Morgenausgabe 7tr. 421 A 212 4?.Iahrgang Wöchentlich 85 Pf� monatlich 3,60 M. im voraus zahlbar. Postbezug 4,32 M. «nfchließlich 60 Pfg. Postzeitung»- und 72 Pfg. Postbestellgebühren. Ausland»« abonnement 6,— M. pro Monat. * Der„Ponvdrts* erscheint wochentäg- lich zweimal. Sonntags und Montag» einmal, die Abendausgaben für Berlin und im Handel mit dem Titel„Der Abend". Illustrierte Beilogen»Boll und Zeit" und»Kinderfreund". Ferner »Frauenstimme". Technik".»Blick in die Bücherwelt",»Iugend-Vonvärt»" und»Stadrbeilage". P> Berliner VoUSVlatt Dienstag 9. September 1.950 Groß-Äerlin IS Z>!. Auswärts 15 ps. Die einspaltig» Nonpareille�ei!« 80 Pfennig. Retlame eile 5.— Re,chs- mark.„Kleine Anzeigen' das ettge- druckte Wort 25 Pfennig(zulässig zwei fettgedruckte Worte), jedes weitere Wort 12 Pfennig. Stellengesuche das erste Wort 15 Pfennig, jedes weitere Wort 10 Pfennig. Worte über 15 Buchstaben zahlen für zwei Worte. Arbeitsmarkt Zeile 60 Pfennig. Familienanzeigen Zeile 40 Pfennig. Anzeigenannahme imHaupt» gefchäst Lindenstraße 3. wochentägiich von SV» bis 17 Uhr. ÄLNtralovgan der Sozialdemokratischen Vaetei Deutschlands Redaktion und Verlag: Berlin SW 68. Lindenstraße 3 Fernsprecher: Döichoss 292—297 Telearamm-Adr.: Sozialdemokrat Berlin. Vorwärts-Verlag G.m.b.H. Postscheckkonto: Berlin 37 636.— Bankkonto: Bank der Arbeiter. Angestellten vnd Beamten. Wallsir 65. Dt. B u Diic.-Gel.. Deposttcnkast« Lmdenstr. S. Otto Braun fordert Klarheit Eine Aufforderung an Reichskanzler Brüning Hamburg, 8. September.(Eigenbericht.) Die Hamburger Sozialdemokratie veranstaltete am Montag- abend aus der Moorwcide ihre viert« groß« Wahlkundgebung unt«r freiem himniel, dl«, wie die vergangenen, wieder eine Beteiligung von mehreren Zehntausenden aufwies und«in«n imposanten Bcr- lauf nahm. Es sprachen der preußische Ministerpräsident Otto Braun und der 2. Vorsitzende des ADGB., der Hamburger Reichs- tagskandidat Peter Graßmann. Peter Großmann betonte, daß dieser Wahlkampf zugleich ein Wirtschaftskamps erster Ordnung sei. Das Kapital habe zu einem großen Schlag gegen die Urbeiter. schasl ausgeholt. Die Arbeiterschaft ist dem Kapital zu groß und zu einflußreich ge- worden. Dieser Kampf geht nicht nur um den politischen Lohn, sondern auch um die politisch gewordenen Arbeitsbedingungen über- Haupt und er geilst um die Berteidigung der arbeitspolitischen und orbeitsrechttichen Einrichtungen in ihrer Gesamtheit. Zum ersten Mal« haben die freien Gewerkschaften ihren Mitgliedern ossizicll die Porole gegeben, die Sozialdemokratisch« Partei zu wählen. Zum ersten Male haben sie ihre Mitglieder aufgefordert: Werbt, opfert, arbeitet für die sozialdemokratische Wacht! Als Ministerpräsident Otto Braun die Redner- trrbüne betrat, wurde er mit langanhaltenden, brausenden Hochrufen begrüßt. Wie schon in vorangegangenen Wahlreden wandt« sich der Ministerpräsident auch diesmal gegen die Anwendung de» Artikels 48, wofür die Voraussetzungen jetzt nicht gegeben seien. BZenn eine Regierung, die im Reichstag keine Mehrheit für ihre Vorlage sinket, ohne weiteres zum Artikel 48 greisen tonn«, dann bedeutet das das Ende des Parlamentarismus. hier müsse den Anfängen gewehrt werden! Nach der Wohl werde die Regierung vor der gleichen Situation stehen wie vor Auflösung des Reichstags. Reichsminister Treviranus Hab« erklärt: Die Reichsregicrung werde die hilf« der Sozialdemokratie ablehnen. Ministerpräsident Braun verwies in diesem Zusammen- hang auf seine vor einigen Tagen an den Reichskanzler gerichtete Anfrage, ob die Regierung sich diese Erklärung des Reichsministers Treviranus zu eigen mache und erklärte dazu: Ich habe gestern in Tilsit auf die bekannte Zwischenfrage des Reichskanzlers mit einem klaren Ja geantwortet. Ich muß nun erwarten, daß der Herr Reichskanzler jetzt ebenso klar antwortet, ob die Reichsregierung es wirklich ablehnt, die Hilfe der Sozialdemokratie anzunehmen. In Zentrumskreisen hat man zwar erklärt, diese Frage sei zunächst müßig, da man ja noch nicht wisse, wie die Wahl ausfällt. Run, ge- rade deshalb, well Herr Treviranus ohne Rücksicht auf den Aussall der Wahl erklärt Hot, die Hilfe der Sozialdemo- krotie werde abgelehnt werden, gerade deshalb müssen wir noch vor der Wahl Klarheit verlangen. Der Vorwurf gegen die Sozialdemokratie, sie habe sich der Verantwortung ent- zogen, ist völlig unberechtigt. Nach den: Kriegszusammenbruch, bemi Kapp-Putsch, in der Inflation und als es galt, die Poung-Gefetze anzunehmen und die Befreiung des Rheinlandes herbeizuführen,— in ollen diesen kritischen und entscheidenden Situationen hat die Sozialdemokratie die Verantwortung mit übernommen. Es geht nun freilich nicht so. daß die bürgerlichen Parteien und Zotcresseniengruppen die sinanziellen, wirtschaftlichen, sozialen Fragen nach ihren Wünschen gestalten und dann von der Sozial- dcmokralie verlangen, dasür die Verantwortung zu übernehmen. Wir sind bereit zur Uebernahme der Berantwortung, wenn wir gemäß.unserem politischen S t ä r k e vc r h ä l tn i s entscheidenden Einfluß auf' alle diese Dinge nehmen können und wenn Gewähr dafür besteht, daß die Ilsteressen der breiten Bolksmassen nicht privatkapitalistischen Profit- interessen geopfert werden. Wir werden nach der Wahl vor schwierigen Aufgaben stehen und vielleicht vieles auf uns nehmen müssen, was nicht gerade angenehm ist. Aber die großen Probleme unserer Wirtschaft und Polirik sind nur zu lösen, wenn alle Schich- ten der Bevölkerung bereit sind, Opfer auf sich zu nehmen! Curtius gegen Geeckt. Er muß schon wieder zerbrochenes Porzellan kitten. Dr. Eurtius hat am Montagabend die Bertreter der Weltpress« in Genf empfangen und ihnen u. a. erklärt: „Die deutsche Politik vertrete selbstverständlich in erster Linie die nationalen Interessen: sie sei sich aber bewußt, daß«ine nationale Politik nur auf dem Wege der Verständi- gung und des Friedens möglich fei. Eine andere Politik sei heute für Deutschland unmöglich. Gleichgültig, wie die Reichs- tagswahlen ausfielen, die deutsche Politik werde und müsse von jeder Regierung in diesem Sinne geführt werden. Die deutsche Regierung habe durch ihn, Eurtius, dem französischen Außenminister den Dank ausgesprochen, daß er die Initiative ergrifsen und sachlich über die Antworten aller Regierungen der Konferenz berichtet habe. Der Pancuropagedank« werde langsam fortschreiten und organisch wachsen. Die deutsche Regierung vertrete den Standpunkt der Gleichheit uni Gerechtigkeit sämtlicher Staaten im Rahmen Paneuropas.' Diese Erklärungen von Dr. Eurtius find zu begrüßen. Are Eindeutigkeit steht freilich keineswegs im Einklang mit der Zwei- deutigkeit seiner eigenen Partei, die«ine Mehrhcits- biwung nach rechts erstrebt und nicht einmal die Hakenkreuzler von vornherein als künftig« Bundesgenossen ablehnt. Die auffallende Ruhe, mit der Dr. Eurtius die Welt- presse zufammenberusen ließ, dürste ihre besondere Bewandtnis haben. Von den Trcvironus-Reden war das Kabinett bereits deutlich genug abgedrückt, so daß eine nochmalig« Bekräftigung des Festholtens am bisherigen außenpolitischen Kurs nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Inzwischen sind aber die Kampfparoien des Generals von Geeckt ins Ausland gedrungen..F>« r F e in d st« ht jen. seits der Grenz«.... Kampf gegen Versailles... Kampf gegen die Boung- Tribute..." Di« Welt weiß, daß Seeckt jetzt die große Nummer der« selben Partei ist, der der Reichsaußenminister Dr. Eurtius angehört. Um nun den Schaden einigermaßen wieder gutzumachen, hat sich Dr. Eurtius beeilt, der Weltpress« zu versichern, daß Seeckt nur Blech geredet hat. Denn so uird nicht anders sind die Er- klärungen von Dr. Curtins in Genf zu verstehen, wenn man sie mit der Rede des Generalobersten a. D. im Großen Schauspielhaus vergleicht. Argentinien nach dem Ltmstnrz. Zunächst Standrecht— dann Berfassungsmäßigteit? Buenos Aires, S. September.(Eigenbericht.) Die Revolullonsregierung hat über ganz Argentinien da» S t a n d r e ch t verhängt und den Kongreß ausgelöst. Zn einer Proklamation erklärt die Regierung, daß sie die Berfas- sung achten und bald Reuwahlen ausschreiben werde. Alle Regierungsmilglieder haben sich chrenwörtlich verpflichtet, bei den kommenden Präsidentschaftswahlen nicht zn kandidieren. Die Einrichtungen und sämtliche Akten der zwei Zeitungen, die Zrigoyen nahestanden, wurden verbrannt. Auch die Einrichtung der Wohnung Zrigoyens, der am Montag aus veranlassung der Revolution srcgierung wieder auf freien Fuß geseht wurde, ist völlig zerstört worden. Gegen zahlreiche Beamte der ver- gangenen Regierung ist Hastbefehl ergangen. Mahnohmen gegen die MilgNeder des verflossenen Kabinetts sind nicht beab- flchtigt. Eine Frage an Herrn Brüning. Zur heutigen Gporipalasttundgebung des Zentrums. Die Auseinandersetzung, die wir vor kurzem mit der „Germania" anläßlich des Aufsatzes von Pater Muckermann gehabt haben, vermochte keine Klarheit in der Frage herbei- zuführen, wie jetzt die Stellung des Zentrums zu den wich- tigsten Problemen der deutschen Demokratie ist. Die„Ger- mania" hat auf unseren Artikel„Zentrum— w o h i n?" geantwortet, ist aber jeder klaren Stellungnahme ausge- wichen. Heute spricht im Sportpalast Herr Reichskanzler Dr. Brüning. Er wird sich natürlich in erster Linie an die katholische Wählerschaft, die auch in Berlin ziemlich stark ist, wenden; seine Rede in der Haupt- stadt des Reiches wird aber ohne Zweifel eine viel breitere Resonanz finden als irgendeine seiner früheren Reden. Wir hoffen, daß er diese Gelegenheit nicht verpassen wird, um auch zu dem Fragenkomplex, den wir in unserer Auseinander- setzung mit der„Germania" angeschnitten haben, Stellung zu nehmen. Das sind wohl Dinge, die in hervorragendem Maße angehen. Auch Pater Muckermann hat offenbar Herrn Brüning gemeint, indem er von„einem Reichs- k a n z l e r", der zugleich„katholischer Staats- mann" ist, gesprochen hat. Den Ausgangspunkt für unsere Auseinandersetzung stellte die Feststellung von Pater Muckermann dar, daß es nach den Wahlen„entweder ein arbeitsfähiges Parlament oder das letzte Parlament der Weimarer Zeit" geben wird. Wir haben angenommen, daß unter der„Wei- marer Zeit" in diesem Zusammenhang nicht etwa die Zeit. in der Goethe in Weimar wirkte, sondern nur d i e Z e i t d e r Weimarer Verfassung verstanden werden kann, und haben deshalb die entsprechende Stelle bei Pater Mucker- mann als Ankündigung einer eventuellen Außerkraftsetzung der Weimarer Ver- fassung verstanden. Es ist nicht bloß eine Böswillig- keit von uns, wenn wir die Aeußerungen der„Germania" zu dieser Frage völlig unklar und ausweichend finden. Dr. Feder schrieb zu diesen Aeußerungen im„Berliner Tage- blatt": „Das Berliner Zentrumsorgan Hot seltsam zweideutigen Ausführungen, wie denen des Paters Muckermann, Raum gegeben und in seltsam zweideutigen Kommentaren sie inter- pretiert. Sind auch hier schon die Fäden nach rechts so fest ge- spönnen, daß man sie nicht zu lösen vermag?" Wir stimmen mit Dr. Feder nur insofern nicht überein, als uns die lllusführungen des Paters Muckermann als völlig eindeutig erscheinen. Die„Frankfurter Zeitung" hat(am 31. August) die Aus- führungen des Paters Muckermann als„reichlich anfechtbare" bezeichnet und schrieb über die Antwort der„Ger- mania" auf unsere Fragen:„Statt der erwünschten klaren Antworten, die so nahe lägen, vernimmt man nur allgc- meine Formulierungen"(folgen Beispiele). Die„Frank- furter Zeitung" glaubt zwar selbst, daß das Zentrum gar nicht in der Lage wäre,„auf längere Sicht die Verantwortung für ein Konfliktregime zu tragen", aber sie meint trotzdem: „Für die Masse der Wähler, die jedes Spielen mit dem Gedanken einer Diktatur ablehnt, wäre wohl eine deutliche Abgrenzung erwünscht gewesen." Die Klärung wird also nicht von uns allein gewünscht. Es besteht eine starke Beunruhigung auch in den Kreisen, die sich nicht in dsr Opposition zu der Regierung Brüning befinden. Es handelt sich wohlbemerkt nicht um die Frage, wo diese Regierung nach den Wahlen die Mehrheit für sich suchen will, sondern um die Frage nach der Stellung zur Demoratie und zum Spielen mit dem Gedanken einer Diktatur". Ist die Auffassung des Paters Muckermann auch die der maßgeben- den Kreise des Zentrums? Und insbesondere: Betrachtet sich Herr Brüning selbst als denjenigen katho- tischen Staatsmann, dem die christliche Moral die Möglichkeit gibt, eine„vollendete Tatsache" im Sinne von 5)errn Muckermann zu schaffen? Wir erwarten von Herrn Brüning eine eindeutige Hein« unn morgen 35 Wähiemundgebungen der Sozialdemokratischen Partei! Erscheint in Hassen!(näheres 2. Seite) Die Konferenz der 27. Bnand soll dem Völkerbund Vorschläge unterbreiten. n t w r i auf diese Frage. Gin kurz«„Ja" oder„Nein" würde völlig ausreichen. Aber keine Antwort wird auch eine Antwort fein. Wir wollen jedes Mißverständnis unmöglich machen. Pater Muckerinann rechnet mit der Möglichkeit einer neuen R c i ch s t a g s a u f l ö s u n g. Der aufzulösend« Reichstag soll aber in diesem Falle der letzte Reichstag der Weimarer Zeit sein, an seine Stelle darf alsa kein auf Grund der Weimarer Verfassung gebildeter Reichstag mehr kommen. Pater Muckermann sagt' vorläufig nicht, was eigentlich dann geschehen soll, ermuntert aber den„k a t h o- tischen S t a a t s m a ii n", der als Reichskanzler die Eni- scheidung zu treffen haben wird, mit dem Hinweis darauf, daß die christliche Moral ihm die Möglichkeit gibt, unter gewissen Bedingungen eine vollendete Tat- fache zu schaffen. Daher die von uns gewählte, ziem- lich komplizierte Formulierung der Ftage an Herrn Brüning. Wir wollen von ihm erfahren, ob er bereit ist, die Funktion, die ihm Pater Muckermann als eine Möglichkeit zuschreibt, zu über- nehmen und zu erfüllen. Wir hoffen, daß Herr Brüning unsere Frage mit einem klaren„Nein" beantworten wird. Und es ist kein polemisches Manöver, wenn wir das sagen. Wir glauben nicht, daß die Aufafsung von Pater Muckermann die der ganzen Zentrumspartei ist. Es find aber innerhalb des Zentrums Kräfte am Werk, die diese Auffassung in der Partei durch- fegen wollen. Man darf wohl diese Kräfte als„S e i p e l f ch e Richtung" bezeichnen: das sind die reichsdeutschen Ge- sinnungsgenossen des Prälaten Seipel. Die Gefährlichkeit ihres Wirkens besteht darin, daß sie nicht offen als Gegner der Demokratie auftreten, sondern sogar angeblich die Demo- kratie„retten" wollen, und zugleich an der Diskreditierung der Demokratie und an der allmählichen Vergiftung der Mei- nung in ihrer Partei arbeiten. Das ist mehr als eine Orientierung nach rechts. Wir wissen, daß das Zentrum zwar die Möglichkeit des Koalierens nach rechts oder links offen haben will, das Zusammengehen mit der Rechten aber immer vorzieht und am liebsten eine dauernde Herrschaft einer konservativen Front herstellen möchte. Es ist aber schon eine ausgesprochen faschistische. Richtung, die dieses Ziel, wenn es anders nicht geht, durch die Unterwühlung der Demokratie erreichen will. Die Entwicklung ist in dieser Richtung weit genug fortgegangen, und es wird von großem Werte fein, wenn der anerkannte Führer des Zentrums klar und eindeutig gegen dieses Treiben Stellung nehmen wird. Deshalb erwarten wir heute von Herrn Brüning eine Antwort auf unsere Frage! Fleischermeister Wmkeln'ed. Oer Rekord unfreiwilliger Wahlkomil. An den Berliner Anschlagsäulen gibt es jetzt etwas für Freunde eines herzhaften Lachens. In Wahlzellen ist man ja allerhani» an Plakaten gewohnt, aber die Wirtschaftspartei hat es zu schön gemacht: Ein dicker, Schlacht srmeifter— oder ist es ein Bäcker- Meister? stürzt sich wie weiland der Schweizer Eidgenosse Struth non Winkelried gönzlich furcht- und kragenlos m die bereitgehaltenen Speere der Feinde. Dabei stellt jeder Speer in dieser Phalanx eine gegnerische Partei dar, wie angeheftete Fähnchen dartun, von den Kommunisten links angefangen über Sozialdemokraten, Staats- partei bis zu den Nazis auf der äußersten Rechts. Nun aber da» allerfchöiift«: Der echte Struth von Winkelrieb wurde vor 800 Jahren ein Opfer solchen Heldenmut»— er sank von Spcerendurchbohrt, zu Boden. Dem Fleischer- meister Winkelried bekommt die Speerkur ausgezeichnet— sie z e r- f p e l l c n teils an seiner teutschen H e l d e n b r u st, teils an seinem niedrigen, dasür ober um so festeren Stirnbein. Auch«in ledernes Schurzsell(prima Qualität) scheim einen Schuppenpanzer völlig zu ersetzen. Als Struth von Winkelried der Freiheit eine Gasse bahnte, war sein Ruf:„Eidgenossen, sorgt für mein Weib und für meine Kinder!"— Um Frau Fleischermeister Winkelried und den beiderseitigen Nachwuchs braucht niemand bange zu sein, dem biederen Fleischermeister passiert nichts, er sorgt allein und ausgiebig für sich und die Seinen. Wogegen er allerdings— im Gegensatz zum echten Winkelried— der Freihell keine Gass« bahnt. Trotzdem: den wildgewordcncn Fleischermeister mang die Speer«— das mutz man gesehen haben! Man lacht sich gesund. ssemathsn. Hakenkreuzkrach bei Treviranus. Unter Führung von Goebbels. Bei der gestrigen Kundgebung der Bolkskonfervatioen Bereinigung im Sportpalast kam es wiederHoll zu st ü r- mischen Auftritten. Hakenkrcuzlcr und Kommunisten ver- suchten die Versammlung zu stören, so daß der Versammlungsleiter schließlich die Polizei rufen mußte. 14 Radaubrüder wurden -daraufhin zwangsgestellt. Ihren Höhepunkt erreichten die Tumulle, nls der Hakenkreuzführer Dr. Goebbels erschien. Um weiteve ernste Zwischcnsällc von vornherein zu verhüten, führt« die Polizei abermals Z6 Krakehler, darunter eine Frau, ab. Fälscher will„Vorwärts" verklagen. Er hat seine Vorstrafen vergessen. Jener saubere Georg Dörsam, der einen Brief des Abg. Äuitner fälschte und dieses Fälscherstück in der kommunistlschen Presse ver- öffentlichte, läßt großspurig in der„Roten Fahne" verkünden, daß er den„Vorwärts" wegen Beleidigung verklagen werde. Er will niemals wegen Betruges und Diebstahls bestraft sein. Es wird uns ein besonderes Vergnügen sein, dem Kommunisten. falscher vor Gericht sein Vorstrafenregifter unter die Nase zu halten. Es ist ziemlich long und umfaßt zehn Nummern, beginnt mit 1018, endet mit 1930. Die höchste Strafe beträgt zwei llahre Gefängnis und fünf Zahrc Ehrverlust wegen schweren Diebstahls im Rückfallc. Wenn Herr Dörsam das vergessen haben sollte, so werden zum Glück in Deutschland noch sehr sorgfältig« Strasregister geführt. Wir werden seine Erinnerung schon wieder beleben. G e n s, 8. September.(Eigenbericht.) Die Konferenz der Außenminister von 21 europäischen Staaten nahm am Montag aus Vorschlag Briands einstimmig eine Entschließung an. w der es heißt, daß eine enge Zusammenarbeit aller europäischen Staaten notwendig Ist. Brian d wurde beauftragt, der Vollversammlung des Völkerbunds sein Memorandum zu unterbreiten. Er wird der Versammlung zu- gleich Vorschläge zur praktischen Durchführung seines Projekts zur Kenntnis bringen. Die Besprechung der Außenminister dauerte mehrere Skun- den. Die Debatte war von England hervorgerufen, dessen ver- freiet besürchtelcn, daß Briand die einzelnen Staaten von vorn- herein in einer bestimmten Richtung für sein Projekt engagieren wolle. Was bedeutet die lteberweifung an den Völkerbund? Genf. 8. September.