BERLIN Sonnabend 26. M 1930 10 Pf. Nr. 346 B 172 47. Jahrgang erfch eist tSßki ch außer Tonntaz«. Zugleich Abendausgabe des.Vorwärts". Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, Z.SOM. pro Monat. Redaktion und Expedition-, BerlinSWes,Lindtnstr.Z SfuUautyajSe xkl Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillczeile «0 Pf., Reklamezeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: DorwSrtsSa»t»abäha«: bis 2. August Berliebte Leute: all 3. August Die tolle Lola.— Theater i» der Llosterstrahe: BUchsc der Pandora.— Theater i» der »ehreastrahe bZ/M: Mein Setter Eduard.— Slaja und Wintergarten: Internationale« Bariet«.— Reichohallen-Theater: bis 31. Juli Gastspiel Dre»d«ner Bikwria-Eänger: ab 1. August Etcttiner Eängcr.— Theatrr am yottbnsser Zar: Elite-Sänger. ?rachmMag»vera«flattungea: Rose-Theat«,: 27. Mach-männ al« Er, i. her.»«rte»hil»-e-«°n«eZ»nN Bunter TtU/— Theater i» her«loste rstraße: 27. Iult,».August Büchse� de» t e«e... j.._______ �..>T„„ Clj � i» i /,_««» Pandöra. Plaza: Internationale« Boriet«. 2. und 3. August Internationale« Variete. Wintergarten: 27. Juli» Erstaufführungen der Woche: Lchluhparl- Theater: 1. August Die andere Seite.— Sheafct w b-T »rhr-nstrab«: 2. August Ist da« nicht nett von Eolettcl—»ose. Theatrr, 3. August Die tolle Lola. 1 Sonnabend, 26. Juli. Berlin. 16.05 Hans Rix: Buchführung und Stcucrrecht. 16.30 Unterhaltungsmusik. 18.00 W. Dopp: Krickctsport. 18.15 Dr. P. R. Rohden: Die Juli-Revolution in Prankreich(27. Juli 1830). 18.40 Georg Lichey: Kleinstadtlitcratur. 19.05 Arien und Lieder(Jan Witin, Tenor; am Flügel: Jul. Bürger). 19.20 Cornet i pistons. I. Großmann: Konrcrt-Fantasic Es-Moll.— 2. DonU zetti: Arie aus„Die Favoritin"(Richard Stegmann; am Flügel: Julius Bürger.) 19.30 Aktuelle Abteilung. 20.00 Tanzmusik. 20.30 Quer durch das Larifari. 21.30 Tanzmusik. Nach den Abendmeldungen bis 0.30: Tanzmusik. Königsvusterhausen. 16.00 Nachmittagskonzert von Hamburg. 17.30 Dr. Max Hirsch: Die Ostsceküste. 18.00 D. Pfirrmann: Stellenlos. 18.30 Dr. von Ungern-Sternbcrg: Im Lande Don Quichottes. 19.00 Wolfgang Gubalke: Zeitungskuriosa. 19.25 Karl Foerster: Garten im Juli. 20.00 1. Haydn: Fantasie C-Dur.— 2. Beethoven: Cccossalsen.■— 3. Chopin; Nocturne C-Moll, op. 48, Nr. 1.— 4. Chopin: Walzer As-Dur, op. 34, Nr. 1(Else C. Kraus, Flügel). 20.30 Breslau: Die Entwicklung des Walzers. Sonntag. 27. Juli. Berlin. 6.30 FunkgymnasMk. 7.00 Blasorchestcrkonzert. 8.00 Für den Landwirt. 8.50 Morgenfeier. 10.05 Wettervorhersage. 11.00 Schallplatten. 12.00 Mittagskonzert. 14.00„Von klugen und dankbaren Tieren." 14.30 Sportvorschau. 14.50 Mandolinenorchcster-Konzert. 15.35 Hermann Linden: Bunte Geschichten. 16.00 Gesangsvorträge.(Margarete Bricger-Palm, Sopran, und Eugen Brlcger, Bariton. Am Flügel: Julius Bürger.) Anschließend: Fcrruccio F. Busoni: 1. Indianisches Tagebuch Nr. 3.— 2. Frie- dsnstanz. op. 30a.— 3. Bcrccuse.— 4. Finnische Ballade aus op. 330 (Alice Jacob-Loewcnson. Flügel). 16.40 Aktuelle Abteilung. 17.05 Nachmfttagskonzert. 18.00 Leipzig:„L. 70 1918". Hörspiel von Erich Ringer. 18.50 Ludwig von Wohl:„Die Löweniagd". 19.20 Jazz-Stunde. 20.20 Sportnachrichten. 20.30„Quer durch Berlin.*4 Funkbcarbeitunf einer Posse von H. Sallngrl. Anschließend: Zeit, Wetter. Nachrichten, Sport, Anschließend bis 0.30: Tanzmusik. Königswnsterhansen. 11.30 Richard Paul Frank: Kind und Bettler. 18.30 Dr.. Arno Schirokaucr: Breitengrad 0..s. 19.00 Hans Teßmcr; Tristan und Isolde. 19.30 Jakob Martin Dolata: Eigene Dichtungen. 20.00 Hamburg: Lortzing-Abcnd. *£ Berantwortl. für die Redaktion:«olsgang«chwar,. Berlin: Anzeigen: Zh. Slo». Berlin. Verlag: Borwart, Berlag G. m. b. L.. Berlin. Druck: Borniärt- Buch- truckerei und Berlogsanstalt Paul Singer& Co., Berlin S3B 68, Lintenstraße 3. Kier,» 1 Beilage. T kealet, Lidtispiele usw. i Staats-Theater geschlossen! Abonnements- Anmeldungen turdie Spielzeit 1930-31 (Beginn am 1. Seotemöer) werden auch während der Thealerferien entgegengenommen: a) für die Staatsoper und das Staatl. Schauspielhaus vom Abonnementsbüro, Berlin W56, Ober- wallstr. 22.— Femspr. Merkur 9024, b) für das Staatl. Schillertheater vom Abonnementsbüro, Berlin-Chartottenburg, Grolman- straße 70.— Femspr. Steinpl. 6715. Tägl. S u. 8'l, Uhr. B S Bart. B2S8 Pr. 1—6 M.— Nachm. halbe Preise. Afra, Qlaseroffs, Gaudsmlth unr. Tägl. S u. 813 Sonoi. 2. sn. 8" Alex. E 4, 8066 j Oscar Sabo u. Lotte Werkmeister jin der Szene Beim 6-Tage-Rennen" mit Ori�hnal-Krllcke usw. VolKibttbne Theater an BBInrptofi. 8'l. Uhr Der Iröhlidie Weinberg Lustsp. in 3 Akten ng Karl Zoimaytr Regit; B. I Kenfer. Mm Tlieater B 2 Weide» dimn MI 8 Uhr Phaea von Fritz v. Unruh. Reg.; Max Reinhard) hotik: FrudriHi HNbrnfer. BifaimMUr Ennt Uiihe. Die Komödie 1 1 Bismck.24M/7S)« 8'l- Uhr Vi« werte idi leidi All! gludtlidi 7 Qg Kimn in II tUtlloajn m Fein Joadta«. ■nlk tot aivki Spoliaskr. Rkj.: kckt Eogil Bühnenbilder; Lodvig Unr Renaissance- Theater 9 Uhr Steinplatz 6780 Heute and illabendlidi Dia Wunder- Bar Revuestück Netrepol-Tii. Täglich 8'l, Uhr Miehiej Bohnen mit Dir allein... T&eater 1 Weitem Täglich 8'l» Uhr Neitig zun 380. Mite: Das Land des LBckelns Franz Lehars Sen-ationserfolg! Lessing-Tlieater fiUndan NN i.OSU Täglich 8'l, Uhr Der Faun m Ed». Rnoliiandi. Pnl Knill), Kita G«ettiiorky, Fmkn. Fitdhr, Plenev. Uta Berliner Praier soanDtraaiitantstst Kastanienallee 7—9 4 Uhr Grosses biteokoiizert 6 Uhr Eine entzllekende Burleske sowi e der auserwählte Varietä-Teil. 8.15 Uhr Gustl Beer, Greil Lilien, Alex Haber. Erwin Härtung in Das Drei« mädarlHaus Singspiel in 3 Akten Musik nach Franz Schubert. Eintri'tspreis von 50 PW. an. Theater 1. d. Behrenstr. 53-54 K-l» U- A4 Zentrum 926-927 8>l- U Letale 6 AofHUmmgea I Mein Vetter Eduard Schwank in 3 Akten mit - Ralph Arthur Roberts.— rose: -Theater Gr. Frankfurter Straße 1,3 BllletkuM: Al,z. 3422 U.34S4 Täglich 8» Uhr: Sonntag, den 37. Juli 1930 auch nachmittags 5 IS Uhr „Flachsmann als Erzieher" KomOdie in 3 Akten ven Otto Ernat Robert MOIIer alt Sehulrtt Prell KABARETT-KAFFEE TANZ-PALASTi Auf der GArtenbahne täglich 5»ühr(Sonnt.Sübr) Das Dombenprosramm • grofia Tnrlotan nmmern mit WILLI ROSEN. ü'r„Verliebte Leute" Operekt« ton K fi d n e k e mit nttan. Hsf«r, Ktrittm. Pyrmont, SQIHeh. Ktnluh, Muth und Hon, Rot*. Voran, eig«: Wlazerlesl ia Rose-Garten vom 3. bis 6. August. Vorverkeuf ab morgen ▼ormittag 11 Phr jfeinmeier Tätat.hDKstUi.Tor Kottbusser Str. 6 Tägl.»Vt Wiederauftreten der Elite- sanier mit Schorsch Ruselli. Grosses UdisJilOTir-Prwraiiiii! Winter ck Qarren* 8.1 S Uhr— Rnadien erlashl Corllnis Dollarsegen usw. Ssnaabenil u. Sonnt*« Ja 2 Vorstellungen i 4 und 8" Uhr. 4 Uhr kleine Preise J Reichshallen-Theater m Uhr Gastspiel der Dresdner victoria-sangar Freitag!. 