BERLIN Nienstag 9. September 193« 10 Pf. Nr. 422 B 210 47. Jahrgang erfcheinttSglich außerSonatas«. K"* ff t#■# 9f 1 � Svieise«?retS: Di« einspaltig« N»»pattill«ieil« Zugleich Abeudau-g-be de«.Vorwärts'. Sciugipret«" J �.| �_ fJj-.« lA. so Pf., Reklameieile 5 M. Ermäßigungen nach Tarif. beide Ausgaben 8üPs.rroWoche,Z,SoM.rrv Monat. 1isfiM9{lxfu€nt4r&-XA-ilV 99 WVrwVV�JTfO Postscheckkonto: Vorwärts, Verlag G. m. b. H., Redaktion und Lxredition; Berlin SW es, Lindenstr.s§&*' Berlin Nr. 37,036. Fernsprecher: Dönhoff 292 bis 297 Mesenfeuer im Hafen 16 petroleumschiffe vor Athen in Klammen/ 12 Matrosen verbrannt Athen, 9. September. Im Hafen von Piräus, der Athener Hafenstadt, ist ein G r o fz f e u e r ausgebrochen, dem bisher IS Schiffe zum Opfer gefallen find. Dos Feuer breitete sich bald auf IS im Hafen liegende Petroleumdampfer aus. Das Oelergoß fichins wafferund brannte dort weiter. Eine Zeitlang stand der ganze Hafen in Flammen. Ein Dampfer flog in die Ouft. Die Zahl der Toten steht noch nicht fest. Zahlreiche Matrosen. die von den brennenden Schiffen sich durch einen Sprung ins Wasser retten wollten, erlitten durch das auf dem Waffer brennende Oel schreckliche Brandwunden. Einer nach dem anderen ertrank. Bisher ist der Tod von 12 Matrosen bekanntgeworden. Der Sachschaden beträgt viele Millionen. Neber den Hergang des Riefenbrandes liegen solgend« Einzelheiten vor: Infolg« eines Schadens ander Benzinpumpe des englischen F> a ch t d a m p f e r s„D o n a x" verbreitete sich auslassendes Benzin unbemerkt auf der Wasseroberfläche. Am Ufer sah ahnungslos ein Arbeiter, der üb er einem offenen Feuer sein Essen kochte. Er warf die Feuerreste dann ins Hafen- luasser, dos im Nu in hellen Flannnen stand. Gegen zwanzig Segel- «chlffe und einige Dampher befanden sich urplötzlich mitten im auf- flammenden Meere. Der Ausbruch einer großen Panik war die un- mittelbar« Folge. Di« Besatzungen der Schiffe flüchteten und über- ließen die Fohrzeuge ihrem Schicksal, lieber dem Wasser entstand eine wahre Hölle. Der Frachtdampser„Donax" und acht Segelschiff« bildeten schwimmende Feuersackein. Samtlich« brennen- den Schiffe waren mit Benzin beladen, das mit Donner-, getöse explodierte. Allenthalben war das Hilfegeschrei gefährdeter Menschen vernehmbar. In den nahegelegenen Lagern von Standard Oil, Shell u. a., die in äußerster Gefahr waren, vom Feuer ergriffen zu werden, entstand gewaltige Aufregung. D:r englische Frachtdampser„Donax" führte allein 15 OO-O Tonnen B e nzi». Acht Segelschiffe und ein Dampfer sind gänzlich verbrannt. Roch vorläufigen Nachrichten beläuft sich die Iaht der Opser bisher auf 12 Tote und viele Verwundete. Der Sachschaden wird ans üb«r zehn Millionen Mark geschätzt. Das iimner noch brennende Meer bietet ein qroßartig-schauriges Schau- fpiet mit den krachenden und berstenden Seglern und Schiffen, deren Feuerlfchem. weit m die offene See hinausleuchtet. 40 000 Menschen dem Hungeriod nahe Katastrophe in San Domingo. New Porf. 9. September. Nach dein furchtbaren Wirbelsturm haben in San Domingo wolkenbruchartige Regengüsse eingesetzt, die min bereits über 24 Stunden dauern. Di« Flüsse sind derartig angeschwollen und reißend geworden, daß sie nicht mit Booten befahren werden können. Die Zustellung von Nahrungsmitteln an die Bevölkerung wird da- durch gehemmt Weit« Gebiet« stehen unter Wasser. Die einzige Möglichkeit, der notleidenden Bevölkerung Lebensmittel ,zuzcht«ll«n, bieten die Flugzeuge. Aber durch die herabstürzenden Wassermasscn werden äüch die Flugzeuge in ihrer Arbeit gestört. Mehr als 40 00« Menschen sind durch den Hunger- tod bedroht Port au Prince, 9. September. Nach hier vorliegenden Meldungen greift der Typhus in San Domingo immer mehr um sich. Die Regierung von Haiti er- wäge deshalb ein« Grenzsperre gegen die Dominikanische Republik. Di« Regierung der Vereinigten«tasten hat die Entsendung eines Zerstörers nach San Domingo angeordnet, der einen Bor rat von Medikamenten dorthin bringen soll. Scharfe Maßnahmen in Baden. Versammlungen im Freien verboten. Karlsruhe, 9. September.(Eigenbericht.) Die bodische Regierung hat für die Zeit vom 12. bis 15. Sep- teower alle Versammlungen unier freiem Himmel verboten. Die Befürchtung daß es in den fetzten Tage» vor de« Wahlen zu ernsthafte» Zusammenstöße» komm«« könnte, hat die badische Regstenmu st» bon Bertwt veranlaßt Gegenrevolution aus Mißverständnis. BuenosAires, 9. September.(Eigenberichl.) Am Montag abend, kurz nachdem die neue Regierung unter llri. buri inmitten imposanter Massenszenen den Amiseid geleistet Holle. % find hier von neuem Unruhen ausgebrochen. Das Geschülzseuer und die Gewehrsalven waren weithin hörbar. Der Bevölkerung bemächtigte sich eine starke Erregung. Man spricht von einer gegen. revolutionären Bewegung zweier Regimenter und von blutigen kämpfen um die Militärschule. Die Flotte, deren Haltung noch unklar ist, soll zur Beschießung der Regierungsgebäude entschlossen sein. New Park. 9. September. Au» Buenos Aires liegen nunmehr verläßliche Nachrichten über die Gründe vor, die den Anlaß zu den Gerüchten über eine angebliche Gegenrevolution gaben. Ein überaus tragischer Irrtum ist die Ursache für eine wilde Schießerei gewesen, die zahlreiche Opfer gefordert hol. Demonstrierende Studenten seuerten vom hauptpaslaml F r e u d e n s ch ü s s e ab, die die Wache glauben ließen, eine Gegenrevolution sei im Gange. Sofort wurde ein lebhaste» Maschinen- gewehrseper eröffnet. Ein heilloser Wirrwarr entstand. Artillerie beschoß da» Postamt, dessen Fassade schwer beschädigt wurde. Die im Regierungsgebäude untergebrachten Truppen feuerten in panischer Erregung aus die Menschenmenge. Zahlreiche vorübergehende brachen lol oder verwundet zusammen. Der blutige Tumult dauerte mehr als zwei Stunden, bis dann endlich der verhängnisvolle ürrtum ausgeklärl werden konnte. Irigoyen wieder verhastet. New Park. 9. September. Wie.New Dort Times' aus Buenos Aires erfährt, ist heute morgen der Befehl ergangen, I r i g o y e n. der in den 25 Meilen entfernten La-Plata-Baracken krank daniederliegt, wieder zu ver- haften und ihn unverzüglich hier in das Polizeipräsidium zu bringen. Nach einer Meldung der.Asiociated Preß' aus Buenos Aires hat das Ministerium des Innern heute besohlen, daß all« Senatoren und Abgeordneten, die während der Amtszeit Irigoyens Minister waren, verhaftet werden. Außerdem hat das Ministerium des Innern heute vormittag bekanntgegeben, daß im Hinblick auf die Störungen der Ordnung durch bewaffnet« Bürger und die Notwendigkeit, die Ordnung wiederherzustellen sowie Leben und Eigentum zu sichern, jede Per- so». die öffentlich Waffen trägt, vor ein Kriegsgericht gestellt wachen wird, Autounglück am Halleschen Tor Ein Toter, ein Verlehier. Zn der vergangenen Nacht ereignete sich in der Gil«i schiner Straße, unweit des halleschen Tores, ein schweres Autounglück, das ein Menschenleben sorderle. Gegen Uhr früh fuhr der 2(>jährige Otto Marzahn aus der M ö ck e r n st r a ß e in rasendem Tempo durch die Git- schiner Straße. Bor dem Hause Nr. III wollte Marzahn mit seinem Privatwagen«ine Autodroschke überholen. Ossenbar in- folge falscher Steuerung geriet das Auto auf dem schlüpferigen Fahr- dämm ins Schleudern. Beide Vorderräder, die gegen die Bord» schwelle prallten, wurden zertrümmert und das Auto überschlug sich mehrmals. Marzahn erlitt furchtbare Kopfoerletzun- gen: sterbend wurde er ins Bethanien-Krankenhaus gebrocht. Sein Begleiter, der 21iährige Kgrt Lawerenz aus der Lausitzer Straße 43, kam wie durch ein Wunder mit leichten Berletzungen davon. Zeppelin auf Fahrt. Russischer Wetterdienst meldet schlechtes Flugwetter. Friedrichshafen, 9. September. Das Lustschiss„Graf Zeppelin" ist heute vormittag S Uhr zu seiner Landungsfahrl nach Moskau aufgestiegen. Die Führung hat Dr. E ck e n e r übernommen. An Bord befinden sich Z 0 P a s s a- giere, von denen IS die Rückreise nach Friedrichshasen wieder mitmachen. Unter den Passagieren besindel sich mich Ministertal. lugend, Republik, Sozialismus (Siehe 4. Seite) unser Toniiimauio (Siehe I. Seite der Beilage) direklor Traut mann vom Auswärtigen Amt in Berlin. Die Landung in Moskau dürste Mittwoch vormittag gegen 8 Uhr er- folgen. Ein genauer Weg konnte wegen des unbeständigen Wetters nicht angegeben werden. Um 10.23 Uhr überflog das Luftschiff „Gras Zeppelin" Nürnberg und sehte seine Fahrt in nordöstlicher Richtung sorl. Sowno, 9. September. � Wie aus Moskau gemeldet wird, teilt die Wetterwarte der Sowjetunion im Zusammenhang mit dem Start des„Graf Zeppelin' mit, daß auf der Flug st reck« schlechtes Wetter herrscht. Es ist mit R« g« n und Ne b« l zu rechneu. Nach einer amtlichen Meldung des Kommissariats für Post und Teiegraphie werden sämtliche Meldungen über den Wetterstand dem„Graf Zeppelin' von Königsberg ab auf funkenteiegraphifchem Wege übermittelt werden. Eine Gruppe Prosessoren des Instituts zum Studium des Flug- wesens ist heute unter Führung des Professors Molschanow von Leningrad nach Moskau abgereist, um dort der Landung des Suft» schifses beizuwohnen.__ Aazi-Seibstmorde. Korruption aufgedekt � Selbstmorde mit Gifi und Revolver Weimar, 9. September.(Eigenbericht.) In der Gothaer Stadtkämmerei sind größere Unregelmäßigkeit«» aufgedeckt worden. Die Urheber.der Unterschlagungen sind aus» schließlich Nationalsozialisten. Einer der hauptbe- teiligten, das nationalsozialistische Stadtratsmitglied Stadtobcr- sekretär Hugo Schmidt, hat sich in seiner Wohnung mit Gas oergiftet. Der Stadtfekretär Menz, ebenfalls Nationoksozialrst. hat sich am Montagoormittag erschossen. Der dritte Beteiligte an dem Skandal, der gleichfalls der Nationalsozialistischen Part« angehört, ist vorläufig unauffindbar. Die Verfehlungen der nationalsozialistischen Beamten und An- gestellten erstrecken sich über einen längeren Zeitraum. Sie bestehen außer in Unterschlagungen in der unberechtigten Entnahme von Darlehen und Vorschüssen aus der Stadtkasse. Kanada für Schulzzölle. Bei Beginn der Sondersession des neu- gewählten kanadischen Parlaments erklärte sich die neue konservative Regierung für höhere Zolltarife zwecks Erleichterung der Wirtschafts» krffe und der Arbeitslosigkeit. Die Regierung verfügt über die Mehrhett. st. daß an einer baSigen herauffetzung der kanadischen Schutzzölle nicht zu zweifeln ist. Hartnäckige Kalscherbande Lokal-Anzeiger", Wirtschastspariei, Raiionalsozialisten fälschen gemeinschaftlich // Im.Abend" vom Montag haben wir dem L«itartikler des „Lo�al-Anzeigers", Herrn Friedrich Hussong, nachgcmicfen, daß er einen gefälschten Aufruf der sechs Volksbeauftragten vom lZ. November 1918 verbreitet hat. Wer geglaubt hat. daß Herr Huffong zu unserer Festnagelung öffentlich Stellung nehmen würde, uberschätzt die Aufrichtigkeit und den Mul des Mannes. Herr Huffong leitartikslt zwar auch am Dienstagmorgcn im„Lokal- Anzeiger", aber auf die von uns nachgewiesene Fälschung geht er mit keinem Wort ein. Statt dessen findet sich ganz versteckt im Bericht des„Lokal-Anzeiger" über«ine Mittelstandskundgebung der Wirtschaftspartei folgendes Sätzchen: „M o ll ath(Abgeordneter der Wirtschaftspartei. Die Red.) erwähnte den von uns im Sonnlag-Morgenblatt im Leitartikel wiedergegebenen Aufruf der sechs V.olksbeauftragten:„An Alle!" und wies noch, daß von den Versprechungen derSozial- demokraten nichts, aber auch nichts in Erfüllung gegangen fei." Wie gewöhnlich beruft sich ein Fälscher auf den anderen, Herr Mollath auf Huffong und Huffong auf Herrn Mollath. Bei Mollath ist der gute Glaub« noch schlechter als bei Huffong. In der 194. Sitzung des Reichstags vom 8. Juli 1939 hat bereits der Abg. E o l o s s« r von der Wirtschaftspartei diesen angeblichen Aufruf unter dem Gewieher seiner Freunde einschließlich des Herrn Mollath vbrgelesen.(Amtliches Stenogramm, Spalte 6234.) In der gleichen Sitzung hat ihm der sozialdemokratische Abg. Peine(Sitzungsbericht, Spalte 6249) folgendes erwidert; „Bevor ich zu meinem eigentlichen Thema übergehe, glaube ich pflichtgemäß zu handeln, wenn ich gegenüber dem Herrn Kollegen C o l o f f e r eine Richtigstellung vornehm«, der hier einen Aufruf verlesen hat, der angeblich von den Volksbeaustrag- tcn erlassen sein soll. Ich kann den Herrn Kollegen Lolosser sagen. daß dieser Aufruf, den er hier verlesen hat. von den volksbeaus. tragten nicht erlassen worden ist(Hört, hört! bei den Soz.), fondern daß es sich dabei um eine glatte Fälschung handelt. Von wem die ausgeht, kann ich natürlich nicht überprüfen. Der.Herr Kollege Eolosser möge dos Reichsgesetzblatt vom 12. November �1918 nachlesen; dort findet er den wirklichen Aufruf der Volksbeaustragten abgedruckt. . Präsident Mafarqk besuchte»ach den Heere-Übungen die-taol Kesmork in dem überwiegend deutschen Zipserland und antwortete auf die deutsche Rede des Bürgermeisters ebenfalls deutsch mit dem Ausdruck der Hoffnung, daß„die Freiheit, oie wir errangen baben, au» uns ollen gleiche Menschen machen" wird. Damit meint Mosaryt natürlich nicht, daß alle Tschechen werden sollt» Die Aussetzung von 200 Millionen Kr.(25 Millionen Mark) jür den Bau von Minderheitsschulen in den nächsten 19 Iahren ilt ein � ? eichen der Besserung. i Oer Nazi-Iustizobersekretär. Hakenkreuz und Frankfurter Iustizverwaltuna. Wir erhalten zu dem Artikel„Razi-Amtshauptmann reinigt ein Gericht. Massenabbau republikanischer Angestellter in Frankfurt am Main"(Nr. 419 vom 2. September) vom Frankfurter Land- gerichtspräsidenten folgendes Schreiben: „1. Es ist nicht 25 Justizangestellten gekündigt worden, sondern nur 13 Angestellten. 2. Die Entlassungen beruhen nicht aui Sparmaßnahmen, sondern darauf, daß alljährlich bei Beginn der Sommerbeurlaubun- gen das Personal vorübergehend vennehrt und nach Beendigung der Urlaubszeit wieder entsprechend verringert wird. 3. Es ist unrichtig, daß für die erfolgten Kündigungen irgend- welche politischen Gründe maßgebend gewesen seien. 