(TU.) Die Uebcrweisung der Paneurvpfrage an die Voll- Versammlung des Völkerbundes bedeutet, daß dies« Frage für die europäische Konserenz selbst, die diesen Beschluß ein- stimmig gefaßt hat, vorläufig erledigt ist. Eine weitere Sitzung der europäischen Konserenz ist nicht vorgesehen und erscheint nicht notwendig, da die Entscheidung auf die Völkcrbundsversamm- lung verlegt worden ist. Ueber den Verlauf der dreieinhalbstündigen europäischen Kons«- renz werden, der Telegrophen-Union zufolge, folgende Mitteilungen gemocht: Im Anschluß an die Ilebergobe des französischen- Weiß- buches hielt zunächst der französische Außenminister Briand eine ein st und ige Rede, in der er zum Schluß die Frage aufwarf, wie und in welcherFormder Völkerbund mit der Angelegenheit befaßt werden soll. Die weitere Erörterung spielte sich jedoch Haupt- sächlich zwischen dem englischen und denk französischen Außenminister ab. Von französischer Seite wurde in der Aussprache verschiedentlich versucht, zunächst eine vorläufige Festigung der europäischen Konferenz auf dem Grundgedanken einer europäischen Einigung zu erzielen. Dieser Versuch scheiterte an der außerordentlich festen Haltung des englischen Zlußenministers. Henderfon erklärte von vornherein, daß er seine Z u st i m m u n g zu der Anerkennung des Grundsatzes einer europäischen Einigung nicht geben könne, jede sachliche Fest- legung ablehnen müsse und die Entscheidung über das weitere Schick- sal des Planes allein der Dölkerbundsversammlung überlassen müsie. In der weiteren Aussprache wurde von verschiedenen Seiten eine ganze Anzahl von Vorbehalten gemacht, wobei die mit Frankreich verbündeten Staaten im großen den Standpunkt Frankreichs ver- traten. Reichsaußenminister Dr. Curtius verlangte mit Unterstützung einer Reihe anderer Staaten, daß weder eine Feststellung des Grundsatzes einer paneuropäischen Einigung noch irgendeine Art Organisation in noch so loser Form geschaffen würde� Dr. Eurtius wies, auf der deutschen Antwortnote fußend, darauf hin, daß olle Möglichkeiten erschöpft werden müßten, um den In der heutigkn Lage Europas drohenden Gefahren zu begegnen. Zum Schluß wurde die einstimmige Auffassung festgestellt, daß nach der Generaldebatte in der Völkerbundsversammlung unter allen Umständen ein S t u dt e n a u s schu tz eingesetzt wer- den müsse, der die gesamt« Frage nach der politischen, wirt- schaftlichcn und finanziellen Seite prüfen soll. Völlig offen ist jedoch die Frage, welche Zusammensetzung und welche Zu- ständigkeiten dieser Ausschuß haben soll. Als Ergebnis wird allgemein festgestellt, daß eine g r u n d s ä tz» l i ch c Z u st i m m u n g der europäischen Konferenz zu dem franzö- fischen Paneuropa nicht erfolgt ist. Die Konferenz hat selbst ihre eigene Zuständigkeit als für nicht gegeben erklärt und die Voll- Versammlung des Völkerbundes, stn der 54 Regierungen vertreten sind, als die alleinige zuständige Instanz angesehen. Moiilal Vehr» Hastenttassen. Noch immer Neliglonskämpfe. Bombay, 8. September.(Eigenbericht.) Motilal Nehru, der jüngere und unversöhnlichste der Heiden im Gefängnis sitzenden indischen Führer ist am Montag aus der Haft entlassen worden. Er war im Juni wegen Gesetzesüber- tretungen zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Wenn Nchru jetzt vorzeitig das Gefängnis verläßt, so geschieht es ouf Grund emer schweren Erkrankung, die ernste Besorgnisse für sein Leben erweckt hat. Die zu Ehren eines Hindugottes stattffndendcn Retiglonsfeiern haben seit einigen Tagen in Bombay und der Provinz die Reibe- reicn zwischen Hindus und Moslems neu aufleben lassen. oellenlliMe VSßlerlmmlSevimsen. «suis, Dienstag, 9. September: 1. Kreis Mitte. Treffpunkt zum Werbcumzug mll Musik(drei Kapellen) und Fackeln pünktlich 18)� Uhr Köllnischer Park. Sämtliche roten Fahnen und Banner sind mitzubringen. 2. Kreis Tiergarten. Achtung, Radfahrer! Jungsozialisten, Sozialistische Ardeiterjugend, Reichsbannerjugend sowie sämtliche Genossinnen und. Genossen treffen sich mit ihpen Fahrrädern zu einem Radsahrer-Werbeumzua pünktlich 18'Uhr bei Berzer, Lebetzowsttoß« 21 Ecke Jagowstrahe." 4. Kreis Prenzlauer Berg. Treffpunkt zum 3. Werbeumzug püntttich 18� Uhr Danziger Strasse(Mittelpromenadc) Ecke Tresckowstraße, an der Schönhauser Allee. Friedrichshain, 36., 37. und 38. Abt., Vezirke 158 bis 161 und 189a, b, c. 19M Uhr in der Patzcnhoser-Brauerei, Landsberger Alls« 24/27. Redner: Redakteur Franz Klühs. 7. Kreis«harlottcnbnrg. Alle radfahrenden Arbeitersportler. Parteigenossen und Sozialistische Arbeiterjugend treffen sich zum Werbeumzug pünktlich 18 Uhr vor dem Jugendheim, Rosinen- straße 4. Cladow a. d. Havel. Abfahrt mit einem Ertradampscr von Spandau, Lindenufer(Cafe Viktoria), pünktlich Ig Uhr. Red- nerin: Dora Bergas. 11. kreis Schöneberg. Treffpunkt zum Werbeumzug mit Musik um 19 Uhr Leuthenplatz. Um 20'A Uhr Kundg�ning im Lokal „Piccadilly", Ebersstraße. Redner: Stadtrat Dr. Kurt Löwen- stein. 16. kreis Zehlendorf. 20 Uhr im Lokal Lindonpark, Berliner Straße Ecke Gartenftraßc. Redner: Hermann Harnisch, M. d. L. Lankwitz. 19)4 Uhr in der Festhalle des Lyzeums, Dillgestraße. Filmvorführungen:„Im Anfang war das Wort".-„Dem deutschen Volke". Rednerin: Käthe Kern. 15. Kreis Treptow. Alle Abteilungen treffen sich mit Fahnen und Transparenten zum Werbeumzug durch Falkenbcrg, Alt» Glienicke und Adlershof um 18X Uhr am Bahnhof Grünau. Redner: Earl Drossel. Treptow 161. Abt. Treffpunkt zum Umzug mit Musik 18)4 Uhr an der Wiener Brücke. Anschließend Kundgebung im Viktoria- garten, Am Treptower Park 26. Rcdnerin: Clara Bohm-Schuch. Alt-Glienicke-Falkenberg. Treffpunkt pünktlich 18)4 Uhr zum Werbeumzug durch Alt-Glicnicke nach Adlershos am Bahnhof Grünau. Redner: Stadwcrordneter Hermann Lempert. Hellersdorf. 19)4 Uhr in der Schule. Redner: Rektor Walter Fischer. Heincrsdorf. 20 Uhr im Heinersdorfer Krug, Kaifer-Wilhelm- Straße 67. Redner: Hans Plattner. Buchholz. 20 Uhr im Lokal Kähne, Berliner Str. 39/ Redner: Hans Bauer. Angestellte. Heute, Dienstag, 20 Uhr, in den Kammersälen, Teltower Str., große Kundgebung der Angestellten. Genosse Fritz Schröder vom Vorstand des ZdA. spricht über:„Kampf jeder Reaktton! Für sozialen Fortschritt! Gegen Bürgerblock! Für die Freiheit!" Um rege Beteiligung wird dringend gebeten. Betriebsfryktion der- TPT. der Arbeiter, Angestellten und Beamten beim Bezirksamt Tiergarten. l9)4 Uhr in den„Spreehallen". Kirchftr. 13, Vortrag des Genossen Max Kreuziger, Stadtverordneter,„Wir Arbeitnehmer der Behörden und der 14. September". Beamtenausschust der SPD. des 3» Kreises. Oeffeutliche Veamtenversammlung 19)4 Uhr. Chausseestr. 64(schultheiss- Patzenhofer). Tagesordnung: l. Beamteninteressen und Reichs- tagswahl.. Referent: Erich Händeler, Schriftleiter der ADBZ. 2/ Freie Aussprache. Zahlreiche Beteiligung dringend erbeten. Bcamtenwerbcausschust Lichtenberg und Betriebsfraktion der SPT. 19)4 Uhr Versammlung für alle Arbeiter, Ange- stellten und Beamten sin Fesffaol des Realgymnasiums an der Barkauc.„Gegen Lohn- und GeKältsabbau— für gerechte Besteuerung." RescreNt: A.' Fakkeitberg, 1. Vorsitzender des AD'L. l Betriebsfraktion der SPD. beim Landesarbettsamt Brandenburg. Wählerkundgebung für alle Arbeiter, Ange- stellten und Beamten Ibl-L Uhr im Lokal Behlau, Kronprinzen- user 12. Dortrag des Genossen Otto Meier, M. d. L.,„Der Kampf um die Sozialversicherung und die Rcichstagswah!". Kraftpostwagen. Fraktion der SPD. 16)4 Uhr in den Borsig- walder Festsälen, Borsigwalde, Spandauer Straße. Vortrag des Genossen Dr. Moses, M. d. R.,„Worum geht der Kampf?* Morgen, Mittwoch, 10. September: Wedding. 22. Abt. 19)4 Uhr in der Hochichulbrouerei. Seeftr, Ecke Amruner Str. Filmvorführung:„Vom Bauen am neuen Staat." Redner: Karl Hetzschold. Die Kundgebung wird durch Gesangsvorträge des Meinckeschcn Männcrchors umrahmt. Prenzlauer Berg, 31. Abt. 19)4 Uhr in der Schulcwla« Schönflkeßcr Str. 7. Redner: Albert Falkenberg. 7. Kreis(eharlottenburg. 19)4 Uhr in der Schulaula. Nürn- bcraer. Str. 63, Lyzeum(An der Taurntzienstr.) Redner: Dr. Franz Meyer-Brodnitz.— Ztwor läuft der Trickfilm, „Dem deutschen Volke". Charlottcnburg, 53. Abt. Oeffeutliche Beamtenversammlung. Mitwoch, 10. September, 19)4 Uhr, in Plötzcnsoe, Lokal„Ruß« bäum", Straße 12, am Verbindungstanal. Thema:„Di« Reichstagswahlen und die Beamten." Referent: Eduard Zachert, M. d. L. Dahlem. 20 Uhr im Lokal Schilling, Kömgin-Luisc-Straße 42- Redner: Max Brinitzer. Tcmpelhof, 85. Abt. Tveffpimkt zum Werbeumzug durch Neu« Tempelhos, pünktlich 18)4 Uhr, Berliner Str., Ecke Hohen, zollernkorjo. Anschließend Kundgebung in der Aula der Volks- schule, aus dem Temprlhofcr Felde. Redner: Stadtrat Ernst Reuter. Johannisthal. 19)4 Uhr im Logeichaus, Friedrichstr. Rednett Robert Breuer. Biesdorf-Süd, Abt. l22a. 20 Uhr im Lokal Lindner(frühes Burkhardt), Köpenickcr Str. Redner: Stadtrat Georg Wendt. Rahnsdorf. 20 Uhr in der Aula der neuen Zentralschule itt Wilhelms Hagen. Rednerin: Marie Kunert. Mahlsdorf-Süd. 20 Uhr im Lokal„Hubertus", Köpemcker Allee 100. Redner:' Stadtverordneter Hans Woywod,— i Rezitationen: Margarete Merrbach. Reichsdruckcrei, 146 Abt. 16 Uhr in den Arminhallen, Kam- mnndantenstr. 58. Redner: Carl Litte. Gewerbetreibende, Handwerker, Kaufleute. Erscheint zur großen öffentlichen Versammlung am Mittwoch, dem 10. Sep- tember, 20 Uhr, im großen Saal des Lehrervereinshaiffes, Alexanderplatz. Thema:„Wer Hilst den Handel-, Gewerbe- treibenden und Mittelstand?" Reserenten: Köche Kern, Berlin und Jiilhis Krause, Leipzig, Verbandsvorsitzender. Einheit»- verband der Handel- und Gewerbetreibenden und freien Berufe. Betriebsfraktion der SPD. im Bezirksamt Prenzlauer Berg. Mittwoch. 10. September, 16 Uhr. im- Sitzungssaal des Bezirksamts. Danziger Straße 64, öffentliche Versammlung jür alle Beamten, Angestellten und Arbeiter. Tagesordnung: Notverordnung— Diktatur— Demokratie. Referent: Genosse Kurt Hcinig,'M. d. R. Aussprache. Verschiedenes. WlMerlmevHHdSebimtzcn! Reinickendorf-West. 187. Abt. Mittwoch. 10. September, 20 Uhr, im Volkshaus, Scharnweberstr. 114, große Froucn- werbeveranstaltung. Referat des Genossen Paul Hoffmann. Außerdem Rezitatiancn und gesangliche Darbietungen. 17. Kreis Lichtenberg. Donnerstag, 11. September. 19)4 Uhr, in der Aula der Knabenniittelschule, Lichtenberg, Marktstraße, Kundgebung der Frauen und Jungwächer. Referat der Ge- nossin Paula Kurgas„Der Kamps der Sozialdemokratte gegen die Reaktion". Ferner Mitwirkung des Ebert-Manz-Quartctts und der Sozialistischen Arbeiterjugend. Männer und Frauen, erscheint in Massen! Vergeßliches Zentrum Sozialpolitische Toten und Worte. Vor einigen Tagen hat Genosse Robert Schmidt im „Vorwärts" einen Artikel über„Wahlen und Wirtschaft" ver» öffentlicht, in dem er sich auch mit der Aufrechte rhal- tung der Sozialversicherung und der sozialen Ge- setzgebung im allgemeinen beschäftigte. Diesen Aufsatz nimmt das Zentrumsorgan, die„Germania", zum Anlaß, um„von den Zentrumsseite um der objektiven Wahrheit willen" Stellung zu nehmen. Dabei wiederholt die„Ger- mania" die Behauptung, daß die Sozialdemokratie bis zum Jahre 1903 gegen die hauptsächlichen sozialen Gesetze ge- stimmt habe. Dann fährt das Blatt fort: „Diese Gesetze oerdanken also in ihren Grundlagen den bürgerlichen Parteien— und in e r st c r Linie un- zroeiselhaft dein Jentrum— ihre Entstehung. Die negative Haltung der Sozialdemokraten gegen diese Gesetze ist darauf zu- rückzufiihrcn, daß den Sozialdemokraten die mit diesen Ge- setzen errungenen Vorteil« nicht genügten... Bis zu dieser Zeit jedenfalls— also bis zum Anfang unseres Jahrhunderts — war das Zentrum führend auf dem Gebiete der Sozial- gesetzzcbung." In sozialpolitischen Dingen sind die Herren vom Zentrum von einer merkwürdigen Vergeßlichkeit. Sie wollen nicht gern etwas davon wissen, daß die sozialpolitischen Gedanken sich auch im Zentrum erst langsam und unter großem W i d e r st r e b e n der früher führenden Schichten haben durchsetzen können. Erklärte doch bei der Beratung des Jnvalidcnversicherungsgesetzes im Jahre 1889 der bekannte Zentrumsführer Freiherr von Hertling, der spätere Kriegsreichskanzlere: „Ich habe bereits 1881, als noch von einem ganz kleinen Häuf- lein hier im Hause der Reichszuschuß gefordert wurde, a u s d r ü ck- l-i ch gegen die Auffassung p r o t« st i« r t, als ob der S t a a t d e r große S ch u tz g e i st sein solle, der alle Müden und Schwachen an seine Brust drückt. Gegenüber dem wunderlxrren Umschwung der Meinungen in den letzten Dezennien, dem Umschwung aus dem Manche st ertum in den Staatssozialismus, ist es nicht überflülssig, darauf hinzuweisen, daß wir an der früheren Ansicht festhalten... Ich wider st rebe dieser Gefetz» g e b u n g, weil sie die Verpflichtung von denen, denen sie zu- kommt,, abwälzt auf die breiten Schultern des Staates." Noch deutlicher war die Ablehnung des Jnvalidenver- sicherungsgefetzes durch den ältestenFührerdesZen- t r u m s, den sonst vom Zentrum so hoch verehrten Abgeord- neten W i n d t h o r st. Dieser wies in seiner Red« immer aufs neue darauf hin, daß das Gesetz in seiner Anlage und seinen Auswirkungen sozialistischen Charakter habe, trotzdem die Sozialdemokraten wegen seiner Unzulänglichkeit dagegen Stellung nahmen. Windthorst schloß seine Rede mit den charakteristischen Sätzen: „Ein solches Gesetz kann gar nicht gegeben werden, weil«in Abschluß nicht möglich ist, weil die Grenze nicht festgestellt ist, und weil die, welche es geben, jetzt schon verkünden: Sobald wir körmen. geben wir mehr... Ich warne vor diesem Vorgehen. Es ist ein voller Schritt— nickt in das Dunkle, nein— sondern auf dem hell erleuchteten Wege der Sozialdemokratie. Und jeder, der f ü r dieses Gesetz stimmt, ist— er mag es bekennen oder nicht— wissend oder nicht wissend, ein vollendeter Sozialdemokrat." Der Bismarcksche.. Staatswinister von Bötticher ant- wöbtete ihm darauf:„Wenn derjenige e!n Sc'zialdomn. k r ä t.sein soll, der für das Gesetz stimmt, nun gut, dann bin ich Sozialdemokrat." Wie man sieht, war die Haltung des Zentrums bei diesen Sozialgesetzen durchaus das Gegenteil von dem, was die Zentrumspressc heute glauben machen will. Es soll nicht ge- leugnet werden, daß im Zentrum unter Führung des Abge- ordneten Hitze langsam ein Umschwung eingetreten ist, der der Entwicklung sozialpolitischer Gedanken in der Gesetz- gebung günstig war. Aber wenn das Zentrum heute Wert darauf legt, mit der früheren ablehnenden Haltung der Sozialdemokratie gegen diese Gesetze Reklame für die Zentrumspolitik zu treiben, so muß„um der objektiven Wahrheit willen" doch auch einmal an diese Vergangenheit erinnert werden, damit die heutigen Zentrumsagitatoren nicht ganz den Zusammenhang mit der Geschichte verlieren. Geeckt rüffelt Treviranus. Frontgeist haben nicht nur Frontsoldaten. Das Zugpferd der Deutschen Volkspartei, Generaloberst von Seeckl, stellte sich am Sonntag im Großen Schauspielhaus den Berliner Wählern vor. Eine Autoanfahrt, wie bei einer Reinhardt- Premiere, zeigte, daß hier eine großkapitalistische Partei aus- oerusen hatte und daß ein« Sensation erwartet wurde. Die Sensation blieb aus. Herr von Seeckt, sehr gepslegt, sprach mit verhaltener Stimme, ohne jede Wanne, als wenn er im Gro- ßen Gcneralftab Kritik über ein Kriegsspiel abhielte. Er sogt« wenig. Er verlangte Aufrüstung, er forderte Amnestie für sie Fememörder, er sprach vom Kampf gegen Versailles und gegen die Tribute, und er wies nach dem Osten, wo Deutschlands Lebens- Notwendigkeiten gedrosselt sind. Ein Satz über den sogenannten Frontgeist ist von Bedeutung. Seeckt sagte:„Es geht nicht an, daß eine bestimmte Schicht, die in einer bestimmten Stellung wäh- rend des Krieges tätig war, und eine bestimmte Generation den F r o n t g e i st und das Frontkämpsertum für s i ch i n A n s p r u ch nehmen. Dieser Geist ist mehr als das gewesen. Ihn dürfen für sich in Anspruch nehmen auch die Frauen, die in Notzeit arbeiteten und ihre Kinder großzogen, überhaupt alle, die ihre Pflicht getan Habel,, gleichviei welchen Alters und Geschlechts sie waren. Unter Frontgeist versteh« ich Disziplin. Selbstaufopferung wd Kameradschaft."- Weiter sagte Seeckt:„Bei einem Wahlkamps müßte ein Gegner zu sehen sein. Ich lehne es ab, zu sagen: Der Feind steht rechts, der Feind steht links, nein, der FeinV steht jenseits der Grenze!" Bor Seeckt sprach der Parteiführer Scholz, der eine, ausge- sprochene Kampsrede gegen die Sozialdemokratie hielt und ihr die Rcg.erungsföhigkeit absprach.„Wir wissen, was wir unserem großen toten Führer Stresemann danken, dem wir immer willig gefolgt sind."«Ebenso wie die Kommunisten lehnen wir die Nationalsozialisten ab, die das Chaos und die Katastrophe wollen." Die Ausstattung des Saales war echt oolksportcilich. Einen. schwarzrotgoldenen Reichsadler, vor dem Strcse» manns Büste. stand,, umrahmten zwei riesengroße schwor zwc ißf- rote Fahnen ohne Gösch. � Der angarische VizemIrüsterprSfideat Domherr Das; ist im Alter von 6? Jahren plötzlich gestorben, Vor dem «.Woher nur all die Leute kommen? Hitler hat sie doch längst vernichtet!� Oer Weg aus der Krise. Arbeiislosennoi, Kinanz- und Wirtschastsnot/ �undsunkvortrag von paulHerh. ' Ueber die drängendsten.Probseme der Gegenwart, die Arbeits- losennot, Wirtschastsnot und Finanznot sprach Genosse Paul Hertz am Montag im Berliner Rundfunk. Wir geben die wichtigsten Stellen seines Vortrages im folgenden wieder. Dr. Hertz führte aus: Es läßt sich nicht verkennen, daß die gegenwärtige Wirt- fchaftskrise außerordentlich bedrohlich ist. Im Zusammenhang damit steht die ungeheure Masten- orbeitslosigkeit, die in der deutschen Wirlschostsgeschichte kein Bei- spiel kennt. Sie ist die höchste Arbeitslosigkeit seit l!l 2 4 und" ist gegenwärtig fast die doppelte Zahl von Arbeitslosen als zur zsteichen Zeit des Vorjahres. Die Unterstützung dieser Erwerbslosen legt Reich, Länder» und Gemeinden gewaltige Lasten aus. Wils- ijuni stch über die Möglichkeiten, klar werden, die Wirt- fchaftskrise ju.lindent und zu übe Winden, so ist es vorerst notwendig, ihre Ursachen zu erkennen'. W i rtscha s t»'ki' i s e n sind ürn- vermeid! ich« Begleiterscheinungen de s kapita- ! i st i s chem Systems. Von manchen Seiten wird in Deutschland die WirtschastS- kris« als Folge de r überhöhten ösfentlichen Be- I o st u n g angesehen, und ein Abbau dieser öffenllichen Belastung als wichtigste Maßnahme zur Belebung der Wirtschäst betrachtet. Wie wenig zutreffend dies« Anschauung ist, geht ohne weiteres aus der Tatsache hervor, daß die Wirtschaftskrise sich nicht auf Deutschland allein beschränkt, sondern die Wirtschost der ganzen Welt ergriffen hat und in den Ländern am stärksten ist, in denen sowohl die Steuren als auch die Sozialousgaben am niedrigsten sind. Das gilt in erster Linie für Amerika. Ebensowenig ist die mangelnd« K a p i t a lb i l du n g ein« ausschlaggebende Ursache der Krise. Der Um- fang der gegenwärtigen Kapitalbildung entspricht etwa der Vorkriegs- zeit. Der Mangel an Kapital in den letzten Jahren ist wesentlich darauf zurückzuführen, daß das vorhanden« Kapital vielfach falsch verwendet worden ist. Die entscheidende Frage ist, von welchen Schichten des Volkes die Bildung von Kopital ausgehen soll. Die Kapilalblldung der breiten INassen der Bevölkerung durch hohe Löhne und ausreichende Ersparnisie ist ein besserer weg zur Vesriedigung des Sapitalbedürfnisfes der Wirtschaft alz die ein. scitigc Förderung großer Einkommen und vermögen bei gleich- zeiliger Verarmung der unteren Schichten. 