PERLIN Dienstag 2. September 1930 10 Pf. Nr. 410 B 204 42. Jahrgang erscheint ttiglich außer Gouatas«. Zugleich Abendausgabe de«.Vorwirts'. Bezugspreis beide Ausgaben 85 Pf. pro Woche. Z.soM. pro Monat. Redaktion und Expedition; BerlinSWk8,!indenfir.s „Ibwasfa Anzeigenpreis: Die einspaltige Nonpareillezeil« So Pf., Reklamezeile S M. Ermäßigungen nach Tarif. Postscheckkonto: Vorwirts-Verlag G. m. b. H., Berlin Nr. siszs. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Nazi-Amtshauptmann reinigt ein Gericht Massenabbau republikanischer Angestellter in Frankfurt a. M. Frankfurt a. ZK., 2. September.(Eigenbericht.) Die Frankfurter Gerichtsbehörden, wie es fcheint, eine nationalsozialistische Zelle Jn der preußischen Justiz, haben in letzter Zeit wiederholt von sich reden ge- macht. Jetzt ersährt man, daß 25 Justizangestellten in Frankfurt gekündigt worden ist, und zwar untep Umständen, die nicht nur das Interesse der Oessentlichkeit erwecken, sondern für die sich auch das preußische Justizministerium schleunigst interessieren sollte. Noch bis vor ganz kurzer Zeit hörte man immer wieder Klogen darüber, daß bei dem Personalbestand der Frankfurter Gerichts- behörden die Arbeit nur durch Ueberstunden bewältigt werden lomte. Danach scheint also ein Abbau von Angestellten keineswegs im Interesse einer reibungslosen Abwicklung der Geschäste zu liegen. Auffallend ist aber vor allem, daß unter den Gekündigten ein großer Prozentsatz durch die Entlassung jeder Verdienstmöglich. kSit verlustig geht, während zahlreiche Frauen bei der Justizverwal- tintg angestellt bleiben, deren Männer angemessen verdienen. Man kümmert sich bei den Frankfurter Gerichtsbehörden auch keineswegs um die Bestimmung, daß Söhne oder Töchter von aktiven Justiz- beamten nicht eingestellt werden dürsen. Diese eigenartige Per- sonalpolitik ist auf den Amtmann Z ö r p zurückzuführen, der der Nationalsoziali st lschen Partei angehört und dessen Bestreben dahin geht, die Angestelltenschaft von Elementen zu .reinigen", die politisch links eingestellt sind. Er wird dabei von dem Iustizobersekretär Lange unterstützt, der trotz des Erlasses der preußischen Regierung nach wie vor in n a t i o n a l s o z i a- listischen Wahlversammlungen als Agitator auf- tritt. Der zuständige Direktor hat sich um diese seltsamen Zustände bisher herzlich wenig gekümmert, obwohl sie ihm nicht unbekannt fein dürften._ Aaziabgeordneier wollte stempeln... <5r forderte vom Reichstag eine Arbeitslosenkarte. Stukkgart. 2. September.(Eigenbericht.) Don dem nationalsozialistischen Spitze nkandi- baten des Wahlkreises Württemberg-Hohenzollern, dem angeblichen Lokomotivführer und seitherigen Reichstagsabgeordneten Dreher aus Ulm, teilt das Blatt des Württembergijchen Bauernbundes mit, daß er im Sommer 1928 an die Reichstagsoerwaltung das Ansinnen ge- richtet habe, ihm zu bescheinigen, daß er neben den Auswandsgeldern, die er auch während der Tagungspause des Reichstages in Höhe von 750 Mark monatlich bezog. Anspruch auf den Bezug von Arbeitslosenunterstützung hätte. Dreher habe, so sagt das Blatt, damals schon zu denen gehört, die am Reich und am Staat zu melken sich bemühen, wo sie nur könnten. Wie würde das erst werden, wenn sie wirklich einmal zur Herrschaft gelangt wären! Riesenfeuer in Chikago. Ein Teil des Hafens bildet ein Meer von Flammen. C h i k a g o. 2. September.(Eigenbericht.) In der Röhe der ZNichigan-Voulevard-Brücke wurden zahl- reiche Lagerhäuser und Flußdocks durch einRiesenseuer zerstört. Der Schaden des noch ungelöschten Feuers geh« in viele Dollar. m i l l i o n en. Die Flammen bedrohten zeitweise die in der Röhe gelegenen Riesengebäude, konnten jedoch noch abgelenkt werden. Durch die Feuersbrunst, die die größte sei« vielen Zahren in Ehikago ist. wurden Hunderstausende von Zuschauern angelockt. Gute Fahrt der Ozeanstieger. .Fragezeichen" hat Kurs auf New sfork. New Zork, 2. September. Räch den vom Dampfer..Zacques Eartier" angestellten Berechnungen befand sich das..Fragezeichen" am Dienstagmorgen S Uhr mitteleuropäischer Zeit mit Kurs aus Rew Dort rund 650 Kilometer südöstlich von Kap Race. Di« Flieger haben also, nachdem sie am Montag nachmittag zwei(Bewittersturmzentren nördlich umflogen hatten, wieder direkten Kurs auf New York genommen. Bon Neufundland wird das Herannahen dichter Nebelbänkc von See gemeldet, sonst sind die Wetterverhältnisse überaus günstig. Vorbereitungen zum Empfang in Moskau. ZNoskau, 2. September. Der Ausschuß zum Empfang des..Graf Zeppelin" beschloß, beim bevorstehenden Besuch des Luftschisjes hunderttausend Zu- schauer? den Zutritt»im Fruase-Flugplatz zu gestatten. Sturmtrupp Horst Wessel ,... und wenn der Goebbels keenen Zaster rausrückt, denn gröhl'n wa ihm deInternationale vor- aus Oaffke!" Schüler aus Zug gestürzt! Ln der Tür geirrt?— Die Leiche bei Vriefelang gefunden. Aus dem D-Zug Hamburg-Berlin stürzt, am Rkoniagabend in der Rahe von Brieselang der 14jährige Schüler Georg Wienczierz aus Ratibor, der sich mit seinem Bater und seinem Bruder auf der Rückreise von Hamburg nach Rattbor befand. Die Leiche des Knaben würfe; später zwischen den Gleisen gesunden. Wie die bisherige Untersuchung ergeben hat, wollte Georg W. kurz vor der Station Brieselang den Abort- aufsuchen. Dabei muß er sich in der Tür geirrt haben und ist hinausgestürzt. Nach einiger Zeit verspürte der Dater des Jungen, der Reservelokomotioführer in Ratibor ist, starke Zugluft, und als er, nichts Gutes ahnend, den Seitengang hinunterschritt, fand er die Wagentür offen. Sein Junge war verschwunden. Der Zug wurde später zum Halten gebracht und der Bahnhofsvorstand in Brieselang von dem Bor- gefallenen in Kenntnis gefetzt. Mehrere Beamten suchten die Strecke ab. Am Kilometerstein 25,5 wurde dann die völlig zerstückelte Leiche des Jungen gefunden. Der in der Gegenrichtung fällige D-Zug 12 hatte den Verunglückten erfaßt und zermalmt. Nach einer anderen Version soll der Schüler den Abort besetzt gefunden und versucht haben, sein Bedürfnis von der Wagentreppe aus zu verrichten. Dabei hat er den Halt verloren und ist kopfüber' ab- gestürzt. • Zwischen den Stationen Wernerwerk und Siemensstadt der Stichbahn Jungfernheide— Gartenfeld wurde heute früh die schwer zerstümmelte Leiche eines etwa 40jährigen Mannes aufgefunden. Ob es sich um einen Unglücksfall oder Selbstmord handelt, konnte noch nicht ermittelt werden. * Jn der Nähe des Bahnhofes Spandau-West warf sich der Z4jährig« Rechnungsführer Georg Ullrich aus Töppendorf vor die Räder eines Vorortzuges. Die Leiche des Selbstmörders wurde bis zur Unkenntlichkeit zerstückelt. Das Motiv zur Tat ist bisher unbekannt._ Einbrecherkönig verhastet 3n Aachen festgenommen/ Er wollte Deutschland besuchen Köln. 2. September. Die aus Aachen gemeldet wird. Ist Zack Diamond, der söge- nannte König der Unterwelt von Rew Jork, am Bloniagabend bei seinem Eintreffen in Aachen von der deutschen Kriminalpolizei aus Ersuchen de» amerikanische� Botschafters in Berlin verhaftet worden. Diamond beabsichtigte, nach Empfang des Ausweisungsbefehls In einem Expreßzug nach Deutschland zu reisen. Obwohl der Zug, in dem mau Diamond vermutet hatte, bei Eintreffen des Ersuchens des amerikanischen Boffchafters Aachen bereit» wieder verlassen hatte, beobachtete die Kriminalpolizei die folgenden Züge., So gelang es einige Zell später den Berbrecher. der es vorgezogen hatte, einen anderen Zug zu benutzen, zu verhaften. Nach 10 Llhr Ruhe! Gegen nächtliches Lärmen wird energisch eingeschritten. Der Polizeipräsident teilt mit: Wiederholt sind am Schluß von politischen Beranstaltungen— in der Regel nach 10 Uhr abends— aus offener Straße lärmende Kundgebungen veranstallet worden. Gegen derartige Kundgebungen wird künslig wegen ruhestörenden Lärms, gegebenenfalls wegen Behinderung des Berkehrs, polizeilich eingeschritten werden. Waffenlager im Guishos. Immer wieder das gleiche Spiel. halle, 2. September.(Eigenbericht.) Forstbeamte stellten mehrere Einwohner aus Wiehe fest, als sie aus einem Waffenlager Waffen und �Munition forttrugen. Nach den Ermittlungen des Polizeipräsidiums in Halle handelt es sich um die Entdeckung eines gut gefüllten Waffen- und Munitionslagers in einem Iagdhause, das früher dem Grafen von Helldors gehörte und jetzt EigentumdesThürin- ger Landkreises Weimar ist. Im Keller und auf dem Boden des Jagdhauses befanden sich 20 Gewehre, Modell 98, 6 bis 7 Zentner Munition und eine Anzahl Maschinen- gewehrteil«. Im ehemaligen Pferdestall,', der jetzt als Auto- garag« dient, wurden ebenfalls Gewehre sichergestellt. Im Walde in der Nähe des Jagdhauses wurden, unter Laub versteckt, weitere 9 Gewehre gefunden. Dicht dabei lagerten drei Maschinen- gewehrschlitten, die mit Reisig bedeckt und in Decken gehüllt waren. In der Erde waren zwei Wasserfässer aus Zinkblech vergraben, die 8-Munition, 38 gefüllte Maschine ngewehrkä st en, 11 Wasserkästen für Maschinengewehre und Maschinengewehrteile enthielten. Ein weiteres Gewehr wurde bei einem F o r st w a r t in Langenroda beschlagnahmt. Zwei Gewehre und drei MG.-Kästen mit Munition waren vorher bereits von Privat so r st ern sichergestellt worden. Im Zusammenhang mit den Waffenfunden wurden zwei Ein- wohner aus Wiehe festgenommen. Horst aus Paris ausgewiesen? Wegen der Veröffentlichung von Geheimdokumenten. Paris, 2. September.(Eigenbericht.) Der„Figaro" bringt die sensationelle Meldung— die hier mit allem Vorbehalt weitergegeben sei—, daß gegen den amerikanischen Zeitungskönig H a r st, der sich seit einigen Tagen in Paris aushalten soll, ein Ausweisungsbefehl erlassen worden sei. Der Ausweisungs- beseht stehe im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Geheim- dokumente über den englisch-französischen Flottenkonflikt in den Blätter Harsts. Wie erinnerlich, wurden seinerzeit ein Attache des Quai d'Orsay und ein französischer Journalist angeklagt, die Geheimdokument« an Harst ausgeliefert zu haben. Gegen beide wurde jedoch später das Berfahren eingestellt. Frankreichs Riesenmanöver. In den Alpen und in Lothringen. Paris, 2. September.(Eigenbericht.) Die großen T ru p p e n m a n ö v e r im südöstlichen Teile Frankreichs in der Gegend von Modane haben in der Nacht vom Sonntag zum Montag begonnen. Seit 1914 haben diese „srisdlichen Kriegsspiele" keinen derartigen Umfang gehabt wie in diesem Jahr. Rund 50000 Mann nehmen an den Operationen teil, deren Hauptzweck es ist, die Truppen mit den Schwierigkeiten-des Gebirgsterrains vertraut zu machen. Zum ersten Male sind auch Kolonialtruppen zu den Ma- növern herangezogen worden, und zwar ist eine größere Abteilung von Sudann ege rn sowie marokkanische Schützen an- wefertd. Die Manöver, die unter Zuhilfenahme modernsten Kriegsgeräts vor sich gehen, sollen am 5. September ab- geschlossen werden. Am gleichen Tage sollen die Manöver in Lothringen beginnen, zu denen ebenfalls annähernd 50000 Mann herangezogen werden. Kleiner Rückgang der Erwerbslosen in Wien. Die Zahl der unterstützten Arbeitslosen ist in der zweitci, Hälfte des Monats August um 18 2 3 aus 7 1 59 7 zurück- gegangen. Damit ist der Stand noch um 18597 höher als im Vorjahre. Polen zusammengeschweißt. Wie fich Treviranus um den polnischen Nationalismus vers dient machte. Mob gegen Vollezeitung" und Konsulat. Lodz, Anfang September. Hitlergarden?/ Hintzegarden! Das Vor mehr als zwanzig Jahren gab es im Berliner Stadtteil Moabit Tumulte, die eine Woche lang währten. Ihr Ausgangspunkt Seit der ersten Rede des Ministers Treviranus über die Ost- war ein an sich ziemlich unbedeutender Streit auf einem Kohlenplay. grenzen Deutschlands wird in Polen bei jeder fich bietenden Gelegen. Die maßlose Erbitterung der Bevölkerung wurde jedoch erregt durch heit der Kampf gegen Deutschland und seine Gelüfte als Parole das Auftreten einer gewerbsmäßigen Streifbrecherhorde, die von ausgegeben. Hierbei ist es zu einem Aufgabot aller verfügbaren einem„ Stellenvermittler" namens Hinge angeworben war. Organisationen zwischen den nationalistischen Rechten und den Re- ungeheuer provozierende Auftreten dieses aus dem untersten Ausgierungsparteien gekommen. Prominente Bertreter der regieren wurf sich refrutierenden Gefindels hatte bald das ganze Stadtviertel den Kreise, wie der Wojowode in Pommerellen Lamot und der in Aufruhr verseht. Auf dem Höhepunkt der Tumulte hatte Herr Präsident der Landeswirtschaftsbank General Górecki, haben sich hinge die Gewogenheit, einem bürgerlichen Blatt ein regelrechtes in überaus scharfen Worten gegen Deutschland ausgesprochen, die ,, Interview" zu gewähren, das bald eine Art volkstümliche Berühmtdazu angetan waren, Verschärfung der Stimmung gegen Deutsch- heit erlangte. Herr Hinze lobte im schönsten Jargon seine land hervorzurufen. In allen großen Städten Bolens werden Siebenmonatskinder", die er nach dem erlesenen GesichtsKundgebungen gegen Deutschland abgehalten. Eine solche Rundpunkt aussuchte, daß sie eine gute Handschrift mit der gebung fand am Sonntag in Lodz statt. Die Einberufer waren 69 größere sowie fleinere Organisationen, die alle regierungsfreundlich eingestellt sind. Es waren dabei: der Berband für die Verteidigung der Westgrenze, der Verband der Kriegsinvaliden, die Föderation der Baterlandsnerteidiger, das Rote Kreuz, die Beste Wahlpropaganda ist Werbearbeit für den Vorwärts" " Berbände der militärischen Heranbildung, die regierungsfreundlichen Berufsverbände und Parteien. Mit Erlaubnis der Berwaltungsbehörden zog man unter großer Aufmachung durch die Hauptstraße der Stadt. Man überbat sich in deutschfeindlichen Aufschriften und Rufen, denn die offizielle Losung der Kundgebung hieß: ampi dem ewigen Feinde Polens, dem Preußen. Als die Massen an der Redaktion der„ Lodzer Volkszeitung", dem Zentralorgan der Deutschen Sozialistischen Arbeiterpartei Bolens, vorbeizogen, zerschlugen sie zu allererst die Reklameschilder der Zeitung, um dann in den Hof zu stürzen und dort ihr Zerstörungs wert zu vollbringen. Es wurden über 50 Fensterscheiben eingeschlagen, Fensterrahmen eingedrückt, Schilder heruntergeriffen. Der Versuch, auch in das Büro der Sejmabgeordneten einzudringen, wurde von den anwesenden Parteigenossen vereitelt. Dabei wurden aber drei Parteigenossen verwundet, denen die herbeigerufene Rettungsbereitschaft Hilfe leisten mußte. Die bei dem Zerstörungsmert anwesenden Polizisten verhielten sich neutral. Ein Ballfelle schreiben könnten" und daß sie teß und tie big jeien". Was sie daneben tönnten, sei ziemlich gleichgültig. Baßt diese Charakteristik, die Herr Hinge seinen Siebenmonats kindern gab, nicht aufs Haar auch auf die Prätorianergarden Hitlers?! Von wirklicher Gesinnung ist bei diesen Knüppelgarden feine Spur. Ihr Bildungsstand ist etwa so, wie ihn sich der preußische Korporal seligen Angedenkens bei seinen ländlichen Rekruten wünschte: man vereidigt sie auf eine Fahne, erflärt ihnen, daß diese Fahne ihr Heiligstes sein müßte, und dann gehen sie los wie die Stiere, ohne nach dem Sinn des Ganzen zu fragen. Ein paar Lieder läßt man die SA.- Leute auswendig lernen zur Not tun es auch gegnerische Lieder mit umgekehrten Vorzeichen, ein paar Schlachtrufe wie Juda verrecke!" Man drillt ihnen ein, beim Auftreten der Führer wie rajend zu applaudieren, den Gegner auf Kommando niederzubrüllen oder hinauszuwerfen. Das Ganze nennt sich politische Bildung". Ausdrücklich bemerken die nationalsozialistischen Richtlinien, daß die SA.- Mannschaften nicht mit poli tischem Wissen gelangweilt werden sollten, denn die Befreiung Deutschlands werde nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen vollzogen. Kürzer und schlagender hieß das beim Militär: Du hast nicht zu denken, du hast zu parieren. Und sie parieren. Nur wenn es mit der Löhnung nicht klappt, dann sind sie in ihrem heiligsten Söldnerempfinden beleidigt. Sie fnüppeln die organisierte Arbeiterschaft nieder, genau wie es die Hingegarden taten, so lange es gutes Geld dafür gibt. Aber genau wie ein Hinzegardist niemals im Leben einen Schlag Arbeit getan hätte, es sei denn eben Streifbrucharbeit gemejen, genau so tun die S.