BERLIN Mwoch 20. Augllfl 1930 10 Pf. Re. 388 B 193 47. Jahrgang ErscheinttSglich««ßerSvnntaz». Zugleich Abendautgabe det.Doririrts". Besugsprei« beide Autgaben 85 Pf. pro Woche, 3,60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; DerlinSW6S,Lindeiistr.S rf\£iHVasd6 Anzeigenpreit: Die einspaltige Ronpareillezeile «0 Pf., Reklamejeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: VvrwSrts-Vcrlag G. m. b. H., Berlin Nr. 37536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Aus dem Sowjetparadies zurück Zwei Bergarbeiter aus dem Ruhrgebiet erzählen. Held tritt zurück. Landtag hebt Schlachtfieuer auf. München, 20. August. fEigenberichl.) Der Landtag lral am Mittwoch vormittag unter a u h e r- ordentlichem Andrang auf den Tribünen zu seiner letzten entscheidenden Sitzung über die S ch l a ch t st e u e r zu- sammen. Aach dem Ergebnis der vorausgegangenen Sitzung des Haushaltsausschusses rechnet man mit der endgültigen Ab- l e h u u n g der Schlachtsteuer bestimmt. Die sozialdemo- k r a t i s ch e Aratlion hat, trotzdem sie in der Opposition steht, Deckungsantröge eingebracht, durch die der Aussoll durch die abgelehnte Schlachlsleuer reichlich wieder wettgemacht werden könnte. Sic verlangle, datz endlich einmal mit allem Ernst an die längst fällige Vereinfachung der Staatsverwaltung herangegangen werde und daß mit den kirchlichen Oberbehörden in Der- Handlungen getreten werde mit dem Ziel eines Abbaus der freiwilligen Leistungen des Staates an die Kirchen- gesellschasten. Jür den Zoll, dah diese Verhandlungen zu keinem Ergebnis kommen sollten, beantragte die sozialdemokratische Fraktion, daß zunächst einmal ein Betrag von S Millionen von den 26 Millionen Mark betragenden freiwilligen Leistungen an die Sirchen abgestrichen werde. Vach der Haltung der in diesem Punkte ausnahmsweise völlig einigen bürgerlichen Parteien ist aller. dings auch mit der Ablehnung dieser Anträge zu rechnen, so daß der bayerische Ainanzmuiister tatsächlich am Ende seines Lateins angelangt ist. Die Sitzung begann mit letzten beschwörenden Mahnungen des Zinanzministers und des ZNinislerpräjidenten Dr. Held. Der Ministerpräsident erklärte, in der Ablehnung eine Kundgebung des Mißtrauens zu erblicken und die politische Konsequenz ziehen zu wollen. Gegen 1Z Uhr wurde zur Abstimmung geschritten. Der sozialdemokratische Antrag auf Aufhebung der Schlacht st euer- Verordnung der Stoalsregierung wurde mit KS Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten. Vationalsozialisten, der Deutschen Volkspartei und des Bauernbundes gegen 58 Stimmen der Bayerischen Volkspartei und der Deutschnotionalen a n g e. n o m m m e n. hierauf erklärte der Fraktionsvorsihende der Bayerischen Volkspartei. Dr. Wohlmuth. daß nunmehr der O p p o- fition die Pflicht zufalle, selbst die Bildung einer neuen Regierung zu übernehmen. Ministerpräsident Dr. Held hat unmittelbar nach der Plenarsitzung des Landtages den Landtogspräsidenten schriftlich von dem Rücktritt des gesamten Ministeriums unterrichtet. Hilfe für Reinickendorf. Magiflratsbeschluß: Sofort Mittel für die vom Hochwasser �Bedrängten. Der Magistrat ist in seiner heutigen Sitzung dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung betr. Entschädigung der im Bezirk Reinickcndors durch Hochwasser geschädigten Laubenbesiher beigetreten. Die erforderlichen Maßnahmen werden mit größler Beschleunigung durchgeführt. Der durch die Initiative der Sozialdemokraten gefaßte Stadtverordnetenbeschluh lautete:„Die Stadtverordnetenversammlung erkennt den durch die hochwasscrkatastrophe im verwaltungs- bezirk Reinickendors entstandenen V o t st a n d an und ersucht den Magistrat, sosorl Mittel zur Linderung der Bot bereitzustellen. Die Verteilung der Mittel hat im Einvernehmen mit der durch die Geschädigten gewählten Vertretung zu erfolgen." Familieniragödie in der Kleinstadt. Die Frau erwürgt, sich selbst erschossen. Solberg, 20. August. Der Maurer hannemann in Treptow a. d. Rega, ein Mann von 24 Jahren, erwürgte seine 20jährige Iran. die in kurzer Zeit der Geburt des ersten Sindes entgegensah. Hanne- wann erschoß sich daraus mit einem Tesching. Staatspartei beim Kuhhandel. Semokraten übers Ohr gehauen. Aus den Kreisen bisheriger Demokraten wird uns über einen amüsanten Kuhhandel in Potsdam I geschrieben: Im Wohlkreis Potsdam I kommt die„Staatspariei" nicht zur Ruhe. Erst hat man ihr den Mahraun-Mann Artur Adolph, der erst vor wenigen Wochen sein republikanisches, vor- her sür jjugenberg schlagendes herz entdeckt hat'e, auf die Nase setzen wollen.-Die Demokraten, die ihren bisherigen Ab- geordneten Georg Bernhard nicht fallen lassen wollten, lehnten ihn einmütig ab. Sie mußten zwar doch nachgeben, weil sie gegen Finanzminister h ö p k« r- A s ch o f s, der sich persönlich sehr stark für eine volksnationale Spitzenkandidatur einsetzte, nichts unter- nehmen konnten. Aber sie setzten wenigstens durch, daß Adolph, der Mann mit der deutsch nationalen Vergongen- he it. durch den jungdeutschcn oder„voitsnationalen" Major a. M. herrmann ersetzt wurde. Doch die Mahraun-Leute wissen, was sie wollen. Sie ver« anlaßten herrmann, auf die Kandidatur zu ver- Am Leitseil „3c stärker die Rechte, desto leichter wird sie die Regierung am Leitseil halten." v. Oldenburg-Zanuschau. ES ging ein Mann im deutschen Land. Oer führt'— ja was?— am Halfterband! zichten, um die Kandidatur Adolphs von neuem aufs Tapet zu bringen. Dabei find Mahrauns Freunde auf einen gar nicht üblen Gedanken gekommen. Sie erklärten sich damit einverstanden, daß der ehemalige Demokrat August Weber an Georg Bern- Harbs Stelle Spitzenkandidat werden sollle. Die zweite Stelle auf der Liste verlangen sie sür ihren Freund Adolph, die dritte ist für das demokratisch« Fräulein Else Fisch vorbehalten. Das scheint sehr selbstlos von den„Volksnationalen", aber es scheint nur. Herr Weber soll nämlich einen Platz auf der R e i ch s l i st« erhalten. Erfolgt nun seine Wahl in Potsdam I, dann soll er auf der Reichslistc annehmen und die guten Demo- traten von Potsdam l sind die Geneppten: sie hoben dann im Reichstag als ihren Vertreter doch Herrn Artur Adolph, der es sich noch vor wenigen Wochen in hugcnbergs Gefolgschaft wohl sein ließ! Wir g'-atulieren! Die kommunistische Presse kann sich nicht gcnugtun mit Berichten, wie fabelhast die Sowjetunion unter dem Fünf- jahresplan sich entwickelt. Arbeitslose Bergarbeiter aus dem Ruhrgebiel sind unter Versprechungen nach dem Donezbecken gegangen, um an dem kommunistischen Ausbau zu helfen. Zwei von ihnen, Bruno Wrobel und G u st a v R o k i t t e r(dieser mit seiner Frau), beide aus dem kreis Recklinghausen, kamen dieser Tage zurück. Sie haben uns erzählt, wie es ihnen erging und was sie erlebten, hier der Bericht: Am 16. Juli d. I. wurden wir im Ruhrgebiet von der russischen Organisation S u j u s u g o l als Bergarbeiter für das Bergwerk in Rutfchenkowo(Donezgebiet), Schacht Lidewka 2, angeworben. Es wurde ein« Entlohnung von 160 Rubel monatlich bei sechsstündiger Arbeitszeit und vollständiger Arbeitsruhe an jedem fünften Tage zugesichert. Die Verheirateten sollten eine Wohnung von 3 Zimmern „VerNeiler Sozialismus" Die Rolle der Nazis im Kapilallsmus (Siehe 3. Seile) erhalten, die Küche von zwei Familien gemeinsam benutzt werden. Ein gutes Mittagessen sollte nicht mehr als 35 Kopeken, 1 Pfund(400 Gramm) Fleisch nur 15 Kopeken, 400 Gramm Butter 75 Kopeken kosten. Nach unserer Ankunft— am 21. Juli passierten wir die Grenze — mußten wir in verwanzten, verlausten, schmutzigen Räumen Hausen, die von Tausenden von Fliegen übersät waren und in denen eine Tcm- peratur von 30 bis 40 Grad Eelsius herrschte, waschgelegenhei! war nicht vorhanden, das Wasser zum Trinken nicht genießbar, das Essen ebenso. Schon nach drei Tagen erhielten wir dieselbe schlechte Kost, wie der russische Arbeiter. Pro Tag und Mann gab es 5 0 0 Gramm Brot, für die Frau 300 Gramm Brot. Rohe Gurken mit der Schale und Salz, Tomaten, Weißkohl, Heringe, Zwiebeln, Sonnen- blumenkernöl bildeten die übrige Nahrung. Es herrschte große Unzufriedenheit unter den enttäuschten, aus Deutschland«in- gewanderten Arbeitern, die wieder in ihre Heimat zurückkehren wollten. Der vom Wirtschaftsministerium ins Lager entsandte Beamte Schneider(ein Deutscher) machte uns beruhigende Ver- s p r e ch u n g e n, wir sollten ein Klubhaus, ein Kinderheim usw. erhalten. � Aber statt in den versprochenen Wohnungen mußten wir weiter in dem dreckigen Lager Hausen. Der Verdienst betrug sür einen ungelernten Arbeiter 60 Rubel monatlich, für einen geschickteren Arbeiter 80 Rubel, sür einen der Kommunistischen Partei an- gehörenden Arbeiter, der sich eifrig am„A u f b a u" betätigt, 100 Rubel. Arbeitende Frauen erhalten in den Zechen und Bergwerken 30 Rubel monatlich. Wir wollten uns diese Zustände, diese Lebensweise nicht gefallen lassen und nahmen uns Fahrkarten und erreichten beim deutschen Konsul in Charkow, daß wir Fahrkarten sür die Rückreise erhielten. In Charkow hielten wir uns acht Tage auf. hier mußten wir im Wartesaal des Bahnhofs schlafe», wurden um 1 Uhr nachts nebst allen Insassen desselben hinausbefördert und schliefen dann a u f der Straße. In den Straßen in der Nähe des Bahnhofs liegen 200 bis 300 Personen herum, sosern sie nicht im Wartesaal schlafen. Elternlose Kinder, nur mit Badehosen bekleidet, betteln um Brot, Frauen in zerrissener Kleidung, ohne Wäsche, ohne Strümpfe und Schuhe, irren in den Straßen umher. Die Stadt ist schmutzig, die drei in die Luft gesprengten Kirchen sind ausgeplündert, hunderte von bettelnden Invaliden trijft man in den Straßen. Es gibt Lebensmittelkarten, aber kaum Lebensmittel dafür. Nach stundenlangem Anstehen gibt es aller- dings sür eine Person im Monat 1 Pfund(400 Gramm) Zucker, 1 Päckchen Tee, Vi Liter Sonnenblumenkcrnöl. Am Abend beginnt man schon mit dem Warten auf die Ausgabe der Lebensmittel und schläft dabei gleich draußen. Auf dem Markt erhält man ohne Lebensmittelkarte für 4,50 Rubel 400 Gramm Fleisch, sür 5 bis 6 