4. Iustizamtmann Zörb in Frankfurt a. M. hat mit der Ratio- nalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei nichts zu tun. Er gehört dieser Partei weder an. noch hat er sich j« in nationalsozialistischem Sinn« betätigt. 5. Justizobersekretär Lang« in Frankfurt a. M. Hot keinerlei Einfluß auf die Kündigungen gehabt." Ein vor ein paar Tagen eingegangenes Schreiben der Frank- furter Iustizprefsestelle hat uns bestätigt, daß der Justiz ob er- sekretär Lange sich als Nationalsozialist betätigt. Lange habe als Reichstagskandidat durch Verfügung des Herrn Oberlondesgerichtspräsidenten Urlaub erhalten,«nt- sprechend Artikel 39 der Reichsoersasiung. Ein Disziplinarverfahren sei nicht eingeleitet. Darin liegt eine Demonstration gegen den bekonnten Erlaß des preußischen Staatsministeriums. Sozialversicherung voNer Erfolg. Acht Millionen Arbeiter in Frankreich eingetragen. Pari». 9. September.(Eigenbericht.) In einer Sonntagsrede berichtet der Arbeitsminister über die bisherigen Ergebnisse des Sozialoersichernngsgesetzcs. Die Ergebnisse seien über alles Erwarten günstig ausgefallen. Wäh- i«nd man anfangs nur damit rechnete, daß sich 4 Millionen Arbeiter in die Verfichemngslisten eintragen lassen werden, haben sich bisher nicht weniger als acht Millionen, also genau das Doppelte der vor- gesehenen Zahl, eintragen lassen. Dank der Bemühungen des Arbeitsministers hofft man, endlich auch den Streik in R o u b a i x im Laufe der. nächsten Tage be- enden zu können. Die Grundlagen der Einigung werden voraus- sichtlich der Vermittlungsoorschlag des Altbürgermeisters von Roubaix Motte sein. In den Kreisen der Arbeitgeber scheint man immer mehr geneigt zu sein, sich diesem Borschlog, den auch der Arbeitsminister zum Ausgangspunkt der neuen Aktion gemacht hat, anzuschließen. Sowjetstatiftisches. Sie kennen ihre eigenen Zahlen nicht. Münzenbergs kommunistische» Morgenblatt am Dienstag: Tatsachen. Die Arbeitslosigkeit ging in der Sowjetunion von 1899 909 Erwerbsloser im Juni 1929 auf 999 999 im Juni 1939 zurück. „Rote Fahne" vom gleichen Dienstag: „Die Erwerbslosen, deren Zahl früher in der USSR. über eine Million betrug, rekrutierten sich vor allem aus der Agrar- Überbevölkerung des Landes. So bestanden von sämtlichen 1 228 999 in den Arbeitsnachweisen am 1. August 1929 registrierten Arbeits- losen 69 Prozent aus unqualifizierten Personen. Aus den letzten telegraphischen Mitteilungen geht aber schon hervor, daß es nicht nur eine Erwerbslosigkeitunter den quali- sizierten Arbeitern nicht mehr gibt, sondern daß es an solchen in allen Industriegebieten mangelt." Die Ziffern des komnrunistischen Morgenblatts haben übrigens vor kurzem auch in der„Roten Fahne" gestanden. Man sieht un- gefähr, was diese Zahlen wert sind. Einmal sind es 1,8 Millionen Erwerbslose im Jahre 1929, dann plötzlich nur 1,2 Millionen, bald sind es nahezu eine Million im Jahr« 1939, bald gar keine, wobei noch zu bemerken ist, daß die„Rote Fahne" die Gesamtzahl der Lohnarbeiter für Rußland auf 10H Millionen angibt bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 159 Millionen Menschen. Auf zehn Millionen bezogen, ist selbst eine Arbeitslosenziffer von einer Million schon ein sehr hoher Prozentsatz. Im übrigen aber sind all« diese Zahlen willkürliche Phantasie, da man die nichtqualifi- zierten Arbeiter in Rußland eben einfach nicht mitzählt, sie gelten dort nichts. Die Zahl der qualifizierten aber ist so gering, daß ihre Beschäftigung über die wirNiche Lage der Volksmasie nicht das mindeste besagt! Alle Theatervorstellungen abgesagt. BelgraderDRegiervvgbeförchietKondgeboiigengegeaLtolien Belgrad. 9. September. Die vier Iriester Todesurteile haben in Zugoslowien zu ilalirn- fcindlichen Kundgebungen geführt. Angesichts der Erregung. die die Todesurteile auslösten, hak die Regierung umfassende Sicher- heitsmaßnahmen getroffen, um Demonstrationen zu verhindern, die Komplikationen mit Zlolien herbeiführen könnten. Z« den slowakischen und kroatischen Städten wurden alle Theatervor- stellungen abgesagt und die Mufitvortröge in den öffent- lichen Lokalen abgebrochen. Bergarbeiternot in Oberschleflen Den Abgebauten wird die Krifenfürsorge verweigert Nur wenn sich em Masscnungtück im Bergbau ereignet, erfährt die Oeffentlichkeit von dem Elend der Bergarbeiter. Sind die Toten begroben, dann ist auch alles gleich wieder vergessen. Doch soll hier nicht die Rede sein von den ständigen Gefahren, die den tief unter' der Erde schuftenden Bergarbeiter umlauern, nicht von dem Au- treibersystem durch das vorgeschriebene Fördersoll, sondern von der Not und dem Elend der abgebauten Bergarbeiter in Oberschlesien. Der abgebaut« Bergarbeiter findet heut« zumal keine andere Arbeitsstelle. Das ist um so schlimmer, weil die oberschlesischen Bergarbeitersamilien reich sind an Kinderzahl. Ihr einziger Reich- tum, der dem arbeitslosen Bergarbeiter zur schweren Last wird. Reicht schon die Arbeitslosenunterstützung kaum aus, um die Rot aus den Bergarbeiterfamilien zu bannen, so wird die Not über- mächtig, sobald di« Arbeitslosen ausgesteuert sind, die Arbeitslosen- Unterstützung fortfällt. Bon der Krisenfürsorge sind die ausgesteuerten Bergarbeiter ausgeschiofsen. Der Deutsche Bergbauindustriearbeiterverbond hat wiederhotl den trostlosen Notstand der oberschlesischen Bergarbeiter geschildert. Eingaben über Eingaben sind gemacht worden, um wenigstens die K r i s« n f ü r s o r g« für die Bergarbeiter zu erreichen. 2 3 P r o z. der früher beschäftigten Bergarbeiter sind erwerbslos. Die Aus- gesteuerten sind aus die W o h l fa h r t s u n t« r st ü tz u n g der Gemeinden angewiesen. Die Wohlsahrtsu.üerstützungssntze reichen oft nicht zur Zahlung der Wohnnngsmiete. Sik bewegen sich zwischen 30 bis 42 IN. monallich. Wohnungsräiimungsklagen und Exmittierungen find tägliche Erscheinungen. Die Hilsswohnbarocken sind überfüllt. Die stark belasteten Jndustriegemeinden Hinden- bürg, Gleiwitz und Benthe« haben sich vergeblich hilie- suchend an die zuständigen Behörden gewandt und gesordert, daß die ausgesteuerten Bergarbeiter in die Krisenfürsorg« ausgenommen werden sollen, um die Geineinden zu entlasten. Eine Reoierkonseren.z des Verbandes har sich erneut mit den Zuständen beschäfrigt und beschlossen, die Ucbersührung der ausgesteuerten erwerbslosen Kameraden in die Krisensürsorgc erneut zu beantragen. Am 14. August 1939 wurde an die Reichsanstalt für Arbeitsvcnniltlung und Arbeitslosenversicherung in Berlin folgendes Schreiben gerichtet: „Seit Januar 1939 befindet sich der oberschlcsische Bergbau in einer sehr großen Wirtschaftskrise. Di« Wirtschaftskrise ist auf den mangelnden Absatz zurückzuführen. Die Bergwerke haben ihre Be- triebe sehr stark eingeschränkt. Etwa 990 090 Feierschichten wurden eingelegt, lleber 14000 Bergarbeiter wurden entlassen. Entlassungen werden auch jetzt noch vorgenommen, Feierschichten auch jetzt noch«ingelegt. Dadurch sind die oberschlesischen Bergarbeiter in ein« geradezu katastrophale Notlage geraten. Ein Teil der Enl- lasjenen ist in der Erwerbslosenversicherung bereits ausgesteuert, der andere Teil wird demnächst ausscheiden. Für Arbeitmöglich- leiten in anderen Berusszweigcn besteht keine Aussicht. Obwohl jetzt bereits 23 Proz. aller oberschlesischen Bergarbeiter arbeitslos sind, werden sie von der Krisenfürsorg« ferngehalten. Der heutige Zustand sührt zur Verzweiflung." Die erwähnte Reoierkonserenz, an der die Funktionäre aus dem ganzen oberschlesischen Bergbaugebiet teilnahmen, faßte einstimmig folgende Entschließung: „Die am 19. August 1930 im Volkshaus in Beuchen(O.-S.) tagend« Reoierkonserenz des Verbandes der Bergbauindustriearbester Deutschlands, Bezirk Oberschlesien, stellt mit Entrüstung fest, daß die Bergarbeiter immer noch von der krifensürsorge ausgeschlossen sind. Seit Januar 1939 sind über 14 909 Bergarbeiter allein in Oberschlesicn zur Entlassung gekommen. Auf neue Arbeitsmöglich- leiten ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Die Ausgesteuerten werde» mit Almosen der Kommunen gespeist. Die Rot und das Elend der erwerbslosen Bergarbeitersamilien sind unbeschreiblich groß. Obwohl wiederHoll Anträge aus Zulassung der Bergarbeiter in die krifensürsorge gestellt worden sind und der außerordentliche Not- stand der Arbeiter allgemein bekannt ist, wurde die Ausnahme der Bergarbeiter in die Krifensürsorge bisher abgelehnt. Diese Ein- siellung ist nicht nur unverständlich, sondern stellt eine kaum glaubliche Entrechtung der Bergarbeiter dar. Die Konferenz verlangt, daß die Reichsanstall unverzüglich das bisherige Unrcchr gegen die Bergarbeiter beseiügt und die Bergarbeiter In die KrisensursocM ausgenommen werden." Bis jetzt hat die Reichsanstalt es noch nicht einmal für not- wendig erachtet, eine Antwort zu geben. Für den„notleidenden" Besitz werden Millionen gespendet, den in bitterster Not vege- tierenden Bergarbeitersamilien wird die Krifensürsorge vorenthalten. Me lang« noch? Die Zlntwort auf diese Free« ,st a m 14. September, am' Wohltage, fällig! Wo sind die Zniereffenten? Ein Blick in die Reichswahlvorschläge der bürgerlichen Parteien. Unter den Interessenten marschiert bei der Deutschnationalen Volkspartei an erster Stelle der brave Landwirt Dr. Hugem berg, der Beherrscher des Konzerns schwarzweißroter Meinungs- fabriken. Sein getreuer halbchristlicher Adjutant, Dr. Qua atz. steht hinter ihm. Im übrigen ist die Industrie aus der Deutsch- nationalen Volkspartei so gut wi« völlig ausgeschieden. Hugenberg begnügt sich mit HA>«ren Beamten, Iustizröten, Bäckerehrenober- meistern, einigen„Arbeiterführern" und an 38. Stelle mit dem .Ägl. Preutz. Generalmajor a. D. von Dammes. An 38. Stelle steht der bekannte Dr. T ä n z l e r, jener früher« Geschäftsführer der Vereinigung Deutscher Arbeitgeberverbändc, der seinerzeit wegen des bekannten politischen Skandals gegangen wurde. Im Reichswahlvorschlag der Zentrumspartei finden wir als alten Bekannten den E i f« n i n du st ri« l l« n Dr. Florian K I ö ck n e r, den früheren Teilhaber von Klöckner u. Co., Duisburg. Der Klöckner�Konzern hat in den letzten Tagen dadurch von sich reden gemacht, daß er seine sämtlichen Maschinenbau- gesellschaften(Humboldt, Deutz und Oberursel) zu einem neuen Unternehmen zusammenschließen will. Auf dem Reichswahlvorschlag der Deutschen Volks- parte! erscheint als neuer Interessent der Direktor der Deutschen Bank und Diskonto-Gesellschost, Dr. von S t a u ß. Der Name Stauß hat immer eine Rolle gespielt, wenn die Deutsche Bank irgendwelche Auslandsgeschäfte zu erledigen hatte. Stauß ist über- dies in der Deutschen Bank der Nachfolger von Helfserich im Direktorium geworden, als Helfserich während des Krieges in den Reichsdienst übertrat. Stauß hat negative Proben seiner Be- gabung häufig abgelegt. Die Kosten, die die Deutsche Bank seiner- zeit für die Sanienmg der Ufa. zu tragen hatte, waren im wesentlichen durch Swuß verursacht. Ebenso ist das Schicksal von Daimler-Benz ganz wesentlich durch Stauß beeinflußt worden. Staust fitzt zur Zeit i« 42 Auffichtsratsposten. Der Generaldirektor Eugen Köngeter war der einfluß- reichste Mann des Stumm-Konzerns. Jetzt ist er Vorstandsmitglied des Berein» deutscher Essen- und Stahlindu- strieller, Vorstandsmitglied des Langnom-Vereins und des Reichsverbandes der deutschen Industrie. Er sitzt ober auch noch von seiner Stumm-Zeit her in wichtigen Auf- sichtsräten. Hier ist die Querverbindung interessant, denn von der Familie Stumm geht über den Staatssekretär von Schubcrt-Stumm die Verbindung zum Auswärtigen Amt. Noch vor wenigen Jahren stand die Familie Stumm mit der Gruppe des Berliner .Lokal-Anzeigers"(Hugenberg) in intimsten Beziehungen. Die Liebe ist dann auf die Deutsche Volkspartei übergegangen. Der Geh. Iustizrat Dr. Zapf sttzt in einem halben Dutzend Aufsichtsräten. In seiner Nähe steht auf der Reichsliste Dr. Schmidt, Hirschberg. Er ist Generaldirektor der Maschinen- bau A.-G. vormals Starke u. Hoffmann. Der Konteradmiral Brüninghaus hat sein früher ängstlich gehütetes Inkognito selbst gelüftet. Er vertritt seit 1921 im Deutschen Reichstag die T a b a k i n d u st r i ell e n. Bei der Deutschen Staatspartei finden wir aus der Reichsliste auch jenen bekannten Dr. SB in schuh, der jetzt eben erst von Unternehmerseite wegen seines Verständnisses für Unter- nchmerinteressen außerordentlich gelobt worden ist. Bei der Deutschen Staatspartei finden wir auf dem Reichswahlvorschlag selbswerständlich auch Herrn Dr. Fischer, Köln, Rechtsanwalt und Notar. fft ist der Mann, der zn den wenigen Leuten in Teutschland gehört, die über fünfzig Aufsichtsrats- Posten auszufüllen in der Lage sind. Auf dem Reichswahlvorschlog der W i r t s ch a f t s p a r t e i finden wir unter aicherem Dr. I ö r i s s e n, der als Mitglied des Aufsichtsrates im H o va d- V« r si ch« r u n g s k o n z e r n jetzt in jenen Skandal verwickelt ist, der dort wegen unverständiger Geschäftsführung zu großen Verlusten geführt hat. Der Hovad- Konzern ist eine Mittelstandsgründung. Der Reichswahloorschlag.des Landbundes der exmittierten Deutschnationalen und der Treviranus-Gruppe(Deutsches Land- oolk) wimmelt von Landwirten. Aber auch die Interessenten- gruppen der Industrie kommen hier zu ihrer Geltung. Da finden wir den bisherigen Reichstagsabgeordneten Dr. Reichert wieder, den Hauptgefchäftsführer des Vereins der deutschen Eisen- und Stahlindustriellen. Dann finden wir den Bergwerksdirektor Dr. Rade macher, der in Mitteldeutschland sein Herrschaftsgebiet hat, weiter den Stuttgarter Bankier Rueff: Rueff sitzt auch in einem halben Dutzend Aufsichtsräten. Franz Behrens, der Vorsitzende des gelben Landarbeiter- Verbandes, findet sich im Wahlvorschlag des Christlich-Eozialen Dolksdienstes(evangelische Bewegung). Er hat sich seit dem Skandal im Reichstag aus dem geschäftlichen Interessenkreis des deutsch- amerikanischen Zündholztrustes zurückgezogen. Dafür sitzt er jetzt nicht nur weiter in den übrigen alten Auffichtsratsposten, sondern auch im Aufstchtsrat der Friedrich Merk, Telephonbau A..G., München. Dieses Unternehmen steht in enger Beziehung zu dem Frankfurter Fuld-Konzern und hat starkes Interesse an Reichspost auftrügen. Reben den Interessenten, die auf den sicheren Posten der Reichswahloorschläge stehen, rücken in die bürgerlichen Parteien noch weitere Dutzende von Grostinteressente« auf dem Wege über sichere jiandidatenplätze in den einzelnen Wahlkreisen in den zukünftigen Reichstag ein. So hat auch die I. G.