8.: Wlederauf- Ireien der Stelliner Säneer Dänin ff-Brettl: Saal u. kühl äsrtBii Varieiä- Konzert- Tanz Komische Oper 8'l, Uhr PaulHeidemann in: Die Frau ohne Kuss Kollo-Operette mit Grit Haid. Landre-Breithaupt E D E LW EISSE dSeilage Sonnabend, 26. Juli 1950 Sfrinmift Es war im Sommer, in meinem zwölften, da versuchte meine Tante mit List, mich aus der übermütigen Lausbubenclique, in der mein Körper, mein Verstand und mein Ehrgeiz vortrefflich gedieh, herauszulocken, um mich zu„bilden", und um mich(das erfuhr ich von meinem darüber hocherfreut gewesenen Vater)„artig" zu machen, damit ich„anhänglicher" werden solle. Sie lud mich also bei ihrem Desuch in meinem Elternhaus ein, morgen, am Mittwochnochmittag, einmal zu ihr ins Schloß des Millionärs Mayer zu kommen. Diese Einladung in ein Schloß eines Mllionärs wirkte auf mich gerade so begeisternd, als wenn mich der Häuptling der Sioux- indianer zu sich in die große Prärie eingeladen hätte. Ich lief in meiner Begeisterung, ohne weiter an meine noble Tante zu denken, auf die Straße und berichtete in meiner Lausbubenclique die er- halten« Einladung. Da horchten meine Kameraden plötzlich betrübt auf, und einer murrte:„Dann is morge der ganze Mittwochnach- mittag kaputt.. Das tat mir leid. Ich fragte daher heraus- fordernd, ob sie denn mit mir gehen wollten, morgen, ins Schloß des Millionärs. Und oll« jubelten auf. Am folgenden Mittag, während der Mahlzeit, schien die Sonne prächtig, und mein« Mutter empfahl mir, zur Ehre meiner Tante mich feiertäglich anzukleiden. Aber ich hatte ohnehin schon immer ieine Abneigung gegen die„stillen Sonn- und Feiertage" und be- sonders gegen meinen feiertäglichen Anzug, der mich so ganz von selbst zwang, nicht so froh und so lebendig zu sein, wie im werktäg- lichen Toben. Und außerdem genierte ich mich, am Mittwochnach- »nittag feiertäglich gekleidet im Kreise meiner Kameraden zu er- scheinen, weil unser„Sportanzug" im Sommer nur aus einer alten kurzen Hose, aus einem Gürtel und bei den meisten anstatt aus einem gewöhnlichen Hemd, aus einem Blusenhemd bestand. Ich ant- »ortete daher meiner Mutter, als sie mir auch noch riet, mich zuvor lieber noch einmal fest zu waschen und meine Haare ordentlich zu bürsten, daß ich ja sowieso er st baden ginge, aber im Main. Meiner Mutter war das recht. Mein Vater aber sah voraus, vergnügt... Ich vermutete, er hatte meine Antwort als Ausrede erkannt. Als meine Mutter nach dem Essen in der Küche arbeitete, forschte ich einmal aus meiner Vermutung gegen meinen Dater: ».Awwer Vatter," sagte ich bedeutsam,„wenn der Millionär mich sieht und zu mir sogt, ich soll'm mal'was vormache; meintweche den Riesenschwung an dem Reck in seun'm Garte, an dem er seune Dcbbisch ausNoppe läßt, oder: wenn er zu mir sagt, ich soll e mal an seun'm höchste Baum nufftlcddern, in Rull-komma-nix, oder: ML £ � i* r n n wenn er zu mir sagt, ich soll'm mal de Todessprung vormache? Dann steh' ich natürlich da wie'n Ochs, der nix kann, weche meun m Sonntagsanzug." betonte ich, well ich sah, daß er sein Lächeln nun- mehr nicht ganz verbeißen konnte,„ich blamier' mich net, und dich dabei auch net. da tannste dich druff verlasse!" Hastig entkleidete ich mich. Und stand im Nu in meinem„Sportanzug" und stürmte nun ganz erleichert aus die Straße zu meinen Kameraden, die alle voll froher Erwartung auf mich lauerten. Unser« freudige Beg.ijlerung platzte laut. Und einige stopften noch schnell bei meinem Ruf„Los, mcr gch'n!" ihren Hcmdzipfel, der ihnen wie ein junger Lämmer- fchwanz hinten abstand, fest in die Wunde des Hosenbodens. Dann Gilten wir, ein geschwätziges Rudel von zwanzig, nach dem friedlichen Westen der Stadt, zum Schloß des Millionärs Mayer, in dem meine Tante mich nun erwartete. Als wir sehr m die Nähe jenes Schlosses kamen, sagte ich zu meinen Kameraden:„Mer misse langsamer gehe und dürfe jetzt nemehr so laut schwätze..." Da drängten sie sich von ollen Seiten an mich heran; und einer fragte mich flüsternd nach meinem„Ge- heimnis". Und da blieb ich stehen und verriet, ich hätte gerade daran gedacht, daß wir uns nicht von meiner Tante erblicken lassen dürsten. Auf die Fragen:„Warum, warum?" antwortete ich verlegen:„Mer sin zuviel..."" „Da geh halt allaa zu ihr; mer warte hier uff dich," schlug einer vor. Ein anderer ergänzte den Vorschlag:„Mer renne halt solang, bis du widder bei uns bist, hier um des schöne Straßenquadrat, im Nachlauf: mer könne aoch ganz gut, bis du widder bei uns bist, hier mal Räuber und Geiü>arm spielen." Während sich meine Kameraden zu der bevorstehenden Hetzjagd in zwei Parteien teillen, rief ich:„Paßt uff!" Und sie horchten. Und ich sagte:„Da Hab' ich erst gar net dran gedacht: meine Tante is e noble, die schmeißt mich ja doch zum Schloß naus, wenn s« sieht, daß ich kaa Schuh anhab', paßt uff! Mer sin hier in dem Viertel fremd; mer spiele deswege liewer in dem große Park von dem Schloß dort drüwe, des dem Millionär gehört, bei dem meu Tante is; da sin mer net mehr so ganz fremd, cinverstande?" Der Park schien tief und dicht. Seine bemoosten Wege lockten uns, zu kundschaften: und wir entdeckten hinter verwildertem Ge- büsch auf einem Rasen eine weißlackierte, Hochherrschast- l i ch e S ch a u k e l. Die besaß anstatt des üblichen Sitzbrettes einen geruhsamen Chaisentorb, der zwei bequeme Plätze sogar für Wohl- beleibte bot. Fünf von uns nahm er auf einmal auf, obwohl da seine Rippen knacksten. Immerhin: mit überschwenglicher Freude brachten wir ihn in Schwung, stehend, die Pendelkraft verstärkend, indem wir uns, im Schrei vor Lust, jedesmal von oben herab in 5kniebeuge mitfallen liehen. Und unsere Kameraden, die zuschauten, jauchzten auf und wippten vor drängendem Uebermut, als schließlich der schöne Schaukelkorb mit uns derart durchwuchtet« in die Höhe, daß wir beim Blicken nach unten auf unsere Füße nicht mehr den Rasen, sondern ganz entzückt den Himmel fanden. So sausten wir. Der ungehemmte Schwung nahm uns den Atem. Und da schrien plötzlich, fast er- schreckt, die Kameraden auf dem Rasen zu uns auf:„Stoppt! Stoppt! Da kimmt aaner mit'm Stock..." Und da wir in dem Schwung, den wir nicht brenrsen konnten, obwohl wir uns hals- starrig steiften, in die Gefahr gerieten, erwischt zu werden, deshalb rief einer von uns aus Leibeskrästen den fluchtbereitcn Kameraden zu:„Net ausreiße! Auf ihn mit der Bohnestange! Und auf ihn!" Und die fünfzehn unten stürmten hin, zu den gestapelten Stangen; und jeder zog da eine an sich. Dann liefen sie mit ur- waldfreudigem Geschrei und mit den angelegten„Lanzen" an unseren Feind heran. Der war ein dicker, grünbeschürzter Mann mit einem gelben Stock und mit verbissener Miene. Sie drangen aber auf ihn ein und stupsten ihn zurück, obwohl er grimmig focht. Und als die aufgeregte Schaukel sich endlich beruhigt hatte, daß wir es wogen konnten, abzuspringen, da eiferte vom Schloß her eine schlanke und schwarz gekleidete Dame dem sehr bedrängten Mann zur Seite. Sic trug(das ahnte ich) zu meiner Ehre heute die Man- scheiten; aber: sie hielt mit beiden Händen ihren langen Rock, der sie in ihrem Zorn über uns wohl sehr bchinderte, an seiner Vorder- seite hoch. Da wären meine Kameraden vor lauter Lachen über diese Dame beinahe dem dicken Gegner unterlegen. Und darum rief ich ihr in hartem Ton zu:„So kämpft mer net mit junge Leut', Tante!— Laß' deine Röck doch runterhäng«...!" Und meine Kameraden schrien fast erbost:„Jawohl, laß' deine Röck' herunterhänge! Bei uns wird nur reell gekämpft!" Der Kampf ward heiß. Denn jener dicke, grünbeschürzte Mann drang vor mit einer Stange, die er eroberte, weil meine Kameraden chre Freude über die bespitzten Unterhosen, die meine Tante ihnen vor Entrüstung viel zu offen zeigte, nicht überwinden konnten. Be- geistert von unserem Gelächter ging meine Tante nun zur Attacke über, mit jenem gelben Stock. Wir mußten ihr aus Anstand weichen. Und unsere Situation wurde schlimm. Da stolperte ich auf einmal rücklings auf dem Rasen über den langausgestreckten, schamroten Gartcnschlauch und verfiel auf den Gedanken, die Wut der beiden etwas abzukühlen. Und ich verband mit Lust den Gartenschlauch mit dem Hydranten. behende. Denn meine Tante dachte nicht zu fliehen. Das fühlle ich geradezu... Sie war ja auch seit vielen Jahren im Schloß des Millionärs ermächtigt, sür Ruhe und Ordnung energisch einzu» treten. Sie schrie mir zu:„W e g m i t d e r S p r i tz e, S ch l i n g e l!" Sie bleckte chre schönen Zähne und eilte unter dem Gejubel meiner Kameraden nebst jenem Dicken mit der Bohnenstange gar wütig auf mich