Morgenausgabe Nr 395 A 199 4?.Iahrgang WöchenMch SSPf� monatlich 3,S0 M. im oorau» zahlbar. Postbezug 4L2 M. einschließlich 60 Pfg. Postzeitungs- und 72Pfg Postbestellgebühren. Auslands- abonnement 6.— M. pro Monat. * Der»Sormdrts* erscheint wochentSg- lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Abend'V Illustrierte Beilagen.DoU und Zeit" und„Kinderfreund". Ferner .Frauenstimme" Technik".„Blick in die Büchennelt".„Iugend-Dorwarts� und.Stadtbeilage" »«elin«« Volksblatt Sonntag 24. Äugust 1930 Groß-Äerlin 15 Pf. Auswärts 20 pf. Die einspaltige Nonpareillezeile 86 Pfennig. Reklame �eile S.— Reichsmark.„Kleine Anzeigen� das ettge- druckte Wort 2S Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Alizeigenannahme imHaupt- gefchäft Lindenstraße 3. wochentäglich von S1/} bis 17 Uhr. JentvaSsssan dsv GozialdemoSratikchen Partei DeMOlands Sievaktlon und Verlag Berlin SW 68. Uindenstraße 3 ilernivrkcker Tönbot' SSS— 297 Telegramm-Adr Couoldtmokral Herliit. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Posllibeckkonlo: Berlin 97536.— Bankkonlo� Bant der Arbeilei. Ängeftelllcn und Beamten. Wallstr 65 Dt B u Diir-Gel Devotirenkasle Lmdenstr S. Katastrophe am Arbeitsmarkt. Zunahme 80000 in zwei Wochen!— 456000 Arbeitsuchende in Nerlin. Los! Das Wolff-Büro teilt mit: Die Zahl der bei den Arbeitsämtern verfügbaren Arbeitslosen ist ge» st i e g e n. Das Anwachsen von rund 2 765 000 am 31. Juli auf rund 2 845 000 am 15. August, also um etwa 80 000. ist ein Zeichen für eine weitere Ver- schlechterung des Arbeitsmarttes. Feier- schichten und Kurzarbeit haben nach den Mel> düngen der Landesarbeitöämter weiter zugenom- m e n. Auch Ztillegungsanträge liegen wiederum vor. wenn auch in etwas geringerem Maße als im Juli. Eine sichtbare Auswirkung des Arbeitsbe- schasfnngsprogramms der Reichsregierung war in der Berichtszeit noch nicht zu erwarten. Während im letzten Berichtsabschnitt die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Ver» sicherung bereits um rund 28 000 zugenommen chatte, hat sie jetzt einen Rückgang um rund 3000 auf 1 404 000 erfahren. Die Krisenunter st ützung hat jedoch um rund 17 000 Unterstützungsempfänger auf über 420 000 zugenommen. Beide Einrichtungen zusammen haben eine Belastung von 1015 000 Unterstützten erreicht. Die Ueberlagerung gegenüber dem«ta»d zur gleichen Zeit des Borjahres beläuft sich auch weiterhin auf mehr als eine Million. Der Rückgang iwr Zahl der Hauptunter- stützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung ist vermutlich im ganzen«ine Folge der zahlreichem Aussteuerungen von Arbeltslosen, deren Unter- stützungsansprüche erschöpft sind. * Die Lage in Berlin. Lleber 456000 Arbeitsuchende in Berlin und Brandenburg Die rapid« Zunahme der Erwerbslosen ln der ersten August- liälske übertriffl auch den schwärzesten Pessimismus. In der gleichen Zeil, in der sich die Regierung sür das Veschassungsprogramm der Reichsbahn und der Reichspost von ihrer presse feiern läßt, steigt die Zlul der Arbeilslosigkeil unaushallsam. Drei Monate long hat die Regierung Brüning von der Ankurbelung der Wirlschasl, von der Leschosfung zusählicher Arbeit g e r e d e l, g e t a n hol sie in der Zeil nichts. Drei kostbare Monoke in der hoch- saison de» Iahres sind sür die Belebung der Wirlschasl unwiderbringlich verlorengegangen. Wi« das Landesarbeilsoml Brandenburg(Berlin— Brandenburg— Grenzmark) milleil». ist in der Berichlszelt vom 1. bis ii. August die Zahl der Arbeitsuchenden um 1l SS2 aus 456 44l Personen gestiegen. Davon enlsielen ans Berlin 357 797, auf die Provinz Brandenburg 93Zl5 und aus die Grenzmark 54Z9 Personen. Die Zahl der hauplunter- stützungsempfänger in der versichcrungsmäßigen Arbeits- losenunterstühung betrug 230 722. in der sirisenunler- st ü h u a g 72 043, zusammen 302 765 Personen. Von den Haupt- unterstühungscmpsängern in der Arbeitslosenversicherung enlsielen aus Berlin 172 183, auf die Provinz Brandenburg 55 281, aus die Grenzmark 3258. Für die Krisenfürsorge be- trugen die entsprechenden Zahlen sür Berlin 59301. Brandenburg 12 480, Grenzmark Posen-Westpreuhen 262. Wie der Bericht im einzelnen ausführt, wirkte in den Außen- berufen vor allem in der Landwirtschaft das ungünstige Wetter hemmend auf die Bermittlungstätigkeit. Auch die Industrie übte weiter Zuriiik Haltung bei der Anforderung von Arbeitskräften. Im Bezirk des Arbeitsamtes Prenzlau wurden jetzt schon verschie- deutlich Ziegeleien stillgelegt, während dies in normalen Jahren erst zu einem viel späteren Tennin ersolgte. Auch in der Metallindustrie stieg die A r b e I tf u ch en de nza h l unaufhaltsam und hat bereits die höh« von 92076 Personen erreicht. Anzeichen für eine beginnende Belebung des Arbeits- Marktes konnten nicht beobachtet werden. Der Befchäftigungs- grad im Textilgewerbe ist sehr wechselooll. Da ein großer T«il der Auf- frage mit kurzen Lieferfristen erteilt wurde, haben einzelne Betriebe Ooppelfchichten(I!) eingerichtet, während andere Entlassungen vornahmen. Di« Berufsgruppe 5)l>lzmd»strie hatte ain Be- richtstage 26 270 Arbeitsuchende zu verzeichnen. Die Anforderungen von Arbeitskräften gehen sehr spärlich ein. Im Bekleibungs- gewerbe war die Bermittlungstätigkeit lebhafter. Im Bau- g e w e r b e und für ungelernte Arbeiter aller Art boten sich nur wenig Arbeitsmöglichkeiten. Die Arbeitsmarktlage in den Ange- st e l l t e n b e r u f e n hat sich weiter verschlechtert. Die Zahl der Arbeitsuchenden stieg von 45 748 am 31. Juli auf 48 699 am 15. August, in Berlin von 39 904 auf 42 789. Der Zugang entfällt also ausschließlich auf Berlin. Dies ist für den Berliner Angestelltenmarkt um so bedrohlicher, als die Massenkündigungen bei Siemens, der AEG., Borsig und anderen Großbetrieben in dem Bericht noch nicht zum Ausdruck kommen. Slawek zurückgetreten. Bor einem Kabinett pilsudski. Warschau, 23. August. Ministerpräsident Slawek hat am Sonnnbendnachmittag dem Staatspräsidenten sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Er begründete seinen Entschluß damit, daß er sich ausschliehlich der Teilung der Regierungsparlei widmen wolle, wozu er in seiner Eigcnschasl als Ministerpräsident nicht in der Tage sei. Der Staat». Präsident hat da» Rücktrillsgesuch Slawek» angenommen. Um 17,30 Uhr trat das Kabinett unter dem Vorsitz Slaweks zu einer Sitzung zufaimnen, an der auch Marschall Pilsudski teil- nahin. In maßgebenden politischen Kreisen herrscht die Uebcr- zeugung, daß der Staatspräsident Marschall Pilsudski mit der Neubildung des Kabinetts beauftragen wird. Slaweks Rücktritt und die Möglichkeit einer Regierung Pilsudski wird man mit der Absicht der Oppositionsparteien in Zusaminenhang bringen müssen, vom Staatspräsidenten von neuem die Einberufung des Sejm zu verlangen. Bekanntlich wollte die Opposition zahlreiche Kongresse veranstalten, um auf diese Weise Slawek zum Rücktritt zu zwingen. Oer Alie geht... Aber er bleibt beim Alten. Vor einigen Iahren erregte es Aufsehen, daß der alte, als Scharf- mach er seit langem bekannte Großindustrielle Kirdorf sich der Hitler-Partei angeschlossen hatte. Er hat sogar durch seine Anwesenheit den Nürnberger Nazitag„verschönt" und auch sonst einiges für die hakenkreuzler getan. Jetzt aber gibt er«ine Erklärung— gleichzeitig im Namen seines Schwiegersohnes und seines Generaldirektors— heraus, wonach er sich wieder von Hitler losgesagt und zu h u g e n- berg zurückgefunden habe. Sein Bedarf an Antisemitismus und nationaler Phrase ist bei Hilgenberg hinlänglich gedeckt, um so mehr, als zwischen den beiden Lagern keinerlei Unterschied mehr festzustellen ist, außer dem«inen, daß bei Hitler noch immer etwa» vom Sozialismus geschwätzt wird. Aber schon das Schwätzen davon P dem alten Industriegewaltigen ein Greuel." Von heute ah liegen von 10 bis 17 Uhr die Wählerlisten aus. In Berlin sind die Lokale, in denen sie zur öffentlichen Einsichtnahme ausgelegt werden, ebenso wie die Zeiten an den Anschlagsäulen der einzelnen Verwaltungsbezirke zu finden. Da am 14, September niemand wählen darf, der nicht in der Wählerliste eingetragen ist, so ergibt sich für jeden einzelnen die nächste und dringendste Aufgabe: Wählerliste einsehen I Zeppelin in Staaken. In der Nacht gelandet und weitergeflogen. Das Tuftfchlss„Gras Zeppelin", das gestern pünktlich un» 18 Uhr in Zriedrichshafen startete, erreichte kurz vor 11 Uhr Berlin und passierte wenige Minuten später das Zeltungsviertel. Bei dem stark bedeckten Himmel zeichneten sich die Umrisse des Luft- schlffes, da» noch mehrere Schleifen über der Innenstadt fuhr, nur schwach ab.„Graf Zeppelin" entschwand dann in nordwestlicher Richtung und hielt Kur« aus Staaken. Auf dem Flugplatz in Staaken hatten sich trotz der späten Stunde und trotz des schlechten Wetters zahlreiche Schaulustige eingefunden. Die Wartenden wurden auch auf keine allzu harte Geduldsprobe gestellt. Starkes Motorengeräusch, das immer dröhnender wurde, kündigte den kommenden Luftviesen an. 23,25 erschien das Luftschiff über den Flugplatz, langsam neigte sich die Spitze des Schiffes, die haltetaue fielen, von Hunderten von Händen ergriffen. Die Landung war glatt vvnstatten gegangen. Die Falltreppe fiel und die Passagier« verliehen das Luftschiff. Da der Aufenthalt so kurz wi« möglich gehalten werden sollte, wurde sofort mit der Betriebsstoff, und Gasüber- nahm« begonnen. Noch kurzem Verweilen setzte das Luftschiff dann di« Reff« nach Königsberg fort. Drei Wochen Kampf und Sieg. Wes bisher war nur Vorspiel. Jetzt aber wirb es ernst. Das Vorspiel war glänzend. Die entscheidenden Faktoren der deutschen sozialistischen Arbeiterbewegung, Partei und Gewerkschaften, stehen einig und geschlossen wie noch nie. Die Versammlungen sind überfüllt, die Stimmung ist ausgezeichnet. Als Partei können wir der Regierung Brüning eigentlich nur dankbar sein. Sie hat uns herausgefordert, und Ivir haben den Kampf aufgenommen. Kampfistdas Lebemselement der Sozialdemokratie, im Kampf ist sie groß geworden. Dank den Gegnern, die dafür sorgen, daß sie das Kämpfen nicht verlernt! Die Sozialdemokratie hat in der Republik noch keinen Kampf geführt, in dem sie so i f o l i e r t dastand, wie in diesem. Zwar bieten die Parteien rund um sie herum das Bild des vollkommensten Durcheinanders, aber in der Gegnerschaft gegen sie sind sie alle einig. Da gibt es heute von den National- sozialisten bis zur Staatspartei, von Hitler bis Mah- raun nur eine geschlossene Front. Und während die Sozial- demokratie so mit dem Gesicht gegen den bürgerlichen Gegner steht, fallen die Kommunisten im Rücken über sie her. Es ist ein glänzender Beweis für die Kraft der Partei, daß gerade diese Situation die Kampfeslust der Partei- genossen aufs äußerste gesteigert hat. Es kann jetzt schon ge- sagt werden, daß die Partei, die sozialistische Arbeiterbewe- gung überhaupt, aus den Erfahrungen dieses Wahlkampfes, aus dem gemeinsamen Kampferlebnis einen inneren G e- winn ziehen wird. * Damit soll nun keineswegs gesagt sein, daß wir den Sieg schon in der Tasche haben. Um den soll ja in den nächsten drei Wochen erst gekämpft werden. Das tadellose Funktionieren des Apparats, das In- einandergreifen von Partei und Gewerkschaft, ja selbst die Stimmung der Parteigenossen beweisen für den Ausgang des Wahlkampfes noch lange nicht alles. Die Vorgänge, die für den Ausgang von Wahlen letztenEndesentscheidend sind, spielen sich auch nicht ab in Versammlungen und Straßenkundgebungen. Versammlungen und Straßenkund- gebungen sind notwendig— aber die letzte Entscheidung voll- zieht sich in jenem unübersehbaren molekulnren Pro- zeß des Volkslebens, der sich im Betriebs im Hause, auf der Straße, kurz überall abspielt, wo zwei Menschen oder mehr ihre Meinungen untereinander austauschen. Von der � Initiative, die unsere Genossen und Genossinnen entfalten, von ihrem Bekennermut, ihrer Schlagfertigkeit, hängt der Ausgang des Kampfes ab. Auf alle Fälle: unerschüttert bleibt die Macht der Sozial- demokratie. Daran wagt selbst das große Berliner Scharf- macherblatt, die„Deutsche Allgemeine Zeitung", nicht zu zweifeln. Schreibt sie doch in ihrer Ausgabe vom heutigen Tage: So schwierig e» sein mag zu prophezeiest, wieviel die einzelnen Parteien bei der bevorstehenden Wahl gewinnen oder verlieren wer- den. so wird man doch leider davon ausgehen müssen, daß di- Macht der Sozialdemokratie angesichts ihrer geschlossenen Organisation, angesichts der Opferfrcudigkelt ihrer Mit- g l i e d e r und angesichts ihrer stocken propagandistischen und finan- ziellen Kraft, die noch durch die hilfsslclluug der freien Gewerk- schaflen gestützt wird, auch nicht endgültig erschüttert werden kann. Die„Deutsche Allgemeine Zeitung", das maßgebende.! Unternehmerblatt,-kennt nur einen Feind: die Sozial- i demokratie! * Wem aber die Sozialdemokratie einziger Feind ist, dem ist logischerweise der Kommunismus Bundes- genösse. Das hat die„Deutsche Allgemeine Zeitung" schon oft ganz offen ausgesprochen. So in einem vielzitierten Auf- satz vom 3. Februar d. I., in dem sie erklärte, die Kommu- nisten hätten„für das staatspolitische Leben eine nützliche Funktion." Sie müßten verhindern, daß die Sozial- demokratie übermächtig wird. Und wörtlich weiter:„D i t Kommuni st en... sind für den bürgerlichen und kapitalistischen Staat solange ein wert- volles Werkzeug, als sie als Pfahl im Fleische der Sozialdemokratie wirken." Niemals ist die Rolle, die der Kommunismus im Klassen- kämpf in Wirklichkeit spielt, klarer dargelegt worden als in dieser Offenbarung einer schöne� Kapitalistenseele! Die„Deutsche Allgemeine Zeitung", das offenherzige Internationale für Saarlösung. Amnestie und Selbstregierung für Indien. V. Seil. Zürich. 23. August. tEigenb«richt.) Stach einein sehr arbeitsreichen zweiten Tage hat die Exekutive der Internationale ihre Züricher Tagung beendet. Dabei war die ursprüngliche Tagesordnung noch durch zwei sehr interessante Debatten über die Arbeitslosigkeit und über das indisch« Problem erweitert worden. Zunächst sei noch ein wichtiger Beschluß hinsichtlich der Saar- s? a g e verzeichnet. Dieses Problem wurde vom Vorsitzende de Brouckere nach Rücksprache mit dem deutschen und dem sranzösijchen Delegierten oufgeworfen. Das Kommuniguä des Internationalen Sekretariats über die Tagung der Exekutive besagt hierüber fol- gendes: „Im Rahmen der Debatte über die allgemeine politische Lage wies der Vorsitzende de Brouckere auf die Bedeutung des noch un- gelösten Saarproblems hin. dessen Weiterbestehen eine Ur- iachc von M i ß v e r st ä n d n i-s s« n und Reibungen zwischen Deutschland und Frankreich bewirke. Es wurde die Einsetzung einer Kommission von Vertretern der deutschen und der fran- zöstschen Sozialistischen Partei unter dem Vorsitz de Brouckere? zum Zwecke der Ausarbeitung praktischer Vorschläge zur Lösung des Saarproblems beschlossen." * Ein Meinungsaustausch fand serner über die Frage der Arbeits- losigkeit statt. Fenner-Lrockway(Unabhängige Arbeiter- partei), England, Otto Bauer, Oesterreich. Grimm. Schweiz, Hillquit, Amerika. Bochinger, Ungarn, und ander« er läuterten das A r b e i t s l o s e n p r o b I e m auf Grund der Ent- Wicklung in den verschiedenen Ländern und im Hinblick auf die er- wetterte Verschärfung im kommenden Winter. Es wurde beschlosien, fo bald wie möglich«ine besondere Konferenz der Sozialistischen Internationale möglichst in Verbindung mit dem JGB. zur Beratung dieses Problems einzuberufen. Resolutionen gegen den faschistischen Terror in Finnland und gegen die Ausrottung des kurdischen Volkes fand«» einstimmige Annahme, ebenso eine Resolution Alba rdas- Holland, zur bevorstehenden Tagung der A b r ü st u n g s k o m m i s s i o n des Völkerbundes im November internationale Massenkundgebungen für Frieden und Abrüstung— auch der Arbeiterjugend— vor allem in den wichtigsten Grenzorten zu veranstalten und Slktionen der sozio- listischen Parlamentsfraktionen zur Beeinflussung der Re- gierungen und der Vorbereitenden Abrüstungskonnnissio» zu unter- nehmen. Eine besonders packende, geistig hochstehende nnd vom kamerad- schastlichen Geiste getragene Diskussion fand über die Lag« der Internationale statt. Der Standpunkt der versch.edenen Richtungen der englischen Arbeiterbewegung wurde von Guillies (Arbeiterpartei) und Fenner-Brvckway(Unabhängige Arbeiterpartei) sehr eindrucksvoll entwickelt, während Otto Bauer(Oesterreich) einen überaus wirksamen Appell zur Einigkeit und zur Aufrecht- erhaltung der sozialistischen Grundsätze auch gegenüber diesem außer- ordentlich schwierigen Problem richtete. Die Exekutive nahm hierzu folgende Resolution einstimmig bei Stimmenthaltung aller britischen Delegierten an: „Die Exekutive nimmt die von dem Genossen Guillies namens der Britischen Arbeiterpartei und von dem Genossen Brockwar) namens der Unabhängigen Arbeiterpartei abgegebenen Erklärun- gen zur Kenntnis und erneuert den Ausdruck ihres Vertrauens, daß es der Arbeiterreqierung Großbritanniens gelingen wird, den Forderungen der indischen Völker nach Selbstregie- r u n g in Uebereinstimmung mit den Grundsätzen des Sozialis- mus und der Arbeiterbewegung Genüge zu tun. Indem die Exe- kutioe an die Berliner Resolution über diese Frage erinnert, spricht sie erneut die Hoffnung aus, daß möglichst schnell und möglichst weitgehende politische Amnestie für Indien und gleichzeitige Aufgabe des Feld.zuges gegen staatsbürgerlichen Ungehorsam die erfolgreiche Durchführung der„Konferenz am runden Tisch" er- möglichen wird." Am Sonntagvormittag fährt die Exekutive fast vollzählig zur Zg-Jahr-Feier nach Schloß Wyden zum Internationalen Sozia- tistilchen Bodensee-Treffen in Konstanz. Bnand hat Eile. Schon am 5. September paneuropa-Oebatie. Paris, 23. August.(Eigenbericht.) Der„Quai d Orfay" hat am Sonnabend an die am Europa- Projekt beteiligten Rcgiernugen die Einladung ergehen lassen, ihre Delegierten bereits zum 8. September nach Genf zu entsenden, weil die Aussprache über den Plan einer europäischen Gemein schaftsorganijation schon vor dem Zusammen- tritt der Völkerbundsverjammlung eröffnet werden soll. An Pariser zuständiger Stelle ist man der Auffassung, daß eine zwei- bis drei- tägige Diskussion ausreichen wird, um all« Regierungen in einer Art Generaldebatte zu Worte kommen zu lassen und daß danach die Weiterberatung am zweckmäßigsten im Rahmen der Vollversamm- lung des Völkerbundes selbst geführt werde. Es soll damit offenbar zum Ausdpuck gebrocht werden, daß es keineswegs m der Absicht der europäischen Regierungen liegt, die übrigen Mitglieder des Völkerbundes auszuschalten, zumal die europäische Föderation nur als«ine Sektion des Völkerbundes geplant ist. Wie wir erfahren, beabsichtigt Briand, das an die europäischen Regierungen gesandte Weißbuch durch ein Expose zu ergänzen, das die von den europäischen Regierungen in ihren Antworten auf sein Memorandum geltend gemachten Gesichtspunkte zusammenfassen, sich ober auf ein« rein analytische Darstellung beschränken wird. Dieses Expose, soll jedoch erst in Gens überreicht werden. Seine eigene Am- sassung bzw. die Stellungnahme der französischen Regierung will Briand einem mündlichen Referat, mit dem die Diskussion eröffnet werden soll, vorbehalten. Gebäude, Angestelltenkasinos, Verwaltungsgebäude und ond-re waren zerstört. Wochenlang dauerten die Ausgrabungen der Beschütteten. Da» ist die Wirkung von Kunstdünger!" Säzarfmacherblatt, kommt in der neuesten Ausgabe auf diesen Artikel zurück und gibt folgende Wahlparole aus: Notwendig ist daher vor allem, zu verhindern, daß die Sozialdemokratie womöglich noch gostärkt zurück- kehrt. vielleicht die ausschlaggebende Rolle kommt dabei den Kommunisten zu. die, wie wir schon öfters zu betonen Gelegenheit Hakleu. dazu be- rnsen sind, da» Anwachsen der Sozialdemokratie zu verhindern uud als Psahl im Fleische dieser großen Partei zu wirken. Arbeiter und Arbeiterinnen, wählt Liste 4! D'i c U n t e r- nchmer befehlen es euch! Im Ernst! Wenn die„Deutsche Allgemeine Zeitung" recht hat— und sie hat tausendmal damit recht!— die KPD. als Schutztruppe der Großbourgeoisie und des Großkapitals zu empfehlen, dann ist damit die Wahlsituation auch für uns geklärt. Die Ucberwindung des Kommunismus ist die erste Boraussetzung für einen erfolg- reichenKampfgegendieFeindeder Arbeiter- k l a s s e. * Unser Kampf gegen den Kommunismus ist ein Kampf gegen den Aberglauben, gegen das primitive Mißverständnis, als ob Kämpfen gleichbedeutend wäre mit Schimpfen und Prügeln. Der Kommunismus hat seinen Nährboden in Geisteszuständen aus den Anfangszeiten des Klassenkampfes, in denen ein Fluch oder ein Steinwurf ohnmächtigen Proletariern als einziges Mittel erschien, sich zu wehren. Kein Wunder, daß sich gerade die reaktionärsten Teile des Unternehmertums nach diesem Steinzeitalter des Klassenkampfes zurücksehnen. Worte brechen keine Beine, Fensterscheiben kann man versichern, wird es ärger, so hat man die Polizei. Der Pro- letarier, der heute in sinnloser Verzweiflung rebelliert, ist morgen das wehrloseste Ausbeutungsobjekt. Aber g e f ä h r- l i ch ist der Arbeiter, der nicht spektakelt, sondern als bürger- lich Gleichberechtigter und geistig Ebenbürtiger fein Recht sucht, er ist, in Massen auftretend, unüberwindlich. Wollt ihr wissen, was proletarische Macht und proletarische Ehre ist, dann blickt auf den geschlossenen Aufmarsch der Sozialdemokratie und der G e w e r k- s ch a f t e n! Wollt ihr aber wissen, was proletarische O h n- macht und proletarische Schande ist, dann blickt auf die täglichen blutigen WahlprügÄeien zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten! Hohnlachend sieht das Großkapiral zu, wie die Kommunisten der Sozial- demokratie in den Rücken fallen. Grinsend reibt es sich die Hände, wenn Arbeiter unter dem Hakenkreuz und Arbeiter unter dem Sowjetstern mit Messern, Schlagringen, Revolvern aufeinander losgehen und sich im Ringkampf in der Gosse wälzen. » Dieser Wahlkampf, den wir in den nächsten drei Wochen zu führen haben, ist ein Kampf zwischen Arbeit und K a p i ta l. Er ist aber zugleich auch ein Kampf um die Reinigung und Gesundung der Arbeiter- beweg ung selbst, ein Kampf um die Seele jener Klassen- genossen, die als Hakenkreuzler oder als Moskaugläubige wider Willen zu Hilfstruppen des Kapitalismus geworden sind. Es geht nicht um Taktik, es geht um das Prinzip. Ob die Sozialdemokratische Partei in allen taktischen Fragen richtig gehandelt hat, ist vollkommen Nebensache. Nie hat sich die Sozialdemokratie nach Muster der Faschisten oder Bolschewisten Unfehlbarkeit zugesprochen und Bannflüche ge- schleudert gegen die, die an diese Unfehlbarkeit nicht glauben wollen. Desto gewisser aber ist, daß das Prinzip, nach dem die Sozialdemokratie ihre Politik orientiert, das richtige und allein mögliche ist. Desto gewisser ist, daß die Sache der Arbeiterklasse- und des Sozialismus nur unter den Fahnen der Sozialdemokratie und der Ge- werkschaften zum Sieg geführt werden kann. Das ist unsere Ueberzeugung, für die wollen wir wirken und werben in Bersammlungen med Kundgebungen, in der täglichen, stündlichen Kleinarbeit, wo wir gehen und stehen! Wer um Größtes kämpft, der kämpft am schwersten, aber er empfindet auch am tiefsten das Glück des Kampfes und den Stolz seines Kämpferwms. In dieser Zeit, in der an den täglich wachsenden Ziffern des Arbeitslosenheeres der ganze Wahnsinn des kapitalistischen Systems offenbar wird, bekennen wir uns mit Stolz als S o z i a l i st e n. Gegen Diktawr und Bölkerverhetzung stehen w'»- als einzig wirksame Kraft, als Kämpfer für DemokratieundFrieden. Drei Wochen Kampf liegen vor uns! Die Sozialdemo- kratie wird aus dem Ansturm von allen Seiten unerschüttert hervorgehen, das wissen wir. Ader wir denken nicht daran, uns nur zu verteidigen. Wir greifen an! Am 14 September soll die Sozial- demokratie nicht nur unerschüttert dastehen, sondern stärk er! Beamte rutschen ab. Hinter den Kulissen der Staatspartei. Aus bisher demvkratsschcn, jetzt„stoatspartellichen" Kreisen wird uns geschrieben: Welcher erbittert« Kampf hinter den Kulissen der Staatspartei zwischen Demokraten und Iungdo-Leuten vor sich geht, beweist ein Rundschreiben des Reichsausschusj«? der demokratischen Beamten an sämtliche Vertrauenspersonen des Reicheausschusses. Bezeichnend siir die Solidarität der Beamtenschaft in der Staatsparies ist, daß der frühere General- 1'ekretär der Demokratischen Partei, der durch die Partei zum Regie- rungsrat im Auswärtigen Amt avancierte Herr Werner Stephan, sich dagegen mondte, daß überhaupt ein Mitglied des Beamtenausschusses in den Aktionsausschuß der neuen Partei hineinkam, in dem doch die Kandidaturen verteilt werden. Daß Mahroun der Beherrscher der Partei ist. kann nicht wehr bezwerselt werden. Hat doch Koch. Weser bei einer Aussprache mit den Aeamtenocrtretern, Abg. Schul dt- Steglitz und Regierungsrät Vogt, kein« bindenden Erklärungen geben können über die Stellungnahme der Staatspartei zum Berufs- beamlentum, über das Weiterbestehen des Beamtenausschusses und über die Sicherung des Beamtenoertreters Schuldt auf der Reichslist« der Staatspartei, sondern die Beamtenoertreter an Herrn Mah raun verwiesen. „Für einen sicheren Platz auf der Reichsliste könnt« Herr Koch-Weser nur gute Wünsch« und Hoffnungen aus- sprechen", so heißt es in dem Rundschreiben. Höpker-Aschoff hat schließlich später erklärt, sich dafür einsetzen zu wollen, daß Schuldt ein Platz unter den ersten 12(zwölf wohlgemertt) Kandidaten auf der Reichslsste zugesichert werden sollte. Das ist so die Einschätzung, die die Staatspartei den Beamten entgegenbringt. Die demokratischen Beamtenvertreter im Reichsausschuß hatten ferner beschlossen, daß die Kandidatur des Lehrers Stoiber, D a r m st a d t, stark unterstützt werden sollte. Di« Leser haben unterdessen erfahren, daß Reiber nicht kandidieren wird und daß an seine Stelle ein dem Iungdo genehmer Kandidat, ein ,4>lutokratischcr" Vertreter, durchgedrückt worden ist. Die Bombe von Hannover. Chemische Llntersuchurnj ergibt keinen Sprengstoff. haunover, 23. August. Der Polizeipräsident teilt mit: Der Sprengkörper, der im Ge- werischastshaus uusgesundenen Höllenmaschine enthielt unter einer kleinen, zum Zünden bestimmten Schwarzpulver- ladung eine gelbliche, körnige Hauptladung, die nach der Auaen- scheinnahme der Sachverständigen als eines der bekannten hoch- brisanten Spreng mittel angesprochen wurde. Die inzwischen erfolgte chemische Untersuchung ergab dagegen, daß es sich wahrscheinlich um ein Gemisch von techni- l ch e in C h l o r ka l i, Sylvin oder einem ähnlichen Stoff mit Kali- salpeter oder Natronsalpeter handelt. Es liegt demnach kein Sprengstoff, sondern irgendein Kalifalpeter-Misch- düng er vor.'Der ganze Apparat mitsamt dem Sprengkörper ist zur eingehenden Untersuchung der Chemssch-Technischen Versuch»- anstatt in Berlin übergeben worden. Ods ist Kunstdünger... Zu der Mitteilung des Polizeipräsidcmen schreibt der Bor- sitzende des Fa b r i ka r b e i t e r-B« rva n d« s Genosse Brey im„Volkswille": „Am 21. September 1921 wurde Oppau, ein Städtchen bei Ludwigshafen, von einer Katastrophe heimgesucht. 