- Leute keine politische Arbeit, es sei denn bezahltes Söldnertum. Hingegarden und Hitlergarden sind Fleisch von einem Fleisch. Nazi- Anbiederung an Italien. gegen Italien und Frankreich marschieren. Immerhin möchten wir dort Teddy Thälmann empfehlen, auch sein Bild an Mussolini zu senden. Bielleicht gibt der ihm Tirol dann sogar ohne Krieg heraus! Löwen in München Pinscher in Berlin. übertrumpft in München natürlich die Bayern an Partikularismus. Hitler, der Verkünder des deutschen Einheitsreiches, Deshalb hat er in seiner letzten Wahlversammlung die Reichstags= fraktion der Bayerischen Volkspartei wie folgt heruntergepußt: ,, Was sind denn diese 17 Mann im Deutschen Reichstag? Hier in München sehen sie noch nach Löwen aus, so lange genügend Bier vorhanden ist. In Berlin aber werden sie zu winselnden Pinschern; sie wollen nicht mehr fämpfen, fie schmiegen sich fanft an die Größeren an, sie hun dort anders als hierzulande. Hitler über Raffenreinheit. In der gleichen Wahlversammlung, in der er mit Held, Heim und Tuntenhausen abrechnete, erklärte der völkische Held: ,, Wir werfen dem Marrismus folgendes vor: Er zerstört die Völker in ihrem inneren Wert, dadurch, daß er die Rasse als die Grundlage jeden Volkstumes verneint." Wie schrieb doch der alldeutsche Rassenforscher von Gruber: Hitler, Gesicht und Kopf schlechte Raffe, Mischling..." Hoffentlich verdirbt Hitler die deutsche Rasse nicht durch Kindererzeugung so wie er die deutsche Politit durch Phrasenerzeugung ruiniert. Stahlhelm schließt Dryander aus. Der Stahlhelm, Landesverband Westfalen, teilt mit:„ Die Veröffentlichung einer fonservativen Pressestelle am Niederrhein über eine Beleidigung des Reichsministers Triviranus durch einen Stahlhelmer durch Zwischenruf in einer Wahlversammlung, zwingt den Landesverband festzustellen: Bis heute steht nicht einwandfrei fest, ob der betreffende Zwischenruf gegen den abwesenden Reichsminister oder gegen den Redner, Herrn Geheimrat von Dryander, ge= richtet mar. Da Herr von Dryander wegen des im übrigen unbeachteten Zwischenrufs den Stahlhelmer bei der Staatsanwaltschaft wegen Verlegung des Republikschuhgeseges an= zeigte und darüber hinaus den preußischen Justizminister besonders auf den Fall aufmerksam gemacht hat, hat der Landesverband Westmart den sofortigen Ausschluß des Herrn Ge heimrat von Dryander aus dem Stahlhelm beantragt." Hugenberg erfranft. größeres Polizeiaufgebot mit den Spitzen der Verwaltungsbehörde Naziführers Dr. Leers an das italienische Generalfonfulat auf den Der Roten Fahne" hat der günstige Wind ein Schreiben des crschien erst nach dem Borfalle. Es wurden keine Verhaftungen Tisch geweht, in dem wunschgemäß eine Pressekarte für den Sport Nach einer längeren Berzögerung eröffnete der Borsitzende des vorgenommen. Die Massen zogen hierauf vor das deutsche Konfulat und schlugen auch dort alle Fensterscheiben in den zur Straße gelegenen Räumlichkeiten ein. Auch dieses Zerstörungswert fonnte verübt werden, trog des großen Aufgebots von Polizei zu Fuß und zu Pferde. Die Erklärung ist nur in der Nadyläffigte it der Bolizeiorgane zu suchen, die sich zu feinem energischen Auftreten den Anstürmenden gegenüber aufraffen konnten. Allerdings nahmen an der Kundgebung die etwas auf sich gebende Bevölkerungsfreise nicht teil. Der größte Teil der Demonstranten mar nationalistisch verheizter Mob, der sich in Anbetracht des offiziösen Anstrichs der Kundgebung als Herr der Situation fühlte. Der Stadtchef von Lodz ist beim deutschen Generalfonful er. schienen und hat im Namen der Stadtverwaltung und auch der Wonwodschaft( Provinzregierung) Entschuldigungen ausgesprochen sowie die Gutmachung des Schadens zugejagt. Wiborgs Sprengpatronen. Die Geständnisse vor dem Untersuchungsrichter. Altona, 2. September. Bei Aufnahme der Verhandlungen stellt der Borsitzende fest, daß auch heute wieder vier Angeklagte nicht er schienen sind. Da morgen die Angeklagten Bossen, Matthes und die Eheleute Holländer gebraucht werden, wird im Falle ihres erneuten Ausbleibens ihre Vorführung angedroht. Der Angeklagte v. Salomon hat im Saal zettel verteilt, in denen zum Besuch einer Berjammlung aufgefordert wird, in der er über den Bombenlegerprozeß sprechen will. Der Vorsitzende warnt ihn auf das nachdrücklichste vor derartigen demonstrativen Handlungen, die hart an Ungebühr grenzen und im Wiederholungsfalle mit aller Strenge geahndet werden würden. Ebenso scharf wird die leberbringung von Briefen an die in Haft befindlichen Angeklagten untersagt. Der Untersuchungsrichter als Zeuge. Hierauf wird Landgerichtsdirektor Dr. Masur, der als Untersuchungsrichter die Angeklagten in Berlin ver nommen hat, in den Saal gerufen und vereidigt. Dr. Mafur beginnt mit den Aufträgen, die er erhalten hat, worauf er sich die 21 Angeklagten vorführen ließ. Da inzwischen die Zuständigkeit des Landgerichts Berlin angezweifelt wurde, hat er am 15. April 1930, als der Beschluß des Kammergerichts vom 14. April bei ihm einging, der Altona für zuständig bestimmt, seine Tätigkeit zum Abschluß gebracht. Hierzu hat er sich gesetzlich für berechtigt gehalten im Einverständnis mit seinen vorgefeßten Behörden, besonders auch weil Nickels noch vollständige Auskünfte über die ganze Bombenlegerangelegenheit in Aussicht gestellt hatte, für die mit Bleistift von Nidels selbst niedergeschriebenen Stizzen bereits vorlagen. Diese betrajen in der Hauptsache die damals noch recht unklaren Vorgänge in Mülheim a. d. Ruhr, an denen Nickels beteiligt gewesen sein sollte. Anlaß hierzu gab u. a. eine Beitungsnotiz, die bejagte, Dr. Masur babe Rehling in Mülheim verhaftet und nach Berlin transportieren lassen. Nickels behauptete, er hätte mit einem seiner Freunde, den er nicht nennen wollte, den Einbruch verübt, während zwei andere in Essen warteten, um die Beute in Empfang zu nehmen und in Sicherheit zu bringen. Die Mittäter fannte man bereits durch Angaben iborgs. Bei der erbrochenen Sprengstofftammer handelt palast überfandt wird sowie außenpolitisches Wahlpropagandamaterial und ein Bild Hitlers. Die treudeutsche ,, Rote Fahne" hält den Hitlerleuten dabei wieder ihren Berrat an den Tirolern vor Augen. Der Kommunismus wird in der Tat Südtirol nicht preisgeben, sondern gleichzeitig Todesstrafe für Aulos Ein neues Gefeß im Staate New York bestimmt, daß jedes von einer Prüfungsfommission als unsicher" bezeichnetes Auto zu verbrennen ist. Dieses Auto hier überfuhr einen Knaben und tötete ihn. Es ist das erste, das dieser neuen Bestimmung zum Opfer fiel. mit Romperit, außerdem auch Schwarzpulver, welches die Eindringlinge aber liegen ließen. Wiborg brachte Nickels an Ort und Stelle und wartete in der Nähe mit abgeblendetem Licht, bis Nickels zurückkam. Den Einbruch hat Nickels in der früher bereits mitgeteilten Art angeblich allein durchgeführt. Ueber Johnjen teilt Dr. Majur mit, daß er ihn zunächst nur befragte, woher die Sprengstoffe stammten. Johnsen bezog sich damals auf den Bericht einer Hamburger Zeitung, der den Tatsachen entsprechen sollte. Da aber nidels bereits gestanden hatte, wurde dessen Ausjage dem Angeklagten Johnsen vorgehalten, worauf Bochum, 2. September. Am Montagabend sollte Hugenberg hier eine Bahlrede halten. Kreisvereins die Versammlung und erklärte, daß Hugenberg zwar um 7 Uhr abends in Bochum eingetroffen, daß er aber wegen einer Ertrantung am Reden verhindert sei. Der Arzt, Professor Reichmann, habe eine Fiebertemperatur von 39 Grad feftgestellt und ihm die Teilnahme an der Versammlung untersagt. Der Haßgefang im Oberlyzeum Das Provinzial- Schulfollegium ftellt sich taub. Wir hatten seinerzeit über die Berfassungsfeier eines Oberlyzeums in Hannover berichtet, bei der von dem Schulchor ein von Haß strohendes Lied gefungen wurde, in dessen zweiler Strophe es heißt: ,, Die welsche Brut lacht unserer Tränen, Lechzt gleich Hyänen nach unserem Blut." Da diese Art chauvinistischer Jugenderziehung im schärfsten Gegensatz zur Verfassung steht, die eine Erziehung im Geifte der Völkerversöhnung vorschreibt, hat sich die Republikanische Be schwerbeftelle" mit einer entsprechenden Anfrage an das Propinzialschulkollegium in Hannover gewandt. Diese hohe Schulbehörde hat jedoch in dem Vorgang teinen Anlaß zam Einschreiten gesehen. Für die Notwendigkeiten republikanischer Jugenderziehung scheint demnach nicht mur vielen Lehrern und Schulleitern, sondern auch den hohen republikanischen Beamten in den Provinzialschulkollegien das Verständnis zu fehlen. Das Lied der Höllenmaschiniften. 3ur Psychologie der Bombenattentäter. Wir veröffentlichten fürzlich ein Lied der Höllenmaschinisten", das unter den Papieren des Bombenattentäters Raphengst aufgefunden wurde. Wir haben inzwischen die Herkunft des Gedichtes festgestellt. Es stammt von E. Beinert, es erschien einft im Spa", einer satirischen Beilage sozialdemokratischer Zeitungen. Dort haben es die Herren Bombenattentäter gelesen. Es hat ihnen so gut gefallen, daß sie es abgeschrieben haben. Das Lied hat jedoch noch eine letzte Strophe, und die lautet: Kamerad, zieh auf die Weckeruhr! Damit Groß- Deutschland erwacht. Es plakt die ganze Politur Wo die Höllenmaschine fracht. Mit Geisteswaffen, Brüder, Ringt man den Staat nicht nieder. Gott hat uns auch nicht damit bedacht. Es lebe die fünftige Boltsmonarchie Mit der Lunte, mit dem Wecker, mit der Taschenbatter.e. Diese Strophe hat den Bombiers nicht gefallen! Daß sie die Satire der drei ersten Strophen als Ausdruck ihrer eigenen Geistesverfassung mit Stolz afzeptiert haben das ist bezeichnend für sie! Indische Friedensverhandlungen gescheitert. Die Friedensverhandlungen Eaprus und Vajatars sind, wie die Londoner Morgenblätter aus zuverlässiger Quelle zu berichten missen, infolge Ünnachgiebigtet Motilal Nehrus zusammengebrochen. auch Johnsen ein umfassendes Geständnis ablegte. Hierbei spielte auch ein von der Kontrolle angehaltener Brief Arbeiter- und Betriebsratswahl 2371 Stimmen ab, wovon 1833 für eine Rolle. Schwierige ,, Ermittlungen". es sich um einen Felsenkeller mit einer blechbeschlagenen Führer des Bauernbundes, Bizemarschall Dombsti, von MilitärObwohl inzwischen vier Tage verstrichen sind, seitdem der Holztür, die durch ein träftiges Borhängeschloß gesichert war. Dieses personen überfallen und mißhandelt worden, ist, sind die Täter bis Bulverlager befand sich im freien Gelände hinter einem Kirchhof. liegt noch nicht ermittelt worden. Allgemein herrscht in Warschau Es enthielt pier Sprengpatronen und einige Riften| die Ansigt, daß die Ermittlung abfichtlich mißlingt. Die Textilarbeiter in Delmenhorst gaben bei der jüngst erfolgten die freigewerkschaftliche Liste, während die erstmals aufgestellte christliche Liste 284 Stimmen erhielt. und die der Gelben 240 Stimmen. Von den 15 Sigen des Arbeiterrats fallen 13 dem Deutschen Textilarbeiter- Berband zu und 12 von den 14 Sizen im Betriebsrat. Antideutsche, nicht deutschnationale, wie der Druckfehlerteufel wollte, Kundgebungen fanden in Warschau und anderen polnische Städten statt. Rückfallbetrüger als KPD.-Zeuge Er erließ Aufrufe zum Ausiritt aus der Gozialdemokraiie Am 23. August deckten wir eine schwere kommunistisch« Fälschung auf. Das„Echo des Ostens", Organ der KPD., sür Ostpreußen, hotte am 15. August«inen(im Wortlaut von uns wiedergegebenen) angeblichen Brief des Londtagsabgeorimeten Ge- nossen K u t t n e r an einen Mann namens G«org Dörsam ver- öffentlicht, einen Brief, der von A bis Z erlogen und gefälscht war. Die„Rote Fahne", die sonst gegen uns so geschwätzig ist, hat bis heutigen Tages zu dieser Fälschung sorgsam den Mund ge- halten. Wir sehen uns nunmehr genötigt, noch einmal auf diesen Fall zurückzukommen, zumal es uns gelungen ist, ihn weiter auszu- klären, und dabei Dinge auszudecken, die wieder einmal die kommunistischen Methoden der Fälschung und Verleumdung in das krasseste Licht rücken. Das kommunistische Organ für Ostpreußen(verantwortlicher Redakteur Reichstagsabgeordneter Schneller) hatte den Abdruck des gefälschten Briefes mit folgendem eigenem Kommentar begleitet: Am Montag stellten wir im„Echo des Ostens" fest, daß die Königsberger SPD. inoffiziell Rollkommandos gegen den Stahl- Helm ausgestellt hatte, offiziell sedoch die Ausstellung solcher Roll- kommandos verbot, nachher die Opfer dieser Doppelspielpolitik der Justiz auslieferte, und durch führende Eozialdemo» traten verhö hnte. Ein Teilnehmer an einem solcher Rollkommandos war zu einem halben Jahr Gefängnis o-e rurteilt worden. E? handelt sich um ein seit 15 Jahren in der SPD. organisiertes Mitglied. Er wandte sich an den Land- tagsabgeordneten Kuttner, Mitglied des Rechtsausschusses! Wir verösfentlichien diese Tatsachen und gaben einen Appell dieses SPD.-Arbeilers bekannt, die Verräterpartei zu verlassen und sich der SSmmuniftischcn Partei anzuschließen." Im Anschluß an diese Auslastungen veröffentlichte dann das Kommuniftenblatt jenen gefälschten Brief Kuttners an Dörsam, worin Kuttner diesen treuen Parteigenossen und Vorkämpfer gegen den Stahlhelm, airstatt ihm zu Helsen, mit blutigem Hohn und Spott Übergossen haben soll. Wir haben in der Zwischenzeit festgestellt, was es mit der Märtyrerschaft Dörscrms aus sich gehobt hat. Hier das Resultat unserer Bemühungen: Dörsam ist im Jahre 1330 tatsächlich in ftönigsderg zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden, aber nicht wegen einer Prügelei mit dem Stahlhelm, sondern seine Verurteilung erfolgte wegen Diebstahls im Rückfall und Betruges im Rückfall. Dörsam ist allein in Deutschland zehnmal vorbefiräst, und zwar von 1916 in ziemlich lückenloser Folge bi» 1930, wegen. Unter- schlagung, Betruges, Diebstahls, Rücksallbetruges usw. Er ist zwar nicht, wie das Kommuniftenblatt behauptet, sei 15 Iahren Parteimitglied der SPD., wohl aber seit15JahrenStamm- gast in deutschen Strafanstalten. Außerdem hat er, wie wir gleichfalls feststellen konnten, längere Zeit in einem polnischen Gefängnis in Lodz gesessen. Unter feinen deutschen Strafen befindet sich eine E h r ve r l u st strafe von 5 Jahren, außerdem ist D.— für ihn besonders charakteristisch— schon zwei- mal wegen Urkundenfälschung vorbestraft! So sieht das Subjekt aus, mit dem sich kommuuistische Zeitungeu und Reichslagsabgeordaele zu gemeinsamen Fälschungen gegen So- zialdemokralen verbinden. Ein solcher Lump darf in einem Kommunistenblatt„als langjähriges Mitglied der SPD." ösfenllich einen Appell an die Arbeiter richten, der„ver- räterpartei" den Rücke» zu kehren und sich der Kommuni st enpartei anzuschließen. * Gegen Schneller und Dörsam ist Strafanzeige wegen gemeinschaftlicher Urkundenfälschung und vor- leumderi scher Beleidigung erstattet. Der Lteberfall. Schreckliches ist über Nacht pasioren In der Hakenkreuzler Gaubüro. Di« SA. stand dräuend vor den Toren, Goebbels wollt« sie an den Popo. Ganz verdattert schlotterte das Wichtchen, Opfer von ihm selbst entfachter Wut: Doch die Bande ließ sich nicht beschwicht'gen Und sie brüllte:„Zaster oder Blut!" Geld jedoch— ach, Goebbels hatte keines, Da er stch ein Auto für gekauft. In das flüchtet er gelenken Beines, Hinter ihm ward fürchterlich gerauft. Die Schutzstassel, arg aufs Haupt geschlagen, Blutete von manchem Messerstich.