Mr. 154. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monats lich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u. Defterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Jertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Gernsprech- Anschluß: Amt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Drüben wie hüben. Sonntag, den 5. Juli 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. sich vor der Kommission für den Zehnstundentag. Je erfolgreich gewesen. Der Wochen- und Jahresverdienst ist fürzer gearbeitet wird," führte er aus, desto höher wird wegen der Unsicherheit der Beschäftigung, die oft zum Durch Parlamentsbeschluß ist in Holland eine Unter- die Produktion sein." In dem oben angeführten Falle Feiern zwingt, gering, die harte Thätigkeit reibt die suchungskommission eingesetzt worden, welche in umfassender der Leidener Wolldeckenfabrik ist das sozialpolitisch be- kräftigsten Leute rasch auf, das Arbeitsverhältniß ist ein Weise die Zustände der Arbeiter in der Industrie, dem deutungsvolle Moment zu betonen, daß die günstigen Er- bedenkliches. Verkehrswesen, der Fischerei und den Torfgräbereien er- gebnisse mit den alten Maschinen erreicht wurden, und Lebhafter und von mehr Erfolg begleitet war die mitteln soll. Die Thätigkeit der Kommission, die Anfangs daß sich auch bei den Handstühlen die gleichen Erschei- Bewegung unter dem Eisenbahnpersonal. In Holland vorigen Jahres ihre Arbeiten begonnen hat und voraus- nungen zeigten. wird das gesammte Schienennetz von Privatgesellschaften sichtlich bis Anfang 1892 beschäftigt sein wird, ist keine Die Nachtarbeit findet sich in sehr zahlreichen Be- verwaltet, auch die staatlichen Linien sind an eine Privatfruchtlose gewesen: bereits liegen sechs Bände Unter- trieben, mit all ihren bösen Wirkungen, als Trunkenheit, gesellschaft verpachtet. Der heftige Konkurrenzkampf mit fuchungsakten vor, die grelle Schlaglichter auf die Lage Entsittlichung, Schädigung der Gesundheit u. s. w. Im den Wasserstraßen wird auf Kosten der Bahnbediensteten des werkthätigen Volkes in den Niederlanden werfen. Laufe der Enquête fand sie fast allgemeine Verurtheilung; geführt, die schlecht bezahlt und skandalös ausgenutzt Ein junger Gelehrter, der durch seine früheren Ver- die berufensten Sachkenner sprachen sich am schärfsten über werden. Gerade die Beamten, welche den schwersten und öffentlichungen über holländische Arbeiterverhältnisse und diese Art der Ausbeutung aus. Beffer steht es betreffs verantwortungsreichsten Posten haben, Lokomotivführer Wirthschaftsgeschichte seine Sachkenntniß und Unbefangen- der Sonntagsarbeit. und Heizer sind am schlimmsten daran. Ein Lokomotivheit ausgezeichnet bewährt hat, Dr. Otto Prings- Daß die berechtigtsten Klagen über Strafgelder laut führer hat am 1. Tage 142, am 2. Tage 17 Stunden heim, hat in dem neuesten Hefte des Braun'schen wurden, versteht sich. Die Auszahlung des Lohnes ist oft zu thun, der dritte Tag ist frei", jedoch muß er 2 bis Archivs für soziale Gesetzgebung und Statistik" die mit schweren Mißbräuchen verknüpft. Die Fabrikanten 3 Stunden noch mit dem Kesselwaschen verbringen; dann wichtigsten Ergebnisse aus den amtlichen Protokollen an- prellen den Arbeiter, indem sie ihm den Lohn in belgi- folgt der Dienst wie am ersten Tage. Sogar eine regelziehend und übersichtlich mitgetheilt. Die Arbeitszeit ist schem und deutschem Gelde auszahlen und es zu höherem mäßige Dienstzeit von 19. Stunden wurde festgestellt. Ein in Holland eine sehr ausgedehnte, 12, 13, 14 Stunden Kurse berechnen, als er bei seinen Einkäufen erlangen Lokomotivführer sagt von den Abendfahrten:„ Mehr sind etwas Gewöhnliches, und der bis zur Naturgrenze tann. Sie bedrücken ihn durch das schmählichste bis schlafend als wachend werden solche letzte Fahrten zurückausgedehnte Arbeitstag ist beileibe nichts Seltenes. Die zum unmittelbaren Zwange sich steigernde Trucksystem, sie gelegt, und doch ist gerade Abends die größte WachsamTorfgräber Frieslands schaffen im Sommer fünfzehn zahlen ihn unregelmäßig und treiben ihn zur Benützung keit nöthig. Das reisende Publikum, das in dem Zuge Stunden ohne Pause, Essen und Kaffeetrinken geschieht des gefährlichen Lotterkredits. ein Schläfchen macht oder gesellig plaudert, weiß nicht, während der Arbeit. Die Leidener Bäcker schaffen 16, Ueber die Wohnungszustände der arbeitenden Klasse daß die Sorge für seine Sicherheit Menschen anvertraut Sonnabends 24 Stunden. Das Gesetz vom 5. Mai 1889 find die betrübendsten Thatsachen ans Licht gebracht ist, die infolge ihrer langen Dienstzeit nicht mehr wachen hat den Arbeitstag von Frauen und Personen unter worden. So erfahren wir, daß die schlechtest bezahlten können." Im Bahn- Wachtdienst werden auch Frauen, 16 Jahren auf 11 Stunden festgesetzt: in den Betrieben, Arbeiterkategorien in Leiden, der alten Universitätsstadt, und zwar 14 bis 16 Stunden bei einem Tagelohn wo das weibliche und jugendliche Personal vorherrscht, ist in der Regel nur ein Zimmer haben, die nicht größer als von 25 Cents( 42 Pfg.) beschäftigt; außerdem wird freie auch die Beschäftigung der anderen Arbeiter entsprechend 13 Kubikmeter im Durchschnitt sind. Man sieht durch die Wohnung und für gewisse Gelegenheiten freie Bahnfahrt verkürzt worden. In den Betrieben aber, wo die Männer Thür von der Straße ins Bett. Die Höhe der Zimmer gewährt. Auf den schweren, wichtigen Wachtposten findet überwogen, wurden die geschützten Arbeiter entlassen. Daß ist 2,5 bis 2,75 Meter. Die Flure sind steinern, voll man Greifinnen von 69 Jahren! die Herabsetzung der Arbeitszeit thatsächlich nicht blos für tiefer Löcher, in denen sich Wasser und Koth sammeln. Daß das Eisenbahnkapital sich gegen Reformen mit den Arbeiter, sondern auch für den Anwender günstig Die Schlafstätten sind überall Bettstellen von Stein, nur Händen und Füßen sträubt, ist einleuchtend. Und wie wirkt, geht auch aus der holländischen Enquête einzelne an der Innenseite mit Holz bekleidet. Allein wo sieht es in Deutschland mit seinem Staatsbahnsystem aus? Dor. Eine große Wolldeckenfabrik in Leiden ließ das Bettzeug noch einigen Werth hat, hat man einige Die soziale Lage der Eisenbahn- Angestellten, ihre Befrüher 16, später 11%, feit drei Jahren nur Blanken angebracht. In der Regel gleicht die Schlaf- zahlung, ihre Arbeitszeit durchaus unbefriedigend und sehr 91/2 Stunden arbeiten. Der Verdienst der Arbeiter blieb stätte mehr dem Neste eines Thieres, als der Ruhestätte reformbedürftig. Fehlt es bei uns an weiblichen Bahnderselbe, die Menge der Fabrikate war die gleiche, die eines Menschen. In einzelnen Wohnungen schlafen wächtern? Lehren nicht die Geschichte der Bahnunfälle, Qualität verbesserte sich. Jeder objektive Beurtheiler, auch Mann, Frau und Kinder auf dem Fußboden, nicht, weil die Ergebnisse der Gerichtsverhandlungen die schweren unter den Fabrikanten, kommt zu verwandten Ansichten. eine Bettstelle fehlt, sondern weil dieselbe mit Ungeziefer Schäden der Ueberarbeit? Kommt noch die auf die UnWir erinnern an das, was Schuler, der eidgenössische angefüllt ist." Die Dächer sind durchlässig; die Kinder, fallziffer sicher nicht ohne Einfluß bleibende famose EinFabrikinspektor, hierüber ermittelt hat. Die Einwände die auf dem Boden schlafen, werden im Winter zum richtung der Stempelfälschungen. Geflickte Schienen unaufgeklärter und von blinder Profitlust beherrschter Schuhe gegen den Schnee mit einem Kleid zugedeckt. laufen so mit", sagt Herr Baare. Ein„ Trost" bleibt Fabrikanten fallen platt zu Boden: man führe nur gutes Kläglich geht es den beim Laden und Löschen der uns, daß wir die Bochumer Schienen nicht allein beMaterial, gute Werkzeugmaschinen u. dgl. ein, man mache Schiffe beschäftigten Arbeitern. Es traten ähnliche Miß- kommen haben, daß die Holländer auch auf ihnen fahren. die kurze Uebergangsperiode der Anpassung an die neue stände zu Tage wie früher bei den englischen Dockarbeitern. Wahrlich, ein schöner Trost! Situation durch und es wird gehen. Einer der ersten Die Versuche, die niederländischen Dockarbeiter an die Wie sieht es denn überhaupt bei uns aus? Hat niederländischen Industriellen, Herr C. J. Stort, erklärte englische Dockarbeiterorganisation anzuschließen, sind nicht nicht der Kapitalismus, international bis auf die Knochen, Feuilleton. Nachdruck verboten.] Die Falkner von St. Vigil. Roman aus der Zeit der bayerischen Herrschaft in Tyrol rende, daß die Blutschuld von ihm genommen war. Aber das Herz setzte mit starken Schlägen ein und er lachte Soldaten nachblickend mit einem Tone, in dem die Erlaut auf, brach ab und lachte wieder. Darauf setzte er leichterung seines Gewissens noch nachklang. sich neben Sampogna auf den Baumstamm und bedeckte sich" Glaub's wohl," versetzte das Gamsmanndl. [ 102 das Gesicht mit beiden Händen. In der nächsten Minute laß' uns irgendwo unter Wind gehen! Hier streicht's kalt sprang er jedoch wieder auf und schüttelte Mutschleitner, von den Bergen." Er stieg, das Feuer, an dem sie vorher dem Jöchlbauer und Jedem, der ihm nahe war, die Hand. gesessen, vermeidend, unter den Tannen aufwärts.„ Wer Sprechen konnte er nicht, zu mächtig durchbrauste ihn die weiß aber, ob fie's zu Haus so finden, wie sie's verlassen haben," sagte er dabei. Soll das auch mir gelten?" fragte Ambros betroffen Das Gamsmanndl antwortete nicht sogleich; es suchte Der Rampf hatte ihre Zahl bedenklich gelichtet. Mancher hatte das Leben lassen müssen, unter ihnen der Ambros wandte sich zu dem kleinen, graubärtigen wirst daheim auch manches anders finden, als es gewesen sich erst eine bequeme Stelle zum Niedersizen aus. Du Löffel- Franz; Andere waren in Gefangenschaft gerathen oder Gerber, der bisher stumm seine ewige Pfeife geschmaucht ist," sagte er, nachdem er sich hingesetzt hatte und begann lagen verwundet in Schloß Ambras und zu den Letzteren hatte, und legte ihm mit einem Drucke die Hand auf gehörte auch ihr Führer, der Bäcker. Ambros erfuhr dies die Schulter. Jezt that der Alte die Pfeife aus dem Feuer für seine Pfeife zu schlagen. Ambros stühte sich mit im lebhaften Durcheinanderreden und dann rief der Jöchl- Munde und sagte:" Deiner Schwester zu Lieb' hab' ich's wie die Funken von dem Stein in der Dunkelheit aufbeiden Händen auf das Gefäß seines Säbels und sah zu, bauer, er müßte jetzt ihre Führung übernehmen. Der gethan." von Robert Sa, weichel. " Ja, er ist gesund wie ein Fisch," nahm Mutschleitner und blieb stehen. wieder das Wort. Das Gamsmanndl hat nach Dir gesucht allerwärts in den Bergen, um es Dir zu sagen." " sprühten. Er that es mit der Ahnung, daß er Unangenehmes Vorschlag wurde mit allgemeinem Beifall aufgenommen" Ah, meine Schwester," athmete Ambros tief auf." Und hören würde, und vielleicht war es diese Ahnung, die ihn und die Feldflaschen kamen wieder zum Vorschein, auf sonst? So red' doch!" am Fragen verhinderte, Später erinnerte er sich ganz genau, das Wohl des neuen Hauptmanns zu trinken. Ambros" Ja, wo hast Du denn die ganze Zeit über gesteckt?" wie die Funken aufgefprüht, und der Bart seines alten wehrte sich erregt gegen die Wahl; er begriff nicht, daß Jagdgefährten ihm dabei merkwürdig grau erschienen und die Leute ganz und gar die Schulb vergaßen, die auf fragte der Färber dazwischen. ihm ruhte. Sollte er sie daran erinnern? Da sagte MutschEin Lärm, der in diesem Augenblicke bei den Vorposten er dadurch an die Gannes( Gnomen) erinnert worden war. Leitner. entstand, schnitt die Antworten ab und Alle griffen zu den" Ja, Deine Schwester hat derweilen geheirathet," be" Wir lassen Dich nicht mehr aus. Wegen des Jerg Waffen. Ueberläufer waren von den Vorposten angehalten gann Sampogna und fuhr mit dem Schwamme, der Feuer kannst ruhig sein; der lebt. Wär er nicht gar so feig, worden. Es waren Tyroler, welche die bayerischen Uni- gefangen hatte, in der Luft hin und her, um ihn stärker wird' er hier sein. Aber da hat er just in Geschäften ver- formen hatten anziehen müssen und jetzt, wo sie ihren Lands- anzufachen.„ Den Jerg." reisen müssen, wie der Aufruf kam." Leuten so nahe gegenüberstanden, desertirt waren. Sie wurden Das Gamsmannol spuckte verächtlich in das Feuer; von den Ihrigen mit Jubel zu den Lagerplätzen geführt. Andere belegten Jerg mit wenig schmeichelhaften Titelín. Ambros blieb zurück. Sampogna war an seiner Seite. Ambros starrte Mutschleitner mit stockendem Pulsschlage„ Ich kann's mir vorstellen, wie vergnügt sie sind, wieder zu an; dann war es in ihm wie das Niederrieseln eines Rebels, ihren Leuten zu kommen," äußerte Ambros, den desertirten Die Nachricht machte Ambros im ersten Moment sprachlos. Dann brach der Zorn bei ihm durch und er rief: So hat der Lump doch sein Stück durchgesetzt? Himmel, Herrgott, da wollt' ich doch-! Ich hätt's freilich denken können. daß der Vater sie zuletzt doch zwingen es auch. „ obere"-Gesellnicht auch in Deutschland volksverwüstend gewirthschaftet?| leider von Randidaten oder Beamten, und wie gierig ist das der egoistischen Genußsucht, die sich unter ihr verbirgt. Die Drückt unsere Arbeiter nicht der niedere Lohn, der lange ganze Streben dieser nach Protektion und hoher Gönnerschaft, Genußsucht hat aber auch zur Voraussetzung die Gewinnsucht. Arbeitstag, die schlechte Behausung? Muß nicht jeder zu können. Zusammengeschlossen aber steht diese„ obere" Gesell- nach leichtem und schnellem Gewinn. Die ältesten Adelsschilder um die Möglichkeit zu erlangen, sich in höherem Dunstkreis baden Hinter dem stolzesten Aristokraten steckt die Gier nach Gewinn, kleinste Fortschritt hart erkämpft werden, ist nicht das schaft nach unten, der großen Boltsmasse gegenüber bezeichnen sie brauchen eine Auffrischung durch Geld und wäre es ſelbſt bischen Arbeiterschuh das widerwillige Zugeständniß, das sich gern als die gebildete" Gesellschaft. jüdisches Geld. Bei wie vielen Schwindelgründungen sah und die Bourgeoisie der Arbeiterbewegung macht? Würde die Wo man nicht mehr wagt, die Geburt und den Besitz als sieht man die vornehmsten Namen als Aushängeschild. Die Ehe herrschende Klasse ihren sozialreformerischen Bärentanz Bildung" herhalten, um den Bestrebungen der den Emanzipations Die Grund bevorrechtigter Stellung zu vertheidigen, da muß die wird mehr und mehr zu und mehr zu einem Geldgeschäft prostituirt. Aufrechthaltung der„ Ehre" ruinirt ben Pflicht aufführen, wenn das Feuer des Sozialismus die Eisen- kampf führenden Arbeiterklasse zu begegnen. Besonders von Ge- begriff. Und Tausende und Abertausende, denen derselbe noch platte nicht glühend gemacht hätte? Ein Tanz wider lehrten und Beamten wird die Bildung" gern im Mund geführt, innewohnt, werden in den die gebildete" Gesellschaft treibenden Willen, er ist auch danach. Wir dürfen uns keiner fie spielen sich zumeist als Vertreter der gebildeten" Gesellschaft Strudel hineingezogen. Täuschung darüber hingeben. Im Uebrigen ist die Moral Gie wird geduldet, mitunter auch geschätzt, aber sie spielt keine gesell- erscheint, so durch und durch ist sie innerlich korrumpirt, und der auf, als wenn in ihr überhaupt die Bildung eine Rolle spielte. So glänzend diese gebildete" Gesellschaft von außen noch der Geschichte: Tout comme chez nous, ganz wie bei schaftliche Rolle. Der Majoratsherr, der Hostavalier, der Gardeoffizier, äußere Glanz fann auch schon nicht mehr die innere Fäulniß uns. Ist Holland in sozialen Nöthen, Deutschland ist der Geheimrath, der Finanzbaron, und mögen sie das engste Gehirn zurückhalten, daß sie nicht an die Oberfläche dringt. Jeder Tag und das kleinlichste Herz haben, sie gehören zur gebildeten" enthüllt neue Standale aus der guten", aus der hohen und Wenn nun Pringsheim am Schlusse seines Auffages bald die längste Zeit angehört haben. Wohl giebt es auch wirt gleiche Fäulniß, in der Bureaukratie wuchert das StreberGesellschaft, und wer ihre Bildung nicht anerkennt, der wird ihr höchsten Gesellschaft, Geburts- und Geldaristokratie zeigen die sagt:" Für Länder mit einer ausgedehnten sozialwissen- lich Gebildete in der„ gebildeten" Gesellschaft, aber sie sind es thum und schwindet die Widerstandsfähigkeit gegen die Korrupschaftlichen Literatur und fortlaufenden Inspektorats- nicht, die den Ton angeben, die ihr das Gepräge aufdrücken, im tion, und die Vertreter der Wissenschaft und Literatur machen berichten werden Enquêten über Arbeiterverhältnisse nie- Gegentheil, sie behaupten in ihr nur ihre Stellung, indem sie sich zu Rastraten der gebildeten" Gesellschaft, soweit sie nicht den mals einen so hervorragenden Platz einnehmen können, bildeten" Gesellschaft opfern. Kunst und Literatur machen" sich geflickte Moral und geflickter Patriotismus sind der Kern dieser sich Jenen anpassen, ihr Talent und ihren Charakter der ge- Muth haben, den Bruch mit ihr zu vollziehen. Geflickte Schienen, mie dies in Holland der Fall war", so sei dieser gebildeten" Gesellschaft unterthänig zu ihrer eigenen Ent- gebildeten" Gesellschaft. dies zugegeben, aber, mit Verlaub, für Deutsch- würdigung. Alles Hohe und Selbständige wird in der„ gebildeten" Und diese gebildete" Gesellschaft bildet sich ein, einen Damm land keinesfalls. Unsere Literatur ist in erster Gesellschaft ertödtet oder abgeftumpft. zu bilden gegen die täglich an äußerer und innerer Kraft ge= Reihe Beschreibung der Hausindustrie, unser Fabrik- Wertreterin der Bildung", sondern auch als die Stüge der des Voltslebens zu umfassen strebt? Wir glauben, daß es ihr Die gebildete" Gesellschaft aber betrachtet sich nicht nur als winnende große Arbeiterbewegung, die alle gefunden Elemente inspektorat ist sozialpolitisch gänzlich ungenügend, die Be-" Moral" und in der letzten Zeit auch der" Religion". Hier tritt mit dieser Einbildung selbst nicht ernst ist. Sie schlagen richte entsprechen den Anforderungen der Sozialpolitik noch traffer ihre Heuchelei hervor. Je lockerer die Moral der„ Ge- die Besorgniß in den Wind mit dem Gedanken: durchaus nicht, mit wenigen rühmlichen Ausnahmen, und sellschaft", je ſtrengere Moralbegriffe möchte sie dem Volte auf- Après nous le déluge!" Nach uns mag die Sintfluth kommen, tie letzte preußische Reform" ist gründlich verpfuscht erlegen. In ihren Genüffen hegt sie die größte Ungebundenheit, uns wird das Schiff der bestehenden Staatsordnung noch tragen. die nur an gewisse äußere, anerzogene Formen geknüpft sind, aus Die Sozialdemokratie hat wahrlich( gegenüber dieser„ gebildurch die den Gewerberäthen aufgehalfte Reffelrevision. benen jeder jittliche Ernst gebannt ist; dieser würde als störende deten" Gesellschaft nicht nöthig, an gewaltsamen Umfturz zu Eine gute Enquête, von tüchtigen, mit weitgehenden Voll- Pedanterie betrachtet werden. Die Unterhaltung darf alle Dinge denken; hier läßt sie ihren Bersehungsprozeß, der in stetig bemachten ausgestatteten Sachkennern veranstaltete Enquête nur auf der Oberfläche berühren, die heiligsten Beziehungen schleunigter Geschwindigkeit sich vollzieht, selbst vollenden. Wir nach englischem Muster, sei es über einzelne Gewerbe, sei müssen mit leichter Frivolität behandelt werden. Jeder Schein haben nur unsere Reihen zu vervollständigen, unsere Glieder zu der Pflicht, aufzulegender Beschränkungen, hat streng vermieden fräftigen, unsere Jdeen fortbildend zu entwickeln, uns zum Erbes über ein größeres Arbeitsgebiet, könnte uns nicht schaden. zu werden; es ist als wenn die ganze Gesellschaft nur in einem schaftsantritt vorzubereiten. Die gebildete" Gesellschaft hat Und wie gut würde es sein, wenn die Lage der deutschen Kantan des Genusses lebt. Auf den Rennplätzen, vor den gelebt. Landarbeiter durch eine einwandsfreie Erhebung klargelegt Spieltischen, bei der Champagnerbowle und im Ballsaal, in würde. Das wäre ein Angebinde für die Hohenthal und den Bädern und den sonstigen Blägen, in denen die„ Geſellſchaft" ihren Sitz hat, welche Sorglosigkeit und welcher Leichtsinn Kardorff. machen sich da breit, wenn sie auch oft nur die Maste bilden, unter der sich die tiefste Berrüttung birgt. Da fließt der Champagner, da rollt das Geld auf dem Spieltisch und es erregt nicht Anstoß, woher das verjubelte Geld herrühre, ob es nicht auf Kosten des vertrauensvollen Schneiders oder Schusters Während die Sommerhize auf politischem Gebiet hingeworfen werde. Um sich der Anstößigkeiten der Moral" zu überheben, hat man sich für dieselbe einen Ersatz geschaffen, in eine für die Völker sehr wohlthuende Ruhe herbeigeführt Es gab eine Beit, wo der Bürgerstols sich bäumte gegen das der billigeren Scheidemünze der Ehre". Diese„ Ehre" überhebt hat, bringt sie uns auf meteorologischem Gebiet furchtbare freche Wort, daß der Mensch erst beim Baron anfange, wo dem selbst der Gebote des Staats, der Sittlichkeit und der Religion; Ratastrophen- Katastrophen, deren Wirkungen in die feudalen oder höfifchen Adelstitel der Abel der Bildung entgegen diefe Ghre" ist so subtil, daß die berufenen und beeidigten Politik hinübergreifen. Die zahlreichen, in kurzen Zwischengehalten wurde. Da wir in der Zeit des Kapitalismus leben, so Diener des Staates sich über die Gesetze deffelben hinwegsehen; reihen einander folgenden Unwettter- 3ytlen, von hat der Adel dem Geldprozenthum eine Stelle neben sich ein wenn die Ehre" mit dem Gesetz in Konflikt kommt, da muß das denen Deutschland in diesem Sommer heimgesucht ist, haben räumen müssen, und da wir einen Militärstaat haben, in dem Gesetz zurücktreten, ohne daß diefelbe ,, Ehre" den Wächter der Staats- solche Berstörungen und Verwüstungen auf den Feldern an zwischen dem Offizierkorps und der großen Masse eine unüber- gesetze zwingt, in einem solchen Falle wenigstens aus seinem steigbare Schranke steht, so läßt man den Menschen auch wohl Umte zu treten. Die Moral" tommt erst dann in Betracht, gerichtet, daß der heurige Ernte- Ertrag entschieden schon beim Lieutenant beginnen. Der Adel hat hierdurch nichts wenn es sich um die große Verderbniß des„ gemeinen" Bolts dadurch beeinträchtigt wird. Im Allgemeinen, wenn man verloren, denn Kapitalismus wie Beamtenthum huldigen den An handelt. Die Genüsse des Bolts, die trok allen Elends hervorbrechen, den Durchschnitt nimmt, sind zwar die Schäden durch schauungen des Junterthums. Gerichträthe und Regierungsräthe die Lebensfreudigkeit an ihnen übt sich die Moral" der ge- Hagelschlag, Ueberschwemmung und sonstige Naturereignisse, betrachten sich erst als voll, wenn sie ihrem amtlichen bildeten" Gesellschaft. Sie, die in ihrer Mitte die raffinirtesten so verheerend dieselben an einzelnen Orten und in einzelnen Titel das Prädikat Lieutenant beifügen können und Genüffe pflegt, sie splitterrichtet über die„ rohe Genußsucht" der Gegenden auch auftreten, wegen ihres lokalen Charakters im Amt ergraute Minister lassen sich noch mit dieser Massen. Auszeichnung beehren. Die Goldföhnchen ber haute Neben der Moral" läßt sich die Gesellschaft" heute auch und weil sie in der Regel nur auf vergleichsweise geringe finance, die Schlotjunker und deren Beamten Generalstab die Pflege der Religion angelegen fein. In der gebildeten" Flächen beschränkt sind, ohne nennenswerthen Einfluß auf erlangen erst durch den„ Lieutenant" die rechte Schneidigkeit" Gesellschaft ist es anstößig, Freidenker zu sein; das verträgt sich das Gesammt- Erträgniß der Ernte. Allein dieses in der Behandlung ihrer Leute", und der Gymnasiallehrer er auch