Morgenausgab« Wöchentlich SS Pf., monatlich 8.60 SR. im voraus zahlbar. Postbezug 4LZ M. einschließlich 60 Pfg.Postzeitungs» und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Ausland«- abonnement 6,— M. pro Monat. * Ser„Vorwärts� erscheint Wochentag. lich zweimal. Sonntags und Montags einmal, die Abendausgaben fiir Berlin und im Handel mit dem Titel.Der Llbend". Illustrierte Beilagen„Volt und Zeit* und.Kindersreund". Ferner "Frauenstimme". Technik".„Blick in die Bücherwelt",„Iugend-Vorwart«� uud.Stadtbeilage�. NerUner Sottsvlatt Dienstag 2. September 1.9)0 Groß-Äerlin HP Pf. Auswärts t5 Z)s. Die einspaltige Nompareillezeile 60 Pfennig. Reklame'eUe S.— Reichs» mark.„Kleine Anzeigen� das iettge» druckte Wort 25 Pfennig lzuläfsig zwei fettoedruckte Worte), jedes weitere Won 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Won 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei WoNe. Arbeitsmartt Zeile 50 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imchaupt« gefchäst Lindenstraße 3. wochentäglich von SVt bis 17 Uhr. Aentvalovsan der SozialdemoSratische« Vartei Deutschlands Nedaktion und Verlag: Berlin SW 68, Lindenstraße 3 s�ernsvrechir: Dönbofs LSI— 287 T«legramm-Ldr.: Soualdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Pofllcheckkomo: Berlin 37 536.— Bankkonio: Bank der Arbeiter. Angestellten und Beamten. Wallstr. 65 � Dt B u Tiic.-Gel.. Depofitenkalle Lmdenstr. 3. Hitler kapituliert! Er bewilligt die Lohnforderungen seiner Söldnertruppe. Im Kriegervereinshaus in der Chausseestraße fand gestern «ine große Versammlung der CA., der Sturmabteilungen der Nationalsozialistischen Partei in Berlin statt. Hitler persönlich war erschienen, um die Revolte der Prätonanergarden seiner Partei zu beschwichtigen. Di« Versammlung begann gcgeii%9 Uhr Die fünf Standarten der Berliner SA. hatten vor dem Be- ginn der allgemeinen Versammlung Souderoersammlun- gen, so daß ihr Anmarsch unpünktlich erfolgte. Jede Standarte marschierte geschlossen an, alles in allein waren etwa 2500 SA.» Leute versammelt. Dem Beobachter bot sich ein seltsames Bild. Es war schwer zu unterscheiden, ob es sich um eine nationalsozialistische Versammlung oder um eine Versammlung des a u f g e l ö st« n Rotfrontkämpferbundee handelle. Ein Sturni trug de- rnonstratio rote Blumen im Knopfloch. Bor Beginn der Dersamm- lung sangen die SA.-Leute ihre Lieder. Es waren durchweg Lieder des Rotfrontkämpferbundes, nur daß sie statt Heil Moskau Heil Hitler sangen. Die Gestalten und die Gesichter waren ganz die gleichen, die man früher bei Versammlungen und Aufmärschen des Rotfrontkämpserbundes gesehen hat. Hitler kam in seinem bayerischen Reisewagen vor dem Ver- sammlungslokal an. Er hielt sich nur etwa 25 Minuten in der Ver- sammiung auf,. davon sprach er etwq zehn Mimiten�selbst, dann hart« er sich noch eine Rede von Goebbels an, um sofort danach wieder zu verschwinden. Seine Ansprache an die versammelten SA.-Leute war sehr kurz. Ihr Inhalt war:,. „Alles ist erledigt, alle Differenzen sind in eurem Sinne beigelegt, aller Streit soll vergessen und begraben sein. Laßt eure Sorgen meine Sorgen sein. Die Einigung ist erfolgt, morgen wird ein Befehl über den Iichalt der Einigung ergchen. Si« haben zwei Tage Wahlarbeit versäumt, Sie werden nunmehr diese Versäumnis in zweiNächten nachholen!" Nachdem Hitler so die gesamt« Berliner SA. zum Nachexerzieren kommandiert hatte, sprach Goebbels. Er gebärdetc sich viel weniger pathetisch als sonst: seine Rede bestand aus Variationen Uber dos Thema: Alle Kräfte zusammenfassen. Nach Goebbels hielt der SA.vjführer Ost S t e n n c s ein« kurze Ansprache. Dann wnrden die Standarten entlassen. Sturm Fünf jedoch wurde von Stennes, weil er gemurrt hatte, zum Noch- exerzieren dabehalten. Während der Versammlung hotten sich Goebbels und Stennes weder begrüßt noch angesehen: auch am Ende der Versammlung gingen sie ohne Gruß auseinander. Es war klar, daß die Einigung nur sehr vorläufig ist. Goebbels war dies- mal nicht in seinem neuen eleganten Mercedeswogen vorgefahren, er hatte seinen Wogen ein paar Ecken weiter halten lassen. Als er da» Lokal oerließ, wurde er nur schwach begrüßt. Die sonstige Begeisterung seiner Anhänger fehlte vollständig. Ueber die Grundlagen der Einigung wurde in der Versammlung selbst nichts bekanntgegeben, doch bestehen sie im wesentlichen darin, daß die Forderungen der SA. aus Bezahlung bewilligt worden sind. Jnteresiant ist es, daß zu diesen Forderungen auch die folgende ge- hört: die Berliner Abgeordneten der Nalionalsozialisten führen monatlich von ihren Diäten jeder 3tXZ M. ab. Die SA. hat gefordert, daß diese Gelder nicht in die nationalsozialistische Partei- laste fliegen, sondern der SA. zukommen sollen. Als echte Prätorianergarde steht die SA. auf dem Standpunkt, daß. wenn sie sich für d'ie naHonälsozioiiftischen Abgeordneten prügelt, ihr Puch däs Geld der nationalsozialistischen A b g c- ordneten gehören müsse. Wie lang« die Einigung vorhalten wird, ist eine ander« Frage. Interessant ist schließlich auch noch, daß der sogenannte Horst Wessel stürm aufgelöst worden ist, daß sich in ihm gegen 20l> Kommunisten befanden. Hänge-Aeumann. In einer kommunistischen Versammlung in Düsseldorf sprach der berüchtigte Heinz Ncumann, Rcichstagskandidat der Kam- munisten: „Grzesinsk! irrt sich! Grzesinski, Scvering und Konsorten baumeln drei Stunden nach der Machtergreifung durch uns an den Bäumen." Diese niedliche kleine Mordheße ist ebenfalls nur ein Plagiat an den Hakenkreuzlern, Frick, Straßcr u. Co. haben dasselbe schon viel schöner gesagt. Odfenflidie Wältlerhundgebunijen. Heute, Dienstag, d. 2. September: 4. kreis Prenzlauer Berg. Abmarsch zum Werbeumzug l8>, Uhr vom Bahnhof Weißensee. Grünau. 20 Uhr im Gesellschaftshaus. Redner: Stadtverordneten- Vorsteher Johannes Haß. borgen, Mittwoch, S.September: 6. Abt. Mitte. 193� Uhr in Hoffmanns Festsälen, Sch-wedter Str. 23. Redner: Carl Litke. 62. und 53. Abt. Charlottenburg. 20 Uhr Schulaula Wiebe- stroße Oesfentliche Werbekundgebung. Redner: Otto Meier, M. d. L. 62. Abt. Siemensstadt. 20 Uhr im Lokal„Zum Heidekrug", Nonnendammallee 89. Redner: Polizciobcrst o. D. Dr. Her- wann Schüßingcr. 14. Kreis Neukölln. Treffpunkt zur Demonstration um 19 Uhr auf dem Reuterplatz. Bon hier aus setzt sich der Umzug mit Fackeln und Musik in Bewegung. Borher treffen sich die Ab- teilungen wie folgt: 91.. 94. und 95. Abteilung 1834 Uhr Boddinplatz: 92. und 93. Abteilung 1834 Uhr Finowstraße(Nähe Kaiser�zriedrich-Straße): 96.. 9?., 98. Abteilung und SAÄ. 1834 Uhr Stubenrauchplatz(Nähe Schierkeftraße). Die 89. und 90. Abeilung sowie Britz treffen sich 18% Uhr auf dem Reuterplatz. Niemand darf bei dieser wichtigen Wahlarbest fehlen. Schlußkundgebung auf dem Hertzbcrgplatz. Redner: Artur Crispien. Sprechchar der TAI. Johannisthal. 20 Uhr im Lokal„Zum Einsiedler", Sterndamm. Rednerin: Stadtverordnete Minna Todenhagen und Genosse Reuter. Köpenick. 2034 Uhr im Lokal Seidler, Uhlenhorst. Mahlsdorfer Straße. Redner: Zkurt Heinig.— Treffpunkt zum Werbe- unizug mit Musik und Fackeln um 19 Uhr, Stadtpark, Fürsten- wakder Straße. Mahlsdorf._20 Uhr im Lokal Nordstern, Hönower Str. 49. Redner: Stadtverordneter Franz Köming. Pankow..128./l30. Abt. 193- Uhr in Linderz Konzerthaus, Marktplatz. Redner: Siezfried Aufhäufcr. Buchholz. 20 Uhr im Lokal Erdmann, Pasewalker Str. 11. Redner: Carl Dress-l. Donnerstag, den 4. September: Betriebsfraktion der SPD. beim Arbeitsamt Berlin- Mitte. 5 Uhr, Hackescher Hos, Rosenthaler Str. 40. Fraktions- Versammlung mit Sympathisierenden. Genosse Siegsried Auf- Häuser spricht über die„Rcichstagswahl am 14. September". Betriebsfraktion der SPD. beim Bezirksamt Berlin- Mitte. 4 Uhr, Wahlkundgebung für olle Arbeiter, Angestellten und Beamten im Hackeschen Hos, Rosenthaler Str. 40/41. MSlilerwaenliMSSeduaS! 3. Kreis Wedding. Mittwoch, den 3. September, 1934 Uhr. in der Hochschulbrauerei, Amrumer, Ecke Seestr. Referat der Genossin Klara Bohm-Schuch, M. d. R.,„Der Kampf der Sozialdemokratie gegen die Reaktion". Außerdem Aufführung des Sprechchorwerkes„Dividende" durch den Sprech- und Bewegungschor der Freien Gewerkfchastsiugend. 7. Kreis Charlottenburg. Freitag, 5. September, 1934 Uhr, in Ahlerts Festsälen, Charlottenburg, Berliner Str. Bor- sühruna des Filmes„Freie Fahrt". Ansprache der Genostin Käte Kern. Ferner gesangliche Darbietungen. Minner und Frauen, erscheint in Massen! pratorianer. Die Internationale aus �Dafffe'. Die SA.— das heißt die militärisch disziplinierte Kern- truppe der Nationalsozialisten— hat gemeutert. Sie Hot die Gaugeschäftsstelle der Nationalsozialisten, ein Bürohaus mit 32 Zimmern, vollständig verwüstet, und hat die Leute vom nationalsozialistischen Schutzsturm, die sich ihnen entgegenstellten, blutig geschlagen. Eine Meuterei in aller Form, die alles Gerede von der glänzenden freiwilligen Disziplin, von der Hingebung an den Führer als hohle Phrase entlarvt. Die offiziellen National- sozialisten sind in tödlicher Verlegenheit. Herr Stennes, der Häuptling der Berliner SA., verbreitet eine interessante Erklärung über die Meuterei, der man die Ueberschrift: „Der mißverstandene Befehl" geben könnte. Die SA.-Leute, so erzählt Herr Stennes, hatten Befehl, die SS.-Leute in der Bewachung abzulösen. Die SS.-Leute aber wußten nichts von diesem Befehl und wollten sich nicht ablösen lassen— und so kam es zur Schlacht. Denn Befehle müssen ausgeführt werden. Nur aus falsch verstandener Disziplin— so möchte Herr Stennes es verstanden wissen— haben die SA.-Leute die Einrichtung von 32 Zimmern zer- trümmert! Herr Stennes schreibt seinen Leuten Kadavergehorsam zu. Kadavergehorsam ist eine der wesentlichsten Eigen- schaffen von Prätorianern. Diesmal haben die Prätorianer rebelliert, und zwar die zweite Klasse gegen die erst« Klasse. Die erste Klasse bildet die SS., der Schutzsturm, der über die persönliche Sicherheit der Führer zu wachen hat, die zweite Klasse ist die SA-, die Sturmabteilungen, deren vor- nehmste Aufgabe es ist, sich auf der Straße herumzuschlagen. Die SA. hat den SS. verprügelt. Sie hat rebelliert, weil ihr die Bezahlung gesperrt wurde. Der Gehorsam von Prätorianern steht im direkten Verhältnis zum Grad der Bezahlung. Als die Bezahlung ganz aufhörte, erfolgte prompt die Revolte. Auf einem Handzettel, der in Berlin verbreitet wurde, angeblich von oppositionellen SA.-Leuten, liest man: „Die Sturmabteilungen sollen außer dem Opfer Ihres Blutes auch all ihre Propaganda, ihre Autofahrten, ihre Fohrgelder bezahlen, weil die Partei angeblich kein Geld hat." Hier ist der Grund der Revolte— von Politik keine S p ur. Ein„prominenter SA.-Führer" ruft in Otto Straßers Organ den SA.-Leuten zu:„SA.-Mann! Werde politisch oder stirb!" Mit diesem Ausruf ist alles charakterisiert: die SA. eine Organisation von be- zahlten unpolitischen Schlagetoten, die eben erst auf Befehl von Goebbels die Straßer-Leute verpxügeltc— das wurde noch bezahlt— und die nun auf Goebbels selber losgeht, weil nicht mehr bezghlt werden soll. Eine Organi- sation, die sich leider— wir müssen dies feststellen— vorzugsweise aus Proletarier kreisen rekrutiert, aus jenen Kreisen, für die geistige Beschäftigung mit politischen Problemen fern liegt, und die den Raufhandel aller Politik vorzieht. Der politische Triebsand des Proletariats ist«s, oer zum Teil in diese Hakenkreuzorganisation geflossen ist. Ein winziges Fllnkchen von Politik steckt dennoch in diesen Leuten, die die Prätorianergarde der Hakenkreuz- führer spielen. Sie kennen die Konkurrenz, und so berichtet der„prominente SA.-Führer" in Straßers Or- gan über die Schlacht im Hakenkreuzbüro in der Hedemann- straßs: Anstatt sie politisch zu schulen, fütterte Herr v. Psefser die SA.-Männer mit Drill und Dr. Goebbels mit literarisch-rhetorischen Mätzchen. Die Quittung hat Herr Dr. Goebbels am vergangenen Freitag erhalten: während er oben in seinem„Rathcnou-Zimmer" saß und auf den Treppen die empörten SA.-Leute teils Schmäh- Sprechchörc einübten, teils«ms„Dafffe" die Internationale sangen, und Herrn Wilke mit Beleidigungen schlimmster Art belegten, wird ihm hoffentlich etwas von dem Kapitel.Wirkungen der Phraseo- logie" aufgegangen sein." Sie sangen„aus Daffke" die Internationale.. Aus „Daffkc", wie es im jüdischen Jargon heißt,„nun ge- r a d e", um Herrn Goebbels zu ärgern. Sie kennen sie nämlich und sie können sie singen! Ein großer Teil von ihnen wird sie täglich mehrmals gesungen habe«, in jenen Zeiten, als sie noch nicht die Prätorianer von Goebbels waren, sondern die Rauf- und Schlagetottruppe von Willy Leow! Sie gehen zur Konkurrenz, wenn der eine Laden zumacht oder ihnen nicht mehr paßt— Triebsand, der bald hierhin, bald dorthin bewegt wird, und so heißt es in dem SA.-Handzetteln „Wir stimmen nicht in allen Fragen mit den Kommunisten uberein, aber«ir werden ihnen dennoch unsere Stimme grfren." Vielleicht ist dies„opposiitwnelle SA.-Flugblatt" auch ein maskiertes kommunistisches Flugblatt— aber es paßt ausgezeichnet zu den Hakenkreuzmännern, die aus Dafskc die Internationale singen! Ob Goebbels und Stenn es, ob Heinz Neu- mann und Willy L e o w— es ist das gleiche. Die Schlacht in der Hedemannstraße hat ihre Vorläufer. Krach in der Organisation mit nachfolgendem Keilereivergnügen, Bürobesetzung mit Hieben und blutige Köpfe, das gibt es in der KPD. in regelmäßigen Abständen, und dir Schlägerkolonnen der kommunistischen Zentrale schlagen die Köpfe der„Renegaten" ebenso schön blutig, wie das die SA.-Leute mit den Köpfen von Otto Straßer und Buchrucker besorgt haben. Die Parallelität kommt nicht von ungefähr, und über alles Soziologische hinaus gibt es dafür eine sehr emfache Erklärung: die Führer sind zwar verschieden, aber die aus- führenden Organe sind zu einem guten Teil dieselben Leute. Bald rufen sie„R o t F r o n t", bald„Deutschland er- w a ch e, u d a v e r r e ck e!" Es ist jener unpolitische Triebsand, dessen Betätigung in der Keilerei neben der Politik her besteht, der beim Marsch von Leow zu Goebbels und umgekehrt seine polstische Ueberzeugung nicht zu ändern braucht, weil er keine hat. Sein wahres Wesen und sein Verhältnis zur Polstik find durch die eine Tatsache völlig klargestellt:» Sie singen die Internationale— nicht aus Politik, sondern ausDaffke! Das Tendenzurteil. Wie kam Loepelmanns Freispruch zustande? Das Urteil der 4. Strafkammer des Landgerichts II, das den nationalsozialistischen Studienrat Loepelmann freisprach, hat in der Oeffentlichkeit s ch ä r f st e K r i t i k erfahren. Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen R e- vision eingelegt, und der Vorfitzende des Preußischen R i ch t e r v e r e i n s hat die Kommission zur Nachprüfung von Presseangriffen beauftragt, den Sachverhalt zu klären. Darüber hinaus ist es nötig, eine andere Frage zu klären: wie kommen derartige Tendenzurteile zu- stand«? Wir haben den Verdacht geäußert, daß der Vor- sitzende der Strafkammer, Landgerichtsdirektor Walter, die eigentliche Verantwortung für das Urteil trage, und haben daran die Frag« geknüpft, ob er Nationalsozialist sei. Wir haben inzwischen«rfahren, daß die Verantwortung nicht bei ihm gesucht werden muß, und daß er den Haken- kreuzlern du.chaus fernsteht. Das Gericht war mit drei B e r uf so'ich t« rn und zwei-P-aienrichtern besetzt. Die beiden Laienrichter waren e i n R i t t e r g u t s b.e s ich.c.r ustd ein D.r o j ch k e n» . b e f. itz e r. Zahlenmäßig genügten z w ei S t smm e n« uch einen Freispruch herbeizuführen. Welche Stimmen es waren, denen die Diskreditierung der Justiz durch dies skandalöse Urteil zur Last fällt, ist angesichts des strengen Geheimnisses des Leratungszimmers unbekannt. Wie wir wester hören, wird die schriftliche Begründung der Revision durch die Staatsanwaltschaft das Tendenzurteu außerordentlich scharf geißeln. Masken. Maarer Hestert rntd Landwirt Hugenberg. Wir haben festgestellt, daß zwischen der amtlichen Fassung des Reichswahloorschlages der Kommunistischen Partei und der Wiedergabe des Rcichswahlvorschiages in der„Roten Fahne" vom Sonntag ein besonders weiter Unterschiedbesteht. In der amtlichen Fassung erscheinen die kommunistischen Kandidaten mit ihnen Berufen, die ste heute ausüben— in der für die Agitation bestimmten Fassung aber mit den Berufen, die sie früher einmal ausgeübt haben. Eine Zusammenstellung der amtlichen Fassung nist der agitatorischen Fassung ergibt das folgende Bild: Thälmann, Ernst Remmele, Hermann Pieck. Wilhelm Neumann, Heinz Ooerlach, Helene Ulbricht. Walter Dahlem, Franz Hestert, Friedrich Amtlich Transportarbeiter Führer der KPD. Redakteur. Geschäslsführer Schriftsteller (aufm. Angestellte Holzarbeiter Redakteur Redakteur Rote Fahne Transportarbeiter Metallarbeiter Holzarbeiter Schriftsteller kausm. Angestellte Holzarbeiter kaustn.Angestellter Maurer Wozu die Maskerade, die nur lächerlich wirkt? Die Leute, die mit solchen Mitteln agitatorisch wirken zu können glauben, müssen einen merkwürdigen Begriff von der deutschen Arbeiterbewegung haben! Die Kommunisten lieben nicht allein solch« Maskerad«. An der Spitze des Reichswahloorschlages der Deutschnationalen Lolkspartei liest man: Dr. Hugenberg, Alfred, Landwirt, Rohbraken. Herr Hugenberg ist nebeubci auch Besitzer des Rittergutes Roh- braten— daher der Name Landwirt. Warum? Weil außer ihm nur noch ein Landwirt auf der Liste steht, und das ist: Botho- Mendt Graf zu Eulenburg. Landwirt: das klingt so ein- fach und bescheiden, warum nicht gleich Bauer Hugenberg? Fazifiurm auf Gewerkschastshaus. Flocht ver Hitlerhelden nach einer gehörigen Tracht Prügel Allenburg. 