Morgenausgabe Nr. 385 A 194 4?. Jahrgang Wöchentlich 85 Pf, monatlich Z.«� V. ,m voraus zahlbar. Postbezug 4�2 M. einschlieblich 60 Pfg.Postzeitungs- und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Auslandsabonnement 6,— TL pro Monat. * !te?.Vorwärts" erscheint Wochentag» lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben ftir Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend". Illustrierte Beilogen.Volk und Zeit" und.Kinderfreund". Ferner �Frauenstimme". Technik"..Blick in die Bücherwelt",.Iugend-Borwärts" und �StadtbeUage". Vevkn«! VoWsvta« vienstag �9. August T930 Groß-Äerlin 10 pf. Auswärts 45 Pf. Die einspaltige Nonpareillezeile 8g Pfennig. Reklamezeile 5.— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen� das ,ettge» druckte Wort 2S Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt» gejchäst Lindenstraße 3. wochentäglich von N/, bis 17 Uhr, Jentealovsan der«Sozialdemokratischen Kartei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 Fernsprecher: Dönboss 232— 297. Telegramm-Adr.: Sobald« mokrai Berlin. Vorwäris-Verlag G.m.b.H. Postscheckkomo: Berlin Z75ZK.— Banlkonio: Bank der Arbeiter. Anaeltellten und Beamten. Wallstr. SS. Dt. B. u. Di»c..GeI.. Depositenkass« Lkidenstr. S. Aufmarsch zur Wahl. Die Kandidaten der Sozialdemokratie. Wahlkreis 1— Lstpreutzcn: Otto Braun, Friedrich Larsien, Karl Jäcker, Werner Lufft, Artur Merlins, Marie Härtung. Wahlkreis 2— Berlin: Artur Crispien, Hugo Heimonn, Klara Bohrn-Schuch, Siegfried Aushäuser, Carl Sitte, Dr. Julius Moses, Erich Lübbe, Franz Rooch, Wahlkreis 3— Potsdam II: Franz Künstler. Dr. Kurt Löwenstein, Kurt Heinig, Marie Kunert, Georg Mendt, Fritz Schröder, Paul Becker. Wahlkreis 4— Potsdam I: Wissell, Breitscheid, Marie Iuchacz, Hermann Müller-Lichtenberg, Fritz Eberl, David Stelter, Hermann Solomon. Wahlkreis f»— Frankfurt a. d. O.: Otto Wels, Oswald Schumann, Ernst Heilmann, Anton Reiß» ner, Else Nicwicra, Oskar Wegener. Wahlkreis 6— Pommern: Gustav Schumann, Otto Passehl, Georg Schmidt, August Streu- fert, Frau Zyliegau. Wahlkreis 8— Liegnitz: Paul Taubadel, Otto Buchwitz, Anna Nemitz, Emil Girbig, Herrn. Kranold. Wahlkreis 9— Oppeln: Stelling, Frida Hauke. Wahlkreis 10— Magdeburg: Beims-Magdeburg, Bender-Berlin. Boder-Mogdeburg, Fsrl- Magdeburg, Dr. Bade-Berlin, Seeger-Dessau, Frau Ziegler-Bern» durg. Wahlkreis 11— Merseburg: Dr. Hertz, Peters, Bergholz, Grober. Wahlkreis 12— Thüringen: August Frölich, Kurt Rosenfeld, Mathilde Wurm, Georg Diet- rich, Paul Voigt, Dr. Aug. Siemsen. Wahlkreis 13— Schleswig-Holstein: Frau Luise Schröder, Eggerstedt, Richter, Biester. Wahlkreis 14— Wcser-Ems: Alsred Henke, Oskar Hünlich, Herm. Tempel, Alwin« Well- mann. Wahlkreis 13— Ost-Hannover: Peine-Berlin, Nowack-Harburg, Frau Schreiber-Krieger. Wahlkreis 16— Südhannover-Braunschweig: August Brey-Hannooer, Grotewohl-Brounschweig, Aommert- Hannover, Karsten-Peine, Schaffner-Hannover, Iunke-Braun- schweig, Schiller-Göttingen, Richter-Hildesheim. Wahlkreis 17— Westfalen-Nord: Carl Sevcring. Carl Schreck, Alsred Janschek, Julius Finke, Heinrich Drake, Anton Pytlik. Wahlkreis 18— Westfalen-Süd: Husemann, Brandes, Berta Schulz, Hanseler, Oettinghaus, Kon- rad Ludwig, K. Spiegel. Wahlkreis 24— Obcrbayern-Schwaben: Dr. Dilh. Högner, Georg Simon, Hans Unterleitner, Klara Weich. Wahlkreis 23— Nicderbaycrn: Toni Pfülf, Michael Burgau. Wahlkreis 26— Franken: Herm. Müller-Franken, Hans Vogel, Josef Simon, Pucht Seidel, Hans Dill, Frau Lohse. Wahlkreis 31— Württemberg: Wilh. Kail, Karl Hildenbrand, Erich Roßniann, Dr. Schumacher, Fritz Ulrich. Wahlkreis 32— Baden: Dr. Remmele, Georg Schöpflin, Stefan Meier, Ernst Roth. Wahlkreis 33— Hessen-Darmstadt: Dr. David, Dr. Mierendorff, Ritzel-Gießen. Wahlkreis 33— Mecklenburg: Wilh. Kröger, Dr. Leber, Ronny Kurfürst, Karl Möllmann. » Köln, 18. August(Eigenbericht). Der Bezirksparteitag der SPD., Ober« Rheinprovinz, be- stimmte am Sonntag als Spitzenkandidaten für den Wahlkreis Köln-Aachen die bisherigen Reichstagsabgeordneten S o l l m a n n und Böckler. An dritter Stelle steht Kappertz-Aachen. Für den Wahlkreis Koblenz-Trier wurde als Spitzenkandidat der SPD. der bisherige Reichstagsabgeordneie K i r s ch m a n n bestimmt. ★ (Die Kandidatenlisten der in der obigen Aufstellung sehlenden Wahlkreise tragen wir in den nächsten Tagen nach.) Erkelenz' Beispiel. Demokraten kommen zur Sozialvemokratie. Königsberg, 18. August. lEigenbericht.) Der Vorsitzende der Königsberger Demo- kratischcn Partei Vialluch ist zur Sozialdemo- kratie übergetreten. Er begründet seinen Schritt in einem Schreiben an die Demokratische Partei, in dem es heifst: „Ich sehe mit vielen meiner Gesinnungsfreunde in der „Staatspartei', trotz ihrer Gegenerklärung, eine starke Ver- lagerung der Kräfte nach rechts und daher keine Durchsetzungsmöglichkeit für entschiedene Demokraten. Zu politischen Experimenten ist die Zeit für aktive Fortschrittler zu ernst. Es ist nicht anzunehmen, daß außer den tatsäch. lichen und vermeintlichen Führern größere Masse», zur „S t a a t s p a r t« i" hinzukommen. Die Jugend wird sich links bzw. rechts, aber niemals in der Mitte konzentrieren, da sie wohl für Kampf und Bewegung, aber nicht sür Kompromisse zu haben ist. Die Prinzipien der Anerkennung und Gleichberechtigung werden nach alten Erfahrungen auch in der„Staatspartei zu ihrem Mcchte nicht kommen können. Aus diesen Feststellungen ziehe ich die einzig mögliche Konsequenz und erkläre hiermit meinen Austritt aus der DDP. unter Niederlegung sämtlicher Aemter innerhal-b der Partei." Bialluch schließt sein Schreiben mit der Erklärung: „Als Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, der mächtigen Partei der Freiheit und des wahren Fortschritts, will ich sür Pia fortschrittliche und soziale Republik gern weiter wirken," Bernhard bleibt abgesägt. Sin unbekannter Major a. D. sein Nachfolger. Die am Mittwoch der vorigen Woche vom„Vorwärts" gebrachte Mitteilung, daß der kürzlich erst aus der Deutschnationalen Partei ausgetretene christliche Gewerkschaftler Arthur Adolph an Stelle von Georg Bernhard bei den Rcichstogswahlen Spitzenkandidat der„Deutschen Staatspartei" sür den Wahlkreis Potsdam I werden sollte, hat in allen demokratischen Kreisen des Wahlkreises einen Sturm der Entrüstung zur Folge gehabt. Infolgedessen trat am gestrigen Montag der Aktionsaus- schuß der Staatspartei für Potsdam I noch einmal zusammen. um zur Frage der Spitzenkandidatur Stellung zu nehmen. Finanz- minister Höpker- Aschoff wohnte selbst der Sitzung bei. Man einigte sich schließlich dahin, daß Potsdam I grundsätzlich der Volksnationalen Reichsvereinigung(Mahraun- Gruppe) zugesprochen werden sollte, weil die Wahlkreise Berlin. P o t s d a m II und F r a n k f u r t(Oder) schon demokratische Spitzenkandidaten haben. Da aber die Demokraten an ihrem Widerspruch gegen die Kan- didatur Adolph festhielten und die Gefahr bestand, daß deshalb die kaum gegründete Staatspartei in Potsdam I schnell wieder aufflog, wurde Adolph durch den ebenfalls den„Volksnationolen" angehörenden Major Hermann ersetzt. An zweiter Stelle steht Frau Elise Fisch, eine Angestellte des Verbandes der Post- und Telegraphenbeamten. Sie gehört der Demokratischen Partei an, wird aber kaum gewählt werden. * Der Demokratische Lande sausschuh sür 57essen Hot be- schlössen, sich der„Staatspartei" zur Versügung zu stellen. Daraus erklärt« der Borsitzende der demokratische» Landtagssraktion, Reib«, angesichts dieses Beschlusjes müsse er aus eine Kandidatur verzichten!, Der Streik in Nordfrankreich. Für Lohnerhöhung, nicht gegen Sozialversicherung. Paris, Mitte August. Als vor einem Monat in Nordsrankreich die Arbeiter einer großen Zahl von Textil- und Metallfabriken in den Streik traten, sckzenkte die öffentliche Meinung dieser Bewe- gung keine sehr große Beachtung. Ob eine Lohnerhöhung, oder ob die Einführung der allgemeinen, obligatorischen Sozialversicherung den unmittelbaren Anlaß dazu bildete, schien gleichgültig. Denn allzu lange pflegten solche Bewe- gungen nie zu dauern. Seit Jahren war es in Frankreich zu keinen größeren Streiks ge- kommen, die nicht nach wenigen Tagen abgeflaut wären, ohne irgendwelche anderen Spuren zu hinterlassen, als die der Enttäuschung des Proletariats. Die Spaltung, die in Frankreich ja gerade auf gewcrk- schaftlichem Gebiet verheerend wirkte, schien die Arbeiter- schaft, besonders in bezug auf die Anwendung der Waffe des Streiks lahm gelegt zu haben. Zur allgemeinen Uebcr- raschung trat jedoch im Norden diesmal das Gegenteil von dem ein, was man zu sehen gewöhnt war. Die Streikbewc- gung breitete sich rasch aus und schließlich beteiligten sich über hunderttausend Arbeiter daran. Jetzt be- gann die öffentliche Meinung sich dafür zu interessieren und zwar um so mehr, als über den Charakter des Streiks, über die Ziele, die die Arbeiterschaft dabei verfolgte, die widersprechendsten Behauptungen aufgestellt wurden. „Die Bewegung ist lediglich auf kommunistische Hetzereien zurückzuführen", so konnte man in den meisten bürgerlichen Blättern lesen. Das war von Anfang an nicht wahr. In Wirklichkeit waren es die der alten EGT.(ConIHdöration (Th Uhr Wie werde idi teidi und glodiiidi? Kgrns ng Fiüi Judiinui. I tfuA ng Hiidu SDCliinüy «•Sit: Friö Eggil Bühnenbilder. Lgdwig biggr Tägl. 5 u.81/, Uhr. I 5 Barb. B2SB| Pr. t— 6 M.— Nachm. halbe Preise. NON1 oadHORACE oaw. Mittwoch, den 20. August| 5 bU S Uhr aadanu ! BR. HIHDERFEST IIKI ZOO Tanzschule Käte Ncumann von der städl- Oper— Schaulururn Izubesübungen— Hundedressur 1 Kasperletheater— Zauberkünstler Wettspiele— Ballonaufstieg und Fackelzug. Tlieaterl. d. ßelirenslr. 53-54 Uhr isi das nicht nen von coieite? LVNfl f®««rw«pk "•"■'"'"-aas. Attrakt. Pro||ramm Reichshallen-Theater (T) Uhr Stettiner Singer I Nct'1 Nenl lafl Biuincnsiircciifin! Dönhoff- Brettl: Varietd— Konzert— Tanz , Zimmer IBett Hk.7,-bl5 11.- Zßettenii-bisZZr BodiKkÄ- 5olon;IQr Werde Abonnent des Rose-Theaters!! unser Abonnement bietet: 12 Vorstellungen im Jahr. Freies Programm. Freie Garderobe(als einzige Bühne Berlins). Beim Beitritt bis 31.Augusi keine Einschreibegcbühr. Unsere Abonnenten werden u.a. sehen:„Die Braut von Messina", von Schiller.„Die schöne Helena", große Operette von Offenbach. „Eine Nacht in\enedig", mit Musik von Johann Strauß.„Die Dollarprinzessin', von Leo Fall.„Die Faschingsfee", von Kaiman. „Rose Bernd", von Gerhart Hauptmann. „Der Veilchenfresser", von Moser,„Die fünf Frankfurter", von Röfiler.„Das 4. Gebot" ; von Anzcngruber. Vorteilhafte Plätze im Abonnement 7. Parkett-Sessel nur RM 1,10 IL Parkett nur RM 0,85 I. 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Anschaffung?- omt verschleudert 300 000 RM.! Kansernenstondol beim Anschafsungz. amt! Riesige Verlust« durch das marxistische System! Konserven- pleite des Berliner Anfchaffungsomtes! So lauteten die Schlagzeilen die den Leser gegen den Magistrat und die Einrichtungen Gratz- Berlins mobil machen sollte. In Wirklichkeit aber log folgendes vor: Im Jahr« lgZK taten sich die L a n d w i r t s ch a f t s k a m m c r, die Stadt Frankfurt o. O., der Kreis L e b u s und die Gartenbau- Kreditanstalt zusammen und gründeten zur Unterstützung der im Kteise Lebus ansässigen Landwirte und der in der Umgebung von Frankfurt o. O. angesiedelten Kriegsbeschädigten und Kriegsblinden sowie zur Forderung des Gartenbaues die„O st m ä r k i s ch e G e- müse- und Obst-Verwertungs A.