BERLIN Dienstag 26. August 1930 erscheiottäglich augerSinntag«. ?uzleich Abendausgabe de«.DorirSrts'. Beiugsxrcis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche, pro Monat. Redaktion und Expedition; Berlin SW 68, Lindenstr.S ntätiüarfa 10 Pf. Nr. 398 B 19» 42, Jahrgang Snieigenpret«: Die einspaltige Nonpareilleztil« 60 Pf., Rcklamejeile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. 27536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 DerBombenprozeß von Altona Die Angeklagten streiken— Verabredetes Spiet mit dem Gericht Altona, 26. August. Vor dem Altonacr Schwurgericht begann am Tienstaq- vormittag unter dem Vorsitz des LandgerichtsbirektorA Dr. Zelenka der von aller Welt mit begreiflicher Spannung erwartete Prozeß gegen d i e söge» nannten holsteinischen Bombenlegcr. Die Anklage richtet sich gegen insgesamt 21 Personen und wird vom Oberstaatsanwalt G o l l n i ck» Altona und den Staatsanwälten Dr. I u n kc r s- Altona und Dr.(f ich; holz- Berlin vertreten. Tie Verteidigung der meisten Angeklagten liegt in den Händen des Rechtsanwalts Dr. »er OrSaitisaflon der Tofsdiidster ist die vierte Seite gewidmet. Luctgcbrune- Göttingen. Ter Angeklagte Klaus Heim wird von Rechtsanwalt Hüttmann-Tagteheide, der Angeklagte Nickels von Rechtsanwalt Kay-Hcide, der Angeklagte Volck von Rechtsanwalt Graf von der Goltz-Stettin, der Angeklagte Rehling von Rechtsanwalt Vrandes-Mülhcim, die Angeklagten Schmidt und Richer von Rechtsanwalt Bloch-Berlin verteidigt. Bisher sind etwa 7v Zeugen allein durch die Staatsanwaltschaft ge- laden worden. Die Zahl der Zeugen diirftc sich aber im Laufe der Verhandlungen noch vermehren. Man rechnet mit einer Prozeßdauer von etlva vier Wochen. Kurz vor IV Uhr wurden die Angeklagten in den Saal gerufen, der fast zur Hälfte den zahlreichen Ver» tretern der Presse eingeräumt ist. Entgegen aller Ge- wohnlpeit befindet sich in diesem Scnsationsprozeß kaum ein halbes Dutzend weibliche Personen unter den Zu- Hörern. Ter Polizeipräsident von Altona Eggerstedt wohnt der Verhandlung bei. Vor Derlefung des Eröffnungsbeschlusses entspann sich noch «ine längere Auseinandersetzung zwischen dem Vertreter des als Nebenkläger zugelassenen Rechtsanwalts Dr. Strauß-Lüneburg. Brandt- Berlin, und den Verteidigern, zu denen sich übri- gen» noch R.-A. Pohlmann-Lüneburg gesellt hat, über Rechtssragen, und zwar erklärte die Verteidigung, auf etwaige Fragen des Nebenklägers keine Antwort geben zu wollen. Die Ursache dieser Debatte war eine Anfrage betreffend chaftent- lasiung eines der Angeklagten, von der der Nebenkläger keine Mit- teilung erhatten hat.— Der Vorsitzende stellte noch aus den Akten fest, wann und aus welchen Gründen die auf freien Fuß belasienen' Angeklagten mit der Untersuchungshaft verschont war- den sind. Sie haben durchweg Sicherheiten bis zu 3 5 0 0 v M. hinterlegt. Der Eröffnungsbeschluß, der nach diesem Vorspiel zur Ver- lesung kam, umfaßt 20 Schreibmaschinenseiten und geht im einzel- nen auf die Vorgänge ein, für die die Angeklagten zur Verant- wortung gezogen werden. Inzwischen sind noch weitere höhere Beamte erschienen. um den Verhandlungen beizuwohnen, außer dem Polizeipräsidenten von Allona ist nämlich auch der chamburg-Wilhelnisburger Polizei- Präsident anwesend, ferner vom Preußischen Ministerium de- Innern Regierungsrat K e m p n c r mit dem Regierungspräsidenten von Schleswig. Regierungsrat Muthrey, schließlich Oderlandes- gerichtspräsident K u h n t- Kiel und Generalstaatsanwalt Hansen. Kurz nach 11 Uhr kann endlich die persönliche Befra- gung der Angeklagten beginnen. Die Angeklagten erklären übereinstimmend, daß sie jede Aussage auch zur Person verweigern. Nur der Angeklagte Rehling gibt eimge Auskünfte über die Entstehung seiner Beziehungen zu den übrigen Angeklagten. Den ihm zur Last gelegten Diebstahl der Sprengstosfe in Mülheim a. Ruhr bestreite«r und behauptet, erst durch die Zeitungen von diesem Borwurf erfahren zu haben, lieber seinen Aufenthalt zur Zeit der Tat macht er bestimmte Angaben, um sein Alibi nachzuweisen. Aus Antrag der Verteidigung wird dem Angeklagten W i b o r g die Lrage vorgelegt, sein« Anschuldigung gegen, Äehliag aufrechtzuerhalten. Er wiederholt, er wolle keinerlei Erklärungen abgeben. Die übrigen Zlnjleklagtcn tun wiederum das gleiche. Rechtsanwalt Graf o. d. Goltz ersucht das Gericht, dem An- geklagten Bolck vorzuhalten, daß die Attentat« doch den Zeck hotten, die Presse und somit die breiteste Oesfcntlichkeit auf die von ihnen ins Leben gerufene Bewegung aufmerksam zu machen, und daß seine jetzige Einstellung dem widerspreche. Rechtsanwalt Dr. B l o ch wendet sich scharf gegen diesen Vorhalt imd bezeichnet den Standpunkt der AngeNagten, sich lieber in Schweigen zu hüllen, als durchaus gerechtfertigt. Der Angeklagte Heim erklärt nochmals ausdrücklich, er wolle nichts sagen. Die Angeklagten sähen in dem Gericht den Expo- nenten eines Systems, das sie bekämpfen, und hätten die lleberzeugung, daß den Richtern das Verständnis für ihre Lage und ihr Handeln fehle. Staatsanwalt Dr. Eichholz beantragt Verlesung detz Prototolle, in denen die früheren Bekenntnisse niedergelegt sind bzw. aus denen sich gegenseitig« Belastungen ergeben. Vorsitzender Landgerichtsdirektor Dr. Z e l e n k a schlügt vor, die Protokolle nacheinander zusammenhängend zu verlesen, wie sie aufgenomnien worden sind. R.-A. Luetgebrune erklärt: Der Wille des Mandanten scheint mir das oberste Gesetz für die Verteidigung zu sein. Da die Angeklagten nichts zur Sache sagen wollen, muß die Staatsanwalt- schaft ein Verzeichnis derjenigen Protokolle vor- legen, deren Verlesung sie wünscht. Bis dahin bitte ich, die Sitzung zu vertagen. Darauf wird beschlossen, die Verhandlungen auf Mitt- woch vormittag zu vertagen, damit die Staalsanwaltschost das erbeten« Verzeichni- fertig stellen kann, um eine reibungslose Ab- Wicklung der weiteren Beweisaufnahme zu gewährleisten. Die Hauszinssteuer soll retten Troh Notverordnung wächst das Defizit- deshalb werden Bauten gesperrt! Das Reichskabnett ist am Dienstagvormittag um 11 Uhr zu einer Sitzung zusammengetreten, um über die Zhinanzreformpläne Dr. Dietrichs zu beraten, besonders die Richtlinien einer Ainanzreform, die Neuregelung des Finanzausgleichs und die A u f st e l l u n g des Etats für 19.11. Die Regierung Plant u. a. auch eine Neuregelung der Verteilung der Hauszins st euer, und zwar in dem Sinne, daß den Ländern die Mittel zur Be» schaffung von Neubauten nicht unerheblich beschnitten werden sollen. Auf diese Weise will man Preisfrage Warum zanken sich die beiden eigentlich? einen Teil des Defizits decken, das dank der Jnter- esienpolitik der Regierung Brüning schon jetzt wieder Hunderte von Millionen betragen soll. Die Einbehaltung der Hauszinsstcuer zu dem Zwecke, das Loch im FinanzsLckel zu stopfen, würde bedeuten. daß zahlreiche Bauten nicht begonnen und nicht weitergeführt werden können. Die Folge wäre also eine neue Steigerung der ziffvrn und damit eine weitere Defizits! Arbeitslosen« Vergrößerung des Dietrich läßt bestreiten. Die Regierung läßt offiziös folgendes Dementi verbreiten: Die Behauptung des„Vorwärts" vom 26. August 1930,'Nr. 397, Und des„Sozialdemokratischen Pressedienstes" vom 23. August d.J., daß eine Aufhebung der Erstattung der Lohnsteuer und eine entsprechende Erhöhung der Lohnsteuer geplant sei, ist vollkommen aus der Luft gegriffen und ist lediglich als wähl- taktisches Manöver zu werten, ebenso wie die heutige Meldung eines Berliner Mittagblattes, nach der Mittel der Hauszinssteuer zur Senkung der Einkommensteuer verwendet werdcir sollen und ähnliche Kombinationen. Richtig ist nur, daß der Reichs- minister der Finanzen von den Ressorts weitere erhebliche! Einschränkungen verlangt hat. Arbeitszeitschiedsspruch für Nordwest. 48 stündige Arbeitszeit bei Lohnausgleich. Dortmund, 26. August. lTll.) In dem Arbeit-zeitstreit in der Eisen- und Stahlindustrie der Nordwestlichen Gruppe wurde heule unter dem Vorsitz des Schlichters für Westfalen ein Schiedsspruch gefällt, in dem für etwa 2000 bis 3000 Arbeiter die Arbeitszeit zum Teil von 37. 54 und 32 Stunden auf 4L Stunden herabgesetzt wird. Das Abkommen lauf« ein Jahr. Die Arbeitgeber haben sich zu einem Lohnausgleich bereiterklärt. Die ErNärungsstist läuft bis zum 1. September. Wohlfahrtserwerbslose in Kleinstädten. An Zahl seit Snde�uli um Prozent gestiegen. Roch den bisher vorliegenden Ergebnissen des monatlichen Schnelldienstes de» Reichsstädtebundes ist die Zahl der am 31. Zuli 1930 unterstützten Wohlfahrtserwcrbslosen wieder um durchschnitt- (ich 10 proz. gestiegen. 3b 1134 Städten bis zu 25 000 Einwohnern.wurden am 31. 3uli rund 58 500 Personen lausend unterstützt, d. h. S,7 auf 1000 Eillwohner. Zerner wurden 3729 Fürsorgearbeiter<0.6 aus 1000 Einwohner) beschäftigt. Trotz des Sommers ist kein Rückgang eingetreten, mit dem Ende der Ernte und dem Aushören der Bau- »otigkei» ist für die nächsten Monate mit weiterem Ansteigen zu rechnen. Der Rorthelisse-Zeitungstrust. dessen Anteile sich im Besitz von Lord Rothermere befinden, hat wiederum zwei groß« Provinz- blätter, die„Hull Daily Mail" und den„Grimsby Telegraph", er, warben. Als Außenminister empfiehlt sich- Herr Gottfried TreviranuS: Revision wird bis zur„inneren Stärkung" vertagt. Königsberg. 2b. August. �«icheminister Treviranus, der hier über die Durchführung der dsth'lfe oerhandelte, hat„in einem kleinen Kreise von Dolkskonser- oativen und Volksparteilcrn feine iluffasjung über wichtige, äugen- blicklich im Bordergrund stehende politische Probleme bekanntgegeben". Er betonte, daß es für die Volkskonscroatios Parte! keine andere Zusammenarbeit gebe als mit den in der Regierung vertretenen Parteien, ein Gedanke, den er übrigens in der Diskussion ausdrücklich unterstrich, in der er für sein? Partei eine Zusanmienarbeit mit der Sozialdemokratie klar ablehnte.(Mit Nazis und Hugcnbergern also nicht?! Red.) Zur Personenfrage in der Osthilse erklärte er: Die Herren, bei denen man parteipolitische Bindungen befürchte und die in der Provinz deshalb auf starken Widerstand stießen, seien auf seine Pcranlassung in andere Stellungen v e r- setzt worden. Damit sei der Weg frei für eine»»bedingt sachliche Arbeit. Die einzelnen Oststellen würden ihre Tötig- keit am 5. September beginnen Zur Außenpolitik führte er aus: Es ist kein Zweifel mehr, daß die Auffassung, wie ich sie in meiner Rede anläßlich des Abstim- mungstoqes vertreten habe, Gemeingut des deutschen Dolkes werden müßte. Ich darf daraus hinweisen, daß ich ausdrücklich keine Forderungen angemeldet habe, sondern nur eine Fest- MlilerlMen elaseliea! stellung getroffen habe: die Grenzziehung im Osten ist derart, daß beide Böller, Deutschland und Polen, beunruhigt werden und daß der Friede Europas durch sie in Gefahr konimen kann. Selbst- verständlich weiß ich, daß der Anspnich auf eine Revision lediglich von der verantwortlichen Regierung bei dem zuständigen Gremium, also dein Völkerbund, angemeldet werden kann. Natürlich darf man von einem so alten Brauch nicht abweichen, schon uni nicht anderen Mischten hie Gelegenheit zu geben, ähnliche Wege zu gehen. Mit einer bloßen Anmeldung- von Protesten kann man keine Politik machen. Wenn mir nicht in der Welt das Gefühl dafür schaffen, daß es nicht nur ein persönliches Jiiteresse ist, aus dein wir sprechen, so werden wir keinen Umschwung erreichen. Für so notwendig ich bei meiner Gegnerschaft gegen die bisherigen außenpolitischen Bin- düngen eine Revision der Verträge halte, so kann der Zeitpunkt für eine solche Aktion doch erst dam, bestimint werden, wem? die innere Stärke Unseres Volkes uns die Gewißheit gibt, daß wir A t e m k r ä f t e genug haben, um einen solchen Anspruch durchzuhalten. Sonst ist der Schaden viel größer als der Rußen. In unserem Wahlaufruf fordern wir die Revision des Poung-Plans und die Revision der Ostgrenzen, weil wir«e für notwendig halten, die Wahrheit immer so zu sagen wie wir sie sehen. Aber ich würde selbst als Außenminister nicht daran denken, Polen die Gelegenheit zu geben, dieses Problem jetzt in Genf auszurollen und es obzu- drehen. In dieser Frage besteht nicht der leiseste Gegensatz zwischen UNS und dem Kabinett. In der sirfj anschließenden Aussprache kam der Minister u. a. auch auf das Problem Hindenburg im Wahlkampf zu sprechen. „Einmütig wurde der Vorwurf zurückgewiesen, als ob die hinter der Rcgicruyg�stghenden Parteien daran dächten, den Namen Hinöeir. bürg für parteipolitisch« Zwecke zu mißbrauchen." Er formulierte das Problem folgendermaßen:„Wir stellen uns nicht hinter, sondern vor Hindenburg." Geheimnis um Andrees Tagebuch. Hai die Expedition ilSSI den Aordpol überflogen? Stockholm, 26. August. Ein weiterer amtlicher verichl über die Aussintamg der Aiidrecschen Expedition liegt nunmehr vor. Es handelt sich um die Aleldung de» schwedischen Konsul» in Tromfö, Arnesen. an die schwedische Regierung, au» der l>ervorgcht. daß aller Wahrscheinlichkeit »ach auch die Leiche de» dritten Teilaehmar, der Expedition geborgen worden ist. Die übrige» Teile de» Bericht» decken sich mit den bisher bekanntgewordenen Einzelheiten. Der! Kommission, die die schwedische Regierung wahrscheinlich schon in den nächsten Tagen nach Tromsö schickt, wird u. o. ein besonderer Fachmann angehören, der die Austauung und Bewahrung � de» Tagebuch» übernehmen wird. Untersuchungen haben ergeben. daß es durch ein besondere» Versahren unter allen Umständen möglich sein wird, die Schrift zu entziffern, fall» sie mit Tinte oder i Bleistist geschrieben ist. wenn Andree dagegen Kopierstift gebraucht haben sollte, besteht wenig Aussicht dafür. Tn ganz Skandinavien sieht man den Einzelheiten de» Tagebuchinhall» mit allergrößter Spannung entgegen. Ganz besonders interessiert naturgemäß auch die Frage, ob die Andrecsche Expedition vor der Katastrophe den Nordpol überflogen Hai. Gronaus Klug nach New �ork. Eintreffen heute abend erwartet. Mit dem am heutigen Dienstag abend zu erwar- t e» d e n Eintreffen der deutschen Ozeanfticger in New Port wird der Allan likflug de» Dornier-Wal D 14 2 2 der Deutschen Dertehrsfliegcrjchule G. m. b. H.. Armin- schweig, seinen Abschluß finden. Das Flugboot ivor feit Anfang l!l28 bei der Deutsche» Verkehrsfliegerschule eingesetzt. Es ist mit den üblichen Flng- und Novigationsinstrumenten, mit einer T«le- funkenstalion(Üangwellengerät) und einer Telefuntcnpeifanlage ausgerüstet. Das Triebwerk des Bootes besteht ous zwei BMB.