raum war völlig durchwühlt. Fünf Gemälde. die im Amtszimmer hingen, waren aus ihren Rahmen herausgeschnitten. Das wertvollste Stück ist ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert, das die„Madonna mit dem Kind" darstellt. Wie die weiter« polizeiliche Untersuchung ergab, waren die Diebe auch in die benachbarten Räume, den Cl>emie- und Physiksaal, eingedrungen. In aller Ruhe haben sie hier ihre Wahl getroffen und nur die wert- vollsten Gegenstände zusammengepackt. Kür die notleidenden Kriegsopfer! Auf der R e i ch s k o» f e r e n z des Reichsbundcs der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen, die im Landeshaus der Provinz Brandenburg unter starker Anteilnahme von Provinzvcrtretern stattfand, referierte der Bundcsnorsitzend« N o a über die allgemeine sozialpolitische Lage im Rahmen der Fürsorge für die Kriegsopfer. Mit starkem besrcmdendcn Bedauern bat der Reichsbund von den Beschlüssen des Ib. Reichstags- a u s j ch u s f e s zu den Abänderungen des Reichsversorgungs- geseßes und des Berfahrensgeseßes Kenntnis genommen. In letzter Stunde richte» die Vertreter von 500000 Kriegsopfern an die Ab- geordneten des Reichstages die dringende Mahnung, den vom 16. Reichsiogsausschuß dem Reichstag zur Annahme empfohlenen Gesctzesentwiirfen ihre Zustimmung zu versagen. Die geplanten Gesetze greisen in das seit 1922 wiederholt und erheblich verschlechterte Verfahren, so ungeheuer ein, daß schwerste Gesohrcn sich für die gesamten Kriegsopfer in Znkunst bei der Feststellung und Festsetzung der Renten im Verwaltungs- und Epriichverfahrcn ergeben. Die Einführung einer Sperrfrist und die Einschränkung des Rechtsmittels mit rückwirkender Kraft wird Zehntaufende von Kriegsopfern des Rechts der Nachprüfung der von den Verwaltungsbehördcir getroffenen Entscheidungen durch die Spruchinstanzen berauben. Gegen solche Maßnahmen wird schärfster Protest erhoben und erwartet, daß dieser Hinweis der größten deutschen Kriegsopserorganifation den Reichstag zur Ablehnung der Gesctzesentwürf« bewegen wird. In einer Resolution wurden diese Forderungen der Kriegsopfer zusammengefaßt. ««ovo Wohlfahrtskarten für„Altes Berlin." Um auch den zur Zeit Erwerbslosen und Minderbemittelten den Besuch der LAerlmer Sommerschau 19S0„Altes Berlin— Fundamente der Weltstadl' zu ermöglichen, har das Ausstellungz-, Messe- und Frcmdcnverkehrsamt der Stadt Berlin dem Landes- wohlfabrtsamt und dem Landesarbeitsamt insgesamt 20 000 Freikarten zur Verfügung gestellt. Die Vertei- Mörderisches Kriegsspiel. Oer wildgewordene Kleinbürgersohn in Mntgeuial. Der gestrige Verhandlungstag gehörte dem haupt- angeklagien aus Röntgenlal, dem Sknrmführer p a n k r a l und dem Truppführer köppner. P a n k r a t wußte, was er sich und seinem hohen Amt« schulde, er log mit Würde und scheute in seiner Furcht vor strafrechtlicher Verantwortung selbst nicht davor zurück, sich der Würdelosigkcit als Führer zu zeihen. Man hätte erwartet, daß wenigstens die wasch- echten Mitglieder des Röntgentaler Sturms nicht in der gleichen Weise in der Voruntersuchung die Kameraden belastet haben wür- den wie die mit den Nationalsozialisten bloß sympathisierenden Berliner. In Wirklichkeit aber hatte sogar der Truppführer K ö p p- n e r seinen Vorgesetzten Pankrnt dem Untersuchungsrichter ausge- liefert. Er habe auch ihn als Beteiligten benannt, weil er sich ge- sagt habe, wenn einige von den Kameraden verhaftet sind, s o mögen olle mit die Verantwortung tragen. In Wirklichkeit sei aber Pankrat nicht dabei gewesen. Allein aus der Psychologie dieses wildgewordenen Pennälers, der sich auf politische Indianerkriegspfade begeben hat, ist der Röntgentaler lleberfall wie auch sonst das mörderische K r i e g s s p i« l der nationalsozialistischen Sturmkolonncn zu verstehen. Der Angeklagte Pank- r a t besitzt die Reifeprüfung für die Obersekunda. Er war bis zu- letzt Bankbeamter bei der Deutsch-Amerikamschen Bank. In der Schule Mitglied des Iungdeutschlandbundes und des Deutschen Turnerbundes, gehört er feit 2'/! Iahren der nationalsozialistischen Bewegung an und war Sturmführer des Sturmes 20, umfassend Buch und Röntgentol. Am 5. Mörz traf Pankrat mit dem Acht-Uhr- Zug in Röntgentol ein und begab sich in das Lokal„Edelweiß", um als Sturniführer festzustellen, ob der Truppabend stattfinden würde. Käppner teilte ihm mit, daß Reichsbannerleute ihn gestellt hätten und er aus Berlin V e r st'ä r k u n g kommen lasse. Unterdessen waren die Berliner erschienen. Pankrat schloß die Versammlung, sagt« den Leuten, daß nichts passieren würde, man möge ruhig nach Hause gehen. Vorsitzender: Haben Sie denn gar nicht besprochen, in welcher Weise der Heimgang vor sich gehen sollte? Angeklagter: Nein. Das war Köppncrs Sache. Vorsitzender: Was war Ihr« Ab- ficht, wollten Sie mitgehen. Angeklagter: Nein. Die Berliner sollten die Bucher nach Hause begleiten, wir Röntgentaler wollten uns in unsere Wohnungen begeben. Dann änderte ich ober mein« Absicht und beschloß, Pähl, der ein krankes Bein hatte, nach Buch zu begleiten. Mit mir gingen Kukelinsky, Zionsky und Bahn. Unterwegs überholten wir Frank und Mcrgelsberg. Kurz vor der Ecke Trift- und Bahnhofstraße hörten wir plötzlich Signale, gleich darauf fielen 15 bis 20 Schüssie! Rufe wurden laut, dann wurde alles plötzlich still. Ich begab mich auf Umwegen mit meinen Kameraden weiter. Am 7. März traf Pauk rat Köppner in der Gau- geschäftsstelle, am selben Tage suchte er auch Marquardt auf. Man hat also Zeit gemig gehabt, sich zu verabreden. Auf alle Vor- Haltungen des Vorsitzenden bleibt Pankrat dabei, daß er an der Ecke Bahnhof-Schillerstraße überhaupt nicht ge- w e f e n sei. Gleich darauf wird er von Köppner Lügen gestraft. Der Angeklagte Köppner ist der erste Zeuge, der über den ersten Zusammenstoß mit dem Reichsbanner an dem Verhängnis-- vollen S. März zu berichten weiß. Er ist von der Untertertia ab- gegangen, war bis zuletzt am Telsgraphenbauamt angestellt und ist seit einem Jahre Mitglied der Nationalsozialistischen Partei. Am S. März befand«r sich in Begleitung von Wutke. Unruh und Pähl auf dem Wege zum Lokal„Edelweiß". In der Nähe des Lokals Meifel kamen ihnen zwei Reichsbannerleute entgegen. Es entstand ein heftiger Wortwechsel, in desien Verlauf Käppner mit dem Fuß gegen die Trommel des Reichsbannerniannes stieß. Der andere Reichsbannernian alarmierte etwa 15 Kameraden aus dem Lokal Meisel. Sie erschienen, angeblich mit Stahlruten. Gummiknüppeln. Messern und Trommelstöcken bewaffnet; Köppen hatte einen dicken Eichenstock als Waffe, Wutke-ine Stahlrut«. Man bewarf sich mit Schünpfworten, Köppner und seine Kameraden zogen sich zurück. Vorsitzender: Es wäre doch den 20 Reichsbannerleuten ein« leichte Sache gewesen, selbst bei Einsetzung Ihres Mutes, mit vieren fertig zu werden! Köppner glaubt« sich auch werter von Reichsbanner- leuten verfolgt und alarmiert« telephonisch vom Lokal Edelweiß aus die Kameraden im Lokal Franz, Wichertstraß«. Man brach auf. Im selben Augenblick, als man vom Lokal Edelweiß aufbrach, näherte sich aus einem Rade ein Reichsbannermann. Von diesem Reichsbannermann auf dem Rade hatte in der Voruntersuchung kein einziger der Nationalsozialisten überhaupt nur«ine Andeutung ge- macht. Köppner behauptet aber, gemeinsam mit Wutke und anderen Bucher Kameroden den Radfahrer verfolgt zu hoben; als er dann zum Lokal Edelweiß zurückgekommen sei, waren die Berliner schon fort. Er hörte Pfiffe, zwei bis drei Schüsse fielen und als dann 20 bis 30 Reichsbannerleut« aus dem Lokal Weisel herausstürzten, zog er sich mit seinem Trupp zurück und blieb de in Kampffeld die ganze Zeit über fern. Die nächste Sitzung findet am Sonnabend statt. luna erfolgtab Freitag, dem 18. dieses Monats, an die Erwerbslosen durch ihre zuständigen Arbeitsämter und an die von der sozialen Fürsorge Betreuten durch ihre zuständigen Wohl- fahrtsömter. Von der Äusftellungxleitung direkt werden solche Wohlfahrtskarten in keinem Falle ausgegeben. Die Karten be- rechtigen zum einmaligen Besuch der Auestellung an allen Tagen, auch an Sonn- und Feiertagen. Die Ausstellung„Altes Berlin" in allen sechs Funkturmhallen am Kaiserdamm ist noch bis zum 3. Aug ii st täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet. werden. Die Arbeit am Ausbau der Kaifer-Wilhelm, Straße in Lankwitz ist südlich des Teltowkanals wieder auf- genommen worden und macht gute Fortschritt«. 2�. Opfer einer Gasexplosion. Ganze Belegschaft in San Franziska getötet. San Franzisko, 17. Juli. In ein«« Tunnel der Het-Hctschi-Anlagen, die San giranziskv mit Wasser versorgen» ereignete sich eine Gasexplosion» bei der die ganze 21 Mann starke Belegschaft getötet wurde. Aicht nach Ferch! Gemeindelandungssteg für Ausflügler verboten. Eine sonderbare Geschichte wird aus einem beliebten Berliner Ausflugsziel, dem Dörfchen Ferch am äußersten Zipfel des Schwielowsees, berichtet. Wie täglich, so war auch gestern ein A u s f l u g s d a m p f« r der Reederei Nobiling mit über 100 Passagieren an Bord auf der Fahrt nach Ferch. Als dos Schiff dort am Gemeindelandungssteg anlegen und seine Fahr- gaste an Land setzen wollte, erschien auf dem Steg ein Mann, der sich als Gemeindevorsteher von Ferch ausgab und dos An-Land- Gehen verbot. Alles Verhandeln des Schiffs- fiichrers mit dem Manne blieb zunächst erfolglos. Erst, als der Kapitän sich mit den zuständigen Behörden in Verbindung gesetzt hotte, gelang es nach einer Stunde, die Fahrgäste abzusetzen. Bei der Rückfahrt nach Berlin am Abend wiederholte sich der Austritt. Es wurde den Fohrgästen nicht gestattet, von dem Steg aus den Dampfer zu betreten. Der unverständliche Porgang löst« natürlich unter den Passagieren eine begreifliche Erregung aus. Der Kapitän brachte den Dampfer an das andere Ufer und nahm von dort aus die Fahrgäste auf. Die Reederei hat bei dem Ober- Präsidenten in Potsdam wegen des Zwischenfalles Beschwerde