zu. llnä» da auf einmal blähte sich in meiner Hand des Garten- schlauches Gurgel: er fauchte erst nach ihr; dann aber plötzlich „strahlle" ich in ihr Gesicht, aus purer Wonne, so dick wie der Zy- linder einer Lampe. Und auch der grünbeschürzte Dicke durfte, so- bald er seinen Mund auftat, zu unserer Freude schlucken wie ein Fisch. Und überhaupt— ich dachte: Es ist ja alles reines Wasser und doch nur Scherz! Zumal der dicke Grünbcschllrzte, während er die Stange fallen ließ, mir zunickte, erheiternd, wie ein Photograph:„Ich bitte, ich bitte..." Auch meine Tante verneigte sich sehr tief vor mir und mit gekreuzten Armen vorn: Gesicht, just so, als sei ich nun«in„Ra", ein Sohn des Sonnengottes. Jedoch in ihrer Atempause, da schnappte sie nach Höhenlust, aus der mein „Strahl", so schön gebogen, den grünbeschürzten Dicken über» schwemmte. Ja, sie reckte sich sogar, wie man sich reckt, wenn man noch sehr begierig ist. Und ich bedachte sie holt wieder mit meinem Ueberfluß an Wasier und an Luft. Aber da— auf einmal— flatterten ihre Arme, und sie begann dabei zu hüpfen, als wolle sie aus dieser Ueberslutung fliegen: sie flitzte plötzlich pudelnaß hinter den sehr abgekühlten Mann und schob ihn also gut geduckt und kräftig gegen die„Bestrahlung". Und da erst fühlte ich das Spiel zu ernst: ich warf den Garten- schlauch zur Seite und— meine Kameraden folgten mir in Hast zurück, nach jener Mauer. Die überwanden wir nach diesem„feinen" Nachmittag spielend. Und dann verließen wir mit fröhlichem Gesang und mit der Sonne den schönen Westen unlerer Stadt. (7. Fortsetzung.) „Wenn ich dafür die Bohlen hätte erneuern können, war mir die Rüg« schnuppe gewesen." Gräfe drehte sich überrascht nach Kern um:„Eine Rüge ist doch keine Kleinigkeit!" Kern sah Graf« schars an:„'Denn ein« Bctriebsgefohr vorhanden ist, kommt für. mich nur die Pflicht in Frag«." „Ist's denn wirklich so schlimm?" „Wenn jch's Ihnen sage!" „Mutz denn'aber wirklich der dumme Tatz da am Schlutz stehen bteiben?" „Gott, wegen mir... Ich werdt selbst mit dem Direktor reden, da können Sie den Satz streichen—" „Da» wäre immer noch besser, als wenn er stehen bleibt." Gräfe sah auf Kerns Meldung„Schön sieht's ja dann allerdings auch nicht aus---">• „Streichen Sie'n aus, Herr Obersckretär", sagte K«rn barsch „Nchnten Sie den Bericht lieber noch mal mit und lassen ihn yeil schreiben, ohne Ihren Schlußsatz." „Um Gottes willen, inzwischen kann das größte Unglück passieren!" „Sic können den Bericht gleich wieder herllberschicken, dann geben wir ihn morgen zum Herrn Direktor weiter." „Und dort soll er wieder ein paar Wochen liegen bleiben?!" „Was Sie für Scherereien machen!" „Die Sache muß heute noch ins klare kommen! Werde selbst mit dem Herrn Direktor reden." Gräfe hatte das Schriftstück vor sich liegen und machte einen schönen breiten geraden Strich durch die Schlußbemerkung Kerns. „Dann muß es eben mal so gehen, aber schön sieht's nicht aus." Kern stand aus. „Dann werde ich ober jetzt mit dem Herrn Direktor sprechen." „Halt mal, so schnell geht das nicht." Gräfe faßte Kern ge- mütlich am Arm.„Unser Direktor ist zwar ein recht zugänglicher Herr, aber so mit der Tür ins Haus fallen dürfen wir trotzdem nicht: auch muß ihm erst einer mot den Fall kurz erläutern und Sie anmelden." Kern setzte sich wieder und brummte etwas. Gräfe verschwand mit dem Aktenbundel. Ungefähr eine Diertel- stunde mußte Kern warten. Ihm schien es viel länger. Als Gräfe zurückkam, lächelte er Kern an:„Mein lieber Herr Bahnmeister, Sie haben Glück, der Herr Direktor ist gut bei Stimmung. Aber lenken Sie das Gespräch nicht aus Ihren schrist- lichen Bericht. Da- ist ganz überflüssig. Dielleicht verfügt er die Untersuchung der Strecke, auch ohne daß er den Bericht liest." „Untersuchung? Erst nochmals Untersuchung? Ist doch von uns erledigt." „Seh'n Sie zu, was sich machen läßt. Wissen Sie das Amts» Zimmer des Direktors?" „Weiß schon, danke." Kern gab Gräfe die Hand und ging zum Direktor. Er mußte dort erst durch ein Vorzimmer, wurde aber gleich vorgelassen. Er stand einem hageren Mann« in vor- gerücktem Alter gegenüber, der an einem großen, schwarzen Schreibtisch saß. Der Blick des Direktors glitt etwas gespannt, aber nicht unfreundlich, über Kerns Gestalt. „Bitte, kommen Sie näher, Herr Bahnmeister. Nehmen Sie Platz", forderte ihn Direktor Fehlinger auf, und deutete auf einen Sessel nahe am Schreibtisch. „Danke, Herr Direktor." Kern setzte sich. „Also, Sie haben da eine recht sonderbare Sache, H«rr Bahn- mcister?" „Jawohl, Herr Direktor, eine sehr dringliche." „Behaupten Sie, mein Lieber. Nach den Akten hat's noch lange Zeit." „Scheint nur so, 5?crr Direktor. In Wirklichkeit ist es sehr dringlich." „Ach?" „Sogar höchst« Gefahr, Herr Direktor." „Nanu! Machen Sie einem doch nicht graulich." „Verzeihung, Herr Direktor, wenn es nicht dringlich wäre, würde ich mir nicht erlaubt haben, so bei Ihnen hereinzu...., so auf eine persönliche Rücksprache mit dem Herrn Direktor zu dringen." „Hm. Die Strecke ist doch erst vor vier Jahren erneuert worden?" „Auf rund lRl Meter liegen ältere Bohlen. Mir auch un- erklärlich, aber doch Tatsache." „Sonderbar!" „Hab' mich wiederholt und ganz genau davon überzeugt. Würde allein vielleicht auch noch Zweifel haben, wenn ich nicht einen ganz zuverlässigen Fachmann dabei gehabt hätte." „Was ist das für ein Fachmann?" „Mein erster Kolonnenführer, Herr Direktor." „Sind das sicher« Fachleute?" „Erlangen mit der Zeit ganz erstaunliche Fachkenntnis, Herr Direktor. Außerdem ist der Mann früher Zimmermann gewesen, hat von Jugend an viel mit Holz zu tun gehabt." „So so. Hm hm." „Kann ich morgen die Strecke erneuern lassen, Herr Direktor?" „Morgen?!" „Jawohl, bitte morgen, Herr Direktor." „Aber lieber Herr Kern, das muß doch erst nachgeprüft wer- den! Ich habe ja noch nicht mal Zeit gehabt, in die Akten hinein- zusehen." „Leider, ja." „Me meinen Sie?" „Ich meinte nur, Herr Direktor, ich wollte... Es ist de- bäuerlich, daß die Akten solange herumgelegen haben. Verzeihung, Herr Direktor." Direktor Fehlinger sah auf. Seine grauen Augen fixierten Kern interessiert. „Gefällt Ihnen der Geschäftsgang nicht?" „Dos wollte ich nicht gerade gemeint haben. Herr Direklor, aber dos hier ist doch eine sehr dringliche Sache." „Denken Sie, mein Wertester." EIN-ej� NBAHN ER- OMAN CVON< HER ......... „Nein, wirklich, Herr Direktor." Kerns Eifer gefiel dem Direktor, doch blieb er noch immer etwas ungläubig. Er fragte:„Wenn laut Akten die Strecke erst vor vier Iahren erneuert worden ist, wie erklären Sie sich dann, daß da irgendwo auf hundert Meter ältere Bohlen liegen?" Kern zuckte mit den Achseln. „Ein Stapel älterer Bohlen kann versehentlich mit unter die neuen Bohlen geraten sein. Vielleicht waren die älteren Bohlen damals auch noch brauchbar." „Sic trauen Ihrem verstorbenen Vorgänger nichts Schlech- tes zu?" Des Direktors Augen bohrten sich in die Kern». Kern sah den Direktor groß an und antwortet«: „Kann nur sagen, daß alte Bohlen auf Strecke E. liegen." Fehlinger blickte nachdenklich auf das Aktenstück. Kern wurde unruhig:„Müssen die Akten erst wieder alle In- stanzen zurück, Herr Direktor?" „Eigenüich ja. Aber man kann auch mal ein« Ausnahme machen." „Vielleicht kann ich doch schon morgen das Streckenstück er» neuern, Herr Direktor?!" Fast wie Flehen klang das. Kern war aufgesprungen. Fehlinger mußte lächeln:„Ganz so schnell geht das natürlich nicht, aber ich werde morgen sofort an Ort und Stelle nachprüfen lassen." „Und dann...?" Jetzt war es Fchlinger, der mit den Achseln zuckte. „Dann muß ich den Prüsung-bericht abwarten." Schwer sank Kern in den Sessel zurück. „Nanun?" Fehlinger sah Kern erstaunt und etwas miß- billigend an.