nicht mit der Lieutenantsfähigkeit. Alles, was dem Volfe Jahr ist ein Ausnahmejahr wie im Winter so auch hält durch seinen Lieutenantstitel erst die höhere Inspiration, die vorgelegt wird, muß von Religion gewürzt fein; Bibelsprüche im Sommer und die Unwetter find so häufig und ihn jede Knechtsseligkeit als eine Potenzirung der Zivilisation glänzen an den Wänden der Herbergen" zur Heimath, Tisch über so ungeheure Flächen verbreitet, daß die ohnehin nicht und Kultur in ein philosophisches System bringen lehrt. Der gebete müssen beim Mittagsmahl in den Kauf genommen wer- günstigen Ernte- Aussichten dadurch noch wesentlich verBegriff der lieutenantlichen Ghre" fesselt alle bürgerlichen den und die geselligen Unterhaltungen der Jünglinsvereine" und schlimmert werden. Oppofitionsparteien; die Söhne unsrer freisinnigen Parla- anderer wohlgesinnten Vereine für die Arbeiter durch geistliche Der Strohhalm, an welchen sich die Brotvertheurer mentarier betrachten die Ueberbleibfel demokratischer Gesinnung Ansprachen eingeleitet werden. Die Frömmigkeit für anklammerten: nämlich daß die Kornpreise nun bei ihren Vätern mit mehr oder weniger Pietät als eine über das Bolt ist Modesache der gebildeten" Gesellschaft. Bon lebte Schrulle, die sie durch erhöhte Schneidigkeit" ihrerseits ver- Tischgebeten in Offiziertasino's haben wir noch nichts gehört, fallen und dadurch der Empörung über die Kornzölle die geffen zu machen streben. So sieht das Junkerthum aus und der Geistliche würde eine traurige Rolle spielen, wenn er in Spitze werde abgebrochen werden, ist von den Stürmen den Kreisen des Bürgerthums die Ermunterung zu seinen Prä- der Gesellschaft der„ Gesellschaft" ein„ erbauliches" Wörtchen der letzten Woche weggefegt worden und das Gespenst der tentionen. Ganze Truppentheile gewinnen eine höhere Auszeich- sprechen wollte. Hungersnoth, das einen Augenblick gebannt schien, nung dadurch, daß ihre Offizierkorps teine bürgerlichen Offiziere Die gebildete" und" gute" Gesellschaft stellt sich aber auch nimmt mehr und mehr körperliche Gestalt an und rückt unin ihrer Mitte dulden, die adlige Geburt erleichtert die Ersteigung als Vertreterin des monarchischen Geistes hin. Nun, diese heimlich in die Nähe. der Rangleiter im Militär- wie im Zivildienst. Wenn es früher monarchische Gesinnung ist nicht weit her und hat in den letzten Helfen kann nur die schleunigste Beseitigung der noch vorkam, daß hohe konservative Beamte, große Industrielle Jahren schmählich Schiffbruch gelitten. Wie weit die Verehrung Kornz ö II e. Die Gefahr wird immer dringender. Jeder die Verleihung des Abelstitels ablehnten, so ist jetzt der Adels- des monarchischen Prinzips geht, zeigten der Ex- Staatsmann von verlorene Tag bedeutet eine ungeheure Summe von Glend, titel ein sehr begehrenswerthes Ziel allen Streberthums. Friedrichsruh und die frondirenden Industriebarone von RheinInnerhalb dieser ganzen oberen" Gesellschaft giebt es so land- Westfalen. Und was die großen Feudalherren betrifft, so das abgewandt werden kann und muß! viele Abstufungen, so viele unübersteiglichen Schranken, daß von gilt von ihrer Monarchentreue noch heute das Wort:„ Und der Fort mit den Kornzöllen! einer einheitlichen Gesellschaft nicht die Rede sein kann. Mit König absolut, wenn er unfern Willen thut. welcher Berachtung blickt der hochablige Herrschaftsbesitzer, der Die geistige und sittliche Bildung der gebildeten" Gesellschaft Warum ich ein unzufriedener, ein Sozial große Finanzbaron und der Industriekönig auf den armen Hunger- ist nur eine dünne Schminke über der ideenlosen Bohlheit und demokrat wurde", betitelt sich ein Wahlflugblatt, das Die„ gebildete" Gesellschaft. " " " Politische Leberlicht. Berlin, 4. Juli. würd', ihn zu nehmen. Das ist ja zum Verrücktwerben! daß er mit uns nicht in das Gericht gehen möge", sagte glühend von Küssen Afra's, Staft das Kreuz vom Halse ge Aber nein, ich hätt's von der Lisei nimmer gedacht, daß sie er darauf." Es ist daheim Vieles anders geworden und rissen hatte. Er sah wieder den ahnungsvollen Blick feines sich zwingen lassen würde. Er muß sie aus allen Maßen ein rechtes Unglück, daß Du damals, nach der Geschichte mit jungen Weibes auf sich ruhen und schlug die Hände vor gequält haben." dem Jerg, geflohen bist. Du hast ihn tüchtig gezeichnet. das Gesicht. Was half es? Das Bild war nicht vor ihm, Bleich genug hat sie auch an ihrem Hochzeitstag aus- Das Schlimmste hat Dich selbst getroffen." sondern in ihm. Er floh tiefer in die Nacht des Waldes geschaut", sagte der kleine Gerber, der unterdessen eifrig an Er erzählte, wie Stasi aus Schreck über seinen ver- hinein. Vergebens! Vergebens! Seine Untreue hatte vollseiner hölzernen Pfeife gesogen hatte und nun mit einem meintlichen Todtschlag zu früh von einem todten Knaben endet, was seine Lieblosigkeit begonnen: fie hatte sein Kind lezten fräftigen Zuge den Deckel des Pfeifentopfes schloß. entbunden worden sei und den Verstand verloren habe. getödtet, den Verstand seines Weibes vernichtet! DaWas der Klosterbauer angestellt hat, um sie sich zu Willen Ein dumpfer, gurgelnder Laut rang sich aus Ambros' gegen fam keine Selbsttäuschung auf; das bohrte zu machen, weiß ich nicht. Wer sich aber dabei verspekulirt Kehle und er sant gegen den Baumstamm, an dem er wie eine Schraube ohne Ende in seinem Herzen. hat, das ist der Jerg. Er hat sich arg in die Neffeln ge- stand. Im nächsten Moment schnellte er empor, wollte Berghoch häufte sich seine Schuld über ihm auf. setzt. Das hat ihm Jeder gegönnt. Um Deine Schwester der eng zusammengeschnürten Brust durch einen Schrei Luft Was waren die Qualen jener Nacht, in der er als verthut's mir freilich leid. Da kommt jetzt Reichthum zu machen, brachte aber keinen Laut hervor. Er sant wieder meintlicher Mörder von Hause geflohen war, gegen dieReichthum, hat es geheißen und nachher ist's damit nichts an die Tanne und stöhnte tief auf. jenigen, welche ihm das Selbstbekenntniß seiner Schlechtigkeit gewesen. Der Jerg hat sich von wegen dem Klosterhof den Sei ein Mann," sagte Sampogna und ging zu ihm. und Schuld verursachte. Er sah sich zum ersten Male in Mund wischen müssen. Der Hof ist in die Gant gerathen Ambros machte eine matte, abwehrende Bewegung und das seiner sittlichen Nacktheit. Er irrte im Walde umher, bis und verkauft. Der junge Eckschlager fist jetzt darauf." Gamsmanndl, welches einsah, daß es am Besten wäre, ihn es tagte. Es war ein köstlicher Maimorgen; aber er " Treibst Du Deinen Spaß mit mir?" murmelte Am- vorläufig sich selbst zu überlassen, entfernte sich nach einigem empfand nichts von dessen bräutlichem Zauber. Sein Blut bros mit weit geöffneten Augen. Zögern. Das Kind todt, Stafi irrsinnig, das drückte wie fieberte, sein Gesicht war bleich, seine Augen glühten. " Die Geschichte ist freilich verwunderlich schnell ge- Blei auf Ambros' Hirn und Herz und ließ zunächst kein Und mit brennenden Augen schaute er in die Ebene tommen," verseßte Sampogna, so plöglich wie ein Blitz eigentliches Denken und Empfinden zu. Unter ihm glühten zer- hinunter, wo gestern der Kampf gewüthet hatte und heute aus dem Stußen. Paff! Da hat die Kugel auch schon streut an den Hängen entlang die rothen Wachtfeuer; die feier sich erneuern mußte. Auf den Lagerplägen wurde eingeschlagen." Er erzählte, was er über die Ursache des lichen Töne eines geistlichen Liedes drangen gedämpft zu ihm und es lebendig. jähen Glückwechsels in den Verhältnissen des Klosterbauers in dem Unterholze nicht fern von ihm begann eine Nachtigall Der Tag verging jedoch ziemlich ruhig, und die Inns gehört hatte. zu schluchzen. Da war es, als ob ein Riß durch sein Herz brucker, welche den Ereignissen mit beklommener Brust ent Ambros brach in ein schallendes Gelächter aus, so daß ginge und aus dem dumpfen Chaos in ihm tauchte Staji's gegensahen, vernahmen nur dann und wann ein furzes, Sampogna ihn anfangs verwundert, dann mit einem un Bild in voller Lieblichkeit auf. Und sie war irrsinnig! Er schwaches Schießen. Nächsten Morgens aber begann wieder heimlichen Gefühl betrachtete. und Wenn Du von wegen dem warf sich zur Erde, drückte das Gesicht in das Moos und draußen jenes unheimliche Dröhnen Schüttern, Jerg lachst," begann er. Ambros jedoch, der seine Worte weinte. welches die Fenster in der Stadt wie bei einem Erdbeben gar nicht gehört hatte, rief: Er weinte und schluchzte, so daß die Nachtigall flirren machte. Die Leute liefen auf die Straßen und " Der Klosterhof verloren und mich hat er aus dem darüber verstummte. Es war schrecklich anzuhören. Aber Plätze: da hörte man das Donnern der Kanonen deutHaus gestoßen, weil ihm die Stafi als Klosterbäuerin nicht dann schämte er sich, knirschte mit den Zähnen und ballte licher und fühlte das Pflaster unter den Füßen zittern. anstand! Der Klosterhof verloren und um deswegen hat die Fäuste. Wenn Gott gerecht war, was hatte er ver- Die Kauf- Gewölbe blieben uneröffnet; Handel und Wandel er die Lifei gezwungen, den Jerg zu heirathen! Das ist schuldet, das ihn so Entsetzliches traf? So wühlte es in ihm. und alle Arbeit ruhte und die Marktleute fanden keine Lustig! Zum Teirel, so lach' doch!" Er sprang auf. War nicht die Hartherzigkeit des Vaters Käufer. Nur die Weinschenken thaten sich auf und waren Das Gamsmanndl sah von der Seite zu ihm auf; er Schuld an allem und die Hinterlist Jergs? Aber da gefüllt. Die Muthigen wagten sich vor die Triumph aber bemerkte es nicht. Mit heftig arbeitender Brust suchte flammte es plöglich vor ihm auf, daß es nicht die Er- pforte hinaus, gegen Wiltau zu, oder in die Gärten sein Auge zwischen den Aesten die Sterne. Sampogna bitterung wegen des Klosterhofes gewesen war, wenn sie der Vorstadt, welche einen Blick auf die Vorberge des rauchte einige Minuten schweigend. auch Theil daran gehabt, weshalb er die Hand gegen Jerg Brenner gestatteten, aber eine Stückkugel, die sich von dort " Ja, unser Herrgott ist gerecht; darum bitten wir auch, erhoben hatte. Jener Auftritt stand vor ihm, als er, noch gelegentlich bis hierher verirrte, machte ihnen den Aufenthalt uns aus Colmar im Elsaß zugeschickt wurde. Herr lung unsers Genossen keineswegs ausgeschlossen ist. Jeden Mylan i. V., 2. Juli. Jm Saale der Germania fand am Charles Wölfflin, Randidat für die Colmarer Ge- falls wird er vor den Geschwornen die Sache unserer Partei 29. Juni eine gut besuchte Protestversammlung gegen die Ge meinderaths- Wahlen, ehem. Redakteur des Sammler des fo fräftig vertreten und gegen die Urheber dieses Prozesses treidezölle statt. In 1/ stündigera Vortrage referirte Genosse Oberrheins"", erzählt darin, wie er von den Behörden ge- und der Mezelei von Fourmies so wuchtiges Anklage- Franz Hoffmann aus Chemnitz über jenes Thema und erntete für die vorzügliche Ausführung seiner Aufgabe langanhaltenden maßregelt und geschuhriegelt wurde es handelte sich um material schleudern, daß der Prozeß zu einem Triumph Beifall. Die bekannte Resolution wurde einstimmig angenommen eine Wirthschaftstonzession- so lange, bis die Milch der unserer Partei wird. frommen Denkungsart sich in sozialdemokratisches Drachengift verwandelte. Wir empfehlen das Flugblatt hauptfächlich jenen Pfiffikussen, welche entdeckt haben, daß in dieser besten der Welten, welche da ist die kapitalistische, und in diesem besten der Reiche, welches da ist das deutsche, feine Unzufriedenheit bestehen würde, wenn nicht die bösen Sozialdemokraten ihre Pandorabüchse über die in Wonne und Wohlstand schwimmenden Menschen ausgeschüttet hätten. In das nämliche Kapitel gehören die Schmerzen der Wirthe und Bierbrauer, die jetzt durch die Behörden zwischen die Scylla der Militärverbote und die Charybdis der Arbeiterbontotts gestellt sind. Man Tefe, nur nachfolgenden Versammlungsbericht der amtlichen Leipziger Zeitung": und man beauftragte das Bureau, dieselbe an die Landesregierung und den Reichstag gelangen zu lassen. Hierauf kritisirte Genoffe Hofmann die Handlungsweise der hiesigen Polizeibehörde, welche dem von Genossen gegen solches unberechtigte Einschreiten protestirt worden sei, habe der Stadtwachtmeister erklärt, er wäre Rassel, 3. Juli.( Aufgelöste Versammlung.) In einer vom Bürgermeister beauftragt, jungen Leuten den Zutritt zu von den hiesigen Nationalliberalen im Stadtbausaale veran- untersagen. stalteten Versammlung sprach heute Abend Herr Gräbner aus Als Genosse Hofmann mit der Kritik begonnen hatte, ent Berlin über die antisemitische Bewegung. Es hatten sich neben fernte sich der überwachende Bürgermeister. Auch ein Auflösungsgrund! Die„ Kreuz- Beitung" fungen Leuten den Zutritt ins Versammlungslokal verbot; nachmeldet in ihrer heutigen Abendnummer: vielen Juden auch zahlreiche Sozialdemokraten eingefunden, Die Tellersammlung war ebenfalls von der Amtshauptmanndie bei der von ihnen verlangten Bureauwahl den Vorschaft Plauen verboten. Soll etwa den verhaßten Sozialdemo sit in der Versammlung erlangten. Daraufhin erklärte fraten auf diese Weise der Lebensnerv unterbunden werden? der überwachende Polizeikommissar die Versammlung für auf Nun, trotz alledem bleiben wir, was wir sind! gelöst. Also wenn in einer Versammlung Bureauwahl stattfindet und diese den Sozialdemokraten den Sieg bringt, so genügt das schon zur Auflösung einer Versammlung in einem preußischen Landestheile. Gegen die Kornzölle. Prihwalk. Auch hier fand eine Versammlung gegen die Getreidezölle statt, in welcher die Resolution des Vorstandes Annahme fand. Crimmitschau. Am Freitag Abend fand im Vororte Neuöffentliche Volksversammlung statt( an Stelle der vor 8 Tagen firchen eine von Seiten der hiesigen Sozialdemokratie einberufene vom überwachenden Beamten wegen Verkaufs von Eintrittskarten nicht gestatteten), in welcher der ehemalige Leipziger Student Herr W. May über die Getreidezölle in dreiviertelstündiger Rede sprach. Nach Schluß des Referats wurde eine Resolution angenommen, in welcher die Aufhebung der Getreidezölle gefordert wird. Der zweite Punkt der Tagesordnung betraf die Parteipresse in unserem 18. Reichstags- Wahlkreise. Nach längerer Debatte wurde, entgegen der von einem Werdauer Genossen befürworteten Schaffung eines besonderen Organs, in einer Refolution der Wunsch der Versammlung dahin ausgesprochen, von einer Neugründung abgesehen und hingegen die zur Zeit vorhandenen Parteiblätter zu unterstützen. Einer angeregten abermaligen Auseinandersehung über ben ersten Punkt der TagesOrdnung„ Getreidezölle" versagte der überwachende Beamte seine Genehmigung. Leipzig, 2. Juli. Vor einer von etwa 1000 Personen besuchten sozialdemokratischen Volksversammlung erstattete vor gestern Abend im Pantheon Herr Buhl, der Vorsitzende der Lokalfommission", Bericht über deren Thätigkeit. Es hat sich darnach diese Kommission, deren Aufgabe es ist, die sämmtlichen Saalwirthschaften Leipzigs für die sozialdemokratischen Vereine und Versammlungen zu erobern, zunächst mit allen hiesigen Brauereien in Verbindung gesetzt, um diese unter Androhung des Boykotts zur Geltendmachung ihres Einflusses auf die betreffenden Wirthschaftsinhaber zu bestimmen. Die Brauereien haben sich nach dem Berichte den Vorstellungen der Kommission denn auch nicht verschlossen. Sie haben zugegeben, daß sie Salza bei Nordhausen. Am 27. Juni fand hierselbst eine außer Stande wären, den Bierboykott der öffentliche Boltsversammlung statt, in welcher Herr Schulze einen Sozialdemokratie auszuhalten, haben aber aller- Vortrag über die Getreidezölle hielt. Die vom Parteivorstand vordings gleichzeitig die Wirkung des fogenannten geschlagene Resolution wurde einstimmig angenommen. Militärverbots als eine so tief einschneidende Dresden- Neustadt, 2. Jult. In einer am 28. Juni stattbezeichnet, daß viele Saalwirthschaften sich dieser Maß- Magdeburg. Eine öffentliche Versammlung aller auf und gehabten öffentlichen Arbeiterversammlung referirte der Genoffe regel nicht aussehen dürfen, wenn sie nicht ihrem Ruin ent- an dem Wasser beschäftigten Arbeiter, in welcher Genoffe Dr. Lux Kaden über die Getreidezölle und die indirekten städtischen Abgegensehen wollten. Da sich nun die Sozialdemokratie uner- über das Thema" Privatwirthschaft und Getreidezölle" sprach, gaben. Genosse Postelt trat für eine Petition zur Abschaffung bittlich zeigte, haben die Brauereien beschlossen, das Brett von nahm folgende Resolution einstimmig an: biefes Steuerungssystems ein, die an den Stadtrath gerichtet der anderen Seite anzubohren, und haben in einer Eingabe an Die heute in Stadt Außig" tagende Versamlung aller an werden sollte; er betonte, daß schon aus agitatorischen Zwecken die Polizeibehörde beantragt, von der Verhängung des und auf dem Wasser beschäftigten Arbeiter spricht sich entschieden diese Petition einen hohen Werth erlange. Genosse Herr Militärverbots über die Wirthschaften, die ihre Säle für sozial- gegen die Aufrechterhaltung der Getreidezölle aus, da dadurch den mann bagegen war anderer Ansicht; er meinte, man demokratische Versammlungen zur Verfügung stellen, ganz ab- Kornträgern jeder Nahrungszweig abgeschnitten wird, was folle sich nicht so viel auf das Petitioniren verlegen, zusehen. in dieser Frage für unzuständig erklärt und es haben sich da unendlich lange Arbeitslosigkeit des letzten Winters hat in den bem mehrere Redner für und dagegen gesprochen hatten, entschied her die Brauereien nunmehr an die königl. Kreishauptmann- Familien der Elbarbeiter einen so nachhaltig wirkenden Noth- sich die Versammlung einstimmig für folgende Resolution:" Die schaft als die dem Polizeiamte vorgesetzte Behörde gewendet, ftand gezeitigt, der sich zur allgemeinen Hungersnoth steigern heute, am 23. Juni, in Claus' Restaurant tagende Versammlung wo die Angelegenheit zur Zeit noch anhängig ist und zwar, wird, dafern nicht für Aufhebung der Getreidezölle Sorge ge- protestirt ganz energisch gegen die in Dresden übliche Versteue wie ausdrücklich bemerkt wurde, nicht ohne Aussicht auf tragen wird. Die Versammlung schließt sich daher auch der von rung der nothwendigsten Lebensmittel durch den Einfuhroktroi der sozialdemokratischen Reichstags Fraktion vorgeschlagenen und verlangt, da die Lebensmittel schon durch Reichsgefeße hoch Erfolg." Dies der Bericht. Protestrefolution an. genug besteuert sind, die baldigste Aufhebung desselben." DieDie Sozialdemokraten ersehen hieraus so recht deutlich, Guben. Am Sonnabend, den 27. Juni, tagte hier eine felbe wird dem Stadtrath zur Kenntnißnahme übermittelt. Die welche Macht in dem Boykott liegt. Und die öffentliche Volfsversammlung, in welcher Genoffe Birch aus Protestresolution betreffs der Getreidezölle fand ebenfalls einGewerbetreibenden können sehen, wer es ist, der Charlottenburg über„ Die Getreidezölle und die Reichsregierung" stimmige Annahme. Mit der Aufforderung, Mitglied des Sozialihre Interessen schädigt und sie der Parteipolitit fprach. Die vom Parteivorstande vorgeschlagene Resolution Demokratischen Vereins Dresden- Neustadt zu werden, wurde die zum Opfer bringt. wurde einstimmig angenommen. Außerdem wurde ein Antrag gut besuchte Versammlung geschlossen. angenommen, den Vertreter des Kreises im Reichstage, Herrn zölle einzutreten. ST Soziale Ueberlidt. Nach Beim Todesmarsch des Thüringer Bataillons, Schöneich- Carolath, aufzufordern, für Abschaffung der Getreidebeffen wir gestern Erwähnung thaten, find über 40 Sol. daten vom Hitschlag getroffen worden; davon zwei Metersen, 28. Juni. Heute tagte im Lokale des Gastwirths sofort todt. Die armen Soldaten mußten bei ber tropischen Solft eine neue Protestversammlung gegen die Getreidezölle. Dieselbe war infolge Auflösung der vorherigen von ca. 600 PerHize und erdrückenden Schwüle des 29. Juni in der sonen besucht. Das Referat hatte Genosse Legien aus Hamburg an die Generalfommission das Ersuchen gestellt worden, den Zum Gewerkschaftskongres. Von verschiedenen Seiten ist Mittagszeit bis 2 Uhr Nachmittags mar- übernommen; derselbe entledigte sich seiner Aufgabe zu Aller Bu- Rongreß bis zum Frühjahr des nächsten Jahres zu vertagen. Da schiren. Wir hatten geglaubt, es beſtünde eine allge- friedenheit und empfahl am Schlusse, die betannte Resolution auch die Kommission sich der Einsicht, daß in diesem Jahre durch meine Vorschrift, daß bei Hize im Sommer keine Märsche anzunehmen. Nachdem der Beifallssturm, welcher dem Redner die große Zahl der Kongreffe eine zu große Belastung der Geum die Mittagszeit stattfinden dürften. Jedenfalls erwarten gezollt wurde, sich gelegt hatte, wurde die Resolution einstimmig noffen eintreten würde, nicht verschließen kann, so hat sie die wir strengste Untersuchung der Sache und strengste Bestrafung angenommen. Unter Verschiedenem wurde vom Vertrauensmann Entscheidung über diesen Vorschlag den Vorständen der Zentraldes oder der Schuldigen. Bericht über die Vertrauensmänner- Konferenz gegeben und dann vereine überlassen. Leider sind jedoch auf das diesbezügliche Reichstags- Abgeordneter Molkenbuhr als Delegirter zum Briseler Rongresse gewählt. Ferner erklärte die Versammlung sich für verpflichtet, nur in denjenigen Lokalen zu verkehren, welche uns zu Versammlungen zur Verfügung stehen. Birkular bis jetzt noch wenige Antworten eingelaufen und richten Heute wird unfer Genosse Lafargue vor dem wir das dringende Ersuchen an die Vorstände, welche noch keine Affisenhof von Douai( im Norden Frankreichs) stehen Antwort ertheilt haben, dies unverzüglich thun zu wollen, da unter der Anklage, durch eine Rede, die er am 11. April dieses nach dem bisherigen Stand der Sache nicht abzusehen ist, ob der Jahres in dem kleinen Fabrikstädtchen Wigne hies hielt, Rongreß nicht noch in diesem Jahre stattfinden muß. Alsdann Winsen a. d. Luhe. Eine Antikornzoll- Bersammlung fand wäre der Monat September vorzusehen und müßte mit den Vordas Blutvergießen, welches 21 Tage später in dem zehn am 28. Juni hier statt. Genoffe Emil Fischer aus Hamburg bereitungen unverzüglich begonnen werden. Sollte sich nur eine Kilometer entfernten Fourmies durch die Brutalis referirte über„ Die Kornzölle und die Reichsregierung" in einem geringe Majorität für die Bertagung finden, dann würde, einBrutali- referirte tät und Kopflosigkeit der Behörden herbeige- ca. 11/ stündigen, mit Beifall aufgenommenen Bortrage. Die bes führt wurde, mit veranlaßt zu haben. Durch die ein- fannte Antikorngoll- Resolution fand einstimmige Annahme. Als- gedent des uns in Berlin gegebenen Auftrages, der Kongreß un verzüglich einberufen werden. Bis jetzt haben nur siebenzehn fache Angabe der Thatsachen wird die Monstrosität dann sprach Fischer noch über die Nothwendigkeit und den Nutzen Bentralvorstände Antwort ertheilt und richten wir nochmals das gewertschaftlicher Organisationen. Der Vorsitzende, Genosse Anber Anklage in so grelle Beleuchtung gebracht, daß sie Jedem Bresen, forderte au recht zahlreichem Beitritt att ber het be: Grsuchen an die Betheiligten, uns ihre Meinung umgehend kund in die Augen springt. Trotzdem sind die aus der besigen stehenden Bahlstelle des Zentralverbandes der Fabrik, Sand geben. den Klasse entnommenen Geschworenen in jenem industriellen und gewerblichen Hilfsarbeiter auf, dann wurde die Versammlung Theile Frankreichs derartig befangen, daß eine Verurthei- geschlossen. bald unheimlich. Die Generalfommission. Manche und das Andere stiegen auf die