BERLIN Zreitag 1. August 1930 10 Pf. Nr. 356 B 122 42. Jahrgang erscheinttäglkch austerGuuataz«. Zugleich Abendausgabe des.DorirSrts'. Betugsprei« beide Ausgaben 85 Pf. proWoche, S.KOM. pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW es, Lindeustr.s // n (€ Anteigenpreit: Die einspaltige Nonpareillezeile so Pf., Reklamezeile K M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr.»7536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Sensation im Zeiher Prozeß. Zustizobersekreiär als Nazispihel im Gerichtssaal.- Aazidrohbrief gegen die Hauptzeugin. Zeih. 1. August.(Eigenbericht.) Die Klein« Strafkammer des Landgerichts Naumburg tagt heut« unter dem Vorfitz des Landgerichtsrats Lohmeyer im Amtsgericht in Weihenfels. Als Schöffen fungieren zwei Ar. beiter. Angeklagt der schweren Körperverletzung ist der sran- zösifche Staatsangehörige Cuvelier, geboren am 1. Juni 1908 zu Tourcoing in Nordsrankreich, der zur Teilnahme an einem deutsch- französischen Ländcrwettkanipf im Schwimmen nach Zeitz gz- tommen und in der Nacht zum 7. Juli unter dem Verdacht, oinen Zeitzer Einwohner- mit einem Messer gestochen zu haben, verhaftet worden war. In erster Instanz wurde Cuvelier im Zchnelloerfahrcn auf Grund äußerst mangelhafter Beweiserhebungen, ohne daß dem angeklagten Franzosen ein ausreichender Dolmetscher zur Verfügung gestellt worden war, unter Versogung mildernder Umstände zu ei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Staatsanwaltschaft, damals durch den Oberstaatsanwalt Keßler aus Naumburg vertreten, hatte sechs Monate beantragt und die Versagung der mildernden Umstände, wodurch die Umwandlung in eine Geldstraf« unmöglich wurde, damit begründet, daß Cuvelie« hartnäckig bis zum letzten Augenblick geleugnet habe, obwohl der gestochene Schröder ihn als Täler bezeichnet hatte. Das Urteil des Amtsgerichts— Gericht sajsessor Schulze— hatte sich diese Begrün- dung zu eigen gemacht und weiter erschwerend angenommen, daß er als Gast in Deutschland gewesen sei und daher das Gastrecht miß- braucht habe. Das Messer ohne Spuren. Im heutigen Termin oertritt die Staatsanwaltschast der Vec- treter der Naumburger Generalstaatsanwaltschaft, Obe.-staatsanwalt Rogivu«. Es ist anzunehmen, daß diese Betrauung mit der Anklage. crhebung eine durch das Justizministerium veranlaßt« Desavouierung des Oberstaatsanwalts Keßler darstellt, haben doch die Beweis- anträge der Verteidigung, des Rechtsanwalts Blume aus Leipzig, bei oller Anerkennung der guten Absicht, durch ein Schnellversahren dem französischen Schwimmer weitere Untersuchungshast zu er- sparen, ergeben, daß in bezug auf die tatsächliche Nachprüfung des Sachoerhalts schwere Unterlassungen erfolgt sind. Es er- gibt sich auch hier wieder, daß ohne Geständnis im Schnellverfahren nicht Recht gesprochen werden sollte. Den Angeklagten belasten ver- schieden- Zeugenaussagen, für ihn spricht die Unwahrscheinlichreit, daß die Tat vollbracht worden ist, daß an dem Messer weder Blut- noch sonstige Spuren gefunden worden sind, obwohl der Sachverständige behauptet, solche Spuren etwa vom Anzug, also Wollfasern, müßten nach der Tat vorhanden gewesen sein.' Die Kriminalpolizei hatte damals trotz genauer Untersuchung keine Spuren gefunden. Das Klappmesser kann infolg« eines fehler- hasten Mechanismus nur mit einer Zange geöffnet werden, hätte also von dem Täter offen getragen werden müssen. Da die Tat um 2 Uhr nachts geschehen ist. es sich um einen Tumult als Folg« der Beschimpfungen durch die Nationalsozialisten handelte, desteht die Möglichkeit, daß die Belastungszeugen einer Sinnestäuschung unter- liegen, insofern man ihnen den guten Glauben zubilligen will. Es wird also in der Verhandlung auf die Frag« ankommen, ob Cuvelier . die Tat mit diesem Messer übechaupt hätte ausüben können, serner. ob, selbst wenn er sie begangen haben sollte, er nicht den National» sozialisten gegenüber, di« ihn? ausgelauert und ihn als„französisches Schwein" beschimpft hatten, in Putativnotwehr gehandelt hätte, wenn er auch jemanden getroffen hat, der zu vermitteln versucht hatte. Auf Befragen des Vorsitzenden erklärte Cuvelier zunächst. daß er und Tribullct mit den beiden Mädchen vom„Prcußen.5?os" weggegangen seien, ohne eigentlich zu wissen, wohin, denn die Mäd- chen hätten die Führung übernommen. In irgendeiner Straße, und zwar vor einem Cafe, hätten sie bemerkt, daß sie von einer Gruppe verfolgt wurden und sie hätten auch bald den Ein- druck gehobt, daß man mit ihnen anbinden wollte, denn die betref- senden Personen, die. zu dieser Gruppe gehörten, hätten die Mäd- chen am Arm gepackt und ihnen zugerufen:„Ihr dürft nicht mit den Franzosen gehen!" Dann sei ein« zweite Gruppe von Deutschen hinzugekommen, die sich offenbar für die Franzosen eingefetzt habe und zwischen beiden Gruppen habe es dann Auseinandersetzungen gegeben, in deren Der- lauf ein junger Mann von der ersten Gruppe einen der anderen Abteilung, und zwar nach Ansicht Cuvelicrs den später verletzten Schröder, geschlagen habe. 2° rsl: Gehört Ihnen dieses Messer?(Hebt ein schwarzes jest- Heute abend, am 1. August, dem Tage des Kriegsausbruchs, veranstaltet die Sozialdemokratie GroB-Berlins im Lustgarten um 19% Uhr eine Kundgebung gegen Kriegshetzer und Kriegstreiber, für Verständigung der Völker und für den Frieden der Welt. Diese Kundgebung wird gleichzeitig durch wuchtigen Massenaufmarsch den Wahlkampf einleiten gegen die Sozialreaktion, gegen Dik- taturgelüste, gegen kapitalistische BUrgerblock- politik, aber für die großen Ziele der Sozialdemokratie, für Demokratie und Sozialismus! stellbares Dolchmesser hoch.) Cuvelier: Ich habe niemckls ein solches Messer besessen. Ich habe auch überhaupt keins bei mir ge- habt. Die Zeugin Hi'ltrud Hösel aus Zeitz hatte auf Ein- ladung des Schwinnnvereins an dem Fest im„Preußenhof" teil- genommen und dabei hauptsächlich mit Cuvelier getanzt, während ihre Freundin Seeger mit Tribullet tanzte. Alle vier gingen dann gemeinsam weg und trafen auf der Straße vor dem„Sächsischen Hof" eine Gruppe Nationalsozialisten, von denen die Mädchen einige, wie Schulenberg und Duyssen, persönlich kannten. Aus der Gruppe wurde sofort gerufen:„Zhr Franzosenschweine!" Schulenburg habe dann auch die beiden Franzosen vom Bürgersteig heruntergeschubst mit den Worten:„Für Euch Franzosen- schweine ist die Straße da." Zuerst trat dann Hartmann dazwischen, dem von den Natioimlsozia- listen ebenfalls Prügel angeboten wurde mit den Worten: „Du kriegst auch gleich eine mit". Dann versuchte Schröder, den Streit zu schlichten und sagte zu den Mädchen, sie sollten di« Fran- zosen laufen lassen. Die Zeugin war von Cuvelier dann für kurze Zeit etwa um eine Straßenbreitc getrennt, und in dem Augenblick hörte sie, wie Schröder ausschrie, er sei gestochen worden, was das Mädchen erst gar nicht glauben wollte. Die anderen hätten dann aber gerufen, der Franzose habe gestochen. (Fortsetzung auf der 2. Seite.) Bürgerlicher Cinheiisblock „Die Führung muß natürlich in einer Hand liegen und dieser e i n e das... bin... Durchgreifen gegen Rohlinge. Scharfe Verfügung des preußischen Iustizministers. wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitkeilk, hat der preußische Justizminister Dr. Schmidt unter dem 29. Juli fol- gende allgemeineBersügung erlassen: Die zunehmende Der- rohung des politischen Kampfes, insbesondere die sich häufenden planmäßigen llebersälle von bewaffneten radikalen Parteien aus politische Gegner haben in letzter Zeil die öffentliche Sicherheil in bedrohlicher weise gesährdet. Zur Verhütung dermtiger Ausschreitungen hat der Reichs- Präsident aus Grund des Artikels 48 der Reichsverfassung die Der- ordnung gegen Waffe nmißbrauch vom 25. Zuli er- lassen. Räch§ Z wird mit Gefängnis nicht unker drei INonalen bestraft, wer gemeinsam mit anderen zu politischen Zwecken an öffentlichen Orden erscheint und dabei bewaffnet ist. Eine Umwandlung der Gefängnisstrafe in eine Geldstrafe ist n i ch t z u l ä s s i g(§ 27b StGB.). Soll der Zweck der Verordnung erreicht werden, so wird die verhängte Gesängnisstrafe in der Regel unnach sichtlich voll- st r e ck t werden müssen. Ihre bedingte Aussehung mit B e w Sh- r u n g s f r i st wird nur ganz ausnahmsweise beim vorliegen besonderer Umstände gewährt werden dürfen. Auch die bedingte Aussehung eines Teiles der Strafe wird grundsätzlich nur in Frage kommen, wenn winde st eus drei Rio nate der Strafe voll st reckt find. Die Oberslaalsan- wälle ersuch« ich. bei ihrer Stellungnahme zur Frage der Strasaus- sehung aus die Beachtung dieses Gesichtspunkte, hinzuwirken. Naziburschen überfallen Passanten. Gegen Ä1 Uhr kam es in der vergangenen Rächt aus der Mittelpromenade Unter den Linden, unweit der Fried- richstraße, zu einer schweren Schlägerei zwislheit hakenkreuzlern und Mitgliedern eines jüdischen Sportklubs. Mit beispielloser Roheit schlug eine Horde von etwa 20 halb- wüchsigen Nationalsozialisten auf etwa vier oder fünf Sportler ein, denen nichts weiter als die Flucht übrig blieb. Die nationalistischen Strolche griffen zu den G a r t e n st ü h l e n, die links und rechts auf der Promenade stehen, imd schleuderten sie den Flüchtenden nach. Einer der Ueberfallene» erlitt dabei erhebliche Rückenverletzun- g e n. Als das Ueberfallkommando erschien, waren die Ronnys sämtlich verschwunden. * Gegen 2 Uhr entwickelte sich in der Friedrichstraß« Ecke Leip-- ziger Straße abermals zwischen Mitgliedern des jüdischen Sport- klufis und Nationalsoziali st en eine Schlägerei, wobei ein Chauffeur, Georg Prinz aus der Stoipischcn Straß«, der vcr- inittelnd eingreifen wollte, einig« Kopsverletzungen und eine Ge- hirnerschlltterung davontrug. Er wurde von der Rettungs» stelle zum Ilrban-Krankenhaus übergesührt. Ein Nationalsozialist namens Ernst K. aus Neukölln, Kaffer-Friedrich-Straße, erlitt eben- falls Verletzungen, konnte aber nach Anlegung von Verbänden! auf der Rettungsstelle wieder entlassen werden. Auch hier konnien die Beteiligten beim Nahen des Ucb«rfallkomma>»dos die Flucht ergreffen. Warnung an die Scharfmacher. Der Zieichsarbeiisminister will endlich eingreifen. Vorkommnisse der lehten Zeit haben den Reichsarbeitsministcr veranlaßt, die Beschassungsressorts daraus hinzuweisen, daß es nicht angängig sei, öffentliche Austrüge an solche Firmen zu vergeben, die in den Beziehungen zu ihren Arbeit- nehmern ein offenbar unsoziales Verhalten an den Tag legen oder durch ungerechtfertigte Entlassungen, ungerechtfertigte Heber stunden oder Masfenentlassung. die nicht in der wirlschostlichen Lage des einzelnen Betriebes begrün. det sind, den Zwecken zuwiderhandeln, die die Reichs- regierung mit dem Arbeitsbefchasfungsprogramm verjolgt. Prozeß Cuvelier. (Fortsetzung von der 1. Seile.) �uerstaatsanwalt:„Hat je in and seit der letzten Verhandlung mit Ihnen über die Sache ge sprachen?"— Zeugin:„Nein." Der Vorsitzende ermahnt« si«� gerade in diesem Punkte recht bei der Wahrheit zu bleiben, denn es würden Zeugen auftreten, die das Gegenteil behaupteten. Ins- besondere wurde gesogt, daß der Vorsitzende des Schwimmvereins inj, ihr bei einer Autotour gesprochen habe. Zeugin:„Wir haben uns olle über die Sache unterhalten, aber ich habe vor acht Tagen einen Brief von dem Ortsgrnppen- ,vr-' leitet der NSDAP, bekommen. Vors.:„Dieser Brief lautet: „Sie haben in dem Prozeß unter Eid ausgesagt, daß National- soziaiiflen di« Aranzofen beschimpft hätten. Al» Aührer der Ortsgruppe Zeitz der NSDAP, fordere ich Sie aus, mir die Namen der betreffenden Nationalsozialisten mitzuteilen. Wenn Sie da» nicht können, nehme ich an, daß Sie dazu nicht in der Lage sind. Zch werde dann ein Ermittelungsversahren wegen J a( f ch e i de» bei der Staatsanwaltschaft einteilen. gez. Wolkersdorf". Vors.: ,/)abtn Sie nicht auch mit dem Vorfitzenden des Schwimmvereins gesprochen?"