Rubel 400 Gramm übelriechenden, in unglaublich verschmutzten Lappen gewickelten Speck, den in Deutschland kein Mensch anrühren würde. Für 7 bis 8 Rubel gibt es 400 Gramm Butter, für 1,40 Rubel 1 Liter Milch, für 1,50 Rubel 1200 Gramm Brot. Ein Salzhering kostet 80 Kopeken, I Ei 2Z Kopeken. Kleiderstoffe sind nicht aufzutreiben. Der russische Arbeiter erhält halbjährlich für zwei Personen 1 Paar Gummischuhe auf Karten zugeteilt. Im freien Handel gibt es ferner baumwollene Damenstrümpse für 5 Rubel(Wert 50 Pf.), Seidenflorstrümpfe für 20 Rubel, Damenschuhe für 140 Rubel, Herrenschuhe für 200 Rubel zu kaufen. Der russische Arbeiter erhält für die ganze Familie pro Monat 400 Gramm Kernfeife. Die Bergarbeiterfrau im Krankenhaus. Frau Rokitter war an Ruhr erkrankt und kam ins Krankenhaus. Sie erzählt: Im Sowjcthospital Nicalaifki sterben täglich soviel Menschen, daß gleich fünf Leichen zusammen in. einen mit Blech ausgeschlogenen Kasten gelegt, der zu einem Graben transportiert und dorthinein einfach entleert wird. Er findet dann wieder zu demselben Zwecke weitere Verwendung. Der Arzt, der mich sünf Tage lang behandelte, war ebenso unsauber in der Kleidung wie die anderen dort anwesenden Aerzte: als er mir«ine Medizin aufschreiben wollte, bat er mich um Papier und Blei st ist zuin Aufschreiben des Rezeptes(!). Zur Abholung der Medizin sollte mein Mann sich selbst eine Flasche beschaffen, ein rohes Ei besorgen und dieses mit der Medizin vermischen lassen. Die Medizin war ober nicht zu erhalten, ich mußte mich mit dem Rezept begnügen, wie die meisten anderen Kranken, die die verordneten Medikamente auch nicht erhalten können. Im Hospital gibt es einmal ain Tage eine Suppe aus Milch, Reis und dergleichen, manchmal am Vormittag ein rohes Ei. Diese ein« Mahlzeit wird nicht regelmäßig verabreicht. Oft bekommt ein« Abtei- lung auch kein Essen mit der Begründung.. daß sie ja erst gestern etwas erhalten habe und heute nur die ander« ZtMci'ung essen dürfe. Die Unfähigkeit eines Arztes ging soweit, daß er auf die Klagen einer Patientin über große Schmerzen im Leibe ihr den Rücken abklopfte, das Hörrohr ansetzte und meinte, daß es ihr bald besser gehen würde. Als die Kranke vor Schmerzen bald darauf aus dem Bett lief, verlor sie ein neugeborenes Kind, das von einer Wärterin (Scheuerfrau, wie Frau R. angibt) auf ein Stück Papier gelegt und herumgezeigt wurde. Die Kranken entsetzten sich zun, Teil darüber. Es liegen überhaupt Insektionskranke(Typhus, Ruhr, Cholera, Tuberkulose), gebärende Frauen, Wöchnerinnen, ander« Kranke in einem Raum. Die Kranken müssen den Entbindungen sowohl wie dem Sterben der nicht mehr zu rettenden Kranken beiwohnen, es gibt nicht einmal besondere Zimmer für die dem. Tode nahen Kranken. Ein Transport nach Sibirien. Auf der Rückfahrt, kurz vor dem 17. 2lugust, als wir die russische Grenz- überschritten, trafen wir— so erzählten die Bergarbeiter weiter— einen von Soldaten mit aufgepflanzten, Bajo- nett begleiteten Zlrbeitertransport. Auf unsere Frage erhielten wir von den Soldaten die Auskunft, daß das„N i ch t a r b e i t s- willige' waren, die nach Sibirien verschickt wurden. Zum Schluß e, klärten W. und R., daß sie den kommunistischen Agitatoren wünschten, setbsi einmal in Charkow leben und arbeiten zu müssen, um das dortige Elend mit anzusehen und. am eigenen Leibe zu erfahren. Sie seien froh, daß es ihnen geglückt ist, durch Vermittlung und auf Drängen des deutschen Konsulats Geld zur 5ieimreise erhalten zu haben und wollen lieber unter einfachsten Verhältnissen hier leben. Nach ihren Ersahrungcn haben sie der Koinmunistischen Partei, deren überzeugte Slnhängcr sie waren, den Rücken gekehrt, sie wollen um Aufnahme in die Sozialdemokratische Partei ersuchen und für deren Bestrebungen und Ziele arbeiten. preisireibereien mit Todesdrohungen. Wer zu billig kaust und verkaust, wird überfallen. Rem 3 o r k. 20. August. Bei der amtlichen Untersuchung der zu hohen Lebensmittelpreise in yiem Dork erklärten mehrere al» Zeugen vernommene Stein- Händler, daß sie von unbekannten Männern warnend a u f g e s o r- dcrt worden seien. Ankäufe von Milch, Dutter, Eiern und anderen Lebensmitteln bei gewissen Großhändlern zu unterlassen, da deren Preise zu niedrig seien. Händler, die die Warnung un- beachtet liehen, erklärten, ihre Chausseure seien von Banden- Mitgliedern überfallen worden, die die Gummireisen der Autos zer- schnitten und die Waren vernichtet hätten. Einige Milchhändler sagten au», daß sie vor einer Woche durch Todes- drohungen gezwungen worden seien, einen Dollar mehr für jede Zehn-Gallonen-Sanne Milch zu bezahlen. Jeder abgehalftert. Oer Ttazi-Jinanzmann kommt drei plähe tiefer? Ehemmlz, 20. August.(Eigenbericht.) Die n a t i o n a l s o z i a l i st i s ch e L i st e für die Reichstags- wählen im Wahlkreis Chemnitz-Zwickau wird von Gregor Skraßer geführt. An zweiter Stelle steht der berüchtigte Sozialreaktionär, Fabrikant M u t s ch m a n n- Plauen, der Finanzier Hitlers. Der bisherige Spitzenkandidat und Reichstagsabgeordnete Feder muh mit der vierten Stelte vorlieb nehmen. Nie Sammlung macht sich! Oeutschkemervative Dottel- und Gtaatswirtschastelpartri? Die Konservative Volkspartei, die Deutsche Volkspartei und die Wirtschastspartei haben sich zujammengetan, zunächst zu einem gemeinsame» Wahlausruf, dann zu einem Burgsrieden während des Wahlkampfes, vielleicht sogar auch zu einer Fraktionsgemeinschast später. Es ergeben sich somit für das Werden einer„Deutsch- t o n s e r o a t i v e n V o l k s w i r t s ch a f t s p a r t e i" die allerglück- lichstcn Aussichten. Sollte später auch die Staatspartei hiiizutommcn, so wird die Deutschkonservative Volks- und S t a a t s wirtschafts- Partei schnell sertig sein. Einstweilen aber bestehen zwischen der Staatspartei und der Schoiz-Bredt-Treviranus-Gruppe Meinungsverschiedenheiten, da sich die Staatspartei den Weg nach links doch nicht ganz oerbauen möchle, während Herr Scholz— weil man nach seinem eigenen Ausspruch aus die Dauer doch nicht ohne Sozialdemokratie regieren kann— mit Oldenburg-Ianuschau„ganz scharf gegen die Sozialdemokratie marschieren' will. Befrachtet man den Unfug, der setzt vom politisierenden Bürger- tum getrieben wird, im Ganzen, so könnte man wohl über ihn weinen, wenn man nicht so herzlich über ihn lachen müßte. Frauen- und Zug Die Generaldebatte auf dem Die Generaldebatte auf dein Verbandstag der Metallarbeiter wurde heute vormittag in der gleichen tameradschaftlichen Weise wie am Vortage fortgesetzt. Die Diskussion unterschied sich von der des zweiten Verhandlungslages dadurch, daß fast alle Redner weniger scharf an der Tätigkeit des Vorstandes Kritik übten, sondern an Hand von praktischen Erfahrungen aufzuzeigen versuchten, wie man in Zutuns! wirksamer als bisher den Aufstieg der Organisation fördern könne. Gau; entschieden wurde Front gemacht gegen die kam- m u n i st i s ch c n C p o l t u n g s a k t i o n c n. Gleich der erste Redner, ein Delegierter aus Bochum, rechnete mit diesen Gewerkschaftsschädlingen scharf ab. Er illustrierte die schäbige Haltung der„revolutionären' Maulhelden im jüngsten Nordwestkonflikt. Vor dem 1. Juli überboten sie sich förmlich darin, die Arbeiter der nordwestlichen Gruppe zum Kampf aufzupeitschen. Slm und nach dem 1. Juli waren es aber gerade die größten kommunistischen Schreier, Betriebsräte und andere kommunistische Funktionäre, die zuerst zu Streikbrechern wurden. Diese kommunistischen Deserteure zwangen die Örtlichen Orgamjations- leitungen, in einzelne» Beirieben den Kampf vorzeitig ab- zubrechen, um nicht alle Funktionäre und Mitglieder der Organisation zur Strecke bringen zu lassen, was ohnehin durch dos feige Verhallen der Kommunisten in vielen Fällen nicht abzuwenden war. Ebenso schändlich war aber auch in diesen, Abwehrkampf das Berhollen der Ehrifllichen, die ganz offen ihre Mitglieder zum Streikbruch oufsordsrten. Dein Hauptoorstand könne für feine eindeutige Stellungnahme in diesem Konflikt nur die größte Anerkennung aus- gesprochen werden. Von den Berliner Delegierten wurden gleichfalls zahlreiche Beispiele angeführt, die dem Kongreß die f o r t s ch r i t t s- schädliche Tätigkeit der KPD. deutlich vor Zlugei, führten. Einen breiten Raum in der heutigen Vormittagsdcbatte nahm auch die Frage der Frauenarbeit, sowie der Schulung und Gewinnung der jugendlichen Metallarbeiter für die Organisation ein. Hier mores ganz besonders die Berliner-Delegierte Frida Gtadofch, die scharf Stellung nahm gegen einen Antrag, in dem das gesetzliche Verbot Verkehr bedroht die Häuser. Auch am Bette-Alliance«Plah zeigen sich Häuserriffe. Aber keine Gefahr? Wenn auch nicht in dem besorgniserregende» Umfang wie bei den Häusern in Eharlottenburg in der Hebbel- und Fritfchestraßc habe» sich seit einiger Zeit auch in der Innenstadt Häuserrisse bemerkbar gemacht, die der Baupolizei zu besonderen Borsicht s- maßnahmen Anlaß gegeben haben. An dem Eckhaus Wilhelm- ftraße l. Belle- Alliance- Platz 14, also in einem wichtigen Berkehrszenlrum des Bezirks Sreuzberg, sind feit einigen Iahren ebenfalls R i f f e in der hauswand aufgetreten. Unter dem Fundament des Hauses ging früher nämlich der sogenannte„Faule Graben' entlang, der seinerzeit auch das Haus in der Beffelstraß« in Mitleidenschaft gezogen hatte, das aber inzwischen vollkommen renoviert ist und jetzt dem Arbeitsnachweis für Kinoangehörige, Slrtiften„sw. Unterkunst bietet. Die Risse in dem Haus Wilhelmstraße 1 befinden sich hauptsächlich an der Außen- fassade über dem Hauseingang in der Wilhelmstraße, wo bereits die Tür- und Fensterbögen bis zum vierten Stock infolge der Bewe- gungen der Hauswand geborsten sind. Di« Baupolizei des Be- zirks Kreuzbcrg hat genaue Untersuchungen des Hauses und der Fundamente vorgenommen, und durch Einziehung von sogenannten Gipsstreifen durch die Risse ist festgestellt worden, daß die Bewegungen des Hauses nur minimal sind, und keinerlei Einsiurzgesahr besteht. Die Baupolizei hat aber im Einoernehmen mit der