BERLIN Areitag 29. August 1930 erfch eist tiskich austerTsnatus«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwärts'. Bezuzsprei« beide Ausgaben SSPf. pro Woche,», 60 M. pro Monat. Redaktion und Expedition; DerlinSWe3,Linde»str.s 10 Pf. flr. 404 B 201 42. Jahrgang ff Andels enpreis: Die einspaltige Nonpareilleieile so Pf., Reklameteile L M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwärts-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr.»7536. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Organisierter Massenkonkurs Wie die Großagran'er sich von Schulden und Zinsen befreien wollten Die Hintergründe der Konkurshausse und der Versteigerungskrawalle in Ostpreußen werden durch ein Rundschreiben des dem Reirhslandbunde zu- gehörigen Landwirtschaftsverbandes Ostpreußen aufgedeckt. Die Vermutungen, daß die bei der Agitation des Landbundes eine sehr große Rolle spielenden Konkurse, die die„ungeheure Notlage" der ostpreußischen Landwirtschaft belegen sollten, und daß die Tumulte der sogenannten Bauern- notbeweguug Organisation und Mache seien» werden in vollstem Umfange bestätigt. Das Rundschreiben ist mit dem Vermerk versehen:.Streng vertraulich. Nur zur Besprechung im k l e i n st e n Kreisel' Das heißt, die Verfasser haben auch alle Ursache, mit diesem Machwert dos Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen. Die Kreisführer werden nämlich aufgefordert, dafür Propaganda zu machen, daß von den etwa 200 000 landwirtschaftlichen Betrieben Ostpreußens 30 000 mit einem Male zum Konkurs angemeldet werden. Bei diesen zum Konkurs angemeldeten Betrieben rechnet der Land- wirtschastsverband Ostpreußen mit einem Ausfall von 17 000 Betrieben, bei denen eine Konkurseröffnung teils wegen Mangel an Masse, teils wegen mangelnder Zahlungsunfähigkeit abgelehnt werde. Ueber 13 000 Betriebe würde der Konkurs eröffnet werden. �M:t brutaler Offenheit zeigen dann die' Verfasser dieses Schreibens die volkswirtschaftlichen und wirtschaftspolitischen Auswirtungen dieser Aktion auf. Lassen wir sie selber sprechen: Die vottswirtschafilichen Auswirtungen. .hierfür hat man sich zu vergegenwärtigen: a) Der Konkursantrag ist die Folge der Zahlungseinstellung. b) Innerhalb kurzer Zeit können 30 000 Konknrsonmeldungen nicht sachgemäß erledigt werden. c) Die richterliche Tätigkeit der Konknrsprüfnng ist dem Der- waltungsapparal entzogen. 6) Konkursverwalter für 13 000 Betriebe sind nicht aufireibbar. e) 2b 000 Betriebe können nicht zwangsversteigert werden. Die Folge würde sein: Zuächst: Alle Gläubiger der ostpreußischen Landwirtschast, nämlich Kaufleute, Handwerker, freie Berufe, Ge> nossenschaften, Landschaft, östcntliche Hand usw. er» halten weder Rückzahlung fälliger Verbindlichkeiten noch Abgaben. Die ersten 5 können ihre Verbindlichkeiten nicht mehr erfüllen, wer- den zahlungsunfähig und müssen ihrerseits Konkurs an- melden. Weiter: Deren Sonkursanmeldung zieht die der Kom- m u n e n. kreise und des kommunalen Provinzialverbande» noch sich. Endlich: Die Konkursanmeldung der ersten beiden Kategorien wirkt unmittelbar aus die Gläubiger im Reich weiter." Wie die Landbundherrschaften sich die Organisation ihres Konkurses dachten, ergibt sich aus folgenden Stellen des uns vorliegenden, vom 19. Februar dieses Jahres datierten Rundschreibens des Landwirt- schaststages Ostpreußen: „Es könnte(1.) daran gedacht werden, an ein und demselben Tage in der ganzen Provinz kreis- und kirchenspielweise Ver- sammlungen abzuhalten, die von kurzer Dauer wären, an deren Schluß aber unter Vorantritt des Kreis- bzw. Kirchspielführers die Teilnehmer an der Versammlung ihre Konkursanträge für ihren Betrieb dem Vorstand pp. zur Weiterleitung durch den LVO. überreichten. Diesem Tag würde eine ausgiebige Aufklärung und die Versendung der vorgedruckten konkursanträg« an alle Mitglieder vorausgehen. Eine Verheimlichung des Vorhabens wäre natürlich nicht durchzuführen. Offene Aufklärung wäre vielmehr Pflicht, da die Tatsache der Zahlungsunfähigkeit der Landwirtschaft Ostpreußens in sehr absehbarer Zeit und damit ihre Verpfichtung zur Kontursanmeldung feststeht. Die Kreisführer werden ihr Gutachten dar» über abzugeben haben, ob aus ihrem Kreis die Aufbringung der verhältnismäßigen Zahl von Konkursanmeldungen erwartet werden könnt«. Das Rundschreiben behandelt dann vorsorglich die Sicherung des Landwirtschaftsoerbandes selbst, der die Konkurs- bewegung durchführen soll. Die an der Aktion beteiligten Betriebs- Treviranus im Glück Mi der angekündigten Wahlreform haben wir einen feinen Trumpf ausgespielt! inhaber sollen sich verpflichten, 5 Mark je Morgen im Durchschnitt zu zahlen. Es heißt dann geschäftstüchtig weiter: „Da dem bei Gelingen der Aktion rund 20 Mark je Morgen jährliche Vesteiung von Lasten im Durchschnitt gegenüberständen, wäre die Verpflichtung tragbar. Die Machtprobe. Die Durchführung der Konkursaktion war nach dem Rund- schreiben so gedacht, daß die Konkursanträge von dem Verband« gesammelt werden sollten. Dann war solgendermaßen zu verfahren: „Die Abgabe der Konkursanträge an den LVO. würde zunächst nicht unbedingt die Weitergabe an die zuständigen Amtsgericht« be- deuten. Zu unterscheiden sind zwei Möglichketten: a) D i e Zahl von 30 000 wird erreicht. Der erste Schritt daraufhin würde eine offizielle Erklärung des Verbands- Vorsitzenden an den Oberpräsidenten sein, daß die llebergabe an die Amtsgerichte mit allen oben gekennzeichneten Folgen slaltsinden werde, falls nicht Reich und Staat Zinsen und Lasten bis zur Erreichung des Ausgleich» von Einnahmen und Ausgaben innerhalb einer kurz zu bemessenen Frist übernehmen. Die innere Berechtigung dieser Forderung liegt außer in der wirtschafttichen, politischen und kulturellen Bedeutung Ost- preußens für das Reich in der 5>ergab« seiner unverbrauchten und auf eigene Kosten groß gezogenen Jugend in den Produktionsprozeß der oußerostprcußischen Großstädte und Industrie. Das Machtmittel zur Durchsetzung wären die in der Hand des Verbandes zusammengefaßten Erklärungen der Zohlungs- Unfähigkeit mit ihren rechtlichen Zwangsfolgen. b) D i e Zahl von 30000 wird— trotz Beschluß der Verbandsorgane— nicht erreicht. Dann wären die Konkursamneldungen und die Umlage den Mitgliedern zurück- zugeben. Je nach der Gesamtsumme der ersteren wäre vielleicht noch«ine Geste nach außenhin zu erwägen. Ein« Machtprobe könnte jedoch damit nicht mehr verbunden werden. Verbandsmäßig würde dies Ergebnis selbstverständlich die tiesergreifensten Wir- kungen haben.' Mit zynischer Offenhett erklären die Verfasicr, daß ihr Vor- haben den R u i n der ostpreußischen Wirtschaft bedeutet. Sie sind sich darüber im klaren, daß ihre Aktion die Existenzoernichtung Hunderttausender von Arbeitern, Angestellten. Kaufleuten und Hand- wertern nach sich zieht. Aber was schadet das alles, wenn erreicht wird, daß die Sanierung der Betriebe nicht in fremder Hand! erfolgt, sondern daß man für die alten, wenn auch unfähigen Betriebsleiter dauernd Staotsunterstühungen zur Aufrechterhaltung der verfahrenen Wirtschast erhält. Einiger verkrachter, unfähiger Großgrundbesitzer wegen treibt hier! der Landwirtschaftsverband eine Katastrophenpolitik, die wirtschafts- und auch außenpolitisch für Ostpreußen von der gefährlichsten Wir- kung sein kann. Das sehen die Drahtzieher durchaus ein. Sie sagen darüber in dem Rundschreiben: „Reich und Staat würden vor die unausweichliche Notwendigkeit gestellt sein, endgültig ihren Willen, Ostpreußen gesund und deutsch zu erhalten, durch Uebernohm« der Zinsen und Lasten bis zur Erreichung des Ausgleichs von Einnahmen und Ausgaben zu betätigen oder aber hierzu die Unfähigkeit zu erklären. Das letztere würde bedeuten, daß zwar die Verwaltungskosten der Provinz von Reich und Staat aufgebraucht würden, die gesamte Wirtschaft jedoch vov ihren Schulden und Zinsen befreit wäre. Die dritte Möglichkeit kann in ihren Auswirkungen nur angedeutet werden. Sie besteht darin, daß auch die Verwaltungskosten der Provinz einschließlich Reichswehr von Reich und Staat nicht mehr getragen würden. Außenpolitische Lage und wirtschaftliche Struktur! der Provinz ermöglicht nicht deren Erhaltung aus eigener Kraft� Die Folgen eines solchen Entschlusses von Reich und Staat sind un- übersehbar, liegen aber angesichts der innerpolitischen Gesamtlag« nicht außerhalb des Bereichs des Denkbaren." Brutaler kann der Machtstandpunkt des ostpreußischen Agrariers nicht betont werden. Da heißt es einfach: gibt uns das Reich nicht, was wir fordern, und kann infolge unserer Katastrophenpotitik Ver- waltung und Organisation der Provinz seitens des Staates und des Reiches nicht mehr in Ordnung gehalten werden, so legen wir keinen Wert mehr auf unser Deutschtum. Da sich die Provinz allein nicht halten kann, werden wir uns einfach dem Nachbarstaat Polen anschließen, wo wir eine bessere Berück- sichtigung unserer Interessen zu finden hoffen. Das ist Erpresser Politik, das ist mit dürren Worten der Sinn dessen, was man nur„andeutungsweise" sagen kann, was aber durchaus nicht„außerhalb des Bereichs des Denkbaren' liegt. Zynisch und brutal ist der Inhalt des Rundschreibens, und wir für unseren Teil zweifeln nicht daran, daß die Führung des Ostpreußi- schen Landbundes um der eigenen Interessen willen kaltblütig Hunderttausende von Existenzen ins Elend jagen würde, wenn nur die Aktion gelingt, die unfähigen Großagrariern ihr Besitztum er- halten soll. Di« ostpreußische Bevölkerung in allen ihren Schichten wird am 11. September Gelegenheit haben, diesen Katastrophen- Politikern auf ihre finsteren Pläne die richtige Antwort zu geben. „General"- Direktor Hugenberg. Hugenbergs„Lakai-Anzeiger" veröffentlicht„eine Reihe von Er- klärungen deutscher Generale', die sich für die Deutschnationale Partei aussprechen. Es sind dies die Generale von B e l o w, von H u t i e r, von G a l l w i tz und von Einem, die sich im Welt- krieg durch mehr oder weniger gelungene„strategische Rückzüge" ausgezeichnet haben. Wir sind damit ganz einverstanden. Die geschlagenen Generale des Weltkrieges dürfen alle Herrn Hugenberg wählen. D i« Mannschaften wählen sozialdemokratisch! Selbstüberschätzung. Für Donnerstagabend hatte Hugenberg den größten Ver- sammlungsraum Münchens, das Zirkusgebäude, gemietet, das für 8000 Menschen Platz hat. Es kamen aber noch nicht 3000— bis Hakenkreuzler erwiesen Herrn Hugenberg, der persönlich auftrat, nicht den Gefallen, ihm als Statisten zu dienen. Das Lemberger Todesurteil ausgehoben. Das Oberste Gericht in Warschau hat das Todesurteil gegen die drei vom Lembergec Schwurgericht verurteilten kommunistischen Studenten aufgehoben und den Prozeß zu neuer Verhandlung dem Schwurgericht über- wiesen. Gegen die drei Studenten war die Anklage erhoben mar- den, als Mitgliedr der kommunistischen Parteiorganisation Flug- blätter verteilt zu haben, die zum Aufruhr, zur Lostrennung Ost« galiziens von Polen und Anschluß an die Sowjetunion ausriefen. Das skandalöse Urteil war von den kommunistischen Parteien dazu benutzt worden, um Angriffe gegen polnische Konsulate zu or- ganisieren. Rur grobe Fahrlässigkeit? Gtahlhelmführer erschoß seine Freundin. Der Berliner Stahlheimsührer Zngeniear 5 r e y wird sich � nächster Zeil vor dem Schöffengericht voa Aürstenberg »egen fahrlässiger Tötung zu verantworten haben. Der Fall ist äußerst unklar. Der äkjährige Angeklagt«, der m Berlin in der Lübecker Straße wohnt, lebte mit seiner Frau in Scheidung und hatte seit mehreren Jahren«in Berhältnic mit der Montiererin l5rna G o e d k e, mit der er häufig Rennen besuchte und Ausflüge macht«. Als am 24. Mai das Paar wieder einmal einen Wochenendausflug unternahm und nach Fürstenberg fuhr, ereignet« sich die Tragödie. Am Sonntagmorgen wollte man nach ch> m m e l p f o r t wandern. Als Frey mit dem Anziehen fertig war und man fortgehen wollte, nahm nach Freys Darstellung seine Freundin seinen Revolver, der noch im Zimmer lag, in die Hand und fragte scherzhaft, auf welche Körpcrstellen man zielen müsse, um jemanden tödlich zu treffen. Frey will sich nun überzeugt haben, daß, wie gewöhnlich, das Magazin mit den Patronen nicht im Revolver steckte und darauf auf das Mädchen angelegt haben. Sie habe geäußert:„Du kannst ruhig abdrücken, es ist ja keine Kugel im Lauf." Darauf will Frey mit den Worten:„Wenn ich jetzt treffe, fällst du gleich tot um" die Pistole auf ihre Brust gesetzt und abgedrückt haben. Zu seinem Entsetzen sei ein Schuß losgegangen, der feine Freundin mitten ins Herz traf. Frey schrie dann um Hilfe, das Mädchen war ober auf der Stell« getötet. Frey wurde in Haft genommen Wenn diese Darstellung Freys stimmt, fo' nmß von grob» [ich st er Fahrlässigkeit gesprochen werden. Gefragt, warum er denn immer eine Pistole bei sich führe, gab Frey an, daß er als Stahlheimsührer stet, eine Waffe bei sich trage, da er Angriffe politisch Andersdcnker fürchte. Der Stahlhelm nennt sich Bund der Frontsoldaten, und seine Mitglieder prahlen viel mit ihrer militärischen Ausbildung. Jeder noch so kurz ausgebildete Soldat wird schwer bestraft, wenn durch Nachlässigkeit beim Gewehrreinigen, auf dem Schießplatz oder beim Exerzieren«ine Kugel losgeht, weil der Rekrut nicht vorschriftsmäßig entladen oder auf dem Schießplatz zu früh geladen oder abgedrückt hat. Es braucht dabei nicht einmal ein Mensch verletzt zu werden. Schon dos An- legen im Scherz mit einem ungeladenen Gewehr wird ge- ahndet. Hier setzte ein Stahlheimsührer seine Waffe be- wüßt auf das Herz eines Menschen an. Polizei und Untersuchungsrichter nahmen zuerst an, daß dieser so gut gezielte Schuß a b si cht li ch abgegeben sei. Dos Gericht wird auch dieser Frage genau nachzugehen haben und das Berhältnis zwischen Frey und dem jungen Mädchen prüfen müssen. Die Er» mittlungen haben hierin ergeben, daß Erna Gaedke in letzter Zeit aus Schwermut häufig Selb st mordad sichten äußerte. Es ist daher nicht ausgeschlossen, daß die Tote selbst heimlich die Kugel in den Lauf steckte, um sich dann während des scherzhaften Spiels von ihrem Freund erschießen zu lassen. Auch in diesem Fall« hat Frey die erforderliche Obacht auf seine Waffe in unverantwort- l i äi e r Weise außer acht gelassen. Di« Fürstenberger Schöffen werden es nicht leicht haben, den verworrenen Fall zu klären. CHERifeEOBACHTER ftcnalfttcr«lalff«llfir ii■— a-' tkampfblatt der>att«»al'ss,lalisilsche» Lewegoog Sroßdeotschlands-ZTT:-' Getoflie Bantterotierkiarung des Mandunast Mebtt die Losungen des StetwttMpiiaflsntttS Der„völkische Beobachter" des Herrn Hitler hat erklärt, daß es Hitlers stolzeste Stunde war, als er das national- kommunistische Programm lo».