— Zeugin:(sehr entschieden)„Nein, ich war auch niemals allein mit ihm."— Oer Iustizobersekretär als Spitzel. In die Zeugenvernehmung platzt wie ein« Bombe, daß dem Vorsitzenden, der sich eingehend bemüht, den Sachoerhalt aufzuklären, mitgeteilt wird, daß die auf de««ang wartende« national.,'ozialifti- sehe» Zengen von einem Zuhörer nicht nur über die Verhandlung auf dem laufenden gehalten, sondern ftir ihre kommende« Aussage« beeinflußt werden. Sie sollten dafür sorgen, daß der Eindruck entstehe, bei dem national' sozialistischen Haufen seien nur zwei naiionalsozialistische Mitglieder gewesen. Der Zuhörer wurde ermittelt, das Gericht verwies ihn ans dem Saal, die Möglichkeit eines Verfahrens wegen Zeugenbeeinflussung blieb offen. Sein« Personalien öffentlich sestzustellen, hatte das Gericht keine Neigung, bis der Per teidiger darauf drang. Do brauchte das Gericht nichts mehr fest zustellen, henn es kannte den Mann, der die Unverschämtheit be gangen., Ns ist der Iustizobersekretär am Amtsgericht Weißenfels, Hauck, früher Mitglied der Rational- 'i*. sozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Seine Beamtenlaufbahn dürste damit wohl beendet sein, denn da» förmliche Disziplinarverfahren mit dem Ziel der Dienstentlassung wird, wie wir hören, sofort eingeletet werden. Dom Vorfitzenden zur Rede gestellt, erklärte Hauck zunächst nur, er habe mit den beiden Nationalsozialisten darüber gesprochen, daß es doch nicht stimme, daß die ganze Gruppe, von der die Rede gewesen sei, aus Nationalsozialisten bestanden hätte. Der Zeug« D u y s s eji, der gleichfalls hereingeholt wurde, gab aber zu, Hauck habe ihnen erklärt, sie sollten sagen, daß nur sie beide es gewesen seien, näritfich er und Schuienburg. � Daraufhin wies der Vorsitzend« den Iustizobersekretär aus dem Saal und verbot ihm, weiter an der Verhandlung teilzunehmen. Gleichzeitig wurde aus eine Bemerkung der Verteidigung auch der im Saal anwesende Ortsgruppenleiter der Zeitz«? NSDAP., Woltersdorf, vom Borsitzenden streng er- mahnt, keinerlei Verbindung mit den auf dem Korridor wartenden Zeugen herzustellen, widrigenfalls auch er den Saal verlassen müsse. Nachdem dieser Zwischenfall beigelegt war, wurde im Zeugen- vechör fortgefahren. Die Zeugin Hösel erklärie ebenso wi« das andere Mädchen, Erna Seegcr aus Weißenfels, daß ein Mann, den sie beide nicht kennen, näher zu Schröder ge- standen habealsCuvelier. Im übrigen bestätigte di« zweite Zeugin im wesentlichen die Darstellung des Fräulein Hösel. Dann wurde der Nationalsozialist Duyssen aus Zeitz vernommen, der zunächst erklärte, daß er mit seinem Partei- genossen«chulenburg nur ganz zufällig ,n diesen Hause« geraten sei, aus dem er weitere Personen nicht ge- kannt habe. Er habe auch gesehen, wie die Franzosen von irgend jemandem angehalten worden seien, und«r, Duyssen, sei es gewesen, der Hartmann zurückgestoßen habe. Bon dem Angeklagten Euvelier wisse er nur, daß dieser mit den Armen gefuchtelt habe. Vors.: Sie können die Antwort auf die Frage, die ich Ihnen jetzt vorlegen werde, eventuell oerweigern: Haben Sie vielleicht selbst Schröder gestochen? Wenn Sie die Frag« beantworten, so tun Sie das unter Ihrem Eid. Zeuge: Nein, ich habe nicht gestochen. Auf Veranlassung des Oberfwatsanwalts mußten sich dani, Euvelier und Duyssen nebeneinanderstellen und dabei ergab sich zur ollgemeinen Ueberrafchung, daß sie nicht nur gleichaltrig und'von gleicher Größe sind, sondern daß sie sich auch äußerlich merkwürdig ähneln, so daß man sie ohne weiteres für Brüder halten könnte. Sie tragen beide genau die gleiche Haartracht und auch die beider- seitigen Gesichtszüge haben ungesähr denselben Schnitt und zum lleberfluh hatten sie noch Anzüge von der gleichen brnunen Farbe an. Rechtsanwalt Blume hielt dem Zeugen Duyssen»och vor, daß in dem nationalsozialistischen Organ„Der Kampf" einige Tage vor dein Schwimmsest gestanden habe:„Deutsche Männer und Frauen! Zeigt den Vertretern dieser oer- ruchten Nation, daß eine Annäherung unmöglich i st!" Weiter hielt er ihm vor, daß er, Duyssen, schon einmal im Jahre 1926 wegen gefährlicher Körperverletzung, und -war im Zusammenhang mit einem Konflikt mit einem Gewerkschaftssekretär verurteilt worden sei. Der Zeuge gab zu. daß ein Verfahren eingeleitet morden sei, das aber nicht mit der Berurteiwng geendet habe. Verteidiger: Warmn sind Sie denn den Franzosen»achgegangen?— Zeug«: Weil die anderen ihnen auch nachgingen._ R.-A. Blum«: Schulenburg hat ober gesagt, um nachzusehen, ob sich die Franzosen mchr an den deutschen Mädchen vergriffen. - Der Angeklagte Euvelier bestätigt« dann noch, haß Duyssen derjenige gewesen sei, der gegen Hartmann vorgegangen sei. Der Streik der Hamburger Fischhallcnarbeiier ist durch Verein- barung beendet worden. Den Arbeitern der Fischhallen sowie dem Fahrpersonal wurde unter Weitergeltung der alten Löhne eine besondere Zutage gewährt. Die Arbeit ist am Donnerstag wieder aufgenommen worden. 3>er 1, Augufl der Soniel Imperialisten Äte Sowfef Zriedenskundge- hangen de» 1. Aagufl haben in llloakau damit begonnen, daß 50 neue Wriegsflugzeuge den ItlilUärbehörden übergeben trurdeu.'Wie weit die Schule in den äbienft des Sotriel'Jm periaUsmus gestellt, steigt diefes Mild ruffifeher Schulkinder, die in ihrer Serien st eil im Schießen ausgebildet werden Lebenshaltung wieder verteuert! Ltnd mit Lohnsenkungen will man die preise senken. Der Reichoindex für die Lebenshaitungsk offen(Ernährung. Wohnung. Heizung, Beteuchtuog. Bekleidung und sonstiger vedars) ist nach den Feststellungen de» Statistischen Keichsamtes im Juli gegenüber dem Vormonat von 147,6 auf 149.3 proz. gestiegen, nach- dem schon der vlonat 3uli für da» ganze Deutsche Reich eine Verteuerung der tebenshalwng gebracht hatte. * Diese Verteuerung der Lebenshaltung ist ausschließlich zurückzuführen auf die Verteuerung der Lebens- mittel: diese geht wiederum zurück auf die Tatsache, daß kurz vor der neuen Ernte und während der Durchführung der Ernte di« Lebensmittelpreis« immer anziehen und daß serner sich gerade in dieser Zeit Zollerhähungen am stärksten auswirken. Di« Zoll- Politik Schieles führt als» in einem Moment der aller- größten Arbeitslosigkeit und Arbeitslosennot zu einer Vertesterung der Lebenshaltung, ohne daß die Regierung. daran denkt, gegen diese für die Landwirtschaft fast durchweg nutzlose Verteuerung etwas zu tun. Dabei hofft dies« Regierung noch immer, Preissenkungen durch Herabsetzung der Löhne fördern zu können. Sie hat sich daraus berufen, und die deutschen Unternehmer taten das bisher noch alle Tag«, daß die Lebenshaltungskosten um einig« Punkte zurückgegangen seien. Jetzt sind dies« Kosten innerhalb zwei Monaten um ebensoviel gestiegen, wie früher ein Rück- gang vorlag. Während die Lebensmittelkosten steigen, oersucht i n Berlin eine Industrie, der es bisher glänzend ging, systematisch das Einkommen der Angestelltenmassen zu drosseln. Hier liegen Gefahren vor, deren Tragweite die Regierung beachten möge. Da» allermindefie, wa, jeßt sofort zu geschehen hätte, wäre die Anwendung der neuen Kartellverordnung in der Richtung, daß sämtliche gebundenen Lebensmittelpreise für den Handel freigegeben werden. Giaaisvolk und Lnieressenienhaufe. Wer ist es? � Reich-finänzmimster Dietrich hak die Alternative ausgestellt: .Interessenten Haufen oder Staatsvolt." Dieses Schlagwort kehrt wieder im Gründungsaufruf der sogenanrrten Deutschen Staatspartei. Was ist Staatsoolt und was ist der Inieressentenhause? Der.Iungdeuische", das Organ des einen Führers der Staatspariei, gibt darauf die Antwort. Er bezeichnet Anton Erkelenz als einen typischen Vertreter von Jntevessentengruppen. Wer ist also der Interessentenhaus«? Der Jnteressentenhaufe, da- sind jene Angestellten und Arbeiter, die sich nicht stillschweigend zur höheren Ehr« de» Unternehmertums abbauen lassen wollen, sondern erregt und laut dagegen protestieren, daß sie der Arbeitslosigkeit preisgegeben wer- den sollen. Der Inieressentenhause, das sind die Arbeiterorganisd- t i o n e n, die sich gegen die Absicht des Lohnabbaues zur Wehr setzen. Der Jnteresseirtenhaufe, das sind die Arbeitenden und die Erwerbslosen, die sich nicht in der Zeit der Not den sozial- politischen Schutz rauben lassen wollen, der sie gerade in Notzeiten vor dem EWid bewahren soll. Aber das Staatsvolt— nicht wahr, das sind die Berliner Metallindustriellen, die den Abbau betreiben, da- sind jene M i t t e l st ä n d l e r, die die Sonderbesteuerung der Konsum- oerein««durchgedrückt haben. Die Arbeiier, welche di« Staatslasfen tragen sind der Jnteresscntenhaufen— aber die Kapitalisten, die ihr Kapital ins Ausland flüchten, weil sie kein« Steuern zahlen wollen— das ist das Staatsvolk? �echiskrach in Pommern. Agrarische Einheitsliste gescheitert. Der Versuch, eine agrarische pommersche Einheits- liste auszustellen, ist gescheitert. In Pommern wird also eine K�aft- prob« zwischen Schiele und Hugenberg erfolgen. Hugenberg und Treviranus. Di« Herren Treviranus und Hugenberg waren beide im Wahlkreis Westfalen- Nord auf der deutschnationalen List« ge- wählt. Nach der Reichstagsauflösung verkündete die Treviranus nahe- tehende Presse, Hilgenberg werde aus Angst vor der Nieder- läge nicht mehr in Westfalcn-Nord kandidieren. Dies ließ Hugen- berg dementieren. Heute meldet die Hugenbergpresse, Treviranus werde aus Angst vor der Niederlage nicht mehr in Weftf'alen-Nord kandidieren. Er habe sich für die Konservative Dolksportei in Hamburg aufstellen lassen. Das letztere ist Tatsache. R 100 gelandet. Beschädigungen noch schwerer Sturmfahrt. Montreal. 1. August. Das englische Luftschiff R. IVO ist nach Beendigung einer transatlantischen Fahrt um 4.2V Uhr Ortszeit (10.20 MEZ.) auf dem Flugplatz St. Hubert gelandet. Der letzte Teil der Atlantikfahrt des enMischen Luftschiffes R 100" hall« unter Mißgeschick zu leiden. Nach«ineni offiziellen Bericht de» Luftfahrtministeriums hat das Lustschiff durch die Un- bilden der Witterung Beschädigungen der Hülle sowie der Steuer» und der B a ckb o rdf l o ff« ertitten, die es notwendig machten, die Fahrtgeschwindigkeit des Luftschiffes weseni- lich herabzusetzen. Die Beschädigung der Backbordflosse ist erheb- lich. Die Schäden konnten während der Fahrt notdürftig ausge- bessert werden. Flucht vor dem Lustangriff. Schuh Lyons unmöglich.— Flucht aus der Stadt einzige Rettung. Pari». 1. August. In Lyon fand eine Besprechung der Militär, und Zivilbehörden stak», um über da» Ergebnis der großen Luftmanöver zu beraten. hierbei wurde einstimmig festgestellt, daß die verkeidigung der Stadl fo, wie sie im Augenblick organisiert ist. vollkommen u n- genügend fei, um sie wirksam gegen einen Luskangriss zu schützen. E» fei u n m ö g i i ch, die gesamte Bevölkerung mit Gasmasken und Kleidern gegen Gasangriffe zu schützen. Deshalb müßten schon jetzt Vorkehrungen getroffen werden, um den größten Teil der Ein- wohner im Falle eines Angriffes au» der Stadt zu schaffen. Englische Arzneien boykottiert. Bombayer Apotheker und Drogisten für nichtenglifche Waren. London, 1. August. Der Boykott englischer Waren in Bombay hat jetzt auch aus die Arznei- und Heilmittel übergegriffen. Bon den insgesamt 127 Apothekern und Drogisten haben sich 104 verpflichtet, ihren Bedans an Arzneien oder Drogen nur bei nichtenglischen Lieferanten zu decken. Di« BmNbayer medizinische Union, von der dieser Boykott veranstattet wird, hat auch an alle indffchen Aerzte di« Aufforderung gerichtet, sich der Bewegung anzuschließen. Gattenmord auf dem Wedding. Die Frau im Streit erschossen.- Oer Täter geflüchtet. heuie mittag wurde die 53jährige Frau Mariha P i ck e r 1 in ihrer Wohnung. Gorichtstr. 