500 wohn- gebäudc wurden gänzlich zerstör! oder derart beschädigt, daß sie ab- getragen werden muhien. 2000 Nebengebäude wurden völlig zer- flörl oder verwüstet, daß sie neu errichtet werden mußten. Di« restlichen 2ö<1 Wohngeböude sowie 600 Nebengebäude wurden ausnahmslos schwer beschädigt. Ihre Wiederinstandsetzung war nur unter großem Kostenauswand möglich. In der Umgegend Oppau» wurden 70 landiulrkschaslllche Nebengebäude vollständig zerstört und 30 landwirtschajtliche Gebäude schwer beschädigt. An ZHenschenleben wurden 560 lote, dazu über 30 vermißte gemeldet. Die 30 Vermißten waren bei der Explosion von auseinandergerissenen Maschinenteilen, zentnerschweren Kesselteilen, Holz und anderen Dingen verschüttet. Endgültig festgestellt wurden 600 Tot« und rund 2000 Verletzte. Der Explosiv ns Herd war ein k u n st- düngersilo, der Explosionsstoss war Kunstdünger. Zlmtlich ist heute noch nicht zweifelsfrei festgeslell!, welches die Ursache» der Explosion gewesen sind, aber die' Verwüstungen selbst hat der Schreiber dieser Zeilen mit eigenen Augen gesehen. An Stelle des Silos war ein riesengroßer Explosionstrichter. Die benachbarten Bergunglück eines Berliners. Dergeblicke Suche mOAlugzeugen. Salzburg. 23. August. Der Berliner Rechtsanwalt Dr. Rudolf Wiener unternahm vor zwei Tagen einen Ausflug auf den Gamskarkogel. Der Rechts- anwott ist bis heute nicht zurückgekehrt, und da befürchtet wurde. daß er sich in den Bergen verirrt hat oder ihm ein Unglück zuge- stoßen ist. wurde eine Rettunzsexpedition ausgesandt, die jedoch ohne Erfolg blieb. Di« Salzburger Flieger Eduard Kuhn und Ingenieur Graf Starhemberg überflogen zwei Stunden lang das Gebiet des Gamskarkögels, ohne jedoch den Aerinißten entdecken zu können. Morgen vormittag werden sich die Flieger erneut auf die Suche be- geben Rnchgeiragene Begeisterung. Wiedergutmachung einer nicht begangenen Unterlassung. Wir„sauberen Burschen" sind schon wieder eimnal entlarvt. Nach der„Roten Fahne" hätten wir am Freitag unseren Lesern die „begeisterte Einstimmigkeit" unterschlagen, mit der die kommunistisch« Bezirksleitung ihre Marionettenlisten für die Reichs- ta'gswahl ausgestellt hat. Hätten wir diese Genieinheit nicht i>e- gangen, so wäre„unser Schwindel schnell torpediert" worden. Nun stmimt das allerdings nicht. Die aus der„Roten Fahne" von uns wörtlich zitierte„begeisterte Einstimmigkeit" ist bereits in der vierten Zeile unseres Arttkcls nachzulesen. Wir sind nämlich gar nicht so. Als„saubere Burschen" haben wir unseren Spaß am Humor und verheimlichen ungern etwas unseren Lesern, worüber diese herzlich lachen können. Wcs- wegen wir uns auch gor nicht torpediert, sondern nur im Zwerch- fell gekitzelt fühlen. Aus angeborener Konzilianz wollten wir der„Roten Fahne" 2X2�5 fein lassen und die nicht von uns begangene llnterlas- simg trotzdem noch einmal ausdrücklich gutmachen. Wir teilen also unseren Lesern mit: In der kommunisttschen Bezirksleitung herrschte bei Ausstellung der Kandidatenlisten unbeschreibliche I u b e l st i m m u n g. Besonders die Ausgelassenheit und Freude der Abgesägten läßt sich gar nicht mit Worten schildern. Martha Arendscc uberreichte Pieck einen Blumenstrauß dafür, daß er ihr die weiteren Strapazen eines Mandats erspart hat, Siepschläger küßte Heinz Neumann aus beide Bocken und Artur Ewert liefen die Freudentränen über» Ge- ficht. Beutling verlangte durchaus das Wort, um seine Entfernung von der Kandidatenlist« persönlich beantragen und begründen zu können, die abgejagten Pjeifser und Kahler schrien fortwährend: .Lenin sei Dank, daß man endlich unsere Unfähigkeit erkannt hat." nur die neu auszustellenden Heinz Neu mann, Ro- berta Gropper, Martha Ruben-Wolf weinten herz-, zerbrechend über das große Opfer, das man ihnen auferlegen wollte, und wehrten sich in edler Bescheidenheit, ohne daß ihr Widerstand etwas nützte. Besonders Roberto Gropper schluchzte immer wieder unter Tränen:„Meine arme, arme Martha Arcndsee!" Aber schließlich siegte die begeisterte Stimmung der Abgesägten, die sich bei den Händen faßten und ein dreifaches Rotsront aus den Obermacher Pieck ausbrachten. Kinder, solche Begeiste- rung bringt die vermosschte und verrottete SPD. nicht mehr auf! i__________; Jonathan, j Ealonders Rücktritt. Polens Feindschaft gegen den Schiedsgedanken. Der Präsident der Gemischten Kommission für Ober- schlesien, Calonder, ist von seinem Posten zurückgetreten. Er hat seinen Rücktritt mit persönlichen Gründen, mit fami- liären Rücksichten begründet. Wer das Rücktrittsgesuch des um den Frieden und das Recht der Minderheiten in Ober- schlesien sehr verdienten Schweizers erfolgte unmittelbar, nachdem die polnische Regierung wieder einmal zwei seiner Entscheidungen übergangen hat und die Berufungs- instanz, den Völkerbund, angerufen hat. Der eine Fall betraf den Minderheitsangehörigen M ich e l l i k aus Studzionka, der keinen Boden aus pol- nischer Parzellierung erhalten hatte, weil er„für den Minderheitsblock gestimmt habe. Calonder entschied, daß diese Ausübung seines staatsbürgerlichen Wahlrechts keinen Grund für die Verweigerung der Landzuteilung bilden dürfe— aber feine Entscheidung, daß dem Beschwerde- führer zu seinem Recht zu verhelfen sei, wurde von der polnischen Regierung nicht angenommen. Der zweite Fall betraf die Entlassung eines deutschen Fleischbeschauers namens Besuch in Czermca. Hier verweigerte die polnische Staatsverwaltung, die A k t e n vorzulegen', Calonder hat auf Grund des Minderheitenvertrages entschieden, daß ihm die Akten vorzulegen seien, damit er eine Entscheidung fällen könne. Auch dieser Schiedsspruch ist abgelehnt worden. Die polnische Regierung hat mit dieser Nadelstichpolitik weder sich noch dem internationalen Schiedsgedanken einen Dienst geleistet. Das fortwährende Ausfechten solcher Einzel- heiten bis in den Völkerbundsrat hinein, wo sie zu p o l i t i» schen Aktionen werden, Hilst die a n t i p o l n i s ch e Atmosphäre schaffen, die die Welt außerhalb und auch schon innerhalb der früheren Alliierten mehr und mehr willig macht, einzig in einer Revision der Grenzen das Heilmittel gegen die ewige Unterdrückung der deutschen Minderheit zu sehen. Der polnische Staat schadet seiner eigenen Integrität in dem gleichen Grade, wie er die Integrität seiner Minder- heitsangehörigen mißachtet. Ebenso handelt Polen gegen den Schiedsgedanken, wenn es sich über die Schieds- entscheidungen des eingesetzten Schiedsrichters hinwegsetzt und aus jeder Rechts- eine politische Frage vor dem Völker- bundsrat macht. Diese Feindseligkeit gegen die Schieds- sprechung ist keine Zufälligkeit. Polen ist nunmehr, fast der ei n z i g c europäische Staat, der sich fortgesetzt weigert, sich der Schiedspflicht des Ständigen Internationalen Gerichts- Hofes zu unterwerfen. Es geht in seiner Negation des Rechtsgedankens sogar so weit, daß ee nicht einmal mehr der Führung Frankreichs folgt, sondern sich von dem fort- schrittlichen Europa mehr und mehr isoliert. Die Krawalle in Bunzlau. Amtlicher Bericht über die blutigen Zusammenstöße. L i e g h i h. 2Z. August. 3tt dem amtlichen Bericht der Regierung Liegnitz über die blutigen Zusammenstöße in Bunztau wird darauf hingewiesen, daß die Kommunisten bereits am 15. August bei einer Wahl- Versammlung der Ziationaisoziatisteu gegen die Polizei vorgingen. ohne daß es dama!» zu größeren Zwischeufällen kam. Die Polizei habe aus diesem Grunde schon vor der zweiten Versammlung am 22. August die größten Vorsichtsmaßnahmen getroffen und mehrere Straßen abgeriegelt. Dem verhältnismäßig kleinen Aufgebot der kommunalen Polizei und der Landjäger sei es aber nur mit äußerster Blühe gelungen, der andrängenden Menge standzuhalten. Einer nur zehnköpfigen Postenkette hätten über 1000 Demonstranten gegenübergestanden, die die Polizeibeamtcu trotz wiederholter Warnung immer wieder mit Steinen beworfen hätten. Als der Kriminalbeamte welcher einen der größten Aufwiegler fest- nehmen wollte, wurde er durch einen Steinschlag zu Boden gestreckt. Sein Begleiter war sofort von der Menge umringt. die unter dem Ruf„Draus aus die Halunken" unter einem Steinhagel gegen die Polizcikette anstürmte. Da der Stein- Hagel gegen die Beamten immer heftiger wurde und die Demonstranten"trotz aller Warnungen der Beamten immer wieder aus die Postenkette eindrangen, muhten die Beamten auf Beseht von der Schußwaffe Gebrauch machen, da sie sonst überrannt worden wären. Die Menge wich darauf zurück, nahm aber nach kurzer Zeit das Steinbombardement gegen die Beamten wieder auf. Erst mit Hilfe der Schutzpolizei aus Görlitz gelang es, die Ruhe wiederherzustellen. Vach dem amtlichen Bericht sind bei den Zusammenstößen drei Personen getötet und sechs v e r- letzt worden, darunter drei schwer, von den Beamten sind drei durch Steinwürfc erheblich verletzt worden. OaS Echo des blutigen Freitags. Bunztau. 23. August. Der Ortsverein Bunzlau der Sozialdemokratischen Partei und das Gewerkschaftskartell haben eine Untersuchung über die Ur. fachen de» blutigen Zwischenfalls«ingeleitet. Sie wollen vor allem feststellen, ob die Polizei tatsächlich' in Notwehr gehandelt Hab«. Am Sonnabend abend veranstaltete die Partei«ine Riesen- n- s a m m l u n g, in der die blutigen Bargänge besprochen wurden. Die Kommunisten hatten am Nachmittag eine Demonstration ver. anstaltet, wobei sie unter Niederrufen am Londratsamt vorbeizogen. Demonstrationsverbot in Liegnitz. Liegnitz, 23. August.(Eigenbericht.) Die Liegnitzer Polrzeioerwaltunz hat am Sonnabend mit sofortiger Wirkung alle öfsenllichen Versammlungen und Dcmonftrat'onen unter freiem Himmel verboten. Revowtiönchen in Peru. Truppen meutern wegen Ausfall der Lühnung. New Jork, 23. August. Wie aus Lüna gemeldet wird, brach am Sonnabend in der Stadt Arequipa ein T ru p p e n a uf ru h r wegen nicht gezahlter Löhnung aus. Die ausstöndifchen Truppen verhafteten sämtliche Regierungsbeamte und besetzten die dfscnt iichen Gebäude. Die Vorgänge spielten sich bisher ohne Blut- vergießen ab. Die Regierung w der Hauptstadt hat scharfe Maßnahmen zur Unterdrückung des Aufruhrs ergriffen und ein Parkes Militäraufgebot nach Arequipa entsandt. Die bürgerliche Einigung... ... wie sie sich bis zum Wahltage emporentwickeln wird! Teuerungsinsel Deutschland. Vier Wochen theoretische Oiktaturverordnung gegen die Kartelle. Am 26. Juli— also vor eurem Monat— verkündete das Kabinett Brüning auf Grund des Artikels 48, Absatz 2 der Reichsvcr. foffung feine bekannte„Verordnung zur Behebung finanzieller, wi>rt- schaftlicher und sozialer Notstände". Der fünfte Abschnitt lautet: „Verhütung unwirtschaftlicher Preisbindungen". Die Unternehmer' fühlten sich wie vor den Kopf geschlagen; dös Kabinett Brüning machte unter dem Druck der öffentlichen Mei- nurtg jetzt Ernst! Die„Rheimich-Westfälische Zeitung" schrieb da. mal?, ergeben in das nun unvermeidlich geworden« Schicksal des Preisabbaues:.-y „Gegenüber der bisherigen Kartellverordmmg liegt die we- l entlich« Verschärfung darin, daß die Regierung rn die Kar» tellmaßnahmen direkt eingreifen kann, während bisher der Reichswirtschaftsminister nur die Möglichkeit einer Klage beim Karteflgericht hatte. In 8 3 wird angeordnet, daß die Regierung vor Erlaß einer Maßnahme die beteiligten Wirtschajtskreifs hören soll, sie soll auch den vorläufigen Reichswirtschaftsrat um eine gutachtliche Stellungnahme ersuchen. Es handelt sich hier um ein« Soll- Vorschrift, nicht um eine Mußvorschrist. Ee ist - aber teineswegs an eine Ersetzung des Kartellgerichts durch den Reich-wirtschastsrat gedacht, vielmehr sieht die Verordnisng in allen ihren Vestimmungen ein selbständiges Vorgehen der Regierung vor." Mochte das, was das Kabinett Brüning ankündigte, aus wähl- taktischen Gründen geschehen oder aus sonstigen Erwägungen— das wurde bei dem festen Willen der Regieningsdiktotur, gegen die Ausbeutung des ganzen Volkes durch die gebundenen Preis«, gegen den Terror der Kartelle vorzugehen, beinahe gleichgültig. Steger- wald als Arbeitsminister harte die Löhne abgebaut, jetzt kam end- lich die gesamte Reichsregierung mit dem Artikel 48 und drängt« die Preis« zurück. Die Optimisten atmeten schon leichter und riefen Bravo. Was ist seither geschehen? Nichts oder doch so gut wie nichts! Das Kabinett ließ sich bis heute von den Soll Vorschriften des§ 3 feiner eigenen Verordnung festhalten, um nicht noch der Muh vor, sthrift des Z 1 zu handeln. Dem Reichswirts chaftsrat wurde eine ganze Reihe »on Doktoren- und Professorenfragen vorgelegt. Das Kabinett mit der Diktawrmacht wollte wissen: I: ob man allgemein und im be- sonderen, a) auch dem Leistungsgewerbe, d) dem Großhandel oder c) auch den Kleinen an den Kragen gehen soll«.„Empfiehlt es sich" IIa) auch dort einzugreifen, wo ohnehies schon.., b) in ein- zelnen Fällen wenn... und lila) bei der nächsten Wirtschaftsstufe allgemein... oder bf nur bei Massenartikeln? Das war kein Angriff auf die Preise, fondern«in Notschrei an die Regierungsfreundc: Hilfe! haltet mich um Himmelswillen fest, sonst vergesse ich mich und schlage zu! Der Reichswirtschaftsrat konnte endlich am 5. August zusammentreten und gab acht Tage später sein Gutachten ab. Das war selbst« verständlich nicht einheitlich, denn die Abteilung II(Arbeitnehmer- Vertreter) denkt anders als die Abteilung I(Unternehmer). Di« Ab- teilung III(Verbraucher) stimmte teils für, teils gegen, wie das auch nicht anders zu erwarten war. Nunmehr hatte die Regierung aber wieder ihren Faden, den sie zwischen den Akten weiterspinnen kann. In der Zwischenzeit hatte sie auch„schon" mit den Unter- nehmern geredet, ob sie nicht„in vertrauensvoller Zusammenarbeit die Lebensnotwendigkeüen der deutschen Volkswirtschaft gegenüber Einzelinteressen durchsetzen" wollten. Die Antwort ist in der Kar. tellabteilung des Reichswirtschafts.ministeriums säuberlich eingeheftet und registriert. Jetzt hat, wie bereits gemeldet, dre Regierung den Reichs- wirtschaftsrat mit der Aufgabe einer Untersuchung über eine ganze Reihe von Kartellindustrien beauftragt, darunter auch Koh-le und Erze und besonders die astelbisehe Braunkohle. Zum Teil sind diese Untersuclzungen vor zwei Jahre» schon-innn.l durch die soF-nanntc Schmalen bachkommission ersaht und in umfang- reichen Denkschriften niedergelegt. Inzwischen bleibt Deutschland ein« Znfel der Teuerung in der Welkwirischasti Dabei sind in Deutschland die Reallöhne niedriger als in Amerika, England, Schweden, Danemark und den Niederlanden. Draußen in der Welt ist z. B. beste englische Kohl« um fünf Prozent billiger als 1Sl3, amerikanisches Rohöl um fünfundzwanzig Prozent bit liger als 1913, S t a b e i s e n frei Hafen Antwerpen um fünf Prozent billiger als 1913, amerikanisches Kupfer um fünfundzwan- zig Prozent billiger als 1913, Chilesalpeter um zehn' Prozent billiger als 1913, Gummi, Zucker, Baumwolle. Kaffee usw- usw., alles ist in der ganzen Welt um 19 bis SO Proz. billiger als in der Vorkriegszeit. Dazu sind auf dem freien Wellfrachtenmarkt die Transportkosten von 127,5(Januar 1029) auf 88,1(Juni 1930) gekürzt. Sie stehen um 28 Punkt« unter dem Jahr« 1913! Bei uns in Deutschland sind seit der Wiederbelebung der Kartelle, also von 192S bis 1926 an, Kohle, inländisches Eisen- erz, Roheisen, Halbzeug, Walzwerkserzeugniss«, Nickel. Aluminium, künstliche Düngemittel, Benzol, Treiböl, Zellstoff, Zeitungsdruck- papier, Pappe, Mauersteine, Dachziegel, Kalk, Zement, Röhren, Fensterglas und Dachpappe bis Anfang 1929 ständig im Preise gestlegen und bis zum Somnrer 1930 auf der erreichten Hohe geblieben. Seither sind sie um ganze zwei Punk!« gesunken! Benzol steht heute noch um 76 Punkte über Vorkriegsniveau, die Dachzieeel sogar um 88 Punkte! Dagegen sind in Deutschland die kartellmäßig nicht gebundenen Industrieprodukte, von Leder bis Leinöl und von Textilien bis zu Talg von 107(Ende 1928) auf 80 gesunken— leider haben jetzt die A r b e et e r kein Geld, um sich Stiefel oder Anzüge und Wasche zu kaufen. Der 14. September wird der Maßstab für die poli- tische Entwicklung der nächsten Zeit sein. Einstweilen kann die Reichsregierung das vierwöchige Jubiläum der Nichtbenutzung ihrer eigenen Verordnung gegen den Kartellwucher feiern. Kurt Heinig. Giauß stützt Scholz. Die Zieichsliste der Interessentenpartei. Die Telegraphen-Union weiß zu melden: „Die Deutsche Dotkspartei schloß am Sonnabendnachmittag ihre Arbeiten zur Aufftellung der Reichewahlliste ab. Die ersten drei Platze der Reichswahlliste sind dem Parteiführer Dr. Scholz, Frau Dr. Matz und Geheimrat Kahl vorbehalten. An die vierte St«lle dürste voraussichtlich Generaloberst S e e ck t kommen, der jedoch«in sicheres Spitzenmandat im Wahlkreis 10(Magdeburg. Anhalt) hat, so daß sein Platz für die Nachfolger frei wird. Nach Seeckt wird von der Bolkspartei auf der Reichsliste als Beamten- Vertreter der bisherige Reichstagsabge.ordnete Maroth präsentiert. Dann folgt der Direktor der Deutschen Bank und Vlskoatogesellschast, von Stauß. Als Vertreter der Reichs- g« m« i n s ch a f t junger Volksparteiler folgt Frank Glatze l. Für das Handwerk wird der Drschqlermeister Feuerbaum-Dort- mund präsentiert. Weiler folgen Generaldirektor Köngepeter, Senator Beythien-Hannover und Geheimrat Zapf, für die A e rzt e- f ch a f t Dr. Schnell und Schmidt. Es desteht die Absicht, in diese Liste außer dem Generalobersten von Seeckt nach den bisherigen Arbeiterabgeordneten der Deutschen Volkspartei, Winuefeld, einzuschieden." Schon aus dem Wortlaut dieser Meldung geht hervor, daß diese Reichslistc ganz nach den Gesichtspunkten eines I n t e r- e s f e n t e n h a u f« n s zufa mmeng« schoben wurde. Ganz gnädig wird zum Schluß auch noch„der Arbeiterabgeordnete" erwähnt. Aber die Hauptsach« ist doch der Generaloberst und der Bankgewaltige van Stauß!„Der Gedanke macht ihn blaß, wenn er fragt, was tostet das!" Auf der Anfatdo-Werfl in Genua fand der Stapellauf des Kreuzers Albercio da Barbiano" statt, dcr eine Wasserverdrängung. von 5250 Tonnen und eine Geschwindigkeit von 37 Knoten besitzt. Dcr Kreuzer ist mit acht Kanonen von je 152 Millimeter, vier von je 102 Millimeter, vier Maschinengewehren und zwei automatischen srgeschützen gegen Fliegerangriffe ausgerüstet, Gin flan« seltenes AiiflcUot. -TEPPICHE ~250/350 �TTO� JmSeth -�-5W°£2�5- 1 m MW.-�'l VKW* W*_ W__________, Persische und u,< Seidentischdecke Franse, ca. 130 cm 0 ssssr�'s� AUSSUCHEN! Persische und anatol. Vorleger ca. 50/90 cm SERIE I 14£ SERIE II 17— SEIMEm 1952 Persische und anatolisehe Brucken ca. 80/150 cm SERIE I 49- SERIE U 69" SER'EI" 89" Heris__ *orxü8l.SpeisM,mm*''*7 QQe Teppich. 2W342 ce# V W Mesched «»mloidig gew>,,'»r> Q /| fj, 265/347 cm Chinateppich vorzügliche Quolitüi«■* Q Q, 271 /361 e»■ 1 � ■ MSiiUirTiTUH Verkäufe Eich«, 3Bnr,«Irf(f)c, Nußbaum. Ca» prlt Mahagoni, ßiolifaiibcr, Buntbirie, S'otfatm, Kopf, Mafrr, Ppramiden, Birnbaum Pflaumcnbaum. Pabuck, Tuja, Hohl unb fsurnicrE, Stimmstixir. Bicklon, ZiEfonannzbodenhoiil Areis- vrndelsäae. Spinn-, Stimmstockbohrma- schinr, kleinE BondsSgc, Schlcisopvarai, iopschreibtische. Schreibmaschinen, Zimalmoape verkauft Eigenttimer, We derstraße 13. Teppichhan,(Emil Lefevre. Berlin. seit 185? nur Oranienstraße IZZ. ,?al>» lungscrleichterung ohne Aufschlag. Neuer Katalog kostenfrei,• Linoleum, Silillat. Roloniefttaß« 9 Billige Teppich« Bi7 kleinen Fehlern Ausnahmeprcis ea. Lxb 18.— Mark. Auenahmepreis ca. 2XZ 20,— Mark, Ausnahmepreis ca. Z'ixS'i 81,— Mark. Ausnahmepreis ea. 2VHXZ1A 99,— Mark, Ausnahmepreis ca. ,1X4 48,— Mark, Ausnahmepreis ca. 3X4 55,— Mark, Ausnahmepreis ca. 3 X 4 85,— Mark, Körner, Berlin. Botsdamerftraßc 26s, Hausnummer beachten.• jtehlleisten Sperrhol, Bretter Fußbabe» «E-ftc- Türen Berliner Kehlleisten» und Sperrhol,. Kontor CS. m. h. H, Norden:(Ehaunee- straßc»l. Tel, Wedding«282. Norden: Schönhauser Allee 42. Tel, Humboldt »9 1, Hstcn: Andreasstraße 54. Tel, Mo. rißplah 228«. Süden: WasiErtorstr. 9, Tel._ Morißplaß 2288. Katalog gratis. «usnerkans wegen vollständiger Aus- «ade. Gardinen. Stores, Bett. decken und Steppdecken bis 50 Pro,cnl ermaßigt. Großes Lager in Teppichen, Brücken, Diwandecken. iabelhaft billig, Teppichhaus Aberbach, Friedrich. straße 163 1, Ecke Behrenftraße.__* Kindertraqcn, motfarbig. fast neu. billig. Schlesinger, ötralsunderstr.«2, 15'. velcletäuntszstiicke, Wssolie U5«k. «Enig getragen« Frackanzüge, Sms. kingan'üge, Gehrockanzllge. Iockettan- glige, Sommerpaletots, Trencheoatmäniel. für jede Figur passend, öpe,i-lität Bauchan, üge. Spottbillig. Salpern, Rofenthal�rftraße 4� eine Treppe, Rolenthalerstraße 48. I Treppe. Nähe Kackescher Markt. Wenig getragene Kavalieran,üge. Paletots. Smokings Geleaenheitzkönke»euer Garderoben. oll« �Weiten, kabelhak» billia Sche ndel Wenig getragene Iackettan.stlge. vracht. volle Äammgarnan,llge, Smokingan,Ugc, Bauchan, üge, Paletots, alles ,u Spott- preisen, Gelegenheitskäute in neuer Herrengarderobe, Leihhaus Nosenthaler Tor, Linienstraße 2113—204 /Ecke Bolen. thaler Straße), Kewe_ Lombardware. Berliner Pelghau«, Invalidenstr, 150, Nähe Brunnenstraße, bietet Unglaub. liches. Bisamrücken-Mäntel 115,—; Per. siancr-FohIeiunäntel sehr billig. Möbelkäu!» merke Kredit und da» Möbelba,«. große Auswahl. klein« Prciiel Beilpielswcile: Schlaf, immer 455,—. Spelle, immei öl?.—. Herren, immer 389.-, Spiegel- schränke>18.—, Diclengarnitur 38.—, Anrichtcküche 99,—. Meksiuabetlltell» 66,— Kleiderschränke 48,—. Chaiselongue» 28.—. Mcialldettftelle 18,—. «uilcaemalratte 13,- Sonstige Möbel gngcmesscne Preise, Teilgahlung au!- schlagfrei. Wochcntaten. Monatsraten Kasiargbalt bis ,cd» Pro,ent. auch gut Ail,ghlungen. Kleine auch ohne An,ah. lungen Kredite bis ,wei Ighre, Maß ssins Kalalog irgnko, Hauvigelchgit: Stegliß. Echloßstraße>07: 2. Geschält: Neukölln. Lcrmgnnvlgß 7: 3, Geschäft Bellc-Allignee-Etraße 95,—. Untergrund bahn: 4. Geschäft: Kottbusser Straße � gegenüber Glitesänger. Patentmatraßen»Primilsima�, Me- tgllbitten. Auslegematraßen. Chaiselon- gues. Walter. Stargarderstrgße acht- ,rbn. Kein Laden.__• Tischlermeister Fiß-cr. Jehl-och Elsasserstraße 8. Möbel. RäumungsAusoeriaus od l. Oitober, Ellasserstroß« z. 2« Pro,. Rabotr. Schöne Sällafzimmcr von 475.— an. 18ver Speisezimmer komplett 500,—, Herrenzimmer und Küchen, rücksichtslos herabgesetzte Preise. Gebrauchte Einzelmöbel und komplett, ssimmer— in Zahlung genommene— in riesiger Auswahl preiswert ab- zugeben. Möbel.Magazm, Invaliden straße 131, Etettincr Bahnhos._ Schlafzimmer, Küchen in roh von 39,— an. lackiert und lasiert di» ,u 700,—. Mar Berg u. Co., I uiscnufer l�i. Fabrikgebäude II, Oranicnstraße 138. Gotzkawsknsiroße 23, G All-Moabit Sicheren Kunden weitgehendste Zah. lungscrleichtcrung ohne Preisausschlag. Moebel- Boebel, Moritzplatz, Aus- sicllung in 6 Fabrikeiagen. liefert ge- biegen« Schlafzimmer 365.—, moderne Speisezimmer 495.—, Herrenzimmer .195,—, Küchen. lasiert, weiß. 98,— an. Antleideschränke alle Größen. Crgän- zungsmöbcl spottbillig.__* Gleis», preiswerte Möbel. Alezander- platz._ Nielenauswahl! Wichtig(Sc ledermann. Täglich werden verkauit: guterholt«»« Kleiderspinden. Bertikos 24,—. Bettstellen 22,—. Flurschränke. Waschtoiletten 24.—. Chaiselangues 24,—. Kam- inoden>9.—. Bücherspinden. Schreib- tisch- 32.- BLi-tta 75.—. Tru- mcaus 29,—. Standuhren 68.—. Große Auswahl in Klubsesseln, Flügel». Pianos, 300 Tcppielie. Kücheneinrichiun- gen 48.—, Riesenauswahl. glles spott- billig. Speisezimmer. guterbaiten. kompleit 225,—. Herrenzimmer, igst neu. komplett 225.—, Speisezimmer. wenig gebraucht. Drei-Meter-Bülett. lamplett, 590,—. Schlafzimmer, sgbrik. neu, komplett 268.—. Wghnsalon. wenig benutz!. 195.