Morgenausgabe Nr. 407 A 205 47. Jahrgang WöchenMch SSPf� mon«ltNch S.« M. im voraus zahlbar. Postbezug 4L2 M. einschließlich 60 Pfg. Postzeitungs» und T�Pfg. Postbestellgebühren. Auslandsabonnement 6,— M. pro Monat. * De?.vorwärts� erscheint wochentLg. lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben für Verl«! und im Handel mit dem Titel.De? Lbend". illustrierte Beilagen.Volk und Zeit" und.Kinderfreund". Ferne? .Frauenstimme" Technik"..Blut in die Bücherwelt",.Iugend-VorwartO"' und.Stadtbeilage". Berliner volksvlatt Sonntag 31. August 1930 Groß-Serlin 15 Pt- Auswärts 20 pf. Die einspaltige Nonpareillezeile 80 Pfennig. Reklame�eile S.— Reichs» wart.„Kleine Anzeigen' das ellge» druckte Wort 2S Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort IS Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt» gefchäst Lindenstraße 3. wochentäglich von 3V, bis 17 Uhr. Jeniralovsan der Sozialdemokratischen Partei Neutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 strrnsprechrr: Dönboi» Z9S— Lg? Telearamm-Adr: Sostuldemokra» Berlin. Borwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkomo: Berlin 8? K2K.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Lnfteltellte» und Beamten. Wallstr KS Dt B u Tiic-Eel Deposttenkaste Limdensir S. Gewerkschaften für Liste 4 Aufruf des AOB. Die Beamten stimmen für Liste L. Der Allgemeine Deutsche Deamkenbund erläßt einen Ausruf an die Beamten zu den bevorstehenden Reichstagswahlea. Zu diesem Anruf heißt es: Roch kein Wahlkampf hat so überzeugend und eindeutig er- wiesen, daß die wirtschaftlichen, sozialen, stener- und slnanzpolilischen Forderungen der Gewerkschaften ond Parteien entweder stark mit- einander überein st im wen oder sich wie Feuer und Wasser gegenüber st chen.... Darum stehen wir auch in diesem Wahlkampf, in dem es sich darum handelt, ob der Arbeitnehmerschast der in der Republik errungene Einfluß aus Staat und Gesellschaft wieder genommen werden soll,— ob in der Demokratie sich eine plutokratisch-kopitalistischc Znteresseuwirlschasi etablieren, oder das schaffende Volk den Ausschlag geben soll, Seite an Seite mit den freien Gewerkschaften der Arbeiter und Angestellten. Unbeschadet des Grnndsahes der Unabhängigkeit der Gewerkschaflsbewegung von allen politischen Parteien halten wir es für unsere Pflicht, die Beamten dava'r zu warnen, ihre Stimmen zu zersplittern, so daß sie sich gegenseitig aufheben. Die Bcamtenstimmen müssen vielmehr einheitlich in die polltische wagschale geworfen werden. Gewerkfchastsfest. Im Jahre 1326 konnte die Gewerkfchaftsinternationale auf ihr Sdjährizes Bestehen zurückblicken. Der Vorstand des Internationalen Gewerkschaftsbundes beschloß, die gewerkschaftlich organisierte Ar. beiterichaft der ganzen Welt aufzurufen, werbende Ver- fammlungen abzuhacken. Für Deutschland wurde die Durchführung dieses Aufrufes auf Beschluß des Bundesvorstandes den Ortsausschüssen über- tragen. Für Berlin beschlossen die Körperschaften der Arbeiter, Angestellten und Deamtenorganisationen, daß alle angeschlossenen Organisationen in der Woche vom 13. bis 19. September 1326 Werbeversammlungen abzuhalten haben, um für die freien Gewerk- schasten zu werben. Den Abschluß dieser Werbewoche bildet« eine gewaltige Gewerkschastskundgebung am Sonntag, dem 19. September, im Treptower Park. Als diese Kundgebung von den Berliner Gewerkschaften beschlossen wurde, tauchte die Frag« auf, ob es nicht zweckmäßig sei, als Abschluß der Kundgebung in allen Lokalen Treptows ein G e w e r k s ch a f t s f e st zu veranstalten. Dieser Anregung wurde zugestimmt, um die Mög. lichkeit zu schaffen, daß die organisierte Arbeiterschaft nach der De- monstration mit ihren Familienangehörigen gemeinsam einige frohe Stunden verbringen kann. Kundgebung wie Gewertschaftssest ver- liefen mustergültig. Treptow hat niemals solche Menschenmengen wie an diesem Tage gesehen. Die Veranstaltungen fanden solchen Anklang, daß beschlossen wurde, in jedem Jahre eine solche Beranstaltung stattfinden zu lassen. Die Kommunistische Partei konnte den großen Erfolg der Gewerkschastskundgebung nicht verschmerzen und suchte nach Möglichkeiten, um in den folgenden Jahren die Deronstaltunaen der Gewerkschaft für Ihre Zwecke dienstbar zu machen. Für 1927 wurde von ihr die Parole herausgegeben, alles zu tun, um den Kundgebungen der Gewerkschaften den politischen Partei- stempel aufzudrücken. Trotz Aufforderung in der„Roten Fahne", Allen Beamien. die die Herrschaft dieses Bürgerblocks zerschlagen wollen, nm eine Politik des Aufbaues, der wirtschaftlichen, stener- lichen und sozialen Gerechtigkeit zu ermöglichen, nm die sozialen und rechtlichen Grundlagen des Berussbeamienlums zu wahren und die Rückrevidlerung der Vesoidungsordnung zu verhindern, bleibt nichts andere» übrig, als ihre Stimmen allein der Sozialdemokrat.� zu geben, auch wenn sie sich weltanschaulich und pollllsch nicht zn dieser parket bekennen sollten. Denn nur durch Stärkung der Sozial- demokralix können die ZNehrheiksverhällnisse im Reichslog so verschoben werden, daß die Bildung einer rein bürgerlichen Koalition unmöglich gemacht wird. Diese Wahl stellt wie keine andere an die slaalspolitische Reise de» deutschen Volke» und der Beamtenschaft im besonderen die höchste Anforderung. Es handelt sich seht nicht darum, wellanschau- liche Bekeunlnifie abzulegen: es Handell sich vielmehr darum, die p o l i 5i s ch e Iii a ch l, die jedem einzelnen von uns durch die ver- fasiung gegeben ist. auch auszuüben.„Die Slaalsgewoll gehl vom Volke ans!" heißt es in der Verfassung. Bilden wir seht eine Staatsgewalt, die nicht gegen uns. sondern mit vn» ist. eine Staatsgewalt, au, der Mehrheit des schaffenden Volkes Hera trotz Flugblätter und Zirkulare konnte die KPD. keinen Erfolg ver- buchen. Im Jahre 1328 fand nur ein Gewerkschaftsfest statt, um bei einer Demonstration der Bevölkerung nicht das Schauspiel der Uneinigkeit der Arbeiterklasse zu zeigen. Alle Versuche der KPD., unser Fest zu stören, scheiterten. Die KPD. hat immer erklärt, daß die größte Anzahl der Ge- werkschaftsmitglieder ihrem Rufe folg«. Sie veranstaltete 1929 an dem Tage des Gewerkschaftsfestes gemeinsam mit den abgesplitterten Sportorganisationen ein Fest in den Rehbergen und forderte alle Gewerkschafter auf, nicht den„Kaffeeklatsch" der Gewerkschaften, sondern ihr« Beranstaltungen zu besuchen. Trotz aller Hetze und Gegenpropaganda war das Fest der organisierten Arbeiterschaft gut besucht und nahm einen glänzenden Berlauf. Es wurde begrüßt, daß die Ruhestörer an diesem Tage fehllen. Am heutigen Sonntag findet wieder das Gewerkschafts- fest im Lunapark statt. Gewerkschafter, wenn auch eure Wirtschaft- lichen Berhältnisse keine guten find, beweist trotzdem durch den Besuch des Gewerkschaftsfestes, daß ihr stets dem Rufe der Gewerk- Ichaften folgt und nichts mit den Drahtziehern der KPD., die selbst Gewerkschoftsfeste zu stören versuchen, zu tun hobt! Aus zum Gcwerkjchaslssest! Robert Bredow, Vorsitzender des ADGB., Ortsausschns* Berlin. VBMI. kündigt Lohntarif. Nach den Angestellten die Arbeiter. Der Verband Berliner Metallindustriellen hat gestern dem Deutschen Metallarbettervcrband in einem Schreiben mitgeteilt, daß er den Lohntarif, der etwa 140 000 Arbeiter und Arbeiterinnen umfaßt, zum 30. September kündigt. fNähere Einzelheiten siehe 3. Beilage.) Im Wahlkampf. Von Tboodor Lelpart(Vorsitzender des ADGB.). Die großen politischen Auseinandersetzungen über die Ge- staltung des Reichshaushalts im Jahre 1929 trugen von vorn- herein den Charakter eines Ka m p f e s der ihrer sozialen Lage nach verschiedenen Bevölkerungsschichten um die Ver- teilung der durch den Zoung-Plan für geraume Zeit fixierten Staatslasten oder um einen größeren oder geringeren Anteil an der durch die Verringerung der Reparationspflichten ein- getretenen Erleichterung. In der weiteren Entwicklung hat sich, während gleichzeitig eine wirtschaftliche Depression von ungewöhnlicher Schärfe um sich griff, dieses Ringen zugespitzt zu einer Auseinandersetzung über eine völlige N e u o r d- nung der Verteilung des Sozialproduktes. und die Gegensätze in der politischen Region haben sich, parallel zu der Verschärfung des Streites um soziale und volkswirtschaftliche Interessen, erweitert zu einem Kampfe um den Bestand der demokratisch-parlamen- tarischen Ordnung. Obwohl das ursprüngliche Aufgabengebiet der Gewerk- schasten, das ihr Wesen bestimmt, sich in der wirtschaftlichen und sozialen Sphäre des nationalen Lebens ausbreitet, waren die Gewerkschaften an den Wegen und Zielen der Politik nie uninteressiert. Die taktische und organisatorische Unabhängig- keit vom Einfluß politischer Parteien, auf deren Besitz die Gewerkschaften entscheidenden Wert legen, hatte nie den Zweck, die Gewerkschaften vom politischen Leben zu isolieren, bedeutete nie einen Verzicht auf politische Einflußnahme— in den Grenzen, welche durch die aus ihrer ursprünglichen Aufgabe abgeleitete Sonderbedeutung der Gewerkschaften ge- steckt sind. Seit 1918 haben die Gewerkschaften in hervorragendem Maße an der Gestaltung des Staatswillens teilgenommen. Die innere Ordnung, der soziale Inhalt des neuen republika- Nischen Reichs wurden in weitem Umfange bestimmt durch Gedankengänge, die dem Innersten der Natur der Gewert- schasten entsprungen waren, durch Tatbestände, die durch das Handeln der Gewerkschaften geschaffen worden sind. Und wenn noch Zweifel bestanden hätten, ob diese staatspaliti- schen Bestrebungen der Gewerkschaften berechtigt, ja not- wendig sind zur Erfüllung ihres Zweckes, zur Sicherung und Besserung der gesellschaftlichen Geltung und materiellen Lage der Arbeiterschaft, so müssen diese Zweifel angesichts der jüngsten politischen Entwicklung, in deren Verlauf der gegen- wärtige Wahlkampf einen Höhepunkt darstellt, gewichen seui- Denn nie war der intime Zusammenhang zwischen der ökonomischen Lage und dem sozialen Schicksal der Arbeiter- schaft als Klasse, in deren Auftrag und zu deren Nutzen die Gewerkschaften ihre Kräfte einsetzen, und der politischen Machtverteilung offenkundiger als in den großen Kämpfen der Gegenwart. Als die Annahme, die Ermäßigung der Reparationspflichten werde eine Verringerung der Steuerlasten rechtfertigen, obwaltete, setzten das Unternehmer- tum und die ihm in der sozialen Stufenfolge benachbarten bürgerlichen Bevölkerungsschichten und Machtgruppen sofort die Hebel ihres Einflusses an, um zu bewirken, daß die Eni- lastungen ihrem Konto gutgeschrieben werden, während die Arbeiterschaft leer ausgehen sollte. Nachdem sich diese Voraussetzung für Steuersenkung als Illusion erwiesen hatte, erscholl sogleich der Ruf nach Senkung der Staatsausgaben, um dadurch Raum zu schaffen für die vom Unternehmertum zu seinen Gunsten geforderten Steuererleichterungen, und als es sich gar zeigte, daß statt der Steuerermäßigungen Steuer- erhöhungen zur Gleichstellung des Reichshaushaltes er- forderlich waren, da entbrannte heftiger und heftiger der ton!« Gewerkschaftsfest im Lunapark! Eintritt 50 Pf., Arbeltslose und Kinder 30 Pf. Kamps um die ZZerteilunL ier.neucn Steuerlasten: Es war die Frader andere Absichten? Bank und Disconto- Gesellschaft geleitet. Wenn diese Mitteilung richttg ist, dann wäre die bisherige Begründung der Per- sonalverönderung nicht stichhallig. Wir hallen es mm für durchaus möglich, daß die DD-Bank die Tätigkeit des Leiters des Konsorttalburos bei den heutigen schlechten Börsenverhältnissen in Deutschland in der Tat höher ein-- schätzt als die des Betreuers der Burgstraße. Das Konsorttalbüro befaßt sich mtt A n l e i h e g e s ch ä f t e m Das Anleihegeschäst ist für die deutschen Großbanken gerade wegen der deutschen Kapital- armut deshalb von steigender Bedeutung, weil heute Auslands- kapital für Deutschland vermittelt werden muß und die Vermitt- long von Auslcmdskäpital immer größere innen- und wirtschasts- politische Bedeutung bekommt. Das Vorstandsmitglied Dr. Ä eh l von der DD-Bank fördert die'Privatisierung' der öffentlichen Unternehmungen in Deutschland.' die heute Zug um Zug mit der ausländischen Kapitalbeschaffung für öffentliche Werke einherzugehen scheint. Die DD-Bank ist in diesem großen Geschäft, das Kursgewinne, hohe Bonifikationen und ein glänzendes Ansehen in USA. verspricht, führend. Sie hat die Teilpttoafisierung der Dereinigt'e'n E l e rT z i t St«w,e r,k e W e st f a l e.ü entscheider�» gefördert nnfa ist noch bisher, nickst. bestrittenen Meldungen mit der Reüst.? Torfex Chase Rational Bank um �.'Gründung erner mitteldeutschen Holding-Geselljchaft bemüht,- die ausgesprochen die amerikanische Durchdringung der deutsch« Kraft» Wirtschaft fördern soll. Di« Verstärkung dieser D D- Bcnck-Interessen im Borstmcki hätte einen besonderen Sinn und wie wir glauben, auch ein hohe« politisches Interesse. Wir holt« es für angebracht, auf solche Mög- lichkeven, die auch ein Dementi vertragen, hinzuwerfen, Sozialdemokratie angewiesen. Dies« Zusammen- arbest wird aber unmöglich, wenn die bürgerlichen MiüA» Parteien unter sich Beschlüsse fassen und dann die große Ar- belterpartei zu blinder Gefolgschaft zwingen wollen.. Diese Methode hat zu den krisenhaften Zuständen geführt, in denen sich Deutschland jetzt befindet und ihre weitere Anwendung muß unweigerlich zu Katastrophen führen.. Im übrigen nehmen wir die Versicherung der„Ger- mania", daß das Zentrum noch immer demokratischen. Grund- sätzen huldige, zur Kenntnis. Die erste Probe auss Erempel wird morgen in vierzehn Tagen gemacht werden— wenn das Wahlergebnis vorliegt. Verschnappt! Sin verhängnisvoller Nazi-Zwifchenrvf. München, 30. August.(Eigenbericht)' In einer Wahlversammlung der Bayerischen Boltspartei irt Burghairsen an der Salzach machte der Führer der dortigen Ratio-. nalsozialisten einen verhängnisoö l l« n Zwischentii s, der neues Licht auf Hitlers ausländische Geldquellen wirft. Als der Referent, der bisherige Abgeordnete der Bayerischen-Dolkspartei Rauch, erklärte, daß die italienischen Faschisten von den deutschen Rationalsozialisten gar nichts wissen wollen, sondern rmnier wieder in aller Oeffentlichkett die grundsätzlichen Unterschiede Zwischen ihrer Polittk und der Hittlers feststellen, platzte der Naziführer mtt den Wort« heraus:.La, warum schickt uns denn Mussolini ständig Geld?" Vor seiner Uebersiedlung nach Burghausen lebte Vogt jahrelang in einem Münchener Vorort und hatte oft Gelegenheit, Einblick in die Geschäfte der Hitferzentrele zu bekommen. Hitler selbst hat vor wenigen Monaten tm Schweidnitzer Prozeh wieder einmal be- schworen, daß er niemals aus dem Auslande Geld erhalten oder angenommen habe. Er dürfte deshalb kaum darum herumkamen, sich zu der Behauptung seine» Untergebenen möglichst rasch zu äußern. Schiele verklagt ein« Nationalsozialisten. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft Schiel« hat gegen den Bezirks- Vorsitzenden der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei Paul Theuerfauf aus Hirschberg a. d. �aale" S t r a)• antrag gestellt, weck dieser in einer Wahlversammlung ee- klärt habe, daß„die Führer de« Reichslandbundes: darunter Schiele, vom Deutschen Koltsynditat..L iebesgaben e m p fangen haben, um nichts gegen de» hohen Kalipreis zu imkernehmen V" Zwei Freisprüche. parteiische Hakenkreuzrichter in Aerlin. Ein nationalsozialistischer Parteisekretär, namens W i e g a n d aus Perlin-Pankow. hatte Otto Braun, tÄrzesinski und Severing in öffentlicher Versammlung nach- gesagt� sie seien gegen gebrauchte Wäsche und ein Sektaelagefüralleszuhaben. Das Schöffengericht in Frankfurt(Oder) sprach Wie- gand frei, da es weder die eidliche Aussage des Ober- landjägers, der der Versammlung beigewohnt hatte, noch seine Notizen für beweiskräftig ansah. Der nationalsozialistische Studienrat Loe pelmann hat in einer nationalsozialistischen Versammlung Grzesinski einen„I u d e n b a st a r d" und einen„lächerlichen Bonzen" genannt. Er wurde in erster Instanz verurteilt, und legte ebenso wie die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Die vierte große Strafkammer des Landgerichts II in Berlin hat ihn inzweiterIn stanz freigesprochen. Begründung: „Das Gericht habe es als erwiesen angesehen, daß di« be. trcssenden Ausdrücke in Beziehung auf den früheren Minister ge- braucht worden seien. Jedoch sei es dem Gericht nicht möglich gewesen, in diesen Ausdrücken Beleidigungen zu erblicken. Wenn der damalige Minister ein„Zu d e n b a st a r d" genannt werde, so sei das nach den unwiderlegbaren Einlassungen des Angeklagten nur die Totsachenfeststellung, datz Grzesinskis Vater ein Jude und feine Mutter eine Christin war. Das Wort„Banz e" sei lediglich ein häufig gebrauchter volkstümlicher Aus. druck, der keinen herabsetzenden Charakter habe und auch durch den Zusatz„lächerlich" nicht beleidigend wirk«. Da das Gericht also keine Beleidigungen konstatieren konnte, müßte der Angeklagt« freigesprochen werden." Das Urteil ist ein ausgesprochenes Tendenzurteil. Objektiv genommen ist die Begründung eine neue B e l e i- digung Grzesinskis durch das Gericht. Es wird festgestellt werden müssen, ob der Vorsitzende, Landgerichts- direktor Walter, Mitglied der Nationalsozialistischen Partei ist. Beide Freisprüche bestätigen den Eindruck, der sich in der Bevölkerung immer mehr befestigt: daß nämlich die Praxis der Strafjustiz gegenüber den Nationalsozialisten das Treiben solcher verleumderischen Burschen begünstigt und wie ein Freibrief-für künftige Schimpfereien und Verleumdungen wirkt. Die Bevölkerung sieht in solchen Urteilen längst nicht nicht mehr Rechtssprüche, sondern Partei urteile. Wenn der Spruch dieser Strafkammer nicht eine be- wußte Rechtsverweigerung durch partei- i s ch e Richter ist, so hat es eine solche überhaupt noch nicht gegeben! Zerstörer. Wie Kommunisten Konsumvereine ruinieren. Im Allgemeinen Konsulbverein Hall« besteht eine knappe.kommunistische Mehrheit. Diese Mehrheit wird benutzt, um olle- AngefteSten,"-bie- nicht fest zur Stalin- Linie- stehen, abzusägen.