— Was sagt ihr zu solch einem Betragen? So was ist doch einfach fürchterlichl Ach, wie blutet meine deutsche Seele, Da gerötet sich die Bruderhand, Nur weil die strategischen Befehle Man des Hauptmann Stennes mißverstand. Türe, Tisch und Schrank man demolierte, Akten, Kartotheken wurden Brei. Endlick) ein Entschloss'ner alarmiert« Gottlob, die Weiß-Waentig-Polizei. Durch die Henkersknechte Isidores (Jetzt sprcch ich im Hatenkreuzjargon) Flog der Hausen außerhalb des Tores. Goebbels rieb in« Hönde und sprach:„Bon!" Hitler naht als Retter und zum Futter Bringt er einen Sack Moneten mit. Die SA. ist wiederum in Butter Und begeistert singt sie:„Auf, im Schritt!" .Jonatiian. Das Paradies der Faulenzer. Was die Fleifchermeister verfluchen. Die Fleischermeister hielten kürzlich ihre Wahlkundgebung für die W! rt s cha f t s p a r t e i im Lehrervereinshaus ab. Zlls Referent trat der ehemalige Reichstagsabgeordnete Fleischermeister F r e y b e aus Stettin auf. Nach den Lobhudeleien der Fleischer- nieisterfochpresse konnte man ein Reserat von anderem Format erwarten als dos, was Herr Freyb« zu sagen wußte. Wenn vom Bersammlungsleiter sowohl als vom Referenten anfangs etwas übereifrig betont wurde,„der Kampf des Mittelstandes richtet sich nicht gegen die Arbeiterschaft", so stand der weitere Verlauf der Versammlung in denkbar krasscstein Gegensatz dazu. Wir geben hier nur einige Blüten aus den Ausführungen Freybes wieder: „Der Mittelstand will keine arbeiterfeindliche Politik, unfer Kampf geht gegen Marxismus und Sozialismus und den Teil der Arbeiterschaft, der marxistisch eingestellt ist." „Der heutige Staat ist ein Fürsorgestaat, ein Paradies für die Faulenzer, während der Fleißige bestraft wird",— der sein Personal fleißig sür sich arbeiten läßt und die Arbeits- Zeitbestimmungen andauernd und grob mißachtet. „Wenn der Führer der Volkspartei, Dr. Scholz, sagt, es kann ohne die Sozialdemokratie nicht regiert werden, so sage ich, es kann sehr wohl ohne die Arbeiterschaft regiert werden." „Untragbar ist es, daß jeder ungelernte Arbeiter Minister werden kann. Die Forderungen des Tages seien Abbau der Be- ainlengehäller und der Sozialpolitik." So sieht atso orbeiterfreundlichc Politik in den Köpfen dieser Herren aus. Kein Wort gegen die Schielesche Zollpolitik, die Not- Verordnungen werden begrüßt. Keine andere Partei als die Sozialdemokratische Partei wurde auch nur erwähnt. Bei ihr liegt der Gnind allen Hebels. Dann die schneidige Attacke gegen die Warenhäuser, Konsumvereine und Gewcrkschaflen. Den Höhepunkt erreichte der Redner aber, als er mit geschwellter Männerbrust und rollender Stimme des„Fleischermeisters Fluch" zitierte: „Verjlucht und versehml derjenige, welcher unsere Todfeinde Warenhäuser und Konsumvereine unierstützl." Dieser Satz fand solchen Beifall bei den Fleifchermeiftern, daß er ihn dreimal wiederholte. Die Atbeiterschast wird diesem engstirnigen Zunftlertum am Ii. September mit dem Stimmzettel antworten und ihre genossen- fchastlichen Eigenbetriebe weiter ausbauen. Sozialismus und Wahlreform. Lm Kampf um die Demokratie.- Revolutionen im Orient. Das Septemberheft der„Gesellschaft" bringt zwei, vor der Re- gierungsvoklage geschrieben« Aufsätze zur Wahlresorm. G r S u p n e r Spricht sich für das heutige System der langen, gebundenen Listen >us, Gustav Warburg bezeichnet das englische System der Einzelwohlkreise mit einfachem Mehrheitssieg als das beste. ..Dos Volt entscheidet, wer regieren soll, nicht die Fraktion." Da die deutschen Wähler aber erst zu diesem Wahlsystem erzogen werden müssen, das in Deutschland zur brutalen Ausbeutung eines Wahlsieges führen würde, muß vorläufig ein Minderheitenschutz ein. geführt werden. GeorgDecker schildert den gegenwärtigen Wahl- kämpf als Kampf um die Erhaltung der Demokratie:„Von ent- scheidender Bedeutung ist die Aufgabe, vor ollem den proletarischen Anhängern des Zentrums und denjenigen Kreisen des Bürgertums. die noch nicht für die„deutsche Abart des Faschismus" optiert haben. den politischen Sinn der Lage klar zu machen und von dieser Seite her den Druck auf die„Parteien der Mitte" zu verstärken. Otto Jenssen gibt eine Uebersicht über die„Orientalischen Revolutionen".„Durch die Verjelbständigung der astatischen Staaten wird das asiatische Proletariat befähigt, für Sozialpolitik und Lohnerhöhung zu kämpfen." Dolfgang Schwarz stelll den Durchbruch der internationalen Schiedsidee in den bürgerlichckapitalistischen Staaten von heute dar, weist aber zugleich nach, wie sie auf die richterliche Entscheidung von R-chtsstreitigkeiten beschränkt wurde? erst der Sozialismus bringt die gemeinsame oberste Entscheidungsinstanz für politische Differenzen. Ernst von Aster zeigt, daß das Reich der Spannschen GesellschaftsphUosophie nicht von dieser Welt ist.Charlott«Lütkens zeigt Zusammenhänge zwischen Stil und Inhalt des amerikanischen Romans und den Schwankungen der kapitalistischen Entfaltung. Benedikt Kautsky stellt fest, daß die Dernsteinsche Ausgabe des Briefwechsels Marx-Engels uns nichts Wesentliches vorenthalten und die Rjazanovjche nichts wesentlich %>**** gegeben hat.«, Kundgebung imSportpalatt Die Berliner Sozialdemokratie veranstaltet am Sonntag, dem 7. September, vormittags 10 Uhr, eine große Wählerkundgebung im Sportpalast PROGRAMM Fahneneinzug der Sportler und der Sozialistischen Arbeiterjugend Chöre des Deutschen Arbeitersängcr-Bundes. Dirigent; Georg Oskar Schumann Sturm.......... Uthmann Das heilige Feuer..... Uthmann Ansprachen der Genossen; S. Aufhäuser, A. Crispien, Gertrud Hanna. F. Künstler, E. Lübbe, O. Ortmann Chöre: Brüder zur Sonne......... Scherchen Gemeinsamer Gesang: Die Internationale Genofsen, sorgt für Mastenbesuch I Der Bezirksvorstand Der neue Glaspalast. Ein Kunstausstellungsgebäude wird im Zoo gebaut. Der langjährige Kampf um ein würdiges Ausstellungsgebäude in Berlin hat feine vorläufige Erlebigung gefunden: Der preußische Staat will aus dem Gelände des Zoologischen Gartens in der Nähe des Elefantenhauses einen Bau für die Summe von 700 000 M. errichten. Architekt soll Behrens oder Poelzig werden und alles wird nun möglichst beschleunigt werden. Das klingt ja endlich einmal nach etwas:«s scheint, nach der vorangegangenen Erfahrung mit dem Ehrenmal in der Cchinkel-Wach«, daß ein neuer Geist im Finanzministerium Herrscht, auf dessen Konto wohl dieses Drauf- gängertum zu setzen ist. Hoffen wir und fürchten wir. Hoffnungsvoll mutet, außer der Beschleunigung» der Platz des neuen Kunstgebäudes an. Es scheint sich um die Ecke gegenüber dem Ausgang des Stadtbahnhofs Zoo zu handeln, im Anschluß an die Wilhelmshallen: also die denkbar günstigste Lage, eine kräftige Verbesserung der Idee, das Haus neben den Verwaltungsbau des Zoo in der Budapestcr Straße zu legen. Was zu fürchten ist, wäre wieder einmal die überhastete Durch- führung irgendeines Plans, den ein bedeutender Name deckt. Man kann nicht laut und rechtzeitig genug nach ausgiebiger Veröffent- lichung der Entwürfe zur Diskussion der Künstler und der Oeffent- lichkeit rufen. Paul F. Schmidt. Eröffnungsvorstellung der Voltsbühne. „Der fröhliche Weinberg." Die sonnigen Herbsttage weckten den„Fr öhlichen Wein- berg" Carl Zuckmayers wieder auf. In dem Theater am Bülowplatz, um das Zlutos, Untergrundbahn, Elektrische rattern und dem die nah« Stadtbahn zupfetst, poltert und juchzt naturnah das herstsatte Stück. Und die Menschen, sie sehen es gerne. Und die Kritik auch. Denn in diesem fruchtbaren Weinberg atmet echtes und starkes Leben, das im Taumel des Herbstsegens schäumt und überquillt. Dieses Lustspiel bleibt nach langen Serienauf- fllhrungen frisch und unabgenutzl wie am ersten Tag. Weil Zuck- mayer ein echter Dichter ist? Aber sür das Bühnenstück wie für das epische Werk genügt es nicht, die Worte kunstvoll meistern zu Die größte Eisenbeton- Balkenbrücke Die neue Donaubrücke in Großmehring bei Ingolstadt ist die größte Eisenbeton- Balkenbrücke der Welt. Sie wurde gestern dem Verkehr übergeben können: ein Mens ch muß sie schreiben, der sich mit seiner ganzen Erlebniskraft und seiner ganzen Persönlichkeit in den Kreis stellen tonn, den er ziehen will. Das ist das Geheimnis des unerhörten Lustspiderfolges, den der„Fröhliche Weinberg" bei allen Schichten des Publikums hatte und immer wieder haben wird, und der« zu einem bühnenwirksamen und immer wieder neu entdeckten Theater- stück machen wird, wenn alle anderen Lustspiel«, die uns die Gegen- wart bescherte, längst vergessen sein werden. Denn unsere Zeit ist durchbraust von Tragik, Sehnsucht, Kampf, und dieser heroische Drei- klang übertönt die Klänge unbeschwerter Heiterkeit für die meisten Sinne, sür die meisten Herzen. Deshalb können die Lustfpieldichter von heute im allgemeinen nur die Gedanken zum heiteren Spiel einiger Stunden führen. Zuckmayer packt den ganzen Menschen und wirft ihn mitten in die derbe Lebenslust seines„Fröhlichen Weinbergs".- Weil aber die Gestalten dieses Stückes vom Dichter oll« als lebendige Menschen geschaut sind und der Zuschauer stch schließlich teilhaben fühlt an den Vorgängen auf der Bühne, deshalb vertragen die einzelnen Rollen keine karikaturistische Uebertreibung, die dies« Illusionen stört. Indem sie das Notürlich-Komische einzelner Typen so unterstreicht, beeinträchtigt die Regie Heinz Dietrtch Kent- ners etwas die Wirkung der sonst ausgezeichneten Ausführung. Doch das sind Mängel, die sich leicht abstellen lassen und die hoffend lich auch rasch behoben werden. Im übrigen wird prachtvoll gespielt. Man müßte zuviel Namen nennen, wollt« man alle Darsteller hervor- heben, die besonderes Lob verdienen. Aber Margarethe Mclzer, Hans Pepplcr und Josef Dahmen seien wenigstens genannt. TVude E. Schulz. Andr6es Leiche in Tromfö. Alle Flaggen auf Halvmost. Tromfö. 2. September.(Eigenbericht.) Die„B r a t b a n g" traf heute vormittag V Uhr. eskortiert von dem Kanonenboot„Michael Sars". in de« Hafen von Tromfö ein. Die Leichen ver drei Forscher sind um 10.3V Uhr an Land gebracht worden. Sie wur» den feierlich im städtischen Hospital aufgebahrt. Alle Flaggen sind auf Halbmast gesetzt. Allen Werstangestellten gekündigt Dl« größte Werft des Deschimagkonzerns, die ZL-G. wefer. i Bremen, hat sämtlichen Angestellten einschließlich der Prokuristen iveqcn Atiftragsmanqel zum 31. März gekündigt. Das Werk be- schäftigt zur Zeit rund 3000 Arbeiter und Angestellte Ob die Kün- digungen nur eine Vorsorge der Verwaltung sind oder ob es zu einer teilweisen oder völligen Schließung der Werft kommt, ist im Augenblick noch unbestimmt. Die Zniernationale der Buchdrucker Amsterdam. 2. September.(Eigenbaricht.) Am Montag wurde hier der 1l. internationale Luch- druckerkongreß eröffnet. Der Vorsitzende der Buchdrucker- internationale S ch l u m p s wies in seiner Begrüßungsansprache darauf hin, daß die Buchdruckereiorbeitgeber zu einem internationalen Angriff aus die Arbeitsbedingungen rüsten. Verstärkter internationaler Zusammenschluß der Buchdrucker sei daher das Gebot der Stund«. Die neue Arbeitslosenunterstützung Wie sie durch die Notverordnung verschlechtert wurde Die Verschlechterung der Arbeitslosenversicherung durch die Notverordnung zeigt am deutlichsten die Einstellung der 48er Regierung zu den Opfern des Rationalisierungsprozesses. Rücksichtslos werden wohlerworbene Ansprüche der Arbeitslosen mit einem Federstrich beseitigt. Wie weit der Abbau der Arbeitslosenversiche rung geht, dafür einige rechnerische Bespiele. Der neue§ 99 a AVAVG. besagt, daß Krisenunterstützung, die nach§ 101 Abs. 2 Nr. 1. AVABG. gewährt worden ist, bei Neuerwerb eines Arbeitslosenunterstützungsanspruchs auf diesen Anspruch anzurechnen ist und zwar um die Zahl der Lage, für die Krisenunterstüßung bezogen ist, sofern die Anwartschaftszeit, auf Grund deren die Krisenunterstützung bezogen ist, für die Anwart schaftszeit auf die versicherungsmäßige Unterstützung ganz oder teilweise benötigt wird. In der alten Gefeßesfaffung gab es eine derartige Anrechnung überhaupt nicht. Der einzelne Arbeitslose wird hier um Summen geschädigt, die zwischen 6 Mart und 600 Mart schwanken. Der neue§ 105 a des AVAVG.( Arbeitsvermittlungs- und Arbeitslosenversicherungsgesetzes) bestimmt, daß Arbeitslose der Lohntlassen VII- XI die Unterstügungsfäße ihrer Klasse nur erhalten, wenn sie in den letzten 18 Monaten vor der ersten Arbeitslosmeldung, die auf den Erwerb der Anwartschaft folgt, mindestens 52 Wochen in einer versicherungspflichtigen Be- Daneben ist nun noch folgendes versicherungsrechtlich ganz unschäftigung gestanden haben. Die Arbeitszeiten dürfen durch Unterhaltbar. Jemand bezieht 20 Wochen Krise nach Lohnklasse VI gestützungszeiten nicht unterbrochen sein. Liegen in den 52 Wochen mäß§ 101 AVAVG. nach einer Arbeitszeit von 14 Wochen, und Arbeit Unterstügungszeiten oder hat ein Arbeitslofer weniger als arbeitet jetzt weitere 25 Wochen mit einem Durchschnittsverdienst 52 Wochen in 1½ Jahren gearbeitet, so erhält er die Unterstützung von 68 Mart wöchentlich. Bei erneuter Arbeitslosmeldung hat er nach einer niederen Lohnklasse. Praktisch sieht das so aus: jetzt Anspruch auf 26 Wochen versicherungsmäßige Arbeitslosen unterſtügung nach Lohnklasse XI, die gemäß§ 105a auf Lohntlasse IX herabzusehen ist. Er bekommt aber nur noch 6 Wochen Arbeitslosenunterstützung ausgezahlt, da 20 Wochen Krisen bezug voll angerechnet werden. Krisenunterstützung hat er aber nur nach Lohntlasse VI befommen, weil er während der Arbeitszeit, auf Grund deren er Krise betam, nur einen Durchschnittswochenlohn von 32 Mart gehabt hat. Nichtsdestoweniger rechnet man ihm jetzt die 20 Wochen Krisenbezug nach Lohnklasse VI mit wöchentlich 13,20 Mark oder insgesamt 264 Mart voll auf die Arbeitslosenunterstügung nach Lohnflaise 1X mit wöchentlich 17,85 Mark oder für 20 Wochen ins gesamt 357,10 Mart an. Von seinem versicherungsrechtlich garantierten Anspruch büßt der Arbeitslose also 93,10 Mart noch neben der obengenannten Summe durch die Brüning- Berordnung ein. Noch schlimmer liegt der Fall natürlich, wenn der Arbeitslose über 26 Wochen Krise bezogen und nun eine neue Anwartschaft für Arbeitslosenunterstützung erworben hat. Er hat dann überhaupt feinen Anspruch mehr auf seinen Arbeitslofenversicherungssag. Duzende Beispiele für ähnliche Schädigungen der Arbeitslosen fönnten folgen. Teilweise 100 Prozent, mindestens aber 10 Prozent Kürzung der Arbeitslosenversicherung ist der Effekt der Brüning- Berordnung. Ein Werkzeugmacher, der 10 Jahre gearbeitet hat, wurde am 31. Januar 1930 erwerbslos. Sein Durchschnittsarbeitsverdienst in den letzten 26 Wochen betrug 75 Mart. Am 1. Februar 1930 meldet er sich arbeitslos und bekommt die Unterstützung für 26 Wochen nach Lohntlasse XI bewilligt mit wöchentlich 22,05 Mart. Nach 7tägiger Wartezeit und eintägigem Unterstüßungsbezug gelingt es ihm, eine neue Arbeit zu bekommen. Er arbeitet nun vom 9. Februar 1930 bis zum 12. August 1930 und verdient fogar wöchentlich 82 Mart. Auf seinen Neuantrag bekommt er jegt entsprechend der Brüningschen Notverordnung Unterstüßung nicht mehr nach Lohntlasse XI, sondern nach Lohnflasie IX, also wöchentlich 17,85 Mart, statt 22,05 Mart, da die Beschäftigung vor dem Erwerb der neuen Anwartschaft nicht ununterbrochen mindestens 52 Wochen gedauert hat. Er erhält also wöchentlich 3,20 Mark oder im Gesamtanspruch in 26 Wochen 83,20 Mart weniger als nach der früheren gesetzlichen Regelung. Kommt nun derselbe Arbeiter nach Erschöpfung seines Arbeitslosenversicherungsanspruches in den Genuß der Krisen unterstüßung, so erhält er nicht nach Lohnklasse VIII der Krisensätze, sondern nach Lohntlasse VII Rrifenunterstügung, weil er nach den Bestimmungen der Krisenverordnung als Empfänger der Arbeitslosenunterstützung nach Lohntlasse IX nur Anspruch auf Klasse VII der Krise hat. Als Empfänger der Arbeitslosenunterstützung nach Lohntlasse XI hätte er Krisenanspruch nach Lohnklasse VIII gehabt. Er bekommt wöchentlich also nur 14,63 Mart anstatt 15,75 Mart, mithin wöchentlich 1,12 Mart oder im Gesamtanspruch 58,24 Mart weniger als früher. Die Angst vor dem Sowjetparadies. Gefängnis oder fristlose Entlassung. Das Arbeitsgericht Berlin hatte sich dieser Tage mit einem ntereſſanten Streitfall zu beschäftigen, und zwar mit einer Klage, die ein früherer Angestellter K. der Russischen Handels vertretung in Berlin gegen diese angestrengt hatte. Anfang Dezember vergangenen Jahres wurde der Bruder des Klägers fristlos von der Handelsvertretung entlassen, weil er sich geweigert hatte, eine Dienstreise nach Rußland zu unternehmen. Kurze Zeit darauf wurde R. ebenfalls aufgefordert, nach Rußland zu fahren. Er verweigerte dies aber, da er befürchtete, in Rußland als Geisel für seinen Bruder festgenommen zu werden. Daraufhin wurde er Don der Handelsvertretung der U. d. S. S. R. fristlos entlassen, wogegen er vor dem Arbeitsgericht Einspruch erhob und die Zahlung seines rückständigen Gehaltes in Höhe von monatlich 840 mt. bis zum 31. März 1930 verlangte. Das Gericht wies ihn jedoch mit seiner Klage ab. Entgegen der Russischen Handelsvertretung tam es allerdings zu der Ansicht, daß dieser Fall nach deutschem und nicht nach russischem Recht entschieden werden müsse. Zur Sache selbst wurde in der Begründung des Urteils vom Gericht festgestellt, daß die Handelsvertretung durchaus berechtigt sei, den Kläger auf eine Dienstreise nach Rußland zu schicken. Würde allerdings eine solche Anweisung nur erfolgen, um den Arbeitnehmer nach Rußland zu locken, um ihn dort ins Gefängnis zu werfen, so bestände eine Dienstag, 2 9. Staats- Oper Unter d. Linden A.