54/55, vermutlich von ihrem Ehemann. mit dem sie in Scheidung lebt, erschossen. Der Täter ist flüchtig. Ueber die Bluttat wird noch folgendes bekannt. Frou P. hat vor einiger Zeit gegen ihren Mann die Scheidungsklage eingeleitet. Von ihrer Wohnung im Gartenhaus hatte sie ein Zimmer abvermietet. Im Laufe der letzten vier Wochen erschien Pickert, der inzwischen sein« Arbeit verloren hat, mehrmals und forderte Geld. Als er von seiner Frau auch das letztemal abgewiescn wurde, entfernte er sich mit der Drohung, daß er blutige Rache nchmen werde. Gestern mittag sahen Mieter, wie Pickert kurz nach 12 Uhr das Haus betrot. Obgleich er sich seinen Bart hatte ab- nehmen lassen wollen ihn die Leute bestimmt erkannt haben. wenige Augenblicke später krachten auf dem Treppenslur des Gartenhauses mehrere Schüsse. Als Flurnachbarn hinzueilten, fanden sie Frau Pickert in einer großen Blutlache leblos auf. Die Tür stand fperrweit offen. Der Täter muß. als Frau P. die Tür ahnungslos öffnete, sofort losgefeuert haben. In der ersten Verwirrung fft es ihm leider gelungen, zu ent- kommen. Bei Schluß des Blattes ist die Kriminalpolizei sowie die Mordkommisston mit der Ausnahme des Befundes am Totort nach beschäftigt. An die Seite der Arbeitenden! Sin Llebertritt zur Sozialdemokratie.— Protest gegen kapitalistische Brutalität. Der Schritt von Anton Erkelenz hat als Signal gewirkt. Dr. E r n st L e h m a n n, Pfarrer der Lutherkirche in Mann- heim, einer der Mitbegründer der Nationalsozialen Partei Naumanns, dann jahrelanges Mitglied der Deutschen Demo- kratischen Partei hat um die Aufnahme in die Sozialdemo- kratische Partei Deutschlands angesucht. In dem Schreiben, das seinen llebertritt zur Sozialdemokratie begründet, heißt es: „Ich ersuche hiermit um meine Aufnahme in die Sozial- demokratische Partei Deutschlands. Wenn ich als fast Siebzigjähriger mich noch zu diesem Schritt entschlossen habe, so erfordert derselbe auch eine besondere Begründung. Denn ich komm« zu der SPD. als einer, der von Beginn seiner psarr- amtlichen Wirksamkeit an in engster Fühlung mit dem werktätigen Volk, unter der Führung Friedrich Naumanns in die Politik hineingegangen ist. Ich habe dann mit Naumann und seinen Anhängern den gemeinsamen Eintritt in die sich heute deutsch-demokratisch nennende Partei vollzogen und in deren Austrag auch einige Mole zum Badischen Landtag kandidiert. Seither habe ich ober in steigendem Maße die Beobachtung gemacht, daß die Deutsch-Demokratische Partei den meiner Ueberzeugung ».och für das Volkswohl notwendigen sozialen und wirtschaftlichen Aufgaben, um deren Denvirklichung willen sich meine politischen Freund« mit mir dereinst der Partei angeschlossen hatten, infolge ihrer �isaminensehung nicht oder nicht mehr gewachsen ist. Diese Beobachtung ist mir zur Gewißheit ge- worden angesichts der Vorgänge, die sich im Hintergrund des auch von den Demokraten mitunternommenen Experiments des Brüning- Blocks abgespielt hoben ur»d noch abspielen: ich sehe in diesen Vor- gängen nur zu deutlich den planmäßigen und konzentrischen Angriff de» Kapitalismus. des sich hinler dem Schlagwort der Kapitalbildnug versteckenden reinen Renleneinkommens. gegen die Arbeil und ihre gerechte Entlohnung. Wenn, rnn nur eines herauszugreifen, die I. G. Farben- : n d u st r i e als dos größte deutsche Industrieunternehmen mit einem reinen Barvermögen von über 100 Millonen Mark trotz bereits im deutschen Vaterland vorhairdencr vieler Hunderttausender Ar- beitsloser in de« eine« Jnhr 1K2S durch die Sntlnffnng von über LOOOY Arbeitern und Angestellten eine Summe von etwa 56 Millionen Mark einspart, um damit, ganz zn schweigen von den Tantieme« und Spitzen- gehältern ihrer Aufsichtsräte und Generaldirektoren, * die doppelte Summe, nämlich IIS Millionen Mark, in Gestalt einer 14prozentigen Dividende über ihre nicht mitarbeitende« Aktionäre„auszuschütten", so ist datz gewiß eine kapitalistische Brutalität er» schreckeichster Art. ■j&'-JCk.'Z'-. r"• Wenn dazu ober dieselbe Unternehmung durch ihre in den oer- schiedenen bürgerlichen Parteien sitzeirden Aufsichtsrät« die Front derer verstärkt, welche die Lasten der wesentlich durch sie verursachten Arbeitslosigkeit systematisch auf die Schultern der durch sie in ihrer ganzen Arbeitsexistenz erschütterten Kreise abzuwälzen suchen, so ist das allerdings ein Fanal, une es mit der Wirtschaft- lichen die politische Loge innerhalb unseres deutschen Vaterlandes nicht gut greller beleuchten kann. Angesichts dieser Lag« führen meine eigenen politischen An- jchauungen nun auch mich noch, ebenso wie meinen langjährigen Parteifreund Anton Erkelenz, in die Reihen der Sozialdemo- trotischen Parffl, welche mir die gekennzeichnete Lage allein zu durchschauen und aus dieser Erkenntnis heraus den unumgänglichen Kamps für die Arbeit und das werktätige Volk zielbewußt und be- sonnen zu führen sucht.* Diese Begründung weist auf die ganz einfachen und klaren sozialen Tatsachen hin, die durch keinerlei Phrasen der Parteien des Brüning-Blocks aus der Welt geschafft werden können?__ Englischer König unterzeichnet Flottenpokt. Die Rotiflkations- Urkunde des Londoner Dreimächtepakte» ist vom englischen König unterzeichnet worden. LerÄbnid ist die Spälausgabe des..vorwärts'. Da» Blatt ist bei den Straßen Händlern, an dea Zeitungskiosken und in den Bahn- hofsbuchhandlungea zum Preise von 10 Pf. zu haben. Außerordentlich vorteilhaft ist ein Abonnement des „vorwärts", dessen Lesern der„Abend' ohne besondere Vergütung in« Haus geliefert wird...Vorwärts' und„Abend", von denen 12 Nummern wöchentlich erfcheinen, kosten zu- fammen nur SS Pf. die Woche oder A.KO Hl. den Vlonal. Ausfüllen und einsenden an den Verlag de»..Vorwärt»', Berlin STD 66. Lindeastraße Z. Im Kampf mit Wie der Mensch sich gegen Das allgemein« Gefühl, wenn man ein Erdbeben mit erlebt oder die Berichte von den Verheerungen liest, die es angerichtet hat, ist das vollkommener Machtlosigkeit. Erdbeben gelten in weitesten Kreisen als eine Naturgewalt, der man nicht begegnen kann. Es ist wohl bekannt, daß sich die Erdbebenforschung mit der Erkenntnis der Ursachen der Beben beschäftigt und daß sie versucht, ihr Ein- treten im voraus zu besMimen, fast unbekannt ist es aber, daß die Geologen auch an der Verhinderung der schrecklichen Folgen dieser gefürchteten Naturkatastrophen arbeiten. Die meisten aller Erd- bebenschäden werden durch ungeeignete Bauweise verursacht, wofür gerade die furchtboren Erdbebenverwüstungen in Mittelitalien ein erschütterndes Beispiel sind. Daß ganze Dörfer oder Städte von Erdspalten verschluckt werden, wie der Laie es sich häufig vorstellt, kommt ganz außerordentlich selten vor. Bei dem Erdbeben, das 1923 Mtteljapan verwüstete, wurden nicht weniger als 259 099 Gebäude zerstört. Von den wenigen beobachteten Erdspalten traf keine einzige die Häuser. Lediglich«in Stadtteil in Yokohama und einige Gebirgsdörser wurden durch einstürzende Steilhänge beschädigt. Alle anderen Schäden sind auf den direkten Stoß der Bebewellen zurückzuführen. Die Hauptgewolt des Erdbebens liegt nicht in senkrechten, sondern in den wagerechten Stößen, da die Stoßrichtung der Beben meist in spitzem Wink«! zur Erdoberfläche verläuft. Diesen horizontalen Stößen, die eine rüttelnde Bewegung von mehr oder weniger großer Stärke hervorrufen, sind die Häuser in der gewöhnlichen Bauart nxgen ihrer mangelhaften Seiten- fteifigkeit rneist nicht gewachsen. Der Architekt, der erdbebenfest« Häuser in Erdbebengebieten bauen will, inuß daher mit dem Geologen zusammenarbeiten, er muß vor allem die Stärke der Stöße kennen, die voraussichtlich der Bau auszuhalten hat. In vielen Fällen ist auch die Periodizität, d. h. die Zeitfolg«, der Stöße von Bedeutung. Bel Schornsteinen z. B. muß man die ver- mutliche Periode der Beben kennen, denn freistehende, hohe, schlanke Bauwerke nehmen die rüttelnde Erdbewegung des Bebens leicht auf. Da sie außerdem noch eine Eigenschwingung besitzen, muß man darauf achten, daß die Periodizität der Eigenschwingung nicht mit der des Bebens zusammenfällt, sonst treten sogenannt« Reson- nanzwirkungen auf und der Schornstein bricht— meist im unteren Drittel— ab. Sehr wichtig ist Dorausberechnung der Erdbebenwirkung natllr- lich bei Brückenbauten. In Tokio schreibt darum die Baupolizei mit Arithmetik des Schreckens. Es fielen 1 898 545 deutsche Soldaten. Es fielen 14999 farbige deutsche Koloniatsoldaten. Es fielen 19 999 999 Soldaten aller Nationen. Auf den Friedhöfen von 26 Ländern befinden sich 999999 deutsche Kriegergräber. Ende 1929 gab es noch 209 999 Vermißte. Es fielen 9586 999 Pferde. Verwundet wurden 4 247 143 Deutsche. Verwundet wurden 18 999 999 Angehörige aller Rationen. Dutschland muß 890 990 Kriegsbeschädigte versorgen(die Zahl uinsaßt nur die über 39 Proz. Beschädigten), darunter 1 163 Frauen (Schwestern und durch Luftkrieg Verletzte). Einzelne Leiden konnten ausgezählt»Verden: Es gibt 2888 Kriegsbtinde, 41 999 Lungen- kranke, 5419 Geisteskranke, 44 999 Amputierte. An Hinterbliebenen müssen in Deutschland versorgt roerden: 36 499 Kriegernutwen, 1289 999 Kriegenvaisen, 193 999 Kriegereltern. Allein die Stadt Berlin zahlt in jedem Monat an Zufotzrenten für Kriegsbeschädigte und chinterbiiedeve 15 Millionen Mark. Als Reparation an Frontreich muhte Deutschland auch 39999 Bienenstöcke abgeben. Die Gefamttosten des Weltkriegs»Verden auf 247 Milliarden Dollar geschätzt. Der Weltkrieg stellte folgend«„Rekorde" auf: Das größte Massengrab defindet sich in Frankreich und birgt 39 999 Gefallen«. — Bei der Torpedierung der.Pusitania" im Mai 1915 kamen 1399 Mechchcn um.— 1917 vergiftete eine einzige Giftgaswelle in der Champagne 2999 Menschen: 540 ivaren sofort tot.— Ein einziger Lustangriff auf Lorrton verursachte Treben allen anderen Schäden 28 999 Fälle nervöser Znsommeirbrüch« und Nervenerfchütterungen. Der Krieg schuf eine Riefenliteratur. Außer etwa 339 Reg!» mentschromken und der Fachliteratur lasten sich in Deutschland rund 199 einigermaßen bekanrrtgewordene Kriegsbücher zähle»». Ihre Gefamtaufiage dürfte etwa 19 Millionen betragen. Den Rekord hat der Ullstein-Bcrlag inne mit Erich Maria Renmrques„5m Westen nichts Neuss". Di« deutsch« Auslog« betrögt über 1 Million: im? Gesamtauflag« aller Uebersetzungen in über 39 Sprachen wird auf über 3 Millionen geschätzt. Diese Zahl bedeutet einen Ladenpreis- Umsatz von etiva 15 Millionen Mark. Das deutsche Zentratnachweifeamt für Krieg er Verluste und Kriegergräber enthält eine Kartei von 15 Millionen Blättern. Oos mumienreichste ägyptische Grab. Auf ein Grab, in dem sich etwa 399 Mumien befinden, ist der Professor für Aegyptologie an der Universität Kairo Dr. Selim Hastan durch Zufall gestoßen. Er war in den ersten Monaten di�es Jahres mit der Durchforschung des Inhalts einiger Gräber in der Nähe der Sphinx von Gizeh befchöjZzgt.