- DiWiD. Vorständ, der nicht genug Ordre parierte, wurde gegangen und aus der KPD. ausgeschlossen, ebenso erging es den führenden Betriebsratsmitglirdern. Die hinausgeworfenen klagten. Für die beiden gemaßregelten Geschäftsführer und den Kassierer müssen di« Gehälter weiter bezahlt werden. Das Arbeitsgericht Halle hat nun- mehr auch zwei gemaßregelten Betriebsratsmitgliedern eine Entschä, digung von 250 Mark und 1000 Mark zugesprochen. Die Mitglieder dürfen bezahlen. Ebenso wird im Merseburger Konsumverein gewirtschastet. Die neu« linientreue Leitung des Konsumvereins hat sich in einem unwürdigen Rundschreiben an den Privathandel gewandt, um dort Unterstützung zu finden, nachdem sie die Ge- nossenschast heruntergewirtschaftet hat, sie macht mit den reaktio- närsten Firmen und deren Markenartikeln Reklame gegen d i e. G E G. Diese Mißwirtschast schreit zum Himmel. So sieht es dort aus, wo Kommunisten die Arbeitersach« in die Hände fällt! Kommunistenüberfall aus Polizei. Schüsse in der Notwehr. Magdeburg, 30. August. In der Nacht zum Sonnabend ertönten etwa um 2 Uhr in der Neustädter Straße Hilferufe von einem Mann«, der zu Boden ge- stürzt war. Wie sich später herausstellt«, war dies nur ein Manöver, um eine Polizeistreife an eine abgelegen« Stelle zu locken. Während sich die zwei herbeieilenden Beamten um den am Boden Liegenden bemühten, kamen auf einen Pfiff von allen Selten Kommunisten herbei und schickten sich an, die Polizeibeamten anzU« greisen. Di« beiden Beamten sahen sich einer Menschenmenge von etwa 50 bis 100 Personen gegenüber, die zn Tätlichkeiten über- gingen. Mit Hilje des Gummiknüppels wurde die Menschenmenge zu- nächst zurückgedrängt, dann aber gestaltete sich die Lage für die beiden Polizeibeamten so bedrohlich, daß sie von der Schußwaffe Gebrauch machen mußten. Sie gaben vierzehn Schüsse ab. Darauf. hin oerließ die Menschenmenge fluchtartig den Tatort. Ob durch die Schüsse jemand oerletzt worden ist, konnte nicht festgestellt werden. Zwei Personen wurden festgenommen. Preußen und Mecklenburg-Gtrelih. Derfrühie Anschlußmeldungen. Zu den zuerst in der Provinz Pommern aufgetauchten und jetzt auch von einer Berliner Zeitung übernommenen Gerüchten über die beyprstehend« positive Beendigung der Anschlußverhand- lumgen Mecklenburg. Strelitz mit Preußen stellt der. Amtliche Preußische Pressedienst fest, daß zwar vor einiger Zeit in freundschaftlicher Weis« eine Fühlungnahm« zwischen der Mecklen. burg-Strelitzfchen Regierung und dem preußischen Innenministerium stallgestlnden hat, daß indessen irgend welches» erbindlichen E r-k l ä r. u n g e n von keinem der beiden Derhandlungspartner obg«. geben worden sind. Von einem' kurz bevorstehenden Anschluß des Freistaats Mecklenburg-Strelitz an Preußen kann unter diesen Umständen noch keine Rede sein. Deutsches Märchen. Im deutschen Waid wuchs eine mächtige Eiche. Die ärgerte den Riesen, weil ihr breites Geäst seinen Platz an der Sonne schmälerte. Deshalb beauftragte er die Rloskauer W i ch k e l. die Eiche zu beseitigen. Die Wichlel versuchten alsbald. mit Aexlen und Sägen die Eiche zu zerspalten, aber sie schafften nichts, nur ihr Hand- werkszeug ging dabei entzwei. Da versuchten die Wichtel, die Eiche von innen her zu s p r e n- gen. Aber so lief sie die Bohr- iöcher auch trieben, sie verbrann- ten sich selber nur werlvolle Körperleile. Da versuchten die Wichlel, die Da Nagten die Dichtet dem Als der Riese dies hörte, traf Eiche vom Fleck zu ziehen. Aber Riesen:„Dir können nichts aus- ihn vor Zorn der Schlag. Die dabei geriet ihr unorgani- richten, die Eiche ist zu stark Eiche aber steht weiter, sie wächst fierlerSarren in den Dreck. für uns." und grünt. und die Eiche blieb stehen. Arbeiterkundgebung in Budapest! Man rechnet mit-160000 Teilnehmern. . Butapeft M. Stojpst Tür■ Nach den letzten SSefchtfissen der sozialistischen Gewerkschaften wird am Montag die Arbeit in den Textilfabrilen. den Gießereien und Färbereien ganz ruhen. Die Sozialdemo- kraten rechnen mit etwa 150 000 Teilnehmern an dem .Ibundgehungsspaziergang". Außer 4000 Polizisten werden am Man- tag 700 Kriminalbeamte und zahlreiche Gendarmen in der Stadt patrouillieren. In den Betrieben, wo die Arbeiter ihrer Beschästi» gung nachgehen, wird ein sogenannter„Arbeiterschutz" gestellt wer- den, um Rlchestörungen zu verhindern. Die Arbeit in den öffeM- lichen Betrieden wird aufrecht erhalten. Während der Demon- strationen werden in den Straßen, in denen der Aufmarsch statt- findet, sämtliche Geschäfte geschlossen werden. Man nimmt an, daß die Demonstration ruhig verlaufen wird. Eine Erklärung der Sozialdemokratischen Partei. Budapest, 30. August.(Eigenbericht.) Das Sekretariat der ungarischen Sozialdemokratischen Partei veröffentlicht eine Erklärung, in der es heißt, das Elend der ungarischen Arbeiterschaft sei unhaltbar, ob- wohl die Regierung den Delegierten der Gewerkschaften allein in diesem Jahre zweimal Abhilfe zugesichert habe, ohne ihre Ver- sprechungen zu halten. Die Arbeitslosigkeit in Ungarn sei ungeheuer. Die Regierung lehne trotzdem jede Arbeitslosen- Versicherung und jede Unterstützung der Arbeiterschaft ab, während sie den Großgrundbesitzern in der Optantenfrage G e- schenke gemacht habe. Diese Zustände hätten die Arbeiterschaft veranlaßt, für den 1. September«inen Straßenumzug zu ver- anstauen: murbas. SCjugehmerf* der�SsMMchen MelfflrffjfTtnf Thrr unhaltbare Lage zu richten. Die Arbeiter könnten nicht glauben, daß dieser Plan aus Widerstand stoßen-werde, da in Budapest nahezu jeden Tag Mössenumzüge veranstaltet werden, Di« gesamte � Bürgerschaft verfolge die geplante Kundgebung der Arbeiter m i t S y m p a t h i e n! Die Arbeiter wollten nichts anderes, als in den Straßen die Aufmerksamkeit auf ihre Sache lenken und die, Arbeitslosenversicherung fordern. Sie wollten eine friedliche Demonstration und fragten, ob ihnen diejenigen« i t Polizeisäbeln antworten würden, die ihnen nicht einmal eine karge Arbeitslosenunterstützung zu geben geneigt wären. Budapests Bürgermeister vermittelt. Budapest. 30. August. Bürgermeister Dr. S i p ö c z hat auf Ansuchen des Ministerial» rats die Vermittlerrolle zwischen der Regierung und der Ar- bellcrschaft wegen der für Montag geplanten Arbeitslosendemon- stration übernommen. Heute vormittag verhandelte er mit dem stellvertretenden Ministerpräsidenten und am Nachmitag mit den Führern des Gewerkschaftsrats. Dr. Sipöcz wies darauf hin, daß seit dem Beschluß der Sozialdemokraten sich die Lage w e s e n t- lich geändert habe, da sowohl die Stadt Budapest wie die Re- gierung die Inangriffnahme zahlreicher öffentlicher Arbeiten angeordnet hätten. Die Sozialdemokraten stellten sich demgegenüber aus den Standpunkt, daß diese Verfügungen keia Ro- vum bedeuten, so daß sie an ihrem ursprünglichen Beschluß festhalten müßten. Sie versprachen jedoch dem Bürgermeister, alles aufzu- bieten, um die Ordnung der Stadt aufrechtzuerhalten. Der Bolschewismus in der Sackgasse. Eine neue Sckrift von Karl Kautsky. Was soll aus Rußland werden, welcher Zukunft geht Rußland entgegen? Auf dies« ernste Frage, die alle Beobachter der russischen Zustände bewegt, antwortet ein« neue Schrift von Karl Kautsky: „Der Bolschewismus in der Sackgasse", die im Dietz-Verlag erschienen fft. Kautsky untersucht das bolschewistische atgantische Experiment. vor allem in der Landwirtschast und seinen Grundlagen und Chancen. und er kommt dabei zum Schluß:„Di« Sache steht nicht so, daß das Experiment wahrscheinlich gelingen wird, sondern es ist mit voller Sicherheit zu sagen, daß es scheitern wird und scheitern muß.". Dann aber entsteht die Frage, was geschehen wird, und g«° Saisonbeginn im Schauspielhaus. „Dietiebe auf dem Lande" und„55 Minuten in Grüneberg." Ein Abend ungebundener Heiterkeit im Schauspielhaus. Eine Charaktergrotesk« aus dem heutigen Rußland„Die Liebe auf dem Lande" von I. M. Wöikow, Fritz Nagel und Klabund und die alt« Holieifche Posse. ,�Z Minuten in. Grüneberg", Beide Stücke geben den erwünschten Anlaß, Lucie Mannheim In oll ihren schauspielerischen Künsten gBirzen zu lassen. Der Zuschauer bat seine reine Freude an ihrer Ausgeläss-.nWt, Lebendigkeit und Wandlungsfähigkeit und spendet ihr und dem Regisseur Jü-rgen Fehling begeisterten Beifall. Dgr. schehcn kann. Die Möglichkeit, nach dem Zusammenbruch Rußland Gräßlichstes zu ersparen, sieht Kautsky in der Vereinigung der Zlrbeiter mit den Bauern und Intellektuellen zum Kampf um die Demokratie gegen das Sowjetsystcm. Er erblickt darin nicht nur die Voraussetzung zur llebe.rwindung der russischen Krise, sondern als Konsequenz davon: Ueberwindung der Krise, Machtzuwachs der sozialistischen Pqrteien, Abrüstung, Pan-Europa. Di« Schirft ist im Dietz-Verlag erschienen. Preis geb. 3,40. brosch. 2,40 Mark. Wiffenschastliche„Himmelfahrt". Versuch, im Muminiumballon auf 16000 Meter zu steigen. Wir berichteten bereits von dem Plan des Brüsseler llnioersttäts- Professors Piccard, in einem besonders konstruierten Ballon bis zu einer Höhe von 16 Kilometer zu steigen. Wie aus. Brüssel ge-' meldet wird, hat Piccard am Freitag von den deutschen Behörden die Ermächti gu n g e r halte n, st ch in der Näh« von Augs» bürg mit Hilfe eines dort hergestellten Aluminiumballons i n bisher von Menschen unerreichte Sphären zu begeben. Der Zweck seiner Unternehmung ist ein rein wissenschaftlicher. Die beiden Gelehrten begeben sich am Montag mit ihren Appa- raten in einem Autolastwagen nach Augsburg. Hier wird dann nur das für di» Luftreise günstige Wetter abgewartet werden, so daß innerhalb acht Tagen mit der Himmelfahrt zu rechnen ist. Die Ballonfahrt wird von dem belgischen National- fonds für wissenschaftliche Experimente unterstützt. Piccard war vor Iahren der Sekretär von Einstein. Reichswehr und Rote Armee. Alarm in England. London, 30. August.(Ngmbericht.) -luc militärischen Beziehungen zwischen Deutschland und Ruß. mnd werden in England mit größtem Interesse oerfolgt. In welchem Maße und mit welchen Gefühlen die Enthüllungen in der Oeffent- lichkeit betrachtet werden, zeigt der„Daily cherald", der ihnen am Sonnabend die ganze Breite seiner Titelseite widmet. Selbst iin Unterhaltungeteil der Bouleoard-Presse wird davon gesprochen und die« in einer Art, die alles andere nur nicht günstig für Deutsch- land ist. Mit Hohn und Spott wird das Reichswehrministerium glossiert, das es nicht verstanden habe, die Katze gut im Sack zu verwahren. Der Berliner Korrespondent des„Manchester Guardian" drohtet seinem Blatt,«r habe seit Jahren immer wieder in seinen Berichten aus die geheimen Beziehungen zwischen Reichs- wehr und Roter Armee hingewiesen, immer wieder habe aber das Reichswehrministerium die Beröffcntlichungen dementiert. Zum Schluß hätten sie sich dann doch als wahr herausgestellt. In diesem Zusammenhang fragt der Korrespondeirt:„Wenn nach den Erklärungen des Reichswehrministeriums keine Abmachungen zwischen Reichswehr und Roter Armee bestehen, wann find dies« Abmachungen zu Ende gegangen?" Deutsche Offiziere seien— so heißt es in dem Artikel des„Manchester Guardian" weiter— manchmal sogar von ihren Familien be- gleitet nach Moskau gegangen, wo sie in gesonderten Quartieren untergebracht gewesen wären. Die Deutschen seien mit beson- deren Pässen ausgerüstet und sie hätten an den militärischen tlebu»gen in der Fliegerschule in der Nähe von Moskau teilgcnom- men. Wenn das jetzt nicht mehr so wäre, fragt der„Manchester Guardian", wann und wie hörte es auf? Und wenn es aufgehört hat, was tat Amlinger in Rußland? Das Blatt sagt schließlich, es werde die Zeit kommen, in der auch noch andere deutsch-russische Beziehungen erörterr werden müßten. Eine seltsame Tatsache sei es jedoch, daß in der ganzen Angelegen- heit die kommunistische Presse Stillschweigen be- wahr«. Hierdurch zeig« sich die deutsche kommunistische Presse als ein ergebenes Instrument der russischen Außenpolitik. Aeußerste Spannung in Argeniinien. EnlfcheiSung binnen 24 Stunden. London. 30. August. �Eigenbericht.) Wie die englische Presse aus Buenos Aires meldet, ist die tage in Argentinien bis zur Explosion geladen. Innerhalb der nächsten 24 Stunden werde die Entscheidung sür oder gegen die Regierung gefallen sein. Es sei bereits zu Schießereien zwischen Gegnern und Anhängern der Regie- rung gekomme». Aus beiden Seiten seien Tote und Ver- mundete zu verzeichnen gewesen. Acht in der Provinz stationierte Kavallerieregimenter seien in Buenos Aires angekommen, von den Dächern der Regierungs- geböude starrten Maschinengewehre. Es scheine, als ob die Regierung der Armee nicht mehr ganz sicher sei. Eine Gruppe von Lssizieren und Generälen sei verhaftet worden. Teilweise streike das Telephonpersonal. Massenversammlungen sür oder gegen die Regierung spiegelten den Ernst der Loge wider. Die sinanziellcu Schwierigkeiten des Landes seien Sroß. Im Hafen von Buenos Aires find drei Zerstörer eingetrossen. Die PoftbehördeN sind von der Regierung angewiesen wo:- den, die sür die Annee- und Flotlenossiziere bestimmten Brief- schasten zurückzuhalten. Im Zollgebäude und im Hasen ist eine Abteilung Maclnesoldaten stationiert worden. Zwischen den leitenden Offizieren und hohen Zivilbeamten finden ständig Be- sprechungen über die Lage statt. Ganze Arbeit in Peru. Limo, 39. August.(Eigenbericht.) Der bisherige Präsident von Peru, Legnia, ist nach San Lorenza ins Gefängnis transportiert worden. Am Sonn- abend wurde u. a. auch der amerikanische Fliegerofsizier Grau, der im Dienste des verhasteten Expräsidenten ein Fliegerkorps gegen die Bevölkerung geführt hatte, festgenommen. Er soll vor ein Kriegsgericht gestellt werden. Terrorwahlen in Polen! Oer Fall Oombski nicht vereinzelt. Marschau, 30. August.(Eigenbericht.) Dem bevorstehenden Wahlkampf sieht man noch dem Ueberfall auf den oppositionellen Bauernführer Dombski allgemein mit großer Besorgnis entgegen. Wahrscheinlich werden die Regierungsbehörden nichts unversucht lassen, um ihrem stark zu- sammengeschrumpften Anhang durch Terror zu einer starken Vertretung im Parlament zu verhelfen. Wie das„ABC" am Sonnabend meldet, waren außer auf Dombski noch mehrere U c b e r f ä l l e auf führende oppositionelle Abgeordnete geplant. Der oberschleslsch« Sejm, der Ende Juni zwangsweise vom Staatspräsidenten vertagt worden war, ist am Sonnabend durch ein« Verordnung zum S. September einberufen worden. Massenverhastungen von Ukrainern in Galizien. Don den polnischen Behörden sind unter Lestung des Unter- staatssekretärs im Innenministerium umfassende Maßnahmen gegen die angeblich« umstürzliche Bewegung der national- ukrainischen Verbände eingeleilet worden. In der Wojewodschaft Lemberg und anderen Bezirken sind bereits Masfenverhas- tungen vorgenommen worden. Weitere Verhaftungen sollen erfolgen. Die sowjeirusflsche Siraßenbahn. Oemoralisation und Sesorganifblion. Der Transportoerwirrung im gesamten Sowjetrußland entspricht die Desorganisation des Straßenbahnnetzcs in den Hauptstädten Moskau und Leningrad. Wer die Straßen- bahn in Moskau vor der Zeit, da die Bolschewisten die Staats- Verwaltung an sich rissen, kannte, weiß, daß sie auch damals nicht auf der Höhe war. Während des Krieges fuhren die Wagen stets erschreckend überfüllt, Verkehrsstockungen waren an der Tages- ordming. Ist aber das, was die Sowjetblätter jetzt berichten, richtig. so war das damals noch ein Idealzustand im Leraleich zu dem, wie die Ding« jetzt im 13. Jahre der Industrialisierung des rusii- scheu Ledens stehen! So polemisierte vor einigen Wochen die kommunistische„Iugendprawda" in schärfster Form gegen die Straßcnbahnverwalwng in Moskau. Sie kritisierte in Grund und Boden die Mißwirtschaft der Straßenbahnverwoltung, geißelte die Disziplinlosigkeit der Straßenbahner, nannte die Arbeitsbedingungen.ch y p e r a in e r i k a n i s ch" und„u n- glaublich grausam" und beschuldigte den Straßenbahntrusr der Jagd nach Profit: die U e b e r st u n d e n der Eisenbahner be- trugen nämlich 19 bis 12 Proz. des Monatsgehaltes. Der Acht- slunden-Arbeitstag ist für die Straßenbahn nur ein schöner Trauin Von den 1499 Straßenbahrrwagen befinden sich 19 Pro.z. stets in den Reparaturwerkstätten. Eine Bennchrung des Wagenparks ist init große» Schwierigkeiten verbunden: einerseits fehlen die Mittel, um das nötige Inventar im Auslande zu kaufen, andererseits dauert es unendlich lange, bis die Wagen in den Sowietwerken fertig- gestellt werden. Die Vorbereitung der Straßenbahnführer läßt sehr viel zu wünschen übrig. Die Arbeitsdisziplin ist unter aller Kritik. Der Verkehr der Straßenbahnwagen geht vollkommen planlos vor sich. So in Moskau. Nicht besser in Leningrad. Darüber klagt die„Rote Zsitung". Auch hier ist die Vorbereituna der Straßen- bahnfiihrer vollkommen ungenügend. Nicht selten treten die neue» Führer nach dreitägigem Besuch der Führerschule den Dienst an. Von einer thorctischen Ausbildung keine Spur. Die Folge davon sind Zusammenstöße, Unglücksfälle, Ruinierung der Wagen. Vor Entlassungen fürchte man sich nicht. Im Gegenteil, die Entlassenen finden wo anders besser bezahlte Arbeit. Es kommt sogar vor. daß der pflichtvergessene und schuldig gewordene Straßsnbahn- fahrer der Verwaltung sagt:„Jetzt müssen Sie mich laut Gesetz entlassen, aber bitte nur so schnell wie möglich." Daß unter-solchen Umständen die Zahl d->r Zusammenstöße wächst, ist selbstverständ- lich. Drei Zusammenstöße von Straßenbahnwagen an einem Tage sind durchaus keine Seltenheit: mitunter sind es ihrer auch, sechs. „Wir erwähnen nur die schwersten Fälle," sagt das Blatt. Bom U« b e r f a h r e n der Fußgänger oder der Lastwagen und der- gleichen mehr, reden wir überhaupt nicht— das sind Klean ig- leiten. Das Boll hat analog dem Worte Trauma für die kaputt. gefahrenen Wagen dos Wart„Tramwa" gebildet. Tramwa lautet auch die Ueberschrift des Artikels in der„Roten Zeitung". Ein» „Tramwa" ist das gesamte sowjetnllsische Leben— es ist total kaputtgefahren—, ihren Führern fehlt die genügend» Dorbereitun?. ganz wie sie den Straßenbahnfahrern sehst... wirtschoslsral in Belgien. In Belgren ist man zur Zelt dabei. nach dem Muster de« deutschen einen Wirtschaftsrat vorzubereiten, der der Regierung in wirtschaftlichen Angelegenheiten als beratende Körperschaft zur Seite gestellt werden soll. sGewerkschaftliches stehe Z. Beklage.) ZieranMwrUich für Volitik: Dr. tturl Geyer: Wirtschaft:®.»llyyrlhSser, Gewerkschaftsbewegung: J. Steiner; geuilleton: R. S. Doscher: Lakale» »nd Eonstiae«! gri» 8-rstädt: Anzeigen: Ib. GloSe: sämtlich in Berlin. Verlag: Vorwärts-Verlag V» Ott-*— SfS-OS»$OS röämZTriko..Ch.r.|90 meuse, GrSOe 42-48«s— Unterkleid Trikot- Charmeuse, s.« ß90 Spitze, GröB« 42-48 W— Hemdhose kuestseldener Trlko«. - sr!Ä 322 gilt f�icnwr-r- gornlerung, Gr.«�8 Wlschtöeher Nachthemd weift, Reinieinen, S5/S5W* tunstseldeeer Trikot C90 mit SpI tze« P a»»•' Inlettstoffe erprobte QuolltB'«»- türkischrot oder rp.arot gestreift. KOper co. 82 cm 1 22 ea.l30cmO- • H a 1 b m o k o, dounondichl, ea.84em2™'a.mc«4—. A45 Unterbetldrell, ea"»«» Bettlakenkupons Holbl.l«ojLl_JÜLħ75 tlirkler Miile. 150,226 em � in» t Damenströmpf®! 90 >Ag(o. 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Ms auf die Hilferufe der An- gefallenen Leute herbeieillen,.machte Stierschneider jetzt den Versuch, sich selbst die Kehle zu durchschneiden und verletzte sich auch erheblich. Da alle mehr oder minder bltutende Wunden davongetragen hatten, jo wurden sie nach dem Lazarus-Krankenhause gebracht. Der 32 Jahre alte Gearg Stierschneider ist geistig nicht normal und war früher schon, in einer Anstalt. Er wurde als nicht gemeingefährlich aber wieder nach Hause entlassen. Vor 1% Iahren heiratete er, sehr gegen den Willen ihrer Eltern, die Tochter des Gemüsehändlers Gesch, der im selben Hause ein Vorkostgeschäft be- treibt. Bald zeigte es sich, daß der Widerstand der Eltern nur zu berechtigt war: Stierschneiden behandelte seine Frau schlecht und in der letzten Zeit machten sich, Anzeichen wieder einsetzender Geistes- gestörtheit bemerkbar. Die junge Frau kehrte deshalb zu ihren Eltern zurück. Offenbar in, einem Tobsuchtsanfall drang nun Stier- fchneider gestern mit dem Messer bewaffnet bei den Schwieger- «ltern ein. Filmheld als Boxer. Droschkenchauffeur ist aber kein geeigneter Gegner. verklagt von einem Berliner Droscht ewchausseur, gastierte der Filmschauspieler Werner Fuetterer als Angeklagter vor Gericht. Als Zeugin fungierte seine Kol- legin und Freundin Di na Gratia. Am 11. Oktober hatte Herr Fuetterer mit Frau Gralla im Grunewald eine Autodroschke bestiegen, um zu einer Filmfirma in der Friedrichstraße zu fahren. Ms der Wagen hielt und der Schau- fpieler ausstieg, bat er den Chauffeur, die Dame noch ein Stück weiterzufahren, da es regnete und dos gesuchte Haus noch einige Meter entfernt war. Der Chauffeur weigert« sich, diesen Auftrag auszuführen, da er feinen Vcrkehrsvorschriften widerspräche. Da Fuetterer auf seine Anweisung beharrt«, ent- wickelt« sich ein Streit zwischen dem Schauspieler und dem Chauf- fear. Schließlich meinte der Chauffeur:„Ich fahre schon länger Droschke, als Sie alt sind", und murmelte auch etwas von „grünem Jungen". Darauf stieg Dina Gralla aus dem Wagen und bat ihren Freund, dem Chauffeur kein Trinkgeld zu yeben. Dann rief si« dem Chauffeur zu:„Sie haben ja eine rich- tige Berliner Schnauze" und wandte sich ab. Als Antwort erhielt sie vom Chauffeur die Bemerkung nachgerufen:„Seien Sie nur ruhig. Sie sind ja man auch bloß so eene." Im selben Moment wurde er von einem Faustschlag Fuetterers getroffen, der ihm unglücklicherweise das Nasenbein zerbrach. Eine große Menschenmenge sammelte sich um den Wagen, und nur ein schnell geholter Polizeibeamter konnte die drohende ollgemeine Schlägerei oerhindern. Das Moabiter Nachspiel zu dieser Straßenszene rollte nun vor dem Amtsgericht Schöneberg ab. Die Anklage gegen Werner Fuetterer, die von dem Chauffeur als Privatkläger vertreten wurde, lautet« auf Körperverletzung. Die Parteien waren sich über den Tatbestand im wesentlichen einig. Nur behauptete der Chauffeur, daß er zu Frau Gralla keine verächtlich« Bemerkung getan habe, sondern daß er nur ausdrücken wollte, sie solle nicht mitreden, da sie ja nur mitgenommen sei. Als dann Dina Gralla als Zeugin aufgerusen wurde, gab es Heiterkeit-- ausbrüche im Gerichtssaal, da sich Werner Fuetterer und Dlna Gralla nicht darüber einigen konnten, ob sie im juristischen Sinne 9J>9 9WWWV9W und Schwiegereltern an. verlobt wären oder nicht. Schließlich beendete der Cinzelrichter die Diskussion dieses Zwischenfalles, indem er die Aussage der Be- trofsenen.zu diesem heiklen Thema protokollierte und Frau Gralla auf die Richtigkeit ihrer Aussage vereidigte. Borsitzender: „Fühlten Sie sich durch den Ausdruck des Chauffeurs beleidigt?" Dina Gralla:„Nein, ich fand ihn nur komisch. Aber Fuetterer nahm ihn leider ernst. Wenn ich beleidigt worden wäre, hätte ich ja selbst zugeschlagen." Die Bergleichsbemühungen des Richters scheiterten. Daraufhin mußte ein Urteil gefällt werden: Werner Fuetterer erhielt wegen vorsätzlicher Körperverletzung 300 Mark Geldstrafe. Stadtsekretär Wolff bleibt in Hast. Ohne Mittäter fälschte er sehr geschickt. Di« Ermittlungen der Kriminalpolizei haben in der Betrugs- ossäre des verhafteten Stadtoberfekretärs Wolff von der städtischen Schulverwaltung zu dem Ergebnis geführt, daß der unge- treue Beamte während der letzten drei Jahre durch siagierte Rechnungen das Stadtjäckel um einen Betrag von 60500 Mark ge- schädigt hat. Es ist festgestellt, daß Wolff keine Mithelfer in der städtischen Verwaltung gehabt hat, sondern die zahlreichen Fälschungen und Durchstechereien nur von ihm vorgenommen wurden. Wolff muß dabei sehr raffiniert und geschickt vorgegangen sein, denn nur so ist es möglich, daß seine Betrügereien jahrelang unentdeckt blieben. Cr hat sogar die Unterschrist seines Vorgesetzten und Leiters der Dienststelle, des Bllrodirektors chensk«, mehrfach gefälscht, ohne daß das im Dienstbetrieb gemerkt wurde. Erst durch die Auf- deckung der Unterschleife während des Urlaubs des Stadtobersekve- tärs stellte sich heraus, daß die Zahlungsanweisungen mit gefälschten Stempeln und Unterschriften versehen und in den Dienstbetrieb ein« geschmuggelt worden waren. Der Haftbefehl ist vom Untersuchungsrichter bestätigt worden. Die städtische Berwaltung betont zu der Angelegenheit, daß die Kontrolle durchaus ausreichend gewesen sei, und daß die jahrelangen Veruntreuungen des Beamten lediglich durch das äußerst raffinierte System möglich wurden, desien sich der Stadtobersekretär bei feinen Fälschungen bedient habe. Er sei so geschickt zu Werke gegangen, daß die Aufdeckung der Unregelmäßig- leiten nur durch einen Zufall erfolgen konnte und samt- liche vorhandenen Sicherungsmaßnahmen, sowie die kaufmännisch« Kontrolle der Hauptprüfungsstelle getäuscht worden seien. Tragisches Ende eines Volksfestes. Feuerwerksboot gerät in Flammen.