-V. 2 20 Uhr La Traviata Ende 222 Uhr Dienstag, 2. 9. Städt. Oper Bismarckstr Turnus II 19 Uhr Figaros Hochzeit Ende n. 222 Uhr Staats- Oper Staatl. Schausph. Am Platz der Republik. Vorst. 126 20 Uhr Salome Ende g. 21% Uhr ( am Gendarmenmarkt). 2. A.-V. 20 Uhr Weh' dem der lügt Ende 22 Uhr Staat Schiller- Theater, Charltbg 20 Uhr Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung Ende 222 Uhr SCALA Tägl. 5 u. 8, Uhr. Pr. 1-6 M 5 Barb. 9256 Nachm. halbe Preise. Norman Thomas Quinlell, Ballios& Merlon, The Jovers, Alfred Jackson- Girls usiv. PLAZA Tag. 5. 815 Sonnt. 2, 5 B. 8 15 Alex. E 4, 8066 Claire Waldoff, Leo Morgenstern, Achilles u. Newman usw. Volksbühne Theater am Bülowplatz. 81 Uhr Der fröhliche Weinberg von Carl Zuckmayer Staatsoper Am Pl. d. Republik 8 Uhr Salome Staatl. Schiller- Th. 8 Uhr Scherz, Satire, Ironie u. tiefere Bedeutung Theater am Schiffbauerdamm Tägl. 81 Uhr Feuer aus den Kesseln! Abbau der Sozialversicherung ist 3wed und Ziel diefer Regierung. Solange die Sozialdemokratie mit in der Regierung war, war ein derartiger Abbau unmöglich, wie er hier unter Mißbrauch des Artifels 48 der Verfassung geschehen ist. Am 14. September gilt es, diese Regierung famt ihren Notverordnungen zu beseitigen. H. B. Verpflichtung, die Reise anzutreten, selbst dann nicht, wenn die Verhaftung nach den russischen Gesezen gerechtfertigt wäre. Der Kläger fei jedoch beweispflichtig dafür, daß eine solche Absicht bei der Handelsvertretung objeffio vorlag. Diesen Beweis habe der Kläger nicht erbracht, und es könne keinesfalls genügen, daß er eine fubjettiv nicht ganz leere und frivole Besorgnis hege. Es wäre ein unerträglicher Rechtszustand, wenn jeder Angestellte der Handelsvertretung, der zu dienstlichen Reisen nach Rußland an sich verpflichtet sei, bloß auf die ſubjektive Furcht hin, er habe sich miẞliebig gemacht, die Reise verweigern fönnte. Denn angesichts der häufigen Nachrichten über Berhaftungen daß seine Furcht subjektiv nicht völlig leer und frivol war. in Rußland würde sich dem Angestellten selten widerlegen lassen, Geschichtliches Panoptikum. , 1914" von Georg Wilhelm Müller. In minutiöser Kleinarbeit eines gewissenhaften Archivars beschreibt Georg Wilhelm Müller die Folgen des Thronfolgermordes von Serajewo, die Bemühungen um Krieg oder Frieden in den Kabinetten und an den Höfen von Berlin, Wien und Petersburg. Wir sehen die Männer in persona auf der Bühne des Deutschen Theaters, die für die allgemeine Mobilmachung vom 1. August die Verantwortung tragen und schon so historisch geworden sind, daß wir sie fast vergessen haben: Bethmann- Hollweg, Rose- Theater ( Gartenbühne] Täglich 5.30 Konzert, 6.00 Varieté Täglich 8.15 ,, Etappe" oder Onkel Gustav schreibt K. v. Im Innentheater nur noch bis Sonntag, dem 7. Sept., tägl. 8.15 , Heimliche Brautfahrt" Voranzeige Eröffnung der Wintersaison: den 8. September 8.15 Uhr „ Die Braut von Messina" mit Irene Triesch, Traute, Paul und Willi Rose Deutsches Theater Uhr CASINO- THEATER 8% Uhr D2 Weidendamm 5201 8 Uhr von Ernst Toller Regie: Hans Heinrichs. Bühnenbilder: Cast. Neher. Uraufführung Vorverkauf ununterbrochen. Tel.: D. 1. Nord. 0281 u. 5813 1914 Lothringer Straße 37. Für unsere Leser: Gutschein 1-4 Pers Fauteuil 1,25 M., Sessel 1,75 M. Der Possen- Schlager von Georg Wilhelm Miller Der selige Hollschinsky Kammerspiele Regie: Gustav Gründgens und ein erstkl. buntes Programm. 02 Weidendamm 5201 Mittwoch, 3. September 8 Uhr Zum 1. Male: Komische Oper 812 Uhr Die Schule Die Frau der Frauen ohne Kuss Operette v W. Kollo von Molière. Deutsch von Ludwig Fulda. Auch Sonntags nachm. 3/2 Regie: Hans Deppe. zu kleinen Preisen LUNA PARK Heute Feuerwerk 91%, U. und das interessante Programm. Die Komödie 11 Bismck.2414/ 7516 812 Uhr Letzte Aufführungen! Wie werde ich reich und glücklich? Kursus von Felix Joachimson. Musik von Mischa Spoliansky. Regie: Erich Engel Bühnenbilder Ludwig Rainer Barnowsky- Buhnen Theater in der Stresemannstr. Täglich 84 Uhr Marguerite: 3 Lustspiel von Schwiefert Komödienhaus 8 Täglich 814 Meine Schwester und ich Musik v. Ralph Benatzky HAUS VATERLAND KURFURST 7460 Moltte, Sir Goshen, den Grafen Berchtold, Safonoff und mehr als ein Dugend weitere prominente Persönlichkeiten. Den Kaiser und den Zaren sehen wir nicht, sie halten sich verschämt hinter den hohen Türen der Schlösser, in denen sich die folgenschweren Beratungen abspielen. Fragen von weittragender Bedeutung und gewaltige Vorgänge, die das Schicksal von Millionen Menschen bestimmt haben, ruft uns der Autor ins Gedächtnis zurück. Aber sonderbar, bei allem Glanz der Uniformen und hochklingenden Namen, mir bleiben falt und unbeteiligt. Es genügt eben nicht, Ereignisse zit rekonstruieren, seien sie noch so grandios, fie müssen den Stempel eines Dichters tragen, der sie so gestaltet, daß eine Saite in unserem Innern mitflingt. In einem der fünf Akte ist ihm das gelungen, indem er Jean Jaurès auf die Bühne bringt, den Mann, der an den Wahnsinn eines Krieges nicht glaubt und die Mittel in der Hand zu haben hofft, seinen Ausbruch zu verhindern. In rühriger Ges schäftigkeit entwickelt er in den Pariser Cafés seine Pläne, bis er durch die Kugel eines Chauvinisten den Tod findet. Die übrigen Afte sind nichts weiter als lebende Bilder eines Geschichtsbuches. Daher bleiben den Darstellern teine Möglichkeiten, ihre Kunst zu zeigen. Aus der großen Reihe treten nur wenige hervor: Paul Otto, Paul Hentels, Mar Landa, Wladimir Sokoloff und vor allem Hermann Valentin. In seinem Jaurès verförpert er aufopferungsfähigen Idealismus eines Mannes, der sich mit ganzer Seele der großen Verantwortung seiner Mission bewußt bleibt. Jeder Nerv vibriert, aus den hastig hervorgestoßenen Worten spricht glühende Menschenliebe und beglückende Hoffnung auf den Sieg der Vernunft. Dgr. Amüsiertheater. Neues Theater am 300. Der Gaal, ehedem Tanzplay im Kasino der( als es das noch gab) Landwehroffiziere, ist vornehm gehalten, in rotem Damast oder so. Auch das Publikum erinnert nach rückwärts, aber etwas mehr parterre: Feldwebel. Demgemäß: brave Bürger, die gern lachen, die schmunzelnd freischen, menn es erotelt, zötelt, nacktelt, beinschwenkelt oder grunzelt, rülpzelt und sonst unanständigelt. Aber alles mur im Diminutiv, in der Verkleinerung, bis ans Knie oder so. Auch das die Gelehrten der Seele sagen: entspannen muß es wohl geben. Und gibt es nicht nur für geruhsame Spießer, gibt es auch der Mensch sei ehrlich bei Buhlmanns draußen, in der Kaftanienalle, und bei Carow, über den sogar Heinrich Mann geschrieben hat. Nun ist Ludwig Manfred Lommel, um den sich die Chose hier dreht ,,, herr Amor persönlich", fein Carom, aber immerhin ein vorangekommener Stettiner Sänger. Nicht so wurzelstart wie Erich vom Weinbergsweg, nicht so getieft und gefältelt wie Münchens Valentin, mehr schläfisch, mehr Dialekt als Sprache, mehr Komiter als fomisch, mehr Mundvirtuose und Tierstimmen imitator als Herzbeklopfer. Aber immerhin: eine wizboldige Nummer ist der Rungendorfer mit den feudalen Vornamen Ludwig Manfred; eine spaßige Knautschtomode ist er, sympathisch tapfend just an der Naht, wo Ulf zum Humor wird. Das sogenannte Stüd Herr Amor persönlich"( der Verfasser nennt sich Hans Regina v. Nad sei entschuldigt; ohne Stüc tönnten sie schließlich kaum spielen. Es handelt sich um ein Heirate büro mit gegebenen Verwechslungen und Couplets: Und von den Mädels kommen solche nur in Frage, die den Kanal durchschwimmen in der Rückenlage... Da weiß man Bescheid. Den sechs Trikots ratten, die uns solch Prinzip vorturnen, darf man jedenfalls peu trauen. Sie sind blond und jung. Ihre Mama aber ist entsprechen wohlbeleibt, beinahe rund, ein rollender Fleischkloß, rollend und pruftend etwa in der Richtung von Josefine Dora. Diese hier heiß Lydia Pote china und ist östlichen Ursprungs. Man sollte sie vorwärts rollen etwa in der Richtung Josefine Dora. R. Br. Heute Wählerversammlung in Grünau, Alt- Glienicke-- Falten. berg. Heute, Dienstag, Beteiligung an der öffentlichen Wählerpersammlung in Grünau. Treffpunkt 19 Uhr Straße am Falkenberg, Wasserwert. Wetteraussichten für Berlin: Zeitweise heiter mit sehr fühler Nacht. Tagestemperaturen etwas höher als heute, nordwestliche Winde. Für Deutschland: Im Nordosten unbeständig und fühl mit einzelnen Schauern. Im westlichen Binnenlande weiterhin heiter, Im übrigen weiterhin fortschreitende Besserung. Berantwortl. für die Redaktion: Wolfgang Schwarz, Berlin; Anzeigen: Th. Glode, Berlin. Berlag: Vorwärts Verlag G. m. b. S., Berlin. Drud: Borwärts Buch druckerei und Berlagsanftalt Paul Ginger& Co., Berlin SW 68, Lindenstraße 3. Sierzu 1 Beilage. Winter Garten⭑ 8.15 Uhr Rauchen erlaubi Neville Bishop, Argentino. Jda und Evelyne Duffek. 5 Songs. Hans Kolischer usw. Lessing- Theater Weidendamm 2797 u. 0846 Täglich 8 Uhr Des Kaisers Kulis von Th Plivier. Regie: Erwin Piscator. Theater i. d. Behrenstr. 53-54 Neues Theater Heute, Dienstag 7% Uhr zum 1. Male: Das häßliche Mädchen Komödie in 3 Akt. von Felix Joachimson Reichshallen- Theater Abends 8 Sonntag nachm. 32 Stettiner Sänger Das große neue September- Programm. U a: ,, Laß Blumen sprechen" Dönhoff Brettl: Das erstklassige Familien- Variete. Theater d. Westens Täglich 84 Uhr Max Adalbert in as preiswerte Hasenklein Vergnüg Deutsches Künstler- Theat. Tel. Barbarossa 3937 82 Uhr Gastspiel der Ludwigam Zoo Am Bahnh. Zoo. Stpl. 6554 Täglich 8 Uhr Lommel in der Posse GROSSES SCHAUSPIELHAUS LUSTIGE WITWE Hesterberg, Hansen, Arno, Schollwer, Jankuhn, Schaeffers, Winkelstern. Desni Gesamtausstg.: Prof. Ernst Stern Mus. Leitung: Ernst Hauke Täglich 8 Uhr Herr Amor persönlich. REGIE: Rundfunkhörer ERIK CHARELL halbe Preise. Theater am Kottb. Tor Kottbusser Str. 6 Täglich 8 Uhr auch Sonnt. nachm 31/2 EliteSänger Zille- Festspiele Nachm. ermäßigte Preise! Abendprogramm. solls ben program. Thoma- Bühne kann nichts dafür. Magdalena Vergnügungs Metropol- Theater Restaurant Täglich 814 Uhr Berlins BETRIEB KEMPINSKI Sensationeller Operettenerfolg! Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria und ihrHusar Rose- Theater Renaissance dr. Frankfurter Str. 132 Theater Steinplatz 6780. 9 Uhr Die Wunder- Bar Revuestück Tel. Alex.3422 u. 3494 8.15 Uhr: Heimliche Brautfahrt Garten bühne: 5.15 Uhr: Konzert u. Bunter Tell 8.15 Uhr: Etappe. CIRCUS BUSCH VARIETE eröffnet im vollständig umgebauten Hause ( Manege und Bühne) am 6. September 1930 abends 8 Uhr Täglich 2 Vorstellungen: Nachm. 4 Uhr: 30 Pig.- 1.50 Mk. 4% Abends 8% Uhr: 30 Pig.- 3.- MM. Sonntags 3 Vorstellungen: 2% Uhr 5 Uhr 8 Uhr Das größte Varieté Europas/ 4500 Plätzel Sichern Sie sich Karten im Vorverkauf a.d.Circuskassel Beilage Dienstag, 2. September 1930 Der Abend Snalausgabe des Vorwärts Aufbauarbeit am Rechtsverletzer Persönlichkeitsforschung im Gefängnis muß sich die Technik der Untersuchung allmählich vervollkommnen; diese darf nicht allzu langwierig sein und ihre Anwendung auf eine große Anzahl von Gefangenen ermöglicht werden. Das Auf. fichtspersonal würde sich, entsprechend instruiert, nach und nach gewöhnen, die Feststellungen der Untersuchungen zu verstehen und ihnen wertvolle Fingerzeige für die fachgemäße Behandlung der Gefangenen zu entnehmen. Das Gegenseitige beider Methoden Die Strafvollzugsbehörde ist neuerdings bestrebt, mit den Er hatte zur Aufgabe, die Festlegung der sogenannten sozialen Diagnose| werden, in anderen Fällen bagegen sehr vereinfacht. Allerdings rungenschaften der modernen Psychiatrie, Psychologie und Pädagogik zu erleichtern mit dem alleinigen 3wed, die erziehliche Behandlung Schritt zu halten. Die Verordnugn über den Strafvollzug in Stufen zu bestimmen, um, wenn irgend möglich, einen Rückfall zu ver in Preußen vom 7. Juni macht die systematische Erhüten. Die Sozialdiagnose sezt sich nach amerikanischem Gedanken forschung der Persönlichkeit des Gefangenen zum Aus- aus der sozialen, medizinischen, psychologischen und psychotherapeutigangspunkt der Bemühungen um die Resozialisierung des Rechts- schen Untersuchung zusammen. Jede dieser Untersuchungen wird von verlegers. Im Abschnit II fordert sie die Schaffung besonderer einer speziell borgebildeten Person vorgenommen. friminalbiologischer Forschungsstellen: in Verwirt Sämtliche Diagnosen werden dann in der Fallkonferenz unter lichung dieser Forderung hat das Justizministerium, in dem jetzt neben Beteiligung der Untersuchenden besprochen; ein Behandlungsplan dem Leiter des Strafvollzugs, Ministerialdirigent Dr. Bürger, auch wird aufgestellt. Was intuitiv sonst erst nach vielen Monaten der noch ein zweiter Arzt, der Obermedizinalrat Dr. Wedice, sigt, solche Beobachtung des Gefangenen als für seine Persönlichkeit charakte Stellen in den Gefängnissen von Berlin, Breslau, Münster, ristisch erfaßt wird, kann durch die Sozialdiagnose an den Anfang Köln, Wittlich, Frankfurt a. M., Gollnow, Reinbach und Halle der erzieherischen Behandlung gesetzt werden. Das mußte selbst auf eingerichtet. Das Untersuchungsgefängnis Moabit in Berlin bildet Grund der wenigen sozialen Diagnosen, die in der Frauenabteilung gleichzeitig die Zentralstelle für die Sammlung der Forschungsergeb des Untersuchungsgefängnisses gestellt wurden, anerkannt werden. nisse. Wo solche Forschungsstellen nicht bestehen, hat sich in erster Aber sowohl die Diagnose als auch die Behandlung haben teine Linie der hauptamtliche Arzt mit der Sammlung und endgültige Bedeutung. Diese wie jene fönnen unter Um Wertung des Materials zur Erforschung der Persönlichkeit des Geständen geändert werden. Erst die Untersuchungen mit ihren Diafangenen zu befassen. gnosen, dem festgestellten Behandlungsplan und den in späteren Erziehungsprozessen niedergelegten Beobachtungen in den verschiedenen Phasen der weiteren Lebensgestaltung der Gefangenen, gestatten eine fortlaufende Lebensphotographie des sozialen Schicksals. Selbstverständlich können diese Untersuchungen mur vorgenommen werden, wenn genügend geschulte Kräfte zur Verfügung stehen. Sie werden in einzelnen Fällen, gerade wenn es sich um vielfach Vorbestrafte handelt, äußerst kompliziert und zeitraubend Someit irgend angängig, fagt die Berordnung vom 7. Juni d. J., muß alles erforderliche Aftenmaterial herangezogen werden: Ergeb nisse früherer Strafverbüßungen, Berichte von Gerichtshilfs- und Gefangenenfürsorgestellen, Wohlfahrts- und Jugendämtern und der= gleichen mehr mit einem Worte alles, was zur richtigen Beurienung der Persönlichkeit des Gefangenen beitragen kann. Auch die geeigneten Personen sind, sofern notwendig, über ihn zu befragen. Die Persönlichkeitsforschung soll ein möglichst lückenloses Bild der geistig- seelischen Erscheinung des Gefangenen, seines Lebenslaufes und seiner Familienverhältnisse geben; sie soll feststellen, ob und in melchem Maße der Gefangene voraussichtlich zu beeinflussen ist, Dr. J. R. Spinner: welche fittlichen und gesellschaftlichen Werte in ihm vorhanden sind und sich verwerten laffen, welche Mittel hierzu angebracht erscheinen, so soll der Aufbau eines Erziehungsplanes ermöglicht werden. Es kann feinem Zweifel unterliegen: nur so ist die individuelle zielstrebige Behandlung des Gefangenen möglich. Die kriminalbiologische Untersuchung soll sowohl der Beurteilung der Persönlichkeit des Beschuldigten und seiner Tat wie auch der Fest legung des Erziehungsplanes und der wissenschaftlichen Forschung im allgemeinen dienen. Sie wird an Hand eines 29 Seiten ftarten Fragebogens vorgenommen, der die Feststellung der familiären Borgeschichte des Gefangenen, seines Borlebens, seiner Stellungnahme und Verhaltungsweisen, seiner seelischen Aeußerungen, feines Temperaments, sozialen Verhaltens, förperlichen Befundes, des Zustandes seines