„Am 25. Mai", so erzählt er selbst,./in dem letzten Tage, bevor ich meine Arbeiten abschloß. richtete ich ein altes Felsgrab, das ich für leer hielt, als Lager- räum ein. Nachdem wir ein« alte Staubschicht von etwa 25 Zentimeter entfernt hatten, stießen wir plötzlich auf eine große Anzahl von Mumien, die in vier Schichten lagen. Zunächst wurde nur eine von diesen herausgenommen. Es war die eines Priesters, der vor etwa 2599 Iahren lebte. Ich schätze den Inhalt dieses Grabe» auf 309 Mumien, und daß ist die größte Zahl, die jemals in einem Grad gefunden worden ist." Dr. Hastan wird im Herbst dieses Jahres die genaue Untersuchung des Grabes durchführen. Denkmal für Romanfiguren. Die Stadt Hannibal im amerikanischen Staat« Mistouri hat den beiden berühmten Hauptpersonen Mark Twainscher Romane, Tom Sawyer und Huckleberry, ein Denkmal errichtet. Für die Stadtväter Hannibals stick» diese beiden Romairfiguren so lebendig und in Fleisch und Blut übergegangen, daß bei dem Denkmal der beiden amerikanischen Jungens der Name ihres Verfassers Mark Twain, als überflüssig betrachtet worden ist: Mark Twain selbst würde dies vielleicht als höchste Ehrung cmfgejaßt haben. dem Erdbeben. Naturkatastrophen schuht. Hinblick auf die Erdbeben eine ganz besondere Bauweise und Mate- rialfestigkcit vor, die auch Seitenftöhe von nicht weniger als 3,27 Meter-Sekunden— also mehr als ein Drittel der Erd- beschleunigung— aushält. Was nun die Bauweise von Gebäuden angeht, so haben sich Holzbauten mit entsprechender Konstruktion und mit starkem Dreiecksverband als recht erdbebenfest erwiesen. Merkwürdigerweise erfüllen aber gerade die japanischen Holzhäuser, trotz jahrhundertelanger Erfahrung, diese Bedingungen nicht, sie tragen ein schweres Dach auf leichtem Holzgerüst; daher auch die groß« Zahl der zerstörten Gebäude bei dem letzten Erd- beben. Völlig ungeeignet für Erdbebengebiete sind Steinbauten aus Bruchstein oder Ziegeln, wie sie z. B. auf dem Balkan häufig sind. Die großen Zerstörungen vor einigen Iahren in Bulgarien uni/ Griechenland und jetzt wieder in Italien beweisen das deutlich. Sehr zweckmäßig sind dagegen Eisenbauten: jedoch dürfen keine schlanken Säusen mit leichter Ziegelfüllung verwendet nxrden: die Säulen verbiegen sich und die Füllung bröckelt heraus. Die zweckmäßigst« Bauart ist Eisenbetonbau mit Eisentrag- koirstvuktion. Die rahmenartigen Verbindungen von Säulen und Balken lassen sich ohne große Mehrkosten so verstärken, daß sie tragfähig gegenüber allen austretenden rvagerechten Stoßkräften werden. Derartig« Rohmenkonstruktionen haben sich 1923 in Japan außerordentlich bewährt, die modernen Eisenbetonwolkeirkrotzer haben das Erdbeben gut überstanden. Wichttger fast noch als die vorsorgliche Bauweise ist ine Aus- wähl des Bauplatzes und die zweckmäßige Gestaltung des Bauplanes bei Anlegung von Ortschaften und besonders von Erdbouten, Tal- sperren, Wasterkraftwerken und nicht zuletzt bei der Verlegung von Gas- und Wasserleitungsröhren. Unzweckmäßig verlegte Gasrohre haben 1923 in Japan großen Feuerschaden angerichtet. Hier ist der Untergruckd von größter Bedeutung, der Geologe muß überall die Vorarbeit leisten und in engster Fühlung mit dem Architekten arbeiten. Auch bei der Anlage von Eisenbahndämmen muß der Geologe gehört werden. Böschungen sind durch die rüttelnd« Bewegung der Erdstöße besonders gefährdet; sie müssen daher mög- lichst flach angelegt»Verden. Sehr gut überstehen dagegen über- roschenderweise Tunnelbauten auch schwere Beben. Die Gewölbe- tonstruktion nimmt jeden Stoß leicht auf. Man sieht also: Kluger Kopf und weis« Vorsicht hilft dem Menschen die Natur auch in ihren scheinbar unbezwingbarsten Aeußerungen besiegen. vr. A. G. Noch einmal das Berliner Ehrenmal. Ueberrafchmd schnell nach Ausstellung der Wettberoerbsorbeiten für«in Berliner Ehrenmal wird uns schlicht und offiziell mitgeteilt. daß der Entwurf von Tessenow für den Ausbau der Schinkelschen Wache an» Opernplatz ausgeführt»erde. Bereits zum Totensonntag soll die Gedächtnisstätte für die im Weltkrieg« Ge- fallenen fertig sein. Zu der Ministerialen Verlautbarung ist ober zwojerlei zu be- Merten, und man möchte hoffen, daß diese Proteste nicht auf dem Papier der(wie immer in Kunstfragen so gut wie einmütigen) öffentlichen Meinung bleiben, über die unser hoher Bürokratismus sich mit souveräner Nichtachtung hinwegsetzt; sondern daß sie von kulturbewußter Stelle im Preußischen La»»dtag ausgegriffen und zur Sprache gebracht roerden. Zunächst gibt es im Entivurf von Tessenow einig« schwache Stellen, die nicht unverändert ausgeführt werden können. Sein Ent. wurf ist zweifellos von hoher Qualität; wir haben fem« künstlerischen Borzüge anerkannt, und Tessenow ist ein so großer Künstler, daß auf jeden Fall dos Ehrenmal bei ihm in besten Händen ruht. Das hindert aber nicht, zu sogen, ivas geändert werden nnißte: die allzu dünnen Kandelaber und der Mangel an einer Inschrift. �. Zweitens aber nmh immer wieder gegen die Eigemnachüigkeit Einspruch erhoben roerden, mit der unser« Behörden sich in tünst- lerischen Fragen über die öffentliche Meinung, ja über einfo«h« Staatsbürgerrechte hinwegsetzen. Man denke nur an den kalten Gleichmut, mit dem dos Opernhaus jüngst geschändet wurde! Und nun wird ein Wettbewerb für ein Ehrenmal wusgeschrieben, ein Preisgericht von Sachverständigen erteilt Preise, aber es spaltet sich erheblich m seinen Ansichten, einer unserer größten Architekten fühlt sich durch die Art der Entscheidung benachteiligt und erhebt Protest, weil in der Tat die Bedingungen des Ausschreibens nicht eingehalten »oorden sind, die Press« verlangt eine gründliche Bsurteilung der Pläne und Untersuchung des Falls— und was geschieht? Mit dürren Worten wird verkündet, daß eine weis« Obrigkeit den Tessenowschen Entwurf stehenden Fußes ausführen weide. Ob nun das Gerücht recht hat, daß dieser Entschluß längst vor Entscheidung des Preisgerichts festgestanden Hab«, oder nicht, ob der erste Preis der Jury den Ausschlag gab, ob Testenow der Geeignete sei oder Mies van der Rohe oder Poelzig, das ist hier nicht wesent- lich. Unoerairtwortlich und unerträglich bleibt die Diktatur der Bürokratie, die ihr« Entscheidung dem Volk als letzte Weishfiit mit- teilt, ohne sich die Mühe auch nur der kleinsten Begründung zu machen. Das Prinzip dieses Bauobsoiutismu», das im preußischen Finanzministerium sein stärkstes Bollwerk besitzt, ist unmöglich. ebenso unmöglich wie die dilettantische Willkür Wilhelms II. es v>ar, und es muß radikal beseitigt werden. P. F. Sei», Die Ausstellung des Welsenschohes. Donverstag wurde int Stä- de stehen Kunstinstitut in Frankfurt a. M. die Ausstellung des Welsen- sehatzes eröffnet. Es ist das erste Mal, daß der Schatz der deutschen Oefientlichteit zugängig gemacht wird. Die Sammlung ist der einzig« deutsch« Rationalschatz, der vollständig erhallen ist. Er wurde im 11. Iahuhundert von Gertrud von Braunschweig angelegt und lpäter von Heimich dem Lölven übernommen und weiter vervollständigt. Es handelt sich um über 89 au» Gold und Silber gearbeitete Kunst- schätze, die teilweise mit Edelsteinen besetzt sind. Do» Schicksal des Westensehatzes ist noch unbestimmt. Der Ernst des kegeln». Die großen Bezirksverbände der Kegelklubs sind untereinander in einen Meinungsaustausch eingetreten mit dem Ziel, die einzelnen Klubs zu einer ernisten und mehr sportlichen Namenswohl zu verorilassen. Künftighin sollen Klubs, die diesem Ersuchen nicht entsprechen, von allen Meistersehaststämpfen und Pokerlwettbewerben ausgeschlossen roerden. Demnächst werden also die Klubs wie„Sachte Nutte" und.Lattenschieber" oder„Au Backe" oder„Gib ihm Saures", die in Berlin und Umgebung nicht gerade selten zu finden stich, von der Liste der offizellen Veranstaltungen >m Kegelsport verschwinden.— Gibt es denn gar keinen Männer- stolz vor diesen kulturbeleckten Bonzen mehr? Die B e Völkern ngsznnahme in Jtem Dort. Wie das Statistische Büro mitteilt, hatte die Stadt New Fork bei der letzten Volks- zählung 6 959 195 Eirnvohner. Ihr« Aatfl Hot sich seit der Bolls- zähülng von 1920 u» 1 139147 erhöht. Freitag. 1. August. Berlin. 16.05 Emil Rabold: Das Wcchencndc— ein Verkehrsproblem. 16.30 Breslau: Edvard Grietr. 17.30 Dr. Paul Weiß: Die Verwandlunz der Tiere. fT.SO D«s neue Buch. 18.00 Ludvi« Sochacrever; Aus der Werkstatt der Sprache, 18.30 Programm der nächsten Woche. 19.00 Arbeitsmarkt. 19.05 Unterhaltungsmusik. 20.00 Hermann Kesser erzählt sein Leben. 20.30 Orchesterkonrcrt. Dir.: Bruno Seidler- Winkler. 22.30 Abendunterhaltung. Könlgsvustcrhauscn. 16.00 Dr. Gerhard Lehmann: Griesebachs Bedeutung für* die Erziehungslehre. 16.30 Nachmittagkonzert von Leipzig. 17.30 Hermann Griebel: Hcimatspiclbevegung. 18.00 Prof. Dr.-Briefs: Technischer Fortschritt und Arbeitsmarkt als internationales Problem. 18.30 Paul Herrmann: Der Binnenfischer. lt.» Ob.-Stud.-Dir. Bockel man»: Das Gehefmnta u» Shakespeare. 19.25 Wissenschaftlicher Vortrag für Tierärzte. 20.00 Aktuelle Abteilung. 20.30 Breslau;„Schluck und Jau*4. weller für Berlin: Trocken und ziemlich Heiter, nur toosübe? mähig warm, meist schwache Lustbewegung. Für Deutschland: Itt Westdeutschland zunehmende Bewölkung bei steigender Temperatur. In Süd-, Mittel- und Südostdeutschland trocken und vielsach heiler. nachts kühl, im Nordosten noch etwas unbeständig, Einzelschouer, Bkrontwortl, für die Redaktion:»oltsong Schwor,, Berlin: Anzeigen: Tb.»locke, Berlin. Verlag: Borwärt» BerlagRIo«I Prenzleaer Allee 173 und Kolonie JangfershAhe, OsItcesireAe BBtzov-Biere- Pilsener Umiell FnmlllonBufonthalt Verelnazimmer noch frei. Für Kenner «eoeraldepoi DESTILLE RH HAUS VOGT AWG- Allgem. Weinver- triebs-Ges mJj.Q. BERLIN<.19 Krause astrtBe41 IPSO- BATTERIEN Jurcfu>tcr rX/226 Palisadcnstr. 29 Strausberger Sir. 34 [200 RESTAURANT „MONZHOF" Münzstr. Ecke Dragonerstr. 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Das Schlachtfeld, von dem hier die Rede sein soll, manifestiert sich weder in Brandruinen und Granat- trichtern, noch in jenem christlichen Symbol Kreuz, das in seiner geradezu grauenhaften Schlichtheit lakonisch den Schlußpunkt unter das Kapitel Leben fetzt. Dies unbekannt« Schlachtfeld bildet« den Schauplatz eines nicht weniger mörderischen, aber um so lautloseren Kampfes. Nicht Donner von Geschützen, Geknatter von Maschinen- gewehren, krachendes Gewehrfeuer, Brüllen einer entfesselten Menschheit und Gestvhne Sterbender unterbrachen die Still« des Kampfes und kein Feuerschein von in Brand ausgehenden Städten und Dörfern hellt« das Dunkel auf, in dem ein unbekannter Krieg als unvermeidliche Gefolgschaft des uns bekannten wütete. Während im Ardennenwald, um Berdun, in den Karpathen, an den Masuren und wo überall die Geißel des Krieges den ent- Izlößtcn Körper Europas schlug, blutig« Schlachtopfer gebracht wur- den, wurde auf unbekanntem Kriegsgebiete die Menschheit bis in ihre Keimzellen vernichtet. Und das Furcht- barste an all dem ist, daß die Opfer jenes Krieges im Dunkeln, die auf unbekanntem Schlachtfeld Gefallenen, nicht wie unsere Däter, Brüder und Freunde mit Kalt und Vergessen überschüttet in Massengröbern ruhen,'' sondern leben, zweck, und sinnlos leben. Das heißt: Essen, trinken, schlafen, gequält von Leiden und Siech- tum, im besten Fall« noch, sich der Leere ihres Lebens unbewußt. Gemeint sind die Jahrgänge von 1918 an. Di« im Kriege gezeugten Kinder. Die Generation, die heute vierzehnjährig und jünger vor den Krisen der Entwicklung steht, tue zu bestehen starkes, gesundes Fundament voraussetzt. Die Generation, von der die Menschheit Gesundung und Aufbau«rhosst aus dem Wirrsal und Schutt einer zerstörten Zeit. Wie steht es nun um dieses Gebäude, dos sich mählich über den Trümmern von Generationen zu erheben beginnt? Wer legte den Grundstein dazu, wie ist der Boden beschaffen, aus dem das Trag- und Stützgensäuer wächst und welches Material wurde dazu verwendet? Fragen, deren Antwoit wir uns nicht fchuldig bleiben düG�ck, da sie über die Zuckmlsk» von'Geschltchkrrn zu entscheiden haben. Nicht die gründlljchstc wisienschaftliche Untersuchung kann uns überzeug« i�> genug dne Vorstellung von Tatsachen geben, keine an- nähernd« Ziffer uns Erschütterung abzwingen und zur Nochdenk- lichkeit stimmen, einzig und allein selbständiges� Denken kann uns zu logischen Schlüssen zwingen und im Vergleich mit Tatsachen die Erkenntnis in uns harten. Stoßen wir bis ins Vorstadium der Entstehung dieser Gene- ratio» vor. Unker welchen Umständen kam es z» ihrer Zeugung und wie war es um ihre Erzeug� bestellt? Es