'In den Absichten auf Senkung der Löhn« und Gehälter zum Zwecke der Kapitalbildung der Großen kann deshalb kein Mittel zur Ueberivindung der Wirtschaftskrise gesehen werden. Ist es aussichtslos, durch Abbau der Löhn« und Gehälter die Millionen Beschästigungsloser unterzubringen, so müssen ander« Wege beschritten werden. Eine wichtige Aufgab« ist deshalb die Schassung neuer Arbeitsgelegenheit. Sie ist auf verschiedenen Wegen möglich. Da Deutschland einen erheblichen Teil seiner industriellen Erzeugnisse an dos Ausland verkaust, so müssen wir alle Bestrebungen fördern, die auf eine Erleichterung des intern nationalen Handelsverkehrs, auf einen Abbau der Zollmauern ge» richtet sind. Daneben aber fällt allen öffentlichen Körperschaften die wichtige Aufgabe zu, von sich aus neue Arbeit zu schaffen. An Bedarf dafür fehlt es nicht. Wohl ober ist bedauerlicherweise in dem schlechten Stand der öffentlichen Finanzen ein« schwer zu beseitigende Grenze gegeben. Ein ganz untaugliches Mittel ist die Arbeiksdicnstpflicht. Vennehrte Arbeitsmöglichkeiten konnten. auch geschaffen werden, wenn das immer noch vorhanden« Uebsrstundenunwesen beseitigt würde. Auch'muß die Arbeitszeit allgemein in Ueber. einstimmung gebracht werden! init dem Stande der technischen Einrichtungen und der Produktivität der Wirtschaft. Die wichtigst« Rolle zur Itebcrwindnng der Wirtschaftskrise kommt dem beschleunigten Abbau der Preise zu. In seinem Buch„Das Schicksal des deutschen Kapitalismus" sogt der Profesior an der Berliner Handelshochschule Dr. Bonn: „Der.Kapitallsmus kennt,.nur eine Methode zur Uebcrwin- dung einer. Absatzkris«.-. H e r a. b se tz u n g der Preise, damit vorhanden«. Waren aus einen Sag gebracht werden, der der be- stehenden.Kaufkraft der. Abnehmer entspricht." Einen ähnlichen Standpunkt hat auch die jetzig« Reichsregie- r u n« eingenommen, hat allerdings-nach dieser' Erkenntms nicht ernsthaft gelzandelt und von den großen Machtbefugnissen zum Ein- schreiten gegen übermächtige Kartelle und Monopole und zur Senkung der Zölle keine» Gebrauch gemocht. Senkung der überhöhten Preise, bei Erhaltung des Reallohnes der Beschäftigten und der Unterstützung der Unbeschäftigten ist fedoch nach wie vor die entscheidende wirtschaslliche Maßnahme zur Besserung. Die vielfach im Frühsahr gehegte Hoffnung auf allmähliche Besserung im Laufe des Sommers hat sich. nicht erfüllt. Das ist um so bemerkenswerter, weil sowohl die Senkung der Zinsen, als auch der Sturz der Preise für Rohstoffe zwei belebend« Momente darstellen. Daß sie kein« Wirkung gehabt haben, daß der Niedergang der Wirtschäst weiter fortgeschritten ist, beruht im wesentlichen auf einer Vertrauenskrise. Dies« Vertrauenskrise beruht aus der polstischen Unsicherheit, die die Auflösung des Reichstages, dir Anwendung de» Artikels« in emer Wahlzcitung kannegießern,- „Nationale Befreiung" Lst der �oung-plan schuld an der internationalen Wirtschastskrise? !>!ationalbolschewisten und l)ltler-Kommunisten behaupten, daß unser Wirtschaftselcnd verursacht sei durch den Friedensvertrag und besonders durch die in dem Doung-Plan festgelegten Reparations- Zahlungen. Wenn diese militaristischen Nationalökonomen, die alles vom Kriege herleiten, recht hätten, dann müßte Sowjetrußland, dos keine Reparationen zahlt, in Freuden und Ueberfluß leben, und die Vereinigten Staaten von Amerika, die Rcporatio- nen erhalten, das Land sein, wo Milch und Honig fließt. Nun verrät man ja kein Geheimnis mehr, wenn man sagt, daß es dem russischen Arbeiter und dem russischen Bauer noch schlechter geht als ihren deutschen Kollegen, und daß Amerika gegenwärtig eine Arbeitslosigkeit hat, die prozentual der deutschen Arbeitslosigkeit kaum nachstehen dürfte. Es ist auch bekannt, daß das„Siegerland" England seit langen Jahren an einer schweren chronischen Arbeitslosigkeit leidet. Diese Beispiele zeigen zur Genüge, daß die Bierbankweisheit kommunistischer Nationalisten und bolschewistischer Hakenkreuzler nicht ernst zu nehmen ist. Daß wir weder den Bertrag von Versailles noch die letzte Schuldenregelung nicht als der Weisheit letzter Schluß ansehen, brauchen wir hier nicht nochmals zu betonen. Ob der Aoung.Plan überhaupt praktisch durchführbar sein wird, kann nur die Zukunft lehren. Die gegenwärtige Wirtschaftskrise hat aber mit dem Doung-Plan nichts zu tun. Sie resultiert einfach aus der Tatsache, daß die Produktivität der Industrie sozusagen ins Ungemessene g e- st e i g e r t wurde, ohne die Aufnahmefähigkeit der Käufer in Betracht ziehen. Ein ständig wachsender Teil des Produktions- ertrages wird in fixes Kapital verwandelt, d. h. daß?>" immer größerer Teil der Ueberschüssc, die sonst in Form von Löhnen und Gehältern zur Verwendung kam, angelegt wird zur Neuanschaffung von Maschinen, zum Ausbau von Fabriken, zu dem Zweck, die Produk- tivität zu steigern und dadurch Löhne und Gehälter zu„sparen". Das geschieht nicht nur in Deutschland, sondern in allen Ländern, wo nach kapitalistischen Grundsätzen gewirtschoftct wird, Sowjet- rußland mit einbegriffen. Dadurch wird nicht nur die Masse der P r o d u k t e, die erzeugt werden oder erzeugt werden können, ständig gesteigert, die Masse derer, die diese Produkte kaufen können, wird gleichzeitig verringert. Auch wenn es keinen Krieg gegeben hätte und keinen Verlrag von Versailles und keinen Houng-Plan, Den Bäckermeistern geht es zu gut. Sie wollen sich mit aller Welt verfeinden. Der Bäckermeister-Jnnungsverband will gegen die bestehenden Tarifverträge Krieg führen. � Er hat sich daher auch einen jungen forschen Unternehmersyndikus engagiert. Nach den Rcichstagswahlen soll's losgehen. Einige Innungen waren etwas voreilig. Sie haben bereits die bestehenden Tarifverträge gekündigt. Sie wollen Zehn- stundcntag, Verschlechterung der Ueberstundenzuschläge und der Ferienbestimmungen sowie Beseitigung der Lohnvergütung in Krankheitsfällen. Die Unternehmer glauben, daß zur Zeit infolg« der Wirtschaft- lichcn Verelendung ein Boykott gegen die Jnnungs- bäckereien wirkungslos bleibe. Ebenso rechnen sie damit, daß sie ans dem Arbeitslosenheer— es find mehr als 35 000 arbeitslose Bäcker- und Konditorengehilfen ermittelt— bei ausbrechenden Streiks genügend Ersatzkräfte erhalten. Ihr Ziel ist, den unbeliebten Tarifkontrahenten, d. h. die freie G e w e r k- schaft, auszuschalten, und mit den Gelben einen„Tarif" abzuschließen. Das Plänchen ist fein ausgetüftelt. Vielleicht täuschen sich aber die Herren Bäckermeister doch. Vielleicht steht in einem Konflikt die Bevölkerung auf der Seite der Gehilfenschaft. Vielleicht ist auch die gewerkschaftliche Organisation der Bäckereiarbeiter heute trotz der schwierigen Verhältnisse eine ganz andere Macht als in früheren Jahren, wo sie unter unsäglichen Opfern Tarifverträge er- kämpfte. Aber wenn die Bäckermeister auf alle Fälle ein Tänzlein riskieren wollen— bitte! Die gelbenGewerksthasten derLldSGR. Und ihre dunklen deutscheu Verteidiger. Mein Artikel in Nr. 411 des„Vorwärts" hat die„Roie Fahne" in Harnisch gebracht. Ihren Herren in Moskau paßt es nicht, daß die deutschen Arbeiter doch nach die Wahrheit über die russischen .Gewerkschaften" erfahren. Da alles von mir verwandte Material aus amtlichen russischen Quellen stammt, weiß sie auf meine Feststellungen sachlich nichts zu entgegnen. So fälscht sie ein bißchen. Ich hatte gesagt:„Um die Arbeiter für die Stoßtrupps einzufongen, spart man weder mit der Peitsche noch mit Zuckerbrot. Man gewährt ihnen Prämien, Aussicht auf bessere Posten und auf Aufstieg im Staatsdienst oder im Apparat der Gewerkschaften." Dies verdreht das Bolschcwistenblatt folgendermaßen: „Woran der„Verteidiger der Arbeiter" Anstoß nimmt, ist, daß solchen Arbeitern, die sich als befähigt zeigten, auch ein„Aufstieg im Staatsdienst oder im Apparat der Gewerkschaften" möglich ist.... Unverständlich ist für„Peter Pctrosf" und Stampfer nur, daß so ein Metallarbeiter in der Sowjct-Union etwa roter Betriebsdirektor oder sogar Volkskommissar werden kann." Nein, Arbeitern,„die sich als befähigt zeigten", sind unter dem Stalin-Regime Aufttiegsmöglichkeiten nicht gegeben, sondern den Unfähigen, die sich als Antreiber und Büttel gegen ihre Klassen- genossen mißbrauchen lassen. Daß„so ein Metallarbeiter in der Sowjct-IInion Volkskommissar werden kann", ist mir aber schon darum nicht„unverständlich", weil ich selbst als ehemaliger einfacher Holzarbeiter in der Sowjet-Union Volkskommissar gewesen bin(1918 Stellver- treter Tschitscherins, 1919 Volkskommissar für Auswärtige Ange- legenheiten der Weißrussischen SSR.). Auf meine mit sowjetamtlichen Zahlen belegte Fest- stellung, daß die Löhne der russischen Arbeiter„weit hinter dem bescheidenen Niveau selbst der mitteleuropäischen Arbeiterlöhne" zurückbleiben, erwidert die„Rote Fahne" leichthin ohne eine einzige einschlägige Zahl anzuführen, indem sie frisch, fromm, frei be- hauptet,„so übersteigt bereits jetzt der Lohn des russischen Arbeiters den des deutschen und mit Abschluß des Fünfjahresplans, d. h. im Jahre 1932, auch den des englischen". I so würde das Ergebnis der kapitalistischen Rationalisierung sich nicht anders auswirken. Auch wenn es den Mauldreschern im oer- einten Heerlager der Hakenkreuzler und Kommunisten geläng«, Deutschland vom Aoung-Plan zu„befreien", so würde das an dem Wesen und der Natur der kapitalistischen Rationalisierung gar nichts ändern. Kann«ine Diktawr, ob es nun eine bolschewistische oder eine faschistische ist, der Verelendung der Massen der Arbeiter steuern? Sehen wir nach Italien, wo di« faschistische Diktatur herrscht. Es gibt kein Land der Welt, wo trotz aller Absperrungsmaßnahmen eine solch« M a s s e n s l u ch t herrscht, wo Jahr um Jahr hunderttausende von Arbeitern ins Ausland gehen müssen, weil sie sonst trotz ihrer bescheidenen Lebensansprüche in der faschistischen Heimat einfach verhungern würden, wie gerade Italien. Und daß Sowjetrußland von allen Ländern Europas wirtschaftlich am z u r ü ck g e b l i e b e n st e n ist, geht nicht nur aus den amtlichen Wirtschaftszahlen Sowjetrußlands hervor, sondern auch aus der Tatsache, daß'Sowjetrußland in allen kapitalistischen Ländern ständig um Anleihen bettelt und ausländische Kapitalisten zu verleiten sucht, in Rußland Unternehmungen zu gründen. Eine solche Wirtschaftspolitik war früher einmal in der Türkei und in den südamerikanischen Staaten üblich. Aber selbst dort ist man längst über diese Kolonisierungspolilik hinaus. Gegen die kapitalistische Rationalisierung hilft keine angeblich nationale Befreiung init den Mitetln d«s Terrors. Nur in dem Maße, in dem die Arbeiterklasse gewerkschaftlich organisiert ist und durch ihre Aktion die Verkürzung der Arbeitszeit und die Er- höhung der Löhne durchzusetzen vermag, werden die Folgen der Rationalisierung gemildert werden. Nur in dem Maße, in dem die Arbeiterklasse politisch organisiert ist und zur Sozialdemokratischen Partei steht, wird es möglich sein, durch gesetzliche Maßnahmen die kapitalistischen Auswüchse z» be- schneiden, deren Opfer zu unterstützen und die kapitalistische Wirt- schaft auf dem Wege der Demokratie hinüberzulciten in die sozio- listische Bedarfswirtschaft. Alles andere ist Humbug! Wer sich und die Seinen schützen will gegen die Folgen der kapitalistischen Rationalisierung, wer die Wirtschaftskrise ernsthaft bekämpfen will, der muß sich einreihen in die freigewcrkschoftlichen Organisationen, der muß zunächst vor allen Dingen am 14. Sep- tember für die Liste 1. für die Sozialdemokratische Partei stimmen. Was braucht auch ein Redakteur der„Roten Fahne" die russische Statistik zu kennen! Sonst wüßte er, daß 1928 1Z.7 Pro;, aller russischen Industriearbeiter weniger als 40 Rubel monatlich verdienten und 27,2 Pro� 40 bis 60 Rubel. Noch schöner freilich ist die Behauptung, daß der Reallohn des russischen Arbeiters, wenn man«die verschiedenen kulturellen und sozialen Vergünstigungen" hinzurechnet,„auch im Vergleich mit dem des englischen weit voran" ist. Auch wir kennen dos Zahlenkunststück des Herrn Stalin, wo- durch er den gegenwärtigen Reallohn auf 167 Proz. des Vorkriegs- lohnes berechnet. Man schlägt auf die Löhne einfach noch allerlei dem russischen Arbeiter heute zustehende„kulturelle und sozial« Ver- günstigungen" drauf, und zwar: Verbilligt« Wohnung, Sozialvcr- sicherung, Krankengeld, Pensionen und Waisengelder, Arbeitslosen- Unterstützung, Maßnahmen der öffentlichen Gesundheitspflege. Krippen, Erholungsheime, freie Badegelegenheit, schiilgeldsreie Kindergärten und Schulen, Zbulturausgaben der Gewerkschaften(!) usw. Diese berechnet man auf monatlich 16,53 Rubel je Arbeiter und 11,58 Rubel je Angestellter oder 27,3 resp. 14,9 Proz. des Lohnes. („Arbeit in der UdSSR.", S. 49. Moskau 19Z0.> Will die„Rote Fahne" dieses System der Reallohnberechnung vielleicht auch in Deutschland als Grundlage für Tarifverhandlungen empfehlen? Da mir die„Rote Fahne" also sachlich nicht an den Karren fahren kann, kam sie auf einen famosen Trick: Sie leugnet einfach meine Existenz und macht mich zu einem a la Minerva geharnischt aus dem Haupte des Genossen Stampfer entstiegenen Doppelgänger von Peter Garvy. Das ist doch wenigstens mal originell. Es ist gewiß nicht er- ftaunlich, wemr die Redakteure der„Roten Fahne" über den gestrigen Tag der Arbeiterbewegung nichts wissen: aber ihre russischen Herren hätten ihnen sagen können, daß ich erst 1925 in Deutsch- land aus der KPSU. ausgetreten bin und daß die Handelsvertretung trotzdem noch 1926 mein Buch über die wirtschaftliche Entwicklung der Sowjet-Union verlegt hat. Peter Petrofs. Neueste" Parole Moskaus. „Verzehnfachter Kampf gegen die Sozialdemokratie." Der soeben zmn Abschluß gebrachte fünfte Kongreß der Roten Gewerkschaftsinternationale wurde schon während der Tagung als der„Kongreß der Organisierung revolutionärer Massen kämpfe in einer Periode des revolutionären Aufschwungs" bezeichnet. Während des Kongresses wurde in recht fchorfcr„Selbstkritik" immer wieder darauf hingewiesen, daß bei den Wirtschaftskämpfen in den bürger- lichen Staaten, bei Streik und Lohnbewegung die roten Gcwerk- schatten in sehr unerwünschter Weise im Hintertreffen ge- blieben wären. Das„ideologisch-politische" Programm sei nicht ge- nügend durch praktische organifatorischc Arbeit unter den Massen unterstützt worden. Infolgedessen zeige sich in vielen Ländern noch ein starker Einfluß der Sozialdemokratie, und der Kongreß sah ssch daher veranlaßt, zu energischer Wühl- a r b« i t innerhalb der sozialdemokratischen Gewerkschaften oufzu- fordern, wo es notwendig wäre,„mit verzehnfachter Energie um die Befreiung der maßgebenden Massen des Proletariats vom sozial- demokratischen Einfluß zu kämpfen". Arbeiierfluchi in Rußland. Sie laufen in Massen davon. Rloskan. 8. September. Di« beiden führenden Sowjetblätter„Jswestija" und„Prawda" veröffentlichten in ihren Sonntagsausgaben einen Leitartikel des Sowjetprästdenten K a l i n i n, der sich gegen d>« gewöhnlich als „Flüssigkeit" bezeichnete Abwanderung der Arbeiter von den Fabriken richtet, die nach Kalwins Darlegungen geradezu als ein« Arbeiterflucht bezeichnet werden könnte. Kalinin warnt vor den schwerwiegenden Folgen einer solchen Unstetigkeit der Arbeiter, hebt aber zugleich hervor, daß neu« Berordnungen j und Maßnahmen hier allein nicht Hilf« bringen könnten, da dt« Schuld nicht nur bei der Arbeiterschaft zu suchen sei:„Der Mensch gibt sich mit notwendigen Opfern und Entbehrungen nur dann zufrieden, wenn er sieht, daß die Fabrikleitung sich ehrlich müht, daß sie Weg« zur Beseitigung der vorhandenen Mißstände sucht und sieh nach Möglichkeit gemeinsam mit den Arbeitern für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Lebensbedin- gungen«insetzt: aus einem solchen Fabrikunternehmen werden die Leute nicht in Massen weglaufen." ★ Also nach dem gewiß unverdächtigen Zeugnis Kalinins laufen die russischen Arbeiter in Massen aus den Fabriken, weil sie nicht nur Entbehrungen und Opfer tragen müssen, sondern weil sie auch sehen, daß keine Aussicht auf Besserung vorhanden ist. Wie wäre es erst, wenn die russischen Arbeiter nicht nur aus den russischen Fabriken, sondern aus dem Sowjetparadies flüchten könnten! Die Völkerwanderung des Mittelalters würde im Vergleich zu dieser Massenslucht nur ein harmloser Ausflug sein. Damenhutfabrikanten machen scharf. Sie wollen die Löhne abbauen. Der Lohnabbau, der den„Großen" recht und billig erscheint, läßt auch so kleinen Leuten wie den Damenhutfabrikanten keine Ruhe. Bei den Tarifverhandlungen im Juli und August stellten sie neben anderen Verschlechterungsanträgen für die Arbeitsbedin- gungen auch den Antrag, die bisherigen Akkordlöhn« in einem Aus- maß von 6 Prozent und die Zeitlöhne in einem noch höheren Betrag herabzusetzen. Sie begründeten den gewünschten Lohnabbau nach dem bekannten Schema, daß eine Preissenkung notwendig ist, aber nur möglich sei, wenn zuvor die Löhne gekürzt würden. Nun ist aber der Lohnanteil in der Damenhutindustrie so gering, daß er in Hunderten von Fällen sich prozentual kaum ausdrücken läßt: wahrscheinlich würde«in Lohnabbau von 6 Prozent am Hut«inen halben bis drei Pfennig ausmachen, ein Betrag, der bei den Hutpreisen so lächerlich ist, daß selbst Fabri- kanten, bei denen noch nicht alle Vernunft beim Teufel ist, sich sagen, es lohne sich wirklich nicht, über dies« Dinge zu sprechen und damit Unruhe in die Hutarbeiterschaft zu tragen. Di« Reaktionäre wollen aber nicht hinter den„Großen" zurück- stehen. Sie wenden sich gegen angebliche Wochenverdienste, die 100 und mehr Mark betrogen sollen. Mag sein, daß einzelne von der„Saisonwut" befallene Hut- macher nur an sich denken, ober diese nun als Durchschnittsoerdiener hinzustellen, ist ein starkes Stück und zeigt, wie mangelhaft das Verlangen auf Lohnherabsetzung begründet ist. Die Domenhutarbeiterschaft fordert Lohnaufbau, nicht Lohnabbau. Die Hutarbeiter werden all« Kräfte mobilisieren, um ein« Lohnerhöhung zu erreichen. Die Entwicklung der Konjunktur wird ihnen dabei behilflich sein, zumal wenn die Fabrikanten noch lang« durch ihr« Lohnabbaupläne den Abschluß eines Tarifvertrages verzögern. Sie wollen den Tarifabschluß absichtlich verzögern bisnach den Wahlen am 14. September, weil sie— wie in den Verhandlungen angedeutet wurde— glauben, daß sich durch«ine dem Bürgerblock günstig« Wahl mit ihren Lohnobbauplänen eher zum Ziele kommen. Daraus ergibt sich, daß alle Hutarbeitcr die Liste der Sozialdemokraten, die Liste 1 wählen müssen. Dann werden sich auch die Damenhutfabrikanten eines besseren besinnen. Llrlaubsanspruch ist nichi vererblich. Mit einer für di« jetzige Ferienzeit interessanten Rechtsfrage, ob der Aisspruch auf Urlaub vererblich ist oder nicht, besehäftigte sich das Landesarbeitsgericht in Leipzig. Kurz vor Antritt feines Urlaubs war ein Arbeiter an einem Schlaganfall gestorben. Die Ehefrau des Verstorbenen forderte von dem Unternehmer die Zahlung des Ferienlohnes, auf den ihr ver- starben«? Ehemann Anspruch hotte. Der Unternehmer weigerte sich, den Lohn zu zahlen, da nach einer reichsarbeits- gerichtlichen Entscheidung nur der Urlaubsberechligte persönlich Anspruch aus Ferienlohn hat. Mit dem Ableben eines Arbeitnehmers sei der Unternehmer nicht mehr vorpflichtet, den Erben den Ferienlohn zu zahlen. Denn der Urlaubsaisspruch sei nicht vererblich. Es könnten demnach auch di« nächsten Angehörigen eines Verstorbenen Urlaubsentschädigung nicht beanspruchen. Das Landesarbeitsgericht mußte auf Grund der reichsarbeits- gerichtlichen Rechtsprechung die Klägerin abweisen. Gesperrte Gaslwirlsbetriebe. Wegen Differenzen sind für die Mitglieder des Zentralverbondes der Hotel-, Restaurant- und Eafe- nAgestellten folgende Gastwirtsbetriebe gesperrt worden: Norden: Großdestillation„V a n e r s a", Jnh. Sauerbier, Müller- Ecke See- siraße. Großdestillation, Inhaber Martini, Badstr. 