Polizei seit heut« ein« weiter« Porsichtsmaßnahnre angeordnet, und zwar darf der Verkehr am Belle-Alliance-Platz vor diesem Hause nur in 8 Kilometer Geschwindigkeit erfolgen, um das fchadhajte Gebäude vor den von den schweren Fahrzeugen hervorgerufenen Erschütte- rungen zu bewahren und das Herabfallen von Putzteilen, die man nach Möglichkeit bereits an den Rißstellen entsernt hat, zu ver- hindern. Den Hauseigentümern ist bereits von der Baupolizei auf- gegeben worden, das Haus instandzusetzen, nachdem festgestellt worden ist, haß die Fundamente als solche intakt sind. Lkm das Erbe betrogen. Wenn man den Freund als Testamentsvollstrecker einsetzt. Eine inleresiante Verhandlung steht heute vor dem Schössengericht Eharlottenburg an, vor dem sich ein rumänischer Ossizier, der die Erbschaft eines Bekannten durchgebracht halte, verantworten soll. Dem Kaufmann Bien von Pusztakovaczi wird vor- geworfen, daß er als Nachlaßpfleger das ihm anvertraute Berniögen veruntreut hätte. Der Angeklagte, der früher Rittmeister in einem rumänische» Husarcnregiment war, lebt seit 10 Jahren in Deutschland und beschäftigt sich hauptsächlich mit Verrnittlungs- und Inkassogeschäften. Durch Geschäftsfreunde lernte er einen Rentier kennen, dessen Vertrauen er sehr schnell gewann. Nach kurzer Freundschaft starb her Rentier und hinterließ ein Testament, in dem seine Frau als Erbin und sein Freund Bien als T e st a m e n t s- voll st recker eingesetzt waren. Der Angeklagt« wurde auch vom Amtsgericht Lichterfelde als Nachlaßpfleger bestätigt und begann mit der Verwaltung der vielen Grundstücke und des Baroermögens, aiis denen die Erbschaft bestand. Von vorichcrein behandelte er seine Pflichten sehr nachlässig, da er her Erbin kein eigenes Konto anlegte, sondern alle Beträge auf sein persönliches Konto überschreiben ließ. Als die Witwe nach einiger Zeit E i n s i ch t in die Geschäfte des Testamentsvollstreckers verlangte, wurde sie mit allgemeinen Redens- arten abgespeist, und es wurde ihr nur kurz mitgeteilt, daß zahlreiche Hypotheken auf die Grundstücke aufgenommen werden müßten, da nicht genügend Geld vorhanden wäre. Aus das erneute Drängen der Erbin kam es z» einem crbiEertcn Streit. Bien verweigerte ihr alle Gelder zur Lebenshaltung und jede Abrechnung, bis ichließ- lich das Gericht eingnss, ihn seines Amtes enchob und einen Rechts- end-Metallarbeit Metattarbeiiet- Verbandstag des Doppelverdienens van Mann und Frau gefordert wird. Dieser Antrag zeuge von der völlige» Berkemi ung der Gründe der Frauen- erwerbsarbeit und spreche auch dem Beschluß der Arbeiterinnen-' tonferen; im Jahre 1027 Hohn. Man solle sich nicht so sehr gegen die Frauencrwerbsarbeit wenden� sondern vielmehr alle Kräfte zur Gewinnung dieser Frauen für ihr« zuständige Gewerkschasts- organifation einsetzen. Bon den Sprechern der Jugend wurde eine bessere Ausgestaltung der„Metallarbeikerjugcnd" gefordert und angeregt. Dieses Blatt sei entsprechend dem heutigen Stand der Zeitungstechnik mehr mit aufklärenden und zugleich werbenden Bildern auszustatten. Vom Vorstand wurde die Zu- sicherung gegeben, daß dieser Anregung jetzt entsprochen werden könne, nachdem durch die Uebersiedlung nach Berlin die technischen Voraussetzungen für eine derartige Umgestalwng gegeben sind. Der Vertreter vo-, Karlsruhe kritisierte dieSchriftieitung der„Metallarbeiterzeitung', die, wie schon auf dem letzten Verbandstag bemängelt wurde, zu wichtigen Fragen eine der Auffassung des Hauptvorstandes ganz entgegengesetzte Haltung ein« nehme. Das sei besonders nach der Beendigung des Ruhrkampfes Ende 1928 durch den Severingschen Schiedsspruch zum Ausdruck gekommen. Während die an dem Kampf beteiligten Funktionäre dem Schiedsspruch z u g e st i n, m t hatten und von dein zuständigen Ve- zirksleiter in der„Metallarbeiterzeitung" der Ausgang des Kampfes als. ein guterErfolg bezeichnet wurde, vertrat der verantwort- liche Schriftleiter Kummer in der gleichen Nummer der Zeitung die Auffassung, daß bei dem gigantischen Kampf für die Metall- orociter nicht der geringste Erfolg herausgekommen sei. Eine so uneinheitliche Stellungnahme verwirre die köpfe der Berbandsmitglirder, denen die Verbandszeitung doch in erster Linie richtunggebend sein soll. Von den sächsischen Vertretern wurde die bereits gestern vor- oetragcne entgegengesetzt« Sluffassimg hinsichtlich der Einstellung des Verbandsvorstandes zum Schlichtungsivesen nochmals ausdrücklich verteidigt. Im allgemeinen war auch heute vormittag bei allen Diskussions- rednern der Wille zur praktischen gewerkschaftlichen Aufbauarbeit vorherrschend. anmalt zu seinem Nachfolger bestimmte. Auch diesem gab Vier. keinerlei Abrechnung über das Vermögen und keinen Einblick in seine Manipulationen. Da er die Hypothekenzinsen niemals bezahlt hatte, kam es zur Katastrophe: Sämtliche Grundslücke der Erbin wurden zwangsweise versteigert. Der ungetreue Nachlaßpfleger wurde nun angezeigt uni, in Untersuchungshast genommen. Brünings Reformeifer. Regierung ouf Abruf macht noch Vorlagen. Das Reichstabinett hat gestern einen Gesetzentwurf über das Reichsverwaltungsgericht angenommen. Der Ausbau eines Reichsverwaltungsgerichts war bereits von dem Vor- kriegsreichstag im Interesse einer einheitlichen Rechtsprechung gefordert worden. Durch den Krieg wurde diese Reform verzögert. In der Weimarer Verfassung ist jedoch der Gedanke eines Reichs- Verwaltungsgerichtes im Art. 107 festgelegt worden. Der Zweck des Reichsverwaltungsgerichtes soll sein, die Ver- walttmgsrechtsprechung zu vereinheitlichen und durch eine autoritativ- Stelle zu klären. Bisher lag diese Rechtsprechung in den Händen von 16 verschiedenen Landesverwaltungsgerichten. In diesem Sinne stellt also das Gesetz über das Reichsverwaltungsgericht ein Stück praktischer Reichsrefonn dar. Von besonderer Bedeutung ist der Z 21 des Gesetzes, wonach Länder auf Antrag die Kompetenzen ihrer Landesverwolttingsgerichte auf das Reichsverwaltungsgericht übertragen können. Bon Preußen liegt bereits eine Erklärung vor, daß das Preußische Oberverwaltungsgericht seine Kompetenzen ouf das Reichsverwaltungsgericht übertragen wird, sobald es ins Leben getreten sein wird. Als S i tz des Reichsverwolwngsgerichts ist Berlin vorgesehen. Die Stellung-der Richter entspricht derjenigen der Richter des Reichs- gerichts. Bemerkenswert ist in dem neuen Gesetz, daß der Staats- gerichtshof, der bisher dem Reichsgericht angegliedert war, jetzt vom Reichsverwaltungsgericht übernommen werden soll, soweit es sich um verfassungsrechtliche Fragen handelt. Amerikanischer Millionär ertrunken. Er bestellt freundliche Grüße. New Zork. 20. August. Der vielsache.Millionär und Herausgeber der Boltimore Sun, van Lear-Black, der durch seine zahlreichen Fernflüge auch in Europa bekannt geworden ist, und noch unlängst durch einen Flug um die Welt von sich reden gemacht hatte, scheint auf einer Kreuz- fahrt mit seiner Jacht ins Meer gestürzt und ertrunken zu sein. Sein spurloses Verschwinden wurde von seinem Kammerdiener enl- deckt. Bisher ist es trotz aller Nachforschungen, an denen sich auch vier Flugzeug« beteiligten, nicht gelungen, seine Leiche aufzufinden. Der Kapitän sagte aus, daß der Vermißte trotz aller Warnungen sein« Gewohnheit nicht abgelegt habe, sich auf das Geländer zu setzen. Höchstwahrscheinlich sei er bei einem plötzlichen Windstoß ins Meer gefallen. Berlin— Tokio. Japanischer Flieger heute früh in Tempelhof gestartet. Der japanische Flieger Seiji Poshihara ist heute früh 5 Uhr 44 Minuten aus dem Flugplatz Tempelhos zu einem Fluge Berlin— Tokio gestartet. Die erste Etappe geht bis Königsberg i. Pr. Wetter für Berlin: Trocken und ziemlich heiter, mit rascher Er- wärmung und südlichen Winden.— Für Deutschland: Nur im äußersten Falle noch stark bewölkt, in Süd- und Westdeutschland rasche Besserung und Erwärmung. Im Westen weiterhin zienilich heiter. „Vertiefter Sozialismus" Die Rolle der Nazis in der Erhaltung der kapitalistischen Gesetlschast In der Agitation unter den arbeitenden Massen geben sich die Nationalsozialisten sehr sozialistisch �revolutionär. Der be- kannte Industrielle Herr Klönne, damit unzufrieden, bezeichnete sie deswegen einmal als„h a l b m a r x i st i s ch". Er hat wohl keine der besonders einberufenen Unternchmerversammlungen mitgemacht, in denen Hitler vor einiger Zeit über seine Bewegung gesprochen hat, sonst würde er wohl anders urteilen. Aus einem Büchlein, das nn Zentralverlag der NSDAP, erschienen ist und in dein Presse- stimm«! über Hitler und seine Bewegung wiedergegeben werden, geht nänrlich hervor, daß nach einer solchen Versammlung die .Rheinrsch-Westfälische Zeitung", also cin Organ der Schwerindustrie. um Ausdruck �gebracht hat, daß die Methode Hitlers am besten geeignet sei, die Arbeiterslhast vom„Marxismus" abzubringen. Danach kann man sich schon ungefähr denken, wie Hitler den Unternehmern seinen Kampf gegen den Kapitalismus schmackhaft ge- macht hat. Aber es bleibt Tatsach«, daß die Hakenkreuzler sehr revolutionär auftreten, so daß sogar die Komrnuro.sten Mühe haben, mit ihrem Radikalismus an der Spitze zu bleiben Man wird das am besten verstehen, wenn ich berichte, was mir einmal in einer Lersannnlting in M ö r s i. Rheinland passierte. Ich hatte in meinem Referat unter anderem auch die Ruhraussperrung behandelt und die Tatsache besprochen, daß seinerzeit die Regierung 20 Millionen als Unterstützung für die Ausgesperrten bereitgestellt hatte. Der nationalsozialistische Diskussionsredner sagte daraus:„Pah, 20 Millionen. Wenn wir Nationalsozialisten in der Regierung ge- wesen wären, hätten wir die Unternehmer solange ins Gefängnis gesperrt, bis sie kirre gswesen wären." Auf diesen Einfall war nicht einmal der kommunistische Debatteredner gekommen. Nach 5)itlcr ist der Nationalsozialismus ein„vertiefter Sozialis- mus". Wahrhaftig, so vertieft, daß von Sozialismus nichts mehr zu sehen ist. Es erinnern an ihn außer dem Parteinamen nur einige scheinradikale, halbsozialf.stische Phrasen im Parteiprogramm. Warum die Nazis überhaupt Sozialisten sind, hat unser Genosse Sollmann am 16. Juni 1930 im Reichstag treffend gesagt:„Wer die Nationalsozialisten nicht mir negativ betrachtet, sieht, daß in Deutsch- lind eine Massenbewegung ohne sozialistische Forderungen und Ziele nicht mehr möglich ist."