— 12 Kinder verletzt. Paris. 30. August. Wie aus Lissabon gemeldet wird, hat sich bei einem großen Fest, dessen Gipfelpunkt«in Feuerwerk auf dem Cavado-Fluß fein sollte, ein schweres Unglück ereignet. Dem Feuerwerk ging eine Rundfahrt geschmückter Motorboote voraus, auf denen sich ein T«l der Zuschauer, be- sonders Kinder, befanden. In einem dieser Boote waren die' Feuer- werkskörper untergebracht. Beim Ausprobieren eine» Feuerwerks- körpers geriet durch die umherfliegenden Funken die gesamte Ladung in Brand. Unter großem Getöse entzündeten sich nach und nach sämtliche Feuerwertskörper und bald stand das ganze Boot in Flammen. Der Insassen bemächtigte sich eine Panik. Es waren über 40 Kinder an Bord, die unter lautem Geschrei, zum Teil mit brennenden Kleidern, wild durcheinandertiefen. Die meisten folgten dem Beispiel der Erwachsenen und sprangen über Bord. Inzwischen waren die anderen Boote an der Unglücksftelle eingetroffen und halfen an der Rettungsarbeit mit. Wie durch«in Wunder ist keines der Kinder ertrunken. Jedoch haben zwölf von ihnen Brandwunden erlitten und mußten ins Hospital überführt werden, i „Negerfinger und Teufelsnadelkiffen Eine seltene Kakteenschau. Wer kennt die Arten, nennt die Namen? Damit kennzeichnet man am besten die große Kakteenschau im Botanischen Garten» d>« von der Deutschen Kakteengesellschaft gezeigt wird. In sinnverwirrender Fülle, in allen Arten und Abarten bieten sich dem Katteenfreund hier diese seltsamen Gewächse, die in ihrem Formenreichtum die Phantasie des Menschen wie eben nur Exoti- sches anregen können. Darin mag auch das Geheimnis liegen, daß in Deutschland wie in oller Welt die Kakteenfreund« so zahlreich sind. Ihre Zucht ist zu einer Art Sport geworden, jedenfalls ein sympathischer Sport. Die Ausstellung zeigt, was eine Liebhabersammlung vom kleinsten bis zum größten Umfang Schönes bieten kann, wenn der Besitzer in echter Spitzwegmanier täglich Stunden bei feinen geliebten Stachelpflanzen verbringt und sich diebisch sreut, daß«ine von den märchenhaften Blüten wieder einmal aufgebrochen ist. Neben dieser Schau werden die Prachtwunder züchterischer Seltenheiten gezeigt, die von ersten Gärtnerfirmen gestellt wurden. Herrliche, bisjzwer Meter hohe Greisenhäupter, Warzenkakteen mit bis zu 300 Köpfen au einer Pflanz« und mit einem Durchmesier bis zu% Meter, Igelkakteen. Bischofsmützen von riesigen Ausmaßen, dann wieder ganz fremd anmutend« neue Arten, die Wollschopskakteen, die Christata- formen, Mamillaria Hahniaua, letztere, die wie frisierte Damen- köpfe aussehen. Die meisten sind Exemplare, die vielleicht nur«in- mal auf dieser Schau zu sehen sind. Biel« der Importen sind von ihren Heimatländern, den südamerikanischen Staaten, schon unter Naturschutz gestellt und können darum nicht mehr ausgeführt wer- den. Bizarre Euphorbien, blühende Opuntien, Spinnenkaktuse, Negerfinger, die seltenen Blüten der Stabelia und dann das Heer der Sukkulenten(Fettpflanzen), unter denen die llupborbia obesia mit ihrer braunen Nußform auffällt— der Platz würde nicht hin- reichen, nur das wichtigste zu vermerken. Neben der Schau wird die Aufzucht und die Pflege von Kakteen gezeigt. Schöne Töpfe und eine reichhaltige Literatur gehören ebenfalls dazu. Die hübsche Schau wird bis zum 7. September geöffnet sein. Selbstmord des Hamburger Mörders. Zum Freitod in die Heimat zurückgelehrt. Edenkobeu(Rheinpfalz), 30. August. Das Bürgermeisteramt in Edenkoben erhielt heute früh einen Brief des Maklers Paul Acker aus Edenkoben, zuletzt wohnhaft in Hamburg, der, wie mitgeteilt, in Haniburg zwei Frauen erschossen hat. In diesem Briese, der den Bahnpost- slempel Ludwigshasen trug, teilte er mit, daß er sich bei der Villa Ludwigshohe in der Nähe von Edenkoben erschießen werde. Ferner gab er in diesem Briese dem Wunsch« Ausdruck, in heimatlicher Erde beigesetzt zu werden. Polizeibeamte, die sich gegen 10 Uhr zur besagten Stell« begaben, fanden Acker mit einem Schläfen- schuh am Boden tot auf. Den Weg zu der etwas abseits gelegenen Selbstmordstelle hatte Acker mft Papierschnitzeln bezeichnet. StreckeMäufers Tod. Am Sonnabend gegen 914 Uhr verunglückte der 82 Jahre alte Streckenläufer Wilhelm I a h n k«, der mit seiner Frau und zwei kleinen Kindern in der Schaldstr. 7 in Spandau wohnt, in Aus- Übung seines Dienstes tödlich. Iahnke hatte die Strecke Staaken— Berlin zu begehen. Am Kilometerstein 15 wurde er um die ad- gegebene Zeit von dem Personenzuge Stendal-�Bertin erfaßt und beiseikegeschleudert. Seine Verletzungen waren so schwer, daß der Todauf der Stelle eintrat. Er hatte sich nach einer Schraube gebückt, so daß der Führer des Zuges ihn erst bemerkte, als es bereits zu spät war. Die Spandauer Kriminalpolizei hat eine Unter- suchung eingeleitet. Ein zweiter tödlicher Unglücksfall ereignete sich an der Kreuzung der Berliner Straße zwischen Staaken und Spandau. Der 24 Jahre alte Wanderbursche Otto Redling hatte erneu Teil seines Weges auf einem Last kraft zug zurückgelegt. An der Straßenecke sprang er während der Fahrt ab, geriet unter den Anhänger und wurde getötet. Auch in diesem Falle konnte fremdes Verschulden nicht festgestellt werden. S/NOAIRUEWIS 63] v Una fürchtete seine Ungeniertheit beim Entkleiden und beim Rasieren: fürchtete seine gelegentlichen ärgerlichen Proteste wie:„Sei doch nicht so pimplich und romantisch wie'ne alte Lehrerin. Irl) trage zwar keine seidenen Unterbuxen und parfümier' mich nicht wie ein Schauspieler, aber ich" bin ein ganzer Kerl": sie fürchtete, mit ihm allein zu sein: fürchtete vor allem die Erinnerung an das verheerende Elementar- ereignis der Hochzeitsnacht und trauerte heimlich, so wie Jahr um Jahr Tausende von Frauen heimlich trauern.„Ach, jetzt würde ich mir nicht mehr so viel daraus machen, wenn er nur damals etwas zartfühlestdeb gewesen wäre, ein wenig rücksichtsvoller... Ed ist bestimmt ein guter Mann, und er will wirklich für mich sorgen, will, daß es mir gut geht, aber.. Als sie nach New Fork zurückgekehrt waren, erklärte Herr Schwirtz gerade heraus:„Na. der Spaß hat'n Riesen- loch in meine Börse gerissen. Bin total pleite. Bis auf hundert Dollar, die ich noch auf der Bank habe." „Wie, ich dachte doch, du hast ein paar tausend liegen?" „Ach je! Das meiste davon ist bei einem Effektenkrach draufgegangen— hah' gemeint, ich mach'«in Bomben- geschäst, und dann haben sie mich untergekriegt; dann Hab' ich»ei�ucht, durch diese verdammten Flugzeuge, durch diese Passagierfliegerei wieder auf gleich zu kommen, nachdem ich so reingefallen war... Na, tut nichts, Kleinchen, werden eben von nun an zu sparen anfangen. Und es hat sich doch gelohnt, wie? Fein« Reis«, was! Hat dir gefallen, was— nach den ersten paar Tagen, wo du seekrank warst? Na, langsam wirst du schon über deine Pimplichkeiten hinweg- kommen. Alle Weiber sind so. Ich erinnere mich, mit meiner ersten Frau war's gerade so... Und wahrscheinlich noch mit'n paar andern Dämchen— aber ich werde lieber nicht so viel aus der Schule schwatzen über den kleinen Eddie Schwirtz. wie? Ha— ha!... Natürlich, ihr überspannten jüngferlichen Frauenzimmer braucht lchon eine Weile, bis ihr euer Getue ablegt. Aber, ich mach mir nicht die Bohne drausl Hab.'«s vi« mit diesen Brüdern gehalten, die immer behaupten, daß ihnen so ein dralles, gesundes Landmädel lieber ist als'ne feine Großstadtdame. Tja, mir gefällt eben das Feine. Jawoll, meine Herrschaften, so ist es!... Na, jedenfalls war das eine wunderbare Reise. Glaub' nicht, daß wir die so schnell wieder vergessen werden, was?'s ist doch ganz schön, mal mit einem dieser großen Herrn aus dem Süden gemütlich zusammenzusitzen, wie wir damals im Ad- vocado Club. Und diese ganze lustige Bande von Geschäfts- reisenden! Herrgott! Hör' mal, ich glaub', diesen Jack Sanderson vergeß ich mein Lebtag nicht. Das war ein komi- scher Kauz, was? Mit seiner Geschichte von.. „Ja", sagte Una.„Ich werde die Reise auch nie ver- gesien." Aber sie bemühte sich, nicht durch-den Tonfall ihrer Stimme zu verraten, wie sehr sich alles in ihr auflehnte. Diese Auflehnung starb ohnedies dahin, wie so vieles langsam in ihr starb. Sie hatte vorher nicht gewußt, wie oft eine Frau sterben und dabei am Leben bleiben könne. Tot war ihr Herz gewesen, damals bei Pemberton, und doch hatte es genug Leben bewahrt, um jetzt noch so entsetzlich zu leiden, da es nun abermals zu Tode gemartert wurde. Und sie wollte diesen Mann schonen. Sie erkannte, daß der arme Ed Schwirtz, der hier in dem nur vorübergehend gemieteten Zimmer eines Familien- Hotels zweiten Ranges, gähnend und sich den Kopf kratzend und augenscheinlich zufrieden, in Hosenträgern über einem Baumwolleibchen, herumlief— sie erkannte, daß ihm viel daran lag, sich eine freudige Erinnerung an die Savannah- reise zu bewahren. Sie wollte keinem Menschen eine Freude rauben, keinem, der sie wirklich fühlte, überlegte sie, und sie trat vor die groben Hotelspitzenvorhänge, schob sie beiseite, starrte aus das Straßengedränge hinunter und murmelte:„Nein, das kann ich nie vergessen." Sechzehntes Kapitel. 1. Zwei Jahre hindurch bewegte sich Una Golden-Schwirtz inmitten der bleichen Gespensterprozession, die durch alle billigen Familienpensionen spukt, unter den Geistern der Hotelkarridore, denen kein Heim beschieden ist, kein Ziel und kein Zweck und keine Dauer. Gäste für die Nmht sind sie bloß, obwohl sie Jahr um Jahr dasselbe Fremdenzimmer als einen Ort benützen, an dem sie schlafen und ihre Koffer verstauen und ihre Haare kämmen und sitzen und warten auf nichts. Die Männer habey etwas Geheimnisvolles an sich. Sie sind stundenlang oder monatelang abwesend, oder sie sitzen im Rauchzimmer, blicken erwartungsvoll auf, stets ge- wärtig des Glücks, das niemals kommt. Aber die Männer haben doch Freunde: mit dem Mixer in der Bar entwickelt sich eine gewisse Vertraulichkeit. Die Frauen und Kinder sind es, die am meisten entwurzelt sind. Die Kinder spielen in den Hotelgängen: sie werden frech und anspruchsvoll; sie er- warten, daß Fremde sich mit ihnen abgeben und ihnen Auf- merkfamkeit schenken. Mit vierzehn kleiden sich die Mädchen wie Große und haben Erwachsene zu Verehrern, und die Knaben äffen das Gehaben der älteren Taugenichtse nach und unterhalten sich über die Qualität der verschiedenen Zigarettensorten. Die Frauen sitzen mit leeren Herzen und unbeschäftigten Händen und wiegen sich in Schaukelstühlen. Wenn sie sich bemühen, in die festgelegte Form des Hotel- zimmers— die kalten Wände, die Messingbetten, die un- vermeidliche Kommode mit Spiegel, die kleinen Schaukel- stühle, das Fenster über der Türe, das nachts immer zu viel Licht einläßt— etwas mehr Wohnlichteit und Eigenart zu bringen, wirken sie nur um so tragischer. Denn die kleinen Bildchen von dicken Babies, die als Amor photographiert sind, die kleinen Andenken und Nippsachen und die imitierten türkischen Ueberwürfe, mit denen die Koffer verdeckt sind, berauben die Zimmer ihrer Schlichtheit, die ihr einziger Bor- zug ist. Zwei volle Jahre hindurch— zwei Jahre, die aus ihrem Leben gerissen und für schlafwandlerische Ruhe verschachert worden waren— führte Una dieses gespenstige Ein-Zimmer- Leben in einer Familienpension in einer Nebenstraße der Sechsten Avenue. Sie bekam keine anderen Behausungen zu sehen als die möblierten Wohnungen der Freunde ihres Mannes. Er sagte manchmal nicht ohne Stolz:„Wir scheren uns deu Teufel um all diese Leute die gerne zur feinen Gesell- schaft gehören möchten- Meine Frau und ich, wir führen ein regelrechtes Bohemedasein. Wir kennen ein paar lustige Familien, lauter schneidige Leute, na, und dann kommen wir denn manchmal zusammen, und ich kann Ihnen sagen, an Poker und an richtigen Schnäpsen ist da nichts auszusetzen. Einer oder der andere von der Bande hat auch sein eigenes Auto— ich sage Ihnen bloß, die verdienen'ne ganze Menge mehr Geld als viele von diesen Herren der Gesellschaft� auch wenn sie' nicht so sterbenslangweilig sind: und kommen wir zusammen, so ziehen wir nachher in ein Wirtshaus und dort wird gesungen und Klavier gespielt und man amüsiert sich famos."...l... Fortsetzung folgt) j Vorwärts für Liste 1. Kundgebungen im Osten und Westen. In Lichtenberg und in Charlottenburg veranstalteten in den lehken Tagen unsere Parteigenossen Wahlkundgebuugen, die äußerst stark besucht waren und so den Beweis lieserten, daß die Sozialdemokratie überall an der Spihe marschiert. Die Lichtenberger Sozialdemokraten veranstalteten in der Schulaula Marktstraße eine stark besuchte Wcchlerkundgebung, die mit einem Vortrag des Gesangvereins Fichte-Gcorginia eröffnet wurde. Genosse, Landtagsabgeordneter Harnisch, sprach zum Thema: Demokratie oder Diktatur. In den Vordergrund seiner Aussührungcu stellte er die Frage der Lastenverteilung aus dem Doung-Plan, die bei der Reichstags- mahl eine wichtig� Rolle spielen wird. Mit Hilfe des Artikels 48 hat die Regierung Brüning dem Volke die Massensteuern auf- gezwungen. Diese Vergewaltigung des demokratischen Systems ist der erste greifbare Niederschlag der Diktaturgclüste der hinter der Brüning-Regierung stehenden Jnteresientenhaufen. Dieser Lasten- abwälzung aus die Schullern der breiten Massen gilt der schärfste Kampf der Sozialdemokratie. Die Sozialdemokratie fordert eine gerechte Verteilung der Steuern, wir fordern eine stärkere Heran- Ziehung des Besitzes, kurz, wir verlangen, daß die Steuer- lasten nach der wirtschaftlichen Leistungsfähig- keit oerteilt werden. Wir bekämpfen deshalb die phrafenhaste sogenannte„nationale und soziale Befreiung der Arbeiterklasse", die die Kommunisten als neuest« Wahllüg« zu ihrem Programm er- hoben haben, ebenso wie wir die demagogischen Forderungen der Rationalsozialfften bekämpfen. Die bürgerlichen Parteien leisten den Kommunisten nicht unbeabsichtigt Vorschub im Kampf gegen die Sozialdemokratie: Sie wissen, daß dieser„Pfahl im Fleische der Arbeiterschaft" die sonst alles bezwingende Kraft der Sozialdemokratie schwächt. Die Arbellerklasse muh sich nun endlich auf sich selbst besinnen und sich ihres starken staatsbürgerlichen Wertes bewußt werden. Denn ist die Sozialdemokratie allein Trägerin der Staats- gewall, dann ist der Weg gewonnen zur Erreichung der hohen Ziele des Proletariats. Die in jeder Beziehung glänzend verlaufen« Kundgebung fand ihren Abschluß mit dem Wahlfilm„Dem deutschen Volke", in dem treffend gezeichnet wurde, was die einzelnen Parteien von dem Staat verlangen und— was für den Arbeller übrig bleibt. Ein begeistert aufgenommenes Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die Versammlung. In drei überfüllten Versammlungen wandte sich die 51. Abteilung der Partei an die Wähler ihres Charlottenburger Bezirkes. Auf dem Spandauer Bock referierte Genosse B r e u n i g, der mit seinen Ausführungen lebhasten Beifall fand. Landtagsabgeordneter Harnisch sprach am gleichen Abend in der Schulaula Rehring- straßc. Hier im Arbeiterviertel Eharlottentmrgs, wo die Kommunisten immer noch zu viel Anhänger haben, versuchte man, unsere Versammlung zu stören. Unnötig, zu sagen, daß die Krakeeler höflich aber energisch an die Lust gesetzt wurden. Der Referent beleuchtete die Diktatur in Italien und in Ruhland, wo jede freie Meinung unterdrückt und die Arbeiterschaft weder sozial noch kulturell vorwärts gekommen sei. Lebhafte Kritik übte Harnisch auch an dem bürgerlichen Mischmaschhausen im Reichstage, der der Arbeiterschaft wirklich gezeigt habe, wo reine Jnteressentenpolitik getrieben wird. In der Aussprache versuchte ein Kommunist die Situation für seine Partei zu retten, stieß aber auf völlige Ablehnung durch die Versammlung. Im Wohlfahrtssaal des Häuserblocks in der KZnigin-EIisabech- Straße ging Genosse N a p h t a l i in einer ausgezeichneten Rede auf die politischen und wirtschaftlichen Fragen der Gegenwart ein, be- leuchtet« die Sünden der bürgerlichen Parteien, der Kommunisten und der Nationalsozialisten im Reichstag und wandte sich dann schließlich unter dem lebhaften Beffall der Versammlung sehr scharf gegen die verfassungsrechtlich nicht begründete Anwendung des§ 48 durch die Regierung Brüning. Einem Kommunisten, der offenbar erwartet hatte, nicht zur Diskussion zugelassen zu werden, ging sehr bald das Material aus; er mußt« unter dem Gelächter der Versammlung abtreten. Einige andere Diskussionsredner wurden im Schlußwort des Referenten aufgeklärt. Einen äußerst eindrucksvollen Radfahrerdemonstra» t i o n s z u g mit Fahnen und Transparenten ver-. anstaltete die Abteilung Pan kow durch den Ort P a n k o w. Süd und Heinersdorf. Straßenweit zog sich der Zug hin, begrüßt von den Freunden und bestaunt von den Gegnern. Di« zahlreiche aktive Beteiligung läßt einen guten Ausgang auf die Wahlen erwarten. Güterbahnhof Hannover in Flammen. Ein Güterarbeiter in den Klammen umgekommen. Hannover, 30. August. Am Sonnabendnachmittag geriet der Westschuppen des hiesigen Güterbahnhofs Nord in Brand. Das Feuer ent- stand in einem Oelwaggon, etwa in der Mitte des 30ll Meter langen Schuppens. Da man den brennenden Wagen nicht schnell genug aus dem Schuppen bringen konnte, stand in wenigen Minuten der ganze massive Schuppen in Flammen. Bei dem starken Wind griff das Feuer auf die anliegenden Häuser über. Nordwestlich von dem Schuppen liegt die Kontinental- Gummifabrik. Sie ist von dem Brandherd nur durch einige Schienensträng« getrennt und daher ebenfalls gefährdet. Irmntten des riesigen Flammenmeeres.fli�g.« n�t.ämd i g Be nzin.