1. September.(Eigenbericht.) Ein Versuch nationalsozialistischer Rowdys, in das Altenburger (hewsrtschaftshaus einzudringen. konnte von Reichsbannerleuten und von Mitgliedern der Sozialistischen Arbeiterjugend vereitelt werden. Obwohl d!« Nazis mit Hieb- und Stichwaffen ausgerüstet waren, bezogen sie eine ganz gehörige Trachi Prügel. Unter den Perletzten befinden sich auch mehrere Reichs- bemnerleut«. Als die Polizei erschien, ergriffen die Hitler-Helden b is Hasenpanier. Blutiger Tag in Budapest. ilSO OOO Remonstrieren— Polizeiattacken gegen friedliche Arbeiten Budapest. 1, September.(Eigenbericht.) 2tm Montag ist tzt Budapest wieder eiaraal Blut geflossen. Im Verlauf der sozialdemokratische« Demonstration gegen die negative Arbeits» lofenpolitik der reaktionäre« Regierung Bethlcn Warden darch die Polizei zwei Arbeiter getötet, zech» schwer und etwa 400 leicht verletzt. Die Demonstration war auf 11 Uhr angesetzt. Aber schon ab 8 Uhr morgens zeigten die Straßen ein außerordentlich lebhaftes Bild. Vor den Fabriken sammelten sich Tau sende von Arbeitern. Sie begannen sofort z« demonstrieren, ha die Arbeitgeber die Fabriktore geschloffen hielten. So war ein Teil der Straßen der Innenstadt schon um 10 Uhr morgen« mit Arbeitern angefüllt. A n der Spitze der Züge marschierten die führenden Persönlichkeiten der ungcirischen Sozialdemokratie. Bald kam es zu den ersten Zu- ja mm en stoßen mit der Polizei, deren Präsident nach einer Unter- redung mit dem Innenminister den Befehl gegeben hatte, die Demonstrationen unter allen Umständen zu ver- hindern. Die Beamten gingen zustächst mit Guinmi- knüppeln vor. Gegen 11 Uhr vormittag« wurden» zwei Tanks und zahlreiche Panzerautos mit Maschinengewehren gegen die wasfe n losen. Demon st ranten«ingesetzt. Die Erregung der Massen nahm von Stunde zu Stunde zu. Immer wieder ging die Polizei mit Gummiknüppeln und blanken Säbeln gegen sie vor. Vereinzelt sielen auch Schüsse. Das eigentliche Blutbad wurde jedoch erst später am Eingang zum Stadtwald an- gerichtet. Als die von der Polizei auseinandergetrieben« Menge sich plötzlich wieder von zwei Fronten angegriffen und mit Gummi- knüppeln usw. traktiert sah, flüchtete sie in das Restaurant zum Stadtwald. Die Polizei ließ von ihren Opfern auch jetzt noch nichr ob. Die Folge war, daß sich die Menge numnehr, stundenlang hin und her gehetzt, mit Stühlen und Tischbeinen zur wehr setzte. Ein« Biertelstunde tobte der Kampf, bis es der Polizei gelang, das Restaurant zu„säubern". Aber immer noch nicht ließ die Polizei von den Opfern ab. Berittene Polizei wurde mit ihrer weiteren Verfolgung beaustragt. So ging es bis 2 Uhr mittags. Dann wurde Militär«ingefe tz t. Unterdessen hotten. zwei Arbeiter ihr Leben eingebüßt. Der eine starb an den Folgen einer Schuß- Verletzung, der gndere büßte durch einen Säbelhieb über den Kopf sein Leben«in..,, ■ Erst gegen 5 Uhr nachmittags war die Ruh«.wilder hergestellt. Die Meldungen, daß die Arbeiter verschiedene Geschäfte geplündert haben, sind unwahr. An den Demonstrationen nahmen schätzungsweise etwa 150 000 Menschen keil.. Die Schuld der Polizei. Budapest. 1. September.(Eigenbeiicht.) Di« Aktion der Polizei gegen die in der Näh« des Stadtwaldes befindlichen sozialdemokratischen Demonstranten setzte in dem Augenblick ein. als die Mitglieder de» sozialdemolra- tischen Parte üchrstandez und der Gewerkjchostskommission die Massen gerade aufgefordert hotten, umzukehren und sich zu zerstreuen. Em Teil der Demonstranten war auch schon auf dem Rückweg de- griffen. Die Polizei griff dann dik Arbeiter von zwei Seiten an, so daß sie förmlich eingekeilt waren. Ilm 3 Uhr nachmittags bot die innere Stadt wieder da« gewohnt« Bild. Die G«i schästsläden, die zum großen Teil in den Bormittagsstunden ge- schlössen worden waren, wurden wieder geöffnet. Die Verletzungen zahlreicher Demonstranten sind zum über- wiegenden Teil auf Säbelhieb« zurückzuführen. Die Behauptungen, die von der Polizei ausgehen, als ob die Kommu» n i st e n irgendwie' die Führung der Arbeiter gehabt hätten, sind unrichtig. Die Demonstration wäre vollkommen ruhig verlaufen, wenn die Polizei sie nichk gestört hätte. Wenn tatsächlich einig« Schaufenster«ingeschlagen wurden, so ist das auf das von der Polizei hervorgerufene Handgemenge zurückzuführen. Wenn schließlich infolge eines Mißverständnisses am Eingang des Stadtwaldes der demokratisch« Abgeordnete Klar,«in Budapester Arzt, von Arbeitern mißhandelt und sein?luto demoliert wurde, so wird da» von niemandem mehr bedauert al» von der Leitung der ungarischen Sozialdemokratie. ».... Nach«wem kurzen hoffnungsvollen Aufschwung un- mittelbar nach dem Kriege wurde die ungarische Arbeiter- bewegung durch das wahnsinnige bolschewistisch« Abentauer Bela Khuns. fast restlos zerstört. Acht Jahre- lang lag die ungarische Arbeiterschaft zu Bvden. Erst ganz allmählich ver» mochten die Partei und die Gewerkschaften sich wieder auf- zurichten. Doch einstweilen herrscht noch immer ein Zustand. der mit faschistischer Diktatur größere Aehnlichkeit hat als mit der Demokratie. Schuld daran ist der Egoismus der regierenden Kaste von adligen Großgrund- besitzern, die nach wie vor die Einführung des atlge- meinen Wahlrechts ablehnt,'weil sie nur auf die Erzielung persönlicher Vorteile bedacht ist. Die gesamte außen- und innenpolitische Tätigkeit der Regierung Bethlen ist in den Dienst der kleinen Schicht von gräflichen Großgrundbesitzern gestellt, die Arb.eiter- schaft ist pofltisch minderen Rechts. Für die Eni- schädigung der Optanten, jener Großagrarier, die der rumänischen Agrarreform zum Opfer fielen, hat die Buda- pester Regierung jahrelang mit größter Zähigkeit gekämpft. aber für die Arbeiter gibt es trotz der wachsenden Wirtschafts- krise noch immer, keine gesetzliche Erwerb s I o s en- un t« r st lltz u n g. Da nun das Proletariat in diesem.Par- lament des u n g I e ich e n Wahlrechts keine seiner Stärke entsprechende Vertretung besitzt, muß es seinen Forderungen durch Demonstrationen Nachdruck verleihen..- Dir Reichsvetweser H o r t h y. der den Befehl zur Unter- drückung dieser Kundgebung gegeben hat, führte kürzlich in einer Rede aus, daß man durch Straßendemonstrationen die Wirtschaftskrise nicht würde beheben können. Das ist richtig. aber dann muß das Volk auch die Möglichkeit haben, seine Wünsche in einem demokratischen Parlament vorzutragen: verweigert man ihm das gleich« Wahlrecht, dann zwingt man es, seine Stärke anderswo zu beweisen und seine For- derung außerparlamentarisch anzumelden. Wie stark das Proletariat in Budapest ist, hat die gestrige Kundgebung bewiesen: selbst bürgerliche Agenturen bezisfern die Zahl der Demonstranten mit ISO 000, bei einer Gesamtbevölkerung von OSO 000. Diese Machtentfaltung der Arbeiterklasse war für das Regime Horthy-Vethlen unerträg- lich, denn sie bildete zugleich die schwerste Anklage gegen die ungerechten politischen Zustände, die sich im„Königreich" Ungarn entwickelt haben. Daher der Befehl an die Ptflizesi die Demonstration„unter allen Umständen" auseinanderzu- treiben." Nun ist man nachträglich mit der Version herausgerückt, daß sich Plünderungen ereignet hätten. Besonders die Wiener Berichterstattung der Hugeitberg-Presse, die wegen ihrer Verlogenheit berüchtigt ist, stellt die angeblichen Plün- derungen und Zerstörungen in den Vordergrund. Bon der organisierten Arbeiterschaft» die die ausdrückliche Parole einer f r i e d l i ch N Kundgebung«tlassen hatte, sind solche Tat«, bestimmt, nicht tiembtZwcrdim. Es.wäre ThLchstens denkbar, daß m ach den Polizeiattacken und unter Ausnutzung des allgemeinen Wirrwarrs hier und da dunkle Elemenie. die es in jeder Großstadt gibt. Plunderungsversuche unter- nommen hasten. Aber es. scheint aus den Berichten«Herdas eine hervorzugehen, daß nämlich viele Menschen, um sich vor den Polizeisäbeln zu retten, über Billen- gstter geklettert sind. Nachträglich hat man es leicht, dies« flüchtenden Arbeiter als„Plünderer" zu beschimpfen, Gleichviel: die ungarische Reaktion hat gestern eine moralische Niederlage ersten Ranges erlisten. Das Selbstgefühl der ISO 000 Budapester Arbeiter, die trotz aller Regierungsdrohungen der Demonstrativnsparole gefolgt sind. wird durch dos vergossene Blut und durch die' vorgenommenen Verhaftungen nicht geschwächt werden. Das ungarische Volk, und mit ihm die ganze Welt, weiß jetzt, daß die Arbeiter- klaffe Ungarns auch nach zehnjährigem Horthy-Rogime wieder stark ist, unvergleichbar stärker als jene Landmagnatenschicht, die das Land beherrscht. Einem so starken Proletariat wird man auf die Dauer weder das d e pt ö k r a tisch e Wahl- recht, noch eine moderne soziale Gesetzgebung vor- enthalten können! Ein Toter, 37 Schwerverletzte. Wien, 1. September(Eigenbericht). 1 Dm späten Abend wird aus Budapest berichtet: Di« Meldung, daß da» Vorgehen der Polizei mehrere Todesopfer gefordert habe, habe sich zum Glück nicht bewahrheitet. Es ist bloß ein Toter zu verzeichnen, dagegen befinden sich in den Bu- dapester HosintSlern nicht 10, sondern 3 7 Schwerverletzte. Wahlkun'osa. 30 Wahlvorschläge eingereicht- 24 zugelassen. Der Reichswahlausschuß hat in seiner gestrigen Sitzung die Reichswahlvorschläge geprüft und von den 30 Vorschlägen 2 4 zugelassen. Es werden also am 14. September nicht we» Niger als.24 Parteien und Parteigrüppchen in den Wahlkampf ziehen, ein groteskes Bild politischer Zersplitterung. Ein merkwürdiges Sammelsurium politischer Sekten- bildung findet sich besonders wieder im mit t«Ist ä ndi s ch e n Lager. Neben der Reichsportei de» Deutschen- Mittelstande«(Wirt. schaftspartei) findet sich ,u>ch ein„Freibund des Handwerts, Klein- Handels und Gewerbes", ein« Gruppe der„Haus- und. Grund- besitzer, der- wiederum da» Parteichen' für.Handel, Handwerk, Hausbesitz" den Ruhm streitig macht.- Neben diesen„Interessenten- Häufchen" maxschieren die R« ch t s f a n a t i t e r, Welt- anschauler und Lebensreformer,- die keineswegs in dem großen Chorus de» Parteienorchesters fehlen dürfen. Da glibt es«ine„Evangelisch« Bewegung"(Christlich-sozialer Boltsdienst), eine„Reichspartei für Bolksrecht und Aufwertung, eine„Einheits- partei für wahre Volkswlvtschast",- ja sogar ein«„Partei gegen den Altohol".„Recht werde Recht" Hot ein weiteres Grüppchcn auf fein« Fahne geschrieben und neben ihm treten die„Radikale deuische Staatspartei", eine.„Menschheitspartei-", ein'„Voltsbund deutscher Arbeit", ein„Zurückgedrängter Mittelstand" und.Meinbesitzer, Handwerker, Mlttetbesitzer" auf die Wahlplottsonn. Bei diesen letzten sechs Grüppchen hat es. allerdings nicht ein- mal zu den notwendigen 500 Unterschriften gelangt, so daß der Reichswahlausschuß ihre Wahloorschläg« nicht zugelassen hat. Das ist wenigstens ein Trost bei diesem unpolitischen Spuk, wenn auch ein recht schwacher.__ Der Opel-Krawall vor Gericht. Gefängnisstrafen bis zu feebs Monaten. Dormstadl. 1. September. Am Montag wurde das Urteil im Prozeß wegen der Unruhen in den Opel-Werten gefällt. Der Angeklagte Jung« wurde.-zu drei Wochen Gefängnis verurteilt, der hsssische kommunistische Land- tagsabgevrdnet« Sumpf zu zwei Monaten,- W a Ida u« r zu drei Monaten, Albus zu sechs Monaten, Greif.zu einer Woche, T r«ii f ch zu sechs Monaten und der preußische kommunistische Land- tagsabgeordnete Müller zu zwei Wochen Gefängnis. Drei Angeklagte wurden f r« i g e s p r o ch« n. Im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft. die bei den meisten Angeklagten Landfriedensbruch an- genommen hatte, erkannte das Gericht nur in zwei Fällen auf Landfriedensbruch._ General Allen, früherer Kommandierender der omerikoni- fchen Besatzungstruppen im Rheinland, später aktiver Vorkämpfer für hie deutsch-omcritanlfchc Annäherung ist Plötzlich 7ljähr-.g an Herzschlaa gestorben, als er bei einem Mitglied der deutschen'Bot- Oer Kreifpmch. Ztiwngsmeldung: Tkationalsonalist toepelmann, der Mnisier a. O. 0rjefin«fi«inen„Iudenbastaid� genannt hatte, wurde freigesprochen. �.... W * � /. f 1%#� V»->, -■' WWW Wz|' WWMD ---'<>■......... r>4 ' v.v.J -Tf"■rc:? ä'..'" � .'<-5 ö M ,Zn den Ausdrücken �Schweinehund',«.Miswieh' und �Lumpenkerl', die der Angeklagte gegen den Minister gebraucht hat, vermag das Gericht eine Beleidigung nicht zu erblicken. Oerartige Ausdrucksweise entspricht durchaus der Gesinnung des Gerichtshofes.'- Solomon und die Bomben. Bruno von Solomon bedaueri, nicht mitgebombt zu haben.- Ang«kldgtrr Kruno v. Salomon hat in der Darunter- suchung folgendes gesagt: Ich bin an den Attentaten nicht b«- teiligt gewesen und habe auch leine Kenntnis davon gs- dabt. Er ist dainals im September illZS in j?aft genommen' worden. Bei der Gegenüberstellung mit iWeschke glbt er zu. Attentate. deren Ausführungs- und Erfslgsmöglichkeiten in einem.Hamburger Ldkal alisführlich d e s p r o ck) e n zuhaben. Als das Attent- tot in Itzehoe dann geschehen sei, hätten sich einige in der Dedakttans» stube der Zeitung„Das Landvolk anwesend« Leute, unter denen Jich auch Iohasen- be fand, re-in aus Scherz gegenseitig beschul- digt, den Bombenwurf ssssssfvht'k zu haben, woran«r stch ebemalls rein aäs S ch« r z auch betelligi tzäbe. Die sonst' SN der Land- asttbeweguvg beteiligten Mitangeklagten will er nur in seiner Eigen- schalt als Schriftleiter des.Landoalts" kennengelernt habe«, K ä p- Hengst aber von seher für einen Nihilisten gehalten haben. Schmidt ist ihm durch Kaphengst zugeführt«orden anschließend an einen wüsten Zug durch St. Pauli. Di« Derbindung mit ihnen stellt v. Salomon els vdlliz harmlos hin. Dezüglich der Verbundenheit oon Äaphengst und Schmidt mit den Bombenanschlägen will er vollkommen ahnungslos gewesen sein bis zum Tage seiner Derhaftung. Im. November 1929 wurde Bruno o. Salomon abermals zur Dernehmung vorgeführt. Obwohl er zugibt, gesiNnungsmägig durch- aus auf demselben Boden zu stehen, bestreitet«r, in die Pläne des Klaue heim«ingeweiht gewesen zu sein. Allerdings Hab« man einmal bei ihm angefragt, ob er der Bewegung nicht einige gelernt« Putschisten besorgen könne. Er habe das aber abgelehnt mit dem Bemerken, ein« Bauernveoolte müsse auch durchweg von Bauern durchgeführt werden. Um zu zeigen, daß er tatsächlich vollkommen ausgeschaltet war, erklärte er. daß es ihm persönlich ein besonderes vergnügen gewesen wäre. irgendwo, z. B. in Ncumünster, eine Bomb« loszulassen. Aber, leider hätte er es wohl nicht recht osirstanden� sich die Sympathie der Dauern zu erwerben. Del einer änderen Dernehmung wftd-jtzm oorgehüllen, er sei am ZS. Iulr 1929 mit Johnsen auf einer Autosatzrt. gewesen, um. F0N..Aalhiens..»US DargM- etwa 'I�S ftrlrTg r a y, m Spk�N.gsi.b ff:ob zuMl� it Er verchelgekk jede weiter« Aussage und auch hie Unterschrift zum Protokost. Nechtsanwalt Graf o. d. Goltz beantragt. Frau Ilse v. Oertzen geb. Neumann zu laden. Sie soll im Dienste der Polizei stehen, den. Angeklagten Dnlck bespitzelt, an den Ermittlungen teilgenommen, aber auch sonst vorher oon den Änschlägekl gewußt haben. Nach Beendigung dir Pause erhält Oberstaatsanwalt Dr. Göll. n i das Wort zu dem Antrag der Berteidigung. Er hält die An« nähme, Frau van Oertzen sei als agent Provokateur tätig gewesen, für abwegig,'zumal im ganzen Laufe der Döruntersuchung niemals diesbezügliche Angaben gemacht wurden. Er hält den Antrag von der Goltz darum für unwesentlich. Das Gericht gab dann folgenden Beschluß zum Lsweisantrag Brandes bekannt: Frau Ilse v. Oertzen soll als Zeügin ge» laden werden. Die Ermittlung der Adresse will sich das Gericht vorbehalten. Oeulsch-englischer Lustschiffbau? Konferenz tritt am Mittwoch in Bristol zusammen. Wahlreden. Brüning über den außenpolitischen Kurs. Auf einer Zentmmskunhgedung sprach Reichskanzler Brüning über die deutsch« Außenpolitik. Er führte aus: „In A«r. deutschen. Außenpolitik ist«s nicht damit getan. dieses oder jenes Endziel programmatisch auf. z u ft e l l e n. Unsere Endziele ergeben sich aus der gesamten Lag« Deutschlands' von selbst, und über st« kann und sollte in Deutschland kein Streit sein. Worauf es ankommt, ist vielmehr, die Mittel u ndl. Weg« zu suchen und� zu finden, die un«' u.ns.erem Ziele, wirklich näher bringen können. Die elementarste Voraussetzung für«ine gesunde und erfolgreiche Außenpolitik ist ihre Stabilität und«hre innere Kon- s e q u« n z, ohne die ein Land wie Deutschland nicht daraus rechnen kann, in' der Entwicklung der internationalen Beziehungen sein« eigene Stellung zu festigen und ihr Achtung und Dauerhaftigkeit zu verschaffen. Dos Schicksal unser«, Volke, in Abenteuer irgend welcher Art zu verstricken, kann keinem verantwortlichen deutschen Staats- mann in den Sinn kommen. Ich sollt« denken, daß der Herr Außenminister und ich, die wir verfassungsmäßig für die Führung der Außen- Politik allein verantwortlich sind, in unseren Personen die Gewähr dafür bieten, daß von solchen Abenteuern kein« Rede sein kann. Im übrigen gilt für die Außenpolitik das, was ich in Köln für die Innenpolitik gesagt Halle." IRit dem Streben nach Popularität kann einem Volke nichk geholfen werden, und das Jnaussichtstellen schneller und großer Erfolge bringt uns nicht weiteri Jede verantwortungsbewußte deutsche Außenpolitik hat die Möglichkeiten und Kräfte, die uns zu Gebote stehen, nüchtern ni'zuschätzcn, und für die Vertretung unserer Interessen stch einzu- setzen. Dafür steht allein der Weg des Friedens offen, an dessen Aufrechterhaltung kein Land«in größeres und höheres Interesse hat als gerade Deutschland.. Das Weiterschreiten auf der bisherigen grundsätzlichen Linie unserer Außenpolitik muß diejenige Stetigkeit besitzen, die es allein ermögLckst, mit Festigkeit und Energie voranzugehen und sich dabei dos Nötwendig« Berttouen des In- und Auslands- zu erholten. Bei alledem ist eins klar, und auch für die Außenpolitik bleibt die erste Voraussetzung des Erfolges die Äonfoldierung unsere n inneren Verhältnisse.' * Derr Brüning ist sein säuberlich mit dem Knaben Treviranus umgegangen! Geeckt für Rüstung. Dortmund, 1. September.