gab so etwas wie K r i e�g s e h e n. Sie wurden mit geradezu neuzeitlichster Firheit geschloffen. Die Ehepartner kannten sich kaum. Der Urlauber von der Front, liebeshungrig, ougenblickstoll, griff nach irgendeinem Weib, dos ihm der Zufall in den Weg spielte, und lebte sich für vierzehn Tage Ferien vom Tode" satt. Folg« davon war Schwängerung des Welbcs und eine kurz entschlossene Kriegstrauung, schon wegen der Unterstützung, die der Staat der Kriegersraucn gewährte und häufig als Spekulationsmoment bei Mädchen auftrat. Der andere Fall: Der Mann, der zu feiner Frau kam: sie wie er gepeitscht von sexueller Not, besinnungslos dem wilden Triebe hingegeben, achtlos aller Folgen» die«in Augenblick heißhungriger Lcbensgier verursacht«, oftmals aber auch gewünscht als Stück von ihm, den sie vielleicht niemals wieder umarmen wird. Und er: Unbewußt inftinkthafter Trieb nach Fortpflanzung, entsprungen wilder Todesangst. Todesangst. Die zu Hemmungslosigkeit führt«, zuletzt in Stumpfheit versackt«. In Dishwaggons verfrachtet rollte das Menfchenmoterial zur Schlachtbank, als Vieh kam es zurück. Und wenn der Mann von der Front auch weder durch Kugel, noch durch Stich verwundet war. als Invalide kehrte er jedensalls zurück. Und welchen Grades diese Verwundung war, das läßt sich erst heut« feststellen, weniger an ihm selber als an seinem Zeugungs- Produkt. Es soll hier erst gor nicht von den krassesten Fällen gesprochen werden, wo die Männer geschlechtskrank sich unbedenklich chren Frauen näherten, die Krankheit nicht einmal verbergend, und Frauen wisder, die, wenn sie auch um die Krankheit des Mannes Bescheid wußten, sich dennoch nicht dem Triebe verwehrten. Diese an sich verwerfliche Skrupellosigkeit war typische Ausgeburt einer entfesselten Zeit und ihrer Menschheit, die von der Vernichtung und dem Tode gezeichnet war. Dies« selbstze�störende Hemmungslosig. keil, dieses sich bewußt Vernichtende ist allen Kranken«igen, die nur mehr ihrem Ende entgegen leben, den kärglichen Rest Leben gierig wie einen Happen Fleisch hinunterwürgen, sich selbst dabei verzehrend. Und kranke waren sie. alle, die Männer und die Frauen. Krank geworden vom Hunger»ach Sexus und �Brot. Zerrissene Nerven, die der minütlichen Spannung zwischen Sein und Nicht- sein nicht mehr standhalten konnten und eine bis zum Wahnsinn gesteigert« Gereiztheit auslösten. Und dies« Komplexe reagierten dann im Exzeß ab. Onanie und Homoscxualiiät waren dafür noch die harmloseren Formen: ganz andere Diwenjtonen erreichte er«rft, wenn der Mann, vom Graben abgezogen, in die Etappe kam, wo sich ihm genügend Gelegenheit bot, sich für die peinigende Ent- haltsamkeit zu entschädigen. Hier ergab er sich dann besinnungslos dem Alkohol- und Sexuairausch; Zwischenstation des Urlaubers aus dem Wege zur Heimat, zur Braut, zur Frau. Und diese Frauen wieder, die ost tatsächlich den zahlreichen Verlockungen des Hinterlandes trotz höchster Not widerstanden, büßten ihre Treue mit schwerster Hysterie, die ihr« Psyche oft gewaltig veränderte und sie seelisch und körperlich völlig her- unterbracht«. In diesem Zustand« sonden Mann und Frau zueinander und zeugten Kinder. Nun kam die S ch w a n g e r s ch a f t. Die Frau in steter Angst um den Mann im Felde. Gesteigerte Angst nicht nur um dos Leben des Gattcb, sondern jetzt auch um das des Daters des werden- den Kindes, Schrecken, seelische Erschütterungen, die sich natur- gemäß auf das Kind im Mutterleibe übertrugen. Dazu gesellten sich die schwierigen Ernährungsverhältnisle, die Mutter und Kind entkräftete». Frühgeburten oder schwere, für beide Teile mit Lebensgesahr verbunden, waren die ersten Anzeichen sür ein schon in seinen Keimen vergiftetes neues Leben." Die Kinder waren kaum lcbenssähig, die Mütter unterernährt. Nur mit Mühe und aufopferndster Pfleg« gelang es oft die schwäch- lichen Säuglinge am Leben zu erhalten. In den folgenden Jahren gestalteten sich die Ernährungsoerhältniss« immer schwieriger. Die körperliche Entwicklung der Kinder war dadurch gehemmt, die, wäre sie es nicht gewesen, noch so manchen Ausgleich in der schweren psychischen Erschütterung hätte herbeiführen können. widerstände gegen kranke keime und wunde Nerven waren also nicht vorhanden. Und so brach in den jungen Körpern das Unheil aus. Knochen. tuberkulös«, Kinderlahmung, Epilepsie und schwere psychisch« Stö- rungen sind die Erscheinungssqlgcn dieses Krieges im Dunkeln, auf dessen unbekanntem Schlachtfeld die füngst« Generation gefallen ist. Teilweise sind diese jämmerlichen Produkt« einer verant- wortungslosen Zeit durch ihr« eigene Schwäche vom Leben erlöst worden,.teilweise finden wir sie in Anstalten, wo Aerzte und Psleger bemüht sind, für die Zukunft zu retten, was es noch zu retten gibt, und ein anderer Teil wieder siecht in dumpfen Stuben und schmutzigen Straßenecken dahin, unbeachtet, unerkannt von Menschen ihrer Zeit, die den Krieg wohl in seinen äußeren Er- scheiimngssormen sahen und miterlebten, aber nicht von den Urelementen seiner Zerstörungskraft wußten. Das unbekannt« Schlachtfeld wird auch sürderhin unenideckr bleiben sür alle die, welche nicht selber unmittelbar von einem dieser zahltosen Opfer daran gemahnt werden. Die Stille dieser Opfer soll uns nicht über ihr Vorhandensein hinwegtäuschen. Es ist eine beängstigend« Stille. Sie ist ein Mahnruf an uns, Heilung und» Rettung, so weit es noch möglich ist, denen zu bringen, die schuldloser als alle auf dem unbekannten Schlachtfeld Europas fielen.?neärick Lichtneker. Westfront 1930 Reportage einer Reise durch die Schlachtfelder Bilder am weer. Die graulichen Erinnerungen des langjährigen Völkermordcns begannen schon an der Nordsee. In den Dünen zwischen Blanken- b e r g h e und SSfTe n de stehen noch heut« gut erhalten die Bunker von den UnterstäMen aus Eisendraht und Beton, aus denen sich die langen Geschützrohr« gegen die feindlichen Schisse auf See richteten. Wenig abseits von der neue», breiten Asphaltstraße, die sich am ganzen Strand zwischen den großen Badeorten hinzieht, auf der die elegantesten Wagen des Kontinentes zu den enorm ausgedehnten Golfplätzen hinter den Dünen rasen, ist man noch immer am Auf- räumen der Kriegsreste. Zu beiden Seiten des Weges liegen aufgehäufte Stapel zusammengerollten Stacheldrahtcs und hohe Pyramiden nicht explodierter Geschosse. Trotzdem findet man im Sande zwischen Strandhafer und Ginster noch immer Feldflaschen, alte Stiesel, Handgranaten und Splitter herumliegen, die vielleicht schon«in blühendes Menschenleben dahingerafft haben. Aus der großen Düne an der Pser, der letzten, die die Deutschen erobert haben, steht als einsames Zeichen das Grabmal eines blutjungen belgischen Leutnants. Er warf hier den Ansturm der deutschen Truppen entscheidend zurück und starb dafür. Noch jetzt liegen auf dem verlassenen Grabhügel die Knochen eines Soldaten und seine komplette Ausrüstung. Höhnisch grinst eine Gasmaske und die anderen Mordwerkzeug« der modernen Kriegstechnik. Halb verfault liegen dies« unheimlichen Reste, die sicher verschiedene Besucher dort gesammelt haben, zwischen einltm alten, schwarzen Perlenkranz und auch der letzte Gruß seiner Freund«, ein paar verblichene Papierrosen, scheint schon lange zu modern. Kein Wunder, über zehn Jahre ruht jetzt wieder die Menschheit und die rastlose Zeit läßt alles vergessen, Böses und Gutes. Und langsam gehen wir zurück zum immer gleich bleibenden Meer, das in langen, ruhigen Wellen ans Ufer schlägt. Ein schönes Zeichen natürlichen Friedens in der untergehenden Sonne. Und doch kann es auch wüten und toben, wenn der Sturm braust und der Regen hcrniederpeitscht und die rasende Sturmflut das mühsam« Werk der Menschen vernichtet. Leider konnte ein rasender Nationalismus den größten Teil der plötzlich feindlich gegenüberstehenden Volksmassen ebenso aufputschen und eine Katastrophe herbeiführen, die schlimmer war als alle ver- heerenden Naturereignisse. Doch wieder sehen wir, wie neues Leben aus den Ruinen er- wacht, stärker und lebendiger denn je. Werden dies« Menschen, die an dem nahe gelegenen Badestrand ihren Körper sorgfältig pflegen und frisch und gesund trainieren, ihr Leben wieder für ein un- sinniges Völkermorden hexgeben? Die umstrittene Stadl. In Ypern ist Hochkonjunktur mit Kriegsandenken, Besich- tigungen der ehemaligen Front und der künstlich erhaltenen Stellun- gen und Unterstände, die von Kriegs invaliden gezeigt werden. Auf diese Art zwingt man diese Menschen, die glaubten, ihren Körper fürs Vaterland zu opfern, noch heute dauernd an das Feld des Grauens und den Ort, wo sie vor einem Jahrzehnt im Dreck lagen und nach Hilfe schrien. Jetzt aber kommen Amerikaner und europäische Bummler, gut angezogen und vor Gesundheit strotzend und beschauen die renovierten Rest« jener Zeit, in der die meisten von ihnen es wohl vorzogen, daheim zu sitzen. Als demonstratives Denkmal ist die Kathedrale auf dem Marktplatz in Apern zerschossen stehen geblieben, während die übrige Stadt vollkommen wieder aufgebaut ist. An der Fortmauer steht ein riesiges Siegestor für die gefallenen Briten, die während der ganzen Dauer des Krieges die Stadt verteidigt haben. Ueberhaupt sind die englischen und amerikanischen Friedhöfe musterhaft in Ordnung und die meisten Besucher der Schlachtfelder lammen wohl auch aus den angeljächjischen Ländern. Alle paar Hundert Meter steht«m Schild an der Landstraße:„To tbe«ixlisk ccmetry", mit der Angabe der hier beerdigten Truppenteile. Jeder Besucher kann seinen Namen in«in Besuchsbuch schreiben und evtl. Wünsche äußern. Wir fanden darunter- erstaunlich viet amerikanische Frauevnamen. Wo das Auge über das sonst wieder durchaus friedlich anmutende Land schaut, stößt es aus eines der riesigem Stein- kreuz« mit dem bronzenen Schwert, die neben den Fahnen und den gleichmäßigen Reihen der Grabsteine die immer zahlreicher werdenden Massengräber rund um Ppern bezeichnen. Am unordentlichsten sind die deutschen Friedhöf« mit kleinen, morschen Holzkreuzen und wenig oder gar keinen Blumen. Auf den niedrigen Höhen am Kemme! und gegen Wytechaete zu muß der Todeskampf am tollsten gewütet haben: hier kostete jeder Hügel Tausende kostoarer Menschenleben. Ein scheinbar friedlicher See ist in Wahrheit der Trichter einer riesigen Sprengung, mit der die Franzosen einen Teil der deutschen Stellung in die Lust gehen ließen Im strahlenden Sonnenschein eines warmen Sommertoges liegen die bestellten Felder fruchtbar und satt und die neuen, roten Ziegeldächer leuchten von weitem heraus. Das Land macht fast den Eindruck eines frischen Kolonialgebietes mit seinen neuen Straßen, an denen erst kleine Bäumchen stehen und dem niedrigen Buschwerk, wo einst Wälder waren. Auch die Menschen sind hier wieder zufrieden geworden. Ihr zerstörtes Gut wurde ihnen ersetzt und der flandrische Bauer spricht mit uns in seinem plattdeutschen Dialekt nicht Worte des Hasses, sondern: Nie wieder Krieg. Und er muß ihn ja kennen, denn er hat ihn wahrlich erlebt. Noch 1930: Grauen. � Ganz anders ist das Bild an der ehemaligen französischen Front. In den Städten sind große Teile zerstört und auch im flachen Land erinnert uns manch bröckelnde Mauer und Häuserreste an die Jahre des Schreckens. Ebenso liegen noch große Bodenslächen brach, wo nur Gestrüpp und Unkraut wächst und riesige Sprengtrichter das Ganze zu einer Wüste machen. Frankreich ist ein menschenarmes Land und die Aufräumungs- kosten sind gegenüber dem Ertrag viel zu hoch Außerdem gehen die Reparationsgelder durch privatkapitalistische Hände, die sie natürlich nur zu hohem Zinssatz weitergeben. Die zerschossenste Stadt, die wir sahen, ist S o i s s o n. Hier ist wohl kaum die Hälfte wieder aufgebaut und es ist kennzeichnend, daß-inmitten