BERLIN Sonnerstag 31. 3uU 1930 ••% erschtiattSglich auser Toantag«. Zugleich Abeudausgabe de«.Vorwirt«'. Bezuztprei» beide Ausgaben SS Pf. pro Woche, 3.60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; TerlinSWöS.Lindenstr.» 10 Pf. 7lr. 354 B 176 47. Jahrgang Anttigeaprei«: Die einspaltige Nonpareillejeile SO Pf., Reklameieilt ö M. Ermäßigungen lisch Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr.S7S3S. Fernsprecher: Dönhoff 292 bi« 29? Unterricht für die Wahlen. Der Generalangriff der Industrie trotz glänzender Abschlüsse. Terlölmuuy an den Gräbern x v;'v'■■■■■' v■ a::, Jn Paris lagle der Snternalionale �Kongreß der Mriegshefchädiglen und Jlriegslellnchmer (Ciamac), an dem audi 3)eutfch1and u.a. durch den Uteichsbund der(Kriegsteilnehmer,(Kriegs- befchädiglen und(Kinlerbliebenen vertreten war. 30 km von Soiffons entfernt, bei der Orlfchafl Soupir, die vom IVellkrieg her in trauriger Erinnerung fleht, befinden fleh kaufende von (Kriegergräbern, die von den Teilnehmern des(Kongreffes befuchl werden. Der Skiianb Berliner Metallindustrieller ist entschlossen, sich über den Tarifvertrag mit den Angestelltengewerkschasten henweg- zusetzen und seine Aktion der Kürzung der Gehälter der Ange- stellten durchzuführen. Als Pressionsmittel wird dabei die Kündigung von Angestellten angewandt. Einzelne Firmen gehen dabei recht.großzügig" vor. So hat die Firma Pierburg u. Händler ihren sämtlichen ISO Ange- stellten gekündigt und gleichzeitig mitgeteilt, daß sie davon ein Drittel tatsächlich entlassen wird. Wenn auch zu- nächst von einer Gehaltskürzung nicht gesprochen wurde, so liegt die Vermutung nahe, daß die„Neueingestellten" unter neuen Ge- Haltsbedingungen eingestellt werden fallen oder niedriger bezahlt« Angestellt- die Arbeit entlassener höher bezahlter Angestellten aus- führen sollen. Es versteht sich von selbst, daß die Gewerkschaften die Aktion der Unternehmer entsprechend beantworten werden. Zunächst wird beim Arbeitsgericht die Fe st st e l i u n g s k la g e eingereicht wer- den, daß ein Tarifvertrag nicht abdingbar ist und demnach die GeHölter während der Dauer des Vertrages nicht willkürlich herabgesetzt werden können. Für die Gekündigten selbst wird auf Grund des Betriebsrätegesetzes Klage wegen unbilliger Härte eingereicht werden, da die Entlassungen wirtschaftlich nicht begründet sind.'• Eine genaue Uebersicht über die ausgesprochenen Kündi- g u n g« n und die angekündigten Gehaltskürzungen läßt sich zur Stund« noch nicht geben. Einmal sind viele Angestellte auf s e ch s- wöchig« Kündigungsfrist angestellt und können also erst Mitte August zum Quartalschluß gekündigt werden. Andererseits find die Kündigungen noch nicht ausgesprochen und werden erst heute im Laus« des Tages den betroffenen Angestellten mitgeteilt. Dies trifft besonders zu auf den Siemens-Konzern. Es kann aber jetzt schon als sicher angenommen werden, daß die Anordnung an die Direktoren, 10 Prozent der Angestellten zu kündigen, zur Durchführung kommt, von der AEG. liegen uns Nachrichten vor, aus dem Wert Acker st raß«, wo von Sö0 Angestellten 53 gekündigt wurden. In der Transformatorenfabrit der AEG- wurden von 860 Angestellten nicht weniger als 103 gekündigt. Stock u. Co. hat wohl den Bogel abgeschossen. Von 360 An- gestellten wurden 45 Prozent gekündigt, während gleichzeitig die Gehälter um 7 bis 15 Prozent gekürzt werden sollen. Bei der Vamag-INeguin A.-G. wurden von 700 Angestellten 77 gekündigt, nachdem bereits im Monat vorher 40 Angestellte gekündigt worden sind. Bei Borsig ist von rund 1300 Angestellten für etwa 2 0 0 An- gestellte ein« Arbeitszeitverkürzung diktiert und gleichseitig diesen Angestellten eine Gehaltskürzung von 14 Prozent angekündigt worden. Das sind nur einige Stichproben über die Aktion des Verbandes der Berliner Metallindustriellen. Aus diesen Stichproben geht hervor, daß die Unternehmer auf Anordnung ihrer Organi- sationen gegen die Angestellten«inen Generalangriff unter- nehmen Dieser Angriff wird geführt unter dem Vorwand wirt- schafllicher Notweichigkeiten. Die Betriebe sollen.reMabel" gestallet werden. Bisher war uns nichts bekannt von einer Unrentabilität der Berliner Metallindustrie. Ganz abgesehen von den versteckten Gewinnen stehen die Dividenden der Berliner Metallindustrie außer- ordentlich hoch. Aber die Unternchmer haben nun einmal die volks- wirtschaftlich ganz verrückte Parole bekommen, durch Lohnabbau die Wirtschaft zu heben. Löhne und Sehälter sollen gekürzt. Arbeiter und Angestellte entlassen werden. damit— dos ist der Gipfel des Irrsinns— die Arbeitslosigkeit eingedämmt und der Absatz gesteigert werde! Rücksichtslos fetzen stch die Unternehmer über den Tardsvertrag hinweg. Sie glauben die Stunde gekommen, um ihr Mütchen an der Arbeiterklasse kühlen zu können. Sie wollen es zu einer Machtprobe kommen lassen, politisch soll ohne und gegen die Sozialdemokratie regiert werben: wirtschastlich ohne und gegen die Gewerkschaften. Die Unternehmer werden aber die Erfahrung machen» daß, wer Wind säet, Sturm erntet. Besprechung im �eichsarbeitsministertum. Die Vertreter der Angeflelltengewertschasten waren am TNitt- rcoch im Beichsarbeilsministerium, um dessen Sachbea'.beiter aus deren Wunsch über die augenblickliche Sachlage in der Berliner TNctallindustrie zu unterrichten. Sie wiesen hierbei daraus hin. daß nicht nur umfangreiche Kündigungen in Aussicht gestellt jvorden such, sondern daß auch entgegen den Erklärungen von per- tretern des VLW3. nach der presfemitleilung des Reichsarbeitsministeriums mehrere Firmen ihren Angestellten mit sofortiger Wirkung Gehaltskürzungen aufgezwungen haben. Sie teil- ten mit. daß sie gegen diese Verletzung des Tarifvertrages gemein- sam die erforderlichen Schrille unternehmen werden. Den Ltnternehmern gehi es glänzend. Der Generalangriff der Berliner Metallmagnaten auf den Lebensstandard der Arbeiter und Angestellten wird von den Beleg- schasten als eine um so größer« Herausforderung angesehen, als die Profitraten sämtlicher führenden Berliner Großbetriebe von Jahr zu Jahr gewachsen find. Der Scharfmacher Siemens, der feit Jahr und Tag in der Oeffentlichkeit mit dem„Ruin der deutschen Wirtschast" hausieren geht, war in der Lag«, die Gewinne seiner Aktionäre in den letzten fünf Jahren von 10,8 bis auf rund 25 Millionen heraufzuschrauben. Die Profite der Aktionäre sind also seit 1924 um rund 150 proz. erhöht worden. Denkt daran! Am 1. August, dem Tage des Kriegsausbruchs, veranstaltet die Sozialdemokratie GroB-Berlins im Lustgarten um 19% Uhr eine Kundgebung gegen Kriegshetzer und Kriegstreiber, für Verständigung der Völker und für den Frieden der Welt Diese Kundgebung wird gleichzeitig durch wuchtigen Massenaufmarsch den Wahlkampf einleiten gegen die Sozialreaktion, gegen Dik- taturgelüste, gegen kapitalistische Bürgerblockpolitik, aber für die großen Ziele der Sozialdemokratie, für Demokratie und Sozialismus! Der AEG.«Konzern steht seinem großen Kollegen in Siemens- stodt nicht nach. Allein die in den Bilanzen ausgewiesenen Rein- gewinne, die bekanntlich memals die tatsächlich erzielten Profite ergeben, sind bei der AEG. von 1924 bis 1929 von 8,3 auf 19,2 Millionen angewachsen. Die an die Aktionär« aus- geschütteten Dioid endensummen sind bei der AEG. in der gleichen Zeit von 7,8 auf 15,2 Mllioncn, also um fast 100 Proz. g e sti e g e n. Wie die großen Elektrokonzerne von der Rationalisierung auf Kosten der Betriebs- und Buroarbeitskrast ihrer Belegschaften proji- tieren, beweist die Tatsache, daß der Umsatz bei der AEG. in den letzten drei Jahren von400ausS80MiIlionenge st legen ist. während zu gleicher Zeit die Belegschaft um mehrere tausend Mann abgebaut wurde. Aber nicht nur bei den großen Elektrokonzerne» ist dieses sprunghafte Anwachsen der Unternehinerprosite festzustellen. Die Julius P i n t s ch A.