— Es steht fest, daß der Sozialismus in allen Ländern unaufhaltsam vormarschiert. Die sozialdemokratischen Parteien gewinnen überall an Einfluß und Macht. Die ge-, wältigen und schrecklichen Ereignisse der letzten 15 Jahre und die unbestreitbare Entwicklung des Kapitalismus in den von Marx fest- gestellten Bahnen, fördern die Erkenntnis der vom Sozialismus vertretenen Wahrheiten in den verschiedensten Schichten des Volkes. Viele Menschen in den bürgerlichen Kreisen zweifeln an ihren bisherigen Anschauungen. Die starke Kritik an der kapitalistischen Gesellschaftsordining, die in der bürgerlichen Jugend geübt wird, ist oft genug dargelegt worden. Aber man weiß noch nicht, wohin inon sich wenden soll. Die jetzige Parteien-Gärung im bürgerlichen Lager ist wieder ein Beweis dafür. Da tritt diesen Menschen, bevor sie sich der echten sozialistischen Bewegung nähern können, der Nationalsozialismus entgegen, bestärkt sie zmar durch eine ebenfalls 'lark geübte Kritik am Kapitalismus und Bürgertum in ihren Zweifeln» zwingt ste jedoch nicht, das bisher Geglaubte ganz über Bord zu werfen, sagt aber, es sei bisher gar nicht ehrlich und wahr gemäß diesen im Kern doch richtigen Anschauungen gehandelt norden, das solle aber jetzt durch die Nationalsozialisten geschehen. Dabei werden demagogisch die Forderungen in dem Vordergrund 'estellt, die der oft sehr großen Lebens not dieser Menschen am ".eisten entsprechen, wobei zugleich als die Urheber dieser Not die Sozialdemokraten, die Revolution und die Republik bezeichnet werden, hinter denen allen der Jude stecke. So werden diese Menschen aus ihrem Wege zum Sozialismus abgefangen.— und dos ist ja die große Ausgabe, die die Nationalsozialisten für die bürgerlich« Gesellschaft zu erfüllen haben. Nicht Sturz, sondern Rettung der bürgerlichen Gesellschaft ist ras Ziel der Nationalsozialisten. Wenn sie die bürgerlichen Par- teicn mehr oder weniger heftig kritisieren, ist das in erster Linie ein Agitationsmanöver. Es wird damit der Zweck verfolgt, die Nazibewegung von ihnen zu distanzieren und die Behauptung, die NSDAP, sei eine absolut neue und in keiner Weise mit den Fehlern der alten Parteien behaftete Bewegung, zu stützen. Die Nazis wollen eine absolut neu« Partei, nein mehr, eine neue rvelt- anschauliche Bewegung sein, weil sie damit die Parieimüdigkeit im. bürgerlichen Lager und die Parteiunfreudigkeit gewisser Schichten der Jugend zu überwinden hossen, um die Gruppen erneut für den Kampf gegen Republik und Sozialismus zu mobilisieren, in dein die alten bürgerlichen Parteien in wachsendem Maße zu unterliegen drohen. Gewiß, die bürgerlichen Parteien verlieren durch dieses Manöver viele Wähler an die Nazis, aber sie erholten dafür als Gegengabe die Sicherung ihrer reaktionären Politik. In Mecklen- bürg und Thüringen, ebenso in einer Anzahl Gemeinden stützen die Nazis das angeblich so heftig befehdete bMgerliche Regiment. Reaktionäre Politik unter ihrer Führung, das wollen die Nazis. Keine schlappe, sondern eine kraftvolle Reaktion ist ihr Ziel. Die Agitation für ihren„vertieften Sozialismus" erleichtern die Nazis stch besonders dadurch, daß sie ein böses Zerrbild des marxistischen Sozialismus darstellen. Der Marxismus„fei die Schandtat eines Juden". Der Marxismus habe den Sozia- lisnius zu einer Lohn- und Magenfrage degradiert, er habe d's seelischen und geistigen Kräfte des Arbeitertums erstarren lassen. er sei die Dollendung des liberalen Individualismus und habe sich längst mit ihm verbündet zur Verteidigung des Kapitalismus. Die marxistische Sozialdemokratie(zum größten Aerger der Kommu- nisten nennen uns die Nazis konsequent so) habe mit ihrem Kampf gegen die deutschen Unternehmer und Junker absichtlich die Arbeiter von der Weltvcrtrustung abgelenkt, um den Sieg des Weltkapitals das deutsche„schaffende W c r l k a p i t a l" herbeizuführen. Di« Sozialdemokratie Hobe vor ihren Gläubigen die gesellschaftlich so notwendige Arbeit degradiert. Dies« Reihe von Vorwürfen ließe sich noch beliebig verlängern, aber die hier wiedergegebenen zeigen schon zur Genüge den Blödsinn dieser Marxismus-Kritiker. Der Marxismus, die Sozialdeniokratie, die die Erwecker der Ärbeitermaffen waren und find, die dieser Masse Kraftbewußtsein gegeben und ihr Rechte erkämpft haben, die eine ungeheure Bit- dungs- und Kulturfteigcrung in den verelendeten Proletariermasscn erreichten, sie haben nach den Nationalsozialisten die Kräfte der Arbeiterschaft erstarren lassen. Dabei schrieb z. B. nach dem Inter- nationalen Jugcndtag in Wien 1929 die bürgerliche Preise, erstaunt über soviel begeisterte sozialistische Arbeiterjugend: „Wo haben wir solche Zugend?" Die Sozialdemokratie, die stets die Jnternationalität des Kapitalismus, seine internationale Vertrustung aufgezeigt hat, und die gerade darum den Kampf gegen den Kapitalismus i n t e r n a t i o- n a l geführt hat, sie soll die Arbeiter über die Weltvcrtrustung getäuscht haben. Aber Herr Hitler, der das behauptet, marschiert Seit' an Seit' mit Herrn Hugenberg, der früher Direktor in der Rüstungsindustrie war, die sich kein Gewissen daraus machte, Kanonen ans Ausland zu liefern. Die Sozialdemokratie soll die Arbeit degradiert haben. Dazu muß man den folgenden Absatz aus einer nationalsozialistischen Agitationsbroschüre(Verfasser: Dr. Goebbels) gelesen haben: „Es blieb dem Marxismus vorbehalten, jenem Irrwahn, der da vorgab, die Arbeit befreien zu wollen, eben diese selbe Arbeit vor seinen Gläubigen zu degradieren und die mit ihr Ge- schlogenen als fluchbeladen und dem'Verderben preisgegeben zu brandmarken. Es kann nicht unsere Ausgabe sein, die Arbeit zu beseitigen, vielmehr ihr einen neuen Sinn und Inhalt zu aeben. Der Arbeiter im kapitalistischen Staate ist, das bedeutet fein tiefstes Unglück, kein lebendiger Mensch mehr, kein Schöpfer, kein Schasser. Er ist zur Maschine geworden. Eine Nummer, ein Rad im Getriebe ohne Sinn und Verstand. Er fühlt sich nicht mit dem verbunden, an dem er schafft. Die Arbeit ist ihm lediglich Mittel zum Broterwerb, nicht mehr Weg zur Höhe, Segen und Ausgleich, nicht mehr Freude, Stolz, Bewußt- heit, Ansporn, Weiser zu Charakter und Größe." Dem Marxismus wirft man also vor, er habe die Arbeiter als fluchbeladen hingestellt und im selben Atemzug sagt man selbst, der Arbeiter sei kein lebender Mensch mehr, nur noch Nummer, Rad ohne Sinn und Verstand. Derartige dumme Widersprüche lassen sich zu Dutzenden aus den Nazi-Schriften zusammenstellen. Wie sieht aber mm der„osrtiefte Sozialismus" aus? Nach Hitler ist mir der Sozialist, der„Deutschland über alles lieb t". Nach Straßer erhält der Sozialismus„seine eigentliche Formgebung" erst durch die unbedingte Waffenbrüderschaft mit dem jungen Nationalismus, denn dieser will die rasche Be- fre'.ung Deutschlands aus den Bersailler Ketten. Erst wenn das erreicht ist/ist Sozialismus möglich. Also erst Befreiungs- krieg um das größere Deutschland,— dann Sozialismus. Und was für einer! Nieder mit dem Kapitalismus, ober das Privateigentum an den klein-, Wittel, und Großbetrieben soll erhalten bleiben. Nur die ganz großen Trusts, soweit sie bisher schon vergesellschaftet sind(!), sollen verstaatlicht werden: Vollsozialisierung ist abzulehnen. Wo die Grenze ist zwischen Großbetrieb und bereits vergesell- schaftetem Trust„ist noch nicht genau xu sagen". Das„schassende, dos bürgerliche Werkkapital" soll geschützt, das rafsends, das jüdische Leihkapital soll enteignet werden. Wie man bei der heutigen Verschmelzung van Industrie- und Bankkapitol, der ständigen Umwandlung von Bank- in Industrie- und von Industrie- in Bankkapital die Scheidung vornehmen will, ist Geheimnis der Nationalsozialisten. Die Wirtschaft soll Bedarfswirtschaft sein, d. h. aber nicht etwa planmäßige Produktion des gesamten Be- darfs des Volkes, sondern lediglich die Produktion von Luxusgütern soll eingestellt und nur wirkliche Bedarfsgüter sollen hergestellt werden. Wirtschaftszwcck soll nicht mehr der Gewinn sein, aber die Arbeiter der Großbetriebe sollen an deren Gewinn beteiligt werden, „ebenso wie die Makler, Direktoren und Agenten". Also doch Gewinn, Profit als Wirtschaftszweck und dazu als Veredelung kapitalistischer Konkurrenzkampf zwischen den Betricbsbeleg- schasten, sie sind ja am Gewinn interessierk. Die Arbeiter sollen im Betrieb mitberaten, aber in keiner Weise in der Wirtschajt mitbestimmen. Die Staatsbürger sollen gleich- berechtigt sein, aber keine Gleichmacherei, sondern„S ch i ch- tun g" nach der Leistung,„Leistung-. Aristokratie", das Auswahl- prinzip muß noch gefunden werden. Fest steht heute aber schon, daß der Soldat in die erste Gruppe gehört. Der Soldat? Wird heißen der Offizier! Weg mit der Republik. Zlber ob der neue Staat des 3. Reichs eine Republik oder Monarchie sein wird, steht noch nicht fest. Geplant ist jedenfalls einen Diktator einzusehen und ihm etwa 200 Senatoren zur Seite zu stellen. Ob die dann noch„darüber zu stellende Spitze" ein Präsident oder Monarch sein soll, soll eine allgemeine Bolksabstimmunz entscheiden. Das ist nur eine kurze Charakteristik des Hitlerschen Sozialis- imis. Man sieht, wie er aus den Dummenfang aus ist, man erkennt die Heimtücke dieser Agitation. Aber die Sozialdemokratie hat von ihm nichts zu befürchten. Das Vertrauen zur Sozialdemokratie lanu an einzelnen Orten durch Fehler oder gewissenlose Bcrleum- düng vorübergehend erschüttert werden, aber das ist nicht von Dauer. Immer wieder und imnier mehr werden die arbeitenden Massen erkennen, daß doch nur die Sozialdemokratie die Vertreterin der wahren Arbeiter- und Volksinteressen ist und daß doch nur unter ihren Fahnen der Sozialismus, die Sehnsucht von Millionen Men- scheu, erkämpft wird. Die Sozialdemokratie wird, wie