(Eigenbericht.) In einer von der Deutschen Volkspartci einberufenen Wahl- oersammluikg sprach hier Generaloberst a. D. von Secckt. Er sagte u. a.: Das Ziel der Außenpolitik bleib« Berständigung, Fried«, Zuftammenleben. Das Zusammenleben bedinge die Wieder- Hörstel lirngt der SR a cht, um nicht von den anderen beherrscht zu werden''mrd um die deutschen Brüder-sn der Welt schützen.zu können.. Ich Osten sei das Ziel die Erhaltung des Deutschtums. Der Korridor fei«ine dauernde Bedrohung für Ostpreußen- Mit Italien, dessen Faschismus kein Ausfuhrartikel fei, und mit Rußland., das als großer Nachbar unserer Grenzen jederzeit einen Stein im SrW-Set.-bBitschtn HMit' Deüstch,' .chuchM Fjüaden. und.YreMschast leben, auch wenn Mau ihre a'üßenL pafttischen Ziele ablehne. D i e Beschränkung des'beut» ,sch«ff'Hreores noch Form und Größe müsse ver- 's chchin d e.N.. Zur Abrüstung auf den Stand, auf den Deutsthland zurückgeschraubt sei, würden die anderen Staaten niemal, gehen. Daher müsse«In Rüstungsauegleich angestrebt«erden, der auch Deutschland in die Reih« von souveränen Staaten wieder zurückversetze. Das Manifest der Giaatspariei. Mahraun korngiert Frau Bäumer. Kurz nach ihrer Gründung setzte die Stoatspartei einen Aus« schütz«ich, der Richtlinien für die Parteiarbeit aufstellen sollte. Da,' Ergebnis waren di« mit dem urdeutschen Wort„Manifest'' bezrich- neten Richtlinien, die. vor ungesähr einer Woche veröffentlicht wurden. Die Veröffentlichung hat zu Zwischenfällen geführt, die auf den Geist mancher Staatsparteiler ein interessantes Licht werfen. Frau Dr. Bäumer hatte auch an den Richtlinien für Kulturpolitik mitgearbeitet und war beauftragt worden, diesen Teil der Richtlinien endgültig zu formulieren. Sie sandte das Ergebnis ihrer Arbeit den mitwirkenden Persönlichkeiten des Iungdeutschen Ordens, die die ganze Arbeit zusammenstellen und veröffentlichen sollten. Gleich- zeitig druckte Frau B. diese kulturpolitischen Richtlinien in Nr. 34 der>rftiif«*. ab. Die Herren um Mahraun oerwarfen aber dann diese Bäumersche Arbeit, schwächten sie ad, strichen ganze Absätz«. Das Ergebnis ist, daß der interessierte Bsobachier nun vergleichen kann, das, was Frau B. nach den Verhandlungen als endgültige Richtlinen ansehen durfte und da», was die„sungen" Herren zwischen 40 und 70 Jahren' aus dem Mahraun-Krels« daraus ge- macht haben. In der'„Hilse" Nr. 84 heißt es: 6. Eines der dringendsten Probleme der deutschen Zukunft fft die. Ausbildung der deutschen Jugend für ihre Aufgaben im Arbeitsleben des Volkes. Das von der Reichsvcrfossung auf. gestellte Ziel, ohne Rücksicht auf Stand und Besitz der Eltern die Jugend entsprechend Ihren Zlnlagen und der Mannigfaltigkeit des Berufslebens auszubilden, ist noch unerreicht. Dem Aufstieg der Tüchtigen sind durch die Ueberspannung des Berechtigungewesens sinnlose und ungerechte Schranken gesetzt. Immer noch fehlt e, an der richtigen Würdigung der praktischen fachlichen Leistung im Vergleich zur ollgemeinen theoretischen Schulbildung. Der UeberMung der höheren Schulen. Hochschulen und akade- mischen Beruf« kann nur durch richtig« Entwicklung und Wertung der Bolkeschule, Bcruss- und Fachschule und durch di« soziale Anerkennung der durch sie geschulten Kräfte gesteusrt werden. Von diesen guten Gedanken moderner liberaler Kulturpolitik ist in der offiziellen Veröffentlichung des„Manifefts" nur solgende» übrig geblieben: ..„Dit. einzelnen Schulformen müssen sinnvoll verbunden '. werben''Der Uebergang von einer Schul« zur anderen muh be- aadten und aufstrebenden Menschen, unabhängig von Besitz und Stand, jederzeit möglich sein. Einer Ueberw-rtung des Pe- rechtigungswssens muß entgegengewirkt werden," Das ist all«,. Auch sonst sind manch« stark» Abschwächungen und Fortlossungen festzustellen. Die MahrauluÖeut« sind eben in der Staatspartei die rücksichtsloseren. Sonstikuierung der chinesischen Nordregierung. Der Zentral- «"'clutiorot der Nordprovinzen hat am Montag in Pelina eine' .Vollsitzung abgeholten und die Nordregierung als Rivalin der Narr? ing-Regiernng endgültig eingefetzt. Es wurde ein aus' sieden Mitgliedern bestellender Staatsrat aeblldet. dem Ienhsischan al» Vorsitzender sowie Sengsiihslang und Tschan>ghßu«h!iana angehöre». London, 1. September(Eigenbericht). Der„Daily Herald" vtrösfentticht di« Nachricht, daß der deutsch« Lu.fts chi f fb a u vor einer grund. legenden Aenderung stehe. Dr. Eck«»er habe die Ueberlegenheit des englischen Luftschisfee gegenüber dem deutschen Zeppelin anerkannt und zwar auf Grund der Ergebnisse und Er« fahrungen, die Dr. Eckener bei seiner Amerikafahrt machte, gegen- über des K. 100 bei seiner Amerikareise. Anläßlich des kürzlichen Besuchs in Cardington Hab« Dr. Eckener bereit» mit-der englischen Luftschiffbau-Gesellschast die Frage berührt, wie«Ine Korabinatfon des Zeppelin» mit dem englischen Luflschiss möglich sei, basierend aus der Konstruktion von R 100. In der Zwischenzeit seien die Aussprachen sortgefttzt worden und nunmehr soll'" V'..... am Mittwoch in Bristol eine Konferenz slattsinden. an der Verkreler und Techniker de« britischen Lostschiffbane», sowie der«onstrvNeur de» Zeppelin». Zagenienr Dürr, leilvehmeu ., sollen. Hierbei sollen die Einzelheiteu besprochen werden, wie ia Zukunft. der neu« e'nglisch-deutsche Typ des Luftschiffes "'.'' Llraufführung im Oeuifchen Theater. Georg Wilhelm Mütter:„1014*. Das' dritte(historische) Zeitstück nmerhalb zwei Tagen.„1914" schildert di« Kabinettssitzungen und sonstigen äußeren Borgänge de», vechängmsvollen Just'1914, die schsießlich zum Kriegsausbruch geführt haben. Lebende, aber nicht lebendig« Geschichtsbuch. Illustraüoner� d«'s«« groß« innen ilnfeCtaachm« erwecken. Dgr. konstruiert werden soll. Ein neues deutsches Luftschiff soll nach der neuen Kombination gebaut werden und im nächsten Sonnner de- . reit» den transatlantischen Dienst aufnehmen. Anti-�evisionskundgebung inWarschau Deutsche Gesandtschast von Polizei geschäht. Warschau. I. September. Am Sonntag fanden in Warschau groß» deutschnationale Kund- gedungen statt, in denen gegen die Revision der polnischen Grenz« protestiert wurde. Auf dem Theaterplatz hatte sich eine mehrtausend» köpfige Menge eingefunden, ju der mehrere' Redner, darunter Gene- ral Gorccki» sprachen. Rufe wie„Ni«der mit Deutschland!" und„Fort mit den Preußen! ertönten. Es bildet« sich»in Demonstrationszug, der versuchte, vor das Gebäude der deutschen Gesandtschast zu ziehen. Starken Polizeiaufgeboten gelang es je- doch, den Zugang abzusperren. Gefängnisstrafe für Goebbels. Da« Dritte Reich muß warten. Zu dem Beleidigungsprozeß des Polizei oizepröstdeuleu Weiß gegen Dr. Goebbels fällte nach zweieinhalbstündiger Beratung da« Erweilcrte Schösfengerichk in Moabit solgende, IWell: Goebbels wird wegen Beleidigung und übler Nachrede in sechs Fällen zu ins- gesamt sech« Wochen GefSugui, und sSashundert Mark Geldstrafe verurkeill, außerdem zur Zechtung der Gericht skostea. Gewerkschaften für Macdonald. Wiedererstarken der englischen Gewerkschaften. Nollingham, 1. September.(Eigenberichts I... ochatUn der schwebten Wirtschaftskrise und von 2 Mil- -�oncn Arbeitslosen hat b-er britische Gewerks chofts- k o n g r e ß am Montag feine Arbeiten aufgenommen. Wenn trotz- dem der Geschäftsbericht zum ersten Mal« seit dem Generalstreik im Jahre lS24 einen bedeutenden Mitglicderzuwachs feststellen kann, so zeugt das deutlich für die Kraft der englischen Gewerkschaftsbewegung. Sie wurde gleichzeitig veranschaulicht durch einen alten Gewerkschafter, der am Montag als Ober- bitrger meist er von Nottingham die Delegierten be- grüßte, und sie wurde deutlich durch die bürgerliche Presse. Von der„Times" bis zum letzten Abendblatt widmen samt- liche Zeitungen am Montag dem Kongreß Leitartikel. Mag sich die Gewcrschostsbewegung aber noch sehr aus dte Frage noch „Butter und Brot", w>e der Engländer sogt, beschränken. Di« Ant- wort auf die ökonomischen und sozialen Notwendigkelten der ar- beitenden Klassen wird auch diesmal eine politische werden. Dem Gewerkschaftskongreß folgt im Oktober der große Partei- tag der Labour-Party. Die gewerkschaftliche Tagung wird deshalb ihr« Wirkung auf den kommenden politischen Kongreß der«ngli- sehen Arbeiterbewegung nicht verfehlen. Das tritt bereits deutlich in der großen Eröffnungsrede des Präsidenten I. Beard, dem Führer der Transport- und Verkehrsarbciter in Erscheinung. Nachdem Beard die Tagesordnung und die dem Kongreß ge- stellten Probleme mitgeteilt hatte, wandt« er sich dem großen sozio- liftischen Zukunftsideal zu. Maxton, der Vorsitzende der Unabhängigen Arbeiterpartei, hat vor«inigen Tagen öffentlich erklärt, daß nach seiner Ansicht der Sozialismus in 2S Iahren zu verwirklichcn fei. Ohne den Namen Moxton zu erwähnen, klang es wie ein« direkte Antwort, als Beard unter tiesem Schweigen der 700 Delegierten vor einer solchen Illusion warnte, die das Wort Sozialismus zu einem hohlen und inhaltsleeren Schlagwort degradieren müßte. Die Gegenwartsaufgab« der Arbeiterbewegung und der Labour-Party sei es, den Weg zum jenseitigen User aus- zubeffern, ohne daß der verkehr stillstehe und das Leben erlahme. Dies« Aufgabe verlange aber die gesammelt« und vereinigte Kraft der Arbeiterbewegung. Im Gegensatz hierzu stünden jedoch die Toten einer Reihe von Arbeiteroertretern des Unterhauses. Ihre Reden und chandlungen seien nicht zu entschuldigen, und gewisie takt- und würdelos« Parlamentsszenen wären nur geeignet, jene Massen a b z u st o ß c n, die keine Mühen und keine Opfer während des Wahlkampf�S gescheut hätte». Diese Taktik trage die Uneinigkeit in die Arbeiterbewegung zu einer Zeit, wo die Einigkeit d a s e r st« Erfordernis sei.„Ich selbst", schloß Beard,„vertrau« unserer Labour-Regierung in diesen Zeiten schwerster Not, und ich stehe hinter dem Führer des Schiffes: R a m- say Macdonald." Nachdem dem Präsidenten der Dank der Delegierten für seine Red« ausgesprochen und dem wiedergenesenen Generalsekretär C i- t r i n e von dem Kongreß«in« stürmische Ovation dargebracht wurde, begann die Besprechung interner gewerkschaftlicher Organisation?- fragen, mit denen der erste Arbeitstag abgeschlossen wurde. Liistiz vor dem Arbeitsgericht. Llm das Kontrollrecht des Netriebsrats. Ein nicht alltäglicher Prozeß wurde gestern vor der V. Kammer des Berliner Arbeitsgerichts verhandelt. Die Justiz saß sozusagen über die Juslizverwoltullg zu Gericht. Be. merkenswert: die Justiz entschied g e g e n die Justizverwaltung. Dem A u g c st e l i t« n r a t b« i nt Amtsgericht Berlin- Mitte war vom Präsidenten des Amtsgerichts untersagt worden, nach Dienstschluß im Gerichtsgebäude zu kontrollieren, ob und in welchem Umfange von Justizangestellten Ueb erstunden gemacht werden. Der Tarifvertrag der Justizangestellten sieht di« Mtürtdige Wochenarbeitszeit vor. Dem Angestelltenrat war be- kannt geworden, daß nach Dienstschluh regelmäßig viele Angestellte weiterarbeiten, mn ihre Arbeit zu vollenden. Schon mehrfach hatte der Angestclltenrat bei der Personalleiwng darauf hingewiesen, daß das Arbeitspensum der Angestellten ivähpend der normalen Arbeitszeit einfach n i ch t z u bewältigen sei und unbedingt Kräfte eingestellt werden müßten, von denen es auf dem Avbeitsmarkt der Angestellten zurzeit übergenug gäbe. Die Peefonallritung bestritt jedoch die Uebcrstundenleistung und gab dem Angestclltenrat auf, diese Behauptung zu beweisen. Um diesen Beweis zu erbringen, nahmen zwei Mitglieder des Angestelltenrates am 4. Juli d. I. nach Dienstschluß eine Teil- tont roll« im Gerichtsgebäude vor, wobei 34 Angestellte bei Ueberstunden betroffen wurden, deren Zahl sich allein bei diesen 34 Angestellten aus A4 Stunden an den» Kontrolldag« belies. Die weiteren Kontrollen wurden daraufhin dem Angestelltenrat untersagt mit der Begründung, daß dies aus allgemeinen dienst- lichen und Sicherheitsgründen nicht gestattet werden könne und auch einem Cmgrisf in die Betriebsleitung gleichkomme! In der Arbeitsgerichtsoerhandlung versuchte der Vertreter des beklagten preußischen Justizfiskus, Amtsgerichtsrat Dr. P a e tz o l d, nachzuweisen, daß die Ueberarbeit von der Behörde oder von Vor- gesetzten nicht angeordnet worden sei, es sich„also" nach dem Tarifvertrag nicht um Ueberstunden gehandelt habe. Das Weiter- arbeiten der Angestellten nach Dienstschluß sei„freiwillig" ge- schehen, was man den Angestellten nicht verwehren könne! Der Justizverwaltung wäre es aber auch viel lieber, wenn die Angestellten keine Ueberstunden machm würden, da sie dann die Angestellten, die während der normalen Arbeitszeit ihr Pensum nicht schaffen, aussondern, das heißt entlassen könnte. Ein Kontrollrecht darüber, ob die tariflich festgelegte Arbeitszeit und damit auch der Tarifvertrog eingehalten werde, könne die Justiz- Verwaltung„schon im Interesse der Aufrechtcrhaitung der Autorität der Justiz" dem Angestclltenrat nicht einräumen. Das Arbeitsgericht war gber anderer Auffassung als die hohe Jirstizocrivaljung. Es sprach dem Angestelltenrat das Recht zu, nach Aldeitsschliiß die Diensträume zu kontrollieren, in denen noch gearbeitet wird. Der Angestelltenrat müsse die Möglichkeit haben, zu prüfen, ob den Angestellten ein Arbeitspensum zugeteilt wird, das sie in 48stündiger Wochenarbeitszeit auch b e- wältigen können. Dieses Kontrollrecht— und das ist die für all« Angestellten, und Betriebsröte grundsätzliche Be- d e u tu n g des Urteils— stehe dem Angestelltenrat auch nach Z 78 BRG. zu, worin es heißt, daß er darüber zu wachen hat,./daß in dem Betriebe die zugunsten der Arbeitnehmer gegebenen gesetzlichen Vorschriften und die maßgebenden Tarifverträge... durchgeführt werden". Christliche Nationalsozialisten. Was sagen die christlichen Arbeiter dazu? Der Norsitzendc des Gesamtverbandcs der christlichen Gewerk- schastcn, Bernhard O t t e, hat im„Deutschen", der Tageszeitung der Gewerkschaftschristen erklärt, daß die christliche Gewerkschafts- bewegung sich gegenüber allen bürgerlichen Parteien parte!» politisch neutral verhalt«, gegenüber der Sozialdemokra- ti« jedoch im scharfen Kampf stehe. Er hat es nicht für nötig erachtet, ebenso klar und deutlich wie gegenüber den Sozialdemo- kraten auch das Verhältnis der Christen zu den Nationalsozialisten klar zu stellen. Das zeigt, daß die Ehriften auch gegenüber den Nationalsozialisten ihren Neutralitäts- begriff gelten lassen wollen. Die Gewerkschaftschristen dürfe» also auch die Hitler. Partei wählen. Von den Sozialdemokra. en wollen die christlichen Gewerkschaftsführer nichts wissen, weil die Gegensätzlichkeit zwischen Christentum und Sozialismus offenkundig sein soll. Hitler- und Goebbels-Leut« sind demnach in den Augen der Führer der christ- lichen Gewerkschaften bessere Christen als die in der Sozioldemo- kratze und in den freien Gewerkschaften organisier. en Arbcitsbrüder der christlichen Arbeiter. All die Unslätigkeiten und Gemeinheuen, die sich die nationalsozialistisch« Bewegung seit ihren Anfängen gegenüber Christentum und Kirche wiederholt geleistet hat, sind verziehen. Der gewaltige Aufschwung, den die Kirchen, vor allem die katholische Kirche in der von der Sozialdemokratie ge- stützten Republik nehmen konnte, ist vergessen. Die Beweise durch die Tat, daß die freie Arbeiterbewegung gegenüber Christen- tum und christlichen Einrichtungen sich zu dem Grundsatz„Leben und leben lassen" bekennt, gelten den Führern der christlichen Ge- lperkschaften nichts. Die Nazis find bessere Christen—, die NaZis, die mit dem Wodanskult angefangen haben und zur Zeil noch auf dem Weg ihrer tief-unchriftlichen Rassenlehre eine rein nationale, eine An Deutschtumsreligion suchen. Sogar Unternehmerblätter weisen darauf hin, daß die Nazis von Prinzen und Kapitalisten ausgehalten werden. So hat die..Kölnische Zeitung" dieser Tage erst darauf aufmerksam gemacht, daß im Rheinland der Zeitung-veilag sür die national- so'.ialistikch« Bewegung von dem Prinzen Friedrich Christian zu Schaumburg-Lipp« finanziert worden ist. Vor kurzem erst hat der Urreaktionär Oldenburg-Ianu schau ausdrücklich erklärt, daß er es mit Freuden begrüße, wenn an die Nelle. de? Reichsfinanzmlnisters Dr Wirth ähnlich wie in Thüringen ein'.>ti o n al f o z i a l i st! f che r I n n e nm i n i st e r treten würue. Ist der D«!.«iche Gewerkschafü-bund von der faschistischen Irr- lehre schon so stark angekränkelt, daß den christlichen Arbeitern die Kameradschaft mit den Nazis zugemutet werden kann? ist ja kein Geheimnis, daß der dem Deutschen Gewerkschaftshund angegliedert« Deutschnotionale Handlungsgehilfenverband seiner ganzen ideologischen Einstellung nach sür faschistische Gedankengänge zugänglich ist. Sprechen nicht die DHV.-Verbände heut« bereits fast ganz im Jargon der Nationalsozialisten? Die christlichen Gewerkschaftsführer scheinen der Nazipsychose er- legen zu sein. Daß aber die christlichen Arbeiter auch so schwache Nerven und auch so große Angst haben, irgendeinen„Anschluß" zu verpassen, möchten wir bezweifeln. Wir glauben nicht, daß die christlichen Arbeiter den von oben zugelassenen Nazikurs mit- machen. Wenn die DHV.