Kirchenthürme, Gelbrothe Zungen leckten in dem Qualm und Funken sich der Wirrwarr zu lösen; aber schon wälzten sich neue und die Hausdächer waren mit Menschen besetzt. zu sehen wirbelten in ihm. Angstgeschrei erscholl von der Vorstadt Schaaren heran, fortstürmend über die Bertretenen, und war nicht viel. In kurzer Zeit war alles in Pulverrauch her und rasender Hufschlag. Dragoner, vor denen die immer schwieriger wurde es zwischen den umgestürzten Fuhrgehüllt, der wie eine dicke Wolfe im Thale stand. Wann Menschen auf den Gassen zu beiden Seiten auseinander werken und Kanonen hindurchzukommen. Viele Fahrer der leise Luftzug, der den Dampf gegen die Stadt trieb, stoben und in die Häuser flüchteten, galoppirten über die ließen auch Geschütze und Wagen stehen und suchten die Wolfe einmal zerriß oder ein wenig lichtete, sah man breite Neustadt, wo die St. Annenschule steht, über den sich mit ihren Pferden zu retten. Durch alle Gassen schwarze Massen über das Feld sich bewegen oder wie Stadtplan, die Innbrücke. Wer ihnen nicht aus dem Wege wälzten, drängten, schoben sich die Flüchtigen nach Ameisen an den Höhen hinaufkrabbeln und droben konnte, wurde niedergeritten. Kaum waren die Menschen der Brücke. Wer fiel, der war verloren. hinter den Steinen und unter den Bäumen kleine hinter ihnen wieder zusammengeflossen, da jagte mit suchten sich vor dem Erdrücktwerden in die Häuser zu weiße Wölfchen hervorstoßen, oder in einem breiten Rasseln und Dröhnen eine Batterie heran. Die Kanoniere retten; aber die Thüren waren verschloffen Streifen von der Sonne beglänzt aufsteigen. Im nächsten saßen auf den Handpferden und Proglasten und die Fahrer Donnern der Kolben gegen dieselben und deren ZusammenMomente war alles wieder ein grauer, dicker Nebel, in dem hieben wie toll mit ihren Kantschuen auf die schäumenden frachen mischte sich in das Aechzen, Fluchen und Heulen. es unaufhörlich donnerte und blitzte und knatterte und Pferde. Auch die Batterie raffelte über die Brücke, aber Dann trat Stille ein. Jest tam es wie ein Brausen rollte, untermischt mit dumpfem Getrommel und halb er- fie proßzte auf dem linken Jnnufer ab und richtete die Ge- aus der Vorstadt heran; stärker wurde es und stärker; alle sticktem Trompetengeschmetter. Dann kam der erste Trans- schütze gegen die innere Stadt. Ein Bataillon Infanterie Fenster flogen auf; Kopf an Kopf drängte sich in ihnen, port Verwundeter in die Stadt, ein zweiter und dritter. folgte im Laufschritt und nahm bei der Batterie Stellung. Tücher wehten, Hände winkten. Hurrah! Hurrah! Hurrah! Welche Jammergestalten! Welche Leidensbilder! Kriegs- Die Bürger flohen in die Häuser, deren Thüren fie fest Wie Wogendonner an Felsenufer, so stieg der Ruf zum gefangene wurden eingebracht; aber man fonnte sie nicht hinter sich verschlossen, auch von den Fenstern verschwanden Simmel auf, ununterbrochen. Er galt den Tyroler Schüßen, ausfragen, wie es draußen stände, denn die Eskorte wies die Neugierigen. Die Schlacht mußte für die Bayern schlecht welche, die Büchsen schußbereit im Arm, als Spiße der die Neugierigen zurück. Das Karmeliterkloster und die stehen; aber die Freude der Städter wurde von der Furcht Borhut die Straße herauftamen. Das Soutien folgte. Es Pfarrkirche des heiligen Jakob wurden in Lazarethe ver- niedergedrückt. Denn sie gedachten, wie fich am zwölften bestand aus den Vigilern, vermischt mit Leuten aus dem wandelt und die Hofkirche mußte zum Gefängniß dienen. April der Kampf in den Straßen fortgesetzt hatte. Busterthale und unteren Innthale, und derjenige, welcher Buweilen schien das Schießen aufhören zu wollen; es Gegen den Berg Isel zu bauerte das Schießen unter- es führte, war Ambros. Er hatte seinen Hut im Kampfe wurde matter und die Kanonen verstummten. Aber deffen fort, wenn auch schwächer, und die Kanonen sprachen verloren, wirr hing ihm das Haar um das von gleich darauf fing es um so heftiger zu dröhnen an; es feltener ihr nnheimliches Wort hinein. Abtheilungen Schweiß und Staub und Pulverdampf beschmutzte war gleichsam nur ein Athemschöpfen zu neuem Wuthaus- Infanterie, Kavallerie, Jäger marschicten in kurzen Pausen Gesicht, aus dem die Augen mit einem übernatürlichen bruch gewesen. Es war ein Getöse, als ob die Welt unter durch die Straßen. Aber die Pausen wurden immer fürzer Glanze leuchteten, nicht siegesfreudig sondern dämonisch. gehen wollte. Flüchtige Soldaten, welchen ihre Offiziere und die Ordnung hörte auf. Alle Waffengattungen drängten Die Klinge seines Säbels war wie mit Rostflecken übervergebens Halt geboten, kamen in die Stadt gelaufen. im bunten Gemisch vorwärts, dazwischen Munitionstarren, zogen und seine Joppe hing ihm in Fehen um die Endlich gelang es diesen, die Leute zum Stehen zu bringen, Bagagewagen, Geschütze. Es war eine heillose Ver- Schultern. Bei der St. Annensäule ließ er Halt machen. fie zu sammeln und wieder zurückzuführen. Plötzlich sahen wirrung, in der jeder sich seinen Weg mit Gewalt Da flogen alle Hausthüren auf und die Bewohner stürzten Diejenigen, welche auf die Dächer geklettert waren, eine unter Schreien, Schimpfen und Fluchen zu bahnen auf die Straße, um die Sieger zu begrüßen und mit Speise Feuergarbe, die nach allen Seiten sich ausbreitete, in die suchte. Die Kameraden stießen einander mit den Ge- und Trank zu erquicken. Das Hurrah aber brauste fort und Rauchwolten aufsteigen. Ein entsetzliches Krachen folgte, wehrkolben fort, Offiziere hieben mit den Säbeln fort; denn immer neue Schaaren der Sieger zogen in die die Erde schwankte. Vermuthlich war ein Munitionstarren ein, Kavalleristen sprengten ihre wildgewordenen Pferde Stadt. oder auch mehrere in die Luft geflogen. Die Leute auf den an. Achsen trachten und brachen, Pferde und Menschen Straßen sahen einander mit schreckensbleichen Gefichtern fielen durcheinander. Und dann stopften sich die an. Viele schlugen ein Kreuz. Das unaufhörliche Rollen Wassen und standen eingeteilt in den engen Gassen und und Knattern näherte sich der Stadt. Ueber den Dächern schrieen. Wuthgeheul erfüllte die Luft, dazwischen das Knallen wirbelte schwarzer Rauch auf; das war kein Pulverdampf. von Gewehren, die sich von selbst entluden. Endlich begann ( Fortsetzung folgt.) Theater. Hasenhaide Th. Keller's Hofjäger Bergmannstr.- Ecke, Heute, Sonntag, den 5. Jult cr.: Im großen Saale Achtung! Vereine! Der unterzeichnete Verein stellt zu allen Festlich keiten Musik in jeder Besetzung, und werden Aufträg tägl. von 11-1 Uhr, Rosenstr. 30 bei Kuhlmey( Wernau) Großes Militär- Concert. Ball. mündlich oder ſchriftlich entgegengenommen. Sonntag, den 5. Juli. Leffing- Theater. Cavalleria rusti- 951 L cana. Vorher: Die drei Pintos. Montag: Cavalleria rusticana. Vorher: Der Barbier von Bagdad. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Orpheus in der Unterwelt. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bellealliance Theater. Das elfte Gebot. Montag: Dieselbe Vorstellung. Ostend- Theater. Berlin unter Wasser. Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst Theater. Gigerln von Wien. Montag: Dieselbe Vorstellung. Die Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Marionettentheater: Gr. Vorstellung. Volksbelustigungen. Anfang 4 Uhr. Entree 15 Pf., im Vorverkauf 10 Pf. A. Froelich. Mittwoch, 8. Juli cr.: Großes Kinderfest mit Gratis- Berloosung. E jin meinem prachtvollen schattigen Garten war, Wer einmal kommt wieder. Täglich( auch Sonntags) FamilienKaffeekochen. Kegelbahn. Bereinszimmer u. Saal. Kuhlmey, Schönhauser Allee Nr. 28. Ernst Gründer's Festsäle, Hasenhaide 21. Jahnstrasse 8. 412 Freie Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend Atung: Kutscher u. Arbeiter! tung! Sonntag, den 5. Juli, Abends 7 Uhr: Große öffentliche Versammlung der Kutscher und Arbeiter und deren Frauen im großen Saale der Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichst.- Abg. F. Tutzauer. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Gemüthliches Beisammensein. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Um recht zahl 195/4 Der Einberufer. Große und kleine Festsäle( mit und ohne Bühne), Vereinszimmer von Concordia. Große Spezialitäten- 50, 100, 200 bis 3000 Personen, komfortabel eingerichtet, habe zu Vereinsfestlich- reiches Erscheinen bittet Vorstellung. teiten, Versammlungen und Hochzeiten unter den koulantesten Bedingungen Fahverein der in Buchbindereien und verwandten Betrieben zu vergeben. Etablissement Buggenhagen Gntres leben Sonntag: Großer Ball in allen drei Sälen. am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschank von Patzenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 641 F. Müller. Täglich: Große Chantant- und Spezialitäten- Vorstellung. Montag und Mittwoch: Ball bei gänzlich freiem Entree. 305b Restaurant zum„ Bukunftsstaat" Adolph Scholz, Kaftanien- Allee Nr. 35.( Bis 12 Uhr Nachts geöffnet). Arbeiterliteratur intl. ,, Gazeta Robotnicza" liegt aus. Passage- Panopticum. Treptow Unter den Linden 22/23. Knabe mit 2 Köpfen. Indier mit 4 Armen, 4 Beinen. Bartdame. Vitreo ist Coacs, Glas, alte Stiefel etc. etc. Spezialitäten- Theater v. 6-10 Uhr. Geöffnet von Morgens 10 Uhr. Castan's Panopticum. etzt: Friedrichstr. 165, Ecke Behrenstrasse. Neu: Hamilton- Theater Originell! Ueberraschend! Geöffn. v.9 Uhr früh bis 10 Uhr Abends. Entree 50 f. Kinder 25 Pf. Moabiter Gesellschaftshaus Alt- Moabit 80-81. Artistische Zeitung Wilhelm Fröbel. Täglich Gr. Konzert. Spezialitäten- Vorstellung. HEF Großer Erfolg des neu engagirten sensationellen Künstler- Personals. DEF Roloffaler Jubel E der urtomischen Pantomime Drei angeführte Liebhaber. Anfang Sonntags 4 Uhr. Wochentags 5 Uhr. Entree 30 Pf. Refervirter Play 50 Pf.- Raffeeküche ist geöffnet. Boltsbeluftigungen aller Art. Sonntag, Montag, Mittwoch Ball. Dienstag, den 14. Juli: E Benefiz für Wilhelm Fröbel. Helmuth Peters. Rheinländischer Tunnel. Concert- Salon n. Restaurant. Berlin N., Elsasserstrasse 73, gegenüber der Bergstraße. Der Gambrinus- Salon und das Photographische Atelier sind neu eingerichtet. Jeder Gast, auch wenn derselbe für nur 10 Pf. verzehrt, wird gratis photographirt! Höchst scherzhaft. Großer Jubel! Vorzügliches Lagerbier, à Seidel 10 pr. H. Schultze( mit'n t). Etablissement Ostbahn- Park. Hermann Imbs. 71 Rüdersdorferstraße 71. Sonntag, den 5. Juli: Gr. Promenaden- Konzert. beschäftigten Arbeiter. Montag, den 6. Juli, Abends pünktlich 9 Uhr, in Feuerstein's oberem Saal, Alte Jakobstraße Nr. 75: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn J. Türk über Frauenbefreiung". 2. Er 382 L gänzungswahl der Arbeitsnachweis- Kommission. 3. Verschiedenes und Frage fasten. NB.: Die Kollegen werden ersucht, die Aufnahmelisten für den Arbeiterinnen- Verein unbedingt abzuliefern, sowie vom Kassirer Billets Restaurant Karpfenteich. um Sommerfest zu entnehmen und für den Vertrieb derselben Sorge zu tragen. Jeden Sonntag: Freikonzert, Tanz, Kaffeekochen. An den Wochentagen für Vereine, Hochzeitgesellschaften 2c. jederzeit zur Verfügung. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein [ 756L] An der Verbindungsbahn. Treptow. Henze. Köpnicker Landstrasse. Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. ff. Lagerbier 0,4 Liter 15 Pf. Kaffeeküche. 6 Kegelbahnen. W. Jacob. Schmöckwitz. Gasthaus Zur Balme". Empfehle mein reizend am Wald und Waffer gelegenes Lokal mit großen Sälen, Sallen, zwei Kegelbahnen, großer Kaffeeküche etc. den geehrten Vereinen u. Fabriken zu Landparthien u. Ausflügen. Dampferstation. Station der Görliger Bahn, Chaussee bis vor die Thür. Carl Kurras, Gastwirth zur Balme. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstr. 2. In unserem Verlage erschien soeben: Zu den Landtagswahlen in Sachsen. Von August Bebel. Preis 15 Pf. ( Der Reinertrag ist für die fächsischen Landtagswahlen bestimmt.) Der Verfasser entwickelt in der vorliegenden Broschüre die Gesichtspunkte, die für die Betheiligung der sozialdemokratischen Partei an den sächsischen Landtagswahlen bestimmend sind. Er bietet in ihr, neben einer Darlegung der bisherigen Thätigkeit der Parteivertreter im sächsischen Landtage, reiches statistisches Material, das, entsprechend benutzt, für die Wahlagitation außerordentliche Dienste leisten wird. Wir empfehlen den Parteigenoffen die weiteste Verbreitung der Schrift und bemerken noch, daß dieselbe, in Rücksicht auf den Zweck, uur gegen Baarzahlung abgegeben wird. Politischer Klub Berliner Buchdruder. Dienstag, den 7. Juli, Abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokale des Herrn Gründel, Dresdenerstr. 116. 1. Statutenberathung. 2. Vorstandswahl. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Die Kommission. Gäste haben Zutritt. Diejenigen Mitglieder des Vereins zur Wahrung der Interessen der Gast- u. Schankwirthe, welche noch gewillt sind die vom Vorstand arrangirte Herrenpartie am Dienstag, 7. Juli, Nachm. 1 Uhr nach Mariendorf mitzumachen, wollen sich im Süd- Osten bei Ziemer, int Osten bei Spiekermann, im Norden bei Hermerschmidt bis spätestens Montag Mittag melden, welche für Kremser sorgen, Nachzügler per Pferdebahn vom Dönhoffplatz. 159/10 Das polizeilich verbotene am Stiftungsfest des Arbeiter- Bildungs- Vereins zu Schöneberg, welches am 27. Juni stattfinden sollte, findet jetzt ant 11. Juli in Rennefahrt's Salon, Dennewitzstr. 13, statt. Die ausgegebenen Billets behalten ihre Giltigkeit. Um rege Betheiligung bittet 108/7 Große öffentliche Volksversammlung füll fan bab dar ger Sze Kla gep Kla Bal poli fün da ein der eine Ex hot vor daß dar bal wi hö me Vo bei den ob St nic an gef eir En da 310 die seime Ei M de fo pf eir üb un du br au δέν But Das Komitee. 20 21 ein Je ge gr tel R be ha in 399b D Der Vertrauensmann. de K te $ di 28 as für Adlershof und Umgegend Mittwoch, 8. Jull, Abends 8 Uhr, bei Wiedemann& Menofski, Bismarckstrasse. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Regierungs- Baumeisters Herrn Kessler über: Die Sozialdemokratie und ihre Ziele. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch bittet Ostpreußen! Stimmbegabte( auch passive) Herren Im Tuchgeschäft finden freund!. Aufnahme im Ostpreuß. Oranien- Str. 126. I. Männer Gefangverein"( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Uebungsstunde Donnerstags 9-11 Uhr, Fischerstr. 41. Bringe den Genossen hierdurch mein Schriften Sarg- Magazin u. BeerdigungsLassalle, Reden und Schriften ( Partei- Ausgabe) liefert frei ins Haus, auch nach sämmtlichen Vororten, Spandau, Charlottenburg 2c. Th. Mayhofer Nachflg., Sozialdemokratische Buchhandlung, Berlin N., Weinbergsweg 15 d. Vittoria- Park. Gneisenaustraße 67. Blücherstraße 31. Jeden Sonntag von 4 Uhr ab Deutsch- Wilmersdorf 20 auf dem Marktplatz: Pferde, Zirkus Bauer. Grosses Concert ferbe. und Spezialitäten- Vorstellung. Entree 15 Pfg. Vorher 10 Pfg. Kaffeeküche von 2 Uhr ab geöffnet, Üm gutigen Besuch bittet 723L F. Sikenstock. Ballonfahrt u. Spezialitäten- Borstellung. Seeschlößchen Reinickendorf Entree 20 Pf. 402b Raffeetiche, Regelbahnen und Bolts mit schöner Aussicht auf den See. beluftigungen aller Art. Jeden Sonntag Anfang 4 Uhr. Binder 10 r. Gr. Ball im Parquets aal. Kaffeeküche v. 2 Uhr an geöffnet. W. Gründel's Restaurant, Bereinen zu Gommerfesten zu empfehlen. S, Dresdenerstraße 116. Arbeitsnachweis u. 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Vorschlag brachte, und zwar in der folgenden Weise: Die„ fluge Frau rieth ihrer Freundin, dem Kinde acht Tage lang auf das Die lebhaften Klagen des Publikums gegen die Ueber- Dem Verhungern nahe. Gestern Vormittag gegen 11 Uhr entzündete Auge ein recht vermodertes Spinngewebe, in welchem eine füllung der Stadtbahn- und Vorortzüge an Sonn- und Festtagen fant in der Staligerstraße auf der Promenade unweit des Gör- Spinne eingewickelt sein muß, zu legen, dann würde die Geschwulst fanden in der vorgestrigen Versammlung des Vereins für Eisen- liger Bahnhofs ein anständig gekleideter Mann bewußtlos zu von selbst wieder weggehen. Gesagt, gethan! Aber anstatt besser, bahnreform Bonentarif" eine eingehende Erörterung. Es wurde sammen. Mitleidige Passanten legten ihn auf eine Bank und wurde es mit dem unglücklichen Geschöpf immer schlechter, das darauf hingewiesen, daß an solchen Tagen die Koupees in einer brachten ihn unter Anwendung von Erfrischungsmitteln bald arme Kind hatte während dieser achttägigen Sympathiekur die geradezu lebensgefährlichen Weise überfüllt sind und daß sich dabei wieder zum Bewußtsein. Auf Befragen theilte der Unglückliche gräßlichsten Schmerzen ausgehalten und fast Tag und Nacht nicht Szenen abspielen, die jeder Beschreibung spotten. Koupees dritter mit, daß er, am Mittwoch aus dem Krankenhause entlassen, bis- mehr geschlafen. Aber die verblendete Mutter, in der Meinung, Klaffe werden mit zwanzig bis dreiundzwanzig Personen voll- her vollständig ohne Subsistenzmittel gewesen und nun vor ein gutes Wert" gethan zu haben, überhörte alle diese Klagegepfropft und am letzten Sonntag sollen selbst Koupees zweiter Hunger und Entkräftung zusammengebrochen sei. So be- lieber ihres Kindes, bis endlich der verhängnißvolle achte Tag Klasse mit fünfundzwanzig Personen besetzt gewesen sein! Die flagenswerth dieser Vorfall ist, so darf doch andererseits an herankam. Nun wurde die kluge Rathgeberin geholt, um das Bahnpolizei und auch die auf dem Bahnhof stationirte Stadt- diefer Stelle darauf hingewiesen werden, daß kein mittel-" Spinnenpflaster" wieder abzunehmen. Aber wie erstaunten polizei sehen dem Ansturm auf die Waggons nnd der Ueber loser Refonvaleszent, welcher ein Krankenhaus verläßt, in Berlin beide Frauen als sie die Bescheerung sahen, die sie angerichtet füllung derselben ruhig zu, ohne einzuschreiten, obwohl zu verhungern braucht. Die städtischen Behörden haben bereits hatten. Das ganze Auge rings herum war zu einer unförmigen das Betriebsreglement für die Eisenbahnen verordnet, daß in im Jahre 1887 zwei Heimathstätten für Genesende eingeichtet, Masse angeschwollen und total vereitert. Jezt endlich that die einem Stoupee der I. Klasse nur sechs, der II. Klasse acht und in welchen mittellofe, männliche und weibliche Patienten nach leichtgläubige Mutter in ihrer Verzweiflung das, was sie von der III. Klasse zehn Passagiere befördert werden dürfen. Von ihrer Entlassung aus dem Krankenhause unentgeltliche, beste Unter- vornherein hätte thun müssen, sie fuhr mit ihrem unglücklichen einem Redner wurde bemerkt, daß diese Ueberfüllung auch bei funft und Verpflegung finden, bis sie wieder vollständig arbeits- Kinde noch in derselben Stunde nach der Klinik, wo die Aerzte Extrazügen nach außerhalb stattfindet und ihm selbst auf erfähig sind. Und zwar ist für männliche Personen auf dem städti- bei der Besichtigung der Augen die Hände über dem Kopfe zuhobene Beschwerde unlängst bei dem betreffenden Stations- schen Zerrain in Lichterfelde das ehemalige Herrschaftshaus, für sammenschlugen und der Mutter die bittersten Vorwürfe machten. vorstand die Antwort zu Theil wurde:" Sind Sie zufrieden, weibliche in Blankenburg an der Berlin- Stettiner Bahn ebenfalls Nach dem Ausspruch der Aerzte läßt sich vorläufig gar nicht abdaß Sie überhaupt mitkommen!" Da die Polizeibehörde streng ein städtisches Haus, welches dem Rittergutsbefizer ehemals als sehen, ob das Kind jemals wieder gesund und seine volle Sehkraft darauf achtet, daß bei Privatbahnen und auch bei der Pferde Wohngebäude diente, zu diesem Zwecke hergerichtet auorden. Das auf dem erkrankten Auge wiedererlangen wird. Gegen die bahn nur die vorgeschriebene Zahl von Passagieren befördert Aufnahmebureau für männliche und weibliche Personen, welche sympathische Rathgeberin soll Anzeige erstattet werden. wird, und da nicht anzunehmen ist, daß die königlichen Be- in den Heimstätten für Genesende Unterkunft finden wollen, behörden selbst die bekannten Bestimmungen des Betriebs- Regle- findet sich in Berlin, Klosterstraße 68, eine Treppe. Dort werden ments, also ein Gesetz, verletzen werden, hat der Verein seinen unentgeltliche Antragsformulare für die Aufnahme ausgefolgt; in Bollensdorf( Kreis Niederbarnim) durch Blitzschlag ausVorstand beauftragt, beim königlichen Polizeipräsidium und einem derartigen Antrage ist aber unter allen Umständen ein der königlichen Eisenbahnverwaltung beziehungsweise ärztliches Attest aus dem Krankenhause, welches die Krankheitsdem Eisenbahnminister in geziemender Weise anzufragen, geschichte des Patienten enthält, beizufügen. Epileptiker, Syphilis ob außer dem Betriebsreglement für die königlichen frante, Schwindsüchtige und Alkoholiter sind von der Aufnahme Staatsbahnen, insbesondere die Stadtbahn, eine noch in diese Anstalten allerdings ausgeschlossen. nicht publizirte Sonderbestimmung existirt, wonach diesen Bahnen an verkehrsreichen Tagen eine derartige Ueberfüllung der Koupees gestattet ist, und ob diesem schreienden Mißstande nicht durch einen vermehrten Betrieb abgeholfen werden könne. Herr Dr. Engel machte übrigens bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam, daß der neue Eisenbahn- Minister Thielen bereits den Bau von zweihundert neuen Waggons und sechzig neuen Lokomotiven für bie Stadtbahn angeordnet habe. Das Publikum möge aber auch seinerseits nun den Minister auf vorhandene Uebelstände auf merksam machen, denn bei der ungeheuren Arbeitslast eines Eisenbahn- Ministers sei es unmöglich, daß dieser von selbst allen Mißständen sein Augenmerk zuwenden könne. bei Sehnsucht nach den Ferienkolonien. Die Furcht, Soldat zu werden, hat einen jungen Mann zum Selbstmord getrieben. Bei dem Friseur Preuß in der Kreuzbergstraße war seit etwa zwei Jahren der 21 Jahre alte Gehilfe Richard Thiede aus Kyritz in Stellung. Im vergangenen Jahr war er bei der Musterung auf ein Jahr zurückgestellt worden. Als er am lekten Dienstag sich wiederum stellen mußte, äußerte er:„ Wenn ich Soldat spielen muß, dann hänge ich mich auf!" Thiede wurde ausgehoben und sollte am 19. August d. J. in Wittenberg eingestellt werden. Nun hat er den Entschluß, sich das Leben zu nehmen, vorgestern Vormittag zur Ausführung gebracht. In seiner hinter dem Geschäftslotal liegenden Kammer band er eine eine an einen Spiegelhaken und legte sich dann, mit der Schlinge um den Hals, in tniender Stellung vor seine Bettstelle. Als Frau Preuß nach einiger Zeit den Raum betrat, fand sie ihn bereits todt vor. Mit Gefahr für sein eigenes Leben hat bei dem kürzlich gebrochenen großen Feuer der daselbst wohnhafte Zimmermann Boigt drei Kinder vom Erstickungstode gerettet. Ueber den Vorgang wird uns Folgendes berichtet: Voigt drang, ohne an die Rettung seiner eigenen Sachen zu denken, mit Zodesverachtung in das brennende Gebäude der auf dem Felde beschäftigten Rubenz'schen Eheleute, deren drei Kinder sich in verschlossener Stube befanden. Als es ihm nach vieler Mühe gelungen war, die dem Erstickungstode nahen Kinder zu retten, unternahm er, trotz der erlittenen Brandwunden, Wiederbelebungsversuche, die nach Verlauf einer Stunde von Erfolg gekrönt waren. Voigt ist leider infolge der Strapazen so ernstlich erkrankt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Die Prekkohlenbrände nehmen in diesem Sommer einen ziemlich breiten Raum auf dem Arbeitsplan der Feuerwehr ein; infolge der großen Size und der darauf folgenden Niederschläge