-G. in Frankfurt a. O.". Es wurde eine madern eingerichtet« Konservenfabrik gebaut, die sich auch bald in den Kreisen der Gortenbausachleut« so- wohl als auch der Landwirte eines guten Rufes erfreute. Die Erzeug- niste wurden in der Hauptsache in Berlin abgesetzt. Im Hinblick auf den gemeinnützigen Zweck des Unternehmens empfahl die Stadt- güter G- m. b. H. 1828 die Beteiligung der Stadt mit 100 OOü RM. Mit der Wahrung der städtischen Interessen wurde der Berliner Stadt- güter-Direktor Dr. Ruths beaustragt. Er sowohl wie alle namhasten ?lufsichtsratsntttgliedcr, Kammerpräsident n. Oppen, Kammerdirektor Dr. Mendelssohn, Oberamtmann Markiewicz u. a., waren bis Ansang Februar d. I. der Meinung, daß das Unternehmen mit Ueberlchuß arbeit«, und erst im März wurde erkannt, daß die Aktiengesellschaft erhebliche Verluste und nicht gerade geringe Berbindlichkeiten bei einer Bank hotte. Um über diese Schwierigkeiten hinwegzukommen, versuchten Vorstand und Aufsichtsrot der„Oftmörkischen" über den Stadtrot W u tz k y als Aufsichtsrotsvorsitzenden der Stadtgüter und der VAG den Ankauf der im Frankfurter Werk vorhandenen Obst- und Gemüsekonserven durch di« Stadt Berlin zu erreichen. Nachdem Sachverständige die Güte der Ware festgestellt hotten und eine Preis- Vereinbarung zirstande gekommen war, beschloß der Mogistrot, den ge- samten Lagerbestood zum Preise von rund 300000 RM zu übernehmen. Da es sich um eine gamcinnütz.ge Einrichtung handelte,«in« Aktiengesellschaft, an der die Stadt selbst beteiligt war, konnte der Ma- gistrat unbedenklich den Betrag von 310000 RM. obredegemäß sofort noch Uebereiqnung der Ware zahlen losten. Es ist in diesem Falle zu selten günstigem Preise eingekauft morden und das Ganze war ein gute» Geschäft für die Stadt Die BAG, hat ihrer Aufgabe ent- sprechend die Abwicklung de? Geschäfts übernommen- und führt den städtischen Anstalten und Krankenhäusern die Konserven nach Bedarf zu, berechnet aber keinerlei Spesen und erhebt auch keinen Aufschlag. Niemals ist Ware verschleudert worden! Entgegen anders lautender Mitteillingen Hot die„Ostmärkische" niemals Waren„verschleudert", sie hat ihre Preise im Gegenteil stets den Marktpreisen angepaßt und bis dahin leider nie preisregu- lierend gewirkt. Sie ging in Konkurs, weil vollkommen sinnlos produziert und bei der Ausmahl der Geschäftsführer nicht immer die nötige Vorsicht geübt worden war. Als di« Miengesellschast in Konkurs ging, mußte der Konkurs- vermalter auf Grund gesetzlicher Bcrpflichiungen alles ihm Erreich- bare zunächst sicherstellen Aufgabe des Anschoffungsomtes war es, die Freigabe ihrer Ware zu ermirken. Dos ist in vollem Maße gelungen. Dielleicht gibt es Interessenten, denen«ine K o n s e r o e n p l e i t e des Amtes sehr gelegen gekommen wäre. Sehen die Kommunstten, wie sie unaufhaltsam an Einfluß auf die Belegschaft der BAG. verlieren, so haben andererseits die Konservenlieferanten durch die neuen Geschästsmethoden des Amtes erkennen müflen, daß die Zeiten, in denen sie trotz des riesigen Be- darf? die Stadt Berlin von oben herab bei der Preisforderung be- handeln durften, endgültig vorüber find. Gerade die jetzt soviel geschmähte neue Geschästsleitvng hat dafür gesorgt, daß di« Stadl Berlin ihrer Stellung und würde entsprechend von ollen Lieferanten behandelt wird. Heute bestimmt die Gesellschaft die Ein- kauf? preise. Es gab und gibt also keine konservenplcitc de» Berliner Anschaffung samtes! Die alten Herren der Hauptprüfungsstelle. Rechtsstehende Zeitungen lenkten die Aufmerksamkeit auf die „Hauptprüfungsftelle des Mogisirats*. indem sie posaunten: „Tatsache ist, daß das marxistisch« System nach wie vor in der Stadiverwaltung sein Unwesen treibt und immer wieder kor- rupt« Eiterherde züchtet. Zum marxistischen SystenV gehört es, wenn Leute an Stellen gesetzt werden, die keine beWifliche und fachliche Eignung haben."\ Und weiter: „Die Hauptprüfungsstelle des Magistrots ist auf Drängen der roten Machthaber in der letzten Zeit mehr und mehr abgebaut worden, weil es den Marxisten unbequem war, daß nron ihnen zu sehr auf die Finger sah." Hier scheinen sehr eigenartige Zusammenhänge zu bestehen. Wie mar doch dos mit einzelnen Herren der Hauptprüftmgsstelle? Hot nicht gerade der„V o r w ä r t s" wiederholt und sehr deutlich oufgesardert, der Magistrat falle endlich die Havptprüsungsstelle mit beruflich uno fachlich geeigneten Beamten besetzen und diese Stell« nicht längst obgelbienten und weltfremden Beamten»orbe- hallen? Keinem verständigen Menschen wird eine Kontrolle unbequem, sie wird ihm vielmehr im eigensten Interesse erwünscht sein. Wir wissen, daß auch der soviel geschmähte„rote M o g i st r a t* unserer Aussossung ist. Aber vielleicht ist der neue Leiter der Ge, sellschoft den konservativen Herren der Haupipriisungsstell« auf die Nerven gefallen. Die Bilanz straft die Verleumder Lügen. Die„unglaublichen" neuen Geschästsmethoden des Amtes finden bereits ihren Niederschlag in der mit dem. 31. März 1930 abgeschlos- senen Bilanz. Auch hier, im Gegensatz zu früher, kein Ver- lust, sondern ein Ueberschuß, und zwar nicht erreicht durch Er- Hebung eines Zuschlages zur Ware, sondern lediglich durch Aus- nuhung günstiger Einkaufsmöglichkeiten. Die Geschäftsleitung er- klärt diese Tatsache zum großen Teil ovs dem oerständnisvollen Zusammenarbeiten mit den Fochorganisotionen und Sachverständigen, zu denen selbstverständlich auch die Berwaltunasdirekkaren der Krankenhäuser und die Leiter der großen Anstalten gehören. Wir Hollen ein solches Hand-in-Hond-Zlrbciten der Gcschäftsleitung mit den prüfenden Stellen für durchaus zweckmäßig und fordern den weiteren Ausbau dieses Systems, damit auch in Zukunft für die Srodt ein preiswerter und guter Einkauf gewährleistet ist. Ein Anlernchmen mit einem Jahresumsatz van Z0 bis 35 Bist- lionen Mark stellt an den Lriler keine leichten Anforderungen. Mcnn er, ihnen genügt so ist es ein Beweis dafür, daß der„rokc" Ma- giftrak doch wohl die nötige Borficht bei der Auswahl des Leiters geübt hat Meffer gegen Beamte. Wüste Ausschreitungen auf dem Arbeitsamt Ost. Auf dem Städtischen Arbeitsamt Ost in der Schrciberhoucr Straße 2 in Lichtenberg kam es am gestrigen Montag kurz vor vienftichluß zu wüsten Ausschreitungen. In dem Ans- enthall-raum, in dem sich auch die Kassenscholler befinden, wurde plötzlich der Aufseher des Arbeilsamles, Ernst Schachtmeister, nach vorausgegangenem Wortwechsel von einem Arbeitslosen ange- griffen und durch Messerstiche schwer verletz». Der Aebersollene trug direkt über dem rechte» Auge eine l Zentimeter große Stichwunde davon und mußle zur nächsten Rettungsstelle ge- bracht werden, ver Täter konnte in der allgemeinen Aufregung, die der rohe!l ebersall ausgelöst hatte, flüchten, so daß das alarmierte Aebcrfallkommando keine Feststellungen mehr treffen konnte. Bleibt das Wetter nun schön? Auch die„Wetterfrösche" tonnen es so genau nicht sagen. Mit dem gestrigen Sonntag, an dem es sich weidlich aus- geregnet Hot, scheint eine Wendung zur Besserung de» Wetiers eingetreten zu fein. Trotzdem dürfen die Hoffnungen auf beständiges schönes Weiler zunächst noch nicht ollzuhoch geschraubt werden, denn die Gesamtwetterlag« wird vom Wetterdienst im großen und ganzen als ziemlich unsicher bezeichnet. Mitteleuropa ist seit Sonntag nachmittag unter dem Einfluß hohen Luftdruckes gekommen. Dieses Luftdruckgebiet hat sich zwischen zwei Depressionen eingeschoben, die über dem östlichen Teil der Ostsee und England liegen. Die Aufheiterung er- streckte sich in den Morgenstunden bereits bis zur Elbelinie. In Süd- und Westdeutschland herrschte bereits am Sonntag helleres und warmes Wetter. Für Dienstag ist mit ziemlicher Bestimmtheit noch mit sonnigem Wetter zu rechnen. Wie es dann ober weiter wird, hängt davon ab, ob sich das Hoch gegen alle Einslüfie widerstandsfähig genug erweisen wird. Es wäre noch der endlosen Regenperiode nur zu wünschen. Oer Affe gefangen. In der Klosterkirche wollte er Wohnung nehmen. Der Asse, der am Somllag früh aus dem Tierhort in der Schicklerstraße entsprungen war, ist am Montag vormittag an der Klosterkirche eingefangen worden. So hat die aufregende Affenjagd der Berliner, über die der„Abend" ausführlich berichtet-, den Ausreißer doch noch zur Strecke gebracht. Das Glück der Freiheit war der kleinen Schimpanfensrau nur kurze Zell beschieden. Flugbooiunglück nochmals vor Gericht? Verfahren wegen fahrlässiger Tötung beantragt. Das Flugzeugunglück bei Bornholm, dos erst vor wenigen Togen das S c e a in t in Stettin beschäftigte, soll, wie gemeldet wird, nun auch noch wahrscheinlich durch die o r d e n l? lichen Gerichte nochgeprüft werden. Die Angehörigen des bei der Katastrophe ertrunkenen Kaufmannes Brakelsberg haben sich an die Staatsairwaltschaft in Hagen gewandt und dort um Einleitung eines Verfahrens wegen fahrlässiger Tötung nachgesucht., Ob die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren einleiten wird, muß abgewartet werden. Di« Familie Brakelsberg stützt sich jedoch darauf, daß der Flugzeugführer Kuring seine Passagiere Nicht rechtzeitig an den Dampfer„Theodor Griebel" übergeben ba!. Da auch die Angehörigen der anderen Verunglückten, soweit ver- lautet, sich dem Borgehen der Familie Brokelsberg anschließen wollen, dürften zunächst einmal die Zlkten angefordert werden. S/hdAIR LEW/S% srntSsv® Iri** ▼*aSmuar/?OM/A/ 5. Herr Schwirtz war immer da. wenn sie ihn brauchte, aber er drängte sich niemals auf, fiel nie zur Last. Sie hielt ihn etwa eine Wache fern: dach in der zweiten Wochcjhres Aufenthalts reisten Herr und Frau CTannan. Herr Starr, Fräulein Vincent und die netten beiden Leute aus Glovers- nille ob, und Una und Herr Schwirtz wurden dadurch die ältere Generatian, die Seniaren der Gäste. Sie sahen ein wenig auf die Neuankömmlinge herab— verzärtelte Leute, die nichts wusiten nan der Kahlen Kappe, ader der Wald- wiese, ader Hawkins' Pond: Leute, die nicht halb fa lustig und gemütlich waren wie die Niesen jenes galdenen Zeit- alters, als Herr Cannan noch herrschte. Una und.Herr Schwirtz ließen sich wohl herab, mit ihnen Ausfiüge zu unternehmen, ja. sie interessierten sich sogar allmählich für ihre neuen Anschauungen über d,e Kampagne der Präsi- dentenwahl, über Krocket und das Esten, dach sie hielten sich eher ein wenig abseits, wie es sich für das g.ncien rSxstm« geziemt«: sie gingen dann allein miteinander spazieren und unterhielten sich insgeheim königlich darüber, wenn diese Generation von Grünschnäbeln über sie klatschte.— als ab sie sich füreinander interessierten, wie seinerzeit Herr Starr und Fräulein Vincent in längst vergessenen Tagen. Una er- rötete ein wenig als sie entdeckte, daß man sie allgemein sür oerlobt hielt, doch lochte sie über das Gerücht, und als sie es Herrn Schwirtz erzählte, lachte sie noch einmal, ein ner- oöses, kleines Lachen. „Es ist doch schändlich, was die Leute zusammenreden. nicht? Albernes Volk!" sagte sie.