-Lente und andere Proletarier mit der Bügelfalte im Deutschen Gewerkschastsbund die neue N a z i m o d e mitmachen wollen— die christlichen Arbeiter scheinen nicht so mode- lüstern zu sein. Sie werden sich für die Kameradschaft mit R o w- dys und politisch maskier-ten Banditen, die die Unter- nehmerrevolution vorbereiten sollen, sicherlich bedanken. Gleichheii in der Schwerindustrie. 10 Prozent oben unv unten. DieVorstandsmitgliederderDereinigtenStahl- werk« haben eine Kürzung ihrer Gejomtbezüge um 1 0 P r o z. ab 1. September beschlossen. Die Geholtssenkung der An- gestellten soll— wie in der Mitteilung der Vereinigten Stahlwerke hervorgehoben wird— erst ab 1. Januar in Kraft treten. Ein allgemeiner Abzug von 10 Proz. von oben bis unten, der zurzeit bei verschiedenen Firmen durchgeführt wird, ist noch kein gerechter Gehaltsabbau, denn die leitenden Persönlichkeiten bis her- unter zu den Prokuristen haben nicht nur verschiedene Möglichkeiten, um die Gehaltseinbuße infolge des Abzuges auf andere Art und Weis«, wie Reisespescn und dergleichen, wieder wettzumachen. Wenn von einem Einkommen von 100 000 Mark ein Gehalts- abbau von 10 Proz. erfolgt, bleiben immer noch 90 000 Mk. Wenn aber von 250 Mk. 23 Mk. abgezogen werden, dann ist der nur müh- selig ausbalanzierte Haushalt völlig aus dem Gleichgewicht. Der Arbeitszeitschiedsspruch für die Metallindustrie Nordwest ist vom Dculschen Mclallarbcilerocrbcr.'.d abgelehnt worden. Teisttiimaik Seamten Veiss«ÄUllS Doonenta�, 10 Uhr, m gro$- n Saal der KosikersUe, Kaiser« Wilhclm-Sti a';c 3U T a g c s o r d n o n s• Die Reldisia&waMea und die Beam en Referent: Alberf Fa'kenbcrg, M. d. K. Beamte, in dieser Versammlung wird bewiesen werden, wer kapitalistische n aressenien- und Katastiophenpoliük und wer gerechte Staatspolitik betreibt Zahlreiches Erscheinen erwartti Pas betnebssekreiaiiat der»PO, ( �Kollektiver Llebertri« zur NGO.* Kommunistischer Schwindel aufgedeckt. Der Zentraloerband der Schuhmacher hatte seine Mitglieder bei der Firma C. Stiller zu einer Besprechung geladen. Ein« von Galonska alarmierte Sturmkolonn« bei der Firma H. Vesser mit Hans H a i n an der Spitze, versuchte die Sitzung zu sprengen. Durch Lokolvcrlegung wurde dem vorgebeugt und die Bcrbandsmitglieder beschlossen folgende Erklärung: „Die in der Schuhreparaturwerkstatt der Firma E. Stiller be- schäftigten Mitglieder der freien Gewerkschaft erklären d'.e in der „Roten Fahne" am 22. August 1930 vcrösfentlichte Mitteilung, die Sliller-Belegschoft sei kollektiv zur RGO. übergetreten, als Schwindel. und bekunden hiermit, nach wie vor ideologisch und organisatorisch zur freien Gewerkschaftsbewegung zu stehen." Bei den Hintermännern der KPD.. Faulhaber und Galonska, war offenbar der Wunsch Vater des Gedankens. Beide sind noch vom Streik in der Reparaturwerkstatt der Firma Stiller im April dieses Jahres her bekannt, indem sie ohne Wissen der Streikenden und ohne Hinzuziehung der Gewerkschaft als Betriebs- ratsmitglieder eine Bctriebsoereinbarung mit der Firma trafen und so den Streik„abwürgten". Damit retteten sie sich vor der ihnen angedrohten Entlassung. Die Ortsvcrwaltung hatte damals das Verhallen von Faulhober und Galonska aufs schärfste verurteilt un» sür die Folge Disziplin verlangt. Allein die KPD. verlangt von ihren Trabanten die Gewerkfchastsdisztplin zu verletzen. Nachdem es den Betriebsräten bei H. Leiser geglückt war, die Betriebsräte zu spalten, sollte die Spaltung auch bei Stiller durchgeführt werden. Faulhaber berief nach monatelanger Pause plötzlich«ine Betriebs- Versammlung ein und fordert«. zum Anschluß an die„Rote Gewerk- schaftsopposition" auf. So kam die Schwindelmeldung in die„Rote Fahne". Ein großer Test der bei Stiller beschäftigten Arbeiter hat die arbeiterverräterische Rolle der Faulhaber und Galonska erkannt. Diesen Helden muß bei der bevorstehenden Betriebsrats- Neuwahl die Quittung für ihren Dienst im Interesse des Unter- nehmers erteilt werden durch Wahl der freigewerkfchaft- lichen Liste._ Kampf gegen Sireikbrecher. Verhastungen im Textilbezirk von Ronbaix. Paris, 1. September. An der französisch- belgischen Grenze haben sich im Zusammen- hang mit dem Textilarbeiter- und Metallarbeiterstreik wieder neue Zwischenfälle ereignet. Die Richtstreikenden wurden belästigt und an den Türen ihrer Wohnungen Inschriften wie„Verräter, wir werden dich nicht vergessen!" angebracht. An verschiedenen Punkten der Grenze sind Barrikaden angebracht, um die belgischen Arbeiter. die in Frankreich beschäftigt sind, atz der Rückkehr nach Belgien zu verhindern. Eine große Anzahl von Verhaftungen wurde vorgc- iiommen. Die Streikenden fordern neben der Lohnerhöhung nach- drücklich die Abschaffung der„Treu prämie" benannten Korrup- tionszulage. Graphische Hiifsarbeiier! List, Lüge, Verleumdung und Verschweigen der Wahrheit sind nach Leninschen Grundsätzen die Vorbedingungen Vir aktiven kommunistischen Arbeit in den Massenorganisationen der Arbeiterschaft. Durch Anwendung dieser Mittel gelingt es zeitweise, einen Teil eer den Arbeiterorganisationen angehörigen Mitglieder zu der scheinbar „revolutionären Gewertschaitsopposition"(RGO.) herüberzuziehen. Dies zeigt auch die Belzandlung des Falles Pflanz kontra Arbeitcrrat und Vertrauensleute des Betriebes U l l st e i n. Ein Flugblatt der„revolutionären Gewerkfchaftsopposit'.on" strotzt von Beleidigungen und Niederträchtigkeiten gegen den Vorstand der OrtsverwalMnq und die leitenden Funktionäre der graphischen Hilfsarbeiter. Man wagt es sogar. Pflanz mit dem aus dem Röntgentaler Prozeß bekanntgewordenen Nationalsozwlssten Renner auf eine Stufe zu stellen! Meyer und fein Anhang wollen in die Berliner MitglieSschast den Gedanken hineintragen, daß NichtMitglieder in unsere Generalversammlung Zutritt erhalten sollen, gegebenensalls unter Anwendung von Ge- w a l t. Jeder Funktionär und Delegierte zur Generalversammlung, der die Entwicklung unserer Zahlstelle und das Wachsen ihrer Be- deutung im graphischen Gewerbe selbst mitcrkämpft hat, muß Mitt- woch in der Generalversammlung(Gewerkschattchaus) rechtzeitig erscheinen lind diesen beinahe prosessionalen Quertreibern das 5)and- iverk legen. Daher versäume kein Anhänger der Amsterdamer Gewerk- schoftsrichtiing, am Mittwoch im Gerverkschaftshaus pünktl.ch 5 Uhr anwesend zu sein. Achtung. Zimmerer! Im Zirkus Dusch werben zur Zeit Umbauarbeiten, unter anderem auch Zimmerarbeiten ausgeiuhn. Da der betreffend« Unternehmer sich weigert, die tariflichen Löhne zu zahlen, sind sämtliche Arbeiten im Zirkus Busch hiermit iur Zimmerleute gesperrt. Achtung! Rohrleger. Helfer. VauNempner! Die neuen Tarif. oerträge sind gedruckt und in unserem Büro, Berlin N. 84, Linien» straße 83'85, Zimmer 20, erhältlich.'. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Ortsverwaltung Berlin. «dguna. SPgi..»etr!ebs»crtr»n«p«le»t«! Sin micktige« fflugHott für!»« Dctricb-egitatlon ift sofort abzuholen int Setrctoriot kr» Ernosscn»oU, Sinkciiftr. 3, II. Hof, 2 Treppen. Bio 18 Uhr im.Zimmer 1Z. Ausmeio mit» btlnactt. DeiltsKcr Helftarbe'ltcr.Verbakd, OrictjctiDöIhmfl Berlin. Die Ber.rauens- mLnncrpcriainmlnngen her Branchen und Bezirke finden am Mittmach, oem 3. Septembir. zur llbüchen Seit und an den bekannten ldrtcn nne oll- monatlich statt. IHreie Gewerkschafis-Luvend Verlin Heute, Dienstag. I»Z-, Uhr. tagen folaenb« Gruppen: Frankfurter«Bec: (ötuppmfjrm, Ctädt. Jugendheim, Litauer Ctr. 18. Heimbesprechung. Kontrolle der Vcrbandsbüchcr und Leimausweise.—- Lanvsberqer Plah: Diestelmeyrrstr. 5. Heimüesprechunq.— Reu-Lichtenbeeq: Jugendheim Gunter« straße 44. Heimbcsprechung.— Lichtenberg: Jugendheim-offeftr. 22. Heim» besprcchung.— Spandau: Jugendheim Lindenu�er 1. Heimbcs?rea)ung.— dqar» lottenburg: Jugendheim(rpreeftr. 30. Heimbesprechung.—-ttcptDio: Jugendheim Wil'denbruchstr. 55—54. Heimbesprechung.— Humbolbt: Jugendheim Graun« Ecke Lortzingftraße. Heimbesprcchung.— Panknw: �"genoheim Kifsingenstr. 48. He.mbcsprechung. Liederabend. Vcrbandsbuchtontrolle. „zuflenftmippe dkS?entra Verstandes Ver Anacftellten fA Seute, Dienstag, finden folgende Veranstaltungen ftg't: Rorvmeit: Jugendheim Lehrter Str. 18— IS...Marcel.Sabcr.Adend". Boriragender: Seift» Ldwi.— Lichterberg: Jugendheim Duntcrstr.<4. Wir besuchen die Ver- anflaitung des Werbebeziris. Bergntwortli» ckr Boiitit: Dr. tturt Gener: Wirtschaft:®.«lingclköler; Gewcrtschaitsbemegung: 5. Steinet; Feuilleton: R. 8- Döicher: Lotales und Sor.iliaes Fri» Raritedt: Snzeiaen: Th Gloche: iümtüch in" Berlin. Betlag: Borwärls-Veriag®. m o. S Berlin Drud: Borwjjrl-.Budidruckeret und Berlaasanflalt Baal Liuger u. Co.. Berlin£3. 68. Linden itrahe t Hierzu 2 Beilagen. O Nr. 409» 47. Jahrgang i. Beilage des Vorwärts Dienstag, 2. September 49A0 Flieger werben für Liste l Der einzigartige Deutschlandftug für die Sozialdemokratie vas Alllgzeaggeschivadcr de,„Sturmvogels ha« Sounabeni» vsrmttlag seinen Deulfchlandslug für dl« Sozialdemokratie angetreten. IHe AI leger starteten gestern vormittag in Vremen zum Weiterslug nach Essen, wo sie in den Mittagsstunden eintrasen. Am Nachmittag wurden über dem Ruhrgebiet Geschwaderflüge aus- geführt. Die Maschinen starteten heute mitlag nach Aranksurt a. M. lleber den bisherigen Verlauf des Ztvges gibt unser Sonderbericht- crstalter folgenden Bericht; „Frei!" Der Propeller kommt auf Toi-ren, unser« klein« Junker? rast über dos Feld, fliegt. Langsam schrauben mir uns doch Neben und hinter uns folgen die anderen Maschinen des Geschmaders. Unten vor den Lzasten des„«Sturmnogcfs* sehen wir unsere Genossen stehen. Freudiges Abschiedwinken. Noch ein paar Nunden über dem Platz und dann gehts los; hinweg über das gualmende, arbeitende Lcrstnl.stinweg über die dunklen Schach'« der chintarhüle, über grau« Straßen, über Sportplätze und Parkanlagen. Und die Propeller unserer Maschinen rufen sie aus, die Proletarier, und die Ausschrist auf den Flügeln sagt es ihnen, worum es geht:„Wählt Lifte 1". Durch ganz Deutschland werden wir diese Parole tragen. Nun los! Das Geschwader steuert den Funkturm an. Spandau gleitet unter uns hinweg, Nauen. Fetzt ist die Stelle, wo Berlin liegt, nur nach«in Dunstkreis. Bon unten aber leuchtet es heraus in allen Farben. Das silbern glitzernde Band der Havel, die braunen, roten, violetten, gelben Rechtecke der Felder. Das tief» dunkle Grün der Wälder. Rote und graue Dächer der Gehöfte. Havelberg. Havelberg und Wittenberge staunen. Das Geschwader senkt sich Unten auf dem Marktplatz lausen die Lsirt« zusammen. Man sieht ganz deutlich die hellen Flecke der heraufstarrenden Gesichter, und plötzlich kommt in eine Gruppe Bewegung. Arm« fliegen in die Luft, wehend« Tücher. Unser schneller Wbatras-Doppeldecker senkt sich zmn Gruß, fliegt d-cht über den Häusern hinweg.?�ch eine Schleife. Dann weiter. Endlich der erst« größere Ort: Wittenberg«. Der Albatros lchießt vorweg,«r alarmiert die Leute, so daß alles den, nach- folgenden Geschwader mit sein« weithin leuchtenden Aufschrift „Wählt Liste 1' Beachtung schenken muß. Erste Nast in Schwerin. SlC» darauf sind mir in Schwerin, dem ersten Zwischen. lanÄmgsplatz angelangt Der Flugplatz ist mflerabäl,. aber unser« Piloten setzen all« Maschinen glatt auf. Sosort kommen einige Parteigenossen aus uns.zu und begrüßen uns mit leuchtende!, Gesichtern.„Wie die Wohlarbeit verläuft?". O, die Schweriner Ge- noffen ssnd guten Micks. Sie haben dort unten natürlich«inen schweren Stand. Auch in Schwerin ist die Arbeitslosigkeit groß. Alle MahlversamnÄungen, die sie bis jetzt einberufen haben, waren überfüllt. Auf dem Schweriner Flughafen wt sich ein kleines Lagerlsben auf. Da hocken sie nun zusammen die„Sturmvogel"- Piloten Eberhard. Koch. Kuhlmey, Pullert, Preuß und(Schmidt und tauschen Erfahrungen und Beobachtungen aus. Di« Monteure Sieg und Iensch haben inzwischen getankt und die Motoren nach- gesehen. Noch einmal schickteln uns die Parteigenossen die Hand, dann flitzen wir wieder ab. Fetzt erst bemerken wir, daß viele Leute auf dem Wege zum Flugplatz waren. Sicherlich sind sie etwas enttäuscht, daß wir schon wieder losschwirren. lind mit einem Male sehen wir etwas, was uns alle tief bewegt. Da steht mitten auf westem Feld en Wann, und dieser Mann schwenkt eine große rote Fahne. Noch lange leuchtet sie herauf ans dem Grün des Feldes. Wir überfliegen Godelnrsch, Rehna, Schönberg, lieberall dasselbe Bild. Leute strömen zusammen. Auf den Feldern, auf allen Wegen bleiben sie stehen und winken zu uns herauf. Lübeck und Kiel grüßen herauf. Fetzt wird die Luft rauher und kräftiger. Man riecht schon das Meer. Dunst übern, Horizont Die Ostsee. Wir hängen uns dicht aneinander und donnern über i«s schöne Lübeck hinweg. Zwei Kreise, drei Kreise. Noch einmal. Dann müssen wir wieder weiter. Kiel. Wir fliegen die Wersten ab, die Außenbezirke Man sieht viele schroorzrotgoldene und rote Fahnen auf den Schrel>ergärte>,, Auch in der Großstadt, wo Flugzeuge eine ge» wohnte Erscheinung sind, erregt dos Erscheinen des„Sturmvogel"- Geschwaders größte Aufmerksamkeit. Am Spätnachmittag treffen mir ain Endpunkt unserer ersten Tagestour ein. Fn Flensburg. ?luch dort werden wir von Parteche nassen begrüßt. Einige rote Falken stellen sich sofort zur Bersügung, um die Maschinen, die während der Nacht im Freien stehen müssen, zu bewachen. Für Piloten und Monteure aber gibt es noch kein Ausruhen. Di« Motoren werden«ingehend nachgesehen, einige Kerzen aus- gewechselt. Brennstoff wird getankt. Ziemlich spät kommt alle» in de Klappe. Sonntag früh sind mir schon wieder draußen im Flughafen. D!« Wettermeldungen kommen. Sie lauten bis Hamburg günstig. Also lo;! Hinter Rendsburg bricht die Sonne durch. Wir sind lurz vor Hamburg. Plötzlich bricht ein« unserer Maschinen nach rechts aus. Warum? Da unten ist ein kleiner Ort: aus vielen Fenstern hängen schwarzweißrote Fahnen. Das ist etwas für die Leute von,„Sturmvogel". Wie die Habichte schießen die Ma- schinen himmter. Arme, die sich schon zum Gruß erhoben, sinken zurück. Hamburg! Runter. Getankt. Wecker. Richtung Bremen. Plötzlich sitzen wir mitten im Dreck. Die Sicht wird immer schleäster. Böen. Das Geschwader ist auseinandergerissen. Unsere Moschine wird hin und her geworfen. Der Motor fängt an. un» regelmäßig zu arbeiten. Ein Zylinder macht nicht mehr mit. Aber Pilot Pullert verliert die Ruhe nicht. Weiter, immer weiter. Und plötzlich tauchen sie empor aus dem Nebel, die anderen Maschinen des Geschwaders. Nur eine fehlt. Aber wir können sie jetzt nicht suchen. Endlich haben wir Bremen erreicht. Laichung. Das Wetter wird von Minute z» Minute schlechter. Kurze Zeit nach unsere? Landung trifft auch die fehlende Maschine ein. Das Ge- schwader ist wieöer beisammen, aher der Weiteriliig nach Essen muß auf Dienstag verschoben werden. Den Freund ermordet? Die Polizei auf der Spur eines mutma�lidien Kapitalverbrechens. Am 11. 3un3 wurde in dorn Fabrlkkovkor in der Cottum- straße der ttjährige Theo krause durch Gas vergiftek tot auf- gefunden. Es handelte sich zweifellos um Selbstmord. Wenige Tage zuvor mar der Freund des Selbstmörder», der gleichaltrige Schneid« Otto L aurin spurlos vctschwuudeu. Die Polizei glaubt nun Be- weise dafür zu Hab«», daß krause seinen Freuvh am Bfingss. sann abend«mordet und beraubt hat. Al» ihm dann die Schwere sein« Tat zum Bewußtsein kam. ist« freiwillig au» dem st eben geschieden. » Laurin, der bei einem Schneidermeister in der Perleberger Straße tätig war, hatte sich am Pfingstsonnabend mit Krause ge- troffen.' Von diesem Ausgang ist er nicht mehr zurückgekehrt. Kraus«. der seck über einem Jahr arbeitslos war, verfügt« am anderen Tag« plötzlich über Geld: fein« Braut erzählte er, daß er Arbeit gefunden Hab«. An dem betreffenden Tag« war er um die Wittags- zeit von Hause weggegangen und erst gegen 17 Uhr zurückgekommen. Er wechselte die Kleider und verlangte auch ein frisches Oberhemd. Als er die Wohnung wieder verließ, trug er ein Paket unter dem Arm. Gegen 19 Uhr erschien«r bei seiner Braut. Jetzt trug er. wie später«mittell wurde, die blaue Jacke und die Hose de» Laurin. Der Rock war blickig, besonders das Aermelfutter war mit Blut förmlich durchtränkt. Spuren von Feuchtigkeit ließen darauf schließen, daß Krause versucht hatte, die verräterischen Flecke aus- zuwaschen. Die Untersuchung der Mordinspektion ist noch nicht abgeschlossen. Andres Leiche in Norwegen. Kein Zweifel mehr an der Zdentität des Toten ."