über alle Reaktion, so auch über Hitlers reaktionären„vertieften", richtiger vermiesten Sozialismus siegen. Itfax Wcstplial. Dumme mit„Einlage"gesucht Wie man Arbeitsuchende schröpft In dieser Zeit größter wirtschaftlicher Not klügeln gewissenlose Geschäftemacher immer wieder neu« Trickse aus um auf leicht« und angenehme Art in den Besitz einer größeren Summe zu gelangen. Ihr Tätigkeitsfeld ist der S t« l l c n m a r k t der bürgerlichen Blätter, der von unzähligen Existenzstichenden verzweifelt durch- studiert wird: da erscheinen denn recht häusig unter den spärlich gesäten Stellenangeboten wohlfrisiert« Inserate, die dem Leser im ersten Moment die freudige Hoffnung einer guten Berdienstmöglich. keit vorgaukeln. Ein solches Inserat lautete beispielsweise: „Bekannter Schriftsteller sucht Sekretärin für angenehmste, interessante Tätigkeit in Dauerstellung bei hohem Gehalt. Einlage 300 Mark> Wer ein wenig Bescheid weiß, wird diesem„vorteilhasten" Angebot schon mißtrauisch gegenüberstehen, denn wozu bedarf es bei einer Sekretärintätigkeit ein« Kaution? Auf der anderen Seite aber: die nagende Sehnsucht nach Arbeit, nach Brot und vor allem nach dem Bewußtsein, zu etwas im Leben nütz« zu sein. Und dann diese verlockende Prädikate, wie Dauerstellung, hohes Gehalt, angenehme Tätigkeit. Wer würde da nicht zugreifen und aus alle mögliche Art versuchen, das finanzielle Opfer der 300 Mark zu bringen? So wollte auch ich mir— schreibt uns eine Leserin— die Gelegenheit nicht entgehen lassen und mir auf jeden Fall den Inserenten an- sehen, den es konnte ja möglich sein, daß die geforderte Einlage eine Art Sicherheit für wichtiges anoertrautes Material oder dergleichen darstellte. Leider war dem nicht so. Der Herr empfing mich in einem kleinen, armselig möblierten Zimmerchen vor einem leeren Schreibtisch sitzend, auf dem sich nichts befand als die Reste einer frugalen Mahlzeit. Im ganzen Raum deutete nicht das geringst« auf irgendwelche schriftstellerische Tätigkeit hin: es war weder eine Schreibmaschine, noch Schreib- oder Schriftenmaterial zu erblicken, dagegen floß der Mund des Herrn Literaten über von Aufträgen über Leitartikel, Hörspiele und Filmmanuskriptc, deren er sich kaum erwehren könne und die das Engagement einer Helferin notwendig machten. Auf meine bescheiden« Anfrage, wofür denn die geforderte Einlage gedacht sei, meinte der Herr treuherzig:„Ja, ich möchte mir gern ein Vürozimmer mit allem nötigen Zubehör mieten!" Das sollte also die Sekretärin berappen.„Dafür zahle ich aber ein sehr hohes Gehalt! Ich zahle bei täglich vierstündiger Tätigkeit 200 Mark pro Monat!"„Und wie ist es mit der Rückzahlung der Einlage?" Dieser Einwurs schien dem Herrn Chef in spe nicht allzu sympathisch zu sein, denn plötzlich erlahmte sein bis dahin bewiesenes Interesse an meiner Arbeitskraft und er meinte:„Ja, eigentlich ist die Stelle ja schon so gut wie oergeben. Ich habe, wie Sie sich wohl denken können, eine ganz unheimliche Menge von Offerten erhalten und bin eben auf ddni Wege zur Post, um einer Dame von auswärts tele- graphisch zuzusagen!" Berlin scheint also darauf nicht hereingesollen zu sein.„Dielleicht sind Sie aber so freundlich, nochmals ihre Adresse hierzulassen, es wäre ja immerhin möglich, daß sich irgend etwas ereignet und ich dann doch aus Sie zurückkomme!" Wahrscheinlich bei seiner nächsten Schröpsaktion! Nach noch nicht 24 Stunden laut« das Telephon Sturm und der Herr Literat bittet mich, zwecks sofortigen Engagements umgel�end zu erscheinen! Ein zweites verlockendes Angebot:„Dame mit eigener Wohnung und 200 Mark Einlage bietet sich bei onge- »ehmster Tätigkeit gute, dauernde Existenz. Keine Werbetätigkeit." In einem improvisierten Maleratelier einer kleinbürgerlichen Woh- nung empfing mich ein Pseudokünstler im Malerkittel an der Staffelei stehend, umgeben von ganzen Bergen fabrikmäßig hergestellter Kitsch- bilder, die man für billigstes Geld an allen Straßenecken feilbieten sieht.„Also doch Werbetätigkeit", ineinte ich, da ich sah. daß es sich um den Vertrieb von„Kunstwerken" handelte.„Nein, meine Dam«, Sie haben absolut nicht zu werben, das besorgen wir und die Kunden kommen zu Ihnen ins 5)aus. Wir verteilen Handzettel mit guter Reklame, Sie erhalten einige Bilder, die Sic dann zu einem Ihnen beliebigen Preis verkaufen können." Auf meine ziemlich ungläubige Einstellung über den Erfolg der Sache erzähtle mir der Mann in nicht endenwollendem Redeschwall von seinen glänzenden Verkäufen usw. Hier sollte die geforderte Einlage zur Herstellung der Reklame dienen.„Und wenn ich nichts verkaufe, ist dann meine Kaution verloren?"„Daß Sic nichts verkaufen, ist einfach ausgeschlossen, mein« Dame, außerdem garantiere ich Ihnen, daß Sie bei den ersten drei Bildern ihre Ein- läge bereits oerdient haben. Denn sehen Sie"— damit deutete er auf- einen ziemlich wuchtigen Landschaftsschinken—,„dieses prächtige Bild erhalten Sie für 30 Mark und ocrkuusen können Sie es ohne weiteres für 100 Mark." Hoffentlich findet sich kein Opfer, das auf diese Bauernfängerei hereinfällt! „Streu Salz auf die Treppe!" Die unermüdlichen Gesundbeterinnen, die trotz aller Warnungen leichtgläubige Opfer finden, kommen jetzt auf neue Tricks. Mit allen Feinheiten der Kunst hat eine solche Schwindlerin gestern eine Frau in der Andreasstraße hereingelegt. Das Vorspiel gestaltete sich dort wie überall, der„Pfennig unter dem Herzen" und das Einwickeln des Papiergeldes in ein Taschentuch vollzogen sich programmäßig. Die Schwindlerin hatte aber mit Mißfallen be- merkt, daß die Frau nur zwei Zwanzigmarkscheine In das Taschen- tuch knüpfte. Sie sagte sich, es müsse doch wohl mehr da sein und wollte selbst ungehindert suchen. Die Leichtgläubige aus der Woh- nung zu bringen, fiel ihr nicht schwer. Sie drückte ihr das Salzfaß in die Hand und befahl ihr, die Treppe hinunter- und wieder herauszugehen und die Stufen mit Salz zu be- st reuen. Dann käme der Segen bestimmt ins Haus. Während die Frau die Treppen mühselig mit Salz bestreute, durchwühlte die Schwindlerin alle Behältnisse und fand schließlich noch eine goldene Uhr. Unter dem üblichen Wortschwall empfahl sie sich dann. Als die„Bannzeit" verstrichen war und die Frau das Tuch öffnete, waren die 40 M. natürlich ebenfalls verschwunden. •letzt ist es Zeit die alten Mitgliedskarten der Volksbühne umzutauschen und Neuanmeldungen vorzunehmen Antwort an Kleine S.priher au! Die„ArbeiterxoN!!!", das Blatt der Drandlcr.Nruppe, veröffentlicht unter der Rubrik„Dichtcrlöpfe" den Artikel eines„Peter im Uril" über Max Bardel. Der Artikel crgclit sich in Beschimpfunifen des Dichters. Hier ist die Antrrort. Einmal unterzeichnen sie sich hartnäckig als„Durus" und können nur unvollkommen deutsch, dann wieder heißen sie„Hampcl", nennen sich aber„Slang" und geben sich als Salirikcr aus, ein andcrinal haben sie noch im Kapp-Putsch aus der Seite der Weißen gekämpft und heißen-- na, ich will barmherzig sein und keinen Nomen nennen, ich will nur sagen, daß diese Leute jetzt die Vertreter der alleinseligmachenden proletarischen Literatur russischer Prägung sind. Manchmal gehören sie auch zum Münzenberg-Konzern und erheben wie ihr Meister die Lüge zum politischen Prinzip. Und einer heißt, ich weiß nicht wie, er schreibt bei Brondlcr unter dem Namen „Peter im Exil" und gehört mit zu den Figuren, die Unflat über mich ausschütten, weil ich 1924 die Kommunistische Partei verlassen und mich dann der Sozialdemokratischen Parte, angeschlossen habe. In jenen Jahren, als die Ultralinkcn die Führung der dei'tschen Kommunisten übernahmen, haben viele gute Genossen jene Partei verlassen, der sie vom ersten Tage ihres Bestehens angehörten. Sic waren schon vor dem Krieg« politisch organisiert und wußten, daß die Arbeiterbewegung nicht erst 1918 beginnt. Sie wußten, daß ein groher Mund manchmal viel, aber mit der Zeit nicht alles sein kann. Und so gingen sie aus politischen und menschlichen Gründen aus einer Partei, die sich inimer mehr dem Abenteuer verschrieb und sich immer mehr vom realen Boden der Wirklichkeit entfernte. Viele von jenen Kameraden schlössen sich der geeinten Sozialdemokratischen Partei an, in der sich die Hauptmasse der deutschen Arbeiter und An- gestellten sammelte. Auf alle Angriffe, Schwindelnachrichten und kaltschnäuzigen Lügen, die in der kommunistischen Presse über mich verbreitet einen Peter ! der Brandler-Ecke wurden, habe ich bisher geschwiegen, denn über mich als sozialistischen Schriftsteller entscheiden ja nicht die kleinen Pinscher in den lang- welligen Journalen, aber jetzt will ich doch einmal das Wort er- greifen. Ein mir unbekannter„Peter im Exil" unternimmt in der Zeitung der Brandler-Gruppc den Versuch, proletarische Dichterköpfe zu zeichnen und verdeckt seine vollkommene Unkenntnis mit auf- geregtem Geschreibsel. Er sagt zum Beispiel, ich„spucke ineine längst abgeschlissenen kleinbürgerlichen Verse und Prosastllckc über den schwarzrotgoldenen Zaun den kämpfenden Arbeitern ins Gesicht". Er zitiert das" Bruchstück aus einer Rede, die Münzenberg einmal zitierte, weil ich sie in einem Bericht selbst zitiert habe,«in Gelöbnis, das auch jetzt noch gilt, nämlich auch in Deutschland für den Sieg der roten Fahne zu kämpfen, und dann sagt der kleine Peter von mir:„So versank einer im Pfuhl der Partei des Arbeitermordes." In was sür einem Exil lebt der Peter? Ist er der Mann im Monde? Wer proklamiert Tag für Tag den Arbeitermard und stellt ihn als Dcnkergebnis marxistischer Forschung hin?