„So hoben wir doch nie über Herrn Starr und Fräulein Vincent gesprochen— ob- wohl«5 bei denen berechtigter gewesen wäre." „Ja, ich wette, die waren stark verlobt. Ach, sagen Sie, Hab''ch 2hn«n schon, erzählt, wie ich den ersten Tag hier nttkom und Starr mich bcktseite nahm und sagt«, er... „ Herr Schwirtz hatte m all de» standenlangen Unterhal- tungen nie viel von sich selbst erzählt, obwohl er viel von seinem Beruf gesprochen hotte. Doch eines Nachmittags, als sie sich, mit einem Buch und einem kleinen Imbiß ausgerüstet, aufmachten, um einen grasbewachsenen runden Hügel zu be- steigen, da entschloß er sich nach einmal zu vertraulichen und persönlichen Mitteilungen, und Unas Interesse an dem liebenswürdigen Ferienkameradcn verwandelte sich in warme Sympathie. Das Buch, dos sie mit hatten, mar:„Menschen im Elend" von Jack London: Mamie Magen hatte es ihr zur Einführung in die sozialen Probleme gegeben. Una hatte sich vorgenommen gehabt, es zu verschlingen: zu erfahren, wie die Leute im tiefsten Elend leben. Jetzt las sie Herrn Schmirtz die ersten vier Seiten, vor. Nach jeder Seite ver- sicherte Herr Schwirtz, daß es ihn sehr interessiere. Nach der vierten Seite, als Una eine kleine Pause machte, um Atem zu schöpfen, warf er ein:„Guter Schriftsteller, dieser London da. Und er soll ein ganzer Kerl sein: war Matrose, heißt es, und Bergarbeiter und alles mögliche: ein guter Freund von mir kannte ihn persönlich— war mit ihm zusammen in Frisko— und der erzählt eben, daß er Matrose und alles mögliche mar. Aber er mar ein Sozialist. Kann Ihnen sagen, ich hob' nicht viel übrig für diese Sozialisten. Natürlich bin ich in vieler Beziehung selbst Sozialist, aber dies« Leute da, die immer herumgehen, und nur Unzufriedenheit säen—; Agitatoren—! Glaub' zwar nicht, daß dieser London auch so ist— er muß nämlich hübsch was beisammen haben, und darum wird er wohl konservativ und vernünftig werden. Aber die meisten dieser Sozialisten sind bloß'ne faule Bande von Tunichtguten, die möglichst viel Unheil anstiften wollen. Si« glmiben, sie haben dos Recht, anderen Leuten, die sich plagen und was verdienen, das Geld abzunehmen, bloß weil sie selb» zu faul sind, sich'ne Existenz zu gründen. Das Schlimmste an oll diesen Sozialisten ist ja nur. daß sie sich nicht klarmachen wollen, daß man die menschliche Natur nicht ändern kann. S'« wollen jede Belohnung für Initiative und Unternehmungsgeist abschaffen, genau so wie tsam Cannan gesogt hat. Meinen Sie denn, ich würd' mir den Kopf her- vnterreißen, um irgendein Angekot durchzusetzen, wenn ich nicht wüßte, daß dabei was für mich heraussieht? Und dann noch was über diese vom Leben Zertretenen— diese„Leute im Elend", und oll die: sie tun mir nicht im geringsten leid! Sie sitzen in London oder New Bork, oder wo immer sie sind, und leben van Almosen, und wenn man ihnen eine ordentlich« Arbeit anbieten würde, würden sie sie nicht nehmen. Ja, sehen Si« doch bloß! Im ganze» Mittelmesten des Landes suchen die Bauern Arbeiter um drei Dollar pro Tag. und Mägden— Mägden bezahlt man drei und vier Dollar die Woche, samt ordentlicher Verpflegung und Unter- kunft. Aber meinen Sie, die Leute gehen hin und nehmen so'ne Arbeit an? Nicht die Bohne! Da sitzen sie lieber zu Hause und schreien über Sozialismus und Anarchismus und weiß Gott was! Noch was! Ich habe nie herausbekommen, was oll diese Sozialisten und die ganze JAU.(dos heißt nämlich Internationale Arbeiterunion, man kann aber auch sagen„Ich arbeite ungern") eigentlich täten, wenn wir wirk- lich austeilen wollten und ihnen die ganze Industrie über- geben würden. Ich wette, sie wären die ersten, die alles wieder umschmeißen und die alten Zustände wiederherstellen wollten! Ich sage Ihnen, es nimmt mich immer wieder wunder, wenn ein ordentlicher, kluger Mensch, wie Jack London oder dieser Upton-Sinclair-Mensch— er soll wirklich ein gebildeter Mann sein— sich die Sache nicht einmal ruhig überlegen und diese Dinge richtig erkennen" „Aber..." sagte Una. Dann hielt sie inne. Alles, was sie von Sozialismus wußte, mar der Inbe- griff der Tatsache, daß Mamie Magen daran glaubte und daß Walter Babson zwischen Sozialismus und Anarchismus und dem Wunsche geschwankt hatte, ein großes Haus in West- chester zu besitzen, Gedichte zu schreiben und der ungebildeten Masse überlegen zu sein. Darum war ihre Antwort für den Vertreter des nationalökonomischen Standpunktes eines „großen amerikanischen Geschäftsmannes": „Aber..." „Und dann noch, sehen Sie einmal." sagte Herr Schwirtz. „Nehmen Sie doch sich selbst zum Beispiel! Arbeiten Sie gern acht Stunden im Tag? Na. natürlich nicht. Ich auch nicht. Ich dacllt« schon immer, ich mächt' ein Großgrunb- besitzer sein und es mir möglickist bequem machen. Ader der liebe Gott hat es so gewollt, daß er uns in einen Beruf steckte, und das ist alles, was wir darüber wissen, und darum tun wir unsere Pflicht und jammern nicht immerzu herum, wie alle diese Sozialisten und Radikalen und anderen Windbeutel, die mehr verstehen wollen als die Verfassung und der Kon- greß und«ine Versammlung von Philadelphiaer Rechts- anwälten zusammengenommen. Sie wollen doch gewiß nicht so viel arbeiten müssen wie jetzt und dann jeden Sonnabend mit irgendeinem faulen Strick von einem Sozialisten teilen, blaß weil der zu faul ist, sich selbst zu erhalten— ja. oder ein Bad zu nehmen!— Na, möchten Sie das?" (Fortsetzung folgt.)] Rechtsanwalt verhaftet. Opfer des Alkohols.— Völlig auf die schiefe Bahn geraten. von der Kriminalpolizei ist jehl der Berliner Rechtsan- wall Dr. Johannes Schatz aus Grund eines Hostbefehls festgenommen und in das Moabiler Untersuchungsgefängnis eingeliefert worden. Gegen Dr. Schatz schwebt seit längerer Zeit bereits ein Ver- fahren wegen Unterschlagung und Schcckbetruges, und bereits Anfang des Sommers war der Termin der haupwerhand- lung gegen ihn anberaumt. Der angeklagte Rechtsanwalt, der übrigens ein schwerer Alkoholiker ist und die ihm zur Lost gelegten Taten unter dem Einfluß des Alkohols begangen hoben will, war damals nicht erschienen, sondern hatte ein ärztliches Attest eingereicht, dos ihn für oerhandlungsunfähig erklärte. Das Ge- richt vertagte damals den Termin uno ordnete gerichtsärztlich« Untersuchung an. Als der Gerichtsarzt diese Untersuchung vor- nehmen wollte, traf er den auf die schiefe Ebene geratenen Rechts- anwalt jedoch nicht mehr an. Schatz, der sein Büro ursprünglich in der Adalbertstr. 93 hatte, betrieb in der letzten Zeit gar keine Praxis mehr und wechselt«, ständig seinen Aufenthaltsort. Aus diesem Grunde erging auch Haftbefehl, der jedoch nicht vollstreckt wurde, da Schatz versprach, freiwillig zum Termin zu erscheinen. Als «r jedoch dieses' Versprechen nicht einlöste, wurde er in der Neuen Friedrichstraße oerhastet, um den nächsten Termin am 22. Sep- tember durchführen zu können. Gemeindevorsteher getürmt! Gr ließ die Gemeindekosse mitgehen. Als ein wenig vertrauenswürdiger Gemeindevorsteher hat sich der 32 Jahre alte aus Memel gebürtige Johann Godanski erwiesen. Ihm waren die Geldangelegenheiten der Siedlung Schenken- b e r g bei Brandenburg a. o. h. anvertraut worden..Diese Sied- lung wird in der Hauptsache von Flüchtlingen aus Ost- und Westpreußen bewohnt, die sich meist in größter Notlage be- finden. Als Godansti jetzt Rechenschaft ablegen sollte, stellte es sich her- aus, daß er Fälschungen in den Büchern vorgenommen hatte, um veruntreute Summen zu verschleiern. Der Defraudant, der merkte, daß man hinter sein« Schliche gekommen war, begab sich noch einmal in seine Wohnung in der Siedlung, nahm die in der Gemeindekosse noch vorhandenen 13 009 M. an sich und flüchtete. Der Oberlandjäger Bernhardt, der mit der Fahndung nach dem Ungetreuen beauftragt worden war, fand das Nest leer. Die Frau des Gemeindevorstehers weiß nichts über seinen Aufenthalt. Zeugen, die Godanski kennen, haben ihm am Sonn- abend gegen 20 Uhr mit einer Brandenburger Autodroschke durch Groh-Kreutz in Richtung nach Potsdam fahren sehen. Man ver- mutet, daß er versuchen wird, in Berlin unter falschem Namen unterzutauchen. Der Flüchtige ist 1,70 Meter groß und von mittlerer Figur, hat dunkelblondes welliges haar und trug zuletzt braunen 5iut, grünen Lodenmantel, grünwollene Sportweste und blaue Hofe. Die„Kirchenfeinde" von Ochienberg« Die„Märkische Volkszeitung", der Berliner Ableger der„Ger- manm", berichtete dieser Tage in größter Ausmachung und mit dem Aufwand stärkster Entrüstung, daß die Mauer der katholischen Mauritiuskirche in Lichtenberg von Sozialdemokraten mit einer Wahltiufforderung„besudelt" worden sei. Was ist der Tatbestand? Koinmunisten hatten an die äußere Umfassungsmauer der Kirche große Sowjetsterne aufgemalt und eine Aufforderung zum Austritt aus der Kirche hinzugefügt. Um dieser kommunistischen Werbung zu begegnen, hatte irgendein Eifriger— vielleicht Uebereisrigcr— mit einem kleinen Gummi- stcmpel„Wählt SPD." daneben gesetzt. Die„Märkische Volkszeitung" oerschweigt, daß die ur- sprllngliche und hauptsächliche Verunzierung der Mauer von Kom- munisten verübt worden ist. Sollte ihren Lesern nicht offenbar werden, daß es dem sozialdemokratischen Werber lediglich darauf angekommen ist, der kommunistischen Propaganda entgegen- zuwirken, daß man ihm also höchstens einen gewissen Uebereifer vorwerfen kann, keineswegs aber absichtliche Verletzung religiöser Empfindungen? Wir erwarten von der„Märkischen Dolkszeitung", daß sie unsere Feststellung ihren Lesern zur Kenntnis bringt. Zlndernfalls würde sie dem Vorwurf, religiöse Empfindungen zu parteipolitischen Zwecken mißbraucht zu haben, nicht entgehen können. Wiedergeburt des Stralauer Fischzuges. Vor dem Hofe der Genossenschaftsbrauerei in Stralau, wo Alfred Braun im strömenden Regen mit dem Mikrophon Auf- stellung genommen hatte, staute sich der Verkehr, das Publikum wollte nicht versäumen, seine Anwesenheit durch das geduldige Mikrophon dem übrigen Berlin mitzuteilen. Derweilen entrollte sich der Festzug, der hübsche Bilder aus Stralaus ältester Der- gangenheit darstellte, biertrinkende Germanen, nomadisierende Wenden, Riesenkrebse, Barsche, Wassernixen und den Original- Gurkenheinrich, der durchaus keine sagenhafte Figur ist, sondern seinen Ruhm mit den größten Gurken von Jahr zu Jahr ver- breitert. Was Berliner Schriftsteller vor 100 Jahren über dieses historische Fest berichteten— auch Bürgermeister M i el itz kam in seiner Rede daraus zu sprechen—, das ist an Uebernnit und Lust am „Radau" diesmal noch übertrosfen worden. Es bewährte sich der sinnige Spruch, der an der Wand eines der schiefgestellten alten Wirtshäuser steht: Es trinkt der Mensch, Es säuft das Pferd, In Stralau ist es umgekehrt! Auf den großen Bootsanlageplätzen am Ende Stralaus war eine Budenstadt errichtet, auf der sich wohl olle bedeutenden Schau- steller in Deutschland ein Treffen gegeben hatten. Man konnte sich eine Riesenfruchtschale, einen 2 Meter großen Teddybären oder einen Vogel erwürfeln, mit 10 Pfg. konnte man die Geheimnisse eines türkischen Harems und das Mädchen mit den zwei Köpfen bewundern. Riesenlufifchaukeln, Wosserrutschbahnen und wirbelnde Karussells fehlten so wenig wie der gebratene Ochse am Spieß, kurzum, ein wahres Volksfest, zu dessen Gelingen sich di« Unter- nehmer wie die Gäste die redlichste Mühe gaben. »i»seadu»gei» für dies« AnbrU sind ----.-----zwt—"—* • c 1 1 i n S« 68, Lwd—siraß« z. parteinachrichien für Groß-Rerlin stet» an da» B-jirkssetretarlal 2.Hof, Z Treppen recht».»» richten. Freie Schulgemeinde. Orksgruppe Lichtenberg. Mittwo 20. August, 19)4 Uhr, beginnt in der Schule Schorn weberstr. l!S Zimmer 78, der Kursus des Genossen Waldemar Schulz über Psychoanalyse und Schule. Thema:.„Der. Trgum." Die Mitglieder der Ortsgruppe Lichtenberg sind zur unentgeltlichen Teilnahme an dem Kursus eingeladen. Z.«Mi» Wcddiug. Der Berliner Schubertchor(über 100 Sängcr) und die Kapelle des»-Nossen Urhan lonzertiercn am Mrttwoch, dem 20. August, IS Uhr, im Schulgarten der weltlichen Schule,»otendurger Strohe, an der Panle. Bei ungünstiger Witterung findet dos Konzert in der Anla statt. Eintritt frei. Bie Genossen sind herzlich eingeladen. 