Morgenausgabe Nr. 322.. �, �-190"-Organs Wöchentlich So Pf, Bioaaülch 8�60 M, im voraus zahlbar. Postbezug<22 M. einschließlich 60 Pfg. Postzeitung»- und 72 Pfg. Postbestellgebühreu. Ausland»» abonnement 6,— M. pro Monat. ♦ JDer„Sonofirts* erscheint wochentög- lich zweimal, Sonntag» und Montags einmal, die Abendausgaben str Verlu, und im Handel mit dem Titel.De? Abend". Illustrierte Veilaoen»Voll und Zeit* und»Kwderfreuno". Ferner »Frauenstimme*. Technik*.»Blick in die Bücherwelt*..Iugend-Vorwärt»* und»Stadtbeilage*. P> Nerttner Volksblatt Donnerstag 1.4. August 1.930 Groß-Äerlin 1U Vf. Auswärts t5 pf. Dw einspaltige Nonpareillezeil« 80 Pfennig. Reklame�eile S,— Reich»» mark.„Kleine Anzeigen' das>ettge- druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche da» erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. 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Herr Schiele gibt sich aber hiermit nicht zufrieden. Er will seine über- agrarischen Interesieu ans kosten der deutschen Industrie durch. sehen und hat das stärkste Geschütz angefahren, das ihm zur ver- sügmig steht: er hat die Sabineltssrage gestellt. Sollte er sich durchsehen, dann wird die voykolkbewegung in Holland und in den skandinavischen Ländern von neuem aufleben und der deutschen Wirtschaft einen Schaden znsügen. der ein weitere« Anschwellen des Arbeitslosenheeres in Deutschtand bedeutet. Dafür wird dann aber nicht nur Herr Schiele, sondern das ganze Kabinelt Brüning veranlwortllch fein! Schiele seht sich durch. Die Kündigung des Handelsvertrages soll doch erfolgen. Wie die„Vvsfische Zeitung' meldet, wird im Reichskabinett die Kündigung des deutsch-finnischen Handelsvertrages erwogen. Um dabei jedoch weder die Bestimmungen der Genfer Wirtschaftskon» vention zu verletzten, noch der ausländischen Boykottbewegung gegen deutsch« Waren einen rechtlichen Anlaß zum Boykott zu geben, hat man einen neuen Dreh gefunden. Im Reichsgesetzblatt vom 13. August ist das vom Reichstag gegen den Widerspruch der Sozialdemokratie beschlossene Gesetz über das Zusatzabkommen vom 25. November 1329 verkündet worden, so daß die Butterzvllechöhung von 27,50 M. auf 50 M. am Tage nach der Derlündigung in Kraft tritt. Um dennoch den Wünschen Schieles und des Landbundes entsprechen zu können, will die Reichsregierung den deutsch-finnischen Handelsvertrag zum 1. September kündigen. Damit die Kündigung nicht der Genfer Wirlschoftskonventwn widerspricht, die eine Kündigung von Handelsverträgen ausschließt, wird zwischen Berlin und helsingfors oerhandelt, um eine beiderseitige und gleichzeitige Rusfisch-efinischer Zwischenfall. Russisches Flugzeug beschossen und getroffen. . R e v a l, 13. August.(Estländlsche Telegraphenageulur.) Ein sowjetrussifches Flugzeug erschien gestern nach- mittag über estländischem Gebiet in der Röhe der Narwamündung. Ein estländisches Küstenwacht schiff eröffnete das Feuer gegen da» Flugzeug, das das Feuer erwiderte. Ttach einer kurzen Beschießung kehrte das Flugzeug nach der Grenze zurück. Wahrscheinlich ist es gelrossen worden, denn man sah, wie es jenseits dir Grenze steil niederging. Wie verlautet, ha» der est- ländisch- Minister des Auswärtigen bei dem sowjetrussischea Gesandten gegen die wiederholten Grenzverletzungen sowjetrvssischcr Flugzeuge energisch protestiert. Ein Dieriel sür das Militär. Frankreichs Haushalt wird um eine Milliarde Mark erhöht. Paris, 13. August.(Eigenbericht.) Die Budgetnöte der französischen Regierung treten immer mehr in den Vordergrund des politischen Interesses. Tardieu sowie sein Budget, und sein Finanzminister haben sich bereits am Mittwoch an die Arbeit gemacht, um gemäß den vom Ministerrat am Dienstag geäußerten frommen Wünschen, die B u d- g e t o u s g q b e n für das kommende Jahr zu d r ü ck e n. Aus einem vom Budgetminister dem„Iritranftgeant" gewährten Inte» view geht jedoch indirekt hervor, daß trotz der Versprechungen Ta» dieus rechtwenighoffnungbesteht. ohne die vorgesehene Erhöhung des A u s ga b e n e ta t s um sechs Mil- l i a r d e n auszukommen. Denn in dem Etat von ungefähr 50 Mil- liarden Franken sind allein elf Milliarden für den Schuwen- tllgungsdienst der Staaten unverrückbar festgelegt. Das allein aber macht 19 Prvz. des Budgets aus. und weiter« 25 proz. find für Rüftungszwecke vorgesehen. die der Regierung Taxdieu und Maginot selbstverständlich ebenfalls sakrosankt sind, heiler mutet es in diesem Zusammenhang an. daß des mit[c riejiger Reklame angekündigte Milliardenprojell zur An» Kündigung herbeizuführen. Während der dreimonatigen Kündigungsfrist, die bis zum 1. Januar läuft, soll dann versucht werden, Grundlagen für einen neuen deutsch-finnischen Handels- vertrag zu schaffen. Schon bisher hat es sich gezeigt, daß die finnländtschen Unter- Händler die Regierungsoerlegenheiten des Brüning-Kabwetts weid- lich auszunutzen verstanden. Sollte es möglich sein, daß bis zum Ablauf des deutsch-finnischen Vertrages, d. h. bis zum 1. Januar, ein neuer Vertrag zustande kommt, dann wird Deuffchland für die For- derungen des Reichslandbundes und seines Beauftragten Schiele in diesem Vertrag einen Preis zu zahlen haben, der die deutschen Exportinteresien und auch die Interessen der v e r a r b e i- tenden Industrie weit über den schon beim Zusatzabkommen gezahlten Preis hinaus schädigen wird. Kommt ein solcher Der- trag nicht zustande, so wäre der offene Zollkrieg mit Finn- land gegeben. Darüber hinaus müßte sich die eben erst gedämpfte Boykottlage in Holland und dem nordischen Staat von neuem ver- schärfen, denn diese Länder fragen nicht nach juristischen Formeln, sondern nach Tatsachen. Die Regierung Brüning steht vor einer sehr schweren Verant- Wartung. Heitie Kariellberichi! OaS Gutachten des Reichswirtschastsrats fertisigestelit. Das Gutachten des Reichswirtschaftsrats, das die Reichsregierung zur Durchführung ihrer neuen Kortellverordnung eingeholt hat, ist fertiggestellt. Der Unterausschuß des Wirffchaftspolitischen Ausschusses hat seine Arbeiten am Dienstag beendet. Sein Bericht wurde gestern dem Wirffchaftspolitischen Ausschuß vorgelegt und dürfte heute bereits der Oeffentlichkeit übergeben werden. Das Gutachten dürfte in der Beantwortung der von der Reichsregierung gestellten Fragen zu Formulierungen gekommen sein, die der Reichsregie- rung ein Eingreifen in der Kartellfrage auf mehreren Gebieten nahe- legen. Damit wäre die Bahn frei für konkrete Einzel- maßnahmen. Die Reichsregierung hat jetzt die Möglichkeit, die Ernsthaftigkeit ihrer Absichten zu beweisen. kurbelung der Wirtschaft hinter den 25 Proz. des heerssbudgets mit bescheidenen vier Prozent im Staatshaushalt figuriert. An- erkennenswert ist immerhin, daß Herr Gennain Martin alle Ver- suche der Reaktion, die Ludgetnöte der Regierung auf die durch dos neu« Sozialversicherungsgesetz verursachten Auslagen zurückzuführen und in dem Gesetz einen Sllndenbock zu finden, im „Intransigeant" ein kategorisches Dementi entgegenstellt. Hoesch bei Briand. Meinungsaustausch über Dölkerbundsfragen. Bari». 13. August. Botschafter v. Hoesch hatte heute vormittag wieder ein« Unterredung mit dem Außenminister Briand, in der der Meinungs- austausch über verschiedene mit der beoorstchenden Tagung des Völkerbundes im Zusammenhang stehende Fragen fortgesetzt wurde._ Gefangniskonferenz mit Gandhi. Pressevertreter warten vor den Gefängnistoren. Bombay. 13. August.(Eigenbericht.) Im Gefängnis von Veravda bei Poona dauern die Be- sprechungen und Verhandlungen fort. Gandhi und die zu ihm gebrachten N e h r u s unterhielten sich am Dienstag stundenlang. Später wurde die im gleichen Gefängnis untergebrachte Frau Rai du zugezogen. Am Mittwoch wurden die Beratungen fort- gesetzt. Auch Sopru und Jayakar waren an diesem Tage anwesend. Die Vertreter aller indischen Zeitungen stehen am Eingang des Gefängnisses. Sapru und Jayakar verweigern jedoch jede Auskunst. Rückzug der Afridis. Vor Peschawar ist Ruhe. Die Afridis sind weit zurück- gegangen. Ein Panzerzug fährt die Eisenbahustrecke nach Now- shera ab, das ebenfalls beträchtliche militärische Verstärkungen erhalten hat. Dennoch bleibt dl« Lage unsicher. Auch vou anderen Grenzstämmeu kommen alarmierende Nachrichten Unter anderem wird der Vormarsch des nordwestlich von Peschawar auf einem Gebiet von 1000 Quadratmeilen wohnenden mohammedanischen Stamme» der Pathan» befürchtet. Bauernkrieg in China. Massenaufstände der Ausgebeuteten.— Die Folge« der(Seneralskriege. Von Botor Garvzr. Wiederum ist China in den Mittelpunkt der Weltpolitk? gerückt. Wiederum herrschen hinter der chinesischen Mauer Anarchie und Standrecht. Wiederum ist die Weltpresse mit den Kriegsberichten und Interventionsplänen überfüllt. Mit jedem Tag nimmt der innere Kampf im erschütterten Mittel- reich an Ausmaß und Heftigkeit zu. Noch vor kurzem stand der chinesische Bürgerkrieg, der � beinahe zwei Jahrzehnte andauert, im Zeichen des erbitter- ten Kampfes der Nordgenerale gegen die„nationale* Nankingregierung Die buntscheckige Koalition der Linksoppositionellen der Kuomintang mit den waschechten Militaristen versuchte in Peiping eine Gegenregierung auf* zustellen. Die Kombination Ienhsischan-Feng bemühte sich, ihren militärischen Feldzug gegen Nanking durch eine Partei- politische Offensive zu untermauern. Es wurde nämlich in Peiping eine feierliche„Wiedervereinigung" des linken und des rechten Flügels der Kuomintang inszeniert und ein demo- kratisches Aktionsprogramm aufgestellt. Der Zweck dieser Uebung war der Versuch, dem Nankinger Diktator jeden An- spruch auf die parteipolitische Erbschaft Dr. Sunjatsens ab- zusprechen und seinen Sturz zu ermöglichen. Auf einmal kam aber eine schroffe Wendung in der„Nor- malen" Entwicklung des chinesischen Bürgerkrieges. Ein neuer gefährlicherer Riß ging durch China. Eine neue Front gewann rasch an Bedeutung, so daß die Gegnerschaft zwischen Nanking und Peiping bald in den Schatten gerückt wurde. Es handelt sich um die sogenannte„kommunistische" Front, um die Bauernaufstände unter dem Sowjet- b a n n e r, um die entschiedene Offensive der„Roten Armee", die gleichzeitig gegen Nanking und Peiping gerichtet ist. Noch vor kurzem handelte es sich um rein spontane i Bauernaufstände, um zerstreute Partisanenscharen die sich � „Rote Corps" oder„Rote Armeen" nannten. In der aller- � letzten Zeit hat aber die aufständische Bewegung in Süd- j und Zentralchina stark zugenommen. Auch in der. s Mandschurei gärt es wieder. Die Quantität schlug bald in, Qualität um. Gleich nach dem sogenannten„ersten Räte- kongreß Chinas", der von der Komintern in Schanghei im geheimen inszeniert wurde und mit Aufstellung eines kommu- nistischen Aktionsprogramms der sofortigen Sowjetregierung'■ Chinas endete, traten in der spontanen Vauernauflehnung und im Partisanenkrieg Merkmale einer einheitlichen und zwar kommunistischen Führung zum Vorschein. Die Eroberung von T s ch ä n g t s ch a am 26. Juli durch die„Rote Armee" hat wie durch einen Blitzschlag die ver- änderte Lage im chinesischen Bürgerkriege plötzlich beleuchtet.! Es stellte sich auf einmal heraus, daß es sich um keine lokalen, leicht zu überwindenden Aufstände und Meutereien mehr i handelt, sondern um eine großangelegte und planmäßige■ Kriegsoperation mit bestimmtem politischen Ziel der Auf-* stellung einer Sowjetregierung in China. Dieses Ziel war l übrigens von Stalin auf dem Moskauer Parteitag formuliert. J Zwar mußten die Kommunisten Tschangtscha bald 1 räumen aber nach den letzten Meldungen vom chinesischen j Kriegsschauplatz steht die Wiederbesetzung der Stadt durch die Kommunisten bevor. Die„Rote Armee" befindet sich im' Aufmarsch auf hankau. wo die fremden Konzessionen mit � Stacheldraht in aller Eile umgeben werden und Dutzende' von fremden Kriegsschiffen schußbereit vor der Stadt liegen. Die rechtsbürgerliche Presse der Fremdmächte spricht von „Räuberscharen" und„Banditenbanden". Natürlich handelt es sich einstweilen um keine reguläre und disziplinierte Armee, vielmehr um eine seltsame Mischung von fanatischen Kommunisten, aufständischen Bauern, Bürger- kriegern von Beruf, Deserteuren der Regierungsarmee und Banditen Ist das Geschrei der bürgerlichen Weltpresse über die„kommunistischen Greuel" in Tschangtscha und in anderen „Sowjetgebieten" Chinas stark� übertrieben, so scheint die Behauptung der„Roten Fahne", daß es sich hier um lauter „Schauermärchen" und„Kriegslegenden" handele, kaum überzeugend. Das Sowjetblatt schreibt selbst in der Nummer vom 8. August vom„glänzenden Beispiel der b o l s ch e- w i st i s ch e n h ä r t e" in China. Auch auf dem bolschewisti- schen Parteitag in Moskau wurde vor der Gefahr der Ent- artung der chinesischen Roten Armeen„in Militaristen und Halbbanditen" gewarnt.(„Prawda" vom 9. Juli.) Die Offensive der Roten Armee ist für die Nankingregie- rung sowie für die Peipinger Gegenregierung nur im Zu- sammenhang mit der Vauernauflehnung gefährlich. Die Not der bäuerlichen Bevölkerung in China ist unbeschreib- lich. Der permanente Bürgerkrieg wurde auf dem Rücken und auf Kosten der ausgebeuteten und ausgeplünderten Bauern- schast geführt. Die enttäuschten und verzweifelten Bauern greifen zur Waffe und fallen dabei leicht der bolschewistischen Agrardeinagogie zum Opfer. Die Nankingregierung trägt in erster Linie an dieser go- Vanderveldes China-Pläne Aufenthalt und Ltnterredung in Berlin Genosse Emiie Vandervelde ist gestern morgen in Be- gleitung seiner Gattin aus Brüssel in Berlin eingetroffen. Am Bor- mittag besuchte er de» sozialdemokratischen Parleivorstand. in dessen Räumen ein Mitglied der Redaktion des„Vorwärts" Gelegen- heit hatte, sich mit Vandervelde und dessen Gattin, einer in Belgien angesehenen Irren, und Gefängnisärztin, über ihre Reise- pläne zu unterhalten. Auf die Frage nach den allgemeinen Reise- dispositionen antwortete Genosse Vandcrvelüe: „Wir fahren noch heute abend von Berlin ab und nach Moskau durch, wo wir uns 5 Tage aufhalten werden. Dann geht die Reise nach Charbin und Mukdcn, für die je 2 Tage Auf- enthalt vorgesehen sind. Dann wollen wir noch Peking und dort etwa zwei Wochen bleibe». Für einen Abstecher noch Japan sind auch zwei Wochen vorgesehen. Dann geht es noch S ch a n g- Hai und Nanking. In«üdchino gedenken wir etwa einen Monat zu bleiben und dann werden wir von Hongkong aus die Rückreise antreten und voraussichtlich Ende November wieder in Marseille den Boden Europas betreten." Frage:„Verfolgen Sie mit ihrer Reise irgendwelche politi- schen Zwecke?" Antwort:„Im Gegenteil, ich lege grosses Gewicht darauf, fest- zustellen, daß ich nicht als Vorsitzender der Sozialistischen Arbeiter- internationale reise, sondern als simpler Tourist und Privat- mann. Ich bin von einem wissenschaftlichen Komitee eingeladen worden, in China und Japan wissenschaftliche Vorträge zu halten. Diese Einladung haben wir angenommen und nebenbei habe ich auch die Absicht, in der Parteiprcsse die Eindrücke von meiner Reise'zu schildern." „Also verfolgt auch ihr'A u f e n t h a l t in Moskau keinen besonderen politischen Zweck?" „Ganz richtig, wir wollen in Moskau nur ein paar Tage ausruhen und außerdem will ich diese interessante Stadt meiner Frau zeigen, die sie noch nicht kennt. Wir haben auch nicht die Absicht, irgendwelche sowjetrussischen Einrichtungen zu besichtigen, denn ein Aufenthalt von 3 Tagen reicht natürlich nickst, um irgend- ein Urteil zu ermöglichen und abgesehen von dieser kurzen Mos» kauer Unterbrechung werden wir Rußland nur vom Fenster»nseres Cisenbahnzuges sehen." „Und wie steht es mit der Sicherheit? Muß man nicht besorgen, daß Sie aus ihrer Reise durch China, besonders durch Süd- china in persönliche Gefahr geraten könnten?" „O nein, wir schätzen die Sicherheit unserer Reise auf 100 Prozent und glauben nicht an irgendwelche Gefahren. Wir hoffen bei der Bevölkerung Chinas, des Nordens sowohl wie des Südens, eine gute Aufnahme zu finden, nichl nur bei der handarbeitenden Beoölke- ruiig, sondern auch bei den Intellektuellen, die ja ziemlich allgemein in Kuomingtang organisiert sind. Das Interesse für all« Fragen des Sozialismus und besonders auch für die Sozialistische Arbeiterinternationale ist in China sehr stark." „Beabsichtigen Sie also auch, über Probleme des internationalen Sozialismus zu sprechen?" „Ganz gewiß! Es ist vorgesehen, daß ich an verichiedenen Universitäten Chinas sprechen soll. So in Peking, in Nanking und an der Technischen Hochschule von Schanghai. Die Themen, über die man mich zu sprechen ersucht hat, sind sehr verschiedener Art. So soll ich über das Verhältnis zwischen zentraler und lokaler Regierung in Belgien sprechen, über internationale Wirtschaftsbeziehungen und internationale Friedensprobleme. Aber auch über die soziale Frag« Europas und besonders über die Sozialistische Arbeiterinternational«. Auch in Japan werde ich an verschiedenen Universitäten sprechen und aus einer Konferenz, die von einer großen Tageszeitung in Tokio veranstaltet wird. Aber auch meine Frau wird sprechen." setzt Vandervelde nicht ohne Genug- tnung hinzu. Die Genossin Vandervelde bestätigt. Auch sie ist aufgefordert. über Themen zu sprechen, die ihrem Wirkungskreis nah« liegen, so über Strafvollzug und über Frauen, und Kinderschutz. Die Japaner sind besonders begierig, etwas über die europäische Frauenbewegung zu hören. Vandervelde und Frau haben gestern abend Verlin wieder ver- lassen und ihre Reis« nach dem Fernen Osten fortgesetzt, über deren Verlauf Genosse Vandervelde im„Vorwärts" berichten wird. Polizisten von Ingolstadt. Aaiionalsozialistifcher Polizeisumpf. München. 13. August.(Eigenbericht.) Ein niedlicher nationalsozialistischer Skandal wird gegenwärtig im Donaustädtchen Ingolstadt durch den rauhen Zugriff des Staatsanwaltes in das Licht der Oeffentlichkeit gezerrt. Durch die Münchener Krimirialpolizei wurde der n a t i o» nalsozialistische Jngolstädter Kriminalsekretär Weber verhaftet und kurz darauf ereilte den städtischen Rechtsrat und Polizeireferenten Dr. Hierl, einen strammen baye- r eschen Volksparteimann, das gleiche Schicksal. Als Grund wird Amtsvergehen angegeben. Die Sache geht zurück bis zum Jahresanfang 1030. Damals wurde der Geschäftsführer Riemayer von der Jngolstädtrfchen Dertehragesellschast verhaftet, nachdem sich in seiner Kasse ein Fehlbetrag von 20000 Mark vorfand. Seit dieser Zeit befindet sich Riemayer im Untersuchungsgefängnis Cichstett. Vor einigen Tagen sollte der Kriminalsekretär Weber den Untersuchungsgesangcnen zu einer Vernehmung nach Ingolstadt bringen. Diesen Weg benuhle Weber, dem Riemayer eine Zu- sammenkunfk mit anderen Velasteken. fast durchweg Razlleulen. zu ermöglicheu. Weber war überhaupt ständiger Perbindungsmann zwischen der Polizei und den Jngolstädter Nationalsozialisten. Cr Hot seine Gesinnungsgenossen über die intimsten Angelegenheiten inner- halb der städtischen Derwalttmg auf dem laufenden gehalten und ihnen beispielsweise auch Einblick in die llnlersuchungsakteu eines schwebenden Landsriedensbruchprozesses gegen hakenkreuzlcr gewährt. Durch die Mitverhaftung des Polizeireferenten Hierl, der die unsauberen Geschäfte feines Kriminalsekretärs gekannt und geduldet haben soll, ist Ingolstadt augenblicklich ohne rechtskundige fach- männisch« Leitung und es wird mit der Aufstellung eines Staats- kommissors gerechnet. Auf Grund der Ermittlungen in der Vor- Untersuchung steht die Verhaftung weiterer Persönlich- leiten bevor. Ein« Folge der hakenkreuzlerischen Verseuchung der Jngolstädter Polizei ist es, daß sich die dortigen Nazis bislang über- Haupt nicht um das bayerische Unisormverbot kümmerten. Es muhten 30 Beamte der Münchener Polizei entsandt wcrdcp,»m die strikte Durchführung des Verbotes zu gewährleisten." Zweierlei Maß in Bayern. Bei Verboten rechts« unv linksradikaler Blätter. München, 13. August.(Eigenbericht.) Einen Tag nach dem Verbot des.Völkischen Beobachter" hat die Münchener Polizeidirektton nun auch dos K o m m u n i st e»- b l a t t für Südbayern, die in München erscheinende«Neue Z e i- tung", auf die Dauer von vier Tagen verboten. Veranlassung gab eine Bilderseite in der Nummer vom 12. August, die, wie es in der Mitteilung der Polizei heißt,«im Zusammenhang mit der Uebcr- schritt eine böswillig« und mit Ueberlegung erfolgte Verächtlich- machung der verfassungsmäßig festgestellten republikanischen Staats» form darstellt". Zwischen beiden Zeitungsverboten besteht trotz der zufälligen Aehnlichkeiten ein gründlicher Unterschied. Das kommu- nistifche Verbot hat die Polizeidirektion in eigener Zuständigkeit aus- gesprochen, während dos Verbot des Naziblattes auf Ersuchen des Reichsinnenministers geschah. Bei dem letzteren Verbot hat die bayerische Regierung sogar ein übriges getan und sich beeilt, mit- zuteilen, daß derartige Ersuchen der Reichsregierung für die Länder- regierungen verbindlich seien. Von sich aus wäre es der baye- rischen Regierung gar nicht eingefallen, an der täglichen Mordhetze und an den fortgesetzten Aufforderungen zu Gewalttätigkeiten im Hitlerblatt Anstoß zu nehmen. fährlichen Entwicklung die Schuld. Die Kuomintang selbst hat einst die Agrarrevolution entfesselt, um den geschichtlichen Feldzug gegen die feudale Nordreaktion 192Z bis 1927 zu ermöglichen. Aber der siegreiche rechte Flügel der Kuomintang hat bald darauf seine Agrarversprechungen vergessen. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan. Die Bauernverbände wurden aufgelöst. Aber die Agrarfrage blieb ungelöst. Jetzt versuchen die Bolschewisten, die Bauern- bewegung in die russischen Geleise zu lenken. Es ist aber im voraus klar, daß die Bolschewisierung der chinesischen Agrar- revolution, die als Werkzeug und Sprungbrett zur kommu- nistifchen Machtergreifung ausgenutzt und mißbraucht wird, nur eme Katastrophe für die Bauern Chinas bedeuten kann. Die ,Rote Fahne" ist von der Handlungsweise der chine- fischen Kommunisten ganz entzückt:„Sie nehmen den agrari- schen Blutsaugern das Land und übergeben es den Bauern. Sie beschlagnahmen die großen Unternehmungen in Industrie, Handel und Verkehr. Sie stellen die chinesischen Kapitalisten und die chinesischen Generale an die Wand. Sie zerreißen die imperilistischen„Friedensverträge". Sie befreien das Land zugleich von den Fasfeln der kapitalistischen und nationalen Unterjochung." Die patentierten„Marxisten" wissen nur ein Heilmittel:„Beschlagnehmen",„Zerreißen" und vor allen Dingen„an die Wand stellen"— dies ist das Alleinmittel für China und Deutschland, für Agrar- und Industrieländer, für die nationale und soziale Befreiung. Die sozialistische Arbeiter- schaft Westeuropas, die mit den unterdrückten chinesischen Arbeitern und Bauern aufs wärmste sympathisiert, verwirft entschieden diese abenteuerliche Putschtaktik und Versuchs- Politik. Die Spuren von Kanton schrecken...! Trotz allen vorübergehenden Erfolgen ist der endgültige Zusammenbruch des kommunistischen Feldzuges in China � kaum anzuzweifeln. Die geschwächte Nankingregierung wird sich unvermeidlich bei der Niederwerfung des kommunistischen i Aufstandes auf dieselben Fremdmächte direkt oder in- direkt stützen müssen, deren Ausschaltung aus dem politischen Leben Chinas als ihr Hauptziel gilt. Eine Intervention der Fremdmächte, die übrigens durch die hartnäckige Verteidigung ! ihrer Vorrechte in China zum großen Teil die Schuld an der � chinesischen Krise tragen, wird in den Hauptstädten Europas [ und Amerikas erwogen Wie die Fremdmächte behaupten: nur zum Schutz ihrer Untertanen. Aber diese Verteidigungs- � aktion mündet zwangsläufig in einer bewaffneten � Intervention, deren Folgen unabsehbar und höchst gc- ! fährlich sein können. Immerhin scheinen die Fremdmächte sich zu bemühen, � die Verständigung zwischen Nanking und � P e i ps n g zwecks gemeinsamer Niederwerfung des kommu» ! nistifchen Aufstandes herbeizuführen. Die Voraussetzungen ■ dafür sind gegeben. So erklärte von kurzem der Führer des i linken Flügels der Kuomintang, W a n t s ch i n w e i, der in ! der Nordkoalition eine hervorragende Rolle spielt, daß die !„wiedervereinigte Kuomintang" entschieden antikommunistisch ! eingestellt sei:„Die Sowjetregierung hat in den letzten drei ; Iahren bewiesen, daß sie ebenso wie andere Großmächte imperialistisch ist. Wohl will die Kuomintang mit Sowjet- ruhland in Frieden leben, aber nicht ein Spielzeug des roten Imperialismus sein..." Kommt die Verständigung zwischen Nanking und Peiping zustande, so. sind damit die Aussichten des„Sowjetchinas". kaum als günstige anzusehen. Aber mit der Besiegung des korttmunistischen Aufstandes wird noch nichts erreicht.' Nur der ehrliche Uebergang von der parteimilitärischen Diktatur zur wirklichen Demokratie, nur die radikale Lösung der Agrarfrage, nur die weitgehende Arbeiterschutzgesetzgebung sowie die Aufhebung der Fremdenrechte sind imstande, dem permanenten Bürgerkrieg in China, der die Voltswirtschaft ruiniert, das Land verödet, das chinesische Volk verwildert und verdirbt, ein Ende zu bereiten... Die �evoluiion in China. Einheitliche Aktion der Kommunisten. Schanghai, 13. August. Nach einer amtlichen chinesischen Meldung haben die in Tschangtscha angestellten Untersuchungen ergeben, daß die kommunistische Bewegung in Süd- und Mittelchlna eine einzige geschlossene Bewegung ist, und daß alle scheinbar isolierten kommunistischen Gruppen «ach den Weisungen dieser Zentralstelle vorgehen. Als Ziel der kommunistischen Führer wird bezeichnet: Beseitigung aller ausländischen Einflüsse, Beseitigung der militärischen Führer und der nattona- listischen Regierung und Einführung des Sowjet» fhstems in ganz China. Neuwahlen im Elsaß. Erster Wahlgang Mitte Oktober. Straßburg, 13. Augnst. Der französische Staatsrat hatte im März entschieden, daß die Autonomisten Schall und Rossö wegen ihrer Verurteilung im Kosmarcr Prozeß den Gememderäten von Straßburg und Kolinar nicht angehören können Die Regierung Tardieu hatte diesen Be- schluß aber bisher nicht amtlich verkündet, jo daß auch die Frist für die Nachwahl nicht eingehalten worden ist. Vielmehr haben Schall und Rossö unbehindert weiter an den Beschlüssen der Gemeinderäte teilgenommen. Tardieu hoffte, daß von der Re- gierung Poincarä vor mehr als Jahresfrist, nämlich alsbald nach dem Freispruch in Besan<:on, vorgelegte Gesetz über eine Sonder- amnesti« für Elsaß-Lothringen parlamentarisch erle- digen zu können und dadurch die taktische Stellung der Autonomisten bei den Neuwahlen zu schwächen. � Es hat sich aber gezeigt, daß zurzeit auf ein« Mehrheit für diese Amnestie weder im Senat noch in der Kammer zu rechnen ist. Unter diesen Umständen hat die Regierung die Neuwahlen nicht länger hinauszögern können. Sie wird in diesen Tagen den Beschluß des Staatsrate- ausführen. Der erste Wahlgang wird dann spätestens Mitte Oktober stattfinden müssen, damit bei Wie- derzusammentritt der französischen Kammer bij Entscheidung der Wähler vorliegt.— Schall und Rossö werden wieder kandidieren. Anton Erkelenz hat in Konsequenz seines Uebertritts zur Sozialdemokratischen Partei seinen Rücktritt aus dem Kreis der Herausgeber der von Naumann gegründeten Wochenschrift„Die Hilfe" vollzogen. Znlernattonaler Skudentenkongreß in Brüssel. Der Kongreß des Internationalen Studenten bu»des, auf dem merzig Völler vertreten find, ist gestern in Brüssel eröffnet worden. Tagung der Internaiionale. Breitscheid in der Völkerbundskommission. Zürich, 13. August.(Eigenbericht.) In der kommenden Woche findet in Zürich eine Tagung der Sozialistischen Arbeiterinternationale statt. Vom 18. bis 20. August tagt die Kommission für die Probleme des Völkerbundes unter dem Vorsitz von de Brouckere» Belgien. Deutschland ist In dieser Kommission durch Breit scheid vertreten. Der Kommission gehören serner an: B r a ck e- Frankreich, G i l l i e s- England, U n d e n- Skandinavien, Winter- Tschecho- ssowakei, Modigliani-Italien. Auf der Tagesordnung stehen u. a. die Hauptpunkt« der Tagesordnung der bevorstehenden Völker. bundsversammlung. Am 2l. tritt das Büro der TAI. zusammen, um die Beratungen der Exekutive vorzubereiten, die am 22. und 23. tagt. Den Vorsitz führt de Brouckere als stellvertretender Präsident, da sich der Vorsitzende Vandervelde auf einer Studien» reise nach China befindet. Auf der Tagung der Exekutive steht neben anderen Fragen die Stellungnahme zum Briandschen Memorandum und das Asylrecht. Am 24. August nimmt die Exekutive bekanntlich an der Fünfzigjahrfeier des Wydener Kon- g r e s s« s der Sozialdemokrati« teU. Sprechen werden Hermann Müll« auf Schloß Wyden und auf der anschließenden Massen- kundgebung in Konstanz Wels und Modigliani. Bauer» Oesterreich, Grimm» Schweiz und de Brouckere, der Bor- sitzende der Exekutive. HoNa, Geschäst! Koch, Scholz und Hugenberg überlroffen: Die deutsche Einheitspartei! Wer's noch nicht weiß, dem sei es hiermit kundgetan: Der Stein des Weisen ist gefunden� die groß« Einheitspartei, Sehnsucht aller echten Deutschen gleichfalls, und Abgeordneter kann man auch werden, wenn man die Kleinigkeit von 1SOO M. einzahlt. Das Problem ist aufs einfachste gelöst. Ein Inserat in ein« Berliner Inseratenplantage und schon ist die Rettung Deutschlands vollendet! Einer unserer Leser las die Anzeige, in der„Beteiligung nn einem Geschäft" gegen 1S00 M. gefordert wurde. Selbstverständlich sogenanntes Ehiffre-Inserat. Er meldete sich und erhielt prompt folgende Antwort: Berlin, den 11. VII l. 30. 71 802 C. D. Anbiete Ihnen Beteiligung an der„Deutschen Einheils- Partei". Das Programm ist feststehend. Anerkennungsschre:ben aus dem Büro des Herrn Reichspräsidenten und des Herrn Reichs- innenminssters Dr. Wirth liegen vor. Im Falle Ihrer Beteiligung sehen mir Sie an die sichere Stelle auf die Wahlliste. Es handelt sich um keine neue Parte!, sondern um eine Zusammenfassung des Volkes über die Köpfe der alten Parlamentarier hinweg. Das Alte hat versagt. Das Neue, die Staotsvartei, hat keinerlei Programm und scheitert an dem Sprichwort: Zuviel Köpfe, zuviel Sinne. Zu langen Verhandlungen haben wir keine Zeit. Sind Sie der Mann, der schnelle Entschlußkraft besitzt, so kommen Sie am Dienstag zu ausführlicher Konferenz um 10 Uhr zu dem Unterzeichneten. Strengste Diskretion wird geboten und erbeten. Ergebenst Dir. E. Rosenhain. O27. Blumenstr. 81. Die„Entschlußkraft" unseres Freundes hat leider nicht aus- gereicht, sanft wäre er heute vielleicht ein„gemachter Mann" und stände an sicherer Stelle aus der Liste der Einheitspartei, die über die Köpfe der alten Parlamentarier und Arthur Mahraun« hinweg das Ding schmeißen wird. Was ist ein Hill« gegen einen Rosenhain? Also, wer 1800 M. hat— die Adresse ist jetzt bekannt gegeben. Wozu brauchen die Scholz und Schiele, die Koch und Drewch noch kostspielige Parteiapporate— man geh« nach der Blmuenstrahe im Osten Berlinsl Was war denn los? Vergleiche auch unser gestrige« Ntld. w. „Es war nichts, der Herr Seekadett ist nur ans Mikrophon gerufen worden!" Vom Türgerwirrwarr. Treviranus sucht Wähler. Wahlbündnis mit den Hannoveranischen Separatisten. Die K o n s e r v a t i v e V o l k s p a r t« i ist mit der D« u t s 6). hannoverschen Partei, den Welsen, in ganz Niedersachsen eine Listenverbindung eingegangen. Im Wahlkreis Weser» Ems wird ein Vertreter der Konservativen Volkspartei die Liste führen. Am Dienstag beschlossen Vertreter beider Parteien einen gemeinsamen, paritätisch zusammengesetzten Wahlausschuh für den Wahlkreis Weserams zu bilden. Die Welsen wollen bekanntlich die Zerschlagung Preu- ß e n s, die Vermehrung des deutschen Partikularismus. Ist es schon intereffant, daß eine konservative Partei mit den Welsen sympathisiert, so ist es noch viel interessanter, daß eine Partei der Rcichsregierung, die angeblich eine Vorlage über die Reichs» reform vorbereitet, gemeinsame Sache macht mit den ärgsten Partikularisten. die«? in Deutschland gibt. Aber was tut man nicht alles, wenn man jede einzelne Wähler- stimme mit dcr Laterne suchen muß! Oie pariei mit den zwei Gesichtern. In Süddeutschland mit den Demokraten. Sfulfgart, 13. August.(Eigenbericht.) Auf dem am Mittwoch abgehaltenen Vertretertag der Deutschen Volkspartei Württembergs, dem auch Sekretär Wolfs von der badischen Parteiorganisation beiwohnte, wurde mit allen gegen drei Stimmen eine Entschließung onge- nomine«, nach der die Partei an der vollen Selbständigkeit ihrer Organisation und ihres Programme? grundsätzlich festhält, jedoch mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse in Württemberg ihr« Bereitwilligkeit zur Aufstellung einer gemein- samen Kandidatenlist« für die bevorstehend« Reichstags- uxrhl erklärt. Zum Zwecke der Durchjührung dieses Beschlusses wurde die Parteileitung beauftragt, Verhandlungen mit dcr Staat-- partei wegen der Kandidatenliste zu führen. Nach diesem Beschluß scheint die Reihenfolge der Kandidaten auf dem gemeinsamen Wahlvorschlag, wie sie auf dem Dertretertag der deutschen Demokraten in Aussicht genommen war, noch nicht end- gültig festzustehen. Aber sonst mit der Rechten! Duisburg, 13. August. Wie die Konservative Dolkspartei für die Wahlkreise Düsseldorf- West und Düsseldors-Ost mitteilt, hat Oberbürgermeister Dr. Iarres anDr. vonDryander, ihren Spitzenkandidaten, folgendes Schreiben gerichtet: „Ich weiß, daß der Sammelruf der Volkspartei bei Ihnen und den Ihnen nahestehenden. Insbesondere auch bei dem Grafen Westarp und unserem gemeinschaftlichen Freunde Treviranus Verständnis und Echo gesunden hat. Persönlich bin ich der Meinung, daß die Verschmelzung der ge- mäßigten Rechten schon jetzt hätte erfolgen sollen. Was aber Im Augenblick nicht gelungen ist, muß und wird, das ist meine Ueberzeugung, die nahe Zukunft bringen. In dem bevorstehenden Wahlkampf werden die beiden noch selbstättdigen Parteien, die Konservativ« Volkspartei und die Deutsch« Volkspartei, nebeneinander als gute Kameraden stehen und rämpsen können. In dieser Gesinnung rufe ich Ihnen und Ihrer Partei zum Wahlkamps ein herzliches Glückauf zu. Der Niederrhein wird sich beglückwünschen tonnen, wenn Ihr Wahlkampf mit Erfolg geführt wird, wenn wir in Ihrer Person für den Reichstag wieder einen Vertreter ge- Winnen, der sich im Bezirk der höchsten Wertschätzung erfreut und dem wir in den Kreisen der Deutschen Volkspartei in Hochachtung die Hand reichen." Zungdsuische und Oemokraien. Iungdeutfche Freude über den Austritt der Pazifisten. Die Absägung Georg Bernhards durch den Altions- ausschuß der Staatspartei im Wahltreis Potsdam I wird von der Acrliner demokratischen Presse von Masse und Ullstein bezeichnenderweise vollständig totgeschwiegen, während der„Jung», deutsche" die Tatsache der Absägung bestätigt. Di« Haltung der demokratischen Presse ist wahrscheinlich getragen von dem Gedanken, daß der Beschluß noch nicht endgültig sei und daß der Partcivorstand der Demokratischen Partei, der in diesen Tagen zusammentritt, Stellung nehmen werde. Die Absägung Bernhards bestätigt den allgemeinen Eindruck, daß die Demokraten in der Staatspartci ratsächlich von dem Jung» deutschen an die Wand gedrückt werden, daß sie quietschen. Herr Mahraun setzt seine Worte von der ausschlaggebenden Stellung, die er in der neuen Partei habe, in die Tat um. Der.xiungdeutsche" verzeichnet mit großer Befriedigung den Austritt der sogenannten „unabhängigen Demokraten" aus der Demokratischen Partei. Di« Tatsache, daß Professor Quidde. Helmuth von Gerlach und andere Pazifisten bei der Staatspartei nicht mitmachen, nennt er„eine begrüßenswerte Scheidung der Geister undderPsrfonen". Er bestätigt damit, daß die Ausführungen, in dem bekannten Aufruf von Mahraun gegen den Pazifismus sich gegen Quidde, Gerlach und ihre Freunde richten. Bei solchen An- sängen darf man der weiteren Entwicklung der sogenannten Staats- partei mit einiger Spannung entgegensehen. Bürgerliches Sammelsurium. In Braunschweig Einheitsliste von Hilgenberg bis Koch? Vraunschweig, 13. August.(Eigenbericht.) Di« reaktionären Parteien Braunschweigs bemühen sich, zu den Landtagswahlen, die mit der Reichstagswahl zusammenfallen, eine Einheitsliste aller bürgerlichen Gruppen von den Deutschnationalen Hugenbergs bis zu den Demotraten zustande zu bringen, Dabei ist ohne weiteres über den Kopf der kleinen Links« Parteien hinweg oerfügt worden. Infolgedessen macht sich gegen- über dieser Einheitsliste ein wachsender Widerstand der Bolksnationalen, des Landbundes, der Demokraten und der Braun- schweiger Weifen bemerkbar, die ihre Vertreter beauftragt haben, auf stärkere Berücksichtigung auf der Kandidatenlist« zu drängen. widrigenfalls sie sich an der Einheitsliste nicht beteiligen wollen. Enttäuschung rechts. Herr Treviranus und sein Rückzog. Die Freunde des Herrn Treviranus sind ob seines reumütigen Rückzuges von seiner Ostrede von einer tiefen Depression befallen worden. Sie gestehen in ihrer Eni- täuschung offen, daß sie in dieser Rede den Beginn einer Schwenkung in der Außenpolitik gesehen hatten. In diesem Sinne schreibt die„K r e u z z e i t u n g", das Organ der Konservativen Volkspartei: „Daß darüber hinaus aber auch das Rundfunkgespräch als ein offensichtlicher Rückzug(nicht nur vom„Vorwärts") ge- wertet werden konnte, das muß auch von Herrn Curtius als eine unglückselige und verschuldete Wirkung angesehen werden. Auf diese Weise wird man jedenfalls im Auslande nicht den Eindruck erzielen können, dcr angeblich doch auch von amtlicher Seite gewünscht wird: daß eine Revision der Ostgrenzen nicht nur gerecht, sondern für Deutschland eine Lebensnotwcndigkeit ist! Wir müssen gestehen, daß die taktische Wirkung des Rundfimkgespräches geeignet ist, daß bißchen Hoffnung, das man auf diesem Gebiet in die politische Führung der der» zeitigen Regierung gesetzt hat, zu nehmen. Di« Sache ist doch zu ernst, um aus mißverstandener„Diplomatie" durch taktische Mätzchen verschleiert zu werden. Es kann nur ein Eni- weder— Oder! geben. Entweder bekennt man sich zu der Rot» weirdigkeit einer Revision und setzt sich dann voll und ganz für sie ein. oder man macht weiter in„Verständigung" auf deutsche Kosten. Besonders bedauern wir, daß gerade Minister Treviranus zu einen» solchen Manöver mißbraucht wird. Wir betonen, daß wir seine Ausführungen am Sonntag und am Dienstag ihrem Inhalt nach begrüßen und sogar eine weitere Vertiefung dieser Gedanken für notwendig halten. Aber auch ihm muffen wir sagen, daß er es zu dem unnötigen Rundfunkkommentar nicht hätte kommen lassen dürfen. Wie sagt doch der„Vorwärts": „Ob nun diese beinahe reumütige Erklärung die gewünschte Wirkung im Auslande haben wird, müssen wir dahingestellt sein lassen." Darin müssen wir dem„Vorwärts" recht geben, Herr Eurtius!" Ueber die Gesinnung, aus der die Treviranus-Redc cnt- sprang, wie über die Hoffnungen auf eine Revision des deutschen außenpolitischen Kurses, die auf dein rechten Flügel des Kabinetts Brüning gehegt werden, ist nach dcr Trcvi- ranus-Affäre keinerlei Unklarheit mehr. Ueber das Geschehene sich zu wundern liegt kein Grund vor. Daß irgendwann derVorstoßgegcndiefried- liche und verständigungsbereite Außen» Politik erfolgen werde, war von dem Augenblick an zu erwarten, in dem das Kabinett Brüning gebildet wurde. Well ohne und gegen die' Sozialdemokratie regiert werden sollte, war der Reichskanzler genötigt, sich Mannschaften aus dem Lager zu holen, das Stresemann feindlich S gegenüber gestanden hatte, und zu ihnen gehörte )err Treviranus. Er war, solange cr der deutsch- nationalen Fahne folgte, nie in den Verdacht gekommen, in bezug auf die Außenpolitik anders zu denken, als Hugenberg und Graf Westarp, denen er nur ihre nach seiner Meinung verfehlte Taktik zum Vorwurf machte. Er hatte eben erst, obwohl inzwischen von den Deutschnationalen getrennt, gegen die Toung-Gefetze g e st i m m t. Ein Zweifel über seine Meinung konnte nicht bestehen, und er glaubte sich überdies wohl mit Brüning im Einklang zu befinden, der in seiner letzten Rede al-t Abgeordneter etwas dunkle und mysteriöse Andeutungen über die Notwendigkeit des Ein- schlagens neuer Wege in der Außenpolitik gemacht hatte. Wenn aber noch Unklarheiten bestanden hätten, so wären sie dadurch beseitigt worden, daß Treviranus, als ihm ein Portefeuille angeboten wurde, zunächst die Beseiti- gung von Curtius zur Voraussetzung der Annahme machte, und erst auf das Drängen des Kanzlers und des Reichspräsidenten hin dieses Verlangen„einstweilen" zurück- stellte. Seine Ostrede sollte ihn wohl zum kommenden Außen- minister qualifizieren? Er hat einen Rückzug angetreten— ober der Schaden, den er angerichtet hat, kann dadurch nicht so rasch repariert werden. Der Sturm, der sich in Frankreich gegen Briand erhoben hat, ist ein sehr ernstes Symptom. Die Worte von Treviranus sind gesprochen, und solange der Mann, der sich ihrer bedient hat, Mitglied des Kabinetts bleibt, werden sie weiter wirken. Wenn wir von der Bs- freiung der Rheinlande eine Entspannung der deutsch-französischen Beziehungen erwartet hatten, so sind diese Hoffnungen jetzt durch den Minister, den man mit Recht den Minister gegen die Befreiung genannt hat z e r st L r t worden. Es wird unendliche Mühe kosten. die' Fäden des gegenseitigen Vertrauens aufs neue zu spinnen und der Versuch wird solange nicht gelingen, als sich eine Regierung am Ruder befindet, die. um den Zweck der Ausschaltung der Sozialdemokratie zu erreichen. Unterstützung bei den Anhängern des militärischen Machtgedankens unv den Gegnern einer dem Friedensbedürfnis des deutschen Volkes dienenden Außenpolitik sucht! Schutz sür Steuerdefraudanien! Vci urteilung eines Sozialdemokraten wegen Wahrung öffentlicher Interessen. Vor der Strafkammer des Landgerichts I stand am Dienstag der Reichsbahnselretär Haeckel als Angeklagter. In seiner Eigen» schaft alz Mitglied des Steuerausschusses des Kr-lses Niodcrbarnim sollte er seine amiliche Schweigepflicht verletzt haben. Haeckel. sozialdemokratischer Abgeordneter des Niederbornimer Kreistages, hatt- es sich zur besonderen Aufgabe gemacht. Mißstände bei der Vestcuerunz der Besitzenden �abzustellen und Steuer- desraudationen unmöglich zu machen. vM einflußreichen Kreisen machte er sich dadurch äußerst unbeliebt. Man oerdachte es ihm auch, daß er in Versammlungen den Steuerbetrug der De- sitzenden schark verurteilte und dabei auf sein- Erfahrungen im. Steuerausschuß anspielte. Schließlich beschuldigte man ihn. im Prwatgespräch konkrete Müteilungen über den Steuerbetrug einiger Gemeindebürger gemacht zu haben, was Haeckel auf das entschiedenste bestritt. Es fand sich sedoch ein Zeuge, der behauptete. Haeckel habe ihm einmal des Nachts auf der Straße erzählt, wie niedrig sich verschiedene Personen eingeschätzt hätten. Di« Sachz kam zunächst vor das Schöffengericht. Hier be» antragt- sogar der Staatsanwalt Freisprechung. Das Gericht folgte ihm, soweit ez sich um die Verletzung des Amtsgeheimnisse» handelt«. verurteilte jedoch Haeckel wegen Beleidigung zu 40 Mark Geldstrafe Und nun geschah etwas Unglaubliches: Das Finanzamt legte Berufung ein. weil ihm die Bestrafung zu gering erschien. In zweiter Instanz wurde nun Haeckel tatsächlich wegen Vergehens gegen die Reichsabgabenverordnung und wegen stbler Nachrede zu 70 Marl Geldstrafe verurteilt. Die besitzenden Kreise, die sich durch Haeckels Eifer beunruhigt fühlten, haben nun die Genug'uung, einen unbequemen Gegner gerichtlich zur Strecke gebracht zu haben. Haeckel hatte es gewagt, mit einer gewissen Leidenschaftlichkeit und einem gewissen Tempera- ment öffentliche Interessen wahrzunehmen. Dem folgte die Strafe auf dem Fuße! Wendung in Bayern. Die Regierung stellt sich dem tandtag. München, 13. August.