Morgenausgabe Nr. 347 A 175 47.Jahrgang Möchentlich 85 Pf., monatlich 3,60 m. im voraus zahlbar, Postbezug 4,32 m. einschließlich 60 Pfg. Postzeitungs- und 72 Bfg. Postbestellgebühren. Auslands abonnement 6,- M. pro Monat. * Der„ Borwärts" erscheint wochentag lich zweimal, Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel Der Abend", Illustrierte Beilagen Bolk und Zeit" und„ Kinderfreund". Ferner Frauenstimme", Technit"," Blid in die Bücherwelt"," Jugend- Borwärts" und Stadtbeilage". 100 Vorwärts Berliner Boltsblatt ANE Goaniag 27. Juli 1930 Groß- Berlin 15 Pf. Auswärts 20 Pf. Die einfpaltige Nonpareillezeile 80 Pfennig. Reflamezeile 5,- Reichs mart. Kleine Anzeigen das ettge brudte Mort 25 Pfennig( zulässig zwei fettgebrudte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Beile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. 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Die Regierung benutzt die Zeit bis zum Zusammentritt des neuen Reichstags zu weittragenden Maßnahmen, die mit der Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung nicht das geringste zu tun haben. Ihr Zweck ist vielmehr, das Parlament als Vertretung der. Bolksinteressen auszuschalten und auf möglichst vielen Gebieten fertige Tatsachen zu schaffen. Der Kurs soll zwangsläufig gemacht werden, den die Regierung Brüning im Rampf gegen die Arbeiter, Angestellten und Beamten, im Kampf gegen die Sozialdemokratie mit der Unterstübung des ganzen Unternehmertums, und nur mit ihr, eingeschlagen hat. Berfaffungsrechtliche Bedenten tennt sie dabei nicht. Daher enthält die Notverordnung nicht nur die ursprüngliche Dedungsvorlage mit Reichshilfe, Einkommensteuerzuschlag, Ledigensteuer, Kopffteuer und Getränkesteuer, sondern auch den Reichsetat für das Jahr 1930, den Abbau der Arbeitslosenversicherung, der Krankenversicherung, die Anderungen der Reichsversorgung der Kriegsbeschädigten. Selbst die Osthilfe, diefer mißlungene Köder für Herrn Hugenberg und die deutschnationalen Großagrarier, wird mit Artikel 48 in Kraft gesezt. 7 Nach der Auflösung des Reichstags hat der Reichsfinanzminister Dietrich mehrfach feierlich versprochen, die Regierung merde nichts tun, was sich mit der Verfassung nicht vereinbaren läßt und den Artikel 48 so eng und so sparsam wie möglich anwenden. Bei ihm bestanden bis vor furzem noch die erheblichsten Bedenken gegen das Infraftsegen der Sozialgefeße, der Osthilfe usw. mit dem Artifel 48. Aber von Herrn Dietrich gilt, was die Partei freunde von Herrn Moldenhauer sagten: ein Mann der starken Worte und der schwächlichen Taten. Genau so wie Herr Dietrich die Kopfsteuer als ein Abenteuer be fämpfte und sie dann trotzdem verwirklichte, so hat er sich auch jetzt denjenigen Kräften gebeugt, die nach rechts wollen und für die die Anwendung des Artikels 48 nur eine willfommene Gelegenheit ist, Sozialreaktion und Interessenten politit mit den Mitteln der Diktatur zu betreiben. # Die eigentlichen Dedungsvorlagen sind in ihrer neuen Formulierung nicht anders zu beurteilen als in ihrer alten. Reichshilfe, Einkommensteuerzuschlag, Ledigensteuer find unverändert geblieben. Für sie ist deshalb nach wie vor zutreffend, daß die Leistungsfähigen geschont, die Leistungsfchwachen übermäßig belastet werden. Lediglich bei der Kopfsteuer und bei der Gemeindegetränkesteuer sind A b änderungen vorgenommen worden. Normalfag bleibt 6 M. Für einkommensteuerfreie Personen ermäßigt er sich auf 3 M. Und nun beginnt die Staffelung nach sozialen Gesichtspunkten". Ein Hohngelächter wird die Antwort auf Diese Demagogie der Reichsregierung sein. Die Kopfsteuer fann durch Aenderungen fein soziales Mäntelchen erhalten. Wenn die Regierung jezt eine Staffelung des Steuerfages bei der Kopffteuer vornimmt, so ist das nur ein Eingeständnis für die Berderblichkeit und Bruta= lität dieser Steuer. Sie ist nur ein Zeichen für das böse Gewissen ihrer Urheber, ein Beweis der Angst vor dem Zorn der Wähler. Denn die Wähler wissen, daß die Kopfsteuer nicht nur die roheste Form einer Steuer ist, sondern daß sie vor allen Dingen dazu bestimmt ist, die sozialen Aus gaben der Gemeinden herabzudrücken und die Realsteuern zu ermäßigen. Kopfsteuer bleibt Kopfsteuer, mag auch von 100 000 Steuerpflichtigen einer einen erhöhten Saz zahlen. die die Regierung hier vor den Interessenten vorgenommen| teine Frage ist der Regierung unangenehmer als diese. Sie hat. Denn die Wirtschaftspartei mit ihren Gastwirten, das ist der Interessentenhaufen, dem die Regierung Brüning einschließlich des Reichsfinanzministers Dietrich das unsachliche Zugeständnis gemacht hat. Die Gesezentwürfe über Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und Reichsversorgung werden in vollem Umfang mit Artifel 48 in Kraft gefeßt. In der Arbeitslosenversicherung sollen auf diese Weise für die restlichen acht Monate des Etatjahres 100 millionen Mart eingespart werden. Die Unterstützung wird fünftig nach der Dauer der Anwartschaft bemessen. Die Sperrfristen werden auf sechs Wochen verlängert. Die Bartezeit wird ebenfalls ausgedehnt. Vor allem aber wird entsprechend dem Diktat der Deutschen Volkspartei die Dahrlehnspflicht des Reiches, die bisher unbeschränkt war, auf die Hälfte des Mehrbedarfs eingeschränkt. Für die Krankenversicherung wird das Ausmaß der Ersparnisse durch die Einführung der Gebühr für Krantenscheine und Arznei und die anderen Abbaumaßnahmen überhaupt nicht angegeben. Gs läßt sich auf viele hundert Millionen beziffern. Dieser Abbau der sozialen Leistungen wird von der Regierung mit der finanziellen Notlage begründet. Wäre das wirklich der entscheidende Gesichtspunkt, so hätte die Regierung bei der Osthilfe weit mehr Gelegen= heit gehabt, finanzpolitische Verantwortung zu zeigen. Ohne wirtschaftlichen Schaden hätten hier viele Dugend Millionen gespart werden können. Für die Osthilfe aber werden alle Mittel zur Verfügung gestellt, die von der Regierung in einer finanziell viel besseren Situation vorgeschlagen waren und von denen ein Teil recht gut bis in eine spätere Zeit hätte verschoben werden können. Kann man den Unterschied zwischen Großgrundbesizern und Arbeitslosen, Kranken oder Kriegsbeschädigten deutlicher machen, als es hier geschieht? Und nun das schönste Stück: Die Regierung Brüning ist die Regierung der Sparsamteit, jo fagt man. Sie will 134 Millionen an den Ausgaben im Jahre 1930 einSie will 134 Millionen an den Ausgaben im Jahre 1930 einsparen. Aber man frage nicht, wo das geschehen soll, denn ist dabei schwerhörig, sie gibt feine Antwort. Würde fie nämlich Rede und Antwort stehen, dann würde die Deffentlichkeit erfahren, daß von diesen 134 Millionen Iumpige 15 millionen an den überhöhter militärischen Ausgaben gekürzt werden sollen, und daß der wesentlichste Teil des verbleibenden Restes gespart wird an den Sozialausgaben! So zum Beispiel sollen die Kosten für die Auszahlung von Renten, die bisher das Reich getragen hat, in Zukunft von der Invaliden- und Unfallversicherung gezahlt werden. Das ist eine Mehrbelastung dieser Versicherungsträger von 20 Millionen Mark jährlich, ein Betrag, der be= sonders die Invalidenversicherung schwer be= lastet und an der Erfüllung ihrer Aufgaben hindert. Man sage aber nicht, die Regierung tue nichts für den Preisabbau. Das wäre ungerecht. Die Regierung hat sich sogar in geistige Unkosten gestürzt und einen ganzen Abschnitt ihrer Berordnung der Sentung der Preise gewidmet. Schade, daß in ihm nichts anderes steht als schöne Worte. Und würde nicht schon die Zusammensetzung und der Kurs der jetzigen Regierung dafür bürgen, daß nichts geschieht, was den Großindustriellen und Großagrariern, was den Kartellen und Monopolen irgend wie unangenehm ist, so würde es der§ 3 tun. Man muß ihn wörtlich lesen: Vor Erlaß einer Maßnahme nach§§ 1 und 2 soll die Reichsa regierung die beteiligten Wirtschaftskreise hören. Sie soll der Vorläufigen Reichswirtschaftsrat um eine gutachtliche Stellungnahme ersuchen." Und da soll noch jemand glauben, die Regierung werde durch Zwangsmaßnahmen den Abbau der Preise fördern? Die Lage ist klar. Die Verordnung der Reichsregierung hat die Aufgabe der Wähler am 14. September er Ieichtert. Sie hat jeden zweifel beseitigt und zeigt eindeutig, daß die Regierung entschlossen ist, den Weg der Verfassungsverlegung, der sozialen Reattion und der steuerlichen ungerechtigkeit zu Ende zu gehen, wenn die Wähler sie nicht vorher daran hindern! Der Inhalt der Verordnungen. Bei der Bekanntgabe der Notverordnungen erklärte Reichs finanzminister Dietrich vor Bertretern der Presse, daß sich die er. warteten Steuereingänge um 28 Millionen vermindern, da ein Teil der neuen Steuern statt am 1. August erst am 1. September in Kraft treten fönnten. Dieser Minderertrag werde nicht durch neue Steuern, sondern durch Abstriche im Etat gedeckt werden. Die Einsparungen im Haushalt erhöhten sich danach einschließlich des Restes von 35 Millionen aus dem Jahre 1929 auf insgesamt 169 Millionen Mart. Zusammengefaßt ergebe die Deckung des Fehlbetrages von 760 Millionen folgendes Bild: Erhöhung des Beitrages zur Arbeitslosenversicherung und Arbeitslosenversiche rungsreform 269 Millionen, Reichshilfe, Einkommensteuerzuschlag und Ledigensteuer 274 Millionen, Verkürzung der Fristen bei der Tabaksteuer 48 Millionen, Gesamtersparungen im Etat 134 Millionen, Berringerung der Fehlbeträge 1929 35 Millionen. Bei der Arbeitslosenversicherung sei mit der Ueberschreitung der angenommenen Durchschnittszahl von 1,6 Millionen zu rechnen. Die Reichsregierung werde deshalb die eingeleiteten Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung nachdrücklich fortsetzen. Die Gefahren, die dem Haushalt von der Arbeitslosenversicherung her drohen, sollten durch eine Reihe weiterer Maßnahmen verringert werden. Für 1930 sind für Arbeitslosenversicherung und Krisenfürsorge insgefamt 685 Millionen Mart im Haushalt zur Verfügung gestellt. Todesopfer Todesopfer beim Europaflug. 3wei Deutsche in Lyon verunglückt. Während die erste Notverordnung der Regierung die allgemeine Einführung einer Getränkesteuer vorsah, wird jezt nur die bestehende Gemeindebiersteuer erhöht. Bier darf also noch höher besteuert werden, Wein und Bei der Landung der Europaflieger in Lyon sind die Schaummein aber bleiben steuerfrei. Daß in Ausnahmefällen besonders notleidende Gemeinden auch diese Getränke deutschen Piloten Offermann und Jerzemski tödlich verbesteuern können, ändert nichts an der völligen Kapitulation, unglückt. Näherer Bericht im lokalen Teil. | Sollte sich trotz der eingeleiteten Reformmaßnahmen ein Mehrbedarf herausstellen, so will die Regierung diesen Mehrbedarf nur zur Hälfte durch Zuschüsse des Reiches decken, während die andere Hälfte durch eine weitere Beitragserhöhung oder durch Abstufung der Beiträge( Gefahrentlassen) oder durch die Verbindung beider Maßnahmen aufgebracht werden soll. Die neuen Notverordnungen gliedern sich in fünf Abschnitte: 1. Haushalt und Deckungsmaßnahmen. 2. Erschließung neuer Einnahmen für die Gemeinden. 3. Die Osthilfe. 4. Arbeitslosenversicherung, Krankenversicherung und Reichsver sorgung( Kriegsbeschädigte). 5. Verhütung unwirtschaftlicher Preisbindungen( Kartellpreise). Die Notverordnung über die Dedungsmaßnahmen sieht wieder die 2½prozentige Reichshilfe" der Beamten und Aussichtsräte, den 5prozentigen 3uid lag zur Einkommensteuer für Einkommen über 8000 Mart sowie die Ledigensteuer vor. Die Gemeinden sollen mit sofortiger Wirkung das Recht erhalten, eine Kopffteuer und Gemeindebiersteuer zu erheben, die den Gemeinden zur Auswahl überlassen bleibt. Gemeinden, deren Etats durch die Fürsorge der Wohlfahrtserwerbslofen außerordentlich belastet sind, dürfen daneben auch von den übrigen Getränken eine Gemeindegetränkesteuer erheben. Wenn aber die Realsteuersäge bei den einzelnen Gemeinden eine bestimmte Höhe überschreiten, so sind die Gemeinden zur Erhebung der Kopfsteuer und der Gemeindebiersteuer verpflichtet. Ueberschreiten die Realsteuern den Landesdurchs schnitt in einer bestimmten Höhe, so haben die betreffenden Ge meinden zu den beiden genannten Steuern noch zuschläge zu erheben. Das Osthilfegesetz. Die Regierung hält es selbst mit dem Charakter einer Notverordnung nicht für vereinbar, ein mehrjähriges Programm aufzustellen. Die Notverordnung über die Osthilfe ver. folgt daher, wie sie glauben machen will, den 3med, bis zur Verabschiedung eines endgültigen Osthilfegesetzes durch den neuen Reichstag die dringendsten Maßnahmen zur Behebung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Osten einzuleiten. Der gleich. zeitig durch Notverordnung in Kraft gefeßte Haushaltsplan biete der Regierung die Mittel, um die Frachtenerleichterung, Gentung der fommunalen Lasten, Berringerung der Schiffahrtsabgaben, 3insverbilligung und Betriebssicherung und Maßnahmen auf fulturellem Gebiet in diesem Jahre zu gewähren. Für diese Zwecke sind insgesamt 126 Millionen Mark ausgeworfen.. Daneben aber will die Regierung auf dem Wege einer befon= deren Notverordnung die Kredithilfe für ländliche Siedlung und Umschuldung sicherstellen und den Vollstreckungsschutz regeln. Für die Beschaffung des Dauertredits für ländliche Siedlung hat sich die Regierung eine Ermächtigung zur Uebernahme einer Garantie von vorläufig 50 Millionen Mark gegeben. Für die Zwecke der Umschuldung stehen angeblich insgejamt 100 Millionen Mart an Garantien zur Verfügung. Es steht zu erwarten, daß die preußische Staatsregierung einen entsprechenden Betrag über die Preußenkasse zur Verfügung stellt. Mit diesen Summen soll der vordringlichste Bedarf gedeckt werden. Die weiteren Kreditermächtigungen sollen dem Osthilfegesetz vorbehalten bleiben. Der Vollstreckungsschutz wird in genau dem gleichen Umfange wie ursprünglich vorgesehen, bis zum 31. De zember d. I. gewährt werden. Sozialleistungen werden beschränkt. Die Hineinnahme der sozialpolitischen Vorlagen in die Notverordnungen begründete Minister Dietrich damit, daß die soziale Belastung untragbar würde, wenn die Sähe der Krantenversicherung bei den steigenden Beiträgen der Arbeitslosenversicherung unver ändert blieben. Eine Gefährdnung der Arbeitslosenversicherung sei eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung! Hier liege das Kernproblem und daher habe die Regierung den Weg zur Lösung vorsichtig beschritten, indem auch die Reformmaßnahmen für die Arbeitslosenversicherung in die Notverordnung mit hineingenommen worden seien." In der Arbeitslosenversicherung werden durch die Notverordnung die wesentlichen Bestandteile der vom Reichstag nicht mehr verabschiedeten Novelle in Kraft gefeßt. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung wird vom 1. August 1930 um 1 Pro gent auf 4% Prozent heraufgefeßt. Auf der Ausgabe feite find Maßnahmen vorgesehen, durch die für den Rest des laufenden Etatsjahres etwa 100 millionen Mart eingefpart werden. Die Höhe der Unterstügungen wird fünftig mit der Dauer der Anwartschaft verknüpft. Die Vorschriften über die Unterftügung berufsüblicher Arbeitslosigkeit werden auch für den kommen den Winter aufrechterhalten. Die normale Dauer der Sperr fristen wird von der Notverordnung fünftig aufsechs Wochen festgesetzt. Die Wartezeit beträgt regelmäßig vierzehn Tage bei Arbeitslosen ohne zuschußberechtigte Angehörige, fieben Tage bei Arbeitslosen bis zu brei und drei Tage bei Arbeitstofen mit vier oder mehr zuschußberechtigten Angehörigen. Die Krankenversicherungsverschlechterung wird gleichfalls durch Notverordnung verübt. Die Verordnung entspricht den Bestimmungen der alten Vorlage. Krankenscheingebühr und Arzneitostenbeitrag der Erfranften werden diftiert. Auch setzt die Berordnung die Berufspflichten der Kassenärzte fest und regelt ben Dienst der Bertrauensärzte. Die Krankenkassen haben den Beitrag unter Berücksichtigung der Aenderung der Verordnung neu festzujegen. Auf dem Gebiet des Bersorgungsrechtes werden fünftige Anmeldungen von Rentenansprüchen nicht mehr möglich sein. Neubewilligung von Kriegsbeschädigtenrenten ist damit ausgeschlossen. Der letzte Abschnitt der Notverordnungen befaßt sich mit der Frage der Kartellpreise. Die Reichsregierung ermächtigt sich durch diese Verordnung, Mißstände auf dem Gebiet der Kartellpreise zu beseitigen. Unter bestimmten Veraussetzungen soll die Reichsregierung, menn Verhandlungen mit den betreffenden Wirtschaftszweigen nicht zur Beseitigung von Mißständen führen, durch Verwaltungsmaßnahmen unwirtschaftliche Preisbindungen aufheben tönnen, also die betreffenden Kartelle auflösen. Ferner soll sie die Einfuhrzölle von solchen Waren, deren Produktion oder Berkehr durch Preisbindungen in unwirtschaftliche Bahnen gelenkt wird, aufheben dürfen. Auf diese Weise soll angeblich die mangelhafte Anpassung der Kartellpreise an den allgemeinen Preissturz beschleunigt werden. Das Hafenkreuz am freien Rhein. Debatte auf dem Ciamac- Kongreß. Paris, 26. Juli. Im allgemeinen Ausschuß des Kongresses brachte Profeffor Cassin sein Befremden über französisch- nationalistische Platate gegen die Rheinlandräumung, in denen auf die Verfolgung der Separatisten hingewiesen wird, zum Ausdrud. Für die deutsche Delegation erwiderte Reichstagabg. Roßmann, daß er diese Vortommnisse mit gleicher Schärfe verurteile wie die französischen De legierten. Aber jedes Land habe in seiner Geschichte derartige unwürdige Ausschreitungen fleiner Minderheiten aufzuweisen. Verschiedene Redner wiesen auf die Borkommnisse im Rheinland und das Anwachsen der rechtsradikalen Kampfverbände in Deutschland mit mit Beforgnis hin. Der deutsche Delegierte bedauerte, daß die Entwaffnung bisher leider feine Fortschritte gemacht hat. Die Bekämpfung der Arbeitslosigteit müsse in das Arbeitsgebiet des Inter nationalen Berbandes der Kriegsopfer einbezogen werden, weil die Arbeitslosigkeit sich zu einer Gefahr für die Demokratie und den Weltfrieden auswachse. Der Redner, wie auch verschiedene französische Delegierte gaben dem Danke Ausdruck für Briand und Stresemann, für ihre auf die Verständigung der Völker gerichtete Arbeit und ihre Erfolge. Reichstagsabg. Roßmann forderte, daß die angeschlossenen Verbände ein unzweideutiges Befenntnis ablegen sollten für die politische Gleichberechtigung alfer Staaten als Vorausseßung einer Sicherung des Weltfriedens. Die Zigarettenfeinde von Oregon( USA) haben 16 000 Stimmen für ein Boitsreferendum über ein Verbot der Herstellung, des Verfaufes und des Befiges von Zigaretten und Zigarettenmaterial im Staate aufgebracht, was genügt, um den Boltsentscheid herbei zuführe Vorzeichen vom Wahlkampf. Eigentum gleich Staat! Befanntlich hat Dr. Scholz im Namen des voltsparteilichen der Reichstagswahl in die Wege zu leiten und die Gemeinde Parteivorstandes vor einigen Tagen, als es noch feine tonfer- und Verwaltungsbehörden mit entsprechender Weisung zu versehen. pative Volkspartei" gab, an die nichtkatholischen Parteien von den Demofraten bis zum Graf Westarp eine Einladung gesandt, in der er eine gemeinsame Besprechung vorschlug zur Busammenfassung aller staatsbejahenden Kräfte". Darauf hat sich Herr Koch für die Demokraten bereit erflärt, an dieser Besprechung teilzunehmen, in der Hoffnung, insbesondere dabei zu erfahren, was Herr Scholz unter staatsbejahenden Kräften verstünde und warum er gerade die genannten Parteien eingeladen habe. mie Die Rückfrage der Demokraten bezieht sich natürlich die ,, DA3." bemerkt darauf, daß die Demotraten ,, in erster Linie die Sozialdemokratie als staatsbejahende Partei gewürdigt sehen möchten". Das industrielle Blatt bemerkt dazu, daß die Demokraten selber die Leidtragenden sein werden, wenn sie auf diese Weise ein Wahlbündnis mit den Nachbarn aus der bürgerlichen Mitte hintertreiben. ,, Nur die Zusammenfassung aller Kräfte tann das Eigentum vor dem weiteren Abgleiten bewahren." In der Tat: bei diesen ganzen Bündnismachinationen und Fusionsversuchen der staatsbejahenden" Mitte handelt es sich um nichts anderes als darum, das Eigentum zu bejahen und soweit es sich nicht um Subventionen handelt den alten libe= ralen Staat aufrechtzuerhalten, der nichts anderes zu tun hat, als dem Besitz den Besitz zu garantieren. ,, Staatsbejahung" damit meint Herr Scholz Beja hung des Staates als Schüßer des Eigentums; daher kommt es so genau nicht darauf an, ob dieser Staat mehr oder weniger demokratisch regiert wird. Unter Staatsbejahung versteht die Sozialdemokratie ozialdemokrati etwas anderes: Bejahung des Staates als Schuß des arbeitenden und leidenden Menschen; der demokratische Voltsstaat ist für sie das vornehmste Mittel dazu. Die Brocken- Sammlung. Bon Kaas bis Koch auf eine Lifte! Ihrem bedeutenden Meister, dem Führer" Scholz, auf dem Wege des Sammelns vorausgehend oder folgend, hat der Magdeburger Wahlkreisverband der Deutschen Volkspartel auf eigene - wie es heißt Faust einen ,, Vorstoß zur Sammlung" unternommen. Er läßt erkennen, wie sich die Deutsche Volkspartei die ,, Sammlung" in der Praxis denkt. Der betreffende Wahlkreisverband hat an die Christlichnationale Bauern und Landvolkpartei, die Deutsche Bauernpartei, die Demofratische Partei, die Konservative Boltspartei, die Wirtschaftspartei, die Boltsrechtspartei, das 3entrum und die Volfsnationale Reichs. vereinigung ein Schreiben gerichtet, in dem der Borschlag gemacht wird, eine gemeinsame Liste aufzustellen, die von hervorragenden Persönlichkeiten" geführt werden soll. Sei dieses Biel nicht zu erreichen, so sollte man versuchen, in irgendeiner Form ein Ab tommen zu treffen, das den Wählern das gemein. fame Borgehen ertennbar macht und eine gegenseitige Berreißung der staatsbürgerlichen Parteien von vornherein aus fchließt. Dieser Vorschlag zeigt, in welcher unangenehmen Lage sich die Deutsche Boltspartei zur Zeit befindet und wie groß ihre Furcht ovor einer Wahlniederlage ist. In dieser Furcht vor der eigenen Niederlage erklärt sie sich selbst zu einem Wahlbündnis mit dem fatholischen 3entrum bereit! Nur glauben wir, daß die Volkspartei auch durch die sonderbarsten Wahlbündnisse nicht um eine Niederlage herumtommt und sie am Ende des Wahltampfes doch so oder so blamiert ist. Richtlinien zur Durchführung der Reichstagswahl. Der Reichsminister des Innern hat durch Rundschreiben die Landesregierungen gebeten, alle Maßnahmen zur Durchführung Unter Hinweis auf die wesentlichsten Wahlverstöße bei den letzten Wahlen wird ersucht, dahin zu wirten, daß die Gemeindebehörden und Abstimmungsvorstände die Reichsstimmordnung genau innehalten, um teinerlei Anlaß zu Klagen zu geben. Gleichzeitig wurden allgemeine Richtlinien für die Organisation und Durchführung der Reichstagswahl gegeben. Sägt sie alle ab! " Wie weit die Verwirrung im Lager der staatsbejahenden" Mitte gediehen ist, zeigt ein Leitauffag der Kölnischen Zeitung", wo ein bürgerlicher Jugendführer mit seiner Unzufriedenheit zu Borte tommt und die Staatspartei der Mitte" ideologisch unterbaut. Er macht es gründlich und verlangt die Erneuerung von Kopf zu Fuß. Wir haben feine Zeit mehr zu weltanschaulichen Auseinanderfegungen." Die bisherigen Parteiprogramme müssen verschwinden" und: " ,, Die Parteigremien- Vorstände, Hauptausschuß, Fraktionbedürfen einer vollkommenen Umbildung. Es darf feine Persönlichkeit mehr an einer dieser Stellen erscheinen, die mit dem bisherigen Scheitern der bürgerlichen Politit irgendwie verbunden ist. Eine vollständige, umfassende Reform an Haupt und Gliedern muß geschehen. Führer und Vorstände müssen aurüdtreten; in sofort einzuberufenden außerordentlichen Hauptversammlungen müssen neue Persönlichkeiten in die Borstände und als Führer gewählt werden. Man fann ruhig auf die Routiniers" und die erfahrenen Brattifer" verzichten. Man fann den bisherigen Führern Dank und Anerkennung widmen, Lorbeerfränze und treues Gedenten; aber man darf sie, nur wegen ihrer Honorigkeit, nicht wieder aufstellen... Man wähle völlig unbekannte, aber entschlossene und ihres Ziels bewußte Leute in die Vorstände und Ausschüsse. Man wähle junge Leute, welche die Erfahrung durch größere Unabhängigkeit und stärkere Entschlußkraft ersetzen. Man stelle Kandidaten auf, die mit dem nunmehrigen traurigen Ausgang nicht verbunden sind. Man laffe die Kandidaten wieder in offener Wahlschlacht um ihr Mandat ringen. Man lasse sie zeigen, was sie wollen und fönnen. Man lasse sie in vielen öffentlichen Versammlungen, in Rede und Gegenrede sprechen. Die Jugend wird Persönlichkeiten wählen, feine Listen und keine Parteiprogramme." Geradezu rührend ist der hilflose Ruf, mit dem der Aufsatzendet: ,, Wenn die bürgerlichen Parteien noch auf ein ferneres Leben, hoffen, dann müssen sie dafür sorgen, daß fie frische, unver brauchte und attive Persönlichkeiten als Kandidaten befommen. Mit heißem Herzen und fühlen Kopf wird die bürgerliche Jugend in diesen Wahlkampf hineingehen. Sie wird sich um die Männer scharen, die ehrlich und mutig sind, denen eins über alle Parteien und über alle Interessen geht: Deutschland!" Der Artikel ist bezeichnend für die Zwangslage, in die die bürgerliche Jugend gerät, wenn sie sich von den traditionellen Ideologien des deutschen Bürgertums nicht lösen tann. Entweder läuft sie den nationalsozialistischen Phraseuren nach oder ihr wohlmeinendes Streben wird zermalmt von der Macht und den AnSprüchen der Schwerindustrie und der Finanz. Auch dieser neueste Notschrei wird, wie viele tausend andere aus demfelben Lager, un gehört verhallen. Ausgetreten! # Der Borsigende des Reichstatholitenausschusses der Deutschnationalen Boltspartei, Freiherr von Landsberg Belen auf Dren ſteinfurt, ist aus der Partei Hugenbergs ausgetreten. Die Alten profeftieren. Für den 4. August ist der Gesamtvorstand des Hauptvereins der Konservativen einberufen, um zur politischen Lage Stellung zu nehmen. Wie verlautet, wird sich der Hauptverein der Konservativen gegen den Mißbrauch(??) der Bezeichnung ,, fonservativ" durch die Konservative Volkspartei wenden und entschieden gegen diese Neugründung Stellung nehmen. Der Spaltpilz bei Hugenberg. Stürmische Debatten um Bazille. Stuttgart, 26. Juli.