ein- gelegt. Zur Zeit wird untersucht, wer der verkchrsfeindliche Mann eigentlich ist und was ihn zu seinem sonderboren Verhalten ver- anlaßt Hot. Verkehrsstraßen werden modernisiert. Aber Vorgärien verschwinven. Trotz des Sparprogramms der Stadt Berlin müssen noch in diesem Sommer einige Hauptverkehrsstraßen, die in besonders schlechtem Z u st a n d sind, erneuert werden. Zunächst wird wiederum ein Teil �er K a i s e x a 1 1« c umgebaut. Das Pflaster zwischen Kaiscrplotz und Waghäiiselerfiraße ist so schlecht, daß es ausgebessert werden muß. Hier werden, wie bereits auf einem anderen Teil der Kafferallee, zwei Fahr- dämme, getrennt durch ein« besondere Gleisanlage für die Straßenbahn, geschossen. Die noch vorhandenen Vorgärten werden allerdings wohl verschwinden müssen, damit die Dämme genügend verbreitert werden kömien. Ebenso wird in Kürze ein Teil der Mecklenburgischen Straße, zwischen der Schmargendorfer Brücke und der Breiten Straße, asphaltiert werden. Der andere Teil der Mecklenburgischen Straße, zwischen Brücke und Binger Straße, wird gleichzeitig mit dem Umbau der Schmargendorfer Brücke repariert. Während dos Bezirksamt Schöneberg die bereits früher beschlossene Modernisierung in der Innsbrucker Straße und in der Speyerer Straße zwischen Heil- bronner und Morlin-Luther-Straße Hai fallen lassen, wird die ver- kehrsreiche Tempelhos er Straße aus dem Stück zwischen Ebcrtstraße und Tempelhofer Weg nunmehr doch ausgebessert Aegerstudeuien in Berlin. Die Ortsgruppe Berlin der Welkjugeadliga empfing im Jugendheim des Ostens eine Reihe amerikanischer Gäste. barunter eine Anzahl Regerstudenlen. Räch den einleitenden Wölken des Borsitzenden Genossen Dr. Otto Reinemann, in ~ denen er belonle, daß die Welksugendliga für die Freiheit der unterdrückten Klassen und Rassen sich einsetzte, sprach der Reger Herberk W. King über die Regersrage in den Der. einigten Staaten. Er gehört zu der oerhältnismähig kleinen Schicht der intellektuellen Neger, die leidenschaftlich für die Fveiheit ihrer Stcnmnesbrüder kämpfen. Di« Mehrzahl der Neger ist in Nord- amerika noch nicht zum Bewußtsein ihrer Lage gek»innen, sie ver. richtet nur sozial wenig geachtete Arbeit und besitzt eine geringe Schulbiloung. Noch immer sucht die Mehrzahl der weißen Rasse in den Vereinigten Staaten zu verhindern, daß die Neger sich von der niedrigsten Kulturstufe erheben, und daß ihnen ökonomische und politische Rechte zuteil werden. Mit allen Mitteln wird gegen ge» sellschaftliche Gleichstellung gekämpft. Bekanntlich ist es in einigen Staaten z. B. für einen Weißen fast unmöglich, sich mit einem Neger auf der Straße zu zeigen, im Theater können die Neger nicht Sie Plätze neben den Weißen Sinnehmen und auch im Schlaf. wagen werden sie nicht geduldet. Trotzdem kommt es dem Redner nicht auf gesellschaftliche Gleichstellung an.' Er ist auch nicht dafür, daß die Zieger allmählich in der weißen Rasse ausgehen— bei 2 Proz., bei denen sich die typischen Rasseumertmate oerloren haben, soll dies schätzungsweise jährlich der Fall sein. In den letzten Iahreu hat sich in den Vereinigten Staaten ein„Interna tin. naler Versöhnungsbund" gebildet, dessen Mitglieder sowohl weifte wie Negerstudenten sind, und die dafür eintreten, daß sich die An- gehörigen der beiden Rassen kennen, besser verstehen und dadurch schätzen lernen. Mit Begeisterung nahmen die anwesenden Deutschen Kings Auf. fordern ng entgegen, allen Angehörigen der schwarzen Rasse mich ii, Deutschland mit derselben Hochachtung zn begegnen wie den Weißen, Cr stahl Bücher aus Leidenschaft. Wieder einmal, zum eisten Male, stand de? 3"111(Degirt Bernau). Um 14 Uhr Auf» marsch der Ortsvercin« gegen die natiocm'soilialistischen Ileberfölle in Ziön'gcn» tal. Eintvffcn Bahnhof Röntgental um 13 1!> Uhr. Pflichtocranstol'ung. Ladeburg und Börnik treten um 13 Uhr bei Modisch, Bernau, an. Bernau. Um 13 Uhr Antreten der Kameraden in Banncrklcidung mit Fahnen und Musik bei Modisch gnr Fahrt nach Röntgental. Pflichtvcranstattung. Kameradschaft Zepernick- Röntgental. Antreten aller Kameraden um 14 Uhr in. Lokal Meinet. Mitte. Autofahrt nach Königsberg. Abfahrt S Uhr Neuer Markt. Wedding lOrtsverein). PNichtveranstaltun« Rönigcntgl. Treffpunkt des Cpielmanns. zuges u»d aktiver Kameraden 13 Uhr Bahnhof Gesundbrunnen. Die Block» sührer laden befondcrs ein. Prenzlauer Berg. Pflichtveranstaltnng in Röntgen- tal. Antreten um 14 Uhr Bahuhof Röntgental.. Iuugbanner. Um 12W Uhr An- treten Bahnhof Prenglancr Alle-. Fahrt nach Röntgental ftzugcndfahrlchriu). Fricdrichzhain lOrtsocrcin). Piinktlich ä Uhr Kilstriner Platz. Auwiahrt packt Königsberg. Meldungen, die bis Freitag. 15 Uhr, nicht beim Kafftercr erfolgt sind, sind-wccklos, Lichtenberg(Ottsvercin). Antreten ,'>4> Uhr Bahnhof Fried. richsfelbe-Ost mit Tambourkorps»nd Fahnen zur Autofahrt nach Kön'gsberg in dcr Neumark. Abfahrt piinktlich 6 Uhr. All: aktiven Kameraden beteiligen sich restlos an dieser Pflichtvcranstaltung des Kreises Osten. Weikenfec fOris» verein). Um 1214 Uhr Antreten sämtlicher aktiven Kameraden an der Spitze zur Mitroirkung an der Demonstration in Röntgental. Rcinickendars fOrtZ. verein). Antreten um 14 Uhr Bahnhof Rönfgcntal. Treffpunkt 13'.i Uhr Bahnhof Gefundbrunnen. Strecke Berna». Pfichtoeranstaltung des Kreises Norden. Kermsdorf fKamcradschaft). Abfahrt Bahnhof Selmsdorf 12.55 Uhr nach Röntgental. Reinickendorf. West. Bilichtveranstaltunq Nöntgcnial. An. treten um 12% Uhr Verkehr-lokal. Abfahrt>3,05 Uhr Bahnhof Eichbornstrahl. — Zcmpclho!. Freitag,. 18. Intl. 20 Uhr. bei Rommeren!ng, Kam-rckdschchfw. sitzung.— Kameradschaft Lichtenrade 20 Ubr,, bei Rvhrmonn.-»rrnzbrrg faug). Die Für Sönnabrtid. Ig.. Und Sonilia-r. 20. Juli, g-plonten Fahr'en sollen aus.— Pgnlöo lOrtsvlreiif). Sonnckbend. 19. Julie iL i Uhr. Antreten Bahnhof Pankow.Schönhauf'cn.zur Fahrt nach Röntgental. Pflichtvergnftaltung. Reichskartell Republik. Sportplatz Zricbrichsfeld«. Sonnabend. Ig. Juli, ab IS Uhr, Arbeitsdienst. Sonntag. 20. Juli, ab g Uhr, Ucbungsfchicßen oller augefchlossene» Bcreinc. Giufchießen zum Manirschasts- und EinzclschieKen am Sonntag, dem 27. Juli. � MMN � fr* Weine und Spirituosen FlascHamvcIne u. Splri*uo*en einschl. Glas sr Obst und Gemüse Ä Stachelbeeren PW. 0-40 n Blaubeeren..............Pick O.SO s. Aleionert-..pick. 0.S8 v Zitronen Dt», an 0.09... Wirsingkohl............. fii 0.09 c r Dicke Bohnen........... PW. O.SO fü IVeij&feoW z kZA 0.S2 ä- hlökren- 3 Pfd. O.SS j-> Neue Kartoffeln......... Pfd. 0.83 i Kolonialwaren ü Einmach ezucker(PiaH«o.. pid 0.34£ Weizenmehl 000........ Pfd. 0.22 f- Hartweizengrieß........ Pfd 0.82£ Kartoffelmehl............ Pfi 0.43 Bruchreis................ pw 0.49 Vanille-, Mcm-w-FWckt»*..... pfi. 0.49 Bote Drutze............ Pfd. 0.60 Kortnthen............... Pfd. 0.00 L" 0.48 Lt> 0.23 Lt, 0.83 s2 u. 4.23 | l* 1.30 | Lf- 4.00 Ltr. 4.40 L*- 4.20 Lt.. 4.90 Frankfurter Apfelwein Johannisheerwein..... Edenkohener.......... Liebfraumilch......... Nierst einer............ Tarragona............ Scz mos................ �lalaga............... Douro Portwein...... 1928er Nitteler Leüerchen Fi 4.43 V 1928er Wintringer........ n 4.20 ß 1928er U erziger Pichter.-Fi 4.30 ,V 1929er Ungsteiner Rot... n 0.90 i 19128er Medac............ fl 4.00 Alter Korn........... tLtr.-Fi 4.00 S; Weinbrand-Verschnitt."4 fi 3.23£ Cherry Brandy.......'in 3.30 Kaffee Santos II......... m 2.90 B Himbeer..Kirsch-.Ziir.-Saftn4.00 D "----" Konsum-SUSze m 0.52| tz?; Delikatessen Dw. Fischmarinaden....Dt, 0.23 Sardellen................ ct. 0.30 Sardinen Frm*),...d. 4.00 l'j, Makrelen............. tu. 4.40 Tjy Krabben'...... tu<.*«.» ,» 0.43 m Craeb Maet a<*- KOn)..ru. 2.23 ' Langusten............. tu. 2.28 Mayonnaise..gl«.,» 0.33 Tafelöl...... ll B.ea n an 0.23 'mich'.:, r-''- öcklä' Z': Oeftilget und Wild Hühner««h-............ Pfd-«» 0,33 Enten ff**.............. Pfd. 0.90 Junge Oderhr. Gänse-..Pfd a» 0�8 Hühner-Frikasse..... Pfd. 4.40 Brathühner i�nsu... pfd a» 4.20 r'* RehbUitterPid4.03,Ragout0.28 ui «w s s 4�2 Bcrl. Mettwurst 4.00 Schweinebacken pm. 0.83 Pfirsiche....... Pfd. an 0.4S Bienen Mushauiur..Pfd. o,38 Pfiaumen Mau? Pfd. 0.28 Sirudeläpfel..... Pfd. 0.30 Johannisbeeren pid 0.43 Erfrischung« 0.80 Evdbeer- Konfitüre n oder Hins beer...••.ea I-PftL-Glas VeSr® Zweifrucht'Marmet.„ od«* Vicrfmcht.. ca. 2-Ptd-Eimer V.Sfb Im Verkauf skeüer; Propaganda' vovfitheungon m-Kaelproiton Fische u Räucherwaren blllSgsie Tagespeeise !W t-i tOurstuiaren Fleischwurst............. Pfd. Dampf wurst............. pw Schinkenecken........... Pid Jagdwurst............... Pid Mettwurst Brounwhuafger Art ,Pld Filetwurst................ PrA Zeruelatwurst u. Salami pm. Zervelatwurst i. Fettdarm PM Feine Leberwurst........ Pid nv rit'j � Butter und Käse Molksreibutter.......... Pid. Tafelbutter.............. Pid. Dänische Butter......... Pid. Margarine od-Pflanzenfett Pid. Romadour rai.......... 2 Stck. Ldsiter voiiirtt............1 Pfd. Edamer eotz, rchlrr Holländer,, Ptd. SteinbuscheroUfM arte Holm Pfd. F innischer Schweizer voiuait Pfd ■.ji.; i«r vjLr. äd. i. fr:"-"tT-T.■■:*? Konfitüren Argenta-Schok. Hmirm. motr. tu Saure Drops............. pw Pfefferminz Moruiim BmJi..Pid Haushaltkakao.......... Pid. Gelee-Mischung.......... Pid Pfefferminz-Fondant..... pw Fruchtwaffeln............ Pick. Herrenkringel........... Pid Gebrannte Mandeln..... Pid. mmmzxmmmiäimrnümm Bacfc'coren Diu. Plundergebäck..... Stck. 0.40 Diu. Blätterteig.......... suk 0.43 Pfannkuchen Anana,...... stck 0.20 Diu. Blechkuchen........ stri. 0.30 Königskuchen........ Stck.«30 4.00 Stollen................... Stck. 4.00 5»S 0.93 0.9S 0.98 4.43 4.23 4.68 4.63 4.83 4.49 4.36 s 4.66 i 4.36 i 0.30 0.23 � 0.88' 0.93 4.40 4.33 Zigarren•'•""ISS 0.40 Kissii'IvhuneS Wolf f zu Gr iginaSpr eisen i i) -M Suppin- Hflhner (riscn geschlactit. Plund ab 1.16 uioiga- HOiraer Pfund ab. 0.76 svst UNS neue Kamin- � o.ZS uieiuoni.... t pfmxi o.i 2 WflHOÜI... Pfand 0.09 BorKan. suck»d 0«1 0 saiai.....