- VI-Motoren normaler Serienherftellung. Gegenüber der sonst völlig normalen Ausstattung besitzt das Boot lediglich einen. Z u- s a tz t a nk, der ihm die Ueberwindung größerer Ueberseestrecken ohne Zwischenlandung ermöglicht. Das gleiche Boot hat mit gleicher Ausrüstung in den legten Jahren' dem normalen Ausbildungs- betriebe in der Nordsee gedient. De? Führer des erfolgreichen Flugbootes, Wolsgong von Gronau, ist geborener Berliner, er steht im Z8. Lebensjahre. Lveien Wolf gestorben. Der jüdische Journalist und Politiker Lucien Wolf ist heute in London gestarben. Wolf war einer der bekanntesten jüdischen Diplomaten. Er vertrol die anglo-jüdische Gemeinschaft auf der Lersailler Konserenz im Jahre ISIS und er- reichte Minherheitsverträge mit Polen, Rumänien, der Tschecho- slowatei und Griechenland. Wolf war auch der Begründer de» Beratenden Komitees für Flüchtlinge beim Hohen Kommissar de» Pötk?rbundes.- Wetter für Verlin: Fortdauer de» heständigen Wetters. Für Dc-'.schland: Allgeniciii heiter und am Tage w'.rin. im Nordoste i weiter« Windabnahm«, stellenweise Frühnebel. Kein Tag ohne Wahlkrawall Hakenkreuzler terrorisieren alle Parteien Lübeck. 2t>. August(Eig.'iibcricht). Am Montag abend kam es in einer Wahlversammlung der Deutschen Volksparte!, in der der frühere Reichsfinanzminister Dr. Moldenhauer sprach, zu ft li r m i l ch e n Auftritten und schließlich zu einer Prügelei. Zu der Bersammlung waren auch in größerer Zahl N a t i o n a l s o z i a l i st c n erschienen, die Mol- denhauer dauernd in seinen Aussllhruugen unterbrachen. Es ertönten schrille Pfiffe und ein G e s o h l c. Als schließlich der soozialdemokratische Reichslagsabgeorodnete Dr. Leber als erster Dislussionsredner austrat und der Meinung Ausdruck gab, es wäre unerhört, daß eine kleine Gruppe von Nationalsozialiste'i eine Ber- sammlung van 2000 Menschen terrorisiere, erhob sich abermals ein wüster Lärm. Daraus entspann sich eine Schlügerei mit S t ü h i c n und anderen Gegenständen. Die Nationalsozialist n wurden aus dem Saal hcrausgedrängl. Mehrere Personen wurden verletzt, jedoch niemand ernstlich. Die Polizei mußie die Ruhe wiederherstellen. Koch-Versammlung gesprengt. Augsburg,?kl. August. In einer zahlreich besuchlen Versainmlnng entwickelle gestern abend K o ch- W e s e r das Programm der Staatspariei. Schon während der Aussührungen des Redners und der nach ihm sprechende» Kandidaten der Partei venirsachicn die zahlreich erschienenen Nationalsozialisten durch s o r t w ä h- r e Ii d e Zwischenrufe große Unruhe, so daß der Vcr- saminlungsleiter wiederholt polizeilichen Schutz anrief. Als unmittelbar nach den Reden die Versammlung das Deutschjlaiid- lied anstimmte, vollsührten die Nationalsozialisten einen Hallen- lärm. Es tan, zu einem allgemeinen Tumult, so daß das Polizei- ausgebot eingrisf und verschiedentlich gegen die Schreier mit dem Gummiknüppel vorging. Der Lärm setzte sich auf der Straße fort, doch ist es zu blutigen Zusammenstößen nicht gekommen. Bombe unter dem Schlafzimmer. Trittau(Bezirk Hamburg), 26. August. Auf dem in Großensee gelegenen Besitztum des Kaufmanns Ernst Karl S ch l i e m a n n, Hamburg, wurde heute früh fest- gestellt, daß die Telephonleitung durchschnitten war. Bei einer gründlichen Revision fand man unter dem Schlafzimmer Schlie- manns einen von außen angebrachteii Sprengkörper, die daran befindliche Zündschnur war erloschen. Außerhalb des Hauses waren weitere Sprengkörper gelegt. Als Frau Schliemann auf einen solchen Sprengkörper trat, explodierte dieser und zerriß ihr die recht« Hand. Sic mußte schleunigst nach Hamburg ins Krankenhaus gebracht werden. Man vermutet einen Racheakt. Di« Land- jögcrei und die Landeskriminalpoli.zei find fieberhaft an der Arbeit, um die Täter zu ermitteln. �tuch Mahraun darf nicht sprechen. halle, 26. August.(Eigenbericht.) Am Montag abend sprengten hier etwa 30 Nationalsozialisten eine Versammlung der sogenannten Staatspartei, in der Mahraun sprechen sollte. Der Redner halte kaum das Wort genommen, als er von den ausschließlich jugendlichen Nationalsozia- listen mit schmutzigen Redensarten unterbrochen wurde. Als die Störungen schließlich so groß wurden, daß die Der- sammlung de» Redner nicht mehr verstehen konnte, brach Mah- r a ii ii s c!>, e R e d e a b. Die Versammlung wurde daraufhin ge- schlössen. Das ging den Nationalsozialisten offensichtlich gegen den Sirich. In ihrer Enttäuschung griffen sie zu Biergläsern und S t u h l e n, die sie nach der Bühne warsen. Es kam zu wüster. I» m u l t s zen en. Als schließlich die Polizei eingriff, suchten die Hitlerioner getreu dem Vorbilde ihres„großen" Führers das Weite. Soweit ihnen das nicht schnell genug gelang, wurden sie mit Gummi- knüppel au- dem Saal hinausgeprügelt. Wahlausschreitungen in Breslau. Breslau, 26. August. Die Sozialdemokraten hatten am Montag ihre Anhänger sowie die Nationalsozialisten zu einer Auseinandersetzung über das Thema „Sozialismus oder Nationalsozialismus" aus- gerufen. Schon eine halbe Stunde vor Beginn wurde der große Saal des Gewertschaftshauses wegen Ueberfüllung polizeilich ge- ichlossen. Eine Parallelverjammlung wurde im Garten abgehalten, die der s o z ia l i st i s ch« S tadt ra t Kru m m leitete, der während der Lersamnilung einen Schlagansall erlitt nnd in ein Kranken- Haus gebracht werden mußte. Sowohl im Garten als auch im Saale waren die Nationalsozialisten sehr stark vertreten. Während der Ausführungen sämtlicher Redner kam es wiederholt zu stürmischen Zwischenmien. Als der nationalsozialistische Redner geendet hatte und niit einem großen Teil seiner Anhänger den Saal verließ und die Gactenversammlung inzwischen beendet war, kam es auf der Straße wiederholt zu Zusammenstößen und die Polizei mußte unter starkem Aufgebot verschiedentlich vorgehen und die Streitenden trennen. Mehrere Personen wurden stftiert. In der zwölften AbeNdstimd« war die Ruhe wiederhergestellt. poliiik der Kaufte. Oer Schwur der Tlationalkommunisten. „Mit geballten Fäusten leisten die roten Kolonnen den Treue- schwur..." „3n den schwieligen Fäuste» trugen sie..." „Ein erhebender Anblick, als die unübersehbare Menge mit geballter Faust"— e» scheint also auch ungeballte Fäuste zu geben— den Schwur leistete", den Ulbricht verlas. „Die Fäuste zum Schwur erhoben, standen die roten Bataillone des revoluiionären Zentrums Deutschlands, Berlin.. Dies« Sätze stammen nicht etwa aus einem Bericht über die Kundgebung eines Vereins für Wiedereinsllhmng des Faust- rechts, noch aus der eines Box-Sportklubs, sondern aus dem Bericht des Moskaublattes über ein« Kundgebung der KPD. zur Reichstagswahl. Die Fäuste können nicht immer geballt sein und mit geballten Fäusten kann keine Arbeit, geschweige denn ersprießliche Arbeit geleistet werden. Wer diese leisten und geleistet sehen will, arbeitet sür die Wahl von Sozialdemokraten! Zung-Krankreich am Wannsee. Im Rahmen der Berliner Veranstaltungen für die französischen Austauschschüler und ihre deutschen Kameraden gab es im Strand- bad Wannsee ein« fröhliche Kaffeetafel; an festlich gedeckten, in den deutschen und französischen Landesfarben geschmückten Tischen san- den sich die jungen Gäste und ihre Gastgeber zusammen, herzlichst begrüßt von Stadträtin W e y l, die im Namen des Landesjugend- amtes liebe Worte sprach; Frau Sero 5, die Mitbegründerin und, wie sie sich selbst titulierte: die„Austauschmutter", dankt« vor allem der Stadt Berlin für ihr« tatkräftige Unterstützung dieses Friedens« wertes und Oberstudiendirektor Kaweran rief den jungen Fron- zosen in ihrer Muttersprache das ins Gedächtnis, was ihnen an ihrem Besuch als unoeraehlicher Eindruck haften bleiben soll: daß Völker durch ihre neue Generation die Hand zum Bunoe reichen. Boll Begeisterung sprach dann ein junger Franzose im Namen seiner Kameraden den Dank aus. Viel Praktisches und Lehrreiches haben die jungen Gäste in ihrem vierwöchigen Aufenthalt gehört und gesehen, aber die prächtige Stück Natur in unmittelbarer Nähe der Weltstadt gefiel ihnen ganz besonders und einer meint« traurig: Wir haben kein so schönes Wasser, keine so großen Sportplätze und auch keine Zeit, den Sport genügend auszuüben. Den Höhepunkt er- reichte die Deranstaltung, als der Leiter des Wannseebades, Clajus, seine Kaffeegäste zu einem kühnen Sprung in die Fluten einlud. Drei Opfer eines Booisunglücks. Bei Ausbesserungen om Leuchtturm im Kurifchen Haff. M e m e l. 26. August. Auf dem karischen haff bei perwelt, l0 Kilometer süd- lich von Schwarzort. ereignete sich ein großes Unglück. Am Hafen- l« u ch t l u r m. der etwa 150 Meter vom Ufer entfernt am Hafen liegt, wurden von Angestellten des hafenbauaml» Memel Instand- sehungsarbeiten vorgenommen. Dabei wurde ein Monteur mit einem Boot abgetrieben. Angestellte de» haufenbauamls versuchten ihn in einem Segelboot zu erreichen und on Land zu dringen. In einer Entfernung von mehreren hundert Metern vom Land schlua das Segelboot um und alle sechs fielen in» waster. Fischer konnten nur drei Mann retten, die anderen drei Znsaffen ertranken. Da» abgetriebene Boot mit dem Monteur wurde später treibend aufgefunden und gerettet. Ärückeneinsturz beim Manöver. 25 tschechoslowakische Soldaten verleht. Prag, 26. August. Lei den tschechoslowakischen Flußmanövcrn er- eignete sich gestern ein schwerer Unglücksfall, der Anlaß zu Gerüchten gab, daß 40 Soldaten ertrunken seien. Als 4« Soldaten über eine provisorische Brücke in der Nähe von Ncuhäusel gingen, brach die Brücke auseinander. Die Soldaten sielen in den Floß. Do der Fluß Hochwasser führte, entstand eine Panik. Die Rettungsarbeiten setzten jedoch sofort ein und olle Soldaten koimten gerettet werden. Ungefähr 25 Soldaten wurden teil» schwer, teils leichter verletzt ins Militärkrankcnhaus von Preßburg gebracht. Tote gab es bei dem Ungtück entgegen den Gerüchten keine. Europatonferenz am 3, Gepiember. Vertrauliche Aussprache der Außenminister. pari». 26. August.(Eigenbericht.) lieber di« bevorstehende Europakonferenz in Genf werden jetzt nähere Einzelheiten bekannt. Die erst« Sitzung wird om 8. Sep- tember mittags stattfinden, und zwar anschließend an die Eröffnung der diesjährigen Ratstagung. Die zweite Sitzung soll am S. September folgen. Bisher Hoden zu dem von Briand vorgeschlagenen Termin 15 Rationen ihre schriftliche Zustimmung gegeben. Alle 15 Länder teilten gleichzeitig nrit, daß sie sich auf der Europakonferenz durch ihre Außenminister vertreten lassen werden. Ihre Teilnahme haben bisher unter anderem zugesagt Henderson, Eurtius, Hymans, Zalesti, Benesch usw. Wie der„Excelsior" mitteilt, werden die Beratungen der Europakonserenz unter dem Ausschluß der Oeffentlichkeit vor sich gehe». Briand habe die Absicht, in seinem mündlichen Referat auf alle Gegenargumente einzugehen, die gegen de» Europaplan geltend gemacht worden sind. Tränengas im Füllhalter. Waffen der amerikanischen Llnterwelt. New Aork, 26. August. Die Polizei«ntdeckte bei einer Haussuchung in Brooklyn ein W o f f e n a r f e n o l, dos einer Schmugglcrbande gehörte. Pier Schmuggler wurden verhaftet. Unter den Waffen befanden sich neun Bomben aller Größen, Handgranaten, Revolver und ein Instrument zur Derroendung von Tränengas. Das Instrument gleicht einem Füllfederhalter und enthält statt Tinte Tränengas. Die Polizei hat auf einem Dampfer vier der berüchtigsten Bontiten Chikagos veihaitct, die im Verdacht stehen, erst dieser Tage einen reichen Kaffeehausbesitzer erschossen zu haben. Subiläums- feier auf SeMoft Wyden Unser« Bilder sind bei der Funfzig-Jahr-Feier des sozialistischen Geheimkongresses aus Schloß Wyden aufgenommen. Sie zeigen die deutschen Partei. Veteranen Eduard Bernstein und Ulrich-chessen im Ge- ipräch. Oben links: Dr. Otto Lang-Zürich mit Grimm- Bern und Robert Seidel. „Links, rechts— links, rechts..." In einer Berliner Volksschule: Exerzieren der> ABE-Schühen. Auf dem Schulhof einer Britzer Volksschule wird feste ererziert. Die Kommondeuse, eine ziemlich bejahrte, streng dvein- blickende Dame, befehligt mit stark angerauhtem Sopran ihr Rekrutenkorps. Was an der militärischen Ausrüstung fehlt— der eine besitzt einen Papierhelm, der andere ein hölzernes Bafo- nett, der dritte sogar«in Schießgewehr, die meisten aber exerzieren in „Zivil"—> das macht die energische Dame durch straffen Drill wieder out. Cr scheint sich um keine ausgesprochene Elitemannschast zu handeln, denn die kleinen Kerls verwechseln egal linkes und rechtes Bein, und so muß der Feldwebel immer wieder,„links, links, links" kommandierend, die Front abschreiten. Dafür ist aber ein M i n i a- tur-Hauptmann vorhanden, der, ängstlich nach des Feldwebels Weisung äugend, die Truppe befehligt und folgenden Vers herstottert: „Ich bin euer Hauptmann und ihr die Soldaten, und wer nicht pariert, für den gibt es Strafen. 