( Eigenbericht.) vielmehr der Entrüstung über das entzogene Reichstagsmandat.entSprang. Hätte Hugenberg ihn wieder aufgestellt, dann würde Bazille treu und brav bei den Deutschnationalen geblieben sein. Bei wieviel von den neuen Westarp Mannen mögen ähnliche Erwägungen Westarp- Mannen eine Rolle gespielt haben! In einer stürmisch verlaufenen Bersammlung der Deutschnationalen Partei, Ortsgruppe Stutt= gart, nahm der württembergische Kultusminister und bisherige deutschnationale Reichstagsabgeordnete Bazille Gelegenheit, seine Haltung gegenüber dem Kabinett Brüning zu rechtfertigen. Bazille führte aus: Hugenberg habe die Reichstagsfraktion stets vor Dollen dete Tatsachen gestellt. Am Tage vor der Reichstagsauflösung sei Hugenberg in die Frattion gekommen, um mitzuteilen, daß er mit der Regierung verhandeln wolle. Worüber verhandelt werden sollte, habe er nicht gesagt. Gleichzeitig sei angekündigt worden, daß jeder, der gegen Hugenberg stimme, aus der Partei ausgeschlossen werden würde. In den Debatten sei stets nur danach ge fragt worden, was der Partei nüße, aber nie, was für Deutschland nüglich sei. Ein Sturz der Regierung Brüning in der gegenwärtigen Wirtschaftstrise sei unverantwortlich. Für den neuen Reichstag werde Hugenberg höchstens 20 bis 30 Mandate retten. Vielleicht würden im Dezember schon wieder Reichstagswahlen notwendig sein. Dann aber würde Hindenburg den Kampf aufgeben wendig sein. Dann aber würde Hindenburg den Kampf aufgeben und wolle sich nur noch der Arbeit in Württemberg widmen. und zurücktreten. Er, Bazille, scheide jezt aus der Reichspolitik aus Die Aussprache verlief sehr stürmisch, zumal der Vorfigende mitteilte, daß der Landtagsabgeordnete 23ider die Absicht hätte, sich Bazilles Reichstagsmandat anzueignen. Die Meinungen der Versammlungsteilnehmer waren sehr geteilt. Eine Feststellung darüber, auf welcher Seite die Mehrheit stand, erfolgte nicht. Bazilles Bärendienst an Brüning. Aus weiteren Berichten über die Rede Bazilles vor den Stuttgarter Deutschnationalen ergibt sich klar, daß er erst ausgetreten ist, nachdem ihm vom Landesvorsitzenden eröffnet worden war, daß er wegen seiner letzten Abstimmung für Brüning im Reichstag nicht wieder aufgestellt werden würde. Daraus könnte man schließen, daß sein Austritt weniger der Ausdruck seiner inneren Ueberzeugung von der Unmöglichkeit des Hugenberg- Kurfes, war, als Herr Bazille saß freilich in einer argen 3widmühle: Stimmte er mit Hugenberg gegen Brüning, dann riskierte er, daß ihn das württembergische Zentrum unter Führung des Ministerpräsidenten Bo13 aus der Landesregierung herausbugfiere. So wenigstens bleibt ihm noch das Portefeuille einstweilen erhalten. Bur Rechtfertigung seiner Stimmabgabe erflärte Bazille in seiner Rede:„ Die Regierung Brüning ist die beste Regierung, die das deutsche Bolt je gehabt hat." Dieses Lob im Munde eins so erzreaftionären Nationalisten wie Bazille stellt wohl die dentbar schwerste moralische BeIaftung für die Regierung Brüning dar. Der Mann, der Herrn Brüning solch glänzendes Zeugnis ausstellt, ist derselbe, der so reattionär ist, daß selbst die Deutsche Voltspartei Württembergs fich lange gegen seine Wiederwahl zum Minister sträubte. Bazille hat monatelang sein Amt nur deshalb weiterführen können, weil die Mißtrauensanträge der Linten gegen ihn mit Stimmengleichheit abgelehnt wurden! Herr Der Zentrumsarbeitervertreter Schlad hat Herrn Brüning attestiert, daß er die reattionärste Regierung leite, die Deutschland seit 1918 gehabt hat. Der Deutschnationale Bazille dagegen stellt Herrn Brüning das Zeugnis aus, daß er die beste Regierung führe, die Deutschland je gehabt habe! Der Reichstanzler und seine Ministerkollegen werden nach Kenntnis dieses Ausspruchs eines so flaffischen Kronzeugen mur ausrufen fönnen: ,, Gott schüße mich vor solchen Freunden!" Wegen Alkoholvergehen in den USA. find im letzten Fiskaljahr 68 186 Personen verhaftet und 4373 Destillier apparate, ungefähr 1320 000 Gallonen Spirituosen und über 8 000 000 Gallonen Malzgetränte beschlagnahmt worden. „Wagt der„Vorwärts"...?" Oer kommunistische Wahlschwindel zugestanden l Unsere Anprangerung der kommunistischen Wahllügen im gestrigen„Abend" ist ein voller Erfolg gewesen. Die„Rote Fahne", deren Taktik es ist, soviel über die Sozialdemokratie zu- sammenzulügen, daß unser Papier zur Widerlegung nicht ausreichen würde, oersucht zwar zu antworten— aber die Antwort bleibt ihr im Halse stecken. von drei Lügen, die wir festgenagelt haben, erwähnt die„Rote Fahne" nur eine einzige: zwei Lügen werden stillschweigend übergangen und damit von dem Kommunistenblatt von vornherein als Lügen zugestanden, auf deren Entlarvung man nicht zu erwidern weiß. Zugestanden wird von der„Roten Fahne", daß beim Amnestiegesetz die Sozialdemokratie genau ebenso gestimmt hak wie die kommunistische Fraktion in der zweiten Lesung, und daß einzig und allein die KPD. in dritter Lesung auf Grund eines ganz gemeinen Kuhhandels mit der Rechten zugunsten der Fememörder umgefallen ist. Zugestanden wird von der„Roten Fahne", daß ihr Dor> wurf gegen die Sozialdemokratie, sich beim Mißtrauensantrag gegen Brüning der Stimm« enthalten zu haben, noch in viel schärferem Maße die Kommunisten selber treffen mühte, die ihren eigenen ZNißtrauen-ankrag gegen Brüning zwei Tage später aus freien Stücken zurückgezogen haben. Eine Erwiderung versucht die„Rote Fahne" lediglich auf folgende Sätze des„Abends", die sich auf den dritten Punkt, die Stimmenthaliung der Sozialdemokratie bei Artikel 1 der Notverord- ming bezogen. Wir schrieben: Richtig ist, daß durch die Stimmenthaltung der Sozialdemokratie der Regierung Brüning nur eine Galgenfrist von 24 Stun- den gegeben wurde, während derer sie sich entscheiden konnte, ob � sie auf ihrer unsozialen Notverordnung beharren oder zusammen mit der Sozialdemokratie eine gerechtere Steuerregelung treffen wollte. Als die Regierung dies ablehnte, hat die Sozialdemokratie die Notverordnung durch Ablehnung des Artikels 2 zerschlagen. Um uns zu„entlarven", zitiert die„Rote Fahne" etwas aus der Rede des Gen. Keil, das unsere Darstellung Lügen strafen soll. Und was ist das? Kell sagte: Auf die Gefahr hin, daß meine Aeußerungen falsch gedeutet werden, stell« ich fest, daß die starken Kräfte der großen Partei, die hier sitzt(auf die Sozialdemokraten weisendt, zur Lösung der Schwierigkeiten nutzbar zu machen, noch nicht versucht worden ist... Wieso diese Sätze unsere Darstellung widerlegen, wird ewig Geheimnis der„Roten Fahne" bleiben. Sie sind eine glatte Bestätigung dessen, was wir schrieben, daß nämlich die Sozial- demokrotie der Regierung Brüning noch eine letzte Gelegenheit geben wollte, zusammen mit der Sozialdemokratie eine gerechtere Steuerrcgelung der Steuerlasten zu treffen. Ihre absichtliche Miß- dcutung durch die berufsmäßig lügende kommunistische Presse Hai Keil allerdings richtig vorausgeahnt, aber gerade hier- durch der Verdrehung im voraus jeden Vorwand genommen! Alz Resultat unserer Polemik mit der„Roten Fahne" stellen wir'est: lln zwei Punkten verlegene» Schweigen der„Roten Fahne" und damit Zugeständnis ihrer Lüge; im dritten Punkt eine„Widerlegung", die eine glatte Bestätigung ist. „Gaujustiz". Durch dies Wort darf flch kein Mchier mehr beleidigt fühlen. Ein höchst eigenartiges Urteil fällte das Schöfsengericht in Peine in einem Prozeß gegen den nationalsozialistischen Kreistags- abgeordneten Paul. Der Angeklagte, der bereits zweimal wegen Eigentumoergehens vorbestraft ist, hatte im November des vergangenen Jahres in öffentlicher Versammlung schwere Beschuldigungen gegen den Land rat Brand des Kreises Peine gerichtet und u. a. wörtlich gesagt:„Die Sauwirtschaft des Landrats Brand muß beseitigt werden." Eine auf sozialdemokratischen Antrag eingesetzte Unter- suchungskommission des Kreistages stellt« fest, daß die Behauptun- gen des nationalsozialistischen Verleumders über skandalöse Zu- stände in der Kreisspartasse usw. aus der Luft gegriffen waren. Der Staatsanwalt erhob daraus die öffentliche Klage gegen Paul. In der Verhandlung ergriff der Angeklagte der Tapferkeit bester«? Teil: er bestritt seine beleidigenden Aeußerungen. Sie wurden aber durch Zeugen einwandfrei nachgewiesen. Der Staats- anwalt beantragte zwei Wochen Gefängnis, da es sich um eine aus der Luft gegriffene Verleumdung handele, ausgestoßen von einem Manne, der selber wegen ehrenrühriger Vergehen schwer vorbestraft ist. Als Sühne hierfür komme nur Gefängnis in Betracht. Das Gericht jedoch sprach den Angeklagten frei. Es sah zwar die beleidigenden Aeußerungen als erwiesen an, aber der Bor- sitzende führte in seiner Urteilsbegründung au»: Es sei bekann«, daß im politischen Leben kein Parketton herrsche und daß daher Ausdrücke wie Sauwirlschast und Shu- liche Warle nicht als Beleidigung anzusehen seien. Deshalb müsse Freispruch erfolgen. Der Staatsanwalt wird gegen dieses Urteil Berufung- einlegen. Würde irgend jemand dieses Urteil ein„Sauurtei!" und diese Justiz eine„Saujusciz" nennen, würde dann der Borsitzende des Peiner Schöffengerichts sich durch solche Ausdrücke keineswegs beleidigt suhlen? Würde er sich damit trösten, daß„im polt. tischen Leben kein Parketton herrsch«", würde er demgemäß den- ienigen, der seine Rechtsprechung als„Saujustiz" kennzeichnen sollte— wir selber machen uns natürlich solche Aus- drücke nicht zu eigen— mit väterlicher Milde srei- sprechen? Man sollte es meinen. Denn was dem Landrat recht ,st. ist doch dem Richter billig. Nicht wahr? Luftfahrtüberwachung der deutsche» Grenze». Der Reichs- oerkehrsminister hat die Regierungen der deutschen Lander gebeten, die Luftfahrtübcrwachungsbehörden darauf binzuwechm, da st mit öer Räumung der bc�se�ten Gebiete<»m 1. Äuli A. ver �umel 200 des Verfoiller Vertrags gegenstandslos geworden ist: von diesem Termin ob bedürfen alle militärischen Flugzeuge, auch die der ehemaligen Besatzungsmächte, zum Ueberslug deutschen Hoheitsgebiet, ein« besonderen Sen«chmi4»«ng- der� Reichs- v-aienma. � Fabrikant pinke rüstet zur Wahl. ..Hitler— das ist der echte S o z i a l t s m u s. für den können oruch wir Fabrikanten unbesorgt eintreten. Mein Geldschrank steht Ihnen offen, das bringen Ihre Leute durch Streikbruch wieder ein." „Kunze, entwerfen Sie sofort eine Rlitteilung an mein Personal: Die fortgesetzten finanziellen Verluste infolge der schlechten Wirtschaftslage zwingen mich zu einem soforligen Lohn- und Gehallsabbau!" Rußlands Außenpolitik. Litwinow führt sich ein. Mit einigen sorgfältig formulierten Erklärungen an die Vertreter der ausländischen Presse in Moskau führte sich Litwinow als neuer Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten ein. Er wies zunächst auf seine zehnjährige eng« Zusammenarbeit mit seinem Vor- ganger Tschitscherin hin, um die Kontinuität der Außenpolitik dgr Sowjetunion zu unterstreichen. Eine ihrer Hauptausgaben sei, „die Verteidigung der Errungenschaften der Revolution gegen äußere Einwirkung und Einmischung.' Hoffentlich sieht Herr Litwinow eine andere Aufgabe seiner Restorts darin, auch die Einwirkungen und Einmischungen des rus- fischen Bolschewismus in die demokratischen Errungenschaften fremder Länder zu bekämpfen. Wir wisten. daß das Außenkom- mistariat, wenigstens aus taktischen Gründen, mehr als einmal in der Vergangenheit bestrebt gewesen ist, den Uebereifer der Kommu- nistischen Internationale zu bremsen, wenn desten„Einwirkungen und Einmischungen" in die Verhältnisse anderer Staaten allzu plump waren und gefährliche Folgen für die USSR. zu haben drohten. Freitich waren diese Bemühungen niemals sehr wirksam, denn das Boikskommistariat ist, wie all« amtlichen Stellen in Moskau, nur eine untergeordnete Behörde, die niemals wagen wird, ernst- Haft gegen das Politbüro, die GPU. und die Komintern Front zu machen. Litwinow versicherte ferner, daß der„sozialistische" Ausbau Sow- jetrußlands an der Erhaltung des Friedens interessiert sei. Das wollen wir als wahr unterstellen. Dann aber täten die russischen Macht- Haber gut, mit dem törischten Gerede von den unvermeidlichen„neuen Krieg" endlich Schluß zu machen. Es sei denn, daß sie für den Fall des Zusammenbruches ihres Aufbaues einen solchen Krieg als Ab- lenkung wünschten. Ihre Sprache ist manchmal so provokatorisch, daß man sich fragen muß, ob sie nicht bewußt aus eine neu« Welt- katastrophe hinsteuern. Der neue Volkskommissar versuchte sodann Mussolini den Rang abzulaufen mit Bekundungen des Mitgefühls für die Staaten, denen als Folge des Krieges Lasten auserlegt werden: Zwischen diesen Staaten und der Sowjetunion sei«ine„gewisse Jnterestengemein- schaft" entstanden. Mit einigen dieser besiegten Staaten unterhalt« Rußland durchaus„korrekte und normale, in einigen Fällen sogar freundschaftliche Beziehungen". Da Ungarn und Bulgarien keine offiziellen Beziehungen zu Moskau pflegen, bleiben also nur Deutschland, Oester» reich und die Türkei. Der Ausdruck„korrekt und normal" b«- zieht flch zweifellos auf Oesterreich, der Ausdruck„sreundschastlich" ebenso unzweifelhaft auf die Türkei. In welcher Kategorie rangiert zur Zeit D e u t s ch l a n d in den Augen Hitwinows? Sicher ist die Türkei gegenwärtig das Land in der Welt, mit dem die Sowjet- union am engsten liiert ist. Hier liegt sogar«in offenkundiges Bünd» nis vor. Die Türkei darf nicht in den Völkerbund, weil es ihr Moskau untersagt hat. Die Herzlichkeit dieser Beziehungen zwischen Moskau und Angara wird natürlich in keiner Weife dadurch beein- trächtig, daß das bloße Bekenntnis zu den bolschewistischen Ideen im Reiche Kemal Paschas mit zehn oder zwanzig Iahren Kerkern bestraft wird. Aber das ist nicht der sinzige Fall. Auch mit dem Italien Mussolini« stehtdas Rußland Stalins in einem freundschaftlichen Verhältnis. Nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich.„Schlagt die Faschisten, wo ihr sie trefft!" ist nur eine Parole für die armen Teufel, oie ihre Haut für die Komintern zu Markte tragen. Die Moskauer Behörden vom Außentommistariat und vom Außenhandelskommista- riat haben dafür erne etwas ander« Formulierung: Handschlag den Faschisten, wo ihr nur könnt", ob in Rom. Anzora oder Kowno. Kutjepows Tod. Behauptungen des Snthüllers Burzew. Der in Paris lebend« Russe Burzew. noch aus der Vor- kriegszeit durch feine Enthüllungen zaristischer Spitzel, besonders de, Großprovokateur» Asew bekannt, beginnt in dem Pariser Blatt des russischen Demokratenführers Profestor M t l s u k v w mit sensationellen Verössentlichungen über den mysteriösen Fall des che» maligen Zarengenerals Äutjepow, dessen Verschwinden so großes Aufsehen erregt hat.'Burzew teilt mit: Kutjcpow ist nicht, wie vermutet wuxde, aus dem Seewege nach Moskau geschafft worden, sondern per Eisenbahn. Er unterhielt Beziehungen zu einer Reihe Vertreter der Raten Armee, unter denen auch Agenten der EPU. waren. Am.2-5. Januar wurde ihm die Mitteilung, daß er am nächsten Tage mit einer aus Rußland eingetroffenen Persönlichkeit zusammentreffen solle. Als er sich am 26. Januar auf dem Wege zum Rendezvous befand, wurde er aus der Straße von der Mittelsperson, in Wirklichkeit einem Agenten der GPU. begrüßt und zu einem Auto geführt. Erst im Wagen wurde ihm klar, daß er Tschekisten in die Hände gefallen war. Ale er sich zu wehren begann, wurde er narkotisiert— sein krankes Herz vertrug aber keine Narkose— und wenig« Mimiken später war er tot. Der russisch« Chirurg A l e x i n s k i hatte sofort nach dem Bekanntwerden einer vermutlichen Narkotisierung Zhitjepows gesogt: „Dann muß er tot sein, sein Herz konnte einer Narkose nicht stand» halten." Drei Tage nach Kutjepows Enisührung reiste der zweite Sekretär der Pariser Sowjetbotschast. helstand, schleunigst nach Moskau. Mit sich führte er al, diplomatisches Gepäck einen versiegelten korb— mit kutjepows Leiche. Ueber Stettin und Danzig traf Helfland mit seiner Beute in Moskau ein. Hier wurde die. Leiche im Krematorium in Gegenwart' von Vertretern des GPU. osrbrannt, und über diesen Akt ein Protokoll aufgenommen..„Ich erzahle das auf Grund von Mit» � terlungen einer Person, die Kutjepow noch am Leben und späte? tot gesehen hat," sagte Burzew. Er fügt hinzu:„Auf Grund einer Vereinbarung mit t meinen Gewährsmännern kann ich im Augenblick nicht mehr sagen. Sollten sich aber in den allernächsten Tagen die vereinbarten j Bedingungen für die Zurverfügungstellung weiteren Materials nicht erfüllt werden, so werde ich mich für berechtigt halten, unabhängig von meinen Gewährsmännern, weitere Tatsachen über die End- führung Kutjepows der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Meine Mit» terlungen werde ich durch die Unterschrist zweier ehemaligen hohen- Sowjetangestellten bekrästigen." Oas verbotene Parlament tagt! FvadS Regierung siht auf Bajonetten. Kairo. 2K. Ina.(Eigenbericht.) Das ägyptische Parlament versammelte sich in der Nacht zum Sonnabend trotz der Diktatur in beschlusi- fähiger Mitgliederzahl. Der Negierung Sidky Pascha wurde ein Mißtrauensvotum erteilt. Ein einstimmig an- genommener Antrag von Nahas Pascha fordert das Volt nach indischem Vorbild znr sofortigen Steuer» Verweigerung auf. Als die Regierung Sidky Pascha am Sonnabend» morgen von der Tagung und deren Beschlüsse erfuhr. ließ sie 2000 Soldaten in den Straßen Kairos aufmar» schieren. Angesichts dieses Militäraufgebots ließ die Wafdpartei die geplante Demonstration absagen. Die Stimmung der Bevölkerung ist explosiv, jeder Tag kann aene blutige Ereignisse bringen. Die Türkei soll wegen des Kurdenaufstandes von Persien gefordert haben, zum besseren Schutz der türkischen Grenz« mehrere Landstriche abzutreten. Es sind in den letzten Tagen Noten gewechselt worden, der Inhalt wird streng geheim- gehalten. Die große Ojsensive der Türken gegen die Kurden ist bis auf weiteres aufgegeben worden. 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Man trifft sich am Strand oder am Brunnen, man hat seinen Stuhl oder sein« Strandburg nebeneinander und ist für die vier Wochen des Badeaufenthaltes ein Herz und eure Seele: und bei der Abreif« verabschiedet man sich selbstverständlich mit den Worten:«... und dann besuchen Sie uns auch mal!" Kurioser- wetse wären aber beide Teile sehr erstaunt, wenn die freundschaft- lich« Aufforderung nun auch gleich wörtlich genonrmen würde— denn man hat sich in den Wochen des Ferienaushaltes innner noch ein bißchen feiner gemocht, als man schon ohnehin ist, man hat sich eine Kiriisie aus lauter Bildung und Freundlichkeit und Höflichkeit geschaffen und würde die nun doch im Alltag, zwischen seinen vier Wänden nicht aufrechterhalten können. Aber den andern geht es ja auch nicht anders, und so bleibt es eben bei der Bodebekanntschast, die über Winter begraben wird. Oer park muß den Kurort ersehen. Was dem einen der Kurort, ist dem andern der Park: Da sitzen vom ersten Strahl der Frühjahrssonne an bis zu den bunten Herbsttagen die Alten und die Jungen, Mütter und Kinder, Männer und Frauen. Aus den überfüllten Wohnungen der Hinterhöf« kommen si«: miekrig und spitz sind die Gesichter der Kinder im Frühjahr, blaß und verdrossen die Mütter, verkümmert und s o n n e n h u n g r i g die Gesichter der Alten— und wie dann der Sommer fortschrettet, so blühen sie auf, wie die verkümmerten Geranien, die zum Sommer aus den Kellern auf den Balkon ge- tragen werden. Das ist eine der Taten des neuen Berlin, von denen, die nicht viel sprechen, die gar nicht genug von der„Miß- Wirtschaft Berlins" posaunen können: daß in all den neuentstondenen Wohnvierteln, auch in den Arbeitergegenden, jetzt Parkanlagen und kleine Schmuckplätze sind, daß selbst in den verbauten Vierteln Alt- Berlins jetzt winzige grüne Oasen aus dem Asphalt hervor- gezaubert werden, wo nur ein bißchen breiterer Straßendamm das erlaubt. Nur wer in diesem alten, grauen Berlin aufgewachsen ist, weiß, was der„Park" denen bedeutet, die nicht in den heißen Sommertagen Berlin verlosten können. Unsere Parkanlagen sind die Lustkurorte der Daheimbleibenden, der Großen— und der Kinder, denen kein« Ferienkolonie hilft und für die es nicht mal zu ein paar Wochen.Linderrepublik" langt. Und so schließt man auf den Holzbänken genau so„Sommerfreundschaften", wie die «seinen Leute in ihren Kurorten: über Winter sieht man sich nicht, wenn man nicht gerade in nächster Nachbarschaft wohnt und beim gleichen Kaufmann oder im gleichen Konsum einholt— denn die engen und überfüllten Wohnungen, das knappe Wirtschaftsgeld gestatten ja keine gegenseitigen Einladungen— und man will sich doch auch nicht„in hie Töppe kucken lasten". In den ersten warmen Sommertagen aber zieht man raus zu der„Siainmbant", rnch dann werden alle Sommerfreundschasten vom vergangenen Jahr wieder ousgefrischt. Die Bank der Mütter. So ein Park hat wohl für den fremden Besucher ein einhettliches Gesickt, und der Kleine Tiergarten hat natürlich ein anderes Pubmum als der Bayrische Platz, der Fricdrichshain ein anderes o!s der Park zwischen WHniersdors und Schöneberg, der an einein Ende Schöneberger Stadipark und am andern Hindenburg-Park beißt: aber nicht nur der Park, auch die einzelnen Bänke haben ihr festes Publikum: Di« Mütter haben ihr- festen Bänke, die von den übrigen Gästen des Parks durchaus respektiert werden, männlich« Wesen sind hier nur geduldet, wenn sie Papas sind und aushilfs- weise irgendeinen Stöpsel in der Sondkiste zu betreuen haben. Dann gibt es in jedem Park die Bänke der Alten, auch dort, wo die Gartenverwoltung nicht so schön« Gärtchen der alten Leute ge- schassen hat, wie im H u mb o l dt h a i n: auch da sitzt man streng getrennt, und es bedarf schon einigermaßen guter Beziehungen, wenn so ein Alter zwischen den alten Damen geduldet werden soll. Und dann— ja dann gibt es noch die„A rbeitslofenklub s", Bänke, auf denen sich die Elendsgcnosten zusammenfinden, die froh sind, hier einmal eine Weile dem Z'chause entlausen zu sein. Auf allen Bänken erzählt man sich von den überstanden«» Sorgen des Winters und den Ueinen Freuden des Alltags, und wer sich die Mühe macht«, mal so einen langen Sommertag lang auf den Bänken unserer Parks M zuhörender Gast zu fein, der würde reichlich für drei Wochen lang Stoff zum Schreiben und Nachdenken haben... «-Zu bequem zum Kinderkriegen?" Am muntersten geht es immer auf der Bank der Mütter zu: da kennt sich alles, da freundet man sich am ersten an, tauscht Schnittmuster und zeigt sich die neuesten Handarbeiten und erzählt sich von den Kindern, ihren Bravheiten und ihren Unarten... von all den kleinen und großen Sorgen, die so eine Mutter hat. Und dabei ist eines bemerkenswert: die Generation der jungen Mütter ist heute über die Körperpflege ihrer Kinder in geradezu erstaun- iichem Maße aufgeklärt. Wenn man schon noch Wert daraus legt, auf der Straße mit den sauber geplätteten Waschkleidchen zu para- dieren— auf dem Spielplatz wird das Kleidchen oftmals ausgezogen: man hat in der Säuglingsfürforge gelernt, wie wertvoll und wichtig Lust und Sonne für Kinder sind. Und während früher hier die Alten das große Wort führten, müssen sie jetzt still sein und zuhören: es fragt niemand mehr nach ihren Hausmitteln aus der guten, alten Zeit, niemand hält mehr Heringslake für das beste Mittel gegen Diphtherie und gekautes Brot für den besten Umschlag bei„schlimmen Fingern". Und es kann passieren, daß sie bei den Debatten über Erziehung und Pflege der Kinder mit ihren Argumenten aus der guten, alten Zeit ganz gründlich ins Hintertreffen geraten. Wenn dann so eine alte Dame mal ihrer Meinung über„die ganz u n- nötige Haberei jetzt mit den Gohren" Ausdruck gibt, dann kann sie es erleben, daß ihr von einer jungen Frau entgegnet wird, man könnte jetzt eben nicht mehr so„aasen" mit den Kindern. Meinen Zungen sollen sie mir nicht totschießen... Jetzt geht die Debatte los!.Lowoll, die jungen Leute von heut- zutage sind bloß zu bequem zum Kinderkriegen! Achte habe ich jroßjezogen...*— Streitluftig fällt die junge Frau ein: „Und was haben Sie nu davon?"—„Was soll man schon von die Kinder haben! Ich wohne bei meine Jüngst«, bei meine Aelteste hat der Mann keene Arbeet, schon lange, die Lotte is auch arbeitslos, sie jeht in die Fabrik— und die Frieda und die Trude sind ja je- stoben, wie sie so um zwanzig rum waren. Mein Sohn hier kann m i r n i s ch t j e b e n, der hat man selber mit die Familie zu knabbern, bloß der Kleen« schickt mir manchmal'n paar Dollars, der is nach Amerika jemacht und hat da Arbeit— und der Iroße is j e f a l l« n..." Aufmerksam haben die jungen Frauen auf der Bant zugehört, dann aber antwortet ihre Wortführerin:„Also: leben Der Luftkurort der armen Leute. tun doch bloß noch fünf von Ihren Kindern, bei einer hat der Mann keine Arbeit,«ine Tochter hat auch nichts und ein Sohn von Ihnen ging nach Amerika, weil er hier wohl nichts kriegen konnte: zwei« kommen gerade durch... Und wenn Si« nun statt der achte lieber bloß zweie gekriegt und richtig großgezogen hätten, dann hätten die und Sie wohl mehr vom Leben gehabt! Meinen Sie nich? Ich habe man bloß zweie, mehr werden's wohl auch nich werden— aber meinen Jungen sollen sie mir nicht totschießen, da- für woll'n wir sorgen!" Brummend hört die Alte zu: dann mault sie:„Die jungen Leute haben heute jut reden; uns hat damals keener schlau jemacht..." Da lacht die gonge Reihe los:„Ja— aber rni lasten wir uns nich wieder dumm machen!" und die jüngste der Frauen jetzt hinzu:„Bloß, damit die billiges Maschinen- und Kanonenfutter kriegen... nee— bei mir Feierabend!" Und lachend dreht sie sich wieder ihrer Nachbarin zu, einer kleinen, schüchternen jungen Frau, der man noch ein bißchen die provinzlc- rische Herkunft anmerkt, und ich erwische gerade noch die Worte: „Denn gehen Sie doch einfach mal zur E Y e b e r a t u n g s st e l l e.." OZe vom Stempeln kommen.. Sie sind unter den ersten, die täglich den Platz auf„ihrer" Park- bank besetzen. Was sollen sie anderes tun?— Zu Anfang, da hat man sich noch hiiegefetzt, Bewerbungsschreiben ausgeschickt, Hot bei irgendeinem Bekannten, bei einem Zeitungshändler die Annoncen durchgesehen, ist hierhin und dorthin gefahren, sich vor- stellen, hat Zeugnisabschristen eingereicht— nun ist man müde geworden. Nun geht man stempeln, sitzt an den Tagen, an denen man stempelt, im Arbeitsnachweis, an jedem Tag« mit weniger Hoff- nung. Man wird schlaff und müde, an jedem Tage glaubt man weniger an das große Wunder, daß man endlich Arbeit finden würde. Hier draußen trifft man doch mal Menschen, mit denen man reden tann, denen es auch nicht viel anders geht, die nicht mit dem stumme», ewigen Vorwurf rumlausen:„Wenn du dir bloß Mühe geben wolltest...!" Manchen sieht man es auf den ersten Bück gar nicht an. Da ist der älter« Karffmarm, schon über fünsunddreißig, für das Ar- beitsamt ein hoffnungsloser Fall— es macht ja schon Mühe, den sechsurchzwanzigjährigen unterzubringen; Musiker, Schauspieler— auch hier bleibt man noch etwas getrennt. Die Handarbeiter sitzen da nicht so früh, irgendwo kann man doch leichter eine Gelegen- heitsaibeit erwischen— und wenn's hier im Westen«in paar Stunden Teppiche zu klopfen gibt. Die anderen aber erkennt der geübtere Blick leicht: noch sind die Stiefel sorgfälttg ge- putzt, aber man ist beim Uebereinanderlegen der Füße recht oorsichtig, denn die Sohlen sind schon sehr notleidend, der Gummi- kragen ist peinlich lauber— ober die Krawatte muß sorg- sättig gebunden werden, um die schadhaften Stellen zu verdecken. Man ist froh über jedes Zeitungsblatt, das man erwischt, über jeden Schmarren von Buch— man ist froh darüber, wenn man von diesen Papierblättern wenigstens für eine kleine Weile sich von seinen Gedanken ablenken lassen kann. Aber kaum, daß das Stich- wort„arbeitslos" gefallen ist, so sprengt der Strom der Er- bitterung die Dämme.