- G., zu der auch die Bamag in Berlin-Moabit gehört, konnte ihre Dividenden seit 1925 Jahr für Jahr hochschrauben. Sie stellten sich vor vier Jahren aus 4 Proz. und erreichten im letzten Jahr den Rekordstand von 12 proz. hier haben sich also die Aktionärsgewinne rund verdreifacht. Bei dem Waggan- und Lokomotivbau-Konzern von O r e n st e i n u. Koppel sind die finanziellen Verhältnisse geradezu glänzend. Die im Mai virässentlicht« Jahresbilanz für das Geschäftsjahr 1929 wies rund 7, 4 Millionen Bankguthaben und 18,4 Millionen weitere Außenstände und Forderungen aus. Demgegenüber standen an laufenden Schulden nur 5,6 Millionen, so daß die Guthaben de« Unternehmens die Verpflichtungen um fast das Vierfache übertrafen. Wie unsinnig die Behauptung der Unternehmer ist, daß die angeblich zu hohen Löhn« und Gehälter ihre Konkurrenzfähigkeit erschwerten, beweist die Talsach«, daß allein bei Orenstein u. Koppel die am heißesten umkämpften Auslandsaufträge im letzten Jahr von 50 aus 60 Proz. des Gesamtumsatzes gestiegen sind. Die gleich« Entwicklung läßt sich auch bei anderen großen Berliner Metallunternehmungen seststellen. Den Unter- nchmer» geht a glänzend. Es geht ihnen zu gut. Es sticht sie der Hafer. Nach �6 Jahren. Eine zeitgemäße Betrachtung zum Kriegsausbruch. Sechzehn Iahrc nach Ausbruch des Weltkrieges erleben wir in Deutschland einen Höhepunkt des Nationalsozialismus. Sechzehn Jahre nach dem Krieg von 70/71 erhob sich in Frankreich unter dem General Boulanger eine nationalsozialistische Welle, die ernsthast die französische Republich bedrohte und um ein Haar schon damals zu einem neuen Krieg geführt hätte. Jedenfalls lieserte das Revanchegeschrcj des französischen Generals Wasser auf die Mühlen des deutschen Nationalismus, der sich in den Kartellwahlen von 1887 hemmungslos austobte. Ist diese Parallele ein Zufalls oder liegt ein gewisses Gesetz vor, wonach etwa fünfzehn Jahre nach einem Kriege die nationalistische Flut wiederum ansteigen muß? Wir«rinnern an eine alte Sage: Im Gudrunlied kommt es nach Entführung der Gudrun zu einer erbitterten Schlacht zwischen den Räubern und den nachsetzenden Hegelingen, wobei deren König und die meisten seiner Getreuen fallen. Nunmehr raten die Führer der Hegelinge, die„Revanche", hier die Befreiung der Gudrun, um vierzehn Jahr« auf- zuschieben, bis die neue Jugend die Lücken der Erschlagenen fülle. Nach vierzehn bis sechzehn Jahren ist ein« neue Generation ausgewachsen, darin liegt zum großen Teil des Rätsels Lösung. Machen wir uns folgendes klar: Alle, die nach 1900 geboren, das heißt jetzt unter 30 Jahre alt sind, verbinden mit dem Weltkriege entweder gar keine oder nur Kindheitserinnerungen. Der 1901 Ge> borene war bei Kriegsausbruch 13, bei Kriegsende 17 Jahr« alt: als Erwachsener hat er nur nach dem Kriege gelebt. Die jetzt ins wahlmündige Alter von 20 Jahren Tretenden waren bei Kriegs- ausbruch 4, bei Kriegsende 8 Jahre alt, sie können nur ganz unNare Erinnerungen an jene Zeit haben. Alles unter 20 Iahren ist aus- gesprochen« Nachkriegs generation. Nun muß man, um die politische Situation Deutschlands zu be- greisen, vom Weltkrieg und seinem unglücklichen Ausgang aus- gehen. Es ist klar, daß die Generation, die diese Ereignisse per- s ö n l i ch miterlebt hat, ihre trogische Bedeutung in ganz anderer Weise heute noch im Bewußtsein hat als die Jungen, für die der Weltkrieg Lektüre, Kinofilm, kurzum Schilderung aus zweiter Hand bedeutet. Was aber ist heute Kriegsteilnehmergeneration? Man muß sich einmal«ine Tagung des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen ansehen. Die Kriegsbeschädigten von heute sind Männer im gesetzten Alter, die Kriegerwitwen— man nehme uns diese Feststellung nicht übel— zum guten Teil schon würdige Matronen. Die Jugend van 1914 ist eben heule keine Zugend mehr, sondern die ältere, damit auch einsichtigere Generation. Aber ton- angebend in der Oessentlichkeit, wie das nun eimnal nur die Jugend ist, sind die Kriegsteilnehmer längst nicht mehr. Ihrem Hinweis, daß sie es gewesen sind, die in erster Linie Leiden und Lasten des Krieges getragen haben, begegnet man mit zurückweichender Kühle. Ber- gangene Opfer Wersen keinen gegenwärtigen Nutzen mehr ab! Be- zeichnend dafür ist, daß das Kabinett Brüning wagen kann, die Versorgungsrecht« der Kriegsteilnehmer erheblich e i n z u- schränken, ohne daß außerhalb des betroffenen Kreises die Oessentlichkeit sich rührt. Der deutsche Spießer ist innerlich vielmehr froh, wenn der Kreis dieser„lästigen Rentenempfänger" möglichst begrenzt wird. Aehnlich denkt auch die Nachkriegsjugend, die viel schwerer als die Kriegsteilnehmergeneration begreift, warum sie Lasten und Opfer für ein geschichtliches Ereignis mittragen soll, von dem sie nur vom Hörensagen weiß. Das ist der psychologische Untergrund der natio- nalistischen Welle in der neuen Generation: einmal kennt sie die Wirklichkeit de» Krieges nicht mehr, sie nimmt deswegen Kriegshetze und Gefahr eines neuen Krieges aus die leichte Achsel. Sodann aber wirkt sich die allgenreine Denkart einer jungen Generalion aus, die von den Vätern gern ein Erbe, ober höchst ungern einzulösende Verpflichtungen übernimmt. Die Kriegs- teilnehmer, die das zerstörte Nordjrankreich mit eigenen Augen ge- sehen haben, begreifen den Sinn der Reparationen sicher leichter als die Nachkriegsjugend, für die das Schall und Rauch ist. Aus solchen seelischen Grundtatsachen schöpft der National- sczialismus seine Hauptkraft. Gestützt auf die mangelndo persön- liche Erfahrung der heutigen Jugend, verzerrt er dieser das Bild der Kriegsursachen, des Krieges wie des Kriegsendes, um dann die Empörung der imigen Leute zu entflammen darüber, daß sie für Dinge mittrogen und mitleiden müssen, an denen— nach nationalsozialistischer Lehre— nur„die anderen" schuld sind, teils die Feinde und teils der berühmte„Betrug und Verrat" der Fricksck)en Schulgebete. Diese Quell« der nationassozialistischen Hetze erkennen, heißt aber gleichzeitig auch ein wichtiges Mittel der Abwehr sinden. Zunächst hift alles Toben gegen eine unangenehme Vergangenheit nicht gegen die harte Tatsache, daß die Tatsachen des verlorenen Krieges nun einmal da sind und fortwirken. Da der Nationalsozialismus sie ebensowenig beseitigen kann, wie seinerzeit in Frankreich der Boulangismus Sedan und Metz aus der Welt schaffen konnte, so liegt schon hierin sein Schicksal vorgezeichnet, über bloß« Agitation nicht hinauszukommen. Immerhin wäre es schlimm genug, wenn die auf Unwissenheit gestützte Hetze auch nur vorübergehenden Einfluß auf die deutsche Politik gewinnen würde. Deshalb bleibt es eine wichtige Lerpflichrung, die Erinnerung an die Wirklichkeit des Krieges wachzuhalten. Wir meinen damit nicht nur die Wirklichkeit des Schlachtfeldes und der hungern- den Heimat. Wir meinen ebenso sehr die Wirklichkeit jener un- fähigen wilhelminischen Diplomatie, die Deutschland in einen Krieg gegen ungeheure Ueberinacht hineinschliddern ließ und, statt die Ge- fahr zu bannen, von„Nibelungentreue" phantasierte. Wir meinen die Wirklichkeit jenes aufgeblähltcn Militarismus, der aus„strate- zischen Notwendigkeiten" nach dem Motto„Hier werden Kriegserklärungen angenommen" die halbe uns seindliche Welt in eine ganze Feindeswelt verwandelte. Wir meinen die Wirklichkeit der Verletzung der belgischen Neutralität, des uneingeschränkten U-Boot- Krieges, der Deportation der Zivilbevölkerung, der Zeppelinbombardements auf unverteidigte Städte und all der mili- tärifchen Maßnahmen, die den glühenden Haß aller Kulturvölker gegen Deutschland heraufbeschworen. Wir meinen die Wirklichkeit der militärischen und politischen Diktatur Ludendorjfs, dieses sturen Nichts- als-Militörs, dessen politische Vorstellungswelt durch seine Nachkriegsschristen als blanker Aberwitz enthüllt worden ist. Wir meinen die Wirklichkeit der Kriegswucherer und Kriegs- schieber, die sich in der allgemeinen Not bereicherten, wahrend ein H« l s f e r i ch die Besteuerung der Kriegsgewinne ablehnte und — Prophet wider Willen— vom„Bleigewicht der Milliarden" sprach, das die Besiegten einst am Fuße schleppen sollten! Di« zeilliche Distanz zu den Ereignissen wächsl von Jahr zu Jahr. Nur wenn wir unermüdlich die Erinnerung an die Wirklichkeit wach Hollen, können wir erwarten, daß auch die neue Generation aus Ereignissen, die sie nicht selber erlebt ha«, richtige Folgerungen zieht. „Revolutionäre Aktion." Generalstreik der(Streikenden. In Fettdruck kündigt das offizielle Bolschewistenbtatt an, daß die unter„Führung" der„revolutionären" Betriebsräte stehende Belegschaft von Bergmann-Rosenthal gestern beschlossen Hab«, in den Streik zu treten. Sehr zahlreich müssen' die An- Hänger der kommunistischen Strohpuppen nicht gewesen sein, denn iwiii beschloß hinterher, daß erst heute mittag in einer Bclegschasts- Versammlung endgültig Beschluß gefaßc werden sollte. Die Einberufer— drei Mann hoch— waren auch im Hof pünkt- lich zur Stelle. Und warteten. Und als die Mittagspause vorbei war, waren immer erst drei Mann da, die betrübt und hungrig abzogen. Die„revolutionäre Aktion" war zu Ende. Oer Konflikt in der Schwerindustrie. Essen, 31. Juli. Der Deutsche Metallarbeiter-Verband, der am Mittwoch den Vorschlag der Arbeitgeber abgelehnt hatte, hat am Donnerstag dos Arbeilszeitobkommen für die Nordwestliche Gruppe gekündigt. Der Deutsche Metallarbciterverband fordert die achtstündige Arbeitszeil mit Lohnausgleich. Wahlauftakt in Sachsen. Gewaltige Parteikundgebung in Dresden. Dresden, 31. Juli.(Eigenbericht.) Die Sozialdemokratie Dresdens eröffnet« am Mittwoch den Wahlkampf mit einer Riesenkundgebung in den Abend- stunden auf dem großen Festplatz, auf dem vor einigen Tagen das Bundesfest der Arbeiterradfahrer abgeholten wurde. 25 000 Men- scheu füllten die Riesentribünen und den weiten Fest- platz um die hohe Rednertribüne. Fackeln und die Flammen eines großen Scheiterhaufens erhellten den Platz. Alle Fahnen der Partei und der Arbeiterjugend waren zu großen roten Fahnengruppen zu- sammengezogen. Reichstagspräsident Lobe, Tornow- Berlin und die Abgeordnete Sender, mit stürmischem Bersoll begrüßt, sprachen nach- einander zu den Versammelten. Die Reden wurden durch zwei Siemens-Lautsprecher übertragen und waren bis in die Lillenstraßen von Blasewitz hörbar. Musikkapellen der Arbeiterturner und des Reichsbanners und gemischte Chöre der Arbeitersänger wirkten bei der Kundgebung mit. Der gemeinsame Gesang der Internationale beschloß die Kundgebung, die einen ungewöhnlich st arten und nachhaltigen Eindruck hinterließ. Maffenausweisung aus Krankreich. Wegen der Anti-Knegsdemonfiration. Paris, 31. Juli.