entzünden sich nämlich die Preßkohlen, deren Ablöschung regel Vornehme Rowdies. In der Nacht zum Donnerstag fuhr der Fuhrherr R. mit seiner Droschke, in welcher sich eine Dame befand, die Albrechtstraße entlang. An der Ecke der Marienstraße standen zwei Herren auf dem Fahrdamm, von denen der eine dem Kutscher zurief:" Sie Lümmel, können Sie nicht anhalten, Zu einer unerträglichen Belästigung werden alljährlich um wenn Männer auf dem Damm stehen?" während der andere mit den Beginn der heißen Tage die Vorrichtungen zum Asphalt feinem feulenartigen Stock einen wuchtigen Hieb nach der Inſaſſin kochen in den Straßen der Stadt. Sei es, daß neues Stein: des Wagens führte, ohne dieselbe jedoch zu treffen. Auf den pflaster in den Fugen mit Asphalt auszugießen ist, sei es, daß lauten Hilferuf der Bedrohten, der bekannten Sängerin Fräulein einige Quadratfuß alter Asphaltfläche reparirt werden müssen, Ella G., sprang nun der Fuhrherr K. vom Bock, um die Attentäter überall in den Straßen sieht man die qualmenden Kessel stehen Das leidige Bootschaukeln hat am Freitag wieder einem festzuhalten. Beim Herantreten an dieselben wurde er jedoch von und auf weite Entfernung verspürt man den Rauch und den jungen Mann has Leben gekostet. Der 18jährige Sohn des an den Wegelagerern derartig mit Stockhieben traktirt, daß er ernstdurchdringenden, scharfen Geruch, den der siedende Asphalt ver- der Röpnicker Chaussee wohnenden Baggermeisters K. suhr Nachliche Verlegungen erlitten hat. Die beiden Rowdies ergriffen breitet. Die glühende Mittagssonne brennt auf den Rauch und mittags mit dem seinem Vater gehörigen Spitzboot von der Werft sodann die Flucht, wurden jedoch am Schiffbauerdamm mit Hilfe auf den Dunst hernieder und treibt ihn in die an der großen Krampe über den Rummelsburger See, um vom zweier Arbeiter eingeholt und zur Wache gebracht, wo sie sich Häuser und jedes offene Fenster. Tage lang stehen entgegengesetzten Ufer eine kleine Ladung Hohlsteine abzuholen. als die Studenten der Philosophie U. und S. entpuppten. Die Diese kochenden Refsel und nöthigen die Bewohner ganzer Als er die Mitte des Sees erreicht hatte, tam von der Stralauer Angelegenheit ist der Staatsanwaltschaft angezeigt worden. Straßenreihen, die Fenster auch bei der größten Hige gefchloffen Seite ein Schleppdampfer gefahren und um das ihm gepriesene zu halten. Reizbare Personen, namentlich Frauen und Kinder Vergnügen des Schaukelns einmal selbst durchzumachen, fuhr der werden von Hustenanfällen geplagt, die Ladeninhaber müssen ihre junge Mann, der an und für sich schon des Ruderns wenig Thüren schließen und die ausgestellten Waaren fortbringen, denn fundig war, mit seinem Boot von der Seite dem Dampfer enteine beständige dichte Rauchwolke dringt durch Thüren und gegen. Anstatt aber auf die Wellen zu fahren, gerieth er mit Fenster ein. Die heiße Jahreszeit muß ja zu solchen Arbeiten seinem Boot seitwärts in dieselben, so daß das kleine Boot im mäßig mit großen Schwierigkeiten verbunden ist, da jedesmal gewählt werden, weil der Asphaltbelag auf feuchtem Unter- nächsten Augenblicke umlag. Der junge Mann wurde fopfüber eine Umpackung des gesammten Vorraths erforderlich ist. Auch grunde nicht haftet; aber es können doch wohl mit Recht Vor- ins Wasser geschleudert und verschwand sofort in den Wellen. in der letzten Nacht ist wieder ein Preßkohlenbrand zum Ausfehrungen verlangt werden, welche eine tage- und wochenlange Troßdem der Dampfer augenblicklich stoppte und der Steuermann bruch gekommen; die Feuerwehr wurde um 4 Uhr 28 Minuten Rauchbelästigung ganzer Stadtviertel verhindern, wie sie kürzlich desselben dem Verunglückten nachsprang, vermochte er denselben nach dem Kohlenbahnhof Wedding entboten, wo größere Lagerbeispielsweise in der Kurstraße und am Kottbuser Thor stattgefunden nicht zu retten, so daß K. seinen Tod in den Wellen fand. Die stapel in Flammen standen. Dieselben mußten vollständig umhaben. Thatsächlich haben einige der Asphaltfirmen sehr zweck- Leiche ist noch nicht gefunden. gepackt werden, um die völlige Erstickung des Feuers zu er mäßige Einrichtungen getroffen, um das zur Ausführung einer möglichen. Arbeit nöthige Quantum Asphalt im flüssigen Zustande an den Abermals ein Opfer der ,, Sympathiekuren". Die sechsOrt, wo es gebraucht werden soll, zu bringen. An anderen jährige Tochter einer in der Pofenerstraße wohnenden Familie Kn. Orten sieht man dagegen wegen einer unbedeutenden Reparatur hatte sich vor einiger Zeit beim Spielen eine kleine Verlegung des Bürgersteiges mehrere Tage hintereinander einen der großen am linken Auge zugezogen. Von Seiten der Mutter wurde zwar Reffel qualmen. Bauverständige halten es für keine Schwierig wenig Gewicht darauf gelegt; es stellte sich aber bald darauf eine Im Besitze einer berüchtigten Taschendiebin, welche am teit, das Abzugsrohr eines solchen Kessels, wenn dieser auf den Entzündung der Iris ein, so daß das Kind fortwährend über 2. d. M. bei der That ergriffen ist, sind, wie uns die KriminalHof Desjenigen gestellt wird, für den die Reparatur erfolgt, in Jucken und Brennen am Auge flagte und so lange an demselben polizei mittheilt, zwei Portemonnaies vorgefunden worden, die die Rauchleitung des Hauses zu führen und so die unerträgliche rieb, bis es fast ganz unterlaufen und angeschwollen war. Anstatt augenscheinlich aus Taschendiebstählen herrühren. Das eine PorBelästigung der Anwohner zu beseitigen. Auch bei Straßen- mit dem Kinde zu einem Augenarzt oder nach der Klinik zu gehen, temonnaie besteht aus braunem Leder, hat viereckigen, weißen asphaltirungen könnte auf eine derartige Unterstützung der begab sich die Mutter zu einer in der Nähe wohnenden Jugend- Metallbügel, vier Fächer, Knopfverschluß. Das andere ist ein = Beim Baden ertrunken ist im Finow- Kanal am Donnerstag Nachmittag der in Oranienburg wohnhafte 15jährige taubstumme Tischler- Lehrling Destmann. Kranze. Wir finden Ein guter Freund, finden in ihm einen politischen In Königs Namen habt Ihr Recht gesprochen Rückblick auf die Zeit vom 1. Mai 1890 bis 15. Mai 1891, Und mich umstrickt mit des Gesetzes Net; der alle Jahre in erneutem Gewande erscheint, macht auch ferner einen Auszug aus dem Invaliditäts- und Alters- Drum keine Gnade, was Gesetz verbrochen, jegt wieder seine Reise durch die Welt. Der ,, Neue Welt versicherungs Gesetz nebst einer Uebersicht über die Organi- Begang'nes Unrecht fühne das Gesetz!" Kalender für 1892 ist erschienen. Der Kalender hat un- sation und die Schiedsgerichte der Versicherungsanstalten, Mögen auch diese Verse helfen, dem Verlangen des gefährdet die Zeit des Sozialistengesetzes überwunden und die Resultate der Volkszählung vom 1. Dezember 1890, Volts nach einer Sühne für im Namen des Rechts betritt mit diesem 16. Jahrgang in gleicher Frische und mit insbesondere in Beziehung auf die einzelnen Groß- und gangene Frrthümer fräftigeren Nachdruck zu geben. altgewohnter Reife vor uns. Aeußerlich zeigt er dieselben Mittelstätte. Max Schipel hat einen gerade gegen- Noch mancherlei könnten wir aus dem reichen Juhalte Vorzüge wie früher, die Illustrationen sind sauber und wärtig unter dem Segen der künstlichen Brotvertheuerung des Kalenders mittheilen; aber schon dieses dürre, und tunstvoll ausgeführt. Auch der innere Gehalt des Kalenders recht werthvollen Beitrag zur Statistik der deutschen Land- noch lückenhafte Inhaltsverzeichniß wird einen hinreichend verträgt vollauf den Vergleich mit seinen Vorgängern. wirthschaft, der Vertheilung des Grund und Bodens und starken Antrieb zur Anschaffung und Verbreitung des Der Kalender spielt in der Lektüre der Volksmassen der Ernte Erträge gebracht. Karl Raut 3fy entwirftenen Welt- Kalenders" sein. eine, wenn nicht die Hauptrolle. Nun fehlt es wahrlich in der Abhandlung„ Die Bergarbeiter einst und jetzt" ein Wenn wir zum Schluß noch der Mitwirkung Max soziales Bild. Der Förderung wissen- Segel's an dem Kalender gedenken, so geschieht es nicht, und elegant ausgestattet und bieten eine Fülle des Lese- schaftlicher Weltbetrachtung dient ein mit Illustrationen ver- um ein Bergeffen nachzuholen, wir haben ihn uns vielmehr stoffes. Aber welche Rolle spielt in diesen Kalendern das sehener Aufsatz:" Die Erde als Morgen- und Abendstern absichtlich zum Schluß aufbewahrt. Der frohmuthige und Volk? Im besten Falle ist es der gute alte Michel, dem des Mars."" Der Tuberkelbazillus und das Koch'sche Heilmittel" kampfesfrische Dichter und Humorist hat neben seinen Beiman von oben herab einbrodt, was es auszufressen hat. finden eine fachliche Darstellung und Erörterung. Der Kalender trägen zum humoristischen Theil(" Fliegende Blätter") das Ob der„ Boltskalender" konservative oder freifinnige Tendenz bringt ferner die Biographien und Porträts zweier im ver- Begrüßungsgedicht Im Kreislauf des Jahres" geliefert. hat, macht kaum einen Unterschied, denn auch der frei flossenen Jahre verstorbener Vorkämpfer des Proletariats, Im Namen des Gesetzes" liefert ein Bild aus der sozia finnige Kalendermacher verdünnt und verwässert den Brei, der internationalen Sozialdemokratie- Moritz Ritting liftengefeßlichen Zeit der Ausweisungen; zu dem Gedichte ist scheidet die kräftigeren Bestandtheile aus, thut allerlei hausen und Cäsar de Paepe. eine sprechende Zeichnung gegeben. Wie in früheren JahrSyrup und Salbei daran, läßt ihn noch durch Die Theilung zwischen dem bildenden und unterhaltenden gängen fehlt auch in diesem nicht eine humoristische Erzählung eine Menge Filter Laufen, bis er glaubt, daß Theil des Kalenders ist nicht in der Weise vollzogen, daß von May Regel, die uns unseren Dichter auch von der Seite der Brei unschädlich sei. Nicht etwa unschädlich sie einen ausschließenden Gegensatz bilden. Die Erzählung seines liebevollen Gemüths zeigte. Ein harter, beschränkter für das Volk, dem der Brei vorgesezt wird, nein, für die" Pilatu 3" von F. Wichmann führt uns in moderne Kopf von Meister, eine hübsche Meisterstochter und ein Roche, die ihn zubereiten, denn konservative wie liberale foziale Konflikte, die der Novellist geschickt und spannend zu jugendlicher Gefelle und Streitführer was soll da schließ Köche haben vor Allem die Fürsorge zu treffen, daß das entfalten weiß. Eine fesselnde und stimmungsvolle Novelle lich der Meister thun, wenn die Beiden sich verlieben und Volk durch die Nahrung nicht so gekräftigt werde, daß es hat für den Kalender Clara Reicher in ihrer Antje, und sich gegen ihn verbinden? ihrer Aufpäppelung entwachse. eine Helgoländer Geschichte" geliefert. Von ergreifender Der Kalender ist reich mit Illustrationen versehen; als Ein Volks Kalender im wahren Sinne des Wortes, Tragit ist ein Gedichts- Cyklus Unschuldig verurtheilt", besondere Beilage ist ihm noch ein Wandkalender und ein ein Kalender, der das Volk in seinen Bedürfnissen und von Wilhelm Hong. Der Dichter schildert das Schicksal eines farbiges Bild beigegeben. seinen Bestrebungen im Auge hat, ein Kalender, der im unschuldig Verurtheilten, dessen Unschuld nach langjähriger Volte selbst seine lebende Wurzel hat, wird uns im ,, Neue Zuchthaushaft erkannt wird, der inzwischen aber Haus und Welt Kalender" geboten; er ist daher auch berufen, der Heerd verloren hat und mit seinen Kindern nun den BettelHausfreund jedes Arbeiterheims zu werden. Neben dem stab ergreifen kann. Der seine Unschuld erkennende Richter Kalendarium, dem Marktverzeichniß, Post- und Telegraphen- weist ihn an die Gnade und Huld des Landesfürsten, aber tarif, bringt er eine Anzahl lehrreicher und unter- der Märtyrer der Justizunfehlbarkeit schleudert ihm die Worte haltender, ernster und scherzhafter Artikel in reichem entgegen: " 11 Wir können mit gutem Gewissen dem Kalender zu seinem Rundlauf in der deutschen Proletarierwelt unsere Empfehlung auf den Weg geben. Möge der„ Neue WeltKalender" wie bisher so auch in Zukunft ein treuer Begleiter des arbeitenden und kämpfenden Volkes sein! O brannledernes Klapp Portemonnaie mit drei einfachen und zwei der Ansicht, daß fie nur insoweit ihren Ansprüchen| finden können, wegen übermäßig langer Arbeitszeit meist nicht verdeckten Goldfächern. Bemerkt wird, daß die Diebin auf den entsagt haben, als diese aus den damaligen Lieferungen besuchen können. Von den pockenkranken Kindern der Nufsen sind bisher drei gestorben. Die Todesfälle sind aber, wie versichert wird, weniger auf die Pocken, als auf eine unglaubliche Vernachlässigung der Kinder zurückzuführen. Märkten im Norden der Stadt gestohlen hat.- Rekognoszenten für die Schulz'schen Bauten und die daraus ent- Deshalb appelliren wir hiermit an das Solidaritätsgefühl zu den beschriebenen Portemonnaies wollen sich Vormittags zwischen standenen laufenden Wechsel herstammen. Schulz behauptet da aller Arbeiter, aller Mitstreiter im Emanzipationstampfe des 8-1 Uhr im Polizeipräsidium, Kriminal- Abtheilung, Eingang gegen, daß der Revers auch auf die Hypothekenforderungen Be- Proletariats. Arbeiter, versäumt es nicht, Guch das neue von der Stadtbahn, Portal V, Bimmer 97 einfinden. zug hätte. Hierüber ist es zu einem umfangreichen Prozeß ge- grüne, mit dem Nationale des Inhabers ver kommen, bei dem der Angeklagte Blasig als Rathgeber desehene Erkennungszeichen in jedem zweifelSchulz auftrat. Zu denjenigen, welche derzeit bei dem Abkommen haften Falle vorzeigen zu lassen. mit Schulz betheiligt waren, gehörte auch der Töpfermeister Zum Schluß ersuchen wir Euch dann noch, beim Miethen Sennig. Blasig soll versucht haben, ihn für Schulz zu gewinnen, von Sälen zu Verfammlungen und Festlichkeiten nach Möglich wenn er, Hennig, vernommen würde, so solle er sagen, er sei ein feit dahin zu wirken, daß die nöthigen Hilfskräfte unserem für Annenalter Mann und könne sich der Art der Abmachung nicht mehr Arbeitnehmer und-geber kostenlosen Arbeitsnachweis erinnern. Schulz gewinne dann den Prozeß und würde sich gegen straße 14, Telephon- Ant 9 Nr. 1116, Berlin S- entnommen Hennig dankbar beweisen. Der Lettere gab seine Ausgabe im werden. Sinne der Anklage ab. Während der Staatsanwalt aus der BeMit sozialdemokratischem Gruß weisaufnahme die Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten des Vereins Berliner Gastwirthsgehilfen. gewann und gegen denselben eine Zuchthausstrafe von Gia partieller Maurerausstand brach am Sonnabend einem Jahre und 6 Monaten beantragte, focht der VerAschersleben. Achtung, Former! Infolge der AusVormittag auf dem Neubau in der Holzmarktstraße aus. Der theidiger, Rechtsanwalt Dr. Hans Hoffmann, die GlaubBauführer hatte angeordnet, daß alle Viktualien, welche von den würdigkeit des Zeugen Hennig an und plaidirte für Frei- sperrung der Former der Firma Siedersleben in Bernburg verauf dem Bau beschäftigten Arbeitern durch Vermittelung der sprechung. Der Gerichtshof erachtete zunächst für erwiesen, daß ſuchten die Herren Biemer u. Jakobi, Inhaber der MaschinenLehrlinge gekauft wurden, von lehteren von einem bestimmten der Revers fich nicht auf die Hypothekenschulden bezogen habe. fabrik 2. W. Schröder in Aschersleben, uns zu veranlassen, die Restaurateur in der Nähe des Baues entnommen werden mußten. Es wurde auch der Angeklagte Blasig der Anstistung zum Mein bei der Firma Siedersleben verpflichtete Arbeit anzufertigen. Da wir uns dessen beharrlich weigerten, wurden wir entlassen. Wir Wer von den Bau- Arbeitern mit dieser Anordnung nicht zufrieden eide für schuldig erachtet und zu zwei Jahren Zuchthaus bitten, den Zuzug von Formern nach Aschersleben nach Kräften sei, könne mit der Arbeit aufhören. Hierauf legten sämmtliche und vierjährigem Ehrverlust verurtheilt. Bau- Arbeiter die Arbeit nieder. Bedeutendes Aufsehen erregt die am Freitag Nachmittag erfolgte Verhaftung des Lehrers.... von der Viktoriaschule. Der Verhaftete, welcher verheirathet ist, wird in mehrfachen Fällen beschuldigt, mit den ihm anvertrauten Schülerinnen unfittliche Handlungen vorgenommen zu haben. Arbeiter- Bildungsschule. Die Schüler der Südschule ( Hagelsbergerstr. 48) werden darauf aufmerksam gemacht, daß von dieser Woche an im Lehrplan folgende Veränderungen in Kraft treten. Fortan wird gelehrt: Auf unserer Redaktion sind zehn Krankenkassenmarken der Formstecher und verwandten Berufsgenossen abgegeben worden. Der Verlierer kann dieselben in Enipfang nehmen. Polizei- Bericht. Am 3. d. M. Morgens wurde im Span bauer Schifffahrtskanal, nahe dem Petroleum- Lagerhofe, die Leiche einer unbekannten, etwa 25jährigen Frauensperson angeschwemmt. Im Laufe des Tages und am darauffolgenden Tage fanden drei Brände statt. gar Gerichts- Beitung. " Arbeiterbewegung. tommentirt: " 1 " fern zu halten. Der Vorstand Die Former der Firma L. W. Schröder. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Versammlungen. Die am 8. Jult im Feenpalast versammelten Sozialdemokraten Berlins erblicken in der Solidarität der klassenbewußten Arbeiter aller Länder eine vortreffliche und unentbehrliche Waffe zur Befreiung der Arbeiterklasse aus politischer und ökonomischer Knechtschaft; sie beschließen daher, den diesjährigen internationalen Arbeiterkongreß zu Brüssel zu beschicken. Der oder die gewählten Delegirten haben die Berliner Genossen auf dem Brüsseler Kongreß entsprechend den Parteigrundsäßen und nach Maßgabe der seither innegehaltenen Parteitaktik zu vertreten. Insbesondere haben sie dafür einzutreten, daß der Maifeiertag als parlamentarischer Fest- und Protesttag beibehalten werde; in der Festsetzung des Tages und der Art der Feier ist aber den einzelnen Nationen unter Berücksichtigung der wirthschaftlichen Verhältnisse, der geschichtlichen Entwickelung und der Landesgesetzgebung freie Hand zu lassen, Geschichte am Dienstag und Freitag, Abends Eine offizielle Nachricht über die Beendigung 81/ 2-101/ 2 Uhr. Rechnen und Rechtschreiben am bes Streits der Heizer und Kohlenzieher in Mittwoch, Abends 81,2-101/ 2 Uhr. Nationalökonomie Bremerhaven liegt noch nicht vor. Die Lohnkommission hat am Sonnabend, Abends 81/ 2-101/ 2 Uhr. eine solche noch nicht veröffentlicht. Andererseits wird die NachEine öffentliche Versammlung der Berliner Sozialdemo richt vom Ende des Streits von dem in Geestemünde erscheinen- fraten behufs Stellungnahme zur Beschickung des Brüsseler ArDen Parteiorgan, der" Nordd. Volksstimme", folgendermaßen beiterkongresses fand Freitag Abend im Feenpalast statt; das Bureau der circa 1000 Personen starken Versammlung bildeten Der Streit der Heizer und Kohlenzieher ist nach fast sechs- die Genossen Zubeil, Täterow und Börner. Wir geben heute wöchentlicher Dauer beendet. Nach der Weserztg." wurden von ein kurzes Resumé und werden in nächster Nummer des Ausder Lohnkommission sämmtliche Forderungen zurückgezogen, wo- führlicheren über die Bersammlung berichten. Das Referat hatte gegen sich der Lloyd herbeigelassen habe, in Bezug auf die Ab- Genosse Fischer übernommen, der in längerer Ausführung, von musterung und die Seemannskasse einige Konzessionen zu machen. dem Gedanken der internationalen Solidarität ausgehend, die Wir wissen zwar nicht, ob dem so ist, glauben aber, daß der Gründe erörterte, die eine Beschickung des Kongresses für die Korrespondent der Weser- Zeitung", der jedenfalls beim deutsche Sozialdemokratie zur Pflicht machen. Er besprach die Lloyd in Bremen zu suchen ist, sich zu sehr von seinen Inter- drei Punkte, die auf der vorläufigen Tagesordnung stehen. essen hat leiten lassen, statt der Wahrheit die Ehre zu geben. Während über die Stellung des Proletariats zum Militarismus, Daß wir in diesem Punkte Recht haben, beweisen schon zu dem Vereinsrecht, zu Streits und Boykotts und Genossenschaftsder Bericht über das Ende des Heizerstreits in der hier er- wesen innerhalb der Partei kaum eine Meinungsverschiedenheit Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte heute die scheinenden Provinzialzeitung", wonach der Lloyd sich verpflichtet obwalten werde, dürfte eine solche vielleicht in der Frage zu hat, Maßregelungen der Streifenden und Deserteure nicht vor Tage treten, wie die Pariser Kongreßbeschlüsse bezüglich der II. Strafkammer hiesigen Landgerichts I eine Anllage wegen zunehmen, und weiter auch die Schlichtung kleinerer Streitig internationalen Arbeiterschuß- Gesetzgebung durch gemeinsame Aktion Majestätsbeleidigung, welche insofern ein allgemeineres feiten von Seiten der Verwaltung zusichert. Freilich ist betreffs der Arbeiterschaft ihrer allgemeinen Verwirklichung näher gebracht Intereffe beansprucht, als sie sich nicht nur gegen den Verfasser der Maßregelung den Deserteuren ein Schnippchen geschlagen werden können, namentlich betreffs der Maifeier. Redner enteines strafbaren Artikels, sondern auch gegen den Verleger worden, indem sie bei der Anmusterung verhaftet oder mit wickelt des Längeren die Gründe, welche die deutschen Arbeiter richtete, welcher seine Thätigkeit nur auf die Korrektur und den Strafen belegt wurden. Die Herren vom Aloyd erklären nun, bestimmen müßten, nicht an der Feier des 1. Mai festzuhalten, Bertrieb der betr. Zeitschrift, welche den Artikel veröffentlichte, daß diese Strafanträge schon vor der Einigung gestellt und nun, sondern eine Regelung herbeizuführen, die den einzelnen Stationen beschränkte. Die Anlage richtete sich gegen den Schriftsteller da die Staatsanwaltschaft sie in Händen habe, nicht mehr zurück- freie Hand belaffe. In diesen Ausführungen wird Redner, Dr. Erwin Bauer, den Herausgeber der Zeitschrift Das auziehen sind. Höchstens könne der Lloyd um milde Anwendung namentlich bei dem Hinweise auf die Berliner Feier des 1. Mai zwanzigste Jahrhundert" und den Verleger der ber Gesegesvorschriften bitten( 3). Nun ja, das ist doch wiederholt durch Lärm und Zwischenrufe seitens einer Gruppe legteren, Buchhändler Sans Lüstenöder. Die Bertheidi- etwas." inmitten des Saales unterbrochen, der Beifall, mit dem die gung führt Rechtsanwalt Dr. Harmening- Jena. Die Man bleibt hiernach, bemerkt dazu das Hamburger Echo", Burückweisung dieser Unterbrechungen begleitet wurde, zeigte aber, Majestätsbeleidigung wird in einem Aufsatz im fünften Hefte über den Ausfall des Streits gerade so im Untlaren, wie vordem. Daß die Versammlung in überwältigender Mehrheit den Standdes ersten Jahrganges dieser Monatshefte gefunden. In Die fapitalistische Presse wußte schon am 1. d. von der Beendi- punkt des Redners theilte, der zum Schluß folgende Resolution einem Abschnitt, welcher die Ueberschrift" Ein wenig Kanne- gung des Streits und über die Abmachungen der Lohnkommission zur Annahme empfahl: gießerei" trägt, unterhält sich ein als Herr Lehmann" auf mit der Direktion des Lloyd" zu berichten, die Arbeiterpresse betretender Kannegießer über das innere Tohuwabohu"; er geißelt findet sich in vollständiger Unkenntniß. Das Verhalten der Lohndie Art und Weise, wie der Graf v. Waldersee seines Amtes als tommission, die, wenn sie Geld brauchte und lange Aufrufe zu Chef des großen Generalstabes, zu welchem er vom alten Molite veröffentlichen hatte, die Arbeiterpresse sehr gut finden konnte, felbst herangezogen worden, verlustig gegangen und von Berlin jetzt aber es nicht der Mühe werth hält, derselben über den Stand entfernt worden fei. Herr Lehmann tadelt die Art und Weise, des Streits Mittheilung zukommen zu lassen, muß aufs Schärfste wie diese Entlassung vor sich gegangen, in einer nach Ansicht gerügt werden. Wenn man so nachlässig um feinen schärferen des Staatsanwalts strafbaren Parallele mit russischen Ge- Ausdruck zu gebrauchen in Bezug auf Unterrichtung der pflogenheiten und kommt zu dem Schlusse, daß Charaktere Arbeiterpresse ist, darf man sich nicht wundern, wenn mitunter in Berlin nicht mehr am Plaze seien und sich den Fällen" Bis- falsche, von der kapitalistischen Presse tolportirte Nachrichten über marck, Liebenau, Scholz, Stöcker nun auch der Fall Waldersee" Streits und Aussperrungen auch in der Arbeiterpresse Verbreiangeschloffen habe. In einem anderen Artikel deffelben Heftes tung finden. wird die Geschichte vom Kaiser Justinian erzählt, welcher sich Die Beendigung des Streiks soll in einer Versammlung der feines Berathers Belifar, der einst Byzanz groß und mächtig Heizer und Kohlenzieher am 30. Juni cr. verkündet worden sein. gemacht, aus Furcht vor der allzugroßen Macht desselben ent- Bir müssen unsere Verwunderung aussprechen, daß unser Geesteledigt habe. Gleich nach Feststellung der Personalien bean- münder Partei- Organ, die" Norddeutsche Volksstimme", die doch tragte der Staatsanwalt den Ausschluß der Oeffentlichkeit; in erster Reihe unterrichtet sein sollte, davon kein SterbensRechtsanwalt Dr. Harmening widersprach diesem Antrage, weil wörtchen mittheilt? Wir müssen ganz entschieden verlangen, daß nicht abzusehen sei, daß durch die Deffentlich die Leiter von Aussperrungen und Streits besser ihrer Pflicht in keit der Verhandlung die öffentliche Ordnung irgend Bezug auf Unterrichtung der Arbeiterpresse genügen. Wir haben In der Diskussion sprachen sich die Genossen Peus und wie gefährdet werden könnte, der Gerichtshof entsprach schon mehrfach Veranlassung gehabt, eine grenzenlose Nachlässig- Stadthagen im Sinne des Referenten aus, während die jedoch dem Antrage des Staatsanwalts. Nach Berlesung der teit in dieser Hinsicht zu beklagen."