„Sind Sie nervenschwach?" „Nein, Herr Direktor, vorläusig noch nicht, aber man könnte..." Fehlinger trommelte ärgerlich mit dem Finger auf dem Schreibtisch. Dieser Bahnmeister nahm sich allerlei gegen seinen Vorgesetzten heraus. Verlegen sah Kern zu Boden„Herr Direktor verzeihen. Bin etwas erregt. Aber die Sache macht mir viel Sorge. Jeden Tag kann was passieren. Dann habe ich doch die Hauptverantwortung." Er sah wieder hoch und seine Augen sahen Fehlinger wieder fest an. Fehlinger wurde unsicher. Diesmal zwang Kerns Blick den seines Borgesetzten zu Boden.„Mein lieber Bahnmeister, e» mag ja sein, daß alles stimmt, was Sie sagen, aber ich kann doch nicht ohne Nachprüfung die Bohlen herausreißen lassen. Wenn sie dann doch noch brauchbar sein sollten und es kommt- zufällig eine Revision..." Kern lächalte trübe:„Dafür kann ich garantieren, Herr Direktor." Fehlinger reichte Kern die Hand und seine Stimme wurde beinahe herzlich:„Gut, dann mag morgen geprüft werden." „Kann ich dann übermorgen nochmals vorsprechen, Herr Di- rektor?" Immer noch hielt Kern Fehlmgers Hand. „Kommen Sie ruhig übermorgen Mischer." Damkt zog Fehling«« seine Hand zurück und sah sie sich unwillkürlich an. Sic war ganz rot geworden. Kcnw Fingcrspuren waren deutlich zu sehen. 8. D i e K a t a st r o p h e i st d a. Fehkinger hielt Wort. Am folgenden Tage revidierte die Prü-< fungskommission im Beisein Kerns und Bormanns die Streckenstelle bei Block 8. Bormann verstand es, den Herren alle Einzelheiten so drastisch zu erläutern, daß sie die Notwendigkeit der Erneuerung der alten Bohlen anerkannten. Aus dem Rückwege ließ sich Kern die Zusicherung geben, daß der Prüfungsbericht mit äußerster Be- schleunigung abgegeben würde. Damit nicht zufrieden, stand er am anderen Tage wieder im Amtszimmer des Obersekretärs, um sich beim Direktor melden zu lassen.(Fortsetzung folgt.) eBucf\ Johannes Qerhardl: Xiberalismus und WirlfdiaHsdemokratie Dies« Schrist des durch frühere Arbeiten bekannten Verfassers hat einen polemischen Charakter. Sie ist gegen den Grundgc- danken des von Fr. Naphtali herausgegebenen Sammelwerks „Wirtschaftsdemokratie" gerichtet, daß die Demokratisierung der Wirtschaft als«in„Prozeß der Ilmwandlung des Wirtschafts- systems vom Kapitalismus zum Sozialismus" aufzufassen sei. Demgegenüber hält der Verfasser nur eine„liberale Wirtschafts- demokratie" für lebensfähig, welch« die freie Marktwirtschaft, die Wirtschaftsführung der Unternehmer und das Privateigentum an den Produktionsmitteln unbehindert fortbestehen läßt.„Demokra- tisch" soll die Wirtschoftsvevfassung in dem Sinne sein, daß sie einerseits den schwächeren Unternehmer gegen das Uebergewich: der großkapitalistischen Machtzentren der organisierten Wirtschast schützt, andererseits den Arbeitgebern nach Maßgabe ihrer per- sönlichen Fähigkeiten den Aufstieg zu Führevstcllen ermöglicht (Aufhebung des Bildungsmonopols). Di« sozialistisch« Wirt- ichoftsdemokratie würde, nach Ansicht des Versassers, die Kapital- bildung hindern, zu einer Ueberorganisatip.n der Wirtschost führen und staatlichen Organen untragbare wirtschaftliche Verantwortlich- keit sowie Ausgaben auferlegen, die sie erfolgreich nicht lösen können. Das Resultat wäre Verminderung der Elastizität des Marktes. Herabsetzung der Produktivität und Hemmung der Kapitolbildung. Dem Naphtalischcn Werk macht der Verfasser den Vorwurf, er übersehe den II inistand, daß die Tauschwirtschaft nicht, wie der Staat, eine einheitlich« leitende Spitze besitzt, sondern ein Zusammen- wirken aufeinander angewiesener Einzelwirtschaften darstelle, und daß«ine der Staatsverfassung wesensverwandte Wirtschaftsver- fassung, ein Gemeinwesen der Wirtschast neben dem politischen Ge- meinwesen eine Unmöglichkeit sei. Dieser Vorwurf trifft nicht zu. Der besagte Unterschied ist in dem Sammelwerk weitgehend berück- sichsigt. Wirtschaftsverfossung hat aber nicht nur die Organisation einer, die Entsch«>dungsmacht ausübenden Spitze zum Gegenstand, sondern die rechtlichen Grundsätze und die Grundformen der wir- schastlichen Machtorganisation überhaupt und in diesem Sinne ist das Problem der Wirtschaftsoersassung, neben der Staatsverfassung, durchaus aktuell. Der Verfasser sucht zu beweisen, daß eine Demo- krattsierung dieser Verfassung nur in den Grenzen möglich ist, in welchen sie nicht zu den wirtschaftlichen Grundsätzen des Liberalis- mus und zu den Forderungen einer die Produktivität steigernden Wirtschaftspolitik im Widerspruch steht. Letzteres wird auch im Napchalischen Buche nicht in Abrede gestellt. Wenig überzeugend ist die Behauptung,«ine Wirtschastsdemokrati« könne nur auf libc- ralistischen Ideen aufgebaut werden. Die Schrift wird in diesem Punkte bei vielen Lesern aus Widerspruch stoßen, ober gerode da- durch wirkt sie anregend. Sie enthält auch manches für das Per- ständnis der Wirtschaftsdemokratie förderliche. Dr. L. Thal. *) Berlin 1930, Junker und Düenhaupt, 50 Seiten. Rät sei-Ecke des„Abend tt Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Robbenart: 6. Auszeichnung: 7. Autokenn- zeichen einer 5)onsastadt: 9. persönliches Fürwort: 10. nicht fern: ll.-ame- rikanifcher Vorname: 12. Präposition: 14. Dop- pelkonsonant: 15. Aus- rus: 17. militärischer Rang.— Senkrecht: 1. Teil des Hauses: 2. Doppeltonsonant: S. Farbe; 4. russischerFluß: 5. Ziaarrenrest: 8. biblische Figur: 9. Kirchenbauwerk: 13. Gemein- Ichaft: 15. Präposition; 16. Flächenmaß.* Silbenrätsel. Aus den Silben: a a all be bel bel bend bern des brand char chow de dist e eis fer gäu ge ge gi glas gow hil in in kas le klus l« man na na na na ner nord nus o oft pier re ro ron fe si stein ti ter trcitsch u vir wald wait whit winn zy sind 23 Wörter zu bilden, deren erste Buchstaben von oben nach unten und deren letzte Buchstaben von unten nach oben gelesen einen Ausspruch von Hutten ergeben. 1. Bekannter alter Sozialist: 2. Arbeitervcreinigung: 3. Himmelsrichtung: 4. Rand eines Ge- wäfscrs: 5. Roman von Zola: 6. bekannter Arzt: 7. ermordeter Arbeiterführer: 8. Führer der großen Französischen Revolution: 9. regelmäßig wiederkehrend« Reihe: 10. Zeitbegrisf: 11. Hauptsoche beim Geschäft: 12.„Sozialistentöter" der Bismarck-Zeit: 13. füd- amerikanisches Urvolk: 14. Dienstgrad: 15. Gestalt aus der Nibelungensage: 16. Sohn Adams: 17. Arbeiterführer: 18. christen- feindliche afritanijchc Sekte: 19. Stadt in Schottland: 20. mann- licher Vorname: 21. amerikanischer Dichter: 22. Landschaft in Schwaben: 23. Anhänger einer Partei zur Zeit der großen Fronzö- fischen Revolution. H.?. Kapselrätsel. In einer alten deutschen Stadt— Sie liegt in Deutschlands Norden— Ist ein Gebirgszug hoch und lang Drin eingekapselt worden. Im fernen Land Zlmeriko Ist das Gebirg' zu finden.� Nun such Gebirge du und Stadt In einem zu verbinden.* Silben-Oefizit-Aufgabe. Welche Silbe steht vor bak barz bor bu del fel so kcl lor lent lon pir rent rif rot sch« tor tra xe xus und noch aor ba der del her mar me no ri spar vo ji? hl. Was ist's? Wenn du ein kluger Rechner bist, Findst du die Eins als Zahl. Die Silbe Zwei dagegen ist Ein Denker. Rate mal! Wer nun die Eins und Zwei behend Zu einem Worte fügt, Der sieht nun, daß die Eins-Zivei in Dem Werkzeugkosten liegt.* Visitenkartenrätsel. B. M. FREITANK _ NIAGARA Was ist der Herr?" (Auflösung der Rätsel nächsten Mittwoch.) Auflösung der Rätsel aus voriger Nummer. Kreuzworträtsel. Waagerecht: 1. Galapagos: 7. Ural: 8. Rune: 9. Tabu: 10. Mama: 12. Moll: 14. Miß: 15. Lora: 18. Apenninen.