8a. Mitte: Engelhardt-Bieraussehank, Inhaber Geisler, Münzstr. 20. Osten: Tanzpolast Möwe, Inhaber Helen« Kindorf, Große Frankfurter Straße 85.— Ausgehobene Sperre: Di« Sperre gegen die Grnßdestillation Max Raband, Inhaber H. P eis er, Chaussee- strahe l09, wird hierdurch ausgehoben. Die Differenzen sind beigelegt._ Angestellte, seid auf dem Posten! Diesem«ahNompl wird eutschciden, tb Grh-lt-abba«. lanete Arbeit»««itri,, sozialpolitisckvr Ziiüklchritt«mtrörn(»Ben ober sozialer Fortschritt nnd wirt. schastlicher Birtstieq der«tmestellten.»-mint olle nnd hört, wn, ffrit« Schräder, Mitglied unsere« Verband, norstonde«, dierzn heute, 2« Uhr. IN den»ammersälen, Teltowee Strohe, zu sagen hat. Gr spricht über„»amps jeder Reattion! Fiir sozialen Fortschritt!««gen den Biirgerblock! Fite die Freiheit! zentraloerhand der Angestellten, Ortsgruppe»erlin. t Freie Gewerkschafts-ZusendBerlin Heute, Dienstag, 19H Ufir, tagen die Grupven: Zrcpto«: Grupvenbeim Schule Wildenbrnchftr. 53—54 Vortrag:„Wovon man spricht.— Die Wirtschaftskrise".— Humboldt: Jugendheim Graun. Ecke Lortzingstraße. Vortragsfortsetfung:„Erste Hilfe bei Unglücksfällen".— Spaudau: Gruppenheim Stadt. Jugendheim Lindenufe? l. Vortrag:„Der Kampf um den neuen Reichstag".— Frankfurter Ave«: Städt. Jugendheim Litauer Str. 18. Tortrag:..Der Kampf um den neuen Reichstag".— Laubsberger Platz: Gmppeuheim Dieftelmeyerftr. 5. Vortrag:„Die GeiverkfchoftsopvoNtion".— Lichte übe rq: Zugendheim Doffeftr. 22. Vortrag:„Die englische Gemcrkschakts. bewegung".— Reu Lickteuberg: Zugendheim Gunterstr. 44. Tortrag:„Der Reichsverband fiir deutsche Jugendherbergen".— Paakow: Gruppenheim Pankow, Kisfrngenstr. 48. Ausspracheabend über„Bctriebsverhaltnissc".— Süd. osten: Gemerkschaftsl�aus. Engelme� 24—23, Saal 11. Fabrikarbeiterverband. Rcichstagssitzung:„Prügelstrafe".— Charlottenburg: Zugen�dheim Cprecstr. ZV. Brettspiele. fik, Iuaendaruppe des Zentralverbondes der Angestellten .j-yf Keule, Dlenotag. folgende Veronstoltungen: Zl-rdwesii Jugendheim Lehrtee Ete. lS— IS. Aussvracheobend:„Die Zukunft des jungen An- gestellten".— Lichtenberg! Jugendheim«unteestr. 44. Gruppenbelprechung.— Tpiel und Sport ab l? Uhr auf der Wiese 7 im Treptawer Park und im Humboldthain. Veeantwaettich stie»olitiki?e. Sort«eher: Wirtschaft:«.»lingelhos-ri Bewerkschastsbewegung: I. Steiner: Feuilleton: S. K. Döfchee: Lokale» und Sonstiaes Frih»aeftSdt: An.zeiaen: Id. Stocke: sämtlich in Beelio. Verlag: Voewärls-Verlog G. m. b. 6., Berlin. Druck: Borwärts-Buchoruckeret und Berlagsanstalt Paul Singer u. Co.. Berlin SW. 68, Linden strahe lt. Kierzn 2 Beilagen. Ar. 421• 47. Jahrgang 1. Beilage des Vorwärts Dienstag, S.September 1950 Wird Picard aufsteigen? Schtechie Aussichten infolge stürmischen Wetters. Augsburg. 8. Tsptember. Professor Picard, der Ende voriger Woche in Augsburg ein- geirossen war, Hot im Lauf« des gestrigen Sonntags»och die letzten Vorarbeiten für seinen Aufstieg in die Stratosphäre erledigt. Die Sauerstossboinbcn, die der Gelehrte und sein Assistent mitnehmen wollen, sind inzwischen gefüllt und an ein Meßgerät angeschlossen worden, um festzustellen, ob etwa durch ein slndichtwerden von Ventilen der Inhalt teilweise entwichen sein könnte. Der Riesen- ballon liegt vollkommen f ü l l b« r e i t ausgebreitet in der großen cholle der Miedingerschen Fabrik und wird in wenigen Stunden be- tricbsbercit sein können. Van den Wettermeldungen, die heute nachmittag in München zusammengestellt werden, wird es abhängen, oh Picard seinen kühnen Versuch am Dienstagmorgen ausführen kaim. Die Aussichten sind freilich nicht allzu günstig. Messungen, die heute morgen in Augsburg vorgenommen wurden, ergaben, daß in geringer chöhe über dem Voden ziemlich starke Vöen und Wirbel herrschten und daß in 1000 Meter Höhe Wiitdstärke Z bis 6 vorlag. Dazu befand sich eine ziemlich dick« Wolkendecke über der Stadt. Da Professor Picard möglichst stilles Wetter braucht, um nicht weit abgetrieben zu werden/ ist der Flug verschoben worden. Daß Picard mit dem Gelingen seiner 16000 Meter hoch führenden Reise rechnet, beweisen seine der Presse neuerdings über- geben«« Erklärungen. Es heißt da:„In unserer Aluminiumkugel- gondel sind wir durchaus geschützt. Dieser Flug in die Stratosphäre ist für mich kein Spiel in i t dem Leben, denn ich bin ja auch Familienvater und habe vier Kinder. Für Atmungsluft in unserer Kabine ist hinreichend gesorgt. Erstickungsgefohr besteht nicht. Die Konstruktion des Ballons ist so geholten, daß er den Luftdruckeinflüssen stondzuholten vermag. Gegen die in der Stratosphäre vorherrschende Kältegesahr von 60 bis 70 Grad sind wir durch Sonnenheizung geschützt. Wenn wir beim Abstieg uns in etwa 4000 bis 3000 Meter t?öhe über der Erde befinden, werden wir die hermetisch abgeschlossene Gondel an den beiden Einmannschlupflöchern öffnen, da die Luft für die Atmung wieder normal geworden ist. Ich glaube nicht, daß durch zu große Gasabgab« der Ballon beim Abstieg zu rasch niedergehen könnte. Ich vermute eher, daß ich Mühe haben werde, auf die Erde weder- zukommen, da sich der Ballon, je näher er der Erde kommt, mehr und mehr erwärmen wird. Um aber für alle Fälle gesichert zu sein, sind wir mit Fallschirmen ausgerüstet." Feuer Fund auf der„Weißen Znsel". Dritte Leiche der Slndree-Expedition entdeckt. Tromsö. 8. September.(Eigenbericht.) Der Eismeer-Fischkutter„Isbjörn* teilte nach hier funkcn- telcgraphisch mit, daß er in einer einsam gelegenen Hüite auf der Weißen Insel die Leiche des dritten Teilnehmers der Andree-Expe» dition, Knut Frankel, und Reste des van Andrer benutzten Ballons gefunden Hab«. Außerdem sei Andre?? Schädel auf- gefunden worden. Die Nachricht Hot hier außerordentliches Aufsehen erregt. Sachverständige erklären, daß sie durchaus den Tatsachen entsprechen könne. Wahrscheinlich wird vor der Uebersührung der Skelette van Andres und Strindberg nach Schweden die Ankunft der Leiche Fränkels abgewartet. „Isbjörn" liegt noch immer bei der Weißen Insel. Es herrscht S chncewettcr, aber es ist windstill, so daß eine neue Landung versucht werden soll. Eine große Zahl von Zubehörteilen soll sich noch in oder bei der Hütte der Andrec-Expedition befinden. Die Gedächtnisfeier stir?lndree und seine Gefährten in der Kirche von Trnmsö gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Feierlichkeit. Stadt und 5?afen hatten überoll halbmast geflaggt. zog Groihen in Gegenwart zahlreicher Gäste sein« Waffe hervor und feuerte in sinnloser Wut aus seine Frau las. Die Schwerverletzte wurde nach dem Schonebcrger St.-Norbert- Krankenhaus gebracht. Der Täter wurde von den Gästen fest- gehalten und den inzwischen erschienenen Polizeibeamten übergeben. „Die Verkäuferin War es!" Eine beliebte Ausrede„feiner Leute". Anter der Anklage, ihr« Frühstückssemmeln vichl bezahlt und den Bäcker durch falsche Angaben getäuscht zu hoben. standen gestern die 7Kjöhrige Frau v. K. und ihre Tochter vor dem Schöffengericht Schöncberg. D!« beiden Frauen, die in Friedenau wohnten, hotten seit den, Januar 1028 bei einer Bäckerei Frühstückssemmeln bestellt, die sie noch einigen Monaten nicht mehr regelmäßig bezahlten. Sie sandten darauf dem Geschäft einen Zettel, in dem die Mutteß' bat, mit der Bezahlung bis zur Rückkehr der Tochter zu warten, die in einer wichtigen Erbschaftsangelegenheit verreist sei. Bei. einer späteren Rechnung bat sie wieder aus denselben Gründen um-eine Stundung. Als der Bäckermeister"endlich energische Schritte ankündigte, behaupteten die Heiden Frauen, daß sie die Brötchen regelmäßig bezahlt hätten und daß jener Zettel niäN von ihnen stammle. Wenn dos Geld nicht abgeliefert warben ivare, so müsse es van der Verkäuferin unterschlagen worden sein. Diese Behauptungen veronloßten eine'Anzeige wegen Be- Iniae?, und da die beiden Zlngeklaoten zu dem zuerst angesetzten Termin nicht erschienen waren, wurde gegen beide ein Steckbrief erlassen und sie schließlich in ilntersuchinigshaft gebracht. Trotzdem das Gericht die Angaben der Angeklagten nicht für inahr hielt, kam es zur Freisprechung beider Frauen, da keine strafbare Handlung vorlag. Ledigliä) wegen Beleidigung der Verkäufer!« wurde Fräi-lein n. R. zu 20 M. Geldstrafe verurteilt, die aber durch die erlittene Untersuchungshaft für abgegolten erklärt wurden. Semmeln und Erbschaft hin und her: Die Frauen können von Glück sagen, daß sie so außerordentlich billig davonge- kommen sind. Die Ehre einer kleinen Verkäuferin aus dem Volk« ist- vom Gericht sehr niedrig eingeschätzt worden. Es ist in einer gewissen Gesellschastsschicht geradezu üblich, daß der wirkliche Geietzssbrecher zuerst Hausangestellte, Portiers, Verkäuferinnen oder andere Personen„minderer Klasse" beschuldigt. Bluttat im Lokal. Gastwirt schiebt feine Frau nieder. Ein blutiger Ehestreit spielte sich am Sonntag abend in dem Lokal des Gastwirtes Grolhcn in der Zloumannnflr. S ab. Ilach einem kurzen worlwechscl seuorte Grolhcn aus seine ZOjährige Frau Helene ein ganzes Bevolvcrmagazin leer, von sechs Schüssen ge- irossen, sank die Unglückliche blulübcrströml zu Boden. Zwischen den Eheleuten kam es häusig zu erregten Auseinander- setzungen. Die Frau machte ihrem Manne wiederhalt Varwüne über seinen unsoliden Lebenswandel. Groihen nahm stets Geld aus der Geschäitskosse und nerbrauchtc es für seine Priaotnergnllguiige«. So war es auch am Sonntag abend wieder. Groihen hotte nach spät eine Verabredung und er wallte sich, ehe er fortging, aus der Kasse noch Geld einstecken. Als die Frau ihn daran hindern wollte. „Donnerwetter, das imponiert mir." Ehrliches Bekenntnis eines Nationalsozialisten. Ein'Parteigenosse schreibt uns: In diesen Tagen bekam ich Besuch von einem Verwandten, den ich jahrelang nicht gesehen habe. Wir stehen weltanschaulich well auseinander. Während mich Erleben und Nachdenken zur einzigen sozialistischen Arbeiterpartei, der Sozialdemokratie, geführt hatten. ist er, selbst Arbeiter, im rechtsradikalen Lager und bekennt sich als Hakenkreuzler. Da ich an dem Tag« an einem der großen Ilmzüge unscrcr Partei teilnehmen wollte, sagt« ich ihm:„Komm doch mit und sieh dir die Sache an!" Aach einigem Zögern willigte er ein. Er sah unseren riesigen Aufmarsch, die Alten, die Arbeiter- frouen, die Reichsbannerkameraden, die geschlossene Gruppe unserer Arbeiterjugend, und da er kein Nazischreihols, sondern ein ruhiger Mensch ist, mußte er bekennen:„Donner- metter, das imponiert mir. Dieser lange Zug, diese Be- geisterung, dies« Selbstdisziplin, da steckt doch was dahinter." Später taute er auf:„Weißt du, bei den Nationalsozialisten gefallen mir zwei Sachen schon lange nicht. Erstens: Was wollen die vielen' Prinzen und Grafen und adligen Guts- besitzer bei uns? Das sind doch keine Arbeiter! Und zweitens: Warum geben Fabrikanten, wie Bechstsin und Muffch inann, Geld für die Partei? Das sind doch erst recht keine Ar- beiter! Em Drittes sst jetzt dazugekommen: Wie können wir uns so mit den Kommunisten anbiedern?" Ich gab etwas politischen Unter- l icht und fragte ihn dann:„Warum nimmst du nicht auch Vernunft an?" Er ineinte:„Das muß ich mir alles erst überlegen, aber ich besuche dich die Woche noch einmal." Hoffentlich geht noch vielen in letzter Stunde ein Talglicht aus! Waffenlager beschlagnahmt. Am Sonntognachmitlog wurde, wie erst jetzt bekannt wird, in einem Lokal in der Potsdamer Straße«in Waffenlager be- s ch l a g n a h m t. Es handelt sich um etwa 300 Gewehr s ch l ö s s c r und optische Militärgerätc, die von einem Angestellten der Firma Daugs u. C o., Potsdamer Str. lZ2b, gx- liefcrt wurden. Diese Beschlagnahme verdient dadurch besonderes Iirteressc, daß der Mitinhaber der Firma Daugs, ein gewisser Josef Veltgcns, ein ehemaliger Fliegerleutnant, Truppcnlciter des Rationalistischen Sturmtrupps des Gaues Brandenburg ist. Die Firma Daugs u. Co. ist übrigens in einer Reihe von Waffen- schiebungsprozesse erst jüngst durch den Kieler Munitionsprozeß peinlich bekannt geworden. Oer Oeutschlandflug für die Partei. Da» Sturmvogel-Geschwader, das für ist« Sozialdeinakratifche Partei wirbt, startete heut« vormittag in Breslau zum Qciter- fing nach G l e t w i tz. Der Breslau« Flugplatz wurde gestern von Tausenden von Parleigcnossen besucht, die dem Start des Geschwaders zu de« Bunds lügen beiwohnten. Als die Maschinen in niedriger Höhe über der Stadt kreisten, in der Wahlumzüge stattfanden, wurden sie überall jubelnd begrüßt. * Das morgens erscheinende Mllnzcnberg-Blatt brachte die triumphierende Meldung, daß es in Leipzig einem Jungkommunisten oelungen fei, von einer zu einem Rundslug gestarteten„Sturmvogel" Maschine aus kommunistische Flugblätter abzuwerfen. Diese Mel- dung ist im wahrsten Sinne des Wortes„aus der Luft gegriffen". Die Leipziger Ortsgruppe des Sturmvogels besitzt gar kein Flugzeug, mit dem Pajsagierflüge ausgeführt werden können. SiNOAlR LEW/S ROMAN Erotische Dinge spielten nun keine Rolle mehr zwischen ihnen. Sie glaubte nicht, daß sie jemals wieder verliebt sein könnte, in keiner erdenklichen Form, weder in edler, noch roher. Während dieser Zeit neuen Strebens und kleinlicher Arbeit lebte sie wie eine Nonne in ihrer Zelle. Und jetzt, da sie eine Beschäftigung hatte, tot er ihr auch wieder leid- Sie kochte für ihn so gut es nur ging auf dem kleinen Gasherd. Sie erkonnte auch manchmal— nicht oft, denn sie war keine nachdenkliche Seherin, sondern ein vom Leben geschlagenes Weib— daß diese Eh« für ihn ebensowenig paßte wie für sie. Aus den Gesprächen halbwüchsiger Burschen hinter Speichermauern in der Kleinstadt, oder aus Geständnissen seiner jungen Kollegen im Büro, aus dem Geplauder im Raucherabteil auf der Eisenbahn oder unterwegs in den Provinzhotel für Geschäftsreisende war er on nur zwei Arten von Frauen gewöhnt, die beide Borzüge hatten für junge Lebemänner: die lustigen Mädels, die lachten und küßten und die Freuden eines Mannes mit ihm zu teilen bereit waren, wie etwa Pokerspielen und Schnapstrmken und im Auto herumsausen, gleichgültig wohin: und den zarten, ouftnerk- samen,.werfeinerten" Typ, die Frauen und Mütter, die on ihrem Manne hingen, ihn bewunderten und olles glaubten, was er ihnen von seinen Geschäften erzählte. Uno gehörte für ihn zu kemer der beiden Arten, obwohl sie für Walter Babson vielleicht gan., von der letzteren Art hätte sein können. Schwirtz konnte sie nicht verstehen, und er tat ihr darum leid, soweit dies mit dem entschiedenen Wunsch, sich von ihm scheiden zu lassen und die Spuren semer feuchten, fleischigen Finger mit den Wassern des Lebens weg. zu waschen, zu vereinbaren war. Doch sie blieb zu Hajise. wusch und lochte und v-rdiente Geld für ihn— bis er feine Stelle in dem kleinen Farben- laden verlor, weil er betrunken und gegen einen Kunden zuwaschen, zu vereinbaren war.... �. Da barst der Kokon, und Una wurde wieder frei. Frel, um zu arbeiten und aufwärtszustreben— zu sterben vielleicht, aber rein zu sterben: keiner Uebcrraschung des Lebens aus dem Wege zu gehen. 2. Sie konnte weder zu Troy Wilkins, nach zu S. Herbert Roß und den kleinen Stenotypistinnen Pembcrtons zurück- kehren, die sie bei ihrer Heirat voll Neid hotten scheiden sehen. Aber sie machte es sich jetzt zu einer ernsten Ausgabe. eine ordentliche Stelle zu finden. Während Herr Schwirtz zu Hause blieb, schlief, seinen Geist im Bette wundlag und sich zu Tode trank— ein wenig langsam leider— mittels neuerlich entliehener fünfzehn Dollar, ging Una frühmorgens freudig aus, studierte die Inserate und sprach in Stcllcnver- mitllungsbüros vor. Sie konnte nicht gleich eine Stelle finden, denn sie wollte zwanzig Dollar wöchentlich haben. Sic wußte, daß sie bei jeder Finna, die sie mit einem solchen Gehalt aufnähme, weit höher geschätzt werden würde, als wenn sie eine billige Kraft wäre. Longe konnte sie nichts finden, und sie, die immer so sicher über der Klasse der Armen gestanden hotte, die sich der entsetzlichen Chirurgie der Wohltätigkeit ergeben müssen. bekam allmählich Angst. Endlich ging sie zu Mamie Magen. Momie war nun geschäftsführende Sekretärin der„Be- rufsorgonisaticn Jüdischer Frauen". Sie schien eine Per- sönlichkeit geworden zu sein. In ihrem Büro hatte sie ein« Sekretärin.' die mit scheuer Bewunderung von ihr sprach, und als Una sagte, daß sie eine persönliche Bekannte von Mamie Magen sei, rief das junge Mädchen:„Oh, dann gehen Sie am besten in ihre Wobung am Washington-Platz. Sie ist beinahe immer um Fünf zum Tee zu Hause" Die kleine, müde aussehende Una. wiederum Berufsfrau in ibrem alten Kostüm und einem kleinen neuen Hut. ging jshnsücktigen Herzen? zum Washington-Platz und zum Tee. In alle den sieben Iahren ihres Aufenthaltes in New York hatte Una außer S- Herbert Roß nie jemand kennen- gelernt, für den der Nachmütagstee eine regelmäßige Mahl- zeit war. Das bedeutete in ihren Augen die edelste Art von Vornehmheit, eine west bestechendere, als im Auto zu fahren oder in die Oper zu gehen. Daß Mamie Magen sozusagen vor ihren Augen von einer Bewohnerrn des Ahstincnzle- rinnenheims zu einer leitenden Stellung emporgestiegen war und jeden Nachmittag in ihrer eigenen Wohnung zum Tee empfing, war für Uns etwa? Erhebendes, und der Besuch ein Abenteuer. Die Wände in Mamie Magens Wohnung waren blaß- gelb und mit nicht üblen Stichen geziert, alles klein, aber recht behaglich: und wie die Vertrauten dieses für wohltätige Zwecke arbeitenden Kreises hier ihren Tee einnahmen, war für Una der Inbegriff aller Lieblichkeit. Doch Mamies grobes Gesicht mit den Märtyreraugen fiel unter der Menge auf, und sie humpelte Una entgegen und küßte sie.. Als der Haufen sich gelichtet hatte, nahm sie Una beiseite und lud sie ein, in die„Süd-Küche" am Washington-Platz zu kommen. Una sprach nicht von ihrem Mann.