(Eigenbericht.) Der Kampf um die Schlacht st euernotverordnung in Bayern nahm am Mittwoch eine überraschende Wendung. Die Regierung hat mit einer neuen Verordnung den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Schlachtsteuer um acht Tage, nämlich aus den 22. August hinausgeschoben. Der Landtag tritt am 19. August zusammen. Dort wird mit ziemlicher Sicherheit der sozial- demokratische Jnitiatiogesetzentwurs aus Auf- Hebung der Schlachtsteuernotverordnung angenommen werdcn. Di« Regienmg hat also Angst vor ihrer«sgencn llourag« bekoinmen und hat es nicht gewagt, den Landtag vor die vollendete Tatsach« zu stellen und ihm den offenen Krieg zu erklären. Es mag sein, daß sie sich von der schwachen Hoffnung leiten läßt, vielleicht doch noch in der offenen Feidfchlacht im Landtag einen zu- fälligen Sieg davonzutragen. Stahlhelm«? wählen Nalionalsozialisten. Eine Mitgliederoer.. fammlung des Stahlhelms Schöningen bei Braun- schweig beschloß, bei der kommenden Wahl„nach dem Aarbild de» Faschismus auf dem Wege zum Freiheitskampfs sich nur für dl« Nationalsozialisten einzusetzen. B!ih schlägt in eine Kindergruppe. Drei Kinder getötet. Holzwickede. 13. August. vier Kinder, die beim Vrombeerensuchen von einem llnwelker überrasch, wurden, flüchlelen in einen Steinbruch und stellten sich dort unler einen Daum. Der v l i h schlug ln den Daum und traf die vstr ki-r.dcr. Drei warc» sosar, dos vlerie wurde gelähmt. Profit oder Mensch. Ist unsere Kapitalbildung zu gering? Die Entlassungen in der Industrie, im Handel und selbst in der Landwirtschaft dauern auch im Hochsommer an. Nicht ein Tag ver- geht, an dem nicht Meldungen eintreffen von Kündigungen oder Entlassungen von Hunderten von Arbeitern und Angestellten. Die Zahl der Arbeitslosen wächst und es ist heute schon sicher, daß auch die pessimistischen Schätzungen über die Zahl der zu unterstützenden Arbeitslosen in diesem Jahre nach weit übertroffen werden. Es ist kein Trost, wenn wir feststellen, daß die Wirtschaftskrise keineswegs auf Deutschland beschränkt ist, sondern daß auch in den anderen Industrieländern, daß selbst in Sowjetrußlond, wo die Produktion ober hinter dem Bedarf zurückbleibt, ein« riesig« Arbeits- lofigkeit herrscht. Die Tatsache der Verallgemeinerung der Wirt- schaftskrise ist nur eine Bestätigung für die sozialistische Erkenntnis, daß Krisen in der kapitalistischen Produktion unvermeidlich sind. Für solche Krisen mögen eine Reihe von Ursachen maßgebend sein. Entscheidend ist die Tatsache, daß der kapitalistische Konkurrenz- kämpf und die kapitalistische Prositwirtschaft immer den Ausgleich zwischen Produltion und Kaufkraft in Frage stellen werden. Dabei ist es— weltwirtschaftlich geschen— beinahe gleichgültig, ob der Konkurrenzkampf sich abspielt zwischen einzelnen selbständigen Unter- nehmungen oder zwischen Kartellen und ausländischen Konkurrenten. Aber selbst wenn durch eine vollständige internationale Vertrustung der Konkurrenzkampf ausgeschaltet würde, dann kämen die Wirkungen der kapitalistischen Profitwirtschast nur noch stärker zur Geltung. Wir haben in Deutschland und in den großen Industrieländern heute die verschärften Wirkungen des Kartellwesens und der kapitalistischen Konkurrenzwirtschast. Diese führt dazu, daß das fix« Kapital, das in den technischen Anlagen steckt, immer mehr erhöht wird, weil man durch die immer vollkommenere Mechanisierung die Konkurrenten aus dem Weltmarkt aus dem Felde zu schlagen sucht, ganz gleich, ob die bisher verwendeten Maschinen in der normal vorgesehenen Zeit amortisiert wurden, während die Kartelle dafür sorgen, daß die Preise aus dem Jnnenmarkt hochgehalten und noch weiter in die Höhe getrieben werden. Die Unternehmer gehen mit Vorliebe mit der Behauptung krebsen, die Ursache der Wirtschaftskrise liege in der mangelnden K a p i t a l b i l d u n g. Tatsächlich dürften wir nicht an einer mangelnden, fondern an einer zu st a r t e n Kapitalbildung kranken. Man braucht nur daran zu erinnern, daß wir besonders in Deutschland nach dem Kriege bis Ende 1923 die berüchtigte Periode der„Sachwerte" hallen, wo die durch die fortwährende Eni- wertung der Mark und damll der fortwährenden Entwertung der Löhne uich Gehälter erzeugten Uebergewinne meist in wirtschaftlich ganz unsinniger Weise in sogenamlle Sachwerte angelegt wurden, die am Ende der Inflation sich zum großen Teil als ruinöse Blei- gewichte erwiesen und mit Verlust abgestoßen werden mußten. Wie zum Schaden der Kaufkraft damals ungeheure Kapitalien vernichtet und oerschleudert wurden, das läßt sich heute kaum noch schätzen. Dann kam die Periode der Rationalisierung. Rationalisierung bedeutet im kapitalistischen Betrieb in erster Linie ge- steigerte Technisierung und Mechanisierung der Produktion, also wiederum Erhöhung des fixen Kapitals, das aus den laufenden Gewinnen in immer kürzeren Fristen abgeschrieben wird, während man gleichzeitig immer größere Reserven bildet im Hinblick auf die Erneuerung der mechanischen Betriebsmittel. Der Faktor Mensch tritt völlig in den Hinter- g r u n d. Unsere kapllalistischen Wirtschaftsführer denken nur in Maschinen und Prozenten. Sie empfinden es geradezu als eine Herausforderung, wenn der Staat sich des Menschen annimmt, und durch soziale Hilfsmaßnahmen die Produktion„belastet". Cr wird kaum zu errechnen fein, wieviel Kapital feit 1914 in Deutschland gebildet und oft ganz sinnlos wieder vernichtet worden ist. Es kann aber gar kein Zweifel daüber bestehen, daß in keiner nachergehenden Periode auch nur annähernd in so kurzer Frist eine so starke Kapitalbildung stattgefunden hat wie in den letzten 15 Jahren. Durch den Krieg, durch die Inflation unä> durch die Rationalisierung ist aber dieses durch die Massen der Arbeitenden gebildete Kopital wieder vernichtet wachen. Heute befindet sich die kapitalistische Produktion gerade durch diese überstürzte und über- triebene Kapitalbildung in einer schweren Krise. Der große Rechensehler, der der kapitalistischen Produktion anhastet, liegt eben darin, daß der Faktor Mensch bei der Ausstellung der Bilanzen vollständig außer Betrockst geblichen ist. Der Mensch als das Kullurwesen ist in der kapllalistsschen Produktion der Konsument. Man hat in immer stärkerem Maße den Arbeiter und Angestellten durch die Mechanisierung aus der Produktion ausgeschaltet, damll aber auch gleichzeitig den in immer höherem Maße notwendigen Derbraucher. Und wenn heute zum Beispiel die Metallindustriellen in Berlin 10 Proz. der Angestellten abbauen, um Ersparnisse bei den Produktionskosten zu machen, so vergrößern sie damll nicht nur das Arbeitslosenelend, sie verringern gleichzeitig ihr ohnchin schon so knappes Abfatzgchiell Rationalisierung ist gut und notwendig, sie wirkt aber zerstörend, wenn sie ohne Rücksicht aus den Menschen betrieben wird. Der Kamps, den die Gewerkschaften und sozialistischen Parteien in der ganzen Welt gegen den Raubbau am Menschen führen, ist nicht, wie die Kapitaliften behaupten, produttionsfeindlich, denn gerade wir wollen die Berbrauchertraft der großen Masse stärken und damit die Produktion fördern. Produktionsfeindlich ist jene sinnlos« Profit- Wirtschaft um des Proflles willen, die den Menschen überhaupt außer Betracht läßt. Sie gilt es mit verstärkter Wucht zu bekämpfenl Gchiedsversuch im Meiattkonflikt. Heute Verhandlungen im ReichSorbeitsministerium. Das Reichsarbeits Ministerium hat die om Ber- liner Metallkonflikt beteiligten Unternehmer- und Ange- stelltenorganisationen zu neuen Verhandlungen geladen, die heute beginnen. Diese Verhandlungen sind ein letzter B e r s u ch, den Metallkonflikt schiedlich-sriedlich zu lösen. Ob der Versuch gelingen wird? Es ist nicht zu verkennen, daß die Berliner Metallindustriellen, die anfangs unter dem Cntrllstungssturm der Oeffentlichkeit moralisch in die Enge gedrängt worden waren, neuerdings sich wieder zuver- fichtlicher geben. Der Grund dafür liegt sicherlich darin, daß den Fanfarenstößen des Reichsarbeitsministeriums, das den Metall- gewaltigen mit der Entziehung der für sie vorgesehenen Auf- träge aus dem Arbeitsbeschassungsprogramm gedroht hat, Taten nicht folgten. Das Ministerium will allem Anschein nach bei den neuen Verhandlungen erst noch einmal genauen Einblick in den Tatbestand nehmen und— was noch wichtiger ist— feststellen, wie es m t der F r i e d e n s b e r e i t s ch a f t der Metallindustriellen steht. Wenn nun diese Friedensbereitschaft nicht sichtbar wird— was • dann? Wird der Reichsarbeitsminister dann endlich sich der Waffe, d'e durch die Arbeitsbeschaffung in seine Hand gelegt ist, gegen die Berliner Metallgewaltigen bedienen? Eigentlich haben die Herren um Siemens die neue Galgenfrist bis zum Beginn der neuen Der- Handlungen, die ihnen das Arbeitsministerium geschenkt hat, recht wenig verdient. Das Ministerium mußte auch bisher schon davon überzeugt sein, daß die Berliner Metallindustriellen in dem Arbeits- konflikt mit den Angestellten eine reichlich unsoziale Haltung eingenommen haben. Lenken die Berliner Metallindustriellen nicht ein, kommt es nicht zu einer Zurücknahme der Entlassungen— es handelt sich bis jetzt um fast zehn Prozent der Angestelltenbelegschaft— dann wird es für den Reichsarbeitsminister, dessen Energie von seinen Freunden im Vergleich mit anderen Arbeitsministern gern gerühmt wird, Zeit zum Handeln._ Bauarbeiier find gui organifiert. Die letzten drei Zahre im Bezirk Derlin-Ärandenburg. Dem ausgangs September in Frankfurt a. M. tagenden Bundestag des Deutschen Baugewerksbundes gehen Bezirks- konferenzen voraus. Der Bezirk Berlin-Brandenburg des Deutschen Baugewerksbundes tagte am 9. und 10. August im großen Saal des Berliner Gewerkschaftshauses. Außer 146 Abgeordneten war der Bezirksvorstand vollständig vertreten, außerdem war vom Bundesvorstand der Genosse Schmit anwesend. In seiner Er- öffnungsred« begrüßte der Vezirksleiter, Genosse Otto Lehmann, auch den als Gast anwesenden alten Veteranen der Berlin-Märtischen Vauarbeiterbewegung. den alten Genossen Otto Rennthal« r. Der Tätigkeitsbericht des Bezirksleiters war sehr umfangreich. In den letzten drei Jahren seiner Tätigkeit habe die Bautätigkeit sehr oft viel zu wünschen übrig gelassen. Seit Mai seien im Bezirk 34 Proz. aller Bauarbeiter arbeitslos. Lehmann besprach die vielen Bemühungen zur Abstellung der Wirtschaftskrise, wobei er unter- strich, daß sich die Bauarbeiter die.Ankurbelung" der Bauwirtschaft auf Kosten der tariflichen Bauarbeiterlöhne nicht gefallen lassen würden. Die M i t g l i e d e r zu n o h m e im Bezirk sei in den letzten drei Jahren zufriedenstellend gewesen. Am Schlüsse des 2. Quartals 1927 zählte der Baugeweitsbund im Bezirk Verlin-Brandenburg- G renzmark 43 040 Mitglieder, am Schlüsse des 2. Quartals 1930 dagegen 56 915; es sei demnach«ine Mitgllederzunahme von ZI Proz. zu verzeichnen. Ziehe man jedoch in Betracht, daß bei der Julistatistik im Organisationsbcreich des Bundes im Bezirk 74 756 Beschäftigte gezählt wurden, so ergibt sich für unsere Mit- glieder immerhin noch ein ziemlich weit gestecktes Ziel für ihr« Werbetätigkeit. Don den Lehrlingen im Bezirk gehören etwa 50 Proz. dem Bunde an. Die Statistik zeige, daß es Mit dem Organssationsstand der gegnerischen Gewerkschaften in Berlin und im Bezirk nicht weit her sein kann. Die Bauhüttenbewegung zeige im Bezirk trotz starker Beschäftigungsrllckschläge«inen befriedigenden Stand. Das Bau- delegiertenwefen hat sich gebessert, sedoch fei auf diesem Gebiete immer noch viel nachzuholen. Die Konferenz nahm den ausführlichen Bericht debattelos entgegen. Der zweite Berhandlungs- tag wurde zur Hälfte erschöpft mit Fragen des Bauarbeiter- s ch u tz e s, worüber Genosse Wüst ausführlich und fachkundig be- richtet«. In der lebhaften Aussprach«, in der die vielen Mißstände im Bauarbeiterschutz treffend beleuchtet wurden, macht« sich allgemein die Ansicht geltend, daß alles daran gesetzt werden müsse, um den Vorschriften des Bauarbeiterschutzes nach jeder Richtung hin Geltung zu verschaffen. Dann wurde Stellung zum Bundestag in Frankfurt a. M. ge- nommen. Die Wiederwahl des gefamten Bezirksvorstandes erfolgte einstimmig. Das Schlußwort des Bezirksvorsitzenden Lehmann klang darin aus, daß all« Bauarbeiter sich des Ernstes der politischen Lage bewußt sein und deshalb am 14. September sozialdemo- kra tisch wählen müssen. Schlichter für das Holzgewerbe. Verhandlungen voraussichtlich nächste Woche. Ms Schlichter für den Lohnkonflikt im Holz- q e w e r b e ist vom Reichsarbeitsministerium den Parteien Ober- regierungsrat F r i e d l ä n d e r. der Schlichter für Pommern, vor- geschlagen worden. Es ist damit zu rechnen, daß die Parteien dem Dorschlag des Ministeriums zustimmen. Der Schlichter hofft, daß die Verhandlungen des Lohnamts bereits zu Anfang der kam- nrenden Woche beginnen können. Ob das möglich ist, erscheint uns etwas fraglich. Jedenfalls werden aber Ende der kommenden Woche die Verhandlungen beginnen. Es ist nicht zu befürchten, daß in der Zwischenzeit infolge des tartflosen Zustondes im Holzgewerb« größer« Einzelkonflikte aus-! brechen: denn schon jetzt zeigt sich, daß an verschiedenen Stellen, wo es zu Aussperrungen gekommen ist, die Unternehmer die Ausgesperrten gerne wieder im Betrieb hätten. Die Haltung der | Unternehmer ist reichlich unsicher, da die Holzarbeiter jedem Lohn kürzungsverfuch entschiedenen Widerstand entgegensetzen. MwdefWhn« mit Leichtigkeit hätte durchgesetzt«erden können, sanken die revolutionären Helden im Betriebsrat schon am ersten Streik tage in die Knie und vereinbarten ein« Erhöhung der Mindest- löhne um 6 Pf. Dom Standpunkt des Betriebsratsobmannes. Hans Hain, der es verstanden hat. nach und nach seine Verwandt- schast im Betriebeunterzubringen. dafür ober die Eni- lassung von Kollegen forderte, die jahrelang arbeitslos waren und ohne seine Sanktion eingestellt waren, kann man eine derartige Haltung verstehen, nicht aber unter Berücksichtigung der Interessen- Vertretung der Arbeiterschaft als Klasse. Neuerdings hat der ,Mote Betriebsrat" bei Lesser seinem arbeiterverräterischen Verhalten die Krane aufgesetzt, indem er von der Betriebsleitung Lohnabbau für den Arbeiter B. forderte. Es handelte sich um einen Racheakt gegen B., weil dieser sich weigerte, auf eine vom Betriebsrat in Uinlauf gefetzte Sammelliste der IAH. zur Unlerstühung der liaorganisierlen zu zeichnen mit dem Hinweis, daß er der Meinung sei, diese U n- organisierten sollten sichden Gewerkschaften an- schließen, damit sie Anspruch auf Unterstützung haben und er im übrigen nur aus Lssten der freien Gewerkschaften zeichne. Nebenbei erwähnt sollen die Sammellisten nebst„etwa 250 M." aus dem Büro der Opposition gestohlen worden sein(f.„Welt am Abend" vom 5. August 1930). Doch weder das Türschloß noch die Tür waren beschädigt. Die„Roten Betriebsräte" von Leiser erklärten nun, daß sie dafür sorgen werden, daß B. nicht mehr wie bisher Wochen lohn und damit die Feiertage und die wegen Arbeits- mangel ausfallenden Stunden bezahlt erhall«, sondern Stunden- lohn. Mit der Forderung, dem B. in Zukunft statt Wochenlohn Stundenlohn zu zahlen, gingen die„Roten Betriebsräte" zur Be- triebsleitung. Rur dem energischen Eingreifen der freien Gewerk- s ch a s t, des Zentraloeiba ndes der Schuhmacher, Engeluser 24, ist es zu danken, daß bis zur Zeit die Betriebsleitung der Forderung des Betriebsrates nicht entsprochen hat und bis auf weiteres Wochen- lohn zahlt. An diesem Zahlungsmodus wird die Gewerkschaft auch werter festhalten und jedem Lohnabbau, in welcher Form es auch sei, den schärfsten Widerstand, auch gegen den Willen„Roter Betriebs- räte", entgegensetzen. Aachiarbeii bei der Mitropa. In vier Monaten kein freier Abend. Vier Speisewagenputzer der Mitropa teilten sich in den Nacht- dienst. Sie haben acht Wochen lang Nachtdienst von 22 Uhr bis 7X Uhr früh, dann vier Wochen Spätdienst von 15 Uhr bis 12 X Uhr nachts und dann wieder vier Wochen Nachtdienst von 22 bis 7M Uhr, aber in 16 Wochen nicht einen freien Abend. Allerdings steht den Putzern jeder siebente Tag frei, den sie jedoch zum Schlaf gebrauchen. Bei etwa 30 Putzern, die auf dem Potsdamer Bahnhof be- schäftigt sind, wäre es sehr gut möglich, einen wöchentlichen Wechsel zwischen Tag- und Nachtdieisst einzuführen. Der Abtellungsleller aber lehnt eine solche Einteilung rundweg ab. Di« wochenlang« Nachtarbeit führt vielfach zuErkrantungen. Allein die Furcht vor Entlassung hall die sich krank fühlenden Putzer ab, sich bei der Betriebskrankenkasse der Mitropa krank zu melden. Hinzu kommt ein schikanenhastes Ueberwachungsfystem durch den Oberkontrolleur, dem der alle militärische Drill zur Gewohnheit geworden ist. Er hält sich durch sein Amt verpflichtet zu suchen, auch wo nichts zu finden ist und den Putzern am Morgen vorzu- werfen, sie hüllen die ganze Nacht nichts an den Wagen sauber gemacht. Will man den Putzern die Lust Mir Arbeit nehmen, dann hat Herr Peters die richtige Methode dafür gefunden. Die Mitropa hat alle Ursache, etwas mehr auf a n st S n- dige Behandlung ihres Personals zu achten, damit die ständigen Klagen des Personals aus der Welt geschosst werden. ftofe Beinebsrate fordern Lohnabbau. Bei H. Leiser Nachf. Als die„Roten Betriebsräte" der Firma H. Lesser Rachf., Reparaturwerkstatt, unter Assistenz von K l o x i n aus der Schuh- fabrik, bei der letzten Lohnbewegung Ende Mai ihr arbeiter- verräterisches Verhallen durch eine Bereinbarung über ein« Erhöhung des Mmdestlohnes von 6 Pf. besiegell hallen, schrieb die „Rote Fahne", diesem Besspiel müssen alle Betriebe folgen. Für die„Rote Fahne" war die Vereinbarung der„Roten Be- triebsräte" von Leiser eine nachahmenswerte Tat. Wehe aber, wenn die.Meformssten" unter gleichgünstigen Umständen eine Forderung von nur S Pf. aufgestellt und mit 6 Pf. Erhöhung abgeschlossen j hätten. Die Tassach«, daß die„Roten Betriebsräte" von Leiser uichk eine einzige Forderung der ROO.(20 Pf. Lohnerhöhung, Ausgleich der Männer-und Frauenlöhne, zwei Wochen Ferien usw.) ausgestellt und vertreten haben, bezeichnete die„Rote Fahne" als„mutiges Auftreten". An die aktuellste Forderung der Arbeiterschaft, Verkürzung der Arbeitszeit, haben die„revolutionären" Strategen überhaupt nicht gedacht. Solche Forderungen aufzustellen überläßt man den„Reformisten". Obwohl unter den obwaltenden Verhällnissen bei der Firma H. Leiser die äußerst bescheidene Forderung von S Pf. auf die Ende einer kommunistischen Aktion. Wieder Arbeitsverteilung im Hamburger Hafen. Hamburg. 13. August. Die Arbeitsverteilung der Schauerleute im Hamburger Hofen ist heut« wieder in vollem Umfange ordnungsgemäß durchgeführt worden. Sämtliche B«rteiluiu>zstellen sind geöffnet. Die Störungen sind also beseitigt. Damit ist wieder«ine kommunistische Aktion zusammengebrochen. Streiklage in Nordfrankreich unverändert. Pari». 13. August.(Eigenbericht.) Im nördlichen Industrierevier ist am Mittwoch keinerlei Deränderung in der Streiklage zu verzeichnen, doch machte sich«in« fortschreitend« Unzufriedenheit gegen die van der Führung des Textilkonsortiums betriebene schorfmache- rische Politik im Lager der Arbeitgeberverbände selbst bemerkbar. Städtische» Obdach! ssreitag, 20 Uhr, bel Burg, Rauinerstrah«. Ecke Peeirzlauer Alle«. SPD.�Zertammlun« mit Sympathisiere rtbciu Tage». orbnung: 1. r-rtraa de»(sienassen Heydemann:.Die Bedentnng de» 14. September für die werktäligr Bevölterun?". 2. Diatussion. Um zahlreichen Besuch bittet Der FraBtiaiuaarstand. Bdtz�reieGetverkschafts-Jugend Verlln Zeilnchmrrlarten fit bie Dampsersahrt morgen. Freitag, abrechaen! Heut«, Donnerstag, ISZh Uhr. tagen die Gruppen: NZpeuick: Jugent- beim Grünauer Str. 5. Unser« Mädel» gesialten ten Abend au».— Sesnndbrnnnen: Jugendheim Rot« Schule, Gotenburger Str. 2. Bortrag: .Die Stellung der isiewerkschaften im Staat'.— Sidoften: Gruppenheim Reichenberger Str. KS(Feuerwehrhans). Vortragsreihe:„Sewerckschaften im Ausland".— Zempelhof: Gruppenheim Lyzeum Germaniasir. 4— K. Reihenvortrag:»Sozialversicherung— Inralidenversicheruni?'. Moabitr Jugendheim Lehrter Str. IS— lZ. Bortrag:»R-publ t und Rcpuhlckschutigesetz".— Lich ten. berg: Jugendheim Hauff- an der Lcssingstraße. Wir gehen auf Mädchen. agitation.— Humboldt: Jugendheim Lortzingstraße. Tortrax: setzte Feile zur Dampferfahrt". � Iuaenftoruvve des?entra>verbondes der Anaesteilten Heute, Donnerstag, folgende Beranstaltunqen: LiauIow-RiederfchZu» hausen: Ingcndhcim ESrfchstr. 14 kleines Zimmer)..Unsere Reich»- Verfassung."— Treptow: Zugendherm der Schuir WUdenbruchsir. KZ(Zugang von der Eraesiftraße in Treptow). Voiistanzaberd.— SchZueberg: Zug-ndhcim Saup'ftr. 15 kHofgedäud«, Thüringenzimmer). Bunter Abend.— vsteu: Jugend- heim der Sefmle Litauer Str. 18. Liederabend._ Spiel und Sport ad 19 Uhr im Doll-part Rchberg«. ab 18 Uhr auf dem Evortplasi Bremer Strahe(Nord. wefii. ob 19 Uhr aus dem iZnortpiad jDllnrsstrasi-«fharloftcndurg).— Inge?». tuultionärverfammlung im kleinen Saal unsere, Berbandshaufes. Hedcmann- ftrasi«, 20 Uhr. Tagesordnung: 1. End gültige Festlegung des Veranstaltung»- plane» im Herbst und Win'er. 2. Berfchiedene«. Da» Erscheinen eine» ieden ZugendfunktionSr» ist Pflicht. Verantwortlich siir Politik: Dr. Enrt Geyer: Wirtschaft:».«livgelholer: Gewerkschailshewrgnng: I. Steiner: Feuilleton: lt. ß. fefchcr: Lokale» und Sonllior» Fr>d Karsiödt: Anzeigen: Th. Glocke: sämtlich in Berlin. Verlag: Borwärt»»V«rlag G. m b. H.. Berlin Druck: Vorwarts-BuchdenckereZ und Berlagsansialt Paul Singer u. Co.. Berlin SS SS, Lindeustrabe& Hier»» 2 BeUage» sab.Fraucninww«'. ?!r. 37?