— Senkrecht: 1. Guatemala: 2. Ar: 3. Laub: 4. Al: 5. Gau: 6. Seehausen: 11. Ali: 13. Lor«: 16. Op: 17. an. Silbenrätsel: 1. Aliete: 2. Anneliese: 3. Nansen: 4. Jsmene: 5. Saa.ztol: 6. Tunis; 7. Nandu: 8. Zgnanodon: 9. Cor- men: 10. hakodotc: 11. Talisman: 12. Knüllgebirge: 13. Lagerlöi: 14. Usedom: 15. Galata: 16. Witte.—„Man ist nicht klug, wenn man nur klügelt." Kapselrätsel: Die Erholung ist die Würze der Arbeit. Diefeblende erste Silbe: Silbe dra.— Drochenschlucht. Dragoner, Dramaturg, Drachenblut, Dragoman, Drachensels, Dramatik. Drakenburg. Draperie, Dramura. Drakenstein. Drowida. Rösselsprung: Alles Revolutionieren in der äußeren Wirtlichkeit bleibt selbst äußerlich und verläuft im Sande, wenn es dem Geist nicht gelingt, ebensosehr mit der historisch überlieferten Welt des geistigen Innern fertig zu werden, fein neues Prinzip durch all« ihre Instanzen und Gebiete durchzuführen und Iis von neuem aus ihm aufzubauen. Ferdinand Lassalle.. Nr. 346 47. Jahrgang Sonnabend 26. Juli 1930 Technik im Dienste der Verbraucher Die Konservenfabrik Stendal u Löchiemaschinc. Die vom Landwirt angelieferten Sdioienerbsen werden in.'diesen MasMnen entkörnt. Jede der Maschinen leistet 50 Zentner in der Stunde. Die ganze Verarbeitung der Erbse zur Konserve geht so sdinell vor sich, daß der Waggon, der die Erbsen anliefert, während er noch ausgeladen wird, mit den fertigen Konserven beladen werden kann. Der. Fabrikaiionsgang dauert 40 Minuten. Die Endstufe'der Fabrikation. Links die Verschließ masehine, die 100 Dosen in der Minute verschließt, rechts der Druckkocher, in dem sich der Sterilisierungsoorgang vollzieht. Der Drudekocher der Konservenfabrik Stendal ist der einzige seiner Art in Europa. Als di« Groblnkaufsgesellschaft Deutsch«? Konsumvereine (EEG) im Jahre 1923 nach der A l t m a r k kam, um Gemüse- kon fernen zu fabrizieren, regten sich die blaublütigen Groß- grundbesitzer ganz gewaltig auf. Es wurden Flugblätter an Land- wirte und Gemüseanbaucr verteilt, in denen sie aufgefordert wur- den. keine Schote und keine Bohne an die„rote Gesellichaft" zu verkaufen. Na ja, man nimmt den Mund häusig voll, manchmal voller, als man es vertragen kann. Die GEG erklärte: liefert ihr uns nicht die Bohnen und die Schoten, dann werden wir selbst produzieren. Aus diesen Gesichts- punkten heraus wunde das Rittergut Osterholz bei Stendal ausgekauft. Es gehörte einen Kriegs- und Jnslations- gewinnler, der das Gut in Grund und Boden gewirtschaftet hatte und nun im Chorus der Blaublütigen über die Not der Landwirt- schaft fabuliert«. Die GEG brachte unter nicht geringen Geld- aufwcndungen. den prächtigen Besitz wieder in Ordnung und sing an. ihren Bedarf an Gemüsen von Osterholz her zu decken, was jetzt bis zu einem erheblichen Teil möglich ist. Nun suchten die alt- niärkischen Gemüsebauern die Hintertreppen bei der GEG und heute ist es so weit, daß die Landwirtschaft vernünftig ge- worden ist. In landwirtschaftlichen Kreisen wird oft die Frage des Zu- sammenarbeit« ns zwischen der Konservenfabrik in Stendal und der altmärkischcn Landwirtschaft erörtert. Nun,«s kann nur gesagt werden, doh sich dieses Zu- samwenarbeiten so vollzieht, daß die Landwirtschaft gern an die Genossenschaft verkauft. Di« Genossenschaftsfabrik in Stendal ist ein ausschlaggebender Faktor für die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt in der Altmark geworden. Das Kaufen und Verkaufen voll- zieht sich in der Form, daß sogenannte Zlnbauverträge zwischen den Spitzenorganisaiionen der Landwirtschaft und den Kon- scroenfabrikcn geschlosien werden. Sie beruhen auf Schätzung und sogenannten Kalkulationspreisen. Die Landwirtschaft ist bisher sehr gut dabei gesahren und man darf hoffe», daß sie sich auch mal in Jahren, wo es anders kommt, an einmal getroffene Abmachun- gen hält, woran es ja bekanntlich immer noch hapert. Sicherung des Rohstoffbedarfs ist für eine Ge- müsekonservensabrik von ausschlaggebender Wichtigkeit. Die Ge- müsekonseroe, die sich theoretisch ewig hält, mutz in weni» gen Stunden fabriziert sein. Das bedingt die technische Einrichtung einer Gemüsekonfervenfabrik. die auf schnellste Ver- irbeituna eingestellt sein mutz. Die Gemüsekonservenindustri« in Deutschland ist ein noch junger Wirtschaftszweig. Während die Technik in Frankreich und in Amerika leistungssähige Maschinen für die Gemllsckonservierung entwickelte» vollzog sich die Konser- oierung bei uns noch rein handwerklich. Man konser- vierte noch in der Art, wie Mutter zu Hause einweckie. Die Eni- Wicklung der deutschen Konservenindustrie setzte eigentlich erst nach dem Krieg und nach der Inflationszeit ein und die GEG kann für üch in Anspruch nehmen, datz sie an der Entwicklung dieser Technik durch die Errichtung ihrer Gemüsetonservenfabrik in Stendal matzgebend beteiligt ist. Der Musterbetrieb in Stendal ist ja auch die Voraussetzung dafür, datz die GEG eine erstklassige und hochwertige Gemüsetonserve liefert. In der Konservenfabrik Stendal, die als modernste Fabrik ihrer Art in Europa angesehen werden darf, werden z. B. zur Zeit der Erbsenernte stündlich 40 Zentner Erbsen zu Kon- servcn verarbeitet. Die vom Feld hcrangefahrsncn Erbsen durch- laufen den ganzen Fabrikationsgang, ohne von Menschenhand be- rührt zu werden, in kaum 4 5 Minuten und stehen dann als fertige Erbskonserven versandbereit fertig. Derselbe Waggon, der die Schoten vom Feld gebracht hat. könnte die Erskonserv« mit- nehmen, die aus den Schoten produziert wurde, ohne auch nur einen Augenblick warten zu müssen. Nach dem Geschäftsbericht der GEG für das Jahr 1929 steigerte sich der Umsatz der Obst- und Gemüsekonseroensabrik in Stendal von 6.009 Millionen Kilogramm mit einem Werte von 4.851 Millionen Mark im Jahre 1928 auf 8,371 Millionen Kilogramm im Wert« von 6,68? Millionen Mark im Jahre 1929. Der festzustellende Umsatz von 43 Proz. in den Artikeln dieses Fabrikationszweiges spricht für sich selbst. Die Entstehung der Erbsenkonservc ist besonders charakteristisch für die Arbeitsmethoden einer modernen Konservenfabrik. Die ankommenden Schoten werden mechanisch in sogenannte Löchte- Maschinen gefördert, das sind rotierende Maschinen, in denen- die Schoten entfernt werden. Die Maschinen trennen zugleich die Körner von den aufgeplatzten Schoten, diese gehen als begehrtes Silofutter in die Landwirtschaft, jene gelangen auf Transport- bändern zur Sortierung. Ein Teil der zur Verarbeitung kommenden Erbsen gelangt in bereits entkörnter Form zur Fabrik. Man ist nämlich auf dem der GEG gehörenden Gut Osterholz dazu übergegangen, die Erbsen auf dem Feld zu mähen und das gemähte Gut in besonderen Dreschmaschinen z u« n t k ö r n e n. Die Erbsenkörner werden durch Schnellastwagen der Fabrik zugeführt und gehen hier über«ine Reinigungs- Maschine, in der sie pneumatisch von anhastendem Staub be- freit werden, ebenfalls zur Sortierung. Die Sortieranlage besteht aus rotierenden Sieben, durch die die Körner nach ihrer Gröhe in die handelsüblichen Sorten(Kaiserschoten, sehr sein, fein, mittelfein usw.) getrennt werden. Jeder dieser Sorten wird gesondert aufgefangen und wandert gesondert weiter. Auf die Sortierung folgt eine Reinigung: die gereinigten Körner gelangen in Silos, die nicht den Zweck einer längeren Spcicherung haben, sondern lediglich den nun solgenden Konservierungsvorgang von den unvermeidlichen Unregelmätzigkeiten der Roh- stoffzufuhr unabhängig machen. Aus jedem Silo läuft der Erbsenstrom dauernd zum Vorkocher. Das ist eine zylindrische Trommel, in die Dampf eingeblasen wird. Die Erbsen werden darin, während sie von einer Schnecke vorwärtsbewegt werden, kurz vor- gekocht. Das ist notwendig, um zu verhindern, datz die Füllung der Dose bei der später solgenden eigentlichen Konservierungs- kochung abnimmt. Der vorgekochte Erbsenstrom wird, immer