-. und Oelbehälter in die Luft. In dem Schuppen befinden sich außer Oel und Benzin auch Stückgüter, die dem Feuer eben- falls reiche Nahrung geben. Schätzungsweise sind etwa 1600 bis 1800 Zentner Güter und mehrere Schuppen den Flammen zum Opfer gefallen. Wie die Pressestelle der Reichsbahndirekticm Hannooer mitteilt, wird ein Güterbodenarbeiter vermißt: er hat vermutlich den Tod in den Flammen gefunden. In den Abendstunden war die größte Gefahr beseitigt und dos Feuer im Erlöfchen._ Vor den Augen der Schwester ertrunken. In der Badeanstall am Südpark in Spandau ging gestern nachmittag der ILjähvig« Alexis Schemtufchintow aus Span- bau, Friedensweg 26, vor den Augen seiner 10jährigen Schwester Mötzlich unter und ertrank. Der Ertrunkene ist das Kind russi- scher Emigranten, der Vater ist in Berlin Taxichauffeur. Nach den bisherigen Ermittlungen scheint Alexis Sch., der des Schwimmens einigermaßen kundig war, im Wasser«inen Ohnmachtsanfall erlitten zu haben. Ein gerade m der Badeanstalt weilender Feuer- wehrmann, der den Unfall beobachtet hatte, zog den Verunglückten schon nach wenigen Minuten aus dem Wasser heraus: alle Wieder- delebungserfolg« blieben jedoch ohne Erfolg. Sein SOjähriges Dienstjubiläum im Haufe der bekannten Bcr- liner Zigarrenfabrik Loeser und Wolff feiert heute'"" P u f e. Berlin O. 34, Gubener Str. 44. Seit 41 Jahre Herr Pufe die Niederlage der genannten Firma im Hau «ute Herr Eryst hren verwaltet WDD..................... Mlfe Blumen- straße i, Eck« Alexanderftraße. Langjährige Dienstjubiläen sind «n Hause Loeser u. Wolff keine Seltenhett und legen Zeugnis ab von dem guten Verhältnis zwischen Geschästsleiwng und Angestellten. — Am 2. September feiert Genosse Moritz Licht, Lichtenberg, Frankfurter Allee SS, sein Löjähnges Geschäftsjubiläum. . hnuderkZahrfeier der 7. Gemeindeschule in der Stallschrei der. straße. Am 29. September begeht die 7. Gemeindeschule die Feier ihres 100jährigen Bestehens. Ehemalige Schüler werden gebeten, ihre Adressen an Fritz Schmoliusky. Berlin-Britz. Lowije- euter-Ring 13, gelangen zu lassen. Rfrsorger und Fürsorgerinnen! Wir laden Sie ru einer Zusammenkunft der Fürsorger und Fürsorgerinnen am Mittwoch, dem 3. September, 19 Ys Uhr, im BUrgersaal das Raihauses Berlin, Eingang KftnigstraBe. ein. Qanoseln Hedwlfg WaadsenBaelan. M. d. U wird über „Der BUrgerblock ist der Feind der Ulohiialirtspllege" referieren. Das Mitbringen von sympathisierenden Gästen ist erwünscht Bezirksausschuß Das Frauensekretariat des fOr Arbeiterwoh(fahrt: Bezirksverbandes Berlin der SRO.: Paula KurgaQ. Käthe Kern. Schweres Eisenbahnunglück in Sachsen Äisher drei Tote und drei«Schwerverletzte geborgen. Chemnitz. 30. Angosi. Am Sonnabendnachmittag ereignete sich auf dem Bahnhof St. Cgidien ein schweres Eisenbahnunglück. Bon dem Per- sonenzug 1019 entgleisten aus bisher unbekannter. Ursache mehrere Personenwagen und wurden zum Teil zer- t r ü m m e r t. Bisher wurden d r c i T o t e und drei Schwerverletzte geborgen, fünfzehn Personen wurden leichlverlehl. Explosion in schottischem Bergwerk. Fünf Bergleute getötet, neun schwer verletzt. London. 30. August. In einer kohlengrub« bei Banlyre(Schottland) wurden durch eine Cx'losion vierzehn Bergleute verschüttet. Neun konnten lebend, die übrigen fünf jedoch nur noch als Leichen ge- borgen werden. Die neun geretteten Bergarbeiter haben sämtlich schwere Verletzungen davongetragen. Zerner werden noch drei Bergleute vermißt, die ebeusalls verschüttet sind. Fluchtversuch des Nowaweser Fraucumörders. Als der Nowaweser Frauenmörder Brüggemann nach seiner Dernehmung wieder nach dem Untersuchungsgefängnis Potsdam-Lindenstraße zurückgebracht wurde, unternahm er am Ein- gang des Untersuchungsgefängnisses einen Fluchtversuch. Beim Aussteigen aus dem Transportauto stieß er den ihn begleitenden Beamten zurück und floh. Die Polizei und Gefängnisbeamte setzten ihm sofort nach und holten ihn nach kurzer Entfernung wieder ein. Dem Flüchtling wurden dann Fesseln angelegt, und er wurde nach dem Polizeipräsidium gebracht. Tod zweier Schweizer Fliegeroffiziere. Zwei Schweizer Militärflugzeuge stießen Sonnabend vormittag bei der Auflösung einer Staffel in etwa 400 Meter Höhe zusammen und stürzten ab. Die Maschinen zerschellten am User der Glatt zwischen Dübendors und Hcrmikon. Die beiden Piloten, Leutnant Zinsli und Leutnant Kyburg, waren sofort tot. Ctrakel Do» Lcmdesfinanzaml veräffenkUcht m unserer heutigen Aus» gäbe eine„Oeffentliche Aufforderung zur Abgabe von Steuererklär�n- en für die Herbswcranlagung 1930" woraus wir unsere Leser be- anders hinweisen.'_ Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Rot-Gold". Keschästsltsll«: Berlin B. 14, Cebastianlir. 37—38, Sof S. Tr. Wetting iOrisvercin): Achtung, Evorller! Ab 4. Sepiemter SallentrQining um 20 Uhr lPutbusser. Eotenburger und Liitticher Erscheinen Pslid,t.— Montag. 1. Degtcmber. Berlin-Mitt« tZunq- banner): Ilm 2a Ulzr Iugentheim Ticckstr. 18. Lglingr« spricht Uber Staatsportei. Frietrichohain(Iungbanner): Kcimabcnt im Zugentticim s7rgnk. furter All« 337. Referent Pom. g'rcb Söllin«. Tharlattenbu-g tKameratschgft Spree): Um 90 Utr Versammlung bei Storl, jigiserin-Augustg-Allee SO. Referent Neubauer. Prenzlauer Berg, Kameradschaft Baltan: Bei Schul?, Sarmon-Snlpo» Straße, Bersommlung. Thema:„Reichsbanner anr Wahl". Referent Namerob 3achcrt.— Dienstag, 2. September. Schönebcrg Friedenau, Kameradschaft Rollendorf: 20 Uhr Wichtige Kamcradsdmftrpersamminng bei Jürgens, Bar- baroksastr. da. Thema:„Revanchegeist oder Vötterverstandiaung? Das wahr« Gesicht der deutschen Parteien". Rescrent Slam. Redakteur Philippsborn. Vall- nähliges Erscheinen der Kameraden Pflicht. BerliN'Mitte<3. Kameradschaft): 20 Uhr Versammlura Rungestr. 30. Erscheinen Pflicht. Prenzlauer Berg(Orts- perein): Um 13 Uhr Demonstration der SPD. Antreten mit Muht ohne Fahnen Bahnhof W-ihenl-c. Friedrich« Hain(Kameradschaft Petersburg): Um 20 Uhr Kamrradfchaftsverfammlunq bei Robert Busch, Tilstter Str. 27. Referat: „Rcichshamier, Reichstag und Wahl". Kreuzberg(Fug 0): Versammlung 20 Uhr bei Leuschner Rachs, Dieffenbachstr. 04. Köpenick(Ortsvercin): Bcranflaltung in Grünau, Saalschuh. 19 Uhr Antreten am Köllnischcn Platz in Köpenick, und dann nach Grünau marschieren.— Mittwoch, 3. September. Friedrichshai« (Kameradschaft Franksurt): Um 191h Ikhr Kameradfchaftsvcrsaminluna bei Graupner. Voigtstr. 20. Erscheinen Pflicht. Kreuzbrrg, Fug 2: Versammlung 20 Uhr bei Kam. Krepp, Planufcr 75—76. ,Kug 7: Versammlung fällt aus, dafür restlose Beteiligung an der Wahlarbeit. Eharlotteuburg: Kameradschaften Spree. Rathaus, Westend um 19(6 Uhr Saalschutz Wjebestrohe(Neues Ufer). Köpenick lOrisverein): Antreten lS Uhr am Sladtparl Köpenick. Aitschlietzead Versammlung in„Uhlenhorst", SPD. Redner Heinig. Berliner Gsperauto-Berband. Dienstag, 2. September, 20 Uhr. Klubheim Eharlottcnburg, Kantstr. 12o:„Die sprechende Feitung"(Serr Schuldenfrei). Schutzrerba-d der Untervermieter, e. V. Versammlung Montag, 1. Septem- ber. 20 ilhr, im Saal des Nolleudorf-Kastnos, Kleistftr. 41, 1. Stock(am Rollen» dorfplatz). Bortrog Retalteur Rauch Uber.Mietzinsbilining, Misterschutz uui» Wohnunasmangel". Einfritt frei. Gäste willkommen! Dampfer-Gefellschafts- fahrt 1930 nach k>cssenwinlcl am DSmeritzlee Mittwoch. 3. September. 14 Uhr. ab Iannowitzbrücke Gäste willkommen. Hin. und Rückfahrt 1 M., Fahrkarten am Schiff. Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegcrhinte,. bliebenen, Ortsgruppe Moabit. Dienstag. 2. September. 20 Uhr. Bandclstr. 35.■ Bezirispersammlung. Kamerad Lorenz spricht über„Kriegsopfer und Reichs- tagswahl". Arbeiter-Abstinenica-Bund, Zugendabteilung Norden, Gerichtstr. 12—13. Jugendheim. Montag, I. September, Brettspielabend. Gäste sind herzlich willkommen. Die Iuaendgruvpe tagt jeden Montag. SPD.-Wassersportler! Alle Bootsinhabcr(Motor-. Ruder-, Segel- und Paddelboote), die bereit find, sich an einer Propagandafahrt für die SPD.. Liste 1. am Sonntag. 7. September, zu beteiligen, werden gebeten, stch»n einer Aussprache am Mittwoch, 3. September, 19>4 Uhr, im Reichsbanner-Bootshaus Tegel, Uferstr. 1, einzufinden.— Der Einberufer. Brbeiter-Rsdio-Bund Deutschland, e. B., Ortsgruppe Groh. Berlin. Unter- gruppe Friedrichshaiui Donnerstag, 4. September, Umzug und Einweihung des neuen Gruppen lokal«. Wertaller, chohenlohestr. 8. Sonntag, 7. September, Be- teiligung der Gruppe au der Veranstaltung„Fest der Arbeit" in Britz. Donners- tag, 11. September, Werbeabend der Gruppe bei Wertaller. Donnerstag, 18. September, Mitgliederversammlung bei Wcrtaller. Donnerstag, 20. Erp- tember. Bastelabend. Deutsche Akademie sllr soziale und pädagogisch« Frauenarbeit. Eine vffent» lich« Vortragsreihe für jedermann über„Eowjetrutzland" wird im Oktober und November dieses Jahres veranstaltet. Es werben sprechen: Dr. Ali« Salomen: Einleitung: Professor Dr. Otto Soctzsch. M. d. R.. Berlin:„Die politisch» Lage": Dr. Artur Feiler, Frankfurt a. M.:„Die wirtschaftliche Lage": Ober- studienhirekwr Dr. Fritz Karfen, Berlin:„Die kulturpolitische Loge". Allgemeine Wetterlage. HP woikenl&6,C5 heirtr.O haibbcdeckr S wolkig,®bedecttsReg«HAGraup«lnj " ineESH«W,Tie»ökt«9®Win(i8tille| In Mitteleuropa hielt das beständige Wetter unter dem Einfluß des europäischen Hochdruckgedietes an. Die Temperaturen über- schritten un Westen Deutschlands wieder 30 Grad im Schatten. Lust- druckfall im Bereich« des Hochs wird zwar dessen Energie etwas herabsetzen. Da sich aber dadurch die Lustdruckoerteilung als solche nicht wesentlich ändert, ist zunächst noch mit keiner Aenderung zu rechnen. Die kühlen über England lagernden Luftmassen bewegen sich nicht schnell genug nach Osten, um unsere Wetterlage gesährden zu können. * Wetter für Berlin: Heiter und trocken, am Tage rasche Er- wärmung.— Für Deutschland: Im Westen etwas Gewitterneigung, sonst allgemein hetter und trocken, überall warin. I-Siilmtotte Gardinenstoffe Dekorationsstoffe HoheSstoffe M�ßeko'rat�-omelstoffe llliip'iBöpiip X••••••».. a � W....... y X-ü.Mü MM Q.wvS . x.• MKHm''. jr Fantasie-Vollvoile 2.45.. in modernen Mustern 150 cm breit, Jetzt Mtr. v. Dekorationsstofte Kunstseiden-Damast fs i.Noppenrips.130cm J Hfl t, jetzt Mtr. v.CsdvUen EXTRA BILLIGE GARDINEN Halbstores Ii(tat, mit reich idstopferei 2.50 Gardinen in gestreift Etamlne und TQU mit Volantverzierung Jetzt Mtr. v. in prima Qualltat, mit reicher Handstopferei Pf. an Jetzt Mtr. v. -MCft ABGESE-rZT i d i /i rnjr JJJ'JfAM st« iKAFEhJ Garnituren In Etamlne mit Volantverzierung und TQ11 4.90 Jetzt v. 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Es wäre mehr als verwunderlich, wenn die politischen Gegner der Sozialdemokratie, der machtvollsten Gruppe Deutschlands und auch Berlins, nicht restlos alles zur Herabsetzung der Sozialdemokratischen Partei unternehmen würden. Die Fälle Stlarek und Busch sind zu einem Skandal der Deutschnationalen, Wirtschaftsparteiler und Kommunisten geworden. Am Stecken der Sozialdemokratie blieb zu wenig Drcck. So wird der Kampf gegen die Soziale demokrati« jetzt mit der Berliner Verkehrsgesell- schaft geführt: Tariferhöhung, Verkehrsrückgang. Personalenttassangen, die Gehälter bei der BVG., sie sind die Beweise für die marxistisch« und sozialistisch« Mitzwirt- tchaft, so heißt es von rechts. Sie sind die Beweis« für den sozialdemokratischen Volksbetrug, so heißt es von links. Und die von der Mitte, die mit der sozialen Gesinnung auf den Lippen und der prwatkapitalfftkschausbeuterrschen im Verstände, sie bedauern, daß es mit der BVG. soweit gekommen ist. Einig in der Po- rolc: wegen der BVG. gegen die Sozialdemokratie, will dieser ganze schöne Verein freilich nichts anderes als die Diskreditie- rung des sozialen Berlin imd der sozialen Reichspolitik überhaupt, deren einzige Stütze im Reich und in Berlin die Sozial» demokrati« ist, und zwar jetzt mehr als je. Die BVG. ist der wahlfpeck geworden, mii dem da» Zreibeuler- tum oller Richtungen und Schickstungen auf den Dummenfang ausgeht. Die Sozialdemokralle hat es nicht nötig, diesem Spiel longer zuzusehen. Ab 2. Januar sind die Derkehrsiarise erhöht worden. Auch Gas, Wasser und Licht sind verteuert worden. Beweis für die marxi- frische, sozialdemokratische, sozialfaschistisch« Mißwirtschaft! Eine Spekulation auf das kurze Gedächtnis und die Denkfaulheit weltstädtifcher Zeitgenossen! Nichts weiter. Die Tarife für den Berliner Verkehr, für Gas, Wasser und Licht sind nicht erhöht worden, weil die BVG., die Berliner Gas», Wasser- und Kraftwerk«— die ganz« Welt bewundert sie— mit ihren Einnahmen nicht mehr auskamen— obwohl die Tarife die billigsten in Deutschland waren—, sonder» weil die Stadt Berlin durch die Anleihcsperre des Reichsbankpräfi- dcnten, den Profit- und Privatisierungswillen des privaten Bank- kapital» urch die Steuerscheu des Bürgertums finan- ziell ausgehungert wurde. Berlin hat heute noch, obwohl Groh-Berim ungeheuer erweiterte Aufgaben zu erfüllen hat, noch weniger Schulden als ISIS. Die Berliner Gewerbesteuern liegen auch heute noch unter dem Durchschnitt des preußifchen Staates. Da» durch Schacht vom Oberpräfidenten diktierte Tilgungsprogramm, mit dem such die Tariferhöhungen diktiert wurden, war ein« kommunal- und finanzpolitische Gewalttat, für die es besonders in einer Wirtschaftskrise kein« Rechtfertigung geben kann. Sie beweist nichts gegen die Richtigkeit d«r sozialdemokrotische» Kommunalpolitik und Werkspolitik. Im Gegenteil: das ganze arbeitende Volk Berlins müßte jetzt an der Seite der Sozialdemokrati. schen Partei kämpfen, um ähnliche sinnlos« Gewalttaten in der Zukunft zu verhindern. Di« Tariferhöhungen mußten beschlossen werden ans p o l i- tischen Gründen, aus Gründen höherer Gewalt, weil Berlin sonst unter Zwangsoerwaltung gestellt und das Ziel der vereinigten bür- gerlichen Reaktion im Reich und in der hohen Bürokratie, die Privatisierung der Werke, erreicht worden wäre. Die Tariferl>öhungs beschlösse wurden einstimmig gesaßk, von ollen Gruppen im Aussichisrak beschlossen, selbst vom Vertreter der kommunistischen Partei. Aber wer wird das nicht gerne vergessen, wenn man mit der Tariferhöhung gegen die Sozialdemokratie Stimmung machen kann! Es ist nichts als bösartige Wahldemogogi«, die Verteuerung des Verkehrs als ein besonderes Berliner Ereignis hinzustellen, um so dem„sozialistischen" Berlin am Zeuge zu flicken, und die Tariferhöhungen anderwärts zu verschweigen. Genau wie in Berlin wurde, weil der künstliche und absichtsvolle Finanzdruck auf die Kommunen nicht mehr auszuhalten war, der verkehrslarif in Hamburg auf 2Z Pf.— wie in verlin—. der limstciger zur Hamburger Hochbahn auf Z0 Pf. verteuert. Köln erhöhte von 20 auf 25 Pf.. Jraaffurl a. ZN. ebenfalls auf 25 Pf„ Leipzig Muhle auch auf 25 Pf. erhöhen. Vicht ander» war es iu Vreslau uad tu Dresden. Alle dies« Städte bieten aber ihren Fahrgästen unvergleichlich weniger al» Berlin, das so riesenhaft gewachsen ist und sämtliche Verkehrsmittel zur freien Wahl stellt auf jede Welt- stadtentfernung. Keiner der demagogischen Freibeuter, die heute gegen die Sozialdemokratie im sozialen Berlin Sturm laufen, ist ehrlich genug, um daran zu eriimern, daß auchdie Stadtbahn ihr« Tarife erhöht hat und daß die heutige BGV. um des «iedlungs- und Ausflugswejci?s willen durch eine große Zahl von Lerlustlinien auch den Annen Landluft und Landfreudc verschafft und durch den größeren unterirdische» Schnellbahnvcrkehr die Muße des arbeitenden Lölkes verlängert, die tatsächliche Arbeitszeit vcr- kürzt hat. Selbstverständlich hat auch das die Sozialdemokratie ge- wollt und gefördert, und sie ist stolz auf jeden Stein, der deshalb gegen sie erhoben wird. Jede Verteuerung des Verkehrs ist ein ll e b e l. Sic wird selbstverständlich von der Sozialdemokratie verurteilt und bc- kämpft, wo sie sich vermeiden läßt. Die Berliner Verkehrstarife haben auch sicher das Maß des überhaupt Erträglichen erreich!, und es muß Schluß sein mit jedem Gedanken an neue Tariferhöhung! Wiederum aber wird aus das llnveranfworllichste gelogen und gehetzt mit der Behauptung, die Tariferhöhung allein habe zu einer Verödung der Berliner städtischen Verkehrsmittel geführt. Die Behauptung ist absolut falsch, daß die Abwanderung von der BVG. zur Stadtbahn in erster Lim« wegen der Tariferhöhung erfolgt sei. Wenn die Stadtbahn im ersten Viertel- jähr 1930 20 Millionen Fahrgäste mehr hatte, so deshalb, weil 1930 mit der schnelleren elektrifizierten, 1929 aber noch mit der langsameren Lokomotiven-Stadtbahn gesahren wurde. Im zweiten Vierteljahr 1930 Hot die Stadtbahn nämlich nur noch 0,8 Millionen mehr Fahrgäste als im Vorjahre gehabt. Mit Wissen und Willen wird auch von unseren Gegnern ver- schwiegen, daß außer der durch die Elektrifizieruitg erfolgten Abwanderung auf die Stadtbahn mindesten« 60 Proz. des Verkehrs- rückgangs auf die Verschlechterung der wirtschoslslage zurückgehen. Wenn es weit über 400 000 Arbeitslose gibt, die nicht mehr zur Arbeitsstätte fahren, nicht mehr mit ihren Familien wi« früher ins Freie fahren könne n, wenn die Handwerker, Kaufleute, Boten weniger Kundenbesuche und Arbeitswege zu machen haben, wenn olles in der Befürchtung von noch Schi im» nie rem in der Krise auch am Verkehr sauf wand spart, dann geht der Verkehr auch ohne Tariferhöhung rapid zurück, die in solchen Krisen- Zeiten natürlich doppell bedauerlich ist. Aber es sst eine nichts- würdig« Spekulation auf die Urteilslosigkeit der Wähler, wenn diesen im Rausch und in der Benebelung der Wahlversammlungen einfach v o r« n t h a l t en wird, daß beispielsweise tu Dresdeu der Verkehr am 13,25 Proz. in Düsseldorf am 11,02 Praz� ia Fraukfarl a. ZN. um 21.41 Proz. zurückgegangen war. während Verlin erst einen verkehrsrückgang von 14 Proz. zeigte. Aber auch mit der notwendig gewordenen Arbeit»« st r e ck u n g bzw. den Entlassungen sucht man Dumme zu sangen, sucht man verständig« Leute, weil Wahlen bevorstehen, dumm zu machen. Mit der S tr e i kp r v p a ga n d a der Kommunisten, die so handeln, als ov die DDG.-Belegschaft mitten in der schwersten Wirtschaftskrise, wo andere Arbeiter zu Tausenden schon lange hun- gern, zu blödem pseudoreoolutionären Unfug verpflichtet wäre, geben wir uns gar nicht ab. Ebensowenig mit ihrer Forderung nach dem generellen Siebenstundentag mit praktischer Lohnerhöhung, die in einem Augenblick einlach verrückt ist, wo aufgezwungene Tariferhöhungen das ganz« Arbeitsvolk von Berlin bedrucken und nur neue Tariferhöhungen mit noch unvergleichlich viel stärkeren Entlassungen die Folge sein müßten. Wir sprechen e» aber rückhaltlos ans: ihre heutigen Löhne— Löhne sind natürlich niemals zu hoch— verdankt die BVG.-Bcieg- fchaft dem wirken der Sozialdemokratie. Die VVG.-Velegschast hat — erfreulicherweise— unter der Krise bisher wenig gelitten. Wird die Wirtschaftslage besser, kommen die Entlassenen wieder ia Arbeit. Wenn sich die VVG.'Velegschaft verhetzen läßt— man kann nie- wand gegen eigene Dummheit schützen—, wird sie e», da sie mit der Stärkung der Kommunistischen Partei und erst recht der Vazis der Reaktion in Berlin ia den Sattel hilft, sehr bilker bezahlen. Aber die BVG.-Belegschaft wird gescheiter sein, al« die Bourgeoisie, für die die Kommunisten nur der willkommene „Pfahl im Fleisch der Sozialdemokratie" sind, es hofft. Bleiben die Gehälter der BLG.