-» 47. Jahrgang ± Aeilage des Vorwärts Donnerstag, 44. August 4930 Die neue Momment In 170 m Länge aberspannf die neae Monumentenhrücke die Geleise des Anhalter Außer.bahnho's. Niehl weniger al$ 27 G e- leise führen anter dieser Brücke durch, die als eine der längsten Brücken Berlins anzusprechen ist- Drei Zwischenpfeiler in Abständen von etwa 40 m tragen die gewaltige Stahlkonstrukiion, deren Gesamtgewicht 1500 t beträgt. Nur allerbester Stahl f„St 52"), von besonders hoher Festigkeit, fand Verwendung. Charakteristisch für die neue Brücke ist, daß die Träger nicht hinausragen, sondern vollständig unter der Fahrbahn liegen. Letztere hat eine Breite von 19 m. Zwei Sfraßenbahngeleise sind bereits eingebaut, über die anschließende Linienführung ist indessen noch nichts bekannt. Die neue Brücke wird eine wesentlich bessere Verbindung zwischen den Stadtvierteln Schöneberg und Kreuz- berg schaffen. Die alte Holzbrücke war schon ein regelrechtes Verkehrshindernis geworden, da sie nur Lastkraftwagen mit geringem Ladegewicht vertrug. Lag doch ihre Entsfehungszeit noch vor Erbauung des Empfangsgebäudes Anhalter Bahnhof, also zu Anfang der 70er Jahre, und war durchaus dem damaligen Verkehrs- niveau angepaßt. Mit dem Bau der neuen Brücke wurde von der Reichsbahn erst im Sommer 1929 begonnen; der Verkehr mußtq inzwischen über die Kolonnenbrücke geleitet werden. Schon im Herbst d. J. wird die neue Brücke, die namentlich vom Kreuzberg aus gesehen einen außerordentlich schnittigen Eindruck macht, dem öffentlichen Verkehr übergeben. Oer Lleberfatl auf das Postauto. Beute: 42500 Mark. Bei dem Uebersall aus das postaulo bei Eichendorf im Begierungsbezirk Magdeburg, über den wir in der gestrigen Abendausgabe berichteten, wurden von dem Räuber insgesamt 12 500 Mark erbeutet. Wir erfahren noch folgende Einzelheiten: Zwischen den Ort- fchasten Bier und Glöthe bei Magdeburg verkehrt ein Postauto, das außer den Geld- und Briefjsndungen auch Fahrgäste befördert. Am Mittwoch stieg in den Wagen bei der Haltestelle Eichendors ritt einzelner Passagier, ein Mann. zu. Während die Fahrt fort- gesetzt wurde, kam hinter dem Postauto«ine dunkelgrüne Limousine der, deren Führer dauernd lau:« Hupensignale gab, atz ob er dos Postauto zum Ausweichen vekanloisen wollte. Der Postchausfeur, der wußte, daß die Landstraße breit genug zum Vorbeisohren war, wunderte sich über die Signale und wandte sich schließlich nach dem anderen Wagen um. Im selben Augenblick versetzte ihm der in Eichendorf zugestiegene Fahrgast wuchtige Schläge mit einem Totschläger oder Gummischlauch aus den Kopf. Besinnungslos sank der Chauffeur zusammen und verlor'di« Herrschaft über dos Steuer. der Wagen kam ins Schleudern uNd roste inden Graben. Der Führer wurde von seinem Sitz herobgeworfen und blieb schwer verletzt und bewußtlos liegen. Der Fohrgast, der de» An. griff aus den Fahrer gemacht halte, durchwühlte hastig die Sendungen und nahm, soweit sich bisher hat seststellen lassen, mindestens einen Wertbrief an sich, der 17 500 Mark bares Geld enthielt. Was er sonst noch geraubt hat. ist noch nicht ermittelt. Der Räuber sprang dann in die grüne Lnnousin«. deren Führer mit im Komplott ge- wesen sein muh. Der Wag�n jagte in schnellem Tempo davon. Landarbeiter, die von den Feldern her den Uebersall mitangesehen hatten, liefen herbei, konnten aber das Räuberauto weder anhalten noch seine Nummer erkennen. Sie nahmen sich des verletzten Chauffeurs an und sorgten für feine Uebersührung in ein Kranken- Haus. Während der wenigen Minuten, in denen der Ueberfallene zu sich kam, konnte er ein« kurze Beschreibung des Täters geben. Danach war es ein Mann von etwa 23 bis 25 Jahren. Gelbbriefträger niedergeschlagen. Magdeburg, 13. August. In einem Haus« in Arummenellenbogen wurde heute früh von drei Personen aus einen Geldbriefträger ein Raubübersoll verübt. Er wurde mit einer Eisenstange niedergeschlagen nnd dann seiner Geldtasche beraubt. Auf die Hilferufe des Geldbriefträgers nahmen Hausbewohner und Stroßenpassantsn die Verfolgung der Täter auf. Es gelang, zwei von ihnen, den Dekorateur Albert und den Gärtner Kaue, festzunehmen und die Geldtasche sicher- zustellen. Der Geldbriesträger imird« mit schweren Kopfverletzungen dem Kronkenhauz zugeführt. Selbstmord im Hotel. Gestern nachmittag verübte der ZOjährige Kaufmann Oskar G o ck im Hotel Karlsbader Hof in der M i t t« l st r a ß e 23 Selbst- mord durch Erschießen. Der Lebensmüde hatte sich«inen Schuß in die Schläfe beigebracht, der den sofortigen Tod herbeiführte. Neuer v-Bahnhof Stadion. Verbesserung der Zugsicherungs- und Signalanlagen. Zur Verbesserung und Erweiterung des Untergrundbahn- Hofs Stadion, der im Dezember 102!) in Betrieb genommen wunde, den Mosienverkehr anläßlich der Sportveranstoltungep auf der Grunewald-Rennbohn und im Deutschen Stadion ober in seiner gegenwärtigen Anlage nur noch mit Rot bewältigen kann. sind jetzt umfangreiche bauliche und technische Erwsiterungsarbeiten im Gange, die kaum vor Ende des Jahres zum Abschluß kommen werden. Während bisher nur provisorisch» Holzbauten für den Fahr- kartenverkauf usw. vorhanden waren, hat man jetzt ein massives Bahnhofsgebäude errichtet, das noch den Entwürfen von Professor Grenander erbaut und bereits im Rohbau fertig- gestellt ist. Doneben wird aber auch ein völliger Umbau der Gleis-, Zugsicheritngs- und Signalanlagen und zwar auf Beran- lassung der Aufsichtsbehörde vorgenommen, weil die bisherigen Einrichtungen nicht mehr den Massenverkehr bei den Sportveran- sialtungen zu bewältigen in der Lage sind. An Stelle des ur- sprünglich vorhandenen einen Bahnsteiges werden drei Bahn- steige mit zwei Ankunfts- und zwei Abfahrtsgleisen eingerichtet werden. Nach Fertigstellung dieser neuen Anlagen, die erst noch Vollendung der sieuen Zugsicherungs- und Signoleinrichwngen dem Verkehr übergeben werden können, wird' der Bahnhof Stadion, der bekanntlich als Einschnittbahnhof den Endpunkt der Strecke Reichs- kanzlerplatz bildet, auch den größten Massensturm ohne Mühe be- wältigen können. Es wäre allerdings wünschenswert, wenn dafür Sorge ge- trogen würde, daß auch der Weg, der vom Bahnhof zum Stadion führt, ausgebessert wird. Oer Giurz aus dem D-Zug. Selbstmordversuch oder llngluckeifall? wie zu dem Sturz der Reisenden aus dem v-Zug in INuldenflein bei Vitterseld noch aus halle ergänzend mitgeteilt wird. haben sich die Verletzungen der 78jährigen Krankenschwester Säte Simon aus der Augsburger Straße- als nicht so schwer herausgestellt, wie es zuerst den Anschein hatte. Fräulein S. war zunächsi bewußtlos ins Bitlerfelder Kranken- haus gebracht worden, dort konnten die Aerzte zum größten Er- staunen außer mehreren tiefen, aber ungefährlichen Fleischwunden, keine weiteren Verletzungen feststellen. Die Patientin, die sich offenbar von dem ausgestandenen Schrecken gestern noch immer nicht i holt hatte, konnte über die eigentliche Ursache des Absturzes aus dem in(50° bis 70-Kilometer°Gcjchwindigkeit dahinbrausendcn Aug bis' r nicht vernommen werden. Es wird daher auf Grund des Befundes vorläufig weiter angenommen, daß sich Fräulein S. aus dem Zuge stürzte, um freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Nach einer anderen Version soll es sich wieder um einen Unfall handeln und man rechnet mit der Möglichkeit, daß die junge Berlinerin urzj.er. der Einwirkung eines Rauschgiftes hinausgejprungen ist. Bälle Klarheit darüber kann erst die polizeiliche Vernehmung bringen. Dreijähriger in Regentonne ertrunken. Aus tragisch« Weise ist am Mittwoch der Sreifahrrge Herbert Raddatz ums Leben gekommen. Der Kleine weilte bei seinen Großeltern in der Laubenkolonie ,,G a r:« n f r e u n d«" in Friedrichsselde zu Besuch. Während die alten Leute in der Wohn- loub« hantierten, machte sich der Jung« an der Regentonne. die bis obenan gefüllt war, zu schaffen und siel hinein. Als das Unglück einige Zeit später bemerkt würde, war das Kind bereits t o t. SINClAIRLfWIS aii 'ROMAN „Natürlich, ich weiß, wie das ist. Hab' erst neulich zu einem Bekannten gesagt:„Ja, verdammt und zugenäht!" sag' ich,..scheint doch schwieriger zu sein, mit einem Menschen hier in New York in Verbindung zu bleiben, als wenn er in Chikago wohnt. Nim, Hunt hat geheiratet— Sie wissen ja, desselbe Mädchen, das damals beim Mittagessen mit uns ge- wesen ist— und er hat'n niedliches, kleines Häuschen in Secaucus. Er ist immer noch bei der Lowry. Guter Posten eigentlich, zweiter Buchhalter, steckt regelmäßig seine hübschen siebenundzwanzig fünfzig ein, und sie haben auch schon ein Kind, und ich kann Ihnen nur sagen, sie ist eine prächtige Frau, eine gescheite, prächtig« kleine Frau. Ja. und jetzt sagen Sie mal, Fräulein Golden, wie geht es Ihnen? Fluscht olles, wie's joll?" ..Ja. so ziemlich.". � „Na, das ist recht. Sie taten gut, sich nen tüchtigen Mann auszusuchen, der was schafft..." „Nein, ich werde niemals heiraten. v>ch werde... „Ja, warum denn nicht? So ein hübsches, kluges Mädchen wie Sie. hockt da im Büro! Eine Frau gehört nicht ins Büro. Gehört schon'n Mann dazu, um das auszuhalten. Ein eigenes Heim ist der richtige Platz für eine Frau, außer vielleicht so 'nen spitznäsigen alten Dragoner von einer Frau, wie die Kassiererin in unserem Laden,'s wär'ne Schande,'n nettes Heim mit ihr zu verunzieren! Ja. wissen S'e, die wollt' mir mein Urlaubsgeld nicht auszahlen und sagte, ich hätte schon zuviel Vorschuß..." „Aber Herr Schwirtz, was soll denn em armes Madchen anfangen, wenn Ihr großen und möchtigen Männer sie nicht heiraten wollt?" ..Pah! Hat wohl in Ihrem Fall keine Schwiengkeüen, das will ich wetten!" „O doch, wenn ich so hübsch wär wie die Nose Larsen das ist nämlich ein Mädchen, das in demselben Heim wohnt tvie ich � oh! ich könnt sie fressen, so hübsch ist sie; sie hat lockiges. Haar und groß« braune Augen und ein rundes Gesicht wie die Pagen auf diesen mittelalterlichen Bildern.. „Ja, das ist alles ganz schön mit diesen hübschen Mädchen. Die passen zu den Jungens, mit denen«ine kecke Nase und hübsche Beine wichtiger sind als Verstand.— Na, Sie haben ja bemerkt, daß ich Sie sofort wiedererkannt habe, während Sie hingegangen sind und den armen alten Eddie Schwirtz glatt vergessen haben. Jawoll, mein Fräulein! Absolutest und senkrecht'oergessen. Ich fürchte, von diesem Schlage werde ich mich noch lange nicht erholen." „Das ist aber ungerecht, Herr Schwirtz: Sie wissen doch. es ist nicht— es ist beinahe ganz.finster hier auf der Terrasse, trotz der Lampen. Ich habe Sie kaum sehen können. Und außerdem, Hab' ich Sie erkannt— ich Hab' mich nur nicht gleich an Ihren Namen erinnern können." „Hm, das hört man gerne, aber dem armen alten Eddie hat es trotzdem das Herz gebrochen— ich, ich denk da immer an Ihren schönen Teint und an das goldene Häar und wie klug Sie damals beim Essen geredet haben— wenn Hunt es nämlich zuließ und selber die Schnauze hielt— tatsächlich, ich erinnere mich noch genau, wie Sie den alten Kerl nach- geahmt haben wer war das nur?— der alte Pedant, der die Handelsschule leitete, wie hieß er nur?" „Herr Whiteside?" Una war schrecklich glücklich und ganz bei der Sache. Weitab und kaum erinnerlich waren Fräu- lein Magen und die anstrengende Frau Lawrence: und das Büro des Herrn Troy Wilkins schwand dahin. „Ja. ich glaube, so hieß er. Erinnern Sie sich noch. Sie machten uns vor, wie er in der Klasse einen Vortrag hielt und Stuß quatschte, und wie ihm immer der Zwicker von der Nase fiel und er ihn beim Reden immer wieder an der Schnur auffing— erinnern Sie sich nicht, wie Sie ihm nachmachten? Na, und ich dachte, die jetzige Frau Hunt— ich weiß nicht mehr, wie sie hieß, bevor Sandy sie geheiratet hat— na, ich dachte, sie kriegte noch die Platze vor Lachen. Die hat Sie gräßlich bewundert, kann ich Ihnen sagen; Hab ich genau gemerkt." Dieses Lob war Unas Ohren nicht unwillkommen, doch wehrte sie geziemend ab:„Nun, sie hielt mich wahrscheinlich nur für eine verknöcherte, dumme, alte Person, so alt wie... „So alt wie Eddie Schwirtz, was? Bitte, fahren Sie nur fort, ipich ZU beleidigen! Ich kann schon was vertragen! Aber ich will Ihnen bloß jagen, ich werde erst nächsten Ok- tober breiundoierzig. Also passen Sie einmal auf, Kleinchen. ich weiß genau, wann eine Frau eine ander« bewundert. Und lassen Sie siä? von mir sagen, wenn Sie jemals, so wie ich, einmal von St. Paul aus ein paar Monate lang mit Kurzwaren gereist wären,— nie wieder! Farben und Lacke sind für Eddie gut genug, jeden Tag meines Lebens— aber wenn Sie so einer' Herde weiblicher Einkäufer Ware ver- kauft haben, dann wissen Sic. wie es aussieht wenn ihnen wirklich etwas gefällt. Nicht, daß ich vielleicht was gegen die Frauen im allgemeinen sagen will, verstehen Sie, ober Sie wissen doch selbst, als Frau, daß die meisten Damen— Gott segne sie!— falsch sind wie die Katzen— und nicht zugeben würden, daß eine andere schön ist, und wenn sie so hübsch wäre wie Lilian Gish— gewachsen wie eine Tanne und angezogen wie keine andere in der Stadt." „Ja, vielleicht— manchmal", sagte Una. Sie fand Herrn Schwirtz nicht langweilig. „Und was ich eben sagen wollte: Das war nicht fchrver zu sehen, wie Sandys Mädel Sie zumindest für Trumpf-Ls hielt. Hing die ganze Zeit mit den Augen an ihrem Mund." „Aber was fand sie denn so Bewundernswertes?" „Na— na— na! Sie wollen mir wohl die Würmer aus der Nase ziehen?" „Nein, wirtlich nicht!" Unas Wangen brannten vor.Ent- zücken. Sie fühlte sich nach Panama zurückversetzt— nach Panama, wo junge Männer stundenlang auf dunklen Ter- rassen junge Mädchen necken und ihnen sagen, daß sie schön seien... Herr Schwirtz war geradezu und lustig, wie die Leute in Panama; aber er war so viel tatkräftiger und er- folgreicher als Henry Carson; so viel herzlicher als Charlie Martindale; so überlegen durch seine Kenntnis der Straßen New Yorks, der Kaffeehäuser und der Stadtberühmtheiten— und das bedeutet« für Una, die neubekehrte New Yorkerin, das einzig ausschlaggebende Wissen. Ihre Schaukelstühle knarrten in vollkommener Harmonie. „'S gibt schon eine ganze Menge von Dingen, die man an Ihnen bewundern könnte. War' ja möglich, daß die Talmadge noch hübscher ist als Sic, möglich: aber ich zum Beispiel schwärme nun schon seit jeher für diese Sorte Mädels, wie Sie sind— blondes Haar, hübsche klare Augen und nur so bis zur Schulter— so ein Mädel, das sich vor dem Kamm zusammenkauern könnte und»dann aussieht, als wäre sie dort gewachsen— nicht eines von diesen hochnäsigen, immer und ewig duldenden, falschen Frauenzimmern. Nein, auch nicht eine van diesen aufgeputzten New-Yorker Puppen, sondern klug und hübsch..." (Fortsetzung folgt.) Wie das Flugbccl tmlevging Zlutsebenervegende V&mebmwmsfen im Stettinev Secanml Stettin. 13. August. 5ie Untersuchung des Flugbootunglückes bei Bornholm be> gönn mit einer Verzögerung erst um>-3 Uhr nachmittags in dem kleinen Tool des Bezirksausschusses im Regierungsgebäude in Stettin. Nach dem altgemeinen Sachbericht über die Vorgänge bei den, Unglück oerlos der Vorsigende die sehr interessante Aussage des gerotteten Llugbootinsassen Ericson aus Stockholm. der über den Flug und dos Unglück selbst folgende Schilderung gibt: Die Notlandung auf der Ostsee. Wir»erließen Stettin um 2 Uhr bei leichtem Wmd«. Ich schlief bald ein und erwachte erst gegen 5 Uhr dadurch, daß die Maschine vier bis fünf Stöße bekam. Da merkte ich erst, daß wir ein« Notlandung auf dem Wasser vorgenommen hatten. Es herrscht« kräftiger Seegang, so daß die Wellen durch das Ka- binenfenster spritzten. Kapitän Kuring kam in die Kabinen und lieruhigte uns, während der Funker Tippmonn einen Anker setzte und durch rot« Leuchtraketen einen Motorsegler auf unsere hilflose Lage aufmerksam machte. Das dänische Motorschiff „Mosa", das sehr tief im Wasser lag und schlecht manövrieren konnte, kam langsam heran und nach einstüpdigen Versuchen konnten endlich die Taue festgemacht werden, um uns zu schleppen. Die See war inzwischen immer gröber geworden, der Wind steifer und es drang durch die Fenster sehr viel Seewosser in die Kabine ein, so daß plötzlich jemand rief:.Wir sinken'. Darauf kam Friedrich in die Kabine, konnte jedoch kein Leck fest- stellen. Wir sahen einen deutschen Dampfer in einiger Entfernung an un, vorbeifahren, der uns sicherlich bemerkt hoben muß. trotzdem aber seinen Kurs nicht geändert hat. Gegen 7 Uhr wurde die Situation sehr unangenehm. Die See ging immer höher und der Bordmonteur Friedrich forderte uns auf, die Schwimmwesten an- zulegen. Wir toten das, doch funktionierten bei drei Schwimmwesten die Patronen nicht, durch welche die Rettungsgeräte aufgeblasen werden sollten. Drei der Passagiere mußten deshalb die Schwimmwesten mit dem Mund aufblasen darunter auch ich selbst. Das hatte zur Folge, daß die Westen nur unvollständig.zu trogen vermochten. Ich bemerkte, daß die Schwimm- westen von Friedrich und. auch die von Kuring nicht funktionierten. Fräulein Nortrup litt sehr unter der Seekrankheit, und Brakels- berg fühlte sich sehr matt und bat um einen Kognak. Bald darauf geriet die Maschine in ernste Gefahr und wir mußten über Bord springen. Ich tauchte sehr tief und als ich wieder hoch- kam, merkte ich, daß meine Schwimmweste weggerutscht war. Soweit ich sehen konnte, waren alle aus der Kabine heraus mit Ausnahm« von B u r k o l t e r, den ich nirgendwo sehen konnte. Fräulein N o r t r op und Bi r k waren durch die Strömung bereits w«t abgetrieben. Ich klammerte mich an das Flugzeug an und endlich gelang es mir, auf den Rumpf hinauf zu klettern. Die Segeljacht„Maja" bemühte stch, wie ich bemerkte, Brakelsberg zu retten. Ich wurde plötzlich von einer Sturzwelle gefaßt und wieder in die See hinabgespült, doch gelang es mir, mich abermals ältf den Rumpf hinaufzuarbeiten. In meiner Nähe trieb Brakels- berg, dessen Hand ich erfassen konnte. Ich versuchte, ihn auf die Moschine hinaufzuziehen, doch war er selbst leider zu matt, um mir dabei behilflich zu sein. Auch Kuring trieb in der See und kam in meine Nähe, so daß ich ihn fassen konnte. Er sah sehr elend aus und ich vermochte ihn ebenfalls nicht heraufzuziehen. Kuring bat mich schließlich, ich soll« ihn treiben lassen und mich selbst lieber festhalten. Ich tat das auch, da inzwischen die„Maja" dicht herangekommen war. Es gelang mir, die Reeling des Schiffes zu erfassen und ati Bord zu kommen. Einige Augenblicke später wurde Kapitän Kuring eine Rettungsboje zugeworfen, an die er sich klammerte, so daß er an Deck gezogen werden konnte. Als ich aus die„Maja" heraufkam, war Friedrich, den man halb bewußtlos aufgefischt hatte, bereits auf Deck. Auf die Frage, ob es möglich gewesen wäre, die Passagiere des Flugbootes von Anfang an, noch bevor das Schleppen begonnen hätte, an Bord der „Maja" zu bringen, erwiderte Ericson in seinem Protokoll, daß das nach seiner Ansicht sehr leicht möglich gewesen wäre, doch sei das Ilebernehmen vom Flugzeug zun: Schiff nur mittels Schwimm- westen zu bewerkstelligen gewesen, und die Passagiere hätten sich wohl kaum ohne Not diesem Wagnis aussetzen können. Er könnte in der Unterlassung der Uebergabe der Passagiere an die„Maja" eine Schuld des Kapitäns Kuring nicht erblicken. Dann wurde Flugkapitän Kuring, der 34 Jahre alt ist und aus Berlin stammt, vernommen. Er schilderte seinen Werdegang als Flieger schon vor dem Kriege, dann im Kriege als Führer von Riesenmaschjnen bei der Marine und dann seit 1913 als Verkehrsflieger bei verschiedenen deutschen Lust- reedereien, zuletzt bei der Lufthansa. Seinen Sceschisfahrtskursus in Lübeck habe er mit„Gut" bestanden. Im plonmkißigen Luft- verkehr habe er fast 38t><100 Flugkilometer zurückgelegt, davon 300 000 allein bei Seeflügen. Die Motorpanne, die zu der Not- landung Anlaß gab, schilderte er so, daß er, als das Flugzeug wegen der starken Böen in 200 Meter Höhe auf nur 10 Meter Höhe über dem Wasser hinuntergegangen war, plötzlich einen starken Schlag auf den Steuerhebel gespürt habe, und daß der hintere Motor „durchgegangen" sei. Infolgedessen sei er sofort zur Seelandung ge- schritten, uno zwar in der Näh« des Schoners„Maja", den er von fern gesehen habe. Auf eine Zwischenfrage betonte er, daß er in geringer höhe deshalb geflogen sei, um den Passagieren den Flug angenehmer zu machen und um eine größere Geschwindigkeit zu erzielen. Die weiteren Maßnahmen hätten in dem Auswerfen des Treibankers und in dem Abfeuern von Leuchtsignalen für die„Maja" bestanden, die binnen einer halben Stunde herankam und von Kuring, der slicßeird dänisch spricht, ersucht wurde, das Flugboot auf dem kürzesten Wege gegen den Wind nach Bornholm zu bringen. Stunden lang sei das Schleppmanöoer vollkommen glatt gegongen, glatter, als viele andere derartige Manöver, die Kuring in seiner Praxis mitgemacht habe. Ganz plötzlich sei die Maschine um• Uhr abends dann aus dem Wind geschossen, habe mit der rechten Tragfläche ins Wasser eingetaucht.' wobei oi« Schleppleine riß und sich noch einmal nach rechts über- genergt. Dabei Hobe die Maschin« das Gleichgewicht nicht mehr wiedergewonnen. Während sich der Rumpf langsam weiter nach rechts drehte, habe er, Kuring. has Kommando gegeben:„Alle Mann über Bord", worauf seines Wissens alle Insassen ins Master gesprungen seien, er als Letzter, als das Flugboot schon ganz auf der Seite lag. Auf sein,. Kurings, Bitten habe der Kapilän der „Mala" noch«ine Zeltlang weiter gesucht, um 9 Uhr abends ober wegen der Ifavorie des Schiffs erklärt, daß er nicht länger warten könne und daß er«inen Hafen aufsuchen müsse. Auf eine Frage des Reichskommistars, Vizeadmiral Kühne, erklärte der Flugkapitän, daß er mit dem vorderen Motor allein nicht mehr hätte weiter fliegen können. Auch mit diesem Motor ollein aus der See zu rollen, sei unmöglich gewesen, denn wenn nur der vordere Motor laufe, dann wirke das Ruder nicht. Ein Beisitzer: Hätten Sie nicht doch bei dieser Lage die Passagiere gleich nach der Notlandung an die„Maja" oder wenigstens an den einige Zeit später vorbeikommenden Dampfer„Theodor Griebel" übergeben sollen? Kuring: Nach unseren Ersahrungen saßen die Passagiere bester im Flugboot, als daß ich sie solchen Manövern aussetzte. Es ging dach anfangs alles glatt und ich sah kein« Gefahr für meii« seetüchtiges Flugboot. Im Anschluß hieran kam es zu einer erregten, Auseinandersetzung zwischen dem Piloten und dem Beisitzer Konsul Kunst mann, der folgendes erklärt«: Der Dampfer„Theodor Griebel" hotte ein Boot schon bereitgesehl und hatte vierzig Minuten angehalten. Sie hätten ihn doch anrufen können, als Ihre Passagiere den Tod vor Augen hotten. Kuring(erregt): Wenn Sie bo. haupten wollen, daß wir bei jeder Notlandung mit einem Flug. boot gleich den Tod vor Augen hätten, dann dürften wir überhaupt nicht fliegen. Beisitzer(gleichfalls scharf): Eid scheinen auf dein Standpunkt zu stehen, daß Ihnen der Ruf Ihres Flugboots oder Ihrer Gesellschaft über alles geht. Wm? möglich? Dann wurde der Bruder des bei dem Unglück ums Leben gekommenen Verwaltungsbeomten Birk, Redakteur Birk von der „Kölnischen Zeitung", vernommen, der zunächst, bekundete, Kuring hätte ihm gegenüber zugegeben, daß er noch nach dem Eintreten der Panne einen Flug von fünf bis sechs Minuten hätt« wagen können, es aber nicht riskiert habe. Ferner sei ihm bekannt, daß ein Seepilot, der gerade diese Ostseestrecke mit eingerichtet Hobe, das ganze Schleppmanöver auf See aufs schärfste verurteilt habe. Es seien auch Widersprüche in den Bekundungen des Flugkapitäns ihm gegenüber und seinen Auslegungen in den amtlichen Protokollen vorhanden. Kuring habe ihm erzählt, er Hobe seinen Bruder schwimmen sehen und ihm noch zugerufen:„Kopf hoch, Herr Birk, wir sind gleich gerettet!" Zu Protokoll habe er aber erklärt, er wisse nicht genau, ob alle Passagiere aus der Kabine herausge- kommen feien. Kuring erwiderte sichtlich erregt, er glaube, Birk mit den übrigen im Wasser schwimmen gesehen zu haben. Er habe ihnen allen zugerufen, Ruhe zu bewahren, habe aber im Wasser sich nicht mit jedem einzelnen unterhalten können. Wenn er dem Bruder des Ertrunkenen dies« Auskunft gegeben habe, dann nur, um ihn zu trösten. Es sei aber unerhört, nun daraus den Vorwurf der Lüge zu machen. Zeuge Birk: Wenn man jemanden in einem solchen Augenblick anlügt, dann ist das ein unerhörtes Benehmen und deshalb glaube ich, daß Kuring auch sonst nicht die Wahrheit sagt. Mir hat auch ein leitender Herr der Lufthansa erklärt, er finde dos Verhalten des Piloten merkwürdig. Als dann noch auf die Konstruktion der Schwimmwesten ein- gegangen wurde— auch die Schwimmwest« des ertrunkenen Fabrikanten Brakelsberg log dem Gericht vor—, erklärte der Bor- sitzende, daß die Seeberufsgenossenschaft keine Rettungswesten zulasse, die vor Gebrauch auf- geblasen werden müßten. 