(Eigenbericht.) Die ersten Polizeirvzzien zur Unterdrückung möglicher Unruhen am l. August hoben bereits am Mitwoch in Paris begonnen. 23 Aus- lönder, darunter zwölf Italiener, sechs Polen, zwei Rumänen, ein Ungar, ein Türke und ein Russe, die sich allzu sehr mit kommunisti- scher Propaganda beschäftigt hatten, wurden festgenommen und über die Grenze abgeschoben. Oorfüberfall in Marokko. Pari», 31. Juli.(Eigenbericht.) Eine Abteilung marokkanischer Eingeborener hat in der»er- gangenen Nacht einen Uebersall auf das Dorf Agli im Atlasgebirge unternommen. Di« Dorseirnvohner, die den Uebersall seit längerer Zeit befürchtet hatten, konnten sich mit Erfolg zur Wehr setzen, bis sie von französischen Truppen Hilfe erhielten. Die Angreiser sind, uach dem französsschen amtlichen Kriegsbericht, mit blutigen Per- lüften geschlagen worden, während auf französischer Seit« drei Tote zu beklagen sind. Opfer falscher Ehrbegriffe. Ein Vater erschießt seine Tochter und sich selber. In Augsburg erschoß der öOjährige Kranführer Karl Heger seine: 24ji»hrigc Tochter Rosa und verübte dann Selbstmord. Der Mann war seit einiger Zeit schwerer Melancholie ver- sollen, weil seine Tochter einer außerehelichen Geburt entgegensah. Heger hatte ein arbeitsames und ehrliches, aber auch ein sehr glückliches Leben hinter sich. Sein Lebensinhalt war seine Tochter Rosa, Kind aus einer selten harnwnischen Ehe. Zwar verdiente sie sich ihr Brot als Hausgehilfin, fern vom Paterhaus, aber Elter» und Kind standen in einem dauernden zärt- lichen Briefwechsel. Eines Tages blieben die Briese der Tochteu aus. Die beiden alten Leute verzehrten sich in Sorge. Heger, der drei Jahrzehnt« hindurch«in hervorragender Arbeiter gewesen war, beging auf seiner Arbeitsstätte Fehler auf Fehler. Er oersiel körperlich sichtbar und war für jede Tätigkeit des All- tags unbrauchbar geworden. Aber die große Katastrophe seine? Lebens kam erst— als feine Tochter wieder bei ihm war. Der Sohn ihrer Dienstherrschaft war ihr zum Schicksal geworden. Sie suhlt« sich Mutter, aber ihr Geliebter wandle sich von i h r a b. So kam sie ins Baterhaus zurück. Bon diesem Tag« an sprach Karl Heger kein Wort mehr. Bis ihn eines Tages sein maßlos verletzter Vater- und Familien st alz zum Ensschluh trieb. Er forderte seine Tochter stumm auf, ihm zu folgen: führt« sie in ein entlegenes Wäldchen. Dann krachten Schüsse... Mit schweren Verletzungen sank das Mädchen zu Boden: der unselige Bater jagte sich dann selbst zwei Kugeln in den Kopf. Ehmesenfladt eingeäschert. Kommunistischer Vormarsch gegen Nankingregierung. Peking, 31. Juli. Die Stadt Tschangtscha, die Hauptstadt der Provinz H o n a n, die von den Kommunisten erobert worden ist, steht nach den letzten Berichten, die hierher gelangt sind, in Flammen. Neben den Regierungsgebäuden sind zahlreiche Geschäftshäuser und chinesische Läden niedergebrannt worden. Die Büros der Standord-Oil- und der Texas- Oil-Gesellschaften sind gleichfalls geplündert und in Brand gesetzt worden. Etwa 10 000 Einwohner sind aus der Stadt g e- flüchtet. Di« Kommunisten legen besonder« Feindschaft gegen Beamte der Nankingregierung an den Tag und liaben Preise für ehr« Gefangennahme ausgesetzt. Di« Rcgierungstruppen, die sich in der Nähe von Tschangtscha befanden, werden von den Kommunisten i» inegficha: Richtung z-trückgedräagt, Hugenberg-Gespenster. 150 Reichsbannerleute sollen einen Studenten überfallen haben. In einem unglaublich dreisten und selbstgefälligen Ton tischt die Hugenberg-Prcsse ihren leichtgläubigen Lesern das Märchen von einem Uebersall auf. den 150(!) R« i ch s b a n n« r l e u t« am Mittwoch abend auf«inen einzigen Studenten namens Udo Thicß aus der Gollnowstraße 16 verübt haben sollen.„Student durch Reichsbannerleute schwer mißhandelt" ist diese Alarmnachricht über- schrieben. Es heißt darin, daß Thieß aus dem Heimweg um 21,30 Uhr am Sportplatz Friedrichshain vorüberging, wo er ohne jeden An- laß von Reichsbannerleuten überfallen und niedergeschlagen worden ist. An der ganzen Räubergeschichte ist nur soviel richtig, daß eine Spielmannschaft des Reichsbanners— etwa ein Dutzend Mann— auf dem Sportplatz übte und dabei von einem nationalistischen Studenten so lange belästigt wurde, bis man ihn handgreiflich vom Platz beförderte. Dabei mischte sich ein deutschnationaler Beamter ein, der entsprechend abgewehrt wurde. Kloo Hai Ozean überflogen. Vor der Landuna in Montreal New Hork, 31. Juli. Tos englische Luftschiff„tit. 100" nähert sich in stetiger Fahrt der kanadischen ttüste. Am Spätnachmittag des Mittwoch wurde es bei V e l l e I s l e an der Nord» spitze Neufundlands gesichtet. Wie aus Montreal gemeldet wird, erwartet man dort die Landung des Luftschiffes„R. 100" am Spätnachmitag. Alle Emp- fangsvorbereitungen sind beendet. Die amerikanischen Marine- behordcn beobachten den Flug von„R. 100" mit großer Aufmerk- samkeit. Als Vertreter Amerikas ist Eommander Rosendahl in Montreal eingetroffen. Klatsch um Marlene Dietrich. 200000 Mark Schadenersatzansprüche der Künstlerin. In der rassiniert, mit halboersteckten Andeutungen arbeitenden Art, ohne die gewisse Berliner Blätter nicht mehr auskommen, hat man die besonders durch ihre Glanzleistung iin Film„Der blaue Engel" bekanntgewordene und zur Zeit in Amerika weilende Film- künstlerin Marlene Dietrich in eine üble Klatschaffäre hineingezogen. Man hatte nicht, geringeres behauptet, als daß Frau Dietrich aus moralischen Gründen iq Hollzwood boykottiert werde. Was ein derartiger wirtschaftlicher Boykott in Amerika zu bedeuten hat, darüber hat man schon mancherlei gehört. Die Künst- lrrin hat nunmehr durch chren Berliner Rechtsbeistond Dr. Frey eine Schadenersatzklage angestrengt; sie fühlt sich durch die verschiedenen Publikationen über ihre angebliche künstlerisch« und gesellschaftliche Aechtung durch amerikanische Frauenorganisatione» in ihrem Rus als Künstlerin stark geschädigt. Da sie weiterhin mit einer Beeinträchtigung ihres Wirkens rechnen muß, wetz ihr durch ' diese Veröffentlichung Engagementschancen bei der inlcrnationalen Filmbranche, die stets mit der amerikanischen Oessentlichkeit, also öem amerikanischen Markt, rechnet, abgeschnitten worden sind, wird. Marlene Dietrich Schadenersatzansprüche in Höhe von 200 000 Mark geltend machen. Verhaftung eines Lnduflriellen. Verdacht der Llnterschlagung gegen Hermann Honnef. Lahr. 31. Juli. Der Gründer und derzeitige geschäftsführende Leiter der be- kannten Eifenko n st ruktionsfirma Honnefwerke A.-G. in Lahr-Dinglingen, Hermann Honnef, sowie dessen Sohn Heinz Honnef, der gleichfalls im Betriebe, wenn auch nicht verantwortlich tätig ist, sind unter dem Verdacht der lln- treue bzw. der Unterschlagung verhastet worden. Von einer Stuttgarter Firma war an die Honueswerke für 200 000 Mark Eisen geliefert worden, von dem für 30 000 M. verschwunden ist. Die Verhasteten, die zunächst einen Angestellten beschuldigten, das Eisen verschoben zu haben, wurden im Laufe der Untersuchung so stark be- lastet, daß sie wegen Verdunkelungsgefahr verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis in Lahr eingeliefert wurden. Drei Kinder unter Gandmassen erstickt. In St. Helens(Lancashire) har sich, wie aus London ge- meldet wird,«in tragischer Unglücksfall in einer Sandgrube zu- getragen. Etwa 3 0 Kinder hatten sich in einer hohen Sand- Halde, die zur Herstellung von Glas benutzt wird, eine Grube Ijft- gestellt, als plötzlich ein Teil der Halde einstürzt« und die Kinder verschüttete. Drei von ihnen konnten nur noch a l s Leichen geborgen werden. Neun Kinder trugen erhebliche Ver- Setzungen davon. Zahlreiche andere Kinder, die sich im Augenblick des Unglücks in der Nähe der Halde befanden, kamen mit dem Schrecken davon. Schweden ehrt die Toten der»Albatros". Der schwedische Flottenchef hat aus Anlaß des 1 Jahrestages der Strandung des deutschen Minenkrciizers„Albatros" auf dem Kirchhof Ostergarn am Grabe der gefallenen deutschen Matrosen im Namen der schwedischen Flotte einen Kranz oiederleseu lassen. Vom Legionär zum Räuber. Der Lleberfoll auf den Rentenempfänger. „Wo sind die KOOO Mark? Her damit oder ich schieße!" Mit diesen Worten wurde am 27. Mai der 7l)jährige Renten- cmpfänger Sch. in seiner Wohnung von einem Manne über- fallen, der sich bei ihm zunächst als Wohlfahrtsbeamter eingeführt hatte. Der arme Greis besaß gar keine 6000 M. Seinen Versicherungen glaubte der Räuber aber nicht und drohte ihm erneut mit Erschießen, wenn er nicht mit dem Geld herausrücke. Sch. schrie um Hilfe, darauf wurde ihm gedroht, er solle keinen Laut von sich geben, denn das ganze Haus sei umstellt. Gleichzeuig wurde er aus das Sofa geworfen. Der Räuber würgte ihn. Trotzdem könnt« der alte Mann in seiner Angst nochmals laut um Hilfe rufen. Nun bekam es der Räuber mit der Angst zu tun und tief davon. Er Oer irauernde Witwer Don der Grabrede zur Hochzeit ist ost nicht weit wäre entkommen, wenn nicht zwei eis- und zwölfjährige Schüler die Jagd auf den Räuber aufgenommen hätten, so daß er auf