„Das neue Programm der Kommunisten bedeutet unseren bisher größten Sieg, denn zähneknirschend muß die bolschewistische Leitung unsere Losungen stehlen. denen sie seht angeblich programmatische Bedeutung zuschreibt", so las man es im Blatte Hitlers. Damit kein Kommunist mehr wagen kann, die geistige Ein- heitsfronl zwischen Hitler und Ihälmauu abzustreiten. geben wir den Kopf dieser Nummer des„völkischen Beob- achters" im Faksimile wieder. Dos Geschrei der Hakenkreuzler gegen die Kommunisten ist uur noch ein Geraufe unter Brüdern um die Frage, wer den Nalioualbolschewismus zuerst erfunden hat. Diese Brüder sind einander würdig: sie müssen beide in gleichem Maße am 14. September von der Arbeiterschaft die Quittung schalten! Sie Bomben ans der»ilmbvo�-MMon Was der Fabrikant der Bomben erzählt hat Allono. 29. August. Sieben Angeklagte fehlen. Es wird beschlossen, ohne sie zu oerhandeln. Zur Verlesung kommen nun Protokoll« über Vernehmun- gen Johnsens, der zugibt, von Nickels im Auftrage Heims Höllenmaschinen erHollen und in Lüneburg und Schleswig an den vorher genau bezeichneten Stellen niedergelegt, eingestellt und zur Explosion gebracht zu haben. Weitere Mitwisser bzw. Helfer will er nicht kennen, wohl aber, als er bereits im Besitz der Bombenpakele war, mit Bruno von Solomon zusammengekommen zu sein und in. fein«r Abwesen- heit noch«in weiteres Paket aus der„Landvolk"- Redaktion in Itzehoe ab g« hott zu haben Eine Gegenüber- stellung mit Claus Heim blieb ergebnislos, weil dieser Johnsens Angaben als„nicht den Tatsachen entsprechend" bezeichnet. Johnsen blieb aber bei feiner Aussag«. Später wurde ihm ein S ch r.« i b« n «in«s Herrn Werner W egener an die Reichsleitung der NSDAP, vorgehalten, ryoraufhin er zugab, auch Volck und Hamkens zu kennen und behauptet, Heim stände völlig unter dem Einfluß Bolcks, dessen magischen und astrologischen Experimenten er lebhaftes Interesse entgegenbrächt«. Bolcks Schreibtisch sei angefüllt mit Heften kabbalistischen Inhalts, in denen er emsig stpdiere. Bei einer anderen Vernehmung schildert Johnsen genau die Ausführung der Attentate, zu denen er dos Material aus der Redaktion der Zeitung„Das Landvolk" abgeholt hat. wo es für ihn durch Heim bereitgestellt war. Nach der ersten Explosion hat er sich noch mit einem Polizisten an- gelegentlichst über die etwaigen Ursachen der Explosion unterhalten. Auch Kap Heng st lernte er kennen, und zwar durch Bruno v. Solomon, bei dem er zu Besuch weilt«, weiß angeblich aber sonst nichts über ihn zu sagen. Ebenso ist er mit Schmidt mehrfach zusammen gewesen, lieber die Herkunft der Sprengkisten befragt, gibt er an, seiner Ueberzeugung nach habe sie Nickels aus Homburg geholt, von wem weiß er leider nicht. Bei einer im November 1929 erfolgten Gegenüberstellung mit Volck erklärte er erneut, daß er mit diesem, den Nickels und«inen anderen Mann in der Nähe von Frichsstadt erwartet hätte. Sie seien in einem fremden grauen Auto angekommen, hätten ihnen drei Kisten, die in Decken gehüllt waren, übergeben und seien dann wieder fort- gefahren. Bei dieser Fahrt ist auch Frau Volck mit dabei ge- wesen, wahrscheinlich ober nur als Begleiterin ihres Gatten und ohne von dem Inhalt der Kisten Kenntnis gehabt zu kaufen. Einige Tag« nachdem find die Kisten dann von Johnsen und Volck in der Wohnung des Letzteren geöffnet worden, um den Inhalt anders zu verpacken. Sie Aolvervrdnung gegen die Kranken Von Montag ab muß für Krankenschein und Medizin bezahlt werden „Die Voltsgesundheit ist unser werwollstes Gut: es zu schützen die höchste Aufgabe des Staates". Diese und ähnliche Ausführungen kann man täglich in der bürgerlichen Presie lesen. Aber der Bürger- block will 300 Millionen an der Volksgesundheit sparen, während man zu gleicher Zeit die Ausgaben für die R e i ch s w e h.r von 799 auf 749 Millionen erhöht und 2S Millionen von der Wochen- hilf«, die doch nur den ärmsten Frauen zugute kommt, a b- streicht. Dos nächste Objekt für die Einsparungen bildet die K r a n k e n- Versicherung. Man will ihre Benutzung in jeder Hinsicht e r- schweren und verteuern. Deshalb müssen alle, ob in Arbeit oder arbeitslos, ob selbstversichert oder Familienangehöriger für jeden Krankenschein ab 1. September 59 Pf. zahlen. Ist die Krankheit nicht im ersten Monat behoben, so wird für die gleiche Krankheit auf eine Bescheinigung durch den be- handelnden Arzt ein Verlängerungsschein kostenlos ab- gegeben. Für das Rezept hat dann der Versicherte S9 Pf. in der Apotheke zu zahlen. Das Familienmitglied dagegen hat die Hälfte des Gesamtpreises abzüglich 19 Proz. zu entrichten. Z. B. die Verordnung tostet 2 M., davon gehen 19 Proz. ab, bleiben 1,89 M. Von diesen zahlt die Kasse die Hälft«— 9,99 M., der Familienangehörige muß die restlichen 99 Pf. tragen. Wie teuer sich manche häusig verwendete Arzneien stellen, sollen hier an einigen Beispielen gezeigt werden. Z. B. kostet sehr starkes Diptherieserum 499 Einheiten 23,59 M., folglich Abgabepreis 21,15, bleiben für den Patienten 19,55 zu zahlen. Synthalintabletten gegen Zuckerkrankheit kosten 49 Stück 9,59 M. Berkaufspreis 8,69 M., kosten für den Patienten 4,39 M. Oophorintabletten, ein Eierstockpräparat gegen die Beschwerden der Wechseljahre Preis: 8 M. die P a t i e n- tin muß 3,69 M. zuzahlen. Ein Zuckerkranker braucht durchschnittlich pro Jahr für 7 9 9 M. lebenswichtiges Insulin: er muß also pro Jahr trotz der kronkenkassenbeiträge 359 IN. zahlen. Ebenso müssen die Familienangehörige für Brillen, Bruch- bönder, Plattsußeinlagen usw. die Hälfte des Preises beim Empfang zahlen. Daß die wirklich übermäßig hohen Preise und Gewinne der chemischen Großindustrie im Interesse der Volks- gesundheit herabgesetzt würden, davon ist in der Notverordnung des Bürgerblocks gegen die Volksgesundheit nichts zu lesen. Aber auch das Krankengeld wurde gekürzt. Höchst- satz ist pro Tag 5 M. Wird Gehalt oder Lohn während der Krank- heit oder für eine beftiinmte Zeit weitergezahlt, hat also der kranke trotz Veilräg« die hälflc der Arzneien zu zahlen, bekommt aber auch kein Krankengeld gezahii. Ferner wird da« Krankengeld erst nach Ablauf des vierten Tages nach der Krankschrewung gezahlt, während es früher 1. nach drei Tagen, 2. wenn der Betreffend« schon vorher wegen dieser Krankheit in ärztlich« DeHandlung stand, sofort gezahlt wurde. Ist ferner der letzte Tag der Arbeitsunfähigkeit ein Sonn- oder Feiertag, so wird dieser nicht gezahlt. Gerade in diesen Be- stimmullgen äeigt M der»r>1ck-si.« endliche Geist der Rot- Verordnung, da in der jetzigen Zeit der Arbeitslosigkeit sich kein Arbeiter freiwillig krankschreiben läßt. Meldet ein Krankgeschriebener aus irgendwelchen Gründen eine Krankschreibung nicht innerhalb einer Woche, so verliert er für diese Woche seinen Anspruch auf Krankengeld. Das Hausgeld darf nur in Höhe der Hälfte des Krankengeldes gezahlt werden. Eine Erhöhung kann nur für Versicherte mit mehr als einem Angehörigen eintreten. Dies« Notverordnung, die ein« Verordnung gegen die Not- leidenden ist, zeigt, wie sich eine ungehemmte Bürgerblockherrschaft austobt. Die Versicherten, die so häufig gedankenlos über ihre Kassen schimpften, erkennen jetzt aber, was ihre Kassen boten und was sie v'erloren haben. Am 14. September haben sie die Möglichkeit, ihre Interessen zu vertreten und ihr Schicksal zu be- stimmen. Die einzige Partei, die stets und ständig für die Er- Haltung und den Ausbau der Sozialoersicherung eingetreten ist, war die Sozialdemokratische Partei. Für sie muh jedes Kassenmitglied und jeder Familienangehörige seine Stimme geben im eigenen Jnteresie und im Znleresie der bedrohten Gesundheit de« deutschen Volke«. Reichswehr zum Fall Amlinger Zu dem Tode des Rittmeisters a. D. Amlinger in Rußland wird vom Reichswehrministerium folgendes mitgeteilt:/ Oberleutnant Amlinger sei am 31. Juli mit dem Charakter als Rittmeister verabschiedet worden. Die Verabschiedung des Rittmeisters Amlinger gehöre in den Bereich des normalen Offizierabbaues, zu dem die Reichswehr alljährlich zur Jung- erhaltung des Offizierkorps sich gezwungen sehe. Was diese Offi- ziere nach ihrer Entlassung als Privatleute unternehmen, ent- ziehe sich der Kenntnis sowie der Verantwortung des Reichswehr- Ministeriums.-Die Reichswehr sei gar nicht in der Lage, sich um Einzelschicksale«ntlasiener Offiziere zu kümmern. Durch die Erklärung des Reichswehrministeriums wird die An- gelegenheit Amlinger nicht aus der Welt geschafft. Man muß von der Deutschen Botschaft in Moskau erwarten, daß sie einen klaren Bericht über den Tod des Rittmeisters a. D. Amlinger gibt, damit in dies« reichlich dunkle Affäre, die der ausländischen Presse bereits zu den verschiedensten Kombinationen Anlaß gegeben hat, endlich Licht gebracht wird. ReichswehrgefchwaderinSowjetunion? „Diplomatische" Mitteilungen in Paris über den Todessturz Amlingers. Paris, 29. August.(Eigenbericht.) Das„Journal" meldet heute aus„gut unterrichteter diplo- matifcher Quelle" zu dem Fall Amtinger: Amlinger habe nicht, wie einige Berliner Blätter behauptet hätten, im Dienst« der Sowjetunion gestanden. Er habe vielmehr einem deutschen Truppenteil angehört, den die Reichswehr in Rußland etablierr habe, um den Kj-densoertrag zu umgehen. Die Reichswehr unterholte in Rußland ein eigenes Flte�er� gefch wader. Amlinger habe, als er verunglückte, einen Probe- flug auf einem neuen Typ eines Junkers-Jagdslugzeuges ausgeführt. Das Merkmal dieses neuen Typs sei, daß sein Brennstoffbehälter abmontierbar sei und im Falle einer Gefahr von dem Piloten über Bord geworfen werden könne. Gleichzeitig würde der Apparat durch die so geschaffene Erleichterung rapid an Höh« ge- Winnen können, während der Motor durch einen Ersatzbehälter noch eine halb« Stunde lang mit Brennstoff gespeist werden könne. Bei einem Probeslug auf einem solchen Apparat in Sowjetrußland sei Amlinger verunglückt. Das pensionskürzungsgesetz. Oer Entwurf des Finanzministeriums. Das Kabinett hat gestern den Entwurf zum Pensions- kürzungsgefetz oerabschiedet, der morgen dem Reichsrot zugeleitet wird. Der Entwurf sieht erstens eine P e n f i o n s- kürzung bei Doppelverdienern vor, und zwar wird die Kürzung nach der Höhe des Rebeneinkonnnens berechnet. B i s 9 999 Mark Nebeineintommen stnd türzungsfrei. Wenn also, um ein praktisches Beispiel zu nennen, ein mit 64 Iahren verabschiedeter Regierungsrat seine Höchstpension von 89 Prozent des Gehalts in Höh« von 7699 Mark bezieht, er aber in einer neuen Stellung in der Wirtschaft ein Jahreseinkommen von 18 999 Mark erhält, so bleiben von diesem Gehalt 6999 Mark ab- zugsfrai, und von den übrigen 12 999 Mark werden 59 Prozent— also 6099 Mark— von der Pension abgezogen. Der betreffende Beamte würde sodann nur noch 1699 Mark Pension beziehen. Ferner sieht der Entwurf«ine Begrenzung bei den hohen Ruhegehaltsempfängern über 12 990 Mark vor. Bei diesen Ruhegehaltsempfängern wird das 89proz«ntige Ruhegehalt nur dann aufrecht erhalten, wenn sie in ihrer letzten Stell« fünf Jahre gearbeitet haben. Bei kürzerer Dienstzeit in ihrer letzten Stelle treten Kürzungen je nach der Dauer der Dienstzeit bis zu 59 Proz. des Ruhegehalts ein. Dieses sind die wesentlichen Punkte des Pensionskürzungs- gejetzes. Zu erwähnen ist noch, daß bei einem Gesamteinkommen von 9999 Mark von Pension und zusätzlichein Arbeitseinkommen zusammen keine Kürzungen eintreten. Das Gesetz ist ver- fassungsändernd und bedarf daher einer Zweidrittel- Mehrheit im Reichstag. Das Gesetz soll rückwirkende Kraft erhalten: jedoch wird die Inkraftsetzung sechs Monate hinausgeschoben werden, damit di« betreffenden Beamten sich wirt- schaftlich entsprechend umstellen können. Im Dienst des Gchnettverkehrs. Neuer Verbindungsgang am Bahnhof Gesundbrunnen. Die Bauarbeiten am Untergrundbahnhof Gesundbrunnen sind nunmehr vollendet und am 1. September soll auch der letzte Bauabschnitt dem öffentlichen Berkehr übergeben werden. Es han- delt sich hierbei um den direkten Zugang zur Ringbahn und zu den Vorort- und Fernbahnsteigen der Reichsbahn. Zwischen dem Untergrundbahnhos Gesundbrunnen und den Bahnhöfen der Reichs- bahn wurde eine kurze und trotzdem geräumige Verbindung hergestellt. Die Fahrgäste können schnell und ohne Ucberqueruna der Straße von einem Verkehrsmittel zum anderen gelangen. / * 3)er Stundling Eine neue Siedlung in Leipzig- Lößnig, bei der die Häuserreihen ringförmig umeinander gebaut sind. damit sie von allen Selten Licht und Luft erhalten. * Ktugzeugangnff auf Bergarbeiter. Amerikanische Scharfmachermethoden. Zn dem Geheimnis de» sensationellen Zlug- -eugongrisss aus die Kohlengruben in den Tvebsler- Distrikten in Kentucky(vereinigte Staaten) tonnte bisher troh angeblicher„Geständnisse" des Fliegers noch keine Klarheit gebracht werden. Die reaktionären Grubenbarone behaupten natürlich, daß der Abwurs von neuen Bomben von den Gewerkschaften angeordnet worden sei. Sehr merkwürdig ist jedoch, daß die Bomben sich als recht harmlos erwiesen und beim Explodieren i n d e r Zlähe der Grubeneingänge nur ganz geringfügige Be- schädigungcn anrichketen. ZNan geht wohl nicht fehl, wenn man annimmt, daß es sich bei dem Zlngriss um die Durchführung eines be st eilten Auftrags der Kohlenherren ge- handelt hat, denen sehr viel daran liegt, die öffentliche Meinung gegen die Gewerkschaften aufzuheizen. 