* Kopf 0.15 sauerklrsctien.«Pfand 0,35 �oloniolfooren Pfund Poddlngpulver � pw--- 0.40 Eispuiuer�..Pfa°d 0.30 BachoDst.... 0.58 ftpielrlnoe....... 0.65 Kanotteimeiii..»«n-. 0.18 Bruchreis..... 0.19 ZUCkEr(Hot und Pljtton) Pfd. 0.34 Zucker... Phnd 0.29 Harioriefl..t____ 0.32 Geinaze Jonannisheerefl. Siacheiheeren Tomaten..... Tomaten Preise nur Preitag und Sonnabend/ Verkauf sowa« Verrat/ Mengenabgabe vorbehalten rall* nirsiche .. pm. 0.15 Pfand 0.10 a Pfd. 0.25 .Pfd. 0.30 . PH. 0.44 Pfand 0.45 Weine u. Fruchtsäfte'� rnieiooisuerU/siOmm 0.95 Apleiwein h.rb 0.50 Z tronenraost 1.30 JonannisbsBrwein. 0.80 Orangeade unaeiirw.... 2.30 HlmDeer-,Kir8chsanur.i.65| Bonnenkattee Rösterei.... e,pT.b2.10 Schweinebauch, a Betlage 0.96 Schwelneschtoken... 1.10 Schwalneschuiterblatt. 1.10 Schweinekotelett.. ab 1.38 KaOler......... 1.30 Kalbakamm....... 0.78 Kalbsbug ood.-Brust.. 0.88 Kalbskeule'....... 0.98 Hammelvorderflelsch. 1M8 Schmorfleisch...... 1.34 Suppenfleisch.... ab 0.78 Eisbein m.SpilxbelniitpikiU 0.06 Rlndcrherxen frisch... 0.58 Cuter frisch........ 0.28 Rinderbacke frisch.,. 0.54 Rlnderlungen frisch... 0.34 ROckcnfett bralfert�.... 0.78 Qefr.- Hammelfleisch ab 0.88 Eilige Bentellimgea— mflndüche, gchriltliche und teleionische werden darch die Lebensmltlel-Bestellannahme angenommen und wnnschgemäB ansgeiübrt! 2BttrftfDoreti Ulestl.(Morst P�d 0.75 Berliner meiiwurst m 0.95 SP6CK fetter.... Pfand 0.95 oampiwursi. � 0.96 niel!lVUrStBr»1.Khw.Ar.Pfd.0.95 SPGCk nuger Pfand 1.30 Teewurst..... Pfand 1.60 Salami und zemt Pfand 1.65 Rüueyerkvorsn P,d Seelachs...... 0.38 Rolöars........ 0.45 Dorsch...... Pfand 0.38 Oelsardlnen 0.25 Küfe und Kette Stangenkäse. 0.36 Camemhert v<>u!e>f.z«b.cbt-i 0.1 5 Tlisiter �..tf.0.78 Bapr. schweizer pwnd 1.38 Emmenihaier..�.0.» 0.45 ntoikerei-Buner. Pfand 1.56 firashutter. �1.66 Dänische Butter ,ei...e 1.76 Her Irische... 10 Stück 0.7 5 uiocnenend-iLSportkonseruen in großer Auswahl 3 EXTRA BILLIGE 95 LÄMLSlSo.« SÄiKÄ?.0.95 CElEBMTAfilES OberschalkemaeU* A SO 2 Blockstücke A ÄO wBlaBBw I iK. VaB B ca. SSO S, Riceel..... Va90.VarreUler Seite, h ca. 350 g VsVV9 4stek.ToilettenseiieA AB im CeUopta an beutet.... VVsWe# 4 StQck gute Döring- A AB Eulense iis..... 3 Salmiak-Terpentin- 4h VA r-r.SeUcnpolver n Stwci Vs# V Theater, Lichtspiele usw. Staats-Theater geschlossen I Abonnements- Anmeldungen mr fliüSpiBizsi! i sso-3i ffleuina sn l. Ssv'smdef» Werden auch wihrond der Theatarferien enfgegengenonrimer. a) für die Staatsoper und da» StaatL Schauspielhaus vomAbonnements- büro, Berlin W56, Ober- wallstr. 22.— Fernspr. Merkur 9024 b) für das Staat,!. Schillertheater vom Abonne- mentsbüm-Berl i n-Char- tottenburg, Grolman- straße 7V.— Fernspr. SteinpL 671?. Theater I. d. Betirenstr. 53-54 »"/J U A4 Znntrum 926-927»>1- U Mein Vetter Eduard Schwank in Z Akten mit ,i i i Ralph Arthur Roberts.—- „Das Rost'Tktaur bat\ stä mit dUstr Auffüb' ruMff der„ AatürtH Stdt" | für ditstH Sommtr an I dir Spitts drr Berfinrr j Tbtatrr gssttfft" | j* utnitt äir_ VPrüstaät~ vom 7, Jud, t-. ■"V> L>& ■'*'#»4,-'fb.r-T''' Paoi Raaa»i» KompaaniatlUirar| „Die andere Seite" ▼ob Xh.rltf Tt«Uek 8" ühr, ab«r Bar, Book bta Sonctag, 4. SO. J»li. OMontaoüt'i Jullfa InnMthMtar ▼aill*««■ elsateaiert JlaöistaaiiB als Enieher" Komödi* ron Ott« Era«! Auf tforMrlonbOhn«, Ufal. 6» U. (SonnUot 6® Uhr) X>m Bombenprogramm [««WIlHRoaenai. nao.i, & Verliebte Leute" Oncretta tob K•.■• k B. In d«B HBoptroiloo; Oitter», Hofar,Kir»toB«.Pyrmont. Mlileh. Ktnlich, Muth. Hin« Rsu and Rioktor-Wauor. | BUl»ttU«B«!AJo*. 3422 0.3494. Gr. FrfmkfnTtw Str. 182 Rose-Theater j 3 Brodwins, Anna Wümch, Salomo C.iih«rt und Franch, Swnnson und Bredow u»w. Saimabtod und Sonntod fr t Vortfeilnngen 4 Uhr und&-»— 4 Uhr kleine Preise- Das führende Variete ÖfeuroPffiß3 FoiüsaiUine Tlmtn M Mlowplatr, Uhr Der frBhlidie Weinberg Unstsp. in 3 Akten To brl Zodunfir Ssgii: B. S. Kint«. Deotsdies Tiieatn 0 1 WüMeidaiüin 5201 8 Uhr Phaea von Fritr v. Unruh Reg2 Max Reinhard) Kolik; FiMridBiUoxlcr. EOnrnbiHcr Inst fdlilo. Die Komödie |1 Bismclt24!4/751» B«,b Uhr Wu werte idi reidi und glüddidi? Ein llonn is II lUailoogos no Mi ludiinua. Buik n> Wido Spelionh hg1«: Eridi Easd lOhnenbilder Ulfa ig kdoo; BO Lessing- Theater Vdfauiuuo 2797>. Otts Täglich 81� Uhr Der Faun r», Uv. bofalaodi. Pnl HndoH. Höh. nnini. Rarol. Groftuinskr. Frwlot. FWtar, Kanton. Iii. Tlieater 1 WA Täglich B'/o Uhr: Das Land des Lücbelns Franz Lehars Sensationserfolj! dorn Isens opar BVaUhr Paulüeldeniani) in- Di« Prau ohne Kuss Kollo-Operette mit Grit Haid. Renaissauee- Theater 9 Uhr Steinplatz 678». Htiit« ond illiMidi da Vunder-Bar RevuestUck Berliner Prater SooiBirgaiienUitmter Kastanienallee 7—9 4 Uhr Grosses Gaitenteerl 6 Uhr Eine entzückende Burleske sowie der auserwählte Varletd-TeiL 8.15 Uhr Gostl Beer, Gretl Lilien, Alex Naher. Erwin Härtung in Dax Drei« mlderlhaus Singspiel in 3 Akten Musik nach Franz Schubert. Eintrittspreis von SO M«. an. mat.ainBoiai.Tor Kottbusser Str.& rjgl. XV» Wiederauf- treten der Ellle- SSnüer mit Schorscb Ruselli. Grosses �»dsdjojir�rtjrajm!� Metropol-Tfi. Täglich 8Vj Ühr VlebSBl Bohnfu mit Dir allein... Lf! 901 UE9 WIUS? N oo r ross-Barflg Mwmndwi plat» Relehshallen-Theater I 8| Uhr G a s i* p i e I Drasdner Ulciopia-sanger (mr bis II.JbII) ZsnMio 112 63 DAuboG- Brettl: (Herrlicher, kühler Garten) VarlclA— Konzert— Toaz Für Mc vielen Beweise Herzlicher Teilnahme bei der Trauerfeier meiner lieben Fron unb Mutter sagen wir allen Beteiligten unseren herzlichsten DanE. Alfred Anklum nebst Lohn. NculSlln. ZLeisestroß« S4. e» Somr-Wolinung mit und ohne KUch Bodiwald' Gnmdsiildi „WalderfrJeden" bei Fredersdorf fOsthahn) VorortzugbisfytershagenZSMin.zu Fufi ,„ Fredersdorf 40.„ Züge 12» u 16" ab Schles. Bhf. haben In Fredersdorf Pottaoto- Ansctaluü Ms Lustige Sieben"(20 Pf.i 9 Minuten bis Grundstück Kolonie Neu- Vogelsdprl, SchillerstraBe ond MemeterStraBeEckt Adolph Hotimann. Verkäufe Tepplchfaal Bertrauenssachr. Rur Lualitiitateppiche haben meinen 46iahri- gen Annd-nkrii, vergrSHert. Einige Beispiel«: Douci« mit ssestrückc», 300 x 200. 4Z Maid. Lmvrna. 300 x 200. 43.— Marl. Belvetpwich. 3,60x230. 88- Mark. 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Ailttäg« der Genossen müssen ipateften» dt» zuw 22 Juli o«!m Varftand eingegangen find. vor Voretoock. G. Z> or-er. G Pfeiffer. de« Gewinn««' oder des G«sawtbelrag?« der] I'rsatckaase, die sich über das gesamt« Eeich erstreckt, surbt einen ticschlUlsNIlirer. Es wird gonau« Konntoi« der gesztilichen Vorsobriften vorausgesetzt, daneben aber auch orgenisatorisches Talent und all« sonstigen Fähigkeiten, die für die erfolgreiche Leitung eines solchen Unternehmens mit zahlreichen Beamten erforderlich sind. Angebote unter H. 2M60 befördert. Kndolf Moese. Berlin SW IOO. Automaien-Einrichter (Or Ilasse-Automaten, gelernter Werkzeugmacher gesucht.— Zeugnisabschriften unter K. 3(1, Hauptexpediüon des.Vorwärts". Nr. ZAil» 47. Jahrgang 2. Freiiag, ilS. Iuli ily30 Auch Autobetrieb für Reichsbahn. „Mitmachen" ist die beste Verteidigung.— Eine Zufchrist. Aus verkchrspolitilch interessieren burger- lichen Kreisen erhallen wir folgende Zuschrift: Während vor einem halben Menschenalter das Fahrrad das ideale Beförderungsmittel des Mittelstandes zu werden versprach, tritt es schon seit einem Jahrzehnt langsam in den Hintergrund und macht dem Motorrad und dem Auto Platz. Beide sind gegenwärtig die volkstümlichsten Berkehrsmittel. Ihre Eni- wicklung— namentlich die des Kraftwagens— für Handel und Verkehr ist gar nicht abzusehen, sobald erst besondere Auto- straßen bestehen. Am meisten werden das die Eisenbahnen jeder Art, die Voll-, Neben-, Klein- und Straßenbahnen«mpsinden. Die durch Verkehrsrückgäng« schon entstandenen und noch ent- stehenden Ausfälle in der Beförderungsziffer und den Ein- nahmen reden eine zu deutliche Sprach«, sie lassen sich auch nicht aufhalten durch tarifliche oder gesetzgeberische Maßnahmen. Wie vor efwa einem Jahrhundert die Eisenbahn die Postkutsche und dg� Frachtwagen der Landstraße entbehrlich machte, so wird jene zwar langsam aber sicher als Verkehrsmittel gegen den Kraftwogen zurücktreten müssen, wenn sie nicht Mittel und Wege findet, sich der neuen Beförderungsart anzugleichen. Für die deutsche Reichsbahn, deren Verkehr durch den Kraftwagen bereits so stark angenagt ist, daß sie sich zu Betriebs- cinschränkungen genötigt sieht, ist das bei ihrer ungeheuren Aus- dehnung und den ihr zur Verfügung stehenden Machtmitteln nicht besonders schwierig. Die Alindereinnahme durch Tariferhöhungen auszugleichen, heißt den Teufel mit Beelzebub austreiben, durch Tarifverschiebungen den Interessenten entgegen- zukommen, wird wirkungslos bleiben, da man die Erleichterungen annehmen, den Erschwerungen aus dem Wege gehen wird. Es gibt nur ein Mittel, die Berkehrsabwanderung aufzuhalten, und das heißt: Mitmachen! Die Reichsbahn muß, wo es die Konkurrenz und die Verhältnisse erfordern, zum Autobetrieb übergehen oder einen kombinierten Bahn- und Autobetrieb einführen. Eigener Personenkraflvcrkehr. Ob sie sich dabei eigener Kraftwagen oder der Wagen be- stehender Gesellschaften bedienen will, ist eine Frag« von sekundärer Bedeutung. Auf Konturrenzstrecken im Nahverkehr gewinnt die Reichsbahn ohne Zweifel einen Vorsprung, wenn sie ihren Fahrkarten, die natürlich dem Kraftwogentarif anzupassen sind, für die ganze oder für Teilstrecken wahlweis« Gültig- keit(für Eisenbahn oder Kraftwagen) gibt. Die Vergünstigung ist empfehlenswert zwischen Stationen namentlich mit großem Ausflugsverkehr, selbst wenn die eine oder andere Strecke(Eisenbahn- strecke oder bahneigene Autobuslinie) einen— natürlich nicht zu großen— Umweg bedeuten sollte; sie wird bestimmt zur Belebung des Verkehrs