-Direktoren, der „Brolat u. To.", wie es in einfacher Mkürzung in der vereinigten Nazi- und Kozi-Hetze heißt. Auch da sprechen«ir ein offenes Wort, denn die Sozialdemokratie hat auch die GehWerfrr-g« nicht zu fürchten. Der Unfug der zu hohen Gehälter ist nicht in der öffentliche». sondern in der privatkapitalistischen Wirtschaft zu Hause» Straßenbahn, U-Bahn und Aboog waren einmal privatkapitalistische Unternchmungen. Sie gehören jetzt dem Volk von Berlin, dank der Politik der Sozialdemokratie. In diesen früheren privatkapitalistischen Verhältnissen hatten die Leiter der Straßenbahn 300 000 und 200 000 Mark, die Leiter der privaten Hoch- und U-Bahn hatten 150 000 und 100 000 Mark, die der Aboag hatten rund 80 000 Mark. Das Prioatkapital zahll nicht gerne mehr als es muß, denn jedes Mehr als das Muß kürzt die privatkapitalistische Dividende. Das soll man auch heute nicht vergessen. Als die drei Unternehmungen zusammengefaßt wurden, mußte eine Anzahl der Direktoren mit den alten Verträgen übernommen werden. Darum gab es auch über hohe Gehäller in der BVG. Von den neuen Direktoren aber erhielt keiner mehr als 72 000 9JL, und zwar für die Leitung von Straßenbahn-, U-Bahn- und Autobus- verkehr zusammen. Aber auch diese Gehälter werde» herabgesetzt und die höheren Gehälter der übernommenen frühere» Direktoren sind schon gewaltig herabgesetzt worden. Die Herabsetzung der Gehälter hat aber ein« unbedingt« Grenze da— noch leben wir in der kapitalistischen Gesellschaft— wo die privatkapitalistische der öffentlichen Wirtschast die besten Köpfe durch höhere Gehälter einfach wegengagiert«ad der öffentlichen Wirtschaft den Ausschuß überläßt. Hier droht mii der Aushungerung der Intelligenz ans der ösfent. liche» Wirtschaft eine tatsächliche Gefährdung der öffentliche» Wirtschaft, die über kurz oder lang zu wirklicher Mißwirtschast und — die Bourgeoisie wartet ja schon ans ihr Erbe— zur Privoti- siernng führen muß. Darum sind heute den Gehältern der leitenden Persönlich- leiten auch in der öffentlichen Wirtschaft nach unten gewisse Grenzen gesetzt, nicht— das beweisen ihre Beschlüsse— well die Sozialdemokratie mit überhöhen Gehältern einverstanden wäre. Wenn aber Sozialisten dasselbe leisten wie Nichtsozialssten» dorm kann man in einer noch nicht von den Sozialisten aller« regierten Well nicht ohne weiteres verschiedene Gehaltsstaffel» machen, fette für die Bourgeoisie und magere für die Sozialiste», Dann ist nur darum zu kämpfen, daß die Gehäller allgemein, ohne Gefahr der Wegengagierung der Intelligenz au» der ösfent- lichen Wirtschaft, gesenkt werden und daß im übrigen sozialistische Wtnschastsführer aus ihren höheren Gehällern die Organi- saiionen der Arbeiterschaft mit oller Kraft fördern. Das geschieht aber heut« schon sehr gründlich. Wir stehen heute praktisch bereits im Entscheidung»- kämpf um den Sozialismus. Die Bourgeoisie wartet auf nickst» so sehnlich wie auf die Dummhellen, die die Sozialdemokratie in diesem Kampfe macht. Di« Sozialdemokratie wird und darf nicht vergessen, daß auch die Lösung der gemeinwirtschaftliche» Wirtschaftsführerfrage zu den Boraussetzungen gehört, eine vernünftigere als die kapitalistische Gesellschaftsordnung zum Sieg« zu führen. So bleibt verflucht wenig von dem BVG.-Wahlspeck übrig, mit dem die offene und die verhüllte Reaktion, von den Nationalsozialisten bis zu den Kommunisten, gegen die Eozialdemo- kratie zu Felde zieht. Dieser Wahlspeck reicht nur noch für die, die allein aus dem Leiden am eigenen Leibe zu lernen verurteilt sind. Freilich. Die Berliner V e rk e h r s gefe lls cha f t, wie auch die übrigen städtischen Werke, werden den Berlinern und der Sozialdemokratischen Partei noch manche Sorg« bereiten. Die künstlich, durch schlechten Willen des Privatkapitals und seiner Hörigen in der hohen Bürokratie und durch die Wirffchaftskrife verschärfte Finanznoi der deutschen Städte bedroht aufs ernsteste auch die Berliner Werke mit der Privatisierung. In dieser Hinsicht war es in hohem Maße gefährlich, daß unter dem Druck der Firnntznot die Berliner st ädtischenKörper- s chaften in diesem Frühjahr den Beschluß gefaßt haben, daß sämtliche Bauschulden, die die Stadt für den Derkehrsausbau ge- macht hat, von der BBG. verzinst und getilgt werden müssen. Da» hat es bisher in der ganzen Welt, wo die so überaus kostspieligen unterirdischen Schnellbahnen gebaut worden sind, noch nicht gegeben: nicht in Paris, nicht in London, nicht ia New Uork, nicht in CHIkago. Das gibt es nicht, weil von den Fahr- gasten, das heißt über den Tarif, diese unterirdischen Bauten übe» GWWWWWW« EINE SONDERAUSSTELLUNG FÜR DIE •n meinem Hagsa leipziger Stroßo 20-22. Dt« künstlerische Ausgestaltung der Sender-Abteilungen„Das Fenster der Altwohnung"—«Oos Fenster der Neubauwohnung"—„Genormte Fenster" erfolgte durch Herrn Dipl.-Ing. OTTO Fl Rl F.- Architekt BDA» dem mein Haus am KurfOrstendamm seine Gestaltung verdankt DECKEN BETTEN HEUTIGE ZEIT UnlesMer LfiiMft- tmd SeMldwebei ürossLes Sonderhaus fur leinen ond Wasche Uipuget Straöe 20-22* KurfOrstudoraai 22/ 1 Haupt nicht rentabel gemacht werden können. Das hat auch noch niemals das Prioatkapital vermocht. Ein Teil der diesjährigen Schwierigkeiten der BVG. ist aber schon auf Ken unter Druck herbeigeführten Berliner Frühjahrs- beschluß zurückzuführen. Es wird, trotz aller bürgerlichen Steuer- scheu, notwendig sein, daß ein erheblicher Teil dieser Bau- kosten von der Stadt getragen wird. Gerade aber wegen(und nur) dieser der BVG. voll und zu Unrecht überbürdeten Baukosten kann die Press« der Bourgeoisie heute von einer schwierigen Lage der BVG. sprechen. Man scheut sich nicht, unter Verschweigung aller entscheidenden Umstände, die Privatisierung zu fordern. In den allerletzten Tagen hat es noch der„Berliner Börsen-Courier" getan. Die Bauschulden der BVG. können ausgenutzt werden,— das private Bankkapilal entwickelt in der„kalten Privatisierung- der öffentlichen Wirtschaft eine große Meisterschaft—, um auch die Berliner Elellriziläts-, Gas- und Wasserwerke allmählich zum Pfand- zu bekommen, und die stille Absicht des deutschen Finanzkapitals— dafür haben wir Beweise— gehl in dieser Richtung. Hier sind wirklich die Dinge, aus die das Volk von Berlin bei diesen Reichstagswahlen, wo der Wahlköder der„BVG.- Mißwirtschaft- präsentiert wird, zu achten haben wird. Hier, in der Abwehr dieser Gefahren, liegt das eigentliche groß« Kampfziel, das der Berliner Sozialdemokratie gesteckt ist. Hier wird das Bolk von Berlin zu zeigen haben, daß es den ungeheuren Ernst der Stunde wirklich ersaßt hat. Dem arbeitenden Volk von Berlin aber darf man vertrauen, daß es sich nicht irreführen lassen, sondern seiner Aufgabe gewachsen sein wird. X— r. Sollfusion im Klöckner-Konzern Wie aus Köln gemeldet wird, ist die Verschmelzung der Motoren- fabrik Deutz A.-G.. der Maschinenbauanstalt Humboldt und der Matorensabrik Oberursel beabsichtigt. Das Aktienkapital der neuen Großgesellschaft soll 32 Millionen betragen. Die Werke gehören zum Klöckner-Konzern. Die neue OpeZ-Verwattung. Interessante Umstellung über Ozean. Mister Keith Wood, der amerikanische Rcorganisator der Adam Opel A.°G., sollt« nach einer vor kurzem von der Ge- hllschast ausgegebenen Meldung aus„familiären Gründen" wieder nach den USA. gehen. Nun hat sich aber herausgestellt, daß auch I r o i n g I. R e u t e r, der zweite Amerikaner in der Opel- Direktion, nach den Bereinigten Staaten zurückkehrt. Bei den „familiären Gründen" wird offenbar der General Motors- Konzern als Familie aufgefaßt: die amerikanische Mutter ist gegenwärtig etwas der Hilfe bedürftig, denn ihr Absatz stagniert, während bei Ford und bei den deutschen Tochtergesellschaften der General Motors einschließlich Opel floriert. Die tüchtigen Direktoren werden deshalb nach Detroit zurückgeschickt. Unter den drei neu ernannten Borstandsinitgliedern der Adam Opel A.-G. genießt anscheinend Herr Wronker-Flatow, bisher Aufsichtsratsmitglied des Unternehmens, das besondere Ber- trauen der amerikanischen Großaktionäre: er ist auch Aufsichisrats- Mitglied der D u c o(Oscar Mosebach) A.-G., die von Du Pont de Wemonos, dem Großaktionär von General Motors, ab- hängig ist. Sein Ersatzmann im Opel-Aufstchtsrat war Leiter der englischen Automobilfabrik Bauxhall, die vor eini- ger Zeit von der General Motors Comp, aufgekauft worden ist: er übernimmt bei Opel einen in Deutschland neuartigen Posten, den eines aktiven Aufsichtsratsdelegierten und Generalkontrolleurs. Der cebenshalkungsindex im Slugusl. Die Reichsrichtzahl für die Lebenshaltungskosten(Ernährung. Wohnung, Heizung, Beleuchtung, Bekleidung und„Sonstiger Bedarf") belauft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats August auf 146,8 gegenüber 149,3 im Vormonat. Sie ist somit um 9,3 Proz. zurückgegangen. Für wie lange? Die rheinischen Großmühlen, die ihr« Betriebe am 1. August infolge der Schieleschen Vermahlnngs- Vorschriften stillegen mußten, haben die Arbeit in�vollem Umfang wieder ausgenommen: ebenso einige Weizenmllhlen im Reich, die Teilstillegungen vorgenommen hatten. Aber die Forderung des Landbundes nach baldiger Erhöhung des Vermahlungszwangs für Jnlandsweizen um 20 auf 80 Proz. bedroht die Belegschaften der großen Weizenmühlen schon wieder mit Arbeitslosigkeit. Wegen der Niederlassung Vakas in Deutschland hat die deutsch- nationale Fraktion eine Kleine Anfrage an die preußische Regierung gerichtet über die Abwendung der„der deutschen Volkswirtschaft und Kultur drohenden Schädigungen".' Die Schnellpressenfabrik A.-G. Heidelberg, die für 1929 wieder 10 Proz. Dividende auf 2 Will. Kapital verteilt, hat mit Unterstützung amerikanischer Interessenten eine Tochtergesellschaft in den U o A. unter dem Ramen Heidelberg Printing Corp. ge- gründet. Die Gesellschaft gehört zum Konzern des Berliner Maschinenindustriellen Richard Kahn. ............. 2taraeHen Mmsi Wohnwm&en •••••• •••••• PieBcsfcBimWesfcn? 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Waoeslfsifahrt ab Bahnhof floapegarien Verkauf sb ü ro� Niederholdcr Straße, Ecke Festionostraße Fernruf: Nencnhagca 599 Werbearbeit für die Partei! Wähl«r Zeitungen werden heute, Senntag, verteilt! ttnfcnbungcn für dlefe StnbtU sind «•rlia SB«, Sinbenfttofse Z, parieinachrichien für Groß-Berlin ft«t» an da» Brzlrkasekrrtarfal 2.Kos,S Trrvprn recht», zu richte» Achtung, Kreis- und Abteilungsleiter! hierdurch den kreis- und Abieilnngsleitungen zur Kenntnis, ddjz das Lautsprecheraulo erst ab 7. September zur Verfügung stehen kann.— wir geben rechtzeitig Mitteilung, wann das Laut- fprecherauto im Kreise erscheint. Der Vezirksvorfiand. • Heute. Sonntag. 31. August. l. fitti». Mitte. Sitzung des erweiterten«reisvorstande» mit den einzelnen Oeganisationsvertretern bei Dobrohlaw. Swinenninder Strotze 11, 19% Uhr. U. Stets Zieutölln. Di« Sozialistische Arbeiterjugend labet ein zu Ihrem Sommerfeste, welche»»or zwei Woche»»erreguete, zum Sountag, ZI. August, in der SöuigSheide. Abmarsch mit Musik 1»% Uhr»am Kertzbergplatz. Sonntag ZI. August, in Rudaa, Zuliu»t>ark, reuublikanischer Tag als Auftakt»ur Wahl. Um 15 Uhr Umzug durch de» Ort. Ziege Beteiligung der Äenkolluer Senoflen wird erwartet. 15. st reis Säpeuick. Die Ausgabe der ssahnen und Transparente an die ?ldteilungeu erfolgt Dienstag, 2. Eeptemder, 18 Uhr, Schloßstratze 27.— Um pünktliche Abholung wtrd gebeten. 17. sirei» Lichtenberg. Mittwoch, s. September, 1»% Ahr,«reisvorsiandssitzung bei Tempel, Gudrunstratze 7. 8. Abt. Sonntag, ab 8 Uhr, Berbreltung der Wöhlerzeituag pom Lokal Richert. Steinmetzstratze ZKo. 12. Abt. Möglichst sofort sind Akontozahlungen auf die Sammellisten an den Kassierer zu leisten. s. Abt. Steglitz. 9% Uhr öffentlich« Silndgebung im Parkrestaurant Sitdcnd«. tzg. Abt. Aeulöllu. Die Bezirissithrer werben gebetet!, die Handzettel vom Abteilungsleiter abzuholen. 38. Abt. ibrünau. Ab 9 Uhr im Parteilokal, sslnablattverbreitung.— Die Genofsinneu und Genossen treffen sich am Dienstag, 2. September, zur Demonstration mit den Söpemcker Genossen um lg% Uhr an der Kanal- brücke. 5V. Abt. I» Uhr treffen sich die Dezirksführer in der Borwörtsexpedition, Grcifcnhagener Straße Morgen, Montag, 1. September. ZI. Abt. 19 Uhr ffunktionarfitzung und Materialausgabe bei Goldschmidt, Siolpisch« Straße 88. Dienstag, 2 September, treffen sich zur Demonstration des Kreise» alle Muglieder pünktlich 18% llhr am Bahnhof Weitzensee.— Niemand darf fehlen. Z8. Abt. Die Dezirksführer treffen sich 18 llhr bei Bartusch, isriedenstratze 88. zu- Empfangnahme der Transparente.— Um 19 Uhr Nugblattverbreitung von den Iahlabendlokalen aus. 41. Abt. Montag, I. September, um 16% llhr treffen sich der Sprechchor und fänttlsche Parteigenossen in den Lokalen von Lipfert und Schult, Marien. dorfer Straße Gckc Solmsstraße.— Um 29 Uhr Sitzung der Abteilungs. funttionäre im Lokal von Lipfert. 84. Abt. Lankwitz. 29 Uhr bei Lehmann, Kaifer.Wilhelm.Stratze 29-31, fsunktioniirfltzung.— Die Mitglieder des Ausschusses treffen sich um 18 Uhr an der gleichen Stelle.' 181. Abt. Treptow. Alle Radfahrer und die Genossen, die sich zur Propaganda zur Verfügung stellen, treffen ssch 18 Uhr in der Spedition, Graetzstr. 69. >87. Abt. Alt- Glienicke. Kaltenberg, jo Uhr bei Zobian, Alt-Dlienicke, Bor. star.ds. und Funktionarsitziing. 187. Abt. Reluickenborf-Wcst. 19% Uhr ssunktionärsstzung im Polkshau» Schorn- weberstratze 114. Erscheinen aller ZZunktionöre ist Pflicht. Dlerislag. 2. September. 44. Abt. ftzunktionärsitzung bei Ewald. Skalitzer Straße 128.— Uni 19% Uhr Ausgabe des Bahlmaierial» und Einteilung zur Wahlarbeit. 78. Abt. Wilmersdorf. 29 Uhr Iahlabend bei Kulka, Lauenburger Straß« 21 Ecke Uhlandsiraße. Bortrag: Die Sozialdentokrati« im Wahlkampf. -»..r Abt. Schö»ebcrg. A> Uhr im Saal des Ledigenheims Iahlabend. B»r> trog: Die politische Lage. Referent: Stadtrat Dmnz Gzcminski. 188. Abt. Köpenick. All« Scnofssnnen unb Genossen werden gebeten, an der B-rt'ammlung in Grünau teilzunehmen.— Treffpunkt: 1» Uhr Köllnifcher Bing. 117. und 121. Abt. Gruppe Mfuge-Serg. Die Ginladungen zur Kundgebung müssen um 18 Uhr vom Lolal Etädiische» sslußdad abgeholt werden.. 124. Abt. Mahlsdorf. Sozialistische Arbeitsgemeinschaft. Nächst« Iusannuen» ktinft um 29 Uhr bei Schmidt, Marienbnrger Straße 8. Vortrog: Unser Kampf um die Macht. Referent: Genosse Theuner. Miktwoch, 3. September. 141. Abt. Baidm»»»»lust. 30 llhr bei Schmischke, Waidmannsirnhe 4, Sitzung oller ffunktionZre und Dezirksführer. Am 6. September Abfahrt zur Demonstration um 17.18 Uhr vom Dahnhof Watdmantislust bis Retnickendort-Rofenthal.— Rege Beteiligung wird erwartet. Frauenveranffaltungen. Zu b-n nachstehend aufgeführlen Arouenveranstaltungen sind besonder« die Araueu der Genossen. Sympolhisicrende und„vor nmrls"-£eser eingeladen. 19. Krei, Pankow. Dienstag,?. September, fahren wir zum Kaffeekochen noch dem Ireidad Lübars. Treffpunkt 14 Uhr Pankow-Rordbahn. Montag. 1. September. 11. Abt. 191'' Uhr bei Borger, Lenetzowstraße 21,„lkraurn und der Fafchis- mtts". Refepenttn Dr. Kate Irankenihal. 17. Abt. 19'- Uhr bei Klinge, Sellerstraße 14,„Der Kampf der Sozias, demokratie gegen die Reaktion*. Referentin Helene Michaelis. 18. Abi. Unser ffrauenabend findet tunstöndehalber erst am 4. September ftoit. Niidere» stehe Veranstaltungen am 4. September. iä. Abt. 19% Uhr bei Röseler. Goldaper Straße 9,..Der Kampf der Sozial- demokratie gegen die Reaktion* Referent Gottlieb Reese. 39. Abt Di- Genossinnen treffen stch 14 Uhr Bclle-Allione-.Str. Haltestelle Tieg, zum Besuch der Geuosssn Miikereit. Martendorf, Gisenocher Straß-. Kolonie Schätzelberge, Blumenftrgße 4. Rachzügi«: fgdren mit den Linien 99 oder 199. 51. Abt Gharlottenburg. 19% Uhr bei Sch-Ildoch. Kötiigin.Gltfabeth.Str. 8, „Die Auswirkung der Bürgerblockpolitik nuf den Ardeilerhaushalt". Referentin Käthe Kern. >«. Abt. Baumschulen weg. 19% Uhr bei Saß. Daumschulenstraße 72...Die Auswirkung der Dürgerblockpolitik auf den Arbctterbavshalt.* Referentin: Kate Kern. --s. Abt. Dorfigwafd». 19% Uhr bei Woitschafch, Grnststraßc 1.„Was bedeutet dir Reichstagswahl für die ffranen?". Referentin Hennv Jaduczpnskl. Dienstag. 2. September. 21. Abt. 19% Uhr bei R-ußner, Lokal„Seeadler*, Seestraße 62 Ecke Malpla- gnetstraße,„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion*. Referent Otto Most. 98. Abt. Revköll». IS'.i Uhr treffen sich die Genossinnen Siegfried- Ecke Od.erftrgßc zur Besichtigung de» Sport, und Bolksparks Neukölln unter fWlinma der Genossen Stadtrat Reinhardt und G-rt-ndirektor Pöthig. Anschließend Kaffeekochen. Liter 79 Psg. 428-. Abt. Kaul»b»rf.SLd. 29 llhr im„Iogerheim* Die ssranen im Wohlkampf. 128. Urb 138. Abt. Paukow. Die Genossinnen beteiligen sich an dxm»rris. Stuhlverstopfung. Nach den an den Kliniken für innere Krank- leiten gesammelten Erfahrungen ist das natürliche„Franz-Josef"- Bitterwasser ein äußerst wohltuendes Abführmittel. »usflug am Dienstag, 2. September, nach dem Freibad Lübars. Treffpunkt 14 Uhr Pankow.Nordbahn. 188. Abt. Reinickendorf-Ost. Ab 1t llhr Kaffeekochen in der Rühle Rosenthal, Hauptstraße. Mittwoch, 3. September. 8«. Abt. Mariendorf. 29 Uhr bei Görlitz. Ghausseestrnß« 19,„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion*. Referentin Luise Köhler, M. d. L. Wirkung der Dürgerblockpolitik auf den Arbeiterhaushalt-'. Refcrrnt Kurt Lücke. Bor und nach dem Bortrag tnusskalifche Darbietungen. 185. Abt. Ablershof. 19% Uhr bei Schmidtbauer, Bismarckstraße 74,„Die Aus- 121. Abt. Karlshorst. 19% Uhr in Königs Restaurant, Treskowallcs 87, gegen- über dem„Deutschen Haus*, nicht wie zuerst vorgesehen in der„Renn. bahnquelle*,„Die Bedeutung der Reichstagswahlen für die Frauen*. Referentin Stadträtin Klara Werl. 184. Abt. Buch. Der ffrauenabend findet in diesem Monat erst am 9. Septem. der statt. Nähere Mitteilungen erfolgen durch den„Vorwärts*. Donaerslag. 4. September. 18. Abt. 20 Uhr bei Sorgatz. Uferstraße 12,„Die Auswirkung der o-o-nar- blockpolitik auf den Arbeiterhaushalt". Referentin Margarete Schenka. lowfki. 74., 74-., 74b. Abt. Iehleudorf. 29 Uhr im Caf« Brumm, Schlieffen. Ecke Riemeisterstraße,„Die Auswirkung der BllrgerblockpoNtik auf den Arbeiter. Haushalt*. Referent Dr. Bernhard Adler. 118. Abt. Lichtenberg. 29 Uhr bei Morl, Reue B-hnh-fstraß« 28,„Die«u». Wirkung der Bürgerblockpolitik auf den Arbeiterhaushalt*. Referent Paul Bernstein. Freie sozialistische Schüler. Gruppe Mitte: Montag, 1. September, 29 Uhr, Köllnische« Gumnasium, Jnfelstraßc 2-4. Marxistisch« Arbeitsgemeinschaft tSchluß). Gruppe Westen: Donnerstag, 4. September, 29 Uhr, Fürsiin.Bismarck. Gymnasium, Eyb eist ratze 2, W. Goldschmidt: Da» neue Proletariat. Zungsozialisten. Gruppe Moabit: Der Gruppenadend fällt umständehalber aus.— Rächst» Zusammenkunft am 8. Septmeber. Gruppe Reinickendorf: Montag, 29 Uhr, Gruppenabend im Jugendheim Tegel, Schöneberger Straße 8. Fortsetzung der Diskussion Sozialismus und Erziehung. Referentin Anna Hartoch. Parteimitglieder und ältere SAJ. lind dazu eingeladen.— Gruppe Eharlottendurg: Morgen Montag Besprechung de» Monats. Programms, Werbekimdgebung, anschließend„Buntes Allerlei*. Beginn 19% Uhr Jugendheim Rosinenstraßc 4. Junge Parteigenossen und SAJ. willkommen. Gruppe Bilmersdorf. Am Dienstag, 2. September. 29 Uhr, im Jugend- beim Wilhemsaue 124: Außenpolitischer Jnformationsabend fPaneurvpaj. Referent: Genosse Pruskil. Gäste sind herzlich willkommen. Gruppe Südost: Gemeinsamer Treffpunkt mit dem Südaster SAZ.-Gensssen zur Dampfer.Agi!at!onsfahrt nach Brandenburg: Sonntag früh 5% Uhr an der Hochbahnstation Görlitzer Dahnhof. Gruppe Moabit: Achtung! Der Gruppenabend findet am Montag um 19?4 llhr pünktlich beim Genossen<£. Frey, Huttenstr. 70, vorn 4 Tr„ statt. Thema:„Außenpolitisch« Umschau". Arbeitsgemeinschaft der Sinderfreunde Groh-Verlin. Ortsgruppe Köpenick: Sonntag, 21. August, treffen sich all« Falken 8% Uhr vor dem Jugendheim. Wir spielen an der Ravensteinmllhle. Rückkehr 12% Uhr. Montag, 1. September, 29 Uhr, Glternversammlung in der weltlichen Schule. Kr»i» Friedrittshaiu: Kreis-Elternversammlunn am Donnerstag, 4. Septem- ber, 20 Uhr, im Jugendheim Litauer Straße. Tagesordnung: 1. Bericht au» dem Zeltlager. 2. Ausspraehe. 3. Berschiedene». 17. Krei« Lichtenberg. Achtung! Rote-Falken�hrupp« Roob tagt setzt Man- tags von 18—29 Uhr, ferner Mittwoch und Freitag von 17%— 19% Uhr im Jugrnbheim Gunterstraße.— 3Jächftc Veranstaltungen: Montag, 1. September, Btonatsversamnilung. Mittwoch, 8. September, Dorbereitung für die Nacht- Wanderung am Sonnabend/Sonntag. Freitag, ö. September, gemeinsamer Abend:„Kunterbunt". Eonnabcnb/Sonntag, 8./7. September, Nachtwandcrung Sänvärzesec.— Zunfalken. Gruppe Rord, tagen letzt Mittwach unb Freitag von 17%— 19% Uhr im Jugendheim Gunierstraße. Mittwoch. 8. September, Monats- Versammlung. Freitag, 5. Ecvtember, geuicinlamer Abend:„Kunterbunt*.— Gruppe Reu-Lichteubeeg tagt Dienstags unb Freitag» von 17%— 19% Uhr im Jugendheim Hoirffstraße. Dienstag. 2. September, Monatsversnmmlung. Freitag. 5. September. Spiele im Freien.— Gruppe Lichtenberg-West tagt jeden Mittwoch von 17%— 19% Uhr im Jugendheim Dossestratze. Parteigenossen, schickt eure Kinder zu den Kiltderfreunden. Prenzlauer Berg: Alle Rote» Falken und Helfer beteilige« stch an den Wohldemenstrationen der Parte! in den kommenden zwei Woche» tDienstag» und Freitags). Gruppe Beißens««- Achtung Elfern,»ergetzt nicht unseren umrgigen Film- abend! Wir zeigen:„Sport— früher und heute*, und„Da» proletarische Kind". Anschließend wichtige Besprechung, z» der alle Eltern nndedknat an. ««send sein müssen. Tiergarten, Rot« Falken: Dienstag von 17%— 19% Uhr im Seim Baldenfer» straße Bieftlpielabend.