'Dann wurde als Zeug« Kapitän Bode vom Dampfer„Theodor Griebel" vernommen, der aus größerer Entfernung schon beobachtet hatte, daß die„Maja" dem Flugzeug zu Hilf« eilte. Der Kapilän gab an, er sei mit voller Fahrt auf die Unfallstelle zugeeilt, habe dann 150 Meter von dem Flugzeug entfernt gestoppt, zwanzig Minuten lang gewartet, ob Hilfe oerlangt werde. Da das nicht geschah, sei er schließlich wettergefahren. Diese Aussagen wurden auch von dem ersten Ossizier dieses Dampfers, August Lettow, be- ftätigt. Beisitzer: Hätten Sie als Führer des Flugzeugs bet dem Seegang die Passagier« an Bord des Flugzeugs gelassen. Zeuge: Rein, ich häkte sie bestimmt an den Dampfer übergeben. denn die Bettung der Passagiere wäre durchaus gefahrlos möglich gewesen. Wir hatten ja unser Boot bereitgemacht und hätten die Reisenden mtt Hilfe von Leinen und den Schwimmwesten in unser Boot gezogen. Ich habe in der Nordsee bei weit schwererem Wetter Schiffbrüchige auf diese Art gerettet. Oberingenieur Theten hielt es für einen Fehler, daß Kapitän Kuring nur zehn Minuten über dem Wasser geflogen sei. Hätte sich Kuring in größerer Höhe befunden, so hätte er bei einem Eleitvsrhältnis von 1: 1-5 die ElHnce gehabt, dicht ans Land her- anzukommen. Der gefälschte Führerschein. Drei Monate Gefängnis für den Gebrauch der Fälschung. Wenn nicht die Persönlichkeit des Angeklagten und nicht ge- wisse Ilmstände, die in der Verhandlung zur Sprach« kamen, Jnler- esse erregt hätten, wäre es kaum notwendig, diesen Prozeß zu registrieren. Es sind viele gefälschte Führerschein« in Berlin im Umlauf, ja es scheint sogar Leute zu geben, die sich aus der. Her- stellung solcher Scheine einen Beruf machen. Der Angeklagte, der sich vor d«m Schöffengericht Verlin. Mitte wegen Urkundenfälschung zu verantworten hatte, gehörte einst der aus dem mitteldeutschen Aufstand bekannten Plettner» Bande an. Von den 14 Jahren Zuchthaus brauchte er nur 414 zu verbüßen. Die Amnestie von 1028 gab ihm die Freiheit wieder. Gemeinsam mit einigen früheren Genossen betrieb er eine Photo- graphierbude. Der Angeklagte, der einen Chauffeurkursus besuchte, ließ sich eines Tages sagen, daß er als Vorbestraster schwer- lich einen Führerschein erhalten würde. Um sich zu vergewissern, begab er sich zu dem Krajtoerkehrsamt und geriet hier an die falsche Person. Vielleicht war es auch die richtige. Jedenfalls sagte man ihm, daß es eine Kleinigkeit wäre, einen Führerschein zu erhalten, er brauche nur zwei Photographien, das Attest des Kreisarztes und 50 Mk. herbeizuschaffen. So wurde er Besitzer eines Führerscheines, den er auch mehrfach bei Kontrollen mit Erfolg vorgezeigt hat. Das alles erfuhr man von ihm selbst. Unter welchen besonderen Umständen der Führerschein aber in die Hände der Polizei geriet, bekam man von dem Verteidiger Dr. Litten zu hören. Dr. Litten bemühte sich um die Amnestierung dreier noch nicht in Freiheit gesetzten Mitglieder der Plettner-Bande. Er suchte Zeugen früherer Genossen der drei noch nicht Amnestierten. Unter diesen befand sich auch der Angeklagte. Der Amnestieantrag war gerode in Vorbereitung, als er und einige feiner früheren Genossen unter der Beschuldigung, mehrere Raubüberfälle begangen zu haben, verhastet wurden. Der einzige Belastungszeuge war der Bertrauensmann der Polizei,«in gewisser Franz Komiuski. Er behauptete, die Beschuldigten hätten ihm gegenüber die Raubüberfälle gestanden. Belastend schien auch der Umstand, daß der bei der Tat verwendete Revolver in der Photo- graphenbude des Angeklagten gesunden worden war. Es stellte sich aber heraus, daß am Tage noch der Aussindung des Revolvers Kaminski die Photographierbude besucht hatte. Bei einer Gegen- Überstellung der Zeugen glaubten diese, Kaminski wiederzuerkennen: nicht erkannten sie aber die Angeschuldigten wieder. Es lag der Verdacht nahe, daß Kaminski selbst am Raubüberfall teilgenommen habe. Hinzukam, daß K. beim Untersuchungsrichter zu Protokoll gegeben hatte, er habe die Angeschuldigten zu einem Raubübcrfall verleiten wollen, um sie hinterher zu verpfeife»: sie seien aber auf seine Lockungen nicht eingegangen. Der Staatsanwalt stellte die Verfolgung ein— mit einer vernichtenden Charakteristik des Franz Kaminsti, der als Vertrauensmann der Polizei wohl gehofft habe, sich durch Beschuldigung Unschuldiger eine Kleinigkeit zu verdienen. Bei der Durchsuchung der Angeklagten, im Zusammenhang mit der Raubangelegenheit, wurde der gefälschte Führerschein ge- f u n d e n. Das Gericht ließ es dahingestellt, auf welch« Weise der Ange- klagte in den Besitz des Führerscheins gekommen sei, er habe jeden- falls gewußt, daß er gefälscht sei. Das Urteil lautete auf drei MonateGefängnis. Schachtournier in der Friedrichstraße. Bei Moka-Efti, Friedrichstraße, messen zwei Schach- meisterpaare zur Zeit in einem Tournier ihre Kräfte. Es spielt der Amerikaner K a s h d e n gegen den Deutschen S ä m i s ch. der Amerikaner Steiner gegen den Deutschen Helling. An der Spitze steht am Vorabend des Tournierschlusses Kafhden, der mtt vier Punkten und einer.Hängepartie führt und seinen Partner Sämisch, immerhin«in Spieler von Rang, mit einen Punkt und einer Hängepartie buchstäblich schachmatt setzte. Kafhden wird von verschiedenen weiten als hoffquiigsvoller Nachwuchs bezeichnet und sein großer Kollege Aljechin prophezeite ihm bereits die künftige Weltmeisterschaft. Die beiden Paare hatten sich vorher am Hamburger Länderwettkampf beteiligt und spielen nach Beendigung des Berliner Tourniers in Lüttich und Frankfurt a. M. Dicht umlagert find die beiden Spieltische von Schachkundigen, die aufmerksam jeden Zug für sich kombinieren, dann den Spieler verfolgen und alles genauestens notieren. Kashden gehört zu den forschen Spielern, er beendet stets als erster di« Partie. Ltm den Oauerflugrekord. Gebrüder Hunter geschlagen.— Lleber 554 Stunden in der Lust. Saint Louis. 13. August. Die beiden amerikanischen Flieger Bale Jackson und Forest O'B r i e n haben heute nachmittag den kürzlich von den Brüdern Hzuitter aufgestellten Rekord von 554 Stunden ununterbrochenen Dauersluges gebrochen. Die beiden Flieger setzen ihren Flug fort. Grenzbahnhof Neu-Bentfchen eröffnet. Heut« wird nach achtjähriger Bauzeit der neue Grenz- bahnhos in Neu-Bentschen, der durch die Grenzziehung im Osten notwendig geworden ist, für den Personenverkehr sowie für den Gepäck- und Expreßgutvcrkehr eröffnet werden, nachdem er bereits für den Güterverkehr benutzt wurde. Die bisher auf polnischem Gebiete zusammenlaufenden Strecken Berlin— Stentsch, Halle— Kottbus— Bomst und Landsberg— Meseritz— Stentsch sind damit in Neu-Bentschen auf deutschem Gebiete ver- einigt, und die Bahnhöfe Bomst und Stentsch sind nicht mehr Grenzübergangsbahnhöfe nach Polen und Ostpreußen. Der neue Bahnhof besitzt für die Grenzabfertigung der Züge einen 10 Meter langen Auslandsbahnsteig mit den zur Paß- und Zollabfertigung notwendigen Einrichtungeo. Di« Büros der Reichsbahn, der Zollbehörde und der Grenzpolizei befinden sich in einer großen geschlossenen Halle, die auch Erfrischungsräume enthält.# Mit Zuversicht in den Wahlkampf k Auf der Dclegiertenverfammlung des Kreises Mitte behandelt« Genosse L i t k e die politische Entwicklung, die zur Auslösung des Reichstags führte und die sich durch die Not- Verordnungen der Regierung noch der Reichstagsauflösung herausstellte. Er zeigte, wie durch die Regierung Brüning die Arbeits- lofenoersicherung und die Krankenversicherung verschlechtert wurden. er zeigte, wie die Reaktion ihre Kräfte sammelt, um gegen die Sozialdemokratie aufzumarschieren. Eine besonders schmählich« Rolle haben dabei die Kommunisten gespielt, die dem Abwehr- kämpf der Sozialdemokratie wiederholt in den Rücken fielen und der Reaktion ihr unsauberes Spiel erleichterten. Er streift« kurz die Nationalsozialisten und rief dann auf zu glühender Begeisterung im Wahlkampf, die zu einem wieg der Sozialdemokratie am 14. September führen müss«. In der Aussprache wurde gefordert, die Frage der Arbeitszeitverkürzung in nächster Zeit besonders stark zu propagieren. Ein entsprechender Antrag wurde einstimmig an» genommen. Zur Kandidatenausstellung wurde bo- schlössen, dem Bezirksparteitag als Kandidaten die Genosse» Crispicn. Heimnnn., Clara Bohm-Schuch, Litk«. Aushäuser und Moses m der angegebeaen ReihHijoige z, iimpf-yke«. f*t het»reifes Mitte fchlZgt ferner dem Bezirksparieitag vor, den Gennffen Wlli üiiesc als Kandidaten auszustellen. Sin kurzer Appell zur tatkräftigen Mit- orkeit im Wahlkampf-, dann wurde die Delegiertenversammlung mit einem dresjachen Hach auf die Sozialdemokratie gesck�osscn! Ramschkonfektion. Roubbav an der Krast der Heimarbeiterin. Taufend Frauen staunen, wühlen und wählen in den bunten Riesenhausen„preiswerter, nod) nicht dagewesener, fast verschenkter" Ausverkaufsware. Ein ganzes, modern gearbeitetes Jumperkleid in vielen Farben für ganze 2.9t M. sticht Erna gewaltig in die Augen, während Mutter mit einem Morgenrock zu 1,75 M. heftigst liebäugelt.„Js ja man bloß een dünner Fummel," meint sie— denn soviel versteht auch eine, die nichts davon versteht—,„aber det Feld trögt man schließlich doch ab." Und wie diese beiden Frauen, so kalkulieren mit ihnen Hunterte und Tausende, weil schließlich das billigste im neuen Zustande, hübsch genäht und geschickt zur Schau gestellt, vorteilhastest präsentiert. Daß bei solchen Schleuderpreisen an der Arbeitskrast Raubbau getrieben werden muß, kann sich jeder an seinen fünf Fingern ab- zählen. Von einem Tariflohn kann hier natürlich keine Rede sein, und da man sich in den Arbeitsstuben nicht die Butter vom Brot nehmen läßt, so wird diese Ramschkonfektion f a st ausschließlich von Heimarbeiterinnen hergestellt. Und was verdienen sie? Für die erwähnten preiswerten Morgen- röcke, die eine ArbeitKzeit von 25 bis 35 Minuten erfordern, gibt es 15 bis 25 Pf. pro Stück, für ein Kleid bei einst und ige r ?l r b e i t s z e i t 2 5 P f., für eine Bluse 20 Pf. und für ein Kleid mit 3s4stündiger Arbeitszeit 1,80 M; in letzteren' Falle betrug beispielsweise der tarifmäßig errechnete Lohn 3,35 M. Dabei nähert sich di« heutige Konfektion stark der Maßarbeit, es ist nicht mit ein paar geraden Nähten abgetan. Saumchen und Glocken, Bissen und allerlei sonstiger modischer Krimskrams erschweren die Arbeit wesent- lich und es kann dadurch auch nicht soviel geschaffen werden wie früher. So zählte man unter 1100 Mustern nicht weniger als 81 Fassons, bei einem kleineren Posten von 30 Mustern 5 ver- schiedene Fassons. Wenn eine Heimarbeiterin heute einen Wochenlohn von 30 M. erzielen will, dann muß sie von morgens um 4 bis abends um 9 Uhr an der Nähmaschine sitzen! Was nützt das bestehende Hausarbeitsgesetz, das bei Uebertretung eine Buße bis zum Fünf- fachen der Unterbezahlung vorsieht! Trotz rechtsverbindlicher Tarife und Nähzeitschema sind die Lohne in den beiden letzten Iahren. um 25 bis 40 Proz. gedrückt worden. Aber wo kein Kläger, da ist be- karintlich auch kein Richter, und all die Frauen— man zählt heute allein in der Berliner Konfektion 20 000 bis 25 000 Arbeiterinnen — arbeiten sür jeden Hundelohn, sie sind selten oder nie gewerkschaft- lich organisiert, teilweise sogar gar nicht gemeldet, weil sie die sozialen Abgaben einsparen wollen: so liesern sie sich gänzlich der Willkür ihrer kapitalistischen Machthaber aus, die es denn auch verstehen, aus ihnen für Pfenniglohn das Letzte herauszuholen. Es mangelt hier an genügenden Kontrollorganen der gewerblichen Auffichts» behörde, es fehlt andererseits bei den Frauen an genügendem Der- ständnis und Geschlossenheit in ihren Reihen. Warum sollte es also nicht möglich sein, auch bei der Heimarbeit menschenwürdige Entlohnung durchzusetzen? Es muß immer wieder mit aller Kraft daraus hingearbeitet werden, daß die Heim- a rb e i ter i n n i ch t als eineminderwertige Arb eits- kraft angesehen wird, der man für ihre mühevoll« Leistung ein kleines geldliches Almosen verabreicht, sondern als eine voll- wertige Arbeiterin, die Anspruch auf einen vollen Arbeitslohn besitzt.__ Arbeiierbildungsschule Verlin. Der Bezirksausschuß sür sozialistische Vildungsarbeit Berlin veranstaltet in diesem Sommer drei Ferienkurse im Patursreundeheim„Reiher- h o r st" in Klein-Köris. Vom 17. bis 23. August, Kursusleiter: Dr. Karl Mieren- darf- Darmftadt,„Unsere Gegner im Klassenkamps"(die deutschen politischen Parteien, ihr Wesen, ihre Geschichte, ihre Organisation und ihre Politikl. Vom 24. bis 30. August, Kurfusleiter: Dr. Zlrkadij G u r l a n d,„Die Marjrsche Gejchichts-, Gefellschafts- und Staats- aussassung". Disposition: Mensch und Geschichte.— Pro- duktionsprozeß und geschichtliche Entwicklung.— Entstehung und Wesen der Klassen.— Der Staat als soziales Gebilde.— Klassen- herrschast und Staatsapparat.— Was ist Diktamr?— Klassen- kämpf«»m den Staat.— Die Uebergangszeit.— Politisch« und sozial« Demokratie.— Diktatur des Proletariats. Di« politische Groteske, die Brünings„Frontkämpferkabinett" dem deutschen Volke auf Kosten d«r arbeitenden'Massen geliefert hat, ließ viele darüber nachdenken, welches der Sinn des parlamentarischen Systems, welches die Iri«bkräft« der politischen Gestaltung, welches die sozialen Grundlag«» des Staates sind. Wer dabei mit der Ant- 'wort zu schnell bei der Hand ist, der erlebt täglich von neuem Uebcr- rajchungen, die ihn stutzig machen. Der ökonomische Aufbau der menschlichen Gesellschast�will durchdacht, die Klassengliederimg und der sozial« Inhalt des Staates will begrissen sein: nur dann lassen sich politische Entscheidungen tresfen. die nicht ins Leere gehen. Die Marrsche Geichichts-, Gesellschasts- und Staatsauffassung befähigt die Arbeiterklasse zu sehen, wie der Entwicklungsprozeß sich vollzieht. wie die geselsschastlichen Klassenkämpfe die Vergangenheit geformt haben, die Gegenwart gestalten und die Keim« einer besseren Zukunft �Vam �31. August bis 6. September, Kursusleiter: Redakteur Georg F u ch s- Leipzig,„Der Kapitalismus in Gegenwart und Zukunst" Disposition: Di« weltwirtschaftlichen Veränderungen der Nachkriegszeit. 1. Veränderung in der Produktion: 2. Veränderungen in der Organisation; 3. Veränderungen im Waren- umlaus: 4. Veränderungen im Geldumlauf. B) Aufstieg oder Abstieg der kapitalistischen Wirtschast? rj.->... Die Dauer- und Massenarbeitslosigkeit, die sich nicht aus Deutsch- land beschränkt sondern eine internationale Erscheinung ist, macht die Beantwortung der Frage nach Wesen und Bedeutung der Krisen im Kapitalismus' besonders dringend. Die Erscheinungen der Nach- triegszeit. die zwar an sich nichts Neues sind, aber deren Ausmaß so gewachsen ist, daß das Bild des Kapitalismus dadurch wescnttiche Ifta Ryksdorfu nach HeuhQiin B Man tadelt an Berlin immer, daß es keinen ausgesprochenen Charakter habe. Die Hauptstadt Deutschlands hat keinen deutschen, sondern einen wendischen, d. h. einen s l a w i f che n N a m e n. Die S ch w e st e r s i e d l u n g„Kölln" kann ebenfalls wendisch sein: von„Kulm" abgeleitet oder„Kollin", das„Hügel" bedeutet. Andere behaupten, und wohl mit mehr Recht, daß die ältesten deut schsn Ansiedler im 13. Jahrhundert den Namen ihrer r h c�i n i- schen Heimatstadt mitgebracht hätten. Also hätten mir wen- dische Urbevölkerung neben westdeutschen Ein- Wanderern und Berlin wäre eine Kreuzung zwischen Warschau und Köln, von denen es tatsächlich ungefähr gleich weit entfernt liegt. Oer Lustgarten als Kartoffelland. Ader das ist noch längst nicht alles. Der„Großer Kurfürst" genannte Hohenzollernsürst, in dem Bestreben, Handel und Gewerbe nach dem Dreißigjährigen Kriege in Gang zu bringen, holte Franzosen ins Land und legte den Grund zu der h u g e- n ottischen Kolonie, auf die man noch heute auf Schritt und Tritt stößt. Selbst in der wilhelminischen Armee waren franzö- fische Namen häusig. Die Hugenotten waren aus- gezeichnete Tuch- und Handschuhmacher. Und die Holländer, die el'enfalls vom Kursürften Friedrich Wilhelm nach Brandenburg gezogen wurden, verstanden sich ausgezeichnet auf die Gärtnerei. Sie mußten im Berliner Lust garten die ersten Kartoffeln pflanzen. Ob die Berliner- Kartosteln sich durch besondere Größe auszeichneten, das verrät der Chronist nicht. Jedenfalls erhielten die zugezogenen Reformierten in der Französischen Kirche auf dem Gendarmenmarkt und in der reizvollen Parochialkirche in der Klosterstraße, der sogar das holländische Glockenspiel, nicht fehlen durfte— so wenig wie der Potsdamer Garnisonkirche—, eigene Gotteshäuser., Im Jahr« 1732 trafen die ersten Auswanderer in Berlin ein. Friedrich Wilhelm l. siedelte sie zunächst innerhalb der Stadtmauer an und ließ ihnen durch den„Bauinspektor der Kürmark", Friedrich Wilhelm Dietrichs, die im Jahre 1736 vollendete runde„B e t h- lehemskirche" in der Mauerstraße, die kleinere der beiden Kuppelbauten und Gegenstück zur DreisaUigkeitskirche, bauen. Nicht weit davon, in der südlichen Wilhelmstraße, entstand das Waisenhaus der böhmisch-mährischen Gemeinde. Aber es rückten immer mehr Familien nach, namentlich Bauernfamilien, denen mit amer Stadtwohnung nicht gedient war. Man muhte sie wohl oder übel in Dörfern ansiedeln. Und man wies ihnen das weit vor den Toren der Hauptstadt gelegene, von dem Johanniter- orden als Bollwerk gegen die Wenden im 13. Jahrhundert ge- gründete R i x d o r f an. Die Nachbardörser T e in p e 1 h o f und Marienfelde waren ebenfalls Gründungen der Ordenszeit. Dörfchen in der Weltstadt. So gesellte sich zu„Deutsch-Rixdorf", das bis 1874 dem Namen nach eristierte, seit 1737 ein„Böhmisch-Rirdors". Das war nichts Ungewöhnliches: Es gab ja auch ein„Französisch-Buchholz" im Norden, ein„Deutsch-Wustrow" neben„Weninsch-Wuftrow" im Süd- osten der Stadt. Nur mit dem Unterschied, daß sich„Böhmisch- Rixdors" an der südlichen Peripherie der modernen Großstadt als ein überraschendes Dorfidyll erhalten hat. Man muß es freilich heraussuchen aus der typischen Berliner Umgebung. Wer die Haupt- verkehrsstraße von„Neukölln"— Rixdors gibt es offiziell seit 1010 nicht mehr— durchwandert oder durchfährt, merkt keinen Unterschied gegen«inen nördlichen oder östlichen Vorort. Man muß, wenn man vom Rathaus kommt, bei der Unter- grundbahnstation„Bergstraße" nach links einbiegen, dann bemerkt man zwischen zwei ganz gewöhnlichen Hausersronten einen schmalen Eingang; dariilber steht„Gottesäcker der Böhmischen Ge- m e i n d e". Es ist, als drohte dieses schmale Streifchen geweihter Erde, kaum dreißig Schritt« breit und nicht viel mehr als hundert lang, zwischen den finsteren Brandmauern der Nachbarhäuser er- drückt zu werden. Trotzdem sind die meisten Gräber sorgfältig gepslegt und freundlich mit Blumen geschmückt. Die Namen sind meist tschechisch:„Bartowy",„Janasek",„Niemetz", „Stanek",„Krystkowa",„Pechacka". Auch die Eigentümlichkeit, die Familiennamen der Frauen mit der weiblichen Endung„a" zu ver- sehen, entsprechend der Endung„in"(„Neuberin",„Gottschedin") im Deutschland des 18. Jahrhunderts, fällt auf. Aber nicht allein die Namen sind tschechisch, sondern aus fast allen Wandtafeln, auch auf einzelnen Grabsteinen die ganzen Jnschriftci».