5ivrt ihr's?" Immer wieder von neuem werden die kleinen Bengel in die Mysterien der edlen Soldatenkunst eingeweiht, immer wieder fliegt mal das linke, mal das rechte Beinchen hoch, immer wieder müssen sie zu des Herrn Hauptmanns Machtspruch wohlgesällig-verstehend grinsen. Bor dem Schulhof hat sich indessen eine größere Menschenmenge angesammelt, und Fräulein Feldwebel, im stolzen Gefühl ihrer erhabenen Leistung, schnarrt immer lauter und kumpelt immer forscher. Rur schade, daß sie nicht hört, wie sich ihr„Publikum" zu der Vorführung äußert. Der«in« brummt was von„Mensch, laß doch den Quatsch", der andere meint„woll'n wa ja jar nich mehr wissen", und der dritte zuckt vielsagend die Achseln. Ist der vorgesetzten Schulbehörd« die Erziehungsmethode jener „tüchtigen" Pädagogin bekannt? Wir empfehlen dem Stadtschulrat doch auch einmal während einer solchen Turnstunde„Publikum" zu spielen. Die Schiebungen bei der Gerichiskaffe. Buchhändler Sack freigesprochen. In der Beweisaufnahme des Betrugsprozesses gegen den Rech- nungsrevisor Beesten, der fingiert« Rechnungen der Buchhand- lung Sack der Gerichtskasse zur Bezahlung überwies, gab dieser Beschuldigte zu, daß er die Unterschriften des Vizepräsidenten des � Kammergerichts unter den dementsprechenden Verfügungen, die er 'später vernichtete, ständig gefälscht hatte. Professor Dr. Strauch erstattete unter Ausschluß der Oesfentlichkeit«in Gutachten, in dessen Ergebnis er Beesten für geistig minderwertig erklärte. Staats- onwaltschaftsrat Kreismann beantragte gegen den Revisor zwei Jahre Zuchthaus, gegen den Buchhändler Sack sechs Monate Gesängnis, und gegen den Prokuristen Adelt neun Monat« Ge- fängnis. Nach längerer Beratung sprach auch das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsrat Wartenberger den Buchhändler Sack von der Anklage des � Betruges frei. Das Gericht habe ihm geglaubt, daß seine Interesien an der Firma auf anderem Gebiete gelegen hätten, so daß er sich um die kaufmännischen Verhandlungen und Rechnungen kaum gekümmett hätte. Trotz schwerer Verdachts- Momente konnte ihm nicht nachgewiesen werden, daß er die Summen, di« ihm sein Prokurist brachte, nicht als Vorschüsse der Justizverwaltung angesehen hätte. Der Prokurist Adelt wurde wegen sortgesetzten Betruges und aktiver Bestechung zu neun Monaten Gesängnis verurteilt. Da er unbestraft ist. wurde ihm eine dreijährig« Bewährungsfrist zugebilligt. Der Hauptschuldige. der Rechnungsrevisor Beesten, wurde wegen fortgesetzten gemein- schastlichen Betruges in Tateinheit mit schwerer Urkundenfälschung. wegen fortgesetzter Amtsunterschlagung, wegen gewinnsüchtiger Urkundenfälschung, wegen Urkundcnvernichtung und wegen passiver Bestechung zu drei Iahren drei Monaten Gesängnis verurteilt, und es wurde ihm die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf fünf Jahr« aberkannt.___ Schlußakt des Stralauer Fischzuges. Da» acht Tage wahrende Fest des Stralauer Fischzuges wurde beschlosien durch den eigentlichen Fischzug oder vielmehr durch die drei traditionellen Fischzüge in dem Spreearm zwisch«» Stralau und Treptow. Die Spree wimmelle von Dampfen», Motorbooten, Ztuder- und Paddelbooten. Drüben im Treotolver Park verfolgten Tausend« das seltene Schauspiel. Alle am Wasser gelegenen Lokal« waren dicht besetzt. Der Dampfer für die Gäste tutet zur Abfahrt. Rechts und links weichen ihm die kleineren Fahrzeuge aus. Eine kräftig von Westen blasende Brise «rjHwert ihm die Fahrt, die sich dann aber programmäßig ab- wickelt. Die Fischcrgemeinde versammelt sich zum großen Fischessen bei Tübbecke. Sie braucht jetzt keinen Zug mehr an den Magistrat und an die Geistlichkeit abzugeben: aber das würde bei dieser spärlichen Ausbeute auch nicht lohnen. Witzbolde wollen sogar die Fische schon am Tage vorher auf dem Berliner Fischmarkt gesehen haben, was der guten Laune aber keinen Abbruch.tut. Bis zum späten Abend vergnügt man sich bei Blumen, und Illu- m i n a t i o n s k o n s o auf der Strecke zwischen den Restaurants „Zum Wassersport' und„Schwanenberg". Die Preisrichter, di« auf dem Grundstück der Ersten Genossenschaftsbrauerei Platz ge- noimnen haben, verteilen zwei Ehrenurkunden des Magistrats Berlin, zwei Ehrenpreise des auch anwesenden Bürgermeisters des Bezirksamts Friedrichshain, Mielitz, und vier Preise des Vereins zur Erhaltung des historischen Fischzuges von Stralau, mit dessen Verlauf jeder Teilnehmer zu Wasser und zu Lande in diesem Jahre sehr zufrieden war. Betrug an Erwerbslosen. Vorsicht! Ein Schwindler mißbraucht den Nomen der Mitropa. Durch Betrug an den Aermsten der Armen, erwerbslosen ...en Leuten, erschwindelt sich ein gewissenloser Gauner bereit» seit längerer Zeit erhebliche Summen, ohne daß es gelungen ist, des Manne» habhaft Zu werden. In Berliner Zeitungen erläßt er„Kleine Anzeigen", wonach ein größerer Wirtschaftsbetrieb einen Portier sucht. Das Inserat enthält eine Chiffre, aus die hin natürlich zahlreiche-Erwerbslose sich melden, t-ie erhalten dann dieses Schreiben: Z-(Mitropa)-§ Mitteleuropäische Schlaf- undSpeisewagengesellschost! Berlin,— N.W. 7.— Personal/Abt. Berlin, den.. Herrn..... Nach den eingeholten Erkundigungen wird Ihnen mitgeteilt, da» Ihre Bewerbung als Portier, berücksichtigt worden ilt. Die- selbe wird heute der Direktion zur Genehmigung Ihrer Einstellung vorgelegt. Der endgültig« Bescheid wird Ihnen am....... schriftlich oder durch Boten zugestellt. Wir ersuchen Sie sich am genannten Tag«, zu unserer Verfügung zu holten, damit wir Sie sofort beordern lassen können. Der Antritt müßte dann sofort erfolgen. Wochenlahn 52,— N.M. Dienst in zwei Schichten: I.— 6—2. Uhr. u. 2.— 2—10. Uhr. Hochachtungsvoll(Stempel) Persvnat-Annahme der Mitropa Berlin, gez. Stumm. Das Schreiben hat keinen Vriestopf, sondern der Kopf ist mit Schreibmaschinenschrist in der von uns dargestellten Weis« hergestellt. Auch die falsche Rechtschreibung entspricht einem Originalbrief, der uns vorlag. Hieraus allein ist der Schwindel er- sichtlich. Unter dem Brief befindet sich ein gefälschter Stempel der Mitropa. Der Schwindler kommt am angekündigten Tage zu dem Bewerber und teilt ihm mit, daß sein Gesuch Erfolg gehabt hat. Er möge sich bei der Mitropa melden, vorher aber 15 Mark für di« Dienstkleidung hinterlegen. Der erfreut« Stellungslose zahlt diese Summe. Bei der Mitropa stellt sich dann alles als Schwindel heraus. Der Schwindel ist dem gerissenen Lumpen an einem Tag« nicht weniger als viermal geglückt. Er ist etwa 1,75 Meter groß, 35 bis 40 Jahre alt und hat einen kurzen Schnurrbart(Zahnbürste). Er trug Manchesterhose, blau« Jacke und blaue Mütze. Wieder Fleischvergiftungen. Essen. 26. August.(Eigenbericht.) In Wanne-Eickel sind nach dem Genuß von Hackfleisch 50 Personen an Fleischvergiftung erkrankt, darunter«in Teil des Personals des evangelischen Krankenhauses. Die Erkrankungen sind zum Teil schwerer Natur.- Sie sind auf den Genuß von Rindfleisch zurückzuführen, das von drei Metzgern geliefert worden war. '.«'.0'. „Abschied." ll.-T. Kotfürstendamm. In einer durchaus nicht erstklassigen Pension wohnen recht unterschiedlich geartete Menschen geräuschvoll eng beieinander. Der Querschnitt durch dies« Pension wirb zum Querschnitt durchs Leben. Die geschwätzige Wirtin, die von der Klatschsucht zur Verleumdung getrieben wird, bringt«in junges Menschenpaar auseinander. Der junge Mann hat außerhalb eine gute Stellung gefunden. Während das junge Mädchen gewollt geheirnnistuerisch herumläuft, um sich für dm letzten Abend des Zusammenseins recht schön zu machm, entfacht die Wirtin die unbegründete Eifersucht des jungen Mannes, der schließlich ohne Abschied abfährt, lind oa» Faktotum der Pen- sion, das nur von Geschenken und vom„Erben" lebt, gibt der Per- lassenen, den von ihm unterschlagenen Ring des Bräutigams, den dieser in der Aufregung vergessen hatte. Es ist der Ring, den sie ihm schenkte. So wird erstes Liebesglück endgültig zerstört. Robert Siodmak gibt dem Tonfilm, was des Tonsilm» ist. Hier stört kein Geräusch und kein Gespräch. Der Regisseur kennt keine stilisierten Reden und kein sacharingesüßtes Liebesgeflüster. Bei ihm reden di« Menschen, wie Alltag und Zufall es ergeben. Sie sprechen nahezu vulgär, aber ste wirken echt. Robert Siodmak kennt nur Menschen, und dieser Mut zum Alltag und zur Wahrheit muß ihm hoch angerechnet werden, liervorragmd wird er durch den Photographen E. Schüsfta.n unterstützt, der eine sehr realistisch« Berichterstattung mit der Kamera liebt und die Gesichte« oft so scharf sieht, wie man sie früher gar nicht gewogt hätte zu photo- graphieren.' � Die Darsteller Brigitte Horney, Emilia Unda, Martha Zieglcr, Aribert Mog, Konstantin Mir, Frank Günther und Wladimir Sota- loff waren alle am richtigen Platze und schufen ein ganz eigen- artiges Werk._ e. b. „Hasenklein kann nichts dafür." Theater des Westens. Unter Fritz Friedmann- Frederichs Regie startete hier ein Schwank, der unvertnemen Beifall fand. Es handelt sich um den uralten Vorwurf, daß einer Karriere macht, ohne zu wissen. wie er dazu kommt. Dieser Ein« ist Max Adalbert und damit wäre auch die Ursache des starten Applauses genannt. Er natürlich verdient«, betlatscht zu werden. Denn er betrog Berlin um die Sen- sation eines Durchfalles. In einem Puppenspiel, geistlos und stellen- weise von geschmackloser Verkitschung, zwischen mehr oder weniger gut eingeschulten Puppen, wird plötzlich ein« lebendig, sperrt den Mund auf, schüttelt sich, hustet, krächzt, deklamiert und schweigt nun im rechten Augenblick, so daß vor uns wirklich der Schneidermeister Titus Hasenklein auftaucht in all seiner hilflosen Komik und wir lachen müssen, lachen, daß uns die Tränen die Wangen entlang kollern. Sein« Haare sind ständig in Unordnung, sein Hosenboden hängt viel zu tief: er segelt mit schlingernden, weit ausholenden Schritten über die Bühne. Er hetzt menschlich Glaubhaftes in«in bis ins letzte unglaubwürdiges Stück hinein. Da wir jetzt im Wohlkampf stehen, schildert da, Stück natürlich auch einen Wahlkampf, so wie sich das der lleine Mohn er- Möns(der Auior) vorstellt. Di« Dümmsten werden zu Abgeord- neten gewählt, und der Unfähigste von allen wird Ministerpräsident. Ein Mann, der von Polittt gar nichts versteht: Max Adalbert— Titus Hasenklein wollte ich sagen.. Von den Darstellern sind noch zu erwähnen: Berta Mvnnard, Elly Hofsmann. Hermann Böttcher. Richard Starnburg. Joses Reit- hofer und Berthvld Reißig. Adalbert erntete stürmischen Beifall. L. M. „Die große Sehnsucht." Eapitol. Di« Welt des Tonfilms mit ihrem ganzen' Drunter Und Drüber wird jetzt im Tonfilm groß« Mode. Auf„den Schuß im Tonfilm- atelier" ist jetzt„die große Sehnsucht" gefolgt. Ein wenig Ernst, viel gute Laune, ein paar treffsichere Parodien, aber natürlich kein« wirklich« Satire, dafür aber l« i d e r«in ziemlicher Schuß Centimen- talität! Bor allem aber hat man an di« 20 Prominente aufgeboten, die zumeist nur ganz kurz eine Bisit« abstatten, damit sie überhaupt im Film vorkommen. Zlls Gerüst der Handlung ist die Karriere einer jungen hübschen Filmkomparse genommen, die über Nacht als Stör entdeckt wird, ihren kleinen Liebesroman mit ihrem Jüngling beendet und dann mit vollen Segeln auf den Ozean der Berühmtheit lossteuert. Camilla Horn kann ihr« manttigsachen Vorzüge in dieser Figur gut herausstellen, sie ist nicht nur hübsch, kann nicht nur singen, sondern hat auch immer ein ausdrucksvolles Spiel. Mit der Stimme hapert es zum Teil(ober noch viel schlimmer mtl der Stimme mancher anderer Prominenten). Sehr ulkig ist Paul K e m p als Regieassistent, sein« Schwipsnummer ist«ine somose Einlage. Di« beste Parodie steuern Erwin van Roy als Regisseur Berg, sowie Maria Pa Udler und Paul Heidemann(auf Jannings— Dietrich) bei. Aber wer zählt die Völker, nennt die Namen? Slnny O n d r a varietetelt und Harry L i e d t k e gibt hoheitsvoll seine Karte ab. Theodor L o o s sucht die ernste Seite des Fllms zu betonen, er zeigt«inen unerbittlich strengen und arbeitsamen Regisseur. Zwischendurch gibt es Musik von Friedrich Hollaender, Reoueszenen und sonst mancherlei fürs Auge. In Wirklichkeit geht es beim Film und auch beim Tonsilm doch etwas anders zu, aber Stefan S z e k e l y wollte bewußt die lustigen und unterhaltsamen Seiten des Films hervorkehren, und dos ist ihm gelungen r. Deutsche Arbeiterchöre im Austonv. In den letzten Monaten sind von dem Deutschen Arbeitersänger- bund angeschlossenen Chorvereinigungen eine Reihe bemerkeps« werter Konzertreisen ins Ausland oeranstallet worden, di« nach den in der„Deutschen Arbeitersänger-Zeitung" enthaltenen Prefle- stimmen aus dem Auslande auch von außerordentlich künstlerischem Erfolg begleitet gewesen sind. Stuttgarter Sängerchöre haben mit Ehören von Franz Schubert, Erwin Lendvai. Oskar Fried und Gustav Adolf Uthmann in Paris zwei Konzerte veranstaltet, von denen das letztere vom Eiffelturm-Sender übertragen wurde. Der Voltschor Bergisch-Land hat mit dem„Iudas-Maccabäus" bei einer Konzertveranstaltung in Brüssel außerordentlichen Erfolg erzielt. Der Bremer Volkschor war in Groningen zu Gast ge- laden, der Essener Volkschor in Rotterdam und Arnheim, der Voltschor Ost-Bielefeld in Utrecht. Im Juli unternahm der Gewertschafis-Sängerchor Neumünster eine Konzertreis« nach Kopenhagen. Die Kopenhagener Presse rühmt besonder» die Wiedergabe schlichter Volkslieder, von denen ein Teil plattdeutsch gesungen wurde. Prof. Paul Wagner gestorben. Am Montag starb im Atter von 87 Jahren Professor Paul Wagner. Er"war bekannt als Forscher und Förderer der agrarkultur-chemischen Wissenschaften aus dem Gebiete der Pflanzenernährung. Er hat die Lehren Liebigs weiter ausgebaut und zur Entwicklung der Kunstdünger- induftrie Deutschlands wesentlich beigetrogen Der Zilmschauspteler Loa tlhaaey, der plötzlich schwer erkrankte, ist beute m Los tlnaele» gestorben. Lon Char.eh war auch bei un» ausgefallen durch seinen rücksichtslosen Realismus, ober wahrscheinlich hoben wir ihn in manchen seiner besten Sestoltungen gar nicht zu sehen bekomwen. Zm Deutschen Sünstlerlheaser findet ein sünilögiges tSastipiel der L u d wig Thoma-Sühne(Egern) statt. Zur SlussühruNg gelangt ,M a g- .dale n-ay VolkSstück oon Ludwig Thomn. Die Organisation der Totschläger Hitler und seine Anhänger schufen sich in den Stnrm- nbteilnngen und Schutzstaffeln kriegsmäßig organisierte Formationen. Ihre Aufgaben sind Terror und Gewalttal, ihre Mittel Schlagring und Revolver. Kennzeichnend für die Zielsetzung ist schon die Gründung der SA. Leutnant Klintzsch, ihr erster Führer, wurde von Ka- Pitän Ehrhardt(damals noch ührer der Mordorganisation Consul) ernannt— auf Wunsch Hitlers. Ihm folgte nach dem Putsch von 1923 Hauptmann Röhm, der die SA. als„Vaterländischer Kampfbund" erneut organisierte. Jetzt liegt die SA.