-Farben- industrie sich für die Zukunft ihren politischen Einfluß gesichert und «ine ganze Anzahl großkapitalistischer Machtgruppen. Gegenüber der vergangenen Reichstag kann man schon jetzt sagen, daß der Juteresientenhaufen im Reichstag zukünftig eher größer als kleiner fein wird. Weiter ist festzustellen, daß die Industrie und das Groß- kapital sehr stark von den Deutschnationalen der Hugenbergischen Richtung abgewandert sind. Zu einem Teile hat es sich mit Schiele, Westarp und Treviranus zusammengefunden, zum anderen Teile sst es zur Deutschen Volkspartei gegangen. Auch in der Deutschen Staatspartei hat dos Jnteressentenkapital und haben die Unternehmcrinteressen zum Teil neue Unterkunft gefunden. Mit diesem Jittcressentenhaufen gilt es, am ii. September abzurechnen! Kurt Hcinig. Chorgesang und Reichstagswahl Nach der staatspolitischen Umwälzung im Jahre 1918 hat man auch von Regierungsseit« dem Gesang mehr Beachtung geschenkt. Dem Schulgesang widmete man größere Aufmerksamkeit. Die Schulung von Chordirigenten setzte ein. Die Chorvereinigungen oersuchte man durch Anerkennung der Gemeinnützigkeit zu fördern. Der Ehorgesang soll helfen, das Chaos zu entwirren, das der Krieg im Gefühlsleben hinterlassen hat. Diese allgemeine Erklärung trifft nicht ganz den Kern der Sache. Die im Jahre 1918 geänderten politischen Verhält- n i s s« brachten eine größere Bewegungsmöglichkeit für das Chor- leben. SBeite Kreise, die im Obrigkeitsstaat von der Wahrung ihrer gesellschaftlichen Recht« ausgeschlossen waren, wurden erfaßt. Bor allen Dingen gilt das von den Kindern, Jugendlichen und Frauen. Das ist Beweis genug, daß nur auf der Basis der Gleichberechti- gung Chorgesangspflege erfolgreich sein kann. Daraus ergibt sich für die Chorverbände auch bei politischen Wahlen die Schlußfoloe- rung: für eine Staatsform einzutreten, die den Kampf um den Sozialismus aussichtsreich er- scheinen läßt. Gerade die gegenwärtige Krise beweist, welche »Mächte sich der Förderung des Chorgesanges noch entgegenstellen. Ihnen gilt der Kampf um da» Recht auf Arbeit und Frei. zeit. Die Phrase vom Lied, das die Schwere des täglichen Lebens vergessen läßt, ist abgetan. Menschen, die durch Arbeitslosigkeit, Nahrungs-, Kleidungssorgen, Wohnungselend und Krankheit jede Freud« am Leben verlieren, werden nie den inne» ren Drang zum Singen verspüren. So liegt in dem erfolgreich geführten Komps« der proletarischen Organisationen(Ge- werkschaft. Genossenschaft, Partei) die Garantie für die Entwicklung des Chorgesanges. Diese Feststellung muh zu der für den Wahlkamps wichttgen Schlußfolgerung führen, daß die Parteien, die«ine Verschlechte- rung der Sozialversicherung, der Arbeitsloseno-rstcherung. der Löhne, des Urlaubs auch im parlamentarischen Kampf erstreben, für die Pflege des Chorgesanges nichts übrig haben. Sämtliche bürgerlichen Parteien erbrachten in den letzten Monaten den Deweis, daß ihnen die Hebung der Lebens- löge des Proletariat, noch nicht einmal aus taktischen Gründen notwendig erscheint Selbst das angeblich vom christlichen Geist durchsetzte Zentrum macht dabei keine Ausnahme. Man sieht: Kampf gegen das Proletariat— oberstes Gesetz der bürgerlichen Klasse! Dieses Gesetz ist unvereinbar mit dem so oft in so schönen Reden bekundeten Bekenntnis zur Pflege des Chorgesanges. Rur im Sozialismus sind die Gesetze oer- ankert, die allen Menschen da» Reckst aus L-denssicherheit gewähren. Diese Tatfache oeitengt: Bekenntnis zum Sozialismu»! Di« bürgerlichen Sänger stehen— leider auch die darin ver- iiilewm Arbeiter— einer solchen Erkenntnis fern. Sie wollen nicht erkennen, daß das Lied nur sein tonn, wo Menschen nicht er- drückt werden von der Sorge um den Alltag. Sie glauben immer noch an die Phrase vom„neutralen Lied". Wollt ihr dem Ehorgesang die gesellschaftspolitische Stütze geben, dann tretet ein für eine Erweiterung der Macht der Sozialisten. Der kommende Reichstag muß die Stärkung der sozialistischen Front bringen. Kein Sänger, keine Sängerin bleibe der Wahlurne fern. Stellt euch in den Dienst der Aufklärung der Wählermassen im Sinne der sozialistischen Idee. So schafft ihr das Fundament für eine ungestörte Entwicklung unseres Chorgesanges. lcli. ./lufriif stur ll'nhl die SomialdemokraHe— im Sladiinnern Berlins Herzlose Mutter. Das eigene Kind mit Füßen getreten.. Wegen Mißhandlung ihres sechsjährigen Kna- den Harry verurteilte das Schöffengericht Berlin-Mitie «in« Frau W. zu drei Monaten Gefängnis. Nachbarn bekundeten dem Gericht, daß der Junge von scinen Eltern— der Bater ist Schuhmacher und zur Zell arbeitslos— äußerst lieblos behandelt wurde. Er wurde oft so geschlagen, daß er immer blaue Flecke und Striemen im Gesicht und am Körper aufwies. Die angeklagte Mutter behauptet« dagegen, daß das Kind sehr oft von der Treppe gefallen sei und sich dabei selbst so geschlagen habe. Zur Anklage stand besonders ein Fall schlimmster Mißhandlung. Als das Kind sich bei einer Geburtstagsfeier schmutzig gemacht hatte, zog die Mutter es zu Hause aus, band dem nackten, wehrlosen Jungen die Hände über dem Rücken zusammen und stieß ihn mit Fußtritten. durch das Zimmer. Diesen Vor- gang, der von der Mutter bestritten wurde, tonnte ein Zeuge, der bei der gräßlichen Szene dabei gewesen war, beweisen, so daß dos Gericht allein dieser Mißhandlung wegen Gesängnisstrafe verhängte. Der Staatsanwalt hatte mit Rücksicht auf die besonders rohe und gemeine Handlungsweise der Mutter sechs Monate Gefängnis be- antragt. t Kahrt in die(Stratosphäre verschoben. Professor Picard wartet besseres Wetter ab. Wie vorauszusehen war, hat Professor Picard heute morgen wegen des regnerischen und teilweise auch windigen SBetters seinen Höhenflug nicht angetreten. In der Ballonfabrik Rie- dingcr waren bereits gestern abend alle Vorbereitungen getroffen und eine größere Anzahl Arbeiter bereitgestellt worden, um den Riesenballon startfertig zu machen. Die aus München und aus Ham- bürg eingehenden Wetterberichte ließen es jedoch schon im Lause der Nacht kaum möglich erscheinen, den Ausstieg durchzuführen. Die Wetterberichte lauten auch für die nächsten Tage r e ch t u n g ü n st i g. Es sst kaum mit einer durchgreifenden Aende- rung der meteorologischen Verhältnisse in Deutschland zu rechnen. Professor Picard will mit seinem Assistenten zunächst in Augsburg bleiben und abwarten, ob nicht ein plötzlicher Umschwung des Wetters ihm die Möglichkeit geben wird, seinen kühnen Skrsuch durchzuführen. „(Schluck undZau" im Berliner Theater. Die neue Aera Ostau. Vom neuen Theater am Zoo wanderte Direktor Joachim von Ostau in dos alle Berliner Theater aus. Verließ er den häß- lichsten oller Musenställe, in dessen Untergeschoß wilhelminische Generäle mit ihrem Podagra und ihrer Hurrastimmung zu para- dicren pflegten, weil er die Nutzlosigkeit des anständigen Stinst- betriebs zwischen greulichen Bronzestatuen und vorsintflutlicher Stuck- pracht einsah? Joachim von Ostau war eine Spielzeit long ein "ehrgeiziger, wenn auch kein erfindungsreicher Theaterleiter. Er wollte sich zwsschen den Stilen hindurchschlängeln. Derzwsifett suchte er nach einem wirkifamen Stück. Da er aber keinen Spürsinn hatte. nahm er, wa« die Geschickteren übrig ließen. Jede Spekulation schlug fehl, seine Ucberraschungen lockten nicht. Bald war Ostau ein halbtoter Mann. Nun will er seine Lebendigkeit wieder beweisen und zieht in ein sehr wohnlich gewordenes Haus. Reinhardt hat vor Iahren das Bcrlmcr Theater mit freundlichen Farben und Lichtern ausgestattet. Trotzdem florierte die Restrhardt-Filiale nicht, denn die wichtigeren und amüsanteren Vorstellungen wurden im Deutschen Theater placiert. Reinhardts Nachfolger Dr. Klein, dem man Geschäfts- gerissenheit nachsagt, verspielte im Berliner Theater beinahe sein gutes Renommee. Zum Lob« Ostaus läßt sich sagen, daß er und sein« Finanziers sich nicht vor schlechtett Propheten ängstigen. Also ist Ostans Mut zu bewundern. SLas er zum Weiheabend ausdenkt, drückt aber die Hoffnung auf ihn beträchtlich herab. Gewiß,„Schluck und Jan" ist Haupt- monns poetischste Posse, ein Stück naiver Heiterkeit und rosigen Optimismus', improvisierter Spaß, ein zeitloses und auch zeitlccrcs Phantastestuck. Der Vagabund als Fürst, das ist das Thema. Es wäre das Thema vielleicht aufregender, wenn gefragt würde, wie sich der Fürst als Vagabund benimmt. Rousseau meint, daß aus jeden» Menschen ein König werden kann. Aber aus jedem König ein Mensch? Das ist das Rössel, das wir lösen möchten. Ostau, zugleich finanzieller und künstlerischer Leiter seines Unter-- nehmcns, führt selber Regie. Er wendet das Schema an, dem seine Routin« gewachsen ist. Er läßt die Bühne traditionell und Hof- theatermäßig ausmalen, er engagiert als Schluck Paul Grätz, als Iau Eugen Klopfer. Zwei Attraktionen sollen die ganze Truppe auszeichnen. Die beiden dürfen nach Belieben ihr Temperament austoben. Sie werden weder geduckt, noch gebändigt. Sie dürfen sich als Sslospieler aufspielen. Das halbe Dutzend von Darstellern, die sonst noch nötig sind, wird ganz vernächlässigt. Di« verwaisten braven Leute wirken nur wie Puppen im lebenden Bild. Wenn Ostau seine Regie beseelt hätte, es wäre«ine Diskusston mög- lich. Doch er setzt z. B. eine Gesellschaft von adligen Jagdherren um einen Tisch. Da bleibt der Chor steif und unbeteiligt, uniformier» und nervenlos sitzen. Schluck und Iau reißen sich beide die Beine aus, sie zerreiben sich die Mäuler, sie agieren den wildesten Jux. Im Parkett sollte es vor Vergnüglichkeit brennen. Doch es geschieht, daß von der Bühne nur eisige Luft ins Parkett strömt. Die Schau- fpieler schlagen eben kein Feuer, sie sind nur Stat-sten, deren der Regisseur nicht Herr wirb. Msjc Hochdorf. Echitlers„Braut von Messina". Modernisiert im Rose-Theater. Die rührige Bühne im Osten Berlins hat ihren besonderen Ehr- geiz. Sie eröffnet ihre Winterspielzeit mit schwerem dramatischem Geschütz, mit der„Braut von Messina", Schillers sprödester Tragödie, an der sich schon größere Theater die Zähne ausgebrochen haben. Mit Inbrunst versenkt sich Paul Ras« in die Aufgabe, das Zverk zeltgerecht zu machen und führt es in einer wahrhaft radikalen Be- crbeitung auf. Der Geist der alten griechischen Tragödie, der Sinn de» antiken Chors, der Charakter des Trauerspiels als Schicksals- dramo, alles, was Schiller am wertvollsten mar, ist in Roses Inszenierung gefallen, llebrig bleibt«ine weltbcwegte Haupt- und Staatsaktion, die den dichterischen Gehalt nicht zur Geltung kommen läßt. Auf der Bühne agieren Menschen, die nichr von unserem Fleisch und Blut sind und die hie Schönheit der Sprache in hohlem Pathos ertränken. Es sst eine fremde Welt, die sich vor uns aufttü und in die wir völlig unbeteiligt blicken. Paul und Willi Rose spielen in sauberem Hoftheaterstil die feindlichen Brüder, ohne persönliche Note TrouteRose ihre unglückselig« Schwester und I r e n e T r i e s ch in oft aufdringlicher Tragik die Isabella, deren lärmender Schmerz alles andere als Gemütsbewegung rn uns aufbringt. Der. Vergleiche ayrtedieti den Verfassungen des kaiserlichen WitHärstaates und des republikanischen'Volhsstouüe* Auch 3)eulsclihmds Jugend muß sozialdemokratisch wählen! Was die Jugend vom neuen Steichslag fordern kann Wenn jemand mit der Zukunft im Buude steht, so ist es die Jugend eines Volkes. Auch Deutschlands Jugend ist die Trägerin der Zukunft. Sie hat die Aufgabe, ein Land aufbauen zu helfen, das naah langen Kriegsjahren•wirtschaftlich und kulturell schwer darniederlag. Zwölf Jahre sind inzwischen vergangen und noch immer leidet das Volk unter den Kriegsnachwirkungen. In diesen Wochen des Waldkampfes geht ein lauter Ruf an die Jugend. Alle Parteien ringen uqi ihre Stimme. Die bürgerlichen Parteien wollen in diesem Wahlkampf die Jugend für sich gewinnen, obwohl sie sonst nichts für die Jugend übrig haben. Ein großer Teil der bürgerlichen Parteien will wieder jene Zustände herbeiführen. wie wir sie in Deutschland vor dem Kriege hatten: Die Jugend und große Teilq des Volkes waren politisch völlig rechtlos. Ein anderer Teil der bürgerlichen Parteien ist wankend und unentschlossen und fördert so die Parteien Hugenbergs und Hitlers, die auf die Monarchie schwören. JlUein die Soslaldetviokralte Irin entschieden und erfolgreich für die Siechte der Jugend ein. Es waren bürgerliche Parteien, die davon redeten, daß die Jugend des Volkes heute zu große Rechte habe, es sind bürgerliche Parteien, die das Wahlalter wieder heraufsetzen möchten(die Deutsche Volkspartei und die Wirtschaftspartei haben schon einen entsprechenden Antrag eingebracht) und es sind bürgerliche Parteien, die die Jugend möglichst lange von der Politik fernhalten wollen. Daran muß man denken, wenn jetzt im Wahlkampf dieselben bürgerlichen Parteien versuchen, die Jugend für sich zu gewinnen. 3>as Kaiserreich halle für die Jugend nur Kasernen! Wenn mau die alte Verfassung vom 16. April 1871 ansieht, so ist festzustellen, daß dort der Jugend nirgends Rechte verliehen worden sind. Das Kaiserreich hatte für die Jugend kein anderes als militärisches Interesse. Es verlangte, daß alle Deutschen zu Soldaten erzogen wurden. Nichts liest man in seiner Verfassung davon, daß das Kaiserreich auch für die sozialen Angelegenheiten der Jugend Interesse gehabt hätte. Die kostbarsten Jahre mußte die männliche Jugend in der Kaserne verbringen, die werbliche Jugend vfar ebenfalls rechtlos: nach dem Willen der bürgerlichen Parteien sollten die Frauen jeden Alters auf ewig nur am Kochtopf stehen. Mit allem, was das Kaiserreich tat, waren die heute noch vorhandenen bürgerlichen Parteien einverstanden. Nach der alten Verfassung hatte der Kaiser eine unumschränkte Macht. Sio gestattete ihm sogar, allein den Krieg zu erklären, und sie stellte ihm von vornherein alle Kosten und Lasten des gesamten Kriegswesens zur Verfügung. Hatte man in jener Zeit für Deutschlands Jugend, für schulische oder andere kulturelle Dinge kein Geld übrig, so wurde kaum danach gefragt, welche Ausgaben das stehende 600 000- Mann-Heer verursachte. Mehr als die Hälfte der gesamten deutschen Jugend mußte zwei bis drei Jahre ihrer kostbarsten Zeit dem Militärdienst opfern. 