5.«rei» griedrichadain. Wir bitten alle»enossinncu und Genossen, fich recht reg« an der Einäscherung unseres»erstorbenen Genossen Robert Wengel, am Mittwoch, dem 2g. Angust. um ISVi Uhr, im«rematorinm»ericht. straße. ,u beteiligen. Dt- Abt-nlungsf-haen finb nsstgubringe».— Bilbungsousschuß. Sissung am greitaq, dem 22. Augusi, 20 Uhr, dei Krugmann. Memeler Str. 63. Schriftlich- Einladungen sind erfolgt. Tagesordnung: Wintcrardtit. 7.«rei« Eh-rl-ttenburg. Mittwoch, so. Augusi. lgt, Uhr. erweiterte«reis- oorftandssissung im Rathaus.— Bei gutem Wetter»eranftaltet die weit. OekfenNicke WäMerlflindgebnngen Heute, Dienstag den IS. August: 6. Kreis Kreuzberg und 14. Kreis Neukölln. 19'/b Uhr in der„Neuen Welt", hasenhelde. Thema: Alles für das Volk, olles durch das Volk! Redner: Wilhelm Diitmonn, Marie Kuncrt.— Der Reden werden umrahmt durch Konzert des Reichsbannerorchesters Neukölln. Teutpelchof. Umzug um 18zh Uhr. Treffpunkt: Ullsteinhaus. Anschließend Kundgebung im Birkenwäldchen, Monteufsel- straße 11/12.— Unter anderem Wahlfilm, Gesang, Musik. Redner: Franz Künstler. ttopflen. Ptittuwck, den 20. Auguzt: 20. Kr/is Neinilkendorf. Treffpunkt zur Kundgebung um 18 Uhr in Wittenau, Dorfoue, an der Kirche. Auch die Sport- organistitionen des Kreises nehmen geschlossen daran teil. Reimerin: Gertrud Hanna, M. d. L. Nänner und Frauen ersdieinl In Nassen! liche Schule Ehatloltenbueg am Goauabead, de« 2Z. Amvisi. auf der Spielwiese im BolUparf z»ngsernheid- et« gross«»«Inders est. bestehend au»«inderspiele und Belustigungen für iuug und alt. FSr«afleekocheu uud allohovrrie G« tränt« ist gesorgt. Tresspnutt auf Orr Spirlwies« um 14 Uhr. Keimmarsch mit Musil uud ssackelgug pünktlich ISVi Uhr. Uu- losteubeitrog für Erwachseue Z0 Psennig, zu zahle» auf d«m ä-ftplnz. Zahlreich« Beteiligung crwüulcht. >5.«rei» Treptow. Mittwach, 26. August, 17 Uhr, i» der Brückeaklaus«, Riederlchönrweide. Versammlung der Vrtriebaoertr-ueuslcut«. Au«. sprach« über unser« Wahlarbeit ia den Bettieben. ssuultionärforte und Mitgliedsbuch mitbringen. 16.«rei»«äpeuilk. Freie Schnlqemeinde. Mittwoch, 20. August. 1914 Uhr. in der Aula der weltlichen Schule. Freiheit 15, Versammlung aller Mit. glieder. Tagesordnung: Was hat die Behörde mit unserer Schule zu tun? Ergänzungswahlcn. Berschiedenes. heule. Dienstag. 19. August: 33. Abt. 1914 Uhr Vorstandssihung mit den zahlabendleitern dei Wer'alla. Lobenloheftr. 3. 86. Abt. Mariendorf. Teilnahinr an der Demonstration in Temvelhof. Die Genossen melden sich am Sammelpunkt bei ihren BezirksfUhrern zur Eintragung in die Kontrolliste. 88. Abt. Lichtenrade. 20 Uhr b-i?«lam. Bahnhofstrasse. Funi'ionärsihung. 146. Abt. Borsiawalbc: Achtung! Die Hltsimbeiratswahton d». 13. und 14. VrlksMile sind' für uugSltla«rkläm worden Um Freitag, dem 22. August. iss' Abr.-.finden"Wt* teilten Eltern amssam mlNUgen ia den Schulen statt. Pflicht aller slter» ist«».»ollzähli« zu erscheinen. Di« Elternteiratswahlcu selbst finden am Sonntag, dem 7. September, statt. Mitgliederversammlungen und Zahlabende morgen, Mittwoch. 20. August, in den nachstehenden Lokalen: lk. Abt. 20 Uhr Funktionörsisiung bei Schmidt, Wiclefstr. 17. 23. Abt. Zusammenkunft der jungen Partcimiigliedrr bei Grunewald, Kam«- runer Str. IS. Referent: Genosse Dr. Meier. Thema:..Parteiwirrwar im bürgerlichen Lager" Die Bezirksfllhrer werden ersucht, die geforderten Adressen auf dem schnellsten Weg« beim Abteilungsleiter abzugeben. 28. Abt. Morgen. Mttwoch. Zahlabend in den Bezirken: bei Moosi, Prenz. lauer Allee 232. be! Barteldt, Wörther Str. 16. dei Rechenbera. Choriner SIrasic 49, bei Zundel. Kastairienollee 29. Vortrag des Genossen Seidel: „Bartei und Beamtenbewegung�. Bei M«ner, Odcrberger Str. 36. Tages. ordnung Uberall: Vorbereitung der Wahlen. 26. Abt. 20 Uhr Funktionärsisiung bei Burg, Prenzlauer Allee 186. Di« Bezirksführer geben die Anzahl der benötigten Transparente an. 33. Ab». 16 Uhr Versammlung der Grupve jüngerer Parteimitglieder be, Wertalla, Hohenlobestr. 3. Bortrag:„Wie greisen wir in den Wahltampf ein?" Ref.: Williclm Lamprecht. 36. Abt. 20 Uhr Funktionärsshung bei Schulz, Samariterstr. 38. 36. Abt. 16 Uhr im Baugcwerkshaus, Grosibeerenstr. 66, Sihung aller Funktio- näre und Wahlhclfcr. Bericht vom Bezirksparteitag. Wahlangclcgenheitcn. 41. Abt. Um 20 Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: 1. Gruppe: Lokal Regul. Tempelholer Ufer 1»,.Bericht vom Bezirlsparteitag", Den. Zacobi. — 2. Gruppe: Lokal Erdmann. Belle-Alliance-Str. 74», Vortrag des Gen. Gaigas.— 3. Gruppe: Lokal Fechncr, Fidicinstr. 4, Bortrag:.Unsere Auf» gaben in der Wablarbeit." Ref.: Ken. Ziebarth.— 4. Gruppe: Lokal Schuster, Ehamissoplasi 4, Vortrog:»Die Borgänge im bürgerlichen Lager," Ref.: Gen. Keck.— 5. und 6. Gruppe: Lokal Luhe, Bergmannstr. 93. Vortrag:„Die kommenden Wahlen," Ref.: Gen. Betnarclt.— 7. und 8. Gruvpe: Lokal Schuld, Mariendorser Str. 5, Vortrag:„Unsere Wahl- arbeit." Ref.: Gen. Seidemann. 46. Abt. 20 Uhr bei Balentin.-Görlisier Str. 72, Diskussionsabend. 46. Abt.(Schwerhörige). 20 Uhr im Jugendheim. Llndenstr. 4, n. l, Mitglieder» Versammlung. Vortrao:„Demakr-tie oder Diktatur?" Ref.: Gen. Alfred Flatau.— Alle Genossinnen und Genossen sowie»Vorwär!«". Leser und Sympathisierende sind freundlichst eingeladen. Eharlottenburg. 51. Abt. 20 Uhr. Zahlabend der 3. Gruppe bei Soltinann, Sophie-Ebarlottc-Str. 78. Bortrag:„Die Erwerbslasenversicherung und der Wablkampf."— 56. Abt. 1314 Uhr, 1. und 3. Gruppe dei Liersch. Kant- straße 62— 2. Gruppe bei Iuskowiak. Solsiendorffstr. 20. 71. Abt. WUmeradorf. 20 Uhr«reismitgliederoersommlung im„Viktoria- Garten", Wilhelmsaue 114/113.— Adressen arbeitsloser Mitglieder erbittet der Abteilungsleiter. 7£ Abi. Zehleadorf. Die Arhett-g'emeinfch-ft sozialbsmoktaÖfch»: SehaSjÄ Zeblcndorf bat am Mittwoch, 20. August, eine Führung durch das Oskws- S-lene-Seim. Mitglieder der A. s. L. anderrr B-zrrke und Genossen und Genossintren aus Zedlendors können sich anschließen. Tressen pünitlichum 13.43 Uhr(nachm. Uhr) vor dem Eingang des oskar-Selene-Setm», «ronprinzenallee. Dahlem. U-Bahnhof Oskar-Selene-S-im undAutobu, 7. Schönebceg. 77. Abt. Zahlabsnde: l. Bezirk bei Milde. Rollendorssir. lksi Bob- trag:„Die Umgruppierung der bürgerlichen Front. Ref.: Gen. Dr. Waith» B-Hl.— 2. Bezirk bei Jürgens, Rarbarassastr. 3»: Bortrag:.Sozialvolitrk oder imperialistische Ausbeutung?" Ref.: Gen. Dr. Ludwig Greil.—- 3. Bezirk bei«oschenz. Ap-stel-Paulus Str. 27: Vortrag:..D>° R». qruppicrung der Rechten." Ref.: Gen. Richard Joachim.— 4. Bezirk bei Will. Martin-Luther-Str. 66: Vortrag:.Entscheidgugslampfe in der Poll- tik." Ref.: Gen. Dcrnh. Döring.- 78. Abt. 20 Uhr. 1. und 2. Vezrck der Wandlke. Bahnstr. 25; Ref.: Gen. Thycs.— 3. und 4 Bezirk bei Rosen- th-l. Gbersftr.«6: Ref.: Gen. Sparfeld. Bericht vom B-,litsparte>tag. 81. Abt. Friedenau. 20 Uhr bei Klabcm, Landiernstr. 60/61, wichtige uunl- 82. Abt.�Stegl'w. 20 Uhr bei Schellhase. Ahornstr. 13». Funktionärsitzung. 86. Abt. R-rieudors. 20 Uhr, 2. und 7. Bezirk bei Rrumeyer. Schonebcrge- Straße. 3. bis 6. Bezirk bei Gorlig. Chausseestr. 16.— 8. bis 10. Bezirk bei Dhonau. Friedensti. 6. Neukölln. 66. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlungen in folgenden Lokalen: 16., 26. und 27. Bezirk bei Sauer. Pannierstr. 54: 24. Bezirk bei Kl-mt. Berliner Str. 10«: 23.. 91. und 33. Bezirk b-i Sch-b-ilo, W-ichs-lstr. 3; 28. und 32. Bezirk bei Sinze. W-ichs-lstr. 15; 29. und»»-Bezirk b" Rüdiger. Lohmühlenstr. 36: 3«. und 31. Bezirk bei Fuldastr. 4o: 33. u. 30. Bezirk im„Ideal-Easino". Weichselstr. 8; 48. B«ziri bei Woihge, Fuldastr.8: 49. und 61. Bezirk bei Kassuhn, Erkstr. 8.— 92. Abt. Bezirksführer l Di-«reismitteilungen und die Einladungen für die Mitglied-r. Versammlung sind ab 19 Uhr im Lokal Wolfs, Kaiser-Friedrich-Str. IlZ, abzuholen.— 63. Abt. Mittwoch. 2V. August. 16'.4 Uhr, Z-hlab-nde. Die Themen sind durch persönliche Einladungen bekanntgegeben. 83. und 103. Bezirk dei Schauer. Treptower Str. 60, Ref.: Emil Barth sen.: 84.. 86. und 103. Bezirk bei Zimmermann. Stuttgarter Ecke Treptower Strasse. Ref.: Gen. Stadtrat Frist Waldheim: 194., 111. und 114. Bezirk bei König. Böhmische Str. 43/44, Ref.: Gen. Karl Sestschold: 106.. 107. u. 110. Bezirk b-i Einkovf, Kaiser-Friedrich- Eck- Mareschstr.. Ref.: Gen. Mac Alchen- breiiner: 108. uud 109. Bezirk im.Bärwinkel". Ref.: Gen. Sermann bar- liisch ,M. d.L.: 112. und 113. Bezirk bei Just. Riemeststr. 19. Rest: Gen. Mar Fechner. M. d. L.: 113. Bezirk bei König. Kanner Ecke Elsterstrasse, Ref.: Gen. Loren, Bräunig: 116 und 117. Bezirk b-i Warnstedt. Thür, nger Ecke Kanner Strosse. Ref.: Gen. Kopankicwicz.— 66. Abt. Brist. Buckow. I6'4 Uhr Mitgliederversammlung bei Raddast, Eh-usseestr. 39. Es wird der Tonfilm„Die Sozialdemokratie im Wahlkampf" gezeigt. Das Erscheinen aller Mitglieder wird erwartet.......... 127. Abt. S-henlch-Ahauseu. Bezirk Weiß« Taube. Siedlung der»ind-rMlch-n. 26 Uhr im Lokal Rustlh. Ding-lstrdter Str. 65. Mitglirderorrsammlung. Bortraq:„Der Kamps um dir politische Macht". Resereut: Ernst Reumaun. 131. Abt. Bezirk Blauteufeld«. 20 Uhr im Lokal Müller. Schildower Etr 3. Zahlabend. Vortrag:„Demokratie oder Diktatur?" Referent: Viktor Dialino. � ov... i. 139»«bt. Xe&L Dkmonstration in Drttenau'Hermsdorf. Alle Mitglie-de- Tnüssen sich beteiligen. � �.. 136». Abt. FMie Schalle. Tresspuukt zur Demanstratio» de« 26.«Mise» um 17>4 Uhr aw«ousumhau-. 18 Uhr in Wittenau, Dorsaue. Aulchliessead Kundgebuug in Srrmsdors. Erscheinen aller Seuossiuuru uud Seuossen wind erwQrtet. 14«. Abt. Barsigwald«. 18 Uhr Antreten der Mitglieder in Mttenan. Dorsaue. an der Kirche, zur WLHIerkmrdgebuug..... 141. Abt. R-se-thal. Alle Mitglieder beteiligen sich an der Krcrsd-monsto-tion um 18 Uhr in Wittenau, Dorfaue. an der Kirche. 143. Abt. Waidmauuslust. All- Mitglieder beteiligen sich an der Demonstration um 18 Uhr in Wittenau, Dorsaue, an der«irche. Nachzügler lSf4 Uhr Bahnhof Waidmonnslust. Frauenveranstaltungen. IT«rei» Temp-lh-s. Maineudors, Mawiewselde, Ltchtemrada. Donnerstag. 21. August. 19 Uhr. Funktionärinnensistung bei Ma-Li. Mariendorf, Ehausseestr. 305. Pünktliche» Erscheinen ist erfoDderlich. da um 20 Uhr im gleichen Raum ein« Iungwäblerversammlung stattfindet. 81. Abt. Friedeuan. Mittwoch. 20. August. 20 Uhr. bei«labe. Landieri,. strasse 69—63, Vortrag:„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referent: Mar Lende mann. 136. Abt. ReiU'ckendorf.Ost. Donnerstag, 21. August. 29 Uhr. in der Lindauer Straß«, Vortrag:„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referent: Franz Künstler, M. d. R. Bezirksausschuß für Arbeilerwohlsahrk. 4.«rei» Prenzlaurr Berg. Am Donnerstag, dem 21. August, 18>4 Uhr, im Bezirksamt. Zimmer 29, Parftandssistung mit de» Abteilungsleitern und .leite rinnen. Um 20 Uhr Leifersistung. Tagesordnung: Aktenerledigung und Besprechung. Aufstellung de» Winterarieitsplanes. Ependenauszabe. Jungsozialistische Vereinigung Groh-Verlin. Morgen, Mittwoch, 2». August, 26 Uhr. Siupptnkoufrreu, in der Gast. Satt« des Arbeit-r.Absiine-ten.Bund-«, Sl-lister Str. 6. Dir Mitglieder de« rb-!t»t»chch-sse» und db> Werbebe.sirkslriter kommen: um 1» Uhr«» borselbcn alkoholfreien Gaststätte. Pankstr. 12. Zutritt hoben. I. und 2. Gruppenleiter. sowie die Werbedezirtsleiier der EAI. von Mitte. Wedding. Panlow und Reinickendorf...