— Jnngfalten: Dienstag ebenda Bolkswnzabend.— Restfalken: Mittwoch von 17—19 Uhr Heimabend. Donnerstag Spielen aller Gemeinschaften auf'dem Spielplatz Premer Straße ab 18 Uhr bis zum Eintritt der Dunkelheit. Achtung. Berliner! Der Kreis Neukölln ladet alle Berliner Instrumenta- listen zum Waldfcst in der Königsheide ein. Treffpunkt 18% Uhr am Kertzberg, platz. Unkosten werden vergütet. Krei, Renkölla: Heute. Sonntag, veranstalten wir gemeinsam mit der SAJ. ein Waldfcft mit gutem Programm. Die Roten Falken bauen«in Werbe-Irlt- Inger auf, um den Eltern zu zeigen, wie es im Lager zugeht. Treffpunkt zum Abmarsch um 18% Uhr am Hertzbergplatz.' Teilnehmerkarte kostet 89 Pf.— Grnvp« Birk«: Alle Falken und Eltern beteiligen sich heute am Walbtcst. Treffpunkt 18% Uhr Hertzbergplatz.— Gruppe Lichtkämpfer: All« Eltern und Freunde unserer Gruppe beteiligen ssch heute am Waldfest. Treffpunkt um 18% Uhr am Hertzbergplatz. Die Falken tue Parole und die Eltern die Teil- nehmcrkarte nicht vergessen. Kerl, Krenzberg: Msntag. 1. Eeptemder, 18 Uhr, Britzer Straße lIugend- heim) tagt die Geld. Dienstag alle Rod, und Jungfallen 17 llhr Baden Baer- waldstraße. Hohen fchönhaufea: Montag, 1. September, vnn 17—19 Uhr in der Dingel. städter Straße, Singspiele. Dienstag, 2. September, Turnen von 18—29 llhr Schule Roedernftraße tFTGB.). Donnerstag, 4. September, sind wir im Jugend- heim Frcicnwalder Straße von 17—19 llhr. Geburkslage, Zubiläen usw. 1. Abt. Aofcrem bewährte» Genosse» Fritz Linda», SIfäsiee Str. 88,'88, i»« 25jährigca ParteijnbilSum die herzlichsten Glückwünsche. Möge e, ihm vergönnt fein, noch recht lange für die Partei zu werben und z» wirken. g.Abt. Unser Genosse Matz Man ig, Stephonstr. 63, kann am 1. September aus mar 2Sjährige Parteimitgliedschaft zurückblicken. Er hat in de» langen Jahren stet« für dl« Partei gearbeitet, gewirkt unb gestrebt. Wir goatu. lieren ihm herzlichst und wünschen, daß er n-.ch so utaache» Jahr mit»»» ge- nieinsam für nuserr iozialistischea Ideen kämpfen kann. 12. Abt. Unterem Genossen Rabolf Ballet«,, Waldstr. 2»,»nm Zisährigen ParteifnSIIZüm herzlichste Slückwnnfch«. 2». Abt. Unferem»erdievtra Genossen Wilhelm Hönlei», Ahlbecker Straße 4, zu seinem morgen stattfiodeuben 89. Geburtstag« die herzlichsten Glückwünsche. 38. Abt. Unserer Genossin Rola Helfer» zam nzjährige» Bart«. jubiläun» am 1. September die herzlichstin Glückwünsche. erster Reihe für unler« Ideale gekämpft. Wir gratuliere» ihr herzlichst anb wünschen ibr noch viel« Jahre eifriger Mitarbeit. 187. Abt. Falkenderg.Altglteaickc. Am I. September»olendet her Genosse Gustav Schlepper sein 78. Lebeasiahr. Gr ist einer»»» denen, die ihr Leben im Dienste de» Sozialismus gestellt haben. Wir übermitteln unlere herzlichsten Glückwünsche und wünschen ihm«ine» recht frohe» Lebensabend. III. Abt. Bohndorf. Dem alten, b-aoea Genossen Franz Krüger die besten Glückwünsche zu seinem 85. Gebnrtstage. 117. Abt. Lichtenberg. Unserem Genossen Adolf R» h a»» t dt« her». Nchsteu Glückwünsche zu feinem 2ojährtg«» Parteijubiläum. Sterbetafel der Groß> Berliner Partei» Organisation| 35. Abt. Unser Senosse Maß Kißner ist Im S3. Lebensjahre veo. ftorbeu. Thr« seinem Andenken! Einäscherung am Dienstag, 2. September, im Krematorium Gerichtstraße.— Unser Genosse Otto Braun ist verstorben. Ehre seinem Andenken! Die Beisetzung hat bereits stattgefunden. Sozialistische Arbeiterjugend Groß'Berlin awfevdungen kS? diese ytttbrft nur an M laatTtWefrektrim 7*erHn SW 6A. fHidcnftrufie 9 St-eiö« rcheste» Groß Berlin: Heut«. 18% Uhr. Treffpunkt Bhf. Berlin. Schöneweide. W kZ m Jungwähler heraus zur Demonstratio» am Donnerotng. 4 Septem. M W bee. Treffpunkt der Abteilungen 19 Uhr Müller. Ecke Seestraße. Fahnen und Wimpel mitbringen Treffpunkt Waldfeste»..._.______ W__________________ Besuch des Waldfestes.— Reuköllu XI: Treffpunkt»um Waldfcst 12% Uhr Sei» chower Straß». Werbe bezirk Weddiug: Alle Gruppen beteiligen stch NN der Wahldemon- stration. Treffpunkt 15 Uhr Brunnenplatz. Alle Fahrten fallen ans. Werbrbezirk Teltowkanal: Beteiligung an der Wahlkundgebung Im Park. restaurant Eüd-nd-, Steglitzer Straße. Treffpunkt M Uhr vor dem Restaurant. Anschließend zum«artellfest nach Teltpw oder zum Gewcrkschastssest. Sunapark. Lastautofahrt fällt au«. Werbebezirk Tempelhof: Treffpunkt zur Wahlarbeit 10 llhr Dvrfstraße in Tempelhos Werbebezir? Lichtenberg: Autopropagandasahrt durch die Außenbezirke Lichtenbergs mit Radsahrerumzug. Treffpunkt 13% Uhr Lokal Wegnrr. Frank. furter Allee 248'Fahnen mitbringen. «erbebezirk Reuköl»: Wir treffen uns»in» gemeinsamen Marsch S zur Königsheid« zum Waldfest um 13% Uhr S-rtzhergplatz und hoffen, K daß sich jeder daran beteiligt. Eltern und Parteigenossen sind herzlich eingeladen. Alle Ordner müssen am Bormittaa auf dem Festplatz sein. W Aus dem Programm: Politisch« Revue, Laienspiel«, Ansprach«, Volks- W tänze u. a. m. Unkostendeitrag 30 Pf.—' ZNoalag. 19'A llhr. Abtettungsmiigliederverfammluugea. Moabit HI: Heim Lehrter Str. 18—19.— Besten- Heim Hauptstr. Ib.— Arnimplatz: Heim Gleimstraße.— Falkplatz l und II: Schule Souneuburgrr Straße.— Humaunplatz: Heim Scherenbergstr. 7.— Rordofteu N: Heim Dan» ziger Str.«2, Baracke 8.— Hallefche» Zoe: Heim Porckstr. 11.— Zohannisthol: Heim Rathaus.— Pankow HI, R. F,: Seim Kissingenstr. 48. * Schönhauser Vorstadt: Schule Sonnenburger Str. 29:„Abwehrkampf gegen den Faschismus*.— Stralauer Biertel: Heim Goßlerftr. 81: Ftmktionörsitzunq. — Reiche» berger Viertel: Funktionövsitzunq. Leim Britzer Straße.— Siemens- ftadt: Schule, Funktionärsitzung.— Licht erfclde: Heim Lichterfc lde-West, Albrccht- straße 14»: Funiiivuärsitzung. Werbe bezirk Poeazlaucr Berg: Alle erwerbslosen Genossen treffen stch um 18 Uhr bei« Genossen Scholz, Lippehn.er Str. 17. Schere und Bleistift mitbringen. Werbcbezirk Wchhing: Alle älteren Genossen treffen stch 29 Uhr Pankstr. 12 sAIkoholfrei« Gaststätte). Werbcbezirk Schöneberg: Heim Hauptstr. 15: Wichtige W.-B.-Barstonds- sttzung. Die Jugendbeiräte müssen ebenfalls erscheinen. Werbebezlrk West«»- Heim Okbersstraße OungfernheideZ:„Rote�falleti. Parlament*�Itung. Werbrbezirk TeltonstHnal, Wander» imd MSmngsausschußsitzung 29 Uhr im Heim Zehlentors, Sansstr. 8._ Vneftasten der Redaktion. B. H. 80.44 Rffl.— O.®. 43. L Maßgebend Ist da« Arbeitsentgelt, das der Arbeitslose im Durchschnitt der letzte» 28 Wochen oder der letzten 8 Monat« vor der ersten Arbeiteloomeldung dezogen hat. Die Sätze der Lohnklassen 7 bi» II werden jedoch nur gewährt, wenn der Arbeitslose in den letzte» 18 Monaten mindestens 52 Wochen gearbeitet hat. ohne daß ihm zwischen Beginn und Ende der Beschäftigungozeit Arbeitslosenunterstützung gewährt worden ist. 2. Bei Kurzarbeiter trist an die Stelle eines geringeren Grund. lohne», der der Berechnung zugrunde gelegt war. der Grundlohn, der der Bc. Messung ohne die Lohnkürzung zugrunde gelegt worden wäre.— M. 8. 43. Der Reffe muß entweder das Mietverhältnis kündigen oder die Miete weiter. zahlen.— S. R. 1. Uns nicht bekannt. 2. Berlin-Neukölln, Selchower Str. 27. Die Möglichkeit außerordentlicher Ersparnisse—, wenn es sich um die noiwendigen Anschaffungen und Erwägungen handelt—, bietet der große Eerienperkauf des bekannten Warenhause, H. Joseph u. So., Neukölln, Ber- lfner Str. 51—55. Man macht die erfreuliche Fcstsicllung, daß alle angr. boten«» Serienartikel in den bekannt guten Qualitäten zu erstaunlich niedrigen Preisen zu haben sind! 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Eh« ihrem Andenke»! _ Di« Orfaycrwalfams Danksagung ffür die erwiesene Teilnahme a». läßlich des Hinscheiden« m iner lieben Frau, innerer guten Zstutter hferths«sin sagen wir allen««nassen. Freunde» und Bekannten hergltchen Äaak Klckarä Hall»»ad Kinder. «nesener S'rofte 8. Am Donnerstag, dem 28. August. 18»/, Uhr, entschlief unser lud«: Sätet, Schwiegervater,«toßvastr und Ur» großoaker Karl Schulz im TT. Lebensjahre. Die» zeigen an Artdur Sadutr u. Fitvtrrdliedave. Neu! öl In. Zonasstr. 40. DU«inLscheruiig findet am Dien»- tag, dem 2. September. I6>/, Uhr, im Krematorium Baumschulenweg, stalt. SelksnUIche Aufkerderung rar Abgebe von Steuere rklSrnnScn für die Hcrb«tveranlc� nuar und HO. Zun, 1980 geendet Hat. in dcr Zeit «am 1. 81« 23. Seplemdee 283» »Nler Benugung der vorgeschriebenen Bar» drucke abzugeben. Sieurrpsltchltge, bi« zur Abgabe einer Erllärung vervslichtet find, erbalten vom Finanzamt«wen Bordruck zugesandt Die durch da« Einkommen- steuergeseß, Kdrp«rschoft»ft»»»rgeses> und Umiatzsteucrgesrß degrstndete Birpsttchtuvg. ein» Slcuererllarung ubzugeden, auch wenn ein Bordruck nicht llderiandt ist, dleidt unbertibrt:«rsorderlicheniallo Haben dt» Sleuerpstichtioen Bordruck« vom Fianzauo an«ul»rd»r». Beult»., de» 23. August llv». Oer PrSiident de« imndnkinenremi» i1tt8!trsiliiMs88s kSr das BDchdrocKgewerbe zo Berlin SU ST. Abänderung der KassnUatping ist am W. August 1980 vom Oberver- ..._________________,_ cht einzelne Bestimmuugen früher w«rast ! Krait soweit nicl stcherungsamt genehmigt worden und tritt am i. September 1980 in einzeln« Best getreten find. lleber die Art der Einführung nerweifen wir auf da» den Arbeitgeheru und Be- triebsoble>iten zugegangen« Rundschreiben. Sämtlich« Firmen haben Abbrucke der 27. Abänderung der Kasiensaßung erhalten. �....... �xschjjst,. � � ästraße 24, auzufmchern. ver Vvr5ts«cr»»kcnk«»»« ttir da» Ludtdru decke verde zu Berlin Rldmrd lenz ilired Ekstrtm Dorfitzender Schriftführer IZu noch niel dagewesenen Preisen bringen wir Stores, eardfnsn BettdecHen 1 KOnstier-Oerdinen in besten I Qualitäten von...... ar| j Hafbstores in allen Webe- «itenvon.......... 1,73 Bettdecken von........ Ziso | DeKorationsstoffe von... 3,— Einrelverkani von 9—7 Uhr iSpezlal-Garöifleü'Wertstätteül S. Krüger Neukölln, Bei S-Slroit« 67 2. Stock am Ringbahnhof Kein Lsdeai NM Mnll«lM-Menl V'euetag. den 2. Seplemder, I nachm. 2 Ahr, im SidnngMsaal Ott verbondshause», Ltniiensiratze 83,83 I:rverb8l08en- Ver82min!»ng «er WerKzeog&tadier, Werk« zemmsiler u. SdiarlM&ieUer Tagesordnung: 1. Dortrag. 2. DUknsston. 3 IBerband»- und Branchenangelegen. Helten. Ohne Auowei« kein Zutritt. Allen Wanzen Tod und Teufel. Monzenfiuid»Martial� Mtf ftb* Danz« auf der Stellt und zerstört die Ämwester restlos. Nicht steckend, überall anwendbar. Patente DRSM Warenz er- wirst Dr. Bosdebn, SWOlkSttschinersir 3 AnMAMaes seder Art liefertpreisweri Pnizl«»Netz' oorm. Rodart Mrjer M«riesioco»tr«Sc3 Ecke SUuiumlteage Amt M-rtgpl. 10808. ftdünng, 8. Brxlrki Sic DertranenemSunerko.ferenz fällt diesen Zlionor aus. SSltvoS. 10. vr,tTU! DU Bezirleoertrouenemänacrkonlerenz <>»>0 Baztrk» finde« im Restaurant «Zum Mehren",——- um 6 llhr ff ort. Ierufalemer Straste 7. . lUhlwut. 12. Beiirk I ' Die S«»trk,nertrau«n«män»erl-»f»r-»z !de» 17. Bezirk» fällt lm Rtonat Sep. tewber au». vle Bertrirsieltuvg. SpisIpSsn unserer Aulturabirtlung. Zn der Woche vom 1. bi» 7. September: 2. Kampf dem Staub«. ?. Zack der Baseball-Spieler. 3. Technischer Film. Zu der Woche vom& bi» 12. September: 1. DI« Tochter der Revolution. Z Lustiger Tricklilm. 3. Landschafissilm. 3b der Woche vom 15. bi* 21. August: L ffilmstadt Hollywood. 1 Di« Soldmme. 3. Humcr in der Rekiame. Anfragen wegen Ueberlatsimg und B», in» der.AdUiluug. find Uleplionisch oder fchriftluh an die«usturabteiluna (BUro Lmienftr. 83,85. Zimmer 20> zurichten rite e»u»ervreltn»g. Ev�srbo-Hocksckule vo, Vo rlesungs-Varieieh nts for«joz Winter-Semester 1930 ist erschienen und wfrd vom Sekretoriqt kostsnlos versan'ci? ErhöHRch LApolbekvi\ uurogsrien VerttiebfUU\ GhgauUf' Chicago Ar. 401» 41. Lahrgang ��0 4�3 �S�tPCI 1*�0 Gonntag, 34. August �930 Generalangriff des VBML. Kündigung des Lohntarifs- mit Hilfe Gtegerwalds. Der verband Berliner Vletallindustrieller hal gestern den Lohnlarifoerlrag der Berliner ZNelallarbeiler und Arbeiterinnen zum 30. September gekündigt. Obwohl die Tariskündigung ohne Angabe von Gründen erfolgt ist, be- deutet sie ohne Zweifel die Einleitung eines Angriffes auf die Tariflöhne von rund 144000 Blelallarbeileru und.Arbeiterinnen. Tie Kündigung kommt für die Organisationen der Berliner Metallarbeiter nicht überraschend. Sie ist ein logisches Glied in der Kette der arbeiterfeindlichen Handlungen, mit denen sich der DBMI. besonders in der letzten Zeit hinreichend„berühmt" ge- macht. Mit dem AngriffaufdieGchälter ihrer Angestellten leiteten die Berliner Metallindustriellen im Juli ihre„Unkosten- senkungsaktion" ein. Der zweite Schritt war die Ablehnung aller Forderungen der Metallarbeiter zum Manteltarifver- trag. Nunmehr folgt die Kündigung des Lohntarifs der 140000 Arbeiter und Arbeiterinnen. Der VBMJ. will offenbar in der Loh», und Gehallspolilik ganze Arbeil mache». 5n den Verhandlungen, d!« im Juli wegen des Neuabschlusses des Manteltarifvertrags geführt wurden, erklärt« der Unternehmer- fyndikus Oppenheimor unter Zustimmung der Vertreter der Metallindustriellen, daß der Verband Berliner Mctallindustrieller das Vorgehen der Unternehmer der Nordwestgruppe für verfehlt halte und nichtdarandenke.mit ähnlichen Mitteln die ungünstig« Wirtschaftslage beheben zu wollen! Wenige Stunden, bevor diese Wort« fielen, hatte die Sozialdemokratie die Auf- lösung des Reichstags erzwungen. Die Worte fielen also unter dem frischen Eindruck dieses Er- eigwsses und angesichts der Ungewißheit der kommenden inner- politischen Entwicklung. Solange die Stellungnahme des Reichs- arbeitsminifters Stegerwald hinsichtlich der Vergebung von öffentlichen Aufträgen an die Berliner Metall- industriellen wegen des Gehaltsabbaukonflikts mit den Angestellten noch nicht feststand, vermied der VBMI. die Kündigung des Lobntarifs der Metallarbeiter. Nachdem aber Herr Stegerwald sich den Berliner Metallindustriellen unterworfen und ihnen öffent- lich bescheinigt hat, daß ihr Verhallen in keiner Weise un- sozial fei, wurde die Katze au« dem Sack gelassen. Di« Berliner Metallindustriellen wollen mst aller Gewalt das Konto Löhn« und Gehälter noch mehr senken, ols es durch die Rationalisierung ohnehin schon geschehen ist. Sie fragen nicht danach, ob ihre Arbeiter oder Angestellten auch menschenwürdig leben können. Daß viele ihrer Arbeiter schon seit Wochen und Monaten verkürzt arbeiten »ich mit ihren Familien«in kümmerliches Dasein fristen, ist ihnen höchst gleichgültig. Di« Löhne und Gehälter müssen um des noch höheren Profits willen herunter. Was kümmert es die Unternehmer, wie ihre Arbeiter leben: was geht sie deren Arbeitsfreude an? Das Tempo der Maschinen und des laufenden Bandes wird schon die Menge der Produktion bestimmen, ob der Maschinenmensch nun arbeitsfreudig ist oder nicht. Das ist die Situation, wie sie die Unternehmer einschätzen. Durch diese Rechnung werden die Berliner Metollarbeiter«inen dicken Strich machen. Die qualifizierten Facharbeiter mst einem Tarifspitzenlohn von 1,12 M. je Stund«, werden genau so geschlossen dem Lohnabbaudiktat entgegentreten, wie die mst 84 Pf. je Stunde entlohnten Transportarbeiter. Bor einer Woche wurde auf dem Berbandstag der Metall- arbeite? mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht, daß der Metallarbeilerverband jeden Lohnabbauverfuch mit alleu verfügbaren VUkleln bekämpfen wird, und daß trotz der starken finanziellen Anspannung die Kassen der Organisation noch gefüllt genug sind, um den Unternehmern einen wirksamen Widerstand entgegensetzen zu können. Durch das Vorgehen des Verbandes Berliner Metallindustrieller kann es im nächsten Monat in Berlin zu einem Arbeitskampf kommen, wie er hier seit Jahren nicht mehr gesührt wurde. Einig- k e i t in den Reihen der Berliner Metallarbeiterschast ist jetzt das höchste Gebot. Die erste Antwort werden die Arbeiter und An- gestellten der Berliner Metallindustrie den Herren aus der Pots- damer Straße am 14. September erteilen:„Jede Stimme de r Sozialdemokratie!" Das muß die erste Kampfansage der Angestellten und Arbeiter der Berliner Metallindustrie sein. „Die Macht der roten Gewerkschasten." Das Wort hat der Neid! In der Berliner Wahlzeitung der Deutschen Bolkspartei, den „Btrliner Stimmen", lesen wir unter der Ueberschrift„Die Macht der roten Gewerkschaften" über die Entwicklung des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes diese Sätze: „In dem Bericht(des ADGB.) wird hervorgehoben, daß in- folge der Wirtschaftskrise einerseits und des gewerkschaflsschädlichcn Treibens der Kommunistischen Partei andererseits die Ergebnisse der Mitgliederbewegung nicht befriedigen können. Wir finden es immerhin bemerkenswert genug, daß sichtrotzdieserHem. m u n g en der Mitgliederzahl von 4866000 1928 auf 4 948 000 Ende 1929, also um 82 000 erhöht hat. Kennzeichnend ist es, daß der Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter mit 9,3 Proz. den relativ stärksten Zuwachs verzeichnen kann Die finanzielle Macht der Gewerkschaften, die gleichfalls angewachsen ist, zeigt sich in der Etatausstellung. Danach haben sich die Einnahmen von 221 Will. Mark auf 251 Mill. Mark erhöht." In diesem klagenden Ton geht es weiter, und in einem weh- mistigen Kommentar diktiert der Neid dies« Sätze:„Im gleichen Augenblick, in dem solche Zahlen im Reichstagswahlkampf fühlbar werden, schreiben manche bürgerlichen Zeitungen von der(angeblichen) Macht der„Parteibürokratie" im bürgerlichen Loger. Wenn es nur eine solche Macht im staats- bürgerlichen Lager gäbe!" Verbrecher gegen Gewerkschaft. Zum Streik im Engelhardt-Ausschank in der Münzflraße. Zu dem Streik im Lokal Münzstraße 20. der ausgebrochen ist, weil der Unternehmer sich von der Bezahluirg der tariflichen Löhne drücken wollt«, muß noch nachgetragen werden, daß sich dieser Kampf zu einer Auseinandersetzung zwischen dem BerlinerGanooen. verein und dem Zentrolvcrband der Berliner Hotel-, Restaurant- und Cafe-Angestellten zuspitzte. Der Unternehmer haste 25 bis 30 Leute aus den Berliner Derbrecherkreisen in sein Lokal gefetzt, die die Streikposten vor dem Lokal belästigten und Aufläufe verursachten. Der Gewerkjchaftsangestellle des Verbandes wurde von diesen Leuten niedergeschlagen. Die Polizei nimmt insofern gegen die Streikenden Stellung, als sie in den Streikposten ein „Lertehrshindernis" sieht und auch heut« wieder d i e Streikposten zur Wache brachte! In Wirklichkest verursachen die Verbrecherkreise hie Zusammenrottungen und die Verkehrshindernisse. Die Polizei weigert sich, den Streikposten beim Zettelverteilen Schutz zu ge- währen. Es wird die höchste Zeit, daß hier einmal durchgegriffen und für«inen Schutz der Streikposten gesorgt und so verhindert wird, daß die Berliner Verbrecherwelt ihren Willen durchsetzt und den Unternehmer in die Lage versetzt, sich über die tarifoertraglichen Abmachungen hinwegzusetzen. Eine„sozialpolitische" Tagung. Die Innungsbeamten unter sich. Am 85. und 26. August tagt« in Chemnitz der Haupt- verband Deutscher Jnnungskrankenkassen. Schon aus der vorjährigen Tagung in Mülheim-Rhein war der versuch gemacht worden, durch Zusammenfassung der Versicherten- vertrete? einen einheitlichen Willen zum Ausdruck zu bringen. Dies gelang erst in diesem Jahr. Dem Hauptverband der Innung»- kmnkenkassen wurde zum ersten Male gezeigt, daß die Ber- �_____■. tjr____________ Semd er»ngebot B*lsend*r Lackpumps, •uch als Spangenschuh ■cht thavraattf Haseinuss mit Perllaok-Auf läge ■rMMy weise gedoppelt Prima braun Rindbox sicherten in keiner Weis« mit seiner GeschZstsfühnrng«inV»r> ' struüten sind.