3)as muß den bürgerlichen 3>arleien, die die JHorkriegszusl&nde wieder herbeiführen möchten, immer wieder vor Augen gehalten werden. Keule ist jeder über 20 Jahre alle SDeulsche ein freier und gleichberechligler Slaalsbürger. Früher mußte er zwei lange Jahre in der Kaserne verbringen. Er mußte sich gefallen lassen, daß ihn Unteroffiziere„drillten", er hatte nicht zu denken, er hatte nur dem militärischen Kommando zu gehorchen. Leider gibt es heute militärische Jugendverbände. die diesen Zustand als ideal ansehen. Die verführte Jugend aber muß sich darüber im klaren sein, daß es nicht möglich ist. durch militärischen Drill eine zusammengebrochene Wirtschaft aufzubauen. Das viele Geld, das das Kaiserreich für das stehende Heer ausgab, hätte viel besser für eine Erziehung der Jugend zum Frieden verwandt werden können. Gerade in dieser Zeit ist es notwendig, daß sich Deutschlands Jugend die Verfassung von einst und heute gründlich ansieht. Sie wird bei einem solchen Vergleich erkennen, daß der republikanische Volksstaat der Jugend auf allen Gebieten viel mehr Rechte verleiht, als das der kaiserliche Militärstaat je getan hätte. Früher gab es für die Jugend nur Pflichten, aber keine Rechte und bitterwenig Schutz. 3)ie Jugend im Tolksslaul! Nach dem Umsturz im Jahre 1918 wurefen die Forderungen nach Jugendschulz und Jugendrecht mit ganz anderem Interesse aufgenommen. In der heutigen Verfassung sind gute Ansätze für eine wirkliche Sorge um die Jugend vorhanden. Jetzt hat die Jugend nicht nur Pflichten, sie hat auch Rechte. Gewiß steht noch vieles auf dem Papier. Aber die Sozialdemokratie ist mit ganzer Kraft bemüht, die Versprechungen der Verfassung in die' Tat umzusetzen. Der bereits Anfang 1927 von der sozialdemokratischen Reidistagsfrakfion eingebrachte Antrag, die Reichsregierung zu ersuchen, baldigst einen Gesetzentwurl zum Schutze der Arbeitskraft der Jugendlichen einzubringen, stellte folgende Forderungen auf: 1. Grundsätzliche Ausdehnung der Schutzbestimmnngen für die Lehrlinge und jugendliche Arbeiter und Angestellten auf das Alter vom 14. bis zum vollendeten 18. Lebensjahre. 2. Drei Wochen bezahlte Ferien für erwerbstätige Jugendliche(einschließlich Lehrlinge unter 16 Jahren) und zwei Wochen bezahlte Ferien für erwerbstätige Jugendliche(einschließlich Lehrlinge) zwischen 16 und 18 Jahren. 3. Festsetzung einer Arbeitswoche von höchstens 48 Stunden(einschließlich des Fachunterrichtes und der Zeit, die für die Aufräumungsarbeit beansprucht werden könnte). Ich meine, das Recht hat der. der am innigsten mit der Zukunft im Bunde ist Ibsen. 4. Beginn der sonntäglichen Arbeitsruhe am Sonnabendmittag oder Gewährung eines freien Nachmittages in der Woche. , 5. Festsetzung ausreichender Arbeitspausen. 6. Verbot der Nachtarbeit für Jugendliche. Obwohl der gesamte Ausschuß Deutscher Jugendverbände hinter diesen Forderungen stand, hat sie die Mehrheit des Reichstages abgelehnt. Der angebliche Schutz des Handwerks und der Industrie stand der Reaktion immer noch höher als der Schutz der Jugend. Jelzl muß die Jugend selbst aufstehen, ihre Jtechle an die Verfassung gellend zu machen. Sie hat am kommenden Wahltag die beste Gelegenheit, durch die Abgabe des sozialdemokratischen Stimmzettels für ihre Forderungen tälig einzutreten. Geht, es in diesem Kampf um den Schutz der Republik, um den Schutz der Verfassung. dann müssen wir auch daran erinnern, daß die Verfassung verspricht, für die Bildung der Jugend durch öffentliche Anstalten zu sorgen, den Zugang Minderbemittelter zu den mittleren und höheren Schulen durch finanzielle Beihilfen zu erleichtern und bei Aufnahmen in allen Schulen die persönliche d üchtigkeit entscheiden zu lassen. Wir wollen, daß die Versprechungen in der V erfassung erfüllt werden, daß die Jugend im Geiste der Völkerversöhnung erzogen wird und allen Menschen die gleichen Rechte und Pflichten gegeben werden. Wie sieht es heule bei der bürgerlichen Jugend aus? In der bürgerlichen Presse setzt man sich seit Auflösung des Reichstages darüber auseinander, wie am besten die Jugend für die bürgerlichen Parteien zu gewinnen sei. Man sprach von der„entgötterten Jugend" und von der„gläubigen Jugend". Die kämpfende Jugend, die sich bereits in der Sozialdemokratie vereinigt hat, wurde nicht erwähnt. Diese Jugend hat schon seit dem Zusammenbruch, seit ihrer Rückkehr aus dem Kriege, erkannt, daß sie nur neben den Alten unter dem Banner der Sozialdemokratie kämpfen kann. Ihr Platz ist auf der Seite ihrer Klassengenossen, auf der Seite jener 9 Millionen sozialdemokratischer Wählerinnen und Wähler, die bereits im Jahre 1928 für die Sozialdemokratie stimmten. Aber es sind mehr als 20 Millionen deutsche Arbeitsmenschen, die im Reiche leben. Sie alle müssen für die Sozialdemokratie gewonnen werden, die 6 bis 7 Millionen jugendlicher Wähler und Wählerinnen müssen ebenfalls sozialdemokratisch wählen. In dieser Partei kämpfen schon heute Zehntausende junge Menschen und stellen für das große ganze ihre freie Zeit zur Verfügung. Es gibt eine ganze Reihe politischer Funktionen, die von ihnen bereits erfüllt werden und erfüllt werden müssen. S)ie Jugend, die den Weg zur Sozialdemokratie gefunden hat, kämpft mit der Partei für den neuen Staat. Sie kämpft für die Verständigung s- und Erfüllungspolitik, die allein zur Liquidierung des Krieges führte, zur Befreiung des Rheinlandes. Sie kämpfte und kämpft gegen den Wahnsinn des Rachegedankens, gegen das Verbrechen des Futsches, gegen den Frevel des politischen Mordes, gegen lüsterne Inflationshyänen und brutale Deflationsgewinner, gegen unsinnigen Rassenhaß für Ordnung und Disziplin. Zehntausende, ja Hunderttausende junge Arbeiterinnen und Arbeiter waren tätig dabei, als es galt, um diese Dinge zu kämpfen. Sie standen in Reih und Glied mit den Alten und werden weiter an ihrer Seite für Menschlichkeit und Menschenwürde kämpfen. Gerade die Jugend, die heranwachsenden Generationen, haben große Aufgaben, die sie in der Politik, in der Wirtschaft und Kultur mit der Sozialdemokratie erfüllen soll. 3)eulschlands Jugend muß zur Sozialdemokratie stehen! Wenn wir jetzt auch erleben mußten, wie die Sozialdemokratie aus der Regierungsgewalt ausgeschaltet wurde, als die große außenpolitische Etappe der Rheinlandräumung erreicht war. so werden wir weiter für unsere gerechte Sache kämpfen. Wir standen ja nicht hinter der Friedenspolitik, um irgendeinen Dank zu ernten, sondern wir verteidigten sie, weil wir sie als die allein richtige und segenbringende erkannt hatten. Die schaffende Jugend weiß, daß Deutschlands Arbeiterklasse nicht im Kriege war, um sich später mit schönen Redensarten abspeisen zu lassen, sie hat nicht unter harten Kämpfen und Opfern das Haus der Republik verteidigt, um sich dann aus diesem Hause herauswerfen zu lassen, dessen Grundstein sie gelegt hat, dessen Dach sie zimmerte und das erst nun. wohnlich ausgestattet werden soll. 3)ie Ii UUioneu sozialdemokratischer Wähler und Wählerinnen haben ein Stecht darauf, daß ihr gewaltiges Gewicht in den politischen Entscheidungen Sieachtung findet, Die Jugend, die Hitler nachläuft, vermag nichts aufzubauen. Die Jugend, die auf« Moskau schwürt, vermag nur niederzureißen. Und die Jugend, die den bürgerlichen Parteien nachläuft— ganz gleich, ob sie sich deutschnational oder Staatspartei, ob sie sich Deutsche V olkspartei oder Wirtschaftspartei nennen— die Jugend wird in ihren Erwartungen enttäuscht werden. In den bürgerlichen Parteien ist kein Raum für neue Gedanken, ist kein Raum für die Jugend. Zur Sozialdemokratie stehen Hunderttausende junge Menschen, die längst erkannt haben, daß man nicht abseits stehen darf, wenn man seiner Klasse, wenn man seinem Volke helfen will. Politische Wirksamkeit aber ist nur möglich in einer Partei, die zielbewußt und folgerichtig, zäh und ausdauernd und auch in harter Kleinarbeit dem großen ganzen dient. hie Jugend, die die SEukunfl für sich haben will, sie muß mit einer{Partei kämpfen, die selbst mit der Zukunft im Kunde steht: •Das ist die Sozialdemokratie. Die sozialdemokratischen Ideen sind immer jung und werden immer jung bleiben. Die Sozialdemokratie ist mit dem ewig sprudelnden Leben verbunden, sie schöpft ihre Kraft aus dem Volke und wird ihren Weg weitergehen, wenn die Parteien rechts und links von ihr längst versunken und vergessen sind. Die{Partei der Jugend ist die Sozialdemokratie, deshalb wählt auch die Jugend sozialdemokratisch, £isie i ftciloge Dienstag 9. September 1930 BrrAimift 'Hof niacltf erfinderifch 'Wie die Spandauer 1906 Marl Xiebknechl das 'Wort verfchaffien Me Angst vor dem MllitSrverbot gegen ihre Lokal- veranjlaßie in der Kasterzeit die Saalbesitzer der Gornisonstädte, ihre Säle nicht für sozialdemokratische Versammlungen herzugeben. Als 1906/1907 Dr. Karl Liebknecht unser Kandidat in Potsdam- Spandau-Osthavelland war, gelang es nicht, einen großen Spandauer Saal für rhn zu bekommen. In der höchsten Bedräng- ms nahte Hilfe in der Person eines Ingenieurs K c i d e l aus Potsdam. Dieser Herr wollte Demokrat sein, nannte sich aber mit Vorliebe einen.wahrhaft liberalen Mann". Unseren Spandaucr Genossen kam sofort der Gedanke, den Herrn Keidcl zu benutzen, um Siebknecht zu ermöglichen, im größten Saal Spandaus, im .Roten Adler*, zu den Spandauer Arbeitern zu sprechen. Es wurde im Waihltomitee vereinbart, daß Herr Keidel eine Versammlung aller wahrhaft liberaler Männer Spandaus«in- berufen solle. Da Herr Keidel mittellos war, wurden die Kosten der Versammlung von unserem Wahlkoinitee bestritten, dessen Mit- glieder Herrn Keidel gegenüber selbstverständlich auch als„wahr- hast liberale Männer* auftraten. Die führenden Genosien in Spandau waren zu bekannt, die Bestellung eines oder mehrerer Spandauer Genossen zur Versamm- lungsleitung hätte den Wirt sofort mißtrauisch gemacht und die Versammlung wäre totsicher aufgeslogen. Bei dieser Beratung im Wahlkomitee erhob sich Georg Reichard und verkündete mit Stentorstimme:.Parteigenosien, laßt das meine Sorge sein. Ich kenne in Berlin zwei ganz verhauene Hunde, die machen die Sache glatt. Es find dies meine beiden Berufskollegen Ludwig H o d a p p und Florian Träg er* Gesagt, getan. Im Verbandsbüro der Brauereiarbeiter in Berlin, Linienstr. 19, vereinbarten wir, ich solle die Versammlung leiten, Träger werde Beisitzer. Dem Herrn Keidel gegenüber traten wir selbstverständlich auf als zwei„wahr- Haft liberale Männer*, und zwar Tröger, der damals noch in der Schloßbrauerei Schöneberg beschäftigt war, als Werkmeister und ich als Prioatbeamter. Bei Beginn der Versammlung solle ein Ge- nosse Bürowalst beantragen. Dies Verlangen solle von mir als Versammlungsleiter zurückgewiesen werden mit dem Vcr- sprechen,.als wahrhaft liberaler Versammlungsleiter" die Ver- sammlung auch wirklich in wahichoft liberaler Weise zu leiten. Endlich wurde auf Wunsch des Herrn Keidel vereinbart, daß wir beide eine Stunde vor Beginn der Versammlung eine Besprechung mit ihm haben sollen. Der Versammlungstag nahte heran. Die Besprechung mit Herrn Keidel vor der Versammlung lieferte den Beweis, daß Keidel für unsere Zweck« durchaus brauchbar war. Er verlangte nebenbei von der Versammlungsleitung, daß kein Diskussionsredner länger reden dürfe denn er als Referent. Außer- dem wurde vereinbart, daß Tröger und ich noch der Versammlung noch.eine Stunde mst Herrn Keidcl zusammenbleiben sollten, um die weiteren Maßnahmen zu beraten. Als er dann zum Schluß sagt«:„Meine Herren, ich werde jetzt noch ein Halbstündchen ruhen. Kurz vor Beginn der Versammlung werde ich durch den Mittelgang auf den Vorftandstisch zugehen. Sie, meine Herren, erheben sich dann, kommen auf mich zu und drücken mir freundschaftlich die Hand", da mußten Kollege Tröger und ich uns geradezu bezwingen, um nicht in ein helles Gelächter auszubrechen. Immer voller wurde der Saal. Ich sehe heute im Geiste noch die grinsenden Gesichter der Spandauer Genossen und meiner Kollegen aus der Brauerei Pichelsdorf. Ich erösfnet« dann die „Versammlung aller wahrhaft liberalen Männer und Frauen Spandaus*, gab Tagesordnung und Referent, Herrn Ingenieur Keidel aus Potsdam, bekannt. Sosort meldete sich verabrcdungs- gemäß ein Genosie.zum Wort und beantragte Bürowahl. Di« wies ich zurück mit dem Versprechen, die Versammlung in wahrhaft liberaler Weise zu leiten. Die Versammlung wurde überwacht vom„langen Willi*, dem Polizeileutnant Gentz. Der lange Willi machte uns aber nicht die geringsten Schwierigkeiten. Herr Keidel als Referent redete ein Zeug zusammen, daß sich die Balken bogen: u. a. beschwerte er sich bitter darüber, daß von zirka 39 Potenten, die er eingereicht habe, ihm kein einziges erteilt wurde. Währenh des Referats wurde mir die Wortmeldung des Genossen Karl Liebknecht überreicht. Keidel war mit seinem Referat zu Ende. Mit einer Hochnäsigkeit, deren ich mich bis dahin selbst nicht für fähig hielt, nahm ich den Zettel mit der Wortmeldung in die Hand und rief naserümpfend in den Saal:„Es hat sich«in gewisser Karl Liebknecht aus Berlin zum Wort ge- meldet. Ist der Herr hier anwesend?"„Jawohl!* ertönt« es aus einer Saalecke. Es war erreicht. Unser Kandidat Dr. Karl Lieb- knecht hatte das Wort und konnte im größten Spandauer Saal sprechen. Mit zündenden Worten legte Liebknecht unsere Ziele dar und forderte zum Eintreten für die Sozialdemokratie auf. Da raunte mitten im Referat Herr Keidcl mir zu:„Herr Versamm- lungsleiter, der Herr Liebknecht spricht schon viel länger als ich, entziehen Sie ihm das Wort.