- Führung in den Händen des Hauptmanns Fr. von Pfeffer, der bezeichnenderweise auch Referent für der NSDA und Sport in Sturm-Abt(SA) Oberste SA-FQbnmg(Osaf) Hauptmann Fr. von Pfafte» Adjutant: Leutnant G. HaOermann Schutz- Staffel (SS) MÜNCHEN HMnek Himmler SA-Ost Bertin Ose#'St»»verty Hauetmann w. Stawaa AdfeiUnt: ObartautnaM w, iah* SA-West Kassel SA-SOd, MOncben Der oberste SA.-Führer(Osaf) entscheidet in allen SA.-Ange- ■legenheiten selbständig. Die innere Organisation und das Kommando unterstehen ihm unbeschränkt Dagegen hat er formell nicht den geringsten politischen Einfluß. Wie und wo die SA. einzusetzen sind, bestimmt der politische Leiter, die Durchführung der Maßnahmen obliegt jedoch dem Osaf und seinen Unterführern. Mitglied der SÄ. kann nur sein, wer sich verpflichtet, unter allen Umstünden jeden Befehl des Osaf und der von ihm eingesetzten Führer widerspruchlos ans- zuführen. Jedes SA.-Mitglied muß gleichzeitig Mitglied der NSDAP. sein. Dar OrgcmisaYionsaufbau Militärische Mätzchen. Drei Glieder von je vier Mann bilden mit ihrem Grnf(Gruppenführer) eine Gruppe, drei Gruppen unter einem Trnf (Truppenführer) einen Trupp, zwei Truppen unter einem Stuf(Sturmführer) einen"Sturm. Die Stürme werden gewöhnlich innerhalb eines Gaues unter einem(Sfaf) Standartenführer) zu einer Standarte zusammengefaßt. Ist die Standarte zu groß, wird sie geteilt Zwei Standarten bilden dann unter einem Ganstuf(Gausturmführer) einen Gausturm, zwei Ganstürme unter einem Brigaf(Brigadeführer) eine Brigade. Die Brigaden sind in Gruppenkommandos unter Leitung eines Osaf-Stellvertreter zusammengefaßt. Die Osaf- Stellvertreter wiederum unterstehen direkt dem Osaf. SA. und Reichswehr. Ob es wohl Zufall ist, daß sich die Gruppenkommandos der SA. mit dem Bereich der Reidiswehrdivisionen fast zu lOOProz. ! decken? In den Standorten der Reichswehrdivisionen 1,11,111, IV und VII befinden sich auch die Sitze der SA.-Gruppcnkomman- dos. Nur bei der VI. Reichswehrdivision(Münster) ist der SA.- Standort(Hannover) ein anderer, da indem erzkatholischen Münster anscheinend nicht genügend Kräfte vorhanden sind. Zum Ausgleich dafür, und wohl auch als Leber- bleibsel aus den Ruhrkämpfen, ist die SA.-Ruhr gesondert unter einem Oberführer zusammengefaßt. Das Weiterbestehen gerade dieser Essener SA.-Führung hat wohl auch noch besondere Gründe, die sich aus der intimen Freundschaft zwischen den Essener Wirtschaftskapitänen und Adolf Hitler unschwer erklären. Sämtliche. Kommandostellen der SA. sind mit Offizieren der alten kaiserlichen Armee beseHt. Selbst unter den Adjutanten befindet sich nur ein einziger ohne Offiziersrang. Die interne Organisation gleicht der der Reichswehr. Wie bei ihr gibt es Spezialtruppen: Nachrichtendienst, Funker, Pioniere, Musiker. Sanitäter usw. Eine Kerntruppe ist die sogenannte. Schotzstaffel(SS,). Ihr darf nur angehören, wer wenigstens ein Jahr der Partei und der SA. angehört, zwischen 23 und 55 Jahren alt ist. und eine Mindestgröfie von 1,70 Meter hat. Außerdem müssen zwei Bürgen gestellt werden. Die SS.-Mit- glieder müssen unverbrüchliche Schweigepflicht geloben. SA-Nord, Hannover OMf/St*ltv*rtr Mapr K. Omkiaga Adjutant: 6 boraama** SA-Mitte, Dresden SA-Ruhr Adjutant: Obartautnant K Patt VatertAndiscber Schutzbund Österreich, Wien ObarfOnr. Oberteutnsnt HRudo* AdMant Hauptmann Otitar Türfc Wenn es in diesem Reichstagswahlkampf zu mehr oder minder blutigen Terrorfällen, zu Mord und Ueberfällen kommt, dann werden diese„Sturmabteilungen" und„Schutzstaffeln" ihr gerüttelt Teil Schuld daran tragen. Aufgabe der Arbeiterorganisationen, Aufgabe der Sozialdemokratie w�rd es sein, den Angriffen dieser Routiniers des Bandentnms ein energisches Halt entgegenzusetzen. Darüber hinaus aber muß es am 14. September gelingen, alle Kräfte gegen den Faschismus und seine Söldner zu konzentrieren und durch einen überwältigenden Wahlsieg der Sozialdemokraten die Hoffnung der Terroristen zuschanden zu raachen. Von LFJ Mörderhänden ' Tnt*! Si4i3r*rr* Ueberfall. Berlin-Röntfental April 1 Tote Sdjvrcrrcrletzte Nazirersammlung.... Dortmund M Demonstration....MU Magdeburg M .. Durlacb... Uebe rf all.. m Stettin»• .M Karlsruhe ________ Halle______- m „ Breslau M „ Brandis». M Plauen.............. ................ Freyburg � �azi Versammlung.... Cottbus». Ueberfall........ Berlin............». „ Delitzsch........ M M........... Magdeburg........ M.. Berlin............ M ________ Briegen............ .. Fiirstenwalde.... Mai .. Pirmasens........„ •• Berlin......... M m Siefersheim...... fielen von April bis Juli Nazirersammlung Ueberfall— M Nazirersammlung Ueberfall.•........ Nazirersammlung Ueberfall.......... Nazirersammlung Ueberfall......«... Nazirersammlung Ueberfall.......... Nazirersammlung Ueberfall.......... ____ Mai— Hürth________ Osnabrück........ Frankfurt(Oder) Duisburg........ Oranienburg.... M Zella-Mehlis...... Friedenau........ Berlin........«... Eytbra b. Leipzig Juni Berlin............•• Reinholdshain.... Wolfcnbüttel....- Mannheim........„ C ammin(Pomm.).» Kassel............»• Berlin............•« Hannorer M- Pforzheim........- Altenburg.......... Thale............ Juli Neumünster......— Schöningen......- Berlin............»» Ernstthal........•• Berlin............- Neumünster.»» Leipzig.. Heichenbach.....-. ,» Halle.............. Berlin............»» 215 Tote und Schwerwerletnte I Wopfschulm für Sierufsmörder! r M* h*»MfMqr. für Uir. V. p i.1(rupp.n einen.Kopf«<#iuf. anauhrtigen SO n. Chr. rOmischer Xetfonär 1280 tu Chr. StaubrUier 1030 n. Chr. 'naHonal„so*iaU»r' Die National„sozia- listen" haben den schon früher von Bürgerlichen geübten wirtschaftlichen Boykott gegen politische Gegner rationalisiert, inderer sie den gewohnheitsmüßigen Mord in die Politik eingeführt haben. Jeder Tag bringt neue Meldungen über organisierte und brutal duroigeführte Ueberfälle. Hier wird ein einzelner Passant auf viehische Weise ermordet— dort findet ein Angriff auf Jugendliche statt, die Dolche und Revolver treten in Tätigkeit. In unzähligen Versammlungen kommt es zu Angriffen auf politische Gegner. Immer zeugen Blutopfer an Toten und Schwerverwundeten gegen die„Erneuerer Deutschlands". Man muß einmal solch eine Kolonne von politischen Banditen beim„Saalschutz" gesehen haben, wie sie in Haufen an den Wänden herumstehen und auf jeden losspringen, der von seinem Recht der Meinungsäußerung bescheidenen Gebrauch macht oder es wagt, sitzen zu bleiben, wenn die Mordfahnen mit dem Hakenkreuz rorbeigetragen werden. Man muß einmal die Bestialität beobachtet haben, mit der diese Wegelagerer Gegner oder solche, die sie in ihrer meist alkoholisch gesteigerten Raserei dafür hallen, auf den dunklen Straffen niederschlagen— wenn die Polizei weit ist. Wir veröffentlichen national„«ozialistischer' kein« vollständige Liste der Verbrechen gegen das Leben der Mitbürger, die auf das Konto der Nazis kommen. _ Von April bis Juli sind es 215 Tote und Schwerverletzte, die nach unserer, bestimmt lüdkenhaf- ten Zusammenstellung» von Nazi-Mör- derhänden fielen. Die Hitlerpartei ist eine Schande für das deutsche Volk. Ihre Ueberwindung ist nicht nur eine Frage der Politik, sondern auch eine der Sauber- kedt. auf dieser Seite eine Aufstellung Schreckenstaten. Es ist ein Auszug, Kampf für das„Dritte Reich" •VvQtßüUityn+i" Die Mordhetze der Hakenkreuzler treibt tolle Blüten. Worte, die linksstehenden Journalisten und Rednern sofort die„liebevolle" Aufmerksamkeit des 4. Strafsenats beun Reichsgericht einbringen würden, finden sich ungestraft in jeder Nazi-Zeitung, in jedem Nazi-Referat. Hitler selbst ist nicht weniger blutrünstig: „Bevor nicht die Latcrnenpfähle vollhängcn, wird keine Ruhe. Köpfe werden in diesem Kampf rollen, entweder die unseren oder die anderen,— Also sorgen wir dafür, daß die anderen rollen.*4 Ihn plagen weder Skrupel noch ist er barmherzig; „Seid überzeugt: wir werdens übers Herz bringen... Barmherzigkeit ist nicht unsere Sache. Das ist Sache eines Höheren.'4 Mord, kaltblütiger barbarischer Mord, das ist nach ihm die Lösung der politischen Aufgabe. Nun, noch ist es nicht so weit. Aber Adolf Hitler trainiert beizeiten, Blut zu sehen. Sein Biograph Schott beschreibt Hitler bei einer Versammlung in München wie folgt: „Stühle splittern. Mafikrüge fliegen, aus klaffenden Wunden fließt das Blut... Adolf Hitler steht auf dem Podium mit verschränkten Armen und schaut dem Toben zu." Das Ziel ist nach Gregor Straßer, dem Organisationsleiter der Nazis, die Katastrophe als Vorbereitung des sagenhaften Dritten Reiches. Bei ihm ist die Mordtheorie auf diese kurze Formel gebracht: „Jeder, der nicht Nazi ist, oder wenigstens ihren Befehlen bedingungslos Folge leistet, ist ein Vaterlandsverräter. Denn Nazismus ist Deutschland. Wer wider die Nazis ijl, ist wider Deutschland." Und noch einmal Hitler: „Die Zukunft Deutschlands heißt Vernichtung des Marxismus. Für uns ist Deutschland gerettet an dem Tage, wo der letzte Marxist bekehrt oder vernichtet ist." Darauf, Adolf Hitler, können Sie lange warten. Und würden Sie alt wie Methusalem, Sie werden es nicht erleben. Der 14. September wird Ihnen erneut zeigen, daß wir kämpfen und leben, wachsen und siegen werden. OMlUlONEN Wtriüä�öm Gegen faftiitiieheH TERROR- fifc DEMOKPAT/E ind FftOlf EIT...*•----• für ate AeiVage Dienstag« 26. August 1930 OprAliPtiD StuLLaulqaße Jti hbwäAi Das Märchen vom giftigen Eost Das Wesen des Hosts und die Verletzung mit rostigen Gegenständen Rost ist die Sauerstosfoerbindun� des Eisens, aiso ein E i s e w o x y d. Die Erscheinung des Röstens, die sowohl beim Eisen wie ouch beim Stahl und auch noch beim Nickel vorkommt, besteht darin, dah die Obersläche des eisernen Gegenstandes Saucrstoss ausnimmt und sich dadurch im Volumen verändert, auslockert und eine andere Oberilächengestalt annimmt. An Stelle der reinen metallischen Obersläche tritt«in« schwammartige, buchtige Er- höhung, die man�als Metallschwamm bezeichnen kann. Entsernt man den Rost, so bleiben Vertiefungen zurück, den» es ist ein Teil des Eisens durch Oxydation abgefallen. Rost ist vollkommen ungifiig, sogar das Blut hat seine rot« Farbe von dem stark«isenhÄtigen Blutfarbstoff. Man kann reines, chemisch hergestelltes Eisenoxyd ohne jede Gefahr auf eine offene Wunde aufpudern und ein andere Eisenpräparat, die Verbindung des Eisens mit Chlor(Eiscnchlorid), wird sogar zur Blutstillung, vielfach in Form der bekannten gelben Watte, benutzt. Bekannt ist auch, daß man bei Blutarmut seit uralten Zeiten schon das Eisen in verschiedenen chemischen Zu sammensetzungen zur körperlichen Stärkung und Blutblldung be nutzt. Das Eisen kann somit an und sür sich nicht der Veranlasser der Blutvergiftung sein. Man muß also die Ursache der Blutvergiftung bei Be rührung einer Wunde mit Rost in ganz andere» Umständen suchen und aufzuklären suchen, wie weit das Eisen daran mitbeteiligt ist. Rost entsteht, wo Eisen unter ungünstigen Bedingungen ver- nachlässigt wird. In und um dos aufgeraut« Fleckchen setzt sich, was wir im täglichen Leben f Staub und Schmutz nennen. Schmutz ist ein Getnenge von anorganischen und organi- schen Stoffen, in welchem sich auch lebende Wesen wie die B a- Zilien, sei es entwickelt oder verpuppt, eingekapselt in Dauer- formen aufholten können(Sporen). Gelangen diese dann in ein günstigere- Milieu, wie es die Wund« darstellt, dann gehen sie auf und vermehren sich massenhaft. Es entsteht die Infektion, die man in höher entwickelter Form als Blutvergiftung bezeichnet. Auf glattem Eisen finden sie weit weniger günstige Lebensbedingungen und keine Versteck« wie in der Roststelle, sie reichern sich also im günstigen Rostversteck viel mehr an und haften dort fester. Dies ist die eine der Bedingungen des Zustandekommens der Blutvergiftung, aber nur die eine. Eine weitere liegt in der menschlichen Haut selber. Diese ist an und für sich immer »nit einem dichten Fitzr.von Bakterien bedeckt, sie sinden aber keinen Eingang"in ein« intakt«, somit wohlverwahrte Haut. Eingang finden sie erst bei einer Verletzung der Obersläche. Nun hat aber die Verlegungen mit rostigen Gegenständen, Haken, Nägeln usw., eine viel größere Infettionsmöglichkeit als eine solche mit glatten, sauberen, denn sie enthalten ja an und für sich«inen höheren Prozentsatz von Bakterien, und die Verletzung erfolgt auch meistens unter Umständen, wo durch die Arbeit mit solchen Gegen- ständen die Haut an und für sich ebenfalls in erhöhtem Maße be.- mutzt ist. Nun habe ich bereits erwähnt, daß die Oberstäche eines rostigen Gegenstandes ausgebuchtet wird und die Verletzung damit eine viel schwerere wird und man sich die Verhältnisse etwa so zu denken hat, als ob die Wunde statt mit einem Dolch mit einer Säg« beige- bracht worden wäre, in der Wunde also viel mehr Möglichkeiten der Entwicklung für Bakterien geschaffen werden. Naturgemäß nimmt eine derart zerrissene Oberfläche auch viel mehr Bäk- t c r i c n von der ijautoberftäche mit in die Tiefe als«ine ganz glatte. Dies find zusammen die Bedingungen, unter denen eine Ver- letzung zustande kommt, die Voraussetzungen, welche von feiten des rostigen Gegenstandes für das Zustandekommen einer Blutvcrgistung gesetzt werden. Die anderen Voraussetzungen aber liegen in der Konstitution des verletzten. Der Mensch ist in der Medizin leider kein« Zfonstant«, sondern«ine große Unbekannte, dos I, da die Konstitution jede; Menschen inner- lich verschieden ist. Nicht jeder Mensch reagiert auf die Verletzung mit dem gleichen rostigen Nagel gleich, der«in« hat Schutz- k r ä f t e, die genügen, um die eingedrungenen Bakterien zu ver- Nichten, der andere unterliegt ihnen und geht mit Tod ab. Der eine erwürgt mit seinen Abwehrkräften, ohne es zu wissen, die ent- wicklungskräftigsten, virulentesten Bakterien, der andere geht a» weniger virulenten schon zugrunde. Würden alle Menschen gleich reagieren, zum Beispiel alle stark, so würde die Großzahl der Mensch- heit bald ausgerottet werden. Abwehrkräfte oder, wie sie heute meistens genannt werden, I m m u n st o s s e, find oft bei schwächlichen Menschen in höherem Maße vorhanden wie bei ausgesprochen kräftigen, so� daß das äußere Aussehen gerade diesen heimtückischen kleinen Schädlingen gegenüber keinerlei Gewähr für den Ausgangs gibt, wie wir es gerade bei Grippeepidemien gesehen haben. Gegenüber den bei diesen Wundinsektionen hauptsächlichst in Frage kommenden Kugel- und Kettenbazillen ist das Verhalten äußerst verschiedenartig und wir nennen sie nach ihrem Stammbaum denn sie hoben auch ihr« Stammbäume— mehr oder minder virulent. Die Wirkungskraft jedoch kann täuschen, denn wir nehmen vielleicht da hohe Virulenz an, wo gerade schwache Wider- standskraft des Körpers vorliegt, der in ganz abnormer Weise stark auf die Infektion reagiert. Deshalb hoben wir oft einen ungeheuer schweren und roschen Verlauf bei den geringfügigsten Verletzungen.