-.. i> lieber„Die Reform der Krankenversicherung" sprach der Gs- schiisteftchrer des- chauptoerbandes,-Drehst g n f« l d. 3a«iper niit mel Pathos vorgetragenen Rede versuchte er. der Versammlung die Notverordnung des Reichspräsidenten. zur Krankenversicherung schmackhaft ju machen. Daß auch' die schon langst-widerlegte Be- hauxtunz, der Geschäftsführer Lehmann des cha.uptverbandes dSt'Krankenkassen sei dsr Vater der Notverordnung, auch auf der Tggnng der Inn u ngSk ra nk e n ka sse n ausgestellt wurde, versteht sich. -• Frau Klara S ch um a n n- Breslau sprach über„Grund- sätzliches und Praktisches zur Lusammenarbeit von Versicherungs- tragern und freier Wohlfahrtspflege auf dem Gebiet der Mütter- erholungsfürsprge und Mülterjchuwng". Die'Ausfassung der Vor- tragenden über die sv wichtig« Frage der Geburtenregelung wurde vdn den Versichertenvertretern entschieden abgelehnt. Ddr Geschäftsführer B o r che m- Bonn' sprach über-„Die Jnnungskrankenkassen in ihrer ethischen und wirtschaftlichen Be- deutung für das deutsche Handwerk und für die Sozialoersicherung im ollgemeinen". Was bei diesem Vortrag die Dersichertenoertreter über sich ergehen lassen mußten, spottet jeder Beschreibung. In der Aussprache wurden auch dies« Ausführungen von den Versicherten- ' Vertretern entschieden zurückgewiesen und zum Ausdruck gebracht, daß die Innuqgski'antenkassen überlebt seien. In diesem Jahr« sind zum ersten Male die Bersichertenoertreter zu Wort gekommen. In einer Erklärung wandten sie sich entschieden gegen die Notverordnung. Diese Kritik scheuchte die Innungskrauter auf, Nachdem sie und ihr Geschäftsführer sich be- ruhigt halten,, wurde der bisherige Vorstand van der. Unternehmer- wehrheit wiedergewählt. Bei der Wohl' einer Satzungs- .kpinmisfjon wurde über den Antrag der Lersichertcnvertbeter, außer zwei Unternehmcrvertreten drei Versichertenoertreter zu wählen, nicht abgestimmt! Auf der Tagung war die Presie nicht zgge lassen worden. So, sieht,«ine„sozialpolitische" Tagung aus, wenn sie von Jnnungskrautcrn beherrscht wird. Nei(Slemens ist für die KpO. nichts zu holen. Drei Reinfalle. Am Freilag fand im Lokal Weidner in' Siemensstadt. eine gut besuchte Besriebsoersalpmlung des W« r n s r w e r k s sta'it. Genosse ■ S r i[p ie 11 sprach über die' wirtschaftliche Lage. Er schilderte kurz die Entstehung der modernen Arbeilerbewegung und ihre Einwir- kung auf Staat und Wirtschaft. Er war gezwungen, auf einige Zwischenrufe der Kommunisten(die etwa 30 Mann stark waren) einzugehen. Dabei kamen die Kommunisten sehr schlecht weg. Die �Rote Jahne" bringt in ihrer Sonnabendausgabe einen Bericht,'der� von'Lugen'' strotzt. Der kommunistische Reichstags- kandidat Ul br i cht hatte sich widerrechtlich in den Besitz einer Aus- weiskarte des Wernerwerks gesetzt, um die Versammlung besuchen . zu könne». Er meldete sich als erster in der Diskussion zum Wort. Der Arbeiterratsvorsitzende, der die Versammlung leitet«, fragte nach Namen und Abteilung, die Ulbricht natürlich nicht abgeben konnte. Er wurde dreimal aufgefordert, den Saal zu verlassen, was er nicht tat. Di« Versammlung lehnte mit überwältigender Mehrheit ein weitere? Verbleiben ab. Trotz nochmaliger Auf- sorderung, den Saal zu verlassen, blieb Ulbricht in her Versamiblpng, so daß der Arbeiterratsvorsitzende, um es nicht zu Tätlichkeiten kommen zu lassen, die. Versammlung schloßt...... Am Sonnabend vormittag sollte in den' Ärminiussälen eine Dersammlimg des Clmowerkes stattfinden. Hier sollte der kommunistische Reichstagskandidat K o h l m a n n, Mitglied des Ge- samtbetriebsrats, seinen Kahl verzapfen. Die Ei rno Werlsbelegschaft. die etwa 3000 Mann stark ist.„strömte" so. stark in den Saal, daß insgesamt 13 Stühle besetzt wurden. Räch sünfviertelstündigem Warten erklärte die kommunistische Dersammlu'ngsleiatng' d! e Der- sammlung für„vertag t". Am gleichen Tage versuchte di« KPD.- zell« des Konzerns um 13 Uhr vor dem Verwaltungsgebäude der Siemenswerk««ine Versammlung zustande zu bv-ngen. Ein Sprech- chor von 6 Mann forderte auf, List« 4 zu wählen. Zwei Wander- redner bemühten sich, ihr« Weisheiten an. den Mann zu bringen. Di« Angestellten strömten nur s», allerdings vorbei. Mit betrübten Mienen gingen die Bolschewisten wieder nach Hause. Di« Siemens-Belegschaft wird am H. September die Liste l, Sozialdemokraten, wählen. Immer wiederpolitikbeiderReichsbahn Aus dem Rereich des Werkdirettors Zinkeisen. Im Berliner Bezirk wurden im Frühjahr schon Hunderte von Arbeitern aus dem Betriebs- und Derkehrsdienst in die Bahn- meistereien versetzt, um ihre Entlassung zu verhindern. Darüber hinaus mußten zu derselben Zeit fast 300 Wcrkstättenarbefter dem Betrieb den Rücken kehren. . W'epn.es auch. dein- Einheitsverband gelang, die vorgesehene Personaloerminderung von 5000 Werkstättenarbeitern aus ein Minimum hevabzudrücken, so war doch nicht zu umgehen, daß wieder eine beträchtliche Zahl Berliner Werkstättenarbeiter g e k ü n di g t wurde. Bei der Auslese der abzubauenden Arbeiter kommt es aber darauf an, die s o z i a l e n Richtlinien in den Vordergrund zu stellen und nicht die gewerkschaftliche oder parteipolitische Richtung. Will es die RBD. Berlin verantworten, daß der Werkdirektor Z i n k e i s e n bei der Auslese die schützende Hand lediglich auf die Werksgemeinschaftler und Stahlhelmer legt? Wer macht Herrn Zinkeisen die Meldung, daß— sagen wir einmal der Arbeiter Meyer—. ein Erzkommuni st ist und der Arbeiter Schulze ein I u d e und darum als„unproduktive Kraft" Abgebaut werden muß? Außenstehende Personen, z. B. Parlamentarier, die in engem Konnex mit den Werksgemeinschaftlern stehen, sind richtung» gebend bei Herrn Zinkeisen. Vorläusig ist der Betriebsrat als gesetzlich« Körperschaft dicfenige Stelle, die nach Rücksprache mit den zuständigen Leitern der Meisterschaften objektiv genug ist, zu prüfen, wer als unproduktive oder produktive Kraft in Frage kommt. Unter keinen Umständen darf es aber soweit gehen, daß freigewerk- schaftliche. Arbeiter von Werksgemeinschaftlern oder außenstehenden Personen dem Herrn Zinkeisen zum Abbau. vorgeschlagen werden. Viel wichtiger wäre, einmal in denjenigen Stellen der Werks- leitung Tewpekhof hineinzuleuchten, dk es wohl verstanden,«imi Anzahl Werkzeugmaschinen im Werte von über 1 Million -Mark zu'bestellen, die aber in keiner Weise ihren betrieblichen � Zweck exsüllen.- Hier- sitzen, in der Tat die unproduktivsten Kräfte. Betriedosralti»» der KBD. dein Bczirkraalt Jtcenjferg. Mr alle Plfb-itct, Anaestellten und Beamten des Sejirtsamts Sonnetstas, 20 Ilhr, Im Lokal man Ewald,. Mpllher' Sir. 126, iiffsntlich« Secfamnt. lunz. Tagesordnung: 1.„Di« Somli-mottctic. int flampf gegen die Diktatur". Referent Klara Bahm-Schuch, M. d. R. 2. Llusfvrachr. Der Ziaktionsoorftaud. ' Beamte,, Slckttullg! Donnerstag.' 20 llZr. im großen Saal der Mufikerlale.' Kaiser.WiIbelm.Str..61. öffentliche Beeuntenversammlung. Sagesorbnufig:.Die Reichs'agswadien und die Beamten". Referent Aldert- ssaltenderg. M. d. R. Zahlreiches Erscheinen erwartet Das Betriebsfeioetariat der KPD. Arbeiisotttt Wefi! Dienstag. 20 Uhr, im Restaurant Koste. Char. wttenburg, Kaiserin-Augusta-Allee 81.» wichtige Bersammlung.»Senosse E. Zachert. M. d. L., spricht Wer Tlampf gegen die Reaktion". Zahl- reicher Besuch wird erwartet. Der Israitian«oo rstand. Arbeiteamt Rordost! Kraitionsoersammlung Dienstag. IS-K Uhr, Lokal Schönhauser sZestsäle, Schönhauser Allee 129. Brrtrag des®e. nassen ffrih Schröder:..Der 14. September, ein Schicklalstag für die Arbeitslosenpersscherung". ssreie Aussprache. Der Zrattionsoorftaud. Betriebsfraltipn der KPD. beim Betirksamt Mittel Donnerstag, 10 llbr. im Sackeschen Kos. Rasentbaler Etr. 40—41, Wablknndzebung. Mir' laden alle beim Bezirksamt Mitte Beschäftigten hierzu freundlichst ein. Der>sraltio-sp»rst-nd. Bewag. Bersammlung aller Arbeiter und Augestellten der Beroag Dienstag, lO'b Uhr, in den Germania.PrachH'älen, Chousseestr. LlO. Es spricht Klara'Pohm-Schuch, M. d. R.„Welche Bedeutung hat der 14. September nie die Arbeitnehmer der llädtischen Werke?" Wir er- warten das Erscheinen aller Angestellten und Arbeiter. Zutritt nur gegen Betpag-Ausweis. SPD.-Zroltion der Bewag. TPD..graktian de« Verbandes der Rahrungsmittel, und Getraute. arbeitet! Reichstagswahlkuudgeb trng Dienstag, 20 Uhr, im großen Caal des Hackeschen Los, Rosenthaler Str.<0— 41, am Kackeschen Markt. Wahlansprache des. Genossen Emil Barth. Mitwirkung des Gesang. pereins„Morgengrauen". Eingeladen sind die mit der SPD. spmpath!. fierendett Beckdandsmitgtirder gegen Vorzeigung de? Verbandsmitglteds. buches. Der Zraktionsporstand. Betrlebssraitian der SPD. beim Bezirksamt Berlin-Werßensee. Mon» tag. lSsh llhr, Lkhderstr. 122, Restaurant uon Dallas. Bersammlung aller beim Bezirksamt beschäftigten Arbeiter, Angestellten. Beamten. Tagesordnung: 1.„Der Kampf der Sozialdemokratie qeaen den Bürger. block und die Reichstagspxthl". Referent Stadtverordneter Genosse Her» mann Lemprrt. 2. Aussprache. Z. Verschiedenes. Der Fraktiousuorstand. Gesamtverband der Arbeitnehmer der öffentlichen Betrieb« und de« Per- fune». und Warcuuerkehrs, Bezirks- und Orisvertralwng Berlin. Morgen, Montag, im Lokal Reu- Tivoli, Treptow, Rene Krugallee A, ssrakilonsversamin- lung aller beim Bezirksamt Treptow beschäftigten Parteigenossen, mit Krauen. Etimpathisserende sind eingeladen. .�reieGewerkschafts-Inaend Berlin tWWWWWWWWW Die Sprechchormiiglieder treffen ssch heute um Uli Uhr in Lichtenberg, Lllckstraße, Kino-Kosmos. Am Abend Sprechchorauffithrung auf dem Eewerkschafisfest im Luuapark. Montag, 1. September, Kreisfunktionär- sstzung des Ostkreises um 1S>H Uhr im Jugendheim Scharnweberflx. 29. 0Iuaendoroppe des Zentralverbandes der Anqeffellten Wir beieiligen uns am Gewerlschafis'est Im Lunapark.— Rordost, Paulow.Riederschiuhauseu, Schönhauser Vorstadt, Sesundbrunuen,»bar- lotteuburq und Schäueberg fahren zum AfA-Sewerischaftssest nach Eberswalde. Trefsuuitkie siW innerl?»lb der �ugeiidbezirke oerabredet.—. Morgen, Montag, folgende Veranstaltungen: Weddiag: slugendheim Turiner Ecke Seestraße. Vor» trag:„Die Republik und ihre Gegner".. Referent Heinz Löwi.— Brig: Städtische» Jugendheim sRathaus). Vortrag:„Werkssugendpflege.— Sie werben um die Seele", Referent Herbert Dewald.— Urban: Jugendheim Zlughasensir. 08. 120 Minuten Zrohssnn.— Tempelhoi: Augendheim der Schule Germauiastr. 4—6. Eingang Gähstraße. Unser Heimabend fällt aus. wir stttd auf sserieufahrt. 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Je JOOOCV-52 zu..je-. 6000, 184 zu j« " 4066# zu ja 600, 8000, 272 an zu t» L00 M. j« 2000. S4S zu je 1000. 1SS6 ksrnt stenograplilereii! in der nnd zwar: Moabit: Montag, I. Sept., Im Lulsea-Grmnasiuro, T urrastr. 87 Nordon: Die nstag, 2. Sept., in der Ciemeindeschule, Schuistr. 99 Nordosten: Donr-erstag, 4. Sept., In der Gemeindeschule, Senefclderstr. 6 t Freitag, 5. Sept., In der Geincindeschulc, Frankfurter Allee 37 ?. Freitag, S. Sept.. I. d ücmelndcschuie, Reichenbcrgar Str. 67-70 N-ukälli! Frcitas.S Sept., L d. Karl-Marx-SchuU, Kaiscr-Frlcdr.-S r 209-10 Südwesten; Dienstag. 2. Sept., in der OetBcIndeschnle, Qnclsenaustr. 7 Chcrlottanburaz Freitag, S. Sept, Dienstag, 2. Sep;. In derQtmelndeschule. Scharnweberstr. 19 Alle Kurse beginnen abends>/, s Uhr Die Anmeldoe —.... ui�.uuug erfolgt am erstes Abend le den genauntcQ Bezirken. Kortosdaaer 15 Abende. 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Anschließend Frühkonrert 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Lohn- und Arbeitsschutz der Frau und des Kindes. 15.40: Das Buch als Erlebnis. 16.05: Der Sternhimmel im September und Oktober. 16.30: Konzert. 17.30; Jugendstunde. 18: Saisonbeginn. 18.25: Wege nach Neu-Dcutschfand. 18.50: Unterhaltungsmusik. 19.35:' Drei Minuten vom Arbeitsmarkt 19.40: Das Interview der Woche. 20; Rückblick auf Platten. 20.30: Tanzabend. 22.30: Abcndunterhaltung. Dienstag. 2. September: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonrert 12.30; Die Viertelstunde für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Die Auswirkung der Wirtschaftskrise auf die Frauenarbeit 15.40: Krankheiten, die von Haustieren auf den Menschen übertragbar sind. 16.05: Frederl Mistral zum 100. Geburtstage des Dichters am 8. September. 16.30: Nachmittagskonzert 17.30: Jugendstunde. 18: Stunde mit Büchern. 18.30; Staat und Partei. 19: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt. 19.05: Unterhaltungsmusik- 20; Literarische Umschau. 29.30: „Die Sizilianische Vesper" von Verdi. Mittwoch, 3. September: 6.30; Funkgymnastik. Anschließend Frühkonrert- 9; Von der Deutschen Welle: Schulfunk. 12.30: Wettermeldungen für den Landwirt. 14: Schallplattenkonzert 15.20: Wieviel Steuern zahlt die Hausfrau? 15.40: Jugendstunde. 16.05; Deutsche Bildhauerkunst im neuen Deutschen Museum. 1630: Aus Königsberg: Berühmte Opcrnrwischenspiclc. 17.40: Programm der Aktuellen Abteilung. 18c Aus Königsberg: Gang durch die musikalischen Schätze Ostpreußens. 18.30: Der konservative Staatsgedanke. 18.55: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt 19: Unterhaltungsmusik. 20: Das Genie-Problera. 20.30:„Wachtel singt bei Kroll". Alt-Berliner Hörbild von Hans Brcnnert Danach Tanzmusik. Donnerstag, 4. September: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert 12.80; Die Viertelstunde für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Hausfrau und Haus- angesteltle, 15.40: Rundschau für Blumen- und Gartenfreunde. 16*05: Operettenmusik von einst und Jetzt 17.30: Jugendstunde. 17.50: Die Errählyng der Woche. 18.15: Karl Jöken singt Schlager. 1885: Organe der Staatsgewalt 19: Drei Minuten vom Arbeltsmarkt 19.05: Chorgesänge. 19,30; Schallplattenkonzert 20 s Wovon man spricht. 20.30; Symphoniekonzert. Danach Tanzmusik- Freitag. 5. September: 6.30: Funkgymnastik, Anschließend Frühkonrert 12.30: Wettermeldungen für den. Landwirt 14; Schallplattenkonzert 1820: Die Küche Im Herbst 15*40: Aus der Berliner BohÄme der neunziger Jahre. 16.05: Jugendstunde. 16..30: Bekannte und unbekannte Musik von Verdi. 17.30: Das neue Buch. 17.40: Programm der Aktuellen Abteilung. 18.05: Klaviervorträge. 18.30: Wandlungen im deutschen Partei weseu. 1855: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt IS; Programm der nächsten Woche. 19.30: Was nützen uns Biographien. 26s Unterhaltungsmusik. 21: Witz und Satire in der Musik. 22.30: Aus Budapest: Zigccneonusik* Sonnabend, 6, September: 6.30: Funkgymnastik. Anschließend Frühkonzert 12.30; Wettermeldungen für den Landwirt 14: Schallplattenkonzert. 15.20: Wenig bekannte Schlösser in der Mark. 15.40: Sportliche Improvisationen. 16: Begegnungen mit der Powenzbando. 16.30: Jugendbühne. 1730; Orchesterkonzert. 18.55: Drei Minuten vom Arbeitsmarkt 19: Die Idee des Staatsbfirgerturas. 19.25: Zehn Minuten Film. 19.35: Programm der Aktuellen Abteilung. 20: Blasorchcster- konzert 21;„Dr. Einwenders Hochzeitsreise." Eine kleine Funkrevue. Danach Tanzmusik. Das Abenbkonzert aus her 5 u n l a u s ft e H u n g, bas bis populären Komponisten Viktor Hollänbsr, Paul Lmcke unb Jean Gilbert als Dirigenten ibrer Werke brachte, mar eine nette Wochen» enbimterbaltung, besonders, da auch hie Solisten Torhy Milowitsch und Karl Aken stimmlich Gutes botsn.— Sehr anschaulich war diesmal die Erzählung der Woche. Ernst W. Freistler ist kein besonders guter Sprecher und leider schadete er hoburch seiner Darstellung etwas, die mit tiefer Emsühlung in Psychologie und Milieu der Handlung sich aufbaute.— Dr. Ernst Diebold. Theaterkritiker her„Frankfurter Zeitung", sprach über„Plagiate" in bezug auf die Affäre ch e r n e t- ch 0 l e n i a. Diebold hat Lernet-Holema vor einigen Jahren den Kleistpreis her Stadt Frankfurt zuerkannt; man darf ihm daher alles andere als eine Voreingenommenheit gegen den»Schriftsteller zutrauen Wenn Diebold trotzdem recht scharfe Worte gegen ihn fand, so ist das auf Grund der Tatsachen dieser peinlichen Plagiatsaftäre nur allzu verständlich.— In der Jugendstunde erzählte Dr. Else Möbus anschaulich von einer Reise „Im Frachtschiff vom Schwarzen Meer bis Italien".— Otto Katz benutzte seinen Vortrag„Wie sie ihren Heg wachten", zu emer Preisrede auf die Segmingen der Stalin-Polftik für das Proletariat. — Auf der deutschen Welle unterhielten sich Ministerialrat W 0 l d t und Fritz Segall über das Thema„Was gibt die Ar» beüterfchgft dem Rundfunk?" Ueber den interessanten Bortrag wird noch ausführlich berichtet werden. Des. KSnixswllsteHiatisen. Sonntag, 31, August: Ab 630: Uebcrtrigung aus Berlin. 18: Nikolaus Lonau zum 100, Todestage. 18.30: Johann Georg Hamann zum 200. Geburtstage. 18.56; Theater und Publikum. 19.25: Peter Flamm liest aus eigenen Werken. 39; Deutsch- land sender; Aus Hamburg:„Nanon", Komische Oper von Qen6e. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Montag 1. September: � 16; Als Austauschlehrer in England. 16.36: Aus Berlin: Nachmi'tagskonztrt 17.30: Vom unbekannten Haydn. 18: Arbeit und Freude. 18.25: Uebertragung aus Berlin. 1855; Englisch für Anfänger. 19.25: Die Uebcrwlnterung und Vorkeimung der Frühkartoffel. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 20; Deutschlandsender: Uebertragung aus Berlin. 21: Aus Leipzig; Humper- dinck-Gedächtnisstunde anläßlich seines Geburtstages. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Dienstag, 2. September: 16: Aus dem Zentralinstitut für Erziehung und LihterrJcht 16.30: Aus Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30: Oer Völkerbund Im Dienste der Hygiene 18: Polizei und Justiz, 18.30; Uebertragung aus Berlin. 1855: Richard Wagner als Regisseur. 19-25: Die deutsche Rcichsverfassung. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 20; Deutschlandsender: Aus Stuttgart;„Himmel und Hölle", Bunter Abend. 21.15: Aus Stuttgart: Orchesterkonzert. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Mittwoch, 3. September: 16; Schul funktechnik. 16.30: Aus Hamburg: Nachmittagskonzert 17.30: Deutsche Landstraßenliedcr. 18: Was verdient der Angestellte? 1830: Uebertragung aus Berlin. 18.55: Spanisch für Anfänger. 19.25: Das Recht der Köndigungsbeaniten. 19.55: Wetterbericht für die Laudwirtschait 20; Deutsch- landsender: Aus Köln: Abendkonzert- Anschließend Uebertragung aus Berlin. Donjmrstag, 4. September: 16; Ende des Schulaufsatzes? 16.30; Aus Berlin: Nachmittagskonzert. 17.30: Unterhaltende Stunde. 18; Deutsche Schulen in Brasilien. 1835: Uebertragung aus Berlin. 18.55: Spanisch für Fortgeschrittene. 19.25: Die. Ausbildung der Frau als Ge.flügclhaltorin und ihre Aussichten im landwirtschaftlichen Betrieb. 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 20; Deutschlandsende;: Uebertragung aus Berlm. 20.30: Aus Stuttgart: ,.Im Land der Crysanthemen". Rezitation und Musikvorträgo. 21.30: Aus Stuttgart: Orchester- konzert. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Freitag, 5. September: 16; Eugenik und werdende Reife. 16.30: Aus Leipzig: Nachralttagskonzert, 17.30; Unterhaltende Stunde. 18: Der Staatshaushalt. 1830: Uebertragung"aus Berlin. 18.55; Englisch für Fortgeschrittene, 19.25* Wissenschaftlicher Vortrag für Acrzte. 19.55; Wetterbericht für die Landwirtschaft 20: Deutscblandseader; Aus Köln: Tänze und Märsche. Anschließend Uebertragung aus Berlin. Sonmabead, 6. September: 16; Die natürlichen Grundlagen der Politik. 16-30; Aus Hamburg.' Nach- mittagskonzert. 17.30:..Lustige Abenteuer" von Michael Soscht-scbenko. 18; Platz der Arbeit! 18.30: Gesellschaftswissenschaftliche Gegenwartsfragen. 19: Uebertragung aas Berlin. 19.20: Stille Stund«, 19.55: Wetterbericht für die Landwirtschaft 30: Deutschland senden Aus Hamburg:„Hinter den Kulissen des Olymps", Musikvorträge. Anschließend Uebertragung aus Berlin. "S39.-»g5?- Steppdecken WMYY» Handarbeit 178- WWlplöschTeppkhe extra schwer, Beideroond "»4.-~£S58.- -169.—$78.- ~m9r�mi8r opanaauer brr. 9/t Hohal-Teppiche ßsim In unserer sehenswerte n jemiNEM-ABmunm Dekoration en u. Gardinen i vollen det in Form und Farbe. bcM-preibu�H![— flMO'WO WOO7/' f p. j yoDl- 520 Möbdbeiuasfüffs Von der Rebe znrftck Dr.Ewoid Fabian, Zalmaizt Uhlandrfrabc 52 Von der B«Ue ziuildc Dr.med. 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Das nächtliche Berlin erwachte, Lichtreklamen blitzten ihn an, aus den Cafös und Tanzbars quoll Musik, so daß er unwillkürlich seine Schritte nach ihrem Takt einrichtete, und Verkehrsampeln blitzten rot, grün und gelb an den Straßenecken.?lls er einmal zu- fällig aufwärts sah, wo der vergessene Himmel dank et ruhte, sah er viele Sterne darauf ausgebreitet. Niemand kümmerte sich um ihn, Millionen Schicksale ersüllten sich, gleichzeitig mit dem seinen. Beim Oranienburger Tor begegnete ihm Fräulein Lizzi, ein ältliches, stark geschminktes Mädchen, auf der Jagd nach einem Freier. Er blieb einen Augenbück stehen, um sich mit dem Mädchen zu unterhalten. »Da bist du ja wieder,* meinte sie.