—. Antike Möbel, darunter Biedermeier». Barock» und andere Stil- mödel, sowie komplettes Biedermeierzimmer spottbillig. 100 Küchen, ent. zückende Modelle. Gebraucht« 48,—. Etarggrdls Mödel» und Lombgrdfpeicher. Prenzlauerliraßc secks_* Möbel Gleis». Aleranderplatz. loa Nr. 33 gratis. Möbelkatg. Ohne Anzahlung bis 24 Monatsralen Söllafzimmer, Küchen. Ankleibeschränke MetoUbettstellen. Chaiselongues. Saig». Fcdcrbetier. Anicl. Große Franklurlcr- straße 34 lStrausberacrvlatz). Mein« Lieben! Augen null Noch ist es Zeit! Sie laufen heute billig: Schlafzimmer Eiche, nur 375.—, Schlafzimmer. Nuß. bcum, nur 385,—, Schlafzimmer, Birke. 695,—, Schlafzimmer, Mahagoni. 713,—, Speisezimmer, Nußbaum, nur 490,— Speisezimmer, Eiche. 390,—. Küchen, weiß und lasiert, 68.—, Ankleideschrank 62,—, Ankleideschrank mit Wäscherin. teilung 88.—, Ankleideschrank mit Wäscheeinteilung und Spiegel 98,—. Sämtlich« Mödel zu Halden Preisen. Bas versäume niemand. Mäbel-Echragcr. Kastanienallce 45/49. im Fabrikgebäude. Teilzahlung. Kvmplette Zimmer. Ein zelmöbel billig. Wengcr, Marsilius- straße acht. Alte Schönhauserstraße zwanzig._._ Teilzahlung! Teilzahlungl Röbel- Adelsmau» Alezand« rstrnß« »ler,«d» und Aolzmarltsiraß« achtundicchzia perkaust setzt zu noch nie daaewesenen Preisen! Schlafzimmer. Mahagoni. Birke. Nußbaum, Eiche nur 495,—. Speisezimmer mit Krisialloitrine nur 885,—. Aparte Anrichtekllchen 128.—. Ankleidcschränke 85.—. Einzelmöbel zu Svottvreilcnl Noch ist es Zeit! Wer setzt kauft, spart Gelt! Diese Sonder. angebote nur noch wenige Tagel Nie- senauswahl! Langjährige Garantie! Bis 24 Monate Kredit! lBitte aenau Stra» ßen und Hausnummern beachten, also Nur Alcronderstraße vierzehn und Hol,- marktsiraße achtundsechzlg.)' Gleis», 800 Zimmer am Laaer. Aleranderplatz. Z» Röbel Schmidt. Ihr erster Schritt Röbel Schmidt. Kaialog gratis. Röbel Schmidt. Bernauerstraße 80. Diwandecken 6.—. Wanddedänge 4.— Pappel all ee 12._____ 2,— Wochenrate. Chgilclongue» 20,—, 25,—, 30,—, 55,—, Betttgsten 48,—. Pappelgllee nur 12: Pankow,»Echmidtstr. 1. Natenzahlung. Metallbetten, komplett 24,—. Pappel- alle« nur 12: Pankow. Echmidtstr. 1. Natenzahlung�_ Pgtentmatratzen. Polsterauslagen. 9,—, Pgpvelallce 12. Pankow Echmidtstr. I. Plüichsosa» wie neu 50.—. alle« nur>2. Pappel- Möbel-Ragnzi» verwgt über 2500 Quadratmeter große Geschafisräume. Sie sind«» eine Riesenauswahl einfacher und besserer Zimmer in ollen Solz- arten zu auffallend billigen Preisen. Schlafzimmer, Eiche. 100 breit von 340,— bis 1250,—; Schlafzimmer, poliert, 180 breit von 665,— bis 2500,—: Speisezimmer, 160 breit von 395,— bis 1800,—; Herrenzimmer, Eich«, 180 breit von 295,— bis 1700,—; Küchen, 7teilig von 85,— bis 700,—: moderne Ankleidcschränke, 150 breit, mit Spiegel 105,—: moderne Bettstellen, komplett 53,—: mo- derne Waschtoiletten mit Spiegel 75,—; moderne Nachttisch« mit echtem Mar- mar 20,—: Plüschsosa,. gute Berorbei- tung 92.—: Chaiselongues 24.—: cichczie Ausziehtisch« 44,—: eichen- Standuhren 86,—: Flurgarderoben 19.—! Auflagen, 3teilig 10.—; Fcderböden 9.—. Zahlungserleichterung. Mödel-Magazin, Invalidenstraße 128 u. 131, Stettin» Bahnhof. Stammhaus: Rügenerstr. 13. Gegründet 1909_ Möbel-Kamerling, Kastanienalle« 53. Speisezimmer. Lebergarnituren. Stand- ubren. Riesenauswahl. Svottpreile. Zahlungserleichterung.__ Gleis», gute Möbel. Alezandervlatz. Teilzahlungl tulgnt, billig, reell Möbel-Misch, Große Frankkurterssraße 45—46' Musikinstrumente Linlpiaua», überaus preiswert. Piano- fabrik Link, Brunncnstraße 35.* Bandonion log», Pianoakkordeons. Fachberatung Abzahlverkaul. Unter. richt Ackcrstrgße 38._ Sie zahlen kleine Raten für Pianos. neu und aebrancht. araße Auswahl. Serer, Brunncnstraße 191. 1 Treppe fNokeniHaler Platz) und Strefemann- straße 14.__ Soffmann Pianos. Stammhaus»e- aründet 1887 Pianos FIllael. Sar- moniums. 100 Instrumente Auswahl anerkannte Tonschönbeit, Preiswürdig- keit. günstige Teilzahlungen. Neue Piano» 990 Mark, gebrauste 400 Mark an stei» Delegcnheitskäule. Alte In» Krumente Gcgenrechnung Pianofoete» fgbrik Georg Sokkmgnn G. m. b S.. Berlin SW. 53. Leipzigerstraße 57 l Svittelmarkt)_ 200,, gebrauchte Klaviere. Teilzahlung. Lerer, Prinzenstraße neunzig. PsUi«» Anoden, Neunziger 4,40. Hunderter 4.90. Svarrödren 2.50. Avvgrale Teil» Zahlung. Echönleinstraße 2.* Fahrräder Gebrauchie Fahrräder 15,—, 20,— 23.—, 30,—, 33.—. Machnow, Wein- m-istetzstraß- 14. Laternen 1�0. Fadrradbecken 2.20 Schläuche 1,20, Pedalen ILO, Vorder» räder 3,50. Echänlcinstraße 2.' Lsrten, Csuds«. Ualksn Wochenendhäuser, doppelwandig, von 300,— an, und Lallbenmaterial liefert A. Christ, Friedenau. Rembrandtstraße. Eingang Körnerstraßc. Qrundstücksverkäuke Parzellen, schöne Lage, Quadratmeter 1,— an. Kiewitt. Oranienburg, B»- linet Alle«(Auto Bahnbot Lehnitz)' Kaufgesuche Zahngebisse. Platinabfälle. Lötzinn Blei, Quecksilber. Eilberschmelze. Golb schmelzerei Chrisiionat.»övenickev Nrane 39 /Haltestelle Adaldertstraße).' Zahngebisse. Edelmelallbruch. Queck. filber. Zinn, Blei, Silberschmelz« Edristionat. Kövenickerstraße 20- lMan. teusselssraße).' Unterricht Schnellslrdernde Privatzirkel. Kurzschrift, Malchinenschreiben. Buchhaltung. Bücherrevisor Aulich. Sepbelstraße 1. Svittelmarkt' Kochen, fein und bürgerlich, Haus- Wirtschaft, Schneidern, Nähen, gute Um- gangsformen, Kinderpflege. Sorgfäl- tigste Ausbildung. Tages- oder Abend- kurse. Eintritt jederzeit. Fröbel-Oberlin- Institut, Privalhaushaltschule Pollat, Wilhelmstraße 19. Berlitz Schosl. Leipzigerstraße 110 Kurfllrstendamm 23». Fremde Sprachen Zirkel: 12 Teilnehmer, monatlich 12 R vierteljährlich 30 M.. zahlbar in Raten. Einiritt iederzeit Zechnlsch« Privatschul«. Divlvm-In- genicur Eleklmacher, Friedrichstr U8/l9 Maschinenbau. Elektrotechnik. Galvano. technik. Ausbildung zu technischen Zeich. nerinnen. Tagcslehrgäng«. Abendlehr- aänae�__ Abitnrium, Einjähriges. Direktor Dr. Fackelmanns Anstalt. Sohtn«llern. dämm 198._' Technische Privatschule von Ludweg Barth, Inhaber und Leiter Dlpl,.Ing. Hermann Haas«, N. 4. Ehausseestr. 1 (Oranienburger Tod). Maschinenbau, Elektra'echnik. Tages-, Abendschul«. Bc- Pinn Oktober.__• Technische Privatschule Dr. Werner Regierungsbaumeister. Berlin. Ncander- straße 3. Maschinenbau, Elektrotechnik Hochbau. Tiefbau. Steinmetzschul«. Hei- zunastechnik_• Immer noch keinen Führerschein 7 Per. größern St« Ihr« Ehancel Wir bilden Sie in kurzer Zeit zum v»scktcn Krast- iahrzcugstlhrcr aus! Gllustige Bcdin- aung. Ratenweise Zahlung des Kono- rorz. Fordern Sie Angebatel Auto. sahrfchule Burggaller, Bismarckstraßc 84. Stcinplotz«647._« Chcmiekurie, Äbendzirkel mit Eroeri- mentcn, für Anfänger, allgemeinbil. dcnd, 10 Swnden 4 Mark, veranstaltet studierender Ingenieur Kiekebcr, Wein- straße 23. Verschiecienes Malerarbeiten. Renovierung von Wohn- und Geschäftsräumen führt aller» biMgst aus Schmidt. Fennstraße 3. Voss. karte erbeten. Damenkleide« fertigt an. M. 4.— bis 5.—, Dortschack, Gaudv straße 16, I. Krästiger Einspann» einig« Tage frei Weidendamm 6267.* Wer Stoff bat! Fertige Anzug oder Mantel van 45 Mari an, Kostüme von 25 Mark an. Bruno Debba. Muskauer. straße 55.___• Ditektiodnrea» i-taschel. Chaussee- straße 77. Fernsprecher Weddina 7886 Beobachtungen. Ermittlungen. Au». künste allerorto.' Nrhvlunysaufenthaßt Landaufenthalt am romantischen Pleiskewl. direkt am Walde, herrliche Seen. Volle Pension, 5 Mahlzeiten, 3.2> bis 3,75 M. Ohne Rebeukoften. Prospekt kostenlos. Fritz Höhne, Groß. Gandern, Telephon 8, bei Neppen. waschereien Köpenick» Dampfwäscherri»Char. sötte", Grünauersiraße 33», Telephon 687. wäscht ohne Anwendung scharicr Mittel, trocknet im Freien. Billigste Preisberechnung. Abholuna täglich Nordenwäscherei, Feldstraßc 10. Nahe Lussitenftraße. Prima Rallwäschc billig. Gardincnwäsche, Oberhemden. Kragen» vlälterei. Abhaken. Liefern. Wäscherei Franz SelHsch, Köpenick, Pcstalozzistraße 12, gegründet 1902. übet. nimmt sämtliche Wäsche zum Waschen und Plätten. Rur im Freien getrocknet. Bezüge 0,30, Laken 0,25, Herren. Hemd 020, Damenhemd 0,15. Abholung Dienstag. Donnerstag. Telephon: Köpenick 861.• Wäscherei Knbasch, Köpenick, Grün- auerstraße 45, wäscht weiß- im Freien getrocknete Wäsche bei Abgabe von Saus- und Leibwäsche. Bezug 30. Abholung Donncrs'ag.(Mitglied SPD. und NB.) Genossen, die Wäsche nur zur Damvi- Wäscherei.Merkur". Berlin O. ilZ, Frankiert» Allee 307. Andreas 2820 Preisliste verlanaen Freie Abholung täglich durch Automobil«. Mitglied SPD und RB* Wäscherei Seile, Köpenick, Garten- straße 59 E, wäscht billig. Großer Bc. zug 020, Damentaahcmd 0.15, Serviette 0,05. Abholung Donnerstag. Geldwerkehr Lnpotheken, Bougelder, Zwischenkre. dite, Privatgeld ab 1000 M. vergibt sofort aür.stiasi Bankgeschäft Wcstcrz, Friedrichstraße 173 iU-Bahn Französische. straße). Vermietungen Wohnungen; Sannige Stube und Küch«, Hof 4 Trep, ven. Wörihersir., tauscht gegen sonnige 2 Stuben und Küche. Nahe Borhogener Straße, zum l. Oktober. Zahle Abstand. Erfragen Markusstr. 36. Erünbsrg. e Stube und Küche, Gas und Elektrisch, an kinderlose Eheleute. Birkenstein, Hoppegartcn, Am Fließ �194.__ Zwei Stuben, Kammer und Küche nebst Zubehör, erstes Stockwerk, monat- liä, 35 M., zu vcrmictcn zum l. Ok- lober in Ncu-Zittau bei Erkner. Sehr geeignet für Genossen in Ruhestellung. Aufragen postlagernd B. 32. Berlin, Postamt 36. Timmer Leerzimm» mit Küchen- und Bad'- benutzung, l. 9. 30. Liese, Spnrrste. lL. Einfach möbliertes Zimmer vermietet Mackensen, Eantianstraße 19._ Möblierte« Zimmer: Bad. Warm- wasser, elektrische». Licht vermietet zum l. 9. preiswert Karl Tüngler, Trans» vaalstraße 12a. Nähe Bolkspark Neh- berge._____ Möbliertes, auch teilmöblieries Bar. derzimmcr. elektrisches Licht. Bad. neues Laus, soiort oder l. 9. zu vermieten. Panlke. Am Treptower Park 55, Auf- gang 12, II. Schtatsteiien Möblierte Schlafstelle vermiedet Ad» mirclstraße 38, Quergeb. sl links. ■ii—ninnii'iiiiimiifi Lr»zimm«r sucht mit Kochgelegenheit Parteigenosse. H. ff. 100„Vorwärts", Waitstraße 9. l�rdeitsmarkt Stellengesuche Ehemo technikerin und Sekretärin sucht Beschäftigung. Laboratorium, Büro. wissenschaftliche», politisches oder Kul- tursckretariat usw.: Aushils». Stunden- oder Kolbtagsftellung. Uebernimmt Seimarbeit. Eigenmaichine. Susann-, Niid»-Großmann. Lichterfelde. Steg- litzcrsiraße 77. stellenanzehote! Platterinnen für Seiden, und Wall» klcidrr suchen Emil Gctstle u. Co, Kronenstraß- 48—49. Hallo! Hier GAMII Könlgstr. 22/26. Ob unsere Läger wieder auf der Höhe sind? Kommen Sie zur Besichtigung! prachtvolle Qualitätsware I- tlllZn riesenhaften Auswahl-° wahrhaft vcrhlüAcuä uicärigcu Preisen vorfinden. Das riesige Lager in Winlcr-Nänlelii zeigt eine unübcrachbarc Auawahl in Mänteln aller Art tw fr und ohne Pelzwerk. Die Preise hierfür sind so überaus niedrig, daß jede Dame sich mit vorzüglichen und modernen Winteraachen für wenig Geld versehen kann. Unonchlpn. Ainwthl horrllclior Pelz-Mäntel in allen er- denkl. Pelz- «rten inwun- derTOll.Ver- arbeitungr ab 89: GrOBte Auswahl In IlSntnln harrllch heiltarbiqen Aulllcill a. Cbarmelaliie, Woll- Koorsrette. Mapqnl- ■ette, tGilweise auf Cr&pa-de-Chtna- oder anderem eleganten Futter sow. aus feinen Her* ren- Stoffen nur Z5r BwlelMtsI kariert« unentbehrlich bei regnerisch. Wetter.. �TrewtiCoals gansaaf Futter Utters O nur iO»' Moderne Mmmi- Mim ganz auf elegantem Futter, in vor- süglicher Qualität nur 20: Eine Serie blldechfiner Foulardkielder reiner Seide, in den beliebten schwarr- weißen und blau-weißen Mustern, In den nller- größte n Welten nur blau- weißen 25; Reizende felootioe• Beider in Wielen mod. Färb. nach In ArröDten Welten nur 25: Wimdervolle Trikot- Channeose-Kleider in schwarz n. marine, auch für dl« all«r- stlrkst. Damsn nur 29 ElneSerle p nichtiger Tweed-Kleider in t i e I e n Mustern» schönen Farben und ▼orKügllch. Verarbeitg. nur 29: StnAkleiiier 12.- riAiaften 10.- laßtndUdif in neuen Mustern wo�un': StriAiaAen mit langen. Ar-« mein u, Krügen won«. Klndcrkleider 5.- mit und ohne Ärmel in unsortiert. Größen nur Trikot-[Iimss-Fta in schön Mustern ... 5., Dte acoesl sind In reichstar Fülle bei uns elngetroffen.— Die wundervollen neuzeitigen Formen, Stoffe und Farben geben einen umfassenden Uabarbllck übar dl* kommande Moda. sienüCÖerÖäKlJS-nnäBCrÖSlmOdClIClörfflelder.aaöMnlcl foiie-tticiacr Kein- in rorsügU Qualität!. den modern. St reifenmustern mit kurt.u.lang. Ärmeln, auehLgro O.Weiten nnr 10. 395- 47. Jahrgang 0 Sonntag, 24. August �930 Weil ist der Weg bis zur Freihank, sehr weit, bis ans Ende von Berlin. Die Straßenbahn macht schon am Baltenplatz nicht mehr mit, die Thaerstraße hinunter kören die Mietskasernen auch bald auf, dann ist nur noch der Viehhof da: die endlos große, hohe, rote Mauer, hinter der auf 260 preußische Morgen eine grandiose, stinkende, kochende, herzlose, aber überwältigende Stadt ihr eigenes Lehen lebt. Mit eigenem Postamt und Bahnhof, Unfallstation, Polizeiwachen, Arbeitsnachweisen, Verbandsbüros, Bankgeschäften, Restaarationshetriehen, Sparkassenzweigstellen, Kontoren, Werkstätten und Laboratorien, ungerechnet die Hallen für das Vieh und die Schlachthäuser. Eine Stadt mit 1000 Engrosschlächtern, bei denen wieder 4000 Gesellen und Treiber in Lohn und Brot stehen, weiteren 1200 Mann technischem und nochmals 650 Mann sanitärem Personal, wobei wir nicht die 5000 Berliner Ladenschlächter vergessen wollen, die Morgen für Morgen in die Landsberger Allee wallfahren, am Fleisch einzukaufen. Aber wir wollen ja gar nicht zum Viehhof, sondern nach der.Freibank, und so ziehen wir immer die Mauer entlang, am Pferdeschlachthof vorbei and an der Fleischverieilungsstelle für die Besitzer von Blindenhunden, bis die Mauer einige Meter in die Höhe wächst und mit großen schwarzen Buchstaben auf die schmutzig- roten Backsteine geschrieben steht: Freibankfleisch, Verkauf von minderwertigem und nur bedingt tauglichem Fleisch. Ein paar Schritte weiter und Berlin ist zu Ende, noch eine kleine Holzbrücke, tief unten fährt der Nordring vorbei, dann zeigt jenseits eine nach Hohenschönhausen weisende, schnurgerade Reihe aus dem Sand ragender Gullydeckel die Fluchtlinie einer kommenden Straße an. Vorläufig stehen noch die Kohlplantagen des Pflanzervereins „Grüne Allee 1910" da. In der Wartehalle der Freibank. Spuk vom Kohlrübenwinter i917. „Achtung! Gruppe Rindfleisch, zweite Sorte, zwanzig Mann eintreten!" schreit der Schupo, und wie eine Dampfwalze, nein, schlimmer, wie eine Meereswoge setzt sich das in Achterreihen auf- marschierte Heer der Wartenden in Bewegung. Die ersten Rind- sleischresleftanten beginnen ein Rennen, als gälte es ihr Leben, guetschen, stoßen, drängen durch die schmale Tür, kein Mensch hat natürlich bis zwanzig gezählt, fünfzig, hundert, zweihundert Männer und Frauen wollen das Rindfleisch der zweiten Sorte, und eingekeilt zwischen einem wild gestikulierenden Knäuel aufgeregter Menschen steht der Schupo, der seine Arme ausgebreitet hat, um die wilde Jagd endlich zum Stehen zu bringen. Langsam rückt die Mitte und der Schwanz der Riesenschlange drei Schritte nach, und fünf Minuten später haben die Neuangekommenen die lange Reihe der geduldig Wartenden schon wieder aufgefüllt.„Wat jibt's denn heute?" sragt eine junge, hübsche Frau.„Bis jetzt Rindsleesch, wenn Sc Kopp- fleefch haben wollen, brauchen Sc erst janich anzutreten, denn können Se jleich rinjehn", antworten ihr dir anderen Frauein„Nee, Koppfleesch will ick nich, die vielen Knochen.. weiter kommt die junge Frau nicht.„Wat saren S«, Knochen, zu Rinderkoppfleesch jibt et uff de Freibanke keene Knochen", fallen die Alten über die Jung« her und rufen eine Frau heran, die«inen ganzen Hausen blutigen Fleisches nach Hause trägt.„Zeijen Se doch mal, wat bam Se'n dafor jejeben?"„Eins fünstnidsechzig, fünf und ein halbes Psund sind es", antwortet die Frau. Wir sehen schon, für Neulinge ist es etwas schwierig, sich auf der Freibank zurechtzufinden. In den 5)ungerjahren des Weltkrieges war das Anstellen wohl keine leicht«, aber immerhin eine geregelte Sache. Wer sich früh um 4 Uhr vor einem Kohlenplatz anstellte, konnte damit rechnen, mittags um 12 Uhr einen Zentner Briketts zu haben, oder wer mittags um 1 Uhr, wenn die Markrhallen bis um 5 Uhr schloffen, gleich stehen blieb, konnte abends um(5 Uhr zehn Pfund Kartoffeln haben. Alles ging der Reihe nach. Bei der Freibank ist das anders, kurz nach k Uhr kommen die ersten und stellen sich geduldig an bis S Uhr, der Stunde des Uerkaufsbeginns. Das sind aber ganz bestimmt« Leute, nämlich diejenigen, die Rind- fleisch erster Sorte haben wollen. Wer dagegen frisches Schweine- fleisch haben will, braucht nicht vor Ist Uhr zu kommen, und die Reflektanten für gekochtes Schweinefleisch haben wiederum Zeit bis um 12 Uhr. Um 1 Uhr allerdings macht die Freibank zu. Man muß eben aufpasien, wenn der Polizist aufruft, was drinnen gerade zum Verkauf angefahren wurde, ein Rind oder ein Schwein. Trotz- dem ist das Antreten vor der Freibank innner«ine Lotterie: wer auf gekochtes Rindfleisch wartet und es gibt an dem Tage gar kein gekochtes Rindfleisch, der hat umsonst einen Vornnttag lang angestanden. Man geht am besten zu einem alten Stammkunden der Freibank und läßt sich über die(Beheimnisie des schnellen Abgesertigt- werdens einmal gründlich beraten. Einfacher sind schon die Preise zu behalten. Wir haben sie der Einfachheit halber zu einer kleinen Tabelle zusammengestellt: Rindfleisch. Schweinefleisch. . 1. Sorte 60 Pfg. pro Psd.(frisches Fleisch) . III.» 35,,„(gekocht. Fleisch) i I.» 65..,(frisches Fleisch) , II., 55,,,(gekocht Fleisch) Es sei nur zur Beruhigung gesagt, daß auf dem Frcibankfleisch keine Maden sitzen: wenn sich ein Rind auf dem Transport zum Schlacht- Hof auch nur ein Bein bricht, ist es schon kein vollwertiges Tier mehr und wird dem allgemeinen Fleischmarkt entzogen. Das Fleisch dieses Ochsen können wir aber frühmorgens auf der Freibank für 65 Pf.(1. Sorte) erstehen. Bankier Schwarz und seine Papiere. „Morjen, Herr Schwarz, ach, pumpen Se mir doch mal ee» Zroschen, ick kann so'n scheenet Stücke Schmorfleesch kriejen, aber ick habe nich so ville Jeld", kommt eine Frau zu dem Karren des Herrn Schwarz. Und so sehr die ärmliche Frau das abgenutzte Porte- monnaie umkrempelt, es will kein Groschen mehr herausfallen, wenn der Mann keine Arbeit hat, bringen auch die Fischschuppen kein Glück.„Hm", macht der alt« Herr Schwarz und gibt einen Groschen.„Au, danke schön, Mutta bringt'n morjen mit ran!" Herr Schwarz erfüllt wichtig« Missionen nicht bei, sondern schon vor der Freibank. Seine� Schnürsenkel und Gummibänder, die kauft nur sekten jemand,"aber Papier, das kansen die Frauen bei ihm. Braunes Packpapier— 5 Pf. der Bogen(für frisches Fleisch): steifes Pergamentpapier— 8 Pf. der Bogen(für gekochtes Fleisch). Das geht wie das Bretzelnbacken, denn auf der Freibank gibt es kein Ein- wickelpapier.„Aber nun sehen Sie mal, was ich hier verdiene, pumpen einem die Weiber ja auch wieder ab. Dann fehlt der«in Sechser und der ein Groschen, oder sie haben alles ausgegeben und können nicht noch Haufe fahren. Dann muß Schwarz das Fahr- geld rübcrlangen. Jetzt stehe ich vier Jahre schon vor der Frei- dank, Sommer wie Winter, von dem letzten Regen ist mein Mantel immer noch nicht trocken, fassen Sie mal an, sehen Sie. und doch habe ich Ist M. zugeschustert bei dem Gepumpe. Jeder versichert hoch und heilig, er bringt das Geld wieder, aber dann läßt sich niemand mehr blicken. Frau Nachbarn, geben Sie mir noch einen Topf Kaffee!" Und die alt« Nachbarin, die neben Herrn Schwarz steht, bringt ihm einen Topf heißen Kaffee. Die Frau hat auch einen kleinen Hundewagen und handelt mit Kaffee und Kuchen. Zehn Pfennig die Portion.„Warum soll det Jeschäft nich jehn, zu Hause Nachts Zeppelinbesuch in Berlin. Nor kurze Zwischenlandungen in Staaken. Arledrichshasen. 23. August. Das Luftschiff„Gras Zeppelin" ist heule abend ö Uhr unier Führung von Kapitän Lehmann zu feiner Fahrt nach Berlin ausgestiegen. An Bord befinden sich 14 pasiagiere. Die Au- kunst in Berlin wird gegen Mitternacht erfolgen. Räch dem Passagierwechsel wird sofort der Weiterflug über die Ostsee nach Königsberg angetreten. Der polnische Korridor wird nicht überflogen. Räch einer Rundfahrt über Königsberg und Ostpreußen wird in Königsberg morgen abend zwischen 5 und 6 Uhr eine Zwischenlandung vorgenommen und nach einer Stunde Ausenthall der Rückflug nach Berlin und Friedrichshasen angetreten werden. Das Luftschiff wird voraussichtlich Montag abend gegen 5 Uhr wieder in Friedrichshasen eintreffen. ham de Frauen keene Zeit mehr zum Kasfeetrinken, denn holn se rt früh um sieben bei mir nach." Parade der Armut. Seltsam: auf die große Menschenschlange vor der Freibank, die sonnabends am längsten ist, beängstigend lang sogar, scheint nie die Sonne. Die östliche Morgensonne scheint nur drüben auf die andere Seite, auf die Lederfabrik. Immer stehen die Wartenden im Schatten, so, wie sie im Schatten leben. Wie sagte die kleine junge Frau, die das mit dem Rinderkopf nicht gleich begriff?„Ach, wissen Sie, gestern war Geburtstag bei uns, meine Mutter kam, mein Bruder und mein« Schwägerin, aber mir war alles so über, jetzt haben wir nun endlich eine Wohnung gekriegt, bloß Möbel' haben wir nicht drin. Eine schöne Wohnung, abeMeer. Und wir können doch keine Möbel kaufen, wir haben doch nichts." Das kann man hundertmal hören vor der Freibank, wo man einmal zusehen muß, wenn die armen Frauen die Pfennige zählen, und es werden nicht mehr als achtunddreißig kupferne Plättchen. Neben- der..jungen Frau stand eine Poniersrau, alle ihre. Zeichen hat die Not dieser Fraü. ins � AnM geschrieben. Ja, ihr Mann, das war. ein Säufer, der ist aus dem Fenster gesprungen, die Kinder sind Krüppel, der jüngere Sohn ist sein Lebtag noch nicht aus dem Bett aufgestanden, weil er nicht kann, aber fünfzehn Jahre ist er mittler- weile geworden, und der andere, der sitzt zu Hause und näht Knöpfe auf Karten. Man kauft doch zwei Dutzend Hemdenknöpfe nicht ein- geschüttet in eine Tüte, sondern hübsch aufgenäht auf eine Karte. Für«inhundertundvierundoierzig ausgenähte Knöpfe, das' sind ein Gros, zahlt die Fabrik 12 Pfennig: wenn der arme Bucklige fleißig wie eine Biene ist, schafft er drei Groos in der Stunde. Dann hat er 36 Pfennige verdient und seufzt erst mal. Aber dieser Mann weiß wenigstens immer noch: am Freitag gibt mir der Knopf- fabrikant zwanzig Mark, das ist wenig, aber da Mutier die Portier- stelle hat, brauchen wir keine Miete zahlen und können uns Sonn- abends Fleisch von der Freibank holen. Da mischte sich die Frau eines Toilettenmannes ins Gespräch:„Wenn wir man immer noch zwanzig Mark in der Woche hätten. Aber die ganze Woche über ist nichts los, wenn die dreist Versammlung machen, von denen ist nichts zu erben, und die Sonntage, wer ging denn bei dem Regen- weiter auf die Straße, bleibt als einzigster Tag der Sonnabends wo irgendein Verein Vergnügen hat, da verdient man sich denn wenigstens das trockne Brot. Ich habe Tiere so gerne, aber vorige Woche da ging es nicht mehr, da mußte ich meine Nelly, die ich acht Jahre hatte, weggeben." So arm sind die Leute, die morgens vor der Freibank stehen, jeden Tag müssen sie sich von neuem zusammenreißen, den Schmachtriemen ein Loch enger schnüren und kämpfen um das nackte Dasein. Die Jungen erhoffen noch etwas, die Alten erdulden es nur noch:„Wenn Maxe wieder Arbeet hat. denn brauch ick hier nich mehr anzutreten," meinte die junge Frau« Wir standen nachher auf der großen Brücke, die vom Viehhof zum Bahnhof führt. Die letzten Schweine waren aus den Waggons in die Ställe getrieben, mit großen Schläuchen wurden die Rant- pen wieder sauber gespült. Morgen wird das Schwein geschlachtet und übermorgen hängen sein« Schinken und sein Bauch im Laden. Zwei Jahre hat das Schwein beim Bauern im Stall gestanden Prinxen;5tr. ...__ Ecke S»boStiar>-Serosse* ZitUdOTarinU«, >1■■ sttehL SUklrokr,«,» JU,«..; n«■ g. I c b L SUklrokr, U»,----____ • Ugftlt.».II, I 3.(111•iBg*.rii.r»«g. .-----«xi«......".;»»ii.«xi«.. D(tk..a IL l--. klrk. eist Urbig l.cki.rt tLUSaikc. 31»« gockL SUklrokr;>.» Fertig. Oberbett Steppdecke Daunendecke Klpor-Iolitl. rot odor rotro«. k•.. t<* i d. s or k»«»t..ld.n.r Dtmisl-Obor- ao.tr.i't, f.dordlekt.»II OkorooiU,»«ekoeiU oolU.»iroehiod... F.rbo». »•ich. chioo«. Eotoo-oÖ-»k Sttlo. 11 QO? tu?»».. 0, lodoro, I3IX MI»» � 150 X 201....... I l.yu 150 X 100 WilmersdorferAr. 