der Straße verhastet werden konnte. Der Täter war der 28jährige Maurer Ernst P o e t s ch l a k, der aus Ostpreußen stammt und«in abenteuerliches Leben hinter sich hat. Er war sechs Jähre in der Fremdenlegion gewesen und halt« die Kämpje mit den Ris-Kabylen mitgemacht. Wie er vor Gericht angab, hatte man ihn in Metz zur Fremdenlegion gepreßt, indem man ihm drohte, man werde ihn wegen politischer Vergehen anklagen. Entweder komme er vor das Kriegsgericht oder er lasse sich zur Fremden- legion anwerben. Er zog das letztere vor. Bei den Kämpfen in Marokko zog er sich«ine Brustquetschung zu und kam zur Erholung nach Marseille. Von dort gelang es ihm, ohne Paß nach Deutsch- land zu kommen. Er lebte zuletzt bei seinem Bruder und hörte eines Tages, daß dieser sich mit einem Bekannten über den alten Rentenempfänger unterhielt. Man sprach davon, daß der Mann ein alter Geizkragen s«i, der viel Geld habe und 6000 M. in seiner Wohnung aufbewahre. Das brachte den Angeklagten aus die Idee, sich die 6000 M. zu holen. Mit einem scharfgeladenen Revolver ging er in die Wohnung des alten Mannes und versuchte nun, den Raub auszuführen. Er war geständig, und der Staatsanwalt beantragt« gegen ihn wegen versuchten schweren Raubes zwei Jahre Gefängnis. Nach dem Gutachten von Medizinalrat Woker ist der Angeklagt« ein willensschwacher und minderwertiger Mensch. Das Schöffengericht Bertin-Mitte billigte ihm mildernde Umstände zu und erkannte auf«ine Strafe von«inem Jahr Gefängnis. Oer Verletzte als Zeuge. Die Razischüsse auf das Röntgentaler Reichsbanner. Zm Röntgcnkal. Prozeß, der ausnahmsweise ohne Zwischenfälle begann, kam heule morgen der erste Reichsbanner mann zu Worte. Bisher war es Reichsbanner- fugend. Der Zeug« U l i ch, 46 Jahre alt, von Beruf Elektroobermonteur, ist Gruppenführer des Röntgentaler Reichsbanners. Wie erinner- lich, wurde er von jungen Kameraden zu deren Schutz in das Lokal Weisel geholt. Der Vorsitzende will wissen, ob die Lage so bedroh- lich gewesen sei, daß nach Polizei telephoniert werden mußt«. U l i ch: Es ist nicht Aufgabe des Reichsbanners, sich herumzu- schlagen. Wenn unsere Kameraden sich in Gefahr glauben, ersuchen sie stet- um polizeilichen Schutz. Vors.: Hatten denn die National- sozialisten gedroht, an diesem Abend Sie zu überfallen? Ulich: Das nicht, es war aber seit langem Ortsgespräch, daß ein Ueberfall auf das Lokal Weisel nahe sei. Vors.: Hatte jemand von Ihren Kameraden Waffen bei sich? Ulich: Unsere Jugend ist so er- zogen, daß sie keine Waffen bei sich führen darf. Der Zeuge schil- dert darauf den Patrouillengang der Reichsbannerleute, wie«r so- fort nach seiner Rückkehr zum Lokal Weisel, vor der offenen Tür stehend, einen Notpfifs aus einem Menschenknäuel vernahm. Er eilte mit den übrigen Reichsbannerleuten den Inngkamcraden zu Hilfe und hört« das Kommando der Nationalsozialisten: Kanonen heraus, g«bt Feuer! Eine Salve krachte. Er lief mit den Kameraden zurück, im nächsten Augenblick hatte er einen Schuß im Oberschenkel. Er sah auf halbem Wege zum Lokal Weisel eine Gestalt plötzlich schwanken: als der Betreffende das Lokal erreicht hatte, brach er zusammen. Vors.: Die Angeklagten behaupten. es sei auch vom Lokal Weisel aus geschossen worden. Zeuge: Hinter mir ist kein Schliß gefallen, alle Schüsse kamen von der Ecke Schillerstraßc her. Bei dieser ganz präzisen Bekundung bleibt Ulich. SS. Opfer der Brückenkatastrophe. Leiche eines Vermißten bei Reuwied gelandet. Reuwied, 31. Juli. In Oberwinter wurde gestern der seit dem Tag« des Koblenzer Einsturzes vermißte 22 Jahre alte Zahntechniker Richard Kräm«r aus Neuwied als Leiche gelandet. Krämer war zur Zeit de« Unglücks auf der Brücke und muß. ob- gleich er ein guter Schwimmer war, von dem Menschenknäuel ins Wasser gezogen und ertrunken sein. Sein« Leiche wurde dann in den Rhein abgetrieben. Damit erhöht sich die Zahl der Opjer der Lovlenzer Lrückenku lustrophe auf 38. phantastische Mobilmachung. Von Hans Bauer. Wir befinden uns wieder einmal in jenen Tagen, in denen vor sechzehn Iahren jene unvergeßliche, ewiger Evinnerungsbejitz bleibende Atmosphäre des bevorstehenden Kriegsausbruchs von der Erde Besitz ergrisf. Etwas Unerhörtes war in das Leben geworfen worden. Mobilmachung— Krieg schwirrte es in den Häusern, in den Straßen. Was war Krieg? Eine Vokabel. Ein« Pose der Wichtigniachcrei für Millionen. Sie putzten sich heraus mit ihr. Sie stolzierten mit ihr. Sie trugen sie wie einen Wurstkessel vor sich her und nannten den Wurstkessel Patriotismus. Niemand konnte noch einen Sinn, den wahren Sinn mit dem Wort Krieg verbinden. Was Krieg fei, das lernten manche nie. Die anderen lernten es an der Lorettohöh«, am Chemin d«s Dames, vor Verdun, an der Somme, bei Upern, lernten es im Drahtverhau, in den Granat- trichtern, beim Schrei des Trommelfeuers, im Dunst der Gelbkreuz- gase, beim Angriff d«r Tanks... Es ist viel geschrieben worden über die Tage des losbrechenden Weltaewitters: über ihren Fanatismus, ihr« Illusionen, ihre Er- bärmlichkeiten. Auch der Film hat sie sich«inverl übt. Aus ihrer Lebensbahn geschleuderte Völker zogen wie aufgescheuchte Vögel durch die Straßen: glorifizierten die eigene Fahne, schmähten die fremde, rühmten den eigenen Wert, sahen am Feinde nur Unwert, pachteten Gott für sich. Ein einziger Aufmarsch des Gruppen- egoismus und der Selbstbeweihräucherung vollzog sich. Europa erlebte feine dramatischsten Tage. Aber wenn es noch eine Steige- rung dieses Dramatischen gab, ein« letzt« Zuspitzung der Loge, eine äußerste Verwirrung, so vollzog sie sich dort, wo auf engem Ramn nicht Angehörige eines, sondern vieler Völker weilten. Als vor einigen Monaten der Zirkus Sarvasani in Berlin war, ging ich, um eines Interviews willen, in das Wagen- und Buden- dors und ließ mir von Sarrasani erzählen. Der Zirkus hielt sich damals rn Essen an der Ruhr auf. D� Programm hatte wie üblich intenwtionalen Charakter. Deutsche, Japaner, Südamerika- ner, Engländer, Italiener, Russen und viele Mitglieder kleinerer Nationen bestvitten es. Schönste Kameradschaftlichkeit herrschte, die sllr Artisten einfach eine Lebensregel, ein Sittengefetz ist. Sie ge- hörten vielen Vaterländern an und redeten in verschiedenen Zungen. Aber das war eine Aeußerlichkeit und berührte nicht ihr Wesen. Sie waren Allerweltsmenschen, radikale Kosmopoliten, die sich überall wohlfühlten, wo sie am Trapez, am Bambusstock, im Sattel der Pferde ihre Künste zeigen konnten. Biel? von ihnen waren schon jahrelang müerwegs, waren heimisch geworden in vielen Städten und hatten sich wenig darum gekümmert, wer das Reich, in dem diese Städte lagen, regierte. Auf einmal ein leises Grollen,«in Trübewerden am Horizont... Das Sarrasani-Dors ist«ine abgeschlossen« Welt, in die die Parolen der Politik nur gedämpft herein- dringen, und Artisten, zumal wenn sie aus anderen Erdteilen stammen, verfolgen die Kurven der Gegenwartsgeschichte nicht gerade immer mit dem Interesse journalistischer Aktualitätsjäger. Aber der Ruf der großen Politik wird kräftiger, und plötzlich nimmt«r eine Lautstärke an, die olle Türen durchstößt und in alle Ohren donnert. Juli 1014! Aus Kabinettsbeschlüssen, diplomatischen Schriststücken, Kronräten wird Welthistorie, die in jedem Tagesleben sich spiegelt. die joden anpackt: auch die Japaner, Südamerikaner, Engländer, Russen, Italiener des Zirkus Sarrasani. Von der Straße her dröhnen wütende Haßruse gegen Rußland an die Zelte und Wagen heran. Was haben die Russen, die all- abendlich in der Manege ihr« schwermütigen Lieder singen, ihr» wilden Tänze wirbeln, den Deutschen aetan? Welchen Verbrechen» werden sie bezichtigt. Des Verbrechens, in Rußland geboren zu fein. Wie ist es mit den Japanern, den Engländern, den Südamerikantrn, den Italienern? Gerüchte, Gerüchte, Gerüchte schwirren. Die Wahrheit ist, daß sie alle der einen Nation in der Weit herum- gestoßener Artisten angehören und sich gegenseitig als Kollegen und Schicksalsgesährten empfinden. Aber diese Selbstverständlichkeit ist über Nacht zu einer Wahrheit geworden, die man nicht aussprechen darf: zu der verbotensten und verfemtesten aller Wahrheiten. In «ine schöne Solidarität schlägt«in von fernen und unbekannten Händen geschleuderter Blitz. Europa birst auseinander. Jeder muß Notiz nehmen davon, ob er will oder nicht, und nur die Tiere hinter den Käfigftäben genießen den Vorzug, nicht nach ihrer Nationalität gefragt zu werden. Es kommen tolle Tage für den Zirkus. Aller- orten Zweifel, Ungewißheit, Aufregung. Die Vaieriänder machen mobil. Dir Armeen marschieren. Alles hat ein anderes Gesicht. bekommen, ein verzerrtes, fletschendes. Vielleicht jagt schon der Bruder des deutschen Tierbändigers dem Bruder des russischen Vota- laikadivigenten das Bajonett in den Leib. Was wird morgen sein? Mit Sicherheit nur eins: Haß und Todfeindschaft überall. Da macht auch der Zirkus mobil. Die großen Koffer werden gepackt. Abschied wird genommen, ein überstürzter, hastiger Ab- schied. Manchen gelingt die Abreise nicht mehr. Die Schranken der Grenzen sind für sie schon herniedergelassen. Andere schlüpfen durch. Ein besonders tragisches Schicksal erleiden die Japaner. Im Mittelmeer