3n den Kohlenfeldern von West-Kentucky befinden sich l S 0 0 0 arbeitslose Grubenarbeiter mit ihren Familien infolge der rücksichtslosen Ausbeutung durch die Grubenuntecnehmer i n billerfter Not. Troh heldenmütigsten Widerstandes der Strei- kenden wurden einzelne Gruben wieder in Betrieb genommen. Tatsachen gegen Wahllügen! Die Zentrnmspresse behauptet immer wieder, die Sozialdemokratie sei für die tum der Regierung Brüning durchgeführten Verschlechterungen in der Sozialgeseh- gebuug verantwortlich. Aehnliches ist auch in der Presse anderer Parteien zu lesen. Daä Ganze gehört zu den tausend Wahllügen, mit denen die Sozialdemo» kratie gegenwärtig angegriffen wird. Wir wollen dem» gegenüber die Wahrheit feststellen. Die Lügner behaupten: „Die Regierung Müller-Wisscll mit ihren fünf freien Gewerk- schaftern war es, die den ersten Entwurf zur Herabsetzung der Leistungen der Arbeitslosenversicherung im Reichstag einbrachte und die Kriscnfürsorge beseitigte." Was ist Tatsache? Der Regierung Müller-Wifsell haben nicht fünf, sondern nur v i er sozialdemokratische Minister angehört, denen acht bürger. l i ch e M i n i st e r gegenüberstanden. Die bürgerlichen Parteien hatten also wie im Reichstag so auch in der Regierung Hermann Müller die Mehrheit. Auf Beschluß des Reichstags hatte ein Sachverständigenaus- schuß Vorschläge zur Sanierung der Arbeitslosenversicherung ge- macht. In diesem Ausschuß haben die Vertreter der christ- lichen Gewerkschaften und des Zentrums für Verschlechterungen der Leistungen gestimmt. Die Vertreter der Sozialdemokratie und der freien Gewerkschaften, die jeden Abbau bekämpften, wurden überstimmt. Der damalige Reichs- arbeitsminister Wisiell übernahm von den Vorschlägen der Sach- oerständigen nur diejenigen, die die Leistungen der Arbeitslosen- Versicherung nicht antasteten. Erst den Zentrumsabgeordneten R i e s e n e r und Fr a u T e u sch blieb es vorbehalten, in einem Antrag einen Leistungsabbau zu fordern. Um diesen Antrag Riesener-Teusch wurde ein wochenlanger Kampf geführt. Dank der Zähigkeit der Sozialdemokraten ist es damals gelungen, die Leistungen der Arbeitslosenversicherung in ihrem Kern zu erhalten. Wissell hat nicht die Krisensürsorg«„beseitigt", sondern sie im Gegenteil grundsätzlich auf alle Berufe ausgedehnt. Die Lügner behaupten: „Der Sozialdemokratische liauptverband Deutscher Krankenkassen war es, der auf seiner Tagung vom 5. bis 7. August 1S28 die Forderung aufstellte, eine Gebühr für Krankenscheine einzuführen." Was ist Tatsache? Diese Behauptung ist eine wissentliche Unwahrheit. Sowohl der Vecbandstag von 1928 wie der nächstfolgende Verbandstag in Nürnberg 1929 hat sich auf den Standpunkt gestellt, daß die Er- Hebung einer Krankenscheingebühr oder eines Arzneikostenanteils nicht in Frage kommen könne. In diesem Sinne sind auf beiden Tagungen insbesondere die Vertreter der freien Gewerkschaften ausgetreten. Die Lügner behaupten: „In allen wesentlichen Bestimmungen wurde der derzeitige Entwurf noch unter dem Reichsarbeitsminister Wisiell ausgearbeitet." Was ist Tatsache? Unter Wissell ist lediglich, wie das immer in solchen Fällen üblich ist, von einer untergeordneten Stell« ein Reserentenentwurf ausgearbeitet worden. Wisiell hat über dies« Fragen zwar die betelligten Organisationen gehört, aber niemals ein Hehl daraus gemacht, daß er den Referentenentwurf weder dem Kabinett noch dem Reichstag vorlegen werde. Erst sein Nachfolger Stegerwald vom Zentrum hat sich diesen von Wisiell abgelehnten Reserentenentwurf zu eigen gemacht. Die Lügner behaupten: „Ebensowenig ist vergessen, daß sich gerade die preußisch« Regierung des Gewerkschaftlers Otto Braun im Reichsrat mit ganz besonderem Nachdruck und gegen ander« Ländervertreter für die Krankenschein. gebühr einsetzte." Was ist wahr? In der preußischen Regierung ist für die betreffende Frage der Wohlfahrtsminister Hirtsiefer vom Zentrum verantwortlich. Das Kab.nett Brüning verlangte«ine Krankenscheingebühr von einer Mark auf Antrag des preußischen Vertreters. die darin den Weisungen Hirtsiefers folgten, ist die Gebühr auf Z» Pfennig herabgesetzt worden. Das Kabinett Brüning bestand auf einer Mark, es legte dem Reichstag ein« Doppelvorlage vor, in der wiederum die erhöhte Krankenscheingebühr enthalten war. Die Lügner behaupten: „Die Sozialdemokratie aber hat die Stirn, den gegenwärtigen Reichsarbeitsminister dafür verantwortlich zu machen, daß die rote Forderung in dem neuen Gesetzentwurf aufgenommen wurde." Was ist wahr? Solange der Sozialdeinotrat Wissell im Reichsarbeitsministerium saß, konnten die Forderungen nach einer Krankenscheingebühr trotz Wirtschaftskrise und Finanznot abgewiesen werden. E r st der gegenwärtige Reichsarbeitsminister Dr. Stegerwald vom Zentrum hat die Ver- schlechterung der Krankenversicherung in der vom Kabinett Brüning erlassenen Verfassung s- widrigen Verordnung durchgesetzt. Die Frage der gegnerischen Presse:„Wer hat den brutalen Angriff auf die Sozialversicherung begonnen?" ist also dahin zu beantworten, daß er von den Unter- nehinern und von den bürgerlichen Parteien ausgegangen ist, und daß er die ersten größeren Erfolge unter dem Kabinett B r ü ni ng- Stegerwal d erzielt hat. Dreieinigkeit Akustische Zunkrevue Zum erstenmal ist mit der großen Funkausstellung am Kaiser- dämm eine repräsentative„Phonoschau" verbunden: auch der Ton- film hat im Ausstellungsplan Berücksichtigung gefunden. Darin kommt nicht nur, gewiß ein begrüßenswerter Fortschritt, der Wille der einzelnen Industrien zum Ausdruck, auf dem großen gemein- samen Gebiet, dessen Teilbereich« schon heut« nicht mehr gegen- einander scharf abzugrenzen sind, in Zukunft lieber in Eintracht miteinander zu arbeiten, als eigensinnig im Zustand eines plan- losen Nebeneinander zu verharren, sondern es wird hier auch dem Auge des Laien in eindringlichster Weise anschaulich gemacht, in welchem Tempo und in welchem Umfang die Technik— das Wort„Technik" in seinem weitesten, schlagwortmäßigsten Sinne verstanden— von allen Bezirken der hörbaren Welt Besitz er- griffen hat. Die Sache geht nicht zuletzt den Musiker an und jeden. der an der Zukunft unseres Musiklebens, unserer Musik- k u l t u r interessiert ist. Nicht im Aesthetischen, nicht in den Grenzen des Kunstfachs„Musik", nicht in der Richtung neuer Theorien voll- zieht sich die revolutionäre Bewegung, von der unsere gesamte Musik ergriffen ist, sondern in den Formen ihrer Verbreitung, auf den Gebieten ihres Bedarfs und Verbrauchs. Die Musikkunst ist am Ende ihrer bürgerlichen Epoche vom Leben abgeschnürt und vom Volk abgesondert, das ist unseren Lesern keine überraschende Feststellung. Von den menschlich-lebendigen Kräften der Musik- erneuerung und-eroberung. wie sie sich heute in der A r b e i t e r- musikbewegung am stärksten und zukunftsvollsten betätigen. braucht in diesem Zusammenhang nicht weiter die Red« zu sein. Wicht weniger wichtig aber als die Kräfte sind die Mittel der Er- oberung: es sind die Mittel, die uns die moderne Technik bietet: Rundfunk Schallplatte— und, vielleicht morgen schon, T o n s i l m. Davon, von der Situation der Stunde, gibt uns diese Ausstellung mit ihrer überwältigenden Fülle von Musikmaschinen und-apparaten, mechanischen Mitteln und Hilfsmitteln der Musik- erzeugung und-Verbreitung ein zusammengefaßtes, doch unabfeh- bar weitläufiges Bild. Aus der erdrückenden Menge von Mo- Vellen aller Art. die auf dieser Mustermesse zur Schau gestellt sind. läßt sich immerhin eine Vorstellung gewinnen, wie weit die Produkte der technisch-mechanischen Musikindustrie heute schon in die Bevölkerung gedrungen sein mögen— wie weit, mit anderen War- ten. der Musiktonsum breitester Kreise durch die neuen Errungen- schasten der Technik gedeckt wird....... � „Fu-T°-Pho"(Funk. Tonfilm. Phono)— Dreieinigkeit der technischen Mächt«— die programmatische Idee der Ausstellung wird durch ein« akustische Revue illustriert, mit der das Tobls- Tonfilm th rate r den Besucher empfängt. Unter M. Sa- v e r n s künstlerischer Gesamtteitung, von Hellmuth � Krügers witziger Conference erläutert, werden eine Reihe musttmechaNischer �nezigi'töte.n vorgeführt: die tanzenden Menschen aus der von Krehan geschmackvoll hergerichteten Bühne fungieren sozusagen nur „Ku-To-pho" - Musit und Technik als Dreingabe und lebende Ausstattung. Besonderes Interesse de» ansprächt die Wiedergode von Tonbildaufnahmen führender Per- sönlichkeiten der Zeitgeschichte— unter ihnen Ministerpräsident Otto Braun, Gerhart Hauptmann, Adolf v. H a r n a ck—, die aus dem Archiv der Deutschen Gesellschaft für Ton und Bild („Degeto") zur Verfügung gestellt sind und in diesem Rahmen zum erstenmal öffentlich gezeigt werden. Unmöglich und unnötig, hier eine erschöpfende Aufzählung auch nur der wichtigsten Ausstellungsgegenstände zu geben. Eine fach- liche Würdigung der einzelnen Abteilungen fanden die„Vorwärts"- Leser in der technischen Beilage vom letzten Sonnabend. Der größte Raum ist selbstverständlich dem Rundfunkwesen eingeräumt. So überreich aber die Auswahl an neuen Geräten aller Art, in den meisten Fällen müssen wir uns einstweilen auf ein nur theoreti- fches Interesse beschränken. Denn ihre Preise liegen fast ausnahms- los in unerschwinglicher Höhe,— in unseren Kreisen erschwinglich allenfalls für Kollektivkäufer, für Verbände und Verein«, die sich für gesellige und kulturelle Zwecke die luxuriöse Anschaffung einer Lautsprecher-Empfangsanlage leisten können. Emp- fehlen wir ihnen als relativ„billig" die Modelle Telefunken 12 W, Nora W 3 A, Mende 25: diese drei mit den neuen Telefunken- Stabröhren. Und ferner Siemens 21 sowie die neuen ABCI-Typen „Geadux"(mit«ingebautem Lautsprecher) und„Gearex". Und er- wähnen wir auch als Beispiele der vielleicht höchsten Dollkommen- heit, die bisher erreicht ist, den fünfröhrigen Lorenz-Dreikreis-Emp- fänger oder die Spitzenprodukt« von Jdeal-Blaupuntt, Siemens, Nora, Mende, Telefunken. die fast sämtlich auch in Kombination mit Sprechmaschine hergestellt werden. An die Ausstellung ist ein Pavillon der Deutschen Philips Gesellschaft m. b. H. angegliedert. deren Radioempsänger„Paladin 5" und„Paladin 20"(für Orts- bzw. Fernempfang) nicht erst jetzt in die erste Reihe der führenden Erzeugnisse rücken. In der Phonoschau sind erstaunlicherweis»— es mag wohl sein« Gründe haben— von den bekannten großen Firmen nur wenige vertreten. Der K ü ch« n m« i st e r- Konzern zeigt sein« er- staunlichen Fortschritte: Schrank- und Kofferapparat« der Deutschen Ultraphon A.-G. und der Adler-Electro sowie Schallplatten seiner Produktionsfirmen. Die immer behauptet« Tendenz der Industrie. durch Verbilligunz ihrer Produkte den Konsum zu heben, ist bei diesem Konzern in der Tat nicht zu verkennen: das gilt von den Orchestrola- und Adler-Electro-Platten nicht weniger als von dem „Volkskoffer" der Ultraphon.Juwel", bei dem niedriges Preis- Niveau und höh«, Qualität ein« ebenso ungewohnt« wie begrüßens- wert« Verbindung eingehen. Und bei Küchenmeister erhält der Be- sucher auch einen lehrreichen Einblick in die Herstellung der Schall- platte und in die Entwicklung der heute In Deutschland brauch- lichen Tonfilmverfahren. Klans Pringsheirn. j ,Vorwärts�kaustLügenberichte? KpO.-° Uhr.— Zen ium 2819.— Rauchen erlaubt „Ein Vaeietd-Menu für den Gourmet.— Internationale Küche, verfeinert durch seltene Spezialitäten.... Friti Kirchhofer im„Berliner Tageblatt" vom 7. 8. Sonnab. u. Sonntags Je 2 Vorstellungen 4 Uhr und 8 15.— 4 Uhr kleine Preise Das führende Variete Rose-Theater Gr.rraiiktaitirSir.i32 Tel. Alex.3422 u. 3494 8.15 Ühn Hetmlime BraoOatrt Garteobfibne: 5.15 Uhr: Koaisrto. Bunter Teil SlSUhn Dl« tolle Lalu Barnowsky-BOhoon Theater In Der strssemannstr. Heute 7Ve Uhr Urauf Uhrung: Maipnl!; Z Lashpitl von Sdiwiiftrt Komödienhaus 8 Vi Täglich S1« Meine Sdiwester und idi Musik».RalghBenatiky Berliner Prater sommenhenter Kastanienallee 7—9. Humb. 2246 Eine entzückende Barleake sowie der auserwählte V.rlete-Tell. Täglich 8'/« Uhr Gostl Beer. Trade StbrSder, Herta Star;. Erwin Härtung in Katja, die Tänzerin Operette in 3 Akten «nn Leopold Jakobsnn und Rudolf Doslerrcidier Musik von Jean Gilbert. Eintrittspreis von 50 PI. an. Komische Oper S'/J Uhr Panl WedemiEier Liebe und Trompetenbiasen Operette von Roland. BETRIEB/ KEHPINSKM Reichshallen-Theater ITI Uhr Stettiner Sänger La9 Blumen spreeben! 3t. 0.; J. Hachmittags-Vorstellg. zu halben Preisen. Anf.3'.= ühr. Dönhoff- Brettl: Du enikt.Mlpe Famllien-Varlet«. zentrai-meater Alte Jakobstr. 30/32 Dönh. 2047 Täglich 8V« Uhr Debern Droben Teidi Ausstattungsoperette in 4 Akten RundfunkhCret halbe Preise. Theater am Xnttb. Tor Kottbusser Str. 6 Täglich 8'/« Uhr auch Sonnt. r.achm 3'ft EiUe- Sünder Ztlle-Festspie'e fladtni. ennütigti Preise I Volles Abendprogramm. Zimmer.. 1 Bett Mk.7,-bis stt" 2Betten13rbis22r Bad;Mk.3.