„ Grnppe Tempeldos. Manieodors. Leute fällt unser Lelsnadeiid aus. Wir beteiligen uns geschlossen an der Kundgebung der Partei. Arbeilsgemeinschafk der kinderfreunde. «rei» Schöneberg. Elternoersammlung im Rathaus Schönebcrg am Matt- woch, dem 20. August. 20 Uhr. X.«rei», Gruppe Zehlendors. Am Donnerstag, dem 21. August. 20 Uhr, Gruppenhelfersistuna beim Genossrn Bernhard Zander. Am Freitag, dem 22. August. 18 Uhr. Zusammenkunft der Zeltlagerteiknehmer und deren Eltern in der Rardschule. Potsdamer Str. 7. «reis Reuköl«. Achtung. Nachuntersuchung! Die Untersuchung findet nicht, wie irrtümlich gemeldet wurde, am Dienstag um 8 Uhr, sondern von 12 bis 13 Uhr in der Tellstr. 9 statt. Di« Kinder brauchen also nicht von der Schul« sortbleiben.— Gruppe Lichtlämpser. Leute sind wir im Jugend- heim Bergstr 29 um 17 Uhr. Wir erwarten alle. «rei, Krenzderg. All« Iungfalken und Rate Falken treffen sich heute um 17 Uhr vor der Badeanstalt Baerwaldstroße zum Baden. Geburkstoge. Jubiläen usw. 17. Abt. Jerzlichen Glückwunsch dem Genossen Karl Billhardt. Trist- straße 48, zu seinem 65. Geburtstage. Bill Hardt gehört über 41» Lahre der Partei an und ist heute noch recht attiv tätig. 21. Abt. Unserem Genosse» Gustav Schwahn und leiner lieben Gatiiu, Razorethkirchstr. 37, zur Silbernen Lochzeit bie herzlichsten Glückwünsche. III. Abt. Bohnsdorf. Unserem lieben Genosse» Kail Heinze zum 73. Se- burtstogc die herzlichste» Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 16. Abt. Die Gattin unseres Parteigenossen August Echönbernrr. Ehriftianiastr. 116, ist am 11. August verstorben. Ehre ihrem Andenken. Die Einäscherung hat bereits stattgefunden. 31. Abt. Unser Genosse Wilhelm Freier, Stolpische Str. 42, ist am 15. August verstotbcn. Ehre seinem Andenken. Elnitschevung heute. Dienstag. 16. August, 1314 Uhr. Wir bitten um rege Beteiligung. 34. Abt. Am Freirag. dem 13. August, oerflarb unser langjähriger Gc- noss« Robert Wengels. Ehre feinem Andenken. Einäscherung findet Mittwoch, 20. August, 13>4 Uhr, im Kretna'oriuni Gerichtstrasse, statt. M, erwarten zahlreiche Beteiligung. S auch in den hart» «mmer- sEir rontte durch das Prossen äs? .Ben»»" Stärke B beseitigt,«eine Schälkur. Prei» Mk 2.75. Degen■Mclcel, WH««»»«»" Stärke A. Drogerl« 8. Horn. W, Linkstraße 46. Drogerie Thiele, NO, Landsberger Allee 53. Schwanen-Drogerie. N, Brüsseler Straße 12. Drogerie Georg«unze, NW, Bochumer Straße 27. Drogerie Adolf Neumann, 5, Oranienstraße 45. Vertretung und Lager: Tel. Alexander 7130. Achtung I Achtung I Trainingsanzüge, Schlafanzüge, Badeanzüge, Badeschuhe, Turnschuhe für Damen, Herren md Kinder Badelaken. 140/200.;.... 5.85 Badekappen........ von 40 Pf. an "SS8 HerraiannJonasl?ZiS��; Geßenfl&er der Plasa Linie IX, 16, 176 Am Freitag abend starb nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater, Schwiegervater, Bruder, Onkel und Schwager Robert Wengels im 78. Lebensjahr. Im Namen der Hinterbliebenen Margarete Wengels, geb. Wolters, Louis Wengels, Anna Askew, geb. Wengels, Marie Zimmer, geb. Wengels, Frieda Reinhold, geb. Wengels, KlaraKaspar, geb. Wengels, Erna Wengels, Emmy Leistner, geb. Wengels. Berlin, Litauer Straße 1 4. vis Einäsoberunp; findet, am Mittwoch, dem 20. Angnet, nachmittags'(,4 Uhr, im Krematorium Gerichtstraße statt. Der Hörer kann feststellen, daß in letzter Zeit der Berliner Rundfunk zu stark slawische Musik bevorzugt. Schall- Plattenkonzerte und auch andere Veranstaltungen stehen in diesem Aeichen. Es soll damit nichts gegen diese Musik gesagt werden, aber zu viel ist zu viel. Das Programm wird dadurch monoton und ermüdet. Niemand sieht die Notwendigkeit ein, warum am Sonntagabend noch eine Phantasie über rumänisch« Lieder eingelegt werden muß. Sonst ist das Konzert schön,, aber es wirkt im Zusammenhang mit den Veranstaltungen der letzten Zeit schematisiert, Ueberhaupt ist gegen das Sonntagsprogramm allerlei einzuwenden. Warum stellt der Rundfunk jetzt so wenig Sänger heraus? Die Abendkon,zerte gewinnen dadurch an Lebendigkeit. Ferner wurde vor kurzem der Versuch gemacht, auf Schallplatten einen Querschnitt durch die Leistungen eines Sängers oder Jnstruinentaloirtuosen zu legen, Graveure war darin vorbildlich. Auch diese Veranstaltungen werden nur noch sehr spärlich wiederholt. Gerade am Sonntag sollte das Programm wenigstens ein paar Höhepunkte ausweisen. Am Montag macht Dr. Friedrich Luther positive Vorschläge sÜx eine Reform der Iuqendstrafrechtspfleqe, Er geht dabei von psychologischen Erwägungen aus, von der Wirkung des Verfahrens auf die Jugendlichen. Einen hübschen Vortrag liefert Paul Pfaffenschlöger über den Angelsport. Es ist keine trockene Abhandlung, sondern Plauderei eines Ausübenden und Kenners. Der Mainzer V o l k s ch o r, der am Nachmittag singt, ist gut in Volksliedern bei schlichtem, ruhigem Vortrag, Am Abend eine heitere satirische Zeitreoue„Des Kaisers neue Kleider" von Robert Schiftan. Neben Glossen über allerlei gesellschallliche Dummheiten stehen auch Satiren, die sich aus politisches Gebiet wagen. Hübsche Chanson-, witzige Formulierungen, dazu eine rhythmische Musik von Werner Michel. F. ScH. . Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schroarz-Kol-sSoIb". Berlin S. 14. EeluiNi-nIir,»7-38. S-k S. St. Sictttlafl, 1». Bug,», Tempelhos(Ort.oftein). Uitwa mit Spiel- ntannsjvufl. Sreffpuntt it1 Uhr lllllteiribaus. AnschliGenb ttunb- xebung im Birkeumöldckun. Manteusfelstr. 11—12, Srte4ti(S»liaiii(Ortsottein). ISH Übt(irofcr ffunftionäroetfammlunfl bei 9!eumait«, Gubener Str. 45. «amtliide Sunttionocc vom Crtsvcrein baden»u erscheinen, da sehr michtiq« ttagesorbnung.— Sonntag. 24. Auaust, 3 Ubr, Proposianbersabrt per Autv. Meldung der Äameradschaftpfilhrrr bis Kreitaa, 22, August. IS Uhr, beim Kassierer Kameraden Löwenberg, Blumenstr. kl. ssahrprei» wird noch bekannt. gegeben._ Der Bttlinet Zither-Slub übt Zechen Dienstag um soll Ubr im Glllbban«, Ohmftr. 2. Sparerbrnb, Ortrgrnppe gharlottenburg Zieaelmasti? legten Donnerstag im Monat. 10� Ubr. Restaurant streischüt-, Gharlottenburq. Berliner Str. INN. zmonglose Mrtgliedertnisammenkunst mit kostenloser A urku nftetteilung in Aufibertungsfragen. Gaste nnllkoimnen. taneketlov stngiirb vebntlnx ciudi btitlvocb, 70 Uhr, Zahnärrtehaus BQIOw- straBe 104. Guttmannsaat: Mr. W. P. Jones:.History as a Vaiu« for the Nation and for the Individual". Mein Kapitän- Kautabak schmeckt mir doch ata hesteni' Verkäufe _ Tapeten. Stillat. Koloniestraste 9 Billig« Teppiche mit Ileinrn Fehlern Auonahmcprei« ca. 2X3 18,— Marl. Ausnabmcpreis ea, 2 X 3 20,— Mark. Auenahmeprei» ca. 2V4x3,4 31,— Mark. Auonabmrpreis ea. aHxSVi 39,— Mark. Auenahinepreis ca. 3X4 48,— Mark Ausnabmcpreis ca. 3X4 55,— Mark Ausnahmeprei» ca. 3x4 85,— Mari. Körner. Berlin, Potsdamerstraste 2Se Hausnummer beachten.' Möbelkänfer merl, Kredit »ad bar Mobclbaiar. groß««»«wabl. kleine Bretiel Beiipielsweiie: Schlaf, immer 455�-. 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Di« Stadt Marseille bunt wie ein Geburtstogsstrauß. Das finstere harte Trlcgrophenamt: der Direktor Monsieur Jambon zu seineni Adjutanten, dem Sous- chef Merveille: Alfa, mein Lieber, dreißig Mann, ausgesucht« Leute: Herz gesund: Lungen«gesund: gute Augen, besonders feste Hände, nicht atter als 25— und vor alten Dingen keine von den Auf- wieglern, keine Roten, keine Revolteure, sowas können mir in Afrika nicht brauchen---. Ganz bescheiden wirft Monsieur Mer- »eilt« dies«? Wort zwischen die Polterrede des Herrn Telegraphen- direktors: Mais Monsieur le Directeur— keine Roten: sie sind alle rot, unsere gesamten Telegraphenorbeiter sind Mitglieder des freien Verbandes, alte sind sie Sozialisten— und gerode die besten Arbeiter sind die eifrigsten Propagandeur«: für Friede, Freund- schoft und für ein geeintes Guropa! Mehr noch: für ein« einig« Menschheit! Weiter. Die Kolonne ist reisefertig. Jawohl— wir sind dreißig Mann, Tclegraphenarbeiter für Afrika, Regieoungsarbeiter—. Qu« durch die Sahara sollen wir die kupfernen Draht« ziehen, von Marokko nach dem Riger-Sudon: rund loOO Kilometer. In sechs Monaten muß die Strecke gelegt sein. OilaU— da? ist dir 'ne Aufgabe, sowas macht Spaß. Putaille, Genosse: Gib mir'ne Zigarette, Ah oui; voili! Marseille. An Bord. Auf nach Afrika. Wir fahren schon— durch lauter Veilchen hin. Gibraltar. Casablanco. Schmeiß Anker: Marokko! Mit der Lahn noch Marrakesh: der Hauptstadt van Französisch-Marokko. Aussteigen: wir sind da— in Marrakefch. lSOOOO Einwohner. 200 000 Dattelpalmen. Die Menschen in Weiß, braune und schwarze Gesichter. Die Frauen verschleiert. Die unoerschlcierten Frauen sind Freudenmädchen, für einen Frank beißen sie dich mit ihren blitzebtanken Zähnen. Marrakesch, mitten im wilden Bergland, der Hohe Attas, im »Sturmkopf* 4 500 Meter hoch. Sa, nun wissen wir Bescheid.— Wir wissen, um wo? unsere Telegraphenorbeit geht. 1500 Kilometer Linie. Erst der Droht. Gleich hinter uns her kommt die Bahn. Eine Arbeitskolonne ist schon seit zwei Jahren draußen: in der Wüste: eine Wafserkolonne, sie bohren artesisch« Brunnen— die Wüst« hat Wasser, Grund- wosfer, das ist die große Entdeckung der Neuzeit! Unter oll dem trockenen Sand der Sahara gibt es in der Gefteinstiefe Wasser- system«, noch aus der Silurzeit her— von damals her, als«in hohes Gebirgsland heiteres, reich«? und Huntes Leben führte: masser- und walkenreich! Der Regen und d« Sauerstoff der Luit trugen dieses Urgebirge ab— Ebene ward, was Höhe war— und milde Wofsergewolten stursten als Ozeanfluten über die Eben« hin- weg— ein Solzmeer war da: wo hohes Gebirge gelebt hatte, ein Salzmeer mit Sauriern und Ammoniten und Korallen— in der Tiefe aber, unter dem Urmeer: da strömte weiter das geheimnis- »alle Süßwassersqstem, in den Gesteinschichten des ersten Silur. Da» «instige Sahoromecr! Erdkatastrophen verschieben di« Kontinent« und die Meere— vulkanische Titan enhän de spielen mit Ländern und Ozeanen— das Sahoromeer stürmt westhin: überflutet den Kontinent Atlantic— und der Seeboden von gestern liegt heute als Sand und Kies und Schieferloger und Sandsteinschicht unter der Sonne. Da ist sie, hier brennt sie! Die Wüst« Sahara, so groß wie Europa, in ihrer Dürre schrecklich— wie der Tod-- ober in ihrer Tief« strömt dos Leben, geheimnisvoll« Süßwasser- ädern, die der Mensch öffnen wird, artesische Brunnen.zu Taufen- den und aber Tausenden, in 500 Jahren— oder sagen wir: in tausend Jahren ist die Sahara kein« Wüst« mehr— 500 Millionen Menschen werden in neugeschossenen Gärten wohnen: hervor- gezaubert von der Fruchtbarkeit des Grundwassers, hervorge- zaubert vom Schöpfer Mensch. Und wir— die Telegrophen- kolonne aus Marseille, wir gehören mit zu den ersten Pionieren — als kupferne Drähte legen wir die ersten Fäden des technischen Spinnennetzes über die Wüste hin. Erst die Wasserkolanne, dann die Drohtkolonne. Und hinter uns kommt die Bahn. Wir fallen den Draht in sechs Monaten legen: 1500 Kilometer, täglich 10 000 Meter— di« Bahn wird in drei Jahren vollendet fein. Bollspurbahn, quer durch die Sahara— Marrakesch, Timbukt u. Marokko bindet sich an den Niger. Der Niger ist der große Strom des Französischen Sudans, er ist 4000 Kilometer long. Die Seine hat 700 Kilometer Länge. Der Sudan ist mehr als zweimal Frankreich: 1 Million Ouadrotkllo- meter, mit 2% Millionen Menschen. Fleißige Menschen, kluge Menschen: Haussaneger und Fullohneger. Fleißige Bauern, ge- schickte Handwerker, vorzügliche Weber. Der