„Natürlich!" grollt der Kaufmann los,„naiür. lichl Arbeit, die ist doch nicht für unsereins! Di« kriegen bloß die, die Beziehungen hzben, die kriegen bloß die Bevorzugten! Ich habe mir so viel Mühe gegeben— zu alt— zu alt— zu all! Herrgott. noch mal, mit Fünfunddreißig zu alt! In den letzten zwei Jahren habe ich einmal drei Monate Aushilfe gearbeitet beim Finanzamt. damals habe ich mir die Stiesel hier gekauft. Und nun sind die• Sohlen wieder durch, wovon soll man sie machen lassen?! Dann bin ich eine Weile Bertreter gewesen— meine Sohlen habe ich vertreten, daher wohl der Namel Wenn sie bloß mal die Werber rausschmeihen würden aus den Büros! Dann käme unsereins mal ran..." Da aber fällt ihm der Nachbar ins Wort:„Als ob das was Helsen würde! Wir können sie ja doch nicht ernähren— meine Frau hält jetzt den Hausstand schon ein Jahr über Wasser— ich bin bloß froh, daß sie dabeigeblieben ist! Ich hatte ja auch große Rosinen im Kopf, sie sollte zu Hause bleiben, wie wir geheiratet hatten... mm ist sie Souffleuse beim Sommertheater, und wenn sie nichts ranbrächte, hätten wir beide nichts..." Der alte Musiker schüttelte den Kopf:„Nee, ich bin ganz sroh, daß ich nicht geheiratet habe... wenn nun noch Kinder wären... nächste Woche tann ich anfangen, bei einer kleinen Kaffeekapelle. Biel wird mir ja nicht bleiben, aber man ist doch untergebracht, der Winter wird graulich! Und dann die neuen Steuern dazu..." Da hebt der Kaufmann den Kopf:„Kopfsteuer wollen sie haben— na, meinetwegen könnten si« einfach meinen Kopf kriegen! Wer so weit ist, wie unsereiner, dem liegt nichts mehr daran!" Aber da dreht sich der alte Schauspieler wütend um:„Weiter wissen Sie wohl mit ihrem Kopf nichts anzufangen! Wenn wir nicht alle so dösköppig gewesen wären, säße» wir jetzt nicht in dem Schlamassel. Nee, viel- leicht können wir den Herrschaften doch noch mal in die Suppe spucken..." Und nun geht die politische Debatte los. » So sitzen si« Tag für Tag in den Parks, Menschen, die sonst nie zu einanderkommen und-finden würden, schließen Sommer- freundschaften, die dann der Schnee des Winters begräbt. Aber was hier, im Luftkurort der armen Leute, gesprochen und erzählt wird, findet oft besseren Boden, als die Agitation mit Flugzetteln imd Plakaten in den letzten Wochen vor der Wahl— und daran sollten wir uns rechtzeitig erinnern. VicrToic des Rundflugs! Wieder zwei Flieger beim Landen ums Leben gekommen. Lyon. 26. Juli. Als der deutsche Teilnehmer am Vuroparundflug Offermau» heute gegen 18 Uhr auf dem hiesigen Flug- feld landen wollte. stießdasFlugzewggegeneine Hochspannungsleitung und stürzte ab. Qsser- mann und sein Begleiter. Oberleutnant Jerzemska. lounten nur noch als Leichen geborgen werden. Ter verunglückte Pilot war 45 Jahre alt und der zweit- älteste Teilnehmer am Europarundflug. Europaflieger heute in Staaken erwartet. In Posen waren die Engländer Thorn, Broad und Butler in den frühen Nachmittagsstunten eingetroffen. Bei der Landung auf dem durch den anhaltenden Regen vollkommen a u f g e- weichten Pvsener Flugplatz hotte Butler, der englisch« Fa- vorit, das Pech, daß sich seine„Motte" aus den üops stellte, so daß der Propeller zerbrach. Da der Engländer keinen Ersatz- Propeller mitjllhrte, dessen Montierung ihm lediglich, einige Strafpunkte gebracht hätte, wird ihn dieses Pech, für das er in der ersten Erregung die örtliche Sportleitung wegen der schlechten Flugplatzbeschaffenheit verantwortlich machen wollte, wohl um die weitere Teilnahme am Wettbewerb bringen. Eine Entscheidung über sein Ausscheiden lag bisher noch nicht vor. Bon den übrigen Maschinen der Spitzengruppe waren die Deutschen Mor- zik und Dr. Pasewaldt sowie der spanisch« Erzherzog in Breslau angekommen, von wo aus die deutschen Flieger noch kurzem Aufenthalt nach Posen weiterflogen.....,) Bei diesem Stande des Wettbewerbes sind für den heutigen Sonntag nachmittag ab Ig lihr in Berlin min- bestens acht Maschinen der Spitzengruppe zu er- warten, darunter, wenn nicht unvorhergesehen« Zwischensätle «intreten, sicherlich die Deutschen Poh, Morzik, Dr. Pasewaldt u''d Polte. Die Koblenzer Totenfeier. Abschied von den Opfern des Vrückeneiufiurzes. Koblenz, 26. Juli. sEigenbericht.l Auf der Stätte, die Koblenz für die Opfer der Briictenkotaftrophe zur Verfügung gestellt hat, haben sich Tausende und aber Taufende einge- funde», um von i9 unglücklichen Opfern— die übrige» werden in ihrer Heimat beigeseht— Abschied zu nehmen. Gegen Z Uhr versammelten sich die Teilnehmer am grogen Trauerzug vor der Halle. Zahlreiche Vereine und Sörperschaslea haben Zahnendepulaiioncn entsandt, die Schulkinder bilden Spalier. Aast sämtliche Geschäfte sind geschlossen. Als um 1 Ahr die Glocken zu läuten beginnen, ist die weite Ariedhofshalle ein einziges wogendes Menschenmeer. Ties bis in die Straßen stauen sich die Tausende, die an der Feierlichkeit teilhaben wollen. Die Särge verschwinden fast unter der Flut der kränze und Blumen, die auf sie niedergelegt worden sind. Der Reichspräsident, die Reichs- regierung, das preußische Slaalsministerium und die Stadt Koblenz, olle haben der Toten gedacht. �Zer gewaltige Beerdigungszug mit den Fahneuobordnungen an der Spitze zieht durch ein Spalier tief ergriffener Menschen, die die Toten durch Abnehmen der Kopfbc- deckungen ehren, zum Frtedhof vor der Stadt, der, vom wasi» umrahmt, in der Sonn« liegt. Hinter den Särgen sieht man die Hinterbliebenen, die ihren Schmerz kaum meistern können. Die Siraße«, durch die die Toten zu ihrer letzten Ruhestätte ziehen, umsäumt ein Meer auf halbmast gesetzler schwarzrotgoldener Fahnen. Die Repubsik trauert mn ihre Toten.... « Die Turnhalle an der Telegraphen-Kaserne war mit Trauerflor ausgeschlagen. In einem dichten Lorbeer- und Palmeichain stand ein großes Kruzifix, zu beiden Seiten von je drei mächtigen Kandc- labern mit brennenden Kerzen flankiert. Bor dem Kruzifix hotten die zahllosen Kränze, darunter in der Mitte ein mächtiger Krcniz der Stadt Koblenz aus roten Rosen, Platz gefunden. Besonders fiel auch ein Kranz der Stadt Innsbruck auf mit der Widmung: In Freud und Leid innig verbunden! Kurz vor 4 Uhr evschien Reichsverkehrs. minister n. Guärard. Ihm folgte der preußische Wohlfohrts- minister Hirtsief er und Oberprästdent Dr. Fuchs, hinter dem großen Trauergefolge bemerkte man die sämtlichen Spitzen der hiesigen Reichs- und Staatsbehörden. Schrechenszahien aus Jiaiien. 2109 Tote, 4500 Verwundete. Rom. 26. Jnli. Am Sonnabendmittag wurde ein amtlicher Bericht des Ministers für öffentliche Arbeiten ausgegeben, der die Toten im Vrdbebengebiet bis 26 Uhr des 2a. Juli mit 2142 und die Verwundeten mit 4534 angibt, aber hinzufügt, daß diese Zahlen wahrscheinlich noch steigen werden. Merkwürdige Rettungen. Bei den Bergungsarbeiten ergab sich vielfach ein sonder- bare? Spiel des Schicksals. So wurden u. a in M e l s i noch nach drei Tagen drei Personen lebend und unversehrt in einen? Hause vorgefunden, dessen Mauern teilweis« dem Einsturz entgangen waren. Andererseits aber ereilte das Geschick noch nachträglich «in unter den Trümmern lebend hervorgezogenes Mädchen, das bei dem Bergungsversuch von einem Balken erdrückt wurde. Ein Milizsoldat hatte an einer Stelle seine Frau bereits in Sicherheit gebracht und wurde, als er noch feine drei Kinder befreien wollte, unter den Trümmern des Baues begraben. In Lacedonia wurden eine Frau und ein merjähriges Mädchen gerettet. Dos Mädchen verdankt ihre Rettung einem, Zufall. Unter den Trüm- mern. die sie bedeckten, hatte, mau teine. lebende Se-l« mehr ver- mutet. Als ober«in«. Frau hprf/eiq. t g'.f.f*».Wimmern zu Hörest glaubte, gruben zwel Militärärzte-und..ein" Karabsnierileut. nant vorsichtig nach und fänden nach mühevoller Arbeit das Kind, das das einzige überlebende Mitglied ihrer Familie sein dürfte. In Lacedonia allein sind bisher über 706 Leichen geborgen morden, aber auch diese Zahf ist leider noch nicht endgültig. Oer Gebäudefchaden. Die Baupolizei von Neapel Hot 300 Wohnungen wegen Einsturzgesahr räumen lassen. Den betroffenen Fa. milien wurden anderweitig Wohnungen zugewiesen. Sech» Kirchen in Neapel sind von der Baupolizei ebenfalls wegen EinsturzgesaHr gesperrt worden. Diese Zahlen aus Neapel, dos vom eigent- liehen Erdbebenherd ziemlich weit obliegt, und wo verhältnismäßig geringer Schaden angerichtet worden ist, zeigen, wie groß der Ge- band es cha den im eigentlichen Erdbebengebiet sein muß. Eine aus Potenz« gemeldet« Statistik ergibt, daß in einer im Erdbebengebiet selbst liegenden Gemeinde von 14 000 Einwohnern, einen verhältnismäßig geringen Verlust von 22 Toten ilnd 200 Verwundeten hat, weil ihre zum großen Teil landwict- schastliche Einwohnerschaft während der Ernte auch nachts ans den Feldern blecht. Nachträglich ergab sich aber, daß 100 Häuser eingestürzt, 600 von Einsturzgefahr bedroht und 2000 mehr oder minder beschädigt sind. Dem Einsturz nahe sind in dieser Gc- meinde fast olle Kirchen und das Rathaus, In dem schwer detcm- fenen Melfi hat noch Feststellungen des staatlichen Bauaufsehers der Bastlikata kein Gebäude dem Erdbeben ganz widerstanden. Viele Häuser, die äußerlich unversehrt er- scheinen, haben trotzdem mehr oder weniger schwere Erschütterungen erlitten. Di« modernen Gebäude, deren Fundamente meist aus Felsen ruhen, sistd natürlich weniger in Mitleidenschaft gezogen als die«infachen Häufer der im unteren Teil der Stadt wohnend"?? kleinen Gewerbetreibenden. Hier sind fast nur Trümmer übrig geblieben, Verwüstungen auf Vügen. ttferabstürze bei Saßnitz.- Viele Vrücken zerstört. Skralfund, 26, Juli, Di« Stürm« der letzten Tage haben an der Küste der Insel Rügen große Verwüstungen angerichtet. Am Steiluser bei S a ß n i tz sind Ilferabstürze erfolgt. Die Brücke von Stubben- tammer ist durch Sturm und Wellen abgedeckt worden, ebenso die Brücke in Lohme. Auch in Sellin hat der Wellengang den Bodenbelag der Seebrücke obgehobe??. Der Strand ist in den Bädern stellenweise tief zerwühlt. Dos Unwetter hatte.zur Folg«, daß ein großer Teil der Badegäste die Rückreise antrat. Jetzt ist noch lang- anhaltendem Regen in der Wetterlage ein« Besserung eingetreten. Der Wind hat nachgelassen und das Meer sich wieder beruhigt. Fußgänger, seid achtsam! Der Freispruch eines Kraftfahrers. Während in der Regel Kraslsahrer im Zusammenhang rntt Unfällen wegen fahrlässiger Körperverletzung an- geklagt werden, wurde gester» vor dem Amtsgericht Chor- lallen bürg der seile?«: Fall einer Anklage rvegen v o r s ä h- l i ch e r Körperverletzung gegen einen Herrensahrer verhandelt. Der Redakteur G, n>or angeschuldigt, in der Bülowstraße von seine??? Wagen aus einen dicht herankommenden Fußgänger mit der Faust vor die Brust gestoßen zu haben, so daß er beiseite iaumelie. Der Angeklagte gab zu seiner Rechtfertigung an, daß dieser Faustschlag das einzige Mittel gewesen sei, dem Passan- ten, der ihm infolge Unachtsamkeit an den Wagen kam, vor de?n Uebersahronwerden zu bewahren. Gestützt auf das Zeugnis einiger Palizeibeamten, die den Stoß gegen die Brust des an- gebiich gar nicht gefährdeten Passanten als reinen Mutwillen des Automobilisten bezeichneten, beantragte der Staatsanwalt eine Geldstrafe von 30 M, Demgegenüber bestritt der Verteidiger, daß G. mutwillig gehandelt habe. Der Kraftfahrer müsse es im Großstadtverkehr vst erleben, daß Fußgänger aus Unachtsam- k« i t zu dicht an den Wagen kämen, und so habe der Angeklagte auch angenommen, daß der Passant gefährdet gewesen sei, was ja auch totsächlich dadurch bewiesen sei, daß er Um mit der Hand erreichen konnte. Die Verletzung eines Rschtsgutes zu dem Zweck, ein wertvolleres Rechtsgut, nämlich das Leben eines Menschen zu schützen, könne nicht strafbor sein. Deswegen sei der. Stdß, der das Uebersahrenwerden abwenden sollte, nicht rechts- widrig, sondern rechtsmäßig. Das Gericht schloß sich dieser Auffasiu?»g an?cnd sprach den Redakteur a?cf Kosten der Staatskasse frei. Gegen betrunkene Krastwagenführer. Oer Polizeipräsident sorgt für Schutz des Publikums. Der Polizeipräsident von Berlin hat jetzt die Polizeibeamten durch«ine Verfügung angeniiesen, Kraft?»agen- führer, die durch ihr Verhalten den berechtigten Verdacht auf Trunkenheit erwecken, im Interesse der öftentlichen Sicherheit und zur Verhütung von Gefahr für Leben und Gesundheit des Publikums, der nächsten Rettungsstelle zur Untersuchung auf Trunkenheit durch den diensthabenden Arzt zuzuführen. Die städtischen Rettungsstellen und die Rettungsstelle der Eharite führen die Untersuchung kostenlos durch. Die Polizeideamten sind also jetzt berechtigt, betrunkene Schosföre in?d Automobilführer zur nächsten Rettungsstelle zu bringen, Die Verfassungsfeier der städtischen Beamten. Der Magistrat hat beschlossen, die diesjährige Per- f a f s u n g s f« i e r für die städtischen Beamten, Angestellten und Arbeiter am Sonnabend, dem S. August, 11.80 Uhr, wieder in der Stadthalle zu veranstalten. Bei dieser Feier werden da« Ber- liner Philharmonische Orchester und der Berliner Lehrer-Gssang- verein mitwirke??. Wie in anderen Iahren sollen die Beförderung»- und Anstellungsurkunden auch in diesem Jahre bei der Verfassung?- seier verliehen werden. Nachspiel zur Affäre Busch. Slls einziges Nachspiel der Affäre Busch ist jetzt auf Antrag der Skaotsairwaltschaft l die Voruntersuchung gegen den Kaufmann Karl H i l l e r im Zusammenhang mit der Grundstücksangelegenheit Düppel-Dreilinde» eröffnet worden. Es handelt sich um den Ver- dacht der Bestechung Büschs und des Meineides hinsichtlich der in dem Disziplinarverfahren gegen Busch geinachten Aussage Hillers, wonach weder er, noch eine ihn? nahestehende Gesellschaft den ehe- maligen Stadtrat bei diesem Grundstücksgeschäft irgendwelche Zu- Wendungen gemacht habe. Alle übrigen Ermittlungsverfahren, die mit der Affäre Busch in Verbindung standen, sind eingestellt worden, und zwar sowohl gegen Günther, wie gegen den Hol- länder L u t k i e und die in dieser Sache genannten sonstigen Gnmd- stücksmakler, S/ArJA/R�/S� �|M|> Frau Golden beruhigte sich erst, als Una, allerdings mit � Vorbehalten, versprochen hatte, keinen Arzt zu holen. Das " Seitenstechen versuchte sie mit Eisumschägen zu lindern, sie schüttelte die Kissen auf und strich das Laken zurecht, sie kochte eine heiße Suppe, wusch Mutters Schultern mit lau- warmem Wasser und rieb ihr die Schläfen mit Menthol «in. Doch das Fieber stieg. Gegen Mitternacht keuchte sie immer mehr und mehr— dreimal so schnell als normales Atmen. Sie war nicht bei klarem Bewußtsein. Una kauerte neben dein Bett: ein Bild stummen Elends im schwachen Licht: sie wurde immer be- sorgter, je weiter die Mutter ihr entführt zu werden schien. Plötzlich fuhr Una auf. Sie wollte lieber den Unwillen der Mutter auf sich nehmen und doch den Arzt holen. In diesem � Augenblick erschien ihr sogar Dr. Smith, der Hausarzt der s' unmittelbaren Nachbarschaft, mit seinen Hebammengewoh-n- < heften, als ein Wundermann. i Sie mußte vier Häuserblock meit bis zur nächsten Apo- ? theke gehen, die zu dieser Nachtzeit offen war, um von dort f dem Arzt zu telephonieren. 7. t Abermals kletterte Una die unendlich vielen Stufen zu ihrer Wohnung hinauf. Ohne es zu wissen, zählte sie die müden, gleichmäßigen Schritte ihrer Füße auf �den Stein» stufen der Treppe— eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben, Absatz, Biegung und— eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs— immer und immer wieder. Am Fuße der letzten Treppe bildete sie sich plötzlich ein, daß ihre Mutter sie augenblicklich brauche. Sie unterbrach den regelmäßig stampfenden Rhythmus ihres Aufstieges, stürzte hinauf, stieß ungeduldige Laute hervor, als Sekunden beim Aufsperren des Schlosses verlorengingen. Auf den Zehenspitzen schlich sie ins Schlaf- zimmer— und fand ihre Mutter genau so, wie sie sie ver- lassen hatte. In Unas leisem Seufzer der Erleichterung lag alle Aufopferungsfähigkeit der Welt, alle Treue, mit der man sich einer Sache oder der Liebe hingibt. Doch während sie regungslos stillsaß und wartete, stieg das Gefühl in ihr auf, daß ihre Mutter nicht da fei: daß ihre Seele nicht in diesem Wrack auf dem Bette sei. , Eine Stunde später erschien mit vielen beruhigenden Redensarten der Arzt in der Wohnung. Er fürchtete,„es könnte ein ganz kleiner Anfall von Lungenentzündung fein". Mit einer Art leichtfertiger Väterlichkeit, die Una ermutigte, sprach er von der Möglichkeit einer Pneumokokkeninfektion, von wunderwirkendcm Romer-Serum, von Nicht-den-Mut- verlieren und Auf-Gott-vertrauen, vom Regen, von kalten Abwaschungen und Digitalis. Er streichelte Unas Kopf und versprach zuversichtlich, gegen Morgen wiederzukommen. Sie war überzeugt, daß die Gefahr vorüber sei. Aber sie legte sich nicht schlafen. Steif saß sie im Schlafzimmer u?rd überlegte, was für Zerstreuungen sie der Mutter in Zukunft bieten würde. Sie nahm sich vor. mehr zu arbeiten, um mehr Geld zu verdienen. Dann könnten sie in ein Häuschen in einem Vorort überfiedeln, wo sie Hühner züchten, Rosen und junge Kätzchen haben könnten, und ihre Mutter unter den Nachbarn wieder Gesellschaft fände. Fünf Tage darauf, spät an eurem schönen, kühlen Nachmittag, als man iii den Nachbarwohnungen ringsum ans Abendessen dachte, starb ihre Mutter. 8. Unas Schmerz grenzte an Wahnsinn. Er war eine große, einfache, unbeherrschbare Erregung, wie der Fanatis- mus der Kreuzfahrer— beängstigend, unberechenbar und schön wie der Sturm. Sie hafte zum erstenmal einen Vor- wand, ihrem Gefühl in seiner ganzen Stärke freien Lauf zu lassen. Una rief sich das Bild ihrer Mutter in Erinnerung, als wäre sie eine durchaus gütige, verständnisvolle, kluge und unglückliche Frau gewesen. Es tat ihr um jeden Augenblick leid, den sie nicht mit ihr verbracht hatte— sie erinnerte sich mit tiefer Selbstoerachtung, dag sie vergangenen SonnaberU) ins Theater hatte gehen wyllen, statt die Zeit ihrer Mutter zu widmen und die Gegenwart der Vielgeliebten zu nützen: sie bereute in selbstquälerischer Weise jedes harte Wort über vernachlässigte Hausarbeit. „Wenn ich nur noch eine Stunde, nur eine einzige Stunde mit ihr zusammen sein könnte und wieder ihre Hände auf meinen Augen fühlen.. Am Abend vor dem Begräbnis erlaubte sie nicht einmal, daß Frau Sefsions bei ihr blieb. Sie wollte die schattenhafte Gegenwart ihrer Mutter mit niemandem teilen. Sie lag am Boden neben dem Bette, auf dem ihre Mutter im Todesstaat ruhte. Es war die letzte Gelegenheit, zu ihr zu sprechen. Die ganze Nacht hindurch war die müde Stimme der kleinen weißgekleideten Gestalt zu hören, die in dem trüben Licht des Raumes so unscheinbar aussah: bald lag sie regungslos auf der Decke, die sie neben dem Bett auf der� Boden gebreitet hatte, und sprach in gewöhnlichem Gesprächs- ton, bald sprang sie auf, um die tote Hand zu küssen, in wildem Schreck, ob sie etwa schon nicht mehr da sei. Das Begräbnis füllte das Haus mit Menschen. Dia Fahrt zum Friedhof war unerträglich. Sie wollte aus dem Wagen springen. Zuerst bemühte sie sich, alle Aufmerksam- kcit auf den gepolsterten Sitz vor sich zu lenken, bis sie a?? nichts mehr auf der weiten Welt dächte, als an den grünen Plüsch und an einen lächerlichen Staubfleck auf den Fransen. Aber irgend jemand begann plötzlich zu ihr zu sprechen.(Es war der ungeschickte Herr Sefsions, denn die kluge Frau Sefsions hatte Takt genug, still zu fein.) Er hörte nicht auf, die dümmsten Abgeschmacktheiten hervorzustammeln. �llna fühlte sich belästigt, nicht getröstet. Sic wollte davonlaufen, um die Gegenwart ihrer Mutter wieder zu fühlen, an jene?n geheiligten Ort, wo sie vor kurzem noch gelebt und ge- sprachen hatte. Aber als sie in die Wohnung zurückkehrte, fehlte etwas. Sie versuchte ihre Gedanken auf die Unsterblichkeit zu kon- zentrieren, doch sie bemerkte, daß sie keinerlei Tatsachen hafte. an die sie sich hätte halten können. Inmitten dieses Ge- mifches von Sehnsucht und Zweifel spürte sie, daß sie hungrig war, und es tat ihr ein wenig leid, daß sie Frau Sefsions' Einladung zum Abendessen abgelehnt hatte. Lang- fam machte sie sich in der Küche zu schaffen. Der rheumatische alte Kanarienvogel humpelte am Boden seines Käfigs herum und versuchte zu singsn. Bat diesem Anblick fing Una zu weinen an:„Jetzt wird sie den armen Dickte nie mehr singen hören." Plötzlich erinnerte sie sich— so deutlich, als hörte sie tatsächlich die Worte und die Stimme— daß ihre Mutter oft aufgefahren war:„Dieser verwünschte Bogel! Jedesmal. wenn ich einschlafen will, versucht er, mich aufzuwecken." Una lachte bitter und in Erinnerung dieser gesunden, ver- ärgerten Stimme schien es ihr weniger schlecht, ans Essen zu denken, und nach einer tüchtigen Mahlzeit schlüpfte sie in ihren Schlafrock und in ihre Hausschuhe, richtete sorgfältig die Kissen auf dem Sofa zurecht und legte sich hin, um über ihre Zukunft nachzudenken.(Fortsetzung folgt.) Kommunistische Heuchelei. Ein Ablenkungsmanöver, das ohne Wirkung bleibt. Die Sozialdemokratie hat im Reichstag bewiefen, daß sie die einzige wirtliche Hüterin der 3ntereffen der werttätigen Bevölkerung ist. Sie hat den falten Staatsstreich der Brüning- Regierung durch die Erzwingung der Auflösung des Reichstages verhindert, fie hat dafür geforgt, daß ans Bolf appelliert wird. Und sie hat das fefte Bertrauen, daß der Wahltag ein Siegestag für die Sache des Boltes sein wird. Die fommunistische Fraktion der Stadtverordnetenversammlung| nalen, werden die Berliner am 14. September den verdienten Dant hat durch ein Schreiben an den Vorsteher eine außerordent. abstatten, indem sie sozialdemokratisch wählen. liche Sigung beantragt, in der gegen die Mieterhöhungen, gegen die Bürgersteuer, gegen die Gemeindegetränkesteuer und gegen Tarif erhöhungen Stellung genommen werden soll. Um eine außerordent lich Sigung herbeizuführen, fehlt es den Kommunisten an zwei Unterschriften zur Erreichung der nach der Geschäftsordnung not. wendigen Unterstützung. Sie haben sich deshalb an alle Fraftionen mit der Anregung gewandt, die notwendigen Unterschriften zu leisten, obwohl fie natürlich nicht glauben, daß irgend jemand ihren ,, Protest" Ernst nimmt. Die Sozialdemokratie lehnt das Anfinnen der Kommunisten felbstverständlich ab. Sie hat wahrlich anderes zu tun, als eine.Derartige Demagogie, durch die mit befannier Bemiffenslosigteit die Reklametrommel gerühri merden soll, zu unterstützen. Die Berliner Deffentlichkeit weiß über- fofort an die Wahlarbeit gegangen. Wie immer haben die Funktio dies noch recht gut, wie sehr im Augenblick der Entscheidung die Kom munisten auf der ganzen Linie versagt haben. Die Mieterhöhung ist vom. Oberpräsidenten von Berfin Brandenburg auf Grund des vielgenannten§ 59 des Kommunal. abgabengejeges verfügt worden. Eine außerordentliche Stadtver. oronetenversammlung fann hieran nichts mehr ändern. Die Rommuniffen hätten fich früher an ihre Pflicht erinnern sollen. Hätten fie es nicht abgelehnt, bei der Beratung des Haushalts der Stadt Berlin mit den Sozialdemokraten 30fammenarbeiten und so den Etat im Sinne der nur durch ihr Bersagen nicht wirksamen Linksmehrheit zu gestalten, dann häfte der Oberpräsident nicht einzugreifen brauchen. Die Belaffung gerade der minderbemittelten Volksschichten wäre dann bedeutend erträglicher ausgefallen. Statt positive Borschläge zu machen, haben die Kommunisten nur sinnlose Forderungen gestellt, die weit über das Tragbare hinausgingen. Sie forderten Hunderte von Millionen Mart, ohne an die Deckung zu denken. Wer sich die Arbeit so leicht macht, hat fein Recht, anderen Leuten Vorschriften zu machen. Auf der gleichen niedrigen Stufe, wie die Kommunisten, stehen die Deutsch nationalen. Auch sie haben jede positive Mit arbeit an der Gestaltung des Berliner Etats vermgigert. Wir schrieben vor etlichen Wochen: Wenn die Mieterhöhung fommt, dann mögen sich die Berliner bei den Deutschnationalen bedanken. Beiden Parteien, den Kommunisten sowohl wie den Deutschnatio Die Wahlarbeit beginnt. Die Berliner Parteiorganisation ist nach der Reichstagsauflösung näre sich freudig zur Arbeit gestellt. Trotz des wolkenbruchartigen Regens waren am Freitag abend die Pharusfäle, in denen eine Mitgliederversammlung des Kreises Bedding stattfand, fehr gut besucht. Reichstagsabgeordneter Genoffe rang Künstler gab den Parteimitgliedern mit seinem anderthalbstündigen Referat ein gutes Wahlmaterial. Eingehend nahm er sich die Gegner der Sozialdemokratie vor und behandelte besonders ausführlich die Nationalsozialisten, deren Führer zum großen Teil selbst schon verraten haben, daß die Bewegung den Sozialismus nur als Aushängeschild benugt. Scharf und eindeutig waren seine Worte gegen die Parteien, die gegen die Sozialdemokratie regieren und, da sie dazu feine Mehrheit fanden, den Paragraphen 48 der Reichsverfassung bemühen wollten. Die Sozialdemokratie hat gegen die ,, Achtundvierziger" die Auflösung des Reichstages erzwungen; sie hat eine gute Wahlparole und wird sie auch ausnutzen. Die Wähler haben es in der Hand, den Mißbrauch mit dem Artikel 48 für alle 3eit unmöglich zu machen. Das ist um so notwendiger, weil man auf die Dauer auch andere Verordnungen, als solche zur Sanierung der Finanzén, erlassen würde. Vielleicht würde man sogar der Jugend mit Das Gericht habe ihn deswegen für unglaubwürdig erklärt und nicht vereidigt. Das ist blanter Schwindel. Weder ist dem Zeugen für eine gerichtliche Aussage Geld angeboten worden, noch hat er als Seuge etwas derartiges ausgesagt. Vielmehr hat Zionsti etwas ganz anderes befundet: Als sich das Gerücht verbreitete, der Reichsbannermann Flut habe geschoffen, habe Fluf eine Bes lohnung von 50( nicht 15) Mart für die Ermittlung des Ur hebers dieser verleumderischen Gerüchte ausgesetzt. Was aber die Nichtvereidigung 3ionftis anbelangt, so hat das Gericht vei fämtlichen Nazi- Beugen die Entscheidung über ihre Bereidigung einstweilen ausgesezt, da diese meist als Mitt äter in Frage fommen. Es hat hierbei Zionski genau wie die übrigen Nationalsozialisten behandelt, über seine Bereidigung ist also zur Zeit noch gar nicht entschieden. Schweres Unglück in chemischer Fabrik. Aluminiumfeffel explodiert.- 1 Zoter, 20 Schwerverletzte. Condon, 26. Juli. Ein schweres Unglüd ereignete fich heute in einer chemischen Fabrit in Stockton- Trenns in Nordengland. Ein Aluminiumbehälter mit Effigfäure explodierte und ergo feinen Inhalt über zahlreiche Arbeiter. 20 Arbeifer erlitten schwere Berlehungen. Ein Arbeiter iff bereits seinen Berlehungen erlegen. Ein im Anschluß an die Explosion ausgebrochener Brand fonnte von der Feuerwehr gelöscht werden. Flugzeug explodiert über der Stadt. Absturz auf menschenleeren Platz.