zerreißt ein deutsches Torpedo das Schiff, das sie in ihre östliche Heimat bringen soll. Kein flinker Trick verschafft ihnen die Chance des Entkommens aus den Wellen. Sie sinken in einen sinn- und nutzkosen Tod. Der Zirkus aber fchkießt fein« Pforten. In der Manege des Lebens vollzieht sich ein Spektakel, gegen das es eine Konkurrenz nicht mehr gibt. Schlecht« Zeit auch für Clowns: ihr« grotesken Spähe sind gegen den Saltomortale der Wirtlichkeit eine armselig« Kärgiichkeit geworden. Die Kunst dem Volke! Oer Volksbühnenverband zehn Jahre am Werk. Der Verband der deutschen Volksbühnen- vereine übergibt der Oeffentlichkeit einen gedruckten Geschäfts- bericht über die Entwicklung der deutschen Bolksbühnenbeweguna im Jahre 1029/30. Auch die Volksbühnenarbeit stand in der Berichtsperiode wie jede andere Kulturarbeit, unter dem Zeichen der Wirtschaftskrise. Wenn es dennoch gylungen ist, die Gesamtbewegung ohne jeden inneren und äußeren Schaden aus den schwierigen Wintermonaten bis zu einem ordentlichen Abschluß der Theaterspielzeit zu führen, wenn die Bewegung sogar organisatorisch, zahlenmäßig und mora- lisch gewonnen hat, so bleibt das ein neuer untrüglicher Beweis für die innere Festigung der deutschen Volksbühnenbewegung und für die Richtigkeit ihres Programms, ihrer Arbeitsmethode und ihrer kulturellen Forderungen. Zwar sind einige kleinere Organisationen durch den allzu großen Druck äußerer Verhältnisse zur Einstellung ihrer Arbeit und damit zum Erliegen gebrocht worden. 17 Vereine sind einem unverschuldeten Unglück aus diese Weise zum Opfer ge- fallen. Wirtschajtlich« Gründe, in der Hauptjache lange Arbeits- losigteit der überwiegenden Mehrzahl der Mitglieder, haben dieses betrübliche Ergebnis herbeigeführt. Aber die Lücke ist ausgeglichen worden: seit Juli 1929 sind unter tätiger Mitwirkung aller zu- ständigen Verbandsinstanzen 33 Volksbühnenoereine neu ins Leben gerufen worden: alle diese Organisationen haben bereits während der abgelaufenen Spielzeit gearbeitet, und alle gehen sie mit den besten Ausfichten in ein neues Arbeitsjahr. Die Zahl der dem Verband der deutschen Volk-chühnenvereine angeschlossenen Volksbühnenorganisationcn hat damit zum ersten Male 3 00 überschritten. Slber der Zuwachs erstreckt sich nicht mir auf die Vergrößerung der Zahl der Vereine, sondern auch auf die Gesamtmitgliederzahl der Bewegung. Trotz empfindlicher Abgänge kann der Geschäftsbericht feststellen, daß sich die Gefamtbewegung um rund 2 0 000 Mitglieder verstärkt Hot. Der Verband zählt heute drei Verein« mit mehr als 20 000(Berlin 89 000, Breslau 25 000, Dresden 21 000) Mitgliedern, vier weiter« Volksbühnen zählten in der Berichtsperiode zwischen 10000 und 20000. neun Vereine zwischen 5000 und 10000 Mitglieder und rund 60 Bereine musterten 1000 bis 5000 Mitglieder. Eine Unsumme von Arbeit ist von den 300 Volksbühnen- oereinen, von den zentralen und den bezirtlichen Funktionärkörpern geleistet worden. Es gibt heute kein Gebiet mehr im Bereich tut- tureller Arbeit, das nicht irgendwo und in irgendeiner Form auch von der Volksbühnenbervegung erfaßt oder gesördert würde. Dazu gehören insbesondere Musik, Tanz, Jugendarbeit, Laienspiel: Ver- lagswesen, Presse, Film, Radio u. s. f. Namentlich hat sich die Volksbühnenbervegung in der Berichtsperiode mit dem Film be- schästigt. Die maßgebenden Instanzen des Verbandes und ein« be- sonders einberufene Fümkonscrenz sprachen erneut aus, was schon immer Auffassung der Bewegung gewesen war: daß die deutschen Volksbühnen an dem wichtigen Instrument des Films nicht achtlos vorübergehen dürfen und daß es ein« notwendige und wichtige Aufgabe einer Massenbewegung wie die der deutschen Volksbühnen sei, auf den Film in allen seinen Arten und Abarten zugunsten einer Vertiefung der kulturellen Verantwortung des Filmwesens selbst einzuwirken. Zahlreiche Volksbühnenoereine sind bemüht, .dieses Progrannn nach Möglichkeit zu oerwirklichen. Der Verband der deutschen Volksbühnenoereine kann im Herbst dieses Jahres auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Er wird die Gelegenheit benutzen, um zusammen mit der Berliner Volksbühne, die dann genau 40 Jahre am Werk ist, bei diesem Anlaß Rückschau und Ausschau zu holten über den Weg, den die deutsche Volksbühnenbewegung in vier Jahrzehnten erfolgreich gc- gangen ist und in Zukunft gehen wird. politisches Zeittheater in Amerika. An den New-Aorter Bühnen wird im Herbst auch das politi- sche Zeitstück seinen Einzug halten, und zwar hofft man sich von solchen Stücken nach den umfangreichen Pressevorbereitungen zu urteilen, den Erfolg der Saison. Neben einer Reihe von aus- ländischen Stücken, darunter auch deutschen, wird eine Komödie original-amerikanifchen Ursprungs schon jetzt in den Vordergrund gerückt, die den Titel führt„dlarcking As To War". Der Ver- sasser, Robert E. Sherwood. ein beliebter amerikanischer Autor, be- handelt darin das Thema der politischen Kreuzzllge, die Aufmärsche der amerikanischen Legion des Ku-Klux-Klan. Der Siltlichkcits- apostcl und der Trockene und der unzähligen streitbaren Organisa- tionen für und wider das«ine oder andere. Di« aeorgiiche üuast Auch heute traf er mit gemächlicher Sicherheit seine Anord- nungen für die ihm zugeteilten Streckenarbeiter. Plötzlich trat Petermann totenbleich ins Zimmer, blieb an der Tür stehen und hielt zitternd ein Schriftstück vor sich hin. Er konnte kein Wort hervorbringen. Schweigend stand er da. Kern nahm von Pctermann keine Notiz. Er war so sehr mit seinen Obliegenheiten beschäftigt, daß er den Eintritt seines Assisten- ten überhört hatte. Erst nach geraumer Zeit bemerkte er Peter- mann. Ewas zerstreut fragte er: „Na, Petermann, wünschen Sie was?" Betermann hielt Kern sich vorneigend das Schriftstück entgegen. -rn stutzt«. Er sah Petermann genauer an und fragte erschrocken: „Mann, was ist denn mit Ihnen los? Sind Sie krank?" Petermann schüttelte den Kopf und überreichte das Schriftstück. Kern überflog das Schreiben. In seinem Gesicht begann es zu zucken.„Na nu. das ist ja... das gilt doch.. Mit einem Ruck richtete er sich aus und brach in ein kurzes Gelächter aus.„Bis auf weiteres vom Dienst dispensiert! Großartig!" Jetzt fand Petermann endlich Worte: „Ein Skandal ist das, Herr Bahnmeister, eine... ein..." Kern blickte seinen Assistenten so wild an, daß er einige Schritte zurückwich In Wirklichkeit hatte Kern in diesem Augenblick über- Haupt keine Gedanken. Nach einigen Sekunden hatte er sich wieder gesammelt, überflog das Schriftstück nochmals und blieb dann mit dem Blick auf der Unterschrift haften:„Aha, der Herr General- infpektor! Dachte schon, die Verfügung käme von der Direktion. Der Herr Generalinspektor hat das also gemacht." „Das ist es ja eben!" klagte Petermann. Kern lachte bärbeißig. „Der Herr soll meinetwegen den Spaß hoben. Will mich bloß ein bißchen ärgern, mir so'nc kleine Untersuchung anhängen. Wegen mir, wenn er ssreude dran hat— hob' keine Angst davor!" „Meinen Sie, Herr Bahnmeister? Wie lange kann die Sache dauern?" „Höchstens'n paar Wochen." „Sie werden uns fehlen, Herr Bahnmeister, trotzdem Sie manch- mal geschimpft haben." Kern mußte lächeln.„Bißchen oft wollen Sie wohl sagen?" „Heute kommt mir's so vor, als wenn's ruhig ein bißchen mehr hätte sein können." „Ach nee— haben einen wohl gar nicht ernst genommen?" „Das? Nein. In Gegenteil. Aber wenn Sie mal schimpfen, klingt es nicht so... nicht so von oben. Wissen Sie, Herr Bahn- meister— ich weiß nicht recht, wie ich mich ausdrücken soll. Wenn Sie mal schimpfen, dann klingt das nicht wie eine Ohrfeige oder wie so'n Messerstich. Man wird Ihnen nicht gram, wenn Sie mal schimpfen, höchstens ärgert man sich." „War eine ziemlich lange Rede." Kern wurde plötzlich sehr ernst. Ein unerklärlich beklememndes Gefühl stieg in ihm hoch: „Das klang>a beinahe wie eine Abschiedsrede für immer, Herr Kollege." Bestürzt sah ihn Petermann an:„Entschuldigen Sie nur, Herr Bahnmeister, es fiel mir plötzlich alles so ein. Das wollen wir um Gotteswillen nicht hoffen, daß sie etwa nicht wiederkommen." „Vorläufig ist da mal eine Weile Schluß." Mit den Händen hierhin und� dorthin zeigend ging Kern ein paarmal hin und her, steckte das Schriftstück zu sich, setzte die Dienstmütze aus und wandte sich zum Gehen.„Also dann auf Wiedersehen." Sonderbar beschwert sah ihm Petermann nach. Als Kern ins Freie trat, schöpft« er tief Atem, richtete sich energisch hoch und ging mit festen Schritten seiner Wohnung zu. Niemand brauch!« zu merken, daß er. doch nicht ganz ruhig war. In seiner Wohnung angelangt, kam ihm zum Bewußtsein, daß er auch seine Frau nicht unnötig beunruhigen dürfe. Darum zeigte er ein möglichst gleichmütiges Wesen, als ihn seine Frau jragte: „Was hast denn du heute vor? Bist ja schon da?" „Nichts Besonderes. Luise.— Die Sache hat nicht viel aus sich." „Was für eine Sache?" „Nicht der Rede wert. Es ist was von der Generaldirektion gekommen." „Du hast doch sonst mit der Generaldirektion nichts zu tun?" Frau Kern sah ihn mißtrauisch-ängstlich an. „Bei besonderen Anlässen dock, mitunter mal." „Was will sie denn? Bist du deshalb früher nach Hause gekommen?" NBAHN EROMAN VOM> ER „Nicht ganz freiwillig, Lieschen." Kern räusperte sich und tat, als ob er scherze.