und zur Einschränkung des Privatbetriebes sichren. Um eine Abbröckelung des Verkehrs zu oerhindern, ist es rat- sam, auf allen Reichsbahnstationen, in deren näherer oder weiterer Umgebung sich viel besuchte Aussichtspunkte befinden. A u t o a u s- fl u g s wa g e n einzustellen, für die Fahrkarten schon bei den Reiseantrittsstationcn— also durchgehende Fahrkarten— erhältlich sind. Wo Autobüsfcrnlinien einer Konkurrenzgesellschaft zwischen mehreren Reichsbahnstationen bestehen, kann die Reichs- bahn der Berkehrsabwanderung wiederum durch einen eigenen Autobusbetrieb mit Fahrkarlen für wahlweise Benutzung der Bahn und des Autobus begegnen. Reickzsbahti eigener Gükerkraflverkehr. Der Verkehrsrückgäng bei der Reichsbahn betrifft jedoch nicht allein den Personenverkehr, er zeigt sich auch sehr stark beim Stückgutverkehr auf Entfernungen bis zu IM Kilometer und beim Ladungsverkehr sogar auf Entfernungen bis 200 Kilometer und darüber. Hier Ist es weniger die gewerbsmäßige Konkurrenz als der Privatbetrieb selbst, der der. Reichsbahn Abbruch tut. Fast jedes Großgeschäft in Rohmaterialien, Fertig- und Halb- fertiowaren, Brauereien, Brennereien, Margarinesabrikcn usw. be- dienen die auswärtige Kundschaft mit eigenen Kraftwagen. Diesen nicht unbedeutenden Vcrkel>r zur Reichsbahn z u r Ü ck z u- leiten, wird schwierig sein, da mit der Beförderung in eigenen Kraftwagen eine gewisse Reklame beabsichtigt ist. Außerdem hat die Beförderung in eigenen Kraftwagen den außerordentlich großen Vorzug, daß die Ware von Haus zu Haus befördert, an Ladekosten dadurch erheblich gespart und das Gut mehr als sonst geschont wird. Die Beförderung von Klcinstikfgut vom Absender bis zum Empsänger in bahneigencn Lastkraftwagen bietet für die Reichs- bahn kaum Schwierigkeiten, dagegen wird sie das schwerere Einzel- und Ladungsgut nur bei weitestem Entgegenkommen zurückge- winnen, sei es, daß sie bahneigene Lastkraftwagen den Verfrachtern zwecks Beladung und nach durchgeführtem Transport den Empfän- gern zur Entladung vor die Tür stellt, sei es, daß sie Traktoren bereithält, um die beladenen Anhänger vom Versender abzuholen und zur Eisenbahn zu schaffen und später auf der Ankunftsstation dem Empsänger wieder vor das Haus zu setzen. Daß die Reichsbahn in verkehrsarmen Gebieten dazu über- gehen muß, aus kulturellen Rücksichten gebaute Eisenbahnlinien in Kraftwagenflrecken umzuwandeln, ist lediglich eine Frage der Zeit. Kr— r. - Mansseld arbeitet wieber. Staatshilfen und Lohnsenkung. Im Mansfeldbezirk wird voraussichtlich schon heute die Arbeit wieder ausgenommen. Es sind durch di« Initiative des Reiches Vereinbarungen zwischen Gewertschaflen und Mansfeldverwaltung einerseits sowie den Staatsbehörden und der Mansfeldverwaltung andererseits zustande gekommen, die«ine Senkung des Lohn- spiegels um durchschnittlich S!4 Proz. statt der geforderten 15 Proz. vorsehen und eine öffentliche Subventionic- run g der Kupferbetriebe von Mansfeld, zunächst bis zum 31. Dezember dieses Jahres im Gesamtbetrag« von 330 000 Mark nionatlich(nicht 500 000 Mark, wie es anfangs hieß). Die Mans- feld A.-G. bringt ihre sämtlichen zur Kupfererzcugung gehörenden Betriebe in«ine besonder« Gesellschaft ein, deren-Kostcn und Renta- bilitätsentwicklung fortlaufend geprüft wird. Als Bedingung stir die Gewährung der öffentlichen Zuschüsse ist insbesondere»o» Preußen ein« sehr gründliche, sofort beginnend« Prüfung der Bitriebs- und Koftenverhältnijse gefordert worden. Arbeitskämpfe in kritischen Zeiten teilweise durch Gewährung von Subventionen beeinflussen und beendigen ist regelwidrig und nicht unbedenklich Das muß auch vom Standpunkt der Arbeiterschaft ausgesprochen werden. Es muh auch gcsagt werden, daß die jetzt gefundene Regelung keine Dauerregel nng sein kann, denn mit Subventionen darf auf die Dauer kein Gewerbe- zweig rentabel gehalten werden. Das gilt um so mehr, als gerade Mansfeld bei einigermaßen normaler Knpferpreisentwicklung kaum Aussicht hat, die Kupferbetriebe aus eigenen Kräften rentabel zu machen. Grundsätzlich muß also angestrebt werden, in abseh- barer Zeit, wenn die Kupferbeiriebe ein rentables Arbeiten durch die Entwicklung der Kupfer-, Silber-, Zink- und sonstige Neben- produktenpreise nicht mehr erwarten lassen, für die 13 000 Deschäs- tigten in den Kupferbetriebcn andere Arbeitsmöglichkciten zu fchaffen. Um so näher lag es, daß im gegenwärtigen Augen- blick Reich und Preußen, Gewerkschaften und Mansfeldverwaltung darauf bedacht waren, besonders nachdem von neuem die Kupfer- preise absanken, einen Ausweg aus der bestehenden Lage zu finden. Die Gewährung von Subventionen ist besonders deshalb hier nicht sinnlos, weil der jährliche Subvenlionsbetrog von nach nfcht<5 Millronen Mark kaum mehr als ein Drittel der beim Stilliegen zu zahlenden Unterstützungen ausmacht, so daß die Sub- vention in einem gewissen Sinne als produktiv angesehen werden kann. Auf der anderen Seite hat die Arbeiterschaft selbst und aus «igcnem Entschluß ein sehr weitgehendes Opfer gebracht und damit auch ein besonderes Verständnis sowohl für die öffentliche Hilfs- aktion als auch für die i»euerdings erschwert« Preislag« bewiesen. Diese Opfer des Staates und der Arbeiterschast machen die schärfst- öffentliche Kontrolle der Mansfeldschen Be- triebe zu einer selbstverständlichen Pflicht. Wir hoben schon bisher den Eindruck, daß, wenn man den Iahreswert der Subventionen und der Lohnsenkung auf 7,8 Millionen Mark anninimt, damit schon des Guten zuviel getan ist. Dies« 7.8 Millionen Mark ent- sprechen pro englisches Pfund Kupfer bei der Subvention durch Staat und Arbeiterschaft einem Betrage von ö,i Cents, so daß die Vtansfeld A.-G. beim jetzigen Prcig von 11,8 Cents praktisch 17,2 Cents Kosten gedeckt bekommt. Wir haben aber schon einmal festgestellt, daß bei Mansseld der Kostcnausgleich mit lüpa bis iß Cents, genau mit Cents bis so-ch vor etwa 4 Wochen erreicht werden konnte. Steuer« und Frachthilfen sollen noch hinzukommen. Es sieht also jetzt schon so- aus, al«i ab durch Lohnsenkungen und öffentliche Hilfen den Kupferbetrieben der Mansfeld A.-G. über den Ko st enau's gleich hinaus Ge- winne gezahlt würden. Das wäre natürlich eine absolute Unmöglichkeit. Außerdem ist zu beachten, daß der Monsfeld-Kon- zern jetzt die eigentlichen gewinnbringenden Betriebe gesondert oerwaltet, so daß die Gefahr besteht, daß alle Verluste aus der Kupfererzcugung von fremden Schultern getragen und die Gewinnbetriebe überhaupt nichts zu den Verlusten bei- tragen. Auch das wäre natürlich eine Unmöglichkeit. An diesen beiden Punkten hat die Kontrolle besonders ein- zusetzen« Die Kapitalflucht blüht. Reichsbank gibt Devisen ab. Rückfluß von AuSlandtztrediten. In der Woche zum 15. Juli ist die Tätigkeit der Reichsbant im allgemeine» weiter z u r ü ck ge gä'n g e n. Die Wechselbeftänd« sanken um 116,2 auf 1486,0 Millionen, oie Lombarddarlehen nahmen — weniger stark als sonst— um 14,4 auf 70,2 Millionen zu. Insbesondere öffentliche Stelle» zahlten auf dem zinsfreie» Girokonto neu ein, das sich um 45,7 aus 426,7 Millionen crhöhie. Im Reichsbankbcrlcht ist ober eins bemerkenswert, nämlich di« Abnahme des B e st a n d e s an deckungsfähigen Devisen um flieht weniger als um 238,9 Millionen auf 183,9 Millionen Mark. Der Dcckungsdevisenbestand ist also in einer Woche um fast 60 Proz. zurückgegangen. Ganz zweifellos eine sehr auffallende Erscheinung. Währung S politisch ist sie gänzlich unbedenklich, denn die Gold- und Devisendeckung der umlaufenden Rcichsbanknoten(4186,9 Millionen Mark) bleibt mit 66,9 Proz. gegen 67,7 Proz. in der Vorwoche enorm hoch. Es gibt auch natürliche Gründe für diesen Rückgang der Devisen- bestände. Einmal Hot das Reich zum 15. Juli 150 Millionen Reparationen abzuführen gehabt, die zum größten Teil aus dem— früher freilich schon durch Deviseneinnahmen des Reiches aufgc- füllten— Devisenkonto der Reichsbank genommen wurden. �Ein anderer Teil der Devisenakslüffe erklärt sich aus Kreditrückzahlungen deutscher Banken an dos Ausland, bzw. ausländischen Kreditkündigungen, nachdem oie deutschen Banken bei einem deutschen Privatdiskantsag von 3'/« Proz. an ausländischen Krediten nicht sonderlich viel verdienen können und auch dos Aus- land an der Verleihung noch Deutfchlond kein besonderes Interesse hat, da die Zinsspanne ziemlich gering geworden ist. Aber es muß sehr beachtet werden, daß, wie uns aus Bank- kreisen berichtet wird, gegenwärtig eine besondere Hoch- konjunktur für Steuer- und Kapitalflucht besteht, daß also dos staolstreu« deutsche Bürgertum ßer Steuerpolitik der Brüning-Regierung mit dem glatten Finanzverrat antwortet. Auch diese Kapitatexporte zu Steuerfluchtszwecken kosten natürlich Devisen. Günstige Erniefchähungen. Die ersten Schätzungen über den Ausfall der Ernte lauten günstig. Bei Winterroggcn wird für Preußen im Durchschnitt ein Hektarertrag von 18,1 gegen 17,2 Doppelzentner im Vorjahr erwartet und eine Steigerung des Körnerertrages vo» 6,05 auf 6,3 Millionen Tonnen. Di« Anbaufläche des Winterweizens würde um 13.2 Proz. vermehrt; die Hettarjchätzung lautet auf 22,6 gegen 21,8 Doppelzentner im Vorjahr, so daß sich für Winter- weizen eine Steigerung der Erntemenge von 1,77 auf 2,08 Mil- lionen Tonnen ergäbe. Die um 14,7 Proz. erweiterte Anbaufläche für Wintergerste soll einen Hektarertrag von 23,7 gegen 21 Doppelzentner im Vorjahr bringen, so daß die Ernte an Winter- gcrste von 0,26 auf 0,33 Millionen Tonnen steigen würde. Ernte- Minderungen ergeben sich vor allem beim Hafer(Rückgang des Hektarertrages von 21,6 auf 18,3 Doppclzentner). Ebenso erwartet man bei Sommergerste einen Rückgang der Ernte um mehr als 15 Proz. Wie Silverberg hamstert. Verfünffachte Leistung der Vraunkohlenarbeitcr feit TSIZ. Als vor einigen Tagen die knappen ersten Abschlußzifsern der Rheinischen A.