Zentralnervensystems usw. usw. erleichtern soll. Die Verordnung zählt auch die Fälle auf, in denen die Untersuchung gemacht und die Körperbau mie psychopathologische Diagnose geGanz ausgeschlossen erscheint auch, daß die Anstaltsärzte imstande sein fönnten, die kriminalbiologischen Untersuchungen neben ihrer sonstigen Anstaltstätigkeit durchzuführen. Die Ermittlungen über die Vergangenheit des Gefangenen, über seine soziale Entwicklung, die Wertung dieser Ermittlungen, fann nur von psychologisch geschulten Menschen vorgenommen werden. Die soziale, pinchologische und psychotherapeutische Diagnose fällt nicht zusammen mit der rein medizinischen und setzt eine entsprechende dem Somatiker und klinischen Psychiater nicht selten mangelnde Einstellung voraus. So ist zu sagen: die Absichten des preußischen Strafvollzugs sind in höchstem Maße anerkennenswert; die friminalbiologischen Untersuchungen sind als Grundlage für die Klaffifizierung der Gefangenen und deren erzieherische Behandlung zweifellos unumgänglich. Sie bleiben aber in der Luft hängen, sofern sie nicht durch die in Amerika bereits seit Jahren geübte Persönlichkeits= forschung ergänzt werden. Leo Rosenthal. Vom Haarausfall Besonders im Kriege und in der Nachkriegszeit hat der Haar ausfall Dimensionen angenommen, die ihn zu einem ziemlich verbreiteten Leiden gemacht haben. Ich sage Leiden, weil Haarausfall nur selten eine wirklich selbständige Krankheit darstellt, fondern zumeist eine auffällige Begleiterscheinung einer weniger auffälligen Krankheit darstellt. so müssen wir die Ausführungsgänge beim Fettfluß besonders häufig reinigen. Ganz anders verhält es sich, wenn ein Mangel an Jett und eine rasche Verhornung der obersten Hautschicht durch eine ge misse Verödung ein Hungern des haarbildenden Papillengewebes Biele Schädigungen sind imstande, vorübergehenden oder bedingt, wenn hautschädigende Einflüsse von außen oder innen dem dauernden Haarausfall zu erzeugen. So ist im Kriege das ständige Mutterboden des Haares in seinen Funktionen schädigen. Hier er Tragen unhygienischer Kopfbedeckung unter unhygienischen Gesamt- ſtickt das Haar nicht, hier ist die Papille träge und produziert zuständen und Schreckfolgen eine der Hauptquellen von Haarausfall nicht. Indes wir bis jetzt feine Mittel besigen, der wuchernden geworden, der vielfach irreparabel geblieben ist. Wie Schreck zu Talgdrüse beizukommen, gibt es unendlich viele Mittel, um den Haarboden" anzuregen. Es handelt sich dabei um eine gewisse plöglichem Ergrauen, fann er auch zu plöblichem, haar blutung, die wir fünstlich erzwingen müssen. Sonnenbestrahlung ist stellt werden soll: bei Verbrechen gegen das Leben, bei Sittlichkeitsausfall führen. Ich erinnere mich eines Falles, wo eine Dame Reiztherapie, verbunden mit einer Ernährung und Durch verbrechen, und Straftaten berufsmäßiger Verbrecher, bei schwer Erziehbaren im Sinne der Stufenverordnung. mit außerordentlich starkem Haarwuchs in einer Nacht, als sie sich im Gebirge verstiegen hatte, ein Drittel ihrer Haare verlor. In Amerika verlor fürzlich ein 5 Jahre alter Junge infolge eines Schreds seinen ganzen Lockenkopf. Diese Erscheinungen sind wohl auf einen Gefäßkrampf der die Haarpapille ernährenden Gefäße widerstandsfähig und deswegen sehen wir Leute, die durch organische und infektiöse Krankheiten ihr gesamtes Haar verloren haben, nach der Genesung mit frischem Haarwuchs auftauchen. Der Streit der Papille ist somit nur eine Folge der überstandenen Krankheit. zumeist gefährlich, weil damit bei Ueberdosierung mehr geschadet als genützt wird. Aber leichte, poröse Kopfbedeckung an Stelle von Fitzhüten, die Rückkehr zum Strohhut im Sommer, an Stelle des Tichakos, Stahlhelmen und den leider ausschließlich gebrauchten Modefilz würden schon viel Haarausfall verhindern. energische Mittel anwenden. voraus und dürfen nicht von Nierenfranten gebraucht werden. Teer und Schwefel in ihren verschiedensten Zubereitungen ( Thiol, Thigenol, Ichthyol, Anthrajol usw.) sind noch einigermaßen harmlos, jedoch wirken stark reizend die spanischen Fliegen ( Kanthariden), die ganzen Phenolförper( Beta- Naphtol, Resorcin, Pyrogallol usw.). Sie reizen wohl auch in zweckmäßiger Beise den Haarboden und die Papille, müssen aber vom Körper auch wieder ausgeschieden werden. Ungenügende Untersuchung der Erstmaligen Diese Aufzählung erhellt schlaglichtartig Borzüge wie Mängel Dann eine tägliche Kopfmassage durch Einreiben eines der beabsichtigten friminalbiologischen Untersuchung. Sie wird eher geeignet sein, der Verteilung der Gefangenen auf die verschiedenen zurückzuführen. Das Haar sitzt in einer seitlich durch Talgdrüsen anständigen Kopfwaffers, sowohl am Morgen, wie vor dem Schlafengehen, um die Atonie: Schlappheit der Nerven und des gesamten Anstalten und Firierung wissenschaftlicher Berbrechertypen zu dienen geölten Scheide, auf deren Grund die fegelförmige Papille als Gewebes zu beseitigen. tann sehr viel zum Rüdgang des Haarc's der individuellen Behandlung innerhalb der Anstalt. Wachstums- und Ernährungszentrale liegt und auf welcher das Auf Grund der Untersuchungen sollen die psychopathischen Gefangenen Haar mit seiner zwiebelförmigen( bulbösen)„ Wurzel" aufsitzt. Wird ausfalles beitragen. Derselbe ist bei gewissen Leuten sogar periodisch und normal, sie wechseln wie die Tiere im Frühjahr und im Herbst von vornherein ausgesondert, die schwer erziehbaren festgestellt und durch irgendwelche Umstände nun die Papille geschädigt, so streift fie ihren Belz", ohne daß dies etwas Krankhaftes wäre. werden. Die kurzfristigen, insbesondere die für Eigentums Laien als Wurzel imponiert, aus. Das hat an und für sich keine seiner richtigen Kur beginnen, so müßte man nachher nicht so im übrigen nur in der Hauptsache die Kapitalverbrecher erfaßt oder stirbt ab und dann fällt das Haar mit dem Bulbus, der dem ihren Belz", ohne daß dies etwas Krankhaftes wäre. Würde man bei beginnendem Haarausfall immer gleich mit delikte erstmalig Bestraften, verbleiben außerhalb der Unterwegs zu bedeuten, daß nun dieser Ausfall irreparabel sei. einer richtigen Kur beginnen, jo müßte man nachher nicht so suchungen. Der Grund für diese Selbsteinschränkung liegt auf Solange die Papille lebt, wird sie immer wieder Haare fehr gesunde funktionsfähige Nierentonstitution Die meisten der Mittel setzen eine der Hand: es erscheint unmöglich, sämtliche Gefangene zu unter- produzieren, was ja bei überflüssigen Haaren immer das Leid der fuchen. Man ist der Ansicht, daß eine allgemeine psychologisch Aerzte und Patienten darstellt. Die Papille ist geradezu unerhört psychiatrische Untersuchung in der Aufnahmeanstalt genügen würde, um für die Erstmaligen die kriminal- pädagogischen Maßnahmen fest legen zu können. Vom Standpunkte der Verhütung der Rückfälligkeit dieser erstmalig Vorbestraften, vom Standpunkte einer fachgemäßen psychotherapeutischen Behandlung und erzieherischen Einwirkung bedürfen aber diese vielleicht in viel höherem Maße einer Feststellung der Ursachen ihrer Straffälligkeit und Erforschung ihrer Persönlichkeit als mancher einmalige Mörder, Räuber und Brandstifter. Man kann nicht warten, bis sie rückfällig zum Berufs- und gewerbsmäßigen Verbrecher geworden sind, um sie dann kriminalbiologisch zu fezieren, zweds Klaffifizierung in den Anstalten. Die Grundsäge der sozialen Medizin gelten auch für die soziale Pädagogit. Gleich der physischen Krankheit kann auch die soziale mit um so größerem Erfolg behandelt werden, je früher fie erfaßt wird, und ähnlich dem Arzt, der sämtliche wissenschaftliche Forschungs methoden zur Feststellung des Anfangsstadiums der Krankheit an= wendet, muß dies auch der Sozialpädagoge tun. Tut er das, so wird er in Zukunft von der Notwendigkeit befreit sein, eine Unzahl von Aften verschiedenster Behörden zur Beurteilung des Gefangenen heranzuziehen. Er wird einfach verhütet haben, daß diese zahlreichen| Im allgemeinen muß unterschieden werden zwischen den Fällen, in Aften überhaupt zu entstehen brauchen. Die foziale Diagnose nach amerikanischem Muster Die wichtigste Frage ist aber, ob diese von Kriminalbiologen geführte Untersuchung zur Feststellung der erzieherisch zweckmäßigen Behandlung des Gefangenen genügt. Und diese Frage muß in 3meifel gezogen werden. Die Feststellung der sozialpädagogischen wie pinchotherapeutischen Behandlung verlangt auch andere Untersuchungsmethoden, Methoden, wie sie Amerita bereits seit mehreren Jahren in erster Linie in Frauengefängnissen und Jugendstrafanstalten betreibt. Ein Versuch in dieser Richtung ist dankenswerterweise auf Beranlassung des Justizministeriums auch in der Frauenabteilung des Untersuchungsgefängnisfes gemacht worden. Die Tochter des allzu früh verstorbenen Straf rechtlers Professor M. Liepmann- Hamburg, Dr. Clara Liep mann, die die amerikanische Untersuchungsmethode viele Monate in Amerika praktisch studiert hat, war beauftragt worden, dieselbe Methode hier in Anwendung zu bringen. Nach sieben Monaten eifrigen Arbeitens ist ihre Tätigkeit leider abgebrochen worden. Der Anfang schien vielversprechend und bildete eine notwendige Ergänzung der kriminalbiologischen Untersuchungen der Medizinalräte Dr. Frommer und Dr. Ewers im Untersuchungsgefängnis. Die Arbeit des Fräulein Dr. Liepmann und ihrer Mitarbeiter Zu den solchen Haarausfall bedingenden Krankheiten ges hören Typhus, Scharlach, Influenza( Grippe) und die Syphilis, welche aber gegenüber den anderen nur stellenweise eng umschriebenen Haarausfall macht. Als Alterserscheinung ist Haarausfall meistens durch Uebersettung oder Arterienverfaltung und damit herabgesezte Ernährung der Haarpapillen bedingt. Besonders da, wo die haartragende Haut besonders straff und starr auf der Unterlage, dem knöchernen Schädel aufliegt, ist oft mangels genügender Elastizität und Fettpolsterung der Boden für Haarausfall besonders günstig, weshalb die Männer eher zu Glazen neigen als die Frauen. Es gibt also teine generellen Regeln für die Behandlung des Haarausfalles, fondern erst muß die Ursache zu ergründen gesucht werden. welchen durch übermäßige Funktion und Wucherung der anhangenden Talgdrüse die Haarentwicklung gehemmt wird und denen, in welchen der Haarausfall an Mangel- oder Ausfallserscheinungen gebunden ist. Kommt es zu einem Ueberwuchern der Talgdrüsen, so zeigen die Köpfe ein fettiges, bortiges oder schuppiges Aussehen und an Stelle kräftiger Haare bleiben schließlich nur noch fümmerliche Reste oder Flaumhaare( Lamugo) zurück Würde man hier noch Fett anwenden, dann würde man damit auch noch die kümmerlichen Reste ersticken. Hier muß vielmehr für die Entfernung des Fettes durch ein häufiges Kopfwaschen mit fettverseifenden Schampoons( Schampoon find parfümierte Mischungen von Soda, Seife, Borag usw.) sowie für eine nachherige Neutralisation des Alkalis und eine Anregung der Kopfhaut durch Kopfwaffer von der Art der Sebaldschen Haartinktur mit tüchtiger Massage der Kopfhaut gesorgt werden Schuppen sind sehr oft nichts anderes als durch Luft gehärtetes und mit Schmuh durchsetztes Fett, denn nicht immer ist die Verfettung( Seborrhöe. Fettfluß) eine ölige. Fettfluß) eine ölige. Andererseits entstehen aber auch Schuppen aus Mangel an Fett und Abstoßung der verhornten obersten Hautschicht. So ist es unmöglich, ohne genaue Untersuchung genaue Diagnosen zu stellen. Da das Haar zweifellos zu seiner Entwicklung an der Papille Luft braucht, Die wichtigsten Grundsäge scheinen mir zu sein: daß man wegen eines Haarausfalles feinen Körper nicht gefährden darf; daß man feine stärkeren Mittel verwenden soll, als absolut nöfig iff. Deshalb darf kein Alkohol in höheren Konzentrationen als 70 Prozent auf den Kopf gebracht werden, weil er sonst gerbt und verödet. Als vornehmstes Reizmittel betrachte ich den unschäd= lichen Kampfer und zweckmäßig wird einem solchen Mittel die desinfizierende und abgestorbene Haut lösende Salizylsäure zugefügt, um die Verhornung zu verhindern. Eine richtig durchblutete Kopfhaut wird auch die Papillen wieder zweckmäßig ernähren und diese werden dann wieder produzieren. Wie im Alter durch Starrheit der Bindegewebe und durch die Verfaltung der Arterien die Ernährung und die Elastizität leidet, so fann sie beim Jüngeren durch Vernachlässigung oder Krankheit leiden. Eine tägliche, jelber energisch vorgenommene Kopfmalfage mit den Fingerspitzen, wie sie sonst nur beim Kopfwajden vorgenommen wird, kann schon sehr viel helfen. Bei fettarmer Konstitution muß dem Haarboden Fett von außen zugeführt werden und dabei ist es feineswegs gleichgültig, was man für Fett verwendet, da es Fette gibt, die von der Haut aufgenommen, resorbiert werden und solche, die nicht eindringen und nicht verwertet werden fönnen. Seit alter Beit erfreuen sich Rindermark und Roßtammfett einer besonderen Beliebtheit, es fann aber ebensowohl Lanolin, Rizinus ö!( am besten ist davon die zweite Preffung), Man de l öl, Schweinefett verwendet werden. Da es sich bei den resorbierenden Fetten auch meist um leicht ranzig werdende handelt, müffen sie bald wieder durch Wafthen entfernt werden, damit sie feine Hautreizungen bewirken. Auch dem Chiwin bzw. den Chinarindenertraften( Chinatinktur) wird eine günftige Wirkung zugeschrieben, wobei immer zu bemerken ist, daß nicht jedes Mittel jedem helfen wird, weil jeder wieder verschieden reagiert Bei der fetten Alopecie( Haarausfall) ist häufig nur mit einer allgemeinen Umstimmung der meist bleichsüchtigen Konstitution, die zumeist auch noch mit Hautfinne( Acne) tompliziert ift ein Resultat überhaupt zu erreichen. Copyright 1930 by fackelrcitcr-Vcrlag G. m. b. H., Hamburg-Bcrgcdort (14. Fortsetzung.) Langers Helm hoben sie vergessen, er baumelt am Sturmriemen in meiner linken Hand. Meisel zieht und zieht an meinem Koppel. Don hinten bekomme ich einen Stoß, daß ich oorwärtsstolpere. Ich blicke mich um: es ist der Schinder. „Macht, daß ihr in euer Loch kommt, Bengels!* ----„Dos— Seme— ehr übarr!*— Dann ein dröhnender Pauken schlag... Bummm--— „Kompagni.i.ie marrrsch!"... Ich bin wieder eingefügt in die marschierende Mauer: Links—' links— ks ks— ks———. Preuß neben mir... Kilb zur Rechten... immer dasselbe. Zwei Stunden..., denke ich, zwei Stunden noch... Mehr kann ich nicht denken... es reiht in den Eedärmen... heiß und kalt flutet es mir über den Rücken. Aber vorne spielt die Musik... unentwegt... wie bei einem Schützenfest: Trommeln,'Pfeifen, Pauke, Schlagzeug... Trompeten...„Veralte Dessauer"...: So leben wir... So leben wir... so leben wir alle Tage... bunim... bumm... stumm... trrre— t— t— Irre— t— t— irre— t— t—t—... Die Trommeln rasseln... dazwischen grell wie aufgescheucht«, kreischende Lögel die Pfeifen... Hell glänzt das Messing des Tombourswbe» in der Sanne... auf— nieder... auf— nieder... meine Lugen gehen mechanisch mit... auf und nieder... auf und nieder... jetzt hängt der Stab sekundenlang in den Wolken... unbeweglich--- leise pendelt die Troddel an der Spitze... plötzlich sind Trommeln und Pfeifen vor- stummt--- tsching... ein Beckenschlog... dann schmettern die Blechinstrumente ihren Rhythmus in die müden Knochen...: „Dos ist die Garde... die unser Kaiser li— i—• i— jebt... da» ist die Garde. die da stirbt und sich nie ergibt...' O du tausendmal verfluchtes Wunder der Morschmusit!!! Du teuslisäxr Rhythmus!... Du millionenfache Mörderin!... Ber- flucht feist du. und verflucht seien alle deine Schöpfer... denn du gießt den Marschierenden und Lauschenden das Blut in die Bein«... aber: Mörderin Marschmusik, du treibst dos Blut und die Vernunft au» dem Gehirn heraus... Eben noch marschierten die Rekruten gebückt... nach einigen Schritten immer wieder den Affen hochrückend, um die Last zu vcr- teilen... stumpf auf den monotonen Gleichschritt des Vordermannes stierend... schwitzend und keuchend... Jetzt ober flieht es wie elektrischer Strom in die Glieder... die Köpfe hebe» sich longsam...»er Gang wird aufrechter... gleich- mähig dröhnt der Marschtritt der Kompagnie. Schon summen einige Rekruten die Melodie mit... ohne an den Sinn und Widersinn zu denken, der in diesem Marsch steckt... und wenn nicht die ousg«. hungerten uno intelligenteren Großstädter in der Mehrzahl wären, fo würde bald ein brausender Marschgesang über den Helmen flattern... wie eine Siegesfahne, Verwirklichung von Knaben- träumen... Stimmung achtzehnhundertundsiebzig... Hurrah! Wir! Die tapferen Krieger! Seht her, ihr schmucken Mädel... sind wir nicht wahrhaftig Helden?!... Entsetzliche Lüge: wir sind blutleere Kadaver... Kanonen- futtcr... Hammel und Schweine...