„Ich soll mich mal'n bißchen erholen." „Erholungsurlaub?" Frau Kerns Augen leuchteten freudig auf. „Ja, aber unfreiwilliger." „Was heißt das?" Frau Kerns Blick schlug in jähe Angst um. „Na, was soll das weiter heißen?" Die Angst seiner Frau nahm Kern die Fassung. Er sah beiseite und seine Stimme wurde heiser.„Bin auf einige Zeit vom Dienst dispensiert." „Vom Dienst dispensiert?" Frau Kern sank aus einen Stuhl. „Ja. Auf einige Wochen." Kern würgte etwas im Halse.„Die Sache wird ja bald geklärt sein." „Was für eine Sache?" Frau Kern sah in ihren Schoß. Ihr schwindelte. „Weiß ich selbst nicht genau, Luise. Nehme nur so an, daß es mit dem Eisenbahnunfall und den alten Bohlen was zu tun hat. Wüßte sonst nicht, was es sein soll." „Aber warum denn dispensiert?" Frau Kern brach in Weinen aus.„Das verstehe ich nicht!" Kern stieg eine Blutwelle zu Kopf. Er schnauzte:„Na was denn! Man dispensiert eben den einen oder den anderen und unter- sucht dann." „Worum gerade dich?" Es klang wie ein Aufschrei. „Ja, das..." Kern riß seinen Rockkragen aus. Alles Blut war ihm jetzt im Kopf. Hatte er bisher das Unrecht, das man ihm angetan hatte, aus seinem Bewußtsein verdrängt, so überfiel es ihn jetzt mit doppelter Macht.„Warum gerade mich?! Das, das... Ja, ja..." wütete er.„An einen müssen sie sich eben halten, und da nehmen sie den her, der—" er erinnerte sich an den Vorsatz, seine Frau nicht unnütz zu beunruhigen, strich sich mit der Hand über die Stirn und fuhr ruhiger sort:„Hat nichts zu sagen. Wird sich bald aufklären." Er streichelte mit seiner rauhen Hand über das Haar seiner Frau.„Mich dir keine Sorgen. Werd' mir's nun mal 'n paar Tage gemütlich machen." Er ging ins Wohnzimmer und versuchte die Zeitung zu lesen. Das gelang nur halb. Häufig sah er am Zeitungsrand vorüber, sah durchs Fenster und noch häufiger nach der Tür, hinter der aus der Küche das Hantieren seiner Frau zu hören war, und wünschte, daß sie eintreten möchte, um irgendein« Bemerkung zu machen, die von den bedrückenden Gedanken ablenkte. Doch seine Frau zeigte sich nicht. Ganz sanatisch schien sie heute bei ihrer Küchen- und Hausarbeit zu sein. Man konnte hören, wie derb sie nach dem Geschirr faßte, mit kräftigen Rucken die Türen an den Schränken, am Ofen und zu den Zimmern öffnete und wieder schloß. * Daß ihr Vater vom Dienst dispensiert war, konnte nicht lange vor Anna verschwiegen werden. Als sie es ersuhr, horchte sie aus. Ihre Mutter hatte es ihr so leichthin gesagt, als ob das Ganz« gar keine große Bedeutung habe, doch klang in dem Tone etwas wider, was ihr an Mutters Sprache ungewohnt war. Deshalb drehte Anna ihren Kopf nochmals zur Mutter hin und sah ihr in die Augen. Die Mutter wandte sich zur Seite und sah wo anders hm. Auch das war Anna nicht gewöhnt. Sie fragte nicht wettsr vnd setzte sich mit gesenktem Kopf an ein Nähtischchen im Wohnzimmer zu einer kleinen Arbeit. Müde schob sie die Nähnadel langsam und Stich für Stich durch den Stoff. Am Abend traf sie sich mit ihrem Bräutigam. Dem fiel ihr zurückhaltendes Benehmen sofort auf. „Hast du Aerger gehabt, Anna?" sragte er. „Warum?" „Du bist so ernst." „Immer kann man nicht lustig sein." „Was hast du denn?" „Eigentlich nichts weiter. Mein Vater ist vom Dienst dis- pcnsiert." Herold war so bestürzt, daß er kein Wort hervorbringen konnte, (Fortsetzung folgt.) � Buch MolUfchers Jimerika Arthur H o li t s che r ist vor 18 Iahren durch ein Reise- buch über Amerika in die Reihe der besten deutschen Schilderer fremder Kulturen aufgerückt. Seine erste Amerikareise brachte Beschreibungen hervor, die, abgesehen vom künstlerischen Reiz der Darstellung, im Leser Bewunderung, aber auch Grausen vor dem amerikanischen Kontinent hervorriesen. Holitschers zweites Amerikabuch— Wiedersehen mit Amerika(S. Fischer-Berlag, Berlin)— nimmt man nun mit ganz anderen Erwartungen in die l>md. Nicht nur Amerika, auch Holitschcr hat in diesen zwei Jahr- zehnten eine bedeutsame Wandlung erlebt. Amerika ist die Vormacht des imperialistischen Kapitalismus geworden, Holitschcr aus einem radikal empfindenden Publizisten ein überzeugter Boischewist. War nicht zu erwarten, daß Holitscher zu einem Kritiker des imperialistischen Amerika von schneidender Schärfe werden würde? Diese Erwartungen werden durch Holitschers Reisebericht nicht er- füllt. Aus zwei Gründen. Zunächst lieben es die Bolschewisten, sich als den Gegenpol Amerikas aufzuspielen, gleichzeitig aber mit dem Amerikanismus(oder dem, was man so nennt) zu kokettieren. Auch Holitscher ist von dem Glauben erfüllt, daß Amerika und Rußland di« beiden Pole der Welt sind, und das führt ihn dazu, viele Dinge, die an und für sich, vom humanitären wie vom sozialistischen Stand- punkt aus, schärfste Kritik verdienen, objektiv aber eher wohl- wollend darzustellen. Der zweite Grund aber, der Holitschers Bericht nicht zu dem werden ließ, was gerade von ihm erwartet wurde, ist, daß er in diesem Buch vielfach vom Bolschewismus ab- rückt. Gewiß ist von einer offenen Gegnerschaft gegen das bolsche- wistische System noch lang« nicht die Rede, aber das Erlebnis der sozialen Verhältnisse Amerikas hat Holitscher zu einer neuen, zweifellos richtigeren Einschätzung der realen Verhältnisse geführt als von einem dem Bolschewismus bisher fo ergebenen Autor zu erwarten war. Bedauerlich ist dagegen, daß sich Holitschcr in diesem Buch zum ersten Male von einem Pessimismus fccstimmen läßt, der dem Vcr- sasser der Lebcnsgeschicht« eines Rebellen wenig zusteht. Der Houptreiz in Holitschers Büchern, auch in seinem als Roman ver- kleideten vorletzten Reisebuch„Es geschah in Moskau" (S. Fischer-Berlag, Berlin), ist die echte Hingabe an Menschen, die durch ein« bestimmte Lebenshaltung oder Tot die Menschheit vor- wärts treiben wollen. In diesem Amerikabuch fehlen solche In- dividuolerlebnisie ganz und man fühlt, daß Holitscher Amerika menschlich einsam erleben mußte. Das alles hat einen Pessimismus erzeugt, für den reale Gründe nicht ausreichend bestehen. Holitschers Optimismus gegenüber der amerikanischen Profpcrity ist ein halbes Jahr nach Erscheinen feines Buches widerlegt, und sein Pessimismus in bezug auf die Ohnmacht Europas der amerika- nischen Gewalt gegenüber wird hoffentlich auch recht bald widerlegt werden. Lelix Stössinser. FÜR DEN KLEINGÄRTNER. Kleintierhaltung im August Obwohl dos Kleinvieh seinem Besitzer im August nicht ganz soviel Arbeit macht wie in den meisten anderen Monaten, gibt es doch für ihn vieles, was unbedingt getan und nicht vergessen wer- den darf. Am leichtesten hat es der Kleintierhalter jetzt mit seinen Kaninchen, die so ziemlich alles fressen, was augenblicklich wächst und grünt: sogar Fallobst kann er ihnen geben. Dos einzige, worauf er zu achten hat, ist, daß sich in den Ställen der Dung nicht zu sehr häuft, durch den nur Fliegen und anderes Un- gcziefer angelockt werden. Dung steigert bekanntlich die Wärme im Stall sehr und verpestet durch seine erhöhte Ausdünstung den Kaninchen die Luft. Sauberkeit und gute Durchlüftung der Ställe ist unerläßlich. Da die Tiere meistens Ende August in den Haar- Wechsel kommen, empfiehlt es sich, di« Häsinnen möglichst vorher für den letzten Wurs in diesem Jahr decken zu lassen. Die Ziegen brauchen jetzt, wenn sie guten Weidegang haben, nur wenig Futter, da die Samen, die an den Pflanzen und Sträuchern reisen und von den Ziegen gern gefressen werde», das Kraftfutter fast ganz ersetzen. Nur die Böcke sollte man im Hin- blick auf di« Herbstdeckung etwas besser füttern. Vor Nässe sind die Tiere zu schützen, während ihnen etwaige vereinzelte kühle Tage noch nichts anzuhaben vermögen. Des Morgens treibe man sie erst dann aus, wenn der Tau gänzlich abgetrocknet ist. Was nun das Geflügel anlangt, so muß dieses, wenn mög- lich, auf die Stoppelfelder getrieben und infolgedessen weniger ge- füttert werden. Nur bei den Hühnern, die jetzt in die Mauser kommen und nicht hinaus auf die Fillder getrieben werden können, muß man fiir gut« und kräftige Nahrung sorgen. Die Tiere kom- men dann schneller durch di« Mauser, die sie meistens immer etwas schwächt. Die Legetätigkeit geht aus diesem Grunde jetzt ebenfalls zurück und es ist grundfalsch, diese etwa künstlich anregen zu wollen. Nach verschiedenen Beobachtungen und Versuchen empfiehlt es sich, den im Federwechsel befindlichen Hühnern— außer dem unbedingt nötigen frischen Grünzeug— am Morgen Gerste, mittags Weichfutter, das zu gleichen Teilen aus Weizenkleie und Gersten- schrot bestehen soll, und abends abwechselnd Mai» und Gerste zu geben. Bei den jungen, aus Frühbruten stammenden Tieren trenne man die Hähne von den Hennen und schlachte die über- zähligen nach eventueller kurzer Most. Man füttert die betreffen- den Hähne in diesem Fall in einem sauberen kleinen Stall mit einem hauptsächlich aus Kartoffeln und Rüben bestehenden Weich- futter. Zuchtenten sollten keinen Wassermangel leiden: sie über- winden die Mauser sonst schwerer. Ein Rupsen der Enten ist nicht zu empfehlen, weil es die Tiere zu sehr schwächt und es sich außer- dem auch nicht lohnt. Im Taubenschlag muß man