aus Transportbändern laufend, kurz gekühlt: er gelangt auf ein Verleseband, auf dem schlechte Körner von Hand ausgelesen werden, und von da zur Füllmaschine, die in die Dosen ein bestimmtes Quantum Erbsen und bestimmte Flüssigkeitsmcnge einfüllt. Die Dosen werden in der Fabrik selbst hergestellt. Als Aus- gangsmaterial dient verzinntes Eisenblech, das in Tafeln von bestimmter Größe angeliefert wird. Die Bleche werden zu- nächst auf richtige Gröhe zugeschnitten, die einzelnen Streifen, die jeweils dem Mantel der Dos« entsprechen, werden in Spezial- maschinen gebogen und zugleich an der Längsnaht verlötet. Andere Die F.rbsen werden auf dem Gut Osterholz der GEG gemäht. Die geernteten Schoten werden an Ort und Stelle in Dreschmaschinenentkörnt. Das Bild zeigt die Erbsendreschmaschinen. Maschinen stellen die Böden bzw. Deckel her, in die ein dünner Gummiring eingepreßt wird. Die sorgfältig geprüften Dofenmäntel werden in SpezialMaschinen an einem Ende mit einem Boden zu- sammengefalzt, die so gefertigte offen« Dose gelangt zu den Füll- Maschinen._ Von diesen Maschinen laufen die gefüllten Dosen einer Ver- s chli e tzm a sich i n e zu, die den Deckel aufpreßt und mit dem Dosenmantel zusammenfalzt. Nun erst folgt die eigentliche Konservierung. Sie vollzieht sich in einem sogenannten Druckkocher, den die gefüllten und verschlösse,»cn Dosen kon- tinuierlich durchlausen und in dem sie auf 120 Grad erhitzt werden. Die Konservenfabrik Stendal darf sich rühmen, als einzige Fabrik des Kontinents über einen derartigen modernen Kocher zu verfügen. Die Schwierigkeiten liegen darin, datz die Dosen dauernd von außen In das Innere des unter Druck stehenden Kochers hineingeführt und wieder aus ihm entnommen werden müssen, ohne daß der Druck abblasen kann. Man Hilst sich hier mit dem Schleusenprinzip. Jede Dose gelangt durch eine Art von Schleusenkammer in den Kocher bzw. ins Freie. Dann sind lediglich jeweils die Druckunter. schiede in der Schleusenkammer auszugleichen, im ganzen bleibt der Druck praktisch unverändert. Der Vorkocher ist ein liegender Zylinder, durch den die Dosen mit Förderoorrichtungen langsam hindurchbefördert werden. Sie gelangen dann In einen Kühler, in dem sie langsam auf Normaltemperatur abgekühlt werden, und gehen schließlich einem Lager zu, auf dem sie zunächst etwa drei Tage lagern. Fehler, die etwa bei einzelnen Dosen unterlaufen sein sollte», werden in diesem Zeitraum äu herlich erkennbar. Die fehlerhaften Dosen werden aussortiert- die übrigen gelangen zum Hauptlager, in dem nicht weniger als zwei Millionen Dosen aufgestapelt werden können. In ähnlicher Weise vollzieht sich die Herstellung von Bohnen- k o n s e r v c n. Allerdings läßt sich die Fabrikation hier nicht so mechanisieren wie bei der Erbse. Es gibt z. B. noch keine Maschinen für das Abziehen der Bohnen(Abschneiden der Spitzen, Abziehen der„Fäden" auf beiden Seiten). Diese Arbeit wird als Heim- arbeit durchgeführt. Die abgezogenen Bohnen werden in der Fabrik, soweit sie als Brechbohnen verarbeitet werden, gereinigt. dann in offenen, langen Wannen, durch die sie in Sieben mit mechanischen Fördereinrichtungen hindurchgeführt werden, gekocht. gekühlt und von Hand in d>e Dosen eingefüllt, wobei auf richtiges Gewicht gehalten wird. Rur das Verfchlietzen erfolgt maschinell. Die Dosen durchlausen dann ebenfalls den vor- erwähnten Druckkocher. Schnitzelbohnen werden in einer Schnitzel- anlage zerkleinert. Hier zeigt sich ein interessyntesPrinzip, charakteristisch für eine Fabrik, die eine Anlage oft nur wenige Tag« im Jahre benutzt: die gesamte Schnitzelanlag« wird zurzeit der Bohnenernte erst ausgebaut und nach Beendigung wieder abmontiert, um den Raum für andere Zwecke freizugeben. Daneben erzeugt Stendal Fruchtkonserven, Marmeladen, Frucht. safte und dergl. Man findet da recht interessante Maschinen: eine Maschine zum Entstielen von Kirschen, eine ähnliche zum Entstielen von Johannisbeeren, eine Maschine zum Än t st einen von Kirschen usw. Zum Kochen von Frucht- konserven dienen ganze Reihen kupferner Kessel, sogannte Blanchier. kessel, Marmeladen werden in Vakuumkochern eingedickt, zur Ge- winnung von Fruchtsäften dienen gewaltige Pressen. Der vorherrschende Gesichtspunkt tn einer modern geleiteten Konservenfabrik ist der der Qualität. Ihm dienen die weil- gehend mechanisierten Anlagen, die«ine rasche Verarbeitung des Rohmaterials gestatten, ihm dient weiter ein modern ausgerüstetes chemisches Laboratorium, das die Erzeugnisie laufend unter- sucht und auftretenden Fehlern sofort nachgeht, ihm dienen vor allem ausgedehnte Wasch- und Baderäume für das Personal, saubere weitze Arbeitskleidung usw. und zuletzt eine ständig genaue Kon- trolle der Fabrikation. / Hunderttausend in Dresden Das Bundesfesi der Arbeiierradfahrer— Die Begrüßungsansprachen Das Bundesfest der Arbeiter Bad- und Kraftfahrerbundes „Solidarität" in Dresden hat am Freitag seinen Anfang genommen, weit über hundertlausend Arbeitcrsportler haben sich in der Elbestadl eingefunden. Ueberoll herrscht ein festliches Leben und Treiben. Der gestrige Freitag brachte gleichzeitig das Be- kenntnis der hunderttausend in dem bevorstehenden wahlkampf olles daran zu setzen, um den Sieg zu erringen. Am Vorabend Die Festwies« am diesseitigen E l b« u f e r imponiert zunächst durch ihre gewallig« Ausdehnung, das geht kilometerweit, fast unübersehbar am Ufer entlang. Mindestens ein Dutzend Zeltbauten find errichtet, jeder einzeln« geräumig genug,»m als F e ft z e I l für«ine selbständig« Veranstaltung einer mittleren Stadt dienen zu können. Große stabile Tribünen mit dem Blick auf die hauptsächlichsten Kampfbahnen, eine Freilichtbühne, ein be- sonderer Spielplatz für die Jugend, eine Aus- stellungshalle des Fahrradhauses„Frischauf" und Unter- kunstsräum« für die verschiedenen Ausschüsse. Die Bcleuchtungs- anlag« wird bei Einbruch der Dunkelheit ausprobiere, Lastautos rollen an, Motorräder mit dem roten Dreieckswimpel aus allen Teile des Reiches knattern durch die Straßen der Feststadt hinaus zum Platz, Dialekt« aus Süd und Nord vermischen sich im frohen Stimmengewirr der Neuangekommenen. Di« Film- Operateure suchen das Gelände nach den besten Ausnahmemöglich- keiten ab. Aus dem gegenüberliegenden rechten User fällt«ine pro- sane neuerstcllte holztreppe auf, die vom Flußspiegel zur er- höhten Uferterrass« führt. Aus chr und um sie herum wird das Festspiel„Am anderen User" am Sonnabend Abend vor sich gehen. Mit Kähnen wird«in Teil der Mitwirkenden übersetzen. Zehn- jausende erwarten von diesem Weihespiel den größten künstlerischen Genuß des Festes. Die LrottmmK am Freitag Ein frischer Wind hat den Boden der Festwiese wieder hart werden lassen. Rote Fahnen flattern von hohen Masten, gruppenweise treffen Radfahrer und Motorradsahrcr seit den frühen Morgenstunden ein. Um MM Uhr marschieren unter den Klängen der Musik die Banncrgruppcn aus dos Massenreigenfeld unter den Musikpavillon hindurch: die Saalradfahrer in weiß-schwarzem, die Neigenfahrer in buntem Trikot. Auf dem Massenreigenfeld ent- »nickelt sich«in farbenfrohes Bild mit bunten Standarten und Wimpeln. Für die Zentralkommifsion und die anderen deutschen Llrbeitersportoerbände war Genosse W i l d u n g gekommen, die öfter- reichischen Arbeitersportorgamsationen waren vertreten durch den Gc- nassen P u ch l e r, Wien, der deutsche Arbeitersamariterbund durch den Genossen R i ch t e r, der Arbeiterkeglerbund durch den Genossen Köhler, der Vorstand der SPD. durch den Genossen W e st p h a l, Berlin, und die Sozialistisch« Arbeiter- jport-Internationale durch den Genossen Geliert. Nach einem Liedoortrag einer Gruppe des