„da, ,st die Ga— a— arde. die unser Kaiser...* Das Gift soll sein« Wirkung tun: vergessen sollen wir unjere Armseligkeit... unsere Sklaverei... und unsere brütenden Gedanken und unseren Hunger... Aber wir schreiben das Jahr„Neunzehn- hundertundsiebzchn"... tief in uns bohren Hätz und Hunger,... hütet euch, ihr Treiber! Uns täuscht keine Marschmusik mehr! Wach sind unser« Gedanken! Und unser General ist der Hunger, der marschiert vorne bei der Musik!... „Halunken!* sagt Kilb plötzlich aus seinen Gedanken heraus. Ich sehe ihn an, in seinem Gesicht zuckt es, seine Nasenspitze ist ganz weih, das ist das Zeichen seiner höchsten Empörung und seines tiefsten Hasses. „Karl, lieber Kamerad*, sage ich und kann nichts weiter sagen und wollte ihm so viel sagen... was wollte ich ihm doch eben noch olles sagen... wie quoll es doch in meinem Herzen auf... ich schlucke nur... langst haben uns die Qualen und Demütigungen dieser Wochen stumm gemacht... Blicke und Gedanken sind unsere Sprache... wir schämen uns unseres Gefühls... das Herz ist uns tatgetrampelt... schwere Steine liegen uns in der Brust... wir find keine Akenschen mehr, wir sind nur noch Soldaten... So fasse ich Kilbs Arm�... ich suche eine Berührung mit ihm... er erinnert mich manchmal noch an den Menschen... er bäumt sich manchmal noch auf... er wehrt sich gegen die Tritte, die man gegen sein Herz führt... er ist der Topferste der Kompagnie... Er blickt mich nicht an... ich beuge mich etwas vor... ich will fein Gesicht sehen � da sieht er mich endlich an... Zorn und Schmerz find in seinem Blick und— er weint,— Kilb, ber Kutscher mit den harten Fäusten... der Rebell... er weint.--- Und dann strömt es aus ihm heraus... leise... gepreßt:„Diese vcr- fluchte Musik... ich haste st«... ich will sie nicht hären... meine beiden Brüder... der Friedrich war Musiker... und der Alwin war Seemann... was waren dos für brave Kerls... mit dieser Musik... mit dieser verfluchten Marschmusik sind sie wegmarschiert... ich habe sie nach dem Bahnhof gebracht... das kann ich nicht vergessen... das kann ich nicht vergessen!*— Und er schlägt sich die Faust vor das Gesicht und reibt sich zornig die Tränen aus den Augen... und dann zupft er etwas Putzwolle aus einer Patronentasche und stopft sich die Ohren zu—-- Da vorne aber ist Schützenfest: Tsching— tsching— bumm bumm... tsching tsching, bumni bumm... Trommeln und Pfeifen und auf und ab der Tambourstab... und jetzt——— „Frankreich, ach Frankreich. wie wird es dir erge— ehen, wenn du die deutschen Grenadi— iere wirst sehen,— deutsche Grenadi— iere, die schießen alle gut, olle gut,— wehe, o wehe dir, Fronzojenblutl* » Ich wälze mich auf meinem Feldbett hin und her. In den Gliedern ist bleierne Müdigkeit, die Füße brennen und schmerzen entsetzlich. Sie sind wund, daß das bloße Fleisch zwischen den Zehen und an den Sohlen sichtbar ist: aber ich habe keinen Wundpuder und keine Fußlappen und keine Salbe und kein Leinen. Eine halbe Stunde habe ich sie heute abend vor dem Schlafengehen in kaltes Master gesteckt, weil ich es nicht mehr ausholten konnte, ober es ist noch schlimmer dadurch geworden, und ich habe geheult vor Schmerz. Aber was ist das alles gegen Langers Qualen, denke ich und stier« in das Dunkel der Stube Die Augen sind überwach, Mond- schein fällt strichweise aus den blaukarierten Ueber.zug meiner Decke. Daraus liegt der übergroße Schatten des Fensterkreuzes. Alle Eindrücke und Schmerzen aber überwältigt der Hunger. Und morgen früh gibt es erst wieder das zugeteilte Drittel von dem klumpigen und mit Sägemehl durchsetzten Brot. Da liegt ein Brotkutscher unter dir, denke ich weiter, und hier haben wir nichts zu essen. Wagen voller Brot hat er täglich ge- fahren.— was nützt es jetzt... „Karl!*— er liegt unter mir und brummt unwillig:„Was ist denn los?" „Karl, wieviel Brote hast du am Tage gefahren?* „Was hast du denn für Einfälle, Hamburger. Na. so einig« hundert Brot« waren es immer... Und dann noch der Kuchen,— aber das ist ja schon einige Jährchen her, ich war eben aus der Schule.. „Einige hundert... Donnerwetter... soso...* Die Luft in der Stube wird immer stickiger, denn die Aus- dünstung der vielen Rekruten in dem viel zu kleinen Raum ist schreck- lich: das kommt vom schlechten Bro! und vom Drahtverhau. Rechts oben neben mir liegt Adamczik, unter ihm Bumami.— Der Kleine liegt zusammengerollt wie«in Igel oben aus der Deck«. Ein« Hand hängt über den Rand seines Lagers, die andere ruht geballt auf der Brust: kleine, ach so kleine Hände... Ich muß plötzlich an seine Mitter denken:...Ihr müßt ihm auch immer bei- stehen... Bumann schläft mit offenen Augen, die gespensterhaft im Mond- schein reflektieren. Er liegt wie ein Toter und ich möchte ihm die Decke über dos Gesicht ziehen... Ausgerichtet in einer Reihe stehen die hohen Schemel vor den Betten. Auf dem langen rohgezimmerten Tisch stehen zwei große Kaffeekannen. Morgen früh— habe ich— Kaffeeholerdienst..„ denke ich verworren. Im Kopse summt es... kaleidoskopartig erstehen Bilder vor meinen Augen... immer sind es die Gestalten grauer Soldaten mit den Gesichtern meiner Kameraden... stich es Helme, Tornister, Gewehre... kommt doch, Schlaf, erlöse mich... Der Wochtpostenschritt auf dem Hof... knirsch... knarr... fchrrr... schrrr... schläfert mich allmählich ein. In meinen Gedanken hocken noch Fragen, aber sie schieben sich ineinander, werden unklar, verzerrt, beklemmend... Aber ich kann doch nicht einschlafen, es drückt am Herzen.— Ich reiße plötzlich die Augen wieder auf--- Bossin spricht im Schlaf. Ich kann ihn nicht sehen. Er kämpft im Traume mit jemandem und schimpft dabei mit unverständlichen Lauten... Ich huste einigen«! absichtlich, da ist er auf einmal still. (Fortsetzung folgt.) eBuch Äa» gefichl der deuifchen Stadt Die wirtschaftliche Krise der Nachkriegszeit, die in zunehmen- dem Maße die Städte ergriffen hat, brachte es mit sich, daß die Kommunaloerwaltungen sich nach neuen Einkommensmöglichkeiten umsehen mußten. Eine solche, vorher kaum gekannte Erwerbsquelle bot sich in dem Fremdenverkehr. Um nun den Strom der Fremden in die einzelnen Städte zu leiten, ensttand ein Werbeseldzug und in Verbindung damit eine liebevolle Behandlung der Geschichte und der Entwicklung der einzelnen Städte. Des weiteren mag ein vorübergehender Historismus, der nach Kriegszeiten immer festzu- stellen ist, zu den vielen Städtebüchern beigetragen haben. Auch die Landstädte und Landkreis« sind von diesem Bestreben er- griffen worden. Diese Werbebücher haben nun die merkwürdigsten Formen an- genommen. Vor uns liegen zwei Werke:„Neues Altona" und„Der Kreis Zeitz". Die Kreisgeschichte, ein handlicher, schmucker Band, bringt aus 300 Seiten alles Wissenswerte.*) Nach geschichtlichen Abhandlungen nimmt die Wirtschast einen beachtenswerten Raum ein: unterstützt von Diagrammen, guten Karten und zahlreichen Bildern werden die wirtschaftliche Möglichkeit, der daraus aufbauende Handel und Verkehr, Bevölkerungsbewegung, soziale Arbeit und kulturelles Schaffen geschildert. Daß die Schönheiten der Landschaft, die Reise- und Aufenthaltsmöglichkeiten für die Fremden nicht zu kurz kommen, ergibt sich aus der Anlage des Buches, das in schlichter und ange- nehmer Art für den Kreis wirbt. Ein Werk anderer Art ist die Geschichte der Stadt Altona.**) Im Großformat, ein Werk von über 700 Seiten, schildert der zweite Band das kulturelle Leben, nachdem der erste Band die Darstellung der geographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse gebracht hat. Es versteht sich, daß«in solches Riesenwerk den einzelnen nicht mehr erreichen kann, denn wer wird in der Lage sein, sich zwei solche Bände, mit Kupferstichen, Kunstdrucken und zahllosen anderen Bildern ausgestattet, anzuschaffen? In Bibliotheken wird«in solches Wert auch kaum genützt, denn wer sich über eine Stadt orientieren will, greift zu den bekannten Stadtmonographien, wählt Einzel- darstellungen, aus denen er in kürzester Zeit einen großen Ueber- blick erhält. In diesem Werk ist jedoch mit äußerstem Fleiß alles irgendwie Erreichbare dargestellt. So ist dieses Doppelwerk eine Fundgrub« des Wissens und bietet dankenswertes Material für eine wissenschaftliche Bearbeitung. Ihm fehlt aber die Geschlossenheit und Uebersichtlichkeit der Darstellung, die den Leser anzieht und Freund« für die Stadt wirbt. Wilbelm Tietgens. ♦) Monographien deutscher Landkreise, Band V: Der Kreis Zeitz. Deutscher Kommunawerlag, Berlin 1930, k,S0 Mark. **> Neues Altona 1919— 1929, 10 Jahre Ausbau einer deutschen Großstadt. Eugen Diederichs Verlag, Jena 1929. WAS DER TAG BRINGT Wahlkampf mit„geistigen'1 Waffen. Man schreibt uns: Sacht schunkelt die„23* durch den Wedding: es ist schon Abend, die Leute kommen von einer heißen Arbeitswoche und sitzen ab- gespannt und ruhig in der Elektrischen. Da steigt ein offenbar stark alkoholisch befeuchteter Mitmensch«in, hängt seine Hand in eine Schlinge und schwankt eine Zeitlang stillvergnügt hin und her— doppelt so stark wie die Straßenbahn. Plötzlich brüllt er auf. „Arbeiter— hupp*— Stille, allgemeines Erstaunen—„'affenjossen — hupp*— soll das nun Klasfengenosten oder Rassengenossen heißen?— Der Schaffner wird ungemütlich und drängelt sich näher. „Wählt Kommunisten!* Aha, jetzt wissen wir's. Eine holblaute Bemerkung ertönt:„Denn müßten wir ooch besoffen sein!* All- gemeines Gelächter. Der Schaffner ist sehr ungemütlich geworden und setzt unseren schwank-nden, aber linientreuen Liebling an der nächsten Haltestelle ab.— Di«„23* schunkelt weiter: ihre Insassen werden sich am 14. September wohl kaum für die Liste der„rrrevo- lutionären* Spalter entscheiden! Om. Ein kühner Plan Der Gedanke, bei Gibraltar Spanien mit dem nahen Nord- afrika durch einen Tunnel zu oerbinden, ist an sich nicht neu, und er ist jetzt wieder ernstlich erwogen worden. Man denkt dabei an ein riesiges Rohr, das natürlich aus mehreren Stücken� zusammen- gesetzt sein muh, und das frei im Wasser in der nötigen Tiefe schwebt. Der Austrieb, den es erleidet, soll durch angehängte Ge- wicht« ausgeglichen werden. Im Querschnitt bildet das Rohr einen Kreis, in den man sich«inen wagerechten Durchmesser eingezeichnet denken muß. Was oberhalb dieser Geraden liegt, bildet den für den Verkehr bestimmten Raum. Hier sind Schienen für Essenbahn» zöge, Straßen für Autos, sowie Wege für Fußgänger vorgesehen. Die untere Hälfte des Rohres sst hauptsächlich mft festem Material ausgefüllt, in dem aber Kanäle für Belüstung und auch für vielleicht nötige Entwässerungen des Tunnels verlaufen. Vögel als Straßenbegleitung Mit dem Sturz der chinesischen Dynastie im Jahre 1912 sind auch die von ihr vor 300 Jahren eingeführten kkeinen Wachtel. Hündchen verschwunden, die eine besondere Eigenart der vom Kasse? und seiner Umgebung bewohnten„verbotenen Stadt* bildeten. Zu- gleich hat der Handel mit Hunden m den größeren Städten Chinas so gut wie völlig ausgehört, da sich kein vornehmer Chinese mehr imnRmuiiiMunimmiuuuauDmuiiiainmuHiummiuimuuumimimmmmiHur mit einem Hunde aus der Straße zu zeigen pflegt. Dagegen ist die Vorliebe für Singvögel und der Handel mft ihnen in steter Zunahme begriffen. Man pflegt aus seinen Spaziergängen die Vögel in Käfigen mitzunehmen, und zwar nickst nur, um sein Lieblingstier stets bei sich zu haben, sondern auch zu praktischen Zwecken. Denn man glaubt, und die Erfahrung scheint dies auch bestätigt zu haben, daß Vögel von der gleichen Art bei einer Begegnung auf der Straße voneinander lernen, den Reichtum ihrer Töne dabei vermehren und dadurch wertvoller werden. Diese Sitte, Straßen und überhaupt die Oeffentiichkeft als Gesangsschule für Vögel zu betrachten, hat dahin gejührt, daß vor allein die Teehäuser mit Vogelliebhabern und Vogelhändlern gefüllt sind, die ihre Käsige neben sich gestellt haben. Dabei wird besonders daraus geachtet, daß Vögel der gleichen Art nebeneinander stehen. Während nun die Eigentümer ihren Tee trinken und mfteinonder plaudern, benutzen die neben ihnen stehenden Vögel diese Zeit, um durch gegenseitige„Unterhaltung* ihre gesangstechnischen Kenntnisse zu erweitern. Unsinnige Wette Von Zeit zu Zeit gehen durch die Presse Mitteilungen, wonach bei irgendeiner Wette ein Mensch sein Leben lassen mußte. Meist handelt es sich dabei um Dinge, deren Unfug dem denkenden Men- sehen von vornherein klar sein inühte. Ein ganz trauriger Fall wird jetzt aus Oberrad bei Frankfurt a. M. bekannt. Dort hotte ei» Erwerbsloser mft seinem Freunde gewettet, er werde von der höchsten Stelle der Deutschherrenbrücke aus einer Höhe van 40 Meter in den Main springen. Der Sprung mißlang, und der Erwerbslose, der verheiratet und Vater von vier Kindern ist, ertrank. Post zwischen Luttschiff und Schnellzug In Amerika hat man interessant« Versuche vorgenommen, wobei Briefschaften durch ein Luftschiff von einem eilig dahinsahrenden Zug« übergenommen wurden. Zu diesem Zweck war auf dem letzten Wagen«in« Art Kanzel angebracht worden, auf der sich Bneisäcke befanden, die oben mft großen Lesen versehen waren. Das Luft- schiff mußt« nun über den fahrenden Zug gebracht werden, wa, aller- dings möglich war. Dagegen dereftete es für das Ueber nehmen groß» Schwierigkeften, die Geschwindigkeit des Luftschiffes derlenigen eines dahinrasenden Zuges anzupassen. Schließlich gelang die Ueber- nahm« aber doch, wenn sich das Luftschiff im entscheidenden Augenblick vorn etwas senkte, und wenn dann rasch von oben her mir Seilen und Fanghaken gearbeitet wurde. ~ Sportund Spiel~ Für Liste 1 Ein Aufruf des Arbeiter- Turn- und Sportbundes Gäste. Auf dem Paradeplatz, der so manchem Alten aus der ,, großen" Beit in redyt übler Erinnerung war, hörte man Worte, die dem schaffenden Arbeiter aus der Seele gesprochen, zugleich aber eine starte Kampfansage an die Hakenkreuzier waren. Die mahnenden Worte der Redner flangen aus in dem Ruf: Am 14. September wählen wir Sozialdemokraten! Unter wehenden Sturmfahnen folgte ein Marsch durch die Stadi zum Stadtgarten, wo im geräumigen Saal, der mit den Farben und Enblemen des Arbeiter- Turn- und Sportbundes und den Reichsfarben geschmückt war, ein Kommers stattfand. Noch einige frohe Lieder, und dann gings in die Quartiere. Früh gings dann bei denkbar schönstem Wetter durch den herrlich gepflegten Stadtpark nach Alt- Ruppin. Auf dem Marktplatz Begrüßung durch einen Alt- Ruppiner Genossen im Namen der arbeitenden Bevölkerung, Dank und Hinweis auf die Wahl durch Reichert vom Vorstand In der Arbeiter- Turn- Zeitung", dem Haupt-| Arbeitervertreter dort Einfluß ausübt, kommt für uns doch bei dieser des 1. Kreises. Nach überaus interessanter Dampferfahrt durch die organ des Arbeiter- Turn- und Sportbundes wird ein Auf- Reichstagswahl nicht in Frage. ruf an die Mitgliedschaft zu den Reichstagswahlen veröffentlicht, den wir im folgenden in der Hauptsache wiedergeben. Bir stehen vor einer Reichstagsneuwahl und der 14. September muß zeigen, ob die Deutsche Republit, ob die arbeitenden Schichten, die von der Hand in den Mund lebenden Massen, nur mit Dittaturparagraphen regiert werden können. Die Wahl muß unverblümt zeigen, ob die Maffen ihr Recht an den Staat gewahrt wissen wollen. Ob uns als Arbeitersportler das etwas angeht? Das geht uns etwas an, das geht uns sogar sehr viel an. 3ur rechten Zeit weist der ehemalige Innenminister Carl Severing in der Leipziger Volkszeitung" vom 5. August darauf hin, was für den Arbeitersport auf dem Spiele steht, wenn die Reaktion bei der Reichstagswahl Oberhand bekommt. Zum Beweise für die Richtigkeit seiner Warnung zieht Severing die„ Berliner Börsenzeitung heran, die in einem Artikel ,, Reichssubvention für das Reichsbanner" einmal der SPD. und besonders Severing die Verwendung von Staatsmitteln an sozialistische