„Na, wie wo?'» in der Sommerfrische?* Sie wußte natürlich, woher er kam. In diesen kkreiseu fnoktio- merte der Nachrichtendienst schnell und fehlerlos. Als«r in die Brumienstratze einbog, legte sich ihm ein betlem- mendes Gefühl auf die Brust. Und je näher er dem Haus kam, um so zögernder und unsicherer wurde sein Schritt. Dem Hause gegenüber befand sich die große dunkle Toreinfahrt einer Stell- mocherei, hier verbarg er sich. Die zwei Fenster im dritten Stock waren erleuchtet. Obgleich Mitte August, war es dennoch ein kühler Abend. Nach einer Weile begann es zu regnen, langsam, aber anhaltend, in schweren Tropfen. Einen Mantel hatt« der Gefangene nicht. So fror er denn ziemlich und begann eilig auf und ab zu gehen unter der Toreinfahrt der Stellmacher«!. Dabei beobachtete er unentwegt die zwei erleuchteten Fenster. Nicht um die Welt hätte er ein Auge davon gewandt. Es fiel ihm ein, daß lein Kind vielleicht schon schlief und daß er es um sein Leben gern gesehen hätte. Sie aber, sie tvollif seine Rückkehr nicht. Weshalb? Der Leute wegen vernmt- lich, die im Hause wohnten, es war nicht angenehm, mit«mein Manne unter einem Dach zu wohnen, der soeben aus dem Gefängnis gekommen war. Er sah das ein. Sie mußte froh sein, überhaupt «ine Wohnung zu besitzen. Aber daß si« nun nichts mehr von ihm wissen wollt«? Komisch, diese Frauen! Er wurde nie so recht klug aus ihnen. Die Hauptsache war natürlich, daß sein Kind es so gut hatte als möglich. Wi« mochte es ihnen ergangen sein während seiner Abwesenheit? Und hier begann der Gefangene immer aufgeregter auf und ab zu stampfen und immer heftiger mit sich selbst zu kämpfen. Zögernd entschloß er sich dann, hinaufzugehen. Den Hausschlüssel hatte er noch. Er ging über die Straße, die Melone noch immer in der Hand, der Regen prasselte auf seinen ungeschützten Kopf nieder. Er schloß das Hauswr auf. Niemand ich ihn. Er trat ein. Wie ein Dieb schlich er sich die Treppe hinauf. Er tastete sich im Dunkeln aufwärts, ohne die Flurbeleuchtung zu benutzen. Bor Thea- Wohnungstür machte er halt und schöpfte vorerst Atem. Durch den hellen Türspalt drang Stimmengewirr und Gelächter. Er klopfte an. Der Lärm drinnen verstummte. Dann sagte eine Stimme. Aber«s war nicht die Stimme Theas, sondern eine Männerstimme. »Wer ist draußen?* Der Gefangene antwortete nicht. Er hustete nur verlegen. Nachdem hinter der Tür eine Zeitlang getuschelt und das Für und Wider erwogen wurde, öffnet« sich ein schmaler Türspalt und Theas Gesicht erschien in der Spalte. Sie sah ihn starr an. als aSÄ: 3)ie9£irSche röhren „Die Brunst hat in diesem Jahre frühzeitig eingesetzt,* sagte der Förster.»Di« Rehböck« orgeln noch, und schon fangen auch die Hirsche an. Gestern nacht habe ich im Wienroder Forst drei von den Burschen unterschieden. Einer grölte gewaltig. Wenn Sie es fertig bringen, um 3 Uhr aus den Federn zu kriechen, können Si« mich morgen früh abholen. Um 4 Uhr gehe ich los.* Weißer, wattiger Nebel erfüllte das Tal, als wir uns ein paar Stunden später auf den Weg machten. Unsichtbar rauschte die Bode neben uns. Nach wenigen Schritten bogen wir von der Straße ab und schlugen einen Jagdsteig bergauf ein. Es war noch so dunkel, daß ich über die Wurzelknorren stolperte und mich dicht hinter dem Förster halten mußte, um ihn nicht zu verlieren. Kreuz und quer ging es an den Hängen des Bodetals hinauf. Mit der anbrechenden Dämmerung wachte auch der Wind auf, und der Wald begann leise zu sausen. Au- den Wipfeln jenseits des T«ls erhoben sich Nebelschwaden und zogen, vom Winde getrieben. in weißen Fahnen und Fetzen davon. Nun lichtet« sich der Forst vor uns. Ein weiter Baumschlag öffnete sich. Der Himmel war stahlblau geworden, nur im Westen noch dunkel genug, um die blasse Mondsichel erkennen zu lassen. Im Osten färbte er sich kupfern. Und ganz hoch oben schwebten ein paar rosige Hauchwölkchen. Plötzlich blieb der Förster stehen, legte den Finger an die Lippen und wies schweigend auf die Lichtung voraus. Kaum hundert Meter von uns entfernt stand im durchsichtigen Bodennebel ein riesenhafter duntler Schemen, den Kopf mit dem zackigen Geweih hoch erhoben, dem Morgenwinde zugewandt, dem er mit dampfenden Nüstern entgegenschnob. Das war der Hirsch, den wir gesucht hatten. Bon der unvermuteten Erscheinung überrascht stand ich sprach- los und blickte auf das unwirkliche Bild vor mir, das durch den ziehenden Dunst etwas Geheimnisvolle- erhielt. „Gleich wird er loslegen*, raunte der Förster.»Rühren Si« sich nicht.* Es dauerte nicht laug«, da gewann der dunkle Schalten Leben. Das Geweih legte sich tief in den Nacken. Der Hals reckt« sich vor. Und dann klang ein Laut auf— rauh, gurgelnd, raspelnd, spröde, unschön.— aber erschütternd. Erst einige Stöße, heiseres Rasseln au» tieffter Kehle. Dann«in schmetternder Kampffchr«i von maß- loser Wildheit! Als der Schrei verklungen, wieder einig« Herzschläge ttefftes Schweigen. Der Wald, der Himmel, die ganze Welt schien zu lauschen. Doch dann— weit aus der Fern« herüberklingend«in gedämpftes Echo. Die Antwort des Gegners, des Rivalen, der sich durch die anmaßende Fanfare herausgefordert fühlt«. Bon neuem fetzt« unser Kämpe ein. Härter, drohender, wilder. — Wieder antwortete der ander«. Aus noch weiterer Entfernung mischte sich ein dritter Hirsch ein. Bon anderswoher ein vierter! Der Riese vor uns wurde unruhig. Er drehte windend den Kopf. Stampft« zornig mit den Vorderläufen.— Ein neues Gebrüll! Und jetzt warteten die andern gar nicht mehr. Sie sielen jvjort in sein« hochmütigen Postmyenpöße ein, als wollt» ß- ihn erkenne sie ihn nicht sogleich. Dann aber weiteten sich ihre Augen vor Schrecken, Staunen und Entrüstung, und sie zischte chn an: »Sieh zu, daß du sofort zum Teufel fährst. Du weißt, was mip bevorsteht, wenn man dich hier findet.* Dann schlug sie ihm die Tür vor der Nase zu. „Wie geht«s---?" „Wie geht es dem Kinde?* wollte der Gesängen« fragen, aber dazu kam es nicht mehr, denn er stand nun wieder allein im dunklen Korridor vor dem Hollen Spalt der Wohnungstür, hinter der sich da? Lachen, wie ihm schien, besonders verstärkt hatte. Mit diesem Lache» in den Ohren stieg der Gefangene die vielen Treppenstufen wieder hinab, schloß sich das Haustor nuf und trat I wieder auf die Straße hinaus. Er pfiff ein kleines zynisches Dirnen- lied vor sich hin und sein Gang wurde schlingernd wie di« Fahrt eines Frachtdampfers auf hoher See. Während er die ondcre j Straßenseite gewann, erlosch oben im dritten Stock jenes Hanse? das Licht der zwei Fenster. Während seines Ganges zum Tier- garten kam er an drei Polizeirevieren vorbei, deren Schilder schon von weitem in hellen Lettern leuchtete». „Worüber lachten sie nnr?* grübelte er.„Worüber? Weil ich � dicht gehalten habe bei der Verhandlung? Weil ich alles auf mich' nahm?---* „Denn ich war diesmal gar nicht jo gern mit dabei,* überleg!«! er iu Erinnerung an die Untersuchungshaft.„Die lange Pause, drei � Jahre lang, hatte ich ein gesetzliches Leben geführt, drei volle Jahre.*! Aber dann, nach einer Weile, verstummien auch feine Gedanken-] Das stille Tiergartenviertel nahm ihn auf. Dieser Mann, der Gefangene, irrt« durch verschiedene Gänge, j überquert« klein« Brücken, lief schmale Wege entlang. Um ihn war\ Nacht. Er dachte an die vielen Bcruje, die er in seinem Lebe» ver-! sucht hatte, zuletzt war er Kellner gewesen, und es fiel ihm ein komisches Erlebnis mit einem Teller frischer Oderkrebse«in, so daß er wieder still vor sich hin lachen mußte. Er sah uuf seine Hände herab. Sie waren schlank, aber kräftig nnd er halte, während er sie so im ungewissen Licht des bleichen, fernen Mondes und der unge- � zähsten Sterne betrachtete, das Empfinden, als wären das gar nicht seine Hände, sondern zwei fremde und gefährliche Raubtiere. Wie er so dahinsegelte mit.weit ausholenden, schwanken See- i mannsschritten, hätte er fast einen Schupo gerammt, der wie aus-z Tausend und einer Nacht plötzlich vor ihm stand. »Verzeihung, Herr Wachtmeister,* sagte der Gesängen«,■; »schöner Abend heute, nicht?* Und er wollte den Hut lüften, aber da gewahrte er. daß er die' Melone unter den linken Arm geklemmt hatte. Der Beamte sah dem Gefangenen mit einem irgendwie wohlwollenden Lächeln nach. 7 Denn der Gefangene torkelte wie einer, der ein wenig über den ij Durst getrunken hat. Eine spiegelblanke Fläche tat sich vor dem Gefangenen auf. Ein j Teich. Hier fahren an den Sonnabenden und Sonntagen zahllose � Boote, besetzt mit Liebespaaren und Kindern. In den Sommer- 1 monaten war hier eine Familie herrlicher Schwäne zu sehen. Der i Gefangene erinnerte sich, daß vor Iahren einmal ein Kind beim Füttern der Schwäne in den Teich stürzte und ertrank. Aber dieser Gedanke war nur wie ein fremdes Licht, da? die einsame Dunkelheit in ihm sekundenlang erhellt«. Nichts konnte ihn ergreifen. Die Welt hatte sich hinter ihm geschlossen wie«in riesengroßes und schweres j Tor, so daß«r hinaustreten mußte in das schwankende Nicht». Die ungewisse Ferne lag vor ihm. —-------—-- Der Gefangene und ehemalige Angeklagte S., ein Mensch, der etwas Altväterliches an sich hatte und der von Jugend an ein wenig zu hohe Kragen trug, ging weiter— das Gestade des Teiches entlang. Seine Gestalt wurde immer kleiner und schmäler und ver-< lor sich allmählich hinter dem Usergestrüpp. Dann sah man nichts mehr von ihm. übertönen, schon aus der Entfernung einen Begriff ihrer gewaltigen Kraft geben. Ununterbrochen grölten sie sich an. Schrei auf Schrei. Orgeln wn auf Orgelton. Die Lust schien zu erzittern. Der Bodennebel fiel, und der braune, zottige Tierleib wurde deutlich sichtbar. Der Hirsch stand wie in den Boden festgerammt. Man sah die Halsmuskeln sich strammen, wenn er schrie. Und von allen Seiten antwortete es nun. Ein Massenkonzert tierischer Urlaute, die sich zu höchster Anspannung hinaufhetzten, sich gegenseitig durch die Gewalt ihrer Stimmen einzuschüchtern versuchten.• Ein Kampf der Kehlen! Eine Prahlerei! Würden die Gegner aufeinanderprallen? Würden sie kämpfen? Der Förster schüttelt« den Kopf.„Heute noch nicht. Sie suchen sich erst.* Erst nach geraumer Zeit wurden die Antworten aus der Ferne schwächer und seltener. Der Riese vor un- schien das letzte Wort behalten zu wollen. Er schrie, bis die andern nicht mehr mittaten. Dann beendete auch er, plötzlich beruhigt, feine Musik. Er sah sich um und schüttelte sich. Dann rupfte er bedächtig ein paar Kräuter aus dem Boden und setzte sich langsam quer über di« Lichtung in Bewegung. Fast gleichzeitig traten lautlos zwei Hirschkühe, junge schlanke Tiere, aus dem Wald« und folgten ihm in respektvoller Entfernung. Friedlich zogen sie über den Baumschlag. Ihr braunes Fell schim- merte kupferig in der Sonn«..... Es war strahlend hell geworden darüber. Der Morgenhimmel leuchtete wi« lichtblau« Seide. In den Bäumen lärmten und zwiffcherten die Vögel. Aus der Ferne schwang leises Frühgeläut herüber. Mitten hinem schnarrte eine AutoHupe aus dem Tal herauf. Da jagte ein eiliger Mensch schon wieder seinen Geschäften nach. _! j Ein Kuß au« dem Jahre 1715. Im„Frauenzimmer-Lexikon*. einem Konversationslexikon für das weibliche Geschlecht, das im Jahre 1715 erschien, ist die„Handlung des.Küssens* folgendermaßen beschrieben.„Kuß oder Mäulgen, auch Schmätzgen und Heitzgen genannt, ist«ine aus Liebe herrührende und entbrannte Zusammen« itoßung und Vereinigung der Lippen, wo der Mund von zwey Personen so fest aneinandergedrücket wird, daß die Lippen bey dem Abzug«inen rechten und deutlichen Rachpong zum Zeichen de» s Wohlgeschmackes von sich geben.* Da« größte Ei der well wird nicht mehr gelegt, da der„Aepior» nis* ausgestorben ist. Dieser Aepiorms war ein Riesenvagel von drei bis vier Meter Höhe. Von seinem Aussehen können wir uns eine Vorstellung machen, weil ein kleiner Verwandter von ihm. gewissermaßen ein Zwerg-Aepiornis, der Kiwi, noch heute auf Neu» seeland lebt. Dieser Kiwi ist nur haushuhngroß: er hat einen langen. dünnen Schnabel, gänzlich verkümmerte Flügel und Schwanz und ein harnähnliche« Gesieder. Der Aepiornis lebte aus Madagaskar und sein Ei war etwa neun Kilogramm schwer. Seinem Inhalt nach entsprach es 150 bis 180 Hühnereiern: über den Geschmack ist nichts bekannt, obgleich der Aepiornis noch bis in die geschichtliche Zeit hinein gelebt'hat. Panamahüte werde» nicht in Panama angefertigt, sondern in tfntrtkstr Sfeno iletunann: , JKic...* weckt« zart und leise d«r Kriegserblindete Z�ranz seine fsrnu,„Mo.. wiederholte er etwas lauter. ..Ja...' Wia wischte sich die Augen aus und sprang aus dem Bett. Sin Uedelkeitsgefuhl i iberkam sie. D« armseligen nassen Wände des Zitnmers rotierten um sie. Es nützt nichts— sie mutzte aufstehen! Draußen war es noch dunkel, lieber die Fensterscheiben rannen so viele Regentropfen, daß man da« Antlitz der Straße nicht gut sehen konnte. „Es.regnet...' sagte der blind« Franz. „Ja. «sie schwiegen. In Franz' Augenhöhlen tauchten zwei große Tränen auf. Ber, borge ne Tränen tiefften Schmerzes. Franz war, als er noch ün Vollbesitze seines Augenlichtes war,»in tüchtiger, arbeitsamer Mensch gewesen. Und jetzt mutzte Mio, seine geliebte Mio, ihn erhalten. Den„Unbekannten Soldaten' setzt man Denkmäler und an die be- kannten— die Augen, Hände, Beine auf dem Felde der Ehr« zurück- gelassen haben— an die denkt kein Mensch... Während der blind« Franz Kaffee bereitete, kleidete sich Mio an. Dann schluckte sie rasch eine Tasse Kaffee herunter, nahm einen Koffer, sagte:„So, jetzt gehe ich' und ging. Es legte sich immer etwas Lähmendes um ihre.Herzen, wenn »ia„So. jetzt gehe ich' sagte. Wohin ging Mia? Mia war Vertreterin in Pap««», imd Schreibreginsiten... Beim Besteigen der Stroßenbahn hörte sie singen: „Mia cara, cara Mia, Fahr mit nrir nach Abbazia———* M«a sah sich um— es war der unvermeidlich« alt« Apfelrot, Veteran unter den Vertretern, wie er sich selbst bezeichnet«. „Me geht's. Dater Apfelrot?' erkundigte sich Mia, nachdem sie «hn begrüßt hatte. „Wie einem Fronnmn auf dieser Welt', antwortete der alte Apfelrot. ,„Immer lustig', fuhr sie fort,„recht haben Sie.' .Am, luftig...', schmunzelte er wehmütig.„Kunststück, wenn man sein« Gedärme schon durchgewärmt hat. Das Achterl Brannt- wein ist in mir lustig... Aber ich, wie soll ich lustig sein, wem« es schon mehr Vertreter als Kunden gibt. Hast du schon das Neueste gehört?' Der Dertretcrveteran sprach alle jüngeren Kollegen und Kolleginnen mit du an.„Hast du schon gehört, daß der Lauser, der von den Knöpfen, Selbstmord verübt hat? Schade mn den Burschen. Hat einmal Hochschulen besucht...' „Aus ivelcher Ursache?' fragte Mio, die den Läufer persönlich gekannt hatte. „Man sagt, Petites. So sagt man.' Einige Sekunden qualvollen Schweigens. Mia stieg bald aus. Und schon öffnet« sie die Tür irgendeines Vorzimmers. „Guten Morgen!' wünschte sie beim Eintreten demütig „Guten Morgen!" erwiderte ein Bürodiener.„Sie wünschen?' „Ich möchte. Herr Büro...(den„Diener' verschlang sie au« bewußten Gründen), ich möchte den Herrn Chef sprechen.' „Um was handelt es sich?' „Ich möchte Papier und Schreibreginsiten offerieren.' .Äusgeschlossenl Ich habe strengen Befehl, keine. Vertreter vor- zulassen. Haben Sie nicht die Auffchrist gelesen:„Betteln, Hausieren und Agentieren verboten'?' Mia war an Abweisungen gewöhnt. Mehr als einmal war sie schon gezwungen gewesen, sich vom Bürodiener bis zum Chef unter Einsatz aller Künste schlauer Weiblichkeit durchzuarbeiten. „Schalten Me, Herr Büro---', bat sie,„lassen Sie mich bei Ihrem Herrn Chef vorsprechen! Sie sind ja«!n so lieber Mann.. Das verfing. „Chi, chi, chi,«in Bieber Mann', freute sich der Bürodiener. „Ja, aber Herr Chef...' „Ich weiß, daß Sie hier ein großes Wort haben', schmeichelte Mia, seine Hand streichelnd.„Tun Sie mir den Gefallen!' „No, weil Sie s» schön bitten können. Und weil Sie so ein sauberes Frauchen sind. Wir werden halt versuchen.. ließ sich endlich der Diener erweichen und ging in das Chefzimmer. Bald öffnete sich die Tür des Chefzimmers, und der Mick zweier kleiner geröteter Augen, die in einem gemeinen verfetteten Gesicht saßen, tasteten sie von Kopf bis Fuß ab. „Fräulein', verkündete der Bürodiener, als er wieder heraus- kam,„Fräuleinchen, Glück haben wir gehabt. No ja, wenn der Alte eine Schürze sieht... Aber der Wahrheit die Ehre, mir gefallen Sie ja auch... So, und jetzt gehen Sie hmein!' Mia fuhr sich noch mit einer Puderquaste über das Gesicht und verschwand hinter der gepolsterten Tür des Chefzimmer?. s Als Mia wieder draußen war, berechnete sie. wieviel sie eigent- lich an dem„gemachten Auftrag' verdient Hab«. Ziveieinhalb Schilling... Um zweieinhalb Schilling sich vom Bürodiener ab- knutschen lassen... Und von diesem alten Schurken! S!« wanderte mit ihrem Koffer weiter. Ihre Augen suchten die Häuserfronten nach Büros ab. Es regnete noch immer, übd die Nässe durchdrang ihr« Kleider. Sie war sehr traurig. Plötzlich erhob sich ein wilder Wind und schleuderte ihr ganze Negenmassen ins Gesicht. Mit dem Oberkörper nach vorne geneigt, kämpfte st« gegen den Wind und schritt vorwärts. Es war ihr wieder übel geworden. „Was ist das?' Ein schrecklicher Gedanke schoß durch ihr Hirn:„Vielleicht schwanger?!' Sie blieb wie erstarrt stehen. Der Wind riß an ihrem Kleid. Plötzlich erscholl wieder das Lied„Mia cara. cara Mia...' Der Wind zerfetzt« die Worte des Schlagers in einzelne Silben, jonglierte mit ihnen in der Luft— es klang wie Hohn. Dkesmat wurde es aber nicht vom eßa Apfekrst. stwttei» MC einem gewissen Herrn G albmann, einem Kunden Miss, gesungen. „Mia. erkennst du mich nicht?' fragte Herr Goldmavn. nachdem «r sich vergewissert hatte, daß er von keinem Bekannte« gejeheü wurde. Mia sah ihn geistesabwesend an „Schwanger...' hämmerte es in ihrem Hirn. „Ich möchte dir. wieder einen Auftrag!n Papier und Schreib« requistten erteilen', fuhr Herr Goldmann imbetümmert fort.„.Komm heute abend noch Büroschluß zu mir. Komm nur, Putzi!' Mia verstand kern Wort. Tränen kollerten über ihre Wangen und vermengten sich mit d«u Regentropfen, We ihr ins Gesicht schlugen. Plötzlich lachte sie wie wahnsinnig.„?ft«»Äleicht der Sater?* schoß es ihr durch den Kopf. Herr Goldmann entfernte sich nnt einer verständnislosen Hanb, bewegung. „Schwanger!' schrie es in ihr.„Ein... zwei... drei Wochen! Wie konnte sie«s auch so lang« übersehen.' Inzwischen wurde der Wind noch gewalttätiger, umweht« sie von ollen Sellen und trug sie fast durch die kotigen Strotzen, Gelbe Blätter logen zu ihren Füßen. * Um acht Uhr abends kam Mia nach Haus«, Franz fatz beim Fenster und horchte nach dem Regen. Wie gewöhnlich, wartete er auch diesmal, bis sie, die erschöpfte und gedemütigte, anfangen wird zu sprechen. Er fühlte, daß sie unter dem Leben eines weib- lichen Agenten furchtbar leiden müsse, und ging daher in ihre? Gegenwart auch seelisch auf den Fußspitzen. „Was machst du, Franz?' fragte sie leise. Franz hörte au«! ihrer Stimme heute ganz besondere Verzweiflung. „Nichts. Ich höre dem Regen zu.' „Franz!' stöhnte sie auf und fiel zu feinen Füßen. Jba» Leben isb so furchtbar!' „Was ist dir, mein Liebling?' fragte er voll liebevoller Güte, „Nichts', schluchzt« sie, ihr Gesicht in seinem Schoß bergend. Ueber die Fensterscheiben des armseligen Zimmers rannen uns zählig« Regentropfen. In Franz' Augenhöhlen tauchten zwei groß« Tränen auf, Waren es überhaupt Tränen? Ia, Tränen, die zwei blind« Augep weinten... Das Ende der Geschichte? Kurz, knapp. Mia Setz„es' sich nehmen. Das Verbrechen wurde entdeckt. Der Staatsapparat setzte sich in Bewegung. Strafanzeige. Gericht. „Welchen Beruf haben Sie, Angeklagte?' fragte der Richte? bei der Verhandlung. „Ich bin Vertreterin in Papier und Schreibrequisiten', ante wartete Mia. „Und wer ist der Dater?' fragte der Richter weiter. „Weiß ich?... Nicht mein eigener Mann...' Plötzlich lachte. sie wild auf und schleuderte auf den Richtertisch ihr Kommissions- buch.„Bitte, Herr Richter, einer von diesen!'... Die Lebensdauer abgeschnittene? Blumen kann man verlSngern, wenn man die Stengel schräg abschneidet und ein Stückchen Holzkohle in das Wasser tut. Teppkii-Kauf ist Vertraneassache! 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