-Genossen 28iesemann, Werner, Goldberg und betreffenden Artikel beantragte der Staatsanwalt gegen Ohne uns der Ausführungen des„ Echo's", insoweit sie auf führungen namentlich Werner's veranlaßten Bebel zu einer Biester einen entgegengesetzten Standpunkt vertraten. Die AusDr. Bauer 6 Monate, gegen 2üsten öder 4 Monate Festungshaft. Rechtsanwalt Dr. Harmening beantragte den vorliegenden Streit der Heizer und Trimmer Bezug haben längeren und scharfen Klarstellung der ganzen Frage des ParlaDagegen die Freisprechung der beiden Angeklagten, namentlich des anzuschließen, was wir ohne näheren Einblick in die Verhältnisse mentarismus und der Stellung einzelner sog.„ radikalen" Geaweiten Angeklagten, der nicht einmal herausbeber der betreffen- gar nicht können, fordern wir die erwähnte Lohnkommission auf, nossen gegenüber der Parteitaktit. den Zeitschrift sei, sondern nur der Verleger, der nur hier und schnellstens mitzutheilen, ob der Streit in einer Zusammenkunft Majorität angenommen, eine Gegenresolution mit eben solcher In der Abstimmung wurde die Resolution Fischer mit großer da Korrekturen gelesen, sonst aber an der Herstellung des Artikels keinen verantwortlichen Antheil gehabt habe. Der der Streifenden für beendet erklärt worden ist oder nicht. abgelehnt. Angeklagte Dr. Bauer machte noch darauf aufmerksam, 1 daß das 20. Jahrhundert" eine durchaus königstreue Tendenz verfolge und wenn er von diesem königstreuen Stuttgart. Die Bediensteten der Straßenbahn Standpunkte auch an manchen Regierungsaften eine abfällige fordern 80 M. Anfangsgehalt und regelmäßige Steigerung des Kritik üben müsse, so fehle ihm doch jede beleidigende Absicht. Lohnes nach der Zeitdauer der Beschäftigung, ferner alle 12 oder Der Gerichtshof sprach nach längerer Berathung den Angeklagten 18 Tage einen freien Tag und Anstellung einer Untersuchung, Lüftenöder frei, da er irgend eine verantwortliche Mitwirkung bevor Strafen festgesetzt werden. Die Direktion soll nichts bedesselben an der Herstellung des Artikels nicht für nachgewiesen willigen wollen; es wird daher ein Streik befürchtet. hielt. Was den Angeklagten Dr. Bauer betrifft, so hat der Gerichtshof denselben für schuldig befunden. Der Gerichtshof stellte sich dabei auf den Standpunkt, daß die politische Partei- ständig. stellung des Angeklagten dabei ganz gleichgiltig fein könne, abgesehen davon, daß die Bezeichnung„ tönigstreu" von so vielen in Anspruch genommen werde, daß man sie nicht als einen feststehenden Begriff betrachten kann. Es fönne auch nicht ins Gewicht fallen, daß der Kaiser für seine Handlungen unverantwortlich sei und die Minister die Verantwortlichkeit für seine Handlungen tragen. Hier handele es sich um einen Arbeiter Berlins und Umgegend! Att, für den nicht die Minister, sondern der Kaiser selbst die Hierdurch erlauben wir uns, bekannt zu machen, daß die von Verantwortung trägt, und wenn der Angeklagte den Aft der uns eingeführten Erkennungszeichen vom 1. Juli ab in Entlassung des Grafen Waldersee mit russischem Despotismus in grüner Farbe an unsere Mitglieder zur Ausgabe gelangen. Vergleich stelle, so sei damit ein Despot gemeint, der seine Hand- Da dieselben nur an solche Mitglieder verabfolgt werden, welche lungen nicht nach dem Wohle des Staates regelt, sondern sich ihre Beiträge pünktlich entrichteten, und da ferner versucht wird, von Willkür und Laune leiten läßt. Dies sei ehren tränkend. sich durch alte, verfallene Erkennungszeichen als Mitglied unseres Vereins auszuweisen, so richten wir die dringende Bitte an Euch, Der Gerichtshof ließ es jedoch bei der niedrigsten Strafe 2 Monate Festungshaft bewenden und erkannte auch von jedem Stellner, selbst wenn er Euch als Mitglied unseres auf Vernichtung der betr. Platten und Formen. Vereins bekannt war, Euch das neue grüne, mit dem Nationale des Inhabers versehene Er= Das Die Verhandlung gegen den Rentier Heinrich Otto tennungszeichen vorweisen zu lassen. Blasig, welcher der Verleitung zum Meineide beschuldigt ist, ge- alte tothe, das ältere gelbe und das älteste langte gestern vor der II. Strafkammer des Landgerichts I zum graue besigt nur noch derjenige, welcher seine Abschluß, nachdem der frühere Termin vertagt und der Ange- Vereinsverpflichtungen nicht erfüllte. Nur, wenn Ihr unserer Bitte entspricht, tönnen vielfach verflagte in Haft genommen worden war, da gerichtsseitig befürchtet wurde, daß Blasig den Sachverhalt verdunkeln würde. suchte Täuschungen seitens solcher Leute, welche in den zu Die Beschuldigung beruht im Wesentlichen auf die Aussage des Arbeiterversammlungen benuzten Lokalen serviren, verhütet Töpfermeisters Hennig. Der Bauunternehmer Schulz hat früher werden. Unsere auf dem Boden der allgemeinen Arbeitereinmal mit seinen Gläubigern affordiren müssen. Als Schulz bewegung stehende Organisation muß unter den schwierigsten später in bessere Verhältnisse tam, machte einer der Gläubiger Verhältnissen mit dem übermüthigen Unternehmerthume kämpfen, eine bedeutende Hypothekenforderung geltend, welche von Schulz außerordentliche Unkosten aufbringen und unsere Zeitung ist nur nicht anerkannt wurde, weil er sich auf das früher getroffene mit schweren Opfern lebensfähig zu erhalten. Abkommen berief, wonach die Gläubiger sich aller weiteren An- Wir bedürfen aber des Fachorgans als Rampfes- und AufSprüche begeben hatten. Der hierüber ausgestellte Revers wird von den flärungsmittel mehr denn jede andere Gewerkschaft, da unsere Parteien verschieden Die Gläubiger aufgefaßt. sind Berufsgenossen unsere Versammlungen, welche nur Nachts stattRed, des Vorwärts". Paris, 4. Juli. Heute sind die Leichenträger aus- Kandidaten auch Genosse Richard Baginski sich zur Annahme Soziale Uebersicht. Bei der Delegirtenwahl wurde beschlossen, einen Delegirten nach Brüssel zu entfenden. Vorgeschlagen wurden die Genossen Fischer, Geriſch, Baginski, Werner, Zubeil und Peus. Von Seite eines Vertreters der Minderheit wurde der Wunsch ausgedrückt, von der Wahl der Mitglieder des Parteivorstandes abzusehen, da ia ohnehin schon 3 Mitglieder nach Brüssel delegirt seien; sowohl Fischer wie Gerisch erklärten sich sofort bereit, diesen Wunsch entgegenzukommen. Als bei Anfrage an die vorgeschlagenen der Wahl bereit erklärte, machten Bebel wie Stadthagen darauf aufmerksam, daß Baginsti eigentlich die Wahl gar nicht annehmen könne, da er ja gerade den entgegengefeßten Standpunkt vertrete von dem, den die Versammlung als für den Dele girten maßgebend angenommen habe. Nach Ablehnung seitens Der Genossen Peus, Zubeil und Werner blieb als einziger Kandidat nur noch Richard Baginski, worauf R. Fischer, unter großer Unruhe der Minorität, sich zur Annahme der Wahl bereit erklärte. In der Abstimmung unterlag R. Baginski und wurde als Delegirter mit großer Mehrheit R. Fischer gewählt. * Mit Bezug auf diese Versammlung erhalten wir folgende Erflärung: „ Nach Ablehnung der Wahl zum Brüsseler Kongreß seitens der Genossen 3ubeil und Peus war die gestrige Versammlung, da bei der vorgerückten Stunde und bei der herrschenden Erregtheit eine Wiedereröffnung der Kandidatenliste und Stellung weiterer Vorschläge unmöglich war, in die Zwangslage gerathen, entweder resultatlos auseinander zu gehen oder einen Delegirten zu wählen, der ausdrücklich erklärt hatte, nicht im Sinne der gefaßten Beschlüsse wirten zu wollen. Angesichts dessen war meine Erklärung, die Wahl als Delegirter zum Brüffeler Kongreß anzunehmen, selbstverständlich. Um aber jeden Anschein der Beeinflussung seitens des Parteivorstandes oder einzelner Mitglieder desselben zu vermeiden, erkläre ich hiermit, von der Wahl zurückzutreten und haben damit die Berliner Genossen Gelegenheit, in einer zweiten Versammlung einen Genossen zu wählen, der Willens und in der Lage ist, sie ihren Beschlüssen entsprechend am Brüsseler Kongreß zu vertreten. Berlin, 4. Juli 1891, Richard Fischer. m be 8 at PL ta 8% ter hi Iu Bi to Fr M be 3500 OR SO EAR ku TE fu be F 116 re B fu ne 20 ftw PERFORCU CAD& to a 1. BOARD CASE FOR ft: ft e 2 9 Bon Seiten des mit der Einberufung betrauten Vertrauensmannes wird uns mitgetheilt, daß diese Versammlung im Laufe der nächsten Woche, wahrscheinlich am Donnerstag, stattfindet. Von Genosse A. Bebel ging uns weiter folgende Gr tlärung zu: * In der gestern im Feenpalast abgehaltenen Parteiversammlung wurde bei dem Bureau schriftlich die Frage eingereicht: ob ich der Verfasser des lehthin gegen eine Anzahl Berliner Genossen gerichteten Artikels in der Sächsischen Arbeiter- Zeitung" sei, der sich mit der Vollmar'schen Nede beschäftigte. Da durch den Schluß der Versammlung die Beant wortung jener Frage mir unmöglich war, so will ich auf diesem Wege den Fragestellern erklären, daß ich weder der Verfasser jenes Artikels bin, noch weiß, wer denselben verfaßt hat. Berlin, den 4. Juli 1891, 2. Bebel. Bartonbranche. Generalversammlung Dienstag, den 7. Juli, Abends 8% Uhr, bet Sager, Grüner Weg 29. Arbeiter- Gesangverein Nord". Montag, den 6. Juli, Abends 9 uhr, außerordentliche Monatssigung bei Gnadt, Brunnenstr. 38. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Mitglieder dringend nöthig. " " Sängerchor ber Chirurgischen Branche" Alte Schönhauserstr. 42 Rauchklub Deutscher Gefangverein Sarmonie", Meyerbeerstr. 9. Gesangverein Zonbie Lokomotive des Personenzuges und der Zokomotivführer hielt Roppenstr. 35 b. Keller. Blüthe", Görligerstr. 58, b. Toltsdorf. Männerchor, and in Sand", Gefangverein, yra 2", Charlottenburg, Stofmen an, um den Schaden zu beseitigen. Der Zug hatte dabei fast ftraße 3 bet Grischow. Gesangverein der Kupferschmiebe", acht Minuten stillgestanden, als der mit großer Geschwindigkeit Weinstraße 11, bet Feind. Gesangverein, Blüthe", Höchsteftraße 30.- fahrende Güterzug frachend in den Personenzug hineinfuhr. Die schwere Maschine fuhr durch den ersten Schlafwagen und zur b. Reimann. Norddeutsches Doppel- Quartett" Grüner Weg 20 bet Gold. Hälfte durch den zweiten. Der Dampfkessel der Lokomotive barst Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. und Wolken brühendheißen Dampfes ergossen sich ringsum. Sonntag: Bergnügungsverein Nord", bet Müller, Bafewalterftr. 8. Ginen Augenblick später gerieth alles Brennbare in Flammen Montag: Theaterverein ,, offnung", bei Schneider, Adalbertstr. 8. Bergnügungsverein ma t'glöc che n", s uhr, bet Wend, Köslinerstr. 17. und diejenigen Insassen der Schlafwagen, welche nicht sofort geTheaterverein„ Camilla", bet Schröder, Manteuffelstr. 9. Theaterverein tödtet waren, aber unter den Trümmern nicht hervorkommen " Stern", 9 Uhr bet Granz, Tempelhofer Ufer 15. mich e I", Grüner Weg 9. Theater- und Pantominenverein& ideler konnten, verbrannten bei lebendigem Leibe. Das Angstgeschrei Geist", bei Krebs, Ohmgasse Nr. 2. und die Hilferufe der Schlafwagen Passagiere riefen die Insassen der vorderen Waggons herbei, welche, obwohl erschüttert durch den Zusammenprall, sonst unverlegt waren. Die Trümmermaße brannte jedoch mit solcher Rapidität, daß sie so gut als nichts zur Rettung der brennenden Personen thun konnten. Die Flammen ergriffen auch einen Personenwagen, welcher bei dem Zusammenstoß zertrümmert war; die Insassen wurden größtentheils verlegt: es gelang jedoch, fie vor den Flammen zu retten. In der Asche der Schlafwagen fand man die verkohlten Leichname von München, 4. Juli. Die Generaldirektion der bayerischen Männern und Frauen. Die Zahl der Todten wird auf 19 bis Eisenbahnen theilt mit, daß bei der Entgleisung des auf der 25 angegeben, die der Verwundeten auf 10. Der LokomotivFahrt von Berlin nach München begriffenen Verführer des Güterzuges sagte aus, es sei ihm infolge der Nässe gnügungszuges in der Nähe von Eggolsheim eine der Schienen unmöglich gewesen, den Zug zum Stehen zu bringen. Perfon getödtet, sechs schwer und sechs leicht verletzt wurden. Die Als er erkannt habe, was sich ereignen würde, habe er den Hebel Ursache des Unglücks war vermuthlich eine Dammunterwaschung seiner Maschine umgedreht, sei mit dem Heizer von der Maschine infolge Wolkenbruchs. herabgesprungen und habe sich dabei einen schweren Schenkelbruch zugezogen. Vermischtes. Ueber das Eisenbahnunglück bei Eggolsheim liegen folgende Meldungen vor: Interessen- Verein der giftenmacher. Mitglieder- Versammlung Montag, den 6. Juli, im totale des Herrn Beyer, Alte Jakobftr. 83. Anfang 8% Uhr. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Koch über Liebesgaben. 2. Jn terne Vereinsangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Kollegenschaft Gemüthlichkeit, Berliner Barbier- und Friseur- GeBamberg, 4. Juli. Die Zugentgleisung zu Eggolsheim er hilfen. Versammlung Montag, den 6. Juli, Abends 10 Uhr, Restaurant Hohenzollern, Seydelstr. 30 part. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. folgte infolge von Schwellenhebung. Eine Dame ist todt, 7 Personen Gäste willkommen. Fachverein der in Buchbindereien und verw. Betrieben beschäftigten sind schwer, 12 Personen leicht verletzt. Die meisten Verletzten Arbeiter. Montag, den 6. Juli, Abends pünktlich 9 Uhr, Bersammlung bei brachte ein Sanitätszug ins Krankenhaus zu Bamberg. Hilfe Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Julius aus Forchheim, Erlangen, Bamberg war so rasch wie möglich Tütüber Frauenbefreiung". Ergänzungswahl der Arbeitsnachweis- kom zur Stelle. Durch Umstürzen der Wagen ist der Telegraph zermission. 3. Berschiedenes und Fragetaften. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 5. Juli, Abends 7% Uhr, Bersamm- stört. Das Zugpersonal ist unverletzt. Die todt gemeldete Dame Jung, Stommandantenstr. 79, Gratweils Bierhallen: Bortrag des Herrn ist Frau Dupont. Unter den Verletzten befinden sich, soweit bis Böliche über das Alter des Menschengeschlechts und die Anfänge der Kultur. jetzt bekannt, Frau Adelheid Schulze( Firma Bohemius), welche Hierauf gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäste, Damen und Herren willtommen. Freireligiöse Gemeinde. Heute Sonntag, den 5. Juli, von Nachmittags gramm. Beitrags- Duittung legitimirt. einen Knochenbruch erlitt. München, 4. Juli. Ueber die Eggolsheimer Gnt 3 Uhr an: Familienzufammensein in Westphal's Konzert- Garten zum Schwarzen gleisung werden folgende offizielle Mittheilungen gemacht: Bei Adler in Friedrichsberg, Frankfurter Chaussee 37( Dicht an Ringbahn- Station Friedrichsberg, für 10 Pf. vom Bahnhof Alexanderplay, vom Gesundbrunnen Ausfahrt aus dem Bahnhofe Eggolsheim entgleiste die zweite der und von Nixdorf zu erreichen). Großes Instrumental- Konzert. Auftreten der Abtheilung des Berliner Ferien- Extra zuges, Leipziger Sänger vom Kristallpalaſt. Die Kaffee- Küche ist geöffnet. Für welcher wegen seiner Länge in brei Theilen abgefertigt war. Mitglieder und deren Famitten Entree fret. Herren zahlen 10 Pf. für Pro- Der entgleiste Zug bestand aus neun Waggons, die Entgleisung wahlkreis. Generalversammlung Dienstag, den 7. Juli, Abends 8 Uhr, im Gine Person ist getödtet, sechs Personen sind schwer, sechs PerSozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- erfolgte vermuthlich infolge Unterspülung des Bahngeleises. Saale der Parlamentshallen, Landsbergerstr. 38. Tagesordnung: 1. Kassen bericht. 2. Was tönnen wir auf dem Boden der heutigen Gesellschaftsordnung sonen leicht verlegt. Aus Forchheim wurde früh Morgens ein erringen? Referent: Regierungsbaumeister a. D. Keßler. 3. Discussion. Hilfszug nach der Unglücksstätte entsendet. Der Bahnverkehr 4. Verschiedenes und Fragefasten. Sozialdemokratischer Wahlversin im 1. Berliner Reichstagswahl- und die Telegraphenleitungen sind unterbrochen, die Depeschen Versammlung am Mittwoch, den 8. Juli, Abends 8% uhr, in nach Berlin gehen über Nürnberg. Der Generaldirektor der Scheffer's Salon, Inselstr. 10. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen bayerischen Staatsbahnen hat sich nach Eggolsheim begeben. Th. Glocke über Rußland und seine sozialrevolutionäre Bewegung. Die National Zeitung" berichtet folgendermaßen über das tusston. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Zutritt für Jedermann. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich Unglück: kreis. 2. Dis Die Volksabstimmung mittelst Briefmarken. Zur Frage der Sonntagsruhe im öffentlichen Verkehrsdienste nimmt nun auch die Schweiz Stellung und thut dies in einer zweifellos originellen Weise. Es handelt sich zunächst darum, den Briefträgern die Sonntagsruhe in größerem Maße, jedoch im Einflange mit den Wünschen und Bedürfnissen des Publikums, zu gewähren. Um lettere zu erfahren, veranstaltet die eidgenössische Bostverwaltung ein Plebiszit mittelst Postmarken. Sie wird nämlich eigens gedruckte" Sonntagsmarken" ausgeben und jene Briefe, welche mit solchen Marken versehen sind und Sonnabends aufgegeben werden, nicht Sonntag, sondern erst am Montag zustellen lassen. Briefe mit gewöhnlichen Marken werden dagegen noch am Sonntag an ihre Adreſſe befördert. Die Postverwaltung will auf diese Weise das Publikum selbst eine Entscheidung treffen gegebenen Briefe wird dann die Erleichterung des Dienstes der lassen und je nach der Menge der mit Sonntagsmarken" aufBriefträger erfolgen. Literarisches. bei Genossen Salzwedel, Klosterstr. 88 und bei Erner, Fischerstr. 8. Daselbst Forchheim, 4. Juli, 9 Uhr Morgens. Der Extrazug BerlinDie letzte Nummer der Berliner Volks- Tribüne", Abons werden auch Mitglieder aufgenommen. tag, den 5. Juli, Nachmittags 4 Uhr, bei kenebel, Babstr. 58. Tages- find total zertrümmert, fechszehn entgleist. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer. Sonn- Reichenhall- Salzburg ist bei Eggolsheim entgleift. Sechs Wagen nementspreis für Berlin monatlich 50 Pf. pränumerando[ frei Eine Dame aus ins Haus]. Einzelne Nummer 15 f. Redaktion und Expedition ordnung: Christenthum und Sozialdemokratie. Referent: Herr Keßler. Ge- Magdeburg ist todt. Zahlreiche Verwundete. SO.( 26) Elifabeth- Ufer 55), enthält' in ihrer letzten Nummer fol= müthliches Beifammensein mit Tanz. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Die Berliner höheren Schulen schloffen am Freitag Mittag. gende Artikel: Politische Notizen.- Soziales aus den Bereinigten Verein Berliner Portiers und Berufsgenossen, gegründet 1885. Staaten. Das deutsche Proletariat und der Dreibund. Generalversammlung Montag, den 6. Jult, Abend 9 Uhr, bei Weigt, Mark In unmittelbarem Anschluß daran pflegt die Berlin- Anhalter Erwiderung auf die Einwände gegen meine Ausführungen über Bahn ihren großen Ferien- Extrazug nach München, Tyrol und dem Salzkammergut abzulassen. Der Andrang war in diesem das Bodenmonopol als Basis des Kapitalsmonopols. Die allgemeine Pension. Jahre ein so bedeutender, daß an Stelle der üblichen Zwei- umfang und Ausbeutungsrate. - Novelle. Beiträge zur theilung des Zuges eine Dreitheilung treten mußte. Von Berlin Produktion und Technik. reiſten im Ganzen rund 1200 Personen ab, darunter sehr viele deutschen Kultur- und Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts. Etwas vom Sparen. Unsere Zivilisation. Die königlich Frauen und Kinder. Die drei Züge gingen in Zwischenäumen Verschiedenes. grafenftr. 87. Gäste willkommen. Unterstühungabund der Hausdiener Barline. Große Mitglieder3. Gemüthliches Beisammensein und Tanz. Während der Versammlung können reiches Erscheinen wird gebeten. Gedicht. Bersammlung mit Damen am Dienstag, den 7. Juli cr., Abends& Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75, 1 Treppe. Tagesordnung: 1. Mittgeilungen. 2. Vortrag des Herrn Dr. Freudenthal über:„ Lungenkrankheiten". Distusfion. neue Mitglieder aufgenommen, Beiträge und Billets bezahlt werden. Um zahl: Versammlung am Montag, den 6. Juli cr., Abend% 9 Uhr, im Vereinslokal. für Lindau Kufstein, der zweite mit den Reisenden bis Ereis Vereinigung der Graveuve und Ziseleuve. Ordentliche GeneralDresdenerstr. 45. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Kassenbericht. 8. Endgiltige Beschlußfaffung über den event. Anschluß an den Metallarbeiter- Berband. Reichenhall- Salzburg, der dritte mit denjenigen, welche 4. Verschiedenes. nur nach München wollten. Welcher dieser drei Züge verunglückt ist, läßt sich nach dem Wortlaut der ersten uns zugegangenen Depesche nicht sagen. Doch liegt die Vermuthung nahe, daß es der zweite Bug war, nachdem der für LindauKufstein bestimmte glücklich die unheilvolle Stelle passirt hatte. ( Siehe Münchener Telegramme.) von 20 Minuten, der erste um 5 Uhr 40 Min. mit den Passagieren preußische Moral und ihr Sekundant. Literarisches. Fachverein der Fensterpuker Berlins und Umgegend. Mitglieder Versammlung am Dienstag, den 7. Jult cr., Abends 8% Uhr, bei Reyer, Alte Jakobfir. 88( Eingang Flur rechts.) Tagesordnung: 1. Ansprache und Dis fuiston. 2. Berichterstattung der Beschwerde- Kommission Ludecke. 3. Wahl des ordentlichen Vorstandes. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Berschiedenes. Mitglieder haben sich durch ihre Mitgliedstarte zu legitimiren und haben neu aufzunehmende Mitglieder nur durch die dazu bestimmten Einführungstarten Zutritt. Bilfe bei Unglücksfällen. Versammlung mit gemüthlichem Beisammensein Depeschen. Betriebs( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Gegenüber dem Umfange der Entgleisung der Extrazug Fulda, 4. Juli. Zum Beginn der hier stattfindenden Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Reichenhall- Salzburg hatte 50 Achsen und scheint demnach total Bischofkonferenz ist nunmehr der 12. Auguſt feſtgeſetzt. Köln, 4. Juli. Die" Portilla Withe Company" in Sevilla, am Sonntag, den 5. Juli cr., Nachmittags 4 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jatob- entgleist zu sein darf man von Glück sagen, daß nach den angelegenhetene sorbing 1. Bortrag des Herrn Dr. Bernstein. 