- Die Piloten getötet. Merito.City. 26. Juli( Eigenbericht.) Ein mif zwei Armeefliegern besetztes Armeeflugzug explodierte über der Hauptstadt und stürzte auf einen glüdlicherweise menschenleeren Plah im Zentrum der Stadt ab. Die beiden Flieger wurden getötet. Die fallende Maschine riß ein in der Nähe fliegendes Armeeflugzeug mit, dessen Infaffen sich durch Abspringen retten konnten. derartigen Berordnungen das Wahlrecht be. Banklehrling unterschlägt 40000 Mt. Ein Chauffeur reftete das Geld wieder der Bank. te das schneiden. Bei diesem Wahlkampf wird sich entscheiden, ob Deutschland ein Wolfsstaat bleiben oder ein Obrig teitsstaat werden soll. Die Sozialdemokratie ist der stärkste Hort der Grundrechte des Volkes und Parlamentes. Spontaner Beifall unterstrich oft die Ausführungen des Referenten, an die fich eine ausführliche Debatte anschloß Er steht seinen Mann. Kreuzberhör eines Reichsbannerfameraden im Röntgentalprozeß. Kiel, 26. Jufi. riger Banklehrling verschaffte sich gestern abend unter Vorspiege Ein bei einer Banf in Bad Segeberg beschäftigter 18jäh lung falscher Tatsachen den Kassenschlüssel und entwendete aus der Raffe 40 000 Mart. Darauf fuhr er im Kraftwagen nach Neumünster und von dort mit dem D- 3ug nach Kiel. In Kiel mietete er einen Kraftwagen zur Fahrt nach Hamburg. Der Kraftwagenführer, dem Bedenten aufgestiegen waren, verständigte die dortige Bahnhofswache, die den Koffer des Banklehrlings öffnete unb bas entwendete Geld entdeckte. Der Defraudant wurde zum Bolizeipräsidium gebracht, wo er ein Geständnis ablegte. Das Gel fonnte der Bant noch in der Nacht zurückerstattet werden. Es war ein wenig erhebendes Schauspiel, wie die Ber- und hatte die 12 Nationalsozialisten eintreffen sehen. Werners it. Berliner Chepaar in den Bergen umgekommen faidiger gestern im Röntgenfalprozek auf den teilung machte es nun schon ganz unmöglich, die Kameraden ein 27jährigen Schloffer efpital einhadien R... Dr. Sad versuchte dem Zeugen mit seinem üblichen Sari fasmus auf den Leib zu rücken. Er hatte sich aber gründlich verredynet. Dieser einfache Arbeiter und Reichsbannermann war dem Herrn mit dem akademischen Grob in jeder Hinsicht gewachsen. Als der Rechtsanwalt ihm zu dumm fam, verbat er es sich, daß man ihm das Wort im Munde umdrehe, und erflärte schließlich, menn man ihn nicht anständig fragen wolle, würde er überhaupt feine Antwort mehr geben. Da versuchte der Herr Berteidiger an den Zeugen von der anderen Seite heranzukommen. Ich be mühe mich doch, mit Ihnen anständig zu sprechen" allerdings fiel das dem Dr. Sad nicht ganz leicht flötete er ,,, mollen Sie mir nicht ebenso ruhig antworten?" Der Zeuge mar aber nach 2½stündiger Bernehmung bereits zu sehr verärgert. im Was mar es aber eigentlich, das die Herren Verteidiger so aus dem Häuschen gebracht hatte? Der Eindruck der Wahrhaf. tigkeit, den der Zeuge auf die Richter machen mußie Gegensatz zu dem üblen Eindrud, den die Nationalsozialisten hinterlassen hatten! Diese hatten ja bekanntlich alles vergessen, was für sie ungünstig war; hier stand aber ein intelligenter Arbeiter vor ihnen, der jedem der Nazi- Bennäler auf der Anklage und Zeugen hanf eine Menge voraus hatte, und zeigte ein ehrliches und sachliches Bestreben, nur ja nicht etwas Falsches auszusagen. Da nichts an seiner Aussage auszusetzen mar, flammerten sich die Berteidiger an vollständig Belangloses Die Reichsbannerleute werden fich nicht von der Berteidigung irremachen lassen. Sie werden in der Verhandlung unter ihrem Eide nicht mehr und nicht weniger aussagen, als sie in Mirflichkeit gehört und gesehen haben. Es ist ihner nicht darum zu tun, die Nazis hineinzulegen. Diese haben sich ja selbst durch ihre eigenen Aussagen genügend hineingelegt. Den Reichsbannerleuten liegt es allein an der Wahr heit. Diese spricht aber für sie und gegen die Angeklagten. zeln nach Hause gehen zu lassen. Deshalb wurde eine zweite Batrouille ausgeschickt. Zu dieser gehörte Tiek, der Zeuge, Schulz, Werner, Zimmer und Bohnstengel. An der Ecke der Schillerstraße faben sie 15 bis 20 Nationalfozialisten stehen. Der Angeflagte u telinski, der hin und her ging, sonderte sich plötzlich von der Menge ab, tam auf Berner zu, bemerkte dessen Abzeichen, sagte: ,, 2ch so", ließ einen Pfiff ertönen, rief: Hallo, hierher", wiederholte den Ruf, da feine Kameraden muf den ersten nicht reagiert hatten, im nächsten Augenblid stürmten 8 bis 10 Nationalsozialisten auf die Reichsbannerleute zu. Es ertönten Alarmsignale, unmittelbar danach setzte die Schießerei ein. Nespital und Bohnstengel liefen in das Haus zu Röplin und schlossen die Tür ab. Im nächsten Augenblic flintte es. Aus dem Fenster des Köplinschen Hauses sah Respital vor dem Meiselschen Lotal sechs Nationalsozialisten stehen. Einer hob die Hand wie zum Schießen, ein anderer warf etwas in der Richtung zum Lokal. Dies der einleuchtende Bericht des Augenzeugen, in ruhiger und vorsichtiger Weise vorgetragen! Dann begannen die Vorhaltungen und Fragen der Verteidiger. Insbesondere wollten sie das eine Dissen: weshalb die Reichsbannnerleute, anstatt nach Hause zu gehen, Patrouillen ausgefandt hätten. ..Ich hab es bereifs fünfmal gefagt", ruft der Zeuge in großer Erregung. Ich will es noch einmal sagen: Wir fürchteten, unfere Kameraden allein nach Hause zu schiden. Sie măren einzeln überfallen worden. Wir wollten uns überzeugen, ob mir etwas zu fürchten haben." Berteidige Die Berteidiger geben sich aber mit der Antwort nicht zufrieden und kommen immer wieder mit denselben Fragen; der Beuge gerät in noch gerößere Erregung, der Staatsanwalt versucht, ibn gegen die Angriffe in Schutz zu nehmen, audy der Borfizende mit einem Mort: Es war ein menig greift beschwichtigend ein erhebendes Schauspiel; es dürfte sich voraussichtlich bei der Bernehmung der nächsten Reichsbannerfeute wiederholen. Die nächste Verhandlung findet am Montag um 9 Uhr statt. Nazi- Berichterstattung. Sechs Reichsbannerleute waren zur gestrigen Verrhandlung geladen; nur zwei, Walter UIm und Nespital, fonnten ver nommen werden. Dieser, Stabführer des Tambourforps, erzählte, in seiner Aussage fortfahrend, wie er etwa 20 Minuten nach Die Rechtspresse hüllt sich über den Röntgentaler Prozeß in 8 Uhr, als das Gerücht entstand, es feien Nationalsozialisten in tiefes Schweigen. Eine gewisse Ausnahme macht die Nazipresse, der Nähe des Lotals, sich zuerst zum Landjäger Gudat, dann zum d. h. sie berichtet nicht, sondern lügt für ihre Leser etwas zusammen. Amtsvorsteher begeben habe. Ins Lofal zurückgekehrt, erfuhr Charakteristisch ist z. B., wie der„ Bölkische Beobachter" die peinliche er, daß der Landjäger bereits dagewesen sei. Er beschloß, die älteren Aussage des nationalsozialistischen Zeugen 3ionisti pertuscht. Kameraden Tiez und Uhlich zu holen. Er begab sich zu ihnen in Be- 3ionsti hatte bekanntlich bekundet, daß die Nationalsozialisten bei der gleitung des Tambourmanns Gählert. Sie trafen Tietz nicht zu Besprechung des lleberfalles bedauert haben, daß nicht Freitag fei, Hause an, liefen im Laufschritt am Lofal Edelweiß vorbei, um zu an dem die Reichsbannerleute ihren Wochenlohn bei sich hätten. sehen, ob nicht Nationalsozialisten in der Nähe wären, und fehrten Einer hatte auch gesagt, daß er eine neue Windjade brauche, die er zu Meisel zurüd. Sie fanden hier Tiek vor. Unter seiner Füh sich von den Reichsbannerleuten holen wolle. Diese sehr peinliche rung unternahmen mun Respital, Uhlich, Bohnstengel, Nietsch und Aussage sucht das Hitler- Drgan durch den Zusag abzuschmächen: Aussage sucht das Hitler- Organ durch den Zusak abzuschmächen: Sdyulz einen Patrouillengang. Bald darauf gesellte sich Der Zeuge hätte selbst zugegeben, für eine Aussage DD m der Kamerad Berner zu ihnen; er war aus Berlin gekommen Reichsbanner 15 mart angeboten erhalten zu haben. for Magenleidende etwas Wunderbares Emil Spoll, Göppingen Klagenfurt, 26. Juli. In den Maliniger Tauern ist ein Ehepaar Gresler aus Berlin- Steglitz von den sogenannten Raumeterbrettern a bgeftürzt. Die Berunglüdfen wurden geffern als Leichen aufgefunden. Einbrecher im Reichstag. Die Reichstagsferien haben Einbrecher benugt, dem Reichstagsgebäude einen Besuch abzustatten. Sie hatten es auf das 3. Stockwerf des Flügels abgesehen, der nach der Wasserfeite zu liegt. Neben der Bücherei liegen in dieser Etage die Räume für die Reichstags angestellten. Gestern entia dedkie nun ein Wächter, daß dort die Fächer mehrerer Schreib. tische mit einem Stemmeisen erbrochen waren. Da die meisten Angestellten zur Zeit verreist sind, konnte noch nicht festgestellt werden, mas gestohlen worden ist. Es wird ferner vermutet, daß der oder die Einbrecher auch der Bücherei einen Besuch abgestattet haben. Dh von den Beständen etwas fehlt, läßt sich ebenfalls noch nicht sagen. Die Angelegenheit ist Gegenstand eingehender friminalpolizeilicher Nachs forschungen, Die Arbeiterfänger bei der Kundgebung am 1. Auguft. Wir erinnern unsere Sangesgenossen an die bereits bekanntgegebene AntiKriegstundgebung am Freitag, dem 1. August, und bitten um starfe Beteiligung. Die Sänger gehen nicht mit ihren 2bteilungen, sondern direkt zum Lustgarten. Aufstellung bis 19% Uhr auf der Schloßterrasse. Sängerausmeis nicht vergessen! Frühzeitig erscheinen. An Liedern find vorgesehen:„ Bejang der Völker", Arbeiter- Baterlandslied"," Ich warte dein", Intera nationale". Kommerzienraf Micaliti als Nachfolger Oscar Heimanns im Aufsichtsrat des Meffeamfes. Die Industrie und Handelskammer zu Berlin hat für ihr verstorbenes Mitglied Oscar Heimann ihren Bizepräsidenten, Kommerzienrat Martin Michalsti, als Nach folger, im Aufsichtsrat der Gemeinnügigen Berliner Ausstellungs, Messe und Fremdenverkehrs. 3. m. b. 5. benannt, die ihn in ihrer legten Gesellschafterversammlung einstimmig an Stelle Oscar Heis manns zum stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden wählte. Großflugtag in Johannisthal. Am 10. August 1930 findet int Johannisthal ein Groß- Flugtag statt, zu welchem die Flieger: Ubet, Fieseler, Thea Rasche, Biesel Bach, Graf Schomburad, Sou choty, Achgeles, Rasche, Gabriel u. a. gemeldet haben. Übet urb Fieseler sind bereits verpflichtet. Die Beranstaltung wird ausgezogen von der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Flugplayes Johannisthal. Berantwortlich für Bolitit: Dr. Curt Gener: Wirtschaft: G. Klingelbölez; Bertatsimeguna: Otto Schindler: Feuilleton:.. Döfer; Lotales und Conftiges: Frin Raritädt: Anzeigen: Th. Glode: fämtlich in Berlin. Berlag: Vorwärts- Berlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Vorwärts- Buchbruceret und Berlagsanftalt Paul Singer y. Co., Berlin E. 68, Lindenstraße S. Hierzu 3 Beilagen. Bullrich Salz Vertrieb für U.S.A Glogau& Co Chicago 538South ClarkeStreet Hunderttausende nehmen es täglich mit dem gleich guten Erfolg. 100 Gr 0.30. 250 Gr 0.60 Tabletten 1.50 Bullrich Salzes vom dance 187 Nur echt mit dem Bilde des Erfinders. Reste rausl US Riesen- Umsätze an unseren Stoff. lägern hinterließen gewaltige Mengen Reste Diese Reste, für uns Ballast, sollen jetzt um jeden Preis . • hinaus• Verkaufstage: Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag im Lichthof und in den Abteilungen • Montag von 11 bis 1 Uhr auf dem Dachgarten> Großes Fanfarenkonzert< des Berliner Fanfaren- Bläser- Chors KARSTADT U- BAHNHOF HERMANNPLATZ DER KARSTADT- BAHNHOF Theater, Lichtspiele usw. Staats- Theater geschlossen! AbonnementsAnmeldungen für die Spielzeit 1930-31 ( Beginn am 1. September) werden auch während der Theaterferien entgegengenommen: a) für die Staatsoper und das Staatl. Schauspielhaus vomAbonnementsbüro, Berlin W56, OberFernspr. wallstr. 22. Merkur 9024, b) für das Staatl. Schillertheater vom Abonnementsbüro, Berlin- Chartottenburg, straße 70. Steinpl. 6715. PLAZA GrolmanFernspr. Tägl. 5 u. 815 Sonnt. 2, 5 n. 815 Alex. E 4, 8066 • Winter Garten⭑ 8.15 Uhr Rauchen erlaubt Cortinis Dollarsegen usw. Heute 2 Vorstellungen und 815 Uhr. 4 Uhr kleine Preise Volksbühne Theater am Bülowplatz. Theater d. Westens 8 Uhr Der fröhliche Weinberg Lustsp. in 3 Akten von Karl Zuckmayer Regie: H. D. Kenter. Deutsches Theater D2 Weidendamm 5201 8 Uhr Phaea von Fritz v. Unruh. Reg: Max Reinhardi Musik: Friedrich Hollaender. Bühnenbilder Ernst Schätte. Die Komödie 11 Bismck.2414/ 7516 812 Uhr Zum 50. Male: Oscar Sabo u. Lotte Werkmeister Wie werde ich reich in der Szene Beim 6- Tage- Rennen" mit Original- Krücke usw. and glücklich? Ein Kursus in 11 Abteilungen von Felix Joachimson. Theater i. d. Behrenstr. 53-54 Masik von Mischa Spoliansky 812 U. A 4 Zentrum 926-927 Letzte 5 Aufführungen! 812 U. Regie: Erich Engel Bühnenbilder: Ludwig Kainer Mein Vetter Eduard Berliner Prater Schwank in 3 Akten mit Ralph Arthur Roberts. LUNA PARK Ab 3 Uhr in vollem Betrieb Sommergartentheater Kastanienallee 7-9 4 Uhr Grosses Gartenkonzert 6 Uhr Eine entzückende Burleske sowie der auserwählte Varieté- Teil. 8.15 Uhr Gust! Beer, Gretl 8 Boxkampf Lilien, Alex Haber, Uhr Neussel- Hampacher Peter Trollmann Stein- Paulke Erwin Hartung in Das Dreimäderlhaus 9 Feuerwerk Singspiel in 3 Akten a. d. gr. Attraktions- Programm Musik nach Franz Schubert. Eintrittspreis von 50 Pig. an ** ZOO Zoolog.Garten Theat am Kottb.Tor Ab 4 Uhr nachmittags GROSSES KONZERT Täglich: Tanz im Freien Auf d. Schaustellungsplatz ,, 1000 Krokodile" Aquarium Tierkunst- Ausstellung Kottbusser Str. 6 Tägl. 814 Wiederauftreten der EliteAllcredo Metropol- Th. 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ROSE -Theater Große Frankfurter Straße 1g2 Alex.: 3422 u. 3494 Im Innentheater Heute 515 und 815 Der Riesen erfolg: Flachsmann als Erzieher" Komödie in 3 Akten von Otto Ernst Robert Müller als Schulrat Proll Auf der Gartenbühne: Letzte Wochet Auftreten Will Rosen and 8 Uhr: » Verliebte Leute" Operette von Künneke Vom 3.- 6. August Im Rose- Garten Großes Winzerfest mit vollständig neuem Programm Vorverkauf ist eröffnet! sanger Rennen zu Karlshorst mit Schorsch Ruselli. Grosses Lachschlager- Programm! Berlins Tagtch& v9 Uhr: HAUS VATERLAND Lessing- Theater Sehenswürdens Täglich 8 Das Land des Lächelns Franz Lehars Sensationserfolg! Sonntag nachm. 4 Uhr kleine Preise Das Land des Lächelns Weidendamm 2797.0846 Das preiswerte Täglich 8% Uhr Vergnügu Der Faun Vergnügungs von Edw. Knoblauch. Restaurant Berlins BETRIEB 0000 KEMPINSKI Paul Henckels, Hahn, Flamme. Reval, Grodtczinsky, Franken, Fiedler, Plessow, Lion Eine Großmacht Neuropäischer Sonntag, den 27. 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Juli, 14 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Am 24. Juli ftarb unsere Kollegin, die Arbeiterin Hedwig Fiebig geboren 22. August 1887. Die Beerdigung findet am Diens tag, dem 29. Juli, 15 Uhr, von der Leichenhalle des Neuköllner Gemeinde Kirchhofes, Gottlieb Duntel- Straße, aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet Nachrut Am 12. Juli starb unser Rollege, der Klempner Wilhelm Baumgart geboren 19. Mai 1889. Die Beerdigung hat bereits stattgefunden. Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Am Donnerstag, dem 24. Juli, per schied nach langem Leiden unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Onkel Erich Groß im 31. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen Friedrich Groß nebst Frau Gertrud, Willi Groß und Familie Charlottenburg, 24. Juli 1930, Helmholgstr. 39. Einäscherung: Dienstag, 29. Juli, 1312 Uhr, Krematorium Wilmersdorf, Berliner Straße 101/103. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Bestattung unseres lieben Sohnes und Bruders Erwin fagen wir allen Verwandten, Freun den und Bekannten, Genoffinnen und Genoffen, insbesondere der 80. Abtei lung der SPD., seinen Kollegen vom Straßenbahnhof X. Steglig fowie dem Ser. Redner vom Verband der FreiDenter unseren aufrichtigen Dank. Bln.- Friedenau, Handjerystr. 60/61. Emil Lehmann und Frau nebst Kindern. Nr. 347* 47. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Sonntag, 27. Juli 4930 m (5 F. v. Siemens fuhrt die Scharfmacher Die Hintergründe des geplanten Personalabbaus bei Siemens Nachdem der Versuch der Berliner Metallindustriellen unter Führung von Siemens, einen zehnprozentigcn Abbau der Gehüller unter Tarrfbruch Vorzunehmen, an dem Widerstand der Gewerk- schaften gescheitert ist, l)at Herr von Siemens mit neuen Aus- hungerungsnrethoden eingesetzt, indem er zunächst einen zehn- prozcntigen Angestelltenabbau über seine Konzernwerke verhängt, Entscheidend ist, d i e Gründe sür dos Vorgehen des Herrn von Siemens festzustellen. Herr Siemens behauptet, daß schon jetzt einzelne Konzernwerke wegen der hohen Personallosten mit Unterbilanz arbeiten. wie steht es mit diesen hohen Löhnen und Gehältern beim Siemens-Konzern? Im vorjährigen Geschästsbericht wurde angegeben, daß an lOiZZOll Arbeiter und Angestellte, die in deutschen Betrieben des Sicmens-Konzerns beschäftigt werden, 270 Millionen an Löhnen und Gehältern gezahlt werden. Auf den Kopf der Beleg- schaft, Angestellte und Arbeiter durcheinander gerechnet(das Ver- hältnis beträgt bei Siemens etwa 3: 1), ergibt sich also ein Jahresverdienst von noch nicht 2700 Mark oder etwa 220 Mark pro Monat. Das Siemens-Untcrnehmen gehört zu den rentabel st en In d ustr i« k o n ze r n« n Deutschlands. Die Dividend« der Siemens u. Halskc A.°G. konnte im letzten Gefchästsjahr von 12 auf 14 Proz., der Siemens-Schuckert-Werke A.-G. von 9 auf 10 Proz. heraufgesetzt werden. Der ausgewiesene Reingewinn der Bilanzen beider Gesellschaften betrug 35 Millionen Mark. Daß die wirklichen Gewinne des Siemens-Konzerns mehr als doppelt so hoch sind, dos beweisen die Angaben aus dem Amerika-Prospekt der Siemens-Anleih«. Der nach ameri- konischen Bilanzierungsmethoden berechnete Reingewinn der Siemens u. Holste A.-G. wurde in diesem Bericht mit 8,9 Millionen Dollar, der Siemens-Schuckert A.-G. mit 10,7 Millionen Dollar oder 44,5 Prozent des Aktienkapitals(!) angegeben. Znsgesamt hol also der Siemens-Konzern im Geschäftsjahr 1928 29 nach den Berichtigungen der Amerikaner 19.8 Millionen Dollar oder etwa 82 Millionen Mark Reingewinne erziel». Ein Unternehmen, das derartig riesenhafte Gewinne erzielt, will der Oeffentiichkeit weismachen, daß es' infolge zu hoher Löhne und Gehälter jetzt bereits teilweise mit Unterbilanz arbeitet und entweder zu einem rigorosen Gehaltsabbau oder zu Massenentlassungen gezwungen sei. Die bescheidenen Erhöhungen der Löhne und Gehälter der lehten Jahre sind durch Leistungssteigerungen wettgemacht worden. Direktor Haller vom Siemens-Konzern selbst gibt im Juni-Heft der Zeitschrist„Technik und Wirtschaft" Zahlen über die Leistungssteigerung in der elektrotechnische» Industrie an. Bon 1925 bis 1928 ist die Zahl der Beschäftigten in der gesamten Elektroindustrie um nur 18 Prozent, dagegen der Erzeugungswert der Elekiroindustrle um 30 Prozent gestiegen. 1929 dürfte der Wert der deutschen elektrotechnischen Produktion mindestens 3,4 Milliarden Mark gegen 2,4 Milliarden im Jahre 1925 betrogen haben. Er hat sich also um mehr als 40 Prozent erhöht, während die Beschäftigtenzahl der Elektroindustrie im gleichen Zeitraum u m noch nicht 20 Prozent gestiegen sein dürfte. Noch g ü n st i g e r als für den Gesamtdurchschnitt der Industrie liegen die Verhältnisse für die Großkonzerne, insbesondere Siemens und AEG., die ihrem Umsatz durch beschleunigtes Arbeitstempo und Rationalisierungsmahnahmen ohne Zuwachs von Arbeitskräften ständig steigern konnten. Mächtige Umsahsteigerung ohne Belegschaslsvermehrung. In dem Geschäftsbericht der Siemens u. Halste � A.-G. von 1926, �27 wurde die deutsche Konzernbelegschast sür dieses Geschäfts- jähr mit 101 000 angegeben, auf der letzten Siemens u. Halske- Generalversammlung, drei Jahre später, wurde für die deutschen Konzernbetriebe eine Gesamtbelegschoftszahl van 100 300 angegeben. Im Geschäftsjahr 1926/27 dürft« der Umsatz der Siemens-Betriebe etwa 650 Millionen Mark betragen haben; für das Geschäftsjahr 1928/29 wurde ein Umsatz von 850 Millionen Mark, nach dem amerikanifchen Prospekt sogar von mehr als 900 Millionen Mark <225 Millionen Dollar) genannt. Ver Siemens-Konzern hat also eine nahezu Zvprozentige Umsahsteigerung ohne Vermehrung der Belegschaft durchführen können. Angesichts dieser gewaltigen Mehr- leistung der Arbeiter und Angestellten wagt man von einer Ueber- höhung der Pcrsonallasten zu reden. Die wahren Gründe für C. 5. v. Siemens. Die wahren Gründe des Vorgehens des Herrn v. Siemens können auch nicht in der augenblicklichen Konj u n k t u r liegen. Die Elektro-Konjunkwr, soweit der Export in Frage kommt, hat bisher noch verhältnismäßig wenig gelitten. Die öfsentlichcn Auf- träge des Inlandes, besonders die der Kommunen, sind sicher zu- rückgegangen. Aber auf dem Schwachstromgebiet hat der Siemens- Konzern eher größere als kleinere Umsätze und die erst noch kom- wenden außerordentlichen Aufträg« der Reichspost im Betrage von 200 Millionen Mark fallen zum sehr großen Teil« dem Siemens- Konzern zu. Außerdem wäre es eine sehr schlechte kauf. männische Politik, in einer vorübergehenden Wirtschafts. krise eingearbeitetes Angestelltenpersonal, das man später wieder braucht, einfach auf die Straße zu werfen. Etwas ernster sind schon andere Gründe für das Vorgehen des Herrn von Siemens zu nennen. Jede schlechte Konjunktur drückt augenblicklich die Gewinne. Es ist durchaus möglich, daß Herr von Siemens für das ganze Jahr 1929/30 jene 14 Proz. Dividende aus den laufenden Gewinnen nicht erwirtschaftet, die er den neuen amerikanischen Teilhabern seines Konzerns selbst- verständlich gern präsentieren möchte. Aber auch hier ist anzu- nehmen, daß die stillen Reserven des Siemens-Konzerns ohne weiteres die 14 Proz. Dividende ermöglichen würden, so daß nur der Schluß bleibt, daß Herr von Siemens um jeden Preis aus den An gestellteng eh ältern die Dividende voll sicherstellen will, ohne die Reserven anzugreifen. Wie dem aber auch sei, die Gehälter aus diesen Gründen zu drücken, wäre scharfmacherisch in höchstem Maße und mühte den schärssten Wider- stand aller öffentlichen Stellen finden. ZU« wir frzhea de» bestimmte«©jörnt daß alle diese Gründe für Herrn von Siemens nicht eigentlich entscheidend ze- wesen sind. Herr C. F. von Siemens ist aus einem ganz anderen Grund« i» Front gegangen; er ist nicht in erster Linie in Fronl gegangen, im Interesse seines eigenen Konzerns, wenn auch diese Interessen ihn mitbestimmt haben mögen, sondern er wollte, daß unter seiner Führung, unter Ausnutzung der schwierigen gesamtpolitischen Verhältnisse in Deutschland deutsche llnternehmerpolilik aus breitester Basis in der Richtung des Lohndrucks durchgeführt wird. Herr C. F. von Siemens, als Führer der Berliner Metall- industriellen, als Beauftragter des Reiches in der Reichsbahn, als Leiter des größten deutschen Elektro-Konzerns, wiegt viel in der bürgerlichen Oefsentlichkeit. Er dürste den deutschen Unternehmern willkommen sein, um in einer sehr schwierigen politischen Lage, wo deutsche Scharfmacher gute Möglichkeiten für das Blühen ihres Scharsmacherweizens gekommen sehen, die Lohndruckernte der Unter- nehmer vorzubereiten. Unter diesen Gesichtspunkten bekommt das Vorgehen des Herrn von Siemens in der Tat eine sehr große Tragweiteund wennauch nochkeinenstaatspoliti- fchen, so doch einen eminenten wirts chafts- und klassenpolitischen Sinn. Schon wird, nachdem man für Berlin mit Bestimmtheit die Nachfolge bei anderen Großbetrieben er- warten kann, aus dem Reiche unter Berufung auf Herrn von Sie- mens vielfach ein ähnliches Vorgehen gemeldet. Denkbar schwerste Verschärfung der wirtschostslage. Wenn Herr von Siemens nicht größere Ziele im Auge haben würde, dann hätte er bedenken müssen, daß sein eigener Konzern durch sein Vorgehen ja keinen Nutzen haben kann. Große Siemens- Entlassungen müssen in der deutschen Unternehmeröffcntlichkcit psychologisch wie ein Alarm wirken. Sie müssen die darniederliegende Initiative der Unternehmer noch mehr schwächen. Sie müssen die Lust zur Austragserteilung weiter verringern und sich schließ/ich auch im Beschäftigungsgrad von Siemens denkbar un- günstig auswirken. Um so sorgfältiger müssen jetzt sofort die ge- fährlichen Auswirkungen des Siemensschen Vorgehens ins Auge gefaßt werden, falls es in Berlin und in Deutschland größere Nachfolgerschaft finden. Es wagt kein Mensch mehr heute, von der Lohnsenkung noch eine Belebung der Konjunktur zu erwarten. Das mindeste, was sglbst Herr Stegerwald gefordert hat, war eine gleich- zeitige, die Lohnsenkung erheblich übertreffende Preissenkung, und außerdem wurde von Herrn Stegerwald noch gefordert, daß der Reallohn nicht verkürzt werden dürfe. Wo sind die Preis- scnklin�en, die Herr von Siemens bisher vorgenommen hat, der Iahrzehn'e lang in unerhörtester Weise sein Postmonopol zu Lasten der Steuerzahler und zugunsten seiner Familie ausgebeutet hat? Will Herr von Siemens aber ollgemeinen Lnhndruck, und das scheint er zu wollen, will er diesen Lohndruck, gegen den Widerstand von Gewerkschaften und Regierung durch. Entlassungen er- zwingen, dann führt er den denkbar schwersten Angriff gegen die letzten vorhandenen an sich schon so geschwächten Pfeiler der inländischen industriellen Beschäftigung, dann beginnt Herr von Siemens systematisch die I n d u st r i e k o n j u n k t» r in Deutschland vollends zu erschlagen. Das aber wäre ein Beginnen, den keine Regierung, auch nicht die jetzige, untätig zusehen darf. Die Arage der Abwehr ist schr ernst und sehr wichtig. Es wird geprüft werden müssen, ob die gewerkschaftliche und die normale behördliche Abwehr genügen kann. Es ist zu fordern, daß wegen der im ernstesten Sinne wirtschaftsgefährdenden Wirkungen des Siemensschen Vorgehens ösfentliche Aufträge, gleichviel welcher Art und gleichviel von wem, an die Siemens-Werke vorläufig nicht vergeben werden. Die Kommunen, die Länder, die Reichsunternehmungen, haben zu bedenken, daß eine allgemeine Lohndruckwelle, wie sie Siemens vorzubereiten scheint, die Grund« läge ihrer finanziellen und betrieblichen Existenz gefährden. Es muß die Frage geprüft werden, ob nicht zum mindesten die öffent- lichen Aufträge nur an Werke gegeben werden, die sich van einem Vorgehen fernhalten, wie es der Siemens-Konzern für richtig hält. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise nicht noch weiter zu verschärfen, ist kein Interesse etwa der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter und Angestellten, bzw. der Gewerkschaften und der Arbeiterparteien allein, sondern im allerhöchsten Maße«in Gesamtinteresse. In einer solchen Lage darf kein Mittel gescheut werden, um so schweren Ge- fahren zu begegnen, wie sie Herr von Siemens heraufbeschwört. Für die Arbeiterklasse, für alle Angestellten und Arbeiter, steht der Zeiger auf Alarm. Es darf kein Zögern mehr geben, die Schlagkraft der Gewerkschaften zu stärken. Wir geben im folgenden den.Wortlaut der offiziellen Begründung für die besondere Ermächtigung des Reichswirffchaftsministeriums, eventuell die Senkung gebundener Kartellpreise jetzt zu erzwingen: „Die Anpassung der gebundenen Preise an die veränderte Wirtschaftslage und die gesunkene Kaufkrast breit- r Masten sowie die Notlage der im freien Wettbewerb stehenden Wirtschaftskrcise setzt sich noch allgemeiner Ansicht zeitlich zu langsam und ihrem Ausmaß nach unzulänglich durch. Infolgedessen ist u. o. das Verhältnis der Preise von Waren und Leistungen zueinander vielfach in einer volkswirtschaftlich nicht ge- rechtfertigten Weise verschoben worden. Die mangelhafte An- passung der gebundenen Preise in einer Zeit, in der die gesamte deutsche Wirtschaft unter dem Drucke einer schweren Depression steht, erschwert und verzögert die Ueberwindung der wirtschaftlichen Not, führt zum Brachliegen menschlicher Arbeits- kräft« und technischer Anlagen weit über das unmittelbar durch eine Krise an sich bedingte Maß hinaus und hat Spannungen her- vorgerufen, die einer ausgeglichenen Zusammenarbeit aller wirl- schaftlich Tätigen im Wege stehen. Bei dieser die öffentliche Sicherheit und Ordnung erheblich gefährdenden Lage muß die Reichsregierung es sich angelegen sein lassen, Miß- stände dieser Art, wo immer sie erkennbar sind, zu beseitigen und die auf' der Volksgesamtheit schwer lastende Krise mit der aus ihr fließenden Arbeitslosigkeit zu mildern und zu überwinden, soweit dies durch behördliche Mahnahmen geschehen kann. Sie rechnet dabei auf die verständnisvolle Mitarbeit der beteiligten Wirt- schastskreife selbst. Soweit diese jedoch im Einzelsall nicht zu ge- Winnen sein sollte, sind ihr in dieser Verordnung die Mi.tel an Sie Hand gegeben, das im Interesse der Gesamtheit Erforderliche auch gegenüber Widerstrebenden schnell und wirksam durchzusetzen. Z» diesem Zwecke wird die Reichsregierung ermächtigt, unter bestimmten voraussehnngen durch Verwaltungemaßnahmen unwirtschastliche Preisbindungen auszuräumen. Die llebertkagung dieser Befugnisse entspricht den Beschlüssen, die der Deutsche 3u- ristentag 1928 zur Abänderung der Kartellverordnung gefaßt hat. Ferner kann die Reichsregierung die Eingangszölle solcher Waren, deren Erzeugung oder Verkehr durch Preisbindungen in unwirtschastliche Bahnen gelenkt wird, ausheben. Den Absichten, welche den Herrn Reichspräsidenten zum Erlaß der Verordnung bestimmt haben, würde es am meisten entspreche> und die Verordnung hätte ihren Zweck dann am besten erfüllt, wenn es der Reichsregierung im Zusammenwirken mit dem Vor- läufigen Reichswirtschaft-rat, der alsbald mit den Fragen befaßt werden soll, gelingt, den Belangen der Gesamtwirtschaft Geltung zu verschaffen, ohne auf die in der �Verordnung gegebenen Er- rnächtigungen zurückgreifen zu müssen." Brikeiis und Linoleum wieder verieuert Wir sind in der Lage, auf zwei Fälle hinzuweisen, in denen ein sofotiges Eingreifen auf Grund der Kartellverordnung und der jetzigen Ermächtigung notwendig ist. Vor wenigen Wochen haben wir mitgeteilt, daß die Arbeits- gemeinschast des Berliner Briketthandels obwohl keine Per- teuerung der Bezugspreise vorlag, den Zentnerpreis für Briketts ganz willkürlich für Juli um 10 Pfennig erhöht hat. Dos konnte geschehen, obwohl sich das Ostclbische Brauickohlenfyndikat seinerzeit ojjiziell dazu verpflichtet hatte, eine Preissteigerung für die Berliner Verbraucher zn verhindern. Es geschah, ohne daß das Reichswirtschaftsministerium in diesen» Falle eingegriffen hat. Jetzt hören wir zuverlässig, daß nicht erst am 1. September wie sonst, sondern bereits am 1. August mit der Anpassung der an sich schon erhöhten Sommerpreise an die Winterpreise begonnen wird und daß deshalb ab 1. August die Preis« für Einzellieferungen von 1,70 auf 1,80 M. und für Lieferungen von mehr als 20 Zentnern von 1,65 auf 1,7 5 M. erhöht werden. Dieses neuerliche Vorgehen der Berliner Driketthöndler, das einfach die Handelsspanne vergrößert ohne jede Rücksicht auf die Konsumenten, mutet wie wirtschaftlicher Wahnsinn an. Ein zweiter Fall wird vom„Berliner Tageblatt" gemeldet. Dos„BT." veröffentlicht eine Zuschrift, wonach die Linoleum- Verkäufer vom Deutschen Lionleumtrust verpflichtet werden, sür das Quadratmeter Strang ula- Linoleum, eine Massenware, statt 2.10 M. ab 25. Juli 2,25 M. zu verlangen, und daß Lino- leurnteppiche im Preis von bisher 18 M. ab 1. August n i ch t u n t e r 2 0 Mark verkauft werden dürfen. Hier wird also ebenfalls ganz willkürlich der Preis für den letzten Verbraucher erhöht und niemand kennt die Gründe dafür, außer den Preis- und Monopol- strategen des Linoleumtrusts. Die Zuschrift an das„B. T."" ver- langt selbst, daß dos Reichswirtschaftsministenum dem Linoleum- trust klarmacht, daß er feine Machtstellung in der jetzigen Zeit nicht zur Verteuerung des Massenkonsums benutzen darf. Die Regierung muß hier beweisen, daß sie nicht nur Worte ge- macht hat. Cornecl beef Einfuhr verboten. Dos Reichsinnenministerium hat die in Frage kom. wenden Stellen angewiesen, vom 1. August 1939 ab die Einfuhr von Eorned bees, des sogenannten Büchsenfteisches, nicht mehr zuzulassen. Damit führt der Reichsernährungsminister seine Absicht, die Flcischeinsuhr nach Deutschland völlig zu drosseln, ans einem weiteren Gebiet durch, während gleichzeitig der Fleischverbrauch in Deutschland pro Kops beängstigend zurückgeht. Eine VierielmiNiarde für Reichsbahn. Im gestrigen„Reichsanzeiger" wurde mitgeteilt, daß die preu- ßische Regierung(als aufsichtssührendes Land) der Deutschen Reichs- bahn-Gesellschaft die Genehmigung zur Ausgabe von Schatz- anweifungen im Betrage bis zu 250 Millionen Mark erteilt hat. Es handelt sich dabei offenbar um eine vorforz- liche Maßnahme der Reichsbahn zur Kapitalbeschaffung, möglicherweise zur Finanzierung von notwendigen Anlageerweiterungen bzw. von Sonderaufträgen, wie sie ja auch die Reichsbahn zur Be- lebung der Konjunktur geben soll. In der kommenden Woche soll mit den Banken darüber verhandelt werden, welche Beträge aus dem Markte unterzubringen sind und zu welchen Bedingtingen die Schatz- limveisimgen ausgegeben werden sollen. Man spricht von einer fünfjährige» Laufzeit und einer sechsprozenti- gen Verzinsung, nent aber noch keinen Kurs. Jedenfalls wird auch diese Maßnahme der Reichsbahn-Gcsellschaft, die aus dem deutschen Kapitalmarkt ein bedeutender Erfolg sein kann, die Vor. au�etzungen der Loujunlturbclebung etwa» verbessern. Siemens macht Schule.lis Entlaffungen werden auch in anderen Betrieben erwogen. Dem Borstoß der Nordwestlichen gegen die Angestelltengehälter folgte der Borstoß des mit ihnen in der Bereinigung Deutscher Arbeitgeberverbände auch organisatorisch verbundenen Berbandes Berliner Metallindustriellen. Sugenbergs IU. als Sprachrohr der Unternehmerserbände be richtet zu dem Vorstoß des Herrn von Siemens: „ Der geplante Angestelltenabbau im Ausmaß von etwa 10 Prozent in der Berliner Metallindustrie beschränkt sich nicht allein auf die Siemens- Betriebe, sondern wird auch bei anderen Betrieben erwogen. Die Berhandlungen, die der Verband Berliner Metall. industrieller mit den Angestelltenorganisationen geführt hat, find gescheitert, weil die Angestelltenverbände eine Reihe von Forderungen stellten, die von den Arbeitgebern nicht bewilligt werden fonnten. Die Angestellten forderten insbesondere ein völliges Kündigungsverbot während der Laufzeit des neuen Abkommens. Ferner verlangten fie, daß die Entscheidung über Kurzarbeit dem Betriebsrat überlaffen bleiben soll. Zugleich konnten die Arbeitgeber auch die Forde= rung des absoluten Ueberstundenverbots nicht bewilligen. Nachdem die Algemeinverhandlungen gescheitert waren, murden sie bekanntlich in die einzelnen Betriebe gelegt und führten teilweise zu einer Einigung. Auch bei Siemens zeigte sich im Angestelltenrat zunächst eine gewisse Bereitwilligkeit, auf die Borschläge der Berwaltung einzugehen. Erst nach Zuziehung der Gewerkschaften verhielt sich der Angestelltenrat ablehnend. Daher schritt die Berwaltung zur Anfündigung eines Abbaus von 10 Prozent bei der Angestelltenschaft. Bon zuständiger Stelle wird mitgeteilt, daß das Reichs arbeitsministerium zur Lage noch teine Stellung genommen habe. Die Angestelltenverbände haben vor einigen Tagen dem Reichsarbeitsminister vorgetragen, daß in der Berliner Metallindustrie die Absicht bestehe, entgegen den ausgesprochenen Willen der tarifbeteiligten Angestelltenverbände die Arbeitszeit und entsprechend das Monatsgehalt der Angestellten herabzuseßen. Der Reichsarbeitsminister hat daraufhin die Vertreter der BerTiner Metallindustriellen gehört. Diefe erklärten, eine Bertürzung der Arbeitszeit und der Gehälter tomme nicht mehr in Frage, nach dem die Angestelltenverbände den als Entgegenkommen gedachten Borschlag des Berbandes Berliner Metallindustrieller abgelehnt hätten; fie würden nunmehr die ihnen in den einzelnen Betrieben erforderlich erscheinende Sentung der Produktionstosten auf dem Wege der EntIaffung von Angestellten vornehmen. Nach dieser Erklärung war für ein Eingreifen des Reichsarbeitsministers teine Möglichkeit." Zu dieser einseitigen Darstellung des Verbandes der Berliner Metallindustriellen sei zunächst festgestellt, daß die Angeftelten über. haupt nichts gefordert haben. Neuer Zusammenschluß. Die Kupferschmiede entscheiden durch Urabstimmung. Seit 1% Jahren werden zwischen dem Deutschen Metallarbeiter verband und den Verbänden der Maschinisten und Heizer sowie der Kupferschmiede Berhandlungen geführt, die die Bereinigung aller drei Berbände zu einer Einheitsorganisation zum Stele haben. Mit dem Verband der Heizer und Maschiniften ist noch teine völlige Berständigung erzielt worden, weshalb die Berhondlungen noch fortgeführt werden. 3wischen dem Verband der Kupferschmiede und dem Metallarbeiterverband sind jedoch Richtlinien ver einbart worden, die gelten sollen, wenn sie von dem Berliner Ver bandstag der Metallarbeiter im Auguft und in einer Urabstimmung der Kupferschmiede angenommen werden. Nach diesen im Verbandsorgan der Kupferschmiede veröffentlichten Richtlinien soll der Zusammenschluß am 1. Januar 1931 erfolgen. Den Mitgliedern des Verbandes der Kupferschmiede wird ihre Mitgliedschaft im Metallarbeiterverband voll angerechnet. Auch in den Unterstützungseinrichtungen werden die Kupferschmiede den Metallarbeitern gleichgestellt. Für etwaige Grenzfälle sind beson dere llebergangsvorschriften vorgesehen. Der Zentralvorstand des Berbandes der Kupferschmiede hat am 10. Juli eingehend zu den Richtlinien Stellung genommen und ihnen zugestimmt. In dieser Sigung wurde ausdrücklich fest geftellt, daß allen Sonderwünschen hinsichtlich der Invalidenunter stützung, der Branchenbildung, der fünftigen Behandlung der Tarif verträge usa. meitgehend Rechnung getragen worden ist. Die Annahme der Richtlinien würde also tein Absterben der Berufsorganifation der Kupferschmiede bedeuten, sondern ihr Aufleben im DeutDer BBMJ. war es, der trotz des Tarifvertrags den Angestellten ben als Entgegentommen"(!) gedachten Vorschlag" machte, sich einen Gehaltsabbau bis zu 20 Prozent " gefallen zu laffent. Dafür sollte eine entsprechende Berkürzung der Arbeitszeit eintreten. Gleichzeitig mit diesem entgegenkommenden Borschlag wurden die Angestellten unter Drud gefeht durch die Androhung von Entlaffungen Die Angestellten waren bereit, auf das Entgegenkommen eines Gehaltsabbaues einzugehen. Allein bei der bekannten Loyalität des Unternehmertums in Geldfragen und der Betriebsamkeit und Aus fich bei diesem„ Borschlag vor weiteren Nachteilen halbwegs zu legungstünfte ihrer Syndizis, waren die Angestellten gezwungen, fichern. Deshalb und nun erst forderten sie, daß einmal nicht trotz der Gehaltstürzung weitere Kündigungen und Entlassungen während der Zeit dieser von ihnen als vorübergehend aufgefaßten Notmaßnahmen" erfolgen und teine Ueberstunden von ihnen gefördert werden sollen. Das Mißtrauen der Angestellten, daß man von ihnen in verkürzter Arbeitszeit das gleiche Penfum fordern wird, ist nicht so unberechtigt. Herr Oppenheimer hat dies ausdrücklich, sozusagen als selbstverständlich gefordert. ftellten als notwendig und unvermeiblich erklären, angeblich um Wenn die Unternehmer eine perfürzte Arbeitszeit der AngeEntlassungen zu verhüten, weshalb wollen sie denn den Angestellten nicht die Zusage machen, daß fie bis zum April teine Angestellten tündigen? Wenn sie eine türzere Arbeitszeit der Angestellten für durchführbar halten, weshalb mollen sie sich das Recht vorbehalten, jederzeit leber stunden zu diftieren. Die sehr gut organisierten Herren, die die einzelnen Betriebe an der Strippe haben und nicht dulden, daß in einem Betrieb ein Pfennig Lohn mehr gezahlt wird, als sie es haben wollen, sie verlegten die Verhandlungen mit ihren" 2ngestellten in die einzelnen Betriebe, wollten also die Gewertjchaften der Angestellten ausschalten. Gewiß, ohne die Gewerkschaften hätten der Angestellten ausschalten. Gewiß, ohne die Gewerkschaften hätten fie mit den Angestellten in den Betrieben leichteres Spiel gehabt. Die Rolle, die in diesem Spiel dem Reichsarbeitsminister zugeteilt wird, ist nicht gerade erhebend. Es wird sich bald erweisen müssen, ob die zuständige Stelle die TU. richtig informiert hat. Nicht als ob wir ohne weiteres baran zweifelten. Allein der Reichsarbeitsminister tennt die Dinge besser als sie der VBMI. für die Deffentlichkeit durch die TU. darstellen läßt. Er weiß, daß die angedrohten Entlassungen nicht notwendig und nur zu dem Zweck ausgesprochen sind, um die Angestellten zu 3 mingen, auf den entgegenkommenden Borschlag der Unternehmer bedingungslos einzugehen. Die Angestellten und mit ihnen die gesamte Arbeitnehmerschaft wird das Berhalten des Reichsarbeitsministers in diesem Falle genau verfolgen und daraus ihre Schlüsse ziehen. Gilf nur noch der Wille der Unternehmer? Gelten Tarifvertrag und Gewerkschaftsrecht nichts mehr? Auf diese Fragen wird der Reichsarbeitsminister in irgendeiner Form Antwort geben müssen. decken. Dagegen müssen sich die Bersicherten gang energisch wehren, zumal von ihrer Seite prattische Vorschläge zur Genüge genannt worden sind. Als Willenstundgebung der Versammelten wurde folgende Entschließung in Borschlag gebracht, die gegen den von der Reichsregierung vorgelegten Entwurf einer Wenderung der Krantenversicherung entschieden protestiert. Der Entwurf läßt die seit Jahren von den in der Krantenversicherung tätigen Versicherten aufgestellten Reformvorschläge zum großen Teile unberücksichtigt. Statt deffen bringt er eine Einfehränkung der Leistungen, insbesondere durch die Arzneitosten beteiligung und die Krantenscheingebühr. Die vornehmste Aufgabe, dem Kranten schnelle Hilfe zu bringen, wird gerade ba, wo sie am nötigsten ist, vereitelt. Krankengeldes und die weitere Beschränkung des Selbstverwaltungs Die geplanten weiteren Berschlechterungen, die Herabfehung des rechts, find unberechtigt und sind geeignet, eine gesunde Weiterentwidlung der Krantenversicherung zu stören. An ihre Spikenorganisationen richten die Versammelten die dringende Bitte, die Reichsregierung aufzufordern, die Umgestaltung des Gesezentwurfs den sozialen Bedürfnissen der Versicherten anzupassen. In der anschließenden Disfuffion murden die Ausführungen des Referenten sowie die Entschließung im allgemeinen anerkannt. Einige Vertreter der„ Opposition" versuchten, in der bekannten Weise ihre von Untenntnis der Materie durchsetzten Bandwurmreben vom Stapel zu laffen und eine Resolution im Liebknecht- haus- Stil verzuschlagen, die jedoch nur eine Unterstützung von ganzen 13 Stimmen fand. Die vorstehende Entschließung wurde gegen eine geringe Minderheit angenommen. Gegen den Tonfilm. Artisten und Musiker wehren sich. Die Internationale Artiſtenloge und der Deutsche Musiker Berband wenden sich in einem Flugblatt an die werftätige Bevölkerung. Darin sagen sie: ,, Das Kino soll eine Volksunterhaltungsstätte sein! Das Kino soll euch nach des Tages Laft erfreue und entspannen! Das Kino foll euch gute Mufit bieten! Das Kino soll euch Leistungen guter Artisten zeigen! Sehet hin! Was bietet das Kino? Es bietet Ionfilme! Ift das eine dem Bolte wirklich dienende Unterhaltung? Nein! Ist das wirklich erbauende Freude? Nein! Ist das Entspannung? Nein! ? etrachte nichts Der Tonfilm brachte nichts anderes als eine Maffenarbeitslosigkeit von Artisten und Musikern! Denkt daran! Kämpft mit ihnen gegen das Elektro- Kapital! Meidet den Tonfilmfitsch! Besucht nur Kinos, in denen Fordert lebendiges Orchester! Fordert Bühnenschau! Wo Artisten beschäftigt werben. musifer und tein Kino mit Musikern oder Bühnenschau: Besucht die Barietés!" Der Lederarbeiterverband 1929. Eine schwere Belaffungsprobe gut überstanden. Der Deutsche Leberarbeiterverband war im vergangenen Jahre einer so schweren Belastungsprobe ausgefeßt, daß er befürchten mußte, das schwarze Krisenjahr 1929 nicht ohne große finanzielle und Mitgliederverluste zu überstehen. Das Gefüge der Organisation hat sich aber erfreulicherweise als so start erwiesen, daß es auch dieser Belastungsprobe standhalten fonnte. Die Arbeitslosigkeit ber Lederarbeiter stieg im vorigen Jahre, wie aus dem foeben veröffentlichten Jahrbuch 1929 des Verbandes hervorgeht, gegenüber 1928 geradezu fatastrophal. Während 1928 im Jahresdurchschnitt 2,04 Broz. der Verbandsmitglieder arbeitslos waren und 17,6 Proz vertürzt arbeiteten, mußten 1929 durchschnittlich 13,4 Proz. der Mitglieder unfreiwillig feiern und 18,3 Proz. verfürzt arbeiten. tie Organisation sehr schwer war, auf lohn und tarifpolitischem Daß es angesichts einer jo ungünstigen Arbeitsmartilage für Gebiet erfolgreich tätig zu sein, ist mir zu begreiflich. Es wurden 89 2ohnbewegungen geführt( 1928: 117), wovon vier Streifs. Beteiligt waren daran 51 566 Personen. Von den 85 Bewegungen ohne Arbeitseinstellung hatten 12 einen vollen, 56 einen teilweisen Personen von 25 021 Mart pro Woche und für 1713 Personen die und 17 feinen Erfolg. Erzielt wurde eine Lohnerhöhung für 21 148 Abwehr von 6996 Mart Lohnabbau je Woche. Daneben wurde noch für 5865 Personen eine bessere Regelung der Ueberstundenbezahlung sowie sonstige Verbesserungen erwirkt. Durch die geringe Bahl von Streits erklärt sich auch die unwesentliche Ausgabe von 12 239 Mart für Kampfzwede. In der Mitgliederstatistik und dem Rassenbericht spiegelt sich gleichfalls die Krise aus dem Arbeitsmarkt der Lederindustrie deutlich wider. 1784 Mitglieder gingen der Organisation verloren. so daß sie am Schluß des Berichtsjahres 35 756 Mitglieder zählte. Ganz beträchtlich sind die Ausgaben für soziale Unterstügungszwecke gestiegen. Allein die Ausgaben für Ermerbslosenunterstützung find von 3001 Mart im Jahre 1928 auf 554 000 mart im Jahre 1929 gestiegen. Von der finanziellen Solidarität der Organisation legt die Tat sein Kassenbestand im Laufe des Berichtsjahres noch um 168 963 M. fache Zeugnis ab, daß trop der großen Ausgaben des Verbandes auf 479 850 m. gestiegen ist. Zusammenfassend darf alſo gefagt werden, daß auch der Deutsche Leberarbeiterverband im Jahre 1929 fich als eine allen Stürmen trogenden Organisation erwiesen hat. Lohnabbau durch Tariffchiebung. Die Leipziger Metallindustriellen provozieren. Die Metallindustriellen hatten den Metallarbeiterverband zu neuen Berhandlungen eingeladen, die jedoch völlig ergebnistos pertiefen, da die Metallindustriellen sich auf die Schlichtungsbehörden verlassen. Die Leipziger Herren fordern die Einbeziehung Leipzigs in den sogenannten Sachfentarif. Der neue um 10 Big. und für 2 eipzig, den Mittellohn eingefeßt, eine solche Spigentariflohn für Facharbeiter soll 76 Pfennig die Stunde betragen. Das bedeutet für Sachsen eine Lohntürzung von 20 Pfg. die Stunde. Der Facharbeiter der Leipziger Metallindustrie, der eine vier.. jährige Cehrzeit zurücklegen und dann noch fünf Jahre als Gehilje tätig jein muß, um den Spihenlohn zu erreichen, hätte dann bei 48 stündiger Arbeitszeit Anspruch auf einen Bruffolohn von 36,48 Mart wöchentlich. Der ungelernte Arbeiter über 23 Jahre, dessen Tätigkeit wie das der Beruf mit sich bringt, schwer und schmußig ist, würde bei voller Arbeitsleistung 31 Mark Lohn in der Woche erhalten. Der Metallarbeiterverband hält daran feft, daß das seit 12 Jahren bestehende Tarifgebiet Leipzig erhalten bleibt. Seine wesentliche Forderungen lauten: ,, Erhöhung der Löhne ob Tarif. oder Leistungslohn, um 10 Pig. die Stunde, Erhöhung der Affordpreise um 10 Prozent., Die Lehrlingslöhne jollen eine entsprechende Steigerung erfahren, Da die Metallindustriellen darauf bestehee, daß gleichzeitig über Sachsen und Leipzig verhandelt wird, was die Vertreter der Metallnicht gekommen. Ichen Metallarbeiterverband, da alle Garantien gegeben find für die Arbeitermangel in der Landwirtschaft? arbeiter entschieden ablehnen, ist es zu weiteren Verhandlungen noch Weiterführung des Eigenlebens der Organisation der Kupferschmiede. Der Zentralvorstand des Verbandes hat daher eine Ur. abstimmung für die Zeit vom 4. bis 11. Oktober angefeht und mit dem Deutschen Metallarbeiterverband zu entscheiden. Eine Probe aufs Exempel. fordert die Mitglieder auf, sich für den Zusammenschluß Wochen verstieg sich der deutschnationale Kreistagsabgeordnete, In einer Sigung des Kreistages Schlüchtern vor einigen Landbundführer und Gutsbefizer Wegmann zu folgender Be merkung: Die Erwerbslosen in den Städten gehen lieber Pferde stehlen, als daß fie beim Bauern Landarbeit verrichten." Protest der Versichertenvertreter. Gegen Abbau der Krankenversicherung. Die Bersichertenvertreter im Betriebstrantentassenverband BerHin und Rachbarorte hielten am 22. Juli in den Musikerfälen, Kaiser Wilhelm- Straße, gegen den von der Brüning- Regierung beabsichtigten Abbau der Krankenversicherung eine start besuchte Protestversammlung ab. Müller als Domann der Versicherten eröffnete die Bersammlung mit dem Hinweis, daß der bevorstehende Abbau der Sozialversicherung im allgemeinen und der Krantenversicherung im besonderen den schärfsten Widerstand aller Versicherten herausfordere. 3ippel vom Ortsausschuß des ADGB. verstand es in seinem Referat, in treffenden Ausführungen den Ernst der gegenwärtigen Situation zu schildern. Die historische Entwicklung ber bisherigen Beratungen über eine notwendige Reform der Krankenversicherung ist durch den Gesetzentwurf der Regierung ins Gegenteil verkehrt worden. Statt Auf- und Ausbau fordere die Regierung einen Abbau auf der ganzen Linie. Die Krankenversicherung soll mit herangezogen werden, um das Defizit im Reichshaushalt gu Diese Bemerkung gab einem sozialdemokratischen Mitglied des Wohlfahrtsausschuffes Hanou a. M. Veranlassung, an die Berwaltung des Wohlfahrtsausschusses die Anfrage zu richten, ob unter folche feien, die in Landarbeit vermittelt werden könnten und auch den Hunderten von wohlfahrtsunterstüßten Erwerbslofen nicht auch bereit feien, folche Arbeit anzunehmen. glied den Antrag, die Verwaltung folle fid) mit einem Schreiben Als diese Frage bejaht wurde, stellte das betreffende Mit an die Kreisorganisationen der Bauernschaft in den drei Kreisen Hanau, Gelnhausen und Schlüchtern wenden und ihnen die Vermittlung von städtischen Erwerbslosen für Arbeiten in der Landwirtschaft anbieten. Das Schreiben ist Dann auch abgegangen mit dem Resultat, daß fämtliche drei Bedarf an Arbeitskräften nicht bestehe. Auch die Kreisorganisation Kreisorganisationen des Landbundes mitteilten, daß ein Schlüchtern, deren Borstandsmitglied Herr Wegmann ist, hat feinen Bedarf. Hoffentlich unterbleibt nun das Gerede von dem Arbeitermangel in der Landwirtschaft. Jedenfalls fann es nicht ernst ge nommen werden. Derart anspruchslose, billige und„ willige" Arbeitskräfte, wie die Herren sie haben wollen, tann ihnen freilich nur das Ausland aus seinen rückständigsten Bezirken liefern, Die Friseurinnung in Caftrop- Raugel bei Dortmund beschloß, haben. Die Inmung würde ihrem Gewerbe mehr nügen, wenn sie feine Lehrlinge mehr einzustellen, die eine weltliche Schule besucht überhaupt keine Lehrlinge mehr beschäftigte. Erstens gibt es im Friseurgewerbe Lehrlinge übergemug, im übrigen aber steht die Kunst der Lehrlingsausbildung bei dieser Inming faum auf gleicher Höhe mie ihre Abneigung gegen die weltliche Schule. Achtung, SPD.- Eisenbahner! Am Mittwoch, dem 30. Juli, 19 Uhr, Bersammlung aller Parteigenossen in Schintels Festfalen, Brüden. ftraße 2( Barterrefaal). Bürgerblod und Eisenbahner." Referent: Genoffe 2. Breunig. Stellungnahme zur Reichstagswahl. Erscheinen aller Genossen ist erforderlich. Der Frattionsvorstand. haus, Freie Gewerffchafts- Jugend Berlin Morgen, Montag, Zusammenkunft aller Teilnehmer an der Fahrt mit der schwimmenden Jugendherberge Sachsen" nach Wehlen um 19% Uhr im Sigungssaal des Buchbinderverbandes, im Gewerkschafts Engelufer 24-25, Sof links, Aufgang C. Jugendgruppe des Zentralverbandes der Angestellten Morgen, Montag, find folgende Beranstaltungen: Bedding: JugendJugendheim( Rathaus). Heute wird's luftig." heim Turiner Ede Ecestraße. Musik und Gesang. Veik: Stäbt. Urban: Jugendheim Flughafenftr. 68. Spielabend( Brettspiele mitbringen). Tempelhof: Jugendheim der Geile Germaniaftr. 4-6 Girgang Gunstraße. Arbeitsgemeinschaft:„ Das Deutsche Referent: Spiel und Sport: Ab 18 Uhr auf dem Dominicus- Spielplatz( Schöneberg). Die Doggen von Heinersdorf. Sie halfen ihrem Herrn vehrlose Frauen überfallen. Im April dieses Jahres gegen 12 Uhr nachts wurde in der Nähe von H e i n e r s d o r s ein junges Mädchen von einem Mann, der sich in Begleitung von zwei Doggen befand, angesprochen. Die Unterhaltung verlies in freundlichzn Formen— bis der Herr in recht aufonnglicher Weise einen Kuß forderte. Als er sie zu umarmen versuchte und sie ihn von sich stieß, sprang ihr eine der Doggen an den Rücken. Der Mann ließ von dem jungen Mädchen od und ging seines Weges. Zur selben Zeit befand sich die Earderobenfrau I.— wie gewöhnlich gegen 12 Uhr nachts— auf dem Heimweg nach Heiners» d o r f. Nicht ganz gewöhnlich war es, daß sie einem Herrn mit zwei Doggen begegnete. Sie sagt« sich, der Mann würde wohl seine Hunde spazieren führen. Sie hatte seine Absichten aber tüch- tig verkannt. Als er in ihrer Näl)e war, versperrte er ihr den Weg in nicht m,ßzuverstehender Weise und legte sein« Hand auf ihre Schulter. Sie bat ihn, sie weitergehen zu lassen, sie habe zuhause einen kranken Mann liegen. Er ließ nicht locker, sie versuchte«ine Abwehrbewegung, im nächsten Augenblick saß ihr bereits eine der beiden Doggen auf dem Rücken. Sie fiel hin, flehte immer noch um Schonung, der Mann mahnte sie immer wieder zur Ruhe, dann ichri« er ihr zu, sie möge das Maul halten; sie leistet«, so gut sie konnte, Widerstand! er riß ihr die Kleider vom Leib« und erhob sich schließlich, ohne seine Absicht zu Ende geführt zu haben. Eine Dogge aber hotte die Frau während des Kampses gebissen. Die Garderobinfrau, der das Unerhörte passiert war, forscht« in ganz Heinersdorf, und mit ihr die Polizei, nach einem Manne mit Doggen. Man stieß aus den Hundezüchter N. Er wurde der Frau gegenübergestellt. Sie erkannte ihn wieder an seinem baye« rischen Dialekt. Es konnte kein Irrtum sein. Oder sollte etwa noch ein anderer Bay«r im Besitz von Doggen sein? Auch das junge Mädchen erkannt« den Uebeltäter am Dialekt. N. bestritt, der Täter gewesen zu sein. Es meldeten sich ober noch mehr Zeugen. Der Bayer hatte kurz vor den beiden Attentaten den Wirt des unweit des Tatortes befindlichen Lokals gesragt, ob er nicht irgendwo Frauengesellschost finden könnte. Dieser meinte, in Heineredorf wäre es schwer, er sollte nach Weißensee gehen. Mit einer ähnlichen Frage wandt« er sich an den Chauffeur, und beide Zeugen erkannten nicht nur ihn. sondern auch seine Doggen wieder. Trotzdem bestritt er. Es half ihm alles nichts: unmöglich, daß«in zweiter Mann mit Doggen ausgerechnet an diesem Abend dem Schankwirt, dem Chauffeur und den beiden Mädchen begegnet wäre. Dielleicht wäre es kriminalistisch ratsam gewesen, den Borfall zu rekonstruieren. Man hätte dann gesehen, ob die Doggen in ähn- licher Situation eine dritte Person, gleich ob Mann oder Frau, an» gefallen hätten. Eine Entschuldigung gab es allerdings für den Angeklagten:«r hatte an dem Ab«nd zuviel getrunken. Die Hemmungen waren vermindert, die Gelüste verstärkt: da» war auch die Ansicht des Sachverständigen, Sanitätsrats Dr. Leppmann. Allerdings ist der Angeklagte in einem ähnlich liegenden Falle be» reits einmal freigesprochen worden. Die Berufungsinstanz ver- urteilte ihn wegen versuchter Notzucht zu einem Jahr einen Monat Gefängnis, unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Er täte gut, nächstens doch nach Weihensee zu gehen— ohne Doggen! �,___ Schwergeprüfles Europa. Die unferirdifchen Mächte drohen. Etwas stiminZ mit unserem Erdball nicht mehr. Seit«inigen Iahren muß nicht nur auf der Crdoberfläch«, sondern auch höher in der Luft und tiefer im Erdinnern Entscheidendes vor sich ge° gangen fein. Es scheinen mertwürdige Prozesse physikalischer, meteorologischer und geologischer Art im Gange zu sein. Man braucht k«in scharfer Beobachter zu fein, um bemerkt zu hoben, daß das Wetter anscheinend nicht mehr den alten Gesetzen unterworfen ist, wie es früher der Fall war. Die Ein- teilung des Jahres in vier Jahreszeiten, in Frühling, Sommer, 5?erbst und Winter, erweist sich oft als unzutreffend. Mancher Hoch- sommer fleht bei uns herbstlich aus, mancher Winter läßt plötzlich an Frühling denken, und im Mai muß man wärmer angezogen gehen als oft Im Dezember. Und in diesem Jahne haben wir es doch erlebt, daß tn den ersten Tagen des Juni also in der Frühlings- zeit, eine hochsommerliche Hitzeperiode«insetzte. Die wissenschoftlichen Kreise haben längst auf die ungewöhnliche Unsicher- heit des Wetter» ihr Augenmerk geworfen, ohne freilich zu einer befriedigenden Erklärung zu gelangen. Es fehlt zwar nicht an Theo» rien, aber keine ist befriedigend. Gegen End« des Krieges hat man oft von der Wirkung der schweren Geschütze auf die atmosphärischen Verhältnisse gesprochen. Diese Wirkung erwies sich aber auch noch jahrlang nach dem Friedensschluß als so nachhaltig, das Wetter blieb so unregelmäßig, daß diese Idee ad acta gelegt werden mußte. Die alte Sonnenfleckenhypothes« wurde nun auf- gefrischt. Diese Hypothese besagt, daß vieles auf der Erde in Ab- bängigkeit von der Zahl der Sonnenflccke steht. Die Sonnenflccke ihrerseits variieren in vierzehnjährigen Perioden. So könnte man z. B. einen regnerischen Soimner durch Entstehen neuer Sonnensleckcn erklären usw. Einige Gelehrte wiesen auf die Ber- breitung der Radiowellcn als Ursache der auffallen» den atmosphärischen Erscheinungen hin. Es läßt sich schwer nochprüfen, was von diesen beiden Möglichkeiten der Wirk- lichteit entspricht. Nur eins steht fest: Es ist unmöglich, die meteorologischen Erscheinungen von den Prozessen abzusondern, die unter der Erdkruste vor sich geljen. Es liegt äußerst nahe, einen inneren Zusammenhang Zwischen diesen zwei, auf den ersten Blick völlig abgesonderten Gebieten zu vermuten. Denn ebenso wie die Meteorologen, werden auch die Geologen vor schwere Ausgaben g«- stellt, die zu lösen sie heut« noch kaum imstande sind. Da» unterirdische Leben hat in den letzten Sohren so an Un- sicherheit zugenommen, weist solche Unregelmäßigkeiten und eine solche Aktivität aus. daß die volksmeirning ebenso wie die ernste Wissenschaft sich längst beunruhigt fühlen. Wir denken dabei in erster Linie an die sich i-nmer mehr häufenden Meldungen von mehr oder minder starken N a t u r k a I a- str o p h c n. die sich vor kurzein noch säst ausschließlich auf außer. europäische Länder konzentrierten, die aber m den letzten Jahren immer öfter Europa oder die an Europa grenzenden Getüete heimsuchen. Man denke nur an die furchtbaren Sturm v er- heerungen und Ueberschwemmungen. denen Süd» f r a n k r« j ch vor gar nicht langer Zelt ausgesetzt war. Man ent- sinne sich der in deutschen Landen unerhörten N a t u r k a t a- strophe im Gottleubetal in Sachsen vor einigen Jahren. Weltuntergangstheorien hatten stets, seit die Menschheit besteht. Anhänger gehabt. Die Zahl der Menschen, die at sie glauben, hat sich in den letzten Jahren recht vergrößert, was Arbeitendes Volk von Berlin! 