-G. für Braunkohlenbergbau und Brikettsabrikation herauskamen, konnte man nur ahnen,' welche Riesen- gewinne diese Domäne Silverbergs im Jahre 1929 erzielt haben muß. Der jetzt vorliegende Geschäftsbericht hat an der Information der Oeffentlichkeit kein Interesse gehabt. Gerode über die wichtigsten Punkte wird nichts gesagt; so über die Größe des neu erworbenen Paketes Harpener Steinkohlenaktien(schätzungsweise 22 Millionen Mark nominell), über den dafür bezahlten Preis und über die Ver- wertung der Vorratsaktien, bei der anscheinend einer der Verwaltung nahestehenden Gruppe bedeutende Sondergewinne zugeschoben worden sind. Uns interessiert in diesem Zusammenhang in erster Linie die Frage, welche Gewinne die Rheinische Braunkohlen. Gesellschaft über den bekanntgegebenen Betrag von 9,69 Millionen hinaus erziel! hat, der zur Zahlung einer lOprozentigen Dividende verwendet wird. Die bürgerliche Handelsprxfse selbst gibt offen der Ansicht Ausdruck, daß der Harpener Aktienkauf, zu dem ein großer, achtstelliger Betrag erforderlich war, aus ver« borge neu Gewinnen finanziert munde. Man spricht offen davon, daß die Bemessung der Dividende sich nach sozialpolitischen und lohnpolitifchen Absichten richtet, nur nicht nach dem Uinsang der tatsächlich erzielten Gewinne. Wie die Gesellschaft ihre Gewinne verbirgt, geht aus einem Herausgegriffenen Beispiel hervor. Die Brikettvorrätc, die am 31. Dezember 1929 auf den Halden lagen, sind in der Bilanz mit 4,98 Mk. pro Tonne bewertet; der tatsächliche Erlös betrug 15,02 Ml.; d. h. daß in diesem Bilanzposten allein ein Gewinn von etwa 2 Millmnen Mark verborgen ist. Eine deutliche Vorstellung von den Profiten der Rheinischen Braunkohlengescllschast kann man aus den Angaben des Berichts der A.-G. Reichskohlenverband für den Rheinischen Braunkohlen- bengibau gewinnen. Eine kleine Kettenrechnung führt zu dem folgen- den, im ersten Moment verblüffenden Ergebnis: Im Jahre 1913 wurde mit einer Stunde Arbeitszeit eines Braunkohlen- arb.eiters rm Gebiet des rheinischen Syndikats für den Bergwerks- Unternehmer ein durchschnittlicher Berkaufswert von 8,83 Mark erzielt, im 4. Quartal 1929 dagegen(durch Leistungssteigerung und Preiserlsiihung) ein Berkaufswert von 44,10 Mark(nach dem Braunkohlenbrikcttpreis berechnet). Für die Rheinische Braunkoblen- Gesellschaft hat sich also der bare W ert de r.'ß e i st urt g'esin e s jeden ihrer Arbeiter mindestens verfünffacht. Die Unternehmer werden die Richtigkeit dieser Angabe...nicht bezweifeln können; die Unterlagen stammen nämlich aus ihren eigenen. Bureaus. Es braucht kaum besonders betont zu werden, daß der L o h n der B rau n k ohl e n a rb ei t er mit der Verfünffachun-g des Arbeits- Vertragswertes nicht Schritt gehalten hat. Die Profite der Rheinischen Braunkchlen-Gesellschaft an jeder Tonne Briketts sind seit dein Jahre 1913 auf das Zweieinhalbfache gestiegen. Und diesem Unternchmer wurde im Herbst vorigen Jahres noch eine Kohlen- und Brikettpreiserhöhung genehmigt. Hält der Herr Reichswirtschaftsminifter angesichts der enormen Gewinnsteigerung die Zeit für eine Kohlen- und Brikettpreissenkung noch nicht für gekommen? Eisenpreise müffen runter! Reuer Rückgang der Eisenproduttion x Nach„Stahl und Eisen" ist im Juni<23 Arbeitstage) die deiitsä>e R o h st a h l p r od u k t i o n gegen Mai(26 Arbeitstage) auf 859 000 Tonnen gegen 1 034*000 Tonnen zurückgegangen. Arbeitstäglich ergab sich im Juni eine Rohstahlerzeugung von 37 36l Tonnen gegen 39 776 Tonnen im Mai d. I. und 57 200 Tonnen(!) im Juni v. I. Um genau ein Drittel ist gegenüber Juni vorigen Jahres die Beschäftigung der deutschen Hütten und Stahlwerke gesunken. Im ersten Halbjahr 1930 wurden 2 0,93 Proz. weniger Rohstahl erzeugt als in der gleichen Zeit des vorigen Jahres. Die arbeitstägige Leistung der deutschen Walzwerke ist im Juni 1930 gegen den Vormonat Mai van 28 267 auf 26 220 Tonnen gesunken, was gegenüber dem Juni vorigen Jahres mit 39 566 Tonnen ebenfalls einen Rückgang um 3 3 Proz. be- deutet. Im ersten Halbjahr ist die Erzeugung der Walzwerke gegen die gleich« Zeit des Vorjahres um 19,7 Proz. zurück- geblieben. Auf dem Weltmarkt sind die Eisenpreis«* in den letzten Tagen außerordentlich stark zurückgrgängen. Es besteht keine Mög- lichkeit mehr, mit den unsinnig hohen deutschen In- londspreiscn noch auf eine Zlurdchnung des Weltmarkt- geschäftes hoffen zu dürfen. Die inländischen Eisenpreise müssen weiter herabgesetzt werden, damit das Inland die Produktion an- regen kann, und zwar gründlich, und sehr schnell. — 1— Ltm das Filmkontingeni. Das Ermächtigungsgesetz, das im Bildungsausschuß des Reichstages gegen die Stimmen der Sozialdemokraten ange- nommen wurde und die F i l m e i n f u h r ziffernmäßig etwa auf der bisherigen Gnindlage(«in ausländischer Film für jeden in- ländischen) regelt, erweist sich jetzt nach dem Bekanntwerden der Ausführungsbestimmungen als ein« recht eigenartige Lösung. Es ist in außerordentlich starkem Maße auf die U f a und ihre Bedürfnisse zugeschnitten, läßt aber dabei dem Reichs- innenminister noch die Möglichkeit, nach einer eventuellen Einigung der Ufa mit der größten amerikanischen Tonsilmgruppe, die der Generoi Electric und I. P. Morgan nahesteht, den Wünschen der Amerikaner«ntgrgenznkömmen. Harry M. W a r n e r soll heute in Berlin eintreffen, um mit den Herren der Ufa über ein Ab- kommen zu verHandel«. Die Buchbinder im Lahre-1929. Guier Ausschwung iroh der Krise. Dsr Verband der Buchbinder und Popierverorbcüer hat seinen Geschäftsbericht für das Jahr 1329 vorgelegt. Aus ihm ergibt sich, daß die Auswirkungen der wirtschaftlichen Dcpres. s i o n in den Buchbindereien und in der übrigen popicroerorbeitenden Industrie besonders scharf in Erschemunq treten. Nahezu 200 Betriebe wurden teils ganz, teils durch Auflösung bestimmter Ab- teilungcn stillgelegt, wodurch rund 5300 Arbeitnehmer ihre Arbeits. Plötz« verloren. Die durchschmtilich! Arbeitslosigkeit der Mitglieder betrug 11,5 Proz., die der Kurzarbeiter 12,9 Proz. Die in den ersten Monaten dos neuen Jahres festgestellten Ziffern lassen er- kennen, daß eine weitere sehr wesentliche Verschlechterung ein- getreten ist. Trotz der Ungunst der Verhältnisse ist es dem Verband gelungen, seine Mitgliederzahl zu steigern und auch in tariflicher Hinsicht beachtliche Erfolge zu erzielen. Die ZNilglicdcrzahl erhöhte sich um 1408 und betrug am Jahresschluß 58 574, wozu noch 1K28 im Verband organisierte Lehrlinge kommen. Di« Zahl der weiblichen Mitglieder betrug am Schluß des Berichtsjahres 39 870 gleich 68,1 Proz. der gesamten Mitgliedschaft. Tarif- und Lohnbewegungen zur Verbesserung der Arbeftsbedingungcn wurden in 105 Fällen für 164 820 Personen geführt, darunter solche mit Arbeitseinstellung in 11 Fällen für 4183 Personen. Eine Abwehr von Verschlechterungen erfolgte in 3 Fällen für 380 Personen ohne Arbeitseinstellung und in 3 Fällen für 496 Personen mit Arbeitseinstellung. Insgesamt konnte für 160 411 Personen(einschließlich Doppelzählungen) eine V e r b c s s e- rung der Arbeitsbedingungen erreicht werden, wähnend für 731 Personen leider eine Verschlechterung sich nicht vcr- hindern ließ. Wenn man die starke Depression auf dem Arbeits- markt und ihre lähmenden Folgen für die Aktionskrast der Orga- nisation nicht außer acht läßt, muß man die Zahl der Arbeiter, die Verschlechterungen in Kauf nehmen mußten, als erfreulicherweise gering bezeichnen. In der Mehrzahl aller Bewegungen handelte es sich um di« Erhöhung der Löhne: dabei konnten für 29191 männliche Berufs- angchörige pro Woche 2,08 M. und 73 732 weibliche pro Woche 1,32 M. oder 158 043 Alf. wöchentlich an Dohnzulage erreicht werden. Von den rund 100 000 Berufsangehörigen, deren Arbeits- bedingungen durch den Verband geregelt werden,' fallen rund 78 000 unter die Reichstarife, rund 6000 unter Bezirkstarife und d«r Rest von rund 16 000 unter örtliche und sogenannte fremd« Tarife. Wie stark der Einfluß des Verbandes auf die Regelung der Arbeitsbedingungen der Verufsongehörigen im Vergleich zu der Zeit vor dem Kriege geworden ist, zeigen folgende Ziffern: Ends 1909, also vor 20 Jahren, waren durch den Verband für 1685 Betriebe mit 21 329 Personen die Arbeitsbedingungen geregelt, dabei zählte er 23 900 Mitglieder. Ende des Jahres 1929 waren durch tarifliche Regelung 6515 Betrieb« mit 99 500 Personen erfaßt, wobei die Mitgliederzahl des Verbandes rund 60 000 betrug. Obwohl der Verband 2012 männliche und 5572 weibliche gleich 7584 jugendliche Mitglieder zählt, hält es sehr schwer, ein? einheit- liehe Zusammenfassung der jungen Menschen in den einzelnen Zahl- stellen durchzuführen. Das Ueberwiegen der weiblichen Jugendlichen und die Vcrfehicdenartigkeit der beruflichen Tätigkeit auch bei den männlichen ermöglichte es nur in wenigen Orten. Jugend- oder Lehrlingsabteilungen zu errichten. Immerhin konnten auch hier weitere Fortschritte gemacht werden. In 27 Zahlstellen be- standen am Ende des Jahres Lehrlingsabteilungen und in 17 Jugend- abteilungen. Das Finanzgebaren des Verbandes war durch die mangelnde Beschäftigungsmöglichkeit sehr stark beeinflußt. Den rund 2,2 Millionen Beitragsoinnahmen standen 664 600 AI. für Arbeitslosen.. 