2. Vereins- weiteren Nachrichten das Unglück nicht einen noch größeren Um- an welcher der„ Bochumer Verein" betheiligt ist, beschloß, angelegenheiten und Bibliothek Austausch. 3. Gemüthliches Betsammensein. fang genommen hat, als thatsächlich geschehen. der Kölnischen Volkszeitung" zufolge, ihre Geschäfte zu liqui Herren und Damen haben als Gäste Zutritt. diren. Die Kremserpartie nach Schild( Der Bochumer Verein soll mit etwa 900 000 m. bei horn findet am 9. August statt. Meldungen werden bis zum 26. Juli cr. beim Saffirer entgegengenommen. der Firma betheiligt und vergeblich bereits 50 pet. Nachlaß ana geboten haben, wenn seine Betheiligung sofort ausgezahlt Sigung. Lese- und Diskutirklubs. Lese- nnd Distutirklub„ May Kayser". werde. Red.) Sonntag Vormittag 10% Uhr, bet Ammer, Bergmannstr. 30.-- Leses und Diskutirklub„ Ma i wuchs", Charlottenburg. Gigung jeden Montag von 8 Uhr abends an bei Wenzel, Englischeftr. 23. Damen und Herren Seferlub„ iffenfchaft". Jeden Montag bei Schnite, Kirchbachstr. 7. Nachmittags 3 Uhr bet Feuerstein: Vorstands: tönnen als Gäste eingeführt werden. Gäste willkommen. 11 Ein Telegramm, unterzeichnet von Herrn Gymnasiallehrer Wolff aus Berlin, nach dem Adreßkalender vom Andreas Nealgymnafium, meldet uns: Forchheim, 4. Juli, 9 Uhr 30 Min. Bei dem EisenbahnBamberg, 4. Juli. Im hiesigen Krankenhaus liegen die Unglück bei der Station Eggolsheim wurden leicht verwundet folgenden bei der Eggolsheimer Entgleisung verlegten PerRentier A. R. Weber aus Berlin, der Kopfwunden erhielt; Frau fonen: Friz Treuherz, Bantierssohn, schwer verletzt; Wilhel Weber, Oberschenkelbruch; Fräulein Olga Reimer aus Köslin; mine Treuherz, dessen Mutter, leichter verletzt; Olga Reiner, Frau Geheimrath Hoppe aus Frankfurt a. M. Getödtet wurde Gerichtsraths- Tochter, und Emma Berhauser, BaumeistersGesang-, Turn- und gesellige Vereine. übeck'scher Turnverein Frau Dupont aus Berlin. Frau aus Cöslin, Adelhaid Schulze, Kaufmanns Gattin am Sonntag, Abends von 6-8 Uhr, 2. Behrlingsabtheilung; am Montag, Abends Das Bureau Herold meldet: aus Berlin, Klara Bothe, Privatierstochter, und Karl Bothe von 8-10 Uhr, Männerabtheilung.- ,, Berliner Turngenossenschaft" 1. Behrlings- Abtheilung turnt Montag von 8%-10% Uhr Pant str. 9-10 im München ,. 4. Juli. Die erste Abtheilung des Berliner Privatier, aus Berlin; Hans Deininger, Schmiedemeisterssohn Lessing- Gymnasium. Turnverein ,, Osten", Lehrlingsabtheilung, Montag Ferienzuges ist um 12 Uhr 30 min. hier eingetroffen. Die aus Berlin, und Agnes Tramiz, Gutsbesitzerstochter aus Cöslin, von 8-10 Uhr Abends, Blumenftr. 63a. Rauchtlub Weiße Wolfe". Montag Abends von 9-11 uhr, dritte Abtheilung wird über Bamberg, Würzburg, Ansbach sämmtlich nicht schwer verletzt; Elise Kamizky, Dienstmädchen, Streltzerstraße Nr. 16, bet Becker. Rauchtlub" Deutscher michel" nach München geleitet und soll im Laufe der Nacht hier aus Berlin, schwerer verletzt; Adelhaid und August Weber, Montag Abend von 8%-10% Uhr bei Schöneburg, Grüner Weg Nr. 9.- eintreffen. Die verunglückte zweite Abtheilung fuhr Kaufmannseheleute aus Berlin, Oberschenkelbruch bezw. KopfRauchtlub, Freiheit", jeden Montag um 9 Uhr bei Wuttke, Friedrichsberger: 30 Minuten hinter der ersten. Die Ursache der Entgleisung ist verletzung. Die übrigen Verletzten sind bereits außer ärztlicher Straße 4. Berein" Wanderluft", Sigung: Sonntag, Nachmittags 4 Uhr, Grünauer- ein Dammrutsch und Schwellenhebung infolge eines Nachts Behandlung. straße 14 bei Rach. Berein der Oberlaufiber", Montag, Abend 9 Uhr niedergegangenen Wolkenbruchs. Entgleist find 15 Waggons, München, 4. Juli. Der Theil des Berliner Extrazuges, im Restaurant Hedwig, Rosenthalerstr. 45." Friedrichs- Berein", welche rechts und links über den Damm geworfen wurden. Der welcher vor dem bei Gggolsheim entgleisten Zuge abgelassen ehemal. Schüler des Friedrichs- Waisenhauses, Montag, Oranienstr. 34. Berein ehem. Schüler der 4. Gemeindefch u'te am Montag Damen- Siyung. Telegraph wurde durch die entgleisten Wagen zerstört. Schwer- war, traf heute Mittag hier ein. Der Bahnverkehr auf der Bergnügungsverein, Freundestreue", 9% Uhr, im Restaurant& er ty, verwundet sind sieben, leicht acht Personen. Der Verkehr ist bis Eggolsheimer Strecke wird wahrscheinlich morgen wieder= Bergnügungsverein Fidel to", Montag Abends 9 Uhr Juzwischen ist der Berliner Verkehr im Restaurant„ Sum Reichsgarten", Oranienftr. 108. Damen und Herren als morgen Mittag unterbrochen. Der von Bamberg abgelassene hergestellt werden. Die gestrigen Bergnügungsklub" Mephisto", Montag Abend Sanitätszug brachte 11 Personen nach dem Krankenhaus. Auch über Neuenmarkt- Schwandorf geleitet worden. 8% Uhr bei Wolff, Brunnenstr. 35a. Vergnügungsverein, Edelweiß 2" von anderen bayerischen Strecken werden Verkehrsstörungen heftigen Regengüffe haben auch an mehreren anderen Stellen jeben Montag im Restaurant Reichsgarten, Oranienftr. 108.- BergnügungsBerein Amicitia", Gizung Sonntags um s uhr im Bereinshaus, infolge der seit gestern 10 Uhr Nachts anhaltenden starken Regen- Ober- Frankens die Bahngeleise beschädigt und die telegraphischen Wilhelmstr. 118. Damen und Herren willkommen. Vergnügungs- güsse gemeldet. Verbindungen unterbrochen. verein Annita". Montag Abend von 8 bis 10 Uhr bet Roth, Naunynftr. 81. Privat Theatergesellschaft off nung", Sonntag, Abends 8 Uhr, bet Krebs, Ohmgasse 2. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Privattheater Gesellschaft Augusta Victoria" Sonntag 8 Uhr im Bittoria- Saal, Perlebergerstr." 13. Gäste willkommen. Bollac- Club„ Eintracht", bet Gustav Schulze, Wienerstr. 68. Gäſte will tommen. Wrangelfir. 141.Klub Geselligfeit", Sigung Sonntags 6% Uhr bei Schmidt, Gefelliger Bergnügungsverein, Nord" Sonntag Mach mittag 4 Uhr bei Rade, Müllerstr. 161. Gäfte, Herren und Damen, will fommen. Theaters und Pantomimenverein Fibeler Get ft" bet Krebs, Dhmgaffe 2. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Montag, Abends 9 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.- Gefangverein Nord= deutsche Schleife", Naunynftr. 86 bet Bubeil. Gefangverein„ Esme= ralda", Koppenstr. 35 bet Steller. Gesangverein Liederluft", Fichtestraße 29 bei Krosche. Prinzenstraße 106.. Gäste willkommen. " Paris, 1. Juli. In Lille wurde eine Hebamme wegen zahlreicher Vergehen verhaftet; man sieht einen großen Standal voraus, da Mädchen achtbarer Familien kompromittirt sind. Benedig, 4. Juli. Moschini, der Direktor der Banco Popolo, ist verhaftet wegen Weruntreuung von 1/2 Millionen Lire, die er im Börsenspiel verloren. Columbus( Ohio), 3. Juli. Bei Ravenna stieß ein Personenzug mit einem Güterzug zusammen. Der Personenzug, welcher nach dem Osten gehen sollte, hielt München, 4. Juli. Die bei dem Eisenbahnunglücke in der tähe von Eggolsheim getödtete Frau ist ungefähr 70 Jahre alt, Name und Herkunft konnten bisher nicht festgestellt werden. Als leicht verwundet haben die Reife fortgesezt: 2. Krall aus Spandau, Frau Marianne Sarbsleben aus Grkleben bei Magde burg und Louis Gräfe aus Berlin. Briefkaffen der Redaktion. Gefangverein Senefelder", Jüdenstraße 55 bei nach der einen Mittheilung auf der Strecke, als der Güterzug, Arbeiter Bildungsschule. Der Kassirer der Arbeiter Trischmann. Siebertafel der maler Kaiser- Franz- Grenadier- Play 7, Gesangverein, and in hand", Steichenbergerstraße 27 bei auf demselben Geleise mit fast voller Geschwindigkeit fahrend, in Bildungsschule Gen. H. Gumpel hat von dem Rechtsanwalt Moabiter Bieberta fel", Wilhelmshavenerstr. b. Brosch. I den ersteren Zug hineinfuhr. Einem anderen Bericht zufolge entgleiste Seine 30 m. erhalten. bei Berg. Schröder. Möbel-, Spiegel- n. Polsterwaaren- Magazin von Aug. Herold, Empfehle mein Lager sämmtlicher| SO. 5. Reichenbergerstraße 5. So. Vereinszimmer Arten Uhren. Reparaturen reell unter mit Piano ist auf mehrere Tage zu verGarantie. H. Jonas, Uhrmacher, geben Britzerstr. 22. Staligerfir. 17( a. Stottbuser Thor). 401b Achtung! 413b Kanarienhähne, gut singend, verkauft Krebs, Wrangelstr. 14,. 4 Tr. 403b E. q. erh. Nähmaschine m. Schneiderrdbeer- Bowle, Flasche 75 Pf., Glas 15 Pf.; Himbeersaft, Str. 1,50 M.; Med. Ungarwein, Fl. 1,50 u. 2 M.; Rothwein, Fl. 1,50 M.( Orig.- Abz.) Franz Beyer,[ 954L Prinzessinnenftr. 15. Schlafstelle f. 1 Hrn. DresdenerFrol. Zuschneide- Kursus * 740L 407b 1 Schreibsekretär und 4 NußbaumBolstersessel billig zu verkaufen Langes beginnend am 1. Juli. Tages- Rursus, straße 55 bei Krahiner. Abend- Kursus im Zivil- u. Uniformschneiden. A. Jürgens, Akademische Jede Uhr Lehranstalt, Charlottenftr. 8, I.[ 956L zu repariren 2 Gen. finden Schlafstelle m. sep. 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Vortrag des Stadtverordneten Heindorf. Zentral- Kranken- u. Sterbelasse der Maler u. verw. Berufsgen. ( Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 71, Ham burg, Filiale I. Nord.) Mitglieder- Versammlung 2. Weitere Regelung der Arbeitsvermittelungsstellen und Vertrauens- am Dienstag, den 7. Juli, Abends männer- Ersagwahl. Gr. Vokal- und Instrumental- Konzert. 351/17 Unter gütiger Mitwirkung des Gesang- und Musikvereins ,, Firmitas" ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). sowie der Gesangvereine Frühlingslust", Harmonia"," Kreuzberger Harmonie" ,,, Liedesfreiheit und ,, Waldkapelle", ( Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes.) Verschiedene Kinderbelnstigungen, Puppen- Theater. Jedes Kind erhält eine Stodlaterne gratis. Anfang 5 Uhr. Entree 20 Pf. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Jm Saale: Tanz. Serren, welche daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Billets sind zu haben bei den Vorstandsmitgliedern und in folgenden Zahlstellen: Otto Klein, Bigarrengeschäft, Kottbuser Damm 14; Ernst Wilschke, Bigarrengeschäft, Razzbachstraße 1; Fafforte, Bigarrengeschäft, Junkerstraße 1; Schröder, Bigarrengeschäft, Kreuzbergstr. 15; Haugt, Restaurant, Boechstr 12 Schmidt, Restaurant, Dieffenbachstr. 34; Scheyer, Restaurant, Gneisenaustr. 35 Luhm, Restaurant, Brandenburgstr. 11; Grube, Restaurant, Mariendorferstr. 10; Riesel, Restaurant, Schüßenstraße 58; Böhland, Restaurant, Bülowstraße 52; Graffunder, Restaurant, Schwerinstr. 9. Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. General- Versammlung am Dienstag, den 7. Juli, Abends 8 Uhr, in den Parlaments- Hallen, Landsbergerstraße 38. Tages Ordnung: 1. Kassenbericht des I. Kassirers. " 2. Bortrag des Regierungs- Baumeisters a. D. Gustav Kessler: Was fönnen wir auf dem Boden der heutigen Gesellschafts- Ordnung erringen?" 3. Diskussion. 840/18 4. Verschiedenes und Fragekasten. Gäste willkommen. Um rege Betheiligung ersucht Der Vorstand. 3. Verschiedenes und Fragen. Das Erscheinen jedes Zimmerers ist nothwendig. Der Vorstand. Freie Vereinigung der Maurer Berlins und Umgegend. Dienstag, den 7. Juli, Abends 81/2 Uhr, in Habel's Brauerei, Bergmannstr. 5-7: reich Bezirks- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vereins- Angelegenheiten und Verschiedenes. 81/2 Uhr, bei Gnadt, Brunnenstr. 38. Zagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht. 2. Wahl der Krankentontrolleure. 13. Verschiedenes. zu 410b Die Mitglieder werden ersucht, in ihrem eigenen Interesse recht zahlreich Die Ortsverwaltung. Freie Vereinigung der Graveure u. Ciseleure. Montag, den 6. Juli, Abends 1/29 Uhr: Ordentliche 2. Vortrag über die Stellung der Sozialdemokratie zu den heutigen Generalversammlung Gesellschafts- Einrichtungen. Referent Herr Baginsti. 3. Diskussion. Die Kollegen von Tempelhof und Schöneberg werden ersucht, recht zahlin dieser Versammlung zu erscheinen. J. A.: Der Vorstand. Der Sommernachts- Ball findet am Sonnabend, den 11. Juli, im Mutter- Lokal, Sebastianstr. 39, statt. Um rege Betheiligung bittet 235/17 Das Komitee, Achtung! im Vereinslokal, Dresdenerstr. 45. Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Kassenberichte 3. Endgiltige Beschlußfassung über den event. Anschluß an den Metallarbeiter Verband. 4. Verschiedenes. 397b Der Vorstand. Der Arbeitsnachweis befindet sich in obigem Lokal tägl. Abds. 1/ 29-10 Uhr. Billets zur Urania sind in der Ver sammlung zu haben. Maurer Berlins! Sartonbranche. Dienstag, den 7. Juli, Abends 82 Uhr: Mitglieder- Versammlung des Zentralverbandes deutscher Maurer, Filiale Berlin im Lokale des Herrn Scheffer, Inselstraße Nr. 10. Tages Ordnung: 1. Klarlegung des Statuts und die Bestrebungen des Verbandes. NB. Die Zahlstellen des 5. Wahlvereins befinden sich bei Wagner, Neue 2. Diskussion. 3. Wahl des Ausschusses. 4. Verbandsangelegenheiten. Königstr. 89 und bei Wittchow, Elsasser- und Kleine Hamburgerstraßen Ecke. Mitglieder werden aufgenommen. Dortselbst werden auch neue Mitglieder aufgenommen. Tagesordnung: 0 Kollegen! Dienstag, den 7. Juli, Abends 81/2 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Rassenbericht. 2. A trag auf Auflösung des Vereins event. Wahl einer Liquidations- Kommission. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse Filiale VI. Moabit. Bereits seit 14 Tagen hat sich eine Filiale laut Beschluß des achten Die Mitglieder Versammlung des Unterstützungs- deutschen Maurerfongresses, auf dem eine Zentralisation der Maurer DeutschVereins der Maurer im Westen Berlins findet nicht am lands mit 93 gegen 8 Stimmen beſchloſſen wurde, hier in Berlin konstituirt. der Maler u. verw. Berufsgen. Kollegen! Durch das Vorgehen des Unternehmerthums, welche sich in 6., sondern am Montag, den 13. Juli, Abends 8 Uhr, ganz Deutschland in Zentralverbänden vereinigen, um die Arbeitskraft so billig Montag, den 6. Juli, Abends 8 Uhr: als möglich gehörig ausnüßen zu können, sind auch wir verpflichtet, uns geim Lokale ,, Königshof", Bülowstraße 37, statt. Mitglieder- Versammlung schlossen zu organisiren. Kollegen! Die Ihr bisher noch keiner Organisation angehört oder aus im Restaurant Hermerschmidt, Berle 1. Vortrag von Herrn Dr. Lewy über Naturheilmittel und deren verschiedenen Gründen derselben fern geblieben seid, wollt Ihr theilnahmslos bergerstraße 28. Erfolge. zusehen? Eure Menschenrechte, Eure Pflichten, Eure Liebe zur Familie ge- 395b 2. Diskussion. bieten Euch am Rampf theilzunehmen. Darum erscheint alle in der Ver3. Abrechnung des Kassirers vom 2. Quartal 1891. Berichterstattung fammlung und werdet Mitglieder des Zentralverbandes, um in Einigkeit mit der Revisoren und Neuwahl eines Revisors. den deutschen Maurern dem Kapital die Spize bieten zu können, denn vereinzelt sind wir machtlos, geschlossen gehört uns der Sieg. Mit Gruß: Emil Gröppler, Krautstraße 42. 4. Berschiedenes. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Verein der Parquetbodenleger Berlins. Versammlung am Montag, den 6. Juli, Abends 8/2 Uhr, bel Weigt, Markgrafenstrasse 87. Tagesordnung: Vereinsangelegenheiten. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. General- Versammlung 381/2 Die Ortsverwaltung. Freie Vereinigung der Zivil Berufsmusiker Berlins u. Umg Dienstag, den 7. Juli, Nachm präz. 3 Uhr, bei Rehlitz, Bergstr. 12: General- Versammlung. des Fachvereins der Schlächtergesellen Berlins und Umgegend Gift pflicht eines jeden Mitgliedes am Sonntag, den 5. Juli, Abends 6½ Uhr, Zages Ordnung: in Norbert's Festsälen, Beuthstraße 22 1. NB. Den Mitgliedern und deren Freunden diene zur Nachricht, daß unsere 406b diesjährige Landpartie am Montag, den 13. Juli nach Beelitzhof stattfindet. 1. Rassenbericht. Abfahrt der Kremser früh 7 Uhr Rosenthaler Thor, von dem Morihplay 2. Vortrag über:„ Arbeiterorganisation u. Unternehmerverbände. Ref.: W. Werner. 1/28 Uhr, vom Vereinslokal punkt 8 Uhr sammt Abfahrt von der Pots: 3. Diskussion. damer Brücke. Billets à 1 M. 50 Pf. sind am Montag in der Versammlung 4. Neuwahl des Vorstandes. zu haben. Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter Deutschlands( Ortsverwaltung Berlin). Mitglieder- Versammlung am Mittwoch, den 8. Juli, Abends 82 Uhr, Grüner Weg 29. Zagesordnung: 2. Vortrag des Herrn W. Wach über die Entwickelung des Kapitals. 2. Abrechnung vom 1. Quartal. 3. Abrechnung vom Maskenball und der Dampferpartie. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Um zahlreiches und pünktDer Vorstand. liches Erscheinen ersucht Die Mitglieder werden ersucht, ihren Pflichten nachzukommen. Posamentiere. Dienstag, den 7. Juli, Abends 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstrasse 75: Große öffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Arbeiter und Unternehmerverbände. Referent: Herr Rohrlack. zu erscheinen. Der Vorstand. Verein deutscher Schuhmacher Filiale Berlin). Montag, den 6. Juli, Abds. 81/2 Uh bei Reichert, Müllerstr. 7( Wedding): Wander Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Koll 143 5. Ausgabe von Billets zum Stiftungsfest und Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Der Vorstand. J. A.: C. Aurin. A. Fleischer über:" Thorheiten. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fachverein der Tapezirer Berlins und Umgeg Tragetaften. Die Gintastarten aus Dersammlung am Montag, den 6. Juli 1891, Abends 9 Uhr. E Tagesordnung. 1. Bortrag des Herrn R. Baginski. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Verschiedenes und Fragekasten. Die Zahlstellen des Vereins befinden sich bei Gnadt, Brunnenstraße 38; Sonntags von 10-12 Uhr; Kollege Moštopf und Kollege Rerfact, AltMoabit 130, Hof 1 Tr. Stiftungsfest zur Ausgabe. Der Vorstand. Gäste willkommen. Fr. Kranken- u. Begräbniss kasse der Schuhmacher und Berufsgenossen Berlins ( E. H. Nr. 27). Montag, den 20. Juli, Abend 81/2 Uhr, Fischerstr. 25: Sonnabend, den 18. Juli, grosses Sommerfest in der General- Versammlung. Nenen Welt, Hasenhaide. Auftreten sämmtlicher Spezialitäten. Konsert und Sommernachts- Ball im neuerbauten Bal champêtre. Kinderbelusti gungen aller Art. Bei eintretender Dunkelheit große Fackelpolonaise. TF Entree 30 Pfg. Anfang 4 Uhr. Herren, welche am Tanz theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Hierzu ladet Der Vorstand. fämmtliche Kollegen freundlichst ein Billets sind zu haben bei den Kollegen Friedmeier, Fürbringerstr. 8; Kirchner, Gitschinerstr. 89; Colbum, Königgrägerstr. 56, Laden; Freiwaldt, 311/15 legten Handlungen. 2. Tagesordnung: O 1. Vierteljährlicher Kassen Berich Innere Angelegenheiten. 8. Wa eines Vorsitzenden. Quittungsbuch legitimirt. Der Vorstand. F. Luy. 408 2. Gründung e. Filiale des Posamenten- Arbeiter- u. Arbeiterinnen- Verbandes. Kurzestr. 19; Arbeitsnachweis Schüßenstr. 18/19, und in den mit Plakaten be Ethische Gesellschaft. 3. Abrechnung vom Maifonds. Alle Kolleginnen und Kollegen sind eingeladen. Achtung! Achtung! Große öffentliche Versammlung 248b am Dienstag, den 7. Juli, Abends 82 Uhr, im Feen- Palast, Wolfgang- und Burgstrassen- Ecke. Tages- Ordnung: Verein der Plätterinnen und verwandter Berufsgen. Berlins. Große Mitglieder- Versammlung am Dienstag, den 7. Juli 1891, Abends 8 Uhr, in Lehmann's Salon, Schwedter- Strasse No. 23. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn H. Sperling über die Heilkraft des Organismus. Diskussion. 3. Vierteljahres- Beeicht. 4. Verschiedenes. Die Mitglieder werden ersucht, in dieser Versammlung vollzählig zu erscheinen. 1. Die Behandlung der Arbeiter im Münchener Brauhaus( Johannis- 2. straße) seitens des Herrn Direktors. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Hierzu sind alle Brauer und Berufsgenossen, sowie alle Arbeiter freundlichst eingeladen. Zur Deckung der Unkosten findet eine Zellersammlung statt. Entree nach Belieben, Der Einberufer. Achtung! Achtung! Verein gewerblicher Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend. Grosse Mitglieder- Versammlung Der Vorstand. 245/8 Sonntag, den 5. Juli, Abend 71/2 Uhr, in Gratweil's Bierhalle 368/1 Kommandantenſtr. 79: Versammlung Vortrag des Herrn Bölsche übe Das Alter des Menschengeschlechts un die Anfänge der Kultur." Nachdem Gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäste, Damen u. Herren, willkommen Danksagung. Allen Verwandten, Freunden un Genossen meinen innigsten Dank für i aufopfernde Theilnahme b. b. Beerdigun Zentral- Verein der Haus- und Geschäftsdiener Berlins. meiner unvergeßt. Frau, insbesonde General- Versammlung am Dienstag, den 7. Juli, Abends 8½ Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstraße Nr. 48a. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Gäste Der Vorstand. haben Zutritt. wit Hrn. 2. Henning für die tiefergreifend Rede am Sarge der geliebten Todten, anch der Freien Dissidente 9551 400b Gemeinde und dem Gesangverein " Eduard Stark, Charlottenburg Dienstag, 7. Juli, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Hrn. Renz, Naunynstr. 27. Verein polnischer Sozialisten. Ordnung: 1. Vortrag des Stadtverordneten Genossen Heindorf. 2. Diskussion, 3. Rassenbericht. 4. Verschiedenes und Fragekasten. Die Mitglieder des Vereins werden hiermit aufgefordert, zahlreich in der Versammlung zu erscheinen, namentlich die Kollegen, welche sich im vorigen Jahre dem Berem abgewendet haben. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. 391b General- Versammlung Lyra". Kranzbinderei u. Blumenhdly. Don J. Meyer, Nur Berlin S0., Wienerfte. 50 1 Don 23 am Mittwoch, den 8. Juli, Abends 812 Uhr, in Feuerstein's wie bekannt. Guirlanden Meter 15 Pf. Doppelbügel- Lorbeer von Lokal, Alte Jakobstrasse 75. Tagesordnung: 1. Revisorenbericht über das Vermögen des Vereins. an. Gr. Auswahl: Kränze, Bouque Es ist Pflicht Blumenarrangements u. Topfpflanze Fernsprecher Amt IX. 9482. 2. Neuwahl des gesammten Vorstandes. 3. Verschiedenes. eines jeden Mitgliedes, am Plage zu sein. Der Vorstand. Der Vorstand. Verantwortlicher Redakteur: R. Cronheim in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2, g 91 fr D a 19 tr D to bi D E B du 3 D m a a g a bi 2 ( E 1 h 2 n 27 دو 11 2 oll 1." nd $• 70% cht abl 08b t. and le 3/1 3. Se L em bi best end wit en rein g. lg 55L 321 1 Don ets gen 11. 2: ea 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 154. Sozialdemokratie. Sonntag, den 5. Juli 1891. 