„lä« Ollpae.fiva 1740— 1752 w Ruksdorfu" liest man auf einem Kindergrab,„Arny Benigny Froskowy w Ryk?dorf{u" oder„Riksdorfu" auf anderen Tafeln. Mit dem Beginn des 10. Jahrhunderts verliert sich dann das Tschechische mehr und mehr. Freilich verrät hi« und da ein Gedicht, daß die deutsche Sprache noch nicht so ganz in Fleisch und Blut übergegangen ist. Etwa das von der großen Hand, das also lautet: Ey, wie so selig schlafest Du, Nach manchem schweren Stand, lind liegst nun da in süßer Ruh In Deines Heilands Hand. Das ist immer noch besser als die Inschrift an einem Hausgiebel: Andenken von dem gro. Brande des 28. April 1849, der alle unser Habe beraubt hat und mit Gottes Beistand in demselben Jahre wieder erbaut worden ist. Aus Tschechen werden Preußen. Daß der liebe Gott einen Brand„wieder erbaut", ist zumindest ungewöhnlidi. Aber mit der Zeit sind dann die protestantischen Tschechen so gute Preußen geworden, daß ein paar Jahre vor dem Weltkrieg„die dankbaren Nachkommen der hier aufgenommenen Böhmen" dem dicken Soldatenkönig ein Denkmal errichtet haben. Dankbarkeit, wofür? Der„Rai xergeant" brauchte Menfchen- material, da er sich in den Kopf gesetzt hatte, in einem Staat von 214 Millionen Einwohnern 85 000 Mann Militär zu unterhallen, so daß also auf nicht ganz 30 Einwohner, Frauen und Kinder mitgerechnet, ein Soldat kam. Es war bequemer und billiger, das Kanonenfutter im eigenen Lande zu züchten, als es im Ausland durch Werber abfangen zu lassen. Ein paar alte Mütterchen mischen noch heute tschechische Worte in ihre Red«: im all- gemeinen ist aber die Kenntnis der ehemaligen Muttersprache voll- kommen erloschen. Einen Begriff kann man sich immerhin noch machen von dem ehemaligen„Böhmisch-Rixdors". Mitten auf dem Richard« platz, einem Grünplatz wie hundert andere in Berlin, ist die Dorfschmiede stehen geblieben, in deren Hof in einem Tempo. das keineswegs von dem Zeitalter der Technik angekränkelt ist, eben zwei dicke braune Gäule beschlagen werden. An die Tore dieser alten einstöckigen Schmiede sind verwelkte Birken stamme genagelV Ueberrest« vom Pfingstkirchgang, der in der böhmischen Gemeinde eine große Roll« spielt«. Die anstoßende Richardstraße ist noch auf einer Seite mit gemütlichen, sauberen, einstöckigen Bauernhäusern bebaut, in deren Höfchen die Lühner unter einem großen Baume gackern. Nach hinten zu sind diese Höfe mit einer Scheune aus Fachwerk gihge- schloffen, und an diesen Scheunen enllang läuft die Kerch- tz a s s e. Die ist überhaupt nicht von der Großstadt berührt. Bauerngärtchen säumen sie wie die„Gärtnerstraße" ein, und mitten in ihnen steht ein längliches, zweistöckiges, freundlich gelbgetünchtes Haus mit einem Dachreiterlein. Das ist Kirche, Predigerwohnung und Schule der Brüdergemeinde, die unter den böhmischen Emigranten viele Anhänger gesunden hatte. Eine weitere böhmische Kirche, die aber längst nicht so freundlich und einladend aussieht, steht, verloren zwischen modernen' Zinskasernen, am Rande des Richardplatzes. So hat sich wie durch ein Wunder ein allerliebstes, historisch interessantes, ländliches Idyll in dem ungeheuer großen, nivellierenden, modernen Berlin erhalten. Hermann blieber. Veränderungen ersahren hat: die Zusammenballung des Kapitals in nationalen und internationalen Trusts und Kartellen(Monopol- kapitalismus), die zunehmende Industriealisierung von Agrarländern und die Einbeziehung neuer Gebiet« in den Kapitalismus, die damit zusammenhängenden Kämpfe um nationale und wirtschaftliche Un- adhangigkeit von den großen Kapitalsmächten, die zunehmende internationale Verflechtung des Finanzkapitals werden verschieden beurteilt. Es soll versucht werden, in diesen, Kursus die Auffassungen der bedeutendsten marxistischen Theoretiker(Hilserding, Otto Bauer. Kautsky, Alfred Braunthal, Sternberg. Großmann) zu behandeln und die von ihnen aufgeworfenen Probleme zu klären. Di« Unkosten für einen Kursus betragen 33,50 Mark. Darin ist eingeschlossen: Fahrgeld. Quartier, volle Verpslegung sür sechs Tage und das Hörgeld. Anmeldungen an das Büro der Arbeiter- bildungsschule, Lindenstraße 3, 2. Hof, 2 Treppen, Zimmer 9. Auch für den ersten Kursus sind noch einige Platze frei. Die Gchnapspest in Ali- Berlin. Dolkeigetrönke und Vollsernsihrung vor-tZY Jahren. Das Massenelend der Gegenwart läßt uns leicht die Lage der proletarischen Volksschichten vergangener Zeiten in irischem, nämlich in zu rosigem Lichte erscheinen. Gewiß war es vor der Herrschaft des Jndustrietapitalismus und der Ueberoölkerung weniger schwerer als heute Arbeit und Daseinsmöglichkeit zu finden. Aber dieses Dasein war für die wirtschaftlich Schwadzen zu allen Zeiten be- klagenswert, und durchaus nidst jedem gelang es, �lird> Arbeit seinen Unterhalt zu erwerben. Ein Beispiel fiir diese Tatsache liefert die Stadt Berlin: Von ihren zu Begiin, des vorigen Jahrhunderts— im Jahre 1802— lebenden 151 849 Zivileinwohnern waren 1 2000 Almoscnempfänger, also volle 8 Prozent! Sie übertrafen an Zahl nod) die stärkste Kategorie der Werktätigen, nämlich die damals Dienstmädchen genannten Hausangestellten, von denen es 1 1 7 8 5 im damaligen Berlin nach Angabe von I. D. F. Rumpf in seinem Budze„Berlin und Potsdam"(er- schienen 1804) gab. Auch über die Ernährung der ärmeren Bevölkerung gibt uns dieses Buch einige Angaben:„Die Kost der Armen besteht das ganze Jahr über größtenteils in Kar- toffeln und Hülsenfrüchten, ihr Getränk in Wasser, Kaffee, Kofent und B r a n d w e! n. Wein trinkt der gemein« Mann selten." Zu„Kaffee" bemerkt der Verfasser:„Dieser Kaffee besteht in einer Abkochung von einem Drittel Kaffee, zwes Dritteln Cichorien mit Syrup und Milch vermischt, ein höchst elendes Ge- tränt." Das„Kofent" wird als„ein dünnes halb Bier" erklärt. Ueber den„Brandwein" stellt der Verfasser noch folgende Betrachtungen an:„Die B r a nd w e i n k o n s u m t i o n in Berlin ist auffallend stark. Er wird häufig als erstes oder zweites Frühstück, beim Mittagbrodt, Nadzmittags und tXim Abendbrodt und zwischen dem Biertrinken genossen... Die unge- hcure Menge Getreide, welche zum Brandwein verbraucht wird, der physische und moralisch« Schaden des übermäßigen Brandwein- trinkens ist so offenbar und außer allem Zweifel, daß Vorkehrungen und Einhall höchst dringend sind." Leider sind diese Mahnungen ungehört geblieben. Geändert hat sich das Bild heute— nach fast 130 Iahren— nur insofern, als zum Teil das früher in Nord- deutschland unbekannte Starkbier jetzt die Rolle des„Brandweins" in der Verwüstung der„ungeheuren Menge Getreides" und in der Verbreitung„physischen und moralischen Schadens" in einer Wis« übernommen hat, daß„Vorkehrungen und Einhalt höchst dringend sind" Ä und daß wir heute die Hoffnung haben können, daß die jungen Sozialisten gründlich für„Vorkehrungen und Einholt" gegen diese Bolksjchädiger sorgen werden! Am 12. August verstärk nach I«n. gen}, schwerem Leisten mein lieber Mann, der Former Emil Elsfröm im 80. Lebensjahre Im Namen der Hlnterbliestenev Karts LIttrvm Wi-fenstraße 1?. Die Einäscherung sindet am Frei- tag. dem 15. August, um 17»/, Uhr im Krematorium Serichtstratze statt. OeDlidier LMWM-WWS VervalluncssicUe Berlin Todesanzeige Den MitgUedern tue Nachricht, daß unier Solleg«. der Schlosser Karl Kerzer geb. 10, November 1002. cm 5. August gestorben ist. Ehr« seine» Andenken! Die Beerdigung findet cm Freitag, dem 15. Auguit, nachm. 4 Uhr, auf dem 6t. Michael-Friedhof Neukölln statt. Reg- Beteiligung erwartet vie OrtavervalteBg. Allgemeine OrtsKranken' Kasse tfir aen SiadlbeilrK KOpenKK Hiermit laden wir die Mitgliedee de, Ausschusse, zu der am kX»a»>ee»tag, dem 21. UngnR d. 3. abeuds f/, Ahr hn Restaura.»„Saiserhof"»övenich Daun. straße 10.(Kleiner Saal) stotlfindenden außerordentlichen Ausschußsitzung Tagesordnung. 1. Beratung und Beschlußfassung über dl« durch die Rotverordnung vom 2S. Juli d. Z. bedingten Satzungsänderungen 2. Seichäjlliches. Berliu-Köpeuick. den 14. August lSZO Der Borstand Otto Nickel» Lorfitz«»lder Bekmeatmoichaesg. Der in der Ausschußsttzung am» Avril lSi>0 beschlossene Z. Nachtrag»ur Gatzui den Aenderung der HZ>8 Abs. I»nd Ab,. I Zir. 3 und Abs. IV. ist am«0, Juni lSZO vom Oderversicherungsamt Berlin ge, nehmigt worden, Dmiitstuck« de« Nachtrag« liegen Im Sassenlokal zur Entgegennahme au». Berlm-Steglitz. de» 13. August 1930. Der Borstaad. Siehr, Soglin, Borfitzender. Echristsührer. vSIMSMlklSSMNgttSSSI'« Am Freitag» dem 15. Augast. ebead» 7 llhr, Sitzung der mittlerea Ort» »ermeltung. Am Zstoutag, de» 13 August, iillt die Sitzung der enge reu Ortsaermalduag de» Berbaudstagea wegea aa». via Or tsvermelhmg, Am 15. August 1929 ereignete sich in der Reinickendorfer Straße, Ecke (Exerzierstraße, ein Verkehrsunfall dadurch» daß eine Dome von einem Kraftwagen angefahren wurde, Wir bitten hiermit Personen, die den Unfall mit angesehen hoben. ihr« Wahrnehmungen oder wenig» stens ihre Anschrift dem Gerling» Konzern. Allgemeine Versicherung»- A-G.. Seriin WS. Sehreastr.5« 61 - H.— Seh. 2603, 29 be tan nt zugeben Kosten werden gern zurück vergütet. Berlin, de» 9. August 1930. Klaff«»Lotterie. Rachdruck verbot«! einer«t Abteilung» I ©«DfWtt Rümmer i. Zlehungetas 13. August ISN So der heutig« Bdrmkttagsziehoug wurden Gewinn« über 150 M. aezog« 6 S�fan»» 30000ffl?'686348?62268 31672« 32»«vi.». ,» 2000 M. 40632 48364 66899 71684 104041 241988 280305 291370 298920 312806 397431' 33 S«»«»»» 1000«. 12,3 71334 111869 112811 113622 116904 191943 232016 260869 264662 270717 296368 346629 849030 373042 376628 34»ewioae» 600«3. 2982 46! 100478 112627 113226 126764 16, 1 86861 209686 236488 246321 25 324297 327094 341933 346061 341 •«Harne» 600«a. 2982 4622 21210 33267 47779 61361 67421 --------------"80664 156819 177438 183737 ,86820 56555 257436 26222, 285268 317678 9872 36,761 352408 324287 327094: In der heutig» Rachmittagsziehung wurden Gewinn« über ISO M. gezogen l 343738 4 Mniaa«» 10000 OL 70220! 2 MHo«» 6000«. 179208 12»«H...» 2000 OL 14274 66349 221681 312879 829064 333860 50•«sin« i« 1 000«. 2326 7344 57399 69923 70042 82,16 96338 128888 136907 146473, 61136 17,199 200370 289404 293879 298347 306399 30967, 320366 334626 336992 366936 372,86 376862 376878 78•eMne» 800«t 3823, 0097 28007 278,6 35938 386,2 44826 65,70 8077S 83938 91,78 ,10348 1,0332 1,2991 1,3472 ,2,205 128644 138,77 13875, ,46360, 66594, 77282, 8378, 2,1668 223724 238473 250634 265292 284,47 29,688 32,05, 324864 332374 349564 369326 3748,3 376667 380324 398299 5» Gewinnrade oerblieben: 2 Prämien zu je 600000, 2 Ge» -----»- � 2 zu je 200000. 2 zu je minne zu f« 600000, 2 100000. 2 ,u f» 73000. 10000, 148 zu fe 8000, je 1000, 8906 zu fc 300, 1< je 300000,.._________|. je 60000. 10 zu je 25000, 78 zu je je 8000. 678 zu f« 2000. 1838 zu zu je 900 M. 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Die Deutsch« Bau. und Bodenbank A.-®., ÖU In der letzten Zeit für die Durchführung des Arbeitsbeschaffungsprogramms in beson- derer Weise bemüht ist, hat für das erste Halbjahr 1930 wieder einen Ueberblick über die deutsche Bau- Wirtschaft veröffentlicht, der manches Interessante enthält. Der Einblick in die Bauwirtschast ist gegenwärtig besonders wichtig, da kein Zweifel darüber ist, daß unter den innerdeutschen Krisenursachen die kritische Lage auf dem Baumarkt, die freilich nicht zuletzt auf ungenügende Preissenkung in den Baustoffindustrien zurückgeht,«nt- scheidende Bedeutung hat. Im ersten Halbjahr 1930 zeigte die Bauwirtscha steinen raschen Rückgang. Insbesondere ist der Wohnungsbau nur sehr langsam in Gang gekommen. Der Bericht der Bau. und Boden- dank sieht den entscheidenden Grund dafür in den allgemeinen Aus« Wirkungen der Wirtschaftskrise, die die Nachsrage nach allen Arten von Neubauwohnungen hat zurückgehen lassen, auch für Wohnungen, die mit Hilfe der Hauszinssteuerdarlehen und anderer öffentlicher Mittel erbaut wurden und deren Miete dadurch verbilligt worden ist. Die Wirtschaftskrise mit ihrer starken Ver- ringerung des Masseneinkommens überhaupt und chrer sicher im Einzelfall auch nicht gesteigerten Reallaufkrast hat es jetzt besonders deutlich in Erscheinung treten lassen, daß auch die durch öffentlich« Mittel verbilligten Ilenbamnieten zu hoch sind und nicht im richtigen . Verhältnis zum Einkommen der breiten Massen der Bevölkerung stehen. Dafür gibt der Bericht der Deutschen Bau- und Badenbank wertvolles Material. Ein« Erhebung bei 2909 neuen Hauszins- steuerwohnungen in Berlin zeigt bei den einzelnen Woh- nungsgrößen folgende Mieten: lV-.'Ziwmerwohnimg zwischen 70 und 94 M monatlich 2-'. 80. 102. 2',,.. 82,63, 131. Z-.. 103. 127.. 3'/«-.. 119. 150. Bei 1200 mit Hauszinssteuer- und Z u s a tz h y p o t h e k e n gc- bauten Wohnungen sind die Mieten nur wenig geringer. Sie bc- trugen: I'/i-Ziminerwohnung zwischen 60 und 68 M. monatlich 2-.. 67. 83.. 2V<'. 68. 99. 3- 196. 118. SV*». 114. 129. Mit diesen hohen Neubaumieten steht das Einkommen der breiten Massen in Widerspruch. Zwar beträgt nach den kürzlichen Erhebungen des Statistischen Reichsamtes der durch- schnittlich« Mietanteil an den Ausgaben der Beamten-, Angc- stellt«»», und Arbeiterhaushaltu»lgen im Jahre 1927/28 nur zwischen 8,8 und 14,4 Proz., bei den Neubauwohnungen allein aber ist die Belastung des Einkommens durch den Mietanteil unoerglcich- lich viel größer. Dafür gibt die Deutsche Bau- und Boder»bank fol- geribc Schätzungen: Auf einen®efhqr>otheten am Angestellten- Personen kommen IN Proz. Höchsteink. i» Proz. haushaltg. bis 3000 2,06 28—40,4 24—27,2 3000. 3600 1,65 26,7—34,1 22,3—27,7 3600. 4300 1,4 23—36,6 19—27,6 4300. 5100 1,02 24,2—29,9 24,9—27,8 5100. 6100 1,11 23,4—29,5 22,2—25,4 Slrbeiterhaus- haltungcn bis 2500 2.4 33.6—45,1 28,8—32,6 2500. 3000 2,6 28—40,4 22—27,2 3000. 3601).2,1 26,7—34,1 22,3-27,7 3600. 4300 2,2 22,3—28,5 18,7—23,2 Diese Ausstellung zeigt, daß bei Neubauwohnungen, auch wenn «s sich um verbilligte Wohnungsmieten handelt, der Mietanteil am Einkommen roemgstens 18,7 Proz., im Höchstfall« aber, und das gerade bei den niedrigsten Einkommen, bis auf 32,6 Proz. steigt, also genau ein Drittel des Einkommens erreicht. Das ist ein Prozent- fatz, der im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch ist als der Anteil, den das Etatistische Reichsamt sür das Jahr 1927/28 für den Durchschnitt der Arbeiter-, Angestellten- und Beamten- houshalturkgen errechnet hat. Da» Hamburger Statistische llande-amt hat sür seinen Bezirk festgestellt, daß für 81,3 Proz. der wohnungsuche ndcn in Hamburg nur Mieten bis zu 600 Mark oder 50 Mark monatlich in Frage kommen. Die Berliner Erhebung zeigt, daß auch noch die 1 �.Zimnrer-Wohimng erheblich teurer ist. als es der Zahlungskroft der Wohnungsuchenden entspricht. Es müßten, so stellt die Deutsche Bau. und Bod«nbank fest, Mieten zwischen 25 und 45 Mark erreicht»Verden, um die notwendige Nachfrage nach Wohnungen in den Kreisen der minder- bemittelten Bevölkerung wieder herzustellen. Dieser Bedarf nach Wohnungen ist zweifellos vorhanden, aber es ist ernsthast die Frage zu stellen, wie dieser Bedarf befriedigt, die Mieten gesenkt werden sollen, wenn die bisherigen Wohnungsbau- kosten nicht erheblich gesenkt werden. Zu dieser Senkung der Baukosten können nach Ansicht der Deutschen Bau- und' Bodenbank beitragen die Abkürzung der Bauzeit, die Verringerung der amtlichen GSbühren und der Neben- kosten sür Neubauten, die Vereinfachung des baupolizeilichen Ber- fahrens und entscheidend freilich die Verbilligung des Zinssatzes für Hypotheken, dessen Höhe für die Mietenb-messung immer noch von größter Bedeutung ist. Bedauerlich ist freilich, daß die Deutsch« Bau. und Bodenbank nicht ausspricht, daß dies« Verbilligung in entscheidender Weise bei den B a u st of f k o st e n einfetzen müht« und daß dazu in erster Linie ein scharfes Eingreifen gegenüber den Kartellen notwendig wäre. Di« Deutsche Bau- und Bodenbank stellt selbst fest, daß der B a u st o f f i n de x im Juni 1930 innner noch 153,2 Proz. betragen hat(er ging seitdem etwas zurück) gegen 157,7 Proz. im Juni vorigen Jahres, so daß in der Tat für die Baustoffe bisher die geringste Preissenkung festzustellen ist. Der Rückgang der vantätigkeik im ersten Halbzohr sSIO. den die Arbeiterschaft freilich in der großen Arb«itslosigteit jchoa langst empsirchlich zu spüre» bekomme» hat, ist außerordeot» lich stark. In 92 Groß, und Mittelstädten wurden im ersten Halbjahr 1930 nur rund 44 000 Wohnungsbaugenehmigungen erteilt gegen rund 67 400 in der gleichen Zeit des vorigeiD Jahres. Die Zahl der Wohnungsbaubeginne ist im ersten Halbjahr 1930 im Vergleich zum vorigen Jahre von rund 58 200 auf 45 500 in diesen 92«tädten zurückgegangen. Das find Rückgänge von mehr als 30 bzw. 20 Proz. Die Bautätigkeit für öffentliche Bauten war im Hoch. bau im ersten Halbjahr 1930 zrvar noch relativ stark, ist aber von Iaimar bis Juni immer wester gesunken. Währeich 1929 von Januar bis Iinst die Baubeginne öffentlicher Gebäude von 56 000 auf 249 000 Kubikmeter umbauten Raum anwuchsen, ist in der gleichen Zeit des Jahres 1930 diese Zahl von 355 000 auf 175 000 Kubikmeter unrbauten Raum gesunken. Bei den Industriebauten hat sich die Wirtschast s- krise besonders hemmend ausgewirkt. Di« mit der Ratio- nalisierungs- und Konzentrationsbewegung zusammenhängende Umsiedlung der Industrien, die in den letzten Jahren umfangreich« ge- werbliche Neubauten zur Folge haste, ist unter dem Druck der Wirt- schaftskrise fast ganz zum Stillstand gekommen. Im ersten Halbjahr 1930 betrugen in 85 Groß- und Mittelstädten die Bau- genehmiguiezen für gelverbliche Gebäude nur 4,15 Millionen ÄUbik- mctcr umbauten Raum gegen 5,56 Millionen in der gleichen Zeit des Vorjahres; das entspricht einem Rückgang um rund 25 Proz. Auf die Baustoffindustrien mußte diese Entwicklung naturgemäß stark absatzhemmend wirken. Der Baustoffabsatz »vor iin Monat Mai gegenüber der gleichen Zeit des vorigen Jahres teilweise bis zu 50 Proz. zurückgeblieben. Di« Bauunter- nehmungen selbst kaufen kein« Maschinen mehr: Der Absatz van Betonmisch Maschinen ist(1925/26 gleich 100 gesetzt) im Mai 1930 gegen Mai 1929 von 317 auf 99 Proz. gesunken. Um so ver- hcerender muß sich freilich auf dem Baumarkt die oben schon be- rührte Tatsache auswirken, daß die wichtigsten Baustoffpreife auf einem vergleichsiveise unerhört hohen Niveau verharren. Rur ein geringer Lichtblick ist in dieser Lage die im Gefolge der Wirtschaftskrise eingetretene Zinsverbilligung, die sich allerdings bei langfristigem Bau- kapital noch sehr wenig ausgewirkt hat, und die ebenfalls durch die Wirtschaftskrise ermöglichten erheblich größeren Verkäufe von Pfandbriefen. Aber auch der Bericht der Vau- und Badenbank muh feststellen, daß die stärkere Beanspruchung der Träger der Sozialversicherung die Entiwcklung des Baumarktes u n- g ü n st i g beeinflußt hat. Ob eine Besserung der Lag« auf dem Boumarkt aus natürlichen konjunkturellen Gründen zu erwarten ist, wird von dem Bericht der Deutschen Bau-Boden offengelassen. Nur von dem Arbeitsprogramm der Reichsregierung wird eine immer- hin fühlbare Anregung der Bauwirtschaft erwartet. Der Anteil der gemeinnützigen Vaugesellschasten am deutschen Wohnungsbau ist nach den Feststellungen auch der Deukschen Bau- und Bodenbank im Jahre 1929 tveiler gewachsen. Der Anteil der privaten Bauherren ist von 59.6 aus 553 Proz. gesunken, während der Auteil der öffentlichen(Körperschaften und Behörden sowie ge- meinnühige Vaugesellschasten) von 40,4 auf 44,5 Proz. gestiegen ist. Reichsbahnanleiht überzeichnet 110 statt 25 Mill. 6 proz.?ieichsbahnfchahanweisungen Nach den nunmehr vorliegenden Ergebnissen der Zeichnung aus die zur Arbeitsbeschaffung bestimmte Reichsbahnanleihe ist der aufgelegte Betrag von 75 Millionen wesentlich überzeichnet worden. Die Gesamtsumm« der Zeichnungen betrögt nach den bisherigen Feststellungen etwa 110 Millionen Mark. Es muß des- halb«ine Kürzung der gezeichneten Beträge stattfinden. Die Zuteilung an die Zeichnungsstellen erfolgte noch gestern durch die Leitung des Konsortiums. Die Bezahlung der zugeteilten Betröge durch die Zeichner hat nach den Zeichuung-bedingungen in der Zeit vom l8. bis 2l. August zu erfolgen. Wareniausch Italien-Rußland. Oer russisch-ilalienische WirtschastSvertrag. Das Wirtschaftsabkommen, das vor kurzem zwischen Italien und Sowjetrußland abgeschlossen wurde, hat anscheinend im Gegen? jatz zu mancher anderen von den russischen Handelsvertretungen groß angekündigten Aktion mehr als papiernc Bedeutung, ilm die italienische Regierung mit der Banca di Roma zur Ucbernahme einer 75prozentigen Zahlungsgarantie für Rußlandliefcrungen zu bewegen, mußten die Sowjets sich zu großen Bestellungen von Fertig- rvaren in Italien bereit erklären. Man spricht von Lieferungen im Gesamtwert von rund 16 5 Millionen Mark, die bereits ab- geschlossen sind und auf zwei Jahre verteilt werden sollen. Die Aufträge erstrecken sich zum größten Teil auf landwirt- schastliche Maschinen, Baumwollwaren, Flugmotoren und Auto- mobile. Die italienische Automobilfabrik Isotta Fraxlini, die erst kürzlich eine Verbindung»nit Ford einging, soll eine Bestellung über 200 Flugzeugmotore von je 500 PS erhalten haben. Die Zusammen- arbeit der Sowjets mit den faschistische» Machthabern soll sich be- zeichnenderweise auch auf die gemeinsame Fabrikation von R ll st u n g s in o t e r i a l in Fabrikanlagen bei Genua erstrecken. Mussolinis Lieblingskind, das sich bisher trotz oller Sondervergünfti- gungen nicht erfolgreich zu entwickeln vermochte, die italienische Schiffahrt, wird durch das Wirtschaftsabkommen mit Rußland eine Erweiterung ihres Tätigkeitsfeldes erhalten. Der russisch-ttalieüische Handel hatte bis jetzt keinen großen Umfang: Italien exportierte im Jahre 1929 für etwa 15Mil- lionen Mark und bekam Waren im fünffachen Wert aus Ruhland herein, hauptsächlich Rohstoffe und besonders Benzin. Die Steige- rung des Weizenpreises, die während der letzten Tage in Amerika infolge der Hitze eintrat, wurde von der Sowjet-Union zum Verkauf von 50 000 Tonnen Weizen in Italien benutzt. Die Verhandlungen zwischen Italien und der Sowjet-Union wurden seit etlva zwei Jahren geführt: ihr Abschluß fällt in eine Zeit, in der einer der Hauptabnehmer Rußlands für Roh- stoffe, die Dereinigten Staaten von Nordamerika, Schmie- rigkeiten macht. Mit der wieder genehmigten Abnahme des russischen „Sträflingsholzes" ist der russisch-amerikanische Handelskonflikt näm-. lich noch nicht beendet. Einfuhrschwierigkeiten in den USA. ergeben' sich gegenwärtig für russische Manganerz«: die Debatte darüber wird auf russischer wie auf amerikanischer Seite fortgesetzt. Oie große Metallfusion beschloffen. Herr vön der Porten kündigt Stillegungen an. Ein« schwachbesuchte außerordentliche Generalversammlung der Berg-Heckmann-Seloe A.