■' Stockholm, 1. September: Das norwegische' Expeditiönsschijs„B ratvaag" traf in i t den'Ueberresteii der Andreeschev Expedition dn Bord am Sonntagnachmittag in einem kleinen Hasen in der Rahe von Ha m m c rf est«in. Nach kurzem Aufenthalt, währenddesici, Dr. H o r n einen tetcgraphischen Bericht an die norwegische Eismeer- kommission aufgab, setzte der Dampfer die Reise nach Tromjö fort. Dr. Horn erklärte, man habe unterwegs keines der Schiffe getroffen, die von skandinavischen und ausländischen Presseunternchmen der „Bratvaag" entgegengeschickt worden sind. Di« Leichen der drei schwedischen Forscher sind nicht so gut«r- holten, daß«ine Balsamicrung möglich ist.?lndrees Kopf war vom Körper getrennt, ist aber gleichfalls aufgefunden worden. Bon Strindberg und Frankel ist wenig mehr als die Skelette erhalten. Es besteht jedoch keinerlei Zweifel, daß es sich um Andres und seine Begleiter Handelt, da das Tagebuch, das man bei Andre« fand, deutlich den Beweis dafür erbringt. Man stelle sich Una vor— wenn man durch den Rauch billiger Zigaretten den matten Schein ihres hellen Haares ausnehmen kann— wie sie dort sitzt und geduldig versucht, eine„gerissene Pokerspielerin" zu' sein, was sie, wie ihr Gatte gereizt behauptet, in ihrem Leben nicht werden wird. Es liege ihm nichts daran, versichert er, daß sie sein schwer- verdientes Geld verspiele, aber er könne es nun einmal nicht vertragen, daß Eddie Schwirtzens Frau sich dümmer anstelle als Frau Iock Sanderson, die ein Prachtkerl ist: spielt Poker wie ein Mann! grau Sanderson war eine schwarzhaarige Frau mit großem Busen: ihr Gesicht war so hart und glatt und aus- druckslos wie ein Teller: wenn sie lachte, gackerte sie wie ein Huhn und wegen nichts und wieder nichts pflegte sie zu sagen:„Der Teufel noch mal, Iungens!" Sie war ein ge- mütliches Haus und verstand es, Schnäpse zu mischen, wie Herr Schwirtz beteuerte: und se mehr die Befriedigung, eine feine Dame als junge Ehefrau zu besitzen, sich abstumpfte. desto mehr beschwor er die feine Dame, Frau Sanderson nach- zuahmen. Zum Gluck war Herr Schwirtz zwei Drittel der Zeit auf Reisen. Doch ein Drittel der Zeit war lange genug, seit Una Wochen vorher schon seine Ankunft fürchtete: und wochenlang nachdem er schon wieder fort war, erinnerte sie sich feiner mit einem kalten Schauer von Scham und Ekel, da sie nicht einmal die Kraft aufbrachte, ihn aus vollem Herzen zu hassen, sondern sich immer wieder sagte, sie sei prüde, ein anormales, blutleeres Geschöpf, und müßte eigentlich Eds aufrichtig ge- meinten Wunsch anerkennen, sie soll« seine freie Zeit ver- gnügt mit ihm verbringen, lustig und einfach und natür- lich sein. Er war iuuner verschwenderisch. Immer wollte er eine teure Wohnung mieten und einrichten, doch gab er das Geld, das« nach jeder Reise zu bekommen hatte, immer wieder gleich aus, sie waren nie imstande, die Famllienpension SB oerlagen. Mögen sie in» Theater, so mutzte er eine Auto- drofchke nehmen.„Ach", schmeichelte er,„wir wollen doch keine Schnorrer sein! Für Eddie Schwirtz ist nichts zu gut— das ist mein Wahlspruch." Und dann bestellte er Champagner, die einzige Sorte Wein, die er kannte. Er gab den Kellnern immer zu reichliche Trinkgelder und freute sich seiner eigenen Freigebigkeit. Und in seiner plumpen Art war er wirklich freigebig. Er gab Una alles, was ihm seine Vergnügungen übrig ließen: ermunterte sie, sich Kleider zu kaufen und Nach- mittagsvorstellungen zu besuchen, wenn er auf der Reise war, und erzählte, wie man eben einen guten Spaß erzählt, er habe sich bei den letzten vergnügten Abenden so völlig„aus- gepumpt", daß er, nachdem er New Bork verlassen hatte, eine Woche lang bei Tage reisen mußte, weil er den Schlafwagen nicht bezahlen konnte... Una hatte keine Ahnung, wieviel Geld er verdiente, aber sie wußte, daß er nie etwas ersparte. Sie bat oft:„Warum machst du es nicht wie andere Reisende? Dein Herr Sanderson spart Geld und legt es in Grundbesitz an, obwohl er sich auch was gönnte.. Komm, wir wollen einige unnötige Ausgaben und Gesellschaften streichen." „Quatsch! Mein Herr Sanderson ist ein kleiner Knicker, wie olle diele Schotten. Demnächst w�de ich wirklich zu sparen anfangen. Aber was soll man machen, wenn die Firma auf den Spesen sitzt und für neue Kundschaft nicht einen roten Heller Extraprovision bezahlt? Man hat über- Haupt keine Chancen mehr heutzutage— diese verdammten Kapitalisten schrauben olles herunter. Ich sage dir. ich werde noch Sozialist!" Er schien jedoch kein Sozialist von der Art einer Mamie Magen zu fem. dock interessierte er sich soweit für Sozialis- mus— daß er sich immer wieder darauf berief, so oft Uira vom Sparen sprach. Sie hatte nicht oermutet, daß er soviel trinke. Er roch immer nach Whisky, und sie fand häufig Flaschen in seinem Koffer, wenn er von einer Reise zurückkehrte. Doch niemals merkte sie an chm ein Zeichen von Be- trunkenheit. außer einmal, als er sie nach einem„fidelen Gelage" mit Zärtlichkeiten bedrängte. Noch abstoßender jedoch wirkte auf sie die wachsende Rachläffigkxit in seinem Benehmen... Er hatte ihr eine lange und ernste Rede darüber gehalten, daß sie diese jung- fraulichen, aus Büchern zusammengelesenen Ansichten über dieses Versteckspiel zwischen Mann und Frau ablegen müsse. All dieses Etepetete-Tun und dies« Weiberfaxen, versicherte n ihr, seien schuld an den vielen„heiklen, unglücklichen Ehen und diesen faulen Scheidungen— nichts als ein Haufen verrückter Klubweiber und Frauenrechtlerinnen und Schöngeister, die von einem Mann erwarten, daß er sich wie eine Nonne benehme".„Ein Mann ist ein Mann, und je elzer ein Frauenzimmer diese Tatsache erfaßt und nicht immer- während mit ihm herumkeift und keift und keift, und ihn einfach alles so machen läßt, wie es ihm bequem und natürlich ist, desto freundlicher wird er zu ihr sein, und desto. besser wird's für alle Beteiligten fein. In jedem einzelnen Fall! Vergiß das nicht, meine Gnädige. Ich sage dir, das erste, was so'ne Frau lernen muß, ist zu wissen, daß ein Mann eben ein Mann ist. und wenn ihr das einmal begriffen habt. dann braucht ihr auch kein Wahlrecht mehr!" Herrn Schwirtz' Vorstellung von Männlichkeit bestand darin, alle hygienischen Verrichtungen so öffentlich, wie das Gesetz es nur erlaubte, vorzunehmen. Er war anscheinend stolz auf den ihm von Gott gegebenen Körper— der zwar seit jener Zeit einigermaßen angeschwollen war— und wollte Una nicht nur durch den künstlerischen Anblick begeistern, sondern auch durch die Sorgfalt, die er auf ihn verwendete... Seine dicke wollene Unterwäsche war so unvergleichlich wollen. Auch kannte Herr Schwirtz keine falsche Bescheidenheit in seinen Reden. Hätte Una eine Liste zusammengestellt von den Dingen, die sie für die banalsten und eben durch ihre Gewöhnlichkeit unerträglichsten hielt, wären darin die meisten Lieblingsthemen des guten Mannes inbegriffen gewesen. Und mindestens einmal des Tages erwähnte er seine ver- Snrbene Frau. Bei einem Abendessen im Restaurant gab er na einmal einen ausführlichen Bericht ihres Todes, ihrer Aufbahrung und des Begräbnisses. Für Una war er so vollkommen der Inbegriff alles Ge- wohnlichen, daß sie oft ungerecht gegen ihn gewesen sein mußte. Zummdest war sie gelegentlich über seine Behoup- tung, daß er ein Intelligenzler sei und alles Gewöhnliche hasse, tief erstaunt. Dies ereignete sich einige Male, wenn er sie beider Lektüre von Romanen fand, die so grob realistisch waren, daß darin vom Geschlechtstrieb und Schweiß der Menschheit die Rede war. „Selbst wenn sie lebenswahr sind", sagte er,„kann ick immer noch nicht einsehen, wozu es gut sein soll, so unerfreu- liche Dinge heroorzuzerren. Ich kann dir nur sagen, es be- gegnen einem schon zu viel üble Ding- im wirklichen Leben, ohne daß man erst in Büchern von ihnen lesen muß. Das Schlimmste an diesen Realisten, wie du sie nennst, ist, daß sie selbst solche schmierige Kerle sind und darum mir die schlechteste Seite am Leben sehen können." tFortsetzmlg folgt.) Eure Watte Im Waldkampf Itt der„Vorwärts" Neuer Ozeanflug. Das„Fragezeichen" mit Ken französischen Aliegern gestartet Paris, 1. September.(Eigenbericht.) Die beiden franzosischen Ilieger E o st e s und V e l l o n t e sind mit ihrer Maschine„Fragezeichen" um 10 Uhr 58 Minuten in £e Bourget zu ihrem Transozeanslug gestartet. Die Flieger wollen den weg über Südengtand und Irland nehmen, um dann der Route der Transozeandampfer bis zum 53. westlichen Längen. grad zu folgen. Sie beabsichtigen schtiesziich Surs auf Halifax zu nehmen. Die Pariser Presse füllt mit dem Ereignis ganze Seiten, auf denen man das„Fragezeichen" auf das genaueste bewundern kann. Es ist mit einem Hispano-Motor ausgestattet, der mit 7200 Pferde- trösten arbeitet und knallrot angestrichen ist. Die getroffenen Sicher- heitsmaßnahmen stellen ein« Höchstleistung an Vollständigkeit dar. Die Piloten führen je einen Fallschirm mit, der an ihren Körpern befestigt ist. Außerdem haben sie an Bord ein zusammensoltbares Gummiboot, sine in 30 Sekunden aufblasbare Gummiboje, die mit einem selbstleuchtenden Drachen ausgestattet ist, sowie zwei auf- pumpbare Gummianzüge. Der Benzinoorrat betrögt 4300 Liter. Di« ersten Radionachrichten, die von den Fliegern eingetroffen sind, bösagen, daß der Apparat in 1100 Meter höhe mit einer Stundengeschwindigkeit von 210 Kilometer» fliegt. Costes und Dellont« denken, am Dienstag zwischen 14 und IS Uhr ameri- konischer Zeit, das ist gegen 10 Uhr abends mitteleuropäischer Zeit, in New Nort z»i landen. Vernehmung der Gklareks. Verhandlung gegen Äöß hinter verschlossenen Türen. Bei der gestern stollgesundenen Berusungsverhandluug vor dem Oberoecwaltungsgerichl in dem Disziplinarverfahren gegen B ö ß sind Leo und Willi S k 1 a r e k dem Oberbürgermeister in geheimer Vernehmung gegenübergestellt worden. Max Stlarek war nicht geladen, da er nach gerichtsärztlicher Ansicht infolge seines Gesundheitszustandes zurzeit nicht ver» nehmungsfähig ist. Oberregierungsrat Gade vom Oberpräsidium fungiert als öffentlicher Ankläger. Der demokratische Reichstags- abgeordnete Rechtsanwalt Fischer vertritt die Interessen des Oberbürgermeisters. Auf dem Korridor erblickt man mehrere Ver- leidiger, die im Sklarek-Prozeß eine Rolle spielen werden. In vorgerückter Stunde wurde die Vernehmung von Willi Stlarek be« endet. Nach dieser wird der Buchhalter Lehmann gehört. Dieser soll speziell darüber befragt werden, wie die Pelzbestellung des Oberbürgermeisters zustande gekommen ist. Die Verhandlung dauert» in später Abendstunde noch an. Wieder Aitentatsseuche? - Anschlag auf D«3tt9 Hannover-Wesermünde verhindert. Ein verbrecherischer Anschlag aus den v-Zug Hannover-. wesermünde konnte Sonntagabend durch die Aufmerksamkeil eines Bahnbeamlen im letzten Augenblick verhindert werden. Der den Bahndamm abschreitende Beamte entdeckte bei Lock- stedt auf den Schienen einen doppelten Hemmschuh, der dort befestigt worden war. Der Beamte entfernte da» Hindernis und beseitigte damit die Gefahr für den bald darauf die Strecke durchfahrenden V-Zug Hannover— wesermünde. E, wurde sofort die Eisenbahnüberwachungsstelle Bremen benachrichtigt und ein Polizei- Hund aus die Spur gesetzt, jedoch ohne Erfolg. Steinhagel gegen Polizei. Kommunistische Klebekolonne attackiert Schupo. In den gestrigen Abendstunden versuchte eine kommu. nistische Klebekolonne die Säule der Normaluhr an der Ecke der Vruonenstraße und Gustao-Mayer-Allee mit Wahlplakaten zu be- kleben. Als sechs Polizeibeamte eines Ueberfallkommandos ein- schritten, wurden die Beamten mit einem Steinhagel empfangen. Zwei Polizeiwachtmeister erlitten durch Steimvürse Kopfverletzungen. Schließlich gelang es den Beamten, den Rädelsführer und zwei «eitere Krakeeler, darunter eine Frau, fest zunehmen. Sie wurden der Abteilung I-V im Polizeipräsidium zugeführt. Ein« größer« Menschenmenge, die immer wieder versuchte, den Beamten die Festgenommenen zu entreißen, wurde mit dem Gummiknüppel in Schach gehalten. Von Verblendung geschlagen. Die Wahrsagerin sollte im Grabe umgedreht werden. Warschau. 1. September. 3n dem Nlaulscheu Dorfe Dalkaiduay bei Schauten kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Dorsbewohnern und Polizei, wo- bei sieben Personen g e 1 ö 1 e i und 35 verletzt wurden. Eine vor einigen Wochen verstorbene Wahrsagerin hatte das Dors ver- siuchl. und weil wochenlang kein Regen fiel, sollte die Leiche der angeblich daran schuldigen Wahrsagerin zur Strase im Grabe um- gedreht werden. Die Menge griff die ihr enigegenlrekenden Poll- zisten an und töleke zwei von ihnen. Erst mit Hilfe von militärischen Verstärkungen gelang es. die Menge zu zerstreuen, nachdem «ms sie gefeuert worden war. Dabei wurden fünf Personen gelölet und 35 verletzt. 30 Rädelsführer wurden verhaftet. Kriegsopfer, wählt Liste l! Es geht um eure Ansprüche und Rechte! Zu einer öffentlichen Wählerkundgebung der Kriegsopfer hatte kürzlich der Reichsbund der Kriegsbeschädigten. Kriegsteilnehmer und Sriegerhinler- bliebenen. Ortsgruppe Wittenau, eingeladen. Als Referent kennzeichnete Kamerad Knllaer, der Gründer des Reichsbundes, die Politik des.Lronlkümpferkabinetts" Brü- ning, die dazu geführt hat. den Fronltämpsern ihre durch Blut und wunden erworbenen Rechte zu rauben. Es liegt dies nur auf der Linie der ganzen Brüning-Politit, die darauf hinaus will, das Reichsdefizit aus Kosten der Sozial- leistungen und der Unterstützungsempfänger aus- zugleichen. Solang« die Sozialdemokratie in der Regierung war, sind die Anschläge gegen die Kriegsopfer abgewehrt worden, mit ihrem Ausscheiden ist der Abbau der Sozialpolitik auf der ganzen Linie erfolgt, ftuttner zeigte dann, wie die Junggesellensteuer eine ganz besonders gehässige Ausnahme st euer gegen die Schwer. kriegsverletzten ist, die infolge ihrer Verstümmelungen h« i r a t s- unfähig geworden sind, sowie gegen die Frauen, deren Männer und künftige Männer im Kriege gefallen sind. In der Diskussion unterstrich Gauleiter Mend« diese Aus- führungen. Ein Kommunist versuchte vergeblich, für die Taten des Kabinetts Brüning-- die Sozioldemotrotie verantwortläh zu machen. Er mußte sich sagen lassen, daß in Smvetrußland für die Kriegsopfer überhaupt nicht gesorgt wird. Am Schluß forderte der Vorsitzende auf, nur für die Parteien zu stimmen, die auf dem Boden der Republik stehen und für die Rechte der Kriegs- opfsr eintreten. Aus der Versammlung wurde spontan gerufen: „Rur Liste 1", was mit großem Beifall aufgenommen wurde. Wählen'nnenkundgebung in Tempelhos. „Mutter Kransens Fahrt ins Glück." Die Aula der Realschule in der Koiserin-Augusta-Straße hätte doppelt so groß sein müssen, um all« diejenigen fassen zu können, die der sozialdemokratischen Wählerinnenkundgebung in Tempel- Hof beiwohnen wollten. Mit großer Anteilnahme verfolgten alle Anwesenden die naturgetreue Schilderung der kleinen Freuden und der großen Sorgen einer Proletarierin in dem glänzend gelungenen Film„Mutter Krausen; Fahrt ins Glück". Käthe Kern richtete an die Frauen einen flammenden Appell, am 14. September nicht resigniert beiseite zu stehen, sondern aktiv an der Gestaltung Ihres Schicksals mitzuwirken. An chand von ausgezeichneten Statistiken bewies die Rednerin, daß die Frauen es sind, die bei dem Aus- gang der Wahl den Ausschlag geben. Nur im V o 1 k s st a a t können die Frauen sich.inet voll« Emanzipation erkämpfen. Darum am 14. September für den VaMtgat durch Lfftr 1.. Die B k onk e Nbu r ger Sozialdemokraten hielten gleichfalls ein« überfüllt« Wahlversammlung ab. Es sprach Gen. Eduard Zachert M. d. L. über die kommende Reichstagswahl..Treffend führt« er aus, wie die bürgerlichen Regierungen und das Kapital all« Lasten auf die breiten Massen abwälzen. Auch warnte er vor dem Nationalsozialismus, der uns neuen Kriegen und Verelendung entgegcnführen würde. Reicher Beifall lohnte seinen Ausführungen. Dann folgt« eine Filmvorführung„Sturm über Asien" und der Am Sonntag geht ein Hörspiel von Heinz L u d w I g g unter dem merkwürdigen Titel.8, 8 Uhr 30, 9, 9 Uhr 30, 10" in Szene. Inhalt: 100 000 Dollar sollen innerhalb von zwei Stunden aus- gegeben werden, ohne daß der Beglückte sich irgendeinen Wert an- schafft. Der Verfasser hätte eine Satire aus allerlei Zeitdummheiten schreiben können, ferner wäre es möglich, sogar«ine Zeittritit zu verfassen und anzudeuten, wieviel Geld auf der einen Seite sinnlos verpulvert wird, während Menschen, die das Glück weniger be- günstigt, nicht einmal die Mittel für die elementarsten Lebens- bedingungen zur Verfügung haben. Ludwigg wählt aber den für sich und für den Rundfunk bequemeren Weg, indem er bekannte Episoden aneinander reiht und dem Ganzen das Leitmotiv gibt, der gute, arrivierte Bürger ist der beste Mann im Staate. Dra- maturgisch hat das Hörspiel den Mangel, daß der Conferencier— er wird hier als Autor bezeichnet— zuviel verbindenden Text spricht. Da» ist nichts weiter als ein Notbehelf und«in Zeichen dafür, daß es dem Autor an gestaltender Kraft fehlt. Erwähnenswert«in paar kleine feuilletonistisch« Skizzen von Fritz Walter, nachdenkliche, gut formulierte Dinge, die in Impressionistischer Art sanft Fragen der Gegenwart berühren. Mit einer Definition der Sozialpolitik beginnt am Montag Dr. Hüde Nathan ihre Ausführungen über„Lohn und Arbeitsschutz der Frau und des Kindes". Sozialpolitik bedeutet die Zusammenfassung derjenigen Maßnahmen, die den Schutz der Arbeiterschaft zur Ausgabe haben. Dieser Schutz ist für Frauen- und Kinderarbeit noch nicht so weit gediehen, wie es eine politisch und kulturell fortgeschrittene Zeit erwarten kann. Hilde Nathan gibt im Grunde einen Tatsachenbericht, aber aus diesen Tatsachen geht die augenblickliche Lage der arbeitenden Frau beut- lich hervor. Der Dortrag Theodor Kapp st«ins„Das Buch als Erlebnis" ist nicht klar disponiert. Außerdem stört, wie öfter bei Kappstein die stark pathetisch« Sprache.?. Lab. neue Werbefilm, welche mit großem Interesse verfolgt wurde. Mit einem Hoch o»f die Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. * i Die 117. Abteilung der Bertiner Sozialdemokratie war bemüht. ihrer Wahlkundgebung ein ganz anderes Gesicht zu geben, als die üblichen Veranstaltungen. In zwangloser Folge wechselten im Programm Filmvorführungen mit Rezitationen und artistischen Dar- bietungen. In glänzender Weise wurde so eindrucksvoll auf die Sozialdemokratie und ihre vielseitigen Institutionen hingewiesen. Eine kurze Ansprach« Franz Künstlers fügte sich geschicki in diesen Rahmen ein. Zum Abschluß brachte die G e w e r k s cho f t s- j u g e n d den Sprcchchor„Dividende" zu Gehör. In dem ver- dunkelten Raum und mit ausgezeichneten Requisiten wirkte dieses Werk besonders aufpeitschend und begeistert sangen zum Schluß olle die.Internationale". Alles in allem eine Wohlveranstattung aktuell und obweslungsreich, bunt und schlagkräftig, ein schöner Erfolg!