„Ich suche wieder eine Stelle, und ich wollte Sie fragen, ob Sie mir dabei be- hilflich sein könnten. Ich suche etwas mit zwanzig die Äioche (ich bin mehr als das wert) und der Möglichkeit, mich hinauf- zuarbeiten." Das war alles, was sie sagte, und Mamie nickte. Dann sprachen sie von Frau Harnet Fike und vom Heim, von Träumen und Arbeit und dem Kampf der Frouen. Una vergaß ihre Ehe— sie fühlte sich wieder ganz von Eifer erfüllt und makellos. Mamies Kopfnickbu war mehr wert als monatelanges prahlerisches Männcrgeredc eines Herrn Schwirtz. Nach zehn Tagen ließ Mamies Freund, Herr Fein, van der Realitätenfirma Truox u. Fein. Una kommen und stellte sie Herrn Daniel T. Truax vor. Man bat sie, nächsten Montag yls Herrn Truax' Sekretärin mit der Arbeit zu beginnen, mit einem Anfangsgehalt von einundzwanzig Dollar wöchentlich. In trotziger Stimmung ging sie nach Hause: sie war entschlossen, sich von ihrem Mann unter keinen Umstanden abhalten zu lassen, die Stelle anzunehmen... Aber er ver- suchte es gar nicht. Schläfrig und in Pantoffeln saß er am Fenster und sagte:„Das ist fein: dos hält uns über Wasser, bis mein« große Sachs einschlägt. Ich muß unbedingt nächste Woche eine Nachricht bekommen. Dann, in etwa drei, vier Wochen, kannst du s den Truax-u.-Fein-Ltuten hinschmeißen und stolz tun. Hör mal, Mädel, das ist wirklich fem! Hör mal, weißt du was? Wir wollen ein kleines Fest feinern Ich lauf schnell mal runter und hol'nen Krug Bier und'n paar ganz kleine.. „Nein! Ich muß gleich wieder fortgehen." „Kannst du nicht wenigstens solange bleiben, run nur eben ein kleines Fest zu feiern? Ich— ich bin ohnehin die letzten Tage bißchen viel allein gewesen, Kleinchen. Du warst immer fort, und ich bin jetzt zu niedergeschlagen, um auszu- gehen und mich nach den Iungens umzusehen." (Fortsetzung folgt.) Abrechnung mit unfern Feinden. Ltngezählte Massen strömen uns zu. Ein» durch ihre ewige abgeleiert« Wiederholung nicht richtiger werdend Behauptung unserer Gegner ist. daß in der Sozial- demokratischen Partei und im Sozialismus sich die Persönlichkeit nicht auswirken könne und geradezu erstickt werde. Man will damit denen, die nicht alle werden, einzureden versuchen, daß den oielen Funktionären„von oben herab" eine bestimmt« Meinung einge- trichtert, wenn nicht gar vorgeschrieben werde, an die nur ein jeder sich sklavisch zu halten, die jeder gehorsam nachzubeten habe. Keine Zeit ist besser geeignet, diesen absoluten Unsinn schlagender zu wider- legen als die Tage und Wochen vor der Wahl. Eine Unmenge von Bortragsthemen werden denen, die sich politisch schulen und bo- lehren lassen wollen, geboten. Innen- und Außenpolitik, Wlrtschasts-, G e w e r k s ch a f t s-, Wehr-, Sozial-, Gesundheits-, Kommunal-, Schul- und Kultur- Politik werden von den verschiedensten Rednern behandelt. Und ein jeder Redner spricht in seiner ihm eigentümlichen Art über ein von ihm er- und verarbeitetes Material, denn jeder Redner ist eine Persönlichkeit. Wäre das nicht der Fall, wäre ein Redner nur ein« Grammophonplatte, dann würde die Sozialdemo- kratische Partei in diesem Wahlkampf nicht den ungeheuren Zustrom zu ihren Versammlungen haben, den sie tatsächlich hat. In der Sozialdemokratischen Partei— das sei den vielen Zögernden und in ihrer Wahl ungewißen Intel- lektuellen, Akademikern und Künstlern zugerufen— herrscht innerhalb der selbstgcgebenen und selbstverständlichen Ge- setze und Grenzen Freiheit der Persönlichkeit. Von den Möglichkeiten vielgestaltigen Wirkens sür die Partei und sür dos ganze Volt geben auch nachstehend« Berichte wieder Zeugnis. Man möge aber— und diese Bitte ergeht besonders an alle unser« B«- zieher— dieses und das viele ander« Material, das der„Vor- w ä r t s" bis zur Wahl bietet, nicht für sich behalten, sondern auch di« Hausbewohner und Nachbarn daran teilnehmen lassen, die noch allzu oft einer Aufklärung bedürfen. Dann wird kein Wort unserer Redner umsonst gesprochen, keine Zeile umsonst geschrieben worden sein. Nazimut und Nazifeigheit. In Biesdorf sprach am Sonnabend Genosse Franz S t i m- m i n g vor einer stark besuchten Wählerversammlung der Sozial- demokratischen Partei, zu der sich auch die gesamte Nazi» schaft der näheren und weiteren Umgebung eingefunden hatte. Die Versammlung stand denn auch ganz im Zeichen einer Abrech- nung mit der Politik dieser sogenannten„Nationalen Sozialisten". Um es vorweg zu sagen, es gab viele erheiternde Momente, als Genosse Stimming diesen Kämpen, die von sozialistsschen Ideen der Arbeiterklasse nicht eine ferne Ahnung haben, die ganze verlogene Phraseologie ihrer Generalsführer vor Augen hielt. Ohnmäch- tiges Wutgeheul der Nazis, schallendes Hohngelächter unserer Parteigenossen waren stets die Quittung aus di« Widerlegung von Zwischenrufen, die sich in einem Ton bewegten, der wohl in Nazioersammlungen, nie aber in Versammlungen politisch weiser Arbeiter zu Hause ist und sein darf. Beezichnend für die nur auf Radaulust, abgestellte Taktik, dieser üblen Gäste unserer Biesdcrfer Parteigenossen war folgendes Intermezzo: Als nach Beendigung de, Referats denen, die am lautesten dazwischen gerschrien hatten, in der Diskussion eine Redezeit von 10 Minuten zugestanden wurde, erhob sich lauter Protest. 10 Minuten seien eine zu kurze Zeit, um nationalsozialistische Ideen zu vertreten. Großzügig wurden ihnen 20 Minuten zugestanden, eine halbe Stunde, ja, unbeschränkte Rede. zeit. Aber, o Schreck, keiner der tapferen Streiter von Hitlers Garde fand den Mut, sich zu melden. Die, welche erst das Maul so vollgenommen hatten, waren jetzt plötzlich klein und ängstlich. Alle- schon dagewesen! sagte Ben Akiba. Auch diese von gewissenlosen Führern Verhetzten werden, wenn sie in der horten Schule des Klassenkampfes gelernt haben, ebenfalls den Weg zu d e n Arbeitsgenossen finden, die ihre Lebensinteressen durch die Sozialdemokratie allein oertreten wissen. Und wir wollen ihnen ihre Vergangenheit dann nicht nochtragen. Die klassenbewußte Arbeiterschaft aber wird bei der jetzigen Wahl mit dem alten Kampfruf ihren Gegnern gegenübertreten: Drauf, dran und durch. Den Sieg der Liste 1. Fackelumzug in pankow-Süd. Am Sonnabendabend stauten sich um die 6. Stund« große Menschenmassen an der Ecke der Berliner und Prinz-Heinrich-Straße. Was ist los? fragten die Neugierigen. Die Pankower Genossen und Genossinnen, die Arbeitersportler und Arbeitersportlerinnen, die SAJ. und das Reichsbanner traten zum Fackelzug an. Als sich der Zug unter Äorantritt einer starken Musikkapelle und dem Reichs- bannertambourkorps in Bewegung setzt«, zeigte sich, wie zahlreich die Anhänger unserer Partei dem Rufe gefolgt waren. Fahnen und Transparente belebten das Bild:„Wählt Liste II" leuchtete es massenhaft aus dem Zuge. Keine ander« Partei würde in Pan- kow einen solchen Zug zustande bringen. Spontan bildeten sich Sprechchöre:„Laßt euch raten, wählt Sozialdemokraten, Liste 1!" Freudig« Zustimmung aus vielen Fenstern, Wutgeheul von Nazis und Kozis. Fackeln flammen auf. Trotz des einsetzenden Regens wird Straße um Straße in Pankow-Süd abgestreift. Nur die leicht- gekleideten Sportler müssen dem Regen weichen. Zum Schluß eine kurze klar« Ansprache des Genossen Vieth, ein dreifaches Hoch auf die befreiende Sozialdemokratie und der Gesang der Inter- nationale. Viel« dürften durch diesen Umzug ausgerüttelt und für die Liste 1 gewonnen sein. An Arbeitslosen uninteressiert? Neben den Parteiorganisationen liaben auch die G e w e r k- s ch« f t e n sich in den Wahldienst gestellt. So sprach in einer über- füllten Versammlung de- Verbandes der Lithographen und Steindrucker im Berliner Gewerkschaftshaus der sozial- demokratische Reichstagsabgeordnete Dr. Moses. Der Referent be- handelte eingehend die sozialpolitischen Forderungen der Sozial- demokratie und ihren Kampf für die Grundrecht« der Arbeiterschaft Da» Arbeitslosenproblem stellte er in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Die Erde habe Korn genug, alle Menschen zu ernähren, habe Maschinen genug, um di« Arbeiter zu be- schäftigen und Ziegel genug, um gute Wohnstätten zu errichten. Und trotzdem sind in der ganzen West fünfzig Millionen Menschen vom Produktionsprozeß ausgeschaltet. Die Sozialdemokratie habe eindringlich genug di« bürgerlichen Par- teien. ermahnt, endlich Schluß zu machen mit der katastrophalen Subventionspolitik und statt deren ein großzügiges Ar- beitsprogra mm aufzustellen. Die bürgerlichen Par- teien haben kein Interesse für das Arbeitslosen- Problem gezeigt. Das sollten die Arbeiter am 14. September in den Mittelpunkt ihrer Erwägungen, welcher Partei sie ihre Stimme geben, stellen. Nur wenn es gelingt, der Arbeiterschaft einen ver- stärkten Einfluß im Reichstag zu erkämpfen, wird es möglich sein, einen Weg aus der Wirtschaftskrise zu weisen, der nicht wieder mit Massenbelastung der besitzarmen Schichten endet. Bezeichnend war «s wieder, daß, als der Referent die Worte Max Hölz' aus der Sportpalast- Versammlung zitiert«, die Kommu- nisten wieder„Sehr richtig" und„Brav o" riefen. Werwolf macht sich mausig. Trotz des strömenden Regens hatten sich am Sonntag in M a h l s d o r f Partei und Arbeiterjugend zu einem imposanten Demonstrationszug zusammengefunden. Mit Musik und kvmpflrvhen Liedern ging es durch die in diesem östlichsten Zipfel Berlins liegenden Siedlungen und anschließend durch das sogenannt« „Dors", eine üble, reaktionäre Hochburg! Dort kam es auch zu bedauerlichen Zusammen st ößen zwischen einer Gruppe uniforniierter Werwolfleute und Teilnehmern des Zuges, die bei rechtzeitigen: polizeilichen Eingreifen sich hätten vermeiden lassen. Die Werwolfleute standen vor dem Garten des Lokals T e g e l i tz an der Eck« Alt-Mahlsdorf und Bahnhofstraße Und b c s ch i m p f t e n in nicht wiederzugebenden Aus» drücken neben den Rerchsfarben auch die Teil- nehm er des Zuges. Die Polizei ging gegen diese Provokateure, die anscheinend einen Zusammenstoß erzwingen wollten, nicht vor. Erst als einige im Zuge marschierende Reichs- bannerleute den Werwölfen begreiflich machen wollten, daß eine sozialdemokrattsche Demonstration nicht gewillt ist, sich solche Un- jlätigkeiten bieten zu lassen, griff di« Polizei«in und verhastete nicht etwa einen Werwolsmann, sondern einen älteren kriegsbeschädigtcn Genossen. Der aufsichtführende Polizeihauptmann drohte dabei, er werde die Anstifter aus dem Zuge heraus ebenfalls noch verhaften lassen! Tatsächlich wurden beim Wciternmrfch des Zuges und bei seiner Auflösung noch zwei Genossen fe st genommen und der Abteilung la zugeführt. Die Empörung über dieses durch nichts gerechtfertigte Verhalten der Polizei war allgemein, besonders ober deshalb, weil die den Zug begleitenden Polizei- offiziere auf das Verhalten der Provokateure und auf die Beschimp- fung der Reichsfarben hingewiesen wurden, aber während der Z u- sammenstöße nichts unternahmen, die an den Vorfällen die Schuld tragenden Werwolfleute zu ermitteln. Bürgerliche Mißwirtschast im Reichstag. Nach den Andreossälen hatte die sozialdemokratisch« B e- triebsfraktion die im Bezirksamt Friedrichshain beschäftigten Beamten und Angestellten zu einer Wahlversammlung eingeladen. In seinem Vortrog:„Sozialdemokratie und Reichstags- wohl" skizzierte der Referent Landtagsabgeordneter Eugen Brück- n e r treffend die politische Situation des letzten Jahres. Wenn es hieß, die bürgerliche Regierung werde die Interessen der Arbeiter. massen wahren, so hat. die praktische Tätigkeit der letzten Monate sehr deutlich das Gegenteil bewiesen. An Hand von vielen Beispielen stellte der Referent die großen Gegensätze zwischen SPD. als Ver- treterin der arbeitenden, besitzlosen Massen und den bürgerlichen Parteien sehr klar heraus. Die Arbeitslosenfrog«, die Kürzung der Kriegsbesch äd igten-, der Witwen, und Waisenrenten, di« Kopfsteuer(Negersteuer), die Jung- g e s e l le n st e u e r, die einseitige Besteuerung der Fest- besoldeten, die Krankenkassenfroge, die Per- schleppung der Wohnungsnot(Knebelung des Bau- Marktes), der Kampf gegen die öffentlichen Betriebe und Berkehrseinrichtungen. dieAnwendungdesArtikelsätz der Reichsoerfassung auf Verschlechterung der sozialen Gesetze machen eine klare Kampfstellung zu allen bürgerlichen Parteien, zu Nazis und Kommunisten notwendig. Die Nazi- Partei komme auch deshalb für Arbeitnehmer nicht in Frage, da sie mitdenGeldern von Großunternehmern unterstützt und hohe Mili- tärs a. D. als Bertreter ausstelle. Die Kommunisten treiben Politik nach russischem Muster, die bei uns nicht angebracht ist. Nach dem Schlußwort des Referenten:„Des Volkes Wohl ist oberstes Gesetz bei der Sozialdemokratischen Partei", spendeten die Ver- sammelten dem Referenten reichen Beifall. Eine interessante akustische Studie von Andreas Z e i t n e r, .Las Fazit eines Mannes", wurde am Son'ntagvormtttag von H. S. Kronberg gesprochen. Ein Mensch, der seinem Alltagsdasein entflieht, erschien im Hörbild, zerlegt in das Neben- einander und Durcheinander seiner Gefühle. Die Frage nach dem innersten Kern des Ichs hat Zeitner auch nicht zu lösen vermocht: er konnte nur die Vielheit der Schalen zeigen, die ihn ahnen lassen— oder vortäuschen.— In der„Elternstunde" sprach Landgerichts- direktvr Dr. Mbert H e l l w i g über„K i n d« r a u s s a g e n". Er warnte vor der Ueberschätzung der Aussagen von kindlichen Zeugen und hob hervor, daß es gewöhnlich«ingehender sachverständiger Untersuchungen bedürfe, um festzustellen, ob und wieweit die Be- kundungen von Kindern der Wabrheit entsprechen.— Mit der Ver- onstaltung„Gedicht und Vertonung", in der das ge- sprachen« Wort— von Anna Höllering schön und unaufdring- lich rezitiert— dein vertonten gegenübergestellt wurde, gab Her- mann Kasack eine anregende und unterhaltende Unterweisung, die Stimmungs- und Ausdruckswerte von Gedichten und Liedern in ihren M'wandlungsmöglichkeiten zu erfassen. Einen Bortrag, der den Erfordernissen der Funkdarbietungen besonders gerecht wurde, brachte am Montag Max B u t i n g über da» Thema„Foryi und Sprache der Musik". Die Einführuna in das immerhin schwierig« Gebiet wurde voraussetzungslos gegeben, so daß jeder, der Interesse daran hatte, imstande war, ihr zu folgen.— lieber„Krankheitsvorbeugung und Heilung durch Trai- ning wollte vr. meck. Werner Petersson sprechen. In einem immerhin bestaunenswerten Redeschwall ging jeder sachliche Inhalt seiner Auesühningen unter.— Bruno Franks Drama„Zwölf- tausend" gibt eine Sittenschilderung von einem deutschen Hvf im Jahre 1776. Der Verkauf der„Landeskinder" an kriegführende Nationen war damals ein beliebtes Geschäft der deutschen Fürsten. Das Nebeneinander von verzweifeltem Elend und verschwenderischem Glanz, das Frank in dem Drama aufgebaut hat, packte stark. Für die Gestalten und die Rollenbesetzuna dieses Hörspiels verdient der Regisseur Alfted Braun Dank, der übrigens auch als Sprecher— neben anderen— Bort reifliches leistete. Tes. Erntefest auf Scharfenberg. „Diesmal", sagt der Leiter der Schülerrepublik auf der InfeÄ Scharfenberg im Teleger See,„hat die Lehrerschaft gar nicht in dos Fest hineingeredet, die Schüler haben alles allein ausgedacht und gestaltet. Ich habe nur, weil ich dem Wettergott nicht traute, schnell noch ein paar Szenen aus„Egmont" in das Programm«ingescho- den, die man im Haus spielen kann." Eine große althollän� dische Kirmes, eine tolle Ulenspiegelei sollte das Ganze werden, Und so ging es denn im Sturm aus die Festwiesen. Da waren! Zelte und Hütten aufgeschlagen, wo der Mensch für einen Groschen Einsatz sonstwas gewinnen konnte. Taubenschießen, Armbrustzielcn, Kegelspiel und andere Belustigungen wurden geboten. Eine ganA verwegene Bänkelsängertruppe mischte sich unter das Bolk. Dis „Schwarzen", das ist die im Frühjahr hinzugekommene junge Garde. sührten ein sclbstgedichtetes Stück auf, sie wollten sich durchaus mit dramatischen Talenten ihr Bürgerrecht in der Schülerrepublik er- obern. Auf einer farbigen Bölkerschau sah man die schwierigen Kunsttänze der Wilden. Das Großartigst« aber war ein Zirkus mir richtiger Arena, in dem die feinsten zirzensischen Künste gezeigt wurden. Den Höhepunkt der Bewunderung fanden die Ausfüh- rungen auf Scharsenbergs ungesattelten Ackergäulen. Dann war auch noch di« neubegründete Seidenraupenzucht auf Scharfenberg zu sehen, di« mit einer recht ergiebigen Ernte aufwarten konnte.� Sieht man dieses schön gelungene Fest aber mit ernsten Augen on, so wird man gewahr werden, daß, nach dem trefflichen alten Lateinerwort, auf Scharfenberg nicht sür die Schul«, sondern für das Leben gearbeitet wird. Das ist der Geist Scharfenbergs, wia er in seinen berühmten Erntesesten zum Ausdruck gelangt. Dachftuhlbrand in Johannisthal. Am Montagnachmittag brach im Dachstuhl des Hauses W a i d- linger Weg 6 in Johannisthal Feuer aus, das schnell um sich grisf. Die Feuerwehr war mit drei Zügen zur Stelle und Hatto mehrere Stunden mit den Lösch- sowie Aufräumungsarbeiten zu tun. Hitler-Leute schänden eine Kirche. Di« evangelische Kirche in Siemens st adt on der Eck« Rohrdamm und Schulsiraßc ist mit schwarzer Farbe und mit H a k« n k r e u z e n mit den Worten„Heil Hitler' beschmiert worden, Zirkus-Varicts Busch. Der alte Zirkus Busch hat sich in seinem Innern ein ganz neues Gewand zugelegt: außer der Manege hat er jetzt eine große Variete-Bsthne. Und so ist er denn in der Vereinigung von Zirkus und Variete in Berlin einzigartig geworden, wie er auch einzigartig in seinen Preisen sein dürfte. Man kann dos ganze wirklich ausgezeichnete und erstklassige Zirkus- Varieteprogramm für 30(dreißig) Pfennig sehen. Der teuerste Platz kostet drei Mark, nachmittags 1,50 M. Wenn sich die Eigen- tümerin und Direktorin, Frau Paula Busch, durchsetzt, darf sie den Ruhm für sich beanspruchen, ein wirkliches Zirkus- Variete für das Volk errichtet.zu haben. Aus dem reichen Programm seien als besonders erwöhnens- und lobenswert genannt die 16 prächtigen Jackson Girls, die großartigen 5 R o n da s, Trapezkünstlerinnen unter der Zirkuskuppel, das brillante Kla- mecksche Eisballett, dieses sowie die tollkühnen Jockeys Brüder Fernando und der bewundernswert« Reiter Moser in der Manege. Sodann die hochklassigen Keulensongleure 4 A n- gelis und Ecifieros entzückende Hundedressur. Aus der Partei. Der ungarische sozialdemokroilsche Darteitaq arbeitet im Buda- pestcr MetallarbeiterverbandslMus. Vor Eintritt in die Tages- ordming gab Abg G y ö r f y im Namen der Delegierten das fefer- liche Gelöbnis ab, nicht früher ruhen zu wollen, bis die ganze ungarische Emigration das Recht erhalten hat, ungefährdet heimzukehren. II Jahre nach der Revolution müsse diese schreckliche Frage aus der Welt geschafft werden. Györsy richtete gleichzeitig an die ungarischen Emigranten das Ersuchen, ihre Zwistigkeiteu aufzugeben, um geeint den Komps zu führen. Allgemeine Wetterlage. 8.Sept. �930.abds.£5� iiL d s Ol« MöK QtUdrtt /C walkmlo�O heiter,<1 talbbedeckr » wolkig,•ladeckt*R�enAGraupilr «SdweiftgtleW Gewitter@WuiiMe Eine Depression lag am Montag über Norddeutschland, die sich bis noch Polen hinein erstreckte. Auf ihrer Südseite strömten mit westlichen Winden feucht« ozeanisch« Luftmassen, während auf ihrer Nordseite ein« kräftige Ostströmung polare Lustmassen nach Westen versrachtete. Im Grenzgebiet zwischen den beiden ver- jchiedenortigen Lustmasseil kam es in Nord- und Mitteldeutschland zu wiederholten, teilweise ergiebigen Regenfällen. Die Temperaturen lagen weiterhin recht niedrig. Das Depreisionsgebiet füllt sich setzt langsam aus, doch dürften wir.zunächst im Grenzgebiet der maritimen und der polaren Luft liegen bleiben. Die Neigung.zu Niederschlägen dürste also fortdauern. * wetteraussichken für Berlin: Wechselnd, meist stark bewölkt, Mit fortdauernder Regcnneigung, metterlstn kühl.