271 000 AI. für kranken- und 136 800 M. für önoalidenunlerstutzung entgegen. Trotzdem konnten den Reserven der Verbandskasse rund 400 000 M. zugeführt werden. Die trotz eiiormer Schwierigkeiten 1929 erzielten Erfolge zeugen von der inneren Kraft des Verbandes. Konflikt im Holzgewerbe. Die zentralen Lohnverhandlungen aufgeflogen. Die gestern sortgesetzten zentralen Verhandlungen über die Erneuerung der Lohnabkommen in der deutschen Holzindustrie sind. wie vorauszusehen war, ergebnislos geblieben. Sie waren kompliziert durch die organisatorischen Verhältnisse im Unternehmer- lager. Der noch bis zum 15. Februar 1931 laufende Mantelvertrag für das deutsche Holzgewerbe bestimmt, daß die Lohnabkommen nur durch die Zentrolvorstäirde gemeinsam für olle Bezirke gekündigt werden können. Die Verhandlungen über die Erneuerung müssen zentral und für alle Bezirke gemeinsam geführt werden. Seit dem Abschluß des Montelvcrtrages und der Lohnabkommen sind aber die Bezirke Württemberg und Schlesien aus dem Arbeitgeberverbond der deutschen Holz» indüstrie ausgetreten. Sic haben dessen Vorstand jede Voll- macht entzogen. E- entstand nun die Frage, ob die Küichigung der Lohn- abkommen durch den Arbeitgeberverbond rechtsgültig erfolgt sei, da er dazu die Bollmacht der beiden Bezirksvorstände nicht hotte. Selbst wenn man dieser Frage geringere Bedeutung beimefl-n wollte, ergibt sich eine Schwierigkeit daraus, daß der Arbeitgeberverband nur für sein« Organisation in ihrem gegenwärtigen Umfang vcr» handeln will, nicht aber für die beiden ausgetretenen Bezirke. Dem» gegenüber beharrt der Deutsche Holzarbeiterverband auf der klaren Vorschrift de» Mantelvertrages, wonach für das ganze räumliche Gebiet, wie es im Vertrage selbst umschrieben ist. verhandelt werden muß. Er hat dementsprechend die Forderung erhoben, die Spitzen löhne in allen Bezirken un: 4 Ps. pro Stupde zu erhöhen. Nachdem festgestellt worden war, daß die Porieiverhandlungen ergebnislos gebliebcn waren, ergab sich die Notweirdigkeit, das tarif- vertragliche Lohnomt in Anspruch zu nehmen. Der Mantelvertraz enthält Vorschriften über die Formen, in denen dieses seine Tätigkeit ausübt. Der vorgesehene unparteiische Vorsitzende wird von den beiderseitjgcn Zentralvorständen bestiimnt: sie können seine Auswahl auch dem Reichsarbcitsministcrium überlassen. Dieser Fall ergab sich bei der hierüber gepflogenen Aussprache. Die Unter- nehmer erklärten sich bereit, die Stellung eines unparteiischen Vor- sitzenden dem.Reichsorbeitsministcrium zu überlassen,„sofern die Arbeitnehmerfeite uns die Erklärung abgibt, daß Herr Profesfor Dr. Drahn als unparteiischer Vorsitzender für unser Lohnamt nicht in Frage kommt." Das Verlangen nach Abgabe einer solchen Erklärung empfanden die Vertreter des Deutschen Holzarbeiter-Berbandes als eine un- erhörte Zumutung. Aber auch sachlich liegt nicht die geringste Veranlassung vor, Professor Dr. Brahn, der sich mit großer Sach- kund« und unter Wahrung strengster Objektivität um das Zustandekommen des Manteloertrages für das deutsche Holzgewerbe bemüht hat, ein solches Mißtrauensvotum auszusprechen. Di« Ablehnung ihrer Zumutung betrachteten di« Unternehmer als den Kriegsfall. Sie erklärten, daß sie nunmehr an der Weiterführung der Verhandlungen kein Interesse hätten. Damit waren die Verhandlungen über ein neues Lohnabkommen beendci, ehe noch die Auseinanderscgungen über dessen materiellen Inhalt begonnen hatten. � Keine Reverse unterschreiben! Die Konsequenz aus dem Vechalten des BBMZ. Die Verhandlungen zwischen den Angestelltengciverkschasten und dem Verband Berliner Metallindustrieller über die Arbeitszeit- Verkürzung sür die Angestellten und den geplanien Gehalts- abbau sind, wie gestern im„Abenh" bereits ausführlich berichtet wurde, an der Halsstarrigkeit der Metallindustriellen gescheitert. Es ergibt sich nun die Fräge, welche Konsequenzen daraus die Metallangestelltcn zu ziehen haben. Da kein tragbares Abkommen zustande gekommen ist, besteht der alte Tarisvertrag mit alleä seinen Bestimmungen bis � zun, unübertroffen bei Rheuma x Gicht Kopfschmerzen | Ischias, Hexcnschuli u Erkältunßskrafikheiten. I Entfernt d. Harnsäure! 6000 Ärzte-Gutachtenl I Vollkommen unschädlich. Frag. Sie Ihr. Arzt I 31. März 1931 unverändert fort. Wahrscheinlich wird setzt ein; Flut von Kündigungen einsetzen, unter deren Druck den Angestellten Reverse zur Unterschrift vorgelegt werden, in feerfen sie sich mit de«, Gehaltsabau einverstanden erklären sollen. Wie der Wind weht, beweist das Vorgehen der Bergmann A.- G. Am Dienstag, um 7 Uhr abends, waren die Verhandlungen mit dem VBMJ. gescheitert. Am Mittwoch früh schon wurde in den Bergmann-Betrieben eine zohnprozenttg« Gehaltskürzung angeordnet, bei angeblichem Arbeitsausfall an den Sonnabenden: das heißt, den Angestellten wurde freigestellt, am Sonnabend zur Arbeit zu kommen oder nicht! An anderen Stellen wird versucht, die Betriebsvertretungen vor den Karren der Unternehmer zu spannen, indem die Fabrikleitungen an die Einsicht der Betrieboräte appellieren. Am Dienstag allerdings sprach der VBMJ. den Betriebsräten diese Einsicht noch ab. Hierzu erklärt das AfA-Metallkartell: Es ist selbstverständlich, daß die Betriebso«rtrewngim allen Borkommnisstn in den ein- zelnen Werken jetzt ihr« erhöhte Aufmerksamkeit schenken: formal juristisch gesehen sind die Betriebsräte jedoch nicht berechtigt, irgend» welche»en Tarifvertrag au5scholt«nde Kollektivbestimmungen abzu- schließen. Dessenungeachtet wird jeder einzelne Berliner Metoll- angestellt« ausgesordert. seine U u.t e r s chri st unter einen Revers strikte zu verweigern, da jede Gehltttsreduktion mit dem gel- tenden Tarifvertrag unvereinbar ist. Zur Durchführung dieser Maßnahme bedars e» der Solidarität oller Kollegen, ie entschiedener diese ist, desto wirksamer kam, der Vorstoß der Metallindu- strlellen zurückgewiesen werden. Zweierlei Maß. Merkwürdige Abbaumaßnahmen der Reichsbahn. Die Reichsbahngesellschoft würde wahrscheinlich der Privat- 'Industrie im Lohnabbau nicht nachstshcn, wenn diesem Wunsche nicht die reichstariflichc Bindung und der �iestgesügte Einheits- verband der Eisenbahner entgegen stünde. Sie versucht jetzt an- scheineniv mit einen, anderen Mittel, nämlich dem der Personal- Verminderung, zu einem im Endeffekt gleichen Ziel zu kommen. Im Berliner Bezirk wurden im Frühjahr schon Hunderte von Arbeitern aus dem Betriebs- und Berkehrsdienst u, die Bahnmeist«. reien versetzt und zur gleichen Zeit fast 300 Werkstätten- a r b e i t c r entlassen. Wenn es auch dem Einheitsverband gelang, vor kurzem eine weitere Entlassung von 5000 Wertstattarbeitern bis auf ein Minimum abzuwenden, so muß doch gegen die Art der Auslese dieses verhältnismäßig geringen Teils der ab- zubauenden Arbeiter Front gemacht werden. Man sollt« annehmen, daß man sich bei diesen Entlassungen von sozialen Erwägungen leiten läßt uiü» nicht von t-ariei- politischen oder geirerkschaftlichen Auffassungen, wie e» sich anscheinend der Werksdirektor Z i n k e i s e n zun, Prinzip gemacht hat. Dieser Direktor legt.seine schützende Hand auf die W e r k s g c m c i n- s ch a. l t l e r und S t a h l h c l m e r und hält sast ausschließlich langjährig beschäftigt« Arbeiter, weil sie freigewcrkschastlich orga- nistevi sind, sür abbaureis. Wer souffliert überhaupt Herrn Zink- eisen, daß z. B. dieser Arbeiter ein Erzkommunist und jener ein Jude sei und die beiden in erster Linie für den Abbau in Frag« kommen? Auch bei der Reichsbahn sollte man doch schon wissen, daß die gesetzliche Betriebsvertretung die Stell« ist, die nach Rück- sprach« mit den Leitern der Meisterschaften am ybjektivsten be- urteilen kann, welche Kräfte produktiv und welche unproduktiv sind. Biel wichtiger wäre es z. B., einmal dafür zu sorgen, daß die sich immer mehr verdichtenden Gerüchte über eine endgültige Schließung des Werkes Tempelhos geklärt werden. Wir nehmen an, daß sich der Bezirksbetriebsrat eingehend mit den sonderbaren Methoden des Herrn Zinkeisen und seines Beamten- stabes beschäftigt, um zu ermöglichen, daß die in voller Erregung steheiche Arbeiterschaft des Werkes Tempelhof endlich wieder zur geordneten Arbeitsweise kommt. Kundgebung der Handelsarbeiter. Gegkn den sozialreattionären Regierungskurs. Die im„Gefamtverband" organisierten Berliner Handels- arbeiter nahmen in ihrer letzten Vollversammlung ganz entschieden Stellung gegen den sozialreoktionären Kurs der Rcichsregierung. Genosse Oltersdors schilderte zunächst die überaus trostlose Zlrbcitsmarltlage nicht nur in Deutschland, sondern auch in den übrigen europäischen und außereuropäischen Ländern, die beweise, daß an der augenblickiichen Wirtschaftskrise nicht eine Regierungsjorm schuld sei, sondern daß ihre Ursachen in, privat- kapitalistischen W, r ts ch a s t s s y st e m wurzeln. Zu begrüßen sei es daher, daß der Internationale Gewerkschaftskongreß in Stockholm programmatische Forderungen hinsichtlich der Internationalen Wirt» schofts- und Sozialpolitik oufgesiellt habe, die einen gangbareri Weg in eine bessere Zuknnst weisen. Sachlich aber schonungslos brandmarkte der Referent die gegen die Bolksgefundheit und die Existenz der arbeitenden und arbeits- losen Bevölkerung gerichtete Politik der Briining-Regierung. Er schioß seine Ausführungen mit der Erwartung, daß die Arbeiter» schait nunmehr endlich erkennen möge, wie schädlich der Bruder» Zwist in den eigenen Reihen und wie notwendig die geschlossene gewerkschaitliche und politisch« Front aller Werk, tätigen im Lnteresie ihrer selbst sei. Nach dem beifällig ausgenommenen Referat wurde ohne De- batt« einstimmig eine Entschließung angenommen, in der es zum Schluß heißt: „Die freien Gewerkschaften— der Gesamtverband— sind stark geworden im Kamps« gegen die Sozialreaktton aller Zeiten. Auf die Provokation der Ilnternehmerregierung Brüning-«tegermald antworten wir mit den: Aufruf an alle Mitglieder und Funktionäre: Haltet treu zum Verband«: werbt neue Kämpfer: reiht alle Arbeits- brüder des Handelsgcwerbes ein in die E i n h e i t s s r o n t unserer Kampfgemeinschaft der 700 000 de- Gefamtverbonde»: um so eher wird die Stunde schlagen, da auch diese Untemehmcrregicrung der Geschichte angehört!" „Erst Redakteur, dann Packer." Die Not der„freien* Berufe. Zu unserer in der Nr. 325 des„Vorwärts" vom 15. Juli d. I. veröftenttichten Notiz„Erst Redakteur, dann Packer" teilt un« die Deutsche Buchgemeinschaft und die Deutsche Beamteickiuchhandlung solgendes mit: „Herr E. ist nicht als Redakteur, sondern zunächst als Aus- hilsangeftelltcr bei der Deutschen Buchgemeinschast angestellt und ab 7. Dezember v. I. als kaufmännischer Angestellter bei der Deut- schen Beamtenbuchhai�dlung beschäftigt worden. Er wurde weder als Werbe- noch als Schriftleiter, sondern im höchsten Falle als Hilfsredakteur beschäftigt und erhielt zunächst ein Tarifgehatt von ■237 M. brutto. Ab 1. Juni erhielt er ein iibertarifliches Gehalt von 300 M. monatlich. Seine Qualifikation für ein« verantworte lichcre Tätigkeit wird von uns nicht bestritten, jedoch bot sich dafür bei uns keine Gelegenheit. Die Bürgschaft für ein Darlehen be, einer Beamtenbank wurde ihm auf seinen Wunsch hin von zwei leitenden Herren der Betriebe gegeben." � �. In dem Kämmertermin vor dem Arbeitsgericht wird stch durch d!