(Ich habe hier extra die verhältnismäßig seltenen Starrkrampfinsektionen außer Be- tracht gelassen.) Im allgemeinen ist die Widerstandskraft des Individuums gerade im Frühjahr, wo sich solche Verletzungen bei Haus- und Gartenarbeit am meisten ereignen, am meisten herabgesetzt. Das zeigt sich namentlich auch an einer Steigerung der in der Haupt- pche durch einen Kugelbazillus hervorgerufenen Funinkulojen. Wir sehen daraus, daß die Furcht des Volkes vor Verletzung mit rostigen Gegenständen durchaus nicht etwa unmotiviert, son- der» bloß in ihren Zusammenhängen mißverstanden ist. Jede Verletzung mit rostigen Gegenständen ist nach wie vor ernst zu nehmen. Man vermeide aber das althergebrachte Auswaschen der Wund« mit Wasser, Seifcnwasser, Lysol, Sublimat oder ähnlichen sogenannten desinfizierenden Lösungen und jedes Quälen der Wunde. Am besten eignet sich zur Behandlung das Jod in Form der Jodtinktur oder eines entsprechenden Präparats, so wenig sie sonst in anderen Fällen unter Umständen zu lösten vermag. Denn hier vermag das Jod den Rost mit den anhastenden Schmutzteilcn und Bakterien in der Wunde zu vernichten und die Weiterentwick- lung der Bakterien zu hemmen. Zugleich wird die Wunde sozusagen ausgebrannt. Hernach kann man sie mit einem Verband, einem L« u k o p l a ststr« i s e n bedecken. Bei größeren Verletzungen verlasse man sich ja nicht auf Selbstbehandlung, sondern gehe rechtzeitig zum Arzt. Es gehört nämlich zu den Eigentümlichkeiten der in Frag« kom- Menden Bazillen, daß sie keineswegs sofort ihre Schädigungen zei- gen. sondern daß diese er st in einiger Zeit, nach erfolgter Vermehrung austreten und dann ganz unverhältnismäßig schwerer zu bekämpfen sind als am Anfang, daß sie dann im ganzen Blute kreisen und an anderen Stellen, den Orten geringsten Widerstandes sich einnisten und Kolonien griinden, wobei es dann zu der„Blut- Vergiftung" kommt. Blutvergiftung nennt der Laie meist erst die allgemein« oder auf größerem Gebiete lokalisierte Sepsis, indes Blutvergiftung be- reits viel früher schon durch die an das Blut abgegebenen Giftstofse der Bakterien eingetreten ist. Nach wie vor ist also der Berührung mit rostigen Gegenständen vermehrte Sorgfalt zu schenken, nicht weil sie rostig sind, sondern weil sie zufolge der Rostigkcit verschmutzt sind. Dr. J. R. Spinne. Wann ist der Mensch tot? Die Teile des Organismus sterben verschieden rasch Wenn eine berühmt« Persönlichkeit stirbt, so lesen wir in der Zeitung die Zeit des Todes nicht, wie bei gewöhnlichen Sterblichen auf halbe oder Viertelstunden genau, sondern wir bekommen die Nachricht, der Tod sei um soundso viel Uhr und soundso viel Minuten eingetreten, und gewinnen daraus wie aus dem täglichen Sprach- gebrauch, der von dem„Moment des Todes" spricht, den Eindruck, als handle es sich um ein Ereignis, das zeitlich ganz scharf zu be- grenzen sei. Nachdem wir uns gewöhnt haben, alle Lebens- erschcinungen von der Zelle her zu betrachten, müssen wir auch die Frage, wann der Tod eines Menschen eintritt, von diesem Gesichts- punkte aus behandeln und die Frag« stellen: Wann st erben die einzelnen Zellenarten, aus denen sich der Körper eines vielzelligen Organismus, speziell der menschliche Körper aufbaut? Der Zustand, welcher mit dem landläufigen Begriff„Tod" be- zeichnet wird, besteht in dem dauernden Stillstand der Atmung, in dem Erlöschen der Funktion, der nervösen Zentral- apparate im verlängerten Mark(Kopfmark), � welche die geordnete längere Zeit ihre Tätigkeit eingestellt, so sind infolge ungenügender Versorgung mit Sauerstoff auch die Neroenzellen des Großhirns dauernd geschädigt und können nicht mehr zu neuer Tätigkeit er- weckt werden. Das ist der Zustand des„Todes", wie wir ihn im täglichen Leben verstehen, dessen Eintritt der Arzt konstatiert und bescheinigt, der Zustand, in dem die Rechtsfähigkeit der Person aufhört: wir haben den sozialen Begriff des Todes umgrenzt. Bei den Schwierigkeiten, die es generell hat, den lebenden Zu- stand gegenüber dem Tode abzugrenzen, wollen wir diese Frage nicht weiter erörtern, sondern vielmehr die andere physiologisch interessantere, in welchem Zustande sich die übrigen Gewebe des Körpers befinden in dem Augenblick, in dem die Atmung dauernd zum Stillstand gekommen, in dem also nach dem Sprachgebrauch der „Tod" und nach physiologischer Definition der Tod des Atemzentrums eingetreten ist. Den geeignetsten Fall sür die Diskussion dieser Frage haben wir, wenn ein Mensch oder Tier plötzlich getötet wird. Bei der Hinrichtung durch Hand- oder Fallbeil läßt sich der Augenblick, in dem der Kops und mit ihm dos Kopsmark ab- getrennt wird, auf die Sekunde genau bestimmen, und es ist dann möglich, durch Versuche ein Bild von dem Verhalten der Gewebe zu gewinnen, die nach dem„Tode" untersucht werden, über dessen Augenblick im sozialen Sinne hier ja kein Zweifel walten kann. Wird wenige Minuten nach der Enthmiptung die Sektion aus- geführt, so sind noch eine Menge Snmptomc des Lebens der Gr- webe unmittelbar wahrzunehmen: jeder Schnitt in die Muskeln läßt deren Fasern zusammenzucken, nach Erössnung der Bauchhöhle sieht man die Därme in lebhafter Bewegung durcheinandcrkriechen, und wenn man den Herzbeutel öffnet, zeigt das Herz entweder sogleich rhythmische Pulsationen oder diese beginnen doch kurz nachdem der Sauerstoff der Lust Zu- tritt zu dem Organ gewonnen hat, von neuem, uni— ohne irgend- welche experimentelle Unterstützung— noch minutenlang, ein« Viertelstunde lang fortzudauern. Sie die spontanen Bewegungen erloschen, sv genügt ein Stich mit einer Nadel, um eine Herz- kontraktion oder evenwell sogar eine Reihe solcher auszulösen. Reizung der Nerven hat noch zwei bis drei Stunden lang Zuckung der zugehörigen Muskeln zur Folge, kurz, die Mehrzahl der Gewebe„lebt". Ja, an dem Kopf, dessen Fallen tzir uns das Moment des Todes bedeutet, sind manchmal noch Lebens- zeichen zu beobachten. In einem Falle, in dem die Abtrennung vom Rumpf zwischen dem vierten und sünsten Halswirbel erfolgt war, konnten am Kopf noch eineinhalb Minuten lang Atembewegungen beobachtet werden, wie sie bei starker Atemnot vor- kommen(dyspnoische Atembewegungen). Solange wir die Erscheinungen der'Reizbarkeit an den Geweben eines„getöteten" Tieres oder Menschen konstatieren können, sei es durch die Elektrizitätsproduktion. dif als Aktionsstrom beobachtet wird, solange werden wir diese Gewebe als lebend bezeichnen müssen, und wir sprechen dann von„überlebenden Geweben", da sie den Tod des Individuums überlebt haben. Am auffälligsten ist di« Erscheinung des„Ueberlebens" bei den Organen, welche spontane Bewegungen ausführen, da jq, alter Gewohnheit entsprechend, die Fähigkeiten zu solchen Bewegungen als kardinales Kennzeichen des Lebens betrachtet wird. Besonders die Bewegungen des Herzens werden gerne als Ausdruck des Lebens des ganzen Individuums angesehen, so daß es vielen— und nicht mir Laien— schwer fällt, zu glauben, ein Mensch, dessen Herz, nach schlägt, sei wirklich(im sozialen Sinne) tot.! Daß gerade das Herz«in recht lebenszähes Organ ist, haben Untersuchungen verschiedener Autoren in den letzten Jahren zu allgemeiner Ueberraschung gezeigt. Als Zellarten, die spontane Bewegungen ausführen, wäre» außer dem Herzmuskel noch die Flimmerzellen einschließlich der Spermatozoen und die weißen Blutkörperchen zu nennen. In Bestätigung und Erweiterung einer ganzen Anzahl ällerer Angaben, fand Busse eine sehr weitgehende Fähigkeit der Flimmer- zellen, ihre rhythmischen spontanen Bewegungen getrennt vom menschlichen Körper auszuführen. Auch an Spermatozoen ist 8 bis 11 Tage nach der Ent- leerung noch Gcihefbewegung zu beobachten, wenn sie bei niederer Temperatur ausbewahrt werden. Ganz außerordentlich empfindlich gegen die Abtrennung vom Körper gegen die UMcrbrcchung der normalen Zirkulation ist die Niere, ja, sie dürfte mit den höchsten Ncrvenzcntren zusammen die hinfälligsten Zellarten im ganzen Säugetierkörper enthalten. Innervation der Atemmuskeln besorgen. Haben diese Zentren aus-■, Zahlenmäßige Angaben über die Fortdauer normaler Lebens- \nnnfir0 ihre» F« HmS tnfrtfrte» i i*"!«_: j... � � Ar...i.r.............. s.___________ tätlgkeit nach Entfernung au» dem Körper können wir eigenffich für die Niere gar nicht machen. Selbst wenn sofort das Organ geleitet wind, ist das Sekret, das erhalten wird, abnorm reagiert alkalisch und enthält Eiweis. Will man einzelne Leistungen zur Entscheidung der Frage verwenden, ob eine isolierte Niere lebt oder tot ist, so scheint es freilich, als könne auch sie noch einige Zeit außerhalb des Körpers leben, denn aus Versuche» ist zu ersehen, daß sie 2 bis 3 Stunden nach der Isolierung noch ein Sekret liefert, das 0,7»bis l>,8 Proz. Harnstoff enthält, ober diese Leistung allein berechtigt kaum dazu, dos Organ noch als„lebend" an- zusprechen. Aehnliche Schwierigkeiten stehen der Entscheidung der Frage entgegen, wie lange die größte Drüse des Körpers, die Leber, außerhalb des Organismus zu leben vermag Mit den verschiedenen Methoden der Prüfung kann also an fast allen Geweben des Körpers der Säugetiere und der Menschen der Nachweis erbracht werden, daß sie den Tod des Individuums noch mehr oder weniger lange überleben Die soziale Definition des Todes knüpft mit Recht an die Vernichtung der Lebensfähigkeit der empfindlichsten lebenswichtigsten Teile, des Gehirns und des K o p f m a r k s an, denn wenn dies« abgestorben sind, kann das Individuum niemals mehr belebt werden, mögen ouch einzelne seiner Gewebe— verpflanzt— noch tage- ja wochenlang wachsen. Pros. Dr. A. Lütter. Schmerzlose Geburt Seit langem ist es dos Bestreben der Acrzte, dem Geburts- Vorgang dadurch seine Schrecken zu nehmen, daß die natürlichebweii« mit ihnen verbundenen Schmerzen ausgeschaltet werden. Als nächst- liegendes Mittel kam hier die Narkose durch Aethcr oder Chloroform !n Frag«. Da nun der Eeburtsvorgang von melieren Stunden bis zu mehreren Tagen dauern kann, eine Narkose von longer Dauer aber gefahrvoll wäre, suchte man nach geeigneteren Mitteln und fand diese in einer Zusammenstellung von Morphium und Skopo- lamin. Di� schmerzstillende Wirkung des Morphrunis ist allgemein bekannt. Das Skopolamin ist der wirksame Bestandteil des Bilsen- krautes und hat eine hochgradige betäubende Wirkung. Beide Mittel in geeigneten, genau festgesetzten Mengen in wässeriger Lösung unter di« Haut gespritzt, rufen einen Dänunei-schlaf von mehrstündiger Dauer hervor. Die Schwangere, der diese Ein- spritzung gegeben wurde, kann sich nach dem Erwachen kaum an den Gcburtsvorgang erinnern und hat also olle Schmerzen ver- schlafen. Professor S e l l h e i m in Leipzig hat nun das Morphium- Skopolamin nicht als Einspritzung gegeben, sondern in einer likör- ähnlichen Zusammenstellung e.nnchmen lassen. Di« Wirkung ist dieselbe, nur tritt si« langsamer ein als bei der Einspritzung. Pro- fessor Sellheim wählte diese Form des Mittels, uin es auch dann nehmen zu lassen, wenn die Geburt ohne ärztliche Hilfe vonstatten geht, da Einspritzungen unter der Haut dem Arzte vorbehalten sein sollen. Da es sich jedoch um ein starkwirkendes Mittel handelt, kann es ohne ärztliche Verordnung in keinem Falls von den Apotheken abgegeben werden. Schließlich sei auch erwähnt, dah schm rzlose Geburt auch durch Suggestion erzielt werden kann. Vorde- dinoung hierfür ist allerdings besondere Eignunq der Schwangeren zur Suggestionsbchandlung, diese Eignung ist aber erfahrungsgemäß in sehr vielen Fällen vorhanden. Durch bloße Suggestion kann dann ohne jede Droge eine völlig schmerzlose Geburt erzielt werden. Dr. Mayer-Zachart. # Copyntbt 19.« by r>ckeIreiter.Verl»s Q. m. b. H.. Himburg-Bertedbrf (8. Fortsetzung.) Der Schinder ist zufrieden. Er geht prüfend und mit wiegenden Schritten an der Scheibenlinie entlang.„Gut gut,— fünfte Kompagnie", sagt er mit bleckenden Zähnen,„gut, gut,— der Angriff ist gelungen! Der feindliche Graben ist genommen. Der Gegner wurde im Vajonettkampf niedergemacht!"„Schietzscheibengeneral!"... denke ich. Noch nie ist er mir so lächerlich erschienen. Er kann sich gar nicht genug tun:„Es war eine englische Schützenlinie, Kameraden!"... Wir sind starr vor Erstaunen:„Kameraden!"... Hot er gesagt... „Die Engländer sind gemeine Teufel und Hundsfötter! Gefangene werden nicht gemacht!" Er weidet sich an den Bildern seiner blutigen Garnisonphantasie. Er steht an der von Kilb zerschmetterten Scheibe und grinst und krächzt weiter:„Auch dort nicht, wie hier, Greno- diere!" er macht ein weitausholende Bewegung mit dem rechten Arm, „dort... an der Westfront!— Ihr werdet eure Pflicht tun! Ich werde mich eurer nicht zu schämen brauchen!... Ich danke euch, Gre- nadiere!... Aber dann wieder schneidend, als reue ihn der kamerad- schaftliche Ton seiner Phrasen:„Schtill... geschtann!... Seine Ma- jestät, unser ollergnädigster Kriegsherr,— huurraah!