* Ich antwortete, daß ich der Ver- sammlung das Versprechen gegeben habe, die Versammlung in wahrhaft liberaler Weise zu leiten. Eine Wortentziehung verein- bare sich nicht mit diesem Versprechen. Syerr Keidel gab sich zu- frieden Jetzt aber droht« eine neue und größere Gefahr. Der Wirt schickte einen Kellner zum Vorstandstisch und lieh uns sogen: „Er der Wirt, habe die Ueberzcugung erlangt, daß es sich hier um «ine verkappte sozialdemokratische Versammlung handele", und drohte, das Licht auszudrehen. Tröger übernahm es, mit dem Wirt zu verhandeln und tat«s mit Erfolg. Liebknecht tonnte seine Diskussionsrede zu Ende führen. Ich hatte ihm aber vorsichts- halber einen Zetel zugeschoben des Inhalts:„Der Wirt hat die Situation erkannt und will das Licht ausdrehen.* Es galt nun die Versammlung schleunigst zu schließen und zu verduften. Denn an einer weiteren Unterredung mit Keidel hatten wir wahrlich kein Interesie. Nach Schluß der Rede Liebknechts appellierte ich an die Versammlung, unserem Kandidaten die Stimme zu geben und schloß die Versammlung Nachdem der lange Willi noch meinen Nomen und den meines Kollegen Tröger festgestellt hatte, verschwanden wir schleunigst. Kurze Zeit danach war im Lokal von Schwabe in Spandau in der Seeburger Straße«ine Wählerversammlung. Referent war August Bebel. Als Diskusstonsredner trat Herr Ingenieur Keidel aus Potsdam auf und verzapfte wieder seinen Unsinn. Bebel bürstete Keidel im Schlußwort nach allen Regeln der Kunst ab. Die Folge war eine— Privatbeleidigungsklage Keidels gegen August Bebel! Infolge der objektiven Aussage des über- wachenden Pokizetkommifsars Küeme wurde Bebel freigesprochen. Lackwig Hockapp. Unier �onfilmaulo Xifle i fliegt übers£and Der Wahlkampf ist in vollem Gange. Immer gewaltiger wird der Einsatz an Kräften, immer raffinierter die Methoden ihrer Wirk- samkcit. Mit den modernsten Mitteln der Technik wird der Kamps der Ideen und Anschauungen ausgefochten. Gestern noch Flugzeug und Schallplatten-Lautsprecher, heute schon ist Tonfilm die jüngste Parole. Als größte Partei Deutschlands nützt die Sozialdemokratie ihre Stärke und sendet sprechende Filme durch Stadt und Land, um neue Massen zu werben. Große geschlossene Lastautos, zu diesem de- sonderen Zweck erbaut, wurden mit den neuesten Apparaturen ver- sehen. Nun rollen sie von Ort zu Ort und künden, was die Flchrer der Partei den Millionen ihrer Wähler zu sagen haben. Die Sirene einer Fabrik schrillt gerade Feierabend, als unser Wagen über den Marktplatz von W r i e z e n holpert. Wir eilen dem Lokal zu, das heute abend zur Vorführung dienen soll. Schnell wird der Saal des Gasthauses auf seine Verwendbarkeit geprüft— und für zu klein befunden. Einen Augenblick herrscht betretenes Schweigen. Da kommt auch schon die rettende Idee: Freilicht- Aufführung in dem schönen Garten hinter dem Hause. Sogleich solgt dein Gedanken die Tat. Otto, der Künstler vom Steuerrad, balanciert mit akrobatischer GeschickUchteit die„Porzellanftlhre* an die Gartenpforte heran. Kaum glaubt man es ihm, daß er auf diesem Gebiet reiner„Amateur* sei, im Zivilberuf Privatsekretär einer Partei-Prominenz. Der laiige Vorführer eilt in wilden Sprüngen herbei, um die empfindlichen Stücke der Filmapparatur vor dem Ilebereifer der zahlreichen sreiwilligen Helfer zu retten, während der Mechaniker spähenden Auges durch den Garten schleicht, um den elektrischen Anschluß zu ermöglichen. Endlich sind olle Instrumente, Handwerkszeuge, Leinwand usw. vom Wagen geschafft. Wir erhalten Auftrag, loszufahren und „Lärm zu mache n*, wie der Fachausdruck heißt. Da ich de- sonders musikalisch bin, darf ich Grammophon und Mikrophon de- dienen. Also rein in die Holperkiste und los. Neben Otto hat sich ein eingeborener Genosse aufgepflanzt. Eine Kolonne Radfahrer Teilhabers•Demokratie Von Max Bartliel. Teilhaber hat einen Freund, den Herrn Weniger, Der ist auch ein Ehrenmann, aber mehr republikanisdi! Die beiden sitzen bei einer Zigarre und reden roie Männer, Würdig und ernst über ein beliebtes Thema. Teilhaber ereifert sidi lärmend und spridrt: „Demokratie? Idi lache, mein Lieberl Demokratie ist gut für die Kühe und Kälber, Die alle den einen Tod, den Sdiladitiod, ganz demo- kratisdi nerredeen. Demokratie, das ist gut, menn der Krieg kommt, Wenn die Trommel, die dunkle, die Herde des Volkes Hertrommelt zur männlichen Schlacht! Demokratie ist natürlidi für genialische Menschen nidd tragbar. Demokratie? Nun ja, menn sie so ist: Der Masse, den Vielen, den Arbeitsmillionen, Pack auf die Lasten und Steuern des Staates, Da mögen sie alle ganz demokratisch fluchen und keuchen! Der Tapfere aber, und idi gehöre dazu, Der Tapfere setzt alles mutig auf eine Karte. Gewinnt oder verliert, und siehe, mein Freund, ich. habe gewonnen! Demokratie? Ja,, aber mit einem Diktator hoch an der Spitzer' Herr Weniger täfelt sein demokratisches Lädieln, W isdit mit einem seidenen Tuch den Schmeiß von der Glatze, Hängt in denWind die Enden seiner schmarzen Krawatte, Lächelt behutsam und spricht: „Demokratie ist natürlidi kein Bau aus Eisen, Ist wadisend und werdend, mal so und mal so, Wir biegen uns so und schmiegen uns anders, Wir sind für die Freiheit und sehr beweglich, Idi bin, Herr Teilhaber, das sage ich offen, Ich bin für den friedsamen Weg, für Bildung und Kunst und so, Für Koalition mit rechts, für Koalition mit links, Denn rechts ist das Volk und links ist das Volk, Wir haben für alle Fälle unser bewährtes Programm. Natürlich, Demokratie, am liebsten mit einem demokratischen Diktator Hodi an der Spitze! „Aber— es röten sidi merklich die blassen Gesiditer des Volkes!" T eilhaber brummelt in seinen Bart, Dann aber sagt er: „Auch ich bin liberal." Dann schweigen sie beide und rauchen die dicken Zigarren,. Sie träumen von einer Republik, mit einem(Troßherzog an der Spitze, Sie wollen nach Ostland reiten und dann nach Westland, So sitzen sie da und verachten sich maßlos, Aber sie sdiw eigen, und nur eines ist ihnen ganz klar: Ea röten sich merklich die blassen Gesichter des Volkes! bildet Vor- und Nachhut. Unter den Klängen eines flotten Morsch- liedes rasen wir im Schneckentempo durch die fast ausgestorbenen „Hauptstraßen". Doch bald sorgt unser Großlautsprecher, der dos Dach des Wagens ziert, für das notwendige Leben. Neugierig öffnen sich die Fenster, bald knarren die Haustore und die Straße ringsum füllt sich mit Menschen. Dem ersten Staunen folgt bald regstes Interesse, das man dem geheimnisvollen Auto zuwendet. Weithin leuchtet in großen roten Lettern die Aufschrift„W ä h l t L i st e 1 Sozialdemokratie!*. Wir stoppen ab, sind im Nu umringt und können eine improvisierte Versammlung starten. Ich öle meine ausgetrocknete Kehle mit einem Schluck Selterwasser und vertraue dem Mikrophon ein paar kernige Worte zur Begrüßung an. Dann erteile ich in abseinia dem Reichstagspräftdenten Paul Löbe das Wort>md setze mit kunstvollem Schwung die Sprechplatte aus die rotierende Walze. Di« Masse wächst an. Der„Verkehr* ist lahmgelegt. Schimpfende Kutscher werden energisch zur Ruhe verwiese». Laut und vernehmbar klingen Löbes Worte. Kaum ist die kurze Ansprache beendet, wird wieder auf„Welle Wriezen* um- geschaltet und jedermaim zu der Freilickst-Tonfilmvorführung ein- geladen, die von den zurückgebliebenen Genossen gerade vorbereitet wird. Die Internationale beendet dann die Kundgebung, die nur wenige Minuten gedauert hat. Erst als wir fast außer Sicht sind, rafft sich die Opposition zu schüchternen Protesten aus und „Nieder, nieder!" tönt es, zumeist nur ein- oder zweistimmig, hinter uns her. So rollen wir Straße auf, Straße ab. Ucberoll das gleiche Bild. Der Zulauf ist stark. Gruppen bilden sich und diskutieren lebhaft. Meinung steht gegen Meinung und gemeinsam beschließen oft Freund und Gegner, die Kundgebung am Abend zu besuchen. Im Versammlungslokal ist es inzwischen heiß hergegangen. Der Aufbau der überaus komplizierten Maschinerie erfordert togtäglich mehrer« Stunden schwerster Arbeit. Ein Gewirr von Kabeln und Drähten windet sich um die Apparate und verbindet sie mft den beiden Großlautsprechern zu beiden Seiten der weißen Leinwand. Plötzlich unterbricht ein trockener Knall die fieberhaste Tätig- keit. Eine kurze Stichflamme durchzuckt blitzartig die Apparatur, und der scharfe Geruch, der sich schnell im Garten verbreitet, verrät den geheimnisvollen Ursprung: Die Zuleitung ist dank falscher Bolt-- angabe durchgebrannt. Die Vorstellung ist in Gefahr. Schon erscheinen die ersten Besucher. Einen Augenblick herrscht Ratlosig- keit. Doch schnell sind die großen Akkumulatoren des Laut- Sprechers aus dem Wagen geschafft- Letztes Anspannen aller Kräfte ... und wenig« Minuten vor 8 Uhr, dem festgesetzten Zeitpunkt des Beginns, melden die Techniker, daß die Borstellung beginnen kann. u In Scharen strömen die Besucher herbei. Ungläubig betreten die braven Wtiezener den abgeblendeten Garten und spähen rasch noch dem Freilichttheater aus, daß wie durch Zauberhand plötzlich entstanden ist. Mit Scheu und Ehrfurcht betrachten sie aus rejpekt- voller Entfernung die neu funkelnde Vorführanlage und stolpern dabei mehrfach über die Kabel, die am Boden liegen. Auch das gesainte Aufgebot der Wriezener Landjägcrei— in Stärke von drei Mann— ist vollzählig zur Stelle. Lederne Knüppel hängen nagelneu an ihren Gürteln. Ein gutes Zeichen für die Friedfertigkeit der Bewohner dieses Städtchens. Punkt 8 Uhr verlöschen die Lanipen und die ersten Lichtbilder leuchten auf der Leinwand auf. Ein wirksamer und treffsicherer Zeichentrickfilm karikatiert die Taten der Regierung Brüning. Es folgt eine Reihe historischer Bilder, die knapp und plastisch die Entwick- lung der Partei umreißen. Nach einer kurzen Pause, die durch passende Musikstücke ausgeMt wird, folgt als Hauptprogramm- punkt ein hundertprbz entig er Sprechfilm. Ein« Ver- sammlung rollt in Lichtbildern über die Leinwand. Wissell, Herz und Breitscheidt skizzieren kurz die politische Situation, Weg und Ziel der Partei. Die Redner sind klar und deutlich vernehmbar. Mit erstaunlicher Andacht folgen die vielen chunderte dem Ablauf der Veranstaltung, die ihnen in mancherlei Hinsicht Interessantes und Neues zu bieten hatte. Kaum flammen die Lampen wieder auf, beginnt auch schon der Abbau, der zum Glück schneller und leichter als der Aufbau ist. Bald ist unser Tagewerk beendet und durch die stockdunkle Nacht fahren wir einem neuen Ziel und neuer Arbeit entgegen. Eurt Kramarslei. HHarke Hast f'hrus»um Terr ecken Die Reichszeugmeisterei der NSDAP, unterhält in Dresden eine Nebenstelle„Sturni". Diese ist einer Zigarettenfabrik «angegliedert. Diese Zigarettenfabrik für Nationalsozialisten schickt Verkäufer aus, die unter Bezugnahme auf� die Reichsparteileitung zu den Parteiorganisationen gehen, um die Zigaretten zu verkaufen. Die nationalsozialistischen Marken heißen„Sturm",„Balila" und „Neue Front". Wie aus einem Rundschreiben der Zigarettenfabrik hervorgeht, hat die Parteileitung die Fabrikation dieser Zigaretten nicht nur übernommen, damit Geld in die Parteitasse kommt, sondern auch, damit den jüdischen Trusts und Konzernen der Absatz entzogen wird. Sehr schön heißt es in diesem Werbe- schreiben:„Es ist undenkbar, daß man sichtbar nach außen hin der Träger und Vorkämpfer für eine Idee sein kann mit einer Z i g a- rette im Munde, deren Hersteller zu den Feinden der vertretenen Weltanschauung gehören.* Um die Zugkraft der Zigaretten zu erhöhen, werden Gutscheine beigelegt, auf die man nationalsozialistische Ausrüstungsgegenstände kaufen kann.„Wenn in einer Ortsgruppe oder einer Staffel 499 Mann täglich nur S Zigaretten kaufen, können sie in drei Monaten 24 SA.-Leuten die Ausrüstung beschaffen.* Allerdings scheinr die Qualität der Zigaretten schlecht zu sein, denn gegen Ende de« Rundschreibens wird entschuldigend davon gesprochen, daß eine„Sturm' nicht so schmecken kann, wie die Sorten der großen Konzerne.„Aber wir müsien erwarten, daß man sich im Parteiintcresse an diesen„Sturm*- Geschmack gewöhnt." Das ist-m bißche» viel cm Disziplin, was da verlangt wir!». Coprrirht 15M0 by Fackel rcitcr-Verlac G. ra. b. H., Hambarai-Bergedorf (20. Fortsetzung.) Ich bin wieder auf dem Flur... mir ist, als stünde ich in einer Leichenhalle, ich höre drinnen noch einen Stuhl poltern... ich sehe den Schreiber gebückt an mir vorbeikriechen... er macht einen Vogen um mich herum... kein« Angst, keine Angst, ich werde dich nicht anfassen, du dreckiger Kerl... Ich starre auf den Karton: Er ist oben mit schwarzweißroten Streifen dick«ingefaßt.„Für unsere lieben Feldgrauen..." steht drauf. Mit fetten Buchstaben! Sie tanzen vor meinen Augen, die mir plötzlich furchtbar weh tun... di« Tränen schießen daraus hervor... sie rinnen salzig über die Lippen... „Für unsere lieben Feldgrauen..."--- *** Von der Treppe, die in die Kaserne hineinführt, dort, wo die alten, halboerfaullen Wafchtröge bei den Brunnen stehen—— wir haben da unsere Lumpen mit Hunger und ungeweinten Tränen, mit Bimstein und schmutzigem Kasernenhafsand geschrubbt: denn Seife haben wir nie zu sehen bekommen— wir haben gerubbelt und gerieben, bis uns das Blut unter den Fingernägeln hervor- spritzte— von dieser Treppe an bis an die rauhe, graue Mauer, die uns von der Straße und der Freiheit trennt, stehen wir fcld- marschmäßig, Gewehr bei Fuß, in imbeweglicher Kompagniefront. Der Hauptmaml will kommen und die Kompagnie vor ihrem Abrücken nach dem Truppenübungsplatz besichtigen. Die beiden Rekrutenschinder gehen vor unserer Front aus und ab: mit langen wiegenden Schritten Adolf, neben ihm trippelnd und dann wieder wie eine schwerfällige alte Kröte hüpfend der Spieß. Sie unterhalten sich anscheinend sehr angeregt. Ab und zu nimmt der Spieß ein blaues, dickes Buch zwischen den Knöpfen seines Rockes heraus und blättert darin. Ich bin voll Bitterkeit und brennendem Haß. Ich starre auf da« Kochgeschirr meines Nordermannes:— mir nicht hinsehen auf die beiden dort vorne, nur nicht hinsehen... o wäre ich ein Sauberer, ich würde diesen grauen Kasernen hast, oben sich öffnen laflen... Feuer müßte darunter sein... und ich würde sie dort hineinstürzen... ich würde sie vernichten.