13» ander R t s ma rcU- Sft. Seit 188«. Aufarbeitung u. Reinigung v. Bettfedern, f. r �bnhT�\ n g. Betten il. Daunendedcen billigst und gut! f 7 jannowitz een mtb nur den einen Besitzer gehobt, aber in der einen Woche, wo es von Pommern in die Kiich: eines Berliner chausholts gereist ist, wechselten seine Besitzer sonder Zahl. Viehhändler, Kommissia. näre, Engrosschlächtcr. Ladenschlächter schoben sich zwischen den Bauern und den Konsumenten, und jeder verdiente sein« Prozente an dem fetten Schwein, chatte es sich unterwegs ein Bein gcbro- chen, dann würde ein Psund von seinem Fleisch KZ Pfennig kosten, aber da es standgehalten hat bis zum bitteren Ende im Schlachthaus, wird das Pfund eine Mark und fünfzig Pfennig kosten. Wir werden die Notwendigkeit dieser Differenz nie begreifen, soviel man un» auch„erklären" mag. Spätsommer— Fmhherbsi. Die„wettcrsichcren" Wochen sollen nach einer alten Wetterregel die chundstage sein, die mit dem 2 4. Juli beginnen und am 2 3. August' ihr Ende erreichen. Di« sprichwörtliche chitze dieser Zeit, in der man den in der Sonne bratenden Kettenhund bedauert, wird in einem über 300 Jahre alten Wetterspruch fest- gehalten:„Die chundstage schreiten her mit Macht, drum Hab ich mein Fleisch gera(u)cht!" Auch diesmal waren es richtige chunds- tage, nur im umgekehrten Sinne. Als die Sonne ins Sternbild des chundes trat, als Auftakt zu den chundstagen, schob sie die Wetter- bahn versehentlich aufs falsche Gleise. Der Juli hatte schon so«in- geheizt, daß allenthalben die chungersteine in der Elb« und im Main über die Wasserspiegel guckten und eine Sonnenglut verkündeten, die den Obstmost und den Traubensaft zu flüssigem Feuer kocht. Die Bäder wiesen Rekordzisfern auf, die Anforderungen an die Verkehrs- mittel überstiegen die Grenzen normaler Leistungsfähigkeit. Da kamen die chundstage. Wolkenwände riegelten Berlin ab von der sengenden Sonne, und mächtige Gewitter leiteten eine Regen- Periode ein, die so erbärmlich war, daß kein chund untätig aus seinem Stall schlich. Am„Siebenschläfer" hat es, wenn auch nicht i� Strömen, geregnet, und danach waren, nach einer alten Wetter- regel,„sieben Wochen mit Regen gesegnet". Ja, der Segen hielt noch länger an, und all die guten Wetterheiligen im Juli und August hatten in diesem Jahr bereits ihren Urlaub angetreten. So kam es eben, daß die Schleusen des chimmels fast ununterbrochen sich öff- neten und uns ein chundewettcr bescherten mitten in der Sommerzeit. Selbst die Natur ließ sich von diesem Wechselbalgwettcr necken und verleiten. Veilchen und Erdbeeren zogen zum zweitenmal ihre FrühlingsNeider an, und die Brombeeren warten im Blütenschmuck, auf«inen neuen Lenz. Die tougebadeten Nächte bringen jetzt wieder Sternenftmkeln, aber wenig Sternschnuppen, die über die feucht gewordene Milchstraße schlittern. Die herbsthastc nasse Frische lockert den bläulichen Nebel und bestreut die grauen Spinnweben an Stoppeln und Gräsern mit schneeigem Duft. Des Himmels Blau wird wieder mit weißlichen Federwolken drapiert, die oft stunden- lang die eine Seite des Aethergezelts verhüllen, während auf der anderen Seite ein sonnenglattes Azur glänzt. Das ist der Aus klang der Hundstag«, der fröhlich« Grabgesang, den der Spätsommer oder Frühherbst, wie man will, ihnen singt in lächelndem Frohlocken. Wirklich, die diesjährigen chundstage zeigten nur die Kehrseite der Medaille. Ein miß- beliebiges Andenken hinterlassen sie bei allen, verbunden mit der Hoffnung, daß sie s o nie wieder auferstehen mögen. //Eigene©(ftolfe/ Ein gefährlicher Oarlehensschwindler unter Anklage. 2000 kamen für 30. Arbeitsuchende vor dem Zirkus Busch. Am Sonnabendnachmittag, um 2 Uhr, kam es vor dem Zirkus Busch m der Kleinen Präsidentenftraße zu Arbeitslvsentumulten, die auf keine politische Treiberei zurückzuführen.sind und deshalb um so erschütternder wirken. In den Tageszeitungen hatte das Unternehmen Kontrolleure und Platzanweiser gesucht. Obwohl nur etwa 30 Stellen zu vergeben waren, hatten sich an 2 000 Personen vor den Toren des Zirkus eingefunden. Angesichts der Tatsache, daß«s bei diesem Ucberan�ebot von Arbeitswilligen unmöglich wurde, überhaupt Kräfte einzustellen, kam es dann zu unliebsamen Auftritten, und die Menge versuchte, in den chof einzudringen. In dem allgemeinen Gedränge, das sich entwickelt«, wnrden mehrer« Personen ohn- mächtig, sodaß die Polizei die Räumung des chofcs im friedlichen Wege vornehmen mußte. Die Stoaksanwaltschafl I hat jetzt das Hauptversahren gegen einen gefährlichen Schwindler abgeschlossen, der seit langem Darlehenssuchcnde in empfindlicher weise gebrandschatz» und der in mehreren hundert Fällen kleine Kauftcule, Gewerbetreibende und Beamte um Beträge von 40 bis 100 Mark betrogen hat. Di« Anklage, die demnächst in Moabit verhandelt wird, wirst ihm deshalb auch fortgesetzten Betrug vor.� Unter der Firma. „Interessengemeinschaft Eigene Schol l.e" hatte der Kaufmann Ernst Josef M a t i« s k e in der Friedrichstraße 233 ein Büro gegründet. In Inseraten versprach M. Personen, die bauen wollten, Hypotheken und Baugelder zu niedrigen Zins- s ätzen zu beschaffen. Es meldeten sich allein in Berlin so viel Kapitolsuchende, daß das Unternehmen sehr bald vergrößert werden mußte. Matieske sucht« Vertreter im ganzen Reich und inserierte in allen maßgebenden Zeitungen mit großem Erfolge. Sobald«in Darlehnssuchcnder sich bei ihm meldete, wurde ein Bert rag zwischen der„Jntercssengemeiuschast" und dem Neuling geschlossen. In diesem Abkommen mußt« der(Mdsuchcndc sich verpflichten,«inen Nachnahmebrief zu bezahlen, den die„Jnt«r«ssengemei»Ichaft" ihm mit„allen erforderlichen Unterlagen" zusenden würde. Einige Tage später kam dann auch ein Brief Matieskes, für den di« Opfer 40 bis 100 Mark an Nachnah-nr« zu zahlen hatten. In dem Kuvert befand sich in der Regel nur eine Liste von gewerbsmäßigen Darlehensgebern, von Firmen, die in der üblichen Weife Bangetder und Hypotheken»erfchaffen. Geld selbst gab Matieske natürlich nicht her. Fast immer wurden die Nachnahmen eingelöst. Einige Mißtrauische weigerten sich allerdings, die höhe Nachnahme ein- zulösen und ließen dos Schreiben zurückgehen. In diesen Fällen erhielten sie von der„Interessengemeinschaft Eigene Scholle" oder von Matieske einen energischen Brief, in dem ihnen unter Hinweis auf den vorher unterschriebenen Vertrag, nach dem sie zur Einlösung der Nachnahme vcrpslichtet waren, mit der Klage gedroht wurde. Wenn auch dieses Schreiben nicht half, leitete die„Jnter- effengemeinschafi" tatsächlich die Klage«in, einigte sich dann ober vorsichtshalber wenige Tage vor dem Termin mit dem Opfer in der Weife, daß der Nachiiahmcbctrog in Raten abgezahlt werden konnte. Matieske hat auf diese Art und Weise ungeheure Beträge in di« eigene Tasche gesteckt, ohne denen, die sich an ihn woirdten, wirklich zu helfen. Er schob sich vielmehr nur ein und erhob für den Nachweis von(tzeldverleihcrn, deren Adressen aus den Inseratenteilen der Presse jeder ersehen konnte, äußerst hohe Beträge. Matieske, der bereits achtmal vorbestraft ist. scheint auch seine Vertreter im Reich über die Berliner Zentrale im un- klaren gelassen zu haben, da seine Beauftragten in der Provinz lediglich den Voroertcag wegen der Nachnahme abschließen dursten, während alles andere von Berlin aus dann„geregelt" wurde. Tollwütige rast durch die Straßen. Sterbendes Opfer eines tollen Hundes gefährdet Personen Budapest, 23. August. Wie der Pester Lloyd aus Gakatz erfährt, hat sich dort gestern abend eine furchtbare Katastrophe zugetragen. Ein tollwütiger Hund biß ein junges Mädchen, bei dem innerhalb zwei Stunden die schreck lichc Seuche mit elementarer Kraft zum Ausbruch kam. Das Mädchen rannte durch die Straßen und brachte 15 Personen schwere Biß- und Srahwunden bei. Dann verstarb es unter furchtbaren Qualen. Bei zwei Personen ist der Zustand so bedenklich, daß die Aerzte Isolierung anordnen. �echisanwali zu Gefängnis verurieili. Ist Neigung zum Alkohol mildernder Umstand? Roch dreitägiger Verhandlung verurteilte das Schössea- gerlcht Dichterfclde den Rechtsanwalt Johannes Schah wegen Betruges und Untreue in acht Fällen zu acht Mo- nateu Gefängnis. Dr. Schatz betrieb bis vor kurzem ein« Praxis in Lichterfeld c. Er hat eine starke Vorliebe für den Alkohol, und schon in Oels in Schlesien, wo er seinerzeit als Regierungsrat tätig war, Hot der Trunk eine sehr üble Rolle gespielt. Er wurde versetzt und schied ohn« Pension aus dem Staatsdienst. Als Rechtsanwalt griff er zu Untreue, Gebührenüberhebung und Unterschlagung. Die Geschä- digten sind kleine Kousleuie, Handwerksmeister, Gastwirt« und Cfwusfcurc. Nicht weniger als 2Amal wurde Schatz in kurzer Zeit fruchtlos gepfändet. Das milde Urteil muß Verwunderung hervorrufen..Betrug an sogenannten„kleinen Leuten"— nach Ansicht des Gerichtes sind acht Fälle nachgewiesen— pslcgt im allgemeinen nicht so mild« beurteilt zu werden. Im Urteil heißt es, daß„seine Hcm- mungen durch die starke Neigung zum Alkohol vermindert worden seien". Wir glauben nicht, daß beim Diebstahl eines Arbeits- losen der gleiche Milderungsgrund vom Gericht geltend gemacht würde. Für Menfchenrechi. Oer Wahloufmarfch der Berliner Sozialdemokraten. Alle Versammlungen der Berliner Sozialdemo. kraten zur Vorbereitung der Reichslagswahl vorn' 14. September zeugen von einmütigem Kampfeswillen und starker Siegeszuversicht. Mir berichten: Die Köpcnickcr Genossen leiteten ihre erste Wahlkund- gcbung mit einem Umzug ein. Sozialistische Kampflieder, vom Ar- beitergejangverein Echo angestimmt, erklangen. Unzählige Schilder und Transparente belebten das Bild des langen vom Reichs- b a n n e r gcführien Zuges. Der Saal war geschmückt mit sieges- verheißenden roten Fahnen. Genosse Dr. Moses führte aus, daß es nicht nur um die Gesundung der Finanzen am 14. September geht, sondern um höhere Güter: um den M e ns che n. Noch immer gilt in der Sozialdemokratie der Satz:„Dos höchste Gut des Menschen ist der Mensch." Die kapitalistische Gesellschaftsordnung kennt eine Güterökononri«, nickst aber eine Menschen- Ökonomie! Begeistert brachten die Anwesenden das Hoch auf die Sozialdemokratie aus. Die Steglitzer Sozialdemokraten veranstalteten als Austakt zum Wahlkampf eine Bersammiung im Realgymnasium in der Hefe- straße. die sehr gut besucht war. Reichstag sabgeardncter Genosse Dr. Löwen st ein zeigte die zielbewußte Politik der Soziakdemo- kratie auf, beleOhtete scharf die Jnteresscnpolitit der bürgerlichen Parteieb und bewies an Hand sprechender Beispiele die arbeitnchmerfeindlichc Einstellung aller bürgerlichen Parteien. Besonders kräftig wurde die verlogene Agitation der Nationalsozialisten widerlegt. « Trotz des unaufhörlichen Regens hotten es sich die B r i tz e r Parteigenossen nicht nehmen lassen, die für die gestrigen Abendstunden angesetzte Wahldemonstration durchzuführen. Auf dem Friedrichsbrunner Platz sammelte sich eine stattliche Menge. Unter Vorantritt des Reichsbannertambourkorps Neukölln ging es mit Transparenten und wehenden roten Fahnen zunächst durch die Straßen des alten Britz und später durch einen Teil der Hufeisen- Siedlung. In der benachbarten Ideal-Sicdlung ging die Schluß- kundgebung vor sich. Genosse Dressel vom Bezirksverbond Ber- lin ließ die sozialreaktionären Taten der Regierung Brüning Revue S/A/OA/R LEW/S fc'i_ W9** mr/�OMW Una entdeckte bald, daß Herr Roß, der als Retlamechef der„Auto- und Benzin-Woche" ziemlich unbedeutend ge- wesen, in zwei oder drei Jahren ein großer Mann geworden war, weil er so unbedingt an sein eigenes Genie glaubte, und weil die Reklame die Romantik, die Religion und das � Mysterium des Geschäftes ist. Obwohl Herr Pemberton genau wußte, daß die Seifenfabrikation eine vollkommen natürliche Sache ist, konnte er doch nicht umhin, sich über die übernatürliche Art zu wundern, mit der die Reklame ein Etwas aus dem Nichts zu sthafsen schien. Sie nahm einen Kirschensirup, der nur die chemische Nachahmung einer unter einem alten Namen jedermann bekannten Sache: sie gab dem Sirup einen neuen Namen und bewirkte, daß zwanzig Mil- lionen Kinder danach schrien. Herr Pemberton konnte nie- malz ganz verstehen, daß die Reklame nur eine Sache des Verkaufs durch Tinte und Papier ist, noch daß die Mitarbeiter des Herrn Roß, die die Reklamen abfaßten, die Bilder zeich- neten, die Mittel wählten und die Klischees rechtzeitig an die Annoncenexpeditionen verschickten, die eigentlichen Reklame- leuie seien. Nein, der vertrauensvolle alte Seeräuber glaubte, daß es notwendig sei, einen eingeweihten Reklamechef zu haben wie Herrn Roß, einen wirklich Eingeweihten, der das Gesicht in Falten legen konnte und über die„Psychologie des utili- tarischen Moments" und der„treibenden Kräfte" und über alle übrigen Weisheiten der Lehre sprechen tonnte. Und-so zahlte er, der den Mädchen im Packraum nicht mehr als vier Dollar wöchentlich gab, Herrn Roß fünfzehntausend Dollar jährlich, und hielt ihm fachlich ausgebildete Mitarbeiter und lud ihn in das große, verlassen und unglücklich aussehende Landhaus der Pembertons ein, um seinen priesterlichen Reden zu lauschen, und gestattete ihm, vier oder fünf andere Posten gleichzeitig zu bekleiden. Denn neben seiner Stellung als Rcklamechef bei Pemberton hielt Herr Roß noch Kurse an Handelsakademien und Klubvorträge über den Segen des gesteigerten Seifen- und Wäschevcrtriebs. und für Zeit- fchriften schrieb er Gedichte in Prosa über Sterne und Mitleid und Punsch und das Frühaufstehen, über Blumen am Weges- rand, über Kauffahrteischiffe, über Landwirtschaft und Geld- ersparen. Una entdeckte all diesen dogengleichen Glanz, doch er er- schien ihr unglaubhaft, denn in seinem eigenen Büro schien Herr Roß nur ein gewöhnlicher Sterblicher— ein kleiner, rundlicher Mann mit einem clownartigen, kleinen Gesicht und deutschem Haarschnitt. Wenn er eine große Zigarre rauchte, sah er wie ein schlimmer Junge aus. Man erwartete immer, daß seine Mutter plötzlich hervortreten und ihn züchtigen werde. Doch mehr und mehr fühlte Una die Macht seiner Ueberzeugung. daß er ein unvergleichliches Genie sei. Sie tonnte nicht glauben, daß er nicht wußte, was für ein blenden- der Schwindler er sei. An ein und demselben Tage erhielt er einen Gehaltsvorschuß, entließ einen Angestellten, weil dieser einen Gehaltsvorschuß verlangte, und diktierte eine Zeitungsnotiz des Inhalts, daß es die Hauptpflicht der Exekutivorgane sei, Gehaltsvorschüsse zu gewähren. Una konnte ihn nicht richtig einordnen... So steht seit Tausenden von Jahren die dienende Menschheit verwirrt vor dem Unter- schied zwischen dem Priester auf der Kanzel und dem Priester in der Küche. Sicherlich half es Herrn Rotz, seine Erhabenheit aufrecht- zuhalten, daß er sich wie ein Kleriker kleidete— schwarze, schlichte Anzüge von geradem Schnitt, weiße Hemden, kleine schwarze Krawatten. Aber er trug auch Seidensocken, an denen er beim Diktieren nachdenklich kratzte. Seine Leinen- taschentüchex waren von erlesener Eleganz, ebenso seine ziselierte goldene Tabatiere, seine Zigaretten mit Monogramm. Er hielt tatsächlich oft während eines Diktats inne, um sich über den riesigen Mahagonischreibtisch zu beugen und Una zu erklären, was für ein Fachmann er im Forellenfischen und Tennisspielen und im Bestellen intimer, eleganter kleiner Soupers in der Plaza sei. Er liebte das Wort„elegant". „Sehr elegantes Plakat, was?" pflegte er zu sagen, wäh- rend er die letzte Schöpfung seines Genies emporhielt— dos heißt, seines Genies, das ihn der Mann, der die Schöpfung entworfen und ausgeführt hatte, aufnehmen ließ. Herr Roß steckte ebenso voll von Ideen wie von Eleganz. Er gebar Ideen während des Mittagessens, bei„Konferenzen". wenn er im Auto saß und während er sich mitten in einem seiner angestrengten Nachmittage beim Friseur durch Blau- lichtbestrahlung und Maniküren erfrischen ließ. Er stürzte dann oft mit Notizen über diese Ideen ins Büro zurück, rief Una keuchend, doch mit inner Stimme, die er vollkommen ik der Gewalt hatte, zu:„Schnell, nehmen Sie Ihr Heft— eine Idee." und diktierte dann die Umrisic von Plänen wie etwa: „Der Erholungs-Lunch-Raum— ein Ort der Stille und des guten Essens":„Der Grand-Arcade, ein zehn Häuserblocks umfassender Rivale des Broadway, ganz unter Glas": „Friseursyndikat— schickt alle drei Wochen Einladungskarten aus, um die Kunden zu verständigen, daß es wieder Zeit fei, sich die Haare schneiden zu lassen". Keine dieser Ideen hotte jemals etwas mit der Förderung des Seifenverkaufs für Herrn Pemberton zu tun, und keine von ihnen wurde je weiter ausgeführt, als eben nur in Umrissen skizziert. Wann immer Herr Roß dergleichen diktierte, glaubte er schon eine Million damit verdient zu haben, und seine ruhige, hypnotisierende Stimme gab Una Gelegenheit für die Erkenntnis, was für ein großer Mann er sei. Nicht nur ein Priester, er war ein Virtuose des Geschäfts, und Unas Hauptaufgabe bestand darin, ihm immer wieder zu versichern, daß er ein großer Mann ist, wirklich ein sehr großer Mann— in der Tat so groß, wie er selbst glaubte. Das war für die leicht befangene, aufrichtige Una die aller- hä.rteste Aufgabe. Aber es war die fünf Dollar wert, die sie wöchentlich mehr bekam als bei Troy Wilkins— es war eine Million mehr wert! Die Leichtigkeit, mit der sie Herrn Roß durch kühle und abgestandene Artigkeiten zufriedenstellte, gab ihr ein gewisses Selbstvertrauen. Und obwohl der einem rasenden Dynamo gleichende Betrieb bei Pemberton ihr'oft den Kopf wirbeln machte, war sie nicht gelangweilt von dem Einerlei, Herrn Roß die Dienste eines Kammerdieners bei seiner wirklichen Arbeit leisten zu müssen... Denn 5)err Roß arbeitete hin und wieder wirklich, obwohl seine Hauptaufgabe darin bc- stand, auf den alten Herrn Pemberton, auf dessen Söhne und auf die anderen großen Direktoren Eindruck zu macheu. Immerhin ließ er sich manchmal herab, sein„Genehmigt" auf' Bilder und Bürstenabzüge für Zeitungsannoncen, Straßenbahnplakate oder Schaufensterreklamen zu setzen, und er diktierte hochethischen Lesestoff für die Hauszeitung, die an zehntausend Drogerien verteilt wurde und für Ehrlich- keit, weibliche Schönheit, Hausgärtnerei und Pemberton ein- trat. Gelegentlich hatte er auch eine wirklich brauchbare Idee, wie zum Beispiel das berühmte Reklamewort:„Waschet Eure Hände in— Pemberton!", das man in jedem Straßenbahn- wagen und auf jeder vierten oder fünften Anschlagsäule sieht. Es kommt ebenso häufig vor die Augen wie das„Wir ver- trauen auf Gott" auf den amerikanischen Münzen, und ist zumindest ebenso wahrheitsgetreu. l Fortsetzung folgt) *Verl*ogen Sie unseren Prospekt oder lassen Sie sich den Telefunken 12w in Ihrer Wohnung unverbindlich vorführen. Die Kartothek des Grauens. Tausende Vermiete und unbekannte Tote im Jahr. 5n der Vermißtsnzentrale am A l e x a n d e r p l a tz wohnt das Leid. Da steht der Tod, nach Buchstaben geordnet, da- neben die Kartathek der Vermißten, deren Karten nach und nach viel- fach hinüberwandern ins Archiv der Ewigkeit. Da spricht jeder Buch- stabe, jede Zahl Verzweiflung, Verbitterung, Ucberdruß am Jammer des grauen Alltags oder bei den Jungen, ein ohnmächtiger Drang nach Freiheit, Leben, Sann«... Fünfzehn Beamte bearbeiten im Innen- und Außendienst die traurig« Statistik, zu der sich täglich, stündlich neue Fälle hinzu- reihen. Da stürzt weinend ein« alte Frau mit einem kleinen Jungen an der chand zur Türe herein; sie ist so verstört, daß sie ikaum sprechen kann, und der Beamte versucht ganz langsam und vorsichtig heraus- zukriegen, um was es sich handelt. Am varhergchcndcn Tage hatte ihre Schwester, die Großmutter des Kleinen, die hier zu Besuch ivcilte, Verwandte in Berlin besucht und ist weder dort angekommen, noch wieder zurückgekehrt. Der Beamte erkundigt sich nach Aller, Aussehen und Wäschezeichen der Vermißten, dann geht er an die Kartothek. Gerade die zuletzt eingereihte Karte ist es, deren Auf- Zeichnungen genau mit den Angaben der Frau übereinstimmen, und jetzt muß er ihr das Allertraurigste sagen, das solche Karte enthält: wie und unter welchen Umständen die betreffende Person gefunden wurde. Die alte Frau wurde bewußtlos nach dem Krankenhaus gefahren und ist auf dem Transpart verstorben. Aber damit ist der Lcidenskelch der Hinterbliebenen noch nicht erschöpft, sie muß noch den allerschwerstcn Gang gehen: nach dem Leichenschau- hause, um die Täte zu identifizieren.„Ja, wenn sich alle Fäll' sa rasch erledigen würden, da bliebe uns viel Arbeit und noch viel mehr Acrger erspart", ineint der Beamte, und er zeigt einen Stapel unerledigter Karten aus den Jahren vor dem Kriege. Und er er- zählt: Man tut uns oft so bitter Unrecht, wenn man unsere Arbeit als ungenügend kritisiert oder gor veräppelt. Was zur Ermittlung geschehen kann, das geschieht, denn dazu sind wir ja schließlich hier." Aber auf wieviel Schwierigkeiten solch Ermittlungsverfahren ost stoßt, davon kann sich der Uneingeweihte absolut keinen Begriff machen. Abgesehen von jenen Fällen, wo durch gänzliches Fehlen irgendwelcher Ausweispapier« oder sonstiger Kennzeichen(Wäsche- zeich«n, Kleidungeftücke) die Arbeit sehr erschwert wird, sind ouch die Auskünfte/ die bei den Angehörigen eingeholt werden, sehr mangelhaft, und die Gründe, die für das Verschwinden einer Person angegeben werden, decken sich oft gar nicht mit der Wahrheit. Dies zeigt sich am meisten bei den Fällen jugendlicher Dermißler: hier sind Eltern oder Angehörige oft gar nicht eingeweiht in das Innenleben ihres Schützlings, auf der anderen Seite wieder wollen sie ihre Schuld an dem seelischen Zusammenbruch des Jugendlichen durch falsche Angaben vor sich selbst nicht zugeben, und endlose, ost aussichtslose Arbeit ist der negative Erfolg. Unter den Jugendlichen sind es meist die Jahre zwischen H und 21 Jahren, und es ist Haupt- sächlich die warme Jahreszeit, in der die Vermißtenlistcn der Jugend- lichen sich merklich steigern, während gegen den Winter zu viele doch wieder den Weg nach Hause finden. Furcht vor Strafe, Wirtschaft- liche Notlage, Lebensüberdruß, Streit im Hause sind meist die Ur- fachen: aber gottlob überwindet die Jugend augenblicklich tiefst- gefühlten Schmerz doch leichter und findet wieder den Kontakt zum Hause, zum Leben. Da gibt es in den Räumen, in denen sonst nur der Schmerz und die Verzweiflung wohnen, auch manches Mal ein Wiederfinden zwischen Mutter und Kind, ein Freudenschrei zwischen Lachen und Weinen... Unendlich verzweigt und verästelt ist die menschliche Lcidensskalo, und es kommen ost schwer lösbare Fälle vor, wo auch der bewährteste Kriminalpsycholvgc sich keinen Rat weiß. Da wird zum Beispiel ein Mann aus Hamburg als vermißt gemeldet: nran findet ihn hier im Asyl, kann.hn aber natürlich. da er sich ja keines Vergehens schuldig gemacht hat, nicht irgendwie dingfest machen. Cr wird ersucht, sich bei der Vermißtenstellc zu melden,, was er auch tut, und hier entrollt er in kurzen, knappen Worten eine Welt des Jammers. Nicht aus Leichtsinn und nicht aus Gründen der Uneinigkeit verließ er sein Zuhause: Not zerriß ihm jedes Gefühl der Zugehörigkeit zu Menschen, die ihm nahe- standen. Und wenn man das Gesicht des Mannes sieht, dann weiß man, das ist bitterster Ernst. Klar und deutlich spricht er es noch einmal aus: er will nicht nach Hause gehen. Wer könnte ihn, den Erwachsenen, dazu zwingen? Schlimni sind jene Fälle, wo Ehefrauen einen fremden Toten als ihren Ehemann rekognif zieren, um wieber heiraten zu können. Trauriges und Häßliches gehen hier Hand in Hand, und buntdurchwirkt in seiner Vielseitigkeit ist das Grau menschlichen Jammers... passieren und zeigte in scharfen Worten das arbeiterfeindliche Ver- ballen der Kommunisten auf. Stürmische Zustimmung fanden die Worte des Redners, als er schloß: Wer den friedlichen Ausstieg des deutschen Volkes wolle, müsse am 14. September sazialdemokratisch wählen. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die So- zialdemckratie wurde die Kundgebung geschlossen. Wo steht die Jugend? Kommunistische Wünsche und— Tatsachen. Man schreibt uns: In der Freitagirummer vom 22. August der„Roten Fahne" erschien unter der Ueberschrift.Leinen Handschlag jür die SPD., alles für die KPD., Liste 4!" ein phrasenreichcs Geschreibsel, das rou zwei elzemaligen SAJ.-M!tglledcrn der Gruppe Neukölln 8 (Rütlischule) unterzeichnet ist. Darin geben die beiden neu- aebackenen Linientreuen an, aus der SAJ. ausgetreten zu sein, da sie nicht länger die SPD.-Politik mitmachen könnten. Es salgt dann die übliche Hetze gegen die Sozialdemokratische Partei und zuletzt die Ausforderung an die übrigen SAJ.-Mitglieder, ebenfalls auszutreten. Dazu ist folgendes festzustellen: Einer der Unter- zeichirr ist wegen mehrfachen Diebstahls, den er an anderen Mitgliedern auf Fahrt begangen hat, aus der SAJ. aus- geschlossen morden. Der andere war erst seit ein paar Monaten SAJ.-Mitglied. Das sind also die„aufgeklärten" Jungarbeiter, die keine SPD.-Politik mitmachen können. Es muß sehr schlecht um die KPD. und die„'Rote Fahne" stehen, wenn sie solche Persönlichkeiten zu ihren Kronzeugen erheben. Da steht die Jugend? Im„Volkswillen", dem Organ des ganz linken Lenin-Bundes. wird den Kommunisten der Text gelesen, weil sie offensichtlich Tat- jachen zu ihren Zwecken umbiegen. Wörtlich heißt es da über die Sozialistische Arbeiterjugend: „Am Montag, dem 11. d. M., am Versa ssungstage, maifchierte neben dem Reichsbanner auch die S 2l I. auf. Es muß leider gesagt werden: Der Mißbrauch der Arbeiter- jugend sür sozialdemokratische Wahl. zwecke war den Arrangeuren glänzend gelungen. Staltliche Züge von iwgendlichen, alle unter raten Fahnen, marschierten sie mit heller Begeisterung, die einer besseren Sache wert sind. Rote Schlipse bei zum Teil einheitlicher llniformierung und ausgeschürzten btcrmeln sangen sie revolutionäre Lieder, riefen: Tos dem Faschismus, dem Stahlhelm! Hitler verrecke!, und als Clou dazu: Wählt Lifte 1 SPD.! Man mutz sagen, eine gelungen« Regie, Noch auffälliger war, daß im Gefolge dieser SAJ. die frei- gewerkschaftliche Jugend einhertrottete. Haben das die KPD.» und die R.-F.-Berichtcrstatter nicht bemerkt? Hat die R. F. dazu nichts zu sagen?!... Die KI. ist gewerkschaftlich ganz minimal organisiert, so daß sie keinen Einjluß gewinnen ka mr...." Aus diesem galligen Erguß der ganz linken Leninisten spricht der Neid darüber, daß die arbeitende Jugend unter dem Banner der Sozialdemokratie marschiert. Aber selbst der Neid laßt zuweilen die Wahrheit erkennen. Der 14. September wird die Arbeit der sozialfftijchen Jugend noch deutlicher zeigen!