3a einer Zeit schweren Ringens om die Demokratie und die sozialpolitischen Errungenschaften der Nachkriegszeit ruft die Sozial» demokrakie zu einer großen Kundgebung am Freiing, dem 1. August, pünktlich i&fz Llhr im Lustgarten. Alljährlich scharen sich om l. August die klassenbewußten Pro- leiarier verlin» um die rote Fahne der Sozialdemokratie, um gegen die Kriegstreiber zu protestleren. Die diesjährige Kundgebung für völkerfrieden und VSlkeroerstäudigung steht auch im Zeichen de, Reichslagswahlkampfes. Alle Arbeiter. Angestellten und Beamten werden gebeten, zu erscheinen, um gegen die Diktatur. gelüste der Reichsregierung Vrüning-Trevirann» stammenden Protest zu erheben. Männer Frauen, Jugendliche? Erscheint in Massen! Programm. Arbeiter-vaterlandsKed...... Suchsdorf Gesang der Völker........ Guggenbühler Ansprache: Arthur Erispien. 3ch warte dein......... Uthmaun Die Internationale....... Degayter (Deutscher Arbeiter- Sängerbund.) Sammelplätze: 1'. KreiS Mitte. Arkonaplatz. Abmarsch 18 Uhr. 2. Kreis Tiergarten und 7. Kreis Charlottenburg» Wils Helmufer. Abmarsch 18 Uhr. 8. Kreis Wedding. Brunnenplatz. Abmarsch 18 Uhr. S. Kreit Prenzlauer Berg. Senefelderplatz Ecke Metzer Str. Abmorsch 18 X Uhr. 5. Kreis Friedrichshain. Küstriner Platz. Abmarsch 18K Uhr, 6. Kreis Kreuzberg. Fonianepromenad«. Abmarsch 18 Uhr. 8. Kreis Spandau. Abfahrt vom Bahnhof Spandau-West 18.15 Uhr nach dem Lehrter Bahnhof. Abteilung Staaken fährt 18.08 Uhr, Abteilung Siemens st adt 18.25 Uhr vom Bahnhof Fürstenbrunn. Aufstellung des Zuges: östlicher Teil de» Bahnhossvorplatzes(Absahrtseite des Lehrter Fernbahn- Hofes). Daselbst wollen sich die in Berlin arbeitenden. Mit- gliedcr einfinden. Marsch durch Wilhelmujer und weiter wie 2. und 7. Kreis. 9. KreiS Wilmersdorf. 10. Kreis Jehlendorf. 12, Kreis Steglitz. Hausvogteiplatz. Abmarsch 19 Uhr. II. Kreis Schöneberg. Dönhoffplatz. Abmarsch 19 Uhr. 18. Kreis Tempelhof. Ullsteinhaus. Abmarsch 18>i Uhr. 14. kreis Neukölln. Hohenstaufenplatz. Abmarsch 18 Uhr. 18. Kreis Treptow und 16. Kreis Köpenick. Am Köllnischen Park. Abmarsch 18'A Uhr. 17. Kreis Lichtenberg. Wismarplatz. Abmarsch 1714 Uhr. 18. KreiS Weißensee. Berliner Allee Ecke Lehderstraße. Abs marsch 18 Uhr. IS. Preis Pankow. Breite Str., Marktplatz. Abmarsch 1714 Uhr. 20. Kreis Reinickendorf. Seebad, Reinickendors-Ost. Abmarsch 1714 Uhr. Bezirks- Parteitag! Auf Beschluß des Bezirksvorstandes findet am Sonnabend, den 16. August 1930, 19 Uhr, im Plenarsaal des Preußischen Staatsrats, Leipziger Straße 3, ein Außerordentlicher Bezirks- Parteitag statt- Tagesordnung; 1. Referat über:„Demokratie oder Diktatur tu(Referent wird noch bekanntgegeben.)— 2. Auasprache. 3. Aufstellung der Kandidaten für den Wahlkreis 2 Berlin, Wahlkreis 3. Potsdam II(Teltow-Beeskow), Wahlkreis 4, Potsdam I(Niederbarnim). sicherlich in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Krieg und der schweren Nachkriegszeit steht. Aber nicht nur politische Ereignisse und menschliche Taten verschiede- ner Art scheinen diese Stimmung zu begünstigen, sondern auch die Natur selbst. Am wenigsten beruhigend können aber Deutungen der Naturkatastrophen wirken, die von gelehrter Seite unternommen wurden. Zwei groß« Katastrophentheorien sind jetzt im Umlauf, die leider auf einen festeren Baden zu stehen scheinen, al» die Theorien, der.Meteorologen. Mar einigen Jahren hat das Auftreten einiger französischer Geologen allgemein«? Aussehen erregt, die«ine länger« Forschungsreise auf den Weltmeeren unter- nommen haben. Durch Beobachtung und Messung des Meeres- Hodens find die Franzchen zu dem Ergebnis gekommen, daß Europa einer riesigen Erd- und Meereskatastrophe entgegensehe, deren Herd im Atlantik liegt. England, West- und Nord- s r a n t r e i ch sowie die gesamte Nord- und O st» s« c k ü st e wur- den dabei als die gesährlichsten Zonen für die nächste Zukunft ange- sehen. Den französischen Geologen kamen russisch« Kollegen zu Hilfe. Die russischen Geologen gehen von den Beobachtungen aus, die sie in Japan, in der Ma n d s ch u r« i, in den sibirischen Gebirgen, in der Krim und in der Ukraine machen konnten. Diese Beobachtungen scheinen den Schluß glaubhaft zu machen, daß vom Pazifik und Japan aus eine riesige Erdbebenwelle über den euro-asialischen kontinent führt und daß diese Welle sich immer mehr und mehr gegen Westen oerbreitet. Auf eine Reihe von Tatsachen sich stützend, führen die Russen aus, daß Europa unter die Wirkung tiefgreifender tekto- nischer Borgänge geraten ist und daß in der Nähe der afp!» nischen Gebirgsspalt«, die sich bekanntlich von den Pyrenäen über ganz Europa zieht und mit den Apenninen und Karpathni ein ein- heitlichcs System bildet, das weiter nach der Krim und dem Kaukasus führt,«ine Reihe von schweren Katastrophen zu erwarten sei. Auch diese Theorie wird fast täglich durch immer neu« Totsachen gestützt und bekräftigt. Unser schwergeprüftes Europa scheint also, wenn man diesen Theorien Glauben schenken will, Gefahren entgegenzuwachsen, die durch menschliche Kraft nicht oermieden werden können. Es bleibt also nur übrig, zu hoffen, daß sich die Wissenschaft irrt, wie es sich manchmal schon gezeigt hat. Vielleicht ist es auch diesmal der Fall. Dr. T. Aeues Volksmuseum in Frankfurt a.M. Ständige Ausstellung für Arbeitsschutz. Neben dem Deutschen Arbeitsschutz-Museum des Reichsarbeits- nnmfteriums in Berlin und dem Sozialen Landesmuseum in München wird Deutschland demnächst ein weiteres derartiges Museum, die„Ständige Ausstellung für Arbeits» schütz", in Frankfurt a. M. erhalten. Die Deutsch« G«» sellschaft für Gewerbehygiene, deren Reichs-Geschäfts» stelle sich in Frankfurt a. M. befindet, wird zu diesem Zweck ihr« A r b e i t e r s ch u tz- S a ni m l u n g, die die mit dem Beruf oer» bundenen gesundheitlichen Gcsahren und deren Verhütung veran- schaulicht, in erheblichem Umfang ausgestalten. Di« Ausstellung, die etwa 600 Quadratmeter des Erdgeschosses im Haus Offen- dach einnimmt und voraussichtlich im kommenden Frühjahr er- öffnet wird, zerfällt in zwei Gruppen: der erst« Teil behandelt die allgemeinen Grundsätze der Arbeitshygiene, der Gewerbehygien« und der Unfallverhütung; der spezielle Teil Ist g.:werbehygienisch«n und unfalltechnischen Fragen der einzelnen Industrien, hauptsäch- lich der chemischen Industrie, gewidmet. Der Aufbau der Ausstellung, deren Besuch unentgeltlich sein wird, erfolgt nach modernen M-choden, unter Auswertung der auf der Internationalen Hygieneausstellung in Dresden gemachten Erfahrungen. Dort hat die Gesellschaft die arbeits- und gewerbe» hyygienifche Gruppe neu geschossen, die als Wanderause stellung für die mittleren Städte erhalten bleiben wird. Nückgang im Berliner Fremdenverkehr. Die Zahl der In der Reichshauptstadt währendder ersten sechs Monat« dieses Jahres gezählten Fremden weist nach der Berliner Fremdenoerkehrsstatistik mit insgesamt 761849 Personen gegenüber 788 891 im ersten Halbjahr 1929 einen Rückgang um 26 842 Personen oder 3,4 Prozent aus, dessen Ursach« in erster Linie in der geringer werdenden Zahl der Besucher aus Deutschland selbst liegen dürste. Der Auslandsfremden- verkehr ist im Steigen begriffen und mit insgesamt 116 566 Ausländern aus allen Teilen der Welt im ersten Halbjahr 1930 um rund 3100 Personen stärker als tn der gleichen Zeit des Bor- jahres. Gewinn durch Nachnahme erbeten. Der Anbeiter-Radio-Bund Deutschlands e. L. schreibt uns: In der letzten Zeit mehren sich die Fälle, in denen Firmen mir hochklingenden Namen Preisausschreiben veröffentlichen. Diese Preisausschreiben sind fast immer so leicht zu lösen, daß eine große Anzahl richtiger Lösungen eingeht. Der Preis für die richtige Lösung ist so st immer«in Radioapparat, der gegen eine verhältnismäßig hohe Berpackungs- und Portogebühr.� die voreinzusenden ist, verschickt wird. Wenngleich die Apparate in den meisten Fällen dem Werte entsprechen, ist es doch bedenklich. das Geld voreinzusenden. Erfahrungen mit ähnlichen Firmen haben hier trübe Ergebnisse gezeitigt. Es ist deshalb unbedingt ratsam, als Preisträger die betreffende Firma zu bitten, den Gewinn per Nachnahme zu übersenden. Weigert sich die Firma, diesem Wunsche nachzukommen, so ist sicher, daß das Geschäftsgebaren dieser Firma nicht einwandfrei ist. Metall eff stellen auch bis 12 MONATS RATEN Raddatz Berlin Leipzigerstr. 122-123 Deutscher Metallarbeiter- Verband Achtung, Rohrleger! Donnerstag, den 31. Juli, abends 7 Uhr, im Gewertschaftshans, Engelufer 24/25( Großer Saal) Versammlung der Rohrleger und Helfer Tagesordnung: Berichterstattung und Beschlagfaffung über unseren Tarif. Jeder Rollege muß zu dieser Berfamm Lung erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt . Achtung, Bauklempner! Donnerstag, den 31. Juli, abends 7 Uhr, in den AndreasFestfälen, Andreasstraße 21 Versammlung aller Bau-, Gas- u. Wasserklempner Tagesordnung: Berichterstattung und Belchinhfaffung über unseren Tarif. Jeder Kollege muß zu dieser Berfomm Jung erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch ein Zutritt. Die Bertrauensleute treffen fich eine Stunde früher im Lotal. Spielplan unserer Kulturabteilung. In der Woche vom 4. bis 10. August: 1. Frühlingserwachen. 2. Technischer Film. 3. Humoreste. In der Woche vom 11. bis 17. ngut: 1. Die Berbannten. 2. Technischer Film. 3. Humoreste. In der Woche vom 18. bis 24. Auguft: 1. Filmftadt Hollywood. 2. Technischer Film. 3. Humoreste. In der Woche vom 25. bis 31. Augufl: . 1. Die weiße Hölle von Piz Bala. 2. Technischer Film.. 3. Humoreste. Anfragen wegen Ueberlaffung und Be such der Abteilung find telephonisch oder schriftlich an die Kulturabteilung ( Büro Linienftr. 83/85, 8immer 20) zu richten. Bekanntmachung. Am Freitag, dem 1. August 1930 werden im Wege der 8wangsvollstreckung öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert: 10 Uhr, Berlin NW 21 Bundesratufer 13 Schlafzimmer, Speisezimmer, Wohnzimmer, Küche und andere Simmer und Büromöbel, Bilder, Beleuchtungskörper, Raffee-, Tee-, Eßservice und anderes Borzellan, Teppiche und Läufer, Bücher, Wäsche und Bekleidungsstüde, Schmucksachen, I Schreibmaschine. Bollstreckungsstelle des Finanzamts Hansa. instisone Gnu no 3 25is a slo Lastial Reste- Tage! ( Oud pa Montag Dienstag Mithloch DAS WAHR ZEICHEN FÜR Z BILLIGGUT Enorm phy billige Reste abschnitte Kleiderstoffen, Baumwollstoffen, she9-2 Seidenstoffen, Gardinenstoffen, Spitzen, usw. HERMANN TIETZ Das Warenhaus Berlins in allen Stadtteilen! 264 Tiermarkt Ententüten! 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Bimmer räder, phon: Wedding 8940. Nr. 347 47. Jahrgang 3. Beilage des Vorwärts Gonntag, 27. Juli 1930 Die Julirevolution 1830- 27. bis 29. Juli 1930 Als nach Leipzig and Waterloo die Bourbonen ,, im Troß der verbündeten Heere" nach Frankreich zurückkehrten, ersetzten sie die dreifarbige durch die weiße Kokarde, entfesselten einen weißen Schrecken fondergleichen und zeigten überhaupt den ehrlichen Willen, das Rad der Entwicklung zum Jahre 1789 zurückzudrehen. Aber das ging nicht. Vielmehr zwangen die einschneidenden sozialen und politischen Wandlungen des letzten Vierteljahrhunderts Lud mig XVIII. zur Anerkennung der„ Charte", der Verfassung von 1814, die nicht nur das Verwaltungssystem Napo leons aufrechterhielt, sondern auch die Gleichheit der Staatsbürger vor dem Gesez verbürgte teinerlei Privilegien und Vorrechte, es seien denn die des Besizes! Ludwig XVIII., der lange in England gelebt hatte, war bereit, sich mit einer Rolle als halb absoluter, halb tonstitutioneller Monarch abzufinden, aber die Royalisten um ihn, königlicher als der König, unfähig, zu begreifen, daß man troß allem neunzehntes Jahrhundert schrieb, suchten fanatisch die be scheidenen Ansätze zu einer Herrschaft der bürgerlichen Klasse wegzumischen und Junker und Jesuiten zu unbeschränkten Herren Frankreichs zu machen. | die Ordonnanzen einen Berfassungsbruch, einen Staatsstreich dar. Aber die Bourgeoisie nahm den Handschuh auf; selbst Chateaubriand, unzufriedener Konservativer und Bourbonist, rief aus: Die Charte ist zerrissen. Damit treten wir in den Naturzustand zurüd; jeder verteidigt sich, wie er tann. Ich, wenn ein Gendarm mich verhaften will, schieße auf ihn." Konnte die Bourgeoisie nur siegen, wenn ihr das Volk die Kastanien aus dem Feuer holte, so waren in den Pariser Massenquartieren die Erinnernugen an 1793 leicht zu wecken; auch die soziale Not schürte bei sinkenden Löhnen und steigenden Preisen die Erbitterung gegen das Regime, doch da sich unter der Restauration alles politische Leben auf eine winzige Minderheit, auf die 88 000 Wahlberechtigten, beschränkte, griff gewöhnlich politische Erregung nicht auf die Straße über. Und Preßfreiheit? Was sagte das Wort einem Volt, das in seiner erdrückenden Mehrheit des Lesens nicht fundig war! Aber diesmal verschaffte sich die Bourgeoisie durch geschickten Zug ihr Kanonenfutter. Nicht nur die großen Zeitungsdruckereien entließen, weil sich die Blätter der Zensur nicht beugen wollten, ihr Personal, sondern auch sechsundzwanzig der bedeutendsten Indu sechzigtausend Arbeiter auf dem Pflaster, die von selbst mit der bewaffneten Macht zusammenstoßen mußten. Am 27. Juli gegen drei Uhr nachmittags fielen in der Nähe des Palais Royal die ersten Schüsse, zwei Stunden später wuchs die erste Barrita de aus dem Boden, in der Dämmerung tauchte die erste blauweißrote Fahne auf. Am folgenden Tag entbrannte der Kampf auf der ganzen Linie. Das Militär, befehligt vom Marschall Marmont, der seit 1814 vielen als ruch loser Berräter an seinem Raiser galt, war zahlenmäßig schwach und innerlich unsicher. Dazu bot das Paris von 1830, Riesenstadt mit 900 000 Einwohnern, aber mit engen, frummen, winkligen Gäßchen statt der breiten Boulevards und Avenuen von heute, dem Bolk das idealste Gelände für eine Straßenschl a cht; ein umgestürzter Karren, ein Küchenschrank und ein paar Matraßen, und die unbezwingliche Barritade war fertig. Auch waren die Jagd flinten, mit denen sich die Aufrührer bewaffneten, den Militärgewehren fast gleichwertig, und Munition gab es überall; Romantit der Insurrektion: auf öffentlichen Plätzen goß man aus Löffeln und Dachrinnen Flintenkugeln. Der aktiven Kämpfer auf der Seite des Boltes zählte man nicht allzuviel, aber da alte napoleonische Offiziere und Studenten der Polytechnischen Schule sie führten, und unterschiedslos die ganze Bevölkerung hinter ihnen stand, zermürbte fich an ihrem heldenhaften Widerstand die Truppe. An diesem zweiten Tag bemächtigte sich die Revolution des Rathauses, der Bank von Frankreich, des Zeughauses und anderer strategischer Buntte und ließ vom Turm der ehrwürdigen Notre Dame eine Riesentrikolore wehen. noch feelenruhig morgens die Messe besuchte und abends seine Partie Während in dem nahen Saint- Cloud am 28. Juli Karl X. Whist spielte, beschien die aufgehende Gonne des 29. Juli nicht weniger als se chstausend Barrikaden in Paris. Und als mittags der alte Fuchs Talleyrand die Nachricht empfing, daß das 5. und das 53. Infanterieregiment zum Volt übergegangen feien, zog er gelassen die Uhr und bedeutete dem Boten: ,, Merken Sie sich, am 29. Juli 1830, zwölf Uhr fünf, hat der ältere 3 weig der Bourbonen aufgehört, in Frankreich zu regieren." So war es, und zum schauerlichen Sinnbild dessen stopfte man einen Toten dieser Kämpfe auf den Thronsessel im erbrochenen Tuileriensaal. Die Kunde der Julirevolution scheuchte ganz Europa auf. Heinrich Heine jubelte auf Norderney: Ich bin ganz Freude und Gesang, gang Schwert und Flamme," und Ludwig Börne, als er fechs Wochen später nach Paris fam, hatte ein Gefühl, als müsse er die Stiefel ausziehen: Wahrlich, nur barfuß sollte man dieses heitlich Gesinnten des Erdteils, und namentlich die deutschen Liberalen und Demokraten feierten die Pariser Juliſchlacht ats ihren Sieg. Allerdings folgte mur schüchternes Knistern im Gebälk des deutschen Bundes, und sogar die Pariser Julikämpfer wurden schnöde um ihren Lohn geprellt. Volksherrschaft? Republik? Nichts da! Die Bantiers, an der Spike Lafitte, nahmen die Sache in die Hand und nötigten den Franzosen Ludwig Philipp von der jüngeren Bourbonenlinie als Bürgertönig", als beste mit ihm, die Julimonarchie", faßte es Karl Mary, war nichts Republit" auf. Die Herrschaft der Großträmer begann als eine Aktiengesellschaft zur Ausbeutung des französischen Nationals reichtums, deren Dividenden sich verteilten unter Minister, Kammern, 240 000 Wähler und ihren Anhang. Gleichwohl drehte die Julirevolution mit mächtigem Schwung das Rad der Entwicklung vorwärts, und auf die Dauer blieben die Folgen nicht aus. Seit 1815, feit Wiener Kongreß und Heiliger Allianz, war Europa im starrsten Legitimismus, Despotismus, Patriarchalismus und Feudalismus hoffnungslos eingefroren. Die Julirevolution brachte den Beginn Diese Ultras" betamen erst recht Oberwaffer, als 1824 striellen schlossen auf Verabredung ihre Betriebe; damit lagen heilige Pflaster betreten". Aehnlich war die Empfindung aller freiKarl X., selber der verstockteste Ultra, seinem Bruder auf dem Thron folgte; seine Lafung:„ Lieber Holz hacen als nach Art des Königs von England regieren!" Daß jezt den Emigranten von einst eine Milliarde Franken als„ Entschädigung“ für ihre Liegenschaften hingeworfen wurde, die die Revolution als Nationalgüter versteigert hatte, daß der Abel in der Armee und den Aemtern die Bürgerlichen an die Wand quetschte, daß das ganze Volt vor den allenthalben errichteten Missionsfreuzen in die Knie sinken mußte, gewahrte die Bourgeoisie mit äußerstem Mißbehagen, aber sobald ihre Wortführer, die Liberalen, in der Kammer neue Size eroberten, schleuderte das Regime ste jedesmal durch eine Verschlechte rung des Wahlrechts zurück, und die Ultras triumphierten desto frecher. Als der zehnte Karl 1829 den Fürsten Polignac, einen gang ausgefochten Ultra, zum Ministerpräsidenten machte, empfand das alle Welt als bewußte Kriegserklärung an die Tendenzen, die sich nun einmal nicht niederhalten ließen. In der Tat schickte der neue Herr im Mai 1830 die zu wenig botmäßige Kammer nach Hause, und als die Neuwahlen der liberalen Opposition erfledlichen Erfolg brachten, antwortete er mit den Verordnungen vom 26. Juli, den sogenannten Ordonnanzen; abermals Kammerauflösung, wiederum Verschlechterung des Wahlgesetzes und Auf hebung der Breßfreiheit. Da nach der Charte über die Breßverhältnisse mur durch ein Gesez, nie durch eine Verfügung entschieden werden konnte, stellten Karel Čapek: Das Attentat Was sollte einer an mir rächen wollen?" Rat Tomfa hatte es fich gerade an dem Abend recht behaglich| nirgends hin, fümmere mich nicht um fremde Angelegenheiten gemacht. Er faß gemütlich bei einer Flasche Wein im Klubsessel und las einen spannenden Kriminalroman als plötzlich draußen zwei Schüsse fielen und von dem Fenster über seinem Kopf Glasscherben niederstürzten. Da tat er dann, was wohl jeder getan hätte. Er wartete einen Augenblick, was weiter geschehen werde, dann dachte er streng nach, was denn eigentlich geschehen sei und erschraf. Er sah nämlich, daß jemand das Fenster durchschossen hatte. Dort, gegenüber, in der Tür, war ein Holzspan abgesprungen, darunter steckte das Geschoß. Der erste Gedanke war, auf die Straße zu laufen und den Kerl mit beiden Der Polizist zuckte die Achseln.„ Das weiß ich nicht, Herr. Aber vielleicht werden Sie sich bis morgen erinnern. jetzt hier nicht fürchten?" Werden Sie sich ,, Ach nein", sprach Tomsa nachdenklich. ,, Merkwürdig", sagte er bedrückt, als er wieder allein war. des Tauwetters! glorieuses", wie sie der Franzose nennt, die drei glorreichen Tage", Und dessen sind noch heute, nach hundert Jahren, les trois ein Unterpfand: so vergletschert ein politischer zu. 3. stand auch sein mag, der Tauwind tommt! Hermann Wendel, innerte fich, wi der Roubal schluckte und die Nägel in die Hände grub. Mein Gott, wie muß ich den Menschen verletzt haben. Ich habe es natürlich gleich zu bemanteln versucht, aber wie sich der Arme dabei in die Lippen biß. Der hat Grund, mich zu hassen", meinte der Rat betrübt. Aber er hat sicher nicht auf mich geschossen, das weiß ich, doch ich tönnte mich gar nicht wundern, wenn Tomfa blickte betroffen zu Boden. ,, Oder lehthin, der Schneider"= erinnerte er sich voll Unbehagen.„, 15 Jahre habe ich bei ihm nähen lassen, und dann wurde mir gesagt, er sei schwer lungenfrant. Man fürchtet sich natürlich, Kleider zu tragen, die ein Schwindsüchtiger gemacht hat; so habe ich aufgehört, bei ihm arbeiten zu lassen. Und lehthin fam er und bat, ich möge ihn doch wieder mit meinem Bera trauen beehren, seine Frau sei trant, die Kinder sollten aufs Land. Herr des Himmels, wie blaß der Mann war und wie er schwitzte. werde mich bemühen, Herr Rat', stotterte er, zitternd vor Angst und Es geht nicht', sagte ich, ich war mit Ihnen nicht zufrieden." Ich Warum, ja warum hat man mich erschießen wollen? Ich bin ja beinahe ein Einsiedler. Ich erledige meine Arbeit im Amt und gehe nach Hause. Ich habe ja eigentlich mit feinem etwas zu schaffen. Warum also will man mich niederschießen? fragte er sich mit wachsen Händen beim Kragen zu pacen; aber wenn man schon bei Jahren der Erbitterung ob dieser Ungerechtigkeit. Allmählich tat er sich selbst Berlegenheit, und beinahe hätte er gemeint. Ich habe ihn natürlich ist und gewisse Würden genießt, versäumt man gewöhnlich den leid. ,, Man racert sich wie ein Pferd, gönnt sich nichts, lebt wie eine ersten Impuls und entschließt sich für den zweiten. Deshalb lief Herr Schnede in ihrem Gehäuse und frach: einer fommt und will einen mit dem gewissen Wir werden schon sehen' fortgeschickt, das die Armen so gut kennen. Der Mensch muß mich hassen, es muß fürchterTomsa zum Telephon und rief die Polizei an:„ Hallo, schicken Sie niederknallen. Mein Gott, welche Bosheit steckt in den Menschen. lich sein, wenn man jemanden ums Leben bittet und so gleichgültig schnell jemand her; foeben wurde auf mich ein Attentat verübt." ,, Wo?" fragte eine verschlafene und gleichgültige Stimme. Wem habe ich etwas zuleide getan? Warum haßt mich jemand so entsetzlich, so wahnsinnig?" Es wird vielleicht ein Irrtum sein", abgefertigt wird." Dem Rat wurde immer schwerer ums Herz. Und peinlich wars ,, Bei mir", regte sich Tomsa auf, als ob die Polizei an allem beruhigte er sich, als er am Bettrand saß und einen ausgezogenen auch", erinnerte er sich ,,, wie ich unlängst unseren Diener im Amt schuld wäre. ,, Ich werde jemanden zu Ihnen schicken", sagte die verschlafene Etimme. Stiefel in der Hand hielt. ,, Gewiß ist es ein Irrtum in der Person. Der Mensch hat mich einfach für jemand anderen gehalten, auf den er es abgesehen hatte! Ja, so wird es sein", sagte er erleichtert. ,, Warum auch sollte mich jemand hassen?" beschimpfte. Ich brüllte ihn an wie einen Buben, vor Leuten noch dazu: Was ist das für eine Ordnung', schrie ich., Sie Idiot, ich sollte Sie hinauswerfen' und dann habe ich den Aft, den ich suchte, in der eigenen Schublade gefunden! Und der Alte hat nicht gemudit, Der Herr Rat tobte vor Ungeduld; ihm dünfte es eine Ewigkeit, tis jemand tam. In Wirklichkeit war schon nach 20 Minuten ein befennener Polizeibeamter bei ihm, der voll Interesse das zerschossene innerte er sich plötzlich etwas verlegen, unlängst habe ich eine recht hat nur gezittert und mit den Augen gezwinkert." " Fenster untersuchte. Sieben- Millimeter- Kaliber", sprach der Mann und bohrte mit dem Messer die Kugel aus der Tür. ,, Schaut aus, als wäre sie aus einer alten Armeepistole. Der Kerl muß auf dem Zaun gestanden haben; hätte er auf dem Fußsteig gestanden, so würde die Rugel höher steden. Das bedeutet, daß er auf Sie gezielt hat." ..Merkwürdig", sagte Herr Tomsa mütend, ich habe beinahe gedacht, daß er mir die Tür treffen wollte." ,, Wer hat es getan?" fragte der Polizist, ohne sich beirren zu laffen. ,, Berzeihen Sie, daß ich Ihnen das nicht sagen lann; ich habe den Herrn nicht gesehen und konnte ihn deshalb nicht nach seinem Namen fragen." Das ist eine schwierige Geschichte", meinte der Polizeibeamte friedlich. Wen haben Sie im Verdacht?" " ,, Verdacht?! Herr, ich habe ja den Kerl nicht gesehen. Und selbst menn er gewartet hätte, bis ich ihm durchs Fenster eine Kußhand zuwerfe, fo hätte ich ihn in der Finsternis nicht erkannt. Wenn ich müßte, wer es mar, so hätte ich Sie nicht herbemüht, meinen Sie nicht auch?" Run ja", meinte der Beamte beschwichtigend, aber vielleicht merden Sie sich an jemanden erinnern, dem Ihr Tod willkommen wäre, oder einen, der sich rächen wollte. Sehen Sie, es war fein Raubversuch, ein Räuber schießt nicht, so lange er nicht schießen muß. Bielleicht haben Sie einen Feind." Tomfa stuzte. Von dieser Seite