__ Ihre gemeinsame Schande. Nationalsozialisten und Kommunisten gegen ein Plakat. Seit gestern klebt an den Berliner Plakatsäulen ein Riesen- plakat, das der bekannte Zentrumspolitiker Dr. Heinrich Teipel verantwortlich zeichnet. Unter der Dedis«: Selbstregierung, nicht Selbstzerfleischung! Keine Diktatur! ziehen unter schwarzrotgoldenen Fahnen Volksmassen zum Reichstag, im Vordergrund aber liefern sich in wüstem Durcheinander Kommunisten>md Hakenkreuzler eine Schlacht mit allen Mordwaffen. Vor der Plakatsäule Eck« Friedrichstraße und Belle-Alliance- Platz sammelten sich gestern nachmittag und abend Rotten von Kom- munisten und Hakenkreuzlern, um dos Plakat zu zerreißen. Die Polizei hinderte sie daran. Die gemeinsame Wut über die drastische Beleuchtung ihrer gemeinsamen Schande hat hier eine Einheitsfront zwischen Kommu- nisten und Hatenkreuzlern herbeigeführt! Im Sirandbaö Wannfee ertrunken. Im Strandbad Wannsee hat sich am Sonnabend, wie erst jetzt bekannt wind, ein bedauerlicher Badeunsall ereignet. Das Opfer ist der siebenjährige Schüler Horst Goldmann aus der Motzstraße 57. Das Kind, das sich in Begleitung einer. Verwandten im Mrand- bad befand,- war in»' Wasser. gegangen-und iff vermutlich infolge Herzschlages lautlos untergegangen. Niemand von den vielen Badegästen— am Sonnabend waren es rund 17 000— hatte von dem Unglücksfall etwas bemerkt. Erst nach einer halben Stunde vermißte die Frau ihren Schutzbefohlenen. Da zuerst angenommen wurde, daß der Junge bei dem starken Betrieb, wie es täglich häufig vorkommt, sich oerlaufen habe, wurde er als vermißt ausgerufen. Als diese Maßnahme erfolglos blieb, wurde das Wasser vom Bade- meister und drei Tauchern abgesucht. Leider erfolglos. Erst am Montag früh wurde die kleine Leiche vom Personal des Strand- bades, das gemeinsam mit dem Reichswasserschutz den ganzen Strand absucht«, etwa 300 Meter von der bezeichneten Stelle in IVO Meter Wassertiefe gefunden. Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach der Halle in Zehlendors gebracht._ Wieder zwei Berliner abgestürzt. Bozen, 1. September. Am Fuße der Nordwand des Rosengartens in den Dolomiten sind gestern nacht die Leichen der Berliner Alpinisten Hans Ritter und Fritz Streicher gefunden worden. Di« jungen Touristen wollten am Sonnabend früh«in« Besteigung der Rosengarten-Nord- wand unternehmen.. Beim Ausstieg glitt jedoch der vorangehende Tourist aus, stürzte die 400 Meter hohe Wand ab und riß im Sturz seinen Kameraden mit. Ein aller Kämpfer seierl seinen 65. Geburlslag. 65 Jahre alt wird iieute der allen alten Parteigenossen im 16. Kreis und dem früheren Wahlkreise Teltow-Beeskow-Storkow wohlbekannte Partei- genösse Emil W i ß l e r in Köpenick. Besonders unter dem Sozia- listengefetz gehörte er zu jenen, die mit Fritz Zubeil und anderen die Landagitation dieses Wahlkreises durch reg« Arbeit betrieben und ihn der.Partei endlich eroberten. Nach der Neuorganisation der Partei, veranlaßt durch die Schassung von Groß-Berlin, trat er als Leiter des 16. Kreises an die Spitze, nachdem er schon im alten Köpenicker Stadtparlament vorher als Stadtuerorbneter der Partei wertvolle Dienste leisten konnte. Als Spediteur des„Vor- w ä r t s" hat er zu seiner erfolgreichen Verbreitung im Osten jähr- zehntelang entscheidend beigetragen. Seit zehn Iahren steht er an der Leitung der städtischen Arbeitsvermittlung sowie im Dienst der Wohlfahrtspflege. Mögen dem alten rüstigen Kämpen noch recht viele Jahre reicher Tätigkeit im Interesse der Partei und Allgemein. heit beschieden sein! musikalischen Einlagen von Mlli ltoll» auch weiterhin im Septencher in Sgene. Halte mit OD OL gesund Zahne, Mandeln, Hals und Mund f Inftnbttngen für Urft R»brU sind •« r 1 i B SS 68, Siotunsicofee 3, parieinachn'chien für Groß-Berlin stet, bb da, SSc|ir{,{(tntatial !. Hos, Z Treppen recht», zu richten Achtung, Abteilungsleiter: Wählerzeitungen Nr. 1(ein Posten Ueberdruck) sind noch vorhanden und könne« vom Bezirk»sekretnriat, Lindeustr. 3, Sitzungssaal, abgeholt werden. » 1. Kreis Ritte. Heute, Dienst««, f. Tente«! er, 19% lür, Sitwn« des er. weiterten Rccisooeftonies mit den OrgantsotionR>ertretern bei Dedrosilaw, ©mintmüniet Str. 11. 2. fteci, Tiergarten. Mittwoch, 8. September, 18% übe, Dlatianwrt aus dem Stephanplad. D!e Abteilungsleiter werden gebeten, am Dienstag od 19 Übe die bestellten Transparente und gabnen von Schmidt-Mjolen. ja wollen. Achtung, Abteilungsleiter! Mittwoch. 8. September, 20% llbr, Sitzung der Seschäftsleitung mit dem 1. Abteilungsleiter bei Ärsiget, Vutlitzstr. 10. 3. Kreis Wedding, Heute, Dienstag, 2. September, 19 Uhr, Are isla niere nz bei Wende, Aoloniestr. 147. 5. Kreis Friedrichshai». Achtung! Mittwoch, I. September, 19% llbr. bei Aassube, R epaler Etr, 10, 12. ftablgruppe des Deutschen lsireidenteeper. banbes, GruppenkunktionSrilulanmienIunft, Keiner darf feble», 14. Kreis ZienlZll». Leute, Dienstag, 2, September, 19 Uhr, knete Be. lprechnng aller Abteilungsleiter im Parteibüro. 20. Kreis Reinickeadorf. Die Abteilungen kilnnen die Sahnen und Trans» varente vom Voltshaus, Reinickendorf-West. Scharnweberstr. 114— Ui, abholen. Heute, Dienstag, 2. September: 10. Abt. 20 Uhr wichtige ffunktionitrsttzung bei Eanbow, Slensburaee Str, 8. l». Abt. 19% Ubr lutte Befpeechung mit den BetirksMhrern bei Echeepkl, GrUntbaler Str. IS. 2S. Abt. Genossen, dir noch Werbematerial wünschen, melden sich bei«®i. nassen Neugebauer, Aniprodestr. 8. Die Robsahree empfangen ihr Ma- terial Donnerstag, 4. September. 19 Uhr. bei Aramee, Gotheniusste. 3. Alle Genossinnen und Genossen beteiligen sich heute am Umgug. Treffpunkt 18% Uhr Bahnhof Weitzenfee. 31. Abt. Antreten Sur Demonstration um 1Ä% Uhr Bahnhof Weitzenlee. Sämtliche verfügbaren roten ssahnen müssen mitgebracht werden. 36. Abt. Die Sahlabende finden bereit» in dieser Woche statt. Heute, 19% Uhr. Sahlabend der Gruppe Teetzen bei Graupner, voigtstr, ZV, Gruppe Schlichting im Lokal Schnoerer, Boiatstr, 38. Mittwoch, S. September, 19% Uhr. Gruppe Rolensiock, Sckmle Samariterstr. 20. Donnerstag, 4, September, Gruppe Treptow bei Schulte, Samariterstr. 38. Die Sunktio- näte treffen sich am Mittwoch, dem 8. September, 19 Uhr. bei Schnoerer. 46. Abt. Alle Genosse» treffen sich 17% Uhr am Hvchbahnhof Schlesifches Tor. Nachzügler kommen zu Siebentotss. Muslauer Str. 38. Donnerstag, 4. September, beteiligen sich alle Mitglieder er» der Demonstration um 18 Uhr Spreeroaldplatz. 76. Abt. Wilmersdorf. 20 Uhr im Lokal Stulla, Lauen! nrg er Sir, 81. ttcke Uhlandstrasie, Sablabend. Vortrag:.Die Sozialdemokratie im Wohlkampf. Referent: Mar Brinitzer, 81. Abt. Feiebenau. 18 Uhr bei Klabe, Handlerpstr. 80—81, Die Genossen treffen sich zur Einübung de»«Sptechchors für die Agitation, Mittwoch, 3. September. 20 Uhr. bei Alabe, Hanbjerpfir. 60—61, ssunklianürsitzung, Letzte Wahlbefprechunq. 99, Abt."--- Britz-Buckow. Bezirk 154/156. Wahlpropaganda in der LandenkoloMie. Treffpunkt 18 Uhr Rndower Strotze Ecke SaaaemauBsieatze. Morgen. Mittwoch. Z. September: 4. Abt. 19 Uhr Ausgabe des Werbematerials tss/ohnen und Transparente) bei Brandis, Etralauer Str. 10. 12. Abt. 20 Uhr bei Schmidt, Wielefstr. 17, ssunktianürsitzung. Daselbst werden Dohnen und Transparente ausgegeben. 26. Abt. 19% Uhr Gruppengahlabende in den bekannten Lokalen. Einteilung der Wahlarbeit. 32. Abt. 20 Uhr bei Schlüter, ftrautstr. 54«, ssunktionZrsitzung.«ein Be. »irlslüfrer darf schien. 47. Abt. 19% Uhr der Mar Kranke. Mvriannenplatz 22, ssunktionärsitzun«. «haeleUenburg. 53. Abt. 50 Uhr Schulaula Wiebesiratze»lfentliche Wähler. kundgebung.— 58. Abt. 20 Uhr im Berliner stindl, Wiirtburger Str. 17, Borsianb». und ssunktionärsitzun«. Einteilung der W-blarbeit. 87. Abt.»rnnewald. Pünktlich 20 Uhr erweiterte Vorstandssitzung mit allen für die Wahlarbelt besonder» eingeladenen Genossinnen und Genossen im Babnholsrestaurant Wurzbacher. 72. Abt. Wilmersdorf. 20 Uhr bei Rosenau. Warginer Ecke Laubacher Strotze. autzeeordentliche Abteilungsperlammlung. Arbeitseinieiluna zum Wahltag. 84. Abt. Laakwitz. Pünktlich 20 Ubr bei Lehman», Kaifer-Wilhelm-Ste. 29/81, MitgNeberveissamniIung. Vortrag:.Die Sozialdemokratie im Wahlkampf." .Die Serlplitternng der bürgerlichen Paririen." Referent: Stadtrat Dr. sturt Lowenstein. 91., 94. und 95. Adt. RenkSlla. Treffpunkt zur Denionftration um 18% Uhr am Baddinplatz. 16». Adt. Friedriche Hagen. Wir beteiligen«ns an der vifentlichen WSblee. kundgebung der Abteilung ssriebrichshaaen im Lokal Skidler. Uhlenhaest. Mablsdoefee Strafe. Vorher Werbeumzug. Steffen 19 Uhr Ecke Alte Sllrstenwalber Strotze. 127. Abt. HohenichZnbaulen. 20 Uhr bei Schiebe Sunktionäosstzung. Alle ssunk. tianäre müssen bestimmt erscheinen. 134. Abt. Buch. 20 Ubr bei Glwkert. am Bahnhof. Sablabend. Vortrag:.Die Sozialdemokratie im Wahlkampf". Referent: Mar Brinitzer. 185. Abt. Karow. 20 Uhr im Lokal Klix, Pankgrakenstr. 8, Sahlabend. 140e. Abt. Wittenau. 20 Uhr bei Heese, Berliner Sir. 73, Dunktionärsitzung. Die Wahlagitationsleiter kommen bereits eine balbe Stunde früher zu- lammen. Nächste Abteilungsversammlung am 10. September. Arauenveranstalkungen. 9. Abt. Daunersfag. 4 September. 19% Uhr, bei Hüb n er, Wilsnacker Strafe 34. Vortrag:„Die Answirknng der Bürgerblockpolitik auf den Ar» beiterhaushalt". Referentin: Gertrud Eisfelder. Autzerbem wichtig« Be. lviechungen der Wahlarbeiten. 105. Abt. Adleeshof. Mittwoch, 3. September. 19% Uhr, bei Cchmidlbaner. Bismorckstr, 74, Vortrag:»Die Buowlefung der Zürgerblockpolitik aus den Arbeiterhaushalt". Referent: Kurt Lücke. Vor und nach dem Bortrag musikalische Taebietungen. 130. Abt. Pankow. Die Genossinnen beteiligen sich an dem heutigen Kreisausflug nach dem Freibad Lübars. Troffpunkt 14 Uhr Pankow. Nordbahn. 136. Abt. Reinickendorf vsi. Donnerstag, 4. September, 20 Uhr, in der Lin- dauer Strotze Diskutierabenb. Arbettsgemeinschafi sozialdcmokralischer Lehrer und Lehrerinnen. Bezirk Groh-Verlin: Voranzeige! Donnerstag. 11. September, 20 Uhr, grotze Wahlkunbaehung in den KommerlSIen, Teltower Str. 1—«. s« sprechen die Genossen Staat». minister Grimme, Etadischulrot Rydahl u. a. Werbt in Aollegenkreisen für Massenbesuch. Jungsozialiskische Vereinigung Groh-Verlin. Heute. Dienstag, 20 Uhr, Fortsetzung des Refcrentenkursus Fahian-Loe. tvch in der Gaststätte des Arbeitee-Abstineirten.Dunde», Skalitzee Str. 6. Pünktliches Erscheinen aller Teilnehmer ist Pflicht. Sonntag, 7. September. Im«nfchlutz an die Sport. Palast-Aund. W gebuu« der Partei Wahlpropagandasahrt»ach Werneuchen. Absabrt M 12% Uhr. Unkosten 1 M. Sammelpuukt wird aa dieser Stell« noch x-s bekaautacgeben. Um regste«etclligung wird gebeten. DA F.»nd freie siü Gewerkschaftsjugeod find hier,» Bach besonders eingeladen Gruppe Bohnsdorf. Der Gruppenabend fällt beute aup, wir beteilige» uns geschlossen an der Demonstration der Parin in Grünau. Rote Fahnen mitbringen. Arbeitsgemeinschaft der kinderfrennde(Beofe-Betlln. Kreis Reukillln. voirnerstag, 4. September, kommen alle Musiker zur Karl» SXart-Schule musizieren. Von 17 bis 18 Uhr für wenig Fortgeschrittene, von 18 bi« 19% Uhr für Fortgeschrittene. Beim Hausmeister erfragen w» der Dtuftiraum ist. Bemonslraiion der Jungwähler am Oextnerstzag, dem 4. September (Treffpunkt: 19 Uhr, Müller- Ecke Seestraße) für die Sozialdemokratie! Fackelzug zum Kleinen Tiergarten: dort 21 Uhr Kundgebung gegen Wahlrechlsraubv soziale Reaktion und Diktatur, für soziale Demokratie Sosialitllscfae Arbeiterjugend GroB-Berlin Vereinigung sozialdemokratitcber Studierender Ortsgruppe Berlin Jungtor. Vereinigung SPD. Oroß-Berlin Geburtstage, Jubiläen usw. 14. Rbt. Unserem alt«» und treuen Genosse» Alfred Voigt zu fei««» .._ PaNeijnbiläum die hrrzlichstr» GlückwS,"— Kämpfe« noch lang« erdaltr» bleiben. 25lohrigen «n Glückwünsche. Möge an» der aktr 37. Abt. Z« September ist unser Genosse Bruno Sinnet, Strotz»»»». Protz« 3t, 25 Zahre Mitglied der Partei, vir gratulier«» ihm derzlichst. 81. Abt. Friedenau. Unserem Genossen und Freund Paul Merseburgrr tu» Zdjährigeo Vancijubitäum dir herzlichsten Slückwüuschr. 108. Abt. Ktzpeuick. Unserem lieben Genossen Emil Witzler, Freiheit 7, unserem früh«»» langsihrsge» Kreisvorsttz enden, ZU feinem 65. Geburtstage dt« herzlichste» Glückwünsche. Möge»» ihm vergönnt sei»,»och recht lang« in unserer Mitte»» setlra»nd zu arvchten. Sterbetafel der Groß> Äerliner Partei- Organisatiom � 35. Adt. Die Einäscherung unseres Genossen Kitznrr findet heute. Dien». tag, 2. September, 18 Uhr, im«remawrium Gerichtstratze statt. 93. Abt. 108. Beziek, Siedlung. Am Sonnabend, dem 30. August, verstarb im Alter von 66 Jahren unser treuer Freund und Genosse Richard Bock, Stein. bockstr. 10. Ehr« seinem Andenken. Die Einäsckxrung findet am Mittwoch, dem 8. September, 18 Uhr, im Krematorium Baumschulen«: eg statt. Rege Beteiligung erwartet der Adteilungsootstand. m Sozialistische Arbeiterjugend Groß'Berlin awseadnngen für diese Ztobrfl nur a» da» Zugendledetorla». Borst» SW 66, CindenOrade 3 Streichorchester Groch.Berli». Mtdwoch, 8, September, 19% Uhr, Pflicht. prob« im Altersheim, Danziger Str. 62. Znngwählerbem-nstratio» Donnerstag, 4. September, 19 Uhr, Mülle» Ecke Seestraße. Sämtliche Abteilungsoeranstal'.ungcn fallen aus. Werbebezirt vsten: Litauer Str. 18. 19% Uhr Sitzun9 der Gewerkschafts. ohleute. Werbebezirk Lichtenberg: 20 Uhr Gunterstr. 44 Uebungsabend:.Frische Luft'. Zlbtettungsmitgliederversammlungen heute. 19'/- Uhr: Arkonaplatz: Elisabethkirchstr. 19.—«öllnischee Park: Keim Waisenstr. 18. — Rasenthalee Barstabt: Seim Elisabethkirchstr. 19.— Brunneaplatz: Wiesen» Ecke Pankstrahe.— Gesnndbrunne» 1: Schule Eotenburaer Straße.— Hu». baldthain: Heim Putbusser Str. 3.— Leopoldplatz! Heim Utrechter Ecke Turiner Straße.— Weddinq.Rord: Heim Turiner Ecke Seestraße.— Wedding sR..F.): Heim Lütticher Str. 4.— Lasenheldr: Heim Wassertorstr. 9.— Köpenicker Viertel: Heim Wrangelstr. lS8.— Süden: Helm Porckstr. U.— Südwesten: tciui Lindenstr. 4.— Schöneberg I, III, IV und V«» Seim Sauptstr. 15,— irmensstadt: Heim Schulstratze,— LichterfeU»«! Heim Aibrechtstr. 14a.— Reu- kölln I: Heim Sander. Ecke Hobrechtltrotze,— Neukölln Ii! Heim Bergstr, 29. — Neukölla M: Keim.stietbeustr. 58.— Gewcrkschastshan»! Heim Aöpeiiicker Straße 125. Vortrag:»Freikörpcrkulwr".— Neukölla IL: Heim Kanner Straße. — Neukölln VDIt Heim Rütli.Schule,— Neulölln XI: Heim Flughafenstr. 68. — Köpenick I: Heim Grünauer Str. 5.— Köpenick II: Heim Dahlwitzer Str. 3. Reichsbanner und SAJ.—«arloborst: Heim Treskowallse 44.— Kermsdorf: Heim. Schule Roanstratz«.— Steglitz sAelterel: Heim Aibrechtstr. 47. Tagee- Politik.— SS». Boakow: 17% Ubr. Heim«issingenstratze. Moderne Schul- erziehung.— Buchbolz: Keim Berliner Str. 19.— Pankow I«nd II: Heim Gorschstratze.— Schöneweidc: Heim Berliner Straße.— Neukölln Ist: Heim Treptower Straß«.—»eichenberger Viertel: 18 Uhr bei Eiedentops, Mus. kauer Straße, zur vablpropaganda.— Ltchteaberg-Rordwest: Rathausstroß!, Baracke 5, Funktionärsitzung._ Vorträge, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schmarj-Rof-Golb". Geschäftsstelle! Berlin S. 14. Sebastiansir, 37—38, Ko> 2. Tr, Dauaerstag, 4. September. Prenzlauer Berg. Um 20 Uhr folgend« ' Kameradschaftsversammlungen: Roediap bei Gvlbschmibt, Stolpische Straße 38. Balkan bei Biberstein, Danziger Str. 4«. Krenzberq svelsoereln), Antreten pünktlich 18 Uhr Sprecwaldp!atz mit Tambourkorp, ohne Fahnen zur Wahlkundgebung der SPD. Lsteglitz lOrtsverein). Antreten zum Saalschutz der SPD.-Bersammlunq, Hennigs Festsäle, Bahnhof Lichterfelde.Ost, 19 Uhr, Pslicht- »eranftaltuniz,- Areuzberqliä>«r stamorade» ist Pflicht. — Steglitz iOrtsvcreinst Dienstag, 2, September, Antreten 18% Uhr in Steglitz. Düppelplatz.— Mite(4. Kameradschaft). Donnerstag, 4. September, 19% Uhr, Äameradschoftsversammlung bei Brandis. Etralauer Str. 10. Wich» G Üg« Tagesordnung. Vortrag.— Tiergarten sAamerabschaff Moabiff. Dow, »erstag. Z. September, 18% Uhr. Antrete» zum Plotzlonzert, Stephanplatz. Anschluß Materiolausgabe.— Kreutberg I.stug UI). Donnerstag, 4. Sep» icmbcr, 20 Uhr, Bersammiung bei Srahl, Wartcnburgstr. u. Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Lehrer und Lehrerianen Deutsch. lauds, Bezirksgrupe Berlin, Fachgruppe böhere Schulen. Donnerstag, 4. Sep- tember, 19% Uhr. im Köllnischen Ghmnasium, Berlin S. 14, Insclstr. 2—6. am U-Bahnhof Inselbvilcke, Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht über Ver» Handlungsergebnisse des unier Borsitz von Oberstubiendirektor Genossen Dr. Erich Schönebeck eingesetzten Ausschusse« zur Vorbcratung unserer Stellungnahme zun stcifeprüsung. 2. Festsetzung des Winterprogromms, 8. Verschi ssoicr». Wahlen usw.), Sumpaihisierende Gäste willkommen. Frage der Rcifeprstsung kVerfassunasfeiern, Wal WWWW�W Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinte«. bliedeneu, Gau Berlin, Dezirk Osten V. Mittwoch, 3. September. 20 Uhr, Mvnatsversammlung im Nereinslokal. Schmidts Desellschastshau». Frucht- siraße 38a, Vortrag über Kriegsopfer und Äeichswgswahl. Bnab deutscher dien oerletzter Krieger c. V. Bezirkgrupp« Berlin und der Pro». Brandend» ta, Berlin O. 112, Niederdarnimstr. 5, ni r, Mittwoch, 8. September, 20 Uhr, Monatsv ersammlung im Berliner Dürgerbräu, Berlin E. 2, BrÜderstr. 16. Erscheinen aller Kameraden ist noiwendig. Deutscher Aebeiter-Säugerbund, Gau Berlin. Wir weisen auf die am Sonntag, dem 7. September, im„Sportpowst" stattsindendc Kundgebung für d:e Wahlen unsere Langesgeuossen besonders hin und ersuchen»m starke Beteiligung an den acsanglichcii Mitwirkungen. Die Sänger wollen sich pünktlich 9% Uhr einfinden und zum Podium begeben. Ausweis gessen. Gesungen wind unter Herrn®. O. Schumann: Feuer",»Brüder zur Sonne", nicht ver» Sturm",.Das heilige Allgemeine Wettersage. 