- Salon: ist ww BPfln Berlin HOTELaAntiOM EXCELSIOR zur Miete WäO.Ansbacherstr.l ZOO 2oolog.Garlen Ab 4 Uhr nadimlüag« GROSSES KONZERT T aglidi: Tanz im Freien Auf d. Schaustellungsplatz „1000 Krokodile" Aqnarinm Tlerkunsl-Ausstellung Strandbad- Restaurant GRÖNAU GuteBaöemh&itnlsse Neu renovier! Preisverle KQdie— Ralieekodien Und ifl Dein Urlaub nodi fo klein, im CateSdiöncbcrd mufM Du dewefen fein! Inhaber: Wolfgang Grunge, Hauptftrahe 23 24 flellagc Freitage 29. August 1930 SivUvnd SftilauXqaße Ja l�rWoWl *&apferkeH des Jßebem 8in paar Worte stur Es hat immer Menschen genug gegeben, die den Kampf mit dem Tode eher aufnehmen als den Kampf mit dem Leben, die große Tapferkeit an den Tag legen im Ringen mit(wirklichen oder ver- meintlichen) Feinden des Landes, mit wilden Bestien oder empörten Elementen, die furchtlos unbekannte Länder und Meer« durch- forschten, ihr Leben einsetzen für einen Rekord, ja für«ine Marotte, aber im Erwerbsleben, wenn sie aus ihrer Bahn geworfen sind, im Kleinkampf um das tägliche Brot, da sinkt der Mut, da läßt man den Kopf hängen, da wird man kleinlaut und verzagt. Denn hier handelt es sich nicht um eine Steigerung des Persönlich- kcitsgefühles, sondern um seine äußerste cherabdrllckung: Was, eine Stellung wollen Sie, jeden Moment kommt mir einer darum ge- laufen— nischt zu machen... Man hat das Gefühl gebettelt zu haben, man ist überflüssig, hat kein Recht zum Leben� aber zum Donnerwetter: jetzt muß man gerade zeigen, daß man trotz allem nicht unterzukriegen ist, muh loslegen: Tapferkeit des Lebens zeigen. 3)er Stampf mit dem Sieharrwtgsvermögen Der in der Einöd« Verhungernde geht immer im Kreise herum, und nicht anders ist es mit dem Brotsucher in der Stadt. Man hat wieder eine vergebliche Runde gemacht, immer dieselbe. Jetzt heißt es den Kreis durchbrechen, den Kurs ändern— heraus aus dem Zirkel der Misere! Das Ausland, freilich, sperrt sich gegen nichts so sehr als unsere Arbeitskraft ab, und auf dem Lande ist man vielfach mißtrauisch gegen brotlose Städter, aber jedenfalls ist das erst« Gebot des Erwerbslosen: wandern, weit oder nah. keinesfalls beharren. Die berühmten Tramps Amerikas sind zu neun Zehnteln nichts anderes als(blindfahrende) Arbeitssucher, nein, Arbeitsantretcr... man hat etwas läuten gehört(drüben): auf der anderen Seite würden für dies oder jenes Leute gesucht, auf, probieren wi r's. Oft kommt man zu spät, schade, also wieder los, wo anders hin. Es gibt eine Menge Helden unter diesen Tramps, Helden der Tot und Helden des Humors und Genies der Beweglichkeit. Wohltätig- keitsinstitutc verabfolgen überdies zuweilen Eifcnbahnbillete gratis: eine Ortsveränderung tut immer gut. Es gibt auch billig« Ernte- zügc in USA. Auch in Deutschland wird natürlich viel(wenn auch vielleicht noch nicht genug) gewandert. Ein junger Bursch vorn Haujc hier fuhr(was nützt ein Brief!) mit seinem letzten Geld nach Bremen,»in sich auf der„Europa" anwerben zu lassen. Er war schon auf dem großen Kasten, da mußte er wieder runter: Platz � machen für die Mannschaft von einem anderen, abgebrannten Schiff. »MEr erzählte mirs lächelnd(wenn auch ein wenig bitter lächelnd). Dann wurde er Offizier: im Nollendorftheater, und erhielt 3 Mark den Abend Statistenlohn. Ilinfallelit Diele können nicht so einfach aufs Geradewohl noch Nord oder Süd, Ost oder West, weil sie Weib und Kind haben, dann heißts das Gesichtsfeld ändern, die Methode, den Beruf. Es gibt viele Berlins, ich kenne selbst nur zwei oder drei, jedes ist ein« andere Welt, nicht nur örtlich, sondern übereinandergeschichtet, unsichtbar dem, der sie nicht kennt. Man entwickelt bei neuer Umgebung neue Energien, auch wenn sie sich am selben Ort befindet, wenn man blos den Kreis von Menschen und Dingen gewechselt hat. Man hat etwas gelernt, und damit ist nichts a»x;ufangen, aber weiß man, was man sonst noch alles kann, eh' mans probiert hat? Deutschland ist heute (im Gegensatz zu Oesterreich) soweit amerikanisiert, daß der Be- rufswcchsel, das Umsatteln g a n g u n d gäbe ist bei Männern wie bei Frauen Fragen Sie einmal die appetitlichen weißen Men- schen mit den Solzstangenkörben, was sie früher gewesen sind: alles nur Erdenkliche. Und ich find«, sie zeigen guten Humor, diese Burschen, die man überall, in der Stadtbahn, im Restaurant oft vier, fünf hintereinander, antrifft, und wenn man den Umstand erwähnt, ziehen sie wieder gefaßt und lebensmutig ab mit dem Korb, dem schweren, am Arm— einer steht in der Nacht bei mir im Houstor, und ich habe einmal für ihn Stangen verkauft, als ich lustig war: da gehts ganz leicht. Oder fragen Sie die Siraßenhöndler, die mit Krawatten, Parfüms, Ketten und allem möglichen Krimskrams(verbotenerweise) auf der Tauentzienstrahe stehen, wie oft und seltsam sie umgesattelt und schließlich einen Beruf erwählt haben, der abenteuerlich und aufreibend ist und zudem erheblich« Betriebsspesen verursacht. Denn man muß immer zwei Aufpasser haben, die einen herannahenden Schupo avisieren, der die Ware konfiszieren könnt«. Wi« eifrig und tapfer aber wird in der kurzen Zwischenzeit diese Ware angepriesen, und initunter wird ganz gut verdient. Ich Hab« T ag e s l o s u n g e n bis 50 Mark auf Krawatten gesehen mit einem Reingewinn von fast 30 Mark— allerdings zur Weihnachtszeit. Erst wenn das Hausieren zur Tret- mühle wird— der kleine Bauchladen, hinter dem keineEnergie ist, das tägliche Auf- und Wtrippcln in den Miethäusern— dann erlahmt das Geschäft. Oder fragen Sie die vielerlei Vertreter, fragen Sie die Kellner, fragen Sic die Russen, fragen Sie die Inhaber der vielen neuen Berufe, was sie früher gewesen sind, und man wird Ihnen Romane erzählen, Romane werktätiger Tapferkeit. Voll- und ZeilexiStens In den Annoncenrubriken, wo man die interessantesten Sachen liest(neulich bot ein„Mahnspezialist" seine Dienste an... wenn der nicht verdient), finde ich immer wieder das magische Wort Boll- existenz. Ein Zeichen dafür, daß man nur allzuoft mit einer Beschäftigung nicht genug verdient. Man muß also den Mut haben sich zu spalten sozusagen. Ein Fräulein im Hause begann ihre Existenzgründung mit einer italienischen Stund«, dazu kam eine Näharbeit. Adressenschretben. Manicüren, und ich glaube, sie weis- sagt sogar, sicher kocht sie. Sie macht ein bißchen von allem. Alles für ein Spottgeld. Aber sie tut viel und verdient schön. Sie ist ein Genie der Vielfältigkeit. Im gesegneten Lande Australien ist es nicht anders: da sah ich einen Universitäts Professor. Philologe. Spezialist der romantischen Schule, eine Hühnerfarm und Kar- toffetbeete iu seinem Garten anlegen— weil der Verdienst Nicht reicht«. Ich hob« ein«« schlechtbezahlten Nachtwächter Sprach- Unterricht, Konversationsstunden geben sehen, ein« ausgezeichnete, weil simultan durchführbare und am Einschlafen hindernde Idee. Es gibt Arbeiter, die nebenher tapfere klein« Unterirehmer find. Eine Heiligen st ädter Knopfmacherin kenne ich, die hat durch ihre Heimarbeit, die sie an die Bauern der Umgegend verkauft«(und die Kinder fabrizierten Limonaden) nach und nach soviel verdient, daß sie ein Kino kaufen konnte— heut« haben alle ihre Der- wandten Kinos in Thüringen. Das ist wieder ein Bild moderner Notwendigkeit, wenn auch oft ein trauriges: die verdienend« Familie. Ein Gemeinwesen, ein Commonwealth, für keinen langt es recht zu leben, aber insgesamt langt es zur Not. Eine Strumpfverkäuferfamilie stand bei allem Wetter gegenüber im Haus- tor, ein Jahr oder zwei, jetzt haben sie den Laden, neben dem sie gestanden haben. Und Marktleut« gibt es: zuerst fuhren sie ihre Ware im Kinderwagen zum Verkaussplotz, daim in einem Karren, heut« in einem Auto. 3>ie leimte Abtrehr Wenn aber gar nichts hilft, gar keine äußeren Mittel, dann bleibt nur noch die innere Abwehr, die Verschanzung des eigenen Ichs. Das Wort„smiie"(lächle), das der Amerikaner in allen Gefchäftsröumen anbringt: das ist nicht das Lächeln der Höf- lichkeit, sondern des mutigen, des trotzigen Optimismus. Wie gehts?(Saumäßig.) Aber der Amerikaner sagt: fein. Es kostet dasselbe und trägt vielleicht etwas ein. Wir Deutsche neigen durch unseren Sachlichkeitstrieb zum Pessimismus: dem Millionär schadet das nicht, aber dem armen Teufel. Der muß immer lächeln, wenn auch ironisch: man muß sie angrinsen, diese wilde Bestie, das Erwerbsleben, sonst schnappt sie einen. Weh' dem, der jammert. Das wirkt verheerend, das wirkt verhärtend. Zucke die Achseln, kräusle die Lippen, dreh dich rasch auf dem Absatz rum: vielleicht ruft man dich zurück, hat Gefallen an dir gefunden durch den Mut, den du dem Elend zeigst. Verlin ist eine der lebensmutigsten Städte, vielleicht die l e b e kl s in u t i gst e, das Elend hat selten Iammertöne, und e« fehlt nicht an Mutterwitz. Wer aber da glaubt, daß wir alle inneren Ressourcen erschöpft haben, irrt sich. Man betrachte einen(uns ab- gebrüht erscheinenden) Berliner armen Teufel im Kreise von anglo- amerikanischen Tramps, und er wird sich wie ein naiver Bursche ausnehmen. So viel grimmiger, zynischer, schlauer, beweglicher, hartgeschmiedetcr, aus Not erfinderischer ist immerhin noch diese Welt, der wir nachstreben. Ileinricb Hemmer. HUr. SmUh und Söhne S&eSuch auf einer amerikanifchen Barm Als Schmidt sen. seine württembergisthe Heimat mit den Kornfeldern Amerikas vertauschte, war er 16 Jahr«. Ein Freund aus dem Dorf« hatte ihn mitgenommen und ihm eine Stelle bei einem englischen Farmer besorgt. „Das waren noch andere Zeiten", sagt der Alte und legt die Gabel von der rechten Schulter auf die linke. Ringsum dehnen sich sein« eigenen Aecker.„Ich konnte kein Wort englisch und der Farmer kein Wort deutsch sprechen. Wenn das große Meer nicht gewesen wäre, ich wäre sicher wieder nach Haws« gelaufen— so großes Heimweh hatte ich. Mit den Iahren gewöhnt man sich an alles. Als ich etwas die Landessprache beherrscht«, wurde ich sicherer. Ich schaute mich nach anderer Arbeit um und kam in die Stadt. Dort sprach man damals fast nur deutsch. Aber die Landarbeit war mir lieber. Was ich erspart hatte, reichte, um mir einige Acker zu kaufen. Heute arbeiten meine Söhne auf ihrem eigenen Boden." Die Farm ist nicht so groß, wie man sie häufig im Westen findet. Mr. Schmidt treibt hauptsächlich Milchwirtschaft und liefert nach der etwa 30 Kilometer entfernt liegenden Stadt. Heute ist Schmidt sen. 82 und hilft bei seinen Söhnen. Sein« Frau ist auch in Deutjchland geboren. Ihr Deutsch hat sie vergessen. Und die Söhne wissen nur noch aus der frühen Kindheit, daß manchmal von deutschen Verwandten deutsche Briese kamen. Da sie niemand beantworten konnte, brach die Verbindung ab. Schmidt ist für sie olle heute ein unaussprechlicher Name. Im Krieg«, als jede deutsche Erkennungsmarke gefährlich war, wechselte man darum das Firmenschild und nannte sich Smith. Smith jun. kommt gerade mit. seinem Erntewagen vorbei. Bor ihm sitzt sein kleines Mädel Berta, die uns vergnügt zujauchzt. Di« Luzerne steht in Heuhaufen getrocknet auf dem Felde. Der Ertrag ist reicher als Wiesenheu. Man kann dreimal im Jahr« ernten. Heuladen ist eine Kunst. Die hochgetürmten Fuder sollen fest und sicher gepackt sein, der Wagen darf nicht schwanken— er muh über unebenen Boden und über tiefe Furchen. Was nicht festliegt, stürzt. Fällt ein Fuder Heu um, so bedeutet das nicht nur doppelte Arbeit, in viel stärkerem Maße ist die Blamage gefürchtet. Es gilt soviel wie«in Examendurchfall. Smith jun. packt selbst. Zuschauer gibt es auf einer Farm nicht. Geladene Gäste haben das Vergnügen,„mit von der Tour zu sein". Also in die.Hände gespuckt und zugegriffen. Der Farmerbursche auf der anderen Seite des Wagens faßt mit seiner Gabel den ganzen Heuhaufen und reicht ihn dem Lader. Der Versuch, es ihm gleich zu tun, zeigt, daß auch in dieser Arbeit kein Meister vom Himmel fällt, besonders nicht, wenn dieser Himmel Berlin heißt. Teile und herrsche— zweimal wird jeder Heuhaufen angefaßt, und die Arbeit wird bewältigt. Der Wagen ist hochgetürmt. Naß klebt das Hemd am Körper und das Gesicht tropft. Abgebrochene Halme sind am Nacken heruntergerutscht und peinigen die empfindliche Haut. Di« Hände sind dick angelaufen und schmerzen— abends werden sich Blasen zeigen. Ich sehe melancholisch auf die geröteten Finger. �Der alte Farmer lacht und zeigt seine furchigen, harten Arbeitshände. Die können glühendes Eisen fassen ohne zu schmerzen. „Das sind die Hände von Arbeitsleut'", meint er.„Die müssen schaffe, aber den Verdienst haben andre Leit, die von der Börse in Ehikago oder New Pork. � Di« handle schon mit unseren Korn, das noch als kleines Pflänzle aus. den Feldern steht und ver-. diene jetzt schon dran." Der Alte hat recht. Ehe die Ernte wirklich zum Verkauf kommt, ist sie bereits durch drei oder dreißig Hände gegangen, hat eine bunte Geschichte von Zahlen hinter sich, die an den großen Getreide- börsen mit Kreide an schwarz« Tafeln gemalt werden. Das K o r n— so heißt hier der Mais— der Weizen, der Hafer, alle Getreidesorten werden mit imaginären Größen ver- sehen. Man bietet die kommende Ernte schon bei der Aussaat aus. Die Wetterberichte bringen Bewegung in die Zahlen— gute Ernteaussichten sind Inflationserscheinungen für die Preise, schlechte bedeuten Deflation. So muß sich der arm« reiche Mann, der in Getreide handelt und niemals die Hudsrttausend« von Zentnern gesehen hat, die er erwirbt und verkauft, das ganze Jahr schwer m Spekulationsjorgen guälen, während der gut« Farmer nur in«inigen Erntewochen seinen Schweiß vergießt. Dafür trägt der Spekulant auch 90 Proz. de« Gewinnes davon, in das übrige teilen sich die anderen Be- teiligten einschließlich des Farmers. Man hat eine geschickte Borrichtung hier, die Wogen abzuladen. Zwischen die Ladung hat Mr. Smith jun. in drei Schichten Stricke gelegt. Jetzt saßt«in Haken, der am Scheunensirst angebracht ist, die obersten Stricke an beiden Enden: durch Flaschenzug wird die Ladung hoch und ins Scheuneninnere(Bansen) gezogen. Mit drei, nur Minuten dauernden Zügen dieser Strickmoschinerie ist der ganze Wagen leer und kann von neuem beladen werden. Aber Mrs. Smith ruft zum„diuner". Es ist reichlich— schon zu Ehren des Gastes— außerordentlich schmackhaft und vielseitig. Mrs. Smith hilft im Felde nicht mehr. Feldarbeit ist im allgemeinen hier nicht Frauenarbeit. Die klein« Berta aber war in ihren Ferien in der Stadt in einer G y m na st i ks ch u l«, hat dort ein Spitzenkleidchen gekriegt— gegen anständige Bezahlung natürlich—. hat gelernt die Finger spreizen und auf Zehen trippeln und zeigt dem Gaste ihre Künste. Das Kind ist naiv und gesund genug, ihre Tänze weniger recht als schlecht zu machen und sich über das konfuse Zeug von Körpergeziertheit recht zu freuen. Der zehnjährige Sohn des Farmers lebt in einem Ferienheim(Camp) während der acht Wochen, wo er nicht zur Schule geht. Er schreibt Postkarten mit der Kenntnis der englischen Orthographie und Grammatik wie sie gleichallrig« deutsche Jungen von ihrer Muttersprache haben— nur daß hier dst Eltern nicht über die Schule und den Lehrer schimpfen. Mit 14 Jahren wird der Sohn des Smith jun. sein„car"(Auto) zur Hochschul« selbst lenken, mit 18 wird er die Hochschule absolviert haben und per„cor" einen Trip durch Amerika machen— sicher findet er einen Freund dazu— nachher wird er heiraten, die Farm übernehmen und— wenn bis dahin nicht alles ganz, ganz anders ist— dem Besuch aus Deutsch- land als alter Mann die gefurchten Hände zeigen:„Das sind die Hände von Arbeitsleuten."