8. Jahrg. Der Parteitag der österreichischen eine Gewerkschaft der betreffenden Branche befindet, gewahrt Parteitag der österreichischen Sozialdemokratie entschieden gegen das Wort. Wien, den 2. Juli. die ungerechtfertigte weil unbegründete Aufhebung derjenigen 1. die Zahl der Gewerbe- Inspektoren den Bedürfnissen entsprechend vermehrt werde, und 2. nicht blos theoretisch gebildete, sondern praktisch erfahrene Männer und Frauen aus dem Arbeiterstande selbst auf Kosten des Staates zur Gewerbe- Inspektion zugezogen werden." Antrag Resel und Genossen. Vor allem werden die Gewerkschaften die Verkürzung der Bestimmungen des Vereinsgesetzes vom Jahre 1867, welche die Arbeitszeit anzustreben haben, denn diese ist das einzige Mittel, Bildung freier, selbstverwalteter Arbeitervereine gewährleisteten, um die noch vorhandene physische Kraft des arbeitenden Volkes und protestirt weiter, daß zu Gunsten von Zwangsinstituten, für zu erhalten. Da die Gewerkschaftsvereine eine flare Ein- deren Dotirung- wenn schon solche Zwangskassen bestehen Die Verhandlungen des Parteitages fanden in den festlich sicht in die Lage des Arbeitsmarktes haben müssen, so ist eine müssen einzig und allein der Staat, niemals aber das ohnegeschmückten Räumen des" Hotel Union" statt. Die Rednertribüne umfassende Lohnstatistik und eine Statistik der Arbeitslosen noth- hin am meisten ausgebeutete österreichische Proletariat aufzukommen war mit rothen Draperien ausgestattet. Ueber dem Bilde Karl wendig. verpflichtet ist; der Parteitag der österreichischen Sozialdemokratie Mary' war die Statue der Freiheit aufgestellt; zwei Schilder Eine auf vernünftige Grundlage gestellte Gewerkschafts- fordert neuerdings und eindringlichst die endliche Gewährung zeigten die Inschriften: Hainfelder Parteitag 1888-1889 und Organisation wird den Streit in sehr vielen Fällen wahrer Koalitionsfreiheit, wodurch erst die Gleichheit der Internationaler Sozialisten- Kongreß 1889. Das Ganze war ge- von vornherein überflüssig machen, weil die Arbeitgeber einer Bedingungen für Arbeiter und Unternehmer im wirthschaft. krönt durch eine Tafel mit Riefenlettern:" Proletarier aller Länder, geschlossenen Organisation gegenüber eher zur Verhandlung und lichen Kampfe der Gegenwart angebahnt wird. Er fordert vereinigt Euch!" zur Nachgiebigkeit geneigt sein werden; wo aber der Streit unver- aber gleichzeitig die österreichischen Genossen auf, die der GesetzSchon im Laufe des Sonnabend waren sehr viele Genossen meidlich erscheint, sollte er nie ohne vorgängiges Einvernehmen gebung bereits abgerungenen und etwa noch zu erringenden Kon aus der Provinz angelangt und Sonntag wies die Präsenzliste und Zustimmung der Zentralstelle der Organisation oder, so lange zeffionen, wie geringfügig diefelben auch sein mögen, voll und 193 Theilnehmer auf, welche 82 Orte in Desterreich ver- eine solche fehlt, der nächstliegenden lokalen Gewerkschaften unter- ganz im Interesse der arbeitenden Klassen auszunüßen. traten.( Bum Vergleiche führen wir an, daß in Hainfeld 42 Orte nommen werden. Arbeitseinstellungen, die ohne solche Zustim Zusazantrag Hanser. von 70 Theilnehmern vertreten waren.) Im Weiteren beschließt der Parteitag: Sonntag nach 10 Uhr Vormittags eröffnete Gen. Popp den Partei. mung unternommen werden, ist die Unterſtügung zu versagen. Die von den oder durch die Gewerkschaften begründeten" Im Hinblicke auf die höchst mangelhafte und unvollständige tag mit einer kurzen, kernigen Ansprache und schritt zur Wahl des Zeitungen sind sobald als möglich obligatorisch für die Mitglieder Organisation der staatlichen Gewerbe- Inspektion, von deren Präsidiums. Es wurden gewählt als Vorsitzende: Reumann( Wien), der betreffenden Gewerkschaften einzuführen, da die fakultative Wirksamkeit Leben und Gesundheit arbeitender Frauen, Männer Schmidt( Jägerndorf), Hybes( Brünn), Dedic( Kladno); als Abnahme den Bestand der Blätter häufig in Frage stellt. und Kinder abhängt, fordert der Parteitag, wenn die SozialSchriftführer: Häfner( Wien), Rieger( Reichenberg), Körber( Brag), Diese Grundzüge einer modernen Gewerkschaftsbewegung reform in Desterreich keine Phrase sein soll, eine gründliche UmMantowski( Lemberg). Nach Feststellung der Geschäftsordnung empfiehlt der Parteitag der österreichisch- ländischen Sozialdemo- gestaltung dieser Institution im Sinne des Referenten, welche und Tagesordnung bestieg Genosse Kürschner( Budapest) die Tri- fratie 1891 den Genossen bei Durchführung des Beschlusses: Dahin lautet, daß büne und versicherte die Sozialdemokraten Desterreichs in schwung- allenthalben in Desterreich Gewerkschaftsvereine zu gründen. voller Rede der engen Solidarität, der brüderlichen Gefühle der Nun wurde beschlossen zum Punkt der Tagesordnung:" Die Sozialdemokraten Ungarns. Nachmittag erhielt zum 1. Punkte: Maibewegung" überzugehen, vorher aber über Antrag Bokorny eine Bericht über die Parteithätigkeit seit dem Parteitage zu Hainfeld 24gliedrige Kommission zur Vorberathung des Punttes: Partei organisation und Parteipresse zu wählen. Dieselbe bestand aus Genosse Dr. Adler: Aus dem ausführlichen Berichte wollen den Genossen: Hanich( Brünn), Rieger( Reichenberg), Resel wir vorläufig nur einige Ziffern wiedergeben, welche den Fort-( Graz), Saska( Innsbruck), Knoth( Ternik), Roscher( Reichenschritt der Partei seit Hainfeld, wenn auch nicht genau feststellen, berg), Weiguny( Linz), Hybes( Brünn), Schmidt( Jägerndorf), tragend, fordert der Parteitag: doch annähernd kennzeichnen. Insbesondere die Ziffern, welche Ucefar( Triest), Burian( Brünn), Stourz, Steiner, Cerny( Prag), 1. Aufhebung sämmtlicher Werks- und Betriebs= AltersZahl und Mitgliederstand der Arbeitervereine angeben, sind nicht| Dstradal( Broßnik), Diamant( Lemberg), Poforny, Adler, versorgungstassen und Einführung der Altersversorgung durch vollständig und geben nur ein relatives Bild. Es existiren weit Heimann, Bopp, Schuhmaier, Reumann, Krejcy, Fr. Kofler den Staat, unter Aufsicht und Verwaltung der Versicherten. mehr Vereine als angegeben, konnten aber mangels näherer Daten( Wien). 2. Ausdehnung gesammten Arbeiterschutzes auf die Arbeiter nicht in die Liste aufgenommen werden. Einen im Mai 1891 Gen. Rieger( Reichenberg) über die Maibewegung. In großen im Kleingewerbe, Bergbau, in der Hausindustrie und Landwirthausgesendeten Fragebogen füllten 219 Vereine aus, von welchen Strichen entwarf derselbe ein Bild der Achtstundenbewegung vom schaft. am 1. Jänner 1888 nur erst 103 bestanden hatten. Die Mit Pariser Kongreß bis zum heutigen Tage; er bemerkte, daß die Gen. Englisch schildert die Verhältnisse der Arbeiter in gliederzahl dieser Vereine betrug 1888 15 498; am 1. Mai 1891 Durchführung der Maifeier den österreichischen Proletariern durch Krakau, insbesondere in Bezug auf das Krankenversicherungsaber 47 163. Die Zahl der Vereine hat sich mehr als verdoppelt, die Haltung der deutschen wie der englischen Sozialdemokraten wesen. Im Vorzimmer der Krakauer Krankenkasse stehe ein die Zahl der Mitglieder mehr als verdreifacht. bedeutend erschwert worden sei. Gleichwohl und obgleich die Mai- Medikamentenkasten, aus dem allen vorsprechenden Kranken ohne Einen noch bedeutenderen Fortschritt weist unsere Presse auf. feier mit großen Opfern für die Arbeiter Desterreichs verbunden sei, Wahl ein und dasselbe Mittel verabreicht werde.( Bewegung.) Am 1. Januar 1889 hatten wir im ganzen 7 politische Zeitung en plaidirt der Referent auch für die Aufrechthaltung der Feier auch in Zu- Für Galizien und die Bukowina sei ein einziger Gewerbe( 3 deutsche, 3 czechische, 1 polnische) mit einem Abnehmerstand funft. Die vorläufige Entscheidung möge gefällt werden nach reiflicher Inspektor bestimmt. In Galizien bestehe vielfach der Brauch, von zusammen ca. 15 400; außerdem 4 Fachblätter( 3 deutsche, Ueberlegung und nach Anhörung der verschiedenen Redner. Nach einer einen Arbeiter nur zwei Tage lang zu beschäftigen; dann werde 1 czechisches) mit zusammen 6100 Abonnenten. Am 1. Mai 1891 längeren geschäftsordnungsmäßigen Auseinanderseßung wird be- er mit 20-30 Kreuzer entlohnt und hinausgeworfen, ein ans hatten wir 15 politische Zeitungen( 7 deutsche, 5 czechische, schlossen, die Redezeit der folgenden Redner auf je 5 Minuten zu derer trete für 2 Tage an seine Stelle und so gehe das fort. Arbeitern an be= 2 polnische, 1 italienische, 1 slovenische) mit zusammen 55 750 Ab- beschränken. Es sprachen nun zu der Angelegenheit selbst Hanser, Dadurch werde eine große Bahl von nehmer; dazu 19 Fachblätter( 13 deutsche, 6 czechische) mit 44 000 Ab- Sannich, Sasta, Dr. Adler, Sabnik, Dedicet, Ausobsky, Lam- stimmten Bläßen zum Zwecke der Lohndrückung festgehalten; nehmer; 7 diverse Blätter( Arbeiterschuh"," Beitschwingen", bauer, Winiwißte, Dolejsi, Mankowsky, Höfer, Dedic, Schiller, so 8. B. in Boryslaw, ,, Cervanky" ,,, Zar") und Wigblätter, zusammen mit 27 700 Ab- Sturz, Weiser, Schaller, Zimmermann, Rösler, Czermat, Dänzler, schäftigung gebe, 15 000. Wenn ein galizischer Bergarbeiter verun= nehmern. Die Gesammtzahl der Zeitungen hat sich seit dem Hain- Ceded, Knoth und Osterthal, fast alle Redner sprachen für die glückt, wird er heimlich an einen vom Bergwerk abgelegenen Ort felder Parteitage von 11 auf 41 erhöht; die Abnehmerzahl von Beibehaltung der Feier. geschafft, wo man ihn dann auffindet und verscharrt, ohne zu 21 500 auf 127 850. Wenn das auch noch sehr, sehr bescheidene wissen, wie er heiße und wie er verunglückt sei.( Bewegung.) Resultate find im Vergleiche zur Zahl der Arbeiter in Desterreich, Czerny und Chwala bestätigen und ergänzen das von den wird Jeder anerkennen müssen, daß ein entschiedener vielfrüheren Reduern Borgebrachte. Genoffe Putz( Landmann) er versprechender Fortschritt vorliegt. greift, beifällig begrüßt, das Wort, um die Gleichartigkeit der Interessen des arbeitenden Volkes in Stadt und Land zu betonen. Gr charakterisirt verschiedene Ausgeburten unserer Kultur", wie die Lebensmittelverfälschung 2c. und schließt seine Rede mit einem Hoch auf die internationale Sozialdemokratie, der Befreierin der Menschen. Ueber die Gelder, welche zu Agitations- und Unterstützungszwecken eingingen und verwendet wurden, kann nur berichtet werden, so weit die Sammlungen der Wiener Arbeiter- Zeitung" in Betracht kommen. Es gingen ein seit dem Hainfelder Parteitage bis 1. Mai 1891: für den Unterstützungsfonds " B • fl. 4 137,55 " Agitationsfonds . 4 528,32 " Wahlfonds • 5 260,63 " für die Streitfonds, Maisonds 2c. 30 614,50 " fl. 44 451, Selbstverständlich sind auch in den Provinzen allerorts nicht Resolution zum 2. Punkte. Nach dem Schlußworte Rieger's wurde auf dessen Antrag befchloffen: An der Feier des 1. Mai durch Arbeitsruhe wird festgehalten und kann dieser Beschluß nur durch einen Parteitag abgeändert werden. Die Delegirten zum Brüffeler Kongreß werden beauftragt, dort für eine einheitliche Gestaltung der Maifeier einzutreten." Damit wurde die Sigung um 7 Uhr Abends gefchloffen. Theilnehmer und Gäste begaben sich korporativ zu dem Parkfeste, welches zu Ehren der Delegirten in Zögerniß' Kasino in Ober- Döbling unter Mitwirkung des Arbeiter- Sängerbundes" und der Freien Typographia" ftattfand und welches ein echtes Arbeiterfest genannt werden durfte. T Dem allgemeinen Verlangen der Arbeiterbevölkerung Rechnung 100 es für 3000 Arbeiter BeNun erhalten noch die Bergarbeiter Pospischil und Stark das Wort. Der Lehtere bezeichnet die von den Bergwerksbesitzern beigestellten Arbeiterwohnungen, die die Abhängigkeit des Arbeiters vom Kapitalisten bedeutend erhöhen, als das wesentlichste Hemmungsmittel des Eintritts der breiten Schichten der Bergarbeiter Dienstag früh wurde die Sizung mit dem Referat Hannich's in die sozialdemokratische Bewegung. unbedeutende Beträge eingegangen und verausgabt worden. Außer- über das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht eröffnet. Der Bergarbeiter Kayl berichtet turz über eine Audienz, die er feine Fachgenossen soeben beim Ackerbauminister in dem ist zu bemerken, daß insbesondere der Agitationsfonds vor- Referent entivickelte in trefflicher Weise die Stellung der Partei und nehmlich in Wien aufgebracht und zu drei Viertheilen in der zu dieser Frage, wonach das allgemeine, gleiche und direkte Angelegenheit ihrer Bruderladen und anderer Forderungen Provinz verbraucht wurde. Wahlrecht als wirksames Agitationsmittel anzustreben sei. Als gehabt hatten und in der Graf Falkenhayn erklärte, daß, Dem Referate folgte eine sehr ausführliche Darlegung der Generalredner der deutschen Genossen sprach Roscher( Reichen- so lange er Minister sei, die vorgebrachten Forderungen nicht Parteiverhältnisse in allen Gegenden, welche von mehr als berg), als Generalredner der Slaven Steiner; beide Redner erfüllt werden würden. Diese interessante Mittheilung wird zur 20 Rednern ungeschminkt und fachlich besprochen wurden und akzeptirten den Standpunkt des Referenten. Hanser stellt hierauf Kenntniß genommen und die Resolutionen angenommen. Gen. Dr. Adler referirt über den VI. Punkt: Interim Ganzen ein sehr zufriedenstellendes und hoffnungsreiches Bild den Antrag, der Parteitag möge beschließen: Es sollen sich die gaben. Das Referat der Genossin Dworcak( Wien), welche Stand Parteigenossen an den Wahlen in den Reichsrath, Landtag und nationaler Sozialistentongreß 1891, nationaler und internationaler und Ziele der Frauenbewegung darlegte, wollen wir besonders Gemeinderath überall dort betheiligen, wo Aussicht auf Erfolg Arbeiterschutz." Er bezeichnet den Arbeiterschutz nur als ein hervorheben. Schluß der Sitzung 1/210 Uhr Abends. vorhanden ist." Genosse Dr. Adler wünscht eine andere Fassung Mittel, die Arbeiter kampffähig für den Klassenkampf zu machen. Montag wurde nach Verlesung der Einläufe zum II. Punkt: des Antrages, und zwar soll es heißen:" Die Genossen sollen Was heute von den respektiven Regierungen als internationaler Stand und Ziele der gewerkschaftlichen Organisation in Dester- fich an den Wahlen überall dort betheiligen, wo ein prinzipieller Arbeiterschutz ausgegeben wird, sei ein internationaler Ausbeuterreich übergegangen. Kampf ohne Kompromiß möglich sei. In allen anderen Fällen schutz.( Beifall.) Der nationale Arbeiterschutz werde durch den Referent Höger erörterte in sachlicher Weise den Gegenstand warnt Redner vor der Betheiligung an den Wahlkämpfen, weil ins- internationalen, wie ihn die Regierungen verstehen, todtgemacht. und brachte folgende Resolution ein, die einstimmig angenommen besondere nicht alle Provinzgenossen den Ränken und Kniffen der Hierauf erörtert Redner die Tagesordnung des Brüsseler Konwurde. Es greffes und empfiehlt deren Beschickung. verschiedenen gegnerischen Parteien gewachsen sein dürften. könnte da und dort ein Sozialdemokrat aufgestellt und gewählt Das Referat des Gen. Adler endete in einer Erklärung Der Parteitag der österreichischen Sozialdemokratie vom werden, der nur ein wohlwollender Spießer ist. Vor allen Zwei- des Parteitages, den internationalen Sozialistenkongreß in Jahre 1891 erklärt, daß die Gewerkschaftsorganisation in Rück- deutigkeiten und Zugeständnissen an andere Parteien sei zu Brüssel zu beschicken und die später zu bestimmenden Delegirten ficht auf die gegenwärtigen Produktionsverhältnisse sowohl, wie warnen. Die Kleinbürger und Bauern würden für unser ganzes zu beauftragen, die heute gefaßten Beschlüsse, insbesondere die auch in Hinsicht auf die politischen Verhältnisse den Arbeitern in Programm gewonnen werden, wenn sie etwas gelernt haben auf die internationale Maifeier bezüglichen, auf dem Brüsseler Schon jetzt schließen Kongreß zu vertreten. Diese Erklärung wird nach der Sizung Desterreich zu empfehlen ist und empfiehlt daher den Parteigenossen werden; bis dahin können wir warten. allerorts, den bestehenden gewerkschaftlichen Organisationen sich vernünftige Bauern sich der Sozialdemokratie an; so haben zum Beschluß erhoben. Genosse Pokorny referirt im Namen des am vorhergegangenen anzuschließen und wo solche nicht vorhanden sind, sie ins Leben nordböhmische Bauern einen Genoffen aus ihrer Gegend direkt zu rufen. beauftragt, am Parteitag zu erklären, daß sie sich vollständig auf Tage gewählten 24er- Ausschusses zu Punkt VII der Tagesord Der Parteitag geht dabei von der Erwägung aus, daß die dem Standpunkte der Sozialdemokratie stellen."( Lebhafter Beinung. Die Beschlüsse des Ausschusses gipfelten in folgenden zehn gewerkschaftliche Organisation einerseits erzieherisch und materiell fall.) Nach dem Schlußworte Hannich's wird der Antrag Hanser- Punkten: beſſernd zu wirken vermag, daß dieselbe, wenn sie im sozialdemo- Adler angenommen. kratischen Sinne gehandhabt wird auf das politische Leben vor- Punkt V der Tagesordnung: Ueber den Fortgang der sog. zubereiten im Stande. Doch erklärt der Parteitag ausdrücklich, daß durch die Gewerkschaftsorganisation die sozialdemokratische Nach einem ausführlichen und gründlichen Referate vom Bewegung in feiner Weise hintangesetzt werden darf. Genoffen Reumann( Wien) und einer eingehenden Debatte, an Die Gewerkschaften sollen sich über ganze Kronländer, womöglich welcher 18 Genossen Theil nahmen, wird folgende Resolution beüber das ganze Reich erstrecken, wo das nicht angeht, sind lokale schlossen: Gewerkschaften zu gründen. In Erwägung, daß auch die neueren Versuche auf dem GeAlle diese Gewerkschaften haben die Verpflichtung, die Bil- biete der Sozialreform" in Desterreich den Geist der Halbheit dung eines das ganze Reich umspannenden Verbandes anzuftreben. und Unaufrichtigkeit athmen: So lange aber ein solcher Verband nicht gestattet wird, sollen in fernerer Erwägung, daß der geringe Werth dieser Geseze Diskussionen die theoretische Ausbildung der Parteigenossen von Zeit zu Zeit auf Delegirtentagen die allen Gesellschaften ge- und Gefeßentwürfe durch den Charakter, welchen sie in den meinsamen Angelegenheiten berathen werden. Händen der Ausführungsbehörden, sowie durch die lässige und Jede Gewerkschaft muß die Unterstützung der Arbeitslosen, verkehrte Art ihrer Durchführung annehmen, fast auf ein Nichts sowohl am Orte wie auf der Reise, die Ansammlung eines Wider- reduzirt wird, standsfonds in irgend einer Form, die Arbeitsvermittlung, sowie daß insbesondere die Vorschläge zur zwangsweisen Organidie Gewährung von Rechtsschutz in ihr Statut aufnehmen. Die fation, der Arbeiter, und zwar ebenso der von der Regierung eineinzelnen Gewertschaften haben alle Angehörigen eines Industrie- gebrachte Entwurf für Arbeiter- Ausschüsse, Genossenschaften und zweiges, also auch die nicht qualifizirten Arbeiter und die in dem Einigungsämter für Großindustrie und Bergbau, sowie die liberalerbetreffenden Produktionszweige beschäftigten Frauenspersonen ein- feits geplanten Arbeiterkammern, sowie im Aufbau als in der 5. Die Parteigenossen eines Ortes haben sich in allen Parteizubeziehen. Die Genossen haben die Verpflichtung ihr ganz be- Kompetenz engherzig und ängstlich, nur die Furcht verrathen, den angelegenheiten, wie Förderung und Unterstützung der Agitation sonderes Augenmerk auf die bisher indifferenten Arbeiter zu ver- Ausbeuterinteressen nahe zu treten. wenden, um dieselben für die Gewerkschaftsorganisation, und in endlicher Erwägung, daß neben der auf dem inter- u. s. w. an die Redaktion jenes Parteiblattes zu wenden, in deren sohin für die Arbeiterbewegung überhaupt zu gewinnen. nationalen Pariser und zahlreichen nationalen Kongressen ge- Verbreitungsgebiet der betreffende Ort liegt, u. zw.: Wien und eine unbe- Nieder- Defterreich u. s. w. an die ,, Arbeiter- Zeitung", Wien; deutsches Die in den einzelnen Ländern und Reichen bestehenden Ge- forderte Arbeiterschutz- Gesezgebung, nur durch werkschaften haben unter sich Gegenseitigkeitsverträge abzu- schränkte und von der Wohlmeinung der Regierung unabhängige Währen und Schlesien u. s. w.„ Volksfreund", Brünn; slavisches schließen, damit den Mitgliedern, die an einem Orte des In- oder Koalitionsfreiheit eine wesentliche Besserung in der Lage der Wiähren u. 1. w. Rovnost", Brünn; Deutsch- Böhmen Freigeist", Auslandes erworbenen Rechte auch an anderen Orten, wo sich arbeitenden Klasse herbeigeführt werden kann, protestirt der Reichenberg; slav. Böhmen ,, Sozialni demokrat", Prag; Alpen" Sozialreform in Desterreich." Der Parteitag erklärt: 1. Zur Partei gehörig ist jede Person, welche sich zu den Grundsätzen des Hainfelder Programms bekennt. 2. Die Gründung von politischen Vereinen, deren Wirkungsfreis sich womöglich auf eine ganze Provinz erstreckt, wird den Genoffen angelegentlichst empfohlen. Diese Vereine sollen nicht nur ein Mittel zur Organisation sein, sondern auch vor Allem durch Behandlung aller die Interessen der Arbeiter berührenden Angelegenheiten in öffentlichen Versammlungen für die Ver breitung der sozialdemokratischen Prinzipien wirken und durch fördern. 8. Der Parteitag beauftragt mit der Einberufung des nächsten Parteitages wieder sämmtliche Redaktionen der Parteiblätter, mit den Vorarbeiten zu diesem aber die Redaktion der Arbeiter- Zeitung" in Wien. 4. Die Redaktionen der Parteiblätter sollen bei der Wahl ihrer Berichterstatter nur solche Personen berücksichtigen, welche ihnen als von den Genossen am Orte als besonders vertrauenswürdig bezeichnet wurden. länder„Arbeiterwille". Graz; Italien„L.vavti!", Trieft; polnische Genossen Lemberg; slavische Genossen in Wien„Del nicke Listy". 