Organisationen vorwirft, dazu die Verbände der Zentralfommission für Arbeitersport und Körperpflege natürlich zählen, und dann den jezigen Reichsinnenminister auffordert, dafür zu sorgen, daß von nun an Staatsmittel nur solchen Organisationen zukommen ,,, deren parteipolitische Neutralität“ garantiert ist. Die Börsenzeitung" ist das Blatt der schwerindustriellen Konservativen. Was bei ihr politisch neutrale Organisationen sind, ist nicht schwer zu erraten: " Alles das, was nicht sozialistisch oder streng republikanisch ift! Das sind so die bürgerlichen Verbände, die DT. usw., die, um die Mittel der Republit zu erhalten, sich zur republikanischen Staatsverfassung so verschwommen erklärten, daß dadurch die Hintertüren zur Linie der Börsenzeitung" nicht zugeschlagen sind. Wir haben in einer Republik mit bürgerlicher Mehrheit unser Recht auf Zuwendung von Staatsmitteln bisher geltend gemacht und werden das auch weiter mit Nachdruck tun. Wir haben mit Einschränkungen uns abgefunden, wenn der Staat in finanziellem Druck war. Wir sind aber nicht damit einverstanden, daß für die bürgerliche Olympiade einst 450 000 m. übrig waren und sogar 50 000 m. nur für einen Olympiadekongreß, während für das Arbeitet. Olympia in Wien 1931 teine Mittel von Staatswegen vorhanden sein sollen. Wir haben also ein Interesse daran, daß in der Republit der Arbeitersport eine gleichberechtigte Stellung einnimmt. Die war uns gewährleistet, als die Sozialdemokratie in der Regierung Einfluß hatte. Darum müssen wir Arbeitersportler und-turner beiderlei Geschlechts restlos zur Wahlurne schreiten. Wen wir zu wählen haben? Eine billige Frage. Eine Partei, die unseren Organisationsförper zerstören wollte, die ihre Beauftragte mit schofelsten Mitteln arbeiten ließ, die ihre Tattif erst von Moskau sich vorschreiben lassen muß, die in die Gemeinden lieber Reaktionäre in bestimmte Stellen wählen läßt, ehe ein sozialdemokratischer Also haben wir unsere Stimmkraft auf die Sozialdemokratische Partei zu lenten! Sie ist für uns, je nach Kraftverteilung und Einfluß, jederzeit eingetreten. Ist für uns eingetreten ohne jegliche verpflichtende Abmit dieser Nummer wirst Du siegen! Le, machungen. Unsere Unabhängigkeit blieb jederzeit gewahrt und sie wird auch weiter gewahrt durch unseren Willen. Wir find genau so politisch und genau so neutral wie die bürgerlichen Verbände. Ohne Anteilnahme an den politischen Ereignissen und Staatsverhältnissen ist heute teine Organisation, ganz gleich welchen Charakters, mehr denkbar. Das ist demokratisches Recht laut Berfassung. Und darum fühlen wir uns berufen, unsere Mitgliedschaft aufzufordern: Tretet ein für die Partei, die unseren Intereffen die anerkannte Unterstützung zufeil werden ließ, ftimmt für die Sozialdemofratische Partei. * Am Sonntag, 7. September, veranstalten die Oberspreevereine der Freien Ruderer und Kanufahrer im Arbeiter- Turn- und Sport bund eine Wahlpropagandaauffahrt für die Liste 1. Die Flotte startet um etwa 10 Uhr vom Bootshaus des Rudervereins Bor wärts"; am Blänterwald und Treptower Part vorbei geht der Zug zur Oberschleuse an der Freiarchenbrücke im Schlesischen Busch. Nach der Durchschleufung gehts durch den Bandwehrkanal bis zur Großbeerenbrüde, dann wieder ebenso zurück zum Vorwärtsbootshaus. Durch den Landwehrkanal bewegt sich der Zug zwischen 12 und 15 Uhr. Treffpunkt für alle Wasserfahrer 10 Uhr im Bootshaus„ Borwärts". Propagandamaterial steht zur Verfügung. Die Auffahrt der Faltbootfahrer am Sonnabend fällt aus verkehrstechnischen Gründen aus. Diese treffen sich um 9 Uhr im Pläntermald, gegenüber dem Borwärtsbootshaus zum Aufbau der Boote. Zurück vor 1914? Sozialistische Jugendorganisation von staatlicher Förderung ausgeschlossen? Schon öfter mußten wir uns an dieser Stelle mit dem Haupt-| präsidium und an das Ministerium für Bolkswohlfahrt richten wir ausschuß für Leibesübungen und Jugendpflege die Frage, wie lange dieser unmögliche Zustand andauern foll? Die e. V. befassen, dem für Berlin die Aufgaben eines halbamtlichen Be- sozialistischen Organisationen haben nicht Luft, durch Schlampereien zirksausschusses für Jugendpflege vom Oberpräsidium übertragen in der Geschäftsführung des Hauptausschusses, die von uns oft worden sind. Nach jahrelanger, fast völliger Arbeitsunfähigkeit, sollte gerügt worden sind, sich ausschalten zu lassen oder so lange draußen Ende der vorigen Woche in einer Hauptversammlung eine neue zu bleiben, bis im Wege der Klage festgestellt worden ist, welche Sagung verabschiedet werden, die die Arbeitsfähigkeit dieses Aus- Sazungen zu Recht bestehen. Wir erwarten eine sofortige schuffes wieder herzustellen geeignet war. Entscheidung des des Oberpräsidenten oder des Ministeriums für Bolts wohlfahrt. Nur diese sind in der Lage, nach einem jahrelangen Durcheinander im Hauptausschuß endlich flare Verhältnisse dadurch zu schaffen, daß sie dem Hauptlichen Funktionen eines Bezirtsausschusses für Jugendpflege entziehen und einen neuen Ausschuß ins Leben rufen, der den Ministerialerlassen entspricht und Gewähr bietet für eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen allen Jugendpflege treibenden Organisationen und den mit der Förderung der Jugendpflege betrauten Organen des Staates und der Stadt Berlin. Den Vertretern einiger bürgerlichen Sportverbände liegt jedoch daran, den Hauptausschuß nicht zu praktischer Arbeit fommen zu laffen. Sie wehren sich mit allen Kräften dagegen, daß in diesem halbamtlichen Ausschuß auch die mit der Jugendpflege befaßten Beausschuß für Leibesübungen und Jugendpflege e. B. die amt hörden vertreten find. Nachdem nunmehr in Aussicht stand, daß durch die Verabschiedung der Sagungen die Aussicht auf eine beffere Zusammenarbeit mit den städtischen Stellen bestand, verfielen sie auf juristische Spitfindigkeiten, um die Annahme der Sagungen unmöglich zu machen. Leider war ihnen das möglich durch unentschuldbare Nachläffigkeit in der bisherigen Geschäftsführung des Hauptausschusses unter dem Borsiz von Professor Heinrich. In der Hauptversammlung verlangten plötzlich Vertreter der bürgerlichen Sportbewegung, daß auf Grund einer alten Sazung von 1913 verhandelt werden solle. Durch Nachforschungen beim Registerrichter hatten sie festgestellt, daß die im Jahre 1919 beschlossenen, den neuen Verhältnissen angepaßten Sagungen nicht in das Bereinsregister eingetragen sind, eine Tatsache, die Professor Heinrich zugeben mußte, von der aber andere Mitglieder des Borstandes nicht unterrichtet waren. Seit zehn Jahren war nach den neuen Sagungen verhandelt worden, niemand hatte etwas dabei gefunden, alle Aufnahmen von Organisationen waren auf Grund der neuen Satzungen von 1919 vollzogen, ohne daß je eine Beanstandung erfolgte. Die Nichteintragung der Sagungen ermöglichte jezt den reaktionären Sportvereinen eine Berhandlung auf Grund der Borkriegssagungen zu verlangen. Die sozialistischen Organisationen lehnten es ab, auf Grund einer Sagung zu ver= handeln, die aus einer Zeit stammt, in der sie selbst noch von jeder Staatlichen Förderung ausgeschloffen, im Gegenteil vom Staat und feinen Organen verfolgt und unterdrüdt waren. An einer solchen Berhandlung fonnten sie schon deshalb nicht teilnehmen, weil ihre Aufnahme in den Hauptausschuß auf Grund der nicht in das Bereinsregister eingetragenen Satzungen vollzogen und juristisch rechts ungültig war. Sie verließen nach einer entsprechenden Erflärung die Berhandlungen. Damit Durch diese Sachlage stehen sämtliche Arbeitersportverbände, die Jugendgruppen der freien Gewerkschaften und die Sozialistische Arbeiter- Jugend außerhalb des Hauptausschusses und damit außerhalb des Kreifes der ftaatlich geförderten Jugendpflegeorganisationen. Eine Fahrt der Alten 600 Arbeitersportler auf Agitation für Liste 1 Das nennt man Agitation! Das war eine Fahrt, die nicht nur als eine der schönsten, sondern auch als eine der erfolgreichsten bezeichnet werden muß. Die 25. Fahrt der Altersriegen vereinigte fast 600 Frauen und Männer aus dem Berliner Arbeitersport, die von der Arbeiterschaft Neu- Ruppins feftlich empfangen und in einem imposanten Fackelzug unter Borantritt mehrerer Arbeitersportlertapellen zum Paradeplatz geleitet wurden. Hier begrüßte Münch als Vertreter des Magistrats die Arbeitersportler als willkommene Sportler heraus! Große Wahlkundgebung der Arbeitersportler am Donnerstag, dem 4.September, 20 Uhr im Lehrervereinshaus"( am Alexanderplatz) Ansprache: KARL LITKE Vorsitzender d.Sozialdemokratischen Partel, Berlin Zwei Filme vom Arbeitersport: Die neue Großmach t" und der Werbefilm für die Olympiade 1931 in Wien reizvollen Gewässer der Ruppiner Schweiz war Mittagsraft in Stendeniz. Wanderungen in die Umgebung gaben den immer Reiseluftigen die beste Gelegenheit zum Naturgenuß, interessante Faustballspiele, die die erprobten Mannschaften der Alten gegeneinander austrugen, Vorführungen der Schwimmer und sonstige sportliche Tätigkeiten füllten den Nachmittag aus. Ein herrlicher Sonnentag, der nur allzuschnell zu Ende ging, gab in Berbindung mit dem Erlebten den Beweis, daß auch bei fröhlichster Stimmung die Alten des Arbeiter- Turn- und Sportbundes jederzeit gewillt und fähig sind, in vorbildlicher Weise für den Sozialismus zu werben. Achtung, Arbeitersportler! An der Wahlfundgebung der Arbeitersportler am Donnerstag im Lehrervereinshaus beteiligen fich alle Mitglieder aller Vereine der Zentralfommiffion für Arbeitersport und Körperpflege. Damit erübrigen sich alle Sonderbekanntmachungen. Kartell für Arbeitersport und Körperpflege. 3. A.: Dehlschläget. Bundestreue Vereine teilen mit: Arbeiter- Sportkartell Zehlendorf. Die Mitglieder besuchen geschlossen die Rundgebung Sonntag, 7. September, 10 Uhr, im Sportpalast. Alle Bereinsfahnen und Wimpel mitbringen. Die Fahnen sind um 9 Uhr am Eingang. Boltstanzkreis Weißensee. Infolge technischer Schwierigkeiten können wir mit den Winterkursen voraussichtlich erst Anfang Oktober beginnen.„ Abend" beachten. Montag, 8. September, an bekanntem Ort. Kartell für Arbeitersport und Körperpflege, Bezirk Kreuzberg. Gigung Bereine bes 3. Bezirks, 1. Kreis. Allen Jugendleitern und Vertretern zur Kenntnis, daß das Bezirksjugendtreffen, dos am 6./7. September in Faltensee ftattfinden sollte, wegen der Vereinsmehrtämpfe nicht stattfindet. Dienstag, 20 Uhr, Jugendheim Görschstr. 14, Bunter Abend. Freie Turnerschaft Groß- Berlin. Bezirk Banton, Jugendabteilung: Heute, Bezirk Südost. Treptow: Mittwoch, 3. September, 20 Uhr, Spieler- und Sportlersizung bei Domnid, Graegstr. 28. Aufstellung der Serien- und Börsenmannschaften. Mittwoch, Kartell für Arbeitersport und Körperpflege, Bezirk Mitte. 3. Geptember, 20 Uhr, Kartelligung bei Borlik, Sebastianstr. 38. Freitag, 5. Geptember, 19% Uhr, Treffpunkt der Sportler zur Parteikundgebung auf dem Hof der Sophien- Festsäle, Gophienstraße. Vereinsfahnen und Transparente mitbringen. ASC., Hockey. Jahresversammlung Mittwoch, 3. Geptember, 20 Uhr, bek Sufchat, Hohenlohestraße. Freie Schwimmer Charlottenburg 04. Ranuabteilung: Mittwoch, 3. Geptember, Sigung bei Kriesche, Charlottenburg, Raiser- Friedrich- Str. 13. Wegen Borschriften". Bootsstände im eigenen Haus find noch frei. Anfragen an Bootshaus wichtige Tagesordnung. Vortrag: Ranusport und wasserpolizeiliche Walter Neumann, Charlottenburg, Meerscheidtstr. 42. Schwimmabteilung: Babeabende Mittwochs und Sonnabends von 17 Uhr ab in Westend, Montags und Donnerstags im Boltsbad Jungfernheide. Schwimmer parte 1. Areis. Mittwoch, 20 Uhr, Geschäftsstelle Elfäffer Straße, Sigung der Vereinsberichterstatter. Jeder Verein fendet geeignete Mitglieder. Freie Nanu- Union Groß- Berlin, e. B., Abt. Oberspree. Mittwoch, 3. Gepe tember müffen alle Regattateilnehmer zu einer Besprechung 10 Uhr im Bootsaus Gaba feina bete bere left sicherer werden Eiche", Reubeln, Kaiser- Friedrich- Ede Saalestraße. Mitglieder noch aufgenommen. heute, Dienstag, 20 Uhr, und dann wieder jeden Dienstag in der Turnhalle Boltstanzkreis Prenzlauer Berg. Die Volkstanzübungsabende beginnen Esma hitraße 18. Jugendliche find immer herzlich willkommen, nito, 10. September, Jugendheim Bergift. 29, Zimmer 1. Arbeiter- Lichtbild- Bund, Arbeiterphotogilde Berlin. Freitag, 5. Geptember, 20 Uhr, Jugendheim Lindenstr. 4: 8eitschriftenfchau, Bildertritit. Film abteilung: Mittwoch, 3. September, 20 Uhr, Vortragssaal des Parteivorstandes, Filmarbeit, Aussprache: Unser Filmturius"( mit Vorführungen). TB. Die Naturfreunde", Photostammgruppe: Montag, 8. Geptember, 20 Uhr, Johannis Straße 15, Prof. Baluschet: Das soziale Bild". Photogruppe Norden: Mitt woch, 10. September, 20 Uhr, im Phyfikzimmer der weltlichen Schule, Bank Ede Wiesenstraße: Die wichtige Entwicklung" Photogruppe Often: Frei tag, 5. Geptember, Jugendheim Frankfurter Allee 307, Photogruppe Nen Touristenverein" Die Naturfreunde". Dienstag, 2. Geptember. Photo gemeinschaft Abt. Often: Anfängerkursus. Humboldthain: Die Monate jeben Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ab 18 Uhr Rasensport auf dem September und Oftober stehen in Reichen der Werbearbeit. Für alle Gruppen Sportplaz Humboldthain. Bei Regenwetter in den Heimen. Stammabt.: Gruppenfragen. Jeden Dienstag 19%-22 Uhr Jugendheim Orthstraße am Brunnenplag: Kindergruppe: Jeden Dienstag 17%-19% Uhr im Klassen. immer Bank. Ede Wiesenstraße. Wedding: Jm Jugendheim Gee, Ede Seim Connenburger Str. 20, Rimmer 5( 20 Uhr): Naturwissenschaftlicher Bor. Turiner Straße( 20-22 Uhr): Etwas über unsere Gänger. Norden: Im trag. Friedrichshain: Jugendheim Frankfurter Allee 307( Ebert- Gaal), 20 bis 22 Uhr: Singfang und Gedanfeier, Jugendgruppe Südoft: Jugendheim Beangelste. 128, 20-22 Uhr: Geschäftliches. Schöneberg- Friedenau: Treffpuntt jeden Dienstag 20 Uhr vor dem Jugendheim Offenbacher Str. 5a: Mit22 Uhr: Piterarischer Abend. gliederversammlung. Jugendgruppe Neukölln: Heim Flughafenftr. 68, 20 bis Hennigsdorf: Jeden Dienstag, 19%-21% Uhr Seim Böhowstr. 18. Mittwoch, 3. Geptember. Jugendgruppe Often: Jugendheim Frankfurter Allee 307( Löns- Rimmer), 20-22 Uhr: Bortrag:„ Erste Hilfe bei Unglüdsfällen"( W. Lübte). Photogemeinschaft Abt. Neukölln: Jugend heim Bergstr. 29, Simmer 4, 20 Uhr. Jugendgruppe Sumboldthain II: Jugendheim See. Ede Turinet Straße( 20-22 Uhr): Der Sprechchor übt. Donnerstag, 4. Geptember. Photogemeinschaft Abt. Norden: In der weltlichen Schule, Bant. Ece Wiesenstraße( Phnsitzimmer), 20 Uhr: Bildkonfektion. Musitgemeinschaft: 19-21 Uhr in der Geschäftsstelle Johannisstr. 15. Blattspieler willkommen, Tiergarten: Jugendheim Lehrter Str. 18-19, 20 bis 22 Uhr: Klaffenkampf und moderne Arbeiterbewegung". Prenzlauer Berg: Heim Vordstr. 11, Rimmer 5, 20-22 Uhr: Seimabend. Spandau: 20-22 Uhr im Jugendheim Lindenufer 1. Lichtenrade: 19% Uhr bei Dehlam, BahnhofEde Golzstraße. Diefen Donnerstag Frandepart. Treffen Tempelhof 18 Uhr Bostamt Tempelhof. Neukölln: 20-22 Uhr Bergstr. 29, Barade Raum 3: Geschäftliches. Lichtenberg: 20-22 Uhr Jugendheim Gunterstr. 44: Fahrtenberichte. Weißenfee: 2022 Uhr im Jugendheim Pistoriusstr. 24. Natur Zundliche Abteilung: Johannisstr. 15: Entwicklungsgeschichtliches"( Lampasiak). 19½- 22 Uhr Danziger Str. 62, Barade 2: Geschäftliches. Südwest: Jm FUNK BUNDAM ABEND Dienstag, 2. September. Berlin. 16.05 Prof. Dr. K. Voretzsch: Frederic Mistral. 16.30 Konzert. 17.30 Dr. Ueberall erzählt. 18.00., Wander- und Landstreicherbücher."( Am Mikrophon: Fritz Rück.) 19.00 Arbeitsmarkt. 18.30 Ministerialdirektor Dr. Kurt Häntzschel:..Staat und Partei". 19.05 Unterhaltungsmusik. 20.00 Edlef Köppen: Literarische Umschau. 22.15 Dr. J. Räuscher: Politische Zeitungsschau. 20.30 Veidi- Zyklus( II). Die Sizilianische Vesper." Königswusterhause 16.00 Stephan Konetzky: Herbstarbeitswochen und Studienfahrten. 16.30 Nachmittagskonzert von Leipzig. 17.30 Dr. R. Springer: Der Völkerbund im Dienste der Hygiene, 18.00 Polizeivicepräsident Dr. Weiß und Amtsgerichtsrat Dr. Unger: Polizei und Justiz( Zwiegespräch). Dr. Bir find damit ta Berlin mieber glüdlich zurüdnerfallen in die Beit Arbeitersportler erscheint in Massen! 19.00 D Franz Rühmann: Ricard Wagner als Regis in Min.