?ritr. S>ie ftreiihare Qermania £in wahres Qefchichtchen Man schreibt uns: In einer öffentlichen Wähleroersammlung der SPD. in L. hielt ich das Referat. Die anwesenden Gegner wagten sich nur mit schüchternen Zwischenrufen hervor. Aber eine Frau, die vorn in der zweiten Reihe auf einem Eckplatz saß, kreischt« von Zeit zu Zeit mit recht drastischen Bemerkungen in den Vortrag hinein. Ich wartete auf die Gelegenheit, die deutschnationale Dame mundtot zu machen. Die Frau war die typische Gestalt der Germania, wie sie vor dem Kriege gern von Pate-ntpatrioten gesehen wurde. Groß, blond, starkbusig. Der in heftiger Erregung wogende Busen der Versammlungs-Germania war geziert durch ein kokc�tes schwarz- weißrotes Schleifchen. Heil dir im Siegerkranz Ich gab in meiner Rede Erlebnisse aus dem Kriege. Die Schil- dcrung eines Ofiziersliebesmahles im Gegensatz zu der Mangel- haften Verpflegung der Mannschaften ging der wohlgenährten Germania besonders auf die Nerven. Sie erhob sich in ihrer vollen. imposanten Größe von ihrem Stuhl und keifte mir zu: „Das ist erlogen! Ich war auch im Felde!" Lächelnd und liebenswürdig entgegnete ich ihr: „Gewiß, liebe Frau, ich glaube Ihnen, daß Sie im Felde waren. Ihrem Format nach waren Sie in der F e l d b ä ck e r e i!" Schallendes Gelächter im Saal, das die streitbare Germania noch mehr ausbrachte. Sie schrie: „Nein, nein! Ich war drei Jahre auf dem Kriegsschauplatz, ich habe im Kampf gestanden!" „Auch das glaube ich Ihnen, liebe Frau. Nur verwechseln Sie den Kriegsschauplatz an der Front mit dem Krieg, den Sie in Ihrer Ehe führen. Drei Jahre häuslicher Kampf— ich bedaure Ihren armen Mann!" Da war sie tot, erledigt. Das Gelächter und der Beifall der Arbeiterschaft begruben sie. Wutschnaubend und pöbelnd rauschte sie aus dem Saal. Ein Arbeiter rief ihr nach:.Letzt beginnt sie daheim mit dem Revanchekrieg!" Copyntht 19.10 by Pack»lrclt«r.V«rUf G. m. b. H.. Hamhurt-Berrfdorf (11. Fortsetzung.) * Kilb geht in die marschierende Kolonne hinein. Sechs Mann und vier Gewehre— darauf«ine hilslose, traurige Last--- wir schließen den Zug. Langer liegt quer und hat meine l>and gefaßt: „Bald bin ich zu Haus, Kamerad", flüstert er. Er sieht mich dauernd an und lächelt glücklich---- Langer lächelt—--- den Helm mit den 5)änden auf der Brust mnfaltend--—, Der Regen wischt die Blutflecke auf seinem Mund über das schmale, spitze Kinn... aber er lächelt...«r lächelt immerzu... Wir haben nicht schwer zu tragen... Langer wiegt fünfund- achtzig Pfund... * Am Bahnhof werden die Gewehre zusammengesetzt. Die Kam- panie liegt außerhalb der Gewehrpyramiden, viele liegen zusammem gerollt und schlafen, kaum daß sie sich hingelegt haben. Sie haben Taschentücher über die bestaubten/ verschwitzten Gesichter gelegt zum Schutz gegen die stechende Sonne und die Fliegen. Einige aber be- sprechen das Ereignis. Kilb liegt allein. Er hat den Kopf gegen die Bahichossmauer gelehnt und blickt in den Himmel mit den abziehenden Wolken. Auf den angezogenen Knien liegt der Helm, seinen Tornister hat er hinter den Rücken gepackt. Es ist, als weile dieser tapfere Mensch nicht mehr unter uns, niemand wogt ihn anzusprechen: nur Güttler, der neben ihm sitzt, macht einen schwachen Versuch. Ich kann nicht hören, was er sagt: denn ich stehe abseits bei Langer, den wir hin» gelegt haben und der mit zitternden Fingern an seinem Rock herum- tastet. Güttler redet eifriger auf Kilh ein und versucht, ihm ins Gesicht zu blicken. Aber Kilb antwortet nicht, unentwegt schaut er nach oben, als wolle er nichts mehr von dieser Welt sehen. Nur manchmal zuckt es um seinen Mund. Der Schinder ist mit dem Sergeanten in den Bahnhof ge- gangen—, eilig— und mit unsicherem Blick vorher noch einmal die Reihen überblickend. Güttler hat sein« Versuche aufgegeben: er konnnt zu mir, auch Jan Dieckmann, sein Nebenmann in unserer Gruppe. „Der geht vor die Hunde", sagt Jan mit einem Kopfnicken zu Kilb hm. „Oder auch nicht", meint Güttler.„sonst war' er doch schon längst abgeführt." Adamczik gesellt sich zu uns: „Wenn er nur nicht von uns weg muh. Vielleicht sogar auf Festung. Det war' ja jammerschade, so ee.-xn Kameraden kriegen wir nich wieder..." Er trippelt unnchig hin und her und sucht irgend etwas in seine» Taschen. „Ausgeschlossen", spinnt Güttler weiter und macht energische Bewegungen mit dem Kopf.„Die brauchen doch jeden Mann draußen. Do woll'n sie doch'nc neu« große Offensive machen. Nee, nee—, Karl kommt genau so'raus wie wir olle, sollt mal seh'n." Adamczik ffat gefunden, was er suchte: es ist ein kleines Geduld- spiel—, ein gemaltes Kätzchen, das mit vier winzigen, weißen, rollenden Kügelchen spielt, die, wenn man es geschickt anstellt, jedes in«ine kleine Vertiefung geleitet werden können. Er bückt sich mit einem lächelnd-erwortenden Kindergesicht zu Langer nieder, der schweigend, mit hohlen Augen daliegt. Er hat Kilbs rotes Taschentuch in der l)and und wischt sich den kalten Schweiß mit matten Bewegungen aus dem Gesicht. „Na— Heini—, nu man Kopp hoch",— Adamczik versucht in einen scherzenden Ion zu sollen, nimmt das Taschentuch und reibt behutsam mit seiner kleinen Hand Langer? Gesicht und die frei- liegende, schmale, gelblich schimmernde Brust... leise... oorsich- tig... als fürchte cr, ihm weh zu tun.„Ick Hab' dir doch immer jesagt, Heini, sollst dir krank melden. Aber— na— nu hast es ja bald geschafft.'.. nu wirst« sicher g. v., Heini: denn kommst« bald zu Muttan..." Er spricht mit ihm wie mit einem kleinen Bruder, der kleine, gute Kerl, dessen Mutter heute morgen noch in unserer Mitte schritt... „Und im Lazarett triegste erste Form, Kamerad", fährt er über. zeugend fort, und nun malt er ihm märchenhafte Möglichkeiten hin: „Dicke Nudeln ün Milch Im Weißbrot un so... denn wirst« aber rund un mollig un denn schreibste uns mal, wat Heini?— Det wird aber sein-%—", er spricht hastig, als wolle cr noch schnell alle» sagen, eh« der blasse, verhungerte Kamerad von uns geht,„un denn denkste jarnich mehr an all den Mist und nich mehr an den da"—, er nickte nach dem Bohnhofseingang hin und sein Geficht wird Plötz- lich hart und alt. Dann fährt er wieder fort, liebevoll, während er das eingefallene Gesicht Langers mit den Händen liebkost:„Und denn kommst« in ein schneeweißes Bett, Kam'rad—, Menschenkind— stell dir det vor— und ick besuch dir mal und bring dir wat Feines mit. Meine Mutta hat noch Jnjemachtes von Fallobst... det Hab ick vor'jes Jahr hier janz in die Nähe jeklaut... und'n Pott Marmelade hat Mutta ooch noch. Enmal komm ich bestimmt noch zu dir, eh' wir rauskommen...". Es ist, als wenn Langer tatsächlich seinen Worten folgt. Er blickt ihn einige Sekunden mit klaren Augen an, greift nach Adamcziks Hand und nickt schwach mit dem Kopf.— Adamczik ist noch nicht zu Enhc:" „Und wenn et dir jut jeht. Heini, denn denk ooch mal an Kilb: der wollt' dir mit tragen helfen und der Schinder wollt' et nich, und denn hat Karle jesagt:„Nee—". hat er jesagt, al» der Sievers ihn ablösen sollt— denn er wollt ja bei dir bleiben und is dir nich von der Seite jcwichen. Und er wär' keen Hund— hat er ihm jesagt. Immer jib ihm Saures..., Hab ick nw jedacht.— Nee— Heini— det hoffst« sehn soll'n—, der is nich weich jcworden, der Karle. Na— und denn hafte ja Petern jerufen, und denn Is Karle schließlich doch wegjejangeo. aber w« er den Schinder anjesehn hat-- ick hob' nur immer jedacht... nu haut er ihm eens in die Zähne... kiek... un nu sitzt er da. der Karle..." Langer nickt müde Mit dem Kopse und lächelt wieder. Aber er liegt, als sei er schon weit fort von uns. Er schließt die Augen. Der Kleine ist einen Augenblick hilflos und besieht unschlüssig das klein« Spielzeug. Zlber er versucht es noch einmal: „Heini", er fährt ihm wieder sacht über die Wangen,„wenn du im Lazarett Langeweile hast— hier— schau mal— det ninmist« mit... det schenk' ick dir... det machst« so..." Und auf dem nassen Pflaster kniet er, der siebzehnjährige Knabe in der Uniform des Krieges... ein Kind in diesem Augenblick... und dreht und wendet das kleine Spielzeug... Di« beiden Schinder sind noch nicht zurück. Vermutungen werden laut:„Adolf telephoniert sicher vom Bahnhof aus und läßt eine Abteilung kommen, die Kilb abfährt", orakelt Bumann. „Hab det mal jefehn", meint Bossin, der Dreher aus Branden- bürg, ein etwas krummer, kleiner, schwarzer Kerl mit Tollkirschen- äugen,„wie se so eenen armen Menschen aus die Wohnung bei uns zu Hause jeholt ham—, der war aus Flandern auf Urlaub bei Muttern, und die letzten Tage hat er keen Wort mehr jesagt—, hat immer die Oojen so uffjerissen, als wenn er wat Schreckliches jesehn hat, un denn hat er manchmal so vor sich hin jemurmelt. Un denn Hot cr schließlich jesagt, er jinge nich wieder raus—, det wär zu furchtbar da draußen—, denn is er jetürmt, eene Woche lang schon über'n Urlaub weg un schließlich is cr wieder zu Haus bei seiner Mutter anjekommen—, die arme Frau hat nich jewußt wat machen, und hat'n versteckt. Aber der dicke Hauswirt, son reklamierter Hund, wißt ihr woll, wo et so ne janze Menge von jibt—, also der hat'n verraten. Na wat nu—, da ham se ihm eines Tages jeholt. Vier Mann mit Bajonett un an der Spitze son Fatzke, son Sommerleutnant"—, er blickte auf den Einjährigen, der in unserer Nähe herumstreift und jedes Wort aufschnappt. Und Bossin erzählt welter. gedämpft: „Son Scheißkerl von Sommerleutnant also, mtt'm hohen Kragen und Extraklust—, det ham die feinen Pinkel, ja alle Plempe hat er in der Hand jehabt un ne wichtige Visag« aufsjesetzt Puloer hatte der Hammel noch nich jerochen, der Affenarsch", er red«t sich wieder in lauter Wut hinein,„die ham ihn also jeholt-... wat hat di« oll« Mutta jeheult jeschrien hat die arme Frau, det wir uns alle die Ohren zuj«halt«n ham... denn er war ihr Letzter... eenen, den Alex... den hatten sie schon Fünfzehn an die Loretto- höh« inj«buddelt... da schreit der Lackaffe die olle Frau noch an: „Halten Sie den Muird... Ihr Sohn ist ein Dat«rlandzo«rrätcr... ein vaterlsndÄofer Geselle? Der ist keinen Schuß Pulver wert, oerschtonn!?" So schreit er die Frau an... un denn wird die ahn» mächtig. Denn ham se den armen Kerl in die Mitte jenommen... un der Lackaffe hat'n noch eenen mit die Faust in Rücken jeseben, det der Otto umjefallen is... na, und wir Jungs, ick war jerade siebzehn jeworn... wir denn hinterher un ham jepfifsen und jebrüllt: „Nieder mit das Militär!"... un denn hat der mit die Plempe nach uns jehauen... det war um sechst abends... ick hatte jerade Feier- abend... und am anderen Morsen is der Otto bot... uffjebaumeft in der Zelle mit'm zerrissenen Hemd... denn die Hosenträger hatten st ihm abjenommen..." JJa, der Otto", schließt er und spricht plötzlich in Gedanken versunken wieder leiser,„'n seiner Kerl— der hatte schon soviel mitjemacht, war bei Berdun un in Flandern un an der Somme... aber det war alles noch nich jenug... deshalb war cr doch'n vatcr- landslofcr Geselle." Er wendet sich um und will gehen. „Die einzige Möglichkeit für einen Deserteur, in Ehren abzu- gehen"..., verächtlich spuckt der Einjährige aus und blickt uns her- aussprdernd an.(Fortsetzung folgt.) eBuefv 3elix Sdierrei: 3)er äüollar Der Autor gibt mit diesem Werk einen Querschnitt durch die Inflationszeit i» Romanforw. Kein Jnjlationsroman großen Stils, aber als Querschnitt cinigerinoßcn gelungen! In diesem Sinne verdient das Buch populär zu werden. Es versetzt uns nach Danzlg in dos Jahr 1S2Z, in die Blütezeit der Börsenspekulanten und in das krasseste Elend der Arbeiterklasse, die schließlich in Danzig dieser unhaltbaren Periode ein Ende macht, indem sie durch Generalstreiks die Stabilisierung der Währung herbeisührt. Scherret demonstriert in diesem Roman die Totsache, daß ökonomische Verhältnisse den Menschen beeinflussen, bestimmen. Allgemein gesehen, kommt er zu der Gleichung: ungesunde Wirt- schaftsverhältnisst führen den moralischen Untergang der menschlichen Gesellschast herbei. Wir lernen eine Reihe von„Bankiers und Kauf- leuten" übelster Sorte kennen. Früher waren sie„ehrbare Geschäfts- leute", die Inflation hat aus ihnen Börsenschieber gemacht. Sie glauben in einem paradiesischen Zeitalter zu leben, und sind blind gegenüber der Wirtschaftskrise und dem Elend derjenigen, die vom Segen des Gottes Dollar ausgeschlossen sind. Mit jedem Tag lächelt dieser Gott holdseliger, ober auch mit jedem Tag greift die Demoralisierung unter den Menschen immer mehr um sich wie eine nicht aufzuhaltende Seuche. Es gibt kein« Kulwrwerte mehr, keine Gesellschaftsmoral, keine anderen Bindungen von Mensch zu Mensch als geschäftliche. Als Menschen haben sie das innere Gleichgewicht verloren, sie sind im Grunde entwurzelt, sie werden sich dessen bloß nicht bewußt. Als der Kaufmann Lux merkt, daß er sich selbst verloren Hot, begeht er Selbstmord.