hatte er die Sache noch nicht betrachbet. ,, Ich habe feine Ahnung", sagte er zögernd und übersah mit cinem Blick sein stilles Leben des Beamten und alten Junggesellen. ,, Wer könnte mich denn so verfolgen? Meiner Seel, ich weiß nicht, baß ich einen einzigen Feind hätte! Rache? Ausgeschlossen. Ich habe nie mit jemanden Streit gehabt. Ich lebe ganz gurüdgezogen, gehe Der Stiefel fiel dem Herrn Rat aus der Hand. ,, Nun ja", erdumme Sache angestellt, ohne es zu wollen. Ich sprach mit Freund Roubal, und da entschlüpfte mir eine ungeschickte Anzüglichkeit. Die ganze Welt weiß, daß seine Frau... Er aber liebt sie wie ein Narr. Und ich, ich Idiot, rede so was Blödes." Der Herr Rat erSucher Thr sucht das Licht und schant, Dort wo der Aether lachend blaut Seit der Erde Anbeginn Dorwärts dorthin! Wir können nicht, so sehr das Herz sich sehnt Und sich zu nie geschauten Fernen dehnt; Wir müssen kämpfend bei den Werkmaschinen stehn, Hier wo die Riemen kreischen, sich die Räder drehn Wir stehn in einem neuen Licht Der Pflicht! Mir müssen, was sic uns gebietet, tun Und können nicht mehr träumend ruhn. Daß wir die Pflicht bestehn, muß ewige Sehnsucht untergehn. Doch wenn dann Stille uns umfängt Und alles Blut zum Herzen drängt, Dann peitscht uns der Derachtung eisige nacht Ein stählern Gitter vor der Sonne Pracht Heiß schreit es auf aus dumpfer Qual: 3erbrich den Stahl! Christoph Wiepreci Tomsa tonnte nicht liegen bleiben; sogar die Dede bedrückte ihn. Er saß auf dem Bettrand, hielt seine Knie umschlungen und starrte in die Nacht. Und ein anderes Gesicht tauchte vor ihm auf. Das blaffe, aufgedunsene des Kollegen Wanfl. ,, Der Arme! Bürovorstand mollte er werden statt meiner; es wärer für ihn ein paar Hunderter jährlich mehr gewesen. Er hat sechs Kinder und ein böses Weib; die ist so furchtbar mager und zänkisch vom ewigen Sparen. Mittags mürgt sie nur eine trockene Semmel hinunter." Tomja versant in Gedanken. Ich habe ihn übersprungen, meil er ein so schwerfälliger Arbeiter ist. Sonderbar muß ihm das fcheinen, daß ich ohne Familie mehr verdiene als er, aber fann ich dafür?" Der Herr Rat rieb sich die Stirn, die vom Angstschweiß feucht mar. ,, Ja, und unlängst, da hat mich ein Kellner um ein paar Kronen betrogen. Ich habe den Wirt gerufen und der hat den Kellner auf der Stelle entlassen. Sie Dieb', hat er geschrien ,, ich werde schon dafür sorgen, daß Sie sobald nicht einen anderen Bosten bekommen." Der Herr Rat tonnte es im Bett nicht mehr aushalten; er fetzte fich wieder in seinen Klubsessel und nahm die Hörer des Radios. Aber das Radio mar stumm, die Nacht war stumm, es waren die ftummen Stunden der Nacht. Und der Herr Rat stützte den Kopf in die Hand und dachte an alle die Menschen, denen er jemals begegnet war, an die seltsamen und kleinen Leute, die er niemals verstand und an die er sonst nie dachte. Am nächsten Morgen ging er zur Polizei. Er war ein wenig bleich und verlegen. ,, Num", fragte ihn der Inspektor, haben Sie Schon einen Verdacht?" Der Herr Rat schüttelte verneinend den Kopf. Denn fagte er unficher: Es gibt nämlich so viele, die es sein könnten, so viele, daß. Er machte eine hilflose Handbewegung. Man reiß gar nicht, mie niel Menschen man verlegt. Lassen wir die Sache ruhen." ( Deutsch von Anna Aurednicet.) SBucker oäer SEeMimgspapi er 1 Ton 3>rivaidosenl 3)r. C. Weygand JCeipsig Von Herrn Owen X. N o u n g haben wir vor kurzem gehört, daß unser Land zwar„keine großen Reserven an den: habe, wao man im allgemeinen als Rohstoffe bezeichnet", daß wir dagegen in hohem Maße über einen Rohstoff verfügen, der in der Weltwirt- schost zu wenig berücksichtigt wurde, nämlich die Fähigkeit zur wissen- schctftlichsn Forschung und das Geschick, sie in der Gülerprodnktion anzuwenden und zu organisieren. Vielleicht ist es nicht jedem, der so und so viel Millionen von Zeitunzslesern ständig gegenwärtig, daß selbst der Rohstoff für ihr Leibblatt, das Holzpopier, zum guten Teil aus ausländischen Hol. zern hergestellt werden inuß. Denn man kann leider nicht aus jedem Holz billiges Papier machen i in unserem Klima sind es überhaupt nur drei Bäume, die schnell genug wachsen: Buche, Kiefer und Fichte, und fast nur die Fichte liefert heute das fraglich« Aus. gangsmaterial. Die Holzfasern der Buch« und der Kiefer sind zu kurz, das Kiefernholz ist außerdem zu harzreich, leider, denn bekanntlich ist die .Kiefer von allen die genügsamst« und daher auch die billigste. Das heißt nun nicht, man könnte aus Buchen- oder Kiefernholz über. Haupt kein Papier herstellen, nötigenfalls würde das schon möglich sein, solange indessen noch Fichtenholz in«msreichender Menge zu hoben fft. wird man sich kaum dazu entschließen. Aber nicht nur die Technik, auch die Forstwirtschaft, die gegenwärtig in einer wenig beneidenswerten Lag« ist, hat dabei ein Wort mitzureden: die Papierfabriken wollen nicht gar zu dicke, astfreie, gerade Fichten» stamm«, der Holzabfall an Knüppeln und Aesten— bekanntlich bei ider Fichte nicht gering— findet kein« Verwendung. Holzabsall läßt sich gerade heute bei uns schwer absetzen, nach dem die Holz. v« r k 0 h lun g sin du stri e, die bis vor wenigen Iahren den technisch wichtigen H o l z g e i st, daneben Aceton und Essigsäure lieferte, durch ein rein chemisches, großtechnisches Derfahren immer mehr verdrängt wird, das mit der Kohle und Master als Ausgangs- Materialien und— als Besserer der Feind des Guten— viel bll- kiger arbeitet. Man kann an diesem Beispiel erkennen, wie in einem verwickel- ten WirtfchastskSrper die Entdeckung neuer, billiger Methoden nicht nur ökonomstch« Fortschritt« mit sich bringt, vorübergehend kommt es auf anderen Gebieten zu Absatzschwierigkeiten, deren LS- sung nicht immer einfach ist. In unserem Fall« gibt es grund- sätzlich zwei Wege: entweder man versucht, auch das Abfollholz noch auf Papier zu verarbeiten, oder wenigstens Pappe daraus zu machen— oder man findet«inen ganz neuen Derwendungs�zweck, für den die äußer« Form des Rahstoffes weniger wichtig ist als seine innere Zusammensetzung. An sich wäre der erste Weg schon gangbar. Aber das Papier aus Abfallholz würde, wie gesagt, sicher teurer und wohl auch schlechter sein als das jetzig«. Man würde sich fragen müssen, ob es dann nicht ebensogut oder schlecht mit dem Kiefernholz ginge, und das hieße wieder: noch mehr Abfall. Die heut« noch billige schwedisch« und polnische Ficht» wäre ständig ein schwer zu ertragen- der Konkurrent, t* sei denn, man legt« hohen Schutzzoll auf die Einfuhr. Auch der zweit« Weg ist in der eigentlichen Praxis noch un- erprobt, wenn auch längst dem Bersuchsstadium entwachsen: mehr als die Hälfte vom Trockengewicht der Holz» besteht aus reiner Zellulose, und Zellulose oder Zell st.o f s läßt sich heute schon fast ohne Verlust auf chemischem Wege in Traubenzucker über- führen. Traubenzucker ist zwar nicht so süß wie Rüben- oder Rohr. zucker, und er soll auch nicht etwa diesen verdrängen, er soll vielmehr als Diehfutter die Kartoffel oder ausländische Futtermittel zum Teil ersetzen helfen. Die Futterkartoffel hat einen großen wirtschaftlichen Fehler: beim Transport schleppt sie nämlich vier Fünftel ihres Ge- wichts an wertlosem Wasser mit, der Traubenzucker dagegen ist ein ideal konzentrierter Nährstoff von höchsten Qualitäten. Nun ist zwar in der Kartoffel ein wenig Eiweiß, im Körnerfutter noch wehr, im Zucker dagegen keins, aber hier greift eine wichtige neu« Erkenntnis der Nahrungsmittel forfchung vermittelnd ein: wir er- innern un», daß man im Krieg gezwungenermaßen da, Weizen- und Roggenmehl sehr weitgehend ausmahlte, so daß die eiweißreiche Kleie mehr oder weniger vollständig mitnecbacken wurde, und man fft zeitweise so weit gogangen, zu fordern, daß ganz allgemein über- Haupt das ganz«— enthülste und geschält«— Getreidekorn zum „Vollkornbrot" verbacken werden sollte. Es fft indessen noch der Ansicht hervorragender Ernährungsphysiologen recht unsicher ge> worden, ob man damit wirklich ökonomisch handeln würde. Es gibt heute schon zwei Verfahren, um aus dem Holz, aus Ab- fällen natürlich, den Traubenzucker zu gewinnen: eine ältere von B» r g i u s, dessen Prinzipien genau bekannt sind, und dos nun in Stettin im großen erprobt werden soll, und ein neueres, das auf dem gleichen chemsschen Prinzip rubende Tornesch- Verfahren, benannt nach der Holsteiner Sprichrennerei gleichen Namens, dessen Einzelheiten noch geheimgehalten werden. Es soll einige nicht un- wesentliche Vorzüge vor dem Bergius-Derfahren besitzen, vor allem deshalb, weil es mit sehr viel weniger Salzsäur« arbeitet, deren Trennung vom Zucker einer der schwierigsten Punkte ist. Scheinbar legt man es beim Tornesch-Verfahren darauf an, den Zucker auf Spiritus weiterzuvevarbesten, weniger darauf, ihn in fester Form zu isolieren, aber auch in diesem Falle geht es um da, gleich« Problem, den Ersatz der Kartoffelstärke durch die Holzzcllulose. Selbst wenn man nun einwendet, daß das jetzt mit Futter- Kartoffeln bestellt« Land nicht ohne weiteres für anspruchsvollere Nährpflanzen verwendet werden könnt«, so daß man dabei nichts eigentlich gewinnen würde, so könnte zunächst der Holzzucker aus Abfallholz doch wenigstens die Einfuhr an Gerste und Mais, auf die wir heute noch angewiesen sind, überflüssig machen— und schließlich könnt« e» auch nicht, schaden, wenn man einen gewiss«» Teil des Kartoffellandes in Woldslächen umwandelte, denn wenn wir auch noch einigermaßen ausgedehnt« Waldgebiete haben, so können wir aus mancherlei Gründen einen Zuwachs wohl ge- brauchen. Für die Holzverzuckerung ist es nun ganz gleichgültig, ob Buche, Kiefer oder Fichte das Ausgangsniateriol liefern, ihr kommt es nur auf die Zellulose als solche an, nicht auf die Läng« der Faser. Ebenso wichtig, aber der Lösung ferner ist«in dritte, und letzte» Holzproblem: Sowohl bei der Papierfabrikation als auch bei der Holzoerzuckerung bleibt nahezu die Hälfte des Gewichts ungenutzt, denn Holz besteht in der Hauptmenge aus zwei Stoffen, der Zellulose und dem sogenannten LIgnin. So leidlich wir mit der erster«» Descheid wissen, so dunkel ist uns noch das Lignin. nicht nur wissenschaftlich, sondern vor allem technisch: es liegt da ein fast einzigartiger Fall vor: denn das rätselhafte Lignin ist«in« so hoch- organisierte Substanz, daß man sicher«ine? Tage, dihintsr kommen wird, was man damit anlangsn könnte, um es nutzbar zumachen— heut« fft es günstigenfalls gerode gut oder schlecht genug als Brennmaterial, wenn«» nämlich nicht überhaupt einfach verloren gegeben«erden muß. Aber die chemische Industrie hat schon einmal vor einem ähn- lichen Problem gestanden, bevor man wußte, was für ein unersetz- liches Düngemitt«! die Kalisalze sind, die man in S t o ß f u r t forträumen mußte, um zum Steinsalz zu kommen, schüttete man sie achtlos auf die Halden, nannte sie Abraumsalze und war ihnen wenig gewogen— heute heißt man sie Edelsalz« und zieht aus ihnen den vielfachen Gewinn. Vorläufig flieht nun in Deutschland noch ein« voll« Million Tonnen Lignin jährlich, etwa ebensoviel wie die gesamt« Zellstoff- Produktion beträgt, mit der sogenannten Sulfitablaug« in die Flüsse und erregt dort wenig Freude bei den F-schen. Wird es anders werden— wir müssen es hoffen und dürfen es auch, die Zellstoff. industrie fft jung und also auch das Ligninproblem. Denn der älteste und heute noch unentbehrliche Werkstoff der Menschheit, das Holz, fft erst seit verhältnismäßig kurzer Zeit«in„Rohstoff" der chemischen Technik. Wenn auch die hübsche Zukunstsvorftellung, daß der Zucker zum Morgenkaffee und die Morgenzeitung dem gleichen Fichtenbaum entstammen, sich nicht im vollen Umfang verwirklichen wird, die moderne Chemie wird da? Problem der Holzmisbeuiung nicht mehr fallen lassen. Die äHeflen 9n!chriHen Die ältesten Inschriften, die überhaupt bisher gefunden worden sind, wurden bei den deutschen Ausgrabungen in Uruk-Warka in Mesopotamien, dem heutigen Königreich Irak, ans Licht gezogen. Darauf messt der Leiter der Expedition, Dr. Julius Jordan, in einem Aussatz der„Umschau" hin, st, dem er dieses wichtige Unternehmen behandelt. Uruk, das biblich« Erech, das von den Griechen Orchoi genannt wurde, war die größte sumerische Stadt, die als Herrschersitz jenes sagenhaften Königs Gilgamesch gast, von dem das berühmte Gilgamesch-Epos handelt. Es war«ine Siedlung mit hoher Zivilisa- tion, mit weiten Märkten, breiten Straßen und großen Tempeln, zu denen feierlich« Prozessionen wallsahrteten. Verehrt wurden hier hanpffächlich die Göttin Jnnin und der Himmelsgott Anu. Bei den Grabungen auf dem 3000 gm ausgedehnten Arbeitsfeld konnten fünf zeitlich weit auseinanderliegend« archaische Perioden festgestellt werden, die einen Einblick in die sumerische Kultur während des vierten und der ersten Hälfte des dritten Jahrtausends gestatten. Während man in der ältesten, der fünften Schicht, die Reste eines monumentalen Tempelbaues aus allersrichester Zeit feststellte, stieß man in der vierten Schicht auf die ersten Inschriften. Dies« ältesten Zeugnisse dieser Art sind noch rein« Bilder auf Tontaseln und geben einfachste Begriffe wieder, die irgendein« Beziehung zum Tempel- kult ausdrücken müssen. Diese Schicht mutz ebenso wie die fünfi« in da, vierte Jahrtausend gesetzt werden, so daß wir also hier Inschriften vor im, habe», die weit über 5000 Jahre alt sind.._ 3)ie Erdbebengürtel der Erde Dos älteste Erdbeben, von dem wir sicher« Kunde haben, hat sich in derselben Gegend ereignet, die jetzt wieder von«iner so furcht. baren Katastrophe heimgesucht wurde. Auch damals war es die Umgegend von Neapel, das Bukkangebiet des Vesim, auf dem sich 79 n. Chr. jenes furchtbare Unglück ereignete, das der ältere Plinius so meisterhast geschildert hat. So hat Süditolien. in der Geschichte der Erdbeben stets«in« tragische Rolle gespielt. Räch den Statistik«» des bekannten Erdbebenforschers Professor Sieberg wird das Apenningebiet stihrlich von 184 Beben ergriffen, die aber glücklicher- weis« in der Hairpttsach« ziemlich unbemerkt vorübergehen und nicht solche grausigen Folgen haben wie die letzte. Wir hören heut so oft von diesen Erschütterungen der Erde, daß sich die Ansicht vcr- breitet hat, d!« Zahl der Beben hob« In den letzten Jahrzehnten zugenommeil. Das ist aber keineswegs der Fall, sondern es sind nur die viel besseren Rcgistriermöglichkeiten, die un» heut« gestatten, auch die kleinsten Erderschütterungen mit unseren Meßinstrumenten aufzuzeichnen. Dadurch wissen wir heut, daß in jeder Stund« ein« ganze Menge Erbbeben passieren: an die 9000 werden jährlich tegPißnk, nnS von tigert stnL Aas S006 ß» slttA Se# ste ßt L» Nachbarschaft des Ursprungs beobachtet werden können: nur ganz wenige sind allerdings so heftig, daß sie Häusereinstürze und Menschenopfer soröern. Wahrend man vor 30 Jahren noch wenig über d!« Verteilung der Erdbeben auf dem Erdball wußte, kann man heute die eigentlichen Erdbebenzonen und-gürtel auf unserem Planeten ganz genau angeben. Das erdbebenreichst« Gebiet ist Chile, und dort besonders das Atacama-Tief, das durchschnittlich 1000 Beben im Jahr und 21 Proz. aller Beben auf der Erde auf- weist. An zweiter Stelle steht Japan mit 431 Beben, die 9 Proz. der Gesamtziffer betragen und von denen 5 Proz. schwerer verlaufen. Dann folgt die ostafrikanische Rifzane mit jährlich 300 Beben, und danach kommen die 2) manschen Alpen mit 194 Beben und das Zlpenningebiet. Auch die Berggegenden von Thrazien und Bulgarien werden häufiger von Erschütterungen henngefucht, haben durchschnittlch 169 Beben im Jahr. Kleinasien und die Ionischen Inseln 145. von denen 3.1 Proz. schwerer sind. Es gibt aber auch Zonen, die von Erdbeben fast völlig verschont werden. Zu diesen glücklichen Ländern gehören Deutschland und England, wo das Auf- treten einer allgemein spürbaren Erschütterung zu den größten Seltenheiten gehört. Sehr deutlich zeichnen sich auf der Erdoberfläche gewiss« Er d- b e b e n g ü r t c l ab, die über die Zonen mit großen Erderhebungen und besonderen Mcerestiefen verteilt sind. Ein solcher Gürtel ozea- nffcher Tiefe begrenzt die beiden Amerika, führt an der asiatischen Küste bis zum Ostindischen Archipel entlang und setzt sich bis nach Neuseeland fort: er umgibt also den Stillen Ozean, das größte Meer, das die Hälfte der Erde bedeckt. In diesen Meerestiefen hoben häusig Erdbeben ihren Ursprung. Die Länder, die daran grenzen. besitzen Bergketten, unter denen einig« sind, w« die Anden, die zu den höchsten der Welt gehören. Hier sind die Erdbeben besonders hei- misch. Ein Tief, nördlich von der Insel Neu-Guinea, ist ein aktives Gebiet dieses Erdbebengürtels im Stillen Ozean, und von dort dehnt sich westwärts ein zweiter Gürtel aus, der durch Java, Sumatra und die Bai von Bengal nach dem Himalajagebirge führt. Vom Himalaja wendet sich der Erdbebengürtel westwärts durch Pcrsieii und Kleinassen nach Griechenland. Italien, Spanien und nach dem östlichen Atlantischen Ozean: er kreuzt diesen Ozean nicht, obwohl Crdbebenzeüiete auf der anderen Seite, nördlich und südlich des karaibsschen Tiefs, erscheinen. Das Becken des Atlantischen Ozeans unterscheidet ssch von dem des Stillen dadurch, daß es eine verhält- nismäßig ruhige Gegend ist, was die Meerestiefen, die Höhe der Gebirgsketten, die Tätigkeit der Vulkane und die Häufigkeit der Erdbeben anbetrifft. Im Becken des Atlantischen und Indischen Ozeans gibt cs nur wenige verstreute Erdbebenzentren. und es gibt einen tätigen Gürtel, der ssch von dem anderen dadurch unterscheidet. daß er mit keinem ozeanffchen Tief verbunden ist. Das ist der afri- kanlsche Erdbebengürtel, der ssch vom Mtttelmeergürtel in Palästina abzweigt und durch Ostafrika zum Kap der guten Hoffnung erstreckt. Echte und unechte Abasien Es gibt wenig Pflanzengottungen, die ssch in so zahlreiche Arten- gespalten haben, wie die unter der Gesamtbezeichming„Acaci*" zu- sammengefaßte Gattung der Leguminosen, deren Name von der griechischen Wurzel,»ice, d. h. Spitze, abgeleitet ist, weil der stachelig« Stamm ein Charakteristikum bestimmter Mitglieder der Boumfamilie ist. An die 450 Spielarten der Mazienfamili« gedeihen in wärmeren Gegenden, besonders zahlreich in Afrika und Austra- lien, wo sie typische Erscheinungen der Wüsten-, Steppen- und Busch- flora bilden. Mehrere dieser tropischen oder subtropischen Akazien- arten liefern durch eine chemische Umwandlung der Zellwönde die allgemeein als arabisches Gummi bekonnte Gummisorte. Die gerb- stofsreiche Rinde vieler Arten wird wie die Fruchthülse zum Gerben und Schwarzfärben benutzt, während das als Eifenholz bekanme Holz mancher australischen Arten als Material für landwirtschaftliche Maschinen und Geräte Verwendung findet. Was man gemeinhin als Akazie bezeichnet, ist die unecht« Akazie, die„Robinie", die den wissenschaftlichen Namen„Kodini» Pseudoacacia* führt, und deren wohlriechende weiße oder rötliche Blüten zur Herstellung eines geschätzten Sorbets gebraucht werden. Der schöne Baum mit den unpaarig gefiederten Blättern und den stark aromatischen Schmettertingsblüten in überhängenden Trauben wurde um 1600 aus feiner nordameritanischen Heimat von Jean Rodin nach Frank- reich gebracht und verbreitete sich rasch über ganz Mitteleuropa. 3)er kolonial und die Juliretolulion Al» am 28. Juli 1830 in Pari» die Revolution ausbrach, nahmen alle Staaten Europas an den Ereignissen in Frankreich lebendigen Anteil. Mit ganz besonderem Interesse verfolgten die Bewohner des kleinen Herzogtum» Braunschweig d!«s« Volk«- «Hebung, und zwar au» zwei Gründen: Ersten», weil sie mit ihrem Fürsten auf so gespanntem Fuß« standen, daß auch bei ihnen eine Revolution nicht ausgeschlossen war. und Metten», weil ihr Herzog damals gerade in Paris sich aufhielt und somit den Aufstand mit eigenen Augen verfolgen konnte. Da drängte sich un» die Frage aus: Was wollt« der Herzog in Paris, wo es doch in seinem eigenen Lande gärt«? Um e» kurz zu sagen: Er wollt« seinen Gegnern«in Schnippchen schlagen. Seine Feinde, allen voran sein früherer Vormund, König Georg IV. von England und Hannover, sowie dessen honnoverscher Premier- minister Graf Münster, hatten beim Bundestag tn Frankfurt gegen den Herzog Klage erhoben wegen unrechtmäßiger Regierungs- Handlungen. Nach langem Zögern faßte der Bundestag endlich einen Beschluß, in dem der Herzog aufgefordert wurde, zu Kreuze zu kriechen. Der Herzog wollte nun den Kopf aus der Schlinge ziehen: er verlangte, der Beschluß solle ihm persönlich zuge- stellt werden. Um das den in Frankfurt versammelten Vertretern der deutschen Fürsten unmöglich zu machen, refft« er nach Paris. Als der Herzog einige Wochen in Poris sich aufgeholt«,, hotte, brach hier am 26. Juli 1830 die Revolution aus, die unter dem Namen Juli-Rsvolution bekannt fft. Der Herzog hott« also Ge- legenheit, einen Bolksoufftand aus nächster Nähe kennenzulernen und konnte daraus Lehren ziehen. Er hatte aber den Ernst der Situation nicht erfaßt und benahm sich wie«in Waisenknabe, der zum ersten Male aus seiner Anstalt herauskommt und in die Welt tritt. Er betrachtete den Ausstand wie ein Thcaterfpiel. Der Herzog mietete sich einen Landauer. Um da? aufgeregte Volk besser beobachten zu können, setzte er sich mit seinem Adjutanten, Major Grabau, aus das zurückgeschlagene Verdeck des Wagens. Mit großen Operngläsern verfolgten sie da» Gebahren der Auf- ständischen, zunächst auf der Straße und darauf In einem großen Volksgorten, wo Reden gehalten wurden. Ein französffchsr Offizier machte den Herzog auf das aufreizend« und geföhrPche feine« Be- tragen» aufmerksam. Der Herzog horte»ich» dorausi Erst da» Pfeifen der Kugeln bewog ihn,'in sein Hotel zurückzukehren. Hier setzt« er sich auf die Fensterbank, ließ seine Bein« über di« F«nfter- bräftung hlnousbönge« und nahm wieder sein Opernglas. Am Tage vorher hatte er sich über einig» Engländer lustig gemacht, die aus Furcht vor der Revolution geflüchtet waren. Jetzt wurde auch ihm der Boden unter den Füßen zu heiß. Er ließ durch einen Maler schleunigst da» herzogliche Wappen von seinem Reisewagen entfernen und schickte seinen Adjutanten hin, dl« Pässe zu besorgen. Aber es war schon zu spät: ordnungsgemäß konnte er Paris nicht mehr verlassen. Der Paß wurde verweigert, der schöne Wagen konnte nicht benutzt werden, da die Straßen durch Barrikaden gesperrt waren, und einen Fürsten hätten die Aus- ständischen ohnehin nicht leicht aus der Stadt entweichen lassen. So mußte Karl seine herzogliche Würde verleugnen und einige Stufen heruntersteigen in der Rangordnung der» Gesellschaft. Als einsacher Arbeiter verkleidet, den Rock aus einem Stock über der Achsel tragend, schlich er zur Stadt hinaus. Um sich noch mehr unkenntlich zu niachen, hatte«r feinen Schnurrbart abrasiert. Sein Adjutant und ein Jäger begleiteten ihn, auch verkleidet, der eine 100 Meter vor ihm. der andere in gleicher Entfernung hinter ihm. Sie schlugen die Richtung auf Brüssel ein. Da der Herzog keinen Paß hatte, so koimtc er nur durch eine List über die belgische Grenz« kommen. Er schloß sich einem Ochsen- Händler an. l>alf diesem sein Rindvieh über die Grenze treiben und kam so als Ochsen treib«? glücklich in Belgien hinein. In Brüssel wollt« der Herzog sich von seinen Strapazen erholen, um sich dann nach England zu begeben. Aber am Tage noch feiner Ankunft, den 15. August 1830, brach auch in Brüssel ein Volks- ausstand aus. Daher kehrte der Herzog dieser Stadt schnell den Rücken, verzichtete auf die Reise noch London und wandte ssch direkt nach Brounschweig. Am 17. August 1830, morgen» 7 Uhr. kam er in seiner Hauptstadt an, immer noch verkleidet, so daß der Oberstallmeister v. Oycnhausen ihm im Schloßhofe den Weg ver. sperren wollte: o. Oyenhausen entschuldigte sich damit, daß er Heh-it für einen Studenten geholten habe. In Braunschweig erlebte der Herzog nun bald die dritte Re- volution, die aber für ihn kein Schauspiel war. sondern bitter« Wirklichkeit. Am 6. September 1830 begannen die Unruhen und am 7. September flüchtete der Herzog aus Brauiffchwe-g, und rr hat seitdem seine Haupfftadt nie wiedergesehen. Herzog Karl ir-urde bald darauf für dauernd regierungs» unfähig erklärt und starb am 18. August 1873 in der Stadt Denk. der er' sein Vermögen von etwa 20 Millionen Franken vermacht« um«? der Bedingung, daß sie ihm ein prunkvolle, Reiterstandbtkd setz«. Hsinnoh Busch-Hamburg. Postscheck- Nummer 48743 Berlin Parteinachrichten Einsendungen für diese Nubrit find Berlin SW 63, Lindenstraße 3, für Groß- Berlin stets an bas Bezirkssekretariat 2. Sof, 2 Treppen rechts, zu richten. 1. Areis mitte. Dienstag, 29. Juft, 20 Uhr, bei Dobroblam, Swineminder Straße 11, engere Kreisvorstandssitung mit sämtlichen Abteilungsleitern. 2. Areis Tiergarten. Mittwoch, 30. Juli, pünktlich 20 Uhr, erweiterte Kreisvorstandssigung mit den Abteilungsleitern bei Berger, Lenegomftr. 21, Ede Jagomstraße. Um 19 Uhr Bildungstommiffion mit den Helfern aus den Abteilungen zum Sommerfest ebenfalls bei Berger. Die Transparente zur Anti- Kriegskundgebung sind umgehend von der Vorwärts"-Spedition, Wilhelmshavener Str. 48, abzuholen. 3. Kreis Webbing. Dienstag, 29. Juli, 19 Uhr, Streistonferenz bei Wende, Rolonieftr. 147. 4. Kreis Brenzlauer Berg. Montag, 28. Suli, pünktlich 19 Uhr, bei Klug, Danziger Str. 71, Sigung des erweiterten Kreisvorstandes. 5. Areis Friedrichshain. Montag, 28. Juli, pünktlich 19 Uhr, im Lokal Hentschel, Memeler Str. 13, Streisvorstandsfigung mit allen AbteilungsTeitern. Jede Abteilung muß vertreten fein. 6. Kreis Kreuzberg. Montag, 28. Juli, 19 Uhr, erweiterte Rreisvorstandssigung bei Krüger, Grimmstr. 1. 7. Kreis Charlottenburg. Am Dienstag, bent 29. Juli, 19% Uhr, erweiterte Kreisvorstandsfigung im Zimmer I( Rathaus). 9. Kreis Wilmersdorf. Montag, 28. Jul, 20 1hr, bei Shlenfeld, UhlandEde Günzelstraße, Sigung des Kreisvorstandes mit allen Abteilungsleitern und den Obleuten der Rommiffionen. 10. Areis Zehlendorf. Genoffe Bernhard Sander- Sehlendorf hält in feiner Wohnung, Soen- Sedin- Str. 74, jeden Donnerstag, von 17 bis 19 Uhr, foftenlose Sprechstunde in allen Wohlfahrtsangelegenheiten ab. 11. Areis Schöneberg- Friedenau. Zu der am 1. August 1980 stattfindenden Anti- Ariegstundgebung treffen fich die Genoffinnen und Genossen um 19 Uhr auf dem Dönhoffplag, um von dort geschlossen aum Lustgarten au marschieren. Die Genofsinnen und Genossen werden gebeten, sich zahlreidh an der Rundgebung zu beteiligen. 13. Areis Tempelhof. Montag, 28. Juli, 19% Uhr, bei Bommerening, Tempelhof, Berliner Str. 100, Rreisvorstandsfigung. 17. Reis Lichtenberg. Mittwoch, 30. Juli, 19% Uhr, Areisvorstandsfigung im Rathaus Lichtenberg, Gigungsfaal. Kreisrevisoren haben ebenfalls au erscheinen. 13. Areis Tempelhof. Mittwoch, 30. Juli, Raffeelochen für alle Konsummitglieder um 15 Uhr im Birkenwäldchen, Tempelhof, Man. teuffelstraße. Ronzert, Kinderbeluftigungen u. a. Kuchen muß aus ben Berlaufstellen mitgebracht werben, ba tein Auchenverkauf stattfindet. 14. Areis Reutöln. Mittwoch, 30. Juli, 19% Uhr, Sigung des erweiterten Rreisvorstandes in alter Befegung an bekannter Stelle. 15. Kreis Treptow. Montag, 28, Juli, in Niederschöneweide, Berliner Str. 38, um 20 Uhr, Kreisvorstandssigung. Abteilungsleiter und Raffierer find dazu eingelaben. 16. Reis Röpenid. Montag, 28. Juli, 19% Uhr, in Röpenid, Schloßftr. 