verwüsteter Häuser ein großes Kriegerdenkmal gebaut wird. Also Geld für neue Verhetzung ist da, aber nicht für Wohnungen, so daß viele Arbeiter in alten Holzbaracken außerhalb der Stadt in unbeschreiblicher Weise leben müssen, wie wir es selbst sahen. Selbstverständlich sind auch die Arbeiter und Bauern in Frankreich friedenssreundlich, wir haben mit ihnen ge- lebt, geschlafen und gegessen und nie ein hartes Warb gehört. Grausig ist das Bild r u n d u m V e r d u n. Auf der Streck« von Reims nach Verdun ist nichts als Einöde. Schützengräben und Stollen sind noch erhalten. Kein Baum spendet Schatten in einer Hitze, die alles ausdörren läßt. Kein Mensch läßt sich hier blicken, wo noch wahrhafte Kriegsgreuel zu sehen sind. Ab und zu be- zeichnet ein«child den Ort, wo früher mal ein Dorf gestanden hatte. Aon dem größten Denkmal, das die Franzosen ihren gefallenen Soldaten aus Fort Douaumont gesetzt haben und der dortigen Schreckenskammer, wo die Knochen von Zehntausenden sorgsam sortiert aufbewahrt werden, ganz zu schweigen. In Verdun ist schon viel in demselben, alten, verbauten Stil der Vorkriegszeit wieder ausgebaut. Schaudernd aber prägt sich das Bild der entsetzlich langen Grabesreihen«in, wo Mann an Mann in aller Eile verscharrt worden ist und nur«in simples Holzkreuz meldet: Hier liegen 4300 unbekannte Deutsche. K. Moeller. EIN NBAHNER- (12. Fortsetzung.) Anna war über diese 5)altlosigkeit erstaunt. Unangenehm be- rührt fuhr sie fort:„Ich oerstehe die Sache nicht. Jedensalls kann ich meinen Vater nur bedauern. Er, dem sein Berus über alles ging— dispensiert, dos mutz ihm furchtbar nahegehen." „Gewitz, gewih!" Der Referendar war plötzlich seltsam beredt. „Aber die Hauptsache ist doch, was jetzt werden soll!" „Vater hat vor der Untersuchung kein« Angst." Anna sah ihrem Bräutigam gerade in die Augen. „Und wenn er seine Stell« verliert?" Herald vermied es, sie anzusehen. „Du scheinst Angst zu haben?" fragte Anna ihn ernst. „Das ist doch auch kein« Kleinigkeit! Hast du etwa keine Angst?" „Rein, mir töte mein Vater leid, ober Angst habe ich keine!" „Und was soll werden, wenn dein Voter die Stellung verliert? Wir wollen doch ball» heiraten." „Ach, daran hast du gedacht?!" „Aber gewih, an das müssen wir zwei zuerst denken!" „Ich nicht." „Es kann uns einen schweren Strich durch die Rechnung machen." „Wieso?" „Weil sich unsere Heirat verzögern kann. Und schlietzlich mutz man sich dann verschiedenes selbst für die Wirtschaft kaufen und kommt so von vornherein in Schulden." ,Lch werde mitverdienen." „Du— als die Frau Assessor?!" „Wozu habe ich einen Beruf erlernt?" „3ch mutz von meiner" Frau verlangen, dah sie weih, was sie dem Stand ihres Mannes schuldig ist!" „Du bist wenigstens offen." Anna lochte und stand auf. Herold schien seine Worte zu bereuen. Er umarmte sie und oersuchte sie zurückzuhalten. Zinna wehrte dem und oerabschiedetc sich schnell. Neue Gefühle hatten von ihr Besitz ergriffen. Aber noch war alles unklar in ihr. Bitterkeit, Empörung, Verachtung ivaren in ihr. Aber das vermochte das Gefühl der Liebe und der Zugehörigkeit nicht ganz auszulöschen. Eine Sehnsucht nach den früheren unkomplizierten Verhältnissen überfiel sie. Sie war sehr traurig. Frau Kern wunderte sich, dah Anna so bald zurückkam..Chatte dein Zukünftiger etwas vor?" „Herold kam mir heute recht... Ich weih nicht, Mutter." Anna sah auf ihr« Schuhe. „Habt ihr was zusammen gehabt?" „Weißt du. Mutter." Anna sah ihr«r Mutter in die Augen, „ich glaube, Willi ist feige. Ein Mann darf seine Braut nicht fühlen lassen, dah er keinen Mut hat. Was«soll denn da werden, wenn später mal Not eintritt?" Frau Kern musterte ihre Tochter und sagte lächelnd:„An was das Mädel schon denkt." „Sag mal, Mutter, hast du vor unserem Vater schon mal einen jungen Mann kennen gelernt?" „Aber natürlich, Kind! Verschiedene junge Männer sogar." „Ich meine, ob du vor ihm einen Mann lieb gehabt hast, der dich nachher enttäuscht hat." Frau Kern schüttelte den Kopf. „Da kannst du düh auch nicht in mein« Lag« denken." „Willst du mir nicht alles sagen?" Frau Kern nahm ihre Tochter in den Arm./ „Fch weih nicht, Mutter, mir ist seit heute so komisch. Die Sache mit Herold war mir Ernst. Aber jetzt ist mir plötzlich, als ob ich ihn bisher ganz falsch gesehen hätte. Einen Mann, der keinen Mut hat, könnte ich nicht lieben." „Gott, Kind: Schwäckien hat jeder Mensch." „Ja, Schwächen. Aber al» ich ihm erzählte, daß Vater dis> pensiert worden ist, dachte er nur daran, daß es jetzt Geldsorgen und Schwierigkeiten wege.i der Heirat geben könnte, und dos war Feigheit und Selbstsucht." Fraujlern fühlte sich merkwürdig unsicher. Was Anna plötzlich für ein scharfes Urteil hatte! Aus dem jungen Mädchen war mit cmem Male ein gereiftes Weib geworden. In ihrer Verlegenheit sagte sie:„Du sprichst über deinen Bräutigam, als wenn die Lieb«..." „Einen Stoß bekommen hätte," ergänzte Anna.„So ist's mir auch. Mutter. Mir ist, als wenn ich einen Schleier vor den Augen gehabt hätte und jetzt durch einen Ritz, den er bekommen hat, Un- erwartetes erkenne." „Deshalb darf man einen Menschen doch nicht gleich ver- urteilen." „Tu« ich ja auch nicht. Aber so wie Herold heute war, wie ein Cisklumpen!" Anna schüttelt« sich.„Weim ich Later so sehe und wenn ich daran denke, wie sich Willi heute benommen hat—!" „Ja, Vater— der leidet, ohne zu klagen. Und dabei leidet er unschuldig." grau Kern strich über den Kopf ihrer Tochter. Nun hatte sie auf einmal zwei große Sorgen. 13„ Obendrein noch Bestrafung. Nach ungefähr sechs Wochen ging bei der Direktion der Bericht über den Eifenbahnunfall ein. Er enthielt die Feststellung, daß über die Ursach« der Entgleisung nichts gesagt werden könne, wenn es auch auffällig gewesen sei. daß die Unfallstelle gerade dort sich befunden habe, wo noch einem Bericht der Bahnmeisterei ein Teil des Oberbaues nicht mehr ganz intakt gewesen sein soll«. Zweifels- frei könne jedoch erklärt werden, daß Bahnmeister Kern einen un- vorschriftsmäßigen Bericht»ingereicht und sich sowohl gegen den Betriebs Inspektor wie auch gegen den Generalinspektor ungebührlich benommen habe. Dafür sei ihm ein strenger Derwei, zu erteilen. Ferner empfehle sich sein« Versetzung in ein« andere Abteilung, worüber die Generaldirektion Vorschläge erbitte. Direktor Fehlinger war von dieser Anweisung peinlich berührt. In seinem Gedächtnis hasteten die beiden Unterhaltungen mit Bahn. Meister Kern noch ganz frisch. Der Mann hatte ihm ausgezeichnet gefallen. Und nun sollte er ihm einen Verweis erteilen und ihn strafversetzen? Dos erschien ihm ungerecht. Aber was sollte er tun? Das Gebot der Disstplin verlangte die Ausführung der An- ordnung. Das einzig«, was möglich war, war«ine möglichst milde Durchführung der Maßnahme. Am besten war's wohl, man sprach mit Bahnmeister Kern persönlich. Er ließ einige Tage oerstreichen und lud Kern dann schriftlich vor.' Da die Vorladung unbegründet war. sah Kern der Unterredung mit um so größerer Spannung entgegen. Er war vollkommen ruhig und erwartete seinen Aufruf im Vorzimmer des Direktors ohne Herzklopfen. Mit seiner großen in der Mußezeit schön weiß gewordenen Hand strich er von Zeit zu Zeit übers Knie, als ob«r «in Staubkorn entfernen wolle, verglich zerstreut seine Uhr mit der Bürouhr und ließ das Auge hierhin und dorthin wandern. Als der Direktor ihn eintreten ließ, fühlte sich Kern etwas un- sicher werden. Er zupft« an sein«r W«ste, an seinem Rock, an seinem Schlips, und strich mit einem Finger an der Innenseite seines Kragens entlang. Fehlinger bat Ke;n freundlich, Plötz zu nehmen, räusperte sich einig« Male und blätterte verlegen in dem Aktenbündel. Endlich begann er so leichthin als möglich:„Mein lieber Bahnmeister, ich habe Sie rufen lassen, um nun endlich die dumme Sache aus der Welt zu schaffen. Eßware mir angenehm, wenn nicht viel Aushebens davon gemacht würde. Sagen Sie mal, lieber Herr Kern, hätten Sie nicht Lust, sich versetzen zn lassen? Hier ist sowieso nicht viel los und leben kann man überall, wo man eine Existenz hat." Um Kerns Mund zuckt« es. Er wußte nicht recht, woraus Fehlinger hinaus wollte, aber irgendeine dunkle, bedrückende Ahnung beschlich ihn. Es fiel ihm schwer, zu sprechen. „Wenn's uni eine Beförderung geht, Herr Direktor, nimmt man ein« Bersetzung gern in Kauf." Kern machte eine vage Hanfy bewegung„Aber Beförderung soll's wohl nicht sein, denn ich bin doch vorläufig vom Dienst dispensiert." „Eben deshalb heb' ich Sie rufen lassen, Herr Bahnmeister. Warum sollen Ei« zeitlebens hierbleiben, wo Sie... Wo anders ist's sicher ebensogut. Und was die andere Sache anlangt— Du lieber Gott, das kann jedem mal passieren. So einen kleinen Verweis..." Fehlinger brach ob, denn Kern war mit cmeni Ruck hoch- geschnellt: „Wie meinen Herr Direktor? Ein Verweis?" Fehlinzcr plinkte nervös mit den Augenlidern und sah auf seine. Fingernägel. „Lasten Sie sich dadurch nicht aus der Ruh« bringen, lieber Herr Kern, ich bitte Sie inständig." Ruhe, richtig. Seine Frau hotte ihm da? mit ihrem stummen Blick mich gesagt, als er von zu Hause wegging. Kern holte tief Atem und fragt« möglichst gelösten:„Wenn ich recht gehört habe, sprachen Herr Direktor von Verweis und Versetzung, heißt das, daß man mich disziplinieren will?" Fehlinger lacht« gedämpft:„Sa ist's richtig, mein Lieber. Solche Sachen muß man mit Ruhe genießen. Das sind die söge- nannten Blüten der Verwaltungsmoschincrie. Nehmen Sie sowas um Gottes Willen nicht tragisch. So einen Verweis steckt man einfach ein, und mit der Versetzung— na, auch das nimmt man in Kauf, ohne sich aufzuregen." Kern sah plötzlich ganz klar. Er hatte das Gefühl, als werde ihni die Brust von zwei Bahnwogenpuffern ganz langsam ein- gedrückt. Er tonnte keine Lust mehr bekommen, noch nicht einmal nach Luft schnappen. Wie zum Ersticken war's. Sein Gesicht wurde abwechselnd blaß und feuerrot. Nur Sekunden dauerte bis, doch es war unendlich qualvoll. Fehlingers Mundwinkel zuckten, als er dos sah. Ihm selbst wurde in diesem Augenblick klar, daß ein Mensch wie Kern nicht anders reagieren tonnte. Er hatte ein schmerzliches Gefühl, erhob sich und brAnni mit den Händen auf dem Rücken langsam auf- und abgehend möglichst sacht«:(Forlsetzung folgt.) e Buch SEukunflsromane In einem neuen Roman„Nelti"(Asy-Verlag, Berlin) will Hans Ryner dos Idealbild eines Zukunftsstaates entwerfen. Er verlegt diesen Staat auf den sagenhasten Inselkontinent Atlantis, von dem ein Teil im tangverschlammten Sargastomeer, dessen wind- stilles Gebiet die Schiffe meiden, vom Untergang bewahrt geblieben sein soll. In völliger Abgeschiedenheit von der übrigen Welt hat sich die Menschheit hier fortentwickelt und lebt nun in einer harmonischen Anarchie, in der sich alle Kräste entfalten und in der jedem Menschen Arbeit Freude, Produktion Notwendigkeit ist. Schifsdrüchige Fraei- zosen werden in da» paradiesisch schöne Land verschlagen. Die natürliche Ausgeglichenheit des Daseins oerwirrt sie; die Schätze wecken ihr« Gier. Sie versuchen, sich.zu Herren des Landes zu machen. Am passiven Widerstand der Bevölkerung und an der hoch- entwickelten atlantischen Technik scheitert ihr Unternehmen. Die Europäer werden heimgeschickt und das Land oersinkt wieder, in seine unzugänglich« Vollkommenheit. Ryner hat die Absicht— die er durch eine nicht sehr geschickt herausgekehrte Ironie zu unterstreichen bemüht ist— aufzurütteln. ein Ziel zu weisen. Leider fehlen ihm die Kraft und das Wissen dazu. Schon bei der Schilderung der Entwicklung des einzelnen Menschen zu der Vollkommenheit des Atlanten versogt er. Die Problematik des menschlichen Charakters mit der verworrenen Viel- falt von Wünschen und Streben schiebt er einfach beiseite: er .schildert die Bewohner