« Zeugenvernehmung ergeben, welche von den beiden Parteien im Recht ist._ Znternaiionaler Bauarbeiierkongreß. In Stockholm ift im Anichluß an den IGB.-Kongreß die Bau» arbeiterinternationale zu ihrer 9. Konferenz zusammengetreten. An der Tagung nehmen über 30 Delegierte teil, die 18 Länder vertreten. Amerika und Südafrika haben sich entschuldigt: Spanien könnt« insolge eines großen Streiks keine Vertreter schicken. Die Konferenz wurde von dem Borsitzenden Bernhard« Berlin, dem Führer de- Deutschen Baugewerksbundes, begrüßt. Er wies in seiner Ansprache aus die große Arbeitsmarktkrise in Deutsch» land hin, unter der vor ollem die Bauarbeiter zu leiden haben. Sekretär Kcppler erstattete den Geschäftsbericht: Der Bauarbeiterinternotionale sind annähernd 1 110000 Mit- g lieber angeschlossen. Die Zunahme ist den Deutschen und Spaniern zu verdanken. Verluste haben Finnland. Lettland und Jugoslawien zu verzeichnen, zum Teil wegen politischer, zum Teil wegen wirtschaftlicher und organisatorischer Schwierigkeiten. Viele Länder haben unter einem Rückgang der Bautätigkeit zu leiden. Der Einbruch der Maschine hat ebenfalls Zehntausende von Bauarbeitern brotlos gemacht. Besonders schlimm sind die Zustände auf den, Ballan, im l�lsaß und verschiedenen anderen südlichen Bc- zirken. Die Internationale muß eingreifen, weil die dortigen Arbeitsverhältnisse zu einer Gefahr sür die Nachbarländer«erden. Bedenklich liegen die Dinge auch an der belaiseh-sranzosischen Grenze. wo Bauarbeiter aus Deutschland, Jtakrech Ungarn und der Schwei.; zusammenströmen. Für die italienischen Berusskollegen soll, sobald die Errichtung ihres eigenen Sekretariats wieder möglich ist, von der Internationale ein Zuschuß gegeben werden. Der kommunistische Spuk ist in der Bauarbeiterinternational« so ziemlich verweht. Die neuen Satzungen werden, wie Käppler be» tonte, den falschen Freunden keinen Einbruch mehr ermöglichen. Achtung Bauarbeiter! Die Finna Jack hat aus der Baustelle Spanbau-Hakonsekde, Chamissostr., Baublock Lenz u. Co., unter Umgehung des tariflichen Arbeitsnachweises den Einschalputzer Hintz eingestellt. Die Firma weigert sich, die tariflichen Bestimmungen zu erfüllen. Die obCirgenanntc Baustelle ist sür Koksasche-Wandputzcr gesperrt. Baugewerkschast Berlin. Fachgruppe Stuck, und Gipsbau.! Achtung. Einsetzer! Wegen Differenzen mit der Firma Peske, Tischlerei, Oranienburg, ist sür Einsetzer der Vau Bouchestraße bis auf weiteres gesperrt. Deutscher t)»lzarbciterverband. Ortsverwaitung Berlin. fFrele Gewerkschafis-Lugend Berlin Icdcn ssicilo« dodrt der Ört»t«is im glukboii ftlinflenbctfl.— Slo'd. ttei«: Wir spielen jrben fttfitoa am„Soulrn Ott".— beul», örritaz. ISVi Uhr. tagrn solgrndc Gruppen: Nordring: �ua-ndhelM, Echul« Tonnrndurger Sir. 20. Z,or!raa:..Kampf um die eoziaspolitik".—»«im«*«. plag: Grupprnhrim Eandrrsir. n. Eckc Kobrrchistragc. DieknNionoabeiUd:.,W i r und dir«oltsbUH»-"-- Süden. Siidwrsien: Gruppendeim Wasscrierstr. 9, n. pt. Z>ortraa:..Urkvrunq der Sicliaian".— aharlorirndurg: Iugendii'im Spree. Nr. M.' Guideit drinat den, weilen Teil.— iilppelwpl»»: 7-uarndheim Türmer Gel' Sreftrahe lEinaona Tunner Straxei. Bortraa:.Di« Wirtschaft», nle". Wrdding: Grnppenheim. Schuir Pank- Site Wiesenstraßr. Dortrua:..Wae ist »rmeinschafl,"— Schi-Hauler T-r: Grupprnheim Tirckstr. ,i.«urjrrstralr. �uaendqruppe vessZentralverbanveS der Angestellten trag._________________ (2. Hdf. Sucrarbäudr 1 Trrppe. Zinuncr 5).„Dir Gntstehung und Gntwickluna der Gewerkschaften." Ueferent: Lamm.— Spiel und Sport:?Ib 1» Uhr auk der tlrinen Spielwiese im Vdlkrpark NeuköllnaUeln als tlahrungsmiUel In Nordofrita wurde kürzlich ein«„Palmenwoche" abgehalten, in der die Fachleute sich über die Dattelkultur und die damit zu- sammenhängenden Fragen(Bewässerung, Transport der Früchte usw.) unterhalten haben. Die wirischaitliche Bedeutung dieser Fragen ersieht man schon daraus, daß die Dattel das wichtigste Rahrungs- mittel für di« in der Sahara lebenden Stämme und auch für die Tiere ist. Um Ouargla herum wächst eine Million Dattelpalmen, und von den algenschcn Datteln werde» jährlich 13 000 Tonnen im Werte von 70 Millionen Frank«» ausgeführt. Artesisch« Brunnen müssen fortwährend gegraben werden. Neue Brunnen trocknen oft schon nach drei Monaten ein, währen» andcre nach fünf oder sechs Wochen lücht mehr als fünfzehn Liter Wasser in der Minute geben. Privaten und staatlichen Anstrengungen ist es schon gelungen, die Brunnen durch moderne Methoden zu vermehren, aber dos ist erst im Werden, im» man hofft durch de» Austausch der bisher gemachten Erfahrungen Mittel und Wege zu finden, diese Brunnen in Tätigkeit zu erhalten. Reklameumzügc sind keineswegs«ine Erfindung unseres Zeii- alters. Schon im Jahre 1340 konnte nurn in Florenz Männer durch die Straßen der Stadt ziehen sehen, als strohumsponnene Wein- flaschen kostümiert, um für bestimmt« Weinhändler ReklUN« zu machen. Auch in Spanien gibt es solche„wandernden Reklamen" seit sehr langen Zeiten. kireuzollern bedrohen einen ganzen Ork. Der bayerische Ort Pleystein ist von Kreuzottern geradezu überfallen worden. Di« Ge- memdeoerwaltuiig Ijaf in den ösfeiü lichen Anlagen Waruuiigstofeln ongebrocht, die die Spaziergänger zur Vorsicht auffordern. Der Kirchhof ist vorübergehend für den äfsentlichen Besuch wegen der Gefahr für die Kinder gesperrt worden. Ein Riesenmeleor. Vor Jahrhunderten ist in Arizona ein so ungeheures Meteor gefallen, daß es«inen Krater von mehr als einem Kilomxter. Breite und dreihimdcrt Fuß Tiefe hintottasien hat Allgemeine Wetterlage. 47üuli �330,»b6s. ©wolkenlos,® heit-er. 3 halb bedeckt 9woildg.3bsdeokl;*f?egenAGraüpe!ii 'SchneesKebe�Gewittes�Windstille Der Schwoll ozeanischer Luft, der auf der Südseite einer eug- tischen Depression nach Osten vordrang, hatte am Donnerstag abend die Gebiete östlich der Oder erreicht. Fast überall im Reiche waren Niederschläge gesallcn. Sie waren ober nur vereinzelt von be- merkenswerter Stärke. Uns wird wohl auch in den nächsten Tagen Lust von Westen bis Südwesten zugeführt werden. Abgesehen von einem leichten Rückgang der Temperaturen haben, wir daher noch teine Zlenderung des Wetters zu erwarten. * Welter für Berlin: Unbeständig und etwas kühler mit Regen- fällen, w«st! ich« bis südwestliche Winde.— Jüt Deutschland: Im Süden ziemlich warm und nur vereinzelt Regen, sonst vielfach Niederschläge bei wolkigem bis trübem Wetter und stellenweise etwas niedrigeren Temperaturen. Sport. Rennen zu Karlshorst am Donnerstag, dem 17. Juli. 1. Ren neu. t. Fraucngimst(E. Hoffmann), 2. Blanen. 3. Vodo. 5oto:: ly. Platz: 16. 17, 71: 10. Ferner liefen: Neuplatin, Letzter Versuch. Animator, Weidiq lg's). Indlga. 2. Renne». l. Kili(Ceifcl), 2. Narr. 3. Mac Abam. Toto: 21: 16. Plak: 15, 25,; 24:10. Ferner licsen: Graphit, Fit» II, Cjanad, Doktor Nabusc laef.), Otis, Mithrldntcs(gel.). 3. R e» n c n. t. Larcnbiirg(Lt v. Imbost, 2. Haaen. 3. Fleiß. Toto- 81:10. Platz: 27. 15:10. Ferner liefen: Favoritin, Osiris sges.). 4. R c ii n e n. l. Wendeln!(Wurit), 2. Finnland. 3. Madonna b'älrcjjo. Toto: 18: 10. Platz: 1!!. 16:10. Ferner lies: Carl-Hcinz. 5. R c n n c n. 1. Oper iW. Hauser), 2. Dart WaN. 3. Le Fils de la Lüne. Toto: 50: 10. Platz: 19, 21:10. Ferner llcseii: Mercnre II, Heugott. 6. R e n n c ii. 1. Francesco lWolf). 2. Römerin, 3. Isabell. Toto: 22: 10. Platz: 12, 15, 11:10. Ferner liejcn: Pnppenspietcr. Floielt, Hella, Tobby. 7. Rennen. 1. Siiiya�sSchnitzer), 2. Golbtvächler, 3. Dominike, 4. AnStnr. Tolo: 71:10. Platz: 15, 10, 12, 22:10. Ferner liefen; fficro, Bcllac. Maskeb Mogul, Malatcsta, Tanlor, Dalibor, Sloiin Cloud, Phamplet, Passolinc. «»sendnngei, kSe diese Zlnbrlk sind «»»Ii» SV«8, Liadenftratze 3, pariemachn'chien�M fürGroß-Verlin stet, an da» Beilrkesekeetarial Z. Hof, Z Treppe« recht», zn richten 11. Shxi, Schö»eb«rg. Keule, Freitag, 18. Juli, pSaktlich 20 lltzr, itrei-. funltiauärsitzung bei Will, Martin. Luther-Str.«S. Zagegardnuna! Di« palltilck« Lag«. Mitglicdsduch ist»nbcdinlN mil,«brinqen. AI« Ab. teilu-ge« und strciafunltiauäre nehmen an der Sitzung bestimmt teil. Heule, Freilag. IS. Juli. 24. Abt. Sie Gruppen filbror werden gebeten, die Sinladungszettel zur Anti- Kriegotundaebung vom Abtcilimgstassirrcr abzuholen. IZOa. Abt. Frei« Scholle. Die Abtcilungsocrsanimlung fallt in diesem Mouat aus. Pflicht aller Gcnasstmicn und Genossen ist rs. sich am Sonntag, dem 20. Juli, am.Schallcnfest" zu beteiligen. Mitarbeit ist ermilnschi. Morgen, Sonnabend, 19. Juli. 30. Abt. Di« Funktionäre Halen die Ginladunqszettet zum 1. August in der Feit von 1? bis IL Uhr von Mahntops, Sarmen-Eillva-Str. 12Z, ab. Sonnlag, 20. Juli. SPD-Sesamt.Fraltion der Arbeiter, Angeftellten und Beamten beim Be» zirlsamt Rculölla leiuschlietzlich Regiebetriebe). Besichtigung des Sachsen. Parke» in BcrUn-Tharlottenburg. Tresspunkt 7>z Uhr Äochbahnboi sto t- bussrr Tor, bzw. 81h Uhr Untergrundbahnhof Reu-Westend sRrich-stratzr). Dir Führung übernimmt Ernosse Gortendirektor Pöthig.(Schossen und Eompaihisierendc, die filr schöne Garteiianlagen Zntcrcsse haben, sind als Gäste zu dieser Besichtigung eingeladen. 