-G. setzte am Mittwoch den Schlußstrich unter die Gründung der Vereinigten deutschen Metall- werke A.-G. Generaldirektor von der Porten vom reichseigenen Lautawerk begmiiet« als Aufsichtsratsvorsitzender von Berg- Hcckmann-Sewe die Transaktion mit der Notwendigkeit, das Pro« duktionsvermögen der deutschen Metallindustrie der Aufnahme- fähigkeit des Marktes anzupassen und mit dem Ka- pitalmangel der westfälischen Gesellschaft. Stillegungen seien die notwendige Begleiterscheinung der Fusion zwischen Berg-Heckmann- Selve und den.Heddernheimer Kupfer- und Süddeutschen Kabel- werken G. m. b. H." Die Fabrikation der beiden Gesellschaften erstrecke sich nur zum kleineren Teil auf gleicher- ige Metallfabrikate, zum größeren Teil seien die Heddernheimer Kupferwerke Weiter- verarbeiter von Erzeugnissen der Berg-Heckmann-Seloe A.-G. Nach Verlesung des Vertrages mit der Frankfurter Memll- gefellschaft wurde die Gründung der Vereinigten deutschen Metoll- werke A.-G. mit 30 Millionen Kapital beschlossen: das Kapital der Berg-Heckmcmn-Selve A.-G. wird zur Sanierung von A auj 10 Millionen zusammengelegt und dann aus 30 Millionen erhöht. Die Metallgescllschaft A.-G.-Frankfurt a. M. erhält für die Einbringung der Heddernheuner Kupeferwerke 10 Millionen Aktien der neuen Gesellschaft: weitere 10 Millionen jung« Ak:icn werden den alten Aktionären zu 106 Prozent angeboten. In- de» Aufsichtsrat der Bereinigten deulschen Metallwerk« delegiert die Metallgescllschaft nach ihre Direktoren Dr. Alfred Mertan, Dr. Alfred Petersen und Julius Sommer sowie ihr Aufsichtsratsmitgl'ed Dr. Eduard Zintgraff-Frankfurt a. M. Zweifelhaste Preissenkung. Das Deutsch« Stickstoffsyndikot hat gestern die Preise für dos Düngerjahr 1930/31 veröffentlicht mit dem Bemerken, daß die mft der Kartellierung verknüpften bedeutenden Einlchrän- hingen auf die Gestehungskosten und damit auf die Preisentwicklung nicht ohne Einfluß bleiben können, was besonders für Deutjchland gelte, wo die Jnbetriebiwchme zahlreicher neuer Werke besonders große Prvduktionseinfchränkimgen nötig machte. Trogbem habe sich das Stickftvifsyndikat bemüht, bei Festsetzung der Preise die schwierige Lage der Landwirtschaft nach Möglichkeit zu berücksichtigen. Dia Preise für schwefelsaures Ammoniak Typ II, salzsaures Ammoniak. Kalkammon, Montanfalpeter und Kalkstickstosf sind etwas gesenkt worden. Bei den anderen Preisen ist eine Staffel gewählt»nstdc», die besonders hohe Endpreise vorsieht. Da der größte Teil der Landwirtschost aus finanziellen Gründen die billigeren Anfangspreise der Staffel nickst ausnutzen kann, ist praktisch von einer Preisfenhing kaum die Rede. Auch ist sür viele Erzeugnisse, z. B. für Leunofalpeter, Montanfalpeter, Kalkstickstoff und Dtitrophoska die Preisfestsetzung nur„bis auf weiteres" erfolgt. Hier ist wahrscheinlich mit einer Preissteigerung in Zukunft zu rechnen. Zu gleicher Zeit teilt das Syndikat den Index für stickstoffhaltige Düngemittel mit, der für 1929/30— 64,4 ausmacht gegenüber 78,9 im Jahre 1924/25, 75,6 im Jahre 1025/26, 70.7 im Jahre 1926/27, 67,5 im Jahre 1927/28 und 67,2 im Jahre 1928/29. Deutsche Eisen- und Stahlerzeugung. Sie ist im Juli weiter gesunken. Im Monat Juli haben die Deutschen Hochofenwerke rund 771000 Tonnen Roheisen erzeugt gegen rund 767 000 im Juni, der aber nur 30 Arbeitstage hatte. Die arbeitstägliche Gewinnung ist mit 24 869 Tonnen wieder um 2,8 Prozent geringer als im Juli. Auch die deutsche Stahlerzeugung ist zurückgegangen und zwar in noch stärkerem Maße als die Eisenproduktion. Sie betrug rund 906 000 Tonnen, was einem arbeitstäglichen Durch- schnitt von 33 547 Tonnen entspricht, der um 10,2 Prozent niedriger ist als im Juni d. I. Bei Eisen ist ein Tiefstand von 54,2, bei Rohstahl ein Tiesstand von 58,3 Prozent der durchschnittlichen arbeitstäglichen Produktion der Vorkriegszeit nach dem damaligen Reichsumfang eingetreten. Auch diese Ziffern rechtfertigen die Forderung nach einer neuen erheblichen Senkung der Eisen- und Stahlpreise, die freilich von der Reichsregierung wohl erzwungen werden muß — wenn sie überhaupt etwas erzwingen will. Weizenvermahlung 60 Prozent. Die Reichsregierung hat gestern durch eine Verordnung die Der- mahlungsquote für inländischen Weizen'für die Zell vom 15. August bis 3 0. September auf 60 Proz. fest- gesetzt. Durch die Verordnung wird weiter sestgelegt. daß sür di« Zeit vom 1. b i s 1 4. A u g u st ein Vermahlungsoerhältnis von 40 Proz. zu gelten hat. Der Schaden, der durch die M ü h l e n st i l l c g u n g im Westen eingetreten ist, erhält durch dies« Verordnung nur sein« gesetzlich« Sanktion. Von den westlichen Mühlen liegen auch Proteste gegen die Festsetzung des 65prozentigen Weizenvermahlungszwanges vor mit der Begründung, daß die feuchte Qualität de? deutschen Weizens«ine Vermahlung vielfach immöglich mache und dadurch auch die Konsumenten geschädigt werden. Die großen Hochseesischeretgesellschasten. deren Geschäftsjahr im Juni geendet bat, weisen durchweg höhere Gewinne auf. Di« Norddeutsche Hochseefischerei steigerte ihren Reingewinn von 125 000 auf 147 000 Mark. Die Dividende wird von 10 auf 12 Proz. heraufgesetzt. Auch bei der„Nordsee. Deutsche Hochsee. fischerei Bremen-Cuxhaven A.-G. ist wie im Vorjahr mit einer höheren Dividende zu rechnen.— Wir bemerken dazu, daß die Fisch» preise im verflossenen Jahr sehr hoch aelegen haben und daß die Ware viel zu wünschen übrig ließ Wenn hier keine Aenderung eintritt, werden die Gesellschaften sich wohl demnächst über mangeln- den Absatz zu belloge» hob«». Jllexander von Sarher lTlafoch: Wiollche 9gel kaufi ein lahmes ZPferd Wach einem SEigeunermoliv ersähü 2ne verdammte Dürre mar daran schuld. Denn da es seit Wochen nicht geregnet hatte, staubte die Straß« so, als Lupujle rntt dem ominösen Gaul vorbeikam, daß Maische Igel schimpfend und verzweifelt zum Fenster stürzte, um es zu schließen. Dabei konnte er nicht umhin, einen Blick auf das Pferd zu werfen, dos Lupujle am Halfter lässig hinter sich herzog. Vor Igels Schenke machte Lupujle wie unabsichtlich halt, um aus seinem vielgeflickten Rockärmel einen Zigarettenstummel hervorzukramen, einen unter den vielen Stummeln, die dort verborgen waren. Lupujle hielt seinen Halbzylinder, der keine Kveinpe hatte, gegen den Wind, um beim Anzünden geschützt zu sein. Er ließ sich Zeit bei dieser Pro- zedur. Ueberhaupt machte er den Eindruck, eines Menschen, der ruhig bis zum jüngsten Tage daraus warten kann, daß ihm das Glück in den Weg kommt. Unter seinem kugelrunden Schädel bog sich der Hals wie ein langer Stengel hin und her, um die richtige Einstellung zum Wind und Halhzylinder zu bekommen. Denn Lupujles oberster Leitsatz war: Brauch« nie zwei Streichhölzer, werm du mit einem auskommen kannst, und dieses ein« leihe dir womöglich von«inem anderen. Jetzt brannt« der Stummel und Lupujle setzt« sich wieder in Bewegung. Der Zigeuner Lupujl« war ein dürrer, ziemlich langer Kerl mit unverhältnismäßig großen Händen und Füßen. Sein eines Auge zwinkerte immer, als wollte es sagen: SSort« mir das Ende ab, ich bin nach lange nicht fertig.--- Der Gaul, den er so nachlässig hinter sich herschlcifte, sah beim flüchtigen Betrachten so aus, wie ein wandelndes Gerippe. Man glaubte, jenes sagenhafte Zigeunerpferd vor sich zu sehen, von dem sein Besitzer einstens ausrief: Jetzt habe ich ihm mit vieler Müh« endlich das Fressen abgewöhnt und da krepiert mir das Luder. Maische Igel, der noch immer aus dem Fenster seines Wirtshauses sah, mochte ähnliche Gedanken führen. Aber dann schien er bei näherer Betrachtung in dem Pferde geheimnisvoll verborgene Reize ivohrzunehmcn, denn«r rühmte sich, ein großer Pferdekenmnr zu sein. Tatsache war, daß er am benachbarten Marktflecken als großer Halsabschneider und gerissener Roßtäuscher bekannt war. Demnach spiegelten sich in seinem Schädel folgende Gedanken: Hm. hm.«i» zaundürrer, ungepflegter Krampen, der überdies hinkt'. Fünfzehn Gulden werde ich dafür geben. Aber hochbeinig und anscheinend nicht über vier Jahre? Man müßte das Gebiß sehen. Wer weih, zwanzig Gulden---? Er hinkt, das ist nicht zu leugnen. Aber, ober, was sehe ich? Do steckt ja ein Dorn untor dem linken Hinterhus? Igel, der bereits mit dem ganzen Oberleib aus dem Fenster hing, rief den Zigeuner an: .He, Lupujle, wohin willst du mit dem Gerippe?' Lupujle wandte gelangweilt den Kopf. „Nach dem Markt, wenn es Ihn«n so recht ist, Herr Wohl- täter." Jetzt trat Maische Igel vor die Türe. Er war ein kleines, schmächtiges Männlein und wühlte gcwohnheitsgemäß in seinem Prophetenbart. „Auf den Markt, sagst du", und er brach in ein hysterisches Gelächter aus.„Ihr werdet beide verhungern, eh' du die Mähre losschlägst", sagte er dann bedeutungsvoll. „Warum nicht gar?" meinte Lupujle, nach einem zweiten Zi. garettenstummel suchend,„es ist ein gutes Pferd, nur hinkt es, wie du sicher schon bemerkt hast, Herr. Aber sonst ein feiner Gaul, er hat mich dreißig Gulden gekostet." Maische Igel hieb sich mit beiden Händen gegen den Bauch vor Vergnügen. „Mir willst du das weismachen, du Landstreicher? Das ist ja der Urgroßvater oller Väter! Du kannst froh sein. w«nn du die Knochen und das Fell losschlägst, denn Fleisch kann ich keines zwischen den Rippen bemerken." Lupriste wandte sich entrüstet um. Er drehte den Kops des geduldigen Tieres zum Wirt hinüber und zeigte das tadellos« Gebiß. Maische Igel trat jetzt näher an das Roß heran, würdigte es jedoch keines Blickes. „Weil du es bist, Lupujle, wlkl ich dtr fünfzehn Gulden dafür geben." Lupujje sperrte den Mund auf und markierte namenloses Er- staunen. .„Höre ich recht, Herr Wohltäter? Fünfzehn Gulden, sagten Sie? Fünfzehn, für dieses prachtvolle Tier? Ein bißchen Pflege und Futter und es wird der prächtigste Gaul daraus. Vier Jahre, wenn esAolt ist. Fünfzig Gulden. Keinen Heller weniger." Maische Igels freundliche Miene verriet nichts von seinen Ge- danken. Cr überlegte gerade:„Es ist wirklich ein junges Tier, es hinkt, weil«s den Dorn unter dem Huf hat. Der Schlaukopf Lupujl« hat den Dorn übersehen. Wenn ich den Dorn entferne, ist der KcrE unter Brüdern seine hundert Gulden wert." Laut aber sagte er: „Warte nur, warte, weil ich gerade heut« guter Laune bin, will ich dir fünfundzwanzig Gulden dafür geben." Lupujl« blinzelte nur unverschämt mit dem link«, Augenlid, wandte sich wortlos und setzte sich in Bewegung, den hinkenden Gaul hinter sich herschleifend. Aber jetzt war Maische entschlossen, zu taufen. Cr ging also neben Lupujle her, heftig gestikulierend, und wi«s noch einmal auf all« Mängel des Pferdes hin. Es sei ruppig und ungepflegt, die Flanken seien eingefallen und hier, in der Nähe des Schwanz- anfatzes glaube er beginnende Räude zu bemerken. „Fünfzig Gulden", sagte Lupujle, ohne stehen zu bleiben. ... Die Augenlider seien entzündet, der recht« Vorderhuf weise einen beträchtlichen Sprung auf und außerdem keuche es beim Atmen. „Fünfzig Gulden", meinte Lupujle unbeirrbar. Sic hatten sich bereits«twa liundert Meter von Igels Schenke entfernt und Maisch« Igel, der sonst so Besonnene, begann die Geduld zu verlieren. .Fünfundvierzig also, hier meine Hand, schlag ein, du Gauner!" „Legen Sie noch fünf zu,.Herr Wohltäter", meinte Lupujl«, „dann sind wir einig", und er machte Miene weiterzugehen. „In Gottes Namen du Teufelsbraten", sagte Maische. Er könnt« seinen Aerger kaum verbergen. Aber es war noch immer ein gutes Geschäft. Jetzt wandte Lupujle da« Pferd und marschierte an Igels Seite wieder bis zur Schenke zurück. Igel holte dos Geld, Lupujle zählte gewissenhaft noch, nahm die Geldstücke einzeln mit spitzen Fingern auf, probierte mit s«in«n Zähnen daran herum, ob sie wohl echt seien, wiegte mißtrauisch den kugelrunden Schädel hin und her und verschnürt« schließlich das Ganze in«inem alten Strumpf, den er bei sich führte. „Ich wünsche dir einen gesunden Schlaf, Herr Wohltäter", sagte er dann zum Abschied. Maische Igel hielt das Pferd an der Leine und sah Lupujle nach, dessen ljager« Gestalt auf der Landstraße immer kleiner wurde und sich, wie ihm schien, in immer größerer Eile entfernte. Später führte Igel das Roß in den Hof. Und nachdem er sorgfältig den Dorn entfernt hotte, ließ«r das Pferd von feinem Kutscher noch einmal auf- und abführ«». Dabei betrachtete«r es von der Seit« und, o Wunder! Das Pferd lahmt« ja noch immer. Ja, es schien ihm, wie er es so mit zornverdunkelten Blick«» be- trachtete, als lahme das Pferd noch stärker als vorher. Es war also nicht der Dorn und er hatte ein lahmes Pferd gekauft. Und es war bestenfalls zehn Gulden ivert. Nachdem Moisches Zorn vorraucht war. hob er kurz enl> schsassen den Dorn wieder von der Erde auf und steckte ihn wieder in den Fuß des Pferd«? über dem linken Hinterhus. Dann nahm er sein« Mütze und machte sich auf den Weg nach dem benach- borten Marktflecken— zum Pferdemarkt. Nach einer Weile schmunzelte«r wieder. 'Der rabiate'Verdi Unter den zahlreichen Tertdichtern, die Verdi während seiner langen Kompanistenlaufbahii beschäftigte, war Temistocle Solcra einer der geschicktesten und phantasievollsten, ja vielleicht derjenige, dessen Talent sich am besten den Wünschen des eigenwilligen Meisters anzupassen verstand. Man weiß, wie unendlich schwer es war, Verdi mit ein«m Libretto zufri«denz»st«llen. Mit Solera befreundete sich Verdi in Mailand, wo er bei Kapellmeister Laoigna Kontrapunkt und Komposition studierte. Ob- wohl noch blutjung, hatte Solera bereits«ine abenteuerliche Ver- gangenheit hinter sich. Er wurde auf Staatskosten in Wien erzogen und besuchte hier das Gymnasium. In Kürze nahm er Reiß- au» und ließ sich van«inem Wanderzirkus anwerben, in dem er eine Zeitlang als Kunstreiter und Arrangeur von Pantomimen Beschäftigung fand. Von den Behörden, in«inem ungarischen Grenzstädtchen aufgegriffen, wurde er nach Mailand geschickt und beendete hier seine Studien am Kollegium Longone. Solera war ein vielseitiger Mensch und brachte es bald schon sowohl als Dichter wie auch als Musiker zu einer anerkannten Stellung. Bereits sein erstes Libretto, das er für Verdi schrieb, der„Oberto", ließ eine kräftige Gefta/tungssähigkeit erkennen, und„Nabucco" wurde nicht nur zu einem Triumph für den jungen Komponisten, sondern wußte auch durch das gelungene Textbuch besonders zu packen. Sofort nach der Erstaufführung dieses Werkes machte sich Verdi an die Kompositum einer neuen Oper,„Die Lombardi", zu der ihm wieder Solera d-n Text geschrieben hatte. Natürlich, wie dies bei Verdi nicht anders zu denken war, erschien ihm dos Libretto in zahlreichen Punkten verfehlt und er zwang seinen Freund zu fortwährenden Abänderungen. Eines Tages— fein Biograph Mantovani hat uns diese Epi- sode überliefert— erschien Solera bei Verdi und fand ihn unzn- frieden und aufgeregt: das Duett zwischen Sopran und Tenor gefiel ihm nicht mehr. „Man muß es ändern", ereifert« sich Verdi,„von Grund aus ändern!" „Gut, gut, wir werden schon sehen..." antwortete Solera ausweichend. „Ja, wann denn?... Ich brauche«s doch sofort!" „Sofort? Das wird wohl schwer sein, denn ich bin jetzt absolut nicht in Stimmung." „Ich gebe dir zwei Stunden Frist", dekretierte Verdi mit un- «rbittlicher Beharrlichkeit:„du mußt mir aber versprechen, bis da. hm mit der Sache fertig zu sein." Was blieb dem armen Librettisten übrig, als sich dem Will«n seines stärkeren Kompagnons zu fügen. Verdi nahm ihn auch un- verzjigltch beim Wort, setzt« ihn an den Schreibtisch und entfernt« sich dann aus dem Zimmer, wobei er es nicht unterlieh, den Schlüssel mit besonderer Sorgfalt im Schlosse umzudrehen. Di« ganze Szene war so rasch vor siä, gegangen, daß Solera gar nicht Zeit gehabt hatte, ihren Ernst zu begreifen. Plätzlich mußte er zu seinem Erstaunen sehe», daß er in der Verdischen Wohnung ein- gesperrt und vollkommen ollein war. Er machte sich safart an die Arbeit und brachte auch etliche Verse mühselig zu Papier. All- mählich wurde ihm die Situation aber doch zu langweilig, und da sich der dichterisch« Fluß nicht einstellen wollte, begann er in der Wohnung cin bißchen auf und ab zu gehen. Beim Durchqueren des Zimmers fiel zufällig sein Mck auf einen Kasten, wo eine Batterie Weinflasehen im Hintergrund aufpoftiert war. Ganz selig über den gemachten Fund, holte er«ine von ihnen herunter und entkorkt« sie. Es war ein guter Tropfen, und Solera machte sich durchaus keine Skrupel, ihn wiederholt zu kosten, dies um so mehr, als er feststellen konnte, daß die Inspiration unter diesem Anreiz merklich jm Steigen war. Jeder Vers, der ihm aus der Feder kam, wurde mit einem Trunk begrüßt, während die Batterie auf dem Kosten immer stärkere Lücken aufzuweisen hatte. War«« da zu wundern, daß ihm die drei Arreftstunden wie im Nu ver- stogen? Als Verdi wieder eintrat, hatte er ein verständnisinniges Lächeln um di« Mundwinkel:»«in,«s konnte keinen Zweifel geben, auf der Stirn des Freundes strahlte die Aureole flammender In- fpirotion. Als er aber die Blätter ansah, die nach den ersten Versen nichts als nur ein Chaos unleserlicher Hieroglyphen auswiesen, da stutzte er einen Moment und trat betroffen einige Schritte zurück. Was lag denn dort in der Ecke, Flaschen? Jetzt war ihm freilich klar, welchen Ursprung die Inspiration seines Freundes hatte. Immerhin aber fand er unt«r dem Gekritzel, das dem airge- feuchteten Dichtergehirn entsprungen war, zw«i Zeilen, die seine Aufmerksamkeit erregten. „Der Wüst« endlos Gefilde Wird uns zum Brautbett dam, fein..." Er las sie mit lauter Stimme und wandt« sich befehlend an den Librettisten:„Weiter, du Faulpelz! Dollend«!" Der andere aber schaute ihn wie geistesabwesend mit seinen wemduseligen Augen an. Da sprang Derdi auf und diktierte mit vorgestecktem Zeige- finger den Rest der Strophe: „Als Liebesgesang wird ertönen Der Hyän« schauriges Schrei'»." Diese Zellen, di« ihm so kühn aufgezwungen wurden, rüttelten endlich den Dichter auf. Er umarmte seinen Freund, schrieb die Verse ab und nahm sie gehorsam zu sich. Später als sich fein Geist aufgehellt hatte, mußte er zugeben, daß sie geeignet waren, worauf sie endgültig dem.Lombardi'-Textbuch eingefügt wurden. L. M, Sin unbekanntes Kolk Das Volk der Dzems gehört zu den unbekannten Bewohnern Aftikas, die sich bis jetzt allen Versuchen der Forscher, sie zu studieren und in ihren Lebensgewohnheiten zu beobachten, entzogen haben. Die Dzems find jedoch dem Schicksal nicht entgangen, von der Wissenschaft erfaßt zu werden. Eine französische Kolonialzeit-- schrift berichtet jetzt über dieses Volk, von dem man sogar die genaue Kopfzahl weiß: Männer, Frauen und Kinder zählen zu- saminen 3197 Menschen, die zwischen Kamerun und Mittelkongo einen verlorenen Winkel im tiefen Urwald bewohnen, iirnner darauf bedacht, daß man von ihnen keine Notiz nehme, im übrigen aber dem Fetischlsinus, dem Ackerbau und dem Fischfang ergeben. Sie machen sich nicht viel aus der süßen Batate, zeigen auch kein« be- sondere Vorliebe für Maniok und Erdnuß, sondern geben der Banane den Vorzug, die sich, wie ein Apfel in Europa, pflücken läßt, was darauf hinzudeuten scheint, daß die Dzems schlaue Leute sind und das wirtschaftliche Prinzip, den größten Effekt mit dem geringsten Aufwand an Kräften zu erzielen, erfaßt haben. Handel und Wandel sind Dinge, die ihnen«in Lächeln abnötigen: in Suanke erwarb im Jahre 1328 ein Dzem, der einzige seines Volks, ein Handelspatent. Er wurde deshalb von seinen Stammesgenossen»er- achtet. Fern der europäischen Zivilisation heiraten die Dzems ohne jedes Gepränge, und ihr Tanrtom dröhnt zu Ehren der künstigen Ehefrau, die keinen weihen Schleier, keine Orangenblüten, keine filbergestickten Schuh« und meistens auch keine Liebs kennt. Die Hochzeitssitten der Väter werden jedoch mit großer Gewissenhaftig- k«it gepflegt. Es ist einem Dzem oerboten, ein junges Mädchen seines Stamms heimzuführen. Er geht daher in die Nachbarschaft auf die Brautschau, und wenn er Gnade vor den Augen der Familie gefunden hat, begleitet der Vater oder der Onkel der Braut dies« bis zum Dorf des Bräutigams, der dann den zum Hochzeitsmahl bestimmten Hammel schlachtet, während dos Mädchen di« Hütte des künftigen Gemahls betritt. Di« Eltern d«r Braut sind gehalten, drei- mal im Lauf von vierundzwanzig Stunden Badewasser für die junge Frau herbeizuschleppen,«ine Vorschrift, die dem Reinlich- keitsbedürfnis der Dzems Ehre macht. Der Braut ist es verboten. das Feuer des Herdes brennend zu erhalten oder anzustecken. Fünf Tage lang dauert die Einschließung des Mädchens in der Hütte, und während dieser Zeit hat sie kein Recht, die Behausung des Mannes zu oerlassen, selbst nicht unter dem triftigsten Vorwand. Der junge Ehcmami dagegen widmet sich jeden Morgen mit Eifer und Hingabe allen Arbeiten, die der Haushalt mit sich bringt, eine Anstrengung. für die er am dritten Tag, an oem er endlich die Ehe vollzieht, reichlich entschädigt wird- Nach der Vermählung darf die Frau endlich dos Feuer berühren, nachdem sie es angesteckt und plötzlich wieder ausgelöscht hat. ä)ie Wiederkehr des Troubadours Der ungarisch« Kriegs minister General Gömbös hat«inen Besohl erlassen, nach dem die alte Einrichtung der wandernde» Sänger oder Troubadours wiederbelebt werden soll, um den patriotischen Geist zu stärken und die Lieb« zum Soldotenstand zu erhöhen. Seit den Togen des Königs Arpad haben die Sänger und Lautenspieler, die im Lande herumziehen, die sog.