� Ich will nicht grausam sein und zitieren, was die„Rote Fahne" über die Brandler-Leute schreibt, zu denen sich mein literarischer Scharfrichter rechnet, ein strenger Herr, aus dessen Aufsatz jeder ersehen kann, daß er meine Bücher überhaupt nicht kennt! Aber der kleine Peter beschwört sogar den-f t f Stampfer, der meinen roten Skalp auf dem Gewissen haben soll und mich dafür mit einer schwarzrotgoldenen Perücke entschädigt hat. Er macht es gnädiger als der Münzenberg, der Mann mit den vielen Begabungen, der mich als«in vom Golde der 2. International« bestochenen Schurken hinstellen will. Nun, mein Weg der letzten Jahre ist ganz klar zu verfolgen. Er ist in meinen Romanen, Berichten, Gedichten und Erzählungen sichtbar. Aber die kleinen und großen Peterchens mit den vielen Namen und Vergangenheiten können eben nicht folgen. Sie sind nämlich nicht schwindelfrei. dlax Barthel. „Lumpenball." Titania- und primus-palast. Die Nöte und die Schlich« der Ehemänner, die gerne Nebenweg« gehen, hat der stumme Film schon oft gestaltet. Auch im vertonten .Lumpenball" gehen Schwiegervater und Schwiegersohn aus den Bummel, da aber Mutter und Tochter dasselbe tun, ergibt sich eine etwas geänderte, trotzdem glückliche Lösung. Und wenn Männlein und Weiblein, genau so wie sie laut Trauschein zusammen- gehören, sich wieder zusammenfinden, belächelt der gute Bürger ruhigen Sinnes gewisse Torheiten und alkoholische Zustände. Carl Heinz Wolfs führte die Regie bei geflissentlicher Vermeidung neuer Wege. Aber das Publikum will offenbar weder ein Experiment noch eine stark individuelle Leistung, es ist zufrieden, wenn Alt- bekanntes auf Neu hergerichtet wird. Ton, Wort und Bild stehen im Einklang. Gut sind vor allem die vom Lärm durchtobten Massenszenen. Die eingestreuten Lieder stehen der rein optischen Wirkuntz entgegen, doch ist der Singsang diesmal nicht derart störend angebracht, wie es sonst in den Ton- filmen minderer Bedeutung der Fall ist. Die Schauspieler Harry Frank, Curt Lilien, Carl de Vogt, Fritz Kampers und Paul Kcmp verkörperten erfolgreich ihre Rolle», während Anna Müllcr-Lincke durch ihre ausgezeichnet« Tonfilm- eignung tatsächlich überraschte. c. b. Der Dichter und Schriftsteller Andrd Rivolre ist»ach kurzer Krankbcit on den Folgen einer Lungenentzündung in Paris gestorben. Rivoire, der rin� Aller von 58 Jahren erreicht bat, ist auch in Deutschland durch sein Stück»Der gute liönig Dagobert" bekannt geworden. Amerikanische Kirchensänger. Konzert im berliner Oom. Der norwegisch-amerikanische St. Olafs Lutheran-Chor ist, wie er in einer von Eigenlob überfließenden Einführung in seiner Programmschrist mitteilt, der beste und größte Kirchenchor Amerikas. Die Größe des Chors ist genau bestimmbar: er zählt 33 Damen und 26 Herren, ist also einschließlich des Dirigenten gs- rade bllköpfig. Der beste Kirchcnchor Amerikas: in einem Konzert im Berliner Dom sollte die Bedeutung dieses Superlativs gezeigt werden. In der Tat ist der Ehor in jeder Beziehung von technischer Vollkommenheit. Jeder einzelne Sänger ist in seiner Stimmbildung nach ein vollendeter Künstler, der das Instrument seiner Kehle bis in alle Feinheiten beherrscht, und der Dirigent Dr. Melius Christiansen faßt dieses Stinmienorcheftcr zu einem großen virtuosen Wohlklang zusammen. Trotzdem läßt— bis auf seltene Höhenpunkte— diese berückende Klangfüll« kalt. Eine Bachkomposition, ein Miscricordias Domini von Francesco Durante ganz im Ansang des Programms gaben mit die stärksten Eindrücke. Die Inbrunst, die der Thomas-Kantor von Leipzig in seine Werke strömte, ist so stark und lebenskräftig, daß. sie sich nie völlig unlerdrücken läßt. Durantes kaholisch-sinnlicher Lobgesang aber gab den Zuhörern zum erstenmal die naive Freude an der virtuosen Stimmbeherrschung des Chors. Im Verlauf des Abends jedoch trat diese rein technische Vollkommenheit so stark in den Vordergrund, daß sie fast ermüdend wirkte. Eine erwärmend« Schlichtheit strömten erst wieder die von dem Dirigenten kompo- nierte Norwegische Hymne, dann aber auch einig« religiöse Volks- lieder aus. Leb. „Zidelio." Städtische Oper. Di« Städtische Oper hat Beethovens„Fidel in' in die Reihe der Aufführungen gestellt, mit denen sie die neue Spiel- zeit eröffnet. Ein guter Anfang— und ein schlechter zugleich. Dic- musikalische Gestaltung war erfolgreich bemüht, dem großen Werk' gerecht zu werden: die Darstellung auf der Bühne war bisweilem mehr als unzulänglich. Von einer Rcgieführung war an diesem Abend nichts zu merken. Die Darsteller zappelten in puppenhaften Bewegungen herum oder formten steife Gruppen. Die Abhängigkeit, die einige— besonders Wilhelm G o m b e r t und Gerhard 5) ü b s ch— vom Taktstock des Dirigenten zeigten, machte ihr Spiel nicht lebendiger. Die Gefangenen waren zu dem ergreifenden Chor „Leb wohl, du warmes Sonnenlicht" unbeweglich aufgebaut, und die Volksmasse am Schluß sang ihren Jubel so undramatisch wie nur möglich: einige Domen des Chors interessierten sich dabei auffällig für das Publikum. Di« guten Sänger hatten bei dieser Aufführung einen schweren Stand. Trotzdem war A n n i Helm in Gesang: und Spiel ein wirklich eindrucksvoller„Fidelio" und Margarethe Wagcner eine reizende Marcelline. Auch Josef Burg- winkel als Florestan und Max Roth als Don Pizarro wurden ihren Rollen in jeder Weise gerecht. Anton Bau mann als Kerkermeister Rocce blieb leider zu sehr vom Taktstock abhängig. Der erste Gefangene fand in Harry Steyer sinnlich und dar- stellerisch gute Verkörperung. Die musikalische Leitung hatte Paul B r e i s a ch._—'z- Die Große Berlin« Sunftonistelluna im Schloß Bellevue wird am Sonn. tag, dem Vi. August, geschlossen. ES folgt dann im September die II. Ab- tcilung mit Aquarellen, Pastellen, Graphik und Kleinplaftik. Der italienische Schriftsteller Culgi Monianari wurde in einer belebten Eiraße RomS von einem Mietauto übersahren. Er mußte ins Kranken- bauS gebracht werden, wo er seinen Verletzungen erlag. Montanari ist 75 Jahre alt geworden. fB9vo Mittwoch, 20, August. Berlin. 16.05 Erich\V. Abraham: Die Burgstraße— das Hauptbuch des deutschen Volksvermögens. 16.30 Harfe-Konzert. I. Fuchs: Fantasie.— 2. Debussy: Arabeske.— 3. Smctana: Die Moldau(bearbeitet von Truccek)(Steffy Goldner, 1. Harfenistin der Ncw-Yorker Philharmonie). 16.50 Unterhaltungsmusik. 17.30 P. Gerhard Koch: Jugend und Wandern. 18.00 Aktuelle Abteilung. 18.20 Dipl.-Ing. Eppen: Was bringt die Funkausstellung? 18.45 J. E. Poritzky liest eigene Skizzen. 19.00 Von Salzburg: Festspiele:„Iphigenie In Aulls** von Chr. W. Gluck. Dirigent: Bruno Walter.(Wiener Philharmoniker.) 22.35 Budapest: Konzert. Dir.: Ernö Dohnanyi. 1. Beethoven: Ouvertüre „König Stephan'*.— 2. Baraks: Zwei Porträts.— 3. Volkmann: Serenade.— 4. Brahms: Ungarische Tänze.— 5. Liszt: Rhapsodie Nr. 2.—• 6. Berlioz: Rakoczy�Marsch. Königswusterhausen. 16.00 Nachmittagskonzcrt von Hamburg. 17.30 Dr. Hans Sippcl: Der sportliche Wettkampf als Erziehungsproblem. 18.00 Prof. Max Strub und Frau: Werke für zwei Violinen. 18.30 Prof. Dr. Hermann Ungcr: Musikgeschichte in Selbstzeugnissen. 18.55 Spanisch für Anfänger. 19.25 Polizeiobersckrclär E. Hildebrandt: Anforderungen an den Polizeibeamten und seine berufliche Fortbildung. 20.00 Unterhaltungsmusik. 20.30 Breslau:„Ja, ja, der Sommer!*4 Anschließend: Von Breslau: Unterhaltungskonzert. Perantwortl. für die Rrdaktion: Solsgang Schwarz, Berlin: Anzeigen: Th. Slode, Berlin. Verlag: Vorwärts Verlag 0?. m. b. Ä.. Berlin. Druck: Vorwärts Buch« druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW 68, Lindenstraste S. Hierzu 1 Beilage. | Tltealee, Lieh Ispiele usw.| Staats-Theater geschlossen. Abonnements- Anmeldungen werden entgegengenommen: a) für die Staatsopern und das Staat). Scliauspiel- haus vomAbonnements- büro, Berlin W56, Ober- wallstr. 22 von 9—2 Uhr. Fernspr. Merkur 9024, b) für das Staat). Schiller- theater vom Abonnementsbüro, Berlin-Char- lottenburg, Grolman- straße 70 von 9— 2 Uhr. Fernspr. Steinp). 6715, c) für die Städtische Oper vom dortigen Abonnementsbüro, wochentags von 10— 2 u. v. 6— 8 Uhr. Städtische Oper Bismarckstraße Turnus IV.— 20 Uhr Rigoletto Ende 221/2 Uhr. CÄSINO-THEATER Coihrinüer Strafte 37. Für unsere Leser: Gutschein 1— 4 Pers Fauieuil 1,25 M, Sessel 1,75 M. Der Possen-Schlager Der sellae Hollschinsky IIIIII 114111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111111 und ein erstkl. buntes Programm. 8.13 Ulu— Kandion er auBi Cerlos und Cblls u. Co. und Wolters , In t-rrlin noffl nicht gezeu le Stars. Deatidies Theater D 2 Weidendamm 5201 8 Uhr Heute zum 100. Male: Phaea von Fritz v. Unruh. Reg.: Max Reinhardt «mik: Friidridt Hollsindir. Bühmbildtr frntt Ä'tti. Die Komödie II Bismck.24M/75tt 8>.2 Uhr Wie werde idi leid) und glDcklidi? Kursus von Felix Joadiimsoo. Musik von Mischa Spoliansky Regie: Eridi Engel Bühnenbilder Ludwig Kainer Lessing- Theater Wiidnlaam 2191 o.Oltt Täglich S'h Uhr Wiederaufnahme beantragt v OtloErnsl Hesse Leos, Hendtels, ReuO, Flamme, FuHtinbetg, Günther, Crodtttinsky. Berliner Prater SommcrUicaier Kastanienallee 7—9 Humb. 2246 Eine entzückende Burleske sowie der auserwählte Vorict6-TelI. Täglich SV* Uhr GastlBeer.TmdeSdiröder, Herta Starz, Erwin Ilarhin; in Katja, die TSnzerln Operette in 3 Akten vnn Leopold Jakobson und Hndoil Oesterreidier Musik von Jean Gilbert. Heute letzter Rinderlag! Eintrittspreis von 30 PI. an. PLAZA Tägl. S u. 813 Sonnt. 2. S n. 8" Alex. E 4, 8066 Kassner, Maciste, 5 Resua- Roller- Girls usw riteaterl.d.Behrenstr. 53-54 SV« Uhr ist das niem nett von Coiette? Reichshallen-Theater 1 8| Uhr Stettiner Sänger Nca I Nco! Lafl Blumen sprechen! Dönhoff- Brettls Variete— Konzert— Tanz im Theater am ' Kottbuser Tor. KotlbuMr Str. 6 L Tel. Mpl. 16077 Zille- Festspiele Sonntag. denlUiignst I. Hattim.-Vorslelliing zu ermäOigten Preisen. Theater d. Westens Täglich S'/t Uhr: Oai Land des Lachems Franz Lehars Sensationserfolg! Komische Oper S'/J Uhr Paul Westernieier in; Liehe und Trompetenhiesen Operelle von Roland. TlUOfOKST''-tso4, preiswerte mgnugungy- Restdurunf Berlins BETHIEB KEMPIMSKlf Zimmer IBett Mk.7,-bi5 11." 2 Betten 13.- bis 22,- 6ad:Mk.3- 5olon:lQr �hertmp ■ I i IM Reriio HOTELcAnh-BM EXCELSIOR tefonders wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN In der Gesamt auflagt des „Vorwirts" und trotzdem iibiiiun Eeulsches KOnsller-Theal. Tel. Barbarossa 3937 m Uhr Weekend Lustspiel von N.Cowatd. Renaissance- Theater Steinplatz 6780. 