„Wohin gehören wir?" fragt sich Doktor Alfred Arp, eine der wenigen sympathischen Figuren: er ist der einzige,' der sich, seine Klosse und die ganze Zeit kritisch betrachtet und voraussieht, daß„nur das Proletariat, wenn es sich auf sein« Macht besänne, diesen Unfug abstellen könne". Und da, Proletariat besinnt sich auf seine Macht und auf sein« Sendung, diestn Zustand abzustellen. Energisch greift es durch Streits und Demonstrationen ein und erzwingt die stabilisierte Währung und die Einführung des Danziger Gulden. Scherret hätte noch mehr auf das Leben der. Arbeiter eingehen sollen. Eigentlich sührt cr uns nur die Atmosphäre der Börsen- menschen vor. Quadc. *) Verlag„Der Büchertreis". WAS DER TAG BRINGT «i»»iinnmm»iin« rnnimmnii ■umnuiaummmmtiiunmiinmmiuuimimtimiiiiimiiimiiiiMiuiiiiuiiiimmiiuiimimmiuir Neue Urmenschenfunde in China Der bekannte englische Forscher ElNot Smith ist soeben nach China abgereist, um die sensationellen Urmenschenfunde aus der Umgebung von Peking nachzuprüfen. Schon Ende de» vorigen Jahres wurde die Entdeckung eines menfchlichen Schädels bekannt, der aus sehr früher urzeitlicher Epoche stammte. Da bei diesem Fund keine urzeitlichen Werkzeuge' lagen, war die Be« stimmung lediglich aus der geologischen Lagerung sehr erschwert. Doch glaubt man aus den begleitenden Tierfunden schließen zu dürfen, daß der wichtig« Schädel dem unteren Quartär(dem An- sang der ersten Eisz«ltepoche) zugehören könnte. Es fanden sich jetzt auch menschliche Zähne, die zu weiteren Schädeln gehört haben müssen. Für di« Ausbreitung der ältesten Menschheit ist es von größter Bedeutung, daß man aus der Gegend von Peking und vom Slldfluß der Wüst« Gobi neue Funde kennt. Sie wiederholen sich nicht nur im östlichen Europa, sondern auch In Deutschland und im Südwesten unseres Kontinent». Die neuen urzeitlichen Mensch- fund« bei Peking sind jedenfalls von großer Bedeutung für di« Klärung der eiszeitlichen Menschsormen und ihrer Kultur. Kl. Seekranke Fische Ein New-Jorker Zoologe, dessen Spezialität die Beobachtung von Fischen ist. hat festgestellt, daß Fische ebenso seekrank werden können wie Menschen. Fische, die auf Dampfern in Wassertanks befördert werden, können ihr Gleichgewicht nicht hatten, und das sensorische Nervensystem wind durch die Differenz zwischen den Schisssschwankungen und den Schwankungen des Tankwassers genau ebenso beeinslußt, wie es bei seekranken Menschen der Fall ist. Der Zoologe hat daher angeordnet, daß seine künftigen Fischtransporte vor Reisebeginn zwei Tage lang kein Futter bekommen. Hahnenwettstreit durch Radio Die„Internationale Radio-Korrespondenz" bringt eine Nanz. die. wenn sie auch in allen ihren Teilen nicht wahr sein sollte, sehr gut erfunden ist. Bekanntlich verbreitet der holländische Kurzwellen- sender der Firma Philip ein ausgiebiges Programm von der Helmm nach den Kolonien. Eines Tages ist der Ansager im Senderaum in Holland morgens gegen 4 Uhr, nach Beendigung fernes Sende- Programm», auf den Gedanken gekommen, das angestellt» Mikrophon vor da, Fenster hinauszustellen, um alle die Geräusch« aufzufang«», die sich beim Tiageserwachen in der Umgebung darboten. Man hörte da mit Unterbrechungen das Krähen eines Hahnes, da« Gackern von Hühnern, Vogelstimmen, das Pfeifen der ersten am Senderaum vorbeifahrenden Züge. Diese Zugabe zum Programm fand so b«. geisterte Zustimmung, daß sich die Sendestell« entschloß, sed«n Freitag- und Sonnabendmvrgen eine Uebertragung dieser.Lühner» stall"-SinfonIe vorzunehmen. Einige Hörer aus den holländischen Kolonien sandlen sogar poetische Briefe, so waren sie von diestn heimatlichen Naturlauten gerührt. Ein Hörer schrieb aus Australien, er habe am Nachmittag das Krähen eines Hahnes gehört und habe zuerst geglaubt, seine ejgenen Hühner würden gestohleu und sthden deshalb so laut. Erst später habe er geiiier.'t, daß das Gackern aus dem Lautsprecher kam. Ein anderer Hörer von den Bahama-Jnseln teilte mit, sein eigener Hahn sei durch das Krähen des holländischen Hahnes wach geworden und habe hierauf geantwortet.„Wir wollen diesen Hahn nicht schlachten", schrieb der Hörer,„sondern ihn gut pflegen, bis er eines natürlichen Todes stirbt. Er ist der erste Hahn gewesen, der versucht hat, eine interkontinentale Kreuzoerbindung zustande zu bringen."— Die anderen Hähne der Weit werden vor Neid krähen, daß ihnen der holländisch« Reklamehahn den Rang abgelaufen hat. Schallplattenleihbibliothek Der Musikbücherei der Stadt Köln ist eine Schallplattenabteilung angegliedert, die Schallplattcn an Mufikswdierende, Musiklehrer und Vereinsleiter gegen eine Gebühr von 20 Pfennig pro Platt« für einen Zeitraum von 4 Tagen verleiht. Auf Wunsch werden die Schallplatten für solche, die keinen eigenen Apparat besitzen, zu einer vorher vereinharten Zett in der Bücherei kostenlos vorgesührt. Sommerzeit im Mittelalter? Zwei Sonnenuhren, die in letzter Zeit an verschiedenen Stellen Irlands aufgefunden wurden und deren Alter auf mindestens MV Jahr« geschätzt wird, beweisen nach Ansicht des Dekans der St. Patrick'? Kathedrale in Dublin, der darüber eine Untersuchung geschrieben hat, daß die alten Kelten ein« Art von Sommerzeit hatten. Die Stundenlänge war je nach der Jahreszeit beweglich. fo daß die Tagesstunde zwischen etwa 80 Minuten im Sommer und 40 Minuten im Winter schwankte. Der Gelehrte glaubt, daß dieie Art elastische Tageseinteilung schon aus dem 6. Jahrhundert stammt. Wo bleibt das Geld? Allmonatlich versammeln sich in Berlin in der Jägerstraße in einem illeinen Raum der Reichsbant mehrere Herren, die sich mü Begeisterung einer kochähnlichen Tätigkeit hingeben, und zwar ver. Nichten sie ganze Pakete von Reichsbanknoten oller Kategorien. Es handelt sich dabei um aus dem Berkehr gezogen« Noten, di« zu Pappe verarbeitet werden. An Stelle de, früheren Berfahrens. diese Noten durch Verbrennen oder Säüren zu vernichten, wählt man setzt diese wirtschaftlicher« Methode. Bevor es in den Koch- kesssl kommt, werden die Noten mehrer« Mal« durchlöchert und die Nummer notiert. Interessenten für dies« Papiermassen sind die Packpapierfabriken, die daraus Pappkartons herstellen. Sa kann es sein, daß man manchmal einen Karton in die Hand bekommt, dessen Rohstoffe alte Tausendmarkscheine stnd. Rätselhafte Zahl Di« Zahl 12345679 ergibt, mit jeder beKeNgen neunfachen Grundziffer multipliziert, jedesmal eine Zahl, die mir aus den be- treffenden Grundziffern zusammengesetzt ist. Ist z. B. die an- genommene Erundziffer 3, also neunfach 27, so ergibt 12345673 X 27— 333333333. Mit jeder andere» GrundMer venhött es Ach genau ja. Die Lehrer im Arbeitersport Ersehnter Zusammenschluß ist die«Freie Lehrer-Sport- Vereinigung' 3n Berlin hat sich eine„Freie Lehrer- Spork- Vereinigung" gebildet, die dem Arbeiter- Turn- und Sporlbund angeschlossen ist und alle sozialistischen und sreiheil- lich gesinnten Lehret und Lehrerinnen zusammenfassen will. Immer mehr bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß der Arbeiter- spart«inen sehr wichtigen Kulturfaktor in der sozialistischen Be- wegung darstellt und deshalb jeder Arbeitnehmer, sei er Arbeiter, Angestellter oder Beamter, in den Arbeitersportverein gehört. Zwar wissen die bürgerlichen Verbände sehr fein ihr« Neutralität als Werbemittel zu benutzen. Wie steht's aber damit? Bekanntlich war der Bruch der Deutschen Turnerschoft mit dem Rcichsausschuß für Leibesübungen politisch begründet. Beim schwarzweißroten Deutschen Turnerbund, der nur Personen , /irischen Geblüts" in seine Reihen aufnimmt, dürfte die politisch« Einstellung ebenfalls erwiesen sein. Die Deutsch« Ju�endkraft als katholische und der Eichenkranz als evangelische Organisation für Leibesübungen stnd eindeutig weltanschaulich orientiert. Selbst der Generalsekretär des Deutschen Reichsausschusses für Leibesübungen, Dr. Diehm, gesteht,„daß die Verquickuiig der Leibesübungen mit ethischen Forderungen... innerlich verbunden ist". Die ethische Forderung der Arbeilersporller Ist der Sozialismus, der deshalb mit unserer sporterzieherischen Arbeit unzertrennlich verbunden ist. Aus obigen Erwägungen heraus hat auch die sozialistische Lehrerschaft diese Fragen neuerdings lebhaft erörtert und nunmehr den Ruf zur Sammlung ergehen lassen. Es ist eine Sportgemeinschaft ge- schassen worden, die in unserem Sinne die Pflege der Leibesübungen und die Förderung der Leibeserziehung betreiben will. Uebungs- Möglichkeiten bestehen für folgende Gebiete: Leichtathletik, Turnen, Gymnastik, Spiel(Fußball, chandball, Faustball, Tennis), Schwimmen, Rudern, Wintersport, Volkstanz und Wandern. In Arbeitsgemeinschaften werden methodische Erfahrungen ausgetauscht und Problem« der neuzeitlichen Leibesübungen behandelt. Die Ab- teilung arbeitet in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft sozio« listischer Lehrer und ist dem Arbeiter-Turn- und Sportbund an- geschlossen. Die Fonn des eigenen Vereins für die Lehrerschaft ist mit ausdrücklicher Genehmigung des Bundes gewählt worden aus Rück- sichten der unterrichttichen und erzieherischen Betätigung in den Leibesübungen und Hot mit Standesabschließung nicht das geringst« gemeinsam. Die Gründer stnd auch außerhalb dieses Vereins im Arbeitersport tätig. Regelmäßige Uebungstage finden Dienstags um 18 Uhr in der oberen Turnhalle, Lütticher Straße 4(Nähe U-Bahnhof Seestroß«), und am gleichen Tage um lg Uhr in der Turnhalle Danziger Straße ZZ, statt. Und nun: Heraus aus den bürgerlichen Vereinen! Heraus aber auch au» den im bürgerlichen Jahrwasser segelnden Lehrer- sportvereinigungen! hinein In die Freie Lehrer- Sporl-Vereinigung Berlin". Auch diejenigen Lehrer und Lehrerinnen, die nicht regel- mäßig zu den Uebungstagen erscheinen können, werden gebeten, durch ihre Mitgliedschaft und Mitarbeit die Idee des Arbeitersports zu fördern und in dem neuen Verein eine Gemeinschaft aufbauen zu helfen, die in Wort, Schrift und organisatorischer Arbeit auf dem Gebiete der Leibesübungen und Jugendbewegung für die Ziele des Arbeitersports wirkt. Auskunft erteilt H. Holze, N. 6S, Sanfiborstrahe 41. •ARBEiVEHTUSSBALL Osten gegen Westen Zum zweiten Mal treffen die beiden repräsentativen Mann- schasten der Bezirke Osten und Westen gegeneinander. Wiederum findet das Spiel auf dem städtischen Sportplatz in der Kynaststraße am Bahnhof Stralau-Rummelsburg statt. Als sich Ende Juni beide Mannschaften gegenüberstanden, gelang es Osten einen knappen 4: Z-Si«g herauszuholen. Die Frage, ob es diesmal Westen gelingen wird, erfolgreicher abzuschneiden, ist noch völlig offen. Zu dem Spiel stnd folgende Mannschaften aufgestellt: � Bezirk IWesten) Behnte(Nauen) SchUtzc(Nowaipe») Löhs«(Butab) Blanke fltathenew) Reichhelm tStathenow) Haack IPotsdam) Hwtze Sohlreep Olschewski Htjon Riiß (Spandau)(Sutob)(Spandau)(Rathen»«)(Bulad) »leider weidaner Langwagen Beyer König (Lichtenberg I)(Oberspree)(Mineroa)(Lichtenberg II) Harber(Lichtenberg l) Israel(Elche-Köpenick) Beckerche-»i>pen>ck) Neuleib(Oberspree) Epicckermann(Lichtenberg I) l. Bezirk(Osten) Schmidt(Mlner-a) Das Spiel, dem ein Jugendtressen der beiden Bezirke voran- geht, beginnt um 17 Uhr. Am Sonntagvormittag treffen sich aus dem städtischen Sportplatz Lückstraße in Lichtenberg FTGB.-Pankow und Lichtenberg I um 11 Uhr. Die Radweltmeisterschaften Vorlaufe für Steher— Stratjenmelsterschaft am Sonnabend Bei sehr großer Hitze wurden am Donnerstag in Brüssel vor 8000 Zuschauern die drei Ausscheidung släuse zur Radweltmeisterschaft der Steher ausgefahren. Von den aussichtsreichen Kandidaten schied lediglich Linart aus, der seit sechs Jahren ununterbrochen Meister- jchaftskandidat war und davon viermal die Weltmeisterschaft ge- winnen konnte. Den ersten Lauf gewann MöllervorGrassin, den Zwesten der Holländer Schlebauni vor Krewer, und den drttten Paillard vor Läuppi. Diese sechs Fahrer bestreiten am Sonntag den eigentlichen Kampf um die Weltmeisterschaft. Am morgigen Sonnabend haben die Strahensahrer das Wort. Ein kleines Häuflein Berufsfahrer und Amateure, die aber die Elite aus allen in Frage kommenden Ländern darstellen, geht tn den schweren Kampf, der sich auf einer 210 Kilometer langen Rundstrecke mit Start und Ziel in Lüttich abspielen wird. Bei den Beruf»- sahrern besteht die deutsche Mannschaft aus Bus«, Stöpel und Thierbach, während von deutschen Amateuren Hoffmann, Risch, Rüdiger und Neckar antreten werden. Die erste Welkmeisterschostsreoanche gab es am Donnerstag abend auf der Pariser Buffalobahn, wo die Sieger und die in den Vorläusen Unterlegenen der FlicgerweUmeisterschaften wieder zu- sammentrafen. Bei den Berufsfahrern erhärtet« Weltmeister Michard feine große Klasse und gewann den Endlauf gegen Faucheux und Moeskops. Der Kölner Peter Stesses kam durch zwei Hoffnungsläufe ins Final« der„Unterlegenen", wo«r aber gegen die Italiener Piami und Bergamini den kürzeren zog. Bei den Amateuren tonnt« sich Weltmeister G e r a r d! n nicht durchsetzen, er wurde im Gesamtergebnis nur Dritter hinter Be�iufrand und dem Engländer Cozens.»