'iSspt-.�330,abcte. o• 0 �4 w«* - V5 0 VS? i19 f»23 � �26� 0wolkenlo8.3 heirer,3halbbe Boebel. Maritzplatz, Au«. stell» na in 6 Fabriketaaen, l:cscrt fte- dieaene Schlafzimmer SOS.—, moderne epeifezimmtt 48ö�-, Herren, immer 396.—. Küchen, lästert, weitz. 93,— an Schlalzimmcr, Küchen in tob von 39,— an, lackiert und lasiert bis z» 700,—, Mar Berg u, Co.."nilenuferll. Fabrikgebäude II, Lranlensiraße 133, ö>otzkowskystraße 23, E>> Alt-Moabit, Sicheren Kunden weitgebendsie gab» lungserleichterun» ohne Prcisaufschlag, Meine Liebeul Augen aus! Sehr wichtig« Tag«! bis 20. September, Kausen Sie letzt! Sie sparen Geld! Schlafzimmer. Eich«, nur 373,—, Schlafzimmer.' Nußdaum, 385,—, Schlafzimmer. Birke, 893,—, Schlafzimmer. Mahagoni, 716—, Speise. zimmer, Nußbaum, nur 490,—,, Speise- Zimmer, Eiche, 390, Küchen, weiß Und lasiert. 88.—, Nußbaum-Anklrideschrank mit Wäscheelnteilunq 33,—, Ankleide. schrank mit Spiegel 98,,-, Ertra-Ange- bote in schweren polierten Schlaf, und Speisezimmern zu setzr günstigen Prei. sen. Da» oersäume niemand, Möbel- Schräger. Kastanicnallee 43— 49, im Fabrikgebäude» Grgän. aiJO,—, zuiitti, u'eig, Änkle ideschränk« all« Größen. zunzzinobel pottdillig�_' Möbel-K-meelioa, Kosiani-nalle« rf SchlakZimmer. Rubcdetten, Metallbette», Riesenauswabl. Spottpreis«, kioblnng». erleichterung._____________* K-xka lisch-Nutz da am. Speisezimmer. großes, moderne» Bilsett, vossende Vi. tri»«, ovaler Tisch, 8 Stühle, kaaevleit 336 M., auch Teilzahlung. ZTWeldau» Osten, Anbreasstratze 80. W Möbelkäu'er werte Kredit »nd bar. Möbelbazar. nutze Au-wadl. Nein» Preis«! Belfpieloweis«! Schlafzimmer 466,—, Eveisrzimmet 617.—, Herrenzimmer 889.- Spiegel. schränke 118.—. Dielenaarnilur 38,—. Anrichtckilche 99—, Melsiiiabetlltell» 63,— KlciderlchrLnk« 48,—, Chaise. lonauc» 28,—, Mitallbcttsiclle 18,—, Ausleaematratz» 13,— Sonstiae Möbel anaemessene Preise, Teil«rbluna auk» schlagfrei. Bochenraten, Rionalsraten Kossarabatt bis zeb» Prozent, auch au! Anzahlunacn, Kleine auch obne Anzab- lunacn Kredite bi» zwei Fabre. Maß Zins Katalog franko. Hauvlaelchäit: Stealitz, Schloßsiraße 107: 2. Geschäft: Neulölln, Hermannrlatz 7: 3, Geschält: Belle-Alliance. Siraße 95)—. Anterarund- bahn: 4. Geschäft: KotÄusscr Straße 23. tztgenüb« Glitrsängep.* Sic besten Beweise! Unser- billigen Prcisel Schlafzimmer. Birke, Nußbaum, Birnbaum. Eichc. 790,—, 875,—, 983.—, 1090,—. Herrenzimmer, Rußbaum, Birke, Eiche, 636,—, 825,—, 940,—, 1130.—. Epeifezimmer, Nußbaum, Birke, Eichc. 730,-, 835.—. 975,—, 1079,-, Lang. jährige Garantie! Moritz Hirschowitz, nur Südosten Stalitzerstraße 25. Hoch» bahn Kottdusscr Tor. Wer will billig MLbel kaufen, der besuche sofort das Riesenlagcr der Firma Möbelhaus Rebseld, Badftr, 34 /Desundbrunnen), Extra-Angebote nur kurze Feit. Schlaftimmer, Eiche, Ruß. bäum. Birke: Svcisczimmir. einfache und eleaante: Ankleideschränkc: Veitstellen: Sofas: Ruhebetten: wciße»nd lasirrtc Küchen: Tisch»! Stühle: Dipsomaten- schreibtische zu noch nie dagewesenen Preisen: solange Vorrat, Coentueil Teilzablung, Lieferung auch außerbalb frei. Achten Sie aus Hausnummer, Badstraße 34. Linlpiano», überaus preiswert. Piano- fabrik Link. Brunnenstraße 35. J »lonier«. 175,—. 200,—, 875,-., 4M,—, 450,—, g«braucht,, große Auswahl! gua) in neuen. Langjährige Garantie. Besichtigung lobnrnb, Teilzablung ge. stattet. Serer, Brunnensiraße 191, � Treppe iRokntbalor, Platz).___* Koitman n Pianos, gebrauchte, 300.-, 350,—. 490.—. 500,-, 530.-. 650,— Reue 900,— an. Toiilchöu, bauerdaft, Garantie. Teilzahlung, SW. 50. Leipzig usiraßeb��Spittelkolonnaden)__* Schwechtenpiono 375�-, Uebungs- piano 200,—, gebrauchte. Riesenaus. wohl preiswerter Gelegenheitskäusc. Teilzahlung. Hercr. Prinzcnstras/: neunz'g. JFahrrädat «ebuuchte Fahrräder 15,—, 20,—, 25,—, 30,—, 35,—. Machnow, Wrin» Wtiftttftiaß» U. Qrünclätücltsvcrkäurc Wal1>passzrlle, Quadratmeter 40 Pf. Anzahlung 200 Mark, verkauft Weineck, RIgacrstraße 17. Kaufgesüche) iZahnarbiff«. Vlatinabfälle. Lötzinn. Viel, Luccksilber, Silberschmelze, Gold» fchmclzerei Ehrlftlonat. Köpenicker» strotze 39< Haltestelle Adalbertstratzet.• Unterricht Bcrlltz Schoo!, Leipzigers! raßc 119. Kursitrilendamm 23». Fremde Sprachen. Zirkel: 12 Tcilnchmer. monatlich 12 M,. oierlcljäbrlich 30 M.. zahlbar in Raten._ Eintritt ieberzeft____ Technische Privatslhllle Dr. Werner, Regierungsbaumeister, Berlin. Ncander. straße 3. Riaschinenbau. Elektrotechnik, Hochbau, Tiefbau. Steinmetzschul«, Hei. »ungstechnik,* Verschiedenes Malerarbeiten. Renovierung von Wohn» und Geschäftsräumen führt aller. billigst au» Schmidt. Fennstratze 3. Post» karte erbeten.________ Tclcktivdurea» Staschei, Chaussee. straße 77. Fecnlvrcaicr Wedding 733«. Brobachtungen. Ermittlungen Aus. fünfte allerorts* Wäschereien Wäscherei Kubasch, Köpenick. Grün. aucrstraße 46. wäscht weiße im Freien getrocknete Wäsche bei Abgabe van Haus» »nb Leidwäsche. Bezug 30. Adbolunq Donnerstag. eMitglied SPD. und RB.) Mietgesuche Genossin sucht möblierte» Fimmer. NLb« Lindenstratze. Angebote unter iE. A au die GelchÄtsüelle. Ab 1. September SV« Uhr Weinberg m» toi Zudonajw Staatsoper 1. d. Republik 8 Uhr Salome 8 Uhr Zimmep; 16ettHk.7.-bs11.- 2 Betten 13.-bi322.- &ad;MV.V ialontttr Volksbühne I.V. Nacb einem BesdüaO des Vorstandes gelangen in der fnbfianms-Spielzelf 1930/31 keine III. Rang-Plfflze melir zur VerlosonO an NlfOUc der. Der Vorsteunnds- neurad bleibt gleidiwobi nnver ändert: Sdtaiisplel 1,20»it.. Oper 2,5© mk. änmeldooden In 260 zabisleilen(n. a. sfinü- Udie Thealerkassen d. Fa. Tielz). sowie In der HaaptOesdi&itofcllc linlenstr. 223. Thealer am rä£l. 8V'« Uhi üesseini on Ernst Toller, bfi«: Hmibuirids. antvbndm. Rose-Theater (Gartenbfibne) TStfUdt 5.90 Konzert, 6.00 V«r1«te T*aUch S.15 „Etappe" oder Onkel Ouslav schreibt K. v. bn Innenibeater aar wxh bta SqbbIoZ, de® T. Sept. ftgL».Ii „Heimliche Brautfahrt" iiiiiiMum)iiiiinmiuiifUiiiiiiiiHiniivi>ntutniunii«ni«tirmrmtiinnMnnM/tn j VoraiizelffeÄÄÄÄr 1 8.15 Uhr 1 wOle Braut von Kessina*' I f mit Irene Tiiesch, Traute, Paul und Willi Rose! ... und immer witdnr ms Rose-Theater Am bitten u. büKgsUn als Ahommtt. 12 Vorstellungen In Jahre. Freiet PregramtL PrtU Oerderohe feil eiiurige BüJme Berlins). Beim Eintritt bie ss. Septemier keine Sitickreihegebühr. Untere Abonnenten werden«- e. sehen: „Die Brösa mm Messina" � mm Schiller. ,J>se schöne Helena", große Operette mm Offenbach. ,Jiine Nacht in Venedig", mit Musik mm Johann Strauß. rJUe Dollarprimessin", von Lee Fall. ,JDie Faschingsfee", von Kaltruin. ,Jtote Bernd", mm Gerhan Haupt- nunm.„Der Veilchenfresser", von Moser. ,J0ie fünf Frankfurter", von Rßßler. ,JDas 4. Gebet*', von Anzengruber. Um den riesigen Zustrom zufrieden zu stellen, richten rar Sonder- gruppen des Abonnements ein, und zwar an den Sonntag-Nachmittagen um 230 Uhr Für diese Gruppeasvtdnochzuhsthen: L Ordiest.' Sessel A /-Ä5 M IL Or eheste Sessel A IJSO M Parkett-Sessel A IAO M IL Parkett A SS Pf. L Mittelrang A 60 Pf. (Die Preise verliehen rieh nM. Ptos'emm und Oerderohe) Für die WoehenusgsmsrsteUwigentsud im Abonnement nur noch L Rang' Balkon A 1 Mark, H Parken A ss Pf. und LMUielrang A SO Pf. zu haben. PersönlichA Anmeldung tpoehsraaft von 9 Uhr früh hit 9 Uhr abends. Können SU unj nicht persönlich besuchen, so sehreiben Sie uns bitte Ihre Adresse. Wir senden Ihnen dann umgehend kostenlos und unverbindlich einen ausführliehen Prospei*. i\e�vr my/ Berlin HOTELc�/tfiflM EXCELSiOR fheater I. d. Belirenstr. 53-54 Heute, Dienstag TV« Uhr zum I. Male: Das hSSlivhe fflgflcnan Komödie in 3 Akt von Felix Joachimson mmeaammmammimmmKmmm Am Sonnabend, dem 30. August, IT1/. Uhr, verschied nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater. Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel, der Gewerkschaft sänge stellte Richard Beck im Alter von 56 Jahren. Im Namen der Hinterbliebenen Hedwig Bock and Kinder. Neukölln, Steinbotkstr. 10, den 1. September IAO. Die Einäscherung erfolgt Mittwoch, den 3. Sep. tember. 18 Uhr, im Krematorium Baumschulemreg. KlefholzstraBe vt"•"• v. GROSSES M.'KW f f H*Sterh£ 1*Aroo, s&Hottsen TSci,"et 3Qllch f"tu Je. Uhr "-'VW- CASINO-THEATEH Lothringer Strebe 57. Für unsere Leser: Gutschein 1— iPers Fauteuil 1.25 M, Sessel 1,75 M. Oer Posseo-seiuager Der sello© Hollschlnsky und ein erstkl. buntes Programm« S BUSCH erOttnet Im vollständig umgebauten Hause (Ha.ep. und aahae» am 6. September 1930 abends SVa Uhr Täglich 2 Vorstellungen: ♦Wt 30 PH.- 1.50 MK. Km Wohnung--------- ■ViUhr: CHI HIB.~ 3.— Mt Sointags 3 Vorstellungeo: a«i Uhr- 5 Uhr- VI, Uhr Das grBBte Variete Europas/ 4500 Plätzel Sichern Sie eich Karten Im Ververk> uf a. d.Clreuake eee l Reichshallen-Theater Abced. l_8j Sonntag nadhm. I S>, I stenmer Sänger Da» große Septrmber-rrogramm. U a.: ..laö Blumen spredieo' Dönhoff- Brettl: Ha mttlwij» fniillwlulit«. Deotidies THeater 1 2 Wiidendtraii) 5201 8>/. Uhr Uraufführung 1914 m Cmrg Wülwln Möllti Itgit; Cmtn OrünIgtiBS. Kammerspleie 12 WiUMdisnn 5201 Mittvid. 3. Seftemb« 8 Uhr Zum 1. Male Die Schule derFrauen von MoliÄre. Jaibdi von Ludwig Fulda. Iqi»: Hansfleppt Die Komödie II Bismck.2414/7Sie 8V» Uhr lltlte iMlMWl! Wie verde idi leidi ood BiSäiidi? tnsn m Ftüi Itidilim. »otik m ghck, Spilimtr hgli;(ifd bjd Bühnenbilder LohrqUocr Rose- Theater Br.rnuikfaiterUr.i32 TeL Alex.3422 u. 34« 8.15 Uhr Hslniuiie BraaUslrt Gartenbfibne: 515 Uhr RaumaBnsierTtU 8.15 Uhr: Etappe. mmm feuugun� R�tauraRt Berlins BETRIEB/ KEMPINSKI3 ZMl».10. Ws 17. Sept 1930| Tlerzehnle urooc blkswohl- Letter le| 51 178 Grwiaae nad 2 Priadee iaal Gesamtwerte von RMf flCI Vi � 465000 �.150000 Höchctfew.«.* • ioooooi i Elniaüo. TSOOO) 2 Haupt- �ew.nii SO 000 RA»_■ ä-rs50000| iä?m4000C| Ä"m2000üI LewnlRMDefftBeeewZRMl «.•LmmmK. U» la. veracb. Tau*. UM GIDcksbricfe��lOM Porto and Gewtnnlitle 35 Pi la allen durch Plakate kenntlteh.J Vcrkaufaatellea und durch H. C. Kroger A.-G.| Bertii V» FiMritkslr. 192/931 Pestaeheckkoate: Berti« 215 IWCTiZt ich. C-tw«al I Wunsch 9'*/# bar" Baraovskj-BCiiooD Tbsaierli in Sirgssnnnintr. Täglich 8V« Uhr ÜWM; 3 Iphpd ton Sdwlriid KomSdlenhaus 81/« Täglich 8 V« Hohe SthwesJor ood ich WusaT.RaliihBfMtikT lüeater d. Wetteoi Täglich 8"« Uhr Max Adalbert in Hasenklein Kann oidits dafür. metropsi-lheater Täglich 8';. Uhr SciuatioiieUer Opcarettenerfoig I Unter pers. Leiten g des Komponisten Viktoria undihrHusar p i gut onfl DHiiat Nur eross-Benio Alttxandurplata D«r fiufe Kaplläo- Knn# Ahnlf Wlnilen meisteiZL UU Ellallall gi/rengesdi. whiltL C. Köcker. Berlin UUsahsn« soate??. UoIbsi. 3891 pfänierBerfleigerung *11«. in i»tt SRonalm Ok.obcr, No- T-mber. Dezember 1P20 n.-rfcfilen Psänb» kommen, fomeit sie nicht erneuen moeheu sind, zur Vetsieigerung: bei Abteilung II, KHüsier Str. 74. vom Montag, dem 8. September I8B0, si Uhr ad und>mar: Fahrräder pp, ZUelder, Pelzwerf und Wäsche: bei Abteilung I, Iägerftr. H. nerm Montag, dem IS. September 1930, 9 Uhr ob und zwar Fahrräder, Gegenstände der Ovtlk, Aleidcr. Lelzwerf. Wäsche. Aristoü. Fumelen. Gold» uud SUberfachen. Für nerfoEtnc Diänder. welche erft nach dem Äuftion»d»ginn erneuer oder ein. gelSft werden, mutz deftwnuungegemätz Äufttonegebühr berechnet werden. GtaatlicheS Leihamt. veiilselisz inii3lIkF-tde»l. ?si. kidsm» 333? 8«? Ubr 0«Ki>ii> itt Lodwij- Ttora-BHiP Magdalena Renaissance- Theater Steinplatz 6780. 9 Uhr Ol© Vnnder-Oar Revuestüek Komiscris�opsr 8',z Uhr Die Frau ohne Kuss Operette v W. Kollo iodi Songtign jsdunJ't zu kleinen Preisen. jeder An liefe rt preiswert faal Seilet« oorm. Kaden Me�er klerleuueuztreheä Scke Naungnftratze Amt Montzpl. 10303 Alexanderplafz Neue Konlgatr, 43 [Iii: anUtnDSS-.BU«!- a.letUmemarke» gegen Nachahmung gesetzt, gesch. fertigt seit 45 lehr als»pesialUU Conrad Möller Leipzig• Schkeuditz WM üMMW-VeMi Verwaltungsstelle Berlin Todasanxolgon Den Ritglleder» zur Nachricht, datz unser Sollege. der Bauschtoffer i�dolk voBBtl» am 28. Augu.it gejlnrden ist. Die Eiuäicheruug siudet om Mittwoch, dem 8 Sepiemd«, nachmittag, 12'/. Uhr, im Strematprium S»ri. winne etwas verringern dürfte... Dem Sinken der Weltmarktpreise ihrer Erzeugnisic suchte die Wcstafrikanischc Pilanzungsgesellschaft durch„Befolgung einer für afrikanische Der Hältnisse geeignet« Ratio- n a li s i e ru n g s m e t h o de" zu begegnen, obwohl sie behauptet, schon während der letzten Jahre in diesem Punkte„sehr scharf durch- gegriffen" zu haben. Schade, daß die Gesellschaft ihre afrikanischen Rationalisierungsmethoden nicht im Film festgehalten hat: in Deutschland herrscht jetzt, vor den Wahlen, eine gewisse Nachfrage nach echtem Anschauungsmaterial über„Sklavcnexport" und Neger. ausbeutung. Dieses Anschauungsmaterial könnte recht aufschlußreich sein, zumal die Rationalisierung unter dem Potronat eines echten deutschen Prinzen als Aussichtsratsvorsitzenden er- folgte, Herrn Udo Prinz zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg. auf Schloß Langenzell(Baden), und aus einer..Prinz-Alfred'-Plontage! Billigere Glühlampen— in England! Traut sich niemand an die Ostram-Wucherpreise heran? Am 1. September wurden in Großbritannien von de.n dortigen Glühlampenkartell(Electric Lamp Manufacturers' Afso. ciation) die Preis« für Glühbirnen bis zu 100 Watt um 1 bis 2 Pence, also um 8 bis 16 Pfennig und für 100-Wott-Lampen >nn 6 Pence, das find fast 50 Pfennig, herabgesetzt. Das xe- nannte Kartell ist ebenso wie die deutsche Glühlampenindustrie ein Glied des internationalen Glühlampenkartells, dos feit Ende 1924 besteht und seinen Sitz in Genf hat. Bor einigen Monaten gingen die Glühlampenpreise in den Bereinigten Staaten um etwa lO Proz. zurück; dort kosten jetzt alle Lampen bis zu 60 Watt nur noch 20 Cent(85 Pfennig), im Durchschnitt halb so- viel als in Deutschland! Seitdem das Kartell besteht, sind in Deutsch- land die Preis« fast unverändert geblieben. Don 1924 bi« 1929 stieg die deutsche Glühlampenherstellung im Durchschnitt um 20 bis 30 Proz., die Produktion von gasgsfüllten Lampen sogar um das Doppelte, während gleichzeitig die Belegschaft um einige tau sende Arbeiter vermindert wurde. Di« Rentabilität der deutschen Glühlampenproduktion muß hierdurch stark gesteigert worden sein. Aber das Monopol dieses Kartells auf dem deutschen Markt ist l-ückenlos, die Preisdiktatur v o l l st ä n d i g. Dem Vorläufigen Rcichswirtschaftsrat sei dieses Kor« tell angelegentlichst'zur näheren Betrachtung empfohlen. Die Oeffent- lichkeit möchte erfahren, warum in Teutschland bei wesentlich niedrigeren- Löhnen die Glühlampen im wesentlichen doppelt so hoch bezahlt nerdcii müssen wie im„teuren" Amerika. Oder traut sich in Deutschland etwa niemand an den Orrain-W.icher heran? Auch in der Krise Umsaherfolge der Warenhäuser. Wie türzlich die R. Karstadt A.-G, so meldet nun auch die L. Tietz A.-G. in Köln eine Steigerung ihres Einzelhandelsumsatzes im ersten Halbjahr 1930: sie verkaufte mährend der ersten sechs Monate 1930 für über 100 Millionen Mark Waren(im ganzen Jahr« 1929 lü? 190 Millionen). Pel de?„Ehapr", d> Einbeitspreisgeschäfte für den L. Itstz'K->"z"n likV'V, beträgt die Umsatzsteiosning allein in den Fl'sa'en, d'e schon 1m bcrlgcn Jahre bestanden. 10 bis 15 Prozent. Da die Einzelhandelsumsätze im allgemeinen nicht im- beträchtlich zurückgegangen sind, beweist die entgegengesetzte JB- wegung bei den großen Warenhäusern, daß dies« ihren Geschäfts- umfang erheblich erweitert haben. 3)er �Brauch der Väter Ton JL.Hanna hich Skiror&oir Iwan ging e« von Tag zu lag schlechter, lag uni» Nacht schmerzten chm die Hönde, die Finger waren geschwollen und eiterten, die Nägel waren abgefallen, und er hatte buchstäblich keine Kraft, etwas zu tun. Außerdem mächte er am liebsten den ganzen Tag schlafen. Jene Frische, die einem Jakuten wie Iwan einen Marsch von Dutzenden von Kilometern eine Kleinigkeit erscheinen läßt war völlig verschwunden. Aber Iwan hoffte immer noch, daß die Krankheit mit Frühlingsbeginn vergeht. Als die Sonne wärmer und die Tage länger wurden, dachte Iwan:„Jetzt wäre es schön,«in wenig jagen zu gehen," aber als «r die Hütte verließ, begannen die Zlug«n vom Licht zu tränen, und tt t«hrte zurück. Als er gegen Abend hinausging, um etwas Luft zu schöpfen, blickte ihn sein Söhnchen an und begann zu lachen. „Was lachst du?" rief die Mutter. „Guck! Die Nase!" Die Frau besah sich Iwan aufmerksam.„Wirtlich, deine Nase ist ganz fremd geworden." sagte sie.„Und auch das ganze Gesicht ist anders. Die Backen hängen, und Brauen hast gor keine mehr." Noch einig« Tage vergingen. Eines Morgens bat Iwan die Frau um etwas Wasser zum Trinken, und sie erkannte seine Stimme nicht. Es war irgendein merkwürdiges Krächzen. Sie reichte ihm das Wasser, oerließ unter einem Vorwand die Hütte und eilte an da« andere Ende der Siedlung, wo der älteste Jakute wohnte, an den sich alle in schwierigen Fällen wandten. Sie traf ihn beim Netzeslechten an und muhte lange warten, bis er geruhte sie zu bemerken. „Weshalb?" fragte er schließlich. „Eine Sache, eine wichtige Sache..." „Nun?" „Mein Mann ist krank. Den Zeichen nach— Aussaß... Was soll man mit ihm tun?" Der Alte legte das Netz beiseite, überlegte eine Weile. „Du weißt selbst... Es gibt einen Brauch— die Däter haben'? getan und auch uns befohlen..." „Ist schaurig!" „Ich wckrde mit den Männern sprechen." sagte der Alte und griff wieder nach dem Netz.