— Blutige Bilder er-. stehen vor meinen Augen, nieine Phantasie schwelgt in ohnmächtigen Vergeltungsplänen. Ich starr« auf das Kochgeschirr... mein Hirn denkt schwerfällig und verbissen: Fort von hier... nur von hier fort!... ganz gleich wohin... dann wird das Leben erträglicher werden... flüchten... dasertieren... morgen schon... nein? heute noch..- dann winkt die Freiheit... nicht umsehen... rennen, rennen!... in di« Berge... über das Meer... zerrissen, zerlumpt... und sollt« ich verhungern und wie ein Hund am Weg« liegenbleiben«nd ver- «cken... aber frei sein! frei sterben! frei! frei! fr«! Wir stehen und stehen... man läßt uns nicht rühren... die beiden sehen uns manchmal spöttisch-triumphierend an... sie spielen mit uns„Soldat"... wir sind ihre Puppen... sie können uns hin und her schieben, durcheinanderwerfen, sie können mit uns treiben, was sie in ihren grausamen Gedanken wollen!— Jetzt bleibt der Schinder stehen... er reckt sein« Hauer: „Rrrührt euch!" Die Knochen lösen sich, die Kompagnie seufzt auf. ---„Phhhhh"— macht Kilbi er spuckt in den Sand und tritt von einem Fuß aus den andeven... Der Sand knirscht unter unser«» Füßen und Gewehren..: Die Mittagssonne brütet auf unseren bepackten Rücken, es riecht nach Schweiß und Stiefelfeit. Ich greife nach der Halsbinde und lockere sie, der Affe zieht nach hinten, und ich kann fast keine Luft durchholen... ach, wenn wir doch erst marschieren: wenn man so steht, spürt nian den Hunger noch qualvoller als beim Marschieren. In meinem Magen kollert es: denn ich habe kein Essen mehr bekommen, der Koch hat mich hinausgeworfen, als ich ollein nachkam, er hat mich schallend ausgelacht... er ließ mich gar nicht zu Worte kommen, als ich ihm den Grund des Zuspät- kommens erzählen wollte, er ist der gemeinste Küchenunteroffizier der Armee. Ich wünschte, er täme mit uns raus, dann werde ich ihn erschlagen... Aber er kommt nicht an die Front, er hält schon seit Iahren die Stellung, er wird sie wciterhalten: denn er ist tauglich für das System, weil er ein Schinder ist wie die beiden vor uns... Wieder irren meine Gedanken abseits, der Hunger wühlt sie auf, der Hunger ist die letzte Kraft, di« mich noch aufrecht hast: er ist der Bruder des Haffes... ich schwanke hin und her... ich greife mechanisch noch den Knöpfen meines Rockes... die fitzen wieder fest, ich habe sie mit grauem Zwirn wieder angenäht, Preuß hat mir geholfen, als ich ihm die brutale Szene auf der Schreib- ftub« erzählt hatte. Er biß sich auf die Lippen, eine tiefe Falte sah ich über der Nasenwurzel, in seinen Augen flackerte es, das ruhige Menschenantlitz Preuß' erkannte ich fast nickst wieder:„Beschweren? Nein, lieber Junge, das hat keinen Zweck! Du bist nach- her doch der Dumme. Diese Schurken leisten jeden Rteineid: man wird dir oben nicht glauben, man wird alles gegen dich verdrehen, Komm her, ich helfe mit." Er holt« grouen Zwirn und setzte sich neben mich, seine Stiimne war flüsternd, aber sie war wie brennende Fackeln, die durch meine Nacht loderten:„Die graben sich ihr eigenes Grab... mir nichts vergessen! Nach dem Kriege kommen mir darauf zurück und auf vieles andere auch noch! Mit diesen Schweinen werden wir den Krieg verlieren____ Aber etwas anderes werden wir daftir gewinnen, dos wird die Völker an- gehen..."--- In dem Summen der Mittagsglut und dein verhaltenen Flüstern der Kameraden höre ich Meifels singenden Thüringer Dialekt: „——— ja, und die Mutter schreibt mir, sie könnt' nicht fertig werden mit der Ernte... der Vater is doch gefallen in Flandern... im Januar schon... zwei Franzosen hat sie zur Hilf« bekommen. aber die sind beide aus Poris, die oerstehen doch gar nichts von der Landwirtschaft... gut gebrauchen könnt' sie mich... aber Urlaub krieg ich nicht, Hab schon alles versucht..... rrrrraus!" heißt es nur innner,„putz deine Knappe, du Hammel! Könnt' dir wohl passen, dich zu drücken!"..." Ich blicke mich um und sehe in das Gesicht Weisels... es ist rot vor Erregung, er schlägt mit dem Kolben auf die Erde...„und die Pacht kann sie auch nicht bezahlen... pfänden will sie der „hohe Herr", dieser Halunke, der sich mit seinen»„Herzfehler" drückt... die Herren können alles... was die machen, ist immer gut... aber wehe, wenn wir Armen mal was wollen, dann heißt es nur:„Rrrrraus!!". unsereins ist mir gut zum Tatschießen... verfluchte Scheiß«! Ich mach das nich mehr mit... ich mach dos wich mehr mit!!"— er redet wie für sich selbst, er ist in größter Erregung, sowas erlebt man jetzt schon jeden Tag auf dem Morsch, in der Kaserne, überall, wo Soldaten zusammen sind— sie rebellieren, sie wollen nicht mehr... aber: sie machen immer weiter inst... und wenn wirklich mal einer so topfer ist, was macht das schon groß aus--- ,Laß man sein, Meisel", brummt sei» Nebenmann,„mach keine Dummheiten, sie kriegen dich dock» wieder... und jetzt sind die besonders scharf... weißt ja... die Offensive..." Das Gespräch bricht plötzlich ab... ich schrecke auf: denn am Tor ist etwas los. Der Posten hat es geöffnet, kreischend und schwerfällig schwenken die Flügel herum. Mit einem Blick überfliegt der Schinder die Kompagnie. Das Oeffnen des Tores ist das Zeichen, das der Pasten ihm gegeben hat: der Hauptmann ist draußen in Sicht gekommen. Plötzlich hören wir des Postens Stimme und sehen, wie er aufgeregt hin und her springt und fein Gewohr wie zur Abwehr quer hält... Und jetzt ulsterscheide ich eine Frauenstimme... ich höre Wort«, in größter Erregung hervorgestoßen, aber ich verstehe sie nicht... nun sehe ich sekundenlang die Frau... sie trippelt vor dem absperrenden Posten hin und her... der Posten... Schicksal, seltsames Schick- sal... es ist der Grenadier Kalbfleisch... es ist der Kamerad, der für Longer gekommen ist-- es sind auch noch mehr Menschen draußen... ich sehe neugierige Gesichter sür Augenblicke an d«r Mauerecke... sie sehen uns an wie fremde Tiere...„Paula! Kiek... da is sc...", ein unterdrückter Jubelruf Zldamcziks... dann höre ich fernes Hufgetlapper... das wird der Hauptmann sein. Der Posten ist in großer Bedrängnis... mas will die Frau?... wer ist es? �. ich weiß nicht, wie«» pEtzkich st» komnnm tcmn, aber es flutet heiß über mein Herz hin... „Schtill— ge— schtann!" brüllt da der Schinder... der Bann ist gelöst... die Kompagnie krocht... sie ist wieder leblos... eine Betonwand... der Spieß rennt vor die Kompagnie... mit dem Rücken zu uns hin, er haut mit uns die Hacken zusammen. Der Schinder ist äußerst nervös, er»»acht einige gewaltige Schritte in der Richtung auf den Posten zu, dann springt er wieder wie ein scheu gewordener Brauereigaul zurück, sein großes Maul kloppr auf und zu, o-r ist ganz blaß, die Augen treten hervor... die Si- wation hat ihn überwältigt, diesen jämmerlichen Schießscheiben- gencral...(Fortfetzung folgt.) eBuch iiplon Sinclair„Xeidweg der JCiebe" In erster Linie zeichnet dieser Roman des Amerikaners U p t o n Sinclair den Leidweg eines Menschen, der in der kapstalisttschen Gesellschaft mit ihrer ausgeprägten Cliquenwirtschaft die eigene künstlerische Persönlichkeit bewahren möchte und auch bewahrt. Dieser junge Schriftsteller Thyrsis wandelt sich im Laufe des Buches vom Individualisten zum Anhänger des Sozialismus, von einem Künstler, der ideelle Themen behandelt, zu dem Gestalter sozialer Problem«. Thyrsis ist ein« Natur wie Ibsens Brand. Auch sein Leitmotiv ist:„Alles oder nichts." Ohne Kompromisse will er das Leben führen, und wie Brand schwebt er in der Gefahr von diesem Weg durch die Frau abgedrängt zu.werden, allerdings nicht etwa durch eine Frau, die seinen Willen als falsch geleitet beurteilt oder in mondäner Atmosphäre leben möchte, sondern durch seine eigene Einsicht, daß die Frau und ihre Liebe unter der Not der Verhält- nisse leidet, vor ollem unter der Dämonie der kleinlichen Sorgen. Aber Thyrsis, dem öfters Gelegenheit geboten wird, durch lite- rarische Marktware zu Vermögen zu kommen, gibr nicht nach, und die Lieb« zwischen ihm und seiner Frau Corydon festigt sich immer mehr, trotz mancherlei Trübungen. Doch in diesen Partien liegt nicht die Stärke des Buches. Sinclair färbt sie zu begrifflich. Vieles erscheint nur von außen gc- sehen. Beschreibung steht an Stelle von innerer Durchdringung des Stoffes. Aber das Werk gibt mehr. Es deutet auch ein anderes Problem cm, das mit dem ersten eng verknüpft ist. Ungefähr kann es so formuliert werden: Darf sich ein schaffender Mensch, be- sonders m unglücklicher Wirtschaftslage, an die Familie binden? Werden dadurch nicht Kräfte in ihm gefesselt, die sich sonst produktiv im Werk äußern würden? Thyrsis empfindet diese Problematik und weiß auch um ihre Unlösbarkeit, und deshalb endet der Rmnon in dieser Beziehung mit«wem Fragezeichen. Dieses psychologische und zwischenmenschliche Geschehen, das bereits ein« Kritik an der herrschenden Gesellschaftsordnung bildet, fft verbunden mit einet Anklag« gegen das Bürgertum. Das gesellschaftskritische Moment steift hier nicht derart im Norderg rund wie im„Sumpf* oder im„Petroleinn", aber w wenigen Szenen enthüllt Sinclair die Maschinerie bürgerlicher Moral und Rücksichts- losigkeit, den Tanz um das goldene Kalb, die Erbärmlichkeit des ganzen Betriebes. Der Malik-Berlag hat jetzt dos Buch zum erstenmal m deutscher Sprache in ungekürzter Form herausgebracht, bisher lag l«ur eine Bearbeitung unter dem Titel„Der Liebe Pilgerfahrt" vor. .Alkreck Arna, WAS DER TAG BRINGT Sterling in Goldstücken im Gewicht von gut zwei Zentnern ausgegraben und ihrem Manne zur geschäftlichen Derwertung über- geben habe. Ein seltsames Fahrrad Ein Ratger hat sich seine Maschine seltsam hergerichtet. Er hat ihr nämlich links und rechts vom Borderrad je ein« rechteckige Tragfläche gegeben, wie sie bei Flugzeugen angeordnet sind. Die Unterseiten dieser Körper heben sich vorn etwas nach oben, so daß das Vorderrad beim Fahren gelüpft wird. Ferner ist mittels eines Gestänges hinter dem Hinterrad eine Art Höhensteuer so angebracht, daß es beim Fahren abwärts gedrückt wird, was ebenfalls dazu dienen soll, den Bodendruck des vorderen Rades zu verringern. Die Hauptlast soll also auf dem Hinterrad liegen, dos den Arnried besorgt. Ob damit etwas gewonnen wird, ist fraglich. Denn für dieses Lüpfen muß eine besondere Arbeit eingesetzt werden, und so dürsten Vorteil und Nachteil einander aufheben. Das Gesicht der Wolken Es gibt zahlreiche Lichtbilder von Wolken, die teils künstlerische, teils wissenschaftliche Brtieutung haben. Man unterscheidet da etwa geballte Haufwolken, sein ausgezogene Schichtwolken, flaumige Federwolken und düstere Regenwolken. Die gewonnenen Bilder sind aber im allgemeinen vom Erdboden aus aufgenommen, und man bekommt dabei immer nur mehr oder weniger flächenhafte Dar- frellungen. Das kühn in die Wolken vordringend« Flugzeug ver- mag dagegen diese Gebilde vollständiger, mehr körperlich zu erfassen. Gerade von deutschen Flugzeugen werden im Wolkenmeer eifrig Lichtbilder aufgenommen. Es werden dazu große Kameras be- nutzt, und mit diesen lassen sich gewissermaßen die Eingeweid« der schwebenden Dünste durch Angenblicksaufnahmen auf die Platte bringen. Arzt, Experiment, Patient Das tun 1. Januar in Kraft getreten« neue jugoslawische Straf- gcsetzbuch enthält im§ 264 auch dos Verbot der ärztlichen Experi- mcnte an Kranken:„Der Arzt, wclckier eine bisher unerprobtc Heilmethode anwendet oder eine bisher unerprobtc Operation aus- führt, ohne die Einwilligung des Kranken oder seines gesetzlichen Vertreters zu haben, wird mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren be- straft, wenn die Experimente tödlich verlausen. Daneben kann chm die ärztlich« Praxis auf zwei bis fünf Jahre entzogen werden." Das Einkommen einer Wahrsagerin Bei einem Prozeß vor dem Obersten englischen Gerichtshof kam zur Sprache, daß die Klägerin Mrs. Mary Ecales als Wahrsagerin und Gesundbeterin im Lause ihres Lebens«in beträchtliches Ver- mögen erworben hatte. Der Gegenstand des Prozesses selbst waren £>0 000 Pfund Sterling, also rund eine Million Mark, die aber nur einen Teil des Vermögens der Klägerin darstellten. Sie war neben ihrem Beruf als Prophetin noch als Schönhcitsfpezialistin und Teppichhändlerin tätig, behauptet aber, der größte Teil ihrer Ein- nahmen stamine von Leuten, denen sie den richtigen Moment sür gute Geschäfte vorausgesagt oder ihre Gesundheit wieder hergestellt Hab«. Sie pflegte ihre Einnahmen, zunächst im Garten zu ver- graben und teilte mit, daß sie einmal nicht weniger als l2 000 Pfund Rundfunk T. Die Funkstation auf dem Eiffelturm sendet, wie jede Nacht, Tanzmusik: Saxophon und gestopfte Trompeten. Plötzlich Unterbrechung. Der Ansager verkündet:„Achtung! Ich ruf« hiermit alle Aerzte von Paris zur Hilfe auf! Im Krankenhaus e N. ist ein K.nd eingeliefert worden, das..." Die Sache war folgende: Das Kind befand sich in Lebensgefahr. Es war nur durch Impfung mit einem bestimmten Serum zu retten. Im Krankenhaus gab es dies Serum nicht. Beim Pafteur-Jnstitut war es ausgegangen. Wie nun in so später Nacht es anderswo auftreiben? Da kam, wie wir im neuen Heft des„Knnstwart" lesen, einem jungen Assistenzarzt der Einfall: Radio! Die Funkstation entsprach der Bitte. Und mit Erfolg. Schon nach wenigen Minuten rief ein Arzt dos Krankenhaus an: er besitze das Serum. Eine Biertelftunde später war das Kind geimpft und gerettet. II. Der erste Teil„Faust" iit bereits gesendet worden: vom Münchener Rundfunk in der Bearbeitung des Regisseurs Hoch und mit Musik von Kapellmeister Tante. In Wien jedoch wurde neulich auch ein Fragment des„Götz von Berlichingen" gesendet. Aus unabsichtlich« Weise allerdings. Das Amt eines Ansagers ist kein be- quemes. Man kann es diesen Männern nachfühlen, daß sie uni 11 Uhr nachts gottsfroh find, das Mikrophon endlich abstellen zu dürfen...Gute Nacht, meine sehr verehrten Damen und Herren!" pflegen sie bevor