9 Uhr Die Wunder-Bar Revuestück ffletropoi-Theeter Täglich 8V« Uhr Senaationeller Operettenerfolg I Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undihrHusar „Heimlidie Brautfatirr Gertrud Hanllz Ulilll Rose tdglich 8 15 im Rose-TheaSer Innentheater Auf der Gartenbühnc: täglich 530 Konzert , 600 Variete . s15„Die tolle Lola" Operette von Hugo Hirsch gie: Udgar Konisch— Tänze: Bruno Arno zum Scllls'aufsIcüeQ Filhrsangpr. SchlauAe fik. KrUger & Lathan Punpenfabrik? (leM Fritdrithstr. 107 l Min. r. Bhf. Jancwi{zbr54t IN Binniensgenden Zeder Art liefert preiswert O'aiil COolIctz vorm. Robert Mejer Mariannenstrafte J Ecke Naunynstratze Amt Moritzpl. 10403. Mein ICdpitäll' Kauftabak schmeckt mir doch am besten! strumpie wasche Gardinen Kauihaus Emil Moses stacht. Birkenstr. 29(Ecke Puilitzsfr.) (Beilage Mittwoch� 20. August 1930 ZkvMvnd iiLfjnßa Atk Die Geheimkonferenz von Wyden Dargestellt nach dem handschriftlichen Protokoll-- Von Paul Kampffmeyer 1. Di e politische Bedeutung. Der erste Geheimköngreß der deutschen Sozialdemokratie, der vom 20. bis 24. August aus dem Schloß Wyden bei O s s i n g e n im Kanton Zürich tagte, war die erste große, politische, die Partei wieder als Einheit kennzeichnende Tat. Er rechnete mit der sozial- revolutionären, der Wahlbcwegung feindlich gesinnten Gruppe M o st- H a s s e l m a n n ab, zog ein« Scheidelinie zwischen der sozialdemokratischen und nihilistischen Bewegung und, indem er von der bloßen Anwendung nur gesetzlicher Mittel absah, ver- schärfte er sein« Kampfesweise gegen Regierung, Justiz und Polizei. Diese Verschärfung trat auch dadurch greifbar in Erscheinung, daß er den Züricher„Sozialdemokrat" zu dem offiziellen Organ der Partei erhob. Er begrüßte wie alle Freiheits- bewegungen so auch die russische, erklärte ober sofort, daß er die durch besondere Verhältnisse Rußlands bedingte Taktik für Deutschland nicht geeignet holte Die Sozialdemokratie der großen Städte hatte schon vielsach feste, sich den politischen Wahlkreisen anschmiegende Geheimorgani- sotiqnen geschaffen, und die sozialdemokratische Reichstags- fraktion, durch das Vertrauen großer WäHlermossen in dos Reichsparloment gesandt und während vieler Monat« vereinigt, hatte naturgemäß schon die Leitung der Partei in den chänden. Auf diesen Tatsachen baute sich der Orgonisationsplan Jg. Auers auf. Ihm stand ein streng zentralist«scher Organisations- cntwurf der Züricher Genossen gegenüber. Nach diesem Entwurf sollte die Organisation der Partei einheitlich und streng geschlossen sein. Die von örtlichen Parteimitgliedschaften gewählten zwei Vertrauensmänner sollten den Weisungen des Vorstandes und des Aufsichtsausschusses unterstellt werden. Sie konnten von diesem abgesetzt werden. Ferner schlugen die Züricher Genossen eine„Aus- wärtige Verkehrs st elle" vor, die eine vermittelnde Tätig- teit zwischen den einzelnen sozialistischen Vereinen des Auslandes, zwischen den Bruderparteien und der Partei vermitteln sollt«. Diese Organisation war nicht recht lebensfähig und stellt« nach einigen Jahren ihre Tätigkeit ein. Der Antrag Auer übertrug also die offiziell« Partei» l e i t u n g den derzeitigen Reichstagsabgeordneten. Die Gestaltung der örtlichen Organisationen blieb„dem Ermessen der dort lebenden Genossen überlassen". Der Antrag führte ein Partei- Markensystem ein und erhob den„S o z'io l d em o k r a t" zum offiziellen Organ der Partei. Der Auersche Antrag sah die Einberufung eines Parteikongresses für jedes Jahr oder niindcstcns für alle drei Jahre vor. Der Antrag wurde mit großer Mehrheit angenommen. In dem offiziellen Kongreßbericht finden sich kaum Andeutungen über den Organifationsplan und die Presseverhältnisse der deutschen Sozialdemokratie. Die Ausführungen über hochwichtige Gegenstände der Tagesordnung von Wyden find in unserem Aussatz dem handschriftlichen Protokoll des Kongresses entnommen, das im Partciarchiv aufbewahrt ist. Die wichtigste vom Wydcner Kongreß ausgehende politische Aktion ist aber die Organisation und Vorbereitung der Reichstags- wählen von 1881. Der Wyoener Kongreß empfahl den deutschen Parteigenossen die kraftvoll st e Beteiligung an den Reichs- tags-, Landtags- und Kommunalwahlen, und zwar„aus agitatorischen und propagandistischen Rücksichten". Diese Beteiligung war als eine große Heerschau der Sozialdemokratie gedacht, die ja der deutsche Spießbürger für gerichtet und vernichtet hielt. Der Wydcner Kongreß beschloß die Wahlbeteiligung— und die M a s s e n wählten, und am 27. Oktober 1881 traten 311 SSI Männer an die Wahlurnen. Es gehörte 1881 wirklicher Mannes- nnit zum Bekenntnis zur Sozialdemokratie. Böswillige fetzten das Gerücht in Umlauf, die sozialdemokratischen Stimmzettel würden sür ungültig erklärt weroen. Ferner würde jeder Wahlkreis, wenn man selbst die sozialdemokratischen Wahlzettel für gültig befinden sollte, der Schreckensherrschaft des„Kleinen Belagerungszustandes" unterstellt werden, wenn er einen sozialdemokratischen Staats- Verbrecher in den Reichstag wählen sollte. Von der sozialdemokratischen Berliner Reichstagswahlagitation des Jahres 1881, die ja auf den W y de n e r Kongreßbeschluß zurückzuführen war, hat sich in meinem Gedächtnis ein sehr bezeichnender ,>/VVA CfcndiulTersammlung der £ Kranken-, Wander-& Alters-UnterstUtzungs- Kassen der dentscbfn Vereine der Schweiz »m 20 August und den folgenden Tagen anf �CHLOSS y/YDEN BEI pSSINGEN ANTON TOHgliedskarle, die als Xegirimalfon diente Vorfall erhalten. Es klingelt an der Türe unseres Hinterhaus. zimmers— ich öffne die Tür, und niemand wird sichtbar. Auf der Türschwelle aber finde ich«inen aus A u g u st Bebel lauteickien Wahlzettel. Die Vorsicht des Flugblattverbreiters war sehr geraten, denn massenhaft wurden sozialdemokratische Flugblatt- Verbreiter verhaftet. v Der W y d e n c r Wahlbctciligungsbeschluß war van der Masse verwirklicht worden. Die Sozialdemokratie wirkte sich politisch in der O e s s e n t l i ch k e i t aus. 2. Der Spitzelapparat. Die Absicht, ein« allgemeine Aussprache der Partei herbeizu- führen, lebte in der Sozialdemokratie schon im Frühjahr 1880 auf. Aus den Akten des Berliner Präsidiums können wir die Reise Auers durch Deutschland verfolgen, der die Genossen zu einem regen Besuch eines in der Schweiz abzuhaltenden Kongresses ermuntert. Dieser Kongreß sollte zuerst in Rorschach am Bodensee tagen. Der Kongreß wird von der Redaktion und Expedition des „Sozialdemokrat" ausgeschrieben. Er wird von Spitzeln in Hamburg und Paris dem Berliner Polizeipräsidium verraten. Der Verräter in Hamburg ist der„einäugige Wolf", der Pariser ein in der sozialdemokratischen Pariser Mitgliedschaft sehr einflußreicher Mann, der die größte Aussicht hatte, zu dem sozialdemokratischen Kongreß delegiert zu werden. Der Kongreß, der zu Pfingsten 1880 K&s/fa i ds---. t Um* timm■■'JTrw&H SjUt/Uufimmr—i* 4* tut Jttmtkvu vc/tÄi T'f* e--».£i�( A a/tjurr�.<—4, am eeet Ärrta»«•/ rimrm. IfmaJtmJUjf, miammU taArtnAmv/udm U Schloß Wyden (�Karikatur einet Jtongreßdeleglerlen) zusammentreten sollte, wird nun von der Redaktion und Expedition des„Sozialdemokrat" verschoben. Das Berliner Polizeipräsidium wird über viel« Details der Delegiertenwahlen von ihren Spitzeln unterrichtet. Sie kennt z. B. die Stimmung der„inneren" Berliner Bewegung, das heißt, der Geheimorganisationen der einzelnen Wahlkreise. Und das nimmt nicht wunder, denn der Be»liner Delegierte H e u f« l d e r ist ein „Vertrauensmann" der Polizei. Am 19. August wurde dem Heufelder und Tiedt das Berliner Mandat zu dem„in der Schweiz vom 29. bis 25. August tagenden Kongreß der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutschlands" ausgestellt. Das Mandat ist unter anderem von Karl Heinrich unterschrieben, der später als Spitzel entlarvt wurde. Heinrich zeichnete im Namen„der sozialdemokratischen Vertrauens- männer Berlins". Uebrigens sprach scho-n der rote Postnieister Motteler den Verdacht aus, daß Heufelder„Werkzeug der Berliner Spitzelei" sei und sich„wahrscheinlich bewußt in der Mission Wyden" betätigt habe. Bei dem Studium der Akten des Berliner Polizeipräsidiums las ich das Protokoll, das über die Mit- teilungen Heufelders über die Wydenet Kongreßberatungen von einem Polizeibeamten aufgenommen worden ist. 3. Schutzmaßnahmen. Das Kongreßlokal, das Wyoener Schloß, mietete Motteler für fünfzig Franken unter dem Namen Brandtner von dem Eigentümer F. Weber in Basel ab. Noch in letzter Stunde wollte Weber der „gemeldeten Gesellschaft" absagen, er fürchtete, er werde mehr Aus- lagen als Einnahmen haben. Es war zu spät, der Vertrag war unter Vermittlung des Agenten S. H. Müller-Seeseld abgeschlossen. Die Delegierten, die sich zur Teilnahme am Kongreß gemeldet hatten, wurden einer sorgfältigen Kontrolle unterworfen. So schloß die Züricher Kongreßleitung den Schweizer Karl Schröder von der Beteiligung aus. Er galt damals schon als anrüchig. Er zeigte ein ganz besonderes Interesse für den Kongreß und führte sich in seinem Schreiben als entschiedener Bekämpfer der sozialrevolutionären Theorie auf. Er wollte sich als Vertreter des„roten Klubs" in Winterthur ausspielen, der bereits vor zwei Jahren seine letzt« Sitzung abgehalten hatte. Schröder wurde später als ganz gefähr- licher Lockspitzel entlarvt, der die„Freiheit" subventioniert hatte und Spießgeselle der anarchistischen Mörder Kammerer und Stell- macher war. Der Kongreß wurde als eine Gcneralvcrsa m-m l u n g d e r Kranken-, W a n d e r- und 2lltersuntcrstlltzungs- kassen derdeutschcn Vereine der Schweiz ausgegeben. Die Kongreßmitglieder wurde» auf dem Schlosse beherbergt und beköstigt. Eine sogenannte Wirtschaftsordnung schrieb den Delegierten unter anderem vor:„Die Abgelegcnheit und sonstig«? Unbewohntheit des Versammlungsgebäudes bringt es mit sich, daß kein städtischer Gasthauskomfort geboten werden kann, sondern daß in allem Soldateneinsochheii herrschen muß, was man jederzeit bc- rücksichtigen wolle... Die Mitglieder sind verpflichtet, sich außer- halb des Versammlungsgebäudes möglichst unauffällig zu benehmen, sowie jedes auf die Generalversammlung bezügliche