Arbeitersängerbundes, Ortsgruppe Dre-de»,„Krönt den Tag" entbot der Vundesvorsihende Genosse Rlenrann den ersten Willkommengruß. Er wies darauf hin, daß der Beschluß zu dem Fest schon im August 1928 aus dem Hamburger Bundestag gefaßt wurde. Den Mit- gliedern des Gaues IS, des Bezirks und Ortsgruppe Dresden, gebühre besonderer Dank für die Vorbereitungsarbeilen, ebenso dem Reichsministerium des Innern und dem Rat der Stadt Dresden. In den 34 Iahren des Bestehens des Bundes fei dies das erste Bundes fest. Es sei angesichts des An- Wachsens des Bundes notwendig gewesen, die Oessentlichkeit über die Leistungsfähigkeit des Bundes in sportlicher Beziehung auf- zuklären. Man könne ohne Uebertreibung voraussagen, daß dieses Fest die größte Radsportschau sein werde. Die Jugend brenne daraus, ihre sportlich« Geschicklichkeit aus den Rädern zu zeigen. Das Bundesfest soll der großen Oessentlichkeit, vor allem die Bedeutung des Fohrrades zur Hebung der Volksgesundheit und Er- Ziehung der Jugend vor Augen führen. Lehrer und Behörden müßten daher ein besonderes Interesse an dieser Art von Leibes- Übungen haben. Die Haltung eines Teilesder bürger- l i ch c n Presse gegenüber dem Bundesfest habe nur dazu geführt, daß die Kräfte noch mehr angespannt werden. Er Hab« das Vertrauen in die Bundesgenossen, daß dieses Fest ein Markstein in der Geschichte des Bundes sein werde. In diesem Sinne eröffne er das Fest. Ein dreisaches Frischauf klang weithin über den Platz. Im Auftrage des Rcichsparteivor stand«? und der Reichstagsfroktion der Sozialdemokratischen Partei sprach Max Westphal-Berlin. Er betonte, daß er der Einladung gerade in diesem Augenblick mit besonderer Freude gefolgt sei, weil zwischen der Sozialdemokratischen Partei und den Arbeitersportorgani- sationcn von jeher ein freundschaftliches Ver- hältnis bestanden Hab« und vor allem aber, weil dieses Aundesfest der Oessentlichkeit zeigen werde, wie stark die Arbeiter- sportorganisotionen sich entwickelt haben.» Der bevorstehende politische Kampf, bei dem es darum gehe, ob die fort- schrittlichen Kräfte den Sieg erringen und ob die Vertreter der werktätigen Bevölkerung in erhöhter Stärke in den Reichstag ein- ziehen, machte es notwendig, die Anstrengungen zu oerdoppeln. Die Roten Adler, die schon in der Vorkriegszeit unter erschwerten Umständen für den Sozialismus gekämpft hätten, würden sicherlich als die Rote Kavallerie auch in dem bevorstehenden Kampfe die erste Fühlung mit dem Feind« aufnehmen. Parteivorstand und Reichstagsfraktion wünschen dem Bundesfeste einen eindrucksvollen Verlauf und sind überzeugt, daß dem siegreichen Heer der sozialistischen Kämpfer die Roten Radler vorangehen werden. In diesem Sinne übervring««r herzliche Grüße und ein kräftiges„Frischouf". Das sächsisch« Arbeits- und Wohlfahrts- m i n i st e r i u m hatte Ministerialrat Dr. Kittel entsandt, der die Grüße der gesamten sächsischen Staats- re gierung überbracht«. Er gab der Freude Ausdruck, daß das Bundesfest auf sächsischem Boden stattfinde. Sachsen mit seiner großen Industriearbeiterschaft habe stets ein besonderes Interesse für Arbeitersport und Leibesübungen gezeigt und diese Bestrebungen gefördert wie auch die Arbeiterbundesschulc In Leipzig bezeuge. Bei der reiselustigen Veranlagung der sächsischen Be- völkerung jei es kein Wunder, daß dos Fahrgeld ein« große Rolle spiele und diese Sportorganisationen besonders stark seien. Der Der- treter gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß der Bund die geistige und körperliche Schulung seiner Mitglieder bezwecke und nicht auf Rekordleistungen hinarbeite, getreu der Parole des Bundes: Solidarität. Für den Sächsischen Landtag sprach Gen. Meckel. Der Sächsisch« Landtag habe bei den Haushalts- beratungen bewiesen, daß er Sport- und Radsportbestrebungen sördere. Insbesondere begrüße die sozialdemo- kratische Landtagsfraktion das Bundesfest. Mit ihrer Hilfe sei gerade in diesen Tagen die unsozial« Radfahr- st euer verhindert worden. Der Redner erinnerte daran, daß im Jahre 13 0 6 in Sachsen der Radsahrerbund Solidarität für politisch erklärt und damit oerboten wurde. Auch heute seien die Arbeiterorganisationen noch bedroht und zusammen mit den Arbeitersportorganisationen müßten sie sich zur Wehr setzen, zumal beide Bewegungen dieselben Kampsziele hätten. Mit einem„Frisch- auf zum Kampfe" schloß der Redner. Für die Stadt Dresden begrüßte Stadtbaurat Dr. Wolf die Veranstaltung. Er hob hervor, daß Rat und Stadtverordneten- Versammlung sich auf dem Gebiete der Leibesübungen stets fördernd betätigt hätten. Diese Tendenz werde, soweit es die finanzielle Lage erlaub«, auch weiterhin beibehalten. Sein Glückwunsch galt der Weiterentwicklung des Arbeiter-Rad- fahrerbundes. Für die Sozialdemokratische Partei Sachsens betonte Stadtrat Sander die enge Verbundenheit zwischen Partei und Arbeiter- radsahrern und wies daraus hin. daß sich 135 000 sozialdemo- kratische Wähler in Dresden mit den Bundesmilgliedern aufs innigste verbunden fühlen. Die Partei betrachte sich als die parlamentarische Per- tretung des Bundes und der gesamten Arbeiter- s p o r t l e r. Sie habe auch bei allen Etatsberatungen im Reich, Ländern und Gemeinden stets dieser Einstellung entsprechend ge- handelt. Die Partei hosfe auch in Zukunst auf die Kampf- g e m e i n s ch a f t mit den Arbeiterradsahrern. Gen. Gellert vertrat die Sozialistische Arbeiter- Sportinternationale. Er tonnte mit Genugtuung auf die großen Fortschritte in den zehn Jahren ihres Bestehens hinweisen. Weit über Europa hinaus Hab« sich der Zusammenschluß aus- gebreitet, getragen von dem Bewußtsein, daß sportliche An- Näherung auch ein Weg zur Völkerverständigung sei. Für die Z e n t r a l k o m m i s s i o n und dl« gesamten Arbeitersportoerbände sprach Gen. Mildung-Berlin. Er freute sich über die großen Fortschritte des Bundes. Sonst jei heute die Bewegung der Arbeitersportler durch die politischen und wirt- schastlichen Verhältnisse gehemmt. Der Wunsch nach Abhaltung eines einzigen Arbeitersportsestes sei aus technischen Gründen nicht erfüllbar, denn es gäbe kein Stadion, daß die Masten bei einem derartigen Fest aufnehmen könnte. Er hosfe, daß dos Fest den Kampfesgeist für die kommenden Kämpfe stärken werde, die zu- jammen mit der Sozialdemokratischen Partör ausgefochten werden müssen. Der Bundcsvorsitzende, Gen. N i e m a n n,«räsfnete dann mit einem„Frischaus" das Bundesfest. Mit einem zweiten Lied der Arbeitersängcr,„Empor zum Licht", wurde der Er- öfsnungsakt abgeschlossen. Die ersten Ergebnisse Mit dem Radball und den Radpolospielen wurden am Freitagnachmittag die sportlichen Darbietungen eingeleitet. Auf den einzelnen Feldern herrschte ein lebhafter sportlicher Betrieb, aber leider hinderte einsetzender Regen eine volle Entfaltung. Um 14 Uhr begann programmäßig die Uebungen und Proben der Jugendlichen zu den ein- zclnen Wettbewerben, Volkstänzen usw. Es zeigte sich bald, daß bei dem Hindernis- und Geschicklichkcitsfahrcn der leweilige Sieger das Fahrrad außerordentlich gut beherrschen mußte. Der Uebereiser einzelner Bewerber löst« zeitweise Stürme der Heiterkeit bei den Zuschauern aus. Leider mußten verschiedene Proben infolge des Regens ausfallen, sie werden aber am Sonnabend nachgeholt. zweier-Ziadbalveelpicl«! Schönau— Bannewil, 2: Z. B-ucho— ZZorst 1:«, !>r. Cotta— Magdeburg 2: 5, Lanzcndorf— Lugau 7: 3, Berzbach—?re»dtn. LeubniZt 5;«, Neupoderschau—?rc»dcn.L«ubnlb 2: B, Einsiitel— Diesa b. Kamenz 3:1, Braunsdorf— Radeberg 8:1, Offenbach a. M.— Plauenscher «Srund 2: 8, Offenbach a. M— Mittweida 5: 2, Erfenschlag— Robschütt 0: 6, ssinstcrwalde— Zwönitt 5:2, FUrtb— Plaucnscher Grund 1:8, Enzberg— Plaucuscher Grund 1:14.