84. Abt. kankwitz. All« Senosflune»»nb Seuoste» beteilige» sich mit ihren guten Betauute»,»or allem den Kindern, au unserem Familienausslug «ach de« Machnower Schleuse, lleberraschunqen für jung und alt sind »orgrsehea. Treffpunkt 18U Uhr an der Anlteftele der Straßeabah» 100. Für Nachzügler sind an der Holtestcllc Wegweiser angebracht. Arauenveranslallung. 4. Abt. Der Fraurnobend im Juli füllt aus. Dafür treffen sich die Genossinnen mit ihren Kindern am Sonnabend, dem 19. Juli, IS Uhr, zum gemütlichen BeOommenfrin mit Kasscekochen.Einsame Pappel". Ean- tianstrctze. Gebäck mitbringen, Jungsozialifien. Gruppe Wcdding-Gesundbrnuuen. SeiOe, Frciiag, 20 Uhr, im Iugrndheim Pank- Ecke Wiescnstratze, weltlich« Schule, Zimmer 12, Bortrag:„Die poli. tisch« Lage", Gruppe Schöneberg. Leute, Freitag, 29 Uhr, im Jugendheim Lauptstr. 1Z, Schioadenlandzimmer, außenpolitischer Informationsabrnd lIndien). Er. scheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Gruppe Süden. Heule, 20 Uhr, im Jugendheim Porckstr. u. Zimmer z, literarischer Abend.. . Gruppe Südost. Heuse. Freitag. 20 Uhr. im Jugendheim Wrangelftr, 12«, organisatorische Fragen und Gruppenangelcgcnheiicn. Clara Vievig konnte sich zu ihrem 70. Geburtstage keinen verständnisvolleren Festredner wünichcn als Dr. Artur Eloeffer, der sie mit liebevoller Klugheit als Mensch und als Dichterin zu wür- digen wußte. Maria Fein, deren sprachliche und sprechtechnische Qualitäten vor dem Berliner Sender viel zu selten zur Geitling kommen können, las ein erschütterndes Kapitel aus Klara Viebiqs Roman„Die Wacht am Rhein".— Manches Hübsche und Inter- cssants bat wieder das„Musikalische Magazin", da? jüngstes und weniger beachtetes musikalisches Schassen vor das Forum des Pnbli- kums brachte. Am Abend gab es Unterhaltungsmusik aus Operetten von Robert Winterberg, Eduard Kllnnecke und Jean Gilbert.— Der Landtagsabgeordnete Erich K u t t n e r zeigte in einem Vor- trag, welche Bedeulung die„parlamentarischen Untcrsuchungs- ausschüsse" als Kontrollorgane im Staatswesen haben. Es scheint manchen, so führte der Redner aus, als sei in unserem Staat die Korruption angewachsen wie nie ztwor. Das Gegenteil sei richtig: Korruption, wo immer sie sich entfalten will, wird heute wie nie vorher in'olge der Pressefreiheit und der Untersuchungsausschüsse ans Tageslicht gebracht und unschädlich gemacht. Bereits auf An- trag von einem Fünftel der?lhqeorhneteii muß ein Kontrollansschtiß eingesetzt werden, und wenn diesen Ausschüssen auch nach mancherlei technische Mängel onhoilen, so haben sie sich dach längst als ein mich- tiges, von allen Parteien anerkanntes Mittel zur Reinhaltung der Staatswirtschaft bewährt.— Die Ausführungen des Reichsjustiz- Ministers Dr. Brcdt über den ß 48 werden an anderer Stelle be- handelt. T'cs. Geburfskage, Jubiläen usw. 28. Abi. U-leeem Genolsen Georg Schneider, Kulclandstr. Z8. ZUM 75. Se» burtatagc die herzlichsten Glückwünsche... 117. Abt. Lichtenberg. Unseren Parteiiubilare« Marie»erger ,»» 8«.»«- burt-tage uub unserem Genossen Richard Holstein zu« 60. Geburtstage die herzlichste» Elückwünsche. Sozialistische Arbeiterjugend Groß« Berlin Sinsendunqen für diese �ubrif nur aa das IugendfettetaiiM, Serlw SZB 68.-Cm&cnflraße 5 „BatÖur"-Jaf)tf nach Hetzin gm 2«. und 27 Aull Abfahrt am Eonnabrud. dem 26. Juli. 18 Uhr, aä Spandau. Teilnehmergebühr Z M. tmfchlicBliÖ 2 mal Kassen Tee oder Ka.'ao. Mittagessen. Ucbernachtung und Dampferfahrt. Teitnchmcrkorlcn sind noch im Zugcndfckrctariat erhältlich. Heute, Zresiag. 19', st Uhr. Gewerfstfa-ftsk�ns: Schule Köp'nicker Str. 125.„Soziales Wandern."— Aanfa; Heim Bochumcr Str. 8d.„Grundlagen der Außenpolitik."— Moabit Ii Schule Waldenserstr. 21. Tagespolitik.— Moabit II: Heim Lehrte? Straße 1�-19. Heimabend.— Arnimplatz: Schule Sonnenburgcr Str. 20. „Gewerkschaft und Cchlichtunaswesen."— Arnswalder Platz I: Heim gasten» burger Str. 16. �ugendlektüre."— Hclmholtzplatz: Heim Tanzigcr Str. 62, H. 2.„Mode und Nesormkseidung."— Hohenschönhausen: Heim fttcicnwalbcc Straße 6. Arbeitsgemeinschaft.— Humannplatz: Heim Seberenbergstr. 7...Tie Erziehungsanstalt Struvesbof."— Weißeusee: Heim Parkstr. 36.„Unser Wirken".„Verwahrloste Jugend."— Andreacplatz: Seim Brommystr. 1. j.Proletarische und bürgerliche Jugendbewegung."— Baltenplatz: Heim Til- fiter Str. 4. Bericht der Kopcnhagensahrer.— Stralauer Viertel: Heim Goßlerstr. 61. Bericht der Kopenl�gensahrer.— Warschaner Viertel: Heim Litauer Str. 13.„Tie Angriffe auf die Errungenschaften der Arbeiterk'asse." — Garschauer Viertel sR.-s?.): Heim Litauer Str..18.„?.Weck und Ziele der SAI."— Schöneberg I: Heim Hauptstr. 15. Treffpunkt 18 Uhr KWP. zum Baden.— Ebarlottenburq: Heim Rosinen str. A. Arbeitsgemeinschaft.— Ehar- lottenbnrg'SLd: Werbung. Treffpunkt 18'? Ilhr vor dem Heim.— Spandau: Hc'M Lindenukcr 1...Sozialismus und Kirche."— Wilmersdorf: Heim Wil- belmsaue 123.„Einigungsversuche des Proletariats."— Steglitz Treffpunkt 19% Xlfjr vor dem Heim.— Mariendorf II: Eiedung Daheim 106/120.„Das Iugendgerickch."— Reukclln IT: Heim Bergstr. 29.„Die Tort» bildungsschule und wir."— Neukölln III: Heim Zictbenstr. 88. Bunter Abend. Reuktlln XI: Heim ffnghaifenstr. 68.„Berufssckufragen."— Köpenick: Heim Dahlwitzer Str. 15.„Das wahre Gesteht des Nationalsozialismus." Baumfeluleuweg: Heim Ernststr. 16.„Die faschistische Bewegung."—?o» havnicthal: Rathaus. Bericht vom Iugendtag in Kopenhagen.— Schöne» weide: Schule Niederschönemeide, Berliner Str. 31.„Englische Arbeiterbewegung und indischer Freiheitskampf."— Treptow: Heim Elfenstr 3. „Kirch? und So�alismus."— Herwedork: Heim Roonstraße. ssahrterlebniste. — Pankow I uud II:.Heim Görschstr. 14.„Ausgestaltung einer Wanderfahrt." — Tankow III IR.-ft.): Heim Kisstngenstr. 4L. Arbeitsgemeinschast. Werbebezirk Mitte: Heim Landsberger Str. 50. Besprechung des enger?» Werbebez'rksvorstandes. Abteilung Charlotten bürg: Die Teilnehmer zur Besichtigung de? Aus» stellung„91 lt. Verl/ in treffen sich am Sonntag um 9 Uhr Bahnhof Witzleben� Eingang Kaiserdamm. Eintritt 25 Pf. Nachdem Tadefahrt. Oa6 Ferienheim der Karstadt A.-G. In Schierke, öem idyllischen Harzstädtchen, wo tiefdunkle Tannrywä'der mit sreimdlich-hellen Wiesenplateaus wechseln und der alte Brocken einen romantischen Hintergrund stellt, liegt das Ferien- heim der Karstad-Betzriede, Aus allen Häusern im Reich kommen stier die Angestellten zusammen mid man ist demüht, sie gut und preiswert zu verpflecen Haus„Fürstenrich"— es sagt dies schon der Name— war nicht von Anfang an als Erholungsstätte für Menschen der Arbeit bestimmt. Seit mehreren Jahren ist dos Haus im Besitz der Karstadt A.-G,. die es völlig umbauen und mit behaglichem Komfort verselien ließ. Durch eine große, geräumige Halle mit bequemen Klubsesseln geht es in zwei helle geräumige Speise- säte, wo, an schön gedeckten Tischen gutes und reichliches Esten serviert wird. Auch die- Zimmer sind hell und freundlich, mit fließendem warmen und kalten Wasser versehen. Biete Zimmer besitzen eine an- gren�ude gedeckte Veranda, oder einen Balkon, Ganz zwanglos geht es zu. Die Menschen sollen sich wohl fühlen und sich erholen, dazu sind sie hier. Schon nach kurzer ist die ganze Urloubsmannschast eine Familie. Rur zu bald schlägt dann wieder die Abschiedsstunde und es geht zurück in den Alltagstrott. Wie Tauben flattern die Menschen auseinander, nach dem Süden, Osten, Westen und Norden des Reiches. � Eapablanra im Lunapark am lkbenixn Schachbrett! Der lonqlähriae Echnch. weltmcisur Eupablanca trifft bereits um Frcitaci mit dem Zug in Berlin ein, um om Sonnabend und Eounlaa im Lunapart am Spiel am„Lebenden Schachbrett" teilzunehmen. Der Spielbeginn ist auf 21 Ubr festgesetzt. Der Gegen- spielcr Iber deittlche Meisteripitler Etstner) soumbl ata die Figurcndarstcllrr haben die erforderlichen Probcvorbereitungen beendet. Obst u. Gemüse Stachelbeeren..... m 1 Johannisbeeren m 1 5". Sauerkirschen ühneS™: 15« Strudeläpfel 30pt Tafeläpfel..... 2�...?»/ 42� Zitronen..... vat««»ä 45?!»» Sananen............. amSSpi. RundeTomaten 2m25pi. Rotkohl................... m 9pf Wirsingkohl............ m 9-'-, Weisskohl........... 3 m 12? Kohlrabi.............. 1Z?i Möhren-Karotten'23 Grüne vohnen 3?� 23? Einlegegurken....-�15», Schmorgurken 2 Ff 1327er Wehlener Monneabarg............. I 1i27nrZelfinger Engelabarg............. 1977er Wlntrichar Sonntateile........... I 1S27«r Seftleai BOckalh. MOhibsrg Sgltlein) t««h norilert IHBlSWKtllt; 485 FL■ I"bl s 17,00 1929er Oben sehr gt. Bowlen wein,1;, Kl. C 10 Fl. p,9-00 Himbeer- odep Kirschsaft mit äidioade eingekocht...... Vi Klascbe 1 35 10 FI. 13,00 mit Flaacbe PrSsches FieSsch Kalbskamm ohne Beilage..... Pfd. 78?f. Kalbskeule �L�VÄpm. 98p,. Kalbskotelett......... fm. ,<« 1.40-° Kalbsroulade......... pm. to« 1,44-» Kalbsschnitzel m von 2.10-° Schweineköpfe mit Backe,. pfj.48pf. Eisbein nitSpitrbein, gepökelt... Pid. 66 p, Rückenfett ohÄ'h««!«..... pm. 76pf. Schweinebauch ohne Beilage, FM 96pf Schweineschinken cd. bi.«, Pfd. 1,10 Schweinekamm Ä 1,28 Kassler mud............. pm. von 1,30-» Schweinekotelett...Pfd. von 1,38«° HammelvonderflEisch pm. 1,08«° Euter........................... m 28p,. R'nderlungen............... Pfd. 34p, Rinderbacken ohne Knochen, FM. 54pl Rindet herzen................ pm. 58p,. Suppenfleisch....... m von 78?,.«» GulaSCh gemischt.............. Pfd. 96?, Schmorf-eisch Keuie, o. Kn., p,d. 1,34 CefrierHeiseh HammelvotderfieischPM.ne 88?,.«n Hammeirücken............. pm 98?, Rinderieber................... Pfd.1,18 Schmorfleisch ohne Knochen, Pfd. 1,28 Wild und Geflügel Hühner fle,rorca.......... Pfd. von 78pf an Hühner frisch geichliehiet, Pfd. von 1,10«n Dunge Gänse.......... p,d.ven 98?,.»» Rehblätter.............. PM. von 1,05-° Sehlager aus unseren 95- Pfennig-Tagen 160 1 Kaffeekanne poraeiian, hunt........... 95?,. i AaHa.i, bestehend ans Tajae und Teller, mit otc„. 1 CaeaeCK Lalbgoldhenkell:.................. 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