Sirdan ist im Süden sehr reich, fruchtbar: das große Baumwolländ der Zukunft. Erd- nüsie, Hirse, Mais, Reis, Koutschuck, Seide, Ristmis, neuerdings auch viel Baumwolle— all das produziert der fleißige französische Süd-Sudan. Dos große Kolonialland des nächsten halben Jahr- hundert?. Und dieses reicho Land der Zukunft, dos Boumwoll- lond von morgen— dos soll mit dem Asrika-Frankreich des Nor- dens engst verbunden werden: mit Tunis, Algerien, Marokko. Wir Telegropher sind mit von den ersten Pionieren. Die Lohn folgt: Marokko— Niger. In drei Jahren ist sie fertig. Ah oui: seit zwei Jahren ist die Wasscrkittonne schon in der Wüste drin— neben der ollen Berbcrstraß«: Marrakesch- T i m b u kt u �1500 Kilometer) werden, in Abständen von je 100 KIllometern, artesische Brunnen gegraben— wurden gegraben, die Wüste Hot Grundwasser! Und olle 50 Kilometer steht schon eine Maison-Roche,«ine Casa-Forte:«in Blockhaus aus gelbem Wüstenstein, Fefthaus, SchießHous, Soldotenhous— zur Sicherung des Telegropphen von morgen und zur Sicherung der Bahn von übermorgen. Wir 50 Telegraphenarbeiter sind nicht ollein— ein ganzes kriegsstarkes Regiment van Legionären gibt uns Hilfsorbeit: mit ihrem reichen Park von Autos und Train und Pioniermaterial. Di« Wüste. Brennend bei Tag— 30 Grad— nachts kalt. Weht der Ostpasiot, der Wind vom ZOOO Meter hohen Saharogebirge der Tuar«gs, dann sinkt nachts dos Thermometer bis nahe an den Gefrierpunkt. Morgens schüttelt uns dos Fieber. Gestern starb Genosse Putaille— wir hoben ihn im gelben Sand be- graben, unterm Kameldorichaum. Aber heute nacht scharrten die Schakale seinen Leichnam wieder aus, sie fraßen das Fleisch— die blutigen Knochen de» Genossen Putaille verbrennen wir heute! In der Bodensenkung hier gibt es Holz und Gras und rote und blau« Distelblumen. Nicht überall ist die Sahara eine Wüste. In der W«itjahara leben 750 000 Menschen, arabisierte Berber, Hirten- stämme, Nomaden— si« wissen, wo rm-geheimnisvollen Wüsten- decken El Dschuf die ßuellen springen— wo Gras. Polstergebüsch und der Kameldornbamn gedeiht. Die Wüste ist nicht überall Wüste. Die Wüst« hat Grundwasser! Jetzt sind wir in Taudeni, die Hälft« der Strecke ist ge- legt. Taud?ni— wichtiger.Knntenpunkt der Karamonenstraßen. Eine Siedelung mit Palmen und Hirsefeld und Salzarbcitern. Holz: der große Reichtum der Sahara. Bon Taudeni aus tragen die Kamele dos blanke Wüstensalz in die südlichen Nigerländer— »ehr als 10000 Kstmetkott,« im Sah«, � Weiter die Strecke. Wanderdünen— heute sind si« hier, morgen stehen sie da— in diesen beweglichen Wüstensand legen wir Kabel. Hundert Autos mit Legionären liefern uns Wosier, Brenn- fprit, Lebensmittel und Material. Auto nor— Autos zurück: bvcitgeräderte leichte Wüstenautos. Di« Linie gedeiht— die Kupferdrähte blitzen in der feurigen Sonn«. Und das Kabel liegt gm. Am Ziel. Tim buk tu— einst die geheimnisvolle..Königin der Wüste", die große Marktstodt der südlichen Sahara: 8000 Ein- wahner, Berber, Housia, Fulloh. Und Legionäre. Frankreich kolonisiert mit Maschinengewehren. England kolonisiert mit Missio- naven. Bibel oder Waffe— sie sind hier nur die Borreiter des großen Morgen— der großen neuen Kulturzeit, in der die Menschen aller Hautfarben eine einzige große Familie sein werden, im Zeit- alter des Sostalismus. Bibel, Maschinengewehre: ja, leider— ober dahinter taucht schon die neue Kulwrepoche auf, das Zeitoller der sozialen Technik: Telegraph, Bahn, Brunnen— Wasser: Wasser, Gärten, Menschen, Leben in Schönheit und Frechen! In 500 oder in 1000 Jahren ist die Sahara keine Wüste mehr— Grundwasser ist da— und wo es nicht langt, da wird die genützt« Kraft der Ebbe- und Flutgewolten, vom Ozean her, in vielen monns- hohen Stahlrohren da» enffalzte Seewosfer über den Sand der Sahara rieseln. Da? wird, das wird! Das kommt, das kommt! Dem Menschengeist stnd keine Schranken gezogen. Der Menschen- geist zieht sein technisches Schöpfernetz enger und enger um den Erdboll. Wir 30 Telegrapher aus Marseille, wir waren mit van den ersten Pionieren, das macht uns stolz. Unsere Linie ist fertig — Marokko morst und spricht per Droht mit dem Sudan. Afrika wird kleiner. Wir greifen die Wüst« an. Aus Wüsten machen mir Gärten. Was dos zweite Jahrtausend begann— das wird dos dritte Jahrtausend vollenden. Der Mensch ist ein gewolttger Schöpfer! Max Dortu. 3)er iHlaftiher des Chanfom SP« fötrangerx#50. Qebvrfsfag Kaum ein anderer französischer Dichter hat einen so starken Ernfluß auf die deutsch« Lyrik gehobt wie Jean Pierre Beranger. der Schöpfer und Meister des französischen Chansons, dos ihn zum Liebling seines Volks machte. Wenn auch sein Ruhm heute verblaßt ist, so bleibt doch sein« geschichtliche Bedeutung, und so manche seiner Berse werden noch heut« geträllert, manche seiner Gedichte wie die berühmten„Schwalben" und dos„Lebewohl der Moria Stuart" in den Schulen auswendig gelernt. Di« Franzosen haben kein Wort für das schlichte deutsche„Lied": ihr„Chanson" ist eine viel aktueller« Kunstsorm, die die Meinung des Volks widerspiegelt und daher häufig im öffentlichen Leben ein« wichtige Rolle gespielt hat. Der unübertroffene Meister dieser Gattung mar Beranger. der am 13. August 1780 als Sahn eines Schneidermeisters in Poris ge- boren wurde. Aus dürftigen Verhältnissen arbeitet« er sich m einer wunderlich verworrenen Jugend empor, versucht« sich in vielen Be- rufen und in so manchen Dichtungsorten, bis er schließlich in dem Chanson sein eigenstes Gebiet entdeckte und durch die Beröffent- lichung seines ersten Bandes 1815 zum Liebling der Franzosen wurde. Er war der Dichter der Jugend und der grimmig« Feind der Restauration: er war einer der Hauptträger des Napoleon- kultcs und beschwor die Riesengestalt des„kleinen Korporals" her- auf, während er die Regierung der Bnurbonen mit Spott über- häufte. So hatte er viel zu der Stimmung beigetrogen, die die Iulirevolutian enffeffelte. In feinen leichten hurmaroollen Gesängen feiert er den„Gott der guten Leute", tritt als der Anwalt der Armen und Unterdrückten auf, der napoleonischen Veteranen, der lustigen Grisetten, der zufriedenen Handwerker und Arbeiter.„Das Volk ist meine Muse," hat er gesogt,„und im kecken Volkston tanzen seine Verse dahin, stets in einen Refrain endend, den er mit oieler Mühe in der schlag- kräftigsten Form prägte. Er wurde wegen seiner kühnen Kritik verschiedentlich zu Gefängnis und Geldstrafen oerttrte®. aber mchts konnte ihn davon abbringen, feine Meinung frei herauszusagen. Als er 1857 starb, wurde er unter den größten Ehrenhezeugungen, von ganz Frankreich betrauert, zu Grobe getrogen. Beranger hat auf diedeutfche Dichtung einen großen Einfluß ausgeübt. Zwei deutsche Poeten, die ihm beide geistesverwandt waren, Ehamisso und Gaudy haben feine Lieder meisterhast übersetzt und damit unserer Literatur einverleibt. In den eigenen Gedichten der beiden Uebersetzer lebt so manches von seiner Art fort. Man fühlte, daß er, wie Ehamisso jagt,.dem deuffchen Geist« noherkammt als irgend- einer feiner Landsleute." Befanders hoben ihn die deutschen Frei- heitssänger verherrlicht und nachgeahmt. Hermegh fang seinen Jubelhymnus auf den„Heros der Freiheit", und bei ihm wie bei Heine, Freiligroth, Anastasius Grün, Hoffmonn von Fallersleben, Holtet u, a. finden wie die deutlichen Spuren seines Stils. Dingel- stedts„kosmopolitischer Nachtwächter" ist ebenfalls einem Gedichte des großen Ehonfonniers entlehnt, der fo vortrefflich verstand, die Poesie in den Dienst der Propaganda zu stellen. Dr. F. 5. Mochdruckdampf auf Schiffen Für die Technik spielt der Seemann ein wenig dieselbe Rolle. wie zu Lond« der Bauer: er stellt das konservative Element dar. Technische Forffchritie pflegen sich im Schiffsbau häufig viel lang- famer durchzusetzen als zu Lande, unter Umständen sogar auch dann, wenn sie von größter Bedeutung sind. In technischer Hin�chi stehen Dampfmaschine und Elektrizitätswerk einander sehr nahe. Sie gebrauchen dieselben Einrichtungen, Kessel und Dampfmaschinen oder Turbinen, auch die elektrischen Maschinen und Apparat« fehlen auf den Schiffen nicht. Während sich ober bei den Elektrizitäts- werken z. B. der Wosscrrohrkessel schon sehr früh durchsetzt«, blieben auf den Schiffen die älleren Zylinderkessel noch sehr lange in Ge- brauch, und die Jmperaiorklosse der Homburg-Amerika-Linie, die kurz vor dem Kriege gebaut wurde, war so ziemlich die erste, die durchgehend Wasserrohrkcssel auswies. Aehnlich geht es jetzt mit der Einführung des Hochdruckdampfes vor sich, der sich bei den Elek- trizitätswerken schon in großem Maße durchgesetzt hat. Es gibt fast keine Schiffe, die mit höheren Dompfdrücken fahren als 15 bis 20 Atmosphären, nur in wenigen Fällen sind höher« Drücke bis 30 oder 40 Atmosphären vorhanden. Dabei können gerode die Fori- schritte, di« die Dampftechnik im letzten Jahrzehnt gemacht hat. für den Schifssbetrieb von allergrößter Bedeutung sein, weil dadurch der Kohlenverbrouch verringert wird. BerriNgerier Kohlenverbrouch bedeutet aber nicht nur einen billigeren Betrieb, sondern auch«ine größere Fahrtstrecke mit derselben.Kohlenmenge. Dos ist namentlich bei Auslandsfohrten außerordentlich wichtig, denn die im Auslande lüngenommene Kohle ist häufig weit teurer als di« in der Heimat genommene. Neuerdings beginnt ober auch die Dompffchifftechnik in ver- stärktem Maß« sich dem Hnchdruckdompf zuzuwenden. So ist der englische Dampfer„Emprcß of Britoin", der nicht weniger als 42 000 Tonnen Naumgehalt hat, für einen Dampfdruck von 28 Atmosphären gebaut worden, was namentlich bei den konser- votiven Engländern viel sagen will. Di« englische P. and O. Com- pony baut sogar zwei Personendampfer für A iistrolienverkehr mit ttirbo-elektrischem Antriebe, wobei aljo die Schrauben von Elektro- Motoren angetrieben werden, die ihren Strom au? Dynamomaschinen beziehen, di« mit den Dampfturbinen von 28 000 PS gekuppelt sind. Der Vorzug einer solchen Anordnung ist es, daß die Dampf- turbinen für hohe Umdrehungszahlen gebaut werden können und daher klein werden, während die Schrauben trotzdem mit der günstig- ften Umdrehungszahl von etwa 100 in der MirnUe laufen. Auch diese Dampfer werden mit sehr hohen Kesseldrücken arbeiten. Die größten Fortschritt«' meisen allerdings deutsche D a m p f s ch i s f a h r t s- Gesellschaften auf, die versuchen, auch die letzten Errungen- schaften der Dampftechnik sich nutzbar zu machen. Besonders in Deutschland sind zu Lande Anlagen für allerhöchste Drück« von 100 bis 2 00 Atmosphären entwickelt und erfolgreich be- trieben worden. Diese Anlogen knüpfen sich an die Namen Benfon. Löffler und Schmidt, und sie haben gezeigt, daß man mit weniger als der Hälfte der Kohlenmenge auskommen kann, die noch vor 5 bis lO Jahren unbedingt gebraucht wurden. Solch« Anlogen für ganz extreme Drücke sollen nun auch auf Schiffen eingeführt werden. Dipl.-Jng. Dr. A. Hamm. Qonny titolhex: clflur ValerllCh••• Im Speisezimmer der Familie Rübsam herrscht drückende Ge- witterschwüle. Jeden Augenblick kann das Donnerwetter losbrechen. Di« Frau des Hauses wirft ihrem Gatten einstweilen die sprechendsten Blick« zu. Dieser stochert verlogen im Esten herum.— Als Herr Rübfom am Morgen aus dem Zimmer de» Haus- Mädchens Irma kam, mußte feine Frau natürlich im Korridor stehen. Nur ein langer Blick hott« ihn über ihr« Meinung belehrt. Das Esten war vorbei. Nichts war geschehen.