— huurraah! huurraah!!" Und wir brüllen aus noch jappenden Lungen ein armseliges, letztes„Huurraah!" ---- Als wir Abmarschieren, dicht an den Scheiben entlang, trete Ich mit der Hacke den Rest der zerfetzten Scheibe in den glühenden Sand, daß sie für die Ewigkeit verschwunden sein möge... * Kilb knurrt:„Gut. Peter, gut! Wenn der Lump das doch wirk- lich wäre!"—- Er summt und zieht zufrieden einen Pfiff durch die Zähne.—--- « Die Schüsse von Sadowa haben unser Blut befreit. Wir singen sogar ohne Befehl. Heiß schwappt die Mittagsglut über unseren Helmen. Der Gesang, erst noch schwach, nur von Kilb und mir an- gestimmt, wächst an: Bumann, Adamczik, Güttler fallen ein, über- zeugend und mit Genugtuung,--- alle jene singen mit, die in der Abfallgrube wie räudige Hunde gelegen haben: es ist ein Kampflied, ein Protest gegen diesen Schinder.— Was hat uns dieser„Held" mit seinen Phrasen von den„gemeinen Teufeln und Hundsföttern", von dem„Feind", den er noch nicht einmal gesehen hat. dem er nie gegenüber liegen wird, gesagt? Nichts und olles! Wir verachten ihn und wünschen ihm wieder und wieder den Tod! Er ist der Hundsfott, er ist der gemeine Teufel! Dos sind unsere Gedanken! Unser Gesang: er ist uns Feldgeschrei und Losung, ein Trutzlied der Rekruten von 1gl7. Hort, fest knirschen die Stiefel auf dem Sand: „Aus dem großen Felde, wo die Scheiben ste—- e— ehe», Hab' ich manche Ku— u— gel in den Sand gefegt!— Adolf der tut flu— u— chen: Der Kerl muh Kugeln su— u— chen und noch obendrein in den Zieloerei— ei— ein." Die Leiber dunsten, der Schweiß sickert in den Sand, wir rucken bei jedem fünften Schritt den schweren Tornister hoch: verflucht! Zehn Pfund Sand und nicht» im Magen! Dürsten wir doch nur auf einige Minuten den Heim abnehmen, die Jacke öffnen! Mal die Stiesel aus- ziehen... Güttler kaut an dem Rest seines Drittel Brotes, das wir morgens empfingen. Mir läuft beim Hinsehen der Speichel im Munde zu- sanimen. Der Magen ist plötzlich wie eine ausgeblähte Schweinsblase: leer, voller Luft... „Laß mal abbeißen, Franz", rufe ich ihm zu. Er besieht liebevoll die Kruste, den schäbigen Rest...„Franz, Kamerad.:. man zu doch ... die Hälfte...", und da gibt er mir den Rest. „Beiß auch mal ab, Karl", ich halte Kilb die Kruste hin,... ich kann gar nicht anders... ich würde wich sonst mit Schuld beladen fühlen:.. Immer noch einmal kauen wir den Rest durch, vermischen ihn mit Speichel, kauen, kauen, bis er von selbst in den Magen rutscht. „Laß uns man inal wieder nach Haus kommen", Kilb nimmt das Gewehr auf die andere Schulter,„5)amburger, dann lad' ich dich ein,... dann essen wir den ganzen Tag Brot, bis wir nicht mehr können,.." „Ja, Karl, bis wir nicht mehr.. mir wird ganz wunderlich bei dem Gedanken... „Daß er es auch hört, Kameraden,— noch mal!" ruft plötzlich Bumann, als der erste Vers zu Ende gesungen ist. Und weiter geht,? im knöcheltiesen Sand, bei dreißig Grad Hitze, mit Assen, Spaten, in durchgeschwitzten Uniformen, während uns der Schweiß in die Stiefelschäfte rinnt und unter den Helmen durchsickert in blanken Perlen...: „Auf dem großen Felde, wo..." I Er steht schon an der Seite,— von vorne kam er, wn!•' cm ihn gar nicht an, so hassen ,ir ihn... „Adolf der tut fluchen, der Kerl muß Kugeln su— u— chen, und noch obendrein in den Zielverein..." und dann im Takte de»„berühmten" Gemehrpurrr..... der vielen Schindereien: l „Ueb' immer Treu und Redlichkeit bis an dein kü— ü— ühles Grab, . und weiche keinen Finger drei— eil vo— on Gottes Wegen ab..." „Das war verkehrt!" grölt Adomezik,— und dann singen wir es gleich hinterher„richtig": „Recht so, Kameraden!"— ganz dicht neben mir geht der Schinder höhnt... grinst... reibt sich mit breitem Maus die Hände... „Recht so,— wohl— wohl— Kameraden,— natürlich... natürlich!... Nachher werden wir mal ein bißchen Gewehrpumpen üben... ganz wie ihr wollt!" Er weiß, wie> wir ihn hassen, und er sinnt auf neue Schand- taten... Haß und Hunger sind die unsichtbaren Führer unserer Kam- pagnie, die unerbittlichen, die in unseren Tornistern hocken, und unseren Gewehrläufen nisten, unter unseren Helmen brüten... „Ich schmeiß' mich hin, ph, pH, pH", Minulla vor mir reißt sich den Helm ins Genick,— seine Wangen sind blau wie vor einem Hitzschlag, blanke Bäche Schweiß rinnen darüber hin...„ich t... k... t... kann nich' mehr—" Kilb und ich springen vor... der Schinder ist vorne—; wir nehmen Minulla Gewehr und Tornister ab, er sieht uns mit einem unbeschreiblich dankboren Blick on--- Udn immer dasselbe Lied, mit vom Schweiß verklebten und ent- zündeten Augen, in denen der aufstäubende Sand krustet, mit dünnen Schenkeln, die nur noch wie Automaten sich bewegen, mit wunden Füßen, die mit Papier umwickelt sind, mit aufgedunsenen Gesichtern und Händen. Wie Nebel treibt der Hunger aus den Mägen in die Hirne... das Blut kreist dünn und hoffnungslos... Schwindel packt an das Herz und läßt es wie eine alte, sterbende Uhr pochen... Daß man das aushält, daß man das aushält...!--- Es ist der Gesang von Getriebenen, Getretenen, zum Tode Der- urteilten:... „In der Margarethenstraße. wo das Postamt ste— e— e— eht, steh' ich auf der Lauer und wart' auf ein Paket: drinnen sind gar viele für die Herren Osfizie— i— re,— ober teins für mich: Kohldampf sürchterli— i— i— ich!... --- lieb' immer Treu und Redlichkeit bis an dein kühles Grob, kühles Grob... und hau' mit deinem schwarzen Drittel und leerem Magen ab..." „p Es ist ein armseliges Lied, es gibt andere Haßgesänge. für uns ist es olles... es ist unheilsschwanger und mit der Bösartigkeit hugernder und geschlagener Tiere geladen.(Fortsetzung folgt.) e Buch QrorgrM Clemenceau;' QröBe und Tragik eines Sieges') Clemenceau oder der Zivilist im Wajjenrock. Memoiren, die ein anderer, rückschauend auf Werk uird Leben, in des Alters Reife und Ruhe verfaßt, kann dixser ewige Kämpfer auch im 89. Lebens- jähre, auch in seinem Sterbejahre noch nicht schreiben. Polemik ist der Anlaß, polemisch der Charakter dieses-Buches. Uno der erste Gegner, dem solche Streitlust des Lebensvollen, Sterbensnahen gilt, ist ein Toter, Fach, der Marschall von Frankreich. Der war, strammer Milttär, dem Bürgerlichen nie grün, der ihn, tausend Ge- walten trotzend, zum Höchstkommandierenden über das furchtbarste Heer der Welt erhoben hatte. Uird suchte sich, während seine sterb- lichen Reste unter der Erde moderten, durch eine Aufsatzreihe seines literarischen Nachlaßpflegers von der drückenden Dankesschuld frei- zumachen. Angriff? Dos öffnet dem wortkargen Alten den Mund, und aus der Verteidigung geht der Kriegsgewohnte bald selbst zur Offensive über. Wärs auch anders bei ihm möglich? Er führt einen Zweifrontenkrieg. Betont dem Militär gegen- über die Autorität des Zivils, dem Zivil gegenüber die Autorität des Militärs. Im Kriege hat die Front sich dem Gebot der Re- gierung, nach dem Kriege die Regierung den Errungenschaften der Front sich zu unterwerfen. Im Kriege ist die Politik, in der Po- litik der Krieg di« Richtschnur. Das find für Clemenceau uner- schütterliche Tatsachen, ist der feste Punkt, von dem aus er seine Welt aus den Angeln hebt. Aber es such stahlharte Prinzipien, deren Unerbittlichkeit, vom unaufhaltsamen fortrauschenden Strom der Veränderung unberührt, ihn ins Heil der Isoliertheit treibt. Bon Fach und Poincorö bis Briand ist keiner, dem er nicht Ber- letzung des Heiligsten vorwürfe. Aber sein Heiligstes ist da» Dogma, nicht die Idee. Im Vertrag von Versailles hat dieses— Dogma seine reinste Gestaltung gefunden. Wie der Herr am siebenten Tage auf seine Schöpfung, so blickt Clemenceau auf dieses Wert der Brutalität und Intoleranz... und er befindet es gut. Und glaubt, daß der Sonn- tag seines Lebens angebrochen ist, an dem er von der Arbeit aus- ruhen kann. Aber er hatte ein Wert des Hasses geschaffen: die Maßlosigkeit seiner'Energien, seines Willens hatte ihr« Kräfte aus dein Haß gezogen und war zur Unfruchtbarkeit verdammt. Der Vertrag von Versailles ist ein Werk der Zerstörung, nicht des Auf- baues. Darin liegt die Tragik von Clemenceaus Leben. Er glaubte, daß die anderen zerstörten, was er aufgebaut hatte: während in Wahrheit die anderen aufzubauen versuchten, was er zerstört hatte. Auf Versailles folgt Locarno, und Clemenceaus Widerspieler in dem großen Kampf zwischen Dogma und Idee ist Brianj», der tödlich Gehaßte. „Größe und Tragik eines Sieges." So heißt das Buch. Klein- heit und Tragik eines Siegers. So möchten wir es nennen. Denn, Clemenceau hatte wohl die Begabung zum Sieger, aber nicht zum Helden. Der letzte Kampf dieses großen Kämpfers offenbart den gigantischen Schatten eines kleinen Menschen, der mit finsterer Woll- lust seine Rolle der Isoliertheit und Verbitterung spielt. Clemenceau oder di« Größe des Hassers. Lnrio. *) Deutsche Uebertragung von W. Stellbogen mtd Dr. M. Fuchs. Union Deutsche Verlagsgesellschast. 1930. WAS DER TAG BRINGT aiiuumniimiranmiuiiniiiNimiiniiiiiMiiiiiiimiiiiniimimiinniiiwiuinmuiiiniiniiniiuimaiHnninnninuiiiiHiiiiiüumuiwuiiiiiiiiiiiuiiiiimiiniuiuiuiiiiiiiiimiiiumiiiiiiiiiiik'' Der lebendige Motor Beim Neugeborenen schlägt das Herz läämol in jeder Minute, beim Erwachsenen 72mol, wenn er ruht, etwa lOOmal bei mähiger körperlicher Arbeit. Das ganze Leben hindurch arbeitet dieses wunderbore Pumpwerk unermüdlich Tag und Nacht, so daß, wenn der Mensch dos biblische Alter von 70 Jahren erreicht hat, sein .Herz 3 Milliarde» Schläge ausgeführt hat. Da jeder Herzschlag etwa ft'-« Liter Blut aus dem Herzen in die Schlagodern treibt, so beträgt die Blutmenge, di« im Laus« eines Menschenlebens dem Herzen entströmt, 150 Millionen Liter. Diese Menge würde einen kreisrunden See von 1 Meter Tiefe und einem Durchmesser von 220 Meter füllen, eine Blutmenge, deren Gewicht so groß ist, wie das Gewicht des ganzen Menschen, fließt in 20 Minuten aus dem Herzen. Der Druck, gegen den die Herzpumpe arbeitet, beträgt »/» Atmosphäre. Ihre Leistung kann man sich durch einige Ver- gleiche verdeutlichen. In einem Tage leistet das Herz 18 000 Meter- kilogramm, d. h.«ine Arbeit, durch die 1000 Kilogramm oder eine Tonne(das Gewicht eines schweren Zuchttieres) 18 Meter hoch- gehoben wird, oder das Körpergewicht des Menschen(70 Kilo- gramm) 238 Meter hoch. Die Zlrbeit des Herzens im Laufe des ganzen Lebens ist gleich 450 Millionen Meterkilogramm. Ein Motor von 50 Pferdestärken leistet die Arbeit in 26 Stunden. Sie würde hinreichen, um einen großen, vollbeladenen Schleppkahn von 900 Tonnen Gewicht 500 Meter hoch emporzuheben. Der Herz- muskel, der dieses alles vollbringt, wiegt nur etwa 300 Gramm. Seine Leistung, d. h. seine Arbeit in einer Sekunde, ist 0,25 Meter- kilogramm oder»/aw Pferdestärke. Die Arbeit der Herzpump« wird durch Oxydation, d. h. durch die Verbrennung von Zucker gewon- nen, den das Herz aus dem Blut entnimmt. Die Arbeit, di« es im Laufe eines Lebens von 70 Iahren liefert, ist gleich der Ver- brennungswärme von 250 Kilogramm oder 5 Zentnern Zucker. Teuere h&chen Der letzte russische Zar gab für seine Küche im Jahr ungefähr 2 400 000 Mark aus: dies wird verständlich, wenn man hört, daß allein der Küchenchef ein Iahresgehalt von 160 000 Mark bezog. während seine sechs Unterköche Gehälter zwischen 20 000 und 30 000 Mark erhielten. Die Küche selbst war ungeheuer kostbar: denn fast alle Geräte waren aus massivem Silber; die Gewürzkästchen bestanden aus reinem Gold und die Kochherde und Brat- äsen waren mit Silber eingefaßG Ferner gab es einen echt goldenen Bratrost, der schon zur Zeit Katharinas II. in Gebrauch war. Vierzig Schmorpfannen sollen noch verschiedenen Schätzungen einen Wert von achthundert Mark je Stück gehabt haben. Die Wände der Küche waren mit- reinem schwarzem Marmor getäfelt, der auch sonst allenthalben Verwendung gesunden hatte. Heute"besitzt der Schah von Persien die kostbarste Äücheneinrichtung der Welt: ihr Wert wird auf zwanzig Millionen Mark veranschlagt. Indianerjugend und Geschäftsleben in USA. Wenn jetzt auch überall in den Vereinigten Staaten von Nord» amerika Schulen zur Ausbildung von jungen Indianern beiderlei Geschlechts errichtet worden sind, so weigem sich doch die' meisten amerikanischen Geschäftsleute vor allem in den großen Städten, jung« Indianer und Indianerinnen nach Ablauf ihrer Schulzeit in ihren Häusern anzustellen. Die weitverbreitet«'Abneigung, die auch heute noch gegen die Neger herrscht, übertrügt man auch auf die übrigen„Farbigen", die Indianer. Geg«" diese Zurücksetzung. die jede Ausbildung wertlos macht, erheben die Indianer jetzt Ein- sprach«. In einer Versammlung, die vor einigen Togen in Nord- carolina stattfand und di« von den in der Kultur am meisten fort- geschrittenen Tscherokesen geleitet wurde, erklärt« man es für ein Verbrechen an den Indianerftämnien, den jungen Nachwuchs aus seiner heimatlichen Umgebung herauszureißen, ihn in Schulen zu bringen, wo ihm eine moderne, seiner Veranlagung und seinen Ucberlieferungen'völlig widersprechend« moderne Ausbildung zu teil werde, und ihn nach Abschluß dieser Zeit, wenn er seiner Heimat völlig entfremdet sei, auf der Straße liegen zu lassen und dem Zufall preiszugeben. Die Geschichte der Indianer beweise zur Genüge, daß sie an Geistesschärfe hinter den Weißen nicht zurück- zutreten brauchten. Es wurde daher beschlossen, ein« Eingabe an di« Regierung zu richten, um durch ihren Einfluß und durch ihre Vermittlung da» Borurteil zu bekämpfen, welches gegen di« Ver- wendung von Indianer» im öffentlichen und Geschäftsleben der Vereinigten Staaten bestehe. Feirefiz Die medizinische Fakultät der Universität London beschäftigt sich zur Zeit intensiv mit einem niederländischen Seemann namens Feirefiz, der, sonst vollkommen gesund, die merkwürdige Eigenschast hat, daß sich bei Tagesanbruch seine Haut innner dunkler färbt, bis sie um die Mittagszeit herum die Farbe eines waschechten Negers erreicht. Dos Hellerwerden geht dann viel rascher vor sich, und schon nach wenigen Stunden hat der Mamr sein« ursprüngliche, auf- fallend weiße Gesichtsfarbe wiedergewonnen. Der„Besitzer" dieses Farbenspiels macht damit fein schlechtes Geschäft, denn er erhält dafür, daß er sich zux Verfügung der Fakultät stellt, ein ansehnliches Tagegeld. Ein Hirsch geht spazieren In der Kölnstraße in Düren ging dieser Tage plötzlich ein statt- licher Sechsender spazieren, der sich augenscheinlich aus der Um- gedung in die Stadt oerirrt hatte. Zuerst ging er gemächlich und sichllich neugierig durch die Straß« und interessierte sich vor allem für die Schaufenster. Erst als sich Menschen um ihn zu sammeln begannen, wurde er scheu, sprang in einen Garten und verletzte sich bei seinem gcängüizten Toben gegen den Zaun so schwer, daß er ran Polizisten erschossen werden mußte. Die Ziege mit dem Holzbein Als die Lieblingsziege des Farmers Al Hunter in vmoha (Nebraska) auf der Flucht vor einem Hund sich einen unheilbaren Beinbruch zuzog, konnte ihr Besitzer sich nicht entschließen, das Tier zu schlachten. Er ließ vielmehr das Bein kunstgerecht arnpu- t leren und eine Prothese anfertigen, mit der die- Ziege jetzt fidel tu der Welt herumspaziert. Shirmfahrt junger Arbeitersegler Viel Bruch bei der Jugendregatta des FSV. Am Sonnlag veranslallele die Gruppe Ost des Kreises Berlin des Freien Segler. Verbandes eine Z u- gendweltsahrt auf dem Langen und Seddinsee. Die lurz einsehenden Böen, die eine Stärke bis zu S Sekunden- -netern erreichten, wurden einem Teil der Boote, die nicht rechtzeitig gerefft halten, zum Verhängnis; 9 Boote kenterten und 8 Boote muhten gröhtenteils wegen Havarie au» dem Rennen scheiden. Den Startern stellten sich von ZZ gemeldeten Booten, die von den älteren Sportlern der Jugendlichen zur Verfügung gestellt! worden waren, 30 Boote, die in folgenden Klassen starteten: Ill-Ouadratmeter-Rennjollentlasse 3 Boote, Ill-Ouadratmeter-Wander» jollenklasse' 3 Boote. lS-Quadraimeter-Renniollenklasse 4 Boote, lä-Ouadratmeter-Wanderjollenklasse 3 Boote, 20-Quodratmeter-Renn- jollenklasse 8 Boote, 2l>Quadrotm»ter-Wanderjollenklasse 2 Boote und Ausgleichsjollen 7 Boote. Bei vielen Booten hatten die Eigner, die zur Beaufsichtigung mitsegeln konnten, soviel Zutrauen zu den Jugendlichen, doh sie von dem Mitfahren Abstand nahmen..