dieser„glückseligen Insel" als eine Gemein- schoft von makellosen Engeln. Man ist erstaunt über die naive Harmlosigkeit des Verfassers, der anscheinend Plotons ftaatsphi.'o- sophifche«chrislen gelesen hat und sich daraufhin für sähig hält, einige Jahrtausende Kulturgeschichte zu bewegen und Perspektiven in die Zukunft zu öffnen, und der nicht imstande ist, auch. nur einem einzigen Menschen, einem einzigen Tröger dieser Zukunft Gestalt zu geben. KarlEttlinger, das sonst freundlich und bescheiden lächelnde „Kärtchen", versucht m dem Roman„D« r e r s ch o s s e n« S t o r ch" (Wilhelm Goldmann Verlag, Leipzig) ebenfalls, den Ausblick in ein: Zukunft zu geben. Es ist die Geschichte einer Menschheit, die aus dem Bewußtsein der Sinnlosigkeit ihres Daseins heraus sich dem Untergang weiht. Sie will kein« Kinder mehr. In festlicher Resignation will sie erlöschen. Auf dieser Idee könnt« sich eine Dichtung von düsterer, bezwingender Phantastik aufbauen. Ettlingers Roman ist ober keine Dichtung geworden, sondern ein braver, laug- weiliger Schulaussatz über das Thema„Ist die Mutterliebe ein Naturtrieb", was an zahlreichen moralischen Beispielen fleißig be- wiesen wird. Trucke E. Schulz. WAS DER TAG BRINGT. Bevölkerungszuwachs/ Geburtenregelung. Zu diesem Thema bringt„Harpers Magazine" einige interessante Daten. Italien«eist einen jährlichen Ueverschuß von SM Ge- burtcn auf und hat 400 000 Arbeitslose: trotzdem verbietet Mussolini die Verbreitung von Anweisungen zur Geburtenregelung und die Auswanderung. Japan weiß nicht tmchin mit seinem Menschenüberschuß von 2H Millionen Geburten: Sachalin stt dem Japaner zu �alt, in der Mandschurei kommr er gegen die wirtschaftliche Kon- kurrenz der Chinesen nicht auf, und Amerika und Australien sind ihm versperrt. Großbritannien hat trotz seiner Kolonien Vevvl- •kernngssorgen. Wie man weiß, sind eine Million arbeitslos. Die Leute weigern sich auszuwandern und würden von den Dominions auch gor nicht gerne ausgenoenmen werden, wenn sie kämen. In Holland wird Geburtenregelung schon seit SO Iahren geübt, trotzdem wächst die Bevölkerung mit 14: 25 an, während der natürliche Zu- wachs von USA(von 1025 bis 1028) nur 8: 6 beträgt, also etwas über die Hälft«. Dieser Zuwachs rekrutiert sich aber der Hauptsache nach aus den untersten Bevölkerungsschichten, die von der ameri» kanischen Prosperität wenig zu spüren bekommen und die oft die Not zwingt, ihre zahlreichen Kinder nach den Schulstunden mit Näharbeiten und der Herstellung von künstlichen Blumen zu be- schästigen. Die Verfasserin der Artikel in„jHarpers Magazine" befürwortet die Einfaihriuig von aufklärenden Schriften zur Geburten- regelung, respettwe die Aufhebung eines diesbezüglichen Verbots und meint zum Schluß:„Wenn unsere Städte noch weiter an- wachsen wie sie es jetzt tun, wird unseren Nachkommen das Leben dort zur Hölle werden.". Die Zukunft amerikanischer Großstädte. Während wir bewundernd die Photos amerikanischer Hoch- Häuser betrachten(man hat eben eins sertiggestellt, in dem 40 000 Menschen beschäftigt werden sollen), fragen sich tatsächlich einsichts- vollere Amerikaner, wie und ob man denn in ein paar Dezennien das Leben in einer solchen„Megalopolis" ertrogen können wird. Die unangenehmen und schmerzhaften Sinneseindrücke überwiegen immer mehr die angenehmen in den ultramodernen amerikanischen Großstädten und drücken das Lebensgefühl der Einwohner zum Un- erträglichen herab. Schmerzhafte Empfindungen werden verursacht durch Länu, Staub, üble Seriiche. Gedränge, Vcrkehrsschwierig. leiten(im Verhältnis zur knappen Zeit), durch endlos« Reihen häß- licher Häuserfronten, daüurch, daß man stets hin auf blicken muß statt auszublicken, und durch das ständig wachsend« Gefühl mensch- sicher Winzigkeit und Nichtigkeit. Die ragenden Stahlmasten«r- drücken den Fußgänger und löschen das Gefühl menschlicher Würde aus. Wir huschen wie Raiten herum(klagt man), statt menschengleich zu wandeln. Die Maschin« nimmt uns auf und wirst uns mil- lionenweife in die toser.den Hochbauschluchle». Immer größer« Menschenmengen, immer tiefere Schatten in den Häuserschluchten, immer lauteres Getobe. Wohin wird das führen? fragt man sich asto. Zn einem Zusammenbruch des menschlichen Nervensystems und einer Stodlflucht— da» wäre der finanzielle Ruin des Staates. 1 87, K 4 51 Punkte. K 5 erhielt 270 Punkte, gilt jedoch bis zur Erledigung seines Protestes wegen Propellerwechsels in Posen als ausgeschieden. Technische Leishmgsprüfung in Staaken Nach Abschluß des Europa-Rundfiuges harrt der Teilnehmer noch eine Prüfung, di« an Führer und Maschinen kaum geringere Anforderungen stellen dürfte als der Rundftug selbst, zumal die Maschinen durch die bisherigen Strapazen rcithÄtch in Anspruch genommen worden find. Die technische Leistungsprüfung vom 1. bis 7. August in Staaken wird sich mit den Fragen der Sicherheit, Ve- quemlichkeit und Wirtschaftlichkeit der Flugzeuge beschäftigen. Im «ttTzrinen wird sich diese Prüfung aus Brennstoffoerbrauch, Start- und Landeeigenschaften, Auf- und Abmontage der Flugzeuge, Ein- rühtungen wie Feuerschutz, Doppelsteuerung, Bequemlichkeit für Führer und Begleiter, Bordinstrmnente, Rettungsgeräte usw. be- ziehen. An den beiden ersten Tagen finden Anlahprüsungen, Auf- und Abrüstung sowie Einrichtungswertung der Ma- schinen statt. Der 3. August bringt die Brenn st-ossverbrauchs- Prüfung und am 4. Ztugust beginnt die Start- und Lande- Prüfung, wohl der schwierigste Teil des ganzen technischen Wett- hewerb. Bon der Abhaltung einer besonderen Steigprüsung ist Ab- stand genommen worden, da die Rundslugroute bereits so ausge- wählt worden war, daß natürliche Hindernisse von genügender Höhe genommen werden mußten. Di« Erfüllung der technischen Leistungs- Prüfung wird mit Gutpunkten bewertet, die im Höchstfalle 140 betragen. Darüber hinaus werden für Start- und Landeeigenschaften bis zu 60, für die Brennstoffverbrauchsprüfung bis zu 30 Punkt« gegeben, so daß insgesamt 230 Gutpunkte erworben werden können. Zu diesen Gutpunkten kommt di« Punktwertung für den Rundflug. Erst derjenige ist Sieger des ganzen Wettbewerbs, der in der Ge- famtwertung die meisten Punkte aus sich vereint. Rund 35 Bewerber werden sich dieser technischen Leistungsprüfung unterziehen. Ossermanns Beisetzung. Für den beim Europarundflug auf so tragische Weise ums Leben gekommenen deutschen Piloten Erich Off ermann und seinen Begleiter Jcrzemski, die in Lyon gegen«ine Hochantenne flogen und abstürzten, fand auf dem dortigen Flugplatz ein« Trauer- feier unter Beteiligung der deutschen Kolonie, des deutschen Konsuls und der französischen Behörden statt. Die Beisetzung Offermanns findet am Sonnabendnachmittag auf dem Berliner Waldfriedhof in der Röhe des GruneSaldstadions statt, die sterblichen Ueberrest« Jerzemskis find nach dessen Heimat, Oftpreußen, überführt worden. Zum Wettpaddcln London— Paris gestartet Am Donnerstag sind in London neun. Studenten aus Eng- land, Frankreich und Rumänien und die beiden deutschen Ruderer Heine und Boettcher, unter Führung des Oesterreichers Dr. Hoeper, mit vier Faltbooten von der Westminfterbrücke in London zu einem Wettpaddeln nach Paris gestartet. Die Paddler wer- den bis zur Seine, wo das eigentliche Wettrennen erst beginnt, von einem Motorboot beglestct. Sie hoffen in acht Tagen in Paris� anzukommen. Schwimmfest in Weifjen see Der Arbeiter-Schwimmklub„R« p t u n", Weißen- see, veranstaltet am kommenden Sonntag nachmittag um 3% Uhr, im Seebad Weißensee sesn diesjähriges bundesoffenes Schwimmfest. Der Verein für volkstümlichen Wassersport, Dresden, sowie sechs Berliner Beveme(Hellas, Frecheit, Berlin XII; Oberspree, Friedrichs Hain und Müggelsee) werden mit dem Veranstalter ihre Kräfte im friedlichen Wettkampf messen. Eine 6X50 Meter Crawlstafette leitet das Fest ein. Im 100 Meter Mömier-Crawl- schwiinmen treffen gleichwertige Gegner aufeinander. Am stärksten ist das Jugendbrnstschwimmen mit 20 Startenden besetzt. Auch das Frauen-Brustschwimmen sieht die stattliche Zahl von 14 Schwimme- rinnen am Start. Den Wasferbaltmehrkainpf bestreiten sechs gleich- wertige Mannschaften! für den Sieg dürste hierbei die beste Leistung im Zielwurf ausschlaggebend sein. Es folgen noch ein« 4X100 Meter Lagenstafette, 50 Meter Frauen- Crawlfchwimmen und Männer- Brustschwimmen, 200 Meter, das zehn Teilnehmer gefunden hat. Reben Springen, an dem Nachtigall und Hellas teilnimmt, wird auch ein Figurerlliegen der Frauen gezeigt. Den Abschluß bilden zwei Wasserballspiele. Als Erste spielen Neptun W. II gegen Freiheit und das andere bringt den alten Bundesmeister Neptun I mit dem Kreismeister des 4. Kreises(Sachsen) Dresden zusammen. Di« Arbeiterschaft Berlins ist herzlichst eingeladen dieser Ber- anstaltung beizuwohnen. Eintrittspreis: 50 Pf. __< 25 Jahre«Freie Tumersihaft Zossen"! Am 2. und 3. August feiert die Freie Turnerschaft Zossen e. V. 05 chr 2Sjährig«s Bestehen. Die Arbeitersportler des 4. Be- zirts im 1. Kreis der ATuSpB. werden am Sonntag in geschlossener Front vor der Einwohnerschaft Zossens für den Gedanken des Ar- beiterfports demonstrieren. Die Feier zerfällt in zwei große Ver- anstavungen am Sonnabend und Sonntag. Die Veranstaltung des Sonnabends wird ausgefüllt mit Sondervorführungen des Orts- Vereins sowie der� Gäste. Der Sonntag bringt die sportlichen West- kämpfe, Propagandamnzug, Massengymnastik usw. Die Arbeiter-Rbotogikle berichtet Die Berliner Arbeiter-Photogilde, die dem Ar- beiter-Lichtbild-Bund angeschlossen ist, hat ihr« ersten Abende schon gut ausgestalten können. Ein Wettbewerb„Ferien der Da- heimgebliebenen" brachte eine ziemlich reiche und auch technisch gute Auswahl, die als Reportagephotos schon von einem guten photographischen Sehen zeugen. Solche Wettbewerbe sollen in Zukunft planmäßig durchgeführt und die besten Photos für das Photoarchiv der Gilde gesammelt werden. Der letzte Wettbewerb ging als gemeinsamer Photoabend oonstatten; es wurden Nachtarbeiten photographiert, vor allem Reparaturarbeiten, Ausschachtarbeiten, Sc�ienenschweißen, Unter- grundbahnbauten und ähnliches. Natürlich stellt dieses Gebiet der Reportage schon sehr hohe Anforderungen an das technische Können des Photoamateurs, trotzdem soll durch diese praktischen Photoabend« versucht werden, auch den leistungsschwöcheren Amateuren die Durchführung solcher Nachtausnahmen. zu ermöglichen. Letzten Endes ist es doch mir die Praxis, die den wirklichen Amateur- photographen weiterbringt. Aehnlich« Motivsahrten werden jeweils auf den Gruppenabenden besprochen, wo auch die Auswertung der gemachten Ausnahmen geschieht. Es ist nun nicht fo, daß die Arbeiter-Photogiide nur das f»- ziale Photo pflegt, auch jedes andere Photo wird dort gewürdigt, im übrigen soll jeder das photographieren, was seinem Geschmack am besten entspricht. Jeder ist kein geborener Photvreporter, das Photographieren ohne Stativ will gelernt sein! Es photographiert .also jeder nach seiner Neigung in der Arbeiter-Photogilde. Die Berliner Gilde will auch den Filmamateuren Gelegeicheit zur Betätigung geben. Di« Leitung der Filmgruppe hat E. Schindler(im Verband der Nahrungsmittel, und Getränke- arbeiter,'NW. 40, Reichstagsufer 3), übernommen, an den auch alle Anfragen zu richten sind. Di« Gilde wird von Amateuren aaff- genommen« Kurzfilme auf Schmal- und Normalsilm« apparaten am heutigen Freitag im Borführuugs« räum des Parteivorstandes, zeigen. Vorher be- teiligen wir uns an der Antikriegskundgebung der Partei; anschließend, um 2v>- Uhr, ist dann in der Linden- straße 3. 