„Regös", in der Geschichte Ungarns eine wichtige Rolle gespielt: sie waren immer die Träger der Vaterlandsliebe und wurden von diesem musikalischen Volk hoch geehrt. In jenen fernen Zeiten bildeten die„Regös" eine eigene Zunft, nahmen an ollen Hofseftlichkeiten teil und durchzogen die Städte und Dörfer: sie wurden auch von manchen Gemeinden fest angestellt. Aus diesem Geschlecht der mittelalterlichen Spiel- lcute Hoden sich noch einig« in einzelnen Teilen des Landes bis in die Gegenwort erkalten, erscheinen bei den Festen in ihrer malerischen Tracht und lassen die alten Lieder, di« alten Musik- weisen hören. Nu» wird ihre Zunft zu neuem Leben erweckt. Die erste Gruppe von„Regös", die auf Grund des Befehls gebildet wurde, besteht aus acht jungen Musikanten, die von György Radnay. einem beliebten Sänger, geführt werden: dieser übt das Amt des Troubadours bereits feit zehn Jahren aus, nachdem die Besetzung seiner Vaterstadt Zlrod durch die Rumänen ihn zur Flucht zwang. Ein anderer moderner„Regö" war Lajos Laurissin, der sich in den letzten drei Jahren zu dem gefeierten Tenor der Budapester Oper entwickelt hat. Die neuen Troubadours trage-n die alte bunt« Kleidung: unter ihnen befindet sich ein Lautenschläger und ein Spieler des ungarischen Nationalinstrument» Tarogato. Sie veranstalten ihre Konzerte unentgeltlich in den Orten, nach denen sie das Kriegsministerimu beordert. Jeder der neuen Troubadours er- hält ein festes Monatsgehalt van 353 Pengö oder 250 Mark. Das neust« Gesängni, der welk. Ehikago erfreut die Verbrecher- weit durch den Bau eines neuen, nüt allem Komfort ausgestatteten Gesängnisscs, das soeben seiner Bestimmung übergeben worden ist. Die Baukosten betrugen nicht weniger als 7,5 Millionen Dollar: das Gefängnis ist das größte der Union. Sein Grundriß ähnelt der Gestalt einer Telegrapheuftange, es besitzt nämlich vier parallele Quergebäud«, die durch unterirdische Gänge verbunden sind, um die Fluchtgesahr zu vermindern. Dos dazugehörig« Gerichtsgebäudc enthalt 14 Verhandlungssäle. Da aber in Amerika die Geschworenen oft tagelang festgehalten werden, bis sie sich auf ihr«n Urteilsspruch geeinigt haben, stehen jed«r Jury drei Zimmer mit zwei Bädern und einem besonderen Speisezimmer zur Beifügung. Die Zahl der Räume wurde deshalb aus drei bemessen, weil man in Zukunft auch Frauen als Geschworen« heranziehen will. Im Gefängnis be- finden sich 1302 Zelle» in 30 Gruppen, wie Besuchs-, Hospital-, Isolier-, Schuldner- und gewöhnliche Gefangene mellen. In jeder befindet sich eine Tirinkfontäne: Lifts sorgen überall für Bequemlich- keit, doch ist die Grundfläche der Zelle» nur 2,5: 2,6 Meter. Der Verkehr mit Besuchern geschieht durch«Ine mit splitterfreiem Glas bedeckte Oessnung, um Schmuggel unmöglich zu machen. Vom ge- panzerten Ausenthaltsraum der Wach« aus läßt sich«in langer Korridor übersehen. Will der Gefangene seine Zelle verlassen, un, den Waschraum aufzusuchen, drückt er auf einen Knopf: im Wächter- zimmer fällt die Klappe«ines Nummerkastens, dann wird die Zellen- tür auf weite Entfernung entriegelt und in g«öftnet«r Stellung fest- gehalten, nach der Rückkehr des Gefangenen wieder in der Lerne zugeriegelt. LÜr den Fall der Gefahr und während des täglichen gemeinsamen Essens im Tagesaufenthaltsraum können alle Türen gleichzeitig aufgeschlossen werden. Di« Zellen sind feuersicher, die Gitterstäbe undurchsägbar. Die Züchiuaq einer bitierfreien Lupine. Professor B a u r vom Forfckungsinstitut Müncheberg in der Mark ist«« gelungen,«ine bülerfreie Lupine zu züchten. Diesem Ergebnis ist um so größere Bedeutung beizumessen, als die Lupine wegen ihres bitteren, auf schädliche Alkalaide, insonderheit Lupinotoxin, zurückzuführenden Geschmacks bisher als Futterpflanze kaum Verwendung finden konnte. Die Lupine hat daher bis jetzt fast ausschließlich zur Grün- düngung gedient, während sich von der neu gezüchteten vitterfreien Lupine für di« Zukunft«ine beträchtliche Bedeutung für die Schweinemast und Rindviehzucht erhoffen läßt. Auch könnte uns eine für das Vieh genießbare bittcrfreie Lupine von der gegen- irzriWirtsi? hfthen(Sinfllhlf VQN 6FÄW ©wlkenlas.a heii'er.O halb bedeck! ® wolkig,® bsdeckt�Regen/iGraopeln �SchnaftSNebebTi GewiftBC@WinisHll» parieinachn'chien für Groß-Verlin ktusenduage» für di-s, Rubrit sind ft»t» on da» B«»Irk,s-er«tarial • ctlia SS 6S, Lindenftragc 3, I. Hof, 2 Srevpe« recht,, zv richt«» 2.»ttv Ticigartc». �tet+05, 15. August. lü'A llhr, Mitgliederversammlung der ETI. in der Echulaula Waldenserstr. 2». Tagesordnung:.Di« pali- tische Lag« und Neichstagswahl. Reserent Kenostc Erich Ollenhauer. Die Parteigenossen werden ersucht, stch tu beteiligen. 1 Dreis Wedding. Freitag, IZ. August, 19 Uhr, Arciskonserrni bei Wende, Äoloniestr. 15. 6. Dreis Areuzberg. Freitag. 15. August, 1914 Uhr. Sitzung des Dreisvor. standes mit den Abteilungsleiter» und den Bezirkztagsdelegierten bei Ztrüger. Srimmstr. 1. 17. Dreis Lichtenberg, iscitungslommisston: Leute. Tonnerztag, it. August, ISlb Uhr, in der Bibliothek. Wcichselstr. 2S. Erscheinen aller Mitglieder dringend erforderlich. Henke. Donnerstag. 14. August. 4a. Abt. Die De�irfsftihm laden zur Abteilunasmitgliedtrvevsannnlunq am Montag, 18. August, 2V Uhr, bei Hörster, Dreibundstr. 11, ein. Referent ist Reichstagsabgeordneter Dr. Löwenstein. Morgen, Zreikag. 15. August. 12s«. Abt. Mahlsdors-Süd. 20 Uhr bei Draber, Uhlandstr. lg. Mitgliedern» r. sammlung. Vortrag:„Kampf gegen den Faschismus�. Referent Alfred Flatau. 119,. Abt. Freie Scholle. Pünktlich 2« Uhr im.Scholleitterq* Mitgliederver. lammlung. Vortrog:..Dcmoiratic oder Diktatur?" Referent Stadtrat Dr. Kurt Löwensteiv. All« Senosstnncn und Genossen werdcn um bestimm- te» Erscheinen gebeten. Gäste find freundlichst eingeladen. 5rauenvcranstallungen. 2. Drais Tiergarten. Heute. Tonnerstag. 14. August, 1914 Uhr. bei Ttfiucpcr, Flensburger Str. 3. wichtige Funktionärinnensitzung. S, Kreis Friedrichshain. Heute. Donnerstag. 14. August, 1914 Uhr, hei Hent- sche!. Mcmeler Str. 13, wichtige Funltionärinncnsitzung. 29. Drei» Reinickendorf. Freitag. 15. August, 20 Uhr, Funktionärinnensitzung im Reuen Rathaus, Hauptstraße. Zimmer 59. 99. Abt. Britz. Freitag, 15. August, 19!4 Uhr, bei Becker, Ehaussccstr. 97, wichtig« Funktionäriimensttzung. 113. Abt, Waidmauuslust. Heute. Donnerziag, 14. August. 20 Uhr. bei Iarius, Faust- Ecke Bismarckstr. 11—14:„Der stampf der Sozialdemolratic gegen die Reaktion". Referent Mox Witzcl. Jungsozialisten. Gruppe Friedrichshaiu: 20 Ahe im Keim Frankfurter Allee 307. Hermann- Eons-, Zimmer. Thema: Die politische Macht in der kapitalistischen Wirtschaft". Prrutzlauer Berg: Heute. 20 Uhr, Weltliche Schule. Daneiger Str. 23, ston- f?een�ilmmor. Referent Genosse Ot'o Lamm:„Fragen der Sollialisterung". Säst- gern gesehen, Arbeiksgemeinschofk der kindersreunde. Mitte. Gruppe Pappclplatz: Wir gehen am Sonntag. 17. August, mit der SPD. 7. Abt. und mit der TAI. auf Fahrt. Treffpuukt 9 Uhr am Stcttiner Vorortdahnhos. fille stinder der Gruppe, der Parlcixenosse» und die SAtZ. fahren auf Ermäßigung. Fahrgeld 49 Pf. strei, Reulöllu: Wir pcronstaiien gemeinsam mit der SAI. am Sonntag, 17, August,«ms dem Ferienspielplatz in der stänigsherde ein Waldfest. All« Freunde. Eltern und Arbeiterkinder werden mit uns«inen„Tag im Zeltlager" miterleben. Zirkus, Gesang. Mustk und Tänze find Ausschnitt« aus dem Pro- oramm. Der Flshzup marschiert am Sonntag um 1414 Uhr vom Hcrtzbcrgvlatz eh. Teilnehmerplakctt« stir Eltern 39 Pf. Die umliegenden Bezirk« streuzbcrg. Temvelhaf und Treptow sind un, herzlich willkommen. Sohenfchöahauscn: Heule ist Gruppenadend im Jugendheim Freicnwalher Straße von 17— Ist Uhr. Arbeiksgemeinschofk sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerinnen. Bezirk Groh-Berlin: Heute, Donnerstag. 14. August, 19 Uhr. Rathaus, deutsch- fr anzdfifch« stund- gebung. Geburkstage, Jubiläen usw. 9. Abt. Unserer lieben langjährigen Genosstu Betty Hinze. Rathennioer Slrahe 27, zum 70. Geburtstage dl« herzlichsten Glückwünsche. 105. Abt. Iohanni-tbal. Uuserer Genossin Minna Todenhage» z---» 59. Eeburtstogc die heizltchsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß> Berliner Partei- Organisation 19. Abi. Die Lebensgefährtin unleres Genossen P r i l l ist verstorben. Ehre ihrem Andenken! Einäscherung heute, Donnerstag. 14. August. 13 Uhr, im Arematorium Gerichtstraße. Dir bitten»m rege Beteiligung. 77. Abt. Schöneberg. Die Einäscherung des Genossen Fleischer ist nicht im Krematorium Baumschulenweg, sondern im Krrmatoeinm Wilmersdorf. Vorträge,VereineundVerfammlungen. # Reichsbanner..Schwarz-Rok-Gold'. Geschäftsstelle: Berlin E. 14. Eebastianstr. 37—38. Hol 2. Tr. Doonemtog, 14. August. Prenzlauer Berg fJun abannerl: Um 20 Uhr außerardentlick:« Iugendvollversammluna hei Zeuge. Mika- straß«. Erscheinen Pflicht.— Freitag. 15. August, strei» Osten lIunghanner. e-rupvenl: Die Fungbannergruppen senden Vertretungen zum Diskusstonsabcnd ' um 20 Uhr im Jugendheim Lichtenberg. Gunterstraße imit der EAI.1. Weißen- ie« lOrtsvereinsj'Um 20 Uhr Mitgliederversammlung im Berliner Hof. Er- icheinen aller Mitglieder unbedingt erforderlich. Vorstand: 19 Uhr. Tier. garten tIungbanner): 2014 Uhr Heimabend bei Besse!. Bvrtraq des Kameraden Hamburger:..Wahlarbeit im Iungjbanncr Tiergarten". Deutfche Laodsmaani-bait der Prouiu» Pose», Groß-Berlin. e. v. Monat»- sitzung am Donnerstag. 14. August, 3914 Uhr, in der Kindl-Brauerei, Neukölln, Hermannstr. A4— 219. Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Veriin awsendmigiv für dies« ZlpbrlI am MI da« Zugrildselretart«. Beriia 63B08, Tindeniiraße J starte» für die„Baidur"-Fahrt am 1K./17. August sind ausverlauft. Die an dieser Fahrt beteiligten Genossinnen und Genossen werden gebeten, Instnimente, soweit solche vorhanden sind, mitzubringen. Abfahrt ob Spandau, Lind-nirfer, 19 Uhr(nicht 18 Uhr>.: Heute, Donnlerstag, 19% Uhr. Aick-a-platz! Heim Elisabethkirchstr. 19: Funktionärs, tzung.— Oranienburg», Tor: Heim Elisabethkirchstr. 19:„Was ist Nationalsozialismus?"— Brninr» platz: Funktionärversammlung Igst« Uhr beim Genossen Adermietz, Andersen» irraße 2.— Falkplatz I: Schul« Sonnendurger Str. 20: Politisch-satirisehev Abend.— Nordosten II: Heim Danziger Str. 92, Baracke II:„Was ist Kapital?" — stöpenicker Viertel: Schule Wrongclstr. 128:„Freikörperkultur".— Kottbusser Tor: Heim Britzer Str. 27—89: Antikriegsabend.— Südwest: Heim Linden- ftraßc 4:„Die indische ssreiheitsbewegung".— Westend. R. F.: Heim auf dem Sportplatz: Antikriegsabend(mit Lichtbildern).—_ Zchiendors, Dahlem: Heim Lansstr. 7—9:„Spiel, Sport und Wandern".— Wittenau: Heim Rosentbaler Straße 15: Heimabend.— Buchholz: Schule Berliner Str. 19:„Gesängniswescn", 3. Teil.— Pankow III: Spiel und Sport in der Schönholzer Heide ab 1« Uhr. Werbebezirk Tcltowlaual: Bildung»- und Wandrrausschichsttzung in Zehle»- dorf, Bahnhofstr. 3. Tagesordnung: Wintcrprogramm 1930/31. Teilnehmer, listen für die Baidurfahrt mitbringen. Werbebezirk Lichtenberg: Heim Gunterstr. 44: W.-B.-Vorsta»dssttzung. 19 Uhr enotre W..B..Vorstanbssitzung.— Morgen W.-B.-Mitglikbervcrsanmrluna ebendort. Thema:„Die EAI. im Kampf". Werbebezirk Neukölln: Ueben des Tamboirrkvrps im Heim Sahnstr. 14. Alk, Instrumente und Zubehörteile mitbringen. Werbebezirk Tieegarte«: Morgen 19 Uhr M.-B.-Mitglied« rversamlip- f lung in der Schulaula Waldenserstr. 29< weltlich« Schule). Referent . I Erich Ollenhauer:»SAI. im Wahlkampf". Alle müssen erscheinen. E l Parteigenossen sind herzlich eingeladen. Werbebezirk Prenzlaner Berg: W.�.. Tressfahrt am It.fn. August. DJ« Treffpunkte bleiben dieselben. Fahne» und Transparente mitbringen, da«n Sonntagabend Propagvndoumzu« durch Hennigsdorf. Zpart. Renveu zu Korlshorfi am Mikiwock), dem 13. August. i. Rennen. 1. Majcsta(Florian), 2. Bellac. 3. LefelS. Toto: 64: tft Platz: 26, 20:10. Ferner liefen: Spala, Tcja, Die Saar. 2. R e n n e n. 1. Sirius(v. Jmhof), 2. Phizlli?, 3. 5kern. Toto: Sst: Utz Drei liefen. 3. R e n n e n. 1. ManneStreuc(Hauser), 2. Wendelm, 3. Helgoländer. Toto: 81:10. Platz: IS, 13, 21:10. Ferner liefen: Moni Dorn, HoneSka, Fürfienbrauch(gef. u. erschossen), Araber, Gesolei. 4, Rennen. 1. Felsen(Müschen), 2. Mima, 3. Chursürsi. Toi«: 18: 10. Platz: 14, 26:10. Ferner liefe»: Lalai, Parademarsch. 5. Rennen. 1. Dejaneira(Hauser), 2. M!a, 3. Melone. Toi«: 29: 10. Platz: IS, 14, 12:10. Ferner liesen: Reuplaiin, Reu?, Echloßuhr, Tiesensmi. 6. R e n n e n. 1. Rhcwarl(Hauser), 2. Marburg, 3. Tell. Toto: 26:10. Platz: 13, 13, 19-10. Ferner liefen: Mairone, Andromeda, Sturmhaube, Äliput. 7. R c n n e n. 1. Heidekönigin(Zehmisch), 2. Melisse, 3. Die Birke. Tuto: 25:10. Platz: io, 22, 16: 10. Ferner liesen: Ramsc?, Frohwalt Lysias, Vatikan, BiZcnit. Zlüekfi cht» loser Preissturz im Saksonausverkauf der Firma Zeppichha», stör»«, Berlin W. 36. Potsdamer Str. 25k. Uebcrzeugen Sie sich perstzntich am Lager von der enormen Preiswttrdigkeit, welch« Ihnen da» Teppichhaus Körner bietet. Gegen Kopfschuppen und Haarausfall verioenden Sie nidif dieses oder jenes, sondern verlangen Sie ein Mittel, das wissensdiaftlidi erprobt ist n. seit 50 Jahren unvergleidiliche Erfolgt zu verzeidinen hat: Dr. DRALLE* Birkenwasser OrigittalflMsche RM 2.40 Doppelflascbe RM 4.20 Odn«rolvertretan9; Corl SOcUI, Berlin NW 6, LuUnnstraße 30, Toi» D 2, Woidondamm 3354 Em Awiegesprach.zwisckien Zllsred D ö b l i n un!> dem Jesuiten- poter Friedrich Muckermann sollte das Thema..Kulturkxcil-sche- mismus" behandeln. Die Unterhaltung wäre für die Hörer sehr unfruchtbar gewesen, weim nicht— beinal)e abseits vom eigentlichen Thema— Dr. Döblin einige erschreckende Zahlen über die Aus- Wirkung der Wohmmgsnot in Deutschland auf die LebensverhW- nissc der Jugendtick)en zwischen 14 und 18 Jahren zitiert hätte. DaF Pater Muckermann, der die gegenwärtige geistige und gEsellschastliche Umgestaltung der Welt„destruktiven Kulturbolschcwismus" nennt und der Ar.zt und Dichter Däblin, der Zwar Zeestärnng, aber mich gleichzeitig Aufbau neuer geistiger und menschlicher Wert« gibt, hie? zu der gemeinsamen Forderung nach Abhilfe kamen, mar natürlich, aber für das Zwiegespräch nicht weiter aufschlußreich.— Sehr zu begrüßen war der Vortrag Pros. Dr. Andräs, der das Interesse der Hörer wecken wollte für„das neue vorderasiatische Aduseum", das in Berlin in diesem Herbst eröffnet werden wird.— Am Abend wurde unter Rudols Hindemith's Leitung„Ein Maskenball" als Sendeoper gespielt. Eine nortrefslichc Beseßnng— an der Spißc Emmy Bettendors und Josef Schmidt— bürgte dafür, daß dieses effektvolle Werk Verdis gut zur Geltung kam.'Leo. Ganz Mitteleuropa liegt jetzt im Bereich maritimer kühler Lust- massen. Die Temperaturen stiegen daher nur vereinzelt auf 20 Grad. Einzeln« Störungen, die von Westen her nach Deutschland wanderten, gaben noch zu wiederholten Gewitterschauern Anlaß. Da sich jetzt gleichzeitig mit der Jslanddeprsssian auch das Azoren- Maximum kräftigt, haben sich auf dem Ozean die Westwinde ver- stärkt. Da somit die Zufuhr kühlerer ozeanischer Lustmasien fort- dauert, ist weiterhin mit unbeständigein Wetter zu rechnen. * Melleran»sichten für Berlin. Unbeständig mit Neigung zu Ge- wstlerschauern, ziemlich kühl, westliche Winde.— Für Deulschland. Im Nordwesten ziemlich trübe mit wiederholten Regenfällen, im übrigen Reiche unbeständig mit verbreiteten Gewitterschauern, allgemein.ziemlich kühl. Allgemeine Weiterlage. �A.KE:DONI- �igcil'sfssn si so grundverschieden von wohnlichen Zigaretten, das Rauchen ein großes u neues Ereignis für Sie wird Theater, Lichtspiele usw. *' � CASINO-THEATER Lothringer Strafe 37. Wiedereröffnung Freitag, 15. Auguit Der Possen-Schlager selige Hollschinsky •HniuiiuiiiniiiiiiiiiniiiiMiiiiniiiiiUiiuinmiiniuiiiiiiiiiniii und ein erstkl. bunter Teil. Catschein 1—»Personen. Fauteui t£5 M. Sessel 1,75 M, Parkett 0,75 M Rang 0,60 M. Reichshallen-Theater (T) Uhr Stetliner sanger Dönhoff- Brettl: Varxetö Konzert— Tanz Theater LOehrenstr. 53-54 8V» Uhr ist das Nicht nett von Colone? Die KomSdie J1 Bismck.2»14/75I6 «>/» Uhr Wie werde idi reidi end glötklidi? Kinu m Filii ioidilnui. Hoiik im Miuhi Spolianskj High; tri Engil Bühnenbilder; Lalaig Kilgtr DeoUüifis Theater D 2 Weidendamm 5201 8 Uhr Phaea von Fritz v. Unruh. Reg.iMaxReiohardi Ikisilt; Fricdridi HilMcr. Enbniabildkr Erat Sdiitti. Deulsehes Kflnsiler-Theal. Tai Barbanusa 3937 8'/t Uhr Weekend Ustspial ion B. Coward. Renaissance- Theater Steinplatz 6780. 9 Uhr Die Wunder-Bar RevuestUck Berliner freier SommermeaiGr Kastanienallee 7— 9 Humb. 2246 Eine entzückende Burleske sowie der auserwählie Varlett-TelL Täglich 8V« Uhr GasflSetr, Trade Sdireder, Berta Star j, Erwin Hartunj in Katja, die Tänzerin Operette in 3 Alchen ann laopcld Jakobson und Moll Qasterrtidiar Musik von Jean Gilbert Heute Volkstag! Auf allen numer. Plätzen so Pf. auder Loge. Komische Oper SVa Uhr Paol Westermeier in: Liebe und Trompetenblasen Oparittt ,oa Roland. Theater d. Westeos Täglich 8V» Uhr: Das Land des LSciieins Franz Lehars Sensationserfolg! Lessing-Theater Weiilndiiiini 2797«.0846 Täglich 8<ä Uhr vOltoErnst Hesse Im Brodelt. RnH, Flantme, Folkaiberp, Grodfaiosk;. zentrauheator (Operettenhaus) Alte Jakobstr. 30/32 Dönh. 2047 Täglich 8Vr Uhr Oer Bombenerfolg Ein ZlilO-miifOh in 3 Akten Kinder der StraOe Ciubji.Tmz nn V. Lottul Md Aidbor Hekcr. Rundfunkhörer dama Preise. BETRIEB /fX KEMPINSKiW' metropoi-Ttieater Freitag T/t Uhr Premtero unter pers Leitung des Komponisten Viktoria undihrHusar OroBe Operette von Karl Abraham. Theater an Kotlüuter Tor. Kottbirier Ar. 5 Tal. Dpi. 1(077 Zllle- LFestspiele Zimmer TBett Mk.7,-bl5Tt- 2Betten13.-bi522.- Bod;MI(.3- iätoniiCr l\e Benin HOTELoAnhW EXCELSIOR mt gmuadMiuaT Nur Qross- Benin Alexand�rplatx 'nfetofe Im Vorwärts sichern ltrfolgi! [Verde A bannen� des Rose- Th eatersH Unser Abonnement bietet: 12 Vorstellungen im Jahr. Freies Programm. Freie Garderobe(als einzige Bühne Berlins). Beim Beitritt bis 31. August keine Einschreibegebühr. Unsere Abonnenten werden u.a. sehen:„Die Braut von Messina", von Schiller.„Die schöne Helena", große Operette von Offenbach. „Eine Nacht in Venedig", mit Musik von Johann Strauß.„Die Dollarprinzessin', von Leo Fall.„Die Faschingsfee", von Kaiman. „Rose Bernd"', von Gerhart Hauptmann. „Der Veilchenfresser", von Moser,„Die fünf Frankfurter", von Rößler.„Das 4. Gebot", von Anzengruber. Vorteilhafte Plätze im Abonnement: /. Parkett-Sessel nur RM 1,10 IL Parkett nur RM 0,85 L Rang-Balkon nur RM 1,— /. numerierter Mittelrang nur RM 0,60 (Die Preise verstehen sich inkl. Programm und Garderobe) Persönliche Anmeldung wochentags v.9Uhr früh bis 8 Uhr abends. Können Sie uns nicht persönlich besuchen, so schreiben Sie uns nitte Ihre Adresse. Wir senden Ihnen dann umgehend kostenlos und unverbindlich einen austührlichen Prospekt. Name:............... Wohnung:..........................................______________________ Vergünstigung m die Leser des„l/orniürts' vom FP«iag, dem 18. Aogost, ab Piscaior-Bftline su: Ufallner-Thaster su Sie zahlen für; Orchester-Fauicuil statt M 6,— nur M. 2,50 Orcfaesier-Scssel statt M 5,— nur M. 2,— Parketi-Faaien II statt Ai 4,— nur M. 1,50 I Rang statt M. 3,- nur M. f,- Beim Vorzeigen dieses Gutscheines an der Theaterkasie güllig bis aal weitere« täglich ab 10 Uhr ununterbrochen aa der Kasse. Telephon Alexander 4592. täglich 8" im Rose-Theater Auf der Gartenbühnc: | täglich 530 Konzert . 600 Varietö „ s»„DietolleLoSa" Operette von Hugo Hirsch Regie: Udgar Kanisch-7 Tänze; Bruno Arno' ::• w. Berliner Iglh-TfiO N C O k C 1 1 n. v L«lm»tr. 74/76.1 ; MM);i K-M-». i''"'- � '''' r- f. r,■■■!V■ Heine Hillionen-Umsätze bewelsenaMe,' Sonder- Ansebot Auf Wunsch: bis einschlieBifch 20. August. Feinster echter Ungarwein..... FL 1.35 Feinster Apfelwein, süß........ a».'/1 Fl. 0.55 Feinster Johannisheerwein, süß...»««» V, FI. 0.05 Echter süßer Tarragona......... a. Vi FL 0.80 Echter süßer Malaga........ a•». V, Fl. 1.00 Echter süßer Griechenwein, Gold,.. a•. Vi f7'- 0.85 Feinster süßer, roter Dessertwein...... Vi PI- 0.85 Prima Pfälzer Weißwein„St. Martiner Berg" Vi Fl. 0.75 1939 er Niersteiner, Oppenh. n. 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