27, Rreisvorstandsfibung. Jebe Abteilung muß megen der wichtigen Tages ordnung bestimmt und pünktlich vertreten fein. 18. Rreis Weißenfee. Unfer Baltsfest, bas am Sonntag, bem 20. Juli, stattfinden sollte, ist wegen bes außerordentlich schlechten Wetters auf heute, Sonntag, 27. Juli, verlegt worden. Das Bro. gramm, melches für gute Unterhaltung bürgt, bleibt bestehen. 18. Kreis Beißenfee. Dienstag, 29. Juli, pünktlid 19 Uhr, bei Gallas, Lebber. ftraße 122, Sreisvorstandsfizung. Um 20 Uhr ebendort Rreisfunktionär. fung 20. Azeis Reinidendorf. Montag, 28. Juli, 19% Uhr, im Boltshaus Reiniden dorf- Weft, Sigung des Rreisvorstandes mit den Abteilungsleitern. Gämt. liche Abteilungen müffen nertreten fein. Pünktliches Erscheinen ift Pflicht. Heufe, Sonntag, 27. Juli: 4. Met. Boranzeige! Am Sonntag, dem 3. August, Dampferfahrt nach Müggel. heim. Beluftigungen, Heberraschungen n. a. m. Mitwirkung der Reichs. barnerkapelle Friedrichshain. Abfahrt pünktlich 8 Uhr Baisenbrüde ( Reederei Langwaldt u. Schmolfe). Gäste willkommen. Fahrpreis 2 M. 21. Abt. Flugblätter zur Anti- Kriegstundgebung find fofort von der Ge. Ichäftsstelle, Utrechter Str. 21, abzuholen. 43. Wht. Boranzeige! Die Abteilung beteiligt fich am Sonntag, bem 3. Auguft, am Sommerfest der Kinderfreunde im Boltspart. Abmarsch um 13 Uhr nont Hohenstaufenplay. 143, Abt. Waidmannsluft. Rege Beteiligung an der Anti- Kriegstundgebung am 1. Auguft wird erwartet. Treffpunkt 17 Uhr Bahnhof Waidmannsluft. Ebenfalls erwarten wir rege Beteiligung am Areisfommerfest in Schulen. dorf am 3. August. Treffpunkt Bahnhof Tegel. Rum Bahlabend am 6. Auguft laden wegen der wichtigen Tagesordnung die Bezirksführer rechtzeitig ein. Niemand darf fehlen, Morgen, Montag, 28. Juli: 15. 6. 19 Uhr außerordentliche Funktionärsihung bei Dbiglo, Stral. funder Str. 11. Erscheinen dringend erforderlich. 17. Abt. 19 Uhr bei Dofe, Nordhafen 6, Funktionärsizung. 33. Abt. Raffeelochen an Stelle des Frauenabends in ber ten Taverne", Alt- Stralan, am Nachmittag. Anschlichend nm 19% Uhr außerordentliche Funktionärigung. Die zu Bertalla einberufene Funktionärtonferens ber Funktionäre bes 8ahlabends Bertalla finbet ebenfalls in der„ Alten Zanerne" statt. 98. Abt. Neukölln. 19% Uhr bei Teich. Anefebedftr. 135, wichtige Funk. tionärsigung. Dienstag, 29. Juli: 27, b. 19 Uhr bei Reuge, Milaftr. 5, Funktionärsgung. 38. Abt. 19 Uhr bei Bartusch, Friebenftr. 88, Funktionärigung. 40. Abt. 20 Uhr wichtige Funktionärsigung bei Reufner, Hagelberger Str. 20a. Erscheinen aller ist Pflicht. 45. Abt. Gruppenleiter holen wichtiges Material vom Genoffen Siebert, Grünauer Str. 35, ab. Schöneberg. 79. bt. 20 Uhr bei Soff, Siegfriedfte. 9. wichtige Funktionär. fizung. 80. Abt. Die nächste Funktionärsigung findet wegen der Anti- Kriegstunbgebung nicht am Freitag, dem 1. Auguft, fondern bereits fchon am Dienstag, bem 29. Jult, um 20 Uhr, bei Gürlich, Begasftraße 1, ftatt. 117. Abt. Lichtenberg. 19% Uhr bei Alofe, Funktionärsißung. Wichtige Tagesordnung. 128. Abt. Bantow- Süb. Abrechnung der Gruppenführer ab 19 Uhr bei dem Genoffen Hengit, Lauterbachstr. 4; II. 140. Abt. Borsigwalde. 19% Uhr im Lokal Möbius, Neue Ernststraße( BökomEde), Borstands und Funktionärsigung. Besprechung der Vorarbeiten zur Wahl. Niemand darf fehlen. Mittwoch, 30. Juli: 1. Abt. 20 Uhr bei Spiegel, Aderstr. 1, Funktionärsihung. 14. Abt. 20 Uhr im Swinemünder Gesellschaftshaus, Gwinemünder Str. 42, Mitgliederversammlung. Bortrag: Die politische Lage". Referent: Emil Barth. 30. Abt. 19% Uhr bei Bobst, 2ndener Str. 108, Ede Stargarder Straße. Wichtige Funktionärsigung. Charlottenburg. 51. Abt. 20 Uhr bei Lehmann, Rönigsmeg 8, Funktionär figung. 54. Abt. 20 Uhr im Jugendheim, Nofinenftr. 4, Mitglieder. versammlung. Bortrag: Der Kampf der Sozialdemokratie gegen ben deutschen Faschismus“. Referent: Franz Künstler. Wahlarbeiten. Bor. ist das Konto, auf das man freiwillige Beiträge für den energischen Abwehrkampf gegen die soziale Reaktion einzahlt. Bezirksverband Berlin der SPD. I. A.: Alex Pagels. fchläge zur Randidatenaufstellung. Raffenangelegenheiten. Die Bezirks. führer laben ein. 55, Abt. 8. Gruppe. Der monatliche Zahlabend fällt am 30. Juli fort mit Rücksicht auf die am Mittwoch, dem 6. August, stattfindende Mitgliederversammlung der Abteilung. Frauenveranstaltungen. 2. Kreis Tiergarten. Montag, 28. Juli, Ausflug nach Buch Restaurant zur Tanne". Fahrverbindung Stadtbahn bis Buch oder mit der Straßen. bahn 8, 17 oder 68 bis Prenzlauer Promenade, von dort mit dem Autobus 42 bis Ende. Treffpunkt 14 Uhr am Autobus. 3. Kreis Webbing. Montag, 28. Juli, 20 Uhr, bei Laurigen, Butbuffer Str. 11, wichtige Funktionärinnenkonferenz. Jede Abteilung muß vertreten sein. 13. Kreis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade. Alle Genoffinnen beteiligen sich am Konsumtaffeekochen am Mittwoch, 30. Juli, 15 Uhr, in Tempelhof, Manteuffelstraße," Birkenwäldchen". Ruchenkarten in den Berfaufsstellen. 19. Areis Pantom. Dienstag, 29. Jult, treffen fich alle Genoffinnen in Buch aum Raffeetochen in der" Waldschänke". Treffpunkt für Bantom und Niederfchönhausen 14 Uhr Bahnhof Bantom- Niederschönhausen. 20. Rrcis Reinidendorf. Alle Genossinnen treffen sich zum Kreis- Raffeelochen am Montag, 28. Juli, ab 15 Uhr im Reichsbannerbootshaus Tegel. Arbeiterbildungsschule Der Bezirkzausschuß für sozialistische Bildungsarbeit Berlin veranstaltet in diesem Sommer drei Ferienkurse im Naturfreundeheim Reiherhorst" in Klein- Köris 1. Vom 17. bis 23. August, Dr. Karl Mierendorf:..Unsere Gegner im Klassenkampf( die deutschen politischen Parteien, ihr Wesen, ihre Geschichte, ihre Organisation und ihre Politik). 2. Vom 24. bis 30. August, Dr. Arkadij Gurland: Die Marxsche Geschichts-, Gesellschafts- und Staatsauffassung"( Mensch und Geschichte Produktionsprozeß und geschichtliche Entwicklung- Entstehung und Wesen der Klassen Der Staat als soziales Gebilde Klassenherrschaft und Staatsapparat). 3. Vom 31. August bis 6. September, Redakteur Georg Fuchs: Der Kapitalismus in der Gegenwart"( die wirtschaftlichen Veränderungen in der Nachkriegszeit Veränderungen in der Organisation Veränderungen im Warenumlauf Veränderungen im Geldumlauf Aufstieg oder Abstieg der kapitalistischen Wirtschaft). Der erste Kursus ist ein Einführungskursus, der zweite und dritte Kursus setzen Vorkenntnisse bei den Hörern voraus. Das Hörgeld für einen Kursus beträgt 33,50 M. Darin ist eingeschlossen das Fahrgeld, Quartier, Verpflegung für 6 Tage und das Hörgeld. Anmeldungen in unserem Büro, Lindenstr. 3, 2. Hof, II, von 9 bis 5 Uhr. 7. bt. Montag, 28. Juli, 19% Uhr im Botal Borfiaftr. 14, Bortrag: Unfer täglich Brot. Referent Genoffe Stadtrat Willi Friedländer. 28. Abt. Der Frauenabend fält in diesem Monat aus. Dafür findet am Dienstag, 29. Juli, ein Raffeelochen im Sportrestaurant Ospalstu, Cantianstraße ſtatt. 33. Abt. Der Frauenabend fällt aus. Die Genoffinnen treffen fich Montag, 28. Juli, zum Raffectochen und gemütlichem Beisammensein ab 15 Uhr in Der Alten Saverne". Alt- Stralau.( Bei schlechtem Wetter im Gaal bes Restaurants.) " 36. Abt Der Frauenabenb. fällt aus. Montag, 28. Juli; treffen fich alle Ge noffinnen um 12% Uhr Bahnhof Landsberger Allee zum Ausflug nac Gartenfelde, Lokal„ Waldesruh". Dort Raffeetochen. Fahrgeld 20 Bf. 37. Abt. Wir schließen uns dem Kaffeekochen der 33. Abt. am Montag, 28. Juli, an. Die Genofsinnen, die laufen, treffen fich Sorndorfer, Ede Ebertnftraße, um 14 Uhr. 41. Abt. Der Frauenabend fällt aus. Dafür jeden Dienstag ab 16 Uhr ge. meinsames Raffeetochen im„ Boltspart Neukölln". 42. Abt. Für den ausfallenden Frauenabend Raffeekochen im Bolfspart um 15 Uhr. Jungjozialisten. Gruppe Moabit. Morgen, Montag, Gruppenabend bei Berger, Lewegowe ftraße, Bortrag: Unsere Stellung zur bürgerlichen Jugendbewegung". Referent Genosse Lepinsti. SAJ. und junge Parteigenossen willkommen. Alle Genossen, die sich am Mitteldeutschen Jungsozialistentreffen beteiligen, teilen dies bis Mittwoch, 30. Juli, Margot Hildesheim, bei Holz, Bandelstr. 20, mit. Gruppe Wilmersdorf. Am Dienstag, 29. Juli, Abendwanderung. Bet Regen gehen wir in einen geschloffenen Raum. Treffpunkt um 20 Uhr vor denr Jugendheim, Wilhelmsque 124. Gruppe Charlottenburg. Morgen, Montag, 19% Uhr, Diskussionsabend über Indien im Jugendheim, Rofinenstr. 4. Junge Barteigenossen und SAJler find eingeladen. Bitte Geld mitbringen für die Wittenbergfahrt am 2. August. Wedding- Gesundbrunnen. Wegen der Antikriegsdemonstration findet unfer Gruppenabend am Donnerstag, 31. Juli, in der altoholfreien Gaststätte, Banfftr. 12, statt. Tagesordnung: Gruppenangelegenheiten. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Gruppe Lichtenberg. Montag, 28. Juli, 20 Uhr, Bunter Abend im Jugende heim, Gunterstr. 44. Alle Genoffen erscheinen zur Besprechung der Witten bergfahrt. Sozialistische Studentenschaft. Montag, 28. Juli, 19% Uhr, im Bund", Berlin NW 6, Albrecht. ftraße 11, große Funktionärsigung. Vortrag: Der Funktionärkörper ber Rampffern der Partei". Referent Franz Künstler. 11 Arbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde Groß- Berlin. Zentrale! Am Montag ist die Geschäftsstelle erst ab 17% Uhr bis 19 Whe geöffnet. Kreis Röpenid. Am Sonntag, dem 27. Juli, versammeln sich alle Rinder um 15% Uhr auf unserem Waldspielplah hinter den Gärten. Bei Regenwetter, find wir ab 15% Uhr im Jugendheim zusammen. Dienstag, 29. Juli, betei ligen wir uns am Kaffeetochen des Konsums in Pferdebucht. Unsere Falten, treffen fich 15 Uhr vor dem Jugendheim zum gemeinsamen Abmarsch. Kuchen tarten besorgen. Unsere Seimzusammenkunft fällt an diesem Nachmittag aus Kreis Friedrichshain. Dienstag, 29. Juli, 20 Uhr, Vorstandssitung mit den Gruppenleitern im Jugendheim Diestelmenerstraße.. Geburtstage, Jubiläen usw. 14. Abt. Unserem trenen Genoffen Paul Grabowsty noch nachträglich z seinem 25jährigen Parteijubiläum die herzlichsten Glückwünsche. Die Abteilungsleitung. SAJ Sozialistische Arbeiterjugend Groß Berlin Einsendungen für biefe Rubrit nur an dad Jugendsekretariat Berlin SW 68, Lindenffraße 3 Heute, Sonntag, 27. Juli: Faltplatz: Bei Regenwetter Seimabend im Heim, der Bollsspeiseftelle. Gleimstraße, 18 Uhr. Bantom MI( R.-F.): Wir besuchen unseren Genoffen Hans Germer im Krankenhaus Pankow. Treffpunkt 184 Uhr Marktplan, R. Morgen, Montag, 28. Juli: Mitgliederversammlung der Gesamtorganisation um 19% Uhr in der Schulaula Kochstr. 13. Bortrag: Jugend und geittheater". Refe tent: Genoffe Dr. Löwenberg. Alle Gruppenveranstaltungen fallen aus. Mitgliedsbuch als Ausweis mitbringen. Arnimplag: Treffpunkt zur Mitgliederversammlung 18% Uhr Bahnhof Nordring. Faltplay 1: Treffpunkt aure Mitgliederversammlung 18% Uhr Bahnhof Nordring. Werbebeairt Reutöln: Bartelbüro Fuldaftraße. 1916 Uhr Sigung des engeren Werbebezirksvorstandes mit den Gruppenleitern. Jede Gruppe mut vertreten sein. * Berbebezirk Brenzlauer Berg: Mittwoch, 30. Juli, 20 Uhr, Borsigenden fonferenz im Seim Sonnenburger Str. 20. 44. Abt. Der Frauenabend fällt in diefem Monat aus. Alle Genoflinnen Vorträge, Vereine und Versammlungen. beteiligen fich an der Rundgebung am 1. Auguft. Näheres f. Borwärts. 45. Abt. Mittwoch, 30. Juli, Dampferausflug nach Möllenhorst. Abfahrt Thielenbrüde am Manbachufer im Laufe der Glogauer Straße. Die Ge. noffinnen werden gebeten, pünktlich um 8 Uhr zu erscheinen. Sin- und Rüdfahrt 1,50 0. 56. Abt. Charlottenburg. Dienstag, 29. Juft, Raffeelodhjen in Treptow, Altes Eierhäuschen". Treffpunkt 14 Uhr Amtsgerichtsplat Straßen. bahn 93. 57. Abt. Gemeinfames Raffeetochen der Genoffinnen am 29. Juli in Pferde. budyt, Röpenid, auf Einladung der 78jährigen Genoffin Gaffron. Treff. puntt 14 Uhr Bahnhof Savignyplas, Eingang Schlüterstraße. 78. Abt. Schöneberg. Die Genossinnen sind zu einem gemütlichen Beisammen. fein in der Laube der Genosin Krone, Berlängerte Begasstraße, Ede Aprikosenweg, am städtifden Spielplas, zum Dienstag, 29. Juli, 16 Uhr, eingeladen. Für Raffee ift gesorgt. Ruchen bitte mitbringen. Die Genoffen wollen fich bitte zahlreich beteiligen. Wenn möglich, bitten wir, die Mitgliedsbücher aweds Beitragstaffierung mitzubringen. 79. Abt. Schöneberg. Der Frauenabend am Mittwoch, 30. Juli, fällt aus, dafür gemeinsames Raffectochen im Birkenwäldchen", Tempelhof, Manteuffelftraße. Treffpunkt 14 Uhr Bahnhof Schöneberg. Für tufit ist gesorgt. Neukölln, 91. Abt. Montag, 28. Juli, 19% Uhr, bei Lübbede, Fontane, de Karlsgartenstraße, Bortrag: Die Sozialdemokratie im Wahltampf. Ref. Genoffe Otto Galonsta. 97. Abt. Der Frauenabend am 28. Juli fällt aus, dafür treffen fich die Genofsinnen um 15 Uhr zum Kaffeekochen im Boltspart Neukölln. 103. Abt. Oberschöneweibe. Rarten zur Dampferfahrt, die am 4. Auguft ftattfindet, find bei allen Selferinnen zu haben. Erwachsene 1 Mt. Rinber frei. Bezirksausschuß für Arbeiterwohlfahrt. 8. Kreis Webbing. Tros wiederholter Mahnungen hat bisher keine Abteilung die Abrechnung der Arbeiterwohlfahrtsmarken, Sefte und Ebertfarten vorgenommen. Der Kreisausschuß ersucht nunmehr die Abteilungsleiter der Arbeiterwohlfahrt, fich etwas mehr als bisher der Sache anzunehmen und alle Außenstände bis zum 6. August an Genossen Reglaff, Pantstr. 78, abzurechnen. 4. Kreis Prenzlauer Berg. Donnerstag, 31. Juli, 19½ Uhr, bei Klug, Danziger Straße, Attenausgabe und Helferbesprechung. Jede Abteilung mus vertreten fein. 13. Areis Tempelhof, Mariendorf, Marienfelbe, Sichtenrabe. Mittwoch, 30. Juli, Ronfumtaffeelodhen im Birkenwäldchen, Manteuffelstraße. Ab 15 Uhr Konzert. Wir beteiligen uns gefchloffen daran. Rinberveranstaltungen find vor gefehen. Ruchenmarken find nur in den Abgabestellen der Ronsumgenossenschaft au erhalten, im Birkenwäldchen werden keine ausgegeben. 19. Rreis Bantow. Dienstag, 29. Juli, 20 Uhr, im Türkischen Belt, bei Meier, Breiteftr. 14. Sigung aller Wohlfahrtspfleger und pflegerinnen aller Abteilungen des 19. Kreifes. Tagesordnung: 1. die Auswirkung der Spar maßnahmen der Stadt Berlin. 2. Attenbesprechung. 8. Winterarbeit( Rurse). Niemand darf fehlen. Bezirksausschuß für sozialistische Bildungsarbeit. Die von uns entnommenen Eintrittskarten zum RAST. müssen spätestens bis zum Mittwoch, 30. August, abgerechnet oder an uns auridgegeben fein. Bis Dahin nicht abgerechnete Karten gelten als verkauft. Reichsbanner Schwarz- Rot- Gold". 90 Gefchäftsstelle: Berlin S. 14. Gebaftianftr. 37-38. Sof 2. St Sonntag, 27. Juli. Steptom( Drtsverein). Am Nachmittag nehmen alle dienstfreien Rameraden an dem Boltsfest des Boltschors Silde often in der Wuhlheide( Volkspart) teil. Reinidendorf( Ortsverein). Familien ausflug nach Tiefensee. Abfahrt 6½ Uhr vom Verkehrslolal Kiehne, Residenz ftraße 9. Gäste willkommen. Fahrpreis 2 M. Montag, 28, Juli. Prenzlanes Berg( Jungbanner). Um 20 Uhr Jugendheim Sonnenburger Straße. Es wird über: Barum Wiener Juli- Aufftand 1927" gesprochen. Friedrichshain( Junge banner). Um 20 Uhr Treffpunkt im Jugendheim Frankfurter Allee 307 Rathenau- Rimmer. Satirischer Abend. Dienstag, 29. Juli. Kreis Rorben Um 19 Uhr treten die Ortsvereine Bahnhof Landsberger Allee an. Breaze lauer Berg( Jungbanner). Antreten um 18% Uhr Bezirksamt zur Pflichtver anstaltung des Kreises Norden. Abmarsch pünktlich 19 Uhr. Nachzigler un 19% Uhr Bahnhof Landsberger Allee. Kreuzberg. Um 20 Uhr erweiterte Bor standssigung bei Krepp, Planufer 75-76. Weißenfee( Ortsverein). Um 19 Uhr Antreten Bahnhof Landsberger Allee. Mufitchor: 19% Uhr Weißenseer Weg. Ede Sohenschönhausener Straße. Pflichtneranstaltung. Reinickendorf. Bflicht peranstaltung in Hohenschönhausen. Treffpunkt um 19% Uhr Bahnhof Lands berger Allee. Ruberriege. Um 19 Uhr Trainingsabend fämtlicher Renne mannschaften zur Verfassungsstafette. Mittwoch, 30. Juli. Berlin- Zehlen borf. Um 20% Uhr Mitgliederversammlung bei Schneider, Botsdamer Str. 25 Marineabteilung. Turnen und Schwimmen. Boranzeige! Berlin- Mitte. Anti- Kriegstundgebung Freitag, 1. Auguft. Antreten des Ortsvereins unt 18 Uhr Neuer Markt( ohne Fahnen!). Nachzügler: Schloß, an der SchloßFreiheit. Webbing( 3. Rameradschaft). Dienstag, 29. Juli, 19 Uhr, An treten Bahnhof Landsberger Allee nach Hohenschönhausen. Bankow( Orts verein). Dienstag, 29. Juli, 19% Uhr, Antreten Bahnhof Landsberger Allee Rei zum Propagandaumaug in Hohenschönhausen. Bflichtveranstaltung. widendorf( Ortsverein). Dienstag, 29. Juli, Aufmarsch nach Hohenschönhausen Sammelpunkt Bahnhof Landsberger Allee um 19 Uhr.( Giche gleiche Rama radschaftsveranstaltung für Reinickendorf.) Brieffaften der Redaktion. B. 53. Am Montag oder Dienstag noch 20 Uhr. Beinleiden Kueints flatar!! Seit 80 Jahren in fast all nordd. Apotheken a 45 P Man verlange immerd Patentschutz, Schlimmer Finger Krankheitsbild Gutachten gratis durch H.KWIET CHEM- FABRIK Berlin SW 68. Alexandrinenste 290 DIS L SaisonLEIPZIGERSTRASSE Ausverkauf ARNOLD BEGINN: FREITAG, DEN 1. AUGUST 9 UHR MÜLLER TAUENTZIENSTRASSE 8 GRÖSSTES SPEZIAL HAUS DEUTSCHLANDS FÜR KINDERMODEN JUGENDLICHE KLEIDUNG FÜR DAMEN U.HERREN Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sonntag, 27. Juli: 6.30: Funkgymnastik. 7: Blasorchesterkonzert. 8: Für den Landwirt. 8.50: Morgenfcier. Anschließend Glockengeläut des Berliner Doms. 10.05: Wettervorhersage. 11: Schallplattenkonzert. 11.30: Elternstunde. 12: Mittagskonzert. 14: Jugendstunde. 14.30: Sportvorschau des Sonntags. 14.50: MandolinenOrchesterkonzert. 15.35: Bunte Geschichten von Hermann Linden. 16: Gesangsvorträge. Anschließend Busoni- Konzert. 16.40: Programm der Aktuellen Abteilung. 17.05: Nachmittagskonzert. 18: Aus Leipzig: L 70 1918", Hörspiel von Ringer. 18.50: Die Löwenjagd" von Ludwig von Wohl. 19.20: JazzStunde, 20.20: Bekanntgabe der Sportnachrichten. 20.30: ,, Quer durch Berlin", Funkbearbeitung einer Posse von H. Salingré. Danach Tanzmusik. Montag, 28. Juli: 12.30: Wettermeldungen 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Student und Studentia. 15.40: Vincent van Gogh zum 40. Todestage. 16.05: Deutsche Urwaldsiedler in Brasilien. 16.30: Unterhaltungsmusik. 17.40: Jugendstunde. 18: Der Niedergang der Weltkonjunktur. 18.30: Gesänge. 18.45: Thesen- Diskussion. Fleischlose Kost oder gemischte Kost? 19.15: Cellovorträge. 19.30: ,, Wahre Geschichten" von Lukian. 20: Populäres Orchesterkonzert. Danach Tanzmusik. Dienstag, 29. Juli: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Konflikte des heutigen Familienlebens. 15.40: Die Kunst der Rezitation. 16.05: Schachstunde. 16.30: Aus Leipzig: Orchesterkonzert. 17.30: Jugendstunde. 18: Stunde mit Büchern. 18.30: Erich Ebermayer liest eigene Novellen. 18.55: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19: Unterhaltungsmusik. 20.30: Wovon man spricht. 21: Kammermusik. Mittwoch, 30. Juli: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Das Mädchen von heute als Mutter von morgen. 15.40: Das Geheimnis der Schwere. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16.30: Pfitzner- Lieder. Anschließend: Zur Unterhaltung. 17.30: Städtebauliche Probleme. 17.55: Jugendstunde. 18.15: Alexander Salomonica liest eigene Novellen. 18.40: Unterhaltungsmusik. Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.40: Das Nebenher im Sport. 20: Wien- Paris. Aus Operetten zweier Nationen. Danach Tanzmusik. Donnerstag. 31. Juli: Montag, 28. Juli: 16: Schallplattenkonzert. Allgemeine Weffertage. 26.Juli 1930, abds. 17.30: 765 760 16.30: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. Der Unterricht in der ländlichen Mädchenfortbildungsschule. 18: Solo- Violine. 18.30: Große Parlamentarier. 19: Bilder aus der Tätigkeit der Reichsmarine. 19.25: Stunde des Landwirts. 20: Deutschlandsender: Konzert. 20.30: Aus Breslau: Musikke". Ein Hörbericht für Musik von Sczuka. 21.30: Aus Breslau: Hans Marr spricht. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 29. Juli: 16: Lebensformen im kindlichen Spiel. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Biologische Ferienspaziergänge am Ostseestrande. 18: Wohnung und Polizei. 18.30: Kulturkunde, Schule und Wirklichkeit. 19: Viertelstunde für die Gesundheit. 19.25: 30 Jahre Relativitätstheorie. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschlandsender: Uebertragung aus Berlin. 21: Heitere Rezitationen. 21.30: Aus Leipzig: Deutsche Minnelieder und Balladen. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 30. Juli: 16: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Bilder aus der Tätigkeit der Reichsmarine. 18: Solo- Violine. 18.30: Große Parlamentarier. 19: Kunst und Geisteskrankheit. 19.25: Die Krise der Zivilversorgung. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Donnerstag, 31. Juli: 16: Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Die Einrichtungen der ländlichen Mädchenfortbildungsschule. 18: Schöpferische Freundschaften großer Männer. 18.30: Russische Musik im Spiegel russischer Kultur, 19: Wochenend auf den Bermudainseln. 19.25: Stunde des Landwirts. 20: Deutschlandsender: Emil Belzner liest eigene Dichtungen. 20.30: Unterhaltungsmusik. 21.10 Uebertragung aus Berlin. Freitag, 1. August: 16: Griesebachs Bedeutung für die Erziehungslehre. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Heimatspiele und Heimatspielbewegung. 18: Technischer Fortschritt und Arbeitsmarkt als internationales Problem. 18.30: Der Binnenfischer. 18.55: Das Geheimnis um Shakespeare. 19.25: Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 19.35: Drei 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschlandsender: Programm der Aktuellen Abteilung. 20,30: Aus Breslau: ,, Schluck und Jau", Spiel von Gerhart Hauptmann. Anschließend Uebertragung aus Berlin. 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Die Malerinnen des 19. Jahrhunderts. 15.40: Zum Todestage Franz von Liszt. 16.05: Bach- Konzert. Anschließend Gesangsvorträge. 17.30: Jugendstunde. 18: Tierisches und menschliches Handeln. 18.30: Praktische Sozialpolitik. 19: Chorgesänge. 19.30: Das Interview der Woche. 19.55: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 20: Unterhaltungsmusik. 20.30: Zeitberichte. 21.10: Eine Stunde Italien. Danach Tanzmusik. Freitag, 1. August: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Die berufstätige Frau und das Kind. 15.40: Dahlien. 16.05: Das Wochenende ein Verkehrsproblem. 16.30: Aus Breslau: Konzert von Grieg. 17.30: Jugendstunde. 17.50: Das neue Buch. 18: Aus der Werkstatt der Sprache. 18.30: Programm der nächsten Woche. 19: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.05: Unterhaltungsmusik. 20: Die Autobiographie. 20.30: Orchesterkonzert. 22.30: Abendunterhaltung. Sonnabend, 2. August: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Jugendstunde. 15.45: Medizinisch- hygienische Plauderei. 16.05: Weltenfahrer und Weltenschilderer. 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.40: Sportliche Improvisationen. 18: Die Sonnabend, 2. August: 16: Aus Frankfurt a. M.: Akademische Weltmeisterschaften: Einzug der Nationen. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Zur Psychologie des Landkindes. 18: Arbeiterdichtung und bürgerliche Dichtung. 18.30: Afrikanische Plauderei. 18.55: Französisch für Fortgeschrittene. 19.25: Friedrich Silcher und das Volkslied. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft. 20: Deutschlandsender: Ans Hamburg: ,, Das Schwarzwaldmädel", Operette von Jessel. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Funkwinkel.z Das Tagesprogramm wurde- anläßlich der Beifegung der in Roblenz Berunglückten auf ernste Darbietungen umgestellt. Statt der angekündigten Abendunterhaltung brachte der Berliner Konzertverein 1930 unter Leitung von Alexander Michael Szentar ein Sinfoniekonzert, mit würdiger, schön ausgeführter Mufit. In der Erzählung der Woche. 18.25: Die Revolutionen des Jahres 1848. 18.50: Schall- Jugendstunde sprach Friedrich Wendel über„ Sagen und Märchen plattenkonzert. 19.10: Programm der Aktuellen Abteilung.. 19.30: Unterhaltungsmusik. 20.30: Kabarett: ,, Saison- Ausverkauf". Danach Tanzmusik. Königswusterhausen. Sonntag, 27. Juli: Ab 6.30: Uebertragung aus Berlin. 18.30: Der Breitengrad ( Aequator). 19: Einführung in deutsche Meisteropern. 19.30: Jakob Martin Dolata liest eigene Dichtungen. 20: Deutschlandsender: Aus Hamburg: Lortzing- Abend. Anschließend Uebertragung aus Berlin. der Arbeit". Seine Darstellung war außerordentlich fesselnd, da er sich auf ein reiches Material stüßte, das er geschickt durch kurze aufschlußreiche Erläuterungen zu verbinden verstand. Privatdozent Dr. Br. Rohden stizzierte, wie sich die heutige französische Republik aus den verschiedenen Revolutionen entwickelt hat. Der Vortrag ,, Kleinstadtliteratur" von G. Liche y soll hier nicht tritifiert werden. Sein Niveau stand zu tief. Wer aber trägt die Berantwortung dafür, daß ein derartiges sinnloses Geschwätz überhaupt vor das Berliner Mitrophon tommen fonnte? Tes. 755 75316 750 512 755 T TOLL 20 Leningo 750 $ 17 760 THI O Madrid 18 20 18 755 019 20 22 22 760 24 wolkenlos, heirer, halb bedeckt wolkig, bedeckt Regen, Graupeln Schnee, Nebel, GewitterWindstille Nach Abzug des gestern über Pommern befindlichen Tiefs hat sich am Sonnabend das Wetter in Deutschland schnell gebessert. Im Westen und Südwesten wurde der Himmel sogar vielfach heiter. Nur in Schlesien fam es noch zu einzelnen Regenfällen. Die südlich von Island liegende Depression hat an ihrem Südostrande eine Störungslinie entwickelt, die zur Zeit über den Kanal verläuft. Bei threm Vorüberzug dürfte uns diese teilweise starte Bewölkung unter bringen. Im ganzen wird jedoch unser morgiges Wetter dem Einfluß des mitteleuropäischen Zwischenhochs bei verhältnis. mäßig warmen südwestlichen Winden ziemlich heiter sein. * Wetterausfichten für Berlin. Nur zeitweise start bemölft, fonst ziemlich heiter, bei südwestlichen Winden wärmer. Für Deutsch land. Größtenteils trockenes und ziemlich heiteres und wärmeres Wetter, in der westlichen Hälfte Deutschlands strichweise geringe Niederschläge. „ Blaza." Am Freitag, dem 1. August, beginnt die Plaza" ihre Miniers faison. Zum ersten Male nach Deutschland tommt die weltberühmte Lili putanertruppe Blastoffs 8merge", die jahrelang die Hauptattraktion des Casino de Paris bildeten. Sie bringen eine ganze Revue tänzerischer und atrobatischer Szenen, die den kleinen Künstlern Gelegenheit gibt, ihre Biel feitigkeit zu zeigen. Neue Welt Sasenheibe. Nach erfolgter vollständiger Renovierung Firdet am Sonnabend, dem 2. August, in der Neuen Welt Hafenheide als Eröffnungs feier ein Film- Sommerfest", verbunden mit einem großen Sommernachtsball, statt. Unter anderem wird die Sommerkönigin der Neuen Welt durch das Publikum gewählt. Prominente von Film und Bühne haben ihr Erscheinen zugesagt. „ Stala." In dem ant Freitag, dem 1. August beginnenden neuen Brow gramm bringt die Stala" als ganz besondere Attraktion den vielseitigen Musical- Clown Noni", der als erster Star der englischen Music- Salls an zusprechen ist. Noni bringt in feinen grotest- tomischen Szenen mit seinem Partner Horace Barodien pon unnachahmlichem Wig. Seine Jazzkapelle bildete REIC ISCHES DE REICH REICH Erstau CHES 1 SPAR IMI Henkel's Aufwosch Spül und Reinigungsmittel İMİ IRIK 1925 RE SCHE rstaunlich billig arbeitet ( İMİ IM) arbeitet wirklich sparsam. 10 Liter mi- Spulwasser kosten nur 1 Pfg. Bedenken Sie einmal, welche Menge fettiger Geschirre, Bestecke, Töpfe, Flaschen und Holzgeräte Sie damit reinigen können. 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