2. Hos links, 2 Treppen, die erwähnte Beranstalwng. Di« nächste Nachtphotosahrt findet am Freitag, dem 8. August, statt. Treffpunkt 7'A Uhr vor dem Hauptportal von Tietz, Alexander- platz, gegenüber dem früheren Berolinastandplatz. Apparat«, Tta- tiv«, Sonnenbrillen und Blitzlicht mitbringen. Treibt Wassersport 1 Zur Antikriegsdemonstration der Partei am 1. August nehmen alle bundestreuen Arbestersportler geschlossen teil. Die Freie Kanu Union G r o ß-.B e r l i n E. B., hat es sich zur Aufgab« gesetzt, besonders die Jugendlichen dem Wassersport zuzuführen. Für einen Monatsbestrag von 1,50 Mark ist es allen möglich, in Bereinsbooten das herrliche Seengebiet rings um Berlin kennen zu lernen. Aber nicht nur die Jugendlichen/ sondern auch die öfteren, die nach des Tages Hast mit frohen Menschen zu- sammen sein wollen, können sich uns anschließen. In den Winter- monaten ist für Ergänzungssport wie Handball, Waldlauf, Wander- fahrten usw. gemrgt. Die FKU. unterhält neben dem Stamm- bootshaus in Sadowa Gruppen in- Erknr,-Wstl- Helmshagen, Span da« usw Bovtsstände find in allen Ab- teilüngen noch frei. Anschriften erbeten an Otto Gras, Berlin N, Reinickendorfer Straße 44 oder Teilnahme an der nächsten Vereins- sitzung am Freitag, dem 8. August 1930. im Restaurant„Zum Mohren" Berlin SW, Jerusalemer Strohe 9. IIIHGEB AM ORAN IE N PLATZ Doch wieder Luftakrobatfk! Mit Rücksicht aus die schweren Unfälle im setzten Frühjahr bei Vorführungen akrobatischer Kunststücke bei �lugveranstalwngcn hat das Reichsoerkehrs Ministerium sich mit den Landesregierungen ins Benehmen gesetzt um zu jjrüfen, ob auf Grund der bestehenden gesetzlichen Vorschriften «in allgemeines Verbot erlassen werden köiine> Die Be> .sprechungen Hoden zu dem Ergebnis geführt, daß der Erlaß »eüies allgemeinen Verbots nicht angängig sei. Sollt)« atro- 'batischeu Flugkunststücke sollen jedoch verboten werde, v wenn Gefahr besteht, daß Sicherheit und Ordnung gefährdet b w, r d. J» Z w e i s« l s s ä l l e n soll ein Verbot ausgesprochen rgverden. ZTSB., Bezirk Skrala« vrranstoltlt am kommenden Sonntag«in« Motor- ik>ootfa!>rt»ach.Alt-BuckHorft.?rr Zahrprris auf d«m Nabinenma'orfchüf Fridolin für Hin» und Rückfahrt 2 TO. Frei« Ruder« und«aauiahm im«TuSn«., 1. Ä»i«. Rüchdi Technik««, gtzung Montag, 4. August. 20 Uhr. im Sewcrkfchartohau»(floitfercnHimm««). grei««an». Union«. Abteilung Ha«l. Sonntag. Z. August, Vereins- fahrt nach dem Breiten Horn. Touristen verein.Die Raturfreuade", Zentral»«»«-. Sonnabend und Sonntag. 2. und 3. Angnft. Iugendgruvoe Osten: nf cha f t: Ig bis 21 Uhr Johannisltr �2?o willkommen— �.«erg-rt-n: 20 Uhr Jugendheim Lehrter Str 18— lg.— Gr» inndbrunurn: 20 ktzbr Jugendheim Pank. Ecke Wi-fenftraße. Abendwanderung Freie Scholle". AtX'hrt lSM Uhr Gesundbrunnen bis Waldmannslust.- V rentlauer Berg: ,9'b. Uhr Danziger Etr.«2. Baracke. TOitgl.cberv-rfamm. u"a Sudwe,.: A Uhr Yorckftr..ll.»immer s. Heimabend. - Lichtenrade: I»:.. ulj» bei Dchlom, Bahnhof. Ecke Eoltzstraße Fabrten. erlebiiille- Rculöln- ckt.Uhr Bergftr. 2S. Hol. Barocke, Raum 3. lvcichatt. tiches.— Lichtenberg: 20 lOr Guirtlrftt. 44 Stegreif und L-i-nfpI-le.- Weißens«-: 20 Uhr JugcndheiX' Piftoriu-str. 24. «rbeiter-Rad.-ad»rattfck(.rer.B«nd.Solidarität�. Ortsgruppe Groß. Berlin. TOotorfahrer. Touren Ätz Sonntag, 3. August. Zu dem 2»iahr>g-ii Stiftunasfest der Ortsgruppe EapUtzh starten d>- Abteilungen wie folgt: Abt. Reukölln: 7 Uhr Hohenzollernplatz. Knebrichshai-: 6 Uhr Landsberger Blad Abt Oberfchöneweid«: 7 ühr Wilhclminenhoestr. 64. Abt. lkrenzberg. 7 übr Lausitzer Pegtz Att Rorden: 6'tz Uhr Spare str. 3. Abt. Eh-rl-tte-bnrg: 7 Uhr Wilmersdorstr s7r 2? Abt. ötz>l--- Kallinchen. 7 Uhr Barnh-lmr- Straße 8«.— Zur Anti.KriegskundgebilN'g am l. August star et d:e Abt. Kreuz. berg um ,9 Uhr Fontancpramcnadr. Tlte&let, Lidtisptele usw. SCAt-i TÄfll. S u.«Vi Uhr— B S Bsrtz.«26« Prsln 1-SM.— Htchm. Halbs Prslu Heule Beginn der Wintersaison I MONI UND HOBACE in ihrer Svene „HasUuiisch« UnmfigltdikÄten". Ferner tum ersten Matein Europa STONE t IBRNBN-Ihurtett amerik. Tenxekt vom Ziegfield- Polüe», New York und weitere 8 VarletA- Neuhelten. Du DeMBite Soeztaigescusft WiefRiianillaEiiti. BMe mHiKi«-str.i«B. 181 Saison-Ausverkauf! Beginn 1. 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Schwank von Max Bertuch, Gesan astexte von KurtSchwabach, Musik von Willy Rosen CÄSINO-THEATER Lothrintzrr Straße S7. Wiedereröffnung Freilag, IS. Angust 38 jidkißv Beslehen islir dir Dlrtktios Hiik Birg Der Possen-Sehlager Der selige Hollschinsky. »iiiii ii ii inii iiiiiiiiiiiiiin iiiiiniliii im ii ii im iiiiiiiiiin im im in VoUtsbWine Ttaftr im Uknrpliti. N/. Uhr Der fröhlidie Weinberg Lustsp. in 3 Akten tu Carl Zgdumjtr Rigii: 8. D. Kinttr. zentrai-Theater (Operettenhaus) Alte Jakobstr. 30/32 Dönh. 2047 Hegte 80» Uhr Uraufführung Ein Zllie-mmon in 3 Akten KintlerderStraSe Geling i. Tan ni V. Utsnl nn4 ttttie: Heiler. Rundfunkhörer hall« Preise. Berliner Iflk-TnO N« n k a 1 1 n. w Lahnstr. 7Af76.1 Dsotsdies Töeaiir 8 2 Viidwil-mm 5281 8 Uhr Phaea von Fritr v. Unruh. RegrMax Reinhard) Mull: frMririi lellmiler. üftMubiider End Siitti. Lessäg- Theater «ii4n4aD 2197•.8141 Täglich«>>i Uhr Iahte VenhBngu Der Faun TM Ed». Ilaiii lauft. M Heaiteb. bin, Fitan. Iml. Gredtainhi, Frenke«. """ Um IHM ä. Mm Täglich 8% Uhr: Dos Land des ucneuu Franz Lehars Sensationserfolg! .W--GS KisM zur Miete WSO.Ansbacherstr.l pteLsweite R�tourcnt Berlins BETRIEB 41V KEMPIHSKIw Tk8at.8BKOI1tz.TCf Kottbusser Str. 6 M Tägl. BVe «) Wiederauf- OJe treten Ilp, der W iiiie- IVsanCer mit Sehorsch Ruselll. Grosses lajachagr-Program! ElmViUverDand d. Eisenbahner DentsClands. Ortsorappe Berlin Am ravjuli verstarb unser treues Mitglied, X r Oberschaffner Gustav Freitag vom Bahnhof tzstb. im Alter von -47 Jahren an Rick enentzündung. Dt« Beerdigung findet am Sonnabend, dem 2. AnrVJt. 15 Uhr. auf dem Friedhof 3, Paitzfow. Bahnhof. 1 ftraße, statt._ Unsere» Mitgliedern unh seinen Freunden von der Dienststrltze Bio- Alt die traurige Mliteiluug. daß unser Berdandskollege, der Rivlgfcrer Otto Rätz »am 29. Juli verstorben ist. StnZfcherung: 2. August.'.',6 Uhr. im Zkrematorium Serichlftraße. Ehe« ihr«« Andenken! Rege Beteiligung wünscht m Die OrtiTerwaltun«. i . LOlVi'S für die Zeit vom 1. bU 4. Augoti KINO-TAFEL PROGRAMM für die Zeit vom l.bb 4, August moQ Potsdamer Strafe 3S W 5, 7, 9 Uhr Tonfilm: Skandal am Bv* mit Henny Porten Rheinstra�e 14 KÄiche) Hamealen m Frlls AlbcrM, Werner Plttsdiaa Landtm« im Paradies mit Rod la Rocaae Odcon, Potsdamer Sir. 7S Ton- und Sprechfilm: Der UMterblldne Lamp mit Liane Haid, Gastav FröhUdi lugendliche haben Zutritt Turmstra�c 12 W. 5, 7, 9 Uhr Ton- und Sprechfilm: Melodie des Hersens mit Dtta Parle, W. Frtlsdi Alexanderstr. 39-40 (Patsage) Den ganzen Tag geötfneil Kriminal- Sprech- und Tonfilm: Der Tiger mit Charlotte tznsa, Trade Berliner, Harry Frank Die Kamera 3, IT�r Unter den Linden 14 Der Mann, der das Gedächhil« verlor Ums tägliche Brot * Moabit 1 Artushof-Liditspicle Film- and BtUwcaschan Perleberger Str. 29 und Stendaler Sir Seelenvetkäafcr mit Lllfan Ullis Sünde der Llssy Kraft mit M. DeUchatt Welt-Kino IVATr Vit-Moabit 99 Achtang I Autodieb e I mit Harry Plel Madame im Sdhlatvagcn Beiprogramm Großes Orchester W Wllmors«torT> Atrium Beba-Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Täglich 7. 9.15 U Stg,: 5, 7. 9.15 U. Urauff I Franenaoi- FraacnglOck (Ein Film vom Werden d. Menschen, v. Leiden u. Freuden d. Mutterschaft) Titania Cu/,. Sbd. 6, Stg. 5 Uhr Hotel Stadt Lemberg m. Pola Negrl 1600 PS. mit Richard Dlx ■ aa.8o.tMn■ Filmeck" Beginnsv"ab33u Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Eiölfnung der Heibstsaison! inoproz. Tonfilm. Westfront 1916 i tVier von der Infanterie) Stella-Palast KOpenicker Straße 11—14 Beginn der Vorstellungen: Wochtgs. 5.3), 7.15, 9�5, Sonnt. 3, 5, 7, 9 U, 109 Pro*. Tonfilm: Der blaoe Engel mit Emil Jsnnlngs, Marlene Dietrich Regie; Josef v. Sfcrnbcrg Sternwarte— Treptow Sonnabend 8, Sonnlag 4, 6, 8 Uhr: Mana Auf den Inseln der tausend W an der (Film) „Elysium" fc-d Prenzlauer Allee 56 W. 5.15, 7.15, 9.15, S. ab 3 15 Uhr Tonfilm: Skandal am Eva mit Henny Porten Bühne: Jack Jackmann and his 12 boys ■■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochentags 7, Sonntags ab 5 Uhr Der große Fritz-Lang Film: Spione mit Willy Fritsch, Gerda Maaras Aul der Bühne;• Die große Varleteschaa Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 12) Wochent 6 Uhr, Sonnt 3.30 Uhr Der gioße Snrech-Tonfilm: Der blaue Engel m. Marlene Dietrich, Emil Jaanlngs Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch. 5. 7, 8.45, Stg. 3. 5, 7, 8.45 U. Tonfifmoperette- Das Rhelolandmädel, Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt ComeniuS'Lichtspiele Memeler Straße 67 W. 6, 834, S ab SU Ludwig II. mit Wilhelm Dicterlc Der Niefaste— bitte m. Licn Dcyers Concordia-Palast Andrdasstraße 64 W.5.8 45 U.Stg. ab SU. Tonfilm: Die GlOcksmelodfc (Akkorde der Liebe) Egport In Blond(Mädchenhändler) Viktoria-LicfatbikiTh. Frankfurter Allee 48 BOhnenschan Woch. 5, 7. 8.45, Stg. 3, 5. 7. 8.45 U. Der große Diamaniendiebstahl Lalla Jugendliche haben Zutritt E"Tleu-»chf nberq Kosmos-Lichtspiclc Lichtenberg, LQckstraße 70 Illusioik mit Conrad Veldt Bühne: 1 Stande intern. Variete BQhncnscfaau � FrleefricRsflclR � Kino Buscfa Alt-Friedrichsfelde 3 Beiprogramm Einbrach im Bankhaas Reichen- bach mit Evelyn Holl Der Mann im Sattel m. Ernst Verebes �HI»«Iarsch6nowaitUnJ Elysium Hasselwerderstraße 17 Der große Sensationstonfilm in deutscher Sprache: Flieger Tönendes Beiprogramm W WICnwsnn' U Schloßpark Füm- Böhne Berliner Allee 205—210 Stg. VjS Jgd.-V. Tonfilm: Skandal am Eva mit Henny Porten Beiprogramm Prater-Lichispicl-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 7,15, Sonntags 5 Uhr Die trendlose Gasse mit Greta Garbo Schmuggler von Tezas-CUy Nord —■ Alhambra Müllerstraße 136, Ecke SeestraBe Troika, Dreigespann der Liebe "'scfacdiowa mit Olga Tsd BQhnensdiaa Pharus-Lidbtspicle Müllerstraße 142 W.6U. Stg, 5 U. 2 große Schlagen Der Mnharadsdin v. Doaelanien mit Adolphe Menfon Aloma, die Blome der SOdscc Beiprogramm Marga-Lichtspiclc Schulstraße 29 Tonfilm: Cyaakatt (§ 218. Abtreibung) m. G. Moshein Vogelfrei mit Tom Mix Lästiges Beiprogramm Skala-Lichtspiele Schönhauser Allee 80 W. 7, 9 U. Stg. 5, 7, 9 U Gaukler mit K. v. Nagy Spiele» eten einer Kalleria mit Ltl Dagover ColntWMim Wtgs.7 und9Uhr lyuiusscum Stg. 5, 7 u.9Uhr Schönhauser Allee 123 Sprech-Tonfilm: Der große Gabbo mit E. v. S roheim Betprogramm »Alhambra" Bad straBc 58 W. ab 6 U� S ab 3 U. 2 mal Lax, Kdnig der Verbrecher Ja, Ja, die Fraa'n sind meine schwache Seite mit H. Albers Bühncnschaa Beiprogramm_ Bailsdunieder- Liditsp. Badstraße 16 W. 6, s. 3 U. Tonfilm: Das Wolgamldet Das rote Brandmal BUhnenscban Kristall-Palast Prinzenallee 1—6 W. ab 5, S. ab 3 U. Der große Tonfilm: Der Konig von Parts Beiprogramm Bahacssd»« Pankow Polasl-Thcater Breite Straße 21 a., W. 7, 9. Sonnt ab 5, Uhr Tonfilm: Heute Nacht cventneU mit Jenny Jngo Bei progruu*____ Tivoli, Pankow Berfiner Straße Gankler mit K«lhe v. Nngy Ihr wißt>a. wie Matrosen sind Bühncnschaa Film-Palast Ä�n Blankenburger Stfaßet W.7, 91). Stg. 5, 7, 9 u. Tonfilm: CyankaU, f 21« mit Grete Mosheim Lästiges Beiprogramm Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W.6,8'12. Slg.4>/4,6>b.8»c Sonnt. 2 Uhr lugendvorstellung Lndwlg IL mit Wilhelm Dielerle Der Nächste- bitte(Lien Deyers) Böhne „Kosmos" Fümbühne Hauptstraße 6 W. 6, 8>ck, S. ab i'lt Eine Nacht Im Praier mit E. Ralston Harold Lloyd, der Pechvogel Böhnensihan Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6, S't» U. Stg. 2 U. Jugendvorst. Stg. tVc.ß1/«. 8>/c U. Sieg des Herzens Das Geheimnis von Irapnr > Mennlaadorf> Filmpalast Stg, Berliner Straße 59 Stg. 2U.|ug.-Vorsu Die Somme (Das Gräber Millionen) Gro|€f Beipro