_ ,?!epp an Erwerbslosen.� Mr hasten in der Nummer 331 des„Vorwärts" unter der lleberfchrist«Nepp an Erwerbslosen" einen gewissen Herrn John erwähnt. Wie erinnerlich, hat dieser 5)err John, ein ehemaliger Stadtreisender, in großen Berliner Tageszeitungen noch einem „O r g a n Ts a t i o n s l e i t e r" inseriert, worauf bei 65 000 erwerbslosen Angestellten in Berlin die Arbeitslosen in Scharen sich um die ausgeschriebene Stelle bewarben. Nur war gar keine Arbeit da, in Wirklichkeit hat John«in« Partei gegründet, kandi- d i ert zum Reichstag und sucht nun Wähler. Wir haben uns diesen Unfug im Interesse der Berliner Erwerbslosen energisch verbeten. Darüber haben sich Herr John und sein Freund Feiger sehr geärgert. John meint, wir hätten ja das Wichtigste verschwiegen. Wir können das nachholen: John ist" der Gründer der Partei„Efauafe", das heißt: Einer für alle und alle für einen!" John hat ein Flugblatt herausgegeben, in dem es heißt: „Wählt Efauafe! Auch eure Bekannten und Verwandten veranlaßt dazu. Sobald unsere Partei ein Reichstagsrnandat in Händen hat, werden wir einen jeden von euch wieder zu uns bitten, wir werden euch durch den wirtschaftlichen Ausbau unserer Partei in die Lage versetzen, euch selbst im Wirtschaftskampf eine gesicherte Position zu erringen." Es bleibt des Privatvergnügen des Herrn John aus der ——— cm—— e— Stallschreiberstraße, seine„Efauafe" zu gründen. Wenn dieser Herr aber unter Borspiegelung falscher Tatsachen nach einem„Organi- satianslciter" inseriert, den Erwerbslosen das Fahrgeld aus der Tasche zieht und diesen armen Menschen Hoffnung auf?lrbeit macht, die er nicht zu vergeben hat, verdienen diese Taffachen, var aller Oefsentlichkcit bloßgestellt zu werden— wie wir es bereits getan haben.__ 3«i Verfolgungswahn...! In einem Anfall von Verfolgungswahn verüble heule mittag die 54jähtigc Frau Anna Z sch a e li u s in ihrer Mahnung in der Köpcnicker S t r a ß e 175 Selbstmord. Die vcrzweislnngs- tat erinn-erl an den succhlbaren Tod. der bljährigcn Frau Anna Mernicke, die. wie bcrichlel, sich am Freilag abend in Pankow mit Spiritus übergoß und dann anzündele. Frau Zschaelius häufte in ihrer Wohnstube Papier und Lumpen an. übergoß alles mit Petroleum und zündete den Haufen an. Dan-n begab sich die Unglückliche in die Küche, wo sie sich am F e n st c r t r c u z er- hängte. Sonderbarerweise griff das Feuer nicht auf die Wohnungseinrichtung über. Mieter waren jedoch durch den Brandgeruch aufmerksam geworden, und als man mit Hilfe der Polizei die Wohnung öffnelc, wurde die furchtbare Tal entdeckt. Revision gegen das Nöntgental-Urteil. Di« Staatsanwaltschaft III hat gegen das vam Schwurgericht verkündete Urteil im Röntgentoi-Prazetz Revision angemeldet, vor ollem mit Rücksicht auf die Freisprechung jener Röntgcntaler Nationalsozialisten, die dem gleichfalls freigesprochenen Sturniführer P a n k r a t h unterstanden. Di« Verteidiger der verurteilten Angeklagten haben gleichfalls Revision eingelegt. Grönland-Kanada. Deutscher Flieger Gronau gestern gestartet. Kopenhagen, 23. August. Ülius Joigtut auf Grönland wird gemeldet, daß der deutsche Flieger von Gronau am Freilag nachmittag um 3.30 Uhr(WEZ.) aus Grönland gelandet ist. Gronau, der während des Fluges West- wind hatte, erreichte um 13 Uhr Kap Varvel. Van Kap Aarve! aus stand er noch in Funkverbindung mit Reykjavik, dann aber reichte jein Radioapparat nicht mehr aus. R e w Port. 23. August. Ruch einer bisher unbesläkgtea Meldung aus Montreal ist der deutsche Flieger v. Gronau in Zvigtut auf Grönland am Sonnabend um 14 Uhr MEZ. zum Fluge nach Kanada ausgestiegen. Er hat die Richtung aus Eartwright in Labrador eingeschlagen. Berlin— Tokio. kowno, 23. August. Der japanische Flieger und Journalist, der sich auf einem Flug Berlin— Tokio befindet, ist, wie aus Moskau gemeldet wird, nach einer Zwischenlandung in Kasan am Sanvabend morgen sechs Uhr in Swcrdlowsk eingetroffen. Der Flieger will noch im Lauf« des Sonnabend den Flug nach Omsk fortsetzen. Das Landesfinanzamt veröffentlicht heute im Inseratenteil unserer Zeitung eine„vesfentliche Aufforderung zur Abgabe einer Erklärung, über die Aussichtsratstantiemen", worauf wir besonders hinweisen. DAS LEBEN GENIESSEN Durch eine neue Erfindung-dieTelefunkcnstäbe-hat dieser 3-Röhrcn- Empfänger einen weit höheren Wert, als dicTechnik ihn zu diesem Preis bisher bieten konnte.T rennsdiarf: durch den Selektionswähler. Klangschön: 4 poliger Lautsprecher. Formschön; gesdimack volles Gehäuse. |gT-i| Für die WecbseUtrooi-lielitleitungJ Prei» der voUständigen Anlage eioschlicßl Röhren.............. R3f 108,— und dennoch sparen- ein Vorteil beim Radio; doppelt sparen- der Vorteil beim neuen Rundfunkgerät TELEFUNKEN 12w »Empfänger und Lautsprecher in Einem* BIS E■ 7 S C fi E WELTMABKE Welikongreß der Arbeiier-Esperaniifien Vor kurzem trat in London dos Wellparlament des Scnnacieca Zlfocia Antmonda SAT., des Weltbundes proleto- rischer Esperantisten zusammen. Etwa 409 Vertreter aus IS Ländern, darunter Japan, China, nahmen an dem Kongreß teil. Der Kongreß konnte eine gunstig« Entwicklung des Bundes feststellen. Leider mußt« er einen Teil seiner Zeit mll Abwehr bolschewistischer Attacken vergeuden. Die aktivste Gruppe innerhalb des Bundes ist die sozialdemokratische Fraktion. Nach einjährigem Bestehen mustert sie bereits 900 Mitstreiter aus allen Teilen der Welt. Sitz der Fraktion ist Stockholm. Genosse Neichstagsabgeordneter Eriksson ist zum Vorsitzenden, Genosse Johannsson zum Sekretär bestimmt worden. Die Fraucnsekretärin Maria von Essen-Niederlande konnte über lebhafte Anteilnahme der sozialdemokratischen Frauen und Mädchen berichten. Die sozialistisch orientierte Arbeiterschast sollte mehr als bisher dieser, der gegenseitigen Verständigung der proletarischen Massen dienenden Organisation ihre Aufmerksamkeit widmen. Englisch, Französisch, richllge» ventsch. Im September beginnen neue Sprcichcntursc für Anfänger und Fortgeschrittene bei Genossin Hetz, W 50, Spichcrnstr. Iß, Gartcnh. 3 Tr. r. Anmeldungen bis zum 1. September täglich 17— M Uhr. Die neu eingerichteten Abonnement» in den 5>Iaat»theatern beginnen am 1. September. Es können noch Anmeldungen in beschränktem Umfange berücksichtigt werden. Die näheren Angaben sind ans dem Inserat in der heutigen Ausgabe ersichtlich. W Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Berlin awsendungen fttr diese Jtadrfl nur an ta* Zujendfetretartat »erlw 6355 68. Onboiftrot« 3 Achtung, SAZ..?altbootfahrcr! Alle sZaltbootfabrcr werden gebeten(unter Angabe der vollen Adresse) sich umgehend im Eeiretariat, Lindenstr. Z, II. Hof, Z Treppen links, zu melden. Heute. Sonntag. 24. August: Schönhauser Vorstadt: A Uhr Seimabend SeliSn-flieger Strohe.— Westend: Treffpunkt zur Ztundgcbung in Wilmersdorf KV. Uhr Sophie�lharlottc.PIah oder tili Uhr sirhrbclliner Plah.— Neulölln IV: Alle Teilnehmer am Sprech- chor treffen sich um 14'- Uhr vor dem Heim Echierfcftrahe zur Beteiligung am Partcifest im �tarlsgaricn".— Lelmholhplati: Heimabend Danzigcr Str. ßZ, B. U.— Nordosten l: Heimabend Tonziger Sir. Kl, B. 3.— Nortdoftcn Iii: Heimabend Immanucltirchstrvsie lTogesheim).— Tegel: Heimabend ab IS Ubr Cchöncberger Sirahe. Werdebczirt Rcntölln: Der Sprechchor itbt um 10 Uhr im..Karlsgorten". Alle Genossen mllsscn erscheinen. Der Wcrbcbczirl trifft sich abends im„garis- garten" auf dem Evmmerfcst der 91. Pariciabteilung. Morgen Sitzung des engeren Wcrdebczirksvorstandcs mit den Abteilungslcitcrii im Parteibüro, Fuldastrahe. Alle Abteilungen müssen vertreten sein. Morgen, Montag. 25. August, I9M Uhr: Hanta: Heim Bochumec Str. 8d. Rezitationen auf Schallplatten.— Moabit II: Heim Lehrter Str. 18—19. Schallplattenabend.— Moabit III: Heim Lehrter Str. 18—19.»Heinrich Hebte."— Arnimplah: Schule Svnnenburqer Eirah« 20. Funktionärversommlung.— Araowalder Plast II: Heim Rastc». burger Str. 18. Politisch-latirischer Abend.— Falkplast lt Schule Sonnen-. burger Str. 29.„Umgestaltung Berlins."— Falkplast II: Schule Sonnen- burger Str. 29.»Streik- unb S6>lichtungsu>«sc>i."— Hnmannplast: Heim Scherenbcrgstr. 7.»Der Aufbau unserer Organisation."— Schönhauscr Bor- stadt: Schule Sonnenburger Str. 29. Humoristischer Abend.— Wörther Plast: Radfabrerdemonstratlon. Treffpunkt pünktlich 19 Uhr Wörther Plast iRor- maluhr).— Andreasplast: Heim Brommystr. 1.»Sozialvcrsscherunq."— Hallcsche« Tor: Heini Porckstr. II.„Aliarchismus."— SoUbusscr Tor, Neichen- berger Vicrtcl: Sprcchckior. Treffpunkt 18 Uhr Tabor- Ecke Brangelftrahe.— Pankow III lR.-F.>: Heim Kifsingenstr. 48.„Gefahren des Bergbaus", Liöit- bilder. Instrumente mitbringen. Werbebezirk Mitte: Heim Elifabcthkirchstr. 19. Werbebeziiksoorstandsssstung. Werbebczirk Pankow: Dienstag Wenbebezirksmitgliederoerfammlung in Niederschönhaufen, Blankenburger Elr. 89—79. Thema:„Jugend und Wahl". Referent: Artur Reichhardt. Alle Eruppenoeranstatlungen fallen aus. Oefffentliche WäMerhundgebiui�en Heute, Sonntag, 24. August: Wilmersdorf. Vormillvtzs UK Uhr groß« Demonstration.— Treffpunkt: Fehrbelliner Platz.— Anschließend 13 Uhr ösfcnt- liche Wählerkundgebung auf dem Preußenplatz. Redner: Fian; Künstler. vienstag. den 26. August: CHarlottenburg. 1914 Uhr im Schillersool des Schillertheaters. Bismarckstraße 119. Redner: Stadtrot Dr. Kurt Löwenstein. Zchöneberg. 2914 Uhr in der chohenzollern-Schnle, Belziger Ecke Eisenacher Straße. Rednerin: Clara Bohm-Schuch.— Treffpunkt zur Demonstration mit Musik: 19 Uhr Wartburgplatz. �ittwocH, den 27. August: 51. Abteilung<5harlottenburg: 29 Uhr in der Schulaula. Nehringstr. 19. Redner: Hermann Harnisch, M. d. L.— 29 Uhr Lokal Guski, Spandauer Bock. Redner Lorenz Breumg. Hohenschönhausen. 29 Uhr in der Schulaulo, Rödcrstr. Rednerin: Stadtverordnete Dr. Käte Frankenthol. Spandau. 29 Uhr Markthalle, Pichelsdorfer Straße. Redner: Dr. Kurt Löwenftein. Wilmersdorf. 29 Uhr im Biktoriagarten, Wilhelmsoue 111/115. Redner: Ernst Heilmann. klSmierkiiMl krauen, crsdiefnf InMassen! Vorträge, Vereine undBersammlungen. # Reichsbanner„Schwarz-Rok Gold'. «esch-ftsstell': Berlin S I<. SrbaNianstr. 37-28. Lok 2. Tr Eo»ntoa. 24. August, ffitnicr lau rtaWfiluneu Preisverteilung und gemütliches Beisammensein anlohlich der Endkämpfe unseres Ver- fossungsturniers findet nicht im Funkrcstaurant, sondern im Saale des ftädtilche» Opcrnreftaurants. Bcrlin-Eharlottenburg. Bismarckstrohe, statt— Montag, 23. Bngust. Berlin-Mitte(Iungbanner). Um 29 Uhr Iugcndhrim Tieckstr. 18, Lichtbildrrvortroa:„Reise-»nd Fahrienbildeck'. Prenzlaner Borg (Iungbanner). Um 29 Uhr Heimabend Sonnenburger Strohe. Da Einteilung der Wohlarbeit erfolgt. l>at jeder Iungk.imerad zu erscheine». Reulölln-Brist il. stamcrodschaft, Z. Zug). Um 29 Uhr Iugversammlung bei Jahn. Weser. sirahe 41.— Dienstag, 28. August. Prenzlaner Berg lOrtsverein). Um 19 Uhr Antreten zur Demonstration Arnimplast. Pflichtvcranstaltuna. Friebrichohain iNamrradschaft Memel). Um 29 Uhr Sameradsäiaftsversammlnna bei Hentschcl, Memeler Str. 13. Erschein«» sämtlicher Kameraden unbedingt notwendig. Schöne bcrg.Fri eben»» lOrtsverein). Antreten des gesamten Ortspereins zur Demonstration der SPD. am Warrburgplast um 19 Uhr. Chnrlottenbnw, Der Ortsvcrein tritt zum Saalschnst um 19') Uhr im Schillerfaal, Bi-marckstr. 119, an.— Mittwoch, 27. Angust. Iehlenbors. Pünktlich 29 io Uhr Mitgliederver- sammlung bei Schneider, Potsdamer Str. 23. Köpenick. Um� 19'- Uhr Saal- lchust in Friedrichshagen bei Schröder, bei der SPD. Rnrineabteilnng. Um 29 Uhr im Bootshaus Rudern._ Freie Sozialistische Schüler. Westen. Fürstin-Bismarck-Schule. Enbelstr. 2. Donnerstag. 28. August, 29 Uhr. Arbeitsgemeinschaft:.Sozialdemokratisch? Schulpolitik".— Mitte. Köllnisches Sumnallum, Infelstr. 2—4. Montag, 23. August, 29 Uhr, marxistische Arbeiisgemeinfchoft. Freie Arbeiter-Sienoqraphen-Bereinigung Groh-Beelin. Reue Anfänger» kurfe in der Reichsturzschrift: Moabit: Montag, 1. September, im Luisen- Gvmnaiium, Turmstr. 87. Norden: Dicnstng, 2. September, in der Gemeinde- schule, Schulstr. 99. Nordosten: Donnerstag, 4. September, in der Gemeinde- schule. Senefeldcrstr. 8. Osten: Freitag, 3. September, in der Semeindeschule, Frankfurter Allee 37. Südosten: Freitag. Z. September, in der Gemeinde- kchuke.«ekchent erger«fr. 87—70.«nÄSStri FreSag,»«notenSee, Tu ha KarleMarx.Sckmle, Koifer-Friedrich-Str. 209—210. Südwesten: Dienstag, 2. September, in der Gemeindeschule. Eneisenaustr. 7. Eharlottenburg: Frei- tag, 3. September, in der Gcmeindeschule, Oranienstr. IS— 15 iGinqang Knabenschule). Lichtenberg: Dienstag, 2. September, in der Gemeindeschule» Scharnweberstr. 19. Alle Kurse beginnen um 19'.-) Uhr. Allgemeine Wetterlage. 23.Auq.4930,ebds. w J* dit OfiP 0 iwlkonlo£,0 heiiw.O talbbedeeki 9 wolkig,• bedsckt«RegegAGraupeln Sck.netSsieöel.liGewCtecCOJWinitetllle 773— Auf der Südseite einer Depression, deren Kern südlich von Island liegt, ist wieder ozeanische Lust nach Osten geströmt. Sie hatte den Süden und Westen sowie einzelne Gegenden von Mitteldeutschland bereits am Sonnabend abend überflutet. Am Sonntag dürste auch das Gebiet zwischen Elbe und Oder von ihr überflutet werden. In das Geneit östlich der Oder wird sie verhättnismähig langsam vor- dringen. Dort wird infolgedessen das Wetter etwas schlechter als in der Provinz Brandenburg sein. * Wetkeraussichken für Verlin. Wolkiges, zeitweise aufheiterndes Wetter, vereinzelt noch Schauer, wenig Temperoturänderung.— Für Deutschland. Im Nordosten, Südosten und im Alpenvorland vielfach regnerisch, sonst noch einzelne Schauer, aber Neigung zur Auf- hciterung, Temperaturen nur wenig oerändert. Verantwortlich für Politik: Dr. Tuet Geyer: Wirtschaft:er nur eine geringe Resonanz gefunden. Jetzt steht ihre Ver- wirklichung auf der Tagesordnung. Und wenn wir sie durchsetzen, so wird es bedeutend mehr als«in Teilerfolg für uns, es wird ein Sieg des Prinzips sein. Ankurbelung der koujunklur? Arbeiksbeschaffung? Wir wissen, daß die Möglichkeiten dafür noch beschränkt sind und versprechen uns auch für den Fall unseres größten Sieges keine schnelle Ueberwindung der Krise. Etwas Entscheidendes kann aber in dieser Richtung geschehen, und es wird auch— mit unverzeihlicher Verspätung!— getan werden: Der Weg zu einer einigermaßen wirksamen Arbeitsbeschaffung muß bei uns durchdieKommu neu führen. Die Mög- lichkert, Kapital zu beschaffen, würde allein nicht helfen. Dies« Mög- lichkeit ist überdies da. Wir sehen aber, daß das Kapital aus Deutschland flüchtet— unter der Regierung Brüning noch stärker als je zilvar. Rur bei der öffentlichen Hand ist die Garantie vorhanden, daß das zur Verfügung gestellte Kopital produktiv an- gelegt würde. Die finanziellen Kalamitäten der Kommunen— nicht zuletzt eine Folge der gemeindefeindlichen Politik der Reichsbank— stellen«inen sehr wichtigen erschwerenden Faktor für die deutsche Krise dar. Glaubt denn wirklich jemand ernsthaft, daß man die Wirtschaft- liche Bewegungsfreiheit der Kommunen, insbesondere in der Ka° pitalbeschaffung aus dem Auslande, gegen die Interessentenhaufen durchsetzen kann, wenn nicht dafür die ganze Kraft der organi- sierten Arbeiterschaft eingesetzt wird? Die Möglichkeiten einer a k- tiven Konjunkturpolitik, die auf dieser Stuf« der kapi- talistischcn Entwicklung immer notwendiger wird, Höngen sehr stark von der inneren Stärk« und Entwicklungsfähigkeit der öffentlichen Wirtschaft ab. deren Hauptstütze jetzt die organisierte Arbeiterschaft ist. Ihre Vertreterin, die Sozialdemokratie, führt im Kampf« für die öfsentliche Wirtschast: ohne und gegen die Sozialdemokratie ist keine diesen Namen verdienende Konjunkturpolitik möglich. Der Schuh der deutschen Ausfuhr. Noch ein Gebiet. Di« deutsche Wirtschaft ist nun einmal sehr stark auf die Erweiterung ihrer industriellen Ausfuhr an- gewiesen. Die Entwicklung der deutschen Aussuhr war in den letzten Iahren außerordentlich günstig. Im Vergleich mit den anderen wich- tigen Ausfuhrländern, auch nach dem Ausbruch der Weltkrise. Jetzt wird diese Entwicklung durch die unter der Regierung Brüning- Schiel« vorgenommene Wendung in unserer Handelspolitik ernsthaft bedroht. Diese Wendung ist von verschiedenen Interessenten- Haufen bewirkt. Als Reichswirtschaftsminister hat sich der gegen- wärtig« Reichsfiiianzminister Dietrich in seinen Auslassungen über die bevorstehende grundsätzliche Aenderung der deutschen Handels- Politik zum Sprachrohr dieser Interessenienhaufen gemacht. 5iier liegen die Dinge schon so klar, daß man nicht viele Warte zu verlieren braucht Zweifelnde mögen bei irgendeinem Wirt- schastspolitiker des Reich sverbandes der Deutschen In- d u st r i e anfragen, ob er daran glaubt, daß die Handelspolitik im Interesse der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands ohne die Sozialdemokratie gemacht werden kann. Das letzte Beispiel hat seine besondere Not«. Es liegt auf der Hand, daß die Handelspolitik, durch welche die industrielle Ausfuhr gefördert wird, das dringendste Interesse des Kapitalismus ist Nun kann der konservative Kapitalismus diese Politik nicht machen, da man sie gegen die konservativen Kräfte durchsetzen muß. Es ist schon so weit, daß die Ausgabe der Förderung des wirb schaftlichen Fortschritts, früher die wichtigste Funktion und die große historische Tllisfion des Kapitalismus, jetzt der sozialistischen Arbeiterschaft zufällt. Soweit im Kapitalismus noch lebendige Kräfte vorhanden sind, werden sie durch das Bündnis mit den konservativen Kräften ge- banden. Der Tot« greift nach den Lebenden! Die Stunde der Entscheidung„Kapilaiismus oder Sozialismus?" ist noch nicht da, wenn man an den Sozialismus als die Vollendung der Entwicklung denkt. Sie ist aber schon da. wenn man den Weg der Entwicklung meint Diese Entscheidung soll in den nächsten Iahren fallen. Zu dieser Entscheidung gehört auch der Wahlkampf. In dem wir stehen. De» Kamps um den Weg der Entwicklung ist für uns der Kamps für den Sozialismus gegen den Kon- lervakismus. insbesondere gegen jede Art der modernen soschistischen Form des Konservatismus. Wir führen freilich den Kamps um einzelne Fragen, aber wir führen ihn um mehr als Einzelfragen, wir kämpfen um den Weg zum Sozialismus. Und da dieser Kampf dem Konservatismus gilt, so muß er für uns auch ein Stück Selbsterziehung sein: wir müssen uns selbst frei von jedem Konservatismus in unserem Denken machen! wir dürfen in keiner Beziehung konservativ sein und müssen. uns daraus besinnen, daß wir die große revolutionäre Lewe- gung sind! Interessenienhaufen. Die Wirtfchastspartei erklärt sich für die Kündigung des deutsch«finnischen Handelsvertrages. Die gemeldet wird, hat der P a r t e i v o r st a n d der Wirt- schaftspartei in Anwesenheit des wirtschastsparteilichen Justiz- Ministers Dr. Bredt beschlossen, daß dieser im Reichskabinett bei der Behandlung des deutsch-finnischen Handelsvertrages sich„auf die Seite der Landwirtschaft" zu stellen habe. Dieser Beschluß ist außerordentlich charakteristisch. Es gibt in Deutschland kaum noch eine industrielle oder wirtschaftliche Organisation, die sich nicht gegen die Katastrophenpolitik ausge- sprachen hätte, die mit einer Kündigung des deutsch-finnischen Handesoertrages notwendig verbunden ist. Die Deutsche Wirt- schaftspartei befiehlt, daß ihr Minister an der Seite der Landwirtschaft zu stehen habe, das heißt auf der Seite des Land- bundes und seines Ministers Schiele, der nur dann auf die Kündi- gung. verzichtet, wenn mindestens gleichwertig« Zollvorteile für Butter und Käse herauskommen, wie sie mit der Kündigung des Handelsvertrages erzwungen werden sollen. Die Wirtschaftspartei maafl also grundsätzlich die Katostrophenpolitik des Reicys- landbundes mit. Erklärlich ist die Politik einzig und allein aus der Ileberlegung, daß erhofft« höhere Butter- und Käsepreise auch die Handels- spanne erweitern könnten. An die Landwirtschaft denkt die Wirt- schaftspartei keinen Augenblick, es sei unter dem Gesichtspunkt, daß man sich den Landbund als Bundesgenossen gegen die ja auch von der Landwirtschaft angestrebte Verkürzung der Handels. spanne zur Steigerung des Produzentenertöses sichern will. Darüber hinaus handelt es sich um ein reines Wahl Manöver, um dem Butter- und Käsehandel zu zeigen, wie die Wirtschaftsparte! sich für ein mihverstondes Händlerinteresse einsetzt In Wahrheit würden auch die Butter- und Käsehändler durch höhere Butter- und Käsepreise geschädigt, denn die Volksmassen, von denen sie leben, werden mn so weniger kaufen, je teurer die Ware wird. Interessentenhaufen? Interessenienhaufen! pilsener Bier ist Trumpf. Natürlich nicht bei bei denen, die unter der Krise leiden. Während der Absatz der deutschen Brauereien nach den vorliegenden Berichten seit dem Frühjahr(Preiserhöhungen und Ar- beitslosigkeit) zurückgeht, sst die Biereinfuhr nach Deutschland seit dem Vorjahr gestiegen. Sie- betrug im ersten Halbjahr 19 2 9 92 981 Hektoliter: der einzige Importeur war damals die Tschechoslowakei. Im ersten Halbjahr 19 39 ist bei gleich- zeitigem Rückgang der Ausfuhr die deutsche Biereinfuhr um 4242 Hektoliter aus 97 223 Hektoliter gestiegen. Neben der Tschecho- slcmxikei, die ihren Bierexport nach Deutschland um rund 2599 Hettoliter steigerte, waren Großbritannien und Polen mft geringen Mengen an der Einfuhr beteiligt. Di« Brauereien der Tschecho- stowakei konnten ihren Ausstoß im 1. Halbjahr. 1939 gegen das Vorjahr um über 12 Prozent erhöhen. Es wird also in Deutschland mehr Pilsener und weniger beut- sches, das heißt billigeres Bier getrunken. Pilsener ist das Bier der Wohlhabenden. Sie leiben weniger unter der Krise als das Volk, was nichts Neues, ab« aal wieder festzustellen nützlich ist. Kampf den hohen Reifenpreisen! Oer Gummireifenverband möchte kein Kartell sein.—(56 Hilst ihm nicht6. Der Berein deutscher Gummireifenfabriken läßt eine Erklärung oerbreiten, mit der er sich der Oeffentlichkeit in aller Form als gesetzlich nicht faßbares Mimikri-Kartell vorstellen will. Schade um die Mühe. Dank der Mitteilungen aus Fachkressen sind die Vereinbarungen zwischen den am deutschen Markt arbeitenden Gummireifenfabriken, wie hier nochmals festgestellt sei, längst als Verträge erkennbar, die sich mit der Regelung der Presse und des Absatzes befassen. Damit besitzen sie die Eigentümiichke.ten, die in § 1 der Verordnung vom 2. November 1923 als Bedingungen für die Anwendung der Kartellkontrolle festgelegt sind. Der Reichswirt- [chastsmimster kann noch§ 4 der damaligen Kartellordnung beim Kartellgericht die Untersagung der Durchführung von Preis- und Absatzverträgen beantragen, wenn diese die Gesamtwirtschaft oder das Gemeinwohl schädigen. Das ist nach dem Wortlaut des Gesetzes msbesonder« der Fall, wenn in volkswirtschaftlich nicht gerecht- fertigter Weise die Preise hochgehalten werden. Diese Voraussetzungen sind beim Reisenkartell erfüllt. Ein 7öprozentig«r Preisrückgang(gegenüber 1925) für Rohgummi war bereits vor zwei Iahren eingetreten, wahrend die Fabriken in dieser ganzen Zeit und auch nachher keine nennenswerte Preisherabsetzung für Reisen vornahmen. Es ist angesichts dieser Tatsachen ein Un- ding, wenn die. Fabriken mit dem Einwand kommen, die Dauer des Lagenimschlags habe den niedrigen Rtchgnmmipreis sich nicht aus- wirken lassen. Dauert der Logerumschlag etwa im Durchschnitt zwei bis drei Jahre? Keine Fabrik wird das behaupten können, und so bleibt die Tatsache bestehen, daß die Ressenpreise viel zu hoch sind. Nur weil man bisher in der Durchführimg der Kartellverord- nung die Zügel schleifen ließ, ist bis jetzt keine Untersuchung gegen die Gummireifenfabriken eingeleitet worden. Aber das kann jetzt kommen, wenn die Anweisungen der Regierung ernst gemeint sind. Mit der Versicherung,„die sogenannten Reisenverträge sind ein« freie Vereinbarung im Kresse der beteiligten Fabriten, die... einer behördlichen Genehmigung nicht unterliegen", können mibe- zweiselbare Tatsachen nicht beseitigt werden. 562 TonfNmkheoter bestehen nach einer Veröffentlichung der Klangfilm G. m. b. H. gegenwärtig in Deutschland: davon entfallen auf Berlin allein 93 Theater. Von den deut- scheu Wiedergabeapparaten sind 397 nach dem System Klangfilm- Tobis gebaut, 219 Apparate nach dem älteren System der Tobis, während 36 von der französischen Gaumont-Franco-Film-Aubert- Gesellschaft stammen. Im Ausland sind bis jetzt 161 Filmtheater mit Wiedergabeapparaten der Gruppe Klang-Film-Tobis aus- gestattet. RADIUM-SCHOKOIADE noch Dr Senf hier(CLRPJ z. Essen u-IMnken nevel_______ �. Uberoll erholHich. Wochenprogramm des Berliner Rundfunks. Sanntag, 24. August: (.30; FunkjymnasUlt. AnschlieBemJ Frühkonzert. 8: FOf«Jefl Landwirt 8.50: Morccnfeicr. An*4!ilieBend Glociknngel�at de« Berliner Pom«, 10.05: Wettorvorljersage tl: Bsch-Kantate. U-Vt: fltrrnstundr., II.JO: peutscUlgod- sonder KSniuwuzUrUuMit: Aus Wernigerode: Paseunenkoniert des Evangelischen Juntminnerbundti Mlttelsachson. Ii: MlUagskonzert 14-15- Sportvorschau. 14.38: Jugendstunde, rti„Was gibt» denn Neyes?" 15-50: Klavier- vorträge 16: Kurt Heuser liest eigene Dichtungen. 16.30: Unterhaltungsmusik. Als Einlage: Programm der Aktuelle« Abteilung. 18.50: Spertnacb richten, IT: Liebesligder. 19.30: Minuten-Dramen von Norbert Schiller. 