sie dies ttm, allabendlich zu rufen,„und: vergessen Sie nicht, die Antenne zu erden!" Auch an dem Abend, von dem hier die Rede geht, natürlich, rief der Wiener Ansager brav und deutlich diese letzten Pflichtworte. Aber auch noch etwas anderes! Jenes Zitat ans dem„Götz von Berlichingen" nämlich. Und zwar, bevor er das Mikrophon abgestellt hatte! In Wien hat man ver- ftändnisinnig geschmunzelt. Wolfsjagd mit Radio Auf gewissen Strecken der sibirischen S:«ppen wurde neuerdings ein Netz van Radiomikrophonen verteilt, durch deren Vermittlung die umherziehenden Wolfsrudel durch ihr Geheul selbst ihren Stand- punkt oerraten. Die Empfangszentrole steht in ständiger Verbin- irnng mit einer Anzahl von Iagdgeselljchaften, die jederzeit bereit sind, auf die Meldung eines lohnend erscheinenden Geheuls hin zu einer Treibjagd aufzubrechen. Wünschen Sie einen neuen Kopf? Vor einigen Tagen ist tn Chikago ein Arzt oerhastet worden, der sich als Spezialist sür neu« Kopfbildung betätigt hatte. Seine Patienten waren hauptsächlich steckbrieflich verfolgte Verbrecher, denen er das Gesicht nach einem eigenen Verfahre» völlig um- modellierte und ja unkennttich mochte. Sein Durchlchnittshonorar betrug zirka 100 Dollar. Das Haus der Athleten Am Sonnabend konnte der Arbeiteralhletenbund in Grohottersleben seine Bundesschule osfiziell ein- weihe«. Jerlig ist die Anstatt schon seit dem Frühjahr, und der Bund hat bereit, 4 Lehrkurse darin abgehalten. Di« Schul« liegt unmittelbar an dem großen Gemeindespielplatz auf einem van der Gemeinde geschenkten Grundstiuk. Der Bau enthält neben den notwendigen Derwaltungs- und Tagungsräumen einen großen lichten Schlofraum mit vielen schönen Betten für die Lehrgangsteilnehmer und eine große moderne Küche. Daran schließt sich der große, sehr praktisch gestaltete Ilebiingsraum mit Bühne. Die Wände der Halle sind völlig frei von hervorspringenden Gegenständen. Der Heizungskanal befindet sich außerhalb de» Raumes. Bei der Ausstattung mit Geräten fällt auf, daß so sienriich sämtliche Boxgerät« vorhanden sind. Bor allem ein Boxring, in dem vier Sandsäckc hängen, die nach einem Patent des Bundesboxwartes an Rollen hängen, die auf Schienen laufen, so daß der Hebende sie m steter Bewegung verfolgen muß.— Das ganze ist ein reiner Zweckbau ohne jeden Luxus, aber solide und dauerhaft. sehr mäßigen Grenzen. Die Weihe vollzog sich in sehr einfachen Formen. Der Bundesvorsißende Paul Strumpf begrüßte die zahlreich er- schienenen Gäste, unter denen sich Ministerialrat Dr. M o l l w i tz vom Wohlfahrtsministerium, der Oderpräsident Dr. Fat k, Vertreter des Regierungspräsidenten, Vertreter der Stadt Magdeburg, der Landrat des Kreises Wanzleben, Vertreter der Gemeinde Groß- vtterslebm, der Zentral kommifston.für Arbeitersport und Körperpflege und ihrer Verbände und neben dem Bundesvorstand die Kreis Vertreter und viele Bundesmitglieder befanden. In schlichten Worten schilderte der Redner das Werden des Bundes und seiner Schule. Die Vertreter der Behörden haben in ihrer Ansprache die Zweckmäßigkeit der Anlage besonders betont. Nach den Reden wickelte sich ein auserlesenes sportliches Programm ab, das einen interessanten Ausschnitt aus dem Leben des Bundes darstellte. Die Baukosten halten sich in Der Arbeiterathletenbund hat mit dem Bau seines Bundes- Hauses gezeigt, daß auch mit bescheidenen Mitteln Gutes geschassen werden kann. Die Vollendung dieses Werkes fällt in eine Zeit, die für Arbeiterorganisationen nicht günstig ist. Dazu kommt die Spaltungsarbeit der Kommunisten, die den Bund um einige tausend Mitglieder geschwächt Hot. Trotzdem steht das Werk auf sicherem Grunde,' es wird zum Ansehen des Bundes erheblich beitragen und seine Wekbekraft stärken. Dem gesamten Arbeitersport wird es zum Ruhme dienen. DFB. und Amaieurfrage Angemessene Spcsenzahlung wird vorgeschlagen Die Lösung, die der Deutsche Fußball-Bund der jetzt so vielbesprochenen Amoteurftage geben dürste, beginnt sich all- mählich aus den verschiedenen Meinungen herauszuschälen. Der Verband Brondenburgischer Ballspielvereine hat bereits bekannt- gegeben, daß er eineil Antrag auf Bewilligung zeitgemäßer Spesen (was heißt angemessene Spesen? Red. d.„Abend") stellen wird, und daß Süddeutschland diesen Antrag unterstützen wird, darf man als sicher annehmen. Nun ersteht aber dem Berliner Verband auch «in Helfer dort, wo man eher den schärfsten Gegner vermutet hätte: beim Westdeutschen S p i« l v e r b a n d. Dieser teilt nämlich amtlich mit: „Der Berbandsausschuß des Westdeutschen Spielverbondes trat am Sonnabend und Sonntag zu einer Beratung zusammen. Er sprach zunächst der Spruchkammer sein Vertrauen für ihr« Tätigkeit aus. sodann beriet er über die Amoteurfrage. Es wurde beschlossen, dem Bundestag vorzuschlagen, die Amateur- bestiminungen den wirtschafllichen Berhäl missen in Deutschland anzupassen und Maßnahmen zu treffen, den übermäßigen Wett- spiel oerkehr(der bekanntlich die Dereinskassen süllt! Red.) aus ein vernünftige» Maß herunterzusehen. Darüber hinaus einigte er sich auf Vorschläge für die grundsätzliche und endgültig« Bereinigung der Amateursrage. Dies« Vorschläge sollen dem Deutschen Fußball-Bund am nächsten Sonntag aus der Bundes- oorstandssitzung unterbreitet werden." Wenn Westdeutschland mit Berlin geht, dann darf man er- warten, daß auch die anderen Verbände nicht päpstlicher sein werden als der Papst, so daß der Bundestag am 27. September in Dresden eine wirklich tragbare Lösung der Aniateurfrage bringen sollt«. Schon bei der am Sonnabend und Sonntag in Verlin stattfindenden Zusammenkunft des Gefamtvorstandes des DFB. wird man diesem Problem einen breiten Raum widmen. Ein lustiges Fußballspiel Zu wohltätigem Zweck wird am Mittwoch, um 1V.30 Uhr. im Berliner Poststodion«in Fußballspiel ousgetrvgen, bei dem die eine Mannschaft aus Schauspielern, die ander« aus Presse» leuten bestehen wird, alles Mitglieder der Künstler-Sportver- einigung„Oöff*. In der Schauspielerinannschaft wird Alfred Braun im Tor stehen, Homolko, Berebes und der Rundsunktenor Hämisch sind die anderen„Kanonen" der Elf. Bei den Zeitungs- leuten sind Dr. W. Meist sowie der Zeichner Theo Mateiko und Walter Trier die treibenden Kräfte. Als Kapitän« der beiden Mann- schaften fungiere» zwei wirkliche Fußballer von internationalem Ruf: bei den Schauspielern Poppooich, bei den Presseleuten Schasser als Mittelstürmer. Schiedsrichter ist Hanne Sobet, der durch Kurt Gerro« und Siegsried Arno als Linienrichter unterstützt werden wach_ Wahlarbeii der Sportler �CoUegia" wirbt für Liste 1 Uefmtricr bei Spandau, der Standort der Arbeiterwosier- fp ortler aus der Havel im Zeichen der Wahlarbeit! Vom Bootshaus des Rudervcreins„Colleqia" leuchten weithin große Plakat«„Wählt Liste l". Im Bootshaus herrscht reges Leben und Treiben. All« Mitglieder sind sich der Wichtigkeit der Werbefahrt bewußt. Alles ist gerüsttet, nur der Himmel hat seine Zustimmung zur Abfahrt noch nicht gegeben: aber n»n klärt es fich doch auf und bei strahlendem Himmel geht Boot für Boot mit Wahlplakaten reich behangen zu Wasser. Die stattliche Flotte stattet zuerst der Spandauer Bevölkerung, einen Besuch ab, um sich dann an Picheksbcrge und Schildhorn vorbei der freien Havel zuzuwenden. Die Zeit ist günstig gewählt. Di« von der Fahrt heimkehrenden Boote und die von den Usern herüberschauenden Sonntagsaus- slügler müssen Notiz von der Werbesohrt nehmen. Anerkennende und ablehnende Zurus« werden laut. Unbeirrt geht die Fahrt weiter bis zum Wannsee, auf dem die Boote wenden und wieder dem Bootshaus« zustreben._ Maladoren-Renoev zu Mariendors. Die mit dem Großen Preis der Republik ausgestattet« glänzend verlaufene Matadorenvcran- staltung bringt morgen. Mittwoch, als Schlußereignis das mit 26 000 Mark ausgestattete Matadoren-Rennen. Beginn der Rennen W Uhr Kleiner Sport von überall Die Freie Arbeiter- Schachverewigung Sroß-Verliu Hot im Osten eine neue Abteilung gegründet, sie spielt jeden Dienstag bei Neu- mann, Gubener Straße 45. Parteigenossen, Junosozialisten, Reichs- bannerkameraden, Arbeiterschachspieler und solche die es werden wollen, sind herzlich willkommen. Schachunterricht kostenlos. „Solidarität" Eharlottenburg feiert da« Zvjähriaei Sonnabend, 13. September, werden die Arbeiter-Rad- und Kraftfahrer von „Solidarität", Abteilung Charlottenburg, den letzten Appell zur Wahl bei ihrem 30. Stiftungsfest an die freunde des Sportes richten. Im sportlichen Teil wird die Entwicklung des Rades in den letzten 30 Iahren gezeigt werden, außerdem finden Kunst- und Reigenfahren statt. Die Arbeitersportler und ihre Freunde sind herzlich eingeladen nach dem Spandauer Bock zu kommen.— Am Wahlsonntag ist die Radfahrerzentrale Adler�lause, Kaiser-Fried- rich-Straße'94, Telephon Wilhelm 100. Flugzeogmodell-Ausstellung in Leipzig. Der„Sturmvogel" veranstaltet am 15. Dezember 1930 in Leipzig eine Ausstellung von Flugzeuginodellen jeder Art. Die Beteiligung an der Ausstellung stt neben den Mitgliedern des Sturmvogels jeden: Modellbauer oder auch Aussteller, der sich berufen fühlt seine Mo- belle der Oessentlichkeit vorzustellen, freigegeben. Irgendwelche Schranken des Alters oder der Berbandszugehörigkeit sind nicht gezogen. Für saubere Bauausführung, technische Neuerungen und besondere Flugleistungen sind Geld- und Ehrenpreis« vorgesehen. Die Veranstalter behalten sich vor, einige besonders sorgfältig ge- baute Modelle mit guten Flugleistungen käuflich zu erwerben. Am Schluß der Ausstellung soll ein Modellflug-Wettbewerb durchgeführt werden. Interessenten wollen sich an die Sturmoogel-Gefchästs- stelle Leipzig C 1, Gellertstraße 7/9, III, wenden. So sagt man's Autofahrern Verkehrserziehung nicht Strafen Im Pressedienst des Autmnobilclub von Deutschland lesen wir: Daß man AutomobUsahrer nicht immer mit dem Paragraphen bedrängen muß, um die Ordnung zu wahren, beweist das noch- ahmenswerte Vorgehen des Verkehrsamtes einer kleinen franzö- fischen Stadt. In dein Orte Bort-Les-Orgues wird von diesem Amt auf die an falscher Stelle Izaltenden Wagen ein Zettel folgenden Inhaltes gehestet: „Mein Herr! Ihr Wagen parkt an einem verbotenen Platz. Ilm eine Anzeige zu vermeiden, werden Sie höflichst gebeten, das Fahrzeug an einen der nachstehend verzeichneten Parkplätze zu führen: Avenue Gambetta usw. Und gestatten Sie lins, Ihnen einen Rat zu geben! Bevor Sie unsere Stadt verlassen, besichtigen Sie ihr« Sehenswürdigkeiten,, fahren Sie nach der Cascade imd nach(anderen hier noch angegebenen Stellen)!" Man kann sich keine höflichere Art denken, auf die Auto- nwbilisten einzuwirken, und sicherlich wird das aus der Höhe stehende Fremdenverkehrsamt der kleinen Stadt und damit der ganzen Gegend mehr Nutzen bereiten, als es die anderwärts bis- her beliebten Automobilfollen zu tun oermögen. Ein Ungetüm von Rennauto Die Rennwagen von Campbell, Kay« Don, des tödlich ver- unglückten Sir Henri Segrave usw. scheinen Kinderspielzeuge zu sein gegen dos Ungetüm von Rennautomobil, das gegenwärtig m Los Angeles im Bau ist und bis zum Ende des Jahres fertig- gestellt werden soll. Das Mammutauto weist ein« Läng« von 9,75 Meter und ist mit zwei 2 4- Z y l i n d e r- M o t o r e n ausgerüstet, von denen einer vor, der andere hinter dem Führer- sitz liegt. Die Geschwindigkeit dieses größten Automobils, das je hergestellt wurde, ist auf 300 Meilen(480 Stdkm.) berechnet, so- daß Segraves Weltrekord von 231,36 Meilen weit überboten wer- den dürste— wenigstens theoretisch. Man verhandelt bereits mit namhaften amerikanischen Rennfahrern, um sie für Rekordversuche am Stroick» von Daytona Beach im nächsten Frühjahr zu gewinnen. Nachttankstellen in Berlin Auf Grund de- seinerzeit mit der Stadt Berlin getrojsenen Vertrags hat die R« i ch s k r a f t s p r i t von den zugelassenen 170 Tankstellen«». Dienstaa. 1). Scp- lemiict, ai) Ulir. Abt. Friibvichsbaln! grankfurter All»« SM.(spiel, und opafc. abend.— Abt. Friedenau: Offeiidacher Str.!». Fahrtenerlebnlsse.— Abt. Mitte: Iobannisltr. 13. Geschäftliches. Liederabend.— Abt. Rardeu: Beteiligung an: Werbcumsu« der SP?, in der Schiinhauscr Allee.— Abt. Aentilln tIugendgruppe): Fiugbafenstr. 68. Seinrbesprechung.— Abt. Wedding: Turiner Ecke SerstrqKe. Togesfraaen.— Abt. pumdowthain: Orthstr. 16. Bon Wil- heim Busch bio Heinritb tzille.— Abt. SA» st(Iugendgruppe): Treptow, Wiese».— Photooemeinschast, Abt. Osten: Frankfurter Allee 307.— Osten (Iugendgruppc): Mittwoch, 10. September. 20 Uhr, Frankfurter Allee S07. Litno. Abend.— Pbotogemeinschast, Abt. Reukölln: Mittwoch, 10. Septen>'o:r, 20 Uhr, Bergstr. 20.— Donner»t»g, II. September, 20 Uhr. Ratnrknadliche Abteilung: Fohannisstr. 13. Ardeitoabend.— Abt. Prenzlauer Berg: Dan- ziger Str. 02, Barocke II. Naturwissenschaftlicher Vortrag.— Abt. Tiergarten: Lehrter Etr. 18—10. L'titcr Aufruf zur Beichotagowohl.- Abt. Liihtenberg: Suntrrstr.<1. Freikörperkultur.- Abt. SLbrst: Porckstr. II. Ferienplauberei.— Abt. Beidens««: Piswriusstr. 24— Abt. Spandau: Linbenuser I.— Abt. Reukölln: Bergstr. 20. Parlament und?>k!atur.— Pbotogemeinschast, Abt. Rorden: Pank- Ecke Wicscnstraße. Agfa. Die richtige Entwicklung.— Abt. Lichtenrade: lS'7 Uhr bei Dehlam, Galg» Ecke Bahnbof- sdrake. Grwersschaftlichec.. Frei« Schwimmer Ebaelattcnburg 04. Keule, 20 Uhr. bei Zlriesd»», Ebar- lottenburg, Naiser-Friedrich�tr. 13, Mitglieberoersammlung. Sportabteilun« Rordrinq:FTGB.>. Kockeyspiel«». Situng mit Mann- schoftsaufstrllung Mttovch. 20 Uhr. bei Eorneliu», Echönftießer Etr. 1. R«»e Miitglieber stets gern gesehen. FTtrB.. Bezirk Rentölln-Prig. Wichtige Termincinderung: 2. Männer- abteilung Donnerstag, 1l. September, kein Turnen, bafllr Mittwoch, 10. Sev> temder, Fufammeniiben mit Fungmädchenabteilung. Alle Briger— außer Kinder— Abteilungen beteiligen sich geschlossen an der SPD.