— Herr Rübfom hotte sich ein« Zigarre angebrannt und sich mü der Zeitung in der Sofoecke niedergelassen. Da brach dos Gemitter los. „Was hottest du heute in der Kommer unseres Mädchens zu suchen? Schämst du dich gor nicht?" '„Aber gestatte,..." „Ich gestatte gar nichts. Du bist«in ganz gemeiner Wüstling, der nicht einmal das«igen« Haus reinhält." „Erlaube mal. du..." ,Tich erlaub« gor nichts. Du blamierst mich nor meinen Dienst- boten. Schämen solltest du dich bis ins Herz hinein." „Aber laste dir doch.. ,Tich lost« mir gar nichts. Von dir am allerwenigsten. Jetzt red« ich, und du hast zu schweigen. Seit zehn Jahren hin ich dir ein« treue Frau, und du tust mir so etwas an? Schäme dich, du Schürzenjäger!" „Aber so höre mich doch.. „Du willst mich natürlich mit Ausreden beschwichtigen. Das macht ihr Männer immer so. Nie lyibt ihr schuld! Aber ich mache nicht mit." Di« Gattin war zu End«, er auch. Die Tür kracht«. Frau Rübsom war gegangen.— Eine Stunde später kommt si« wieder. „Ich gehe zu meiner Freundtn. Adieu!" „So höre mich doch erst einmal an Du wirst doch zugeben, daß der Altersunterschied zwischen mir und Irma sehr groß ist." „Ja. Aber dos schließt nicht aus, daß.. .Jetzt laste mich reden. Heut« mittag sprachst du, jetzt habe ich die Absicht." Energisch klang Herrn Rübsams Stimme. Er fühlte, daß sein« bester« Hälfte in Anbetracht des Sonntags zur Versöhnung neigt«. .Ich habe doch nichts getan, ol? mit Irma einig« Worte ge- sprechen. Sie ist so ohne jeden Verkehr, und ich habe ihr nur zugesprochen, damit sie nicht an Heimweh krankt. Mein« Gefühl« zu ihr find doch nur väterlich." Mia wie nStittsich? Soll ich dex dqp gfaafa»!-■» Ost, I will es zu glauben versuchen. Aber du mußt mir versprechen. dein« väterlichen Gefühle zu unterbinden. Willst du das?" „Ich verspreche es dir." Glücklich zog Herr Rübsam seine Gattin in feine Arme. Ein langer Kuß bannte die legten Wolken des Ehestreites.--- Sieben Monate später kündigt das Hausmädchen Irma Frau Rübsam die Stellung auf. Es findet ein« sehr, sehr lange Aussprache zwischen der Gnädigen und dem Mädchen statt. Dann aber pack: Irma ihren Koffer und verläßt dos Haus,«he der Herr Sekretär aus dem Amte heimkommt.— Um fünf Uhr kommt Herr Rübsam, ein Liedchen ttällernd, nach Haus«. Irma vermißt er nicht. Ihr ist er seit dem unliebsamen Sonntagmorgen kunstgerecht aus dem Wege gegongen. Doch als ihm seine Gattin mit einem spitzen Guten Tag begrüßt, stutzt er. Sein Erstaunen ober wächst ins Grenzenlos«, als si« ihm dos späte Mahl selbst aufträgt. Doch er schweigt. Seine Gattin schweigt auch.— Als er wie gewohnt, seine Zigarre rauchend, in der Sosaecke lehnt, beginnt sein« Frau mit leichtem Zynismus. „Seit heut« weiß ich. daß deine Empfindungen für Irma nur väterlich waren und— sind." „Aber ich bitte dich, du wolltest doch wohl sogen, gewesen sind Außerdem finde ich es komisch, daß du heut« davon anfängst." „Irma hat heute gekündigt und ist zu ihren Eltern gefahren." „Na, dann ist ja olles in bester Ordnung, und der Stein des Anstoßes beseitigt." „Wenn du denkst. Ich steh« auf dem gegenteiligen Standpunk!«. Deine Gefühle waren zu väterlich." „Wieso denn?" Herrn Rübsom läuft e? kalt und heiß über den Rücken. Diese spöttische Ruhe ist ihm von seiner Frau gänzlich neu. „Du wirst erstaunt sein, aber deine väterlichen Gefühl« waren geradezu sormannehmend. Irma suhlt sich Mutter deines Kindes" Keines Wortes fähig, starrt Herr Rübjam feine Gottin an. D'o Zigarre ist feinen Händen entglitten. Seine Frau verläßt da» Zimmer und das Haus. Di« Koffer waren längst gepackt. Er hat si« nie wiedergesehen. Nur ein Rechts- anwalt hat sich mit ihm über seine Gattin unterhalten.— Mit Irma hat er jeden Monat zu tun, allerdings: Nur väterlich. WHHHTS-Ä Vcrar.iwortllch nit Tolilik: Dr. a»rt Geqe«! Wirtichekt: S. Stiagrlfeifct, Drwrrllchaitsbcwegung: 5. Stein«; ffeuiDetsn: ft. K. Dölcher; Lokal« und©onfriws; jftiti Korltädt:®naei««a; Ii. Stockt: taurttich in Sellin. Setteg: SotBärtfcSetlflfl®. V.». SS.. Seelin. Druck: Soru>ärr».Buchdrucker»i tui StUtfloonflir» Paul Lina« n. So.. Seth« 66. es, fünfniignil« t, * Ttr. 395* 47. Jahrgang 2. Beilage des Vorwärts Dienstag, �9. August-l930 Der Wahl- und Regierungsschacher Rolksnot undZntereffentenhaufen.—(Schluß mit aNem! In diesen Togen ist im Reichsanzeiger ein« Verordnung der Regierung Vrüning-Schiele erschienen, die lautet:„Der Zoll siir Crbsen, Nr. 11 des Zolltarises, wird für Speiseerbscn auf 15 M.. für Auttererbsen auf 4 M. für einen Doppelzentner festgesettzt.' Die Verordnung ist unterzeichnet von den Miniftern Dietrich und Schiele. Sie ist ergangen auf Grund der Ermächtigung vom 15. April d. I., die der Reichsregierung gegen den Willen der Sozialdemokratie erteilt worden ist. Die Verordnung bedeutet, daß für Speisecrbsen d e rZo l l um 275 Pro- zent erhöht wird, während der Zoll für Futtererbsen unvcx- ändert bleibt. Sie bedeutet praktisch, daß in dieser Zeit, in der ein großes Heer aus der Arbeit geworfener Menschen mit ihren Fa- Milien in erster Linie die billigeren Hülsenfrüchte esten muß, weil Fleisch nicht erreichbar ist, die wichtigste und nahrhafteste Hülsen- feucht verteuert wird. Es ist eine Verteuerung der Erbsen um min- bestens 5 bis K Pfennig das Pfund zu erwarten. Ein Notstand lag zum Erlaß dieser Verordnung, die die Massen sehr hart trifft, nicht vor. Erbsen werden in der Haupt- soche in Mitteldeutschland und in Ostpreußen aus Großgütern erzeugt. Die Erbsenpreise sind günstig. Sie liegen bei 150 Proz. des Vorkriegsstandes und stehen zweifellos unter den ineisten agrarischen Produkten mit am günstigsten. Es gibt über- Haupt keine wirtschaftlichen Gründe für dieses neue Attentat gegen die heutige Notexistenz der arbeitenden Massen-, es gibt nur poli- tische Gründe dafür. Und diese politischen Gründe sind einfach: es fehlte dem Reichslandbund für Mitteldeutschland und für Ost- deutschland noch ein Geschenk, um die erbsenbauenden Großgrund- besitzer von Hugenberg weg zum Landbund hinüber- zuziehen. Das war um so dringlicher, als der Landbundkompf gegen den Finnlondvertrag noch nicht endgültig für Schiele ent- schieden werden konnte. Nach der alten Landbundparole„S p e ck- zoll vor N a t i o n a l p o l i t i k" hat man die Verhökerung lebenswichtiger Volksintereffen zugunsten der politischen Machtziele der deutschen Agrarier einen neuen Triumph seiern lassen. Das Zollattentat auf die Erbsensuppe der Masten ist nur dos vor- läufige letzte Glied aus der Rechnung, die Herr Schiele für seinen Landbund der Jnteregnum-Regierung Brüning präsentiert. Mit Sicherheit kommt noch der finnländische Butter- und Käse- mechscl, besten Preis festzusetzen Herr Ritter vom Auswärtigen Amt nach Helsingfors gereist ist. Ungeheuerlich ist die Liste d i e s e r A t t e n t a t e, die zu- gunsten des Großagrariertums seit dem Sturz des letzten sozial- demokratisch geführten Kabinetts von der Regierung Brüning- Dietrich-Schiele gegen die Ernährung des Volkes geführt wurden: Die Einfuhr des billigen Gefrierfleisches wurde verboten, das Versprechen, dafür inländisches Fleisch verbilligt abzu- geben, wurde nicht gehalten. Auf olle Agrarprodukte wurden entweder die Zölle oder Einfuhrscheine erhöht oder neue Ein- fuhrscheine geschossen mit der klaren Absicht, die Agrarprodukte zu verteuern. Als die rückgängige Kaufkraft in Deutschland die Käsepreise senkte, wurde die Möglichkeit, wenigstens billigeren Käse esten zu können, durch Masfenauskäufe auf Kosten des Reiches verhindert. Obwohl der Roggenfrage nur durch Einschränkung des Noggenanbaues beizutommen ist, versuchte man die Volksernährung durch Verteuerung des Weizens und durch Aufzwingung des Roggens zu verschlechtern. Die Politik des Beimahlungs- Zwanges, die bei Weizen begonnen hatte, sollte beim Roggen fortgesetzt werden. Als die Sozialdemokratie, um die Masten wenig- stens gegen unberechtigte Ueberoorteilung durch die Bäcker zu schützen, den Brotoerkauf nach festem Gewicht verlangte, ging man über diese selbstverständliche Verbraucherschutzbestimmung beim Erlaß des neuen Brotgesetzes hinweg. Das arbeitende Volk kann heute sowieso keine Butter essen, denn Butter ist zu teuer. So Hot die Regierung Brüning auch noch die Margarine da- durch zu verteuern und zu verschlechtern gesucht, daß man— zur Festigung der Regierungsstobilität— zugunsten der Fleischer einen Beimischungszwang von deutschem Rindertalg bei der Morgarineproduktion durchzuführen versprach. Diese Liste füllt nur das letzte halbe Jahr und betrifft nur die wichtigsten Dinge, mit denen die Volksernährung verschlechtert werden soll, hauptsächlich dem agrarischen Interessentenhauscn zuliebe, der in der Reichsregierung entscheidend mitbestimmt. Aber die Parole„Speckzoll vor National- und Staatspolitik" galt nicht nur für die Agrarier. Sie wurde von den anderen Interessentenhaufen ebenso rücksichtslos verfolgt. Als die Benzin- und Benzolzölle erhöht wurden, wurde zugunsten der chemischen Großindustrie, der Braunkohlenindustrie und der Oeltrusts die inländische Ausgleichssteuer auf Benzol zu niedrig an- gesetzt und die Nachverzollung der im Inland lagernden Vorräte überhaupt unterlassen. Das bedeutete ein Geschenk von Dützen- den von Millionen auf Kosten der Steuerzahler. Bei der Neuregelung der Tabaksteuer hat man die Verpflichtung, die Kon- sumenten zu schonen, zugunsten der Großkonzerne Reemtsma und Neuerburg einfach in den Wind geschlagen, die mindestens die Hälfte der neuen Steuerbelastung auf die Verbraucher wieder abwälzen dursten. Als die Bayerische Voltspartei die Annahme des Poungplanes von einer geringeren Biersteuererhöhung abhängig machte, hat man es selbstverständlich unterlassen, gegen die Ab- wülzung der Biersteuererhöhung Vorsorge zu treffen. Alle diese Maßnahmen, die zu Lasten der arbeitenden Massen und der Verbraucher, also derjenigen Schichten in Deutschland, die unter dem gegenwärtigen Wirtschaftsdruck ohnehin am schwersten zu leiden haben, zum Gesetz erhoben oder verordnet wurden, sind aber das Gegenteil der Politik, die angesichts der erdrücken- den Wirtschaftskrise in Deutschland betrieben werden müßte. Den nichtagrarischen Parteien des Bürgerblocks war es deshalb auch h i m m e l a n g st um ihre Wähler, die am 14. September entscheiden sollen, und sie inszenierten eine Preisabbaukam. pagne und ein Arbeitsbeschaffungsprogramm, mit dem sie ihre Sünden zu verdecken hofften. Aber bei einer Regie- rungskoalition, die nur existieren kann, indem sie auf Kosten des Volkes Jnteressentenwiinsche befriedigt, kann nicht die Rede davon sein, im Interesse der Verbrauchermassen die Preise zu senken oder neue Arbeit zu beschossen.' Die Senkung der Preise muß eine Farce zur Täuschung der Wähler werden und die Beschaffung neuer Arbeit kann nur eine neue Gelegenheit sein, den Interessenten neue Vorteile zuzuführen. Da» Bürgertum ist in der heutigen hochkapitalistischen Organi- sationswirtschaft überhaupt mit feiner Regierungsweisheit am Ende. Das Bürgertum muß als politische Macht im Hoch- kopitalismu» aussterben, weil es in seiner großen Masse nur noch als Angestellte oder Provisionsvertreter der Kartell- und Trust- herzöge funktioniert. Mas die Regierung Brüning gegen das Volks- wohl tut, ist nur der Ausdruck dieser Regierungsunsähigkeil de» Bürgertums. Schutz der Verbraucher, Schutz der arbeitenden Masten, Wirtschaftspolitik zugunsten der Verbraucher und Arbeiter- mästen find nur möglich in einem Reichstag und In einer Regierung, in dem die organisierten Arbeiter und Verbraucher de- stimmen, was zu gffchehen hat. Darum kann nur eine Stärkung der Sozialdemokratischen Partei bei den kommenden Wahlen dem Mißbrauch aller Volksnot ein Ende setzen. Ein Gesenkschmiede-Trust. Mit willkommener kommunaler Subvention. Die„Schmie dag". Vereinigt« Gesenkschmieden A.