- 100-km-Mannsdiaftsrcnncn bei Rütt Nacktem das letzte diesjährige AbeNdrennen der Rütt-Arena einen so großen Erfolg gezeitigt hat, folgen nunmehr an-inigen Sonntagnachmittagen internationale Mannschaftsrennen. Für den kommenden Sonntag, 1554 Uhr, ist ein mit 15 Paaren besetztes 100-Kilometer>Mannschafterennen vorgesehen. Den Elou dieses Rennens bietet der nochmalige Start des beifpiel- losen Italieners Battesini, der mit seinem Partner Dinal« bei seinem ersten Start infolge seiner hervorragenden Fahrweise stör- misch« Begeisterung beim gesamten Sportpublikum erweckte, und durch d!« von ihm entfachten. Jagden dafür Sorge trug, daß ein auf der Rütt-Arena noch nie gefahrenes Tempo von 45,510 Kilometer in der Stunde erzielt wurde. Batt�ini-Dinalo werden auch bei diesem Rennen olle» hergeben, um sich«n Sonntag de-n Sieg nicht entgehen zu lassen. Starke Sqpiechhllft wird ihn«- gegenübergestellt, msbesanber« Meyer- Stübecke und Ehmer-Tietz, die am letzten Renntage überraschender- weise den Sieg im Omnium für Deutschland entscheiden konnten. Wahrscheinlich wird auch die so schnell populär gewordene Mannschaft Schorn-vamm am Start erscheinen. Ar]>eitcT''Fenms Tennis-Rot- Cottbus 93 3Z:31 Punkte Trotz ungünstiger Witterung konnte das fällige Vereinsspiel von Tennis-Rot Groß-Berlin gegen die Tennisabteilung Cottbus 93 durchgeführt werden. Nur einig« Spiele mußten der Dunkelheit wegen abgebrochen werden, Spiel«, die bei dem vorliegenden günstigen Spielstand die Entscheidung für die Berliner gebracht hätten. Dos Treffen endete mit 32: 32 Punkten, trotzdem Berlin nicht mit ollen feinen Spitzenspielern antrat. Diese Tatsache ist auf«inen Beschluß zurückzuführen, daß nur Spieler in der Vereinsmanschoft aufgestellt werden, die sich auch sonst um die Bewegung kümmern! für Kanonenkult ist bei Tennis- Rot kein Platz. Besonders gut schlugen sich die Berliner Frauen, sehr gut führten sich die Nachwuchsspieler von Neukölln und Lichten. berg«in. Gerade st« konnten sich in den meisten Fällen durchsetzen. Fischer lieferte dem Kottbusser Spitzenspieler Lindow einen schönen und horten Dreisotzkampf, den Fischer für sich entschieden hätte, Sportlsr heraus! Grofje WahUtundgcbung der Arbeiter« porller am Donnerstag, dem 4. September, 20 Uhr im„Lebrervereinshaas"(am Alexanderp lair) Ansprache: KARL LITKE Vorsltsender d.SoziaIdcmokr«H«chen Partei, Berlla Zwei Filme vom Arbeitersport:„Die neue GroSmaehi" und der Werbefilm für die Olymplade 1931 in Wien Arbeffersporller ersdieini in Massen! Karlall für Arbeliernport und Körperpflege, Berlin wenn ihm nicht, wie schon so oft, in kritischen Situationen die Nerven einen Streich gespielt hätten. Der alt« Kämp« Pöscht-Kottbus mußt« einen Satz an Hamacher abgeben, leider konnte Hamacher leinen vollen Sieg landen, das Spiel wurde wegen Dunkelheit abgebrochen. Ganz überlegen schlug Schubel-Ltchtenberg die Kottbusser Spitzen- spi«l«r!n Schramm. Der Bundesmeister im Männerdoppel Pöscht- Schworick-Kottbu« mußte sich gegen Fischer-Kohler in einem Drei- satz höllisch anstrengen, um sich zu behaupten. Spielstand 12: 12, also kein Unterschied in der Spieistärke. Ganz erfreulich war die bundesgenösslsche Art der Durchführung der Spiele. Die Kottbusser gäbe- sich die größte Müh«, den Berliner Gästen den Aufenthalt recht angenehm zu machen. Serteasviel« am Zt. Aapaft. Fraa«n..-.-Gru»pe: Tninis-Not Lichtenberg «gen Tennis-Rot Biddin«, S Uhr. Lichtenberg. Tennia-Rot Nelülln gegen T»nni»-Rot Prenzlauer Ber«.» Uhr. Prenzlauer Berg.— Riliiier.z.Oruv«! Tennis-Pot Lichtenberg J gegen Tennis-Bot Neutillln. s Uhr. Ncutim». Tennis- ?>«t Lichtenberg II gegen Tcnnis-Aot Prenzlauer Berg. S Uhr. Prenzlauer Berg.— geauen-B-lSriip,)«! Tennis-Rot Zfriebrichshain gegen Tennis-Ro! Wedding, It Uhr.!s»iedilch»hain. ssreie Tennis-Epandau gegen Tennis-Rot Neukiilln, 9 Uhr. NeutWn.— Wänner-N-Eruppe: Tennis-Rot Friedrichshain oegen ziriSB. NeukSIIn. 14 Uhr.(frtrhrich»bain.(Zreie Tennis-Epandau gegen Ienni».R»t Gesundbrunnen. 9 Uhr, Gelundbrnnnen. ADAC- Sportprogramm 1931 Der Allgemeine Deutsch« Zlutomobil-Club hat in seiner letzten Hauptzusschußsttzung da» Sporlpragramm des Zohre» 1SZ1, soweit «S die vom Vesomtklub durchgeführten Veranstaltungen betrifft, aufgestellt. E» wird, wie alljährlich, cingeleitet mst der Winter- fahrt nach Gormisch.Partenkirchen. Ferner sind vorgesehen: Ilster- nationale 144.Klunden.F»hrt für Motorräder auf dem Nllrburgring oder eine Länderfahrt, als Neuerung«ine 144.Stund«n.Fahrt für wagen auf dem Nürburgring, di« Ostpreußensahrt, die Dreitogefohrt der Krafträder, das Eifelrennen, das Freiburger Bergrekardrennen, das Autoturnier in Swinemünde und drei Motorradmeisterschosts- laufe, im einzelnen Ellenried«, Splitude und Schleiz. Zu diesen sportlichen Prüfungen treten zahlreiche gesellschaftliche Ber- anstaltuugen. Nachwuchsspicle im bürgerlichen Fufjballbund Nicht weniger de 10 9090 Zuschauer hatten sich am Donner-..� im Poststadium zu Berlin zu der Generalheerschau des Deutschen Fußballbundes über seine für internationale Kämpfe in Betrachr kommenden Spieler eingesunden. Zunächst spielten die erprobten Internationalen gegen den Nachwuchs 45 Minuten lang. Dieser Kampf endete 3: 3. Die Nachwuchsspieler begannen ganz groß und lagen nach 10 Minuten mit 3:0 in Führung. Dann kam die größer« Routine der Aelteren zur Geltung und kam der Ausgleich. Dann spielten ebenfalls 46 Minuten lang zwei g e- mischte Mannschaften, bei der die R.-Hosmann-Els mit 3: 0 in Vorteil blieb. Der Dresdener schoß in der 8. Minute ein Tor, wie man es je kaum gesehen. Das Leder flog wie«ine Granate ins Netz. Auch das zweite Tor schoß Hofmann, und das dritte Höh- mann. Abschließend ist zu sagen, daß Deutschland wohl über gute Stürmer und zufriedenstellende Läuferreihen, aber über wenig gute Verteidiger verfügt. Dm Schmelings Titel Weltmeister schalt geregelt Die New-Pork«r Boxkommission hat jetzt in der Frage der Box- Weltmeisterschaft im Schwergewicht ein Machtwort gesprochen und bestimmt, daß Jack Sharkey und der Argentinier Vittorio Eam- p o l o am 25. September in New Dort mit ihrem 15-Runden-Kamps gleichzeitig die erste Ausscheidung zur wellmeisterschaft bestreiten. Der Sieger wird dann im Februar in Miami mit Poung S t r i b l i n g gepaart, und im Sommer ist dann die Reihe an Max Schmeling, der seinen Weltmeistertitel gegen den G«- winner des Miomi-Kampfes zu verteidigen hat. So weit scheint alles geklärt. Es bleibt nur die Frage offen, ob Schmeling bis zum Sommer nächsten Iahree sich auf seinen Lorbeeren ausruhen wird oder in der langen Zwischenzeit zu kämpfen beabsichtigt. Klemer Sport von überall Kartell für Arbeiterspart und Körperpflege Wedding. Anläßlich der Reichslagswahl veranslallel der 3. Kreis der Sozialdcioo- krottschen Partei am Sonntag, 31. August, eine Demonstration. Treffpunkt um 15 Uhr aus den Brunnenplatz. Zeder Verein und jede Abteilung muß mit Bannern, Fahnen und Transparenten ver- itele« sein. Der Arbeiter- Sport- verein Rentölln eröfsnet zur nächsten Serie eine Fußballabteilung. Anfragen an Reinhold Hopp«, Neukölln, Okerstr. 11, erbeten, ober jeden Freitag, 20 Uhr, Walter-Rathenau- Schule, Boddinstraße. Deutsche Segelmeislerschasl. Nach einer Mitteilung des Deutschen Seglerbundes wird die diessährige Deutsche Segelmeisterschast Montag, 29. September, auf dem Müggelsee ausgetragen. Die Vorrennen finden am 27. und 28. September statt. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle des Deutschen Seglerbundes, Berlin- Friedenau, Eeciliengärten 23. Erösfnung der Tisch-Tennis- Saison im Lunapork. In diesem Jahr« wird die Berliner Tisch-Tennis-Saison schon im September eröffnet. Der junge Berliner Tisch-Iennis-Club„Schworz-Rot 1929" zieht die erste Veranstaltung vom 4. bis 7. September im„Blauen Saal" des Luiioparkhouptrestaurants auf. Namhafte Spieler hoben ihre Nennung bereits abgegeben. Nennunzen und Anfragen sind an B. Segoll,®. 15, Könstanzer Straß« 4 oder Oliva 3542 zu richten. Nennungsschluß Montag, 1. September, 19 Uhr. Deutsche Turnvereine und Nazis Für di« Verbundenheit von Bereinen der Deutschen Turnerschoft mit den Nationalsozialisten liegen viele Beweise vor. Am 24. August reihte sich ihnen in Gaschwitz bei Leipzig«in neuer an. Bei der Turnhallenweih« des dortigen Verein». marschierten di« DT.-Dereine mit den uniformierten Hokenkreuzlern gemeinsam in den Straßen aus. Während der Veranstaltung versahen die Hotenkreuzler den Ordnungsdienst. «tfeUu-Nafc. utb«Mftfabwr.Bunb.Solidarität-, Ort-arupp« Grob- Brrli». Touren ber Radfahrer Sonnabend und Sonnt»«, Z0. und 81. Auaitst. Alle Abteilunaen de» I.. 2. und«. Bezirks werden ersucht, an der Ginweidunq des Sportplabrs in Teltow teilzuncbmcn. Trcffvunit 31. August, IS Uhr, Rublodorler Platz 1. Abt.: Zunaiernsc», 6»nd 12 Uhr. Start: Bitlowstr. 33. — 2. Abt.! Retbit, 16 Uhe, grauensee, 6 Uhr. Start: Dicffcnbachitr. 96.— 9. Abt.: Beteiligung am Gewertscknrftofest.— Abteilung Feiedrlchshoi»: Kallinchen, 17 und ä Uhr. Start: Petersburger Platz.— 6. Abt.: SSnow- Werneuchen, 7 Uhr. Start: Nopenhagener Str. 17.—». Abt.: Werdellinfee, 4 Uhr, Gorinse« 6 Uhr. Start: Triftstr. 69.— Rennsahrer-Abteilung Mitte: Propagandafahrt in Weißense«. Start 183* Uhr Nönigstor.— Abteilung ckhar, lottenbura: Papenberge, 18'� Uhr. Start: Witmersdoiler Str. 21.— Abtei- lung Schänrberg! Norsofahrt in Weitzensee, 17 Uhr. Start: Stubcnrauchstr. ä. Pichelsdorf 8 Uhr ebenda. Abteilung Treptow-Bauwschulraweg: Bötzsee, 7 Uhr. Start: Bahnhof Baumschulenweg.—«btrilung Wcitzensee-Säiucrsdors: Propagandafahrt. 18 Uhr. Start: Prenzlauer Allee Ecke Gustau-Adolf-Strage. Sonntag öportlest im Stahion Weltzense«.— Abteilung Ariulckeudors: Kellsee bei Bernau, 7 Uhr. Start: Prooinzftr. 108. Geiste zu allen Beronstaltunaen herzlich willtommcn. Traulo-Rot Grotz-Beel!» r. B, Dienotag, 2. September. 19 Uhr. Vorstand o. (itzung: 20 Uhr chunktionarlonlerenz in der«reloaeschdftsstelle, Slfaller Stratze 86—88. Techniker bringen Epielrelnltate der Serientämpfr mit. »ortell, Bezirk Schäaeborg-Friedanou. Montag, 1. September, Sitzung lim 20 Uhr bei Kochgeschurz, Miihlenstr. 9. FTGB.. ckharlottrnborg, Futzbalabtril»«g. Sonntagvormittgg Training auf dem Platz an der Avus. DreltsK. 29, August. Berlin.» 16.05 Aktuelle Abteilung 16.30 Dr. Jahinres HoKfrcter: Vom rangen und Studieren der Meereetlere. >6 50 Das neue Buch. 17.00 Koniert. 18.00 Ministerialrat Helene Weber: Staetskrise oder VoikskrUe? )8.30 Programm der nächsten Woche. lo.uo Stu(t*art: Deutsclituinliibrer in Kurop». 70.00 Unterhaltungsmusik. 91.00„Der blaue Ball". Drama von Ernst BarUcb. Regie: Altred Braun. Nach den Abcndmeldungen bis 0.90: Tanrmuaik. KA(i««arusterhau>on. In, 00 Schulrllin Käthe feuersteck: Midehenerelebnnc im Zeltalter der Technik. 16.35 Ueinrig; Naehmittagskoneert. 17.30-.Das Gewitter" von Thea von Harbou.(Reeilation: Iis« Piachor-Ramln' IS. 00 Dr. Lombere: Ursachen der Landflucht. 18.30 Robert Volr: Plahlhauer»m Podensee. 20.00 Mönchen: Konzert 20 J0 München: Stande de* Bähnenkflastler- JL» Ihr Hunde? Lumpen? Strolche? Schupo schwört— und der Gtrafbefehl wird erhöht In diesen kleinen Verhandlungen sitzt natürlich kein Bericht» crstatter: die Iustizpressestelle macht nur auf die besseren Delikte nusmerksain, manchmal kriegt man auch einen guten Tip von einem Rechtsanwalt— aber was kann schon bei einer VerHand- lung vor dem Einzelrichter(Amtsgericht Berlin-Mitte) heraus- kommen, noch dazu, wenn das Delikt»öffentlich« Belei- d i g u i, g" heißt und es sich nur um«inen Einspruch gegen einen polizeilichen Strasbefehl handelt? Aber es wäre gut. wenn solch einer Verhandlung doch öfter jemand anders als die berufsmäßigen Kriminaiftudenten im Zu- hörerraum beiwohnt«. Diesmal zum Beispiel sieht di« Sache so aus: Der Angeklagte war mit einer anderen Angestellten zusammen auf einem Geschäftsweg für seine Firma— er sollte zur Post, die lag am Königsgraben. Als er zur Kaiser-Wilhelm-Straß« kam, wurde er Zeirge einer dort nicht seltenen Szene: Es wurde mal wieder jemand zwangsgestellt, und natürlich bildete sich wieder der üblich« Auflauf— der um so größer war, als di« Be- amten auch in der dort üblichen, nicht gerade sanften Weise imt dem betrunkenen Arrestanten umgingen. Di« Kontoristin lief neu- gierig über den Damm, der Angeklagte, der einige Paket« zu tragen hatte, quert« die Straße erst, als er es zur Erreichung seines Zieles absolut notwendig hatte. Dabei geriet er natürlich auch in di« Menschenmenge, di« den Beamten nachlief. Die Stimmung der Menge war nicht gerade freundlich gegen die Be- amten, die Menge drängte kräftig nach und schließlich fiel der Zu- ruf:.Hau doch die Strolche«ens in die Fresse, jeh doch nich mit!"— so steht wenigstens der Wortlaut in der Anzeige. Worauf sich die Beamten umdrehten, den heutigen Angeklagten rausgriffen und als Täter bezeichneten, ihn sestftellten und ihm so zu einem Straf- befehl über vierzig Mark oerhalsen, gegen d«n er Ein- spruch erhob. Und das ist die Vorgeschichte der heutigen Ver- Handlung. Zuerst mal: Es find keine Zeugen außer den beiden Beamten erschienen: wie d«r Angeklagte behaupt«t, Hai man ihn daran verhindert, den Ramen des Manne» fest. zustellen, neben dem er ging und mit dem er gerade sprach— das war näiniich auch der Zeug« des Verhafteten. So hängt also alles an der Aussage der beiden Beamten. Die leisten natürlich ihren Eid,— daß der Richter es vergißt, sie darüber zu belehren, daß sie den Eid auch in d«r weltlichen Form leisten können, mag daran liegen, daß er glaubt, sie wären als Polizeibeamte ohnehil, mit dieser Bestimmung vertraut— oder nimmt er an, daß es in der Schupo keine Dissidenten gibt?