„Lu- ciser" in der IS-Ouadratmeter-Rem, jollenklasse setz!« den mitfZhren- den Eigner des Bootes kurz von dem Start bei einer hals« außen- bords und ging daher nicht durch den Start. Einen geradezu glänzenden Start machte die M-Quadratmeter-Renn- und Wander- jollenklasse, die zusammen starteten. Fast geschlossen gingen die Boot« beim Startschuß unter Führung von„Herzbube II" durch die Startlinie. In der Ill-Ouadratmeter-Rennjollenklass« führte bi, zur Gosener Tonne„Silberbob" mit großem Vorsprung vor..Jschi Capa". Bei der nun folgenden Am-Wind- Strecke nahm„Silber- bod" die Fock weg, da die Mannschaft dos Boot nicht mehr halten konnte.„Jschi Capa", gut gesegelt, nahm nun die Führung, die sie bi» zum Schluß behielt, trotzdem er noch vor der Ziellinie Pieksall» bruch erlitt und mit im Wasser schleppenden; Großbaum durch die Ziellinie ging.„Jschi Capa" wurde gleichfalls schnellstes Boot der kleinen Bahn.„Rohrspatz" gab wegen Havarie auf. Di« Iv-Quadrat- nieter-Wanderjollenklasse siel ganz au», nicht anders endet« das Bild in der jiS-Ouadralmeter-Rennjollenklasse.„Rumtreiber" gab aus. „Blitz kenterte bei einer halse am Seddinwall, so daß sich hier ..Sonnchen II" und„Irrwisch" die Preise teilen konnten. Den 15-Quadratmeter-Wanderjollen behagte scheinbar das Wetter auch nicht, trotzdem eigentlich rauhes Wetter das Element der Wander- jollen sein sollte.„Picat" und„Aare" kenterten und überließen so der„Libelle" den Sieg. Eine Massenkenteret teils am Wind, teils vor Bind gab es in der Zh-Quadratineter-Rennjollenklalsc. Die guten Boote wie„Da- zelle",„Herzbube II" und„Bum Bum" kenterten, wozu sich noch „lisch!">l nd„Lenz" gesellten, wobei der„Lenz" noch das Unglück hatte, nach dem Kentern von dem zur Hilfe kommenden Samariter» boot angefahren zu werden und nun mit einem großen Leck im Unterwasserschiss abgeschleppt werden mußte.„Beresina" hatte Bruch des Piekdaums, setzt« dann Trysegel. gab aber dann auf.„Avanti" rafste unterwegs ein und holte sich den 2. Preis. Die beste Zeit suhr„Odin" mit 1-44-17 und wurde somit schnellstes Boot der kleinen Bahn. Auch die 20-Ouadratmeter-Wanderjollenklasse sollte nicht ver- schont bleiben.„Friede!" mußte wegen Ruderbruch ausgeben, so daß„Windsbraut", gut gesegelr, den Sieg erringen konnte. Die Ausgleichsjollen blieben vom Kentern verschom.„Seeadler" gab, kaum auf den Seddinsee gekommen, das Rennen auf. Die Mann- schaft von„Spatz" konnte trotz zweimaligen Reffen» das Boot nicht halten und schied ebensalls aus, für„Bandit" war der Wind eben- falls zu stark, so daß er da» gleiche tun mußte. In diesen beiden Klassen holten sich„Min-Jung" und„Ida" den ersten Preis und „Fraternitas" und„husch-husch" den zweiten Preis. Unermüdlich waren die Motorboote der Freien Vereinigung der Tourensegler Grünau unterwegs, um die gekenterten und be- schädigten Boote einzuschleppen, und so ging, abgesehen von einigen größeren Schäden, alle» gut ab. Man hat den Jugendlichen gern besseres Wetter gewünscht, so daß sie sich, wir«s ihr sehnlichster Wunsch war, gute Kämpfe liesern tonnten. Nachstehend die Zeiten: C K.Jschi eava" IM», 1:55.24, 1. P»,,:® 66„Eonnch-n II" WS«. ZI 1:20,62. J.««!»; M 13».Irrwisch" sag. 3:30.36. 3, Pr«i»: K 10« �idrtlr" sräffi. 2:04,25, l.«reis: S im„Odin" SS«. 1:44.17. 1. Prri»! fl 79.Avonti" SDR. 3:11,43, 3.«tri»;»»„WindÄraul" BS«. 21 3:03,0«, 1. Preis! 6„Min.Iunr," sag. 1:33,2«, l.«tri»; 317.Irotcrniia»" sair. 1:26,04, 3,«reis; III M.Ida" SC. 189« 1:16,41, 1. Preis: ir 335..Sus».H«sch- sag. 1:20,0«. 3.«tri». Bei den Ztusglelchsboote» Und die hetechnttm Seiten «ngtaeben.• Am gleichen Tage veranstaltete die Gruppe West auf der Havel ebensalls eine Jugendwettfahrt. Für diese Wettfahrt stellten die Sportler fünf 15Rennjolle„Forelle TSZ." Die Refulkate waren jolgend«: Anfte»ah», 12 Semwile» 1. 244-2»adeatmetee.Reniviollen.„IZoteDe" 3x33. 1:29,17.— 19.Quei6rolmetet.ffio n herjoBtn. 1. Jdete*»8®. 1:37,23; 2..Heldepeim" ISR. 1:43,1)5.- Ausolelchnjolleii III. 1..öetlba" ZS3. 1:3« ,09; S.„Sonnenfiitb" 1(33. 1:37,10.— Kiesboote. X..TOthoe* 3x53. 1:95.45: 3,„Cobro" TS3. 1:99,07.— Ausgleichzjollen I.»leine Balm. 7 Seemeilen. 1..Sorbett" W«®. 1:08,36: 2.„Gonbot* 38953, 1:11-55. Berliner Stadiemanmchaft bei den Arbcitcrringcm xusommengerieUt Der 4. Kreis(Berlin-Brandenburg) des Arbeiler-Alhlelen. Bundes veranstaltet« am Sonntag im Garten des Restaurant»„Reu- seeland" seine große gelungene Sportschau. Die besten Techniker und die kampfstärksten Vertreter ihrer Gennchtsklasssn rangen in den Fchlußtämpsen»m die Teilnahme an der Berliner Städte» mannschast. Im Federgewicht übernahm der Tegler Millbredt schon nach wenigen Minuten die FUHninq des Kampfes und siegte bereits in 4,10 Min. durch schnelles Eindrücken der Brücke über Borfchardt (L.-Zr. 04). Aste Rivalen standen sich im Bantamgewicht gegen- über. Langer(Sparta) und Spliestößer(L.-F. 04) rangen wie stets außerordentlich eindrucksvoll, dos Treffen oerlief völlig offen. De? Punktsieg wurde an Spliestößer gegeben, da dieser in den Vor- kämpfen in kürzeren Zsiten erfolgreich war. Der Federgewichtler .Föjjncr(Sparta) erhielt den Sieg kampflos.zugesprochen, da sein Gegner Binder(L.,F.>14) wegen Krankheit nicht oiz? Start erschien. Zwei fahr slott« Gegner paarte da« Schlußtrefsen der Leichtgewichte, Burghardt(Saxonia) und Weyhe(Alt-Wedding). Stand- und Bodenkampf wechselte in schneller Folge. Burghardt, der seinen Gegner noch einige Minuten vor Ablauf der Ringzeit geschickt in eine Brückenlage bringen tonnte, aus der sich der Alt-Weddinger nicht zu befreien vermochte, blieb Punktsieger. Einen guten Beweis seine» Könnens liefert« der Spartaner A. Wittkamm im Kampf mit dem routinierten Eckert(lAlt-Weddtng)� beide vermochten eben- falls innerhalb der angesetzten Zeit keine Entscheidung;u erzielen. Der Punktsieg wurde an den etwa» beisercn Spartaner gegeben. Die sabelhaste Ringkunst des Kreissportwarts X'ioehnel(Tegel) oer- mochte Kretfchmar(Sparta), der wohl einige Trainingsobend« ver- läumt«, nicht zu gefährden. In der 0. Minute siegt« der halbschwer« Tegler durch einen Selbstfaller. J,n Schlußtrefsen der Schwer- gewichte gab es eigentlich nur einen schweren Mann und das war Mühlstasi(Tegel), der 70 Pfund leichtere Kreklow(L-F. 04) ver- mochte seinem körperlich weit überlegenen Gegner dennoch ein acht- bares Unentschieden abzuringen. Trotzdem wird der Tegler die Berliner hoffentlich mit gutem Erfolg— in allen lierausforde- :ungen vertreten. In allen Kämpfen wurde wieder recht slolt und -rbittert gekämpst. doch wurde die Grenze des Erlaubten nie übet- ichritten. Ein an Kämpfen reicher Herbst erwartet die jetzt endgültig kam- �niert« Berliner Stadtemannschnjt; zahlreich- starke Gegner aus 'ein Reich haben bereits die neue Ringermanuschast herausgefordert. Den Kämpfen der Athleten ging«in buntes Barieteprogramm der Arbcitcrartisten voraus. ★ Die Feier seines zmonzigjährigm Bestehens beging der„»rast. ? port-Vereln" in Görlitz mit einer großzügig angelegten und spott- lieh vollauf gelungenen Veranstaltung, die durch einen Artisten- Wettstreit eingeleitet wurde und am zweiten Tag mit einem Ringer- und cheberwettstreit ihren Abschluß fand. Den artistischen Teil des Begrüßungsabends bestritten neben den gastgebenden Görlitzer Ar- listen die zahlreich erschienenen Gäste aus Dresden. Liegnitz. Guben und Berlin. Der hormonische Verlauf de» Abend« war eine würdig« Einleitung für die Zubiläumswetlkämpse im Bingen und heben, die den ganzen Sonntag in Anspruch nahmen. Schon am krüh-sten Bormittag begannen die Vorkämple>m Ringen und cheben. zu denen außer den Görlitzcm auswärtige bundestreue Arbeiterathleten zahlreich an de» Start gingen: Berlin. Breslau, Liegnitz. Weiß. waffer. Guben, um aus der langen Reche nur einige zu nennen. Die..Sportliche Vereinigung Lichtsnberg-Frisdrich-felde 04" belegt« in fast ollen Klassen und Konkurrenzen die ersten Plätze, chierbei wurden einig« Rekordleistungen überboteir. Im Ringen waren be- sonders die Jugendklassen außerordentlich gut beschickt, Das V erf a$$ungs-T urnier Tennis unter Schwer rrotgold Am Sonntag konnte bei l eidlich gutem Wetter ha, Verfassung»- Tennisturnier, dos vom Reichsbonner Schworz-Rot»Gold und vom Tennis» und Wmterjportklub Schworz-Rot-Gold veranstaltet wurde, mit sehr guten sportlichen Resultaten und bei gutem Besuch zu Ende geführt werden. Schon in den Bormittagsstimden war auf den acht Hundes- eigenen Tennisplötzen an der Avus ein lebhafter Sportbetrieb. Zu den Endkämpfen hatten die Behörden, die zum großen Teil mich die Preise für die Sieger gestiftet Hatten, ihre Vertreter entsandt. Der Spitzenspieler Daniel P r« n n war auch unter den Zuschauern zu sehen, seinen ursprünglichen Plan, einen Schaukampf zu zeigen, konnte er nicht ausführen, da die Spielgenehmigung nicht ein- geholt war. Im.Herren-Einzel Klasse A gewann Thiel(Schu)arz-Weiß) gegen Lerche(Franko».«) mit H:Z. 6:4. Im.Herren. Einzel Klasse B wurde Schneider(BSC.) Sieger, nachdem er Lerche in einem sehr harten Kampfe 6:3, 6:4 obgesertigt hatte. Im Damen-Einzcl Klasse A qualifizierte sich Fräulein heige»(Reichsbahn-Zehlendors), die auch im hochlch-llturnier einen Preis gewann, und Fräulein Mielarg für den Endkampf, den die letzter« mit 0:4. 0:2 gewann. In der D-Klaffe fertigte Fräulein heige» alle ihre Gegnerinnen leicht ab und gewann im Endkampf gegen Frau Breithaupt(SEE.) mit 0:3, 8:0. Im Hetren-Doppel Klasse A gewann Bremm« 1- Strohmeler(Blau-We.ß) gegen Barke-Thiel(SchwarzWeiß) mit 4:6, 0:1, 0:2. In der B-Kkajse endete da» Schkußspiel Mielke (LlauWeiß)-Lerche(Frankoniai gegen Weynand-Krüger(Westend) mit 6:4, 6:4. Im Damen-Doppel gewann das Paar hüb.nger- Speckmann(Potsdamer Tennisklub Schwarz-Grün) über Golden- weg-Großmann(Schwarz-Weiß) mit 0: 2. 2: 6. 6: 1. Im Gemischt Klasse A standen sich Fräulein Klah-Dr. Scholz(Westend) und Frau Fabian(Gelb-Weiß)-P. M. Schulz«(Rot-Weiß) gegenüber. Das Spiel endete m.t 6:1, 6:3 für die ersieren. In der B-Klasse gewannen Fräulein Ott-Krazinfti(Hemlia-Lichtenberg) gegen Fräulein heiges(Reichs bahn-Aehlcndors)-Miehlke(Rot-Weiß) in zwei Sätzen mit 0:2, 12: 10. Die Sieger erh.elten Preise und Ehrenunkunden des Reichspräsidenten, der Reichs- und preußische» Staatsministerien. Die Tagung der Naturfreunde Im wetteren Verlauf der Beratungen aus der Reichslagung der ?ta«urfr«unde in Dresden wurde bei den Satzungsänderungen u. a. die Gemeinnützigkeit der Raturfreundearbeit statutarisch sestgelegt. Zum Tagesordnungspunkt Jugendfragen gab der Reichsjugendleiter B u r g e r- Nürnberg den Bericht von der vorher abgehaltenen Reichsjugendtagung: die Vorschläge für die Arbeitsrichllinien fanden einmütige Zustimmung. Beschlossen wurde die Durchführung des ersten Ratursreunde-Reichsjugendtresien» in Homburg 1032. In der Frag, de» Baue» von Natusireundehäusern wurde der Reichslei, ung Auftrag gegeben, in geeigneter Weise süe Hilfeleistung zu sorgen. Di« Sihafsung eine» Rcichsblatte» wurde bi» IWZ zurückgestellt. Wichtig wae auch der m't übergroßer'Mehrheit gefaßte Beschluß, daß die 0r»»grupp»n der Naturfreunde sich überall den Sportkartellen der Zentralkommission siie Nrbeiteriport und Köeperpslege»nzu. schließen Hütten, mit einem Anschluß°n die kommuniftischen Spsittere organisationen stellen sich dU Ortsgruppen außerholh der Reich», organifatioiv Die Wahlen ergaben die Wiederwahl der bisherigen Amts- intzaber. In seinem Schlußwort betonte der Vorsitzende Stein- b e r g e r. daß die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Situation die engste Gemeinschaft mit der Sozialdemokratischen Partei er» fordere. Kleiner Sport »us eller Welt Berliner Arbeilerschwimmer in der Provinz. Am Sonntag weilt«» die Freien Schwimmer Spandau 28 in Driesen o. d. 0., um sich am zweiten schwimmfest der dortigen Arbeiterschwimmableilung zu beteiligen. Eine vorbildliche Schwimmbahn, wie sie selbst in Berlin kaum zu finden ist, stand zu? Verfügung: die Spandauer tonnten in ollen gemeldeten Konkurrenzen die ersten Plätze belegen. Dresdens Arbeitersportler sahen dieser Tag« Gäste aus Finn- land bei sich zu Bejuch. Am Freitag waren die Finnen Gäste der Stadt Dresden. Es war das erste Mal, daß Dresden ausländische Arbeitersportler ofsiziell empfing. Das sportliche Programm wurde am Sonntag durchgeführt. Im 100- und 800-M«ter-Lauf konnten die Deutschen die ersten Plätze belegen, während in allen anderen Konkurrenzen die Finnen siegreich blieben. Verschiedene neue Bundeshöchstleistungen wurden aufgestellt. Unter anderen im 800-Meter-Laus von Huwe-Berlin in 2:00,5 Mm.: im hochsprung Alle Badsahrer der Partei, der SAB., de» Reichsbanners und de» Sarlells für Arbeitersport und körperpjlege treffen sich Sonnlog, 31. August. 