20: Monstre Blasorchester-Konzert. Danach Tangmusik. Montag. 25. August: 6J0; Funkgymnastik. Anschließend Frühkgjnzert. 12.38: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.200 Die Furcht vor dem Kinde. 15.40: Zeitgenosse Immermanu. 16.05: Sonderbare Bernte. 16-50: Aus„Acht kleine Klavierstücke, op. I". 16.45: Ungarische Volkslieder. 17.05: Garten koneert. 17.30: Weltgeschichle In Anekdoten. 18: Musikalische Jugendstunde, 18.25: Drei Minuten vom Arheilsmarkt. 18-30: Friedrich Nietzsche. 19: Nietzsche-Lieder. 19.20: Zeitberichte. 20: Tanzabend. Danach Abenduntcrhallung. Dienstag. 26. August: 6.30: Funkgymnastik. Aiischlieüend Frühkonzert. 12.30: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Ist die Frau von heute kinderfeindlich? 15.40: Räubernde Pflanzen. 16.05: Streifzug durch die brasilianische Bundeshauptstadt 16.30: Jugendstunde. 17: Blasorchester-Konzert 18: Stunde mit Büchern. 18.30: Demokratisierung der Kultur. 19: Volkslieder. 19.30: Drei Minuten vom Arheilsmarkt 19.35: Das Interview der Woche. 28:„Die Prinzessin von Trapezunt", Operette von Olfenbach. Mittwoch. 27. August: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 9: Von der Deutschen Welle; Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Frauen ferner Länder. 15.40: Eine Viertelstunde Technik. 16: Jugendstunde. 16.30: Sinfoniekonzert 17.30: Programm der Aktuellen Abteilung. 18: Die künstlerischen und technischen Möglichkeiten des Rundfunks. 18.30: Unterhalfungsmusik. 19.25: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.30: Leben In Briefen. 20; Von der Kinotechnik bis zum Tonfilm. Danach Tanzmusik. Donnerstag. 28. August: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert. 12.38: Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert. 16.20: Vom Modezeichnen. 15.40: Schule und staatsbürgerliche Erziehung. 16.05: Nordische Musik. 17.30: Jugendstunde. 18: Der Einfluß Augustins auf die geistigen Strömungen der Gegenwart. 18.25: Nation und Staat 18.50: Aus italienischen Opern. Als Einlage; Zehn Minuten: Fritz Hagen. 20: Wovon man spricht 20.30: Orchesterkonzert. 21.20; Beethoven- Konzert Danach Tanzmusik. Freitag. 29. August: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert 9: Von der Deutschen Weile: Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert 15.20: Oeffentliche und freie Wohlfahrtspflege. 15.40: Hecken- und Schutzpllanzungen. 16.05: Programm der Aktuellen Abteilung. 16-30: Jugendstunde. 16.50: Das neue Buch. 17: Gartenkonzert 18: Staatskrise oder Volkskrise? I8J0: Programm der nächsten Woche. 19: Aus Stuttgart; Deutschtumführer In Europa. 20: Unterhaltungsmusik. 21;„Der blaue Boll". Drama von Ernst Barlach. Danach Tanzmusik. Sonuabend. 30. August: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonz, Amsterdamer Straße Ecke TsriscrslraSe am U-Bahnhof Sees trage Die letzt ca 2- b.A'/j-Zimm.-Neubau wohnungen m. Wohnungssebein sof beziehb. durch d CigentUm. „Scdes" Grundstücks A-�G. KurfflrslcnslraSc 2S. B i LOlzow 8240. und Auskunft beim Hauswart| Ausverkauf der lebten 60 Parzellen w der Garlenstedlima «oken-kieke bei geringster Anzahlung und 20 Mf. Monatsrate». «b 1925 Ober 400 parzeNen oerkaaf«. qm 1.- Hk. an ZarzeU« Bau- uaö tvohaerlaubnie tu bar ganzen Sieblnng, weü all« Slundftncke an offenllicher Straße liegen. Berk. Wienand gibt federzeti Auskunft in der Baumliftula am Baftoftpf VHeeasfolbe-Oatf. I. Nitifliff. BerliB M 43.1leBB KttwiflstraBe IB. DSeBesfen imWesfen! Gartenstadt Dallgow in idealer,«mnpf- und nebelfreier Höhenlage, S Miantcn vom Bahnhof Dallgow-Döberitz, zwischen Hamburger Chaussee und Bahnhofstraße Parzellen in jeder Größe qm von Mark 2,50 an. kleinste Monatsraten. Bester Ackerboden, Altbesitz, keine Werlzuwachsslcuer. Bauerlaubnis ohne Zwang Wasserleitung, elektr. Licht, Gas, Park, Sportplatz, Freibad. Kein Verkanfsstand am Bahnhof. Auskunft nur am GcISnde, Dallgow, Bahnhofstraße 15. Fernruf Falkensee 388 und Bln.-Lankwitz, Dillgesstr. 34, G 3 Lichterfelde 2110. J. MttUer-Worgl. Ohne Anzahlungl- . Ä1. Monatsraten, qm o. l.XS an Waldparzellen nahe dem großen Zeefeaer See Sicblnag„Waldes ruh" b. Senzig 30 Minuten vom Bahnhof Königswusterhausen IL d. mng Sörlt aussei(kurz vor Dorf a. Waldweg, der zur sied- irt: qc. Schub 1 Fahrzeit u. f. bis gönigswus: erhansen 40 Min., SUiletlarte 30 Pf. steine Auto-Freifahrt, dafür abchULPreise! M. Graupner, Berlin SW»0, Solmsstr. 37 Tel Bergmann 270. Verk.: WUh. Sdiulz, Großbesten. 3n 6. SiebL Derh-Bür. Tel.stgsw. 321 Parteigenossen erhalt. Vergünstig. MedrStkedetttiedlung Müller-, Atrikanigche, Swakopmunder.Tsgo-Straße (gegenüber dem neuen Ltraßenbahnhof) ssrSumige sonnige Wohnungen VA. 2. 2% Zimmer mit Zantralbeizung und Warmwasserversorgung sofort beziehbar. Besichtigung 11-6 Uhr, Sonntags 0-1 Uhr. Auskunft; Verwalter Modi, Berlin N 65, Swakopmunder Straße 22. Bau- und sparvarain.Eintracht" Berlin W35, Potsdamer Str. III, Kurf. 3814 rfirlinan- n. BHf. mit Omnibus 36 In 6 Min bis Bohnsdorf (stirche) iurz-Fuhw. n. Schönefelder Th. 100 ßisdh-PWerslIsn von ssk. 1.« an, . ferner 100 Bsu- Parzellen dicht am See. mögt, direkt o. Be siss er, ca. 200 P»r- r eilen bereits verkauft. Berkiiufer Mar Mswm, tljlich n.b.ffielanb.(wohnt dort). Slsdlungen .EijMhelra 2 und 3 F 3 OrOnau 6405 -Aillersliol- mit Linien 84 uub 181 in 8 Min. bis AltgHsnteks, ,tr»0», weit 5 Min. ffuStn.«erg-.ffton- tenstrage(Cnoe) 30 Bauparzenen dicht an gepfloft Strasse, Strossen* lanb bereits auf- oelass., Auflassung rofort. qmoanRM 270abf Reliolanb. Berk, täglich a. d Gelände Olsälusg „ßlgsnhslm 4" F. 0 Adlsrshol 7777 Sonnlags Auto» Pen deloerkehr nach fSmU. Siedlungen ad Bahnhof Grünau u Endstation Linie 47 Rudow(gelbe Flagg«) 10 bis 5 kr»»? SdUttler Bsrlln-Rudow KOpsnicker Str. 80 c F. 9(Adlershof 27? Profptft gratis. •Die leisten 2 SE.-'W. eVs-f 3-, sowie 2- Zimmer- Wohnungen per 1. 9. 1930 Bomholmer! Son derburf er/ Glücksburger/ Jülicher Str. sowie Jülicher, Ecke Eulerstr n. Bhf. Gesundbrunnen u. Humboldthain A. G. für Bahnen und Tieffbauten Schöneberg— Telephon: Stephan 3132— Vermietungs- Büro am Bau.— Jülicher Straße 29, täglich 10 bis 18 Uhr Franxslr., unweit fleriecrsiraBe IV,-. 2-, 2v,- nnfl S-Zimracr-ffoluinnoeD mit Zentralheizung, Dezember beziehbar, au vermieten. Vermielnngsimreaii Spandau Fr*Bztir*4e17, parte, 11—6, Sonnabends 1—6. Tel et.: Spandau 5589. Wald-, wiesen- and Kultir- Parzellen inKloslerfelde qm von 40 Pf. an zwischen Wandlitz u Lotschesee direkt Bahnstation und Ort Vertreter: Sonatags auf dem Gelände Wochentags Auskunft bei Wadepobl. Kiosterfelde Treder ä Co.. Assbadier Strasse SO s Bavaria 2189 P® Neubauwohnungen In Lankwitz 2 and 2% Zimmer, mit Komfort Bahnhofsnähe, sofort beziehbar, preiswert ' U** ,r st taten. Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschädigte bevorzugt Schrihl. Anfragen erbeten an A.». O. Atlass Bau- und Graadtt-das. m. b. H. Barlia SW 48. WilhalnttraB« 29 wirksam sind die KLEINEN ANZEIGEN in derGesimtaaflage des„Vonrlxu" ud Neubau- Wohnungen Bertw-Retnkleadorfvft.See. Mitfe- Ilarstrasse. Pariomer-. Lrtnaa«, zwei l'V- u. Drei Z glauaer-Wobnunge», sofort bmiebbet Rüderes Berwauet Htnfe 1, Sfotftr 77. Am Bahnhof Meissens««. Grell-. Zeller-,»oinnannftrasse drei 2- Zinunee-Wohnunge», sofort beziehbar. Auskunft Verwester ff Üfse I. Grellstrasse 50a. Vorstehend« sämtliche Wohmtngen haben genlralheiznng. Darmwasser. elektrisch Lichl, Bad. iigung: Zaaltch 11-6 Uhr. Goiuftag« S-l Uhr. Vohnongsdaiigesellsdmft „Elotradir. Beriin W 35. Potsdamer Str. 111, ftattttift 3814. iiMiigiBniietei ZuecbaHlose ir/r, 2-, n- und] 3-Z.-Wolinungen 1 neaxettllch— gerAamigl 1 in unser em neuen Bauteil I Landsbergerctiaussee (Ecke Oenslerstraße) sofort beziehbar ohne Provision I I in freier« gesunder Lage! Verbiadnugen I Linie 66 undl 1 174 bis Werneuchener Straße, 1 I Anschluß Omnibus 41; Linien I (53, 68, 168 bis Herzberastr., Eckel I Siegfriedstr.; Linie ß bis Lands- 1 berger Chaussee, YmaietmiBsliBni an! 1 Bauteile. Täglich 9-7 Uhr. raraiframsr: il UWtakan 4STil Theater, LichHpiele irfw. Deottdies meattt 12 Vildtudann 5201 - Uhr Phaea von Fritz v. Unruh. Resj Mai Reinhtrdi Friidritt Hoilindir. Bähonbüder Jretl Utltii. Die Komödie J1 Bismck.24)4/75lf 8»/s Uhr Wie werde idi leidi Bad glDdüidi?. hnu m ftlit Jueinun. Muik Tin Und» SpolirnUy Rnit: Eridi Big« Bühnenbilder Uduig Kiit»_ Lessing- Theater «lidtidana 1197 1.0949 Täglich S-Ä Uhr beaDtragt v OnoErnst Hesie laus. Biodiels, Bnl Flaum Fulkenberg, üCathir, Iradtaink) zentraiJtieater Alte Jakobstr. 30/31 Dönh. 2047 Täglich»>/« Uhr Detoerm Orofien Teldi Ausstattungsoperette in 4 Akten Rundfunkhörer kalbe Fraise. Staats- Theater Abounementsewladung fär die Spielzeit 1930/1931. Zu günstigen Bedingungen werde« uusgegede«: Jahres-, Teil- und Zusatz- Abonnements für die Staatsoper Unter de» Linden, für die Staatsoper am Platz der Republik für das Staatliche Schauspielhaus (am Gendarmenmarkt) und für das Staatliche Schiller-Theater (in Charlottenburg) Die Bedingungen können angefordert werden von allen Theaterkasien und den Abonnementsbüros: s) für die Staatsoper Linter den Linden, die StaatSoper am Platz der Republik und das Staatliche Schauspielhaus: Berlin W 56, Oberwallstr.?2, Fernspr.: Merkur 9024; b) für daS Staatliche Schiller-Theater: Charlottenburg, Grolmanstr. 70, Fernspr.: Steinplatz 6715. Sonntag, 24. 8. Staats-Oper Unter d. Linden JährtHM. Ho. 175 18«A Uhr Die Ende 23"3 Uhr nein Pbb niligtu 20.Uhr Oer fliegende HeUBDder Ende 22>» Uhr hffmtl»«rtnrrrkwl Sonntag, 24. 8. stadL oper Blsmarckttr. Turnus IV IVA Uhr Die aoMöte Ende 22Vs Uhr StaetL Sduaspli (m inulirmnurtt). IWWßWW TorstiBuiga in Soiub. 31 tu just Staati.Süiiller-nieatEi.Cliarlftg VMimsgliin Oer Tonten naoto i» touabnM, kn w. Aubbxi viAza Ttgl.» Ii.»» 5000 1. ,.»0.0« Alex. E 4. 8000 Itattaer. t4»cl»te, 1 5 Reiua— Roller— CUrk usw LM.Wfl Heute ab 3 ITbr in vollem Betrieb , Grotser Eittel-Prelabewerb »Denken and Raten" Jede ricbtloe Lot ene wird prämiert Bauptprelt: lOO Ä, in bar 7 Uhr BOXKAMPF I Hauptk. Scholz-Biaehotl s Rand. OB. F1UBBWMBK Bevor der Fllmllebllnce aas dem neuen Tonfilm »Die rroeae debnaneht" Winfer * Garren* 8.13 Uhr— Baoiku orioabi 1 torlos oml RHU o. Co. oo« wollen I lo lortu noa oiut Bcitlctc ston. Heato 2 varstallanaeo l�in�tMihr�4UhM(leln�r�J Theater I. d. Behrenstr. SZSi Letzte Vorstellnngen »V« Uhr ist das nicm nett uon coieae? ♦•.Uhr CASWO-TBMTER Lothriager ttrakr*7. Für unsere Leser: Outschein 1— 4 Fers Fauteuil IJ25 M» Sessel 1,7» M. Oer Possen-Xcnjuger Der selige Hollschinsky niiiui»«ooiifmiaMliluiiii>iniMuiMNiHiiiooMM*simMfnaii und ein erstkl. buntes Programm. Reichshallen-Theater (T| Uhr stettiner SSnger Ssi las Blumen sprechen I Soniitaj. 31. 1: 1. Äadnuittijj- Tnstininig n talba Pnba. I OSnboff- Brettl: Das bcllehleate Varlelt Berlin. ZOO Zoolog. Barten TftgUdi ob 4 Ubr oocbou GROSSES KONZERT Agonrlom» 1000 Krokodile Voranzeige: Am Mittwoch, dem 27.■■ i\ 7<: 1 c Riesenerdbeeren! Aabelhailc Erlräge liefert mein» Riefen! orte„iferbeiferte" Römguj Luife, die„Unüberlrrfflidie" qenannt Dauernde Pflanzenaus- amtfl brachte sie auf staunend haha Leifluna im Ertrag Die Früchie sind riefengroß Die ganze Frucht hat eine piachtdoll glänzend dun- felroie Farbe glctfch schmelzend. fedr siiß, löstlich. Aroma einzig da- ftefiend, wie Himbeer mit Ananas. Reifezeit friiif. von außerordentlich langer Haltbarkeit. Durch ihre von keiner anderen Sorte Uber- ■ troffenen Feftigfeit sowie durch ihr glänzendes Aussehen wird sie von jedem Käufer vorgezogen. Die Tragbarkeit ist sabelhast. Wer eine mit Riefenirsichten vost- behangene Staude meiner„llnsibeeteetAtlAen" gesehen hat. lonimt aus dem Staunen nicht heraus. Selbst im sonnigen Süden, wo fabelhafte Erträge häufig sind, habe ich keine ähnliche Fruchtbarleit gesehen. Wir zählten am 5. Juni 19)0 an einein Busch 33S Etiick Fruchte und Biiilen. Ein Beet mit 4 Reihen lieferte eine Tagesernte von ca l Ztr. Pflanzen viefer gelv- bringenden Maffenträgerforte. einer erstllaffige» bO Morgen großen Erdbeerdlantage entnommen: 23 St. 2 M.. 50 St 3 60 911, 100 St. 6 50 M., 250 St. 15 9)1., 500 St 25 M, 1000 St. 40 M, Pflanzen der letzten Erddeer-Neuheiien.„RotILvple vom Schwabenland', die auch riesengroße Früchte liefert, ferner ..Sonnenftrahl", eine riesenfrllchlige. neue Massenträgerforte. liefere ich für die Hälfte der obigen Preise. Versand sofort mit Kuliuranweisung. Gute Moosvalkung gewährleistet gute Antunil. Voltt»elc»nnte VereanelgSU-tverel Hälfge, Rolzebabr 355. Küchen Theater d. Werleos Heule 8'/- Uhr zum letzten Male Das Land des L&chelns Franz Lehars Scn ationserfolß! Sonntag nadrai. 4 Wir kleine Preise Das Land des Lächelns Montag 8 Uhr Premiere Hasenklein kann nidils dalQr Max Adalbert. Dietropol-meater Täglich»>). Uhr Sensationeller Opereitenerfolg I Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undihrHusar Sonntag nadira. 4 Uhr kleine Preise fiiederiKe. Berliner Prater SomniBritiraler Kastanienallee 7—9. Humb. 2245 Eine entzückende Bnrletbe sowie der auserwähhe V«rie«-Tell. Täglich 8'U Uhr Snstl Beer. TraiicSdiröiler, Herta Stary, Erwin Härtung in Katja, «iie Tänzerin Operette in 3 Akten Von Leopold Jakohson und Rudolf Oestmeidier Musik von Jean Gilbert. Eintrittspreis von 50 Pf. an. Komisens Oper 81/2 Uhr Paul Werter» in: Liebe und Trompetenblasen Operette von Roland. tytfpmsweite Restaurant Berlins Zimmer IBett Mk.7,-bi5 11.- Z&ettenlS.-bisZi- &ad;Mk.3,- balorntQ: 1• e> Berlin HOTELaAnh-BM EXCELSIOR BiamensgendeD jeder Art ltefertpreiswer! ClolletN vorm. Hadert Mever Nevei -sie- bt-rt»nnen»tr. Eck« Naunynfträß« «tut Moritzpl. 10303. Montag, den 25.Angast nachm. 3 Uhr Sonntag, den 24. August 1930 nachmittags 3 Uhr Haupt-Jagdrennen. Bekanntmachung «m Donnerstag, 28. August 1930 wer. de» voraussichtlich im Weg« der Zwangs- vollstre-tung öffentlich meistbietend gegen Barzahlung versteigert: 10 Uhr Staatl. Pfandtammer, Jäoerstraße 64: 1 Posten Damenmäntel, Schuhe und Felle, 1 elcttr. Ventilator, 1 Borsührunqsapparat. 12 Uhr Staatl. Pfandlainmer. Slsäffer Straße 74: Büro- und Wohnzimmerinöbel u a. Schreibsetretär antik, Sofa, Kredenz, Buiettf. 50 Erammophon�schränkchen, 27 P.-Telephone, 1 elektr.Haarschneidemaschin«, 3 Schreibmaschinen AEG, Urania, Reming» ton, 1 Posten silb. Eßbestecke, Teelöffel u. a. Silbersachen, verschied. Bilder iAquarelle, Oelbilder u. a.>, 1 Fensterdekoration. Dollstreckungsstellea der Finanzämter Im Bezirk de» Landdsfinanzamts Berlin. roh »5.- »5.- email. »«.- 135.- Ktlohe Kttfhe Christine m Anr. Iteformkllciie Siorina (Schrank 180 cm) komplett, nor 225.- 350.- Kleldcrsdiränke roh emai.e 90 cm mit Hutboden und Stange 42.— 58.— 100 cm mit Wäscheeinr. und Stange 55.— 75.— 120 cm mit Hutboden und Stange 58.- 78.- 120 cm mit Wäscheeinr. und Stange 60.- 80.- Riesenauswahl bei billigsten Preisen! Himmel Hauptgeschift: Lothringer Str. 22(Schönhauser Tor) Filiale: Gr. Frankfurter Str. 40(Strausb. PI.) Fabrikation und Rohlager; Zionskirchstr. 28. Hundien. Schöne Pr. Fremdenzimmer, 2 Min z. Bahn Bettpr. 2.50 m. Frühstück. Best. erw Frau STERL, Sehl Herst r. 31/32 Allgemeine Ortskrankenkasse Berlin- Weißensee. Hiermit laden wir die Mitglieder des Ausschuffes zu der am Z-raika», da« 5. Scplcmbar 103«, abend««Vs Ahr, in unserem Verwaitnngsge bände, hier, Eharlottendurger Str. 27/28, Nattfindendeu Außerordenkl. Ausschußsihung ein. Tagesordnung: I, Beratung und Beschlußsaffuna llbrr die durch die Notoerordnung vom 28. Juli >930 bedingten Satzungsänderungen. 2 Berschlcdcnes. Berlw.Betßenfee, den'22. August 1930. Dar vorstand. 9t. Brühmüller. Vorsitzender. zu richfrn Die pitsTerwallung. Unserer heatlgen Sesamtan singe liegt ein Pro pek: der Fa. tkerrnnnn Tieta detr. 199 Standen Rekordpreise bei, worauf wir anfere Leser besonder,«tlj- merksam uutchea. Nr. 395* 47. Jahrgang 5. Beilage des Vorwärts Sonntag, 24. August 1930 Abschluß und Austakt. Die Bedeutung des Verbandstages der Metallarbeiter. Der ZZerbandstag der Metallarbeiter hat seine Bedeutung nicht nur und nicht so sehr in der Tatsache, daß hier die Vertreter der größten Gewerkschaft Deutschlands und der Welt versammelt waren. Auch die mit dem Ver- bandstag verbundene Uebersiedlung und die Einweihung des monumentalen Berbandshauses erhöhte die Festlichkeit der Tagung. Noch bedeutsamer ist die Tatsache, daß hier zum ersten- mal seit zwölf Iahren eine große Gewerkschaftsorganisation ihren Verbandstag abhalten konnte, ohne daß Moskau etwas dreinzureden hatte. Wohl gab es noch einige wenige zersprengte Kommunisten unter den Dele- gierten, aber auch diese Kommunisten waren nicht mehr „linientreu". So haben wir mit Genugtuung eine kritische Aus- s p r a ch e der Vertreter aus dem ganzen Reiche hören können, die nicht eingeengt waren von Fraktionsrücksichten. Der größte Vorwurf, den man vom gewerkschaftlichen Stand- punkt aus der KPD. machen muß, ist die innere Zerklüftung und Entfremdung, die die KPD. durch das Aufziehen einer sogenannten revolutionären Gewerkschaftsopposition schafft und wodurch sie eine offene und freimütige Kritik, die geleitet ist vom Gesamtinteresse der Organisation, unmöglich macht. Wie von einem Alpdruck befreit, hat der Verbandstag der Metallarbeiter kameradschaftliche Kritik geübt. Am bedeutsamsten aber ist wohl die Stellungnahme des Verbandstages zu den R e i ch s t a g s w a h l e n. Nachdem der Bundesvorstand des ADGB. seinen Aufruf erlassen hatte, war zu erwarten, daß auch der Verbandstag der Metall- arbeiter im gleichen Sinne seine Mitglieder aufrufen würde, am 14. September für die Sozialdemokratische Partei zu stimmen und bis dahin für sie mit Anspannung oller Kraft zu werben. Der Verbandstog hat dies nicht ge- tan, wie man eine nicht zu umgehende Pflicht erfüllt, sondern er hat mit Wärme und Begeisterung sich dieser Aufgabe unterzogen. Man kann wohl sagen, daß sich durch die ganzen Verhandlungen der Gedanke wie ein roter Faden zog, daß die Gewerkschaften ersprießlich wirken können nur anderSeitederSozialdemokratie und nur e i n geistiges Ziel haben können: den Sozialismus. Diese geistige Verbundenheit mit der Sozialdemokratischen Partei, der der Verbandstag lebendigen Ausdruck zu geben gewußt hat, gab ihm seine besondere Bedeutung. » Zu Beginn der Schlußsitzung am Sonnabend ergriff zunächst der Verbandsvorsitzende Genosse Reichel das Wort. Er dankte dem Verbandstag für das V e r tra u e n, das er dem alten Vorstand durch.seine Wiederwahl ausgesprochen hat. den dann noch erstatteten Berichten ist besonders der Beschluß des Verbandstages erwähnenswert, der e i n st i m iN i g die Beschwerde der ehemaligen Verbandsmitglieder zurückwies, die wegen ihrer Kandidatur auf sogenannten O p p o s i t i o n s- listen bei Betriebsrätewahlen aus dem Verbände ausge- schloffen worden sind. Die Gegensätze zwischen dem Verbandsausschuß und dem Verbandsvorstand wegen des Ausschlusses von zwei kommunistischen Mitgliedern, darunter des ehemaligen Branchenleiters der Autogen- schweiher. Glatzer, kamen auf der Schlußsitzung nochmals zum Austrag. In der Debatte zu diesem Punkt zeiglc besonders Genosse U r i ch- Verlin an dem Verhalten des ausgeschlossenen Glatzer, daß dessen persönliche Erklärungen mehr als doppelzüngig waren und ihm genügend Verstöße gegen das Verbandsstatut nachgewiesen wer- den können. Es wurde schließlich«ine namentliche Ab st im- ni u n g über die grundsätzliche Frage herbeigeführt, ob der Ver- bandsoorstand das Recht habe, in gewissen Fällen von Mitgliedern die schrislliche Erklärung zu verlangen, daß sie sich aus den Boden des Statuts und der Ver- bandstagsbeschlüsie stellen. Diese Frage wurde mit 180 gegen 121 Stimmen bejaht. Die Ausschlüsse der beiden Mitglieder, wegen deren Verfehlungen der Verbandstag in diese Debatte«ingetreten war, wurden mit großer Mehrheit bestätigt. Die Abstimmung über den Tagungsort des nächsten Ver- bandstages fiel einmütig für Dortmund aus, wo schon der dies- jährig« Verbandstag stattfinden sollte. Damit waren die Arbeiten des Verbandstages beendet. Zum Abschluß richtete Genosse Viktor Sie in- Wien im Auftroge sämt- licher ausländischen Gäste einige warme Abschiedsworte an den Kon- greß, in denen er besonders die Bewunderung der Vertretung der International« über den harmonischen Verlaus dieser Tagung zum Ausdruck brachte, das Treuebekenntnis des Verbands- tages zur Sozialdemokratie herzlich begrüßte und der Partei am 14. September einen vollen Erfolg wünschte. Hierauf hielt Reichel das S ch l u ß w o r t. Er dankte zunächst dem Sprecher der International« für seine anerkennenden Worte. Mit diesen Worten des Dankes verband er zugleich das Bekenntnis der organisierten deutschen Metallorbeiter, zu jeder Zeit ander Seite der Metallarbeiter außerhalb der deutschen Landesgrenze stehen zu wollen.„Oer Kongreß hat Beschlüsse gesaßt und Anregungen gegeben zu Fragen, die umgehende Lösung erheischen, um der N o t der Arbeitslosen zu steuern. Der Verbandstag hat sich mit ganz besonderem Nachdruck eingesetzt für die Verkürzung der Arbeitszeit unter 48 Stunden pro Woche. Heber das vor Jahrzehnten gesteckte Ziel der Erringung des Achtstundentages hinaus hat der Kongreß die Einführung der 44-Stunden-lvoche gefordert und dabei gleichzeitig zum Ausdruck gebracht, daß selbst eine noch weitere Verkürzung der Arbeitszeit möglich und notwendig ist. Er hat sich auch positiv ausgesprochen für den technischen Fortschritt, aber gleichzeitig auch gewarnt vor der über- stürzten und systemlosen Rationalisierung, durch die Millionen von arbeitswilligen Menschen der Arbeitslosigkeit überantwortet und ihrer Existenzgrundlage beraubt werden. Auf die Sicherung dieser Existenz ist das Streben der Gewerkfchast-n in erster Linie gerichtet. Die Bürgerblock-Regierung gibt sich den An- schein, als ob das auch ihr Ziel sei. Reichsbahn und Reichspost habe« 500 Millionen Mark bereitgestellt für Arbeiten zu not- wendigen Verbesserungen ihrer Einrichtungen. Wenn mit dieser qmw«. jh*r Brüning-Regierung archchnneuh �nh«ur dia GqchSste des Bürgerblocks besorgt werden sollen, so muß doch betont werden, daß sie auf die Initiative der Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Partei zurückzuführen ist. Ob dieser viel zu spär unternommene Wiederbelebungsversuch der Wirtschaft durch die stockreaktionäre Reichsregierung zur Entlastung des Arbcitsmarktes beitragen wird, ist noch sehr zweifelhaft: fest steht aber, daß die Inangriffnahme dieses Versuchs ein Erfolg der Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Partei ist. Die größte Kundgebung des Verbandstages liegt jedoch in seiner eindeutigen Stellungnahme zur Wahl am 14. Sep- tember, in dem Bekenntnis für die Sozialdemokratie. Mit diesem Bekenntnis hat der Deutsche Metallarbeiter-Verband etwas vollzogen, was feit Jahren bereits praktische Uebung bei den Gewerkschaften ist. Die Gewerkschaften sind sich darüber klar, daß die Entscheidung am 14. September über die Grenzen Deutschlands hinaus von größter Bedeutung ist. Dieser Am nächsten Sonntag, dem 31. August: Gewerkschaftsfest im Lunapark! Tag wird nicht nur der Entscheidungstag sein für den Faschismus oder die Demokratie, sondern ein weiterer Schritt aus dem Wege zum sozialen V o l k s sto a t." Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Deutschen Metallarbeiter-Verband, die internationale Metallarbeiterbewegung und die sozialistische Arbeiterbewegung schloß Genosse Reichel den IS. ordentlichen Verbandstag des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes. Schiedsspruch für das Holzgewerbe. Kein Abbau der Tariflöhne. Im Reichsarbeitsministerium sind bei den Verhandlungen zur Neuregelung der Löhne des Holzgewerbes durch dessen Lohnamt nach vielen Schwierigkeiten und Verzögerungen, die infolge der anfangs sehr halsstarrigen Haltung der Unternehmer ein- getreten waren, nunmehr für alle Bezirk« gleichlautend« Schiedssprüche gefällt worden. Sie besagen: Die seither!