— Jedensalls, sie schwören. Und nun muß der getreue Ehronist etwas einigerniaßen Peinliches berichten: Sic schwören eigentlich ein bißchen ungenau, ein bißchen aneinander vorbei. Schon daß sich keiner von beiden an den genauen Wortlaut der Beleidigung erinnert, ist peinlich: Der«ine sagt, der Angeklagte habe»ihr Hunde!", der zweite, er habe.ihr Lumpen!" gerufen— mit dem.in die Fresse hau»" sind sie einander einig. In der Anklage steht, der Angeklagte habe.ihr Strolche" ge- schintpst. Der erste Schupo schwört, der Angeklagte habe zwei Schritt hinter ihm und einen Meter rechts, der andere, er habe zwei Meter halblinks hinter ihm gestanden: Was bedeuten würde, daß die beiden Beamten, die zwischen sich einen Arrestanten führ- t«n, drei Meter Abstand von einander gehabt hätten: Eine in Anbetracht der Gegend, in der Gefangenenbefreiungsrxrsuchp kein« Seltenheit sind, immerhin unwahrscheinliche Sache. Es ist auch in solcher Situation einigermaßen schwer, den Rufer so sicher heraus- zufinden, und man würde schon im Jnteress« des Ansehens der Polizei wünschen, daß die Beamten Wert darauf legt«», iu solchen Fällen wenigstens noch einen Zivilz«ugen, s«i es gegen, s«i es für den Angeklagten festzustellen. Aber das schien ihnen hier nicht nötig— denn in einem stimmen ihre Aussagen ja wenigstens überein: Der Angeklagte war das Karnickel— er hat gerufen! So wird der Angeklagte, der,«ie der r«cht jung« Amtsanwalt erklärt.durch dos Zeugnis der beiden Beamten hinreichend über- führt ist", natürlich oerurteilt, und der Richter hält es sogar für notwendig, die im Strafbefehl genannt« Summe noch erheblich zu erhöhen: Statt vierzig Mark werden dem Angeklagten.in An- betracht der Tatsache, daß er in Arbeit steht(als Hausdiener) und seine materielle Lage somit keine schlechte ist", sechzig Mark Straf« oder 12 Tage Gefängnis aufgebrummt. Dazu die Kosten des Versahrens und die Kosten der Publikation des Urteils. Der Angeklagte wird gefragt, ob er dazu noch etwas sagen wolle. Er schüttelt den Kopf:„Wat soll ick noch dazu sagen...!" Was der unparteiische Zuhörer zu einer solchen Verhandlung sagen muß, wäre ungefähr folgendes: Wir gönnen der Polizei unbedingt jed«n Schutz vor Anpöbelungen, wir wissen, daß ihr Dienst— und zumal in jener Gegend— oft sehr schwer ist. Wir finden es aber nicht gerechtfertigt, daß bei unseren Gerichten an den Eid eine» Beamten noch immer ein anderer Maßstab angelegt wird, als an den eines gewöhnlichen Staatsbürgers. Eid ist Eid— und in dieser Verhandlung konnte man sich wahrhaftig nicht des Ein- drucks erwehren, daß hier zwei Zivilisteneidc gleicher O u a l i tä t sicher nicht zur Verurteilung eines schuldigen Beamten ausgereicht hätten. Und unwillkürlich steigt bei solchem Urteil vor einem alten Sozialisten das Gespenst des Gendarmen Münter auf, dessen.Beamteneid" dem Gericht gewichtig genug erschien, um alle anderslautenden Zeugenaussagen in dem Bcleidigungsprozcß des Gendarmen gegen den Redakteur der.Deutsch«» Bergarbeiter- zeitung" zu entkräften und diesen u» bequemen Zeugen einen Mein- eidsprozeß an den Hals zu hängen. Und trotzdem gegen sie nur dieser«ine Mann stand— freilich ein Gendarm— wurden „Schröder und Genossen" 1893 zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt. Erst 1911 gelang es, ein Wiederaufnahmeverfahren durchzusetzen: Die Verhandlung ergab, daß die angeklagten Ge- nassen auf den wissentlichen Meineid eines inzwischen disziplinarisch entlassenen Beamten in» Zuchthaus gekommen waren. Einige waren gestorben, alle an Leib oder Seele gebrochen— der Fvei- spruch konnte nun daran nichts mehr reparieren. Und darum würden wir es wünschen, wenn an den Eid des Beamten van den Richtern der Republik doch derselbe Maß- stab angelegt werden würde, wie an den eines kommun gewöhn- lichen Staatsbürgers. R. E. Jedem Möhler seine Partei. In Berlin sind außer von den bekomrten Parteien noch von 14 anderen Kruppen und Grüppchen beim Magistrat Wahlvorschläge zur Reichstagswahl ein- gereicht worden. Heil sei dem Tag...! Die Barden flehen ein für Hugenberg. Wir müssen zuvor um Entschuldigung bitten. Aber unsere Chronistenpflicht zwingt uns, Nachricht zu geben von dem Schlacht- gesang, den ein bayerischer Barde auf den grausam großen Führer Hugenberg veröffentlicht. Für die Güte der Vers« zeichnet in der(zum Hugenberg-Pressekonzern gehörigen)„München-Augs- burger Abendzeirung" ein sicherer Dr. K. Hecht. Die Güte der Gesinnung mögen unser« Leser an einigen Proben selbst prüfen. Also singt der Sänger: Man vermag es kaum zu fassen, Daß Abtrünn'ge dich verlassen; In des Kampfes schwersten Togen Treu und Eid dem Feldherrn brachen. Den Trabanten jener Roten Haben sie die Hand geboten, Die mir Worten und mit Taten Stets das deutsche Volk verraten. Aber keineswegs willkommen Hot man dort sie ausgenommen, Und der Blase gleich von Schaum, Flottern sie umher im Raum. Doch dieses ist erst der Anfang. Der Heldensang geht weiter — ganze zwöls solcher Strophen lang. Daraus noch einige Kost- Häppchen: Die, Strohfeuer nur im Busen, Zum Verhandeln wohl und Schmusen Mit den: Feind, doch nie bereit Auszutragen scharf den Streit... Das zielt wieder aus die„Abtrünn'gcn". Aber dann gilt« dem„Führer", dem erhabenen Hugenberg: Nicht an Kämpen wird dir's fehlen,; Aus Millionen kannst du zählen, Die das Glück der neuen Zeit Haben längst und gründlich leid. Es ist eine schauerlich-schön« Ballade. Aber da der Geheim« Finanzrat a. D. Alfred Hugenberg in seiner Sünden Maienblüte selbst schöne Verse geschmiedet hat— man hielt sie sogar sür gott- oerlassen—. so hat er das..Frontheil" dieses teutschen Dichters Hecht vollauf verdient. Allerdings wird der„Führer, wie wir vermuten, beim Anblick dieser Hymne an die fast ebenso schöne denken, di« Lortzing der Nachwelt überliesert«: Heil sei dem Tag. an dem er uns erschienen, Dideldum, dideldum, dideldum, Es ist schon lange her, Das freut uns um so mehr...! Eines Tages wird auch er„der Blase gleich von Schaum" im Welienraum der Geschichte zerflottcrt sein. Und da, ist ewig schade._ Briketts werden teurer. Ende der Sommerpreise. Gemäß dem Beschluß des Preisausschusses der Arbeitsgemein. schaft des Berliner Briketthandels werden die bisher gebenden so- genannten Sommerpreis« für Hausbrandbriketts am 1. September erhöht. In der Zeit vom 1. bis ZV. September kosten Salon. format gepackt ab Loger je Zentner 1,öv Mark, geschüttet 1,56 Mark und Halbste, ne IL« Mark, fo daß gegenüber den bisherigen Preisen eine Erhöhung von 6 Pfennig pro Zentner eintritt. Auch di« Der- kaussprcisc für Braunkohlenbriketts für Lieserungen an Gewerbe, Industrie und Zentralheizungen in Fuhren von ZV Zentner an, haben eine entsprechende Erhöhung erfahren. l lDOIG Potsdamer Strafe 35 W. 5, 7. 9 Uhr Tonfilm-Operette: Ein Tantfo Mr dldi m. Willy Forst, Oskar Karlwei�« Ernst Verebes Rheinstralje 14 k&Ä) Zirkus mit Charlie Chaplin Haaptmann SoreU nnd»da Sehe 10 Akte jugendliche haben Zutritt OdeOIla Potsdamer Sh*. 7 5 Verllngertl Der groBe Tontilmerfoig: Der blaue Engel m Emil iaanlag», Marlene Dietrich, Man« Alhcr» Turms trafjc 12 W. S, 7, 9 Uhr Franennoi- Fraaenglftdc Ein Film von der Bezienung zwischen Mann und Frau, vom Werden des Menschen Alcxandcrstr. 39-40 (Patsage) Den ganzen Tag geöffnet! Da« Kabinett de« Dr Larifari (1000 Worte Ulk) mit Max Hau» Paul Morgan, Carl Jftkcn Moabit Artushof-Licfatspielc Film- und BBhaenschaa 'erleberger Str. 29 und Stendaler Str. E« war mit Greta Garbo, lohn Gilbert Luzfigca Deiprogramm Bühne: Die bontc Tüte, groBe Ausstattungtrevue Welt-Kino Beg. 5.45, 9.00, S. 5, 7. 9 Uhr Mt-Mogbit 99 100 Proz. Tonfilm: Gigolo, der xhBne arme Tanz- leutnant Beiprogramm Atrium Bcba-Pala«i Kaiserallee, Ecke Berliner StraBe Täglich 7. 9.15 U Stg.; 5, 7. 9.15 U. Uraufführung: Tonfilm: Komm sn mir snm Rendesvons mit Lade Engliidi, Fritz Sdialz W TebOwoböro™"� SüOan Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbansir. 72/75 Wochent. 5 30. 7. 9, IS, Sonnt ab 3 U. Der sensationelle Tonfilm-Erfolg: Ein Tango für dich mit willr Ford, Oscar Karlweib, Ernst Verebes, Fee Malten Beiprogra Th. am Moritzplatz Beginn; W. ab 6 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Franennoi— Franengl&ck Ab Sonntag: Es gibt eine Frao, die dich niemals vergibt m L.Dagove r Der Nlchste, bitte! m. L. Deren NoukMln Ifailexle Wochent. 6,45, 9 U. tVUKUK Sonntags 5, 7, 9 U. Kottbusser Damm 92 Tonfllmlustspiel; Holraspokos "" Willy Fritsdi Wogtow Primus-Palast m'sVi'is Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretensir Verlängert! Tonfilmposse: Lnmpenball mit Irene Ambro», Anna Mdller-Lindie, F. Kampeis, Harry Frank FrlodrtchstaMK Die Kamera Unter den Linden 14 Täglich 3. 5. 7. 9 Uhr Das gStllldie Weib m. Greta Garbo Das Hers des Mensshca Beiprogramm Titania(uu Schömberg) Hauptstraße 49 W 5, 7, 9 U. Stg. 3 U. 100 Proz. Tonfilm: Nor am Rhein mit Igo Sym, Tinos van Alten Beiprogramm jugendliche haben Zutritt W Fripdaifu W Kroncn-Lichtspicle Rheinstr. 55 W.6 30,0,U. S.4.6J0,9U, Tonfilm Das Land ohne Frauen (Braut Nr 58) mit Conrad Veidl, Elga Brink, Ernst Verebes Tönendes Beiprogramm ■ Sfa.i««■ Titania-Palast Steglitz. SchloBstr. 5. Ecke GUIsmuthsstr Täglich 530, 9 Uhr. Stg. 4. 5-JO. 9 Uhr Lnmpenball m. AnnaMQIler-LIncke Fritz Kampers, Irene Ambios, Carl de Vogt Regie Carl Heins Woltt Ab Montag; Korvettcnkapltga FUm-P*l«st Kammersäle Teltower Str. I W.5,7,9. Stg. ab 3 Uhr Tonfilm; Zweimal Hodhzelt mil Uanc Haid Mteky Maos mit L. Harvcy. Beiprogramm E2 w—. � 1 ai nr* Wochent 7 u. 9 U1 EXCCISlOr sonntags 3, 5, 7. 9 U' Ka)ser-Friedrich-Straöe 191 Franennoi— FraocnglQck Einlelt. Vortrag Dr. med. Ehrlldi Stern» Hermannsiraße 49 Wohentags 6 45 u. 6, Sonntags 5, 7. 9U. Tonsprechfilm: Skandal am Eva mit Henny Porten Beiprogramm ■ SiMostan■ Filmeck Beginn W. 5 30 U S. ab 3U Skalitzer StraBe, am Görlitzer Bahnhol Ufa-Tonfilm: Hoknspokns mit Lillan Harvcy, Willy Fritsdi Beiprogramm Luisen-Theater sSLTsu. Rcichenbfcrger Str. 34 Ufa-Tonfilm; Der blaue Engel mit Emil Jannings Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Besinn der Vors'ellungen: Wochtgs. 5.30. 7 15, 915, Sonnt. 3, 5. 7, 9 U. lOOProz. Tonfilm; Sensattonskomödle Im Kampf mil der Unterwelt m. Carlo Aldlnl, Arno, Rnih Weyher, Sternwarte— Treptow Billige Bcobachinngsiadc Freitag. 12., Sonnabend, 13.. Sonntag, 14. September. Halbe Preise „Elysium" Prenzlauer Allee 55 W. 5.15, 7. 9.15, S. 3.15, 5, 7.15, 9 15 Uhr Tonfilmkomödie- Z mal Hodisett m. L. Haid, R.A. Roberts, L. Engllsb Bühne: Maria Zelenka, A. Leniner ■ 0't*W■ Germania-Palast Frankfurter Allee 314 Wochentags 5 30, Sonntags 5 Uhr Skandal am Eva m. Henny Porten in ihrem eisten Sprech-Tonlilm Das tönende Beiprogramm; Micky Man« Im Tiervariett Luna-Filmpalast Gr. Frankfurter Str. 121 Wochent 5 Uhr, Sonnt 3 Uht Skandal om Eva m. Henny Porten (spricht zum erstenmal) Schwarzer Adler Frankfurter Allee 99 ToBÜlm Woch. 5. 7. 8.45. Stg. 3, 5, 7. 8.45 U Das lockende Ziel mit Richard Tauber Beiprogramm Comenius-Lichtspiclc Memeler StraBe 67 W. 6, 9. S ab 5U Pal and Patacfaon als Modekönige Blockade(Die geheimnisv Flotte) Concordia-Palast Andreas�r. 64 W. ab 5 U., Stg. ab 3 U Fraoennot— Fraacnglflck mit ärztlichem Vortrag Beiprogramm Viktoria-Liditbild-Th. Frankfurter Allee 48 BOhnensdiaD Woch. i, ca 7, 8.45. Stg. 3, Ca 5. 7. 8.45 IL Zarte Sfbollern Das Geheimnis von Irapnr Beiprogramm Siegfried Grit Haid Gnies Beiprogramm A IVt samhi-A Woch-»b 5:30 Uhr. Ainamora sonnt ab 4 uiu. KoppenstraBe S9 100 Proz Tonfilm! Der singende Narr mit AI Jolson und Sonny Boy Beiprogramm U Mou-LlchtnnBnra W Kosmos-Lichtspiele Lichtenberg, LflckstraBe 70 W 5.45 v.. Stgs. ab 4 U. Franennoi- Franenglllcfc Ein Film vom Werden d Menschen. v. Leiden u. Freuden d Mutterschaft Mit ärztlichem Vortrag IftvaA Rssa/K w- 6-'s- 8-4S vhr Kmo DUSCIl S.S, 7 u. 8.45 Uhr Alt-Friedrichsfelde 3 Franennoi— Fraacnglflck mit wissenschaftlichem Vortrag Beiprogramm ���GtniBnnAGM��p Schloßpark Film. Bühne Berliner Allee 205-210 Stg. VsJ Jgd.-V Ton-Sprechfilm: Ein Tango Mr dich mit Willy Forst, Fee Malten Beiprogramm ■ WOr<,OT« Alhambra Mullerstrafie 136. Ecke SeeslraBe 100 Proz. Tonfilm: Der blane Engel mit Marl. Dietrich, Emil lannlngs Stg. 2lh Jgd.-Vorst > Stg. 5. 7 u. i . 9 U. Pharus-Lichtspielc Mülle rstraSe 142 W.6U. Stg. 5 U 2 große Schlager: Das Geheimnis der Martha Loders Der tolle Reiter Beiprogramm Marga-Lichtspielc SchulstraBe 29 Tonfilm: Delikatessen mit Harry Uedike Der Klnb der Janggescllen mit Richard Talmadgc Beiprogramm Skala-Lichtspicle Schönhauser Allee 80 W. V*7 U. Stg. 5 U. Fraacnnot— FraaenglQck mit einleitendem Vortrag Tembi Colosseum stgw ü.9Uhr Schönhauser Allee 123 Weslfront 191»! Der gewaltige Tonfilm mit Fritz Kampers ■* Palast-Theater Breite StraBe 21 a W. 7. 9, Stg. 5.7.9V. Tonfilmoperette:. Ein Tango lür dich mit Fee Malten Bciprogrmm � Tivoli, Pankow Berliner StraBe 27 W. 7. 9 U, Franennoi— FranengWek mit einleitendem Vortrag W Niedenenonhauten W Film-Palast."Ä-e-.. Blankenburger Straße 4 W. 7, 9 U. Tonfilm: Das lockende Ziel mit Richard Tauber Jugendliche haben Zutritt W va�j_ O Filmpalast Tegel Bahnhofstr. 2 w-0' St8 4'• ljhr Sonntags 2 U Jugendvorst. lOOProz Ton— Farbe— Revue: ClUy mit Patsy Rmh Miller • Lastig. Belpr.(Aul Tobis-Appar.) „Kosmos" Fllmbühne Hauptstraße 5 5 Uhr, 9 Uhr 2 Tonfilme: Der Tiger, Kriminaltonfilm Das Halsband der Königin Union-Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6, 8"i U. Stg. 2 U. Jugendvorst. Stg. 4>.,.5',-. 8','» U. Liebe nnd Champagner mit Ivan Peirov.ch 3 Freunde mit Will. Boyd Pratcr-Lichhpiel-Palast Kastanienallee 7-8 Wochentags 5, Sonntags 31/, Uhr Liebe und Champagner FalscfamOascr Lachrevue: Verbotene Kösse Hennigsdorf Filmpalast Stg 4f.tg6�8Va Berliner Straße 59 Stg. 2 U. lug.-Vorst. Franennoi— FranenglOck mit irztlich. Vortrag i>r. Labltske Im Lande des silbernen Löwen