6. Die Genossen werden aufgefordert, eifrigst zu wirken für womöglich wöchentliche Einzahlungen an den Agitationsfonds des Blattes, in d>theon"-Versa»unlung in sehr geschickter Weise besorgt. Es handelt« sich um das Cafö Battenberg. Genosse Buhl referlrte Namens der Lokalkommission und erklärte, daß der Wirth dieses Lokals, obwohl er früher versprochen, seinen Saal keiner Partei zu überlassen, denselben doch der antisemitischen Partei, also einer Partei, die den Rassenhaß, die konfessionelle Verhetzung auf ihre Fahne geschrieben, gegebe» habe. Er stellte ferner sest.daß das Cafe B. durch die Ulrich'sche Brauerei, von der es das Bier bezieht, in MM Es wurde daraus seiner Haltung ohne Zweifel beeinflußt sei. von irgend einer anwesenden Person eine Resolution eingebracht, welche über die F. A. Ulrich'sche Brauerei den Bierboykott verhängen will, so lange Cafö Battenberg nicht zur Verfügung steht. Diese Resolution konnte, da der Boykott in Sachsen verboten ist, nicht zur Abstimmung gebracht werden. Herr Marx trat für diese Resolution ein und war der Meinung, daß nicht nur die Arbeiter, welche von dieser Angelegenheit Keinitniß erhalten werden, das Ulrich'sche Bier nicht mehr trinken werden, sondern auch die Frauen würden dafür sorgen, daß auch unter ihnen die Wichtig- keit der Erlangung dieses Saales für die Arbeiter besprochen und darnach gehandelt wird. Herr Schmidt erklärte, daß Niemand verhindert werden könne, von jetzt an kein Ulrich'sches Bier so lange mehr zu trinken, bis der Saal im Cafe Battenberg den Arbeitern zu Versammlungen zur Vcrfügling steht. Damit war diese Lokalfrage erledigt und EafiZ B. wird wohl nicht viel Bier au Arbeiter ausschenken. (Siehe hierzu noch die Notiz„Wirthe und Bierbrauer" in der Politischen Uebersicht.) C t i 1 J 3 日 t " Tokales. Wir erhalten nämlich zwei Schriftstücke, aus welchen hervor geht, daß in Augsburg ein Mann Namens E. F. Meyer lebt. Diefer Herr Meyer wandte sich an eine größere Bigarrenfabrik mit dem folgenden Brief Nr. 1. Herrn Die Versorgung der Landwirthschaft mit Arbeits. kräften, die vom Arbeitsnachweisebureau des Vereins für Befferung entlassener Strafgefangener" eingeleitet worden ist." schrieb die National- Beitung" vor kurzem, ist in den letzten 4 Wochen eine recht umfangreiche gewesen. Von 273 Straf gefangenen, die vom 12. Mai bis 15. Juni in Arbeit gebracht wurden, find 190( 70 pt.) ber Landwirthschaft zugeführt. worden. Derselben Aufgabe, die angeblich im Interesse der Arbeit Suchenden, in Wirklichkeit aber nur im Interesse der billige Arbeitskraft Suchenden ist, widmen sich bekanntlich noch verschiedene andere Vereine, wie z. B. der Verein für die das Schriftstück Nr. 2. Berliner Arbeiterkolonie," von dem erst in diesen Tagen wieder gemeldet werden mußte, daß er seine Pfleglinge für ein Billiges Hochachtend zc. Der Fabrikant wollte Näheres wissen und erhielt prompt Augsburg, Juni 1891. an die Oberförsterei Tegel und an die Zeitung des Kirchenbaues folgt sein: der Reinickendorfer Kolonie abgiebt." " tönnen, daß er eine sehr kapitalistische Aber hat. Man wird dem Manne das Kompliment nicht absprechen Versammlungen. ein Tuch hervor und bemächtigte sich des ersten beften Gegen standes von Messing, das in seinem Bereiche lag. In wenigen Sekunden schien der Gegenstand versilbert. Der überraschende Erfolg veranlaßte den Kaufmann, der Sache näher zu treten, der Angeklagte versicherte ihm, daß er den Alleinverkauf für einen Erlaube mir ergebenst anzufragen ,, ob Sie mir eine feine ganzen Bezirk haben sollte, daß es Annoncen auf Kosten des 6 Pfennig- Bigarre zum Preise von vielleicht 82-85 m. extra Sauses nicht fehlen würde und daß ein erheblicher Gewinn durch pacen ließen nach Angabe, müßten diese auch gesetzlich schüßen den Detailverkauf garantirt werde. Der Angeklagte muß einen lassen. Netto Kasse, sowie monatlich ca. 30 Mille vorläufig bedeutenden Absatz erzielt haben, in Leipzig haben sich elf Kaufgesichert. leute gemeldet, die von ihm betrogen waren, und in Berlin Augsburg, Juni 1891. find vier Fälle zur Kenntniß der Behörde gelangt. Schon nach dem Verkaufe des ersten Fläschchens wurden die Abnehmer gewahr, daß sie betrogen waren, der weiße Schein, der dem Messing verliehen wurde, verschwand nach kurzer Beit wieder. Der Angeklagte gab zu, daß die Firma LiepAuf Ihre gefl. Karte vom 14. cr. müßte die Packung wie mann u. Schmidt in Zürich gar nicht bestehe, daß er das Puzz wasser selbst aus Quecksilber, Salpetersäure, Spiritus und Wasser In großem Stil ist diese Versorgung der Landwirthschaft Ring( roth), Aufschrift( Soziale) in hochrothem Geidenpapier ge- baß die Flüssigkeit eine ganz schwache Lösung von Quecksilber10 Stück Bigarren Flaschenform", jedes Stück mit einem hergestellt habe. Der Gerichtschemiker Dr. Bischoff begutachtete, mit Arbeitsfräften", da die Zahl der um einen Hungerlohn wickelt, mit der gleichfallsigen Aufschrift( Soziale) und die Köpfe oxyd set, zum Buzen untauglich sei und einen Werth von arbeitenden Polen den Bedarf doch nicht zu decken vermag, und der bayerischen Reichstags- Abgeordneten wie Grillenberger, Vollmar höchstens sechs Pfennige habe, wobei der Inhalt mit einem und die Einführung chinesischer Kulis selbst in Mecklenburg auf Sinder- und Birk auf jedem 10- Stück- Bündel in 500- Stück- Riften. nisse stößt, bisher vom Verein für Arbeitsnachweis ländlicher das Glas mit fünf Pfennigen zu berechnen fei. Der StaatsArbeiter", Madaistraße 6, betrieben worden. Dieser GutsbesitzerDann müßten Sie ein entsprechendes Plakat mit besorgen, anwalt beantragte eine Zufasstrafe von anderthalb Jahren ZuchtVerein, welcher natürlich, tros seines wohl absichtlich etwas un- B. einen Engel, in der Hand ein rothes Täfelchen mit der haus, der Gerichtshof erwog aber, daß die Beträge, um welche flar gehaltenen Titels, feinen Arbeits- Nachweis für ländliche Aufschrift( weiß, Silberschrift): Hier die beliebte Soziale, feine die Abnehmer des Angeklagten geschädigt werden, nicht bedeutend flar gehaltenen Titels, keinen Arbeits- Nachweis für ländliche Qualitätszigarre, p. 10 Stück 60 Pf. Die Zigarre dürfte incl. sind und beließ es bei einer Zusatzstrafe von sechs MoArbeiter, sondern nur einen Arbeiter Nachweis für Arbeiter, sondern nur einen Arbeiter Nachweis für aller Unkosten nicht theurer als 36 M. zu stehen kommen, ich naten 3uchthaus. ländliche Besizer unterhalten wollte, hat sich zwar am will diese mit 46 m. verkaufen; dagegen sichere ich Ihnen für 1. Oftober 1890 aufgelöst. Da aber der bisherige Geschäfts- jeden Posten sofortige Kassa zu und wenn es nothwendig ist, Ein ungetreuer Vormund stand gestern in der Person führer des Bereins, wie der von diesem Herrn ausgegebene sende Ihnen sofort nach konvenienten Mustern und Vorlage der des Kaufmanns Eduard Gustav Haase vor der ersten StrafProspekt besagt, auf Wunsch der meisten Herren Mitglieder die für alle Landwirthe so nothwendige Einrichtung in erweitertem Packung und Plakate als Anzahlung einstweilen 1000 m. sofort kammer des Landgerichts I. Der Angeklagte wurde am 1. Januar vorigen Jahres zum Vormunde der D.'schen Kinder bestellt, Maßstabe in die Hand genommen hat, und zwar mit nach ein und sehe Ihren diesbez. Nachrichten hierüber entgegen. während die Gegen Vormundschaft der Frau D. übertragen Hochachtungsvoll zc. weislich größerem Erfolge als beim Verein für Arbeitsnachweis", im Uebrigen aber bei Betrieb des nunmehrigen Privat wurde. Er erhielt ein Kapital von 17 000 m., welches er auf den Namen der Kinder bei einer Bank sicher unterzubringen unternehmens, welches den Titel Landwirthschaftliche Zentralhatte. Er hinterlegte das Geld bei der Bank Nordstern", aber stelle, A. Romberg, Fruchtstr. 79" führt, genau die Grundsätze Die Geschäftsgeheimnisse der Würfelbuden- Befiger auf feinen eigenen Namen. Bei der ersten Geldverlegenheit, die des Vereins verfolgt", so ist es nicht ohne Interesse, einen die hatten wir neulich in einem Artikel behandelt, der uns eine Be- an ihn herantrat, griff er das ihm nicht gehörige Kapital an dort beliebte Geschäftspraxis kennzeichnenden Fall aus dem richtigung Seitens eines Interessenten eingetragen hat. Dieser und dies wiederholte sich in einem Zeitraum von faum 6 Monaten vorigen Jahr hier zu Nuß und Frommen aller Arbeit Suchenden Interessent, der sich selber als Inhaber einer Würfelbude dekla- 21 Mal, so daß der Angeklagte 11 649 m. abgehoben hatte, als zu schildern. rirt, theilt uns mit, daß die Behauptung jenes Artikels, wonach die Untreue entdeckt wurde. Der Gerichtshof verurtheilte den Gine Parteigenoffin erzählt uns darüber: Auf einer Reise die Gegenstände, welche in den 10 Pfennig- Würfelbuden ausge- geständigen Angeklagten zu einer Gefängnißstrafe von nach Düffeldorf begriffen, lernte ich auf dem Potsdamer Bahnhof stellt sind, dem Besitzer nur 1 Pfennig, höchstens 1/2 Pfennig brei Jahren und fünfjährigem Ehrverlust. in Berlin ein junges Mädchen kennen, welches durch einen Dienst pro Stück fosten, unrichtig sei. In den Berliner Würfelbuden mann auf den Perron geführt, in das von mir befehte Rupee ge- gelte allgemein dar Say: Jeder Wurf über 12 gewinnt zum packt und unter eigenhändiger Ueberreichung der Fahrkarte an Aussuchen. Nach diesem Grundsatz werden die Einkäufe ge den Schaffner der Obhut desselben anvertraut wurde. Ich erfuhr regelt, Man nimmt an, daß durchschnittlich jeder dritte Wurf im Laufe der Fahrt von der weinenden Person, daß fie vom gewinnt. Dementsprechend wird der Preis für die GewinnVerein für Arbeitsnachweis ländlicher Arbeiter" nach einem gegenstände angelegt, von denen die billigsten etwa 1,20 m., die Gute bei Elberfeld verschickt wurde. Zur Sicherheit sei fie theuersten aber 4,20 M. per Dutzend kosten. Als Durchschnitts- Agitation bot den Antisemiten ein Vorkommniß in der Berliner Turnerversammlung. Eine willkommene Gelegenheit zur in Berlin nach dem Bahnhof gebracht worden und solle auch fat ist etwa 2,10 M. per Dugend anzunehmen. Wenn schließ- Turnerschaft. Im besagten Verein hatte ein Herr Fröhlich einen in Elberfeld auf dem Bahnhof sofort in Empfang genommen und lich noch der Einsender behauptet, daß die auf einen Einfaß von Antrag auf Ausschluß der Juden gestellt, aber dabei das Unglück unter zuverlässiger Begleitung an ihren Bestimmungsort gebracht 10 Bf. gewonnenen Gegenstände durchschnittlich einen Werth von gehabt, selbst ausgeschlossen zu werden. Dies bildete den Anlaß werden. Aus dem Kontrakt, den sie ohne Kenntniß des Inhalts 25 P. per Stück haben, so wollen wir von dieser Behauptung aur Ginberufung einer öffentlichen Turnerversammlung von gehabt, selbst ausgeschlossen zu werden. unterschrieben zu haben behauptete, ergab sich, daß sie sich auf zwar Notiz, aber für diese Behauptung doch keine Garantie Seiten der Antisemiten, die am 1. Juli stattfand und von ein Jahr als Magd vermiethet hatte, am Ende jedes Viertel- unseren Lesern gegenüber übernehmen. jahres nur je einen Theil ihres Lohnes und den Rest erst im ca. 1000 Personen besucht war. In derselben hielt der Reichsvierten Vierteljahr ausgezahlt erhalten und bei vorzeitigem Bera Berliner Asylverein für Obdachlose. Im verflossenen tags- Abgeordnete Zimmermann einen feiner bekannten platten lassen des Dienstes die Reisekosten zurückerstatten sollte. Sie fei Monat Juni 1891 nächtigten im Männer- Asy! 8976 Personen, Vorträge. Je öder die Phrase, je toller der Beifall. Nach eigentlich Hausmädchen, sagte sie, habe sich zeitweise auch durch davon badeten 3065 Personen; im Frauen Asyl 1219 Personen, diesem Redner sollte der ausgeschlossene Herr Fröhlich sprechen. Nähen und Plätten ernährt, sei aber durch einen Agenten davon badeten 87 Personen. Dieser war aber nicht da, sondern ließ sich durch einen anderen und das war das einzig InterAntisemiten vertreten, welcher und auf Kosten des Vereins nach Berlin verschleppt und. dann nach Blankenburg verschickt worden. Da fie aber essante an der ganzen Versammlung die Thatsache bestätigte, das Melken der Kühe nicht verstanden habe, eine Arbeit, daß die Berliner Turnerschaft nicht mehr wie früher ein Bolldie nicht nur eine besondere Fertigkeit, sondern auch Kraft werk der Reaktion ist, sondern in ihr wirklich freies Denken erfordert, so habe man sie wieder zurückgeholt, um sie immer mehr Platz gewinnt, das gleiche Recht für alles, was anderswohin zu verschicken. Ich begab mich, erzählt unsere GeMenschenantlig trägt, immer mehr von ihr anerkannt wird und währsmännin weiter, nach meiner Rückkehr nach Berlin auf das Die gefällige Dame", welche im Monat März die Straßen barbarische Vorurtheile aufhören, unter den Turnern Berlins Bureau des Vereins, wo mir die Angaben des Mädchens im Berlins unsicher machte und vor deren gemeingefährlicher Thätig vorherrschend zu sein. Dies ging aus den Aeußerungen jenes Tone tiefster, sittlicher Entrüstung über die Faulheit dieser feit zu damaliger Zeit täglich in den Zeitungen gewarnt wurde, Redners tlar hervor. Frauenzimmer" bestätigt wurden. Wir wußten wirklich nicht, hatte gestern vor der 1. Strafkammer des Landgerichts I zu er was wir mit der Person machen sollten. Sie wollte nicht scheinen, um sich wegen einer Anzahl höchst raffinirt ausgeführter glieder zähle und 18 Agenten besolde, welche durch ganz schiedene Shefrau Anna& a hnecke geb, sirchner, eine Person Ich erfuhr dann noch, daß der Verein 1100 mit Taschendiebstähle zu verantworten. Es war die 33jährige ge= Deutschland reiften, aber trotzdem nicht genug Mädchen heran- von gewandtem Benehmen und sicherem Auftreten. Sie ist eine 17. Ziehung der 4. Klasse 184. Königl. Preuß. Lotterie. schaffen könnten, da keine mehr auf dem Lande dienen wolle. professionirte Taschendiebin, die dieserhalb zuletzt fünf Jahre Diese eine Probe von der Geschäftspraxis des famosen Vereins Buchthaus verbüßte. Der Zeugenraum vermochte kaum die Zahl für Menschenhandel möge genügen. Herr Romberg, der Inhaber der Zeuginnen zu fassen, welche von der Angeklagten bestohlen der Landwirthschaftlichen Zentralstelle", versichert, dieselben Grund- sein sollen. Da die Beschuldigte sich aufs Leugnen legte, so mußte fäße zu verfolgen. Man ist geneigt, ihm diese Versicherung zu glauben, in die umfangreiche Beweisaufnahme eingetreten werden. Je wenn man seinen Prospekt durchgelesen hat. Da finden nach dem Aussehen ihrer Opfer brachte die Angeklagte zwei zur Anwendung. sich Ausdrücke, wie: nur ausgesucht gute Leute liefern"," bitte verschiedene Methoden In allen Fällen um schleunige Aufgabe von Lieferungen"," Bestellung()" von gehörten die Bestohlenen dem weiblichen Geschlechte an. Ein Familien", Herr Romberg vertreibt nämlich auch ganze Fräulein R., die Tochter eines Beamten schildert ihr ZusammenArbeiterfamilien, bei größeren Aufträgen die günstigsten Be- treffen mit der Angeklagten in folgender Weise:" Ich ging am zugsbedingungen"," fönnen eine Garantie für die Qualität nicht Nachmittage des 11. März durch die Markusstraße, als plöglich übernehmen", u. f. 1. alles Ausdrücke, wie sie sonst nur beim eine hinter mir kommende Dame mich mit den Worten anredete: Um Gotteswillen, meine Dame, wie sehen Sie aus! Man hat Verkauf von Vieh und Waarengegenständen gebräuchlich sind. Die Landwirthschaftliche Zentralstelle" bes Herrn Romberg, Ihr Jacket hinten in der häßlichsten Weise beschmutzt, so können welcher fibrigens nicht nur landwirthschaftliches Personal, sondern Sie nicht weiter gehen, die Leute sehen Sie schon alle an, auch Fabritarbeiter offerirt, fommt zweifellos einem von Seiten kommen Sie, bitte, hier auf den nächsten Hausflur, damit ich Sie der Herren Großgrundbesitzer tief gefühlten Bedürfniß entgegen. abwischen kann." Die Zeugin ist der freundlichen Dame gefolgt, Bor einiger Zeit erklärte einer dieser Herren im Berliner welche sie auf dem Flur um ein Taschentuch bat. Die Zeugin Lokal Anzeiger" in einem wuthschnaubenden Artikel, daß holte ein solches aus der Tasche hervor, die Helferin es in Berlin feine armen Menschen geben könne, da wischte energisch an ihr herum und gab ihr das Tuch jeder Arbeit gesunde Mensch stets mit der Mahnung, zusammengewickeltem Zustande Unterkommen habe. Er tobte, daß alles in die Städte ströme, zurück, es vor geschehener Reinigung nicht zu benußen. Die aber Niemand aufs Land wolle. Es sei ihm geradezu unmöglich, Beugin schied mit freundlichem Dante, um gleich darauf, oder aus Berliner Komtoirs Mägde zum Melken, Schweinefüttern zu Hause angekommen, zu bemerken, daß die Geschichte ein schlau u. f. w. zu bekommen. Ich wohne 10 Meilen von Berlin und angelegtes Manöver war. Ihr Portemonnaie war verschwunden weiß sehr gut, wie mir zu Muthe ist, wenn ich im Sommer und jedenfalls während des angeblichen Abwischens von der„ gekeine Leute habe und mir alles verderben muß, aus Mangel fälligen" Dame aus der Tasche gestohlen worden. Waren die an Arbeitskraft." Der ganze Ingrimm und die ohnmächtige Opfer der Angeklagten einfacher gekleidet, so brachte die Letztere Wuth eines um seinen Profit besorgten Kapitalisten spricht aus eine andere Methode zur Anwendung. Sie suchte sich solche diesen Zeilen. Straßen aus, in denen der Bürgersteig stellenweise so schmal Der Mangel an Arbeitskräften auf dem Lande und die An- war, daß kaum zwei Personen nebeneinander gehen konnten. strengungen der Großgrundbesitzer, solche zu bekommen, beweisen, Sie begann mit den Frauen eine Unterhaltung über das Wetter, wie wenig verlockend das Loos eines ländlichen Arbeiters ist. hielt sich dabei dicht neben ihnen und suchte hierbei GeEiner armen folch kommt oft genug vor, daß Arbeiter, wenn sie auf eine legenheit, deren Portemonnaie zu stehlen. folche Stelle hineingefallen sind, sich mit Verlust ihres Frau, Israel die Aussteuer 98057[ 3000] 127 574 681 849 99252 508 28 638 883 wie möglich wieder daraus zu befreien für ihre Tochter kaufen wollte, stahl sie in der Königstraße Juicy band Spandau ist fürzlich sogar einer dieser Herren, wie ihr Portemonnaie mit 100 Mr. Gineni Kriminalbeamten gelang wir damals mittheilten, fieben entflohenen Arbeiterinnen nach es endlich, die gefährliche Diebin am Gründonnerstage in der gesetzt und hat telegraphisch die Hilfe der Eisenbahnbehörde und Oranienſtraße auf der That zu ertappen. Der Beamte bekundete der Polizei angerufen, durch deren blinden Gifer fieben im Termine, daß es in vielen Fällen für die Bestohlenen andere Arbeiterinnen zu einem unverhofften Nachtquartier im schwierig gewesen sein, die Angeklagte zu rekognosziren, da dieArreſtlokal kamen, während die Gesuchten luftig weiterdampften. felbe die Vorsicht gebraucht habe, sich täglich mehrmals umzuDer Fall hat neben der komischen auch noch eine ernste Seite. leiden und die Frisur zu verändern. Der Staatsanwalt hielt Er zeigt, daß zwischen" freien" Arbeitern, Arbeiterkolonisten, ent- die Angeklagte in allen Fällen für überführt und beantragte die Lassenen und noch nicht entlassenen Strafgefangenen in der zulässig höchfte Strafe, 15 Jahre Zuchthaus. Der Gerichtshof Behandlung kein großer Unterschied gemacht wird. schied zwei Fälle als nicht genügend erwiesen aus erkannte auf 10 Jahre Zuchthaus und die üblichen Nebenstrafen. " ordentliche, Lohnes so bald und in Gerichts- Beitung. vom Lande, welche bei Geschäftssozialismus. Die gegnerische Presse hat sich in der gegenwärtigen Sauregurken- Beit wieder einmal das harmlose Der Kaufmann Aloys Samuel Strakosch aus Mähren Vergnügen gegönnt, dem Philister das Märchen vorzusehen, die wurde gestern der dritten Straftammer des Landgerichts I aus Sozialdemokratie gehe aus Rand und Band, die Arbeiter wen- der Untersuchungshaft vorgeführt. Es wurden ihm verschiedene deten sich von den Führern ab, insbesondere sei helle Empörung Betrügereien zur Last gelegt. Wie feine Vergangenheit beweist, ausgebrochen gegen diejenigen Genossen, die infolge ihrer sozialen ist Stratosch ein ziemlich gemeingefährlicher Mensch, er ist wegen Aechtung ob ihres mannhaften Eintretens für die Interessen Betrugs in Straßburg, München und Mannheim mit erheblichen ihrer Arbeitsbrüder als Kleingewerbetreibende, Wirthe 2c. sich Gefängnißstrafen und zuletzt in Leipzig mit 2 Jahren Zuchthaus etabliren mußten und nun als„ Geschäftssozialisten" von den belegt worden. Von dort wurde er nach Berlin zurückgeführt, Sozialdemokraten selber bekämpft würden. weil er auch hier ein Konto mit dem Strafrichter zu begleichen Damit die Gegner sehen, welche Art von Geschäfts- hatte. Im Anfange d. J. tauchte der Angeklagte hier auf. Mit 1ozialismus von uns bekämpft wird, veröffentlichen wir einem eleganten Musterkoffer in der Hand suchte er die Kolonialnachstehend eine solche Blüthe von Geschäftssozialismus. Die waarenhändler auf, stellte sich als Vertreter die Firma Liepmann Veröffentlichung allein wird genügen, der Spekulation, unter u. Schmidt in Zürich vor und bot dem Kaufmann eine Agentur des fozialdemokratischer Etikette eine schlechte 3 Pfennig- 3igarre für von ihm zu vertreibenden berühmten Universal- Bußwassers" an. eine gute 6 Pfennig- Bigarre los zu werden, ein rasches Ende zu Ohne von einer Abweisung Notiz zu nehmen, öffnete der machen. Angeklagte feinen Kasten, entnahm demselben ein Fläschchen, zog Auf den weiteren Verlauf der selbstverständlich tumultuarischen Versammlung einzugehen, erübrigt sich. Biehung vom 4. Juli 1891, Schluß. Nur die Gewinne fiber 210 Mart find den betreffender Nummern in Parenthese beigefilgt. ( Ohne Gewähr.) 88[ 1500] 365 80 864 1199 217[ 3000] 626 95 799 870 994 2153 205 577 756 3094 186[ 3000] 255 333 47 457 875 4072 301[ 3000] 892 130001 5125 251 348 628 718 53 986 6188 754 61 904 9 7005 48 227 396 770 82 885 943 71 8317 96[ 500] 448 570 628 897 916 9008 394 577 912 84 10131 303 67 552 664 921 72 11154 95 327[ 300] 54 855 937 12034 35 46 170 885[ 500] 13303[ 300] 443 574 14379 601 15306 863 972 10108 17001 24 1500] 45 58 232 824 945 18067 310 499 559 66 19424 53 56 932 20051 135 272 706 830 972 21158 239 98 305 700[ 1500] 25 819 968 22566 724 28004 249 55 754 838 24079[ 300] 310 607 12[ 1500] 745 985 25004 514[ 1500] 78 701 825 26039 41 266 375 722 27441 608 52 28005 295 312 82 403 623 845 958 29140 468 1500] 693 869 80075 200 42 327 575 621 714 18 879 31191 450 607 828 907 82051 589 660 793 97 812 41 75 83029 89 121 26 284 317 751 818[ 1500] 57 975 84405 8 72 557[ 500] 690 948[ 300] 35687 86047 818 87269 588 88316[ 300] 480 620 688 946 56 39335 592 688[ 1500] 780 92 848 906 40041 370 489 526 625 45 753 803 41126 810 403 38[ 500] 685 68 843 930 42008[ 5001 266 314 93 515 43236[ 1500] 53 327 491 44067 251 551 80 45279 359 487 90 708 804 8 40080 261 635 47034 105 731 925 48027 59 158 837 40103 208 27 359 439 598 730 994 50524 80 961 51029 41 479 690 99 893 915 32 52182 548 716 874 985 115001 53011 204 321 442 47 67 875 54396 403 50 569 646 63 703 815 55009 79 228 568 716 56519 664 96[ 1500] 710 57144 323 962 58062 424 580 635 726 93 876 59007 33 81 87 682[ 300] 60017 46 169 301 638 734 94 854 975 61172 313 536 713 50 846 62337 539 689 787 63206[ 300] 32 44 413 743 64284 897 756 888 65008 28 353 650 717[ 30001 997[ 300] 66003 66 291 503 737 947 67082 335 461[ 500] 517 613 18 750 972 68054 518 737 816 00243 55 431 98 612 70093 345 714 88 960 71118[ 3000] 49 399 502 3 714 877 976 72076 733 73033 113 817 468 502 27 74007 216 26 59 442 88 652 60 739 801 914 75126 686 725 73 94 876 76160 404 616 24 736 77498 [ 300] 742 917 78320 88 595 686 742[ 300] 982 87 79247 549 614 42 866 80096 304 35 654 707 951 81127 217 810 20[ 300] 82303 668 719 35 54 83177 375[ 500] 445 84233 59 303[ 300] 661 902 30 85229 86151 460 552 60 81 609 776 87435 622 88329 898 89162 372 419 660 708 24 1500] 862 80 958 90114 74 507 734[ 300] 960 91043 86 294 316 89 790[ 500] 98 943 92130 458 575 831 47 93099 516 33 99 700 17 91 999 94013 91 174 656 741 95229 765 998 96018 27 182 407 34 532 782 889 97049 864 100291[ 1500] 417 92 679 764 101077 87 313 19 495 932 102039 248 619 957 103082 459 104012[ 300] 94 127 240 380 537 783[ 30001 91 954 105002 140 247 392 458 64 568 869 946 106201 445 800 107261 414 97 571 79[ 500] 725 96 108023 273 76 97 317 412 27 51 594 683 733 109158 496 647 788 840 975 110004 38 275 401[ 300] 95 790 805 111360 71[ 1500] 489 508 69 1500] 657 77 879 112133 280 519 80 849 113019 381 420 66 776 77 883 114774 800 902 115196 222 589 116 255 443 566 747 872 966 117391 859 66 118079 687 793[ 300] 886 119001 504 878 120004 5 59 221 614 121076 165 357 547 639 122115 24 209 417 620 770 811 38 123032 177 228 124064 178 214 411 603 31 125100 [ 1500] 8 71 210 332 849 126102 10 339[ 500] 501 841 127208 338 492 550[ 300] 67 725 128664 129000 814 130113 446 774 941 131195 641 782 818 901 7 132086 252 326 [ 800] 88 406 22 576[ 500] 133024 159 69[ 3000] 222 317 659 739 134039 183 218 538 655 709 43 814 135068 99 441 79 702 78 859 954 180108 53 205 685 919 137078[ 300] 363 490 523 80 683 782 813 138153 425 75 637 53 72 878 139109 232 57 342 62 460 87 676 903 33 140078 356 85 476 93 588 648 1500] 844 141864 88 142056 637 148157 144124 384 673 862 97 910 145086 195 407 609 76 146485 529 621 147079 264 546 S1 630 148833 149121 263 425 150043 294 644 855 151789 152177 238 355 458[ 3000] 641 64 815 158038 356 608 1500] 700 154487 502 786[ 3000] 825 50 155199 322 485 614 857 91 916[ 3000) 156083 102 94 427 912 157005 13 619 92 95 791 989 158469 159349 50[ 300] 82 589 764 77 84[ 500] 879 89 931 100081 360 518 181005 289 652 64 92 162023 77 81 137 484 88 97 582 697 884 163206 451 631 799[ 500) 164117 45 71 83 446 829 960 105055 98 212 329 408 957 166112 360 538 639 167022 44 174 254 87 89 318[ 300] 20 613[ 500] 66 787 817[ 500] 168149 78 501 169151 309 458 77 500 607 706 170130 91 213 97 334 415 68 171099 262 464[ 5000] 670 815 43 172033 114 378 483 790 173367 71 455 595 777 174198 329 474 500[ 1500] 32 875 175051 340 436 628 859 943 176017 246 848 605 709 879 911 277263 922 178026 128 99 276 179006 168 284 90 511 604 705 180269 385 485 828 56 181367 476 746( 1500) 182021 831 58 949 183189 184197 816 38 185150 391 506 648 803 992 186517 888 187188 583 653 78 188267 615 30 627 724 485 649 766 850 KeinFeilschen, fein Handeln, fondern streng fefte, sehr billige Preise. 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