14 Uhr. bei wegner. Frankfurter Allee 236. zum Wahl. umzug durch die Randbezirke des Lichten berger Ortsteils. Wimpel und Werbeplakate mitbringen. für Sportlerinnen von Krüger-Dresden mit 1.47,5 Meter und im Speerwerfen von Drache-Heidenau mit 54,37 Meter. Die Zu- schauer spendeten begeistert Beifall. In der Halbzeit des Fußball- spiel» wurde die Olympische Stafette gelausen, die die Finnen vor der Dresdener Städtemannschoft in 3:44 Min. gewann. Die Bundes- Mannschaft endet« erst aus der dritten Stelle. Ein Länderfußliall- komps Finnland gegen Deutschland endete 3:1(1:0). Eine neu« Jugend-Fußballmonnschast. Am Donnerstag, 20 Uhr, sindet im Lokal von Schade, Lichtenberg, Normannenstr. 32, die Gründung» Versammlung jür«in« Jugend mann- schast de» Arbeiter-Fußballverems Lichtenberg II statt. Jugend- lilh« und Reichsbannerkameraden sind herzlich eingeladen. Alle Vorstandsmitglieder de» Vereins erscheinen ebenfalls. Lehrkurse im Ringen und Boxen bei„Alt-Wedding ISSZ". Ab Dienstag. 2. September, finden in 0er Uebungshalle des Vereins, Utrechter Str. 31/32, seden Dienstag und Freilag, 19» Uhr. Lehr- stunden im Ringkampf statt. Boxübungen jeden Donnerstag, 10� Uhr. Di« Beiträge sind niedrig gehalten. Da» Europa- Wasserballturnier. Im Nürnberger Stadion begann gestern das zweit« Wasierballturnier unter Beteiligung von Deutsch- land, Ungarn, Frankreich, Schweden. England und Belgien. Das erst« Spiel gewann Belgien gegen England 5: 2(3: 1): Ungarn konnte Frankreich mit 12:2(8:0) schlagen, während die Deutschen die schwedische Mannschaft mit 7:0(5:0) abfertigten, heule spielen Belgien— Schweden, Ungarn— England, Deutschland— Frankreich. wieder Boxkämpfe im Spilhernring. Nach mehrmonatiger Unterbrechung eröffnet der S t ä n d i g e V o x r i n g in den Berliner Spichernsälen Freitag, 29. August, wieder seine Pforten. Den Hauptkamps bestreiten der Breslauer Halbschwergewichtler Emil Kvska und der Hannoveraner Trollmann. Ferner kämpsen: Peter Drekopf-Düsseldors gegen Erwin Volkmar-Berlin, Walter Panisch- Leipzig gegen Wolter Anklam-Berlin, Schiller-Hannover gegen Bartneck-Breslau und Hermann Nieksen-Altona gegen Dary Sandor- Ungarn. Weltrekord. im Diskuswurf. Ein« phantastisch anmutende Seistung wird au» Pittsburg gemelort. Dort hat der amerikanisch« Wurfsthket Paul Suffup, von dem man bisher ja gut wie nichts ge« hört hat. gelegentlich einer leichtothlctischen Veranstaltung im Di»- ku, werfen die Zv-Meter-Marke bei weitem übertroffen und mit 51,73 Meter einen neuen WeUrekord geschaffen. Inhaber de» bis» herigen«ich noch offiziellen Weltrekords ist Jufsups Landsmann Erio Krenz mit 40,00 Meter. Aber auch diese Leistung hatte Kren; inzwischen schon überboten, gelang es ihm doch im Mai d. I., die Scheid« 51,05 Meter weit zu werfen. �bsdduh auf der Rhön Nach vierzehntagiger Dauer erreicht« der 11. Rhön-5egelslug. Wettbewerb seinen Abschluß. Am letzten Tage gab e» noch einige ganz hervorragend« Leistungen, so vor allem den grandiosen Strrcken-Weltrekord des Wieners Robert Kronfeld von 102 Kilometer. Aber auch der höhenslug de» Berliners Bedau, der über der Wasierkupp« bi» auf 1640 Meter kam, sowie hs« Streckenflüge von Hurtig-Kasfel, Meyer-Aachen, Krebs-München und Grönhvsi können sich sehen lassen. So haben dann auch diese beiden Rhön- wachen Ergebnisse gezeitigt, die weitere erhebliche Fortschritte in der Kunst des motorlosen Fluges erkennen lasten und ein günstiges Bild für die Zukunft stellen. loutifHoMrei» ,»i« aUtutfMnnbe'. Ron»»«. 23. SÄotaoemein. schat»: 3»l>anm*ftr. 15(So«n, 19>i Uhr. Wettbewerb:..Wonderttani lBilder mitdring�n). Malgemeinsckaft: Jugendheim Wrangelstt. W*1/ PoNritt(jfatfte).— Sfperanto.ArbeitKgOmewfchaft: Jugendheim Str. 4, 20 Uhr.— Dieustaa. S«. Angust. Mytogomeinschaft Abt. Osten: 20 Uhr An- fhngerfursus.—- Tiergarten: 10 Uhr Spielen Vogelwiese Plöhensee.— rum» bolbthaln: Jeden Dienola«. Mittwoch und?oiiiieroi-6 ab 18 Uhr Rastntvort «uf bem Lporiplah Huinboldthain: bei Reaennretter in den»eimen.— oiamm- ijruppe: 20.10-22 Uhr tzuflenbheiiii Orftfir. 10, Bruniieiiplasi. Sou allem ein menia(hmiie 3luiiben).—«inderzruppe: Ii94— 19-% Uhr im Niageiiiiiimiier Pank- Ecke Wiesenfteoh«.- Weddin«: 20-22 Uhr im Iu«,iidheiiii See. Ecke Suriner Strofte;„getien fahrten".- Ziorden: Seim eonnenbutact 61t. 20, 20 Uhr. Wir wiechen ilder wettere Arbeit im TB. � Friedrietzhain: Iiiarnd- heim Zsrantturter«llee 807 iEbert.,l-ner Bern; Abendwaiidenina noch Treptow. Treikpunkt 19 Uhr Bahnhof Treptow.— Südwest: 20—22 Uhe Im Keim Porck. ftrahr 11,■PejitlMmi n reu, Hera, flirnmer 5: SeiMsthend.— Lichtenrade: Up. o Uhe bei Tehiam, Bahnhof. Ecke Eo'iistraste: Ernstes und Keiierrs.— Rellktmii: Bein* der Treptower Sternwarte.— Lichtnibergi 20 22 Uhr im tziiflentheint rstunterltr. 44. Wie haben vieles»u hespeechen.— Weißeufee: 20—22 Uhr im tzuaendheim Bistoriusstr. 24. Die«r«l,Ichnl» ist nach den ger.en wieder in TSiiakeit. T'Ie Männretiaste »bt ttd»» Montan n«n 90—29 Uhr in Treptaw. Boncheftr. 75, Die gbaurn. fiotft 461 feien Mittwoch von 20 95 Uhr in griehenau. Rubrnsstradr. Fontane Schule. cht,»inderltaiten leben Moittaa von 19- 20 Uhr in Treptow, ?»»e&6str. Ts. Senoulnalimen'tür alle Ploifen dortteli-st, »?»». Wmirt«est», chn in uuf-rrr Turnhalle in dielet W»ch« di« Wahlerittten»iialirge?. föht unter Tpriibetrieb um chieve'aa»ob TOnneft- 'aa«u». Beeiristunkt'onhr,®i«unfl morooii, Titn-siaa. 20!r Uhr. in der Schüfe etiifmftr. Ii. Phchste» Turnakrnh chirnstaa.!. drpiemhsr. � ves'lck »eaköl«.»,,». Zitr«1« 2.»>h,e4Iiinfleii: 3-ttt Einüben und Vre den iUir Partei- peeanstalmna.„3est der diebeii". in der. Turnball, Ehouifeeftr. 137. z. Männer. abtttlang, chi»n»tai»ah»nd. Puaust. nach Sp«rtpiatidet?i«b«dtrlluniemer, tamvilnnz hei«ecket, ehausieestr. 97. Zstieie Ztn derer„d»„»fadrer. 1.»«>». Mittwoch.?7. Auzust, 20 Uhr, Svarienanstchugsthuna in dttickelln. Zstück-fefstr». stdeatlastn». »ch«i»»,e�ia dr» 4.«e,irl». Mtttwoch. 27. Buaust. 20 Uhr. in der ftr,.»a,sch.E!t,Ilene. Sittuna weien des L,»irt»fclte». Jeder Verein bat«inen Vertreter � entfcnheei, Fr«». Telemerteonetfamlna« Mittwoch. 27. Vuptü, ö*«e«erkschafts- teu. ttV» Ifte.»ttärledskwÄ«ach Stlaetatentofe Nicht veraessen. liisatsi', l-iclikpisls usw. M« Hiealer D 2 Wiidindamin S20I 8 Uhr Phaea von Friti v. Unruh. Reg.:MaxRelnhardi Musik: FriiJridi Hollsender. Bühnenbilder Emst Sdiülle. Die Komödie II Bismck. 2414/751'' 8',j Uhr Wis werde idi reich and glodclith? Kenn von Felis Jonhimsoo. Musik ton Mischs Spcliinskr Regie: Erieh Engel Bühnenbilder Lndseig Reiner Idealer d. Westeos Täglich 8'/. Uhr Hasenklein kann niAts dafOr mit Max Adalbert Bamowsky- Bohnen Thtaur in der Stresemannsir. Freitag, 29. August Urauf tihrung: Margiiite: 3 Lustspiel*. Fritz Sdiwiefert Komödienhaus SV* Täglich 8'. Meine Schwester und ich Musik TJalphBtutEk) zenirai-itieaier Alte Jakobstr. 30/32 Cio nh. 2047 Täglich S'U Uhr Debeni Oroften Teldi Ausstattungsoperette in 4 Akten Rundtunkhörei halbe Preise. Rose- Theater 6r.FranMgil«rS(r.i32 Tel. Alex 3422 u 3494 8.15 Uhr: Beimildie Brannohn Carlen bübne: 5 IS Uhr, Roniert n. Bnnter Teil 8 15Uhr DIciolleLola Lessing-Tlieater Weidindenn 2791 i.Olkt Täglich 8'/t Uhr Ulrti Vontellungea WiederaotoatiniB bgaotragt V OttoErnst Hesse inetropoi-Theater Täglich 8'/« Uhr SeDMiioneller OpercHencrlolg I Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undlhrHusar Dentsebei KSnstler-Theit. Tel. Burbarossa 3932 S'/e Uhr Weekend Lustspiel von N-Cowaid. Renaissance- Theater Steinplatz 6780. 9 Uhr Die Wunder-Bar RevuestOck Komisehe Oper S'/j Uhr Paul WeüWM in; Liebe und Trompetenbiesen Operette von Roland. SCAtH k Winrer * uarren* 8.15 Uhr— Roudren«rlaabl Carlos aim Chiia a. Co. ona weitere In Berlin nodi nldit gesell ie Stars. """" CÄS1N0-TBEATER»".uh. Lothringer StT«>e S7._ Für unsere Leser: Gutschein 1—4 Pers Fauteuil 1.25 M., Sessel 1,75 M. Oer Possen-schiager Der seliqe Hollschinsky uiiiiiitiiiiiiiiiktTiiiiiiiniiiiiitliiueiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiriiiimi and ein erstkl. buntes Programm. 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Lnmpenball Stg. 4. 6.30, 9 Uhr Fritz Kampen, Irene Ambrns, Carl de Vogt Regle: Carl Heinz Wölfl �»Udwztnn � p Film-Palast Kammcrsäie Teltower Str. I W. 6>/r, Sbd. 6, Stg. 4 Uhr Wegen Renovierung und Tonfilm clnoau bis Donnerstag gei(blossen Süden Primus-Palast Am Herrtlannplatz, Urbansir. 72/76 Wochent 7, 9,15, Sonnt ab 4 45 U. Bühne: Einmaliges Gastspiel: OHo Realer Der König von Parti lOOproz Sprech-, Ton-, Gesangsfilm mit Ivan Peirovidi, Hanna Ralph Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Franennoi- Franenglfick Das gröSte Ereignis des Jahres Wochent. 6,45, 9 U. Sonntags 5, 7, 9 U. Kottbusser Damm 92 Kukuk Tonfilmlustspiel: Hokuspokus mit L. Harvcy, Willy Fritsdi Beiprogramm_ 17 v ci Wochent. 6.45, 9 U. CrACCIMtJI Sonntags S. 7, 9 U Kaiser-Friedrich-Straße 191 Tonsprechfilm: Skandal um Eva mit Henny Porten Beiprogramm_ Stern, Hermanmtrafye 49 Wohenlags 7 u.9, Sonntags 5, 7, 9 Uhr. Frauennot— Frauenglück Einlelt Vortrag Dr. med. Ehrlich Filmeck ße8inn l � Skaiitzer StraSe. am Görlitzer Bahnhof GroBtonfilm: Ein Tango für Dieb mit Willi Font, Oscar KarirveiH Luisen-Theater»j'u; Reichenherger Str. 34 Ufa-Tonfilm: Der blane Engel mit Emli Jannings, Mari. Dietrich Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Besinn der Vors'ellungen: Wochtgs. 5.31. 7 15, 9 15, Sonnt. 3, 5, 7, 9U. Der lustige Tonfilmt Da» Kabinett des Or Larifari mit Max Hamen, Morgan, C. Jökcn Auf der Bühne: „Tonfilmfieber" m. kr. Kästner, Lietd Tindi Sternwarte— Treptow Dienstag und Donnerstag, 8 Uhr: Die Wand er Astens(Film) Mittwoch 8 Uhr;»Die Bremen' „Eiysium" gfer" Prenzlauer Allee 56 W. 5.15, 7. 9.15, S 3.15,5, 7.15, 915Uhr Franennoi— Franenglfick mit einleitendem ärztlichen Vortrag Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochent. 5, 7, 9, Sonnt. 3, 5, 7, 9 Uhr Tonfilm: Zweimal Hodizeil (Eine schwache Stunde) mit Liane Haid, Ralph Roberts, Luclc English, Hnszar Pufty Das gute Beiprogramm Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Sir. 121 Wochent 5 Uhr, Sonnt 3 Uh: Achtung, Anlodlebe m. Harry Fiel Bühne: Georg E.Schmidt Ladirevne Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 Woch. 5, 7, 8.45, Stg. 3, 5. 7. 8.45 U. Kriminal-Tonfilm: Der Tiger Tonfilm Sketch, Kultur- und Tricktonfilme Jugendliche haben Zutritt Comenius-Lichtspicle Memeler Straße 67 W. 6. 9>/,. S ab5U Die Nadii vor dem Tode Nixdien mit H. Ltedtke, X. Desnl Concordia-Palast Andreasstr. 64 W. abSU.Stg.abSU. Tonfilm: Nur am Rhein(100 prozent Tonfilm) mit Igo Sym Moral um Mitternacht mit C. Hon» Viktoria Lichtbild Th. Frankfurter Allee 48 BQhnensdsao Woch. 5, ca 7, 8.45. Stg. 3, ca 5, 7, 8.45 U. Achtung, Autodiebe I mit Harry Plel Großes Beiprogramm > Nau-Uchfnbatu ß Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg. Lückstraße 70 Laster der Menscbhcit mit Asta Nieltcng W. Krau$ Der Kampf um Paris Böhnctuchau g Friadrictizfnidü Kino Busch Alt-Friedrichsfeldc 3 Ein MHHonenangeboi mit Dol. Costcllo Die Halbwfldislgen mit Ant. Pointner Beipi ogramm WclficnS' — P Schloßpark FUm• Bühne Berliner Allee 206—210 Stg. Vf3 Jgd.-V Die Wartcbauer Zltadetle mit Varconl Revue: Wenn der ganze Sdmec verbrennt Beiprogramm ■"■ Alhambra Müllerstraße 136, Ecke SeestraBe Franennoi- Franenglfick Vom Werden des Menschen, Leiden und Freuden der Mutterschaft Beiprogramm Pharus-Liditspielc Müllersträße 142 W.6U. Stg. SU 2 große Schlager: Der Club der Besessenen mit Rldsard Talmadge Das Cola des Orients Marga-Licfatspicle Schulstraße 29 Der große historische Sittenfilm MeMalina, I und II. Teil Die Himmelbunde(Luitpatrouille) BOhneatcban Pratcr-Lichtspicl-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 5, Sonntags J'/j Uhr Showbooi mit L. la Plante, Jos. Sddldkranl Der Kriminalist V. Scotland Yard Bühne: Erstklassiges Variete Skala-Lichtspiele «•/, U. Stg. 5 U. Colosseum Schönhauser Allee 80 W. 6Vi Da, Tagehnd, eines Jnnggesellen mit Rcinhold Scbfinzel Der Polizeispitzel von Cbikago Beiprogramm___ Wtgs.5, 7 u 9 Uhr 5tg 3, 5. 7 u.9 Uhr Schönhauser Allee 123 Franennoi— Franenglfick mit wissenschaftlichem Vortrag M Pankow M Palast-Theater Breite Straße 21 a W. 7, 9, Stg. 5. 7. 9 U. Afrika-Tonfilm: Menschen im Bnsdi Lästiges Tonbeiprogramm Jugendliche haben Zutritt_ Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Stg. 2>/> Jgd.-Vorst. W. 7. 9 U.. Stg. 5, 7 u. 9 U. Tonfilm: Der blane Engel m. Emil Jannings, Marlene Dleirldi � Nlndnrschanhnuscn fc Film-Palast ühfiÄIänsen Blankenburger Straße 4 W. 7, 9 U. Tonfilm: Stg.5, 7, 9(5» Skandal am Eva m. Henny Porten > TdRdl> Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 W.6, Stg 4'/« Uhr Sonntags 2 U Jugendvorst. Franennoi— Franenglfick mit ärztlichem Vortrag Or. S aht, Tegel(Oberarzt bei Prof.Straßmann) Feiner: Im Lande des stlb. Löwen „Kosmos" Fümbühnc Hauptstraße 6 6 Uhr, 9 Uhr lOOProz Tonfilm: Der große Gabbo mit Erich von Siroheim Beiprogramm— BAhnemdhau Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6,8>/, U. Stg. 2 U. Jugendvorst Stg. 4V«, 6l/s. 83. U. Strafsache Siordi nnd Genossen Die Banditen von Sansibar d Hennigsdorf Filmpalast Stg. sM w/a Berliner Straße 59 Stg. 2 U.|ug.-V6rsu Tonfilm: Es gibt eine Frau, die dich niemals vergibt mit LH Oagorer