„Was sie beschließen, das hm wir. Und weiß er's?" „Ich glaube: nein! Er liegt da, schläft... Wie lange soll ich warten?..." „Wirst wohl warten können!... Ist keine Sache fiir den Weiberoerstand!" Bor der Hütte des Alten saßen die Männer im Kreis« und berieten lange über die wichtige und schwierige Sache. „Wir müssen uns entscheiden", sagte der Alt«.„Der Aussatz ist gefährlich. Er selber wird nicht mehr geftmd und kann nur andere anstecken." „Und die Russen?" ivandte jemand ein. „Was Russen? Wir werden sagen: ist im Walde bei der Jagd verschollen. Und vor ein, zwei Iahren werden sie's nicht erfahren." „Also, nach altem Brauch?" frag!« ein anderer. „Wie das letztemal. Di« Väter waren nicht dümmer als wir." „Wer wird ihm denn den Garaus machen?" fragt« ein junger Jakute. „Eine dumme Frage," sagte der Alte.„Wozu haben wir Iaschka?— Man wird ihm wie das letztemal einen Rubel geben nnisicnl" fügte er finster hinzu. Irgend jemand seufzte schwer. Die Höhe der Ziffer bedrückte all«. Niemand trennte sich gern vom Geld- Endlich holte der Alte ein Fünfkopekenstück heraus und legte es in die Mitte des Kreises. Nun brachten auch die anderen Äupjermünzen hervor und begaben sich, als die Summe aufgebracht war, im ganzen Hausen zu Iaschka: Hütte. Iaschka öffnete die Tür und war scheinbar von solcher Ehre ganz überrascht. Der Alte näherte sich ihm und streckte schweigend die Hand mit dem Geld aus. Joschka nahm das Geld und wartet: schweigend. Der Alte räusperte sich und sagte: „Iaschka, nimm Iwan mit, wie damals, du weißt, den Nilita...' „Gut!" brummte Iaschka und schlug die Tür zu. */ Iwan fühlte- im Schlaf, wie jemand ihn an der Schulter schüttelte. Er brummte, wollte sich aus die andere Seite legen. aber seine Schulter wurde schmerzhaft gequetscht. Er ösjncte die Augen und sah-Joschka vor sich stehen. „Komm. Iwan..." sagte Joschka. „Wohin?" „In den Wald..." Und plötzlich, im Augenblick, wurde Iwan alle, klar: seine Krankheit,, däs Weggehen der Frau, das Erscheinen Joschkas, und Nikita, der ebenso krank gewesen war wie er... Er erhob sich langsam und begann, um die Zeit hinzuziehen, seine Stulpen zu suchen. Iaschka verstand ihn und brummte:„Mach schneller, es eilt..." Ioaan seufzte, und sie gingen hinaus. Sie gingen langsam— Iwan beeilt« sich nicht. Joschka drängte nicht mehr... Endlich erreichten sie den Wald. Beim Betreten des Waldes ließ Joschka. der bisher vorangegangen war, Iwan vorgehen, beugte sich und nahm einen schweren, abgebrochenen Ast auf. So gingen sie noch einen halben Kilometer. Iwan begann zu ermüden. „Weißt du, Iaschka.. sagt««r und wollt« sich umdrehen. Plötzlich fiel etwas Schweres, Schwarzes auf Iwans Kopf, das ihn schwankend und einige Schritte taumeln ließ. Der zweite Schlag... Iwan fiel. Iaschka schloß die Augen und schlug dwuslos, ohne hinzusehen. bis ihm der Atem ausging...?luf dem Schnee hatte sich um Iwans Kopf ein roter Kreis gebildet... Joschka sielen die neuen Stiefel an den Füßen des Toten auf. Er zog sie ihm ab. nahm sie nnter den Arm und schritt zurück zu dem Darf. Vor Iwans Hütte öffnete er die Tür und warf die Stiefel der Frau zu Füßen. Sie drehte sich nicht einmal um... lUedertragkn von M. Charol.) Weltrekord: ilStt Als unser Mathematikprosessor in der Schule sich lehrplan- gemäß in das schwierige Problem stürzen mußte, uns den mothe- matischen Begriff der Dimension beizubringen, da geriet er auf die wahrscheinlich schon öfters erprobte Idee, uns dazu zu veranlassen, uns ein zweidimensionales Flächenwesen vorzustellen. Also ein Wesen, welches nur die beiden Ausdehnungen Länge und Breite nicht aber die dritte Dimension der Höhe kennt. Ein Mitschüler meinte damals, daß er sich als solches Flächenwesen furchtbar beengt fühlen würde, was natürlich Unsinn ist. Seitdem fällt mir aber immer beim Anhären des Wortes„Di- mension" diese Geschichte ein... Und dann ist mir immer so, als seien auch wir dreidimensionalen Menschen nur eine etwas ver- besserte Ausgabe solcher Flächenwesen. Was wir bevölkern, das ist die Erdaberfläche und daran kleben wir auch fest. Die Erdoberfläche und ein bißchen noch oben und nach unten, nach oben mit Hilfe von Bergen so etwa S Kilometer(die weniger höheren kommen nicht in Betracht) und seitdem wir das Fliegen gelernt haben, ungefähr ebensoviel auch ohne Berge über dean Flachland«. Wenn mal einer doppelt so hoch stiegt, dann ist das eine Sensation. Will einer, wie jetzt Professar Piccard in Brüssel, dreimal so hoch, dann glaubt man «s kaum und er muß in seinen Briefen schreiben, daß das dach gar nicht so schlimm sei, was er vorhabe. Die Ausdehnung nach unten ist noch schlimmer daran. In Berg- werken sind wir zwar auch so an«inen Kilometer Tiefe herangekommen, aber was besagt das bei mehr als 12 000 Kilometer Erddurchmesser. Und in die dreiviertel der Oberfläche unseres Planeten, die vom Meere bedeckt sind, Wommen wir überhaupt nicht hinein. Gerade bei diesem Teil sollte es nach erstem Ansehen doch ver- hältnismäßig am leichteste» sein. In Wirklichlett aber ist es eben dach leichter, in der festen Erdrinde unterzutauchen, als in der flüssigen. Bleibt man sehr oberflächlich, dann hat man es im Wasser srellich bequem. Wenn wir als Jungens uns von mathematischen Dimen- sionen, französischen Arbeiten und deutschen Aussätzen erholen wollten, dann gingen wir tauchen, drei, vier und als Rekord acht Meter tief. Und wir hatten den ausgelacht, der uns als Erholung vorgeschlagen hatte, sechs und acht Merer tiefe Löcher zu buddeln. Wer von uns beneidet wurde, das waren die Schwammtaucher und Perlenfischer, die es bis zu dreißig Meter Tauchtief« und drei Mi- nuten Tauchzeit bringen. Unser Wunsch ging dahin, durch lang« hohle Rohre von der Oberfläche Luft zu atmen und beliebig lang« auf dem Seengrunde nach Muscheln und zerbrochenen Tellern angeln zu können. Warum das nie gelang, habe ich erst viel später erfahren. Das geht einfach nich', wegen der Druckdifferenz. Der Körper steht unter vollem Wasjerdruck, die Lunge nur unter dem Oberflächen'.usidruck 001» einer Atmosphäre, folglich werden die Ein- ge weide vom Wasser zur Lunge hin zusammengequetscht und das hast niemand aus. Wissenschaftliche Versuche haben ergeben, daß man auf dies- Weise bei zwei Meter Wasser über dem Kopf schon ohnmächtig werden muß. Hier hilft nun der gewöhnliche Taucheranzug weiter, bei d«n di« Luft von oben unter Druck eingepmnpt wird' Geübte Taucher halten es in solchem Anzug in 10 Meter Tiefe noch zwei bis drei Stund«» bei verhäiinismähiz schwerer Arbeit aus. Doch kommt jetzt eine andere Tücke der Elemcnie hinzu. Wenn wir hier an der Ober- fläche atmen, dann ist der mileingeatmete Stickstofs voll-kommen gleichgültig. Atmet man im Taucheranzug Druckluft und befinde! sich in der Ties«, ist es noch ebenso. Zwar löst sich beim Atmen von Druckluft7 der Stickstoff im Blute, aber dos hat zunächst noch keine Bedeutung. Steigt der Tallcher nach der Arbeit langsam zur Oberfläche, so scheidet der Stickstoff sich wieder langsam aus. Katastrophäl wird das aber in dem Augenblick, wo der Taucher aus irgendeinem Grunde einen schnellen Aufstieg riskiert. Dann bilden sich im Blute lauter kleine Bläschen aus ausgeschiedenem Stickstoff und der sogenannte„Taucherkollaps" ist da, der meist den Tod, mindestens aber schwere Lähmungen zur Folge hat. Nun kennt man glücklicherweise«in Gegenmittel, und das heißt: sssort den Druck wieder herstellen, damit der Stickstoff sich wieder löst, und dann ganz allmählich vermindern. Eine weitere Verbesserung des Taucheranzuges war dann um 19lZ der. schlauchlose Taucheranzug mit Prcßluftflasche und Absorptionspatronc für die ausgeatmete Kcchlenfäure. Es gelang mit diesem Apparat, noch tiefer zu kommen (bis zu etwa 90 Meter) und mit einem weiteren Trick in der Luft- Versorgung ließen sich sogar kurze Ausslüge für einige Minuten (ohne jede Arheii natürlich) über die Hun-dertmetergrenz« hinaus ausführen. Nicht nur der Stickstoff benimmt sich bei Druck dem Menschen gegenüber anders, sondern auch der Sauerstoff, er wirkt giftig, wen» der Druck zu groß ist. Der Trick war nun, die-Atcm- tust des Tauchers mit sinnreichep Mechanismen anders zu mischen, ihm weniger Sauerstoff als an der Oberfläche zu geben. Daß man so nicht weiterkommen konnte, war klar. Ebenso, daß man nicht etwa an Geräte nach Art der Taucherglacke denken konnte, denn hier herrschen ja dieselben Druckschwierigkeiten im großen wie beim Anzug im kleinen. Es gab aber»och einen weiteren Weg. Man mußte den Tauchanzug gestalten wie ein Tauchboot im kleinen, ihn aus Metall anfertigen, das dem Wasser- druck standhielt, so daß im Innen: gewissermaßen Oberslächenver- hältniss« Herrschern Es ist bekamst, daß die Konstruktion eines solchen druckfesten Taucheranzuges gelungen ist und daß man in einer solchen unförmig aussehenden Stahlhüls« in 200 Meter Tiefe nach sorgenlas arbeiten kann, zumal sich auch der größte Raubiffch an einem solchen Ding die Zähne ausbeißen muß. Der immer noch viel zu wenig bekannte amerikanische Zoolog« William Beebe(einige seiner Bücher,„Galapagos",„Dschunge lieben" und„Arcturu s- Abenteuer", herrliche, frische Forscherfahrtschilderun- gen, sind deutsch bei Brockhaus erschienen) hat min noch ein weite- res unternommen. Er hat zum drucksesten Taucheranzug das Gegenstück schaffen lassen, die druckfeste Taucherglacke. Es ist in der ersten vorliegenden Kanstruktion ein Stahlzylinder von unglaublichem Gewicht, mit Telephon- und Lichtkabel für die Scheinwerfer von großer Stärke, mit besonderer Tieffeekamera und Fenstern aus drei Zoll starkem Schmelzquorz. Di« ersten Versuche wurden in der Nähe der Bermudainseln vorgenommen, 434 Meter Tauchtiefe waren der mit Lebensgefahr erreichte Weltrekord. Beebe, der nun nach New Port zurückgekehrt ist, um feine Forschungen niederzuschreiben, fft sichtlich ans dem rechten Wege. Im nächsten Jahre will er mit einem noch stärkeren Apparat den Angriff aus die Taufendmeterffese wagen— dann wird erst der Tiesenrekord de» Festlandes auch im Meer gebrochen fein. ■VVilW Ley. Die größte Anonassabrlk der well. In Honolulu steht die größt-- Ananasfabrik der Welt vor ihrer Vollendung. Die Nachirage nach Unanaskonserven steiqt täglich: di« neue Fabrik ist in der Lage, jährlich 230 000 Tonnen Frucht zu verarbeiten und 175 Millionen Dosen Obst herzustellen. Täglich wird man mehr als eine halbe Million Dosen füllen: im Jahr« verbraucht man für die Dosen mehr als 14 000 Tonnen Zinn. Die Ananaskonferoen-Industrie, die vor etwa 30 Iahren ins Leben gerufen worden ist, bildet heitt« die wichtigste Einnahmequelle für Honolulu. Sine Wunderröhre Eins ganz harmlos aussehende Hochleistungs-Radioröhre von 15 Zentimeter Durchmesser und 60 Zentimeter Höhe, deren Leistung etwa fünfzigmal größer ist als die der bisherigen Kurzwellenröhren, bringt wahre Wunder hervor, wie Versuche der amerikanischen General Electric Company gezeigt haben. Nach einem Bericht von K. Feder in der Frankfurter Wochen- schrist„Die Umschau" läßt dies« Röhre ein« gewöhnliche Glühlampe in vollem Glanz erstrahlen ohne jeden Anschluß an das Lichtnetz, bringt Mefsinginstrumente zu wilden Ausschlägen, zerstört seiner« Instrumente. Eine aus dem Fußboden liegende Kupferstange bleibt zwar kalt, zieht aber Blasen aus der Hand, die sie aufheben will: Menschen, die dieser Röhre zu nahe kommen, fühlen zunächst eine angenehme Wärme, wie wenn sie ein paar Glas Wein getrunken hätten, dann zunehmenden Schmerz in Gliedern und Gelenken. Rallen, die man in einem Käfig in die Röhe des Geräte? bringt, werden zunächst übermäßig erregt und sterben dann. Während man bisher nur bei langen Wellen sehr große Leistungen erzielen konnte, ist es mit dieser neuen Röhre zum erstenmal gelungen, mtt kurzen Wellen große Leistungen hervorzubringen. Welche praktischen Folgen sich daraus ergeben werden, ist noch nicht abzusehen. aber auf den verschiedensten Gebieten eröffnen sich ungeahnte Mag- lichkeiten. Da die Bluttemperatur bei Personen, die in der Röhe der Röhre arbeiten bis auf 38 Grad Celsius erhitzt wird, so könnte man auf dicsüm Wege in durchaus unschädlicher Weise künstlich Fieber erzeugen und damit vielleicht einen wichtigen Heilfaktor bei manchen Krankheiten schaffen. Auch das „Kochen mit Radio" ist dadurch gary leicht geworden. Eine Wurst, die man in ein Glasrohr bringt und on das eine Ende einer zu der Sendeantenne parallel laufenden Empfangsantenne hängt, ist nach wenigen Minuten tadellos gekocht, obwohl kein ficht- bares Heizmittcl angewendet wird. Auf dieselbe Weise kann man Aepsel braten, Spiegeleier zubereiten usw. Zu dieser neuartigen Kochkunst ist nur ein kleiner Bruchteil der von der Röhre erzeugten Kräfte notwendig. Am ausfallendsten aber ist es. daß auf diese Weise eine getreue Nachbildung des sehr seltenen Kugelblitzes erzeugt werden kann. Berührt man das Antennenende mit einer in einer Metallzwinge endigenden Stange, dann steigt sofort ein gräulich-weihcr Lichtbogen von mehr als 30 Zentimeter Höhe empor. und wenn die Stange weggenommen wird, bleibt ein Feuerbüschel stehen und spritzt geschmolzenes Kupfer herunter. An der Antenne konnten sogar gleichzeitig drei solcher Dogen angesetzt werden, die Taufende von Volt verkörpern und ohne sichtbaren Rückkehrstrom- kreis auf dem Ende eines Drahtes stehen 18 Opotfums auf einen Eßlöffel Die virginische Beutelratte oder das Opossum, das bekannte Pelztier, verlebt seine Jugend auf eine ganz seltsame Weise. Die bisher herrschenden irrigen Auffassungen über die Lebensweise dieses Tieres werden nun durch C. G. Hartmann zerstreitt, der jetzt feine Forschungen über diesen Gegenstand veröffentlicht. Das Oppossum ist in Amerika das einzig« Tier mit einer Beuteltasche, einer Hautfalte am Bauch, und zwar an jener Stelle, wo bei der Kuh die Euter sitzen. Die längliche Falle ist rings von 11 bis 15 Milchdrüsen umgeben und kann durch einen ringförmigen Muskel wie ein Tabaksbeutel geschlossen werden. Die junge Brut cntwickell sich aus winzigen Eiern im Innern des Tieres, von denen erst sieben die Länge eines Millimeters besitzen. Sie liegen im- Elleiter wie kleine Ballons oder Seifenblasen und sind dabei so durchsichtig, daß man di« Entwicklung der Tierchen verfolgen kann. Sechs Tage dauert«ine Art Borbereitungsstadwm ahne starke Entwicklung: dann bildet sich zuerst das Hirn, und darai-k entstehen die Blulgefäß«. Nach zwölfeinhalb Tagen werden die ganz unentwickelten Tierchen ans Tageslicht gefördert. Sie sind so klein, daß ein Wurf von 18 Tieren bequem auf einem Eßlöffel Plötz fülltet. Ihre weitere Entwicklung findet nun im und beim Beutel der Mutter statt, wo sie Wärme. Schutz und Nahrung finden. Ter Kopf des neugeborenen Tieres ist knollenförmig und trögt eine Schnauze. Nur die Vorder- und Hinterbeine sind gut entwickell. Jene tragen scharfe Krallen, diese sind fchauselförmig, so daß das winzige Tier nach der Geburt von selbst mit Hilf« der Krallen mit ähnlichen Bewegungen wie beim Crawlschwimmen zum Beutel kriechen kann. Nach zwei Monaten dieser Brutpflege besitzen die Tierchen einen seinen Flaum, sind sehend geworden, klammern sich ober noch fest an den Pelz der Mutter, auch wenn sie nach Futter sucht, damit sie nicht von den Gebüschen heruntergestreist werden. Erst nach einem weiteren Monat gehen sie selbst auf die Futter- suche.__ 4000 hm durch den Urwald Ein« abenteuerliche Fahrt im Kanu über eine Strecke von etwa 4000 Kilometer hat ein junger Engländer Strafford Jovy von Cuzco. der alten Haupfftadt der Inkas in Peru, nach Quito, der Hauptstadt von Ecuador, zurückgelegt. Eine französische Ex- pedilion, die vorher die gjieiche Reise wagte, mußte umkehren, da ihre Boote in den reihenden Stromschnellen zerschellten. Auch Iolly wurde dringend gewarnt, machke sich aber dach mit einem Gefährten auf den Weg. „Wir brachen von Macchu-Picchu in der Nähe von Cuzco aus", berichtet« er,„und warben fünf Maschignenga-Indianer für einen Tagelohn von 80 Pfennig an, um uns auf dem fast 4 Meter langen Kanu den Urubamba herunierzuruderiz. Es waren wilde Gesellen mit langem Haar und bemalten Gesichtern, die Baströck« trugen und ihr« Blasrohre sowie Pfeil« und Bog«n mitbrachten. Ihr Führer war ein Mann, der seinen Pater in einem Wutanfall er- mordet hotte. Aber uns gegenüber zeigten si« sich als freundlich« und harmlose Kinder, die mit ihren prachtvollen Zähnen für uns di« Nüsse ausknockten und uns Raupen anbaten, die für sie die größte Delikatesse sind. Wir führten Geschenk« mit uns, um die grausamen und den Weißen feindlichen Stämme an den Ufern uns günstig zu stimmen. Als Waffen hatten wir nur unsere seichten Flinten, mit denen wir Affen. Papageien und Tapire erlegten: unsere Indianer schassen mit ihren Pfeilen Fische, die sie vorher betäubten, indem sie die Eumawurzeln ins Wasser warfen." „Wir lagerten fast jede Nacht an den Usern des Jlussts, da das Innere der Wälder durch die wilden Tier« unsicher war. Einige Male besuchten wir auch am Tage Dörfer der Indianer, dach diese flohen in den Urwald, well sie d«n weißen Mann, den sie noch ni« vorher gesehen haben, für«inen bösen Dämon halten. Einmal wurden wir von einem kriegeriseh«» Stamm der Pirv-Jnd inner, die bereits früher von Sklavenhändlern heimgesucht und miß- handelt worden waren, umzingelt: wir konnten sie ober"durch Flintenschüll« verjagen und nahmcn�ihren Häiiplling als Gessel mit. bis wir wieder p/ücklich auf dem Fluß waren. Einige Tage ver- brachten wir in einem Dorf der Gioaro-Kapfjäger, die die Kopie ihrer Opfer mit heißen Steinen und Sand künstlich austrocknen und dann als Schmuck an ihren Gürteln tragen. Bei Nacht litten wir unter Barnpireidechsen. die das Blut aus den Zehen der Schlafenden saugen."