Gespräch zu unterlassen. Die Mitglieder müssen diese Mitgliedskarte jederzeit zur Legitimation bei sich führen und hat ohne dieselbe niemand Eintritt in das Bersommlungsgebäude." Ein Teil seiner Abcndsitzung voni 22. August 1889 diente dem Kongreß zur Besprechung der Verlialtungsmaßnahmen der Kongreß- teilnehmer gegenüber den deutschen Behörden. In dieser 5?insicht wurden folgende Beschlüsse gefaßt:„Kein Delegierter darf auf dem Kongreß bezügliche Papiere, Zahlen usw. über die Grenze oder auf der Heimreise mit sich führen. Die Beschlüsse werden sofort gedruckt imd den Delegierten zugesendet. Namen der Teilnehmer sind bei den Veröffentlichungen nickst zu nennen. Bei der Berichterstattung der Delegierten ist die möglichste Vorsicht zu üben. Bei etwaiger gerichtlicher Vernehmung kann zugegeben werden, daß man zum Kongreß war." Der Kongreß genehmigt ferner, daß ein romanhast.'r Bericht über das Acußere des Kongresses in deutsche Zeitungen gebracht würde. Ein Kongreßdelegierter hat in einer satirischen Wydcner Festzeitung das„uralte R a u b s ch l o ß" gezeichnet. Trotz allen Vorsichtsmaßnahmen konnte nicht oerhindert werden, daß der Kongreß gleichsam unter der Uebcrwachung eines preußischen Polizeispitzels stand. Heufeldcr war als letzter Delegierter von Winterthur nach dem Schlosse Wyden geleitet worden. Er war zum Glück nicht intelligent genug, um den wirklichen Sinn der Kongreß- Verhandlungen zu verstehen. Der Mostianer Tiedt hat den Heufelder „als Neuling und Esel" charakterisiert. 4. Geheimverhandlungen. Wer in dem handschriftlichen Bericht des Wydener Kongresses zündende Aufforderungen zu revolutionären Ausständen sucht, der ist sehr enttäuscht. Bebel spricht mit ruhiger Sachlichkeit von dem Einfluß des Flüchtlingslebens auf die politisch« Haltung Johannes Mösts. Und dann setzt er erläuternd hinzu:„Was die sogenannte „friedliche" Umgestaltung betrifft, so ist wohl diese Phrase von der Gesamtpartei niemals ernst genommen worden, sondern von uns bloß gewissermaßen als Deckmantel aus praktischen Gründen benutzt worden. Dagegen sei die„Reoolutionsmacherei" des Herrn Most «in Nonsens, nur geeignet, die Partei gegenüber den reaktionären Behörde» zu kompromittieren." Als später die„gesetzlichen" Mittel im Programm durch die Wendung mit ollen Mitteln ersetzt wurden, erfolgte in der Debatte durchaus nicht eine vulkanische Eruption revolutionärer Feuerreden, sondern eine ruhige, ganz un- pathetische Aussprache in dem Sinne, daß die Sozialdemokratie das Wort„gesetzlich" deshalb aus ihrem Programm ausstreichen wolle, weil sie ja selbst als außerhalb des Gesetzes stehend jetzt behandelt werde. Der Antragsteller Schlüter meinte, niemand unter Freund y X r■■»j/yf' wTm/U*. fj, 4■. •/rt'iW"• or � 5* x �-e. <3 J»>h V! 1 �*''' •föyfi' iZj** ßf'" 4� � y y AS»«(«k-j Uf. rr/*■*, (■<*+ (< Lgjß/% y �~yja Kl muM � tu** •-fliw.„u rf. 'vi (,V. yfiy* i'■] «Gt Levtze,««br. Mtzutra tn b»» Kreiigeschäftbstell«, Elsässer Str. 86— b?. vorn 4 Tr. Tage-ordnung:«rer». frauenfest, Vercinsmehrkämpse. Arbeiter. Rod- und»raftfahrer.Bund.Solidarität-, vrt�rupp« Srotz-Berliu. Motorsahrcr: Touren Sonnabend. 28, August. Abt, Neukölln: Wörlitzer Bark. 17 Uhr Hohengollcrnplatz,— Touren Sonntag, 24. August, Abt. Neukölln: Seddinsee, 10 Uhr Soheuzollernplatz,— Abt, Kreutberg: Gargin bei Rchfeldc, 8 Ubr Warschauer Ecke Revaler Strotze,— Abt. Friedrichshai»: zippelswördc, « Uhr Landsberger Platz,— Abt. Norden: Oranienburg— Löwenberg— Lieben. bergcr See. 6V, Uhr Sparrstr. 3.— Abt, Eharlottenburg! Beetz— Sommerfeld. 7 Uhr Wilmer-dorfcr Str. 21. Alle Abteilungen starten am 7. September nach Eroh-Zic'hen zu de» Gaumcisterschaften. Anschließend Start nach Nieder» lehme, verbunden mit Wahlpropaganda. Alle Motorfahrer müssen dabei sein. Arbeitcr-Turn- und Sportbund, Altcrsriegc. 3ur Altersricgcnfahrt in di» Ruppiner Schweiz am 80, 81, August sind noch einige Teilnehmerkarten gegen Barzahlung von 7 M. in den bekannt?» Stellen zu haben. Einzclkcgler sind willkommen beim ASKK.„Vorwärts". Kegelabc nd ieden Freitag. 20 Uhr, in der Sportklause, Schönlcinstr. 6. Freie Kanu-Union, Abt. vberspree. Tonnerstag, 21. August. Trainings. abend in Spandau: alle Mitglieder, die ihre Boote in Spandau zu liegen haben, müssen sich beteiligen. Freitag, 22. August. 18% Uhr, Vorstandssitzung „Zur Eiche", Neukölln, Kaiser-Friedrich-Ecke Saalestraße: daselbst 20 Uhr Mit. gliederversammlung. Gäste willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. Freie Rudercr.Bcrcinigung ItztZ. Sitzung Freitag, 22. August, 21 Uhr. im Strandschloß, Oberschönewcidc, Eprcestr. 4. In der Frauen». Jugend» und Männerabteilung werden noch Mitglieder aufgenommen. Anschrift: Hera. Mo d sack, N. 31, Cwinemündcr Str. 90. � tätfehäft#-Jtn&iger* (Qeziwfc fuden-tiJe/ien. August Kraussi Bln.• Tempclhok Germanfastr.143 _ Tel.: Südring 3961 Spcziol-Bauousführungen: Drahtputz-, Zug-- und Bildhauerarbeiten GEBRUDER GROR Gegründet 1882 Butter/ Käse/ Eier Kolonialwaren aller Art 60 eigene Verkaufsstellen in allen Stadtteilen GroB-Berlins 10 eigene Dampfmolkereien [R. 202 „Hawag" Heizung, Liistuno, Be- ünd Enlwässerung NO 18, Landsberger Str. 91, Tel.; Alex. 9 130/1 Bauklempnerei riedrich Hädicke Bs- und Entwässerung � Sanitäre Anlagen SW 48, Friedrichstr. 24 Aufzüge Reparaturen 15,0 Neulieferungen Bln.-Wilmertdorf.Tabinger Slr.2/ Tel.: Pfalzbarg 1433 Julius Ehl JVIcr&cn F»« sitfk bitte: eineAdresse für Ihre Wäfdt e, es ist die besonders bevorzugte Damjff-tViistberei Westend Charlottenburg, Wallstraße 22. Telephon: Wilh. 6693 | Wir liefern Qualitätsarbeit und sind billig GebrOder Hulh Sahne-Großhandlung Gegründet 1861|I45 Berlin SO, Oranienstr.195 Lieferant erster Konditoreien Eigene Dampfmolkereien Fernspr.: Moritzplatz 9889 u. 16792 � HUZI Wilh. Schlich BaugesdiäU audi Ladenausbauien Neukölln, Okerslra�c 3 Feriuprecber NeukSUn 1233 Paul Horsch Berlin-Qeverkschaftshans TolMtkwaren ent Finnen(172, ins Fistsäle Hasenheide 13—15 Tel. Bacrwald 6565[148 3 Säle».Vereinszimmef zu kulanten Bedingungen. /-> Bindfaden Kordel, Packstricke, Pack- a. Seidenpapiere, Pappen Billige Einkaufsquellc Karl Daub 514, Wallsirafe 13/ Telephon; F 7, Jannowitz 4814 GROSSDEST I LL ATI O N Prlnzesslnnenstrassa 17 Ritter- Ecke Brandenburgstr. Gro$- Destillation August Schulz„ Dresdener Sfra6e 135£ Kottbusser Tor Rungestr. 30[R.20S Paul Koth uerkehrslokal der Partei und des RelchsDanners Ich offeriere: la frischeste Vollmilch in bester, fettreichster Qualität, die auf dem schnellsten Wege vom Erzeuger zum Verbraucher ohne Lagerung und Stapelung(dadurch 1—3 Tage älter) gebracht wird. Außerdem offeriere; la ff. Meiereibutter(keine Mischware), sowie In Buttermilch und weiBen Käse. —— Achten Sic bitte beim Blnkaut aul meine Firma. r i93i Meierei Friedrichshagen, Ad«« sAower. Lanzenberger& Co. Berlin-Treptow, Karpfentcichstraijc 10-12 Größte, älteste und leistunosfähioste Fabrik für Leitern aller Art, Plättbretter, Aermelbretter usw. Georg Hüller Holzhandlnng, Treptow, Kiefholzstra�e 360-67 Ständig großes Lager in Kiefern-, Stamm-, Mittel- und Zopfbrettern, astfreien Seiten- Erlen Telephon: Moritzplatz 1616 und 139 Prelsltslen fordern! Max Gräbner Berlin O 34, Petersburger Straffe 26 Telephon: Königstadt 119 Obsf- n. Gemöseversand en gros und en detail liefen nt slntllter »mtMhMim StaatL gar. Optiker OPTIK und PHOTO LlndenstraBe 106 QastsiäHe vormals»Tum 3Cackespechlm Inhaber: Mathias Schröder nlaurrmlr. 87 80 Ze ntrum 8964 S)as Maus der guten Müche Eigene Ha ussehlachterei bietet jedem Auto Schulst gegen Unfall sowie stoßfreie weidxe Federung! Verlangen Sie Prospekte: Tflf A" Bin.-Chibj.. SdilohstraAe 6». Hralf- fflUCV KUirzena-WerKS'. Tel.;Wilh.9023,9223/24 J. L. Lindenberg& Co. G. m. b. H. NO 18, Große Frankfurter Straße 60-61 Glas- Porzellan- Steingut Großhandlung Lieferant nur an Wiederverkäuferl' BERLINER ELEKTRO HUTTEH G.M.B.H. Unser gemeinwirtschaftliches Unternehmen bietet die größten Vorteile bei Installationen u.dem Bezüge von Beleuchtungskörpern und sonst, elektrotechn. Bedarfsartikeln BERLIN SO 36, Elisabeth- ufer 5-6 TELEPHON: F 1 MORITZPLATZ 976 B.IddJ Klischees Galvanopiastische Werkstätten K.-c.Baum&Co. SW68, Alle jaKobslrafte 144 Telephon: Dönhoff 890— 891 Franz Schönherz Bin-Neukölln K.l.er.Frledrldi-Sir. 24t Ulli. i�CUKUUn Nähe Hermannpia z Bandagen— Gummistrümpfe Spezialist für SenkfuBelnlagen Lieferant für Krankenkassen und Behörden[222 Autobereüung* Wilhelm Grabs Vertrieb In- und autlSndUdier Reifen Autoreifen- und Sdilaudz-Reparatur- WerkitStte/ Autozubehör 1132 Berlin SW 48, Friedrichstr. 249 Nahe Belle-Alllance-Platz— Tel. F 3 Bergmann 4730 Vleander-ffiad lleanderHtrafie 12 m» Bei Bedarf in Auflage- matrafzen fordern Sie nur die weichgepolsterte „WW" Ploiroize (m. garant. neuem Material gefüllt). Zu haben in allen einschlägigen Geschäften. flpol&ßHer E. Slchtins& Ernst Rauch G. m. b. H. BIER-GROSSVERTRIEB Fabrik alkoholfreier Getränke Bln. K SB. Lvaientr Sir. 131 Bln. SW SB. Nenenbui oer Sir. 28 Fernruf: U 4, Vineta 14J3 Fernruf: A 7, Dönhoff 1276 Sandagen-Suneberg H0lzmarktStr.ll a- d- JannowitzbrUcke SBrudibfindcr— Xetbbinden Qummtilrüntpfe- SPIattfußetnlagen f.lgene Sabrik u. eigenes Mellmlllel Jnslllul Xleferanl fflr sämlllUte Krankenkassen Butterhandlung Zu den drei Sternen **» Filialen in allen Stadtteilen Wäsche nach Gewicht bodenfertig— getrocknet— gemangelt von 20 Pfund an. Feme Herrenwäsche/ eardinenremigung Dampfwäsdierei„Sophie Charlotte' Qegr 1897. Cta »drm- Z97. CtaarloddenbuTft. Siare lOe: 35. Fernruf: C 4, Wilhelm Nr. 313 Gebr. Löff ler Berlin 017, Ostbahnhol[224 KaE'�offelsroßhand�yns kaufen und verkaufen' alle Sorten Speisekartoffeln waggonweise HEINRICH SCHNITZ Reslaurasri zum Dortmunder Schmitz Industrie-Kasino Kommandantenstrafje 72- Kronenstralje 12 C-Kartseil, Wäsche-Verleih Telephon: Moritzpl. 918. S 42, Fürstenetr 20 Wäsche aller Art � Gute Beschaffenheit, kulante Bedingungen! 'aEausie-faMü Seit 1916 1241 Ernst Garf, loh. E.& J. Garf Sfl. 36. Biitzer Str. 7. Tel. k 1 hierilzni. 3070.