stets für sauberes Trink- und Badewasser sorgen. Die Tier« werden nur abends knapp ge- füttert. Etwaige Gelege nehme man ihnen fort, da ein Brüten nicht mehr in Frage kommt. Für Sauberkeit und gründliche Durch- lüfwng des Stalles ist selbstverständlich nach wie vor Sora« zu tragen. Dies wäre das Wichtigste, was der Kleintierhalter im August zu beachten hat: er sollte aber nicht nur an den Augenblick, sondern auch an den Winter, in dem er viel Trockenfutter braucht, denken, und jetzt noch, solange es Zeit ist, die entsprechenden Kräuter dafür sammeln und trocknen. Trockenfutter kann man niemals genug haben. G. B. Erdbeerbeete rein halten Die so rasch und nicht gerade glücklich verlaufene Crdbeerernte hat die Pflanzen nicht in bestem Kulturzustand« hinterlassen. Viele Trieb« mit Blüten sind nicht zur Fruchtausbildung gekommen, son- dem vertrocknet und vielfach zeigen die Blätter die Fleckenkrankheit. Man wird also gut tun, beim jetzt notwendig werdenden Abranken die alten Pflanzen gründlichlich zu säubern. Natürlich müssen die befallenen Bläter verbrannt werden. Ein Auflockern des Bodens ist anzuraten, damit nach der Dürre eine durch die jüngsten Regengüsse geförderte Neubelebung der Pfla».zen eintritt. Die abgenommenen Senker sollten auf«in Beet, womöglich zunächst unter Glos, gebracht werden, um dann Ende August neu ausgepflanzt zu werden. P. D. Wert des Schweinedüngers. Für viele Kleinsiedler ist der aus der Schweinehaltung sich er- gebende Dünger das Rückgrat der ganzen Bewirtschaftung. Viel- fach ist nun die Ansicht verbreitet, daß der Schweinedung tief unter dem übrigen tierischen Bümjer stehe. Die Wissenschaft lehrt uns anders darüber urteilen. Nach einer im Landwirtschaftlichen Ka- lender von Mentzel und V.Lengerkc veröftentlichten Tabelle gib' Stutzer folgende Zahlen für die mittlere Zusammensetzung der Stall- düngerarten an: Organische Masse im Rinderdünger I.(in Prozenten) 20, im Pferdedimger II. 25,4, im Schafdünger III. 30, im Scknveinediinger IV. 25. Stickstoff: I. 0,45, II. 0,58, lll. 0,85. IV. 0,45. Phosphorsäure: 1.0,25, 11.0,28. III. 0.25. IV. 0,19. Kali: I. 0,55, II. 0,53, III. 0,67, IV. 0,55. Kalt: I. 0,45, II. 0,30, III. 0,30, IV. 0,05. Wie man sieht, ist das Verhältnis bei den drei wichtigen Nährstoffen: Stickstoff, Phos- pharsäure und Kali für den Schweinedung nicht ungünstig, und das Zu-wenig an Kalk läßt sich ohne große Kosten ersetzen. Zu bedenken ist ferner, daß in der Kleinwirtschaft meist auch noch Ziegen- und Kaninchendung erzeugt wird, die den Schweinedung wohl nicht quantitativ sehr vermehren, aber qualitativ die Dünger- masse bereichern. x.D. / Dreibund gegen den Arbeitersport KPD.'Sportverband/ Deutsche TurPersdiaft/ Deutscher Fu�ballbund Es gibt ein« Erscheinung in der kommunistischen Sportbe- wegung, sei es in Deutschland oder in den übrigen Verbänden der Moskauer Sportinternationaie, deren össentliche Behandlung von der KPD., ihrer Press« und ihrem Sportverband gemieden wird wie das Gift. Das sind die B«rbürgcrlichungst«nd«»zen der kommunistischen Sportbewegung und ihr Paktieren mit dem bürgerlichen Sport. Einig« Beispiele aus der letzten Zeit. In Wort und Schrift wurde im Herbst 1829 die Sport- brüderschast russisch«! Sportler mit der deut- schen Aristokratie und d«n Junkern aus d«r Trabrennbahn in Marien darf festgestellt. Unter ossi- zieller Vertretung der russischen Regierung wurde dort gemeinsam um Geldpreise gekämpft. Der KPD.-Presscdienst schwieg dazu. Er mußte schweigen, weil selbst die abscheulichst« koinmunislisch« Dem- agogi« nicht ausgereicht hätte, um die Tatsache der Gemeinschast russischer Sportler mit den deutschen Aristokraten. Feudalherr«« und Junkern abzuleugnen oder in eine bolschewistische Mission um» zubiegen. Im Frühjahr 1930 wurde öffentlich festgestellt, daß die in Ber- lin anläßlich eines„proletarischen Eisf«stes* versammelten Ber- treter der Landesverbände der Moskauer Sport- international« im Sportpalast Ehrengäste bei den bürgerlichen Eishockey-Weltmeisterschaften waren. Auch davon gab es nichts abzuleugnen oder zu verdrehen, darum schweigt die KPD.-Pr«ste und auch der Pressedienst des KPD.-Sportverbandes zu der ihnen sehr unangenehmen Geschichte. Wie die Faust auss Auge patzt dazu die vor wenigen Wochen im Ortsausschuß für Jugendpflege Erfurt gemachte und durch die Presse veröffentlichte Feststellung, daß die Kommunistisch« Jugend in Erfurt mit der n o t i o n a l s o z i a l i st i- schen Jugend und dem Kö n i gi n- Lu i s e- B u n d ge- meinsam Volkstänze durchführt. Auch diese Tatsache be- bestätigt die KPD.-Presse durch Schweigen. Die Führer des KPD.-Sportverbandes(JG.) sind Reaktionäre, die nichts anderes als den Kampf gegen die JK.-Sportoerbände, hauptsächlich gegen den Arbeiter-Turn- und Sportbund kennen. Die bürgerlichen Sporwerbände sind ihnen dazu die willkommensten Bundesgenossen. Darüber berichtet aus eigenen Erfahrimgen der im Frühjahr 1939 zum Bund zurückgekehrte Schwiminverein „Move", Berlin, dessen Mitglieder seit dem Bundestag 1928 dem kommunistischen Sportvcrband angehörten, in seinem Mitteilungs- blatt vom Juni/Juli folgendes: „Bor aller Oeffenklichkeit wollen wir hier feschalten, daß diese Sorte von„geistigen"' Leitern der JG. wiederholt vor der Mitglied- schast sich geäußert hat:„Eher gehen wir zur Deutschen Turnerschast als noch einmal zum Arbeiter- Turn- und Sportbund." Am unverfrorensten hierin waren Friedmann und Prietzel." Diese Feststellung ist nicht nur vom Verein„Möoe", sondern auch von anderen guten Kennern der JG.-Leitung öffentlich ge- macht wvrden. Prietzel ist der Berliner„Sportsachmann" der KPD.-Reichszentrale. Tum dritten letale Uruguay Abschluß der Fußballmeisterschaft Nach mehr als vierzehntägiger Dauer sind die Kämpfe um die Fuhball-Welwieisterschait am Mittwoch in Montevideo mit dem Schlußspiel zwischen Uruguay und Argentinien beendet worden. Wie 1924 in Paris und 1928 in AmsteÄam gelang es der Nationalmannschaft von Uruguay, den Weltnieistertitel zu erringen. Bei den Olympischen Spielen in Amsterdam war eben- falls wie diesmal Argentinien der Gegner von Uruguay, und mit gleicher Erbitterung wie damals wurde um den Sieg gestritten. Man wird sich erinnern, daß 1928 zwei Spiele notwendig waren, um den Endsiegcr zu ermitteln. Nach einem unentschieden 1: 1 verlaufenen Treffen gewann Uruguay den zweiten Kamp- mit 2:1 Toren. Nicht weniger als 79 999 Zuschauer rrlpbten in Montevideo das End- spiel. Noch beim Seitenwechsel führte Argentinien nach aufregendeiu Kampf mit 2:1 Toren, doch dann wendete sich das Blatt und drei Treffer verhalfen Uruguay zu einem 4: 2- S i e g. ReidisverfassungS'Zielfahri Der Polizei-Motorrad-Club Berlin e. V.(DMV.) veranstaltet am 9. und 19. August d. I. die„2. R e i ch s v e r- fassungs-Ziel fahrt nach Berti n", verbunden mit einem Begrüßungsabend(Sonnabend). Das Ziel- und Beranstallungs- lokal ist das Gartenrestaurant„Zum Spandauer Ber g". Berlin-Charlotenburg, Epandaucr Chaussee 57, und ist durch Flaggen und Zielbond kenntlich gemacht. Zur Teilnahme berechtig sind alle Motorrad- und Wagensührer Deutschlands und fremder Länder, auch wenn sie keinem Klub bzw. Verband angehören. Das Nenngeld beträgt 5 Mark. Am Sonntag um 15 Uhr Begrüßung der Ziel- fohrcr und sämtlicher Teilnehmer der Veranstaltung. Anschließend Ausschmückung der Maschinen und Wagen mit den Reichs- und Landesfarben und Ausstellung zur Korfosahrt durch einen Teil der Reichshauptstadt. Sämtliche Nennungen und Zahlung der Rem»g«ld«r sind an die Geschäftsstelle des Klubs, z. H. des Herrn Polizeiobermcisters Friedrich Krenz, Berlin-Halenfee. Karlsruher Straße 13, Telephon: Pfalzburg 9586, zu richten. Auskünfte, Ausschreibungen, Nennungs- jormulare, Kontrollkarten und Eintrittskarten für die gesamte Ver- anstaltung sind durch die Geschäftsstelle erhältlich. Der junge holländische Rennfahrer Leo Lerne, der am Sonntag auf der Bahn von Groningen zu Fall gekommen war, ist am Mitt- woch vormittag, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben, seinen schweren Verletzungen erlegen. Leo Lecnc hatte sich bei dem Sturz neben anderen inneren und äußeren Verletzungen«inen schweren Schädelbruch zugezogen. Arbciter-T ennis Sericnspicle am 3. August Bereits am kommenden Sonntag nehmen die Serienspiele im Arbester-Tennis ihren Fortgang. In der I.- Gruppe für Männer spielt Tennis-Rot- Lichtenberg I gegen Tcnnis-Rot- R e u k ö l l n, 8 Uhr, Bolkspark Neukölln. Neukölln darf auf eigenem Platz nicht unterschätzt werden. Tennis-Rot- Lichtenberg II trifft sich mit Tennis-Rot-Gefundbrunnen, 8 Uhr, Humboldthain. In der Frauen-L-Gruppe spielt Tennis-Rot-Prenzlouer Berg gegen FT.-Spandau, 8 Uhr, Rudolf-Moffe-Straße. Spandau dürfte sich durchsetzen. Tennis-Rot-Friedrichshain hat um 14 Uhr im Fricdrichshain Tennis-Rot-Wedding zu Gast. Tennis-Rot- Friedrichshain spielt in der Männer- k- G ru p p e gegen FTGB.-Neukölln. 14 Uhr" Sportplatz Friedrichs- Hain. Roch den bisher gezeigten Spielen dürfte sich Friedrichshain endgültig die Gnippenfpitze erkämpfen. Auf den Plätzen an der Rudotf-Moffe-Straß« tritt um 8 Uhr Tennis-Rot-Prenzlaucr Berg gegen FT.