- ge» Ecklöhn« bleiben in jedem Bezirk bestehen. Ebenso bleiben die om I.August bestandenen Stundenlöhne und die betrieblichen Akkordtarife in Kraft. Wo bei diesen Verdienste erziett werden, die höher liegen als 25 Prozent über dem Ta- nflohiyZoll die Betriebsleitung in Verbindung mit der Akkordkom- Mission berechtigt sein, die Akkordpreise einer Nachprüfung zu unter- ziehen. Das neue LohüabkoinMcn soll am 1. September in Kraft treten und b i s zum 15. Februar 1031 gelten. Es erhält also den gleichen Ablauftermin wie der Manteloertrag. Die Erklärungsfrist läuft am 15. September ab. Die Vertreter der Unternehmer Württembergs und Schlesiens, deren Bezirksverbände aus dem Arbeitgeberver- band ausgetreten find, macht«!, zu Beginn der Verhandlungen die Anerkenming des Lohnamtes von Z u g« st ä n d n i s s e n abhän- gig, die mit den Bestimmungen des noch geltenoen Mantelvcrtrages nicht zu vereinbaren sind und deshalb abgelehnt werden mußten. Das Lohnamt verhandelt infolgedessen in Abwesenheit dieser Unter- Nehmervertreter. Trotzdem wurden jedoch die Schiedssprüche auch für Württemberg und Schlesien verkündet. Ob die Organisationen bereit sind, die Lohnbewegung auf Grund der vorliegenden Schiedssprüche zum Abschluß zu bringen, muß abgewartet werden. Jedenfalls scheint den Unternehmern die Lust vergangen zu sein, durch Aussperrungen Lohnabbaudik- täte durchzusetzen. Uebcrall sind sie bei ihren Lohnabbauver- suchen auf den entschiedensten Widerstand der Holz- arbeiter gestoßen. Schnell haben sich daher die Unternehmer in der Stuhlindustrie in R a b e n a u, die mit der Lohnabbauaktion begonnen, eines besseren besonnen. Nach zwei Wochen Aussper- rung haben sie ihre Arbeiter gebeten, die Arbeit zu den alten Be- dingungen wieder aufzunehmen. In den übrigen Fällen handelt es sich um Aussperrungen geringeren Umfanges. Sie sind zum größten Teil ebenfalls mit Erfolg für die A'rbeiter beendet worden. Augenblicklich beträgt die Gesamtzahl der noch ausgesperrten Holz- arbeiter wenig mehr als 1000. Die scharfe Gegenaktion der Ar- beiter, die die Lohnabbauversuche der Unternehmer hervorgerufen haben, scheint auf die Heißsporne im Arbeitgeberlager abkühlend gewirkt zu haben. Die Hetze gegen Berlin-Nordost. Sie trifft ihre Urheber. Wir werden um Veröffentlichung folgender Erklärung der Belegschaft des Arbeitsamts Bcrlin-Nordost gebeten: „Die vor einigen Tagen in der kommunistischen Zeitung„Die Welt am Abend" erschienene Serie von Schmähirtikeln gegen den Vorsitzenden, gegen den Betriebsrat und gegen eine größer« Anzahl der Kolleginnen und Kollegen des Arbeitsamtes Berlin- Nordost veranlassen uns zu folgender Erklärung: Wir weisen die völlig unwahren und entstellten Behauptungen gegen unsere Kollegen zurück. Unsere mit wenig Ausnahmen freigewerkschaftlich organisierte Belegschaft(Beamte, An- gestellte und Zlrbeiter) ist in einer Reih« von sehr stark besuchten Betriebsversammlungen in der vergangenen Woche mit Entrüstung von den schmutzigen Angriffen abgerückt. Der Betriebsrat genießt nach wie vor das Vertrauen der Belegschaft. Die Crmitt- lungen nach den Urhebern und Gewährsmännern sind im Gange. Sie führen in die Kreise von gegnerisch eingestellten Beamten und Angestellten, die nicht im Arbeitsamt Berlin-Nordost tättg find. Der Haß gegen die Sozialdemokratie treibt diese Leute dazu, ihr„M a t« r i a l" der KPD. anzubieten, die es mit Wonne ohne jede Nachprüfung zu ihrer Wahlpropoganda benutzt. Besonders schamlos sind die Verdächtigungen mehrerer älterer Kalle- ginnen, die als„Freundinnen des Genossen Ziska" bezeichnet werden, th« aber zum Teil gar nicht persönlich kennen. � tOie airj jedem, in» Arbecksamt ÄofchäfLgken nchende große Arbeitslast läßt es überhaupt nicht zu,„Günstlinge" mit minder- wertigcn Leistungen zu beschäftigen. Es können nur besonders tüch- tige Kräfte bei uns arbeiten, die den hohen Anforderungen der Rcichsanstalt entsprechen.. Wir stellen fest, daß alle unser«. Kolleginnen und Kollegen ihre Stellunge» voll ausfüllen. Di« vom Direktor Ziska«inzuleitende Klag« gegen das kommunistisch« Blatt wird z» einer Klärung dieser Hetze führen. Wir verzichten darauf, uns mit den Sudelschreibern direkt auseinanderzusetzen, werden aber diesen Schmierfinken aus Kollegenkreisen auf die Finger sehen, so oft es notrvendig ist. Als Vertrauensmann der Beamten: Für den Angestelltenrat: Otto B a t h. Hermann L e i d n e r. Für den Arbeiterrat: Paul S ch e u n e m a n n." Eine starke Organisation. Parole des Gesamtverbandes: Am il 4.E>eptember für SPD. Die Berliner Ortsverwaltung des Gesamlvcrbandes dürfte wohl last die einzige Organisation sein, der es iin zweiten Quartal dieses Jahres noch gelungen ist, auf lohn- und tarispolitischem Gebiete Erfolge zu erringen. Der Rückblick, den der Bevollmächtigte Genosse Schaum in der Generalversammlung om Freitag auf diese Zeitspanne gab, ist angesichts der feit Monaten schon kon- zentrisch geführten Unternehmcrangriffe auf die Errungenschaften der Arbeiter sehr beachtenswert. Als bereits das deutsche Unternehmertum sich zum Gegenangriff anschickte, ging die Berliner Ortsoerwaltung des Gesamtverbandes noch dazu über, eine große Lohnbewegung einzuleiten. Sie kündigte die Tarife für sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der städtischen Betriebe und Werke und forderte«ine durchgreifende Lohnerhöhung. Nach langwierigen Verhandlungen brachte sie es zuwege, daß etwa 70 000 städtischen Arbeitern und dazu noch rund 10 000 Wohlfahrtsarbeitern eine Stundenlohnerhöhung von 3 Pfennig zugebilligt wurde. Aber auch in anderen Gnippen und Branchen war es der Organisationsleitung möglich, sowohl neue verbesserte L o h n t a r i f e als auch M a n t e l t a r i f- vertrüge abzuschließen. Mit Recht stellte Genosse Schaum diese Erfolge, die an sich wohl gering sind, angesichts der Lohn» abbauoffensive des Unternehmertums als große Erfolge der Organisation hin. Von der finanziellen Solidarität der Organisation legte auch der Kassenbericht des Genossen Zietemann für das zweite Quartal Zeugnis ab, wonach der Lokalkassenbestand nicht nur gehalten, sondern um einige tausend Mark auf 956 160 Mark gesteigert werden konnte. Angesichts der bevorstehenden Reichstagswahl und den Aufrufen der Spitzcngewerkschaften war es ganz selbstverständlich, daß sich auch diese Generaloersammlung ganz offen aus die Seite der Sozialdemokratie stellte, mos den wenigen kommunistischen Delegierten der verschiedensten Richtungen natürlich nicht in den Kram paßte. Gegen ganze zehn Stimmen nahm die Versammlung eine Entschließung an, in der gegen die sozial- reaktionären Maßnahmen der Brüning-Regierung protestiert wird und in der es zum Schluß heißt: Der Angriff der Reaktion und ihrer verkappten Schildhalter auf die elementarsten Grundrechte des Volkes muß die vereinte macht- volle Zlbwehr der gesamten Arbeiterklasse finden. Diese gemeinsame Abwehr muß in einer überwältigenden Stimmabgabe für die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ihren Ausdruck finden, die durch jahrzehntelange Zusammenarbeit mit den freien Gewerkschaften bewiesen hat. daß sie die Grund- rechte der Arbeiterklasse nicht nur zu erhalten, sondern in der jungen Republik mehr und mehr zu erweitern und zu festigen wußte. Deshalb fordert die Generalversammlung alle Mitglieder des Ge- samlverbandes auf. ihre ganze Merbekraft einzusetzen für die Sozial- demokratische Partei Deutschlands. „Aiveau." Der„Deutsche" Witt Wihe machen. Aus dem Geistesarsenal, das der„Deutsche" jetzt täglich über die Sozialdemokratie entleert: „Sie(die Sozialdemokratie) hämmerte auf den Arbeitgeber. auf die produktiven Betriebe, den Handel aber ließ sie unge- stört. Wer behauptet, daß das wegen des stärken jüdischen Einflusses in der Sozialdemokratie geschehe, wird natürlich bei ihr«inen Wutanfall auslösen." Der„Deutsche" als das Organ der chrifttichen Gewerkschaften muß auch antisemiteln. Er vertritt ja nicht nur den stark anti- semitischen Deutschnationalei, Handlungsgehilfenverband, sondern hat Anhänger im„Jungdo". Und da werden solche„Witze" ebenso gern aufgenommen wie an der Tafelrunde pommerscher Landjunker. Auch sonst entspricht Niveau und Inhalt durchaus dem einer hono- rigen Stamintischgesellschast aus Ostelb ien. Achtung! Bauarbeiter! Auf der Baustelle der Firma Jakob Koch, Mariendorf, Eisenacher Straße, arbeiten die Stein- träger, die sämtlich im Industrieverband(Kaiser-Laden) organisiert sind, unter den Bestimmungen und Preisen des Tarifoertroges für Akkordsteinträger. Die Baustell« ist deshalb für Steinträger der unterzeichneten Organisationen gesperrt Deutscher Bauge werksbund, Baugew«rksck>ast Berlin. Freie Vereinigung der Steinträger. Bermaann, S�estra�e. lsraktionsversonnnlung Dienstaq. 1« Uhr. bri Kroll, lltrcchtcr Etraße. All« Scvollinnen und Genossen mllsscn � erscheinen. Der Kraktu>»»»orstaud. R t Freie Gewertschafis-Iugenö Berlin Morgen, Montag, IS Uhr, Kreisteitersshung im Gewerkschaftshaus, Engel- ufcr 34—26. IWi Uhr Sreisvorstandssihung des EUttreisc» im Warte- »immer des Arheitersekretariats, Zimmer 43, Geweikschaftshau». Engel» ut«r 24—25.— Ätci» Oberspree: Kreismädchenabend im Zugendheim,«Svenick. Grünauer Str. 6, im Uhr.— Sprechchormitglieder um Uhr lZabril» arbeiter) Gewerrschaftshan«, Engelufer 24—25, Sprechchorprobe. � 3uaendaruppe des Zentralverbandes ver Anaeftellten W#' Morgen, Montaa. solgende Veranstaltungen: Webdirg: Jugendheim Trrincr Ecke Seestrahe. Volk«tan»abend.— Brih: Städtisches Jugend- heim Zlalhaus. Vortrag:»Ernstes und Seitcres. Zieferentin: Marchs Jahn.- Urban: Jugendheim tzlughafenftr.«S. Vortrog:»Die Berufsschulen wie wir sie uns wünsch« n". Referent: Diplom-Handlungsgehikfe Koste.— lempelhai: Jugendheim der Schule Gerraaniastr. 4—6, Eingang GSHstruhr. ASeitsgemein» schattr �va, Deutsche Reich". R-fereat: Zswlnsl�— Sgiel jai Sport: Ab 18 Uhr auf dem Dvutlulkrsspielplaä tSchönäberg). Porttchcck- Nummer 48743 Berlin H parieinachrichten «BfenitmgMt fS» dies« Rubrik ffatb ■( r i i■ 8B 6S, Lindenstraß« 3. G fürGroß-Berlin stet» a» da» B«tiri»sekr«tari<» t. Hof, 2 Tre,p»u recht», zu richten. Vo« den Gammellisten zur Reichstagswahl sind di« Nr. 727 in der 31. Abteilung, Nr. 1001 in der 42. Abteilung und die Nr. IKZO in der 79. Abteilung verloren worden.— Sollie versucht werden, auf diesen Listen zu sammeln, dann sind sie anzu- halten und an das Büro einzusenden. I. A.: A l« x P a g e l s. Achtung, Klugblattverbreitung! Sonnabend, den 30., und Sonntag, den 31. August. gelangt die erste Wählerzeitung zur Verbreitung.— Alle Genosfinnen und Genossen beteiligen sich daran! * i. flt«i« Pr»»zla««r B«rg. Montag. Zö. August, 1» Uhr, trrfstv stch all- rahfohrenden Part«ig«noisen b-i stlug, Vanzig-r Str. 11. Außerdem holen die Adtrilungsleiter Handzettel ab und ab 18 Uhr Wahlmaterial. Am Donnerstag, 28. August, ISth Uhr, beginnt in der weltlichen Schule, Donziger Str. 23,«in von den jiingeren Genossen unseres Zlreifes»er. anstalieter Kursus über da» Heidelberger Programm unter Leitung des Genossen Professor Dehnick«. Der Kursus umfaßt vier Abende. % Kreis Friedrichshain. Dienstag, 20. August. Kreisvarftaudssißung mit allen Abteilungsleitern um 20 Uhr bei Hentschel. Memelcr Str. IZ.<5 AI. unb Spertvertreter bitten wir, bestimmt zu«rscheinru ». Kreis Kreuzberg. Mittwoch. 21. August, dttuttlich 18 Uhr, Materialausgabe enden. abholen. 18. Kreis Treptow. Montag, 28. August, ob 18 Uhr Zahnen und Transparente odholen vom Genossen Safowski, Riederfchöneweide, Grilnauer Etr 8. heute. Sonntag. 24. August: 22. Abt. Die Bezirksführer werden gebeten, die Adressen der Rodfahrer umgehend an den Genossen Drew» abzugeben. Am Mittwoch, 27. August. ISle Uhr, Abteilungsverfammlung in der Derfuch«. und Lchrbrauerei See, G-te Amruner Straße. Thenm:„Wirtschaftspolitik". Referent Geiioss« Lorenz Brcunig. 18. Abt. Salensee. 11 Uhr treffen stch oll« Mitglieder zur Demonstration bei Sandmann. Westfiilische Str. 42. 88. Abt. Tempclhof. Parteigenossrn, wclcki« bereit sind, die WLHlerlistrn ab. zitschreiben, treffen stch heute von 10—18 Uhr, an Wochentagen, 8—1» Uhr, Dorsstr. 42, Wahlbllro. Für Neu-Tempelhof ist eine besondere~ getroffen. Regelung 91. Abt. Neukölln. Heute, Sonntag, große» Dolkiscst, verbunden »it Zubilaiseier. Festredner Johanne» Stelling. Unter Mitwirkung der Sozialistische»«rbeiteejngend, de« Kladerfreunde, artistische»«. sShenngca usw. Eintritt 8« Pfg. Ale Geuossiinne«»nd Genosse» find herzlichst eingeladen. 108. Abt. Iohanniothal. Zum Abschreiben der Wählerlisten melden stch schreib. gewandic Genossen beim Eeuossen Fischer, Friedrichstr. 33. Sonst am Montag, 2S. August, von 14 bis 21 Uhr im Rathaus selbst. Morgen, Monkag, 25. August: 4. Abt. All« Genossinnen und Genossen werden aufgefordert, den satirisch. politischen Frauenabend unserer Abteilung am Montag, 28. August, im Gewertschaftshaus zu besuchen. Nähere» in der heutigen Nummer unter Fvauen.Peranstaltungen. Dienstag. 28. August, bei»randi,, Stralauer Straße 10, äußerst süchtig« Funktionärstßung. Beginn 20 Uhr. Materialausgabe usw. IL Abt. 19'A Uhr bei Berger. Leveßowstr. 21, Ecke Iogowstraße. FunklionSr. stßvng. Zu der am Mittwoch. 27. August, stattfindenden Abtcilungsver. sammlung laden die Dezirissührer hiermit ein. 2». Abt. 20 Uhr bei Pose, Kolonieftr. 13, Funktionärstßung. Di« Bezirks» führer haben dafür zu sorgen, daß di« Transparente im Laufe de» Montag« von Pose, Kolonieftr. 13, abgeholt werden. 27. Abt. lO'h Uhr bei Zeuge, Milastr. 8, Funktionärstßung. 2». Abt. 1914 Uhr Akontozahlung der Bezirisführer bei Burg, Prenzlauer Allee 18» •4. Abt. 1914 Uhr im Lokal Cadiuer Str. 10, Funktionärstßung. Jeder Bezirk muß unbedingt vertreten fein. Die Dezirk»fUhrrr laben zur Abteilungsverfammlung am 27. August in der Schulaula, Litauer Straße,«in. 48. Abt. Pünktlich 1» Uhr Sißung oller Mitglieder der Pressekommission bei Pensii, Wiener Str. öZ. Anschließend um 20 Uhr ebendort, Funktionär. stßung. 47. Abt.* ____ Alle Genossinnen und Genossen treffen sich 178* Uhr bei Sieden topf. Muskauer Str. 38. Nachzügler treffen stch der Schmielkowsti, Wrangcl. steoße, Gcke Taborstroße um 18 Uhr. 48. Abt. 20 Uhr bei Präfke, Prinzenstr. 23, Funktionärstßung.• Wahl- Materialausgabe. 57. Abt. Zahlabcnd in der Gemcindcfchul« Pestalvzzistr. 89. Referat:„Kampf der Sozialdemokratie gegen di« Reaktion". Refercntin: Scnofstn Scheiben, buber. Gäste willkommen. 74. Abt. Aeblendorf.Fischthal. 20 Uhr im Walbhau», Spondauer Straße, Funktionärstßung. 77. Abt. Schöneberg. 20 Uhr bei Jürgen», Borbarossastr. 5», Funktionär. stßung. Kassierer rechneu ob. Reutälln. 92. Abt. Montag, 2ö. August, um 20 Uhr, wichtige Vvrstandsstßuug mit Bezirleführera im Lokal Wolff, Kaiscr-Friedrich-Str. 178.—»5. Abt. 20>4 Uhr bei Bahr, jrßt Klaulehu, Hcrmannstr. 203, wichtige Sißung des Borstandes mit den Bezirksführern oder dessen Stellvertretern.— Bezirk 78. Dienstag, 26. August, um 20 Uhr. äußerst wichtige Bezirks» fuhrcr-Befprechung bei Franke, Ganghaferftr. 1. 99. Abt. Briß. Buckow. Die Funktionäre des 158.. 157., 158. und 159. Bezirk» treffen stich zu einer sehr wichtigen Besprechung beim Genossen Tristrom, Bürgerst!-. 48—49. 104. Abi. Riederfchäncnieide. Ab 19 Uhr Fahnen und Transparent« abholen vom Genossen Sastowski, Grünauer Str. 8.. Dienstag, 26. August: Str. 10, Funktionärstßung. • Str. 3, Funitionärstßunq. st». 34, Ecke Tcheringstraße. 4. Abt. 20 Uhr bei Brandis, Stralauer Sir, 1». Abt. 20 Uhr bei Sandow, Flcnsburger ,, 18. Abt. lt>.4 Uhr bei Keüger, Hussitenftr. 34, Ecke Tcheringstraße. Mit, gliederoersaMmlung. Vortrag:„Unser Wahlkowps". Referent Emil Vorth. AI« Mitglieder müsse» erscheinen. 24. Abt. 191,, Uhr außerordentliche Funktionärstßung bei Köhler, Schweizer. Häuschen, Greifswolder Str. 80b. 48. Abt. 20 Uhr bei Gichholz, Cuvrystr. 23, Funktionärstßung. Mittwoch, 27. August, Mitgliederversammlung bei Burckhardt, Görlißer Str. 52. 82. Abt. Siemensftadt.Hnselhorst. 20 Uhr Mitgliederversammlung im Kons»«, Gaetenfelder Straße. Vortrag:„Unser Wahltamps". Referent Otto Lück. Alle Genossinnen und Genosse» müssen zgr Stelle sein. 89. Abt. Wilmersdorf. Einteilung der Wahlarbeit im Lokal Kulka, Lauen. burger Str. 21. Alle Genossen stnd verpflichtet, bestimmt zu erscheinen. 8». Abt. Schöneterg. Beteiligung aller Mitglieder an der Demonstration. Abmarsch WA Uhr von GUrlich, Begasstr. 1. Nachzügler 19 Uhr Wort. burgplatz. 88. Abt. Marienborf. Ab 18 Uhr Handzettelverteilung von Görlitz, Chaussee- straße 19, aus. 1., 2. und 7. Bezirk»ertrilen von Reumener, Schöneberger Straße, aus R entöl», 92. Abt. Dienstag, 26, August, um 1»>,4 Uhr. wichtige Mitglieder. »ersammlung in der Aula der Karl. Marü. Schule, Kaiser-Friedrich-Str. 208. Tagesordnung: Referat des Genossen Ernst Heilmann. M. d.L.„Die Bedeutung des 14. September für die arbeitenbe Bevölkerung". 2. Wahl des stellvertretenden Abteilungsleiters. Einlaß nur gegen Mitgliedsbuch.— »8. Abt. Bezirk 135. 1914 Uhr Extrazahlabend im Lokal Wanzlick, Ober. londstr. I. Tagesordnung: Unsere Wahlarbeit. Alle Mitglieder müssen erscheinen. Mittwoch. 27. August. »8. Abt. Briß-Vuck»«. Zeitungskornmissioa! Pünktlich 1914 Uhr, Sißung in her Holle am Huseisen. Zeder Bezirk muß»ertreten sei«. Krauenveranstaltungen. Zu den nachstehend ausgeführten Arauen Veranstaltungen find besonder, die Jrauen der Genossen. Sympathisierende und„Vor- wSrls-.Leser eingeladen. ist«las Konto, aut«las man freiwillige Beiträge für den energischen Ab wchir- kampf gegen die soziale Reaktion einzahlt. Bezirksverband Berlin der SPD. I. A.: Alex Pageis. I. Kreit Mitte. Dienstag, den 26. August, 1914 Uhr, bei Spiegel. Ackcrstr. 1, wichtige Funktionärstßung. 2. Krei» Tiergarte». Donnerstag, den 23. August, 20 Uhr, in den Arminiushallen, Bremer Str. 72, öfentliche Fraucnkundoebung. Referat der Genosstn Hanna. M. d. L..»Der Kampf der Eozialdemokratie gegen die Re» altwn": Rezitatian der Genossin Martha John: außerdrm Mitwirkung de» Eprcchchors der SAI. Treffpunkt 1814 Uhr Kleiner Tiergarten. 3. Kreis Wedding. Freitag, den 29, August 1914 Uhr im Swineittünder Gefellschaftshaus. Swinemündcr Etr. 42, Wählerinnenkundgebiing, Referat des Genossen August Riemaun„Der Kampf der Sozialdemolratie gegen die Reaktion", außerdem Mitwirkung des Sprech- und Bewegungschorz der Freien Gewerkschastsjugend. Aufführung des Sprechchorswcrks„Dividende". 13. Kreis Tempelhof, Martendorf, Morienfrld«, Lichtenrade. Sonnabend, den 30. August 20 Uhr Wählerinnenkundgedung in der Aula des Realgvaina- stums Tcmpelhof, Kaiferin-Augusta-Straßc, Borfllhrung des Films„Mutter Krause, Fahrt in» Glück", Ansprache der Genossin Käthe Kern. heule, Sonnlag. 24. August: 32. Abt. Ausflug mit gemeinsamem Kafscekochcn. Abfahrt vorm. 10 Uhr, Schlcstfcher Bahnhof. Wir treffen uns am Eingang Koppen» Ecke Madaistr. Nachzügler Sarfenlokal Wiesengrund, Friedrichshggen, Waldgelände hinter der Dahn. Morgen, Montag. 25. August: 4. Abt. 20 Uhr im Srwcrkschaftshaus, Engelufer, Saal 5. Werbe- und Unterhaltungsabend. Ansprache: Genosse Adolph Koffmann. M, b. L. Wohl- kabarett: Rezitationen, Aufführungen, mustlalische Darbietungen, Mitwirkende: Genosstn Friedel Hall, Genossen der Abteilung und der SAI. Eintritt frei, 5. Abt. 1914 Uhr im Rosenthalcr Hof, Roscntholer Str. 11112,„Der Kampf der Sozialdcmokratic gegen die Reaktion". Referentin Lenc Brceß, 6. Abt. 1914 Uhr bei Dobrohlaw, Swincmllnder Str. II,„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referent August Niemann. 3. Abt. 20 Uhr bei Richert. Steinnießstr. S60, Die Auswirkung der Bürger. blockpolitik auf den Arbeiterhaushalt". Referent Walter Rauc. Nachdem-musikalische Unterhaltung. 14. Abt. Der Frauenabcnd fällt in diesem Monat au». Di« Genossinnen beteiligen stch dafür geschlossen an der Äreis-Wählcrinnenkundgcbung am Frei- tag, dem 29. August, im Swinemündcr Defellschaftshaus, Swinemünder Str. 42. 16. Abt. 1914 Uhr bei Leufchncr, Ackerstr, 110, Der Kampf der Sozialdcmo, kratie gegen die Reaktion". Referentin Stodtvcrordnete Ella Key. 24. Abt. 1914 Uhr bei Bieberstein, Danziger Str. 46, Die Auswirkung der Bürgerblockpolitik auf den Arbeiterbaushalt". Referent Betriebsfekretär Georg Buchmonn.— 3.»rnppr. 1914 Uhr bei Schul». Carmen-Svloa-Str. 51.„Die Auswirkung der Bürgerblockpolitik auf den Arbeiterhaushalt". Referent Stadt» versrdneter Paul Robinson. 26. Abt. 1914 Übe bei Reche, Meßer Str. 26,„Der Kamps der Sozialdemo. kratie gegen die Reaktion". Referentin Stadtverordnete Dr. Kate Franlcntbal. 27. Abt. 20 Uhr bei Reetz, Eonnenburger Str. 1,„Die Auswirkung der Bürgcrblockvolitik auf den Arbeiterhaushalt". Referent Kurt Kießmann. 33. Abt. 1914 Uhr bei Wertalla, Hoheulohestr. 3,„Der Kampf der Sozial. demokratie gegen die Reaktion". Referent Gottlieb Reese. 34. Abt. 1914 Uhr bei Ncumann, Gubener Str. 45.„Der Komps der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referent Dr. Julius Moses, M. t. R. 35., 33. und 37. Abt. 1914 Uhr im oberen Saal der Poßenhofer-Brauerei, Landsberger Aller 23,„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referentin Paula Kurgaß. Außerdem Mitwirkung des Männersefangverein« „Friedrichshain". 38. Abt. 20 Uhr bei Bartusch. Friedensstr. 88,„Der Kampf der Sozialdcmo. kratie gegen die Reaktion". Referent Genosse Boller, 39. Abt. Dampferfahrt nach Dedliß-Pareß. Abfahrt vom Schlütersteg am Stadtbahnhof Frirdrichstr., Reederei Robiling, morgens 8 Uhr, Treffpunkt IM Uhr am Dampfer. 41. Abt. 20 Uhr bei Erdmann, Belle-Alliance-Str. 74-,„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referent Stadtarzt Dr. Georg Löwenstein. 42. Abt. 20 Uhr bei Höhlte, Bergmannftr. 69,„Die Fron ol, ausschlag. gebender Faktor bei der Rcichstagswahl". Referentin Stadtverordnete Minna Todenhagcn. 43. Abt. 1914 Uhr bei Krepp, Planufer 75/76,„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referentin Marie Kuncrt, M. d. R. 44. Abt. 1914 Uhr bei Ewald. Skalißer Str. 126.„Die Gefahr de» deutschen Faschismus und die Frauen". Referentin Lisdcth Mevcr. Wahl der Vertreterin. 4«. Abt. 1914 Uhr bei Adam, Sübbener Ecke Görlißer Str.,„Der Kampf der Sozialdemokralie gegen die Reaktion". Referentin Margarete Trapp. Eharlottendnrg. 55. Abt. Der Frauenabend fällt in diesem Monat au». Dafür betciligen sich die Genossinnen restlos an den Kreisveranstaltungen.— 57. Abt. 20 Uhr im Lehrerzimmer der Boltsschule. Peftalazzistr. 39,„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion".»Referent Hanns H. Kamm. 69., 70., 71. unb 72. Abt. Wilmcrsdori. 1914 Uhr bei Lau, Hildegard» Ecke Schrammstr.. Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referent Paul Bernstein. 82. Abt. Steglitz. 20 Uhr bei Schulz, Birkbufchstr. 90.„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referentin Gertrud Hanna, M. d. L. Neukölln, 89. Abt. 1914 Uhr bei Gromeck, Eonderftr, 10,„Die Frau als ausschlaggebender Faktor bei der Reichstagswahl". Referent Mar Wißel.— »6 Abt. 1914 Uhr in der Lesehalle Rogat. Eck« Zlsestr,,„Die Auswirkungen de? Bürgerblockpolitik auf den Arbeiterhaushalt". Referentin Mathilde Wurm, M. d. R,— 97, Abt. 1914 Uhr bei Kußki. Lcinrftr. 1, Referat des Genosse» felmut Kopankiewiez,„Die Wahlen am 14 September.— 98. Abt. 1914 Uhr ei Teich, Änefebcckstr. 135,„Die Gefahr de» deutschen Faschismus und die Frauen". Referent Eduard Zochert, M, d, L, 101, Abt. Treptow. 1914 Uhr im„Elfeneck". Klefholz. Ecke Elfenftr., Der Kampf der Sozialdemolratie gegen die Reaktion". Referentin Luise Köhler, M. d. L. 193. Abt. vberschöneweid«. 1914 Uhr in der„Schillerglocke", Schillcrprome- N»de 2,„Die Auswirkung der Bürgerblockpolitik auf den Arbeiterhaushalt". Refcrentlu Gertrud Ellert. 104.»it. Riederfchönewetbe. 1914 Uhr bei Tomalla. Berliner Str. Ecke Fenustr., Restaurant.„Zur Past",„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion", Referentin Käthe Kern. 120. Abt. Friedrichsfelb«. 20 Uhr bci Tempel. Prinzcnallee 45.„Decr Kampf der Eozialdemokratie gegen die Reaktion". Referentin Erna Kresse. >25. Abt, Weißeufe«. 1914 Uhr bei Gallas, Lehber Ecke Berliner Aller, Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referent Kurt Lücke. 139. Abt. Tegel, 1914 Uhr im Jugendheim, Baracke, Schöneberger Str. 3, „Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referentin Margarete Schcnkalowfti. Dienstag, 26. August: 28. Abt. 2g Uhr bei Bartelt, Wörther Etr. 10.„Der Kampf der Sozial- demokratie gegen die Reaktion". Referent»! Stadtverordnete Minna Todenhagcn. 32. Abt. 1914 Uhr bei Kromphardt, Paul-Singer-Str. 49.„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referentin Marie Kunert, M, d, R. 40. Abt. 20 Uhr bci Förster, Dreibundftr. 11,„Die Gefahr des deutschen Faschismus und die Frauen". Referent Kurt Lücke. 47, Abt. 1914 Uhr in der schule Waldcmarstr. 77,„Die Auswirkung der Bürgerblockpolitik auf den Arbeiterhaushalt". Referent Max Sillmeister. 48. Abt. 1914 Uhr im Abftinentenheim, Skalißer Str. 6,„Dcr Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referent Eta.dtarzt Dr. Georg Lvwcnstein. 75. Abt. Wannst«. 20 Uhr im„Reichsadler", Königstraße.„Der Kampf dcr Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referent Dr, Bernhard Adler. »3. Abt. Lichterfeld». 20 Uhr bei Schniidt, Hindcnburgdamm, Ecke Rvon- straße.„Die Auswirkungen der Bürgerblockpolitik auf dcn Arbeiterhaushalt". Referentin Dora Bergas, 99. Abt. Beiß. W Uhr in der Schulbaracke Parchimer Allee(Siedlung). „Die Ansmirtung der Bürgerblockpolitik auf den Arbeiterhaushalt". Referent Max Hendcmann. 123. Abt. Kanlsdorf. 20 Uhr bci Hübner, Bahnhofstraßc.„Die Bedeutung der Reichstagswableu für bis Frauen". Referent Gottlieb Reese, 131. Abt. Rirberfchönhaofen. 1914 Uhr in der Gemeinschaftsschule Bi». marckstr, 11.„Die Frau ol» ausschlaggebender Faktor bci den Wahlen". Referent Eduard Zachrrt M. d. L. 137, Abt. Rclnickendorf-Seft, Der Frauenabend wird umständehalber legt. Nähere Mitleilung erfolgt durch den„Borwärts". per. Mittwoch. 27. August: 90. Abt. Reukvllv. 20 lITjt bei Schabeiko, Weichsel» Ecke Donnustr..„Die Frau als wichtiger Faktor im Wahlkampf". Referentin Gertrud Hanna, M. d. L. 122. Abt. Biesdorf. 20 Uhr bei Horath, Marzahner Str. 31.„Die Aus. Wirkung der Bürgerblockpolitik auf den Arbeiterhaushalt". Referent Paul Bernstein. Z24.i Abt. MQhlodotf.SLd. lOVa Uhr bei Draber, Uhlanbftr 18.„Die Auswirkung der Bürgerblockpolitik auf den Arbeiterhaushalt". SRcfcm�n Marie Junker. 139a Abt. Tegel Freie Scholle. 20 Uhr im„Schollenkrug", Hermsdorfer Straße.„Der Kampf dcr Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Referentin Luise Kahler M. d. L. Ferner Rezitationen dcr Genossin Margarete Merbach. 92. Abt. Giewe«»stadt. 20 Uhr bei Marsond.�eidekrug.,.„Der Kampf der wldemoktatT* gegen die Reaktion". Referentin Lene Gresb *4. Abt. 20 Uhr bei Lehmann, Äaiset>WiIhelin.Htr. 20/81,..Du Rcferenjin Lene Gre?tz. _.._ mann, Rdisdr-ViMelm-Ä.______ Kampf dee Sozialdemokratie gegen die Aeattipu.". Referent Wilhelm Miethke. mann tember" Donnerstag, 2S. August: 141. Abt. Rofenthal und Niederfchönhansen-West, 20 Uhr bei Hoff- IN. Edelweißstr. 