-G., die vor zwei Jahren vom Eisen- und Stahlwerk H ö f ch durch Zusammenfassung bedeutender Firmen der Gesenkschmiedeindustri« ge- gründet wurde, entwickelt sich mehr und mehr zu einem trust- ortigen Unternehmern. Sie hat unter anderem auf die beiden Firnren Lange u. Co. und Friedr. Beyersmann m Hagen in W. Einfluß genommen: schon sricher erwarb sie das 1,25 Millionen (ranz. Franken betragende Kapital der Schwinn A.-G. Horn- bürg an der Saar. Obwohl fett der Gründung der„Schmiedag" feststand, daß Hösch mit der Gründung eine Monopolstellung zum mindesten für Rheinland-Westfolen anstrebt, Hot die Gesell- fchaft es verstanden, bei der Stadt Hagen sich eine kommunale Subvention zu verschaffen. Der frichere Verlust von 1,6 Mil- iionen ist inzwischen unter der von Hösch völlig geänderten Leitung bedeutend verringert worden, und e» wird jetzt wohl schon mit Gewinn gearbeitet. D:« Betriebe wurden mit Hilfe der kommu- nalen Gelder modernisiert. Gegenwärtig ist die Gesellschaft durch französisch« Aufträge, die zum Teil über Reporationskonw gehen, sehr gut beschäftigt._ Die Kufion Gchuliheiß-Ostwerke. Kapitalerböhung auf 90 Millionen Die Aufsichtsratssitziingen der Ostmerke A.-G. und der Schultheiß- Votzenhofer Brauerei A.-G. haben am Sonnabend ihre Fusion rnd dabei auch eine Kapitaterhöhung über das zur Vereinigung der beiden Firmen notwendige Maß hinaus beschlossen. Die Firma Ostwerke A.-G. verschwindet. Schultheih-Patzenhoser nimmt die Ost- werke A.-tI. auf. Bei den Ostwerten steht der Sprst im Mittel- punkt der Produktion: die Vereinigung mit dem wesensverwondtcn Brauerciunternehmen desselben Konzern« ist eine naheliegende Maß- nähme. Die Schultheih-Patzenhoser Brauerei A.-G. nimmt ois die größere der beiden Firmen die Ostwerke auf. Die Einzelheiten der Transaktion sind etwas verwickelt. Di« Lrauereigesellschaft erhöht ihr Stammkapital von 50 auf 73 Mil- lionen Mark, wobei die bisherigen 1 Million Mark Lorzugsoktien in Stammaktien umgewandelt werden. Da für 5000 M. Ostwerk«. Aktien 4000 M. Schuttheiß-Attien gegeben werden und die Ostwerke ein Stammkapital von 44 Millionen besitzen, sind zum Umtausch weitere 10,2 Millionen Mark Schullheiß-Aktien erforderlich. Sie werden dem Besitz der Ostwerke entnommen, die über einen er- heblichen Teil der Stommakti-m von Schultheiß verfügen. Sehr einflußreicher Großaktionär der Gruppe ist die Katzencllen- bogen G. m. b. H. Aus dem umfangreichen Wertpapicrbesitz der Ostwerke bleibt danach noch ein großer Posten Schulrheiß-Attien übrig. Nach An- gab« der Verwaltung sind es etwa 7 Millionen Mark nominell Stammaktien, nach einer anderen über 16 Millionen Mark Stamm- neben l Million, d. h. sämtlichen Vorzugsaktien von Schultheiß. Ein Teil dieses Paketes wird noch Angabe der Verwaltung„für gefchäftlich« Transaktionen" reserviert: 5 Millionen Mark Aktien werden in eine mit befreundeten Großaktionären zusammen zu gründende Gesellschaft eingebracht. Diese Gesellschaft übernimmt auch neu auszugebende Vorzugsaktien der Schultheiß-Patzenhofer Brauerei im Nennwert von 15 Millionen Mark, die vorerst nur zu 25 Proz. bezahlt werden. Auf die Verwaltung der neu zu gründen- den Gefellschaft hat die Schultheih-Patzenhoser Brauerei A.-G. sich ihren Einfluß gesichert. Das Fazit ist also: Der Katzenellenbogen-Konzern erhält durch die Fusion und die Kapitalserhöhung der Schultheiß-Patzenhofer Brauerei A.-G. über die Zlprozentige Stimmenmehrheit hinaus ein Millionenpakct von Schultheiß-Aktien für Erweiterungszwecke. Salstchächie im Mal. Namhaft« deutsch« Fachleute, di« vom Staatlichen russischen Kalitrust nach dem Ural berufen worden waren, äußern sich günstig über di« Abbaufähigkeit der auf- geschlossenen Kalivorrät« bei Perm. Zwei«chächt« sind durch ein« westsälische Firma bereits fertiggestellt. Es wird von einer Bereit- fchaft der Rüsten gesprochen, mit dem deutschen Kolisyndikot zu- sammenzuarbciten. Schöne Erfolge der Malerhülle Geschäftliche Höchstleistunq und soziales Verhalten sind kein Widerspruch. Die Malerhütte Berlin, eine der baugewcrblichen Unternehmungen der freien Gewerkschaften, hat auch im Jahre 1929 ihren raschen Ausstieg fortgesetzt. Die Malerhütte steht in offener Marktkonkurrenz mit der Privatwirtschaft und zahlt selbst- verständlich sämtliche Steuern. Um so erfreulicher ist die auch jetzt wieder mögliche Feststellung, daß die Malerhütte ihre Tätigkeit im vergangenen Jahr mit erheblichem geschäftlichen Erfolg weiter aus- dehnen konnte, und zwar trotz erheblicher größerer sozialer Auf- Wendungen, als sie in Privatbetrieben üblich find. Das Jahr 1929 hatte mit einem Auftragsbestand von 450 000 M.(gegen nur 255 000 M. im Borsahrf und mit einer Belegschaftszahl von 250 Personen begonnen. Im Juni stieg die Belegschaft auf 428 Personen, und am Jahresschluß konnte noch eine Belegschaft von 255 Personen in das neue Jahr hinübsrgenommen werden. In der ersten Hälfte 1930 war ein Auftragsbestand von 640 000 M. vorhanden, fast 50 Proz. mehr als zu Beginn 1929: im zweiten Halbjahr 1930 machte sich die schlechte Baumarktlage natürlich auch bei der Maler- Hütte bemerkbar. Die Lohn- und Umsatzziffern stiegen nach dem Gefchästobericht um etwa 20 Proz. Die Konkurrenz- Verhältnisse werden im Geschäftsbericht„wahnsinnig scharf" genannt. Offenbar wird in der Privatwirtschaft di« Leistungs- und Konkurrenzfähigkeit der Malerhütte gefürchtet. Der Bericht kann nämlich auf die wachsenden Versuche der Privatunter- nehmer hinweisen, vor Abgabe der Angebote mit der Maler- Hütte Preisvereinbarungen zu treffen, was von der Malerhütte im Interesse der Auftraggeber stets abgelehnt wird. Der Umsatz entfiel 1929 zu 77 Proz. auf gemeinnützige, zu 12 Proz. auf öffentliche und zu 11 Proz. auf private Auftraggeber. Im Stücklohn arbeiteten im vergangenen Jahre nur 12 bis 13 Proz. der Belegschaft. Diese erzielten im Durchschnitt einen Mehrlohn von 13 Proz. Wie schon bisher wurden auch 1929 der Belegschaft die Arbeitsanzüge gestellt, für Urlaubstage wurden 13 500 M. gezahlt oder 8650 M. über die tariflich« Verpflichtung. Di- Gewinn- und Verlustrechnung zeigt Arbeits- und Zinseinnahme von 468 000 M., davon wurden für Abschreibungen rund 80 000 M., für allgemein« Unkosten rund 230 000 M., für Steuern rund 45 800 M., für Sozialauxgaben rund 52 000 M. verwendet, so daß sich ein Gewinn von 60 814 M. ergab. In der Bilanz stehen lausevdcn Schulden von 144 000 M., Forderungen von 237 000 M. gegenüber. Höchstzinsen für Vauzwischenkredite. Reichsdarlehen nur für zusätzlichen Wohnungsbau. Der Re i chsa rbe i ts m i n i st e r hat am 8. August ein Rundschreibei, erlassen, das sich mit der Z w i s ch e n f! n a n z i«- r u n g des zusätzlichen Wohnungsbau Programms beschäftigt. Die von der Deutschen Bau- und Bodenbank A.-G. Berlin zu gewährenden Zwischenkredite laufe,-> aus ein Jahr und sind bis zum 15. August 1931 längstens befristet. Die Verzinsunz der Zwischenkredits darf nicht über 71-- Proz. bei voller Auszahlung betragen. Boraussetzung für die Gewährung ist der Nachweis der gesicherten Dauerfinanzierung. Reichsbaudarlehen dürfen, um eine möglichst billige Verzinsung des Baukapitals zu sichern, nur gewährt werden, wenn die Zins- und Tilgungs- bedingungen für die aus dem privaten Kapitalmarkt zu beschaffe»- den Hypotheken mindestens ebenso günstig sind wie die zur Zeit üblichen Sätze der führenden privaten und öffentlichen Hypolhoken- bankcn. Die Länder werden in dem Rundschreiben ersucht, genau auf die wirkliche Zusätzlichkeit der Wohnungsbauten bei den Gemeinden und Gemeindeverbändcn zu achten: falls dagegen verstoßen würde, find sämtliche für di« betreffende Gemeinde oder den betreffenden Bezirk gewährten Reichsdarlehen zurückzuziehen. Reichsbankkrediie nicht verlangt. Auch der R ei ch s ba n ka u s we i s vom 15. August zeigt noch kein Anwachsen der Nachfrage nach Reichsbanktrediten für Wirtschaftszwecke. Die We ch s e l b e st ä n d e sind gegenüber der Vorwoche wieder stark, nämlich um 170,5 auf 1418,1 Millionen ge- funken, die Lombarddarlehen haben— weniger als sonst zur Monatsinilte— um 21,6 aus 77,4 Millionen zugenommen. Reichs- jchatzwechsel waren bei der Reichsbank nicht vorhanden. Die zins- losen Gelder auf Girokonto sind um 25,3 auf 446,9 Millionen er- höht. Der Umlauf von R e i ch sbant k on t e n verringerte sich um 169,2 auf 4229,1 Million. Di« Notendeckung ist wieder rekordmäßig hoch. Die Goldbestände sanken um 5000 auf 2619 Mil- lionen Mark, und die Bestände an Deckungsdevisen von 6,2 auf 311,1 Millionen Mark. Die Notendeckung durch Gold allein er- höhte sich durch die Kreditrückzahlungen, und die Einschränkung des Notenumlaufs von 59,5 auf 61,9, di« durch Gold und Devisen zu- samme» von 66,8 auf 69,3 Proz.— das sind fast 75 Proz. mehr als das gesetzliche Erfordernis._ Reue internationale Turbiacngefellschaft. Zur gemeinsamen Förderung des Tuvbinenbaues haben AEG., Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, Siemens-Schuckert-Werke, Brown, Booeri u. Cie A.-G.-Mannheim und Brown, Boveri u. Cie A.-G.-Baden die Junkstroem Union A.-G. gegründet. Das neue Unter- nehmen fall fchwedi sche Patent« verwerten. Trotzdem vier von den fims Gründersirmen ihren Sitz in Deutschland li5 Uhr. in den»aunnerkälen. Teltower. Str. t— 4. Nersoavalung der Dorteioenoflen. Refrreiff: Tetijeimöfifcent®en»(T« Ohne Itttgftedabudi lein Antritt. .Freie Gewerkfchafts«Iugend Berlin f Heute. Dlenofaia. 1»� Vhr. Ionen Hie»nrvven: rrepinw:«ruotvn. beim. Schule BitbenbnjiWti. 54—54 idorUuimaeii.«Bi-rac:-Tomer«». IchaM-chteie— Semeinlchaitoleben".- Kuntbolht;' ugeirdberm®roun- Ccke Lorhingstrohe �irmobeni.—«pondaa: Srui-venhenn.«täM. Jugend. herin.«tnfcenufei 1. Aadeobenh.—*nui«urt«* Ale«: Stiiht. SugenMietct Litauer 61t. U.»ieluffumoabenii:.Ardeitetoliskeit".- Lo.d.berger«ah: ßrunoenheint JMefteTateneHtr- l> eichtlnlhernoickrgg:..Svort früher und beute. —»chteafcra: gugendheria Saffeftr. 22.«ortngg:.Di« ffteti ta der Wir!. ftfiaft und im Beruf".— Aeu-Stchtendengi �uiendberm Svnterttr. 44. Inte:. efTante» au» Snglond.— Pantow:»ruvw-ndei« Ponfa». ÄrfffnoenSr. 4f . DotatNierg in Wort, Lied und WI4."— Stdosteni«emerffchofltbau». Cngelufet 24—25. Saal II. ffobrilgtbeilenietbonb. Abbofien in»lingenl-etg. — ftharlotteubnrä: Jugendheim öwrefti. 30..Di, fojiatot und wirtschoktlichrn BerbSlinrsse in Indornflen" Jsucifnt)«ute. Dien»tag. finden solgenbe SetonfteHaincen statt: SodKoeft: »laeiudhe-m Lehrter Str. 18—19. Aortroa:.Au» dem Leben der Ar- beitersstheer"— Lichtenderg: Jugendheim Sunteeftr. 44..Sin To« out de« Arbeitsgericht." Gewerkschaftskollegen! M Zahlreichen WUnschen unserer Kollegen folgend, haben wir als zweiten Artikel neben unseren bekannten UNDCAR-FAHRRÄDERN LINDCAR-NÄHMASCHINEN aufgenommen, die zu kleinsten Raten geliefert werden. Neben unserer Niederlage Oranienstraße 127 haben wir eine zweite Niederlage im neuen Verbandshaus des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes, Alte Jakobstraße 148-155, zwei Minuten vom Bahnhof Halleechea Tor gelegen, eröffnet, um unsere Kundschaft echnell und prompt bedienen zu können. Die Niederlage Oranlenstraße wird neben der Abgabe von Fahrrädern in der Hauptsache den Vertrieb von Nähmaschinen besorgen. 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