-Spandau an. Spandau dürfte einen überlegenen Sieg landen. Tennis-Rot-Wedding spielt um 8 Uhr im Volkspark Reh- berge gegen FTGB.-Wedding. Straßenrennen bei Solidarität Das nächst« Straßenrennen der bundestreuen Rennfahrer findet am Sonntag, dem 3. August, früh 7 Uhr, statt. Die Strecke führt von Köpenick über Müggelheim— Gosen— Reu-Ztttau bis Friedersdorf und zurück. Nach den vorliegenden Meldungen wird in der �-Klasse der Sieger unter Köllner, Prause und Zimmermann zu suchen fein.' In der L-Klasse wird zweifellos Unzer als Sieger hervorgehen, doch auch Ncumann verdient genannt zu werden. In der L-Klasse, die die stärkste Beteiligung aufweist, wird Sachtleben alles daran setzen müssen, um Fahrer wie Balke, Schneider und Huhn hinter sich zu lassen. Das Umkleidelokal besindet sich in Küpe- nick, Müggelheimer Straße 29(Ecke Dorotheenstraß«), Lokal zur grünen Trift. Der Sammelswrt ist in Berlin am Ringbahnhof Treptow, früh 4',l.. Uhr. Alle Fahrer müssen bis 6 Uhr in Köpe- nick fein. Spieltest im Fricdrichsham Am nächsten Sonntag, dem 3. A u g u st, hält der Bezirk „Osten" der Freien Turnerschaft Groß-Berlin im Stadion Fried- richshoin ein Spiel- und Turntest ab. In den Vormittagsstunden werden die unteren Mannschaften Handballspiele austragen. Der Hauptgegncr des Nachmittags ist Vorwärts-Hennigsdorf. Das .Hauptspiel der 1. Mannschaften ist um 17.29 Uhr. Weiter werden turnerische Vorführungen des Bezirks„Osten" und schwerathlctifche Darbietungen des SportNubs„Einigkeit" gezeigt. 50 OOO Zuschauer im Breslauer Stadion Das dritte s ch l e f i f ch e Kreisfest des Arbeiter- Turn- und Sportbundes war in sportlicher und moralischer Hinsicht ein voller Erfolg. Die Zuschauerzahien, die die deutschen Kampfspiele in Breslau auswiesen, wurden bei weitem überboic». Am Sonnabend waren 12 999 und am Sonniag 39 000 Zuschauer im Stadion Zeuge» des TNafsenausmarjches der schlefifchen Arbeiter- fportler, der zugleich ein Auftakt und Mahnruf für den bevorstehenden W a h l k o m p f darstellte. Das Fest wurde am Sonn- abend eröffnet durch die Begrüßungsreden von Partei, G c- werkschaft, des Bundesvorsitzenden und Kreis- Vertreters. Den Sonnabendobfchluß bilde« das wirkungsvolle Festspiel„Mach dich frei!" Zum Festzug am Sonniag marschierten 6900 Aktive mit 250 Fahnen auf, begleitet von den Klängen der 299 Spielleute. Im Rahmen des Kreisfestes kam das Fußballspiel Schlesie n— W a r s ch a u zum Austeag, das Schlesien 5: 1 gewann. Krcis-Wasserballmeister wurden die Freien Schwimmer Breslau. Bei der Ruderregatta belegten die Freien Wasserfahrer von Dresden im Junior- und Senior-Vierer den ersten Platz. Die übrigen sportlichen Veranstaltungen standen auf voller Höhe. Vereinsvierkampf in Stettin In Stettin kam ein Vereinsvierkampf zum Austrag, der folgende Ergebnisse zeitigte:„Frei Stettin" 1285,83 Punkte. VfL. Leipzig- Südost 1264,69, Freie Turnerschast Stettin 1242,71, Bcrlin-Moabit 1981,48 Punkte. Piet van Kempen für Linari. In der Besetzung der am Freitag- abend auf der R ü t t- A r e n a stattfindenden Radrennen mußte eine Umänderung vorgenommen werden, da der Italiener Linari unter den Folgen eines Sturzes leidet und nicht an den Start gehen kann. An seiner Stell« bestreitet Piet van Kenipen das Mannschaftsrennen mit dem Italiener Dinale als Partner. Nartel Ritte. All« Sartcllvrrcinc bclcilisen sich an der Anti-Nrieasdeman- ltration der SPD.»och dem Lustgarten. Trcsfpuutt am I. August. 17'.? Ustr. Arkonaptat,. zahnen und Transvarrntc find mit,»bringen. Erscheinen ist Pslicht eines jeden Sportlers. Statten fiir Arbeitersport und Störperpslege, Z.»e,irt Weddinp. An alle?er- ein« und Abteilungen ergeht das Ersuchen, sich rege an der Anti-Striegskund- gedung am zreitag. dem t. August, im Lustgarten, ,u beteiligen. Treffpuntt i« Uhr auf dem Brunnenplatz. Fahnen»nd Transparente mitbringen. Ucdungs- abcndc oder Sifiungc» mstfien ausfallen. starten fiir Arbeitersport und«»rperpflege, Berlin e. B., tZ. Bezirk Tempel. hos. Die Arbeitersportlcr und.sportlerinnen beteiligen stch geschloffen am 1 August an der Anti-Nriegskundgebung im Lustgarten, zur unser» lZ. Bezirk Trefspunkt IS Uhr Uststcinhaus. Abmarsch 18ü> Uhr durch die Berliner Straff? bis zur Untergrundbahn, lkahrt bis ssranzöstschc Straffe. Weitermarsch bis z»»i Lustgarten. Sämtliche Sportler in Straffcntleibung ohne Stopfdedelkung und mit Schillerkragen. Sportlartcll Schöneberg-Zfriedena«. Treitag restlose Beteiligung an der Anli- Slricgskundgebung im Lustgarten. Treffpunkt lS'H Uhr Dönhoffplaff in Wonder- Ileibung. Nack» der»undgebung alles zum I. Echmimmabcnd im neuen Stadtbad Echönebera, Hauptstr. ZS, Ii)1'' Uhr. Bezirk Mrttll Treptow. Alle Stgrtcllpereinc treffen fich zur Anti-Striegskund- aebung am ssreitag, dem l. August, pllnktlich ISMi Uhr, am Slöllnischen Markt. Die Startcllfiffung am 4. August fällt ans. S««» Sport- un» Schuhen oereiniaunq. Alle Abteilungen beteiligen stch am I. August an der Anti-Striegsdemonftration der Partei nach dein Lustgarten. Treffpunkt I«!4 Uhr Hausvogleiplaff.?as in Trichrichsfclde'angefeffte U-b-ngs- schieffen fallt aus. Tennis-Rot Groff-Berli» E. V. Freitag für sämtliche Abteilungen auf allen Plätzen Spieloerbat. Entsprechend der zentrale« Beschlüsse für Berlin beteiligen fich unsere Mitglieder gifchlostcn an der Anti-Striegsdemonstration der Sozial- demokratischen Partei. Freie Schwimmer Sharlottcnburg, Stanuabteilung. Heute Training in Tief. werdcr. Am Sonnabend, dein 9. August, beteiligt stch alles an der Propaganda- öatzrt nach Spandau. Gemeinsame Aufsahrl der Haneloeoetue. Näher»»? Genoffe Bruhn. Im eigenen Bootshaus stnh noch einige Bootsständ« frei. Aufnahmen b«i B. Tauscndfrcund. Eharlottenburg, Wilnreesdorfcr ßtt. 44. Bootshaus Epondan-Ticfrpcrdcr. am Illrgcngrabc». FTGB.. Nuderbe, tri. Heute, JO Uhr, Sitzung im Restaurant Ernst Schmidt, Nicderschilneweide. Berliner Str. 97—»8. ASB. Schiincberg sucht für Sonnabendabend oder Sonntag ein Spiel. 1. oder 2. Männer. Telephon 6728. Arbeiter-Rad- und Slraftsahrer-Bund„Solidarität", Ortsgruppe Groff-Berli». Geschäflsstelle: Robert Rotbarth. Berlin EW. U, Schäncbcrger Str. I7a. tzuc Anli.stricgskundgcbunq am 1. August treffen fich alle Mitglieder an den vom Slartcll angcgbene» Stellplätzen, ohne Rädrr und ohne Stopfbedcckung. Fahnen und Transparente find mitzubringe».— Touren»er Radfahrer am Sonnabend und Sonntag, de» 2. und 8. Angust? 1. Abt.: Rachtlour Echvrfheide, 18 Uhr; Spiffmühle bei Strausberg, 5 Uhr. Start Bstlowstr. Zö.— 2. Abt.: Uetzdorf, 17', i Uhr: Liegnitzfee, ö Uhr. Start: Dieffenbachstr. 86.— Z. Abt.: Spreewold- fahrt, Gooff-Waffcrburg. I« Uhr: Eichwalde, Wichcrts Gesellschaftshaus, 18 Uhr. Start: Mariannenplaff lFcuerwchrdenkmal).— 5. Abt.: Uederfec, 17 Ahr: Lirpnitzscc, 6 Uhr. Start: Landsberger Platz.— 6. Abt.: Summt, 6 Uhr. Start: Slopenhogener Str. 17.— 9. Abt.: Lehnitzsee, Oranienburger Seite, 5 Uhr. Start: Triftstr. 68.- I«. Abt.: Uederfec. 17 Uhr: Liepnitzsee. 8 Uhr. Start: Petersburger Str. Z.— Abt. Eharlattenburg: Großes Fenster, 6 Uhr, Start: Wilmcrsdorfrr Str. 22.— Abt. Schöneberg: Groff-GIicnicke, 7 Uhr. Start: Stnbenrauchstr. 5.— Abt. Renk»»: Mars". 6 Uhr. Start: Hohenzollernplatz. — Abt. Treptow-Bonmfchnlenweg: Peetzsee. 6 Uhr. Start: Bahnhof Baumschulen. weg.- Abt. Lichtenberg: Buckow, 6 Uhr. Slari: Frankfurter Alle« 286.— Abt. vberschöncweib«: Werneuchen. 7 Uhr.— Abt. Reinickrnbors: Beteiligung bei der Strrisveronftaltun« der Partei in Echulzendorf. Start: 7 und 13 Uhr Provinzstr. 198. 1.1)18 16. Augnsf- der guten Leineweber-Kleidung zu gewaltig ermäßigten Preisen Leineweber Das Haus das Jeden anzieht Berlin C Köllnischcr Fischmarkt w t* sii&zs Seidenstoffe I Posten Wasdlknnttseidc aparte Drucke und einfarbig, Wert bis M. 1.80..... jetzt Mtr.»5,«8 I POSien TOlle Kunstseide m Baumwolle, fesche Streif, in großer Auswahl, Wert bis M. 2,95. jetzt Mtr. M 1.4S 1 POSten Fonlard reinseidene, gute Qualitäten, neue Muster, ca 90 cm breit,Wert b. M. 5 90, jetzt Mtr M. Z.8Z, 2.65 i Posten Hnnstselden-Tolle' die neuesten Blumenmuster, ca 95 cm breit Wert bisM 5.90 jetzt Mir. M 3.95, 2.95............. 1 Posten demnst. 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August Im Rose-Garten Großes Winzerfest mit vollständig neuem Programm Vorverkauf Ist erbStnet l zentrai-meaier (Operettenhans) Alte Jakobstr. 30/32 Dönh. 2047 Freitag 8>>, Uhr Uraufführung Ein Zllle-niiiiOb In 3 Akten Kinder der Straiie Gaung ,. Tau m V. Lonul »t Irttar Milzir. Rundfunkhörer Balte Preise. Komtscbe Oper 8>,A Uhr PaulHeidemann in: Die Frau oline Kuss Kollo-Operette mit arit Haid. Berliner Praier SoanerBaileDttcater Kastanienalice 7—9 4 Uhr Grosses Girtnknzerl 6 Uhr Eine entzückende Burleske sowie der auserwählte Varietd-TelL 8.15 Uhr Qustl Beer, Qretl Lilien, Alex Haber, Erwin Härtung in Das Ural- mäderlhaus Singspiel in 3 Akten Musik nach Franz Schubert Heute Yolkstag! Auf allen numer. Plätzen SO Pf. außer Loge. Thnt.iiinKanB.Tor Kottbusser Str. 6 Tägl. OV« Wiederauftreten der ElllC' sanier mit Schorsch Ruselll. Grosses l«dKdil«gw-bTwrwi»' Üu&Of* (Beginn 1. August) Darauf haben Sie gewartet 1 Die gute Weiss-Kleidung und diese Preise... 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