-Wahlkundgebung der 90. Abteilung. Treffpunkt ISZi Uhr Barackenschulc, Parchimcr Allee. Stillstand ist Rückschritt! Neue Wege zur Sportwerbung Ein neuer Sport ist im Werden. Er ist geeignet, dos ganze Spvrtgetriebe zu revolutionieren. Die Jagd nach Rekorden hat den Rubikon üderschritten, sie ist beim halben und ganzen Berufssport gelandet. Das Rennen um die Zchntclsekustd?, der berufsmäßige Boxerrummel a la Schnieling und Sharkey, die wilden Radreimen führten notwendigerweise zur Profefsionalität. Aber auch in den wirtlichen Amateursportvereinen regt sich die Obstruktion. Nach der Hetze des Alltags tritt überall der Wunsch auf. das Wochenende wirtlich zu genießen. Und zwar draußen in Lust und Sonne, nidjl auf den Sportplätzen innerhalb des Häuserineers. Draußen an den märtischen Seen sammeln sich Massen erholungs- bedürftiger Sportler. Wassersportler legen mit ihren Booten an, andere kommen mit der Bahn. Aber dieser neu« Sport i't zurzeit noch unorganisiert, teilweise durch„milde" Gruppen geradezu gefährdet. Deshalb ist«» notwendig, sich mit dieser Frag« zu de- schästigen. ■Je Am Müggelsee, unweit Rahnsdors, hat sich eine Wachrnend. kolcmie in diesem Sommer vereinsmähig angesiedeil, die vorbildlich ist. Alles ist sauber und freundlich, man sieht, daß hier Ordnung herrscht. Die Zelte stehen den Sommer über, Brunnen sind angelegt, sogar klein« gartenähnliche Anlagen sind vorhanden. Ganz anders sieht es in„wilden" Quartieren aus. In den Wald., nl ige:, Papier, Konservenbüchsen! Wir sahen einen schönen weißen Badestrand, durchsetzt von allerlei Ueberresten und verkohltem Holz. Diese milden Wochenendler entnehmen ihre Bedürfnisse auch vielfach umliegenden Feldern, verderben die Saat, plündern Obstbäume und Ichasfen so Konflikte mit der Landbevölkerung, die dann aus alle'Wochenendler schlecht zu sprechen ist. Deshalb ist es notwendig, in, Interesse der Allgemeinheit hier eine seste Organisation zu schaffen. * In das Gebiet des Wochenendsporis gehören auch die Freibäder. Di« schönste Anlage Berlins ist das Freibad Wannsec. Ein liesiger Strand und der See bieten in der Hochsaison Zehntausenden Er- holung. Die baulichen Anlagen habe» in mehreren Etagm Promenaden über den ganzen Strand, von denen man einen weiten Aus- blick hat. In der obersten Etage sind geräumige Plätze für Tennis. Sonnenbäder und Gymnastik. Hier hat unser Genosse T l a j u s eine Anlage geschaffen, die jeder Berliner(und wer Berlin besucht) gesehen haben muß. Das Freibad Müggelsee ist Wannsee im kleinen. Auch hier ein großer Strand, von dem aus Nichtschwimmcc etwa 150 Meter in den See hinaus tonnen. Einfacher ausgestattet ist das Freibad Grünau. Der Baumbestand hindert hier die volle Soimenbestrahlung des Strandes und bietet auch kein« gleichmäßig: Sandfläche wie in den beiden vorgenannten Freibädern. Hier tonnte noch manches gebessert werden, um einen Massenbetrieb zu ermöglichen, um so mehr, da dieses Bad für den Berliner Süden und Osten von größter Bedeutung ist. * Und nun z-ur Sporlpropagondo! Der neue Wochenendsport ireidt alle hinaus aus der Großstadt. Deshalb meint Walter Biese in der„Sportpolitischen Rundschau", daß die Sporkpropaganda in die Ivochenendkolonien verlegt werden sollte.. Die Sportler streiken eben, wenn sie leben Sonntag auf die Sportplätze kommandiert werden. Auch das Publikum, die Zirschainr, fehlen. Da nützt kein Schimpfen über Iittcressclosigkei! gegenüber dem Spart. Wir müssen dorthin, wo die Masten sind! Biese verweist als Beispiel aus den Crossinsee, wo der Forslfiskus mehrere Strecken als Zeltplätze freigegeben hat. Die Berliner Wochenendler nutzen hier das letzte Plätzchen cm-, so daß von Jahr zu Jahr die Zahl der Zeltplätze vermehrt werden muß. Hier— wie auch an manchen anderen Seen— könne» auf breiten Gestellwegen und Waldwiesen mit gutem Erfolg Sportfeste abgehalten werden. Und vor allem: Vom Zu- schauer in Badehnsen bis zum Mitwirkenden ist nicht weit, beide bilden hier bereits eine natürliche Gemeinschaft. Leichtathletik, Schwimmer und Ruderer können mit den Turnern ein gemeinsames Programm zeigen. * Aber auch Biese verlangt eine seste Organisation, um etwa- Mustergültiges zu schössen. Das ganze Problem erscheint zunächst vielleicht noch als Zukunftsmusik. Notwendig ist es aber auf jeden Fall, die Wochenendfroge durch die Organstation zu behandeln. Der Arbeitersport sollte diese Zukunstgfrage rechtzeitig zur Debatte stellen. Wenn wir hier zufassen, werden die Klagen über das Fehlen von Aktiven und Zuschauern verstummen, d. h. unsere Prapaganda wir» ---.1,------ � wieder aktiv werden. Dienstag. 9. September. Berlin. 08.15 Eine Viertelstunde Hermann Titiz und KaDeWe. 16.05 Direktor Dr. Unverzagt:„Zur Hundertjahrfeier der Berliner Museen". 16.30 Hildegard Roscher, Harfe; Ben Geysei, Celesta; Wilhelm Mahrenholz, Schlagzeug. 17.00 Elfriede Brüning:„Eine Reise". 17.30 Stunde mit Büchern.„Humor und Satire".(Am Mikrophon: Alice Beirrend). 18.00 Zeitgenössische Lieder.(Marga Moris-Schlemöller, Sopran. Am Flügel: Julius Bürger). V.» Aktuelle Afrethmt. 19.30 Arfcdtsmarkt. 19.35 1. Mozart; Sonate F-Dur.— 2. Chopin: t) Polonaise c-bjoII, op. 40, Nr. 2; b) Mazurka C-Dur, op. 24, Nr. 2; c) Zwei Etüden(Bruno Eisner, Flügel). 20.00 Interview der Woche. 20.30 Tanz-Abend. 22.10 Dr. Josef Räuschcr: Politische Zeitungsschan. Königswnsterhausen. 09.30 Schulfunk. 16.00 Dr. Adolf Stahl: Jugendfürsorge. 16.30 Leipzig: Nachmittagskonzert. 17.30 Klara Schloßmann-Lönrtics: Die Stellung der Fran zn den sittlichen Schäden der Zeit. 18.00 Kurt Wesse: Film und Tonfilm. 18.30 Französisch für Anfänger. 19.00 Alexander Knoli: Das Mysterium der Straße. 19.30 Min.-Rat Goslar: Die deutsche Reichsverfassung. 20.05 Königsberg: Sinfonie-Konzert. 21.45 Peter Hille.(Friedrich Ettel.) Die BVG. Witt entttst verhanbew. Die Genehmigung zu Entlassungen ist ihr erteilt. Der Oberprasibent hat die Genehmiglmg zor EnSaffang bei beantragten Zahl van Arbeitern erteilt. Trotzdem wird die Direkt»« nochmals sofort mit den zuständigen Gewerkschasten in Derhand, langen treten in der Absicht, einen Weg zn finden, durch den di« Entlassungen nach Möglichkeit verhindert werden. Wettet für Verlin und Umgegend: Größtenteils bewölkt bte trübe mit leichten Regenfällen und wenig Tempera turänderung. Zur Deutschland: Im Nordosten etwas Besserung, sonst weitver- breitete Niederschläge.__ SSotantiootH. fttc iic Rrix-tt-on: Solfga»g Schwor,. B-rlimAnziiges: l».»l-Sr. Berlin. Berlag- Vorwärts Verlan S. in. b. S.. Berlin. D�ck:«orwart- Buch. druckerei und Verlagsanstalt Paul Singer& Go-, Veilm SW 68, Lrndenstraße 3, Sierzu 1 Beilage. Tägl. S u.S'f. Uhr. B 3 Earb. 8296 Pe. 1— 6 M.— Nachm. halbe Preise. Korman Hhonias Qulnlell, 2 Sierrolyt.«ha Jorers, ■SIHred Jachson girlM mir. 8.15 Obr— Ranbea erlaut Hans Kolischer. Argontino. Jda und Evolyne Duffek. Nevtllo Blshop usw. «>'. Uhr »er fröhlidii Weinberg von Uli Zötkinayer 8 Uhr Sie zu essen? Theater am Schitthauerdamm «>/. Uhr Feuer aus den Kessein Staatsoper Am PI. d. Republik 8 Uhr DleSlumme von Portlci metropoi-iheater Täglich S1/. Uhr SensaiioneUer Operettenerf olg I Unter pers. Leitung des Komponisten Viktoria undihrHusar DtoisdiBs meater 8'/. Uhr 1914 von Ceong Willielm Müller flegie: ünstav üründgens. Kammerspiele 8'U Uhr Die Schule derFrauen von Mol ihre. Regie: HansDeppe. Rose- Theater 6r.FranliloiterStr.i32 Tel. Alex 3422U.3494 8.15 Uhr: Braut v. Messina Gartenbühne: 5.15 Uhr; Kouert n.BaBierTtil 8.15 Uhr: Etappe. Die Komödie 8Vi Uhr Der Diener zweier Herren von Goldoni Regie; Mu Reinhanlt. Tbeaier in der stresemaansir. Täglich 8'U Uhr Kaigutille: 3 Lishpiil m SAwiefnt Komödienhaus 8 Vi Täglich 8 Vi Konto X van Bemaper und Oesterreidier Deutsebes IQnsller-Theal Tel. RaltiZMU 3937 8>/- Uhr Gastspiel der Ludwig- Thoma-Bühne Magdalena Renaissance' Thealer Steinplatz 6780, 9 Uhr Die Wunder-Bar Rcvuesiück Lessing- Theater am Sdiiffbaoerdamm rägl.S'/i Uhr Feuer ausden Hesseln! von Ernst Toller. Seeii; Hios Hiiondu. BühoEnhildir; Cnt. Heber. VomrtaDf uoaslerbradnn. Id.: P. I. Hirt. 0251 o. Sei] -Theater Wcidindann 2797 O.0B46 Täglich 8 Uhr Gastspiel der Piscatorbühne Des Kaisers KUliS von Th Plivier. Regie: Erwin Piscator. Neues Theater! am Zoo- Sm Batmli. Zoo. StpL 655i Täglich SV* Uhr lommel in der Posse Herr kor persesiidi. Rundfunkhörer halbe Preise. Berliner Prater Soiumoritieaier Kastanienallec 7—9 Humb. 2246 Täglich 8 Uhr- Tndi SArädtr, Ingi Kirim. Eugen lultii, Erwin Hirlung in „Die kleine Sünderin" Sdmankopirctte in 3 Uten t. H. Zoriett e. W. Prager. Musik von Jean Gilbert. CASINO-THEATER Lothringer Strafe 57_ Für unsere Leser: Qutschcin 1—4 Pers. Fauteuil 1�5 M., Sessel 1,75 M. Dar Possen-schiager Der selige Hollschinsky NiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiniiiiiuiMiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiniinii und ein erstkl. buntes Programm. Theater I. d. Behrenstr. 53-54 Direktion; Ralph AHhar Roberls »>/. Das hMllche mäflehen Englisch— Roberts— Riemann. I Jrene Triesch M \* als Jaabella in d«r „Braut von Messina" täglich 8 is Uhr. SonntagsSisundDUhr. Im ROSE Theater Gr. Frankfurter Str. 132 BIIUttkUM; Aln. 3422■. 3404 Auf der Gartenbohne bis 15. 8opt«mb«r tbsrllch 5» Uhr die glänzende Varietdschau „Etappe" „Onkel Gustav schreibt k. v." Komische Oper S'/J Uhr Die Frau ohne Kuss Operette v W- Kollo M Somlags oadmJvn zu kleinen Preisen Tbntu an Rottb. Tor Kottbusser Str. 6 Tägl. 8 Uhr auch Sonnt. nachm. 3 Uhr Ellle- [ sanger Das Barwunderl Liederspiel u. die tolle Posse Die liobn Verwandten. Zum Schluß: Pintelheinricb's Himmelsklause! Zimmer Itzett Mk.7,-bistl- 2Betten13.-bis22r BodJIk i- 5alon;lQr jfUmatsraten �Maddafz BefCn, laßzige<�Str. JZ2'72S StellenaDgeliotel finden ii Torwärts} deMOlW. LM.W/l ISIBUSCH Heute Feuerwerk und das interessante Programm 1 Berliner||lh-TriO N e B k 6 1 1 B. � Lahnstr. 74/7oJ Woiiotanoig umgebautes Haus 15 Riesenattraktionen 1 Täglich 2 Vorstellungen; Haenm.«■; Uhr: so n. Abends t'k Uhr: 30 N. 1.50 3, Reichshallen-Theater Abends|X| Sonntag nachm.|| stenmer sanger Neu! Neu! laß BlumeH sprethea" Kadnntttagi halbe Preise. i Dönhoff- Brettl: Das beliebte Familien-Varictä Berliner Fahnenffabrik Fischer& Co..Wallstr.84 U-B. Inselbrecke. A B Merkur 4580-82 im ä Betten Kind er Polster, Chaluel-. an joden. Teih� Katalog frei. Etaenmöbslfabrik Suhl(Th&x� PROGRAMM für die Zeit nom 9. bis 11. Sepfember K I N O-T A F E L PROGRAMM für die Zeit vom 9. bis 11. September ©loia Potsdamer Strafe 38 W. 5. 7, 9 Uhr Verlängert: Tonfilmposse: Lompenball mit Fritz Kamper«, Harry Frank Rheinsir a�e 14 K�-Elche) Der Licbesiod in Mayerling mit Maria Corda Der tolle Harry m. Harry Lfedtke (6 Akte) Odcon, Potsdamer Str. 75 Tonfilm-Operette: Ein Tango für Dich m. Willy Ford Moabit Artushof-Lichf spiele Film- nnd Bahnensdiaa Perleberger Str. 29 und Stendalcr Str. Die Ehe der Maria Lavallc Der Aufstand der Riffkabylen BQ.: Fredy Rolff Jazzsymphoniker Turmstra$e 12 W. 5, 7, 9 Uhr Ton-Schauspiel: Der Andere m Fritz Korlncr, Käthe ▼. Nagy, Heinrich George(9 Akte) Alcxanderstr. 39-40 (Passage) Den ganzen Tag geSffnetl Ein vertonter Film: Wenn Da einmal Dein Her* venchenkd mit Ltlian Harvey i Westen p Primus-Palast Potsdamer Str. 19 Ecke Margaretenstr Ufa-Tonfilm: Der Korvelienkapilln mit Harry Lledtke, Maria Pandlcr Jugendliche haben Zutritt W Fried rlchstnclt U Die Kamera z. J,Y'gc,1Uhr Unter den Linden 14 Der frÄhlicbc Weinberg mit Camilla Horn DtebdaM mit Cor. GrMBh Welt-Kino°M»'u1?r Alt-Moabit 99 Tonfilmoperette:• Ein Tango für didi m. Fee Mallen Tönendes Beiprogramm � WllmbrsüorT" Atrium Beba-Palad j�gf 5. 7,9J5 Nur noch bis Mittwoch: Der lustige Tonfilm: Komm zn mir zum Rendezvous Titania(uta s'chöneberg) Hauptstraße 49 W 5, 7, 9 U. Stg. 3 U. Der große Berg-Ton-Sprechfilm: Der Sohn der weisen Berge mit LuU Trcnker, Renate Mittler Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt Alhambra Hauptstr. 30 Nur bis Donnerstag: Dergewalt. Tonfilm:WezMronl I9IÖ (Vier von der Inlanterie) W Frlbclenau Kronen-Liditspiele Rheinstr. 65 W.7.9.U. S 5.7.9U Tonfilmoperette: Llebctwalzer mit Harvey, Friisdi, G. Alexander a«fallt«■ Titania-Palast Steglitz, SchloBstr. 5, Ecke Gutsmuthsstr Täglich 6.30, 9 Uhr. Stg. 4. 6.30. 9 Uhr Bis Mittwoch: Der Korvettenkapitän mit Harry Lledlke. Maria Pandlcr ■«Udwnzfn fc Fiim-Paiast Kammersäle Teltower Str. I W.S,7.9,Stg.ab3Uhr 100 proz. Tonfilm: Skandal nm Eva mit Süden Primus-Palast Am Hermannplatz, Urbanstr, 72/76 Wochent 5.30, 7, 9,15, Sonnt ab 3 U. Tonfilm: Der Andere mit Fiiiz Korfner, Heinr. George. Käthe von Nagy, Oscar Sima Auf der Bühne: Wilhelm Bendo« Th. am Moritzplatz Beginn: W. ab 5 Uhr. Stg. ab 4 Uhr Tonfilmoperette: Ein Tango für dich m WUly Forst, d. deutsche AI Jolson Tönendes Beiprogramm Mercedes- Palast Hermannstraße, Ecke Jägerstraße Anfang; Wchtgs. 6.45, 9. Stgs. 3. 5, 7. 9 U. Berlins größtes Tonfilmtheater Heute Wiedereröffnung Der 100% Sprech-Tonfilm: Der Sohn der welken Berge mit LnUTrenker Große BühnenMban Kukuk Wochent. 6,45, 9 U. Sonntags 5, 7. 9 U. Kottbusser Damm 92 Krimina!-Tonfilm: Der Schoß Im Tonfilmaielier mit Gerda Manro, Pvrs>a»1cf/\p Wochent 6.45, 9 U. nxceisior Sonntags 5, 7. 9 U Kaiser-Friedrich-Straße 191 Kriminal-Tonfijm: Der Schnß im Tonfilmaielier mit Gerda Manrn, Stern, Hermannstrahe 49 Wohentags 6 45 u. 9, Sonntags 5, 7. 9U. Tonlustspiel: Zweimal Hochzeit mit Liane Haid, Ralph A. Roberts Beiprogramm Jugendliche haben Zutritt > SOdostRfi M Filmeck Beginn W. 5.30 U. S. ab 3 U. Skalitzer Straße, am Görlitzer Bahnhof Tonfilm: Ein Sehnß Im TonfilmaicUcr mit Gerda Manrn» Böhnenxhan Luisen-Theater sZLtfu. Reictrenberger Str. 34 Tonfilm: Panxerkrcuzer Potcmkin Gefahren der Bv: intt«LJMehridt Stella-Palast Köpenicker Straße 11—14 Beginn der Vorstellungen: Wochtgs. 5.30, 7 15, 9.15, Sonnt. 3. 5.7. 9 U. Der große Tonfilm: Die vom Rummelplatz mit Anny Ondra, 5. Arno, Max Ehrlich, Marg. Kupfer, P. Morgan Beiprogramm— Bfihnenschau Sternwarte— Treptow Dienstag 8 Uhr; Donnerstag 8 Uhr: Roah-Roah(Schrei der Sehnsucht) Großtierfilm d. Georgien-Expedition PI,..;.,-—A. 6».�. Sil U Da» Dokument von Shanghai Die Moral der Ga»»e g Mennlgadorf W Filmoalast e Beg. w.6, sjo riiiupaiasi stg. 4� 6>o, s'u u. Berliner Straße 59 Stg. 2U.|ng�Vorsv