— /für Deutsch» land: Allgemein Fortdauer des meist stark wolkigen, vielfach auch regnerischen Wetters........ Das Fraaenllugblatt lieg* ab beule, Dfensfag, den S. Sevlember. an den nn§ ausgegebenen Stellen zur Verbreitung bereit/ Genossinnen, sorgt tflr schnelle und restlose Verteilung! Das Frauensekretariat Cinfenbaagen(Sc tieft Rubrik stob B t c l i n 0-S<8, Linbeastratzt 3, parteinachrichien�MfürGroß-Berlin stets aa bat Bezirtssekretaria» 2. Jas. 2 Treppen recht», za richte» Achtung, Kreisleiter? Die Kreisleiter werden gebeten, umgehend das Zen- tralwnhllokal des Kreises dem Bezir?ssekretariat. Büro Fischer, Lindenstr. 3, mitzuteilen. * 7. streit Sbatloitenbatfl. Sannerstas. U. Septembet, 19% Uhr. erweitert« Kreisvarstantsslhung im Rathaua. Zimmer 1. 9. streit Biiatertbarf. Achtung! Zu der am Dannerstag, 11. Teptemder. statt. sindenden nffentlichcn Wählerlundgedung erscheinen alle Parteigenossen schon um 19% Uhr. heule. Dienstag, 9. September: 3t. Abt. Tämtliche Genossinnen und Senaffen treten heute, DIenttast. 18% Uhr, zur streisdemonstratian Danziger Ecke Tretckawstraste an. 32. Abt. Achtung! Die arbeittlosen Genossen der Abteilung treffen sich heute 12% Uhr bei stromphardt, Paul�inger-Etr. t9. ?«. Abt. Heute 19% Uhr bei Reisch. Cadiner Etr. 10, wichtige Jfunläanätoet. sammlung.— Mittwoch, 19% Uhr. Zahiabende: Cadiner Etr. 10: Gubener Etr. 40 hei Neumann, Bortrag des Genassen Paß über.strankcnverstche- mag*: Romintener Etr. 7 bei Eeidliß. 45. Abt. 17% bis 18 Uhr Rcichenberger Hof, Trefspunkt der Genossen zur Begleitung de» Eprechchars. 47. Abt. Der Eptechchat trifst sich heute 17% Uhr bei Eiedentaps. Muskauer Straße 35. Nachzügler Rcichenberger Jos. Rcichenberger Str. 147. 53. Abt. Charlottenburg. 19% Uhr bei Lur Sißung der Abteilungsleiter mit den Zahlabendleitcrn und Bezirksfllhrern. Wer verhindert ist, muß einen Etellvertreter benachrichtigen. 74b. Abt. Zehlenborf-Tüb. 20 Uhr ofsentliche Kundgebung im Lindenpark. Schöneberg. 79. Abt. Treffpunkt 19 Uhr Leuthenplati.— 80. Abt. iz Uhr Treffen zur Demanstratian bei Gürlich, Begasstr. 1, zwecks Mitnahme des Werbematerials. 84. Abt. Lautung. 20 Uhr Filmveranstaltung in der gesthalle Dillgesftraße. Alle Genossen müssen erscheinen und Enmpathisterende mitbringen. 93. Abt. Reuiellu. 20 Uhr, Bezirke 144 und 145. Zahlabend. Restaurant Bern. wiak. Marien dorfer Weg 7.— Mittwoch Zahlabende: Bezirk 139 bei Teich, stncsebeckstr. 135: 137. Bezirk: Lokal Rudolf. Kermannstr. 150: 140. und 142. Bezirk bei stunder, Delbrückstr. 53: 143. Bezirk bei Roack. Iuliuostr. 95. 108. Abt. Zohanuitthal. 18 Uhr Bahnhof Johannisthal Abfahrt zur Deman- stration nach Grünau, ssahnen und Transparente sind mitzubringen. 110. Abt. Grünau. Die Genossinnen und Genosse» treffen sich heute 18% Uhr zur Demanstratian mit den ssalkenbergcr Genossen am Bahnhos Grünau. 120. Abt. Fried richssclde. Acht»»«! Bezirksführrr holen»wischen 17 imd 19 Uhr Material vom Abteilungsleiter ad. 195. Abt. Wechcnfec. 19% Ubr Abteilungsfunktianärsihung bei Gallas. 139. Abt. Tegel. Fahnen und Transparente sind sofort vom Genossen Haupt, Bahnhofstt. 7. abzuhoien. Heute 15% Uhr Betriebsversammlung von Borfig im Etrantschloß. Morgen, Mittwoch, 10. September: Mitgliederversammlungen und Zahlabende in nachstehenden Lokale«. Thema i« allen Beefaunuluugev: „vle>tel4l Uhr' Gruppe Ficdtkau he, Kramphardt. Paul-Singer-Str. 49: Gruppe Kluge bei Valentin. Krautstr 80: Gruppe«»»bei. Andreas. Ecke Kolzmaritslraße: Grr'pp- llSartmann bei Schmidt. Fruchtstr. 88»: Gruppe Buchmann bei Drescher. Stralauer PGß 5: Gruppe Meyer bc. Schlüter. »rautstr. 58: Bezirke 304, 305 bei Schröter, Frl-drichsfeldcr Str. 21. 33.«61. 19% Uhr Gruppenvcrsammlungen bei Labn.Siman.Dach.Str. 9: Wcrtalla. Sobenlob-str. 3. und Kofsmonn. Slrolauer All« 17. Wahlarbeit. 38. Abt. 19% U«r Funktionäryersammlung bei Schulze. Samariterftr. 38. 37. Abt. 19% Uhr: 1. Bezirk: Zcpke. Ebertyssr.. i.. 3. Bezirk: Ierasch, Ebertystr. 10. 4.. 5.. 8. Bezirk: Roschke. Matternstr. 14. � �. »9.»dt. 19% Uhr im Baugewcrlshaus, Graßbeercnstr. 98. Referent Dr. Ernst F-Ick._ ~ MJZM? I 39». Abt. Zoblworg.n früh 8 Uhr.«esselstraße Eck- Markgraseustraße. M Referent«mtl Barth. Thema:.Bahlansfichten".-z 41. Abt. Um 2« Uhr Zahlabenh der 1. Gruppe im Lokal Regul. Tempelhafer Ufer 1». Dia Zahlabenbe der übrigen Gruppen finden am Mnttnach. drm 24. September, in den bekannten Lokalen statt. «2. Abt. 19% Uhr Zahloh.nde in den bekannten Lokalen 43. Abt. 19% Uhr: Bezirke 123. 124 und 180: Albrecht. Urbanstr. 29. Bezirk 125: Christen. Ficht, str.Zg. Bezirke 198 und 127: Brüh». Graefeftr. tl B-z�te 128 und 129: Frankonhaular. Iahnstr. 15. Bezirk 131: Wolter�»öethNn«. Bezirt 132: Kerpp. Planukr 75/70. Beztrk 133: Leukchu» Dlekkru- bachstr. 54. Bezirk 134: Wolf. Graefestr. 28. Bezirk 135 und 130: Bogt. Bappstr. 8. Bezirke 137 und 138: stiafe. Böckhstr. 34. 44. Abt. 79. Bezirk bei Görsch. statibusser Ufer 57. um 19% Uhr. 80. und 87. Bezirk bei Ewald. SIgllßer Stt. 120, um 20 Uhr. 84. Bezirk bei Gcmmecker, Naunynstr. 28, 20 Uhr. 81. und 86. Bezirk bei Glager, Adaibcrisir. 5, 20 Uhr. 85., 88. und 89. Bezirk bei Ewald. Etalihcr Siraße 126, um 19 Uhr. Tagcaardnung: Die Wohl am 14. September und Einteilung zur Woblarbcit. 45. Abt. 19% Uhr Zahlabende in dcn bekannten Lakaien. Gruppe Kahlstein im Lokal Friedcnshütte, Wiener Str. 57-, 48. Abt. 19% Uhr außerordentliche Mitgiiedervcrsammlung bei Burckhardi, Görlißer Eir. 52. Referent Gerhard Kramer. 47. Abt. 19% Uhr Zahiabende: 82., 83. Bezirk bei Bader. Naunynstr. 60 Ecke Adalbertstraßc. 97. Bezirk bei Li er, Naunynstr. 9. 98./100. Bezirk bei Siebentapf. Muslauer Str. 35, Referent Jakob Meyer. 191.— 105. Bezirk bei Lehmann. Muskauer Str. 1 Ecke Zeughofftraßc. Referent Genosse Etavperich. 48. Abt. 19% Uhr hei Gliesing, Wasscriorftt. 08. Referent Dita Theuner. Charlottenburg. 51. Abt. 20 Uhr. 1. Gruppe: Schcllbach, stönigin.EIifabeth. Straße 0.— 2. Gruppe: Iomin, Sophie-Charlotie. Straße 88.— 3. Gruppe: Kaltmann, Sophie. Ehorloite. Siraße 78.— 52. Abt. 20 Uhr bei stofke, staiserin.Augusta.Allee 81, Referent: Genosse Milkowr.ki— Achtung! Die Funktionäre treffen sich eine halbe Stunde früher edendort.— 53. Abt. 1984 Uhr Vorsttanbsllhung bei Lux. Kuttenstraße 20.— Mittwoch, 20 Uhr Znhlabendr in den bekannten Lokalen. Gruppe Plötzensee beteiligt(ich an der Versammlung hei Last, Lrkoi zum Nußbaum. Straße 12 am Ver. dindungskanal.— 54. Abt. 19% Uhr, Tagesordnung: Wahlarheite». 5. Gruppe bei Möller. Franklinstt. 19: 6. Gruppe im Jugendheim Rosinen. siraße 4: 7. Gruppe Lohmeycrstr. 9. Lokal:— 55. Abt. Zahlabend in allen drei Gruppen zwecks Einteilung der Wahlarbeit. 20 Uhr; 8. Gruppe bei Godenschwcger, Watlstr. 90; 9, Gruppe bei Reimer. Wilmersdorfer Str. 2t! 10. Gruppe bei Röhrig, Echloßstt. 45.— 58. Abt. 20 Uhr Zahlabend. 1. und 3. Gruppe bei Liers», stantstr. 82: 2. Gruppe bei Iaskawiak. Koltzendorfi, straße 20. Die Genossen werden ersucht, zahlreich zu erscheine» zwecks Einteilung zur Wahlarbelt.— 57. Abt. 1. Gruppe bei Arndt, stantstr..>1, Distussionsvbend und Besprechung der Wahlarbeit. 2. Gruvve bei Thunack, Wieiondstr. 4. Vortrag des Genossen Iablonski:.Wo» wird?"— 58. Abt. 19% Uhr Echulauia Rllrnberarr Str. 83 sLnzeum, an der Taucntzienstraßc. „In letzter Sunde". Referent: Dr. Franz Meyer.Brodnitz. Außer, dem: Trickfilm:„Dem Deutschen Volke". 88. Abt. Kalensc«. 20 Uhr bei Sandmann, Westsälische Sir. 42. Referent: Rektor Gustav Kädicke. 71. Abt. Wilmrrtbtrf. 20 Uhr bei Lau, Kildegardstr. 14, Rescrentin: Helene Schmitz. M. d. L. 73. Abi. Schmargenboef. 20 Uhr im Deutschen Haus, Breite Etr. 34, Wohl, einleilung. 74b. Abt. Zehlcudars.SSb. 11% Uhr Samwel» bei Ktockmann. Rachvawcr Sttaßr 2 zur Wahlpravagavb«. 71. Abt. Schöveberg. Zahlabende. 1. Bezirk bei Milde, Nollendorfstr. 18: 2. Bezirk bei Jürgens, Barbarossastr. 5o: 3. Bezirk bei staschewz, Apostel, Paulus-Str. 27: 4. Bezirk bei Will. Mattin-Luther-SIr. 59. In allen Bezirken Aussprache:„Der Wahltampf und unsere Wahlarbeit".— 78. Abt. Kcuie um 20 Uhr Zahlabende in den bekannten Lokalen der Bezirke. Wichtige Beratung der letzten Wahlvorbereitungen erfordert die Anwesenheit aller Genossen und Genossinnen.— 79. Abk. 19% Udr. l. Bezirk: Arndt, Bautzener Sttaße 10. Ecke Graßgärschensttoße: 2. Be. zirk:»runow. Geßlerstr. 13: 3. Bezirk: Kolk. Siegfriedstt. 9: 4. bis 8. Bezirk Reimann, Sedanstr 17. Referent: Pikiar strüger: 7. Bezirk Padziiis, Sochfendainm Eck» Geneststr.— 79i. Abt. 19 Uhr Funktionär. Versammlung bei Engel. Röblingstr. 18. Erscheinen aller Funktionäre ist eresorderlich. 85.»dt. Steglitz.?0 Uhr 1. und 2. Bezirk EcheHhas«, Ahorn stt. 15»; 3. und 4. Bezirk Richter. Feldstt. 8: 5. Bezirk Selir. Bismarckstt. 85: 8. Bezirk Zaubevsranz. Berg. Ecke Lauendurger Str.: 7. Bezirk Südender Kos, Lichter. selber Stt. 1: 8. Bezirk Kumboldt. Ecke Elisenstr.; 9. Bezirk Wernickr. Berlinickestr. 1. Lkchterfekde. 83. Abt. 20 Uhr Zahlabend Mr W e st im Lakai Reinhalb Schmidt. Kindenburgdamm Ecke Raansttaße. Thema und Referent werden am Abend bekanntgegeben.- Dfe Bezirksführer werben erfucht, sämtliche Mitglieder einzuladen.— Für den Eirdbezirk Zobladend Mittwach. 20 Ubr bei Friisch. — berliner Gtr. 123d. Genasse Frick spricht über die bevorstehenden Wahlen. 88. Abt. Llchteneabe. 20 Uhr Zahlabenb in der Schule Raanstraße. Ravköllo. 89. Abt. 19% Ubr Zahlabenbe: 1.— 5. Bezirk bei Grommack. Sander. straß« 10. 8., 9.. 10. Bezirk bei Schulze. Reuttrstr. 47. 11., 12.. 17., 18. Bezirt bei stulil». Kobrechtitt. 02. 7.. 13.. 14.. 15. Bezirk bei Brand. Bflügerstr. 19.— 90. Abt. 20 Uhr Mitgliederversammlungen in folgenden Lokalen: 18., 28. und 27. Bezirk bei Sauer. Pannierstr. 54; 24. Bezirk be! stiemt. Berliner Str. 100: 25.. 34. und 85. Bezirk be! Schabeile, Weichsel- strtße 5: 28, und 32. Bezirk bei Hinte, Weichselftr. 15; 29. und 29a. Bezirk bei Rüdiger, Lohmühlenstr. 38: 30. und 31 Bezirk bei John. Fuldastt. 45: 33. und 50. Bezirk im Idealkosmo. Weichselstt. 8:. 48. Bezirk, bei Woihge,. Fuldgstr. 8' 49. und 81. Bezirk bei Ramm. Erkstt. 10.— 92. Abk. Dienstag, 9. Sevttmbtzr, Fnnttionärsttznpg bei Wolfs, staiser. Friedrich. Str. 173, um 20 Ubr. Mittwoch, 19. September., vllnlklich 90 Uhr, finden Mitglieder. zutammenkünfle der folgende» Bezirke stott: Bezirke 51. 58 und 80 im Lokal König, Wildenbruch. Ecke Welerstraße. Bezirke 52, 53, 57 im Lokal Echikara, Echandauer Ecke Eldestraße. Bezirke 54. 53 und 60 im Lakai Gauker. Harzer Eir. 88. Bezirke 59, 81 und 82 im Lakai Wulff, Kaiser. Fried rich»Etr. 173. Bezirk 02. 83 und 79 im Lakai Simon, Berkelsdorfer Sttaße 9. Bezirke 80 und 85 im Lokal Schwobe, Rofeggerfttaße Ecke Wilhelm-Busch-Straße. Bezirks 87 und 88 im Lokal Schneider, Rosen. sttaße 7. Taae»ordnung in allen Bezirken: Unsere Wahlarbeit.— 93. Abt. 19% Uhr Zahlabenbe: 83. und 108. Bezirk be! Schauer. Treptower Stt. 90. 84.. 88. und 108. Bezirk bei Zimmermann. Treptower Sit. 10. 108. 107. und 110. Bezirk bei Einkopf. staiser.Friedrich. Ecke Mareschsttaße. 108. und 109. Bezirk Eiedluna im..Bärwinkel". 112. lind 113. Bezirk bei Inst. Riemitz. Ecke stanner Siraße. 115. Bezirk bei stönig. Kanner Ecke Elsterstraße. 118. Bezirk bei Pritzkaw, Richard. Ecke Schöneweider Sttaße. 117. Bezirk bei Warnstedt. Thürinaer Ecke stanner Straße.— 94. Abt. 40., 89. Bezirk im Lokal studseld. Lichienrod« Straße 58. 42., 08. Bezirt im Lokal Lenk. Selchawer Str. 6, 70., 93., 90. Bezirk im Lokal Sell, Schillerpromenade 11. 67., 83. Bezirk im Lakal Mvnker. Schiller. Promenade 39. 71.,»4. 95. Bezirk im Lokal Schröder. Steinmetzltt. 52. 97.. 98. Bezirk im Lokal stwella. Dkerstr. 15.—«5. Abt. 19% Uhr zwei Mikaliederversammlnnqen. Bezirke 84. 85. 74. 75. 70 77, 78 bei Frieders. darf. ISaerstr. 3. Referent Stadtrat Dr. st"rt Löwenstein. Bezirke 72. 73, 89. 90. 91 nnd 92 bei Grieger, Lesstnasttaße 9. Referent Mar Stumpf. Brzirksangelegenheiien.„?orwarts".Leser und Sympatbisterende stnd besonders eingeladen.— 90. Abt. 19% Uhr Bezirks« bende: Be» zirke 122, 123 und 120 hei FrSnkel. Schierke- Ecke Badestraße. Referent Stadtrat Waldheim. Bezirke 101. 102 und IM bei Lüben, Thamasftr. 5. Referent Genasse Brinkmann. 118. und 119. Bezirk bei Brand, Thüringer Straße Ecke Wippet Straße. Referent Stadtrat Reinhardt. 121.. 124. und 127. Bezirt bei Zillmer. Ragaistt. 56. Refereniin Anna Kartach. Tages» ardnung in allen Bezirken:„Bar den Wahlen". Die Bezirksführer«erden aebeten, vom Abteilunaslciter da« letzte Wahimaferial abzuholen.— 97, Abt. 19% Ubr Zablabende: 99.. 100.. 125. Bezirk bei«utzky. Leinestroße. 128. und 134. Bezirk bei stleistner, Hermann. Ecke Schiertefttoße. 129. und 130. Bezirk bei Keimte, Warteplatz. 131.. 132. und 133. Bezirk bei strüger, Emser Sttaße. Tagesordnung in allen Bezirken: Die Wohlarbeit. 99. Abt. Brltz-Buckaw. Bezirke 150, 157, 158, 159 bei Tristram, Bürgerstr. 48/49. „Auf»um stampf". 147.. 148 Bezirk bei Thomas. Chausseeftt. 10. 149., 150. lind 151. Bezirk im Buschtrug. Ruhawrr Stt, 49. 152./53. Bezirk bei Benisch, Ruhower Stt. 33. 154.»nd 155. Bezirk bei Becker. ChausseeNr. 96. 156., 157., 158. und 159. Bezirk hei Tristrom. Bürgrrstr. 48�49, 160. Bezirk Buckow» West bei Discher, Buckow. Chausseestr. 12. 101.. 162. Bezirk Buckow-Ost im Eofe Buckow, geaenüder dem Krankenhaus. 100. Abt. Rudow. 20 Uhr im E�fo Läse. Zablabend.?leferent Felir Fligg. 101. Abt. Treptow. 19% Uhr: 1. Bezirk: Stephan, Graetzsir. 1. 2. Bezirk: Mauz. stiefbalzstr. 21. 3. Bezirk: Elseneck,«iesdalzstraße Ecke Elsensttaße. 4. Bezirk: Lakal, B'ermannstr, 10. 5. Bezirk: Faikenhaaen. Reue strngallee. Referent Genosse Baenlg. In allen Zablabenben: Bericht vom Bezlrkevarteitag. Die letzien Wahlarhelten. Barschlaae für die Winterarbeit, Verschiedenes. 194. Abt. RIederschöneweide. Mitgliederversammlung fällt in diesem Monat au«. 108. Abt. Ablershof. 19% Uhr im Ratskeller, Bismarckstt. 58, Mitglieder. Versammlung. wildo». Zahlabend-7% Uhr im Lakal»an stühler. Alle Parteigenossen müssen erscheinen. 198. Abt. Köpenick, 19% Uhr, Alt. und stietzvarstadt: Neues Lokal! Schulze Müggelheimer Sir. 12 stöllnische Barstadk: Elippekohl, Schönerlinder Straße 5, Dammnarstadt: Schulz, Rahnsdarfer Stt. 34. Uhlenhorst: Elsen- «rund. Mittelheide usw.: Klose, Mahlsdarfer Str. I. Berichte. Wahl. arbeiten. 110. Abt. Grünau. 20 Uhr bei Werner,«öpenicker Str. 125. Sintr'.lung zur Wahlarbeit. III. Abt.«ohnsborf. 20 Uhr bei Keimann. Walteredarfer Str. 100. Miglieber. Versammlung,— Ausgabe der Flugblätter. Tichtenberg. 114. Abt. 19% Uhr im Logenkasino. stnarrpromenade 2, Referent: Gattlieb Reese.— 115. Abt. 19% Uhr: 1. Gruppe bei Stöber. Zungstr. 28: 2, Gruppe Restaurant Tivoli. Weichlelstr.: 3. Gruppe bei Radtke, Müggel. Eck» Echarncheberstr.: 4, Gruppe bei Seivke. stranprinzenstr. 47.— 11«. Abt. 19% Uhr im früheren Arbeitsamt, Sechrelberhauer Straße, Referent: Mar Heydemonn.— 118. Abt. 19% Uhr Zahlabende in folgenden Lokalen: Gruppen B'ttkel und Kabn bei Tempel. Gudeunstt 7. Referentin: Gertrud Hanno. MdL. Gruppe Bessert bei Ietzlcbmann. Ganhien. Ecke Friedrlchstr Gruppe Werk hei t-nz, Magdalenenstr. Wichtige Tagesordnung in allen Gruppen, 123. Abt. staulsdarf. 20 Uhr in der Schützenklause. Hönower Str. 5. Rehner Kans Bauer. 134. Abt. Mablsborf, Zablabende in ben Lokalen Emil Anders. Bahnhof. straße 34- 37: Paul Schmidt. Morienburger Straße: Jacobs. Lemkestraße: .Nordstern", Könower Stt. 49. 127. Abt. Kabenschönbanlen. 19% Uhr im Lokal Eiorchnest. Kauptstr. 8-9, Referent Stadtverarbncter Otto Fouft, 12». b!» 130. Abt. Pankow. 19% Uhr. l. Bezirk: Lokal Roack. staifer.Friehrlch. Siraße 53. Referent Johannes Gott. 2. Bezirk: Lokal Mllhlenltt. 38. Referent Alsred Damdey. 2>. Bezirk: Lakai staber. Prinz-Keinrich. Ecke Berliner Straße, 3, Bezirk: Bareik. Berliner Str. 97—98. Referent Paul Schaffer. 4.. 5. Bezirk: Türkisches Zelt. Breit« Straß«. Referent Wilhelm Friede! 8. Bezirk: Neumann. Niendelstr. 17. 7., 8.. 9. Bezirk: Sänger- hrim. Florastr. 93, Refavent Stabtr« Eugen R-femann. 132. Abt. Blankenburg. 20 Uhr bei Klug. Darfsir, 2, Zahlabend, 133. Abt.»nchhalz. 20 Uhr bei Rassack. Hauplstr. 71, Zahlabend. 134. Ab». Buch. Werdekundgebung in Röntgenial. Zepernick. Treffpunkt 18% Uhr Bahnhof Zepernick. Absahrt ab Bahnhof Buch 18.08 Uhr. 139. Abt. Tegel. 19 Uhr im Alien strug. S-Upistt. 14, Funktümärsstzung. Um 20 Uhr ebenhort Mitgliederversammlung. Wichtige Tagesordnung. 149. Abt. Borsigwalde. 19% Uhr bei Waiischach. Ernststt. 1. Referent Bezirt-. nerardncicr Wilhelm Ratzalk. Wahlarbeiten. Gäste dürfen eingeführt werden.„ 140a. Abt. Wittenau. 20 Uhr hei Keese. Berliner Str. 73, an her Wittenau. stremmener Bahn, Abteilungsversammlung._ Letzte Einteilung der Wahl» arbeiten und Ausgabe von Provagandamaterial. Anschließend Proletarischo- Feierstunde. Erscheinen aller Genossen unbedingt erforderlich. 141. Abt. Rasenthal und Niederschöubauseu.Weft. 20 Uhr Zahlabend be! Soff. mann, Edeiweißstr. 5. Bollzabliges und pünktliches Erscheinen Ehrenpflicht. 143. Abt. Äaidmannslust. Zahlabend 20 Uhr bei Iarius. Fürst-Bismarck. Straße. Erscheinen aller Genosse» und Eenafsinnen ist Pflicht. Funktto» näre bereits um 199t Uhr ebentort. Jrauenveranstaltung. 138.»dt. Reinickevbott'vst. Die Flugblätter stnd von der Spedition Wahle. Propinzstroße, und aan der Genossin Meiser. Echönholzer Weg 2, von 10 Uhr an abzuholen. Eine Funktianörinnensitzung findet in dieser Woche picht statt. Frauenabend am 18. September. Nähere Mitteilung er. folgt noch. Arbeiksgememschaft der Sinderfreunde Erob-Verlin. streis Pankow: Kelfersitzung fällt heute abend aus.— Gruppe Pankow: Dannerstag. 11. September, dei gutem Weiter Spiel in her Keide. Rote Falken und Iunafaiken 18 Uhr. Küken 17 Uhr. Bei schiechtem Wetter zur gleichen Zeit im Heim. Iungsozialisien. Gruppe Reluickenbarf: Heute 16 Uhr findet im Strondschloß Tegel ettis öffentliche Betriebsoersammiung der Firma Borsig statt. Jeder, der sich für diese Zeit freimachen kann, muß dari erscheinen. Gruppe Mitte: Der Gruppenabeiid in dieser Warb» fällt aus. Wir beteiligen uns an sämtlichen Wahlaeransialiungen des 1. streifes. Gruppe Bahnsders: Gruppenabend fällt heute aus. Wir beteiligen uns geschlossen an der Demonstration der Partei in Altglienicke. Treffpunkt 18% Uhv Gemeinschoftshaut, Gutshaf, Gruppe Tempelhos.Marieiidors: Im Jugendheim Tempelhaf. Germania- sttaße 4-6 iEingana von der Götzstraßel. heule um 20 Uhr Diskusstansabend. Bitte die Mtgliedskarten mitbringen. Am Mitlwach, 10. September, Demo». fttatian in Reu-Tcmpelhal. Geburtslage. Jubiläen usw. 7». Abt. Schöneberg. Unserem ltyftiährigeu Genosse» Iahavu G r u y o m zum Geburtstage die herzlichsten Glückwünsche. Sterbetafel der Groß- Berliner Partei- Organisation| 19. Abt. Unser Genosse Hans Pohl, Bellermannstr. 