— Vorspiele im Dreier-Nadpolo: P«:sa— Griesheim b. ssranlfurt 0:3.— Vorspiele im gweier-Radpol«: Vetsa— Lindcnthal 1: 4. Vorspiele im Drrier-Zladball: Langcndorf— Arhschenbroda 1:0, Eorscndorf— Lübeck 4: 0, Schönau— Dresden-Löbtau 1: 2, Einüebel— Augsburg ß: 0, Rems- dorf— Sera 2: 3, Braunschwcig— Köhschenbroda 2: 3, Planifi— Strehlen 4; 0, Braunsdorf— Brandenburg 5: 1, �insterwaltc— Radeberg 2:1.— Vorspiele im Techser-Nabbal: ssinsterwaldc— Petsa 0:1, Dresden— Eotta-Mrth 1:2, Plauenscher Grund— Offenbach 7; 1, Köhschenbroda— MiUsen-St. Michel 0; 5, Langendorf— Schönau b. Ehemnih 1: 0. Metz— Charleville Drittletzte Etappc der Tour de France Eine der leichtesten Tagesstrecken der Frankreich-Ruudfahrt war die 19. Etappe, die am Freitag von Metz über Sedan nach Charleville über eine Entfernung von nur 1S3 Kilometer führt«. Da am Vortag« das vorgeschriebene Stundenmittel von dreißig Kilometer nicht erreicht worden war, erfolgt« in Metz kein Massen- start, vielmehr wurden erst die Ländermannschajten und dann in einem Abstand von 10 Minuten die Tourenfahrer abgelassen. Von den 27„Assen" blieben 21 beisammen und erreichten nach ein:r Fahrzeit von 3:05:23 Charleville: S p u r t s i e g e r wurde wieder Charles P e l i s s i e r, der Bonduel und Guerra auf die Plätze verwies. Die übrigen 18 Fahrer mit den drei Deutschen Manlhcy, Schön und Thierdach kamen auf den vierten Rang. Siegel und Nebe wurden ebenso wie die Italiener Pancera und Giuntelli io- wie die Spanier I. Trueba und Mateu durch Defekte zurllckge- morsen und gerieten dadurch weit ins Hintertreffen. So kam Siegel erst 23 Minuten nach der Kopfgruppe als 49. ans Tages- ziel, während Rebe noch weiter zurück solgte. Di« vorletzte Etappe führt am Sonnabend von Chir- leville nach dem 271 Kilometer entfernten Mala bei Dünkirchen und dann geht es am Sonntag über 300 Kilometer zum Endziel Paris. Die bisher noch fünf Fahrer stark gewesene deutsche Mann- schuft bei der Tour de France ist auf vier Fahrer zusammen- geschmolzen, denn der Leipziger Herbert Nebe hat auf der 13. Etappe die Waffen gestreckt. Die übrigen deutschen Fahrer Schön, Thierbach, Manthcy und Siegel werden wohl dos Ende der langen Fahrt erleben. Vor dem Ende des Europafluges Der Stand nach dem 6. Tage Nach dem sechsten Tage des Europa-Rundflugs der Kleinflugzeuge ergab sich von der Spitzengruppe folgen- des Bild: Breslau erreichten die Engländer Thorn, Broad, Butler und der deutsche Pilot Poß. In Prag blieb der vorjährige Sieger Morzik über Nacht. Der Spanier Erzherzog Antonio von Isabsburg- Bourbon sowie der Franzose Finat und Dr. Pasewaldt landeten in Wien. Der Engländer Carberry, der Franzose Arrachart und W. Polte erreichten München, während der Engländer Andrews in Bern blieb. Das Gros der übrigen Flieger befand sich am Freitag wahrscheinlich auf dem Fluge nach Madrid bzw. Saragossa, offizielle Nachrichten gingen darüber aber nicht ein. Die Flug- leistungen der Spitzengruppe wurden durch starken Rückenwind gut unterstützt, so entwickelte der Engländer Broad auf dem Wege von München nach Wien eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 240 und die Deutschen Poß und Morzik eine solche von 214 Kilometern in der Stunde. VMIy\AJccUV Am heutigen Sonnabend spielen FTGB.-Wedding(2. Männer) gegen Dorwärts-Hennigsdorf 1 im Volkspark Rehberge und FTGB.-Rorden 3(1. Männer) gegen FTGB.-Neukölln 3 im Hum- boldthoin. Beide Spiale beginnen um 19 Uhr. Am Sonntag ist zum Sportfest in Tegel Eintracht-Mahlsdorf verpflichtet. Di« Frauen spielen um 16 Uhr und die l. Männer- Mannschaften um 17 Uhr. FTGB.-Spandau tritt in Nauen an; die 2. Männermannschaften spielen um 16 Uhr und die 1. Männer- Mannschaften um ITA Uhr. Frei« Turnerschast Halbe hat für die Iugendmannschast Mahlsdorf und für die I. Männermannschaft die Frei« Turnerschaft Erkner 1 oerpslichlet. Die Spiele sind um 14 Ilbr und 1614 Uhr in H-übe. In Strausberg spielen Strau?- berg(1. Jugend) gegen Wildau 2 um 14 Uhr und die Freie Turner- schast Rehsclde(I. Männer) gegen Kaulsdors 2 um 1514 Uhr Weitere Spiele sind: Frei« Tlirnerschaft Ketzin(1. Männer) gegen Freie Turnerschast Potsdam 1 um 16 Uhr in Ketzin: JTTB.» Lankwitz(1. Männer) gegen Fußballklub Oberspree 1 um 1414 Uhr in Lichterselde-Ost Berliner Straße: FTGB.-Baum- schulenweg(2. Männer) gegen Schweissterne um Ii Uhr im Plänterwald(Platz B) sowie Freie Sportoereinigung Kaulsdorf 1. Männer gegen Sozialistische Studenten 1 um 16 Uhr in Kauls- dorf, Köpenicker Straße._ U.. ji Scott gegen Stribling Am Montag im Wimbledon-Stadion in London „Zehnrundenkampf Phil Scott, Meister von England, gegen Amerikas besten Schwergewichtler Poung Stribling. Voraus- scheidung zur Weltmeisterschaft. Der Gewinner wird mir Max Schmeling um den Weltmeistertitel kämpfen." Grellbunt« Plakate und riesige Zeitungsinserate künden in vorstehender Aus- machung den großen Boxkampf Scott-Siribling an, der am Man- tag, 28. Juli, in der 30 000 gedeckt« Plätze ausweisenden Freiluf:- arcna des Wimbledon-Stadions bei London stattfinden soll. Als Veranstalter zeichnet der geschäftstüchtige Zlmeritaner Jeff D i ck I o n. der bereits all« Hebel in Bewegung gesetzt hat, um von der Internationalen Boxunion die Bestätigung zu erhalten, daß der Gewinner offiziell als Gegner Max Schmelings im Welt- meistcrschastskamps anerkannt wird. Die Leistungen'der beiden Gegner sind bekannt genug, so daß es sich erübrigt, sie hier noch einmal aufzuführen. Scott ist seinem Gegner zwar an Körpergröße und Reichweite überlegen, doch dürfte dem langen Engländer dieser Vorteil bei dem gerissenen Amerikaner nicht viel nützen. Die Meinungen über den Ausgang des Kampfes sind sehr geteilt. Die«inen halten zu Scott, die anderen zu Stribling. Ist Scott hart genug im Nehmen, so könnte er über die Distanz der 10 Runden kommen. Aber auch in diesem Falle sollt« sich das gediegenere Können Striblings wenigstens nach Punkten durch- setzen. Ursprünglich wollt« Schmeling dem Treffen beiwohnen, doch hat der Wcltme'ster nach seinem Motorbootunfoll auf die Rei:« nach England verzichtet. Deutsche Boxer in Kopenhagen Einige deutsche Berufsboxer gingen bei einer Veranstal- tung in Kopenhagen mit wechselndem Erfolge in den Ring Der Berliner Fritz Reu mann und der Däne E. Andersen trennten sich ebenso wie Georg P f i tz n e r, der Anwärter aus die deutsche Bantamgewichts-Meisterschaft, und der Däne Anders Petersen unentschieden. Examateurmeister Erwin Volkmar schlug den Dänen Kaj Olsen nach Punkten, während der Leipziger W. Pönisch von dem Dänen Nick Clausen in der 8. Runde zur Aufgabe gezwungen wurde. Deutsch-polnisches Touristenabkommen? Auf Antrag des Verbandes polnischer Touristenverein« wird sich das Llußenministerium in Warschau mit dem Plan einer Konvention über den Touristenverkehr befassen, deren Abschluß der deutschen Reichsregierung vorgeschlagen werden soll. Die Konvention würde es den Mitgliedern der beiderseitigen Tvuristeuverbäv-de ermöglichen, auf Grund ihrer Ausweise Ausflüge in das Gebiet des anderen Staates zu unternehmen. Für deutsche Touristen kämen auf dieser Grundlage Ausflüge in die Schlefischen Beskiden und in dos westliche T a t r a- G e b i r g e in Frage. AN« Ncrichte und Resu�ate der B-ranstaNungen und Spiele sink, gm Conntaa ab 5 Ubr nach dcr A!re.s.GsschöftsftrlIe, Elfasser Etra-ßr. zu sende». Belertp': U 2©c öcnöamm 4776. «nöep.Stco'nir. Am Moniag. örm 28?:,li 1330, findet im von Bnmmn.ck. Gratlil-'obl- 28. 20' Uhr. cinr Borsiondsfiznnq stall Alle ssuilk!-narr habcn dorfrltist zu rrsch-mrn. (.wie Schwimmrr Sharlottr»bw-g 04«. B. Sonntag, den 27 Nuli Ar- dcitsdirnsi i» Bootihaus, Tlikwtrder am Iürgrnograben.