- Rat Goslar: Die deutsche Reichsverfassung. 20.00 Von Stuttgart: Himmel und Hölle". pon yor 1914, die mir endgültig vorbei glaubten. An das Ober- Kartell für Arbeitersport und Körperpflege, Berlin Las Vos Stuttgart: Orchesterkonzert, Die beiden Berhafteten geben etwa 20 Einbrüche in Wochen. Die Berliner Polizeibeamten.ndhäuser zu, die wirkliche Zahl dürfte aber mindeſtens 35 betragen. Der Polizeipräsident begrüßt ihren Gautag. Der Gau Groß- Berlin des Verbandes Preußischer Polizeibeamten, dem über 17 000 Mitglieder angehören, hielt am Montag in den Kammerfälen seine dritte Gautagung ab. Der Bauvorsigende Gens begrüßte die Behördenvertreter, u. a. den Polizeipräsidenten 3 örgiebel sowie feinen Vertreter Dr. Weiß. Auch Bertreter befreundeter Berufsorganisationen waren anwesend. Der Gau Groß- Berlin tann auf ein zehnjähriges Bestehen zurückblicken, das in einer besonderen Festversammlung gefeiert wurde. Nach Wahl der Verhandlungsleitung nahm der Bolizei präsident Börgiebel das Wort. Er berührte das Verhältnis zwischen Organisation und Behörde und wünscht, daß das gegenseitige gute Einvernehmen nicht nur weiterhin bestehen bleiben, sondern sich noch beträchtlich besser gestalten werde. In dieser Zeit schwerster wirtschaftlicher Krise müsse die Beamtenschaft angesichts der bevorstehenden Reichstagswahlen sich jetzt darüber flar werden, daß von dem Ausgang der Wahlen für sie vieles abhängt. Er müsse die Beamtenschaft bitten, die nächsten 14 Tage während der Ihre Beute wollen sie in der Münze" verkauft haben, doch wird das bezweifelt. Dort hätten sie nach allen Erfahrungen nicht soviel Geld erhalten, wie sie stets zur Verfügung hatten. Wer ihr Hehler gewesen ist, weiß man noch nicht, nach ihm wird noch gefahndet. In der Behausung wurden noch Grammophonplatten, Anzüge und etwas Silber gefunden und beschlagnahmt. Die Eigentümer sind nicht bekannt. Sie werden ersucht, sich bei Kriminalfommiffar Walter Müller im Polizeipräsidium zu melden. Ihre Kenntnisse über die Dertlichkeiten verschafften sie sich auf einfache und geschickte Weise. Bunächst erwarben fie gemeinsam einen istarren und zogen damit auf die„ Dörfer". Später schafften sie sich ein Boot an und fuhren die Wasserseiten ab. Als fie über alles Bescheid wußten, gaben sie Eisgeschäft und Bootfahren auf und betätigten sich als Einbrecher. ( Gastspiel der Ludwig Thoma- Bübne, Egern) findet am 4. 23% Uhr, im Eine Schauspieler- Nachtvorstellung von„ Magdalena" von Ludwig Thoma Deutschen Künstlertheater statt. Der Gesamtreinertrag fließt den Wobl fahrtskaffen der Bühnengenossenschaft zu. Starten im Bezirksverband Keith straße 11, Zimmer 15. Bluttat auf dem Wedding. Gastwirt vor seinem Lotal niedergeschossen. Im Verlaufe eines Streites wurde am Montagabend der Gastwirt Mar Wille vor seinem Lokal in der Gerichtstraße 39 von dem 21jährigen Schlosser Hermann Lowta durch einen Bauchschußz lebensgefährlich verletzt. Der Täter wurde von der Kriminalpolizei festgenommen. Französischer Tonfilm. " Der Andere" im Marmorhaus. In einer einmaligen Aufführung wurde der Tonfilm„ Der Andere" in der französischen Fassung vor geladenen Gästen aufgeführt. Diese Vorstellung ist insofern interessant, als sie die Problematit der augenblicklichen Tonfilmproduktion enthüllt. Derselbe Regisseur in diesem Falle Robert Wiene- und dieselben Dekorationen, Szenenänderungen fallen taum ins Gewicht. Aber die Darsteller sind andere und passen nicht recht in den Rahmen hinein, halten vor allem kaum den Vergleich mit den deutschen Schauspielern Kortner, George und Käthe von Nagy aus. Die Franzosen geben Wahlperiode treu auszuhalten, denn von der Einstellung der Polizei. Der Achtzigjährige auf der Kurischen Nehrung Typen, betonen nicht das Individuelle, fie find in der Minik lebhafter, beamtenschaft hänge Vieles in bezug auf öffentliche Ordnung und Sicherheit ab. Der Geschäftsbericht zeige, daß die Organisation gut entwickelt und leistungsfähig ist. Als alter Gewerkschaftsführer tönne er dies beurteilen. Die Ausführungen des Polizeipräsidenten wurden beifällig aufgenommen. Gflarefs entlasten Böß. Hatte der Oberbürgermeister Kenntnis von den Vertrags: abschlüssen? Berlin, 2. September. Der Vernehmung Leo und Willi Sklarets in der am Montag stattgefundenen Berufungsverhandlung in dem Disziplinarverfahren gegen den Berliner Oberbürgermeister Böß lag in der Hauptsache die Frage zugrunde, ob der Oberbürgermeister genaue Kenntnis von den Vertragsabschlüssen zwischen dem Magistrat und den Sklarets gehabt haben müsse, wenn er gewissenhaft und pflichttreu sein Amt als Oberbürgermeister versehen hätte. Darauf sollen beide Sklarets erflärt haben, daß sie be: Verlängerung des Monopolvertrages niit der Stadt Berlin auf die Dauer von fünf Jahren nicht die Betrüger, sondern die Betrogenen gewesen wären, da der Monopolvertrag lediglich einen Ausgleich für die Berlufte an dem Kleiderverwertungsgesellschaftslager darstellen sollte. Die Brüder haben ferner jeglichen gesellschaftlichen Verkehr zwischen Böß und ihnen bestritten. Auch in der Pelzangelegenheit haben fie im Gegensatz zu Bürgermeister Scholz Böß außerordentlich entI aftet. Auch Weekend- Freunde. Gie plünderten zu Wasser und zu Lande. Unter fyftematischen Plünderungen hatfen seit einiger Zeit die Befiher von Wochenendhäuschen zu leiden, die sich in Borfelde, einer Kolonie bei Pichelsdorf, am Weinmeisterhorn und an der Scharfen Lante niedergelassen hatten. Durch die Ermittelungen, die die Krimnalbeamten der Dienststelle B 4 anstellten, fonnten jetzt die beiden Täter ausfindig und dingfest gemacht werden. Der eine ist ein 26 Jahre alter Mathias P., sein Komplize ein zwei Jahre älterer Karl W. Beide haben schon früher Einbrüche verübt und sich in einer Strafanstalt tennen PROGRAMM für die Zeit vom 2. bis 4. September BTL Zu seinem achtzigsten Geburtstage ist Geheimrat Prings heim mit seiner Gattin zu Besuch bei seinem Schwiegersohn, dem Dichter Thomas Mann, der in Nidden auf der Kurischen Nehrung zur Sommerfrische weilt. Unser Bild zeigt ( von links nach rechts) Frau Mann, Pringsheim, Frau Bringsheim, Thomas Mann. Der Mathematiker Alfred Pringsheim begeht heute seinen 80. Geburtstag. Seine Wiege stand in Ohlau in Schlesien. Nach Schuljahren in Ohlau und Breslau besuchte er die Universitäten Berlin und Heidelberg, wo er sich dem Studium der Mathematik widmete. Im Jahre 1872 promovierte er und habilierte er sich in Heidelberg, fünf Jahre später in München, wo er 1886 zum außerordentlichen, 1901 zum ordentlichen Professor ernannt wurde und über 80 Semester dozierte. Außerhalb seiner wissenschaftlichen Tätigkeit ist Bringsheim auch auf fünstlerischem Gebiet vielfach interessiert gewesen, 3. B. als einer der ersten Anhänger Richard Wagners. Er ist der Schwiegervater von Thomas Mann und der Vater unseres Musikreferenten. aber in der Haltung steifer und konventioneller. Der Tonfilm hat die Internationalität des Films zerstört. Jedes Land wird fortan nur noch die eigenen Schauspieler bewundern dürfen. Früher dagegen lag ein Hauptreiz in dem Wechsel der Persönlichkeiten.-t. " Der Korvettenfapitän." Titania- Palaft. Der Tonfilm erspart uns nichts, aber auch gar nichts. Werden doch alle abgespielten Mähchen, die im stummen Film kein Mensch mehr erträgt, mit Geräuschen versehen und teß als Tonfilm herausgebracht. Bei den blauen Jungs von der Marine singen Mannschaften und Offiziere sich andauernd an. Doch damit noch nicht genug, berichtet auch die holde, uniformlüsternde Weiblichkeit von ihren Liebesschmerzen in Liedern. Harry Liedtke spielt einen Korvettentapitän, der schleunigst pensioniert werden müßte. Er verführt bloß Weiber, sammelt Aftphotos und vor der Hafeneinfahrt steht er nicht etwa auf der Brücke, sondern lümmelt sich an Deck herum und läßt sich von der Bordkapelle etwas vorspielen. An Land, und noch dazu in fremden Landen, tauscht er mit seinem Burschen die Uniform und geht auf Mädchenfang aus. ,, Neckischerweise" ist eine reiche Ausländerin auf eine ähnliche Idee verfallen und tauscht mit ihrem Dienstmädchen die Kleider und die Rolle. Und über die schlechten Manieren der Dienstboten amüsiert sich dann ein bedenklich anspruchslojes Publikum attelang. Obwohl es doch der Trick vieler Reicher ist- um selbst etwas Schliff zu bekommen sich gut geschultes Personal zu engagieren. Natürlich gibt es zum Filmschluß zwei ihrer Stellung nachy zusammengehörende Liebespaare. -O Der Regisseur Rudolf Walther Fein bringt den ganzen Singsang so unfilmisch wie nur eben möglich. Durch seine Arbeit gelang es ihm, stärkstes Mißtrauen gegen den Tonfilm zu säen. Lia Eibenschüß, Maria Paudler, Harry Liedtke und Friz Kampers spielen bejammerswert frampfhaft Liebhaberrollen. Dieser Film wird hoffentlich an der eigenen Albernheit sterben. e. b. Die Volfsbühne hat mit der Ausgabe der Mitgliedstarten für die neue Spielzeit begonnen. Diese sind in den gleichen Bablstellen in Empfang zu nehmen, bei denen die Abgabe der alten Karten bezw. der Neuanmeldungen erfolgten. In beschränktem Umfang werden jedoch auch weiterhin Beitrittserklärungen entgegengenommen. KINO- TAFEL Moabit Süden Artushof- Lichtspiele Primus- Palast Film- und Bühnenschau Potsdamer Straße 38 Perleberger Str. 29 und Stendaler Str. W. 5, 7, 9 Uhr Tonfilm- Operette: Ein Tango für dich m. Willy Forst, Oskar Karlweiß Rheinstraße 14( An der Kais.- Eiche) Das gottlose Mädchen( 12 Akte) Regie: Cecil B. De Mille Odeon, Potsdamer Str.75 Tonfilm: Die letzte Kompagnie mit Conrad Veidt, Karin Evans Jugendliche haben Zutritt Turmstraße 12 W. 5, 7, 9 Uhr Tonfilm: Das Halsband der Königin mit Diana Karenne Alexanderstr. 39-40 ( Passage) Den ganzen Tag geöffnet! Das Kabinett des Dr. Larifari ( 1000 Worte Ulk) mit Max Hansen, Pau! Morgan Westen Primus- Palast W 5.15, 7.15. 915 S. ab 2 15 Othello mit Emil Jannings Der Sieg des Maharadscha Welt- Kino Beg: 6.45, 9.00, Alt- Moabit 99 100 Proz Tonfilm: S. 5, 7, 9 Uhr Am Hermannplatz, Urbanstr. 72/76 Wochent. 5 30, 7, 9,15, Sonnt ab 3 U. Der sensationelle Tonfilm- Erfolg: Ein Tango für dich mit Willy Forst, Oscar Karlweiß, Ernst Verebes, Fee Malten Beiprogramm Der Lumpenball( Tonfilmlustspiel) Th. am Moritzplatz mit Anna Müller- Lincke, Fritz Kampers Wilmersdorf Atrium Beba- Palast Kaiserallee, Ecke Berliner Straße Täglich 7, 9.15 U Beginn: W. ab 5 Uhr, Stg. ab 4 Uhr Tonfilm: Es gibt eine Frau, die dich niemals vergist m. L. Dagover Sternwarte- Treptow Dienstag, Mittwoch, Donnerstag 8 Uhr( Film): Die deutsche Ostsee Nordosten Elysium" Film and Prenzlauer Allee 56 Bühne W.5.15, 7, 9.15, S. 3.15, 5, 7.15, 915 Uhr Tonfilmkomödie: 2 mal Hochzeit m. L. Haid, R.A. Roberts, L. English Neu- Lichtenberg Kosmos- Lichtspiele Lichtenberg, Lückstraße 70 W 6.45 U., Stgs. ab 4 U. Die Ehe auf Probe. Die Rache des Verlassenen, d. deutsche Rintintin. Bühnenschau Friedrichsfelde Bühne: Maria Zelenka, A. Leuiner Kino Busch W. 6.15, 8.45 Uhr Osten Der Nächste, bitte! m. L. Deyers Germania- Palast Stg.: 5, 7, 9.15 U. Kukuk Komm zu mir zum Rendezvous mit Lucie Englisch, Fritz Schulz, Margarete Kupfer, Walter Rilla Schöneberg früher Titania( Ufa Schöneberg Hauptstraße 49 W 5, 7, 9 U. Stg. 3 U. 100 Proz. Tonfilm: Ein Schuß im Tonfilmatelier mit Gerda Maurus Beiprogramm Friedenau Kronen- Lichtspiele Rheinstr. 65 W.6 30,9, U. S. 4, 6.30,9 U O Mädchen, mein Mädchen mit H. Liedtke, Maria Paudler Die Jagd nach der Million mit Luciano Albertini Steglitz Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr Titania- Palast Uraufführung: Der Korvetlenkapitän Der erste Harry- Liedtke- Tonfilm mit Maria Paualer, Fritz Kampers Friedrichstadt Die Kamera Unter den Linden 14 Das göttliche Welb Täglich Steglitz. Schloßstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr. Täglich 6.30, 9 Uhr. Stg. 4, 6.30, 9 Uhr Der Korvettenkapilän mit Harry Liedike, Maria Paudler, Fritz Kampers Südwesten 3, 5, 7.9 Uhr Film- Palast Kammersäle mit Greta Garbo Uraufführung: Tonfilmtanzspiel Teltower Str. 1 W. 5, 7, 9, Stg. ab 3 Uhr Tonfilm: Zweimal Hochzeit mif Liane Haid Micky Maus Neukölln Kottbusser Damm 92 Wochent. 6,45, 9 U. Sonntags 5, 7, 9 U. 100 Proz. Tonfilm: Der blaue Engel mit E. Jannings, Marlene Dietrich Wochent 7 u. 9 U. Frankfurter Allee 314 Wochentags 6 30, Sonntags 5 Uhr Skandal um Eva mm. Henny Porten in ihrem ersten Sprech- Tonfilm Das tönende Beiprogramm: Micky Maus im Tiervarieté Luna- Filmpalast Excelsior Sonntags 5, 7, 9 U. Gr. Frankfurter Str. 121 Kaiser- Friedrich- Straße 191 Frauennot Frauenglück Einleit Vortrag Dr. med. Ehrlich Stern, Hermannstraße 49 Wochent. 5 Uhr, Sonnt. 3 Uhi Des gr. Erfolges wegen verlängert: Skandal um Eva m Henny Porten ( spricht zum erstenmal) Wohentags 6 45 u. 8, Sonntags 5, 7, 9 U. Schwarzer Adler Tonsprechfilm: Skandal um Eva mit Henny Porten Beiprogramm Filmeck Südosten 530 Frankfurter Allee 99 Jgdl. Zutritt Woch. 5, 7, 8.45, Stg. 3, 5, 7, 8.45 U. Der große Ton- und Gesangsfilm: Der Jazzsänger m. Al Jolson Beiprogramm Alt- Friedrichsfelde 3 S. 5, 7 u. 8.45 Uhr, Der Mann, der nicht liebt mit Agnes Esterhazy, H. Hardt Angst mit Gustav Fröhlich Beiprogramm Weißensee Schloßpark Film- Bühne Berliner Allee 206-210, Stg. 23 Jgd.- V Die Gardediva mit Agn. Esterhazy PROGRAMM für die Zeit vom 2. bis 4. September Colosseum Schönhauser Allee 123 Westfront 19181 Wigs. 5, 7 u. 9 Uhr Stg 3,5,7 u. 9 Uhr Der gewaltige Tonfilm mit Fritz Kampers Pankow Palast- Theater Breite Straße 21 a W. 7, 9, Stg. 5, 7, 9 U. Tonfilmoperette: Ein Tango für dich mit Fee Malten Beiprogramm Tivoli, Pankow Berliner Straße 27 Stg. 21 Jgd.- Vorst W. 7, 9 U., Stg. 5, 7 u. 9 U Frauennot Frauenglück mit einleitendem Vortrag Niederschönhausen NiederCharlie Chaplin, d. Unglücksrabe Film- Palast schönhausen Bühne: G. E. Schmidt, Ausst- Revue Blankenburger Straße+ W. 7, 9 U. Belprogramm Norden Alhambra Müllerstraße 136, Ecke Seestraße Stg. 5, 7, 9 U. Der Detektiv des Kaisers.- Tarakanova, die falsche Zarentochter Tegel 100 Proz Tonfilm: Der blaue Engel Filmpalast Tegel mit Marl. Dietrich, Emil Jannings Bahnhofstr. 2 Pharus- Lichtspiele Beginn W. 5 30 U- Comenius- Lichtspiele Müllerstraße 142 S. ab 3 U Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Memeler Straße 67 Ufa- Ton film: Hokuspokus mit Lilian Harvey, Willy Fritsch Beiprogramm W. 6, 9, S ab 5 U Messaline Charlie Chaplin in der Unterwelt Concordia- Palast Luisen- Theater Ant. W. 5% Andreasstr. 64 Reichenberger Str. 34 Sonnt, 3 U. Tonfilm: Im Kampf mit der Unterwelt m. Carlo Aldini Bühnenschau Stella- Palast Köpenicker Straße 11-14 Beginn der Vors'ellungen: Wochtgs. 5.30, 7.15, 915, Sonnt. 3, 5, 7, 9 U. 100 Proz. Tonfilm: Frauennot W.6 U. Stg. 5 U. Wegen Renovierung und Einbau von Tonfilm bis Donnerst. geschl. Marga- Lichtspiele W. ab 5 U., Stg.ab 3 U. Schulstraße 29 Frauenglück mit ärztlichem Vortrag Beiprogramm Viktoria- Lichtbild- Th. Ein Spitzenprogramm Diane m Olga Tschechowa.- Der Sherif von Arizona mit Hoot Gibson.W.6, Stg. 4 Uhr Sonntags 2 U Jugendvorst. 100 Proz Ton Cilly mit Palsy Ruth Miller Lustig. Beipr. Farbe Revue: ( Auf Tobis- Appar.) Kosmos" Filmbühne Hauptstraße 6 6 Uhr, 9 Uhr 2 Tonfilme: Der Tiger, Kriminaltonfilm Das Halsband der Königin Bühne: 3 Varietésensationen Union- Theater Hauptstraße 3 Beg. Wtg. 6, 812 U. Frankfurter Allee 48 Bühnenschau Prater- Lichtspiel- Palast Stg. 2 U. Jugendvorst. Stg. 4. 6½ 85% UWoch. 5, ca. 7, 8.45, Stg. 3, 5, 7, ca 8.45 U. Lord Aldini m Carlo Aldini Der Sieg des Herzens Beiprogramm Alhambra Woch. ab 6:30 Uhr Schlager- Tonfilm: Sensationskomödie im Kampf mit Koppenstraße 29 der Unterwelt m. Carlo Aldini, Siegfried Arno, Ruth Weyher, Grit Haid Gutes Beiprogramm Sonnt. ab 4 Uhr Kastanienallee 7-8 Wochentags 5, Sonntags 3½ Uhr Hotel Stadt Lemberg m Pola Negri Zarte Schulern Jugendliche haben Zutritt Skala- Lichtspiele Gigolo, der schöne, arme Tanz- Schönhauser Allee 80 W. 1/27 U. Stg. 5 U leutnant m. Iga Sym Beiprogramm Tonfilm: Der blaue Engel mit Emil Jannings, Marlene Dietrich Auf nach Illustrien m Larry Semon Der Wolkenreiter. Revolverjus.iz Hennigsdor Beg. W. 6, 8.30 44, Filmpalast Stg 3, 6, 83% U. Berliner Straße 59 Stg. 2 U. Jug.- Vorst. Tonfilm: Die Jugendgeliebte ( Goethe's Frühlingstraum)