81, ist am 4. September' verstorben. Ehre seinem Andenkenl Einäscherung heute. Dienstag, 9. September, um 17 Uhr, im Krematorium Gerichistraßc. Wir bitten um rege Beteiligung. N Sozialistische Arbeiterjugend Groß-Verlia Swsendungen lär diese Bnbrll nur an bat Iuaendlttreiariat Seelin SD«8. Tlnbenflrate 3 Mitglieder der Sonde robteilungen holt die Polksbllhnenkarten ob. die ersts Vorstellung ist am 14, September. Streichorchester Groß, Berlin: Sämtliche Proben fallen in dieser Woche aus. Nächste Probe am 18. September. heute. Dienstag. S. September: Gewerkichattshan«: Schule st öpenicker Sir. 125:„Nordische Lrbeiteriugend". — Oranienburger Tor: Heim Elisabeibkirchsiraße:„Ein Tag im Gefängnis".— Roseuthaler«orstabt: Heim Clisadethkirchstr. 19:„Das Kommunistische Moni» fest".— Prunnenplatz: Schule Pank. Ecke Wiesenftraße:.Harisnertrag und Schlichtungswesen".-- Gesundbrunnen I: Schule Gotenburger Straße:„Der Wablkompl".— Humbaldthain: Heim Putbiisser Str. 3:„Die lexuelle Frage".— Leopaldplatz: Heim Utrechter Ecke Turiner Straße:„Der Reichstags, t- Schill«- pari: Schule Schöningstr. 17:„Warum Nriiipahl?"— Wedping-Rorb: Seine Turiner Ecke Seesttaße:„Tagespoliiische Fragen".— Dedding, R, F.: Seim Lütticher Etr. 4:„Reichsbanner oder Sozialistischer Schutzbund?"— Aenimplatz: Treffpunkt zur Demanstratian 18% Uhr Danziget Ecke Tresckawstraße.-- Hasen. beide: Heim Wasseriorstr, 9:„Gewerkschaft und SBI."— stottbusscr Tor: Heim Britzkr Str. 27—30: Sprechchor, Treffpunkt 18 Uhr Reickienberger Hos.— Süden: Poräsir. 11:„Wehrorganisation der Partei".— Lchönebeig l: Sauptstr. 15: „Proletarische Literatur".— Sedöneberg ITT: Heim Hauplstr. 15:»August»B«be,I> Abend",— Schöneberg IV;„Teil III der Reparationen",— Schömberg V; Heim Hauplstr. 15:„Massenbeeinflussung der Presse".— WUmeredarf, R. F.: Heim Wilhelmsaue 123: Werbeabend,— Steglitz: Heim Albrechtstr. 47: Miigliederper- sammlung,— Mariendorf l, R, F.: Heim Dorfstr. 7: Kampfliederabend.— Rariendoif N: Siedlung Daheim 159/120:„Die politische Lage".— Britz: Heim Rathaus. Chausseestr. 43:„Tagespolitik".— Reukölln I: Heim Sander. Ecke Hodrechtstraße:„Rundfunk den Werktätigen".— Renkölln II: Heim Bergstraße 29:„Der Einfluß der sozialen Stellung auf die Politik der Partei".— NeuköNn III: Heim Zieihenstr. 58:„Freikörperkultur".— Neukölln IV: Heim stanner Straße:„Anarchismus".— Neukölln VIII: Heim Rütli�hchule:„Falken- arbeit",— Reukölln IX: Schule Mariendorfer Weg:„Tagespolitik".-- Neukölln Xt: Heim Flughafenstr. 83:„Tagespolitik'.— Köpenick I: Grünauer Str. 5: „Das Leben der Fürsorge, öglinge".— Schöneweide: Heim Berliner Str. 3l: Zehn-Minuten-Referaie:„Ich und mein Beruf".— starlthorft: Seim Treskow. aller: Keimabend.- Reinicke Udorf: Keim Raanstraße lTurnhallengebäude): „Befreundete Organisationen",— Pankow, SSS,: Heim stissingenstr, 47—48: „Die Parleien im Wahlkampf".— Buchholz: Schule Berliner Eir. 19:„Warum freie Erziehung?"-- Westend(Aeliere): Heim Sportplatz Westend:„Sozial- demokralische Wirischafispoiiiik"— Neichenderger Viertel: Treffpunkt zur Hof. Propaganda 18 Uhr Rcichenberger Hof.— Pankow l, II und R. F.: Treffpunkt zur Fluablattverdrettung l9 Uhr Berliner Ecke Prinz-Heinrich-Siraßc. Werbebezirt Mitte: Treffpunkt zum Fackelzug der Partei 18% Uhr ställni- scher Park, Werbebezlrk Dchöneberg: Treffpunkt zur Wahldemonsttation 19 Uhr Lcuthen- platz. Anschließend Heimabende. Werbebezirt Tiergarten: Treffpunkt zur Radsahrerhemonstration 18 Uhr. bei Berger. Levetzow- Ecke Iagawstraße, Werbebezirt Prenzlanee Berg: Festausschußsitzung am Mittwoch um 20 Uhv in der Schule Sonncnhurger Stt. 20. Alle an der„Roten Rotte" Interessierten: stnd eingeladen, Sprechchor Tiergarten der SAZ.: Wichtige Probe am Mittwoch, 19% Uhr. in der Schule Waldenserstraße._ Vortrage, Vereine und Versammlungen. Reichsbanner„Schwarz-Roi-Gold". Geschäftsstelle: Berlin 6. 14. Sebastianstr 37-38. Hof 2. Tr. Schöneberg.Fricdenan: Dienslag. 9. September, 18% Uhr, Antrpten zum Schutz der SPD.. Kundgebung in der Finanzklause, Mühlen- straße.— Treptow /Orisvercin): Dienstag, 9. September, 18'lt Ubr, Antreten am Bahnhof Grünau zum Umzug der SPD. durch Alt-Glienicke nach Adlcrshof. — Prenzlauer Berg: Donnerstag. 11. September, stamerahschaftsverfammlungen um 20 Uhr: Kameradschaft stönigstor hei Rösncr. Immanueltirchstr. 25: Käme- radschaft Falke bei Zeuge, Milastr. 5,— Friedrichs Hain: Dicns'aa, 9. September. treffen sich sämtliche erwerbslose Kameraden des Ortsvcreins um 12 Uhr bei stromphardt, PauI-Singer�Straßc.— Pankow fOrtsvcrein): Dienstag, 9. September. Antreten zum Saalschutz der SPD.-Versammlung um 19% Uhr in Berlin-Hcincrsdorf. staisrr.Wilhclm.Straßc, Restaurant Seinersdarfer strug. Bundceiieidung. Pkiichtveranstaliung.— streu, bcrg sOrisvercin),«amerad- schaft I: Dienstag. 9. September. 20 Uhr. Saalschutz der Angestelltenkundgcbung der SPD,, stgmmersale, Teltowcr Straße. Orisvercin: Donnerstag. IC. Sep. tember. 18 Uhr, Antreten mit Tambourtorps ohne Fahnen Fontancpramenado »um Schutz der Wahikundgebung der SPD.— Pankow: Donnerstag, 11. Scp- Icmber. 19% Uhr. Saalschutz zur SPD.-Kundgcbung Restaurant Sanssouci. Arbeiter-Samariter-Rund. Kolonne Verli-n. Geschältsstelle: N. 24, Gr. Hamburger Str. 20. Tel.: v I Norde» 3340. l<' Wahllokal für Reinickendovs-Ost:«iehne. Restdenzstr. 9. Telephon: d 9, Reinickendorf 1397.— Wahllokal für Pankow im Lokal in der Florastraße 4._ Neichsknnd der striegtbclchäd igten. Ztriegsteilnebmer und stritgerhiuter- bttebenen. Ortsgruppe Scheinehe ra. Dienstag, 9. Sepiember, 20 Uhr, Mvn«ts. Versammlung im Bürgergarten. Schönebera. Hauptstt. tL2— 123. Kamerad Gbcrt spricht über.Kriegsopfer und Reichstagswahlen".. An Zucker sparen, gru n dverkehrt! Der Körper braucht ihn— Zucker nährt! Winrer ★ Garren* S.1S Uür— Baadi«n ulaabi Hon* KollMher, Argantlno. Mo und ivnlyn* Duffek. NevlU« Blshep usw. scata Tägl. 5 U.8'l, Uhr. 8 S Barb. 9253 Pr. 1—6 M.— Nachm. halbe Preise. Horm an Thomaa QtfinleH, S Pierroty*. The Sorem, ,4tfred Sarkaon Qirla uatr. Theater l.d.Behrenslr. 53-54 Direktion: Holpb Arthur Roberts r. Das naeiiciis manchen Volksbühne Thestsr ui BDlowplalz. S'.'i Uhr Der frötilldie Weinberg Ttn Carl ZodiiMjB StaalLSdiillei-Th. S Uhr Barr Coktor. haben Sie messen? Theater am Stnitnauerdamm s>.« Uhr Feuer aus den Kesseln Staatsoper Am PI. d. Republik S Uhr Die Stumme von Portlcl Theater am Sthlilhauerdamm Tägl. S'U Uhr Feneransden Hesseini von Ernst Toller. Ragw: Dm Mardn. Bilimbilthr: Est. hter. Vemrknf nutotndin TU.: 11.«Mi. 0211 1.51» Oeottdin Tbeattr SVi Uhr 1914 ru to»? VUIhIid HUI« ligii: Hustav Onindgcas. Kammerspiele 8'/« Uhr Die Schule derFrauen von Moliäre. IHlt: Baas Dan p«. Die Komödie 8» in 2000 OB. 2418 57556 92081 112810 150070 158143 184237 210093 236460 318030 376342 34 MMDiimtn 1000 HL 1608 6200 10527 13448 72065 76332 163092 171767 182555 185564 282222 305397 332711 344436 353414 354928 84»etoittn. m 500 M. 23877 34215 40828 45828 49769 61464 85426 79828 85478 86786 90283 107008 108062 110269 114459 126963 131020 142689 146911 149842 150724 151262 171474 179658 191483 191492 196430 214248 219635 224170 237127 243526 246701 286894 289041 307410 325299 336733 342464 363558 372220 386139 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Dtwlnne ober ISV M. gezogen 2«MtntiM in 25000 HL 249669 2 eeainn« m 10000 HL 203032 6«Owinn, m 5000 HL 226770 312291 371949 2®«totnn« in 3000 HL 303077 10 Sdrinn« m 2000 HL 17392 74258 281422 296423 317030 26 Sdsntn« in 1 000 HL 5734 43421 71493 99113 144797 187067 202789 206589 208996 306738 308709 31 1852 336402 74 Odrtmt«» 600 HL 9089 91 18 13947 34218 35908 38128 70760 108440 109867 132206 132324 132980 137591 145438 150006 167515 172428 173336 182800 221276 236834 240517 240834 243457 247173 257500 264864 265875 271653 283160 295348 327367 334489 346129 372027 385161 388045 Im Gewinnrod« verblieben: 2 Prämien zu je 500000, 4 Gewinne zu je 25000, 12 zu je 10000, 12 zu je 5000. 34 zu je 8000, S4 zu je 2000, 180 zu je 1000, 430 zu je 600, 1190 zu je 300 M- tzHHHHtB«» Silberhochzeit Unserem Funktionär, Genossen SevaumdurS nebst Frau Ems«. Straße 117 die besten Wünsche! 06, Abteilung, Nenkölln Der Voi»l»nd PSSS-SS SS SßOHSH' . Wenig getragen« !non Miliondrrn, i..... ! i�abelbaft billige Preise. Emvfeb!« ' Taillenmäntel, Paletots, ftracks, Sota. kings, Dehrockanzllge, Jofen, Spart.. Sebpsl?-. GelegenheitSSufe in neu« Sarberode. Weitester Weg labnenb. Lothringerstraße SB. 1 Treppe. Rasen. tbaler Plag.' Möbel Schtofzimmer. echt Eiche, vossaeordeitet. Schrank volle Betten, breite Nach:- tische, große Frlsiertvilette. h60 Mark. Möbelhaus Mo riß Hirschowiß, SitKoften. Skalißerstroße 25, Hochbahn �otbbusser Tor.'_" J Eliiheiisverband d. Eisenbahner Deutsdilands Ortsgruppe Berlin Den Kollegen hiermit zur Kenntnis, batj unser Kollege Paul Runde Schlosser im R?lWTf., am 5 Sept. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerbigung finbet am 9. Sept. in Neutollo. Marienbarser Weg. um 13' 7 Uhr stalr. Nege Peletiigiing erm'arret Die Ortsvewaltung. .. und immer wieder ine Rose Theater Am besten u. billigsten als Abonnent. Unser Abonnement bietet: 12 Vorstellungen im Jahre. Fr.itf! JV«/r0 PI.- 1.80 SO PI.- I Reichshallen-Theater Abend«|TJ Sonntag nadim.| Stettiner Singer Neu! Neul lab Blumen spredieo" Hidimittags halb! Prtta. iDönhoff- Brctth "Das belieble Familien-Vatietd aniBMANN BETRIEB> KEHPIHSKIs Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Blumenspenden bei de? Trauerseier meines lieben Mannes Karl Wullrich sage allen Freunden und Bekannten herzlichsten Dank. Wv. Augtuie Wollridb Walter WollrtA, als Sahn. Von der Reise surQck: Dr. Frifz Bodländer JUERGEN3 {r. J A Alaxanderplatz Neue König»tr.4-3 Jrene Triesch Berliner Fahnenfabrik Fischer& Co.. Wallstr.84 O-n. insciörttcke. t»Hsikur 4580-82 auiltanfS-.Rabati u.Reklaitiemsrkei! gegen Nachahmung gesetrl. gesch. fertigt seit 44 lahr als SpuialitSt Conrad Müller Leipzig• Schkeuditz Zieh. t. 10. bbl7. 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Im ROSE Theater Gr. Frankfurter Str. 132 Blllotllctut: Alex. 3422 u. 34M Auf dar Gartenbohne bl* IB. Saptembar tAglleh B« Uhr die glänrende Varletdschai; und „Etappe" oder „Onkel Gustav»chrslbt k. v." Warnung vor Nachahmungen! IHällllßP! O k a s a bleibt O k a s a! ssa wa en(nach Oeheimrat Dr. med. Lahnsenl ist kein neues wwKCl>abeu i» den letzten Jahren unaufhörlich die vordringlich« Berück- lichtixung de» Kleinwohnuugsbaus für die minderbemittelten Schichten gefordert. Sie haben auch in Gemeinschaft mit den gemeinnützigen Bauvereüögungen durchzusetzen vermocht, daß in den letzten Jahren stärker der Klcinwohmmgsbou berücksichtigt wurde(die Durchschnitts- grüße der Neubauwohnungen betrug 1S2S noch 4,5 Räum«, 1929 nur wehr ZL Räume einschließlich Küche). Die außerordentliche Verteuerung der Zinskosten in den Jahren 1928 und 1929. die lleberteiierung der Baukosten durch Monopol- gewinne der Baustoffindustrien und hohe Profile der Bauunternehmer haben eine Steigerung der Neubaumieten nach sich gezogen, so daß auch di« kleineren Neubauwohnungen für die breiten Massen der Arbeiterschaft nicht zugänglich wurden. Die sich anbahnende Senkung der Zinskosten und Baukosten, die bei einer energischen Wirtschoftspolittk der Re- günnmg noch fühlbarer sich durchsetzen könnte, kann im Verein mit einer stärkeren Rationalisierung und Typisierung des Wohnungsbaus die Bereitstellung von Kleinwohnungen zu er- 'chwinglichen Mieten wieder möglich machen. Wohnungsnot und Wohnungsclend könnten endlich fühlbar gelindert werden, wenn die östentlühen Zuwendungen zur Durchführung eines mehrjährigen 'Aachjmogramms gesichert würden. Statt dessen sollen 499 Millionen Hanszinssteuennittel auf einmal dem Wohnungsbau entzogen wcrdcn. Das bedeutet, daß d« Vohnvngsbau im nächsten Jahre um schätzungsweise 100 000 Wohnungen verringert werden muß, daß nicht bloß an„keine beschleunigte Verminderung d?r Wohnungsnot der unbemittelte» Schichten" zu denken ist, sondern, daß vielmehr durch diefe brutale Einschränkung des Wohnungsbaus die Vesciligung der Ivohoungsnol der Massen aus Jalstc hinaus ver- schleppt und das Mohvuvgselend in Sladt und Land verewigt werden soll. Die Regierungserklärung enthält keinerlei Hinweis« aus einen Ersatz durch Beschassung anderweitiger Mittel, die in dieser Höhe auch kaum heranziehbar sind. Es kommt hinzu, daß bisher di« offizielle Anleihepolitik auf den Einfluß S ch a ch t s— die Stellung- nähme des jetzigen Reichsbantpräsidenten Luther weicht nach seinen bisherigen Aeußerungen und Taten von der seines Bor- qänqers nicht ab— die Aufnahme von A u s la n d s a n l e i h« n iür den Wohnungsbau als„nicht produktiv" verhindert l)at. Selbst wenn es möglich sein sollte, 199 oder 290 Millionen Mark auf dem Anleihemarkt sür den Wohnungsbau verfügbar zu machen. so werden diese Kapitalien nur gerade den Ausfall bei den sonstigen össentlichen Wohnbamnittel» decken, da die Kommunen durch ihre schwer« Finanznot schon jetzt und auch in Zukunft gezwungen sind. ihre zusätzlichen Zuwendungen sür den Wohnungsbau wesentlich ein- zuschränken. So muß der Abbau der Hauszinssteuer zu einer außer- ordentlich starken Einschränkung der Wohnbautätigkeit führen und damit durch Fortdauer des Wohnungselends der Massen die schwersten sozialen und volksgefundheitlichen Folgen nach sich ziehen. Anabsehbar aber sind auch die Folgen für den Vaumarkl und damit für die Gesamlwirtschast. Da» Institut für Konjunkturforschung schätzt den Rückgang der Gesamtbautattgkctt für das Jahr 1939 auf 29 Proz. Die Zahl der Neubauvorhaben— im ersten.Halbjahr wurde noch ein größer übernommener Bestand von nach nicht fertiggestellten Bquten zu Ende gebracht— ist im ersten Halbjahr j939 im Woh. nungsbau um wehr als e i n D r i t t e l zurückgegangen. Im gewerblichen Bau ist der Rückgang nach wesentlich größer Im «anat Just, dem Gipselpuittt der Bousaison, waren 38 Proz. aller Das Kleinwohnungsprogramm der Reichsregierung kann an dieser furchtbaren Situation nur wenig ändern. Zunächst kommt es viel zu spät. Das Institut für Konjunkturforschung bemerkt mit Recht, daß die Maßnahmen der Reichsregierung„zw spät in Kraft getreten sind, als daß von ihnen in diesem Zahrc noch eine erhebliche Anregung ausgehen könnte". Damit ist di« Untätigkeit dieser Regierung aus dem Gebiete der Arbeitsbeschaffung in einer Zeit größter Arbeitslosigkeit gekennzeichnet. Was bedeuten diese 25 999 Klein- und Kleinstwohnungen, die im Jahre 1931 vielleicht fertiggestellt werden, gegenüber dem schon jetzt eingetretenen Rück- gang der Neubautätigkeit und der weiteren Unterbindung der Bau- tätigkeit, die bei einer Halbierung der Hauszinssteuermittel«intreten muh! Was hier von der Regierung geplant ist, ist geradezu eine Krisen- verschärsungs- aber keine Krisenmilderungspolitik. Eine aktive Politik der Kriftnbekämpsung müßte heute unter systematischer Per- billigung der Bau- und Zinskosten die Bautätigkeit verstärken und damit zur Entlastung des Arbeitsmarktes sowie zur Belebung der Wirtschaft beitragen. Statt dessen soll durch Entziehung der Finan- zierungsgrundlagen der schon ohnehin stark eingeschränkte Wohnungs- Kau nochmals mit einem Schlag« um etwa die Hälfte reduziert werden. Eine Einschränkung der Bautätigkeit um 109 099 Wohnungen muß unmittelbar eine weitere Arbeitslosigkeit von etwa 150 000 bis 200 ooo Bauarbeitern nach sich ziehen und noch einmal mittelbar die Entlassung einer gleich großen Zahl von Arbeitern in den Lieserindustrien de» Baugewerbes. Der sozialdemokratische Reichsarbeitsminister Wissel! hat in den vom Reichstag angenommenen Richtlinien zum Wohnungsbau als Ziel ausgestellt,„jeder Familie die eigene haus. Haltung in der eigenen Wohnuckg zu ermöglichen und ihr dadurch eine gesunde Lebensführung wie die Erhaltung und Stärkung der Arbeitskraft zu sichern". Durch die Streichung der Hauszinssteuermittel aus Liebedienerei vor dem Interessenten. Haufen würde die Beseitigung des Wohnungselends und die Schassung von gesunden Wohnräumen auch sür die minder- bemittelten Schichten in absehbarer Zeit zur Unmöglichkeit, ver Wahlkamps geht auch um die Zukunft des woh. nungsbaus! Reform der privatversichening. Ein Geftheniwurf/Oie Wünsche der Gewerkschaften werden nicht berücksichtigt. Das Reichswirtschaftsministerium hat am Montag der Oeffenl- lichkeit einen Gesetzentwurf vorgelegt, durch den das geltende Versicherungsaufsichtsgesetz in einigen Punkten einer Aenderung unterzogen werden soll. Der Gesetzentwurf geht aus den Millionen konkurs der. Frankstirter Allgemeinen Versiche- rungs-AG(Favag) zurück, der die Reformbedürstigkeit der bestehenden Regelung kraß enthüllte. Hätte die öffentliche Wirtschaft einen auch nur ähnlichen Skandal erlebt, so wäre sie hoffnungslos kompromittiert worden. Die leckenden Männer der Favag warten noch auf ihre st rasrechtliche Aburteilung. Di« notleidenden Bersicherungsverträge lzat die Allianz übernommen. Nach der gesetzlichen Seite soll der Skandal durch den vorgelegten Gesetzentwurf liquidiert werden. Der neue Gesetzentwurf will Möglichkeiten wie bei der Favag auf zwei Wegen entgegentreten. Die Aufsichtsbehörde fall das Recht erhalten, den versicherungs- unternehmen Beteiligungen an anderen Unternehmungen, die mit dem versichernngsgewerbe nichts zu tun haben, zu verbieten. Ferner soll durch eine Kombinierung von pflichtrevisionen der Ver- sicherungsunlernehmungen selbst mit aussichtsbehördlichen Revisionen verhindert werden, daß. wie im Frankfurter Fall. Jahre hindurch Unregelmäßigkeiten unentdeckl bleiben. Ob das Ministerium mit diesen Mitteln das Ziel erreichen wird, erscheint zweifelhaft. Vornehmlich muß die Frage am- geworfen werden, warum die Aufsichtsbebörde nur das Recht erhalten soll, Beteiligungen der bezeichneten Art zu verbieten, und warum nicht dieses Verbot bereits im Gesetz selbst aus- gesprochen wird. Diese Zaghaftigkeit ist in der Tat nicht recht»er- stündlich: man wird den Gedanken nicht los, daß. hier mit Absicht noch«ine Hintertür offen gelassen werden soll. Erfreulich ist nur die Klarstellung, daß als Beteiligung nicht etwa nur eine kopitalmäßige Verflechtung einer Versicherungs- Unternehmung mit einer anderen Unternehmung zu gelten hat: eine Beteiligung soll a u ch dann vorliegen, wenn ein Mitglied des Vorstandes oder des Aufsichtsrates der Versicherungsunternehmung auf die Geschäftsführung der anderen Unternehmung maßgebenden Einfluß ausübt oder auszuüben in der Lage ist. Zu begrüßen ist serner, daß bei den Versicherungsunter- nehmungen, die eine Prämienrcserve nach gesetzlicher Vorschrift bilden müssen, insbesondere also bei den Lebensversicherungsunter- nehmen, ein Treuhänder bestellt werden soll. Die Prämienreserven werden dann" m der Weise sichergestellt, daß über sie nur mit Z u st i m m u n g des Treuhänders verfügt werden kann. Dient diese Vorschrift einer Verstärkung der Sicherheit für die Ansprüche der L e b e n s Versicherung, so bezweckt eine weitere Vorschrift des Entwurfs, die Sachversicherten im Konkurssalle wirksamer zu schützen als bisher. Wenn bei einer Sachversicherung der Versicherungssall bei Eröftnung des Konkurses über das Ver- mögen der Versicherungsunternehmung schon eingetreten ist, so soll den Versicherten ein Konkursvorrecht gewährt werden. Bon den sonstigen Vorschriften sei noch erwähnt, daß künftig dos Reichsaussichtsamt für Pnvatoersicherung bei Entscheidung der Frage, ob eine iinternchmung der Aufsicht unterliegt, das letzte Wort sprechen soll. In dem Gesetzentwurf vermissen wir die va» den Ge- werkschaften geforderte Gemährleistung eines ausreichenden Schutzes für die Ange st eilten bei Ueberein- kommen und F ü s i o n e iz im Sinne des K 14 des Versiche- rungsaussichtsgesetzes. lieber die Tatsache, daß der Angestellte bei den nicht seltenen Fusionen im Versichcrungsgcwcrbc'ebenso wie d-? Versicherte geschützt werden muß, ist man glatt hinweggegar- gen. Unberücksichtigt blieben auch die Wünsche der Gewerkschaften nach Vertretung im Direktorium und im Beirat in Anlehnung an den Reichswirtschaftsrat. Hier muß der Gesetzentwurf eine gründliche Aenderung erfahren. Versicherte und Angestellte im Versiche- rungsgewerbe haben das größte Interesse daran, daß eine starke Sozialdemokratie in den R e i ch e t a g einzieht, die den vorgelegten Gesetzentwurf nach dieser Seite ausbauen will und kann. Zniernationales WaggonkarteN perfekt. In erster Linie Exportkartell. In L u z e r n wurde die Gründung eine« internationalen Der- kaufskartells von den Waggonfabriken Deutschlands. Frank- reich«. Belgiens. Italiens. Oeslerreich«. Ungarn», der Schweiz und der Tschechoslowakei endgültig bcschtosstn. Die bisher üblich ge- wefeue Ausschreibung von waggonausträgen mit daraus- solgendcr Vergebung an den wenigstsorderndcn ist von jetzt an überflüssig: denn zur Erzielung höherer preise beim Waggon- erport besieht eine A u f t r a g« m c i d e p f l l ch i mit der Folge vereinbarier Preisstellungen, so daß also die Ausiragsvergebnng ins- geheim im Kartell selbst vorgenommen wird. Verhandlungen über eine« Beitritt der britischen woggonindusirie zum Kartell schweben noch. Großhandelsindex im August. Kartell- und Monopolpreise halten Preisniveau hoch. Im August ist der Großhandelsindex von 125.1 aus 124,7 Proz. (1913— 100) gesunken. Juli 39 August 39 August 29 Agrarstosse....... 