5. Lichtbildervortrag:„Die Wahlen am 14. S«p- Referentin Hilde Brennemann. Bezirksausschuß für Arbeilerivohlfahrt. IZ. Krei« Tempelhof. Die Arbeiterwohlfahrtsstwn�S fällt am 20. August wegen de? kommenden Wahlen aus. Alle Genossinnen beteiligen sich an der Filmveranstaltung im Gymnasium, Kaiferin-AugustavStraße. Film:„Mutter Brausens Fahrt ins Glück". Jungsozialistische Vereinigung. Werbebeziek«csten. Am Mittwoch, dem 27, August, kommen die � Gruppenleiter oder deren Pertreter im Jugendheim Charlottenburg, pg Rosinen st r. 4, zu einer wichtigen Besprechung zusammen. Es betrifft � Verbemonat Oktober. Beginn 20 Uhr. M den Gruppe Lichtenberg. Um 20 Uhr im Jugendheim Gunterstrasse Referat des Genossen Iacubowicz über:„Marx, fein Leben und Werk". Gäste willkommen. Gruppe Dilmersdorf. Am Dienstag, dem 26. August, 20 Uhr, Wilhelms- aue 124 Fortsetzung der Diskussion über die Wahlen. Thema:..Die Porter unb wir". Leitung: Anna Hartoch. Die jüngeren Parteigenossen find herz. lich eingeladen._ �„ Gruppe Moabtt. Morgen, Montag. 20 Uhr, Gruppenabrnb bei Berger. Levetzowstraßc. Außenpolitische Rundschau. SAI. unb junge Parteigenossen herzlichst willkommen. � Gruppe Eharlottenburg. Morgen, Montag, 19'� Uhr. im Jugendheim Ro» sinenstr. 4. Vortrag des Genossen Friedcmann:„Arbeiterregierunq und rhre Beziehungen zum Imperialismus". SAI. und junge Parteigenossen herzlich willlommen. � Ä_. Gruppe Reinickendorf. Morgen. Montag. 20 Uhr, Zusammenkunft im Jugendheim Tegel. Schöneberger Str. 3. Fortsetzung der Aussprache vom vorigen Montag zum Ordnerdienst, unsere Winterarbeit usw. Jüngere Partei» genossen und ältere SAI. sind herzlich Mzu eingeladen. Arbeitsgemeinschaft der kinderfreunde Grost-Berlin. Groß-Vcelin. Di« Geschäftsstelle ist jetzt wieder rraelniijßiff amMouta, und Freitag zur Abrechnung und Entgegennahme von Material geöffnet. Rrrisleitersitzung. Freitag, 29. August, 20 Uhr, in der GeschMsstelle. Stellungnahme zur ausserordentlichen Generalversammlung. Anherorbentlich« Generalversammlung mit anschlietzenider Helferversa»»« luvg am Sonntag, dem 31. AUgust, 9 Uhr, im Bezirksamt Kreuzkurq. Porck- straße 11, großer Sitzungssaal. Tagesordnung: Wahl der Delegierten zur Reichskonferenz, Stellungnahme zu den Antrügen. Berichte und Aussprache über die Ferienlager Schweiz und Munster. Kreis Mitte. Helferaussprache am Montag. 20 �Uhr, im Helm El'.saveth« kirchstraße. — Gruppe Mittwoch,——--------_ P„_„ Falken. Donnerstag. 26. August, Brettspiele für alle Falken Gruppe Pappelplatz. Heim Tieckstr. 18. Donnerstaq von 17 bis 19 Uhr Aussprache» abend für Rote Falken.-- Gruppe Ernst Toller. Dienstag von 1714 bi» 19'/4 Uhr im Heim Zchdenicker Str. 24 für Rote Falken und Iungfalken Aus. fpraäie über Parteien und die Reichstagswahl. Krei« Krcuzberg. Unsere Elternabende(Bericht über Schweiz, und Munster» lager, Brieselang) finde erst nach dem l4. September statt. Montag, 26. Au* gust. Nachuntersuchung für Schweiz, und Munsterl<»ger von 17 bis 19 Uhr in der weltlichen Schule Dicffenbachftrasse. Dienstag, 26. August. 20 Uhr. Povck» strassc 11. Jugendheim, Kreishelferfitzunq. Wichtige Tagesordnung. Anträge für die Berliner Generalversammlung. Delegiertenroahl. Donnerstag. 28. Au» gust, 18 Uhr. im Jugendheim Belle.Allianee.Platz 1, Vollversammlung aller Roten Falken und Iungfalken. Alle Falken müssen kommen, wichtige Tagesordnung. ' Kreis Prenzlauer Verp, Achtun»! Die Nachunterfuchunaen öer Nestfalken finsten am Dvmicrsta», dem 28, Auflust, bereits von 1114 bis 13 Ilbr in öer Schule Ebcrswa!öer Etr. 1« statt, Gruppe Freiheit. Am Monto». dem 25, Au. »ust, um 1714 Uhr, im Iuqrndhcim S«nnenb!:r»er Str, 20. Lichkdildervortra» über:„Das Schweizer Feltlaper der Kindcrfrcunde". Brivzt alle eure Eltern und Schulkameraden zu dieser Veraustaltuv» mit. Mittwoch, 27. Ausust, ab 18 Uhr. auf dem Ererzicrplatz. Gaudy. Ecke Rudolf.Mossc.Straße,»emein. samcs Spielen mit den anderen Gruppen. Donnerstag. 28. August, im Fugend» heim„Bunter Abend". Freitag, 29, August, 17 Uhr, bci Peuntinger. Greifen. Hagener Sir, 41, Lantenkurfus. Kreis Webding. Wir beteiligen UN» am Sonntag, dem 31. August, am Umzug der Partei auf dem Wcdding. Treffpunkt 15 Uhr auf dem Brunnen. platz, Fahnen und Wimpel find mitzubringen. Am Sonnabend, dem 13. Sep. tember, findet im Echulkino Wiesen- Ecke Pantstvaße ein Filmabend statt. »arten find bei den Seifern zu haben.— Gruppe Brunnrnplaß. Jeden Mon- tag und Mittwoch von 18 bis 29 Uhr Spielen im Schillerpaick, Jeden Freitag in der Turnhalle Ruheplatzstraße, an der Schulstraße, von 1714 bi» ISle Uhr. Kreis Reulölln. Am Montag um 18 Uhr in der Baracke Ganghoferstraße Arbeitsfwndc, Wir bitten um Abrechnung der Karten zum Woldfest. E« sind noch Karten zur Damvferfahrt am Sonntag, dem 7, September, zum Preise von 2 M. zu haben, Dcr Sinakrcis kommt am Mittwoch um 17 Uhr tu dcr Karl-Marr-Schiile zusammen. Am Mittwoch gibt es eine lustige Sing. stunde,— Gruppe Zungvolt. Wir deteiligen UN» alle an dem Fest der SPD., »l, Abt., im Karlsgartcn, um IS Uhr. Treffpunkt um 10 Uhr zur Prob« im Karlsgarten. Am Dienstag stnd wir nm 17 Uhr Ganghoferstraße.— Gruppe LichtILmpfer. Am Montag um 20 Uhr in der Baracke Ganghoferstraße Eltern. Versammlung. Erscheinen oller Eltern ist notwendig. Die Roten Falken kommen am Dienstag um 17 Uhr in der Ganghoferstraße zusammen. Jung. kalken und Nestfalken stnd im Jugendheim Bergstraße. Krei» Schöneberg. Gruppe Lindenhol. Montag und Donnerstag im Jugendheim von 1714 bis 1914 Uhr.— Gruppe Fncdenau. Dienstag im Fugcndhcim Offcnbacher Str. 5e, von 1714 bis 1914 Uhr.— Gruppe Schöne. berg. Alle Gemeinschaften im Jugendheim Hauptstraß« von 17 bis 19 Uhr. Nestfalken. Dienstag Lichtbilder. Iungfalken l und II. Mittwoch llcbuno». abend für unfern Elternabend. Rote Falken. Dienstag von 17 vis 19 Uhr Ausfpracheobend. Alle Gruppen Schwimmen Dienstags von 19 bis 2114 Uhr in der Badeanstalt Hauptstraße. Elternabend Frciiag in der Schulaula Tempclhofcr Weg. Wir berichten aus dem Feltlager mit Lichtbildern. Bc» ginn 19 Uhr. Tiergarten. Gruppe August Bebel. Roic Fallen. Dienstag, 28. August. im Seim Waldenfcrstrnße, Heimabend. Iunafalken. Dienstag ebenda Dis. knfstonsabend über unsere Falkcngebote. Nestfalken. Mittwoch von 17 bi» 19 Uhr ebenda Heimabend. Nieberfchönhause». Mittwoch, 27. August,»ier Wochcn Feltlager Schweiz. Lichtbilder, Berichte, Singsang. Für Kinder nm 18 Uhr, für Eltern und Genossen um 2V Uhr in der Gemeinschaftsschule, Birma rckstr. 11. Unkosten. bei trag für Kinder S Pf., für Erwachsene IS Pf. Hohenschönhanfen. Montag, 25. August, von 17 bi» 19 Uhr. Dingelstedter Siraßc, Gesellschaftsspiele. Ecnvssen. schickt olle eure Kinder hin. Dienstag, 26. August, Turnen in der Roedernstraße tFTGB.), von 18 bis 20 Uhr. Don» neestog. 28. August, stnd wir im Jugendheim Frcicnwalder Straße, von 17 bis 19 Uhr. Kommt auch alle dort hin. Geburlstage, Jubiläen usw. 39. Abt. Unser alte» Mitglied Fron, Kirchmeicr, Alt« Zakodste. 123, begebt heute seinen 69. Geburtstag. Sein« Abteilung sendet ihm herzlichst« Glückwünsche. 43. Abt. Ilnsere« lieben Genossen und Funktionär Roß Lochmann zum 80. Geburtstage unsere herzlichste» Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation 139. Abt. Tegel. Unser Genosse, der Etadtinspcktvr Adolf Heiseke. ist gm 22. August verstorben. Ehr« seinem Andenken. Einäscherung Dienstag. 26. August. 1414 Ahr, im Krematorium Gerichtstraße. Wir bitten um rege Beteiligung. Erhäft&h I LApatbeken I uDrogerien J Verfrisb{US.A. j GlogouUQ 1 3>er Quru macht um hieb- und fdnißMl 6in hinterindifches Erlebnis/ Ton&aul&reye „Gsaubt ihr denn wirklich', so fragte ich meinen Freund, einen jungen Siamesen, der in Europa akademische Würden erreicht hatte, „daß euch der Zauber dieser Amulette, dieser Bändchen und Kettchen mit geweihten Figürchen, Semablättern und Buddhabildchen, wie ihr sie um den Hat-, um Fuß- und chandgelenke tragt, tatsächlich vor allerlei Unheil und Krankheiten schützt?' Bei dieser Anrede verzog sich das intelligente braune Gesicht des jungen asiatischen Gelehrten zu einem fast unmerklichen Lächeln gut- mütigen Bedauerns.„Ja", sagte er,„Sie Europäer wollen sich nun einmal nicht belehren lassen. Tagtäglich entschleiern Ihre Gelehrten und Erfinder Geheimnisse der Natur, und doch wollen Sie nicht glauben, daß es in der Welt überall auch geistige Mächte gibt, die sich der Mensch zu«igen machen kann. Eure Gelehrten befassen sich zumeist nur mit erkennbaren Dingen. Wir dagegen studieren seit den ältesten Tagen indischer Weisheit jene Kräfte, die von der Welt der Geister zu uns herüberstrahlen. Ja, unsere gelehrten Gurus (Weife) haben sich diese Kräfte Untertan gemocht und verstehen es, suT zum Wohle ihrer Mitmenschen zu verwerten. Sehen Sic hier dieses kleine, golden« Semablättchen(Blatt in Form der Blätter des heiligen Feigenbaumes). Ich erhielt es von meinem geistigen Lehrer, dem hochverehrten, alten Oberpriester des Tempels, in dem ich die Jahre meiner Kindheit als Mönchsschlller verbrachte. Mich hat es bier und während meines Aufenthaltes in Europa bis zum heutigen Tage stets vor allen Gefahren geschützt. Und hier dieses Baum- wollböndchen mit dem kleinen Amulett am Handgelenk hat mir nach meiner Rückkehr in die Heimat ein alter Mönch und weiser Guru umgebunden. Es schützt mich sicher gegen Hieb, Schuß und Stich. Es ist ein kostbarer Talisman, dem ich unbedingt vertraue." Seine sonst so gleichmäßig ruhigen Augen hatten sich im Eifer der Rede zu fanatischem Glanz« belebt. Durchdringend schaute er mich an und fuhr fort:„Ich schütz« Sie mehr als alle anderen Europäer, die ja doch nur unsere Unterdrückung und Ausbeutung betreiben. Darum bin ich bereit, Ihnen etwas aus unserer geheim- nisvollen Welt zu zeigen. Ja, Sie selbst können sich durch j«nen Guru gegen Hieb, Schuß und Stich schützen. Ich will Sic zu ihm führen. Wohl verbietet ihm sein buddhistischer Mönchsorden die Ausütmng solcher Kunst, aber das ist nur äußerlich, denn innerlich leben noch viele unserer Mönche in den Ueberlieferungen des uralten Brahmanentums und in der ihnen seit undenklichen Zeiten ver- trauten Welt der Geister.' Da saß mir also der Typ eines gebildeten, modernen Asiaten gegenüber, dem trotz aller europäischen Studien die uralten lieber- iieferungen vielleicht noch heiliger waren als feinen Landsleuten, die Europa nie sahen, llnd sein Heim? Welch krasser Gegensatz zu diesen Reden. Es war, abgesehen von dem Buddha auf dem Haus- altar in einem Nebenraum, wo sich auch Urnen mit Asche der Bor- fahren besanden, ganz europäisch eingerichtet. Mein Gastgeber fuhr fort:„Ich habe einen Sampan(Ruderboot) bereit. Wenn Sie wollen, können wir gleich fahren." Natürlich war ich gern bereit, denn hier gab es wieder einmal etwas zu erleben. Ueber die ganz mit Blum-n geschmückte Veranda stiegen wir die Treppe zum Landungssteg im Garten hinter dem Hause hinab, wo uns vier Freunde meines Gastgebers erwarteten, alle in Korkhelmen und tadellosen, weißen Tropenjacken, jedoch mit den üblichen bunten, kurzen Pluderhosen der Siamesen, weißen Strümpfen und Schuhen gekleidet. Nach der zeremoniellen Be- grüßung bestiegen wir den Sampan, ein offenes Boot mit Sitz- bänken. Hinten auf dem Heck stand ein Kuli, nur mit einem Lenden- tuche bekleidet. Bei unserer Anknnst setzt er sich in die Hock« und begrüßt mit den aneinandergelegten, bis zum Antlitz erhobenen Händen nach uralter Landessittc seine Passagier«. Dann steht er auf, und bald schwingt sein sehniger Körper die Rudcrstange, wobei er sich wie ein Gondoliere vor- und rückwärts wirst. In rascher Fahrt gleiten wir dahin. Die von vielen Kanälen durchschnittene Hauptstadt Bangkok mit ihren 500 COO Einwohnern liegt zu beiden Seiten des hier mehr als zweihundert Meter breiten Menamstromes. Das„Venedig des Ostens" bietet viel« malerische Bilder. Auf beiden Ufern ist eine Pracht von Frucht- und Polmengärten. Vielsach sieht nan noch die auf Pfählen errichteten, pittoresk wirkenden, alten Siamhäufer mit ihren keck in den tiefblauen Himmel hineinstechenden spitzen Giebeln. Dazwischen leuchten wieder und wieder die weißen Mauern der vielen buddhistischen Tempel mit ihren teleslopartig ineinandergeschobenen zweifachen oder dreifachen Dächern, ihren geschnitzten Giebelfeldern, ihren buntolasicrten, aus dem dunNen Grün der Palmen warm aufleuchtenden Ziegelflächen und ihren ver- goldeten Dachspitzen. Manchmal halten riesige Torfiguren, Paksa (Riesen) mit Keulen in den Händen, davor Wache. In den Tempel- Höfen stehen weiße, helmförmige Grabdenkmäler mit schlank aufragenden, vergoldeten Spitzen. Gelbgekleidete Mönche sitzen auf den Bänken der Landungshallen, und lustige Priesterschüler baden davor in dem trüben Naß, dessen Odeur durch gelegentlich vorüber- schwimmende Hundekadaver nicht eben verbessert wird. Es ist vier Uhr nachmittags. Die Sonne sticht noch so stark, daß die mitgenommenen chinesischen Oelpapierschirme«inen an- genehmen Schutz gewähren. Wir fahren hinüber zum Westufer, hinein in einen der vielen Kanäle. Halbnackte, schwitzende Chinesen- kulis mit breiten, spitzen Strohhüten paddeln in ausgehöhlten, kleinen Booten vorüber und verkaufen Schnaps, Fleisch, dampfende Nudel- speisen, gebacken« Bananen und andere Leckerbissen. Schwer mit Früchten beladenc Kähne der Marktfrauen in ihren großen Stroh- hüten und bunten Brusttüchern beleben das Bild. Durch verschiedene schmäler werdende Wasserarm« gleiten wir weiter und gelangen schließlich an die stark verfallene Landungetreppe eines im üppig wuchernden Dschungel schlafenden Ten>p«ls. Wir sind am Ziel. Durch ein verfallenes Tor betreten wir den Tempelhof und gelangen über verwachsene Fußwege zur Südseite des Klosters, wo nach alter Sitte die Blukku(Mönche) in kleinen Steinhäuschcn(Kudi) ein beschauliches Dasein führen. Aus dem Audi unseres Guru hört man in monotonen Lauten eine Stimme, die wie der Ton eines zerborstenen Teekessels klingt. Der Guru liest. Er sitzt im 5?intcrgrund« seiner Zelle mit unter. geschlagenen Beinen. Auf seinen Knien liegt offen«in Palmblatt- buch. Mit seinem dürren Körper, seinen ledernen, hageren Zügen, der großen Brill« und dem kahlgeschorenen Kopf sieiht er wie eine Mumie aus. Mein Freund und seine Begleiter haben sich auf dem Borplatz in ergebener Haltung in die Hocke gesetzt und erheben, als der Alt« aufblickt, dreimal die zum Gebet aneinandergelegten Hände grüßend bis über ihr Haupt. Die Mumie kommt heraus und be- grüßt mich zuerst durch freundliches Händeschütteln, wobei er mich durchdringend anschaut. Dann holt er aus dem dunklen Raum einen halbzerbrochenen Stuhl und bittet mich, Platz zu nehmen. Mit -pielen zeremoniellen Worten trägt mm mein Freund unser Anliegen vor, er möchte uns gegen alle Gefahren, gegen Hieb, Schuß und Stich fest machen. Der Alte geht hinein und holt«in scharf ge- schliffencs, in einer Bambusscheide steckendes Krummschwert, ähn- lich dem malaijchen Kris. Dann läßt er sich auf feine Matt« vor dem Halbkreis der Besuch«�. mit untergeschlagenen Beinen nieder. Dann schaut er uns der Reihe nach mit halb ernstem, halb lächelndem Gesicht an, aus dessen klugen, etwas stechenden Augen offenbar eine starte Energie spricht. Nun legt er die Hände aneinander mit dem Handrücken nach unten in seinen Schoß und verfällt, die starren Augen geradeaus gerichtet, in Meditation. Nichts stört die tiefe, drückende Stille dieses geheim- nisvollen Ortes. Wie durch magische Kräfte festgehalten, ist mein Blick auf die Augen des Guru gerichtet. Da plötzlich erhebt er sich, nimmt kleine Bändchen aus ungewaschener Baumwolle und bindet sie jedem von uns um das rechte Handgelenk. Dann ergreift er das aus der Scheide gezogene blanke Krummschwert, und der Reihe nach muß jeder von uns sich mit der scharfen Schneide zur Prob« dafür, daß wir nun„fest' sind, mehrmals auf den Unterarm schlagen. O Wunder! Der Schnitt dringt nicht ein! Auch als ich an die Reihe komme, gibt es an den Stellen nur blaurote Striemen. Nun setzt sich der Guru mit untergeschlagenen Beinen und im Schoß zusammengelegten Händen nochmals zur kurzen Medi- tation hin. Dann erhebt er fein Haupt und redet uns freundlich an. Wir erheben uns und nehmen stumm und wiederum sehr feierlich Abschied. Mein Freund hat ihm vorher ein Geschenk überreicht. Mir ist so benommen und schläfrig zumute.. Kommt das vielleicht durch die Schwüle der nun rasch hereinbrechenden, dunstigen Tropennacht? Als wir im Boot sitzen und draußen auf dem Fluß zwischen den in der Duntlheit glitzernden Lichtern der unzähligen Fahrzeuge ein kühler Wind auskommt, wird mir freier im Kopf. Am anderen Ufer verabschiede ich mich von meinen Freunden und fahre mit einer Rikschah, die ein flinker Chinesenkuli zieht, nach Hause. Erst das kühle Guhbad vor dem Abendesicn macht meine Sinne ganz klar. Jetzt begreife ich alles. Dieser dürr« alte Guru ist ein Massenhypnotiseur. Als er uns in Meditation versunken anstarrte, da verfielen wir seinem Bann. Wir wurden zusammen hypnotisiert. Das Schwert hatte er durch einen tüchtigen Rohrstock ersetzt. Dann mußten wir zuschlagen, und daher die blauroten Striemen. Ich knüpfe das Bändchen am Handgelenk ab und schließe es zu anderen Raritäten fort. Wiederum bin ich seit jenem Besuche beim Zauber- Guru um eine Erfahrung reicher. Denn alle scheinbaren Geheim- nisse des Orients finden doch schließlich ihre nüchterne Erklärung. 3)ie„Stadl des großen Xärms" 2% Millionen Einwohner zählt Buenos Aires, die Hauptstadt Argentiniens. Davon bevölkern 2 Millionen zu gewissen Zeiten die Straßen in allen möglichen Fahrzeugen. Nun sind aber die Straßen von Buenos Aires, besonders die der inneren Sladt, nach spanischein Stil angelegt und sehr eng. Durch diele Schluchten zwängt sich mit ungeheurem Getöse— Buenos Aires wird die ..Stadt des großen Lärms" genannt— der ins Riesenhafte ange- wachsene modenic Verkehr. Da es an Platz fehlt, müssen die Autos an allen möglichen und unmöglichen Stellen parken, mit dem Erfolg, daß die Verkehrspolizei dauernd zu tun hat, um ktze Durchfahrt frei- zuhalten, ein« fast aussichtslose Arbeit bei der sehr lockeren Verkehrs-- disziptin der Südamerikanor. Die in amerikanischen und europäischen Großstädten ii Wiche und erprobt« Regelung durch Lichtzeichen ist zudem in der argentinischen Hauptstadt noch nicht eingeführt. Man hät zwar in dieser Richtung schwache Versuche gemacht und einige der überfülltesten und gefährlichsten Straßen mit roten und grünen Lampen beglückt. In diesen herrscht dann mich leidliche Ordnung: um so schlimmer aber ging es außerhalb dieser Ordnungszone zu, denn da stauten sich die Fahrzeuge um so mehr, und man fuhr sich buchstäblich auf die Hinterräder. In Buönos Aires geschieht nach der Statistik alle fünf Minuten ein Verkehrsunfall— kein Wunder! Verkehrsfachleute aus London und New Pork waren erstaunt über das Chaos. Die Stadt will jetzt nach ihren Vorschlägen den unhalt- baren Zuständen ein Ende machen. Man plant Einschränkung der Parkerlaubnis und Errichtung von Hochgaragen, Erweiterung der Untergrundbahn und Einführung des Lichtzeichensystems. R. m. zrance: WeUarbeH Im Deutschen Museum zu München hängt in dem wichtigsten Saal«in Riesenbild: die Sonne als Quelle der Energie. Das faßt anschaulich alles zusammen, was wir wissen, womit wir arbeiten, die Güter, deren wir uns erfreuen: Arbeit, Technik, Reichtum, Leben. In vier große Gruppen gliedert sich da alles Geschehen. Im Sonnenlicht besteht die Pflanzenwelt, die Mensch und Arbeits- tieren Nahrung und damit Muskxlkraft und uns auch die geistige Energie verleiht zu unseren Erfindungen und unserer Arbeit. Aber in den Pflanzen speichert sich auch Sonnenenergie: nach ihrem Tode verwandelt in Kohle, liefern sie das Brennmaterial sür alle Wärmekraftmaschinen. Die Sonne aber schafft auch die Wörmeunterschiede, auf denen alle Luftbewegung beruht: sie ist es also eigentlich, die die Wind- motoren dreht. In der Sonnenwärme entsteht der wunderbare Kreislauf des Wassers. Das große Wunder, das man jeden Tag ficht und das darum, weil es olltäglich ist, nicht welliger erstaunlich bleibt: daß sich Wasser aus dem Meere in die Luft hebt, mit den Wurden segelt, als Wolke sichtbar wird und dort, wo es kühler ist, wieder als Wasser zurückkehrt, aber dann von Bergen her fließend im Gefälle unsere Wasserkrastmaschinen treibt, jene, die mit der Dampf- kraft zusammen dazu dienen können, uns Elektrizität zu liefern. Muskelkraft, Geisteskraft, Windkraft, Wasserkraft, Dampfkraft, elektrische Kraft umrahmen in ihren Werke» dieses Bild und über ihnen, strahlt die Urquelle aller Kräfte, die Sonn«. Diese Sonn«, der wir alles verdanken, was wir sind und was wir haben und von der niemand weih, was sie eigentlich ist. Denn täuschen wir uns darüber nicht. Wer kann sagen, was die Sonn« ist? Namen haben wir ihr gegeben,«inen Himmelskörper nennen wir sie, glauben von ihr, daß sie glühend und die Mutter der Erde sei, erfahren, daß sie Wärme, Licht, elektrisch« Energie spendet, wir merken, daß weder wir noch irgendein Leben dauernd ohne sie bestehen könnte, denn auch Geschöpfe, die im Dunkeln leben, brauchen ihre Wärme. Aber olle die vielen Beziehungen und Be- schreibungcn sind doch keine Erklärung dafür, was die Sonne eigent- lich ist? Sic hatten schon Recht in ihrem Empfinden, diese alten Böller, die Jnkas und Aegyptcr und Babylonier. als sie ein göttliches Wesen aus ihr machten und dadurch zugleich der Dankbarkeit, dem Unverständnis und dem großen Geheimnis Ausdruck gaben. Jedenfalls für die Technik ist die Sonne das Göttliche, aus dem alles fließt, zu dem alles zurückkehrt. Sie ist Urquell und Allerhalter. Man muß mythologisches Empfinden zur Hilfe rufen, um die richtige Kraft der Worte aufzubringen für die ungeheuerliche Tat- fache, daß eigentlich nur die Sonne Energie liefert. Und daß alle Technik, mehr als das, daß alle Arbeit, Leben und Denken� sich nur um sie dreht! Aber auf welch verzweigten Wegen! Mir hat es immer als eine der allergrößten Leistungen des Menschengeistes geschienen, daß wir trotz aller verwirrenden Verwicklungen dennoch dessen be- wüßt geblieben sind und den Faden nicht verloren haben, der zur Sonne und zur einheitlichen Urenergie, als die uns die Elektrizität heute erscheint, zurückführt. Die Leistung Robert Meyers müßte mehr im Mittelpunkt unserer Erziehung und Bildung stehen, denn sie ist eine der größten und auch segensreichsten Großtaten des menschsichen Geistes. Wir haben viel zu sehr vergessen, daß ohne jenes Dissen um die Verwandlung der Energie ineinander wir me den Anreiz, den Mut und dadurch die Kraft gesunden hätten, alle die Industrien aufzubauen, die heut« darauf ruhen, die jetzt schon ein kaum auszusprechende» Dermögen bedeuten und einer ganz un- ausdenkbaren Zukunft entgegengehen. Dl« Philosophen und Künstler, die Staatsmänner und Kauf- lcute mögen doch nicht vergessen, daß keiner von ihnen derartig« Lebenswerte in Bewegung gesetzt hat wie jener bescheiden« Natur- forscher aus Heilbronn und seine Mitarbeiter, Werte, die unauf- haltsam zu der größten Umgestaltung führen, die sich im Leben der Menschen noch je ereignet hat. Schon die ällesten zwei technischen Energiequellen: strömendes Wajjer und der Wind hoben dem mittelalterliche» Menschen erlaubt, zu einer erstaunlichen Blüte seines Handwerksfleißes auszusteigen, und wenn man sich uberlegt, was in Pochwerken, Hammer- und Sägemühlen, in Walk- und Pulvermühlsn, abgesehen von der Mehl- bereitung vor dem Aufkommen der Dampskrast alles gearbeitet wurde, wird man wirklich nicht mehr achfelzuckend an diesen Bor- stuf«» heutiger Großtechnik vorübergehen. 2luch wer einmal in Holland gesehen hat, wie dort noch immer die Windmühle als billigster Arbeiter tausendfach dos Unglaublichste schafft, wird sich sagen, daß man tatsächlich auch heute im Zeichen der Elektrowirt- schaft kein« Ursache hat, auf eine umsonst erhältliche Energiequelle zu verzichten, ja, daß gehörig rationalisiert und noch sinnreicher am gewendet, das Z e i t a l t e r d e r blauen Kohle n o ch e r st kommen wird. Genau so wie das der Wasserkraft, von der heute erst ein Bruchteil zum Segen der Menschheit arbeitet. Man hat die Windkraft ein bißchen dichterisch als„blaue Kohle" bezeichnet und die Wasserkraft als„weiße Kohle", um dadurch die Parallele zur„schwarzen Kohle" zu schaffen, die, unbegreiflich genug, auf ihre beiden Konkurrenten ein Jahrhundert hindurch fast vergessen ließ. Daß aber die Wasscrkrästc eines Lau- des derselbe, ja, tieser durchdacht, sogar«in größerer Reichtum sind als Kohlengruben, hat uns Skandinavien mit seiner enormen Ausnützung der Wasserfälle ge- zeigt. Ei» einziger See, zweihundert Meter höher gelegen als sein Vorland, liefert den Strom für die Eisenbahnen sast in ganz Bayern. Und seitdem das kleine Oesterreich entdeckt hat, daß aus der Höhendifferenz seiner Alpenbäche elektrischer Strom in unaus- denkbarer Menge gewonnen werden kann, und es gleichsam als „Dach von Europa" den„Strcmexporteur" für alle seine Nach- barn bedeuten wird, ist es von einem armen Land plötzlich zur Rolle des steinreichen Erben aufgestiegen. Sein Vermögen wird ihm aus- bezahlt worden, wenn die aus alpiner Wasserkraft stammenden Stromleitungen die Industrien bis nach Norddeutschland hinein ver- sorgen. Der ewige Regen von Salzburg, der unerschöpflich che Taucrnquellen speist, ist dem die Zusammenhänge Durchschauenden goldeswert.