114,3 116,6 132,6 Kolonialwaren...... 113,5 110,7 129,5 Ind. Rohstofse u. halbrohstosse 119,4 1l7.< 131,5 davon Kohte...... 136,0 136,3 137,0 Erze, Schrott u. Eisen 125,4 124,8 131,2 Ehemikalien... 125,2 125,9 127,3 Künstst Dünger.. 77.8 7S,l 81,5 Oele u.Felle... 130,7 132,8 128.7 Papierstoffe-.. 143.2 139,9 151,7 Baustoffe.,.. 148.6 144,6 160,8 Ind. Fertigwaren..... 150,5 149,4 157,5 davon Produktionsmittel. 138,0 137,7 139,6 Konsumgüter... 159,9 158,2 171,9 Gcsamtindex...... 125,1 124,7 138,1 Die fettgedruckten Zifsernreihen dieser Tabelle zeigen, weshalb der deutsch« Preisindex nicht entfernt so stark zurück- geht wie in anderen Ländern. Es sind durchweg Monopol- und Kartcllindustricn, deren Preise überhöht gettieben sind und die erforderlich« Senkung des Gelamtpreisniveaus ver- hindern. Der Eisenindex ist durch den stark gesunkenen Schrott- preis dazu noch kunstlich gedrückt. Bei Oelen und Fetten.zeigt sich gegenüber dem Lorjahr sogar noch cm« Steigerung! Sehr bemerkenswert ist auch di« jap absolut« Stabil;- tot der Produktionsmittelpreise, die fast unner» ständlich ist, wenn nicht doch sür das Inland sehr viel wirk- sainere Preismanipulotionen erfolgen, als der Enqueteausschuß an- genommen hat. Nicht einmal die teilweise enormen Materialpreis- senkungen kommen hier zum Ausdruck. Hier sollten Reichs- wirtschoftsministerium und Reichswirtschaftsrat auch etwas genauer zusehen! V-Nank finanziert Pianoabwicklung. Die Kreditanstalt für Verkehrsmittel A.-G., die der Dresner Bank nahesteht und die Finanzierung von Zlbzahlung-i, geschästen betreibt, stellt den zusammengebrochen?» Deutschen Pia« awerken das notwendige Kapital zur Aufarbeitung der Halbfabrikate zur Verfügung. Diese stehen in einem vorläufigen Status der Pianowerke— die Buchführung war dort ja gut in Ordnung, daß jetzt immer noch kein endgültiger Status herausgegeben werden kann— in einem Posten„Warenlager" mit 179 999 Mark zu Buch, dürften aber nach der Ausarbeitung noch einen erheblichen Buchgewinn abwerfen. Die Schulden der Deutschen Pianowerke entfallen im wesent- lichen auf einige wenige Großgläubiger, die zum Abschluß eines Vergleiches bereit find. Die Entscheidung, ob Vergleich oder Konkursverfahren erfolgen, dürfte erst in einigen Wochen fallen. Die Interessengemeinschaft Deutscher Pianoforte» Hannoniumfabrikcn'Ä.-G. hat noch eine Forderung von 1,12 Mil- lionen Mark an die Pianowerke, die selbstverständlich fast völlig abgeschrieben werden muß. Die Interessengemeinschaft schließt das Geschäftsjahr 1929 nach vorsorglichen Rückstellungen bei 4 Millionen Mark Kapital mit 2,5 Millionen Mark V e r l u st ab, den die Verwaltung auf neue Rechnung vortragen will. Erleichierung der Baubedingungen. Der preußisch« Minister für Volkswohlsahrt hat zur Konjunktur- sörderung angeordnet, daß alle Dienststellen Bau antrage be» schien nigt behandeln, die Bauvorschriften im Wege der Ausnähme oder Befreiung elastisch gehandhabt und bei Ableh- nungen die behördliche Sochberatung ein« spätere Ge» nchmigung fördern soll. Die Adam Opel A..G. konnte ihren Kleinwagenabsatz Im ersten Halbjahr 1939 um 28 Proz. gegenüber dem e.sten Halb- jähr 1929 steigern. Noch einem westdeutschen Blolt wk.d die Firma Opel demnächst eine neu« Type zu einem Pe««» von 1499 M. her» illax ßarlhel:(Wlijiet' SiMo „fyaüe, TOtfter!" rief mich nor einigen Togen in Homburg auf der Reeperboiin ein junger Mann an, der wilüwesHich aufgemacht mar und für den Tierpark oder für einen Kaugummi Nekkom« zu laufen schien.„Hollo, Mister, aull? wieder in Teutschland? To? letztemal trafen wir uns in Texas.' „Das muß wohl ein Irrtum fein, Herr," sagte ich.„ich war nie in Texas, ich habe noch nie di«(ihre Ihrer Belanntfchaft gehabt." „Nanu, er kennt feinen besten freund nicht mehr!" rief erstaunt der Fremdling,„von Texas aus ritt ich in dos schwarze.Kaffee» gebstge, du wolltest erst mitkommen, ofd Bon, aber: da klapperten die Klapperschlangen, bis ihre Klappern schlapper klangen, und da sagtest dir: aus Wiedersehn!" Zuerst dachte ich, der Mann sei kaohnsinliig, aber dann kam ich hinter seinen Triek und antwortete: „Natürlich, ich entsinne mich, es war an einem Montagsrfih um halb sieben Uhr, ich haute ab und Sie ritten noch dem schwarzen Kaffeegebirge. Also los,' erzählen Sie." Allrigth." antwortete der Mann, nahm meinen Arm und führte mich in ein Cafe,„Allrigth, ich will erzählen." Dann bestellte er bei dem Ober eine Tasse Kaffee, zehn Zigaretten und einen Kognak, trank, rauchte, streckte die Beine unter den Tisch, sah mich mit gefurchter Stirn an und erzählte. „Ritt in das schwarze Kaffeegebirge, die Arbeit b.chagte mir nicht, Sir, und ich sagte zum Boß: Will mein Glück wo anders »ersuchen, geben Sie mir mein Geld. Er gab mir das Geld, zahlte mich aus, Gent, bare IG) Dollar, ich nahm meinen weißen Mustang und ritt in die Wildnis hinaus. Mabel, die Tochter des Boß, heub« zum Abschied: biß die Zähne zusammen, mein schwarzer Hengst bäumte sich aus, ließ ihn bäumen, ließ Mabel weinen und ritt davon, Sir." „Sie sagten: weißer Mustang und dann: schwarzer Hengst, was war es nun für ein Gaul?" unterbrach ich den Erzähler. »„Ein wunderbarer, Sir," antwortete gelassen der junge Mann, trank den Kognak aus, blickte mich vorwurfsvoll an, weil ich kein neues Glos für ihn bestellte und erzählte weiter:„Ritt also davon, Sir, und Mabel starb an gebrochenem Herzen. Ritt einen ganzen Monat, die Konserven waren aufgegessen, nährte mich vom Honig wilder Bienen und vom Tau früher Morgenstunden und von Friich- ten, Sir. Do war eine Kakteenart, saftig wie ein Pfirsich. Und mit meinem treuen Henrystutzen schoß ich manch edlen Hirsch im Forst. Der edle Chinchaschuck aber rettete mich vom Tode." „Wer war der edle Chinchaschuck?" fragte ich. „Die tapferste Rothaut, die jemals in den ewigen Jagdgründen gejagt hat," antwortete er,„ein Schwarzsußindianer von imposantem Wuchs. Er riß mich einem Panther aus dem Rachen, der, als ich schlief, langsam begann, mich auszuefsen! Nun, ritt mit Chinchaschuck weiter, er war mein Freund, Sir, und Minnehahahg feine Wüsten» blume." Er nahm ein schmutziges Tuch aus der Tasche und wischte sich damit eine unsichtbare Trhue aus den Augen, senkte die Stimme und sagte: „Er verließ mich bald, der treue Freund, zog zu Minnehahaha in den Wigwam, und ich ritt allein weiter, immer weiter. Wollte nach den Diamantseldern, Sir, um dort mein Glück zu versuchen. Und eines Tages, als die Sonne wieder einmal im Westen unterging und den Scheitel eines Canons Mistig färbte, wie dos Skalpier- messer den Scheitel einer verhaßten Weißhgut rot färbt, in diesem Moment erreichte ich einen Fluß, an desstn klaren Usern ein Pferd die traurigen Augen in die Runde schweifen ließ. Auch ich ließ meine fcharsen,(Tin wenig entzündeten Augen in die Runde schweifen,-und was erbstcklen sie da, Sir? Sie erblickten «ine Riesenlchlange, die gegen zehn Meter groß sein mochte und der da» Gift wie Hochwasser im Maul stand! Da riß ich meinen treuen Henrystutzen gn die Backe und schoß. Die Wirkung war, wie vor- : auszusehen, mehr als furchtbar! Wie ein Lasso, mit dem der jugendliche Schwarzsußindianer den f Büffel fängt, krümmte sich der Riesenleib der Riesenschlange, Sir l aber ich schoß noch einnuil, und da hatte er sich ausgekrümmt! Ich flieg vom Pferd, riß mein Bawimefser von der Huste und will der Schlange die Haut abziehen. Dabei stecke ich ein wenig zu tief in der Bauchgegend, und was finde ich da im Magen selbiger Schlange, der dos Gift wie Hochwasser im Maule stand, Sir? Ich fand den Reiter, der zu dem einsamen Pferd am Fluß. das seine Augen in die Runde schweifen ließ, gehörte! Die Schlange. der das Gift wie Hochwasser im T�aule stand, hatte ihn mit Haut und Haar, mit Mann und Maus verschlungen'. Run, ich schleppte ihn zum kühlen Fluh, wusch ihn mit klarem Wasser, und dann, Sir, schlug er die byuen Augen aus und stammelte: „Wo bin ich. edler Fremdling?" „An den stsern des Rio Grande del Sul." antwortete ich und schwenkte meinen Sombrero,„wie es scheint, hatte der edle Gentleman mit dieser nun toten Schlange eine durchaus un- angenehme Begegnung?" „Eine durchaus unangenehme Begegnung, Sir," antwortete er, „ich w'll verdammt sein, wenn mich diese nun tote Schlange nicht in ihrem Bauche gehabt hatte. Rede ich richtig. Sir?" „Bollkommen richtig. Gentleman," sagte ich. Oer Erzähler schwieg. Dann verdunkelte sich sein Gesicht. Ein peinliches Schweigen war an unserem Tisch, aber da kam der Ober, urch als ein neuer Kognak bestellt wurde, hetterte sich das Gesicht de» Berichterstatters auf, er goß den Branntwein hinter die Binde, wischte sich den Mund ab und erzählte weiter. „Ich war stehen geblieben," sagte er.„wie der Mann erwachte und wie wir Konversation pflegten. Aber plötzlich begann der Mann, den ich aus dem Bauche der Riesenschlange geschnitten hatte. nach seinen Stiefeln zu brüllen! ..Mein« Stiefel, wo sind mein« Stiefel?" begann er plötzlich zu lchreien, Sir.„Wo sind meine Stiefel? Ich will verdammt sein, Gent, wenn ich keine Stiefel an den Füßen gehabt hotte, als ich mit dieser nun toten Schlange intime Bekanttlschast machte. Sollten Sie. Fremder," brüllte er drohend,„sollten Sie, Fremder, einen scherz mit wir versuchen? Ich heiße Villi Buis»nd schikhc vcr- dämmt gut, schätze ich, Sir." Und mit diesen Worten aus den Lippen riß er seinen sechs- läufigen Colt aus dem Gürtel und feuerte las. Aber die Zündung versagte, Sir, die Feuchtigkeit im Bauch der Schlange war schuld. Sir. und sechsmal versagte die Zündung. Da warf er fluchend das Schießeisen aus di« Erde und lochte, lachte und loch'e und sagte, von Gelochter unterbrochen: „Bitte um Verzeihung, Gentleman, ober ich bin etwas hitzig, schätze, verstehen Spaß. Sir." Endlich konnte auch ich einmal zu Wort kommen. Die Stiesel. «wo konnten wohl die Stiesel von Billi Busf fein? Wo konnten sie anders sein als im Magen der Riesenschlange? Nun. ich lies zu der Schlange, brauchte nicht lange zu suchen, Sir, fand zwei Stiesel, der eine war holbverdaut. und brachte sie meinem hitzigen Freund. „Oa sind die Stiesel mit den Sporen, Sir," sagte'ich, „Dochte ich dach gleich, Gent," antwortete Villi Bust,„so ein Biest! Die Stiesel waren doch noch ganz neu, habe sie erst vor vier Tagen in Sacromento gelaust! Haben mir's doch mit dem Schießeisen nicht übel genommen, old Boy," fuhr er fort und zog dybei die Stiesel an,„war ja nur ein Spaß. Sir, und ich habe immer zu mir gesagt: sollst verdammt sein, sagte ich, wenn du dich nicht als Gentleman ausführst. Villi Busf! Habe ich recht, Sir?" „Natürlich," antwortete ick), sprang mit einem Satz aus meinen schwarzen Hengst und verließ das ungastliche Ufer. Kam noch fünf Togen in die Diarnantselder. Herr, fand schon am dritten Tag ein Steinchen. Sir, so groß wir meine Faust, und als ich noch vierzehn Tagen einen blauen Diamanten fand, zwei runde Fauste groß, Sir, der mit seinem Feuer das Licht der Sonne beschämte, mm, da war's ans mit der Ruhe im Lager. Mein Blockliauz glich bald einem zerlöcherten Sieb, Sir. Ich selbst blutete bald daraus aus sieben Wunden... Noch einen Kognak. Ober," bestellte der Wildwestmann bei dem Kellner, der sich eben unserem Tische näherte. Der Kognak kam und rann zu seinen Brüdern die Kehle hin- unter, der Mann steckte sich eine neue Zigarette an, blies genußreich den blauen Dunst von sich, pruste mich mit eiskalten Augen und er- zählte weiter. „Verließ bald daraus das schießwütige Lager. Sir," sagte er, „und in San Diavolo traf ich den Mann, den ich am Rio Grande aus dem Bauche der Schlange befreit hate. Er war(ebr erfreut »nd stahl mir in der Nacht den blauen Diamanten. Er soll daran ersticken, der Schuft! Mit dem Stein, so groß wie meine Faust, erreichte ich endlich das Festland. In Hamburg verkaufte ich meinen Mustang»nd nagte bald mit einem Beine am Hungertuche. mit dem anderen suchte ich Arbeit. Bon dem Diamanten wollte ich mich nicht trennen.„Was nutzt dir oller Reichtum, wenn er nicht dir gehört?" hat immer mein Voter gesagt. Aber mein Dater ist tot, und ich habe Hunger, Sir. Wollen Sie mit mir ein Geschäft machen? Für fünfzig Mark können Sie diese? süße Steinchen haben!" Er holte aus einer' Tasche einen durchsichtigen Glasklumpen und schob ihn über den Tisch zu mir herüber. „Mister Hallo,".sagte ich lachend,..drei Kognak», zehn Zigaretten und zwei Tassen Kaffee dürste für die Räuberpistolen genug sein. Aus war für einem Indianerbuch sind Sie entsprungen?" Er stierte mich an, murmelte etwas von„Perlen nicht vor die Saure werfen", zitierte Karl May, Billi Bust, Minnehahaha, Toms- hawk und San Diavolo, stand aus, schwenkte den riesigen Sombrero »nd verließ das Lokal. Auch ich ging bald fort,»nd aus dem Heim- weg traf ich noch einmal den Wildwestmann. Er sprach mit einem aszetischen Studienrat aus der diinkleften Provinz, der sich oern einmal in Hamburg verführen lassen wollte»nd in Mister Hallo den richtigen Führer gesunden hatte. Ä. Xewin: ÜSifKlßH Patzjukin,«in Schreiber im Finanzamt, ging in Urlaub. Er gab die Hälfte seines Gehalts seiner Frau, b/zahlte noch ein paar Schuhe für sich und da» Kleid für sein fech�sähriges Töchterchen, und kaufte für den Rest des Geldes von einem Gärtner eine Kiste Duchefse-Virnen. Am nächsten Morgen stand er mit einem Korb voll von Birnen. die in Seidenpapier gewickelt waren, aus dem Markt zwischen den Händlern und Händlerinnen, die ohne Handelsschein allerlei Sachen seilboten. Am ersten Tag suhlte er sich nicht wohl. Oer Schädel brummte ihm von den lauten Rufsn:„Fliegentüten'."„Französische Pflaumen!"„Putzmittel!"„Kringel gefällig!" Prima ZIepfel!".., Oi« Seiten schmerzten ihm, die Beine waren ganz stest von dem I ungewohnten Stehen. Ungewohnt klang ihm auch sefn«fgene» Rufen:„Birnen! Duchesse-Birnen!" Es war ein reiner Zufall, daß er an diesem Tag« nicht einem Schutzmann in die Hönde lies. Dafür hatte er genug von seinen Kollegen auszustehen, da Stepon außer der Angst vor der Polizei: auch noch Furcht vor seinen Amtskollegen hatte. Wenn er in der Ferne einen Mann mit einer Aktenmappe unter dem Arm erblickte, riß er sich vom Platz los und rannte über die Straße— und ihm nach rannten die Händler und Marttsrouen, die„schwarz" verkauften. Zuerst entdeckten sie den Schuldigen nicht, aber nach dem fünften Male sielen sie hinter Stepan her:„Idiot!"„Dummkops!" Und «ine stämmige Geslügelhänblenn stellte sich vor ihm aus und sagt« eindrucksvoll:„Wenn du verdammter Esel uns noch einmal erschrecken wirst, dann schmeiß ich dir deine Klamotten in die Gosse!.." Aber schon nach zwei Tagen rief er laut und unbekümmert: „Birnen! Duchesse-Birnen! Gute Birnen!" und lies vor keiner Aktenmappe mehr davon. Zum Schluß der Ferien unterschied er sich gar nicht mehr von den übrigen Händlern. In zwei Tagen war der Urlaub zu Ende.„Wie schnell sind die drei Wochen vorübergeflogen!" phantasierte Stepan.„Wenn ich noch diesen Korb verkouste, bleibt mir ein netter Batzen Geld übrig. Dann nehm« ich ein Bad, bummle Margen und übermorgen durch!" Und dabei rief er laut, automatisch:.Birnen! Durchesse-Birnen!" Reben ihm lagen auf einem Wagelchen schön« aromatische Melonen, und der Besitzer rief noch lauter:„Melonen, reise Melonen!"— „Birnen! Duchesse!" überschrie ihn Stepan.„Bir...* seine Stimme riß ab, er fühlte, wie ihm etwas die Kehl« zuschnürt«: Ihm gegen- Über stand sein Abteilungsches und kaust« Aepsel.„Was kosten die Reinetten?" hörte Stepan di« wohlbekannte Stimme. Plätzlich riß er sich von seinem Platz los und rannt« aus Leibeskräften über die Straß«. Ihm nach rasten wie eine Herde die Händler und Händlerinnen. Stepan härte nickst, wie man ihn«ine Minute später wegen der falschen Panik ausschimpft«, wie man drohte, ihm olle Knochen zu zerbrechen, wenn er sich noch einmal auf dem Marktplatz zeige. Ihm war alles egal. Er stand an der Ecke und blickte dem fortgehenden Ehef noch. Seine Lippen flüsterten hoffnungslos:„Verloren, alles verloren. Man wird mich fortsagen. d!« Schande!" Dann durchzuckte ihn ein Gedanke, und mit einer unerwarteten Schnelligkeit stürzte er hinter dem Abteilungsches her, überholte ihn, bog um dfe nächste Ecke, wartete dort ein« Weile und kam ihm dann mit breitem Lächeln entgegen. „Ach, guten Tag, Genosse Asanassi, ich komme gerade vom Urlaub zurück, ich bin heute erst zurückgekommen." „Und...?" fragt« gleichgültig der Ehes. Er tut. als ob er nickst verstünde, dachte Stepan und fuhr eifrig fort:„Ich bin heute zurückgekommen, ich habe mich gut ausgeruht. Nur langweilig ist es auf dem Lande, keine Zeitungen, keine Bec- fammlungen. Aber Birnen gibt«s dafür dort, in Hülle und Fülle. Da habe ich Ihnen auch ein Körbchen Birnen mitgebrackst." „Nein, wieso denn? Wozu?" wurde der Ehes verlegen. „Nein, nein, Sie dürfen es nicht abschlagen", ereifert« sich Stepan.„Ich wollte Si« Ihnen direkt in die Wohnung bringen, da seh« ich— Sie kam inen selbst daher..." „Aber ich bitte Sie: die Birnen kosten doch sicher Geld!" „Was für Geld? Damit füttert man bei uns die Schweine! Em« solche Teufelrernte! Ich habe eigens für Sie welche ausgeiuchr ... Nehmen Sie sie selbst mit? Eine Droschke vielleicht?... S-e sind, bitte, nur so gut und sogen wir, wann ich das Körbchen wieder abholen kann." Der Chef dankte Stepan und fuhr mitsamt den B>rn«n weg. Stepan ging finster noch Haufe Al, er zufällig in die Tasckie griff und dort ein« in Seibenpapier eingewickelte Duchelte.B'rne fand. warf er sie voller Wut m den Rinnstein. von M Cf �